[Univ-Sibi. Siessen ————OQ˖ZñOñ—Q—Q—Q—ꝭ—C—ꝭ—M˖—˖ꝛ—õ—FQꝭCd 4 4 1 ————————— 5—. 4 ⁴ ee ö= Johann Ingen⸗Housz—2 K. K. Hofraths und Leibarztes, der Königl. Gesellschaft der Wisse nschaften zu London, der Batavischen Gesellschaft der Expo⸗ rimentalphilosophie zu Rotterdam ꝛc. ꝛc. Mitglieds Vermischte physisch ⸗medicinischen Inhalts. Uibersetzt und herausgegeben on* Nicolaus Carl Molitor. Zweyte, verbesserte und mit ganz neuen Abhandlungen vermehrte Auflage. Mit Kupfertafeln. 3 weyter Band. . ö W IJE N, gedruckt und verlegt bey Christian Friderich Wappler. 4 7 4 Si quid novisti rectius istis, Candidus imperti; si non, his utere mecum. HonArlus. 2999—2 IIT 1. Jn h t. Seite⸗ Abhandlung üͤber die Natur der dephlogistizir⸗ ten Luft und die Art, sie zu erhalten und ein⸗ zuathmen, nebst einer abgekürzten Prüfungs⸗ art der selben. · Erster Abschnitt. Vorläufige Betrachtungen. Iweyter Abschnitt. Von Körpern, woraus man eine dephlogistizirte Luft erhält, und von der Eigenschaft dieser Luft, so wie ste aus verschiedenen Körpern und durch verschiedene Mittel entbunden wird.— Dritter Abschnitt. Besondere Betrachtungen über die Art, die dephlogistizirte Luft aus dem Salpeter zu ziehen. 19 * 3 Vier⸗ IV Inhalt. Vierter Abschnitt. Uiber die Art, die dephlo⸗ gistizirte Luft ohne Schwierigkeit einzu— athmen, und sie von der Sauerluft, oder fixen Luft, womit sie sich allezeit bey ih⸗ rem Durchgange durch die Lunge besu⸗ delt, zu reinigen. 2 Jünfter Abschnitt. Eine Abkürzungsart, die dephlogistizirte Luft zu prüfen.. I. Bemerkungen über den Gebrauch des Vergrös⸗ serungsglases. O— S. 121 III. Uiber den Ursprung und die Natur der Priest⸗ ley' schen grünen Materie, des Flußwasserfa⸗ dens und zweyer Arten von Tremellen, und über die Verwandlung des Wassers in dephlo⸗ gistizirte Luft.— Erster Abschnitt. Vorläufige Betrachtungen. Zweyter Abschnitt. Beobachtungen über den Ursprung und die Natur der Priestley'⸗ schen grünen Materte, so wie sie von selbst im Wasser entstehet, und die Unter⸗ suchung dieser Materie. 12 — 129 144 Drit⸗ Inhalt. Dritter Abschnitt. Beobachtungen über die Priestley'sche grüne Materie, welche durch die Verwesung thierischer und ve—⸗ getabilischer Substanzen hervorgebracht wird, und die 335.5. dieser Ma⸗ terie.. Vierter Abschnitt. Betrachtungen über die drey vorhergehenden Abschnitte Fünfter Abschnitt. Besondere Gestalten der grünen Materie. Sechster Abschnitt. Von der Verwandlung des Wassers in dephlogistizirte Luft ver⸗ 55— der grünen Materie. Siebenter Abschnitt. Von der zufälligen Rück⸗ kehr der grünen Materie zu ihrem ur⸗ sprünglichen Zustande. Achter Abschnitt. Die Ausarbeitung einer de⸗ phlogistizirten Luft durch die grüne Ma⸗ terie ist kein Beweis, daß 3 e eine Pfan⸗ e sey.—**** 5 169 183 189 207 833 Neun. VI Inhalt. Neunter Abschnitt. Beobachtungen über die S. Natur und den Bau des Flußwasserfa⸗ dens, Conferva rivularis, und der Tre⸗ melle Nostoch, Tremella Nostoc. 218 Fehnter Abschnitt. Beobachtungen, von der chymischen Zerlegung der grünen Mate⸗ rie, des Flußwasserfadens und der Tre⸗ melle Nostoch abgezogen. 234 IV. Von dem Grade der Heilsamkeit der Seeluft, in Vergleichung mit der Luft an den Küsten und ferne von der See, tief im Lande. 237 V. Einige fernere Bemerkungen über den Einfluß des Pflanzenreichs auf das Thierreich. 2382 VI. Von dem Unterschiede der Geschwindigkeit, mit welcher die Hitze durch verschiedene Me— talle gehet.—** 4*—* 341 VII. Bon der Brennbarkeit der Metalle. 353 Erster Abschnitt.— 2 0 L 337 Inhalt. VII Zweyter Abschnitt. Einige fernere Bemerkun⸗ S. gen in Betreff der Brennbarkeit ver⸗ schiedener Metalle. 376 Dritter Abschnitt. Betrachtungen über eine neue Art, die Menge des Phlogistons, welches die verschiedenen Metalle und andere Körper enthalten, zu bestim⸗ men. 2 VIII. Einige Beobachtungen über die Kraft des mit fixer Luft, verschiedenen Säuren und mehreren anderen Substanzen angeschwänger⸗ ten Wassers, um mittelst der Pflanzen und des Sonnenlichtes eine dephlogistizirte Luft daraus zu erhalten. 5 39 Vorerinnerung. 2— 333 Anhang. Ob die Pflanzen durch den Beytritt des Sonnenlichtes die fixe, so wie die phlo⸗ gistizirte Luft in eine reine Luft verwandeln. 437 IX. Schreiben des Herrn Joh. van Breda an Herrn Ingen-Housz in Betreff des Unter⸗ schiedes in dem Resultate der Prüfungen der ge⸗ VIII In balt. XI. —.——— gemeinen Luft, welchen die Verschiedenheit des hierbey gebräuchlichen Wassers verur⸗ sachet, und über den allgemeinen Nutzen, den man aus dem Gebrauche des destillirten Wassers bey diesen Prüfungen ziehen könn⸗ te.****— Lettre de Mr. Senebier, Ministre du S. Evan- gile, Eibliothécaire de la Republique de Ge- neve, membre de differentes societés litterai- res, à Mr. Ingen Housz.„ Remarques de Mr. Ingen-Housẽ sur la lettre préecedente, avee quelques observations ulte- rieures sur la vertu de l'eau impregnẽe d'air gxe. 0*— 44 177 4 Ab⸗ DDDDDEEECDDYDDEDSDSfDD“‚“‚“.““....ꝗ.........—— 6——— 7⁷ Abhandlung über die Nafur dephlogistizirten Luft und die Art, sie zu erhalten und einzuathmen, nebst einer abgekürzten Prüfungsart derselben. I. verm. Schrift. II. B. 7 L— Exrei 1ισε Hοσ--οάεενι αιαμμ½αισν τι%— ανν μεσ πεαν ν-Æοσα eιι-αu. Hippocrater. Plurimum enim ad artem medicinæ amplifican. dam profuerit, si experimenta partis il- lius medicinæ de curationibus morborum ad partes illas de tuenda sanitate& pro- longatione vitæ transferantur. FR. Baco DE VERULAM de dignitate& augmente seientiarum. .. rF.., ——**. α * να*. Ne ——5***** 2* — 2 2 ö ö 4 N 5 2——*1 N ö N 7⁰. 2 V * V. *. * * * 0 — — . V 2.0.5, *. .. N. V —. e* N. V1„% S* N — 13 T e NVN— EIEAR———— SS—. Lrster Abschnitt. Vorläufige Betrachtungen. —— man weiß, daß die dephlogistizirte, brenn⸗ stoffleere, Luft unseren Dunstkreis an Reinigkeit weit übertreffe, und daß ein Thier viel länger darin lebe, als in einem gleichen Inbegriffe gemeiner Luft, kann man in mehr als einer Krankheit die erwünschtesten Wirkungen davon zu erwärten sich nicht enthalten. Es ist außer allem Zweifel, daß oft die kläglichsten Seuchen von einer schädlichen Eigenschaft der gemeinen Luft entspringen, die ihr durch verschiedene Ursachen, besonders durch faule Ausdünstungen stehender und sumpfiger Wässer und sol⸗ cher Erdstriche eingedrückt werden können, welche nach einer langen Uiberschwemmung erst jüngst ausgetrocknet worden sind. Ich erinnere mich noch, unweit Rotter⸗ A 2 dam —.—————————eseeee ·EEUUUURNRNNNNUUTTUTCTUTTTCTCTCTCTCTCTCTCTTTTTT 4 Uiber die dam mit dem Doctor Samuel von Monchy, einem ge⸗ lehrten Professor der Arzneykunde in dieser Stadt, der mich begleitete, ein auffallendes und erschreckliches Bey— spiel einer epidemischen Krankheit gesehen zu haben, welche vor etlichen Jahren die Einwohner der benach— barten Ortschaften eines großen Stück Landes, das man allererst auf Unkosten der Regierung ausgetrocknet hatte, befiel. In mehreren herumgelegenen Dörfern blieben die Kirchen eine beträchtliche Zeit lang verschlossen, weil die Diener des Evangellums, der Magistrat, und der größ— te Theil der Einwohner im Bette gehalten wurden. Diese Krankheiten waren vorzüglich hartnäckige Wechselfieber, Gall⸗ und Faulfieber. Die sumpfigen Ausdünstungen, welche dieses Erdreich weit verbreitete, zerstreueten sich sogar in der Nachbarschaft weit herum, und man ver— spürte sie nicht nur durch den Geruch, wenn mian sich dem Orte näherte, sondern auch durch ihre traurigen Wirkungen auf die Einwohner. Dergleichen entstandene Unsterne durch eine ähnliche Ursache sind in der Geschich— te der epidemischen Krankheiten gar nicht selten(a). Kann 8*— 7 (a) Alle Welt weiß, daß die Fieber, hauptsächlich die Wechsel- und Faulfieber sehr gemein sind in niedrigen und sumpfigen Oertern, und selbst in der ganzen Nach-⸗ barschaft stehender Wässer herum, als aus welchen be— sonders im Sommer viele brennbare Luft und septische durch PꝑPIꝓꝓꝓꝓFFFIIIPIIIII‚III........—————— dephlogistizirte Luft. 5 Kann man demnach zweifeln, daß, wenn eine durch phlogistische und septische Theilchen schlechter gewordene Luft so viele und große Krankheiten zu veranlassen im 29 Stan⸗ — durch die darin immer, und vorzüglich zur warmen Zeit, Statt habende Fäulniß thierischer und vegetabilischer Sub⸗ stanzen erzeugte Ausdünstungen herauskommen. Die Wir⸗ kung einer solcher schädlichen Luft wird oft in Personen, die es nicht gewohnt sind, in dergleichen Oertern zu leben, und sich bey einem stillen Wetter dahin begeben, wo die Ausdünstungen nicht durch die Winde weggeführet, und durch eine von gesünderen Oertern zugeführte reinere Luft ersetzet werden, gar bald sichtbar. Es brauchet oft nur wenige Stunden, um es zu empfinden. Ein Beweis hiervon ist das, was mir mein verehrungswürdiger Freund, der berühmte Benjamin Franklin, mitgetheilt hat. Als er mit noch fünf anderen von Seite der Regierung von Pensylvanien abgeschickt wurde, um eine sumpfichte Jusel im Delaware zu untersuchen, welche ein Unternehmer auszutrocknen und anzubauen vorgeschlägen hatte, brachten sie einen guten Theil des Tages bey einem stillen Wetter darauf zu; der Morastgeruch war höchst unangenehm, und den Morgen darnach hatten sie alle das kalte Fieber. Ich sah fast eine ganze Gesellschaft mit einem Fieber die⸗ ser Art den nämlichen Tag zurückkommen, als sie in einem Nachen auf einem stehenden Wasser, welches einen üblen Geruch verbreitete, spazieren gefahren war. Man hatte bemerket, daß beym Fortstoßen des Nachens mit Stöcken eine große Menge einer stinkenden Luft unter der Gestalt von Blasen aufstieg. Dieß zeiget uns an, daß es vernünftig ist, sehr ungesunde Gegenden nicht beym stillen Wetter zu bereisen, sondern eine Zeit zu wählen, mo es Winde gibt. 6 Uiber die Stande ist, das Einathmen einer Luft, welche von einem solchen schädlichen Stoffe frey, und selbsi unendlich reiner ist, als die gemeine Luft der gesündesten Oerter, eine entgegengesetzte Wirkung haben müsse; wenigstens daß der Gebrauch einer solchen Luft Vortheile hervorbringen könne, die man von keinem anderen Heilmittel erwarten darf? Allein so gegründet auch die Hoffnung scheinen mag, wesche uns der Genuß dieser geläuterten Luft gibt, man betrachte ihre allgemein anerkannte Reinigkeit, oder man ziehe dieselbe aus der Analogie, das heißt, aus der Beobachtung, daß die darein versenkten Thiere viel länger leben, als in einer gleichen Masse einor gemeinen Luft, so kommt es doch einem Arzte zu, ehe er auf die Kraft eines Heilmittels schließt, nichts anzuhören, als die Stimme der Erfahrung allein, welche man mit den Kranken selbst gemacht hat, und zwar zu wiederhohlten— mahlen. Herr Priestley und Abt Fontaua haben oft eine beträchtliche Menge dieser Luft eingeathmet, und allezeit mit einer sehr guten Wirkung, mit einer angenehmen Empfindung, die sich mit Worten hart beschreiben lässet. Ich selbst that es mehrmahls, und befand mich allezeit wohl dabey. Die Reinigkeit dieser Luft ist so groß, daß stie ein einziger Athemzug den Lungen nicht schädlich machet, wie es mit der gemeinen Luft geschiehet, son⸗ dery dephlogistizirte Luft. 7 dern daß man sie öfters einziehen kann, ohne fie bis zum gewöhnlichen Stande der atmosphärischen Luft herabzu⸗ würdigen. Ich füllte eine Ochsenblase, die beyläufig hundert siebenzig Kubikzoll enthielt, mit einer dephlogi⸗ stizirten Luft, und athmete sie mittelst eines daran befe— stigten Federharzfläschchens vierzehnmahl ein und aus. Ich legte dieses Fläschchen, dessen Boden zu diesem Ende ab⸗ genommen war, genau um die Nase an, und gab wohl Acht, daß die gemeine Luft nicht in die Blase gieng, noch daß die Luft aus der Blase entwischte. Nachdem ich solchergestalt vierzehen Züge gethan hatte, unterzog ich diese Luft der Salpeterfäureluftprüfung, um die Verschlimmerung, welche sie bey dem so oftmahligen durchgange durch meine Lunge erlitten hatte, genau zu bestimmen, und sie übertraf noch an Güte die gemeine Luft in dem Verhältnisse, wie 116 zu 94. Ich wiederhohl— te das nämliche mit einem beynahe gleichen Ausgange. Ich befand mich an selbigem Tage wohl, hatte eine grössere Eßlust, als gewöhnlich, und schlief des Nachts viel ruhiger. Hätte ich diese Lebensluft nicht öfters selbst einge⸗ athmet, wobey ich manchsmahl über siebenhundert Ku⸗ bikzoll verzehrte, und hätte ich mich hierauf nicht be⸗ ständig wohl befunden, und gleichsam viel kräftiger, so hätte ich zweifeln können, ob nicht der gute Erfolg, den A 4 ich Uiber die ich aus dem ersten damit angestellten Versuche zu em⸗ pfinden schien, anderen Umständen, oder einem bloßen Ungefähr zuzuschreiben gewesen wäre, oder ob, so wie ich für diese Laft eingenommen war, die Einbildung auf mein Urtheil keinen Einfluß gehabt habe. Ich wurde übrigens von der Wirklichkeit dieses Erfolges nicht nur durch das Zeugniß der zwey obbelobten Physiker bestär⸗ ket, sondern auch durch die Bestättigung derjenigen, welche ich eine gute Menge dieser Luft in meiner Gegen— wart einathmen ließ. Es kam mir ganz sonderbar vor, daß mir mehrere derselben, wenn ich sie nach der Opera⸗ tion erinnerte, sich aufmerksam zu beobachten, und mir zu sagen, ob sie wirklich einigen Erfolg dabon verspür⸗ ren, und worin dieser bestände, antworteten, sie fühl⸗ ten die Brust gleichsam erweitert, und als wenn ein leerer Raum darin wäre; und in der That war dieß die nämliche Empfindung, die ich jedesmahl davon zu erhal⸗ ten schien. Viele derselben versicherten mich, daß sie einen offenbar grösseren Appetit gehabt hätten. Indeß halte ich davor, daß man vernünftigerweise von dem Gebrauche dieser Luft offenbarere Wirkungen in Krank⸗ heiten, als im gesunden Stande, zu erwarten habe, indem es sehr schwer scheinet, diesem Stande etwas zu⸗ setzen zu können; und daß man also die kleinen Verände⸗ rungen in den Graden einer vollkommenen Gesundheit nicht so offenbar unterscheiden könne, als im Falle einer Krank⸗ SSS—— dephlogistizirte Luft. 9 Krankheit. Die vollkommene Gesundheit hat nicht viel Ausdehnung, und es hielte hart, zu sagen, ob man sich den einen Tag etwas besser befinde, als den anderen, wenn man sich an allen beyden recht wohl befindet. Sobald wir aber krank werden, so bemerken wir viel leichter alle die Veränderungen, die in uns vorgehen, weil es zwischen einer etwas erschütterten Gesundheit und dem Stande einer schweren Krenkheit unendliche Gräde gibt. Obgleich die Natur dieser Lebensluft uns anzuzeigen scheinet, daß man von ihr für alle Krankheiten ohne Unterschied Erleichterung ziehen könne, so gibt es doch Fälle, wo der Gebrauch dieser Luft besonders gute Wir— kungen verspricht; dergleichen sind z. B. die Krankheiten, welche eine verdorbene Luft zur Ursache haben, wie es der Fall in sumpfichten Oertern ist, oder welche sich durch das Einathmen einer auch flüchtig angeschmierten Luft verschlimmern. Krampfdämpfe, derer Anfälle oft durch eine im Dunstkreise vorgehende, und auf andere Menschen nicht wirkende geringe Veränderung erwecket werden, könnten vielleicht durch den Gebrauch dieser euft minder heftig und viel kürzer werden(b). Uiber⸗ A 5 haupt (b) Voll von diesem Gedanken, ersuchte ich den Herrn Stoll, Professor der ausübenden Arzneykunde an dee Ho⸗ 10 Uiber die haupt möchte in den Brustkrankheiten, besonders ehe sie noch eine zu große Zerrüttung in diesem Eingewelde an⸗ Hohenschule zu Wien, schon so rühmlich bekannt durch seine so vortrefflichen Werke, welche er über die Wissen— schaft, die er lehret, herausgegeben hat, mir einen sol— chen Engbrüͤstigen zu verschaffen, um an ihm den Gebrauch der dephlogistizirten Luft auf die Probe zu setzen. Be— gierig, sobald, als möglich, Gebrauch davon zu machen, nahm ich den ersten Kranken an, der sich darstellte, ob⸗ schön die besondern Umstände seines Falles meine Hoffnung für den Erfolg dieses Heilmittels etwas schwächten. In— deß sollte die so offenbare Wohlthat, die er davon erhielt, jeden gutgesinnten Arzt aufmuntern, diese Arten von Bersuchen zu verfolgen, um die leidende Menschheit aufs bäldeste zum Genusse eines Mittels zu bringen, welches die größten Hoffnungen gibt. Da ich es mir vorbehalte, in der Folge dieser Abhandlung weitläufiger von der Art zu sprechen, die ich bis jetzt ergriffen habe, um diese Luft einzuathmen, wie auch über die Menge, die man davon verzehren müsse, will ich unterdessen eine Abschrift des Briefes selbst, den mir Herr Stoll bey dem ersten damit angestellten Versuche geschriehen hat, auhängen. . En, quam promiseram, historiam morbi. Vir quadraginta septem annorum, pannifex, ante sep⸗ tem annos laboriose respirare& opprimi thorace cœ- pit, voce rauca, at corpore cæteroquin bene valente, Morbi causam igiorabat, ignorabant etiam medici, ut ex remediorum plurimorum varietate per totum hoe tempus adhibitorum desumi poterat. Tandem ante tres annos, an medicamentorum vi, an sponte, non lacile dikeris, vox rediit, manente thoracis oppres- gLoue 8* deyhlogistizirte Lüft. 11 401 Hese Lerlchtet haben, ein guter Erfolg zu erwarten stehen, Rer wie nicht minder in den Entzündungs⸗ und Faulfiebern, 25 und —— ö Hone, sine sputis& tusfsi. Appetiit semper. A medio ducch jam anno interdiu bene valet, libereque respirat; at lisen⸗ apparente vespera dolores primo crurum, deinde fe- sil⸗ morum, tandem etiam abdominis patitur, qui ante lauch mediam noctem in asthmaticum paroxysmum desinunt; Be⸗ sedere tum in lecto aut surgere æger cogitur. Ex quo chen, morbus in asthma nocturnum transiit, meam opem ob- æger expetiit. Datis pilulis ex asa fœtida, castoreo, Hung extracto corticis peruviani confectis, haustoque fimul In⸗ decocto radicis valerianæ Sylvestris& foliorum auran- ielt, tiorum, post sex septimanas a paroxysmo immunis von mansit. Cum æger ab usu remediorum desisteret, en, us iterum graves noctu paroxysmi recurrunt. Statueram sches abris dephlogisticati usum experiri, quem instrumento ultt, ate ingeniose excogitato dextre hausit ex vesica cen- Att tum sexaginta pollices eubicos facile capiente. Semel diese solum de die me accessit, salutarem atrem octo de- man cemve haustibus capturus. Pper sedecim continuos hrift dies, quo novi remedii usum fecerat, levissimas solum n accessiones est passus, noctesque cubando semper, subinde etiam dormiendo transegit. Exacdto hoc spa- tio frigidisiima repente pluvia cecidit post longam 90 siccitatem; ea nocte pesfime mulctabatur. Redeunti 327 ad me,& de morbi recursu graviffime conquerenti, 66 eorticem peruvianum largis dosibus præscripsi; redit 92 nihilominus morbus noctu, mitior tamen, etsi tan⸗ 2 tum levaminis ex usu corticis peruviani nondum * habeat, quantum senserat ex asre dephlogisticato. — pergam adhuc ulterius in corticis usu, rediturus de- ä nuo, si hic me deserat, ad salutarem asrem largius, 10 Fpius& diutius hauriendum. rel IIxc Uiber die und in allen denjenigen, wo die Lebenswärme erhöhet ist, und worin sich in der thierischen Haushaltung mehr Brennstoff entwickelt, als im natürlichen, oder gesun— den Stande. Die offenbare, und fast augenblickliche Erleichterung, welche ein mit einem hitzigen Fieber be— hafteter Kranker empfindekl, wenn man die Luft des Zimmers durch Oeffnung und Bewegung der Thüren und Fen⸗ Hæc sunt, quæ tibi volueram significare, ut in eruditisfsimis tuis laboribus in generis humani sola- tium eo alacrius pergas, cum tanta spes affulgeat successus boni. Vale,& sincerum tuorum in re⸗ publica literaria meritorum æstimatorem amare perge. ͤ‚ Seribebam 6 Julii 1781. Ein so glücklicher Erfolg, und von einer so geringen Menge dieser belebenden Luft, kaun nicht anders, als die Hoffnungen, die wir davon gefasset haben, vermehren, besonders wenn man sie in beträchtlicheren Gaben, und öfters des Tages nehmen wird. Der berühmte Abt Fon— tana schrieb mir, daß man in Itälien bewundernswürdige Curen mit dem Gebrauche dieser Luft gemacht habe. Es ist zu wünschen, daß er und andere, die Versuche mit diesem Heilmittel machten, eine genaue Zergliederung der Folgen, die sie dabey erhalten haben, bald bekannt machen, und daß sie die Menge dieser Luft, welche die Kranken nahmen, und ihre Beschaffenheit, oder ihren Grad der Güte, und die Methode, die sie einschlugen, um sie die Kranken einathmen zu lassen, beyfügen. dephlogistizirte Luft. 13 Fenster erneuert, scheinen für die Linderung, die man ihm verschaffen könnte, wenn man ihn nebst der Wohl—⸗ that einer öfters erneuerten Luft von Zeit zu Zeit eine unendlich reinere Luft einathmen ließ, als die beste ge⸗ meine Luft ist, ein sicherer Bürge zu seyn. Die Erfah— rung zeiget uns, daß ein mit was immer für einem hitzigen Fieber befallener Kranker die Luft des Zimmers unendlich mehr verdirbt, als ein Mensch von einer guten Gesundheit. Eine mit septischen und phlogistischen Theil⸗ chen schon überladene Luft, welche der Körper eines Kranken ausdünstet, ist nicht mehr im Stande, sich mit allen diesen schädlichen Theilchen zu beladen, welche die in Unordnung gebrachte thierische Haushaltung in den hitzigen Fiebern entwickelt; diese Luft muß also damit überladen bleiben. Wenn nun in solchen Umständen eine frische Luft, so wie wir oben sagten, auf der Stelle Linderung bringet, welches man mit keinem anderen Heil⸗ mittel zu bewirken wüßte, was hat man nicht von dem Gebräuche einer Luft zu erwarten, welche selbst jedes Brennstoffes entblößet, und daher unendlich mehr im Stande ist, sich mit diesem der thierischen Haushaltung durch seinen zu großen Uiberfiuß schädlich gewordenen Wesen zu beladen? Es möchte nicht wohl möglich seyn, zum vorhinein die eigentliche Gabe dieser Luft, die ein Kranker nehmen sollte, zu bestimmen. Ich glaube, daß in Kranker, um einen entschiedenen Erfolg zu hoffen, be⸗ RI Uiber die besonders wenn er mit einem Faulfieber darnteder heget, des Tages wenigstens fünf bis sechs Kugeln, derer jede hundert fünfzig Kubikzoll dieser Luft enthält, verzehren müsse. Wenn die Güte dieser Luft bey vierhundert Grad hat, oder noch darüber, so kann er, ohne zu fürchten, daß sie bis zur Eigenschaft einer atmosphärischen Luft herabgesetzet werde, zum wenigsten fünfzehen Athemzüge damtit thun. Sollte sich der Kranke dadurch erleichtert fühlen, so wäre es gut, diese Gabe zu erhöhen, und öfters zu wiederhohlen. Obschen wir bis jetzt noch keine auf Thatsachen ge⸗ gründete Ursache haben, die uns darthäte, daß das Ein⸗ athmen dieser belebenden Luft in einigen Fällen, welche sie immer seyn mögen, schaden könnte, so haben wir uns dennoch nicht zu gewärtigen, daß ein so neues Heilmittel sogleich und ohne alle Anfechtung allgemein werde ange— nommen werden. Dieß ist schon einmahl das Schicksal aller neuer Bemühungen in Betreff der Arzneykunst, daß sie Gegner finden. Man hat es nicht übel aufzu— nehmen, wenn man die neuen Erzeugnisse in der Mediein und Physik, es sey nun aus Reid, oder aus Wider⸗ sprechungssucht, oder auch aus Wahrheitsliebe, getädelt siehet. Es entspringet immer mit der Zeit ein Gut aus dem Zusammenstoße verschiedener Meinungen. Er reizet, zu untersuchen, neue Thatsachen hervorzubringen; und dos dephlogistizirte Luft. 15 das Verdienst der Entdeckung, wenn sie wesentlich ist, kann solchergestalt nicht anders, als bekännter werden. Im gegenwärtigen Falle habe ich gar keine persönliche Ursache, um dieses Heilmittel geltend zu machen. Ich habe das Verdienst nicht, es zuerst anempfohlen zu ha⸗ ben, indem es schon vor mir andere thaten. Bey dieser Anempfehlung fühle ich mich durch nichts, als durch einen Eifer beselet, den ich für eine der ersten Pflichten meines Standes ansehe, um nach Kräften zum gemeinen Besten beyzutragen, und um die leidende Menschheit, sobald als möglich zum Genusse eines Mittels zu brin⸗ gen, welches so gegründete Hoffnungen gibt. Die meisten, welche bisher an diesem Heilmittel etwas auszustellen fanden, und mir ihre Bemerkungen darüber mitthellten, fußten sich auf die Vergleichung, die sie zwischen einem Lichte und dem Leben eines Thie— res machen zu können glaubten. So, wie ein Licht in der dephlogistizirten Luft mit der äußersten Lebhaftigkeit brennet, und darin sich sehr schnell verzehret, würde nach ihrem Vorgeben das Leben eines Menschen, der viele dephlogistizirte Luft athmete, wahrscheinlicherweise auch viel kräftiger seyn, aber von einer um so kürzeren Dauer, je geschwinder sich seine Organen abnützten. Wäre diese Vergleichung annehmbar, so folgte daß ein Mensch, der immer eine Luft athmete, worin ein Licht mit 16 Uiber die mit weniger Klarheit brennet, und sich verhältnißmäßig langsamer verzehret, wie z. B. die Luft eines wohl verschlossenen Zimmers ist, und worin sich eine große Anzahl Menschen verschlossen hält, daß ein solcher Mensch, sage ich, länger lebe, als in einer reinen Luft. Ganz versichert, daß diese Vergleichung keinen Menschen, der bey Sinnen ist, dahin vermögen wer⸗ de, daß er, um länger zu leben, Oerter aufsuche, wo eine solche verdorbene Luft vorhanden ist, glaube ich mit Grunde, daß eine so schlechte Parallele Niemand von dem Gebrauche der dephlogistizirten abhalten wird. Die Substanz eines Lichtes wird nicht bey ihrer Ver⸗ zehrung durch die Flamme in dem Maße, als sie sich verzehret, wieder ersetzet; anstatt dessen sich ein leben⸗ diger Körper beständig wieder von dem Verluste, den er durch die Lebenshändlungen erleidet, erhohlet. Wenn durch eine besondere Stärke der Lebensorganen, durch viele Leibesübung, oder durch das Einathmen einer weit gesünderen Luft, die Verdauung und die anderen Ver⸗ richtungen der thierischen Haushaltung kräftiger und schleuniger von Statten gehen, so ist die Folge davon, daß das Leben viel wohllüstiger wird, daß man sich bey besserer Eßlust befindet, und folglich mehr Nahrung nimmt, und solchergestalt alles wieder ersetzet. Die Seeleute, welche in einer reineren Luft leben, als man auf dem Lande athmet, und die also der dephlogistizir⸗ ten ohl her ien dephlogistizirte Luft.— 47 ten Luft nahe kommt(c), befinden sich um so besser dabey, und leben viel länger, als die Leute, die bestän⸗ dig auf dem festen Lande bleiben. Sie sind besser bey Appetit, und bey ihrer schnelleren Verdauung haben sie mehrere Mahlzeiten des Tages nöthig, als wenn sie zu Lande sind. Allein wenn man auch darthun könnte, daß ein Mensch, der nichts als eine wahrhaft dephlogistizirte Luft einathmete, welches nie Statt haben kann, indem eine solche Luft nirgensdwo zugegen ist, nicht so lang lebte, als andere, so hätten wir die größte Ursache, uns glücklich zu preisen, wenn wir fänden, daß ein mäßiger Gebrauch der dephlogistizirten Luft fähig ist, die Stärke einiger Krankheiten zu vermindern, oder sie zu heilen. Die besten Hilfsmittel, ja die gesündesten Speisen, sind in diesem Falle. Machet man einen un⸗ mäßigen Gebrauch davon, so wird man sich nicht anders, als sehr übel dabey befinden. Sollte man aber auch finden, daß das Einathmen der dephlogistizirten Luft denjenigen, welche sich wohl gehaben, eher Schaden bringe, als Gutes, indem es dem Körperbaue zu viel Phlo⸗ (e) Diese Denkschrift folget hiernächst unrer dem Titel? Von dem Grade der Heilsamkeit der Seelaft, in Verglei— chung mit der Luft an den Küsten und ferne von der See, tief im Lande. J. verm. Schrift, II. B. B 18 Uiber die Phlogiston entzöge, welches jedoch der Fall nicht zu seyn scheinet, so könnte es den Kranken sehr heilsam wer— den, wenn der Körperbau mehr Brennstoff entwickelt, als die eingeathmete gemeine Luft einzusaugen im Stande ist. Die Ausleerungsmittel fügen einem Menschen, dessen A sführungsorganen ihre schuldige Verrichtung thun, nichts, als Schaden zu; hat sich aber mehr Ma— terie gesammelt, als diese Organen ausführen können, so bewirken solche Mittel die Heilung. Die Erfahrung allein kann die Frage entscheiden, und man darf hoffen, daß es die Aerzte sich angelegen seyn lassen, unsere Wünsche zu begünstigen, und Versuche mit Kranken anzustellen. Zwey⸗ dephlogistizirte Luft. 19 Zweyter Abschnitt. Von Körpern, woraus man eine dephlogisti⸗ zirte Luft erhält, und von der Eigenschaft dieser Luft, so wie sie aus verschiedenen Kör⸗ pern und durch berschiedene Mittel entbunden wird. S. glücklich, eines der einfachesten Mittel gefunden zu haben, wie man des Sommers einen beträchtlichen Vorrath dieser belebenden Luft aus den gemeinsten Pflanzen sammeln könne(d), glaube ich, einen Schritt weiter gethan zu haben, um die leidende Menschheit bald zu dem Genusse der Wohlthat zu bringen, die ihr das Einathmen dieser Luft zu versprechen scheinet. Es blieben uns noch zwey Bedingungen übrig, um unsere B 2 Wün⸗ —ꝛißñß—ß7—ꝛ (d) Diese Methode habe ich ausführlich in meinem, 1779 im Englischen, und 178⁰ im Französischen herausgegebe— nen Werke über die Pflanzen beschrieben. Seitdem habe ich Mittel gefunden, aus gewissen Pflanzen eine viel reinere Luft, und in einem weit grösseren Uiberflusse, und zu jeder Zeit des Jahres, zu erhalten. Ich hoffe bald im Stande zu seyn, dem Publieum hiervon Rechenschaft zu gehen. 2⁰ Uiber die Wünsche zu erfüllen: eine Art, uns diese Lebensluft um einen wohlfeilen Preis in einem großen Uiberflusse und zu jeder Zeit zu verschaffen, und eine bequeme Art, sie die Kranken einathmen zu lassen. Ich schmeichle mir, in dieser Abhandlung der zweyten Forderung so ziemlich Genügen leisten zu können; allein ich hätte wohl ge— wünscht, eine leichtere Methode anzugeben, als bisher üblich war, um zu jeder Zeit was immer für eine Men⸗ ge zu erhalten, und zwar um einen Preis, der auch das Vermögen eines mittelmäßigen Standes nicht über⸗ schritten hätte. Da ich von der Art, diese Luft aus Pflanzen zu er—⸗ halten, in meinem Werke hierüber hinlänglich gespro— chen habe, so will ich hier dieß nur anmerken, daß die Pflanzen mit fleischichten Blättern, als das Sempervi— um tectorum, Sempervivum arboreum, die Agave americana, gemeiniglich Alde genannt, der Cactus tri angularis, und der größte Theil dieser Pflanzenart, mit⸗ ten im Sommer, in der Sonne, eine weit beträchtliche— re Menge der dephlogistizirten Luft und von einer viel auserleseneren Beschaffenheit geben, als die meisten an⸗ deren Pflanzen. Die Wasserpflanze, welche unter dem Nahmen des Flußwasserfadens, Confer va rivularis, vor— kommt, liefert eine sehr große Menge derselben, und von einer gleichen Reinigkeit, als es oberwähnte Pflan⸗ dephlogistizirte Luft. 2 Pflanzen thun. Man muß aber Acht geben, daß das Wasser, worin sie eingesperret ist, durch die Sonne nicht zu heiß werde, und daß diese Pflanze selbst nicht bis in die dephlogistizirte Luft hinauf reiche; denn eine Wärme von beyläufig hundert Grad des Fahrenheitischen Thermometers tödtet diese Pflanze in wenigen Stunden, und kommt die Pflanze selbst mit der am Boden des umgekehrten Gefäßes schon gesammelten dephlogistizirten Luft in Berührung, so stirbt sie bald, und ihre Auflö⸗ sung, eine Folge ihres Todes, verdirbt die Luft. Man kann dieselbe Hauswurzel mehrmahls gebrauchen, weil man hierzu nicht nöthig hat, diese kleine Pflanze zu ver⸗ stümmeln. Da ihre Wurzel zu gering ist, als daß sie die Luft, welche die Blätter liefern, verunreinigen könnte, so lässet sie sich sammt denselben unter Gläser mit Wasser setzen. Recht biegsame Pflanzen, oder die Zweige derselben, können ebenfalls öfters dienen, um die dephlogistizirte Luft zu erzeugen. Derselbige Wein⸗ ranke, unter eine Glocke voll Wasser gebogen, und des Abends wieder herausgezogen, hat mir gar oft darzu gedient; da im Gegentheile die abgepflückten Blätter einer Pflanze nicht über einen Tag im Wasser leben. Stücke von einem Blatte der Agave americana gaben mir vier⸗ bis fünfmahl nach einander dephlogistizirte Luft, wiewohl mit jedem Tage in einer geringeren Men⸗ ge, und von einer minder auserlesenen Beschaffenheit; B 3 es 2² Uiber die es ist sodann rathsam, sie gegen den Abend aus dem Wasser zu nehmen, und des Morgens, ehe man sié wieder ins Wasser setzet, die zu trockenen Ränder abzu— schieiden, indem diese Theile ohne Leben die vom Reste dieser Blätter erhaltene Luft verunreinigen. Obschon die Menge der dephlogistizirten Luft, wel— che man aus dem Grün der Pflanzen erhalten kann, unbeschränkt ist, wenn man hierzu Gläser genug auf⸗ stellet, so wird man es doch immer, wenn man sie auf einmahl zu etlichen tausend Kubikzoll haben will, vor⸗ ziehen, sie mittelst des Feuers aus dem Salpeter zu treiben. Fontana und Scheele glaubten mit Recht, daß dieß das beste Mittel sey, sie im Großen zu erhalten. Dieses Mittelsalz scheinet ein solches luftartiges flüssiges Wesen in einer unermeßlichen Menge in einem Stande der Festigkeit zu enthalten, und die Wirkung der Hitze gibt demselben den Grad der Ausdehnung oder Verdün⸗ nung, den es unter der Gestalt eines unsichtbaren, be⸗ ständigen und elastischen flüssigen Wesens, das heißt, unter der Gestalt einer eigentlich sogenannten Luft, be— sitzet. Herr Fontana hat den Inbegriff dieses Salßes achthundertmahl an dephlogistizirter Luft erhalten; und ich habe gefunden, daß diese Menge nicht übertrieben ist, wenn man mit der Behandlung dieser chymischen Opera—⸗ tion X. loh el dem se bzu⸗ dephlogistizirte Luft. 23 tion bekannt ist, und sich einen recht reinen Salpeter zu verschaffen weiß. Es gibt noch viele andere Salze und verschiedene Körper, welche mittelst der Hitze diese Luftart geben. Es ist schon hinlänglich bekannt, daß alle Metallkalke eine große Menge derselben enthalten; und es wäre sicher der Mühe werth, verschiedene Mittel zu versuchen, um sie leicht daraus zu entbinden. Aus dem grünen Vitriole erhielt ich durch die bloße Hitze eine gute dephlogistizirte Luft. Der Mennig gab mir ohne einigen Zusatz noch eine bessere; setzet man ihm eine Salpetersäure zu, so erhält man noch mehr: er gibt sie auch, wiewohl in geringerer Menge, mit Hilfe der Vitriolsäure. Allein wir haben bis jetzt noch keine hinlänglich leichte Methode gefunden um so viel davon aus letzteren Substänzen zu erhalten, daß es die Mühe lohnte, sie zum Gebrauche daraus zu ziehen. Der rothe Quecksilberniederschlag gibt viel davon, und mit weniger Feuer, als der Salpeter, und man hat den Vortheil, daß man keine Gefahr läuft, die Retorte zu verlieren, worin sich der rothe Quecksilber⸗ niederschlag befindet, wenn man sie ins Sandbad setzet; da man im Gegentheile bey einer jeden Operation, wo B 4 man 24 Uiber dit man Salpeter brauchet, die Retorte, so gut sie auch beschlagen seyn mag, unvermeidlich zerstöret wird; denn wenn man die Operation bis ans Ende fortsetzet, so durchdringet das feuerbeständige, von der unter der Gestalt einer dephlogistizirten Luft aufsteigenden Salpe⸗ tersäure entbundene Gewächslaugensalz die Glassubstanz, gehet mit derselben in Fluß, und zerstöret die ganze Retorte. Bringet man diese Operation nicht bis zum Ende, so wird doch immer die Retorte das Opfer dabey seyn; denn sie springet sicher, wenn der in Fluß gegan⸗ gene Salpeter wieder stocket. Herr Priestley war der erste, der diese Luft aus dem verkalkten Quecksilber herauszog. Wenn man bey Ausziehung der dephlogistizirten kuft durch das Feuer aus einer der benannten Substan⸗ zen, und vielleicht aus jedem anderen Körper, nicht die Vorsicht hat, eine gewisse Menge Luft, die zuerst kommt, entwischen zu lassen, so wird man die dephlogistizirte Luft mit fixer Luft verunreiniget finden, wovon man sie jedoch durch einiges Schütteln im Wasser, und haupt⸗ sächlich im Kalkwasser, auswaschen kann. Indeß ist es viel besser, einen guten Theil Luft, der in dieser Opera⸗ tion zuerst erhalten wird, entwischen zu lassen, und sie nicht eher aufzufangen, als bis eine so gute kommt, um bey der ersten Berührung ein Stück so oben ausge⸗ lösch⸗ r ohe luch enn dephlogistizirte Luft. 25 löschtes Holz, an dessen Ende die Kohle noch glühet, zu entzünden, indem sich die Beschaffenheit der dephlo— gistizirten Luft durch das Schütteln im Wasser leicht verändert, wie es im Verfolge dieser Schrift wird dar— gethan werden. Zu diesem Ende setzet man auf die Röhre K ein kleines umgekehrtes Gläschen voll Wasser; die Luft, welche aus der Röhre kommen wird, wird dahinein aufsteigen, und das Wasser herausstoßen. Ist das Gläschen angefüllet, so naumt man es von der Mündung der Röhre ab, ohne es aus dem Wasser zu ziehen; und man thut dieß erst alsdann, wenn man sich durch Auflegung eines Fingers seiner Oeffnung versichert hat, und sodann senket man ein Stück Holz, oder eine Kerze, welche man so eben ausgeblasen hat, und woran noch etwas Feuer ist, hinein. Sobald sich die Flamme bey der ersten Berührung der Luft im Fläschchen wieder erhohlet, ist man sicher, daß die nachfolgende Luft nicht mehr mit fixer Luft verunreiniget seyn wird, wenigstens wenn man sie aus dem Salpeter, oder aus dem rothen Quecksilberniederschlage ziehet. Dieß ist nun der Zeit— punct, das kugelförmige, mit Wasser angefüllte Glas& aufzusetzen, und die dephlogistizirte Luft zu sammeln. Die Reinigkeit der dephlogistizirten Luft aus Salpe⸗ ter ist nicht immer gleich. Diese Verschiedenheit hänget großen Theils von der grösseren oder minderen Reinigkeit B 5 des 26 ö Uiber die des Salpeters selbst ab. Allein auch vorausgesetzet, daß der Salpeter höchst rein sey, so bin ich doch geneigt, zu glauben, daß eine geschickte Regierung des Feuers vielen Antheil an dem Grade der Güte dieser Luft habe; denn ein Salpeter von der nümlichen Beschaffenheit gibt eine Luft von einer verschiedenen Güte, und was noch mehr ist, die verschiedenen Portionen der Luft während derselben Operation befinden sich allezeit in dem Grade der Güte verschieden. Ich habe mir viele Mühe gege⸗ ben, um die Ursache dieser Verschiedenheit und Ungewiß— heit zu entdecken; ich war aber nicht so glücklich, darauf zu kommen. Indeß kam es mir vor, als erhielt ich überhaupt eine Luft von einer sehr auserlesenen Beschaf— fenheit, wenn das Feuer während der ganzen Operation gleich unterhalten wurde. Das Feuer muß lebhaft genug seyn, um den Salpeter im Flusse zu erhalten. Treibet man es zu stark, so blähet sich der Salpeter auf, gehet in den Hals der Retorte, und verstopfet den Gang dieses engen Halses, oder die Retorte selbst schmilzt, und die dephlogistizirte Luft bahnet sich einen Weg durch ihre Substanz. Ist das Feuer ungleich, so erweichet sich der Ort der Retorte, welcher am heißesten ist, mä— chet alsdann der aus dem Salpeter entbundenen Luft einen minderen Widerstand, als das Uibrige der Rotorte, und gibt nach, so daß an diesem Orte die Retorte zer— bricht, x Die dephlogistizirte Luft. 27 Die beste Luft steiget gemeiniglich im Anfange auf, das heißt, nachdem die fixe Luft aufhöret; und diejenige, welche man gegen das Ende der Operation erhält, ist gewöhnlich minder gut. Da dieß jedoch nicht beständig ist, so will ich hier eine genaue Zergliederung einiger in der Absicht angestellter Versuche, um die Ursache dieses Wechsels zu entdecken, beyfügen. Allein ehe ich diese Zergliederung gebe, muß ich den Leser benachrichtigen, daß die Art, welche ich befolgte, um die verschiedenen Beschaffenheiten dieser Luft zu prüfen, diejenige ist, die ich in meinem Werke über die Pflanzen anempfohlen habe, und die ursprünglich vom Herrn Fontana kommt(e). Ich (e) Hier verdient vorzüglich angeführt zu werden: Ge⸗ schichte der Auftgüteprüfungslehre, für Aerzte und Naturfreunde. Kritisch bearbeitet von Johann An— dreas Scherer. Wien, 1784. Mit einer Kupfertafel. 2 Bände. Bey wappler. ö Da dieses Werk so interessant, als neu, ist, so glaube ich, dem gelehrten Publieum einen Dienst zu erweisen, wenn ich ihm den Inhalt desselben, in der Kürze gefaßt, bekannt mache. Die Absicht, die der Verfasser bey der Bearbeitung seines Gegenstandes gehabt hat, war nicht nur allein, denselben historisch zu behandeln, sondern auch das Geschäft der Luftgüteprüfung selbst, so deutlich und vollständig zu beschreiben, als es nur immer seyn kann; die Wichtigkeit der Luftgüteprüfungen in Ansehung des Gesundheitszustaudes der menschlichen Gesell schaft vor Au Uiber die Ich fieng damit an, daß ich ein Maß der zu prüfenden Luft in die große Röhre des Luftgütemefsers, des Eudio⸗ me⸗ —* 7 Augen zu legen, und diese Luftprüfungen in Gang zu bringen, zu betreiben. Der erste Band handelt von dem Prüfungsmittel, dem Luftgütemesser, und der Verfah— rungsart, die Reinigkeit der Luft zu untersuchen. Die erste Abtheilung begreift alles, was immer eine Beziehung auf die Salpetersäurelnft hat, als ein Prüfungsmittel betrachtet. J. Abschnitt. Eine kurze Geschichte ihrer Entdeckung. Hier wird zugleich der Vorwurf, den Priest— ley dem Doctor Hales gemacht hat, für ungültig erkla— ret. II. Abschnitt. Die Bereitungsart dieser Luft. Die leichteste und bequemste wird angegeben, und mit einer Figur erläutert. III. Abschnitt. Von der Natur und Zusammensetzung der Salyetersäureluft. Vorläufig wird die Meinung der Chymisten, welche das Brennbare in den Metallen in Zweifel ziehen, berühret, weil sie einen Einfluß auf seinen Gegenstand hat. Es wird gezeigt, daß die Salpetersäureluft, den Versuchen der besten Luftlehrer zu Folge, eine aus Salpetersäure, Brenubarem, und einem Bestandtheile der ursprünglichen Luft zusammenge— setzte elastische Flüssigkeit seyn könne. Nach dieser Zer— gliederung folgen die Meinungen der Luftlehrer über diese Luft, woraus erhellet, daß man sie von zwey Seiten betrachtet habe: entweder als eine bloße, durch das Brennbare in eine Luft verwandelte Salpetersäure; oder als eine gemeine, durch das Breunbare und die Salpe— tersäure umgeänderte Luft. Die Versuche, worauf die Erklärung des Herrn Lavoisier, die so sehr von allen übrigen absticht, beruhet, werden im Ganzen genommen angeführet, und einige Einwürfe dagegen gemacht, weil sich mauche Erscheinungen nicht erklären lassen, wenn man dephlogistizirte Luft. 29 meters, aufsteigen ließ, worzu ich ein gleiches Maß einer Salpetersäureluft mischte. In dem Augenblicke selbst, als man die Salpetersäureluft für das nimmt, was sie Herrn Lavoisier ist. Dem Verfasser ist es wahrscheinlich, daß selbst etwas unzersetzte Salpetersäure, durch ihr eigenes Brennbares verflüchtiget, in die Salpetersäureluft gehe, und wenn man dieß, wie es auch wahrscheinlich ist, an— nimmt, so könnte man größtentheils die Einwürfe heben, die er gegen diese Erklärung der Salpetersäureluft ange— bracht hat. IV. Abschnitt. Er handelt von den Eigen— schaften dieser Luft, in so weit sie zur Aufklärung der Luftgüteprüfung dienen. Bey der Erklärung über die Verminderung der gemeinen Luft durch die Salpeter— säureluft wird erstens die gewöhnliche Meinung angeführt; hierauf folgen die Theorien eines Priestley's, Landriani's, Scheele's, die alle mit Wenigem für unzureichend erklä⸗ ret werden. Für die natürlichste nimmt der Verfasser jene an, die man aus Lavoisier's Theorie der Salpeter— säureluft folgern kanu. Weiter wird gezeigt, wie sich die Grössen der Verminderung des Umfäͤnges der zu prü— fenden und salpetersauren Luft verhalten. Aus diesen anu— geführten, und nach Lavoisier's Systeme erklärten Eigen— schaften werden drey Gesetze gefolgert, die man bey der Prüfung der Luftgüte vor Augen haben muß. Diese Ge— setze werden durch Thatsachen außer allem Zweifel gesetzt, indem bewiesen wird, daß das brennbare Wesen einen schädlichen Einfluß auf unser Leben äußere. Hieraus er—⸗ hellet, daß die Salpetersäureluft das Zuverlässigsße Mittel ist, wodurch wir die Güte der Luft in Beziehung auf das Athemhohlen genau untersuchen, und verhältnißmäßig angeben können. Schließlich wird noch gesagt, daß die Salpetersanreluft kein universal Probierstein für eine jede schäd⸗ 30 als Uiber die diese zwey Lüfte in Berührung kamen, oder, was besser ist, noch etwas eher, als diese zwey Lüfte einander be⸗ schädliche Beschaffenheit der Luft seyn kann, sondern daß sie nur allein die Gegenwart oder Abwesenheit des Breun— baren, und die Menge desselben in der Luft anzeigt; Die zweyte Abtheilung handelt von dem Luftgütemesser, und begreift Priestley's, Landriani's, Ingen-⸗-Houszens, Magellan's, With's, Saussur's, Scheele's, Senebier's Instrumente in sich. Nach diesem folget Fontaua's ver⸗ besserter Luftgütemesser, welcher genau beschrieben, und mit einer Figur, die der Verfasser selbst gezeichnet hat, erläutert wird. Die dritte Abtheilung. I. Abschnitt ent— hält die Verfahrungsarten, die Güte der atmosphärischen Luft zu prüfen; sie sind der Ordnung nach so angeführt, wie die Werkzeuge in der vorigen Abtheilnng auf einander folgten. II. Abschnitt. Die Verfahrun gsart, die Reinig— keit der dephlogistizirten Luft zu untersuchen, nebst der Abkürzungsart des Herrn Ingen⸗-Housz, der ihm die Ausmessungen seines Gefäßes, welches des Schwenkens nicht bedarf, mitgetheilt hat. Zweyter Band. Erste Abtheil. I. Abschnitt. Uiber die verschiedenen Werkzeuge und Verfahrungsarten. Zuerst wird überhäupt davon gehändelt, und dann ins besondere von dem Instrumente und der Verfahrungsart des Doctor Priestley's und Herrn Senebier's. Der Verfasser erkläret sie, seinen Gründen zu Folge, beyde in allem Betrachte für fehlerhaft, und hier werden zugleich des Herrn Sene— bier's Versuche mit Pflanzen und dessen eudiometrische Tafeln beleuchtet. Schließlich beantwortet er einige un— gegründete Einwürfe, die man erst neulich gegen die Zu— ver⸗ dephlogistizirte Luft. 31 berührten, fieng ich an, die Röhre zu schütteln. Nach— dem ich die Röhre ungefähr eine halbe Minute geschüttelt hat⸗ verlässigkeit der Luftgüteprüfung gemacht hat. II. Abschnitt. Er handelt die Regeln ab, die bey der Prüfungsart des Fontana und Ingen-Housz zu beobachten sind. Die Zu— verlässigkeit und Richtigleit der besten Prüfung wird be—⸗ stimmt; Ingen-Houszens und Fontanä's Prüfungsart ver—⸗ glichen, und die Prüfungsart des ersteren für die ächteste, einfacheste, und zuverlässigste erkläret. Diesen Abschnitt beschließen verschiedene Bemerkungen üder den Einfluß der verschiedenen Wässer auf das Resultat des Versuches, wobey dasjenige angerathen wird, welches man für das beste gefunden hat. Uiber die Art, die Luftgüte zu be⸗ stimmen; u. s. w. Zweyte Abtheil. Btuchstücke von Luft⸗ güteprüfungen an verschiedenen Orten sowohl zu Wasser, als auf dem festen Lande, in eine Geschichte eingekleidet. Aus diesen bisher angestellten Luftprüfungen sind Resul⸗ tate herausgezogen. Dritte Abtheil. Der Luftkreis. Der Verfasser hat gezeigt, wie das Thier-Pflanzen und Mineralreich auf die Luft wirke, und unter was für Umständen diese verdorben werde, und aus den Einrichtun— gen in der Natur gezeigt, welche Mittel es sind, die den Luftkreis wieder reinigen. Hieraus erhellet, daß die Luft— güteprüfungen ein Gegenstand für die Aerzte sind; daß die Luft nicht an allen Orten und zu allen Zeiten von einer und derselben Beschäffenheit ist, noch seyn kann. Der Zusammenhang der Materie führte den Verfasser zu einer Betrachtung über die medieinischen Einrichtungen in der Natur. Vierte Abtheil. Versuch über den Einfluß des im Luftkreise befindlichen brennbaren Wesens auf den menschlichen Körver. Diese Abhandlnng enthält manches, was die Aufmerksamkeit der Aerzte auf sich ziehen kann. Sie 32 Uiber die hatte, merkte ich die Höhe der Luftsäule an. Alsdenn that ich das zweyte Maß Salpetersäureluft hinzu, und als ich die Röhre, wie das erstemahl, geschüttelt hatte, zeichnete ich aufs neue die Höhe der Lufsäule auf. Hier— auf setzte ich das dritte Maß Salpetersäureluft zu, wenn das zweyte Maß die Höhe der Luftsäule, welche nach dem ersten Maße der Salpetersäureluft geblieben ist, noch vermindert hatte. Ich fuhr solchergestalt fort, in diese Glas⸗ Sie ist bestimmt, deutlich vor Augen zu legen, daß es eine Sache von Wichtigkeit ist, zu wissen, in was für einer Luft wir leben, und wie vortheilhaft die Luftgüte⸗ prüfungen den Aerzten zu Statten kommen können. Es wird erstens gezeigt, daß der thierische Körper Brennbares besitze, und sich davon entlade; daß der reine Theil der Luft während des Einathmens ins Blut trete. Hieraus wird der schädliche Einfluß des im Luftkreise befindlichen Brennbaren durch Thatsachen und Beobachtungen darge— than. Endlich werden einige Vortheile angegeben, die die Nachwelt höchst wahrscheinlich zu erwarten hat, wenn Luftgüteprüfungen in jeder Weltgegend, in jedem Lande angestellet, wenn der Grad der Witterung, die Verän— derung der Luftelektrieität, u. s. f., bemerket werden sollten; wenn der Arzt, der Thierarzt, der Naturbeob— achter, das Seinige darzu beytragen sollte. Die im Texte vorkommenden Lüfte sind in den Anmer⸗ kungen erkläret. Diese enthalten die verschiedenen Be— neunnungen, die Bereitungsart, die Substanzen, woraus man die Lüfte erhält, ihre Eigenschaften und Nutzanwen-⸗ dung. Die neuesten Entdeckungen sind dabey angebracht worden. Anm. d. Uibers. depblogistizirte Luft. 33 Glasröhre ein Maß Salpetersäureluft nach dem anderen aufsteigen zu lassen, bis das letzte in der Luftsäule keine Verminderung mehr bewirbte. Jetzt merkte ich die Höhe der zurückgebliebenen Luftsäule genau an, und zog die Anzahl der Maße, und der Unterabtheilungen eines Maßes, das in hundert Theile oder Unterabtheilungen eingetheilet war, welche diese Luftsäule noch einnahm, von der Summe der Maße Salpetersäureluft, die zu diesem Versuche verwandt wurden, sammt der Maß der dephlogistizirten Luft, deren Beschaffenheit ich kennen lernen wollte, ab. Der Rest gab mir durch die Anzahl der in der Mischung dieser zwey Lüfte zerstörten Maße und Unterabtheilungen eines Maßes den Grad der Güte der untersuchten Luft genau an. Da die Mischung einer Salpetersäureluft und einer athmenbaren Luft sich in einen um so kleineren Raum zusammen ziehet, als die Luft, deren Güte man kennen will, feiner ist, in dem Falle nämlich, daß man die athmenbare Luft mit der Salpetersäureluft vollkommen gesättiget hat, so stehet der Grad ihrer Güte mit der Zahl der Maße und der Unterabtheilungen eines Maßes der zwey Lüfte, die beym Versuche zernichtet wurden, in einem Verhält⸗ nisse(f). Das (f) Es wäre für die Aufnahme und Besörderung der Luft— lehre zu wünschen, daß die Lie bhaber dieses Zweiges der J. verm. Schrift. II B. C Phy⸗ Uiber die Das geschwindeste Mittel, eine gute Salpetersäͤure— luft zu machen, scheinet mir dieses zu seyn, daß man eine Physik sich einstimmig desselben Luftgütemessers bedienten; denn alsdann würde man sich wechselweise verstehen, wenn es darum zu thun wäre, den Grad der Güte der gemei— nen Luft eines gewissen Ortes, oder einer jedweden künst— lichen Luft, anzudeuten. Wir haben dem berühmten Doetor Priestley die Entdeckung dieser Prüfungsart, wie die Lüfte beschaffen sind, zu verdanken. Eine Entdeckung von einer solchen Wichtigkeit wird seinen Nahmen bis zur späthesten Nachwelt mit Ehren übersetzen; allein Abt Fontana behauptet das Verdienst, das schicklichste Werk— jeug erfunden zu haben, welthes bis jetzt zu erdenken war, um diese Prüfung mit Genauigkeit anzustellen. Da ich mir hiervon gar nichts zu zueignen habe, so kann ich nicht in Verdacht gerathen, als hätte ich einige Parthey— lichkeit für die Entdeckungen dieser zwey Gelehrten, die alle beyde von vielen Jahren her meine Freunde sind. Fontana's Luftgütemesser ist so einfach, und die Art, ihn zu gebrauchen, so leicht, daß man nitets mehr beyzufü— gen wüßte, ohne ihn entweder verwickelter, oder unge— schickter zu machen. Da ich der erste war, der dieses Werkzeug bekannt machte, jedoch mit Erlaubniß des Er— finders, so daß man es seitdem fast in allen Ländern Europens darnach verfertigt hat, so war ich es auch mehr, als ein anderer Physiker, die Gedanken der ver— schiedenen Künstler und Physiker, die baran Verbesserun— gen oder Zusätze anbringen wollten, zu erfahren und ein— zusehen; und ich kann versichern, daß alle diejenigen, welche mir hierüber bis jetzt ihre Gedanken eröffneten, nichts anders ausgerichtet hätten, als das Werkzeug zu verderben, und es verwirrter und ungeschickter zu machen; da⸗ e dephlogistizirte Luft. 35 eine geschwächte Salpetersäure, so wie man sie gewöhn⸗ lich unter dem Nahmen des Scheidewassers findet, auf 2* ge⸗ ——— daher ich sie jedesmahl zu bereden suchte, es so zu lassen, wie es ist. Stellet man die Prüfung der gemeinen Luft nach der abgekürzten Art an, die ich in meinem Werke über die Pflanzen beschrieben habe, so ist die ganze Ope⸗ ration in weniger, als einer Minute, vorbey. Kann etwas einfacher seyn, als in eine Glasröhre ein Maß gemeine Luft, und hierauf ein Maß der Salvpetersäure— luft aufsteigen zu lassen, und auf der Stelle die Roöhre einige Seeunden im Wasser zu erschüttern? Das ist es alles, was nöthig ist; denn nach einigen Seeunden Ruhe deutet mir der messingene Schiebleiter an der Röhre des Luftgütemessers die Anzahl der Unterabtheilungen an, welche bey der Mischung der beyden Lüfte zernichtet worden sind. Es scheinet, man müsse eine große Tadel— sucht haben, wenn man diese Methode verdrüßlich und verwickelt nennen will. Befolget man noch darzu die Abkürzungsart, um die dephlogistizirte Luft zu prüfen, welche ich in dieser Abhändlung beschreiben werde, so wird man mit der Prüfung einer solchen Luft noch ge— schwinder fertig seyn, als mit der Prüfung einer gemei— nen Luft. Gebrauchet man den Luftgütemesser des Herrn Fontana, und ist man mit der Art, sich dessen zu bedienen, so wie ich es beschrieben habe, bekannt, so wird man es ohne die geringste Schwierigkeit verstehen, daß eine Luft, die man 3. B. von hundert Grad befunden hat, eine gemeine Luft von einer guten Beschaffenheit sey; denn man wüßte, daß von der Mischung eines Maßes einer solchen Luft mit einem gleichen Maße Salpetetsänrelutt gerade ein gan— 1es 36 Uiber die gemelnes, zu Stücken zerschnittenes Kupfer schüttet. Ich nehme jedesmahl schneckenförmig zusammengedreht⸗ Ku⸗ zes Maß zuruckgeblieben sey, oder daß sich gerade ein Maß zernichtet habe. Sagte man, eine Luft wäre 3. B. von vierhundert zwanzig Grad befunden worden, so ver— stände man sogleich, daß dieses eine dephlogistizirte Luft von einer ausgesuchten Beschaffenheit sey, so daß man, um ein einziges Maß dieser Luft vollkommen mit Salpe⸗ tersäureluft zu sättigen, mehrere gleiche Maße Salpeter— säureluft nach einander habe zusetzen müssen, und daß man bey der Mischung vierhundert zwanzig Unterabtheilun— gen, oder vier ganze Maße und zwanzig Hunderttheile habe verschwinden gesehen. In dem zweyten Theile mei⸗ nes Werkes über die Pflanzen habe ich diesen Artikel in ein helleres Licht gesetzt. Trifft man auch eine Art einer künstlichen Luft an, deren Natur das Besondere hat, daß ihre gute oder böse Beschaffenheit in Ansehung des Ein— athmens durch die Salpetersäureluftprobe allein nicht er— kannt werden kann, so sind diese Beyspiele selten, wovon ich einige in meinem so eben angeführten Werke gegeben habe, und noch andere von Doetor Priestley in seinem V. Bande über die Lüfte beschrieben werden. In diesem Falle ist man im Besitze anderer Mittel, um ihre Heil— samkeit zu bestimmen, z. B. die Dauer des Lebens eines in dieser Luft eingesperrten Vogels, einer Maus, u. s. w.; oder man ergreift das Mittel, welches ich im XXVI. Abschnitte meines oberwähnten Werkes vorgeschlagen habe. Uiberhaupt, wer sich eines guten Fontana'schen Luftgü⸗ temessers bedienet hat, muß überzeuget seyn, daß man mittelst dieses gehörig behandelten Instrumentes von dem Grade der Heilsamkeit der atmosphärischen Luft aufs ge— naueste dephlogistizirte Luft. 37 Kupferdräthe. Diese Operatlon erleichtert und kürzet man um vieles ab, wenn man das Släschchen, welches C 3 das —— naueste urtheilen könue, so wie nicht minder von allen Veränderungen, die in diesem Elemente vorgehen. Die Luft eines Zimmers voller Leute zeiget sich von einer offenbar geringeren Beschaffenheit, als die offene Luft. Nimmt man den Rath des Herrn van Breda an, die eudiometrische Röhre mit destillirtem Wasser zu füllen, so wie ich es anderswo zergliedern werde, so kann man sogar ein richtiges urtheil vou der verhältnißmäßigen Güte fällen, die die Luft das ganze Jahr hindurch an verschiedenen Orten hat, und solchergestalt die Heilsam⸗ keit eines jeden Landes vergleichen. Indessen ist dieses Werkzeug, so offenbar auch sein Nutzen seyn mag, eben so wenig vor Critiken geschützet, als jede andere neue Erfindung. Nur läuft in dem Schicksale dieses Eudio—⸗ meters eine Sonderbarkeit mit unter⸗ die schwer zu be— greifen ist; daß er nämlich von Physikern angefochten wird, die ihn weder selbst gesehen, noch behandelt haben, und ihn nur aus der Kupferplatte kennen, die sich in meinem Werke befindet; und die keinen Anstand nahmen, Fontana's Eudiometer nach einem Eudiometer zu beurthei— len, welchen sie von neuen und nach ihrem eigenen Gut— dünken machen wollten, oder wobey der von mir berchrie— bene zwar zum Grunde gelegt wurde, aber mancherley Veränderungen unter ihren Händen erleiden mußte, und ihren Erwartungen nicht entsprechen wollte. Ein solches Verfahren verräth einen Mangel der Rechtschaffenheit, oder eine unmäßige Begierde, alles zu verwerfen, was man nicht selbst erfunden hat, oder einen noch weniger lobwürdigen Kitzel zu tadeln. 38 ö Uiber die das Kupfer und die Salpetersäure enthält, in warmes Wasser stellet. Messing gibt nicht immer eine Salpeter⸗ säu⸗ Der große Nutzen des Luftgütemesseis mit Salpeter— säureluft bestehet darin, daß man zur Zeit, als man die Prüfung anstellet, den genauen Grad der Heilsamkeit det atmosphärischen Luft durch die Verminderung des Inbe— griffes der hierbey mit einander vermischten zwey Lüfte entdecken könne. Stimmen nun diese Vermiunderungen mit dem Grade der Güte, den die Luft besitzet, genau über⸗ ein, so hat man seinen vorgehabten Entzweck vollkommen erreichet; und wenn es auch noch ein anderes Mittel ken. Wenn man durch eine andere Art eines Luftgüte— messers mit Salpetersäureluft eine noch viel grössere Ver— minderung erhielte, so wäre doch nichts über den Fon⸗ tana'schen Luftgütemesser gewonnen; denn es ist nicht darum zu thun, daß man in der Mischung der zwey Lüfte die größte Verminderung erhalte, sondern eine Verminderung, es sey auch was immer für eine, die uns den Grad der Güte der untersuchten Luft richtig angebe. Wenn man z. B. fände, daß ein Maß atmosphä⸗ rische Luft und ein Maß Salpetersäureluft in Fontana's Luftgütemesser zu der Zeit, wo man diese Prüfung unter— nimmt, zu einem einzigen Maße herabgebrächt sey, so kann man schließen, diese Luft habe die Güte von hundert Grad; weil im Falle, daß diese Luft minder gut gewesen wäre, auch die Verminderung der zwey gemischten Lüfte minder beträchtlich gewesen wäre, und grösset, wenn diese Luft besser gewesen wäre; und der Schluß wäre ächt ge— wesen, wenn es auch gleich bey der nach Fontana's Me— thode angestellten Prüfung geschähe, daß sich einen Tag darnach die Kuftsäule noch mehr zusammengezogen hätte— Allein gäbe, diese Verminderungen noch beträchtlicher zu bewir⸗ dephlogistizirte Luft. 38 rmes säureluft von einer gleichen Stärke. Die mittelst des leler Eisens erhaltene Salpetersäureluft ist niemahls gut genug u⸗ C 4 für etet⸗ Allein unglücklicherweise für diejenigeu, welche gegen die die Nutzbarkeit des Luftgütemessers einwandten, daß die Mi— det schung der beyden Lüfte keinen festgesetzten Punet habe, —— indem sie sich mehrere Tage hindurch immer mehr und ufte mehr vermindere, hat diese Verminderung bey der Methode 2 des Fontana gar nicht Statt: wenn die Mischung der ber⸗ beyden Lüfte in einer halben Minute, ja sogar in eiuem melt Viertheile einer Minute nach den nöthigen Erschütterun— tel gen, die man zur Zeit, als sich die zwey Lüfte einander 40 einverleiben, der Röhre gibt, einmahl untersuchet ist, so ute⸗ wird die Höhe der Luftsäule sechs, und sogar vierund— Zet; zwanzig Stunden nach der geschehenen Prüfung, noch die— on⸗ selbe seyn, die sie zur Zeit, als die Prüfung vorgieng, icht war. Hieraus kann man das unverzeihliche Versehen weh derjenigen ermessen, welche diesen Einwurf gegen den eine Gebräuch der Luftgütemesser machten. Da diese Physiker die Wenle daß eine solche Verminderung nach und nach htig vbrgehe, wenn man die zwey Lüfte in einer langen phä Röhre, ohne sie zu erschüttern, zusammenmischt, so hat— na's ten sie die Unverschämtheit, kühn in Tag hinein zu be⸗ Iter⸗ baupten, diese Verminderung habe auch im Luftgütemesser o des Fontana selbst Statt. Sie legen durch eine solche dert erfahrungswidrige Behauptung zu Tage, daß sie Fontana's 111 Luftgütemesser weder gekannt, noch versuchet haben. Muß ufte man solche Physiker nicht in Verdacht halten, daß sie dese viele andere Versuche in ihrem Gehirne gebildet, und 117 dem Publicum für Wirklichkeiten verkauft haben? In n der Physik ist es gefährlich„ja höchst ungeziemend, nach —— der Analogie zu vernünftein. Wenn man ein Maß de— 0 phlogistizirte Luft mit einem vierfachen Maße Sal'eter— säu⸗ Hein 40 füͤr Uiber die dergleichen Versuche mit dem Luftgütemesser, und man muß sich ihrer niemahls bedienen. Quecksilber gibt sie recht gut, und allezeit gleich stark; man braucht aber Feuer darzu, um sie geschwinde zu erhalten. Herr Fon— tana bediente sich derselben beständig, und seine Prüfun— gen waren allezeit zum Bewundern gleichförmig. Man kann auch hierüber mein Werk über die Pflanzen zu Ra⸗ the ziehen. Ich säureluft, nach meiner im fünften Abschnitte beschriebenen Abkürzungsart, in einem weiten Gefäße zusammenmischet, und sie unmittelbar darauf in die eudiometrische Röhre übergießt, so wird man snden, daß die Höhe der Luftsiule zu ganzen Stunden dieselbe bleibt, falls man sie in der nämlichen Röhre lässet, und das Wasser, wyrin die Manre stehet, nicht mehr oder weniger Wärme erlanget Dieser Cinwurf ist demnach von keinem Gewichte, und dienet zu nichts, als um den geringen Werth, den man auf die Genauigkeit derjenigen Physiker, die ihn machen, legen darf, darzuthun. Aus den künstlichen Lüften, derer Grad der Athmenbarkeit mittelst der Luftgütemesser nicht zu bestimmen ist, lässet sich nicht folgern, daß die Luftgütemesser unnütze sind; denn dergleichen Lüfte gibt es nicht im Großen. Die verschiedenen Grade der Hälte und Wärme, denen die atmosphärische Luft unternorten ist, haben auf die Richtigkeit der eudiometrischen Prüfun— gen keinen Einfluß; denn wenn im Winter die gemeine Luft weniger Raum einnimmt, so wird sich die Salpeter— säureluft in dem nämlichen Falle sehen, und es wird daher gleich viel von diesen zwey Lüften in demfelben Inbegriffe enthalten sehn. dephlogistizirte Luft. 41 Ich komme nun zu der Zergliederung der mit ber⸗ schiedenen Portionen einer mittelst des Feuers aus Sal— peter gezogenen dephlogistizirten Luft angestellten Ver⸗ suche. Als ich vier Unzen Salpeter in eine beschlagene gläserne Retorte einsetzte, und als ich zwischen sechs⸗ und siebenhundert Kubikzoll dephlogistizirte Luft erhalten hatte, zerbrach der Hals der Retorte, und hinderte mich also, die Operation bis zum Ende zu bringen. Ich fieng nicht eher an, die Luft zu sammeln, als nachdem alle ire Luft ausgetrieben war. Ich fieng die Luft in ver⸗ schiedenen Gefäßen auf, derer erstes hundert achtzig Ku— bikzoll enthielt, das zweyte hundert, das dritte eben so viel, das vierte achtzig, das fünfte hundert achtzig, das sechste nur zwanzig oder dreyßig. Die Prüfung der in der ersten Flasche enthaltenen Luft gab Folgendes:„73; 9,45;„y; ,5. Es waren also von fünf Maß, nämlich von einem Maße dephlogistizirter Luft und vier nach einander zugesetzten Maß Salpetersäureluft, drey ganze Maß und vierund—⸗ neunzig Unterabtheilungen, oder Hunderttheile eines Maßes, zernichtet; denn 1001 394. DieGüte dieser Luft hatte also drey hundert vierundneunzig Grad. Die in der zweyten Flasche enthaltene Luft gab: „733 ,„443 ,15; 1,13. Es wurden also dreyhun— C 5 dert 4² ö Uiber die dert siebenundachtzig Unterabtheilungen in der Mischung der zwey Lüfte zernichtet; oder, wie ich mich auszu⸗ drücken pflege, diese Luft hatte dreyhundert siebenund⸗ achtzig Grad der Güte. Die Luft der dritten Flasche gab: o,73; 0•433 4. 163 1. 16. Es waren also dreyhundert vierund— achtzig Unterabtheilungen zernichtet. Die Luft in der vierten Flasche bewies sich von fol⸗ gender Beschaffenheit:, 713 ,445 5„213 1„20. Es befanden sich also dreyhundert achtzig Unterabtheilungen zernichtet; oder, mit anderen Worten, diese Luft hatte dreyhundert achtzig Grad. Die Luft in der fünften Flasche gab: ,743„46 „ 8; 3 1,83. Es waren also dreyhundert siebenzehn Unterabtheilungen zernichtet. Die Luft in der sechsten Flasche, welche einen Au⸗ genblick vor dem Zerspringen der Vorrichtung entwickelt wurde, erschien unter folgender Beschaffenheit: ,763 „9½² ,92. Es waren demnach nicht mehr, als zwey⸗ hundert acht Unterabtheilungen zernichtet, oder ihre Güte zeigte nur zweyhundert acht Grad. Man ng gab: 9,753 5,595 83255 6 dephlogistizirte Luft. 43 Man siehet, daß in dieser Operation die Luft von der feinsten Beschaffenheit zuerst kam, das heißt, nach— dem die fixe Luft heraus war, und daß sich die Beschaf— fenheit der dephlogistizirten Luft verschlimmerte, so wie die Operation weiter gieng; welches am gewöhnlichsten geschiehet, wiewohl manchsmahl das 539 4350 hat. Hier ist das Resultat einer anderen Operation die— see Art; aus drey Unzen Salpeter zog ich beyläufig zwölfhundert Kubikzoll dephlogistizirte Luft, die ich in vier Flaschen, derer jede dreyhundert Kubikzoll enthielt, auffieng. ö Die Luft aus der ersten E3 * * gab: 3½6 585585 5 3 1. 3 Die Luft aus der zweyten Flasche 500109-391. Die Luft aus der dritten Flasche 5 gab: 0,763 ,51; ,413 1,39. 90⁰01398361. Theils der Luft war also Die Luft aus der vierten Flasche Die Beschaffenheit dieser verschiedenen gab: 0,77 3„ 52; 1,04. 40⁰010496. WICINNNNCNCNN Der 44 Uiber die Der Erfolg dieser Operation war von jenem der vor⸗ hergehenden nicht sehr verschieden; in allen beyden wurde die Luft gegen das Ende minder gut. Nach dieser letz⸗ teren Operation war die Retorte gänzlich zerstöret. Hätte ste länger gedauert, so ist es wahrscheinlich, daß eine grössere Menge einer dephlogistizirten Luft wäre entwickelt worden; denn bey der Untersuchung des rückständigen Salpeters ergab es sich, daß nicht alle Salpetersäure verzehret war, indem er noch sehr augenscheinlich auf einer glühenden Kohle verpuffte. Acht Unzen Salpeter, welche in einer beschlagenen Retorte dem Feuer ausge⸗ setzt wurden, gaben nur beyläufig zweytausend Kubikzoll einer dephlogistizirten Luft, indem der geschmolzene Sal⸗ peter von allen Seiten durch die Substanz der Retorte durchschwitzte. Ich glaube, daß das Glas dieser Retorte wegen seiner Dünne von dem Laugensalze des Salpeters zu geschwinde verzehret wurde. Die in dieser Operation zuerst gesammelte Luft gab bey der Prüfung der Salpe⸗ tersäureluft Folgendes: ,84; ,67; 1,64. Ihre Güte betrug also zweyhundert sechsunddreyßig Grade. Die Luft, welche in der Mitte der Operation kam, war von einer besseren Beschaffenheit, und die Prüfung fiel folgendermaßen aus: ,86; 0,613 ,66;3 1,65. Sie hatte also dreyhundert fünfunddreyßhig Grade. Die Luft, welche ich gegen das Ende der Operation er⸗ hielt, gab folgendes Resultat: 0,68; 0,63; 1,56. Die⸗ dephlogistizirte Luft. 45 Diese also stieg nicht höher, als bis auf zweyhn dert vierundvierzig Grade. Aus diesem Vorgange er⸗ hellet es, daß das Resultat nichts weniger, als bestän⸗ dig ist. Es bleibet aber dennoch wahr, daß überhaupt die zuerst, das ist, nach der fixen Luft, erhaltene Luft die bessere ist. Ich glaube, daß die Ursache von der Verschlimme⸗ rung der dephlogistizirten Luft gegen das Ende der Ope⸗ ration, wenigstens zum Theile, diese ist, daß nach der Zerstreuung des größten Theiles der Salpetersäure die Basis des Salpeters, das feuerbeständige Gewächslau⸗ zensalz, das Glas anfrißt und zerstöret, und daß sich solchergestalt einige Gemeinschaft zwischen dem geschmol⸗ zenen Salpeter und dem Beschlage der Retorte eröffnet. Es gewinnet also das Ansehen, daß der Erfolg der Odperation in Rücksicht der Menge der zu erhaltenden dephlogistizirten Luft und ihrer Güte großen Theils von der Dicke der Retorte und von der Beschaffenheit des Glases, welches der Wirkung des Laugensalzes des Sale peters mehr oder weniger widerstebet, abhänge. Als 46 VUiber die ö AUls ich den reinsten Salpeter, den man zum Schieß⸗ net pulvermachen nimmt, noch einmahl läuterte(9), und 0 vier * (g) Der Salpeter, den man in Oesterreich für gereinigten Salpeter kauft, ist es zwar ziemlich vollkommen, und selbst reiner, als derjenige ist, den man dafür in den meisten Ländern Europens kauft; allein ein aufmerksamer Scheidekünstler, der dieses Salz zu zarten Operationen in seiner höchstmöglichsten Reinigkeit verlanget, begnüget sich nicht damit. Bey einer strengen Untersuchung trifft er noch fremde Substanzen, hauptsächlich Digestivsalz und fette Theichen darin an. Seitdem man in den Erbländern des Hauses Oester— reich nachstehende Methode, den Salpeter zu machen, eingeführet hat, befindet sich der gereinigte Salpeter von allen erdichten Mittelsalzen freyʃ. Der aus der Mutter— erde des Salpeters erhaltenen Lauge schläget man eine Pottaschenlauge zu, bis kein Niederschlag mehr entstehet. Was sich daraus niederschläget, ist ein weißes, unter dem Nahmen der Salpetermagnesie bekanntes Pulver, welches gegenwärtig sehr wohlfeil zu stehen kommt, weil es in allen Salpetersiedereyen in großer Menge und so leicht erzeuget wird. Hierauf dünstet man diese erste Lauge ab, und bringet ein Salz zum Anschießen, welches der rohe Salpeter ist. Die Lauge, welche nach dieser Krystallisa— tion zurückbleibet, heißt Salpetermutterlauge. Sie ent hält noch viel Salpeter, und wird daher neuen Laugen zugeschlagen. Dieser rohe Salpeter ist sehr unrein; er enthält gemeiniglich den vierten, oder den fünften Theil Digestivsalz, einige fette Materien und noch andere Un— reinigkeiten. Et 45 dephlogistizirte Luft. 47 vier Unzen davon einsetzte, erhielt ich über dreytausend Kubikzoll dephlogistizirte Luft von einer ausgesuchten Be⸗ schaf⸗ Es war bey den Chymisten durchgängig die Meinung, daß der rohe Salpeter unter anderen fremdartigen Theilen allezeit mit Kochsalz verunreiniget sey. Allein Herr von Jaequin, Professor der Chymie und Botanik an der Hohenschule zu Wien, begnügte sich nicht, die Natur dieses Salzes nach seiner Gestalt und nach seinem Ge— schmacke, zwey Eigenschaften, die es bisher für ein Koch— salz gelten ließen, zu beurtheilen; daher er es seiner Prüfung unterzog, und befand, daß es ein Digestivsalz sey, welches sich vom Kochsalze darin unterscheidet, daß dieses ein mineralisches, jenes aber ein vegetabilisches Laugensal; zu einem seiner Bestandtheile hat. Hiervon kann man sich leicht überzeugen, wenn man obbesagtes Salz mittelst der Vitriolsäure zersetzet, die mit dessen laugenhaftem Bestandtheile einen vitriolistrten Weinstein därstellet, da sie Glaubers Wundersalz bilden würde, wenn die Basis des eröfterten Salzes ein mineralisches Alkali wäre. Diese Meinung siehet man in den Anfangsgründen der medieinisch praetischen Chymie, die Herr von Jaequin bey Wappler 1783 herausgegeben hat, berichtiget. Um den Salpeter von dem größten Theile des Dige, stivsalzes und anderer fremden Subftanzen zu reinigen, hat man folgende sehr einfache und gar nicht kostbare Methode allgemein angenommen. Man schüttet auf den rohen Salpeter so viel kalte⸗ Wasser, als nöthig ist, um die Masse mit einem Stocke leicht umrühren zu kön— nen. Dieses Wasser beladet sich mit dem größten Theile des Digestivsalzes, der fetten Theilchen, u. s. w., und löset nur sehr wenig Salpeter auf. Um iu erfahren, ob man 48 Uiber die schaffenheit, die ich in fünf Flaschen auffieng. Die Luft der ersten Flasche hatte vierhundert zweyundvierzig Grad; man genug Wasser zngesetzet habe, nimmt man ein wenig Salpeter auf die Hand; und wenn man ihn nicht weiß genug befindet, so gießt man noch mehr kaltes Wasser zu, nund rühret die Masse, wie zuvor, um. Findet man, daß der Salpeter bey dieser Arbeit die erforderliche Weiße erlanget hat, so zapfet man dieses Wasser ab, welches dadurch schmutzig und bräunlich geworden ist. Hierauf löset man diesen auf eine so einfache Art schon um vieles gereinigten Salpeter in einer großen Menge Wasser auf, und lässet diese zweyte Lauge in kupfernen Kesseln sieden. Das Digestivsalz, wovon der größte Theil schon durch das kalte Wasser weggeführet wurde, ist doch noch in einer so großen Menge da, daß es vor dem Sal— peter anschießt. Wird nun die Lauge bis zu einem ge— wissen Grade abgedünstet, so fängt das Digestivsalz an, sich zu krystallisiren, und auf den Boden des Kessels zu fallen, welches mit Schaumlöffeln in dem Maße wegge— nommen wird, als es sich erzeuget. Wenn sich nichts mehr darniederschläget, so seihet man die Lauge ganz heiß durch, und lässet sie in hölzernen Kuffen erkälten, wobey der Salpeter anschießt. Dieser Salpeter ist alsdann zum gewöhnlichen Gebrauche rein genug; und man machet Schießpulver daraus. Die Lauge, welche nach dieset zweyten Krystallisation zurückbleibet, wird anderen ähn— lichen Laugen zugeschlagen, aufs neue abgedunstet, und zum Anschießen gebracht. Cs bleibet endlich ein braunes Wasser zurück, welches zu keinem weiteren Anschießen zu bringen ist; sie ist die Läuterungsmutterlauge, und ent— hält sehr wenig Salpeter. Die — dephlogisrizirte Luft. 4⁵ Grad; die Luft der zweyten Flasche vierhundert zwey— undzwanzig; die Luft in der dritten vierhundert vier⸗ zehen; Die Theorie des angeführten Verfährens ist, wie fol' get. Die Pottascheulauge schläget aus der Läuge der Mut— tererde alle erdige Substänzen darnieder, weil das feuer— beständige Gewächslaugensalz vermöge seiner grösseren Ver⸗ wandtschaft zu den Säuren, als sie die erdigen Substan— zen haben, sich mit der Salpetersäure, die einer erdigen Basis anhängt, verbindet, und mit dieser Säure einen wahren Salpeter darstellet; inzwischen die solchergestalt verlassene Erde unter der Gestalt der weißen Magnesie zut Boden fällt. Die geringe Menge des kalten Wassers, welche man dem rohen Salpeter zusetzet, ziehet sehr viel Digestivsalz an, und löset fast nichts vom Salpeter selbst auf, weil das Wasser eine grössere Neigung zum Digestiv⸗ salze, als zum Salpeter, heget. Was noch vom Digestiv⸗ salze dem Salpeter in einer ziemlich beträchtlichen Menge anhängen bleibt, krystallisiret sich nach und nach in der sie⸗ denden Lauge, wobey der Salpeter aufgelöset bleibt, weil das Digestivsalz die besondere Eigenschaft hat, daß sich nicht mehr davon in siedenden Wasser auflöset, als im kalten; dieses Salz schießt also an, mittlerweile der Salpeter, der sich in einer grösseren Menge im heißen Wasser auflö⸗ set, als im kälten, noch darin aufgelöset bleibt. Man lässet die Salpeterlauge in hölzernen Kuffen erkalten, weil dieses Salz, unfähig, das Kupfer anzugreifen, so lange es warm ist, einen großen Theil desselben auflöset, wenn es sich erkältiget, welchergestalt es grünlich werden würde, J. verm. Schrift, II. B. D 1 * 50 Uiber die zehen; die Luft in der vierten Flasche, dreyhundert zehen; und die Luft in der fünften Flasche dreyhundert sechs⸗ zehen. Obschon ein solcher gereinigter Salpeter mittelst des Feuers eine große Menge dephlogistizirte Luft gibt, so wird er doch noch mehr geben, und zwar eine Luft von einer ausgezeichneteren Güte, wenn man ihn noch ein— mahl folgendermaßen läutert. Destillirtes Wasser bringet man in einem kupfernen Geschirre zum Sieden, worein man so viel gepülverten Salpeter wirft, als das Wasser unterm Sieden auflösen kann. Wenn die letzte Portion des Salpeters unaufgelöset darin liegen bleibet, so läßt man die Auflösung noch ganz heiß durch ein Filtrirpapier gehen, so wie man sie auch sogleich, noch ganz heiß, in irdene Geschirre, oder, was noch besser ist, in gläserne Schalen übergießt. Sobald diese Lauge erkaltet, schießt der Salpeter größtentheils an, und beyläufig der vierte Theil bleibet in der Lauge sammt allen dem Digestiv⸗ salze, welches noch darin seyn köunte, welches jedoch wenig ausmacht, so wie die fetten Theile, u. s. w. Dieser krystallisirte Salpeter ist mit der höchsten Reinig⸗ keit begabt. Die theoretische Ursache dieses letzteren Verfährens ist, daß das Digestivsalz, welches dem Salpeter noch anhängen möchte, nach der zweyten Krystallisation nicht anders, als in einer sehr geringen Menge da seyn kann. Hier mußte also bey der Läuterung des Salpeters das umge— kehrte Verhältniß Statt haben; das heißt, dieses Digestiv— salz traf in der rückständigen Lauge mehr, als hinläng-⸗ liches Wasser an, um darin aufgelöset zu bleiben, in— zwischen der größte Theil des Salpeters anschoß. Die fetten Materien und die anderen fremden Substauzen, die dem — 5 dephlogistizirte Luft. 71 Wnz zehen. Nach der geendigten Operation fand ich im Tod⸗ sehe tenkopfe nicht die geringste Spur mehr von einer Sal⸗ 25 D 2 pe⸗ t dei dem Salpeter noch ankleben mochten, blieben gleichfalls . so alle in dieser Lauge. Das destillirte Wasser ist hier sehr t von nothwendig, weil jedes andere Wasser, hauptsächlich ein⸗ Quell- oder Brunnenwasser, immer mit unterschiedlichen ringet Mischtheilchen, als mit Kochsalz, mit Gypse, u. d. gl., vorein angeschwängert ist, wovon einige dem Salpeter sich an⸗ Vasser hängen könnten. ortion läßt Um die unumgängliche Nothwendigkeit, den Salpeter dapier von jeder Spur des Digestivsalzes, so wie von den fetten in Theilchen, zu reinigen, wenn man sehr viele dephlogisti⸗ iserne zirte Luft, und zwar von der besten Beschaffenheit, dar⸗ chießt aus erhalten will, einzusehen, muß man bedenken, daß vierte ein Theil der Digestivsalzsäure bey einer lebhaften Hitze stib⸗ ihre Basis leicht verlasse, und keineswegs unter der Ge⸗ doch stalt einer dephlogistizirten Luft erscheine, wie es mit der w. Salpetersäure geschiehet, sondern unter der Gestalt der inig⸗ Salzsäure selbst, welche ein flüchtiger, phlogistischer, er⸗ stickender, und folglich vermöge ihrer Natur ein den ath⸗ menden Thieren schädlicher Geist ist. Die geringste Por⸗ is, tion des Digestivsalzes, welche sich beym Salpeter befin⸗ ngen det, ist im Stande, die dephlogistizirte Luft zu beflecken. ders, Klebte dem Salpeter eine fette Materie an, so beschmutz— Hier te sie diese belebende Luft gleichfalls mit ihrem Brenn⸗ mge⸗ stoffe/ wodurch sie ohne ihr Verschulden herabgewürdiget estib⸗ würde. 3 Um sich zu übereugen, daß die Digestivsalzseure, ent⸗ Oie bunden von ihrer alkalischen Basis, allezeit unter der die Gestalt einer Salzsäure erscheine, darf man nur ein wenig 5 Di⸗ I 32 Uiber die Rata petersäure, als ich ihn auf glühende Kohlen warf; als W ich aber einige Tropfen eines concentrirten Vitriolöhles dar⸗ Digestivsalz auf eine glühende Kohle, oder auf ein glü⸗ hendes Eisen werfen; und man wird bald einen höchst 1 unangenehmen und erstickenden Geruch, ganz wie der Geruch des Salzgeistes, verspüren; da hingegen der Sal— peter auf einem glühenden Eisen gar keinen Scheidewasser— geruch verbreitet, sondern seine Säure, die sich gleichfalls, wie die Digestivsalzsäure, durch eine thätige Hitze ent— wickelt, flieget unter der Gestalt einer wahrhaften dephlo— 2 gistizirten Luft davon, und verbessert solchergestalt die Luft umher. Wirft man Salpeter, anstatt auf ein glüͤ⸗ hendes Eisen, auf eine Kohle, so machet sich die Salpe— tersäure zwar auch unter der Gestalt einer dephlogistizir— ten Luft los, sie gehet aber ganz in Verlust; weil diese Luft sogleich der brennbaren Luft, die beständig aus glü— henden Kohlen entwickelt wird, begegnet, mit derselben eine Knallluft bildet, und folglich sich durch das Ver— puffen, welches Statt hat, zerstöret. Es ist zwar wahr, daß man in den Schießpulverfabri— ken aus der Erfahrung die Wichtigkeit, den Salpeter, so viel möglich, zu läutern, vollkommen einsiehet; allein die Ursache davon wird man, ohne die eigentliche Theorie ö des Schießpulvers selbst zu wissen, nicht klar begreifen. Ich glaube, daß die Theorie des Schießpulvers, die ich in einer der königlichen Gesellschaft zu London überreichten, und im LXIX. Bande der philosophischen Transaetionen eingerückten Denkschrift ausführlich zergliedert habe, und die im ersten Bande gegenwärtiger Sammlung stehet, vieles Licht über diese wichtige Materie verbreiten, und denjenigen, die einigen Beeriff von der Chymie und der neuen dephlogistizirte Luft. 53 darauf goß, bemerkte man noch Spuren einer Salpe— als hles tersäure, wovon man sich durch den aufsteigenden Geruch ⸗ des Scheidewassers leicht überzeugen konnte. Diese rückständige Masse war das schönste Grün. Eine andere 538 ähnliche Menge des nämlichen Salpeters gab beynahe glü: denselben Erfolg. Die beste Luft, die ich daraus erhielt, höch ö 0 und welche auch unmittelbar nach der fixen Luft kam, Sal; hatte vierhundert vierundbierzig Grad. hasser⸗ falls, Laut⸗ D 3 Die phlo⸗ t die glü⸗ neuen Luftlehre haben, faßlich machen könne, in welchem Ilpe⸗ Grade die Knallkraft des Schießpulvers von der Reinigkeit n des Salpeters abhänge. diese Wiewohl in dieser Abhandlung meine einzige Absicht ist, glü⸗ nach meinen Kräften zur Erweiterung der das menschliche selben Geschlecht vor Zerstörung bewahrenden Wissenschaft bey— Ver⸗ zutragen, keineswegs aber zur Kunst, um das ohnehin schon zu scharfe Schwert des Krieges noch mehr zu schär⸗ fen, so hielt ich es für Pflicht, mich über diese Materie fabri⸗ etwas auszudehnen, um denjenigen, welche die dephlogi⸗ / so stizirte Luft aus Salpeter ziehen wollten, und die chymi⸗ in die schen Kenntnisse nicht inne hätten, einen vollkommneren heorie Begriff von der Natur dieses Salzes zu geben, und um reifen. ihnen die Art zu lehren, es sich von der höchsten Rei— die ich nigkeit zu verschaffen, falls das verkäufliche nicht hinläng⸗ ichten, lich rein wäre. Sie werden aus der Theorie einsehen, tibnen was sie durch die Erfahrung finden werden, wie unendlich und viel daran liege, den Salpeter höchst rein zu haben, wenn stehet, man daraus eine dephlogistizirte Luft im Uiberflusse, und und recht vollkommen erhalten will. nd der euen 34 Uiber die Die beste dephlogistizirte Luft, die ich bis jetzt aus dem rothen Quecksilberniederschlage erhalten habe, gab nachstehendes Resultat: 0,77; 0,50; 0, 233 ,923 1,92. Es waren also von der Mischung der zwey Lüfte vier— hundert acht Unterabtheilungen zernichtet. Aus diesen zwey letzteren Versuchen erhellet also, daß die Güte der besten aus Salpeter erhaltenen Luft die Güte des rothen Quecksilberniederschlages in dem Verhältnisse, wie vierhundert vierundvierzig zu vierhundert acht, über— traf(h). Der C5) Im letzt. Absch. des I. Thl. meines Werkes über die Pflanzen gab ich zu verstehen, daß man eine große Menge dephlo— gistizirte Luft mit geringen Kösten aus dem rothen Queck— silberniederschlage ziehen könne, weil man fast nichts vom Quecksilber verliere, welches wieder lebendig wird, wenn man diese Luft mittelst des Feuers daraus ziehet, und weil man einen großen Theil der Salpetersäure, die zur Auf— lösung des Quecksilbers diente, wieder durch die Destilla⸗ tion zurück erhalten und gewinnen könne. Bey einer rei⸗ feren Uiberlegung dieser Sache fand ich, daß der Verlust der Salpetersäure sehr beträchtlich sey; denn ein großer Theil dieser Säure verwändelt sich in eine Salpetersäure— luft, welche mit ihrer großen Federkraft die Vorrichtung zersprengen würde, falls sie keinen Ausgang fände, um sich in der ofenen Luft zu zertheilen; wenigstens wäre es sehr beschwerlich, sie in verschlossenen Gefäßen durch den Zusatz der gemeinen Luft, oder eines anderen Mittels, nie⸗ kali kaus gib 1)92. bier⸗ iesen Gͤte des nisse, über⸗ anzen yhlo- leck⸗ vom henn weil Auf⸗ tilla⸗ rei— rlust roßer ure⸗ tung um e es den tels, 1. dephlogistizirte Luft. 35 Der würflichte Salpeter, dessen Basis das mine⸗ ralische Laugensalz ist, hat mir eine sehr beträchtliche Menge dephlogistizirte Luft gegeben, deren Prüfung mit dem Luftgütemesser Folgendes aufwies: ,83; 0,„60; „60; 1,60. Es hatten sich also von zwey Lüften 738 zernichtet. Ich glaube sicher, daß ihre Beschaffenheit noch besser ausgefallen wäre, wenn ich genug Acht gegeben hätte, um alle fire Luft entwischen zu lassen, ehe ich die dephlogistizirte Luft auffieng; denn ich fand diese Luft offenbar mit fixer Luft besudelt. Die dephlogistizirte Luft, die ich ohne einigen Zu⸗ satz aus dem Mennige erhielt, bewies sich sehr gut. Hier ist die Prüfung: ,78; ,3; 0,28 3 1,14. Sie D 4 hhat⸗ 713 niederzuschlagen, und solchergestalt zu erhalten. Uibrigens befindet sich die Salpetersäure, die man von den Metall-⸗ auflösungen abziehet, so geschwächt, daß sie nicht mehr tauglich ist, ferner darzu gebraucht zu werden; aus wel—⸗ chem Grunde man sich in den Ungarischen Schmelzhütten der von den Silberauflösungen abgezogenen Salpetersäure nicht mehr bedienet, sondern sie beym Scheidewasserbren— nen der Masse des Salpetergeistes zuschläget. Denn wenn man die Salpetersäure destilliret, schläget man in der Vorlage allezeit etwas Wasser vor, um den flüchtigen Salpetergeist zu verdicken. Anstatt des Wassers nimmt man in Ungarn den von der Silberauflösung abgezogenen Salpetergeist. 356 Uiber die hatte also dreyhundert sechsundachtig Grad; denn 700 11486. Als ich dem Mennige ein mit Wasser verdünntes Vitriolöhl zusetzte, erhielt ich anfangs sehr viele fixe Luft, worauf zwar eine dephlogistizirte folgte, aber noch immer mit überaus viel fixer Luft besudelt. End⸗ lich erhielt ich eine ziemlich feine dephlogistizirte Luft, aber auch da noch mit fixer Luft vergesellschaftet; denn sie fällte immer das Kalkwässer; und veränderte die Lackmußtinctur ins Rothe. Diese Luft gab, durch eini⸗ ges Schütteln im Wasser von der fixen Luft gereiniget, folgendes Resultat: ,723 0,41; 0,303 1,30. Ec wurden also 23 zernichtet. Die Luft, welche ich aus dem künstlichen und höchst reinen Eisenvitriole erhielt, war nicht so gut, als die Luft aus dem Mennige, wie es aus ihrer Prüfung zu ersehen ist: ,77; ,56; 1,11 2,07. Es waren also 338 zernichtet. Der Vitriol gab nur sehr wenig dephlo— gistizirte Luft, aber viele fixe; und die daraus gezogene dephlogistizirte Luft war, wie es aus der Prüfung er⸗ hellet, weit unter der Luft des Salpeters, und sogar Unter der Luft des Menniges. —⁰ ines fire aber End⸗ Luft, denn die eini⸗ liget, Ei chst die zu also hlo— gene er⸗ ogar dephlogistizirte Luft. 57 Die Beschaffenheit der dephlogistizirten Luft aus den Pflänzen ändert sich nach den verschiedenen Umständen, wie man es aus meinem Werke über die Pflanzen er⸗ sehen kann. Blätter von Weinreben, Nußbäumen, Linden, u. s. w., liefern sie bey schönen Tagen gemei— niglich zwischen zweyhundert und zweyhundert sechszig Grad. Allein ich habe seit der Ausgabe des obangeführ⸗ ten Werkes gefunden, daß mehrere aus ändische Pflan⸗ zen, und vorzüglich einige Pflanzen warmer Länder dieselbe in einer weit ansehnlicheren Menge und von einer viel gewählteren Beschaffenheit geben; dergleichen sind die Pflanzen, derer ich schon zu Anfange dieses Abschnittes erwähnet habe. Ich füge hier die Prüfung einiger Lüfte derjenigen Pflanzen, woraus ich überhaupt die beste Luft gezogen habe, bey. Eine Pflanze der Ananas lieferte mir eine Luft von der ausgesuchtesten Güte, wie es aus ihrer Prüfung zu Tage lieget: o,81; 0,65; 0,76; 1,77. Diese Luft hatte also dreyhundert dreyundzwanzig Grad; denn 700— 177 323. Ein Blatt einer fleischichten Pflanze, bey Linne Agave Americana genannt, gab mir mitten im Sommer und bey schönem Sonnenscheine eine so große Menge Luft, daß ste den Inbegriff des Blattes weit übertraf,‚ D 3 und 78 Uiber die und ihre Güte war: ,78;„3½3 ½ν ½e. Es zernichteten sich also 488⸗ Eine andere Art der Agave Americana lieferte sie mir noch besser, deren Prüfung diese ist: o,84;3 0,615 0,47 3 1,49. Diese Luft hatte also dreyhundert einund⸗ fünfzig Grad; denn 790—14931. Der Cactus triangularis, eine fleischichte und para⸗ sitische Pflanze warmer Erdsiriche gab gleichfalls eine sehr beträchtliche Menge Luft von einer großen Güte. Bey der Prüfung kam Folgendes heraus: ,78; ,53 3 ,73; 1½73. Die Güte dieser Luft bestand also in drey⸗ hundert siebenundzwanzig Grad⸗ Die beste Luft, welche ich bis jetzt aus den flei— schichten Pflanzen warmer Länder erhalten habe, kam aus dem Sempervivum arboreum. Das Resultat ihrer Prüfung war: ,79; 0,53 3 ,4; 1,45. Sie hatte ö also dreyhundert fünfundfünfzig Grad. Allein so auserlesen auch diese Lüfte der exotischen Pflanzen seyn mögen, so habe ich doch Mittel gefunden, mir eine noch bessere aus dem Flußwasserfaden, Con⸗ ferva rivularis, einer fadenartigen Wasserpflanze, so wie aus einer Art eines Moses, wenn man es so nennen darf, Es nflei⸗ „kam t ihrer hattt otischen funden, „Con⸗ so wie nennen darf, ö dephlogistizirte Luft. 79 darf, welche man auf dem Boden der Wasserbehältnisse antrifft, zu verschaffen. So viel dieser zwey Körper, als zur Ausfüllung eines Raumes von ungefähr zwey Kubikzoll nöthig ist, gab mir in einer Glaskugel von hundert sechszig Kubikzoll Wasser in sechs bis sieben Tagen, selbst im Winter, aber in Glashäusern, sechs⸗ zehen bis achtzehen Kubikzoll einer dephlogtstizirten Luft von dreyhundert fünfzig bis auf dreyhundert fünfund—⸗ siebenzig Grad der Güte. Ich behalte es mir vor, an— derswo von der besonderen Beschaffenheit dieser Mosart, von ihrem Ursprunge und von ihrer in Hervorbringung einer ausgezeichnet guten dephlogistizirten Luft so unge⸗ mein fruchtharen Natur weitläufiger zu sprechen. 60 Uiber die Dritter Abschnitt. Besondere Betrachtungen über die Art, die dephlogistizirte Luft aus dem Salpeter zu ziehen. Wan man einmahl von dem Nutzen dieser belebenden Luft in Heilung der Krankheiten durch eine hinlängliche Anzahl Versuche gänzlich überzeugt seyn wird, so werden sich bald Leute finden, welche ihren Erfindungsgeist an⸗ strengen, um auf eine leichte und wenig kostbare Me⸗ thode zu kommen, sich zu jeder Zeit einen großen Vor⸗ rath derselben zu verschaffen, weil alsdann dieß ein Artikel des Commerzes werden wird. So lange der Reiz des Gewinns die Betriebsamkeit nicht rege machet, wird man dieser luftartigen Flüssigkeit nicht anders, als durch die Hände der Physiker, habhaft werden können; und da diese sie gemeiniglich nur in einer geringen Men⸗ ge auf einmahl machen, so wird sie nicht anders, als selten und zum hinlänglichen Gebrauche der Kranken schwer zu haben seyn; und wirklich ist es von einem bloßen Physiker nicht wohl zu begehren, umsonst eine für Studierende immer kostbare Zeit zu verschlagen, und — die dephlogistizirte Luft. 61 Aand Ausgaben zu machen, die hoch steigen, indem man nebst dem Preise des Salpeters bey jeder Operation eine beschlagene Retorte zerstöret, und eine gute Menge Koh⸗ len verzehret. Es geschiehet auch oft genug, daß die Retorte zerbricht, noch ehe die Operation bis zur Hälfte fertig ist. Damit die Retorten der Wirkung des feuerbestän⸗ digen Laugensalzes des Salpeters um so länger wider⸗ stehen, muß man sie allezeit recht dick auswählen. Es wäre zu wünschen, daß man hierzu eine Materie für Retorten fände, die der Wirkung des Feuers und des Laugensalzes im Salpeter widerständen, wie auch der dephlogistizirten Luft keinen schädlichen Stoff mittheilten. Retorten aus gegossenem Eisen widerständen zwar der Wirkung des Feuers gut; allein dieses Metall würde, wenn es glühete, seinen Brennstoss der aus dem Salpe⸗ ter entwickelten dephlogistizirten Luft mittheilen, und das feuerbeständige Laugensalz des Salpeters würde die—⸗ ses Metall bald zerstöret haben. Unter allen Metallen wäre vielleicht die Platina das einzige, welches hierzu dienen könnte; denn weder die Salpetersäure, noch ihre alkalische Basts, könnte es beschädigen, und der nöthige Grad des Feuers, um den Salpeter im Flusse zu erhäl—⸗ ten, würde es nicht zu schmelzen vermögen. Allein dieses neue Metall ist noch zu selten, und wir haben das 6²½ Uiber die das Mittel noch nicht gefunden, es in einer hinlänglich großen Menge ohne Zusatz zu schmelzen, wiewohl ich da— für hälte, daß ein kleiner Zusatz nicht schaden würde. Abt Fontana glaubet, daß die besten Retorten hierzu sich aus diesem Metalle machen ließen. Da ich die Vorrichtung, um die dephlogistizirte Luft aus dem Salpeter zu ziehen, so wie die Art, sie ein⸗ zuathmen, seit der ersten Bekanntmachung dieset Abhand⸗ lung in dem VI. Bande der Batavischen philosophischen Gesellschaft zu Rotterdam, und in meinen vermischten Schriften erster Ausgabe 1782, viel einfacher ge— macht habe, so/ würde es unnütze seyn, den Leser mit dem, was ich damahls für gut hielt, zu be⸗ schäftigen. Die besten Retorten, die ich gefunden habe, um die dephlogist irte Luft aus dem Salpeter und dem ro⸗ then Quecksfilberniederschlage zu ziehen, haben einen lan⸗ gen und doppelt gebogenen Hals, wie man es in der II. Figur BBB, Taf. I., sehen kann. Diesen Gedanken habe ich dem Ritter von Billenberg, Professor der Physik und Mathematik in der Militärakademie zu Neustadt, zu verdanken. Bey einer solchen Retorte hat man keine besondere Röhre nöthig, um die Luft in die Vorlage zu leiten. Doctor Hales bediente sich einer ähnlichen Re— tor⸗ dephlogistizirte Luft. 63 terte aus Eisen. Eine Figur davon siehet man in seiner Statik der Pflanzen. Um die dephlogistizirte Luft aufzufangen und auf— zubewahren, bediene ich mich seit einiger Zeit, Statt der Glocken und der gewöhnlichen Flaschen, der Kugeln, derer Oeffnung ungefähr einen Zoll im Durchmesser hat. Diese Kugeln halten von hundert sechszig bis gegen dreyhundert Kubikzoll. Ich nehme darum keine grössere, weil sie, voll Wasser, zu schwer zu behandeln sind. Hier wird der Leser, ehe er weiter gehet, wohl thun, einen Blick auf die I. Kupfertafel und die Erklärung der Fi⸗ guren zu werfen. Vier bis acht Unzen eines gepülverten Salpeters setze ich in einer Retorte in ein Sandband L eines Windofens A, Fig. II. Taf. I. Die Retorte umgebe und bedecke ich mit Kohlen. Da die Retorte beschlagen ist, so waget man nichts, wenn man gleich im Anfange keck Feuer gibt. In das Schaff, oder in die Wanne MM setzet man den kleinen Schemmel DD, mit drey Füßen und von unten in einen Trichter ausgeschnitten, so daß die Oeffnung der Retorte von unten in sein Loch passet. In dem Maße, als der Salpeter sich erhitzet, gehen aus der Retorte Luftbläschen, die durch die Oeffnung der ungefähr einen Zoll unter der Oberfläche des 64 Uiber die des Wassers stehenden Röhre K aufsteigen. Sobald man sich durch die schon zergliederte Methode versichert hat, daß die gemeine und fixe Luft, welche allezeit vor der dephlogistizirten kommen, davon gegangen sind, und daß sich die dephlogistizirte Luft entwickelt, setzet man das kugelörmige Gefäß Evoll Wasser auf die Röhre K; und man unterstützt sie mit einer Art eines hölzernen Hutes PF, welchen man mittelst der Vorrichtung E nach Gefallen erhöhen, erniedrigen, vor- und hinter sich schieben kann. So wie die dephlogistizirte Luft in die Kugel E steiget, gehet das Wasser heraus, und fällt durch die Röhre Jin die leere Kugel EU, welche auf einem Strohkranze stehet, um dieses Wasset aufzufassen, und, solchergestalt gefüllt, auf den Schemmel D ge— setzt zu werden, nachdem man die Kugel E voll dephlo— gistizirter Luft davon weggenommen hat. Ist nun die Kugel U auf besagtem Schemmel, so setzet man sogleich eine andere leere Kugel unter die Röhre J, um das Wasser, so wie die vorige Kugel, aufzufangen, und, mit Wasser gefüllt, an die Stelle der zweyten Kugel poller dephlogistizirter Luft auf den Schemmel gesetzet zu werden. Man fähret so fort, eine Kugel nach der an— deren mit dem Wasser, welches aus der auf dem Trichter des Schemmels D D stehenden Kugel herausgejagt wird anzufüllen. Jede Kugel voll dephlogistizirter Luft schließt man mit einem Korkstöpsel, stellet sie an einen recht küh⸗ = + dephlogistizirte Luft. 65 kühlen Ort, wo es aber nicht gefrieret, und mit ihrer um⸗ gekehrten Oeffnung in ein Geschirr voller Wasser. Zwi— schen der Wasserwanne und dem Ofen stellet man den blechernen Feuerschirm O, damit die Kugel E von den Kohlen nicht zu sehr erhitzet werde. Diese Kugeln ziehe ich den Glocken und den ge⸗ wöhnlichen großen Flaschen vor, weil sie mir zugleich besser sind, als andere Gefäße von was immer für einer Gestalt, um die dephlogistizirte Luft so, wie ich es in dem folgenden Abschnitte zergliedern werde, einzuathmen. Sie sind auch sehr bequem von einem Orte zum anderen zu übertragen, da es die Glocken viel beschwerlicher sind, indem man sie nicht von unten schließen kann. Anstatt eines gemeinen Windofens könnte man sich auch eines Reverberirofens bedienen. Ziehet man die dephlogistizirte Luft aus dem rothen Quecksilberniederschlage, so brauchet man die Retorte nicht zu beschlagen; denn es wird hier kein so starker Feuersgrad erfordert, als bey Ausziehung der Luft aus Salpeter, und das Quecksilber zerstöret das Glas nicht. J. verm. Schrift. II. B. E Die 6⁶ Uiber die Die im vorhergehenden Abschnitte vorgelegten Ver— suche, woraus man den merklichen Unterschied zwischen den verschiedenen Portionen der während der nämlichen Operation aus dem Salpeter gezogenen dephlogistizirten Luft ersehen hat, deutete klar an, daß es vortheil— haft ist, zum Auffangen der dephlogistizirten Luft keine zu große Gefäße zu gebrauchen; denn es ist gut, den eigentlichen Grad der Güte mehrerer Portionen zu be— stimmen, um diejenigen auswählen zu können, welche man für die besten befindet. Ich pflege auf jede Kugel einen Zettel mit der Anzahl der Grade der Güte, welche die darin enthaltene Luft hat, aufzupicken. Aus der Figur ersiehet man, daß die darauf vor— gestellten Retorten einen ziemlich weiten Hals bis an das Ende haben. Dieß ist nothwendig, weil der Sal— peter, wenn er in ein sehr starkes Sieden geräth, sich aufzublähen pfleget, und den Hals, wenn er eng ist, verstopfen könnte. Außer diesem sublimiret sich immer ein Theil des Salpeters, der den Durchgang gleichfalls verschließen könnte. Da mir diese Zufälle beym Ge⸗ brauche gemeiner Retorten, denen ich eine Glasröhre mit Siegellack anküttete, mehr als einmahl zustießen, so habe ich sie endlich aufgegeben. * dephlogistizirte Luft. 67 Es geschah mir sehr oft, daß die Retorte zu An⸗ fange der Operation zerstöret wurde; allein ich lernte dieß endlich vermeiden, indem ich die Ursache davon entdeckte. Ist die Lage des Beschlages zu dünn, so wirket die Hitze zu unmittelbar auf die Substanz des Glases, erweichet sie zu sehr, vder schmelzet sie. Wenn auch dieser Beschlag eine hinlängliche Dicke, 3. B. von drey bis vier Linien hat, so ist die Gefahr des Glas— schmelzens doch noch nicht ganz gehoben, wenn der Windofen zu breit ist, und von unten einen zu großen Luftzug hat, so wird die Hitze zu heftig auf die Retorte wirken, und sie schmelzen. Man muß also zur Vermei⸗ dung dieses Unfalles nur eine kleine Oeffnung unten am Ofen anbringen, und nur wenig Luft eintreten lassen. Eine andere Ursache der Zerstörung der Retorte ist diese. Wenn der Salpeter anfängt, in Fluß zu gehen, wenig⸗ stens nach der Thätigkeit des Feuers zu u heilen, und eine gute Menge fixer Luft ausgetrieben 12, so ist ge⸗ meiniglich ein Stillstand von einigen Minuten: eine Zwischenzeit, worin sich keine Luft entwickelt; beobachtet man alsdann, was vorgehet, so wird man sehen, daß das Wasser in den Hals der Retorte aufsteiget, und allda wellonförmige Bewegungen auf⸗ und abwärts macht. Es scheinet, daß in dieser Zwischenzeit der Saly ter wieder etwas Luft verschlinge, und daß die Art eines leeren Raumes, welche alsdann in der Retorte entstehet, E 2 die 68 Uiber die die Ursache von dem Aufsteigen des Wassers in ihren Hals sey. Bemerket man, daß das Wasser solchergestalt weit über die Oberfläche des Wassers in der Wange in den Rekortenhals aufsteiget, so ist es vorsichtig, sich ein wenig entfernet zu halten, aus Furcht, die Retorte möchte mit einem Knalle zerplatzen; welches unvermeidlich ist, wenn das Wasser den Bug der Retorte überschreitet, und mit dem geschmolzenen Salpeter in Berührung kommt. Um endlich jedem Unfalle vorzubauen, muß man nur so viel Wasser in die Wanne thun, daß die Oeffnung des Retortenhalses noch über der Wasserfläche bleibe, und sie nicht eher ganz voll füllen, als bis man versichert ist, daß sich die dephlogistizirte Luft entbindet; welches man leicht sehen kann, wenn man von Zeit zu Zeit ein Stück⸗ chen Holz, oder ein kleines Wachskerzchen, welches brann— te, und ausgelöschet wird, in die Mündung der Retorte einsenket. Die noch funkelnde Kohle dieses Stückchen Holzes, oder Wachskerzchens, wird wieder Flamme fan⸗ gen, wenn die dephlogistizirte Luft schon in ihrem vollen Gange ist, und alsdann wird der Druck dieser Luft jeder Gefahr des Wassereintretens in die Retorte vorbeugen. Hier kann man also die Wanne, worin der Hals der Retorte ist, ganz voll füllen, wie es in der I. Tafel zu sehen ist. N dephlogistizirte Luft. 69 Vierter Abschnitt. Uiber die Art, die dephlogistizirte Luft ohne Schwierigkeit einzuathmen, und sie von der Sauerluft, oder fixen Luft, womit sie sich allezeit bey ihrem Durchgange durch die Lunge besudelt, zu reinigen. Di enfache Art, einen Kranken die dephlogisti⸗ zirte Luft einathmen zu lassen, wenigstens die bequemste für den Kranken, wäre, diese belebende Luft in dem Zimmer selbst zu verbreiten. Um eine solche Behänd— lung zu erleichtern, stellte ich Versuche an, wovon ich in meinem Werke über die Pflanzen gesprochen habe. Man könnte auch alle dephlogistizirte Luft, die aus dem geschmolzenen Salpeter kommt, mittelst einer Röhre an dem Halse der Retorte in das Bett des Kranken selbst leiten; und, um während dieser Arbeit die Luft des Zim⸗ mers nicht durch die entzündeten Kohlen zu verderben, könnte man den Ofen unter ein Camin, oder in ein Nebenzimmer stellen. Allein bey ähnlichen Handgriffen könnte man nicht vermeiden, daß sich die dephlogistizirte Luft uicht mit der Zimmerluft vermische, so daß dem 3— Kran⸗ 7⁰ ½% Miber die Kranken nur sehr wenig davon zukäne. Um diese belebende Luft in ihrer ganzen Reinigkeit einathmen zu lassen, ist kein anderer Ausweg, als sie in Gefäßen aufzufangen, so daß man, ehe man sie anwendet, sich mit der größten Gewißheit von dem Grade ihrer Güte oder Reinigkeit versichern, und zugleich verhindern könne, da? sich ihr nicht das Mindeste von der gemelnen Luft be ymische. Ich versuchte, diese Luft nach dem Rathschlage des Herrn Fontana mittelst einer Röhre einzuziehen, deren g.ogenes Ende in eine Glocke voll dephlogistizirter Lugieng, die in einer Wanne voller Wasser schwamm, und das andere Ende dieser Röhre hielt ich im Munde zweschen den geschlossenen Lippen, um zu verhindern, daß sih die äußee Luft nicht darzu mischte. Die Einfalt die es Verfahrens gefiel mir unendlich; allein ich gab es auf, als ich mit einigen anderen Personen, die ich es versuchen ließ, fand, daß es unbequem wäre, durch eine Nöhre im Munde bey geschlossener Nase zu athmen, und daß es, wenn man die Nase nicht zuhielt, schwer wäre, die äußere Luft zu verhindern, daß sie nicht durch die Nase eintrete, und die andere, daß sie nicht aus⸗ trete. Vielleicht hätte ich es nicht verlassen dürfen, wenn mir Herr Fontana seine Berfahrungsart genau zer⸗ gliedert häte. Aus Mangel dieser Kenntniß erdachte ich dephlogistizirte Luft. 2 ich eine Methode, die mir ziemlich von Statten gieng; ich zog nämlich diese Luft entweder aus einer Glocke, oder einer Blase, die damit gefüllet wurde, mittelst einer Federharzflasche ein, deren Boden hierzu ausgeschnitten war, und die ich bey verschlossenem Munde genau um die Nase ansetzte. Da ich es aber etwas beschwerlich fand, diese Flasche so genau um die Nase anzudrücken, kehrte ich wieder zu Fontana's Art zurück, diese Luft durch den Mund einzuziehen, wobey ich mich anstatt einer guf dem Wasser schwiumenden Glocke einer Kugel be— diente, die in einer vollen Wasserwanne, so wie man es in der I. Fig. I. Taf. siehet, auf einem hölzernen Gestelle ruhete, und, anstatt der Röhre im Munde, eine Federharzflasche um den Mund anlegte. Hier folget diese ganze Verfahrungsart. Einige Stunden vor dem Einathmen der dephlogistizirten Luft löschet man in dem Wasser der Wanne ein gutes Stück lebendigen Kalk, wovon wir die Ursache bald einsehen werden. Hierauf setzet man die Kugel voll dephlogisti⸗ zirter Luft auf das hölzerne Dreyeck EEE umgestürzt auf, so daß ihre Oeffnung ungefähr zwey Zoll tief unter Wasser stehe. In diese Kugel bringet man die gebogene Röhre von Messing CCC, deren Ende wenigstens bis in den Mittelpunct der Kugelhöhle gelangen muß. Da diese Röhre nicht leicht ohne Verlust der in der Kugel E 4 ent 72 Uiber die enthaltenen Luft durch das Wasser hinein zu bringen ist, so kann man durch Verstopfung ihrer Oeffnung verhindern, daß das Wasser nicht hinein komme. Ich stecke daher einen etwas kegelförmiger geschnittenen Stöpsel, als es die gewöhnlichen sind, ein, damit er wieder um so leichter heraus gehe. In diesen Stöpsel stecke ich eine in einem rechten Winkel gebogene Nadel ein, und binde an ihr Ende einen hinlänglich starken Faden, welcher aus der Kugel heraus reichet; er ist mit dem Stöpsel sammt der Nadel durch DPFF vorgestellet. Ist diese messingene Röhre mit ihrem eingesteckten Stöpsel in die Kugel gebracht, so befestiget man sie in dieser Lage auf dem Rande der Wanne mittelst der Gabel K, welche an die Röhre selbst angelöthet ist. Hierauf ziehet man den Faden FEFF an, und der Stöpsel springet aus ihrer Oeffnung, und fällt in die Kugel, wo man ihn ässet. Hierauf leget man das Federharzfläschchen J, dessen Boden abgenommen ist, um die Lippen an, und hält es mit der linken Hand fest. Nach einem ausgestoßenen Athemzuge durch die Nase eröffnet man an dem Stücke H den Hahnen; und in dem Augenblicke selbst athmet man durch den offenen Mund ein. Eben so athmet man aus, und fähret so mit offenem Munde so oft ein⸗ und auszuathmen fort, als man es für gut hält. Bey jedem Athemzuge siehet man das Wasser in die Kugel steigen, und zur Zeit des Ausathmens wieder heraus⸗ ge⸗ V dephlogistizirte Luft. 73 gehen. Die Oeffnung der Kugel muß also weit seyn, damit zu gleicher Zeit so viel Wasser hineingehen kann, als Luft durch die messingene Röhre herausgehet. Man muß wohl Acht geben, daß man den Hahnen nicht eher eröffnen dürfe, als in dem Augenblicke selbst, wo man die Luft der Kugel einzuziehen beginnt; denn wenn man ihn vor dieser Zeit öffnete, so würde das Wasser in der Wanne in die Kugel treten, um allda sich mit dem Wasser von außen ins Gleichgewicht zu setzen, und eben so viel Luft würde aus der Kugel durch den Kanal des Stückes H herausgetrieben werden, und ver⸗ lustiget gehen. Die Röhre des Federharzes 6 dienet vermöge dessen Biegsamkeit zur leichteren Behandlung des Stückes H, ohne sich dabey plagen zu müssen. Durch den offnen Mund athmet man leicht aus und ein, ohne daß das Geringste von der Luft durch die Nase mit aus⸗- und eingienge, welches ich niemahls verhin— dern konnte, wenn ich, ohne zugleich die Nase mit den Fingern zusammenzudrücken, durch eine Röhre zwischen den Lippen einathmete. Die Luft, welche aus der Lunge zurückkommt, ist allezeit in ihrem Inbegriffe vermindert, und in ihrer Be— schaffenheit verschlimmert. Sie führet aus der Lunge E 5 zwey 74 Uiber die zwey dem Leben der Thiere schädliche Eigenschaften mit sich; sie ist nämlich mit einer guten Portion Sauerluft, fixer Luft, oder Kalksteinsäure, und Brennstoff besudelt. Die Theorie über den Nutzen des Athemhohlens, die uns Herr Priestley gegeben hat, belehret uns über den Ursprung des Brennstoffes, womit die Luft bey ihrer Zurückkunft aus der Lunge beladen ist(i). Die Er⸗ zeu⸗ — (i) Diese Theorie scheinet, gut gegründet zu seyn. Seine Meinung ist, daß der Brennstoff, der sich durch die Be⸗ wegungen des Lebens als ein überflüssig und schädlich ge⸗ wordener Körper aus unserem Baue entwickelt, einen Ausgang durch die Lunge finde, wo ihn die eingeathmete Luft verschlingt. Das Blut, welches von dem allgemei— nen Kreislaufe zur rechten Herzkammer zurückkehret, ist dunkel roth, und spielet ins Schwarze; da hingegen das⸗ selbe Blut, wenn es nach seinem Durchgange durch die Lnnge zur linken Herzkammer kommt, schön roth wird— Diese Veränderung ist ihm bey seinem Durchgänge durch die Lunge zugestoßen, als wo die eingeathmete Luft seinen überflüssigen Brennstoff einsaugte. Herr Priestley hat diese schöne Theorie durch Versuche bestättiget, die sie gegen jede Bestreitung zu erhärten scheinen. Allein die aus den Lungen zurückkehrende Luft ist noch mit fixer Luft bela— den; und es scheinet nicht, daß diese Sauerluft vom thierischen Baue selbst komme. Die Erzeugung dieser fixen Luft möchte eine Aehnlichkeit mit dem haben, was in allen anderen phlogistischen Processen, z. B. bey der Metallver⸗ kalkung, dem Verbrennen, u. s. w., vorgehet. Man kann hierüber Herrn Priestley's Werke selbst nachschlagen. Herr Crawford glaubt, daß Thiere, welche athmen, das ist, dephlogistizirte Luft. zeugung der fixen Luft scheinet von einer Art der Zer— setzung, welche die Luft bey allen phlogistischen Processen untergehet, herzukommen. Ich behalte es mir vor, viel ausführlicher über die Wirkung, welche das Athem⸗ hohlen auf die Luft ausübet, zu sprechen, so wie ich in den neuen Artikeln, die ich für den zweyten Band mei⸗ nes Werkes über die Pflanzen bestimme, schon über⸗ haupt davon Erwähnung gethan habe, und die zu Ende der Vorrede des ersten Bandes französischer Ausgabe stehen. Wenn die Kugel ungefähr hundert sechszig, oder hundert siebenzig Kubikzoll dephlogistizirte Luft von einer auserlesenen Beschaffenheit, z. B. von vierhundert Grad oder darüber, enthält, so mache ich wenigstens achtzehen bis ist, welche Lungen haben, von der Luft die Wärme ihrer Körper erlangen, und daß die fixe Luft, womit die aus⸗ geathmete Luft beladen ist, eine Erzeugung des Phlogi—⸗ stons, oder jenes Brennstoffes sey, der sich aus dem Kör⸗ perbaue entbinder. Man sehe diese sinnreiche Theorie in dem Werke nach, welches zum Titel hat: Experiments and observations on animal heat and the inflamma⸗- tion of combustible bodies. By Adair Crawford. A. M. London 1779. So gegründet auch diese neue Theorie seyn mag, so scheinet sie dennoch weiterer Be— obachtungen benöthiget zu seyn, um sich zu bestättigen. und mehr Klarheit zu gewinnen. 75 Uiber die bis zwanzig Athemzüge, ehe diese Luft zur gemeinen Luft herabgewürdiget wird. Indessen ist es sehr wahrschein— lich, daß ein kranker Mensch, bey dem sich eine grössere Menge Brennstoff erzeuget, sie geschwinder verunreinigen werde; dieß muß die Erfahrung entscheiden. Das in der Wanne enthaltene Wasser, besonders wenn es ein Kalkwasser ist, befreyet die aus den Lungen zurückgekommene Luft von der fixen, wenigstens großen Theils, durch seine Berührung; allein dieses Wasser vermag sie nicht auch von dem Brennstoffe zu befreyen. Man hat nicht zu fürchten, daß der Brennstoff„ womit die ersten Athemzüge der dephlogistizirten Luft angeschwän⸗ gert werden, schaden könne, indem diese Luft, frey von allem Brennstoffe, wovon die gemeine Luft immer einen Theil enthält, im Stande ist, eine sehr ansehnliche Menge desselben zu verschlingen, ehe sie so viel erhält, als die gemeine Luft von der besten Beschaffenheit allezeit bey sich führet. In Betreff der fixen Luft habe ich schon gesagt, daß ein großer Theil davon sogleich durch das Wasser verschlungen wird, welches beständig aus der Kugel aus- und eingehet, so lange man die darin ent— haltene Luft athmet, und um so mehr davon verschlin— get, als diese Luft vermöge ihrer eigenthümlichen Schwere, als sie der Rest der Luft besitzet, herunter— sinket. Andererseits hat es das Ansehen, als sey die fire dephlogistizirte Luft. 77 fixe Luft, wenn sie nicht in einer sehr beträchtlichen Menge in der athmenbaren Luft vorhanden ist, unserem Baue nicht so schädlich. Wir sehen z. B., daß die Brauer, die oft von einer mit Sauerluft beladenen Luft umgeben sind, sich ziemlich gut befinden, Ich verspürte nichts, als ich eine beträchtliche Zeit in Kellern voller Fässer und Kuffen, worin das Bier in voller Gährung war, blieb, wenn man nur die Thüren und Zuglöcher offen ließ. Inzwischen war dieser Ort dergestalt mit Sauerluft beladen, daß ein mit Weinsteinsalzöhl be⸗ schmiertes Glas fast auf der Stelle mit Salzkrystallen bedecket wurde, besonders wenn ich es nahe an der Erde hielt; weil die Sauerluft, schwerer, als die gemeine Luft, sich großen Theils gegen den Boden senket. Daher kommt es, das Thiere, als Katzen und Hunde, die in der niedrigsten Schichte dieser Luft athmen, manchsmahl zu Grunde gehen, wenn sie einige Zeit in solchen Kel— lern verbleiben; da im Gegentheile die Menschen sich gar nicht dabey beschweret fühlen, wenn sie übrigens eine gute Lunge haben. Es könnte so gar seyn, daß die Luft, wenn sie nur mäßig mit fixer Luft beladen wird, wegen der fäulnißwiderstehenden Kraft dieser Sauerluft in einigen Krankheiten heilsam wäre. Man hat schon Versuche gemacht, die diese Meinung zu be— günstigen scheinen. Um 78 Uiber die um endlich zum wenigsten einigen Begriff von der Verschlimmerung zu geben, welche die Luft bey ihrem Durchgange durch die Lunge erleidet, will ich etliche Versuche, die ich zur Beleuchtung 515 wichtigen Mate⸗ rie üdilez habe, beyfügen. I. Versuch. Dreyßig Kubikzoll einer dephlogtstizir— ten Luft, deren Gräd der Güte mir bekannt war, brachte ich in eine trockene Blase, sog sie ganz auf einmahl in meine Lunge, und stieß sie wieder ganz in dieselbe Bläse aus. Hierauf nahm ich nur so viel davon weg, als ich zur Füllung eines eudiometrischen Maßes brauchte, das ist, beyläufig einen hälben Kubikzoll; ich untersuchte diese Luft durch die Probe der Salpetersäureluft, da ich sodann die ganze in der Blase noch rückständige Menge aufs neue ein- und ausathmete; und nachdem ich hier abermahl ein eudiometrisches Maß davon genommen, und den Grad ihrer Güte untersucht hatte, wiederhohlte ich zm drittenmähl das Einathmen der in der Blase übrig⸗ gebliebenen Luft, und prüfte sie wieder, wie zuvor. Solchergestalt fuhr ich fort, bis ich dieselbe Luft fünf— mahl eingeathmet hatte; und der genaue Ausschlag die— ses Versuches war, wie folget. Die In ö‚ dephlogistizirte Luft. 75 Die Prüfung der hierzu bestimm⸗„ ö ö 1 ä ten dephlogistizirten Luft gab: 2——8 —— ,783 0,48; 9,21;5 1,18. ö— 382. Diese Luft hatte, einmahl einge- C S— athmet, folgende Güte: 2——.2 ,80 3 5,90) 1,68.— 240 SS ⸗„„ zweymahl 22 9,755 1,165 2,15. 2 8 3 185 —— „„ drehmahhl ·—*— 2253 8 ,863 1,86. 124. — SE2 viermahl 8 5 521. 2——— 7 S * fünfmahl** D—.— 1, 34. 65 Aus diesem Versuche erhellet, daß die Menge die— ser dephlogistizirten Luft, die zu einem Athemzuge dien⸗ te, der Wirkung der Lunge viermahl ausgesetzet wurde, ehe ste unter die gewöhnliche Beschaffenheit der gemeinen Luft herabgebracht wurde. Der fünfte Athemzug konnte zu der Verschlimmerung, welche diese Luft bey den vier vorhergegangenen Athemzügen schon erlitten hatte, nichts mehr hinzufügen; weil diese Luft, schon mit fixer Luft und Brennstoff überladen, nichts mehr davon annehmen konnte. Am 8⁰ Uiber die Um endlich einen Gegenversuch zu haben, behandelte in eine gleiche Menge gemeiner Luft auf die nämliche Art, und der Ausschlag war dieser: II. Versuch. Dreyßig Kubikzoll gemeine Luf? athmete ich aus einer trockenen Blase fünfmahl ein, und untersuchte sie nach jedem Athemzuge, so wie die dephlo⸗ gistizirte Luft im vorhergehenden Versuche. Die Prüfung dieser athmosphärischen Luft, angestellt, so wie es im vorhergegangenen Abschnitte beschrieben wurde, gab das durch folgende Zahlen bezeichnete Resul⸗ tat; das heißt, ein Maß dieser Luft verminderte sich mit einer Maß Salpetersäureluft bis auf 1,06. Diese Luft hatte also bierundneunzig 4 2 Grad.—— 9⁴4. Eben diese Luft, nachdem sie einmahl ganz eingeathmet war, gab re· 2 91— die nämliche Prüfrung: 1,25.— 2 75. Nachdem sie zweymahl eingeathmet 2 2 5 war: 1/37. S 2 63. Nachdem sie dreymahl aan 2 war: 1,47. 25 53. Nachdem sie viermahl eingeathmet, V 8 war: 1,48. 6 2— 52. III. delte liche Luft und hlo⸗ ellt, ben sul⸗ sch 4. 75• 63. dephlogistizirte Luft. 61 III. Versuch. Um endlich ein Beyspiel von der' Verschlimmerung zu geben, welche eine ziemlich beträchta liche Menge einer dephlogistizirten Luft beym Einathmenn untergehet, will ich einen mit der gewissenhaftesten Ge⸗ nauigkeit angestellten Versuch hier hersetzen. Nachdem ich hundert zweyundsiebenzig Kubikzoll einer dephlogistizit⸗ ten Luft, deren Güte nach der oben beschriebenen Art zu schätzen auf dreyhundert sechsundfünfzig Grad stieg, in eine trockene Blase gebracht hatte, athmete ich sie acht⸗ mahl ein, und eben so oft aus, wobey ich die Blase mittelst einer Federharzflasche, oder eines Cadutchouks nach der oben bezeichneten Art um die Nase genau an⸗ legte; hierauf untersuchte ich diese Luft, und ich fand sie von dreyhundert sechsundfünfig Grad auf zweyhundert fünfundzwanzig herabgewürdiget. Sie fällte das Kalk⸗ wasser, und färbte die Lackmußtinctur roth. Vier Ku⸗ bikzoll dieser, in einer großen Röhre doll Wasser, und eine halbe Minute lang geschüttelten Luft waren um re ver⸗ mindert, worauf sie das Kalkwasser nicht mehr fäl e, noch die Lackmußtinctur ins Rothe beränderte. Sie war also von aller fixen Luft frey; allein als ich sie sodann mit dem Luftgüͤtemesser prüfte, fand ich, daß das Schütteln im Wasser ihre Beschaffenheit nicht besser gemacht habe, indem sie sich mit zweyhundert vierund⸗ zwanzig Grad darstellte. Ich schültelte gleichfalls viet Kubikzoll Luft aus der nämlichen Blase in einer Röhre J. verm. Schrift. II. B. F voll 82 Uiber die voll Kalkwasser eine Minute lang. Ihr Inbegriff war um vermindert(k). Sie gab sodann keine Merk— mahle einer Sauerluft mehr. Indeß hatte das Kalk⸗ wasser ihre Eigenschaft doch um nichts verbessert; denn als ich sie nach diesem Schütteln prüfte, fand ich sie von zweyhundert dreyundzwanzig Grad. Sie hatte also dieser Prüfung zu Folge 22 ihrer Heilsamkeit verloren. Allein man könnte vielmehr sagen, daß sie durch dieses Schütteln weder verbessert, noch verschlimmert wurde, indem der Unterschied so klein ist, daß man ihn bey —— (E) Obschon diese dephlogistizirte Luft solchergestalt durch das Schütteln im reinen Wasser ihres Inbegriffes, und im Ralkwasser 3*7 verlor, so darf man doch nicht daraus schließen, daß sie genau so viel fixe Luft gehabt habe, als sie an ihrem Inbegriffe durch das Schütteln verlor; denn ein Theil der fixen Luft trat sonder Zweifel schon ins Wasser, als man die Luft durchs Wasser in die Röhre brachte. Und andrerseits verzehret sich die dephlo— gistizirte Luft, die nicht eine Spur fixer Luft an sich hat, durch das Schütteln im Wasser viel geschwinder, als die gemeine Luft, und verdirbt sich allezeit mehr dabey. Hier sind einige Versuche, die hierüber entschei— dend sind. Sowohl im reinen Wasser, als im Kalkwasser schüttelte ich eine Minute lang eine gleiche Menge ver— schiedener Luftarten, untersuchte hierauf die Verminde— rung ihres Jubegriffes und die Verschlimmerung ihrer Beschaffenheit. Ge⸗ dephlogistizirte Luft. 8³ Schätzung einer dephlogistizirten Luft für nichts rechnen kann. Nach diesen zwey aus der Blase genommenen Portionen Luft, um sie nach der so eben zergliederten F 2 Art Gemeine Auft, deren Güte 70 war, eine Minute lang geschüttelt, vermindert Gräd betrug, das ist, wovon ein Maß sich mit einem Maße Salpetersäureluft auf 1,04 verminderte, und wovon fol— glich—.— zernichtet wurden. Lungenluft, oder eingeathme—⸗ te gemeine Luft, befand sich nach dem Ausathmen bis auf 60 Grad verschlimmert; näm⸗ lich ein Maß derselben ver— minderte sich mit enem Maße Salpetersäureluft auf 1,40. Dephlogistizirte Luft aus Sal⸗ peter, deren Güte 374 Grad hatte. Dephlogistizirte Luft aus ro— them Quecksilberniederschlage, und deren Beschäffenheit von 408 Grad war. Dephlogistizirte Luft aus Men⸗ nig ohne Zusatz einer Säure, und deren Güte 370 Grad betrug. Dephlogistizirte Luft aus Pflau⸗ zen an der Sonne von 315 Orad. im reinen Wasser. 2— +Tꝰo õ 5 F 8. 7 * wassek. + 2 war durch dieses Schütteln im reinen Wasser. 74 7⁷ 335 315 327 verschlimmert im Kalk⸗ wasser.* 74• 4.• 310. 337⁷ 320. 353⸗ *D 327. Aus 84 Uiber die Art zu prüfen, blieben noch beyläufig hundert vierzig Kubikzoll Luft darin. Ich legte die Blase aufs neue an der Nase an, und athmete die Luft noch sechsmahl ein und aus, und machte demnach sammt den acht vorher— gegangenen Athemzügen in allem vierzehen. Hierauf un⸗ terzog ich sie einer neuen Prüfung, und fand sie bis auf hundert sechszehen Grad herabgebracht. Eine Men-⸗ ge Aus diesen Versuchen folget, daß die dephlogistizirte Luft, woher man sie auch immer haben mag, sich durch das Schütteln im reinen Wasser sowohl, als im Kalk— wasser, beträchtlich vermindere; daß die gemeine Luft nicht so leicht ins Wasser trete, als die dephlogistizirte; und daß die Beschaffenheit aller athmenbarer Lüfte durchs Schütteln im reinen Wasser und im Kalkwasser immer schlechter werde. Diese Versuche lehren uns noch über dieß, daß man keine athmenbare Luft in einem Gefäße, worin sich Wasser befindet, weit verschicken könne, ohne ihre Beschaffenheit merklich zu verschlimmern. Ganz phlogisti— zirte Lüfte, so wie die brennbare Luft, werden durch vieles Schütteln im Wasser dem Leben der Thiere weniger schädlich. Ich habe noch eine große Menge Versuche mit gemei— ner Luft, mit dephlogistizirten und phlogistizirten Lüften, mit brennbarer Luft, u. s. w., gemacht, indem ich sie im Wasser eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, und eine ganze Stunde schüttelte, um zu bestimmen, welche Veränderung jede derselben bey solchen Operationen un— tergehe. Allein bier ist der Ort nicht, um solche Versuche zu zergliedern. 8 izirte HArch Kalk⸗ Luft irte; urchs mmer ͤber fäße, ihre gisti⸗ urch lniger emei sten, h sie und elche m⸗ suche — dephlogistizirte Luft. 85 ge dephlogistizirte Luft also, welche hundert zweyundsie— benzig Kubikzoll ausmachte, und deren Beschaffenheit nicht die beste war, übertraf nach einem vierzehenmahligen Einathmen noch die Güte der gemeinen Luft in dem Verhältnisse, wie hundert sechszehen zu vierundneunzig; und sie hätte sie noch mehr übertroffen, wenn ich nach den ersten acht Athemzügen nichts davon genommen hätte. Diese solchergestalt noch ferner verdorbene Luft fällte das Kalkwasser auf der Stelle, und veränderte die Lackmuß⸗ tinctur ins Rothe. Sie enthielt also eine ansehnliche Portion fixer Luft, welches sich noch mehr beym Schüt⸗ teln im Wasser zu Tage legte; denn ein Theil dieser Luft verminderte sich beym Schütteln im reinen Wasser wäh⸗ rend einer Minute, um ein Siebentheil, und dieselbe Menge, während einer Minute im Kalkwasser geschüttelt, verminderte sich um ein Fünftheil. Hier bey dem Zu— stande einer so tiefen Herabwürdigung war es, daß sie durch das Auswaschen etwas besser geworden zu seyn schien; denn die Portion, die im reinen Wasser geschüt⸗ telt wurde, war an Güte von hundert sechszehen bis auf hundert siebenunddreyßig gestiegen, und der im Kalk⸗ wa ssr bewegte Theil reichte bis auf hundert sechsund⸗ dreyßig. Obschon die Bewegung dieser Luft in beyden Wissern ihr den nämlichen Grad der Güte wieder her—⸗ stellte(denn der kleine Unterschied von einem/ der bey der Prüfung obwaltete, verdienet nicht, in Anschlag F 3 ge⸗ 8⁰ Uiber die gebracht zu werden), so darf man dennoch nicht daraus schließen, das es allerdings gleichgültig sey, was für eines Wassers man sich bediene, um die dephlogistizirte Luft von der fixen zu reinigen; denn andere Versushe beweisen es, daß das Kalkwasser die fixe Luft durch seine Berührung eher verschlinge, als das reine Wasser. Die Ursache, warum die im Kalkwasser geschüttelte Luft nicht besser geworden ist, als die Luft, welche im bloßen Wasser geschüttelt wurde, war, daß ich alle beyde viel länger geschüttelt hatte, als zu ihrer Befreyung von der firen Luft nöthig gewesen wäre, indem sich die dephlo— gistizirte Luft, wie ich es schon oben dargethan habe, durch das Schütteln im Wasser allezeit beträchtlich ver⸗ schlimmert⸗ Um endlich von dem Vortheile, den man sich zu versprechen hat, wenn man die dephlogistizirte Luft viel— mehr in Berührung mit reinem Wasser, oder mit Kall— wasser, als aus einer trockenen Blase einathmet, um so besser urtheilen zu können, will ich einige mit lebendigen Thieren, und mit mir selbst angestellte Versuche beyfügen. IV. Versuch. Ich ließ zwölf Kubikzoll einer dephlo⸗ gistiirten Luft aus Salpeter, deren Güte dreyhunders zehen uee Ien Fege Hrl Rft HI such Ast ahn Iug Waus fhe izirte suche seine Die nicht loßen e viel n det ephlo⸗ habe, vber⸗ zu viel⸗ Kalk⸗ im so digen Ugen. ephlo⸗ inders hen dephlogistizirte Luft. 87 zehen Grad hatte(I), in ein Glas voller Quecksilber auf⸗ steigen. Ich gab Acht, daß mit dieser Luft keine Feuch⸗ tigkeit ins Glas kam, damit nichts darin wäre, welches die fixe Luft verschlingen könnte. Ich brachte einen Fin⸗ ken hinein, der in sieben Minuten krank wurde, und nach einundfünfzig Minuten starb. Der Inbegriff der Luft war um anderthalb Kubikzoll vermindert. Ich nahm den todten Finken heraus, und setzte einen ande⸗ ren gesunden hinein. Dieser wurde auf der Stelle krank, und starb in sechszehen Minuten. Ich fand die Luft⸗ masse aufs neue vermindert, aber nur um einen halben Kubikzoll. Wohl überzeugt, daß, wenn ich in die näm⸗ liche Luft einen dritten Vogel gesetzt hätte, er noch ge⸗ schwinder, als der zweyte, zu Grunde gegangen wäre, hielt ich es für überflüssig, es auf die Probe ankommen zu lassen. Ich wollte sehen, wie weit diese durch das »Athmen der zwey Vögel schon um ein Sechstheil ver— F 4 min⸗ — ( Diese Güte ist nur mittelmäßig; ich zog sie aber vor, weil diejenigen, welche mit der Art, die dephlogistizirte Luft aus Salpeter hervorzubringen, noch nicht hinlänglich bekannt sind, wahrscheinlicherweise außer Stande seyn werden, sich eine bessere zu verschaffen; und auch, weil ich da—⸗ mahls die Art noch nicht gefunden hatte, mir mit einem beständigen Erfolge mittelst der Pflanzen eine Luft von einer besseren Beschaffenheit zuwegenzubringen. 88 Uiber die minderte und sehr verdorbene Luft, in ihrer Güte wieder herzustellen sey, wenn ich sie von der Sauerluft rei⸗ nigte, die sie erlangt hatte. In dieser Absicht ließ ich sie in eine Röhre voller Kalkwasser aufsteigen, welche Röhre ich eine Minute lang in einem Schaffe voller Kalkwasser erschütterte. Diese Luft war mit Sauerluft, oder firer Luft, so überladen, daß sich zwey Kubikzoll bey ihrem Durchgange durch das Wasser verschlangen, und daß das, was noch übrig blieb, bey der Bewegung im Kalkwasser noch um drey Kubikzoll eingieng. Sol-⸗ chergestalt sahen sich zwölf Kubikzoll dieser Luft auf fünf herabgebracht, indem sieben Kubikzoll sowohl durch das Athmen der zwey Vögel, als bey dem Durchgange und dem Schütteln im Kalkwasser verschlungen wurden. In die fünf Kubikzoll der rückständigen Luft setzte ich einen dritten Finken der siebenundzwanzig Minuten darin lebte, und ihren Inbegriff um fünfthalb Kubik—⸗ zoll schmählerte. Dieser Versuch setzet es außer allem Zweifel, daß die Berührung des Wassers, hauptsächlich des Kalkwassers, die durch das Athmen der Thiere ver—⸗ schlimmerte Luft von einer ihrer schädlichen Eigenschaf⸗ ten, von der fixen Luft, reinigen könne. Als ich den kodten Vogel heraushohlte, und die fünfthalb Kubikzoll der rückständigen Luft im Kalkwasser, eine Minute lang, erschütterte, zog sich ihr Inbegriff auf vier Kubikzoll zusammen, wo sie sodann das Kalkwasser nicht mehtz nie⸗ 4 Iet tled Hat! s, Hal. Müe ud hles det g vu H1 dephlogistizirte Luft. 8³ niederschlug. Diese Luft, obgleich von aller fixen Luft entlediget, befand sich noch dergestalt in ihrer Beschaffen⸗ heit herabgewürdiget, daß sie schlechterdings unfähig war, das Leben eines Thieres und die Flamme zu unter⸗ halten. Ein Maß derselben verminderte sich mit einem Maße Salpetersäureluft auf 1,62. Ihre Beschaffenheit stand also unter der Beschaffenheit der gemeinen Luft, wie achtunddreyßig unter sechsundneunzig; denn die Güte der gemeinen Luft verhielt sich damahls so, daß ein Maß derselben mit einem Maße Salpetersäureluft auf 1,04 herabkam. Es waren also von den zwey Maßen zer⸗ 20 nichtet. Dieß beweiset, daß das Wasser nicht im Stande ist, eine Luft von dem Brennstoffe, den sie durch die Wirkung des Athemhohlens angezogen hat, zu reinigen. V. Versuch. Zur nämlichen Zeit, als ich den Fin⸗ ken in einer dephlogistizirten Luft über Quecksilber ein⸗ gesperrt hielt, setzte ich einen anderen Finken in dieselbe dephlogistizirte Luft, die aber über Wasser stand. Er lebte eine Stunde und zwanzig Minuten darin, das ist, dreyßig Minuten länger, als der Fink in der Luft über Quecksilber. Der Inbegriff der Luft wurde auf zehen Kubikzoll gebracht. Nach dem herausgenommenen tod⸗ ten Vogel ließ ich diese Luft auf derselben Stelle, das ist, auf dem Brete der Wanne, die mir zu meinen Luft⸗ ver suchen dienet, stehen, ohne einen anderen Vogel hin-⸗ F ein⸗ 9⁰ Uiber die ein zu thun, um zu sehen, um wie viel sich diese zehen Kubikzoll Luft in der Berührung des Wassers, ohne das Gefäß zu erschüttern, verminderten. Zu Ende dieser Zeit fand ich diese Luft auf zehenthalb Kubikzoll gebracht; alsdann setzte ich einen zweyten munteren Finken hinein, wo er sogleich Zeichen der Beängstigung gab, und in fünfzehen Minuten starb. Der Inbegriff der Luft machte damahls neun Kubikzoll aus. Ganz versichert, daß, wenn ich einen dritten Finken hineinbrächte, er den Tod noch früher finden würde, als der zweyte, wollte ich erst lieber diese Luft von aller Sauerluft, oder fixen Luft, entledigen. Ich ließ also diese neun Kubikzoll Luft in eine Glasröhre voller Kalkwasser aufsteigen, schüttelte sie eine Minute lang, und schmählerte sie bis auf sieben Kubikzoll; worauf ich einen dritten Finken hineinsetzte, der siebenundzwanzig Minuten lebte. Nachdem der todte Vogel heraus war, fand ich die Luftmasse auf sechs und einen Viertelszoll vermindert. Diese Luft bewies bey der Prüfung, daß sie aufs neue mit fixer Luft befleckt worden sey; denn sie fällte das Kalkwasser den Augenblick, und färbte die Lackmußtinctur roth. Bey einem minutenlangen Schütteln im Wässer vermin— derte sie sich um ein Sechstheil. Nachdem ihr die fixe Luft benommen war, erschien ihre Güte bey der Salpetersäureluftprobe mit achtundsechszig Grad; das heißt, ein Maß dieser Luft verminderte sich mit einem Maße M V alL 2 - 9044 Rn iehen ohne dieset acht; nein, d in achte daß, Tod Herst Luft, ft in ttelte jeben ehte, der auf uft irer sser oth. dephlogistizirte Luft. 9— Maße Salpetersäureluft auf„32, und es waren s zernichtet. Diese Luft war demnach weniger verdorben, als die Lust des vorigen Versuches, und zwar in dem Verhältnisse, wie achtundsechszig zu achtunddreyßig; und ihre Güte stand unter der Beschaffenheit der gemeinen Luft, wie achtundsechszig unter sechsundneunzig. VI. Versuh. Ein Fink starb in zwölf Kubikzoll gemeiner Luft, die vom Wasser unterstützet wurde, nach achtzehen Minuten. ‚ VI. Versuch. Ich füllte ein kugelförmiges Glas B Fig. I, T. I, mit hundert fünfzig Kubikzoll dephlo⸗ gistizirter Luft an, deren Güte zweyhundert zweyund— achtzig Grad hatte, und setzte es, so wie man es in der Kupfertafel siehet, auf das hölzerne Dreyeck in einer mit reinem Wasser angefüllten Wanne. Ich athmete nach der oben erblärten Art zwanzigmahl mit offenem Munde ein und aus; hierauf unterzog ich diese Luft der Prüfung, und fand, daß sie etwas fixe Luft enthielt, indem sie das Kalkwasser fällte, und die Lackmußtinctur roth färbte. Ein Theil davon verlor durch das Schüt— teln im reinen Wasser während einer halben Minute ein Fünfundzwanzigtheil des Inbegriffes; bey welchem Schütteln aber die fixe Luft vom Wasser gänzlich ver⸗ chlungen wurde. Dle⸗ Uiber die Diese Luft, als sie solchergestalt der firen Luft los war, bewies sich bey der Salpetersäureluftprobe noch von einer Beschaffenheit, die der gemeinen Luft in dem Verhältnisse: wie hundert fünfzehen zu sechsundneunzig, überlegen war; denn ein Maß derselben nahm mit einem Maße Salpetersäureluft ,& ein. Als ihr ein zweytes Maß Salpetersäureluft zugesetzet wurde, nahm die rück⸗ ständige Luftsäule 1,89e ein; es waren also hundert fünfßzehen Unterabtheilungen zernichtet. Man kann also so ziemlich zuverlässig sagen, daß diese Luft etwas mehr, als ein Fünfundzwanztheil der fixen Luft enthalten habe. Ich sage: etwas mehr, weil schon bey dem Uibergange dieser Luft durch das Wasser in die Röhre etwas fixe Luft verschlungen wurde. VIII. Versuch. Das nämliche, bey dem vorigen Versuche gebrauchte kugelförmige Glas füllte ich mit einer dephlogistizirten Luft an, die ich aus demselben Behältnisse, als die erste, genommen hatte; die Wanne aber füllte ich, anstatt des reinen Wassers, mit einem frisch bereiteten Kalkwasser an, um mit Bestimmtheit urtheilen zu können, ob sich wirklich einiger Vortheil bey dem Gebrauche des Kalkwassers vor dem reinen Wasser befände, und ob dieser Vortheil so ansehnlich wäre, daß er bedacht zu werden verdiene. Als ich, wie im vorigen Versuche, zwanzigmahl ein- und ausgeathmet hatte, ohne das n dephlogistizirte Luft. 93 das Federharzfläschchen vom Munde zu rücken, unter⸗ suchte ich diese Luft. Sie enthielt nur wenig fixe Luft, und trübte das Kalkwasser nur sehr flüchtig. Ein Theil derselben, im reinen Wasser eine halbe Minute lang ge— schüttelt, verminderte sich am Inbegriffe um ein Fünf⸗ zigtheil, worauf sie das Kalkwasser nicht mehr fällte, und folglich keine Spur der fixen Luft mehr enthielt. Diese Luft zeigte sich alsdann bey der Salpetersäureluft⸗ probe von hundert fünfzehen Grad; denn ein Maß der⸗ selben fiel mit einem Maße Salpetersäureluft auf ,8; herab. Ihre Güte übertraf demnach die Güte der ge⸗ meinen Luft noch in dem Verhältnisse, wie hundert fünf⸗ zehen zu sechsundneunzig⸗ Aus diesen Versuchen kann man meines Erachtens schließen, daß es einiger Vortheil ist, sich des Kalk⸗ wassers vor dem gemeinen Wasser zu bedienen, wenn man Kranke nach der oben vorgelegten Art die dephlo— gistizirte Luft einathmen lassen will; denn die im VIII Versuche angewandte Luft enthielt nur halb so viel fixe Luft, als die Luft des VII Versuches, wiewohl, um die Wahrheit zu gestehen, dieser Vortheil unendlich ge⸗ ringer ist, als ich mir anfangs vorgestellet hatte. Vey Vergleichung des III und IV Versuches mit dem yI, VII, VIII wird man überzeugt werden, daß es 94 Uiber die es unendlich besser ist, die dephlogistizirte Luft aus elner 10 Glocke oder einer Kugel im Wasser, es sey nun reines u, Wasser, oder ein Kalkwasser, einzuathmen, als aus tann einer trockenen Blase, welche Art man übrigens auch immer einschlagen möge, um sie in die Lunge zu ziehen. I Hultw Bey Verglelchung des III Versuches mit dem VII uch! und VIII, hauptsächlich aber des IV mit dem V, 0 wird man sehen, daß man bey der von mir vorgeschla— genen Methode nicht nur den Vortheil hat, die Luft bey haln jedem Athemzuge von der fixen Luft, wenigstens von dd jener Menge der Sauerluft, wovon man einem bösen Erfolg befürchten könnte, womit die Lungenluft allezeit beschwängert zurückkommt, gereiniget zu häben; sondern auch von der nämlichen Menge Luft mehrere Athemzüge thun zu können, wenn man sie trocken aus einer Blase + einathmet; denn aus diesen Thatsachen erhellet, daß die Berührung des Wassers, außer daß sie die fixe Luft sihn ziemlich geschwind einsauget, noch das Vermögen habe, Rn bis auf einen gewissen Grad die üble Folge zu verhin— sich dern, welche das Athmen der Thiere auf unser Element D hat. shl und Der IV Versuch scheinet anzudeuten, daß ein Thier ö Ketn in einem Orte, wo die Luft nicht erneuert werden kann, uN die dephlogistizirte Luft. 95 die Luft dergestalt zersetzee, wenigstens die dephlogistizirte Luft, daß sie, ehe es stirbt, über die Hälfte in fixe Luf. rerwandelt wird. Der Vortheil, den man von der Art, die dephlo— gistizirte Luft in Berührung mit Wasser, vorzüglich mit Kalkwasser, einzuathmen, zu erwarten hat, scheinet durch den IV und V Versuch in ein helleres Licht ge— setzt zu werden; denn von den zwey ersteren Vögeln, die in einer dephlogistizirten Luft über Wasser eingesperrt waren, lebte der erstere beynahe noch einmahl so lang, als der erste von den zwey Vögeln, die in der Luft über Quecksilber gehalten wurden; und der zweyte Vogel lebte darin fast eben so lang. Zu dieser Bemerkung kommt noch, daß die drey Vögel in der Luft über Wasser die Luft nicht so sehr verdorben, und so sehr in fixe Luft zerleget oder verwandelt haben, als die drey Vögel in der Luft über Quecksilber. Die Verschlimmerung der—⸗ selben Luftmasse, welche in der Zeit von vierundneunzig Minuten, die Zeit, die die drey Vögel beym IV Ver— suche lebten, bewirket wurde, und wobey sie mit dem Wasser nicht in Berührung stand, übertraf die Ver⸗ schlimmerung, welche die Luft über Wasser in Zeit von hundert zweyundzwanzig Minuten,(so lange nämlieh lebten die drey Vögel beym V Versuche)), erlitten hatte, in den Verhältnisse, wie achtundsechszig zu achtunddreys⸗ sig. 96 Aiber die sig. Ferner siehet man aus diesen Versuchen, daß dit Lebensdauer der drey Vögel zusammengenommen beynahe um ein Drittheil länger war, da die Luft über Wasser stand, als da sie trocken gehalten wurde. Der V Versuch beweiset in Vergleichung mit dem VI Versuche, daß die Lebensdauer in einer dephlogisti⸗ zirten Luft, deren Güte nur mittelmäßig war, dennoch die Lebensdauer in einer gleichen Masse gemeiner Luft in dem Verhältnisse, wie einundachtzig zu achtzehen üͤber⸗ troffen habe. Die Lebensdauer einer in einer dephlogistizirten Luft von der besten Beschaffenheit ist siebenmahl, manchsmahl acht⸗ und auch neunmahl länger, als in einer gleichen Masse gemeiner Luft— *——————————— 14 die ynahe Dasset t deit gisti⸗ nnoch uft in ber⸗ Luft mahl lichen dephlogistizirte Luft. 97 + —.— Fünfter Abschnitt. Eine Abkürzungsart, die dephlogistizirte Luft zu prüfen. Hien⸗ welche die Art, die Güte athmenbarer Lüͤfte zu prüfen, im ersten Abschnitte des zweyten Thei⸗ les meines Werkes über die Pflanzen gelesen haben, werden die Prüfung der dephlogistizirten Luft ziemli h verdrüßlich gefunden haben; denn man muß zweyen in die große Röhre aufgestiegenen Maßen der zu untersuchen⸗ den Luft oft acht bis zehen Maß Salpetersäureluft nach einander zusetzen, ehe die zwey Maß der Luft, deren Güte man kennen will, vollkommen gesattiget ist. In dem letzten Abschnitte des erwähnten Buches legte ich eine Methode vor, die die Arbeit zur Hälfte abkürzte; sie bestand darin, daß man, anstatt zweyer Maße, nur ein einziges Maß derjenigen Luft, deren Güte man zu kennen wünschet, nimmt. Man brauchte sodann, um dieses einzige Maß der dephlogistizirten Luft zu sättigen, nur halb so viele Maße der Salpetersäure⸗ J. verm. Schrift. II. B. G luft 8 Uiber die luft in die eudiometrische Röhre aufsteigen zu lassen. Allein wenn ich eine gute Anzahl dephlogistizirter Lüfte auf einmahl zu untersuchen hatte, fand ich diese äbge— kürzte Methode doch noch zu langweilig, ob sie gleich um die Hälfte kürzer ist, als die erstere war. Gegenwärtig bin ich mit der Prüfung einer dephlo⸗ gistizirten Luft in der nämlichen Zeit fertig, als mit der Prüfung der gemeinen Luft; alles ist in weniger, als einer Minute, vorbey. Ehe ich aber diese Abkürzungs⸗ art zergliedere, will ich einige vorläufige Bemerkungen machen, um die Ursache des Verfahrens, das ich vor⸗ tragen werde, um so leichter zu begreifen. In der Mischung einer dephlogistizirten, oder gemeinen Luft und einer Salpetersäureluft gehet eine Zerlegung dieser letzteren vor. Die gemeine, oder dephlogistizirte Luft verbindet sich mit dem Brennstoffe der Salpetersäure— luft; und da die Salpetersäure mittelst des Brennstof⸗ fes unter der Gestalt einer Luft bestehet, und da sie solchergestalt von dem Brennstoffe verlassen wird, so schläget sie sich unter der Gestält eines rothen Rauches nieder, und gehet ins Wasser. Obgleich diese Theorie nicht ohne Schwierigkeit ist, so scheinet sie dennoch die beste zu seyn, die man bis jetzt von der Zersetzung, die in der Mischung der zwey Lüfte Statt findet, hervorge— bracht —. dephlogistizirte Luft. 99 lasen. bracht hat(m). Wenn die Luft, deren Beschaffenheit Afte man untersuchen will, mit Brennstoff schon gesättiget abge⸗ G 2 ist, ch um —— (m) Da x der Vermischung einer dephlogistizirten Luft und einer Menge Salpetersäureluft, welche zur Bewirkung der größten Zerlegung erforderlich ist, die zwey Lüfte fast ephlo⸗ sänzlich zernichtet werden, so muß auch in der dephlogi⸗ stizirten Luft eine Zerlegung Statt haben. Ich will mich aber in diese theoretischen Erörterungen nicht weiter ein⸗ „als lassen, indem sie noch nicht alle Klarheit haben, deren sie vielleicht empfänglich sind. it der uUngs⸗ ingen(Wäre inzwischen die Vermuthung des Herrn Lavoisier gegründet, daß die Metalle keinen Brennstoff besitzen, vor⸗ folglich denselben bey ihrer Auflösung der Salpetersäure n der nicht mittheilen können, und daß die Salpetersäure, weit entfernt, bey der Auflösung der Metalle einen Brennstoff Luft. 46* zu empfängen, und solchergestalt die Salpetersäureluft dar— dieser zustellen, vielmehr ihre dephlogistizirte Luft den Metallen Luft überlasse, welche Luft das so ansehnliche uibergewicht der Metallkalke ausmacht, so ließe sich freylich die große Ver— minderung des Jubegriffes der zwey Lüfte natürlicher er⸗ instef⸗ klären; denn diese ihrer dephlogistizirten Luft beraubte Salpetersäure erhielte bey der Vermischung mit der dephlo—⸗ säure⸗ da sie gistizirten Luft denjenigen Theil wieder zurück, dessen sie d, so in dieser Voraussetzung verlustiget gienge, würde solcher— gestalt eine wahre Salpetersäure, verlöre ihre luftähnliche cuches Gestalt, und träte ins Wasser. Diese Meinung gewinnet heorie gar viel durch die Beobachtung, daß dephlogistizirte und ch de durch den nächtlichen Einstuß der Pflauzen, durch das Lichtbrennen, u. s. w., phlogistizirte Luft keine Vermin— 9„ die derung mit einander hervorbringen, und die Zweifel die vorge⸗ Herr von Jaequin in seinen chymischen Anfaugsgründen über acht 10⁰ Uiber die ist, so wird sie nicht mehr im Stande seyn, den Brenn⸗ stoff der Salpetersäureluft anzuziehen, und folglich wird keine Zersetzung in der Salpetersäureluft Statt finden. Aus dieser Ursache nimmt ein Maß einer sehr phlogisti⸗ zirten oder brennbaren Luft mit einem gleichen Maße Salpetersäureluft den Raum zweyer ganzer Maße ein, und wenn man sie auch stark mit einander schüttelt, so wird in ihrer Vermischung doch keine Röthe entstehen. Das —— über das Daseyn des Brennstoffes in Metallen vorträget, versetzen einen Denkenden in einen Zustand, woraus ihn nur unmittelbare Ver suche, so wie es der Gegenstand in jedem Betrachte verdienet, reissen können. Allein wie sehr streiten nicht bespnders die neueren Versuche gegen die Behauptung, daß die Metalle keinen Brennstoff haben sollen? Man kann Metallkalke einzig und allein in brenn— barer Luft wieder zu Metallen herstellen; und bloß die unedlen Metalle, von denen man glaubt, daß sie ein Phlogiston annehmen und fahren lassen, brennen in der dephlogistizirten Luft, welche nur alsdann in Flämmen ausbricht, wenn sie mit Brennluft vergesellschaftet ist. Herr Doetor Scherer hat in seiner oben angeführten vortrefflichen Geschichte der Luftgüteprüfungslehre Lavoi— siers Versuche auf die Luftgüteprüfung angewandt, und glücklich ausgeführet. Ich verweise jeden Leser auf dieses lesenswürdige Buch, wo er eine vollständige Parallele zwischen der alten und dessen neuen Theorie antreffen, und seine gänzliche Befriedigung finden wird. Anm. des Uibers.) dephlogistizirte Luft. 1IOI renn⸗ Das Gegentheil ergibt sich, wenn man eine dephlogisti— witd irte, brennstoffleere, Luft, mit Salpetersäureluft ver⸗ inden. mischt, indem sie im Stande ist, eine große Menge ogist⸗ Brennstoff zu verschlingen, und daher geschickt, sehr Naße viele Salpetersäureluft zu zersetzen(n). Da die gemeine ein, 63 Luft lt, so tehen. Nas(n) Die Theorie des Herrn Lavoisier über die Salpetersäure— luft ist, kurz gefaßt, folgende: Die Salvetersäure wird —.— unter der Auflösung eines Metalles zersetzt, die reine oder dephlogistizirte Luft, welche ein Bestandtheil dersel⸗ räget, ben ist, gehet in das Metall, und macht es zu Kalk. s ihn Der andere Bestandtheil dieser Säure dehnet sich aus, and in und stellet die Salpetersäureluft dar, welche nichts anders, in wie als Salpetersäure ist, die ibre dephlogistizirte Luft und gegen ihr Wasser verloren hat. Hieraus erhellet, daß die Sal— haben petersärre neuerdings zum Vorscheine kommen müsse, Ireun⸗ wenn die dephlogistizirte und salpetersaure Luft zusammen 6 die gemischt werden, welches auch erfolget, wenn man sie in se en eine mit Wasser gefüllte Glasröhre überleitet, wo sich so⸗ 2— 6 dann die Salpetersäure unter rothen Dämpfen zu erken⸗ — nen gibt. Das brennbare Wesen, welches überhaupt alle i Luftlehrer als einen Bestandtheil der Salpetersäureluft 40 annehmen, soll in dieser Luft nicht vorhanden seyn, weil man das Quecksilber weder in seinen Eigenschaften, noch rin in seinem Gewichte verändert wieder erhält. Abol⸗ „ und Gegen diese Theorie führt Doctor Scherer in dem fdiese I. Bande Seite 80, einige Schwierigkeiten an; 3. B. aralele warum luftleeres Wasser, worin Salpetersäureluft ge— trefen, schüttelt wird, sauer werde? Hier ist keine dephlogisti— m. deß zirte Luft vorhanden, welche mit der Salpetersäureluft Sal⸗ 102 Uiber die Luft vermöge ihrer Natur immer mit einer gewissen Por⸗ tion Brennstoff beladen ist, so kann sie nur eine mittel⸗ mäßige Salpetersäure bilden könnte. Warum Zink und Zinn, nach Herrn von Lassone's Versuchen keine Salpetersäure— luft geben? Bemächtiget sich das Metall der dephlogi— stizirten Luft aus der Salpetersäure, welches jedoch nach Herrn Lavoisier in Ansehung der Metalle gleichgültig ist, so sollte der andere Bestandtheil doch wohl Salpetersäure— luft seyn. Destilliret man den Salpeter für sich allein, so erhält man bloß dephlogistizirte Luft. Wo kommt hier die Salpetersäureluft hin? Eine lange über Wasser gestandene Salpeter säureluft verlieret vieles von ihrer Verminderungs— kraft; was hat das Wasser dieser Luft geraubet? Warum gehet eine solche, lange über Wasser gestandene, oder darin geschüttelte Salpetersäureluft in eine phlogistische Aber? u. s. f. Herrn Scherer ist es wahrscheinlich, es gehe selbst etwas ynzersetzte Salpetersäure, welche durch ihr eigenes Brenn— bares verflüchtiget wird, in die Salpetersäureluft. Sol—⸗ chergestalt könnte man erklären, warum ein luftleeres Wasser, worin man Salpeterfäureluft schüttelt, sauer wird; warum eine lange über Wasser gestandene Salpeter—⸗ säureluft eine phlogistische Luft zurücklässet; u. s. w. Auch diese Schwierigkeit: warum die Salpetersäureluft auf phlogistische Lüfte keine Verminderung bewirke, oder nach Lavoister's Sinne, warum erstere mit letzterer keine Salpetersäure bilde, hat er im 1 Bande Seite 122 da— durch beygeleget, daß der reine Theil in der gemeinen Luft eine grössere Verwandtschaft zum Brennbaren, wo— mit er einmahl vereiniget ist, hege, als zur Salpeter⸗ säu⸗ id Zim, etersäntt⸗ dephlogi⸗ Hoch nach ůͤltig i, etersüute allein, s. hier die gestundene uderungz⸗ Waun se, odet Hlogistihe Ist etwas Brenn⸗/ ft. Sol luftleeres st, sauet Salpetet⸗ w. Hsaurelust ke, oder rer keine 122 da⸗ gemeinen en, bö— Salpeter sau dephlogistizirte Luft. 103 mäßige Menge Brennstoff, die in die Zusammensetzung der Salpetersäureluft kommt, verschlingen, und daher nur eine verhältnißmäßige Menge der Salpetersäureluft zersetzen. Setzet man zu einem Maße gemeiner Luft, oder einer Luft, die sich der Beschaffenheit der atmosphä⸗ rischen Luft nähert, ein gleiches Maß einer frisch berei— teten Salpetersäureluft, und schüttelt man den Luftgüte⸗ messer nach der Art des Herrn Fontana, so wird man eine solche Zerlegung der Salpetersäureluft erhalten, daß ein zweytes Maß Salpetersäureluft unzerlegt bleiben wird, das heißt, daß dieses zweyte Maß die Luftfäule um ein ganzes Maß vergrössern wird; da im Gegenthei⸗ le ein zweytes Maß Salpetersäureluft, die man dem Gemische eines Maßes dephlogistizirter Luft und Salpe⸗ tersäureluft beyfüget, die Luftsäule noch viel mehr ver— kleinern wird. Setzet man ein drittes Maß Salpeter⸗ fäureluft hinzu, so wird die rückständige Luftsäule, an⸗ statt länger zu werden, im Gegentheile noch mehr zu⸗ sammeafällen; und selbst ein viertes Maß Salpetersäure⸗ luft, das man den drey vorigen Maßen zugesellet, wird G 4 mit säureluft. Der Beweis hiervon ist, weil eine bestimmte Menge gemeiner Luft, die einen reinen Theil in sich ent— hält, und daher vermindert wird, keine Verminderung mehr erleidet, wenn sie auf was immer fur eine Art mit Brennbarem gesättiget ist. Aum. d. Uibers. 1 104 Uiber die mit dem Maße der zu prüfenden dephlogistizirten Luft nicht einmahl den Raum eines einzigen Maßes einneh⸗ men, falls diese Luft von einer hervorstechenden Beschaffen⸗ heit ist. Aus dem Salpeter ziehe ich oft eine dephlogisti— zirte Luft von einer solchen Reinigkeit, daß von einem Maße dieser Luft sammt vier gleichen Maß einer frisch bereiteten Salpetersäureluft eine Luftsäule übrig bleibet, die kaum den Raum eines halben Maßes einnimmt. Im zweyten Abschnitte dieser Abhandlung führte ich die Prüfung einer solchen Luft an, wovon ein Maß sammt vier Maß Salpetersäureluft in der eudiometrischen Röhre nicht mehr, als ,56, oder 85 eines einzigen Maßes einnahm; es waren also in dem Gemische 3433, oder vier ganze Maß und vierundvierzig Hundertheile ei⸗ nes Maßes zernichtet. Es ist gar nicht selten, eine Luft von dieser Güte, oder die sich dieser Feinheit nähert, aus sehr reinem Salpeter, wie auch aus dem rothen Quecksilberniederschlage, zu erhalten. Da man nach der größten Zerlegung, die in dem Gemische der zwey Lüfte vorgehet, den Grad der Güte der zu untersuchenden Luft beurtheilet, so ist es klar, daß man zu einer bekannten Menge, oder! zu einem Maße derjenigen Luft, deren Beschaffenheit man wissen will, so viele Maße Salpetersäureluft zusetzen müsse, als man 9 Luft inneh⸗ affen⸗ ẽsti⸗ einem frisch leibet, immt. ch die ammt Röhte Raßes oder le ei⸗ „eine dhert, othen dephlogistizirte Luft. 105 man findet, daß durch das Maß der zu untersuchenden dephlogistizirten Luft zerleget werden können. Wer die Hand noch nicht selbst ans Werk geleget hat, wird es für sehr gleichgültig achten, in was für einem Gefäße die Mischung geschehe, entweder in der eudiometrischen Röhre selbst, oder erst in einem beson⸗ deren Gefäße, und sie hernach in die Röhre dés Luft⸗ gütemessers aufsteigen zu lassen. Er wird ebenfalls glauben, daß es gleichgültig sey, welchen Durchmesser und welche Höhe das Gefäß, worin die Mischung der zwey Lüfte geschehen soll, habe; er würde sich aber in seiner Erwartung sehr betrogen finden, indem der Erfolg einer solchen Mischung sehr verschieden ausfallen wird, nachdem der Durchmesser und die Höhe des Gefäßes, worin die Mischung vorgenommen wird, verschieden sind; und lässet er dieses Gefäß zur Zeit, als die zwey Lüfte in Berührung kommen, ruhig stehen, so wird der Erfolg von demjenigen abweichen, welcher Statt hat, wenn man demselben in diesem Augenblicke einige Er⸗ schütterungen gibt, jedoch immer zum vorausgesetzt, daß dieselbe Menge der zwey Lüfte in beyden Fällen an⸗ gewändt worden ist. Man wird noch mehr über eine andere Art der Sonderbarkeit erstaunt seyn, die ich bey der Natur der Salpetersäureluft beobachtet habe. Wenn G 5 man 106 Uiber die man nämlich gemeine Luft und Salpetersäureluft zu gleichen Theilen in der Röhre des Luftgütemessers ohne Erschütterung mischet, so wird die Luftsäule beträchtlich höher bleiben, als wenn man die Röhre zur Zeit, als sich diese zwey Lüfte einander begegnen, durch etliche Secunden erschüttert; man wird, sage ich, sehr erstaunt seyn, daß bey der Mischung gleicher Theile einer dephlo— gistizirten Luft und einer Salpetersäureluft gerade das Gegentheil Statt habe; das heißt, daß diese letztere Mischung in derselben Röhre einen geringeren Raum ein⸗ nehme, wenn man die Röhre während der ganzen Zeit, als die Einverleibung der beyden Lüfte vorgehet, ruhig stehen läßt, als wenn man sie erschüttert. Wenn man, anstatt die Mischung der dephlogistizirten Luft und der Salpetersäureluft in einer eudiometrischen Röhre, deren Durchmesser immer klein ist(der Durchmesser meiner eudiometrischen Röhre hat nicht mehr, als einen halben Zoll), anzustellen, sie in einem viel weiteren Gefäße macht, z. B. in einem Gefäße von anderthalb Zoll und drüber, so wird sich das Gegentheil von dem ergeben, was in einer Röhre von ungefähr einem halben Zolle vorgehet; nämlich der Inbegriff der zwey Lüfte ziehet sich viel beträchtlicher zusammen, wenn man das Gefäß zur Zeit, als die Einverleibung oder die Vermischung der zwey Lüfte geschiehet, erschüttert, als wenn man das Gefäß unter dieser Zeit ruhig läßt. Der nämliche Er⸗ dephlogistizirte Luft. 107 Erfolg wird Statt haben, wenn man, anstatt gleiche Theile dephlogistizirter Luft und Salpetersäureluft zu nehmen, das Zweyfache oder das Vierfache dieser letz— teren nimmt; und in einem Gefäße mit einem solchen Durchmesser wird sich die Mischung gleicher Theile ge— meiner Luft und Salpetersäureluft eben so verhälten, wie eine Mischung einer dephlogistizirten Luft und einer Salpetersäureluft; das heißt, die eine und die andere Vermischung wird im Inbegriffe kleiner ausfallen, wenn man das Gefäß in dem Augenblicke der wechselweisen Berührung beweget, als wenn man es ruhig lässet. Ich werde es mir nicht erlauben, den Leser mit Vernünfteleyen aufzuhalten, die ich über die Bizarrerien der Salpetersäureluft machen könnte, indem ich ihm lieber eine Reihe Versuche vorlegen will, die ich diesert⸗ wegen angestellet habe. Man wird daraus ersehen, daß diejenigen, welche sagen, die dephlogistizirte Luft brauche zu ihrer gänzlichen Sättigung niemahls über doppelt so viel Salpetersäureluft, darin nicht genau zu Werke ge⸗ gängen sind, daß sie die Mischung nicht in Gefäßen von verschiedenem Caliber machten, und die große Verschie⸗ denheit des Resultates nicht beobachteten, die man er⸗ hält, wenn man das Gefäß in Ruhe lässet, oder ihm zur Zeit der Vermischung etliche Erschütterungen gibt. Dier folgen einige Versuche, die ich seit dem Abdrucke mei⸗ 108 Uiber die meines Werkes über die Pflanzen gemacht habe; sie können zur Aufklärung dieses Gegenstandes dienen. I. Versuch. Nachdem ich ein Maß einer dephlo— gistizirten Luft von einer Mittelgüte in die Röhre meines Luftgütemessers, dessen innerer Durchmesser einen halben Zoll Pariser Maß betrug, hatte aufsteigen lassen, fügte ich vier gleiche Maß Salpetersäureluft nach einander bey, indem ich die Röhre nach dem jedesmahligen Zusatze eines Maßes erschütterte, so wie ich es allezeit thue, wenn ich Lüfte prüfe. Nach dem ersten hinzugekomme— nen Maße Salpetersäureluft nahm die Luftsäule o, do ein; nach dem zweyten ,49; nach dem dritten 1518; nach dem vierten 2,14. Es wurden also in der Mischung der zwey Lüfte zweyhundert sechsundachtzig Unterabtheilun— gen, oder zwey ganze Maße und sechsundachtzig Hun⸗ derttheile eines Maßes zernichtet. II. Versuch. Ich wiederhohlte den nämlichen Ver⸗ such mit diesem einzigen Unterschiede, daß ich jedes Maß Salpetersäureluft, ohne die Röhre zu erschüttern, auf— steigen ließ, mit einem sehr verschiedenen Resultate; denn nach dem erst hinzugekommenen Maße Salpeter-⸗ säureluft nahm die Luftsäule nach etlichen Minuten der Ruhe 9,48; nach dem zweyten Maße ,42; nach dem dritten Maße 1,42; nach dem vierten Maße 2,42, ein. * Es sie dephlogistizirte Luft. 10 Es wurden also zweyhundert achtundfünfzig Unterabthei⸗ lungen; oder zwey Maß und achtundfünfzig Hundertheile eines Maßes zernichtet. III. Versuch. Ich ließ ein Maß derselben dephlo⸗ gistizirten Luft in ein Gefäß aufsteigen, dessen innerer Durchschnitt zwey Zoll sieben Linien hatte, und dessen Höhe dem Durchmesser gleich war. Ich fügte ein vier⸗ faches Maß Salpetersäureluft auf einmahl hinzu, ohne dem Gefäße Erschütterungen zu geben. Die Einverlei⸗ bung dey zwey Lüfte bewirkte sich in einem Augenblicke; denn wenn die Berührung der zwey Lüfte mit einer großen Oberfläche geschiehet, so ist die Röthe, welche in der Mischung derselben entstehet, in einer oder zwey Secunden vorüber, und diese Röthe dauret um so länger, je enger der Durchschnitt des Gefäßes ist, worin die Mischung geschiehet. Als ich nun einen Augenblick nach der verschwundenen Röthe alle diese Luft in die Röhre des Luftgütemessers übergehen ließ, nahm die Luftsäule 2,12 ein. Es wurden also/ oder zwey ganze Maß und achtundachtzig Unterabtheilungen zernichtet. IV. Versuch. Als ich diesen letzteren Versuch mit dem einzigen Unterschiede wiederhohlte, daß ich, anstatt das vierfache Maß der Salpetersäureluft auf einmahl aufsteigen zu lassen, die vier Maß, eines nach dem an⸗ 110 Uiber die anderen, zusetzte, war der Aus schlag sehr verschieden; denn nachdem ich diese ganze Luft in die Röhre des Luftgütemessers hatte übergehen lassen, nahm sie 558 ein. Es wurden also 333, oder zwey ganze Maß und zweyundvierzig Unterabtheilungen zernichtet. V. Versuch. Ich ließ ein Maß derselben dephlo— gistizirten Luft in ein walzenförmiges Gefäß aufsteigen, dessen innerer Durchschnitt anderthalb Zoll, und dessen Höhe vier Zoll hatte. Ich fügte auf einmahl ein vier— faches Maß Salpetersäureluft hinzu, und gab dem Ge—⸗ fäße während der Einverleibung der zwey Lüfte einige Erschütterungen. Nach verschwundener Röthe ließ ich die Luft in die Röhre des Luftgütemessers übergehen, und die Luftsäule nahm 2,520 ein. Es wurden also zwey Maß und achtzig Unterabtheilungen zernichtet. VI. Versuch. Ich wiederhohlte eben diese Probe, mit dem einzigen Unterschiede, daß ich das Glas unter der ganzen Zeit, als die Vermischung der zwey Lüfte geschah, ruhig stehen ließ. Die Folhs davon war, daß die Luftsäule höher blieb, und 5„68 einnahm. Es be— fanden sich also zwey Maß und zweyunddreißig Hundert⸗ theile eines Maßes zernichtet⸗ VII. dephlogistizirte Luft. 1II VII. Versuch. Als ich in die Röhre des Luftgüte⸗ messers ein Maß athmosphärischer Luft hatte aufsteigen lassen, fügte ich ein Maß Salpetersäureluft hinzu. Die Röhre erschütterte ich unter der Zeit der Vermischung beyder Lüfte vierzehen bis fünfzehen Secunden lang. Die Luftsäule nahm 1,96 ein. Ich setzte ein zweytes Maß Salpetersäureluft zu, und erschütterte die Röhre, wie zuvor, worauf die Luftsäule 25½5 einnahm. VIII. Versuch. Ich wiederhohlte denselben Ver— such, mit diesem einzigen Unterschiede, daß ich die Röhre zur Zeit der Vermischung beyder Lüfte nicht erschütterte. Die Luftsäule blieb sodann viel länger, und nahm 1,45 ein. Bey dem Zusatze eines zweyten Maßes Salpeter⸗ säureluft nahm sie 2,45 ein. IXX. Versuch. Ich ließ ein Maß gemeine Luft in ein Glas aufsteigen, welches zwey Zoll sieben Linien weit war. Ich fügte auf einmahl ein vierfaches Maß Salpetersäureluft hinzu, ohne das Glas zu erschüttern. Als ich diese Luftmischung in die Röhre des Luftgüte— messers brachte, fand ich die Luftsäule auf 4,04 stehen. Es wurde also hierbey 25, oder sechsundneunzig Hun⸗ derttheile eines Maßes zernichtet. 112 Uiber die X. Versuch. Ich ließ ein Maß gemeine Luft in das nämliche Glas, dessen Durchmesser zwey Zoll sieben Linien hatte, aufsteigen. Ich that ein einziges Maß Salpetersäureluft hinzu, ohne das Glas zu erschüttern. Die Luftsäule stand auf 1,04. Es wurden also sechs⸗ undneunzig Hundertheile eines Maßes zernichtet. Das Resultat kam also mit dem Resultate des vorigen Ver⸗ suches vollkommen überein. XI. Versuch. Ein Maß gemeine Luft ließ ich in ein walzenförmiges Glas, dessen Durchmesser anderthalb Zoll hatte, und vier Zoll die Höhe. Ich fügte ein Maß Salpetersäureluft hinzu, ohne das Gefäß zu erschüttern. Hierauf brachte ich die Luft in die Röhre des Luftgüte— messers, und die Luftsäule nahm 1515 ein. Ich setzte ein zweytes Maß Salpetersäureluft zu; und die Säule nahm 2,15 ein. XII. Versuch. Ich wiederhohlte denselben Versuch, mit diesem einzigen Unterschiede, daß ich das Gefäß zur Zeit, als die beyden Lüfte in eine wechselweise Berüh— rung kamen, erschütterte. Die Folge davon war, daß die Luftsäule weniger Raum einnahm, und 1506 erreichte. Als ich sodann das zweyte Maß Salpetersäureluft zusetzte, und die Röhre unter der Berührueg der beyden Lüfte er⸗ schütterte, nahm die Luftsäule 2,06 ein. Bey uft in sieben Maß utlern. sechs⸗ Das uVer⸗ ich in uhalb Maß lttern. tgůͤte⸗ sette Säle rsuch⸗ 15 zur erüͤh⸗ „daß ichte. uschte sle el⸗ Bey dephlogistizirte Luft. 113 Bey der Vermischung einer gemeinen sowohl, als dephlogistizirten Luft mit der Salpetersäureluft findet diese allgemeine Regel Statt, daß, je weiter das Glas ist, worin die Vermischung geschiehet, der Inbegriff der beyden Lüfte sich um so mehr zusammenziehe, und daß die Verminderung des Inbegriffes noch augenschein⸗ licher werde, wenn man in dem Zeitpuncte, als sich die zwey Lüft einander berühren, einige Erschütterungen gibt; hiervon machen sehr enge Gefäße, die z. B. nicht über einen Zoll im Durchschnitte haben, eine Ausnahme, wie es aus dem 1— VIII Versuche erhellet. Schläget man die Reihe der Dencher nach, die ich zu Ende des letzten Abschnittes meines Werkes über die Pflanzen zergliederte, und vergleichet man sie mit den Versuchen, die ich so eben zergliedert habe, so wird man, meines Erachtens, hinlänglich überzeugt werden, daß diejenigen, welche bey der Beschreibung ihrer Luftgüte⸗ prüfungsart die Höhe und Weite des Gefäßes, worin sie die zwey Lüfte zu mischen pflegen, nicht genau ange⸗ ben, und es sich dennoch beygehen lassen, die Verfah⸗ rungsart anderer zu tadeln, selbst nicht aufmerksam genug gewesen sind, wie häcklich diese Prüfung sey, und daß sie demnach nicht berechtiget sind, über das Verdienst ver schiedener Luftgüteprüfungsarten zu entscheiden. J. verm. Schrift. II. B. 5H Aus 114 Uiber die Aus den in meinem angeführten Werke beschriebe⸗ benen Versuchen wird man gleichfalls ersehen, daß, wenn die zwey Lüfte einige Zeit mit einander ruhig ge⸗ standen sind, sie sich nicht mehr merklich im Inbegriffe vermindern, wenn man sie auch darauf eine ganze Mi⸗ nute lang schüttelt. Die beste Abkürzungsart, die ich gefunden habe, bestehet darin, daß man in ein Gefäß von einer ange⸗ messenen Weite ein Maß derjenigen Luft, wovon man den Grad der Güte erfahren will, aufsteigen lasse, und hierauf auf einmahl ein vierfaches Maß Salpetersäure⸗ luft zusetze, ohne das Gefäß während der Einverleibung der zwey Lüfte zu erschüttern. Die hier oben zergliederten Versuche beweisen es, daß es keineswegs gleichgültig ist, welchen Durchmesser ein solches Gefäß habe. Es möchte wohl unmöglich seyn, zum vorhinein die Ausmessungen anzugeben, die es haben muß; man muß sie gleichsam aufs Geradewohl ausfinden, indem man Gefäße von verschiedenen Höhen probieret. Um ein solches Gefäß auszuwählen, muß man folgendergestalt zu Werke schreiten. Man prüfe den Grad der Güte einer dephlogistizirten Luft genau so, wie ich es beschrieben habe, das heißt, man thue in die RNöhre des Fontana'schen Luftgütemessers ein Maß dieser Luft; riebe⸗ daß, 19 g egrife Mi⸗ habe, ange⸗ man und säure⸗ ibung en es, messet glich „ die ewohl Höhen muß prüft au so, in die dieser ft; dephlogistizirte Luft. I15 Luft; man füge hierauf so viele Maße Salpetersäure⸗ luft nach einander hinzu, als man zur Sättigung dieses eaßes der dephlogistizirten Luft nöthig findet, und er— schüttere die Röhre nach einem jeden Maße. Hat man sich von der Beschaffenheit dieser Luft recht versichert, so lasse man ein Maß von eben der dephlo— gistizirten Luft in ein besonderes Gefäß aufsteigen, dessen Durchmesser über zwey Zoll hat; man lasse sodann auf einmahl ein vierfaches Maß(o) von der nämlichen Sal⸗ petersäureluft aufsteigen. Man lasse dieses Gefäß einige Minuten lang stillstehen, bis alle Röthe verschwunden ist. Hierauf bringe man alle diese Luft in die Röhre des Luftgütemessers, und wenn man findet, daß die Luftsäule höher ist, als die Luftsäule, welche nach dem vierten Maße Salpetersäureluft zurückblieb, das man in H 2 der ————2—2—2———.4— —— (o) Dieses große Maß muß eben so verfertiget seyn, wie das einfache Maß des Luftgütemessers, und genau vier solcher einfacher Maße enthalten. Den Bau eines eudio⸗ metrischen Maßes kann man in einer Kupfertafel an meinem Werke über die Pflanzen(noch richtiger und besser aber in der belobten Abhandlung über die Luftgüteprͤͤ⸗ fungslehre des Doctor Scherers, nachsehen, welches er nach der Natur entworfen, und aufs neue, so wie das ganze Zugehör zum Endiometer mit allen seinen Verbesse⸗ runden, selbst gezeichnet hat) nach sehen. 116 Uiber die der Prüfung nach der gewöhnlichen Art zugesetzt hat, so ist es ein Zeichen, daß das Gefäß zu enge ist. Ist diese Säule kürzer, so ist es ein Anzeichen, daß der Durchmesser des Gefäßes zu groß ist. Man muß also diese Prüfung mit Gefäßen von verschiedenen Durchmes— sern so lange wiederhohlen, bis man eines findet, wel⸗ ches den Durchmesser hat, der erforderlich ist, daß der Erfolg der Prüfung nach der abgekürzten Art mit dem Erfolge der Prüfung nach der gemeinen Art übereinkom-⸗ me. Wer ein Vergnügen hat, der Luftlehre zu pflegen, wird sich die Mühe, um ein solches Glas zu fuchen, nicht gereuen lassen; er wird sich durch die Ersparniß der Zeit, die man bey Befolgung der gemeinen Methode, um die dephlogistizirte Luft zu prüfen, anwenden muß, hinlänglich entschädiget sehen. Um die Mühe für die Aufsuchung eines solchen Ge⸗ fäßes, dessen Ausmessungen nach der Grösse des kleinen Maßes und nach dem Durchmesser der eudiomettischen Röhre, deren man sich bedienet, genommen seyn müssen, abzukürzen, wird es behülflich seyn, zu wissen, daß der innere Durchmesser meiner Luftgütemesserröhre genau ei⸗ nen halben Zoll hat, daß das kleine Maß eiwas weni⸗ ger, als einen halben Kubikzoll Luft enthält, und daß das Glas, welches ich gefunden habe, daß es das er— forderliche Resultat gibt, inwendig zwey Zoll sieben Li⸗ ———— dephlogistizirte Luft. 117 Rinien Pariser Maß breit, und eben so hoch ist. Ver— gleichet man den J Versuch mit dem III Versuche hier oben, so wird man sehen, daß die zwey Prüfungen um nicht mehr, als um 33 von einander abgewichen sind, welches für keinen Unterschied angesehen zu werden ver— dienet. Wenn man die Güte einer dephlogisttzirten Luft prü⸗ fet, so ist es nicht soviel daran gelegen, als bey der Prüfung der gemeinen Luft, daß man sie so gar gewissen— haft bestimme. Weichen die verschiedenen Prüfungen nach der Abkürzungsart nicht über sechs oder acht Un— terabtheilungen von einander ab, so kann man damit zufrieden seyn. Mir geschiehet es selten, daß der Unter— schied bey verschiedenen Prüfungen viet Unterabtheilungen übersteige. Die Einförmigkeit des Resultates dieser Prü—⸗ fungen hängt großen Theils davon ab, daß die zwey Lüfte immer mit einem gleichen Inbegriffe in Berührung kommen; welches unmöglich zu erlangen ist, wenn die Oeffnung des Maßes nicht weit genug ist, damit alle die darin enthaltene Luft in einer ununterbrochenen Masse herausgehe. Steiget die Salpetersäureluft theilweise auf, so klein auch der Zwischenraum ist, der zwischen dem Gange dieser verschiedenen Portionen Statt hat, so wird das Resultat bey jeder Prüfung beträchtlich anders ausfallen. H 3 ö Der 118 Uiber die Der III Versuch hiernächst oben ist die Methode selbst, um gegenwärtige abgekürzte Prufung anzustellen. Aus diesem Versuche ersiehet man, daß das Glas, worin ich die Mischung der zwey Lüfte nach der Abkürzungsart mache, zwey Zoll sieben Linien breit, und eben so hoch ist. Man muß es aber sich wohl merken, daß ein sol— ches Glas nicht für jeden Eudiometer die gehörige Aus— messung habe. Für jeden Eudlometer, den ich besitze, habe ich ein anderes auswählen müssen. Machte die Luftsäule in der Röhre des Luftgüte⸗ messers kein ganzes Maß aus, so muß man ein fünftes Maß Salpetersäureluft zusetzen, und die Röhre zur Zeit, als die zwey Lüfte einander berühren, einige Secunden erschüttern, um zu sehen, ob das fünffache Maß der Salpetersäureluft das Maß dephlogistizirte Luft völlig gesättiget habe, oder nicht; denn man erhält manchs⸗ mahl aus dem Salpeter und dem rothen Quecksilbernie⸗ derschlage eine Luft von einer so großen Feinheit, daß kaum fünf Maß Salpetersäureluft im Stande sind, ein einziges Maß derselben zu sättigen. Da ich aber noch kein Mittel gefunden habe, eine Luft von dieser Beschaffenheit durch Hülfe der Pflanzen zu erhalten, und da man sie selbst aus dem Salpeter, oder dem ro— ehen Quecksilberniederschlage nicht allezeit erhält, so zog ich für ö Rethodt stelen. worin ingsart o hoch ein sol⸗ e Ms⸗ besth, stgüte⸗ fünftes r Dit, ecunden 16 der völlig lanchs⸗ bernie⸗ „ daß e sind, ch abet Rdieser halten, em to⸗ zog ich 2 fllt dephlogistizirte Luft. 119 für die Salpetersäureluft ein vierfaches Maß einem Maße vor, welches fünf Maße faßte. Diejenigen, welche in diesem interressanten Zweige der Physik noch Neulinge sind, müssen den Muth nicht sinken lassen, wenn sie anfangs nicht im Stande sind, die Prüfungen allezeit mit einem gleichförmigen Erfolge anzustellen. Um einen Luftgütemesser gut zu behandeln, gehört eine Geschicklichkeit, die man nur durch die Uibung erlanget. Es ist noch zu bemerken, daß diese Abkürzungsart für die Prüfung der dephlogistizirten Luft nicht so gut mit einer schon abgestandenen Salpetersäureluft entspricht; denn ein vierfaches Maß einer solchen Luft, die ihre Stärke schon verloren hat, ist uicht im Stande, ein Maß einer dephlogistizirten Luft von einer guten Beschaf— fenheit zu sättigen. Wenn man also eine solche Prü—⸗ fung mit einer schwachen Salpetersäureluft machen woll⸗ te, so müßte man, außer dem vierfachen Maße, noch ein oder mehrere Maße derselben Salpetersäureluft hin⸗ zufügen, bis man das Maß der dephlogistizirten Luft gänzlich gesättiget häte. Inzwischen würde das Resul— tat ziemlich richtig seyn, besonders wenn man diese neuen Maße der Mischung der zwey Lüfte zusetzte, nachdem letztere schon in diebuftgütemesserröhre aufgestiegen ist, und 5 4 wenn 120 Uiber die dephl. Luft. wenn man sodann die Röhre erschüttert, so wie man es nach der gemeinen Prüfungsart zu thun pfleget. Da es aber sehr leicht ist, sich zu jeder Zeit eine Salpeter— säureluft zu verschaffen, so würde man sehr übel han⸗ deln, sich einer alten Salpetersäureluft zu bedienen, de— ten Beschaffenheit schon beträchtlich geschwächet wäre, hauptsächlich wenn man keine hinlänglich lange eudiome— trische Röhre besitzet. Ich gab zwar im ersten Abschnitte des zweyten Theiles meines Werkes über die Pflanzen die theoretische Ursache, warum eine geschwächte Salpetersäureluft beym Gebrauche des Fontana'schen Luftgütemessers, und bey Befolgung seiner Methode, ihn zu behandeln, ein Re— sultat gibt, welches so ziemlich mit dem Resultate einer frischen Salpetersäureluft überein kommt. Indeß ist es ümmer besser, hauptsächlich für die Prüfungen der ge— meinen Luft, eine frisch bereitete Salpetersäureluft an⸗ zuwenden. an es dr petet⸗ han⸗ „de⸗ wäre, ihme⸗ ehten tische beym ben Re⸗ einer ist es Tge⸗ t an⸗ Bemerkungen über den Gebrauch Vergrösserungsglases. Ich VIRCG. GEORCE. IV. Admiranda tibi levium spectacula rerum. — — 12— 5855 12— EE 4 . WEe 2 En„ 22 S„ s M. N aa NN S N N N I 6.— Hch habe mich oft einer Methode wegen zerkreuziget, um die zu geschwinde Verdünstung eines Tropfen Wassers, oder eines anderen Saftes, dessen Insecten ich beobachten wollte, zu verhindern. Wenn man sich auch begnügen wollte, die Gestalt und Grösse von einigen dieser Körper während des kurzen Zeitraumes, als das dem Brennpuncte eines Vergrösserungsglases ausgesetzte Tröpfchen dauert, zu beobachten, so muß man dennoch eingestehen, daß während der ganzen Zeit, als das Tröpfchen dauert, dessen beständige Verdünstung noth⸗ wendigerweise den ganzen Saft, und folglich auch die darin enthaltenen Körper in eine immerwährende Bewe⸗ gung 124 Uiber den gung versetze, und daß diese Bewegung betrügen, und in einigen Fällen gewisse Körperchen als lebendige Wesen darstellen könne, die nicht den geringsten Funken des Lebens haben. Um es klär einzusehen, daß man sich aus Mängel der Aufmerksamkeit in seinem Urtheile hier— über betrügen könnte, darf man nur in den Brennpunct eines Mikroskops einen Tropfen Weingeist sammt etwas gestoßener Kohle setzen; man wird diese Körperchen in einer verwirrten beständigen und heftigen Bewegung er— blicken, als wenn es Thierchen wären, die sich reissend unter einander fortbewegen. Ist das Tröpfchen ziemlich beträchtlich, so ist es erhaben, wodurch es die Strahlen mehr oder weniger bricht; ist es sehr klein, so hat man kaum Zeit ge— nug, um das, was darin enthalten ist, gemächlich zu beobachten. Diese Schwierigkeiten vervielfältigen sich noch in einem Sonnenmikroskope, weil darin der Gegen— stand in einem lebhaften Strahlenkegel stehet, welcher die Hitze vermehret, und solchergestalt die Ausdünstung be— schleuniget. Andrerseits ist das Glas, worauf man den Tropfen leget, beym Sonnenmikroskope in einer loth— rechten Richtung, machet daher denselben sehr uneben, und zu einer Art eines Prisma's, welches die Strah— lenbrechung, und folglich die Farben im Bilde vermeh— ret. Schließt man den Saft in einer Röhre ein, so ver⸗ Und in Vesen en des in sich e hier⸗ Rpunct etwas hen in ng er⸗ eissend ist es eniger eit ge⸗ lich zu sich zegen⸗ er die ig be⸗ in den loth⸗ neben, trah⸗ meh⸗ „ si er⸗ Gebrauch des Vergrösserungsglases. 125 vermehret man die Strahlenbrechung noch mehr, und das Volum des Saftes ist zu dick und ungleich, und die Strahlen nehmen bey ihrem Durchgange durch die Wände der Röhre prismatische Farben an. Diesen Un⸗ bequemlichkeiten kann man großen Theils begegnen, wenn man den Tropfen zwischen zwey flachen und polierten Gläsern, wie es die Spiegelgläser sind, setzet. Um den Tropfen zwischen den zwey Glasstücken gleich zu drücken, klebe ich ein recht dünnes Papier auf die beyden Ende eines jeden Glases. Durch dieses Mittel könnte man alle Schwie—⸗ riokeit heben, wenn man hinlänglich dünne und auf bey⸗ den Seiten polierte Gläser haben könnte. Da dieß aber nicht ist, so wie ich es verlangte; so habe ich mich bey folgender, sehr einfacher Methode sehr wohl befunden. Ich lege den Tropfen Saft, den ich untersuchen will, auf ein Glas, wohin das Object trägt, und bedecke ihn mit einem sehr dünnen Talkblättchen. Die kleinen runden Blättchen, zwischen welchen man die mikrostopi⸗ schen trockenen Objecte in den Objectenträgern von fast allen Vergrösserungsgläsern einzusperren pfleget, dienten mir hierzu recht gut, wiewohl ich grössere Glasstückchen vorziehe. Was aber diese Talkblättchen um vieles über⸗ trifft, sind die feinsten Glasblättchen, die man in allen Glashütten mit Füßen tritt. Ich suche die glättesten und dünnsten aus, und bedecke damit den zu unter⸗ suchenden Tropfen. Ein solches Blättchen breitet den Tro⸗ 126 Uiber den Gebrauch ꝛc. Tropfen aus, verdünnet ihn, und macht ihn allenthal⸗ ben gleich dick. Die Ausdünstung gehet darunter so langsam vor sich, daß ein Tropfe, der in etlichen Minu-⸗ ten verdünstet wäre, kaum in so viel Stunden verdün— stet, so daß man auch den allerkleinsten Gegenstand ge⸗ machlich und lange genug betrachten kann, um die Ver— wandlungen, oder Metamorphosen, welchen einige unter— worfen sind, zu bezeichnen. Auf diese einfache Art verhütet man noch großen Theils die Bewegung, die oft der Athem dem Tropfen zur Zeit, als man ihn beobachtet, mittheilet. Diese Gläsblättchen dienen mir eben so gut beym Sonnen-⸗ mikrostope, als bey den gewöhnlichen Vergrösserungsglase, es sey ein einfaches, das Wassermikroskop des Herrn Ellis, oder was immer für ein anderes, z. B. ein zusammengesetz⸗ tes. Die Infusionsthierchen und alle andere kleine In⸗ secten schwimmen in einem solchen plattgedrückten Tro⸗ pfen so frey, als wenn er nicht bedeckt wäre. Dieser Gedanke, so einfach er auch ist, war mir doch ungemein behülflich, hauptsächlich in den Unter— suchungen über die Natur der grünen Materie, so daß ich es für schicklich hielt, denselben durch einen besonderen Artikel anzukünden, um den Leser darauf aufmerksam zu machen, der ihn vernachlässigen könnte, wenn er ihn nur so im Vorbeygehen unter Gegenständen, die schon von selbst den Geist auf sich ziehen, anträfe. Uiber lenthale nter so Minu⸗ erdün⸗ nd ge⸗ e Ver⸗ unter⸗ hütet Athem heilet. onnen⸗ lase, Ellis, gesetz⸗ ne In⸗ Tro⸗ rmir Unter⸗ „ 0 tinen darauf önnte, nden, fe. er Uiber den uürsru n g und die Natur der Priestley'schen grünen Malerie, des Flußwasserfadens und zweyer Arten von Tremellen, und über die Verwandlung des Wassers in dephlogistizirte Luft. ——* 5 R 5—— — —— O — — —+ 9 I XII —2⁊— — 2 — — — — — 4 08G0— — —— — —— — orms 150. 2 230—75 2 —0—* —— 3.* E. 35.8 2* 4— V 29 74 0* 7 V— 22. EU 3—— 55 ⁰ 29 Cs. f. 19 5 2 S Ee 1 6. Oπααάεν 42—— R NN. ν V ————. ster Abschnitt. Vorläufige Betrachtungen. S eitdem Herr Priestley im Jahr 1779 seinen vier⸗ ten Band über die Luft(a) herausgegeben hat, wurde er allgemein für den Urheber der wichtigen Ent—⸗ deckung anerkannt, daß in einem der Sonne ausgesetz⸗ ten — (a) Dieser vierter Band erschien unter einem anderen Titel, a8 die drey vorhergehenden, nämlich unter: Experiments and observations relating to various branches of na⸗ tural Philosophy; with a continuation of the obser- vations on air. By Joseph Priestley, LL. D. F. K. ö. London printed for J. Johnson. MDOCCLXXIX. J. verm. Schrift. II. B. 31 130 Uiber die ten gemeinen Wasser, hauptsächlich im Brunnenwasser, eine grüne Substanz erzeuget werde, die eine reichliche Quelle der belebenden oder dephlogistizirten Luft, oder wenigstens eine gelegenheitliche Ursache von der Ent⸗ stehung dieser Luft ist. Diese Entdeckung zeigte uns eines jener bis dahin unbekannten Mittel an, derer sich die vorsichtige Natur bedienet, um den nöthigen Grad der Reinigkeit im Dunstkreise zu unterhalten. Eine in ihren Wirkungen so wunderbare Substanz, als einfach sie ihrem Ursprunge nach ist, konnte nicht anders, als die Aufmerksamkeit aller Naturforscher auf sich ziehen, und diese anspornen, um ihrem eigentlichen Ursprunge nachzuspüren, und ihre Natur zu untersuchen. Herr Priestley selbst blieb hierin nicht dahinten; und er hatte sie wirklich schon, noch ehe er ihrer öffentlich Er— wähnung that, eben so aufmerksam beobachtet, als er es bey Untersuchung aller jener Substanzen, die er zum Gegenstande seines Forschens wählet, zu thun pflegt. Er schloß, Seite 342 seines angeführten Buches, nicht eher, daß sie weder zum Thier-oder Pflanzenreiche ge— höre, als nachdem er sie zu wiederhohltenmahlen mittelst guter Vergrösserungsgläser beobachtet hatte, und dieß zwar aus dem Grunde, daß sie sich so gar in verschlosse- nen Gefäßen erzeuget; und daß man sie also für eine Substanz ihrer eigenen Art, lui generis, ansehen, und Al iwase ichlich „ odet Ent⸗ e uns derer thigen . bstantz, hicht 1 auf tlichen suchen. und er h Er⸗ lls er r zum oflegt. nicht he ge⸗ nittelst d dieß chlosse⸗ L elne „ und ul⸗ Priestley'sche grüne Materie. 131 unter dem allgemeinen Nahmen einer grünen Materie bezeichnen müsse. Er fand diese ganze Substanz, etliche wenige hohle Fäden und zwey oder drey kugelförmige, mit einer gewissen Regelmäßigkeit durchbohrte Körper ausgenommen, einer Gallerte ähnlich. Er hielt sie für einen unorgarnisirten Bodensatz des Wassers, der in der Sonne mit der Zeit eine grüne Farbe annimmt. Nachdem ich mir drey ganzer Jahre hinter einander eine unendliche Mühe gegeben hatte, um die Natur die— ser Substanz zu bestimmen, wurde ich überzeugt, daß Herr Priestley diese Substanz untersuchet habe, als sie schon ein sehr hohes Alter erreichet hatte, und daß er sie mit seiner gewöhnlichen Genauigkeit so beschrieben habe, wie sie in diesem Alter gemeiniglich vorkommt. Hätte Herr Priestley den Gang dieser Substanz von ihrem ersten Ursprunge an bezeichnet, und alle ihre wahrhaft auffallende Verwandlungen, die sie allmählich untergehet, aufmerksam verfolget, so hätte er wahr— scheinlicherweise ein ganz anderes Urtheil über ihre Ratur gefället; und ich habe Ursache zu glauben, daß er sie ohne Anstand, wenigstens wenn sie noch jung ist, in die Classe der zum Thierreiche gehörenden Wesen gesetzet hät⸗ te. Er würde, wie ich denke, so gar in Versuchung gerathen seyn, zu schließen, daß sie stuffenweise von dem 3 2 Thier⸗ 132 Uiber die Thierreiche zum Pflanzenreiche übergehe, ohne jedoch alle Eigenschaften ihrer ursprünglichen Natur gänzlich abzu⸗ legen. Und wenn er seine Beobachtungen so, wie ich es gethan habe, durch ganze Jahre fortgesetzt hätte, so würde er noch mehr erstaunt gewesen seyn, zu sehen, daß diese Substanz nach dem großen Schritte, wovon ich so eben gesprochen habe, das ist, nachdem sie wirk⸗ lich zur Ordnung der Pflanzen gelanget ist, wenigstens unter diejenigen Wesen, die man bisher zum Pflanzen⸗ reiche zählet, wieder durch einen außerordentlichen Vor— gang, der jedoch nur unter gewissen Umständen, die ich weiter unten anzeigen werde, Statt hat, wieder aufs neue in dasjenige Reich zurückkehret, woraus sie entsprungen ist, und hierauf zum zweytenmahle in die Claffe derjeni— gen Wesen eintritt, die sie verlassen hatte, das ist, in die Classe der Pflanzen. Als ich im Jahre 1779 durch eins sehr beträchtliche Anzahl Versuche, die ich mit aller der Aufmerksamkeit, deren ich fähig war, angestellet habe, entdeckte, daß die Pflanzen das bewundernswürdige Vermögen besitzen, eine dephlogistizirte Luft nur in der Sonne zu verbrei— ten, fieng ich an, zu argwöͤhnen, ob nicht wohl die grüne Materie, in welcher Herr Priestley das nämliche Vermögen bemerket hatte, eine vegetabilische Gubstanz seyn möchte; und die Aehnlichkeit der Erscheinungen mach⸗ ... Priestley'sche grüne Materie. 133 machte mich so kühn, sie in meinem, in eben diesem Jahre bekannt gemachten Werke über die Pflanzen dafur auszugeben, ohne jedoch andere Bürge dieser meiner Vermuthung zu haben, als eine solche Aehnlichkeit in den gleichförmigen Wirkungen dieser zwey Wesen; denn bey Untersuchung dieser Materie mit guten Vergrösse⸗ rungsgläsern unterschied ich nichts, als einen Haufen runder, äußerst kleiner Körperchen, die nicht das zwey⸗ tausendtheil eines Zolles im Durchmesser hatten, die aber einander ziemlich ähnlich waren, und nach ihrem Alter mehr oder weniger an einander gedrängt schie⸗ nen. Ich untersuchte sie damahls erst nach der Er⸗ scheinung der Fäserchen, wovon ich hier unten sprechen werde. Da ich nicht eher anfieng, mich mit dieser Materie abzugeben, als nachdem ich in den Pflanzen das ganze Geheimniß, wovon ich im oberwähnten Werke Rechen⸗ schaft abgeleget habe, beobachtet hatte, so konnte sie mir in nichts dienen, um mich in diesem Nachforschen zu leiten; und da ich keine andere Kenntniß von ihr hatte, als die ich beym Herrn Priestley schöpfte, so hätte sie mich vielleicht vom Wege abgebracht, so wie es ihm selbst ergangen ist, wenn ich mit ihr angefangen hätte. Und wirklich war die Entdeckung dieser Substanz und des Sonneneinflusses auf sie weit entfernet, KHerrn J3 Priest⸗ 13⁴ Uiber die Priestley auf die Spur der Entdeckung zu bringen, die ich hernach, ohne die mindeste Rücksicht auf diese Mäte— rie, gemacht habe. Nachdem dieser große Physiker in seinen vorigen Werken gesagt hatte, daß in den Pflan⸗ zen ein Vermögen, die Luft zu reinigen, wohne; ein Vermögen, wovon er glaubte, daß es bloß einzig und allein von dem Wachsthume abhänge, welches doch auch eben so gut bey der Nacht, als in der Sonne, Statt hat, fieng er an, in seinem Glauben über dieses schöne System zu wanken, als er beobachtete, daß die gereinigte Luft, die sich in den Gläsern, worein er die Pflanzen mit einer gewissen Menge Wasser, um sie beym Leben zu erhalten, gesetzt hatte, erzeugte, noch fortfuhr, darin hervorgebracht zu werden, sogar als die Pflanzen heraus genommen waren. Er befürchtete, sich in der Meinung, daß die Erzeugung dieser Luft das Werk der Pflanze sey, betrogen zu haben, sobald er beobachtete, daß das Wasser selbst, nach der herausgenommenen Pflanze, fortfuhr, sie mittelst der grünen Materie, die damähls schon in den Gläsern entstanden war, hervor⸗ zubringen, und da er die grüne Materie nach einer sorgfältigen Untersuchung für einen bloßen Bodensatz des Wassers, dessen Natur von der Natur der Pflanzen sehr weit entfernet wäre, gehalten hatte, so war es unmög— lch, daß er daraus schließen sollte, die Erscheinungen, die er diese Materie hervorbringen sah, müßten auch bey EEE nne, ieses die die jehm uhr, mzen der der tele, nen die vor⸗ einer des sehr nöh⸗ igen, auch 0 Priestley'sche grüne Materie. 133 bey den Pflanzen Statt haben. Er zog auch wirklich einen gerade entgegengesetzten Schluß daraus, und ge⸗ stand mit jener philosophischen Freymüthigkeit, wovon er in seinen Werken oft ein Beyspiel gegeben hat, daß die vorhergegangenen Versuche, die ihn zur Annahme dieses schönen Systemes von dem wohlthätigen Einflusse der Pflanzen auf unser Element gebracht hatten, durch die im Jahr 1778 angestellten Versuche keineswegs be— stättiget würden; daß er mit Mißvergnügen die letzteren Versuche seinem Systeme(b), dessen Grundstütze schon durch die Versuche des Herrn Scheele und anderer er— schüttert zu seyn schienen, wenig günstig befunden habe; und daß er gegenwärtig überzeugt sey, daß die Pflanzen zur Hervorbringung der reinen Luft in den Gläsern, so wie er es sich vormahls einbildete, nichts beygetragen haben(c). Ein so verdrießlicher, seiner vorigen Hypo— these so nachtheiliger Schluß konnte ihm durch nichts entrissen werden, als durch die gänzliche Uiberzeugung, welche von keinem, auch nicht dem flüchtigsten Zweifel, die grüne Materie möchte eine pflanzenartige Substanz seyn, schwankend gemacht wurde. Hätte er den gering⸗ sten Verdacht gehabt, daß diese Materie eine Pflanze 31 wä⸗ (b) Sieh seinen vierten Band, Seite 299. (e) A. a. O. S. 338. 136 Uiber die wäre, so würde er nicht ermangelt haben, daraus zu schließen, oder wenigstens zu vermuthen, daß die Pflanzen das nämliche Vermögen besitzen, welches er der grünen Materie zuerkannte. Anstatt also diesen großen Schritt weiter zu machen(d), das heißt, mittelst dieser grünen Substänz die Art anzuzeigen, deren sich die Natur be⸗ dienet, um mittelst der Pflanzen die Luft zu reinigen, entfernte er sich um so mehr von dem Wege, den ihm die Erscheinung der besagten Materie gewiß eröffnet hätte, wenn er auf den Gedanken verfallen wäre, daß sie eine Pflanze seyn könnte. Es kommt mir ganz natürlich vor, daß es Herrn Priestley, als er sah, daß ein anderer den Schritt ge— macht habe, der ihm noch übrig war, um das ganze Geheimniß des Einflusses der Pflanzen auf das Thier— reich zu entschleyern, empfindlich fiel, von eben dieser Substanz, die ihn hätte leiten sollen, irre geführet worden zu seyn. Allein unter den wichtigen Entdeckun— gen gibt es viele, die sich gleichsam in den Händen der Menschen befunden haben, und doch nicht eher erkannt wurden, als nach Verlauf mehrerer Jahrhunderte. Die — dl. (o) Sieh seinen fünften Band von 1731, zu Anfang der Vorrede. ———— us 6 Ofanzen grünen Gchril grünen tur be⸗ einigen, en ihm t hätte, sie eine Hertn itt ge⸗ ganze Tier⸗ dieser hret ckun⸗ ider kannt Die Priestley'sche grune Materie. 137 altesten Naturforscher hatten schon beobachtet, daß das Eisen vom Magnete manchsmahl angezogen, und manchs⸗ mahl zurückgestoßen werde(e). Man brauchte demnach nur noch einen Schritt zu thun, um auf die Polkraft zu kommen; das heißt, man durfte nur bemerken, daß das Eisen, als welches durch die erste Berührung des Mag-⸗ netes selbst ein Magnet geworden war, einmahl vom Magnete angezogen, die Kraft behielt, um sich immer mit derselben Seite demjenigen Theile dieses Steines zu nähern, der es angezogen hatte, und daß die entgegen— gesetzte Seite des nämlichen Eisens sich davon entfernte, mittlerweile diese Seite zu gleicher Zeit mit der Anzie— hungskraft gegen den entgegengesetzten Theil des Magne⸗ tes begabt wurde. Die Alten pflegten schon ihren Nah—⸗ men oder Nahmenszug mit einem Werkzeuge zu bezeich⸗ 35 nen, — käsrintentz (e) Luerez, Sammler aller Entdeckungen und Meinungen der alten Weltweisen, vorzüglich des Epieur's, dessen Seete er hitzig auhieng, die er für geschickt hielt, um Materialien für sein Gedicht de Rerum Natura abzuge— ben, zeigt beym Magnete, daß er selbst der Entdeckung der Polarkraft sehr nahe gewesen war. Fit quoque, ut a lapide hoc ferri natura recedat Interdum, fugere atque sequi consueta vieissim. Titi Lucret. Cari de Rerum Natura L. VI, V. 1050. 138 Uiber die nen, worauf er ausgearbeitet stand. Es war nur darum zu thun, daß sie, um den Grund zur Buchdruckerkunst zu legen, mehrere solcher Buchstaben an einander reihe— ten, und daraus Wörter zusammen setzten. Man findet noch viele Gebäude der alten Römer, die aus Backstei— nen bestehen, mit dem Nahmen des Gebäudes bepräget, welcher mit einem Werkzeuge eingedruckt wurde, worauf ein solcher Nahmen erhoben gearbeitet war; und die Buchstaben waren auf die nämliche Art verkehrt, als sie es auf den Typen unserer Druckereyen sind. Doctor Hales hatte beobachtet, daß eine Weinrebe in der Sonne eine große Menge Luft absetze(f). Herr Bonnet bemerkte gleichfalls, daß sich Pflanzenblätter mit Luftbläschen bedeckten, und dieß zwar nur in der Sonne (g). Diese zwey berühmten Männer waren also sehr nahe an einer Entdeckung, und hatten sie, so zu sagen, in (f) Statical Eflays. B. I, S. 110, Tab. VII, fig. XVII. () Recherches sur ꝗ⁊ nlage des feuilles dans les plantes, & sur quelques autres sujets relatifs à Thistoire de la Vegetation. Par Ch. Bonnet à Geœttingen& Leiden, 1754% S. 26- 33. Man kann auch mein Werk: Versuche mit Pflanzen, S. 3 und die folgenden, englischer Aus gabe, und S. 5 und die folgenden, französischer Aus gabe, nachschlagen. atum kunst reihe⸗ indet kstei⸗ äget, rauf die sie Priestley sche grüne Materie. 139 in der Hand; es gieng ihnen nichts ab, als zu wissen, daß diese Luft eine gereinigte Luft sey, um den Schluß zu machen, daß die Pflanzen die gemeine Luft reinigen, indem sie eine Menge einer solchen reinen Luft verbreiten; gerade so, wie Herrn Priestley, um eben diesen Schluß zu ziehen, nichts abgieng, als zu wissen, oder es wenig⸗ stens zu glauben, daß die grüne Materie eine Pflanze sey. Herr Priestley, der die grüne Materie in seinem vierten Bande für einen Bodensatz aus dem Wasser, oder für einen schleimigen Satz, a lmy matter, ansah, er⸗ hebet sie in seinem fünften Bande, Seite 16, auf das Zeugniß seines Freundes, des Herrn Bewley, zu dem Range der Pflanzen, und er meinet, man müsse sie unter die Wasserfäden, die Conferven, ordnen, ohne jedoch zu bestimmen, ob es der Brunnenwasser faden, Conferva fontinalis, des Doctor Witherings, oder ein anderer Wasserfaden dieser Classe sey(h). Herr Forster hielt sie (h) Dillenius beschreibt über verschiedene Arten. Man schlage sein prächtiges Werk nach, betitelt: Historia Muscorum, in qua cireiter sexcentæ species veteres& novæ ad sua genera relatæ describuntur,& iconibus genuinis illustrantur, eum appendice& indice syno- nymorum. Opera Jo. Jac. Dillenii, M. D. in univer- state oxoniensi Botanices Professore Sherardini. Oxonii e theatro Sheldaniane. MDCCXLI. 14⁰0 Uiber die sie für den Byssus Rotryoides Linnæi; eine kleine Pflanze, die sich den der Feuchtigkeit ausgesetzten Steinen, und hauptfachlich in beschatteten Oertern, anhängt(Sieh species plantarum Linnæi). Ich habe es nach Herrn Forster lange geglaubt, daß sie nichts, als diese Art des Byssus, seyn könne. Herr Senebier war der Meinung, daß weder Priestley, noch Forster, die wahre Natur dieser Sub⸗ stanz gekannt habe, und erklärte sie für die Conferva cespitosa, hlis rectis undique divergentibus Halleri, N. 2114(i). Wenn besagte Substanz der Brunnenwasserfaden des Doctor Witherings ist, so muß diese sogenannte Pflanze Fibern oder Fasern haben, die wenigstens einen halben Zoll lang sind; denn Doctor Withering sagt, daß diese Pfanze ihre Fasern manchsmahl nicht über einen hal⸗ (i) Memoires physico- chymiques sur L'influence de la Iumiere solaire pour modifier les étres des trois regnes de la nature& sur- tout ceux du regne vegetal. Par Jean Senebier, Ministre du St. Evangile, Biblio- thecaire de la Republique de Geneve, Membre de la Sociéte Hollandoise des Sciences de Haerlem. A Ge⸗ neve, 27892. Ouvrage en trois volumes in svo. EEEE Priestley sche grüne Materie. 141 halben Zoll lang triebe, welches klar anzeiget, daß diese Fasern gewöhnlich viel länger sind: und wirklich schei⸗ net dieses so bekannte, und gar nicht seltene Gewächs in nichts zu bestehen, als in einem Haufen Fasern von verschiedener Länge, die oft über einen Schuh be⸗ trägt. Der Wasserfaden, den Herr Senebier angibt, hat Herr Häller nach Dillenius und Micheli beschrieben; er ö wird in dem Werke des Dillenius durch die dritte Figur der zweyten Kupfertafel vorgestellet, und von Michels Seite 211 Nro. 8, 14 und 15 beschrieben. Die Figu⸗ ren, worauf sich diese Zahlen beziehen, stehen auf der 29 und 90 Kupfertafel. Ich nahm mit die Mühe, außer den schon erwähn⸗ ten Werken noch alle die Bücher nachzuschlagen, die meines Wissens über dergleichen Gegenstände handeln: ich untersuchte die Figuren des Byssus, der Conferve, und einer jeden anderen Pflanze dieser Art, ohne eine Beschreibung, oder eine Figur finden zu können, die sich mit der grünen Materie des Herrn Priestley ver⸗ gleichen ließ; das heißt, mit derjenigen Substanz, die er unter diesem Nahmen in seinem vierten Bande beschrei⸗ bet. 14² Uiber die bet. Ich habe gleichfalls nichts Aehnliches im Werke des Herrn Hedwig angetroffen(f). Obschon ich seit mehr, als drey Jahren, keinen Tag vorbeygehen ließ, ohne mehr oder weniger Zeit auf die Untersuchung dieses Wesens verwandt zu haben, und gemeiniglich über dreyzig Gefäße auf einmahl der Sonne ausgesetzet hatte, so muß ich dennoch bekennen, daß ich noch nicht im Stande bin, eine vollständige und allerdings befriedigende Geschichte davon zu geben, und hauptsächlich in Rücksicht ihres Ursprunges und ihrer Verwandlungen oder Metamorphosen. Da es jedoch vielleicht noch keinen Physiker oder Naturforscher gibt, der bis jetzt auf diese Untersuchung so viel Aufmerksam⸗ keit und Zeit verwandt hätte, als ich, so glaube ich eini⸗ gen meiner Leser ein Vergnügen zu machen, wenn ich ihnen das Resultat meiner Bemühungen, so unvollkom— men es auch ist, vorlege. Wenn sie meine Beobachtun— gen hierüber durchgehen, so werden sie vielleicht eingeste⸗ hen, daß diese Materie mehr Aufmerksamkeit verdiene, als (k) D. Joannis Hedwigii fundamentum historiæ natura- lis muscorum frondoforum, concernens eorum flores, fructus, seminalem propagationem, adjecta generum dispositione methodica, iconibus illustratis. Pars IJ. Lipsiæ MDCCLXXXII. ... ledes einen Zeit aben, der inen, und und ihrer doch gibt, sam⸗ eini⸗ ich kom⸗ tun⸗ este lene, ls — Priestley'sche grüne Materie. 143 als man ihr bisher geschentt hatte; daß die Beschwer⸗ lichkeiten, die ich überwinden mußte, wenigstens einige ö Nachsicht verdienen, falls es mir nicht gelungen ist, das Ganze in ein kläreres Licht zu setzen; und daß die Schlüsse, die einige vielleicht daraus ziehen werden, Schlüsse, die sich von selbst ergeben, viel zu außeror⸗ dentlich scheinen, als daß sie im gegenwärtigen Jahrhun⸗ derte dürften angenommen werden. Ob ich gleich die ganze Zeit her, als ich diese Un⸗ tersuchungen anfieng, keinen Anstand machte, allen meinen Freunden und allen Liebhabern der Naturkunde, die zu mir kamen, meine Versuche und Beobachtungen über diese Materie zu zeigen, und das Vergnügen gehabt habe, alle überzeugt zu sehen, daß meine Beobachtungen aus der Natur selbst gezogen wären, so geschiehet es dennoch nicht anders, als mit dem größten Mißtrauen, daß ich es wage, sie dem Publicum vorzulegen. 33 9 22 nnrhn 22 Uiber die Zweyter Abschnitt. Beobachtungen über den Ursprung und die Natur der Priestley'schen grünen Materie, so wie sie von selbst im Wasser entstehet, und die Untersuchung dieser Materie. E: gibt wenige Wässer, worin sich nicht einige Was⸗ serpflanzen vorfinden, sie seyn nun stehende oder fließen⸗ de Wässer. Die Oberfläche der Erde bedecket sich ohne einige Pflege mit Grün. Die Alleen oder Spatziergän⸗ ge von der festesten Erde, so wie die Rinde der Bäu⸗ me, sind mit Pflanzen bespicket, wenn sie anders genug Feuchtigkeit zu ihrer Nahrung haben. Das Astmos, Hypnum, das Knotenmos, Bryum, und andere Mos⸗ arten überziehen sie mehrentheils. Es ist daher nichts seltsames, zu sehen, daß sich, wenigstens manchsmahl in Gefäßen, die mit Wasser angefüllet, und der offenen Luft oder dem Lichte ausgesetzet sind, auch etwas der— gleichen erzeuge; und solche Gefäße ermängeln an der offenen Luft selten, mit der Zeit bald früher bald spä⸗ ther damit besetzet zu werden. Diese weltkündige Wahr⸗ heit kann uns leicht in Irthum führen, wenn wir be— sagte ———. Priestleysche grüne Materie. 145 sagte grüne Materie unter der Gestalt einer offenbaren Pflanze zu finden glauben: und es ist wahrscheinlicher⸗ weise die Folge einer solchen vorgefaßten Meinung, daß sie die Herren Bewley, Forster, und Senebier, ein je⸗ der für ein anderes Gewächs angesehen haben, und daß ich sie selbst für eine pflanzenartige Substanz, für eine Mosart, hielt. Um sich also über die eigentliche Substanz, die Herr Priestley in seinem vierten Bande beschreibet, nicht zu betrügen, muß man sie eben so hervorbringen, als es Herr Priestley gethan hat, nämlich in gläsernen, mit Brunnenwasser angefüllten, auf einem Becken um— gestürzt stehenden, und der Sonne ausgesetzten Glocken: oder man erzeuge sie auch selbst in offenen und der Son-⸗ ne ausgesetzten Gefaßen voller Wasser, und man beobachte vom Anfange an, was vorgehet, aber nicht nur dann und wänn und selten, sondern öfters und ununter— brochen. Sobald wir einige Tage nach dieser Aussetzung vom Boden oder von den Wänden der Gefäße Luftbläschen aufsteigen sehen, finden wir, daß sich darin eine grün⸗ liche Kruste bilde. Setzet man alsdann ein Vergrösse⸗ rungsglas, und besonders ein zusammengesetztes, wel— ches wegen seinem großen Felde den Vorzug behauptet, J. verm. Schrift. II. O. K an 446 Uiber die an der äußeren Oberfläche des Gefäßes an, so wird man grünliche, unendlich kleine Partikelchen sehen, die eine runde oder eyförmige Gestalt haben, und an der innern Oberfläche des Gefäßes, besonders gegen unten zu, an⸗ hängen. Indeß geschiehet es manchömahl, daß zu An⸗ fang der größte Theil gegen die obere Gegend des Ge— fäßes sich befindet. Man siehet sie viel besser und ge— mächlicher, wenn man einige mit einer Messerspitze ab⸗ löset, und sie auf einem flachen Glase unter den Brenn— punct eines Vergrösserungsglases bringet. Um sie hier— bey nicht in Unordnung zu bringen, pflege ich einige flache Glassplitter mit einem Faden an einem Stücke Kork mitten im Gefätze aufzuhängen, und einige auf den Boden desselben zu legen. Man wird finden, daß diese Körperchen wahrhafte Insecten sind, ziemlich gleich— förmig unter einander, größtentheils rund, eyförmig, oder auf eine ähnliche Art gestaltet, von einer schleimi— gen und durchsichtigen Kruste umgeben. Man trifft durchgängig noch einige mit einer offenbaren Bewegung an, die das Wasser, welches an dem Glase hängen blei— bet, frey durchlaufen; ja man siehet sehr viele, welche die ganze Masse dieses Wässers durchlaufen. Die voll— kommene Aehnlichkeit derjenigen Insecten, welche offen— bar lebendig sind, mit den unbeweglichen, und an den Glaswänden festsitzenden Körperchen lässet keinen Zwei— fel übrig, daß sie nicht dieselben sind, und daß letztere nur —— man eihe nern an⸗ An⸗ Ge⸗ ge⸗ ab⸗ enn⸗ hier— nige lce auf daß eich⸗ nig, imi⸗ ifft jung blei⸗ Priestley'sche grüne Materie. 147 nur darum ihre Bewegung verloren haben, weil sie durch die klebrige Kruste verstrickt oder abgehalten sind. ZJedes dieser Insecten, einzeln besehen, hat nur ein sehr schwaches Grün; sind aber mehrere auf einander ge— häuft, so wird ihr Grün offenbarer. Unter diesen auf dem Glase festsitzenden Insecten befindet sich eine große Menge harter, durchsichtiger, eckiger Körper mit unre⸗ gelmaßigen Rauten. Diese Körper scheinen Salz- oder Steinkrystallisationen zu seyn. Sie sind viel grösser, als die Insecten, und finden sich nach der besonderen Nätur des angdwandten Wassers in einer grössern oder geringern Anzahl vor. Diese Körperchen, oder Insecten, vermehren sich beständig, und setzen sich nach und nach an dem Boden oder den Wänden des Glases an, so daß im Verlauf weniger Wochen diese Kruste gemeiniglich schon grün wird, hauptsächlich gegen den Boden des Gefäßes, dem Gefühle nach schleimig, und ziemlich dick. Diese In— secten sind, unter dem Mikrostkope vergrössert, durch Fig. I, Taf. II, vorgestellet. So lange das Gefäß in der Sonne stehet, siehet man von allen Seiten dieser Kruste erstäunlich viele Luftbläschen aufsteigen. Im Schatten und bey der Nacht liefert sie nur sehr wenige, oder gar keine Luft. K 2 Die 148 Uiber die Die Erzeugung dieser Luft vermehret sich in dem Naße, als sich die grüne Kruste bildet; nach einiger Zeit aber fängt sie wieder an, allmählich nachzulassen. Bestehet man darauf, das Gefäß in der heißen Sonne zu lassen, hauptsächlich ohne das Wasser zu erneuern, so wird die Kruste gelb, und endlich orangenfärbig, besonders gegen den oberen Theil des Gefäßes. Er— neuert man aber das Wasser, sobald die Entwickelung der Luft merklich schwächer gehet, so fängt sie sich wie— ver in großem Uiberflusse zu entwickeln an: und bey einer solchen Erneuerung des Wassers von Zeit zu Zeit kann man aus einem ähnlichen Gefäße eine ansehnliche Menge dephlogistizirter Luft von der größten Reinigkeit erhalten(1). Nach Diese Erscheinung verleitete Herrn Priestley, zu glauben, daß diese Luft keine Erzeugung der grünen Materie sey, sondern schon vorher im Wasser gewesen wäre, und nichts gethan hätte, als sich unter der Gestalt von Bläschen auf diese Substanz abzusetzen, die sie durch Einsaugung des Phlogistons reinige. Diese Meinung scheinet wirklich beym ersten Anblicke in der Natur selbst gegründet zu seyn; denn es scheint sehr natürlich, daß die Hervor— bringung der Luft endlich längsamer gehe, wenn das Was⸗ ser, an seiner Luft erschöpft, nichts mehr vorschießen kann: und dieser Schluß gewinnet dadurch, daß die bloße Erneuerung des Wassers diese Hervorbringung wieder aufs neue erweckt. Diese Betrachtung scheinet zwar einen Ein wurß — .... dem niget issen. onne ern, big, sey lichts Schen ugung irklich et zu erbots Priestley'sche grüne Materie. 145 Nach etlichen Wochen bekommt die Kruste eine ge— wisse Dicke und Consistenz. Dem Gefühle nach findet man sie immer rotzig, sie ist grün, und großen Theils durchsichtig ohne eine sonderliche Consistenz. Untersuchet man sie in diesem Zustande mittelst des Vergrösserungs— glases, so befindet man sie gerade so, wie sie Herr Priestley in seinem vierten Bande über die verschiedenen — 97 3 Als⸗ wurf von großem Gewichte gegen mein System über dir Hervorbringung der dephlogistizirten Luft an der Sonne mittelst der Pflanzen zu erheben, in deren Substanz die Luft, meiner Meinung nach, ausgearbeitet undgereiniget wird, durch welche Reinigung oder Deyhlogistizirung sie der Natur des Gewächses schädlich, und folglich als ein Unrath, als ein währes Exerement, ausgestoßen wird— So gegründet auch dieser Einwurf vorkommen mag, so, wird er doch vieles von seinem Gewichte verlieren, wenn man erwäget, daß in der Zeit, als dieses Wasser an Luft erschöpft zu seyn cheinet, im Gegentheile an der Sonne so damit angeschwängert ist, daß es bey der Erschütterung des Gefäßes wie Selzer Wasser, oder Champägner Wein, moussirt. Wenn man übrigens anstatt des Brunnenwas⸗ sers, welches natürlicherweise mit Luft gesättiget ist, ein Wasser auf die grüne Materie gießt, woraus durch ein Sieden von mehreren Stunden alle Luft vertrieben ist, so wird man sinden, daß diese Materie damit anfäugt, ein solches Wasser mit Luft zu sättigen, und zwar derge— stalt, daß es in einem oder zwey Tagen bey der ersten Berührung des Gefäßes moussiren wird, und daß, so bald es damit gesättiget ist, die übrige Luft, die darin noch her⸗ 1506 Uiber die Alsdann scheinet sie wirklich ein schleimiger Bodensatz des Wassers, a filmy matter, zu seyn, der an der Son— ne grün geworden ist: man siehet an ihr schlechterdings keine Organisation. Die kleinen grünen Körperchen, die hervorzukommen fortfähret, unter ber Gestalt von Bläs⸗ chen auf die Oberfläche des Wassers aufsteiget. Die Muth— maßung, daß während der Zeit die Luft aus der Atmo— sphäre eingepumpt worben sey, findet keinen Statt; denn der Versuch entspricht gleichaut, wenn man durch Queck- silber alle Gemeinschaft zwischen dem Wasser des Gefäßes und der Atmosphäre abschneidet. Ich habe diese Lehre in einer Denkschrift, gelesen vor der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu London, im Jahre 1r8e, und das folgende Jahr darauf in die philosophischen Trausaetionen eingerückt, ausführlicher vorgetragen, und ich gedenke, anderswo davon ein mehreres zu sagen. Inzwischen sey es mir erläubt, hier noch zu erinnern, daß sowohl die grüne Materie, als die wirklichen Pflanzen, die mit ihz nen in Berührung kommende Luft als ihre hauptsächlichste Nahrung begierig verschlingen; daß daher diese Substanz das Wasser wirklich an derjenigen Luftportion erschöpfe, die es in seinem natürlichen Stande enthält, und sie, ihres Brennstoffes entblößet, das ist, unter der Gestalt einer brennstoffleeren, dephlogistizirten, Luft, zurückgebe, welche dem Wasser nicht so innig anhängt, als die ge— meine Luft, sich daher durch die Erschütterungen des Ge— fäßes leicht davon abscheidet, und es auch bey der Nacht und im Schatten von selbsten langsam verlässet. Ein sols ches Wasser also, der offenen Luft ausgesetzet, verbreitet des Nachts in dem Dunstkreise eine gereinigte Luft. Di — 8 Priestley'sche grüne Materie. 151 die zur Zeit ihrer Entstehung deutlich sichtbar waren, 16 sind jetzt so auf einander angehäuft, und vielleicht in ihrer Organisation schon so verändert, daß auch der auf— — merksamste Beobachter, falls er sie nicht in ihrer gan— ie zen Verwandlung, die sie stuffenweise erfahren haben, —— Sehritt vor Schritt verfolgte, sehr schwer die Spuren ihrer ersten Gestalt entdeckt. Fläs⸗ uth⸗ tmo⸗ K 2 An⸗ denn Ueck⸗ sses 1— ein— ö hast das Da es durch die That selbst bestättiget zu seyn'scheinet, onen daß die grüne Materie und die Wasserpflanzen an der nke, Sonne mehr Luft liefern, als das Wasser enthielt, und sey daß sie sogar eine beträchtliche Menge derselben vorschießen, die wenn man sie in einem aller Luft beraubten Wasser ein— ihꝛ sperrt(die anderen Pflanzen können hierzu nicht gebraucht chste werden, weil sie nicht lang genug unter Wasser leben), lanz so kann man daraus schließen, entweder daß die solcher pfe/ gestalt durch ihre Vermittelung erhaltene Luft schon in sie, ihrer Substanz euthalten gewesen sey, noch ehe sie im⸗ slalt Wasser eingesperrt wurden, oder daß diese Wesen die be⸗ jche, sondere Kraft besitzen, das Wasser selbst in Luft zu ver— ge⸗ wandeln. Diese letztere Folgerung kommt mir um so wahr— Ge⸗ scheinlicher vor, als mehrere andere Körper, die nicht so lacht viel Aehnlichkeit mit der Luft zu haben scheineu, als das sch Wasser, sich dennoch in eine wahre Luft verändern, wie eitez 3. B. die Salpetersäure. Herr Lavoisier glaubt sogar, daß alle Säuren nichts anders, als eine luftartige Flüß sigkeit, seyn. ö 152 Uiber die Untersuchet man diese grüne Kruste etliche Wochen späther, wenn sie nämlich noch mehr Consistenz erlan— get hat, so wird man finden, daß die Metamorphose, wenn ich mich so ausdrücken darf, immer fortschreitet. Alles scheint, eine verwirrte Masse, ein erhärteter grü—⸗ ner Schleim, geworden zu seyn. Reisset man diese Masse aus einander, und beobachtet man die Ränder dieser Kruste mit einem guten Vergrösserungsglase, so erblickt, man noch die nämlichen ursprünglichen grünen Körper— chen, üo zu sagen, die Bruchstücke der ersten Insecten, etwas entstellet, von einer schleimigen Materie umwickelt, und durchflochten mit durchsichtigen Fasern, die kleinen Glasröhrchen ohne einige Farbe ähnlich sehen. Diese Fasern sind mit einer recht augenscheinlichen Bewegung begabt; sie neigen oder nähern sich einander, setzen sich wieder in ihre vorige Lage zurück, verwickeln sich man chs⸗ mahl, und machen sich wieder los. Diese Bewegungen geschehen unregelmäßig, und wenn man sich davon überzeugen will, so muß man sich mit ein wenig Ge— duld bewaffnen. Diese Fasern scheinen von dem Schlei— me verschiedene Wesen zu seyn. Man siehet sie in der 3und 6 Figur Taf. II. vorgestellet, und mittelst des stär⸗ sten Mikroskops vergrössert. Trift man die Zeit, wo sie in ihrer größten Kraft sind, so sollte man glauben, daß diese Fasern alförmige Thierchen sind, mit einem so offenbaren Leben begabt, als diejenigen, welche Abt Fon⸗ ochen rlan⸗ hose, eitet. grüͤ⸗ diese diesed blickt rper⸗ ten, celt, inen iese ung sich Priestley'sche grüne Materie. 153 Fontana im verdorbenen, oder von der nach Linne Gravumn ahbreviatum benannten Krankheit angegriffenen Korne gefunden hat. Diese Fasern, wenn sie von der Kruste gänzlich befreyet sind, gleichen einander vollkommen an Gestalt und Bewegung. Sie kommen auch in etwas den kleinen Aelchen bey, die man im Essige antrifft, ausgenommen daß letztere eine stärkere? Bewegung ha⸗ ben. Ihre Art zu wachsen aber, und ihre ferneren Veränderungen, wovon wir weiter unten sprechen wer— den, scheinen eine Aehnlichkeit mit den Veränderungen zu haben, die die Natur in den Gewächsen bewirket(m). Auf Wasserflächen, wo die grüne Materie schon ent⸗ standen ist, trifft man oft schvimmende Massen dieses Grüns an, die von darin eingeschlossenen Luftbläschen aufgeblähet sind. In solchen schleimigen Massen ist es, wo man die beweglichen Fasern am deutlichsten siehet. Manchsmahl bemerket man an ihnen sogar eine wurm⸗ A. 7 för⸗ * * Abt Fontana zeigte mir vor vielen Jahren grüne Fasern, die eine ähnliche Bewegung hatten. Er hielt sie für eine sehr kleine Tremelle, Gallerte, für Thierpflanzen, die den Kettenring zwischen dem Thier- und Pflanzenreiche bil— den. In mehreren seiner Werke spricht er davon. Er fand sie in dem Grün, welches man oft an Mauern, an Oertern, wo das Dachwasser abzuriunen pfleget, hängen siehet. Sind wohl diese Fasern des Herrn Fontana im Wesentlichen die nämlichen, wovon ich hier rede? 254 Uiber die — förmige Bewegung, die sich von dein einen Ende der Faser bis zum andern fortpflanzet, und einer peristalti⸗ schen Bewegung ähnlich ist. Es geschah nur bey einem gewissen Einfalle des Lichtes, und da nicht allezeit, daß ich diese Bewegung deutlich beobachtete. Ich ge⸗ stehe es, daß diese letztere Art der Bewegung denjenk— gen, welche in der Untersuchung kleiner mikroskopischer⸗ Gegenstände nicht geübt genug sind, schwer zu zeigen ist. Ich glaube, daß diese Schwierigkeit zum Theile von der Durchsichtigkeit und Gleichförmigkeit in der weihen Farbe dieser Fasern herkomme. Diese Fäden behalten eine solche merkliche Bewegung und ihre Weiße nur eine gewisse Zeit lang. Untersuchet man besagte Substanz zu frühe, so entdecket man gemeiniglich gar keine Fasern darin; beobachtet man sie zu späthe, so wird man diese Fasern zwar noch antreffen, aber ohne einige offenbare Bewegung. Der Zeitpunct, wo die Bewegung dieser Fasern klar zu sehen ist, lässet sich nicht leicht bestimmen, indem diese Zeit nach der Ver—⸗ schiedenheit der Umstände verschieden ist. Uiberhaupt kann ich sagen, daß sie um so eher zum Vorscheine kom— men, wenn das Gefäß, worin sich die grüne Materie befindet, an einem der Sonne ausgesetzteren Orte stehet. Diese *F 8*0* Prirstley sche grüne Materie. 15 Diese grüne Kruste wird nach etlichen Monathen uneben, und erhebet sich hier und da sehr unregelmäßig in Hügelchen, in welchem Zustande sie mehr Festigkeit besitzet. Man findet sie in der 8 Figur vorgestellet. Man nimmt sodann die Fasern deutlicher aus; sie sind ehne Ordnung zerstreuet, besonders an den erhobensten Oertern der vorspringenden Theile, und in diesem Zeit⸗ puncte sind sie offenbar grün, wenigstens größten Theils; fle übersteigen aber die Oberfläche der Kruste nicht, wel⸗ che immer glatt, poliert, und dem Gefühle nach so ziemlich hart bleibet. Wenn man sodann die Kruste zer⸗ bricht, und Stückchen herausnimmt, so findet man nichts darin, als kaum erkennbare Ueberbleibseln der kleinen Ursprünglichen Insecten. Beharret man darauf, die grüne Kruste sich selbst zu überlassen, indem man nur von Zeit zu Zeit, aber selten, das Wasser erneuert, so bleiben die schon gesche— henen Veränderungen hier nicht stehen. Die Uneben— heiten der grünen Kruste vermehren sich nach und nach, und erheben sich in Pyramiden, die in der Höhe sehr von einander abweichen. Man erblicket sie in natürli⸗ cher Grösse in der 9 Figur, so wie sie sich in einem Gefähe, welches ungefähr zehen Monathe lang der Sonne ausgesetzet war, befanden. Die 10 Figur stellet diese 156 Uiber dir diese pyramidenförmigen Körper so vor, wie sie sich in einem der Sonne beyläufig achtzehen Monathe lang aus— gestellten Gefäße befanden. Sobald sich die Pyramiden bilden, richten sich die grünen Fasern, die sich unregel⸗ mäßig durch die Unebenheiten der grünen Kruste schlän⸗ gelten, auf, entwickeln sich, und fügen sich nach der Länge dieser pyramidenförmigen Körper. Sie werden kenntlich, besonders gegen den obern Theil der Pyrami— den. Das Uibrige dieser pyramidenförmigen Körper ist eine durchsichtige, gallertartige Materie, die Consistenz genug hat, um ihre Gestalt, wenigstens so lange sie unter Wasser stehet, aufrechtzuerhalten. Einige dieser Körper wurden in zwey Jahren über zwey Zoll hoch. Wenn diese pyramidenförmigen Körper unter die Ge— wächse zu ordnen sind, so ist es unter die Tremellen Gallerten. Unter der ganzen Zeit, als diese Verwandlungen vorgiengen, hat diese Substanz an der Sonne unauf—⸗ hörlich eine dephlogistizirte Luft gegeben, und sie fuhr noch damit fort, obschon sie über zwey Jahre darin ge— standen hatte. Lässet ** il aus⸗ niden egel⸗ län⸗ der rden ami⸗ ist stenz ngen auf⸗ fuhr n ge⸗ set Priestley'sche grüne Materie. 157 Lässet man Hyacinthen oder Jonquillen in kegel⸗ förmigen Gefäßen voller Wasser, die hierzu besonders gemacht sind, wachsen, so fehlt es selten, daß man nicht eine gute Menge grüne Materie von einer sehr schönen Farbe, die größten Theils zu Boden fällt, darin hervorkommen siehet. Sie hängt sich auch an die Fa⸗ sern, die die Zwiebeln dieser Pflanzen in großer Menge treiben; man findet sie fleckenweise darauf aufgestreuet hängen. Ich fand die Enden dieser Fasern sehr oft mit einer Kruste dieser Materie gan; bedeckt. Wenn ich ei—⸗ nes dieser Spitzen unter den Brennpunct eines Vergrös— serungsglases brachte, und betrachtete, besonders nach— dem sie ein wenig der Sonne ausgesetzet war, fand ich grüne Insecten daran hängen, wie einen Bienenschwarm an einem Baume, oder wie einen Ameisenhaufen, die mit einer beträchtlichen Geschwindigkeit hin und her schwammen. Es kam mir vor, als wäre die Bewegung dieser Insecten die eine Stunde unendlich offenbarer, als die andere; überhaupt dünkte es mich, daß sie, nachdem das Gefäß der Sonne ausgesetzet war, viel munterer würden. Wenn man sie unter den Brennpunct eines Vergrösserungsglases bringet, muß man sie oft einige Zeit darunter lassen, ehe man ihre Bewegung deutlich bemerken kann. Unter einigen Umständen sind sie auf eine gewisse Zeit, wie betäubt, und nehmen ihre rorige Thätigkeit sodann wieder aufs neue an. Ich kann 158 Uiber die kann es nicht sagen, ob es eine zu große Kälte, eine zu große Hitze des Wassers, oder eine andere Ursache sey, die sie beläubet. Ich fand, daß die grüne Materie, die sich auf diese Art erzeugte, wenig oder gar nichts Rotziges an sich hatte; wahrscheinlicherweise, weil es die Pflanze aus dem Wasser einsauget. Drit⸗ 8 Eeine rsacht Hauf 5 an Hanze Priestleysche grüne Materie. 155 ᷣDꝗRꝗFRDSDRDRSRSRSSS Dritter Abschnitt. Beobachtungen über die Priestley'sche grüne Materie, welche durch die Verwesung thieri— scher und vegetabilischer Substanzen hervorge⸗ bracht wird, und die Untersuchung dieser Materie. * ö Walle man eine Wasserpflanze suchen, deren Kenn⸗ zeichen nur darin bestände, daß sie grün ist, und an der Sonne eine dephlogistizirte Luft gibt, und man fän⸗ de, oder wählte unter der großen bekannten Anzahl ge— räde diejenige, darum es zu thun ist, so wäre dieß son⸗ der Zweifel ein glückliches Ungefähr; und es ist wahr—⸗ scheinlich, daß der Nahmen, Pflanze, den ich in meinem Wer ke über die Pfianzen der Priestley'schen grünen Ma— terie willkührlich und unbestimmt beylegte, und ohne eine andere Ursache zu haben, als die Aehnlichkeit der Erscheinungen, der Hauptgrund war, warum män die eigentliche Priestley'sche grüne Mäterie verkannt, weil man, von dem Begriffe einer wirklichen Pflanze einge— nommen, jedes Wesen, welches nicht den mindesten An⸗ 46⁰ Uiber die Anschein davon hatte, nicht anders, als vernachlassigen oder mit Gleichgültigkeit anschauen konnte. Hätte man sich, anstatt auf den von mir so unei— gentlich gegebenen Nähmen eines Gewächses zu mer⸗ ten, an die Beschreibung, die Herr Priestley davon machte, gehalten, und eine schleimige, grüne, und dem Scheine nach unorganisirte Materie aufgesucht, welche volle, und der Sonne ausgesetzte Wasserschalen von in— nen überziehet, so hätte man sich dabey nicht so leicht vergriffen, und wahrscheinlicherweise jede offenbare Pflän— ze mit einem so gleichgültigen Auge angesehen, als man Zeit her mit der Substanz selbst that, die man suchte. Wenn wir dem Herrn Priestley die Kenntniß dieser sonderbaren Substanz zu verdanken haben, so sind wir ihm seit der Bekanntmachung seines fünften Bandes () nicht minder verbindlich, daß er uns die Materie selbst, die gleichsam der Saamen oder die im Jahre 1781 —— (n) Dieser fünfte Baud ist im Jahre 1787, als der zwehyte Band eines neuen Werkes, erschienen, der aber nichts als die Fortsetzung der drey vorhergegangenen über die verschiedenen Luftarten war. Der Verfasser beliebte diese Fortsetzung unter dem sechen angezeigten neuen Ditel zu bezeichnen, ——8— Unei⸗ mer⸗ dabon dem elche n in. leicht flan⸗ man te. dieset d wir andes iß et oder dit lyehte lichts el die diese + 4 lel zl Priestley'sche grüne Materie. 161 die Mutter derselben ist, so zu sagen, in die Hände ge⸗ geben hat, so daß man jetzt über die Beschäffenheit des⸗ jenigen Wesens, welches man zu suchen hat, nicht mehr itren kann; außer man wollte aus einer besonderen Absicht, oder wegen einigem Vortheile, den man aus dem Irrthume zu ziehen glaubt, hartnäckig darauf be— stehen, die besagte Substanz zu verkennen, und ihr ein offenbar unterschiedenes Wesen gleichsam mit Gewalt zu unterschieben. Herr Priestley fand„daß die grüne Materie sich viel häufiger und viel geschwinder in einem der Sonne ausgesetzten Wasser erzeuge, wenn man gewisse thierische oder vegetabilische Substanzen, als Fleisch, Fisch, Kohl, Erdäpfel, u. s. w., hineinleget(o). Leget man also ein Stück von diesen Substanzen in ein an der Sonne stehendes Wasser, so wird es bald trübe; in wenigen Tagen siehet man auf seiner Ober⸗ fläche ein Grün, und bald darauf wird die ganze Masse die⸗ (o) Sieh seinen fünften Baud, Seite 41, und die folgenden. J. verm. Schrift. II. B. 8 162 Uiber die dieses Wassers hochgrün(p). Um sodann um so besser beobachten zu können, was vorgehen wird, nimmt man die hineingelegte Substanz wieder heraus. Ein gewisser Grad der Verwesung scheinet die große Erzeugungsursache dieses Grüns zu seyn, und da das gemeine Wasser nur sehr wenig Faulstoff enthält, so ist es nicht zu verwundern, daß darin die Entstehung dieser grünen Substanz langsam vor sich gehet. Es ist dem⸗ nach wahrscheinlich, daß der Abgang einer verweslichen Substanz die Ursache ist, daß sich die grüne Materie nicht im gekochten und im destillirten Wasser, welches in Gefäßen über Quecksilber stehet, erzeuget, und sehr langsam und unvollkommen in eben diesen Wässern wenn sie der Sonne in offenen Gefäßen ausgesetzet wer⸗ den. Ein wenig Ochsengalle lieferte mir unter den verschiedenen thierischen Substanzen die größte Menge dieses Grüns, so wie es der Indigo unter den vegeta— bilischen Substanzen that. Der (p) Es ereignet sich gar oft, daß unter mehreren Gefäßen voller Wasser, derer jedes gleichviel von derselben ver— weslichen Substanz enthält, einige sind, worin die grüne Materie nicht aufkommt, obschon sie neben einander stehen. ———— hesser it man große a das so ist dieser dem⸗ flichen daterie elches sehr ssern t m⸗ er den Nenge egeta⸗ Der Gefäßen hen bel⸗ e grüne stehen. Priestley sche grüne Materie. 153 Der Unterschied zwischen der von selbst entstandenen grünen Materie und derjenigen, welche durch die Kunst hervorgebracht wird, bestehet bloß darin, daß sie sich auf die letztere Art viel schleuniger und häufiger erzeu— get; und auch, daß die im vorhergehenden Abschnitte beschriebenen Verwandlungen viel geschwinder mit einan⸗ der wechseln, und daß die Verschiedenheit der Insecten, die sie ausmachen, weit merklicher ist; eine Verschie— denheit, die hauptsächlich von der Natur der angewand⸗ ten verweslichen Substanz abhängt. Indeß wird man doch nicht immer sicher mittelst der nämlichen verwes⸗ lichen Substänz genau die nämliche Art Insecten erhal— len. Uiderhaupt sind die Insecten, welche die von selbst entstandene grüne Materie ausmachen, kleiner, und von einer lichteren Farbe, als die Insecten, welche die künstlich hervorgebrachte grüne Materie darstellen. Die Insecten, durch ein ver faultes Fleisch, oder einen verfaulten Fisch erzeugt, sind gemeiniglich rund oder ey⸗ förmig, nnd nähern sich der Gestalt nach denjenigen, welche man im einfachen Wasser antrifft; zuweilen sind beyde Arten mit einander vermengt. Die In secten, welche ein Stück Erdapfel hervorgebracht hat, unter⸗ scheiden sich von den anderen in nichts, als daß sie äußerst klein sind. Ich habe mehrmahls eine Art her⸗ vorgebracht, deren Kopf mittelst eines sehr feinen Fa⸗ dens von dem übrigen Körper abgesondert war, welches, * 2 wis 1664 tiliber die wie man weiß, einer großen Zahl Insecken natürlich ist, und von welcher Bildung der so vielen Arten kleiner Thierchen gemeine Nahmen, Insect, herkommt. Sie sind in der 2 Figur vorgestellet. Die größte Art dieser grünen Insecten, die ich bis jetzt erhalten habe, be— fand sich in einem mit Kühe- und Taubenmiste angesetz—⸗ ten Wasser an offener Luft in einer großen Kuffe, und in dem Abflusse der Fleischbänke, der im Sommer grün geworden war. Diese letzteren Insecten waren länglich, und hinten und vorne gespitzt. Unter dem Vergrösserungs— glase erschienen sie als wahre Fische, sowohl ihrer Ge— stalt, als ihrer Art zu schwimmen nach. Ihr Grün war recht schön und dunkel. In diesem vollkommenen Zustande verblieben sie nur etliche wenige Tage, indem sie eine sehr sonderbare Metamorphose untergiengen, die ich bey keiner anderen Art dieser Insecten bemerket habe. Sie wurden alle rund, und fuhren dennoch fort, einige Zeit lang das Wasser mit der nämlichen Geschwin⸗ digkeit zu durchlaufen; allein bald hierauf, nach dieser angenommenen Gestalt, hörten sie sich zu bewegen auf, hängten sich an einander, und machten zusammen eine grüne Kruste aus, ganz zusammengesetzt aus diesen run— den Insecten und aus einer klebrigen Materie, die sie zusammenzukütten, und von ihrer ferneren Bewegung abzuhalten schien. Diese Art der Transfiguration gieng manchsmahl sehr jähling vor sich. Das Insect setzte sich cis, leiner Sie dieser be⸗ esetzͤ und grün „und ungs⸗ Ge⸗ Hrün nenen indem ngen, merket jfott, hwin⸗ dieser auf, n eine mrun⸗ die sie vegung gieng t sehte sich Priestleysche grüne Materie. 165 sich senkrecht auf, blieb mit dem einen Ende auf der Ober— fläche des Gefäßes, worauf ich, um es zu beobachten, einen Tropfen dieses Wassers gelegt hatte, fest, oder es hielt sich wenigstens mit diesem Ende seines Körpers unbeweglich an, mittlerweile es sein oberes Ende zir⸗ kelförmig bewegte, und nach einigen solchen zirkelförmi⸗ gen Bewegungen, wobey sich das Thierchen bald ver— kürzte, bald verlängerte, machte es sich wieder unter der Gestalt einer Kugel los. Es geschah sehr oft, daß das Insect das erstemahl, als es die zirkelförmigen Bewegungen machte, sich nicht zusammenzog, sondern sich oft wieder frey machte, und unter der verlängerten Ge⸗ stält, wie zuvor, herumschwamm. Ich habe zuweilen Insecten bemerket, die eine solche zirkelförmige Bewe— gung mehr, als zehenmahl, machten, ehe sie sich für immer zusammenschrumpften. Ich habe auch wieder gese— hen, daß diese Umbildung nur zur Hälfte vor sich gieng; das heißt, daß das Insect nur das eine Ende einzog, und das andere nicht, und unter der Gestalt eines von einer Seite abgerundeten, und von der anderen Seite spitzigen Kegels herumschwamm. Die p Figur ist nach einem Tropfen entworfen, worin die meisten dieser In—⸗ secten schon rund und großen Theils zusammengehängt waren, und einige unter der Gestalt eines Kegels, oder einer Kugel, herumschwammen. 166 Uiber die Ich hatte sehr oft die Geduld, über zwey Stunden lang denselben Tropfen unter dem Vergrösserungsglase zu beobachten, den man sodann, um sein Verdünsten zu verhindern, mit einem sehr feinen Talkblättchen, oder, welches noch unendlich besser ist, mit einem sol— chen Glasblättchen bedecken muß, um ihre Bildung und die Art, wie sich diese Insecten vermehren und verwan— deln, zu bemerken. In Betreff ihrer Geburt aber konnte ich nichts erkennen. Ihre Körper waren höchst bieg⸗ sam. Bey einem jeden beobachtete ich in der Mitte des Körpers etliche Luftbläschen, wenigstens dem Scheine nach. Bey einigen bemerkte ich an dem hinteren Theile zwey Körper, die in Spitzen ausliefen, und in bestän⸗ diger Bewegung waren, sehr deutlich; ich sah sie füͤr einen Gabelschwanz an, so wie ihn einige Fische haben, und der ihnen darzu dienet, um der fortschreitenden Be⸗ wegung die Richtung zu geben. Wiewohl wenig zu öweifeln ist, daß dieser Schwanz allen gemein sey, so wollte ich ihn doch nicht von dem Mahler ausdrücken lassen, weil ihn weder er, noch ich, in allen unterschei— den konnte. Es kam mir auch vor, als hätte ein jedes dieser Insecten an den unteren Seitentheilen des Kör⸗ pers Floßfedern. In dem Sonnenmikroskop sah man diese Floßfedern so offenbar, daß kein Mensch, dem ich sie beobachten ließ, daran zweifelte. In 2 — ftlden hglase unsten kchen, n sol⸗ ig und rwan⸗ konnie bieg⸗ tte des scheine Theile estä⸗ ie für haben, en Be⸗ ig zu , so rücken rschei⸗ n jedes Kor⸗ h man em ich Priestleysche grüne Materie. 167 In der 4 Figur erblicket man eine andere Insecten— familie von der kleinsten Art, die mir in einem Brun⸗ nenwässer, welches mit etwas Ochsenblut geröthet, und der Sonne ausgesetzet war, zur Welt kam. We— nige dieser Insecten waren, als ich sie mahlen ließ, abgeründet. Ich sah einigemahl noch andere hervorkom⸗ men, die in eben diese Classe der kleinsten Art gehörten. Diejenigen, welche sich im letzteren Winter in einem mit Blut angesetzten Wasser erzeugten, blieben mehrere Monathe lang bey Leben, und veränderten ihre Gestalt nicht. Sie waren minder grün, und viel kleiner; in der Bildung aber wichen sie von denjenigen, welche die 4 Figur vorstellet, nicht ab. Eben diese Insecten traf ich manchsmahl im bloßen Wasser an. Wenn sich die durch die Kunst hervorgebrachten In⸗ secten einmahl in der rotzigen Kruste festgesetzet haben, so erleiden sie beynahe die nämlichen Veränderungen, als welche im Wasser von selbsten entstehen. Die Kruste bildet sich schneller, und die beweglichen Fasern lassen sich verhältnißmäßig eher bemerken. Sowohl die Kruste, als die Insecten, die sie ausmachen, häben gemeinig— lich eine dunklere grüne Farbe. Die nämlichen Uneben⸗ heiten und pyramidenförmigen Körper, die in der 8, 5und 10 Figur vorgestellet sind, erheben sich darin. L 4 Eine 168 Uiber die Eine solche künstlich hervorgebrachte grüne Materie liefert die dephlogistizirte Luft viel häufiger, als die sich von selbst erzeuget. Sie liefert sie schon, wenn der faule Geruch der hineingelegten verweslichen Materien noch sehr merklich ist, und die Thierchen fast noch alle lebendig sind. Ich habe sogar schon eine dephlogistizirte Luft daraus erhalten, wenn das verfaulte Fleisch, oder der verfaulte Fisch, noch darin lag. Sammelt man die Luft, die sich während des höchsten Grades der Fäul⸗ niß erzeuget, so findet man sie mephitisch, und manchs⸗ mahl brennbar. Ich erhielt auch zuweilen eine brenn— bare Luft mit vegetabilischen Substanzen, besondern mit Datteln, die im Wasser der Sonne ausgesetzet wurden. Aehnliche Fälle kann man in Priestley's fünften Bande nachsehen. Die 6 Figur stellet die grüne Materle, die in Thier⸗ chen der 4 und 5 Figur bestehet, und ausgebreitet ist, vor, um die weißen beweglichen Fasern zu sehen, die von den weißen Fasern der im Brunnenwasser ohne Zu⸗ satz hervorgebrachten grünen Kruste in nichts unterschie⸗ den sind. Vier⸗ X Priestley'sche grüne Materie. 169 Naterie ls die ö ö 4 Vierter Abschnitt. aterlen h alle ö Hn Betrachtungen über die drey vorhergehenden „odet Abschnitte. lan die ö Fäul⸗ gläube bisher zur Genüge dargethan zu haben, anchs⸗ daß diese grüne Materie, die Herr Priestley in seinem hrenn⸗ vierten Bande beschrieben hat, die einzige, deren wahre rn mit Natur ich ausspähen wollte, aus Insecten zusammenge⸗ urden. setzt sey, und in die Classe der zum Thierreiche gehören⸗ Bande den Wesen versetzt werden müsse; und daß die Pflanzen, die die Herren Bewley und Senebier für die Priestley' sche grüne Materie ausgegeben haben, ganz verschiedene Hier Wesen waren; daß diese Gelehrten, als sie eröfterte Materie in Flüssen und Bächen, oder in großen Wasser⸗ t ist, 9. 6 behältern aufsuchten, eines dieser Wesen für das andere 965 genommen haben; und daß, wenn sie sie auch in Glä⸗ Ishl sern voller Wasser, und der Sonne ausgesetzt, antrafen, das, was nur ein bloßes Ungefähr war, für eine be⸗ ständige Erscheinung gehalten haben. Diese grünen, im bloßen Wasser, oder durch eine yerwesliche Substanz hervorgebrachten Insecten sind ⸗ L 5 ge⸗ 170 Uiber die gemeiniglich fast alle von derselben Art. Indeß findet man doch auch diese Arten zuweilen, wie in der mund 2 Figur, mit einander vermenget. In den Rinnen, wo der Unrath der Fleischbänke abfließt, und nachdem dieses Wasser grün geworden war, traf ich ein Gemisch von unendlich verschiedenen Insecten an, wovon die meisten grün waren, und von der Art, wie sie die 4 und 5 Figur vorstellet. Hält man das Gefäß im Schatten, so kann man diese Insecten länger bey Leben erhalten, als wenn man es der Sonne, besonders der Sommerhitze, aussetzet. Man verlängert auch die Dauer ihres Lebens, wenn man alle Tage ein wenig frisches Wasser in das Gefäß bringt. Ein lebhaftes Sonnenlicht, begleitet von einer beträchtlichen Hitze, zerstörte mir oft alles in einem Tage, indem sowohl das Grün, als die Thierchen, ver⸗ giengen, und zu Boden fielen. Wenn auch das Wasser, worein man eine verwes⸗ liche Substanz geleget hat, nicht grün wird, so findet man es dennoch voll grüner Insecten; die aber gemei— niglich äußerst klein sind. Es kommt mir wahrscheinlich vor, daß die grünen Insecten, welche allein dephlogisti⸗ zirte Luft geben, eine besondere Abkunft sind; daß ihnen die grüne Farbe natürlich ist, und daß es folglich nicht das wes⸗ findet emei⸗ ihlich gisti⸗ ihnen nicht 6 Priestley'sche grüne Materie. 171 das Wasser selbst, oder ein dem Wasser anhängendes unbelebtes Grün ist, welches diese Insecten färbet; son⸗ dern daß die Insecten selbst, von Natur aus grün, das Grün dem Wasser geben. Daher kommt es, daß sich oft eine große Zahl anderer, an Grösse und Gestalt von den grünen ganz verschiedener Insecten unter einander gemischt antrifft, ohne jedoch den geringsten Antheil an der grünen Farbe zu haben, wofern es nicht solche sind, die die anderen auffressen, in welchem Falle man ihre Körper mit grünen Insecten angestopfet siehet. Es blei⸗ bet mir auch sehr wahrscheinlich, daß diese von freyen im Wasser entstandene Materie die Wirkung der Verwe— sung einer dem Wasser anklebenden Substanz sey, und daß eine der hauptsächlichsten Ursachen, warum diese Substanz nicht im gekochten Wasser hervorkommt, die Abwesenheit einer solchen verweslichen Materie sey. Sie erzeuget sich jedoch auch in einem mit fixer Luft ange— schwängerten Wasser, obschon diese Luft für ein äntisep⸗ tisches Mittel angesehen wird. Ich will nicht entschei— den, ob diese Materie darin schneller fortkomme, als in einem natürlichen Wasser. Ich habe es zwar mehr— mahls versucht; da ich aber kein Verzeichniß von allen diesen Fällen gemacht habe, so mag ich meinem Gedächt— nisse allein nicht trauen. Es sey auch, was es wolle, so beuget das mit fixer Luft angeschwängerte Wasser (jedes Brunnenwasser enthält mehr oder weniger fixe Luft) 17² Uiber die Luft) dem Verderbnisse der hinein gelegten Substanzen nicht kräftig genug vor. Da ich dieß niederschreibe, be⸗ trachte ich mit einem Vergrösserungsglase die grüne Ma—⸗ terie an den Wänden eines Gefäßes voll Wasser, wel⸗ ches durch die Nood'sche Maschine mit fixer Luft ange— schwängert ist. Alles ist ein Haufen kleiner, runder, und den Insecten, welche die im gemeinen, sich selbst überlassenen, und in der Sonne stehenden Wasser erzeug— te grüne Materie ausmachen, durchaus ähnlicher Kü⸗ gelchen. Es ist nicht eine einzige sichtbare Faser darin. Es könnte vielleicht vielen Lesern sehr sonderbar und paradox scheinen, daß es Thiere gebe, die eine dephlo— gistizirte Luft verbreiten, ganz so, wie die Gewächse. Diese Wahrheit entdecket uns eine der weisen und erha⸗ benen Anordnungen des Schöpfers, der für die Erhal—⸗ tung der Thiere wollte, daß aus der Mitte der Fäulniß, wodurch die Luft zu ungesund werden könnte, ein Ge⸗ schlecht von Wesen entspränge, welches die üble Wirkung eben dieser Fäulniß durch Verbreitung einer gereinigten Luft in der Atmosphäre hemmte. Diese Entdeckung ist in der That wichtig, die demjenigen, welchem wir sie zu verdanken haben, Ehre macht. Und dieser ist mein verehrungswürdiger Freund, Abt Fontana, gegen den die Naturkunde schon so viele Verbindlichkeit hat. Die— set stanzen be be⸗ ie Ma⸗ ‚ wel⸗ ange⸗ under, selbst etzeug⸗ r Kü⸗ Faser und ephlo⸗ vächse. erha⸗ rhal⸗ ulniß, 1 Ge⸗ rkung nigten ng ist sie zů mein u den Die⸗ ser Priestley'sche grüne Materie. 173 ser berühmte Mann sagte mir vor mehreren Jahren, das Grün, womit die Oberfläche stehender Wässer oft be⸗ decket ist, sey ein Haufen sehr kleiner grüner, runder und eyförmiger Insecten, und diese Insecten düften eine dephlogistizirte Luft aus. Er spricht auch davon in ei⸗ nem an Herrn Adolph Murray, Professor der Anatomie an der Universität zu Upsal, gerichteten Sendschreiben, welches in ein Werk in 4˙0 eingerückt ist, betitelt: Memorie di matematica ed fisiea della società Italiana. Tom. I. Verona 1781. Ich habe keinen Zweifel, daß diese kleinen Insecten des Herrn Fontana nicht die näm⸗ lichen sind, von denen ich gefunden habe, daß sie die wahre Priestley'sche Materie ausmachen. In einem Wasser, welches ich durch zwey oder drey Stunden kochen ließ, und in ein Gefäß that, dessen umgekehrter Hals im Quecksilber eingesenkt war, habe ich niemahls eine grüne Materie hervorkommen gesehen, obschon das Gefäß über anderthalb Jahre an der Sonne stand; wenn ich aber mit einem solchen Wasser eine ver⸗ wesliche Substanz, als Fleisch oder Fisch, einsperrte. so erzeugten sich die nämlichen Insecten, das ist, die grüne Materie, wiewohl langsam und minder häufig. Hier ist ein Versuch, der es augenscheinlich darzuthun scheinet, daß ein Grad der Fäulniß zur Hervorbringung der grünen Materie nothwendig sey. Den 26 März 1732 Uiber die 1782 setzte ich im Glashause des botanischen Gartens eine Glaskugel mit einem über zwey Stunden lang ge— kochten Wasser an die Sonne, deren Hals in ein Gefäß voll Quecksilber umgestürzet war. Den 27 December befand sich darin noch kein Luftbläschen, weder eine Spur der grünen Materie. An eben diesem Tage brachte ich ein Stück rohes und recht frisches Fleisch, einer Bohne groß, in die Kugel, indem ich es mittelst eines gebögenen Eisendrathes durch das Quecksilber gehen ließ. Das Wasser trübte sich allmählich. Den 19 Hornung 1783 nahm ich das Stück Fleisch mittelst des Eisen— drathes, den ich mit dem Stücke Fleisch verbunden darin gelassen hatte, heraus, legte ein flaches, mit Schmiergel abgeriebenes Glas auf die Mündung der Kugel, zog sie solchergestält aus dem Quecksilber, und kehrte sie mit ihrer Mündung nach oben. Beym Abneh— men des flachen Glases steckte ich in die Luft, die etwa sechs Kubikzoll betrug, ein entzündetes Ketzchen, und die Flamme verlöschte auf der Stelle; die Luft war also phlogistizirt. Das Stück Fleisch hatte vielmehr einen schimmelichten, als faulen Geruch. Den von der Luft eingenommenen Raum füllte ich mit gekochtem Wasser aus, und setzte die Kugel ohne das Stück Fleisch mit ihrer in ein Gefäß voller Quecksilber gesenkter Oeffnung wieder an die Sonne. Nach einigen Tagen bildete sich an den Glaswänden hier und da ein kleines grünes Pünct⸗ ll Ahn I W ur 0 a l 1 Bus ¹U Ies W Ounn st w vache Hiseg Uamn Ihi artens i9 ge⸗ Gefiß ember eine rachte einer eines ließ. rnung Eisen⸗ inden mit 3 der und Ibneh— etwa und also einen Luft Vasser h mit Fnung te sich tůnes lct⸗ Priestley'sche grüne Materie. 175 Pünetchen, von welchen Püntchen nach und nach grüne Strahlen aus- und nach unten zuliefen. Dieses Grün schien unter dem Vergrösserungsglase aus kleinen runden Körperchen, so wie sie von selbst, oder durch verwes— liche Materien in einem der Sonne offen ausgesetzten Wasser erzeuget werden, zusammen gesetzet zu seyn. Den 11 Julius 1783, als die Kugel bis zur Hälfte mit einer grünen Kruste überzogen war, die aber bis dahin zum Theile oraniengelb geworden war, nahm ich die Vorrichtung weg, um die darin hervorgebrachte Luft zu untersuchen. Sie betrug dreyzehen Kubikzoll, und war vollkommen rein, nähmlich von 303 Grad, ohne beygemischte fixe Luft. Hierauf untersuchte ich die grüne Kruste, die ganz aus kleinen runden Kügelchen und einer klebrigen Materie zu bestehen schien. Ich warf das alte Wasser weg, und füllte die Kugel mit frischem Brunnenwasser. Die grüne Kruste blieb daran hängen; denn ich hatte nur ein wenig abgenommen, um sie zu untersuchen. Den 22 Julius erhielt ich sechs Kubikzoll Luft von 291 Grad. Die Kruste fieng an, ein schönes Grün anzunehmen. Bey der Untersuchung befand ich sie wieder, wie zuvor, zusammengesetzt aus runden Kör⸗ perchen, die von einer schleimigen Materie, worin ich noch keine offenbare Faser entdecken konnte, umwickelt waren. Wenn man ein Stück obiger Substanzen in ein mit frisch geschöpftem Brunnenwasser gefülltes, und in Quecksilber Um⸗ 176 Uiber die umgestürztes Gefäß leget, so entstehet das nämliche Grün oft im Uiberflusse; weit sicherer aber kommt es hervor, wenn diese Gefäße offen stehen. Indeß ist diese Erzeu⸗ gung, wie ich schon oben gesagt habe, keineswegs un⸗ trüglich, selbst in offenen Gefäßen nicht. Diese Ver⸗ schiedenheit hat nichts Befremdendes, indem die Luft allen organisirten Körpern mehr oder weniger nothwen— dig, wenigstens nützlich ist. Sogar die Pflanzen, wel⸗ che immer unter der Wasserfläche leben, träuern in einem Wasser ohne alle Luft, und finden darin endlich ihren Untergang, besonders an der Sonne. Man würde sich sonder Zweifel einen scharfen Blick von den meisten Physikern unsres Jahrhunderts zuziehen, wenn man einen Hang zu dem bis jetzt so ziemlich allge— mein verworfenen Systeme der Selbsterzeugung, des Selbsttriebes, Generatio spontanea oder æquivoca, zu Tage legte; ein System des Aristoteles, und anderer der aufgeklärteren alten Weltweisen, welche glaubten, daß in der Natur eine Kraft liege, die im Stande ist, ohne präexistirenden Keim, mittelst der Verwesung, organisirte Wesen eines niedrigeren Ranges, wie es einige Insecten sind, hervorzubringen. So weit auch mein Hang von einem unseren gegenwärtigen Kenntnissen so wenig anpas⸗ senden Systeme entfernt seyn mag, so sehe ich dennoch vor, daß diejenigen, welches wider diese alte Meinung noch — Rald uh KGrun hetbot, Exzeu⸗ 98 un⸗ Ver⸗ e Luft thwen⸗ „wel⸗ einem Rihten Blick ziehen, allge⸗ „ des , zu rer der daß ohne misitte isecten 9 von anpas⸗ ennech einung loch Priestley sche grüne Materie. 177 noch nicht so verächtlich denken, als sie in unseren heu⸗ tigen Schulen behädelt wird, Thatsachen anführen könnten, die schon in den vorhergehenden Abschnitten vorgekommen sind, und einige Beweisgründe, geschickt, um einen Verdacht zu erregen, ob die Lehre der Alten nicht zu streng behandelt worden sey. Sie könnten näm⸗ lich folgendermaßen vernünfteln. Wenn sich diese Insecten in einem Wasser erzeugen, welches in einem Gefäße eingeschlossen ist, dessen Mün— dung unter Quecksilber stehet, wie sind diese Insecten, oder ihre Keime, hinein gekommen? Auf die Antwort, daß ihre Eyer oder ihre Keime schon eher, als das Wasser eingesperrt wurde, darin gewesen seyn müssen, werden sie mich fragen, wie diese Insecten in einem Wasser hervorkommen, welches man destilllret, und meh— rere Stunden hindurch gekocht hat, worin doch jedes Insect und jeder Keim eines Insectes muß zerstöret wor⸗ den seyn, wenn man etwas Fleisch oder Fisch frisch und noch zuckend, oder gekocht, hinein leget? Da es un⸗ glaublich ist, daß Insecten oder ihre Eyer der lange anhaltenden Wirkung des siedenden Wassers() wider⸗ stehen (ꝗ) Ich habe einigemahl gehört, daß die Läuse im sieden⸗ den Wasser bey Leben bleiben, welches ich erfahrungs J. verm. Schrift. II. B. M 478 Uiber die sehen sollten, so möchten sie die willkürltche Behauß⸗ eung, daß diese Keime in diesem Falle schon im Fleische und im Fische enthalten gewesen seyn, noch weniger nach ährem Geschmacke finden, weil eine solche Behauptung keinen anderen Grund zu haben scheinet, als die Vor— aussetzung der Unmöglichkeit, daß organisirte Wesen ven einem Keime herkommen können, den nicht andere orga⸗ nisirte Körper derselben Art erzeuget haben; eine Vor⸗ aussetzung, die ihnen unannehmbar ist. Vielleicht wer⸗ den sie eine einzig darauf gestützte Meinung, daß es unbegreiflich sey, wie ein organisirter Körper ohne den Beytrit anderer organisirter Körper entstehen könne, im Grunde selbst eben so abgeschmackt finden, als wenn wir klar begreifen sollen, wie eine Nachkommenschaft von Millionen organisirter Wesen von einem einzigen Samen, oder von einem einzigen Eye, hervorgebracht werden könne. Wenn man annimmt, daß alle diese künf⸗ widrig besinde. Diese Inserten verlicren darin ihr Leben so gut, als die anderen Thiere. Eine solche irrige Meinung rühret daher, daß bey einer Seereise die Indi— schen Leinwandstücke, voll dieses Gewürmes, wenn sie auch in siedendes Wasser geleget werden, dennoch davon angesteckt bleiben. Das siedende Wasser wird allem And scheine nach diejenigen dieser Inseeten, oder ihre Eyer, die in den dichtesten Falten dieser Zeuge versteckt waren, hicht erreicht haben — wenn uschaft inzigen cbracht e diese inf⸗ Leben eirrige je Indi henn sie h dabos lem All Chet, sogken, Priestleysche grüne Materie. 175 künftigen Geburten schon in diesem Eye, so wie es einige große Naturförscher behaupten, gleichsam in einander eingeschachtelt, vorhanden sind, und daß sie nur dürfen entwickelt werden, so muß sich die Enbildungskraft in einer so bizarren Idee verlieren. Wenn nur einmahl unwiderlegliche Thatsachen die Wahrscheinlichkeit des Systemes der Alten in ihren Kopf zurückgebracht haben, so werden sie alle die Ungereime⸗ heiten, die unsere Schulmeister mit einer ernsthaften, Er—⸗ gebung heischenden Miene, als fößen sie aus dem Sy⸗ steme der Selbsterzeugung, ihren Schülern einzupfropfen pfiegen, als Sophismen und ein eitles Wortgepräng behandeln können; denn sie könnten darauf antworten, daß derjenige, welcher die Thiere und Pflanzen mit dem wahrhaft geheimnißvollen Vermögen, sich durch eine un⸗ umerbrochene Zeugung zu vervielfältigen, begabte, habe für gut befinden können, von dieser allgemeinen Regel Ausnahmen zu machen, und der Natur allein eine pla⸗ stische Kraft, eine Zeugungskraft, überlassen habe, um ohne den Zusammenfluß gewisser Umstände gewisse orga⸗ nisirte Körper eines niedrigeren Ranges hervorzubringen, und zwar ohne die Darzwischenkunft anderer organisirter Vesen derselben Art. Eine solche der Natur eingeprägte Zeugungstraft könnte, werden sie sagen, als eines der auffallendsten Kennzeichen der höchsten Weisheit angesehen M 2 wer⸗ 180 Uiber die werden, als welche die Gesetze des Weltalls zum Wohl des Ganzen angewandt habe, indem sie dieselben, nach dem ihr vorgesetzten Entzwecke abgeändert, in der Natur gründete, und derselben allein die Kraft überließ, aus dem Schoße der Fäulniß eine Classe von Wesen hervor⸗ zubringen, welche durch Verbreitung einer gereinigten Luft der Unheilsamkeit begegnete, die die atmosphärische Luft zum Nachtheile der Thiere, die sie athmen, durch die mephitischen Ausdünstungen, welche sich von faulenden Substanzen erheben, hätte annehmen können; ohne jedoch die Ausdünstung der septischen und phlogistischen Theil— chen, die dadurch hervorgebracht werden, und von einem ausgezeichneten Nutzen für das Gewächsreich sind, ab⸗ zuhalten. Da solchergestalt, werden sie sagen, eine solche Selbsterzeugung nur da Statt hat, wo sie nützlich seyn kann, weit entfernt, eine Unordnung zu verursachen, so wird sie ganz wunderbar darzu beytragen, um die Eintracht der unendlich vielen, allenthalben verbreiteten, und auf dem Welttheater ohne Aufhören in Thätigkeit versetzten Ursachen zu handhaben. Wenn also der Urheber der Ratur für gut hat befinden können, den von ihm selbst der Materie gegebenen Kräften ein Zeugungsvermögen gewisser organisirter Wesen anzuvertrauen, so hat er es sicher nur auf sehr wenige lebendige Wesen beschränkt, in⸗ * Vohl „nach Nalur „aus rvot⸗ nigten lrische durch enden jedoch Theil⸗ einem ab- solche sehn n, so tracht d auf ksetzten er der selbst mögen er es Hränkt in⸗ Priestley'sche grüne Materie. 181 indem aus einem solchen Vermögen eine allgemeine Un⸗ ordnung und der Umsturz der ganzen Welt entspränge, wenn es sich auf die Hervorbringung der Thiere und Pflanzen überhaupt erstreckte. Dieß sind die Vernunftschlüsse, die man aus dem, was ich schon in den vorhergehenden Abschnitten gesagt habe, ziehen könnte; und diese Vernunftschlüsse werden vielleicht noch gegründeter vorkommen, wenn ich in den folgenden Abschnitten werde Beweise gegeben haben, daß mitten aus den Bruchstücken der Thierchen, wovon hier die Rede ist, die ersten Keime der Tremellen und Con⸗ ferven, die man bisher zu den organisirten Wesen des Pflanzenreiches zählte, entspringen. Die Fälle, die ich hier unter die Augen des auf⸗ geklärteren und philosophischen Publicums lege, über⸗ lasse ich gerne dem Nachdenken derjenigen, die sich da— mit abgeben wollen. Ich bekenne ohne Zurückhaltung, daß ich selbst gänzlich überzeugt bin, daß meine Geistes⸗ kräfte, derer Mittelmäßigkeit ich nur zu sehr einsehe, zu beschränkt sind, als sich an die Auflösung dieser Schwierigkeiten wagen zu dürfen. Ich muß mich dem—⸗ nach nur damit begnügen, daß ich das sage, was schon ö M zu 2———————.—** W3 e—— 2 —8 * 4 2 2 — 2——— + — 7 *—. 223—— V. —— —.—— W—— —— 2— „ 2 2 S 2 282 2 2 2 2 — 2 , + 23 10 ———— ———— ö —— E —— 12— E — ——— 2— — 2—— 22 2* ö 2— — —„ 2 2* ——— 2— 2 ..—— =S 5 3 2— 2 82 2 —. + innern uhd Merk⸗ sichts⸗ allen d be⸗ * MPriestley'sch he grüne Materie. 183 Fünfter Abschnitt. Besondere Gestalten der grünen Materie. Olchon die grüne Materie, welche sich sowohl von selbst in einem der Sonne ausgesetzten Wasser, als auch diejenige, welche man mittelst einer verweslichen, und in ein solches Wasser gelegten Substanz hervorbringet, mehrentheils den Glaswänden so ziemlich gleichförmig anhängt, so habe ich doch von dieser allgemeinen Regel einige Ausnahmen beobachtet. Und wirklich fieng diese Substanz, anstatt das Glas als eine gleichförmige Läge zu überziehen, hier und dort an, einen grünen Punct, wie einen kleinen Kern, zu bilden, worauf sich die In⸗ secten in einem Haufen ansetzten. Von diesem Puncte stieg eine Reihe eben dieser Körperchen senkrecht herun— ter, welche sich allmählich und ziemlich regelmäßig er⸗ weiterte, so daß sich ein Kegel gestaltete, dessen Spitze sich in diesem Kerne endigte. Als ich diese Erscheinung zum erstenmahl wahrnahm, glaubte ich, an diesem Puncte oder Kerne eine Art eines augenscheinlichen Wachsthums zu finden; allein ohne das Gefäß zu zer⸗ brechen, war es unmöglich, es genau zu untersuchen, M 4 and 184 Uiber die und es gelang mir endlich, einen solchen Kern auf elnem flachen, im Wasser des Gefäßes aufgehenkten Glase, an dessen Wanden eine große Zahl dieser Puncte gebildet war, zu erhalten. Ich untersuchte ihn sorgfältig mit einem Vergrösserungsglase, und bemerkte nichts, als einen Klumpen dieser runden Körperchen, oder dieser Insocten, und ich fand, daß die ganze Kettenfolge, die davon abstammte, gleichfalls aus nichts, als aus eben diesen Thierchen bestand, die ich außer denjenigen, welche in dem auf dem Stücke Glas häugenden Wasser frey waren, alle bewegungslos sah; alle übrige waren ent— weder ohne Leben, oder in der klebrigen Kruste verwik⸗ kelt. Es ist nichts Seltenes, die Erscheinung im reinen Wasser anzutreffen; wiewohl sie sich noch öfters in dem⸗ jenigen ereignet, welches eine verwesliche Substanz ent— hält. Am besten hat es mir in einer Glaskugel gelun⸗ gen, deren Oeffnung ins Quecksilber versenkt, und die mit einem Brunnenwasser sammt etwas frischer Ochsengalle gefüllet war. Es glückte mir einigemahl, ähnliche Puncte entstehen zu sehen, welche eben so viele Pinseln eines höchst feinen Wasserfadens waren. Es geschah in Kugeln, worein ich die sogenannte Tremella Nostoch (Tremella Nostoc Linnæi) gethan hatte; allein diese Puncte wurden unten zu nicht breiter. Wir werden noch weiter unten davon reden. Dað — if eigen ase, an gebildet tig mit „F als dieser ge, die us eben welche er frey ren ent⸗ berwik⸗ reinen in dem⸗ anz ent⸗ gellln⸗ die mit engalle hnliche Pinsela schah in Nostoch in diese en noch W Priestleysche grüne Materie. 16 5 Das, was gewöhnlich in einem Wasser, worein man eine verwesliche Substanz gelegt hat, geschiehet, ereignet sich auch manchsmahl im reinen Wasser, daß nämlich die grüne Materie nicht damit anfängt, sich an die Wände und den Boden des Glases, anzuhängen, sondern einige Tage durch die ganze Wassermasse gleich zerstreuet zu bleiben, und es durchaus geünlich zu ma⸗ chen. In diesem Falle liefert besagte Materie eben so⸗ wohl eine dephlogistizirte Luft, als wenn sie sich gleich von Anfang an die Wände des Gefäßes hängte; und alsdann fiel sie gemeiniglich größten Theils zu Boden, allwo man sie vielmehr unter der Gestalt einer schwam— michten, wenig zusammenhängenden Substanz, als unter der Gestalt einer eigentlich sogenannten Kruste siehet. Lässet man die solchergestalt gefällte grüne Materie lange im Gefäße, so wird sie gewöhnlicherweise dichter, und erscheinet unter der Gestalt kleiner, gekörnter, wenig zusammenhängender Massen, welche, unter dem Ver⸗ grösserungsglase untersucht, aus eben den Körperchen zusammengesetzet zu seyn scheinen, welche die ursprüngli— chen Thierchen der grünen Materie ausmachen. Nach einer gewissen Zeit findet man zwischen diesen Theilchen ein sehr feines Gewebe unregelmäßig unter einander ver— flochtener Fasern, welche die kleinen gekörnten Massen verbinden. Ich hielt diese Fasern für die nämlichen, welche sich endlich zwischen den Bruckstücken det Thier⸗ M 5 chen 188 Uiber die chen in der schleimtgen Kruste bilden. Ich bemerkte, daß sie anfänglich die nämliche Bewegung hatten, als die weißen beweglichen Fäsern, wovon schon die Rede war. Dlese ge⸗ köenten Massen wurden allmählich dichter, und ln ihrer eigenthümlichen Schwere so beträchtlich, daß sie sich selten über die Oberfläche des Wassers erheben, wenn sie auch mit Luftbläschen beladen sind. In großen stei⸗ nernen Wasserbehältern trifft man sie sehr häufig an— und die Art, wie diese gekörnten Körper in solchen großen Behältern ihren Ursorung gehmen, ist beyläufig diese. ö Wenn die Sommerhitze anfängt, die Verwesung zu heschleunigen, so wird das Wasser dieser Behälter grün⸗ lich. Man findet alsdann dieselben Thierchen darin, welche man in einem in gläsernen Gefäßen der Sonne ausgesetzten, und grünlich gewordenen Wasser antrifft. Diese Insecten, wovon wenige wegen dem großen Um⸗ fange dieser Behälter zu den Wänden derselben gelangen, begegnen sich einander mitten in der Wassermasse, hän⸗ gen sich zusammen, und fallen in kleinen Bällchen auf den Boden, allwws sie sich mit den anderen kleinen Massen vereinigen, auf dem steinernen Boden über einänder hin rollen, sich zusammenklammern, und zu unförmlichen ge— köruten, ziemlich großen, sehr schweren, und schön— + +. grünen Körpern werden. Sie sind in natürlicher Grösse in lle, daß e weißen Nest e⸗ in ihttt se sih wenn hen stei⸗ sig an, solchen chläufiz sung zu er grun⸗ darin, r Sonne antriftt. sen Um⸗ helangen, e, hän⸗ lchen auf n Massen ander hin lichen ge⸗ d schol⸗ E Gröse 1 Priestley'sche grune Materie. 167 in der 7 Figur vorgestellet. Wenn man sie zwischen den Fingern reibet, so befindet man sie aus kleineren, durch ein fasernartiges Gewebe ohne einige Regelmäßigkeit in einander verflochtenen Körnern zusammengesetzt. Diese kleineren Körnchen sind wieder aus runden, oder eyför— migen Körperchen zusammengesetzt, die von denjenigen, welche die ursprünglichen Insecten der grünen Materie ausmachen, nicht zu unterscheiden, und wahrscheinlicher— weise auch die einen und dieselben sind. In diesen Wasserbehältern bildet sich die grüne Kruste nicht so deutlich, als in Gläsern an der Sonne. Die Ursache dabon scheinet mir darin zu liegen, daß die fast bestän⸗ dige Bewegung des Wassers in solchen Behältern so—⸗ wohl durch den Wind, als durch die Tagwerker, die das Wasser zum Pflanzenbegießen daraus schöpfen, und besonders im botanischen Garten zu Wien, wo man aus diesen Behältern fast unausgesetzt Wasser schöpft, natürlicherweise der Bildung der Schleim kruste, wovon wir gesprochen haben, ein Hinderniß in Wege legen mußte. Diese Schleimigkeit muß dem zu Folge im Wasser gleichsam aufgelöset bleiben, und man muß da⸗ her diese gekörnten Körper sehr wenig mit einer solchen Materie vermischt finden. Diese gekörnten Körper sind in solchen großen Wasserbehältern hiet und da mit dem wahren Flußwasserfaden, conferva rivularis, als worin er gemeiniglich wächset, unterflochten. Die⸗ 185 Uiber die Diese gekörnten Körper, die man im Uiberflusse auf dem Grunde großer Wasserbehälter findet, weichen von denjenigen, welche sich ziemlich oft in Schalen oder Ge⸗ fäßen voller Wasser, und an der Sonne, bilden, so wenig ab, daß sie sich durch nichts auszeichnen, als daß sie in großen Wasserbehältern schwerer und dichter aus⸗ fallen. Inzwischen habe ich sie doch auch in Gläsern hervorgebracht, und zwar so, daß ich sie von den anderen nicht unter scheiden konnte. Ich habe beobachtet, daß diese gekörnten Körper sich eher in gewissen Brunnenwässern bilden, als in an⸗ deren. Ich glaube, daß in denjenigen Wässern, welche nicht so viele rotzige Materie absetzen, diese Körper öfters entstehen, und daß der Rotz, der das Inwendige des Gefäßes überziehet, sich lieber in Wässern erzeuge, die mehr mit der Schleimmaterie beladen sind. Wenn man die Gefäße oft erschüttert, so verhindert man auch, daß sich die Rotzkruste bildet; und in diesem Falle ist es wahrscheinlicher, daß es anstatt dieser Kruste die e⸗ körnten Körper seyn werden, die sich auf dem Boden bilden. Sechs⸗ IX INe auf en von der Ger en, so lls daß aus⸗ Hläsern anderen Kotper in an⸗ welche öfters ige des ige, die nn man ch, daß Rist es * die de⸗ Boden Priestley'sche grüne Materie. 13⸗ SFETTT Sechster Abschnitt. Von der Verwandlung des Wassers in dephlo⸗ gistizirte Luft vermittelst der grünen Materie. D Das, was wir schon über die Entstehung und über die Natur der grünen Materie gesagt haben, wird mei— nes Erachtens keinen Zweifel mehr übrig lassen, daß die in der 7 Figur vorgestellte gekörnte Substanz nicht die Priestley'sche grüne Materie in einem sehr hohen Alter und unter einer besonderen Gestalt sey, die sie von zufälligen, in dem vorhergehenden Abschnitte ange— gebenen Umständen her hat. Als ich im Verfolge meiner Versuche, wovon ich in einem englischen Werke im Jahre 1779 unter dem Titel: Experiments upon vegetables, Rechenschaft gege— ben habe, sah, daß die grüne Materie, im Wasser der Sonne ausgesetzt, viel mehr Luft lieferte, als ich von derselben Menge Wasser durch ein starkes Sieden erhalten konnte, schloß ich daraus, daß alle diese Luft nicht im Wasser enthalten gewesen sey; sondern daß so⸗ wohl diese Substanz, als die Gewächse, die wunder⸗ bare 190 Uiber die bare Hraft besäßen, das Wasser, oder eine dem Wasser anklebende Sache in Luft zu verändern. Sieh besagtes Werk Seite 90. Der XXVI Abschnitt dieses Werkes beschäfftiget sich ganz mit der Verwandlung verschiede⸗ ner Substanzen in Luft, und mit der Veränderung der Luft selbst in verschiedene andere Substanzen, wie auch mit der wechselweisen Veränderung der einen Luft in die andere. Der XXIII und XXVII Abschnitt der franzö⸗ sischen Ausgabe des nämlichen Werkes von 1780 behan⸗ delt denselben Vorwurf. Diese Veränderung oder Ver— wandlung einer Substanz in eine andere ist gewiß eine erstaunende Erscheinung, so wenig selten sie auch ist. In der That ist es nichts außerordentlicheres, das Wasser mittelst der Gewächse und des Sonnenlichts in dephlogisttzirte Luft verwandelt zu sehen, als den Sal— peter durch die bloße Wirkung des Feuers. Die Veränderung verschiedener Substanzen in eine athmenbare Luft ist keine neue Lehre. Die ältesten Weltweisen lehrten sie mit ausdrücklichen Worten. Epi— cur scheinet die se Lehre für bewiesen angenommen zu ha— ben; Lucrez, der aus der Lehre des Epicurs alles her⸗ ausgezogen hat, was er finden konnte, um sein Gedicht de Kerum Natura zu zieren, trägt diese Meinung, als ausgemacht, vor, indem er sehr deutlich saget, daß sich die Luft beständig in andere Substänzen verandere, und daß Waset besagtes Verkes oschiede⸗ ing der ie auch t in die franzo⸗ behan⸗ er Ver⸗ viß eine uch ist. 5„F das ichts in n Gal- in eine altesten . Epi⸗ n zu ha⸗ lles her⸗ 1Gedicht ing, als daß sch re, und daß Priestley'sche grüne Materie. 191 daß diese Substanzen sich von neuem wieder allmäh lich in wahre Luft auflösen, und daß, wenn die Luft nicht abermahl in die Zusammensetzung anderer Substanzen zurückkehrte, nichts mehr, als Luft, vorhanden wäre(r). Ich habe aus einem Briefe des Herrn Magellans im Journal de Physique des Abts Rozier für den Mo⸗ nath Junius 1783, und vom 6 Majus desselben Jah⸗ res, häi * Ara nune igitur dicam, qui cçorpore toto Innumerabiliter privas mutatur in horas. semper enim quodeunque fluit dé rebus, id omne Aëris in magnum fertur mare; qui nisi contra Corpora retribuat rebus recreetque fluenteis, Omnia jam resoluta forent,& in aEra versa. Haud igitur cesflat gigni de rebus,& in res Recidere assidue, quoniam fluere omnia constat. Tit. Lueretii Cari de Rerum Natura. L. V. P. 274. + Es wäre zu wünschen, daß die alten Weltweisen dey Uiber setzung einer Lehre auf eine so gemessene Art uns auch die Gründe überliefert hätten, worauf sie fußten. Ob sie aber gleich uns viele Systeme und wenige Versuche über— macht haben, so scheinet es doch außer Zweifel, daß es ihnen nicht an Phosikern, Naturalisten und Chymisten fehlte, die die Hand ans Werk legten, und sich mit bloßen Hypothesen nicht begnügten. Die Schriften des Aristote⸗ les und Plinius, des Naturalisten, sind uns Bürge von dem, was ich behäuyte. Sie verständen die Kunst, die Me⸗ 192 Uiber die res, ersehen, daß Herr Priestley einen Versuch zu Stande gebracht habe, wodurch er das Wasser in Luft verwandelte, indem er den Wasserdunst durch eine glü⸗ hende Tabakspfeifenröhre leitete. Kurz darauf vernahm ich von einem durch Wien reisenden englischen Physiker, man habe diesen Versuch für falsch befunden; wiewohl ich diese letztere Nachricht bis jetzt nicht für gläuhwür⸗ dig halte. — In Metalle zu reinigen, das Gold vom Silber zu scheiden, Messing und Glas von verschiedenen Farben zu machen, und wir sind nicht versichert, ob sie die nämlichen Misch⸗ theile angewändt haben, die wir zu diesen verschiedenen chymischen Arbeiten gebrauchen. Wir wissen nicht, ob sie den Kobalt gekannt haben, und folglich noch weniger, ob sie daraus eine Smalte zu machen wußten, um dem Glase die blaue Farbe zu geben. Es scheinet so, da Plinius der 5Naturalist, und Dioscorides vom Pompholixt reden, daß sie den Zink, oder wenigsteus den Gallmeystein, dessen Mut⸗ ter, gekannt haben, um ihr Orichalcum, unser Messing, zu verfertigen. Sollten sie wohl bey dem Vortrage ihrer Lehrsätze die Versuche, oder die Proben, die ihnen zum Erunde dienten, zurückgehalten haben? unsern heutigen Scharlatanen ähnlich, die ihre Waaren verkaufen, ohne, woraus sie bestehen, bekannt zu machen. Aey pten schei— net die Wiege dieser geheimnißreichen Weisen gewesen zu seyn; sein Nuf zog die wißbegierigen Fremden dahin. Moses gieng, der heiligen Schrift zu Folge, dahin, um sich zu unterrichten, und er hatte allda chymische Kennt⸗ nisse geschöpft, weil er das goldene Kalb aufzulösen wußte, und es die Israeliten, die sich daraus einen Gott gemacht hat: Priestley'sche grüne Materie. 193 such zu 0 Af In dem Journal de Phyfique für den Monath De— 0—— 2 ahi cember 1783(s) finde ich, Herr Lavoisier halte es für glu⸗ ö 110 höchst währscheinlich, daß sich das Wasser bey einer ernahm ö yst Menge Operationen der Natur und der Kunst zersetze. hysiker, Viele viewohl ubwür⸗ hatten, trinken ließ. Demoeritus schöpfte gleichfalls allda In große Kenntnisse, die ihm so viel Ruhm erwarben, daß ‚ Plinius, der zweyte, von ihm Wunder erzählet, die allen Gläuben übersteigen, und ihm den gerechten Tadel des heden, Aulus Gellius zuzogen, als habe er durch eine zu große nachen, Leichtgläubigkeit an die alten Mährchen ohne allen Grund Misch⸗— das Andenken eines so großen Weltweisen entehret. Gell. fedenen Noct. Attic. I.., C. XII. t, ob sie iger,(8) Dieß ist ein Auszug einer Denkschrift, die Herr Lavoiier i Glcse bey einer öffentlichen Sitzung der königlichen Akademie imius der der Wissenschaften den rzten November 1783, vorgelesent en, daß hat. Der berühmte Verfasser zergliedert darin Versuche, en Mut⸗ welche die Zerlegung einer Mischung aus dephlogistizirter Nessing, und brennbarer Luft in Wasser wahrscheinlich machen. ge ihrer Herr Monge stellte nach diesem Versuche an, die dis jen zum nämliche anzudeuten scheinen. Man weiß, daß auch die heutigen trockenste Luft dem Anscheine? nach immer eine Portion „che, Wasser euthält, die darin aufgelöset bleibet, und wovon un schei sich ein guter Theil durch die Kälte trennet. Das Wa ser wesen u ist vielleicht einer der Bestandtheile der luftartigen Flüssig—⸗ dahin. keiten, besonders der athmenbaren Luft. Die alten Welt— hin, un weisen lehrten die Verwandlung der Elemente in einan— Hennt: der. Empedoeles, ein Schüler des Pythagoras, sagte, n nußte, das gemacht hat⸗. verm. Schrift. I. B. N 19⁴4 Uiber die Viele Scheidekünstler versuchten es, das Wasser in Erde zu verwandeln. Der größte Theil der hierüber an— stellten Versuche bleibet so lange zweifelhaft, als man kein recht sicheres Mittel gefunden hat, um das Wasser allerdings rein zu haben. Die Destillation befreyet es zwar ganz gewiß von dem größten Theile der Erde, die es in seinem natürlichen Zustande immer enthält; allein sie das Feuer verwandle sich in Luft, die Luft in Wasser, und das Wasser in Erde. LIVXVOEVν vπìò vù9 660 Ve N, A ë9 νπαάπμεο 4egn e UOo, ripvtevo 10 309 84 I roe- (Sre, A THντυν οοο νπν 1% πνο να¹ι. — Man schreibt mir aus Paris vom Monath April, 1784 dab Herr Lavoisier in einer vor der öffentlichen Versamm— lung der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften gelese⸗ nen Denkschrift bewiesen habe, daß sich der durch ein glühendes Rohr von Eisen geleitete Wasserdunst in eine brennbare Luft verwandle, deren eigenthümliche Schwere nur ein Zehentheil von der eigenthümlichen Schwere der gemeinen Luft ist, und daß folglich diese Luft sehr geschicht sey, um aerostatische Ballone zu füllen. Man fügt noch bey, die Meinung dieses Gelehrten sey, daß der Dunst des Wassers seine dephlogistizirte Luft in der Substanz des Eisens absetze, welche dadurch ein Metallkalk wird, und daß das Uibrige sich mit dem Brennstoffe des Metalles belade, und unter einer brenubaren Luft zum Vorschein komme⸗ Ich —————— Priestley'sche grüne Materie. 197 Laset i be sie entladet es nicht allerdings von derselben. Das r ah⸗. ö— ö Im nach der gewöhnlichen Art destillirte Wasser hält die as Probe einer gesättigten Quecksilberauflösung in Salpe⸗ Wasser—.— ö tersäure nicht aus; wiewohl sie es mit der Silberauf— lehet es e e lösung thut. Diese trübet sich mehr oder weniger mit tde, die ö 9355 demselben, und man müßte es öfters und bey einem allei — kleinen Feuer überziehen, wenn es jede Spur der auf⸗ se gelöst enthaltenen Erde zurücklassen soll. — R Ob. Wasser, ö ö——— — 57— 90 EE· Ich pflichtete dem Schlusse, welchen Herr Lavoisier aus dies Aeg ser Thatsache ziehet, gerne bey, wenn ich nicht einige 80. Wahrscheinlichkeit vermuthete, daß die solchergestalt er⸗ 090 437 haltene brennbare Luft von dem erhitzten Eisen hervorge, cA.. bracht worden sey. Verwandelte sich das in Dünste aus⸗ ‚ gelösete Wasser bey seinem Durchgange durch ein glühendes ril, 14 eeisernes Rohr wirklich in Luft, so müßte meines Erachtens Versamm- die Menge Luft, die man solchergestalt erhält, sehr be⸗ en gelest⸗ trächtlich seyn, wenn es auch nur eine gerihge Portion urch ein Wasser wäre, welche eine solche Metamorphose untergien— in eint ge. Da man mir bey Bekanntmachung des Ver suches die Schwere Menge Luft, die Herr Lavoisier daraus erhalten hat, hwere der nicht bestimmte, so habe ich einigen Versuchen di— ser Art, geschilt welche mein Freund, Herr Widmanstkätten, ein sehr auf⸗ fügt wh geklärter Chymist und Physiker zu Wien, mit Vergnügen der Ounß beygewohnet. Vor allem maß man den Raum des kuyfer⸗ Ibsatz de nen Kessels, worin man das Wasser zu sieden gedachte, ind, u so wie den Raum des eisernen Rohrs und der Röhren, Meiulla welche die Gemeinschaft zwischen dem Kessel und dem Ei⸗ Vosthen senrohre und zwischen diesem und der Kugel, welche die hervorgebrachte Luft auffangen sollte, genen aus fand sich, daß dieset Naum gerade 1o3 Kubikzoll faßte, 1960 Uiber die Obschon die bisherigen Versuche, die man zu die⸗ sem Ende anstellte, nicht entscheidend sind, so bin ich doch sehr geneigt, zu glauben, daß sich diese Verwänd⸗ lung des Wassers in Erde durch die Kräfte der Natur, und vielleicht auch mittelst der Gewächse, bewirke. Ein Hierauf brachte man in den kupfernen Kessel ein halbes Pfund Brunnenwasser, und erhitzte das eiserne Rohr, bis es glühete, wobey man Acht gab, daß dasselbe nur einen Schuh lang glühend wurde, worauf man brennende Koh⸗ len dem Kessel unterlegte, um das darin enthaltene Was⸗ ser zum Sieden zu bringen. Dieses Feuer unterhielt man, bis das in dem Kessel enthaltene Wasser völlig verdün⸗ stet war. Die in der gläsernen Glocke aufgenommene Luft wurde durch ein Wasser geleitet, welches man mit Vorsatz zum Grad der Temperatur der Atmosphäre gebracht hatte, und als die übergegossene Luft zu dem nämlichen Grade ge— kommen war, maß man ihren Inbegriff genau ab, der gerade 133 4 Kubikzoll betrug. Wenn man nun erwäget, daß der Raum der Vorrichtung 103 Kubikzoll hatte, und daß von dieser Summe das Volum des halben Pfund Wassers, welches beyläufig 5 Kubikzoll beträgt, abzuzie⸗ hen ist, so wird es sich ergeben, daß von dem Volume der wirklichen atmosphärischen Luft, die in der Vorrich⸗ tung enthalten war, ungefähr 88 Kubikzoll übrig blieben; ziehet man jetzt diese von der Summe 153 4 Kubikzoll ab, so werden nur 63& Kubikzoll brennbarer Luft, die sich beh der Operation möchte erzenget haben, übrig bleiben, wo⸗ von man jedoch, wenn man es streng nimmt, noch etliche Kubikzoll Luft, welche das Wasser in seinem natürlichen Zustande jederzeit enthält, abtiehen muß. Ferner muß man A Priestley sche grüne Materie. 1597 zu die⸗ Ein so verehrungswürdiges Ansehen, als das An⸗ bin ich sehen dieser zwey berühmten Gelehrten, der Herren La⸗ erwand; voisier und Priestley, ist, trüge nicht wenig bey, um Natur, mich immer mehr und mehr in meiner Meinung von ke. ö der Verwandelbarkeit des Wassers in athmenbare Luft En zu bestärken, wenn man versichert seyn könnte, daß bey — dem Versuche des Herrn Priestley die erhaltene Luft nicht in halbes N7) durch iohr, bis nur einen ö + 4. man eine gute Menge Luft davon abziehen, die aus dem ne Wase Wasser kam, welches die zum Auffangen der entbundenen elt nan, Luft bestimmte Glocke enthielt; indem dieses Wasser bey verdün⸗ seiner gewaltigen Erhitzung durch die Dünste des sieden— mene Luft den Wassers, die sich darzu mischten, nachdem sie bey ih— orsatz zum rem Durchgänge durch das glühende Rohr noch einen bo— atte, und trächtlichen Grad der Hitze mehr erlanget haben, fast alle Gtade ge⸗ seine Luft hat fahren lassen müssen, welche das in dieser Vab, der Operation enthaltene Lnftvolum änsehnlich vermehret hat. erwäget, Bey der Wiederhohlung des nämlichen Versuches wurden 64 i⸗ Kubikzoll brennbarer Luft erhalten. Aus allem diesem er⸗ Abmuzit hellet, daß das wirkliche Volum der brennbaren Luft, Dolune die man bey einer solchen Operation hervorbringet, sich * auf eine wenig beträchtliche Menge beläuft; und ich kann Vuni mich demnach, falls Herr Lavoisier keine viel beträchtli— 2 blilen chere Menge dabey erhalten hat, nicht enthalten, zu zwei— ubitzol l, feln, ob der Schluß, den er aus seinen Versuchen folgert, die seh heh hinlänglich gegründet ist. Zum wenigsten scheinet es mir, alben, vo daß es die Klugheit erfordere, nicht eher ein Endurtheil och elihe üͤber diesen wichtigen Gegenstand zu fällen, als bis uns Miitlihn wiederhohlte und mit aller möglichen Sorgfalt angestellte aner uuß Versuche berechtiget haben, die Frage zu entscheiden. man 175 Uiber die durch die Substanz der glühenden Röhre aus gebackener Erde eingedrungen wäre und daß in dem Versuche des Herrn Lavoisier die brennbare Luft keine Erzeugniß des glühenden Eisens, sondern eine Zerlegung des Wassers wäre. Der Leser mag selbst urtheilen, ob folgende That— sachen in dieser Hinsicht einige Aufmerksamkeit ver⸗ dienen. Eine Glaskugel von beyläufig zweyhundert Kubik⸗ zoll des Inbegriffs füllte ich mit einem über zwey Stun—⸗ den gekochten Wasser an, indem ich es schier siedend in die Kugel goß(t), und diese sogleich genau verstopfte. Roch ehe das Wasser ganz erkaltet war, brachte ich bey⸗ läufig vier Kubikzoll einer gekörnten grünen Materie hinein, die ich aus dem großen Wasserbehälter des bo— tanischen Gartens gezogen, und zu wiederhohltenmahlen im gekochten Wasser gewaschen, und durch ein jedesmah⸗ liges Auspressen mit den Händen so viel, als möglich, aller Feuchtigkeit beraubet hatte„damit ja kein anderes Wasser dabey bliebe, ais ein gekochtes. Hierauf ver⸗ schloß ich die Kugel mit einem Stöpsel, worin ich einen läng⸗ + (i) Um es in die Kugel zu schütten, wartete ich nur bis an den Punct, wo die Kalkerde niedergeschlagen war. cbackeneg suche d Intß dis Wassad de That; keit ber, t Kͤbb⸗ ey Stun⸗ jedend in rstopfte. eich bey⸗ Materie des bo⸗ nmahlen des mah⸗ hglich, anderes auf ber⸗ ich einen läg⸗ U bis ah Priestley' sche grüne Materie. 199 länglichten Einschnitt, oder eine kleine Rinne gemacht hatte, um dem Wasser einen Ausgang zu lassen, wenn eine durch die gekörnte grüne Materie entwickelte Luft es herauszutreten zwänge. Diese umgekehrte, und mit der Oeffnung in ein Gefäß voller Duecksilber versenkte Kugel stellte ich in die Sonne. Dieses Wasser, aller Luft beraubt, fieng damit an, daß es die durch die grü⸗ ne Materie erzeugte Luft einsog; da es aber gar bald damit gesattiget war, weigerte es sich, dieselbe noch fer⸗ ner einzusaugen, und nach etlichen Tagen fand ich schon eine gute Menge Luft beysammen. Als sich ungefähr achtzehen bis zwanzig Kubikzoll gesammelt hatten, und die Hervorbringung der Luft anfieng, langsamer von Statten zu gehen(u), nahm ich das Wasser aus der N4 Ku⸗ ** I (u) Ein Wasser, woraus die zwey hauptsächlichsten Nahrungs⸗ bestandtheile der Gewächfe, die gemeine Luft und der Brennstoff, vertrieben sind, ist den Gewächsen schädlich, die alle in Kurzem darin zu Grunde gehen. Selbst die Wasserpflanzen leben nicht so lang darin, wenigstens wenn sie zugleich der Sonne ausgesetzt werden, als im rohen Wasser Es ist also nicht zu verwundern, daß die grüne Materie, welche die den wahren Pflanzen anklebende Kraft, an der Sonne eine dephlogistizirte Luft auszuarbeiten, be— sitzet, so wie die Eigenschaft, ihr Amt besser im rohen Wasser, als im gekochten, zu vertreten. Indeß verträgt die grüne Materie die Berührung eines solchen Wassers leichter, als die Wasserpflanzen; denn weun man sie nicht 1 20⁰ Uiber die Kugel, und ließ die grüne Materie noch mit hinlängli⸗ chem Wasser befeuchtet darin, damit sie mit der atmo⸗ sphärischen Luft in keine Berührung käme. Ich füllte die Kugel auf der Stelle wieder mit einem noch lauli— chen Wasser an; und so veränderte ich auf die nämliche Art das Wasser wieder von neuen, als dieselbe Menge Luft hervorgebracht war. Da ich solchergestalt fortfuhr, er⸗ zu lang einer breunenden Sonne aussetzet, so bleibet sie grün, und wird von Hervorbringung der dephlogistizir⸗ ten Luft nicht ganz abstehen. Das Wasser, welches man nach dem Uiberziehen erst noch kochen lässet, scheinet den Gewächsen am nachtheiligsten zu seyn; denn, durch die Destillation aller Erde und alles Salzes beraubt, enthält es nichts, als ein wenig Luft, die sie in dem Zustande eines Dunstes, oder bey dessen Verdickung in Wasser eingesogen hat. Diese Luft habe ich immer etwas besser befunden, als die gemeine Luft. Wenn man ein abgezogenes Wasser kochen lässet, so trennt man schlechterdings alle Luft davon ab; und dennoch gibt die gekörnte grüne Materie in einem solchen Wasser beträcht⸗ lich viel von einer recht feinen dephlogistizirten Luft. Diese Substanz brauchet demnach nicht erst die Luft, die sie an der Sonne liefert, aus dem Wasser zu schöpfen. Noch mehr Luft aber liefert sie in einem mit Luft angeschwän— gerten Wasser, weil diese Materie sich eben so, wie die Pflanzen, von Luft und Phlogiston nähret, wovon das destillirte und gekochte Wasser entblößet ist: vielleicht sau⸗ get sie dieselbe ein, und gibt sie, wie die Pflanzen, in einem Stande der Reinheit wieder zurück. 72— —— zilargle er atmo⸗ Ich fülle ch laull namliche e Menge fottfuhr, ek⸗ — so bleibet HIgistizir⸗ erst noch iligsten zu und alles nig Luft, hey desen t habe ich st. Wenn nnt man gibt die beträcht⸗ ft. Diese die sie an n. Noch geschwat⸗ mie die obon das leicht sau⸗ nzen, in Priestley'sche grüne Materie. 201 erhielt ich von der nämlichen grünen Materie eine be⸗ 5 trächtliche Menge dephlogistizirte Luft, indem diese Ma⸗ terie immer bereit ist, diese Luft an der Sonne hervor— zubringen, besonders wenn man Sorge trägt, daß man sie nicht zu lange in einem fort in der heißen Sonne läßt, welche sie gelblich macht, und ihre Kraft, die be⸗ lebende Luft auszuarbeiten, schwächet. Als ich eine solche Kugel mehrere Monathe lang in meinem Zimmer stehen ließ, allwo die Sonnenstrahlen bey ihrem Ein— falle durch die Glasscheiben der grünen Materie Licht genug gaben, ohne sie zu sehr zu erhitzen, erhielt ich von ihr, selbst ohne das Wasser zu erneuern, über fünf— zig Kubikzoll dephlogistizirte Luft, obschon die Mündung der Kugel immer in einem Gefäße voller Quecksilber eingetauchet blieb. Meines Erachtens wird man nicht mit Grunde voraussetzen können, daß diese unermeßliche Menge de⸗ phlogistizirte Luft, die man mit so wenig von dieser gekörnten grünen Materie aus gekochtem Wasser ziehen kann, schon vorher in dieser Materie vorhanden gewesen sey; denn wenn man auch wirklich annähme, daß sie beträchtlich viele Luft enthalte, welches jedoch nicht zu erweisen ist, so müßte sie doch endlich von aller ihrer Luft erschöpft werden. Ferner hat man nicht den ge— ringsten Grund, vorauszusetzen, daß das Wasser durch N 5 ein 20² Uiber die ein starkes und langes Sieden nicht allerdings das, was es an einer luftähnlichen Flüssigheit enthielt, verloren habe(w). Es scheinet daher wahrscheinlich zu seyn, daß diese grüne Materie, und allem Anscheine nach die Pflanzen überhaupt, die bewundernswürdige Eigenschaft besitzen, das Wasser selbst, oder auch eine dem Wasser einverleil te Materie, in Luft zu verändern. So erstaunend auch diese Verwandlung des Wassers in eine belebende Luft scheinen mag, so ist sie es doch nicht mehr, als die unbezweifelte Erscheinung des Uiber⸗ ganges des Salpeters, oder der Salpetersäure, durch die bloße Wirkung des Feuers in eben diese Luft. Ich habe entdecket, daß die athmenbare Luft selbst sich durch die Gewächse, wenn sie der Sonne nicht aus⸗ gesetzet sind, beständig zerlege, und daß ein Theil dieser Luft sich in eine wahre Säure, in eine fixe Luft, ver⸗ wandle, die sich durch das Uibergewicht ihrer eigenthüm⸗ lichen Schwere gegen die Erde niederschlägt, inzwischen der übrige Theil dieser Luft leichter wird, als gemeine Luft, und sich zu den oberen Gegenden des Dunstkreises er⸗ —— (w) Sieh die Vorrede zu meinem Werke über die Pflanzen Seite XLVIIH und die folgenden. R Priestley'sche grüne Materie. 203 6 was erhebet(v). Die Beschwerlichkeit, um zu begreifen, wie berlhrn diese Zersetzungen bewirket werden, muß uns nicht ver⸗ u sah, lei⸗ lach die nschaft 5 Vasser(*½) Das luftartige Flüssige kann vermöge seiner großen Federkraft nicht ermangeln, beym Sieden aus dem Wasser zu entwischen. Man könnte vielleicht sagen, das Sieden beraube zwar das Wasser aller Luft, die in dem Zustande eines elastischen Flüssigen darin zugegen ist, es könne Vassets aber noch einige, so zu sagen, in einem Stande der es doch Festigkeit enthalten, so wie sie im Kalksteine und in Uber⸗ Pflanzen vorhanden ist, woraus man sie in großer Menge erhält; nämlich durch Feuer und Säure aus dem Kalk- durch steine, und aus den Pflanzen durch die Gährung und die Fäulniß. Allein man muß wohl bemerken, daß die durch solche Pryeesse erhaltene Luft ein Produet der Gährung und Fäulniß ist, und daß man nicht mit mehr Wahr—⸗ ft selbs scheinlichkeit sagen kann, diese Luft sey schon wirklich vor der Gährung in den Pflanzen vorhanden, als man ht aus⸗ sagen dürfte, daß der Weingeist schon in den Trauben, dieser oder daß die Fette schon wirklich in dem Gräse, womit sich der Ochs nähret, vorhanden sey. Die Wirkungen des t, ber⸗ Feuers, der Gährung und Fäulniß verändern von mehre—⸗ nthüͤm⸗ ren Substänzen eine große Portion in Luft, besonders in is fixe; so wie das Sonnenlicht die Luft der Pftanze, oder wischn vielleicht die Substanz der Pflanze selbst, in dephlogisti— gemeine ö zirte Luft, die Lebenswirkung der Thiere die Pflanzen, skteisth womit sie sich nähren/ in thierische Substanzen, das Feuer den Salpeter in dephlogistizirte Luft, und so wie das l⸗ nämliche Feuer die Metalle in Glas verändert. Sollte man wohl sagen können, daß die undurchsichtigen Kör⸗ — per, wie die Metälle, wirklich eine der durchsichtigsten Substanzen, Glas, enthalten? Und dennoch verändert Ialick die anhaltende Wirkung des Feuers allein, ohne den min⸗ 204 Uiber die leiten, Voraussetzungen zu schmieden, wovon wir keinen Beweis haben. Die Veränderung eines glänzenden und dehn⸗ mindesten Zusatz, den unelastischsten und undurchsichtigsten Körper, z. B. Blen, in eine höchst elastische und die durchsichtigste Substanz, in ein wahres Glas. Sowohl die Operationen der Natur, als die unsrigen künstlichen, bringen täglich wunderbare Verwandlungen, oder Meta⸗ moryhosen, der einen Substanz in eine andere zuwegen; Metamorphosen, denen wir diese Kettenreihe der Wesen, die die Oberfläche unserer Erdkugel zieren, zu zuschreiben baben, denen wir folglich unsere Erscheinung für eine kurze Zeit auf der Erde verdanken, um bald wieder dar— auf zu verschwinden, so wie alle die vorgegangenen Ge— burten verschwunden sind, ohne die mindeste Spur ihres Daseyns zurück zu lassen*. Es gibt organisirte Wesen, welche, selbst in der Mitte ihres Lebens, den merklichsten Veränderungen unterworfen sind. Kann wohl etwas Auf⸗ fallenderes seyn, als die Metamorphosen so vieler Insec—⸗ ten, welche ihren Stand eines Wurmes in den Stand eines beflügelten Inseets verändern? Herr Lionet bemer— ket, daß die Raupe, die das Weidenholz zernaget, vier— tausend einundvierzig Muskeln habe, gut gezeichnet, durch den ganzen Körper verbreitet, und mit der bewunderns— würdigsten Ordnung angebracht, und daß diese erstaunliche Muskelzahl in der Phaläne verschwinde, um den Mus, keln einer neuen Gestalt, und eines ganz verschiedenen Baues Platz zu machen. Die Anlage des Herzeus ist darin ganz geändert; das Thier hat einen ganz neuen, und in jedem Betrachte von dem Kopfe der Raupe ganz verschiedenen Kopf erlanget, der mit mehr als zweyund— zwanzigtausend Augen versehen ist, davon ein jedes ein Teleskop zum wenigsten mit drey Linsen zu seyn scheinet. Die r kahen nden und dehn⸗ —lf; ichtigsen und die Sowohl nslichen, er Reta⸗ zuwegen; r Wesen, schreiben fur eint der dar⸗ nen Ge⸗ ur ihres Vesen, xklichsten vas Auf⸗ r Insee⸗ GStand bemer⸗ „ vier— „durch underns⸗ launliche en Mut, chiedenen rzeus is neuen, we ganz wehund⸗ edes eil scheilet. Die 1 Priestley'sche grüne Materie. 205 dehnbaren Metalles in eine erdichte Materie durch die Wirkung des Feuers, und die Veränderung eben dieser metallischen Erde oder dieses Metallkalkes in einen har⸗ ten und durchsichtigen Körper, in ein Glas, durch die nämliche fortgesetzte Wirkung des Feuers, muß in den Augen eines Beobachters der Natur gerade so wunderbar seyn, wenn sie es nicht noch mehr ist, als die Verände⸗ rung des Wassers in athmenbare Luft. Wenn Die Zergliederung dieses Wunders kann man in Herrn Lionets prächtigem Werke in ato sehen, welches in An— sehung der Geduld und Genauigkeit eine wahre Erschei— nung ist. Es ist mit 28 Kupfertafeln gezieret, alle vom Verfasser gezeichnet und gestochen, und eben so viele Meisterstücke. Der Titel dieses Werkes ist: Traité ana- tomique de la chenille qui ronge le bois de saule.. Par Pierre Lionet, Avocat par devant les cours de justice, Interprète, Maitre des patentes,& Seeretaire des Chiftres de Leurs Hautes Puissances, Membre de la Societé Royale de Londres... A la Haye, chea Pierre Gosse, junior,& à Amsterdam chea Maré Michel Rey. MDOCCLXII. Nee species sua euique manet, rerumque novatrix Ex aliis alias reparat natura figuras: Nee perit in tanto quidquam(mihi credite) mundo; ded variat speciemque novat, naseique vocatur, Incipere esse aliud, quam quod fuit ante; Desinere illud 18 * Ovid. Metam. J. XV, V. aga. 206 UHiber die Wenn man mit einer Elementarsubstanz den Begriff eines einfachen und unzerleglichen Wesens verbindet, so darf man die gemeine Luft nicht unter die Elemente rechnen; denn die atmosphärische Luft sowohl, als die dephlogistizirte, zerlegen sich durch zahlreiche Processe, und selbst gänzlich durch den nächtlichen Einfluß der Pflanzen, ohne daß die geringste Verwesung oder Gäh— rung in diesen Gewächsen Statt habe. Ich füllte eine Glocke mit frisch gesammelten, aber noch unzeitigen Birnen, stürzte sie auf einem Teller voller Quecksilber um, und setzte sie an ein dunkles Ort. Nach drey Ta⸗ gen war die mit den Birnen eingesperrte Luft dergestalt zerleget, daß 4½ davon zur fixen Luft geworden waren⸗ Die wenige noch übrige, mit Wasser unvermischbare Luft war höchst phlogistizirt. Die Birnen hatten nichts gelitten: sie waren noch so grün und so bart, wie zuvor⸗ Sie⸗ 1427 Botff udet, so. Llement als die Hrocesse, luß der er Gäh⸗ llte eine nzeitigen lecksilbe drey Ta⸗ ergestalt waren. aischbate N nichts t, wie 86* 4 Priestleysche grüne Materie. 207 Siebenter Abschnitt. Von der zufälligen Rückkehr der grünen Ma⸗ terie zu ihrem ursprünlichen Zustande. 3² Anfang des Sommers ist es mir zwey⸗ oder drey⸗ mahl geschehen, daß die grüne Materie, nachdem sie schon ein ganzes Jahr in einem offenen Becken gestanden, und die Gestalt einer sogenannten Tremelle angenommen hatte, sich auflösete und verfaulte, und daß das Wasser, wel— ches bis dahin klar geblieben war, trübe und grün wurde; welche Farbe von einer erstaunlichen Menge der nämlichen kleinen grünen Insecten herkam, welche im verwichenen Jahre das ursprüngliche Grün gebildet hatten. Diese neuen Insecten fielen allmählich zu Bo⸗ den, und stellten eine neue grüne und schleimige Kruste, genau wie die erstere, dar. Diese von freyen vorge— gangene Auflösung oder Zersetzung der grünen Materie ereignet sich selten, und scheinet von einem zufälligen Umstande abzuhängen. Ich vermuthe, daß diese neue faule Gährung durch eine hinein gefallene und verfaulte thierische oder vegetabilische Substanz in Thätigkeit ver⸗ setzet worden sey. Diese neue Fäulniß brachte ich mehr, als 208 Uiber die als einmahl, nach Wohlgefallen hervor, indem ich die gekörnte grüne Materie trocknete, zu einem feinen Pul⸗ ver zerrieb, und in einer Glaskugel voller Wasser der Sonne aussetzte, ohne eine andere Substanz beyzufügen. Diese Materie faulte darin bald von selbst, und machte das Wasser völlig grün. Die erste Luft, die ich sodann erhielt, war sehr phlogistizirt, das Wasser hatte einen faulen Fischgestank angenommen, und es wimmelte von kleinen Insecten, welche den Anfang zur grünen Mater e legen. Als ich dieses grüne Wasser in eine andere Glas⸗ kugel übergoß, und die Kugel, worin die gefaulte grüne Materie verblieben war, mit frischem Wasser anfüllte, erhielt ich noch in der einen und in der anderen so lange eine sehr phlogistizirte Luft, als der faule Geruch noch stark anhielt; als aber dieser Geruch in wenigen Tagen fast gänzlich verschwunden war, erhielt ich in beyden Gefäßen eine recht reine dephlogistizirte Luft. Wenn die gekörnte grüne Materie nicht getrocknet wird, sondern beständig mit Wasser bedeckt bleibet, es sey nun in geschlossenen oder offenen Gefäßen, so erhält sie sich mehrere Jahre lang, ohne die mindeste Veränderung zu untergehen; man muß aber darauf Acht haben, daß ma i sie nicht zu lange einer anhaltenden Sonnenhitze ausgesetzt lasse. Wenn die zur Tremelle gewordene grüne Materie wirklich ins Pflanzenreich gehöret, so hat sie es aufs neue er ih de Pul⸗ ser der süge Machte sodann e einen lte von Naterte Glas⸗ rüne fůlle, lange och jen fast efäßen körnte ändig ossenen Jahre gehen; licht u si. Naletie aufs Helle Priestley'sche grüne Materie. 20 neue verlassen, als sie in die Fäulniß übergieng, und allen Anschein, den sie in dem Stande einer Tremelle hatte, verlor, und da das durch diese Fäulniß hervor-⸗ gebrachte neue Grün nichts, als ein Haufen grüner In⸗ secten war, denen ähnlich, die im vorhergehenden Jahre sich im Wasser erzeugt hatten, so scheinet es mir, man könne daraus folgern, daß diese Substanz/ welche eine Pflanze war, wenn anders die Tremelle diesen Nahmen berdienet, aufgehöret habe, eine zu seyn, und sich in Insecten verwandelt habe, oder, um mich nach der allge⸗ meinen Lehre unseres Jahrhunderts zu fügen, daß sie die Wiege oder die Nahrung einer neuen Thierchengeburt geworden sey. Diese faule Auflösung der Tremelle und der Schwarm grüner Thierchen, die daraus entstanden, hat zwar nichts Ungewöhnlicheres an sich, als die Fäulniß eines Erd⸗ apfels, den man im Wasser der Sonne aussetzte, und die Hervorbringung der grünen Materie, die die Folge davon ist; odet als die Hervorbringung eben dieser Ma⸗ terie durch die Fäulniß eines Stück Fleisches oder eines Stück Fisches: lauter de die Herr Priestley schon hat. J. verm. Schrift, II. B. 2 Ach⸗ 10 Uiber die Achter Abschnitt. 2 Die Ausarbeitung einer dephlogistizirten Luft durch die grüne Materie ist kein Beweis, daß sie eine Pflanze sey. J5 glaube, die stärksten Beweggründe zu haben, bey dem zu beharren, was ich in meinen Versuchen mit den Pflanzen für meine Meinung ausgegeben habe; daß nämlich die belebende Luft, welche die Pflanzen an der Sonne verbreiten, in den Organen der Pflanze ausge⸗ arbeitet worden sey, und nicht eher aus ihren Poren ausgestoßen werde, als bis sie die Wirkung ihrer Or⸗ ganen untergegangen habe, vermittelst welcher die Pflanze sich von der luftähnlichen Flüsfigkeit dasjenige zueignet, was ihr zu ihrem Untethalte anstehet, und das Uibrige als eine ihrer Natur schädlich, oder wenigstens über⸗ flüsig gewordene Flüssigkeit hintangibt. Diese Aus— arbeitung einer Luft ist das Werk ihrer wohlbestellten Organen, und sie lässet daher nach, oder höret gänzlich auf, wenn die Pflanze matt, oder des Lebens beraubt wird. Herr Senebier bestättiget diese Lehre durch ent— scheidende Versuche, in so weit sie nämlich die Ausar⸗ bei⸗ — IIIR en, beh mit den daß an der ausge⸗ Poren er Ot⸗ Hlanze ignet, ibrige ͤber⸗ Aus⸗ stellen danlich eraubt h ell⸗ lusar, hei⸗ Priestley'sche grüne Materie. 241 geikung der dephlogistiztrten Luft in der Substanz der Pflanzen betrifft. Obschon wir in den vorhergehenden Abschuitten ge⸗ sehen haben, daß sehr ausgezeichnete Insecten eben so, wie die Pflanzen, die Kraft besitzen, an der Sonne eine dephlogistizirte Luft auszuarbeiten, so können wir doch aus dieser der wahren Priestley'schen grünen Materie und den Pflanzen gemeinen Kraft nichts folgern, um sie für eine wahre Pflanze zu erklären. ö Wenn das, was ich schon in Betreff der Natur der grünen Materie gesagt habe, wenigstens noch zweifeln lassen kann, daß sie nicht unter die zum Gewächsreiche ge⸗ hörenden Körper zu ordnen sey, so wird dieser Zweifel durch folgende Thatsachen noch mehr bestärket werden. Den 26 Julius stellte ich drey gleich große Kugeln soller Brunnenwasser an die Sonne. In die eine legte ich etliche frisch gesammelte Blätter der Kermesbeere, Phytolacea decandra; in die zweyte eine gleiche Anzahl Blätter derselben Pflanze, aber so, wie Spinat, zum Rochen sehr klein zerschnitten, und darauf in einem glä⸗ sernen Mörser zerrieben; in die dritte beyläufig gleich viel von det grünen gekörnten Materie, die, zwischen den Händen gedrückt so viel, als möglich, vom Wasser O 2 be⸗ 212 55 Uiber die befreyet, und sodann in einem gläsernen Mörset lange zerrieben wurde. Den nämlichen Tag noch erhielt ich aus den gan⸗ zen Blättern der Kermesbeere sowohl, als aus der zer— riebenen grünen Materie, eine ansehnliche Menge dephlo⸗ gistizirter Luft; in der Kugel aber, welche die zerriebenen Blätter der Kermesbeere enthielt, war fast gar keine Luft hervorgebracht. Ich ließ sie also an ihrem Orte stehen. Den 28 Julius frühe traf ich in dieser letzteren Kugel ungefähr einen Kubikzoll Luft an, die ich höchst mephitisch befunden habe. Die Kugel setzte ich wieder— an die Sonne, und am 30 Julius frühe traf ich darin 10 Kubikzoll einer Luft an, wovon ein Siebentheil fixe Luft war, und das Uibrige so mephitisch, daß sie die Flamme auf der Stelle auslöschte, und durch die Salpe⸗ tersäureluft um nichts vermindert wurde. Nach der herausgenommenen Luft stellte ich die Kugel von neuen in die Sonne. Den 8 August erhielt ich 8 Kubikzoll kuft, wovon ein Viertheil fixe Luft war, und das Uibrige ganz phlogistizirt. Den 3 August erhielt ich 7 Kubikzoll Luft, wovon ein Zwölftheil fire Luft war, und das Uibrige noch sehr phlogistizirt. Die Kugel, die von dem 3 August bis an den Morgen des 7 Augusts aus einem Verstoße an einem beschatteten Orte stehen blieb, wurde den 7 frühe wieder an die Sonns gestellet. An eben 2„,—„.—.—— VDI lalgz N gah⸗ der zer⸗ dephlo⸗ iehenen r keine mOrte letzteren höcst wieder darin eil fixe sie die GSalpe⸗ ach der neuen ubikzoll Uibrige rubikzol ind dab die von sty aus blieh, Et, N chen Priestley'sche grüne Materie. 213³ eben diesem Tage sammelte ich des Abends 5 Kubikzoll Luft, wovon ein Viertheil fire duft war, und das Uibrige noch, wie zuvor, stark phlogistizirt. Den 18 August, bis dahin die Kugel vom à, an der Sonne stehen blieb, traf ich 13 Kubikzoll einer dephlogistizirten Luft ohne fire an. Ihre Güte hatte 296 Grad. Ich nahm so— dann alles Wasser heraus, welches bisher nicht erneuert wurde, und zugleich auch die zerriebenen Blätter, die darin schon lange verfaulet waren. Die Vermoderung dieser Blätter hatte die wahre grüne Materie des Herrn. Priestley erzeuget, wovon die Wände der Kugel über⸗ zogen waren, und die dephlogistizirte Luft kam von die—⸗ ser grünen Materie her, und keineswegs von den zer⸗ malmten Blättern. Von dieser Zeit an erhielt ich von eben dieser grünen Kruste beständig eine große— dephlogistizirte Luft. Sowohl von den Weinrebenblättern, als von jeder anderen Pflanze, wenn sie so, wie die Kermesbeerblät— ter, zerbrochen und zerrieben werden, erhält man lange Zeit nichts, als eine mephitische Luft, und die dephlo— gistizirte Luft fängt nur alsdann sich zu entwickeln an, wenn die grüne Materie durch die Vermoderung der Hlätter sich erzeuget hat. 214 Uiber die Der zerriebene Flußwasserfaden bringet die näm⸗ liche Wirkung hervor, als die zerriebenen Blätter: in den ersteren Tagen erhält man eine bloße mephitische Luft; in einem Gefäße aber, wo der zerriebene Fluß⸗ wasserfaden ist(y), erzeuget sich die grüne Materie viel eher, als in Gefäßen, worein man zerriebene Blätter geleget hat. Die Tremelle Nostoch, zerrieben, beobach— tet mit den zerriebenen Blättern und dem zerriebenen Flußwasserfaden dieselbe Regel. Aus diesen Thatsachen kann man, wie mich dünckt, schließen, daß, wenn es, wie es das Ansehen hat, ge⸗ wiß ist, daß die Ausarbeitung einer reinen oder dephlo⸗ glstizirten Luft in den Pflanzen durch die Lebenswirkung ihrer Organen, wohlbestellt und in voller Kraft, be⸗ wirket wird, man den angeführten Versuchen zu Folge wenigstens vermuthen könne, daß die Hervorbringung der reinen Luft mittelst der grünen Materie ganz anders geschehe, und daß man zweifeln könne, ob hierzu eine thierische, oder vegetabilische Organisation nöthig sey. Die — (y) Hat es nicht einige Wahrscheinlichkeit, daß die Ursacht hiervon ist, weil die Röhren des Wasserfadens mit den nämlichen Inseeten angefüllet sind, welche die Priestley'sche grüne Materie ausmachen? 8 8..* Priestley'sche grüne Materie. 215 uin⸗ Die grüne Materie ließ ich einigemahl so lange lertei reiben, daß sie unter dem Vergrösserungsglase nichts vhush darstellte, als eine verwirrte unförmliche Masse, und e Fluf baß folglich ihre Organisation, sie sey auch was immer erie viel für welche, wenigstens allem Anscheine nach, gänzlich Blättet zerstöret war. Indeß gab eben diese Materie, im rohen eobach⸗ Wasser der Sonne ausgesetzet, sogleich, und im ge⸗ riebenen kochten in sehr kurzer Zeit(3), eine sehr gute dephlogi⸗ stizirte Luft. Ja es kam mir vor, als gebe sie nach einer solchen ausgestandenen groben Mißhandlung eine grössere dünckt, Luftmenge. dephlo⸗ Die grüne Materie scheinet also in Ansehung der witkung Art, die Lebensluft hervorzubringen, gar wenige Aehn⸗ st, be— O 4 lich⸗ u Folge ingung (3) Ich sage in sehr kurzer Zeit, weil diese Materie die andetz n. n Luft an der Sonne in einem so großen rzu eile Uiberflusse liefert, daß das gekochte Wasser, so luftbegie— seh rig es auch ist, doch nicht im Stande ist, auf einmahl so viel davon zu verschlingen, als diese Materie liefert; welches aber bey weiten nicht Statt hat, wenn man den Dee Flußwasserfaden im gekochten Wasser an die Sonne stellt, weil diese Pflanze nicht so fruchtbar an dephlogistizirter — Luft ist, als die grüne Materie: das Wasser verschlingt 0 ste so, wie sie durch dieses Gewächs hervorgebracht wird, lste und es gehört ein oder zwey Tage darzu, bis das mit n dieser Pflanze eingesperrte Wasser so mit Luft gesättiget alepsth st, um nichts mehr dayon verschlingen zu können. mit den 210 Uiber die lichkeit mit den Pflanzen zu haben, und man kann daher aus dieser Kraft, welche sie mit den Pflanzen gemein hat, keinen Beweisgrund ziehen, daß sie unter die zum Gewächsreiche gehörenden Wesen zu ordnen sey. Das, was ich hier von der grünen Materie sage, könnte etwas paradox scheinen, und einige Dunkelheit über dasjenige werfen, was ich oben über die Art ge⸗ sagt habe, wie die belebende Luft durch die Pflanzen, und durch diese Substanz selbst, ausgearbeitet wird. Beym ersten Anblicke ist es wirklich nicht sehr wahrschein⸗ lich, daß die grüne Materie die belebende Luft ohne alle Organisation ausarbeiten könnte, da bey den Pflanzen die Ausarbeitung der dephlogistizirten Luft eine wohlbe— stellte Organisation, und zwar in ihrer vollen Kraft, er⸗ fordert. Diese an sich selbst wahrhaft große Schwierig⸗ keit könnte auf die Vermuthung führen, daß die Thier⸗ chen der grünen Materie so klein sind, daß eine große Menge derselben der Reibung entgangen sey, und daß diese die dephlogistizirteduft können hervorgebracht haben. Ich gestehe, daß die Schwierigkeit, diese Erscheinung zu begreifen, mich selbst hierzu manchsmahl geneigt macht, obschon ich in der zerriebenen grünen Materie mittelst guter Vergrösserungsgläser nichts anders entdecken konn⸗ ge, als eine ungestaltete und verwirrte Masse. ö In⸗ in daher Hgemein die zun rie sag, unkelheit Art ge⸗ Harze, et witd. hrschein⸗ hne alle Oflanzen wohlbe⸗ aft, er⸗ jwierig⸗ Thier⸗ große nd daß haben. nung zu macht, mittelst konn⸗ Priestley'sche grüne Materie. 217 Indeß sey es, wie es wolle, könnte man nicht mit einigem Anscheine der Wahrscheinlichkeit annehmen, daß der Urheber der Ratur die Hervorbringung einer dephlo— gistizirten Luft in den Umständen, welche die Entstehung der grünen Materie begünstigen, für so wichtig gehalten habe, daß er diese Substanz mit einem ganz besonderen Vermögen, die belebende Luft aus dem Schoße der Fäul⸗ niß selbst hervorzubringen, begabt habe, um solcherge⸗ stalt den Nachtheil, welcher der atmosphärischen Luft hieraus erwachsen könnte, zu mäßigen, so daß sie nichts nöthig hat, sie sey nun lebendig, oder des Lebens be⸗ raubt, als die einzige Wirkung des Sonnenlichtes, gerade so, wie der Salpeter nichts, als die bloße Hitze brau⸗ chet, um die dephlogistizirte Luft hervorzubringen? Sehr weit entfernt von dem Kitzel, Systeme zu schmieden, die ich bis zur Zufriedenheit des Lesers nicht beweisen könnte, will ich lieber den Schluß anderen überlassen, und mich bloß damit begnügen, die Erscheinuegen ange⸗ führt zu haben, die alle Welt bewähren kann, wenn sie meine Versuche nachmacht. 5 5 Neun⸗ 215 Uiber die' Neunter Abschnitt. Beobachtungen üͤber die Natur und den Bau des Flußwasserfadens, Conlerva rivularis, und der Tremelle Nostoch, Tremella Nostoc. Dan Flußwasserfaden kennet man hinlänglich: eine fadenförmige Pflanze, die man schier in allen Flüssen und Bachen, und hauptsächlich in großen Kuffen, und Bassins, oder Wasserbehältern, antrifft. Es gibt dessen sehr viele verschiedene Arten, welches man aus dem Linne'schen Systeme ersehen kann. Ich werde nur von derjenigen reden, die ich am öftersten untersucht habe, und die man gemeiniglich in den großen Wasserbehäl⸗ tern der Gärten findet. Seine sehr verschiedentlich dicken Fäden sind knotig, das ist, sie haben zeine Art von Ge⸗ lenken oder Absätzen, wodurch sie in verschiedene Stücke abgetheilet werden. Untersucht man diese Fäden unter dem Vergrösserungsglase, so siehet man recht offenbar durchsichtige Röhren ohne einige Farbe, so wie die Haarröhrchen von weißem Glase, mit einer erstaunli— chen Anzahl kleiner, runder und enförmiger Körperchen von Bau 5„ und I06, ch; eine Flässen u, und t dessex us dem nut von habe, rbehäl⸗ dicken on Ge⸗ Etucke n Unter offenbat wie die staunl perchen bon Priestley'sche grüne Materie. 2159 bvon derselben Grösse und Gestalt, die die kleinen In⸗ secten haben, woraus die grüne Materie aufkeimt; welche Körperchen in einer schleimigen, mehr oder we⸗ niger grünen Materie verwickelt sind. Schneidet man die Fäden der Conferve in sehr kleine Stückchen, und bringet man sie unter den Brennpunct eines Vergrösse⸗ rungsglases, so siehet man oft aus den abgeschnittenen Enden dieser Röhrchen alle diese kleinen Körperchen, von ihrem Schleimneste noch umhüllet, herausfließen. In der 12 Figur siehet man sie nach der Natur, aber vergrössert, vorgestellee. Man findet auch einige Fi⸗ guren in der Flora Danica, Tab. 881, wo diese hohlen, mit runden Körperchen angefüllten Röhrchen beynahe auf die nämliche Art ausgedrückt sind. Diese klebrige Materie scheinet mit dem Wasser nicht leicht vermischbar zu seyn, selbst nicht, wenn man dasselbe herumrühret. Diese Körperchen sind alle ohne Bewegung, sogar die⸗ jenigen, welche, von dieser zähen Materie getrennt, frey im Wasser zu seyn scheinen, wollen sich anfangs nicht deutlich bewegen; wenn man sie aber sechs bis sie⸗ ben Tage hinter einander untersucht, so wird man von Tage zu Tage immer mehr sehen, welche eine sortschrei⸗ lende Bewegung angenommen haben, das heißt, welche unbezweifelt Insecten voller Leben zu seyn scheinen. Rach sechs oder steben Tagen trifft man gemeiniglich alls lebendig an, diejenigen ausgenommen, welche in der 220 Uiber die der schleimigen Substanz sitzen. Ich wage es nicht, zu entscheiden, ob die verschiedenen Absätze oder Käm⸗ merchen der Fäden unter einander eine Gemeinschaft ha⸗ ben. Um nun um so versicherter zu seyn, daß diese leben⸗ digen Insecten die nämlichen Körperchen sind, die in der Röhre des Wasserfadens eingeschlossen waren, wasche ich die Fäden desselben zu wiederhohltenmahlen im de— stillirten Wasser ab, um jedes Insect davon wegzuschaf⸗ fen, derer immer sehr viele an dem Wasserfaden hän⸗ gen, und im Wasser, woraus man dieses Gewächs er⸗ hält, verbreitet sind. Aus diesen gut gereinigten Fä⸗ den drücke ich das Wasser wischen meinen Fingern aus, und zerschneide sie nach jeder Richtung zu äußerst klei⸗ nen Stückchen; so zerschnitten, lege ich sie in ein we⸗ nig destillirtes Wasser, welches davon einen grünen An⸗ strich erhält, und von jenen runden Körperchen wim⸗ melt, die sich in wenigen Tagen zu bewegen anfangen. Da dieser Wasserfaden in großen hölzernen Kuffen, worin man Wasser hält, im Uiberflusse wächset, aber nur dann erst, wenn die Priestley'sche grüne Materie die Wände beschlagen hat, und zwar nur sehr selten in gläsernen Glocken oder gläsernen Gefäßen, die der Son⸗ ne ausgesetzt sind, so war ich lange in der Vermuthung,. daß der Ursprung der Priestley'schen grünen Materie und des Flußwasserfadens der Natur nach der eine und der⸗ 8* N Vulht, r Kän⸗ haft ha⸗ se liben⸗ ie in det wasche im de⸗ Ruschas⸗ den hän⸗ achs er⸗ ten Fã⸗ ern aus, erst klei ein we⸗ inen An⸗ en wim⸗ fangen. Kuffen, , aber Materie lten in er Gol⸗ suthung. Matelle ine und del⸗ Priestley'sche grüne Materie. 241 derselbe sey, und daß die kleinen Insecten, die in Glas⸗ gefäßen, wo das Wasser sehr ruhig stehet, an den Wän⸗ den hängen bleiben, umwickelt oder verstrickt in einer Materie, die ihnen vermöge ihrer Zähigkeit alle Bewe⸗ gung benimmt; und daß eben diese Insecten in großen Kuffen voller Wasser gemeiniglich nicht so sehr in der klebrigen Materie verwickelt seyn, um um alle Bewe⸗ gung zu kommen⸗ Diesen Gedanken gebe ich nur für eine Vermuthung aus, die ich aus dem gemeinschaftlichen Ursprunge der grünen Materie und des Wasserfadens, und aus der Gleichförmigkeit der diesen zwey Wesen gemeinen runden Körperchen, habe⸗ Wenn auch dieser Gedanke, den wir in der Folge uwas mehr entwickeln werden, beym ersten Anblicke ei⸗ nigen Grund haben mag, so ist er nichts desto weniger mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Wie soll man z. B. begreifen, daß mitten aus den Bruchstücken der grünen Thierchen, die der Priestley'schen Materie ihren Urspeung geben, weiße, mit einer offenbaren, vielmehr thierischen, als vegetabilischen(aa) Bewegung begabte Fä⸗ (ag) Es gibt zwar Pflanzen mit einer recht augenscheinlichen Pewegung, dergleichen das Hedyfarum motitans eine ist. Dis 22⁴ Uiber die Fäden sich erzeugen? Wenn die klebrige Materie ein Bodensatz des Wassers, oder eine Hervorbringung der Thierchen der grünen Materie ist, woher haben die mit einer Bewegung begabten Fäden, womit jene klebrige Kruste unterflochten ist, ihren Ursprung? Die große Schwierigkeit, um diese Frage aufzulösen, kommt da⸗ her, daß diese Jusecten und Fäden sogar in geschlossenen und über Quecksilber umgestürzten Gefäßen entstehen. Die gekrümmt geschlungenen Fasern, die man in der an⸗ gehenden Tremelle, Fig. 8, wie auch, die man in der großen Tremelle, Fig. 9 und 10, vorgestellt siehet, sind sie mit den weißen beweglichen, in der 3 und 6 Figur, aber durchs Alter vergrössert dargestellten Fasern die ei⸗ nen und dieselben? Wenn die Tremelle eine Pflanze ist, woher nimmt sie ihren Ursprung in geschlossenen, mit gekochtem Wasser angefüllten Gefäßen, worin doch jeder Keim organisirter Wesen ohne Rettung zu Grunde gehen muß, welche Gefäße zugleich über Quecksilber umge⸗ stürzt waren? Könnte man wohl nur mit einem Schat⸗ ten der Wahrscheinlichkeit behaupten, daß ein Stück Fleisch, —.—4— X 2 Die Gäbelsehnen der Weinrebe, der Zaunrübe, und meh, rerer anderer Pflanzen bewegen sich rings herum, um ei⸗ nen Körper zu suchen, den sie, wie ein Stöpselzicher, umwinden. ——. erie ein Ing det die mit llebrige große mt da⸗ ossenen lstehen. det an⸗ in der t, sind Figur, die ei⸗ mze ist u, mit jeder gehen umge⸗ Schat⸗ Stck sh, —4— ud nel/ um eit licher/ Priestleysche grüne Materie. 223 Fleisch, welches man noch ganz zückend in ein solches Wasser einsperrt, Eyer und befruchtete Samen, Wur⸗ zeln oder lebende Keime der Thiere und Pflänzen ent⸗ halte? Bey Uiberdenkung aller dieser Schwierigkeiten verliere ich mich, und finde mich von Wundern umringt, derer Wirkungen ich sehe, derer Ursache ich aber, ohne zur höchsten Ursache, zu dem allwissenden Wesen, wel⸗ ches alles mit einer dem Menschen unbegreiflichen Weis⸗ heit erschaffen hat, zurückzukehren, nicht begreifen kann. In der Unmöglichkeit, so verwickelte Erscheinungen zu begreifen, müssen wir uns darauf beschränken, daß wir die Thatsachen, so wie sie sich unseren Augen dar⸗ stellen, mit Bewunderung betrachten. Das eine und dasselbe Wasser bringet gemeiniglich in drey verschiedenen Gefäßen drey verschiedene Wesen hervor. In einer Glasglocke, worin das Wasser keine Bewegung bekommt, erzeuget sich ein Schwarm grüner Thierchen, hierauf eine grüne Kruste, oder in andern Worten, die eigentliche Priestley'sche grüne Materie, worin nach einer gewissen Zeit bewegliche Fäsern wach⸗ sen; und sodann gehet alles in eine Tremelle über. In großen aus Steinen gebauten Wasserbehältern, worin das Wasser mehr oder weniger in einer beständigen Be⸗ wegung ist, kommt die nämliche Art Thierchen hervor, wel⸗ 2²4 Uiber die welche aber, anstatt den Wänden des Bassins anzukle⸗ ben, eine Kruste bilden, zusammenhängen, vielleicht mittelst einer ihrer Körpern anhängenden Kütte, und fällen allmählich zu Boden, allwo sie durch die in der? Figur in natürlicher Grösse vorgestellten gekörnten Massen oder Körper zu Stande bringen. In diesen Behältern erzeuget sich noch außer den besagten gekörnten Körpern mehr oder weniger ein Flußwasserfaden. In großen hölzernen Kuffen, wo das Wasser zwar ruhiger ist, als in den großen ausgemauerten Behältern, aber unruhi⸗ ger, als in den anderen Gefäßen, entstehen die nämli⸗ chen Thierchen, und die klebrige Materie; allein sie bil— den eine grüne rotzige Kruste, die weißer ist, als in den Glocken. Gemeiniglich kommt darin keine Tremelle, und wenige oder gar keine gekörnte grüne Materie her— vor, fondern die grüne Kruste siehet sich bald fast gänz⸗ lich in einen Flußwasserfaden verändert. Hat es nicht einige Wahrscheinlichkeit daß diese verschiedenen Producte alle von derselben Ursache, von demselben Ursprunge herkommen, aber unter verschiede⸗ nen Ursachen? so daß die Insecten in den Glasglocken, wo sie allenthalben den Wänden nahe genug sind, frü⸗ her oder späther an die mit Rotzmatetie überzogenen Wände anschwimmen, und allda aufgehalten werden, und daß diese klebrige Kruste durch die Ruhe, die sie an ihrer —— hl Ouust + u r h alch Naset se R d uh anhͤlt⸗ Velleicht le, und in der) Massen ehältern Körpern großen ist, als unruhi⸗ namli⸗ sie bil⸗ als in Temelle, erie her⸗ st ginz⸗ aß diese he, von tschiede⸗ Sglockel, , frü⸗ rzogenen werden, ie sie an hrer Priestley sche grüne Materie. 225 ihrer Verbreitung durchs Wasser verhindert, eine zu feste Consistenz erhalte, als daß die Fasern sich entwickeln, sie durchbohren, und in Gestalt eines Wasserfadens auswachsen könnten, und daß sie aus dieser Ursache in einer Kütte unter der Gestalt einer Tremelle umwickelt bleiben? Könnte man nicht annehmen, daß in den un⸗ endlich kleineren Kuffen von Holz, als die steinernen Wasserbehälter sind, die Fasern, welche zwar in der Tremelle eingeschlossen, und gleichsam gefangen sitzen, dennoch mehr Freyheit haben, um sich in einem Uiberzuge einer minder festeren klebrigen Materie zu verlängern, frey auszustrecken, und den Wasserfäden zu bilden Sollte diese Theorie nicht ganz grundlos scheinen, so könnte man sie auf die Bildung der gekörnten Körper(Fig. 7), die man auf dem Boden großer Wasserbehälter antrifft, anwenden. Wirklich muß in diesen sehr weiten Behäl⸗ tern die fast unaufhörliche Bewegung des Wassers der Bildung der grünen oder rotzartigen Kruste, deren Ma⸗ terie wegen der beständigen Bevegung im Wasser aus⸗ gebreitet bleibet, ein Hinderniß setzen; und da die Thier⸗ chen, die sich zu Anfange ihres Daseyns gegen die Ober— fläche des Wassers halten, sehr weit von den Wänden dieser Behälter entfernet sind, so müssen sie nach und nach mitten im Wasser auf einander stoßen, sich zusam⸗ menkütten, und, des Lebens, oder wenigstens der Be⸗ wegung beraubt, werden sie in diesem Zustande der Zu⸗ J. verm. Schrift. II. B. P sam⸗ 2²⁶ Uiber die sammenhängung zu Boden fallen, wo sie andete ähn⸗ liche kleine Ballen von Insecten antreffen, und sich da⸗ mit vereinigen. In solchen großen Behältern muß sich weniger Wasserfaden vorfinden, als in den hölzernen Kuffen, weil der Wasserfaden nur da wächst, wo sich die Fasern an was immer für einem Körper fest an setzen können, welches die beständige Bewegung des Wassers in großen Wasserbehältern großen Theils verhindern muß. Als ich einigemahl, jedoch selten, beobachtete, daß anstatt der Priestley'schen grünen Materie sowohl auf dem Boden, als an den Wänden des Gefäßes, kleine Pflänzchen des Flußwasserfadens hervorkamen, hielt ich diesen Fall für ein bloßes Ungefähr. Dieses Gewächs war sodann so ausgezeichnet, daß es unmöglich gewesen wäre, es auf den ersten Blick zu verkennen, und daß folglich ein so klarsehender Physiker, wie Herr Priestley sie nicht als eine rotzige, unförmliche Masse hätte be⸗ schreiben können, wie er es mit seiner grünen Materie in seinem vierten Bande gethan hat— Als ich auf einmahl sechsunddreyßig Gläser vollet Brunnenwasser im Glashause der Sonne aussetzte/ wovon achtzehen offen, und die anderen auf Tellern um⸗ gestürzt waren, so befand sich nur ein einziges unter ele ahnz sich u⸗ nuß sich özernen w sh ansetze Wassers thinden ete, daß Hohl auf „kleine hielt ich Gewächs gewesen und daß rieste, hätte be⸗ Materie ser vollet ausseht, lern um⸗ jes Unlel ib⸗ Priestley'sche grüne Materie. 227 ihnen, und zwar eines unter den offenen, auf dessen Bo⸗ den nach einer oder zwey Wochen kleine, höchst feine Fäden hervorkamen, die jedoch nicht bis zur Höhe eines halben Zolls gelangten. Ich ließ sie zeichnen, und man siehet sie unter dem Mikrofkope vergrössert in der 11 Figur. Es waren Corallenschnürchen, aus kleinen run⸗ den Körperchen zusammengesetzt. Jedes dieser kleinen Körperchen glich vollkommen den Körperchen oder den Insecten der grünen Materie. Ich hoffte, sie höher wachsen, und zum bestimmten Flußwasserfaden werden zu sehen; allein die Fäden sanken zusammen, und nach einigen Monathen befand sich der Boden des Gefäßes mit einer Tremelle bedeckt, die der Tremelle in der? Figur ähnlich war, aber weniger erhoben. Indeß habe ich es, wie ich schon sagte, gesehen, daß diese Wasser— fäden höher aufwuchsen. Ich habe hier oben gesagt daß, als ich gläserne Kugeln voller Brunnenwasser mit der Tremelle Nostoch an die Sonne setzte, sich einige darunter befanden, in welchen sich nach ungefähr fünf⸗ zehen Tagen hier und dort ein grüner, an den Wänden gehefteter Punct sehen ließ, von welchem Puncte grüne Fasern, wie Pinseln gestaltet, ausgiengen, die im Was⸗ ser schwammen, und recht sichtbar waren, besonders wenn man das Gefäß bewegte. Die Fäden dieser Pin⸗ seln waren, unter dem Vergrösserungsglase betrachtet, von den Fäden des jugendlichen Flußwasserfadens in P nichts 228 ö Uiber die nichts unterschieden, sie wurden aber nicht grof. Dieß scheinet einige Aehnlichkeit zwischen der Tremelle No— stoch und dem Wässerfaden anzuzeigen. Die mikrosko⸗ pische Beobachtung, wovon ich hier unten reden werde, wird es vielleicht in etwas wahrscheinlicher machen. Diese Aehnlichkeit wird durch den Uibergang eben dieser Fasern in eine wahre Tremelle Nostoch noch einleuch— tender werden. Dieser Uibergang war nach fünf oder sechs Wochen, und nachdem ich das Wasser der Kugel zweymahl erneuert hatte, vollkommen vorbey. Es wa— ren sodann anstatt der schwimmenden Fasern Membra— nen daraus geworden, die ich von den Membranen oder Blättern der Tremelle Nostoch, die ich in dieser Kugel hatte, nicht unterscheiden konnte. Nach allem dem, was ich von der Tremelle und dem Flußwasserfaden gesagt habe, könnte man zweifeln, ob diese zwey Wesen einen Platz unter den Pflanzen ver⸗ dienen. Sie wachsen zwar heran, und breiten sich aus, wie die Pflanzen; der Wasserfaden treibet sogar Aeste, wie die Pflanzen. Allein die Polypen süßer Wässer treiben auf gleiche Weise Aeste, und doch setzet man diese Wesen, seit dem Herr Trembley ihre Oekonomie auf⸗ merksamer untersucht hat, allgemein in das Thierreich, und man hat sie sogar für währe Thiere anerkannt. Sollte es nicht einige Wahrscheinlichkeit haben, daß die Tre⸗ Deeß le M— nikrosto⸗ werde, machen. en dieset einleuch— unf oder er Kugel Es wa⸗ Nembra⸗ nen oder r Kugel nelle und zweifeln, lzen ver⸗ sich aus, ar Aeste, r Vasset nan diss mie aufr Hlerteich nerkannt. daß di due⸗ Priestley'sche grüne Materie. 2²29 Tremelle und der Flußwasserfaden Mitteldinge zwischen Thier und Pflanze sind, die, wenigstens in einigem Be⸗ trachte, mehreren dieser Körper ähneln, welche man Zoophyten, Thierpflanzen, nennet, und daß die Insec— ten, die die ersten Keime und Bestandtheile der Priest— ley'schen Materie ausmachen, die Röhren des Wasser⸗ fadens zusammensetzen, und sich in die Höhle derselben zurückziehen, wie es die Insecten machen, welche den größten Theil der Corallen und mehrerer anderer soge— nannter Meerpflanzen zusammensetzen, so wie es Herr Bernard von Jussieu, und hauptsächlich Herr Ellis beobachtet hat? Setzet man den Flußwasserfaden in ein Becken voller Wasser, so bemerket man bald eine er— staunliche Anzahl der feinsten Fäden an den Wänden des Gefäßes anschießen, und sich gegen den Mittelpunct hin ausbreiten. Diese Fasern befinden sich besonders nahe an der Oberfläche des Wassers. Sie sind keine Fortsätze des ins Wasser gelegten Wasserfadens; sie scheinen mit dessen Fäden keine Verbindung zu haben, und eben so viele neue, an die Wände des Gefäßes stark angeh eftete Pflanzen zu seyn. Erneuert man von Zeit zu Zeit das Wasser, so wächset dieser neue Wasser⸗ faden heran, vermehret sich ziemlich geschwind, und erfüllet endlich das ganze Becken. Ist es nicht wahr⸗ scheinlich, daß diese kleinen Körperchen oder Insecten, wovon wir reden, und wovon das Wasser, worin der Was⸗ P3 ser⸗ 23⁰ Uiber die serfaden wächst, toimmelt, auf die eine oder die andere Weise dieses Gewächs hervorbringen, oder der Keim desselben sind. Indeß sey es, wie es wolle, so scheinet es doch immer hart zu begreifen, wie diese Geburt vor sich gehe. In der Voraussetzung, daß diese Insecten selbst die Röhren des Wasserfadens bilden, sehe ich nicht, wie es zu begreifen sey, daß diese Fasern oder Röhren, wenn sie einmahl gebauet sind, sich hierauf nicht nur berlängern, sondern sogar auch ansehnlich erweitern können. Eben so schwer ist mit eben dieser Voraus⸗ setzung eine andere Beobachtung zu verbinden; das ist, daß überhaupt je kleiner diese Röhren noch sind, um so weniger sie von den runden oder eyförmigen Körperchen enthalten, so daß jeder Absatz dieser noch jungen Röh—⸗ ren geräumig genug ist, um etliche Dutzend solcher Kör⸗ perchen oder Insecten zu fassen, und dennoch überhaupt nur eins oder zwey enthält; anstatt dessen die näm li⸗ chen Röhrchen, nachdem sie sehr weit geworden sind gemeiniglich damit gleichsam angepfropft sind. Es sey nun, wie es immer wolle, so scheinet es wahr⸗ scheinlich, daß dieses Wesen eben so wachse, wie die wahren Pflänzen, wenigstens nachdem es bis zu einer getvissen Grösse gelanget ist, was auch immer sein er⸗ ster Ursprung oder Keim seyn mag. Die andete er Kein scheihet Hurt bor selbst di icht, wit Röhten, nicht nut erweitetn Voraus; das ist, um so örperchen en Röh⸗ her Kör⸗ herhaupt nämli den sind nd. Es es waht twie dit zu eintt sein(⸗ 2 Priestley'sche grüne Materie. 231 Die Tremelle Rostoch(bb) hat dieß mit sehr vie⸗ len Mosen gemein, daß auch die größte Tröckene ihr den Lebensfunken nicht auslöschen kann. Die Feuch⸗ tigkeit durchdringet sie fast augenblicklich, und schwel⸗ let ihre durch die Tröckene zusammengeschrumpften und zerreiblich gewordenen Blätter oder Membranen auf. Wenn sie ganz trocken zu einem feinen Pulver zermal⸗ met, oder noch feucht zu einer Marmelade zerrieben wird, so gibt sie, im Wasser der Sonne ausgesetzt, sehr wenig Luft, welche allezeit mephitisch ist, genau so, wie es mit dem zerriebenen Flußwasserfaden ge— schiehet. Allein da der ganz ausgetrocknete, und darauf wieder ins Wasser gelegte Flußwasserfaden keine dephlo— gistizirte Luft gibt, so gibt im Gegentheile die Tremelle Nostoch sogleich eine große Menge, wenn man siaey pöllig getröcknet, im Wasser der Sonne aussetzet. Diese Sonderbarkeit kam mir sehr merkwürdig vor. Die mi⸗ P 4 tro⸗ (bb) Dieß ist eine recht sonderbare Pflanze, und gehöret unter die zählreiche Classe der von Linne sogenannten Cryptoga⸗ mie. Sie bestehet nur in dünnen, wellenförmigen, sehr unregelmäßig gefalteten grüuen Membranen, welche sich bey trockenem Wetter äußerst zusammenziehen, und zer⸗ brechlich werden. Sie hat alsdann eine schmutzige schwarz braune Farbe. Der Regen macht sie wieder grün, und treibet sie wie einen Schwammen auf. Sie heißt auch Himmelsblume, Himmelsblatt Erdblume. 232² Uiber die kroskopische Untersuchung dieser Pflanzenart, wenn doch ein für allemahl die Nostoch diesen Nahmen verdienen soll, biethet ebenfalls merkwürdige Eigenheiten genug dar. Ihr Fleisch scheinet aus einem sehr gedrängten Gewebe kno⸗ liger Fäden zusammengesetzt zu seyn, die, wie Corallen⸗ schnürchen, aus gar kleinen runden, recht regelmäßig unter einander geordneten Körpern zusammengesetzt aus⸗ sehen. Diese von der Substanz der Nostoch getrennten Art von Corallenschnürchen gleichen den Fäden jener Conferve vollkommen, die in der un Figur vorgestellt ist. Sie sind enge in einander verflochten, und schienen mir, zwischen zwey sehr dünnen Membranen, die die zwey Oberflächen eines Blattes ausmachen, zusammen gedrängt zu seyn. Um diese Corallenschnürchen deutlich zu sehen, muß man ein Blatt unterm Wasser zerzupfen, Und die zerrissenen Ränder in einem Tropfen Wasser in den Brennpunct eines starken Vergrösserungsglases brin⸗ gen. Wenn man diese im destillirten Wasser gewaschene Tremelle, um sie von jedem Insecte, und von anderen anhängenden Körpern zu säubern, ins Wasser, selbst in destillirtes, leget, so wird man nach einigen Tagen das ganze Wasser mit kleinen runden Körperchen erfüllt fin⸗ den, die man von denjenigen, welche in einem Wasser, wo der Flußwasserfaden ist, zugegen sind, nicht unter⸗ scheiden kann. Wenn eun doch Nen sol, ar. Jii ebe kuo⸗ orallen⸗ elmäßig eht aus⸗ kreunten n jenet rgestellt schienen die die sammen deutlich nupfen, zasser in brin⸗ aschene anderen selbstin gen das lllt fin⸗ Waset, Untel⸗ Hen Priestley'sche grüne Materie. 233 Wenn es aus allem dem bisher Gesagten wahr—⸗ scheinlich bleibet, daß die Priestley'sche grüne Materie, der Flußwasserfaden, die in der 9 und 10 Figur vorge— stellte Tremelle, so wie die Tremelle Nostoch in Anse— hung ihres Ursprunges viele Aehnlichkeit unter einander haben; so wird es doch immer ein hart aufzulösendes Problem bleiben, warum die grüne Materie, so übel behandelt sie auch seyn mag, selbst zur Marmelade ge— bracht, immer gleichgut fortfährt, an der Sonne eine gute dephlogistizirte Luft zu geben, wenn sie nur nicht ist getrocknet worden; mittlerweile der Flußwasserfaden so, wie die Tremelle Nostoch, zur Marmelade gebracht, ihr Vermögen, eine solche Luft auszuarbeiten, schlech⸗ terdings verlieren? Warum der nämliche Flußwasserfa⸗ den so, wie die Priestley'sche grüne Materie, getrocknet, alle ihre Kraft, eine belebende Luft hervorzubringen, verloren haben, da die Tremelle Rostoch, so trocken sie auch seyn mag, im Wasser dieses ihr Vermögen, eine solche Luft auszuarbeiten, sogleich wieder zuruck erhält? P 3 Zehn⸗ 234 Uiber die Zehnter Abschnitt. Beobachtungen, von der chymischen Zerlegung der grünen Materie, des Flußwasserfadens und der Tremelle Nostoch abgezogen. Man kann die Pflanzen in Rücksicht der Bestandtheile, die sie bey der chymischen Zerlegung geben, in zroey Classen eintheilen: die einen liefern bey der Destillation ein flüchtiges Laugensalz, die anderen eine Säure. Die Pflanzen, welche einen sauren Saft geben, sind viel zahlreicher. Von welchen man einen laugenhaften Saft abziehet, sind überhaupt die sogenannten antiscorbuti⸗ schen Pflanzen, als das Löffelkraut, die Kresse, der Senf, u. s. w. Die weißen Maulbeerblätter geben die nämlichen Bestandtheile, welche die antiscorbutischen Pflanzen geben. Alle thierische Substanzen geben durch die Destilla⸗ iion einen laugenhaften Bestandtheil. Von diesem all⸗ gemeinen Gesetze gibt es sehr wenige Ausnahmen, wo⸗ hin z. B. die Ameisen gehören, welche Insecten einen sehr stechenden sauren Gaft liefern. Aegung rfadens en. undtheile, in zwey stillation lre. Die sind viel ten Saft scotbuti—⸗ M, der eben die hutischen Destila⸗ esem all⸗ en, tyo⸗ en einen Hier Mek⸗ Priestley'sche grüne Materie. 235 Hieraus folget, daß man, um zu urtheilen, ob eine Substanz thierisch oder pflanzenartig sey, aus der chymischen Zerlegung nur einen schwachen Beweisgrund, eine bloße, sehr trügliche Vermuthung ziehen könne. Das, was ich von der Priestley'schen grünen Ma⸗ terie in den ersten Monathen ihres Daseyns gesagt ha— be, wird meines Erachtens den Leser sattsam überzeugen, daß sie zu selbiger Zeit eine bloße thierische Substanz ist. Die chymische Zerlegung erkläret sie auch dafür, wie— wohl, ich wiederhohle es, diese Zerlegung allein für keinen Beweis dienen kann. Da aber diese Materie in allen ihren Epochen und in allen ihren Verwandlungen, die sie untergehet, beständig dieselben Bestandtheile gibt, so scheinet es wenigstens wahrscheinlich, daß sie ihre ursprüngliche Natur nicht ganz verlasse, obschon sie end⸗ lich die Gestalt eines Wesens einer Gallerte, Tremelle, annimmt, welche man bis jetzt zu den Pflanzen zu zäh⸗ len pfleget. Sowohl der Flußwasserfaden, als die Tre⸗ melle Nostoch geben auch beständig dieselben Bestandtheile, welche die thierischen Substanzen überhaupt liefern; folglich kommen diese zwey Wesen auch in dieser Rück⸗ sicht mit der grünen Materie übereln. Ich erinnere es noch einmahl, daß ich mich bey Anführung dieser chymischen Zerlegung keineswegs in die 236 Uiber die Priestley'sche grüne Materie. die Subtilitäten der Scheidekünstler einlasse, indem mir wohl bekannt ist, wie wenig sich auf die Natur eines Körpers daraus schließen lasse, und daß man auch aus thierischen Theilen, sogar aus der Fette, eine Säure gezogen habe. 2.— . dem wir ur eined uch aus Sälte X G 1. 0 Heilsamkeit celuft, Verglelhuns von der See, üsten und ferne Luft an den K 125 u cto⸗ d gelesen ingekleidet, un ö Herrn Pringle ei ö u London, In einen Welne der Wissenschaften 3 vor der königlichen 920 2. l præsertim per- perimento — conjectura elicitur. Oeculta est res, salubritas, AM W 1 fectier, aëris;& potius ex discur — u 1 + r — 4. * 2 8 2. — * Eα 1 2* H 0 2 54½½ᷣ + Mein — Nper. quam AM. Mortii. eh Mein Herr. D. Sie mir anempfohlen haben, die erste Gelegen⸗ heit zu ergreifen, die sich darböthe, um die Seeluft durch die Salpetersäureluftprüfung zu untersuchen, er⸗ mangelte ich nicht, Ihren Rath zu befolgen, als ich verwichenen November aus Engelland nach dem festen Lande zurückkehrte. Ich benützte diese Gelegenheit um so angelegent⸗ licher, als Sie mich versichert hatten, mehrere Curen der Lungensucht gesehen zu haben, die man durch See⸗ reisen erhielt, und zwar, nachdem alle in dergleichen Krankheiten gewöhnliche Mittel fehlgeschlagen hatten. Durch 24⁰ Uiber die Durch diese Untersuchung hoffte ich auch dasjenige bestättiget zu finden, was sie in Ihrer jährlichen Rede, die Sie, als Präsident, vor der königlichen Gesellschaft im Jahre 1773 gehalten haben, mit so vieler Wahr— scheinlichkeit vermutheten, nämlich daß große Wasser⸗ fächen, als Seen und Meere, zur Gesundheit der Thiere beytragen, indem sie die durch das Athemhohlen verdor— bene Luft reinigen; daß, wenn wir die heilsamen Win— e, durch welche diese befleckte Luft zu diesen Wässern hin, und, gereiniget, von neuen wieder zu uns zurück getragen wird, in wahre Orcane ausarten sehen, wir nicht unbedachtsamerweise glauben dürfen, ein bloßes Ungefähr habe sie erhoben, noch daß sie der Urheber der Natur in seinem Grimme erwecket habe; sondern daß wir in diesen scheinbaren Unordnungen die Weisheit und Güte des Schöpfers erkennen und verehren müssen, der die gewaltsamen Bewegungen dieser zwey Elemente zu— läßt, um die faulen nnd pestilenzischen Ausdünstungen unserer Körper, welche die Pflanzen auf der Oberfläche der Erde zu verzehren außer Stande wären, in die Ab⸗ gründe des Meeres zu vergraben. Ich war nicht minder ohne Hoffnung, durch die Versuche, die ich mir anzustellen vornahm, mehr Licht üher die Ursache jener fast allgemeinen Wirkung der Secluft auf die Seeleute zu verbreiten, indem sie die Le⸗ dacjentge en Rede, eschft r Wahr/ Wasser ꝛet Thiere n berdot⸗ nen Vin⸗ Wassag ns zuruck hen, wir in bloßes cheber de dern daß iSheit und Isen, del nente zu⸗ instungen berflach die Al⸗ durch di meht t kung de m sie de l• Seeluft. 241 Lebensverrichtungen stärket, und den Appetit durch eine geschwindere Verdauung unserer Nahrungsmittel V würzet. Ich eile nun, Ihnen die Versuche selbst, die ich auf Ihre Aufmunterung angestellet habe, zu zergliedern: ich werde hierbey der Ordnung der Zeit, worin sie ange⸗ siellet wurden, folgen; und im Falle Sie dieselben würdig achten, vor der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften erscheinen zu dürfen, so werden Sie mich verbinden, wenn Sie sie dieser verehrungswürdigen Ver sammlung überreichen. Da ich diese Denkschrift auf dem Wege und mitlen in dem Gelärme der Wirthshäuser, und an anderen zum philosophischen Nachdenken wenig geschickten Oertern aufgesetzt habe, so darf ich hoffen, Sie werden für die allenfälls untergelaufenen Unrichtigkeiten des Styles ei⸗ nige Rachsicht haben— Ich begann diese Versuche zu Gravesend, wo ich mich, ehe ich mich einschiffen konnte, wegen einer Wind— stille einige Tage aufgehalten sah. Den 1 November untersuchte ich allda die Luft; ich fand, daß ein Maß derselben mit einem Maße Salpetersäureluft bey meh—⸗ reren wiederhohlten Prüfungen beyläufig 1, 4, oder ein J. verm. Schrift. II. B.— Maß die · 2⁴4½ Uiber Maß und er eines Maßes einnahm. Dieser Grad der Güte ist beynahe demjenigen gleich, welchen ich ge— woöhnlich bey der Luft zu Londen angetroffen habe. Den 3 November, als das Wetter sehr ruhig, recht schön, und die Warme der Luft so ängenehm war, als an den schönsten Tagen des Sommers, blieb unser Schiff mitten in der Mündung der Themse zwischen Scheerneß und Margate ruhig liegen. Ich hatte mir bey Herrn Martin zu London ganz eigens zu dieser Reise einen Handeudiometer verfertigen lassen: die ganze Vorrich⸗ tung lag in einem beyläufig zehen Zoll langen, sünf Zoll breiten und vierthalb Zoll hohen Futterale. Die Glas-⸗ röhre, oder das große Maß des Luftgütemessers, war sechszehen Zoll lang, und bestand aus zwey Stücken, die mittelst einer kupfernen Schraube zusammen hielten. 2E Jeder dieser zwey Theile wurde in einem der zwey Stücke der kupfernen Röhre, worin man die Eudiometerröhre aufstellet, und die, wie die Glasröhre in zwey Theile getheilet war, aufbewahret. Anstatt einer Wasserwan⸗ so wie ich sie auf dem Lande zu meinen Versuchen mit der Luft gebrauchte, und die ich in meinem Werke über die Pftanzen beschrieben häbe, bediente ich mich einer kleinen ziemlich unbequemen Kuffe, die 1 am Borde des Schiffes fand. An dem Rande dieser Kuffe befestigte ich den zu nies in andeeräthe Arhricen ku⸗ cset Grad en ich g⸗ abe. uhlg, rech wat, als user Echif Scheerch beh Harn Reise eilen e Vortich⸗ fünf dol Die Glas⸗ sseto, war Gtücka, en hielten. vey Stüct meterröhte vey Theil Basserwan⸗ Versuche jiem Verke Rich nich ie ich am sser Kufe rihen k⸗ Pfel⸗ Seeluft. 243 pfernen Trichter mittelst einer Schraube, durch welchen Trichter ich die Luft in die Eudtometerröhre aufsteigen ließ; die Kuffe wurde mit Meerwasser angefüllet. Nachdem ich mich einige Zeit geübet hatte, um den Luftgütemesser in einer so ungeschickten Kußfe zu behan⸗ deln, und so häkliche Versuche bequem anzustellen, er— langte ich doch endlich Geschicklichkeit genug, um mich so ziemlich gut aus der Sache zu ziehen. Den 3 Novem⸗ ber gegen eilf Uhr Morgens fieng ich also an, die Ver— suche im Ernste anzustellen; und ich habe das Vergnügen, Ihnen zu berichten, daß, diesen Prüfungen zu Folge, die Seeluft von einer reineren Beschaffenheit zu seyn scheinet, als die Luft, welche ich zu Anfang Junius, einer Zeit, wo ich die Versuche, wovon ich in meinen Werke über die Pflanzen Rechenschaft abgeleget habe, begann, sowohl in der Städt London, als auf dem Lande, wohin ich mich während dieses Sommers zurück⸗ gezogen hatte, anträf; denn bey sechs nach einander an— gestellten Prüfungen nach der in meinem angeführten Werke, Seite 278 u. s. f. englischer, und Seite 288 sranzösischer Ausgabe, beschriebenen Ablürzungsart fand ich, daß ein Maß gemeine Luft sammt einem Maße Sal⸗ petersäureluft ,591— ,94 einnahm. In diesen Versuchen wurden also von zwey Maß hundert sechs bis neun Hunderttheile, eder ein ganzes Maß und sechs bis 2 neun 244 Uiber die neun Hunderttheile eines Maßes zernichtet. Der Unter— schied, welcher in dem Resultate dieser sechs Versuche vorwaltete, wiewohl er an sich selbst nicht groß ist, wurde sowohl durch die unvorgesehene Ungelegenheit verursachet, daß sich auf dem Schiffe keine hinlänglich tiefe Kuffe vorfand, um die Röhre des Luftgütemessers, so wie es sich gehörte, schütteln, und die zwey Lüfte mit einander gut vermischen zu können, als auch durch die wenige Geschicklichkeit, die ich bis dahin in Behandlung meines Handgeräthes in einer solchen Kuffe oder Wanne erlan— gen konnte. Als ich die Luft nach dieser abgekürzten Art geprü— fet hatte, prüfte ich sie ebenfalls nach Fontana's Methode, die ich in meinem angeführten Werke Seite 155, engli— scher, und Seite 175 französischer Ausgabe ausführlich beschrieben habe(a). Das Resultat dieser Prüfung war, daß, als ich das erste Maß Salpetersäureluft zu zwey (a) Nach dieser Methode lässet man in die Röbre des Luft⸗ gütemessers zwey Maß gemeine Luft aufsteigen, setzet drey Maß Salvetersäureluft nach einander zu, und erschüttert nach einem solchen Maße die Röhre jedesmahl in einer Wasserwanne, und zwar in dem Augenblicke selbst, als die zwey Lüfte mit einander in Berührung kommen, oder, was noch besser ist, noch eher, als sie sich wechselweise berühren. et Untet⸗ Vesuche t, wurde Ursachet, efe Kufe o wie ed einander e wenige g meines ne erlan⸗ rt geprüͤ⸗ Methode 5„ engli— lsfüͤhrlich Prufung Hreluft zu zwey —— e des ust⸗ sttet drih erschůttet hl in eilet selbst, ds men/ oder, nechselei Seeluft. 247 zwey Maß gemeiner Luft aufsteigen ließ, die Luftsäule 1,86, oder ein Maß und e eines Maßes, und nach dem zweyten zugesetzten Maße Salpetersäureluft 250½, oder zwey Maß und s eines Maßes eingenommen hat. Nach dem dritten zugesetzten Maße Salpetersäure— luft nahm die Säule 2,96, oder zwey Maß und 3 eines Maßes ein. Es waren also von fünf angewänd— ten Maßen, nämlich von zwey Maß gemeiner Luft und drey Maß Salpetersäureluft 2594, oder zwey Maß und 1 55 eines Maßes zernichtet. Erlauben Sie mir, ehe ich weiter gehe, Ihnen ei— nige Versuche in Beziehung auf diesen Gegenstand, die ich in meinem kleinem Landaufenthalte im letzten Som-— mer angestellet habe, und wovon sich eine kurze Uibersicht, oder das Resultat in meinem angeführten Werke S. 282 englischer, und Seite 291 französischer Ausgabe befin⸗ det, ins Gedächtniß zurückzurufen. Ich muß gleichfalls noch einige andere in Erinnerung bringen, die ich zur dem nämlichen Ende etwas vor meiner Abreise auf das feste Land gemacht habe. Die Wiederhohlung dieser Ver⸗ suche wird zur Aufklärung der Natur und des Erfolges der Versuche dienen, die den Inhalt dieser Denkschrift ausmachen, und die ich zur See anfieng, und bey meiner Reise von London nach Amsterdam bis über Paris fortgesetzet habe. —2 2 Ich 24⁴ Uiber die Ich fand, daß der Stand der Güte, oder der Heil⸗ samkeit der gemeinen Luft, so wie er gewöhnlich bey meinem Landhause zu Southall-green, zehen Meilen von London, war, vom Junius bis September der Salpe— tersaureluftprüfung zu Folge zwischen dreyundneunzig und siebenundneunzig Grad wechselte; das heißt, daß ein Maß gemeine Luft, mit einem Maße Salpetersäure— luft geschüttelt, in der Röhre des Luftgütemessers 1,3 dis 1,09, oder ein ganzes Maß und drey bis neun Hunderttheile eines Maßes einnahm. Es befremdete mich in etwas, zu finden, daß bey meiner Rückkehr nach London die gemeine Luft überhaupt von einer besseren Beschaffenheit im October war, als gewöhnlicherweise mitten im Sommer auf dem Lande; denn den 22 October Morgens um 5 Uhr, einem schönen Tage mit Frost, befänd ich die gemeine Luft von hun⸗ dert Grad, das heißt, daß ein Maß igemeine Luft mit einem Maße Salpetersäureluft genau ein Maß einnahm. Bey Abt Fontana's Methode war der Erfolg: 1„,843 2,08(b); 3,04. Die zernichtete Menge der zwey Lüfte be⸗ (b) Die mit dieser Prüfungsart nicht hinlänglich bekannt sind, könnten durch diesen Versuch leicht auf den Ver— dacht fallen, als gäbe die Salpetersäureluftyrobe die Heil— ö sam⸗ k Hil⸗ ch bey en von Salpe⸗ ieunzig „daß rsäure⸗ 1½0; 8 neun dag bey erhaupt u, als Lande; schönen n hun⸗ ift mit nnahm. 1j843 ey Lufte i⸗ hekannt den Var dit Heil⸗ sarn Seeluft. 247 betrug also in dieser letzteren Prüfung 133. An eben diesem Tage war des Nachmittags, bey ein fallendem Regen, die ra der Luft verschlimmert; denn ein Maß gemeine Luft nahm damahls mit einem Maße 1,02 ein. Die Luft hatte demnach achtundneunzig Grad. samkeit der einz zuathmenden Luft nicht sicher an; denn da ein Maß Salpetersäureluft, zu einem Maße gemeiner Luft gemischt, auf 1,00 oder auf ein Maß vermindert wurde, so sollte es das Ausehen gewinnen, daß, wenn zwey Maß von derselben gemeinen Luft zu zwey Maß Salpetersäure— luft gemischt werden, die übriggebliebene Luft fäule ge⸗ rade 2,00 und nicht 2,508, als wir beobachteten, ausma— chen müsse. Allein man muß wissen, daß, obschon die Salpetersäureluft der ächte Probierstein von der Güte der gemeinen Luft ist, der Erfolg dieser Prüfung, falls nicht jeder Punet derselben genau auf dieselbe Weise verrichtet wird, doch nicht immer der eine und derselbe seyn wird. Dieser Umstand ist wohl zu beherzigen, und er dient zu einem Beweise, daß wir so lange das Mißvergnügen haben werden, weder die Beobachtungen mit einander verglei⸗ chen, noch den eigentlichen Grad der Güte der gemeinen Luft verschiedener Länder bestimmen zu können, so lange nicht alle Naturkundiger Europens sich dahin verstehen- dieselbe Vorrichtung und dieselbe Verfahrungsart zu 9⁶ brauchen. 248 Uiber die Des anderen Morgens, den 23 October, blieb es regenhaft: ich untersuchte frühe den Zustand der Luft, und ich befand ihn, wie Tages vorher am Abend. Den 24 October unterzog ich um neun Uhr Vormittag bey sehr schönem Wetter die gemeine Luft der Prüfung, und fand, daß ihre Beschaffenheit wieder zur Güte von hundert Grad zurückgekehrt war. Den nämlichen Tag, um sieben Uhr Abends hatte die Beschaffenheit der Luft aufs neue Schaden gelitten; denn ein Maß derselben nahm mit einem Maße Salpetersäureluft 1 2 ein: ihre Güte war also von siebenundneunzig Grad. Den 25 October, bey einem überzogenen Himmel, fand ich die Luft Morgens um eilf Uhr von achtund⸗ neunzig Grad; denn ein Maß der gemeinen Luft und ein Maß Salpetersäureluft nahmen 1502 ein. Bey einer neuen Prüfung um eilf Uhr Abends desselben Tages fand ich, daß ein Maß gemeine Luft sammt einem Maße Salpetersäureluft 1,οs einnahm. Ihre Güte war alss von fünfundneunzig Grad. Den 26 October, da es übetzogen und regenhaft⸗ war, blieb die Luft bey fünfundneunzig Grad. mittag ufung, ite von n Tag, er Luft erselben U: ihre himmel, ichtund⸗ st und Beh Tages Maße ar also genhaft Seeluft. 249 Es ist Ihnen, mein Herr, bekannt, daß mein Haus, worin ich zu London wohnte, an den Garten des sogenannten Carletonshäuses anstößt, welcher mit sehr hohen Ulmen reichlich besetzet ist, so daß dieser Garten von meinem Fenster aus wie ein dichter Wald ins Aug fällt. Da die Entdeckungen, die ich verwiche⸗ nen Sommer machte, und wovon ich öffentlich Rechen— schaft abgeleget habe, mich die große Kraft lehrten, welche die Blätter der Bäume besitzen, um die gemeine Luft zu verbessern, indem sie das Phlogiston, womit die atmosphärische Luft immer angeschwängert ist, einsau— gen, und bey Tage eine Art eines unsichtbaren Regens einer gereinigten, oder dephlogistizirten Luft in dem Dunstkreise verbreiten, so war ich sehr geneigt, die Güte oder Reinigkeit der Luft an diesem Orte einiger— maßen der Nachbarschaft einer so großen Menge Bäume, welche alle bis zu dieser Zeit ihre Blätter bey vollem Leben erhalten hatten, zu zueignen. Ich wollte jedoch nicht, daß Sie dieser Meinung mehr Glauben beymes⸗ sen, als eine bloße Vermuthung verdienet; denn ich kann einer Idee, die ich durch keine unmittelbare Ver— suche bestättigen kann, keinen anderen Nahmen geben(c). 2 5 Um (e) So betrachtlich auch an sich selbst die Menge Luft seyn mag, welche die Blätter am hellen Tage verbreiten, so frann 5—* 5* N1 250 Eiber die Um dieser Idee einigen Grund zu geben, müßte ich zu— gleicher Zeit die Luft von verschiedenen Oertern Londons der Prüfung unterzogen, und mich solchergestalt ver⸗ sichert haben, daß die Nachbarschaft dieser Bäume wirklich von einer offenbar besseren Beschaffenheit war, als die Luft von dem übrigen Theile der Stadt Londons. Diese Betrachtung mußte mir natürlicherweise die Lust einflößen, mich hierüber aufzuklären, und die Luft an verschiedenen Oertern der Stadt aufzufaugen. Ich gab dem⸗ kann ich doch nicht wohl glauben, daß die Verbesseruns der gemeinen Luft, die daraus entspringt, vielmehr nahe au den Bäumen und anderen Gewächsen verspüret werden solle, als in einer gewissen Entfernung, theils weil diese Art eines unsichtbaren Regens der belebenden Luft, der an der Sonne von den Blättern herabträufelt, nur nach und nach fällt; theils auch weil die Menge dieser Lebens— luft in Vergleichung mit der unermeßlichen Masse der atmosphärischen Luft sehr gering ist, und also in einer so kurzen Zeit keine merkliche Beränderung in der benach— barten Luft dieser Gewächse bewirken zu können scheinet. Hier ist noch beyzufügen, daß die atmosphärische Luft niemahls in einer vollkommenen Ruhe ist, und daß also die von den Gewächsen an einem klaren Tage unaufhörlich gelieferte Lebensluft in dem Maße, als sie hervorgebracht wird, sich mit der ganzen Luftmasse vermischt, und sich sehr weit ausbreitet; genau so, wie ein Tropfen destil ir— tes Wasser, wenn er in ein großes Gefäß voll gemeines Wasser geworfen wird, sich bald durch diese ganze Masse heur nähe in einem gleichen Verhältnise zertheiset ich z Londons lt ver Bäume it war, ondons. die Lust Luft an Ich gib dem⸗ besserung ehr nahe t werden weil diete Uft, der nur nach Lebens⸗ dasse der einer so benach⸗ scheinet. sche Luft daß also aufhörlich Raebroct und sch desillit⸗ gemeiltes Nas hey Seeluft. 251 demnach meinem Bedienten den nöthigen Befehl, und ich nahm mir auch vor, es selbst zu thun. Allein die Ver⸗ wirrung, eine Folge der vielfältigen Geschäfte, die man vor seiner Abreise zu richten hat, machte, daß wir diesen Gegenstand alle beyde aus dem Gesichte ver⸗ loren. Das einzige Mittel, um sich zu versichern, was daran ist, wäre meines Erachtens, daß mehrere Physi— ker, alle mit einem Luftgütemesser des nämlichen Baues versehen, sich mit einander verabredeten, mit der ge— meinen Luft in der Nachbarschaft dieser Bäume, und zur nämlichen Zeit an mehreren anderen Orten der Stadt Prüfungen anstellten, und die Resultate dieser verschie⸗ denen Prüfungen mit einander verglichen. Ich konnte nicht anders, als mir mit der Hoffnung schmeicheln, daß bald einige Physiker diesen Plan ins Werk setzten, da ich vor meiner Abreise von London vernahm, daß mehrere derselben, und selbst einige eines ausgezeichne⸗ ten Ranges, worunter sich Doctor Heberden befand, Anstalt gemacht hatten, einen Luftgütemesser, so wie ich ihn in meinem Werke über die Pflänzen beschrieben habe, verfertigen zu lassen, und schon im Besitze desselben waren. Wie⸗ 252 Ulber die Wiewohl ich mit einigem Grunde glauben könnte, daß die Nachbarschaft dieser Bäume ein wenig Antheil an der gesünderen Luft meines Wohnortes haben mochte, glaubte ich doch auch, daß der Frost, der damahls ein⸗ trat, das Seinige, indem er die Ursachen der Verwe⸗ sung, die bey warmer Zeit Statt haben, viel einhält, beygetragen habe, um die gemeine Luft überhaupt reiner herzustellen; und daß die Ursache jener besonderen Stär⸗ ke, die wir so offenbar zur Frierzeit fühlen, großen Theils der Reinigkeit unseres Elementes, die alsdann Statt hat, zu zuschreiben sey. Nach dieser Ausschweifung will ich den Bericht meiner mit der Seeluft angestellten Versuche wieder einlenken. ö Aus dem bisher Angeführten erhellet, daß die Luft, die ich zum erstenmahl ohne Wahl der Zeit, noch des Ortes, untersuchte, die beste Luft, die ich auf dem Lande angetroffen habe, in dem Verhältnisse, wie 91 zu 200, oder, um richtiger zu reden, in dem Verhält— nisse, wie 189 zu roo, übertrifft, wobey die höchste Zahl die größte Reinigkeit andeutet. Da ich bey die— ser ersten Prüfrung einen so beträchtlichen Unterschied zwischen der See- und Landluft antraf, obschon wir erst nur etliche Meilen vom Lande waren, so halte ich es lme, Rihel mochte lls ein; Verwe⸗ einhält, t reiner u Star⸗ großen alsdann Bericht wiedet die Luft, och des uf dem wie 9¹ Derhält⸗ hächie bey die⸗ terschich on wit alte ich 0 Seeluft. 253 es für ziemlich wahrscheinlich, daß, wenn man die Be⸗ schaffenheit unseres Elementes mitten im Ocean unter⸗ suchte, man sie noch reiner fände, weil es schwer zu glauben ist, daß ich gerade an dem Orte, wo ich mich bloß von Ungefähr befand, die beste Luft gefunden ha⸗ ben soll, die auf dem Meere wehet. Den folgenden Tage, den 4 November, als ich in der Mitte des Kanals zwischen Engelland und der Küste von Flandern war, schickte ich mich an, diese Versuche zu wiederhohlen; ich konnte aber wegen der großen Be— wegung des Schiffes bey heftigem Winde und regenhaf— tem Wetter damit nicht zu Stande kommen. Indeß wollte ich die Gelegenheit, die sich darboth, nicht ganz aus den Händen lassen; ich füllte daher drey darzu be—⸗ stimmte und zugerichtete Fläschen mit Luft an, indem ich das Wasser, womit sie gefüllet waren, auf den Verdecke ausgoß. Den anderen Morgen, den 5 Novem⸗ ber, langten wir in aller Frühe zu Ostende an, wo ich mich eilte, die in den drey Flaschen enthaltene Luft der Salpetersäureluftprobe zu unterziehen; ich fand, daß ein Maß derselben mit einem Maße Salpetersäureluft in drey Versuchen nach einander ,597 einnahm. Diese Luft hatte also nicht mehr, als bundert drey Grad. Als ich um zehen Uhr Morgens die gemeine Luft so, wie sie in der Stadt war, untersuchte, fand ich an ihr bey⸗ 274 Uiber die beynahe die nämliche Beschaffenheit, die die in den Fla⸗ schen eingeschlossene Luft hatte; denn ein Maß dieser Luft nahm mit einem Maße Salpetersäureluft ,92 ein: sie hatte also hundert zwey Grad. Um zwey Uhr Nachmittags, als es sehr regenhaft war, untersuchte ich von neuen die Luft zu Ostende, und fand sie von hundert zwey auf hundert Grad herähgesetzt; denn da⸗ mahls machte ein Maß gemeine Luft mit einem Maße Salpetersäureluft gerade ein Maß aus. Am nämlichen Nachmittäge gegen fünf Uhr, als es noch regenhaft war, der Wind aber recht stark auf die Küste blies, gieng ich an das Ufer des Meeres, und sammelte eine Flasche voll Luft, so wie sie auf die Küste kam. Bey der Prüfung dieser Luft im Wirthshause befand ich sie in mehreren näch einander damit angestellten Versuchen fast so gut, als in der Mündung der Themse; denn ein Maß derselben nahm mit einem Maße Salpeter— säureluft 9,94 und 9,95 ein. Bey der Prüfung der gemeinen Luft, so wie sie damahls an dem Orte, wo ich wohnte, war, befand ich von einer etwas geringeren Beschaffenheit, obschon sie reiner war, als ich sie noch jemahls in Engelland angetröffen habe; denn ein Maß dieser Luft nahm mit einem Maße Salpetersäureluft in fünf nach einander gemachten Prüfungen 0,97 ein. den Fla⸗ aß diese uft 091 wey Uhr itersachte sie bon denn da. em Mae änlichn regenhaft ste bliee nelte eine n. Boy d ich sit Hersüchen 23 denn alpeter⸗ ing der te, wo ringeren sie noch in Maß saureluft n ⁷ D Seeluft. 275 Da der Unterschied zwischen der Beschaffenheit der Luft, so wie ich sie in der Mündung der Themse ange⸗ troffen habe, und so wie sie mitten im Kanale bey einem großen Winde und unterm Regen war, sich beträchtlich genug befand, um deutlich bemerkt werden zu können, so muthmaßete ich, die Ursache dieses Unterschiedes liege darin, daß die Luft, so wie sie den 3 November in der Mündung der Themse war, mehrere Tage hindurch dem Einflusse des Meeres ausgesetzet war, ohne mit der Landluft vermischt zu werden, weil mehrere Tage nach einander eine vollkommene Windstille herrschte; und daß die Luft, die ich auf der hohen See einen Tag nach einem stürmischen Wetter sammelte, mit der vom Lande kom⸗ menden Luft vermischt war. In diesem Gedanken wurde ich bestärket, als ich den 5 Nobember, um fünf Uhr Nachmittags fand, daß die Luft, die ich am Ufer selbst sammelte, beynahe eben so gut war, als die Luft, welche ich den 3 November mitten in der Mündung der Themse ungetroffen hatte, indem der Wind N. W. war, und dle Luft, die aufs Ufer blies, als eine Seeluft ohne Beymischung der Landluft angesehen werden konnte. Allein als ich init einiger Zufriedenheit über die Ursache dieses Unterschiedes, der in dem Resultate dieser Persuche vorwaltete, nachdachte, stieg mir ein Zweifel guf, der mich nicht wenig irre machte. Die Versi che, die 256 Uiber die die ich den 3 November anstellte, geschahen mit See⸗ wässer; und das Wasser, dessen ich mich zu Ostende be⸗ diente, war süß, oder ein Brunnenwasser. Es kann also, sagte ich bey mir selbst, seyn, daß, wenn ich mich bey der Prüfung der Luft, die ich den 4 November zwi⸗ schen Engelland und Flandern sammelte, des Seewassers bedienet hätte, ich sie vielleicht eben so gut gefunden hätte, als die Luft des vorigen Tages. Diese Betrach— tung brachte mich zu dem Entschlusse, noch einen Tag zu Ostende zu verbleiben, um mich hierüber befriedigen zu können. Ich ließ mir demnach ein Faß voll Meer— wasser bringen, untersuchte die gemeine Luft zu verschie— denenmahlen, und dieß zwar wechselweise in diesem Wasser und in einem süßen Wasser aus dem Brunnen meines Wirthshauses. Als ich aber in dem Resultate der Versuche in dem einen und in dem anderen dieser Wässer keinen merklichen Unterschied entdecken konnte, schloß ich daraus, daß meine Folgerungen, die ich aus den am 3 November auf dem Meere angestellken Ver⸗ suchen gezogen hatte, ächt sind(d). Jetzt (d) Seit dem mein Freund, Herr van Breda, Regierungs⸗ rath zu Delft, mir im Jahre 178r berichtet hat, daß er durch eine sehr große Zahl Versuche gelernet habe, daß der Unterschied des Wassers, worin man diese Prü— fun⸗ . Seeluft. 277 nit Cee 30 Jetzt blieb mir noch einiger Zweifel über das Ver—⸗ ende be 38 derben, welches die mitten im Meere gesammelte Luft in kann den ich mich ber zwi⸗ ewassers fungen anstelle, einen merklichen Unterschied in ihrem gefunden Resultate verursache, fieng ich an, zu fürchten, man möchte meine Genauigkeit in der hier erwähnten Beob— Betrach⸗ achtung bezweifeln. So überzeugt ich auch selbst war, nen Tag diese Versuche aufmerksam genug angestellet zu haben, 2 um die Fölgerungen daraus ziehen zu könn en, die ich friedigen wirklich daraus gezogen habe, so wollte ich dennoch nicht Mer⸗ unterlassen, sie nachzuahmen, wenigstens so gut, als es berschie⸗ die Entlegenheit vom Meere gestatten wollte. Ich machte achtzehen Versuche nach einander mit gemeiner Luft: die u diesem sechs ersteren so, wie ich sie allezeit mache, das heißt, Brunnen indem ich die Röhre des Luftgütemessers, dessen ich mich gewöhnlich bediene, mit Brunnenwasser an füllte, und sie Reschtat nach meiner gewöhnlichen Art fünfßehen Seeunden lang ren diest in einer Wanne, mit dem nämlichen Wasser gefüllt, schüttelte; hierauf machte ich sechs andere, wobey ich die n konnt, Röhre des Luftgütemessers mit einem Brunnenwasser füll⸗ Rich aus te, worin ich so viel Kochsalz aufgelöset hatte, als nöthig EuA war, um ihm wenigstens einen so starken Salzgeschmack 0 beyzubringen, als ihn das Meerwasser hat. Uibrigens schüttelte ich die Röhre in der Wasserwanne, wie in den ersteren Versuchen, fünfzehen Secunden lang. Das Wasser in der Röhre des Luftgütemessers vermischt sich wegen Jaht dem kleinen Durchmesser derselben nur sehr langsam mit dem Wasser der Wanne, worin man diese Röhre sthüt— telt; und die Einverleibung der beyden Lüfte geschiehet gienlyge schon bey den ersteren Erschütterungen. Endlich machte , V ich sechs ähnliche Versuche, 31 ich die Röhre mit de— 0(ale stillirtem Wasser anfülte. Diese Versuche wurden im Ui— dit Hd bri⸗ fss J. verm. Schrift. II. B. R 258 Uiber die den Flaschen, worin sie eingeschlossen war, könnte er⸗ litten haben. Dieser Verdacht hatte seinen Grund in ei⸗ brigen nach der abgekürzten Art angestellt, das heißt, ich ließ ein einziges Maß gemeine Luft in die Röhre des Luftgütemessers aufsteigen, und setzte ihm ein einziges Maß Salpetersäureluft zu. Das Resultat dieser Versuche ist folgendes. Die Länge der rückständigen Luftsälle nach einem je— den der sechs ersteren Versuche mit Brunnenwasser war: 1,8 5 1,08 4 5 1,08 3 1,08; 15074 1508. Die Länge der Luftsäule in den sechs Versuchen mit Salzwasser war: 1,7π 1306; 1,08 3 1,6; 1,73 1,06. Die Länge der Luftsäule in den sechs letzteren Ver— suchen mit destillirtem Wasser war: 9,96; 0,96; 0,963 9„963 0j5973 0,96. Aus diesen Versuchen ergibt es sich, daß das Resultat der Prüfungen mit gesalzenem Wasser und mit Brunnen— wasser, so wie ich es zu Wien in meiner Wohnung habe, wirklich anders war, als das Resultat, welches mir das Brunnenwasser zu Ostende gab, so daß in den sechs Prü— fungen mit gesalzenem Wasser die Verminderung der ge— meinschaftlichen Masse der zwey Lüfte ein wenig beträcht— licher war. Allein dieser Unterschied ist so gering, daß ein in der Behandlung des Luftgütemessers minder geübter Physiker, als ich, denselben wahrscheinlicherweise nicht bemerket hätte. Man siehet aber, daß der Unterschied des Resultates in den sechs letzteren Versuchen, wobey ich de⸗ Seeluft. 259 Nnnketkt Bud einigen meiner vorhergegangenen Versuchen, woraus ich 0 erlernte, daß die Luft ihre Beschaffenheit in Flaschen R 2 ver⸗ — heißt, i ö—3— röhe de destillirtes Wassers anwandte, zu merklich ist, als daß Riiges Mu man ihn nicht wahrnehmen sollte. Herr van Breda hat beständig bemerkt, und ich habe, gefunden, daß er sich nicht geirret hat, daß die Vermin— derung der zwey Lüfte durchgängig grösser ist, wenn man Regen⸗-Fluß- und Seewasser, welches letztere er aus dem eiuen E Haerlemer See genommen hat, anwendet, als wenn man Rer un Brunnenwasser gebraucht. Er hat auch einen Unterschied in dem Resultate der Prüfungen gefunden, die mit einem ö Wasser aus verschiedenen Brunnen, die sogar nicht weit uuchen mũ von einander entlegen sind, augestellet werden. Diejeni⸗ 75 hob. gen, welche den großen Unterschied kennen, den man in dem Brunnenwasser verschiedener Oerter, und selbst dersel— teren Vel⸗ ben Stadt, antrifft, werden sich hierüber nicht verwundern. 53 090½3 Diese für sich so interessante Beobachtung könnte viel— leicht den Fortgang hemmen, den wir bey der genauen Resultat und gegenseitigen Schätzung der Güte der atmosphärischen Brunnen⸗ Luft verschiedener Länder gemacht zu haben glaubten. ung habe, Könnte man dieser Unbequemlichkeit nicht abhelfen, indem mir das man die Röhre des Luftgütemessers allezeit mit Regen-⸗ sechs Mü wasser füllte, welches man zu diesem Ende aufbewahren ug der ge könnte, und welches beynahe allenthalben die nämlichen bettacht Bestandtheile besitzt? Vielleicht wäre es gut, die Mi⸗ ing/ di schung erst in einem sehr weiten Gefäße, 3. B. von zwey er geubut bis drey Zoll im Durchmesser, zu machen, und dieselbe eise nigt hierauf in die Röhre des Luftgütemessers aufsteigen zu dshih a lassen. Herr van Breda scheinet bis letzt ein wenig für wobey ich diese Meinung zu seyn. Um dieser Schwierigkeit zu be— de⸗ geg⸗ ö 260 Uiber die ( verschlimmern könne, theils weil es schwer hält, Fla⸗ schen zu finden, die so genau schließen, daß man alle ö Gemeinschaft mit der gemeinen Luft abschneiden könnte, theils auch, weil das Schwanken des Wassers, welches öů miuan gemeiniglich, aber sehr unrecht, mit der Luft ein— geschlossen lässet(e), die Beschaffenheit der Luft verderbt, oder weil die Luft von Natur aus, so wie der größte ö Theil 0 N—4 gegnen, hat er eine große Zahl Versuche angestellt, und nach ihm habe ich es gleichfalls mit vielen gethan. Da er aber diese Untersuchung mit einer ganz besonderen Auf⸗ merksamkeit gemacht hat, so will ich sie diesem Werke im Ganzen als einen Anhang beyfügen. (e) Seitdem diese Schrift der königlichen Gesellschaft vor— gelesen worden, habe ich bemerkt, daß eine Luft in einer Flasche mit einem guten Stöpsel aufgehoben, ziemlich lang gut bleibt, wenn die Flasche inwendig trocken ist; 1 ist aber etwas Wasser darin, so wird die Luft durch die Bewegung des Wassers verdorben. Aus dieser Ursache bediene ich mich einer starken Flasche mit einer weiten Nündung und einem genau eingeschliffenen Glasstöpsel. Um diese Fläsche mit der Luft des Orts, wo ich mich ö befinde, zu füllen, winde ich ein Stück Leinwand oder ein Schnußftuch zu verschiedenen Mahlen hinein, und ö ziehe es mit einer Schnellkraft wieder heraus. Auf diese ö Weise wird die Luft in der Flasche mit einer neuen ver— wechselt, worauf ich den Stöpsel, mit etwas Pickn achs, um besser einzugreifen, bestrichen, in die Flasche ein— stecke. lt, Flo⸗ man alle könntz welchss uft ein— verderbt, T größtt Theil ννιππιιιπ⁰π⁰ì⁰ stellt, und han. De deren Auft Verke in schaft bot. st in einet „ziemlich ocken ist; durch die r Ursache er mweiten lasstöse. Rich nich wand oder ein, ind Mf diest neuen hit Vickrache lasche eil⸗ Seeluft. 261 Theil der anderen Flüssigkeiten, dem Verderben unter⸗ worfen ist; welches ich in meinem Werke über die Pflan⸗ zen darzuthun getrachtet habe. Als ich aber diesen Ar— tikel reiflich überlegte, hielt ich es für wahrscheinlicher, daß der Unterschied zwischen der den 4 November auf dem Meere in Flaschen eingesperrten Luft und der Luft, die ich noch Tages vorher prüfte, wirklich daher komme, daß die Seeluft den 4 November wegen dem großen Winde mit der Landluft vermengt war; und dieser Glau⸗ ben bestärkte sich dadurch, daß den 6 November um neun Uhr Morgens, als der Wind N. W. gieng, die Luft zu Ostende sogar in meinem Wirthshause beynahe eben so gut war, als ich sie den 3 November in der Mündung der Themse befunden hatte; denn in drey Prüfungen nach einander nahm ein Maß gemeine Luft mit einem Maße Salpetersäureluft 0,944 ein. Der Wind gieng stark und recht kalt, und der Himmel war üͤberzogen. Um eilf Uhr des nämlichen Morgens, den No-⸗ vember, bey einem sehr heftigen Winde füllte ich eine Flasche mit Luft, so wie sie vom Gestade blies, indem ich das Wasser, womit sie gefüllt war, ins Meer selbst ausgoß, und bey der Untersuchung derselben befand ich ihre Beschaffenheit unter der Beschaffenheit der Luft, die ich zwey Stunden vorher geprüfet hatte, wiewohl sie von ei⸗ 26² Uiber die einer Beschaffenheit war, die auch die beste Luft, die ich in Engelland gefunden hatte, überwog; denn ein Maß derselben nahm mit einem Maße Salpetersäureluft ,97 ein Der Wind hatte sich damahls etwas gedrehet, ob⸗ schon ich eigentlich nicht sagen kann, auf welchem Puncte des Compasses er damahls war. Aus diesen zwey letz⸗ teren Versuchen kann man, meines Erachtens, schließen, daß die Seeluft, wenn sie auch immer der Landluft an Reinigkeit überlegen ist, nichts desto weniger in dem Grade ihrer Reinigkeit so wandelbar ist, als die Land⸗ luft. Ich enthalte mich, über die Ursache dieser Unbe— ständigkeit zu vernünfteln, indem ich keine Thatsache habe, welche mir zum Grunde dienen könnte; ich glaube ben, daß die Sache an sich selbst die Aufmerksamkeit der Beo bachter wohl verdiene. ö Nach diesen geendigten Versuchen reisete ich nach Brügge ab, untersuchte alldort die atmosphärische Luft um sieben Uhr Abends, und fand sie schlechter als zu Ostende; denn ein Maß derselben nahm mit einem Maße Salpetersäure ft beyläufig 35½³ ein. Bey meiner An⸗ kunft zu Brügge hatte ich das Mißvergnügen, die Stöpsel der drey Flaschen, die ich zu Ostende mit Luft gefüllet hatte, los zu finden. Dieser Zufall verhinderte mich, t, de ih ein MN luft 000 rehet, o⸗ em Puntt zwey lah⸗ schließen, ndluft an r in den die Land⸗ ser Unbes Thatsache ch glaube meit der ich nach sche Luft als zu m Mahe iner Al⸗ en, de mit Luft hindette mich Seeluft. 263 mich, zwischen der Luft zu Ostende und der Luft zu Brügge Vergleichungsproben mit dem Wasser zu Brügge zu machen. Als ich mich den 9 November zu Gent befand, unterzog ich gegen drey Uhr Nachmittags die Luft dieser Stadt der Prüfung, und ich fand sie besser, als die Luft zu Brügge; denn ein Maß dieser Luft nahm mit einem Maße Salpetersäureluft bey mehreren Prüfungen beyläufig 5oz ein, das heißt, die Güte dieser Luft hatte siebenundneunzig Grad. Da alle die in der Folge dieser Denkschrift er⸗ wähnten Prüfungen genau so, wie die vorhergehenden, angestellt wurden, so werde ich, um die beständigen Wiederhohlungen zu vermeiden, nur die Anzahl der Unterabtheilungen, welche bey der Prüfung von den beyden Lüften zernichtet wurden, anführen; welche Anzahl die Grade der Güte der untersuchten Lüfte be— zeichnen wird. Den 12 Nobember fand ich die Luft zu Brüssel um sieben Uhr Abends von vierundneunzig einem halben Grade. X4 Den 264 Uiber die Den 13 November, schickte ich bey regenhaftem Wetter und einer sehr feuchten Luft meinen Bedienten in den untern Theil der Stadt, um allda eine Flasche mit Luft anzufüllen, damit ich sie mit der Luft des oberen Theils, wo ich wohnte, vergleichen könnte: ich fand die Luft des unteren Theiles in der Güte um zwey Grad schlechter, als die Luft des oberen Theiles; denn dle erstere hatte vierundneunzig Grad, und die zweyte sechs— undneunzig. Dieser Versuch stimmet mit der zu Brüssel allgemein herrschenden Meinung überein, daß die Luft des unteren Theiles der Stadt minder heilsam ist, als die Luft des oberen Theiles; und in der That siehet man es nicht selten, daß Leute von einer kränklichen Beschaf— fenheit, die in dem unteren Theile dieser Stadt wohnen, ihre Gesundheit erlangen, wenn sie nach allen fruchtlos angewandten Heilmitteln sich in den oberen Theil der Stadt ziehen. Den 14 November fror es, und das Wetter war heiter. Bey Untersuchung der Luft der oberen und un⸗ teren Stadt fand ich alle zwey von gleicher Güte und ei⸗ ner besseren Beschaffenheit, als den vorigen Tag: sie hatte siebenundneunzig Grad. Den 15 November, wo das Wetter, wie den 14 anhielt, fand ich die Luft von beyden Theilen der Stadt noch genhaften dienten in asche mü es oberen fand di ey Grad denn die hte sechs⸗ u Btussl die Luft iist, als siehet man Beschaf— t wohnen, fruchtlos Heil det etter wat und un⸗ te und ei⸗ Lag: sse eden 14 er Stadt noch Seeluft. 265 noch bey dem nämlichen Grade der Gͤͤte, welchen sie den vorigen Tag hatte. Hat wohl der Frost, der jede Ur⸗ sache der Verwesung einhält, die Luft der beyden Stadt— theile bey der nämlichen Güte erhalten? Es kommt mir sehr wahrscheinlich vor, daß es so ist. Den 22 November, untersuchte ich die Luft zu Ant⸗ werpen bey einem kalten, feuchten und regenhaften Wet— ter, und fand sie an Güte unter der Luft zu Brüssel; denn sie hatte neunzig einen halben Grad. Den 23 November begab ich mich auf den Weg nach Breda, meinem Vaterlande. Bey meiner Abreise von Antwerpen um acht Uhr Morgens füllte ich in dieser Stadt eine Flasche mit Luft; ich füllte noch eine andere damit mitten auf der großen Heyde zwischen Antwerpen und Breda, die man die Lange⸗Hey nennt. Als ich Abends zu Breda ankam, untersuchte ich diese zwey Lüfte, und fand sie fast von derselben Güte: die Luft von Ant⸗ werpen hatte vierundneunzig Grad, die Luft von der Heyde vierundneunzig einen halben Grad, die Luft von Breda vierundneunzig Grad. Den 24 November, bey heiterem und kaltem Wet⸗ ter, wo der Thermometer sehr nahe am Frierpuncte stand, fand ich um eilf Uhr Morgens die Luft zu Breda R 5 von 266 Uiber die von achtundneunzig Grad, und um sieben Uhr Abends von siebenundneunzig Grad. Den 25 November, bey kaltem und regenhaftem Wetter, hatte die Luft zu Breda sechsundneunzig Grad. Den 26 November, bey einem kalten, sehr regen⸗ haften Wetter und recht starken Winde, fand ich die Luft zu Breda Morgens und Abends von siebenundneun⸗ 219 Grad. Den 27 Rovember gieng ich von Breda nach Am⸗ sterdam ab, und übersetzte das Wasser zu Moerdyk. Als ich hier anlangte, untersuchte ich die Luft nahe am Was⸗ ser selbst, und fand sie von achtundneunzig einem halben Grad; das Wetter war kalt und heiter, ohne jedoch zu frieren. Dieser Ort wird für sehr gesund gehalten. Die dasigen Einwohner haben durchgängig ein starkes und ge⸗ sundes Aussehen, und die mehresten gelangen zu einem sehr hohen Alter. Den 28 Nobember, bey einem kalten und regen⸗ haften Wetter, untersuchte ich die Luft zu Rotterdam, und fand sie von siebenundneunzig Grad. W hu r Weme enhaften 9 Grad, r regen⸗ d ich die undneun⸗ ach An⸗ dzyk. Ass am Vas⸗ mhalben jedoch zu en. Die und ge⸗ u einem dd regen⸗ lterdam, Den Seeluft. 267 Den 29 November war ich zu Delft, und sammelte die Luft bey einem regenhaften Wetter und recht starken Winde. Ich untersuchte sie des anderen Morgens in dem Haag, und fand sie von siebenundneunzig Grad: die Luft in dem Haag selbst von sechsundneunzig. Den 30 November war es kalt, zog ein wenig an, und es blies ein Nordwind; ich fand die Luft in dem Haag von sechsundneunzig Grad. Den December befand ich mich noch in dem Haag, und bemerkte in der Luft eine der merkwürdigsten Verän⸗ derungen. Es gieng ein Südwind, und zwar sehr hef⸗ tig; es war so warm, daß man beym Ausgehen aus einer kalten Luft in ein stark geheitztes Zimmer zu kom⸗ men glaubte. Da ich dieser Veränderung nicht eher ge⸗ wahr wurde, als nachdem ich angekleidet war, und aus⸗ gehen wollte, um mehrere Besuche abzustatten, so konnte ich keine Prüfung unternehmen; ich begnügte mich da⸗ her, auf der Straße etliche Gläser mit atmosphärischer Luft anzufüllen, und meinen Bedienten nach Schevenin⸗ gen zu schicken, um alldort am Ufer des Meeres selbst eine Flasche voll Luft zu hohlen. Den 2 December war Wind und Wärme noch, wie den vorigen Tag. Da ich diesen Tag sehr viele Ge⸗ schäf 268 Uiber die schäfte hatte, verschob ich melne Prüfung bis auf den Abend. Den Fahrenheitischen Thermometer, der den 30 November auf dem Frierpunct stand, fand ich noch an offener Luft auf vierundfünfzig. Ich prüfte die at—⸗ mosphärische Luft, so wie sie sich damahls befand, und sie hatte vierundachtzig Grad; das heißt, ein Maß ge⸗ meine Luft nahm mit einem Maße Salpetersäureluft 1,10 ein. Die vom 1 December in Gläsern eingesperrte Luft hatte dreyundachtzig Grad, und die Luft, die ich am Ufer des Meeres auffangen ließ, fünfundachtzig Grad. Da ich die gemeine Luft noch niemahls von einer so nie— drigen Beschaffenheit gefunden hatte, so vermuthete ich, es möchten einige Fehler mit untergelaufen seyn, sowohl bey dem Luftgütemesser, als in der Salpetersäureluft. Als ich aber schlechterdings nichts am Luftgütemesser verdorben fand, so machte ich mir eine neue Salpeter⸗ säureluft, und dieß zwar zu verschiedenenmahlen. Weil ich aber bey allen Prüfungen beynahe das nämliche Resul— tat erhielt, so konnte ich nicht anders schließen, als die Luft habe wirklich in dem Grade ihrer Heilsamkeit eine so beträchtliche Veränderung untergangen, als in dem Grade ihrer Wärme. Ein ganz besonderer Zufall, der mir unter der Zeit, als ich diese Versuche anstellte, be— gegnete, überzeugte mich vollends ganz, daß die Luft in der That eine so böse Eigenschaft angezogen habe. Ein Bedienter des Hauses beobachtete, daß der Saft, das Schei⸗ 5 auftdn „ der den d ich roh ste die gh fand, u ö Maß e⸗ reluft inn bertte daft die ich an btzig Grad, iner so ni⸗ Ithete ich, u, sowohl rsäureluft. tgüͤtemesst Salpetet sen. Weil che Resul⸗ , als die mkeit eine ls in dem lfall, de tellte, Ke ie Luft in ibe. En raft, dis Schei Seeluft. 269 Scheidewasser, den er mich, um Salpetersäureluft zu machen, schön öfters in ein Fläschchen, worin Kupfer lag, schütten gesehen hatte, bald zu sieden anfieng, ohne daß Feuer untergeleget wurde, gieng er ohne mein Wis⸗— sen zu seinem Herrn, und erzählte ihm, er habe bey mir eine erstaunliche Sache gesehen, indem ich, wie er sich ausdrückte, das Wasser ohne Feuer siedend mache. Eine solche räthselhafte Nachricht machte die Neugierde des Herrn rege, und brachte ihn bald zu mir, um zu sehen, ob sein Bedienter wahr gesagt habe. Er hatte sich kaum neben mir niedergesetzet, als ich bemerkte, daß er eng⸗ brüstig sey. Ich that ihm einige Fragen über seine Kränk⸗ heit, und er machte mir eine ziemlich genaue Erzählung davon. Da er vernommen hatte, daß ich ein Arzt wäre, so verlängte er meinen Rath. Er sagte mir, er habe seit zwey Tagen die Luft so außerordentlich schwer gefunden, daß er kaum Athem ziehen konnte; und in der That athmete er mit großer Beschwerlichkeit. Er setzte hinzu, seine Tochter, die auch mit der Engbrüstig⸗ keit behaftet wäre, habe ebenfalls mehr Mühe beym Athemhohlen gehabt(f). Den (f) Bey meiner Ankunft zu Wien fand ich die Luft einige Zeit fast eben so schlecht, als sie im Haag den wund 2 De— rember 1779 gewesen ist. Den 13 August war ihre Güte von 82 Grad, den 14 dieses von 85; den folgenden Tag aber, 27⁰0 Uiber die Den 4 December prüfte ich die Luft zu Amsterdam; das Wetter war regenhaft, kalt, und der Wind stark: es befand sich, daß ihre Beschaffenheit siebenundneunzig Gräd hatte. Den 5 December hielt das nämliche Wetter an, und die Luft hatte achtundneunzig Grad. Den 10 December kehrte ich nach Rotterdam zurück, und fand allda die Luft von neunundneunzig Grad. Zu Anfang des vorigen Jahres kam man mit der Austrocknung eines Morastes oder Sees zu Stande, der im Anfange beynahe halb so groß war, als der Haar— lemer See, und in der Rachbarschaft von Rotterdam lag. Dieses Erdreich lieferte vormahls Torf, und war seit mehreren Jahrhunderten mit Wasser bedeckt. Dieses war kaum abgeführt, als faule Ausdünstungen sich dar⸗ aus — aber, den 15 August, gelangte sie wieder zu ihrer mitteln Güte, und hatte 93 Grad. Es ist merkwürdig, wie viele Meuschen den 14 August sich beklagten, daß sie schwermü⸗ thig, schwindelnd, abgeschlagen und schwach wären. Ich selbst befand mich selben Tag nicht recht wohl, und klagt? über Kopfschmerzen; den folgenden Tag aber wurde ich wieder gut. 3s halt wulde vermi e W Rah schen Hahs aache i xi h U In W O sehll lt Aft feine ect sacke Iun dl Hich sterdnn; nd star: dneunig etter an, im zurüc, Grad. mit der inde, der der Haar⸗ dotterdam und wat Dieses sich dar⸗ aus —— ter mitteln mie viele schwermiz sren. Ih und klagt vurde ic Seeluft. 271 — gus erhoben, und eine sehr schwere epidemische Krank⸗ heit durch alle benachbarte Oerter ringsherum verbreitet wurde. Die Seuche ließ während der Winterkälte nachz verwichenen Sommer aber entstand sie wieder, und wur⸗ de zur Zeit, als ich dort war, von neuen entkräftet. Diese Seuche hatte vieles Volk weggerafft, und sie hörte damähls noch nicht gänzlich auf, zu wüthen. Sie er— schien überhaupt unter der Gestalt eines unregelmäßigen Wechselfiebers, eines remittirenden Gallfiebers, und oft auch eines wahren Faulfiebers. Man traf kaum ein einziges Haus an, wo nicht einer, oder mehrere Kranke darniederlagen. Diese übelthätigen Ausdünstungen schie⸗ nen sich nicht sehr weit auszudehnen; denn auf eine Vier⸗ telstunde von diesem ausgetrockneten Moraste waren die umliegenden Oerter nicht davon bedrängt. Ich war auf dem Orte selbsten, begleitet von meinem Freunde, dem Doctor von Monchy, einem gelehrten Professor der Arz⸗ neykunde. Da ich meinen Luftgütemesser bey mir hatte, so unterzog ich den 11 December die Luft dieses Mora⸗ stes auf dem Orte selbst; ich fand sie so gut, als die Luft zu Rotterdam. Allein zu dieser Zeit verspürte ich keinen Gestank, der den ganzen Sommer hindurch sehr merklich gewesen war, und es gieng an diesem Tage ein starker Wind; welcher dazu beygetragen haben mochte, um die üblen Ausdünstungen zu zerstreuen, die ich viel⸗ leicht bey einem stillen Wetter angetroffen hätte. Doctor Bi⸗ 27² Uiber die Bicker, einer der ausgezeichnetesten Aerzte zu Rotterdam, und Secretär der Batavischen philosophischen Gesell— schaft überbrachte mir eine Flasche, die er an einem Orte des Morastes selbst, wo er noch offenbar eine fäule Aus— dünstung verspürte, mit Luft gefüllet hatte. Bey Un— tersuchung dieser Luft fand ich sie wirklich unter der Luft, welche ich auf dem Moraste selbst geprüfet hatte. Den 12 December befand ich mich um Mittag mit⸗ ten im Wasser zwischen Dort und Moerdyk auf dem so⸗ genännten Hollands-Deep. Es war überzogen, ganz besonders finster und regenhaft, der Wind stark. Ich untersuchte die Luft mitten in diesem Wasser; sie zeigte sich von einer viel niedrigeren Beschaffenheit, als die Luft zu Rotterdam; denn sie hatte einundneunzig Grad. Den 13 December kam ich nach Breda zurück, und fand des Morgens die Luft von einundneunzig Grad. Es war finster, regnete, und gieng viel Wind. Als es sich aber Nachmittags ausgeheitert hatte, fand ich die Beschaffenheit der Luft etwas verbessert; ihre Güte war dreyundneunzig ein halber Grad. Den 16 December war ich wieder zu Antwerpen, das Wetter regenhaft und gelinde, und ich fand, daß die Luft des unteren Theiles der Stadt fünfundneunzig Gräd, Uhket Ir ottechen, n Gasel, nem Oite aule Aus Bey Un⸗ der Luff, e. ittag mit⸗ if dem so⸗ gen, ganz ark. Ih sie zeigt „als die zig Grad, ck, und 9 Grad. d. Als fand ich ihre Elle Itwerpen/ and, daß bneunzih Oad, Seeluft. 273 Grad, die Luft des oberen Theiles aber sechsundneunzig Grad hatte. Den 17 December hielt das Wetter beynahe, wie den 16, an, und ich fand die Luft zu Antwerpen von dreyundneunzig Grad⸗ Den 18 traf ich wieder zu Brüssel ein, es war über⸗ zogen, regenhaft, etwas warm, und sehr windig; 0 fand die Luft von einundneunzig Grad. Den 21 December, einen trockenen und kalten Tag, hatte die Luft zu Brüssel vierundneunzig Grad. Den 22 December, als sich das Wetter nicht geän⸗ dert hatte, war die Luft zu Brüssel so gut, als den 213 Den 23 December erreichte ich Mons, das Wettet war regenhaft und kalt; ich fand allda die Luft von seche? undneünzig Grad. Den 24 December war es überzogen ünd kalt; ich Untersuchte die Luft bey Bouchin, und sie hatte sieben⸗ Uundneunzig einen hälben Grad. 6 IJ. verm. Schrift⸗ II. B. 6 Den 27⁴ Uiber die Den 25 December war ich zu Perone, es fror stark, und die Luft zeigte bey der Untersuchung siebenundneun⸗ zig einen halben Grad. * Den 26 December kam ich nach Cuvilli, einem vier Meilen von Roye entlegenen Dorfe, und der Frost hielt an. Hier prüfte ich die Luft des Ortes, und die Luft, welche ich mitten auf dem Wege in einer Flasche einge⸗ sperrt hatte; ich fand sie alle beyde von siebenundneun⸗ zig Grad. Den 27 December hielt der Frost noch an; ich fand die Luft zu Senlis von siebenundneunzig einen halben Gräd; die Luft, welche ich unter Wegs gesammelt hatte, besaß die nämliche Güte. Den 29 December kam ich zu Paris an; der Frost hielt an, und die Luft hatte siebenundneunzig Grad. Den 8§ Jenner fror es hart; die Luft zu Paris hatte hundert Grad. Den 13 Jenner fror es stark, und die Luft zu Paris hatte hundert zwey Grad. storsath nundneup⸗ einem vr drost hieh d die Lust, sche eing nundneun⸗ ; ich fuh ien halhen melt hatt, der Frost Grad. aris hattt e Luft l 0 Seeluft. 275 Ich setzte diese Untersuchungen fort; da aber diese Denkschrift schon so übermäßig angewachsen ist, so will ich nur noch einige Folgerungen aus den vorliegenden Versuchen ziehen(9). Meines Erachtens kann man aus den erwähnten Thatsachen schließen, daß die Beschaffenheit der gemeinen Luft auf dem Meere und den Küsten überhaupt reiner ist, als tiefer im Lande, wiewohl sie in dem Gräde der S 2 Rei⸗ (g) Als ich diese Untersuchungen noch fortsetzte, nachdem ich diese Denkschrift an den Ritter Pringle schon abgeschickt hatte, fand ich, daß die gemeine Luft so lang, als der Frost anhielt, über hundert Grad blieb. Ihre Güte schien sogar mit der Stärke des Frostes sich zu vermehren. Den 30 Jenner war die Luft zu Paris und in der Gegend herum von hundert drey Grad; bey welchem Grade sie bis den 3 Februar blieb, wo die Heftigkeit der Kälte nachzu, lassen anfieng. Die Luft hatte damahls hundert Grad; und von dem ersten Tage an, als es aufthaue e, siel die Güte der Luft auf siebenundneunzig Grad herab— Man bemerket, daß, wenn es stärk frieret, das Brennholz eine hellere Flamme gibt, und sich geschwinder verzehret, als im Sommer. Kommt es nicht, wenigstens zum Theile, daher, daß die Luft zur Zeit eines starken Frostes sich mehr oder weniger der dephlogistizirten Luft nähert, worin we— gen der Reinigkeit dieser Luft jeder brennbarer Körper mik einer glänzenderen Flamme hrennet, und sich geschwinder verzehret?; ö 27⁰ Uiber die Reinigkeit denselben Abwechslungen un erworfen ist, als die Landluft. Wir können demnach künftighin unsern mit Brustkrankheiten behafteten Kranken mit mehr Zu— versicht anrathen, eine Reise aufs Meer zu machen, oder sich an Oerter zu begeben, die unweit der Seeküste liegen, und von Sümpfen entfernet sind(h). Es (y) Der gute Erfolg der Seereisen in Heilung verschiedener Krankheiten ist gegenwärtig von vielen angesehenen Aerz—⸗ ten, besonders in Großbritaénien anerkannt. Doetor Chil— christ, ein sehr berühmter Arzt in Schottland, hat vor zwölf Jahren ein Werk hierüber bekannt gemacht, worin er, nachdem er das, was in den alten und neuern Schrift— stellern eine Beziehung hieher hat, angeführet hat, eine gute Zahl Beobachtungen der Krankheiten, bey welchen die Seereisen einen sehr merklichen Erfolg gehabt haben, zergliedert. In den Brustkränkheiten überhaupt, und in Abzehrungen hat er dieselben besonders wirksam befunden. Herr Joseph Ewart, ein sehr unterrichteter Mann, mit welchem ich während seines Aufenthalts zu Wien 1782 eine enge Freundschaft geknüpfet habe, und welcher den Doetor Chilchrist besonders gut kannte, hat mir mehrere Fälle mitgetheilet, worin er selbst den erstaunlichen Erfolg dieser Reisen gesehen hat. Ich will nur einen einzigen anführen, wovon er Augenzeuge war. Vor einigen Jahren begleitete er einen seiner Freunde, der krank war, über Meer nach Lissabon. Dieser hatte alle Anzeichen der Lungensucht, einer Kränkheit, woran sein Vater und alle seine Brüder gestorben waren. Er verspürte die ersten Anfälle zwischen dem siebenzehnten und achtzehnten Jahre; er hustete stark; er warf viele Materie aus, welche allen Anschein e ner eyter⸗ —————. Seeluft. 277 sst, i Es scheinet auch sehr wahrscheinlich, daß die Luft dn un im atlantischen Ocean, oder in jedem anderen Meere, meht zl weit von den Küsten, von einer noch besseren Beschaffen⸗ machen, heit st, als in der Nähe vom Lande. Seeküste Es erhellet nicht minder, daß die gemeine Luft im s Winter und zur Frierzeit überhaupt reiner ist, als bey der Sommerhitze, oder im Winter, wenn es nicht frie⸗ S3 ret berschiedenn Ael Dunn eyterförmigen Materie hatte. Bey dem Anwachse der d, hat un Krankheit zehrte er sehr ab, und wurde außerst schwach; icht, wunt die schmelzenden Nachtschweise, die sich endlich darzu ge⸗ Iern Schust selleten, zeugten von einer wirklichen Gefahr/ und ver⸗ et hat, ein mochten die Aerzte, ihm eine Reise nach Lissabon anzu⸗ hey welche rathen. Herr Ewart beobachtete, daß diese schreyenden Symptomen mit dem Aufange der Reise, welche lang und stürmisch war, abnahmen; seine Kräfte kamen mit der Rückkehr der Gesundheit wieder zurück. Nachdem er den Winter zu Lissabon zugebracht hatte, unternahm er eine habt haben, yt, und in hefunden. an 2—— Reise in das mittelländische Meer, und kehrte zu Wasser n wieder recht kräftig nach Engelland zurück. Seit diesem delcher da genoß er bis jetzt, den December 1782, eine vollkomme— ꝛehrere Fle ne Gesundheit. ö erfolg dieser 4305 ö n anführn, Die Aerzte Großbritaniens hatten schon von langer Zeit en begleüttt her im Gebrauche/ die mit Lungensucht Abzehrung, und Me nach anderen hartnäckigen Krankheiten behafteten Personen nach Aunhensch, Lissabon oder der Insel Madera zu schicken 4„ Meinuna⸗ seine Brͤdtt daß die Luft dieser Oerter/ welche für sehr heilsam ge— ile mishe halten wird, ihre Gesundheit wieder herstelle. Herr Ewart hustete fatk aber, der beobachtet hat daß sich nur diejenigen wieder schen in erhohlten, welche schon während der Reise eine merkliche or⸗ hlal⸗ 27⁸ Uiber die ret(i); und daß die außerordentliche Wärme, die bis—⸗ weilen in den Wintermonathen einfällt, die Luft ganz besonders phlogistiziret; ein Fall, wovon ich oben ein auffallendes Beyspiel angeführet habe. Ich glaube, die Ursache dieser Erscheinung sey, daß die Kälte des Win— ters vermöge ihrer Natur die mehresten Ursachen der Verwesungen, Gährungen, u. s.f., die zur warmen Zeit Statt haben, einhält; daß, sobald sie viel nachlässet, der allgemeine Hang zur Verwesung wieder angehet, und daß der Nachtheil, welcher unserem Elemente daraus er— wächst, um so beträchtlicher ist, als die Gewächse im Winter entweder ohne Blätter, oder ohne Kraft sind, und fast gar kein Vermögen haben, den Ursachen der Verwesung die Wagschale zu halten. ö Aus 8 XV Veränderung ins Bessere gefunden hatten, ist der Mei— nunge, daß die durch solche Reisen erhaltenen Genesungen der Güte des Clima's dieser Länder nicht zu zuschreiben sind, sondern vornehmlich, um nicht zu sagen, einzig und allein, den Seereisen selbst. Ich denke, diejenigen, wel— che mit den eudiometrischen Versuchen bekannt sind, wer— den nach Lesung dieser Denkschrift mit mir der Meinung seyn, daß es, wie einige glauben, keineswegs die Bewe— gung des Schiffes ist, sondern die Reinigkeit der Seeluft, welcher man die Ursache dieser Genesungen zu verdanken habe. Sollte dieß nicht die Hoffnung vermehren, in sol— chen Fällen einen heilsamen Erfolg vom Gebrauche der dephlogistizirten Lust erhalten zu können? (i) Diese Behauptung ist in einer Zuschrift des Herrn van Breda an Herrn Ingen-Housz, die diesem Werke wird zinverleibt werden, weiter ausgefübret. Anm. d. Uibers. su W and „die bis⸗ Tust guf oben en aube, u des Wiy sachen du armen Jel nachläst, jehet, und daraus er ewäche in raft sid, achen de Aus det Nei⸗ henesungen uschreiben einzig und igen, wel sind, wet, Meinung die Bebe⸗ Geelust, verdanken en, in sih nuche det Herrn dan aerke wird ubes, Seeluft. 27⁸ Aus den Beobachtungen dieser Denkschrift könnte man auch schließen, daß morastige Länder, und alle die⸗ jenigen, welche septischen Ausdünstungen ausgesetzt sind, im Winter zur Zeit des Frostes ziemlich gesund werden; und daß die Verschiedenheit des Grades der Heilsamkeit in ihrer Luft der Sommer und Winter vorwaltet, beträchtlicher ist, als die Verschiedenheit in dem Grade der Heilsamkeit der Länder, die ihrer Lage nach sehr ge⸗ sund sind. Siehet man sich gezwungen, ein morastiges und ungesundes Erdreich zu übersetzen, so ist es besser, einen Tag zu wählen, der windig ist, weil alsdann die schäd⸗ lichen Theilchen weggeführet, und durch neue, die die Winde zuführen, ersetzet werden. Um zu sehen, in wieweit die aus vorliegender Denka⸗ schrift gezogenen Folgerungen auf Thatsachen gegründet sind, darf man sie nur auf Oerter anwenden, worauf sie eine Beziehung haben können. Die tägliche Erfahrung der Seereisenden beweiset es sattsam, daß die Luft, welche man auf diesem Ele⸗ mente einathmet, reiner ist, als die Luft des Mittel⸗ landes. Mein alter Freund, Doctor Dammän, ein sehr aufgeklärter Arzt, und königlicher Professor der Ge⸗ S 4 burts⸗ 280 Uiber die Seeluft. burtshülfe zu Gent, versicherte mich, er habe die sieben Jahre, als er die Heilkunde zu Ostende ansübte, gefun⸗ den, daß alldort sehr wenige Krankheiten herrschen; daß man alldort sehr selten auf Leute stoße, die mit Engbrü⸗ stigkeit, Lungensucht, Faulfiebern, Ausschlagfiebern, bösartigen Fiebern behaftet sind; daß die Krankheiten, die man allda am gewöhnlichsten antrifft, regelmäßige Wechselfieber sind, hauptsächlich im Herbste, wenn die öfteren und jählingen Uibergänge von Kalt in Warm so ganz besonders Statt haben. Zu Gibraltar befinden sich die Menschen überhaupt sehr wohl, obschön es an diesem Orte wenige Gewächse gibt(). Die Ursache dieser Heilsamkeit muß man vor—⸗ züglich in der Nachbarschaft des Meeres suchen. Die Luft der mehresten kleinern Inseln, besonders wenn sie gebürgig si nd, trifft man gemeiniglich sehr ge⸗ sund an. Die Einwohner auf Maltha sind den Krankheiten sehr wenig unterworfen, und gelangen zu einem recht hohen Alter. Ei⸗ ——— (k) Diese Betrachtung ist anderswo in meinem Werke über die Pflanzen, Seite 283, angeführt. be die schg hte, gf⸗ schen; x it Engbrl⸗ lagfiebern, rankheiten, regelmäßig „wenn di n Warmiso ubethault eGewächt 6man bot⸗ el. besonders seht g Frankheittn inem techt Ci⸗ — e lber di Einige fernere Bemerlkung e n Ein fleuß Pflanzenreichs auf das Thiertei Gelesen vor der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu London, im Junius, 1782. S 3 — *— 2 — — — 7— 2—7 — *— — —. V — ⁰ E — 4Z— — 0 0 Seilicet id sine eo fieri non posse putandum est. LockEr. CARk. L. II. nis icti, ndum et L. I. I VNNN N 8 —2— Iu—.— CHα 0 0⁰ 0 00D 2.—— ⁰⁰ 5 ⁰⁰ CD N.. ICNI * Jahre 1779 machte ich das Resultat von bey⸗ & nahe fünfhundert Versuchen bekannt, die ich wäh—⸗ rend meines Aufenthaltes in Engelland in der Absicht angestellet hatte, um einiges Licht über den Einfluß der Pflanzen auf den Dunstkreis zu werfen, und ich hatte hierbey nicht den mindesten Zweifel, daß die Folgerun— gen, welche ich aus so vielfältigen, mit der größten Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit beobachteten That— sachen zog, nicht von selbsten daraus fließen sollten, und eben so wenig vermuthete ich, daß das darauf gegrün⸗ dete Lehrgebäude durch andere Versuche, die das Gepräge der nämlichen Sorgfalt und Genauigkeit an der Stirne trügen, sollte umgestossen werden können. Des⸗ 284 Uiber den Einfluß der Pflanzen Dessen ungeachtet war ich nichts weniger, als von mir selbst so eingenommen, eine solche neue Lehre den Augen des Publicums vorzulegen, ehe ich das Manu-⸗ script mehreren der gelehrtesten Männer meiner Bekannt⸗ schaft gezeigt hätte, und durch ihre Gutheißung wäre aufgemuntert worden, es zu thun; und nur ein so rühm⸗ licher Beyfall vermochte mich dahin, meine Beobachtun— gen bekannt zu machen, und zwar mit um so mehr Zuver⸗ sicht, als diese einsichtsvollen Männer insgesammt der Meinung waren, daß dieß neue Entdeckungen wären, und von solcher Wichtigkeit, daß sie sehr viel neues Licht über einige der wunderbarsten Operationen der Natur verbreiteten. Ich muß gestehen, daß ich bey mir selbst eben so ganz und innigst überzeugt war, als alle meine gelehr⸗ ten Freunde, daß kein Mensch vor mir jemahls jene große Gewalt gekannt habe, welche ich fand, daß sie das Sonnenlicht auf die Pflanzen in Ansehung des Ein— flusses derselben auf die gemeine Luft ausübet, und daß man vor diesem nicht einmahl geträumt habe, daß die nämlichen Pßanzen, welche an der Sonne eine üble Luft wieder reinigen, und eine gute Luft verbessern, im Schatten und des Nachts geräde die entgegengesetzte Wirkung auf unser Element äußern. „als boh Lehtt d as Nmꝛ⸗ r Belann fung nin n so tihn⸗ deobachin⸗ neht Zubek⸗ sanmt di jen wünn, neuts diht der Muur bst ehen st eine gelcht⸗ naßls sine „ daß si des Eil⸗ und daß „daß die eine ibl sern, in gengesche Die auf das Thierreich. 285 Die wichtige Entdeckung des hochwürdigen Doctor Priestley, daß mittelst der im Wasser vom freyen ent⸗ standenen grünen Materie nur im Sonnenscheine eine dephlogistizirte Luft hervorgebracht werde, war so weit entfernt, mich auf die Entdeckung zu leiten, daß die Pflanzen dieselbe Eigenschaft besitzen, als sie es war, ihn selbst auf diesen Schluß zu bringen. Da ich da— mahls von dieser grünen Materie in der That gär keine andere Kenntniß hatte, als welche ich dem Doctor Priestley zu verdanken hatte, so konnte ich auch von ihrer Natur keine andere Meinung haben, als die er selbst, nach einer genauen Untersuchung derselben, dar—⸗ über hegte; daß sie nämlich eine Art eines Sediments, eines Wassersatzes wäre, welcher weder thierischer noch pflanzenartiger Natur sey, und folglich mit einem besonderen Nahmen beleget werden müsse(a). Ober⸗ wähnte Meinung, daß diese Substanz weder Thier, noch Pflanze sey, noch seyn könne, konnte in Doctor Priestley's eigenem Sinne nichts anders, als Zweifel und Dunkelheit über seine, auf vormählige Versuche ge— gründete Hypothese, daß die Pflanzen die Luft reinigen können, erregen. Und wirklich als er beobachtete, daß die Erzeugung der dephlogistizirten Luft in Gläsern, wor⸗ 2* (a) Priestley. IV V. S. 344—847. 286 Uiber den Einfluß der Pflanzen worin Pflanzen mit etwas Wasser angesetzt waren(wel— schrieben hatte), noch fortfuhr, nachdem er die Pflanzen aus den Gläsern, worin die grüne Materie schon ent— standen war, herausgenommen hatte, schloß er mit jener philosophischen Aufrichtigkeit, womit er sich von je her unter den Gelehrten so rühmlich auszeichnete, daß eben die Versuche, die er im Jahre 1778 zu dem Ende wie— derhohlte, um seine vormahligen, von Herrn Scheele und anderen damahls schon widerlegten Versuche zu be⸗ stättigen, dieser seiner Hypothese durchgängig ungünstig wären(b). Er nahm sogar keinen Anstand, öffentlich zu sagen(e), er wäre durch eben diese Versuche überzeugt worden, daß die Pflanzen so, wie er vermeinte, zur Hervorbringung dieser reinen Luft nichts beygetragen haben. Nachdem ich durch wiederhohlte, und beständig mit dem nämlichen Erfolge gekrönte Versuche entdecket hatte, daß die Pflanzen eine große Menge einer wahren dephlo— gistizirten Luft einzig und allein nur im Sonnenscheine entwickeln, fieng ich an, zu muthmaßen, ob die grüne Ma⸗ (b) S. IV B. S. 299 (e) S. 388. chen Pflanzen er die Hervorbringung dieser Luft zuge⸗ br Ken(wetz Luft zug, e Pfanzen schon ant— mit jener von je hit „daß eben Ende wil⸗ n Schull che zu be⸗ ungünstz fentlich n uberzeugt einte, zut eygetragen tändiz mi cket hatt, en dephlo nenscheine die grüt Me⸗ —— auf das Thierreich. 287 Materie, als welche die nämliche Eigenschaft besitzt, nicht eine Pflanzenart seyn möchte. Ich untersuchte sie sodann erst mit guten Vergrösserungsgläsern, und da ich nichts an ihr fand, als eine unzählbare Menge äußerst kleiner Körperchen, von einer ziemlich regel— mäßigen, hauptsächlich runden oder eyförmigen Gestalt, und beynahe von einerley Grösse, die im Durchmesser nicht das Zweytäusendtheil eines Zolles betrug, ohne den mindesten Anschein einer Organisation, so zog ich meinen Freund, Abt Fontana, hierüber zu Rathe, welcher die— selben zwar auch untersuchte, aber damahls noch nicht bestimmen konnte, ob ein Anschein einer vegetabilischen Organisation an ihnen wäre, oder nicht. Je grösser ich inzwischen die Gleichförmigkeit zwischen ihren Wirkungen und den Wirkungen der Pflanzen fand, desto grösser ward meine Vermuthung, daß sie pflanzenartiger Natur sey, und wegen dieser Aehnlichkeit allein nahm ich keinen Anstand, dieselbe, wiewohl allem Ansehen nach sehr irrig, in meinem Werke über die Pflanzen, für eine Pflanzenart zu erklären, ohne von dieser pflanzenartigen Natur einen befriedigerenden Beweis hervorbringen zu können, als ich es jetzt vermag. Die Ungewißheit, in welcher der hochwürdige Doc— tor Priestley selbst in Ansehung der Wirklichkeit seines eigenen Systemes wegen seinen so oft im Widerspruche be⸗ 288 Uiber den Einfluß der Pflanzen befundenen Versuchen stand, schwächte meinen Glauben nicht im mindesten. Ich fuhr fort, mit aller nur mog⸗ lichen Beharrlichkeit auf die Wirkungen der Pflanzen ein wachtsames Aug zu haben, in dem größtem Vertrauen, etwas Ferneres zu entdecken, welches mich selbst bis zur Uiberzeugung brächte, daß ein so schönes System in den Gesetzen der Natur wirklich gegründet sey. Nach Durchlesung meines Werkes über die Pflanzen mit der gehörigen Aufmerksamkeit glaube ich mit Recht behaupten zu können, daß ich nicht ermängelte, eine be— sondere und rühmliche Meldung derjenigen Quellen ge— than zu haben, woraus ich die erste Kenntniß schöpfte, die mich aufmunterte, einen Vorwurf weiter zu verfol— gen, der noch mit einer um so grösseren Dunkelheit um— hüllet war, als eben die Versuche, die denselben bis dahin, wiewohl schwach, stützten, einander so gar sehr widersprechend waren, und daher nicht entscheidend genug, um das wirkliche Daseyn eines Naturgesetzes statthaft zu erweisen, und welches man nicht eher dafür anerkannte, als bis es Thatsachen zum Grunde hatte, die vermöge ihres beständigen Erfolges keinen Zweifel mehr darüber obwalten ließen. In dem Bewußtseyhn, daß ich Niemandes Verdienst unterdrückt habe, weder durch ein vorsetzliches Schweigen, noch lletw Mast en gt f d uun E ctgn h0n, Ren nen Glalhis ller nur Uag⸗ Pfangen ai nn Deraleh ich selhs li önes Shsin et seh. r die Pfanat ich mit Rht gelte, eine he 1 Quellen ge itniß schöpt ter zu berfil unkelheit um⸗ denselben de so gar sh eidend genuß statthaft l r anerkannte die vermig mehr derllt des Verdins 5 Schweig 106 auf das Thierreich. 289 noch durch Anmaßung eines Theiles der Ehre, Entdek⸗ kungen gemacht zu haben, wovon ich überzeugt war, daß sie anderen zügehörten, gab ich öffentlich dasjenige für meine Entdeckung aus, was ich bey meinem Ge— wissen glaubte, selbst erfunden zu haben, und wovon ich in der Vorrede zu meinem Werke über die Pflänzen einen kurzen Bericht abstattete. Nach allen diesem konnte es mir nicht anders, als unerwartet vorkommen, in dem fünften Bande der Priestley'schen Werke zu finden, daß er es für zugestan⸗ den annimmt, er sey es, nicht ich, der es entdeckt habe, daß die Pflänzen nur im Sonnenscheine einen heilsa⸗ men Einfluß auf die Luft haben, und daß er mich sol⸗ chergestalt, ohne nur meines Nahmens zu erwähnen, von jedem Verdienste um diese Entdeckung ausschließt, und sein Recht einzig und allein auf seine Beobachtung zründet, daß eine gewisse Substanz, die grüne Mate⸗ rie, diese Eigenschaft besitze, bey welcher Substanz er so entfernt war, sie für eine Pflanzenart zu erkennen, daß er sie für einen bloßen Bodensatz, für eine weiß⸗ liche schleimige Waterie, welche sich aus dem Wasser absetzet, und sodann erst an der Sonne in wenigen Lagen grün wird(d), gehalten hatte; von welcher Materie ö er (d) IV B. S. 346. I. verm. Schrift. II. B.— 290 Uidber den Einsluß der Pflanzen er glaubte, daß, weil sie gleichfalls in verschlossenen Gefößen entstehet, sie weder ein Thier noch eine pflanze seyn könne, sondern ein Wesen sui generis, und daher mit einem besonderen Nahmen beleget werden müsse; und worüber er so bestärkt war, daß er noch hinzufüget, alle die mit Vergrösserungsgläsern hierüber gemachten Beobachtungen bestättigten diest Vermuthungen(e). Obschon mich so, wie alle meine Freunde, wenig— stens diejenigen, welche ich hier in Wien besitze, eine solche Art, sich ein Recht zu einer Entdeckung anzumaßen, befremden mußte, so halte ich es doch nicht schicklich, hier Orts mich noch ferner zu äußern, noch mir das Ansehen zu geben, als hielte ich mich für befugt, die Frage zu entscheiden, indem ich in meiner eigenen Sache, deren Entscheidung ich dem Publicum überlassen muß, kein competender Richter seyn kann(f). ö Mei⸗ (e) A. a. O. S. 342½ (f) Da man bey Bekauntmachung dieser Denkschrift im LXXIII Bande der philosophischen Transaetionen, ohne den Verfasser zu Rathe zu ziehen, mehrere Stellen aus⸗— gelassen hat, und andere aus Unachtsamkeit versetzt wur— den, auf das Thierreich. 291 chlossene ö +•.— shiesun Meine Absicht in dieser Schrift ist bloß, einer so noch ine e„ L 90 verehrungswürdigen Versammlung gelehrter Männer sui denerd T 2 ei⸗ ren belegn var, daß eh ungsglasein den, welche einige Dunkelheit über das Ganze werfen, so habe ich hier die Uibersetzung dieser Denkschrift lieber ganz, und so, wie sie der Herr Verfasser nach London überschickte, liefern wollen. Uibrigens habe ich an der Vertheidigung des Ingen-Housz'schen Systemes, und daß ihm die Ehre desselben Niemand streitig machen tigten diest nde, henig⸗ könue, schon einen zu lebhaften Autheil genommen, als lsthe, en daß ich diesen Punet nicht noch einmahl kurz berühren + sollte. anzumaßel, schielch Die Art der Eifersucht, mit welcher sehr viele Physi⸗ ker ihre Mitbrüder anschielen, hat an sich gar nichts ch mir das Befremdendes. Begierig, um nicht zu sagen, unersätt— befugt, Ne lich nach Ruhm und Ansehen, können sie nicht anders, ö als ungerne sehen, daß ein anderer einen Schritt weiter enen Sacht, thut, den sie nicht selbst schon vor ihm gethan haben— assen mnuß, Physiker, so wie ich sie hier bezeichne, scheinen diejenigen, ihrer Mitbrüder, die durch ihre Arbeiten nach der öffeut— lichen Hochschätzung ringen, zu betrachten, wie die Ade— lichen vom alten Schlage denenjenigen begegnen, welche 0 sich zu ihrem Range aufzuschwingen suchen; sie blicken Mei⸗ solche Bemühüngen mit einer Art der Verachtung und des Widerwillens an. Sie halten, saget der große Kanz— — ler Baeo, die Erhebung der anderen für eine Erniedrigung ihrer selbst, und glauben gleichsam durch eine Täuschung des Gesichtes zurückzutreten, wenn andere fortschreiten. eulshiit 50 Die Züge dieser Eifersucht sind gemeiniglich um so auf⸗ ienen, S fallender, je wichtiger die Entdeckungen sind; und man Ehellu au könnte gewissermaßen die Grösse der Entdeckung aus der hersetzt uu An⸗ del, 29 2 Uiber den Einfluß der Pflanzen einige fernere, von Thatsachen abgezogene Bemerkungen ooorzulegen, wodurch, falls ich nicht irre, meine Lehre uber 6—3 5 2 2— Anzahl der Nebenbuhler, die wenigstens Theil daran ha— ben wollen, und aus dem Ruhme ermessen, welchen diese Nebenbuhler sich schon in der Laufbahne der Wissenschaf— ten erworben haben. Als die ersteren Funken des Neides gegen Herrn Ingen— Housz sichtbar zu werden anfiengen, schrieb ihm einer der größten Männer unseres Jahrhunderts Folgendes zu, welches er mir selbst mitgetheilet hat, und ich hier in der Uibersetzung liefere:„Es freuet mich, daß Sie „nebst einer guten Gesundheit Muße genug haben, um „Ihre physischen Untersuchungen ferner zu verfolgen, „und ich wünsche Ihnen jenen anhaltenden Erfolg, wel— „chen so viel Unverdrossenheit, Scharfsinn und Genauig— „keit in Ausführung der Versuche zu erwarten berechti— „get ist: unmittelbares Vergnügen und großer künftiger „Ruhm wird Ihnen daraus erwachsen; denn gegenwär⸗ „tig wird dieser Ruhm angefeindet, so viel, als mög⸗ „lich, geschmählert, und mit einigen Unannehmlichkeiten „vermischt seyn. Man sollte denken, ein Mann, der „so uneigennützig für das Wohl seiner Mitgeschöpfe ar— „beitet, könnte sich auf diese Art unmöglich Feinde ma— „chen; allein es gibt Köpfe, die es nicht leiden können, „daß sich ein anderer durch eine grössere Verwendung „auszeichnet; und ob er gleich keinen Gewinn oder soust „etwas zur Vergeltung verlänget, sondern bloß den gu— „ten Willen derjenigen, welchen er dienet, so werden „sie ihn dennoch desselben zu berauben suchen, erstens „durch Bestreitung der Wahrheit, und sodann der „Nutzbarkeit seiner Versuche, und werden sie hierbey / Abe — . 2 auf das Thierreich. 293 erk ungt über die Art, wie das Pflanzenreich dem Thierreiche zu kin itti fgeklä hn Diensten stehe, noch mehr bestättiget und aufgekläret be werden kann. 5 Ehe daran hy⸗ lchen diet„abgewiesen, so werden sie ihm endlich das Recht darzu Lisenshuß„absprechen, und dasselbe lieber einem Menschen zueig⸗ „nen, der vor z3oco Jahre lebte, oder 3000 Meilen weit „entfernt ist, als einem Nachbar, oder selbst einem Freun— rin Juhen„de. Fahren Sie fort, und lassen Sie sich niemahls ihmmellt„darniederschlagen. Andere haben vor Ihnen die näm— lgendes u„„liche Behandlung erlebet, und dieß wird auch noch ich hiet i„nach Ihnen geschehen. Was einige auch immer denken daß Gie„und sagen, so ist es doch immer der Mühe werth, aben, um„Gutes zu thun, und zwar der Befriedigung wegen, die verfolgen,„ man hierinne hat.“ xfolg, wl d Genauig Wir haben gesehen, daß allen großen Entdeckungen das en berechti nämliche Schicksal widerfahren ist. Einige haben die lunstiget Wahrheit derselben bestritten, mittlerweile die anderen gegenwät⸗ sich einen Theil davon zu zueignen trachteten, oder, wenn dieß nicht mit einiger Hoffnung des Erfolges an— nlichkeiten gieng, die Erfindung davon anderen zuschrieben. Dieß ann, de war das Schicksal des großen Harvey und des unsterb— schöpfe ar lichen Newtons. Dieß hat zu unserer Zeit der berühmte Benjamin Fränklin befahren, besönders in Betreff seiner Entdeckung über die Identität des Blitzes und elektrischen Feuers, und die Art, dieses Feuer von den Gewitter— wolken herabzuziehen, und die Gebäude vor diesem zer— als mög⸗ reinde mn en könen, erwendung n störenden Feuer zu bewahren. Inzwischen haben diese vhn neidischen Blicke denenjenigen, die sie abschoßen, gemeinig— 1. A lich allezeit mehr geschädet, als denenjenigen, gegen welche 1/e 0 sie gerichtet wareun. Die Zeit begrub solche fruchtlose rr Bemühungen in der Vergeisenheit, und es hat das Au⸗ 6 „ sb⸗ 294 Uiber den Einstuß der Pß Ehe ich weiter schreite, muß ich erinnern, daß ich zu Folge einer sehr großen Anzahl Versuche, die ich alle mit sehen, daß ihre Wirkung war, sowohl den Erfinder, als die Erfindung mit um so mehr Glanz zu erheben. Wenn es eine Ehre ist, durch seine Betriebsamkeit den Neid seiner Zeitgenossen rege gemacht zu haben, so hat Herr Ingen-Housßz die größte Ursache, sich hierüber Glück zu wünschen; indem er die berühmtesten Männer seiner Zeit nicht nur zu Gegnern hat, sondern auch Pfeile empsfinden mußte, die mit einer Geschicklichkeit auf ihn abgeschossen wurden, daß sie nicht leicht zu entdecken sind. Wiewohl sich bisher Niemand gefunden hat, der sich un— terfangen hätte, öffentlich zu sagen, er habe vor Herrn Ingen-Housß durch entscheidende Versuche entdeckt, daß es das Sonnenlicht allein sey, welches mache, daß die Pflanzenblätter eine gereinigte Luft in der Atmosphäre verbreiten, und solchergestalt einen heilsamen Einfluß auf das den Thieren gemeinschaftliche Element, die atmosphä— rische Luft, ausüben, so gibt es doch einige, welche beyzubringen suchen, daß sie vor ihm ähnliche Ideen mit seinen Entdeckungen gehabt haben; Ideen, von derer Entwicklung durch Thatsachen, durch wirkliche Versuche, sie durch verschiedene Uesachen wäten abgehalten worden, die sie aber nichts desto weniger nach der Erscheinung des Ingen⸗Houszschen Werkes vollkommen bestättiget hätten. Zu Beweisen solcher ähnlicher Ideen berufet man sich auf Briefwechsel und Eröffnungen unter dem strengsten Sygill des Stillschweigens; und um die Vorhand dieser ähnlichen Ideen mit den Ingen: Housß schen Entdeckungen noch mehr geltend zu machen, hat man sich sogar nicht geschenet, in behqupten, und zwar ohne den mindesten V B + li guf das Thierreich. 295 ö 0 mit vieler Geduld und genauer Aufmerksamkeit angestellt habe, dafür halte, der heilsame Einfluß der Pflanzen mit U 4 6r — 20— 4 Beweis anzuführen, Herr Ingen⸗Housi habe selbst vor ö dem Jahre 1779 an diese Materie, worin er doch in N einer so kurzen Zeit so mannigfaltige und wichtige Ent— miit dn deckungen mächte, gedacht. Es kommt sehr sonderbar eu, t zu heraus, die Gedanken eines Mannes ergründen zu wollen, 0 hirihe den man selbst niemahls weder gesehen, noch gesprochen en Münlet hat. Dieses Recht kommt Gott allein zu. Um so etwas auch Pfeil zu behaupten, hätte man ihn erst darum zur Rede stellen, eit auf ihn oder wenigstens sein Werk mit einer hinlänglichen Auf— hecken si merksamkeit durchgehen sollen. Man würde darin gefun— er sich uu den haben, daß Herr Ingen-Housz selbst, der sich doch vor Hermn besser, als jeder anderer, der Ideen erinnern muß, die deckt, daß er nährte, ehe er Hand ans Werk legte, an mehreren „ dah die Orten der Vorrede zu seinem Buche über die Pflanzen Atmosphätt deutlich genug zu verstehen gibt, daß er, weit entfernt, ihfiuß auf gar nicht daran gedacht zu haben, schon seit 1773 voller aimosohar Ideen über diesen Vorwurf war, daß er sich von dieser e, welche Zeit an beständig damit beschäftiget habe, und daß er e Peen vor Begierde braunte/ Zeit und günstige Umstände zu Lu dirtt sinden, um durch wirkliche Versuche die verschiedenen ů Versuche, Ideen zu entwickeln oder zu bestättigen, die er sich über 1 Wurdel, den Einfluß des Pflanzenreichs auf das Thierreich gebil— ö det hatte. Und wahrlich sind die reissenden Fortschritte, 4151. die er in dieser Laufbahne machte, sichere Bürgen, daß t hünh seine Hand durch lange überdachte Bemerkungen geleitet nn soh worden ist. Da er es aber nicht für schicklich hielt, ein fremnfi leeres Gewäsch von vorhergegangenen Ideen zu machen, und difet um die sich der Leser wenig bekümmert, und die man ddekulgeß immer in Zweifel ziehen kann, begnügte er sich, zu ver⸗ har nt sichern, daß seine Bemerkungen, als er Hand ans Werk mindesten 170 Be 7 296 Uiber den Einfluß der Pflanzen auf das Thierreich werde hauptsächlich auf eine doppelt⸗ Art bewirket: daß nämlich erstens die Pflanzenblätter die legte, schon zur hinlänglichen Reife gelanget waren, um sie auf die Probe zu setzen. Er hätte gewiß nicht mitten in den Finsternissen die geheimsten Winkeln der Natur durchgesuchet, wenn er sich nicht versehen hätte, etwas darin zu finden. Herr Ingen-Houß hat sith natürlicherweise mit der Zeit zu versehen, daß von denenjenigen, welche vorgeben, ähnliche Ideen mit seinen Entdeckungen in ihrem Schoße genähret zu haben, einige bedauern werden, zu wenig damit gesagt zu haben, wenn sie merken werden, daß keiner, oder ein schwacher Strahl des Ruhmes auf sie zurückgeschlagen hat; und es ist wahrscheinlich, daß sie in Versuchung gerathen, hernach umzusatteln, indem sie das realisiren, was nach ihren eigenen Ausdrücken nur Ideal wox. Diese Lust könnte ihuen kommen, so wie der Appetit beym Essen. Um die ganze Uiberfahrt zu machen, darf man sich nur einmahl eingeschifft haben; mitten auf den Wellen bleiben, ist zu mißlich und gefährlich. Ein wenig Entschlossenheit wird sie aus der Sache ziehen. Man wird schon vor Ingen⸗-Housz gefunden haben wollen, daß das Sonnenlicht eine große Kraft habe, um viele Körper zu verändern; man hat dieß allezeit gewußt, und es ist schon sehr lang, daß man erwiesen hat, daß die grüne Farbe der Gewächse davon abhänge. Man wird sagen, daß es der Einfluß der Sonne ist, welchem man die Heilsamkeit der Luft zu verdanken habe; und wirk— lich hat man niemahls daran gezweifelt. Man wird hinzu fügen, man habe schon vor ihm gefunden, daß die Mlanzen an der Sonne eine Luft verbreiten; Ha⸗ di ö auf das Thierreich. 297 le dophel⸗ ‚ ö 63 die umgebende Luft durch Einsaugung der phlogistischen Han Materie, als ihrer Nahrung, reinigen; und zweytens, T 3 daß —— H1 6 Hales hatte es schon beobachtet. Sieh seine Stotik über die Pflanzen. det Miihl mie, eunn Es ist sattsam bekannt, daß vor Herrn Ingen- Housz Niemand gehörig zergliederte Versuche herausgegeben ha— . be, welche es darthäten, daß die Gewächse in der Sonne ise nit da allein eine belebende Luft, eine unendlich reinere Luft, he votgebek als die gemeine Luft ist, um sich herum verbreiten, und rem Gchoßt im Schatten und in der Dunkelheit einen dem Leben der „zu weniz Chiere schädlichen luftartigen Ausfluß haben; daß der erden, diz Einfluß der Gewächse auf die gemeine Luft den Thieren nes auf sst in der Sonne heilsam, und während der Nacht und im „daß sie ii Schatten schädlich ist; oder in anderen Worten: kein indem sie Mensch hat vor Herrn Ingen-Housz gesagt, daß die hrückn uur Gewächse in der Sonne einen Stoff durch die sie umge- h wie det bende Luft verbreiten, welcher diefe Luft heilsamer, reiner iu machen, macht, und daß dieselben Gewächse im Schatten und mitten auf während der Nacht einen Grundstoff ausdünsten, der die ich. En Beschaffenheit der Luft verschlimmert, und sie für Thiere, he ziehen die sie athmen, schädlich oder tödlich macht. Das tiefe hen wollen, Stillschweigen der einen über die Natur des nächtlichen um vielt Einflusses der Gewächse, und die verneinende Entscheidung, vußt, d welche einige andere diesem Theile der Ingen- Housi'schen „ daf de Entdeckung gegeben haben, gelten für eben so viele Be⸗ Nan witd weise, daß sie denselben gar nicht gekannt haben. ö Allein shen Rian wenn sie von diesem besonderen Einflusse der Gewächse in pi der Dunkelheit schlechterdings nichts gewußt haben, wie un kann man begreifen, daß sie eine vollkommene Kenntniß Am aid ihres wohlthätigen Einflusses in der Sonne haben soll— 13—5 ten; das heißt, daß sie gewußt haben, daß das Vermögen V der H. 298 Uiber den Einfluß der Pflanzen daß die Blätter eine Art eines Platzregens einer wahr⸗ haft belebenden oder dephlogistizirten Luft ausstoßen oder der Gewächse, den nöthigen Grad der Heilsamkeit in der gemeinen Luft zu unterhalten, von der Wirkung der Sonne allein, und nicht von dem Wachsthume, als Wachsthum, abhänge? Sollte es wohl möglich seyu, mit Gewißheit zu wissen, daß es nur von der Sonne komme, daß die Pflänzen die ihrem Einflusse ausgesetzte Luft ver— bessern, ohne beobachtet zu haben, daß die nämliche Er— scheinung in der Dunkelheit nicht Statt habe? Um ver— sichert zu seyn, daß die nämliche Wirkung in der Dunkel—⸗ heit nicht erfoige, hätte man die Beschaffenheit der Luft, welche bey der Nacht dem Einflusse der Pflanzen ausge— setzt gewesen war, erst untersuchen müssen; und man hätte bey ihrer Untersuchung mit der Flamme oder mit einem Luftgütemesser es nicht verfehlen können, daß diese Luft verschlimmert sey. Da man aber vor Herrn Ingen-Houst nicht die geringste Vermuthung hatte, daß die Pflänzen einen besonderen Einfluß auf die Luft in der Dunkelheit haben, und da seit seiner Eutschleyerung dieser gebeimniß— vollen Operation der Pflanzen einige den bösartigen Ein⸗ flus der Pflanzen in der Dunkelheit schlechtweg e haben, mittlerweile die anderen denselben mit dem tiefe sten Stillschweigen übergehen, so dünkt mich, man hube fein sophistizirte Beweisgründe nöthig, um einem Manne bey guten Sinnen aufzubinden, daß sie vor Herrn Ingen— Houßz gewußt haben, daß die Pflauzen dieses wunderbare Vermögen, welches er in ihnen fand, besitzen. Da es also uumöglich scheinet, sich zu versicheru, daß der heil— same Einfluß der Gewächse von dem Sonnenlichte allein abhängt, ohne zuerst versichert zu seyn, daß sich das Ge— gentheil in der Dunkelheit ergebe(denn der eine Einflus In det Meih ....— * auf das Thierreich. 299 einer pah h oder fallen lassen, welche, solchergestalt in die allge— 9 östoße 22 · usofn meine Masse der atmosphärischen Luft zerstreuet, eines det je⸗ —— nkeit in de Virkung de thume, als kann nicht anders, als durch das Daseyn des anderen er—⸗ wiesen werden), so scheinet es auch unmöglich, daß einer unter diesen Prätendenden die mindeste Kenntniß von dem scha/ mt Geheimnisse, welches Herr Ingen⸗Housz entschleyerte, une komm, gehabt habe. te Lust ver ö lümliche Er Herr Priestley hatte gefunden, daß die grüne Materie Um vet kloß in der Sonne die dephlogistizirte Luft liefert, weil der Dunktl er fand, daß sie in der Dunkelheit keine Luft liefere. t der Lust, So weit er aber entfernt war, diese Materie für ein uzen aushe⸗ Gewächs zu halten, so weit war er es auch, dar aus zu d man hatte schließen, daß die Gewächse in dem nämlichen Falle sind. mit einem. Er zog auch eine sehr natürliche, aber schnurstracks ent— diese Luft gegengesetzte Folgerung daraus(Sieh seinen IV Band, ingenHous Seite 338), nämlich in Betreff der Lehre, daß die Pflan— e Mfanzen zen eine heilsame Luft an der Sonne verbreiten. Wenn Dunkelheit ihm sein Freund, Herr Bewley, einige Jahre darauf gebeimniß⸗ x glauben gemacht hat, daß die nämliche grüne Materie, tigen Ein⸗ welche er in seinem vierten Bande beschrieben hat, eine geläuguct Pflanze wäre, und sollte sie auch wirklich eine gewesen dem tiese seyn, so folgte daraus keineswegs, daß Herr Priestley man habe bey der Herausgabe seines vierten Bandes im Jahre 1779 em Manne gewußt habe, daß diese Materie eine wäre. Hieraus folgte einzig und allein, daß er wirklich eine Substanz rrn Ingel/ behandelt habe, welche wirklich eine Pflauze war, die Iuderbat 9. aber von ihm keineswegs dafür erkannt wurde, und deren be Hel Natur er erst lange nachher kennen lernte. Es ist ein ihnr alel großer Unterschie ed, ein Ding behändeln, und es kennen, 5 0 was es ist. Ein Mensch, der eine Ar rney nähme, deren 1 Eüfth Zufammensetzung für ihm ein Geheimniß wärs, könnte Eamn dgzy 300 Uiber den Einfluß der Pflanzen jener Mittel ist, welche die höchste Weisheit bestimmt hat, den gehörigen Grad der Hellsamkeit in der gemeinen Luft darum nicht vorgeben, daß er im Besitze des Geheimnisses wäre, bloß weil er es verschlungen hat, wenn man ihm gleich erst nach der Hand eröffnete, woraus die Arzeney zusammengesetzet gewesen war. Setzen wir den Streit in ein helleres Licht, und neh— men wir an, eine Akademie habe einen Preis für die heste Antwort auf folgende Frage ausgesetzet. Durch entscheidende Versuche zu erweisen, ob der wohl— thätige Einfluß, welchen das Pflanzenreich auf die Be— schaffenheit der Atmosphäre zu haben scheinet, von dem Wachsthume, als Wachsthum, von dem Sonnenlichte, oder von einem anderen noch unbekannten Umstande ab— hänge; oder durch entscheidende Thatsachen zu erweisen, daß dieser Einfluß gar nicht existire. Nehmen wir an, Herr Priestley habe mit um den Prei⸗ geworben, und der Akademie eine Antwort eingeschickt, des Inhalts, was er in Betreff der nämlichen Frage in seinem vierten Bande bekannt gemacht hat; und daß er folglich sagte, er habe von ungefähr eine grüne Materie gefunden, welche die besondere Eigenschaft besitzet, eine gereinigte Luft an der Sonne allein zu verbreiten; allein nachdem er diese Substanz mittelst guter Vergrösserungs— gläser mehrmahls untersucht habe, wäre er überzeugt worden, das sie keineswegs zum Pflanzeureiche gehöre, und er wäre der Meinung, daß sie weder pflanzenartiger noch thierischer Natur seyn könne, sondern daß sie nichts, als ein Bodensatz, ein schleimiges Sediment aus dem Was⸗ — auf das Thierreich. 301 it besif 0 Luft aufrechtzuerhalten; einen solchen Grad der Rei— ö Me Len nigkeit, welcher zur Erhaltung athmender Thiere noth— wen⸗ — Zeheimnise ⁊ Wasser wäre, und zwar ohne alle Organisation; daß, Him weil diese Materie gar keine Beziehung mit dem Pflan⸗ jenreiche habe, man auch keinen Schluß daraus ziehen könne, der sich auf die Aet, wie der wohlthätige Einfluß der Pflanzen auf die Atmosphäre bewirket werde, anwen⸗ 15 1. 175 den ließe; daß dieselbe Thatsache, weit entferut, ihn in eis für di seinem vormähligen Systeme über den heilsamen Einfluß der Pflanzen auf die Atmosphäre zu bestärken, ihn in Ungewißheit über das nämliche System versetze, und zwei— 1 feln lasse, ob das, was er für eine Wirkung der Pflan⸗ auf die vy zen gehalten habe, nicht vielmehr eine Wirkung dieser hun grünen Materie, und keineswegs, wie er gegläubt hatte, lnl der Gewächse gewesen sey. Dieß ist die Substanz, was aul Herr Priestley in seinem vierten Bande hierüber gesagt ju etzeisen nat. Setzen wir nun, Herr Ingen-Housz habe als eine den Prel Antwort sein Werk über die Pflanzen eingeschickt, worin engeschikt er durch die entscheidendsten Versuche dargethan hat, daß u Frage i6 alle Pflanzen an der Sonne einen heilsamen Einfluß auf und daß e die Thiere haben, und eine ganz eutgegengesetzte Wir— ine Mate— kung in der Dunkelheit; und daß er daher die Vermu⸗ esiet, ein thung geschöpft habe, daß die von Herrn Priestley für eiten; Alein einen unförmlichen Wassersatz gehaltene grüne Materie röstruugt selbst eine Pflanze sey. T lletteugt iche gehͤr, Ich lasse jeden unpartheyschen Leser urtheilen, welcher Ruzenattige ö von beyden Schriften er den Preis zugesprochen hätte, sie nicht,, falls er in dieser Sache zum Richter ernannt gewesen al dan wäre. Es scheinet mir, ich höre sie hoch ausrufen, ö Priest⸗ Mas Priest. 302 Uiber den Einfluß der Pflanzen wendig ist, ohne jedoch den Pflänzen selbst schädlich zu werden, die in einer zu phlogistonfreyen Luft unver⸗ meid⸗ Priestley habe die vorgelegte Frage gar nicht aufgelöset, und Herr Ingen-Houst habe sie ganz aufgelöset. Wenn Herr Priestley sich die Ehre dieser Entdeckung anmaßt, weil er gefunden hat, daß eine grüne Materie, was sie immer für eine möge gewesen seyn, bloß in der Sonne eine dephlogistizirte Luft gebe, und wenn er die Bestättigung seines Rechtes zu dieser Ehre daher leitet, daß lange darnach einer seiner Freunde beobachtet habe, daß diese Materie, weit entfernt, ein Wasserbodensatz ohne alle Organisation zu seyn, wie er es anfänglich glaubte, eine wahre Pflanze wäre; wenn, sage ich, ein solches Raisonnement, oder vielmehr Sophisma, für gültig ange⸗ nommen würde, so wäre es weder Priestley, noch Ingen— Housz selbst, denen besagte Entdeckung angehörte. Herr Bonnet ist es eigentlich, der ihnen die Ehre streitig machen wird. Dieser fand es, daß Pflänzenblätter sich im Wasser an der Sonne mit Luftbläschen beladen(Sieh Ingen-Houstens Werk, 1 Abschnitt), Wollte Priestley sein Recht bloß dadurch handhaben, Bonnet habe zwar gefunden, daß die Pflänzen Luft an der Sonne liefern, er habe aber diese Luft nicht für eine belebende oder de— phlogistizirte Luft, die er nicht kannte, gehalten, so könnte Bonnet den Trugschluß mit Recht erwiedern; denn wenn Priestley wenig daran lieget, mit welchem Nahmen er die grüne Materie möge bezeichnet haben, und wenn es ihm genug ist, daß diese Materie, wofür er sie auch immer vor dem gehalten habe, an der Sonne dephlogisti— zirte Luft gibt, so könnte Bonnet mit dem nämlichen Rechte sagen, es liege ihm eben so wenig daran, mit wel⸗ Meid dige auf das Thierreich. 303 Halc meidlich alle zu Grunde gehen müßten. Der l Woohd 6 Der hochwür⸗ ö dige Doctor Priestley hätte lange vor mir beobachtet, neid⸗ daß — Rin. welchem Nahmen er die Luft beteichnet habe, die er aus den Blättern im Wasser an der Sonne koöͤmmen sah; es 1 sey ihm/ um an die Ehre⸗ zuerst entdeckt zu haben, 0 Rr.. daß die Pflanzen auf der Sonne eine dephlogistizirte Luft W geben, Anspruch machen zu köunen, genug, daß man bloß in b nachher entdeckt habe, daß diese Luft eine dephlogistizirte dann* Luft wäre. Bonnet könnte noch zusetzen, daß, wenn er daher keitt, gleich nicht ausdrücklich gesagt habe, daß diese Luft eine achtet hal, gereinigte Luft sey, er doch auch nicht läugnete, daß sie densatz ohnt es sey; da hingegen Herr Priestley glattweg geläugnet ich glaubte, habe, daß diese Materie eine Pflanze sey, und daß er ein solche sogar glaubte, daß sie es nicht einmahl seyn könne. Sollte gültig ange⸗ Priestley dagegen versetzen, Bonnet habe sich jedes Rech— noch Ingel⸗ tes des Anspruches an dieser Entdeckung begeben, da er orte, Her in seinem Werke über den Gebrauch der Blätter Seite 3r hre streitiz sagte, er habe nach einer sorgfältigen Untersuchung der Hatter sich Sache gesehen, daß diese Luftbläschen nicht aus der Sub— den(Sieh stanz der Blätter kämen, sondern daß sie nichts wären, Miestle) als eine den Blättern anhängende, und durch die Son—⸗ habe zwar nenhitze ausgedehnte atmosphärische Luft, so könnte Bonnet antworten, Priestley befände sich gerade in dem näm⸗ lichen Falle, indem er offenbar eingestanden habe, daß er nach einer nochmahligen Untersuchung dessen, was in seinen vorigen Versuchen vorgieng, überzeugt worden sey, daß die Pflanzen gar keinen Anrtheil an der Servor— bringung der guten Luft hatten(Sieh seinen vierten Band, Seite 338). ne liefern/ he oder de⸗ „so könt denn wenn Nahmen el Id wenn e er sie auch dephlogitt⸗ ninlcher Wollte jedoch Herr Bonnet diese Ehre dem Herrn amlichel üi Priestley nicht steitig machen, so könnten sich Phystker ran, I vor⸗ 304 Uiber den Einfluß der Pflanzen daß in den Pflanzen ein Vermögen sey, wodurch sie schlechte Luft reinigen, und gute Luft verbessern können; von vorfinden, Neider seines Rufes, die nach den Grundsätzen des Herrn Priestley selbst alle Ehre dem Doetor Häles zuschrieben, der schon gefunden hatte, daß die Gewächse Luft an der Sonne liefern(Sieh seine Statik, 1 Band, Seite 110, Tafel VII, Figur XVII). Und wirklich, wenn, Herrn Priestley zu Folge, wenig daran lieget, mit was für einem Nahmen man die Sache bezeichnet, und ob man sie gekannt habe, oder nicht, so gehöret die Eutdeckung gar nicht weder Priestley, noch Ingen⸗Housz, sondern Hales allein zu. Man darf nur den Eingang der Vorrede zu Priestley's fünften Bande von 1781 lesen, um sich zu überzeugen, daß er nicht ohne Uuruhe gewesen ist, daß man ihm die Ehre, wornach er strebet, streitig machen könnte; weil er sich eines Stratagems bedienet, welches auch den Hell— sehendsten zu überraschen im Stande wäre. Er scheinet sich vorgesetzt zu haben, den Leser gleich Anfangs zu seinen Gunsten einzunehmen, indem er ihn, so zu sagen, gleich— sam, ohne daß er es gewahr wird, auf seine Seite ziehet, und selbst gar nichts dergleichen zu thun, als habe er den mindesten Zweifel über die Leichtigkeit des Lesers, ihn für den Erfinder der Entdeckung anzuerkennen. Er saget allda, daß ihm, bey der Bekanntmachung seines vierten Bandes nichts mangelte, als versichert zu seyn, daß die grüne Materie eine Pflanze wäre, um einen ansehnlichen Schritt voran zu thun, und es festzu—⸗ setzen, daß die anderen Sewächse die Auft durch die Wirkung des Sonnenlichtes reinigen. Es mangelte Bonnet und Hales ebenfalls nichts, als versichert zu seyn, ö daß Dai ch auf das Thierreich. 305 wodurch si n von welchem Vermögen er gläubte, daß es in dem gan⸗ ern iönnen; 553 zen Körper der Pflanze liege, von dem Wachsthume von ö selbst —— U Grundsieg daß die Luft, die sie aus den Gewächsen an der Sonne kommen sahen, eine derhlogistizirte Luft wäre, um den nämlichen großen Schritt zu thun, der noch zu thun war, und den Einfluß der Gewächse auf die Luft an der Sonne festzufetzen. Unglücklicherweiße wußten fie nicht, daren lagt daß diese Luft eine gereinigte Luft ist, so wie es Priestley he betithgg eben so wenig wußte, daß die grüne Materie eine Pflanze so gehöttt N war. Nichts desto weniger kann man sagen, daß Hales Ingen Hauß und Bounet näher daran waren, um den besagten Schritt zu thun, als es Priestley war; denn sie haben es nicht geläugnet, daß es eine gereinigte Luft gewesen ist. Herr Doctot Hule die Gniih lik, Tdr Und pirllh iu Miestleyt Priestley aber, anstatt auf dem Punete zu seyn, um 1 überzeugen, diesen Schritt weiter zu thun, wich um so viel zurück, man ihm de indem er läugnete, daß diese Materie ein Gewächs seyn könte; nel könnte. Zu der Zeit, als Herr Priestley sich von dem uch den Hel. Wege, den er geöffnet hatte, immer mehr und mehr Er scheint entfernte, verfolgte ihn Herr Ingen-Housz, und setzte 98 zu seiln denselben mit dem ansehnlichen Schritte, der noch zu agen, gleit thun war, durch: er gab ein Werk in englischer, und Seite zicht, kurz darauf in frauzösischer Sprache heraus, dessen Inhalt als habe! voll entscheidender Versuche ist, welche darthun, daß die des Uasth Gewächse in dem Dunstkreise eine belebende Luft verbrei— RAennen. Et ten, deren Reinigkeit unendlich über die Reinigkeit der ichung sint besten atmosphärischen Luft weg ist; er beweiset es darin auf eine unwidersprechliche Art, daß die Gewächse nur ert zu sern, bey vollem Tage und an Oertern, die von der Sonne 6 beschienen werden, einen heilsamen Einfluß auf unser t durh u Clement haben, und daß die namlichen Gewächse, anstatt 6 naolle die gemeine Luft in der Dunkelheit zu verbessern, sie Hert u sel viel⸗ hert iue J. verm. Schrift, II. B. u 3os Uiber den Einfluß der Pflanzen selbst abhänge, und solchergestalt beständig ausgeübet werde, ohne jedoch im Stande zu seyn, diese Hypothese durch vielmehr dergestalt mephitiziren, daß sie sogar das wirk— samste Gift wird, welches in der Natur zu finden ist. Eine solche Entdeckung, welche das Wesentlichste von Ingen⸗Houszens Werke, und schon auf dem Titelblatte des Buches selbst mit den klaresten Worten ausgedrückt ist, wird in dem Priestley'schen fünften Bande unter den tiefesten Stillschweigen übergangen. Es sollte fast das Ansehen gewinnen, Herr Priestley habe darin gar nichts seiner Aufmerksamkeit würdig gefunden, weil er das Buch auführet, und darin vom Verfasser als seinem Freunde spricht; er will gar keine andere Kenntniß daraus ge— schöpfet haben, als welche er aus der nämlichen Quelle hätte schöpfen können, wo es Ingen-⸗ Housz selbst gethan hatte, nämlich bey Herrn Bönnet, daß die Pflanzenblät⸗ ter einige Zeit lang im Wasser bey Leben hleiben(Sieh Priestley's fünften Band, Seite 29). Es ist gewiß etwas zum Erstaunen, daß Priestley sich nicht einmahl gewürdi⸗ get hat, Ingen-Housz im Eingange seines Buches zu nennen. Die Ursache dieses affeetirten Stillschweigens möchte schwer zu errathen seyn, wenn man nicht erwöge, daß er bey Erwähnung des Herrn Ingen-Housz nicht umhin gekönnt hätte, von dessen Ent deckungen zu spre⸗ chen, um welche es Herrn Priestley zu thun war, diesel— ben sich selbst zu zueignen; er durfte ihn also im Ein— gange seines Werkes gar nicht nennen. Dieses affectirte Stillschweigen ist ein Fallstrick, eine Art der Uiberraschung, wodurch jeder Leser, der Ingen-Houszens Werk nicht schon vorher kannte, sich gleichsam gezwungen siehet, Priestley allein für den Urheber einer Entdeckung, welche Herrn Ingen-Houst zugehört, anzuerkennen. Herr * RNaS Kerroich 25 auf das Thierreich. 307 ausgrült— I. I 2 N Slh durch Versuche zu erhärten, derer be Haudiger und gleich⸗ ‚ förmiger Erfolg keinen Zweifel mehr darüber bestehen Ur ulch— 2 ließe; —— rD ar das wirt Herr Priestley, ungehalten, daß er die grüne Materie nicht für eine Pflanze erkannt habe, suchet es wenigstens dadurch wieder gut zu machen, daß er auf alle mögliche Sau V*. u ginden s. Allahr Art beybringt, er habe im Anfange vermuthet, daß sie ausgedritt eine Pflanze wäre(Sieh seinen füuften Band, II* de unter da schnitt, Seite 16); von welcher Vermuthung jedoch i lte fist seinem ganzen vierten Bande nicht die mindeste Spur in gar nicht anzutreffen ist: und um sie, wenigstens gegenwärtig, zur er das Buh Pflanzen zu machen, führet er Ingen⸗Houßens Zeugnis Iem Freunde 151 an, als wenn er sagen wollte: Herr Ingen⸗Houßz, daraus gt er einzige, welcher mir die Ehre der Entdeckung streitig lichen Qullt Rachrn köunte, tritt sie mir ab, indem er gestehet, selbit gethu daß die grüne Materie ins Gewächsreich gehöre. Allein Pfanzeublät⸗ wenn Priestley hier Ingen⸗Houszens Zeugniß hat anfüh⸗ iben(Sich ren können, um seine, oder vielmehr, Herrn Bewley's, gewiß etwos Meinung zu e warum hat er nicht auch im 0 gewurdi: Singange seines Werkes Jngen⸗Houszens Zeugniß anführen Buches z können, um zu erweisen, daß es das Licht der Sonne lschweigen⸗ allein ist, welches die Pflanzen erwecket, um ihren wohl⸗ icht erwög, thätigen Grundstoff durch die Luft zu verbreiten? Dieses Heuß nich sein Zeugniß wäre hier unendlich besser angebracht gewe— g6en zu si sen, weil Ingen⸗-Houszens Werk fast nichts enthält, als Versuche, die ein solches System auf die entscheidendste 10 1. Art darthun; zumahlen Herr Ingen-Housz nur im Vor⸗ beygehen von der grünen Materie als einem Gewächse spricht, ohne den mindesten Beweis anzugeben, daß ihr 5305 dieser Nahmen zukomme. Man braucht gar nicht viel A Scharfsinn zu haben, um zu begreifen, warum Priestley ngen 1 so sorgsältig das tiefste Stillschweigen über Ingen⸗Houßens uug/ wach Werk beobachtet; denn hätte er den Ort angeführet, wo 6 ihm 3038 Uiber den Einfluß der Pflanzen ließe; denn diese waren unglücklicherweise nicht nur in ihrem Resultate ungewiß, sondern sogar auch öfters unter —**— ihm daran gelegen war, den Geist des Lesers auf sich selbst, als den Urheber der Entdeckung, zu heften, so würde er, ohne es zu sagen, eingestanden haben, daß nach dem Werke des Herrn Ingen ⸗Housz, worin schon das ganze System aufgeführet war, indem es vor dem seinigen, nämlich vor seinem fünften Bande, ans Licht getreten war, kein Mensch mehr befugt sey, sich den Inhalt desselben zu zueignen. Hätte Priestley nur den mindesten Verdacht gehabt, daß die grüne Materie eine Pflanze wäre, wie hätte er sagen können, daß die mit dieser Materie angestellten Versuche das Resultat der Versuche mit den Pflanzen un— gewiß machten, besonders wenn man erwäget, daß diese Pflanzen im Garten und der Sonne ausgesetzt gewesen waren(A. a. O. S. 359)? Er hätte, falls er vermu⸗ thet hätte, daß die grüne Materie eine Pflanze wäre, vielmehr geschlossen, daß seine über dieselbe gemachten Beobachtungen alle Ungewißheit über die Versuche mit Pflänzen benähmen, und darthäten, daß der Unterschied und die Unbeständigkeit ihres Resultates davon abhienge, daß die Geschirre bald in Schatten, bald in die Sonne gesetzt wurden. Mit Erstaunen sah ich die Dreistigkeit einiger Schrift— steller, aber von einem niedrigen Range, die sich in die Ehre der Jugen-Housz'schen Entdeckungen zu theilen suchen, und sich doch nicht schämen, ganze Stellen Wort für Wort aus seinem Werke abzuschreiben, und sich zu gleicher Zeit stellen, als hätten sie gar keine Kenntniß da⸗ l —— htss* auf das Thierreich. 309 ht nur x eRe Hand 9 f nter seinen eigenen Händen widersprechend, so wie ich öftets unter den Händen des Herrn Scheele und einiger anderer. unter U 3 Der ——— 6 s0 davon. Wenn man sich eine solche Freyheit herausnimmt, —. so ist es freylich klug, nicht zu erwähnen, wo die Stellen Ai hergenommen sind; denn sie hätten sich solchergestalt einem Orm ischah grausamen Verdachte bloß gestellet, ihre Lehre aus der— àor dn selben Quelle geschöpft zu haben, wo sie ganze Stellen aus Lich hergenommen hatten. „sich des Worzu aber, möchte ein aufmerksamer Leser sagen, so vieles Argumentiren, da es eine einzige Reflexion bis zur ht gehat, äußersten Gewißheit darthut, daß vor der Herausgabe ie hatte tt des Ingen⸗Housz'schen Werkes über die Pflanzen weder augestellten Priestley, weder Senebier, noch ein anderer Physiker, flanzen un. nicht die mindeste Vermuthung gehabt habe, daß der „daß dies ö wohlthätige Einfluß der Pflanzen dem Sonnenlichte allein zu zuschreiben sey? Denn es war unmöglich, dieses Lehr— gebände aufzuführen, noch ehe man durch unmittelbare Thatsachen beobachtet hatte, daß die Pflanzen diesen Ein— fluß im Schatten und bey der Nacht nicht ausüben; und ht gewesen et vermu⸗ unze wäre, emachten aih sie konnten dieß nicht anders erfahren, als durch die Un— Untershic tersuchung der Beschaffenheit der mit den Pflanzen im abhieng⸗ Schatten ein gesperrten Luft. Eine solche Untersuchung ue Eall aber ist niemahls angestellet worden; denn sie hätte nicht ermangeln können, sie zu belehren, daß eine solche Luft von ihrer Reinigkeit herabgesunken, und mepyhitisch ge— worden wäre. Nun aber findet man nicht die mindeste Spur einer solchen vor Jugen-Houßz geschehenen Unter— suchung; im Gegentheile sehen noch mehrere Gelehrte, er Schnst sich in ge u theilen ů ö x ehrte I Wont nahmentlich Herr Cavallo und Senebier, diesen nächtli— 5 0 chen bösartigen Einfluß für etwas zu außerordentliches an, nd sch! Idan ie i dn ů nmn als daß sie ihn für wirklich hielten, mittlerweile Herr Keuntu ö Priest⸗ O0 310 Uiber den Einfiuß der Pflanzen Der hochwürdige Doctor Priestley merket hierbey, und sonder Zweifel sehr richtig, an, daß, wenn die Cuft⸗ reinigung die eigentliche Folge des Wachsthumes bäre, sie allgemein, und nicht, wie er zu beobachten das Mißvergnügen hatte, auf etliche wenige Pflanzen beschränkt seyn müßte, zumahlen andere von dersel⸗ bigen Art keine solche Wirkung hervorbringen. Dieß sind seine eigenen Worte. Sieh a. a. O. S. 338. Die zweyte Art, wie ich dachte, und noch denke, daß die Pflanzen die gemeine Luft reinigen, namlich durch Verbreitung einer großen Menge dephlogistizirter Luft in der gemeinen Luftmasse, finde ich jetzt von Doc— tor Priestley, wie nicht minder von Herrn Cavallo, schlechterdings widersprochen, und als ein recht vor— trefflicher Fehler behandelt, indem sie der Meinung sind, daß die im Brunnenwasser mittelst der darin der Sonne ausgesetzten Pflanzen gesammelte dephlogistizirte Luft keineswegs eine aus dem Gewächse ausgehende, sondern durch Priestley kein Wörtchen davon saget, nicht einmahl in seinem fünften, zwey Jahre nach Ingen-Houszens Werke gedruckten Bande. Es lieget also klar zu Tage, daß man, um das seichte, läppische und eitle Wesen zu fühlen, nur gemeinen Menschenverstand zu besitzen braucht. Anm. d. Nibers. bey, ud die Luft sthumez eobachte Pflanzen n derseh n. Dich 38. joch denk, „ namlih gistizittt von Dos Caball, recht vot⸗ Hung sind, er Sonne irte Luft sondern durch inmahl it zens Verte daß mah, ihlen, nt Anll. d. — — auf das Thierreich. 3 durch den Sonnenschein aus dem Wasser selbst entwik⸗ kelte Luft sey, die sich auf die Pflanze unter der Ge⸗ stalt von Bläschen absetze, so wie sie es auf jede andere Substanz thut, welche in einem solchen der Sonne aus⸗ gesetzten Wasser liege. Dieser plötzliche, unerwartete Ausspruch schien mein Lehrgebäude gänzlich übern Haufen zu werfen, welches ich auf den festesten Grundpfeilern, auf unwan⸗ delbaren Gesetzen der Natur zu ruhen glaubte, und er war mehr als zureichend, um auf einmahl einen großen, wo nicht den größten Theil jenes für mich so schmeichel— haften Credits, den mein Werk bey dem Publicum Großbritaniens so wohl als des festen Landes sich er— worben hatte, zu unterdrücken. Und es befremdete mich daher gar nicht, so wohl öffentlich als privat benach— richtiget zu werden, daß meine Lehre solchergestalt gänz⸗ lich verworfen sey, und daß folglich eine zweyte Ausgabe meines Werkes über die Pflanzen, so verbessert und ver⸗ mehret sie auch erscheinen möge, sicherlich mit eben so vieler Kälte und Verachtung werde angesehen werden, als die erstere mit einem ungemeinen Beyfall aufgenom— men wurde, indem sich die ganze Auflage in wenigen Monathen vergriffen hatte; ein Crfolg, den Bücher physischen Inhalts selten erfahren. uU 4 V 31 12 Uiber den Einfluß der Pflanzen Ich bin durch diese platte Verneinung meines Satzes nicht im geringsten beleidiget. Habe ich mich geirrt, so sollte eben dieser Fehler, da er ein wissenschaftlicher ist, mich zu einigem Verdienste berechtigen, daß ich, obgleich vergebens, eine solche unermeßliche Arbeit auf einen und denselben Gegenstand zu einem löblichen Ende ausgehal⸗ ten habe, und in diesem Falle könnte ich mich mit dem alten, obschon etwas demüthigenden Sprüchworte be⸗ ruhigen: in mägnis voluisse sat est; wie nicht minder mich erfreuen, mich selbst durch Zurechtweisung meines Versehens belehret zu sehen. Uiberhaupt wird es vielleicht sogleich einleuchten, daß ich Ursache habe, es mit dem schuldigsten Gefühle der Dankharkeit zu erkennen, daß, wenn Doctor Priest⸗ ley und Herr Cavallo es für gut befanden, dasjenige VRNeH ½ erhessern, was sie als grobe Fehler von mir an— sahen, es auf eine klare Art gethan haben, indem sie, wie es wahren Naturforschern zukommt, ohne die gering⸗ ste Zurückhaltung oder Umschweif sprachen, so daß es unmöglich ist, ihre Lehre unrecht zu verstehen, oder her— nach zu verdrehen. Sollte es sich daher ergeben, daß ich auf eine befriedigende Art darthun kann, daß ich vollkommen Recht habe, so darf ich vernünftigerweise erwarten, daß sich hernach kein Mensch mehr einen Theil des Verdienstes um diese Entdeckung anmaßen werde. Bey hes Sah geirtt, s fllichet ñ „obglih einen un ausgehal h mit den hworte he icht mindt ing meinez Anleuchter en Gefihhl ctor Pries⸗ dasjenig mit an⸗ indem si, die gerin⸗ so daß s oder hez cben, du „dot ih ftiherwei inen Thel verde. Bey auf das Thierreich. 313 Bey Festsetzung neuer Lebrsäse kann nicht allemahl jede Thatsache ohne Unterschied so bündig und so ganz befriedigend angeführet werden, besonders für diejenigen, welche noch einigen Zweifel über die Wahrheit derselben hegen, oder darwider eingenommen sind. Ehe z. B. der unsterbliche Harvey den Kreislauf des Blutes durch die überzeugendesten Beweise dargethan hatte, würde es nicht hinlänglich gewesen seyn, Männer, die eine vor—⸗ gefaßte Meinung wider diese Lehre hatten, dadurch zu überführen, daß nur die Schlagadern einen Puls haben, und nicht die Blutadern; weil solche Bewegungen durch eine andere Kraft oder ein anderes Gesetz der thierischen Haushaltung hervorgebracht werden könnten. Jetzt aber ist dieß ein Beweis mehr von dieser Lehre, und zugleich einer der überzeugendesten des Kreislaufes des Blutes. Solchergestalt möchten eben die Thatsachen, welche ich selbst für zureichend hielt, meine Lehre außer allem Streite zu setzen, von manchem nicht für so ganz be— friedigend, wenigstens nicht für so entscheidend ange— sehen worden seyn, als es vielleicht andere Thatsachen gewesen wären, wenn ich sie dem Drucke gleichfalls überlassen hätte, welche ich aber wegen Mangel der Zeit aus beynahe fünfhundert Versuchen als den Aus-— schuß nicht ausgelesen habe. Daß man mittelst der Weintrauben- Lindenbaumblätter, u. d. gl., im Brun⸗ nenwasser und an der Sonne eine dephlogistizirte Luft K 3 er⸗ 314 Uiber den Einfluß der Pflanzen erhält, mag wirklich, für sich betrachtet, allein für kei— nen Beweis angesehen werden, daß diese Luft in der Substanz solcher Blätter ausgearbeitet, und auf ihre Oberfläche ausgestoßen wird; denn ein solches Wasser setzet an der Sonne einen guten Theil seiner eigenen Luft auf den Boden und die Seiten der Flasche eben so wohl, als auf Körper von was immer für einer Natur, der huneingelegt wird, ab, und solchergestalt auch auf die Blätter der Pflanzen, und diese Luft könnte man in der That betrachten, als werde sie durch die Berührung der Gewächse gereiniget, welche das Phlogiston dersel—⸗ ben einsaugen. Es war mir nicht unbewußt, daß Luft aus dem Brunnenwasser kommt. Ich habe sogar ihre Natur untersucht, und gefunden, daß sie mit der ge⸗ meinen Luft einerley ist, oder ihr nahe kommt; so wie man es aus dem IV Abschnitte meines Werkes ersehen kann. Eben dieser Fall war es, der mich eine gute Weile im Zweifel hielt, ob die von Blättern im Wasser erhaltene Luft aus dem Wasser selbst abgesetzt werde, oder aus den Blättern austrete, und eben erwähnter Abschnitt meines Werkes bezeuget es, daß ich darüber gesprochen habe; allein als ich fand, daß die in der Sonne vom Wasser abgesetzte Luft bloß eine gemeine Luft war, und die von Pflanzen erhaltene Luft hingegen eine dephlogistizirte, und als ich beobachtete, daß einige Gewächse, wie die Nymphea alba, und noch andere, die auf das Thierreich. 315 die Luft in beständigen Ströhmen ausstoßen, schloß ich, ust in de daß die im Wa sser von Pflanzen erhaltene Luft mit der Rauf iht Luft, welche zu gleicher Zeit aus dem Wasser entwickelt es Vist wird, nichts gemein habe, wenigstens nichts weiter, er eigenn als daß diese beyden Lüfte in gegenwärtigem Versuche mit che eben s einander vermischt werden(g). er Natlt, t auch af Obiger Einwurf gegen meine Lehre gewinnet vieles, nte man n wenn man, wie man es in der That thun kann, sich Berührunz auf ton derseh „daß Luft sogat ihtt(g) Es ist jedoch nicht minder wahr, daß die Pflanzen, welche aus der Masse des Dunstkreises Luft anziehen, die nit der g sie wieder hinein gießen, nachdem sie dieselbe ausgearbei— it; so wie tet, oder für ihre eigene Natur dasjenige, was sie brau—⸗ chen, daraus weggenommen haben, gleichfalls Luft aus es cschn dem Wasser selbst, worein sie eingesenket sind, einsaugen, eine gute falls dieses Wasser eine enthält; diese Luft aber gehet sodann aus ihnen wieder heraus, nachdem sie die näm— liche Ausarbeitung untergangen hat, welche in ihren t werd⸗ Organen die im natürlichen Stande aus der Atmosphäre im Wasset erwähnkt eingepumpte Luft untergehet. Diese, obgleich vom Wasser ursprüngliche Luft ist demnach dephlogistizirt geworden, ch Rarüe und darf folglich mit derjenigen Luft nicht verwechselt die in de werden, welche das Wasser auf die Oberfläche der Blätter eben so absetzet, als wie sie es auf ein Stück Tuch, oder e gemele auf was immer für eine andere Substanz, thut, und hingegel welche nicht kann bearbeitet seyn, als sie es wird, wenn . sie durch die Substanz der Pflanze selbst gehet, und darin daß elige die Wirkung ihrer Organen ausgestanden hat. Dieß wird handett in der Folge dieser Abhandlung klärer werden. dit 316 Uiber den Einfluß der Pflanzen auf wirkliche Versuche berufet, daß solche Blätter, wenn man sie in ein durchs Sieden aller Luft beraubt es Was— ser einsenket, gar keine Luft liefern wollen, obschon sie den ganzen Tag dem Sonnenscheine ausgestellt bleiben; weil es beym ersten Anblicke natürlich scheinet, daß in diesem Falle der Mangel der hervorzubringenden Luft im Wasser liege, welches aller seiner Luft beraubt, folg— lich unfähig ist, eine vorzuschießhen. Eine andere eben so gewisse Thatsache, als oberwähnte, scheinet in Unter— grabung meines Lehrgebäudes noch entscheidender zu seyn; nämlich wenn die grüne Materie und dergleichen andere Pflanzen, die im Wasser leben, nach einigen Tagen auf⸗ hören, mehr eine dephlogistizirte Luft zu geben, so wird diese Luft alsobald bey Erneuerung des Wassers wieder hervorgebracht werden, welche unbezweifelte Thatsache wirklich, falls sie nicht gründlich untersucht wird, an⸗ zudeuten scheinet, daß die Hervorbringung der Luft ge— hemmet wurde, weil das Wasser, welches zuletzt an aller seiner eigenen Luft erschöpfet wird, keine mehr hergeben kann. Eben diese Thatsachen machten mich gleichfalls eine gewisse Zeit lang verwirrt, und in Betreff der Schlüsse, die ich aus anderen Thatsachen zog, zwei— felhaft, wie man es im XXI Abschnitte des ersten Thei⸗ les meines Werkes englischer Ausgabe, und in dem XXII Abschnitte desselben französischer Ausgabe, wie auch im XIV Abschnitte des zweyten Theiles englischer Aus⸗ R itier, an ubtes Iy, obschons t blebbg, t, daß g zenden En aubt, fol⸗ andere chn et in Untt der zu sehn; ichen andes Tagen auf en, so uit sserd wieht e Thatsach witd, a⸗ t Luft g/ zuletzt x keine mat ichten mih in Batif zog, zwei rsten Yhit nd in den abe, wi englicht Mos⸗ auf das Thierreich. 317 Ausgabe, und im XV Abschnitte französischer Ausgabe ersehen kann. So groß und gewichtig diese Einwürfe, die sich auf wirkliche Thatsachen gründen, zu seyn scheinen, so wer—⸗ den sie doch, wo ich mich nicht irre, von diesem ihrem Gewichte vieles verlieren, wenn sie in ihrem wahren Lichte betrachtet werden; ja sie werden vielleicht von meiner Lehre, die sie gänzlich umzustürzen droheten, als die besten Gründe, und als eben so viele Beweise ange⸗ sehen werden. Wenige Pflanzen sind geschickt, diese bewunderns⸗ würdige Operation der Natur in ein schönes und helles Licht zu setzen, weil diese Operation auf eine unseren Augen sowohl, als unseren übrigen Sinnen unmerkliche Art bewirket wird, daher sie nicht anders, als durch besondere Mittel und Kunstgriffe dargethan werden kann; und da der meiste Theil der Pflanzen, wenn sie unter Wasser gesetzt werden, in einem untauglichen Elemente sind, um lange ihre volle Kraft zu erhalten, die doch zu diesem Amte, wozu sie von der Natur bestimmt sind, erforderlich ist. Werden sie in gesottenes Wasser einge— senket, so verlieren sie ihr Leben, ehe sie ein solches Wasser dergestalt mit Luft sättigen können, daß es keine mehr davon annehmen kann; nebst diefem muß man er⸗ wä⸗ 318 Uiber den Einfluß der Pflanzen wägen, daß ein luftleeres Wasser zugleich eines großen Theiles seiner nährenden Eigenschaft beraubet, und da— her keineswegs so geschickt ist, als ein gemeines Wasser, die darin untergetauchten Blätter bey ihrer natürlichen Stärke zu erhalten(h). Es kann demnach der mehreste Theil der Gewächse im destillirten oder gekochten Wasser nicht lange genug bey der natürlichen Stärke verbleiben, um den Versuch bis zur gänzlichen Uiberzeugung auszu— halten. Wasserpflanzen sind hierzu die tauglichsten, als welche eine gute Weile unter der Oberfläche des Wassers, als in ihrem eigentlichen Elemente, leben können, wenn es (h) Den Liebhabern der Gärtnerey und der Botanik ist es wohl bekannt, daß ein gesottenes Wasser für das Auf⸗ kommen der Pflanzen keineswegs so gut ist, als das ge⸗ meine Wasser, weil das Sieden und Destilliren das Wasser seines Phlogistons und der Nahrungstheilchen be— raubt, von welchen Theilchen die in den Wässern natür⸗ lich euthaltene Luft vielleicht einer der hauptsächlichsten Mischtcheile ist. In den Niederländen, vorzüglich bey Maestricht, Breda, Berg-op⸗zoom, Herzogbusch, u. s. w., ist es eine gemeine Bemerkung, daß das Austreten der— jenigen Flüsse, welche durch große Strecken unfruchtbarer Heiden und dürrer Sändfelder gehen, den Boden arm mache; daß aber das Austreten der Maß und anderer Wässer, welche einen Schlamm hinterlassen, der hernach bey der Sonnenwärme vermodert, die Wiesen reich und fruchtbar mache, weil dieser Schlamm eine Art eines Düngers voll septischer und phlogistischer Theile ist nes graßn t, und d, nes Vassa, natürlichn der mehrist ten Wasst verbleibe, Ung auszu⸗ ihser l nnen, wenn 5 otanik ist fur das A als das 00 stilliren du heilchen he assern natüt⸗ tsächlichsth rzüglich de sch, U. s.w,, ustreten de⸗ unfruch 3n Boden gr und un der henah n keich Art ellts lle is auf das Thierreich. 319 ö es auch nicht erneuert wird. Der Flußwasserfaden Con- ferva rivularis, so wie die grüne Materie selbst, deren Operation als der strengste Beweis gegen mein System gebräucht wurde, gibt mir, meines Erachtens, gerade den überzeugendesten Beweis an die Hand, daß mein System das System der Ratur ist. Als ich durch Privatschreiben sowohl als durch den Critical Review benachrichtiget wurde, daß meine Lehre durch den fünften Band des Doctor Priestley und durch einen Versuch, den Herr Cavallo in seinem Werke über die Luft anführet, gänzlich übern Haufen geworfen wäre, lud ich einen meiner Freunde ein, um einigen entscheidenden Versuchen beyzuwohnen, wovon ich hier eine genaue Zergliederung geben will. Ich sagte ihm vor der Hand das ganze Resultat, welches ihm zu er⸗ warten stehe, falls mein System in der Natur gegrün⸗ det wäre, und erklärte ihm zugleich vorher die Theorie dieser Resultate, mit dem Versprechen, daß, wenn es fehlschlagen sollte, ich der erste seyn würde, um mein eigenes System zu verwerfen. Allein ich hatte das Vergnügen, denselben zu überzeugen, daß der Erfolg seiner Erwartung und meiner Vorsage vollkommen ent—⸗ sprochen habe. Diese Versuche folgen hier nächst, und wurden alle im Winter 1782 in einem Glashause des betanischen Gartens in Wien angestellet. ö Sechs 320 Uiber den Einfluß der Pflanzen Sechs gläserne Kugeln, jede von beyläufig hundert sechszig Kubikzoll Inhalt, setzte ich an die Sonne, alle mit einem durch zwey Stunden gesottenen Wasser gefül⸗ let, welches ich, um allen Zutritt der Luft zu verhindern, noch ganz heiß in die Glaskugeln gegossen habe. 1. Versuch. In zwey dieser Gefäßen that ich so viel von dem Flußwasserfaden, als ungefähr der Raum eines Kubikzolles faßte. l II. Versuch. In den zwey nächsten Gefäßen häng⸗ te ich mit Zwirnsfäden an Korkstücken etliche wollene und seidene Zeuge von verschiedenen Farben, weiß, scharlach, grün und braun, auf, nachdem ich sie im gesottenen Wasser gewaschen und ausgedrückt hatte, um sie von aller Luft zu befreyen. x III. Versuch. In die zwey letzteren Gefäße setzte ich gar nichts. 6 IV. Versuch. Ein anderes Gefäß von derselben Gestalt und Grösse füllte ich mit frischem Brunnen⸗ wasser, und legte etwas von dem Flußwasserfaden hinein. V sig huidet Sonne„ale asst gfiz verhinden, e. kthat ich s der Raun cfaßen hing iche wollen hen, wiß ich sie in t hatte, un jefaße sehl n derselhe 1 Brunnen⸗ wassrfdt Nle auf das Wierreich. 321 Alle diese kugelförmigen Gefäße waren mit ihren Oeffnungen nach unten zu gekehret, und in Quecksilber eingesenkt, um dadurch jede Gemeinschaft zwischen dem, vas darin enthalten war, und der Atmosphäre durchaus abzuschneiden. ‚ Das Resultat des J Versuches. Die ersten zwey Tage enthielt kein Gefäß einige Luft, und es war sogar die geringe Menge Luft, welche hier und da an den Fa⸗ sern des Gewächses beym Einsetzen hängen blieb, gänz⸗ lich verschwunden. Den dritten Tag Morgens fiengen allenthalben von dem Flußwasserfaden einige Luftbläs⸗ chen aufzusteigen an, und am Nachmittage desselben Tages erhob sich in beyden Gefäßßen beständig eine große Menge Luftbläschen. Ich nahm alsdann aus einem dieser Gefäße das Gewächs heraus, und senkte ein so eben ausgelöschtes Wachskerzchen in die Mündung dessel⸗ ben, um zu sehen, ob die vom Wasserfaden entbundene Luft dephlogistizirt wäre, oder nicht. Das Wachskerz⸗ chen faßte sogleich Flamme mit einem ungemeinen Schim⸗ mer. Hierauf goß ich die Hälfte Wasser aus dem kur gelförmigen Gefäße in eine gemeine Flasche, und ver⸗ stopfte sie. Diese Flasche stürzte ich sodann in einem mit schon gesottenem Wasser gefüllten irdenen Topfe um, und setzte diese Vorrichtung ans Feuer, bis dle umge⸗ kehrte Flasche zu sieden anfieng; worauf ich alles kalt J. verm. Schrift. II. B.* wer⸗ 322 Uiber den Einfluß der Pflanzen werden ließ, und eine gute Menge Luft in der Flasche beysammen fand, welche Luft sich dephlogistizirt darstell— ie. Als ich das Gewächs aus dem gläsernen Geschirre herausnahm, beobachtete ich, daß das Wasser, wie Sel— zerwasser, oder wie ein Wasser, welches man durch die Kunst mit fixer Luft angeschwängert hat, moussirte. Das Gewächs in der zweyten Kugel des I Versuches fuhr fort, an der Sonne Luft zu geben, bis es gegen den siebenten oder achten Tag von seiner Einsetzung ins Wasser gänzlich aufhörte. Wenn während dieser Zeit, und auch noch einige Zeit darnach, dleses kugelförmige Gefäß erschüttert wurde, so wurde das Wasser voll klei⸗ er Luftbläschen, die größten Theils gegen den umge⸗ kehrten Boden des Gefäßes aufstiegen, und zum Theile auch sich auf dem Gewächse ansetzten, welches von den— selben ganz bedeckt erschien. Diese mousstirende Luft, welche bey der Erschütterung des Glases sichtbar wurde, konnte nicht anders, als ursprünglich vom Wasserfaden bervorgebracht seyn, und so locker mit dem Wasser ver⸗ einiget, daß sie sich selbst durch die Bewegung des Ge⸗ fäßes großen Theils daraus losmachte. Nach dem ze— henten Tage begann das Gewächs weißlich zu erscheinen, es wurde gelb, und starb allmählig ab. Im Glase fand ich beyläufig acht Kubikzoll dephlogistizirter Luft beysammen, welche sich von einer sehr vortrefflichen Ei— genschaft bewies, indem ihre Güte 352 Gräd hatte; das heißt, k det Zlush Uet drstl u Geschin , wit Ss n durch d moussit, Versuche es gan setzung iit dieset ugelförmg er voll li den ung⸗ zum Dall es von der irende Af, thar wurd, Dasserfade Wasser het⸗ g des G ch dem e⸗ Eerscheing, Im Clas Hitter At fllchen El hatteʒ de helhe auf das Thierreich. 223 heißt, ron einem Maße dieser Luft sammt so tielen Maßen Salpetersäureluft, als zur vollkommenen Cätti⸗ gun; derselben nöthig waren, wurde drey Maß und zweyundfünfzig Hunderttheile zernichtet. Die Prüfung geschah mit Abt Fontana's Luftgütemesser nach der in meinem Werke über die Pfanzen, Seite 278 englischer, und Seite 288 französischer Ausgabe beschriebenen Art. Diese Beschaffenheit übertraf jede Luft, die ich jemahls von dieser Pflanze erhalten konnte, deren Güte überhaupt zwischen 260 und 330 Gräd ist, wenigstens des Winters im Gläshause; denn ich war niemahls im Stande, im Sommer eine so feine Luft von diesem Gewächse zu er⸗ halten(i), von welcher Erscheinung ich die Ursache an⸗ derswo erklären werde. Die (i) Als ich diese Versuche den ganzen Winter in den Glas⸗ häusern des bötanischen Gartens fortsetzte, fand ich, daß der Flußwasserfaden eine weit bessere deyhlogistizirte Luft gab, als ich jemahls im Sommer an offener Luft davon erhalten konnte; da hingegen diejenigen Pflanzen, welche im Sommer die beste Luft liefern, mit Noth eine im Winter liefern, und diese so, daß sie kaum besser, als gemeine Luft ist, obschon sie neben an den Flußwasser⸗ faden gestellet werden; dergleichen sind die Agave ame- ricana, der Cactus triangularis, und alle andere, die ich untersucht habe. Die Menge der dephlogistizirten Luft, die ich im Winter vom Flußwasserfaden erhielt, war so groß, 324 Uiber den Einfluß der Pflanzen Die Theorie des JVersuches. Da das gesottene Wasser alle seine Luft verloren hat, so ist es sehr geneigt, diese Flüfsigkeit von jedem Körper, der sie enthält, ein⸗ jusaugen; daher ein solches Wasser den ersten oder zwey⸗ ten Tag, als es mit dem Gewächse an der Sonne stand, alle die Luft einsaugte, welche das Gewächs ausstieß, wie auch diejenige, welche zur Zeit, als das Gewächs in dieses Wasser eingesenkt wurde, zwischen den Fasern desselben verwickelt und versteckt war. Das mit dieser Luft endlich gesättigte Wasser kann nichts mehr davon aufnehmen; daher jede Luft, die nach dieser Sättigung aus dem Gewächse heraus kommt, sich zu dem Boden des umgestürzten Gefäßes erhebet. Die Menge dieser bephlogistizirten Luft war geringer, als die Menge, welche gleichviel vom nämlichen Gewächse im frischen Brun⸗ — groß, daß gemeiniglich ein Kubikzoll dieses Gewächses iwölf bis sechszehen Kubikzoll dieser Luft in drey oder vier Tagen, falls die Sonne schien, gab, und die Menge des Brunnenwassers belief sich ungefähr auf hundert sechszig Kubikzoll. Die im Brunnenwasser von selbst ent— standene Priestley'sche grüne Materie gab im Winter zwar auch eine ziemliche Menge dephlogistizirte Luft von einer guten Beschaffenheit, aber doch nicht so fein, als sie sie im Sommer zu geben pfleget, noch so viel. Es scheinet, ein allgemeines Gesetz zu seyn, daß, je grösser die von den Gewächsen in der Sonne erhaltene Menge Luft ist, desto besser der Grad ihrer Güte ist. — S— U àgasotn r ga, thält, lin⸗ oder ep, onne stanz, aussiih 5 Gewähs den Fasem mit dest nehr daogn Sattigun dem Boden enge diest die Neng, im frischn Brun- ˖vS„̃ 9 ͤes‚=— Gewäͤchse drey odit die Menge uf hundert n selbst ett Winter zwat t von einet „ als siese Es scheint, sser die dg ² Luft ss auf das Thierreich. 325 Brunnenwasser gemeiniglich zu geben pfleget, weil ane fangs ein großer Theil Luft von dem gesottenen Wasser aufgenommen oder verschlungen wurde, welches Ver⸗ schlingen nicht Statt hat, oder wenigstens nicht so groß ist, wenn man frisches Brunnenwasser nimmt, indem ein solches Wasser allezeit mit Luft beynahe gesättiges ist. Eine solchergestalt im gesottenen Wasser erhaltene Luft war in ihrer Beschaffenheit feiner, als man sie gemeiniglich auf die nämliche Art im Brunnenwasser er⸗ hält; weil diese Luft, ganz frey von der Luft, die sich aus frischem Wasser entwickelt, eine um so reinere de⸗ phlogistizirte Luft blleb. Das Wasser des ersten Ge⸗ fäßes, welches alsobald heraus genommen wurde, als die Luftbläschen zum Vorscheine kamen, moussirte, wie Champagner, und gab durch die Hitze eine dephlogistt⸗ zirte Luft; weil es damahls schon mit der aus dem Ge⸗ wächse kommenden dephlogistizirten Luft gesättiget war. Das Wasser des anderen Gefäßes fuhr noch fort, zu moussiren, als es erschüttert wurde, nachdem das Ge⸗ wächs schon aufgehört hatte, einige duft mehr zu geben; weil das Gewächs, obschon es allmählich seine Kraft verlor, und zuletzt nicht mehr im Stande war, sichtbart Luftbläschen auszustoßen, doch noch Lebenskraft genng behielt, daß Wässer bey Tage mit dephloglstizirter Luft so gesättiget zu erhalten, daß es, erschüttert, moussiren konnte. Da dieses Gewächs in einem solchen gesottenen & 3 Was⸗ 326 Uiber den Einsfluß der Pflanzen Wasser keine Luft fand, womit es sein Leben zunterhalten konnte, so mußte es endlich zu Grunde gehen, und zwar um so geschwinder, als die Berührung der dephlogisti⸗ zirten Luft, womit dasselbe das Wasser angeschwängert hatte, und welcher es diese ganze Zeit, wenigstens wäh⸗ rend des Sonnenscheines, ausgesetzt war, seine Consti⸗ tution beschädiget hatte, so wie es sattsam bekannt ist, daß eine Pflanze in der dephlogistizirten Luft bald stirbt. Das Moussiren des Wassers hörte nicht eher gänzlich auf, als bis die Pflanze alles Lebens beraubt war. So lange das Gewächs in seiner vollen Kraft war, moussirte das Wasser, wenn das Gefäß erschüttert wurde, sehr stark, nachdem die Sonne eine Zeit darauf geschienen hatte; und nach einiger Zeit des Sonnen⸗ unterganges, oder nachdem das Gefäß etliche Stunden aus der Sonne gesetzet war, hörte das Moussiren auf. Die Ursache, warum das Moussiren zur Nachtzeit auf⸗ hörte, und bey Tage beständig wieder angieng, ist, weil dieses Gewächs eben so, wie alle andere, nur eine dephlogistizirte Luft ausarbeitet, wenn es dem Sonnen⸗ scheine ausgesetzet ist, und weil diese Luft nur sehr locker dem Wasser anhängt, und daher sich in der Nacht oder im Schatten selbst wieder los macht, und zu dem Boden des umgestürzten Gefäßes aufsteiget. Das Wasser, welches solchergestalt des Nachts eines großen Theiles der dephlogistizirten Luft beraubet wird, höret zu dieser Zeit dare interhaltn und zyn edhlogis⸗ schwängen tens wäh⸗ ne Cunsti ekannt if, Hald stitt, r gimlih aubt wat. raft wir erschiitet eit datnuf Gonmnel Gtunder siten auf. hheit auf⸗ ieng, is, nur eine Sonnen⸗ seht lockt ucht odet en Boden Vasse, u Theiles dese + auf das Thierreich./ Zeit zu moussiren auf, und hebet nicht eher wieder da⸗ mit an, als bis das Gewächs, durch den Sonnen⸗ schein wieder belebet, eine neue Menge dieser Luft vor⸗ schießt. Das Resultat des II Versuches. In dem Gefäße, welches die Stücke Tuch enthielt, wurde in Zeit von drey Wochen, die es der Sonne ausgesetzt blieb, gar keine Luft hervorgebracht. Die Theorie des II Versuches. Da das gesottene Wasser aller seiner Luft verlustiget gieng, so konnte es wenigstens so lange keine Luft geben, als bis ein ge⸗ wisser Grad der Verwesung in der thierischen Substanz, nämlich in den Stücken Tuch, Statt gefunden hatte. Das Resultat des III Versuches. Nicht ein Atom Luft erschien in diesem Gefäße, obschon es über zwey Monathe lang auf dem nämlichen Platze stehen blieb. Die Theorie des III Versuches. Da das gesottene Wasser keine Luft hatte, so konnte die Sonne auch keine daraus entwickeln. ö N 4 Das 328 Uiber den Cinfluß der Pflanzen Das Resultat des IV Versuches. Der Flußwasser⸗ faden fieng denselben Tag, kurz nach seiner Aussetzung in die Sonne, an, Bläschen zu geben; den Tag darauf stieß er eine unzähliche Menge derselben aus; den fünf⸗ ten Tag fieng er an, weniger zu liefern, und den sie⸗ benten Tag, wo beyläufig vierzehen Kubikzoll dephlogi⸗ stizirte Luft von einer vortrefflichen, jedoch minder fei— nen Beschaffenheit, als sie im 1 Versuche besaß, ge⸗ sammelt war, hörte er damit gänzlich auf. Das Was⸗ ser moussirte bey der Erschütterung des Gefäßes, wie Selzerwasser. Dieses Wasser, als es in einem um⸗ gekehrten Geschirre dem Feuer ausgesetzt wurde, gab eine gute Menge reiner Luft, welche so schön dephlog⸗ stizirt war, daß sie ein ausgeblasenes Wachskerzchen zu entzünden im Stande war. Nach dem zehenten Tage näherte sich das Gewächs selnem Tode. Die Theorie des IV Versuches. Das Gewächs stieß so bald Luftbläschen aus, weil das Wasser in seinem natürlichen Stande, und solchergestalt mit Luft gesätti⸗ get war, und folglich von der aus dem Gewächse kom⸗ menden Luft nicht viel verschlingen konnte, welche Luft daher bald in sichtbaren Luftbläschen aufsteigen mußte. Es sammelte sich viel mehr Luft, als im 1 Versuche, weil die Luft in diesem Versuche einigermaßen mit einer aus dem Wasser kommenden und nur gemeinen Luft be⸗ schmu⸗ n 4 8 ö auf das Thierreich. 3²29 rlahon D 6 schmutzet war. das Wasser, wenn das Gefäß erschüt⸗ 1 Audst b0 tert wurde, moussirte, weil dasselbe, obschon es wahr⸗ Li f scheinlicherweise etwas von seiner eigenen Luft verlor; doch einen großen Theil von der Luft aus der Pflanze wieder aufgenommen hatte(k), welche Luft sich selbst den fis⸗ und den st zal dußlg, X 3 wie⸗ mundet ffs e besah, g, Das M Vefäßes, ve(k) Die dephlogistizirte Luft scheinet mit dem Wasser keine u einem ui ö so große Verwandtschaft zu haben, als die gemeine Luft, sondern nur locker mit dieser Flüssigkeit vereiniget zu wurde, gi seyn, und sie verlässet dieselbe sehr leicht, wenn das on derblee Waßer erschüttert wird, und auch wenn es still stehen ‚ bleibet. Mag diese Eigenschaft nicht als ein Zug der hotershen Vorsicht angesehen werden? Denn solchergestalt wird die ehenten I von den Wasserpflanzen erzeugte dephlogistizirte Luft aus dem Wasser beständig ausgestoßen, und durch die gemeine Luftmasse verbreitet. Aus dieser Ursache moussiret das Wasser, wenn es unter Tage erschüttert wird, allezeit, 3 Gewitz wie Champagner, weil zu dieser Zeit das Wasser mit . einer aus den Pflanzen austretenden dephlogistizirten Luft ir in sine immer gesättiget bleibet; es höret aber zu moussiren auf, wenn es etliche Stunden aus dem Sonnenscheine genom— k gesin⸗ n. ruft 9. men wird, weil die dephlogistizirte Luft, womit dieses wäche kon, Wasser bey Tage, falls das Gefäß in der Sonne gestanden welhe Hf hatte, gesüttiget und nur locker vereiniget war, sich selbst daraus loswindet, und zu dem Boden des Gefäßes eigen mußt. aufsteiget. Das Moussiren kehret wieder zurück, wenn Vesuch, das Gefäß wieder von neuen einige Zeit der Sonne aus⸗ gestellt wird, weil das Gewächs in dieser Lage seine täg liche Arbeit wieder anhebt, und dem Wasser eine frische ——— jen Auft Ke Lieferung einer dephlogistitirten Luft überläset. Und ein sol⸗ shnu n mit eint 330 Uiber den Einfluß der Pflanzen wieder, wie die fixe Luft, sehr leicht aus dem Wasser loswindet, zumahlen wenn das Wasser beweget wird. Dieses Wasser lieferte durch die Hitze eine wahre dephlo— gistizirte Luft, da das nämliche Wasser, wenn es der Wirkung des Gewächses nicht ausgesetzet war, durch die Hitze beynahe nichts, als gemeine Luft gibt. Die Ur⸗ sache davon ist, daß die von dem Gewächse ausgearbeitete Luft, womit dieses Wasser gesättiget wurde, eine wirk— liche dephlogistizirte Luft war. Das Gewächs wurde zu⸗ letzt matt, und starb allmählich ab, weil das Wasser mit dephlogistizirter Luft angeschwängert war, welche, als ein Auswurf der Pflanzen, ihrer Constitution höchst schädlich ist. Rebst diesem hatte das Wasser den größ⸗ ten Theil, und vielleicht allen seinen eigenen Vorrath an demeiner Luft, und mit diesem alle nährende und phlo⸗ gistische Theilchen, welche die Pflanze eingenommen hat, endlich verloren, und wurde solchergestalt minder geschickt, das Gewächs bey Leben zu erhalten. Ich solches Moussiren kehret mit jedem Tage so lauge wieder zrrück, als das Gewächs bey veben ist, worauf das Wasser nicht mehr moussiret, man mag es erschüttern, so viel man boill.—8 1 Ahem zunt zsh licht U Rut tustar loch t e he ann. Watt + Hen dem Mft ewegtt nih dahte dehhl, veun es de r, dutch d. b. Die ly Usgeatbeitt „eine vit 9s Wurdt s das Vust war, wesch itution bach et den giß Vorrath n e und phlo nommen hu ber geschich Huuge vithe fdas Vasm 2„ Al auf das Thierreich. 331 Alle diese Versuche wurden öfters wiederhohlet, und allemahl durchgängig mit demselben Erfolge(I). Ich glaube, oberwähnte Thatsachen werden völlig zureichen, um meine Lehre außer allem ferneren Zweifel zu setzen. Ich habe noch mancherley andere, die viel—⸗ leicht gleichstark beweisend sind, als welche ich hier be⸗ schrieben habe; da aber diese Schrift schon zu sehr an⸗ gewachsen ist, so wil ich sie auf eine andere Gelegenheit versparen. Inzwischen kann ich mich nicht enthalten, noch einige fernere Bemerkungen anzuführen, wodurch der Hauptpunct der Frage noch weiter beleuchtet werden kann. Wenn es das Wasser, und nicht das Gewächs, wäre, welches die dephlogistizirte Luft hergäbe, und sol⸗ * —— (0 Daß eine Luft zus lebendigen Pflanzen in der Sönne gezogen wird, hat schon Doetor Hales beobachtet, wie man im 1 Bande einer Statical essays Seite rro ersehen kann. Die Vorrichtung, deren er sich zu diesen Ver— suchen bediente, st durch die XVII Figur, VII Tafel, vVorgestellet. Da aber dieser unschätzbare Naturkundiger gar nicht vermuthte, daß eine solche Luft vin einer be—⸗ sonderen Natur päre, so sammelte er sie nicht auf. Boyle erhislt mhr Luft von Gewächsen im leeren Raume. — 332 Uiber den Einfluß der Pflanzen solchergestalt die Ursache, warum die Wasserpflanzen und die grüne Materie, falls das Wasset nicht erneuert wird, zuletzt aufhören, mehr eine Luft zu entwickeln, darin läge, daß das Wasser, an seiner Luft endlich er⸗ schöpfet, keine mehr liefern kann, so müßte nothwen⸗ digerweise folgen, daß das Wasser, welches in dieser Boraussetzung seiner Luft beraubt würde, beyläufig einem destillirten oder gesottenen Wasser ähnlich wäre. Allein es ergibt sich gerade das Gegentheil. Eben die— ses Wasser, anstatt an Luft erschöpft zu seyn, gibt un⸗ doider sprechliche Zeichen, daß es damit übersättiget ist. Es moussirt, wie Champagner, wenn es bey Tage in der Sonne geschüttelt wird, und wird, falls es zu dieser Zeit vom Gewächse getrennt wird, von selbst in wenigen Stunden an der Sonne, roch mehr aber beynr Feuer, eine gute Menge einer ächten dephlogistizirten Luft absetzen. Die Ursache, warun die grüne Materie endlich aufhöret, mehr eine Luft zu entwickeln, ist kei⸗ neswegs, weil das Wasser an Luft erschöpfet ist, son⸗ dern weil es im Gegentheile zu sehr damit gesättiget ist, und zwar mit einer dem Pflanzenlelen schidlichen Luft, und weil das Wasser zuletzt seine eisene natürliche Luft, und zugleich sammt dieser die nährmden und phlogisti⸗ schen Theischen, welche zur Erhaltung der vollen Pflan⸗ zenkraft nathwendig sind, verloren lat. ö Wenn —— date 1 zdet in misi fulte, 1. 0 Luuro⸗- r Ragl an 6 IN wen de Nant Si wasche shhhe 1 W Hhen erpffangg uß nicht erra zu entwikth ft endlch g ihte nothog ches in Rz de, haliz ͤhnlic uin il. Eben seyn, güt y bbetsittget 8 bey daget „falls 6 von sehs neht aber bar phlogisthn grüne Munt sickeln, is pfet sst, su gesättiht üliche Af atürliche df, und phlogst bollen Pfil⸗ Dant auf das Thierreich. 33³ Wenn es das Waser, und nicht das Gewächs, wäte, welches die dephlogist zirte Luft vorschießt, warum sullten sich die Luftbläschen nicht ohne Unterschied auf jeder Oberfläthe der Blätter aufsetzen? Wo kann man in dleser Voraussetzung die bewundernswürdige Regel⸗ mäßigkeit herleiten, mit welcher alle Blätter des Wein⸗ stockes, des Lindenbaums zuerst an der unteren Seite mit Luftbläschen besetzet werden, und alle Blätter des Lauro- eerasus zuerst auf der oberen Seite, was man auch immer für eine Seite den Sonnenstrahlen aussetzen mag? Warum soll sich die Luft bey den meisten Blät⸗ tern allezeit unter der Gestalt von Bläschen aufsetzen, und niemahls bey den Blättern des Tropæolum majus, wenigstens die ersteren Stunden, sondern allezeit unter der Gestalt von Säcken, welche sich an dem oberen Mande der Blätter anhängen, und, wenn sie zu einer gewissen Grösse gelanget sind, von selbst ablösen(m), welches mit den Wein⸗und Lindenblättern niemahls ge⸗ schlehet, zumahlen die grünen Stiele dieser Pflanze, des Tropæolum majus, zu gleicher Zeit mit einzelnen Bläschen ganz bedeckt sind? Mehrere solcher merkwür⸗ di⸗ — (in) Die Ursache dieser Sonderbarkeit in dieser Pflanze habe ich in meinem Werke erkläret, wo ich sie mit dem Nah⸗ men Nasturtium indicum belegte, 334 Uiber den Einfluß der Pfänzen diger Erscheinungen in verschiedenen Pfanzen kann man in dem III Abschnitte meines Werkes über die Pflanzen englischer Ausgabe, und in dem IV Abschnitte französe⸗ scher Aus gabe, nachsehen. Wenn die mittelst der Pflanzen im Wasser erhaltene dephlogistizirte Luft aus dem Wasser abgesetzet, und von ihrem Phlogiston gereiniget würde, indem sie wähtend einer gewissen Zeit mit der Pftanze in Berührung bleibt, so würde folgen, daß diese Luft um so reiner werden müßte, je länger sie mit der Pflanze in Berührung bliebe. Allein auch hier trifft gerade wieder das Gegen⸗ theil ein. Die erhaltene Luft von den Weinblättern, worauf die Luftbläschen sehr lang sitzen bleiben, ehe sie sich von denselben losreissen und aufsteigen, ist ley weiten nicht so dephlogistiziret, als die Luft von den americanischen Pflanzen, aus welchen die Luft mehren⸗ theils in beständigen Ströhmen, als eben so viele Springbrunnen, ausfließt, und nicht einen Augenblick auf dem Blatte verweilet. Der Unterschled beyder Lüfte ist so groß, daß ich von den Wein⸗Lindenblättern, u. d. gl., niemahls eine Luft erhielt, deren Güte 260 Erad überstieg, und gemeiniglich ist sie nur etwas über 200 Grad; da ich hingegen von den oberwähnten amer cani⸗ schen Pflanzen gemeiniglich eine Luft erhielt, deren Güte byläuf 09 Erad hatte, und zuweilen auch an recht schö⸗ . nen en kam ng r dis Rfag miut srn asser erbo setzet, udin u sie wällch rübtung dih reinet wartg in Balhng *. der das irz Veinhlan leiben, chf igen, ist l0 Luft von iu e Luft maho eben so lilh nen Augabl ed beyderhft enblattern, Bute 2606 was ibet ten amet em lt, durnil guch an uch sc auf das Thierreich. 33 schönen Tagen 350 Grad überftlieg. Die Prüfung die⸗ ser Lüfte stellte ich nach der oben beschriebenen Art an(n). Wenn es da Wasser, und nicht das Gewächs. wäre, welches die dephlogistizirte Luft lieferte, so würde die erhaltene Menge überhäupt nach dem Verhältnisse der Menge des genommenen Wassers ausfallen. Allein dieß ist keineswegs der Fall. Die Menge der Luft ver⸗ hält sich viel mehr nach der Grösse des Gewächses, oder überhaupt noch lieber nach der dem Lichte ausgesetzten Oberfläche des Gewächses, als nach der Menge des Wassers. Dieß lässet sich mit einigen der oberwähnten americanischen Pflanzen sehr leicht bebhachten. Ich muß 102 — —— ——* 2 en) Die große Hauswurzel, welche fast überall auf den Dächern der Häuser wächset, gibt ebenfalls eine sehr große Menge dephlogistizirte Luft von einer ausgezeichnet guten Beschaffenheit. Es gewinnt schier das Ansehen, daß alle fleischichte Pflanzen ganz besonders in der Eigen⸗ schaft eine feine dephlögistizirte Luft und in großer Menge zu liesern die Vorhand haben. Die Agave americana gibt so verschwenderisch viel dephlogistizirte Luft, daß ich oft von einem einzigen Blatte bey hundert fünfzig Kubik⸗ zoll dieser Luft von der feinsten Art in wenigen Stunden eines schönen Tages erhalten habe. Der Cactus trian- gularis, ecreus, das Sempervivum arboreum, und noch manche undere, Leben nicht weniger Luft. 336 Uiber den Einsluß der Pflanzen jedoch anmerken, daß, wenn zu viele Blätter zusammen gestopfet werden, sie einander zu sehr beschatten, und daß daher in diesem Falle die Menge der erhaltenen Luft verhältnißmäßig weniger, und ihre Beschaffenheit schlech⸗ ter ausfallen wird. Roch einmahl: Wenn die von den Pfianzen im Wasser erhaltene dephlogistizirte Luft sich aus dem Wasser entbunden hätte, so würde folgen, daß eine Pflanze in einem durchsichtigen Glase ohne alles Wasser gar keine Luft geben, noch die mit ihr eingesperrte Luft vermehren könnte. Folgender Versuch, denke ich, wird mehr als zureichend seyn, jedermann zu überzeugen, daß dieß bey weiten der Fall nicht ist. Ich setzte in eine, an einem Ende hermetisch geschlossene Glasröhre ein Stück einer americanischen Pflanze mit Nahmen Cereus. Das Ende des Stückes, wo es von der Pflänze abgeschnitten war, wurde knapp in ein enges Fläschchen eingezwänget, worin nur so viel Wasser war, als nöthig schien, um den Cereus in seiner vollen Kraft zu erhalten, und um alle Gemeinschaft zwischen der Luft in der Röhre und dem Wasser des engen Fläschchens abzuschneiden, schmier⸗ te ich um das Gewächs und die Oeffnung des Glases Pelzwachs herum. Die Röhre stellte ich umgekehrt in ein Geschirr voll Quecksilber, so daß eine Säule von etlichen Zollen dieser metallischen Flüssigkeit in die Röhre auf⸗ T Men atter zusamng schallu, w erhaltenntg ö ffenhtshch Pffans aus dem Daft eine Pfane i asser gar n Luft vernchtn wird noht ah „ dof dißhj eine, an ehym ein Gtick un uu. Das E geschnitten tt, eingezwäth. hlg schien, v alten, undeh der Röhte m neiden, shmie ing des Glat ungicht ne Calle i in RR f auf das Thierreich. 337 aufstieg, damit sich die Luft in der Röhre durch die Sonnenhitze, ohne zu entwischen, ausdehnen konnte, Nachdem diese Vorrichtung etliche wenige Stunden in der hellen Sonne gestanden hatte, kühlte ich alles bis zu dem Gtade ab, den dasselbe hatte, als es der Sonne ausgesetzet wurde: ich senkte nämlich alles in eine Röhre voll Wasser, dessen Grad der Wärme zu demjenigen Gräde gebracht war, welchen die Vorrichtung vorher hatte. Ich fand die Menge Luft in der Röhre beträcht— lich vermehret, und so schön dephlogistizirt, daß eine Lichtflamme darin mit einem vergrösserten Glanze hell aufloderte, und daß ein Maß derselben sammt einem Maße Salpetersäureluft 0,64 einnahm, da dieselbe Luft, nämlich gemeine Luft, ehe sie mit dem Cereus eingesperrt wurde, einen solchen Grad der Güte hatte, daß ste sammt einem Maße Salpetersäureluft 1,½ó einnahm(o). Wenn 46——— (o) Obgleich diese Thatsachen vollkommen darzuthun schei⸗ nen, baß die Pflanzen in der Sonne wirklich eine Luft ausstoßen, so wird doch, falls eine andere Pflanze, welche nicht so viele Luft gibt, als der Cereus gemeiniglich lie; fert, in einer ähnlichen Röhre der Sonne ausgesetzet wird, nicht allemahl der nämliche Erfolg Statt haben. Die Ursache davon ist, daß die Pflanzen zur Zeit, als sie derhlogistizirte Luft entwickeln, einen guten Theil des um⸗ J. verm. Schrift. II. B.— 333 Uiber den Einsluß der Pflanzen Wenn alles das, was ich bisher gesägt habe, nicht zureichen sollte, um das Vorurtheil zu benehmen, wel— ches Doctor Priestley's fünfter Band und Herrn Ca⸗ vallo's Werk bey manchen Naturkundigen hervorgebracht haben, so rathe ich, zum' wenigsten nur einmahl der schönsten Scene beyzuwohnen, welche Statt haben wird, wenn ein Blätt einer Agave americana, zu zwey oder drey Stücken zerschnitten, unter eine umgestürzte Glockt voller Brunnenwasser gebracht, mitten im Sommer, da diese Pflanze in ihrer vollen Kraft ist, an einem recht schönen Tage der Sonne ausgesetzet wird; und wenn sie je⸗ * umgebenden Luft einsaugen, welche denselben großen Theils ihre Nahrung zuführet. Diese Thatsache, an und für sich selbst betrachtet, wird daher nicht für so entscheidend angesehen werden, als es oberwähnte Thatsachen sind. Der Erfolg dieses Versuches kann von der grösseren oder minderen Kraft des angewandten Gewächses, von der grösseren oder minderen Klarheit des Sonnenscheines, von der grösseren oder minderen Hitze, welche das Gewächs erleidet, u. s. f., abhängen. Da der Cereus eine Pflanze heißer Erdstriche ist, so kann sie auch mehr Hitz vertra⸗ gen, als die Europäischen. Alle diese Umstände, so wie mauche audere, können den Ausschlag des Versuches zwei— felhaft machen; allein die Thatsache, so wie ich sie eben vorgetragen habe, wird in Verbindung mit den obberühr⸗ ten Versuchen des Doctor Hales und des Herrn Boyle meine Behauptung, daß nämlich die Gewächse in der Sonne wirklich eine Luft entwickeln, bestärken. Ren t habe, ngs iehmen, ui, 1d Hermn Cy hervorgebnt einmahl y t haben nith zu zwey an estürtt Ol Sommee, u in einem nnt 5 Und wenn f. ben großen Zith „an und fit) so entschahth Thatsachen sd Her gtosseren dl achses, A nenscheines, A che das Gril nehr Hiß Hdl mftäde, st ll Heren Vosl ewächse I N. rken auf das Thierreich. 339 jene prächtigen und beständigen Ströhme von Luft, die aus mehreren Theilen des Gewächses, und hauptsächlich aus der weißen inneren Substanz desselben, entspringen, werden gesehen haben, so bin ich Vürge dafür, daß sie alle fernere Zweifel über die Wahrheit meiner Lehre ab⸗ legen werden. Nachdem ich nun, wie ich denke, auf die klareste Art dargethan habe, daß die Pflanzen im Sonnen scheine einen immerwährenden Platzregen jener wohlthätigen, jener wahrhaft belebenden Luft durch unseren O Dunstkreis verbreiten, und daß die im Wasser untergetauch len Pflan⸗ zen, anstatt dasselbe seiner Luft zu berauben, es im Sonnenscheine mit einer bessexen und heilsameren Luft ganz anschwängern; so lasset uns eine so bem underns⸗ würdige Operation der Natur, wovon man bisher nicht die geringste Vermuthung hatte, nicht vorübergehen, ohne die Absicht der unendlichen Weisheit zu bewundern, welche so verborgene, so wunderbare, und zugleich so wohlthätige Mittel ins Werk setzte, um die lebenden Wesen, die unsere Erde bewohnen, vor der Zerstöͤrung zu bewahren; lasset uns überlegen, ob es nicht der Mühe werth ist, daß wir aus dieser neuen Entdeckung einigen Rutzen zu ziehen trachten, indem wir von Was⸗ sergeschirren Gebrauch machen, worin wir etliche Yflän⸗ zenbläͤtter der Sonne ausgesetzet häben, und solche Ge⸗ 92 schir⸗ * 340 Uiber den Einfluß der Pflänzen ꝛc. schirre in unsere Zimmer stellen, das Wasser umrühren, und anstatt des gemeinen Wassers, unseren Boden da— mit bespritzen; indem wir anstatt der Blumentöpfe Schüsseln mit etwas Flußwässerfaden in unseren Häusern aufstellen, eine Pflanze, die sich allenthalben vorfindet, und in den mehresten Wasserbehältern, in allen Kuffen voller Wasser, und mit der größten Geilheit aufschießt. Ist es nach allen diesem möglich, nicht zu glauben, daß der Schöpfer dieses Gewächs uns zum besten so sehr vervielfältiget habe? Welche Wohlthat wir nun mit Vertrauen zu unserer Erhaltung verwenden können, wenn toir dieses Gewächs mit einem Platze in unseren Zim⸗ mern, in welche die Sonne fällt, beehren, und es lang bey Leben erhalten, indem wir ihm nur täglich frisches Wasser geben, und dann und wann die dephlogistizirte Luft ausdrücken, wovon die ganze Masse desselben auf— schwillt, sobald die Sonnenstrahlen darauf fallen. Das Wasser selbst, worin der Wasserfaden gelegen ist, witd man vielleicht für zu kostbar ansehen, als es für un⸗ nütze, und jenes wahren Grundstoffes des thierischen Lebens beraubt, wegzuwerfen: ein Grundstoff, womit ich dargethan habe, daß es damit so hoch beschwängert ist. au. r umrühnn, Boden d Blumentif eren hiusm en vorfrde, allen Kufn eit aufschef. glauben, M esten so sth wir nun nit können, wen unseren a und es la äglich fischt dephlogisthitt desslben aiß fallen. N jen ist, u 8 es fut m 5 thlensth aff, wonsti hwängett ss Vos Von dem Unterschiede der Geschwindigkeit, mit welcher die Hitze durch verschiedene Metalle gehet. Oα vieα¹. V HIrPOCRATES. * N * —. 5727 E * — e% οσε πν To a . 2237 LE —94.—— Aü ** 4 2.H9— N 22 8 7** 4⁵0 7⁰⁵¹ N 22—**. 4 N 2*2 5 NX— V 249 2———. 2 V I DNN E N N NNN 37 2— EEE— ————— E AIH OCRALI ach den unter Physikern angenommenen Kunst⸗ wörtern gibt man den Körpern, die das elektri⸗ sche Feuer durch sich durchlassen, das ist, die dieses auf eines ihrer äußersten Ende gebrachte Feuer durch die ganze Ausdehnung bis zu dem anderen änßersten Ende, so lang sie auch seyn mögen, und zwar in einem unbe⸗ merkbaren Zeitpuncte überbringen, den Nahmen Leiter. Hierunter sind also alle Körper begriffen, die den Lauf des elektrischen Flüssigen durch ihre Substanz in nichts Y 4 hem⸗ 344 Von den Metallen hemmen. Wichtleiter hingegen nennet man jene Körper, durch welche das elektrische Feuer gar nicht gehen kann, oder die den Lauf desselben schlechterdings verstopfen. Ferner gibt es Körper von einer mitteln Natur, das ist, die dieses Feuer zwar durchsetzt, aber mit einem langsamen Schritte; und diese heißen unvollkommene Leiter. Der nämliche Unterschied hat, wenigstens bis auf einen gewissen Grad, in Rücksicht der Hitze in ver⸗ schiedenen Körpern Statt, so daß einige die Hitze viel leichter dur hlassen, als andere; und diese können mehr oder weniger vollkommene veiter der Hitze genannt wer⸗ den. Indessen muß man bemerken, daß es in Ansehung der Hitze keine eigentlich sogenannte vollkommene Leiter oder Nichtleiter gibt;: das ist, es ist kein Körper in der Natur, durch welchen die Hitze in einem Augenblick vou dem einem Ende zu dem andern übergienge. Bey einer großen Anzahl von Körpern scheinet es, als fände zwischen der Geschwinbigkeit des Laufes des elektrischen und gemeinen Feuers, oder der Hitze, einige Aehalichkeit Statt; zum Beyspiele, die Metalle über⸗ haupt ————— hut dinr gehen kn verstopfn Natut„i mit eey vollonnej Iens bis an Hihe in yr ie Hihe ul können nh genannt the in Anschup nmene dun ͤrdet in dt genblick uun— scheinet th Laufes de ihe, ennie ctalle Ibil baubt als Leitern der Hitze. 345 haupt, die kür das elektrische Feuer die besten Leiter sind, find auch unter allen Körpern diejenigen, die die Hitze auf das geschwindeste durch sich lassen. Die Me— talle sind unter allen Körpern diejenigen, welche die Hitze am willigsten annehmen, wieder verlassen, und andern Substanzen, die mit ihnen in Berührung kom⸗ men, am leichtesten mittheilen; die Metalle sind von allen Körpern diesenigen, die das elektrische Flüssige am willigsten annehmen, und gleichfalls aufs leichteste verlassen, indem sie es von ihrer Substanz auf jeden andern Körper, der sich ihnen nähert, oder sie berührt, falls er es nur vermöge seiner Natur aufzunehmen ge⸗ neigt ist, übergehen lassen. So sind auch die Metalle von allen Körpern diesenigen, welche die Hitze am leichtesten annehmen, und verlassen, sie mögen sie nun der umgebenden Luft mittheilen, oder auf Körper, die mit ihnen in Berührung sind, übersetzen. Eine massive metallische Kugel zum Beyspiele, die man auf was immer für einen Grad erhitzen mag, wird, ins Wasser gesenkt, alle ihre Hitze in wenigen Minuten verlieren; eine erhitzte hölzerne Kugel aber wird ihre Hitze im Wasser nicht sobald fahren lassen. Man wird den Mit— telpunct der metallischen Kugel ganz erkältet finden, da der Mittelpunct einer Kugel von Holz noch einen beträchtlichen Grad der Hitze behalten hat. Die stein⸗ V 7 ar⸗ 3 15 Von den Metallen. artigen Substanzen halten die Hitze ebenfalls länger zu⸗ rück, als die Metalle. Der größte Theil der Körper, die die Hitze mit einer gewissen Schwierigkeit empfangen, halten sie auch mit mehr Hartnäckigkeit zurück, oder verlieren sie min⸗ der leicht, dergleichen die Steine überhaupt, das Glas, die gebäckenen Erdarten, als Häfen vom gebackenen Thone, u. s. w., sind. Eben so verhält es sich mit den Körpern, die mit einer Art von Schwierigkeit einen Stand der Elektricität annehmen; solche verlieren sie auch mit mehr Schwierigkeit, oder halten sie mit einer Art von Halsstärrigkeit an sich(a): dergleichen sind Glas, Harze, Seiden, recht trockenes Holz, U. Die genaue Kenntniß derjenigen Körper, welche die Hitze am leichtesten durchlassen, wie nicht weniger eine (a) Aus dieser Eigenschaft gewisser Körper habe ich in mei— ner schon öfters erwähnten Denkschrift über den Eleetro— phor wesentliche Folgen für die Physik gezogen. —— die Hihe n ten sie aih ieren sse niß t, das Gt m gebacknn t es scch n Schwierghh lche vetlian alten sie mi dergllian ockenes Hah per, bech nicht renizt eiht —— be ich in M.. den Eltent gen als Leitern der Hithe. 34⁷ eine nähere Bekannischaft mit den anderen, die ihrem Durchgange am meisten Einhalt thun, oder ihn ver⸗ zögern, ist weder ein bloßer Gegenstand der Physik, noch ein eitler Vorwurf der Neugierde. Diese Kenntniß kann in der Haushaltung von dem größten Nutzen seyn, und vorzüglich in gewissen Fabriken, wo eine große Menge verbrennlicher Materien aufgeht, und wovon man einen guten Theil ersparen kann, wenn man es verhindert, daß die Hitze sich nicht verliert, verfliegt, oder ganz unnütz durch die umherstehenden Körper verbreitet, falls diese so beschaffen sind, daß sie der Hite einen leichten oder zu freyen Durchgang verstatten. Ich erinnere mich, daß mir einer der ersten Manufac— turisten in Engelland eingestand, er habe nach einer Unterhaltung mit dem berühmten Benj. Franklin über diesen Gegenstand in seiner Werkstätte eine beträchtliche Verbesserung getroffen, und eine große Erspaniß an verbrennlicher Materie. Obschon es hinlänglich erwiesen zu seyn scheinet, daß unter allen Körpern die Metalle überhaupt die Hitze am behendesten durch sich verbreiten, so ist es doch noch keineswegs entschieden, welches die besten Leiter der Hitze unter den Metallen sind. Hienge die Eigenschaft, ein 348 Von den Metallen ein Leiter der Hitze zu seyn, von der Dichtigkeit oder eigenthümlichen Schwere der Metalle ab, so folgte daraus, daß das Gold der beste Leiter wäre. In die— fer Voraussetzung wäre die Ordnung so: Gold, Bley, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn. Läge das Vermögen, die Hitze mehr oder weniger behend durchzulassen, in der Schmelzbarkeit, so wäre dieses die Ordnung: Zinn, Bley, Silber, Gold, Kupfer, Eisen. Und nach dieser Ordnung ist es, daß der berühmte Graf von Buffon die Metalle in Rücksicht des Fortganges und der Dauer der Hitze eintheilet. Dieser berühmte Gelehrte hat ein besonderes Mittel ausgedacht, um die Gesetze zu ent— decken, die die Natur in dieser Hinsicht beobachtet. Er ließ sich von allen Metallen Kugeln von einem Zolle im Durchmesser verfertigen. Er erhitzte sie alle auf ein— mahl, um ihnen allen einen gleichen Gräd der Hitze zu geben. Hernach beobachtete er, in wie viel Minuten jede Kugel sich so weit erkältete, daß er sie eine halbe Secunde in der Hand halten konnte, und in wie viel Minuten sie bis zur Wärme der Luft herabgekommen waren. Man kann eine beträchtliche Anzahl von Ver— suchen, die er in dieser Absicht machte, in dem Nach— trage zu seinem unvergleichlichen Werke über die Watur— geschichte nachsehen. Die Genauigkeit, die man in der Auflösung eines so beschwerlicheu Problems zu for⸗ ö dern hligkeit g „so filht e. I dl⸗ Gold, dly, S Vernhe zulasen, nung: Iin, 1d nach diesr von usch d der Daut htte hat ei setze zu ent bachtet. E em Zolle in lle auf ei⸗ der Hibe l iel Minutn eine hallt in wie dil Ugekommen I von M. dem Mah⸗ die Natur⸗ ie man il ns zu fit⸗ ders als Leitern der Hitze. 349 dern berechtiget ist, schien andern Physikern nicht groß genug, da sie auf einem unsrer Sinne, der vermöge seiner Natur sehr betrügerisch ist, beruhet. Ich wüßte nicht eine einzige Methode, die man bis jetzt, um die Frage aufzulösen, ausgedacht hätte, und die sicher genug wäre, als daß man nichts mehr vermissen sollte. Als ich mich zu Anfäng des Jahrs 1780 in Frankreich befand, zeigte mir Herr Franklin die Vor⸗ richtungen, die er, um die Frage zu entscheiden, aus—⸗ gedacht hatte. Ich bewunderte daran das einfache Wesen, und hielt sie unter allen Mitteln, die man bisher deswegen in Ausübung gebracht hat, für die schicklich⸗ ste. Herr Franklin ersuchte mich, den Versuch mit ihm zu machen, welches ich mit Vergnügen annahm; allein seine beständigen Beschäftigungen ließen ihm niemahls so viel Zeit, daß er dieses Vorhaben hätte ausführen können. Bey meiner Abreise von Päris im Monathe Julius desselbigen Jahrs, um mich nach Wien zu ver— fügen, überließ mir Herr Franklin die Materialien, die er vorgerichtet hatte, um bey meiner Ankunft zu Hause den vorgehabten Versuch nach meiner Gelegenheit anzustellen. Als 350 Von d en Metallen Als ich zu Wien angekommen war, ermangelte ich nicht, den Versuch zu machen, und Herrn Franklin den Erfolg der Erfahrungen, wovon ich hier den Leser unterhalten werde, mitzutheilen. Wenn dieser Erfolg, um die Frage zu entscheiden, einiges Licht verbreiten sollte, so ist es dieser große Mann, dem die Naturle! verbunden seyn wird, und nicht mir, der ich uis gethan habe, als den Plan des Herrn Franklin genau befolgt. Die Geräthschaft bestehet in sieben Dräthen, jeder von einem verschiedenen Metalle, und alle durch das nämliche Loch gezogen, so daß sie alle genau die näm⸗ liche Dicke haben. Ihre Dicke belief sich ungefähr auf Zoll Pariser Maß. Diese sieben Metalldräthe schräubte ich ungefähr auf einen Zoll gleich weit von einander abstehend zwischen zweyen Holzbalken fest ein, so daß ihre Länge von dem Holze bis an ihr Ende genau dieselbe war. Die Holzbalken fasseten die Dräthe in der Mitte, so daß ein jeder Arm einen Schuh in der Länge hatte. Ich schmolz weißes Wachs in einem töpfernen Geschirre, dessen Rand durchaus eben ge⸗ macht war. In dieses geschmolzene Wachs senkte ich die ganze Reihe der Dräthe ein, und ließ das Holz, —— etmangehe rrn Fruutl ier din Est ieser Eifh t vechteig ie Naturhin er ich riht anklin Wld räthen, Ien le durch d au die nin ich Unglfiy Metaldlath ich weit eu ken festeehß, in iht Em 08 in elleh Us eben 9 als Leitern der Hitze. 352 zwischen welchem sie eingeschraubt waren, auf dem Ran⸗ de des Topfes ruhen. Als ich sie heraus nahm, blieb auf jedem Drathe eine Wachslage, die, erkältet, sehr augenscheinlich war. Dann ließ ich in einem andern eigends hierzu verfertigten Topfe ein Oehl bis auf einen hohen Grad, das ist, nicht gar bis auf den Siede⸗ punct erhitzen, und senkte die Spitzen dieser Dräthe, alle gleich tief, ein. Die Wachslage schmolz zwar auf jedem Metalldrathe, aber die Geschwindigkeit der vor sich gegangenen Schmelzung war mit der Geschwindig— keit, mit welcher die Hitze durch die verschiedenen Me— talle sich fortpflanzte, in einem geraden Verhältnisse. Ich konnte den Unterschied der Geschwindigkeit, mit welcher diese Schmelzung durch jedes Metall sich vor— drang, recht deutlich sehen. Um endlich den richtissten Begriff von diesen Ver⸗ suchen zu geben, ließ ich zwölf davon(Taf. III) stechen, durch welche man es in einem Blicke übersiehet, zu welcher Höhe, die durch die kleine Querlinien angezeigt ist, die Schmelzung in dem Augenblicke, als ich die Vorrichtung aus dem Oehle zog, gekommen war. Die senkrechten Linien bezeichnen die Dräthe der verschiede⸗ nen Metalle, welche durch die uber jedes gesetzten chy⸗ 3512 Von den Metallen chymischen Zeichen benannt sind. Die Ordnung, in der ich sie stellte, war diese: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Stahl, Eisen, Bley. Von den Metalldräthen ist nicht mehr, als das äußerste Ende vorgestellt, weil nur se viel nöthig war, um die Höhe genau zu bestimmen, zu welcher die Schmelzung in den zwölf Versuchen aufge—⸗ stiegen war; denn die Dräthe waren viel länger, und diel weiter von einander entfernt, als man sie auf der Tafel siehet. Es hat sich bey mir sowohl durch die in der Figur⸗ ausgedrückten zwölf Versuche, als durch noch eine große Anzahl von anderen, bestättiget, daß das Silber von allen Metallen der beste Leiter der Hitze ist, und daß die natürliche Ordnung diese ist: Silber, Kupfer, Gold, Zinn, Eisen, Stahl, Bley. Cs fand sich zwar von Zeit zu Zeit in dem Erfolge eine kleine Abweichung vor, das Silber und Bley ausgenommen, wovon das er⸗ stere die Hitze aufs behendeste, und das andere aufs längsamste zu leiten niemahls ermangelt hatte. Ich hätte in dieser Hinsicht die nätürliche Ordnung gleich⸗ förmiger festsetzen können, wenn ich zu Werke gegangen wäre, wie es oft Aerzte thun, die bey Anpreisung ihrer Heilmittel nur die Fälle erzählen, in welchen die Cur be⸗ ———— nung, R upftt, Zm ichen it it weil gut s. estimmen, suchn ausß länger, m fte auf in der Fh ch eine gaht Silbet un ist, und di kupfer, Ga ich zwat uoh veichung di von das( andere aust hattt. Y Nung glich le gegalgel reisung iher hen di dů 1 als Leitern der Hitze. 353 bewirkt worden ist, alle andere aber, wo die Heilmit⸗ tel versagten, unterdrücken. Ich könnte gleichfalls die Versuche, oder die Abweichungen, die mit unterliefen, zurückehalten, und nur diejenigen, in denen die natür⸗ liche Ordnung unabänderlich Stand hielt, vorlegen; allein von dieser Art des, Betruges sehr weit entfert, habe ich die zwölf Versuche, so wie ich sie nach einan— der gemacht habe, bestehen lassen, ohne andere darun⸗ ter zu mengen, die die Abweichungen verheelt hätten, da diese doch in einer weit grösseren Anzahl zur Hand gewesen wären. Ich habe nicht eher, als nach einer Menge von Versuchen, und nach der Mehrheit der Er⸗ solge einen Schluß gemacht; Ich wüßte aber keine gültige Ursache wegen den Abweichungen, die der Leser in den verschiedenen Versuchen sinden wird, anzugeben. Man wird es leicht begreifen, daß der große Unter⸗ schied in der Höhe, zu der die Schmelzung in den zwölf Versuchen aufgestiegen ist, von nichts anderm herrühre, als daß ich die Ende der Metalldräthe nicht gleichlang in dem heißen Oehle gelassen habe, oder daß das Oehl nicht immer denselben Grad der Hitze erlangt hatte. J. verm. Schrift. II. B. 7 Hier⸗ Von den Metallen ꝛc. 37½4 Hieraus wird man begreifen, warum die silbernen Geschirre, worin man warme Getränke hält, als Kaffee⸗ und Theegeschirre, hart zu behandeln sind, wenn ihre Handhaben nicht von Holz, oder mit einer Substanz, die die Hitze nicht so leicht durchlässet, überkleidet sind. ————— 5 Von die sibenn lt, als guff d, wenn ihy ner Gubsin t, üherlladt Von der Brennharkeit etalle. VoI νανμαιοασ 8 ατροαννι. 1 SegNev eα ν οναιινο ισu. 7 * — E — „— — 2E 2 0 28 +7 HIPPOeRATES. U rubsunn OCRALL, 2 NN V. 2 EE . 2—— e I N N steer Abscchnitt. Da zum Einathmen taugliche, oder atmospärische Luft ist nicht minder die Stütze der athemschö— pfenden Thiere, als sie die wahre Nahrung des Feuers, und vorzüglich der Flamme ist; das heißt, kein oder fast kein Körper kann brennen oder in Flammen auflo⸗ dern, ohne daß er nicht mit einer Luft in Berührung wäre, worin Thiere, die athmen, leben können. Wenn diese allgemeine Regel Ausnahmen leidet, so treffen sie bey solchen Körpern ein, welche durch die Hitze von selbst eine salche Luft entwickeln, so wie zum Beyspiele 3 3 das 358 Die Brennbarkeit das Schießpulver thut, welches in den aufs genaueste verschlossenen Gefäßen sich entzündet, weil es durch die Hitze eine unermeßliche Menge dephlogistizirter Luft, als welche in einem viel höheren Grade eine Nahrung der Flamme abgibt, als die gemeine Luft, aus dem Sal— peter entwickelt, mittlerweile die Kohlen eine brennbare Luft vorschießen(a). Die heutigen Physiker haben es uns gezeigt, daß eine Mischung von brennbarer und dephlogistizirter Luft mit einem nachdrücklichen Knalle Flämme fasset. Eben die Mischung dieser zwey Lüfte ist es, die in dem Augenblicke der Entzündung dieses sonderbaren Körpers, des Pulvers, sich entwickelt, und in dem Puncte selbst, als sie sich bildet, in Flammen ausbricht. Auf diese Weise kann man sagen, daß das Schießpulver, weil es sich mit seiner eignen Luft näh⸗ ret, der gemeinen Luft nicht bedarf, um zu brennen. Die Ursache, warum verbrennliche Körper, der zum Einathmen tauglichen Luft beraubt, nicht brennen oder in Flamme aufgehen können, scheinet darin zu liegen, daß das zur Zeit der Entzündung von diesen Körpern sich abscheidende brennbare Grundwesen von der — (a) Sieh im ersten Bande die Abhandlung über das Schieß— pulver. +— 6 genauch. es durh x er Luft, I⸗ Nahrunzein 5 den G ne brennbon der haben anbarer und lichen Kal r zwey E ndung dist lwickelt, ny in Flamna n, daß das ien Luft nih hrennen. Lörper, x icht brenng et dakin 9 bon dest ndwesen taß dit —— D0 Eil der Mekalle. 359 der umgebenden athmenbaren Luft begierig aufgenom- men wird, welche, davon bald gesättigt, und folglich, unfähig noch mehr einzusaugen, das Feuer von selb⸗ sten verlöschen lässet, falls sie zu entwischen, und durch eine neue Menge reiner Luft sich zu ersetzen verhindert ist. Hierauf, daß nämlich ein beständiges Erneuern der Luft nothwendig ist, damit die Verzehrung der ver— brennlichen Körper Statt haben könne(b), beruhet der bekannte Grundsatz, der zu dem Gedanken, die Häuser unverbrennlich zu machen, Anlaß gab, welches man in Engelland schon mit dem erwünschtesten Erfolge ausge⸗ führt hat(e). 3 4 Das —— (b) Es ist vielleicht kein Theil der Physik unsres Forschens würdiger, als die Hitze, das Feuer, das Verbrennen; und dennoch ist kein Gegenstand, mit welchem die Ver⸗ suche, um seine Natur zu ergründen, mit weniger Er⸗ folge wären gekrönt worden. Doetor Crawford hat zwar diese Materie in einem sehr sinnreichen Werke unter dem Titel: Experiments and observations on animal heat and the inflammation of conbustible bodies. London MDCCLXXIX, aus einander zu setzen gesucht; allein so viel Verdienst dieses Werk auch hat, so sind wir doch noch weit entfernt, als daß wir von diesem verwickelten Vorwurfe klare Begriffe hätten. (e) Herr Hartley, ein Parliamentsglied, bedient sich dün⸗ ner und, um das Rosten zu verhüten, mit Oehl bestriche⸗ ner 360 Die Brennbarkeit Das Verbrennen der Metalle ist den nämlichen Gesetzen unterworfen, als jenes der andern verbreun— lichen Körper; das heißt, von der Gemeinschaft der freyen Luft abgeschnitten, können sie nicht brennen oder sich verkalken(d). Die Metalle bestehen aus einer, mit dem brennbaren Grundwesen innigst verbundenen Metallerde. Wird dieses brennbare Grundwesen von dem Metalle getrennt, so verlleren diese Körper ihre Dehnbarkeit unter dem Hammer, wie nicht weniger die metallische Gestalt, und sehen sich in eine Subsianz verwandelt, die gemeiniglich einer Erdart gleicht, welche die Scheidekünstler Metallkalke nennen. Die fortgesetzte Wir⸗ ner Eisenplatten zur Bodenbelegung eines jeden Stocks vom Gebäude. Lord Viscount Mahon hat noch eine wohlfeilere Art ausgedacht, wovon man in dem LXVIIIT Bande der philosophischen Transactionen einen Entwurs antrefft, und den dieser Herr in einem besondern Werke ausführlich beschrieben liefern will. (d) Man weiß nun auch aus Graf Morozzo's Varsuchen, daß man Metalle in sixer und salpetersaurer Luft verkalken kann. In der nach gescheheuer Verkalkung übriggebliebe— nen Luft breunt ein Licht. Kann man hier wohl sagen, daß ein Phlogiston aus den Metallen gegangen sey? Diese Versuche verdienen alle Aufmerksamkeit, und ich glaube, daß sie dem Streite über die Gegenwart des Phlogistons in den Metallen einmahl ein Ende machen könnten. Aum. d. Uibers. —— en nänlihe ern verhren ieinschast 0 brennen chy u aus einz berbundenn undwesen ein Körper ir t wenige h ine Subiin gleicht, wich Die fothesht Vy⸗ seden Einc hat noch ee udem LNTVII einen Enttyn esondern V es Vutscht „Euft bernnke äniggchle ser wohl sigez jen sih? Dis nd ich glalh, 2ieY Whlogsftte zunten. Mx. der Metalle. 361 Wirkung des Feuers ist ohne andere Beyhülfe allein im Stande, die Metalle unter die Gestalt eines Kalks zu bringen, Gold und Silber ausgenommen(und vielleicht auch die Platina), als welche zwey edle Metalle, ohne ihre Natur zu ändern, der Wirkung des heftigsten und Ianhaltendsten Feuers widerstehen(e). Die Metallerden 2 3 oder (e) Gold und Silber unter den Metallen, und Quecksilber unter den Halbmetallen, scheinen sich niemahls in dem Stande eines eigentlich sozenannten Kalks zu befinden; denn die Hitze allein, ohne Zusatz, ist im Stande, sie zu entlarven, und wieder unter ihrer natürlichen Metall⸗ gestalt erscheinen zu lassen, wenigstens hat man hierzu kein Phlogiston nöthig, wie ihre wahre Gestalt auch im— mer versteckt seyn mag. Eisen, Bley, Zinn und Kupfer, einmahl in wahrhafte Kalke verwandelt, es sey nun durch die Wirkung des Feuers allein, oder durch die Wirkung der Säuren, die sie aufgelöset haben, können ohne Zusatz des breunbaren Grundwesens nicht wieder zu dehnbaren Metallen gemacht werden. Gold und Silber aber, so verkappt sie auch sind, gehen niemahls in vollkommene Kalke über. Quecksilber, verkalkt, oder durch eine etliche Monathe lang unterhaltene Hitze in eine rothe, etwas zinnoberähnliche Masse verwandelt, wird wieder lebendiges Quecksilber, sobald man es einer viel stärkern Hitze aus⸗ setzt, als die letzte war, die man, um es fest zu machen, gebraucht hat. Es scheinet, dieses metallische flüssige Wesen habe seine Flüssigkeit durch die ungemein große Menge der dephlogistizirten Luft, die es bey seinem Fest⸗ werden, oder bey seiner Verkalkung, eingesaugt hat, ver— loren, und kehre zu seiner ursprünglichen Flüssigkeit wieder 3u⸗ 35² Die Brennbarkeit oder Metallkalke können aufs neue wieder dehnbare Metalle werden, wenn sie das, was sie bey der Ver— kalkung verloren, nämlich das Phlogiston oder das reunbare Grundwesen, wieder erlangen. Dieß ist die Grundlage, worauf größten Theils die Schmelzkunst, und vorzüglich die Bergbaukunst beruht; denn, wenn wir Gold und Silber ausnehmen, so findet man die Metalle in dem Eingeweide der Erde höchst selten unter ihrer Metallgestält, sondern sie kommen entweder unter der Gestalt einer Metallerde oder eines Metallkalkes, der die Gestalt eines Metalles nicht anders, als durch den Zusatz des Phlogistons annimmt, verlarvt vor, oder sie sind mineralisirt, das heißt sie sind mit einem frem⸗ zurück, indem es diese wunderbare Luft, die man in ei— nem großen Uiberflusse daraus erhält, durch die Kraft des Feuers austreibt, aber in einem hohen Grade der Reinigkeit, daß sie nun eine belebende oder dephlogistizirte Luft ist. Könnte man beweisen, daß das Quecksilber während seiner Verkalkung die atmosphärische Luft so, wie sie ist, verschlingt, das heißt, mit dem Phlogiston, womit sie allezeit beladen ist, so könnte man, um die Erscheinung zu erklären, sagen, das Feuer treibe die Luft aus dem verkalkten Quecksilber heraus, indessen der Queck— silberkalk Kraft der grössern Anverwandtschaft, die er zu bem Phlogiston hat, als die Luft, das brennbare Wesen gleichsam gefesselt hält, und nachdem er sich mit diesem Grundstoffe innigst vereinigt hat, unter der Metallgestalt wieder zum Vorschein kommt. et dehubnr deh du Vy N oder dal Dieß is N chmelhenz denn, en det man d selten mt itweder unst Metallhale „ ald duh verlarot ti, ud mit eing fleh die man int⸗ Urch die Kt en Grude N dephlogiit as Quecslh ische HM, m Phlopiin man, u N treibe MIA sen der dut Ist, di er Aubute Mit ch nit deüt Metabe der Metalle. 363 fremden Körper, der sie verbirgt, vermischt. Dieser fremde Körper ist meistens Schwefel. Um diesen letzteren ihre Metallgestalt zu geben, hat man gewöhnlich nichts zu thun, als diesen Schwefel mittelst des Feuers aus⸗ zutreiben. Die ältern Scheidekünstler hatten mit den neuern nicht einerley Begriffe vom brennbaren Grundwesen. Ihr Phlogiston, z. B. der Schwefel, war vielmehr ein Körper, der das brennbare Grundwesen im Uiberflusse besitzt, als das brennbare Grundwesen selbst in seiner Reinigkeit. Den zwey großen Männern, Becher und Stahl, und vorzüglich dem letztern, haben wir eine richtigere Kenntniß dieses Grundstoffes in seiner Reinig—⸗ keit, und von jeder andern Substanz abgeschieden, zu verdanken. Ungeachtet dieses Begriffes aber, den sie uns davon beygebracht haben, waren sie doch, ihn in seiner ganzen Reinigkeit, das ist, von aller andern Maäterie befreyet, darzustellen, nicht im Stande. Die wichtigen Wahrheiten über das Phlogiston oder das Feuer, als einen Bestandtheil der Körper, die der Chy— mie eine ganz andere Gestalt gaben, rühren von demn berühmten Stahl her. Das brennbare Wesen, dieser Grundstoff von der höchsten Feinheit, so daß er unseren Sinnen in seinen 7 37 iu⸗ —25 364 Die ren! übarke it einfachen Stande unbemerkbar ist, durchdringt beynahe alle Körper, und theilet ihnen nach seiner Menge und nach der grösseren oder kleineren Kraft, mit welcher er 0 anhängt, sehr verschiedene Eigenschaften mit. Es bt Körper, die es niemahls fahren lassen, dergleichen edlen Metalle und das Quecksilber sind. Es gibt wieder andere, die es zwar vermöge ihrer Natur ent⸗ halten, aber auch wieder mehr oder minder leicht ver— lassen. Unter den Metallen ist das Eisen dasjenige, mit welchem dieses Grundwesen am schwächsten vereinigt zu seyn scheinet; denn alle Säuren, auch die schwäch⸗ sten, berauben es desselben: die bloße feuchte Luft ent⸗ ziehet es ihm. Der Rost ist nichts als ein verkalktes Eisen, welches unter dem Nahmen Ocher bekannt ist. Indessen hat es das Ansehen, daß dieses brennbare Grundwesen, obschon es das Eisen leicht verlässet, den⸗ noch sich sogleich durch einen Grad der Hitze, der es aus dem Bley und Zinn vertreibet, davon loszumachen sich weigere. Es macht sich aber mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit davon los, sobald es den heftigsten Feuersgrad erhalten hat, so wie man ihn einer etwas ausgibigern Masse dieses Metalles nicht leicht geben kann. Hat das Eisen, vorzüglich aber der Stahl(der von dem Eisen eigentlich in nichts unterschieden zu seyn scheinet, als durch eine grössere Menge des brennbaren Grundstoffes, den er besitzt), jenen Grad des Glühens er⸗ 8— Diieei‚i‚eeeeeeettetetetetet.e....... — lich, Du ngt behnal Nenge u it wilhr en nit, Et „derglichr d. Es gt r Miur as er liht u en dn sten veunh Rdie schdät⸗ hte Luft ei, ein berkallt belannt ů ses Hlhut erlasse, v Hihe, x Loszumt 6estaunlihn en heftgte einet ehns leicht Rl Stahl( eden I sl brelnhate 26 Glchens . der Metalle. 355 erlangt, den es, um min heller Flamme zu brennen, nöthig hat, so würde es, wie eine Wachskerze zu bren⸗ nen fortfahren, bis es ganz verzehrt, oder zu Kalk verwandelt ist, wenn es sich in einer Luft befände, die alles das Phlogiston, welches in diesem Stande des Glühens verbreitet wird, aufnehmen könnte. Die ge— meine Luft, die schon im natürlichen Stande mit einer gewissen Menge des Phlogistons angeschwängert ist, kann alles das brennbare Grundwesen, welches ein Stück Eisen von einer gewissen Dicke, wenn es wahr—⸗ haft in Flammen stehet, um sich herum verbreitet, nicht so geschwind einsaugen; ob sie gleich die Flamme eines recht feinen stählernen Drathes etliche Minuten zu un— terhalten vermag. Schon vor vielen Jahren zeigte ich meinen Freun⸗ den eine Erfahrung, die ein Ungefähr mich beobachten ließ, und die vermuthlich auch andere schon beobachtet haben müssen; nämlich einen sehr kleinen stählernen Drath in der Flamme einer Kerze glühend zu machen, und ihn wieder herauszuziehen, ehe er der Wirkung der Flamme zu lange ausgesetzt war. Ziehet man ihn in dem Augenblicke, als er rotb wird, heraus, so wird man beobachten, daß die Röthe in der freyen Luft bald in die funkelndste Gluth sich verwandelt, so daß das Metall schmelzt, verschiedene Partikelchen abspringen, und 366 Die Brennbärkeit und in die umgebende Luft sich versprützen, und daß ein beträchtlicher Theil des Drathes in einen Kalk, wenig— stens in einen unvollkommenen Kalk übergehet; denn dieses geschmolzene Metäll, obschon es seine Dehnbarkeit gänzlich verloren hat, gehorcht noch dem Magnete. Tauchet man diesen stählernen Drath in eine Flasche voll dephlogistizirter Luft in dem Augenblicke, als der höchste Grad der Entzündung oder des Glühens noch besteht, so erlöscht die Flamme keineswegs, sondern sie durchlauft den Metalldrath mit einer ziemlichen Ge⸗ schwindigkeit, und verzehret ihn solchergestalt, so lang er auch seyn mag, ganz, wenn nur dephlogistizirte Luft genug da ist, welche eine vorzügliche Güte besitzt. Wenn man anstatt eines der feinsten Saitendrä⸗ then einen viel massiveren nimmt, so wird der Versuch auf diese Art nicht vor sich gehen. Die Ursache davon ist, daß die Hitze einer Lichtflamme nicht Wirksamkeit genug hat, um die ganze Substanz eines dicken stähler⸗ nen Drathes so zu durchdringen, daß sie ein vollkom— menes Glühen, oder eine wahrhafte Entzündung be— werkstelligen könnte, welche anzuhalten und durch den ganzen Drath sich fortzupflanzen im Stande wäre. Dieses Metall beträgt sich in der dephlogistizirten Luft fäst wie ein Licht, oder wie eine Wachskerze in der ge— mei⸗ dah en Wenlg⸗ hetʒ den ehnbacket Magnet ie Flasch „als de hend n ondern se ichen Ge⸗ „so lang logisttite iche Gt aitendt⸗ T Vessuch che davhl irksamki n stähla vbolllon wang b⸗ durch de de wät, Itten duft n der ge snei⸗ der Metalle. 367 meinen Luft. Eine Wachskerze wird bald verlöschen, wenn man nichts thut, als den Docht nur anzustecken, ohne daß eine lebendige Flamme wäre erweckt worden. Hat man aber nur ein kleines Zäserchen des Dochts entzündet, so wird die Flamme dem übrigen Dochte sich mittheilen, und folglich nach und nach der ganzen Kerze, bis sie völlig verzehrt seyn wird. Es scheinet, sage ich, daß ein ähnlicher Umstand bey dem stählernen Drathe eines etwas grössern Calibers in der dephlogisti— zirten Luft Statt habe. Die Schwierigkeit, diesen Ver— such mit Erfolg anzustellen, bestehet nicht darin, daß ein grober stählerner Drath nicht eben so gut brennen könnte, als ein feiner, oder daß eine Flamme nicht durch seine ganze Substanz sich fortpflanzen könnte, son⸗ dern sie rühret einzig und allein daher, daß die Flamme einer Kerze selbst nicht so viele Hitz hat, um einen groben stählernen Drath entzünden zu können. Man wird gar nicht zweifeln, daß dieß so ist, wenn man wissen wird, daß man, um einen groben Saitendrath anzuzünden, sein Ende nur mit einem Stückchen des feinsten stähler⸗ nen Drathes umwinden, dieses anzünden, uud alles sogleich in die dephlogistizirte Luft eintauchen darf. Der kleine stählerne Drath wird den groben stählernen, ja so gar einen ganzen aus mehreren Stahldräthen zu⸗ sammengedrehten Bund in Brand stecken. Ich wage es nicht, zu bestimmen, wie dick man einen solchen metalli— schen 35⁸ Die Brennbarkeit schen Bund, ohne daß der Ver such fehlschlüge, mached dürfe. Da ich aber auf diese AÄrt schon einen aus acht Saitendräthen zusammengeflochtenen Bund angezündet habe, so habe ich Ursache zu glauben, daß man noch viel weiter gehen könne, wenn nur das Glas voll de⸗ phlogistizirter Luft, wohin man den Strick eintauchen muß, groß genug ist, und die dephlogistizirte Luft selbst eine gute Beschaffenheit besitzet. Die zu diesem Versuche schicklichsten Dräthe sind diejenigen, welche unter dem Nahmen der Klavier saiten bekannt sind. Sle sind, wenigstens in den Kaufläden zu Wien, von zwölf verschiedenen Sorten zu haben, auf den Spulen, um welche sie in den Fabriken auf⸗ gewickelt werden, mit Zahlen bezeichnet. Hiervon kann man nur die kleinsten, das ist, nur die mit Nro 1r und 12 bezeichneten, an dem Lichte, ohne Furcht zu ver⸗ fehlen, anzünden. Will man aber einen grössern, 3. B. mit Nro moder 2, daran anzünden, so muß man sein Ende mit einem Stückchen von Nro moder 12 umwik⸗ keln, oder man muß das Ende des grössern Drathes selbsten sehr zuspitzen, indem man es auf dem Amboß schlägt, und das gefletschte Ende in eine sehr scharfe Spitze ausschneidet. Eine solche Spitze entzündet sich an dem Lichte eben so leicht, als der Drath von Nro 2ꝛ, und taucht man ihn alsdann geschwind in ein Gefäß voll 0 906 0 l „Machen als aht mgthindt man noch voll x⸗ eintauchg Luft slg räthe si Habiersaünn Kaufläte zu habe, Rken auf— etvon kam it Nro ln cht zu du ern,. U. man sit 12 umi u Dtathes m Anlh he schart undet sch Nio 13/ ein Glsh 9l der Metalle. 369 voll dephlogistizirter Luft, so wird die Flamme durch die ganze Länge dieses Drathes sich fortpflanzen. Man wird mit mir übereinkommen, daß die Fort⸗ pflanzung des Feuers durch einen Eisendrath in dephlo⸗ gistizirter Luft auf die so eben beschriebene Art eines der schönsten und auffallendsten Schauspielen ist, welches man sich nur einbilden kann. Die Flamme, welche das Eisen gibt(und ich glaube, dieses Feuer so nennen zu können), ist von einer Reinigkeit und von einem Glanze, daß sie die Augen auch bey hellem Tage kaum ertragen köͤnnen. In der Dunkelheit des Abends erscheinet dieses Schauspiel in einem noch vortheilhafteren Lichte, und die Flamme des kleinsten Saitendraths ist im Stande, ein großes Zimmer zu beleuchten. Alle, denen ich diesen Versuch gezeigt habe, konnten sich über die bezaubernde Schönheit desselben nicht genug erstaunen. Anstatt einen solchen Saitendrath an der Flamme eines Lichts anzuzünden, zünde ich ihn mit der näm⸗ lichen Leichtigkeit mittelst einer geladenen Leidner Flasche an. Wir wissen, daß das elektrische Feuer einen Me-⸗ talldrath, vorzüglich aber einen Eisendrath, zu schmel⸗ zen im Stände ist. Allein um nur einen der fein⸗ sten zu schmelzen, braucht man eine sehr starke Batte⸗ rie J. verm. Schrift. II. B. Aa 37⁰ Die Brennbarkeit rie(f). Die in der III Tafel vorgestellte cylindrische Flasche gibt einen Begriff von der Art, diesen Versuch anzustellen. AA ist eine cylindrische, schön durchsichtige Glasflasche, deren Boden ausgeschnitten, und mit einem von Messing EE, dessen Mitte in den Buckel EP sich er⸗ hebt, vertauscht worden ist. 0D ist ein Aufsatz von Messing, in dessen Mittelpuncte ein Korkstöpsel stickt, wodurch eine messingene Stange mit der aufgesetzten Kugel B geht. E ist ein messingener Schirmhut, um zu verhindern, daß die abspringenden Brandstücke des Me⸗ talles den Stöpsel nicht erreichen und anzünden. C ist der Eisendrath, den man anzünden will; er hängt in einer in der Mitte der Metallstange angebrachten Rinne, und wird durch die Kugel E eingezwängt. Dieser Eisen— drath ist, um seinen Inbegriff in einem kleinern Räume zu vermehren, in eine Schnecke gedreht. Das untere Ende dieses Eisendraths läuft in eine lang gezogene sehr feine Spitze aus, damit man, um die Spitze in ö Brand (f) Recht seine Eisen ober Stahlspäne, so wie sie von dem Drehstocke der Uhrmacher abfallen, entzünden sich mittelst einer kleinen Leiduer Flasche; legt man solche Späne in eine Kartätsche, so kann man sie anstecken, wenn mau die Entladung einer kleinen Leidner Flasche durch diese Späue leitet, welche bey ihrer Schmeltung das Pulver ontzünden⸗ ladrisch Besuc hsichige it einen sich a⸗ satz vun l stick, fgesehen „um iu des M⸗ I. Cis hängt in N Rinnt ser Eiseh⸗ uMaume 8 untete gezogele pitze i 5rand von dem mittel Späne il Enn ma uh dis Wn der Metalle. 371 Brand zu stecken, nur eine mittelmäßige Leidner Flasche zu Hülfe zu nehmen braucht. Um diesen Metalldrath anzuzünden, füllt man das eylindrische Glas mit de—⸗ phlogistizirter Luft an, jedoch so,‚ daß man so viel Wasser darin läßt, daß es die Spitze des Buckels F etwas übersteigt; alsdann richtet man eine metallische Gemeinschaft zwischen dem metallischen Boden der wal⸗— zenförmigen Flasche und der äußeren Bewaffnung einer Leidner Flasche auf, die man nun entladet, indem man den Ausbruch auf den Knopf B leitet. Das elektrische Feuer, gezungen, den einzigen, ihm zwischen dem Buckel Fund der Spitze des Metalldraths offen gelassenen Weg einzuschlagen, steckt diese Spitze in Brand. Die ein— mahl erweckte Flamme läuft auf dem Metalldrathe all⸗ mählig fort, bis entweder er ganz verzehrt ist, oder die dephlogistizirte Luft in der walzenförmigen Flasche phlo⸗ gistizirt, folglich die Flamme des Eisens länger zu un⸗ terhalten unfähig geworden ist. Indem diese Flamme die Schnecke, die der Drath bildet, verfolgt, erhebt sie die Schönheit des Schauspieles, welches ziemlich lang anhält. Man muß Acht haben, daß der Tisch, worauf der Versuch gemacht wird, nicht erschüttert wird, wobey der Eisendrath in ein Sittern gerathen würde, welches verursacht, daß der entzündete und geschmolzene Knopf von dem übrigen Drathe mit einer abstoßenden Bewe⸗ gung sich absondert, und mit ihm der ganze brennende Aa 2 Theil, 37² Die Brennbarkeit Theil, und das Feuer verlöscht. Trennet sich hingegen der zu schwer gewordene Knopf von selbsten, ohne eini⸗ ges Zittern, so bleibt gemeiniglich noch ein entzündetes Stück zurück, welches sogleich die Flamme dem ns Dräthe übersetzt. Man muß es sich wohl merken, daß der ganze Boden der cylindrischen Flasche abgenommen werden muß; denn wenn man sich begnügen wollte, nur ein Loch einzugraben, und, um der elektrischen Entladung einen Uibergang zu verschaffen, einen metallischen Knopf einzustecken, so würde die Flasche kaum zu zwey Ver⸗ suchen aushalten, denn unterdessen die Flamme den Metalldrath durchläuft, fällt von Zeit zu Zeit eine ge⸗ schmolzene und noch in dem Stande des heftigsten Glü⸗ hens begriffene Masse ab, welche, wenn sie auch auf einen Zoll tief das kalte Wasser durchsetzt, dennoch den Ort des Glases, auf den sie trifft, zu schmelzen im Stande ist, alldorten hängen bleibt, und das Glas nothwendigerweise zerbricht. Ein solcher geschmolzener und noch entzündeter metallischer Knopf hat, obschon er durch das kalte Wasser gehen mußte, doch den zinne⸗ nen Boden meiner Flasche in Fluß gebracht, denselben ganz durchgefressen, und noch eine andere Zinnplatte, worauf der Boden aufstand, durchbohrt. Ein glü— bendes Metall in der reinsten Feuerluft besitzt viel⸗ leicht Hei hingege ne einl zündete ͤbtihn er ganse wetden nur ein Rtladung E Klopf weh Vlr mme der eine ge⸗ ten Gll auch auf noch dal lzen in Glah molzentt obschon n zinnt/ nselben unplatt, + gl bt hill⸗ lelcht I* +5 der Metalle. 373 leicht den höchsten Grad der Hitze, der nur möglich ist(g). Da man die Metalle überhaupt für brennbare Kör— per gehalten hat, so glaubte man folglich auch, daß sie mehr oder weniger offenbar brennen könnten. Zink ent⸗ zündet sich in einem Tiegel so sichtbar, als eine Fette, mit einer sehr leuchtenden Flamme. Das Eisen verräth in der stärksten Glut durch sein Funkeln, daß es wirk⸗ lich in Flammen stehet. Die Künstler benützen es sogar deswegen zum Feuerwerke. Graf von Buffon ist der Aa 3 Mei⸗ (3s) Die große Hitze, die ein auf eine glühende Kohle ge— richteter Strohm der dephlogistizirten Luft erweckt, könn⸗ te sehr nützlich seyn, um die Metalle zu schmelzen, und vollkommenere Löthungen zu machen. Herr Achard, Mit⸗ glied der königlichen Akademie zu Berlin, schlägt in einer Denkschrift dieser Gesellschaft, um diesen Gedanken zur Nutzanwendung zu bringen, ein leichtes Mittel vor, nach welchem man aus einer mit dieser Luft gefüllten Blase die herausgetriebene Luftsalle auf eine Glut oder durch die Flamme, die das Metall schmelzen soll, richtet. Man könnte auch, wie ich deure, die dephlogistizirte Luft auf eine solche Glut leiten, während dem sie aus dem rothen Quecksilberniederschlage oder Salpeter sich entwickelt. Man dürfte nur an dem Halse der Retorte eine gläserue oder metallische Röhre anhängen, und ihr äußerstes Ende, das so eng, als möglich seyn müfte, auf die Glut nichten. 37⁴ Die Brennbarkeit Meinung, daß alle Metalle, nicht einmahl Gold und Silber ausgenommen, in dem Stande des Glühens mit einer Flamme umgeben sind, die enge um die Ober⸗ fläche dieser Körper eingeschränkt ist, und folglich nicht da zu seyn scheinet(h). Ich weiß aber nicht, daß bis jetzt noch jemand es für möglich gehalten habe, daß die Metalle, aus dem Feuer herausgezogen, durch Fort⸗ pflanzung der Flamme durch ihre Substanz, voie eine (h) Herr von Buffon denkt so, weil er erwägt, daß die Flamme, ob sie gleich weniger Hitze hat, als eine Glut, doch viel leichter die Entzündung anderen Körvern mit⸗ theilt. Angestecktes Stroh wird verdrennliche Körper, die seine Flamme erreicht, viel leichter ins Feuer setzen, als eine glühende Kohle, ungeachtet das Feuer der Kohle weit heftiger ist. Hieraus schließt er, die Ursache, warum die glühend gemachten Metalle jedem verbrenulichen Hör⸗ per die Entzündung mittheilen, müsse darin liegen, daß sie mit einer wahrhaften Flamme umgeben sind. Sieh Supplement de IPHistoire naturelle. Tom. I. Pag. 9t. Ed. in 9vo. Ich zweifle aber an der Aechtheit bieses Schlusses; denn alle Körver, sogar auch die unverbrenn⸗ lichen, im Feuer stark geglühet, entzünden durch ihre Berührung alle verbrennliche Körver. Herr von Buffon scheinet von der Meinung des großen Newtons zu sehn, der die Flamme für einen bis zum Glühen erhitzten Rauch ansiehet. Man kann diese Stelle des Newtöns in meiner Theorie des Schießpulvers nachsehen. Es kommt mir wahrscheinlicher vor, daß die Flamme, wie es Herr Lan— driani zuerst gesagt hat, nichts anders, als eine entzün; dete hrennbare Luft ist. Ke abd uh Glͤͤhen oie Oher⸗ lich nitht daß hi abe, dß t, daß de eiue Glu, kyern min se Künn, (Her s. cuer setzen, eit iesz noerbrehg. uuch ihte o Vufth schh, ten uuc in Meinet umt mit rt Lun der Metalle. 375 Kerze, sich verzehren. Das Glühen eines feinen stäh⸗ lernen Drathes, wovon ich oben gesprochen habe, schrei⸗ tet, nachdem er wieder von der Flamme entfernt worden ist, nicht über den in der Flamme selbst glühend ge⸗ wordenen Ort hinaus, falls man den Versuch in offener Luft anstellt. 4 4 Zwey⸗ 376 Die Brennbarkeit P PPPI Zweyter Abschnitt. Einige fernere Bemerkungen in Betreff der Brennbarkeit verschiedener Metalle. Vn dem vorhergehenden Abschnitte zergliederte ich nichts, als die Art, Eisen oder Stahl anzuzünden. Indessen habe ich zu untersuchen nicht unterlassen, ob auch alle andere Metalle sich anzünden lassen. Unter allen ganzen und Halbmetallen scheinet der Zink am leich⸗ testen Flammen zu fassen. Ein Zinkblättchen wird sich in der Flamme einer Kerze ganz leicht entzünden, und, aus der Flamme genommen, noch einige Zeit zu brennen⸗ fortfahren. Allein dieses Schauspiel stellt dem Auge nichts Besonderes dar, und dauert nicht lange. Kupfer, Zinn und Bley scheinen auf diese Art an der freyen Luft sich zu entzünden gar nicht fähig zu seyn. In der Feuerluft aber entzünden sie sich sehr leicht, wiewohl die Flamme, wenn man sie in dieser Luft ohne Vereini⸗ gung mit Stahl entzündet, sich nicht lange erhält. Der in Brand gerathene Theil löset sich von dem Uibri⸗ gen bald ab, und das Feuer verlöscht. Das elektrische Feuer entzündet sie nicht, wenigstens war ich mit diesem Ver⸗ nzuzundes assen, h N. Unle am lich⸗ wird sih den, und, u brenner dem Auhe Kupfer cyen Laft In de wiewohl Vereini⸗ e echäl. mlibti⸗ eltrich it diesen Von. der Metalle. 377 Verfuche noch nicht so glücklich. Um sie in der Feuer⸗ luft für sich selbsten zu entzünden, darf man nur an das Ende eines dieser Metalldräthe ein kleines Stück— chen Kork oder Schwamm oder was immer für eine andere entzündbare Substanz anstecken. Nachdem man dieses Stückchen von entzündbarer Materie angezündet hat, täucht man das Metall in die dephlogistizirte Luft, und man siehet es alsobald in dem vollkommnensten Stande des Glühens, obschon, wie ich es schon gesagt habe, die Entzündung durch diese Metalle sich nicht fortpflanzt. Ich konnte es nicht dahin bringen, daß sich außer Eisen ein anderes Metall über einen Viertel—⸗ zoll lang verzehrt hätte. Inzwischen ist es doch ein leichtes, zu machen, daß sie wie Stahl brennen, welches man folgendergestalt angreift. Man drehet einen Drath oder ein kleines Stückchen von dem Metalle, das man brennen will, um einen stählernen Drath um; zündet diesen letzteren an, es sey nun an der Flamme einer Kerze nach der oben zergliederten Art, oder, was besser gehet, man setzt ihn, wie man es auf der III Tafel vorgestellt sieht, in Feuer durch eine elektrische Entladung. Das fremde Metall wird durch den stählernen Drath in Flammen gesteckt, und außer Stande, vom Stahle sich loszuma⸗ chen, zu gleicher Zeit mit ihm verzehrt. Aa 5 Auf 2 C I. 4847 370 Die Brenabarkeit Auf diese Weise kann man beobachten, was für eine Flamme ein jedes Metall gibt. Das Eisen brennt mit der glänzendsten Flamme, die hell und fast ohne einigen Dampf ist, und es sprützt auf alle Seiten die schönsten uud glänzendsten Funken aus. Das Feuer pflanzet sich durch dieses Metall mehr oder weniger ge— schwind fort, nachdem es mehr oder weniger massiv, und die Feuerluft, worein es eingetaucht wird, mehr oder weniger fein ist. Das Zinn mit dem Eisen ver⸗ einigt, scheinet, entzündet, den Glanz, den das Eisen schon für sich selbst gibt, noch zu vergrössern, es be⸗ schleuniget den Lauf des Feuers, gibt nicht mehr Dampf, als das Eisen, und verhindert das Sprühen des Eisens nicht. Das Bley, durch das Eisen entzündet, verzö⸗ gert den Fortgang der Flamme, und es selbst macht eine blasse Flamme, deren Spitze in einen weißlichten und dicken Rauch sich endiget; und es vermindert das Sprühen des Eisens. Das Kupfer pflanzt die Flamme etwas geschwinder fort, aber doch nicht so sehr, als Zinn; es verdunkelt in etwas den Glanz der Eisenflam⸗ me, und gibt nicht gar so viel Dampf, jedoch ohne das Sprühen des Eisens zu vermindern. Der Zink stehet der Geschwindigkeit der Fortpflanzung der Flamme etwas im Wege, hält das Sprühen des Eisens ein wenig in Schranken, und gibt viel Dampf, jedoch nicht so biel, als Bley. Ist aber der Zink in einer sehr ge rin⸗ „ was fle disen humt d fast chi Seilen ge Dad Fauh weniget gr iger wast, wird, nahe NEisen de⸗ n das Eith sern, es b⸗ ichr Dum des Essas det, ben selbt nath weifliche nindert do die Flaunt sehr, Eisenflan⸗ jedoch ohn Der ah der Flampe Eisens l doch lil b schr in⸗ der Metalle. 379 »ingen Menge beygesetzt, so erhöhet er gewissermaßen das Schauspiel, indem er das Sprühen vergrössert, und e Verbreitung der Entzündung beschleuniget; andrer Seits aber schadet er der blendenden Klarheit der Flam⸗ me durch den vielen Dampf, den er erzeugt. Dieser letzte Versuch läßt sich auch anstellen, indem man einen Eisendrath, anstatt eines Schückchen Zinks, mit einem sehr feinen Messingdrathe umwindet(i). Gold und Silber, mit dem Stahle verbunden, schienen mir die Stahlflamme weder zu vermehren, noch zu vermindern. ben so wenig schienen sie die Fortpflanzung des Stahl— verbrennens weder zu verzögern, noch zu beschleunigen. Sie (i) Um diesen Artikel auch jenen begreiflich zu machen, die keine chymische Kenntnisse besitzen, will ich anmerken, daß Messing nichts anders ist, als ein rohes mit Zink auge⸗ schwängertes Kupfer, so daß der Zink beyläusig den vier⸗ ten Theil vom Gewichte des Kupfers beträgt, und ihm die Goldfarbe gibt. Einige müchten nicht begreisen, wie ich ein Halbmetall, das so wenig unter dem Hammer dehnbar ist, in so kleine Stückchen habe schneiden könuen. Der Zink läßt sich sehr leicht in dünne und biessame Plättchen bringen, wenn man ihn zwischen zwey Walzen von Stahl, die auf ein— ender sich drehen, so wie man sie in den Münzhäusern antrifft, drückt. Herr Sage, ein Mitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Paris, ist es, der mir 27„ 8 4 I + 1E 0E; Rur zehnbor: nohen* He A 964 AWnt ehnba 3 r-elli, 3ezeigt hat. 380 hie Brenübarkeit Sie schmelzen mit dem Stahle zusammen, und scheinen manchsmahl mit diesem Metalle sich innigst zu vermi⸗ schen oder einzuverleiben, ungeachtet ich Gold und Silber meistentheils vom Eisen abgesondert gefunden habe: das will sagen, die zwey Metalle waren mit einander nicht innigst vermischt. Es wird niemand sonderbar vorkommen, daß diese zwey edlen Metalle bey dem ge⸗ genwärtigen Versuche nur bloß schmelzen, ohne sich zu verzehren, wenn man erwägt, daß sie vermöge ihrer Natur unzerstörbar sind. ö Alle Metalle, Gold und Silber ausgenommen, werden bey diesem Versuche mehr oder weniger verkalkt, und vorzüglich das Eisen. Bley, Zinn, Kupfer und Zink werden, wenn sie sehr gering, oder in recht feine Fäden gezogen sind, gänzlich in Metallkalke verwändelt. Ich denke, die Ursache, warum das Eisen unter allen Metallen die Flamme am liebsten fortpflänzet, ist, weil es unter allen Metallen dasjenige ist, dem das Phlogiston am leichtesten anhängt; denn, wie ich es schon bemerkt hade, so lässet es das breunbare Grund—⸗ wesen so leicht fahren, daß man, dieses Metall unver⸗ sehrt, oder ohne Rost zu erhalten, Mühe hat. ud schehg zu bermi⸗ Und Sihhe den habt; it einandn sonderbi eh dem ge⸗ hne sch y möge ihen genommeh, er berkalt, dupfer un kecht fiin Twandel Isen unlt mzet,, dem dis wie ich ei Grund⸗ all unoer⸗ HAt. der Metalle. 381 Dritter Abschnitt. Betrachtungen über eine neue Art, die Men⸗ ge des Phlogistons, welches die verschiedenen Metalle und andere Körper enthalten, zu be⸗ stimmen. Di Auflösung dieses Problems scheinet sehr schwierig zu seyn; deswegen auch wenige Scheidekünstler sich dar⸗ an gewagt haben. Herr Bergman, ein berühmter Pro— fessor der CThymie zu Upsal, hat ein nicht minder neues als sinnreiches Mittel ausgedacht, um zu bestimmen, wie viel brennbares Wesen in jedem Metalle enthalten ist. Er glaubt, nach seiner Art könne man wenigstens vergleichungsweise entscheiden, welches Metall mehr oder weniger davon hat, als ein anderes, ohne daß er sich's anmaßte, die eigentliche Menge desselben genau angeben zu können; und er meinet dieses durch die Vergleichung des Gewichtes eines Metalls, welches man, um eine be⸗ kannte Menge eines andern in einer Säure aufgelösten Metalles zu fällen, nöthig hat, erreicht zu haben; er hält das Silber für um so geschickter, durch die anderen Metalle gefällt zu werden, als es aus der Salpeter⸗ ** säu⸗ 382 Die Vrennbarkeit säure, wenn man Gold und Platina ausnimmt, fast durch alle Metalle niedergeschagen wird. Er legt zum Grunde seiner Lehre, daß die Metalle in den Säuren nicht anders aufgelöset werden können, als mit Verlust ihres Phlogistons, oder wenigstens ei⸗ nes Theiles desselben, welcher von der Säure verschlun⸗ gen wird, worin sich dann erst der solchergestalt seines brennbaren Grundwesens beraubte Theil des Metalls auflöset. Dem zu Folge befinden sich nach seinem Grundsatze die in einer Säure aufgelösten Metalle in einem Stande eines Metallkalkes; denn das brennbare Grundwesen müßte von derselben Säure eher ausgezo⸗ gen und verschlungen werden, als die Auflösung darin Statt haben könnte. Setzet man nun einer solchen Auflösung ein andres Metall bey, welches vermöge sei⸗ ner näheren Anverwandtschaft zu der Säure, als sie das darin aufgelöste Metall besitzt, das darin schon auf⸗ gelöste Metall niederschlägt, und an dessen Stelle sich selbst auflöset; so verläßt dieses zweyte Metall gleich⸗ falls sein Phlogiston, welches dann jetzt zu dem aufgelõ⸗ sten Metalle übergehet, und diesem den brennharen Stoff, den es bey seiner Auslösung verloren hat, wieder zu⸗ rückestellte, und es solchergestalt unter einer wahren Metallgestalt niederschlägt. Da nach Herrn Bergman das gefällte Metall nicht unter einer Metallgestalt er⸗ schei⸗ schin hetlo Ml demn H Mx W MMe ahal mmm, fis die Meal den konnn nigstens, re virschun⸗ estalt sintt es Mealt nach seingg Mefall u btennhar er ausgg sung dum iner solchn hetmog s e, ald st schon aß Stelle sch tall ga n aufgdl aren Sthf wleder l⸗ er wahll Betonat gestalt d 1+2 10 H der Metalle. 383 scheinen könnte, ohne daß es sein Phlogiston, welches es verloren, wieder angenommen hätte; und da es dieses Phlogiston von nichts anderem erhalten könnte, als von dem niederschlagenden Metalle, so folget daraus, daß man bey Berechnung der Menge des niederschlagenden Metalles, als zur Fällung einer gegebenen Menge des auf⸗ gelösten Metalles nöthig ist, vergleichungswelse die Menge des Phlogistons, welches die beyden Metalle enthalten, finden müsse; zum Beyspiele, um einen Cent⸗ ner Silber aus seiner Säure niederzuschlagen, bräucht man mehr als einen Centner Quecksilber, und die Fol⸗ gerung daraus ist nach dieser Lehre, daß das Quecksilber nicht so viel Phlogiston enthalte, als gleichviel Silber. Die Scheidekünstler würden gegen diese sinnreiche Art, die Menge des Phlogistons in jedem Metalle zu berech⸗ nen, allerdings nichts einzuwenden haben, wenn nur Herr Bergman ihnen auch die Beweise mittheilen woll⸗ te, worauf er seine Voraussetzuug, daß die Metalle, und unter diesen auch Gold, Silber und Platina, in den Auflösungen als Kalke, das ist, ihres brennbaren Grundwesens beraubt, vorhanden sind, beruhen lässet. Herr Bergman hat nach dieser Methoöde die Menge des Phlogistons berechnet, welches die fünfzehen schon be— kannten Metalle, gegeneinander verglichen, enthalten, und nach diesem seinen Calcul wäre die Platina unter allen das reicheste, worauf die üͤbrigen in folgender Ord⸗/ 384 Die Brennbarkeit Ordnung folgen: Gold, Kupfer, Kobalt, Eisen, Braun⸗ steinkönig, Zink, Nickel, Spießglaß, Zinn, Arsenik, Sil⸗ ber, Quecksilber, Wismuth, Vley(f). Ich (k) Da das kleine Werkchen, welches diese neue Lehre ente hält, selten ist, so werde ich diejenigen von meinen Le⸗ sern, die Liebhaber der Chymie sind, gewiß verbinden, wenn ich ihnen etliche dahin sich beziehende Beyspiele aus⸗ gezogen vorlege.„Argenti centenario, soluto in acido nitri& aquæ destillatæ duplo diluto, suecessive inditæ fuerunt hydrargyri portiones, qus simul sumptæ 492 libras efficiebaut. Singulæ generabant arbores, quæ 4 Diana nomen mutuantur, sed variis præditas for- mis, pro diversa argenti soluti& hydrargyri immissi proportione. Guo uberius immittitur quavis vice li- quidum metallum respectu præcipitandi, eo plerum- que segnius enascuntur, sed pulchriores, nitidiorées,& crassiores, nec non interdum crystallinæ& prisma- ticæ. Hydrargyrum immisfum primo segnitiem con-— trahit, rigescens, superficies dein inæqualitates mon- strat, tandemque rami excrescunt, qui senũm augen- tur& multiplicantur. Arbusculæ collecte, lote& siccatæ 455 libras exhibuerunt, in quibus 455— Io0 355, hydrargyrum illas ingrediens,& 490—355 135, quod menstruo acido inhæret, produnt. Liquor clarus, immisso postea hydrargyre, 10 diebus nihil dimisit, quamvis etiam digestionis calor adhiberetur. Itaque 135 hydrargyri suo phlogisto 100 argenti libras solutas, ideoque calcinatas, in formam metallieam completam reduxerunt, que qiadruplo fere hydrar- ǵyre — 4 * Ie G Ue Lahtt en N Rcu 1* VNeV Iu Rurhindet der Metalle. 385 Ich habe diese Aufgabe durch die Menge eines jeden Metalles, die in einer bekannten Menge dephlogi⸗ stizirter Luft von einer bestimmten Beschaffenheit ver— zehrt wird, aufzulösen gesucht. Wenn alle Metalle in dieser Luft so leicht brenneten, als Eisen, so könnte man, denke ich, die Frage durch dieses Mittel sehr leicht beantworten; da dieß aber nicht ist, so müßte man zu⸗ vörderst genau bestummen, wie viel Eisen oder Stahl in einer gegebenen Menge dephlogistizirter Luft von einer bestimmten und allezeit gleichen Güte durch alle Versuche hindurch sich verzehrt. Wäre dleß gefunden, so müßte man ferner dieser nämlichen Menge Stahl eine bekannte Menge eines anderen Metalles beyfügen, und alsdann diese zwey Metalle in der nämlichen Menge derselber dephlogistizirten Luft mit einander verzehren lassen. Die⸗ zyro unitæ, amalgama formaverunt crystallisande vegetans. „Plumbum 100 argenti soluti libris præcipitandis necessarium, 224 libras ecit. Dissertatio chemrea de didersa phlegisti quantitate ix metallis, quν½m Senia mpl. Facalt. philes. praside Mas. Torb. RBergman, Chemiæ Prof. reg.& crdin., nee non Eouite aur. regii ordinis de Vasa, tublice ventilanãan NMu Andreas Nic. Tanborg. I7SO‚, Lis, J. verm. Schrift. II. B. B b 366 Die Brennbarkeit Dieses zweyte beygefügte Metall würde durch Müther. lung seines Phlogistons machen, daß man in der Probe weniger Eisen verzehrt fände. Wenn zum Beyspiele zehen Gran Stahl erfoderlich wären, um zehen Kuvik⸗ zoll Feuerluft zu phlogistiziren, und bey dem Zusatze eines Grans eines andern Metalls verzehrten sich nur fünf Gran, so könnte man daraus den Schluß ziehen, ein Gran dieses Metalls enthalte eben so viel Phlogiston, als fünf Gran Stahl. Ich habe schon viele Zeit und Aufmerksamkeit auf diesen Versuch verwandt; ich muß es aber bekennen, daß ich bis jetzt noch nichts bestimmen konnte, das mich selbst befriedigt hätte. Ich habe jedoch den Vorsatz, diese Arbeit selbst wieder vorzunehmen, nicht für immer fahren lassen. Es ist keineswegs Mangel an Muth, der mich, sie zu verfolgen, abgehalten hätte: Mangel der Zeit ist es, die ich für Gegenstände von ganz ver⸗ schiedener Natur zu verbräuchen gezwungen war. Zu⸗ dem sehe ich mich mit ferneren Untersuchungen übet die Beziehung des Thierreichs auf das Pflanzenreich, und den wechselweisen Einfluß, den diese zwey Reiche auf einander haben, und wovon ich bald öffentlich Rechen⸗ schaft geben zu können hoffe, beschäftiget. Mittlerweile verspreche ich mir, dieser Vorwurf werye auch anderen wut Milhh der Rrah Dosp hen Kust ein Justg N sch in luh gihn, Phlogsth, amkat af bekemncz „das mih n Mrach für iumn an Muh, Maht ganz tH⸗ wat. 3 iber R eich, M heiche uuf Rechen Illetwelt j andeteh UO der Metalle. 387 würdig scheinen, daß sie sich damit abgeben. Die dlese Untersuchung unternehmen wollten, müssen sich mit Ge— duld bewaffnen, und durch die Schwierigkeiten, die auf⸗ stoßen, sich nicht sogleich abschrecken lassen. Eine der größten Schwierigkeiten ist, die Metallstückchen, die man mit dem Stahldrathe vetbinden will, fein genug zu bekommen, um sicher zu seyn, daß sie völlig verkalkt werden; denn nimmt man zu massive Stücke, so wi d man sie nach dem Brennen noch größtenthils unter der Metallgestalt antreffen. Ehe man die Versuche anh bet, muß man eine Glocke voll dephlogistizirter Lut von einer bestimmten Güte haben, die groß genug ist, dami sie fur alle Versuche, die man zu machen Lust hat, zurei⸗ chen kann; denn man würde Muhe haben, zwey Glecken zu finden, die mit einet dephloglstizirten Luft genau von derselben Güte, wie man sie auch immer mag hervorge⸗ bracht haben, angefüllt wären. Ich wollte mich gleichfalls unterwinden, zu vere suchen, ob es nicht möglich wäre, mittel r der dephlo⸗ zistizirten Luft die Menge des Phlogistons zu lestimmen, in der es jeder verbrennliche Körper enthält. In die⸗ ser Absicht legte ich in eine gewisse Menge Feuerlust ein Stück Zunder, Holzkohlen, u. s. w., na hden ih sie Vorher entzundet hatte. Sobald sie nun in dieser Luft EV 3 5 2 wa⸗ 388 Die Brennbarkeit waren, verschloß ich die Oeffnung des Gefäßes geuau. mit einem Stöpsel, in der Meinung, so entscheiden zu können, wie viel von einer jeden verbrennlichen Sub⸗ stanz erforderlich sey, um diese gegebene Luftmasse zu phlogistiziren. Allein ich war durch dieses unvorsichtige zu Werke gehen in großer Gefahr, es zu bereuen, daß ich es unternommen hatte. Eine sehr starke Glaskugel, die ich zu diesem Versuche nahm, zerplatzte in meiner Hand mit einem erschrecklichen Knalle. Glücklicherwelse wurde ich von einem einzigen Splitter in meinen Aug-⸗ braunen erreichet, der, bis auf das Bein eingedrungen. fest steckeu blieb. Wiewohl dieser Versuch, durch die dephlogistizirte Luft die Menge des Phlogistons in den Körpern, die in der gemeinen Luft leicht brennen, zu bestimmen, fruchtlos ausgefallen, und, ich gestehe es, gleich unnütz, gefährlich, und übel ausgedacht gewesen ist, und folg⸗ lich nicht verdiente, den Leser damit aufzuhalten, so habe ich doch nicht unterlassen wollen, denselben zu er⸗ wähnen, bloß um zu warnen, daß nicht etwa einen anderen die Lust anwandle, ähnliche Versuche zu magen, die ihm theuer stehen könnten, ihes gnd schehen ichen Eis iftmase n nosrshsz reuen, u Ghakigl ein nah Elchrres Heinen Aup Raedungn hlogistthth rpern, N bestimma⸗ ich umnih und fls halten, 6 en zu e wa eiheh uhh der Metalle. 388 Die Ursache der Gefahr ist, daß der größte Theil der verbrennlichen Körper, und vielleicht alle, im Stande des Glühens eine beträchtliche Menge ent— zündbarer Luft um sich herum verbreiten, welche, mit dephlogistizirter Luft vermischt, eine äußerst gewaltsame Knallluft herstellet, welche nicht ermangelt, sich end⸗ lich zu entzünden, sobald nämlich der verbrennliche Körper selbst in dieser Luft in Flammen auszulrechen mfängt. Aus diesem, was ich gesagt habe, wird man dle Ursache einsehen, warum keine Gefahr vorwaltet, wenn man einen wirklich entzündeten Körper, oder von dem man versichert ist, daß er bey der ersten Berührung der dephlogistizirten Luft sich entzünden wird, in dieselbe eintaucht, sollte auch das Gefäß verstopft seyn; die Flamme selbst verzehrt die breunbare Luft, so wie sie aus diesem Körper herauskommt, und ich glaube, Herr Landriaui nimmt die Flamme mit Recht für nichts anderes, als für eine in Brand gesteckte brennbare Luft. Die Ursache, warum man in einem geschlossenen und mit Feuerluft angefüllten Gefäße die Metalle und Bb; den 3960 Die Brennbarkeit der Metalle. den Kunkel'schen Phosphor ohne Gefahr brennen kann, lieget meines Erachtens darin, daß diese Körper in dem Stande der eigentlich sogenannte Entzündung darin zu⸗ gegen sind, und daß folglich die brennbare Luft, welche dieselben verbreiten, durch eben diese Flamme in dem Augenblicke, als sie hervorkommt, verzehrt wird. ereDE nen lam het in din darin i e in dan hd.— Einige über die Kraft des mit fixer Luft, verschie⸗ denen Säuren und mehreren anderen Sub⸗ stanzen angeschwängerten Wassers, um mittelst der Pflanzen und des Sonnenlich⸗ tes eine dephlogistizirte Luft daraus zu erhalten. Bb 4 t 0 e RocEr Baco. Bor⸗ Von fingendum aut excogitandum, sed inveni- endum, quid natura ferat vel faciat. Wihvaut R. EN D Vorerinnerung. Iwf,—— (FIieer Artikel war für den zweyten Band meiner Versuche über die Pflanzen bestimmt, welcher schon vor einigen Jahren ans Licht treten sollte. Um das Manuscript dem Buchdrucker zu übersenden, erwar⸗ tete ich nur das Ende des Druckes der vermischten Schriften, der schon vor drey Jahren zu Paris angefan⸗ gen wurde, und dessen Ende ich nach dem Versprechen des dafigen Buchdruckers in wenigen Monathen zu sehen glaubte. Diese Unredlichkeit hielt mich von Uibersendung des Manuscripts des zweyten Bandes des obbesagtes Bb 3 Wer⸗ 394 Vorerinnerung. Werkes ab, aus Furcht, daß, wenn der Buchdrucker einmahl im Besitze desselben wäre, er den nämlichen Verschub in die Endigung des Abdruckes legen möchte, so wie er es mit den erwähnten vermischten Schriften gemacht hatte, welche gegenwärtig im Julius, 1784, noch nicht erschienen sind. Da ich aber in dem Werke des Herrn Senebier, Memoires physico- chymiques, gesehen habe, daß dieser Physiker ein ganz verschiedenes Resultat erhalten hatte, als ich in einigen in meinem Werke über die Pflanzen bekanutgemachten, und in noch anderen, seit meiner Rückkehr nach Wien, im August 1780, angestellten Versuchen erhalten habe, so erachtete ich es für nöthig, mit Anfang November 1783 den größten Theil dieser Denkschrift sammt zwey anderen durch die Hand des Herrn la Begue de Presle an den Herausgeber des Journal de Physique, den Abt Rozier, übermachen zu lassen, welcher mir aber schrieb, daß diese Stücke wegen der großen Zahl anderer vor den meinigen eingekommener Abhandlungen erst in dem Hefte vom Monath Majus und in den folgenden erscheinen könnten. Mittlerweile erhielt ich mit Ende April, 1784, ein neues sehr lehrreiches Werk des Herrn Senebier: Recherches sur Linfluence de la lumiere solaire, pour metamorphoser Vair fixe en air dephlogistiqué par la V6. Suchdeüch ninlhe en möͤcht 1 Schfn ius, in, dem Das chymiqun, derschidentz in mühn und in noh im Auput so elacht 7⁷³ vey andern esle an di Ab. Raie crieb, V er vor d dem Hft erschig ril, Genehle: lairt, poul zu fe 4 Vorerinnerung. 395 rẽgétation. A Geneve. 17833 welches, wenn es eher erschienen wäre, den größten Theil dieser Abhandlung entbehrlich gemacht hätte, indem die meisten Fehler, die ich zu berichtigen suchte, sich schon von Herrn Senebier selbst darin verbessert befinden. Da inzwischen das Hauptsächlichste dieser Abhand⸗ lung schon unter den Handen des Publicums it, e glaubte ich es hier nicht unterdrücken zu können, weil sie Thatsachen enthält, welche mit dem, was ich davon hätte auslassen können, in Beziehung stehen, und folg⸗ lich den Begriff über den Einfluß des Sonnenlichtes auf das Thierreich durch die Darzwischenkunft des Ge⸗ wächsreiches erweitern. *———7——¼j4 Im II dem XXII Abschnitte meiner Versuche mit Pflan⸗ zen, französischer Ausgabe, und im XXI Abschnitte englischer Ausgabe, untersuchte ich, warum einige Wässer, als destillirtes, gesottenes Wasser, u. d. gl., nicht nur die Hervorbringung der dephlogistizirten Luft nicht begünstigen, sondern sie selbst großen Theils ver⸗ hindern. In obangeführtem Abschnitte hat man sehen können, daß eine der Ursachen, warum die Pflanzen in einem gesottenen Wasser an der Sonne keine dephlogi— stizirte Luft geben, meiner Meinung nach ist, daß ein solches Wasser, aller Luft beraubt, selbst die Luft ver⸗ schlinget, welche die Pflanze ausdünstet. Ich habs nach diesem in einer vor der königlichen Gesellschaft zu London im Junius 1782 gelesenen, und das Jahr dar-⸗ auf in die philosophischen Transactionen eingerückten Denkschrift elnige Versuche zergliedert, die ich entschei⸗ dend glaubte, und die mich in dieser Meinung immer mehr und mehr bestärket haben. Bey diesen Versuchen habe ich Pflanzen in einer Glaskugel voller Wasser, welches ich zwey Stunden lang sieden ließ, und welches demnach schlechterdings alle Luft verloren hatte, der Sonne ausgesetzt. Zu einem solchen Versuch kann man nur Gewächse nehmen, welche in diesem Wasser lang genug leben; um dasselbe mit ihrer Luft sattigen zu kön⸗ 0 I V 0 s. 30 l lche 6 s vid 5 — mit Hfah Wh rum enge l. d. gl, stüstten A Hels uu t nan shg Pfansen nne dephlage ist, daß h die kuft he I hih esellschast 8Nht dn eingert ich eulshh uung inng nMrsacg Ler Vasn und welcht hatte, d kann mil Voset luuh sittihen liy mit Sauerwässern. 3⁰⁷ können. Oie Wasserpflanzen sind die einzigen, welche man hierzu gebrauchen kann, oder wenn man andere anwendet, so muß man sie öfters erneuern; denn da die ersteren ihr Leben bald verloren haben, so können sie nicht luftäͤhnliche Flüssigkeit genug vorschießen, um ein solches Wasser zu sättigen: sie werden aber in dem kurzen Zeitraume, als sie in einem ihrer Natur schäd⸗ lichen Wasser ausdauern konnten, diesem Wasser doch so viele Luft mitgethellet haben, daß man sich davon bersichern kann, wenn man es sieden lässet. Die Hitze wird die Luft, welche dasselbe verschlungen hat, wieder los machen. Der Flußwasserfaden liefert in einem solchen Wasser an der Sonne während dem ersten Tage seiner Aussetzung an das Licht kein einziges Luftbläs⸗ chen, weder den zweyten, noch den dritten Tag, wenn die Sonne überzogen ist; weil dieses Wasser, aller seiner Luft beraubt, anfangs alle die Luft verschlingt, welche das Gewächs hervorbringt. Es verschlingt ebenfalls alle die Luftbläschen, welche gemekniglich an den Fäden dieser Pflanze, wenn man sie in ein Glas voll Wasser setzet, hängen bleiben. So⸗ bald das Wasser luftsatt ist, so steiget das Uibrige, welches die Pflanze noch an Luft liefert, unter der Ge—⸗ stalt von Bläschen auf die Oberfläche des Wassers auf: welche Luft gemeiniglich von einer viel ausgesuchteren Beschaffenhelt ist, als diejenige, welche man von der näm⸗ 398 Einige Beobachtungen nämlichen Pflanze in einem frisch geschöpften Brunnen⸗ wasser erhält. Die Ursache davon ist, daß das frische Wasser selbst mit Luft gesättiget ist, nämlich mit einer gemeinen Luft, oder mit einem Gemische von gemeiner und fixer Luft, und einen Theil davon fahren lässet, der sich zu der vom Gewächse hervorgebrachten dephlo—⸗ gistizirten Luft mischet, mittlerweile es dagegen immer einen Theil der dephlogisttzirten Luft verschlinget, welche die Pflanze vorschießt, und welche man durchs Sieden daraus ziehen kann. Sobald die ersteren Luftbläschen anfangen, in diesem Wasser zum Vorscheine zu kommen, so kann man sich schon überzeugen, daß es vollkom⸗ men mit Luft gesättiget ist, wenn man dem Gefäße (die Glaskugeln sind zu einem solchen Versuche die besten) Erschütterungen gibt. Die dephlogistizirte Luft, womit dieses Wasser sodann gesättiget ist, verbindet sich nicht inniget mit dem Wasser, als die fixe, und entwindet sich daraus durch die Erschütterungen, welche man dem Gefäße gibt(a). Man kann nicht mit Grund vermu⸗ then, (a) Dieses Wasser, wenn es erschüttert wird, monssirt nur zur Rit, als es in der Sonne stehel; denn, um offen: bar zu monssiren, muß es mit Luft übersättiget seyn, in welchem Zustande es sich nur in der Sonne befinden kann. Denn sobald das Gewächs aufhöret, die Luft, welche es an der Sonne vorschießt, in zwingen, sich mi⸗ den SS...E /e Brunh Dois fisht 9 mit ent on gemehg ahren list hten dahb, gegen inme inget, ch urchs Sch Lufthliechn e zu knma, es villun⸗ dem Glfit Versuch x gistitg dl, verbindetse ind entwiodt he man In rund velno thh, —— nyussat un/ in rsttiget sih, ne Heft / d sich My I0n/ 0 mit Sauerwässern. 399 Hen, daß die solchergestalt erhaltene Luft von dem Was⸗ ser der Atmosphäre während der Zeit angezogen wurde, als die Pflanze darin war, weil man die nämliche Menge Luft erhält, wenn die Oeffnung der Kugel in ein Gefäß voll Quecksilber gesenket wird, als man er⸗ hält, wenn sie in einem Gefäße voller Wasser stehet. Das gesottene und destillirte Wasser schadet be⸗ kanntermaßen allezeit mehr oder weniger der Natur der Pflanzen, selbst der Wasserpflanzen„weil es aller Luft, die vielleicht die hauptsächlichste Rahrung der Gewächse ausmacht, und fast jedes anderen Nahrungsstoffes ver⸗ lustiget gehet, und daher wenig oder nichts von dem vorräthig hat, was die Pfianze brauchet, um bey Kräf⸗ ten zu bleiben. Ein mit Sauerluft völlig gesättigtes Wasser ist, wie Herr Senebier sehr richtig bemerket hat, mehreren Pflanzen, und besonders den Wasserpfan⸗ zen, noch schädlicher. Die Conferva rivularis und das Potamogeton erispum finden darin ihren Untergang bald. Ge⸗ N 1 I dem Wasset zu vermischen, so windet sich die dephlogi⸗ zirte Luft, welche eine nicht gar innige Verbindung mie dem Wasser eingehet, daraus zum Theile los, und stei⸗ zet zur Oberfläche des Wassers auf. Es wird also beh der Nacht nur eine mittelmäßige Menge Luft darin bleiben, so viel nämlich, als dar Wasser aufzelöset er— halten karus ö ö 4⁰⁰ Einige Beobachtungen Gemeines Gras, Gramen, verträgt es nicht besser, so wie noch einige audere Pflanzen von einem zarten Ge— webe. In dem XXII Abschnitte meines angeführten Werkes zergliederte ich einen Versuch, den ich mit einem mittelst der Nood'schen, und bey Herrn Parker zu Lon⸗ don verkäuflichen Maschine, vollkommen mit Säuerluft gesättigten Wasser angestellet hatte. In dem Augen⸗ blicke, als ich die Pflanze hinein brachte, fieng sie an, sich mit Luftbläschen zu bedecken, die sich an der Sonne sehr vergrösserten. Ich erhielt daraus eine große Menge Luft, die fast lauter Sauerluft war; und das Uibrige war nicht dephlogistizirt(Cb»⸗. Meine Meinung wär, daß die fixe Luft, welche das Wasser so leicht verläßt, sich zum Theile auf die Pflanze selbst absetze, so wie ste sich an jeden anderen Körper anhängt, den man in ein solches Wasser leget; und daß zu gleicher Zeit eine große Menge dieser Luft in die Substanz der Pflanze selbst eindringe, eine tumultuarische Bewegung darin verur⸗ sache, und mit der Luft der Pflanze unter der Bläs⸗ Hengestalt verwirrt heraus trete. Die Ursache, warun ich (b) Ich erhielt jedoch auch zuweilen in einem solchen Wasser eine besser beschaffene Luft, als die gemeine Luft ist. Sieh in meinem Werke über die Pflanzen englischer Aus⸗ gabe Seite 246, nnd französischer Ausgabe Seite 255. + bestr,6 n zarten, angffühun ich nit ung arker zu diz nit Suuahsß dem Nuu fing seen an det Eunn e gtoße Nuy d das Ulth Neinunz nu leicht wrliß, ge, so dit f nmanm ii d deit ent git Pflanze sh darin ven er der it sache, winn 0 — f slchen Vit meine At f englischet GCeite 35 mit Sauerwässern. 40⁰1 ich glaubte, daß diese Absetzung der Luft auf die Blät⸗ ter nur zum Theile mechanisch, und großen Theils einer Lebensbewegung der Pflanze zu zuschreiben sey, war, daß diese Bläschen zuerst auf der unteren Oberfläche der mehresten Blätter, die man mit einem solchen Wasser bedeckte, zum Vorscheine kamen, auf welcher Oberfläche sie sich auch zuerst ansetzern, wenn man die Blätter im gemeinen Wasser an die Sonne stellet. Wäre diese Absetzung der Luft auf die Blätter bloß mechanisch, so müßten sich die Bläschen ohne Unterschied auf die beyden Oberflächen der Blätter setzen, so wie sie sich ohne Unterschied auf beyden Oberflächen eines Stücks Tuch, einer Münze, und eines jeden anderen Körpers, der in einem solchen Wasser lieget, anhängen. Bey meiner Ankunft zu Wien im Monathe Augusi 1780 ergriff ich den Fäden meiner Versuche wieder, und unter anderen wiederhohlte ich die nämlichen Ver⸗ suche mit einem völlig gesättigten Sauerluftwasser, und machte andere mit einem Wasser, welches ich mit Säuren und verschiedenen anderen Substanzen ange— schwängert hatte. Die Zergliederung dieser Versuche be— stimmte ich für den zweyten Band meines Werkes über ö die Pflanzen. Als ich zu meinem Erstaunen in dem lehrreichen Werke des Herrn Senebier sahe, daß die zahlreichen Versuche, die er über den nämlichen Gegen⸗ J. verm. Schrift. II. B. Ce stand 4⁰⁴ Einige Beobachtungen stand angestellt hat, ein sehr verschiedenes, um nicht zu sagen, schnurstracks entgegengesetztes Resultat hatten, als die meinigen, so fieng ich an, zu muthmaßen, ob ich wohl recht gesehen, oder irgendwo einen Fehlen began⸗ gen habe, den ich frohe war, noch vor dem Abdrucke des angezeigten Werkes verbessern zu können. Ich wie—⸗ derhohlte daher im Sommer von 1783 alle die Versuche, die ich vorher gemacht hatte, und machte noch eine große Anzahl anderer über denselben Gegenstand, indem ich sie auf alle nur erdenkliche Art abänderte. Ich suchtt vielmehr meinen Fehler auf, als die Mittel, um meine durch vormahlige Versuche eingeflößte Meinung zu un⸗ terstutzen. Was ich mir aber auch immer für eine Mühe bey dieser Untersuchung gegeben habe, vom Mo⸗ nathe Majus an bis in November, so habe ich dennoch bis jetzt die Ursache der Verschiedenheit nicht begreifen können, welche in dem Erfolge vorwaltet, den Herr Senebier von seinen Versuchen in Vergleichung desjeni— gen gehabt hat, den ich von den meinigen erhielt. Bey der einsweiligen Vorlegung einer kurz gefaßten Nachricht des Resultates meiner Versuche hierüber vor das Publi— cum, bis ich sie anderswo weitläufiger zergliedere, will ich mich enthalten, die Fräge selbst zu entscheiden, in⸗ dem ich den Schluß der Beurtheilung des Publicums sehr gerne überlasse, und zugleich hoffe, Herr Senebier werde sich gefallen lassen, selbst neue Erörterungen über el⸗ ———— um nht iltat hatg, thmaßen, Fchlenbn dem Mduch n. Ih ul die Vesuch, och eine gtoß d, indem ith . J siht el, un u inung zu mer für en e, von M be ich dinch cht begift t, den hn hung deöslz erhielt. n jten Rachlih N das Nll⸗ glirdere/ ul scheiden, I Nublla rr Gelebtt rungel ihe mit Sauerwässern.* 604 einen Gegenstand zu geben, den seine Versuche in Be⸗ tracht ihrer so beträchtlichen Zahl erschöpft zu haben scheinen, noch ehe ich die meinigen wieder zur Hand nahm. Habe ich übel beobachtet, so werde ich mich allezeit glücklich schäßen, meine Gedanken berichtiget zu sehen, und zwar durch einen Mann, dem die Physik schon mannigfaltige und wichtige Fortschritte zu ver— danken hat, und dessen Thätigkeit, vereiniget mit einem entschiedenen Geschmacke zu Untersuchungen, einen fer⸗ nern glücklichen Erfolg verspricht. Herr Senebier unterzog der Prüfung die Sauer⸗ luft, die drey mineralischen Säuren, so wie die Pflan⸗ zensäure, um zu versuchen, ob die Pflanzen in Wässern, die mittelst derselben säuerlich geworden sind, eine grös⸗ sere Menge dephlogistizirte Luft geben, als im einfachen Wasser. Diesen Versuchen zu Folge scheinet er es als eine allgemeine Regel anzusehen, daß ein mit Sauer⸗ luft gesättigtes Wasser das wirksamste Mittel ist, um durch die Pflanzen, die man hineinsetzt(die Wasserpflan⸗ zen, welche unter der Oberfläche des Wassers verblei⸗ ben, werden ausgenommen), eine recht große Menge einer recht guten dephlogistizirten Luft an der Sonne zu erhalten. Das beständige Resultat aber, welches er von seinen Versuchen mit säuerlichen Wässern durch eine der eigentlich sogenannten Säuren gehäbt hat, lässet Ce 2 ihn 4⁰⁴4 Einige Beobachtungen ihn schließen, daß diese Mischtheile die Pflanzen zwar erwecken, um eine sehr beträchtliche Menge Luft, die aber schlecht ist, zu verbreiten. Die beste Luft, die er durch ihre Vermittelung erhalten hat, war gemeine Luft Sieh den ersten Band seines Werkes Seite 195 u. 196), und damahls hatte er nur eine sehr geringe Menge Säure, nämlich das vierzehen Tausendhundertsechszigtheil Vitriolsäure und das vierzehen Hundertviertheil Salzsäure hinein gethan. Um dem Leser die Mühe zu ersparen, die er sich geben möchte, im Werke des Herrn Senebier die Stellen aufzusuchen, wo er sein Urtheil über diesen Gegenstand ausdrückt, glaube ich, ihm ein Vergnügen zu thun, wenn ich ihm einige aus seinem Werke an— zeige, welches zum Titel hat: Memoires phyfies: ehymi- ques sur Pinfluenee de la lumiere solaire pour modifier les ètres des trois regnes de la nature& sur- tout ceux du regne végétal, par Jean Senebier, Ministre du St. Evangile, Bibliothecaire de la Republique de Geneve, Membre de la Societé des Seiences de Haerlem. A Ge- neve 1782. Im ersten Bande dieses Werkes saget er Seite 199, man müsse nicht zus dem Gesichte ver⸗ lieren, daß die mittelst der Blätter in einem der Sonne ausgesetzten säuerlichen Wässer hervorgebrach⸗ te Luft allerdings schlecht sey. Die nämliche Behaup⸗ tung wiederhohlet er Seite 200 und 202. Er füget noch hinzu, daß die mittelst der Pflanzen in einem säuer⸗ 7 lich fanzen zon ge Luft, d. Luft, Ra gemeine duf 55. J0, ringe Man tsechsnybel eil Salhiut zu ershern, errn Gutbit l übet den n Derhnign m Werke au⸗ our modtfet r· tout cent lustre du N. de Geneze lem. 46. kes saget a esichte ver⸗ einem dir rporgebrrch iche Bhhah Er figt tihem siuer lich mit Sauerwässern. 405 lich gemachten Wasser erhaltene Luft eine Luft der Auf⸗ lösung, der Verwesung, sey, da die reine oder dephlo⸗ gistizirte Luft eine Luft des Wachsthumes ist. Auf der Seite 206 saget er, er habe beobachtet, daß die mit— telst der in ein säuerliches Wasser gesetzten Pflanzen hervorgebrachten Erscheinungen allerdings gleich aus⸗ ftelen, sowohl in der vollkommnensten Dunkelheit als an dem Tägeslichte durch sehr gut beschienene Fenster. Und Seite 213 bestättiget er diese Thatsache weiter mit den Worten, daß die Salpeter⸗ und Salzsäure diesel⸗ ben Wirkungen im Schatten hervorgebracht haben, als an der Sonne, und daß die Menge Luft, welche diese zwey Säuren lieferten, grösser war, als die Menge, welche mittelst der Vitriolsänre hervorge⸗ bracht wurde. Obschon ich eben so sehr, als Herr Senebier, jede polemische Schrift verabscheue, und sogar wünsche, es bis auf den mindesten Verdacht zu vermeiden, eine Cri— til zur Absicht gehabt zu haben, so kann man mir es doch nicht verargen, getreu niederzuschreiben, was ich gesehen habe, und den Physikern, als unseren compe⸗ tenten Richtern, die Entscheidung des Zwistes zu über⸗ lassen, der sich in dem Erfolge unserer Untersuchungen befindet. Welcher auch immer von uns zweyen am be— sten gesehen 7** mag, so kann die Physik nicht an⸗ Cc 5 ders, 4⁵⁰⁶ Einige Beobachtungen ders, als dabey gewinnen. Im Uibrigen thue ich hierin nichts, als dem löblichen Beyspiele des Herrn Senebier selbst nachfolgen, und ich hoffe, er werde die Erkennt— lichkeit wohl aufnehmen, die ich ihm für seine Recht⸗ schaffenheit und Aufrichtigkeit schuldig bin, mit welcher er, wie er glaubet, einige Meinungen von mir berich— tigte, und welche ich mit dem Publieum für seine Ar⸗ beiten theile, die er mit einem unermüdeten Eifer und einem Erfolge fortzusetzen anhält, wovon die Naturkunde sich die ausgezeichnetesten Vortheile zu versprechen hat. Die zwey letzteren Stellen, die ich aus dem ersten Bande des Herrn Senebier anführte, und die mir nichts Zweydeutiges zu enthalten schienen, hätten mich ohne den mindesten Anstand schließen lassen, seine Versuche hätten ihm angedeutet, daß die in ein säuerliches Wasser gesetzten Pflanzen nicht mehr Luft in der Sonne geben, als im Schatten, wenn die Versuche selbst, derer er Seite 212 erwähnet, nicht das Gegentheil anzuzeigen schienen. Wenn seine Meinung mit den Bersuchen, die er anführet, gleichlautet, und wenn er glaubet, daß die Erscheinungen der in säuerlichen Wässern eingesetzten Pflanzen in der Dunkelheit allerdings anders ausfallen, als im Sonnenlichte, sogar wenn in beyden Fällen die Pflanzen einen gleichen Grad der Wärme erhalten, so sind wir alsdann hierüber vollkommen eins; denn ich * ha⸗ hur ich hart eern Seuthir die Erkont seine Rch wit vehy n nit beih füͤr sege N/ en Eiser In ie Raturtan spreche hu us dem erse die mur nichs n mich ohie eine Versh kliches Vise Sanne gebg, st, derer tt il anzupehl ersuchen, N. glaubet, n eingeschtn 18 ausfalls, en Filln N erhaben,f 163 vem mit Sauerwässern. 4⁰⁷ habe beständig gesehen, daß die Pfianzen im Schatten WMaßs sowohl in einem reinen als in einem säuerlichen Wasser nur eine höchst geringe Menge Luft geben, und d aß diese Luft allezeit mephitisch ist. Allein wenn uncee Mei⸗ nungen über diesen Artikel zusammentreffen, wovon ich jedoch in Betracht der zwey anges führten Stellen nicht ganz versichert bin, so kommen sie keineswegs in dem Uibrigen überein: ich habe in der That beständig be ob⸗ Ui achtet, daß die Pflanzen, in einem mit was immer für welcher Säure flüchtig säuerlich gemachten Wasser der Sonne ausgesetzt, nicht nur eine ansehnlich grössere Menge Luft geben, als im reinen Wasser; daß aber diese Luft allezeit von einer vortrefflichen Beschaffenheit ist, anstatt dessen sie Herr Senebier allezeit allerdings shlecht befunden hat. In diesem Puncte also weichen die Resultate unserer Versuche unendlich von einander ab. Seit dem ich Herrn Senebier's Werk gelesen habe, habe ich Versuche zu mehreren Hunderten gemacht, um zu entdecken, wer von uns beyden den Fehler begangen habe. Ich erhielt auch beständig eine dephlogistizirte Luft von einer großen Güte, da Herr Senebier auf die nämliche Art eine schlechte Luft erlanget hat. Er mag es entscheiden, ob diese Verschiedenheit von der beson— deren Natur seines Wassers, oder von einer anderen Ursache, die ich nicht zu errathen weiß, abhänge. Es Ce 4 ist 4⁰⁸ Einige Beobachtungen ist mir sicherlich nicht erlaubt, nur den mindesten Ver⸗ dacht zu haben, daß ein so aufgeklärter Physiker und Schriftsteller, wie Herr Senebier, eine allerdings schlechte Luft von einer unendlich besseren Luft, als die atmosphärische, nicht habe unterscheiden können. Bey dem Vorbehalte, in meinem Werke über die Pflanzen weitläufiger hierüber zu sprechen, will ich mich begnü— gen, hier einige allgemeine Regeln anzuführen, die ich über diesen Gegenstand beobachtet habe. Alle drey mi— neralische Säuren haben mir, ohne ein einzigesmahl zu fehlen, die nämliche Wirkung hervorgebracht, wenn das Wetter nicht finster war. Die Pflanzensäure und die mikrokosmische oder phosphorische Säure, welche letztere eine thierische Säure ist(e), hatten denselben Erfolg, als die mineralischen Säuren. Wie viel von diesen Säu⸗ * (e) Die Phosphor säure, die ich hier gebrauchte, war der an offener Lust zerflossene Kunkel'sche Phosphor; nämlich der Phosphor selbst, welcher sich in einer guten Menge Wasser, die er beym Zerfließen aus der Luft anziehet, aufgelöset und damit vermischt hatte. Der Phosphor ver— lieret bey einem solchen Zerfließen gar nicht alles sein Phlogiston; es bleibet noch vieles davon dieser Säure in ihrem Stande ber Flüssigkeit anhängen. Hiervon kann man sich überzeugen, wenn wan diesen Saft erhitzet, da sich dann eine offenbare Flamme daraus erhebet. Indeß beschmutzet dieses Brennbare doch die dephlogistizirte Luft nicht, die man in großem Uiberflusse von Pflanzen erhält, welche in einem mit diesem Safte säuerlich gemachten Wasser der Sonne ausgesetzet werdenr. —.2 —5.——...———..— nefen N. Physler uh e alladnz ust, ul ömnen. S die Ran mich bignl⸗ ren, die it lle drey ul zigesmahl zy k, wenn dus iute und h velche kihtt lben Erfelh von dissg Süu⸗ war der en 9y; nämlih guten ene Zzuft anzieht, Hhosphor ye, t alles sei ser Sute i vierbon kumn erhizet, d bet. MWij isthittt Ln myen ethil, gemacte mit Sauerwässern. 4⁰0 Säuren erforderlich sey, um die meiste dephlogistizirte Luft von der besten Beschaffenheit hervorzubringen, ist nicht leicht mit Genauigkeit zu bestimmen; denn dieß hängt von der Stärke der angewandten Säure ab. Ich kann überhaupt sagen, daß, wenn man so viel von einer Säure nimmt, als erforderlich ist, um das Wasser, worein man die Pflanzen setzen will, dem Geschmacke nach angenehm sauer zu machen, man die größte Menge einer recht feinen Luft erhalte. Ein Viertelskubikzoll eines sehr starken Vitriolöhles lieferte in einer Masse Wasser von 372 Kubikzoll mit Traubenblättern, mit Eibenblättern oder mit Grase bey schönem Sonnenscheine zwischen 40 und 30 Kubikzoll dephlogistizirter Luft von einer so vortrefflichen Beschaffenheit, daß sie allezeit uber 386 Grad war(d);; ihre Güte näherte sich manchs⸗ Ce 5 mahl (d) Man kann in meinem Werke über die Pflanzen, wie auch in der Abhändlung über die dephlogistizirte Luft, welche zu Anfang dieses Bandes stehet, nachlesen, wie ich die Güte der Lüfte bestimme. Durch die in obbesag— ter Abhandlung weit deutlicher erklärte Methode kann man sicher seyn, daß die Anzahl der Unterabtheilungen oder Hunderttheile der Maße, die man zerstöret findet, mit der größten Genauigkeit die Grade der Güte angebe, welche die untersuchte Luft hat. Diese Verfahrungsart hat noch einen wesentlicheren Vortheil darin, daß alle diejenigen, welche sich des Fontana'schen Luftgütemessers bedienen, allezeit gleichförmige Resultate haben werden, wenn 41⁰ Einige Beobachtungen mahl sogar an 400 Grad. Die Vitrlolsäure schien mir vor den anderen den Vorzug zu behaupten. Füget man einem solchergestalt säuerlich gemachten Wasser ein wenig Wein⸗ * wenn sie Lüfte von der nämlichen Beschaffenheit vrüfen; eine Gleichförmigkeit, die man durch kein anderes Werk— zeug, oder Luftgütemesser, den ich bis jetzt gesehen habe, zu erhalten weiß. Der ursprüngliche Luftgütemesser des Herrn Priestley, wovon man eine Beschreibung in der Einleitung zu seinem vierten, im Jahre 1779 gedruckten Bande, Seite XXX, findet, hätte vielleicht denselben Vortheil, wenn das Maß mit einem Schieber versehen wäre, welcher die Luftsäule genau abschneidet, oder die Luft im Maße von derjenigen absondert, welche unter dem Schieber ist, und welche man fortgehen lassen muß, indem man das Mäß unterm Wasser umdrehet. Da das Priestley'sche Maß eine bloße Flasche ist, so könute es oft geschehen, daß die Luft, welche nicht in das Maß gieng, bey ihrer Entwischung durch das Loch des Trich⸗ ters in dem Augenblicke, als man die Flasche davon wegnimmt, und über das Bret der Wasserwanne hinschie— bet, durch die Heftigkeit, womit sie aufsteiget, einen Theil der Luft aus dem Halse der Flasche herausstößt, und denselben mit sich fortreisset; da aber die Meuge der aus der Oeffnung der Flasche solchergestalt mit fort— gerissenen Luft nicht immer gleich seyn kann, so ist es natürlich, daß ein solches Maß bald mehr und bald we— niger Luft enthalten muß. Von dieser der Beschaffenheit eines solchen Maßes anklebenden Unbequemlichkeit kant man sich leicht überzeugen. Der Schieber des Fontana—— schen Maßes beuget dieser Ungewißheit schlechtweg vor. Da ich keinen genauen Begriff von dem Luftoütemesser des mit Sauer wässern. 411 ure chien Ml 1 Weinsteinsalz oder Spanische Sode bey, so wird die Juget un zu erhaltende Menge Luft nicht minder beträchtlich, und sser ein Wig ů. 4 ihre Eigenschaft nicht minder gut seyn, obschon sie so⸗ Vein⸗ dann +.— ffenheit Rs ö——. ane des Herrn Senebier, noch von seiner Art, ihn zu ge—⸗ auderes War brauchen, habe, so kann ich ihn auch mit dem Fontanua'— schen in keine Vergleichung stellen. Ich erinnere mich nicht, in dem Werke des Herrn Senebier gelesen zu ha⸗ ben, daß er die zwey Lüfte in einem besonderen Gefäße, noch ehe er sie in die große mit einer Gradleiter ver⸗ sehene Röhre aufsteigen lässet, mische; weder daß er das 6zt gesehen hue, stgütemeser E reibung in dn 1779 gedtückteg Aeicht denschg ichichet essn Gefäß, worin die Mischung vorgehet, erschüttere, oder leidet, dn nicht. Auf der 275 Seite des ersten Bandes seiner „welche un Memoires physico- chymiques kann man sein offenher— chen lasen w ziges Bekeunntniß sehen, daß er in den Resultaten, die drehet. er einander vollkommen ähnlich auszufallen mit Srun— „ so könntt de gehofft härte, beträchtliche Abweichungen fände. Er icht in dis M. setzet, ich weiß nicht, warum? noch hinzu, es liege bey Loch des dui diesen Beobachtungen wenig daran, ob man die ge—⸗ Flasche dulh wissenhafte Genauigkeit anbringe, welche Zerr Fon— wanne hiusth rana in seine Versuche legte; inzwischen würde et ufstigtt, ein doch entzückt gewesen seyn, wenn er sie erreichet hätte, und er sähe sich wider Willen gezwungen, zu bekennen, wie weit er hierin diesen seinem Muster nachstehe. Hätte Herr Senebier zur Bereitung seiner Salpetersäureluft anstatt des Eisens, welches unter allen Metallen das schlechteste hierzu ist, und sogar niemahls eine gute Salpetersäureluft gibt, Kupfer, oder was noch besser ist, Quecksilber genommen; hätte er sich des Luft— gütemessers des Herrn Fontana, und dessen Art, ihn zu raben beehandeln, bedienet, so bin ich ganz versichert, daß er I alle seine Prüfungen so übereinstimmend unter einand et * ge⸗ sche herani aber die Naht gestalt nit sith fann, sh st r und halb K. er Beshiubch Eemlichkit kun 2 des Folti 4¹² Einige Beobachtungen dann gemeiniglich mit mehr oder weniger fixer Luft an⸗ gesteckt ist. Sowohl die sauren als süßen Säfte der Früchte und Blätter thun die nämliche Wirkung, als oberwähn⸗ te Säuren. Der Weinrebensaft, mit Wasser vermischt, erwecket die Pflanzen, eine erstaunliche Menge Luft von einer vortrefflichen Güte zu liefern. Es ist gleichgültig, ob der Saft von zeitigen Trauben, oder von solchen, die nicht einmahl der Zeitigung nahe sind, genommen werde. Die bittern Pflanzensäfte haben diese Wirkung nicht. Der Limonien⸗ und Pomeranzensaft thut das nämliche, als der Traubensaft. Die Trauben selbst, sowohl ganz, als zerquetscht, in einem Wasser an die Sonne gesetzt, bringen jedoch ohne Blätter nur sehr wenig Luft, und gewöhnlich schlechter hervor, als die gemeine Luft ist. Indeß geben die ganzen Trauben, besonders wenn sie noch nicht reif sind, ohne Blätter an die Sonne gesetzt, manchsmahl eine dephlogistizirte Luft gefunden hätte, als unsicher er sie zu seinem Mißver gnügen sehen mußte. Ich will mich hierüber nicht weiter einlassen; und wer ein Mehreres zu wissen wünschet, den verweise ich zu Doetor Scherer's Luftgüteprüfungslehre, welcher diesen Artikel meisterhaft ausgeführet hat. en her ret dñ z zäͤfte det Pith 3, als obaxch Daser urnit Mengt uftn ist glithgh oder von siltn sind, gumm en diese Dutg Hensaft thut u e Trauben sh m Wasser an Blättet gůt sl herbot, alb! ganzen Tulh d, ohne Biir e dephlogihit I seinen M. xAuber nicht x sen wunscht /x aütertifuglel, fihnn sal mit Sauerwässern. 413 Luft von einer geringeren Beschaffenheit, von 180 bis 209 Grad, aber immer in geringer Menge. Der rohe im Wasser aufgelöste Weinstein hat auch das Vermögen, die Pflanzen zu einer Lieferung der dephlogistizirten Luft zu erwecken. Der Weinsteinrahm besitzet es noch in einem höheren Grade. Diese zwey Körper, die von einander nicht wesentlich verschieden sind, nur daß der Weinsteinrahm reiner ist, folgen hier— in, als Säuren, der Natur aller anderen Säuren, die ich untersuchet habe. Die Mittelsalze, worin die Säure die Oberhand hat, besitzen die nämliche Eigenschaft, wie die reinen Säuren. Der Alaun(e) scheinet mir in dieser Rücksicht die größte Kraft zu haben. Ein in achtzig Kubikzoll Wasser aufgelöstes Quentchen Alaun lieferte mir mit et— lichen Zweigen der Eibe, Taxus baccata, die drey Ku⸗ bikzoll einnahmen, fünfzehen Kubikzoll einer dephlogisti— zirten Luft von 335 Grad, ohne fixe Luft; anstatt daß zwey Quentchen eines in derselben Menge Wasser auf⸗ ge⸗ — (e) Der Alaun, welcher die mit Vitriolsäure gesättigte Alaunerde ist, enthält nach Herrn Scheele noch vitrioli— sirten Weinstein. 4¹⁴ Einige Beobachtungen gelösten Alaunes mit derselben Menge von Eibenztoeigen zehenthalb Kubikzoll Luft von 334 Grad lieferte. Ich glaube, daß Wasserpflanzen, wie das Samen⸗ kraut, Froschlattich, Potamogeton crispum, und der Flußwasserfaden, Conferva rivularis, die nämliche Wir⸗ kung nicht hervorbringen, die bey den gewöhnlichen Pflanzen Statt hat, weil der Bau dieser zwey Pflanzen so zart ist, daß er auch ein nur um so viel zu thätiges Reizungsmiktel, ohne zu Grunde zu gehen, nicht ver⸗ tragen kann. Ich habe um so mehr Grund, so zu ur⸗ theilen, weil eben diese Pflanzen mir manchsmahl mehr Luft in einem sehr flüchtig säuerlich gemachten, so wie in einem mittelst der Nood'schen Maschine sehr flüchtig mit Sauerluft beschwängerten Wasser geliefert haben, als in einem reinen Wasser. Wiewohl ich eben so; wie Herr Senebier, beobach⸗ tet habe, daß das gesättigte Sauerluftwasser mittelst der in einem solchen Wasser der Sonne ausgesetzten Pflanzen im Stande ist, eine sehr große Menge dephlo⸗ gistizirter Luft zu liefern; so habe ich doch auch gesehen, daß nichts unsicherer ist, als die Wirkung eines solchen Wassers auf die Pflanzen, vorzüglich auf das Gras, Gramen. Als ich dieses zwey⸗ oder dreymahl in En⸗ gelland untersuchte, erhielt ich beständig die nämliche Wir⸗ theigeg damen⸗ id det e Vit— lichen flanzen hälges cht der⸗ zu ul⸗ neht so vie haben, tobach Gras, in En⸗ amlicht Wie⸗ mit Sauer wässern. 415 Wirkung. Die Zergliederung dieser Versuche kann man in dem XXII Abschnitte meines Werkes über die Pflan⸗ zen nachschlagen. Seit meiner Rückkehr nach Wien habe ich diese Versuche wiederhohlet, und mehrentheils ein ähnliches Resultat daraus erhalten; ich habe aber auch einigemahl, wie Herr Senebier, eine sehr große Menge einer dephlogistizirten Luft erhalten, die jedoch allezeit mit mehr oder weniger fixer Luft vermischt war (f). Das, was also Herr Senebier für beständig ge⸗ funden hat, fand ich nur selten, wenigstens mit dem Grase. Wo Herr Senebier auf keinen Fall getroffen hat, worin die durch Blätter in einem gesättigten Sauerluftwasser hervorgebrachte Menge Luft zum wenig⸗ sten nicht voch einmahl so viel betragen hätte(Sieh seinen ersten Band, Seite 188), habe ich eine große Zahl angetroffen, wo die Menge Luft unendlich gerin⸗ ger war, als im reinen Wasser. Einige andere Pflan⸗ zen, als die Eibe, Taxus baccata, haben mir in einem solchen Wasser allezeit weit mehr dephlogistizirte Luft ö ge⸗ (H) Wenn ich anstatt eines rohen Quellwassers ein destillir— tes oder gesottenes Wasser mit Sauerlust anschwängerte, so erhielt ich oft eine große Menge einer sehr reinen dephlogistizirten Luft von 320— 340 Grad, und ohne Sauerluft. Zu diesem Versuche nahm ich Eibe und Gras. Dieß hat mir mit rohem Wasser nöch nicht gelungen. 4¹⁶ Einige Beobachtungen geliefert(g). Ich will hier einige von den Versuchen hersetzen, die ich mit verschiedenen Pflanzen, zur vee— schie⸗ (9) Ich erinnere mich nicht, nur eine einzige Ausnahme hierbey gesehen zu haben; allein diese Ausnähmen treffen beym Grase sehr oft ein, und mit Birn-Traubenblät— tern und noch anderen sind sie gar nicht selten. In der englischen Originalausgabe meines Werkes über die Pflan— zen, Abschn. XXI, S. 87, sage ich, daß die in einem mit Sauerluft gesättigten Wasser von Blättern erhaltene Luft nicht so fein dephlogistizirt ist, als die Luft, welche man aus einem reinen Quellwasser erhält. Bey Durch— blätterung der Noten meiner in Engelland angestellten Versuche, derer Zahl sich über fünfhundert beläuft, finde ich, daß ich Trauben-Birn- und Pfirsichblätter und Gras angewändt habe, und daß das Gras nur bey zwey Versuchen in einem mit Sauerluft gesättigten Quellwasser eine Luft geliefert habe, wovon der größte Theil Sauer— luft, und der Rest gänzlich phlogistiziret war; daß die in einem mittelst der Nood'schen Maschine gesättigten Sauer— luftwasser der Sonne ausgesetzten Traubenblätter eine dephlogistizirte Luft saumt einer großen Menge Sauer— luft geliefert haben; daß mir die nämlichen Blätter in einem solchen Wasser zu anderen Zeiten nichts als Sauer— luft und eine gemeine oder phlogistizirte Luft gegeben haben; daß die Pfirsichblätter, die ich nur ein einziges— mahl anwandte, in einem Wasser, welches durch Vitriol⸗ säure und Weinsteinsalz mit Säuerluft gesättiget war, so wie es in einem kleinen Werkchen des Doetor Hulme, dessen von mir gemachte lateinische Uibersetzung bey Luzar und van Damme zu Leiden 1778 gedruckt ist, angegeben wird, nichts, als fixe und phlogistizirte Luft, gegeben ha⸗ beu. Aus zu großer Eile war ich bey Uibersetzung dieses Ar⸗ mit Sauerwässern. 417 ksuchn schiedenen Zeit, angestellet habe, indem ich sie in einem ur e mittelst der Nood'schen Maschine mit Sauerluft be⸗ schie schwängerten Wasser an die Sonne setzte. Ich habe fast allezeit einen Vergleichungsversuch beygefügt, der mit der nämlichen Menge der nämlichen Pflanze in einem —— 4* reinen Ouell⸗ oder Brunnenwasser angestellet wurde. taüht Man wird daraus die große Unbeständigkeit der Wir— In det kung eines Sauerluftwassers, wenigstens mit dem Grase, 90 ersehen. Inzwischen lieferte mir eben diese Pflanze, die echalten mir nur selten eine große Menge dephlogistizirter Luft „helche in Dutch gestellten ft, snde tet W Artikels für die französische Ausgabe, worin obiger Ab— hey zuty schnitt der XXII ist, nicht aufmerksam genug. Aufmerk— Uelwaset samer war ich hingegen beym XV Artikel des zweyten Theiles der nämlichen Ausgabe, Seite 255, wo ich sagte, j die in daß die Luft, welche man in einem Sauerluftwasser er— Cauat hölt, in ihrer Beschaffenheit ungewiß ausfällt, bald besser, ter ein am öftersten aber schlechter, als die gemeine Luft. Die— Cuulr ser Ausdruck stimmet mit dem Originaltexte überein, der Htret i in der englischen Ausgabe Seite 245 stehet. Ich erinnere 10 mich, daß ich zu selbiger Zeit über diese Unbeständigkeit gegtben des Erfolges sehr erstaunt war; und ich bekenne, daß ich —70505 es noch bin, ohne daß ich bis jetzt die wahren Umstände r hätte ausfindig machen können, worin ich mit Gewißheit D voraus sehen könnte, daß das Gras und etliche andere Har/ s Pflanzen in einem gesättigten Sauerluftwasser eine n dephlogistizirte Luft liefern werden, und in welchen an— a deren sie eine gemeine oder phlogistizirte Luft geben wer— uglacbe cben he⸗ 2. 9 MM J. verm. Schrift. II B. Dd Al⸗ 418 Einige Beobachtungen in einem Sauerluftwasser gab, allezeit eine große Menge und von einer sehr guten Beschaffenheit in einem Wasser, welches mit was immer für einer Säure, wie auch mit Alaun, mit Traubensaft, u. d. gl., säuerlich gemacht mar. Das Gras ist eine von jenen Pflanzen, welche ihre grüne Farbe am leichtesten verlor, wenn das Wasser mit Sauerluft beschwängert, oder mit anderen Säuren bis zu einem Grade säuerlich gemacht war, der die Le— benskraft der meisten übrigen Pflanzen nicht angegriffen hat. Ich will es nicht wagen, die Ursache des großen Unterschiedes anzugeben, welcher sich in dem Resultate der Versuche von Senebier und mir beständig vorfand; ich will daher nur die Thatsache anführen. Menge derVerhältniß Güte der er⸗ erhaltenen der beyge⸗ haltenen Luft Luft in Ku⸗ mischten ohne alle bikzollen— Sauerluft. Sauerluft. I. Vers. Schöne Sonne. Drey Kubikz. Gras in 80 Kz. reinem Quellw. 6 Stun⸗ den lang— 74——E 248. Eben so viel Gras in 80 Kz. eines schwachen Sau⸗ erluftwassers— 1— Die Hälfte— 10o. ö II. Mange Vasee, uch mit gemacht welch Wassn Säuren die Le gegrifen grohen Nesultate orfand; te det et⸗ tenen luft hne alle auerluft. —II „.s-ä 268. 100⁰, mit Sauerwässern. II. Schöne Sonne. Dritthalb Kubikzoll Gras in 88 Kz. reinem Quellw. Eben so viel Gras in 90 Kz. eines starken Sauer⸗ luftwassers. III. Durch 4 Stun⸗ den schöne Sonne. Drey Kubikz. Gras in 80 Kz. reinem Wasser Eben so viel Gras in 88 Kz. eines schwachen Sau⸗ erluftwassers IV. Wenig Sonne. Drey Kubikz. Gras in 86 Kz. reinem Wasser Eben so viel Gras in 86 Kz. eines gesättigten Sau⸗ erluftwassers 4¹³⁹ (Wie Seite 418) 11— 1 2—— Kaum eine Spur. Die Hälfte Beyläufig + Sehrwenig Dd 2 — 284. — 312. Die Hälftel Phlogisttz. V. 4²2⁰ Einige Beobachtungen V. Regenwetter. Zwey Kubikz. Gras in 86 Kz. reinem Wasser Eben so viel Gras in 86 Kz. eines gesättigten Sau⸗ erluftwassers VI. Gewöhnliche Sonne. Ein Kubikz. Gras in 80 Kz. reinem Wasser Eben so viel Gras in 80 Kz. eines schwachen Sau⸗ erluftwassers VII. Schöne Son⸗ ne. Drey Kubikz. Gras in 40 Kz· reinem Wasser, von 10 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmit⸗ tags an der Son⸗ Kaum eine Spur. — Die Hälfte — Die Hälfte (Wie Seite 418) —35. zirt. + 262. —— 215. ne, Phlogisti⸗ * 35. logist⸗ zitt. 215. H, mit Sauerwässern. ne, und sodann bis Abends im Schatten, jedoch immer in freyer Luft Eben so viel Gras in 40 Kz. eines starken Sauer⸗ luftwassers(h) VIII. Siemlich schö⸗ ne Sonne. Drey Kubikz. Gras in 80 Kz. reinem Wasser Eben so viel Gras in 80 Kz. eines guten Sauerluft-⸗ wassers Slte I 421 (Wie Seite 418) Dd 3 Sehrwenig Beyläufig die Hälfte. Beyläufig — 218. Phlogisti⸗ zirt. e 193. die Hälfte.— 102. Drey —— (b) Als ich das Gefäß um zwey Uhr Nachmittags aus der Sonne in Schatten setzte, fand ich beyläufig fünf Kubik⸗ zoll entbundene Luft. Diese Luft wurde neuerdings fast ganz wieder vom Wasser während der Zeit, als däs Gefäß im Schatten stand, verschlungen. Ich vermuthe, daß dieser Fall mehrmahls, ohne daß ich es bemerkte, Statt gehabt habe. 4²²½ Einige Beobachtungen (Wie Seite 418) Drey Kubikz. Eibe, Taxus baccata, in 80 Kz. eines guten Sauerluft⸗ wassers.— 1—..— IX. Schönes Wet⸗ ter. Zwey Kubikz. Gras in 50 Kz. reinem Wasser— 3— Spu. 278. Eben so viel Gras ä in 50 Kz. eines guten Sauerluft-⸗ wassers B X. Sehr schönes Wetter. Zwey Kubikz. Gras in 80 Kz. reinem Wasser— Kaum eine Sßpur. Eben so viel Gras in 80 Kz. eines starken Sauer⸗ luftwassers 130 3 Zwey Kubikz. Eibe in 80 Kz. eines —— 280. Beyläufig Phlogisti⸗ die Hälfte. zirt. — — 273. 2 2 „ star⸗ — XVI mit Sauerwässern. 423 (Wie Seite 418) starken Sauer⸗ Beyläufig luftwassers 10— die Hölfte.— 265. XI. Sehr schönes Wetter. 50. Drey u. drey Vier⸗ tel Kz. von der Atriplex laciniata in 808 Kz. reinem Wasser— 3— Sehrwenig— 228. 275. Eben so viel dieser Pflanze in do Kz. eines starken. Sauerluftw—— 97— Hairth— 286. ——0 Drey Kubikz. Eibe in 80 Kz. reinem Wasser— 4——„— 206. Eben so viel dieser Pflanze in do Kz. eines starken Sauerluftw.— 19—.— 1—- 244. XII. Recht schönes Wetter. Zwey Kubikz. Gras in 86 Kz. gemei⸗ nem Wasser— 5„————— 280. Dd 4 Eben 27³. 64. stat⸗ ð4²⁴ Einige Beobachtungen (Wie Seite 413) Eben so viel Gras x in 86 Kz. eines guten Sauerluft⸗ wa ssers— 13———— 335. Zwey Kubikz. Eibe in 86 Kz. reinem Wasser— 24——„—- 225. Eben so viel Eibe in 86 Kz. eines guten Sauerluft—⸗ wassers(i)— 20—.— 7—— 322. In (i) Herr Senebier hat sich zu seinen Versuchen'sehr' oft der Phirsichblätter bedienet. Mir kam vor, daß sie in Her— vorbringung der dephlogistizirten Luft gar nicht die frucht— barsten sind. Etliche dieser Blätter wurden sammt ihren Zweigen, die anderthalb Kubikzoll Raum einnahmen, zehen Stunden lang in 44 Kubikzoll eines starken Sauer— luftwassers ausgesetzet. Die Sonne schien recht schön, und das Wasser erhielt einen beträchtlichen Grad der Wärme. Die Blätter wurden theils gelb, und theils durchsichtig, als wenn sie wären gekocht worden. Es be— fanden sich 20 Kubikzoll Luft darin, wovon siebenzehen Kubikzoll Sauerluft waren; der Rest war deyhlogistizirt von 280 Grad. Eben so viel von denselben Blättern lie— ferte in der nämlichen Menge eines mit Vitriolgeiste säu⸗ — n mit Sauerwässern. 4²5 In diesen Versuchen habe ich die Menge der Sauer⸗ luft durch die Verminderung berechnet, welche diese Luft erlitt, wenn ich sie drey Minuten lang im Wasser schüt⸗ telte; wobey ich mich erst allezeit mittelst des Kalkwassers 3⁵ von der Gegenwart dieser Sauerluft versicherte. Wenn Dd 5 ich 225. säuerlich gemachten Wassers fünfthalb Kubikzoll Luft, wo— von ein Drittheil Sauerluft war; der Rest war dephlo— gistizirt von 230 Grad. Die Blätter hatten gleichfalls gelitten. Eben so viel solcher Blätter gab in einer 35. gleichen Menge reinem Wasser an der Seite der zwey anderen dritthalb Kubikzoll Luft mit ein wenig Sauer— 6 luft. Ihre Beschaffenheit war von 249 Grad. Etliche N Pfirsichzweige, von anderthalb Kubikzoll Inhalt, wurden an einem minder warmen Tage in 66 Kubikzoll eines +— starken Säuerluftwassers sechs Stunden hindurch der Sonne ausgesetzet. Die Blätter blieben ganz gesund. Fostit Es erzeugten sich zwölf Kubikzoll Luft, wovon neun in Her⸗ Sauerluft waren; der Rest war deyhlogistizirt von 282 e frucht Grad. Gleichviel von denselben Blättern waren neben mt ihren den vorhergehenden in der nämlichon Menge reinem mnahnes Wasser ausgesetzt. Es kam ein und drey Viertel Kubikzoll Saun Luft ohne Sauerluft zum Vorschein: ihre Beschaffenheit ht shah war von 223 Grad. Irnd det 15 thel Etliche Eibenzweige, von anderthalb Kubikzoll Inhalt, 65 bl. wurden, als ein Vergleichungsversuch, neben den anderen henche in der nämlichen Menge eines starken Sauerluftwassers sri ausgesetzt. Es fanden sich fünfzehen Kubikzoll Luft vor, annri wovon sechsthalb Sauerluft waren; der Rest war eine Rr sehr feine dephlogistizirte Luft von 315 Grad. si ö 24⁵ Einige Beobachtunge: ich beobachtete, daß die in diesen Versuchen erhaltene Luft das Kalkwasser bey der ersten Berührung fällte, und es gänzlich trübte, so unterzog ich diese Luft den Erschütterungen im Wasser, und ich berechnete die darin enthaltene Menge Sauerluft nach der Verminderung, welche die Luft bey diesen Erschütterungen erlitten hatte. Diese Berechnung konnte zwar nicht anders, als unter der wirklichen Menge Sauerluft, welche die Luft ent— hielt, ausfallen; denn es verschlang sich allezeit eine gute Menge derselben durch die Uiberleitung dieser Luft aus dem Gefäße, worin die Pflanze an der Sonne ständ, in ein anderes. Wenn das Kalkwasser nur ein wenig von seiner Durchsichtigkeit durch die Berührung und die Erschütterungen im Wasser verlor, so suchte ich die genaue Menge der darin enthaltenen Sauerluft nicht zu bestimmen, wohl versichert, daß sie sehr gering sey. Ich begnügte mich sodann, in die für die Menge der Sauerluft bestimmte Columne der Tabelle: ein wenig, zu setzen. Fand ich die Menge Sauerluft so gering, daß ich kaum die mindeste Veränderung des Kalkwassers beym Schütteln dieser Luft sah, so merkte ich an, daß sie kaum eine Spur enthielte. Ich sagte in meinem Werke über die Pflanzen, daß, obgleich die Blumen, Früchte und Wurzeln die mit ihnen eingesperrte Luft selbst an der Sonne mephitizi⸗ ren, hallene fill, uft vn ie darin derung u hatt à unter uft ent zeit eint set Luft Gonnt nut ein rühtu uchte ic uft nicht ing sch. enge de wenig gering wassets m, daß flanzen, geln di phitizi ren, mit Sauerwässern. 4²⁷ ren, dieses Gestirn dennoch einige Gewalt auf einige Wurzeln, so wie auf einige Früchte habe, sie von Aus— übung ihres bösartigen Einflusses auf unser Element abzuhalten. Die Gewalt des Sonnenlichtes ist sogar an einem sehr schönen Tage groß genug, um sie eine bessere Luft ausarbeiten zu lassen, als die gemeine Luft ist. Die Wurzeln der Bachbungen gehören in diese Ausnahme, und unter den Früchten sind es hauptsäch⸗ lich die Trauben und grünen Bohnenschoten. Ich ver⸗ wunderte mich gar nicht, die Trauben bey einer schönen Sonne eine etwas bessere Luft hervorbringen zu sehen, als die gemeine Luft ist, weil ich beobachtet hatte, daß diese Frucht unser Element an einem dunkeln Orte in keinem großen Grade mephitizire; es wunderte mich aber ein wenig, mittelst grüner Bohnenschoten, welche einen er—⸗ staunlich schädlichen Einfluß auf die mit ihnen eine Nacht eingesperrte Luft haben, eine Luft von einer besseren Beschaffenheit zu erhalten, als sie die gemeine hat. Ich habe beobachtet, daß ich an einem Tage, wo die Sonne zu sehr überzogen war, als daß die Bohnen— schoten eine bessere Luft, als gemeine, liefern könnten, dennoch eine etwas bessere daraus erhielt, als ich dem Wasser etliche Tropfen einer Säure zusetzte. Fünfund⸗ zwanzig grüne Bohnenschoten, die sechs Kubikzoll ein— nahmen, gaben in hundert zwanzig Kubikzoll reinem Wasser, und am vollen Tage ausgesetzt, anderthalb Ku⸗ 4²⁸ Einige Beobachtungen Kubikzoll Luft, wovon ein Sechstheil Sauerluft war, und der Rest eine Luft von 93 Grad, und folglich eine gemeine Luft. Fünfundzwanzig grüne Bohnenschoten von der nämlichen Grösse, und in hundert zwanzig Ku⸗ bikzoll eines mit fünfzig Tropfen Scheidewasser säuerlich gemachten Wassers neben den anderen hingestellt, lie— ferten drey Kubikzoll Luft, wovon ein Drittheil fixe Luft war; der Rest hatte 123 Grad, und war folglich um etwas besser, als die gemeine Luft. An einem schönen Tage erhält man eine noch bessere Luft. Ich habe hier oben gesagt, daß die süßen und sau⸗ ren Säfte der Gewächse die Pflanzen an der Sonne zur Ausarbeitung einer grösseren Menge dephlogistizirter Luft von einer vortrefflichen Beschaffenheit erwecken. Ich will hier unter der Gestalt einer Tabelle etliche wenige Versuche aus einer großen Zahl ausheben, die ich zu diesem Ende angestellet habe. Sie werden zureichen, um denjenigen, welche sich damit abgeben wollen, an⸗ zudeuten, wessen sie sich überhaupt zu gewärtigen * haben. Ver⸗; 4 tdat, ich eihe schoten ig Ku⸗ iuerlich „ lie⸗ ire Luft lich un schöͤne ind sau⸗ onne zur rtet Af . V wenige ie ich u Hreichen, en, an⸗ wͤttigen Ver⸗ mit Sauerwässern. I. Vers. Das Wetter war ʒiemlich schön· Drey Kubikz. Eibe gaben beyläufig sechs Stunden an der Sonne in 120 Kz. reinem Quellwasser Wie oben, sammt zwey Kz. Trau⸗ bensafte Wie oben, sammt zwey Kz. Safte reifer, und durch eine Leinwand ge⸗ preßter Pfirsiche Wie oben, sammt zwey Kz. Safte reifer, und durch Leinwand gegan⸗ gener Aepfel Wie oben, sammt 50 Tropf. Schei⸗ dewasser erhaltenen Luft in Ku⸗ bikzollen. Menge derVerhältniß der beyge⸗ mischten Sauerluft. 4²2 Güte der er⸗ haltenen Luft ohne alle Sauerluft. — 27—— 0— — 5„+Ein wenig. — EEin wenig. ‚eöẽ‚.a ³„:=!—.—— 35* 1 2 S——— + 47 — 234. — 72 V 250. 43⁰ Einige Beobachtungen (Wie Seite 429) II. Die Sonne schien schön. Zwey Kubikz. Gras gaben beyläufig. in sechs Stunden an der Sonne in 836 Kz. reinem Quellwasser— 4———— 248. Wie oben, sammt einem Kz. Safte reifer Trabuben— 91— Ein wenig.— 312. Wie oben, sammt einem Kz. Safte reifer Kukumern— 2 Wie oben, sammt 40 Tropfen Vi⸗ — Ein wenig.— 230. 2*.— triolsäure— 7——— 295. Wie oben, sammt ein wenig Vitri⸗ olsäure u. Wein⸗ steinsalz— 12—— III. Schöne Sonne. Zwey Hauswurzeln gaben beyläufig in sechs Stunden an —— 296. * 295 n mit Sauerwässern. 431 (Wie Seite 429) an der Sonne in 86 Kz. reinem Quellwasser— 22—— 0— 282. Wie oben, sammt einem Kz. Safte von derselben Pflanze— 4—E— 3058. IV. Es war schö⸗ nes Wetter. Zwey Kubikz. Gras gaben beyläufig in sechs Stunden an der Sonne in 86 Kz. reinem Quellwasser— 3—aum el⸗ 245, Wie oben,‚ sammt einem halben Kz. starken Essig— 74——— 276. Wie oben, sammt einem Kz. Kor⸗ x nellensaft, Cor· nus mascula— 8 +— 323. Wie oben, sammt einem Kz. Zwie⸗ belsaft— 2— —— 2 2 3. Wie H 12 43 Einige Beobachtungen (Wie Seite 429) — —— 217. Wie oben, sammt einem Kz. Rü⸗ bensaft Aus diesen Versuchen ergibt es sich, daß die süßen und sauren Säfte, der Zucker ausgenommen, die Pflan⸗ zen zur Ausarbeitung einer dephlogistizirten Luft erwek— ken, und daß diejenigen, welche unschmackhaft sind, dieses Vermögen nicht haben. Der Lattichsaft, welcher bitter ist, besitzet diese Kraft nicht; dem Citronen⸗ und Pomer anzensafte aber ist sie, wie ich schon gesagt habe, in einem hohen Grade eigen. Der Oesterreicher Wein, wiewohl seiner Natur nach säuerlich, brachte diese Wir— kung nicht hervor. Da ich aber in meinen Noten nicht mehr, als zwey Versuche mit diesem Safte, finde, so halte ich mich nicht für berechtiget, ihm dieses Vermö⸗ gen allerdings abzusprechen, noch ehe ich mehrere Be— weise davon habe. Hier sind noch etliche Versuche, die ich vergangenes Jahr 1783, anstellte, und die mich in der Ungewißheit über die Kraft der Sauerluft, wenigstens in einigen Pflanzen, bestärken. Ver⸗ I. Wers. I; Recht schönes Wetter. Esin 357 ie Ma/ blätter sammt ih⸗ iüü ren Zweig. gaben von 10 Uhr Mor⸗ aft sird, gens bis 6 Uhr 630 Abends an der len⸗ ö Sonne in 80 Kz. hil, eines gesättigten ö r Vn Sauerluftw.— 92—j„Phlogist. iese Vi⸗ 7 zirt. Zwey Kubikz. Gras len nigt in 80 Kz. eines fde gesättigten Sau— Vemi⸗ erluftwassers 1— 10.—5— Phlogist⸗ rere de Zwey Kz. Pfrsich⸗— blätter sammt ih⸗ ren Zweigen— 9—-- 282. gangents ult(Alle drey Gefäße 1 standen neben ein⸗ ander.) —0 J. verm. Schrift. I.. Ee 11. 434 Einige Beobbachtungen (Wie Seite 4293 II. Heiteres Wet⸗ ter und siarker Wind. ö Vier Gefäße, derer jedes 96 Kubikz. enthielt, wurden der Sonne sechs Stunden lang ausgesetzt. ö Zwey Kz. Pfirsich⸗ ö blätter sammt ih⸗ ö ren Zweigen in ů einem starken Sauerluftvpw. 12—.——-256. Eben so viel dersel⸗ ben Blätter in einem mit Essig flüchtig säuerlich gemachten Wasser— 11— Ein wenig.— 550. Zwey Kubikz. Birn⸗ blätter in einem gesättigten Sau⸗ erluftwasser— Phlogistt⸗ zirt. Eben Heh mit Sauer wä ssern. 43 — (Wie Seite 429) Eben so viel Birn⸗ blätter in einem mit Vitriolsäure flüchtig säuerlich Lemachten Buntrn————. 5 Die Sauerluft und die Säuren scheinen eine augen— scheinliche Wirkung auf einige Früchte und Wurzeln zu haben. Fünfundzwanzig grüne Bohnenschoten, sechs Kubikzoll Inhalts, wurden sechs Stunden lang, in 120 Kubikzoll reinem Quellwasser der Sonne ausgesetzet. Ich erhielt 14 Kubikzoll Luft, wovon ein Sechstheil Sauerluft war; der Rest war eine gemeine Luft von 93 Grad. Eine gleiche Zahl grüner Bohnenschoten wurde in einer ähnlichen Menge eines gesättigten Sauer⸗ luftwassers neben den anderen an die Sonne gestellet. Ich erhielt drey Kubikzoll Luft, welche fast ganz in Sauerluft bestanden. Der Rest war phlogistizirt. Fünf⸗ undzwänzig grüne Bohnenschoten gaben in einer gleichen Menge eines mit fünfzig Tropfen Scheidewassers säuer⸗ lich gemachten Wassers drey Kubikzoll Luft, wovon ein Drittheil Sauerluft war: der Rest aber dephlogistizirt und von 123 Grad. Dieselbe Zahl grüner Bohnen— schoten gab in derselben Menge eines mit einem halben Kubikzoll starken Essige säuerlich gemachten Wasser 34 Ee 2 Ku⸗ 43⁶ Einige Beobachtungen Kubikzoll Luft, wovon ein Sechstheil Sauerluft war: der Rest aber dephlogistizirt und von 245 Grad. Ich habe anderswo gesagt, daß grüne Bohnen⸗ schoten, Trauben und Bachbungenwurzeln an der Son— ne, und einem sehr schönen Tage, manchsmahl eine Luft geben, deren Beschaffenheit der gemeinen überlegen ist. *.—— F FCI.——— An⸗ War: ohnen⸗ Soh⸗ l eie erlegen W ie H On Ob die Pflanzen durch den Beytritt des Son⸗ nenlichtes die fixe, so wie die phlogistizirte Luft in eine reine Luft verwandeln. I 0 habe in meinem Werke über die Pflanzen, Seite XLIX, gesagt, daß die dem nächtlichen Einflusse der Pflanzen ausgesetzte gemeine Luft zwey Mängel an ziehe, die alle beyde dem Leben der Thiere nachtheilig sind: der eine ist die Sauerluft, der zweyte der Brenn— toff; und daß dieselbige Pflanze, wenn sie hierauf in die Sonne kommt, und allezeit mit der nämlichen Luft eingesperrt bleibet, in wenigen Stunden allen den Scha— den wieder ersetze, den sie angerichtet hatte: sie ver⸗ schlinget nämlich den Brennstoff wieder, und die Sauer— luft wird zum Theile von der mit der Pflanze zugleich eingesperrten Portion Wasser, und zum Thelle von der Pflanze selbst verschlungen. Da die Pflänze nicht ur jeden Fehler wieder gut macht, den die Luft angenom⸗ men hatte, sondern dlese Luft selbst besser herstellet, als sie in ihrem natürlichen Zustande ist(Sieh den IX Abschnitt des zweyten Theiles meines angeführten Werkes), so E schei⸗ 438 Einige Beobachtungen scheinet es wahrscheinlich, daß die Gewächse nicht nur die phlogistizirte, sondern auch die fixe Luft in eine de— phlogistizirte verwandeln. Herr Senebier gründet diese Lehre auf so bündigen Thatsachen, daß man es nicht in Zweifel ziehen kann, daß die Gewächse wirklich die Kraft, besitzen, die er ihnen beylegt, durch die Wirkung des Sonnenlichtes die Sauerluft in eine dephlogistizirte Luft zu veräͤndern(4). Indeß zweifle ich doch, ob diese Lehre auf den Einfluß der Gewächse auf die gemeine Luft bey Tage so allgemein angevandt werden könne, als Herr Senebier beybringen zu wollen scheinet; denn wenn man eine Pflanze in einer sowohl durch die Lunge, als durch die Gegenwart eines Gewächses im Dunkeln phlogistizir—⸗ ten Luft einsperrt, so verändert sie diese Luft in eine heilsame, obschon man sie vor ihrer Aussetzung an der Sonne von aller Sauerluft ganz befreyet, und anstatt des gemeinen Wassers, welches immer mehr oder weni— ger Sauerluft enthält, ein destillirtes Wasser genommen hatte, um die Pflanze bey Kräften zu erhalten. Die Wasserpflanzen, z. B. der Flußwasserfaden, liefern eine dephlogistizirte Luft in einem Wasser, welches über zwey Stunden gesotten hat, und selbst in einem destillir⸗ ten und hierauf gekochten Wasser; welche zwey Wässer doch (k) Recherches sur I' influènce de la lumiere solaire pour metamorphoser l'air fixe en air pur par la végeétation. * icht nur eine xe det dies nicht in die Kinft kung v itte Luft ise Leht Luft bo als har venn wan als dutch logistizte in eine 3 an dir d anstatk der wen⸗ enomnan u. Die efertteile hes ibet destillt⸗ Viset doch e solaite ö par 11 mit Sauerwässern. 439 doch schlechterdings nicht eine Spur einer Sauerluft enthalten. Die gekörnte grüne Materie, wovon ich an⸗ derswo gesprochen habe, und welche in Betreff der Aus⸗ arbeitung einer dephlogistizirten Luft das nämliche Ver⸗ mögen besitzt, wie die Pflanzen, ist noch fruchtbarer an dephlogistizirter Luft, als der Flußwasserfaden, wenn sie in diese, aller Sauerluft beraubten Wässern einge⸗ setzt wird. Die in den Pflanzen enthaltene Luft hat keine Sauerluft bey sich; weder das Wasser des Thaues, noch das Regenwasser, nicht einmahl mitten in Gewit⸗ tern, noch das in der Luft hangende Wasser; welche alle kein offenbares Merkmahl einer Sauerluft geben. Sie trüben das Kalkwasser nicht. Indeß glaubet Herr Senebier, daß sie alle mit Sauerluft beladen sind. Ich dermuthe demnach, daß die Theorie der Verwandlung der Sauerluft in dephlogistizirte Luft, ob sie gleich unwidersprechlich auf mehreren Versuchen zu ruhen schei— net, sich nicht auf alle die Fälle anwenden lasse, worin die Pflanzen eine reine Luft hervorbringen. Es verhält sich vielleicht mit der Hervorbringung der reinen Luft mittelst der Gewächse, wie mit der Hervorbringung der⸗ selben Luft mittelst der Salpetersäure. Denn so wahr es auch ist, daß die Hitze die Salpetersäure, falls man sowohl den Salpeter selbst, als den rothen Quecksilber— niederschlag, welcher nichts ist, als ein mit dieser Säure vereinigtes Quecksilber, einer großen Hitze aussetzt, in Ee 4 ei⸗ 4⁴4⁰ Einige Beobachtungen ꝛc. eine reine Luft verwandelt, so gehet doch der Schluß nicht an, daß, wenn man aus dem für sich selbst ver⸗ kalkten Quecksilber, aus dem Mennige, aus dem Eisen⸗ vitriole, und aus verschiedenen anderen Körpern eine dephlogistizirte Luft hervorbringet, die Hervorbringung dieser belebenden Luft der Verwandlung der Salpeter⸗ säure, die darin nicht vorhanden ist, zu zuschreiben sey. Der beste Beweis von der Güte der Senebier'schen Theorie, wenigstens in vielen Fällen, scheinet mir fol— gender zu seyn. Ich ließ ein Wasser sieden, welches schon vorher destillirt war, worauf ich es mit Sauer— luft anschwängerte. Eine in diesem Wasser der Sonne ausgesetzte Pflanze lieferte eine erstaunliche Menge einer dephlogistizirten Luft von einer ausgesuchten Reinig— keit, nämlich von 360 Grad. Auf diese Art erhielt ich allezeit eine Luft über 3800 Grad, und mehrentheils ohne mit Sauerluft beschmutzt zu seyn; anstatt dessen ich aus einem rohen mit Sauerluft beschwängerten Quellwasser allezeit eine mehr oder weniger mit Sauerluft vermischte dephlogistizirte Luft erhalten habe. Das mit Vitriol⸗— säure säuerlich gemachte destillirte Wasser lieferte mit Pflanzen an der Sonne fast gar keine Luft. Schrei⸗ — .. Scl lbst ver N Eisen⸗ ern eine ringung dalpettt schreibn bietsche mir fül⸗ „welchis t Saunt⸗ r Sonne nge einet Reinih chielt ih ils ohne ich au Hellwasse ermischte Miriol⸗ fette mit hlel chreiben d e s Herrn J. van Bred H, 9 Arzneykunde Doctors, Regie ungs⸗ rathes der Stadt Delkt,3 Mitgliedes der Batavischen philosophischen Gesellschaft zu Rotterdam, Utrecht, ꝛc., Rn Herrn Ingen⸗Houß in Betreff des Unterschiedes in dem Resultate der Prüfungen der gemeinen Luft, welchen die Verschie⸗ denheit des hierbey gebräuchlichen Wassers verursachet, und üͤber den allgemeinen Nutzen, den man aus dem Gebrauche des destillirten Wassers bey diesen Prüfungen zlehen könnte. PriIN. CAECILII sõEKCNDIehist. Nam te quoque ut me nihil æque ac naturæ opera delectant. Matute 05 I 5 Lesung Ihres englischen Werkes unter dem Titel: Versuche mit Pflanzen, zweifelte ich nicht, daß der alldort beschriebene und empfohlene Fon⸗ tana' sche Luftgütemesser das geschickteste Werkzeug wäre, um den Grad der Güte oder Reinigkeit aller Luftarten, die durch eine mehr oder weniger große Menge des ih⸗ nen beygemischten Phlogistons von der atmofphärischen Luft abweichen, genau zu entdecken; so wie er mir nicht minder tauglich schien, um den eigentlichen Grad der Heilsamkeit der atmosphärischen Luft selbst zu be— stimmen: und ich schöpfte damahls die Hoffnung, daß, wenn dieses Werkzeug sich einmahl unter den Händen aller 4⁴4⁴ Uiber aller Physiker, die sich mit der Luftlehre beschäfftigen befände, man nicht nur bald dahin gelangen würde, ein ziemlich richtiges Urtheil über die Heilsamkeit der Luft verschiedener Länder zu fällen, sondern auch mit— telst der Versuche, welche andere Physiker an verschie⸗ denen Orten desselben Landes öfters wiederhohlten, in die innere Kenntniß unseres Elementes tiefer einzudrin— gen, und die Ursachen der Krankheiten aufzudecken, wel— che großen Theils sowohl von den Umständen des Ortes, als von den Jahrszeiten, abzuhängen scheinen. Voller Eifer, um nach meinen Kräften zu so nütz—⸗ lichen Aussichten beyzutragen, bemühete ich mich, eines ähnlichen, gut nachgeahmten Luftgütemessers habhaft zu werden; und nach der gehörigen Uibung in Behand⸗ lung dieses Werkzeuges fieng ich an, alle Tage, so viel es meine Beschäftigungen zuließen, den Stand der at— mosphärischen Luft dieser Stadt zu untersuchen. Ich lefolgte die Methode, die Sie in ihrem Werke, Seite 378, anempfohlen haben, genau: ich füllte das kleine Maß des Luftgütemessers mit einer an einem geräumigen und offenen Platze der Städt aufgefangenen atmosphäri— schen Luft, hielt es mit offenem Schieber fünfzehen Se—⸗ cunden lang unter Wasser; und schloß es sodann in einer solchen Höhe des Wassers, daß der Schieber mit der Oberfläche desselben gleich stand; und durch das Um⸗ kehren *ꝗ fügen, wüthe, keit de ich mi⸗ derscht en, in nzudrin⸗ en, wel⸗ SOtes so nü 9„ eints habhaft Behand so viel der at⸗ 1. YH „Selte kllile iumigen osohäti die Luftgüteprüfung. 445 kehren des Maßes unter Wasser, ließ ich die überflüssi⸗ ge Luft unter dem Schieber davon gehen. Nachdem ich dieses Maß Luft in die große Röhre des Luftgütemessers hatte aufsteigen lassen, brachte ich auf die nämliche Art ein ähnliches Maß einer aus Kupfer und Salpetersäure frisch bereiteten Salpetersäureluft hinein, wobey ich die Röhre in dem Augenblicke, als die beyden Lüfte zu⸗ sammen trafen, oder auch ein wenig eher, schüttelte. Denn ich bemerkte es bald, daß der Erfolg des Versu⸗ ches hauptsächlich davon abhänge, daß man das Schüt⸗ teln in dem Augenblicke der Berührung selbst vornehme. Mit dem Schütteln hielt ich dreyßig Secunden lang an, worauf ich die Röhre in einer senkrechten Lage eine Mi— nute lang ruhen ließ. Ich richtete sodann die Gradlei— ter so, daß das Null mit dem oberen Theile der Was⸗ sersäule gleich stand, und zeichnete die genaue Höhe der Luftsäͤule auf. Es dauerte nicht lang, daß ich mich mit diesen Versuchen beschäftigte, als ich von Zeit zu Zeit einige Abweichungen in ihrem Resultate bemerkte; da sie aber nicht alle Tage Statt hatten, so errieth ich nicht gleich anfangs die Ursache davon. Ich fand z. B. den 1 Oetober 1780 die Luftsäule nach der auf obiger Art ge⸗ schehenen Mischung der beyden Lüfte von ,sn, und 24. den us desselben Monathes nur von 9,99. Ein so großer 446 Uiber großer Unterschled von neun Grad erstaunte mich um so mehr, als weder der Barometer, noch der Thermo⸗ ter, noch eine andere Beobachtung an diesen zwey Ta⸗ gen einige sonderliche Veränderung in der Einrichtung des Dunstkreises andeutete. Ich fand auch einen sehr peträchtlichen Unterschied in dem Resultate der eudiome— trischen Versuche vom 19 November und dem Tage dar⸗ auf; denn die Luftsäule nahm den 19 November 1,02, und den 20 November 1,064 ein. Den 6 December nahm sie 1,02, und den 7 December ,os ein. Den 2 Jenner 1781 nahm sie 1,96, und den 3 Jenner ,994 ein. Die Monathe Februar und März waren die Resultate gleichförmiger, und die kleinste Höhe der Luftsäule war„—r, und die größte 1505 Unterabthei— lungen. Inzwischen gaben alle diese Prüfrungen, von gan⸗ zen Monathen zusammengenommen, Mittelzählen, wel⸗ che einander ziemlich nahe kommen: nämlich Prüfungen an verschledenen Tagen 1730. 25 ⸗„„ des Monaths October ,2 5 27„„„ Modemb. 1,2 292Diecemb. 1,0272 17251, 25 3„ Zennek 2,38 Februar 1503 ν 22 · 2 +— 0 März 1„04 Da V ꝗ + lich un There⸗ heh Tur richunz zen schr eudiom age dot 10, Darenhe in. Dan 3 Nunn tz wareh Höhe xe Herobthee von gun hlen, l die Luftgüteprüfung. 447 Da ich demnach gefunden habe, daß das Resultat dieser Versuche von verschiedenen Tagen gemeiniglich nur wenig abwich, und daß von Zeit zu Zeit der Unter— schied zu beträchtlich war, um ihn mit einiger Wahr— scheinlichkeit einer Veränderung in der Einrichtung des Dunstkreises, wovon übrigens gar kein Anschein war, zueignen zu können, so konnte ich mich des Argwohnes nicht erwehren, daß die Ursache dieses Unterschiedes im Versuche selbst liege. Meine ersteren Vermuthungen theilten sich anfangs zwischen dem Werkzeuge, welches ich an sich selbst un— vollkommen, oder schlecht nachgeahmt glaubte, und zwi⸗ schen dem Mangel meiner Geschicklichkeit, es gehörig zu behandeln. Diese Vermuthungen wurden durch die Be— merkungen bestärket, die sich in Ihrem Werke in Be⸗ treff des Baues eines guten Luftgütemessers und der Behandlungsart desselben befinden. Allein als ich nach einer gewissenhaften Untersuchung keinen Fehler am Werkzeuge entdeckte, und sah, daß ich oft zehen und oft mehr Versuche nacheinander machte, ohne daß sich in ihrem Resultate ein Unterschied über ein halbes Hun— derttheil eines Maßes befand, und daß der größte Un⸗ terschied von Versuchen, die mit derselben Luft nach ein— ander angestellet wurden, niemals anderthalb Hundert— theile eines Maßes überstieg, so richtete ich meine Auf—⸗ merk⸗ V 448 Uiber merksamkeit auf andere Umstände, wovon die Abive⸗⸗ chungen, die ich zuweilen beobachtete, abhängen könnten. Ich muß hier anmerken, daß eine jede obiger An⸗ gaben das Resultat von fünf nach einander angestellten Versuchen oder Prüfungen war, und daß ich allezeit fur das Resultat der Prüfrung das mittlere Resultat aller füuf Prüfungen genommen habe. Um mich zu versichern, ob nicht die Verschiedenheit, die in der Salpetersäureluft liegen könnte, die Ursache der Abreichungen wäre, der ich nachspürte, stellte ich Prüfungen mit einer Salpetersäureluft an, die ich ei⸗ nige Tage mit Glasstöpseln, wie auch in umgestürzten und im Wasser stehenden Gläsern aufbewahret hatte. Ich glaubte, um so mehr Grund zur Vermuthung zu haben, daß die Ursache, die ich suchte, sich in dem Un⸗ terschiede der Stärke der Salpetersäureluft befände, als ich beobachtet hatte, daß das Aufbrausen, welches bey der Auflösung des Kupfers im Scheidewasser Statt hat, den einen Tag weit stärker war, als den anderen, ob⸗ schon ich allezeit das nämliche Kupfer und den näm⸗ lichen Salpetergeist genommen hatte. Der Unterschied in dem Grade der Aufbrausung dieser Auflösung kann von dem grösseren oder geringeren Grade der Wärme der Athmosphäre, oder von dem verschledenen Verhält⸗ nisse Er Woi⸗ könnten get M⸗ gestelan Lgeitfü tat alle iedenhel, e Ursache stellte ih ie ich ti gestürten ret hatt. ithung i6 dem l inde, al sches de Statt hut eren, d eh nan⸗ mutrshis ing kalt Virme Nehhäh nise die Luftgüteprüfung. 44 nisse zwischen dem Kupfer und dem Scheidewasser abhän⸗ gen. Ich gab allezeit wohl Acht, daß meine Salpeter⸗ säureluft mit keiner Portion gemeinen Luft vermischt wurde. Meine Vermuthung war übel gegründet; denn ich konnte gar keinen merklichen Unterschied in Prüfun⸗ gen wahrnehmen, welche mit einer frisch bereiteten Salpetersäureluft angestellet wurden, als wenn es mit einer Salpetersäureluft geschah, die schon etliche Tage alt war. Es kam mir sogar vor, daß die Prüfungen mit einer vor etlichen Tagen bereiteten Salpetersäure—⸗ luft überhaupt unter einander gleichförmiger wären, als diejenigen, welche ich mit einer frisch bereiteten Salpetersäureluft anstellte. Nicht zufrieden, beobach— tet zu haben, daß eine frisch bereitete Salpetersäureluft dasselbe Resultat gab, als diejenige, welche einige Tage vorher bereitet wurde, wollte ich auch sehen, ob die Verschiedenheit des Wassers die Natur der Salpetersäu⸗ reluft selbst nicht ändern könnte. Als ich demnach zwey walzenförmige Gläser von derselben Höhe und von dem⸗ selben Inhalte nahm, und das eine mit Quellwasser, und das andere mit Regenwasser füllte, und unmittel⸗ bar aus einer kleinen Retorte mit einem gekrümmten Halse die darin aus Kupfer und Scheidewasser entwickel⸗ te Salpetersäureluft in diese Gläser übergehen ließ, beobachtete ich, daß die Salpetersäureluft bey ihrem Durchgange durch das Quellwasser dieses flüchtig trübte, J. verm. Schrift. II. B. Ff und 45⁰0 ö Uiber und ein weißes Pulver niederschlug; mit dem Regen⸗ wasser aber gieng keine Veränderung vor. Als ich die⸗ se zwey Salpetersäurelüfte der Prüfung unterzog, be⸗ merkte ich nicht den geringsten Unterschied in ihrer Wir⸗ kung auf die gemeine Luft. Da ich mich bisher bey diesen Untersuchungen in mei⸗ ner Erwartung betrogen sah, so verdoppelte ich die Auf— merksamkeit auf alles, was einige Beziehung auf diese Versuche haben konnte, und endlich entdeckte ich die wahre Ursache der Abweichungen, die mich bis jetzt irre gemacht hatten. Die Wanne, welche zu meinen Versuchen mit der Luft diente, war bis Anfang April 178mohne Unter⸗ schied bald mit Quell- oder Brunnenwasser, bald mit Regenwasser, und mehrentheils mit einer Mischung von beyden gefüllet. Dieses Wasser war auch manchsmahl mit einer Portion Salpetersäure, die sich bey den Ver⸗ suchen aus der zerlegten Salpetersäureluft niedergeschla⸗ gen hatte, beschmutzt. Als ich den 1, 2 und 3 April 1781 die Luftsäule in der Luftgütemesserröhre von„2z, 1/½½,‚ 1,0z fand, füllte ich die Wanne mit einem ganz reinen Brunnenwasser, und bey der nochmahligen Prü⸗ fung derselben Luft war das Resultat 1,12. Den 5 und 6, das ist, zwey Tage darnach, gab die Prüfung „1. *ꝗ 8 Nan⸗ ich de⸗ og, l der Ti⸗ min nei dit Mj— auf Rs e ich de feht inn mit de ne Unte⸗ bald mi chung tor nchsnall den M⸗ ergeshlo 53 Nul on 1l, inem gan⸗ gen Mi Den 3 Prifun im. die Luftgüteprüfung. 15r 1,11. Den 7 gab sie 1,10, und den 8 wieder 1,12. Den 9 war das Resultat der Prüfung ,51½, und den 10 zeigte sie sich von 1I8329. Den u1 dieses Monaths ließ ich die Wanne reinigen, und füllte sie mit einem ganz reinen Regenwasser. Bey der Prüfung der Luft desselben Tages war das Resultat 1,02; den folgenden Tag war es dasselbe; den 13 April war es ,00. Es blieb mir sodann kein Zweifel mehr, daß die Ursache der Abweichungen von der Verschiedenheit des Wassers abhänge. Diese Entdeckung schien mir zu wichtig, um sie nicht ferner verfolgen zu wollen. In der That, wenn aus der Verschiedenheit des W ssers allein ein Unterschied von 9 bis 10 Grad entspringen känn, so ergibt es sich, daß die in verschiedenen Län⸗ dern mit Abt Fontana's Luftgütemesser mittelst der Sal⸗ petersäureluft angestellten Luftgüteprürungen den Grad der Heilsamkeit der Luft an diesen Orten nicht angeben können, und daß man das Resultat dieser in verschie⸗ denen Ländern angestellten Prüfungen so lange nicht mit einander vergleichen kann, als man nicht allgemein über die Art des Wassers, dessen sich jeder Beobachter be⸗ ständig bediente, übereingekommen ist; denn da Sie, mein Herr, bey Ihren in Engelland angestellten Ver⸗ suchen beobachtet haben, daß zwischen der schlechtesten und besten Beschaffenheit der atmosphärischen Luft nicht Ffꝛ über 452 ö Uiber über 6 Grad Unterschied war(a), so folget daraus, daß der Unterschied, welcher diese sechs Grad überschrit⸗ te, und durch die Verschiedenheit des Wassers, dessen man sich bediente, verursacht werden könnte, das Re⸗ sultat aller solcher Prüfungen ungewiß machte, und daß man aus diesem Grunde niemahls einer Folgerung dar⸗ aus ziehen dürfte. Im Monathe August 1781 fieng ich an, die at⸗ mosphärische Luft alle Tage, in so weit es meine Ge⸗ schäfte gestatten wollten, der Prüfung zu unterziehen. Diese bis in den Monath August 1782 fortgesetzten Prüfungen überzeugten mich vollkommen, daß die Luft⸗ säule, welche nach geschehener Prüfung in der Luftgü⸗ temesserröhre übrig blieb, beständig länger ist, wenn man Quell⸗oder Brunnenwasser nimmt, als wenn man sich des Regenwassers bedienet; daß aber der Un⸗ terschied in beyden Fällen nicht immer derselbe ist. Im Verlaufe dieses Jahres aber beobachtete ich ebenfalls, daß (a) Bey allen eudiometrischen Versuchen, welche Herr In⸗ gen-Houst in seinem Werke über die Pflanzen bekannt machte, hat er sich allezeit eines aus dem nämlichen Brunnen geschöpften Quelle oder Brunnenwassers be⸗ dienet * . Maus, dschii⸗ dessn 18 R⸗ ind daß ig dar⸗ dle atz ine G/ erzichen. tgeschten die Ast luftgi⸗ , Wenn I8 wenn der lU st. N enfall, daß Hen I bekannt vamlide osseni 0 die Luftgüteprüfung. 453 daß das Flußwasser beynahe das nämliche Resultat gibt, als das Regenwasser; und daß das Resultat von Ver⸗ suchen, die mit einem Quellwasser aus verschiedenen, so⸗ gar nicht weit von einander entlegenen Brunnen ange⸗ stellet werden, merklich abweiche. Hier ist nun die Tabelle meiner Luftgüteprüfungen von einem ganzen Jahre, die ich mit aller möglichen Gen auigkeit in zwey Wannen angestellet habe, wovon die eine mit Quellwasser, und die andere mit Regen⸗ wasser gefüllet war. Diese zwey Wässer wurden alle Tage mittelst einer Pumpe frisch gezogen, das eine aus einem Brunnen, welcher das Quellwasser lieferte, und das andere aus einer großen, tief in die Erde einge— gemauerten Cisterne. Diese Wässer waren alle beyde sehr gut zum Trinken, und dienten zur Bereitung der Speisen. Die zu diesen Versuchen bestimmte Salpeter— säureluft wurde beständig in einem mit Regenwasser ge⸗ füllten Gefäße aufgefangen. Die Zahlen dieser Tabelle bezeichnen die Höhe der ruftsäule, welche nach der auf obbeschriebene Art ge⸗ schehenen Mischung der zwey Lüfte in der Röhre des Luftgütemessers zurückgeblieben ist. Ff;3 4³⁴ 178¹ August. September1 24 Uiber Resultat der Versuche mit mit Regen⸗Quell⸗ wasser. wasser, 1j0150¹,121 1j„03„15 1„01 1,92 1,15 1,00F1„12 1„501 r, 14 1,92,131 1j,03 ff,13 1„03 ,12 1„s93. 11 1,04„1 1j„04„11 1j„025%1⁰ 1„03 f,11 1„02 ,r1 September October. 25 Resultat der Versuche III mit Regen⸗Quell⸗ wasser. wasser. 1j„01 1/,0⁰0„7 1j„01 1j„5⁰⁰ 1,05 1,„014,6) 1j„011/,07 1j„0111,06 1„02 1j505 1,02 1,06 1,03 f,061 1,902 f,07 1j„01„65 1„01„6 *i 9 Oetober. November. die Luftgüteprüfung. Resultat der Versuche W mit mit Regen⸗Quell⸗ wasser. wasser. 1,02[,6 1,02 ,6 1„,00/5 1501 ½„6? 1„01 ½,5 1,5π1 s 1„01„5 1,501 ½„86 1,502[„5 1,2 ,6 1„3„05 1,500 ,5 ,j0/%0 1j,03[„05 1j„01 1,05 1j„017,5 1j„011,„06 1,02„06 1,02„,051 1j„02 7„5! 1j„011,04 1j„011/1,041 November. 4 December. —114 15 16 4 475 Resultat der Versuche ðVV mit mit Regen⸗Quell⸗ wasser. wasser. 1,50⁰0„i 1j„01„3 1,00[„zF 1j„01 7 1502„/ 150⁰ 1„02 1,03 ‚„³r 1,03H„⁵ 1j„027,‚„05 1,02 ,4 1„50⁰0„⁵⁴ 0j,99„04 1‚01 1j„043 1j,00 1j„⁰5 1,001 1,5 1„011/1,6 1„0⁰ 1,021,6 1s5001 1j„04 1,05 „² 1„06 181,25 1„063 21 1„,0 /,z Uiber 456 2—****„ LV„ 2 22 S ITIFITITITIFITITXIXIVXIV I A. N — 0 0 0 0— 0 C 0 0— 0 0 0—— H 0 0 O ———————————————————— ——. 3— v*** —— S*— O—— 0——————— ——————————————————— 5 2—————*————————— 0—————— —— W*& W— *—*——** * 5 2—— — 2*— 8 O 8 ——— 2***ν*** 2( SW„&& 0 0 0 0 0 0 0 0 0O 0 0 0 0 0 0 0 0 0 O 0 0 2——————————————————— N—— 2— 8—— 2. V——————————————————* — 7 +..— N——— e — 225— 8————————————————**———— 2 V S WW. R ——————*———***** * — 6 2 die Luftgüteprüfung. 457 Ru 26 Resultat der Resultat der W ö Versuche Versuche nit 4* IC 40 1 mit mit mit mit 1 dul Regen-Quell-⸗ Regen⸗Quell⸗ s wasser. wasser. wasser. wasser. 6 März. 5/„%¾,— 1,6 April. 181,1 ,o4r 60 7/½,,1 ,4 201,½„s 4 13 8J1, 1„6 2241,11,5 3⁰ lae 11½,3(,6 25½ ,053 •og 13/½,06„06 291,01 u,o4r 500 0 15/,032,,7 Majus. 2,1 ,0 50⁰0 f 17J1,00[„os 4/,1 ,6 il 1941,1„06 61,2„,6 1 l 21/¹,0 1,505 1511,03 f,6 f 23/1,01„/ 17,2 ,06 ꝛ 10 2511,03 1„06 19J1„„027 1,06 ö‚ 1 Hozt 2701„‚,02 1,067 230,1 1,os „ 13 29J1,04[„ꝰ7r 251„,02 ,05 —** 2 I + 8 H 5 ‚ 31/½½,3 1,d 7 ‚037„5 99 191. April. 2 1„02 1j077 29 1„927 1,06 0⁰⁷⁷ 411,01 1,061 31/1,02101,05 0„,037 ö 6ʃ,2 ,06 Junius. 31,03„0/ 011½ ö 8/½½,3 1,6 60,½1„6f 01 06 19 0 1001,03„08 81,031,07 01 ½ ö 1201,2 1,06 10½00 ,56 0 ohl ö 144½,0πναν 1401,0 f,o4 6 16ʃ1½,½„oß 16/½½,0 1‚4 2 ⁷ 45—8 Junius. Julius-. Uiber Resultat der Versuche mit mit Regen⸗ Quell-⸗ wasser. wasser. Julius. August. 1„3 1,/ 1„041 1,11 1,504 1„11 1,931,113 1j04 1,14 1,04„141 1,05 I,I3 1,91 1,%0 1„50,2„s 1„5%2 f„12 Resultat der Versuche —X— mit mit Regen⸗Quell-⸗ wasser. wasser. 1j502„13 1„117 1„07 115 1j„0110,13 1„10 1j013,‚137 2. 0 die Luftgüteprüfung. 455 Ulta 3 — 6 Nach dieser Tabelle war die Mittelzahl von allen VN Prüsungen eines jeden Monathes zusammengenommen. tnit ell⸗ Oudl, . uü. Resultat Resultat der Versuche der Versuche s,) I WMISISNN mit mit mit mit 2f½ Regen⸗Quell⸗ Regen⸗Quell⸗ . Anzohl der wasser. wasser. Anzahl der wasser. wasser. 4458 Prüfungen. Prüfungen. 2 W Nj August. 4 1j„01œc5 I„,1476 Februar 16 1,00½ 1,04 ); 1 EP ,H3t Septbr. 231,011,10 März. 16„01 1„,06c9½ October 221,01„057 April. 3,01, Run Novem. 24„01,5εeMajus. II,2„05½ II ö Decem. 18,1„5Junius. 9/,2,7e 1 ½ 47925 Julius. 9½%— 1,12 o obf Jenner. 221,,εAugust. 81,πεμν oe Die Mittelzahl von 195 Prüfungen während eines ganzen Jahres war mit Regenwasser 101ο, und mit Quellwasser 1,07. Aus allen diesem kann man schließen: Erstens. Daß in 195 Prüfungen während eines ganzen Jahres die Luftsäule beständig länger war, wenn die Wanne mit Quellwasser gefüllet war, als wenn es mit Regenwasser geschahe. Zwey⸗ 46⁰ 8 Uiber Iweytens. Daß der Unterschied in dem Resultate dieser Prüfungen gegen das Ende des Sommers und den Anfang des Herbstes grösser war, als im Winter und Frühling. Drittens. Daß, obschon überhaupt die Luftsäule, wenn man sich des Brunnen-oder Quellwassers bedien⸗ te, an den nämlichen Tagen kürzer ausfiel, wo sich die Luftsäule in den Prüfrungen mit Regenwasser kürzer sah, in dieser Proportion dennoch Abweichungen Statt hatten. Viertens. Daß das Resultat der Versuche mit Regenwasser weit gleichförmiger war, als mit Quell⸗ wasser; denn der größte Unterschied in den mit Regen⸗ wasser angestellten Prüfungen gieng nicht über 5 Grad, indem die kürzeste Luftsäule vom us Februar 1782 von „,98 Grad, und die längste vom 12 Julius von 1,05 Grad war. Die zwey äußersten Puncte aber zwischen der Ausmessung der Luftsäule bey den mit Quellwasser angestellten Prüfungen wichen weit merklicher von ein⸗ ander ab, indem die größte Länge der Luftsäule sich den 1 September auf ,„5 Grad, und den 5 und 16 Februar auf 1,025 befand, so daß der Unterschied 125 Grad betragen hat. Fünf⸗ Neslltt ners und m Vilter duftsalk, rs bedin⸗ l„ wost set lunen Hen Stat ksucht nt nit Qull⸗ nit Ragel t 576 178¹M⁰ von 1765 t zwischl Mellwast bon ell⸗ saule st 5 nd 16 sched I• die Luftgüteprufung. 461 Fänftens. Daß die Mittellänge der Luftsäule al⸗ ler Prüfungen während eines jeden Monathes, wel— che als ein Maßstab der Mittelgüte der gemeinen Luft während dieser Monathe dienen kann, dem Resultate der mit Regenwasser angestellten Versuche zu Folge nur wenig verschieden war, mittlerweile dieser Unterschied in den mit Quellwasser angestellten Prüfungen viermahl grösser ausfiel; dann der größte Unterschled zwischen der Mittelzahl von allen im Februar und Julius mit Regenwasser angefüllten Prüfungen war nur 276, da sie in den Prüfungen mit Quellwasser auf 575 Grad stieg. Sechstens. Daß man des beträchtlichen Unter⸗ schiedes ungeachtet, der sich in dem Resultate der mit beyden Wässern angestellten Prüfungen befand, aus der Wirkung des einen und des anderen schließen kann, daß die Constitution der atmosphärischen Luft im Win⸗ ter besser ist, als im Sommer. Ich habe geglaubt, daß es auch der Mühe werth wäre, zu untersuchen, was für ein Resultat Prüfun⸗ gen der atmosphärischen Luft darstellten, welche mit Fontana's Luftgütemesser nach der oben zergliederten Art mit dem einzigen Unterschiede angestellet würden, daß die Röhre des Luftgütemessers, anstatt bey dem Zusaz⸗ aie 46² Uiber ze der Salpetersäureluft erschüttert zu werden, in einer aufrechten Lage ruhig stehen bliebe. Nachdem ich eine große Anzahl Prüfungen auf diese Art gemacht hatte, schien es mir, daß man daraus kaum ein gründliches Urtheil über die Luftgüte verschiedener Zeiten fällen könne, man möge Regen-oder Quellwasser gebrauchen; so wenig wechselte das Resultat mehrerer Prüfungen zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Wässern ab(b). Hier ist die Tabelle dieser Prüfungen, welche mit den oben angefürten an denselben Tagen angestel—⸗ let wurden. 1781 (b) Die Prüfungen der gemeinen Luft mit Fontana's Luft— gütemesser, ohne Erschütterung der Röhre, sind nicht nur aus der schon angeführten Ursache unnütze, sondern auch eine weit wichtigere Betrachtung muß sie schlechterdings als untauglich und mangelhaft darstellen, indem man um bey Prüfungen der gemeinen Luft von derselben Güte gleich— förmige Resultate zu erhalten, allezeit einen Luftgütemesser„ der genau denselben Durchschnitt hat, haben mußte: denn der mindeste Unterschied in dem Raume der Röhre brin—⸗ get durchaus verschiedene Resultate hervor, wenn man die zwey Lüfte ohne Erschütterung der Röhre sich einverleiben lässet; da im Gegentheile eine etwas mehr oder weniger weite Röhre keine merkliche Abweichung in den Resultaten dieser Prüfrungen verursacht, wenn man die Röhre in dem Augenblicke der Berührung der zwey Lüfte erschüttert. Die Beschreibung der entscheidenden Versuche, welche Herr Ingen-Housz hierüber gemacht hat, kann man in seinem Werke über die Pflanzen, Seite 287 englischer, und Seite 2394 französischer Ausgabe, nachsehen. I 8— die Luftgüteprüfung. 43 ucheE Resultat der Resnltat der u ich eit 1781 Versuche Versuche ——W acht hut mit mit mit mit 0 Regen⸗Quell⸗ Regen-⸗Quell⸗ rüldlche wasser. wasser. wasser. wasser. ben filn September 1,44 ,47 October.%¼½½%¾3 braucgz 91,„44 1j„47 291,42,421 Prüfung 1011,44[„47 30 1j„43 1,43 u Missn 111,457/,44 31/,42 ,42 en, weh⸗ ö 121,½4 1,45 November. 1,43„43 augsth 131s,45 /45 2s,41 ,43 141,47(/,4 31„/,43[„421 7⁵¹ 16,434½½%/4 441,42ʃ,43 — 184f,»443[1 6,43 ,43 tane luf 20.4½⁰½½43 ½ 7,43 ,42 0 licht ut 24½½3„44 9,42 1,43 nden uh 231„43 1„,44 101,43 ,43 terdings al ö man um i6 4 335 114½,43 ,43 Güͤte glh 251„43 1,/43 121,42 1„43 tgihnss, 26,431,433 13j,43 s43 mußti du Nöhte kn 2711,421/,434 14,,ꝗ3 ,45 enn nan ge 29 1j„44 1j„43 115 1j431 1j„44 n 79f„44 1,44 1601,% ,45½ der henigt u Resltnteh October. 11,‚431/,45 17.4,4271,44 rah N„fH ½ 184½3 ,43 huttert. I welhe He 34—„/43 ,44 201,42 1,421 an in sin 44—,41 ,45* 2,43. „nE 2— 464 Uiber Das Quellwasser aus verschiedenen Brunnen dieser Stadt oder anderer Städte gab ein verschiedenes Re— sultat, und was ziemlich sonderbar ist, dieser Unter— schied hatte sogar in dem Quellwasser zweyer Brunnen Statt, welche alle beyde zu meinem Hause gehören, und nur fünfzig Schuhe von einander entlegen sind. Da ich diese Versuche an den nämlichen Tagen anstellte, als die vorhergehenden gemacht wurden, so kann man sie durch die Tagzahle mit einander vergleichen. Hier ist also die Tabelle der Prüfrungen, welche mit dem Wasser eines Brunnens vorgenommen wurden, der un— weit von demjenigen lieget, wo das Wasser für ober⸗ wähnte Versuche geschöpft wurde. Man wird daraus ersehen, daß, obschon die mehresten dieser Prüfungen nicht viel von den oben beschriebenen abweichen, sich dennoch einige gefunden haben, in derer Resultate ein Unterschied von 6 bis 8 Grad obwaltete. 1781. 8*— die Luftgüteprüfung. 465 inen Hset 1781 uqust. 2611,0 October. 41,52 denes Re, 453————.— epte T s7 151,95 r Mu⸗ Septembe x ö 5/¾5 41,09 1601,051 T Brunnen 801,03 1711,06 e gahirg, 201/,08 271,06 segen s, 221/,7 2811„,05 anstelh, 12311,07* 1„05 kann nog 24/,4 3041,06 en. Sht ö 25„,053 3½,‚— e mit den ö ö 26/%¾—5November.1,06 6990 271,05 2„06 fut cbet 291,05 1,05 2 5 dird daudos 30,5 441,051 Prüfunge Seibüer. 48 6/%6 lichen, sch 22/,6 71„,05 x Csultate a 34%8 91/,043 4„,051 10 1,05 4f94 1111f‚5 61,05 12 658397 71/,05 1341,06 811,09 141,064 9 1„05 1151,057 101„,05 161,06 1140,‚03 1*8 1j„04 11207,5 ö 420rα 131,041 1240,04. 1. J. verm. Schrift. II. B. Gi Aus 466 Uiber ö Aus dieser Tabelle erhellet, daß der Unterschied,* der sich in den mit dem Wasser dieser zwey benachbar⸗ 0 ten Brunnen angestellten Prüfungen bemerken ließ, vor⸗ züglich gegen das Ende des Sommers Statt hatte; daß dieser Unterschied gegen Ende September abzunehmen anfieng, und fast gar nicht mehr im October wahrzu⸗ nehmen war. Ich habe die Ursache aller dieser Ab⸗ weichungen nicht entdecken können, indem alle beyde Brunnen in demselben Häuse, und alle beyde mit einer Pumpe bedeckt waren, so daß das Wasser in dem einen 90 dieser Brunnen der offenen Luft nicht mehr ausgesetzt war, als in dem anderen, und ihre Wässer immer den nämlichen Grad der Wärme hatten. fl *— 37— Ich habe auch mehrere Prüfungen mit gemeiner Luft in einem Wasser aus diesem zweyten Brunnen so angestellet, daß ich die Röhre des Luftgütemessers ruhig stehen ließ, und gefunden, daß sie mit den oben zerglie— derten und ohne Schütteln gemachten Prüfungen über— 6 einkamen. 0 Den 26 und 27 August 1781 stellte ich Prüfungen mit einem Quellwasser aus einem von meinem Hause bin etwas entlegenen Brunen an: das Resultat war 1,165 und V ** dteschtz ehachbat, lleh, vut⸗ altt; dr Zunchnen r wahal⸗ dieser A⸗ alle behhe mit einer dem einen ausgeset immer din gemaänt ;runnen s sers tuht en zergl⸗ igen ibe⸗ rüfunpe em Huus vak 4151 und die Luftgüteprüfung. 4⁵⁷ und 1,154. Zwey andere mit einem Wasser aus einem von meinem Hause noch entlegeneren Brunnen angestellte Prüfungen gaben an denselben Tagen 1,57 und 106. Den 16 Junius 1782 stellte ich Prüfungen mit einem Quellwasser an, welches ich hatte von Amsterdam höhlen lassen: das Resultat war 1,5889. An demselben Tage machte ich eine andere Prüfung mit einem Wasser aus einem öffentlichen, in einem sandigen Grunde ge— gräbenen Brunnen in dem Dorfe Hillegom zwischen Haerlem und Leiden: das Resultat gab 1,07. Und eine andere, an eben diesem Tage gleichfalls angestellte Prü⸗ fung mit einem Quellwasser aus einem öffentlichen Zieh⸗ brunnen dieser Stadt gab 1,10. Den 29 und 30 August 178 prüfte ich die gemeine Luft in einem Wasser der diese Städt durchschneidenden Kanäle, einem stehenden Wasser, und das Resultat war 1,04. Den 14 April 1782 erhob sich ein Gewitter mit einem häufigen Regen: ich fieng das Wasser in seht reinen porzellanern Geschirren auf. Die mit diesem G9 2 Was⸗ 4⁵³⁸ Uiber Wasser gemachten Prüfungen gaben selben Tag 1,:, und den folgenden ,99; den 18 April 1,90; den 25 nahm ich neues Regenwasser, womit die Prüfung ,991 gab. ö Den 15 Majus prüfte ich die Luft mit einem Schneewasser, welches ich im Monathe Februar gesam— melt, und in gut verschlossenen Flaschen aufbewahret hatte. Das Resultat war 1,501. Den 16 Junius machte ich eine Prüfung mit einem Wasser aus dem Haerlemer See: sie gab 1,01. Ich machte eine andere denselbigen Tag mit dem Wasser aus den Kanälen der Stadt Amsterdam: sie gab 1,0o. Den 4 August stellte ich eine ähnliche Prüfung mit dem Wasser aus der Nordsee an. Die Luftsäule fand sich auf 9,99. Den 6 nahm ich eine andere mit dem nämlichen Wasser vor. Sie betrug 9,99K. Den 16 August prüfte ich die Luft wieder mit ei⸗ nem Regenwasser, welches Tages vorher unmittelbar un⸗ loof, HE — sungoggt mit eihex lar gasan, ufbewahtet g mi. enten 201. Y Vasser as 0⁰ 1500, rüfunz ni tsäule fid re Mit dh der Mt unmitalba j die Luftgüteprüfung. 4⁵⁰⁹ unterm Regen aufgefangen wurde: der Versuch gab 0,99. Ein anderer, welcher an demselben Tage mit einem auf die nämliche Art den 18 April aufgefangenen, und in gut verstopften Flaschen aufbehaltenen Regenwasser an⸗ gestellet wurde, gab 1,00. Den 13 August prüfte ich eine Luft, welche ich den vorigen Tag am Gestade der Nordsee in einer ganz trockenen Flaschen aufgefangen hatte. Die Prüfung dieser Luft mit Seewasser gab 9,98, mit Regen wasser 1,01,‚ und mit Quellwasser aus dem nämlichen Brunnen, welcher das Wasser zu den Prüfungen füt das ganze Jahr lieferte, 1,10. Aus allen dem, was ich hier gesagt habe, kann man schließen, daß das Quellwasser aus verschiedenen Brunnen das Resultat der mit derselben gemeinen Luft, und mit derselben Salpetersäureluft angestellten Prüfun⸗ gen abändern; daß die Luftsäule aller Prüfungen mit Quellwasser verschiedener Orten beständig länger blieb, als mit einem Regenwasser oder einem stehenden Wasser (Ich spreche hier von Prüfungen nach der von Ihnen beschriebenen Methode, wobey man die Röhre des Luft⸗ gütemessers erschüttert); und daß es nicht gleichgültig ö 63 ist, 4²⁷⁰ Uiber ist, ob das Regenwasser unmittelbar unterm Regen in Gefäßen aufgefangen, oder aus Cisternen geschöpft wird, welche den Tachtraufen zu gemeinen Behältern dienen. Man kann auch daraus schließen, daß, wenn man die Röhre nicht erschüttert, diese Abweichungen nicht Statt haben, so daß man von der Güte der gemei— nen Luft zu verschiedenen Zeiten mit Gewißheit urthei⸗ len könnte. Allein die vornehmste Folgerung, die man meines Erachtens ziehen kann, ist, daß, so lang die Physiker mit einander nicht übereinkommen, sich derselben Art Wassers in allen ihren Versuchen zu bedienen, die sie an verschiedenen Orten machen werden, um den Stand der Atmosphäre, bey allen Jahreszeiten zu kennen, man niemahls dahin gelangen werde, weder die in verschie— denen Ländern angestellten Prüfrungen in Vergleichung setzen, noch von dem wechselweisen Grade der Güte, welchen der Dunstkreis in verschiedenen Himmelsstrichen hbesitzet Kurtheilen zu können. Alles Hen Nan in ghinf Schilhgn wenn man Ingen niht der gene heil Uthes nan melne die Physke erselben Rt „die sie en Stand nen, un in betshl⸗ hergleichnmg der Gu melssttihel Ale die Luftgüteprüfung. 47¹ Alles das, was ich hier gesagt habe, wohl erwo—⸗ gen, so werden Sie, mein Herr, nicht zweifeln, daß das reine Regenwasser dasjenige ist, dessen Ge⸗ brauch zu den Luftgüteprüfungen man vor dem Quell⸗ wasser anempfehlen könnte. Allein da man dieses Wasser nicht allezeit an allen Orten antrifft, besonders wenn man auf Reisen die RNatur der Luft untersuchen will; und da man es nur zu oft unrein findet, so wollte ich allen Physikern, die sich mit den Versuchen über die Luft beschäftigen, anrathen, sich des destillirten Wassers zu bedienen, wovon man auf lange Zeit Vorrath machen kann, und selbst auch auf ziemlich langen Reisen, um für das Bedürfniß vieler Versuche genug zu haben. Seit dem ich durch eine lange Ulbung beobachtet habe, daß es genug ist, nur die eudiometrische Röhre allein mit diesem Wasser zu füllen, um genau dasselbe Resul⸗ tat zu erhalten, welches man erhält, wenn die ganze Wanne damit angefüllet ist, seit dem nehme ich den Gebrauch dieses Wassers vor jedem anderen an; und ich habe um so mehr Ursache, dasselbe bey allen Prü⸗ fungen der gemeinen Luft anzuempfehlen als das Re⸗ sultat vollkommen gleichförmig ausfallen wird, man mag sich eines destillirten Quell⸗ oder Regenwassers be⸗ dienen; und da es allerdings gleichgültig ist, aus wel⸗ chem Brunnen man es gezogen habe. G6g Da 47² Uiber Da es nicht so viel daran gelegen ist, mit den äußersten Genauigkeit den Gütegrad der dephlogistizir⸗ ten Luft, noch der mephitizirten Lüfte zu kennen, als daran lieget, den Gütegrad der atmosphärischen Luft zu wissen, so kann man zu solchen Prüfungen jedes Wasser ohne Unterschied anwenden. Es bleibet mir nun noch eine kleine Schwierlgkeit aufzulösen übrig: das destillirte, gesottene Wasser, so wie das Regen- und Flußwasser scheinen die Salpeter— säureluft mehr zu zerlegen, als das rohe Quellwasser, besonders wenn man diese Luft in solchen Wässern schüt⸗ telt. Daher kommt es, daß, wenn man in einer Röhre des Lutgütemessers ein Maß Salpetersäureluft sammt einem Maße gemeiner Luft mit einem dieser Wässer schüttelt, man gemeiniglich die Luftsäule kürzer finden wird, als wenn man die Mischung in einem rohen Wasser anstellet. Füget man der in einem dieser Wässer bewerkstelligten Mischung der zwey Lüfte noch ein zwey— tes Maß Salpetersäureluft bey, und erschüttert man die Röhre wie gewöhnlich, so wird man neuerdings eine Ver— minderung von etlichen Unterabtheilungen haben, das heißt, die Luftsäule wird nach dem Zusatze eines zwey—⸗ ten Maßes Salpetersäureluft die in der Röhre geblie— bene Luftsäule um etliche Unterabthellungen weniger ver⸗ grös⸗ —— sagt mi Aasn „ ui hlozsth, una, l rischn dn ngen schez chwlerlgkt Daser, s e Sehhet Vellwafe, ssern schlt inet Riht ft sammt set Visse Zer findg tem rohen ser Bist ein zyen et man M eine Nte ben, das nes zwih⸗ te gehll⸗ niget vil gris die Luft güteprüfung. 473 grössern, als ein ganzes Maß. Diese Thatsache könnte zu dem Argwohne leicht Anlaß geben, daß ein Maß Salpetersäureluft nicht zureiche, um ein gleiches Maß gemeiner Luft vollkommen zu sättigen, besonders wenn die Mischung in einem destillirten oder gesottenen Wasser geschiehet: und man könnte vielleicht daraus folgern, daß das Resultat einer Prüfung, welche mit den zwey Lüften zu gleichen Theilen in solchen Wässern angestellet wird, unsicher seyn müsse. Diejenigen, welche mit der Behandlung des Fon— tana'schen Luftgütemessers gut bekannt sind, werden bald finden, daß diese Schwierigkeit nur anscheinend und ohne Grund ist; indem die fernere Verminderung, wel—⸗ che beym Zusatze des zweyten Maßes Sa lpetersäureluft Statt hat, von der Zerlegung abhängt, welche diese Luft im destillirten Wasser erleidet, und nicht von der Vermischung dieser Luft mit derjenigen, welche sich schon in der Röhre befindet. Um sich von der Genaulgkeit der Prüfung zu über⸗ zeugen, ist es genug, versichert zu seyn, daß man ver⸗ mittelst derselben alle Aenderungen in dem Grade der Heilsamkeit, die die gemeine Luft untergehet, erkennen, 69 und 47⁴ Uiber und auch die Grade der Athmenbarkeit oder Güte genan erfahren zu können, welchen eine durch was immer für einen phlogistischen Proceß, 3. B. durch das Athemhohlen verschlimmerte Luft noch behalten hat. Hier sind etliche Versuche, welche in dieser Hinsicht zlemlich entscheidend zu seyn scheinen. Ein Maß ge⸗— meine Luft zeigte mit einem Maße Salpeterfäureluft, welche zwey Lüfte nach der gewöhnlichen Art in der mit Quellwasser, so wie die Wanne selbst, gefüllten Glasröhre des Luftgütemessers mit einander vermischt wurden, in drey Versuchen nach einander eine Güte von 95 Grad, das heißt, die rückständige Luftsäule nahm 1,5, oder ein ganzes Maß und fünf Unterabthei⸗ lungen oder Hunderttheile eines Maßes, ein. Die Prüfung derselben gemeinen duft, nur daß die Gläsröhre mit destillirtem Wasser angefüllet war, be⸗ wies sich von einer Güte, welche 1,5 Grad hatte; das heißt, nach der Einverleibung der zwey Lüfte blieben: 0,95, oder fünfundneunzig Hunderttheile eines einzigen Maßes übrig. Die nämliche Prüfung gab mit einem ungefähr eine Stunde lang gesottenen Quellwasser das nämliche Resultat. Ich at gniz immer fi thenhahln set Hinsch Maß ge siurehff lit in xr efülte bermisht eine Git Lustsüll nterabthel Ir daß de war, he atte; das blicbeh: eilhiger mit einen asser dis die Luftgüͤteprüfung. 475 Ich prüfte sodann die gemeine Luft, so wie sie aus meiner Lunge kam, und welche ich von aller Säuerluft befreyet hatte. Diese Luft bewies sich im rohen Quell— wasser von 70 Grad, und von 81 Grad im destillirten und gesottenen Wasser. Man wird nicht zweifeln, daß ein Maß einer so verdorbenen Luft nicht vollkommen mit einem gleichen Maße Salpetersäureluft gesättiget wor⸗ den ist. Hieraus erhellet, daß die Prüfung der gemeinen Luft, welche mit einem Maße dieser Luft sammt einem gleichen Maße Salpetersäureluft in einer mit destillir⸗ tem Wasser gefüllten Röhre angestellet wird, den Grad der Güte von dieser Luft sowohl, als von einer jeden anderen schlechteren genau angibt. Obgleich das gesottene Quellwasser in den hier zer— gliederten Versuchen dasselbe Resultat gegeben hat, wie das destillirte Wasser, so würde es doch vorsichtig seyn, vorzugsweise das destillirte Wasser zu gebrauchen, we— nigstens so lange, bis man sich durch eine wiederhohlte Erfahrung überzeugt hat, daß das gesottene Quellwasser wirklich dasselbe Resultat gebe, wie das destillirte Wasser⸗ Die 47⁶ Uiber die Luftgüteprüfung. Die Prüfungen mit Regen⸗ und Flußwasser gaben zwar durchgängig ein Resultat, welches dem Resultate der Versuche mit destillirtem Wasser nahe kam. Dieses ist jedoch vorzuziehen, wegen der Gewißheit, daß ein solches Wasser die nämliche Beschaffenheit für den ange⸗ zeigten Gebrauch habe, es möge nun aus einem Brun⸗ nen, oder aus einem Flusse geschöpft seyn. Let- N 47⁷ st ghn Risulhge Diesstz ů 10* E A el en um Je Mr. Senebier Ministre du S. Evangile, Hru⸗ Bibliot bécaire de la Republique de Geneve, memdbre de diqterentes societes litteraires d My. Ingen-Housz. Monsieur! X ö 3 ai falt il ya longtems ce que vous aver desiré dans „ vos olservations sur Veau impreguèe d'air Fxe „ L de distereus acides inseréëes au Journal de Physique „ pour le mois de May 1784. Tandisque vous faisiez „2Vienne pendant l'été de 1783 les experienees, que „je Viens de lire, j5en publiai de semblables à Geneve „avee des resultats parfaitement paralelles aux votres „dans les vecherebes sur Vinfiuence de la lumiere solaire „ pour metamor phoser Lair Fe en air pur par la vege- „ꝛation avec des eperiences& des considerations propres „ d yaire eonnoitre la nature des suiistances nëEriFρονnes, „ qui furent publiçes à Geneve au mois de Jullet 1783, 5„& dont vous aurieꝝ pu voir une notice analytique „ dans le Journal de Physique pour le mois de Novem- „bre de la meme année, de meme qu'un extrait rai. 27 o N· I 478 Lettre de Mr. Senebier „sonné dans le Journal de savants pour le wois de 12— 0 ec Janvier 1784. „Je suis étonnè, que vous n'ayez pas remarque „que je ne regardois mes observations sur les caux. 5„ àcidulées avece les acides mineraux rapportées dans le „premier volum de mes memoires Physico-chymiques „ publies en 178½& eités dans votre memaire, que „eomme de essays bien eloignes de me satisfaira,& „ que j'esperai des perfeë tionner, aussi je m'en occupai „pendant l'éeté méème de 1782& vous trouveres dans „ l'ouvrage que je vous ai indiqué mes efforts& leurs „ estets, j'y ai méme fait connoitre la cause de l'erreur „ que vous ne pouves me reprocher avee fondement „ que parceque vous ne saves probablement pas que je „ me suis corrigé moiĩ mème. „Vous y verrez Monsieur comment je prouve que „les feuilles vertes ne fournissent de Lair dephlogisti- „ qué quand elles sont exposées au soleil dans Lean 5 5* 22* „qu'en raison de la quantité d'air fixe que ces eaux „„ contiennent.“ „Vous y lyrez une foule d'experiences propres 4 „ montrer l'energie des eaux acidulées pour faire pro- „ duire aux feuilles vertes, qu'on y expose au soleil une „tres Wols e ewargur les caux dimg le Iymigues ire, gue Halra,& Woceupi Ted Cant wre qur hlogist 7 U1 ns len Eer eale E à Mr. Ingen-Housz. 4⁷ tres grande quantité d'air dephlogistiqué. Vai varié ces experiences en acidulant les eaux avec le plua grand nombre des acides purs& combinés, vous 5 trouxerez que les eaux aeidulées ne soutirent des seuilles vertes qu'on y expose au soleil autant d'air déphlogistiquẽ que parcequ'elles leur fournissent l'air fixe eontenu dans la terre calcaire de Leau que les acides degagent, enfin jai etendu ees experiences aux sels neutres, aux sels à base terreuse& à base me⸗ ( tallique. „La Lecture de vos observations m'a fait le plus grand plaisir, elles deviennent une demonstration complette des miennes, sans aucun concert eroyant meme me combattre vous avez etabli sans le Qvoir la solidité des experiences que je publiois pendant que vous faisiez les votres. Je suis enchanté d'avoir vu comme vous, vous etes pour moi une bonne autho— rité, vous étes dans le nombre des Physiciens qui honorent Je plus la Physique par les decouvertes bril- lantes& utiles. Ce sera certainement toujours pour moi un bonheur de me rencontrer avec vous sur quel- ques sujets, parceque ce sera roujours pour moi une preuve que je Quis dans le chemin de la verité que nous cherchous avee la méme ardeur.“ 4⁰ Lettre de Mr. Senebier 55 5 5 7 75 27 „Permettez moi de vous remercier de L'indulgeane? & honneteté avec la quelle vous parles de mes peti- tes productions, faites moi esperer, que je pourrat profiter desormais de vos conseils& de vos awis& soyes bien convaineu du plaisir que j'ai de vous assu- rer de la confideration distinguée aveg la quelle j ai. P'honneur d'étre.“ Monsieur Ceneve le 9 Juin 1784. 7 —— 95 Votre tres humble & treés obeislant serviteu Senebier. „Jai pris Mr. Landriani notre ami commun de vous faire parvenir cette lettre avee un exemplaire de mes Recherebes sur Vinfluence de la Iumiere solaire & comme cet ouvrage est asseꝛ obscur pour nëtre pas connu de vous, j'espere que vous ne trouverez pas mauvais que je fasse part au publie par cette lettre de vos traveaux& de miens. Si j'avois votre celebrité cela ne sereis pas necessaire. Re. 8 99...— à Nr. Ingen-Housz. 481 dugand mes petz 665 Remarques 0½³ n n de Mr. Ingen-Houis sur la lettre prècedente dre l avec quelques observations ulterieures sur la vertu de Leau impreguëe dair fiæe. I je trouvai dans le Journal de Mr. Crell& iun Pextrait d' une lettre de Mr. Srorr, professeur à W Tubingen, ou il annongoit, que Mr. Seuebier publieroit bientot un ouvrage, dans lequel il demontreroit elaire- ment, que le livre de Mr. Ingen- Housz, Experimeuti xον vegetables est a chaque page rempli des fautes& Ommun de ‚ des erreurs; je devois naturellement m'attendre à me 0 voir bientot assailli par un ennemi d' autant plus Hlam. redoutable, qu'il étoit deja honorablement connu par nenen plusieurs étrits. Je vis en mëme tems avec plaifir, que uverer fu Mr. Crell tachoit de mitiguer un peu la terreur, qu'une e leire declaration de guerre aussi ouverte& aussi inattendue de celthiit auroit étée eapable d'inspirer à un homme comme moi, qui —„* I —————— * Die neuesten Entdecfungen der Chemie, gesammelt c⁰n Dr. Lorens Crell. Sechster Theil. Leipaig 1782. Dag- 147. J. verm. Schrift. II B. Hh —2— 482 Lettre de Mr. Senebier qui ne deteste pas moins les éerits polemiques que la 7 1 guerre méme; en y atoutant, qu'il lui falloit des preu- ves tréès fortes avant de se resoudre à adopter ees asser- tions menagantes comme fondées;& qu'en tout cas la verité gagnera toujours par ces recherches quoique pole- miques. Je suis très éloigné de soubęonner, que le contenu de la lettre du Prof. Sorr lui ait été envoyé par Mr. Senebier lui méme. Des expressions aussi peu menagées, pour ne pas dire indecentes, ne peuvent être sortics que de la plume d'un homme, qui ne merite par méeme ses regards. Guelqu'eloigné que je fusse de m'allarmer aueune- ment de cette annonce piquante; elle me donna néam- moins les premiers indices d'un adversaire ouvert, qui se preparoit à me combattre très serieusement. Lorsque je regus l'ouvrage, annoneé d'un ton si menacant(c'est le Chevalier Landriani, ami intime de Mr. Senebier, qui l'envoya de Milan à Vienne tréês peu de tems après qu'il fut publié) j'appereus avec plaisir, que la plus part de mes decouvertes y étoient confir- mées;& que quelques pen y Stoient réellement attac- quces, mais, en general, avee des menagemens& des gards, 00 due des Rrel. Ced dller. Out eis K iche Hök le eomeu per M. menmgeez hre sonia par meme er aucune- nna nean wert, qu un on intime ce etres eu ꝛee plist, nt eonft· lent ate à Mr. Ingen- Housa. 483 Sgards, que lesl hommes de lettres, se doivent mu- tuellement. J'aurois pu y repondre dabord,& faire voir 2 Mr. Senebier, que les armes, qu'il a employés contre mol, n'avoient pas eu assez d'effet pour que je lui ce- daste la vidoire,& qu'il avoit lui meme commis plu- eures erreures,& méême des telles erreurs, qu'il me paroit difficile de concevoir, comment un Phisieien un tant soit peu attentif ait pu les commettre,& par con- Hh 2 se· * En voyci quelques unes: il affirme trés positivement, mais erronéement, que les eaux acidulées, meme en une dose moderëe, par les acides mineraux, exposées au soleil avec des plantes, fournissent toujours un air absolument mauvais; que les plantes ne méphitisent jamais l' air cominun enfermé avec elles à 1 ombre, que lorsqu'elles sont, au moins en partie, dans un état de fermentation; que l'eau dissoute dans l'atmos- pheère ainsi que l'cau de pluie, sur tout dans le tems d'un orage, sont toujours chargées dlair fixe; que dans tous les boceaux remplis d'eau de source& ex- poses au soleil ils poussent du fond, dis le second jours, des flamens de la conserve, qui parviennent ensuite à une hauteur considerable; que l'eau de source seule exposte au soleil ne donne pour l'ordinaire point d'air; que les racines bien nettoyéëes& exposée: au soleil dans L'eau de source ne donnent point dair, +i elles n'y fermentent pas,&c. SNEEEEE—2—————.— 484 Lettre de Mr. Senebier sequent de telles, dont il m'étoit três facile de le con-⸗ vainere. Plusieurs de mes amis erurent, qu'étant ainsi arta- qué publiquement, je ne pouvois differer de me de— fendre aussi avee la méme publicité, a moins que de vouloir faire envisager ma cause eomme trop dese speréëe & trop foible pour pouvoir étre soutenue avec courage & avec succès. Mon aversion cependant pour les ouvrages polemi- ques me fit faire peu d'attention à leur adinonition. Je guardai le silence,& me erus méëme fort honoré, qu'un homme aussi savant que Mr. Senebier estimat mon ouvrage digne de son attention, au point méme de recommencer mes experiences& de rectifier(par une amour très lou- able pour l'avancement des connoissances, qui y sont traitéees) ee qu il eroyoit y trouver de mal observé. Je me contentois de faire savoir à Mr. Senebier par le moyen de Mr. Landriani son ami& son correspon- dent, que je ne eroyois pas ses observations assez fon- dées;& que je jugeois son appareil d'instruments beau— coup trop petit pour des experiences decisives, sa eloche pour y enfermer les végétaux n'ayant que trois pouces eubes de capacité& sa mesure eudiométrique moins qu'un ie lein ainsi tz. de me de. no que de deleere e(Oulaße hes posemi. nition. oré, qum on ouytzye rommeneer nes ln. ui y fal lerge. euelier pu correshon asser fo ents ben s elber Ois pouce ue moin quun à Mr. Ingen- Housz. 485 qu'un vinghtieme d'un pouce cube d'espace. Je mon- trois un extrait de I'ouvrage de Mr. Senebier& les re- marques nombreuses que j y avois faites, à Mr. Lamber- rhengi Lami& correspondent du Chev. Landriani, re- eonnu ici à Vienne comme un homme doué de ralens peu communs, orné de connoissances en tout genre,& d'an amour particulier pour les seiences. Je luĩ mon- trois même(le livre à la main) les inadvertences que je eryois y avoir trouré. Mr. Lamnbertbengi n'a pas manqué d'en informer dabord Mr. Senebier par Linter- mede de Mr. Landriani; en lui envoyant méme un billet eerit de ma main, dans lequel je disapprouvois entierement L'appareil presque mieroscopiqne de Mr. Senebier. Ce billet cependant n'etoit nullement destiné à lui étre envoyé; il le fut à mon insu. IIme paroit très naturel que Mr. Senebier, voyant le ton deeisif avec lequel Mr. Lamberthengi Passura de ma part(peu de tems aprés la publication de ses memoires physico- chymiques) qu'il avoit tres mal vu dans nombre d'ex- periences, se soit hàté de les soumettre à un nouvel ex- amen, à fin de rectifier publiquement lui mëme ses in- attentions, avant que je m'en chargeasse;& que je luĩ aie ainsi rendu quelque service, en reveillant dꝭune ma- niere si liberale son attention, ou au moins en Ebran- lant sa trop grande confience en luĩ mème. Mr. Sene. Beer ayant appris ainsi l'idée que je formois de son ou- Hh 3 vrage, ———————2———————— 3— 46⁵ Lettre de Mr. Senebier vrage, qui lui fur communiquée de la maniere la plus amiable, indirecte de ma part,& entierement incon- nue du public,& qui n'auroit par consequent put bles- ser l'homme le plus sensible à P'honneur, parut avoir eté sensibie à la discretion& à la delicatesse, dont j'uféls envers lui; ayant bien pu comprendre par cette manĩere de proceder de ma part, que jlaimois me defendre fans bruit, & à hinseu du publie contre une attaque ouverte de sa part& nullement provoquée de mon coté; au lieu de combattre un adverfaire de la maniere, à laquelle il de. voit naturellement s'attendre. Guoiqu'il en sdit, je me souviens, que peu aprés qu'il dut avoir été instruit de mon aversion de Latta. quer à mon tour,& de ma façon d'envisager son ou- vrage, il me fit proposer par le Chev. Landriant de re- voquer publiquement certaines assertions, qu'il avoit in- serées dans son ouvrage, si je voulois lui faire part par une lettre de ma maniere de faire les experiences, qui prouvoient mon systeme sur l' influence nocturne des végétaux sur l'air; à condition, qu'en les imitant il so erouvat convaincu de son erreur. Je reęus ce message agreable de Mr. Lamberrbeugi. Mais ayant deja expose elairement toutes ees experiences dans mon ouyrage Anglois, Experiments upoꝝ vegetables, je deelinois poli— ment la proposition d'entrer en correspondence episto- laire re E hln ent inen. put blel arut ut ont jubhs manierxe s sinz dral Verte de f au lieu de uelle ildd, Peu apret de Latmn. er son ol· zam de t II vd i e pert zr nces, Aurne dis utant il l ce messar in Ial n ouprage indis pof. ce epilh Hile ——2— à Mr. Ingen-Houfz. 3487 jaire directe avee Mr. Senebier au sujet des controverses que lui méme avoit suseitées. Je le fis mme par pure 5 delicatesse: car j'aurois embitionné d'etre en correspon- dence direde avee un savant aussi distingué, si je n'avols pas craint de me trouver en contradiction avec lui. Je crus done, qu'il valoit mieux inviter Mr. Lamberthengi lui méme à voir les experiences en question, pour pou- voir en rendre à Mr. Senebier un compte fidel& con- torme à la verité dont il seroit temoin oculaire. Mr. Laiubertbengi en faisant part en suite de mes experien- ces à Mr. Senebter, me rendoit justice,& l'informoit un ton decisif, qu'il étoit convaincu lui méme, que ce que j'avois avancé dans mon ouvrage sur les vëgetau & que Mr.§enehier avoit trouvé bon de nier, étoit réel⸗ lenꝛent fondé sur les loix de la nature. Pendant le cou- rant de l'été de 1783 je reiterois à Mr. Lamberthengi les invitations de venir voir aussi d'autres experiences, qui demontrent evidemment, que presque tont ce que Mr. Senebier a écrit dans son ouyrage Memoires PHsicv. ùν⁷miques sur la nature de air obtenu des plantes ex- posées au soleil dans Peau saturéce d'air fixe, ainsi que dans Peau acidulée, par les accides mineraux, est abso⸗ lument erroné. Je l'assurai plus d'une fois de vive voix, en attendant qu'il vint voir les exper iences mẽ- mes, que les plantes exposcées au soleil dans l'eau satu- ree d'air fxe ne donnent pas constemment une grande Hh 4 abon· 488 Lettre de Mr. Fenebier abondance d'air dephlogistiquèé; mais qu'au contraire certe eau a un effet tres incertain eu egard à plusieurs plantes nommement l'herbe, gra men, les feuilles de poirier, de vigne&e.,(comme je l'ai dit dans mon ouvrage Anglois cité, pag. 87& 243— 246) que sou- vent on n᷑en obtient qu'un air fixe mélé d'un air tantot commun, tantot phlogistiqué,& en d'autres tems dé- phlogistiqué. Je Tassurai de méme, que les acides mineraux,(qui donnent selon Mr. Senehier constem- ment un air a/olument mauvais, un air de corruption) ainsi que les autres aeides, fournissent constemment un air infiniment plus pur que l'air commun, un air de- phlogistiquè d'une qualité eminente. Mr. Lambertbengi, aprés avoir informé Mr. Senebier de ce que je lui avois dit en dlautres tems au sujet de son ouvrage, n'a pas manqué de lui faire part aussi,& cela de mon entier aveu, de ces dernieres observations. Apreès tout ce que je viens de dire, le ledteur ju- gera, si ma conduite envers Mr. Senebier, après une attaque ouverte& nullement provoquée de ma part, n'etoit pas conforme aux loix de 14 politesse& de la moderation;& si je n'avois pas lieu de m'attendre à quelque retour de sa part, en revoquant ou au moins en adoueissant quelques sentences lancëes ouvertement contre mon systeme;& si je ne devois pas m'étonner d'ap- ——— ve) Ruän Iun aum ei Men H contrure plasem c feullez t dang nn 0) que sn. In ar tantg des temm di. les aad er onsten. cormprin) temmem u un àr d. ambenteij je lui no ge, 1 50 mon eilier lecteur jñ ꝛpres unt e m prt e& del Fattendre! au moin uvertement metonntt dao: *— à Mr. Ingen- Housz. 48 d'apprendre presque par tous ceux qui connoissoient sa maniere de penser,& sur tout par ses amis, qu'il per. sistoit plus que jamais dans son opinion que les vẽgẽtaux Etoient dans un état de corruption ou de fermentation, lorsqu'ils ont dans mes experiences mephitisé Pair en- fermé avec eux. Le eelebre Mr. Alex. Volta professeur de Physique à Pavie& ami intime de Mr. Senehier (s arantageusement conna par ses ouvrages& ses de- couvertes utiles dans differentes branches de la Physi- que) m'en assura encore au mois d'Aout 1784, lorsque pendant le sejours qu'il fit à Vienne il m'honora fre- quemment de sa presence& de ses entretiens instructifs. Javois la satisfaction de voir ce savant, aprés Iui avoir montré toutes les experiences qu'il desiroit de voir, pleinement convaincu de la verité de mon systeme, de méme que son compagnon de voyage, Mr. Scarpa savant Professeur d' Anatomie à Pavie. En observant done de plus en plus, que le silence, P que j'avois observé pendant si longtems, par pure poli- telle& ménagement pour un savant dont j'honore les ta- 8 P lens avee toute la republique des lettres, ne servoit u's faire envisager mes decouvertes comme insoutenab- ð9 8 les; je me trouvai à la fin foreë d'exposer au publie des preuves ulterieures de mon systeme. II ne m'étoit pas possible d'y parvenir qu'en tachant de demontrer la Hh 5 foib⸗ — 40⁰ Lettre de Mr. Senebier foihlesse des argumens& des experiences, que Mr. Se. nehier a pu touver bon de publier pour combattre les miennes. Pour obtenir ce but j'envoyai au commenées ment de Novembre 1783 par le Docteur Le Begue de Presle au redacteur du Journal de Physique trois me- moires, dans Pattente de les voir inserés dans les cahiers du mois de Decembre ou Janvier suivant; mais j'eus la mortification d' apprendre au mois d'Avril, per une lettre de Mr. Cueber redacteur du dit Journal, que le nombre des pieces arrivées avant les miennes avoit em. peché leur impression, qui ne pourroit avoir lieu qu'au mois de May& suivans:& j'ai lieu de eroire, que, si le Prelat Nerep& Mr. F,y⁴t de Saint Fond n'eussent pas tant presie le redacteur, ces memoires aurolent en core resté pendant plusieurs mois dans son portefeuil. Ces pieces sont des extraits de trois dissertations que je compte de publier bientot,& qne Mr. Molitor à tra- duit en entier en allemand de mes M. S. pour en aug⸗ menter mes opuseules détachés, dont la premiere edition a parue en un volume au commencement de l'an 1782 sous le titre, Iugen-Honsa Vermisebte Schreften Physasch. Medicinischen Iubalts...,& dont la seconde edition paroit àpresent au publique, considerablement augmentés en deux volumes in octavo.* — Pen- *Le premier de ces trois memoires, qui fut imprimé4 dans le Journal de Phyfique de l'Abbé Rosier au mois de ebisr lences ε M. 5 Ve MV 1V. Pour eantyn, oyi au conna, daenr I. I., Mysore n etes dant Rth suixant; mH dAyrl, R it Vvurni, e. miennes at Oit ayoir lei 6 de eroire, I unt Lond tih voites authen ms son gurein dissertrtom ge Mr. Molinr i &. pour en x premiate 1 scconde eimn ement aleme en. qui ut iut K Roseer iu 0 à Mr. Ingen-Housz. 491 Pendant que j'attendois avec impatience de voir pa- roitre ces trois memoires, je recus dans le mois d'Avril dernier un nouvel ouyrage très instruckif de Mr. denebier, qui a pour ritre Recherches sur Vinsluence de la Iumiere solaire pour méramonphoser lair Fve en air dephlogistiqué par le moyen de la vigeration. dans lequel je trou- val avec grand plaifir, que Mr. Senebier a corrigé au moins une de ses inadvertences, que j'avois trouvé dans son ouvrage précédent,& dont 1I étoit averti dans le courant de l'été de 1783 par l'entremise de Mrs. Lam. herthengi& Landriani. Mr. Senebier reconnoit done à present ouvertement son erreur précedente& convient, que l'air obtenu par le moyen des vëgẽtaux exposẽs au soleil dans l'eau acidulée par un des acides mineraux ou par un antre queleonque est un air dephlogistiquẽ; au lieu que dans le premier tom de son ouvrage precedent, Memolres Physico- ch²miques il I' avoit prononeé éêtre toujours n aνr de dlissylntion, un air ahsolument mauvais, comme on le peut voir en differens endroits du dit ou- vrage. Les experlences, qu'il y allegue sur cet objet, sont —.—— de May 1784, est inseré dans cette seconde edition de mes opuscules detachés, traduit par Monsieur Molitor Tom. II. pag. 393. Le second inseré dans le cahier du mois de Juin du dit Journal se trouve dans le Tom. I. p. 345. Le troisieme inseré dans le cahier de Juliet se trouve dans le Tom, II. pag. 130. 49² Lettre de Mr. Senebier sont si nombreuses& si circonstancites, que rien ne paroit être plus affirmativement avancé dans tout le livre. Aprés avoir deja établie cette doctrine d'une maniere aucunement ambigue, il renouvelle l'attention du lecteur en disant(pag. 199) qu'il ne Faut pas perdre de vue, que Lair produit par les feuilles exposcet au soleil daus Veau aciduléëe, est absoylument mauvais. II y revient encore une fois à la page suivante. II y retourne ds nouveau a la page 20: avec plus d'energie en disant, que les acides(celui de Lair fixe excepté) daus let rap. ports infiuimeut moindres, relativement d NPintensitè de Pacide, qu ils ont avec Vair Æαe, dans Veau qui en ese saturẽe, uont jamais fourni que des airs mauvais. Mr. Seucbier propose méme(pag 218) une raison théoreti- que, pour quoi parmis tous les acides celui de l'air fixe seul fournit un air pur. II rapporte des experiences faites avece differentes doses de ces acides, depuis la quantité, qui devoit absolument nuire à l'économie des vẽgétaux, jusqu'a une dose à peine perceptible, savoir une quatorze mille cent soixantieme partie d'acide vitri- olique;& il croyoit ces acides être si contrairs à la na- ture des plantes que même la très petite quantité men- tionnée d'acide vitriolique les empechoit d'éla borer un air, qui égalat en bonté l'air eommun(voyez pag. 195— 196). Si Mr. Senebier avoit eonservé le moin- dre doute sur la nature de l'air ainsi obtenu, il auroit 8* pu ve rien I 15 toat le rine Ciut Lattenin Pal ertn 2 a Il V rert Hiumsül Hait. M. on thltel de Lat il ergerenmn onomie 0 ble ul aeide sit. it ntitẽ mei Aaborer u voyel H le win i aun U à Mr. Ingen-Housz. 493 pu le dissiper en moins d'une demie minute d'une ma- niere infallible. Il ne falloit rien de plus que de plon- ger dans un tel air une esquille de bois on une petite bougie allumée: il ne falloit pas méme un eudiométre fort exacte pour constater, si un air est alsolument vaudais ou infiniment bonu. II valoit eertainement bien la peine de sassurer, avant d'eerire un livre, de la na- ture de Pobjet, qui fait le prineipal sujet de tout l'ou- vrage; sur tout s on peut le faire à tout moment, sans le moindre trouble, par les moyens les plas aisés& les plus connus. Un objet qu'il prononee,& avee grands raison, dans son nouvel ouyrage Recherehes sir Vinslu. ence de la Iumiere solaire(pag. 27) être de la plus Hatite inportauce aussi curieise aue Heus de la raison que le changement d un conps queleonque en onν oùι en argeut: un tel objet, dis-je, ne meritoit' il pas une demie minute de tems pour Lexaminer? En revoquant à present une erreur si insigne il ne touche pas les assertions qu'il a publié contre mes de- couvertes. Une plante vivante, méme enfermée eneore dans son pot à fleur, placée à l'ombre pendant quelques heures auroit pu l'avoir convaineu, que cette plante avoit mephitisée L'air sans avoir soufferte de la moindre maniere observable: une fleure, une pomme, une dou- z ine d'haricots verds&e, mis sous un gobelet renversé sur ——————————————————————— 494 Lettre de Mr. Senebier sur une assiette avec un peu d'eau alentour du hord du gobelet l'auroit convaincu encore de eette erreur. S'il ne me eroyoit pas digne de cette petite attention, son propre honneur comme un Physicien du premier rang ne souffroit pas plus de delay de se laver lui méême de cette inattention que de L'autre, apréès avoir été informé de toutes les deux de ma part par ses meilleurs amis d'une maniere qui ne pouvoit pas blesser sa delicatesie. Ainsi mon honneur y reste encore compromis malgre tout le menagement, dont j'ai usé envers luj;& ma decouverte sur l'insluence nocturne des végétaux sur l'air, que je ne puis m'abstenir de eroire moi meme ètre de la dernier importance, porte encore dans eRrrade de NMr. Senebier la qualification d'une pure calummie contre la nature& les plautes. Le premier des trois memoires, que j'ai envoyë à paris au mois de Novembre 1783, étant imprimé dans le cahier du Journal de Physique du mois de Mai, ne U peut tre parvenu entre les mains de Mr. Senebier qu'au commenceinent de Juin. Le publie y a vu, que je n'ai lalt dans ce memoire qu'alleguer simplement les faits qut in'ont convaincu de quelques erreurs, qui se trou- vent dans l'ouvrage de Mr. Senebijer, nommement eu egard à la nature de l'air obtenu par le moyen Ive gtaux exposeés au soleil dans L'ean acidulée, soit par aci- U 0 085 Muon, In emier uud meme& e intomné mis mah li; KM au sur Hiz neme ere Lomnge IMlie costn I enchet mprime en le Maj; Rbier qul i ent L fl ui le l nmenent e yen des f. à Mr. Ingen-Houfz. 495 v'acide de l'air fixe soit par les autres acides. A peine avoit il lu ce memoire qu'il m'ecrivit la lettre, qui pre- cede ces reflexions,(je l'ai regue par le moyen de Mr. Lamberthengi) en m'ennongant en méme tems sa reso: lation de la publier;& comme il ne m'informe pas dans quel ouvrage elle sera inserée, j'ai eru à propos de la joindre à ces reflexions. ö La promptitude avee la quelle Mr. Senebier repli- que à la premiere refléxiou que j'ai publiée sur ses ex- periences, me fait entrevoir L'embaras, que j'aurois pu m'attirer, fi;avois eu sa sensibilité,& si je me fusse à son exemple defendu sur le champ contre les atta- ques qu'il a pu juger à propos de faire eontre mon Ouvrage. Guelqu'agreable que me puisse ètre toujours une amiable correspondance epistolaire d'un savant aufsi di- stingué, j'avoue ranchement, que la premiere lettre, dont il m'honore, m'auroit serxvi de temoignage de sa sincerité& d'un debut, flatteur pour moi, de ses senti- mens d'amitis à mon egard, sil avoit jugé à ropos de la confier entre les mains de celui à quelle éroit adresiée: mais sa resolution de la rendre publique en diminne, je l'avoue, à mes yeux le prix que j'y aurois nis. Guand une lettre est deja publiée sans L'aveu de celui 496 Lettre de Mr. Senebier eelui qui la doit recevoir, elle ne vaut pas la peine de lui étre eerite ni de lui étre envoyéëe. Elle est alcrs adressée au public plütot qu'à celui dont elle porte le nom. Les lettres sont par leure nature des depos sacrés, & ce n'est que le consentement mutuel qui doit en au- toriser la publicité. Je fus comblé de joye en regevant cette lettre,& je regrettois d'avoir deja envoyé mes trois memoires; m'attendant d'y trouver, outre le debut d'une correspondenee amiable& instructive, quelque retour aussi, ou au moins quelque adoucissement aux animadversions facheuses qu'il a fait contre mon ou- vrage sur les végétaux: mais je fus, on ne peut pas plus, mortifié d'en trouver le contenu peu agreable pour moi. Eftectirement l'erτοπνnement qu'il annonce dans la lettre,& qui paroit une espece de reprache de n'avoir pas été assez attentif pour avoir pu observer dans son ouvrage, que lui méëme regar doit ses observations sur les eaux acidulées comme nullement satisfaisantes, paroit insinuer une espece d'accusation, d'avoir alleguẽ dans mon memoire une doctrine de Mr. Senebier eomme adoptëe& enseignẽe par lui d'une maniere positive, quꝰil n'avoit cependant admise que très problematiquement. Une fagon semblable d'agir de ma part, si elle Stoit volontaire, auroit meritée une eensure, etant vne espeee de malice, ou au moins une demangeaison, toujcurs meprisable de eritiquer. Je erois que le lecteur impar- tial, pehe d lbe ek I le gur K Rephlaz Golt · en ex enyoye ne ure le d „ Oe llement au re mon a ne veu eu Aralt Wil unant repuche blerpir ei oblertm satifulntz volr ala ebiir dnnt Wbthe l Ruticnenen. elb Hhe se n, musan Heur inhit 1 à Mr. Ingen- Housz. 457 — tial, en pareourant le premier tom des Memoires B/y- seco-chymiques, sera aussi surpris, que je le suis, que Mr. Seuebier ait pu trouver bon de faire cet- te animadversion à ma charge. S'il se proposoit, en ecrivant cet ouvrage, de poursuive ses experiences sur les végétaux, ce ne paroit pas avoir été dans la vue de constater l'artiele, que j'ai touvẽ erroné. La question, un eir est alsolument mauvais ou infiniment bon, n'est certainement pas assez difficile à être decidée par un Physicien du premier rang pour la remeitre à un tems future, pendant qu'il eerit un ouyvrage volumineux sur cette méme matiere, puisqu'il ne faut pas un quart de minute de tems pour la decider sans replique,& qu'il ne faut pour tout appareil qu'une esquille de bois ou une bhougie allumée. Mr. Senebier se seroit eomporté, ;'ose le eroire, d'une maniere plus simple& plus nohle, 6il fut convenu avee candeur, de l'erreur ou il étoit tombé surx ce point, plùtot que de chercher à sexcuser publiquement à mes depens. II n'y a aucune honte d'étre tombé dans une erreur involontaire. Si Mr. Senebier a vu avee plaisir, dans les obser- vations contenues dans mon memoire, la confirmation des siennes, il doit y avoir remarqué également, que Paveu de son erreur a confirmé mes recherches anterieures. di mes observations lui ont étées agreables, elles ne J. verm. Schrift. II. B. 1 peu- 49 Lettre de Mr. Senebier peuvent lui avoir étées neuves; pulsqu'il les avoit dein apprises dans le eourant de L'été de l'an 1783 par Mr. Landriani. NMr. Senebier, qui ne disconviendra certaine- ment pas, qu'il étoit averti depuis bien long tems de plas d'une inattention que j'avois remarqué dans son ouvrage,& notemment de sa meprise par rapport à la nature de Pair qu'il avoit obtenu des eaux acidulées, auroit du, il me seinble, apprendre cette cireonstanee au publie. Son silence sur Lanticipation de cet avis de IIr. Landriani pourroit faire prendre le change aux per- sonnes trop äpres à la censure,& leur faire soupgonner, que par une malice puerile;'ale précisement ehoisi, pour publier mon memoire, un tems ou je savois que Mr. Fenebier avoit refondu deja& corrigé son erreur,& eela en falsant semblant de n'en savoir rien. Les nouvelles que Mr. Senebier regevoit de tems en tems par Mr. Landriani touchant mes recherches doivent Pavoir eonvaineu, que j'étois très éloigné de preparer à la sourdine une attaque contre lui,& que bien loin de eacher mes decouvertes je les avois com- muniqué ouvertement pas seulement à tous ceux que le desir de les connoitre amenoit chez moi, mais mémes à ses amis correspondens, dans la certitude qu'ils les lui communiqueroient d' abord. Je leur communiquois meme mes observations dans la vue de l'en informer. Ceux Nolt& pa h. erttane. temz ee dans in port à U reidulee; reonstant eet wis dt e u Oupeonne, boif, pu i8 dhe M. elreur, 1 it de tm recherch loigne nmanigu à Mr. Ingen- Houfz. 495 Ceux quĩ me connoissent, savent, que ce ma-jamais 6e ma contume de travailler en cachet. Pai toutes les années plusieurs fois montré& expliqué publique- ment toutes mes experienees sur les vêgétaux, méme es que je n'avois pas eneore publiées, à une com- pagnie de 100& quelques fois plus de 200 personnes de distintion, à leur requisition. Je n'ai jamais refuse personne, qui s'est presenté pour y assister;& je wai non plus invité personne qui ne m'ait signifié son desir d'y venir. Les amis& admirateurs de Mr. Senebier m'ont souvent honoré de leur presence lorsqu'une telle compagnie s'assembloit chez moi. Ayant publié mon ouvrage ν Les vẽgετα¹μν près ö de quatre ans avant que Mr. Senebier publioit le sien, ou il eombat plusieures de mes decouvertes, j'ai la con- solation de ne pas avoir été l'aggresseur. V Si en redtifiant, eomme il eroit, quelques dogmes de mon ouvrage, il ne m' ait pas convaincu d' äne seule erreur; je ne lui dois cependant pas moins de sentimens de reconnoissance pour sa bonne volonté& pour ses etlorts genéreux pour decouvrir la verité. En fouillant sans relache dans les operations de la nature, je travaille moi méme autant à redifier ce que je pour- rois avoir mal vu, qu'à decouvrir des nonveautés. — 2 Si 50o0 Lettre de Mr. Senebier Si quelqu'un rectifie mes erreures avant que de les àvoir reconnues moi méme, ilea droit à ma reconnois- sance,& je lui en saurai toujours bon gres, pourvu 27— qu'il ne montre aucune aigreur par des expressions of- sensentes, qui ne servent qu'à déceler une ame jalouse & trop eprise d'elle mème,& qu'il nꝰemploye aucun detours on sophisme pour s'approprier I'honneur de mes deceuvertes. Je finirai ces remarques par quelques observations ultéricures fur la vertu de l'eau impregnée d'air fixe. Les expériences alléguées par Mr. Senebier me paroissent decider, que les vegẽtaux aidés de la lumiere solaire ont la faculté de changer L'air fixe en air déphlogistique. Mais je erains, qu'il napplique cette théorie trop génẽ- ralement à presque tous les cas, où l'air déphlogistique est produit par les plantes: p.e. je ne vois pas, com- ment on pourroit attrihuer à la métamorphose de Lair Bxe la production de l'air déphlogistiqué dans une eau bouillie au del de deux heures,& surtout dans une cau distillée,& ensuite bouillie pourmen chasser tout air queleonque; vũ que cette dernie re eau a non seulement perdu, tout vestige d'air mais aussi toute terre ealcaire. On obtiem cependant une benne quantité Uair déphlo- · ue dt ecoundl. „Pourpa Hlons l e jiloan y%e wen nneur de blerrahm Cair flt. e proiser dere solin lositige tuop 9 Dlogin 53s,(l le de l ns ule El ut Mn u set burt „fellemen rre alin Al . à Mr. Ingen-Hoafx. 501 gistique dans ces eaux par le moyen de la conyerva „ivularis& de la matiere verte de Mr. Priestley, sur teut de celle qui est greneléee& que ai decrite dans ma dissertation sur la matiere verte. Elle se trouve 16rsentée en grandeur naturelle dans, la sgure 7 de la planche qui sy rapporte. IImy a point de plante qui ne puisse produire également de l'air déphlogistiquẽ dans une telle eau; pourv qu'on y plonge plusieurs plantes bien vẽgẽtantes, Pune apres l'autre à mésure que les premĩeres y trouvent leur destruction: car une telle au, étant très nuisible à la nature des vëgétaux, prob- ablement par défaut de nourriture, fait languir bientot ceux qu'on y enferme. Lorsque je fis en Angleterre des experiences(dont j'ai rapporté quelques unes dans mon ouvrage sur les vegeta¹νν) avec des plantes enfermées dans de l'cau airée, je me servois communement de Peau saturée ou au moins fortement impregnée d'air fixe par la machine du Dr. Nool. En repetant ici à Vienne ees mémes expérien- ees je trouvai que la méme incertitude avoit lieu dans la quantité& la qualité d'air ainsi obtenu, sans pouvoir deviner, d'ou elle dépendoit. A la fin, jo soupgonnai quune grande quantitè dacide d'air fixe pouvoit nuire 4 la constitution de la plante tout comme une trop grande quantité d'un acide quelconque. Le fait a con- Ji 3 Hr⸗ 50²2 Lettre de Mr. Senebier firmé que j'avois bien prédit. On peut voir dans les ex periences sur cet objet raugées en tabelles& inserées dans le memoire sur la vertu de Veau impregnëe diair Nre&de distureus acides..., que dans la plus part, où une eau fortement airée étoit employée, l'herbe avoit manqué de fournir une grande quantité d'air dé- phlogistiqué. Mais avant de deviner la véritable cause de cette incertitude, je ne fis pas assez d'attention à Pexacte quantité d'air fixe qui étoit inhérente à Leau, que j'employois. Depuis que je commengçai à voir elair sur ce sujet, je redoublai d'attention,& je commençai à erolre, que l'eau employce par Mr. Senebier, bien loin d'avoir été saturëe d'air fixe, comme il le croyoit, n'ẽtoit probablement qu'une eau légérement imprègnée de cet air,& que nous avons à cet égard tous deux manquẽ d' exactitude, ma faute étant qu'en Angleterre 'employai communément une eau àpeu près saturée ou au moins fortement impregnée d'air fixe,& celle de Mr. Senebier de sS ëtre servi toujours d' une eau très foiblement imbue du méme air, en la prenant toujours pour une eau saturëe. Il faut bien prendre guarde de ne pas confondre les termes. L'eau de source est génèralement. saturée d'air commun, parcequ'elle n'en sauroit dissou- dre d'avantage. Une petite quantité de cet air sufsit pouy la saturer autant qu'elle peut l'etre. II n'en est pas du tout ge meme avece Lair fixe„ Cal l'eau est en Etat d'en 5 ab· Uanz 0 hlerg Hie Hu pus Iun „khene dair q le caul Ittention!. te à TLeu Wfr cll eommri le le ctoynt, Impene tous den Anzleten: Ituré: l & eelle d e eiu ut towjont dedenehs neralemett iroit os 1 fnt po N 20 93 0 tt Oh 15 Mr. Ingen-Houfz. 503 abforber au moins le double de son propre volume, & peutétre n'en est elle pas encore alors tout-a-fait saturée. Pour appeller une eau arurée a'air Vxe, il faut qu'elle en contienne à peu pres autant qu'elle en peut tenir en dissolution. Voyci quelques experiences, qui decideront tont d'un coup la difficulté. Fimpregnai fortement, mais pas jusqu'à la satura- tion, d'air fixe, de la façon du Dr. Nobd, une bonne quantité d'chu de source. Exp. I. Pen remplis une cloche eontenant ve pouees eubes d'espace: iy enfermai 14 pouce cube d'herbe, gramen,& je Pexposai au soleil depuis onze neures du matin jusqu'à trois heures après mĩdi. Exp. II. Mexposai au méme tems au soleil, une autre cloche de la même capacité remplie d'une tiers Ceau airée, que j'avois employëe dans Vexper. I,& de deux tiers d'eau de source pure; y enfermai la meme quantité d'herbe. Dans la eloche de Pexp. I je trouvai 75 pouces Abes d'air, dont 6 pouces c. étoient alr fixe: le reste J14 ctoit 704 Sttre de Mr. Senebier etoit de Pair déphlogistiqué d'une bonté moyenne, fa⸗ voir de 203 degres. Dans la seconde eloche se trou- voient 16 pouces cubes d'air, dont deux étoient d'air Axe; le reste d'un air dephlogistigué d'un degré emt- nent. II étoit de 308 degrés. Exp. III. Pexposai, à coté de ces deux cloches, eneore deux autres de la mme capacité: L'une remplie de la meme eau airée, dont étoit remplie celle de I'exp. I, contenoit quelques feuilles de vigne occupant 1+ pouce cube d'espace. Exp. IV. L'autre cloche remplie, comme dans Lexp. II, d'un tiers d'eau fortement airée& de deux tiers d'eau de source pure, contenoit la möme quantits de feuilles de vigne. Des deux dernieres cloches après avoir étées expo- sérs pendant 4 heures à coté des autres au soleil, 12 premiere,(Exp. III) contendit 10 pouces cubes d'air dont 8 étoient air fixe. Le reste étoit un air déphlo. gistiqué d'une bonts médiocre, savoir de 208 degrès. Dans la cloché N. IV se trouvoient 15 pouees cubes d'air, dont 2 étoient air fixe: les douze pouces& demi restans etoient un air déphlogistiqus d'une finesse extraordinaire. II étoit de 321 degrés. Pen· —— eunt, 0 — rol. dlen Cit enr Inn doche ne renyit e celle d ne Oecuhan mne a & de dn Mα Juantde etees eln soleil, wuers eihe 2 poh Fur fiet à Mr. Ingen- Housz. 505 pendant qu'on faisoit ces experiences il faisoit, un peau soleil. Exp. V. Pexposai an soleil, depuis 10 heures du matin jusqu'à 6 heures après midi, le tems étant très beau, 14 pouce de Taxus haccata dans 70 pouces eubes d'eau de souree impregnée d'air fixe plus fortement que celle qui avoit étée employçe dans les expériences I& III. II se trouva 17 pouces eubes d'air produit, dont 12 pouces eubes étoient air fixe, le reste dephlo- Listiqus de 115 degres. Exp. VI. Dans le meme tems une semblahle quantité de la mème plante fut exposée dans une cloche de méme grandeur contenant un tiers de Leau airée, employée dans l'exp. V,& deux tiers d'eau purée. II 5y trouva 10 pouces cubes d'air, dont 2 étoient d'air xe; le reste d'air dephlogistiqué de 250 degrès. Exp. VII. Un pouce cube de feuilles de pêcher sttachèes à leurs tiges, dans 70 pouees eubes d' eau airẽe omployée dans l'exp. Va fourni 12 pouces cubes d'air, dont 10 étoient air fixe. Le reste étoit air, deéphlogt⸗ dtiqué de 245 degreés. —41 5 Exp. 506 Lettre de Mr. Senebier Exp. VIII. Une semblable quantité de feuilles de pécher exposce au soleil dans 70 pouces cubes d'ean dont un tiers sétoit de l'eau airee employce dans Lexp. V& VII,& deux tiers d'eau pure, à fourni 7 pouces eubes d'air, dont un pouce étoit air fixe, le reste ctoit air déphlogistiqué de 286 degres. EXp. IX. Guelques petites plantes d' Euphorbia Tithymalus oecupant ensemble deux tiers d'un pouce cube, furent mises au soleil depuis 1o heures du matin jusqu'à six heures apres midi,(le tems stant fort beau) dans 45 pouces cubes d'cad fortement airçe sans cepen- dant étre saturée. La quantité d'air produite fut 45 pouces eubes, dont pres de quatre pouces étoient air fixe. Le reste étoit un peu meilleur que l'air commun, savoir de 122 degrès. Exp. X. La méme quantité d Euphorbia exposce au soleil à coté de L'autre dans la méme quantité d'eau, dont un tiers étoit fortement airée,(la méme qui étoit employée dans l'exp. IXI)& deux tiers d'cau pure, 2 donné 51 pouces cubes d'air, dont il n'y en avoit 9 qu'un einquieme d'air fixe. Le reste étoit un air des phlogistiquè très bon, de 298 degres. Ses 4 Mr. Ingen- Houf=. 707 i Ces experiences& un grand nombre d' autres un iu Wont appris, que l'incertitude, qui se trouve dans la n leh qualité& la quantite de L'air qu'on obtient des végé- d taux exposés au soleil dans l'eau acidulée par Lair fixe, rele bit depend prineipalement de la quantité d'air fixe qui se trouve dans ces eaux,& qu'en general une eau saturée d'air fixe ou approchant de la saturation nuit à la con- Euphat stitution de toutes les plantes,& par consequent les dun pur empéche plus ou moins d'élaborer L'air dephlogistiqué; du muih aue toutes les plantes ne souffrent pas également la Uhnt beh meéme quantité d'air fixe;& que pour obtenir une bonne lam eehe. quantité d' air déphlogistiqué d'une qualité exquise il Ute füt vaut mieux employer une eau légèrement airée que sa- Hient t turée d'air fixe. r commm, Ces expẽrĩences me confirment dans monopinion prĩ- mitive que me sugeroient les experiences faites en An. 6a erhtl gleterre; que les eaux saturẽes d'air fixe troublent Lopé- Rüe en ration naturelle des végétaux; parceque L'air fixe en e qui cd penétrant les feuilles se méle avec l' air deja existant daus leur parenchyme& en sort confusement avec lui- au pule,! ö Elles m'ont aussi appris, que toutes les plantes ne souf⸗ aiin krent pas également le contac de L'air fixe, P.§. 5o85 Lettre de Mr. Senebier&c. V P. 8. Comme j'ai annoncé(pag. 214 du premier tom de cet ouvräge) pour inventeur des lampes à air in- flammahle Mr. Furstenberger,& que je suis informé& present par le eelebre Alex. Volta professeur de Physique à Pavie, que c᷑est lui méme, qui a imaginé& mise en usage le premier ces sortes de lampes dés Lan 1777& qu'il les a fait connoitre à Mr. Barbier de Tinan très sa- vant Phy sicien à Strasbourg,& à Mr. Lichieuberger Iui méme, lorsqu'il fit un voyage par ces pais; je erois qu'il est de mon devoir de recifier cette erreur involon- taire. Mr. Volta en parle lui méme dans une note in- serée dans un memoire en langue Italienne, qui a pour titre. Memoria sopra i fuochi de terreui V delle Fantaue ardenti in generale& sopra quelli di Pietra- mala in para ticolare. — Fobserve à la pag. 394 du second tom une petite inadvertence du traducteur, qui ninteresse cependant aucunement la matiere; elle se trouve rectifièée à la pag. 490. du mème tom. UH )3 drenier yn it h. 1larnt! de Wyiqn 6 mil I Hn, Linnr nal. RuI l his, y amn rreur inrch. une not h. unt zet E cepenin ecfst Al Erklärung der Kupfertafeln. 14„. Di Vorrichtung, die dephlogistizirte Luft aus dem Salpeter zu erhalten und einzuathmen. 1Figur. Die Art, die dephlogistizirte Luft einzuath⸗ men. A, die Wasserwanne, worin die Glocke unter Wasser stehet. B, die Kugel, worin die dephlogistizirte Luft aus⸗ geathmet wird. CCC, eine gebogene kupferne Röhre. D, ein Korkstöpsel, um von der Röhre bey ihrem Einstecken in die Kugel den Eintritt des Wassers abzuhalten. EEE, ein Dreyeck, worauf die Kugel ruhet. FrfFH, eine Schnur, um den Stöpsel D aus seiner Röhre ziehen zu können. 6, ein Kanal von Federharz, um der Vorrichtung die gehörige Biegsamkeit zu verschaffen. H, 51⁰ Erklärung H, ein Hahn zur Oeffnung und Verschließung der Gemeinschaft zwischen dem Munde und der Röhre. J, eine Flasche von Federharz, deren Boden ausge⸗ schnitten ist. 1 Figur. Die Vorrichtung für die Ausziehung der dephlogistizirten Luft aus Salpeter. A, Ein Windofen. BEB, eine beschlagene Retorte mit einem doppelt ge⸗ krümmten Halse. C, ein Feuerschirm. OD, ein Schemmel, der unten wie ein Trichter aus⸗ geschnitten ist. E, die Kugel, welche die dephlogistizirte Luft auf⸗ fängt. FFEN, eine Vorrichtung zur Befestigung der Kugel. H, eine Kugel, welche das ausgetriebene Wasser auf— fängt. I, die Röhre“ um das Wasser in die untergesetzte Kugel zu leiten. E, eine Röhre, welche die Luft aus dem Trichter un— term Schemmel in die Glocke leitet. L, ein Sandbad, worein die Retorte gesetzt wild. W MNI, die Wasserwanne, worin die übrige Vorrichtuntz stehet. N —9— der Kupfertafeln. 111 ichung ur Z—— di Naht 1 afel⸗. Die verschiedenen Gestalten der Priestley' schen grünen Materie, welche zu verschiedenen Zeiten Statt Ichungeu haben. deg authr Figur 1. Runde Thterchen, durch ein Vergrösserungs⸗ dopyat y glas vorgestellt, welche die Priestley' sche grüne Ma⸗ terie ausmachen, so wie sie gemeiniglich ist, wenn die grüne Kruste sich zu bilden anfängt, und so wie Luchte u sie mehrentheils ist, wenn man, Herrn Priestley's Rathe zu Folge, ihre Entstehung durch eine ins Wasser U gelegte pflanzenartige oder thierische Substanz beschleu⸗ niget. det Aul „Mü l Figur 2. Thierchen der grünen Materie, so wie sie zuweilen anfangs zu seyn scheinen. Diese Art Insec— ten erzeuget sich zuweilen in einem Wasser, worein Uutergah man eine verwesliche Substanz geleget hat; ohne dieß sehr selten. Tuchlr ubh Figur 3. Kruste der grünen Materie, so wie sie ge⸗ sht Hld 184* N— inn meiniglich zum Vorscheine kommt, nachdem sie sich schon einige Zeit gebildet hatte. Die Insecten sind noch augenscheinlich darin zugegen, aber ohne deutliche Be⸗ 712 Erklärung Bewegung. Sie sind in einer klebrigen Materie verr strickt, welche mit weißen Fäden mit einer willkür⸗ lichen Bewegung durchflochten ist. Figur 4. Eine Familie mikroskopischer Thierchen, welche die grüne Materie darstellen, so wie man sie selten im sich selbst überlassenen Wasser entstehen siehet, öfters aber, wenn thierische Theile, Blut oder Misb der Thiere, darin gefault haben. Figur 5. Eine andere grössere Art Thierchen der grü— nen Materie, welche sich oft in demselben Wasser er⸗ zeuget, worin man die Thierchen der 4 Figur her— vorkommen siehet. Diese und die vorhergehenden ver⸗ wandeln sich. Figur 6. Kruste der grünen, aus Thierchen zusam⸗ mengesetzten, und in der 4 und 5 Figur vorgestell— ten Materie, so wie sie erscheinet, wenn sie schon sehr alt ist; die Fasern sind weiß, und in der 3 Fi⸗ gur mit einer willkürlichen Bewegung begabt. Figur 7. Die grüne Materie, so wie man sie auf dem Boden großer Bassins oder Wasserbehälter antrifft. Sie ist in natürlicher Grösse vorgestellt. V — Runnz z let nllh Thladh. wie man se stchen sig, It ohet N in derth Vosse th (digut br Aherden ui itchen zish zur Horgel enn si sth in der egab. wah stel Hölhantk der Kupfertafeln. 513 Figur 8. Kruste der grünen Materie, so wie sie, mehrere Monathe alt, unterm Vergrösserungsglase erscheinet. Die Fasern sind sodann grün, aber ohne offenbare Bewegung. Figur 9. Kruste einer noch älteren grünen Materie, so wie sie unter gewissen Umständen, noch öfters aber mit der Zeit von selbsten wird. Sie ist sodann eine Tremelle. Figur 10. Dieselbe Kruste, so wie sie auswächset, wenn sie eine lange Zeit im Gefäße ruhig stehen bleibet. Sie ist sodann eine Tremelle, welche manchsmahl zwey bis drey Zoll hoch wird. Tigur 11. Eine Art Conferve, die manchs mahl im Wasser von freyen wächset; sie ist aus Körnern oder Thierchen zusammengesetzt, welche wie die Thierchen der 1 Figur aussehen, und korallenschnurförmig an einander gereihet, und ohne offenbare Bewegung sind. Figur 12. Ein Flußwasserfaden unterm Vergrösse⸗ rungsglase. Er bestehet aus durchsichtigen Röhren ohne Farbe, und voller grünen Insecten, welche, in einer klebrigen Materie verwickelt, ohne Bewegung J. verm. Schrift. II. B. KE sind 314 Erklärung der Kupfertafeln. sind; welche Bewegung sie aber wieder annehmen, wenn sie von dieser klebrigen Materie befreyet werden. I aiel. Zwölf Versuche mit Metallen, um den Grad der Ge⸗ schwindigkeit zu bestimmen, mit welchem sie die Hitze durch ihre Substanz gehen lassen. Eine Flasche, worin man ein Metall in dephlogistizirter Luft brennt. AA, die walzenförmige Flasche selbst. B, der Knopf, auf welchen die elektrischeꝗ Entladung geleitet wird. C, der Metalldrath, den man brennen will. DD; ein metallischer Aufsatz der Flasche. EE, ein metallischer Boden der Flasche. F, eine Erhabenheit des metallischen Bodens, der uberm Wasser hervorragt. E, ein Schirmhut, um die Flamme vom Korkstöpsel abꝛuhalten. Re⸗ „E 1 1 ů. unchyg, 1 hiigt und det gh lchem sie Re n. eohlogistgetz e Euun oll. . Bodens, K H — — — Register über beyde Bände. zeiget auf den ersten und d auf den zweyten Band. A. Abkürzungsart, die Güte der dephloglsttzirten Luft zu prüfen, b‚, 97. wie sie verrichtet wird, b, 1144. Ableiter, sieh Leiter. ö Achard, sein Vorschlag, den Feuersgrad zu verstärken, b, 373. Aegypten, war die Lehrschule der Alten, b, 192. Aenes, dessen Versuche mit Brennluft, a, 241. dessen Bestimmung der eigenthümlichen Schwere der Brenn— lüfte, a, 243. Aerostatische Rugel, sie kann auch mit einer aus Was⸗ ser gemachten Brennluft gefüllt werden, b,‚ 194. Aaave americana, liefert sehr viele dephlogistizirte Luft, b, 21. die Güte ihrer dephlogistizirten Luft, b, 57. laun, seine Natur, b, 413. Amalphis, der Erfindungsort der Magnetnadel, a, 399. Ananasblätter, die Güte ihrer dephlogistizirten Luft, b. 57. Kk 2 An⸗ — 51 Register Antoni/ die Art seiner Windbüchse, a, 329. Atmosphärische Luft, sieh Luft gemeine. B. Bächbungen, ihre Wurzel gibt an der Sonne eine bessere Luft, als die gemeine ist, b, 427. Ballon, aerostatischer, sieh aerostatische Kugel. Beccaria, seine Versuche mit Glasscheiben, a, 37. seine Meinung über den Bau der Magazine, a, 127. Becher, seine Verdienste um das Phlogiston, b. 363. Beck, sein Verdienst um die Erklärung des Elektro— phors, a, 89. Bergman, Torbern, wie er die Menge Phlogiston in Metallen zu bestimmen sucht, b, 381. Bernouilli, seine Berechnung der Luftmenge im Schieß⸗ pulver, a, 331. Bewley erklärt die grüne Materie für eine Pflanze, 5/ 137 Billenberg, Ritter von, die Gestalt selner Retorten zum Luftkochen aus Salpeter, b, 62. Bley, wie es in der dephlogistizirten Luft brennt, 555.795 Blitz, in welchem Falle er auf Gebäude fällt, a, 114. in welchem Falle er auch auf ein Gebäude mit einem Ableiter fallen könne, 2 122, Bon⸗ 12 IFre e. Nt Sonn 7 6. Kugll, Iu,.. su de, 3 17. Rfton, d. ung dis Elte Phlogstu 1. nenge in Ehj ar eihe Rah ner Retortn dten duft k e filt, v Khadde n über beyde Bände. 512 Bonnet beobachtet Luftbläschen auf den Blättern in der Sonne, b, 138. Boyle hat die Luftpumpe verbessert, a, 433. sein Ver⸗ such mit einem Weidenzweige, a, 346. Breda, van, dessen Beobachtungen über eine frisch be⸗ reitete und etliche Tage gestandene Salpetersäureluft, d. 448. sein Urtheil über eine Luftgüteprüfungsart, wo die eudiometrische Röhre nicht erschüttert wird, b, 461. Versuche die er auf diese Art angestellet hat, d, 463. beobachtet den Unterschied, welchen die Ver⸗ schiedenheit des Wassers in der Luftgüteprüfung ver— ursachet, b, 256, 450. seine Luftgüteprüfungen von einem ganzen Jahre, b, 454. was er für Folgerun⸗ gen daraus gezogen hat, b‚, 459. Brennbare Luft, von Aeneäund Cuthbertson, a, 241. die eigenthümliche Schwere ihrer verschiedenen Arten, à, 243. wie lang ihre erste Güte dauert, a, 224. Brennbare Luft aus Vitrioläther, a, 244. ihre Eigen— schaften, a, 247. der besondere Kunstgriff, eine Knall⸗ luftpistole damit abzuschießen, a, 246. Brennluftlampe, von Fürstenberg, a, 214. von Pickel, à, 215. sie mit Brennluft zu füllen, a, 221, 225. welche Brennluft dazu gut ist, a, 220. ob sie Zu⸗ fällen unterworfen ist, a, 226. ihr Nutzen, a, 228. Brennluftpistole, mit verschiedenen Knalllüften abzu⸗ schießen, a,. 295. Sieh Knallluftpistole. Kk3 Brug⸗ 518 Register Brugman, ein empfehlungswürdiger Schriftsteller über Magnete, a, 398. Brüssel, der Unterschied der Luftgüte dieser Stadt, b,‚ 264. Büffon, Graf von, wie er die Metalle, als Leiter der Hitze betrachtet, eintheilet, b, 348. wie sie in dieser Rücksicht der Verfasser ordnet, b‚, 352. seine Mei⸗ nung von den Bestandtheilen der Platina, a, 421. seine Meinung von der Flamme, b, 374. ——0 Cacalia, sie vermehrt im Sonnenlichte die mit ihr ein⸗ gesperrte Luft, a, 370. Cactus rriangularis, die Güte seiner dephlogistizirten Luft, 5, 58. Campher, macht die Luft zur Elektrizirung geneigter, a, 57. vermehrt die Knallkraft der Aetherluft, a, 252. wie er in dephlogistizirter Luft brennt, a, 206. Canton, dessen Versuche in Beziehung auf den Elektro⸗ phor, a, 84. Carignano, Kirche zu Genua, der ihres Ablei⸗ ters, 4 14I. Gwallo, sein Werk über die Elektricität, a, 26. seine Art eine Leidner Flasche zu machen, a, 197. wie er eine Leidner Flasche entladet, a, 194. läugnet die Entwicklung der dephlogistizirten Luft aus den Pflan⸗ zeu, ile d iist Eih, 8 Raltet. sie in Nn „seide M a, 2/. 0 mit iht el⸗ Ihlogisthrtn iIng gneht, tlaft, 4, 206. ) f den Ell ihtts M „,. fit 77. Nle . lihtt K a a R über beyde Bäude. 519 zen, b, 310. seine Meinung von dem Ausflusse der Pflanzen, a, 376. Cereus, diese Pflanze vermehret im Sonnenlichte die mit ihr verschlossene Luft, b, 337. Charlestown, die Geschichte der dasigen Kirche, a, 19. 135• Chineser, welches Verhältniß der Bestandtheile sie beym Schießpulver beobachten, a, 323. Conferva rivularis, sieh Flußwasser faden. Crawford, sein Werk über die Hitze, b, 389. seine Meinung über das Athemholen, b, 74. Crohare, seine Art den Eisenmohr zu verfertigen, a, 405. Cuthbertson, wie er die Scheibenmaschine verbesserte, a, 173. seine Versuche mit Brennluft, a, 241. Cuypers, seine Beobachtungen über das Glas, a, 23— sein Vorschlag zur Verbesserung der Scheibenmaschine, 27 75 D. Damman zeuget von der Luftgüte zu Ostende, b, 280. Democritus hat sich in Aegypten große Keuntnisse er⸗ worben, b, 193. Dephlogistizirte Cuft, wird in den Organen der Pflanze ausgearbeitet, b, ꝛ10, wie sie sich bey ihrer Ent⸗ wicklung auf den Pflanzen ansetzet, b, 333. wie sie aus der Agave americana austritt, b, 338. aus wel⸗ chen Pflanzen sie vorzüglich entwickelt wird, b, 20. Kk4 Ver⸗ 52⁰0 Register Versuche zur Bestättigung der Entwicklung aus den Pflanzen selbst, b, 320— 330. ihre Entwicklung aus den Pflanzen wird bestritten, b,‚ö 310. ist um so reiner, je geschwinder sie aus den Pflanzen kommt, b, 334. und je häufiger sie entwickelt wird, b, 324. warum man die Entwicklung derselben aus den Pflan⸗ zen geläugnet habe, b, 316. ihre Menge stehet mit der Oberfläche des Gewächses im graden Verhältnisse, b. 335. warum sie die Pflanze im gesottenen Wasser von einer besseren Beschaffenhelt gibt, b, 397. die Ursache dieser Erscheinung, b, 398. Beweis, daß sie nicht aus dem Wasser, sondern aus der Pflanze kom⸗ me, b, 148. ihre gewöhnliche Gäte aus den Paanzen, b, 37. warum sie von der zerriebenen grünen Materte ausgearbeitet wird, b. 217. tödtet die Pflanzen, b. 21. ihre Entstehung aus dem Wasser, b, 189. Versuch, der ihre Entstehung aus Wasser bestättiget, b, 198. sie hat wenig Verwandtschaft mit dem Wasser, h, 329. die Endursache davon, ebend. sie wird auch von Thie— ren erzeugt, b,‚ 172. in welcher Menge sie aus Sal— peter zu erhalten ist, b, ꝛ22. wie man sie aus dem Salpeter rein erhält, d. 24. kommt nicht immer gleich rein aus Salpeter, b, 25. ihre Güte, so wie sie in verschiedenen Portionen aus Salpeter kam, b, 41. die beste, welche man noch aus Salpeter erhälten hat, b, 46. die Güte derselben aus würflichen Salpeter, 5; 53. —..— 0 als N Riclung ut st im zen kynn, cd, b, zu. 18Dden hyp uhe stehet mj 1NVehilhaf, ttenen Dast 5dn Nnn Rrnen N Pfanzen, dn . Vush ½ 9 liget, H, H auch bond an sie us W. Ucht iumetg e, Wstü H kn, br Het ethilenf lichn Ealeh 571 über beyde Bände. 721 b, 55. die Vorrichtung zu ihrer Ausziehung aus Sal⸗ peter, b, 63. die Güte derselben aus Mennige, b, 55. aus Eisenvitriole, b, 56. aus Gold, b, 341. die beste aus dem rothen Quecksilberniederschlage, b, 54. aus welchen Körpern man sie zu erhalten weiß, à, 266. aus verschiedenen Körpern, wie sie durch Schütteln im Wasser leidet, b, 83. soll in keinen großen Gefäßen aufgefangen werden, b, 66. in wel— chen Gläsern sie am besten aufzubewahren ist, b, 63. ihre Prüfungsart, b, 28. die Prüfung derselben in verschiedenen Gefäßen, b, 108. Verfahrungsart sie einzuathmen, b, 71. über Wasser eingeathmet, b, 85. über reinem Wasser, b, 91. über Kalkwasser, b, 2. über Quecksilber, b‚ 98. wie sie beym Einathmen aus einer trockenen Blase verschlimmert wird, b, 79. 3r. wie sie mehr oder weniger beym Einathmen ver— dorben wird, b, 93. die Empfindung beym Einath— men derselben, b, 8. wie oft sie eingeathmet werden kann, b, 7. wie viele Athemzüge man mit einer ge— wissen Menge derselben machen kann, b, 75. in wel— cher Menge sie eingeathmet werden soll, b, 14. ihre gute Wirkung in Krankheiten wird wahrscheinlich ge— macht, b, 5. in welchen Krankheiten sie das Meiste verspricht, b, 9. ihr wahrscheinlicher Nutzen in Krank— heiten, a, 238. unter welchen Bedingungen ihr Ge⸗ brauch allgemein werden dürfte, b, 19. ob sie in *— ei⸗ 5²2² Register einigen Fällen schaden kaun, b, 14. Vorschläge, um sie einathmen zu lassen, b, 6). Einwürfe gegen ihren Gebrauch, b, 15. die Vergleichung derselben gegen die gemeine in Rücksicht der Lebensdauer, b, 96. wie sie zur Verstärkung des Feuersgrades anzuwenden wäre, b‚, 373. wie das Eisen in ihr brennt, b, 366. der Phosphor, a, 207. der Campher, a, 206. war⸗ um man einige Körper in ihr mit Gefahr brennt, b, 387. Digestivsalz ist immer im rohen Salpeter vorhanden, b, 47. Dillenins, sein Werk über die Mose, b,‚ 133. Dioscorides hat die Pompholir gekannt, b, 192. Druckerey, Verwunderung, daß sie nicht eher erfundem wurde, b, 138. E. Eisen, gibt die schlechteste Salpetersäureluft, b, 35. bricht in dephlogistizirter Luft in helle Flammen aus, b, 366. wie es brennt, b‚ 378. warum es am leich— testen brennt, b‚, 380. wie es mittelst der Elektricität in Brand zu stecken ist, b, 369. Eisenmohr, die Art seiner Bereitung, a, 405. Eisenvitriol, die Güte seiner dephlogistizirten Luft, b, 56. Eloctricitas viudex, die Erklärung dieses Wortes, a, 38. Elek⸗ Hge w Rcgen en ehen N r, b„. mnzuwede , d.6, öb. hal ht hunn, otharder her ekfüßhr st, b.y mmen all, Vam l Elelritht über beyde Bände. 923 Klektricitat, warum sie so viel Anzügliches hat, a, 4. wie vielerley sie ist, a, 9. die positive, die negative, 2, 42. die Erklärung der Zurückstoßung der positiven und negativen, a, 43. Beweis, daß sie vom Magne⸗ tismus unterschieden ist, a, 65. wie man mittelst derselben einen Metalldrath entzünden kann, b, 369. Elektricitätsträger, woraus er bestehet, a, 33. seine Eigenschaften, à, 35. die Verstärkungsarten dessel⸗ ben, a, 35. die Vergleichung desselben mit der Leidner Flasche, a, 82. ob zwischen ihm und der Leidner Flasche ein Unterschied ist, a, 75. die Erklärung desselben, a, 79. Klektrische Mäschine, eine neue, die Beschreibung der⸗ selben, à, 145. wie man sie behandelt, a, 153. Elektrisches Flüssige, seine Verbreitung, a, 8. die Gesetze seiner Bewegungen, 3, 41. nach welchen Ge—⸗ setzen sein Gleichgewicht gehoben wird, a, 1I. die. Ursache seiner anscheinenden Unthätigkeit,, 42. wie es Leitern und Richtleitern anhängt, a, 45½ wie es den Funken bildek, a, 54. Beweis seiner Identität mit dem Blitze, a, 15. welches man zur Zeit eines Gewitters aus einem Ableiter ziehet, a, 119. sein Einfluß auf belebte Körper, a, 27. Elektrisirmaschine, die Erklärung derselben, a, 23. Electrophorus per peruus, sieh Elektricitätsträger. Em⸗ 124 Register Empedocles, seine Meinung von der Verwandlung der Körper, 5, 193. LEntzüͤndbare Cuft, sieh brennbare Luft. Epicur, was er von der Verwandlung der Körper denkt, b‚, 190. seine Kenntniß vom Magnete, a, 398. Erde, wozu sie den Pflanzen dienet,, 345. Eudiometer, sieh Luftgütemesser. Ewart, seine Beobachtungen über die Güte der Seeluft, b, 276. F. Farbe, ihre Eigenschaften bey elektrischen Versuchen, a,. Feste Luft, sieh fixe Luft. Feuer, warum es bey stärkem Froste lebhafter brennt, b, 275 Heuerluft, sieh dephlogistizirte Luft. Fixe Wuft, ob sie ein Product ist, b, 203. wie sie von der ausgeathmeten Luft wegzubringen ist, b, 76. verhindert die Entstehung der grünen Materie nicht, b, 171. wie man ihre Menge in der dephlogistizirten Luft aus Pflanzen bestimmet, b, 425. Flamme, wofür man sie hält, b,‚ 374. wofür sie Lan⸗ driani ansieht, b, 389. Flavius, der vermeintliche Erfinder der Magnetnadel, 4* 122. Llora über beyde Bände. 925 Nudlan Flora Danica, enthält einige Figuren vom Flußwasserfa⸗ den, b, 219. de Hin Flußwasserfaden, seine Beschreibung, b, 218. wie er dke, entspringet, b, 220. Zweifel über seinen gemein⸗ . schaftlichen Ursprung mit der grünen Materie, b. 221. Erklärung, wie er sich bildet, b, 225. entstehet anstatt drSalf der grünen Materie, b, 226. hat mit der Tremelle Nostoch viel Aehnliches, b, 227. ob er unter die Pflanzen gehöre, b, 228. wie er in einem offenen Wasserbecken wächst, b, 229. der Bau seiner Fäden, b, 230. seine Eigenheiten, b, 233. die chymische Zerlegung desselben, b, 235. gibt zerrieben keine de— phlogistizirte Luft, b, 214. die Güte seiner dephlo— gistizirten Luft, b, 58. gibt im Winter die beste de⸗ phlogistizirte Laft, b, 323. wie er zur Reinigung der Zimmerluft gebraucht werden kann, 5„ 40. Flüssige, elektrisches, sieh elektrisches Flüssige. Fontana, Abt, verbesserte den Luftgükemesser, b. 34. Msuch, haftet Kent . die sie hl st, b.i sein Luftgütemesser wird von einigen Schriftstellern Rutene nit angefochten, b, 39. seine Art die Luft zu prüfen, Phlogstüit b, 244. seine Luftgüteprüfungsart ist langweilig, b. 57. wie viel dephlogistizirte Luft er aus Salpeter erhal⸗ uyfůt st uu ten hat, b, 22. welche dephlogistizirte Luft er aus dem Goldniederschlage bekommen hat, a, 341. seine Po Art die dephlogistizirte Luft einzuathmen, b, 70. be— stättiget die gute Wirkung der dephlogistizirten Luft Fha beym 7— Register beym Einathmen, b. 6, 12. seine Beobachtungen über gewisse grüne Fasern, b, 153. wofür er die grüne Materle erklärte, b, 139. seine Entdeckung, daß auch Thiere die grüne Materie entwickeln, b, 173. seine Entdeckung über die Verschlingung der Luft durch obsterbende Kohlen, a, 434. seine Bestimmung der Luft in den Mischtheilen des Schießpulvers, a, 332. Franklin, sein Verdienst um die Elektricität, a, 7. kurzer Begriff von seinem Systeme der Elektricität, à,§. seine Untersuchung, warum einige Blitzableiter getroffen wurden, a, 133. sein Vorschlag, den Grad der Geschwindigkeit der Hitze zu bestimmen, b, 349. bekommt das Fieber auf einer sumpfigen Insel, b, 5. Funken, elektrischer, wie er gebildet wird, a, 5 G. Gälileo legte den Grund zu den Luftpumpen, a, 433. Gallmeystein, ihn haben Plinius und Dioscorides gekannt, b, 192. Generatio æquivoca, sieh Selbsterzeugung. Gibrältar, woher seine gesunde Luft kommt, b, 280. Glas ist kein so guter Nichtleiter, als ein Harz, A5 58. Gog, der vorgebliche Erfinder der Magnetnadel, 4„ 399. Hold, Gchun ufüt a N Eatuz kehs dm r ustut immunz ets, 3, zy. cttit, a, Elkltrit e Blihtblatg a, den Oh nen,„ 0. pfian Psl, V* 4 9 pen, 2, 5 Dioscorhe t,„ 30 3 ein Mnhen E über beyde Bände. 527 old, wie es in der dephlogistizirten Luft brennt, b, 379. die dephlogistizirte Luft aus seinem Nieder⸗ schlage, a, 341. Gras gibt im Sauerluftwasser an der Sonne selten eine große Menge dephlogistizirter Luft, b, 417. Ver— suche mit demselben, b, 418— 424. Grüne Mäterie, ist von Priestley entdeckt worden, b, 129. wofür sie Priestley gehalten hat, b, 130. ihre Erscheinungen machen Priestley irre, b„ 154. wofür sie von verschiedenen Schriftstellern gehalten wird, b, 139. wie man sie hervorbringen muß, b, 145. wie sie in ihrer ersten Jugend aussiehet, b, 145. ihre Gestalt nach etlichen Wochen, by 149, und im späthen Alter, b, 132. in welche Körper sie endlich auswächst, b, 155. ihre Eigenheiten, b, 233. ihre Entstehung an den Zwiebeln der Hyacinthen, b, 157. sie ist kein Mos, b., 144. warum man sie so verkannt hat, b, 159. wie sie durch die Kunst hervorzubringen ist, b, 161. warum sie sich nicht in jedem Wasser erzeuget, b„ 162. wird von ebendemsel⸗ ben Wasser verschieden hervorgebracht, b, 223. die Verschiedenheit der Insecten, woraus sie bestehet, b, 163. die besondere Verwandlung ihrer Insecten, b, 164. besondere Betrachtungen über dieselben, b, 169. wie sie lange beym Leben zu erhalten ist, „170, unter welchen Umständen sie auch im gekoch⸗ ten 728 Register ten Wasser entstehet, b, 173. Schlüsse, die maun aus ihrer Entstehung ziehen kann, b, 176. gibt Beweise für die Selbsterzeugung an die Hand, b, 176. warum sie aus dem Schoße der Fäulniß entstehet, b, 180. ihre Entstehung unter der Gestalt eines Kerns, b, 183. er scheint unter der Gestalt gekörnter Massen, b, 183. ihre Erscheinung unter gekörnten Massen wird erklä⸗ ret, b,‚ 186. wie sich die gekörnte grüne Materie bildet, b, 225. sie soll nach Priestley keine Luft gel en, b, 148. Beweis, daß sie ohne alle Organisation eine dephlogistizirte Luft ausarbeitet, b, ꝛ11. gibt, völlig zerrieben, dephlogistizirte Luft b, 215. warum sie die— ses Vermögen besitzet, b, 217. warum sie im nämlichen Wasser endlich keine Luft mehr gibt, b, 148. sie ver— wandelt das Wasser in dephlogistizirte Luft, b. 189. Versuch, worin sie das Wasser in reine Luft verwan⸗ delt, b, 198. ihre Ulbergange von einem Naturreiche ins andere, b, 131. Beweis dieses Uiberganges, b, 208. ihre Rückkehr zu ihrem ursprünglichen Zu⸗ stande, b, 207. eine Parallele zwischen ihr, der Tre⸗ melle Nostoch, und dem Flußwasserfaden, b, 233. die chymische Zerlegung derselben, b, 235. Guerike, Otto, hat die Luftpumpe zuerst ausgedacht, a, 433. (OIwmotus electricus, sieh Zitteraal. ast„Rng 176, RWSR d, by nh een entsteht, Hn ines Kang yn er Misn, H. Msen nith ene Rüne Hun e keine luftgj E Drgnisallnh 5„ dhl 5. Warum st im sse in ginth „ b, 148. stez itte dust, v leine Luft ert Ieses Uibent lsprunglitt; hen iht, x sserfaden, v.N b. 235. Junist culgen —— über beyde Bande. 729 H. Haag, die große Verschlimmerung der dasigen Luft, 5, 267. Häles, Doctor, bemerkte den luftartigen Ausfluß der Pflanzen, b, 138. dessen Beobachtungen über die Weinrebe, b, 138. wofür er die aus dem Schieß⸗ pulver entbundene Luft hält, a, 329. die Gestalt sei⸗ ner Retorten, b, 62. HBaller, von, was er für einen Flußwasserfaden be⸗ schrieben hat, b, 141. Hartley, seine Art die Häuser unverbrennlich zu machen, b, 359. Harvey, die Bestreitung seiner Lehre von dem Kreis⸗ laufe der Säfte, b, 313. Harzige Rörper sind Nichtleiter des elektrischen Flüssi⸗ gen, a,‚ 9. HBarzkuchen, die besten Bereitungen desselben, a, 34. die Untersuchung desselben im posttiven Stande, a, 66. und im negativen Stande, a, 71. ö Hedwig hat in seinem Werke nichts Aehnliches mit der grünen Materie, b, 142. Hitze, die Vorrichtung zur Bestimmung ihrer Geschwin— digkeit, b, 350. nach welcher Regel sie die Metalle durchläuft, b,‚ 352. Boffmannischer Geist, wie er bereitet wird, a. 274. dienet zu einer Knallluft, ebend. J. verm. Schrift. II. B. LI Holz . 13⁰ Register Holz, gemeines, ist kein guter Leiter des elektrischen Flüssigen, a, 19. warum es bey starkem Froste mit einer helleren Flamme brennt, b, 275. Hook half die Luftpumpe verbessern, a, 433. J. Jacquet, Abt, sein Werk über die Elektricität, a, 26. Jacquin, Edler von, seine Beobachtungen, daß der rohe Salpeter mit Digestivsalz verunreiniget ist, b, 47. seine Erklärung des Knallgoldes, a, 340. Insecten, woraus die grüne Materie bestehet, b, 163. die besondere Verwandlung derselben, b, 164. Be⸗ trachtungen über dieselben, b„ 169. Isolirt, die Erklärung davon, a, 10. Ralkwasser, wie es auf die verschiedenen Lüfte wirket, b, 83. reiniget die ausgeathmete Luft von der fixen Luft, b, 76. Rienmayer, Freyherr von, zu welcher Vollkommenheit die Scheibenmaschine, in deren Besitz er ist, gebracht ist, a, 174. Rlinkosch, seine Verstärkungsart des Elektrophors, 45836. Rnallgold, die Erklärung desselben, a, 340. Rnall⸗ über beyde Bände. 731 dee dlhe ili—— x Rnallluft, aus gemeiner und brennbarer Luft, a, 293. in rn aus gemeiner Luft und Sumpfluft, a, 296. aus de⸗ phlogistizirter und brennbarer Luft, a, 296. aus de⸗ 2 phlogistizirter Luft und Aether, a, 297. aus Aether— luft und dephlogistizirter Luft, a, 255. aus gemeiner 0 Luft und Hoffmannischen Tropfen, a, 298. aus de⸗ kiitität, v. phlogistizirter Luft und Hoffmannischen Tropfen, nhen, un a, 299. im Schießpulver, a, 325. der Unterschied iniget ist, de derselben von einer künstlichen Knallluft, a, 327. wie 4. sie aus dem Hoffmannischen Geiste zu erhalten ist, sichet, d. a, 274. wie man damit schießen soll, a, 275. in „b„.„Seifenblasen eingeschloßen, a, 338. ihre Kraft, a, 256. zersprengt eine Pistole, a,‚ 259. die Ursache ihrer Stärke, a, 263. Knallluftpistole, ist von Prof. Pickel verbessert, a, 288. ihr Bau, a, 260. ihren Leiter der elektrischen Flamme n Lüfte with vor Feuchtigkeit zu schützen, a, 279. die Art sie zu st von get ftn laden, a, 262. mit Vitrioläther zu laden, a, 246. sie abzuschießen, a, 261. wird zersprengt, a, 257. Bobtenmii. wird zum zwehten Mahle zersprengt, a, 281. Rnallpulver, die Erklärung desselben, a, 335. seine Bestandtheile, a, ebend. die Erklärung seiner Wir— kung, a, 337. Knight, seine Verdienste um den Magnet, a, 400. die Verfertigung seiner magnetischen Teige, a, 402. seine große magnetische Vorrichtung, a, 46. Ll2 Ro⸗ 132 Register Robalt, ob ihn die Alten gekannt haben, b, 192. Rohlen, absterbende, verschlingen Luft, a, 434. einiger Holzarten, sind Leiter des elektrischen Flüssigen, a, 10. Keénig von Großbritannien ließ die spitzigen Leiter von seinem Pallaste abnehmen, a, 22. Rörper, verbrennliche, geben im Stande des Glühens entzündbare Luft, b, 389. warum sie im Winter mit einer hellern Flamme brennen, b, 275. harzige, sind Nichtleiter des elektrischen Flüssigen, a, 9. Roster, sein Verdienst um die Druckerey, a, 336. Rugel, sieh stumpfe Leiter. Rupfer, gibt die beste Salpetersäureluft, b, 34. wie es in der dephlogisttzirten Luft brennt, b, 378. L. Lause, sollen das siedende Wasser aushalten, b, 177. Landriani, wofür er die Flamme hält, b, 374, 389. Lanterna, Leuchthurm, der Nutzen seines Ableiters, a, 141. Lavoisier, Erklärung der Salpetersäureluft nach seinen Grundsätzen, b, 99. Scherer's Einwürfe dagegen, b, 101. seine Meinung von der Zerlegung des Was⸗ sers in Luft, b, 193. Zweifel darwider, b. 198. Leidner Flasche, die Vergleichung derselben mit dem Elektricitätsträger, a, 82. eine kleine Art derselben, 4, 200. nach Cavallo's Erfindung, a, 197. sie von innen zu belegen, 2, 199. Lei⸗ U,„ 101 45H s lssyn, vn igen Lig Ide des Glihe in Vuter V. Hanige s 17 9. 9„ 2½ 6, 1, b. RN b, 378. halten, b. Y. lbletters, 2 lft nach sitn würfe dug⸗ tgung des e, br N selben mit e Nt dasls . 157 10 de. 533 LCeiter, was er ist, a, 9. isplirt, und in den Wirkungs⸗ kreis eines erweckten Nichtleiters versetzt, 4 51. iso⸗ lirt, und im Wirkungskreise eines erweckten Leiters, à, 52. vier Fragen über dieselben, a, 106. der zu London entstandene Streit über ihren Vorzug, 411. welchen Vortheil sie versprechen,, 20. Leiter der Hitze, b,‚ 344. Ceiter, isolirt, die Erscheinungen desselben im Wir⸗ kungskreise eines elektrisirten Körpers, a, 120. Leiter, negativ und isolirt, der Zustand desselben nach einem empfangenen Funken, a, 61. Ceiter, positiv und isolirt, der Zustand desselben nach einem gegebenen Funken, a, 57. die Erklärung, a, 60. Leiter, spitzige, ihre Eigenschaften, a, 13. die Aus⸗ dehnung ihres Wirkungskreises, a, 119. ob sie den Blitzschlag anziehen, a, nur. Beweise ihres Vorzugs vor den stumpfen, a, ebend. Bestättigung ihres Vor⸗ zuges vor den stumpfen, a, 128. wie sie auf Gebäu⸗ den zu errichten sind, a, 123. ein Fall, wo sie ent⸗— behrlich seyn könnten, a, 135. warum einige in Nord⸗ america vom Blitze gerühret wurden, a, 133. welche Verantwortung sich Unerfah rene bey Errichtung der— selben zuziehen, a, 138. ihr Nutzen, a, 17. CLeiter, stumpfe, ihre Eigenschaften, 2, 18. Betrach⸗ tungen über ihre Errichtungsart, a, 125. Lewis, sein vortreffliches Werk, a, 422. 21 3 Licht, 734 Register Kicht, ein, anzuzünden, a, 194. wie es am leichtesten von Statten gehet, a, 196. Lionet, seine Zergliederung einer Raupe, die das Wei⸗ denholz zernaget, b, 204. sein prächtiges Werk über diese Raupe, b, 205. Lucrex, seine Schilderung der Furcht vor Gewittern, a, 98. lehrt die Verwandlung der Körper, b, 190. seine Beobachtungen über den Magnet, a, 398. war der Entdeckung der Polkraft des Magnetes sehr nahe, b, 137. Luft, unter welchen Umständen sie mehr oder weniger aus den Pflanzen kommt, a, 362. wird durch Pflan⸗ zen zerlegt, b‚ 202. warum sie im Dunkeln von Pflanzen vermindert wird, a, 367. wofür man die⸗ jenige hält, welche an der Sonne von Pflanzen er⸗ halten wird, a, 376. LZaft, gemeine, wie sie aus der Lunge kommt, b, 73. die Verschlimmerung, die sie beym Einathmen aus einer trockenen Blase erleidet, b,‚ 80. wie sie mehr oder weniger beym Einathmen verdorben wird, b, 93. uber Waser eingeathmet, b, 91. die Prüfung der⸗ selben in verschiedenen Gefäßen, b, 111. wie sie gut aufzubewahren ist, b, 260. was sie beym Schütteln im Wasser erleidet, b,‚ 83. wo und wann sie am besten ist, b, 277. ist die hauptsächlichste Nahrung der Pflanzen, a, 346. wird von absterbenden Kohlen, 4„ 434. über beyde Bände. 535 Slch a, 434, und vom Wasser verschlungen, 2, 360. warum sie das elektrische Flüssige durchlässet, a, 37. „ die d V e 0 warum in einer verschlossenen kein Körper brennen Ie Mh kann, b, 358. kann nicht unter die Elemente gerech⸗ net werden, b 5 206. 5 Gamittn Quft, dephlogistizirte, sieh dephlogistizirte Luft. LCuftgüͤte, ihre Untersuchung an mehreren Orten, b⸗ t, ½ 241— 280. netes scht nih LCuftgütemesser, der Fontana sche ist der beste, b, 33. ht cder dnng itd durch ru, à Dunleh un wofit un x Pfanze bmut, b. Einathme eh „Pwie sie u n wird, d ie rifu v 111. Hie sel Hem Stlth H wann st. lichse Mü IcbedenRelt 5 0 ist von Dr Scherer am besten vorgestellet, b, 155. wird gegen Critiken geschützet, b, 36, 39. die Aus⸗ messungen desselben, b, 16, 118. wie die Verschie⸗ denheit seiner Ausmessungen das Resultat der Prüfung abändere, b, 105. Beschreibung eines solchen Instru⸗ ments auf Reisen, b, 242. nicht eine jede Beschaffen⸗ heit der Luft kann vermittelst desselben entdecket wer⸗ den, b, 4. Bemerkungen über seinen Gebrauch⸗ b5 33. Luftgüͤteprüfung, wie sie zu verrichten ist, b, 28. welche die empfehlungswürdigste ist, b, 33. ist nach Fontana's Art langweilig, b, 97: der Lüfte in Ge⸗ fäßen von verschiedenen Grössen, b, 1oz5. die Ver⸗ schiedenheit derselben bey verschiedenen Umständen, b, 240. fällt in verschiedenen Wässern verschieden aus, b, 236. im Quellwasser angestellt, b, 467. im Re⸗ genwasser, b, 467. im Schneewasser, b„ 468. im Ll4 See⸗ 336 Register Seewasser, b, 468. ist unnütz, wenn das große Maß nicht erschüttert wird, b, 462. Versuche hierüber, b, 463. abgekürzte, der dephlogistizirten Luft, b, 109. 1I4. 118. Ahndung derjenigen, welche die Ausmes⸗ sungen ihrer Luftgütemesser nicht angeben, b,‚ 113. Luftgüteprüfung, abgekürzte, das vierfache Maß aus⸗ zufinden, b, 15. wenn dieses Maß zur Sättigung nicht zureicht, b; b, 118. e„ ihre Geschichte hat Scherer bearbeitet, b, QCuftpumpe, 1 n a, 433. eine neue, a, 435. wie sie zu gebrauchen ist, a, 441. in wieweit ste dienlich seyn kann, a, 445. Luftsaure, sieh fixe Luft. Luft, verdorbene, ihre üble Wirkung auf Menschen, b, z. Qungenluft, ihre Eigenschaft, b, 73. wie sie sich beym Schütteln im Wasser verhält, b,‚ 33. Qusciariberg, die Geschichte der dasigen Kirche, a, 134. die Kirche allda mit einem blechernen Dache wurde vom Blitze öfters gerühret, a, 126. die Vortheile des Blitzableiters allda, a, 137. M. Macquer, seine Erklärung des Schießpulvers, a, 313. Magnet, wie nahe die Alten an der Entdeckung seiner Polkraft waren, b, 137. wie hoch seine Stärke ge⸗ ö bracht über beyde Bände. 537 Ran bracht werden kann, a, 400. 5 420 ee uß zn Pole geben rü⸗ a, 548. hat keinen Einfluß auf die et 0 elektrische 25119 des Zitteraals, a, 412. 4 Wagnete, biegsame, a, 409. aus welchem Teige sie 0 0 Dr Knight verfertigte, a, 452. nen Whd Wägnetische Teige, verschiedene Vorschriften sie zu ur Siuin——— ö M verfertigen, 4, 408. welche die größte Kraft annah— men, a, 407. * ita le hu Ein Magnetismus, Beweis, daß er von der Elektricität ö verschieden ist, a, 65. ob er einen Einfluß auf Thiere ut,o hat, a, 411. wie er sich bey der Platina und dem in wieveh Eisen im Feuer verhält, a, 424. Wagnetnädel, wer sie erfunden hat, a, 399. ihr bis⸗ heriger Fehler, a, 333. Versuche, die zitternde Be—⸗ Nasshen bj wegung derselben zu mäßigen, a, 385. le se schhn Magnetstein, die Art seinen Staub von fremden Thei⸗ len zu befreyen, a, 404- Hirche, 250 WMahen, seine Beobachtungen über die Stände der Dathe wun Elektricität, a, 52. Vortheile E WMaltha genießt eine gesunde Luft, b‚, 280. WMaschine, elektrische, sieh elektrische Maschine. Waterie, grüne, sieh grüne Materie. ö WMathi, die Beschreibung seiner Windbüchse, a, 329. rs,.W Mennig, gibt eine sehr gute dephlogistizirte Luft, b, 23. aekun str die Güte der daraus erhaltenen dephlogisiizirten Luft, e Glith b. 3e * 7 bat LI Wes⸗ —2 738 Register Messing, seine Zusammensetzung, b, 379. gibt nicht immer eine gleich starke Salpetersäureluft, b, 38. wie es in der dephlogistizirten Luft brennt, b, 379. Meralle, Bemerkungen über ihre Verkalkung, b 368. warum sie nicht in gemeiner Luft brennen, b, 365. sie mittelst der Elektricität zu entzünden, b, 369. wie man sie alle in Brand stecken kann, b, 377. wie sie, in Ansehung ihrer Menge Phlogiston, auf einander folgen, b‚, 384. wie die Menge ihres Phlogistons durch die dephlogistizirte Luft zu bestimmen wäre, b, 385. nehmen die Hitze geschwinder an, als andere Körper, b, 345. die Ordnung, in welcher sie als Leiter der Hitze auf einander folgen, b‚ 352. WMetallkalke, enthalten viele dephlogistizirte Luft, d, 23. Metallplatte, die Untersuchung derselben im positiven und negatiben Stande, a, 69. 89. WMetamorphosen, sieh Verwandlungen. Mikrosop, sieh Vergrösserungsglas. Wonges bestättiget die Zerlegung des Wassers in Luft, 5, 193. Morozzo, Graf, dessen Versuche in Betreff der Metall⸗ verkalkung, b, 360. Wosarten, welche, die Rinde der Bäume überziehen, h„ 144. Mmoses hat in Aegypten chymische Kenntnisse geschöpft, b. 122. R. V. ght nth relast, h,z, eunt, d. zy alkung, d, ennen, d., Nn, d, 5 b. 37.• Mf, u, auf enm htes Hlogsez hesinmen nt, an, als apn welcher se ih b„ 35. Hitttduft, on hen in posthn gasers in M tref de M hune Ubarsthn ume uberzen st Rh —2 über beyde Bände. 13² N. Fairne, dessen Versuche mit Spitzen, a, 115. über den Seitenschlag, a, 116. Negativ, die Erklärung davon, a, 9. Newton, dessen Meinung über das Schießpulber, a, 312. Wichtleiter, was sie sind, a, 9. wie sich ihnen das elektrische Flüssige anhängt, a, 45. empfangen und verlassen die Elektricität ungerne, a, 48. Beweise hiervon, a, 63. ein Beyspiel dieser ihrer Eigenschaft, a) 73 Wollet, dessen Versuch mit Spitzen, a, 115. Nordamerica, seine öfteren Wetterschäden sind setzt seltener, a, 132. O. Orichalcum, das, der Alten ist unser Messing, b, 12— Ostende, die herrschenden Krankheiten allda, b, 280. P. Panormitanus gibt den Erfindungsort der Magnetnadel an, a, 329. Pappendeckelscheiben, die Beschreibung derselben, a, 181. ihre Wirkung, a, 146. 183. Peibla, der Erfinder der Phosphorlichtchen, a, 234. pflanzen, wie sie sich nähren, a, 345. warum blele, ohne begossen zu werden, frisch bleiben, a, 348. wel⸗ 74⁰ Register welche sich bewegen, b, 221. ihr Schlaf, a, 351. die Arten ihrer Ausdünstungen, a, 350. Beweis ihrer wässrigen Ausdünstung, a, 351. dünsten in freyer Luft mehr aus, als unter Wasser, a, 362. sterben in dephlogistizirter Luft, b, 21. wie man sie, in Rück⸗ sicht ihrer Beständtheile, eintheilen kann, b,‚, 234. welche vorzüglich viel dephlogistizirte Luft geben, b, 20. von welcher Güte sie selbe geben, b, 57. die ver— schiedenen Gestalten, unter welchen sie die Luft aus— stoßen, h, 333. die fleischichten liefern die meiste dephlogistizirte Luft, b,‚ 335. sie arbeiten nur bey einer wohlbestellten Organisation eine dephlogistizirte Luft aus, b,‚ö 210— 214. auf wie vielerley Art ihr heilsamer Einfluß auf die Luft bewirkt wird, b, 296. ihr Einfluß auf die Luft wird wegen der grünen Ma⸗ terie bezweifelt, b, 134. wie ihr luftartiger Ausfluß dargethan wird, a, 364. Versuche, welche ihr Ver— mögen, eine reine Luft zu entwickeln, außer Zweifel setzen, b, 320— 330. sie vermehren die mit ihnen eingeschlossene Luft, b,‚ 336. warum sie die Luft im Dunkeln, a, 36, und zuweilen an der Sonne ver— mindern, a, 369. warum sie im nämlichen Wasser endlich keine Luft mehr geben, b‚, 332. warum die mehresten im luftleeren Wasser Luft geben, b, 317. 396, die Erscheinungen derselben in verschiedenen Wässern, a, 360. geben in Sauerwässern an der Son⸗ Hf, yu „ Dodit ih instr i frz 4, 362, stg un sie, mͤit Hnn, b.. 70½ Ift geber, ba sie die Auftul iefern die nih cbeiten nut dephlogsthit Rielerley Attir t witd, d l. der rüne M hartiget Mur aller Zu die mit ihn sie die duf u det Sonnt u. anlichen Eos 312. r N ben, d. N. versh — 0 Gh über beyde Bände. 741 Sonne eine große Menge einer vortrefflichen dephlo— gistizirten Luft, b, 407. sollen, nach Senebier's Ver⸗ suchen, in Sauerwässern, sowohl im Sonnenlichte, als im Dunkeln, eine schlechte Luft geben, b, 404. ob sie im Sonnenlichte die Sauerluft und phlogisti— zirte Luft in eine dephlogistizirte verwandeln, b, 438. geben in einem leeren Raume Luft, a, 366. warum ihnen die Erzeugung einer reinen Luft abgesprochen wurde, b, 148. der Streit um das Verdienst der Entdeckung des Einflusses der Sonne auf sie wird näher beleuchtet, b, 290— 318. man konnte, ohne ihren nächtlichen Einfluß zu kennen, von ihrem Ein— flusse in der Sonne nichts bestimmen, a, 377. wie man sich von ihrem mephitischen Ausflusse am lei chte⸗ sten überzeugen kann, a, 374. in welchem Grade sie die Luft mephitisiren können, a, 375. Beweis, daß ihre mephitische Ausdünstung von keiner Krankheit herkomme, a, 372. warum ihr nächtlicher Ausfluß unschädlich wird, a, 358. ob ihr nächtlicher Ausfluß so naturwidrig ist, a, 3559 berbessern dieenige Luft beym Tage, welche sie in der Nacht schädlich gemacht haben, b, 437. warum die Gegend um sie herum nicht reiner ist, b, 249. Phlogiston, wem wir seine Kenntniß zu verdanken haben, b, 363. in welchem Grade es den verschiedenen Me— tallen 7 14⁷ Riegister tallen anhängt, b, 364. wie Hr Bergman seine Menge in Metallen bestimmt, b, 382˙ N Phosphor, wie er in dephlogistizirter Luft brennt, a, 07. warum er in der dephlogistizirten Luft ohne Gefahr das Gefäß zu zersprengen brennt, b, 389. vermehret die Knallkraft der Aetherluft, a, 251. Phosphorlichtchen, die Art sie zu verfertigen, a, 228. Hhytolacca decandra, Versuche mit dieser Pflänze, b, 211. pickel, Professor, seine Art, mit Hoffmannischen Tro⸗ pfen zu schießen, a, 275. seine verbesserte Brennluft⸗ lampe, a, 215, seine Art die Sumpfluft zu sammeln, a, 300. Platinz, wo und wie sie vorkommt, a, 419. ist ein wahres Metall, a, 429. ihre magnetische Kraft, a, 422. wie sie dehnbar zu machen ist, a, 426. schmelzt durch das elektrische Feuer, a, 424. brennt in der dephlogistizirten Luft, a, 428. plinius hat den Zink gekannt, b, 192. Polkraft, ihre Verschiedenheit in großen und kleinen Ei⸗ sentheilchen, a, 401. Pompholix, Plinius und Dioscorides haben sie schen gekannt, b,‚ 192. Positiv, die Erklärung davon, a, 9. priestley, Doctor, der Erfinder der Luftgüteprüfung,‚ a, 240, b, 34. sein Luftgütemesser ist von Seite des kleinen Maßes Fehlern unterworfen, b, 410. zog zu⸗ Wfay hemt, vy ohnt bift H. bernapt igen, 2, Fanze, H.ai, aunischen Iu bie Bunmlaß ftu samme, „ 419. ch Retische Ke, t, Kt. 54 humt kleinend ben se schg Itgütetindte s imn Et 5 „ über beyde Bände. 743 zuerst dephlogistizirte Luft aus Quecksilberkalk, b, 24. ziehet dephlogistizirte Luft aus Wasser, a, 267. be⸗ stättiget die gute Wirkung der dephlogistizirten Luft beym Einathmen, b, 6. seine Meinung über das Athemholen, b, 74. entdekte den heilsamen Einfluß der Pflanzen zuerst, a, 378. seine Meinung von dem luftähnlichen Ausflusse der Pflanzen, a, 376. nach ihm kommt die dephlogistizirte Luft nicht aus den Pflanzen, sondern aus dem Wasser, b, 310. warum er glaubte, daß die Pflanzen keine Luft ausstoßen, b, 148. ob er ein Recht auf die Entdeckung des heil— samen Einflusses der Pflanzen an der Sonne hat, b, 289. ist der Entdecker der grünen Materie, b, 129. lehret die grüne Materie durch die Kunst hervorzu⸗ bringen, b, 161. seine Meinung von der Natur der grünen Materie, b, 130. in welche Ungewißheit ihn die grüne Materie stürzte, b, 285. ändert seine Mei— nung von dem Wesen der grünen Materie, b, 139, die ihn von seinem System über den Einfluß der Pflanzen abbringt, b, 134. sein Versuch, das Wasser in Luft zu verwandeln, b, 192. Zweifel darwider, b, 197. verwirft Macquer's Erklärung des Schieß⸗ pulvers, a, 314. seine eigene Erklärung darüber, a, 315, welche gleichfalls berichtiget wird, a, 320. Betrachtungen, warum er die Erklärung des Schieß— pulvers nicht getroffen hat, a, 334. Pring⸗ 744 Register pringle, seine Vermuthungen von der Reinigkeit der Seeluft, b, 240. ö Ppurfleet, die Geschichte des allda eingefallenen Wetter⸗ strahls, a, 107; fernere Bemerkungen darüber, a, 116, wie er hätte können vorgebeuget werden, 23 11 9. A. Guecksilber, Bemerkungen über seine Verkalkung, b, 361. gibt die beste Salpetersäureluft, b, 40. nimmt eine positive Elektricität an, a, 46. Guecksilberniederschlag, rother, gibt eine der reinsten dephlogistizirten Lüfte, b, 33. Guellwasser aus verschiedenen Brunnen veranlaßt bey Luftgüteprüfungen ein verschiedenes Resultat, b. 464. R. Racketen, die Ursache ihrer Verfertigung, a, 327, Naja Torpedo, sieh Zitterfisch. Regenwasser, ob es Sauerluft besitzet, b, 439. reines, wird zu den Luftgüteprüfungen anempfohlen, b. 471. Retorten, welche zum Luftkochen aus Salpeter die besten sind, b, 61. die Beschreibung ihrer Gestalt, b, 62. wie sie beym Salpeterkochen vor dem zu ge— schwinden Zerspringen zu bewahren sind, b⸗ 66. X ich · —— 4 0 33 bun Nun 0 egftlan N 1 we V ertungeg. gibt eint en Lrunneh gHerari Tunnen hekach dues Resullat, d hung, 4,3 über beyde Bände. 547 Richmann, sein Unglück mit der Wolkenelektricität, A, 1. Robins, dessen Berechnung der entwickelten Luft bey Entzündung des Schießpulvers, a, 3283 die Berich— tigung derselben, a, 330. ä Rosenberg, Graf von, seln verdientes Lob für die Er⸗ richtung eines Blitzableiters auf seinem Gute, a, 138. S. Sackmaschine, eine elektrische,, 164. die Art sie zu laden, a, 165. Säfte, thierische, sind Leiter des elektrischen Flüssigen, a 10. Sag, wie er den Zink dehnbar macht, b, 379. Salmoneus will den Donner nachahmen, a, 270. Salpeter, die Reinigungsart desselben, b, 46. die Theo⸗ rie davon, b, 49. enthält kein Kochsalz, 47. roher, warum man ihn von aller anklebenden Koch⸗ salzsäure reinigen muß, 5 ist der reichhaltigste Körper an dephlogistizirter Luft, b„ Hibt die de⸗ phloglstizirte Luft nicht immer gleich rein, b, 25. die Gräde der Güte, womit die dephlogistizitte Luft aus ihm kam, b, 41. die beste dephlogistizirte Luft, die er noch gegeben hat, b, 46. würflichter, die Güte der daraus erhaltenen dephlogistizirten Luft, b, 55. J. verm. Schrift. I. B. Mm Sal⸗ —..—2393—9——9+—.9.————3——.——————————— 74³ Register Salpetersäure, ist nach einer Metallauflösung ganz ge⸗ schwächt, b, 54. wird nach Lavoister's Theorie unter der Auflösung eines Metalles zersetzet, d, 101. ob sie in der Salpetersäureluft gegenwärtig ist, b, 102. Salpetersaureluft, ihre Bereitungsart, b,‚ 34. Lavoi⸗ sier's Theorie über dieselbe, b, 101. ihre sonderbaren Eigenschaften, b, ros5. warum sie auf phlogistische Läfte keine Verminderung bewirkt, b‚ 102. sie muß bey den Luftgüteprüfungen in einer ununterbrochenen Säaule in die große Röhre aufsteigen, b‚ 117. wie sich eine frische und abgestandene verhält, b,‚ 119. ob sie mehr vom destillirten Wasser oder vom Quell-⸗ wasser zerleget wird, b, 472. dienet zur Luftgüte— prüfung, b, 38. Saluce, Graf von, seine Berechnung der entwickelten Luft bey Entzündung des Schießpulvers, a, 328; die Be⸗ richtigung derselben⸗ a, 330. Sauerluft vasser, dessen Wirkung auf die Luft der Pianzen, b, 501, 504, 505, 586, und einiger Früchte und Wurzeln, b, 43 3. Savery, seine Verdienste um den Magnet, 2, 400. Scheibenmaschinen, ihre Erfindung und Verbesserung, a, 23. ihre Geschichte, a, 171. verbessert von Cuthert⸗ son, a, 173. mit Pappendeckel, a, 181. ihre Wir⸗ kung, a, 183. ihre Mängel,, 186. wie ihr deiter beschaffen seyn soll, a, 188. mit gepackenem Holze, 2, 187. 8 über beyde Bände. 54⁷ an a, 187. zu welcher Stärke sie gelangen kön nen, a, 174. Hanun wie man bey Erwärmung derselben zu Werke gehen ö u soll, a, 180. 1 60 Scherer, Dr, ein Auszug aus seiner Geschichte der . 10 Luftgüteprüfungslehre, b, 27. seine Einwürfe gegen be sochn Lavoisier's Theorie über die Salpetersäureluft, b, 1or. I Hopsttz seine Erklärung der Salpetersäureluft, b, roz. hat 10ꝛ. ss ni die Theile des Fontana' schen Luftgütemessers am besten Uuntethtchnn vorgestellet, b‚ 115. „d, I W Schießpulver, seine Zerlegung, a, 308. seine Bestand— thͤlt, d, in, theile, a, 323. die Menge der entwickelten Luft bey de un dul seiner Entzündung, a, 328. 330. 332. die eigendliche Iur Uushl Erklärung seines feurigen Ausbruches, a, 325. wie diese Erscheinung Newton, a, 312, Macquer, a, 313, At und Priestley erklären, a, 316. Einwürfe gegen Letz⸗ N teren, a, 320. warum es in verschlossenen Orten brennt, b, 358. die Aut& Schilling, was er vom Zitteraale behauptet, a, 411. ö zn Schuster lehrte die Platina vom Golde scheiden, a, 421. 9 Schwefel, ist zum Schießpulver nicht nothwendig, a, 323. ist ein Nichtleiter des elektrischen Flüssigen, a, 9. 395 Seeluft, in welchem Verhältnisse sie die Landluft an Wüahim Güte übertrifft, b, 252. ihre Wirkung auf Seeleute, m ann b, 16. 240. ein Beyspiel ihrer guten Wirkung in der Lungensucht, d, 276. bn Seide ist ein Nichtleiter des elektrischen Flüssigen, a, 7. V H auan Mm2 Selbst⸗ 17—— 548 Register Selbsterzeugung, Gründe für ihre Wirklichkeit, b, 176. ihr Nutzen, b, 180. Sempervivum arhoreum, die Güte seiner dephlogistizirten Luft, b, 538. Senebier, wofür er die grüne Materie erklärte, b, 140. warum er den nächtlichen Ausfluß der Pflanzen nicht beobachtet hat, a, 359. seine Meinung von dem nächtlichen Ausdünsten der Pflanzen, a, 335.Pbestätti⸗ get die Ausarbeitung der dephlogistizirten Luft in den Organen der Pflanzen, b, 210. seine Meinung über die Entstehung der dephlogistizirten und mephitischen Luft,a 372. seine Versuche über die Menge der Luft, welche die Pflanzen in verschiedenen säuerlichen Wässern geben, b, 453. sein Urtheil hierüber, b, 404. die Ursache seiner irrigen Meinung über die Kraft des Sauerluftwassers, b, 302. lehret, daß die Gewächse die fixe und phlogistizirte Luft in dephlogistizirte ver— wandeln, b, 438, welche Theorie nicht auf alle Fälle anwendbar ist, b, 439. 300; der beste Beweis von der Güte dieser Theorie, b, 445. seine irrige Mei— nung über die fixe Luft, a, 356. beschreibet seine Verfahrungsart, die Lüfte zu prüfen dunkel, b, 411. sein Brief an den Verfasser, b, 477. Seuchen, ihr Ursprung von einer verdorbenen Luft, b, 3. Sickingen, Graf von, dessen Verfahren die dehnbar zu machen, a, 426. Si⸗ über beyde Bände. 549 Sigellack ist ein Nichtleiter des elektrischen Flästgen, 25 9 Silber, wie es in der dephlogistizirten Luft brennt, b, 379. ist der beste Leiter der Hie, b/ 352. Spitzige Ceiter, sieh Leiter. hlet„bu. Whogshnn lätte,dr Hangr it Stahl, seine Verdienste um das Phlogiston, b, 363. rung ton in St. Marcus, Glockenthurm von, der Nutzen seines 3. bsiit Ableiters, a, 141. ten Luft in dn St. Stephansthurm zu Wien, die Beschreibung dessel⸗ Nenunz ilr ben in Rücksicht seiner Wetterschäden, a, 10z3. ist 1 nepfüstn für einen stumpfen Leiter zu betrachten, 2, 139. wel⸗ Nengt derhuf chen Nutzen er als ein vollkommener Leiter stiften Hlichen isn könnte, a, 140. +, b.. Stoll, Professor, sein Versuch mit der die Hrust l Luft in einem Engbrüstigen, b, 5 di Gtrehs Stumpfe Leiter, sieh Leiter. Hloysthite tr Sumpfluft, wie sie zu sammeln ist, a, 300. auf Alehth Substanzen, welche Leiter und welche Nichtleiter des s Benckk u elektrischen Flüssigen sind, a, 9. ne Erige M T. Heschtetbet seh umli, ben Taxus haccata, in welchem Falle diese Pflanze in Sauer⸗ luftwasser dephlogistizirte Luft gibt, b, 305. Teige, magnetische, sieh magnetische Teige. Tinan, Barbier de, seine Versuche mit den Spitzen, à, 112. seine Meinung über den Leiter auf dem Mm 3 Glo⸗ 7 henen duf b n de Van 95⁰0 Register Glockenthurm von St. Marcus, a, 142. sein Versuch mit einer Knallluft in Seifenblasen, a 338. Toaldo, Abt, seine Meinung über den Leiter auf dem Glo⸗ ckenthurm von St. Marcus, a, 141. Toricelli erweiterte die Luftlehre, a, 433. Trauben geben an einem hellen Tage eine bessere Luft, als die gemeine ist, b‚, 427. Tremelle Nostoch, ihr Gewebe, b, 232 ob sie unter die Pflanzen gehöret, b, 228. ihre Eigenheiten, b, 233. verlieret ihr Leben im trockenen Zustande nicht, b, 231. wie der Regen auf sie wirket, ebend. wie sich mit ihr die grüne Materie bildete, b, 184. hat mit dem Flußwasserfaden viel Aehnliches, b, 227. wie sie sich in Entwicklung der dephlogistizirten Luft vom Flußwasserfaden unterscheidet, b,‚ 231. gibt zer⸗ rieben keine dephlogistizirte Luft, b, 214. die chymi⸗ sche Zerlegung derselben, b‚, 235. V. Vergrösserungsglas, das Verdünsten eines Wassertro⸗ pfens darunter zu verhindern, b, 125. Verkalkung des Quecksilbers, wie sie zu erklären ist, b, 361. Verwandlung, der Elemente in einander, verschiedene Beyspiele davon, b‚ 190— 206. wunderbare, der „Insecten, b, 204. Vir⸗ über beyde Bände. 751 —᷑ Virgils Beschreibung des Salmoneus, a, 270. ufdnh. Vitriolöther, eine Knallluftpistole damit zu laden, a, 246. Vitriol, grüner, gibt eine gute dephlogistizirte Luft, besere duj*— ö Volta, Alexander, der Erfinder des Elektrophors, a, 35, 5 der Knallluftpistole, a, 287, und der Brennluft⸗ ob se un b, 508. Eigenhein, den Zusunt W. ickt, Ebm Wachsöhl, woran man seine Verfälschung erkenner, kte, b, H. a, 230. cheb, dn Walsh, seine Versuche mit dem Zitterfische, a, 7 und Hihitenr dit dem Zitteraale, a, 412. 31. gbt r⸗ Wasser, ist ein Leiter des elektrischen Flüssigen, a, 10. 4. die chuu⸗ reiniget die ausgeathmete Luft von der fixen Luft, b, 76. wie es auf die verschiedenen Lüfte wirkt, b, 83. ob die Verschiedenheit desselben in der Luftgüteprüfung einen Unterschied verursachet, b,‚ 256. 450. welches 6 Dasett. zu Luftgüteprüfungen anzuempfehlen ist, b, 471. aus verschiedenen Brunnen geschöpft, veranlaßt bey Luft⸗ althn s güteprüfrungen ein verschiedenes Resultat, b‚ 464. ob es seine Luft auf die Pflanzen absetzet, b, 148. „ ö ob es von den Pflanzen seiner Luft beraubt wird oder nicht, b, 320— 330. wird durch Sieden und Destilli⸗ ren den Pfaanzen schädlich, b, 199. 399. warum ein Mm 4 ge⸗ Idethute, N. Yi/ SS 1. 2—9———————2—3—.—..—— 52.. 2—8888—888—8—88———— 4— 77² Register gekochtes den Pflanzen schädlich ist, b, 313. 50r. mit Sauerluft gefülltes, schadet mehrern Pflanzen, b, 399. 501. mit verschiedenen Säuren und anderen Substanzen vermischt, wie es auf die Luft der Pflan⸗ zen wirket, b, 409. 412. gesottenes, verschlinget die Luft, welche die Pflanzen darin geben, b, 397. wird in dephlogistizirte Luft verwandelt, b, 189. Versuch, der seine Verwandlung in Luft zu bestättigen scheinet, b, 198. ob es in Erde zu verwandeln ist, b, 194. Wasser, destillirtes, ob es die Salpeterfäureluft zerle— get, b, 472. wird zu Luftgüteprüfungen anempfoh⸗ len, b, 471. 475. wie es zu gebrauchen ist, b, 471. ist den Pflanzen schädlich, b, 199. 399. Wasserdunst, ob er in brennbare Luft verwandelt wird, b, 194. Wasserpflanzen, leben auch im gesottenen Wasser, b, 397. warum sie sich in Säuerwässern anders ver⸗ halten, als die gewöhnlichen Pflanzen, b, 414. Watson, der Entdecker, daß die Brennluft durch einen elektrischen Funken zu entzünden ist, a, 288. wWeinstein, roher, im Wasser aufgelöset, wie er auf die Luft aus Pflanzen wirkt, b,‚ 413. Widmanstätten, sein Versuch setzet die Verwandlung des Wassers in Luft in Zweifel, b, 195. V Wil⸗ bin Pfano, d erdan uft r Iunn bershlugt de b,M. . Msit, uthen shnt, ist, b, y Wauret Ngen ehy en ist dl . dwandel v, Rtenen Ht een auhnt „b, 4 aft dut un 28, 4„ 6 N über beyde Bände. 8573 Wilson, die Folge seiner Versuche mit Leitern, 2, 100, welche widerleget wird, a, 114. seine Nachricht von Knights magnetischen Teigen, a, 403. Winter, warum das Brennholz zur Frierzeit mit einer helleren Flamme— b, 275, und warum die Luft reiner ist, b, Withering, ob er grüne Materie gekannt hat, b. 140. Wolkenelektricität, wie man sie behandeln soll, a, 16. Wolkenflocken dienen den großen Wolken als Leiter des elektrischen Flussigen, a, ꝛd. 3. Zauberbild, die Erklärung seiner Entladung, a, 76.91„ Zink, die Art ihn dehnbar zu machen, b, 379. wie er in dephlogistizirter Luft brennt, b. 3782 inn, dessen Flamme in der dephlogistizirten Luft, b, 378. Zittergal, seine elektrischen Eigenschaften, 2, 30. ob er die Gewalt eines Magnets empfindet, a, 412. Zitterfisch, seine elektrischen Eigenschaften, a, 39. V —— Druckfehler. Band 1 S. 433 Z. Astatt den nach lies nach den. SS —— —.. — e. 22 5 0 8 9 85 VSD VV— VV W ————— — 7 ***4 * 2 4* —.—*———.————ü—ä ⸗ 2....—3—3—9.—.————.—..—...——.—. N * * RSDSDSSSS GG I ö 00 —9 ö ö ö II 1. V. O2 1˙4 —0———— ————— 3—— 4......————— OD * ö 5——.m——— —...—————— 4 0 WS———————.————— IV. I 9*4 x 14 ö — 0⁰ ̃ — 2— 0 x III 0½εu 10 ö 1— — 0 EXEER. I. 2 — “ — — ——õ —— .1. 6 Wukrbal Ul Hnn V V 1l LLIIIIIAI LLLIIIIIILILIIITTI 1-' d! 11GI- HMn 10 11 1 Coiour& Grey Gornirol Chart — Green Vellow Grey 2 HNod (tos u Magenta 626,— . 8 8= 5 2 1 4— —,——