——-———— — 3 * ——— — — —— — .. 2 —— —— —— 2 0 — 2 — 2 · 2.. 2 27 2 dl. Ae — ISSS IIS IN IXN= SSSI II S SIS IES IVS V N IS S IS S DD SE SII5S III 'DON — &ID TNESRN SDIIN RI ISII —8 I‘I E ISSDIS DS& E V — D 7½ „/ ‚ V. 7½%½ ½% ½ 4⸗ ½½ Q .— 24 airrn INIVI Ge m. OQbe. + E —3 — — OHINNNI RS RMR EXPPREN We r in aoAer 45 N XI Frrüiiäitüititits S „ + (F 144.—— ö— u I F ᷓ V — HNN — — ö 2 77//%½%½½½%%%%½½½½½½½½½8:— — ts———————— —9—9———ß—— ————— WNNIDSIIDIDII..—.—*— IRIT* r.. A.& JOHANNIS KuNCRELII, Churfürstl. Brandenb. würcklich bestallt geheimden Cammer-Dieners/ RSVIIRKARIA EXPERINIENTALIS. Oder vollkommene Lehrende/ Als in einem, aus unbetrüglicher Erfahrung, herflies⸗ sendem Commentario, über die von dergleichen Arbeit beschrie⸗ bene sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und denen dar⸗ über gethanen gelehrten Anmerckungen Christophori Merretti, M. D.& Societ. Reg. Britann. Socii, (so aus den Italien⸗ und LCateinischen beyde mit Fleiß ins Hochteutsche üübersetzt) Die allerkurtz bündigsten Manieren, das reineste Chrystall Glas; alle gefärbte oder tingirte Gläser; künstliche Edelstein oder Flüsse; Amausen, oder Schmeltze; Doubleten/ Spiegeln/ das Tropff⸗Glas; die schönste Ultramarin, Lacc. und andere nützliche Mahler Farben; ingleichen wie die Saltze zu den allerreinesten Chrystallinen Gut/ nach der besten Weise an allen Orten Teutschlanös mit geringer Müh und Unkosten copieus und compendieus zu machen/ auch wie das Glas zu mehrer berfection und Härte zu bringen. Nebst ausfuhrlicher Erklärung aller zur Glaskunst gehörigen Materialien und Ingredientien; sonderlich der Zaffera und Magnesia ꝛc. Anzeigung der nͤthigsten Kunst ⸗ und Handgriffe; dienlichsten Instrumenta; bequemsten Gefässe/ auch nebst andern des Autoris sonderbaren Ofen/ und dergleichen mehr/ nützlichen in Kupffer gestochenen Figuren. Samt einem ll. Haupt⸗Theil. So in drey unterschiedenen VBüchern, und mehr als 200. Experimenten benehet/ darinnen vom Glasmahlen/ veraulden und Brennen; vom Holländischen Kunst⸗ und Borcellau,Töpflerwerck; Vomkleinen Glasdlasen mit der Lampen; Vom einer Glas⸗Flaschen Forme/ die sich viel 1000. mal v rändern lässet; Wie Kränter und Blumen in Silber abzugiessen; Gypß zu traetiren: Rare Spickund LaccFürnisse! Türckisch Payter: ꝛc. Item der vortreffliche Nürub Gold⸗Sträu⸗Glantz; und viel andere ungemeine Sachen zu machen/ gelehret werden/ Mit einem Anhange von denen Perlen und fast allen natürlichen Edelsteinen; Wobey auch in gewissen Tabellen eigentlich zu seken/ wie sich die köttlichssen derselben nach dem Gewicht an ibren Preiß verhöhen/ und einem vollständigen Register. Alles hin und wieder in dieser dritten Edition um ein merckliches vermehret. —— Roörnberg/ in Verlegung Chrisioph Riegels/ Buchhändlers unter der Veslen. 1743. K E es.— SIIꝗNee Nr NNN ISE 28—— *.** ———.—.—.——— à Das Register und Inhalt der Capitel in Anthoni Neri Glas⸗ Kunst, als ersten Theil dieses Wercks. Inhält des ersten Buchs. Capitel. 1. Wie das Saltz aus dem Pülverlein Rochetta auszuziehen. 2. Die Fritra des Crystalls zu machen. 3. Eine andere Weis das Saltz auszuziehen. 4. Von der güldenen Farb im Crystall. ö 5. Wie das Saltz aus dem Fahrenkraut zu ziehen. 6. Ein ander Saltz zu machen. 7. Ein ander Saltz zum Crystall. ö L. Wle die gewöhnliche Fritta zu machen. 9. Das allervollkommenste Crystall zu machen. 10. Daß das Glas noch Chrystallinischer werde. 1I. Das Weinstein⸗Saltz zu reinigen. 12. Wie die Zaffera zu præpariren seye. 13. Die Magnesie zu præpariren. 14. Wie das Ferrettum Hispanicum zu machen. 15. Eine andere Art das Ferrettum zu machen. 16. Wie ein Crocus Martis zu bereiten. 17. Eine andere Manier den Crocum Martis zu machen. 18. Der Crocus Martis noch auf eine andere Weis. 19. Die beste Art den Crocum Martis zu bereiten. 20. Das Zitter⸗oder Knitter-Kupffer zu caleiniren. 21. Das Zitter⸗Kupffer auf eine andere Art, zu mancherley Farben zu calei⸗ niren. 22. Die Meerwasser⸗Farb zu machen. 23. Eine blaue Farb zu machen. 24. Ein rothes Pulver zu den Farben. 25. Das Kupffer dreymal zu caleiniren. 26. Die Meerwasser⸗Farb auf Crystall. 27. Allgemeine Anmerckungen. 28. Das Kupffer anders zu caleiniren. 29. Eine schöne Meerwasser⸗Farb. 30. Eben dieselbige Farb, mit geringern Unkosten. 31. Eben dieselbe Farb noch besser. 32. Eine grüne Smaragd⸗Farbe. 33. Eben dieselbe noch schöner. X2 33. Eine **— ———— 2*—————— 939**—.— N—— —.—.— 8 54——˖‚.‚.‚... 4·——*9.j—**— ID‚.— 17 m—— —:** +. +. „ —3——.——— —* RII 5KRRRERIE‚‚EE‚‚ V— .. n— Das Register oder Inhalt der Capitel, 34. Eine andere noch bessere. 35. Die allerbeste grüne Farb. 36. Eine blaue Kornblumen- oder Türckiß⸗Farb. Inhält des andern Buchs. 37. Eine Vorbereitung wie der Chaleedonier Jaspis und 38. Ein Agda fort oder Scheidwasser zu machen. 39. Wie das Vitriol zu reinigen. ö 40. Ein Aqua Kegis zu machen. 41. Den Weinstein zu brennen. 42. Wie ein Calcedonier zu machen. 43. Calcedonier einer andern Art. 44. Die dritte Art des Calcedoniers. Des dritten Buchs Inhalt. 47. Von den Gold⸗Saphir⸗Granat-Milch- und Marmor— 46. Eine güldene Glas-Farbe zu machen. 47. Eine Granat⸗Farb. 48. Eine Amethysten-Farb. 49. Eine Sapphir⸗Farbe. 50. Eine schönere Sapphir⸗Farb. 5I. Eine schwartze Farb. 52. Eine andere schönere. 63. Noch eine andere die allerschöneste. 54. Eine Milch⸗Farb. 5F. Eine andere schönere. 56. Eine Marmerfarb. 57. Eine Pfirschenblüth⸗Farb, auf Milchfarb. 58. Eine völlige rothe Farb. 59. Das Berg⸗Crystall. 60. Eine Perlein-Farb auf Crystall. Des vierdten Buchs Inhalt. 61. Vom Bley⸗Glas. 62. Das Bley zu caleiniren. 63. Das Bleyglas zu machen. 64. Eine Manier dieses Glas zu verarbeiten. 67. Das Bleyglas mit Smaragd⸗Farb zu tingiren. 66. Eine andere Smaragd⸗grüne Farb. 67. Eine Topasier⸗Farb im Bleyglas. 68. Eine blaue oder Meerwasser⸗Farb. 69. Eine Granaten⸗Farb. ä Achat zu machen. Farben. 70. Eine in Anthonii Reri Glas⸗Kunst. 70. Eine Sapphir⸗Farb. ö 71. Eine Gold⸗Farb. achen. 72. Eine Lasurstein⸗Farb. 73. Eine Nattern⸗Jarb im Crystall. 74. Ein Balassen⸗Topas⸗Rubin⸗Farb ꝛc. 15 Inhalt des fünfften Buchs. ö— 75. Von allerhand schönen Steinen nach des Isaae Hollandi Manier. 7. Das Berg⸗Crystall zu præparixen..— 77. Einen Orientalischen Smaragd zu machen.. 78. Einen noch völligern Smaragd zu machen. 79. Eine schöne Smaragden⸗Pasta. . 30. Noch ein anderer der allerschönsten Smaragd. 81. Einen Orientalischen Topas zu machen. ä ö 82. Einen Orientalischen Ehrysolit zu machen⸗ ö 83. Eine Himmelfarb zu machen. 84. Eine Violenblaue Himmelfarb. 85. Einen Orientglischen Sapphir zu machen. 86. Ein Sapphir mit einer völligen Farb. 37. Einen Orirntalischen Granat zu machen. 88. Eben solchen noch völliger. ö 89. Noch ein schönerer Granat. ů 90. Erinnerungen, betreffend die Farben und deroselben Pasten. 91. Eine Manier, solche Pasten zu machen. 92. Eine andere und bessere Weis. Innhalt des sechsten Buchs. 0 93. Von der Materia/ aus welcher alle Schmeltzgläser bereitet werden. F . * 3 . II V. Ru 2 94. Ein Milch⸗weisses Eneaustum, oder Schmeltz⸗Glas. 4. 99. Eine geschmeltzte Arbeit, auf Türckis⸗Farb. 8 96. Eine blaugeschmeltzte Farb. 2 97. Eine grüngeschmeltzte Arbeit.* 4 17 98. Dergleichen eine andere Grüne. 99. Eben dergleichen noch anders. 100. Eine schwartze Schmeltz⸗Arbeit. 101. Eben diese anders. 102. Eben diese noch anders. 103. Eine Purpur⸗Smalte. 10 104. Ein ander Purpur⸗Schmeltz⸗Werck. 105. Ein Efaue Schmeltz⸗-Werck. Eine 106. Ein blaues Schmeltz⸗Werck. 407. Ein Viol⸗färbiges Schmelh⸗Werck. ⁰ Inhalt V Registet der Cap. in Antonii Reri Glas⸗ Kunst. nhalt des siebenden Buchs. 1og. Gelbe Pfrimenkraut⸗Blumen⸗Lacca. 110. Eben dieses auf eine andere Weis. 1II. Eine blaue teutsche Farb. ö 112. Dem Türckis seine natürliche Farb wieder zu ersetzen. 113. Eine Spiegel⸗Mixtur.—8 114. Eine Art die Kugeln zu färben. ů 115. Die Kornblumen oder Ultramarin⸗Farb. 8 116. Oite Wermenn⸗Furd für die Mahler. ö 117. Die Kermesin⸗Farb guszuziehen. 118. Eine Lacca aus dem Brasilien⸗Holtz, und Färber⸗Röthe. 119. Kermesin⸗Lacca aus den Kermeß⸗Beeren. 120. Eine durchscheinende rothe Farb auf Glas. 121. Eine Blut⸗rothe Farb. 122. Die Balaß⸗Farb. 123. Die Animam Saturni zu extrahixen. ö 124. Eine Rosenfarbige Smalte, Rolichiero genannt. ö 127. Ein Rosenfarbiges Schmeltzwerck guf das Gold. 126. Den Schwefel zu figiren. 127. Ein Blut⸗rothes Glas zu machen. II 128. Ein anderes Rosenfarbiges Schmeltzwerck. 129. Eine durchsichtige rothe Farb. 2 130. Den Schwefel zum Gold⸗maben zu figiren. 131. Vom Kupffer⸗WVitriol. 132. Den Kupffer⸗Vitriol ohne Corrosiv zu machen. — als Flüsse oder künstl. Edelgesteine zu mehrerer Perkeckion und ten nach der besten Weise machen, und alsobald erkennen soll. ö ö und nöthige Erinnerungen darüber, mit einem 8 ů pieus und compendiös an sten Theil der Glas⸗Kunst. 109. Wie die Lacca aus den Kräutern und Blumen zu extrahiren. I33. Noch mehr vom Kupffer⸗Vitriol. ů Die Anmerckungen Joh. Kun gen allezeit nach jeden Buch, zu Ende % aber des siebenden Buchs sst beygefügt eine sonderbare Zugabe, darin⸗ 1E nen Unterweisung und Anleitung gegeben wird, wie so wol die Gläser * ö weder sie Antonius Neri lehret, zuzurichten tem wie man die Double⸗ Hierauf folgen Herr OMerretti gelehrte und ziemlich weitläufftige Anmer⸗ ckungen, und zu Ende dererselben wiederum Joh. Kunckels nützlich⸗ nhang, wie man das Saltz zum Glasmachen nach der besten Weise co⸗ 4 mpend allen Orten und Enden Teutschlands füg⸗ lich, und mit wenigen Unkosten machen soll. Und so viel von dem er⸗ SSN)00 WSSNN TTTTU LEIHI LEHLEILELIEEEEHUU Sinleitungs⸗ miri ANTONIINEKRI, an den Kunst⸗begierigen Leser. Aß das vielnutzliche Glaß/ unter allen warhaff⸗ Zeuer⸗und Schmeltz⸗Runst, nicht der gering⸗ sten eine seye, ist und bleibet sonder allen zwei⸗ felwahr: Und ob solches wohl eine zusammen⸗ gesetzte, und durch Kunst bereitete Wateria ist, so kommt es doch dem Minerälischen Geschlech⸗ en werden: Denn es zerschmeltzet im Feyer, und bleibet in demselben eständig: Ja, es wird, gleich dem Hold, als ein vollkommenes und uchtendes Metall, im Feuer vollkommen, gereiniget und gläntzend. Daß das Glaß zu den Denicn Sa und andern dergleichen u menschlichen C Gebrauch dienli Sachen, einen bessern, und dlern Nutzen hat, als alle andere Metall, Stein oder dergleichen, ieses, sage ich, ist gar eine offenbahre und bekannte Sache; denn usser, daß solches fast überall, che, mit geringen Kosten an bereiter werden; so ist es noch es, eine viel subtilere, sau⸗ ꝛre und schönere Materia, als einige andere, welche heutiges Ta⸗ es bekannt ist: Ferner, so ist es zu der Distillir⸗ und Spagyrischen seuer⸗Kunst, wie auch zu Verfertigung und Bereitung aller Artz⸗ eymittel, eine so nützliche, will nicht sagen, nöthige Sache, daß es st unmöglich scheinet, ohne Beyhülff deß Glases etwas auszu⸗ chten: Benn darum werden so viel, und mancherley Sorten der Zefässe, und Instrumenten verfertiget; als da sind die Cucurbiten, delm Recipienten, Pelicanen, Retorten, Serpentinen, Phiolen, jereckigte und runde Gläser, Pbiiosophische Eyer, großbauchigte —90⁰ Gläser tigen Erfindungen und Früchten, der löblichen te sehr nahe; absonderlich aber denen, welche fůͤr die mittelmassigen, unter denselbigen, gehal⸗ Einleitungs⸗Vorrede Gläser, und unzehlich viel andere dergleichen Gefässe, welche alle durch den täglichen Gebrauch sind erfunden worden; zu Bereitung der Alexiererĩien, Arcanen, Quintessentzen, Sältze, Schwefel, Vi⸗ triol, Quecksilber, die Elemente von einander zu scheiden, und viel andere dergleichen Sachen mehr: Ingleichen auch werden vermit⸗ tels obiger Instrumenten, die Aquæ fortes und Aqua Regis verferti⸗ get, welche Wasser absonderlich denen seuigen Leuten sehr nöthig sind, welche das Gold und Silber scheiden, reinigen und zu ihrer Vollkommenheit bringen dahero werden solche Leute dem Můntz⸗ wesen, von denen Lands⸗Fürsten, fürgesetzet. Von dem Glaß haben wir betreffend dessen häußlichen Gebrauch, fürwar so viel Bequem⸗ lichkeiten, daß es fast unmöglich scheinet, desselben, in unsern Hauß⸗ halten zu entbehren; aus diesen, wie auch aus vielen andern wird die allgemeine und sehr grosse Fürsehung GOttes, mercklich erkanne, als welche die Materiam, eines so nůtʒlichen und nothwendigen Din⸗ es woraus die Gläser bereitet werden, fast aller Orten, so häuffig berfur gebracht, daß es nunmehro leichtlich überall kan bereitet werden. ö ö ö Das Glaß ist uůͤber dieses, denen Tempeln ein sonderlicher Zier⸗ rath, indem ausser noch andern Sachen, äus demselben, so viel, mit schönen Mahlereyen gezierte Fenster, bereitet werden an welchen die metallischen Farben, mit so mancherley Weiß und solcher Lebhafftigkeit erscheinend, spielen, daß man sie, fůr so viel Orien⸗ talisch Edelgestein ansehen sollte: Ja, so das Glaß in den Schmeltz⸗ Ofen kommet, so wird es so vieler schönen, hohen/lieblichen und voll⸗ kommenen Farben theilhafftig, daß keine Materia so.ihm gleich ware in der gantzen Welt, anzutreffen ist. Die Erfindung deß Glases, halten wir si hruhralt zu seyn; in⸗ dem die H. Schirfft beym Hiob am 28. Capitel v. 17. saget: Und das Gold und Crystall mag ihr nicht gleichen: Es bezeuget auch Sanet Hieronymus, daß das Glaß ein uhraltes luxventum seyn musse, mit nachfolgenden mercklichen Beweißthum, indem er sagt: Daß Job zwischen den Nachkömlingen deß Abrahams/ und dem Sohn Vane- chi, gewesen, und in der fünfften Linie Abrahams, von Esau herge⸗ kommen seye: Es wollen auch ihrer viel behaupten, und zwar nicht ohne Ursach, es sey das Glaß von denen Chymicis erfünden worden: Denn, indem sie getrachtet haben, die natürlichen Edelgesteine durch Bunst nachzuahmen, so sind sie an statt desselben/ auf das Glaß ge⸗ trom⸗ —.———..“..——.—j‚.——— ——— ANTHONILINEXKI. kommen: Diese Weinung scheinet von der Warheit nicht weit enꝛ⸗ fernet zu seyn; in Betrachtung, daß man alle Edelgesteine heutzutage nachahmen kan/ wie wir im fünfften Buch dieses Werckleins klar würden. Plinius will, es sey das Glaß bey dem Ufer deß Flusses Beli, in den worden von einigen Käuffleuten; als welche durch einen Sturm dahin geworffen, und aus dringender Noth daselbst zu wohnen gezwungen/ einen Heerdt, Speise zů kochen, an dem Ufer bdaueten; da haben sie gefunden eine grosse Lyenge des Kraures, wel⸗ ches von vielen Cali genennet wird, aus dessen Aschen haben gedachto Rauffleute die Sodam und Rochettam bereitet, und also das Glaß verfertiget; solches aber ist vermittels einer grossen Feuer⸗Hitze ge⸗ schehen; nachdeme sie das Saltz und die Aschen des gedachten Rrau⸗ tes mit ein ander wohl vereiniget, und mit dazu tauglichen Sand und Steinen vermischet haben: Dieses nun hat dem menschlichen Ver⸗ stand die Art und Weise gezeiget/ wie nicht allein das Glaß sondern auch die Crystallen und was diesem anhängig, samt noch derglei⸗ chen vielen andern schönen Glaß⸗Werken, hereitet werden können. Uber dieses, so ist bey einem und andern alten Seribenten der Ruff, als ob ʒu dendeiten bey der RBegierung deß Kaysers Liberii, eine WManier wäre erfunden worden wie man das Glas zurichten könne/ daß es sich/ gleich einem andern Metall, hammern liesse: allein, sie fů⸗ en noch darzu/ die Sache wäre nachgehends sehr formidabel geach⸗ tet und dahero verborgen geblieben, heuntzutage aber, ganz und gar unbekant und verlohren worden: Dann, wann dergleichen heun⸗ tigestages sollte erfunden. und an den Tag gebracht werden, so würde Syrien, erfun das Glaß, wegen solcher Schöͤne, und Unverderblichkeit in seinem Werth/ viel höher als das Sold und Silber geachtet werden; da es alsdam weder vom Rost, noch vom Geschmack, Geruch oder an⸗ dern Qualitäten etwas an sich nehmen/ noch von denselben würde verandert werden können. In dem Gebrauch der Spiegel, und der Brillen⸗Gläser, giebt das Slaß dem Wenschen noch einen andern sehr grossen Nutzen: Und obwol diese Brillen⸗ Gläser aus dem natůͤrlichen Berg · Crystall, jene Spiegel aber aus den—560 Theilen des Ertzes oder Rupf⸗ erweisen wollen; allwo man auch zugleich erfinden wird/ wie auf gleiche Weise das Glaß, aus solchen Steinen, zu bringen seye, welche fůr sich selbst allein, nimmer mehr schmeltzen/ oder zu einen Glaß RAV Einleitungs⸗Vorrede — 128— R fers und Sinnes welche insgemein die Stahl Mixtur genennet wird, 4 bereiret werden können; so werden doch beyde viel bequemer, mit ge⸗ woi R ringern Unkosten, hingegen schöner und mit grössern ettect, auch aus ben R dem Glaß bereitet: Insonderheit stellen die Spiegel, von der gedach⸗ nad E ten Stahl. WMirtur verfertiget, die lebendigen Bilder, nicht so gut wol und natüͤrlich vor, gleichwie die glaserne thun, ungeachtet die Stahl⸗ I. d Spiegel mehrers kosten und viel muhsamer, als die andern zu berei⸗ gl + ten sind; ja was das schlimmste ist, so werden diese Stähl⸗Mixtur⸗* on Spiegel, in kurtzer Zeit bleich und blaß, so, daß sie alsdann gar nichts V repræsentiren; derowegen ist aus diesen und andern vielen Ursachen ö 500 endlich zu schliessen, daß unter allen Dingen,welche auf dieser Welt, 4 101 dem Menschen zum Gebrauch gegeben sind, das Glaß das aller⸗ Den dleste und nützlichste seyhe⸗ hit N In Betrachtung dieses habe ich mir derhalben fůrgenommen, 3% nachdem ich in dieser löblichen Glaßmacher⸗Runst lange Zeit zu⸗ 3 gebracht, viel darinnen gesehen und gearbeitet habe, einen Theil alles ö sch deßjenigen, was ich dabey observiret und vollbracht, zum gemeinen 4 besten an das Taglicht zu geben und mitzʒutheilen: Und wiewol die Te ö Art und Weise/ wie man die Saltze, deco ctiones und Pastas præpariren + M RI Qlle, dem mehresten Cheil der Rünstler bekannt ist; so hat mich doch G fůr gut angesehen, und dieweil es die Materia deß Werckes erfordert, ö W alles solches, kiar und deutlich, gleichwie ich auch gegenwärtig thue, u * durchzʒugehen und zu tr actiren; mit beygefügten oblervationen und Kegeln welche, wann sie wol in acht genommen werden, nicht gäntz⸗ ö E lich unnůtzlich, sondern vielleicht sehr nothwendig, ja auch wenigen ö 0 N bekannt seyn; zu geschweigen meiner sonderbaren Manier wie das 66 Sals extrahiret und aus demselben die allerschönste Crystallen ver⸗* let fertiget werden sollen. ö ů 425 ö wi ird nun, ein jeder Künstler so em sig im nacharbeiten seyn,.t ⁰ gleichwie ich allhier, mit deurlichsten demonstrationen, im Lehren ge⸗ 4 b 7%( Suele ni 10. ihn,—5 er ein so schönes und nobles Glaswerk ertigen wird, als es wol heutiges Lages, irgendwo aufeinigerle b * Weise geschehen mag: Es wird auch der siehige Rümseler, in diesen Ec und allen Indern Dingen, was ich hier tractire, befinden, daß ich auch n . diesenige Warheit, welche ich nicht von einem andern entlehnet oder m erlanget, sondern mit diesen meinen Händen operiret, experimentiret., ä und gelernet, allhier aufgeschrie den und hewiesen habe: Indem ich 1 mir die Warheit zu meinen weck fürgesetzet, und nichts schreiben ö werde, ANTONIINERI. —— werde, was nicht mit derselben ůͤbereinstimmig von mir ist befunden worden. Im Fall auch diese meine Compositiones, die Arten der Far⸗ ben/ Pasten und Tincturen ʒu bereiten, einem Untersucher, das erstemal nach meinen fürgeschriebenen Worten nicht gleich gelingen solten, so wollen wir ihn erinnert haben, daß er den uu nicht alsobald sin⸗ cken lassen, und gedencken solle, als ob wir ihm allhier nur Lügen für⸗ geschrieben hätten, sondern er mag sich inbilden, daß er etwa an ei⸗ nem Punct sich verstossen und geirtet habe; sonderlich aber kan sol⸗ ches denen begegnen/ welche in dergleichen Dingen noch niemals die Hände selbst angeleget haben; denn sie können gleich das erstemal, unmüglich zum Meister werden: Solche und dergleichen, wollen sich demnach belieben lassen, das Werck, auf die Art, gleich wie sie es ali⸗ hier fürgeschrieben befinden, noch einmal zu wiederholen, so wird alsdann alles, was sie gethan haben, besser und endlich vollkomme⸗ ner werden. Insonderheit erinnere ich dieses, daß man fleissige Auf⸗ sicht habe, auf diejenigen Farben, davon man keine gewisse und de⸗ terminirte dosin oder Gewicht fürschreiben kan, sondern erst aus der Praxi und Experienz erlernet, und mit einem verständigen Augen⸗ Maaß/ muß unterschieden werden; indem man in acht nimmt/, ob das Glaß, welches man in der Groß, und auf Art der Edelgesteine nach⸗ zuahmen willens ist genugsam, nach Erheischung deß Glaß⸗Wercks und der Pasten, mit der Farb ist getingiret worden. Nechst diesei ist auch in acht zu nehmen, daß alle gläntzende Steine, so sie in Gold eingefasset, und mit Gold⸗Blättern unterleget sollen werden, eine bleichere Farb/ hingegen diejenigen, welche mit Gold umfasset, und in der freyen Lufft hangen bleiben, eine viel hel⸗ lere und reichere Farb, im tingiren, erfordern; dieses alles aber kan, wie gedacht, auf dem Papier allhier nicht gelernet werden; sondern es wird solches dem verständigen Augenmerck eines jeden Rünstlers überlassen und heimgestellet. Gleichfalls nehme man in acht, und zwar mit Fleiß, daß die Far⸗ ben und andere ingredientien, welche man zum Glaßtingiren gebrau⸗ chen will wobl præpariret, und mit Fleiß abgerieben werden; sa da⸗ mit ein seder, der mit dergleichen Sachen umgehet, desto sicherer seyn möge, so thue Er am besten, wann Er die Farben, auf die Art, wie wir angezeiget selbst præparĩret, und machet, so er anderst eine saubere und nette Arbeit, verfertigen will. An dem Feuer, ist, in dieser Schmeltz⸗ und Glaßmacher⸗Runst, nicht wD—— *—— —— V TM** Einleitungs Vortede micht wenig ja ich will sagen das allermehreste gelegen? Denn es kan/ Ohne dasseibe, gäntzlich nichts gemachet werden; derowegen soll man 4 solches mit Verstand regieren, und gebrauchenz insonderheit muß es 4 mit hartem und dürren Holtz angeschüret werden; damit der Rauch ** keinen Schaden bringe, als welcher denen Oefen sehr schädlich, und verhinderlich ist, daß das Glaß, in dem die Töpffe und die Gefasse im⸗ ö uch ffeo verbleiben, nichi gar schön, sondern heßlich und unform⸗ ich wird. ö Letʒlich fůge ich noch dieses hinzu, und protestire noch einmal. ö daß alles, was ich in diesem Buch aufgezeichnet habe, in der That ö währ seye, und ich nichts allhier mittheile, welches ich nicht seibst ö ö untersuchet, und approbiret habe; dahero wann es käme, daß ein fleissiger und geübter Kunst⸗Arbeiter, alles dieses auch untersuchen wollte, so kan ihm solches, wann er nicht fleissig und genau, auf die von uns beschriebene Artlund Weise Achtung giebet, dannoch mißlin⸗ gen: Werde ich nun ersehen, daß diese meine Arbeit ins Gemein wohl auf⸗ und angenommen wird, wie ich denn hoffe/ so werde ich vielleicht Lust bekommen, auch meine andern Chymischen und Spagyrischen Arbeiten, welche ich in so vielen Jahren, in unterschiedlichen Län⸗ dern, verrichtet habe, mitzuctheilen. ö Wann wir den Nutzen und die Bequemlichkeit, die denen Men⸗ schen aus dergleichen Künsten entspringen, ansehen, so glaube ich nicht, daß in der gantzen Welt jemals etwas grössers sey gewesen, wel⸗ 4 ches unsern Vorfahren bekant, und von denselben in so hohem Werth* sey gehalten worden, als erwähnte Feuer⸗Kůnste; indem sie derglei⸗ chen Künstler für Götter gehalten, auch ihnen Gottliche Ehr an⸗ gethan haben. Weiter will ich hier von nichts melden; denn ich bin getrost und ů 44604 eines ruhigen Gewissens, in Ansehung daß ich alle particularĩa, in die⸗ R sem Werck enthalten, so klar und deutlich beschrieben habe, daß es ö fast unmöglich scheinet, daß jemand, auf einer so wol gebahnten ö Landstrassen irren sollte; es sey dann, wann es aus Unfleiß geschähe, 1 in dem er sich vorhero in der Feuer⸗Kunst noch nichts geübet, und in ö derselben keinen Versuch gethan hat; dahero ersuche ich freundlich, der gewogene Leser/ beliebe diese meine Arbeit im Besten auf und also anzunehmen, gleichwie ich gegenwärtiges Werk, zuforderst zu Ehre ö GOttes, und dann dem allgemeinen Nutzen zum Besten/ mich unter⸗ 14 fangen, vollführet, und treuherzig hier mitgetheilet habe. * ANTHO.- Eernr ****. W NDSRSDZSSISAII‚— ———*+...——.—..— ——.— 2— SEeeeeee 4. r**** rrrr —— *—* —— —— N 5V 4 70 WII ⏑——— E..— —*——.—— —————— ———————5———————————————— —— 18 kan, Aman muß es Rauch 4 e. , und tsse im⸗ Hform⸗ inmal, That selbst aß ein suchen uf die ißlin⸗ wohl leicht schen Lan- . Nen⸗ deich wel⸗ Verth rglei⸗ ah⸗ +— *? TT;!;!;᷑!᷑᷑T..T¶ ¶ TTT äwä PKttĩ«ĩ“»ꝛέThhccco— 8— ttttttTTtTT... D NDRRRRRNR ů————— S ANTONII NERI von Florentz Vrstes Buch/ ů Von der Glasmacher⸗Runst. Inhalt dieses Buchs. Ritlich wird gezeiget die Art und Weise, das Saltz auszutiehen * aus den Pülverlein oder der Orientalischen Kochetta, wie auch aus der Soda Hispanica, dem Fahren⸗Kraut und dergleichen BKräutern, welche in Toscanien überflüssig wachsen; dienende das Decoctum zu machen, welches man Bollito nennet; ingleichen das so genannte, künstlich bereitete Crystall, samt einer Manier/die gedachten Saltze, auf Chymische Art, zu extrahiren/ und das Crystallum mirabile oder wunderbare Erystall zu bereiten: Item eine Manier Frittam Cry- stalli, oder das Gemänge der Crystallinen Gläser, deß gemeinen Glases, und deß Berg⸗Crystalls zu bereiten, mit Anzeigung auf gleiche Weise zu ma⸗ chen mancherley Farben, und daß sie gläntzender werden, ingleichen den meh⸗ resten Theil derselben in Glaß vorzüstellen, als da sind: die Meerwasser⸗ Farb, die Gold⸗Farb, Granaten⸗Farb, Amethyst⸗Farb, Saphier⸗Farb, schwartz Sammet⸗ und Marmor⸗Farb, die Fleisch⸗Farb, Milch⸗Farb, Pfer⸗ sich⸗Perln⸗und Beryllen⸗Farb,/ mit einer Art das Bley⸗Glaß also zuzurich⸗ ten/ daß es einem Orientalischen Smaragd/ Topas/ Chrysolyth, Sapphier und dergleichen Edelgesteinen, an der Couleur gleich kommen; ja eine himm⸗ lische, guldene und blutrothe Farbe representire: Wie auch eine Manier das Berg Crystall zu tingiren, in eine beständige Rubin⸗Röthe, Balaß, Topas/ Opal und Gold⸗gelbe oder Sonnenblumen⸗Farb: Item eine wah⸗ re Anweisung die Pasten zu allerley Farben zu machen, welche an der Farb, dem auten Smaragd, Topas, Chrysolyth Sapphier, Granat, und Berill ahnlich kommen,/ samt dem Bericht/ wie lurheg eine neue Chymische Ma⸗ nier/ 2 ANTONILNERI Erstes Buch. nier/härter und schöner, als sie ordinari sind, können bereitet werden: Item eine Art und Weise, allerley Sorten von geschmeltzter Arbeit oder Smalten zu machen, mit mancherley Farben, als Gülden, Nosen-und durchscheinend Rubin⸗roth/ welches bey uns Europäern eine gantz neue Sache ist: Inglei⸗ chen die allerleichteste Manier die Lacca aus den Kermes⸗Beeren, Brasi⸗ lianischen HoltzFärber⸗Röthe, Pfrimmen⸗Krautblumen, Lilien, Kohlblu⸗ men, Borragen⸗Blumen, Feld⸗und Garten⸗Rosen, Granaten⸗Blühe, ro⸗ then und Fleischfarben Rosen, und allen andern Kräutern und Blumen aus⸗ maßin. Ingleichen die Ultramarin· Farbe und andere curieuse Sachen zu machen. ö Das Erste Capitel. Wie das Saltz aus dem Pülverlein, Rochetta, und aus der Soda Hispanica auszuziehen, vermittelst welches die Frirta Cry⸗ stalli, von den Italiänern Bollito genannt, zubereitet wird als darinnen das kundament der gantzen Glaßmacher⸗Kun bestehet, mit einer gantz neuen und geheimen Manier. ö As Pülverlein oder Rochetta, welches aus Orient von Syrien und Levante kommet, ist die Asche eines gewissen Krautes, so allda häuf⸗ fig wächst/ diese Asche giebet ohne Zweiffel ein viel weisser Saltz als die Spanische Soda: So man derowegen ein schönes und vollkommenes Crystall verfertigen will, muß solches geschehen mit dem extrahirten Sal 6, aus der oberwähnten Leantischen Rochetta. Denn ob wohl die Spanische Soda Saltzreicher, so kommer doch das Crystall, mit diesem Salt bereitet, allezeit etwas blaulicht, und hat keine so schöne Farbe und weissen Glantz, gleich diesem Crystall, welcher aus dem Levantischen Pülverlein Rochetka ist bereitet worden. Die Manier aber, das Saltz so wohl aus der Rochetta, als Soda vollkömmlich zu extrahiren, ist diese nachfolgende, welche ich auch zum öff⸗ tern versuchet. ö Nachdem diese Syrische Asche/ in einem steinern Mörsel, mit einem ei⸗ seren Stämpel zerstossen worden, muß sie durch ein enges Sieb, damit nur die blosse Asche, ohne die gröblichten Stücklein durchfalle geschlagen wer⸗ bes sintemal hierinnen die Kunst viel oder wenig Saltz zu überkommen estehet. Beny Einkauffung die ser oder der andern Sorten, ist dieses in acht zu neh⸗ — ́pPPP—s—s—*— eee. von der Glaßmacher⸗Kunst. 3 nehmen, daß man dasjenige erwehle, welches am Saltz reichsten ist/ welches mit der Zung und dem Geschmack geprüfet und erkannt wird; unter allen aber ist der sicherste Weg dieser, daß man es in einem Schmeltz Tigel probi⸗ re, und sehe, od es mehr Sand oder Tarsi hat, als welches unter die Lehr⸗ stüͤcke dieser Kunst gehörig/ und denen Glaßblasern sehr wohl bekannt ist. Ferner sollen unterschiedene aus Glockenspeiß gegossne Kessel, mit ih⸗ ren unterbauten Oefen, nach der Art, wie es die Färber haben, bey Handen seyn, und solche entweder grösser oder kleiner, je nachdem man viel oder we⸗ nig Saltz bereiten und extrahiren will: Diese Kessel werden mit frischen Wasser angefüllet, und alsdann ein Feuer vom dürren Holtz, welches nicht sehr rauchet, untergeschieret; wann nun das Wasser wol aufzusieden hat angehoben, so werffe man einen Theil deß gesiebten Aschen⸗Pulvers hinein, und zwar so viel, als die Menge deß Wassers zu erfordern scheinet; das Feu⸗ er hält man immer fort, biß durch stetiges Kochen, der dritte Theil deß Was⸗ sers verrauchet sey; in währender Kochungs⸗Zeit aber, muß es auf den Bo⸗ den deß Kessels mit einem Rührscheit, immerzu umgerühret werden, damit das hineingeschüttete Pulver dem Wasser sich einverleibet, und das darin⸗ nen enthaltene Saltz/ vom Wasser ausgezogen werde: Nach diesem füllet man die Kessel wiederum mit frischen Wasser, und lässet es also siedend biß zur Helffte abrauchen, so wird die Lauge saltzigt genug und fertig seyn. Will man aber ein noch weisser und häuffiger Saltz erhalten, so wirfft man in das siedende Wasser deß Kessels, vor dem Zusatz deß Pulvers, 10. Pfund rothen und biß zur Schwärtze gebrandien Weinstein, lässet solchen darinn zergehen, rühret es mit einem Holtz wohl herum, und schüttet als⸗ dann das bewuste Pulver darzu hinein: diese Manier den Weinstein zuzu⸗ setzen ist noch geheim, vermittelst welcher man mehrers Saltz bekommet/ und wird auch das Crystall schöner und weisser. Wann zwey drittheil deß Wassers verkochet, und die Lauge starck vom Saltz worden, so wird das Feuer gemindert, und werden unterschiedliche neue, und irrdene Geschirre,(so vorbero 6. Tag lang mit gemeinen Wasser angefüllet gewesen, damit sie desto weniger Lauge und& altz in sich ziehen,) nach der Reihe hin gesetzet; olsdann wird die Lauge samt der Asche aus den Kesseln, mit grossen eisern Löffeln, in diese irrdene Geschirre gegossen, und wann sie voll,lässet mans z. Tage stehen, wann solche Zeit verflossen, und sich die Aschen auf den Boden gesetzet hat, so mird all die lautere Laugen gemäh⸗ lich hamit nichts unreines vom Grunde aufsteige, und die Lauge trüb ma⸗ che,) mit küpffern Löffeln, in andere Geschirre übergegossen, und abermal 2. Tage dahin gestellet, damit sich die— irrdische Unreinigkeit gar setze 2 un —————.—.— 6 ANTONIINERI Erstes Buch, und die Lauge desto klärer und lauterer werde, solches wird zum dritten mal wiederholet/ so wird die Lauge hell und klar, auch von aller Unreinigkeit ab⸗ geschieden seyn; aus dieser wird hernach ein reines und vollkommenes Saltz bereitet. Die Kessel werden nun wiederum aufs neue mit Wasser angefüllet, und wird/ wie oberwehnet, in einem jeden, 10. Pfund Weinstein, samt der gewöhnlichen Quantität der gesiebten Aschen oder deß Pülverleins gethan, und auf solche Weise das Werck fortgefüͤhret, so lang man noch etwas von der gesiebten Aschen übrig hat. Damit nun aus der oben⸗bereiteten Laugen das Saltz gebracht wer⸗ de; so wäschet man erstlich den Kessel mit reinem Wasser sauber aus, als⸗ denn wird solcher mit der klaren Laugen voll gefüllet, solche lässet man, wie oben gedacht, gelinde kochen/ jedoch so, daß man den Kessel allezeit mit Lauge nachfülle, biß es beginnet dick zu werden, und das Saltz aufzuwerffen, wel⸗ ches ungefehr nach Verfliessung 24. Stunden,/zu geschehen pfleget: Indem alsdenn auf der obern Fläche deß Kessels, das weisse Saltz, gleich einem Netz erscheinet, darnach nimmt man, mit einem löcherichten Rühr⸗Löffel oder Durchschlag das auf den Boden gefallene Saltz, nach und nach aus dem Kessel, lässet die Saugen abtropffen oder durchseichen, und thut das Saltz in irdene und löcherichte Gefäß, damit es schleuniger trocknen, und die Laugen abrinnen kan, welches Abgeronnene wiederum in den Kessel gethan wird: Und auf solche Weise fähret man so lang fort/ biß daß alles Saltz ist heraus⸗ genommen worden. Es ist aber zu mercken,daß man das Feuer/so bald sich das Saltz ereig⸗ net etwas mindere; denn so man mit starckem Feuer fort führe, so würde sich das Saltz sehr heiß an den Kessel legen; und weil es ein sehr starkes Saltz ist, den Kessel verderben; dergleichen mir etliche mal wiederfahren ist; ist dero⸗ wegen solches wohl in acht zu nehmen, und Fleiß hier anzuwenden: Das Saltz wann es wohl abgesiegen, nimmt mans aus den Gefässen, und ver⸗ wahret solches in einer Schachtel oder höltzerem Kästlein;damit desto besser alle Feuchtigken davon verzehretwerde, welches erst nach etlichen Tagen, und nachdem die Zeit deß Jahrs ist, eher oder langsamer zu geschehen pfleget. Die gantze Kunst aber ein schönes Saltz zu bereiten, ist, wie wir oben ange⸗ mercket haben, an den Weinstein gelegen: Ich habe gemeiniglich aus 300. Pfund der Levantischen Aschen, 80. biß 0. Pfund Saltz bekommen. Wann nun das Saltz wohl getrocknet, so wird es gröblich zerbrochen, in den Calcinier oder Asch⸗Oefen, bey gelinder Hitze ferner gedörret, und mit einem eisernen Instrument oder Rührhacken, oder gleich wie die Fritta, durch⸗ en nal eit ab⸗ mehes efület mt der gethan, s hon ht wer⸗ Rraus⸗ zereih⸗ desich alt sst dero⸗ Das ndbel⸗ besser eund ange⸗ 15 30⁰5 ochel, d mit Fritta, duch⸗ von der Glaßmacher⸗Kunst. 5 durcheinander gerühret; demnach also das Saltz in einen mässigen war⸗ men Ofen alle Feuchtigkeit verlohren, wird solches herausgenommen, in ei⸗ nen steinern Mörsel zerstossen, und durch ein so enges Sieb geschlag en, dab die durchgefallene Saltzkörner, nicht grösser als ein) Getreyd⸗Korn sind; dieses also zerstossene, gesiebte und getrocknete Saltz, wird an einem Ort/ vom Staub entfernet, absonderlich aufbehalten damit die Fritta Crystalli, auf nechst folgende Weise daraus verfertiget werde. Das Ander Capitel. Wie die Fritta Crystalli, insgemein Bolliro genannt, bereitet werde. er ein schönes und vollkommenes Crystall machen will, der muß se⸗ Vhen, daß er den allerweissesten Tarlum bekomme: Die Einwohner Ve zu Muran gebrauchen hierzu den Ticiensischen Kieselstein, welcher alldar in dem Fluß Ticino, häuffig gefunden wird: Der Tarsus ist eine Art deß weissen und harten Marmors, der in Thuscia, oder Toscan, unten an dem Berge Verrucola, beym Städtlein, Pisa genannt, gelegen, wie auch zu Seraveza, Massa di Carrara, und in dem Strom Arno, unter⸗und oberhalb Florentz/ ingleichen auch anderer Orten wächset, und in grosser Mänge ge⸗ funden wird; auch sonsten genugsam insgemein bekannt ist: wollest dero⸗ wegen dir von gedachtem Tarso, die allerweisseste Art auserlesen, welcher kei⸗ ne schwartze Adern, und gelbe Flecklein habe, auch sonder allen Rost seye. Wobey zu mercken, daß alle Steine, die, an einen Stahl geschlagen, Feuer von sich geben, zum Glaß oder Crystall tuchtig sind, hingegen diesenigen, welche kein Feuer geben, werden nimmermehr zu Glaß, welches zur Nachricht dienen kan, alle Arten der Steine zu unterscheiden. Dieser schöne und weisse Tarsus nun, soll in einen steinern Mörser,/klein und zu Pulver cehen⸗ werden; solches aber muß nicht in einem Metalli⸗ schen Mörser geschehen; damit nicht dieses TarsusPulver/ wie es sonst wol zu geschehen pfleget, die Metallische Farbe an sich ziehe;auch mit solcher Far⸗ be alsdann das Glaß und Crystall anstecke, und also verderbe; die Mörser⸗ Stempel aber, müssen hierzu nothwendig von Eisen seyn. Dieser sehr wohl gepülverte Tarsus, wird durch ein enges Sieb ge⸗ schlagen, denn das Hauptstück deß gantzen Werckes beruhet darinnen, daß dieser Tarsus oder Kieselsteine, gleich einem subtilen Mehl, bester massen zer⸗ stossen, und durch das allerengeste Sieb geschlagen werde; alsdenn nimmt man dieses wohl⸗gepülverten Tarsi, zum— 1 200. Pfund, deß n, 3 oben⸗ 6 ANTONILNERI Erstes Buch, 23 101—— oben/gelehrten, wohl'gepülverten und gesiebten Saltzes, ohngefehr, 130. 7 N Pfund, solches alles aufs beste vereiniget, und aufs fleissigste miteinander vermischet, setzet man in einen wohl⸗geheitzten Kalch ⸗Ofen; denn wenn sie in 2² N einen kuhlen Ofen gesetzet würden, so solte keine Fritta daraus werden: An⸗ fangs giebet man eine Stundlang ein gemässigtes Feuer, doch so, daß man 14 ohne unterlaß die kritta mit den Rührhacken durchmische, damit sie desto 4. besser incorporiret und ealeiniret werde; hernach verstärcket man das Feu⸗ ö 0 er/ und durchrühret die Fritta mit dem Rührhacken wohl, denn solches sehr 6 ö viel hey der Sache thut, und also fahret man 5. Stundenlang mit stetigen * starcken Feuer fort. ̃ 2* Der Kalch⸗Ofen dessen hier obenerwehnet, ist eine Art eines calcinir— R oder Brenn⸗Ofens, den man zum Glaßmachen gebrauchet, wie insgemein HiA 90 fast jedermann wohl bekannt ist: Der Rührhacken ist ein langes eisernes In⸗ 14 strument, nicht weniger bey den Glaßmachern wohl bekannt, damit man die 44 Fritta immer beweget und umrühret. Sfti Nach Verfliessung der y. Stunden habe ich die Fritta aus dem Kalch⸗ 9H0 WMII oder Calcinir-Ofen nehmen lassen; massen sie in solcher Zeit, so fern das πα ö Feuer recht regieret worden, fertig und bereitet ist, alsdann babe ich diese HE Fritta, um solche vor allem Staub zu verwahren, wohl zugedecket, auf einem ehobelten Bret, an ein trockenes Ort beygesetzet denn es ist hierzu grosser V leiß und Aufsicht nöthig /wo der Erystall recht schön werden soll: Die Frit⸗ 7 „ ta, auf besagte Art bereitet, wird schneeweiß. 0 Im Fall der Tarsus gar zu mager und dürre wäre, kan man zu obge⸗ 0 0 setzten Gewicht deß Saltzes, noch 10. Pfund hinzu thun: Diejenigen aber, * welche in dieser Kunst geübet seynd, die nehmen alsobald die Prob aus der 4. ersten Fritta, indem sie derselben einen Theil in einen Tiegel thun, und aus* diesem, in eine reine gläserne Schale schütten, damit sie sehen, ob solche wohl EI und geschwind zusammen fliesse wobey man auch zugleich mercken kan, ob die 104 Fritta art oder hart seye, und nach solch m wird das Gewicht deß Soltzes 92⁰ vermehret oder ve mindert: Diese Fritta Crystalliĩ wird/ wie gedacht/ an ei⸗ ul nem trocknen Ort aufbehalten; denn an feuchten Orten, oder in Kellern 90 darff sie nicht siehen, weil daselbst das Saltz aufgelöset und zu Wasfer wirdd I4t 0 der Tarsus aber allein übrig verbleibet, woraus denn nimmermehr Glaß ö 11. werden kan; auch darff die Frirta nicht, wie sonsten zu geschehen pfleget, be⸗ 0 feuchtet we den. Wann nun die Fritra auf folche Weise zugerichtet 3. oder su 4. Monat alt worden, ist sie viel tauglicher zur Arbeit, und vereiniget sich de⸗ Ea. sto geschwinder; dieses ist also die Art und Weise, die Fritta Crystalli zu* machen, mit angezeiaten Gewicht und Umständen, wie ich sie denn, zum öff⸗ Be tern/ auf solche Manier verfertiget habe. Das* — Izo, ander nsiein Nn⸗ Fman desto 8 Feu⸗ es sehr tetign leinir. gemein les In⸗ nan die Kalch⸗ kn das dise lihem 10 Frit- Lobge— naber, l3 der daus ewohl b die Sabes Hah lii eleen witd/ VGlab get be⸗ 3. oder sich de⸗ talli zu umöf⸗ Das Von der Glaßmacher⸗Kunst. 7 Das Dritte Capitel. Eine andere gantz neue und von mir erfundene Art/aus dem Levanti⸗ schen Puloer, das Saltz zu extrahiren, womit eben ein so schöͤner und durchscheinender Crystall, gleich dem Berg⸗Crystall, berei⸗ tet wird. An nimmt das wohl⸗gesiebte Levantische Pulver, und thut solches in X roß⸗bauchigte Blaher/ die unten herum mitLeimen beschlagen sindz 2 mit gemelneh Wasser angefüllet, setzet man in einen Aschen⸗ oder Sand⸗Ofen, und gibt etliche Stundlang ein gemässigtes Feuer, biß die Helfstẽ deß Wassers verrauchet sey: wann nun das Feuer abgegangen und der Ofen erkaltet ist, so giesset man das übergebliebene Wasser, gemächlich ab, in verglasurte irdene Gefässe; auf das restirende Pulver aber, in den Glässern, schüttet man wieder frisches Wasser, und lässets wie zuvor sieden, biß die Helffte verrauchet, solches thut und wiederholet man so lang und offt, biß man mit dem Wasser alles Saltz aus dem Pülverlein extrahiret habe; welches am Geschmack kan in acht genommen, und an dem Wasser gesehen werden, wann nemlich das Wasser keine Saltzigkeit und Farbe mehr hat. Von dieser filtrire, nach Belieben, so viel du wilst, und lasse das filtrirte 4. biß 6. Tage in verglasurten Geschirren stehen; denn auf solche Weise, wird sich viel irrdische Unreinigkeit, die es noch bey sich hat, nitdersetzen, als⸗ dann filtrire mans wiederum, so wird es eine klare und von den meisten Theil deß Unflats gereinigte Lauge seyn. Diese gereinigte Lauge thut man abermal in die lutirten Gläser, und läset es bey einem gelinden Aschen⸗oder Sand⸗Feuer abrauchen; da dann zu mercken, daß/ wann dir die materia in den Gläsern trocken worden, man ein gar sanfftes und lindes Feuer gebrauchen müsse, damit das Saltz nicht verbrennet und verderbet werde: Wenn es nun wohl getrocknet und aus den lutirten Gläsern genommen worden, so muß man zusehen, ob die Ge⸗ schirr am Boden noch gantz oder zersprungen sind, welches offters zu gesche⸗ hen pfleget, auf solchem Fall/ muß man das Saltz in andere ergleichen lu⸗ tirte und mit Wasser angefüllte Gläser thun, und solche wederum in den Sand⸗oder Aschen⸗Ofen setzen, von dem Wasser aber lässet man allezeit den fünfften Theil verrauchen, und wenn der Ofen erkaltet, schüttet man das Saltzreiche Wasser in irrdene verglasurte Geschirr, lässets 23. Stunden stil⸗ lestehen/ond filtrirts als enn fleissig, denn es setzet krces und Unreinigkeit zu Boden; solche gereinigte und filtrirte Lauge lasse in den lutirten Giher ö uber 8 ANTONILINERI Erstes Buch, über einem gelinden Feuer verrauchen, und wenn es fast abgerochen, brau⸗ chet man ein gantz gelindes Feuer, damit das Saltz nicht verbrenne, welches Saltz man von neuen in den Gläsern oder lutirten Flaschen, mit gemeinen Wasee auflöset, wie oben allbereit ist gelehret worden. Diese Arbeit aber wird so offt wiederholet, biß das Saltz keine feces mehr von sich werffe, denn alsdenn ist es rein und vollkommen, daß man aus Dn loich. Odtnbet und weisen W Tarso, die Frittam und Cr stallen, on solcher Schönheit und weisen Glantz, bereiten kan, daß sie auch die Orientalische Berg⸗Crystallen ubertreffen. Es ist aber diese Arbeit nicht in metallenen sondern gläsern Geschirren anzustellen, denn das Saltz ziehet zu Zeiten etwas von der Farbe deß Me⸗ talls, an sich, dahero wird es alsdenn allezeit grünlicht. Dieser Weg,/das Saltz auszuziehen, wiewol er viel mühsamer, als der vorige ist, auch weniger Saltz giebet; so wird dennoch das Crystall davon so fürtrefflich, daß sich dessen, im Gebrauch, kein Fürst schämen darff, und kön⸗ nen daraus allerley Gefäß und Glaß⸗Arbeit,verfertiget werden: Dieses ist meine Erfindung, die ich auch, mit glücklichem Fortgang, zu meiner sonder⸗ baren Ergötzlichkeit, vielmals ausgearbeitet habe. Das Vierdte Capitel. Eine Anmerckung von der güldenen Farb deß Crystalls. Dꝰ ist zu mercken, dab die Fritta, aus dem Saltz deß Pülberleins oder Levantischen Rochetta, mit Zusetzung deß Weinstein⸗Saltzes bereitet, nicht dienlich sey/ die güldene Farbe anzunehmen, denn aus solcher Fritte dergleichen Goldfarbe nimmermehr kan gebracht werden, wie⸗ wohl es sonst alle andere Farben giebet: Damit du derowegen eine güldene Farbe erlangest, so solt du das Saltz bereiten, aus dem Rochetta⸗Pülverlein allein, welches, wie oben gelehret, sey gereiniget worden, denn wenn solches nicht geschiehet/ so wirst du keine güldene Farbe bekommen. Das Fünffte Capitel. Eine Art, das Saltz aus dem Fahren⸗Kraut zu extrahiren, von welchen gleichfals, der Crystall ziemlich schön wird. h habe zu Pisis mit der Fabren⸗Kraut⸗Asche, das Saltz daraus zu⸗ V ziehen, eine Probe gemacht: Dieses Kraut wächset in Toscansen häuf⸗ sig; es muß um das Ende des Monats May/ biß gegen die Helffte deß Junii/ im zunehmenden Mond, wenn er der oppolition, oder dem deicht ö e—r;ͤö bralb⸗ welches meinen e fceʒ nan aus stalen, auch die schirten eh M⸗ als der abon so ind kon⸗ tseb it solder⸗ betleins Sastes ennaus dehthie⸗ gülee Abenlen Rsoches R raus V hof⸗ molen t Von der Glaßmacher Kunst. 9 Licht/ nahe ist, also grun abgeschnitten werden, denn zur selben Zeit ist es am besten, und vollkommensten, giebet auch am meisten Saltz, welches we sser und besser ist, als wenn das Kraut zur andern Zeit gesamlet wird: denn so man wartet, biß es von sich selbsten, auf dem Stengel dürre ist worden, so giebet es gar wenig und schlechtes Saltz. Wenn es demnach, nach obigen Unterricht, abgeschnitten und zu Hauffen gebracht worden, so wird es bald welck und dürre, und lasset, wenn es verbrennet wird, eine sehr gute Asche hinter sich, aus welchen alsdenn, nach Anleitung, wie wir oben von der Le⸗ vantischen Rochetta erwehnet, ein gutes gereinigtes Saltz extrahiret wird, mit welchem ich darnach, sammt dem gepülverten, und wolgesiebten Tarlo, die ritta bereitet habe welche mir nachdem sie in einer Schalen wohl durch⸗ ebehret worden, ein schönes und ungewöhnlich liebliches Crystall gegeben at, welches stärcker war, und sich in der Hitze leichter biegen ließ, als sonst der Crystallen Art ist; denn es könnte solches gleich einem dünnen Faden ge⸗ zogen werden, wie ich auch habe thun lassen: Diese Fritta giebet eine schöne Güldene Farb,/ so man nur kein Weinstein⸗Saltz darzu thut, wie oben schon ist angemercket worden: Diese güldene Farbe, welche von gedachter Crystall kommet, ist viel schöner und anmuthiger als die jenige, so die Crystall, aus dem Saltz deß Levantischen Pülverleins bereitet, giebet, und können aus jener Crystall nicht weniger, gleich wie aus dieser allerley schöne Gefässe ver⸗ fertiget werden. ů Das Sechste Capitel. Art und Weise ein ander Saltz zu bereiten, aus welchem ein Cry⸗ stall von ungläublicher Schönheit, bereitet wird. SB soll nach obgedachter Manier, ein Asche aus dem ausgeschlage— nen Bohnen/ Hülsen und Stengeln machen, und daraus, auf glei⸗ chen Weg/ wie bey der Bereitung des S altzes aus dembevantischen Pülverlein geschehen, ein wunderbares Saltz extrahiren, welches mit dem weissen und wohl⸗gesiehten Larso, wie hier oben zur Genüge ist angezeiget worden, vermischet, eine fürtreffliche kritta und ein über alle Massen schönes Crystall giebet: Eben dergleichen kan auch geschehen, aus der Asche deß ge⸗ dörrten Koblkrauts, deß Brombeerstrauchs, wie nichts weniger, der Wol⸗ len⸗Kammer Disteln, der Binsen item deß Schilffrohrs und dergleichen viel an ern Kräutern, welche alle ibr Saltz aus der Aschen geben, aus dem her⸗ nach auf gewöhnliche Art/ eine Frirta, und aus dieser, die allerschönsten Ery⸗ stallen gemachet werden, wie ein jeder curieuser Künstler erfahren wird; denn es lehret die Erfahrung viel mehr als das langweilige Studiren. * Das *— ‚—ů—4—9 ——— ——————. ——— ————————— 10 ANTONILINERI Erstes Buch, Das Siebende Capitel. Ein Saltz zu bereiten, aus welchem ein genugsam schöner Crystall wird. Us dem Mauer⸗Kalch extrahiret man das Saltzsolches, so es gerei⸗ niget, wird es mit dem Saltz deß gebräuchlichen Levantischen Pül⸗ verleins vermenget, nemlich 2. Pfund, zu 100. Pfund gerechnet; das ista. Pfund deß Kalch⸗Saltzes werden zu 100. Pfund, deß gedachten Pül⸗ verlein Saltzes gethan: Aus diesem Saltz also vermischet, wird nach bekann⸗ ter Art/ die kritta bereitet, und in einer breiten Schüssel gereiniget, wie her⸗ nach soll gelehret werden, da wir von der Manier die Crystallen und das ge⸗ meine Glaß zu machen,/ handeln wollen; auf solche Weise wirst du einen sehr schönen Crystall überkommen. Das Achte Capitel. Wie man die gewöhnliche Fritra, aus dem Levantischen Pülverlein, Rochetta, und der Soda Hispanica bereiten soll. Ritta ist nichts anders/als eine Calcinirung derer Materialien, aus wel⸗ F chen das Glaß gemachet wird; denn ob sie schon ohne Caleination schmelzeten, und zu Glaß würden, so solte es doch nit sonder grossen Ver⸗ druß und Zeitverliehrung geschehen; derowegen ist dieser Weg erfunden worden/daß man nemlich die Frittam im Kalch⸗Ofen caleĩnire: denn wenn solche wohl calciniret, und das Gewicht der Materialien recht in acht ge⸗ nommen worden, mit Ansehung der Güte in der Soda, so lässet sie sich im Topffe eilends schmeltzen und reinigen: Die Fritta, welche aus dem(Soda) Pulver gemachet, giebet zwar ein weisses, doch gemeines Glaß; die Fritta aber, aus der Levantischen Kochetta, giebet ein uberaus schönes Glah, wel⸗ ches Crystallin genennet wird: die Soda Hispanica, ob sie gleich insgemein fetter als andere ist, giebet dennoch kein so weisses und schönes Glaß/ gleich wie die Levantische Kochetta; denn es wird aslezeit etwas blaulicht. Damit derohalben ein jedes recht bereitet werde, so schläget man das Pulver durch ein enges Sieb/was nicht durchgehet, wird in einen steinernen Mörser gestossen, damit es keine fremde Farb an sich nehme; so wird es mit der Kochetta und Soda gehalten, daß nemlich ein jedes allein gestossen, und durch ein subtiles Sieb geschlagen werde; denn es ist der Glabmacher allgemeines Sprichwort: An einem engen Sieb und dörren Holtz, lieget die gantze Zierde der Kunst: Belangend die Quantität der Sodæ Tarsi, o wer⸗ —3————9—————ß7t—v—7———————— * Srystal ð gertin en Pll Hetydas ten Pil⸗ bekann⸗ wie het⸗ das ge⸗ nen sehr Herleit, hel⸗ nation lVDer⸗ unden wenn acht ge⸗ sch im Coda) ritta afsel Hmen ch O man das eihernen wild 0 esoseh, Tmachet 10I o hele von der Glaßmacher⸗Kunst. II so werden zu 100 Pfund Sodee, 85. biß 90. Pfund Tarsi erfordert/ welcher, gleichwie von der Crystall gesaget, in einen steinern Mörsel subtil zerstossen, und durch ein enges Sieb muß geschlagen werden, doch muß man mit der Quantität deß Larsi nach der sSodæ Gute und Fettigkeit sich richten, welches man durch die Probe, wie der Kunst bewust, erkennen muß. Nachmals soll deß Sandes, sonderlich deßjenigen, welcher in Toscan, und im Thal Arnĩ gefunden wird, und fetter ist, auch mehr Saltz hält denn der Tarsus, allezeit 6. oder 83. Pfund, auf 100. Pfund genommen werden: Es soll aber vorher dieser Sand wohl gewaschen, von aillem Unflat gereini⸗ get, und klein durchgesiebet seyn, denn also wird das Glaß schön und weiß; dennoch aber gibt der Tarsus viel ein schöners Glaß, als einig anderer Tosc anischer Sand. Nachdem nun das gebührliche Gewicht deß Sandes oder Tarsi ge⸗ troffen, soll man es vorher/wohl mit der Sodavder den Levantischen Pulver, welche durchgesiebet und subtil seyn müssen, vermischen, und also wohl aus⸗ gebreitet, in den heissen Kalch-Ofen setzen, mit einem Rührhacken stets um⸗ rühren und auf solche Weise caleiniren: Diese Arbeit setzet man so lang fort, biß es in eine masse, oder etzliche Stücke, einer Wallnuß groß, sich zusammen begebe alsdenn hält man, mit gleichem Feur, noch 5. Stund lang an; denn wann das Feur gebührlich fortgesetzet, und die Materin stetigs umgerühret wird, so hat man die Fritta in. Stunden fertig welches hieran zu erkennen, ebat sie, nachdem man ein Stücklein erkalten lassen, eine gelblichte Wei⸗ se hat. Die Fritta kan man auch wohl länger ealeiniren; denn je länger sie ge⸗ caleiniret und je öffter sie umgerühret wird, je eher schmeltzet sie im Topff, auch verzehret sich die grobe GBelblichkeit davon, und wird das Glaß reiner. Wenn sie nun also glüend aus dem Ofen gezogen, so wird sie alsobald mit 3. oder 4 Bechern voll kaltes Wassers begossen, und hernach an einen kalt⸗ und feuchten Ort hingesetzet: die Erde aber, welche in Ausziehung des Saltzes überbleibet, thut man in eben dieselbe Geschirr, worinnen die Lauge des Pulvers gewesen, geust abermahl ein Wasser darauf, und fänget das jenige, welches wieder davon durchlaufft, mit untergesetzten Geschirren auf; massen solches eine scharffe Lauge giebet, mit welcher, nachdem sie sich gesetzet, auch klar geworden und allein aufgehoben, die Fritta nachmals öffter be⸗ sprenget wird, davon sie, nachdem er 2.3. oder, welches besser ist, mehrMonat gescheben, wie ein Stein zusammen giebet, also daß man sie mit einer Hauen oder Grabscheit, von einander bringen muß; sie schmeltzet auch so denn im Topff in sehr wenig Stunden, und gibt ein 5 weisses/und fast. 2 ahn⸗ g): 12 ANTONIINERI Erstes Buch, ähnliches Glaß; denn die Lauge theilet der Fritta, ihr Saltz mit, daher denn auch diese Würckung erfolget. Wenn man aber diese Lauge nicht hat, so kan man nur die Frittam mit schlechten Wasser besprengen; denn ob schon das Wasser keine solche Krafft wie die Lauge hat, so hilfft es dennoch und machet es desto leichter schmeltzen: Die Fritta erfodert auch allemal etliche Wonat Zeit, denn auf solche Weise vermehret sie sich verzehret weniger Holtzx gibt aber ein viel weisser/ und zur Arbeit tüchtigers Glaß. Das Neundte Capitel. Wie man ein recht villkommenes Crystall machen soll. W ein Eritta Crystalli, wel he mit Fleiß/ nach der im Anfang ge⸗ gebenen Anleitung, sey bereitet worden, thue solches in einen Topff, jedoch daß du vorhero, alle andere Töpffe, in welchen einige Farben sind, auf die Seite thust; Denn der Metallene Rauch, welcher die meisten Farben verursachet machet das Crystall bleich und heßlich: Damit aber das Crystall recht weiß, gläntzend und schön werde, so setze der Eritta, wel⸗ che in den Topff gethan, so viel der Magnesie zu, als wie die Grösse und Weite deß Topffs solches erfodert, welches denn die Glaßmacher aus der Eg on she* ier ier ö Ich verstehe aber allhie die Piemontische und præparirte Magnesie, da⸗ von sernach il mehrero sol gefoget werden. In den Ofen wird ein hartes und dürres Holtz, gleich wie das Ei⸗ chen⸗Holtz ist erfodert; denn mit den weichen Holtz allhier nichte auszurich⸗ ten ist; es ist uber dieses nöthig daß man stetigs und gemach nachschůͤre, um das Feuer in der Flammen zu erhalten, und den Nauch zu vermeiden; wel⸗ ches denn zu der Schönheit der Crustall sehr viel beforderlich ist. Wenn nun die Frirta wohl geschmoltzen/ toird sie aus den Zopffe in ein grosses irrdenes oder höltzernes, reines und mit kalten Wasser angefülletes Geschirr geschüttet; damit das also genannte Alkali⸗Saltz verzehret werde sintemahl selbiges dem Crystall schädlich ist; dieweil es solches dunckel und neblicht machel, auch verursachet, daß solches der Crrstall in der verfertigten Arbeit von sich ausstösset, welches denn nicht wohl stebet: Die Eritta wird hernach aus dem Wasser/ wieder in den Topff, und nach dem er daeinnen ge⸗ schmoltzen, wieder ins Wasser geworffen; und solck es wird so offt wiederh o⸗ let/ Waag—. 6. Werd Eien ledig und rein ist. ö Diie gantze Sache aber dieser operation bestehet in der Gesch ick ichkeit eines erfahrnen Glaßmachers: Nach diesem lasset mans biß ö. Tohe ew ochen, 1—— — aher hnn eFrittan ihe solche bo leichter denn auf er ein vil . fang gt n Lopf (Farbeh ie messten mit aber etta, bel⸗ rose und Juß der esieda⸗ dat Ei⸗ Ighůlich⸗ hure/ um iuj Web⸗ pfeinein Reflbetes t weldey nckeh und frtiten ittattild hen ge⸗ vildelho⸗ n. dalang boched; von der Glaßmacher⸗Kunst. 13 kochen, mit Verhütung, so viel es müglich ist, daß es mit keinen Eisen umge⸗ rühret werde; dann der Erystall allezeit eine Schwärtze von dem Eisen be⸗ kommet, und annimmt. Wenn nun dieses verrichtet, und der Crystall klar worden/ so muß man sehen, ob er von der Magnesie genugsam bey sich habe, und wenn er etwas grünlicht, so kan man von der Magnesie noch mehrers hinzu thun; man muß aber allezeit Piemontische Magnesie, wie zu Muran gebräuchlich ist/ nebmen; denn die Toscanische und Lygurische halten mehr schwärtzlichte oder Eisenhaffte Farbe, und machen den Erystall schwartz; da⸗ hero wird von denen Glaßmachern allezeit die Piemontische, als die beste, genommen. Sie muß aber sparsam, und mit Verstand hinzu gethan wer⸗ den/ sonsten giebet sie dem Crystall eine eisenhaffte und rostige Farbe, welche endlich gar schwartz wird, und die Klarheit dem Crystall benimmt. Nachdem man dem Blaß die Magnesie beygesetzet hat, so lässet mans so lang kochen, biß daß es eine helle und gläntzende Farbe erlanget hat. Die Eigenschart der Magnesie, wenn sie in behörlicher Quantität gebrauchet wird/ ist diese, daß sie dem Glaß die grobe Grünheit entnehme, und ein weiß glantzendes Crystall mache; darum ist es sparsam und nur nach und nach zu gebrauchen, damit es das Crystall nicht verderbe. Die gantze Sache aber, dieses Gebrauches beruhet auf der Geschick⸗ lichkeit, eines fleissigen und verständigen Künstlers, denn man allhier kein ge⸗ wisses Maaß und Gewicht geben kan. Wenn du nun ein schön und helles Crystall erlanget hast, so verschaffe, daß er ohne Berzug zu beliebigen Geschirren verarbeitet werde; jedoch aber daß es mit wenigerm Feuern, als das gemeine Glaß gearbeitet werde; wie⸗ 10 seht hell/ ohne Rauch, und mit dürren und harten Holtz muß gema⸗ et seyn. Die eiserne Instrumenta, deren sich der Arbeiter hierzu bedienet, sollen rein und gevoliret seyn/ auch muß der halbe oder äusserste Theil deß Glases, welcher an dem Blaßrobr hänget, nicht wieder zum Crystalln, sondern in ei⸗ nen andern Topffbeyseits gethan werdenz denn dieses Stücklein Glaß, alle⸗ zeit etwas von der Eisen⸗Farb/mit sich nimmt, welche das Crystall verder⸗ bet. Derowegen ist solches insonderheit wohl zu mercken, und kan dasselbi⸗ ge/ an dem Blaßrohr hangen⸗gebliebene Stücklein, nur in einen gemeinen Glaß⸗Topff gethan werden, als aus welchem geringe Geschirr verfertiget werden, denen solches nichts schadet; dieses ist also die Art und Weise das Crystall zu machen, dessen ich mich allezeit bedienet, und gebrauchet habe. B Das —....———.—..— 8888—HHFHF—— II]!'I]]]]!]!]!]n ————2. „*— 14 ANTONIINERI Erstes Buch, Das Zehende Capitel. Wie man das Crystallinen und weise, sonst das gemeine Glaß ge⸗ nannt, bereiten solle. Ann man, die aus dem Pulver gemachte Frittam in den Schmeltz⸗ Topff thut, so bekommet man das weise und schöne Glaß, welches aber insgemein nur das gemeine Glaß genennet wird. Auf was Weise aber die Fritta aus dem Pulver und der Kochetta be⸗ reitet werde, ist an seinem Ort gezeiget worden: So man die Frittam, aus der Kochetta bereitet, nimmt, alsdenn bekommet man ein herrliches Glaß, welches zwischen dem gemeinen und dem so genannten Bollito, das mittlere ist, und auch Crystall genannt wird. Der Ofen wird allezeit wie vormals erwähnet, mit dürren und harten Holtz geheitzet, um den Rauch zu verhüten, welcher allezeit schädlich ist, und das Glaß schwartz machet; beyden aber/so wohl dem gemeinen als den Ery⸗ stallinen Glaß, wird, von der Piemontischen präparirten Magnesie, ihr Ge⸗ wicht und gebührlicher Theil zugesetzet, gleichwie von der Bollito oder dem Crystall gesaget worden, so wird es gut und schön werden, denn es wird ih⸗ nen von der Magnesie alle Grünheit benommen. Das Crystallinen muß allezeit ins Wasser geworffen werden, so er⸗ langet man ein weisses und schönes Glaß; eben dieses kan auch mit dem ge⸗ meinen Glaß geschehen,/damit es auch schön und vollkommen werde: hernach thut man sie wie gebräuchlich/wieder in den Schmeltz⸗Topff: und wann sie seynd rein worden, können sie nach Nothdurfft verarbeitet werden. Hier ist zu mercken wegen deß Wasser⸗werffens, daß solches in eines jedwedern Belieben stehe; denn es kan auch, so man will, unterlassen wer⸗ den; Wenn man aber das Glaß schöner, als insgemein, begehret, so ist nö⸗ thig, daß es in das Wasser geworffen werde; denn ausser, daß das Glaß weisser davon wird, so wird solches auch noch dadurch calciniret und wohl gereiniget, bekommet auch nicht so viel Bläslein. Es ist auch allhier dieses sehr wohl in acht zu nehmen, nemlich so man zu 100. Pfund, so wohl deß gemeinen als Crystallinischen Glases, zu jedem be⸗ sonders, 10. Pfund gereinigtes Weinstein⸗Saltz beyfüget„so bekommet man ein fürtreffliches und viel schöners Glaß, und Crystall, denn sonsten; man muß aber/ wie oben gelebret, die an dem Blaßrohr hangende äusferste Stük⸗ lein Glaß micht wie der in den Schmeltz⸗Topff werffen; denn es verursachet allezeit eine schwartze Farb; derowegen soll es nur zu dem gemeinen Glaß gethan werden. Das 2— —.— — Baß N Schmeh Welches aetta he⸗ am, qus e Glaß, mittlere harten ist, und Cch⸗ iht Ge⸗ der dem irdih/ ö 0 l⸗ em ges hernach vann sse in eines sen wer⸗ soiströs a6 Hlah d wohl II dem be⸗ fommet Rsy Hah (Etil⸗ Wachet lch Da6 Von der Glaßmacher⸗Kunst. 15 Das Weinstein⸗Saltz wird hinzu gethan, wenn die kritta bereitet wird, indem man solches mit dem Tarso oder Sand, und mit dem Levanti⸗ schen Pulver oder Kochetta, nachdem sie wohl und klein gesiebet, vermischet, und also nach bekanter Art eine Frirtam machet: die Art und Weise aber das Weinstein⸗Saltz zu solchem Gebrauch zu reinigen, ist, wie hier folget. Das Eilffte Capitel. Wie man das Weinstein⸗Saltz reinigen soll. Wia Weinstein oder die rothe und dicke Weinhäfen, die nicht stäu⸗ — big seye, solche in einen irdenen Topff über glüenden Kohlen so lang Vgebrannt, biß alle Fettigkeit verzehret, und es ein schwartzer Kalch worden sey/ welcher sich schon zur Weise neiget, doch aber noch nicht weiß sey Massen solches nichts nutz wäre: Diesen Weinstein, auf solche Weise calci- niret, thue man in verglasurte irdene Geschirr, diese mit gemeinen Wasser angefüllet, lasset man hey einem gelinden Feuer so lang kochen, biß ungefehr der vierdte Theil deß Wassers,/ in 2. Stunden verrauchet sey; alsdenn nimt mans vom Feuer, und wenn es erkaltet, und klar worden ist, giesset mans ab/ so bekommet man eine scharffe Lauge. Die Geschirre, darinnen das übrige vom Weinstein noch ist, füllet man wiederum mit Wasser, und lässet es wie zuvor sieden, und biß auf den vierd⸗ ten Theil ausrauchen; dieses wird so lang wiederholet, biß man in dem Wasser nichts saltziges mehr verspüret; wenn dieses geschehen, so wird alles Wasser gefiltriret, das klare und gefiltrirte in grosse Gläser gethan, und im Aschen oder Sand⸗Ofen, bey einem gelinden Feuer ausgerauchet, daß auf dem Boden ein weisses Saltz übrig verbleibet, welches man, nachdeme es wiederum in gemeinem Wasser solviret, und zwey Tage gestanden, hernach⸗ maln filtriret, und in grossen Gläsern bey einem gelinden Feuer, wie zuvor, verrauchen lässet, so verbleibet auf dem Boden ein viel schöner und weisser Saltz, als das vorige: diesen Proceß kan man noch 3. oder 4. mal wieder⸗ holen/ so wird man ein sehr reines und schneeweisses Saltz bekommen: dieses mit demLevantischen Pulver, oder gesiebten Kocherta, samt einem gebührli⸗ chen Theil deß LTarsi oder Sandes, vermischet, wird ein Frittam, und ferner ein Crystallinen und gemeines Glaß geben, welche ungewöhnlich schö⸗ ner und besser, als insgemein seyn werden. Das IISI‚I‚S‚I‚I‚‚I —„*— 16 ANTONILINERI Erstes Buch, Das Zwölffte Capitel. Wie man die Laftera zu denen dienlich, bereiten oll. SS soll die grössern Stücke afferæ, in irdene Geschirr gethan, einen halben Tag in der Ofen⸗Kammer halten; hernach beym Ofen⸗Feu⸗ er, auf einen eisern Rost glüen lassen; und, nachdem sie heraus ge⸗ nommen, mit einem scharffenEssig besprengen, wenn sie nun wieder getruck⸗ net/ und kalt worden, soll man sie auf einen Reibstein gantz subtil reiben, und hernach in gläsern Geschirren, öffters mit warmen Wasser waschen; doch al⸗ so/ daß die Laffera sich allemal niedersetze; alsdenn das Wasser sachte abge⸗ gossen, so wird sie von aller irdischen Unreinigkeit abgesondert, aufn Grunde liegen bleiben, welche nachdem sie getrocknet/ in vermachten Geschirren muß zum Gebrauch aufgehoben werden; sie färbet das Glaß alsdenn viel schö⸗ ner, als sie vorhin gethan hätte. Das Drenhzehende Capitel. Wie die Magnesie zum Glaßfärben bereitet werde. ö S muß allhier zu unserm Vorhaben die Piemontische Magnesie ge⸗ nommen werden, als welche von allen Glaßmachern vor die beste ge⸗ halten wird, und häuffig, in Venedig zu bekommen ist; diese Magne⸗ sie nur allein, brauchen auch die Muranen, ob aber solche schon, auch in Tos⸗ can und Lygurien in grosser Menge angetroffen wird, so hält doch selbige viel Eisen, und gibt eine schwartze und schmutzigte Farbe; hergegen machet die Piemontische aus der schwartzen eine sehr schöne Farb, und lässet das Glaß, von aller Grüne befreyet, gantz weiß liegen: Sollen demnach die gröbern Stücklein dieser Magnesie, auf einen eisern Rost beym Ofen⸗Feur/ reverbe⸗ riret, und also glüend mit einem scharffen Essig besprenget werden: nachge⸗ hends soll man sie subtil zerreiben, und mit warmen Wasser, gleich wie die gröblichte Stücklein der Zaflera, etlichmal abwaschen, alsdenn trücknen, pülvern und in einem verschlossenen Gefäß zum Gebrauch aufheben. Das Vierzehende Capitel. Das Spanische Ferretum, zum Glaßfärben zu machen. As Ferretum zu machen ist nichts anders, als das Kupffer auf eine solche Manier zu calciniren, daß es seine aufgeschlossene Tinetur oder Farb dem Glaß mittheilen könne: und wenn diese Caleination wohl ö ver⸗ bekeiten han einen fen⸗eu⸗ eraus ge⸗ getruck⸗ Aben, und ; doch al⸗ chteabge— Grunde kren maß hiel schs⸗ Hste ge⸗ beste ges Moghe⸗ Hin Tos⸗ lbigebiel nachet die bGa, gröbem rexerbe. nachhe ich wiedie trückgen m, von der Glaßmacher⸗Kunst. 17 verrichtet worden, so geschiehets, daß diese Kupffer⸗Farb sehr schone und mancherley Farben in dem Glaß reprælentiret: solche Caleination aber ge⸗ schiehet auf unterschiedliche Manieren, deren ich zwey, und war die leichte⸗ sten beschreiben will, welche ich selbst mit grossen Nutzen erfahren und öffters versuchet habe: die Erste ist folgende. Man muß dünne Kupfferblech, ungefehr eines Gülden dick, bey der Hand haben, wie auch etliche Tiegel, auf deren Roden machet man ein Vett von gepülverten Schweffel, darauf leget man ein Kupfferblech, dann wieder Schweffel, und also Umwechselsweiß, eines auf das andere, biß der diegel voll worden; dieses wird drratifciren genennet: Dieser vollgefüllte Tiegel, nachdem er mit Leimen wohl verwahret, bedecket und wiederum trocken worden, wird in den Wind⸗Ofen gesetzet, und mit unterschiedenen Kohlen 2. Stunden lang im starcken Feuer gehalten: Nachdem nun der Tiegel er⸗ kaltet und eröffnet worden, so wirst du das Kupffer also caleiniret finden, an der Farbe schwartz⸗röthlich und daß mans, gleich einer andern trocknen Er⸗ den, zwischen den Fingern zerreiben kan: Dieses calcinirte Kupffer gepül⸗ vert, und durch ein enges Sieb geschlagen, wird also zum Gebrauch verwah⸗ ret und aufgehoben. Das Fünfzehende Capitel. 20 Das Ferretum auf eine andere Art zu machen. Jese zweyte Manier, das Ferretum zu machen, ist zwar etwas müh⸗ samer, als die erste, allein es thut in den Hlas einen extraordinar⸗ef⸗ Wfect: Man stratifcit und calciniret das Kupffer wit Vitriol, an statt deß Schwefels, und reverberirts 3. Tage lang, in der Ofen Kammer, nahe am Loch, welches die Italiäner das Auge(Occhio) nennen: Hernach nimmt mans heraus, stratiticirts von neuen mit Vitriol noch einmal, calci⸗ nirts und reverberirts wie zuvor: Diese Stratificirung Calcinir und Re⸗ verberirung/ so sie sechsmal wiederholet worden, alsdenn wird es ein für⸗ treffliches Ferretum geben, welches im Glaßfärben ein gantz ungemeine Würckung erzeigen wird. Das Sechzehende Capitel. Wie der Crocus Martis, zum Glaßfärben soll bereitet werden. Crocus Martis ist nichts anders, als eine subtile Caleinirung deß Eisens/dädurch die Farbe im Glaß schon roth scheinet, also 18 ANTONIINERI Erstes Buch, also aufgeschlossen wird,/daß sie nachdem solche dem Glaß zugesetzet,nicht al⸗ lein sich selbst, sondern auch andere metallische Farben, welche sonst im Glaß verborgen/ und gleichsam todt wären, herrlich scheinend und gläntzend vor⸗ stelle: Denn der Crocus Marris ist eben das Mittel, dadurch die verborge⸗ nen metallischen Farben ans Licht gebracht, und sichtbar gemacht werden; Herimtd Pe auf viererley Wege zu præpariren beschreiben, deren er⸗ er ist dieser: Man nehme Eisen, oder welches besser istStahlfeil⸗Späne, solche mit 3. Theil gepülverten Schwefel vermischet, und in einen Tiegel gethan, auf Art/ wie droben vom Ferreto gesaget worden, caleinire man, biß daß aller Schwefel verbrennet ist, und lasse es 4. Stunden lang auf den glüenden Kohlen stehen; Denn nimms heraus, laß erkalten, pulverisirs, und schlags durch ein enges Sieb; thue es alsdenn in einen offenen und lutirten Tiegel, und laß es in der Glaß⸗Ofen⸗Kammer beym Auge oder Loch(Occhio.) 14. oder mehr Tage stehen, so wird es eine braunroth auf Purpur sich neigende Farb bekommenz diese verwahre in einen verschlossenen Gefäß zum Gläser⸗ tingiren; denn es vielerley schöne Würckungen verrichtet. Das Siebenzehende Capitel. Wie der Crocus Martis auf eine andere Art zu machen. Jese zweyte Art den Crocum Martis zu præpariren, wiewohl sie sehr leicht und gering ist, so ist sie doch darum nicht zu verächten; denn er dem Glaß eine Blutrothe Farbe giebt, seine Bereitung ist wie folget: Nimb Eisen, oder welches besser ist, Stahl⸗Feylspähn, solche besprenge oder vermische in einen. irdenen Geschirr, mit einem guten starcken Essig, so, daß die gantze Massa feucht und naß werde: Alsdann breite die Feylspähne wohl aus einander, und laß es an der Sonnen oder Lufft trocknen: Wann sie tro⸗ cken worden, muß man sie zerstossen, weil sie sich in Klümpgen geballet; nach diesem soll mans abermal mit frischem Essig anfeuchten, trocknen, und zer⸗ reiben wie vorhero, solches wird 8. mal wiederholet, und nachdem diese Mas⸗ sa klein zerstossen, und durch ein enges Sieb geschlagen worden, so wird es ein sehr subtiles Pulver geben, on der Farb wie ein Ziegelmehl anzusehen/ welches in einem wohlvermachten Gefaß zum Glaß⸗Färben kan aufbehalten werden. Das aaaeee — nicht ale im Glaß zend vor⸗ erborge— werden; deren er⸗ olchenit ham, auf daß alle Rlüenden dschlage .Tiegeh nio.) I4. heigende Glaser⸗ Asesche denn er sohhet: yhe oder dah twohl Rsetto⸗ let; hach Ind Kel⸗ HeseMas⸗ o hitdes huscheh/ fan Ol von der Glaßmacher⸗Kunst. 19 Das Achtzehende Capitel. Noch eine andere Manier den Crocum Martis zu machen. Zese dritte Art den Crocum Martis, vermittelst deß Aquæ fortis zu preæpariren, ist so beschaffen, daß sich die innerste Farb deßEisens un⸗ glaublich schön herfür giebet welches im Glaß zu sehenzdie Bereitung ist also: Es werden die Feilspahne vonEysen oder Stahln einem verglasur⸗ ten Geschirr/mit Aqua fort angefeuchtet, alsdenn an der Sonnen oderdufft getrocknet: Hernachmal zu einem Purver zerrieben, wiederum mit Aqua fort angefeuchtet und getrocknet, solches muß etliche mahl wiederholet werden: Nachdem es nun eine hochrothe Farbe, wie der Crocus Martis, so mit Schwefel bereitet worden, erlanget hat, so muß es zerrieben, gesiebet, und zum Glaßtingiren aufbehalten werden. Das Neunzehende Capitel. Noch eine andere Bereitung deß Croci Martis. De ist die vierdte und letzte, auch vielleicht unter allen die beste Art, den Crocum Martis zu machen, jedoch in solchem Verstand, daß auch Y die vorhergehenden nicht unnützlich, sondern gleichfals sehr gut und nöthig sind, wegen der mancherley Farben, welche in dieser Sach erfordert werden: Man solviret demnach die eiserne oder stählerne Feylspähne in ei⸗ nen verglasurten, und bedeckten Geschirr mit Rqua fort, welches wie ge⸗ bräuchlich, mit Salmiat sey bereitet worden(gleich wie wir hernach auch, von dem Calcedonierstein anmercken wollen,/) und lässets 3. Tag also stehen, jedoch daß es täglich umgeschenckt werde. Man muh auch in acht nehmen, daß man die Feylspähne, nicht alle auf einmal, denn es sehr aufsteiget, sondern allgemach nach und nach hinein thue, und so dieses nicht vorsichtig geschiehet, so hat man sich zu besorgen, daß das Glaß zerspringen, oder alles uber und über lauffen möchte: Nach Verflies⸗ sung dreyer Tage lässet mans bey einem gelinden Feuer verrauchen, so wird man im Grunde einen sebr schönen und edlen Crocum Martis bekommen, mit welchen man das Glaß unglaublich schön färben kan, derowegen soll er zum Gebrauch aufgehoben werden. L 2 Das r, —7.... c.—————... 20 ANTONIINERI Erstes Buch, Das Zwantzigste Capitel. Wie man die zitternde Kupffer Blech, von den Italiänern Tremo⸗ lante oder Orpello, zu teutsch, Knittergold, genannt, calciniren soll, mit welchen das Glas blau, wie eine Meerspecht oder Meer⸗Elster, gefärbet wird. JeseKupfferblech, welche die Italiäner, vom zittern. Tremolante nen⸗ nen, und sehr wohl bekannt sind, haben von der Gallmey, einer Berg⸗ Art/ eine güldene Farb erlanget, und zwar färbet die Gallmey nicht al⸗ lein das Kupffer also, sondern es vermehret auch solches am Gewicht, und wegen dieses Zusatzes, giedt das Kupffer dem Glaß eine Mittel⸗Farb, zwi⸗ schen dem Himmel⸗Blau, und Meergrün, es muß aber mit Fleiß caleiniret werden, welches also geschiehet: Es werden gedachte Blech(die schon genutzet und gebrauchet worden, sonst möchte es zu hoch kommen,) zerschnitten, in einen offnen und lutirten Tiegel gethan, und mitten in das glüende Kohlfeuer deß Ofens gesetzet: Als ich solches gemacht, habe ichs 4 gantzer Tage, im starcken Feuer deß Voro⸗ fens/da das Feuer angeschieret wird, gehalten jedoch so, daß es nicht schmeltz⸗ te, denn es wäre darnach alles umsonst gewesen: Nach Verfliessung dieser vier Tage war es aufs Beste gecaleinirt, solches schlug ich, nachdem es subtil zerstossen wurde, durch ein enges Sieb, und rieb es hernach auf einen Reib⸗ stein, da bekam ich also ein schwärtzlichtes Pulver, welches ich 4. Tage auf ei⸗ nen Ziegelstein ausgebreitet, in der Ofen⸗Kammer nahe an dem runden Loch hielte, und nachdeme ich das, was vom Aschen in dieses Pulver gefallen war, davon gethan, das übrige gepalvert und gesiebet hatte, habe ichs zum Ge⸗ brauch berwahret und aufgehoben: Die Prob oder das Zeichen einer guten Calcination ist, wenn das Glaß so man von diesem gecalcinirten Pulver et⸗ was darzu gethan, wacker aufschwillet, wo nicht, so ist es entweder nicht recht caleiniret, oder auch gar durch übermässiges Feuer verbrannt, auf welche beyde Fälle denn das Glaß von diesem Pulver weder getingiret wird, noch aufschwillet;derowegen mag man dieses in acht nehmen, denn es in der praxĩ erfodert wird. Das Ein und Zwantzigste Capitel. Diese zitternde Kupffer⸗Blech, noch anderst zu caleiniren, daß sie eine durchscheinende Rothe⸗Gelbe⸗und Onicher⸗Farbe dem Glase geben. Nimm K umE% Idgeß Guml W! Wi cschel iül aub de mict gesier Whe Fritl wohle ufhe st al Hitdx Ilert Me deno Mulo Hekkal U Glaß then Nises remo⸗ Uren ate hen⸗ Vergh⸗ hicht al⸗ t/ M kb/wi⸗ leiniget vordeh, lutikten et: ME Voro⸗ smelh⸗ dieser ubtil Neid⸗ eaufei⸗ loch chat, moe⸗ guten eret⸗ Htlecht welche od U pra Lon der Glaßmacher⸗Kunst. 2T VImm das zitternde Kupfferblech, welches wie vorgemeldt, mit der 5 Scheer klein zerschnitten worden, solches in einem Tiegel mit gepül⸗ Ve verten Schwefel stratificiret, setze auf glüende Kohlen; ich stelle es, zum Calciniren, 24. Stund in dem Vorofen: Alsdenn, wenn es zerstossen und gesiebet worden, setze ichs in einen irrdenen und bedeckten Gefäß, 10. Stunden lang/in die Ofen⸗Kammer zum reverberiren, und darnach wieder⸗ um zerstossen und gepülvert habe ichs zum Gebrauch aufgehoben. Das Zwey und zwantzigste Capitel. Wie die Meer⸗Wasser⸗Farb, als die vornehmste in der Glaßmacher⸗ Kunst, zu machen. s Meer⸗Wasser, oder die daher benennte Farb, ist der fürnehmsten eine unter den Glaß⸗Farben, und wenn diese recht und schön soll ge⸗ macht werden/ so muß es aus der Bollito oder dem künstlichen Crystall gesche hen, denn aus dem gemeinen Glaß bereitet/wird sie nicht schön; die aus Crystallinen wird zwar schönzallein diejenige wie gedacht, ist die beste welche aus dem Bollito oder dem künstlichen Crystall verfertiget wird; doch ist zu mercken/ wer die Meerwasser⸗Farb machen will, der soll durch aus keine Ma- gnelie darzuthun, und wiewol solche vom Feuer verzehret wird, so machet sie dennoch die Meerwasser⸗Farb, im Glaß schwärtzlich und hehlich. Damit sie derowegen recht schon und lieblich werde, soll man eine blosse Frittam Crystalli, ohne die Magnesie, in den Topff thun, und nachdem sie wohl gekochet und gereiniget, so soll man das Saltz welches gleich einem Oel auf dem Glaß schwimmet,/mit einem eyseren Glaßmacher⸗Löffel, wie bekandt ist, auf das allerfleissigste abfäumen; denn wenn dieses nicht geschiehet, so wird die Farb gantz schmierig und garstig werden. Nachdem nun das Glaß aufs beste ist gereiniget worden, so thut man, zu ungefehr 20. Pfund dieses gereinigten Glases oder Crystalls,ra. Loth deß zitternden Kupffers(wie es in dem 20. Capitel, da wir von der blauen und Me erspecht⸗Farb gehandelt,beschrieben, calciniret und bereitetworden)und den vierdten Theil der präparirten Lalleræ j doch also/ daß diese zwey letzten Pulper zuvor wohl miteinander vermischet( und nach und nach in den Topff getragen werden; denn das zitternde Kupffer, so es wohl und genngsam ge⸗ caleiniret worden/ schwillet so sehr auf, daß esauf einmal hin ein gethan, alles Glaß aus dem Topff stossen würde; derowegen ist allhier aufsehens vonnö⸗ then, auch muß ma dae Glaß in dem Diegel stetige heruin rühren: Wenn dieses geschehen, lässet mans 3. Stund 0 also stehen, damit es die Farb 3 wohl 22 ANTONIINERI Erstes Buch, wohl an sich nehme; darnach wird es wieder geruhret und gemischet, auch geprobiret und gesehen, obdie Farb völlig genug seye oder nicht, damit man solche wenn es vonnöthen, erhöhen oder schwachen könnne. Denn die Gefässe und Gläser der kleinern Arbeit, erfordern eine völli⸗ gere, die grössern Gefässe aber eine schwächere Farb; derowegen ist die Farb, nach Erheischung der Arbeit, wie gedacht, zu erhöhen oder zu schwächen, wel⸗ ches dem verständigen Urtheil deß Glaßmachers heimgestellet wird. Wiewol man aus Erfahrung, der Sache allezeit lieber zu wenig, als zu viel thut; die Farb aber kan man, sonderlich bey wohl gereinigten Glaß, alle⸗ zeit etwas verstärcken. Wann nun, nachdem man das Pulver hat darzu gethan, 24. Stund verflossen sind/ so kan das Glaß verarbeitet werden, nachdem mans zuvor, eh die Arbeit angefangen, durch und durch wohl gerühret, und mit der Farbe durchmischet hat; denn sonsten setzen sich die Farben zu Boden, und ist das oberste Glaß ohne Farb. Alles dieses, wird auch bey den grossen Crystallinen Geschirren in acht enommen; diese Manier, das Meer⸗Wasser zu machen, habe ich 1602. zu lorentz erfahren, und vielerley Gefässe von schönen Farben, zum häußlichen Gebrauch, dazumal bereitet. ö Hierbey ist anzumercken, daß die Muranen zu dergleichen Arbeit, glei⸗ ches Gewicht, von der Fritta Crystalli und KRochettæ nehmen, und doch nichts desto weniger, eine schöne Meer⸗Wasser⸗Farb, daraus bekommen; die Ger dergleichen Farb aber, wird aus dem blossen Crystall ge⸗ machet. ö Das Drey und zwanzigste Capitel. Eine Blaue oder Meerwasser⸗Farb zu machen. 8 muß in dem Ofen, einen Topff deß gereinigten Glases, aus der Fritta, der Kochettæ oder Sodæ Hispanĩcæ bereitet,haben; jedoch ist die Fritta der Levantischen Kochettæ, zu dieser Sache am be⸗ quemsten. Nachdem nun das Glaß bester massen gereiniget/ so thut man dessen 20. Pf. in einen Topff, samt 12. Loth deß zitternden Kupffers(welches Besag deß 20. Capitels, wohl gecalciniret und präpariret worden,) auf gleiche Ma⸗ nier, wie oben/ bey der Bereitung der Meer⸗Wasser⸗Farb, ist angezeiget worden: Das Saltz, welches auf dem Glaß gleich einem Oel schwimmet, wie die Glaßmacher wohl wissen, soll fleissig abgenommen werdenso wird 3. ne wu ———— ——— düch nit man ne vil sieFarh, hemwel ia u laß ale⸗ Etund Ubot, eh r Farbe ist das Rin acht 1602. fl uflichen il glis 0 doch awmen; Asaalhe⸗ ubdet Ryfedoch am des desenea Rache he Mo gegt winndh 0 wld el II von der Glaßmacher⸗Kunst. 23 ne wunderschöne blaue und Meer⸗Elster⸗Farb hervor kommen, welche nach Erheischung der Arbeit,/ wie denen Künstlern bekandt ist, verstärcket oder ge⸗ schwächet werden kan. ö Nach Verfliessung zweyer Stunden wird das Glaß wiederum fleissig gemischet, und eine Prob genommen, um zu sehen, ob die Farb voll genug seye/damit solche, mit Hinzusetzung eines neuen Pulvers,verstärcket oder ge⸗ schwächet werden kan. Wann es endlich nach Belieben recht seyn wird, so lässet mans noch 24. Stund stehen, und nachdeme es alsdenn noch einmahl wohl vermischet, und umgerühret worden, kan es verarbeitet werden; denn es wird die allerschön⸗ ste blaue und Meer⸗Wasser⸗Farb seyn, unterschieden von allen andern Far⸗ ben/ welche in der Glaßmacher⸗Kunst bereitet werden; von dieser Farbe habe ich zu Pisis Anno 1602. etliche Töpffe voll verarbeitet, und viel schöne Ge⸗ schirr gemacht. Das Vier und zwantzigste Capitel. Ein rothes Pulver, zu vielen Glaß⸗Farben dienend zu machen. H dünne Kupffer⸗Blech, solche lasse in den Mauer⸗Gewölb deß Ofens so lang verschlossen liegen, biß sie vom Feuer, allein und für sich/ gecalciniret worden,/ jedoch also/daß sie nicht zerschmeltzen, denn daraus würde nichts gutes werden: Wann sie nun also gecalciniret, zerstos⸗ sen, und zu Pulver gemachet worden, welches roth und in der Glaser⸗Kunst mancherley Nutzen hat, alsdann kan es zum Gebrauch verwahret, und auf⸗ gehoben werden. Das Fünf und zwantzigste Capitel. Das zum dritten mal gecalcinirte Kupffer zum Glaß färben. As im vorhergehenden Capitel bereitete rothe Pulver soll wan auf Da h⸗Ziegelstein legen, und in einem Oeffgen oder im Ofen⸗Gewölb/ nah beym Loch, 4. Tage lang, nach einander calciniren, so wird es ein zusammen gekugeltes schwartzes Pulver geben: Dieses muß wiederum gerie⸗ ben, durch ein enges Sieb geschlagen, und wie zuvor, im Ofen⸗Gewölb 4. oder y. Tag gecalciniret werden, so wird sich das Pulver nicht mehr so sehr zusammen pallen, auch nicht so schwartz, sondern gräulicht oder Aschenfar⸗ bigt seyn/ und vor sich selbsten können aufgelöset werden. 5 on 24 ANTONIINERI Erstes Buch, Von diesem Pulver, welches die Italiäner=Rewina di tre cotte nen⸗ nen, kan die Meerwasser⸗Farb, die schöne Smaragogrun, die Arabische Farb oder Türckis, wie auch eine sehr schöne blaue und viel ondere Farben bereitet werden: Jedoch muß man in acht nehmen, daß dieses Pulver weder mehrers noch weniger, als dreymal gecalciniret werde, widrigen Falls, wür⸗ de es das Glaß nicht wohl tingiren; das Zeichen aber einer rechten und voll⸗ kommenen Calcination ist, wenn das in den Töpfen gereinigte Glaß, so man dieses Pulver darzu thut, sich sehr blehet, und aufschwellet: Denn wo dieses nicht geschiehet, so ist es nicht gut, sondern eine Anzeigung, daß es nicht wohl gecalciniret sey; derowegen soll man darauf bedacht seyn, daß es wohl calciniret werde. Das Sechs und zwantzigste Copitel. Die Meerwasser⸗Farb, in den künstlichen Crystall, von den Italiänern Bollito genannt, zu machen. ö ¶e An thut in einen Topff 20. Pfund von der Fritt⸗ Crystalli, welche N OGaine Wagnese bey sich hat, und auf das allergenauestelgleichwie ich OVehohne Durchziehung oder Ablöschung durchs Wasser pflege) sey ab⸗ geschäumet, ausgekochet und gereiniget wordenzu diesem thut manꝛ24 Loth deß z. mal gecalcinirten Kupffers(wie im 25. Capitel zu sehen,) wie nicht weniger r. Loth der Zafferæ, auf die Art, wie im 12. Capitel gezeiget wor⸗ den, bereitet: Diese zwey letzten Pulver werden zuvor wohl miteinander ver⸗ mischet, und in 4. Theil abgetheilet; diese 4. Theil werden auch, auf 4. un⸗ terschiedliche mahl, zu der Fritta in den Topff getragen, damit es desto besser von dem Glaß angenommen werde: Alsdenn soll man das Glaß aufs fleis⸗ sigste rühren, und darauf 2. Stund steben lassen, darnach wieder mischen, und eine Prob davon nehmen, um zu sehen ob die Farb völlig genug sey oder nicht wenn es nach Belieben recht ist/ so lasset mans stehen; und obschon die Meerwasser⸗Farb grünlicht zu werden das Ansehen hat, so wird doch das Saltz, welches in dem Glaß ist, solche Grünheit verzehren, und wird immer zur blauen Farb sich neigen: Nach Verfliessung der 22. Stunden, mag man sich wiederum darübe machen, und solches heraus nehmen, dann alsdenn alles bereitet, und die Farb völlig oder schwach seyn wird, nachdem man deß Pulvers viel oder wenig darzu getban hat: Denn gleich wie man die Nar⸗ ben verstärcken kan, so man mehr Pulver zusetzet, also kan man sie auch, wenn man ein Theil gefärbtes Glaß oder Fritta heraus, und ein anders derglei⸗ chen ungefärbtes hinein thut, wieder schwächen, und denn soscher Gestalt, wie man sie begehret, verfertigen; dieses aber kan man nicht in gewisse 3836 ge 1007 allis Wamis 908 IHL ssinitctz rechtel dessh, wohl vem ober ben ge shme dasje geha — pehe Labsshe Farben e weder le Wür⸗ and vol⸗ Haß Denn wo esnicht eo wohl ö den welche wie ich Rhyab⸗ 2410th hle licht gewor⸗ Noder vet⸗ uf un⸗ esobeser uuft fis⸗ mschen/ Hscpoder bschobdie doch dos irdimet mag wal malsdelh monde 1 diepa⸗ auchwe 5 deneo , ste 900 von der Glaßmacher⸗Kunst. 25 geln einschliessen, oder an ein gewisses Gewicht binden, sondern es muß ein jeder verständiger Glaßmacher, oder Künstler selbst sehen, was hierinnen zu thun oder zu lassen sey. Diese Manier, die Meerwasser⸗Farb zu bereiten, habe ick öffters geyro⸗ biret, und solche allezeit bewährt gefunden: Mischet man die Frittam Cry- stalli und die Frittam deß Pulvers Rochettæ, jedes die Helfft, mit einander zusammen, so erlanget man eine schöne Meerwasser⸗Farbz am allerschönsien aber wird solche aus der Crystall allein bereitet. Das Sieben und zwantzigste Capitel. Allgemeine Anmerckungen wegen allerley Farben. Amit die Farben recht schon und vollkommen werden, so ist in acht zu nehmen; daß ein jeder neuer Topff, so bald er erhitzet/ wegen seiner irdi⸗ Wschen Qualitätdem Glaß etwas Unreines mittheile, als wodurch die Farben grob und unlieblich werden. ö Derowegen können die Töpffe welche nicht gar zu groß sind, mit weis⸗ sen geschmeltzten Glaß, wie denen Künstlern wohl bekandt ist überzogen wer⸗ den: Jedoch wann die Töpffe zum andernmal gebrauchet werden, so ver⸗ liehren sie das grobe und unartige Wesen, damit zuvor die Farben angeste⸗ cket werden: Zum andern ist auch zu mercken, daß man die Töpffe, welche zu einer gewissen Farb gebrauchet werden, nicht verwechsele, und eine Farb in diese thut, welche in jene kommen soll: zum Exempel, der Topff, zur gelben Farb gebrauchet, dienet nicht zur Kermesin Farbe, der Topff der Kermesin⸗ strsich nicht zur grünen, gleichwie der Topff der rothen Farb/zum Meerwas⸗ er sich nicht reimet, und so fort an/muß eine jede Farb, damit sie recht werde, ihren eigenen Topff haben: Drittens, müssen die Pulver nach Gebühr, das ist nichts zu viel noch zu wenig gecalciniret werden: Vierdtens soll alles in rechtem Maaß und Gewicht genommen werden, auch daß die Vermischung derselben, nach dem, wie es hier vorgeschrieben stehet, geschehe, und der Ofen wohl heiß/ und mit dürren und harten Holtz geheitzet werde: Denn das grü⸗ ne und weiche Holtz, wie vielmals erwähnet, mit seiner geringen Wärme, aber grossen Rauche/alles verderbet: Fünfftens/ist zu mercken,daß die Far⸗ ben getheilet, und ein Theil davon der Fritta, der ander Theil aber dem ge⸗ schmeltzten und wohl gereinigten Glaß beygefüget werde: Endlich ist alles dasjenige, welches an seinem Ort, da wir absonderlich von denen Farben gehandelt haben, angeführet worden in acht zu nehmen. D Das 2 s 5 44. 2 1468 I I EN A N. .. 8* — III — I — iin RII 4* — II ——3—**. ... FFSꝗFFSSISPIII‚‚ ——— 2—.———— *——*rWr..— 7 ...eeeeesees—.ꝛ.——. 2 . /. ———— ————..—.— ———.. 26 ANTONIINERI Erstes Buch/ Das Acht und zwanzigste Capitel. Eine andere Art das Kupffer dreymal zu calciniren, mit geringerer Müh und wenigern Unkosten. ¶¶AAn nimmt den Hammerschlag oder Schlacken, welche von dem gluüͤ⸗ ö 6 henden Kupffer, wann die Kupfferschmiede Eymer oder dergleichen Kupffer⸗Geschirr machen, herab fallen; denn diesen Hammerschlag kan man wohlfeyler als das Kupffer bekommen, und damit er caleiniret werde, ist unvonnöthen, die Mauer deß Ofen⸗Gewölbs zu⸗oder abzuwerffen⸗ gleich wie in vorhergehenden caleinirungen; welches denn für sich selbst be⸗ schwerlich und dem Ofen grosse Ungelegenheiten machet; sondern man brei⸗ tet diesen Hammerschlag(nachdem er mit warmen Wasser wohl gewaschen und von aller Unsaubrigkeit wohl gereiniget worden) nur auf gebrennte Zie⸗ gel oder Dachsteine, und setzet sie zu dem Loch deß Ofen⸗Bogens, oder in ein hierzu absonderliches Oeflein. Zu Pisis habe ich dergleichenOefgen, aufArt eines kleinen Kalch⸗Oefgens, gebauet, und darinnen, innerhalb wenig Stun⸗ den, 20. biß 24. Pfund deß Hammerschlags gecalciniret: derowegen lasse man obiges bey dem Loch deß Ofen⸗Bogens/4. Tage lang stehen, nach Ver⸗ fliessung solcher Frist wird es heraus genommen, zerstossen, und durch ein enges Sieb geschlagen; alsdenn wieder auf die Ziegelsteine geleget, in obigen Ort und bey voriger Wärme 4. Tage lang behalten, so wird ein schwartzes Pulver daraus werden; dieses, weil es sich zusammen gepallet/ muß zerstos⸗ sen/ gesiebet, und noch einmal auf den Ziegelsteinen, in den Ofen gesetzet wer⸗ den/ alsdenn ist es fertig und bereitet, und zwar mit wenigern Unkosten, und eringerer Mühe, als die vorhergehende: wird auch nicht weniger eben solche Würckung im Gaaß⸗Färben thun: Es muß aber /gleich wie oben schon erin⸗ nert worden der Hammerschlag von aller Unsauberkeit wohl gewaschen und gereiniget werden: Das Merckmahl deß wohl gepræparirten und ge⸗ ealcinirten Hammerschlags ist blehen und aufzuschwellen beginnet. Das Neun und zwanzigste Capitel. auf Crystall zu machen. Imm so Pfund von der Fritta Crystalli, welche/ wie oben gedacht⸗ ö HemSalkwoht gereiniget worden; doch daß solche Reinigung 290 * Was⸗ Aus dem obig⸗bereiteten Hammerschlag eine schöne Meerw asser⸗ Farb⸗ 1 ö ö so das Glaß, darein er gethan wird, sich zu Wase die C valffe .J, hhaen W —4 deßde diesel Hang! schey uicht! nan Iahmi l 0 Fortgg ben/ soles nsh nish ungeur em glü⸗ gleichen schag Aeiniret Iwerffer, ab bes nan brei waschen, inte Zie⸗ er inein Vaufurt Etun⸗ Hen lase Hi⸗ Icch ein sobigen Wortzes husooß⸗ chet wer⸗ ssen und msasch hoherin⸗ woschen ud ge⸗ H schtu. uhub, gcdagt· asonder V 0 Von der Glaßmacher Kunst. 25 Wasserwerffung geschehe; Denn ich habe es niemals im Gebrauch gehabt die Erystallen, wenn ich die Meerwasser⸗Farbe bereiten wolte ins Wasser zu werffen, dieweil ich dafur hielte, daß die andere Reinigungs⸗Art besser wü⸗ re; Jedoch stehet einem jedwedern frey/deme zu folgen, welches ihme, nach ge⸗ thanem Versuch, am besten zu seyn bedüncket.*, In den Topff, darinnen die 0. Pfund der wohlgereinigten Crystallen sind, wirff nach und nach anderthalb Pfund, deß obg lehrten Pulvers, aus dem Hammerschlag darein, wie auch d. Loth der preparirten Latteræ, jedoch daß diese 2. letzten Pulver, zuvor wohl miteinander vermischet wörden; wenn diese Hineinwerffung geschehen, so rühre alles sammt dem Glaß,? Etunden lang fleissig herum nehme, nachdem alles wohl gemischet, eine Pob, und sehe/ ob die Farbe recht und gefällig ist alsdenn lasse sie stehen; Denn es darff nicht eben 24. Stunden lang also umgerühret werden: darnach ermischet man das Glaß, also umrührend wie zuvor, daß es die Farte woh an sich nehme uud verarbeitet es zu eines jedwedern Belieben; es wird eine über aus schöne Meerwasser⸗Farb geben, als ich denn zum öfftern, mit guten Fortgang /erfahren habe: Die Ferbe abermag mach eines jedwedern Belie⸗ ben, und nach Erheischung der Arbeit gestärcket oder geschwächet werden; sonderlich aber ist darauf zu sehen, daß de Hammerschlag wohl gecalcini⸗ ret sey. Wenn man die rittam Crystalli mit der Helffte Frittæ Rochettæ mischet, so giebet es auch eine schöne Meerwasser⸗Farbe⸗ Das Dreyssigste Capitel. Die Meerwasser⸗Farbe mit noch geringern Unkosten zu bereiten. An nimmt von dem præparirten Hammerschlag/ und der præparir⸗ ö 6 ten affera, das im vorigenCapitel bedeutete Gewicht, solches thut ö man gleichfalls auf obige Art und Weise, zu der Levantischen und Hispanischen Kochetta, jedoch daß bey keinem, von diesen zwenen letztern, etwas von der Magnesie sey; solche müssen auch, von dem Ealtz, doch son⸗ der Wasser⸗Werffung, wohl gereiniget seyn, im übrigenn mwit man nur dasjenige in acht was wir oben vom Erystall angemercket haben: E& o wird man eine gar schöne, und zu jeder Arbeit dienliche Meerwasser Forbe bekom⸗ men/ welche mit viel geringern Unkosten, als die Crystall, wird können be⸗ reitet werden; Denn man kaufft die Rocherta in viel geringern Preiß, als die Crystall Auf diese Weise/ habe ich sie zu Pisis zum öfftern und allezeit mit guten Fortgang bereitet. D 2 Das 23 ANTONIINERI Erstes Buch, Das Ein und dreyssigste Capitel. Eine wunderschöne Meerwasser⸗Farbe, über alle andere; aus meiner Erfindung. As Caput mortuum, vom Kupffer⸗Vitriol, nach Chymischer Kunst, 33— kommet von sich selbst, ohne alle Beyũ⸗Hülffe, eine weislichte grüne arbe.— Aus dieser materĩa, wenn sie gepulvert, und mit der preparirten Zaf⸗ fera, in solchen Gewicht(wie in den andern vorhergehenden præparationen deß Kupffer⸗Hammerschlagsist erwähnet worden) zusammen gesetzet, auch/ wie bewust/ mit der Crystall vermischet wird, so wird eine vortreffliche Meer⸗ wasser⸗Farbe daraus/ welche von verwunderlicher Schönheit ist,dergleichen esh Ahne verfertiget habe, mit Verwunderung aller derjenigen, die es esehen hatten. Die Art und Weise den Kupffer⸗Vitriol, nach Spagyrischer Kunst/ ohne Corrosiv zu bereiten/ ist diese: Nimm dünne Kupffer⸗Blech, in Grösse eines Güldens, solche stratifieire mit gepülverten Schwefel, in einen oder mehr Tiegeln/biß die Tiegel gefüllet; Wenn dieses geschehen, so bedeckẽ die Tiegel, auf die Art wie wir im 13 1. Capitel Anleitung gegeben haben, da⸗ mit mans probiren könne: Diese Manier hat, meines Wissens, noch nie⸗ mand erfahren; sondern ich Antonius Neri, ein Priester, habe ihn mit eige⸗ ner Hand versuchet, und, wie gedacht, gantz wunderwürdig befunden; Derowegen halte ich solchen auch für meine eigene Erfindung. 4 Das Zwey und dreyssigste Capitel. Eine Smaragd⸗grüne Farbe aufs Glaß zu machen. Unn man ein Blaß grün färben will,so muß man Achtung geben daß dasGlaß nicht viel Saltz bey sich habe; denn nimmt man ein solches Ve Glaß/ welches viel Saltz bey sich hat, wie denn dasjenige ist, welches aus der Kochetta und dem Crystall bereitet wird, so wir ds nicht schön grün sondern vielmehr Meerwasser⸗färbichtzdenn das Saltz verzebret jene Grüne, und das Glaß wird alsdenn allezeit blaulicht oder Meerwasser⸗fär bicht. Derowegen wer eine schöne Grüne zu machen verlanget, der nehme ein gemeines Metall oder rohe Frittam, wie solche aus dem Orientalischen Pul⸗ ver/ imd. Capitel zu bereiten ist gelehret worden, und setze solches in den Topfs; auch — ssscs“s—— EEED ** I S*.— 5—— SSSSSSEe*e ohne Corrosiv bereitet, wenn es etliche Tage in der Lufft lieget, be⸗ Iwanet rgufs eget, hes Htegrüne irten Zal. arationen het, auch, he Merr⸗ gleichen n, diees et Hunst/ in Hross hen gber deckedie Wenj da⸗ noch nie⸗ mit eige⸗ efunden; geben daß en solches iwelches chön gruh, ene Grune, ürbicht., nehme ein Ischerhil depeeßß auch von der Glaßmacher⸗Kunst. 20 auch muß dieses Glaß keine Magnesie bey sich haben, denn es würde die Ar⸗ beit schwartz und heßlich werden: Wenn nun dieses Glaß bestermassen geflos⸗ sen und gereiniget worden so soll man, zum Exempel, zu 100. Pfund Glaß⸗ ungefehr nehmen 6. Loth deß Croci Martis, welcher nach Anweisung deß 17. Capitels/mit Essig bereitet, und gecaleiniret worden sey: Nachdem nun das Glaß wohl gemischet/ lasse mans eine Stunde lang ruhen, daß es die Farbe deß Croci Martis wohl einnehme, auf solche Weise wird es etwas gelblicht, und wird jene grobe blaue Farbe, die allezeit darbey ist verzehret werden; es wird auch machen, daß es die grüne Farbe annehmen könne. Nach solchen muß man Hammerschlag ber der Hand haben, welcher, nach Anleitung deß 17. Capitels, dreymal gecalciniret worden ist; von die⸗ sem thut man auf 6. unterschiedliche mal/ꝛ. Pfund/zu roo0. Pfund Glaß, und mischet das Glaß mit dem Pulver wohl untereinander: darnach lässet mans, damit sichs wohl mit dem Glaß vereinige, 2. S tunden lang ruhen, alsdenn wieder von neuen vermischet; nach diesem kan man zusehen und probiren ob die Farbe zu der Arbeit, darzu mans gebrauchen will, voll und starck genug seye? Denn man kan in dieser Arbeit, so es vonnöthen, noch mehr prapa⸗ rirte Schlacken, oder Hammerschlag hinzu thun, je nachdem die Farben, nach Erheischung der Sachen, welche man machen will, starck oder schwach seyn sollen: Im Fall die grüne Farbe, eine blaue oder Meerwasser⸗Farbe an sich nehmen wolte,/ so kan man,nach obgedachter Art, noch etwas vom Cro- co Martis hinzuthun, so wird man die allerschönste Smaragd⸗grüne Farbe bekommen, welche auch sonst nur Knobloch⸗grün genennet wird; solche, nach⸗ dem sie wohl umgerühret worden, kan, nach Verfliessung 24. Stunden, als⸗ denn verarbeitet werden; Jedoch ist, wie gedacht, das Umrühren nicht zu vergessen: Denn die Farben gern auf den Boden zu seyn pflegen und sind dahero in dem Topff obenauff gemeiniglich etwas schwächer: Diese grüne Farbe habe ich zu Pisis offtermals, allezeit aber gar schön bereitet, solches werden tuch alle die jenigen thun können, welche deme, wie wir hier oben aufgezeichnet, fleissig nachfolgen werden. Das Drey und dreyssigste Capitel. Eine schönere grüne Farbe, als die vorhergehende. Er die grüne Farbe, noch schöner und gläntzender, als die vorherge⸗ ernde, verlanget, der nehme deß Crystabiner Glases welcheezu Verzehrung deßSaltzes, etlich— ins Wasser ge worffen worden, 3 und —— **.. .“——.—— *+ +*.. 30 ANTONILINERI Erstes Buch, und keine Magnesie bey sich habe; Zu 91945 Crystall soll man die Helffte deß gemeinen und weissen Glases thun, solches nemlich, welches auch keine Magnesie bey sich habeʒ wenn diese beyde wohl permischet/geflossen, und ge⸗ reiniget sind/ so nimm zu 100. Pfund/dritthalb Pfund deß dreymal caleinir⸗ len Pulvers, aus den Kupffer⸗Blechen wie im 25. Cap tel davon berichtet worden und. Loth Croci Martis, welcher, nach Laut deß 16. Capitels, mit chwefelgecaleiniret undreverberiret worden ist,solches alles/ nach obiger Anleitung wohlvermischet, setze dem roo. Pfunden Glaß zu/ und verfahre fer⸗ ner wie im vorhergehenden: Die Farbe kan man nach Gutbedüncken ver⸗ mehren oder schwächen; Im Fall sie etwas blaulicht wäre, kan nur gar ein weniges wom obgedachten Croco Martis hinzu gethan, und das Glaß nicht anders/ als die andere grüne Farbe, verarbeitet werden; so wirst du eine vor⸗ treffliche Pimpenell⸗grune Farbe haben: Diese Farb habe ich zu Pisis offt und vielmals mit gutem Suceels gemacht: Man muß aber sonderlich gute Acht darauf haben, daß die Kupffer⸗Schlacken oder Hammerschlag, alle⸗ zeit wol gepræpariretsind, so man anders gute und schöne Farben haben will. Das Vier und dreyssigste Capitel. Eine wunder schöne grüne Farb. und an statt deß vorigen gedachten præparirten Croci Martis, soll manEisensinder oder Hammerschlag nehmen, welcher imSchmie⸗ HM nimmt den zum aten mahl gegaleinirten Kupffer⸗Hammerschlag/ den vom Ambos herab fället, solcher muß aber vom Staub, Kohlen und Aschen wol gereiniget/ zerstossen, und so subtil als es seyn kan, gesiebet werden. Dieses mischet man, nach angezeigtem Gewicht deß vorigen Capitelszusam⸗ men, mit dem Kupffer⸗Schlacken und dem gemeinen Glaß, welches aus dem Pulver Kochettæ ohne Magnesie sey bereitet wordenznach den Anleitungen, die wir bey der Bereitung deß Grünen Glasses gegeben haben. Dieser Eisen Crocus oder Hammerschlag wird dir eine wunderschöne Smaragd⸗grüne Farbe geben, welche, nachdem alle blaue und Meergrüne Farb(die gemeiniglich dem Glaß anhänget) verzehret worden, gleich einem rechten Smaragd leuchtet, und über alle andere grüne Farben einen schö⸗ nen Glantz erlanget. Diese Art, den Eisen und Kupffer⸗Hammerschlag, also zusammen zu⸗ setzen, habe ich Antonius Neri erfunden; im übrigen so wird das Maß und Gewicht/ in diesem Proceß, gleichwie in allen andern vorhergehenden grü⸗ nen Farben in acht genommen, also erlanget man eine wunderwürdige Eache, welches mich die Erfahrung offtmaln gelehret hat. W E l V Risc mis⸗ nhh. nuß boge ier Pulbe o; Rl 10 i 10 El — ehalfte ucfahe Vundge⸗ caleint, beischtt lels/ mit Hobige sahreftz cken vez gar ein lhrict auhe boh Hisis oft lich gult 00% alle ben pil. schag/ Eiiors Samie⸗ hleh vnd tworden. Ghusam⸗ 0hHdem Hitupgeg, dastit Heergrhe eichelnen ihen shůͤ mmenl⸗ Mh ld ndengli⸗ euwürdige O0 Meer⸗ Wasses⸗Farbe getingiret sey. Von unterschiedlichen Bereitungen Van der Gakmachet Kuust Das Fünf und dreyssigste Capitel. Eine andere grüne Farb, welche allen andern von mir bereiteten grünen Farben weit vorgehet. H. 5. Pfund Crystallinen Glaß,(welches offtmals ins Wasser —— geworffen/ und dadurch gereiniget worden sey.)und y. Pfund gemei⸗ nes/ weisses aus dem Pulber gemachtes Glaß/ solche zusammen gemi⸗ schet/ thue in einen Schmeltz⸗Topff/ darzu fge noch 4. Pfund der gemeinen und aus dem Pulver verfertigten Frittæ, und 3. Pfund Minü oder Bley⸗ Meng/ beydes wohl zusammen gemengt, und alles wol untereinander ge⸗ mischet/ so werden sie in dem Topff, innerhalb wenig Stunden, gereiniget. Wenn dsieses geschehen/ soll mans in ein Wasser schütten, fleissig in acht nehmend/ob nicht auf dem Boden etwas Bley zusammen lauffe, denn solches muß man ungesäumbt heraus nehmen und wegthun, damit nicht,/wie es sonst zu geschehen pfleget/ der Topff zerspringe oder zerreisse; hernach wird dieses in das Wasser geworffene Glaß/ wiederum in den Schmeltz⸗Topff gethan, und einen Tag lang darinnen gereiniget; als denn giebt man ihr die Farb, von dem Pulver deß Capiris Mortui, welches in derChymischen Distillation deßspiri- tus yon Kupffer⸗Vitriol übrig gebliben, solches vermischet man mit einer gar geringen Quantität deß Croci xlartis; daraus wird ein wunderschönes grü⸗ nes Glaß/ welches unter allen, die ich semals bereitet habe, das allerschönste ist massen es dem allerbesten Orientalischen Smaragd gleichet, und zu aller⸗ ley Glaß⸗Wercken dienstlich ist. Das Sechs und dreyssigste Capitel. Eine blaue Korn⸗Blumen⸗oder Türckis⸗Farb, welche in der Glaß⸗ macher⸗Kunst, eine von den Fürnehmsten ist. H3. das schwartze und grobe Meersaltz; denn das weisse, welches 6 Volaterran gemachet wird, dienet zu dieser Sachen nicht; Sches caleinire in einem Kalch⸗Ofen oder in dem kleinen Oefelein, biß es ben weiß/ und alle Feuchtigkeit davon verzehret worden; wenn dieses gesche⸗ en/ so reibs zu einen weissen Pulver: diß Saltzauf solche Art gecaleiniret hebet man auf, damit die blauen Korn⸗Blumen⸗oder Türckis⸗Farb daraus bereitet werde. Ferner soll man Frittam Crystalli in einen Topff haben, die mit der 32 ANTONIINERI Erstes Buch, der Meerwasser⸗Farbe/ist oben gehandelt worden; Denn diese Farb ist sehr lieblich und starck, dahero die Bereitung der blauen Kornblumen⸗Furbe, einig und allein an der Eigenschafft der Meerwasser⸗Farb lieget. Zu der getingirten Fritra Crystalli, thut man das obberührte Meer⸗ Saltz/ nach und nach hinein, und mischet es wohl untereinander, gleichwie mit dem gepræparirten Hammerschlag geschehen, so wird die helle und durch⸗ scheinende Meerwasser⸗Farb dick und dunckel werden: Denn wenn das Saltz zu Glaß wird, so benimmt es jene Durchsichtigkeit, und giebet eine bleiche Farbe, als aus welcher, nach und nach, die blaue Kornblumen⸗oder Türckis Farbe, in der Glaßmacher⸗Kunst die fürnehmste wird Wenn nun die Farbe nach Belieben recht und gut ist, so wird das Glaß also fort verarbeitet/ denn sonsten verzehret sich das Saltz und dämpffet hin⸗ weg; Das Blaß aber wird öurchsichtig und heßlich. Inm Fall sich aber im verarbeiten die Farbe verliehren solte, so soll man, wie vorhero, von dem gecalcinirten Saltz etwas darzu thun, so wird sich die Farbe wieder finden: Dem Glaßmacher dienet zu wissen, daß, wenn das Saltz nicht wohl gecalciniret, solches immer spratzele und praßle, derowe⸗ gen mag man im Gebrauch desselben vorsichtig seyn, und das Gesicht, damit es nicht Gefahr leide, wohl verwahren. Das Gewicht deß Saltzes ist, daß man es nach und nach daran thue, und zwar so lang, biß die Farbe recht ist;/ Denn allhier habe ich selbst kein gewisses Maß oder Gewicht gebrauchet, sondern wenn mich die Farbe recht zu seyn bedünckte, hörte ich auf; bestehet also diese gantze Sache in der Erfahrung. Diese Farbe habe ich vielmahls bereitet, als welche im Haußwesen nö⸗ thig/ und in der Glahmacher⸗Kunst höchst⸗nützlich„ und eine von den für⸗ nehmsten Farben ist: Man kan auch in dieser Bereitung nur die jenige Meerwasser⸗Farbe nehmen, welche aus gleichen Theilen der Cry⸗ stallen und Rochettæ, bereitet worden; Denn es eine sehr schöne Farbe giebet. ö im N 5 Abissst cH⸗Fache rte Ma gleichtit Und durch⸗ wenn daz giebet ene umenoder das Gaaß upft hin sollmaf, wird sch wenn das derowe⸗ Hh damnt thueund gewicet hinu seyn sehung wesen nö⸗ den füt⸗ die jeigt E⸗ V REne 2 Johann Kunckels Rumerckungen über das Vrste Buch ANTHONIINERI Son der Glaß⸗Munst. Vom 1. Capitel. ls die Soda Hispanica, derer ich viel Centner verbraucht, und in sehr harten Ballen aus Hispanien kommt, anbe⸗ trifft, so kan gar wohl, wenn sie gantz klein gestossen, an und vor sich selbsten ein gut Glaß daraus gemachet werden, wenn ihr nur nach gewisser Art und p oportion ein feiner Sand zugesetzet wird. Die proportion aber deß Sandes in der rohen Soda kan nicht so ei⸗ gentlich gemeldet werden, weil die eine mehr Erde oder Sand führet als die andere, und daher magerer von Saltz ist; muß derowegen sel⸗ biges von denen Glaßmachern selbst gesucht werden, welches ihnen denn leicht zu thun ist; massen sie, wenn sie auch nur gemein Glaß machen, sich nach einer jeden Landes ⸗Art Asche, die in den Wäldern, oder auf den Feuer⸗Heerden gebrannt wird, richten müssen, wie viel sie nemlich Zusatz vöm Sande leidet. Also, wie gedacht, ist dieses auch leicht zu finden, nit allein von den geübten Glaßmachern, son⸗ dern auch sonst von einem jeden verständigen und curieusen Liebhaber. Denn gesetzt, er nimmt 100. Pfund Soda, und 80. biß 90. Pfund Sand, und es ist zu streng⸗flüssig, so muß er mehr dodda nehmen; ist es gerecht, daß es sich wohl arbeiten läft, so lät mans darbey, wo nicht, so setzet man mehr doda hinzu: Oder so es zu leicht /flüß⸗ sig, welches bey dieser proportion selten geschicht, so nimmt man mehr Sand. Doch ist dieses Glaß aus der rechten Soda nicht zu loben, ob es gleich sich noch so wohl arbeiten lasset, denn es nicht allein im Abkühlen gar leicht zerspringt, sondern es behält auch immer eine gantz blaulichte Art: Und E* mans mit der Mag⸗ ů nesie 34 Joh. Kunckels Anmerckungen üͤber das 1. Buch nesie oder Braunstein(wie es die Glaßmacher nennen) versetzet, nimmt oder behält es doch eine fast schwärtzliche, auch wohl offters in grün spielende Art an sich. Kurtz davon zu melden, es giebt kein schön annehmlich Glaß. Was aber das Saltz hieraus betrifft, (welches wir in Teutschland zum Glaßmachen zwar gar wohl entra⸗ then können) mit selben hat es diese Bewandniß: So ich die Soda wohl auslauge, und denn zum Saltz einkoche, selbiges wohl ausglü⸗ he, wieder in Wasser zergehen und sich setzen lasse, nachmaln das klare in einem eisern Kessel einkoche, bald darauf wieder glühe, und das Glühen und Wiedereinkochen einmal oder vier verrichte, so wird ein schönes Saltz daraus, woraus so ein herrlich schön Glaß bereitet wird, als sonsten aus einer andern Materie(sie mag Rochetta oder anders heissen) kan gemachet werden. Und so es sich denn noch et⸗ was nach der Grüne solte neigen, so kan ihm mit der Magnesie geholf⸗ fen werden: Wiewol wir Teutschen auch keiner Piemontischen Mag⸗ nesie vonnöthen haben, sondern es wird dessen eine Art in Meissen, unter dem Gebiet des Churfürsten zu Sachsen, nemlich im Ertz⸗Ge⸗ bürge bey Schnee⸗oder Anneberg, auch am Hartz unter dem Gebiet der Hertzoge von Braunschweig und Lüneburg, ingleichen in Böhmen, Schlesien, wie auch im Königreich Norwegen gebrochen, welche Braunstein genannt, und der Piemontischen nicht allein gleich, sondern auch wohl öffters bevor gehet. Sonsten ist die Art, das Saltz aus der Soda zu machen, in die sem Capitel umständig genug beschrieben, und braucht deßwegen nicht mehrer Erläuterung; nur dieses ist noch zu mercken, daß es nicht eben nöthig sey, daß man einen steinern Mör⸗ sel dazu gebrauche, wenn man die Sodla stöst, sondern es kan in einem dazu aus gehauenen höltzernen Trog, so mit einer dazu unten am Bo⸗ den gelegten eisernen Blatten versehen, gantz ohne Gefahr geschehen. Zu dem Einsieden des Saltzes ist nichts bequemers, als ein gegosse⸗ ner eiserner Kessel, massen man das Saltz gantz trocken darinnen einsieden mag, daß mans in Stücken mit einem eisernen Meissel (so es sich nicht selber ablöset) aushauen kan: Darauf müssen, (wie vor gedacht worden,) diese Stücke gegluet, denn in Wasser aufgelöset, und wieder wie zuvor eingekocht und geglürt 4* —— 6. Inh, Wafich giebtken benff, H ent die Hode Rausgli man das hhe, u „o wit Fbeteilt lelta oder loch et sugchol⸗ n Mig⸗ Misse, EthG Gibit Nhwen, Weche „ndem Haubde Hu/ W uch u an Mit⸗ inehem nam Bo⸗ Hichehh. Rgosse daram Mass miss/ Re wende M Anthonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 35 Auch ist es wahr und gewiß, daß es mehr Saltz giebet, wenn der gebrandte Weinstein dazu gesetzet wird: Die Ursach ist leicht, und halte ichs unnöthig hier zu setzen, weil den Glaßmachern daran nichts gelegen, sondern nur denen Chymicis zu wissen nöthig; darum ich solches biß zu meinen andern Schrifften von Auflösung der Cörper, in meinem längst⸗versprochenem Laboratorio Experimentali will verspahret haben. Der aber in Bereitung dieses Saltzes keinen ge⸗ gossenen eisernen Kessel hat, muß sich entweder einen von Eisen ge⸗ schlagenen blechern, oder einen bleyern verschaffen, und alsdenn deß Autoris genauen Unterricht sich bedienen, zumal, daß ers nicht zu hart arsieden läst, sonsten es freylich ohne Schaden des Kessels nicht abgehen kan. Es ist auch nichts daran gelegen, wenn man an statt der steinern Gefässe, darinn man die Lauge verwahret, höltzerne nimmt: Denn die Erfahrung hat michs gelehret, daß ich mehr Schaden an den irrdenen, als höltzernen Gefässen gehabt; massen die Lauge, die irrdene, so sie ein wenig gebraucht werden, bald zermal⸗ met; dienet auch zur Quantität zu machen nicht. Sonsten hat dir der Autor alle Umstände genug gezeiget, wie du nemlich ein Saltz aus⸗ ziehen und machen solst. Wilt du wissen, wo die Soda oder Rochetta herkomme, so besiehe hierüber den gelehrten und wohl⸗belesenen Mer- rettum zu Ende dieses Buchs. Zuletzt habe ich dieses noch zu erinnern, daß man sich vor allen küpffernen Instrumenten, in Bereitung der Saltzen, zu hüten habe. Auch habe ich zum öfftern von euch Glaß⸗ machern gehöret, daß ihr gern wissen möchtet, was doch mit dem Wort kritta angedeutet werde, welches zu vielen malen in diesem Buch erwehnet ist? So vermelde ich euch hiermit, daß es allemal so viel be⸗ deutet, als, nach eurer Art zu reden, wenn ihr sprecht: Gemenge; als, das Gemenge ist gemacht von so viel Asche und Sand, und so viel Saltz, und das andere Gemenge von so viel: Also das, was ihr Gemenge heisset, wird hier kritta genennet, auf daß ihr dieses Wort auch verstehet. Schließlichen ist hier dii ses noch zu mercken/ dah/ wann das Saltz von der Soda gantz ausgelauget, man doch die hinderskellige Asche nicht wegwerffen soll, weil man sie zum gröbern oder 4 gemeiñen Glaß noch mit 36 Joh. Kunckels Anmerckungen über das r. Buch mit Nutzen wol gebrauchen kan/ denn man kan Teine Asche so rein auslaugen/ daß sie nit noch etwas Saltʒ behieite ꝛc. Und so viel vom 1. Cap. Vom ꝛ. Capitel. Ir wollen uns hier nicht bekümmern, wo die Italiäner ihre Steine oder ihren Sand hernehmen, auch wie die Flüsse Y.da sie es herbringen, heissen; sondern wir wollen nur be⸗ richten, wie es in Teutschland zu machen sey. Es ist aber all Blaß⸗ machern bekannt, daß sie nur den gemeinen Sand, der fein weiß, und im Graben keine leimigte noch gelbe Eisenhaffte Adern mit sich führet, an bequemen Orten und Bergen hierzu suchen müssen. Nun wird zwar in diesem Buch nicht von gemeinem, sondern von einem feinen dem Crystall ähnlichen Glaß gehandelt, worzu wir denn auch in Teutschland gnugsame ja überflüssige Mittel haben, und dürffen es gar nicht aus andern Orten herholen. Vors erste findet man in Meißner⸗Lande, wie auch bey allen andern Bergwercken, helle, klare Steine, in den Ertz- Gruben, welche man Quartze nennet; dieselben seynd sehr gut, auch die schönste Crystalle davon nachzubil⸗ den: Doch muß der Unterscheid in diesen Steinen gebraucht werden. Ein Theil haben gelbe Adern; ein Theil schwartzlichte. Die gelben sind zum Eisen, und die schwartzen zu Bley und Silber geneigt, wel⸗ che denn im Glaß ihre Farbe hinterlassen, und eine grüne, oder gel⸗ be, auch wohl blaulichte Coleur geben. Derowegen diese Adern, so sie sich ja finden, wohl müssen ausgeschlagen werden. Auch werden in Meissen Steine gebrochen, die man ins gemein zu Werck⸗Stücken im Bau⸗Wesen gebraucht; diese so man sie glüct, sind gantz mürbe, und geben einen über die massen schönen Sand: Selbiger braucht auch nicht so viel Saltz, als der obige gedachte Kies. Diesem allen ungegchtet, finden wir in allen Ländern, entweder in den Bächen, oder sandichten Bergen Alleine runde weise Kieselsteine: Sonderlich wer⸗ den von den Meer⸗ oder Saltz⸗Seen dergleichen vortreffliche 3 ö en/ Anthonii Neri von der Glaß Kunst. 37 — an kine ů ö en, so, daß ich selber in Holstein, nicht weit von Kiel, etliche, wie 46 Futh 990 gefunden, von solcher Durchsichtigkeit, wie ein Crystall: Und habe ich dieses im Glaßmachen observirt, daß, wenn ich diese bey den Saltz Seen, und die auf gemeinen Wegen oder Bergen gefundene, gegen einander genommen/ die an der Saltz⸗See weniger Saltz bedurfft haben, als die andern. Solche weise runde Kieselsteine indet man(wie gedacht,) fast an allen Flüssen, die nicht Hirnin morastig seyn, doch an einem mehr, als am andern: Die Elbe füh⸗ dediist ret solche vor andern überflüsig. So man nun diese Steine glüet 0 lur und(um desto besser zu stossen) im Wasser ablöschet, so finden sich II auch einige, die ädericht seyn, und nicht gantz weiß, die schmeist man n weß, aus Curieuisität auch gerne weg. Wer aber einen rechten Ausbund von mi sch einer Crystall suchet zu machen, der nehme von den schwartzen Feuer⸗ h. Nut steinen, die men in den Feuer⸗Zeugen und auf den Flinden⸗Röhren ge⸗ on ng braucht,(insgemein Flindstein genannt,) wenn solche etliche mal ge⸗ dem auch gläet, und im Wasser abgelöschet seyn/ so werden sie sehr weiß, ja här⸗ Haffn ter denn alle andere Stein in Teutschland. Derowegen, da auf 200. mnnn in Pfund andern Sand 130. Pfund Saltz genommen wird, muß auf die⸗ Me/ sin Sand, vom Flindstein, wohl 140. biß 150. Pfund genommen hahe; werden. Sonsten ist dieses Capitel von dem Autore wegen der propor- nachubil tien auch recht und wohl beschrieben. Zum Beschluß: weil auch in verdeg. senen Anmerckungen über weses Capitel der Hochgelahrte Herr Doctor N Rben Merret. deß Josephi, eines Jüdischen Geschichtschreibers, geden⸗ , Weh cket, welcher von einem sonderlichen Thal bey deß Memnonis Bild⸗ Oün Ah Eaule schreibet, und ein Ding grosser Verwunderung setzet,(nem⸗ Henn lich daß, wenn ein allbereit gemachtes und verfertigtes Glaß an den Hwedet Ufer deß Thals geworffen dasselbige endlich wieder zum natürlichen „Stcken Sand verwandeit würde,) muß ich noch hinzu setzen, daß ich dafür hulte, halte, Josephus habe etwan einstens solch Glaß an solchem Ufer t liegen gesehen, und wie er hernach ist wieder einmal des Ortes ge⸗ allh konunen, sey es von ungefehr durch Wind oder andere Zufälle be⸗ Bäh, decket gewesen; oder man hat es den guten Josepho so überredet: Und weil in seinen Geschicht⸗Büchern er noch weiter hinzu thut, wenn man auch ein Metall, es sey 40 eins was es wolle, an —— 3 ri hch wet⸗ Iuf fah, 38 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 1. Buch Ort legete, werde es alsobald in Glaß verwandelt, gehöret hierzu ebenfalls ein solcher starcker Glaube, als zu glauben, daß es das Glaß wieder in Sand verwandeln solte: denn gewiß hier wäre eine schröckliche Contrarietät in der Natur, das eine dazu zu machen, und das andere wieder daraus, oder in sein principium zu setzen. Gesetzt gleich, er verstehe es, oder nehme den Unterscheid vom Thal oder vom Hügel: Machte der Thal es zu Glaß, so könte es kein Sand bleiben, und müste der Sand von dem Hügel genom⸗ men werden. Verstöst sich also, meines Erachtens, der Josephus gar sehr hierinn: Doch, er ist auch kein Glaßmacher gewesen; und hat man wohl eher einen Historien⸗Schreiber gefunden, der sich was hat überreden lassen. Gläublicher ist, was Tacitus hievon schreibet, da er spricht: Weiln dieser Sand Salpeter bey sich füh⸗ Cihg. er zum Glase geschmoltzen. Das wäre also auch vom 2. apitel. Vom 3. 4. und 5. Capitel. us der Autor in diesen Capiteln gedacht, ist wahr: Wer sich die Mühe nimmt, und ein Saltz so offt im Wasser zer⸗ agehen läst/ und in Gläsern läst wieder hart werden, der kan ein schön Crystall machen: Der aber meynet, daß aus deme allen womit und welcher Gestalt der Autor einen Crystall beschrieben hat/ eine rechte Gleichheit der Crystallen solte hervor kommen, und da⸗ vor passiren können, selbiger versteht das Glaßmachen nicht. Hier wöchten vielleicht die Teutschen fragen: Woher nehmen wir das Le⸗ vantische Pulver? Denen gebe ich zur Nachricht: Man nehme, was vor Art Kraut man wolle, als Farren⸗Kraut oder andre, so man häuffig haben kan, und brenne die zu Asche, und mache eine Lauge daraus, wie in diesem Capitel und nachfolgenden gelehret wird: Ja so du diese Mühe darauf wenden wilst, nimm nur gemeine Asche (doch ist die aus den Kräutern eher zur Subrilität zu bringen) oder noch näher, Porasch, löse die offt im Wasser auf, und laß sie autn el +* —p———P—PPP T n. D I cen hoes, von el den e R 11 6 uh g fll! kets Gl ment koitt uile tl, e Mier 0 V Wl W et: deb e I M —— Anthonii Neri von der Glaß ⸗Kunst. 39 hitg n 0 N06 einen Filtz lauffen; und so du das,(wie o ö irt ene holest, so kanst du aus allen Duhn, worchn en Saz nelet, s nachen, von einerley Schönheit haben. Hätte also der Aubor d. 0 Mihe sche. dunch du. Erß nimn der Saltze nicht bedürfft: Darn h ha rch die Erfahrung erlernet, daß di in, r, üm und Gewäcsen nach gnugsamet 165 Wühdnteer Kalnreden uder n, nn mri odhenteee ederha sund, und dah diestwannig 1m keit it. nterschiedlichkeit vhne sonderbaren Nutzen oder Nothwendig⸗ 5 der sich ö hio Hier sehe ich, daß bey dem 3. Capitel 0 fü) rets Anmerckungen, der bekandte Hur Riduich 61 Lh e Stück seiner Klugheit wollen sehen le ů ißler auch ein vom 2. mentirende erstlich spricht: Eee indem er darüber com- e will er auch behaubten, daß das W figt Lahn n Guaßnache uichnn Wr. Mun, fruht er, ie Kräuter nicht alle einerley fixes Saltz: Kö ian solche, die noch ein nicht tz: Könten derowegen . Ve ceß in diesem dri icht genugsam figirtes haben, durch den Pro⸗ tten Capitel ꝛc. vollends fi indi An oser ze⸗ Werden. 0 5 1 5 ends fix und beständig gemachet 74˙ Vorr eit deß selbst⸗ vermeinten hoch⸗erfahrnen Z G. ‚ e. Aber mein lieber Herr G. alln, hier ein wenig frage: S r G. verzeihet mir, daß ich Euch hen hat, der ersten Auslau. eynd die Saltze aus den Kräutern sirer in 4* 5 Lat alfgldst een. Hans Y ors erste. Vors iner zyi—— lassen? dasd Le⸗ macht man es doch, Nun Mn em Sl a Srage Wie , In Ewhsner Snet ene u, sih aus einen verbrann⸗ s man Feuer keinen Spiritum gebe, noch davon fl daß es im e uge guliret mans offt? Oder was braucht man eemn an . J ride nicht mit dem Prrrn hier, dls wir enmn mit num Ouhmo⸗ n Nche cher, sondern wie mit einem von sich selbst h mit einem Glaßma⸗ n) H Chymico, den die Musen mit ihrer Mi altenden hocherfahrnen dsteduch ilch so lang gespeiset;— aen 40 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 1. Buch daß sie Euch haben Sprachen gelernet, und wie ihr Lateinisch ins Teutsch übersetzen sollet, das lasse ich gut seyn; aber wann ihr in eurer Chartecque gesetzet hättet, die Chymici hätten euch mit ihrer Milch gespeiset, oder durch die Experien? gelehret und geleitet; so sagte ich warlich, oder gedächte zum wenigsten, daß, der euch ge⸗ seugt, derselbe die Milch verwechselt hätte, und nicht von der rech⸗ ten mitgetheilet und gegeben. Ich habe in meinem herausgegebenen Tractätlein von den Saltzen geschrieben: So nun der Herr dawider was einzuwenden hat, und er kan es mit Experimenten thun, so thue er es, er erzeige mir als einem Ungelehrten(davor er mich hätt) die Ehre, und beweise es in der That; dann mit Worten ist man in diesem deculo, in der Chymie sonderlich nicht mehr zu frieden: Kommt ihr dann—4 Experimenten, so soll der Herr sehen, ob er mich gleich ungelehrt achtet, daß er mich doch nicht soll unerfahren finden. Diese beyde Fragen möchte ich mit einigen Experimenten von euch wohl aufgelöset wissen. Doch um Verzeihung bittende, wenn ich gläube, daß ihrs nicht könnet, ihr wiedersprachet euch denn selbst in diesem Capitel. Ich habe die Hoffnung, der Herr, als ein Gelehrter werde so viel von dem Ruhm der Höflichkeir bey sich haben, daß er mir diese Grobheit verzeihen wird,(so ferne ich ja bey dem Herrn die Schrancken der Höfligkeit über Vermuthen über⸗ schritten hätte, indem ich vors erste so kühn gefraget, vors andere, mein Glaubens⸗Bekäntniß hierinn so frey gethan. Ich bin deß Er⸗ bietens, diese Frage inskünfftige, so ich die Ehre von euch nicht ha⸗ 5 solte, oder euch hievon die Wissenschafft mangelte, selber zu er⸗ Der Autor befiehlt in diesem 3. Capitel, man soll auf die letzte ein gantz gelind Feuer gebrauchen, daß das Saltz nicht anbren⸗ ne, oder verbrenne, da es doch besser ist, daß, wenn das Saltz im Glase trucken worden, mans im selben gelinde glüen lasse: Denn da⸗ durch werden die übrigen Unreinigkeiten desto besser abgeschieden. Weiln es nur als ein sonderliches Glück zu rechnen, wenn ein Glaß in solcher Arbeit gantz bleibet; denn zerbricht es ⸗ j; nich iiz Hater nit ihret atktz so cug g⸗ der nehj Regebineh uu, in, so ichhet) man in frieden: „ob er eefahren menten ittende/ ich demn 1, dls dey sich * ich en ube⸗ andere, deß Er⸗ nucht ha⸗ + zll el⸗ Kauf di ahbren⸗ Salh m Nen da⸗ schedeh. 1 h cher/ 0 Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 42 so zertreibens die Saltze doch im kalt werden. Dieses alles ist ei⸗ ne gar zu grosse Mühe, und dienet nur zu besonderer Curiosität, da man es doch eben so schön haben kan, so man(wie obgedacht) eine Asche nimmt, sie seye aus Kräutern oder Bäumen wenn nur solche zu etlichen malen ausgelauget, und nach einer jeden Einkochung⸗ (welche in einen eisernen Kessel geschehen soll,) und ehe man das Saltz 5 wieder im Wasser auflöset, allemal ein wenig ausgeglüet wird. Wer denn nun gar curieus damit umgehen will, der nehme zu⸗ letzt die wohl und oft gereinigte Lauge, und koche sie gelinde, biß sie oben eine Haut kriegen will, und schütte sie in ein höltzern Gefäß, und lasse es einen Tag oder etliche stehen, so schiessen schö⸗ ne Crystallen an: Auch leget sich bey dieser Arbeit zugleich etwas weisses, wie Mehl, zu Boden. Dieses kan man mit den Crystal⸗ len in ein Haar⸗Siebe, oder auf ein dazu mit Leisten gemachtes Brett schütten. NB. Das Brett muß nach ö hiesiger Figur unten spitzig zugehen, daß die ⸗⸗ übrige Lauge wohl davon lauffen und trocken⸗ werden kan. Die Lauge, so über diesem Saltz= gestanden, kocht man wieder ein, wie vor, LAμ⁰˙99 und das so lange, biß nichts mehr anschie ssen wiüll; so kocht man als⸗ denn dieselbe Lauge vollends oder gantz trocken ein, und ist hernach unter diesen und denen angeschossenen Crystallen wenig Unter scheid. Hier haben wir nun beschrieben, was der Autor biß in das 7te Ca⸗ pitel von Bereitung der Saltze gelehret. Denn das Saltz sey aus welchem Kraut es wolle, so es nicht wohl gereiniget wird, gibt es kein schön Glaß. Das ist aber gewiß, daß ein Saltz, wegen seis ner subtilen Erde, sich eher reinigen lät, als das andere, und eines weniger Mühe gebrauche, als das andre. Wer aber zu solchen Kräutern in der Menge nicht kommen kan, der muß sich die Mühe gicht verdriessen lassen, und eine Asche, die der Bauer auf den Heerd, oder im Ofen brennt, oder von wem er sie haben kan, nehmen⸗ und nur desto öffter reinigen. 4½ Joh. Kunckels Anmerckungen üher das r. Buch Das 4. und 5. Capitel. St in specie zu wissen, daß man an dieses nicht gebunden ꝰwill: Ja wenn auch dem Autore entgegen der Crystall von lauter Weinstein⸗Saltz allein wird bereitet, so kan man ihme die güldene Farbe doch wohl beybringen, wie denn davon na diesem weiter soll gelehret werden. Was sonsten in dem 5. 6. und 7. Ca⸗ pitel ausser dieser meiner Erinnerung von dem Aurore gedacht wor⸗ den, kan als gut und nützlich alles wohl in acht genommen werden. Das 6. Capitel. W'i in diesem Capitel gedacht wird, ist schon im vorherge⸗ henden erkläret worden, nemlich, daß semand ein Krallt oder Asche nehmen möge, wovon Er will, und gilt gleich/ zu welcher Zeit oder in welchem Monat ers nimmt, wenn nür das Kraut seinen Wachsthum vollendet; Man ist an keinen Bohnen, Farren⸗Kraut oder dergleichen gebunden: Denn alle Kräuter haben einerley Saltz nach der Verbrennung, nur daß eines mehr Erde füh⸗ ret als das andere, und derowegen mehr Reinigung bedarff. Dero⸗ wegen, wie ich im vorigen gedacht, nimmt nur reine Asche, wie du sie kriegest, löse sie offt im Wasser auf, und siede sie wieder ein, glüe das Saltz allemal gelinde, so richtet man alles damit aus, im Glaßmachen, was der Autor lehret. Vom 7. Capitel. on diesem ist wahr, was der gelehrte Herr D. Merret se⸗ et, daß das Glas, zu welchem das Kalchsaltz kömmt, al⸗ N lezeit auf Milchfarb falle. Derohalben ob es gleich durch⸗ sichtig und helle siehet, so ist es doch zum rechten Crystall⸗Glas nichts nütze: Denn wegen der subtilen Erde, die das Glaß von dem Kalch behält, wird es blaß oder bleich auf Milch⸗Art, die man nicht so eigentlich beschreiben kan. Wenn man auch den Kalch nur sey, wenn man die güldene Farb in die Crystall bringen Hurhen beinzm all von me die diesem . Cx- t wor⸗ vetden. hetge/ Kraut hlich, das Ren, aben esoh⸗ Dero⸗ pie du ein, / in se⸗ 1„a Urch⸗ Glad von man Kach lur Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. R3 nur unter die Asche mischet, und lauget sie zugleich aus, so wird es sich doch schon auf dergleichen Weise erzeigen, welches ich selber er⸗ fahren. Von dem rechten Saltz, welches aus dem Kalch gemacht und gebracht kan werden, wäre mehr zu schreiben; gehört aber hie⸗ her nicht. Das Glas, da Kalch zum Saltz gekommen/ kriegt auch vor andern Risse, und tauret nicht so lang. Das 8. Capitel. B ich gleich vorher schon erwähnet, was Fritta sey so will Jich doch, was in einem jeden Capitel tractiret wird, aufs neue wiederholen, auf daß sich unsere teutsche Glaßmacher darnach desto besser richten können: Die bekümmern sich nicht da⸗ rum, wo das Wort Heromme⸗ sondern lassen es den Gelehrten. Ich habe euch zuvor gesagt, daß dieses Wort Fritta im Glaßma⸗ chen so viel heisse, als wenn ihr Glaßmacher sprecht, das ist unser Gemeng. Denn wann der Autor nimmt von den vorigen Saltzen, oder Soda(welche mein Tag kein recht Crystall, sondern sonst wohl schönes Glaß giebt) 100. Pfund, Tarsi(welches ein Sand von schönen Kieselsteinen) 88. biß 90. Pfund, und mischet dieses, und calcinirts, wie ihr sonst mit euren gemeinen Gemeng in euren Asch⸗ Ofen thut, denn heist es Fricta. Doch ist des Autoris Regul und Lehre, die er in der Zusammensetzung thut, wohl in acht zu nehmen: Mur dieses ist falsch, und gibt kein beständig Glaß, Ces sey denn, daß es eine zun im Feuer stehe,) daß man dieses Gemen mit Laugen begiessen, oder mit Wasser besprengen soll Denn dur diese Lauge kriegt sie mehr Saltz, und mochte dieses mit der Soda allein sch thun lassen; aber mit dem Gemenge, das mit Saltz aus den Kräutern oder Pott⸗Asche gemacht wird, ist es nicht zu ra⸗ then, sondern viel besser, daß man sie trucken hinsetze. Vom 9. Capitel. 5 diesem Capitel lehret der Autor, wie und auf was Weise man die Magnesia soll zusetzen. Magnesig aber, wie schon ö 7 2 gemeldt/ 8*— 0 H f MN MN * . 4 V7I WMI 9 43 I. — 79˙2 40 45 4½ V. * + V. * I I———— —.— —— ä PSSIII..e bS.S.—...... EE * 44 Joh. Kanckels Anmerckungen über das r. Buch gemeldet, ist eben diß, was die Glaßmacher Braunstein nennen, und unter diesem Nahmen ihnen allen genugsam bekandt ist; sie soi⸗ te billig des Glases Seiffe genennet werden. Es thut diejeni ge, die am Hartz, wie auch die in denen Meißnischen Ertz⸗Gebürgen, son⸗ dalh bey Schneeberg häuffig gefunden und gegraben wird, in eii⸗ chen eine Art, so aus Böͤhmen kommt, auch benderley um sehr bil⸗ ligen Preiß zu haben seyn, ebenmässig und ja so wohl das ihrige, als die biemontanische; können derowegen wir Teutschen derselben, nemlich der Piemontanischen Magnesiæ, gar wohl und füglich ent⸗ rathen. So man demnach ein Glaß, das sich zur Grüne neiget, mit der Magnesia oder unsern Braunstein versetzet, so sticht solche Farbe, nachdem der Braunstein wieder vergangen, etlicher massen nach der Schwärtze, erlangt also eine hellere Farbe, und verliert die Grune; doch, daß solches deßwegen einem rechten Crystall sol⸗ te ähnlichen, wie wir Teutschen jetzund an unterschiedenen Orten machen, ist noch um ein Gutes gefehlet. Es wird zwar ein gar schön Glas, vor vielen andern, die man damals zu des Autoris Zeit mag gemacht haben; aber jetziger Zeit macht mans auf eine viel bessere Art, welche ich denn auch sehr gerne denen Liebhabern communiciren und mittheilen wolte, wenn ichs nicht aus sonder/ baren Ursachen unterlassen müste. Indessen können die, welche gleichwol gerne ein schön Glas nach der Venediger Art haben wol⸗ len, gar füglich des Autoris Lehre folgen, sonderlich mit dem Ab⸗ löschen, wie die Glasmacher ohne diß zum öfftern thun und zu thun gewohnet sind. ö Vom 10. Capitel. er Autor lehret in diesem Capitel, daß das Ablöschen im Wasser gar wohl könne unterlassen werden. Es ist aber die⸗ ses hierbey nöthig zu mercken: Nemlich, wann, nachdeme das Ge⸗ meng,(so unser Autor Fritta nennet) nach obiger Lehre ge⸗ macht, oder zusammen vͤreiniget worden, man solches alsobald verarbeiten wolte, es freylich viel dienlicher seyhe, daß mans ablosche. Denn, ob sonst gleich das überflüssige Saltz„u welches 345 / 2 * . . 72 ——————*————— S E—— ESS 2————— E.—..—=—— .——————— S——————= E SDS ——— SD==.—————— 89————⏑—— SDS. D.-.—— 2 —.—————— 2——. SiDiDiiipiPi...—.—— —— Dq‚—.—————— E E 2.—* ů—.=.= 3 S2.— — S—.... ‚ E————— ———...—— E..:: MDD——————— NNE Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 33 insgemein Glasgall genennet, gebräuchlicher Weise davon abgeschöpf⸗ fet wird, kan sölches doch so genau und gäntzlich nicht ab⸗ und weg⸗ genommen werden, daß nicht noch allezeit etwas Saltz, so sich nicht völltg mit dem Sand vereinigt und zu Glas worden, übrig bleiben folte, welches aber gleichwol durch das Abloöschen weggehet. Aber so man das Gemenge lang im Feuer kan stehen lassen, so ist das Ablöschen nicht nöthig. Ist also wahr und gewiß, was Herr D. Metrett hiervon schreibt, nemlich je länger das Gemenge stehe/ je reiner und feiner das Glas würde. Auch ist hierbey wohl in acht zu nehmen, ob das Gemenge fett oder mager gemacht, das ist, ob viel oder wenig Saltz zum Sand gesetzet worden? Ist deß Saltzes zu wenig, so nennen es die Glaßmacher mager, weiln es alsdenn auch strenger und hartflüssiger in der Arbeit sich erzeiget. Dahero es besser, wenn es etwas fett ist, sonderlich so es lange stehet, weiln sichs alsdenn viel füglicher und geschmeidiger arbeiten lässet. Vom u. Capitel. er ist gar wenig zu erinnern weiln alles, was in diesem N Capitel gedacht wird, nemlich, wie man ein Saltz aus einer Aschen machen soll, schon im vorhergehenden genugsam ge⸗ lernet worden. Von Weinstein brauchts auch nicht so vieler Um⸗ stände, es mag derselbige gleich weiß oder roth, stäubicht oder wie er will, seyn, so ist er zum Saltzmachen eins, und kan solcher nur in einen Topff, in der Glaßmacher Asch⸗und Calcinier⸗Ofen gebrannt werden, wie der Autor mit mehrern anweiset. Vom 12. Capitel. VBir Capitel handelt von der Laffera, einer zu Tingier⸗und Fäarbung der Gläser sehr nützlichen Materia. Es ist aber die Ablöschung derselben in Essig nichts nütze, sondern all genug, wenn sie, die Laffera, nur wohl und klein gerieben wird, da sie denn eben so wohl und gut, als die, so abgelöschet ist, kan gebraucht werden. 3 Ich 2 460 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 1. Buch Ich sehe hier, daß der offt gedachte Herr D. Merrett, wie auch selbst unser Autor, sich sehr, was doch die Zaffera vor ein Ding sey, zu wissen bemühen: achte derowegen wohl vonnöthen dieselbe etwas weitläufftiger zu beschreiben. Berichte demnach hiermit dieses: Es wird ein Ertz⸗Stein, zu Schneeberg in Meis⸗ sen, auch wohl an andern Orten von denen Bergleuten aus der Er⸗ den gebracht und gegeben, den sie Cobolt nennen, weiln solcher n kein gut Metall ohne manchmal der Centner ein Loth, meh⸗ rentheils aber nichts hält und gibt. Dieser sonst sehr gifftige Gesell, der Cobolt, wird anfänglich in einen dazu behörigen G⸗ fen, dessen Gestalt uns die beygefügte Figur B. weiset, geschmis⸗ sen; solcher 5 diesen Werck eingerichteter Ofen, ist fast gleich ei⸗ nen Back⸗Ofen, und also aufgesetzt, daß das Holtz oder Flam⸗ men⸗Feuer, so an der Seiten lieget, über diesen Mineral⸗Stein oder Cobolt, zusammen schlagen kan; so bald solcher nun anf än⸗ get zu glüen, so raucht ein weisser Rauch davon, selbiger wird in einen(hier beygefügten) höltzern Gebäu, in welchem er sich al⸗ lenthalben anlegt aufgefaugen, und dieses ist alsdenn der Arsenic. Es ist sich zu verwundern, daß, obwol dieses Gebäude sehr, ja bißweilen 100. Klafftern lang ist, dennoch der Rauch, es sey so lang als es immer wolle, allezeit zum letzten Ende ausgehet. Dieser abgerauchte oder geröstete Cobolt nun, wird alsdenn in einer dazu gehörigen h., went gepocht, alsdenn wieder calci⸗ niret, und ferner gepocht, wenn denn dieses etlichemal gethan, so wird er(der zurück gebliebene Cobolt) aufs kleineste durch ein en⸗ ges Sieb, welches in Riemen und Schwange gehet, auch sonsten genugsam verwahret daß es nicht stäbben kan, gesiebet und in Ver⸗ wahrung genommen. Von diesem Cobolt⸗Meel wird genom⸗ men 1. Theil, und darunter wohl 2. oder mehr Theil, gleichfalls aufs fein⸗ und kleinste gestossene Kießlinge(welche die Bergleute Auärtze nennen) gemischt, und alsdenn angefeuchtet, in Tonnen geschlagen, so wird es so hart und fest in einander wie ein Stein, also daß, nachdem es lange gestanden, solches endlich wieder(wie bekannt) mit eisern Schlageln von einander muß geschlagen wer⸗ N S = IAAu e damh n Mi zs det Ei dein siche th Hlh r gftiz hirgen O/ „geschms glich e⸗ der Fam, HabStein maufa NIII sch ab Mseue. shr/ n bů sty so gubehet. ödenn in Nr aalt⸗ sotsten in D⸗ genom⸗ Llchfalb rgleute Lonnen Stiin, r(Wie N ber⸗ den. e u buidet b huts E eilkt gei 1 ahnn (chiclich d„ Honde S0 f Ceten, känte deras Dre Helu deusch 2 FTait RNegul git g de ud . hihen 0 —— Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 47 den. Solche zugerichte Materia wird alsofort denen Holländern und andern Nationen zugesandt, um ihre feine Töpffer⸗Geschirr und andere Dinge damit zu bemahlen: und ist eben dieses, was von vielen, sonderlich denen Bergleuten, Latloer, ins gemein aber, gleich⸗ wie auch von unserem Autor, und seinen gelehrten Comentator D. Merreto, Zaffera genennet wird. Der Sand wird in Meissen bloß derent⸗ und um keiner andern Ursach wegen, darunter gemischt, als daß man in andern Ländern die blaue Stärcke, die die Weiber brauchen(von denen Mahlern auch blaue Smalta genannt) nicht mit Profit daraus oder nachmachen kön⸗ ne und soll. Denn es ist ferner zu wissen, daß, wenn dieser abge⸗ rauchte Cobolt, mit einen gewissen Theil Sand und Pott⸗Asche, wieder versetzt und zum Glas geschmoltzen wird, ein dunckel und dick⸗ blaues Glas daraus wird, welches gar subtil zerstossen, und auf einer gewissen Mühl, zwischen zweyen sonderlich harten Steinen, zu einen Meel gemahlen, alsdenn geschlemmert, und in unter⸗ schiedliche Sortemente, da immerzu eines schöner als das an⸗ dere, getheilet und gestellet wird; hierinnen besteht ein grosser Handel, der Seiner Churfl Durchl. zu Sachsen nicht wenig einträgt. So sie aber den abgeraucht⸗oder calcinirten Cobolt so rohe wegschi⸗ cketen, welches zu üm doch denen Factorn sehr hoch verboten, so könte die blaue Stärcke anderwerts auch gemacht, und Nutzen daraus gezogen werden, derohalben machen sie Latfera daralls. Der aber einen reinen(caleinirten) Cobolt haben will, da ein Theil mehr, als 3. oder 4. Theil Zattera thut, der muß es abson⸗ derlich in diesen Landen suchen, und desto Humn bezahlen. Diese blaue Stärcke, wenn sie zum erstenmal emacht oder vĩtri⸗ ficirt und zum Glase geschmoltzen wird, so setzt insgemein einen Regulum, den dieselben Arbeiter Speise nennen; dieser Regulus gibt gleichfalls wieder ein blaues Glas, sonst aber ist er gantz sprö⸗ 0 2— kurtzspiesig, soll in der Alchimie seinen sonderbaren Nutzen aben. Das Arsenic⸗Meel aber wird nach der hier beygesetzten Fi⸗ gur C. auch wieder lublimirt, so wird es in solche dicke Stücken wie .ssf-::::rrEFrrrrest.:· ··· 48 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 1. Buch 8 wie bey denen Materiglisten, allwo Arsenic verkaufft wird, zu s6 hen. Also ist hier hoffentlich denen Liebhabern aus dem Zweiffel ge⸗ holffen, so viel die Lattera und den Arsenic betrifft, ob nemlich sol⸗ türlich gewordene Dinge sind; und so viel von diesen. ö Vom 3. Capitel. S ist im vorigen genugsam gedacht, daß man der Piemonti⸗ schen Magnesie, oder deß Italicnischen Braunsteins nicht be⸗ darff, weil solche oder solcher bey uns in Teutschland eben so gut aus der Erde gegraben wird. Das Ablöschen in Essig thut nichts zur Sache, wenn sie nur wohl gebrannt wird. Vom 14. Und Ip. Capitel. Fus Kupffer zu calciniren oder zu brennen, beschreibet der Au⸗ tor in diesen beyden Capiteln recht, und ist dem Buchstaben Allerdings zu folgen. ö Vom 16. 17. 18. Und 19 Capitel. Den besten Crocum Martis, das ist, Eisen⸗Saffran oder Eisen⸗Pulver zu bereiten. Ws sind diese Arten, den Crocum Martis oder das präparirte Eisen⸗Pulver zu machen, zwar nach deß Autoris Lehre gar recht und gut: Aber ein solcher, der noch viel vortrefflicher, köstlich und schöner von Farben ist, muß ohne allen Zusatz, nach der fol⸗ genden Lehre gemacht und bereitet werden. veget ein gantz reines Eisen⸗oder Stahl⸗Feylicht, thue davon in ei⸗ nen grossen Topff, und zwar nicht höher denn eines Fingers hoch, setze solchen wohl zugedeckt, an einem Ort in einen Asch⸗ oder Cal⸗ cinir Ofen, oder sonst irgend hin, da eine starcke Hitze und Flam⸗ me streicht, so schwillet das Eisen in ein überaus schön roth und zart Pulver in die Höhe, also daß der gantze Topff voll wird, und wohl den Deckel in die Höhe treibet; diß soll man ausnehmen 990 che factitia oder Naturalia, das ist, durch Kunst gemachte oder na⸗ Nimm derowegen ***— —— ——————— 50———— 57 ö ö ö ö 27 —19 5— · — 8 8 220—— 0 x —— 1——— N — 530. — 9 7 7220 — 5 ö E E ö 5 = VEE *— ö ö 3 — ö S.— S—¾—— — ᷓS PSDSRSS SS S S ————. 2*———— S———.——— S=———=— —— 2=—— De 2 2S— 2..—..V—————— S — 2 2. +——— 285——2——— r — ECe 752——2— S—=.e— S— D— ——— Antonii Neri von der Glaß Kunst. 49 wird man noch ein gut Theil Eisen, am Grunde des Dopffs, feste in einander gebacken finden, solches setzt man wieder hin, so schwillt mehr auf; dieses kan man thun so lange, biß man genug hat. Es ist dieses ein über die massen vortrefflicher Crocus Aartis, der gewißlich weiter dienet, als ich hier zu melden Lust habe: Jedoch daß er in der Glas⸗ Kunst gerade und eben diß thun soll, was der aus dem Essig bereitet thut, sage ich nicht, sondern eine andere Coleur gibt dieser, ein an⸗ dere jener: gleichwol meyne ich, es soll hiermit den Verständigen was gesagt seyn. Und dieses vom Croco Martis. Das 20. Und 21. Capitel. diesen Capiteln lehret der Autor, wie man das zitternde Kupf⸗ fer,(welches insgemein von dem gemeinen Mann Knirter⸗ Gold, oder messinger Lahn genennet wird,) machen soll. Nun ist in der Bereitung dem Autor auch allerdings zu folgen: Man ist aber an diesen Lahn nicht eben gebunden, sondern man nehme nur ein dün⸗ nes Stück Messing von einem alten Kessel, es thut eben das, wel⸗ ches ich erfahren, weil doch das andere viel kostbarer ist. Das 22. Capitel. 20 diesem Capitel befiehlet der Autor so hoch, so man ein schön B Meer⸗Wasser haben will, daß man von der schönsten Crystall⸗ Gemeng nehmen soll. Es ist aber daran nicht gelegen, wenn es nur ein schöͤn hell Glaß ist, und kein Braunstein dazu kommen. Denn daß es nach der Grüne sich neiget, oder einen grünen Stich hat/ das hat auch wenig zu bedeuten, weil ohne dem es von dem Pulver gefärbet wird, nur daß man sich mit dem Pulver nach der Coleur richten muß. Und ist hierbey zu wis⸗ sen, daß man im Zusetzen der Zaffera sich wohl vorsehen muß, weil der einen immer mehr Sand zugesetzet ist, als der andern, derowegen auch wohl die rechte Coleur nicht allemahl, werm man will, zu treffen ist. Man versuchs denn zuvor in der 2—9— Prob, zumahl, so 20 en —— 1 x WNU H WMIU Ri 4 N IR 1 N 4 HAEMM N 70 1. II I. V. UMHHAN-MA 441 WPI * I. HI 470 A I VI I WMRE I1IL— Mt Nane — M. WEHIP 7 1 4½ 0 X. 4 + 7 0 — 1 IB 98 50 Joh. Küunckels Anmerckungen über das I. Buch den blossen Cobolt hätte: denn so man alsdenn diesen Satz mit dem Pulver vom gebrandten Messing und Latlera, wie in diesem Capitel gemeldet, folgen wolte, so solte es viel zu blau werden, wie mir denn dergleichen selber wiederfahren. Derowegen muß man sich im Zuse⸗ tzen der Latteræ wohl vorsehen, denn man kan nach und nach allezeit mehr nehmen und zusetzen, oder es erstlich ins klein probieren. Von 23. Capitel. diesem Capitel ist der Autor gäntzlich denen Buchstaben nachzu⸗ folgen, und dieses eine sehr anmuthige Eoleur nach dieser Art. Das 24 und 25. Capitel. Brennung deß Kupffers in diesen beyden Capiteln ist gar recht und kan in dem Asch, oder Calcinir-Ofen sehr wohl gemachet werden. Daß es das Glaß so sehr aufblehen solte, finde ich nicht in un⸗ srer Art Glaß Oefen, da das Feuer allemal stärcker, als in denen Vene⸗ tianischen oder Holländischen Oefen ist: daher durch das geschwinde Niederschmeltzen, und wegen der grossen Hitz, es solche Gefahr nicht hat. Das 26. Capitel. RAIerinnen habe ich dieses in acht genommen: Ich habe ein gewiß Theil deß Pulvers unter das Gemeng genommen, und in klei⸗ nen Tiegeln schmeltzen lassen, daß es eben eines gewesen, ob ich das Pulver unters Glaß geruhret, oder Anfangs mit dem Gemeng ver⸗ mischet habe. Doch ist fast besser, wenn es mit dem Gemeng verm schet/ als wenn es unter das Glaß gerühret wird; denn es viel Mühe kostet„ wenn man die Gleichheit der Farbe im Rühren überall im Glase treffen will: Welches man besser haben kan, wenn mans anfänglich unter das Gemenge mischt. Es ist aber zu mercken, daß man bey———3905 e 2 Wimthan ichmast Hachilgt Karn. Hen mchw iser N. gurtegt, gamachet chtun hen Dene⸗ hschvinde nicht hat. ah geuiß Wnit , Wich mengve⸗ am sche, e lostt/ se treffn unter das Geviht diß . F * Antonii Neri von der Glaßmacher⸗Kunst. 51 deß zusammen gesetzten Puloers nicht allezeit bleiben kan, sondern man muß es erstlich in der kleinen Probe suchen. Von 27. Capitel. As der Autor von den Töpffen sagt, ist in acht zu nehmen: Doch wenn man ein Meerwasser⸗Fard darinn gemacht hat, und wohl ausgeschöpffet, kan man folgends wohl ein grün oder blaues, endlich nach diesen gar ein schwartzes darinn machen: Und ist in allen: nur zu sehen, was vor eine Coleur sich auf die andern schickt, so kan man gar füglich unterschiedene Farben nach einander in einem Topff machen. Das 28. Capitel. Da ist nur ein Uberfluß vom Autore, denn es nicht ein Haar anders ist und sich erweiset, als was davon im 24. und 25. Ca⸗ piteln gedacht worden. Das 29. Und 30. Capitel. NRBen die Bewandniß hat es auch mit diesem Capitel, denn es nichts anders in sich hält, als daß man nur die Proportion deß Pulvers verändert: Denn nachdem man einen schönen Satz oder Gemeng vom Glaß hat, nachdem wird die Coleur schön und hell/ weiln ungestalt Glaß eine ungestalte Coleur macht, es mag die Farb berent seyn, wie sie wolle. Hätte derowegen der Auror dieses alles in ein oder 2. Capitel verfassen können. Besiehe in dem Sommen⸗ cario D. Merretti, was er von diesen beyden Capiteln sagt; und hat hierinnen der Porta recht, wenn er gleich sonsten in seinen Schrifften zum öftern in der Warheit unglücklich ist, weil ers meistens von an⸗ dern gegläubet und abgeschrieben hat. Vom 31. Capitel. W Er die Zeit nicht erwarten will, daß er erstlich ein Vitriol⸗Oel, gus dem Kunst bereiteten Vitriol 2 von —. 52 Joh. Kunckels Anmerckungen über das I. Buch von Kupffer, destillire, um das rothe Capur worruum davon zu er⸗ langen, der brenne nur das Kupffer in den Asch⸗Ofen biß es gantz schwartz werde. Ich habhe es durch die Erfahrung, daß, wenn ich nehme Kupfferblech, caleinier solche mit Schwefel, und mache es allerdings wie dieser unser Autor lehret, ferner wenn ichs einmal ge⸗ brannt, und zum schwartzen Pulver gestossen, wieder mit gleich⸗ schwer Schwefel vermische, und nach Wegbrennung desselben zum drittenmal wiederhole: Daß ich alsdenn, wann ichs gelinde und ge⸗ bührlich tractirt habe, endlich ein Pulver erlanget, das auf der Zunge scharff wie ein Vitriol von Kupffer schmeckt, welches ob es wohl oben schwartz, doch sonst mehrentheils roth und Ziegelstein⸗färbig ist: dieses schwartz und rothe Pulver durcheinander gemischt, thut, sag ich, nach meiner Experien alles dassenige, was der Autor von deme mit so grosser Mühe aus dem von Kupffer gemachten Vitriol lehret und rühmet. Von 32. 33. 34. Und 3y. Capitel. t dieser Grüne hat es allerdings die Bewandnis, wie im vo⸗ 6 rigen mit der Meerwasser⸗Farbe, gelehret und unterrichtet worden. Ich habe mich sehr in der Schönheit und mancher⸗ ley Veränderung solcher Grüne delectirt, sonderlich noch unlängst in meines Gn. Churfürsten und Herrn Crystall⸗Hütte, da ich dieses gantze Buch,(so viel ich vorhero nicht probiert) durchgearbeitet, und experimentiret, auch darunter allerhand schöne und fast ungemeine grüne Coleuren gemacht habe. Es besteht aber solche vielfältige Ver⸗ anderung bloß und allein in dem Unterschied und Bereitung des zuge⸗ richten Eisen Pulvers, Crocus Martis genandt: Nachdem die Præ- pa:ation und Zurichtung desselben ist, nachdem kan man auch, und zwar wie man will, eine Grüne haben, weiln sich eine andere Art oder Coleur erzeigt, wenn das Eisen⸗Pulver mit Essig; eine andere, wenn solches mit Schwefel; eine andere, wenn es vor sich selbst præ pari⸗ ret worden: denn durch die Zusammensetzung des gebrannten Kupf⸗ ů fers N W V .— 22 dun se in Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 83 ers und des Eisen⸗Saffrans oder bereiteten Eisen⸗Pulvers werden alle üntehrdehreuen grüner Coleuren zu wege gebracht. Wiewol das Kupffer und desselben zugerichteter Hammerschlag auch allemal eine Geune gibt, so liegt doch die vielfältige Veränderung derselhen bloß und allein an dem Eisen⸗Pulver, nachdem nemlich dasselbe bereitet und zugesetzet wird. In der Bereitung deß Kupffers habe ich keine grosse Veränderung finden können; Denn wenn ich das Kupffer nur vor sich selbst und alleine gebrandt,(nach dem 24. Capitel) so kan ich alles dasselbige damit thun, was der Autor von der vielfältigen Zuberei⸗ tung desselben lehret. Was er aber im 35. Capitel von der Minia oder Bley Menge gedencket, so giebt solches zwar eine schöne grüne Coleur, allein diese Gläser, wo Bley zukommt, seynd erstlich wegen ihrer Weichheit nicht wohl zu arbeiten, zum andern seynd auch die daraus bereiteten sogenannten Edelgesteine nicht überall nütze/ weil sie wider die Art der Edelgesteine schwer am Gewicht, und ebenfalls zum palliren gar zu weich, seyn und befunden werden. Vom 36. Capitel. As in diesem Capitel stehet, ist allerdings wahr, aber es hat WMVe gleichwol viel Beschwerlichkeiten; indem man sehr genau und fleissig Achtung geben muß, daß man es zu rechter Zeit hand⸗ thiere, weil darinnen der gröste Vortheil bestehet. Denn tractirt mans zu frühe, so ist es zu saltzig, und will sich nit wohl arbeiten lassen; lässet mans etwas zu lange stehen, zumal in grosser Hitze, so wird es durchsichtig, und ist in Summa übel zu treffen. Ich will aber euch nach diesen eine Composition lehren, durch und aus wel⸗ cher man alle undurchsichtige Farben, gar fein und mit leichterer Mü⸗ he als ins gemein, wird machen oder bereiten können. Womit ich denn meine Unterweisung und Anmerckungen über das erste Buch unsers Au⸗ toris, abbrechen und beschliessen will, wenn ich nur noch zuvor entdecket werde haben, meine eigene teutsche Art und Manier, mit welcher alles, was hierinnen enthalten, und unser— 55 mit grosser Wulf 3 ö 14 7 N H N *V V 1 VI * + 41 XI. * 4 163 NI MN 38 4 1 ½ 778 U 2 7 ů + V * — q—J— ——— — —— ——— — X. ——— — ——= — ——— + ** — —.i —.————— ———3—.— ü————........— E== das ist vornemlich am Sande, nachdem derselbe schön und fein ist, ge⸗ 5½4 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 1. Buch keit gelehret, kürtzlich und in einer Summa, mit leichter Mühe, auch mit teinem andern als mit solchen Zeuge, der in unsern Vatterland/ und mit geringen Unkosten zu finden und zu erlangen ist, einfältig kan gemachet und verfertiget werden, also, daß man an die vielerhand Pulvisculos, Frittas, Rochettas, Tarsos, Sodas, auch Spanische, Levantische und Syrische Asche, und alle dergleichen weit hergebrachte und kostbare Dinge weniger als nichts sich zu kehren, noch ferner darnach zu trachten wird Ursach haben. Folget demnach eine recht kurtz bündige und unkostbare Art und Manier, ein schon und fein Glaß, (so gut als es unser Autor mit vielen Kosten und Umstän⸗ den lehret) zu machen. Wm dieh daugr r„laß solche in Wasser zergehen, und nachdem du diese Lauge eine Nacht sich setzen lassen, so giesse oder schopffe folgendes Tages das klare ab, das letztere laß durch einen Filtz lauf⸗ fen, damit du eine lautere, reine und saubere Lauge bekommest, als⸗ denn koche solche in einen eisern Kessel wieder gantz ein, also daß sie hart und trocken werde, schlage folgends das eingekochte Saltz, stuck⸗ weiß heraus, und laß selbiges gelinde im Ofen glüen, lasse es nach diesen wieder im Wasser zergehen, und nach abermaliger Einkochung abermal sanffte ausglüen. Je öffter du nun diesem Saltz dergleichen Ehre beweissest, je schöner es sich wieder gegen dir stellen oder erzei⸗ en, und je klärer und reiner das Glas davon werden wird. Jedoch an man auch wohl zu denen Ordinar⸗und gemeinen Farben, als blau, insonderheit aber grün, dieses Saltz, wenn es auch nur ein⸗ mal recht klar durchgelauget ist, zum Glas verarbeiten und gebrau⸗ chen. Denn ob es gleich etwan einen grünen Stich vor sich hat, so schadet es doch zum blauen und grünen, ja auch zur aquamarin oder Meerwasser⸗Farbe nichts, wenn es nur sonsten fein helle ist, und legen. — WMN e untthhnamien W Nandtugun Wr Antonii Neri von der Glaß Kunst. 55 legen. Von diesen Salz nun, nimm 40. Pfund, feinen und weis⸗ sen Sand, oder von denen weissen Kießlingen 6. Pfund/ auf daß es aber desto besser und beständiger werde, so nehme ich zu dieser Composition 5. Pfund Rteide/ dieses sollst du aufs kleinste unter einander mischen, und wohl zusammen schmeltzen, je länger es im Feuer stehet, je besser es wird; die füglichste Weise ist diese: So mans den Sonnabend, wenn die Glaßmacher dieser Or⸗ ten Feyerabend machen, einleget, und lässet es schmeltzen biß auf den Dienstag, wenn sie wieder anfangen; alsdenn frisch verarbeitet, so ist es schon recht, und kan zu allen Farben passiren und gebraucht werden. Noch eines lasset euch zur Aufmerckung dienen und anbefohlen seyn: Nemlich, wenn man die schwartzen Feuer⸗ und Flinten⸗Stei⸗— ne haben kan, und dieselben glüet, in Wasser ablöschet, und solche, nachdem sie aufs kleinste gestossen, mit wohl und offt gereinigten Saltz versetzet, so werden sie, wenn alles recht beobachtet, ein un⸗ gemeines, herrlich, fein und schönes Glas geben, nur ist zu mer⸗ cken, daß sie etwas strenger zum Fluß zu bringen, derohalben da man sonst 40. Pfund Saltz zu 60. Pfund Kießling oder andern Sand nimmt, muß man hier zu sechzig Pfund von diesen Steinen wohl fünf und vierzig biß funfzig Pfund Saltz nehmen. Auch finden sich eine Art Steine von Werck⸗Stücken, welche, wenn sie geglüet, so mürbe werden, daß man sie mit den Fingern reiben kan, und geben einen sehr weissen Sand, dieser gibt auch ein sehr schön Glaß, und ist eben so leichtflüssig, als der aus denen weissen Kießlingen, ja noch leichtflüssiger; im übrigen muß man sich mit dem Saltz allemal darnach richten, ob man strengen oder flüssigen Sand hat, auch daß er gar klar durchgesiebet sey. So demnach dieses, was hier erwäh⸗ net, alles wohl in acht genommen wird, so wird man allerdings einen so schönen Ceystall machen und zu Wercke bringen, als un⸗ ser Autor mit vielen Umständen kaum gelehret, und man jemalen zu seiner Zeit hat machen können. Es ist mir zwar eine noch schö⸗ nere Art Crystall zu machen, bekannt: weiln aber in Oe ö ö Us⸗ 56 Joh Kunckels Anmerckungen über das L. Buch Churfürsten und Herrn Crystall Hütte, auch bey andern Furstl. Personen nach derselben Manier gearbeitet, und solche ins geheim ge⸗ halten wird, als wills mir vor dißmal auch nicht gebühren, selbe zu offenbaren oder gemein zu machen, höffe der günstige Liebhaber wird sich vor dißmal mit diesen begnügen lassen. Eine Manier/ wodurch man die Türckis und andere undurchsichtige Farben sehr schöͤn und füglich bereiten kan. e Glaß,Künstler machen, unter andern, ein Glaß aus der Asche, die sie von abgebrandten Häusern und Scheunen krie⸗ V˙gen und holen. Welches Glaß, wenn mans erstlich aus dem Feuer nimmt, klar und hell aussiehet; wenn mans aber wieder ein⸗ wärmet, so wird es gantz weiß, und das heissen sie Beinweiß. Wenn man nun dieses Glaß etwas blaulicht färbet, und langet hernach et⸗ was davon, mit dem Instrument heraus, und wärmet es wieder ein, so kan man eine rechte eigentliche Türckis⸗oder blaue Kornblum Farbe bekommen; so man aber andere Farben darunter mischt, so wird es allemal undurchsichtiger. Hieraus kan man nun vielerhand sehr artig Glaß von Farben machen, nachdeme als der Zeug dazu sauber und rein zubereitet ist. Ich weiß zwar auch dieses Glaß, auf eine viel schönere Art, dem Porcellan gantz gleich, zuzurichten; aus vorge⸗ meldter Ursach aber darff ich nicht zu weit gehen. sondern muß vor dißmal abbrechen, inne halten, und hiemit das Erste Buch zu seinen Schluß und Ende bringen. ä Diese obbemeldte Arten,(sowohl das feine Crystall⸗ als auch Porcellan⸗Glaß compendieus und schön zu machen,) welche ich bey der ersten Edition nicht um einige hundert Thaler einen jeden würde communicirt haben, habe ich, hier bey den zweyten Druck, auf An⸗ halten deß Herrn Verlegers, dem geneigten Liebhaber freywillig mit⸗ zutheilen mich entschlossen, und sind selbige kürtzlich, oder ohne alle Uunstände zu vermelden folgende. ä — ndem g Migeheg 90 reh,(he schhchg uth dcktiunh nud h aut de chamen rh lchauthen Wider eh f. V amah et Wiheen, am Datbe 0 wd ez Oschrattig lubet und ffeine vil vorge⸗ muß vor useinen ds auc heich de on wurde uf Au/ Ng mi ohne ale Elhe Hrode. —.————2—= T— ditse litd Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 57 I. Eine compendieule Composition und beständiges Cry⸗ stallen⸗Glaß zu machen. Imm schönen Sand oder Kißling, aufs best und reineste pulveri⸗ sirt 150. Pfund, wohlgereinigte Pottasche, 100. Pfund, Kreide 20. Pfund, guten Braunstein 10. Loth. Dieses alles nach oben⸗ erwähnten Unterricht wohl untereinander gemischt und geschmo'tzen, gibt ein Glaß, so schön als wohl mit zehenfacher Müh der Auror maz ge⸗ macht haben. Zwar trägt sich auch hier mehrmalen zu, daß das Glaß neblicht oder dunckel aus dem Feuer kommt, die Ursach davon ist zuweilen die Kreide, zuweilen aber die Pottasche, nachdeme nemlich solche gereini⸗ get, oder nachdeme sie von einer Art Holtz gebrandt worden; wann aber solches geschicht, so wird es nur aus⸗ und ins Wasser geschöpfft, wie oben bemeldt; so man es denn wieder schmeltzt, wird es sehr schön; doch geschichts auch wohl, daß der Nebel zum ersten mal nicht davon will, alsdenn muß mans nur noch einmal ausschöpffen und wieder schmeltzen; wann die Pott Asche wohl und gebührlich gereiniget, wird dieses selten vonnöthen seyn: Wann man sie aber so rohe nimmt, wird man es fast allemal thun müssen. . Das schöne Porcellein⸗Glaß zu bereiten/ wo⸗ durch man auch alle undurchsichtige Farben, so schön als man fast seiher will, machen, und præsentiren kan. SD Composition, die ich vor deme rahr gehalten, ist mir erstlich communicixet worden, von Lit. Hn. Daniel Krafft, als der mei⸗ nes Wissens solche auch erfunden, und vor Ihr Churfl. Gnaden von Mayntz gearbeitet hat: Es gibt re vera ein grosses delectament dem cu⸗ rieusen Liebhaber dergleichen zu verfertigen, welches also geschihet: Nimm weisen Kißling oder schönen Sand 60. Pfund, gereinigte Pott⸗Asche 40. Pfund, gebrandte—— oder Dal0 05 ö und, —' DDIeteeecsccceeee./.eee.ee.ee-.—:— 2—..———8 58 Joh. Kunckels Anmerckungen über das I. Buch, und, dieses wohl gemischt und geschmoltzen. Es hat zwar dieses Gus die Art, daß es erstlich klar und hell aus dem Feuer kommt; wann man es aber einwärmt und verarbeitet, so wird es entweder gleich den Opael, oder aber gantz Bein⸗oder Milchweis, alles nach⸗ deme man es oft einwärmet, und viel oder wenig gebrandt Hirschhorn oder Knochen darzu gethan hat. III. Nachfolgende Compofition ist zwar kostbarer, aber auch um so viel desto schöner; aus dieser und vorhergehender Compofition, habe ich die schönsten Opael gemacht, wie ich nur selber verlangt, alles, nachdem ich es oft eingewärmet, und viel oder wenig Knochen dazu genommen. Nimm Kißling oder Flintenstein 130. Pfund, gereinigten und zu Mehl gemachten Salpeter 70. Pfund, Borrax 12. Pfund, Wein⸗ stein 12. Pfund, Arsenic 5. Pfund, gebrandt Hirschhorn oder sub⸗ tile Knochen 15. Pfund, mehr oder weniger nach eines jeden Belieben. Denn so es nur Opael seyn soll, kan man 12. Pfund nehmen, soll es aber recht Helffenbein⸗oder Milchweis seyn, so kan man auch noch etwas mehr nehmen: dieses muß ein jeder nach seinem Sinn in der kleinen Prob einrichten, wie ers selbst verlangt und haben will ꝛc. Diesem Glaß nun, kan man fast alle Tincturen und Composi- tionen zusetzen, so man zu denen andern gefärbten Glässern gebraucht, und ferner daraus die schönsten undurchsichtigen Gefässe bereiten, daß sie allerdings den natürlichen Edlen Steinen gleichen; und kan ein — mit ein oder zwey Farben hierinn spielen, wie ihm selber belie⸗ et ꝛc. Man kan zu denen Farben nur die vorhergehende Cow position gebrauchen, die mit der Pott-Asche gemacht wird, weil diese letztere in kostbar, und fast Schade, daß mans färben soll ꝛe. 3 „ Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 59 war diesez IV. kt lonnt; A ö—. VNͤAnn man bey dieser letztern Composition die gebrandten Kno⸗ Indt W chen auslasset, und hingegen 10. Loth Braunstein oder Magne⸗ önach, sia zusetzet, so wird es ein ausbündig schöner Crystall(doch daß in allen isühun recht verfahren wird,) viel feiner als der so oben gemeldet ist. Jedoch ist mir eine noch andere und wegen der Beständigkeit weit vortreffli⸗ chere Composicion bekandt, deren daraus bereitete Gefäß auch so be⸗ ständig sind, daß man alle quas tortes und Corrosivische piritus ich um s aus solchen kan destilliren; alles aber denen Glaß Verderbern so schlecht on, habe hin zu geben, hat allzuviel Müh gekostet, man kan sich die weil mit t, alles, dem wohl genügen lassen ꝛc. Wie ich denn davor halte, daß durch hen dazu diese addition das Buch um ein merckliches completirt worden. nundzu e Wen⸗ bust Anderes Buch/ eliehen. ö 36 Von der Glaß⸗Runst/ in der ANTONIINERI + 3 von Florentz. si- ö i , Summarischer Inhält dieses Buchs. an, da ä— ö ö 4 ö ½ Jerinnen wird die gewisse Art gezeiget, wie man einen Calcedo- hll Gnier, an der Farb eines Achats oder Orientalischen Jaspis be⸗ el helle⸗ V eiten soll: wie nicht weniger allerley Farben, zu ebenmässigen 8 Gebrauch; item die Art und Weise, Aquas fortes, und Kegias position zu machen/ welche hierzu erfordert werden: Uber das eine Manier lchtere den Weinstein zu calciniren, und solchen mit der rothen Farb, von den Italiänern kosichiero genannt/zu vereinigen, massen dieselbige mancherley strömicht spielende Farben im Glaß vorstellet auch ihm eine solche Dunckel⸗ heit mittheilet, welche sonst nur denen Orientalischen Edel⸗Gesieinen ge⸗ mein ist. 9 2 Das Wonn 6⁰ ANTONIINERI Anderes Buch, Das 37. Capitel. Hält in sich eine Vorbereitung. wie der Chalcedonier, Jaspis und Achath am schönsten könne nachgemachet werden. Jeweil ich gesonnen bin, die Art und Weiß zu zeigen, wie man den Ori⸗ Mentalischen Chalcedonier, Jaspis und Achat machen sollzso wird erst⸗ *QHoslsch nöthig seyn, daß ich die præparation etlicher Mineralien zu dieser composition dienende, lebre: Denn obwohln hier und dar dergleichen Sa⸗ chen, unter die Hände kommen; so hat mich doch für gut angesehen(dieweil ich willens bin, das Werck vollkommen an den Tag zu geben;) einen rechten und guten Chymischen modum anzudeuten, vermittelst welches,die Kunst⸗er⸗ fahrne Liebhaber, ohne anderer Beyhülff, allerlen dergleichen Werck, recht und wohl, mit geringern Unkosten, selbstembereiten können. Denn wo die Materia gebührlich præpariret, ingleichen die metallische Farb, recht aufgeschlossen, auch von aller irrdischen Unreinigkeit und unsaus bern Theilen wohl abgesondert ist worden welche insgemein die Vereini⸗ gung der Farben mit den Gläsern zu verhindern pßeget) so ist kein Zweifel daß nicht das Glaß mit lebendigen,leuchtenden und lieblichen Farben getin⸗ giret werde, welche die gemeinen Glaßmacher⸗Farben, gar west übertreffen. Und weil die Chalçedonier⸗Farb, oder vielmehr das compolitum, dar⸗ aus dieser Stein wird, nichts anders ist, als eine Zusammenhäuffung fast aller derjenigen Farben, welche vom Glaß genommen werden, solche aber insgemein nicht einem jeden bekannt sind(denn die Farben selbst, wofern sie nicht wohl bereitet die verlangte Schönheit und Glantz nicht von sich geben.) so ist derobalben norhwendig/daß die Metallen recht gecaleiniret, zei theilet/ aufgeschlossen, auch das Küpffer, der Schwefel, Vitriol, Salmiac, und dergleichen, mit geraumer Zest und gelindem Feuer eröffnet und bereitet wer⸗ den; denn das übermässige Feuer ist hier schädlich. Die rothe Farb,(davon im 124. Capitel,) und der Weinstein müssen nicht allein recht und aufs beste gecaleiniret seyn, sondern sie sollen auch in gebührlichem Gewicht und proportion, u rechter Zeit dazu gethan werden? es muß auch das Glaß wohl gekocht, gereiniget und zum Werck zeitig seyn. Letzlich muß man im gantzen Werck solchen Fleiß anwenden, wie es fleis⸗ sigen Künstlern gebühren will: Und auf solche Art kan man den Orientali⸗ schen Jaspis/Achat und Chalcedonier vollkömmlich nachaßmen, mit solcher Mannigfaltigkeit der Farben und pielenden lieblichen Flecken, auch mit einer solchen eigentlichen Lebhafftigkeit, daß es gleichsam unmöglich scheinet, 90 ů es so uis und Edenor⸗ wird eisß nizu dieser chen Sa⸗ (Dieweil Rtechten Kunstaer⸗ rck/ recht alische dunsau⸗ Vereini⸗ weifel, gelin⸗ treffen. wydor⸗ ug fost sche ober osern sie geben Atheilet, 04/ und jtet wen⸗ müssen auch in werden⸗ lig sen⸗ eh feis⸗ jentali⸗ t solcher hit eiher het, daß 6 so von der Glaßmacher⸗Kunst. 61 es so hoch von der Natur gebracht werden könne: Wiewohl man insgemein zu sagen pfleget/ auch wahr zu seyn scheinet, daß es die Kunst der Natur nicht gleich machen kan, so ist jedoch aus der Erfahrung bekannt, daß es die Kunst, in vielen Dingen, sonderlich aber in dieser Sach, der Natur nicht nur allein gleich mache/ sondern auch solche noch weit übertreffe, welches denn nie⸗ mand, als der es gesehen, glauben würde. Die schöne mannigfaltige und spielende Zierlichkeit der Farben, welche in dem Chalcedonier(so die Materia wol præpariret, und das Glaß recht ausgearbeitet worden erscheinen, auch dieefectus, so von diesen S tein kom⸗ men, übertreffen alle Menschliche Einbildungen, und Gedancken. Aus diesen 3. von mir beschriebenen Manieren, wird Zweiffels ohne er⸗ hellen, wie hoch es die Glaßmacher⸗Kunst in diesem Stück bꝛingen könte: Denn ich beschreibe alles so genau, und beweise es so eigentlich daß es die er⸗ fahrnen und geübten Künstler sonder Zweifel verstehen werden, auch nie⸗ mand, es sey denn, daß es freywillig und wissentlich geschähe, irren kan. Wird nun jemand nach dem, wie ichs vorgesch rieben, arbeiten, so wird er mehr sehen und befinden, als ich eröffnet und beschrieben habe. Das 38. Capitel. Ein Aqua fort oder Scheid-Wasser, welches das Silber und den Mercurium auflöset, mit einem besondern und geheimen Handgriff zu machen. WWue deß gereinigten Salpeters r. Theil Aluminis Rochæ, von dem in einer Schale alle wässericht Feuchtigkeit abgedämpfset)z. Theil; alsdenn wird zu jedem Pfund dieser vermischten Materie,z. Loth deß Crystallinischen Arsenici genommen; dieses ist ein geheimer, und insgemein unbekannter Handgriff: Denn der Arsenicum machet nicht allein das Was⸗ ser stärcker, sondern hilfft auch zu besserer Ausziehung der Spirituum, in wel⸗ chen der Kern und die stärckste Krafft deß Aquæ fortis stecket: denn wenn ge⸗ dachte Spiritus dem Siedwasser benommen werden, so ist es dem gemeinen Wasser nicht ungleich. Obgedachte Species nun soll man alle miteinander zu Pulver machen, wohl untereinander mischen, und den 16. Theil wolgepülverten Kalches da⸗ runter rühren. ö Von dieser Materia füllet man eine wohlbeschlagene Retortenz. Theil damit voll; jedoch müssen die Retorten, wie gedacht, mit einem starcken luto wohl beschlagen werden, welches, wiewohl es ein gemeines Ding, und dem 93 Arbeiter —.— 5 — 9 — **2* * — ‚‚.. 6² ANTONIINERI Anderes Buch, Arbeiter überlassen wird, so wollen wir nichts destoweniger einen sonder⸗ baren Lutum hier beysetzen. Nimm 1. Theil fetten Wasserleimen, oder Letten, wie er im Fluß Arno gefunden wird, 3. Theil Sand, einen halben Theil gemeine und gesiebte A⸗ schen, auch einen halben Theil Scherewolle; dieses muß alles wohl unterein⸗ ander gemischet, vereiniget, und zu einem Teich gemacht werden; dieser je mehr er gewürckt wird/ je besser wird er seyn;doch muß die Massa etwas härt⸗ lich oder starck seyn, alsdenn thut man den zeen Theil gemeines Saltz darzu, und incorporirts aufs beste miteinander; denn an diesen ist alles gelegen; mit diesem Luto beschläget man die Gläser oder Kolben, und setzet sie in hierzu dienliche steinerne Wind⸗Oefen, die Feuer⸗beständig sind; in den Capellen soll der Sand 4. Finger breit,über denRetorten Boden erhöhet, und un⸗ ter diesem ein starckes Eisen querüber seyn, um die Last der Ketortenzu tragenz ode man kan auch die Ketorten in den Capellen, biß zum Hals, mit Sand bedecken und beschürten; nach diesen setzet man einen Alembicum darauf, welcher groß und weit seyꝛ die Fugen verwahret man wohl/mit einem Luto, bereitet von gepülverten und vermischten Mehl, Kalch und Eyer⸗Weih, sol⸗ ches wird auf einen leinenLappen gestrichen und übergeleget: wenn dieses ge⸗ trockner kan es zum zten oder atenmahl geschehen, so werden die Fugen von dem starcken Feuer wohl verwahret seyn, und die Spiritus halten können. Ferner soll man diesem Glaß einen grossen und weiten Kecipienten fürlegen, welcher die starcken Spiritus halten könne, und, nachdem die Fugen wohl vermachet, und trocken worden, als worauf sonderlich zu sehen ist, so machet man ein gelindes und getemperirtes Kohlfeuer, und erhält es also 3. Stunden lang/ in welcher Zeit die Phlegma, von der die Gläser offt zerspren⸗ get werden/ herübergehet, alsdenn halte man es noch 6. Stunden also gelin⸗ de, und mehret nach diesem das Feuer allgemach, indem man dürr Eichen⸗ Holtz noch zu den Kohlen leget, und erkält es also auch 6. Stunden lang, biß der Alembicus gelblicht zu werden, und dieSpiritus zu gehen beginnen, in sol⸗ chem gradu halt man das Feuer/ biß der Alembicus hochroth wie ein Rubin wird, nach solchen stärcket man das Feuer mercklich, und erhält es also, so lang der Alembicus roth bleibet, welches bißweilen 2. gantzer Tage zu währen pfleget: Derowegen continuiret man so lang mit starckem Feuer, biß der Alembiĩcus und Recipient klar worden sind, gieichwie sie Anfangs gewesen doch wird das Feuer noch ungefehr eine Stunde lang gehalten, alsdenn säst mans erkalten. Es ist auch in acht zu nehmen, daß man keine kalte Lufft, oder derglei⸗ chen kalte Sachen, in währendem Anfeurem an denAlembicum dareh, enten, — ien sonder⸗ ß Arno lssebte A/ lukterein Nsetie Was hart, ah dany, gelegen; ein hierzu Capellen und un⸗ Uttagem it Sand darauf, mLuto, eiß, sol⸗ jeses ge⸗ gen bon nhen. dienden eFugen enist, so b also 3, zerspren⸗ so gelin⸗ Eichen⸗ lang/ biß en n sol⸗ in Rubin sosolang wahren V biß der gewesen denn la derglei⸗ Mecipi enten/ von der Glaßmacher⸗Kunst. 63 X enten/ indem sie roth sind kommen läfset; denn sie würden alsdenn, weil sie sehr heiß, leicht zerspringen, und zwar mit Verlust der gantzen Arbeit, Zeit und Unkosten. 935 Wenn nun alles erkaltet, so soll der Alembicus samt den Keeipienten, mit nassen Lappen bedecket werden, damit sich die Spirirus deß Aquæ fortis desto eher setzen:nach diesem lässet mans 12. Stund lang also stehen; weichet alsdenn die Fugen, und dasl.urum, mit laulichten Wasser wohl auf. Der Alembic und Kecipient bleiben wohl gantz der Kolben aber zer⸗ bricht zu Zeiten, dahero er zu fernern Gebrauch untüchtig wird. as Caput mortuum, oder das hinterbliebene vom Aqua fortĩ thut man, sambt 8. Loth gereinigten Salpeter, zusammen in einen neuen Kolben, darauff giesset man das zuvor gedistillirte Aqua fort, stellets in den vorigen Ofen, setzet den Helm darauf/ leget den Kecipienten für, verlutiret und trocknet die Fugen wohl, wie zuvor/ und giebet, die 4. ersten Stund lang, ein getemperirtes Feuersolches wird nachgehends allgemach vermehret wie zu⸗ por/ biß die Spiritus alle herüber gegangen, und der Helm samt dem Kecipi- enten wiederum weiß worden sind, alsdenn ist das Feuer nicht mehr zu stär⸗ cken, sondern man lässet alles erkalten, beleget den Alembicum und Reciĩ- pienten wieder mit nassen Tüchern, und lässet es 12. Stund lang also stehen/ darnach löset man die Fugen, wie obgedacht, auf, thut das Aqua fort in wolgereinigte Gläser, und hebet es zum Gebrauch auf: Dieses ist das Aqua Den 2101. welches zu dem hernach beschriebenen Gebrauch ienen soll. In diesercomposition pflegen etliche an statt deß Aluminĩs Kochæ, den besten/ als den Römischen oder andern dergleichen Vitriol zu nehmen: Ob aber(zu dergleichen) Sachen das Vitriolum gut sey oder nicht, kan man da⸗ ran probiren, so es dem gepallirten Eysen, darauf gerieben, eine Kupffer⸗Farb giebet: solcher Vitriol nun, wann er nach anten angedeuteter Manier gerei⸗ niget wird/ist besser als der Alaun, und wird auch ein weit stärckers Aquatort geben. Das 39. Capitel. Wie man das Vitriol reinigen, und ein sehr starckes Aqua fort be⸗ ö reiten soll. Mrur muß man den besten Vitriol haben, denn je besser der Vitriol, se stärcker wird das Scheid⸗Wasser. Das Vitriolum nun zu reini⸗ gen/ 65⁴ ANTONIINERI Anderes Buch, gen/ so muß solches mit gemeinen warmen Wasser aufgelöset werden: Nach dem diese solution 3. Tag geruhet, so filtrirt mans, damit die gelben tæces davon hinweg kommenz das gefiltrirte läst man in gläsern Geschirren verau⸗ chen,/ und zwar nur biß auf den z ten Theil; dieses behaltene thut man in ver⸗ glasurten Schalen an ein kaltes Ort,/ so bekömmet man innerhalb 12. Stun⸗ den, kleine Vitriol⸗Steinlein, dem Berg⸗Crystall gleich, Smaragd-grün an der Farb;diese werden an dem Rand der Schalen sich anlegen, mit Hin⸗ derlassung einer gelblichten und schwefelichtenErden auf dem Boden, welche zu diesem Vorhaben wenig dienet. ö ö Die Vitriol⸗Steinlein werden abermahl in warmen Wasser solvirt, das gesolvirte Wasser wird filtrirt, in dem Geschirr abgerauchet, und im übrigen, wie zuvor, dan. it verfahren; auch wird die auf dem Boden gefun⸗ dene gelbe Erden allezeit hinweg gethan: Dieser Vitriol/ wenn er zum zten⸗ mahl also gereiniget worden, ist alsdenn tüchtig, ein sehr gutes Aqua fort, welches viel stärcker als dasjenige so mit Alaun gedistillirt wird, daraus zu machen; insonderheit wenn auch der Salpeter oder Nitrum wohl ist gerei⸗ niget worden. Daz 40 Capitel. Ein Aqua Regis zu machen, mit welchen man das Gold und andere Metallen, ausgenommen das Silber, auflössen kan. n thut zu jedem Pfund deß obig bereiteten Aquæ fortis, 4. Loth Sal⸗ 6 miac in einen kleinen gläsern Kolben, und setzet es in ein Gefaß/ wel⸗ Aches mit warmen Wasser angefüllet ist so wird das Salmiac/ wenn das Wasser offtmal beweget wird, alsobalden aufgelöset, und das Aqua fort gelb gefärbet werden: Aledenn thut man von Neuen so viel Salmiac hinein, als sich darinnen auflösen kan, und wenn es nichts mehr solviren will, so lässet mans ein wenig ruhen, und gieset hernach das klare davon ab; denn das irdische und unreine vom Salmiac bleibet auf dem Boden liegenz so be⸗ kommet man ein sehr starckes Wasser, welches das Gold, und andere Metal⸗ len, ausgenommen das Silber, auflöset; denn, wie gedacht, das Silber greiffet es nicht an. Das 40. Capitel. Wie man den Weinstein oder Weinhefen brennen soll.— am —.— den: Na hebenfeces lehhe tau⸗ man in her⸗ In. Ctun⸗ Aragdgrüg / Mit Hin⸗ den, wesche er sovin, t/ und in den gesun⸗ sum qten- ua fort, araus zu istgerei⸗ Nandere * othSal— faß wel⸗ iac/wenn EL. Aqua Salmiae iren will, ib; denn en; so be⸗ EMetal⸗ GEilber Man von der Glaßmacher⸗Kunst. 65⁵ Whan soll Weinstein oder rothe Weinhefen,/ welche besser ist als die weise, 49 haben, solche aber bestehet aus den grössern, dicken und funckelnden Stuäcklein der Weinhefen; von diesen muß aller Staub und Mist, welcher nichts nutz ist abgesondert werden; Diesen gesauberten Weinstein brennet man, in neuen irdenen Geschirren, über einen Kohl⸗Feuer, so lange, biß er nicht mehr rauchet, sondern wohl gebrannt, und zu einer schwartzen Massa/auf Purpur⸗Farb sich neigende, worden seye, alsdenn ist er gebrannt und fertig. ö Das 42. Capitel. Wie man einen sehr hübschen Calcedonier aus dem Glaß machen solle Mo 2. Pfund Aquæ fortis, in einer Phiole,S. Loth geschlagen Silber⸗Blätlein, lässet es, bey gelinden Feuer, oder imBalneo solvi⸗ ren: Als denn thut man, in eine andere Phiol/ zu anderthalb Pfund Aquæ fortis, 6. Loth lebendiges Quecksilber/ und nachdem beydes wohl auf⸗ n. worden, giesset man sie zusammen in ein grösser Glaß, und thut 12. 0 th Salmiat darzu, und lässet es miteinander bey gelinder Wärme auflö⸗ en. Wenn solche geschehen, so füget man ferner 2. Loth/ von der præparir⸗ ten Zaffera, darzu, ingleichen 1. Loth præparirte Magnesie, und 1. Lot Ferretti Hispanici; solches hinzuthun aber muß gemählich, nach und na geschehen, denn die Magnesie pfleget, nicht sonder Gefahr, zu brausen und zu kochen, auch die Materien heraus zu stossen, und die Gefässe zu zerspengen oder alles zu verderben. ö ö 3 Uber dieses, soll man dem obigen noch beyfügen, ein halb Loth Crocĩ Martis, der mit Schwefel gecalciniret worden, 1. Loth deß zum drittenmal gecalcinirten Kupffer⸗Hammerschlags,(dieser pfleget, gleich der Magnesie⸗ aufzukochen) deß blauen Mahler⸗Smalti und Minii jedes 1. Loth. Von allen diesen ingredientien wird ein jedes wohl gepülbert, und per gradus in das Glas gethan, doch allezeit mit Umschwenckung desselbigen; damit das Wasser die Pulver wohl anneb me; man mag sich aber wohl/ wegen deß Aufbrausens, dabey in acht nehmen. Nachdem nun die Phiol wohl verschlossen, lässet mans 10. Tage lang stehen, und schwencket solche täglich herum, damit sich alles wohl incorpori⸗ re, und die Pulver desto besser erösfnet werden. ö Hernach setzet man die offene Phiol in einen Sand⸗Ofen, und giebet gar ein gelindes und mässiges Feuer/ damit das Aqua fort gantz 4½9e I e 66 ANTONIINEEI Anderes Buch, welches in 24. Stunden zu geschehen pfleget; Hierbey ist aber wohl zu mer⸗ cken, daß man kein starckes, sondern gar ein mässiges Feuer gebrauche, auch soll das Aqua fort aufgefangen werden/so verbleibet auf dem Boden ein gel⸗ bes Pulver, welches subtil gepülvert, in gläsern Geschirren zum Gebrauch aufgeh oben wird. Wenn man nun einenChaleedonier bereiten will, so muß man ein wohl⸗ gereinigtes Glaß bey der Hand haben, welches gemachet sey, aus den Cry⸗ stallinen Glaßstücken, wie auch aus den weissen offt geschmeltzten Glaß; Denn das neugemachte Glaß/aus der Fritta, ist untůͤchtig zu der Bereitung deß Calcedoniers, dieweil es die Farben nicht annimmt, sondern solche wer⸗ den von der Fritta verzehret, müssen derowegen hierzu allezeit Stücken, oder schon gebrauchtes Glaß genommen werden: und/ zum Exempel/ auf ungefehr 2⁰ htt Glases, nimmt man x. oder 6. Loth, der hierbevor gelehrten Tinctur oder Farb⸗Pulvers, solches muß dem geflossenen Glaß in dem Topff, auf drey unterschiedliche mal zugesetzet, fleissig üͤbermischet und einverleibet werden,/damit das Pulver von dem Glaß wohl angenommen werde,/ welches aus dem Topff einen blauen Rauch geben wird;nachdem es also wohl vermi⸗ schet, so muß es eine Stunde ruhen, alsdenn wird es wiederum mit dem Pul⸗ ver vermischet, und abermal 24. Stunden in Ruhe gelassen; nach diesem mi⸗ het mans aufs neue, und nimmt eine Prob, so wird es eine gelblichte blaue arbe haben/ diese Probe im Ofen öffters geglüet und wider heraus gezogen, giebet, nachdem sie erkaltet, nicht allein eine Meerwasser⸗Farb/ sondern auch ondere schöne Farben. Ferner sollen in Bereitschafft seyn, x6 Loth deß gebrannten Weinsteins/ wie imao. Capitel gelehret worden, ingleicheng. Loth deß gläntzenden Schor⸗ stein⸗Russes, und r. Loth Croci Martis, der mit Schwefel gecalciniret wor⸗ den; dieses alles wohl gepülvert, und untereinander vermischet, soll auf 4. oder 6. mal dem Glaß zugesetzet werden Wobey zu mercken, daß hiervon das Glaß über die massen sehr aufschwelle, und dafern der Künsiler nicht be⸗ hütsam damit verfähret, alles verderbet werden kan: Derowegen diese Pul⸗ ver mählich, und auf etlichmal, mit fleissiger Umrührung, müssen hinein ge⸗ ihan werden, damit das Glaß sich mit denselben vohl vereinige: Wenn sol⸗ ches alles geschehen, läst mans 20. Stunden ruhen und kochen/ nach diesen machet man ein kleines Kolben⸗Glaß davon, und nachdem solches etlichemal im Ofen geglüet · sihet man zu/ ob das Glaß, dem Begehren nach/ recht und gut sey/auch von aussen eine Himmel⸗ blaue und Meerwasser⸗Farbe,/ wie auch roth, gelb, und mancherley andere striemicht⸗pielende und schöne Farben, gleich einem Orientalischen Calcedonier /Jaspis, and hutuntut 1cer 338 etlicher — ohliuter⸗ uche, guch den ein geb⸗ Oabtauch Renwohl⸗ den Erhe⸗ ten Glaß; Bereitung olche wer⸗ Icken, oder Fungefehr helehrten mdoyf, berleibet welches Hpermir em Mul⸗ sem mi⸗ eblaue ehögen, aen auch insteins, Schor⸗ ret wol⸗ ol aufg. hierpon nicht be⸗ se Pul⸗ inein ge⸗ genn sol⸗ c diesen Hichemal rechtund wie au Forben, ellichet von der Glaßmacher⸗Kunst. 67 etlicher massen vorstelle; Auch wenn es gegen die Lufft gehalten, roth/ gleich wie ein Feuer scheine: Alsdenn wenn sichs also befindet, so ist es tüchtig, daß man allerhand Geschirr daraus mache, als da sind, Becher, Trinckgeschirr, Saltzfässer, Blumenkrüge, und andere dergleichen Geschirr mehr, solche Sier d. Mer gar eben und glatt gearbeitet werden, denn sonsten hat es keine ierde. Der Glaßmacher soll aber in der Arbeit allezeit fleissig in acht nehmen, daß das Glaß mit der Zange wohl gewalcket, und mit Verstande geglüet Wed damit die Flüsse, und Meerströmicht⸗spielende Farben recht schön werden. Es können auch aus dieser Massa, grössere Schalen, als da sind Oval⸗ förmige; auch 3. oder 4. eckigte und dergleichen, nach Belieben gemachet/ und wie Edelgesteine gepolirt werden. Denn sie bekommen einen schönen Glantz, in Gestalt eines Jaspis, Achats oder Calcedoniers/ und können in die Gemächer und auf die Simse dienen. Wenn etwan die Farbe verschwin⸗ den, und das Glaß hell werden sollte, welches in dieser Arbeit schädlich ist/ o muß man mit der Verarbeitung stille halten, und dem Glaß, von dem ge⸗ brannten Weinstein, Croco Martis, und gläntzenden Camin⸗Rus, wie oben gelehret, wiederum etwas zusetzen: alsdenn bekommet es wieder eine schat⸗ tigte Dunckelheit, in welcher die Farben zu erkennen sind. Im übrigen, damit sich der neue Olaß deß Pulvers mit dem Glaß wol hermenge, so ist vonnöthen, daß das Glaß viel Stunden gereiniget werde, hernach kan mans, wie vorgesagt, wiederum verarbeiten. Und dieses ist derjenige Nodus, welchen ich Anno 1601. zu Florentz im Calino, und Glaß⸗Ofen, gebrauchet habe, welchen Glaß⸗Ofen, zu der dama⸗ ligen Sommers⸗Zeit bauen und aufsetzen ließ, Herr Niclaus Landus, ein fürtrefflicher Künstler und mein sehr guter Freund, die Smalta beym Licht oder Lampen⸗Feuer auszuarbeiten. Daumahl machte ich auch/ aus der vor bereiteten Materia, nach gege⸗ bener Anleitung, dergleichen Calcedonier, und aus diesen mancherley und fürtrefflich schöne Schaalen. Das 43. Capitel. Einen Calcedonier auf eine andere Art zu machen. RgRisttich habe ich 6. Loth deß gereinigten und dünn geschlagenen Sil⸗ Wbers, in Pfund quæ fortis aufgelöset das Glaß verwahret und beys seits gesetzet. Zweytens babe ch 10 Lorh deß wohlgereinigten Quecksilbers auch in einen Pfund Aquæ fortis,— einem andern Glaß,* Hils 2 ehleit 68 ANTONII XERI Anderes Buch; beyseits gesetzet. Zum dritten habe ich ein Pfund Aquæ fortis in noch ein ander Glaß gethan/ und habe darinnen 4. Loth Salmiar aufgelöset; diesem/ nachdeme es aufgelöset war, habe ich beygefüget, 1. Loth CrociMartis, (welcher, nach der Lehr deß 19. Capitels, mit Aqua fort gemachet wor⸗ den) wie auch deß im 14. Capitel gelehrten Ferretti Hispanici, auch der im R 24. Capitel gelehrten rothen Schlacken; und deß im 21. Capitel mit Schwefel zu brennen gewiesenen Rausch oder Zitter⸗Kupffers, von jedem 1. Loth. Von solchen wird ein jedes wohl gepülvert, sehr langsam und mit ge⸗ dultiger Auswartung, in das Geschirr zu dem Aqua Regis gethan; denn so wohl die Fritta, als das Ferrettum Hispanicum, und das Zitter⸗Kupffer machen das Aqua fort sehr aufwallend und brausend: Derowegen muß ein jedes vor sich allein, auch langsam und in sehr geringer Quantität/ auf etliche mal hinzugethan werden, damit das Glaß von der Effervescenꝛ nicht zer⸗ springe/weiches sonst leicht geschiehet; darum, sag ich muß man allhier son⸗ derliche Gedult und Fleiß anwenden. Vierdtens habe ich 4. Loth Salmiae in r. Pfund Aquæ fortenach und nach hinein werffend) aufgelöset, und nachdeme es zergangen, ferner sehr langsam hinzugethan v. Loth deß rohen Spief glases, welck es wohl gepül⸗ vert worden, und eine Weil hernach r. Loth der blauen Mahler⸗Smalti, 2. Loth Menig oder Minii, und r. Loth deß wohl⸗gereinigten Vitriols/ wie dro⸗ ben gelehret worden; nachdem nun dieses alles wohl zerrieben, und aufgelö⸗ set worden habe ich das Glaß verwahrt und beyseits gesetzet. 93 Fünfftens habe ich noch in einem andern Glaß A. Loth Salmiae, in ei⸗ nem Pfund Aquæ fortis qufgelöset; ferner habe ich von der präparirten Zaffera, wie im 12. Capitel gelehret, 4. Loth dabey gefüget, ingleichen auch von der Piemontischen Magnesie mach derLehr deß 13. Capitels präpariret, I. halb Loth, von dem 3. mal calcinirten Kupffer⸗Hamwersch lag/ laut deß 23. und 25. Cap.) A. Loth/ und endlich 2. Loth Zinnober; dieses alles, jedes absonderlich/wohl zerstossen, in das Kolben⸗Glaß gethan, mit stet⸗und fleissi⸗ ger Achthabung der Sachen, welche in dem Glaß ein Aufblehen verursachen, alsdenn verwahret und beyseits gesetzet. Zum sechsten habe ich in einen andern Glaß, wie zuvor erwähnet, 4. Loth Solmiac/ in einen Pfund Aque fortĩis aufgelöset, darnach noch darzu ge⸗ than/ Loth Bleyweiß(welches sehr brauset, derowegen muß mans gemach hinein thun) rothe Mahler⸗Lacca, Grünspan, reinen Hammerschlag oder Sinder vom Eisen, jedes 1. Loth/ und weiln sich der Hammerschlag vom Ei⸗ sen auch sehr aufblehet/ als muß man sich in Hineinthuung wol, . Die⸗ 88 bon der Glaßmacher⸗Kunst. 69 — Dieses alles und jedes absonderlich/ habe ich wohl zerstossen in das Glaß oahl gethan, mit fleissiger in Achtnehmung alles dessen, was das Aqua fort hrau⸗ 0 rils, send und elkerveleĩirend machet, alsdenn verwahret und beyseits gesetzet. dactwo Diese 6. Gläser nun setzte ich na. Tage lang beyseits, und schwengte solche u derin täglich 6. mal aufs fleissigste herum,/ damit die Ingredientien yon dem Aqua wpitelnit torti durchdrungen und zertheilet würden, und dem Glaß die Farb desto bes⸗ von scdem ser mittheilen könten. ů* Nach Verfliessung solcher Zeit, habe ich alle Materien aus den 6. Glä⸗ ud nit ge sern gethan, und alle zu sammen, jedoch gemächlich eines nach dem andern denns(damit das Glaß wegen der eflervescenꝛ keinen Schaden leide,) in einen ⸗Kupfer grossen und am Boden wohl⸗beschlagenen Kolben geschüttet, solchen nachde⸗ umuße me alles wohl untereinander gerühret/in eine Aschen⸗oder Sand⸗Capell ge⸗ ufeliich setzet und ein sehr lindes Feuer gegeben, ließ also in 24. Stunden das Wasser hicht zer⸗ davon abrauchen. V* Hiet son. Alhier ist in acht zu nehmen, daß das Feuer zuletzt aufs allerschwächste seyn muß, damit das Pulver nicht verbrenne; das Aqua fort kan man mit ach und einen erlutirten Helm, und Vorlag auffangen, so wird auf dem Boden ner soht deß Kolhens, ein roch⸗gelblichts Pulver verbleiben, welches man wohl ver⸗ gerüb wahret, aufh eben muß. ö Ati,. Deeses Pulver hade ich dem Glaß zugesetzet, welches aus alten Glaß⸗ wiedroz Stücken zusammen geschmoltzen und gemachet worden, gleichwie wir auch aufgelö oben bey Bereilung deß ersten Calcedoniers, erinnert haben; hierzu dienet auch die nene frische Fritta nicht; kan man aber einige Crystallen⸗Stücke, 0 in el zu dem Glaß, haben, so wird es desto besser seyn. 7. 70 Wpalitten In die ser Composition aber, habe gseiches Gewicht und Vermi⸗ Henauc schungs⸗Are/ wie auch gleiche Zeit, gebrauchet und angewendet, wie bey der haritt vorigen Bereitung deß Calcedoniers.—5 utde Das Corpus hade ich ihm, mit gebrannten Weinstein, gläntzenden 16 ideh Ofen⸗Ruß, und Croco Martis(der mit Essig bereitet) gegeben, solches 0 5 aber habe ich gar mählich eingetragen, denn dieses Pulver blehet sich sehr Rfachen 4 Nachdem es nun 24. Stunden geruhet, habe ich mir ein Geschirr zur Probe davon machen lassen, auch an solchen nachdem es offtmals geglüet/in 4. Vt acht genommen, ob es die schattichte Dunckelheit erlanget, und ob es solche e Mannigfaltigkeit der strömicht⸗spielenden Farben zeigete. gemach Wenn ich nun solches verspüret, habe ich allerhand Geschirr daraus ma⸗ 10 chen, und solche mit der Walckzange,/ wie der Brauch ist wohl walcken lasßen, bon.e um damit allerley Bilder fürzustellen. oodi, 3 Aus N 6 4 4 6 IN 0 Nii 48 — 1 0 In Ms UN V ö 40 ö ö eeeeeeeeeeeeeeeee‚e‚e.-.—ñ *— ˙òꝝḡ:ͥs4%aí½¾.e 7⁰ ANTONIINERI Anderes Buch, Aus dieser Art deß Calcedoniers, hab e ich sehr viel und zwar die aller⸗ schönsten Trinck⸗Geschirr verfertiget; ingleichen habe ich aus gedachter Mal⸗ sa etlich hundert schöne Kräntzlein vor die Ritter in Flandern gemachet, wel⸗ che der Groß⸗Hertzog von FlorentzKerdinandus sel. Gedächniß/ und viel an⸗ dere Fürsten und Herren gesehen haben. Das 44. Capitel. Die dritte Manier, den Calcedonier zu machen. YWac hahs ich d. Loth Silber/ samt r. Pfund Aquæ fortĩs, in ein Glaß gethan, lolviren lassen, und wohl vermachet beyseits gesetzet. Zweytens/ habe ich in einem andern Glaß 10. Loth/ deß mit Saltz und Essig gereinigten Mercuriĩ vivi, auch in 1. Pfund Aquæ fortis aufgelöset, und nachdem solches geschehen, wohl verwahrt beyseits gesetzet. Die Reinigung aber deß Mercurii geschicht also: Man feuchtet das Saltz mit schar en Essig an, solches rühret man, samt dem Mercurio, in einer höltzern Schüssel/ mit einem höltzern Stempel wohl herum, alsdann giesset man gemeines Wasser daran, damit das Saltz zerschmeltze, und also die Schwärtze vom Mercurio abgewaschen werde; dieses wird offtmals wiederholet, mit Zuthuung eines neuen Saltzes und Essig/ alsdenn wird der Mercurius durch ein Ziegen⸗Leder gezwungen. Zum dritten solbirte ich in einem andern Glaß 1. Pfund Aquæ fortis, 6. Loth deß puren Silbers, welches auf folgende Art gecalciniret wurde: Man nimmt zu dem mit Mercurio,(wie gebräuchlich) Amalgamirten Sil⸗ ber gleichen Theil deß gemeinen Saltzes, welches von seiner irrdischen dub⸗ stanz wohl gereiniget seye: welche Reinigung also geschiehet: Das Saltz, nachdem es in warmen Wasser solviret, läset man ⁊ Tage ruhen, damit sich du solchem Ende die irrdischen Unreinigkeiten zu Boden sehen; alsdenn wird es filtriret, in ein ander Glaß gethan, abgerauchet, und wohl getrocknet: Darnach wird es wieder lolviret filtriret und abgerauchet, wie zuvor; und solches wird so lange wiederholet, biß das Saltz auf den Boden keine Unrei⸗ nigkeit mehr setzet, so wird es gereiniget, und præpariret seyn. 5. Diese Reinigung deß Saltzes geschiehet nicht allein darum, damit es Hr(ugen nbishen U mremiakenten der auch, damit 4 das Silber nicht it eini ö mreinigkeiten verunreinige, welche hernach sehr schwerlich davon zu bringen waren. 22, mere Hernth Wenn nun obgedachtes amalgamirtes Silber /mit dem gere Salhe altze — Ne aller⸗ cte Mas. chet, wel Dielan⸗ ein Glaf cht. Salh und sgelöset, hlet das lrio, in Aladann n al stmals vird der fortis, t wurde: ten Sil⸗ hen dub 6Salb, amit sch enn witd lrocknet: orr ub je Unrei⸗ Aamit es er nicht ch scht einigteh Salthe von der Glaßmacher⸗Kunst. 71 Saltze vermischet ist so setzet mans zusammen in einen Tiegel/ über ein Kohl⸗ feuer/ damit der Mereurius davon rauche, das Silber aber calciniret und pulverisiret auf dem Boden verbleibe; zu solchen Silber⸗Kalch mischet man wiederum, wie zuvor, gleich so schwer deß gereinigten Saltzes, und lässets miteinander in einen Tiegel 6. Stund lang im Feuer calciniren; Hernach süsset man diese Materien, mit warmen Wasser/ zum öfftern wohl aus, und thut das Silber in ein Glaß voll Wasser, läst den vierdten Theil verkochen, hernach erkalten und das Silber niedersetzen, alsdenn giesset man das übrige Wasser gar ab/ und ein anders darauf, kochet es auch wieder wie zuvor, und solches geschiehet zum drittenmal; Letzlich wird das Silber, wie oben ge⸗ dacht, in Aqua fort solviret. Vierdtens löste ich noch in einem andern Glaß in r. Pfund Aqua fortis, 6. Loth Salmiat auf; und goß, nach geschehener solution das klare davon ab; das aber/ was auf dem Boden verblieb/ that ich hinweg: In dem abgegosse⸗ nen klaren Wasser lolvirte ich 2. Quintlein Silbers, und nachdem es aufge⸗ löset, setzte ichs wohl verwahret beyseits. ö Fünfftens löse ich in einem andern Glaß. Loth Salmiae, mit r. Pfund Rqua fort, auf, nach geschehener solution that ich noch darzu deß Zinobers, Croci Martis(mit Schwefel, laut deß 16. Capitels bereitet) Lapidis Ar- meni, Ferretti Hispaniciwie im 14. Capitel gelehret) jedes. Loth: Nach⸗ dem ein jedweders absonderlich wohl gepülvert worden, that ichs zusammen in ein Kolben⸗Glaß, jedoch mit fleissiger Inachtnehmung derjenigen, welche in dem Aqua fort ein effer vescen⁊ oder Brausen verursachen können; Dann man muß hierinnen gemach thun, und vorsichtig seyn, damit die Arbeit/ im all die Materien überlauffen solten, nicht umsonst seye als dieses verrichtet, etzte ich das Glaß wohl verwahret beyseits. Sechstens, habe ich noch in ein ander Glaß r. Pfund Aquæ fortis ge⸗ than. und darinnen, nach gewöhnlicher Manier 4. Loth Salmiac aufgelöset, auch ferner darzu gethan, Croci Martis,(mit Esfig/nach Einleitung deß 12. Capitels, præpariret und calciniret) Zien⸗Kalch, der bey denen Glaßma⸗ chern sehr wohl bekannt ist wie auch præparirte Zafferæ, nach dem 12. Capi⸗ tel, und Zinobers, von jedem 2. Loth: dieses alles that ich, ein jedes vor sich wohl gepülvert, mit grossen Fleiß und sehr langsam/in das obige Aquam Re⸗- is, damit ich wegen deß Brausens, nicht alles auf einmal verderbte; als die⸗ es geschehen, setzte ichs wohl verwahret auch beyseits. Zum Siebenden that ich in ein gleichmässiges Kolben⸗Glaß ein Pfund Aquæ fortis, löste darinnen 4. Loth Salmiac auf, und that ferner darzu ein Loth Minii, 2. Loth Grünspan, Antimonii crudĩ, Capitis Vimen ItrIO 72 ANTONIINERI Anderes Buch, Vitrioli jedes 1. Loth; Diese Stücke alle, that ich ein jedes vor sich gepülbert, nach und nach hinein,damit ich das starcke Brausen und Aufwallen, welches gemeiniglich zu geschehen pfleget, in etwas verhüten möchte; solches hebte ich auch wohl verwahret auf. ö Zum Achten solvirte ich in einem dergleichen Kolben⸗Glaß, 4.Loth Salmiac, mit einem Pfund Aqua fort, und fügte darnach ferner hinzuz Loth Rausch oder Zitter⸗Kupffer,(wie in 21. Capitel gelehret worden) von der Piemontischen Magnesie, laut deß 13. Capitels, auch Kupffer⸗Hämmer⸗ schlag/jedes 1. Loth: Solches alles, ein jedes vor sich epülvert, that ich gantz langsam, mit fleissiger Verhütung deß Aufbrausens, hinein, und setzte es also wohl verschlossen beyseits. Zum Neunten löste ich nochmals 4. Loth Salmiac,/mit t. Pfund Aqua fort, in einem andern Glaß auf/ und that noch darzu, Auripigmenti, Arse- nici Crystalli, und der Kermesin Laccæ, jedes r. Loth: Solches thate ich, nachdem ein jedes insonderheit wohl zerrieben worden, mit grosser Behut⸗ samkeit in das Glaß, und hebte das vermachte Glaß auf. Diese 9. Kolben⸗Gläser ließ ich wohl verschlossen r. Tage lang bey ei⸗ nem warmen Ofen stehen, und rührte solche zum öfftern täglich herum: damit die Materialien von dem Aqua fort wohl zertheilet, und deroselben Tinctur wohleröffnet werde, als welche, so sie nicht wohl eröffnet worden, eine schlech⸗ te Würckung giebet; Nach diesem goß ich alles Aqua fort, samt den ingre⸗ dientibus derꝰ Kolben⸗Glaserlangsam und gemach in ein eintziges grosses, und starckes Glaß; denn sie brausen sehr/indem sie sich miteinander vereini⸗ gen,/ derowegen muß mans/ im zusammen schütten sonderlich/inacht nehmen. Dieses grosse Glaß ließ ich also 6. Tage lang stehen, und schwänckte es täglich hetum; nach diesem setzte ichs in eine Aschen⸗Capell/ und gabꝛg. Stun⸗ den lang ein gelindes Feuer/ damit das Aqua fort abrauchete; allhier aber ist u mercken,/daß dieses grosse qKolben⸗Glaß,vom Boden an biß auf die Helfte esselben wohl beschlagen, oder lutirt seyn müsse, auch muß man auf die Letzt ein gar gelindes Feuer geben, damit die Pulver wegen allzu starcker Hitze nicht verderbet werden; es darff nur das Wasser abrauchen, der beste Theil aber von denspiritibus soll bey den Pulvern verbleiben, und auf solche Wei⸗ se wird das Pulver gute Würckung und Nutzen im Glaß schaffen. Wer das abrauchende Wasser verlanget, der kan einen Helm aufsetzen und einen Kecipienten fürlegen, auch die Fugen wohl vermachen; dieses Wasser kan man als denn wiederum schärffen oder verstärcken, wie wir sol⸗ ches an seinem Ort berichten wollen. Auf dem Boden deß Glases verbleibet ein grünlich⸗gelbet• olchem — von der Glaßmacher⸗Kunst. 75 Hcübett— aceg solchem nahm ich, gleichwie bey dem ersten Calcedonier, gleiches Gewicht, tohebteich und Quantität und setzte es dem gexeinigten Glaß bey; dieses Glaß aber, wie oben schon erinnert worden, muß von den Crystallinen Stücken, nicht 0, Llth aber aus der Fritta, bereitet seynʒdenn sonsten würde die Sache nicht angehn. uz Loth Sonsten werden hierbey, wegen der Zeit und dergleichen, diejenigen ) von der Regeln, wie bey dem ersten Calcedonier gelehret, beobachtet. Hammer⸗ Hernach gab ich ihm zu rechter Zeit, wie oben in der vorigen Composi- oal ichgant tion deß Caltedoniers/mit gebrannten Weinstein gläntzenden Camin⸗Rus che e und Croco Martis(der mit dem Essig præpariret) die gebührliche Dunckel⸗ heit mit Achthabung gleicher dosis, Fleiß und Tempo, wie beym ersten ge⸗ undAqu schehen ist. 4366 ö nti, Arle. Nach Verfliessung der 24. Stunden, ließ ichs mit der Zange wohl thate ich, durchwalcken, und zum öfftern wiederum erhitzen. Diese zte Manier, den Behul⸗ Calcedonier zu machen, habe ich zu Antorff versucht, 1607. im Monat deß enners zu welcher Zeit ich mich allda aufhielte, und zwar etliche Jahr in deß Hbehei⸗ errn Emanuelis Ximenij, eines Portugisen, Antorfischen Bürgers und ndamit Ritters S. Stephani, Behausung; der war ein ingenieuser und erfabrner Iinctur Mann in allen Wissenschafften, ber alle andere, so ich in Nieder⸗Teutsch⸗ eschlecht land jemahls gekannt und gesehen habe. Ingleichen habe ich zu Antorff,mit Uingre⸗ diesem Pulver, in dem Glaß⸗Ofen deß Herrn Philip Giridolphi, eines sehr ögroset leutseligen Mannes/einen so schönen Calcedonier gemacht, daß solcher auch, rinn an Schönheit der Farbe, einem Achat weit vorgieng Es sahen auch gedach⸗ knehwen ten Stein viel Edelgestein⸗Arbeiter mit Verwunderung an/ sagende/ daß es väncktett die Natur nimmer so hoch bringen könte: Dieser Calcedonier war unter al⸗ E len, so ich jemals bereitet hatte/ der allerschönstez denn seine Schönheit ersetz⸗ 10 te und belobnte die verdrüßliche Müh, und langweilige Arbeit gar wohl. ier aberi De Fürst von Oranien ließ sichyom gedachten Stein, zwey Geschirr hha machen, weiche Ihme sonderlich wohl gefielen: Endlich sage ich noch dieses, Ifbitl wird das Aqua fort gut, und die Ingredientien wohl bereitet seyn, so wird deet di das Werck noch schöner, als ichs allhier beschrieben habe Chel werden. Nche Wei⸗ naussehen diseß iewit sol⸗ berhon suchen ohann 74 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 2. Buch Johann Kunckels Rnmerckungen über das Mndere Buch ANTONILINERI Bon der Glaß⸗Kunst. Vom 37. biß zu dem 4 1. Capitel. lte ich nicht nöthig was zu erinnern, als dieses, daß man deß Autoris Lehre wohl in acht nehme. Es weiß doch fast .ein jeder Glaßmacher oder Liebhaber der Glaß⸗Kunst selbst wohl, wie man ein Scheidewasser oder Aqua fort destilliren soll: Das Aqua Regis betreffend, so ist die Proportion, mit dem Sal⸗ miac gar recht, nemlich in einen jeden Pfund 4. Loth, wiewohl es fast noch zu wenig ist. Den Weinstein zu brennen ist auch deutlich genug beschrieben. Vom 42. Capitel. Dad ist ein sehr feiner Modus, den der Autor hier beschreibet: und hat sich hierinn der vielbelesene Herr D. Merrett geirret, nemlich, daß der Ruß und der Weinstein dem Glaß gar keine Farbe mittheilen sollten oder könten: Zwar an und vor sich selbst, oder al⸗ leine, geben sie wenig Farbe; aber die verborgenen Farben hervor zu bringen, und solche zu erhöͤhen seynd sie nicht wenig dienlich, sonderlich der Ruß/ welcher gewiß bey andern Compositionen das Seinige, in Hervorbringung der Farben, sehr wohl thut. Experto erede Ruperto. Vom 43. und 44. Capitel. diesen Capiteln ist, vors erste, die Mahler Lacka in Aqua fort, weniger als nichts nutze. Zum andern, macht der — Antonii Neri von der Glaß Kunst. 7³ der Autor so viel Umstände von Bereitung deß Silbers mit Mercurio und Saltz ꝛc. daß sich zu verwundern; da es doch hierzu gantz und gar nichts dienet, noch etwas mehr thut, als schlechtweg ein feines Sil⸗ Uch ber. Ich habe die Proba hiervon, und wenn ich gleich solche nicht hätte, so müste es der gesunde Verst and geben; Denn gesetzt, es wäre das Silber nicht so gar rein, so sehe man doch nur zu, was in der gantzen composition vor so mancherley pecies, als Kupffer⸗Eisen ꝛc. ebrauchet werden! Was hat denn nun die grosse Mühe, das Silber 10 hoch zu reinigen, vor Nutzen, weil man solchem eben diß, was man kaum mit vielem Verdruß davon bringt, in der Composition überflüssig wieder zusetzt. ꝛc. Der Autor macht diese Composition 6 nur sehr schwer und kostbar, da sie doch mit viel geringerer Mühe fs und Kosten könte gemacht werden, als nemlich: Wenn ich erstlich 6 das Silber alleine, in seiner gebührlichen Quantität Scheidewasser, ss aufgelöset, so nehme ich alle die andern Pulver, die im blossen Schei⸗ en sll dewasser oder Aqua fort sollen oder können aufgelöset werden, und uSal mische solche auch, nachdem ich jedes abgewogen, alle untereinander, rohles thue sie in ein Kolben⸗Glaß, welches so groß, als die roportion er⸗ deuhlich fordert, und giesse Scheide⸗Wasser nach und nach daran, biß die Pulver und Scheide⸗Wasser gäntzlich verbrausset, oder sich vereiniget; alsdenn giesse ich noch ein gutes Theil Scheide⸗Wasser hernach, und lasse es stehen. Was aber im Aqua fort, so mit Salmiac zugerichtet, nebet: und alsdenn aqua regis genannt, zu solviren ist, nehme ich gleichfalls 11 alle dieselben ingredientien, wäge solche ab, mische sie untereinan⸗ ne Fathe der, und thue sie nach und nach ins aqua regis, lasse sie auch vier oder cb und zwantzig Stunden stehen, hernach giesse ich beyderley dolutiones, Rporfn zusammt dem absonderlich lolvirten Silber zusammen in einen noch sondelsch grössern Koiben, und nachdem ichs drey Tag und Nacht(welches Ile, K gar genug ist) in gebührlicher Wärme stehen lassen, habe ichs gelinde upeo abgezogen und gebraucht, da ich denn mit leichterer als halber Mühe, und weniger als der Helffte Scheidewasser eben das verrichtet, was unser Autor mit doppelter Arbeit kaum mag verrichtet haben. Raen K 2 Ich „ naht de 0 I * à 5 5——*————;;— 4—.—**—:—— 478—* 28———..———————————.——— ——** x 77* ¶ 7 SeeeeeeeeE eeeeeeeee--..— SDPDiEESESSeeeeeiiiiiii‚i‚i‚ꝑ‚x‚i‚i‚‚e‚tt...I.I.—————.—— — επἀ————— I—————————— ..—————— 2—.— 2—— I‚SSSEEE 76 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 2. Buch ꝛc. Ich muß bekennen, daß dieses eine der allerschönsten, lustigst/ und angenehmsten Art der Glaser ist; es bleibet aber darbey, daß solche + die meiste Mühe, Fleiß und Aufsicht erfordern und vonnöthen aben. Im übrigen aber so ja jemand das Silber gantz pur und rein, von allem, das demselben sonst natürlicher Weise anhängt, haben und zurichten wolte; der nehme das feine und durchs Bley abgetrie⸗ bene Silber, körne solches klein, und nachdem er es mit 2. Theil Salpeter und einem Theil Borras vermischt, lasse ers in einen Tie⸗ gel, der vor den Einfallen der Kohlen und anderen Unreinigkeiten wohl verwahrt sey, schmeltzen, so wird er das Silber um ein gutes rei⸗ ner, und darbey eine blaulichte Schlacken bekommen, welche Blaue allein von dem Kupffer, so noch bey dem Silber verborgen gewesen, herrühret, und ihr auch das Bley nicht nehmen können; ja manches Bley, sonderlich das im Lande zu Meissen, oder denen Kupffer⸗ Bergwercken gefunden wird, hat ein dergleichen verborgenes Kupffer selbst bey sich, und theilet solches im Abtreiben, dem Silber mit. Dieses Schmeltzen mit Nirrum und Borras kan zum drittenmahl wie⸗ derholet werden, so wird man die Schlacken, ob sie wohl zum zwey⸗ ten mahl noch etwas grünlicht, zum drittenmahl gantz klar und rein wie ein Crystall sehen; doch müssen die Tiegel allezeit von aller einfal⸗ lenden Unreinigkeit wohl verwahret werden. Das Silber aber ist völlig und gantz rein, also, daß aus demselben nimmermehr eine blaue, grüne oder andere Coleur, welche alle dem Silber nur zufälli⸗ ger Weise anhangen, zu bringen oder extrahiren ist, es wäre denn, daß dergleichen ihme wieder zugesetzet worden. Und so viel habe ich⸗ in diesem Zweyten Buch, vor dißmal, zu erinnern/ nothwendig befunden. 0 * 2 9 — . K58N R8 ssond Das dritte Buch/ daß oich ä vonnöthen Ho N der Glaß Runst ‚ ind rein ITPON RI 3,00 ANTONII NEN Wah von Floren. 1 2 Wh Der Inhalt dieses Drittens Buchs. einen Ti⸗ Lerinne den gezeiget die wahren Arten, wie man im Glaß Ritenwohl 2 0 Latdene Fende; Wieuch die Farbe der Granaten, Amethy- gutes tti en und Sapphiren: Ingleichen die schwartze, Seyden⸗Farb, he Blaue) Milch⸗Marmor- und eine völlige rothe Farb: So wohl eine igewesen, ö Manier, die Frittam aus dem Berg⸗Crysiall zu machen, auch das mancheh Glaß,/ Perlenfarbicht zu tingiren; samt noch andern der Glabhmacher⸗Kunst Kupffer⸗ nöthigen und nützlichen Particular⸗Stücken. huhffer Das 45. Capitel. ber mi. Von den Farben, die in diesem Dritten Buch zu machen gelehret werden. raslwie SE wird in diesem dritten Buch gelehret die Art und Weiß, wie man nwed die Gold⸗Farb in dem Glaß herfüͤr bringen und bereiten soll; inglei⸗ und rein chen auch die Granat⸗und Sapphir⸗Farbe;auch die schwartze Sei⸗ Her einfal den⸗Farb⸗Milch⸗ und Marwor⸗Farb/ wie auch die völlige Rothe und Per⸗ r abet st len⸗Farb, und zwar— solches gezeiget auf mancherley Art; deren eine er denn die ändere ist.— Huh 223 Es wird auch eine sonderliche Manier gezeiget, die Frirram aus dem hl fils Berg⸗Crystall zu machen, welche eben so wohl, gleichwie die gewöhnliche vite denn, Fritta, gestossen wird, damit daraus aller hand schöne und weisse Geschirr be⸗ ilhah 0 reitet werden. ö n/ Daß aber nicht, der obgedachten Farben/eine und andere denen Künst⸗ lern schon bekannt seyn werden, ist kein Zweiffel, jedoch aber Allen nicht alle Farben: Denn es wissen wenig, die rechte Gold⸗und die völlige rothe Farb, (als welche schwere und verdrüßliche Farben in der Hlaßmacher⸗Kunst) wol zu machen: In Ansehung, daß man in deroselben Bereitung eine solche ge⸗ naue Obsicht haben muß/ wegen deß Gewichtes, der Zeit, der Umstände und der ingredientien; denn so in solchen nur das Allergeringste versehen wird/ so wird alles verderbet, und kommen gantz verkehrt herfur. Dal ————.————— Iee——— —————— ͤ———4 ——.— /————— ——.———————— —.— — 2— 2 ————— 78 ANTONIINERI Orittes Buch, In diesem und allen andern Farben aber, beschreibe ich alles so genau und eigentlich, daß sie mich sonder Zweifsel, alle wohl verstehen, und die ge⸗ dachten Farben, absonderlich aber die Gülden⸗ und völlige röthe Farb, voll⸗ kömmlich/ auch nicht sonder Lust und Vergnügung, werden bereiten können. Das 46. Capitel. Diem Glaß die güldene Farb zu geben. Imm von der Fritta Crystalli, aus dem weissesten Tarso bereitet, 2. Theill denn diese Fritta ist hierzu viel besser, als die jenige welche aus demSand bereitet worden/)und ein Theil von der Frittakochettæ, welche auch mit Tarso gemachet. Dieses alles soll wol untereinander gemischet, und zerstossen werden. Ailsdenn thut man zu 100 Pfund dieser Vermischung 1. Pfund, de6 ro⸗ then und von rothen Wein gesammleten, in grossen harten Stücken ange⸗ schossenen Weinsteins: Dieser rohe und rothe Weinstein wird zerstossen, durch ein enges Sieb geschlagen, und zu jedem Pfund 1. Pfund der Piemon⸗ tischen Magnesie gethan, welche, nach Anleitung deß 13. Capitels, gepræ- Pariret worden seyn: Diese 2. Pulver, nachdem sie wohl unter einander ge⸗ menget, werden alsdenn mit den obigen Frittis vermischet zusammen in ei⸗ nen Topff gethan, und 4 Tag lang bey dem gewöhnlichen Ofen Feuer ge⸗ kochet. Es soll aber diese Mixtur, weiln sie das Glaß sehr aufblehet, nach und nach in den Topff getragen oder gethan werden, damit(wenn es zu gähe tause. geschüttet würde,) das Glaß nicht über⸗ und zum Ofenloch heraus auffe. ö Nachdem nun das Glaß wohl gereiniget und gefärbet ist worden (welches gemeiniglich innerhalb a. Tagen zu gescheben pfleget) so kan es zu Geschirren und dergleichen Sachen verarbeitet werden: Denn es wird die dosis dieser Materialen, ein überaus schöne Farb geben: Im Fall man aber die Farb zu grossen Geschirren etwas heller oder dunner verlanget; so darff man dem Glaß,/von dem Pulver nur etwas wenigers zusetzen, als denn wird es zu dergleichen Arbeit gar recht seyn: Wenn man aber kleine, geringe und dünne Arbeit machet, so ist die erste dosis mit dem Pulver zu bchalten o werden sie hell und durchsichtig genug werden: Denn die kleinere Glaß⸗ ercke fordern eine mehrere Quantität der tingirenden Materien, als die grösseren. Das dicke Glaßmacher⸗Rohr aber/von den Ftaliänern da Spiei babene ben Weinstein/ und von der Magnesie, fast nur den n ö El — von der Glaßmacher⸗Kunst. 79 ithn Es ist aber wohl zu mercken, daß beyde Fritten, nemlich Crystalli und Farb 1—1 Rochertæ, aufs beste gemischet und vereiniget seyn müssen: Der Weinstein 0 60 bb muß von rothen und nicht von weissen Wein seyn, denn solcher hierzu nichts anll. nutz istʒ auch muß er dicke und in Stücken, nicht aber gepülvert oder von klei⸗ nen fragmentis seyn, denn solches auch unnützlich wäre. Die Magnesie soll allezeit von der Piemontischen seyn: Das Pulver se⸗ tzet man, ehe das Glaß zerschmeltzet, der Materie zu, denn sonsten würde es nicht tingiren; Es soll auch alles, nur nach und nach, oder stückweiß, in den —— 2 Topff getragen werden. ö ö ö Onen⸗ Nimbt man diese Regeln in acht/ so wird es zu einer sehr schönen Gold⸗ ochette, Farb werden: Verlanget mans aber noch schöner, so darff man nur an statt der Frittæ Rochettæ, lauter Frittam Crystalli nehmen, so wird man eine tuerden. noch schönere und lieblichere Gold⸗Farb bekommen: Und diesen modum, er⸗ Meß to⸗ wähnte Farben zu machen, habe ich allezeit gehalten; auch ists mir, so offt ich sosey, solches gethan, allemahl sehr wohl gelungen. 0 Das 47. Capitel. derge⸗ Eine Granat⸗Farbe zu machen. nin e An nimmt von der Frirra Crystalli und Rochettæ, jedes gleichlbiel, ver ges V ver mischet sie wohl, und setzet zu 20.. Pfund solcher Mixtur, r. Pfund ach und der præparirten Piemontischen Magnesie, wie im 13. Capitel geleh⸗ ju gähe ret worden, und 2. Loth der præparirten Zasteræ: diese 2. Pulver, nachdem hetaus sie zu sammen gethan/werden mit den obigenbrittis, wohl untereinander ver⸗ mischet, und also mit einander nach und nach in den Topff gethan, um das vorden, Aufbrausen der Magnesie zu verhüten, auch damit das Glaß nicht umkom⸗ an es zu me: es soll auch die Zatlera mit der Magnesie wohl vermischet seyn: denn sie wird die mach et eine lebendige Farbe, und giebet derselben einen schönen Glantz. ian aber Wenn nun 4. Tage verflossen, auch das Glaß wohl gereiniget, und ge⸗ so darff färbet ist so kan man, solches zu verarbeiten, Hand anlegen Und dieses ist die nn wird d3osis der Magnesie/ zu den Geschirren, von mittelmassiger Gröfse, damit die eunge Farbe recht völlig werde: Die lleinere Geschirr erfordern mehr, wie zuvor ale, erwähnet, von den tingirenden Pulvern, hingegen die grössern weniger; Es eGah⸗ muß die Glaß⸗Farbe warhafftig, nach Erforderung der Geschirr verstär⸗ alsdie cet oder verringert werden, welches aber gäntzlich der diseretion deß ver⸗ dadpiei ständigen Künstlers, welcher das Pulver zusetzet, überlassen murden wird. Das Ei ANTONIINERI Orittes Buch, Das 48. Capitel. Eine Amethysten⸗Farbe zu machen. MI nimmt hierzu die Frittam Crystalli, welche aus Tarso aufs fleissig⸗ 9486 ste bereitet worden; eh man sie aber in den Topff thut/ wird einem je⸗ den Pfund, 2 Loth deß wohlgemischten, und unten beschriebenen schetwo⸗ beygesetzet: Nachdem nun solches alles wohl untereinander vermi⸗ chet worden wird es nach und nach, gleichwie bey der vorigen Granat⸗Far⸗ be/ in den Ofen gethan. ö Wenn nun das Glaß wohl gereiniget, und mit einer warhafftigen Ame⸗ thysten⸗Farbe wird gefärbet seyn; so kan man solches verarbeiten. Es ist allhier zu mercken,daß diese Farbe keine an dere, als die Frittam Crystalli erfordere; solche aber kan, nach Erforderung der Arbeit, verstär⸗ cket ober verringert werden. ö Das Pulver, welches zu dieser Farbe dienet, ist nachfolgendes: Nimm DPfund der Piemontischen Magnesie, die nach dem 13. Capitel sey gepræ⸗ Pariret worden, und 3. Loth von der præparirten Zaffera. diese zwey Pulver vermischet man wohl, und setzet sie/ wie oben gelehret/der Frittæ Crystalli zu/ so wird das Glaß eine warhafftige Amethysten⸗Farbe bekommen. ö Das 49. Capitel. Eine Sapphier⸗Farbe zu machen. An nimmt Frittam Rochettæ, und zu 100. Pfund von solcher, thut man r. Pfund von der præparirten Zaffera laut deß 2. Capitels) und 2 Loth von der præparirten Piemontischen Magnesie: Dieses alles wohl zusammen gemischet, thut man in den Ofen, damit das Glaß ge⸗ schmeltzet und wohl gereiniget werde:nach diesem rühret mans wohl um und sihet zu/ ob die Farbe völlig genug sey, damit sie, wenn es vonnöthen, könne verstärcket oder geschwächet werden/ und alsdenn wird es verarbeitet; so be⸗ kommet man eine schöne Sapphir⸗Farbe, welche der doppeltenConstantino⸗ politanischen Veilchen⸗Farbe gleichet; und solches rühret her von der gerin⸗ gen dosi der Magnesie, wie ich solches zu Pisis öffters, und zwar allezeit mit gutem Fortgang erfahren habe; Jedoch aber wird diese Farbe viel schöner werden, als ich zu sagen mich allhier unterstehe, wenn sie aus lauter Fritta Crystalli, wie hiernechst folget, bereitet wird.—— Das — von der Glaßmacher⸗Kunst. 81 Das fo Capitel. Eine viel schönere Sapphier⸗Farbe zu machen. ust fissg⸗ An nimmt an statt der Frittæ Rochettæ, die allerbeste Frittam Cry⸗ Dehemfe⸗ X stalli, und setzet ihr das vorgesagte Pulver zu, in gleicher doll, wie vor schikbene gemeldet, so wird man eine schöne und gläntzende Farbe bekommen: der berni daraus können, nach Belieben, allerley Geschirr verfertiget werden. ö auatchu Es ist zu mercken, daß man das tingirende Pulver, aus der Magnesie und der Zaffera, der Erittæ zusetze, eh und bevor das Glaß schmeltze, denn ihenAme das geschmoltzene Glaß nimmt die Farbe schwerlich/ oder doch nur also, an, daß es nicht tauget. e Frittam 1 ö Eine schwartze Farbe zu machen. Nimm An nimmt die eintzlichen Glaß⸗Stücklein von allerhand Farben, zu geprz. solchen thut man die Magnesiam und Lalleram, und zwar der Mag⸗ Pulher mesie nur hald so viel als der afferæ, wann nun dieses Glaß wohl ge⸗ Hallihu, reiniget, alsdenn kan es gearbeitet werden, so wirdes eine schwartze Seiden⸗ ö Farbe haben, welche nicht allein zu denen Gläsern gläntzend und schön, son⸗ dern auch zu allerhand anderer Arbeit angenehm und tüchtig seyn wird. Das ꝛ. Capitel. 67 Eine schönere schwartze Farbe zu machen. wpitck) M'u nimmt von der Fritta Crystalli, wie auch von der Fritta Rochet⸗ Dih æ, jedes 20. Pfund, Bley und Zinn⸗Kalch 4 Pfund, dieses vermischet* Gaßge man wohl, thuts in einen warmen Topff, und setzet es in den Ofen: 8. Iumund Wenn nun das Glaß wohl gereiniget/ so nimmt man deß calcinirten und ge⸗ ö kume pülberten Stahls,/ wie auch deß gepülverten Eisen⸗Hammerschlags, eines so A + 0 viel als deß andern, und vermenget beydes wohl miteinander. tzsobe Von solchem vermischten Pulver thut man 12. Loth zum gereinigten stantiho' und geschmeltzten Glaß, und rührets wohl durch einander, denn es blebet sich der gerih⸗ das Glaß von diesem Pulver sehr auf: hernach lässet mans 2 Stunden ste⸗ ö Leheit mi hen doch, daß mans zuweilen umrühre: Endlich kan mans verarbeiten, so elschöher wird es die allerschönste Schwärtze /gleich einer Seiden, auch zu allerhand ter kriu Arbeit tüchtig seyn. ö 1 Das L Das — **— —————————————— ‚p ————————— —— — — s:Ks.——ͤ—3344448885———9—8—9—9—2—2.2.2.22222 9 S—.— —.———————————=.—— — d——.———— 7 0 El — 4 II . 51½ ö ö 0 ½ ö 4666 5 0 AWün Wl INI. A. AR 4½0 NA — III 4 AH N It N II R II 3 VV 4 * RTI WMI ** W V. NI * MAH WMI 7 19 I * n I V. 14 + RA +* W ö N. 99* M 9 AINI N „ ‚ f½79** * ,J N 494 WI 5. I 2—* 6 f 4 WMW 7 84 ö W A. + 3 + IIN. V WII 1 NWINI DIITU W 1 EU—+ * I —*7 I v V ö 7— RN NN IEe * ö 6 40 IININ ö l * VN 45 + · WM 2* 4 + W V 28 W Ul 5 ö N 1 IB. ** I I x N AINN 2 4 f WE ö In — % MNN“ W RNIN II — N * 4 ö V A — ö 4 1 l ANRIMAN 4 W RII n IWW RIG AWUINI 1 1 RN I WI 0 i MWüg *³3— 3 ANTONVI NEEI Drittes Buch, Das 5z. Capitel. Erine andere noch schönere schwartze Farb zu machen. An nimmt zu 100. Pfund Erittæ Rochettæ, 2. Pfund deß rothen ge⸗ pülverten Weinsteins, zu solchem thut man noch 12. Loth von derge⸗ puloerten Magnesie; solches träget man nach und nach in den Ofen, denn es schwillet sich sehr auf, damit es also gereiniget wird, welches ungefehr inner⸗ halb Wdennr Hrerundn ch lodenn rühret und wäschet man es wohl, so wird es eine über alle mas⸗ sen herrliche schwartze Farbe geben, welche alle andere übertreffen, und nen Geschirren dienlicher sehn wird. f 82 Das Ja. Capitel. Eine ausbündig⸗schöne Milch⸗Farbe zu machen. An nimmt von der Fritta Crystalli zwölff Pfund, auch von der Bley⸗ und Zinn⸗Asche 2. Pfund, nachdem solches alles wohl miteinander permischet/ so thut man noch v.Loth, von der präparirten Magnesie darzu; solches/ nachdem alles wohlmiteinander vereiniget, wird in einen heissen Topff gethan/ und nach ra. Stunden wohl umgerühret; und wenn die Far⸗ be nicht starck genug, so setzet man noch ein wenig deß obgedachten Kalches oder Aschen hinzu/ und lasset sichs wol miteinander vereinigen, so wird als⸗ denn das Glas innerhalb acht Stunden zum verarbeiten gut seyn, und eine sehr herrliche Milch⸗Farbe haben, dergleichen ich zum öfftern bereitet habe. Dias y. Capitel. Eine noch schönere und weissere Milch⸗Farbe zu machen. An nimmt zu 30. Pfund FrittæCrystalli.6o. Pfund Zinn⸗Asche oder * 6 Zinn⸗Kalch/und dritthalb Pfund von der wäpanirten Piemonkischen 80 5.5 amiteg önech 124r15 Omelen wohl gepuüͤlvert und in einen Topff ge. han, damit es durch die Schmeltzung gereiniget werde, welches inn b 15, 30 30 5 iin 0 9 welches innerhalb Diese Materi habe ich ins Wasser geworffen, hernach wieder in den Toypff gethan, und nachdem sie gereiniget gewesen, eine Probegenommen weil sie aber zu durchscheinend war, habe ich der Zinn⸗Asche noch I5. Pfund hinzu gethan,(die Zinn⸗Asche oder Kalch ist in den Glaß⸗Hüten ein bekann⸗ tes Ding/) hernach habe ich das Glaß etlich mal umgerühret, da ist es in ei⸗ 92 nem hen. hrothngz Hbon dag⸗ sendenng gefeht une/ beraleng Vund u de, der Blen⸗ leinander se darlu; en heissen die For⸗ uKalches wirdalo⸗ und eine litet habt. en. Asche bder nontischen Loyfge⸗ innerhalb her in den hommen . Mfund Nbekanl⸗ stes ine, hem von der Glaßmacher⸗Kunst. 83 nem Tage überaus schön, und weisser denn Schnee worden, worauf ich es verarbeiten lassen: Auf solche Weise habe ichs oft und vielmals gemachet, und ist mir allezeit wohl gelungen: Man machet auch mit der Fritta Ko- chetræ eine Milch⸗Farbe, allein sie wird nicht so weiß, als aus der Pritta Crystalli; wer derowegen etwas rechtes zu machen begehret, der soll allezeit die Frittam Crystalli nehmen. ö Das 56. Capitel. Eine Marmor⸗Farb im Glaß zu machen. NAn thut Frittam Crystalli in den Topff, und so bald sie nur geschmol⸗ ö tzen, verarbeitet man sie, eh sie noch gereiniget seye, so wird sie eine gnugsame schöne Marmor⸗Farb geben. ö —.—— Das 57. Capitel. Eine Pfirschen⸗Blüth⸗Farb, dem Milchfärbichten Glase zu geben. (Enn die Piemontische präparirte Magnesie dem Milchfärbichten Glase zugesetzet wird, so giebet es eine Pfirschen⸗Blüth⸗Farb, solche muß aber geschwind verarbeitet werden, denn die Farb vergeht gar bald. Das 58. Capitel. Die völlig rothe Farb zu machen. An nimmt 20. Pfund von der Fritta Crystalli,. Pfund von den Stücken deß weissen und hellern Glases, und 2. Pfund gecale nirtes Zinn; solches mischet man alles zusammen, läst es in den Topff schmeltzen und reinigen: Nachdem alles geschmoltzen, so nimmt man deß calcinirten und subtil⸗geriebenen Stahls, auch deß klein⸗gepülverten Eisen⸗Hammer⸗ schlags, jedes gleich viel; solches menget man wol unter einander, alsdenn nimmt man dieses Pulvers ungefehr vier Loth, und setzet solches dem gerei⸗ nigten Glaß zu, und rührets wohl durcheinander; allein man muß acht dar⸗ auf haben, denn dieses Pulver blehet das Glaß erschrecklich auf; alsdenn 190 le t welches innerhalb fünf oder sechs Stunden zu ge⸗ ehen pfleget. ö Man muß auch in acht nehmen, daß deß Pulvers nicht zu viel genom⸗ men wird/ denn sonst würde das Glaß schwartz werden; da es doch nicht dick, sondern durchsichtig oder dunckelgelb an der Farb seyn solle. Wenn nun diese Farb erscheinet, so ist es recht, und nimmt man als denn ungefehr anderthalb Loth deß rothen Kun welches, nach Innhalt deß 24. ———— —————— ————————7 W— PSPSPSP‚P‚P‚P‚PIPPPI‚‚‚‚‚.IFIIIII——————3 2———..———————— —— 2.— ——— E. —. —.—.—————— —— —..— II—. 8⁴ ANTONIINERI DOrittes Buch, 24. Capt lels/gecalcinirer, und wohl zerrieben ste worden; si olches setet man zu dem obigen Glaß, und vermischets zum öfftern: wenn nun solches zum zten ober aten mahl geschehen ist, so wird eine Blutrothe Farb erscheinen: Man muß derowegen zum öfftern eine Prob davon nehmen, und wenn die Farb recht seyn wird/ kan sie alsobalden verarbeitet werden: denn wo solches ba geschiehet, so bergehet die rothe Farb/ und wird an siatt dersel⸗ en schwartz.— 4.—— Uber dieses, damit die Farb nicht verderbe, muß der Topff offen und nicht zugedecker senn auch alles mit grossen Fleiß gearbeitet werden: Inglei⸗ chen muß deß Pulvers vom calcinirten Stahl und Eysen⸗Hammerschlag nicht zu viel hinein gethan werden, damit das Glaß nicht dunckelschwartz, sondern durchscheinend und dunckelgelb werde, so wird es alsdenn, mit Zu⸗ Mach. 9 905 rothen Kupffers, sehr schön werden; dergleichen ich öffters ge⸗ machet habe. Endlich ist auch zu mercken, daß man den Topff, so viel als möglich ist/ nicht erhitze oder zu heiß werden, auch nicht über 10. Stunden in dem Ofen bleiben lasse: Im Fall sieh zwischen dieser Zeit die Farbe verliehren solte, wel⸗ ches zuweilen geschiehet, kan man sie, mit Zusetzung eines neuen Pulvers/aus dem Eisen⸗Hammerschlag wieder zu wege bringen; Und weiln dieses eine be⸗ schwerliche und verdrießliche Arbeit ist/ als muß man desio grössern Fleiß hierzu anwenden. Das 50. Capitel. Das Berg⸗Crystall zu machen. S wird das Berg⸗Crystall in einen Tiegel, der vor aller Unreinigkeit unbAschen wohl bederket sey wohl geglüet hernach im kalten Wasser aygelöschet und caleiniret: solches wird g. mal wiederholetralsdenn wird er getrocknet, und auf einem Reibstein zu einen un begreifflichen Pul⸗ ver gerieben. ö Dieses Pulver wird mit dem Saltz deß Levantischen Pulvers(wel⸗ cheslaut deß 3. Capitels/ in einem Glaß⸗Kolben bereitet und gereiniget wor⸗ den) vermischet, ind zu einem rohen Glaß oder Fritta gemachet; diese thut man, mit gebührlichen Gewicht der Magnesie, in einen sehr heissen Topff, hält solchen im Ofen, und wirsit alsdenn die Materiam,/ zu seiner Zeit, wie bey dem Crystall vermeldet, öffters ins Wasser, nach diesem wird es aufs beste gereiniget, und, dem Gebrauch nach, gleich einem andern Crystall ver⸗ arbeitet, so wird man Wunder bey solchen erfahren. 3 Das i.‚‚..‚‚....———— — von der Glaßmacher⸗Kunst. 85 bschetman* n Wie man die Perlen⸗Farb in Crystall bereiten soll. wenn dit un setzet zu einen geschmoltzenen, und gereinigten Crystall den Wein⸗ mosalche stein, welcher zum 3. oder 4. mal biß zur Weise gecaleiniret worden: lalt dersel ö diees wird Wcht untereinande; gemischet, und die Zusetzung mit neuen Weinstein so lang wiederholet, biß das Glaß Perlen⸗farbicht wird. i— Hiervon kan derce esah keine Pestehe Maas und Regel geben, denn die⸗ Ingle⸗ e gantze Sache in der Erfahrung bestehet. nmerschlag seg Wenn nun die Farb recht und gefällig seyn wird, so muß solches Glaß ahsctwart, alsobalden verarbeitet werden: Denn sonsten die Farb leichtlich verschwin⸗ 2%/ mit3u det. Dieses ist mein Proceß, welchen die Erfahrung zum offtern bestätti⸗ öffters 90 get hat. 5 Johann Kunckels Ean Rumercküngen über das Sritte Buch cheineer ANTONILNERI Iabn Von der Glaß⸗Kunst. Das 45. Capitel. St ein gantz leer Capitel, und also auch nichts dabey zu dencken preinigkel oder zu erinnern. ö lten Wasa Im 46. Capitel. 10 005 Ird gehandelt, wie die güldene Farbe ins Glaß zu bringen N flchen sey. Es hat mir dieser hierinn beschriebene Proceß die al⸗— bets(wl lbergröste Müh und Verdruß, über alle andere, so in die⸗*0 einiget vor⸗ sem gantzen Buch enihalten, verursachet: Indeme die von dem Au⸗ 1 ; Nehthu tor beschriebene Bolis gantz unrecht und falsch ist. Ich habe im⸗ 60 essen Lupf merzu vermeint, es sey in der Lateinischen Persion ein Fehler gewe⸗ er Zeit vñ sen; nachdem mir aber das Italiänische(als worinnen es der Autor* adet u selbst beschrieben) zu Händen kommen, habe ich befunden, daß die 0 Lustallen Version mit demselben hierinnen gantz zutrifft: Ob es nun in O———— L3 dem ...— — — — ˙ ——————————— —ęt——— — ....—..— ———. — —.—— — 7—— V„ ** IFIIFI———.t:..——— —.— 2——2 DDSDDIi‚— ——.——.— 5———.———32— 2*————*—————— ———— EISDESEE. SSSISSIIII——————————————— SPDPIPPP‚PIPITITI—————.— ——————————————————— —.— S....— —.—.—.—.—.——..— — ——.— — 86 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 3. Buch, dem taliänischen Druck, oder von dem Autor selbst versehen, kan ich nicht wissen: Denn ein Pfund rother Weinstein ist viel zu wenig, zu 100. Pfund dieses Gemengs, hingegen ist auch ein Pfund Braun⸗ stein zu viel zu einem einigen Pfund Weinsteins. Zwar wären wohl I. biß fünffviertel Pfund Braunsteins genug zu den 100. Pfund Ge⸗ meng, aber 6. Pfund Weinstein sind noch fast zu wenig dazu, son⸗ derlich so derselbe nicht recht roth und schier schwärtzlich ist. Dannen⸗ hero mische ich zu einem jedem Pfund Weinstein ein Viertel⸗Pfund Kohlen von Büchen, Erlen⸗oder Bircken⸗Holtz, so ist ihm geholf⸗ fen, und wird sehr schön. Wann man dieses Glaß, gleich in dem, wenn es im schmeltzen ist, viel, wie ander Glaß mit dem Eysen rüh⸗ ren wolte: So hat es diese Art, daß es sich aufblehet, und so der Topff nur halb voll wäre, solte es doch wohl über und über lauffen: Derowegen muß es nur, wie es steht, stehen bleiben und verarbeitet werden. Hierzu ist dieses Gemeng, oder die Fritta, welche ich zu End deß ersten Buchs gelehret habe, sonderlich gut, nur daß das Saltz wohl und fleisseg gereiniget sey. Vom 47. Capitel. Iese Composition von dem Braunstein und Zaffera macht lange keine Granat⸗Farbe(als wozu mehr gehört) sondern viel⸗ mehr ein Spinel, wie ich denn denselben auf solche Art sehr schon ver⸗ fertiget habe. ä Vom 38. Capitel. EeN diesem Capitel hat man sich nur vornemlich nach der Zaflera zu richten, nachdem die gut ist: Denn so dieselbe zu sehr fär⸗ bet, spielet es zu viel in die blaue: so aber die proportion hierinn recht getroffen wird, gibt es einen über alle Massen schönen natürl⸗ chen Amethyst. Vom 49. und 50. Capitel. man ein recht schön Crystall⸗Glaß hat, das keinen grü sen Stich hat, sondern gantz klar und mit der Magnesie oder „ — fih Uehh Bum rchwohl unhGhe azu, aner/ Ebfund gehoß⸗ iudem, hen rüh/ s0 der auffen: urbeitet ich zu Aß das macht Hunpie hön ver⸗ Zaffera schr für⸗ hierinn natinl⸗ ien gti⸗ Hagnest oil Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 87 oder Braunstein bestens gereiniget ist, so darff man nichts als bloß Laffera oder Cobolt zusetzen, nach eines jeden Gutdüncken, mehr oder weniger, nachdem er die Farbe hoch oder niedrig haben will: Und ist durchaus nicht recht, was Porta hievon schreibet, daß mans stetig rühren muß; denn diese Farbe setzet sich nicht. Zudem muß man keine Coleur rühren, woraus man Edelgesteine oder andere Dinge will schneiden lassen: Denn die kriegen dadurch Blasen. Wel⸗ ches hie insgemein, als ein besonderer Handgriff bey Zubereitung der Edelgesteine, wohl zumercken ist. Vom 1. und 5ꝛ. Capitel. X beyde Sompositiones geben eine gar schöne Schwärtz, sonderlich diese im 5 1. Capitel: Denn durch die Ubersetzung der Blaue aus der Latfera ist es schwartz anzufehen. Dieses welches im 52. Capitel beschrieben wird, so es so lange steht, nemlich 12. Stunden, so bleibt es endlich; so mans aber länger stehen läst, so wird es was durchsichtig, und rauch⸗gelb. Im 53. Capitel. BHehtt der Autor abermahl einen trefflichen und Hauptsächlichen Fehler, welchen ich vor deme allezeit der Lateinischen Version zugerechnet, aber nun im Italiänischon einerley befinde, wiewohl ich vielmehr dafür halte, es sey in dem Italiänisihen Druck etwas aus⸗ gelassen worden. Besihe hierüber das 46. Capit. fammt meiner An⸗ merckung, daselbst will der Autor aus eben dieser Com position eine Gold⸗Farbe haben, nur daß er hie, zu hundert Pfund Gemeng 2. Pfund Weinstein und 12. Loth Magnesig oder Braunstein nimmt, da er im gedachten Capitel eines jeden dieser beyden ein Pfund will. Kan also hieraus nichts als ein helles und klares Glaß werden, weil die 12. Loth Magnesia unter 100. Pfund Gemeng zu einer Farbe im geringsten zureichen, sondern gantz und gar darinnen verschwindenz kan man also nur bey den 5 r. und 32. Capitel, als in welchen genug⸗ sam eine schöne Schwärtze angedeutet ist, verbleiben, und sich darnach richten. Vom Joh. Kunckels Anmerckungen über das 3. Buch, — Vom J4. Capitel. dieser, welcher im 39. Capitel gedacht, und daselbst ausfuhr⸗ lich zu machen gelehret wird. Wenn man aber dieser Com- position etwas vom Regulo antimonii zusetzet, nemlich 8. Loth auf 12. Pfund, so wird es noch viel besser, zumahl wenn der Kegulus erst calcinirt wird. ö Im Fy. Capitel. + Dhret der Autor daß die Composition, 18. Tage und Nacht im Ofen stehen soll, welches gantz unnöthig, sonderlich in unsern Teutschen Glaß⸗Oefen, da es nicht 3. Tag und Nacht stehen darff. Der Magnesia, welche der Auror hie gesetzet, ist auch zu viel, indem es auf diese Art mehr eine Pfirschen⸗Blüth, als weisse oder Milch⸗Farbe gibt: Kan also der Zusatz vom Braunstein nur nach der proportion deß vorigen Capitels eingerichtet, oder zu dieser gan⸗ tzen Composition 6. biß 8. Loth(aufs meiste) genommen werden. Vom 56. Capitel. wahr: aber es hat dreyerley sehr grosse Mängel: Erstlich Vors dritte, so es ja in der Arbeit gantz bleibet, wird es doch her⸗ nach von sich selbst an der Lufft zerfallen. ä Vom 5/7. Capitel. Je Pfirsch⸗Blüth⸗Farbe ist zwar recht, aber leichter ist diese, wozu ich am Ende deß ersten Buchs(zumahl bey dieser zwey⸗ O ten Edition, llwo ich das schönste Porcellain- Glaß zu ma⸗ chen angewiesen) Anleitung gegeben habe, da ich von der Glaßmacher Beinweis geschrieben. Wer aber dasselbe nicht haben kan, der muß sich auf solchen Fall dieses hier beschriebenen bedienen. 21 —4** ann Ver Zinn- und Bley⸗Kalch, so hier gebraucht wird, ist eben As hier der Autor von der Marmel⸗Farbe saget, ist wohl läst es sich übel arbeiten; vors andre, bleibt es selten gantz: „ — Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 89 Wann man hier die zu Ende meiner Anmerckungen über das erste „ist chn Buch befindliche Composition deß Porcellains oder Milch⸗ und Wafihn Beinweiß nimmet, so wird nicht nur die Pfirschblüth⸗ sondern alle esr Com. nachfolgende Farben, viel schöner, und doch nicht so kostbar, als . Kth a diese, so der Autor beschreibet; aus welcher man denn von allerley Far⸗ Regulus ben die allerschönsten Geschirr kan machen, allerdings auf die Weise, wie man die Farben in die Schmeltzgläser versetzet ꝛc. Die Composition der Sapphier⸗Farbe gibt hier Blümerant. Summa, man kan hier mit allerley Farben spielen, wie es einen jeden nur selber beliebet ꝛe. + 2 . Vom 58. Capitel. 5 1 Raht De rothe Farbe, wenn man sie nach der Art, wie hier der Auror „stauch lehret, machet, wird so gar roth, daß, indem man hernach die⸗ abweise ses(gefärbte Glaß nicht überaus dünne bläset, man auch die Röthe mrrnach nicht erkennen kan: Es ist aber in unsern Teutschen Glaß Oefen fast ist gal unmöglich zu thun, weil hierzu das Feuer auf eine gantz sonderliche uerde Art muß regieret werden. Ich habe hierinnen überaus grosse Müh angewandt, und kan auch, GOtt Lob, nebenst dem schönsten Ru⸗ bin, das feinste Roth machen; weil es mir aber gar viel Zeit, Müh ö und Arbeit gekostet, und eine sehr rare Sache ist, als wird mich 11 niemand verdencken, daß ichs vor dißmahl nicht gemein mache. lurgan Vompo Capitel. duch he⸗ 5 was die Berg⸗Crystall im Wiederumschmeltzen thut und thun kan, das thut auch allerdings der schwartze Feuer⸗ oder Flindstein(den man vielfältig im Feuerzeuge gebraucht, und daher wohl bekannt ist) je schwärzer man denselben findet und ist de, haben kan, je besser er ist. Man versuche es nun, und nehme von Neset pyg⸗ der Crystallen und diesen Steinen beyde zugleich in die Prob, laß ju ma⸗ und gehe mit jeden gleich rein und fleissig um, so wird man mit lahnache gnugsamer Verwunderung sehen und erfahren, wie dieser Stein ‚ r M seine Schöne präsentiren wird; nur ist er etwas beschwerlich klein zu kriegen, denn so man ihn zu viel mit dem Eysen rührt und tra⸗ M ctirt, VPam 9⁰ ANTONIINERI Vierdtes Buch, ctirt, so wird er hernach etwas grünlicht; ist also derowegen gute Be⸗ hutsamkeit vonnöthen. ö Im 60. Capitel. H es mit der Perln⸗Farb eben die Beschaffenheit, die es im 56. Capitel mit der Marmor-Farb hat; Denn ob es gleich eine schöne Perlen⸗Farb bekommt, so ist doch solche zum Glase nicht gnug⸗ sam beständig; weiln das Weinstein⸗(und alle andere Alcalische oder fixe) Saltz, mit welchen hier die Composition übersetzt wird, im wiederausschlagen seine Tücke niemahls lässet. Welches zum Beschluß dieses dritten Buchs wohl mag gemercket werden. Das Vierdte Buch. Von der Glaßmacher⸗Kunst/ ANTONILINERI von Florentz. Der Inhalt dieses Vierdtens Buchs. Jerinnen wird die rechte Manier, das Bleyglaß zu bereiten an⸗ gewiesen; ingleichen wie man das Bley ealeiniren, und aus dem⸗ selben eine schöne Smarggd⸗Farbe, wie auch die Farbe eines NIopas und Sapphirs; Item der Korn⸗Blummen oder Meer⸗ Syecht oder Meer⸗Elster⸗Farb, die Fleisch⸗Farbe, güldene — und die Farb deß Lazur⸗Steins bereiten soll: Wie nicht weniger die Berg⸗Crystall zu tingiren,mit einer beständigen Rubin⸗Farb/Balas-Topas- Opals-Sonnen⸗Blummen, und andern dergleichen sehr schönen Farben. Das 61. Capitel. Vom Bley Glaß. Ws Pleyglaß ist in der Glabmacher⸗Kunst wenigen bekannt; so viel die Farben betrifft, so ist gewißlich dieses Glaß, unter allen andern, wel⸗ che im Ofen bereitet werden, das allerschönste und edelste, mit welchen wir die Farben der Orientalischen Edelgesteine nachahmen können, welches mit dem Crystall, oder andern dergleichen Glaß nicht geschehen kan.* les — von der Glaßmacher⸗Kunst. 91 n gute By Dieses Glaß, wenn man in der Bereitung nicht sehr wohl, und gedau Nees in66 und allein darinnen, daß man nemlich das Bley recht zu calciniren und vie glich 10 Calcination gebührend zu wiederholen, wisse; denn je öffter es calciniret hich wiro/ je weniger es sich reduciren lässet und zerbꝛicht auch also desto weniger f— die Töpffe: Es muß aber allezeit ins Wasser geworffen, und nachmahls wie⸗ Alsche der geshm oihen werdenn Und so offt auf dem Boden deß Topffes etwas re⸗ wird, in ducirtes ley gefunden wird/ so muß solches allemahl fleissig herausgenom⸗ NBachaß men werden; denn sonsten durchlöchert es den Topff⸗Boden, oder zerreisset 5„„„'» V Das 62. Capitel. Das Bley zu calciniren. An calciniret erstlich das Bley in dem Oefelein, welches denen Töpf⸗ 0 fern wohl bekannt ist/ und zwar in ziemlicher Quantität; denn man kan innerhalb ꝛ Tagen viel Bley calcinirenzallein es ist zu mercken, „ daß das Oefgen nicht wärmer/ als ob man Glaß schmeltzen wolte, seyn müsse; sonst würde das Bley sich nicht calciniren. reiten an⸗ Wenn nun das Bley eine kleine weil geflossen, und eine gelblichte Haut daus dem⸗ bekommen hat, so ziehe man das caleinirte herab mit einem hierzu bequemli⸗ ade ente chen Eysen, und solches breitet man aus auf den innern Ofen⸗Heerd, welcher oder Meen von glatten und Feuerbeständigen Steinen seyn soll, und gegen den Mund⸗ oe/ gubere loch etwas herreichen muß: dieses alles weiln es insgemein sehr wohl bekannt weniger dit ist wollen wir mit Fleiß vorbey gehen; nur allein bemerckend, daß das Bley/ Ias-Topa welches einmahl caleiniret ist wiederum müsse in dem Ofen aufn Heerd aus⸗ hen Farden. gebreitet, und bey mässiger&ärme reverberiret auch mit einemEysen etli⸗ che Stund lang, stets umgerühret werden; da es dann in dieser andern Cal- ceination eine gelbe Farb bekommen: hernach wird es durch ein enges Sieb geschlagen, und was nicht durchfallen will/wiederum mit andern Bley calei- ynt; sobil niret: Und auf solche Weis, wird deß Bleys eine grosse Quantitat zu den andern e⸗ irdenen Geschirren und dem Gebrauch der Töpffer calciniret. mit welchg Sonsten ist vor allem zu mercken, daß der Ofen massig warm sey, denn sen, welche so es zu heiß ist/ wird das Bley nimmermehr calciniret werden. Fan. ö M 2 Das Do ————— V—. WAW 5*.* 3*— 4*—— ⁰ +**—** EENRR—“—*— II* 244 42—* —————*—— I*———— **——————— 5 3* 2 77.— 7**— ———.—.——————..— ISISIꝑISISISSieeEeeeeee‚eee‚EEAAIAIAIAIAIAIAII———————..—————————————————— 2—————— ne‚..— 2——————. — 2— ·—.———.——.—.—————————— 5—————— — 2———.—.———.————.— 2——————————.—— 22—.————.————— — D——————.———————————————FI——— ;jß—.......—————— * I F————— — H. —.— ANTONIINERI Vierdtes Buch, Das53. Capitel. Wie man das Bley⸗Glaß machen soll. An nimmt zum Exempel dieses gecalcinirten Bleyes F. Pfund, und . Rochettæ, oder deß Levantischen Pulvers, 12. Pfund; dieses, nach⸗ dem es aufs genaueste miteinander vereiniget, thut man in einen NTapff, und nach Verfliessung 10. Stunden(denn es wird in solcher Zeit sehr wohl ge⸗ schmoltzen seyn) wirfft man es ins Wasser. Wobey zu mercken, daß sich zum öfftern auf dem Boden deß Topfe,et⸗ was deß reducirten Bleyes befin det, welches sehr fleissig heraus zu nehmen, massen es sonsten den Topff durchbohret, zerreisset, und also alles verloh⸗ ren gehet. + I Und dieses ist eines von den fürnehmsten, welches in diesem Werck zu beobachten ist. Es ist auch über dieses fleissig in acht zu nehmen, daß die Bley⸗Körner, welche sich im Wasser befinden, und dem Bley⸗Glaß nicht an⸗ hangen, nicht wiederum in den Topff kommen; denn es mit dem obigen glei⸗ che Bewandnis hat, indem man sich alsdenn, sowol wegen Zerbrechung deß Hhenha. als einiges andern daraus erfolgenden Schädens zu be⸗ örchten hat. Wenn nun dieses alles in acht genommen, so thut man das Glaß wie⸗ derum in den Topff,welches alsdenn, nach abermaliger Verfliessung der 10. Stunden,/(aufs allermeinste) zum Verarbeiten tüchtig seyn wird: Und die⸗ ses ist die Manier das Bley⸗Glaß zů machen. Das 64. Capitel. Eine Manier, wie man das obgedachte Bley⸗Glaß verarbeiten soll. nderedergle hat, ein oder andere Sorten der Trinck⸗Geschirr/ oder andere dergleichen zum häußlichen Gebrauch dienende Gefässe, aus dem Bley⸗Glaß zu verfertigen, der muß von diesem Glaß gar ein weniges, mit dem Glaßrohr heraus nehmen, solches in etwas erkalten lassen, und denn endlich verarbeitenzvorher aber muß der Marmor wol gereiniget, und indem das Glaß ein wenig kalt wird) mit kalten Wasser wohl angefeuchtet wer⸗ den, denn sonsten schiefert sich der Marmor vom Bley⸗Glaß ab, und machet das Werck ungestalt, indem das Glaß von Marmor etwas an sich nimmt. Derowegen muß der Marmor/ indeme man das Glaß unter Händen hat/ stets angefeuchtet werden, sonsten verlieret das Glaß alle seine 244150 er 6 von der Fritta Crystalli, oder ¶ nachdem wir eine Farb verlangen,) * Pfandun belaugej) diesetach 1 Fepf. u eht wollgz Lufteh zu nehren lles vero⸗ Wercku / daß die snicht an⸗ hihen glei⸗ lblechung di be⸗ Glaß wie⸗ Mg det 10, Und die⸗ beite el. schikt/ der fasse/ aus Nweniges ½und denn undlindem ichtet vab⸗ ind wachtt nimmt. 2 Händen Hierde. von der Glaßmacher⸗Kunst. 9³ —„ 2— Uber dieses je härter der Marmor ist, je weniger hat man sich der Ge⸗ fahr deß Abschiefferens zu befahren: Und dieser Proceß, mit Abkühlung deß Glases, und Anfeuchtung deß Marmors muß jederzeit in acht genommen werden, so oft ein neues Stücklein Glaß zu verarbeiten angefangen wird: Denn es ist dieses ein so zartes und subtiles Glaß, daß, so es nicht zuvor etwas erkältet, oder anderst als in gar ger inger Quantität, aus dem Topff genom⸗ men wird es sich auf keine Weise verarbeiten, noch mit dem Blaß⸗Rohr der Glaßmacher/ aus dem Ofen bringen lässetʒes hat aber solche Zartheit, welche einer dunnen Brüh gleichet, bloß von dem Bley. Diaamit es derowegen füglich ausgearbeitet werden könne, muß man allezeit nur gar wenig davon heraus nehmen, auch solches zuvor etwas ver. brödeln oder erkühlen lassen, den Marmor stets anfeuchten, und den Topff bey mässiger Wärme erhalten. Das 6f. Capitel. Das Bley⸗Glaß mit einer wunderschönen Smaragd⸗Farb zu machen. An nimmt 20. Pfund von der gesiebten Fritta deß Levantischen Pul⸗ vers, und r6. Pfund deß gesiebten Bley⸗Kalchs: Solches aufs beste mit einander vermischet, wird abermal durch ein Sieb geschlagen, in einen warmen Topff gethan, und g. oder 10 Stund lang aufs beste mit ein⸗ ander geschmoltzen: Alsdenn wirfft mans ins Wasser, und scheidet das im Topff oder Wasser befindliche Bley aufs fleissigste davon, damit es/wie oben erwähnet, den Topff nicht zerbreche. Wenn dieses geschehen, so thut man die Materien wiederum in den Topff, so wird es innerhalb 6. d. oder dergleichen Stunden wohl schmeltzen, alsdenn wirfft mans von neuen ins Wasser/ und thut das Bley, wie zuvor fleissig davon, so wird das Glaß von aller Fettiakeit deß Bley⸗Kalchs, und deß Saltzes wohl gereiniget seyn, und einen hell leuchtenden Glantz haben, auch in 99 90 Anhhnt Bnri. und Ien werden. f ernach thut man noch zu solchen, 12. Loth Kupffer⸗Homm welcher nach Anleitung deß 28. Capitels ntomarhetgenrt Wunder, und 24 Gran von dem Croco Martis, mit Essig bereitet; solche zwr decies mit einander vermischet, werden auf mal dem Glaß zugesetzet, also, daß man zwischen Eintragung eines jeden Theils ein Vatter Unser lang warte, als⸗ dann wirfft man, wie gedacht, allezeit den 6. Theil zum Glaß hinein, und rüh⸗ ret solches wohl durcheinander; d 13 mans eine Stund ruhen, 3 rüh⸗ —.—. 9 ANTONIINERI Vierdtes Buch, rührets darnach wieder wohl herum, und nimmt eine Prob davon, und so die Farb gut, lässet mans noch. Stund ruhen, damit sich alles wohl vereini⸗ ge; nach diesem kan mans verarbeiten, so werden die daraus bereiteten Ge⸗ schirr eine so gläntzende und herrliche Farb bekommen, daß sie scheinen, als ob sie aus einen Smaragd eines alten Orientalischen Feisens gemachet wären. Dieses Glaß, nachdem es die gebůhrliche Farb erlanget hat wird so lan⸗ ge in dem Topff behalten, biß daß alle fæces verzehrt und das Glaß wohl ge⸗ reiniget worden; so wird man eine so schöͤne Farb bekommen, welche dem na⸗ türlichen Smaragd gantz und gar ähnlich seyn wird, so gar, daß man sie Zaum von einander unterscheiden kan. Das 66. Capitel. Eine wunderschone E alle andere übertreffend, zu bereiten. ese grüne Farb, in einer vortrefflichen Schönheit zu erlangen, so nimmt man eben die Quantität von der Fritta, von dem Bley⸗Kalch, und von dem Croco Martis, wie in dem vorhergehenden 65. Capitel, allein an statt deß Kupffer⸗Hammerschlags nimmt man, jedoch in dem vori⸗ gen Gewicht/ das Caput mortuum von dem Kupffer⸗Vitriol, welches nach Innhalt deß 131. und 132. Capitels sey gepräpariret worden; im übrigen hält man mit der Bereitung gleichfalls den vorigen Proceß, so wird man ei⸗ ne so schöne und seltene Smaragd⸗grüne Farb bekommen, als auf einigerley Weiß immer geschehen kan, welches ich, nicht sonder Belustigung, zum öff⸗ tern erfahren habe. Das 67. Capitel. ö Eine Topas⸗Farbe dem Bley Glaß zu machen. Mun nimmt an statt der Frittæ deß Levantischen Pulvers von der Fritta Cxystallir.. Pfund, und von dem Bley⸗Kalch 12. Pfund: Solches, nachdem es vermischet, gepülvert, und durch gesiebet, thut mans in einen war⸗ men Topff, und wirfft es nach 8. Stunden ins Wasser: Das annoch gantze Bley muß man/ wie mvor erwähnet, hinweg thunz als denn thut man die Ma⸗ terien wieder in den Topff/ und nach Verfliessung der gebührlichen Zeit nach⸗ mals in das Wasserzhernach wird solches heraus genommen, und die Helffte davon dem Goldfarbichten Glaßldessen Bereitung in dem vorhergehenden 46. Capitel zu finden,zugesetzet: Nach dein nun dieses wohl mit einander in⸗ rorporiret und gereiniget ist worden, so wird diese Materia allerdings einem Orientalischen Topas ähnlich kommen. 2 as 425¶w35 — von der Glaßmacher⸗Kunst. 89 oon/ urdsz ‚ a Das 68. Capitel. —. Die blaue oder Meerwasser⸗Jarb ins Bley⸗Glaß zu bringen. hetnch An nimmt 16. Pfund von der Fritta Crystalli, und 10. Pfund Bley⸗ wird l Kalch, solches, nachdem es wohl mit einander vermischet und durch ein 6 wohl ‚ Sieb ist geschlagen worden, wird in einen mässig⸗warmen Topff, wie zuvor⸗ cheden 0 gethan, so wird die Materia nach 12. Stunden aufs beste zerfloffen seyn ahn. welche man als denn sammt dem Topff ins Wasser thun sollz das Bley wird, aust wie zuvor, davon abgesondert, die Materia aber wiederum in den Ofen, und nach 8. Stunden nachmahls ins Wasser gethan, so wird es bester Massen gereiniget seyn: Wenn dieses geschehen, so nimmt man deß präparirten ntreffnd Rausch oder Zitter⸗Kupffers(wie oben in dem 20. Capitel ist gezeiget wor⸗ riresserd, den,) 8. Loth, und von der präparirten Zalflera ein halb Loth; diese Pulver aufs beste mit einander vermischet, und in 4. Theil abgetheilet, träget man ugen, 0 auf 4. unterschiedliche mahl ins Bley⸗Glaß, durchrühret dasselbe nach 2. ch⸗Kalch⸗ Stunden sehr wohl. und nimmt alsdenn eine Probe, ob die Farbe nach Er⸗ Capitel heischung deß Werks völlig genug sey oder nicht; hernach läset mans 10. em hoti⸗ Stunden ruhen, und nachdeme sich die Farbe mit dem Glaß wohl vereini⸗ hes nach get hat, so wird es alsofort zum Werck tauglich seynn, und im Verarbeiten btigen eine sehr schöne Farb haben. wan e⸗ 5 eigersg Das 69. C apitel. Vumöf⸗ Eine Granaten⸗Farbe im Bley⸗Glaß zu machen. MS werden 20. Pfund von der Fritta Crystalli, mit 16. Pfund Bley⸗ Kalch vermischet, darzu thut man noch 6. Loth von der Piemontischen Magnesie, und 1. Loth von der præparirten Zaffera; solches schüttet man in einen gewöhnlich⸗warmen Topff, und nach 12. Stunden ins Wasser; derrin nachdem nun das Bley davon abgesondert, setzet mans wieder in den Ofen, Solcees, so wird es nach 10. Stunden gereiniget seyn: Hernach wird die materia ge⸗ emmen wat⸗ mischet, und sihet man,/ ob die Farbe recht sey, nach diesem kan es alsdenn ver⸗ och galte arbeitet werden, so wird man ein sehr schönes Glaß, in einer herrlichen Gra⸗ 1 nat⸗Farbe haben. Dect Das 70 Capitel. 51. Die Sapphier⸗Farbe in Bley⸗Glaß zu geben. Inn. Mun nimmt 15. Pfund von der Fritta Crystallĩ, und 12. Pfund Bley⸗ Kalch/ zu diesem, nachdem es wohl untereinander gemischet und gesiebet Dal worden/ — —. 2 — u*—————— 2*— Vyyr/* 3 * ———.—.— ———.———— 96 ANTONIINERI Vierdtes Buch, worden, thut man noch 4. Loth von der präparirten Zaffera, und 24. Gran von der präparirten Piemontischen Magnesie. 19⸗0 5 Solches alles wohl untereinander vermenget, und in einen Topff ge⸗ than,hält man 12. Stunden lang in dem Ofen; hernach wird die sän. tliche Materia ins Wasser geworffen, das Bley mit Fleiß davon abgesondert, und alsdenn wiederum 12. Stunden lang in dem Ofen gereiniget. Wenn nun nach genommener Proba die Farbe recht, alsdenn kan man es verarbeiten, so wird man ein Glaß bekommen, in der Farbe eines schönen Orientalischen Sapphiers, der mit der gedoppelten Violen⸗Farbe vermi⸗ schet worden, sehr schön, lieblich und anmuthig anzusehen. Das 71. Capitel. Eine güldene Farb dem Bley⸗Glaß mitzutheilen. An nimmt der Fritta Crystalli, und deß Bley⸗Kalches, jedes 16. ö 6 Pfund/zu diesem.nachdem sie wohl vermenget und gesiebet worden thut man noch 12. Loth von dem Kupffer⸗Hammerschlag, welcher 3. mal gecaleiniret worden ist, 48. Gran deß Croci Martis, mit Essig bereitet. Dieses alles thut man, wohl vermischet, in einen massig⸗warmen Topff, und wirfft es nach 2. Stunden ins Wasser, sondert das Bley darvon, und reiniget es abermal, 12. Stunden lang im Topffe. Hernach vermischet man die materia wohl, und probiret, ob die Farbe recht sey im Fall sie grünlicht zu seyn scheinet, so thut man, vom Croco Mar- tis noch etwas hinzu, alsdenn kömmt an statt der grünen, eine schöne Gold⸗ Farbe herfür, solche kan man fortan verarbeiten/ so wird man eine schöne Gold⸗Farbe bekommen, dergleichen ich zum öfftern bereitet habe. Das 72. Capitel. Die blaue Lasur Stein⸗Farbe zu machen. An lässet das schöne Milchfarbigte Glaßenach Anleitung deß 5y Ca⸗ ö 6 pitels,aus dem weissesten Crystall bereitet) in einen Topff schmeltzen, und thut nach und nach eben so viel blaue Mahler⸗E malte darein, als zu völliger Färbung desselbigen wird vonnöthen seyn. Hernach vermi⸗ schet man das Glaß, und probiret es/ um zu sehen, ob die Farbe recht seyzwenn dem also ist, so lässet mans noch 2. Stunden lang stehenzalsdenn wirds noch⸗ mals herum gerühret, und die Farbe wiederum geprobiret; wenn sich nun alles wohl und recht befindet, so lässet mans noch 10. Stund lang ruhen. Nach diesem rühret mans wiederum herum, und wenn die Farbe in glei⸗ chen. Grad unveränderlich verbleibet, so kan mans verarbeiten, und* 6s von der Glaßmacher⸗Kunst. 97 —— 24i Geschirr daraus bereiten, welche, an der Farb, einem rothen Lasur⸗Stein ö gantz gieich und ähnlich kommen werden: Im Fall sich die Materia, wenn der f Kunstler in der Arbeit ist, aufschwellete, so soll man ihr nur etliche Goloblät⸗ Nesäniich lein zusetzen, velche, wann sie in dem aufblehenden Glaß wohl zertheilet wer⸗ When den, die natürliche Farbe deß Lasur⸗Steines noch mehr befördern helffen. Vie* amfannm Das——— Capitel. nesschng Die Berg-Crystall Mattern Farbicht zu machen. arbeberm Man immt erstlich von der Berg⸗-Ctystallen die Stücklein unter⸗ schedli her Grösse/ und zwar solche, welche durdsichtig, unb fleckt und von aller irrdischen Unreinigkeit gesäubert sind, eine gewisse Ouantitat: Ferner nimmt man deß rohen Antimonii und deß gelben Auri- pigments, jedes 4. Loth, Saimiac 2. Loth. 0 edes i6. Dieses alles wohl gepülbert, und miteinander vermischet, thut man in worden, einen Feuer⸗beständigen Tiegel, und träget als denn vorbesagte Crystallen⸗ wescher z. Stücklein, nach und nach, hinein; hernach wird dieser Tiegel mit einem an⸗ hbereitet, dern umgekehrten Tiegel zugedecket, aufs beste verlutirt, und wenn solches enFoyf, trocken worden, mitten in die Kohlen gesetzet, welche man vom beygelegten bom und Feuer, nach und nach, von sich selbsten anbrennen lässet, so wird der Tiegel sehr zu rauchen anhebenzdahero erfordert diese Arbeit einen weiten und gros⸗ de Farbe sen Camin; noch besser aber ists, wenn dieser Rauch kommet. daß man aus ti dem Laboratorio gehe, denn solcher Rauch hochstschädlich ja fast tödtlich ist; one God⸗ derowegen mag man sich wohl vorsehen, daß man solchen auf keinerley Wei⸗ eine schoe se an sich ziehe wenn der Rauch aufhöret, so lässet man das Feuer ausgehen, und den Tiegel kalt werden. . Nach diesem nimmt man die Crystall⸗Stückgen heraus, und diejeni⸗ gen, welche im Tiegel oben aufgelegen haben, werden Gold⸗Rubin⸗ und Ba⸗ laßfarbicht seyn, auch viel schöne Flecken haben; die andern im Gegentheil, welche unten und nahe bey dem Pulver gelegen, werden meistentheils Nat⸗ deß*H ternfarbicht seyn; diese können, gleich wie andere Edelgesteine, gepoliret und schmelten, schön aläntzend gemachet werden. lte darem, Die übrigen Crystall⸗Stücklein, wenn man sie in Gold oder dergleichen ach berm⸗ eingefasset, und nach Gestalt der Farben, mit foliis oder Duppleten unterle⸗ ht sehzwenn get, werden sehr schön, und fallen überaus lieblich ins Gesicht. virds roch Und weil diese Arbeit wenig kostet, auch nicht sehr müh selig oder un sich run verdrießlich ist, als kan man solcher Steine eine ziemliche Quantität tingi⸗ gruhen, ren; denn es werden sich allezeit etliche sonderbar⸗schöne Stücke darunter Irbe in gli befinden. N Das ind allery ⁰ 98 ANTONILINERI Vierdtes Buch, Das 74. Capitel. Die Balaß⸗Rubin⸗ und Asterien⸗Farbe in den Crystall zu bringen. ö An nimmt deß Saffrangelben Auripigments, und deß Crystallischen P Arsenici, jedes Loth, deß rohen Antimonii und Salmiac jedes 2. Loth:diese specĩes wohl gepülvert und untereinander gemenget, thut man in einen genugsam weiten Tiegel, und leget erstlich kleine, nachmals grössere Stücklein, von dem reinen Berg⸗Crystall darauf, biß der Tiegel voll ist. Auf diesen Tiegel lutiret man aufs fleissigste, wie zuvor, einen andern umgekehrten Tiegel, daß die zwey Mundlöcher aufeinander gehen, auch muß der obere Tiegel am Boden ein Löchlein einer Erhsen groß haben: Solches aber geschiehet darum, dieweil der aufsteigende Rauch von den Materialien, die oben liegende Crystallen besser im Aufsteigen tingiret, als wenn er Seit⸗ werts oder durch die Seiten⸗Fugen deß Tiegels gienge.. Nachdeme das Verlutirte getrocknet, setzet man die Tiegel mitten in die Kohlen, jedoch so, daß die Kohlen den untern Tiegel gantz, und von dem obern die Helffte bedecken. Nachgehends leget man Feuer zu, daß sich die Kohlen nach und nach von sich selbst und ohne Anhlasen, anzünden, es wäre denn, daß das Feuer ausgehen wolte/ in welchen Fall mans aufblasen muß; die Kohlen aber müs⸗ sen groß und von Eichen⸗Holtz seyn. Sonsten verfähret man, wie im vori⸗ gen Capitel gemeldet, und vermeidet den Rauch, als ein höchst⸗schädliches und tödtliches Gifft/mit gantzem Fleiß; und ob der Rauch schon etwas lan⸗ ge währet/ so muß man ihn doch von sich selbsten vergehen, und auf gleiche Weise, nemlich von sich selbst, das Feuer abgehen lassen. Den Tiegel muß man durchaus nicht in kalte Lufft setzen, sonsten würden die annoch warmen Crystallen zerspringen, und brüchig werden. Wenn nun alles von sich selbsten erkaltet, und die Tiegel eröffnet wor⸗ den/ so werden die grössern Crystallen⸗Stücke, mit Topas⸗Balaß⸗Rubin⸗ Chrysolit⸗Asteriæ, das ist/ Stern⸗ oder Sonnenstein) und Opal⸗Farbe ge⸗ tingiret seyn, welches sehr anmuthig anzusehen ist. Von diesen können diejenigen Stücke, welche am besten getingiret sind, auf dem Polier⸗Rad gepoliret werden; so werden sie einen schönen Glantz, leich denen natürlichen Edelgesteinen, auch noch wohl einen schönern, erlan⸗ en, und dieses sonder gllen Mangel der Härte, welche sich wie bekannt, in dem Berg⸗Crystall genugsam befindel. Dergleichen Steine habe ich zu Antorff, ö eine — en Ctystl rpstalishen Nae jedes ꝛ nenget tht „Rachmatz der diege nen andern Hrauch muß Eocches aterialien, Ner Seit⸗ mitten in on dem und nach as Feuer ober müͤs⸗ ie imvori— schädliches etwas lan⸗ aufgleiche en würden ofsnettwot⸗ aß⸗Rubin⸗ Farbegs⸗ Ngixetso en Glauh/ ern/erlan⸗ nnt /in denn EII lse von der Glaßmacher⸗Kunst. 90 eine zimmliche Anzahl verfertiget, davon einige Stücke, mit der Opal⸗ und Stern-roche Farbe, auf das allerschöneste gefarbet waren. Diese Steine, gleichwie die natürlichen Edelgesteine, in das Gold, mit unterlegten folien. Duppleten oder dergleichen, eingefasset, geben ein extra⸗ ordinar- schönes Ansehen: Es muß aber das Auripigmentum hierzu grü⸗ nend und Goldfärbig erwehlet und genommen werden; Denn hierinnen be⸗ stehet das gantze Kunststück dieser Sache. Das Feuer muß Anfangs gelinde seyn, auch muß man hernach alles von sich selbsten erkalten lassen. Solte aber das erste mal nicht gleich alles angehen, ungeachtet der Ob- servirung alles deß obigen, so soll man die erste Arbeit wiederholen, so wird man in der Arbeit befinden, daß die Erfahrung niemals betriege. Johann Kunckels Rnmerckungen über das Vierdte Buch ANTONIINERI Von der Glaß⸗Munst. N diesem gantzen Buch ist weiter nichts zu beobachten, als EV was ich allbereit in dem vorigen Buch von denen Farben in acht zu nehmen erwehnet habe, massen auch dieses gantze Buch keinen andern Inhalt begreifft. Denn was Das 61 Capitel. V Etrifft, bleibet es allerdings bey deme, was der hochgelehrte D. Merrettus in seinen Anmerckungen hiervon auch gedenkt, nemlich daß die Bley⸗⸗ Gläser derentwegen unbequem und nicht viel zum Gebrauch dienen, weiln sie erstens so wohl zu Gefäsen, als auch Edelgesteine daraus schneiden zu lassen viel zu weich; wie auch zweytens am Gewicht wider die Art der Edelgesteine gar zu schwer sind. Sonst muß ich gestehen, daß die Farben sehr schön und hoch in diese Gläser zu bringen, weiln es mild, und nicht so grosses Feuer wie ander Glaß 0. über dem können diese( 2 wo 100 Joh Kunckels Anmerckungen über das 4. Buch, wohl alle nachfolgende Gläser) von einem jeden, in seinem Hauß, in meinen zuletzt gelehrten und in Kupffer beygefügten Ofen selbst ge⸗ macht und zubereitet werden. Was auch ö Im 62. Capitel Je Calcination und Brennung deß Bleyes betrifft, ist solche hier von dem Autor gar recht und ausführlich beschrieben worden. Im 63. Capitel — so wohl das Gemeng, als die andern Erinnerungen deß Au⸗ Mroris wohl zu beobachten; was aber derselbe ů Im 64. Capitel OnAbkühlung und Abschieffern des Marmors lehret und erinnert, den gebrauchen die Glaßmacher in unsern Landen nit, sondern an statt dessen einen andern harten Stein, der sich nicht schieffert, oder insgemein eine gegossene Eisen⸗ oder welches noch besser, eine starcke, und gepollirte Kupffer⸗Blatte. Vom 65. biß 70. Capitel wie gedacht, nichts zu erinnern, massen sich der Autor ohne diß fast mit allzu vielen Worten erkläret, und was die Farben betrifft, alles im vorigen Buch schon von mir angemercket worden. Im 71. Capitel Quß ich dieses berichten, daß der Zafferæ zu viel, und deß Croci Martis oder Eisen⸗Pulvers zu wenig, denn es wird auf diese Weise gantz grün: soll derowegen hier das Gewicht deß præparirten Eisen⸗Pulvers in das Gewicht vom gebrannten Kupffer verwandelt werden. Was aber ferner Im 72. Capitel VEr Autor lehret, bin ich gantz gewiß versichert, daß er es nicht D gemacht, er würde es sonst anders befunden, und nicht also hier 39 setzet „ — u Huf, silbstg⸗ soche her wotden, deß du. erintert, sondern Heffett, „, elne Itor ohnt Ferbeh orden. heß Croci auf dise eparirten Rwandat niht so hier ge scht Antonũ Neri von der Glaß⸗Kunst. 101 setzet haben, denn es gehet im geringsten nicht an. Ingleichen was er von denen Gold⸗Blättern lehret, ist eine offenbare Faute, es ver⸗ suchs nur einer, und thue Gold⸗Blätter dazu, man wird sehen, wie lange sie Bestand in der Arbeit haben, und ob sie das Aufblasen und Ubersteigen, welches doch von der Smalta nicht herkommet, verhü⸗ ten können. Der Lasur⸗Stein kan ebenfalls von dem also genannten⸗ und von mir zu Ende meiner Anmerckungen über das erste Buch beschriebenen Bein⸗oder Milchweiß aufs beste gemachet werden. Man thut nur von der Smalte oder von dem Cobolt so viel nach proportion dazu/ als genug und wohlgefällig ist; das Gold aber lässet sich so nicht, wie der Autor beschrieben, darein bringen: Will man es aber ja mit Gold⸗Adern haben, so muß man das Geschirr nehmen, so man da⸗ raus gemacht, und bey einem Glaßschneider subtile Adern darauf lassen schneiden, fein zart und matt, und alsdenn mit Gummi⸗Was⸗ ser und Muschel⸗Gold subtil eingelassen, welches sich denn darinnen zur Zierde, weil es matt geschliffen ist, fest und lange kan halten; es lässet sich auch gelinde waschen, und geht doch nicht ab; wer aber die Mühe will dran wenden, der kan es gar einbrennen, wie im zwey⸗ ten Theil bey dem Glaßmahlen gelehret wird, da es denn sich sehr schön präsentiret, auch mit dem Glaß gleich lange währet. Vom 73. und 74. Capitel. D beyde Manieren habe ich auch versucht, und muß gestehen, daß hierinnen sich sehr schöne Farben geben; aber das übelste dabey ist, daß allezeit der Crystall gleichsam wie zerknicket und(wie⸗ wohl aufs subtilste) ritzig wird, daher sie sich auch nicht wohl schnei— den lassen, weil selten einer, der so weit gefärbet, und dabey die Härte hat, daß er das Schneiden verträgt: aber gewiß ists, wenn man solche in grossen Stücken behalten könte, so wäre es die beste Mode, schöne Steine zu machen. Daß aber der Autor spricht, er habe so schöne Steine daraus schneiden lassen, muß ich ihm zwar 97• Willen zugeben, 4 3 ehe —— 102 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 4. Buch ꝛc. sehe nicht, daß es angehe: man versuche es auch wie man will, wie ich denn gleich, indem ich dieses schreibe, gethan. Zwar befinde ich wühl, daß etliche der schönen Rubin⸗Coleur gleich kommen, aber na odem ichs recht observiret, so hat sich nur der schöne Rauch vom Auripigment in die obgemeldten subtilen Ritze oder Spalte eingeschli⸗ chen, und als eine Folie angelegt: schlägt mans in selben Spalt von einander, und kratzet nur ein wenig mit einem Nagel darauf, so ist der schöne Rubin dahin. Ist demnach dieses nur ein subtiles Blend⸗ werk, und wie mit dem Rubin, also ists auch mit denen andern Sreinen. So viel in diesen zweyen Capiteln enthalten. Dahero ich dieses auch denen Liebhabern zur sonderbaren Nachricht zu melden nicht umgehen können. Zum Beschluß, weiln hier in dem 64. Capitel deß Arsenici albi Crystallini,(welches nichts anders als ein süͤblimirter weisser Arseni⸗ cus ist, wiewohl er immerzu, in einer Sublimation Crystallinischer aufsteiget als in der andern) gedacht, und in der Composition ge-⸗ braucht wird, von dessen Senealogia und ehrlichen Herkommen ich droben in meinen Anmerckungen über das 12. Capitel ausführlich ge⸗ handelt, bin ich doch der Zeit gefragt worden, woher denn der gelbe und rothe Arsenie komme? Was vor Unterscheid unter denen dreyer⸗ liy Sorten oder Secten deß Arsenics„ und worinn solcher Unter⸗ scheid bestehe, wovon ich zwar schon in einem andern seripto gehan⸗ delt; doch gebe ich hiervon nochmals Wiederholungs⸗Weise diesen Bericht, daß, wenn man bey denen Hütten, wo das Arsenicum zu⸗ bereitet wird, nimmt zu hundert Pfund Arsenico⸗Meel(wie es daselbst genannt wird) 10. Pfund gelben Schwefel/ und lublimirt es zusammen, so wird Arsenicum Citrinum oder gelber Arsenic daraus. Wer hie⸗ rinnen zweifelt, der nehme ungefehr dieser Proportion von Arsenic und Schwefel, mische sie wohl untereinander, und sublimire sie, so kan er den Arsenic so schön machen als er selbst verlangt. Mit dem rothen Arsenic hat es fast eben die Art, nur daß dem Schwefel noch eine muinera zugesetzt wird, welche sie daselbst Kupffer⸗Rickel nennen wenn — R. wil, We ö ö 2—.— Hender wenn diese zusammen mit dem Arsenico lublimniret werden, so machen 3 90 sie einen sehr schönen rothen ArsenicG. Will also mit diesem anmen auch wn Wurm meine Anmerckungen über dieses vierdte Buch auch geendet nhl und beschlossen haben. 195 Das Fünfte Buch ‚ 80 Son der Glaß⸗Runst/ cheto ih ANTONIL NERI u maben von Florentz. Summarischer Inhalt dieses Buchs. mnaiabj Ferinnen wird gezeiget die zechte t und Weise, ein Blalam Mfni deb Smaragdo, Topases, Shrysolit, Opacinths, Granats, nin Sapphiers Berills oder Meerwasser und andere Farben, zu lascher machen; Und zwar mit solcher Zierde und Schönheit, daß sie inn ge—auvch die natürlichen Edelgesteine, doch ohne die Härte, an men ich Schönheit übertreffen: denn es wird hier diese oberwähnte Malla nicht auf heichgs eine gemeine/ sondern auf eine gantz neue, und bißher ungewöhnliche Chymi⸗ der gebe sche Manier/ nemlich des Isaaci Hollandi, zu verfertigen angewiesen, welche dretr auch alle andere, die anjetzo im Gebrauch sind, an Zierath und Schönheit der Farben gar weit übertreffen wird. U 5, — Das 7y. Capitel. ese dieseh Von Nachmachung der Edlen Steine. nicum ʒu⸗ aß man die Smaragd, TopasChrysolit, Sapphier, Granaten, und dafebt hastalerlen Arken derjdelgesteine sogena nachahmen könne daß sie sammen Van der Farbe, Glantz, Politur und Schönheit(die Härte eintzig und Im allein ausgenommen) die rechten Orientalischen Edelgesteine übertreffen, Wur 90 ist eine so schöne und angenehme Sache, daß ich darfür halte, es wird nie⸗ uNstht mand seyn, der solches nicht zu wissen verlanget, und mit allem Fleiß suchet. sie/ s Weßwegen ich in diesem Buche die Art, die Umstände, und die hierzu N den nöthige Anmerckungen beschreibe/selbige also zu verfertigen, daß sie, wie ge⸗ noch ehe dacht nicht nur denen natürlichen Edelgesteinen gleich/ sondern solche,(aus⸗ genommen die Härte) noch übertreffen. ö nennen/ ö wemn Es 104 ANTONIINERI Funftes Buch, Es ist aber kein Zweiffel, daß nicht verständige und fleissige Künstler in l dieser Arbeitein mehrers, als hier beschrieben wird, erfinden werden. Head Dieser modus, welchen ich aus dem Ilaaco Hollando genommen, über⸗ trifft ale andere Manieren: solchen habe ich, als der Erste, nach Anleitung ö Mge der Erfahrung, untersuchet, und wahr befunden, daß auf diese Art die Pa⸗ sichth sten der Steine so überaus schön und vollkommen werden, daß mans kaum glauben kan. ö N Es ist zwar nicht ohne, dieses Werck erfordert viel Arbeit, und ist voll ehn Verdrüßlichkeiten jedo h bekenne und sage ich, der ich solches Werck zum öf⸗ tern vollführet habe, daß es eine leichte, geschwinde, und, woran das meiste euste gelegen, eine gewisse Sache sey; also, daß man auch die Arbeit und Kosten ac nicht anzusehen hat, welche hieran gewendet werden. beli Das 76. Capitel. Eine Manier, den Berg⸗Crystall zu machen. S wird hierzu erfordet der allerkläreste und schönste Berg⸗Crystall,. N oer weder mit Calcedonier, Tarso und andern dergleichen harten Steinen vermischet sey;denn das Glaß, welches aus dergleichen ver⸗ mischten Steinen bereitet wird, ist nicht so klar, durchsichtig und gläntzend, als dasjenige, welches bloß aus dem reinen Berg⸗Crystall bereitet wird: Zu⸗ 00 dem, so haben die Steine allezeit etwas irrdisches und dunckles bey sich, da ö hergegen der Crystall hell und klar ist, auch der Natur und Eigenschafft der Edelgesteine sehr nahe kommet: Sonderlich tauget der Orientalische Cry⸗ 60 stall hierzu sehr wohl, vor dem Italiänischen und Teutschen. n Derowegen soll man diesenCrystall oder einige zerbrochne Geschirr von 00 demselben bey der Hand haben, solchen in einen verdeckten Tiegel gethan, 10 mitten auf glüende Kohlen gesetzet und wohl erglüen lassen: Nachdem wirfft hahe man sie, also glüend, in ein groß Geschirr voll klares und kaltes Wasser, und D diese Arbeit wird zum wenigsten zwölffmal wieder holetzjedoch ist zu mercken,. buil daß das Wasser allezeit frisch, und der Schmeltz Tiegel immer zugedecket ir seyn müsse, damit keine Kohlen oder Asche hinein fallen könne; denn allhier f sonderbarer Fleiß anzuwenden ist, damit alles rein verbleibe. ö bal ö Wenn nun der Crystall also gecaleiniret und folgends getrocknet wor⸗ ö den/so reibet man solchen zum dritten mal auf einen Marmor oder Reibstein Aell mit sonderbaren Fleiß, also, daß er zu den allersubtilesten, und fast unbetastli⸗ chen Meelstaub werde; denn in diesem fast das gantze Werck beruhet: Denn M wenn er in einen Mörsel zerstossen und gerieben wird/ so nimmt er eine img⸗ 0 ing⸗ ö I Vi —— eKünskern den. mmen ben Rltg Mt die W Mans kaum undistal zerckzum 5 ndas messe und Koste VEmsalf, sen harten lichen ber⸗ Hlahtzend, wind: Zu⸗ h sich/ da Hschaft det alscheCth⸗ heschirrbon gel getha/ odem wirft Goser,u zu mercke zugedeckt ennalhe cknet ro Reibsen urbetast⸗ het: Delh eie Mf sah von der Glaßmacher⸗Kunst. 105 sing⸗und Eisen⸗Farb deß Mörsels und Stempels an sich/ und bekommet kei⸗ ne andere, als eine Smaragd⸗grüne Farbe. ö Uber dieses, wenn er auf den Marmor⸗oder Reibstein nicht sehr wohl und genugsam abgerieben wird, so giebet es eine unreine Arbeit, welche nichts wenigers als Edelgesteine reprælentiret. Es ist derowegen allhier grosse Gedult vonnöthen, und darff man deß Pulvers gar wenig ja nicht über einen halben Löffel voll, guf einmal zum rei⸗ ben nehmen: auch muß solche Arbeit zum öfftern wiederholet werden, damit es ja auf das allerdünneste und subtilste werde; Und weiln diese materia, die erste und fürnehmste zu allen künstlichen Edelgesteinen ist, als muß man dahin trachten, daß man dieses wohl præparirten Plvers, dienende allerley Far⸗ ben darein zu bringen, einen desto grössern Vorrath erlange. Das 7. Capitel. Einen Orientalischen Smaragd zu machen. NMAn nimmt der obigen præparirten Berg⸗Crystall 4. Loth, und der ge⸗ meinen Mennig 8 Loth; nachdem diese zwey Pulver bestermassen ge⸗ mischet und mit einander incorporiret worden, thut man noch darzu 48. Gran, von dem wohlgeriebenen und caleinirten Grünspan, wie auch 8. Gran deß Croci Martis, mit Essig, nach dem 12. Capitel, bereitet. Dieses alles wird aufs fleissigste untereinander gemischet, und in einen weiten und Feuer⸗beständigen Tiegel gethan;es muß aber der Tiegel so weit und groß seyn, daß noch eines Fingers breit, nachdem alle materia hinein ge⸗ than, Raum. übrig verbleibe. Darnach wird auf diesen Tiegel ein irdener Deckel lurirt, solches in ei⸗ nen Töpffer⸗Ofen gesetzet, und lässet man ihn, an einen heissen Ort, so lange darinnen stehen, als man die andern Geschirr zu brennen pfleget; hernach zer⸗ bricht man den Tiegel, so wird man eine überaus schöne gläserne Smaragd⸗ grüne materiam finden; Diese/ wenn sie denen grossen Geschirren, als Edel⸗ gesteine einverleibet wird, so wird es den Orientalischen, vom Felsen ge⸗ brochenen Smaraogd fast übertreffen. Im Fall die Pasta auf dieses mal nicht gnugsam ausgekochet und ge⸗ reiniget wäre/ so kan sie noch i.mal zum reinigen in den Ofen gethan werden. Die Probe einer genugsamen Calcination ist diese, wenn newlich die Materia, nachdem der Deckel ein wenig aufgedecket worden, rein und klar oder durchsichtig erscheinet; wo nicht/ so wird der Tiegel wiederum verlutirt und nochmahls in den Ofen gesetzet. Dero⸗ 106 ANTONIINERI Fünftes Buch/ Derowegen ist zu mercken, daß man den Tiegel nicht eher zerbreche/ als biß man wisse, da die Pasta aufs beste sey gecalciniret und gereiniget wor⸗ den; Denn so der Tiegel ehe zerbrochen, und die Materia in einen andern ge⸗ than würde, so würde sie, wie sehr man auch nachmals daran brennete und reinigete, dennoch viel Blasen und Blätterlein bekommen, auch gantz unge⸗ staltet werden.* FemGe man auch keinen Töpffer⸗Ofen bey der Hand hätte/ so kan man zu solchem Gebrauch mit geringer Müh ein Oefelein bauen,24. Stund lang Feuer halten, und mehr dergleichen Tiegel mit allerhand Farben hineinsetzen. Das Holtz hierzu muß hart und dürr Eichenholtz seyn, auch muß man das Feuer in steter Gluth/ ohne Aufhören, erhalten; denn sonsten würde das Werck unvollkommen werden. Dergleichen Caleinir-Oeffgen machte ich mir zu Antorff/ darein kunte ich 20. Tiegel von mancherley Farben setzen, und innerhalb 24. Stunden das Halber Werck zum Ende bringen; jedoch kan man, um besserer Sicherheit alben das Feuer noch 6. Stunden darüber oder länger continuiren, so wird alles aufs Beste ausgekochet, hingegen desto weniger Holtz verbraucht werden; jedoch muß man zusehen, daß solche Tiegel hierzu genommen wer⸗ den, welche Feuerbeständig sind. 5 ö Diese Pasten wenn sie gleich wie die rechte Edelgesteine gepoliret wer⸗ den erlangen sie erst einen rechten Glantz alsdenn kan man sie, mit unterleg⸗ ten Folien inGold einfassen: Diese dosis giebet eine härtere Pastam, als ins⸗ gemein zu geschehen pfleget. Das 78 Capitel. Eine noch völligere Smaragd⸗grüne Farb zu machen. UAn nimmt der obigen Berg Crystall,so gepulbert, 2. Loth, und der ge⸗ meinen Meonig 13. Loth: zu diesem, nachdem es wohl untereinander gemischet/ thut man noch 75 Gran deß Grünspans/ und 10. Gran deß mit Essig bereiteten Croci Martis dazu. Im übrigen versähret man damit gantz und gar, wie mit dem vorigen, so bekommet man eine Farbe, welche noch völliger und schöner, als die Orien⸗ talische Smaragd grüne ist. Diese Farbe, wenn sie in kleiner Arbeit, mit unterlegten Folien in Gold eingefasset wird, bekommet ein unvergleichliches schönes Ansehen: Jedoch muß man diese Nastam mehr und besser, als die vorige, auskochen, damit alle Unvollkommenheit, welche gemeiniglich von dem Bley kommet, verzeh⸗ ret werde Diese dolis giebet zwar eine gar zarte Pastam, allein eine desto schönere Farbe. Das +.... — recheat shiget woy, anderngo ennete und gahtunges sokanmm Stundlang heinsehen muß nan wůrde daz kunteiß Inden das cherhei iren, so Tbraucht nen wer⸗ let wer⸗ terleg⸗ Hals ins/ . d derge reinander Giandth boiigtt, ie Orian in God LII damit bengeh ihe dest Da von der Glaßmacher⸗Kunst. 107⁷ Das 79. Capitel. Eine noch schönere Smaragd⸗Pastam zu machen. An nimmt der obig⸗bereiteten Berg⸗Crystall 4. Loth, und 14. Loth von der gemeinen Mennig oder Minio; zu diesen, aufs beste mit einander vermischet thut man noch. Gran deß Grünspans, und 10 Gran deß mit Essig præparirten Croci Martĩs, also daß diese gantze Composition zusammen 18. Loth/r. Quintlein, und 2. Scerupel mache. Nachdem nun sol⸗ ches alles wohl untereinander vermischet worden, so verfähret man damit weiter, wie oben in dem 77. Capitel geschehen, so wird man einen überaus schönen und anmuthigen Smaragd bekommen, welcher wegen seiner völli⸗ en Farbe, zu kleinen Geschirren tuchtig, aber wegen deß Bleyes sehr weich lepn wird; Derowegen ist vonnöthen, daß er länger als sonsten insgemein ausgekochet werde, damit die bleiche Farbe und Fettigkeit, so von dem Bley kommet, verzehret werde; So wird es ein überaus schönes Glaß, und an der Farbe dem Orientalischen Smaragd gleich seyn. Das 80. Capitel. Noch ein anderer sehr schöner Smaragd. NMAn nimmt der obig⸗præparirten Berg⸗Crystall 4. Loth, und 12. Loth von der gemeinen Mennige oder Minio; diesem, nachdem es aufs be⸗ ste mit einander vermischet, füget man noch—— 60. Gran deß wohl geriebenen Grünspans. Wenn nun alles wohl vermischet worden, so proce⸗ diret man, wie oben im vorigen Capitel ist gesaget worden, so wird man üͤberaus schöne grüne Smaragd⸗Farbe bekommen. Das 81. Capitel. Ein Orientalischer Topas. Mn nimmt deß obig⸗præparirten und gepülverten Berg⸗Crystalls 4. Loth, und 14 Loth von der Mennige oder Miniozdieses, machdem aues wohl mit einander vermischet, wird in einen Feuer⸗beständigen Tiegel gethan, welcher so groß sey, daß oben eines den,ehr oichthen Raum ledig verbleibe; Denn weil diese Pasten, im Kochen, sehr aufschwellen, so hänget sich solche entweder alsdenn am Deckel an, wenn der Tiegel zu voll, und wird ungestalt, oder sie läuffet gar über, und wird also alles unvollkommen. Man muß derowegen Fleiß anwenden, und, wie gedacht, in dem Tie⸗ gel etwas Raum lassen; Im übrigen kan man auf gleiche Weise, wie in dem O 2 obigen, 108 ANTONIINERI Fünftes Buch, obigen verfahren; so bekommet man eine füͤrtrefflich⸗schöne Topas⸗Farbe, aus welcher man allerley, nach Belieben, bereiten kan. Das 82. Capitel. CEin Orientalischer Chrysolith. MAn nimmt der obig bereiteten Berg⸗Erystall 4.Loth, der Mennig oder Minio,/nach dem solches bester massen mit einander vermischet worden, thut man noch hinzu, 12. Gran deß mit Essig be⸗ solches in einen Tiegel gethan, und fer⸗ fahren, nur daß diese Massa etwas län⸗ ger ausgekochet werden muß, und zwar solches, wegen der vollkommenen Natur deß Bleyes; so wird man eine höchst⸗vollkommene Orientalische Chrysolith⸗Farbe bekommen, welche reiteten Croci Martis: hernach wird ner nach gewöhnlicher Art damit ver wunderbare Schönheit prælentiren wird. Das 83. Capitel. Eine Himmelblaue Farbe zu bereiten. Mun nimmt deß bewusten præparirten Berg⸗Crystalls 4. Loth und 16. Loth von wenn Folien darunter geleget, eine 7 und ro. Loth von der gemeinen Mennig oder Minio, zu solchen, aufs beste vermi⸗ schet, thut man noch 21. Gran von der præparirten und geriebenen Zaffera, und vermengets mit der obigen Materia: Hernach werden sie in einen Tie⸗ gel gethan, und die obig⸗gegebene men, so wird man eine uberaus sch Regel und Anmerckung in acht genom⸗ öne Himmel⸗blaue Farb bekommen. Das 84. Capitel. Eine Viol⸗blaue Himmel Farbe zu machen. Mun himmt. Loth der hewusten und vräparirten Berg⸗ . ö Crystall, und 9. Loth von der ordinari Mennig oder Y linioz zu diesem wohl untereinan⸗ der gemischet, thut man noch 26. Gran von der blauen Mahler Smalten? Nachdem nun solches alles wobl vermenget, ne Viol⸗ und Himmelblaue Farbe erlangen Das 8g. Capitel. Ein Orientalischer Sapphier. Muu nimmt der obig präparirten Berg⸗Crystall, 4. Loth und von der ordinari Minso 12 Loth, noch 2. Serupel von der præparirten Zafle zu solchen, so wird man eine überaus schö⸗ aufs beste vermenget, thut man ra, wie auch 6. Gran von der Pie⸗ — ,hur otphyn keinander Esigbs Rundfer lwas sin⸗ ommeren entalische tget, eine Ind 10. ebermi⸗ aflera, nen Te⸗ genom⸗ men. I„,upö, kereinan⸗ maltah⸗ aus schi⸗ honder thutmal hon de Y von der Glaßmacher⸗Kunst. 109 Piemontischen präparirten Magnesie; diese wird mit der Zaffera vermi⸗ schet, beyde aber zu denen andern gethan: Nachdem nun alles miteinander dermenget worden, so kan man ferner nach obiger Anleitung verfahren; so wird man einen höchst⸗schönen Orientalischen Sapphier/ in der Farbe gleich einer Viole, bekommen. Das 86. Capitel. Ein Orientalischer Sapphier, in einer noch völligern Farbe. TAn nimmt der geriebenen Berg⸗Crystall, wie an seinem Ort vermeldet worden/ Loth/ und 10. Loth von dem ordrnari Minio, oder Mennig; diesem füget man noch bey 42. Gran von der präparirten und zerriebenen Zaffera, nachdem man solche, mit 8. Gran der Piemontischen präparirten Magnesie vermischet/ wird in den Ofen gethan, und nach obiger Anleitung durch⸗und ausgekochet/so wird man einen Orientalischen Sapphier bekom⸗ men, der an der Farbe etwas völliger/ als der vorige/ und überaus schön, auch etwas Viol⸗blau seyn wird. Das 87. Capitel. Ein Orientalischer Granat. Mun nimmt von der präparirten Berg⸗Crystall 4 Loth, und 12. Loth von der ordinari Mennig; zu diesen, nachdem sie aufs beste vermischet, thut man 16. Gran der Piemontischen präparirten Magnesie, und zu diefer, noch 2. Gran von der präparirten Zalfera; solches wird zusammen in den Ofen gethan, und, wie gebräuchlich, gekochet; so bekommet man einen sehr schönen und ansehnlichen Granat. Das 88. Capitel. Ein Orientalischer Granat, der noch völliger an der Farbe ist. Muu nimmt 4. Loth der präparirten Berg⸗Crystallen, und 11. Loth von dem gemeinen Minio, solches vermischet man, und füget noch darzu 15. Gran von der Piemontischen präparirten Magnesie, und dieses wird mit 4. Gran, von der präparirten ZLaflexa, vermenget. Nachdem nun alles wohl mit einander vereiniget worden, so verfäh⸗ ret man darmit, wie in den vorigen, nur dieses ist noch zu erinnern, daß man sowol hier, als in den vorigen, wegen der aufschwellenden Materia/ in dem O 3 Tiegel 110 ANTONIINERI Fünftes Buch, Tiegel etwas Raum lassen muß; alsdenn wird man einen überaus schönen Orientalischen Granat bekommen, der mit einer Viol⸗Farbe etwas unter⸗ menget ist. Das 89. Capitel. ä Ein anderer schöner Granat. An nimmt 4. Loth von der præparirten Crystall, ro. Loth der gemei⸗ nenMennig/z y. Gran von der Piemontischen præparirten Magnesie, ö und 4 Gran von der præparirten Zaffera welche mit der Magnesie vermenget wird: solches, nachdem alles wohl mit einander vermischet wor⸗ den, wird in einen Tiegel gethan, und in demselben ein mehrerer Raum als zuvor, gelassen, weiln die materia sehr aufschwillet: Dieser Tiegel muß verlu⸗ tirt, getrocknet, in den Ofen gethan, und ferner, wie im vorigen damit verfah⸗ ren werden, so wird man eine sehr schöne Orientalische Granat⸗Farbe, alle andere übertreffend, bekommen. Das 90 Cavitel. Erinnerungen, betreffende die Pasten und ihre Farben. SD st zu mercken, daß die Farben in obiger Pasten völh ger oder schwa⸗ cher/ je nachdem es einen beliebet, oder nachdem es die Geschirre erfor⸗ dern/können verfertiget werden; denn es erfordern die kleinern Ringe eine dicke Farbe, hergegen die grössern eine dünne, die vergüldeten oder einge⸗ fasten Sachen aber, und die Halß⸗Gehänge eine volle Farbe. Und ist diese gantze Kunst an der Erfahrenheit deß verständigen Arbeiters gelegen; denn solches kan mit keinen gewissen Regeln eingeschrencket werden. Und obwol hiervon einige Regeln von mir sind gegeben worden, so die⸗ nen solche nur, dem embsigen und verständigen Künstler einen Weg zu zeigen, wie man dergleichen noch bessere Regeln erfinden solle. Der Farben, ausser deß Grünspans, Zalleræ und der Magnesie, ge⸗ schiehet allhier keine Erinnerung; der Hoffnung, daß ein jedweder fleissig⸗ und sorgfaltiger Künstler, wird aus dem Gold eine Verwunderungsschöne rothe Farbe extrahiren können; ingleichen eine andere schöne rothe Farbe aus dem Eisen, eine überaus schöne grüne Farbe aus dem Grünspan, eine Gold⸗Farbe aus dem Bley /eine blaue aus dem Silber, und aus den Böh⸗ mischen Granaten eine sehr schöne Lufft- oder Himmel⸗Farbe: Denn diese Granaten, weil sie nicht groß sind kommen gar in einen wohlfeilen Preiß, und geben doch eine fürtreffliche schöne Tinctur, welches ich in Flandern zum öfftern erfahren habe. Di les U 0 mirh mite sahr au6 Weit ceel fg h 0 Hilt — schünt 6 unser⸗ er gemei⸗ vagnese, Nognese Het wot⸗ zum als h berlu⸗ berfah⸗ tbe/ all schwd⸗ eerfor⸗ Ringe er einge⸗ ist dies nʒ denn nysodie Uzeigen, esie, ge feissh chö e Farbe an/ eihe en Boh⸗ enn diet Mroß dern zum Dih von der Glaßmacher⸗Kunst. 11 Dieses ist auch, gleicher Weise, von dem Rubin, Sapphier und der⸗ gleichen Edelgesteinen zu verstehen; welches diejenigen wohl wissen, die in den Chymischen Operationen wohl geübet sind; welches alles/so ichs so deutlich und weitläufftig, gleichwie in den vorhergehenden, beschreiben wolte, ein weitläufftiges Werck machen würde; über dieses, so sind die besagten Far⸗ ben oder Pasten genug/mancherley schöne Wercke und Arbeit zu verfertigon. Ich kehre mich aber wiederum zu dem Haupt⸗Zweck dieses Wercks, welcher ist, daß die Tiegel, eh und bevor die Materia wohl gekochet, und gereiniget sey /nicht zerbrechen; denn die Pasten, so sie von einem in dem andern Tiegel kommen,/ wegen der anhangenden Unreinigkeit deß Tiegels, Rauch, schup⸗ picht, und gäntzlich zum Werck untüchtig werden; derowegen muß man den Tiegel, wenn die Pasten noch nicht genugsam ausgekochet sind, nicht zerbre⸗ chen, sondern mit Luro beschlagen, und nochmals in den Ofen setzen; so wer⸗ den die Pasten, auf solche Weise gereiniget, zu einer jeden Arbeit dien⸗ lich seyn. Das 91. Capitel. Die obigen Pasten, und aus denenselben allerley Edel⸗Gesteine zu ma⸗ chen; auf eine wunderbare und nie bekannte Manier. Jese Manier, die Edelgesteine nachzumachen, welche ich von Ilaaco ollando,(nemlich aus seinen hinterlassenen Schrifften)als ich mich Min Flandern aufhielte, erlernet habe, ist, meines Wissens, gar nicht im Gebrauch/ und vielleicht auch wenigen bekandt; wiewohl es mühsam und be⸗ schwerlich/ so ist es doch unter allen, welche sonsten bißhero im Gebrauch, oder mir vorkommen und wissend sind, die allerschönste und beste. Derowegen ich solche hiermit so deutlich anzeigen und beschreiben will, mit angefügten Umständen, und Erinnerungen, daß es ein jeder Kunster⸗ fahrner und geübter Feuer⸗Arbeiter leichtlich verstehen, ins Werck setzen und ausarbeiten könne. Man thut klein⸗geriebene Cerullam oder Bleyweiß in einen ziemlich weiten gläsern Kolben, und giesset deß gedistillirten Essigs so viel darauf, daß er eine queer Hand darüber gehe. Hier ist zu mercken, daß der Essig An⸗ fangs sehr aufwalle; derowegen muß man gemach thun, und dem Aufbrau⸗ sen Zeit lassen. Den Kolben setzet man darnach in eine warme Sand⸗oder Aschen⸗Capell, und lässet den achten Theil deß Essigs verrauchen, alsdenn, nimmt man den Kolben vom Feuer,läst solchen erkalten, und giesset den übri⸗ gen I12 ANTONIINERI Fünftes Buch, gen Theil deßEssigs mehlich ab/welcher gefärbet, und viel Bley⸗Saltz bey sich haben wird, darum soll er in einen gläsernen Geschirr aufbehalten werden. Auf das hinterstellige Bleyweiß giesset man wiederum neuenEssig,und wenn der achte Theil daran verrauchet, wird er, wie zuvor, abgeaossen, und zu dem vorigen gethan: solches wiederholet man so lang, biß sich der Essig nimmer färbet, und keine Süssigkeit mehr bey sich hat, welches insgemein bey der sechsten Wiederholung zu geschehen pfleget. Nach diesem soll man allen gefärbten Essig mit Fleiß filtriren, und das gefiltrirte in einem Glaß gäntzlich ausrauchen lassen, so wird auf dem Boden das weisse Bley⸗Saltz rückstellig verbleiben; welches man in einen offenen und beschlagenen Kolben, im Sand biß an den Hals bedecket, bey 24. Stun⸗ den ziemlich warm halten muß. Alsdenn nimmt man das Saltz heraus, und reibet es klein; und wenn es roth, gleichwie ein Zinnober, so ists recht; im Fall es aber noch etwas gelblicht wäre, muß solches in einen gläsern Kolben gethan, nochmals 24. Stunden, in einer ziemlichen Wärme gehalten werden, jedoch vaß es nicht schmeltze,(denn es wäre alsdenn alle Müh umsonst) so wird es schön Zinno⸗ ber⸗roth werden. Dieses Bley⸗Saltz, also roth calciniret, thut man in eine gläserne Kol⸗ ben, giesset einen destillirten Essig darüber, und verfährt im übrigen damit, wie zuvor/ biß daß alles Saltz extrahiret, und alle fæces, oder der meiste Theil davon abgesondert worden. Diesen colorirten Essig lässet man 6. Tage lang in verglasurten Töpf⸗ fen stehen, damit sich die irrdische Unreinigkeit setze; alsdenn wird er filtriret, und das Unreine weggethan; das filtrirte aber muß man nochmals in einer offenen Kolben abrauchen lassen, so wird auf den Grund desselben ein Schnee-weises und Zuckersüsses Bley⸗Saltz verbleiben, welches, wenn es wohl getrocknet, in gemeinen Wasser abermal aufgelöset, und damit sich die Unreinigkeit wieder setze 6. Tage in einen zugedeckten Glaß hingesetzet wird: Hernach filtriret mans wieder, und lässets im& ande abrauchen, so wird dieses Saltz noch schöner werden: Und dieses lolviren mit gemeinem Was⸗ ser/zusamt dem filtriren, und evaporiren, wird noch dreymal wiederholet, so bekommet man das rechtesaccharum Saturni, oder den Bley⸗Zucker, wel⸗ ches im Sand, bey gelinder Wärme, so lange calciniret wird, biß es gan roth/ und ein subtiler Kalch, oder wie ein durchläbtert und unbegreiflich deel sey: Und dieser Bley Kalch, auf diese Weise gecaleiniret und gereini⸗ get, wird ein Bley⸗Schwefel geheissen. Wenn inan nun eine Smaragd/ Sapphier, Granat⸗ und Ein alten/ abbasch Iwerden. Csgud osen, Ind der Es inogemeij %unddas mVoden ossenen Etlh⸗ nd wenn ch ktwaz mals 24, fes nicht Zinno⸗ kne Hoh danit iste Theil en Döͤhf⸗ kfiltriret m eiser elben ei wenn es it sichdi het with. so Wid m Waß holet s. fer/ vah Se galh reisch geteinn psolith⸗ Pasten, von der Glaßmacher⸗Kunst. 413 Pasten/blaue oder andere Farben machen will/so wird es eben so gebrauchet/ auch mit allen denselben Stücken, und im gleichen Gewicht vermischet, wie oben öffters gesaget worden: Nur daß man die Menige auslässet(als deren Stelle durch diesen Bley⸗Schwefel in gleicher doli ersetzet wird,) so uber⸗ kommet man die allerschönsten Gesteine welche die andern mit Minio gema⸗ chet, weit übertreffen: Denn dieser Bley⸗Schwefel gehet allen andern vor; Wie ich denn solches zu Antwerpen oft erfahren habe. Es haben auch die Pasten mit diesem Schwefel bereitet, die schmierigte Fettigkeit nicht/ gleichwie die andern, bey sich; werden auch durch die Länge der Zeit nicht ungestalt, und nehmen von Anhauchen deß Mundes, keine Flecken an sichG. Derowegen soll sich niemand diese Arbeit dauren lassen, als welche im Werck und Ausgang wohl bezah let wird. Das 92. Capitel. Die härtesten Pasten von allerhand Farben zu machen. nn nimmt der obig präparirten und klein geriebenen Berg⸗Crystall o. Pfund, und deß purificirten Saltzes von dem Levantischen Pul⸗ ver/ wie im dritten Capitel gelehret,s. Pfund; Dieses Saltz, wohl ge⸗ trocknet, auf dem Weinstein gerieben, und gesiebet, wird mit der obigen Berg⸗Crystall vermenget, hernach thut man noch darzu/ deß nach Chymi⸗ scher Art präparirten Bleyschwefels, 2. Pfund. Diese 3. Pulver nun werden in einen reinen und verglasurten Topff be⸗ ster massen vermischet, mit ein wenig saubern und gemeinen Wasser ange⸗ seuchtet und also incorporiret, daß es eine härtliche massa werde, aus solcher formiret man hernach Kuchen von 6. Loth schwer/ die in der Mitten ein Loch haben, daß man sie an der Sonnen trocknen könne. Nach diesem muß man sie in der Höhe eines besondern Ofens caleiniren, zerstossen, auf einen Reibstein zerreiben, und durch ein Sieb schlagen: Wenn dieses geschehen/ thut mans in einen Topff, und setzet solchen 3. Tage lang in einen Glabmacher⸗Ofen, damit die Materia gereiniget werde; Wenn sie ge⸗ reiniget, wirfft mans ins Wasser/ und nachdem sie trocken worden, wird sol⸗ che wieder 15. Tage lang ins Feuer gesetzet, und also aufs beste gereiniget; da⸗ mit sie alle Bläslein und Rauhigkeit verliehre, und eine sehr reine wasla, gleich denen natürlichen Edelgesteinen übrig verbleibe. Dergleichen Gat⸗ tung dieses sehr reinen Glaß kan mit allerley Farben getingiret werden. Nemlich mit den 3. mahl calcinirten Hammerschlag /zu einer Smaragd und Meerwasser⸗Farbꝛmit Laffera zu P inen gleich 1I4 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 5. Buch gleich dem gemeinen Glaß/ zu einem Sapphir:(nemlich/wie man dem gerei⸗ nigten Glaß die Farben zusetzet,) mit Weinstein und Magnesie, zur gelben Farb/ mit Magnesie und Laflera, auf etlich mahl hinein getragen, zu einen Granat; als auch gleichfals im gemeinen Glaß geschiehet. Ja es können hiermit warhafftig alle Farben bereitet werden, und be⸗ kommen die hiervon bereitete Steine eine treffliche Härte, auch einen herrli⸗ chen Glantz/ und kommet denen natürlichen Edelgesteinen an Güte fast gleich: Voraus der Smaragd, als welcher hiervon am allerschönsten, und dem Orientalischen, auch an der Härte, bey nahe sehr gleich kommet. Johann Kunckels Rumerckungen über das Günfte Buch IANTONINERI Von der Glaß⸗Kunst. H ich gleich dieses gantze Buch, mit allem so darinn enthalten, (wovon doch der dutor zu vielen malen, vornemlich aber Im 7y. Capitel olche grosse Dinge vorgiebt) nicht werth, einige Anmerckungen darüber zu machen, achte; aus Ursach, weiln die Steine, so aus der darinn beschriebenen Pasta bereitet werden, nicht allein zu schwer, sondern welches das vornehmste, viel zu weich seyn, dahero sie die Polit nicht annehmen köͤnnen, und allezeit schmieriger Art bleiben: So habe ich doch deßwegen, weil man selbige wegen ihrer Leichtlassigkeit leichter als alle andere machen kan, denen besondern Liebhabern derselben, dieses berichten wollen: Daß er nemlich diese Pasta, wie solche Im 76. Capitel We wird, so wohl aus den kleinen durchsichtigen Kieß⸗ ling ⸗Steinen und Quärtzen, als aus dem Crystall selber, machen könne. Sonsten aber müssen alle Regeln, die der Aucor von Antonii Neri von der Glaß Kunst. 115 — ewgn von den eisern Mörsel und andern nöthigen Handgriffen setzet, fleissig giben beobachtet werden, wiewol doch der eiserne Mörsel so viel nicht scha⸗ heng det, dafern er nur inwendig keinen Rost hat: So man aber grüne, „udto lau und denen gleichende Farben, wozu ohn dem Crocus Xlartis — oder das præparirte Eisen⸗Pulver kommt/ machen will, so schadet hstglet dieses, daß der Mörsel rostig ist, auch nicht; sonst aber bleibets und den dabey, daß alle Dinge, so in diesen gantzen Buch enthalten, derer ö Mühe die der Autor befiehlet, bey weiten nicht wehrt seyn. 100 Vom 77. Capitel. Ich BuSr lehret der Autor, daß man die Pasta, daraus man WMden Smaragd machen will, in Töpfer⸗Oefen setzen soll, wo⸗ rinnen doch eine gantz ungewisse Hitze ist; diese Steine aber wollen für⸗ wahr eine gewisse Hitze haben, wird also hieraus wenig besonders wer⸗ den. So sich aber ja jemand in diesen Farben üben will, der kan seine massa nur in einen wohl verlutirten Tiegel ein Stund 6. oder 8. im chalten, Wind⸗Ofen stehen lassen: Doch weil dieses auch sich ohne sonderliche aber Beschwerlichkeit nicht thun lässet, indem es in den blosen Kohlen stehen muß, und offtmals die Tiegel auslauffen, als habe ich denen Liebha⸗ bern zu sonderbaren Gefallen meinen bißher noch geheimden Ofen äurgn mittheilen, und am Ende dieses Buchs beyfügen wollen, welcher tent Ofen so wohl mit Holtz als mit Kohlen kan gefeuret werden, ja es uschwe, ist derselbe also eingerichtet, daß nicht allein die Tiegel vor Staub RiePl und Unflat wohl verwahret stehen, sondern daß man auch derselben ohobech auf einmal so viel einsetzen kan, als man fast nur will. Es hat achitt d zwar dieser Autor auch einen besondern Ofen gehabt, Er hat ihn n/ desh aber hier weder beschrieben, noch in der Figur vorgestellt hinterlas⸗ sen. Was demnach ferner die Farben betrifft: So können dieselben von einen jeden nach seinen eigenen Belieben gemindert und gemehret werden, wie schon in vorigen Büchern ausführlicher gedacht wor⸗ 0 ů ö ö— 1 den. Weiln aber auf diese Manier(nach öffterer Meldung) keine au annehmliche leichte und harte Steine können gemachet werden, so 2 will ——————** 116 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 5. Buch will ich zuletzt eine andere Manier lehren, die schön und angenehm seyn soll, und in welche man alle Farben geschicklich bringen kan, zumahln weil auch diese vom Autor beschriebene Weise an sich selbst sehr müh⸗ sam und doch zum Theil ungewiß ist. Denn soll mans im Töpffer⸗ Oefen setzen, und, im Fall es auf einmal(wie es gerne pflegt) nicht rein genug, dennoch keinen frischen Tiegel nehmen, so weiß ich nicht, was gutes daraus werden soll, indem es wohl unter zehen mahlen kaum einmal zutreffen dörffte, daß der Tiegel gantz bleibt c. Der Autor gedenckt zuletzt, daß die Zusammensetzung derer Stucke die Pasta weit härter machen; Es ist aber so wohl durch die Vernunfft als Ex⸗ perienz falsch befunden, wird auch im geringsten nicht zutreffen. Im 78. Capitel R' die proportion, von Crystall und Minie, gantz keine Gleich⸗ heit; sondern wenn 3. oder aufs höchste 4. Theil Minie, auf ein Theil Crystall gesetzt werden, ist er mehr als genug. Wenn man aber nach deß Autoris Beschreibung dieses Gemeng zurichten würde, solte solches nicht allein in geringen Feuer wie Wasser schmeltzen, sondern als viel zu weich, schwerlich einige rechte Police annehmen können. Zu dem, wo wolte man einen Tiegei finden, der mit diesen Gemeng angefüllet, 12. geschweige 24. Stund, ein solch hefftiges (wiewohl unnöthiges) Feuer aushalten würde. Im 79. und 80 Capitel VSt gantz und gar nichts weiters zu beobachten, als dieses(wie im vorigen öffters erwehnet) daß ein jeder nach eigenen Belieben (betreffend die Farben) mit dem Gewicht Wechsel und Aenderung auf vielfältige Weisen selbst machen könne und möge. Vom 81 Capitel. s der Autor in diesem Capitel lehret und beschreibet, ist und wird ein ordentliches gemeines Bley⸗Glaß oder vitrum ö ihmsehn zumahhy t müh Dupffe⸗ t) nicht ich nicht, en kaum e Mutot ie Past l H. ffen. Gleich / auf un man würde, Welzen, nnehmen nitdiese heffiges ses(Wi Belieben endetung chreibt, Iah Hbe vitrusm Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. II/ virrum Saturni, von welchen fürwahr nicht viel rühmens zu machen; im übrigen wird es zwar schön gelb. Es wundert mich aber sehr, warum der Autor das Gewicht der Minie so oft geändert. Wenn man nun dieses einige Bley⸗Glaß hat, oder auch eines, da gleich we⸗ niger Minie dazu kommet, und man macht oder schmeltzt dessen eine gute Quantität, so kan man hernach zu einer Untz oder Loth desselben ein gewisses Gewicht von denen zusammen gemischten Dingen, als Grünspan, Eysen⸗Saffran, Laffera, Magnesia oder Braunstein/ ꝛc. zusetzen und darunter mischen, also kan denn ein jeder mit der Farbe nach Belieben und wie er selbst will, spielen oder verfahren. Im 82. Capitel d. die Quantität von Eysen⸗Saffran oder Eisen⸗Pulver, welche der Autor zu diesen nach gekünstelten Crysolit⸗Steine uns vor⸗ schreibet, gegen der proporrion der andern Materien zu wenig. Denn wie ich aus der Erfahrung habe, so seynd zwantzig Gran kaum genug: auch ist zu mercken, daß es gar nicht länger als die andern schmeltzen darf, ob schon hie der Autor solches spricht. Sonsten ist die proportion deß Gewichts recht, nemlich 16. Loth Minie gegen 4. Loth Crystall, dadurch es flüssig genug wird: Denn je mehr der Minie dazu kommt, je flüssiger die Pasta, und hingegen auch(wie zu erachten) je weicher die Steine werden. Vom 83 Capitel. N diesem Capitel ist der Zatfera zu viel, zumalen 14. Gran mehr als gnug seynd; Denn es ist zu wissen, wenn derselben so viel dazu kömmet, daß die Massa gantz dunckel und nicht durchsich⸗ tig bleiben würde. Ja so die Zaffera recht gut, oder so man einen puren und reinen Cobelt hätte, könte solches, nachdem einer die Far⸗ be hoch oder niedrig haben wolte, mit 8. 9. oder 10. Gran verrichtet werden. P 2 Vom 118. Joh. Kunckels Anmerckungen über das z. Buch Vom ga. Capitel. De und das vorige Capitel seynd fast einerley, nur daß dieses etwas strenger im schmeltzen ist. Sonst ists gar wohl zu sehen daß der Autor nicht gewust, daß die blaue Smalta aus der Zatlera gemacht wird, und nur der Unterscheid darinnen bestehe, daß die Smalta zum Glaß geschmoltzen ist. Sonst ist eben eins ob ich die Verhönung in der Lafkera, oder in der blauen Smalta suche; wer es aber auf die Viol⸗Farbe haben will, der muß nur etwas von der Magnesie oder Braunstein zu der Zatkera setzen, wie denn solches im vorhergehenden Buch, bey der Amethist und anderen Farben, vom Authore selbst gnugsam gedacht und erinnert worden. Im 85. und 86. Capitel ehret der Autor den Braunstein der Composition beyzusetzen, * da er es doch in den vorigen, allwo solcher wol eben so nöthig ewesen, ausgelassen und dessen nicht gedacht hat. Ist also aus die⸗ en und andern sattsam zu schliessen, wie man es denn auch in der Er⸗ fahrung befindet, daß der Autor alle diese Ding nicht selber versucht und gemacht habe: Denn hier, zu der Sapphir⸗Farbe, ist der Lak⸗ fera zuviel; und übrig genug, wenn man zu der Untze oder zu 2. Loth der Composition 1. oder anderthalb Gran Zaffera, nach dem(wie gedacht) solche gut oder schlecht ist, nimmet. Das Gewicht mit der Magnesia oder Braunstein kan wohl in beyden Capiteln bleiben. Vom 37. 88. 89. Capitel. HB* hat es eben die Bewandniß, wiẽ mit denen zuvor gelehrten Steinen, nemlich die Farbe nach eigenen Belieben zu mindern oder zu mehren; daß man aber dieses einen Granat, und zwar einen sehr schönen Granat heissen und nennen könne, ist zu weit gesprungen; weiln es mehr einem Amethist, als einem Granat⸗Steine ähnlich Dom om daß def Museht, er Zaffern daß ob ich R iche; vn voh de solcheöin en, von Rchen, ndihig auo die n der Et⸗ ocsuch der 2. 2 dem(i htmit de beh. gelhhttn minde 5 Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. I19 Vom 90. Capitel. V Unterweisungen, die der Autor hie giebet, seynd schon zum öfftern erwähnet und(die Warheit zu bekennen) wohl werth, daß man solche in acht nehme. Daß er aber unter diese seine vorge⸗ schriebene Pasten, um denenselben eine schöne Coleur und Farbe zu geben, die natürlichen Orientalischen Steine, als Rubine, Sapphi⸗ re ꝛc. schmeltzen lehret, ist falsch und kan nicht angehen; massen die⸗ selben nach den Diamant die meiste Härte haben, ist also weit gefeh⸗ let, daß sich solche unter eine Bley⸗Gläserne Pasta solten schmeltzen lassen; ja sie vermischen sich kaum damit, sondern bleiben bloß als ein Pulver darinnen liegen, noch viel weniger geben sie eine Farb von sich. So aber ja der Granat unter Glaß geschmeltzt wird, so will er doch keine andere als eine Smaragd⸗Farbe geben. Im 91. Capitel W Rauchet der Autor sehr grosse Mühe, den(leyder so genannten) Sulphur Saturni, oder Bley⸗Schwefel zu machen; da ich doch einen noch weit bessern und schönern, auf einmal zu bereiten hiermit leh⸗ ren will, nemlich: Nimm einen sehr grossen Helm, so groß als du ihn bekommen kanst, und lege denselben inwendig voll von Bley, das sehr dünne geschlagen und einen Daumen oder zwey quer Finger in der Breite hat; mit solchen, sage ich, fülle den Helm in der Runde he⸗ rum, damit die aufsteigenden Tropffen vom Essig, nicht wieder in den Kolben fallen können, sondern in den Schurtz deß Helms gehen müssen. Diesen Helm setze auf einen grossen Kolben, der mit guten Wein⸗Essig gebührend angefüllet ist, und destillire den Essig gantz herüber, so greifft im Herübersteigen der Essig das Bley an, sobviert so viel davon als er kan, und führts mit sich in das vorgelegte Glaß oder Recipienten. Diesen gedistillirten Essig giesse in einen reinen Kolben, und destillire denselben wieder herüber, biß auf den drit⸗ ten oder vierdten Theil; das zuruckgebliebene setze an einen Ou rt/ 120 Joh. Kunckels Anmerckungen über das z. Buch ꝛc. Ort, so schiessen schöne Crystallen, gleich einem Salpeter: Wenn es nicht mehr schiesset, so thue es zu den wieder hierüber gedestillirten, und destillire es wieder durch das Bley, laß es wieder schiessen, und das widerhole so oft, biß du der Crystallen(oder des von dir übelge⸗ nannten Bley⸗Schwefels) genug hast. So man aber von einer De⸗ stillation deß Essigs nicht genug hätte, so müste man frischen Essig neh⸗ men. Diese Crystallen seynd, wenn sie mit gebührender Gelindigkeit calciniret werden, von solch einer schönen Coleur, als wohl die, so hie der Autor lehret, schwerlich seyn werden. Wer auch noch mehr Muhe im solviren und coaguliren will anwenden, dem steht es frey, es ist aber hierzu vergebens: Denn dieses ist ohne dem der beste wo⸗ dus, das feinste Sacharum Saturni oder Bley⸗Zucker, als irgendwo in einiger Apothecke mag gefunden werden, zu machen. Im 22. Capitel . zwar die Pasta oder Gemeng, welche der Autor in seinen andern Büchern(wann solche zu Gläsern verbraucht wird) eine Fritta nennet, etwas härter als die vorigen. Es ist aber nicht nöthig, daß diese so gar lang in Glaß⸗Ofen stehe: ja in unsern Glaß⸗ Oefen kan es in 48. Stunden ohne allen Mackel und Mangel schmeltzen, auch können derselben so wohl als denen andern(wie zwar der Autor selbst erwähnet) alle Farben beygebracht und einverleibet werden. Ein mehrers achte ich unnöthig bey diesen fünften Buch zu erinnern. Das 4— K. —— Vin Rlarg, sen, I t ibehe Heiner I⸗ Estonh eundiget de, s loch mihe teöftch, este wo⸗ irgendwo seinen wd) her nicht in Glaß⸗ Mmad Wie zwat Rberlabt Uften D Pss e—. Das Sechste Buch Hlaßmacher⸗Runst/ Pon der G ANTONIINERI von Florentz. Der Inhalt dieses Sechsten Buchs. MNMaoiesem sechsten Buch wird der warhafftige Weg gezeiget, wie man allerley Schmeltzwerck, die man Encausten oder Smalten wie auch Amaulen nennet, verfertigen sollz mit welchen die Gold⸗ schmiede auf das Gold mancherley Farben schmeltzen: nechst die⸗ sen werden die Regeln, und die ingredientlen, so man darzu ge. brauchet, angezeiget; ingleichen wie man das Feuer regieren müsse, damit die gedachte Schmeltzwerck oder Smalten und Amaulen auf das allerzier⸗ hnge kommen, mit beygefügten noth dürfftigen und sehr deutlichen Anwei⸗ ungen. ö Dieses ist eine anmuthige und schöne, wiewol arbeitsame, doch noth⸗ wendige Sache; indem die Metallen, mit so viel schönen Schmeltz⸗Farben gezieret, ein herrliches Ansehen haben, und die Augen der Anschauenden gleichsam anʒ⸗ und zu sich locken. 2 Und weiln diese Kunst nicht das geringste Stück von der Glaßmacher⸗ Kunst/ auch zugleich nöthig und nützlich ist; als habe ich allen und jeden an⸗ nehmlich zu seyn erachtet, und deßwegen viel und mancherley Arten, wie man die Smalten oder geschmeltzte Arbeit verfertigen soll, beschrieben. Und gleichwie die Wissenschafft von dergleichen Sachen an und für sich selbsten zu der Glaßmacher⸗Kunst gehöret, und von derselbigen gantz und gar dependiret, als ist dieses für kein gemeines, sondern unter die verborge⸗ nen und geheimen Kunst⸗Stücke dieser Kunst zu rechnen. Derowegen, damit dieses Werck einer solchen schönen, nützlichen und nöthigen Sache nicht er⸗ mangle, als habe ich solches in diesem gegenwärtigen sechsten Buch, dem allgemeinen Nutzen zum besten, beyfügen und mittheilen wollen. Das 93. Capitel. Die Materia aus weliher alle Wern. oder Smalten bereitet 33 ö werden. Mun nimmt/ zum Exempel, deß besten Bleyes 30. Pfund, und deß besten —. 2 Zinns —— —.——— ——— —— 122 ANTONIINERI Ecchstes Buch, Zinns 33. Pfund; diese Metallen werden, gleichwie von dem Bley an sei⸗ nem Ort ist gelehret worden, miteinander gecaleiniret, und nach solchen durch ein Sieb geschlagen. Solchen Kalch lässet man alsdenn in einen reinen Topff oder Geschirr mit saubern Wasser kochen, und nachdem es ein wenig gekochet hat/ so rücket mans vom Feuer, und giesset das Wasser gemachsam davon ab/ welches den allersubtilsten Kalch mit sich führen wird; auf den zu⸗ rück⸗ gebliebenen Kalch in den Topff giesset man von neuen frisches Wasser, lässets sieden, und scheidets ab, wie zuvor; solches wird so lang wiederholet, biß das Wasser keinen Kalch mehr bey sich führe und das Metallische dickere Theil deß Kalches auf dem Boden deß Topffes verbleibe, welches man noch⸗ maln caleiniret, damit man dessen subtilere Theil, im Kochen, mit gemeinen Waßee wie zuvor ausziehen könne. Hernach lässet man das Waffer, welches den subtilen Kalch bey sich führet, alles verrauchen, und zwar solches insonderheit zuletzt mit einen ge⸗ ringen Feuer, damit der Kalch, welcher guf den Boden verbleibet, nicht ver⸗ derbet, und schlechter als ein gemeiner Kalch werde. Darnach nimmt man dieses subtilen Kalches, wie auch der mit weisen tharso bereiteten Frittæ, beydes wohl zerrieben, und durch ein enges Sieb ge⸗ schlagen, von jedwedern 50. Pfund, und deß obigen weissen Weinstein⸗ Saltzes 16. Loth; dieses alles wohl zerstossen, vermischet und gesiebet, wird in einen neuen irrdenen Topff gethan und zehen Stund lang ins Feuer gesetzet. A Naach diesem nimmt mans heraus, und verwahrets, nachdem es epülvert worden, vor dem Staub, an einen truckenen Ort; denn die⸗ es ist die Materia, aus welcher die Smalten von mancherley Farben berei⸗ tet werden. Das 94. Capitel. Ein Milch⸗weisses Schmelz⸗Glaß zu machen. Ma nimmt zum Crempel, der obig⸗bereiteten Materig 6. Pfund, und von der Piemonuschen Magnesie 48. Gran: Dieses alles wohl m. e. a. ver mischet/ setzet man in einen Topff, der mit weisen Glaß ver glafurt sey; her⸗ nach lãst mans im Osen bey einen liechten Feuer, mit Eichen⸗Holtz, damit es wicht o sehe auchet, fliessen und reinigen, welches bald geschiehet; alsdann word diese Materia machdem ste aufgelöset und geschmoĩtzen ist, in ein klares Wasser geswüttet; hernach wiederum in den Topff gethan, solbiret/ gereini⸗ get, und wir noor ius Wasser geworffen solches muß zum drittenmal wie⸗ detholet werden, 88 End⸗ —— 50 sti henduc inen remne enwest Rmachsam auf den gy bWasee, iederhole, sche dicker Man noch⸗ tgemeineh bey sch teinen ge hicht her⸗ nit weisen Oiebge⸗ Helhlleih⸗ gestebet ins Jeues achdem e denn di⸗ dhenberes und/ lud Hhlmn. e, tsehz hen damittz alsdamh ein klarts Hgereilh imal wi W von der Glaßmacher Kunst.—..—. Endlich wann es das vierdte mal aufgelöset und gereiniget worden, so nimmt man eine Probe/ ob es/wie es zu seyn pfleget/ weiß genug seye; und im Fall es grünlicht wäre, so thut man der obigen Magnesie noch etwas weni⸗ ges daran, so wird es gantz weiß werden als eine Milch auch das Gold und andere Metallen damit zu demahlen sehr dienstlich seyn. Das 95. Capitel. Eine Smalte oder Schmeltz⸗Glaß an der Farb wie ein Türckis. nn nimmt von der Materia, daraus die Smalten bereitet werden, V 6. Pfund; solche in einen weiß⸗verglasurten Topff gethan, darinnen geschmoltzen und gereiniget, wird ins Wasser geworffen; hernach thut man solche wiederum in den Topff, und verfähret im übrigen darmit wie zuvor. ö Nachdem nun solche wohl gereiniget worden, so füget man noch darzu 6. Loth von dem Kupffer⸗Hammerschlag/welcher, wie anderwerts berichtet, zum dritten mal gecalciniret sey/wie auch 6. Gran von der präparirten Zaf⸗ kera, und 48. Gran von der präparirten Magnesie. Diese 2. letzten Pulver werden wohl in einander vermischet, und in 4. gleiche Theil abgetheilet, auf vier unterschiedliche mal zu dem obigen gethan, auch wohl untereinander gemischet, damit sich alles wohl incorporire: Wann nun die Farbe nach versuchter Probe, voll genug zu seyn scheinet; so kan man solche den Goldarbeitern zum Gebrauch hingeben. Vor allen Dingen aber soll man sich dahin bemühen, daß man die Far⸗ ben an der herausgenommenen Massa/ oder Probe, mit dem Gesicht recht beurtheilen lerne; dergleichen ich jederzeit gehan habe; denn es kan allhier das Gewicht so genau nicht beschrieben werden; indem die Farben bald viel, bald wenig tingiren, müssen derohalben solche durchs Gesicht geur⸗ theilet werden. Und im Fall eine Farbe zu völlig wäre/ so muß man ein mehrers von der Materia, davon die Smalta bereitet wird zusetzen; denn es wird solche al⸗ sobald aufgelöset und die Farbe hingegen schwächer werden; wann die Far⸗ ben, im Gegentheil zu dünne oder zu schwach wären, so muß man deß Pul⸗ vers/ damit die Materia getingiret worden, etwas mehrers zusetzen: Und auf olche Weise kan man die Farbe, nach Belieben völliger oder dünner machen, je nachdem es die Sache erfordern wird. Solches habe ich zu Pisis/allezeit dem Augenmaß folgend/zum öfftern gethan, ohne Inachtnehmung einer Maaß oder W ö 2 a ——— ——— * 2— S 124 ANTONIINERI Sechstes Buch, Das 96. Capitel. Ein blaues Schmeltz ⸗Glaß zu machen. ö VAn nimm der bewusten und præparirten materĩa zu den Smalten . Pfund, der præparirten Zafferæ 4. Loth, deß zum dritten mal cal⸗ cinirten Kupffer⸗Hammerschlags 48. Gran. Erstlich werden die Pulver absonderlich wohl untereinander gemenget, als denn zu der Materiga gethan, und ferner in einen weiß verglafurken Topff, in den Ofen gesetzet. ö ‚ Nachdem nun alles wohl aufgelöset, und sich vereiniget hat, so wird solches ins Wasser geschüttet und wiederum in den Topff gethan, gekochet und aufs beste vereiniget; nach solchen nimmt mans aus dem Ofen, so wird es/ für die Goldarbeiter, eine sehr schöne Smalte geben. 5 Dacs 9). Capitel. Ein grünes Schmeltzglaß. 90 ö n thut der obgedachten Materia/zu benen Smalten 4. Pfund in ei⸗ V 6 nen weiß⸗vergläsurten Topff, solche in den Ofen gethan/ solvĩret und reiniget man 19. oder 12. Stunden, hernach wirfft mans ins Was⸗ ser/und aus denselben thut mans abermal in den Topff zu reinigen; nachdem es nun wohl gereiniget, so thut man noch hinzu der zum dritten mahl calci⸗ nirten Kupffer⸗Hammerschlags 3. Loth, und deß wolgepülverten Eisen⸗ Hammerschlags 8. Gran, diese Pulver werden vo her sehr wohl vermischet, und sehr mählig/ auf z. mahl/ nechst fleissigenUmrühren hineingetragen; da⸗ mit die Farb von der Materig wohl angenommen werde: Wenn nun selbige wohlgefällig und recht ist/ lasset mans wohl reinigen, und sich mit einander vereinigen: hernach nimmt mans, wie gebräuchlich, aus dem Ofen, so be⸗ kommt män eine schöne, und denen Goldarbeitern dienliche Smalte. Das 98 Capitel. Eine andere grüne Smalte zu machen. Mn nimmt von der Materia, daraus die Smalten gemachet werden, 6 Pfund; zu dieser vermischet man auf das genaueste und fleissigste, deß wohlgeriebenen Ferretri Hispanici 4. Lothund deß CrociMartis 48. Gran/ welchen man mit dem Ferretto zuvor, ehe mans zu der Materia thut, vermengen muß. ö . Solches alles wohl mit einander vermischet, thut man, in einen weiß her⸗ —— Smaltn Hmaleg gemenger len opf, so wid glkocht 1%/ wird d in ei⸗ iret und 5Wos hochdem Hlealcl⸗ en Eisen⸗ umischet gen; das un selbige einander h/ sobe lte. t werdet⸗ feissgt ciMarti Mateng nen weß 1 von der Glaßmacher⸗Kunst. 126 verglasurten Topff, und wirfft es/ nachdeme es wohl gereiniget worden, ins Wasser, nach diesem wieder in den Topff, ferner zu reinigen. Wenn nun die Farb/nach genommener Prob, recht zu seyn scheinet, läs⸗ set mans noch etwas reinigen, und nimmts alsdenn heraus. Es können alle dergleichen Smalten in geringer Quantität, nemlich 8. biß 12. Loth/ bereitet werden, so man deren nicht viel vonnöthen hat. Das 99. Capitel. Noch eine andere grüne Smalte. Vun thut von der Materia der Smalten 4. Pfund, in einen weißvergla⸗ 40 surten Topff/ und diesen in den Ofen, so wird es in wenig Stunden gereiniget werden. Die gereinigte schüttet man ins Wasser, aus diesem thut mans wieder in den Topff, und lässet sie ferner reinigen; hernach thut man den dritten Theil deß folgenden vermischten Pulvers auf 3. unterschiedliche mahl darzu. Man nimmt ferner der zum drittenmahl gecalcinirten Kupfserschlacken 4. Loth/ deß mit Essig præparirten Croci Martis 48. Gran, dieses gepülbert und vermischet, setzet man wie gedacht/ der Materig zu, nachdem solche gesol⸗ viret und gereiniget worden. Es wird auch alles wohl gerühret, damit sichs recht ineorporire: Wann nun die Farb recht und gefällig ist, so lässet mans noch etwas reinigen, alsdenn wird sie, wie gebräuchlich/ geprobiret, heraus genommen und verarbeitet. Das 100. Capitel. ö Ein schwartzes Schmeltz⸗Glaß. VNAn nimmt von der bewusten Materia, daraus die Smalten bereitet werden 4. Pfundwie auch von der präparirten Lattera, und der Pie⸗ montischen Magnesie, jedwedes 4 Loth;diese 2. Pulver aufs beste ver⸗ mischet, werden mit der obigen Materia vereiniget, in einen verglasurten Topff gethan und gereiniget; und weiln sich diese Materig sehr aufschwellet, als muß man den Topff hierzu desto grösser nehmen, um das Uberlauffen zu. verhüten: Solches, nachdeme alles wohl gereiniget worden, wird ins Was⸗ . geschüttet, nachdem denn wieder in den Topff gethan, so wird sichs alobal⸗ en reinigen Nach diesem siehet man, ob die Farb gefällig, und machet solche nach Erheischung deß Gebrauchs völliger oder dunner: Wann sie nun recht ist, so machet man, gleichwie aus den andern Smalten, runde Zeltlein daraus, 2 Q3— alt dann 126 ANTIONILINERI Sechstes Buch, als dann wird man ein sehr schönes und sammet⸗schwartzes Smaltum den Goldschmieden dienlich/ bekommen. ö Das 101. Capitel. Eine andere schwartze Smalte. Maàn nimmt von der obig⸗gedachten Materia, daraus die Smalten wer⸗ den/s. Pfund der präparirten Zafteræ, wie auch deß mit Essig bereite⸗ ten Croci Martis und Ferretti Hispanici, von jedweden 4. Loth; diese Pul⸗ ver wohl untereinander gerühret, und vereiniget, vermischet man mit der obigen Materia; solches wird in einen verglasurten Topff, und, wie gebräuch⸗ lich in den Ofen gethan. 595 Wann nun alles wohl aufgelöset worden, und sich miteinander vereini⸗ get hat, schͤttet mans in das Wasser, und aus demselben wieder in den Topff/ so wird es in kurtzen gereiniget werden. 1⁴ Und wann die Farb an der Prob recht und gut ist so kan mans in ge⸗ wöhnliche Zeltlein formiren: wann sie anderst zuvor wohl gereiniget und die Farbe recht angenommen haben, so wird es eine schöne schwartze Smalte, und denen Goldschmieden zu den Metallen dienlich seyn. Das 10ꝛ. Capitel. Ein anderes schwarzes Schmelz⸗Glaß. Mun nimmt der bewusten Materia vier Pfund, deß rothen Weinsteins Vacht Loth, und von der Piemontischen präparirten Magnesie 4. Loth; diese Pulver, nachdem sie wohl miteinander vermischet worden, zu der obigen Materia gefüget, und in einen ziemlich⸗grossen Topff gethan/ damit ein leerer Raum übrig sey,denn es schwellet diese Materie sehr auf. Nach diesem, wenn alles aufgelöset und sich vereiniget hat, so schüttet mans ins Wasser/ und aus diesem wieder in einen Topff; so wird sichs gar pereinigen. 0. Wenn nun die Farbe, nach gethaner Prob, gefälligso machet man, wie gebrän hlichZeltlein daraus dann wird man eine sehr schöne und Sammet⸗ schwartze Smalta bekommen. Das 103. Capitel. Eine Purpur⸗farbichte Smalta zu machen. Musczet zu 4. Pfund der bewusten obigen Materia/ 4. Loth von der Piemontischen präparirten Magnesie; solches wohl vermenget,—* — lun, de maltenheh Rhberttz diese u nan mitde e gehtauth derheress der in da suns in ge iniget und Smalte/ Weinsteils se lth; Ider obige it ein kere so shitt d sichs ge tmahhi Sammeh 0 von d t hll ahel an von der Glaßmacher⸗Kunst. 127 man in einen ziemlich⸗grossen Topff, damit wegen der aufbrausenden Mate⸗ ria ein leerer Raum übrig verbleibe. Wann nun alles wohl geflossen und vereiniget ist, so en mans ins Wasser/ und nachmals wieder in den Topff, damit es sich noch ferner reinige, mit Inachtnehmung, ob die Farb mit begehrter massen recht und gefällig ist, oder nicht, damit man solche, im Fall es vonnöthen ist, annoch verstärcken oder verschwächen könne; alsdann formiret man/wie gebräuchlich/Zeltlein daraus; so wird man eine sehr schöne Purpurfarb bekommen. Das 104. Capitel. Ein anderes Purpur⸗farbigtes Schmelz⸗Glaß. + Men nimmt von der Materia, daraus die Smalten werden, 6. Pfund, e der Piemontischen präparirten Magnesie 6. Loth, und deß zum dritten⸗ mal gecalcinirten Kupffer⸗Hammerschlags, 12. Loth: Diese Pulver, nach⸗ dem sie wohl miteinander vereiniget, werden mit der obigen Materia ver⸗ menget, in einen weiß verglasurten Topff, dieser aber, wie bewust/ in den Ofen gethan, damit es bester massen gereiniget werde.—— Hernach wird es in das Wasser geschüttet, aus diesem thut mans wie⸗ der in den Topff: wenn es nun wohl gemenget, so kan man zusehen, ob die Farbe etwas stärcker oder dünner solle gemachet werden: Wann sie gefällig, nimmt mans heraus und verfähret ferner damit, wie sichs gebühret. Das 10f. Capttel. ö Eine gelbe Smalte zu machen. Meun nimmt von der Smalten⸗Materia 6. Pfund, deß Weinsteins 6. Loth/ und der präparirten Piemontischen Magnesie 72. Gran; diese zwey Pulver, nachdem sie wohl miteinander vereiniget worden, werden mit der obigen Materia aufs beste vermenget, und also vermischet in einen ziem⸗ lich grossen und weiß verglasurten Topff gethan; denn es schwellet sich die Materia sehr auf. Nachdeme nun alles wohl gereiniget worden, so wirfft mans in das Wasser; aus diesem aber wird es wiederum in den Topff gethan, damit es gar gereiniget werde. S MWann nun die Farb we der zu dick noch zu hell,sondern recht ist/ so wird es eine schöne gelbe Smalte seyn, womit man alle Metallen, das Gold aus⸗ genommen,zieren und bemah len kan; massen der Glantz diefer Smalte bom Gold übertroffen wird, wo man ihm nicht mit andern Farben wieder hilfft, wie solches denen Goldschmieden nicht unbewust ist. Dag 128 ANTONINERI Sechstes Buch, ꝛe. Das 106. Capitel. Eine blaue Smalte zu machen. WIne blaue oder Meerwasser⸗Farb zu bereiten, werden erfordert deß obgelehrten calcinirten dünnenZitter⸗Kupffers 4 Loth, der präparir⸗ ten Laffera 48. Granzdiese Pulver, nachdem sie wohl vermischet, und n. iteinander vereiniget, werden mit 4. Pfund der erwähnten Smalten⸗ Materia, daraus die Smalten bereitet werden, vermenget. Wann sie nun aufgelöset, und im gewöhnlichen Topff vereiniget wor⸗ den, so schüttet mans in das Wasser, und thuts, wie gebräuchlich/ aus die⸗ sem wieder in den Topff, damit sie völlig gereiniget werde. Nachdem sich nun alles wohl vereiniget und gereiniget hat, so besiehet man die Farb, damit man solche/ wie auch anderwärts erinnert worden, ver⸗ stärcken oder schwächen könne; nachdem sie etwan zum Gebrauch erfordert wird. Im übrigen kan man ferner nach Kunst⸗Gebühr damit verfahren. Das 107. Capitel. Eine Viol⸗blaue Smalte zu machen. Ine vollkommene Viol⸗blaue Smalte zu machen, so nimmt man von der Smalten⸗Materie sechs Pfund, wie auch von der Piemontischen Magnesie vier Loth, und deß zum dritten mal gecalcinirten Kupffer⸗ Hammerschlags 48. Gran. Diese Pulver wohl miteinander vereiniget /werden mit der obigen Ma⸗ teria vermischet, und, wie gebräuchlich/ in den Ofen gethan, auch in das Was⸗ ser geschüttet, und ferner/ wie zuvor, gar gereiniget. Nach diesem probieret man die Farb/ und siehet, ob man solche zu ver⸗ stärcken oder zu schwächen vonnöthen habe, alsdann verfähret man ferner wie gebräuchlich/ so wird man eine schöne, und denen Goldschmieden dienliche Smalte erlangen. * — ren! Sil Ioh herf R i W U hett be 16. N Rh sh, deh, NR efordgrhß der praparß kmischeyn n Smal/ Heinigettoz lich ausde so bescht vorden, hez ch ersorden erfahren. stmah bon wontischen en Kupffer obiget Mo/ dgs Wa⸗ lchetuben man ferng chmiede hh N V 129 Johann Kunckels Rnmerckungen über das Bechste Buch ANTONIINEKI Son der Glaß⸗Runst. oO wenig und gering das vorige, so vielmehr und höher ist N dieses Buch zu schätzen, und muß ich bekennen, daß um die⸗ ses Buchs willen das gantze Werck deß Autoris zu æstimi- ren ist, denn es ist fürwar keine geringe Ergötzlichkeit, die in diesem Sechsten Buch enthaltene Stücke zu experimentiren. Was dem⸗ nach ö Das 93. Capitel betrifft, habe ich hierinnen dem Autori allerdings gefolget, ausser, daß ich von meinen Gemeng(wie ich solches zu Ende meiner An⸗ merckungen über das erste Buch zu machen gelehrt und beschrieben,) an statt seiner Fritta genommen, welches Gemeng, was das Saltz betrifft, blos mit der gereingten Pott⸗Asche gemacht wird; zum Uberfluß habe ich, an statt der von dem Autore vorgeschriebenen 16. Loth Weinstein-Saltzes, auch nur 16. Loth gereinigte Pott⸗ Asche genommen, welches mir doch nach Wunsch angangen und gelungen; sonst aber, was den Bley⸗und Zinn⸗Kalch betrifft, bin ich, wie gedacht, dem Autori gäßtzlich nachgefolgt, habe auch befun⸗ den, daß die Posta zu allen Schmetzgläsern bequem und dienstlich zu gebrauchen. Diese Arbeit habe ich erst vor kurtzer Zeit zu unterschiedlich⸗ mahlen gemacht, und weil ich eine sonderlich öne Pott⸗Asche ge⸗ kaufft, hatte ich solche erstlich nur rohe dazu gebraucht, aber es hat mir kein gut thun wollen;„ sondern an statt daß es weiß hat sollen werden, ists mir Pech-Schwartz geworden, da ich denn befunden, daß es nur an der Pott⸗Asche gelegen, als welche man zuvor von allen fæcibus etlichmahl reinigen und 2—— muß, wie anders⸗ wo 130 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 6. Buch ————— wo gemeldet, so man anders seiner Arbeit erfreuet werden und nicht Schaden leiden will. Vom 94. Capitel Ae ich dieses zum erstenmahl machte, ließ ich den Braunstein Naus, denn ich gedachte, er würde sich in der undurchsichtigen Farbe nicht verzehren, und also eine Bräune verursachen; aber ich fand mich sehr betrogen; denn mein Glaß, an statt daß es eine milch⸗ farde Weisse solte erlangen, war gantz blaulich worden; Derowegen setzte ichs wieder ein, und thate nach und nach etwas von Braunstein oder Magnesia dazu; da kriegte ich eine überaus schöne Weisse oder Milchfarb: So mans aber versihet und thut zu viel hinzu, so will sich die Magnesia nicht verzehren, sondern das Glaß wird eine etwas bleiche Pfirsichfarb behalten. Im 95. biß 96. Capitel * dieses nur der Unterscheid, daß der Auror die Magnesia oder Braunstein in dem einen gesetzt, in dem andern aber ausgelassen hat. Sonst kan man beyderley Art fast aus einen haben: Indeme gar sehr wenig, oder bey nahe kein Unterscheid darinnen ist. Diß muß ich aber hier erinnern, daß man ja in allen Stücken rechten Fleiß an⸗ wende, denn gewiß so schlecht man diese Arbeit ansihet, so genau will sie gleichwol gemacht oder beobachtet seyn, zumal so die rechte Türckis⸗ Forbe eigentlich will getroffen werden. Es hat unsern Autor be⸗ lebt, hier in diesem Capitel sich der Weitläuftigkeit zu befleissen„in⸗ dem er so oft, und allemal unnöthiger Weise, wiederholet, und sa⸗ get, wie man die Materia schmeltzen und reinigen soll. Dieses macht gewiß zum öftern, sunderlich denen Ungeübten, und die sich an die Worte binden, viel Verdruß und Ungelegenheit; Solchem aber ob⸗ zuhelffen, will ich hiemit einen sichern Weg zeigen, nemlich: Schmel⸗ tze zusammen 10. 20. oder 30 Pfund, nachdem du viel Schmaltzglaß machen willt, lösche es ab, schmeltze es wieder, allerdins wie der Ku⸗ tor lehret, und verwahre dieses zum Gebrauch. Wann du nun wilst in ich ——.— nüh Bruusth Achschin 5 ber Hehemich Dabwonn Braunstn Vase dbe u, o l II nesa er Mutgeasse . Min Dömiß Flaß ah OReul Turn Autor h hussen, „ id si ses mah sch in de maherch Sanlh Im hie det Imunis Antonii Neri von der Blaß Kunst. 1317 ein Schmeltzglaß machen, so nimm so viel Pfund davon, als dir be⸗ liebt; so ist dann folgends die Farbe in wenig Stunden hineinge⸗ bracht. Denn man kan hierinnen kein Gewicht, wie viel auf ein Pfund von den Farben muß zugesetzt werden, so genau vorschreiben, weil es eine Sache ist, die bloß nach dem Gesicht muß geurtheilet werden. Dennoch ist das Gewicht so wohl von denen zusammen ge⸗ setzten Materien, als auch was die Farbe betrifft und geben soll, nach deß Autoris Lehr und eines jeden Capitels Inhalt wohl in acht zu nehmen, jedoch auch also, daß solches ein jeder Verständiger nach seinem Belieben ändern könne. Der aber ungeüht i der Versetzung ist, der halte sich nur durchaus an deß Autoris Worte, als(zum Erempel) wenn er sagt: So viel Magnesia, so viel ZLaffera, ꝛc. so bleibe er gäntzlich dabey. Gleichwol muß man den Autor nicht alsobald beschuldigen, wann die Coleuren so genau nicht zutreffen, zumal wo Jaffera dazu kommt, als mit welcher(weiln immerzu eine viel bessere als die andere, wie oben erwähnt) es eine sonderliche kütliche Sache umzugehen ist. Derowegen wenn du mit dieser, oder der Magnesia, und Laffera wilt oder solt Farben machen und berei⸗ ten, so nimm erstlich ein helles und klares Glaß, und setze anfänglich auf zwey Loth desselben ein Gran, oder Gerstenkorn schwer, deiner Magnesia, oder Braunsteins bey,(also verfahr auch mit der Lat⸗ fera,) und sihe wohl zu, wie viel oder starck sol he Farben; ist es zu wenig, so nimen 2. Gran ꝛc. und hiernach, als einer gewissen Pro⸗ be, kan man sich auch einen unbetrüglichen Schlͤß machen. Sol⸗ ches kan und soll man billig bey allen Farben thun, und so lung man dann von dieser Farb oder Materia hat, so lange kan man auh einerleyh Art Farben machen; kaufft man was frisches, so mut man auch damit wider neue oder andere Proben vornehmen, sonst ist man, sonderlich in obig⸗erzehlten Farben, nimmer gewiß; und kriegt immerzu diß vor das ꝛc. Doch ist auch dieses in acht zu neh⸗ men, daß man nemlich, wenn man etwas probiren will, als zum Exempel Magaesia oder Zaffera, man zuvor den gantzen Vor⸗ R 2 rath * 132 Joh. Kuuckels Anmerckungen über das 6. Buch. rath derselben Species zum kleinsten und subtilsten Pulver reiben muß, weiln sonsten auch ein Stückgen andere Beschaffenheit der Farben in sich halten und mittheilen kan, als das ande e. Dieses, als etwas sehr nothwendiges, habe ich denen Glaß⸗Künstlern nicht underichtet lassen sollen und wollen. Mit dem 97. 98 99. Capitel/ Orinnen der Autor die Grüne tractirt, hat es eben die Be— schaffenheit, wie allbereit in den vorigen Büchern, von denen durchsichtigen Farben, gemeldet und angemercket worden; wer nun dieselben wohl in acht nimmt, oder machen kan, der kan auch allerhand in diesen Schmeltzgläsern thun und ausrichten: und wie dorten die Veränderung in den Grünen oder Blauen ist, eben so ist solche auch hier zu observiren ꝛc. lr im 99. Capitel meinet und wähnet mehr gedachter Herr Geißler, es würde zu viel seyn, wann es Pfund heisen und seyn solten: will also aus denen 4. Pfun⸗ den nur 4. Untzen machen: ja berufft sich hiermit auf deß Autoris eigene Worte, zu Ende deß vorigen 98. Capitels, welche in seiner Version also lauten: und werden aber alle diese Schmeltze, das Gewicht belangend, nicht über 4. oder 6. Untzen(das ist 8. oder 12. Loth) ungefehr zubereitet. Ist zwar wohl geziehlt, wenn nur der Boltz nicht vergessen. Aber mein lieber Musen⸗Säugling! der Autor. schreibet und meinet nicht, wie ihr solches unrecht verstehet und vertiret, als ob diese Schmelze/ das Gewicht betreffend, nie nicht über 4. oder 6. Untzen bereitet würde; sondern seine Meinung und Worte seynd: Man könne oder möge solche(nemlich im Fall man deren nicht viel benöthiget) nur bey 8. oder 12. Loth bereiten, welches ein grosser Unterscheid ist gegen den, wie ichs vertirt; Hat also eure falsche Version auch eure falsche Glossa verursacht, wie es wohl öffters zu geschehen pflegt. Hört aber ferner mein lieber Herr Geißler, wann ihr in der ganzen Malla das Gewicht nach Un— tzen wolt rechnen, welches auf 16. mahl verkleinert oder verringert ist, warum lasset ihr denn die Mixtur der Farben, in ihren vollen Gewi yt ——— hee/ von derh den; v. imn au w b, en f Hil manet Hse, 14½ Mil 5 orz i sentt Hatke, du 6. Het 1r un uur de Anz N t sthe ffend, R Menush ch in dil hckake, tirt; Y V ubet H nach ll berringel an W Giwia Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 133 Gewicht stehen? Bedenckts doch selber, wann 4. Loth und 48. Gran Metallische Farben auf 8. Loth Glaß kommen solten, ich meine, es müste 15 ja noch färben. Es ist mir zwar sehr leid, daß ich als ein Ungelehrter einen so hochgelehrten(seiner Meinung nach) tadeln und carpiren soll; weil ich aber aus euren eigenen Worten leichtlich schliessen und præsumiren fan„daß ihr gar neulich erst von der Milch entwehnet, so will ich auch nicht hoffen, daß ich übel thun werde, euch zu sagen, was ihr noch nicht wisset und erfahren habt; ist was guts an euch, so werdet ihrs wohl in besten vermercken und aufnehmen. Im 100. 101. Und 102. Capitel H wegen der Schwarzen Schmelzgläser, oder amausen/ nicht nöthig, so viel Umstände zu machen; denn es fehlet nie⸗ mahls, wenn zu viel Blau von der ZLaffera zugesetzet wird, so wird es schwarz, und pflege ich(wie ich dennoch dieses vor etlichen Ta⸗ gen in M. Gnädigsten Churfürsten und Herrn Crystall⸗Hütte ge⸗ macht) alle Farben, so mir nicht anstehen„ oder alle fragmenta, Stücke und Abgänge zusammen zu mischen, und mit Zarkera zu übersetzen, so kan ich eine sehr gute Schwärze haben. Weil aber un⸗ ter Schwarz und Schwarz,(sonderlich bey denen Goldarbeitern) ein grosser Unterscheid ist; denn wann solche damit amulieren, und sie ganz dünne über weise streichen, so kommt, daferne die Schwärze, von einer Farbe herrühret, die aus der Massa der Lal⸗ fera alleine besteht, die blaue wieder ganz kenntlich hervor, etzliche auch præsentirt sich rauchgelb ꝛc. Summa, sie behält ihre Schwär⸗ ze in der Dünnigkeit so nicht. Derohalben, um unterschiedene Ar⸗ ten zu haben, kan man dem Autori folgen, denn es ist wahr was er hier setzet. Der es aber zu dicken amulieren oder Schmelz⸗ Wer⸗ cken gebraucht, dem können billig alle Schwärzen gleich gelten. Im 103. Capitel St sonst alles recht, nur daß 4. Loth Magnesia oder Braun⸗ stein, zu 4. Pfund der etwas zu viel, 165 3 ie 434 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 6. Buch die Farbe dahero zu dicke wird. Doch hat sich der Autor sehr oft ent⸗ schuldigt, wie es denn auch an sich selbsten wahr, daß man kein gewis⸗ ses Gewicht setzen und beschreiben kan, weil es blos nach dem Auge muß judiciret werden: auch geschehen viel Veränderungen durch die Hi⸗ tze; ist dieselbe zu hefftig, so gehen einige Farben weg, und die Schmeltz⸗ Wercke vergestalten sich in solche Farben, die man weder sucht noch haben will. Ist also hierbey sonderlich und nothwendig zu erinnern und zu mercken, daß alle diese Schmeltz⸗Gläser bey einer mittelmässi⸗ gen Hitze wollen und sollen geschmolzen werden. Vom 104 Capitel. Se hier beschriebene Purpur⸗Röthe habe ich hier zweymahl ver⸗ sucht, ist mir aber keinmal nach Willen angangen oder gera⸗ then. Ob das Gewicht der Farbe, oder das Jeuer daran Schuld gewesen, weiß ich bißhero noch nicht, biß ich es weiter vornehmen werde: der es auch versuchen will, kan es thun. Diese Purpur⸗Röthe, welche mir anfänglich nicht gelingen wol⸗ len, habe ich nachgehends wieder mit Fleiß versucht und ist mir nach unsch zugetroffen; wobey ich befunden, daß es vornehmlich an der üte der Magnesia oder an den Braunstein ist gelegen; wann diese recht gut, so ist deß Autoris Composition recht, wo aber nicht, so muß man solcher etwas mehr nehmen. Auch liget nicht wenig hieran, wann man nemlich die Schmeltz⸗Gläser in allzustarcken Feuer halt, denn solcher Gestalte verlieren sie öffters ihre Schöͤne; derowegen man nicht alsobald dem Autor die Schuld beymessen muß, zumahl im Glas⸗ machen, als wobey so viel und mancherley Umstände und Dinge zu ob⸗ serviren, als wohl bey einiger Pprokellion in der gantzen Welt seyn mögen. Vom 105. Capitel. Mnn man hier die in die sem Capitel enthaltene vermischte Schhmeltz ⸗Materia zu lang im Feuer stehen lässet, so verge⸗ her ihr die Gelbe. Es ist auch zu mercken, daß es keine Gelbe gibt/ wann „— sht nien ken ö dem N Urch die 06 eSchng sicht ug erfnen nittehniss mahlhey det geta/ Schul nehmen Hen wob mir nach ch ah der ann diet nicht/ s ighieng, dlet hit, egenman im Gla⸗ nge zuh Rmöhn etmicht 0 vre begbt, Wahh Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 135 wann der Weinstein rein oder weiß ist, sondern der gröbste Wein⸗ stein ist hierzu der beste. Ich pflege ihm noch von dem gelben Pulver, das man in denen Eychbäumen findet, etwas zuzusetzen, oder in Er⸗ manglung mische ich nur etwas weniges von gestossenen Kohlen da⸗ runter, und solches nur nach Gutdüncken. Dieses bläset das Glaß gräulich auf, und man muß sehr wohl und eben zusehen, daß, wann die Farbe gerecht ist, man es sobald ausnehme. Der Autor saget, daß man es wieder schmeltzen und ausgiessen soll; es ist aber unnöthig, wann nur anfangs die Materien geschmeltzet und wohl zugerichtet worden, wie ich schon beym 5. und 76. Capitel gnugsam erwähnet habe. Vom 106. Und 107. Capitel. D beyde Capitel treffen gar nicht zu, muß also wol nothwendig hier ein Versehen von dem Autore seyn; denn es durchaus kein recht Blau, sondern nur eine Meergrüne geben will. Wann ichs nicht selber versucht, so würdens mir doch die vorigen, als das 97. 98. 59. Capitel gnugsam ausweisen, nur daß hier vor den Eysen⸗Saf⸗ fran oder præ parirte Eysen⸗Pulver die Laffera gebraucht wird. Wer aber so wohl ein recht blau, als ein Viol⸗blau haben will, der besehe im 5ten Buch das 83. und 84. Capitel, und gebrauche zu der Blaue die Laffera alleine; Zu der Viol⸗blaue, wann er diese verlangt, soll er nur etwas von der Magnesia oder Braunstein hierauf(nach sei⸗ nem Gutdüncken) nachsetzen; so wird er schon zu seinen Zweck, wie meine Anmerckungen hiemit zum Ende deß 6ten Buchs, gelangen. Dieses habe ich nach der Zeit wider mit Fleiß gemacht, und es nach des Authoris Lehr sehr schön getroffen, der Fehler, daß ichs vorhin nicht treffen können, ist blos gelegen an der Zeit im Feuer zu erhalten, oder daß ich es nicht zu rechter Zeit ausgenommen, sondern das Leropo versäumet; Und weil ich solches dazumahl bey meiner ersten Edition nicht besser bewust, so habe ich auch nicht an⸗ ders oder gegen die Warheit schreiben wollen; nun ichs aber an⸗ ders befunden, habe ichs auch nicht verhalten sollen, massen ich es gar vor 135 ANTONIINERI Siebendes Buch, por keine Schande achte, das jenige, wo ich durch die experienz 2 besser gelernet, zu ändern, und den gemeinen Besten bekandt zu ma⸗ chen; Es muß ja immer ein Tag den andern lehren.—— 96 Dos Siebende Buch/— 0 — Von der Glaß⸗Runst/ — 6 ANTONII NER 2 von Florentz. D. Summarischer Inhalt dieses Buchs. 0 N diesem gegenwärtigen letzten Buch wird die Manier getei die gelbe Lacca aus den deß Pfrimenkrauts, fur die Mahler auszuziehen: Imgleichen eine andere Manier, wie man l die rothe Lacca, wie auch die grüne, blaue, Purpur⸗Farbe, und N. alle andere Deunsehe aus jeden Blumen und Kräutern extrahiren soll: Item, die Teutsche blaue Farb, und die Ultramarin- Farbe zu machen, wie auch die Lacca aus dem Kermesin⸗Beern, Brasilien⸗Holtz, und denen ö rothen Färber⸗Beeren zu extrahiren; und wie man dem Zurch könne sei⸗ ne verlohrne Farb wiedergeben; Item eine Manier die durchscheinende rothe 1 Farb zu machen, wie auch eine Rosin/farbichte Smalte/ fͤr das Gold und andere Metallen; welches alles keine gemeine und geringe Sachen sind. 0 Ich zeige in diesem Buch die Manier, alle Farben aus den Blumen und Kräutern auszuziehen; gemeldte Farben können auch zum Gläser⸗Färben gebrauchet werden. Ich lehre auch die Art, aus vielen Farben eine Laccam. zu machen: Ingleichen wie man dielUltramarin- Fa b aus demasurstein be⸗ 1 reiten soll, welches alles zwar denen Mahlern zu gut kömmt: doch aber auch 0 in der Glaßmacher⸗Kunst seinen Nutzen hat; nemlich die Gläser nicht allein von aussen damit zu bemahlen, sondern sie auch durch und durch im Ofen da⸗ mit zu färben: Ferner lehre ich eine durchsichtige rothe Farbe im Glaß vorzu⸗. stellen; wel che heutiges Tages fast in Vergessenheit gekommen, gleich als ob es eine unnützliche Sache wäre: Ingleichen wird angezeiget, wie man eine 1 othe Smalte bereiten soll, das Gold damit zu bemahlen, welche beyde Stü⸗ cke/ wiewol sie auch zur Glaßmacher⸗Kunst gehörig/ so sind sie doch jetziger Zeit — , Wn eipeiitn Indur, — 6 nit Raee, luth/ site t Wieman Frbesund rahiten sl. uwach War lopnest Reiherderutz dab Hodbn Kchensöd. Blunehnh Hsetfpath TeiheLren Hasursthtz Ochabt nichtale im Oftld Glaßtog glech vie manet beydeEh whe ͤ von der Glaßmacher⸗Kunst. 137 Zeit denen meinsten unbekannt und verhorgen; üͤber dieses/so sind auch noch viel andere Sachen diesem Buch beygefüget, welche alle, als diesem Werck angehörige, ich denen Kunst⸗begierigen und curieusen Künstlern angenehm zu seyn erachtet habe. ö Das 108. Capitel. Eine gelbe Lacca aus den Pfriemenkrautblumen zu machen, denen Mahlern dienlich. Meu machet eine mittelmässig scharffedaugen, aus Kalch und der Glaß⸗ macherSodazin dieser Laugen kochet man frische Pfriemenkraut⸗Blu⸗ men, bey einem gelinden Feuer, so lang, biß die Lauge die Tinctur der Blumen gäntzlich extrahiret hat/ welches man erkennet, so die extrahirten Blumen bleich, hingegen die Laugen schön gelbe worden seye: diese Laugen, nachdeme man die extrahirten Blumen heraus genommen, lässet man, in verglasurten Töpffen, auf den Heerd etwas kochen, nnd wirfft deß Aluminis de Rocha so viel hinein, als sich beym Feuer darinnen auflösen kan, hernach nimmt man die Laugen vom Feuer, giesset solches in ein Gefäß voll klares Wasser/ so wird eine gelbe Farb zu Boden fallen: Nach solchem lasset man das Wasser ruhen, giesset solches ab, und schüttet an dessen statt ein anders darüber, solches wiederholet man so lang/ biß so lang die Tinctur von dem Laugen⸗und Alaun⸗Saltz gäntzlich sey abgesüsset worden. Hier ist wohl zu mercken, daß je besser diese Absüssung von den Laugen und Alaun⸗Saltz geschehen je schöner wird die Blumen⸗Farb werden: es wird auch allhier zum Absüssen der gedachten Saltze, nur gemeines Wasser verstanden, auch muß man die Farbe, ehe das Wasser abgegossen wird, alle⸗ zeit wohl niedersetzen lassen; solches Abgiessen geschiehet so lange, biß man bey dem Wasser keine Saltzigkeit mehr verspühret; denn solches ist alsdenn ein Zeichen deß weggenommenen Laugen⸗und Alaun⸗Saltzes; so wird auf den Boden eine schöne und reine Lacca verbleiben; welche man auf leinerne Tücher streuet, und auf neue Ziegelstein geleget im Schatten trocknet, so be⸗ kommt man eine sehr schöne Laccam, welche sowohl denen Mahlern als Glaßmachern dienlich seyn kan. Das 109. Capitel. Eine Lacca zu extrahiren, aus den Mohnblumen, Blauen⸗Schwärtel, rothen Violen, und allerley frischen Kräutern und Blumen. S Man 138 ANTONIINERI Siebendes Buch, Vn nimmt der Blumen und Krauter, so einerley Farb, wie viel man M willzund verfähret auf solche Weise damit, wie in dem vorhergehen⸗ den Capitel angezeiget worden, so bekommt man die Laccam, und erlanget die Farb eines jeden Krautes oder Blumen, welche schön und billich hoch zu halten ist. ö Das no. Capitel. Die Lacca und Farb zum Mahlen aus der Pommerantzen⸗ Blüh zu extrahiren: Ingleichen aus den Feldmohnblümen oder Klapperrosen, Schwärtelblumen, blauen und rothen Veilgen, leibfarben und rothen Rosen; Borragen⸗Lohl⸗ und blauen Lilienblumen, auch andern dergleichen: Item eine grüne Farbe aus den Pappelnkraut, Pimpinellenkraut und andern dergleichen. W nimmt die Blumen und Kraut, welcher Farb man will, solche wann sie zerrieben, müssen das Papier färben, sonsten sind sie bierzu untüchtig: Mit diesen Blumen füllet man einen gemeinen doch grossen Helm; solchen auf einen füglichen Kolben(mit Aquæ Vitæ gefüllet) gesetzet, einenk ecipienten vorgeleget, und die Fugen wohl verlutiret,alsdenn mit ei⸗ nem gelinden Feuer gedistilliret, so wird anfänglich der subtilere Theil deß Brandweins in den Helm steigen, die Tinctur aus denen Blumen und Kräutern extrahiren, und alsdenn in den Recipienten fallen: Die ser gedistillirte und gefärbte Brandwein, wann er nachmals in einen andern Kolben wiederum gedistilliret wird, so gebet er gantz ohne Farb herüber, und kanzu dergleichen Sachen öffters dienen; die Tinctur oder Farb aber wird auf den Boden verbleiben, welche man bey gelinder Wärme trocknet; auf solche Weiß kan man die beste Lacca, denen Mahlern dienlich, aus al⸗ lerley Blumen und Kräutern, bereiten. ö Das in. Capitel. Eine blaue Karb, wie die Teutsche zu machen. An nimmt deß Ouecksilbers 2. Theil, und 3. Iheil von den Floribus Sulphuris, auch acht deß Salmiacs; dieses alles auf einen Reibstein wohl zerrieben, wird samt dem Me curio in eine langhalsichte und geschlagene Kolben gethan, auch in eine Sand Capellen gesetzet, und bey gelindem Feuer lässet man alle Feuchtigkeit davon abdämpffen, nach diesen machet — wie dil U Lea he shin uBih g appenp, Ind ruthg cem kut, dil, she Osse Lienu h grossen Hgesechet. ayn wit eie Peüdeß lumen und : Dissh nen anderg ehherübe, Fath che netrockheh Ich/ aub Flonbas Robsiah Hsichte M. / nd Hch diesth Hacl von der Glaßmacher⸗Kunst. 139 machet man das Mundloch deß Glases wohl zu und giebet ein stärckeres Feuer, gleichwie in den sublimationibus zu geschehen pfleget, solches aber continuiret man biß zu Ende, so bekommet man eine sehr schöne und anmu⸗ thige blaue Farb. Das 12. Capitel. Eine Manier, wie man einem natürlichen Türckis seine verlohrne Farb wieder geben solle. An thut den weißlichten und entfärbten Türckis in ein Glaß, giesset Xsüß Mandel⸗Oel darüber, und hält solches bey einem gelinden Feu⸗ er zwey Tag lang in der Aschen, so wird er seine verlohrne Farb wie⸗ derum erlangen. Das 113. Capitel. Eine Mixtur zu denen Spiegeln zu machen. An nimmt deß gereinigten Zinnes drey Pfund, und deß gereinigten ehmoteen ein Pfund, das Kupffer wird erstlich/ hernach das Zinn ge⸗ moltzen. Zu diesen, wann sie wohl zerschmoltzen und geflossen, thut man 12. Loth, deß rothen und ein wenig gebrandten Weinsteins/3. Loth Salpeter ein und ein halb Loth Alaun, und 4. Loth Arsenic. 300 Dieses alles lässet man ausrauchen, und giesset es in die Spiegel⸗Form: so bekommet man eine sehr gute und schöne Materiam zu den Spiegeln, welche, wann sie gepoliret, die Figuren und Gestalten sehr genau und ähn⸗ lich vor Augen stellet: Dieses nun ist diejenige Mirtur, die man insgemein die Stahlmixtur zu nennen pfleget. Das 1ʃ4. Capitel. Wie man die Glaß⸗Kugeln, und andere weisse Gläser inwendig mit alle rhand Farben färben soll, also daß sie, gleichwie natürliche Edelgesteine, anzusehen sind. S² man eine Kugel oder ein anderes hohles Gefäß, von weissen Glaß be⸗ reitet, inwendig mit mancherley Farben tingiren will/so muß man deß Fischleimes eine gebürliche Quantität nehmen/ welcher vorhero zwey Tag in Wasser geweichet, und sehr dünne worden seye; welchen kochet man in einen Topff mit klaren Wasser, biß er gäntzlich aufgelöset ist. S 2 Als⸗ 14⁰ ANTONILINERI Siebendes Buch, Alsdann nimmt man diesen zerkochten Leim vom Feuer, und giesset ihn, wann er laulicht worden, in eine Glaß⸗Kugel oder ander gläsern Geschirr, und schwäncket solchen herum, damit die innere Glaß⸗Fläche gäntzlich von denselben befeuchtet und bedecket werde. ö Wann dieses geschehen/so schüͤttet man den übrigengeim aus dem Glaß heraus hernach muß man die Farben schon gepülvert in Bereitschafft haben, und zwar erstlich die rothe Mennig, welche man mit einem Schilfrohr hinein bläset; also dah es recht geströmet werde: Nach diesem bläset man auf glei⸗ che Weiß, blaue Mahler⸗Smalte, Grünspan, Auripigment, und endlich Laccam hinein, also daß sich diese Pulver, vermittels deß Leims/ damit das Glas angefeuchtet worden, an allen Seiten inwendig wohl anhängen. Und auf solche Weise verfähret man insgemein, mit allen andern übri⸗ en Farben: Hiernechst schüttet man deß gepülverten Gipses einen gusen Theil hinein, und schwäncket das Glaß starck herum, so wird sich der Gips, indem der Leim noch feuchte ist, überall in dem Glaß oder Kugel anhängen? das übrige schüttet man heraus, so wird das Glaß von aussen sehr schön und vielfarbicht seyn, auch das Ansehen haben, als ob die Natur selbst in denen Steinen also spielete. ö Es werden die Farben, wann der Leim getrocknet, also fest am Glaß hangen, daß man sie davon hernach nimmer absondern kan: sie sind aber sehr schön anzusehen; diese Glaß⸗Kugeln werden auf einen gefärbten höltzern oder andern Fuß gestellet, und in die Zimmer/ oder auf die Gesimsen/ Zierde halber/ herum gesetzet. Das ny. Capitell. Die Kornblum⸗oder Ultramarin⸗Farb zu machen. — Me nimmt von dem Lazurstein die schönen blauen Stückgen, welchezu Venedig häuffig/ und im geringen Preiß zu haben sind; solche in einen Tiegel bey einem Kohlfeuer gecalciniret, werden also glüend mit zweymaliger Wi der olung ins kalte Wasser geworffen, und auf einen Reibstein zu einen dünen und fast unbegreifflichen Pulver zerrieben. Hernach nimmt man Dannen Hartz, schwartz Pech, neu Wachs, Ma⸗ stir und Derbenthin von jedwedern 6. Loth, Weyrauch und deinöl, jedes 2. Lothz dieses alles lässet man in einen irdenen Gefäß, bey einen glinden Feu⸗ er wohl zergehen, rührets mit einen Rührholtz damit sie sich wol vereinigen, herum/ schüttets nach solchem in ein kaltes Wasser, und hebets zum Ge⸗ brauch auf ö Nach diesen nimmt man zu jeden Pfund deß.. ne dsen Hh Heginsch Rausdeng eihshaft 15 Sitfn ktman lusge ent, mderdh Imdamttuh anhargn, thapdemith se enen gug sch derhst, Relauhagen schrshinmp Fsechsin deg Ossan Gch esdcheschr Itdte Rüken smse Jede . gen/ Vethe solcheinthg Kaweywashe siemnzu eht (ioee gnderfo Olpetein uuno II en 0 von der Glaßmacher⸗Kunst. 141 nes 20. Loth von der massa, aus gedachten speciebus componiret; solche maslam lasset man/ bey gelindem Feuer, in einen Töpffgen gemach zerfliessen, streuet das Lasurstein⸗Pulver nach und nach hinein, und rührets,damit sichs recht incorporire, wohl herum; diese Materig,/ nachdem sich alles wohl mit⸗ einander vereiniget, wird alsdann in ein Gefäß voll kaltes Wasser geschüttet, und eines od er mebr runde oder länglichte Zeltlein daraus formiret; man muß aber die Hände mit Leinöl bestreichen; die Küchlein oder Zeltlein lässet man noch 15. Tage in den kalten Wasser liegen, und verändert das Wasser allezeit übern andern Tag. Diese Zeltlein leget man hernach in ein reines verglasurtes,und irrde⸗ nes Geschirr, und giesset warmes Wasser darüber; dieses, wann es erkal⸗ tetaiesset man ab/ und an dessen statt ein anderes warmes darüber, solches wird so lang wiederholet, biß die Zeltlein im Wasser zergehen, so wird sich die Farbe hervor thun, und das Wasser gantz blau, wie Kornblumen⸗Farb werden. Dieses gefärbte Wasser schuttet man in einen verglasurten und reinen Topff, und giesset über die Zeltlein von neuen ein warmes Wasser: Dieses wann es gefarbet, wird, wie zuvor, durch ein enges Sieb abgegossen, und so lang wiederholet, biß sich das Wasser nicht mehr färben will. Jedoctist albier zu mercken, daß das Wasser nicht gar zu heiß/ sondern nur laulecht seyn soll; denn es wird sonst diese Farb, durch allzu grosse Hitz schwartz, derowegen ist solches wohl in acht zu nehmen, dieweil daran gar viel gelegen ist. Diese gefärbte Wasser durch ein enges Sieb abgegossen, haben oben auf ein ige Fettigkeit schwimmend, darum lässet mans 24. Stund ruhen damit sich ale Farb auf den Boden setze. Nach solchen giesset man das Wasser samt der darauf schwimmenden Fettigkeit gemächlich ab, und an dessen stat ein neues und klares wiederum daran, solches lässet man samt der Farb durch ein enges Sieb, in einen neuen und verglasurten Topff lauffen, mit stetigen umrühren, so wird ein guter Theil von der schleimigten und fetten Materig in dem Sieb bleiben; und dieses muß allezeit mit neuen und frischen Wasser zum drittenmahl wieder⸗ holet, auch das Sieb allemal, von allen Unflat gereiniget werden: Hernach⸗ mahls giesset man das Wasser gemächlich ab, und hebet es in den verglasur⸗ ten Topff auf, dieweil es von sich selbst schon wird trucken werden; so wird man eine sehr schöneUltramarin- Farb bekommen, dergleichen ich zu Antorff öffters gemachet habe. ö ö Von der Massa kan man zu einen Pfund gepülverten Lazursteins mehr oder weniger nehmen, nach deme er viel weniger Farb bey sich 264 14² ANTONIINERI Siebendes Buch, Es müssen auch, wie Anfangs erwähnet, die Stücklein dieses Steins hr fieissig zerrieben werden, also/ daß sie fast undegreifflich sind, so wird die arb desto besser seyn: Die gemeine Smalte, wann man sie auf eben diese eiß reibetmit einer gummichten Masfa incorporiret/ wie auch r Tag nebenst dem Lapide Laxuli digeriret/und im übrigen wie zuvor verfähretz so erlanget man eine sehr schöne Materiam welche der Ultramarin nicht viel un⸗ gleich seyn wird: Diese Farb dienet nicht allein den Mahlern; sondern sie tingiret auch das Glaß sehr schön. Das 116. Capitel. Die Kermesin⸗Lacca vor die Mahler. Mun nimmt von der zarten weissen Scheerwollen r. Pfund, und solche las⸗ set man einen Tag lang im frischen Wasser weichen: Hernach nimmt mans heraus/ damit das schmierigte Wefen, welches im Scheeren darzu ist gekommen wie hier fol davon abgesondert werde/ hernach weichet mans in den Alaun, get: Man nimmt aluminis rochæd. Foth/ und 4. Loth deß rohen und gepulverten Weinsteins,solches thut man mit J. Maaß Wassers zusam⸗ men in einen kleinen Kessel, und wann das Wasser zu sieden anhebet, so wirfft man die gewaschene Scheerwolle hinein und lästs bey gelinden Feuer eine halbe Stund sieden, nach diesen nimmt mans vom Feuer/ und lässet solches, damit es erkaltet, 6. Stund stehen. Darnach nimmt man die Wolle heraus wäschets mit klaren Wasser, und lässet es a. Stund also stehen, alsdenn drucket mans aus, und lässets trocken werden. Das 17. Capitel. Das Menstruum, damit man die Kermesin⸗Farb extrahiren soll. MeS tentalian frisches Wasser, Rocken⸗Kleyen 4. Pfund, der riental Pi athri(ist eine Art deß Meersaltzes) und Fœni Græci jedes ein halb Loth: dieses alles zusammen in einen Kessel gethan, lässet man beym Feuer laulicht werden, so, daß man die Hände darinnen leiden kan ʒ alsdenn ꝛummt man den Kessel vom Feuer, und decket solches mit einem Tuch zu, da⸗ mit es desto länger warm verbleibe:nachdeme es nun 24. Stund also gestan⸗ den, so seyhet man die Laugen ab, zu hernach folgenden Gebrauch. der besag Man thut in einen reinen Topff 3. Maaß kaltes Wasser, und r. Maaß tendaugen,und stellet es zum Feuerz wann es nun zu sieden—9 150 0 — 00 s sist Hh1 10 U 1 0 Herl Rim Hach woh luht nas bohl, Ges I ese WAl E fhr lse un Hese Gtll Rie iddis Hise Hibd Herd runs Lenn U ö‚ —— diett Eu D soih aufcbn auch iy bersährch hnichtriash 2.soudenf Idsoschels nach nimmt ren datgui den Mauf, Hbehrohe s zusan⸗ ttsowirft 11 aoe Hetsocher, den Wasse, Indlassh ren il und/ V n I t man bant m alen Zuch hyyds also gee von der Glaßmacher⸗Kunst. 143 so wirfft man die Kermesinbeer hinein, welche vohero auf folgende Weiß mussen zerstossen werden. ö Man ʒerstösset in einen metallenen Mörsel 2. Loth Kermesin · Beer, und stösset solche so lang/ biß alles durch ein Sieb gehet: Endlich nimmt man ein wenia rohen Weinstein, zerstösset solchen in gedachten Mörsel; so wird der Weinstein alle Tinetur, welch? auf dem Boden deß Mörsels von den Ker⸗ mesin⸗Beeren verblieben, an sich ziehen. ö Diesen Weinstein mit den gesiebten Kermesin⸗Beeren vermischet, wirfft man in das vogedachte siedende Wasser, lässets so lang(ungefehr ein Vat⸗ ter Unser lang) darinnen, biß sich das Wasser wohl färbet: Nach diesem nimmt man die mit Alaun ꝛc. gesottene obige Scheerwolle, und thut solche, nachdem sie(von dem kalten Wasser, darinnen sie eine halbe Stund gelegen) wohl abgetrocknet/ zu dem gefärbten Menstruo oder Lauge in den Topff, und rührets mit einen Stab wohl herum, damit sichs bald färbe; dieses lässet man noch eine halbe Stund also gemächlich stehen; hebt den Topff hernach vom Feuer mimmt die wohl mit einer höltzern Spatel heraus, wirfft sie in ein Geschirꝛ voll kaltes Wasser, giesset solches in einer halben Stund gelinde ab/ und frisches wieder darauff; wann solches abermal davon abgegossen, presset man die Wolle hart aus, und breitet sie an einen warmen Ort aus einander, damit sie trocken werde, und nicht anlauffe oder verderbe, auch muß man zusehen, daß kein Staub darein falle.* Im Färben muß man fleissig beobachten, daß die Feuers⸗Hitz nicht zu starck seye; denn davon würde die Farbe schwärtzlich werden, hernach wird eine Lauge auf diese Art gemacht. ö Man leget die Aschen von Weinreben, oder Weiden, oder einen an⸗ dern weichen Holtz in ein gedoppeltes hänfenes Tuch, und lässet das darüber gegossene kalte Wasser gemach in das untergesetzte Geschirr lauffen; solches giesset man nochmaln über die Asche: Nach diesem auh man die Lauge 24. Stund ruhen, damit sich alle Unreinigkeit zu Boden setze, und die Lauge klar und lauter werde, alsdann giesset mans ab in ein ander Gefäß, und thut das irdische unreine Wesen, dieweil es nichts mehr nutzet, hinweg. In diese kalte Lauge thut man die mit Kermesingefärbte Wolle, und lässets mit allem Fleiß bey einem gelinden Feuer sieden; denn auf solche Weiß wird sich die Lauge färben, und an der Farbe gleichwie die Kermesin⸗Wolle werden; hernach nimmt man etwas Wolle und truckets wohl aus: Wenn nun solche keine Farb mehr in sich hält, so hebet man den Kessel vom Feuer, denn dieses ist das Zeichen, daß die Lauge die Kermesin, Farb oder Wolle an sich genommen habe. Hernach hänget man einen leinern Strunsl, odet 14⁴ ANTONIINERI Siebendes Buch, oder Filtrir⸗Sack, über ein Becken oder Kessel auf, und giesset alles sammt der Wolle hinein, damit die gefärbte Lauge durchlauffezwann solches gesche⸗ hen, so trucket man den Filtrir⸗Sack sammt der Wolle aus, damit man alle Farb bekommt; den Sack aber kan man umkehren, auswaschen und von den Haaren reinigen. Wenn solches verrichtet, so nimmt man 24. Loth deß gepülberten Alu. minis rochæ, solches in ein grosses Glaß voll kalten Wasser gethan, lässet man so lang darinnen, biß aller Alaun aufgelöset seye: Wann solches gesche⸗ hen, so filtrit man solches, durch den bewusten gereinigten Filtrir⸗Sack, und giesset dieses Alaun⸗Wasser alles in den Topff, Becken/ oder Kessel zu der Kermesin ⸗ Farb; so wird sich die Tinctur oder Farb alsobalden, vermit⸗ tels dieses Alaun⸗Wassers/ von der Laugen absondern, und gleichsam coa. guliren. 2 Alsdann giesset man die Laugen sammt der Tinetur aus den Topff, in iltrir⸗Sack, so wird die Lauge klar und hell durchlauffen, die Kermesin⸗ Farb aber in den Sack verbleiben, oder im Fall die Lauge noch etwas von der Farb mit sich hindurch nehmen solte, kan man solche noch einmal durch den Sack lauffen lassen/ so wird die Sach gethan seyry. Die im Sack befindliche Farb kan man mit einer höltzern Spatel zu⸗ sammen streichen, und auf neu gebrandten Ziegelsteinen, die mit leinern Tü⸗ chern beleget, ausbreiten, damit sie desto geschwinder und besser trücknen: Denn wenn es lange lieget, und feucht wird/ so wird sie schimmlicht und un⸗ gestaltet: Derowegen wann die Ziegelstein genugsam Feuchtigkeit an sich Gedest cher. muß man die Farb auf neue Steine legen, so trucknet sol⸗ e desto eher. Wann nun die Lacca getrocknet, so wird sie als eine sehr gute Mahler⸗ Farb aufgehoben; Dergleichen habe ich zu Pisis offtmahls bereitet. Es ist aber zu mercken/ im Fall die Farbe völliger als sie sein soll, wäre, so mußman deß Alauns ein mehrers; weniger aber, so sie zu schwach/ hinzu thun so wird die Farb nach Begehren wohl und recht gerathen. Das 18. Capitel. Eine sehr schöne Lacca aus dem Brasilien⸗Holtz und der Färber⸗Rö⸗ ö the zu extrahiren. ann man aus dem Brasilien⸗Holtz oder dergleichenspecĩen eine Lae⸗ am extrahiren willzso muß man auf eben solche Art, wie oben von den Kermesin⸗Beeren ist vermeldet worden, verfahren, jedoch 30 a „ — set alles sbh slceyst 15, damttn 0 aschen 10 mln 40 getßan, as, Wchesgsth Fitrr,E Vder Kesth Haben,hent leichsamem den dopfsl die Kermess twas von de naldurchde Spatel su⸗ thinern T⸗ sset Lrücknen nlicht und uy Rigkeit asch otucketsh gute Mhh Reitet. E be,so mußme Uthunsong Iie cienela. 00 0 H.sedochast 0 Von der Glaßmach. Kunst. 14⁵ daß man auf jede Untz deß Brasilien⸗Holtzes oder Färber⸗Röthe, weniger von dem Alaun, als zu den Kermesin⸗Weeren, nehme: denn eß lieget in den Beeren die Farb tieffer verborgen/ und slecket viel fester darinnen, als in den andern beyden. Derowegen muß man den Alaun mit Maaß und Bes cheidenheit, wel⸗ ches die Ubung lehren wird/ hinzu setzen. ö Uber dieses so muß man auf jedes Pfund der Wolle, mehr von dem Holtz oder der Färber⸗Röthe nehmen/ denn sie haben weniger Farb/als die Kermesin· Beer bey sich: und auf solche Weise wird man aus diesen heyden füͤr die Mahler eine sehr schöne Laccam bereiten können, auch mit geringern Unkosten, als aus den Kerenesin⸗Beeren. Insonderheit kan solches mit der Färber⸗Röthe geschehen, als welche eine sehr schöne Laccam von herrlicher Farb zu geben pfleget. Das uq. Capitel. Ein näherer Weg, die Lacca aus den Kermesin⸗Beeren zu machen. 48 wird zu diesem Proceß/ welchen ich zu Pisis erfunden, keine Wolle noch Menstruum oder Lauge erfordert/ auch nicht die Farb aus der 2 Wolle, oder so viel andere Dinge, wie in der vorigen, zwar warhaffti⸗ gen, doch sehr mühsamen Manier. ‚ Darum ist diese viel leichter und küͤrtzer und hat auch nechst diesem glei⸗ chenEffect, wie hernach folget: Man nimmt den Vorlauff vom Brandwein, in solchen lässet man, in einem Glaß ꝛ. Pfund deß gepülverten Alauns dissol⸗ viren/ alsdann schüttet man 2. Loth der gepülverten und gesiebten Kermesin⸗ Beer darzu: solches alles behält man in einen weithalsichten Glaß, und rüh⸗ rets wohl herum/ so wird sich der Brandwein überaus schön färben; nach die⸗ sem lässet mans nochz, Tage lang stehen, alsdann giesset mans in ein irdenes und verglasurtes Geschirꝛ; Nach solchem nimmt man d. Loth Aluminis ro- chæ, solvirts in gemeinen Wasser, und schüttet dieses aufgelöste Alaun⸗ Wasser in das Gefäß/ darinnen der mit Kermesin⸗Farb getingirte Brand⸗ wein ist: Solches zusammen, filtrirt man alsdann mit dem aufgehängten und bewusten Filtrir⸗Sack, in ein irdenes Gefäß/ gleichwie von der Lacca und der Wolle oben ist gesaget worden/ so wird der Brandwein gantz ohne Farb durchlauffen, die Tinetur aber in dem Filtrir⸗Sack verbleiben: Im all aber der Brandwein noch etwas gefärbet durchlauffen solte, so filtrirt man solchen noch einmahl/ so wird er* durchlauffen: Diese ninn nimm 145 ANTONIINERI Siebendes Buch, nimmt man mit kleinen und reinen höltzern Löffelgen aus dem Sack, und trocknet solche auf vorgesagte Weiß. Also wird man auf solche Weiß mit ge⸗ ringerer Müh viel mehr und bessere Kermesin⸗Larcam bekommen; gleichwie ich solches zu Pisis geprobieret habe. Das 120. Capitel. Eine rothe durchscheinende Jarbe im Glas. An nimmt von der subtil⸗gepülverten Magnesie, und vermischets mit leich so viel deß gereinigten Salpeters, solches in einen Tiegel gethan, lässet man 24. Stund im Feuercalciniren und reverberiren, hernach nimmt mans heraus, wäschet mit warmen Wa der das Saltz davon ab, und trocknet die Magnesie, so wird sie eine gantz rothe Farb haben. Solche Farb vermischet man hernch mit gleich so viel Salmiae, rei⸗ bets auf den Reibstein, imbibirets mit gedistillirten Essig, und lässets trocken werden; Nach diesem thut man solches in eine weitbauchigte und langhal⸗ sigte Retorten, setzets in die Sand⸗Capellen, und giebet ihm 12. Stund lang ein H es Nach diesen, wann das Glaß zerbrochen, und so wol das sublimirte als das auf den Boden verbliebene, miteinander vermischet worden, so er forschet man das Gewichte der Materie, und thut deß Salmiaes noch so viel darzu, als durch die Sublimation davon ist abgegangen. Solches miteinander gerieben, mit Essig/ wie zuvor imbibiret, wird in eben dergleichen Retorten wiederum lublimiret; dieses wird so lang wieder⸗ holet, biß die Magnesia auf den Boden deß Glases fleissig verbleibet. Und dieses ist diejenige Meinung, welche das Crystall, und die Pasten, mit einer durchscheinenden Rubin⸗rothen Farb tingiret. Dieser Mediein nimmt man eine Untz auf 20 Untz deß Crystalls, oder Glases; jedoch kan man hierinnen nehmen und geben, mehr oder weniger, nachdem die Farb erfordert wird: Es muß aber die Magnesie von der Pie⸗ montischen und guten Art seyn, denn dieses giebet dem Glas eine überaus schöne und Rubin⸗rothe Farb. Das 121. Capitel. ů Eine Blut⸗rothe Farb. Me nimmt 6. Pfund von dem Bley⸗Glas, und 10. Pfund deß gemei⸗ „nen Glases, solches thut man zufammen in einen weiß verglasurten Topffi nachdeme nun das Glaß wol gekochet und gereiniget worden, so thut man deß hiebevor gelehrten rothen Kupffer Schlackens etwas, jedoch mit Hianis⸗ W 2 Ralch Man n ich, —.— Cal, M Weß müp en, geig ö ö kemischettn Nigelgehe niren hernat abon ah u . almint/ uj isets trocth 1d Hanghah Stund aang sublimirte den so er och soviel ret, wirdin sang wiedey leibet. die Psey stals, 00 der wthigt, on der W ine uberau af tglafltte jet wordel pas/ 00 1 von der Glaßmacher⸗Kunst. 147 mit vorsichtiger Behutsamkeit/ darzu; solches vermischet und incorporiret man sehr wohl mit dem Glaßz endlich füget man noch etwas deß gepülverten rothen Weinsteins hinzu, so wird das Glaß Blut ⸗roth werden Wann die Farb gar zu dünne wäre/so muß man deß Hammerschlags und Weinsteins etwas mehrers nehmen, und das Geschirꝛ wohl ausglůen, so wird das Glaß sonder Zweiffel wohlgetingiret werden. Das 122. Capitel. Eine Balaß Farb zu machen. ů An setzet die Frittam Crystalli mit einen Topff in den Ofen, und wirfft sie 3. mal ins Wasser, hernach färbet man sie mit präparirten Pie⸗ montischen Magnesie, so wird sie Purpur⸗färbicht werden. Alsdenn setzet man deß subtilgepülverten Alauns(allhier stehet im Ita⸗ liänischen Exemplar Allume di Cantina) so viel als genug ist dazu, damit das Glaß Purpur⸗färbicht werde; Solches thut man zum 8.ten mal. Wobey zu mercken, daß das Glaß vom Alaun nicht schwartz sondern gelblicht werde, und zur Röthe sich neige, die Magnesie aber sich allmählich verliehre: Das letzte mahl setzet man nur die Magnesie allein, und keinen Alaun hinzu, es sey dann daß die Farb gar zu völlig wäre; Alsdann wird man eine herrliche undschöne Balaß⸗Farb bekommen. ö Das 23. Capitel. Die Animam Saturni zu extrahiren, welche zu vielen Sachen der Smalten und Gläser dienet. Maa thut eine Silberglett in einen verglasurten Topff, und giesset so viel Essig darüber, dab er 4. quer Finger darüber gehe: Dieses läst man so lang stehen, biß der Essig eine Milch⸗Farb bekommt/ welches alsobald zu ge⸗ schehen pflegetz; Den gefärbtenEssig giesset man ab, an dessen statt aber einen neuen daran, dieser wann er auch gefärbet, wird gleichfalls wie zuvor abge⸗ gossen, solches muß so lang geschehen, biß der Essig keine Farb mehr an sich nehme: den gefärbten Essig thut man sämtlich in ein verglasurtes Geschirꝛ, und lässets so lang ruhen, biß sich die Milch⸗färbichte Materia zu Boden ge⸗ gesetzet hatalsdenn giesset man den lauternEssig davon ab:die Milch⸗färbich⸗ te Materig aber ist die Anima und der alleredleste Theil deß Bleyes,/welcher 6 denen Smalten, und n dienet: im Fall sich die Milch⸗ arbete Materia nit recht zu Boden setzete,/ so giesset man nur einwenig kaltes Wasser daran, so schläget solches gedachte Materiam zu Bodenwann sichs aber auch auf solche Weiß nit zu Boden 4H wolte, so lässet man R 2 e 148 ANTONIINERI Siebendes Buch —— ser und den Effig aus⸗oder abrauchen, so verbleibet die subtilere Materia I100 auf ch. Boden liegen, welche, in der Glaßmacher⸗Kunst, zu vielen Dingen osh Nützlich. gu Das 224. Capitel. n Eine Rosen⸗ färbichte Smalte oder Schmeltzglaß zu machen, von den Italiänern Rofichiero genandt, mit welchen das fiht ö Gold bemahlet wird. Jud Jerzu wird die Fritta Crystalli erfordert, die auf folgende Manier ist bereitet worden. Man ummt deß Saltzes von dem Levantischen Puil⸗ 0 ver 10. Pfund, und subtilgeriebenen Tarsi g. Pfund; die Materiam f machet man mit Wasser zu einer festen Massa oder Teich, aus welchen wan Lc kleine und dunne Zelklein formiren könne; solche in ein irdenes Gefäß gethan, fetzet man in das Oefelein, welches nach der Art eines caleinir-Ofens gema⸗ W chet sey/ und lässets ro. Stund darinnen calciniren, oder wann dergleichen ader Oefelein nicht bey Handen wäre, so kan man sie in der Kammer des grossen E Ofens/ nahe beym Lufftloch, 3. oder 4. Tage lang wohl ealeiniren lassen. hl Zu diesen thut man ferner deß Bley⸗und Zinnkalches nach Anleitung 3. 0 5.5 bereitet) wie auch deß weiß caleinirten Weinsteins, jedes w 4. Pfund. 5— Solches wohl mit einander vermischet, setzet man in einen weißvergla⸗ n wirfft solches, nachdem es wohl geflossen und gereiniget/in 10 as Wasser. ö Dieses wiederholet man zum andern mahl, und setzets alsdann wieder 56 in den Ofen, auch thut man, wann es wohl gereiniget, noch 20. Loth rot Hammerschlag himu, und lässet es wohl miteinander vereinigen.. Nach diesem thut man den Crocum Martis mit Aquaforti bereitet,* gemächlich, gleichwie man mit der Magnesie pfleget, darzu, und lässet es 6. Stun den ruden Wann alsdann die Farb noch nicht gefällig, so kan man von dem Croco Marris noch etwas, nach und nach beysetzen, so lang biß man die begehrte Farb erlanget. Das 25. Capitel. 5 Eine andere Rosen. 5 oder Schmeltzglaß zum Gold.— Mau nimmt von der präparirten Kritta Crystalli deß vorigen 124. Capi⸗ 6 tels ·· Pfundʒ solche in einen reinen und verglasurten Topff geschmoltzen und Wu ———4— Herd Imhi Tbantschen N. Nio O, dideMre aue wegeyxz Geshge ri-Ofenig wann dergach mmer bef ornsg Aeintenss. (u Wairserg sch H Ind gerenge aledarnthih 20.Lathuht igen. Rforti bert ud Hiselkt lig sfnm solangßnn tglt * schnot fgesc 0 von der Glaßmacher⸗Kunst. 140 und gereiniget, schüttet man ins Wasser, und setzets alsdann wieder in den Ofen: zu solcher/nach dem sie wohl gereiniget, thut man noch deß Bley und Zinn⸗Aschens, nach Inhalt deß 93. Capitels präpariret, auf einmal allezeit I. Loth/ nach und nach dazu; und läsets wohl miteinander incorporiren; alsdenn siehet man, ob die Materia im Tiegel, Aschen⸗farbicht seye: Wann deme also/ so hält man mit dem Hineintragen inne, und thut von dem Pulver nichts mehr darzu, damit diese Aschen⸗Farb nicht weiß werde, denn solche Farb ist nicht gut. ö Hernach setzet man dem gereinigten Kalch und Glaß noch 4. Loth von der Menig hinzu; solches, nachdeme sichs wohl miteinander incorporiret, wirfft man ins Wasser, setzets nach solchen wieder in den Ofen, und lästs noch 8. Stund lang darinnen stehen. Hernach thut man deß gecaleinirten Kupffers, oder rothen Kupffer⸗Hammerschlags, wie auch deß rohen weissen Weinsteins, von jedwedern r. Loth darzu; zu diesen, wann es wohl unterein⸗ ander gemischet, wirfft man noch von dem gepülverten Blutstein, den die Schwertfeger zum poliren gebrauchen, wie auch deß fixen Schwefels, jed⸗ weders 1. Quintlein darzu. Wann dieses wohl miteinander vermischet, und incorporiret worden, so siehet man, ob die Farb recht seye? zu solcher, wann sie gar zu dick wäre, thut man etwas von der Magnesie, so wird sie heller werden. Wann sie aber im Gegentheil gar zu hell wäre, so thut man deß fixen Schwefels, wie auch deß Blutsteins, samt ein wenig von dem rothen Kupf⸗ fer⸗Hammerschlag und weissen Weinsteins noch darzu, biß die Farb nach Belieben recht und anständig ist. Das 36. Capitel. Wie man den Schwefel zu obgedachten Gebrauch figiren müsse. An kochet die Flores Sulphuris, eine Stund lang im gemeinen Oel; nachdem nimmt mans vom Feuer, und giesset den allerschärffsten Essig daran/ so wird der Schwefel zu Boden fallen, und hingegen das Del auf dem Essig schwimmen: Dieses Oel und Essig giesset man vom rn. deenee fris 1101 uhure 10 verfähret damit wie uvor; solches wird zum drittenmal wiederholet, so erlanget man zu obigen Gebrauch den fixen Schwefel.—— Das 127. Capitel. Ein blut⸗rothes Glaß, welches an statt der Rosen /farbichten Sma dienen kan. T 3 Man 150 ANTONILNERI Siebendes Buch, Man nimmt deß Bley⸗Glases 6. Pfund, und von der Fritta Crystalli 10. Pfund, solche, damit sie gereiniget werden, lässet man in einen Topff oder Tiegel fliessen, schüttet sie ins Wasser, thuts aus dem Wasser wieder in den Topff, damit es wohl gereiniget werde: Nachdem es nun wohl gerei⸗ niget worden, so thut man deß rothgecalcinirten Kupffer⸗Hammerschlags d. oder 12. Loth darzu, lässet solches wohl miteinander kochen und reinigen: Hernach thut man roth gepülverten Weinstein darzu, und lässets abermahl teinigen und wohl miteinander incorporiren; alsdann besiehet man ob die Farb gefällig oder nicht; Wann es noch nicht völlig genug wäre, so thut man von den rothen Kupffer⸗Hammerschlag und Weinstein so viel darzu/ als man nöthig zu seyn erachtet; Nachdeme man abermahls eine Prob genommen, so läst mans wieder erhitzen, biß es genugsam roth werde, denn es wird hier⸗ von die Farbe verstärcket und erhöhet werden. Das 128. Capitel. Eine bewährte Manier, das Rosen⸗färbichte Smalte oder Schmeltz⸗ Glaß zu machen. ů Mun nimmt/ zum Exempel/s. Pf. von der Fritta Crystalli, nach der Lehr deß 124. Capitels präpariret, solche, in einen verglasurten Topff gethan, lässet man wohl reinigen; zu solchen thut man auf4. unterschiedene mal 8. Loth deß Bley⸗ und Zinn⸗Aschens, nach Inhalt deß 11 3.Capitels präpariret, und in vier Theil abgethelet: Dieses Jasset man wohl miteinander incor⸗ poriren, und wirfft es, nachdem sich alles wohl mit einander bereiniget und gereiniget hat, in das Wasser: nach solchem wird es wiederum in den Topff gethan, damit es schmeltze und sich ferner reinige; Alsdenn setzet man noch/ auf 3. unterschiedliche mahlen 3. Loth von dem rothen Kupffer⸗Hammer⸗ schlag dazu, welcher der Massa eine völlige Farbe mittheilet, und rühret sammt dem Glaß wohl herum: Zu solchem nachdeme sichs wohl incorpori⸗ ret und gereiniget thut man nach zweyen Stunden auf z. unnterschiedliche mahl 3. Loth deß Croci Martis, nach Anleitung deß 16 Capitels präpariret, und in z. Theil abgetheilet, solches wohl untereinander gerühret und incorpo⸗ riret, lasset man alsoz. Stunden lang im Tiegel reinigen: Hernach füget man ferner hinzu, deß gebrandten Weinsteins 12. Loth, undꝛ. Loth deß glaßhaffti⸗ en Schorstein⸗Russes. Der Weinstein, gleichwie bey dem Calcedonier ge⸗ gaget wurde, wird gebrennet, und noch ein Loth deß Croci Martis mit Schwefel präpariret, darunter gethan: Diese Pulver, wohl zerrieben, wer⸗ den auf 4. unterschiedliche mahl dem Glaß beygesetzet, und alles aufs beste vermi⸗ eihen tt taniß Hn MI Rothl Etel Nc 0 tket felah schmj „ — chftlln Inegen ossertzicheh n pobl Heehh ammestg undreinsgh sethabemn Iman, h sothutnn Arhlyals UU gnonn eh wird hig Scmeh c der gehr vff gethan, dene mald, präparitth ander intor Leiniget ind inden Vuf tman noch Ham nd hrg Mincopoß erschitdich prapantth intoyo Pfügetnnn ghhaf edonierg Martis mi iebeh beh a helimi von der Glaßmacher⸗Kunst. 157 vermischet, jedoch also, daß man im Tragen der Theile vom gedachten Pul⸗ ver etwas inne halte: Denn sie schwellen sehr auf, und erhitzen das Gefaß über alle massen: Das Glaß, nachdem alles Pulver hineingetragen, lähet man, damit sichs mehr reinige, noch 3. Stund ruhen, rührets hernach nochmahls herum, und probiret es, ob nemlich das Glaß blutroth und durchscheinend seye/ welches recht ist; anderst, so thut man, wie oben gedacht, deß gebrandten Weinsteins, sammt dem Ruß und Croco Martis darzu, und dieses nach und nach,/ biß die verlangte Farb heraus komme: Hernach lässet man solches noch ein Stundlang ruhen, nimmt ein Stücklen Glaß heraus und machets glü⸗ end: Wann nun solches blutroth und durchsichtig ist, so ists gut und zum Goldmahlen recht: gleichwie solches zu Pisis bielmals ist geprobiret worden. Das 129. Capitel. Eine durchsichtige rothe Farb zu machen. Mn caleiniret das Gold mit Aqua Regis, und giesset eben dieses Wasser zum fünfften oder 6ten mal darüber: Solches Gold⸗Pulver wird in einen reinen Tiegel gethan, und so lang in den Keverberir.- Heffelein gehal⸗ ten/ biß es roth wird/ welches innerhalb etlichen Tagen geschiehet: Dieses ro⸗ the Pulver nun so es einem gereinigten Crystall, welches zum öfftern in das Wasser geworffen, behutsam und gemächlich zugesetzet wird, so wird es die Röthe eines warhafftigen oder natürlichen und durchsichtigen Carbunckel⸗ Steins etlangen; wie solches durch die Erfahrung ist bestättiget worden. Das 130. Capitel. Noch eine andere Manier den Schwefel zu figiren, daß er zu der Rosenfarbichten Smalta diene. aS wird eine Lauge aus Kalch und guter Aschen,(wie die von Eichen⸗ Holtz ist bereitet; in solcher kochet man den Schwefel aufs beste: Denn es benimmt diese Lauge dem Schwefel seine mi Fet⸗ tigkeit, welche natürlich bey ihme ist/ und die dauge verändert sich, der Schwe⸗ fel aber wird weiß, fix und unverbrennlich; dahero dienet er denen Gold⸗ schmieden, das Gold damit zu bemahlen. Das 31. Capitel. Den Kupffer⸗Vitriol, dessen im 31. Capitel gedacht, zu machen. Mn setzet die verlutirten Tiegel mitten unter die glüende K200— Win 15² ANTONIINERI Siebendes Buch, Wind⸗Ofens, und lässet solche mit Kohlen wohl bedecket, 2. Stunde darin⸗ nen stehen; nach diesem lässet man den Ofen für sich selbst erkalten, und nimmt die Tiegel heraus, so wird das gecalcinirte Kupffer schwärtzlich schei⸗ sch hab eine Farb, die etwas von einer duncklen Purpur⸗Farb vermischet bey ich habe. seb Dieses gecalcinirte Kupffer wird bester massen gerieben, und durchge⸗ iebet. Nach diesen muß man ein irdenes und feuerbeständiges Gefäß, mit ei⸗ nem flachen Boden/ bey der Hand haben; man nennet dieses Gefäß in Los⸗ can, Tegame, auch muß der Ofen, oben auf, ein Eisen quer über liegend ha⸗ ben/ darauf man das Gefäß voll Kohlen setzet: auf solche, wann sie angezün⸗ det/ leget man das gecalcinirte Kupffer, dieses aber zuvor mit Schwefel ver⸗ mischet, nemlich zu jeden Pfund deß gepülverten Schwefels; wann nun das Gefäß sich zu erhitzen und der Schwefel sich nin. und zu verbrennen angefangen hat, so rühret man die Materia unaufhörlich mit einem eisernen Rührhacken herum, damit sichs nicht anhänge oder in eine Mallam zusam⸗ men gehe, solches continuiret man so lang, biß aller Schwefel verzehret/ und die Materie nicht mehr rauche. Alsdann nimmt man das Gefäß, wie es ist, also warm vom Feuer, das heraus genommene Kupffser aber zerstösset man aufs beste, und schlägets durch ein Sieb, so bekommt man ein schwartzes Pulver: solche Arbeit wie⸗ derholet man auf gleiche Weiß zum drittenmal, jedoch mit diesem Beding, daß man das Gefäß bey Endigung der dritten Calcination, so lang im Feu⸗ er behalte, biß das Kupffer, welches darinnen ist, eine rothgelblichte Fard be⸗ kommez solche wann es erlanget hat, so wirds vom Feuer weggenommen, in einen metallenen Mörsel wie zuvor zerstossen, so bekommet man gedachte Farb, und einen Kalch,welcher dienlich ist zu Bereitung deß Vitriols, davon unten ein mehrers soll angezeiget werden. Das 132. Capitel. Den Kupffer⸗Vitriol ohne Corrosiv zu machen, aus welchen die wahre und hochblaue Farb extrahiret wird: eine wunder⸗ ö same Sach. Amit nun aus dem obenbereiteten caleinirten Kupffer ein Vitriol ex trahiret werde/so muß man nach Gestalt deß caleinirten Kupffers ein oder mehr Gläser in einer gebührlichen Weite haben: Zum Exempel man thut von dem gecalcinirten Kupffer 1. Pfund in ein Glaß, welen er —— tundedorn, erkalten, u vattlihsetz dertischettg und durdpy Vefah, nitz Hefaß in Lal er liegendhy Isteargeiz chwefelhen hann nundi Uberbremng hem eiserneh ssam zusam Mehretyund Feuer das Wosütaget Wbeitiui sem Bodi lang a ichte ardhy enommeh nan gedalt itriolsdahl wachen punder⸗ iuWitige ne uméfeht Von der Glaßmacher⸗Kunst. 153 der Weiten 6. Pfund Wassers in sich hält Das Wasser darff nur klar und von dem gemeinen seyn, solches setzet man samt dem gecaleinirten Kupffer in einen Sand⸗Ofen, und giebet ihm vier Stund lang ein getemperirtes Feuer, biß ungefehr 2. Pfund deß Wassers abgerauchet sind welches man wohl im Augen⸗Maaß haben kan:hernach lässet man den Ofen erkalten, und giesset das übrige Wasser ab/in verglasurte Geschirr; den Kupffer⸗Kalch aber, der auf dem Boden verbleibet, setzet man wieder in den Ofen, damit alle Feuchtig⸗ Zeit davon abrauche: das abgegossene Wasser aber wird alles eine völlige blaue Farb haben, von einer wunderbaren Schönheit. Dieses Wasser lässet man 2 Tage lang ruhen, so wird sich noch etwas röthliches von dem Kupffer⸗Kalch zu Boden setzen; das Waßer wird wie Dioden berhi untergesetzte verglasurte Geschirr siltriret. Und das auf dem Boden verbliebene Kupffer zu dem übrigen in das irrdene Geschirr gethan, damit auch alle Feuchtigkeit davon komme. Alsdann vermischet man mit jedem Schu dieses getrockneten Kupf⸗ fer⸗Kalches, ein halb Pfund gepülverten Schwefel, und caleinirets, wie zu⸗ vor; wann der Schwefel zu rauchen anhebet, so muß mans mit einem Eisen. wie gleich falls zuvor erwähnet, umrühren, damit es sich nicht ar däs Geschirꝛ hänge, sodern wohl calciniret werde: Nach verrichteter Calcivarion nimmt man die Materie also warm heraus, und zerstösset solche wohl, so bekommt man ein schwartzes Pulver; dieses wird nachmahlen mit einem halben Pfund deß gepülverten Schwefels vermischet, gecaleiniret und mit einem Eisen unaufhörlich herum gerühret, denn solches ist vonnöthen; auch so Leeh 36 dem Ofen behalten, biß das Kupffer eine roth⸗gelbe Farb erlan⸗ get habe. Nach solchem nimmt mans vom Feuer, und zerstösset es also warm be⸗ ster massen in einen metallernen Mörsel, schlägets durch ein enges Sieb, und setzets mit 6. Pfund Wasser, wie zuvor in den Sand⸗Ofen, biß der dritte Theil davon abgerauchet ist. Hernach wird das Wasser abgegossen, gefiltriret, und zum Ruhen hin⸗ gesetzet; das auf den Boden gefallene Kupffer thut man, mit einem Pfund gepülberten Schwefel vermischet, wiederum in den Ofen, und verfähret da⸗ mit wie zuvor: Und weiln in dieser Operation gemeiniglich mehr als ein Gefäß zerbricht oder zerspringet, als muß man deren Abgang allezeit mit an⸗ dern ersetzen; damit nicht, wann das Kupffer unter die Kohlen oder Aschen käme, alle Arbeit vergeblich seye. Dieser Proceß, wann er 5. biß 6. mal wiederholet wird, so wird das Kupffer gleich einer subtilen und linden 1— werden, und 238 Hen ine SSISSIIIII 15 ANTONIINERI Siebendes Buch, Tinetur in dem Wasser lassen, welches nachmahls gesammlet/ und mit Hin⸗ wegnehmung der fecum, gefiltriret wird/ so bekommet man ein sehr lauteres und blaues Wasser von einer wunderbaren Schönheit. Das 133. Capitel. Wie man aus diesen gefärbten Wassern den Vitriol extrahi- ren soll. Mun setzt ein Glaß,welches ungefehr 3. Pfund Wasser hält, mit diesem gefärbten Wasser angefüllet/ in den Sand⸗oder Aschen⸗Ofen, und lässet es bey einem gelinden Feuer abrauchen;das übrige Wasser stellet man gleich⸗ falls in andern Geschirren um den Ofen herum, damit es warm werde; Und nachdem von jenen im Sande etlicher Massen etwas verrauchet ist, so füllet man mit diesem warmen und gläsernen Löffel das Glaß wieder an; denn so mans kalt nachfüllen wolte, würde das Glaß zerspringen, und alles verder⸗ bet werden: Wann von diesem gefärbten Wasser ro. Pfund biß auf 3. Pfund r sind, so werden diese 3. Pfund sehr viel von der Tinetur bey sich haben: Solches in irdene und verglasurte Geschirr gethan, lässet man über Nacht an einen feuchten Ort stehen; so wird man einen gesteinten Kupffer⸗ Vitriol finden, der eckigt angeschossen ist, gleich einem Orientalischen Sma⸗ ragd⸗Crystall. Das übrige Wasser giesset man davon ab; das Vitriolum wird getrocknet, das abgegossene Wasser aber lässet man biß zur Hälffte ab⸗ rauchen, anschiessen, und sammlet den Vitriol, verfahrend auf gleiche Ma⸗ nier wie zuvor.—— Von diesem Vitriol thut man r. Pfund in eine Retorten, welche wohl beschlagen und mittelmässig an der Grösse seye /leget einen grossen und weiten Recipienten fùr/ und giebet vier Stund lang ein sehr gemässigtes Feuer; denn so man anfangs das Feuer nur ein wenig zu starck giebet, so brechen und steigen die feuchten und blästigen Vitriol⸗Spiritus mit seiner Macht her⸗ sür/ daß fast kein Kecipient ist, welcher deroselben Gewalt aushalten kan. Darum ist dieses wohl zu mercken, daß das Feuer anfangs die ersten 4. Stunden sehr temperiret und die Fugen wohl verlutiret seynd. Letzlich, wann die trocknere Spiritus in Gestalt eines weissen Dampfss zu steigen beginnen, so giebet man ein starckes Feuer, und continuiret solches biß der Kecipient hell und kühl werde, alsdann läst man das Feuer abgehen, öffnet nach al. Stund die Fugen thut alles, was in dem Recipienten ist, in gläserne Gefässe und hebts in solchen, wohl verwahret, auf: Denn es ist dieses die jenige wahre und hoch⸗blaue Farb, mit welcher inge — . nic schraug extrabi. lt/itdisa Henundiift et man ga Rwerdey sh kt ist, 0 filt on denn s ales berde⸗ uufz. Pfud clul behsch tman über en Kupffr⸗ denSma⸗ VDitriolun Halftegl⸗ leiche M weschel 0880 tes Hett ö soblechl Mactthey alten kan. 36 die esth d. NDauhst iret sosche erabgehh Dienten s Demehn Wuhdez Dace Von der Glaßmacher⸗Kunst. X Dinge verrichtet können werden; welches leichtlich an Geruch dieses Spiri- tus, als welcher/ unter allen natüͤrlichen Dingen der stärckste und schärfste ist⸗ mag abgenommen werden; Hiervon wäre noch viel zu sagen, weil aber sol⸗ ches zur Glaßmacher⸗Kunst nicht gehörig/ als wollen wirs mit Stillschwei⸗ gen vorbey gehen, welches bey gegebener und bessern Gelegenheit vielleicht ein andermahl kan erkläret werden. Die in der Retorten übergebliebenen schwartzen feces, wann sie einen Tag über an die Lufft geleget werden, so nehmen sie von sich selbsten eine blaue Farb an sich, welche zwar etwas bleich ist; diese gepülvert, und wie in dem vorhergehenden angewiesen, mit Zallera vermischet, auch dem Crystall in gebührlichen Gewichte zugesetzet, geben eine sehr schöne Meer⸗Wasser⸗Farb; derowegen habe ich die Bereitung dieses Pulvers mit solcher Deutlichkeit beschrieben dieweil ich versichert bin, daß dieser kein gemeiner, sondern ein Natur⸗geheimer und verborgener Weg ist; Solches alles aber habe ich nur, denen edlen und curieusen Gemüthern zu Gefallen, anführen wollen. Johann Kunckeld Rnmerckungen über das Biebende Buch ANTONIINERI Son der Glaß⸗Runst. das Hinterstellige wieder frische Laugen giesset, und nach aber⸗ mahliger gelinder Kochung solches zum 152—„ oder so 2* —.— als sich noch ei noch eine Far Farb ertrahirer, wiederholet, hernach einen sden einen jeden Extract mi ö nit Alau 15151 Extract öder n præcipicirt ö PiDidtion Litte oder ni nrrieleuit wor 30 10 nd Hubruüchr kare ein jeder ich, dienli n Ihren Ehleen, ehn wel allen Kräute ich und ange chattirun elches ern und B nehm ist. Doch i gen sehr nöthi zart von Farb lumen zu ver och ist dieses nick ig en, und dah verstehen st dieses nicht vor nommen werden b ahero deren sehr viel a weiln etlich 5 „—* 4 viel„ 91 gar ü ge: Das rechte s eh et lichen aber bra iel auf wenig Lauge sehr Ubung ode e Mittel aber hiert ucht man weng Krautzuvieldan goder Erfah ierinnen wenig Kraut alles dieses gar flglchn gelernet und amnen muß 227 dunch de it einer reinen Lauge loht vogl Es kan i iuserer teutschen Pott A sche vollbracht oder verrichtet werden Herr Friedrich Geiß⸗ ler hat in seine zubereiten 3 Sramn Emthe, ar Laugen, aus 1—— Sn starcke/ 8230 Wer inenrnn othober Weid. Ache g—9 10 Salmacher te err Geißler, hier ncht wot. Ich muß cher, Een 10 wenig verwundern/ 96 1 nan ein folcher scharff⸗ inniger Comment. ator und Ausleger Philosophischer und Ch ymischer Schrifften, als i stecket, daß. ihr bey euch selber st ++. nicht einst di er seyd H icht erachten, daß Wbn. weil dieselbe 16.(von der Sida ieden wer annen Woer euch zu Spanisch ode panien kommt, kan Berchhnen gaetn, wos der unterstheiden wisset: hoch snwr erckungen zu Anfang diese er hochgelahrte isset: Habt ihr rd) fang dieses Capitels sagt: G5 deut in enen Au⸗ . erri E dieses x eben so wohl die Pott⸗Asche und der Alaun Nun ist der Alaun bloß zur IIOH Und Chy U fa—— 4 9* 4 ö 8 N tet, so wolte i wolte ich euch dieses r⸗ wohl wisset 6 luch dieses rathe 8„ 5 7* a„ e n da Lint dauren Lahen,— m Onn euch wann ihr ni gleichen Arbeit erfahren ande 904 uimeen de den 51 olche Sache, die wir i aus der Experi ir in der⸗ lentz wissen 82 zu — l 00 Mili eh, Oun R I abe, 10 el nab Ihrihe dele kechtt diter der W We lch wie da LOT; Lic — Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst 157 bt eh zu erkundigen od zerkt er e ket nicht mehr zu 19581 doch vielleicht lässet es De hiet enh, Ein Wdre 2 Gelehrsam⸗ / sonderlich von n uce³ Wag shr uih 19 3 ngelehrten 5 nicht Materiali„ zu lernen 11. ö ateriali 95— oder ihr kö icht gers deln/ nen Kauffleuten, 1* 2—3 dergleichen viel be n Duw d. oshonter oder wil ui, w. War Hus Hubelggy aben, der langer, oder Kohlen⸗J„ weil sich lei ö Huch dennoch euch ob er auch w chlen⸗Jung wü bnn ie d Sö rre Heashn ihr euch selbst rüt aus leicht erkennen, de Innen. Ich rch G mals rühm rühmet(denn von k ne ard we Valahede⸗ R.er db Dren wbn ih er weil⸗ h. eneht arden habe ich euch e O sit x brigen weiß ich gar ißher wenig Erf ich euch j hn(st rechten Reini ars der Soda, Wed und e sttern gelehrer, daß chten Reinigung nu Soda, Weid⸗und Pott⸗ hret, da Snen af⸗ demonstrirer inander: wisset i Oubstan 1111 nune eiger, er Ru en, so solls mir lie wisset ihr mir 115 5 y so gerin ir lieb seyn; d aber ein der Ent weiß/ so erkenne ichs mi gals er wolle, etwas enn gewiß Tauchnt t hohen Danck; a etwas sagt, das ich nicht Eh lchtetauchnichtanderst n Danck; also hoffei gt, das ich ni mmt, wie die Pott⸗und rst zulassen. Ich will 54 eich, wird eine. Hö; shn wi tschland zu machen und m besten und copi ch beschreiben Wirt ror in diesen beyden d zu erlangeu sey ꝛc. pieosten in unserm aalnnre re bohn gegossen; ine Blatte von Gi + ich noch damit umgiet à es ls + 1 ich erstlie wann ich Taach di etwann 2. biß umgieng, ha⸗ 1 1 e L 3. Que 11 be ah eher ine Bntg Waam d„ HI ich; hieran, ne latta die und striech di 494 7 A 4 n/ nemlich ob ö die Feuchtigkei ie Lacca 5 h nicht wenig gelegen/—6 geschwind Hnin eit gar geschwind da⸗ vi ud trocknet wird, verli enn theils Lacca gsam trocknet, ist 65 ahwis gantzt ungestalt verliehrt ihre schöne Far wann solche glecchs auch ö i„dahero auch zu Farb, oder sti iehsam ge⸗ hen. Endlich eh zum trock stirbt ab und wi ich an sta ocknen genaue At nd wird tt deß Gips kan man n naue Aufsicht von 8 Stüc Kreyden 133 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, Kreyden nehmen, und solches flach und eben machen, sonst aber kan man eine solche Gips⸗Blatte lange gebrauchen, wann man selbiz ge nur allezeit, so bald man sie gebraucht, beym Feuer wieder trocken thut machen. ö Vom u0o. Capitel. SD ist eine curieuse Arbeit, will aber, wann es nach des An⸗ roris Lehre soll gemacht werden, eine viel genauere Aufsicht haben, als er hier beschrieben. Vornemlich muß man gantz fleissige Achtung auf die Farb der Tropffen geben, denn die ersten, die da kommen, wann sie das Kraut angreiffen, sind allezeit gar sehr schön, und demnach das beste; wann man aber zu lange distillirt, so machen offt die letzten Trspffen, die rechte schöne Farbe„gantz veränderlich und ungestalt. Will mans demnach recht schön haben, so muß man die erste Coleur absonderlich abnehmen und verwahren. Vor allen andern aber ist dieses zu obleryiren, daß ja die zarten Kräuter und Blumen durchaus nicht zerknirscht noch zerschnitten werden; son⸗ derlich sage ich die gar zarten Blümlein, denn dadurch gehet ihr grober Safft mit herüber, und wird also die Lacca ungestalt, doch hats mit einigen Kräͤutern, die nicht gar Safft/reich seynd, als zum Exempel der Bibenell ꝛc. auch nicht so viel zu bedeuten. Im übrigen melde ich hiemit, daß der Helm, welchen F. G. in seiner Version beygefüget, im geringsten nichts dienet oder nützet; weiln der grosse Bauch, den selbiger von hinten hat, und mit den Blumen soll aus⸗ gefüllet werden, nur verursachen würde, daß der Spiricus solcher Gestalt allzu lange darauf stehen bliebe„und dahero die Farbe desto Lon hhten werden müste: Denn es bedürffte dieser bauchigter Helm von hinten zu wieder ein Feuer der den Spiritum nach der Röhren triebe, oder man müste mir beweisen, daß das Wasser von sich selbst Berg⸗an lauffe ꝛc. Und dieses ists, was hier bey unsers Autoris Capitel zu erinnern und zu mercken vor nöthig geachtet. Was meinen Modum belanget, so habe ich diese Manier ge⸗ braucht, und am besten befunden, nemlich: Ich nehme einen— re Vuh, — unnih 10 Hte Mssh att 0 kcsten, e N ser si t, RN ih + 6 Mh sahen M uum Huüte LE lch Rht stat, M„ dl u Mühht lt Verhn in der u men sol s iritus ln ö Fahh 10 Het H. der Mish II. stth Ru Mnnit ahen H ecd Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 59 rectificirten Spiritum Vini, der gantz ohne Phlegma ist, denselben gieß ich über ein Kraut oder Blumen, welches ich will(wenn es ein gar grobes oder trocknes Kraut ist, so zerschneide ichs ein wenig, wie oben erwähnet, die Blumen aber leiden gar keine Zerschneidung noch Zerknirschung) und sehe wohl zu, daß ich, so bald es sich gefärbet, solchen geschwind herab, und einen andern oder frischen Spiritum Vini darauf giesse, sehe ich nun, daß im Abgiessen die Coleuren ei⸗ nerley, so gieß ich sie zusammen: Seynd sie aber ditkerene, so be⸗ halte ich jedes absonderlich, hernach distillire ich den Spiritum Vini wieder davon, biß auf ein weniges, damit ichs aus den Kolben neh⸗ men kan, folgendes giesse ichs in ein unten rundes gläsern Schäli⸗ gen oder in ein Urin⸗Glas, und laß es vollends gantz gelinde cvapori- ren, biß es seine behörige Consistenz und Dicke hat, oder(nach Belieben) gar trocken ist, welches aber sehr gelinde geschehen muß⸗ weiln diese Farben überaus zart seynd. Es sind etliche Farben der Blumen, die stehen allezeit ab und geben eine andere Coleur, dieses thut insonderheit und vor allen andern die blaue. Selbige recht zu machen, will vor allen andern gelinde cractirr und fleissig oblerviret werden. Es hat mir auch keine jemals niehr Mühe, als die blaue ge⸗ macht, und kan doch die Warheit zu bekennen, mich nicht rühmen, daß ich eine rechte blaue, die mich eontentiren können, gekriegt hät⸗ te; ob ich wohl unterschiedene derselben, noch bey meinen G. H. Hertzog Frantz Carl zu Sachsen⸗Lauenburg Christm. Andenckens (welcher ein sonderbarer Liebhaber der Mahlerey und in dergleichen Farbe Bereitungen war) da ich bey demselben noch als ein Cammer⸗ Diener aufwartete, unter andern curieusen Dingen gemacht. Es be⸗ stehet aber, wie schon gemeldet, die gantze Sache in einer gar sehr genauen Aufsicht, welches allein die Erfahrung und Ubung recht lehren muß. Hier, nach diesem Modo, erspahret man viel Mů⸗ he im distilliren, und kan man auch also die Lacca besser in Copie machen. Denn die, welche nach der Lehr und Art unsers Auroris emachet wird, muß um der vielen Mühe willen sehr kostbar allen, welches die Erfahrung gnugsam bezeugen wird. Auf diese metsie 160 Joh. Kunckels Anmerdungen über das 7. Buch meine Art kan man auch stracks sehen, was für Kräuter hierzu tüchtig, und was dieselben eigentlich für Coleuren geben, wann man es nem⸗ lich nur mit einen baar Untzen Spirirus Vini versucht. Es wird auch niemand durch die destillation unsers Autoris aus dem Löffel Kraut eine solche schöne Grüne bekommen, als auf diese meine Art, denn indem das Sal volatile in dem Löffel⸗Kraut von dem acido deß Wein⸗ geistes oder S. V. überwältiget wird, so wird es roth, also ists auch von andern zu verstehen; und solcher Gestalt kan die Farb eines je⸗ den Krauts oder einer jeden Blumen auf das schnelleste erfahren wer— den: Auch ist noch diß zu mercken, daß dieselben zum öfftern eine andere Farbe im Spiriru Vini, eine andere aber in der! Lauge erthei⸗ len. Endlich muß ich noch erinnern, daß diese Extraction nur in der Kälte muß geschehen, denn so bald eine Wärme dazu kömmt soj wirds ungestalt; Derowegen man auch im distilliren es gar undhasic die Wärme versehen kan, daß die Farben gantz minn. und häßli werden. Das ul. Capitel bt eine ungestalte blaue Farb, allermassen auch aus deß Herrn . Merretti Anmerckungen, als welcher es gleichfals probiret, zu ersehen ist. F. Geißler hat daselbst auch das seine gethan, sonder⸗ lich, indem er aus einem Ihme nicht gar ungleichen Chymischen Au-⸗ tore eine blaue oder Lazur⸗Farbe mit 4. Loth Schwefel und 6. Loth Quecksilber zu machen lehretꝛc. da doch ein jeder, der in der Chymie nur ein wenig mehr Verstand, als ein Sperling hat, leicht sihet, daß, weil es die blosse Composition deß gemeinen Zinnobers ist, solche auch durch dieses ractament nur ein verdorbener Zinober wird; wer es aber nicht glauben will, der kan es selber versuchen. Im nꝛ. Capitel St dieses, was der Autor vom Mandelöl, dem Türckis seine verlohrne Farb wieder zu bringen, gedencket, zwar 0 60 uchet, — — DDD „ Vh hanth amnm Esn 1 Harh e serhmn zum ostreyt deneaugrech Won rtrh aau Eum, Sarichtht 1 Ihih Hasdj Hy ichfakyuth gethen, shz Humishe el udH H—5HO lichtsherd tö st/ si bber nidn N r oft v Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 161 suchet, aber wenig Warheit daran befunden worden. Ich habe selbst, dem abgestandenen Türckis seine verlohrne Farb wieder zu brin⸗ gen, viel Künsteln vorgenommen, aber wenig Vergnügen erlanget. Dieses habe ich von einem vornehmen Obristen gesehen, der hatte ein Wasser, welches er ein Mercurial⸗Wasser nannte, darein legte er den Türckis ein Tag 8. oder 10. da sahe er sehr schön; ich erfuhr aber hernach, daß solche Schöne nicht lange währte, sondern so bald er eine Weile getragen wurde, da hatte er seine vorige Coleur wie⸗ der; weiln ich denn befunde, daß dieses eine solche Kunst, daran keine Gewißheit, noch etwas besonders war, als habe ich mich wei⸗ ter nicht darum bemühen wollen. Vom u3z. Capitel. S viele sich in dieser Spiegel⸗Kunst üben, so viel Manieren und Compendia findet man hiervon, wie auch aus des Do- ctor Merrets Anmerckungen über dieses Capitel gnugsam zu ersehen: Doch ist diese, die hier unser Autor setzet, sehr gut, nur dieses habe ich nach meiner Observation dabey zu erinnern, daß, wann man das Arsenicum darzu thut, solcher den Spiegel, wann er auch gleich aufs schönste gepolirt, immerzu blaulicht macht, muß also ein solcher Spiegel, weil er continuirlich anläufft, zum öfftern wieder gepoliret werden. Dieses haben auch andere nebenst mir beobachtet und also befunden. Mit dem Zinn und Kupffer handelt ein jeder hierbey nach seinem eigenen Belieben und Wolgefallen. Im u4. Capitel Andelt und lehret der Autor die Spiegel⸗-Kugeln zu mar⸗ ö moriren. Als ich dergleichen erstmals zu Hamburg gese⸗ hen, gefielen sie mir sehr wohl, kauffte derohalben eine, und schlug dieselbe also fort auf freyen Marckt zu Stücken, wie ich denn dero⸗ halben von denen, die nicht wusten„warum ich solches gethan, verlacht wurde; der Verkäuffer„welcher ein Holländer war, * * .—— 162 Joh Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, war, merckte mein Vorhaben, und ließ einen grossen Verdruß da⸗ rob verspüren; meinte auch, so er das gewust, er wolte sie mir nicht verkaufft haben, eben als wann ich solche, weil sie öffentlich feyl, nicht dennoch hätte kriegen können. Ich aber machte mich alsobald darüber, und weil ich sahe, daß was mähligtes von Gips daran war, nahm ich allerhand Farben mit Spick⸗Oel angerieben(denn auf die Hausen Blasen kunt ich mich damaln nicht besinnen) und sprützte die in die Kugel, ließ solche auch geflammet, und wie es zu⸗ treffen wollte, darinnen herum lauffen. Zwar wann man sie nur so ansiehet, lässet es gar ungestalt; so bald ich aber ein wenig Wei⸗ tzen- Mehl hinein that, sahe es sehr schön und angenehm, und dienen auch auf feinen gedreheten Füssen sehr wohl auf den Gesimsen/ die Stuben und Cabinete auszuzieren. Hernach, wie ich unsers Au⸗ toris Art bekam, habe ichs auch nach derselben gemacht, wiewol sol⸗ mehr Mühe und Beobachtung, als die Meinige erfordert. onst kan man nach deß Autoris Weise, an statt der Hausen Bla⸗ sen oder des Fisch Leims, nur reines Eyerweiß nehmen, solches im Glas herum schwancken, und das übrige wieder heraus lauffen las⸗ sen, um zu andern zu gebrauchen ꝛc. Hier will ich den Liebhabern der⸗ gleichen Sachen, noch eine Spiegel⸗Art mittheilen, welche unter die vorigen versetzt, sehr fein stehet. Nimm derohalben diese Spie⸗ gel Kugeln zu begiessen QAiecksilder 2. Loth. Wißmuth 1. Loth. Bley und Zinn jedes ein halb Loth. Das Bley und Zinn lasset man erstlich fliessen, denn thut man den Marcasit oder Wißmuth dazu; sihest du nun, daß er auch geflossen, so lasse es stehen, biß es schier erkalten will. Alsdann giesse den Mercurium oder das Quecksilber hinein. Ferner, so nimmt man eine gläserne Kugel, die inwendig gantz rein und oh⸗ ne Staub ist, und macht einen Triechter von Papier, welchen man inwendig, an einer Seiten der Kugel ansetzet, und giesset also diß Amalgama fein sachte an den papirenen Triechter hin⸗ unter, Vud, sin Muntd dakr senint Maetiber(e Hesmnn) N Auld tzz m mmsin tin peng Y Maun, fE i ich ushtl h, rol tini nfhn. tt Hus F nen/ A s Aufg Mabhaband „uache u hen Ais Eit Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 163 unter, daß es nicht sprützet, sondern gelinde an der Kugel hinunter läufft. Denn so es zu jähling auf dem Boden der Kugel fiel, so wür⸗ de es allenthalben inwendig herum sprützen, und dahero die Kugel gantz ungestalt, oder nur lauter Flecken daraus werden; derowegen dieser Handgriff wohl und fleissis in Obacht zu nehmen. Imgleichen, so nur der geringste Staub in der Kugel gewesen, so hangt das Argal⸗ gama auch gar nicht an bemselben Ort an. So auch das at, ma an einem Ort sitzen bleiben, und, wie zum öfftern geschieht, breit oder köncht werden wolte, alsdenn hält mans nur ein wenig über eine Kohl Glut, so fliestet es wieder, und läufft fein allenthalben herum: Winn es nun allenihalben sich wohl angelegt, so kehret man die Kugel um, also daß sie mit dem Loch auf einen Becher zu sitzen kommt, da dann das übrige wieder heraus läufft, mit welchen fort⸗ hin andere mehr können begossen oder bezogen werden. Wann aber das herauslauffende« Amalgama zu dünne wäre, setzt man ihm nur noch etwas Bley, Zinn und Wißmuth zu, und verfährt weiter da⸗ mit, wie allbereit genugsam gelehret worden; ist nun das Glaß recht schöne, so spiegeln auch die Kugeln schöne, wo aber das Glaß schlecht, so muß es auch der Spiegel entgelten. Ob nun zwar diese Kugeln schon gemein, so seynd doch noch etliche, die solches nicht wissen und doch gerne wissen wolten, und um derselben willen, hab ichs auch hier so umständig beschrieben. Vom I. Capitel. N gleich diese hier gelehrte Ultramarin Farbe, bey uns Deut⸗ schen nicht mehr mit Nutzen zu machen,(ungracht dieselbe, wenn sie recht schön, viel höher als Gold astimiret und bezahlet wird,) aus Ursach, weiln man uns den Lapis Lazuli viel zu theuer und kostbar ansetzet, so kan solche doch von unterschie⸗ denen Künstlern, sonderlich vornehmen Mahlern, nicht gäntz⸗ lich entrathen werden. Es hat sich hier unser Autor genugsam bemühet, alle zu dieser Bereitung nöthige und nützliche Hand⸗ griffe zu beschreiben; dieses aber hat man in der(woran doch das 4 2 aller⸗ 164 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch allermeiste lieget) Composition befunden, daß die Farbe auf solche Weise nicht wohl rein und fein, sondern mehrentheils unsauber und ungestalt wird oder heraus kommt. Will derohalben dem Liebhaber einen Modum setzen, wie mir solchen einsten ein Franz⸗ mann gewiesen, und wir solche mit einander gemacht und verfer⸗ tigt haben. Nemlich wir nahmen Lapis Lazuli und stiessen den⸗ selben in Stücken, so groß als Erdsen, selbigen liessen wir hernach roth glüen, und schütteten ihn also heiß in scharffen Wein⸗Es⸗ sig,(will man distillirten nehmen, ists desto besser) ferner rieben wir ihn mit dem Essig auf einem harten Marmor, so klein, daß er gantz unbegreifflich ward, denn je kleiner er gerieben wird, je bes⸗ ser es ist; man kan ihn auch nicht zu klein reiben: Und dieses ist das vornehmste Stück der gantzen Kunst. Alsdenn nahmen wir gleich so schwer, als das Pulver gewogen, reines gelbes Wachs und reinen Calophonium, sedes die Helffte; dieses liessen wir in einer irdenen verglasten Pfannen ꝛergehen, und rührten also den aufs subtiist gepulverisirten Lapis Lazuli fein sachte und nach einan⸗ der hinein; hernach thaten wirs in ein reines kaltes Wasser, darin— nen liessen wirs acht Tage liegen; hernach nahmen wir zwey gros⸗ se gläserne Zucker⸗Töpffe, und fullten die an mit Wasser, wel— ches eben so heiß war, daß wir kaum die Hände darinnen leiden kunten,(dieses warme Wasser muß auch gantz rein seyn) alsdann nahm der eine von uns eine Rolle in die Hand, und malaxirte oder knettete dieselbe in dem warmen Wasser, wohl durch einander: nach⸗ dem nun das subtilst und schönste, wie uns dauchte, heraus war, so nahm sie der ander in ein Glaß, und was da heraus fällt, das ist nicht so schön, sondern bleicher und geringer. Dieses Wasser lies⸗ sen wir wohl wieder über 4. Tage stehen, in welcher Zeit sich das subtile Pulver völlig setzet, welches man alsdenn aufs fleissigste zusammen sucht. Es gibt aber von den rechten feinen und schönen sehr wenig, und man kan wohl z3. oder viererley Sorten aus einer Masla machen, nachdem man nemlich eine Quantität macht, und sosche in unterschiedenen Wassern malaxirt. Daß man nun sehr saubere Hände und allemal gantz reines Waiser nehme, 5 noch⸗ Ich — Kafsh usah Muber n e Run uud rast siesin d wit hernth Viwh erner nig id, e H d deses f ahma w Wacht sn wi u dch auft ich eilatv , darin wWeh geo⸗ isser, mnen lede 1) dlbam axirte H der: Rah raus mnt, I4„ Rub Wasst l litshu fasst Mschent alls eihl uh/ A um sth ne, 00 Antonii Neri von der Glaß Kunst. 155 nochmal das nöthigste zu erinnern, weil diese Farbe überaus leicht eine Unsauberkeit fängt, oder an sich nimmt. Und diß ist die Art, die ich selber gemacht und machen helffen. Das 16. und 17. Capitel eEhören beyde zusammen, und gehet die Farbe, nach deß Au- oris Lehre, gut an. Weil ichs aber nur aus der Ooscionel- le gemacht, und aber zwischen Grana Chermes und Coscionelle ein grosser Unterscheid, weiß ich derohalben nicht, zweifle auch sehr, ob diee aus der Grana Chermes, so schön als aus der Coscionelle wud; doch hab ichs, wie gedacht, mit der Grana Chermes nie ver⸗ sucht. Ich will aber hier einen unfehlbaren Modum setzen und mit⸗ theilen, den ich nicht allein offt gemacht, und sehr gut befunden ha⸗ be, sondern auch noch die kleinen Dinge in meiner Haushaltung da⸗ mit selber färben lasse; ingleichen kan ich daraus nach Belieben, und wann ich will, die allerschönste Lacca auf unfehlbare Weise machen und bereiten. Derowegen Nimm Coscionelle 8. Loth. Alaun I. Pfund. ö Reine und seine Wolle 8. Pfund. Klein gestossenen Weinstein ein halb Pfund. Rocken⸗Kleyen 8. gute Hand voll. Koche die Kleye ungefehr in 24. Kannen Wasser, mehr oder we⸗ niger, es kan nicht groß schaden; denn stelle es auf die Seiten eine Nacht, daß es sich wohl setze; geuß es durch einen Filtz, daß er fein klar oder sauber und rein werde. Alsdenn nimm einen kupffern Kessel, so groß, daß die Wolle darinnen Raum habe, geuß die Helff⸗ te vom Kleyen⸗Wasser darein, und serner so viel reines Wasser darzu, als dir bedüncket genug zu senm zu der Wolle; laß es also ko⸗ chen. Weiter thue den obgesetzten Aaun und Weinstein darein, und hernach die Wolle, und ferner 2. Stund kochen lassen, es muß aber die Wolle allezeit von Grund aufgerühret, und denn wieder niedergestossen werden, gleichvie es die Weiber im Waschen ma⸗ chen; vanit die Wolle recht und. gereiniget werde: Wann 2 0 — ————— — D 165 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, ö es denn seine bestimmte Zeit gekocht, so thue die Wolle in ein Netz daß sie wohl ausrinne; denn nehm ich die zuvor behaltene Helffte det Kleyen Wassers, und giesse dazu noch 24. Kannen(ungefehr) rein Wasser, laß es kochen: wann es nun wohl kocht, so thue die Colcionel hinein, selbige muß zuvorhero aufs kleinste mit 4. Loth weissen Weinstein gerieben und mileirt seyn. Dieses muß man auch im neezu rühren, daß es nicht überläufft, alsdenn thue die Wolle hinein, und laß es anderthalb Stund wohl kochen; dabey wieder allezeit die Wolle um⸗ und von Grunde aufgerührt. Wann nun die Wolle die Farb angenommen, so thue ich sie wieder in ein Netz, und lasse sie wohl abrinnen, so ist es Scharlach⸗Farbe. Es kan zwar diese Farbe auf eine andere Art und Weise, nemlich mit Zinn und Aqua tort oder Scheidwasser, und in zinnernen Kesseln viel hö⸗ her gebracht werden: ich hab aber hier nur diesen Modum gesetzt, weil er am dienlichsten eine Lacca daraus zu machen, und so leicht, daß er fast von jederman kan imitirt und nachgemacht werden: ich selbst lasse Strümpffe, Cammesole und andere dergleichen Dinge, die ins Haushalten gehören, auf diese Weise vor mich, durch meine Leute färben. Ich habe hier alles aufs kläreste beschrieben, also daß man nicht wohl irren kan; nur erinnere nochmal, daß man die Proportion der ingredientien beobachte: Denn hat man mehr Wol⸗ le oder Wüllen⸗Zeug, so muß man es ausrechnen was auf das übri⸗ ge kommt. Nun folget ferner Wie man eine Lacca daraus machen soll. Nimm reines Wasser, ungefehr 32. Kannen, und lasse so viel keine Pott ⸗-Asche darinnen zergehen, daß es eine gute scharffe Lauge wird; mache solche, indeme du sie durch einen Filtz oder wöllernen Beutel giessest, fein rein und lauter„darem thue die Wolle, und lasse solche im Kessel wohl kochen, biß sie wieder gantz weiß werde, und die Lauge alle Farbe an sich genommen habe; alsdann geuß es abermal durch einen reinen Beutel, und drücke die Wolle aus. Nun nimm 2. Pfund Alaun, laß den im Wasser —— zerge⸗ ĩ:kbẽ..er„ Æ. 6, — l eihs ie Haffteh (upfeh „ mt U umah die VI Nabeh wihn Vum nu in eh Mh, „ Ee h mt Zih seln 0 im geet, so liich, Iden: ih n Dinhe, uch wein⸗ eben, alh aß man d neht WI/ dad ibe sol. Hsse sol lte schaff ri thle. Neder gut n heh Rüth u Vist u ———— überhoben. Antonii Neri von der Glaß Hunst. 167 zergehen, und geuß es in diese gefärbte Lar ge; rühre es wohl um, so gerinnts zusammen und wird dicke; geuß es wieder in einen dich⸗ ten leinen Beutel, so bleibt die Lacca im Beutel, und die Lauge laafft klar und lauter durch. Wofern sie aber noch gefärbt durch⸗ lieffe, so müste mans alsdenn nur ein wenig einkochen, und noch etwas vom zerlassenen Alaun hinein giessen, so würde es vollend ge⸗ rinnen, und die Lacca unfehlbarlich zurück bleiben. Wann nun sol⸗ cher Gestalt die Lacca alle im Beutel ist, so must du offt frisch Was⸗ ser darauf giessen, damit das, was etwan noch vom Saltz oder Alaun dabey ist, weggespühlet werde. Nimm alsdenn eine Tafel von Gips, oder von Kreyde, wie ich schon vorhin gelehret, 2— es darauf, oder lasse kleine Kuchen, wie etwan in den Apothecken die Brustkuchen, darauf tröpffelen, welches n fein in einen Triechter geschehen kan, und verwahre sie zum Ge 400 denn du wirst wenn du recht procediret, eine sehr schöne Lacca haben. Hierbey ist noch zu mercken: wann im Kochen der Wolle, das Wasser wolte vergehen, und zu wenig werden, daß man ja kein kalt Wasser zu⸗ giesse; sondern auf bedürfftigen Fall, muß man siedend⸗heiß Wasser bey der Hand haben, und nachgiessen; weil sonst leicht alles mißra⸗ then solte. Im übrigen ist hierbey nichts mehr in acht zu nehmen, sondern gehet alles unfehlbar an. Wer aber die Lacca machen wol⸗ te, und die Wolle nicht erstlich färben, dem will ich hiermit einen noch leichtern und unkostbaren Weg zeigen: Er sehe nur, daß er die Flock oder Scheer⸗Wolle von Scharlach bekomme, die koche er in der Lauge, und mache es nur allerdings, wie oben gelehret, also ist man sowol der Mühe von Färben/ als auch der meisten Unkosten Im u8. Fapitel At der Autor gelehrt, wie man eine Lacca aus der Brafilie machen soll. Diesen Modum bin ich gefolget, und habe selbi⸗ gen ganz richtig befunden, nachdeme habe ichs einem guten Freund gewiesen, der macht sie noch auf den heutigen Tag, und verkaafft jolche denen Mahlern mit guten Nutzen, als welchen sie, weiln solche 168 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch — 1* solche wol tieffet ¶wie die Mahler reden) sonderlich dienstlich ist. Das Zugiessen des Alauns giebt sich selber. Im übrigen hat hierinnen der Autor das geringste nicht verhalten. Was aber Im u9. Kapitel Meic des Autoris Lehre die Lacca zu machen betrift, ist selbige etwas zu kostbar, sonst aber ist sie allerdings richtig. Meine Art ist diese: Ich nehme eine klare Pott⸗Asch⸗oder Weinstein⸗Lauge, dazu gieß ich ein gantz wenig zerlassenen Alaun, die Lauge thue ich in ein weit gläsern Geschirr, alsdenn nehme ich gestossene Coscionell, und thue sie in einen dichten leinen Beutel, und schlage den hin und her in der Lauge, bis alle Farbe heraus geht, doch ist die erste die beste: derowegen um jede absonderlich zu finden, kan man zwey Gläser nehmen. Wenn nun aber keine Farb mehr heraus will, nimmt man ein lauter Alaun⸗Wasser, und giesset so viel davon unter die Lauge, biß solche gäntzlich gerinnt, das Gerönnene giesse auf ein Tuch, und süsse oder wasche mit frischem Wasser die Lauge ab, und truckne sie auf vorige Art, so hast du eine so schöne Lacca, als der Autor leh⸗ ret, die doch weder kostbar noch mühsam ist, kanst auch dieser Ma⸗ nier sicher trauen, denn ich sie zu unterschiedlich malen probirt habe. Vom u0. Capitel. H Autor kommt nun wieder auf die Glas⸗Kunst, und lehret hier eine durchscheinende Röthe in das Glas zu bringen; es ge⸗ het auch, daferne die Magnesia, nach seiner Lehre, wohl und fleissig zugerichtet, gar gut an, und gibt eine schöne Granat⸗Farbe, wie ich 83. dieselbige einem Liebhaber, so er bey mir kommt, wohl vor⸗ zeigen kan. Hier stehet in des Geißlers Version also: Es soll von dieser Mediein 20. Untz oder 40. Loth, in ein jeder Untz des Crystalls oder Glases gethan werden. Wobey Geißler noch ferner ad marginem commentirt: Es soll vielleicht Pfund heissen.„, ä 9i, alstetwug, 9 thur W e Coscionel hn undy ste diebet laser neho, int man ey die Mugs, Luch, uth druchnef Mior dieser M Robitt heh Lon l 3 W fiunet ssh I Antonii Neri von der Glaß.Kunst. 169 gewiß, lieber Herr Geißler, es ist mir leid, daß ihr so gar unglück⸗ selig in euren judiciren, und also fort auch im commentiren seyd. Billig solte man euch(zumalen, weiln ihr doch ein Ckymicus seyn, und den Neri inskünfftig verbessern wollt) also zuruffen: Lerns besser, lerns besser ꝛc. Ihr setzet, oder rühmet euch in eurer Char⸗ teque, daß ihr in der Chywie von Jugend auf wenig unnützlich Gold verrihan: ich aber halte dafür, daß ihr noch weniger nitzlich darinnen verthan habt. Ja es ist fürwar ohne euren Ruhm und Bekäntnis genugsam zu sehen, daß das wenige(wie wenig es auch immermehr seyn mag) so ihr in der Chy mia verthan, gleich⸗ wol bey euch recht unnützlich verthan ist; Ursach, weiln ihr dadurch nichts gebessert, sondern noch so gar alber und unverständig seyd. Gewiß ihr habt vonnöthen, noch von unsern allergeringsten Jungen zu lernen, und Unterweisung anzunehmen; ist also freylich billig und recht, daß es mit euch heisse, wie ihr selber geprophe⸗ zeyet habt, nemlich: Rücke hinunter. Denn es ist eine bekann⸗ te Warheit, daß, wer in der Chymie wenig verthan, selbiger auch darinnen wenig gethan habe; und dieses hat man aus eu⸗ rer Charteque gar wohl gesehen, also daß es von euch unnö⸗ thig gewesen, ein solches Geheimnis der Welt zu offenbaren. Sage derohalben nochmal mit guten Fug, daß mein voriger Jung, so eines schlechten doch ehrlichen Bauren Sohn, dennoch mehr als zu viel tüchtig gewesen, euer Lehrmeister zu seyn, um euch in denen Dingen, die ihr billig wissen sollt, und doch nicht wisset, zu unterweisen. Wiewol leicht zu sehen, daß eure Einbildung sich zu der Zeit sehr hoch erstreckt, hoffe aber, sie wird von sich selbst vergehen, sonderlich wann ihr werdet zur Erfah⸗ rung derer Dinge, die ihr euch jetzt einbildet, einsten gelangen. Ich zwar wünschete euch gerne, daß ihr wüstet, was ihr euch eindil⸗ det, und hättet die Experienz an statt der Meinung, so wolten wir besser zusammen kommen. Aber wieder von unsers Autoris Medicin zu reden, so will ich euch nur dieses zu bedencken geben: Ihr wollt ja ein Meqdicus seyn, und vermuthlich kein gemeiner; nun— dieses der Autor eine 170 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, eine Medicin; habt ihr denn jemals gesehen einem Krancken, oder einem Corpo, eine Medicin beybringen am Gewicht,(ich will nicht sagen 20. mal) schwerer als das Corpus selber ist? Ich halte, es solte eine neue Art zu mediciniren seyn. Ihr wolt sa auch ein Philasophus seyn, ich muß aber glauben, daß ihr entweder zu rai⸗ soniren vergessen, oder niemals gelernet habt; denn überlegts nur selber,(es gehöret doch auch zur Philosophia) wann ein Fär⸗ ber, oder sonst jemand etwas färben wolte, und dazu(ich will nicht sagen 20. mal) schwerer als das Ding, welches er färben soli, Farbe, und zwar wohl⸗præparirte Farbe, nehmete und gebrauchte, solte er nicht(sonderlich auf Roth) zu recht kommen? würde er nicht von jedermann, der es wüste, vor den grösten Ixnoranten ge⸗ halten werden? Eben diese Bewandschafft hat es hier auch mit den Gläsern, in welchen doch als in einem durchsichtigen Corpo, die Farbe sich noch viel weiter(daferne recht verfahren wird) erstrecket und erstrecken muß: und dieses hättet ihr billig wissen sollen, daferne ihr nur ein halber Chymicus und dabey weder ein Medicus noch Philosophus wäret, da ihrs doch alle drey zusammen(sehet nur, wohin euch die Einbildung verleitet) seyn wollet. Ihr werdet euch zwar hier entschuldigen wollen, und sagen, es stehe also in der Lateinischen Version: Wolan, gesetzt, daß ihm so ist, so seyd ihr aber(seilicer) ein Ausleger Philosophischer und Chymischer Schrifften: nun weiß jederman wohl, daß eine Sache, die an sich selber klar und richtig ist, keiner Erklärung oder Auslegung vonnöthen hat; sondern vielmehr, wo dieselbe zweifelhafftig, dun⸗ ckel, ungewiß oder gar gefehlet ist. Ists nicht also? Ihr aber habt gerad das Gegentheil gethan, indem ihr(nach der rechten usleger Art) allezeit, wann der Text am kläresten, euren Senf am liebsten beygeschmiert; wann es aber am meisten vonnöthen ge/ wesen, da habt ihr nichts im Faß gehabt. Ich hätte hier Gelegenheit, euch, aus der Charteque an eu⸗ re hochgeehrte Rn. 0 und sonderlich aus den NB. wohl ausgeson⸗ nenen Zuschrifften eures Neri recht blos und eigentlich clen⸗ ö ö— ellen: duh, mn, „ ch u h, uRuhh weder un bberlgtz yy un en diz ich wil ut fuhen sl, gebtaucht, wurde! Oranteh g ich mi da orpo, d Nexstrecke / daferne licus noch schet nut, und sage, k„ daß in Hshe 110 ine Sath, Mudlgah tig/ d Ir h der hl en Se Höthen/ lue an autgesh stlg Antonii Neri von der Glaß Kunst. I71 stellen: wills aber doch, weil ich hoffe, ihr werdet euch bessern, vor dißmal beruhen lassen, und was die rechte Proportion der Me⸗ dicin sey, hiemit erklären: ö ö Ich habe zwey teursche Versionen über den Neri, aber deren keine wills mit euch halten, denn die eine setzt eine Untz auf ein Pfund, die andere aber eine Untz auf 20. Untzen; und diese hat des Autoris Sinn und Meinung recht getroffen; weiln, wenn es ja in der Lateinischen Version also stehet, wie H. Geißler hat, nur ver⸗ kehrt gesetzt ist; welches aber ein Commentator billig sehen, oder mercken und wissen soll, sonderlich ein solcher, der, wie ihr euch rühmt, so viel Jahr der Musen Brüste gesogen; welches ich aber, weil ihr nicht besser von einem Ding raisonirt, nicht glauben kan, daß es nemlich der Musen Brüste gewesen, von welchen, weiln sie bey mir in einen bessern Credit seyn, ich nicht muthmasse, daß sie solche einem jeden unverschämten Gast darreichen sollen, indem es ihnen sonst ja zu grossen Schimpff(wie leicht zu erachten) gerei⸗ chen würde: sondern wenn ich hiervon meine Meinung sagen soll/ so halte ich vielmehr darfur; es sey der Phantasia ihr mit Lufft und Wind angefüllter Ledersack gewesen, womit mancher ehrlicher Kerl ist betrogen worden. ö Zum Beschluß aber, sage ich euch, mein lieber Herr Geißler, daß hier eine Untz Medicin auf 20. Untz der Crystallinen Massa zu viel ist; es wäre denn Sach, daß man es zusammen in einer über⸗ mässigen Hitz wolte stehen lassen, damit sich etwas an der Farb ver⸗ zehrte, wiewol es dennoch hier nicht so leicht, als mit der unpräpa⸗ rirten Magnesia geschicht: Ja es ist fast an einem Loth genug, und gibt, wann alles recht getroffen, revera eine sehr anmuthige Farbe. Dieses schreibe ich nicht etwann aus dem Falopio oder sonst einem alten Buch, sondern aus unbetrüglicher Experienz und Er⸗ fahrung; thut ihr auch dergleichen, so habt ihr keiner Correction vonnöthen. Es soll mir auch sehr lieb seyn, wann ihr mit Expe— rienz mir meine Fehler zeiget, mit leeren Worten aber werdet ihr euch nur prostituiren, und doch niemanden, der bey gesun⸗ dem Verstand ist, contentiren können. V2 Das 172 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, Das 121. Capitel. MWAs hier die Bluth⸗rothe Farbe betrifft, gebe ich nach da* Wé sie in schwachen Feuern wohl angehe. Ich habe unch wahr denn einmal versucht, auch im Ausnehmen selbige öffters so blut⸗ roth befunden, daß ich mich darüber verwundert, und von Her⸗ tzen erfreuet; aber wann mans will verarbeiten lassen, so wird es am Instrument ungestalt, und flechten sich allerhand unannehm⸗ liche Streiffen darein, auch wann ein oder 2. Stücken gemacht/ so vergeht die Farbe nach und nach fast alle wieder. Wann aber etwas, von dem mit Essig präparirten Eysenpulver dazu gethan ge⸗ wesen, so kan, daferne die Farbe vergangen, selbige mit dem Wein⸗ stein wieder hervor gebracht werden; aber es ist doch keine Bestän⸗ digkeit dabey ꝛc. ö ö Hier wolte ich gerne einen bessern Nodum anzeigen, und auf eine compendieuse Art das rothe oder Rubin⸗Glas lehren, wann es nicht vor eine so sonderbare Rarität von meinem Gn. Churfürst und Hn. gehalten würde: Wer es aber etwan nicht glauben will, daß ichs kan, der komme inskunfftige und sehe es bey mir. Wahr ists: Es ist itzo noch zu rar, gemein zu machen. Im ꝛ22. Capitel Nfordert die Farbe, wie kurtz sie der Autor auch beschreibet viel Mühe in ihren eigentlichen Grad zu treffen/ 4 sei ne Beschreibung allerdings recht. Nur erinnere ich dieses dabey, so man das Glas anfänglich mit der Magnesia, oder Braunstein etwas zu starck gefäͤrbet, so bekommt man die Farbe nimmermehr nach Belieben, sondern wird gantz dick und dunckel; derowegen muß sehr wohl in acht genommen werden, daß man es im Anfang nur helle färbet. Dieses habe ich mit Schaden erfahren. Das 123. Capitel. St nicht werth/ daß dabey etwas erinnert werde, weil es der gethmng dem Wih ne Bestiy XII „wann 6h fürst und will, deß Vahr sst. heschnstt, wiewos ss ses dbh, Bramsh inmermih derowegh Mfi „nl t sichs in einer halben Viertel Stunde. Antonü Neri von der Glaß⸗Kunst. 173 der alte NModus, den alle Apothecker⸗Jungen wissen. Es ist auch schon zuvor droben im 91. Capitel ein sonderbarlicher und compen⸗ dieuser Modus, das Saccharum Saturni oder Bley⸗Zucker copieus zu machen, ausführlich gelehret worden. Im na. und 25. Capitel N dieses wohl in acht genommen werden, daß, weiln der Autor mehr Saltz als Sand zu machen befiehlet, man die Pasta, wann solche geschmoltzen, zu etlichmalen im Wasser ablösche, denn so solches nicht geschicht, und man hernach damit ameliren und mahlen will, so sihet alles unangenehm und blätterigt aus, und will nichts rechts feines und schönes daraus werden. 42 Es kan auch eben solches mit dem gemeinen Glas aus der Pott Asche geschehen, nur daß dieses(nemlich in diesem Capitel) darum, weil mehr Saltz dazu kömmt, weicher und geschmeidiger wird. Es ist zu wissen, daß man bey allen Schmeltz⸗Gläsern sich nur nach den Feuern muß richten: Denn ist das Feuer gar zu starck, so vergeht ihnen die Farb, die sie haben sollen, und kommt eine andere hervor, die man nie begehrt noch haben will. Der figirte Schwefel dient hier aon Sache gar nichts, er mag so leicht davon bleiben, als dazu kommen: und weil hier sein Gebrauch nichts nutzet, so ist auch nicht nöthig Im 19. Capitel Eswegen ein Wort zu verlieren, sondern Dinten und Federn dweiter zu sparen. Was aber Das 1. Capitel FVobelangt, so braucht dieselbe Schmeltze fürwar eben so viel Kunst nach zu finden, als zu erfinden. Man muß 19 zuse⸗ hen, daß, so bald das rechte Lempo einer verlangten Röthe ge⸗ troffen, man es alsobald aus dem Feuer nehme, sonst verändert 23 Man Ber theure und kostbare Modus ist zwar von vielen ver⸗ 174 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, Man kan aber diese Farbe nicht geschwinder kriegen, als wann man des gelben Staubs, der in den Eychen liegt, etwas unter den Weinstein mischet; und so der Weinstein nicht selber sehr dicke von Farbe ist, so thut es auch wenig. Es bleibt dabey, diese Farbe geräth selten wohl, aber die nachfolgende wird sehr schön, und hat nicht so viel Mühe, als diese. Summa, das Feuer ist hierinn das Hauptstücke zu beobachten. Vom 128. Capitel. WM'nn hier die Kupffer⸗Schlacken dazu gethan werden, so muß mans nicht lange stehen lassen; sonst wird es Sahl⸗Grün, da es doch anfänglich eine schöne Röthe giebt, währt aber gar eine kurtze Zeit: Derowegen der Autor das Glas so milde und gelinde macht, daß man desto besser kan damit zu recht kommen. Auch, so das Feuer nur ein wenig zu starck, so wird es eine Leber⸗Farb: Imgleichen muß man nicht gedencken, daß man recht durchsichtig roth Glas daraus kriegen wolte, nein, das will hier nicht angehen, sondern so weit ist es durchsichtig, wann man ein Stücklein nimmt, und dasselbe, so es voneinander geschlagen, gegen das Licht oder die Sonne auf den Nagel hält, da siehet es schön roth; Wann man es aber zum Glas⸗Blasen will, so wird es am Instrument oder an der Pfeiffe, Ziegel⸗Farb bekommen. Dieses Glas hat eine wunderbarliche Art an sich, denn so das⸗ selbe gerieben, und damit auf die Gold⸗Arbeiter Art gemahlt und eingebrannt wird, so kommt es vicht roth, sondern nur gelblicht aus dem Feuer: so man es aber über etliche trockene Bircken⸗Reiser räu⸗ chert, so kriegt es seine schöne durchsichtige rothe Farbe, wie denn dieses Kunst⸗Stücklein schon unterschiedlichen Gold⸗Arbeitern bekant, welche es in dem Gebrauch oder Erfahrung also befunden haben. Das 19. Capitel. sucht, —* 4 V ve N alle mar cbet I dem 906 n mol ihn von Fuu het, aihn Mac Ine V den, n 60 ber gar eh und gelth en. Ruc, ebetJath: durchsichti t angehen, ein vimnt, à Acht ode th; WN Iustumn dem si N mahlt blch al Reser tih 5 uit den Ium Heal, habel. hill sch Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 175 sucht, aber darinnen wenig Vergnügen gefunden worden; es gehört auch mehr dazu, das Gold dahin zu bringen, daß es dem Glas sei⸗ ne rothe Tinctur mittheile, und dasselbe in einen Rubin, ja gar Car⸗ funckel verkehre, und hätte der Autor näher zum Ziel schiessen müs⸗ sen, wann man glauben solte, daß er dergleichen gemacht oder machen können. Vom 30. Capitel/ in e wieder ein fixer Schwefel zu machen gelehret wird, wie 0 im 126. Capitel, ist nur dieses zu setzen, daß hierzu einer so viel nütz, als der ander, nemlich nichts. Dahero auch davon nichts weiters zu melden. Im 1z1. 132. I3 3. Capitel NeEhret der Autor erstlich das Kupffer calciniren: zweytens, da⸗ raus einen Vitriol oder Kupffer⸗Wasser zu machen; und drit⸗ tens, wie man den Vitriol reinigen und distilliren soll; von welchen allen nicht viel zu sagen ist, weiln es gemeine Arten, die schon jeder⸗ man bekannt, und dazu hier deutlich genug beschrieben sind. Daß aber steht, ohne Corrosiy und Schärffe solchen zu machen, wäre zwar, was die Herausziehung, aus dem Kupffer⸗Kalch, betrifft, deme so; alleine die Calcination mit dem Schwefel, als welche blos durch das acidum desselben geschicht, ist(was das Corrosiv belangt) eben so viel, als ob es mit dem Oleo Sulphuris oder Vi- trioli geschehen wäre; aber weil der Schwefel an sich selber nicht scharff schmeckt, und der Autor nicht oblervirt, daß die Calcina- tion mit Schwefel, blos durch das acidum desselben, welches im Feuer das Kupffer anfällt und solvirt, geschicht, so hat er gemei⸗ net, es seye ein Virriol, der ohne alle Schärffe ausgezogen sey. Der hochgelehrte Merretrus, führt hier aus dem Glaubero einen bekannten Modum an, wie man mit dem Ipiritu Salis Amo- niaci(als bey welchen das Alcali Volatile manifest prædominirt) einen Vitriolum Veneris machen soll, und diß möchte noch einiger —— ——— SPSISISISSSIIIIEIIIIIFFFFII———P————.— ——— 176 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, einiger Massen ein Vitriolum Veneris ohne corrosiv heissen. Hät⸗ te sich also Herr Geißler billig ein klein wenig besser bedencken sollen, wieder einen solchen Mann, der vielleicht in seinem kleinen Finger mehr Wissenschafft hat, als ihr in eurer gantzen Hand, und ein vornehmes Mitglied der Königl. Englischen Societät ist, hierinnen so unverständig zu corrigiren oder einer Correction würdig zu ach⸗ ten. Doch wann ihr es mit Raison gethan, und etwas bessers hättet, so wäre es gut und zu erdulden gewesen, aber ier hat Herr D. Merrett zehen⸗fach recht für euch, und ist hieraus ürwar genugsam zu sehen, daß ihr noch nicht einst wisset, was nur nach der bekandtesten und gröbsten Manier ein alcali oder ein acidum sey,(welches gewiß nicht wenig von einem Medico, Philosopho& Chymico zu sagen ist) gleichwol wolt ihr vornehme und gelehrte keute taxiren und corrigiren. Ich weiß endlich nicht, was ich von euch gedencken soll ꝛc. Aber hier ferner zum Beschluß Von dem Vitriol und Reinigung desselben Zu handeln, so ist gnugsam bekannt, wie viel sich mit derglei⸗ chen Reinigung schleppen und plagen; unterdessen habe ich dieses beobachtet(wie ich denn schon in meinen gedruckten Observatio- nen erwähnt) daß, wann ich den Vitriol gleich hundert und mehr⸗ mal im Wasser solviren und anschiessen lasse, so fällt doch allemal eine Terra oder Erde zu Boden, und vergeht dem Vitriol sein Metall; sondern wie gedacht, es fällt so lange zu Boden, als Vitriol da ist. ö Dieses ist auch bey allen andern Salien zu sehen„man solvire und coagulire ein Saltz mit Wasser, so offt als man wolle, so schei⸗ det es sich doch dadurch nicht von seiner Terra, und ob es gleich im ersten solviren und coaguliren etwas klärer siehet, als vorher, so hat es zwar die gröbste Erde in etwas, aber bey weiten nicht gan verlohren; weiln solches ablolut unmüglich ist, daferne 66 mwets Forma behalten, und ein Saltz bleiben soll. Ich habe dieser Sache offt nachgedacht, und zu ergründen mich bihent wal schk I ⁰ ther shle Wl WE seh u 49 Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 177 kisseg. 000 mich bemühet, nemlich; ob denn nicht müglich, einige Art und n Weise zu finden, ein rechtes reines Saltz, oder einen puren Vitriol en Jug zu kriegen; da ich denn endlich einsten betrachtet, woher doch dieses o„, h käme, wann ich die Saltze im Wasser lolvire, daß dieselben vor⸗ „ Hernre nemlich der Vitriol, so hoch aus dem Wasser hervor steigen, und bürdig uch sich auch ausserhalb an das Glas anlegen; dieses, gedachte ich, mü⸗ etwas best ste nicht von ungefehr geschehen, ward derowegen bewogen, der Sache wesen, i ferner nachzusinnen. Nahm derohalben etliche Pfund Vitriol, tha⸗ ist Rneu te sie in einen festen steinern Milch⸗Napff,(wie denn solche, sonder⸗ et, öw lich um Dreßden, allwo ich mich damals enthielt, sehr feste gemacht ein acn werden, und unten spitzig zu gehen, oben aber gar weit seyn) in hilosophol diesen that ich meinen Vitriol, und goß Wasser darauf, daß es und gahhc über 2. Quer⸗Finger hoch darüber stunde; rührte es was um, da „ W fieng mein Vitriol an, seiner Art nach, heraus zu wachsen, biß oben an den Rand, da er sich denn gantz kraus und weiß aufhielte; das ließ ich in 14. Tag und Nacht stehen, da ward dessen eine zimliche selben Quantität, und war gantz schmierig anzugreiffen; diß nahm ich ab; . wie ich dieses das erste mal weggenommen, wuchs es auch so ge⸗ rit dug schwinde, daß ich alle Morgen dessen ein zimliches Theil mit Ver⸗ ‚d wunderung wegnehmen kunte; dieses sammlete ich alles zusammen, Obsenatb biß der Vitriol aufgestiegen, und seine Lerrestrität und metallisches udnh Corpus zurücke gelassen. doch Almn Diesen weissen, wie Butter⸗schmierigen Vitriol, solvirte ich Diril sit einen Theil in distillirtem Wasser, und wollte es anschiessen lassen, Boden, welches schwer hergieng; doch weil die Kälte ziemlich einfiel, schoß er 27„ schön und gantz weis, durchsichtig wie Crystall an: von welchen ich mam sohi alsofort eine Proba an meinen wehrten Freunde, den Hoch-⸗ l, soste gelahrten, und in der Chymie wohl erfahrenen Herrn D. Langelo⸗ 6i glih i then zuschickte, der sich über dieser Reinigung, sonderlich weil hochn, solche durch die Lufft geschehen, sehr verwunderte. Ein Theil ober, niht gu welches nicht anschiessen kunte noch wolte, war so dicke und zähe, 4 wie ein dicker Syrup; dieses hätte ich auch gerne zum Anschies⸗ sen gebracht, es kunte aber nicht seyn, ob schon die Kälte noch an rlo n 7 178 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch so hefftig; endlich stellte ichs auf mässige Wärme, da setzte es sich zwar zusammen, wie ein Alumen Plumosum, war aber doch da⸗ bey 110 schmierig, daß man es ohne Gefäß nicht wohl fortbrin⸗ en kunte. Was dieser Vitriol nun vor Nutzen hat, und was er vor einen Spiritum gibt gegen den andern, der seine grobe Lerra und Me⸗ tall noch hat, wirst du aus der Experienz lernen: denn des vori— gen Vitriols, wann er distillirt wird, sein Capur Mortuum roth oder schwartz wird, da ist hingegen dieses Schnee⸗weis, und wird auch meistentheils in einen Spiritum übergehen. Warum aber dieser letztere, von meinem gereinigten Vitriol (sowol auch bey andern Salien,) nicht anschiessen will, noch kan, ist diß die Ursach: das Saltz ist wieder wie es in seiner ersten Genera⸗ tion war, ohne Terra, als welche sich schon erstlich abgesondert und præcipitirt oder gesetzt hat. Es ist auch noch ein mercklicher Unterschied, unter dem, der angeschossen, und dem, der nicht an⸗ geschossen ist, noch anschiessen können. Zwar wann man fleissig ist, kan man auch solches mit Solviren und Coaguliren etlicher Mas⸗ sen erlangen, aber es geht doch sehr schwer und langsam zu. Ich habe auch dieses mit andern Salien versucht und seine Dinge ange⸗ mercket, die doch grossen Nutzen haben köͤnnen, welches ich dan⸗ nenhero einem jeden, besser darinnen nachzusuchen, hiemit ent⸗ decken wollen. Sonst hat man sich auch sehr bemühet, wie man möchte den Vitriol in einem verschlossenen Glas zur Röthe bringen, darüber ich mich auch nicht wenig macerirt, wiewol es etliche vor eine gar schlechte Kunst achten. Ja zu lesen, schreiben und glauben, ists freylich eine schlechte Kunst, aber zu machen, solts wohl noch man⸗ chem eingebildeten Philolopho Kunst genug seyn. Mir sind dar⸗ über etliche mal die Gläser mit grossen Knallen zersprungen, und abe allerhand andere Ungelegenheiten damit gehabt; bis ich habe funden, daß er von seinem eigenen Spiritu, durch die Circulation müsse gefähbet und tigirt werden. Dannenhero versuchte ichs also: Ich nahm einen durch Solviren und Coaguliren zim⸗ lich u waß tr 6 Obe Tern W5 e: dennhyz Put Mortun Hie weiß, yr Hernger d. wil, Wa he ner Astin Oer astlch dynt uch en matt m, deenh wan mm si liren etiche lanpsam u.) seine Dunze „wascher Hr n, himte man mihy rugn, iche M e 10 glug, woll M schl nu, t; Hihh NCub wschr ag 0 6 Antoni Neri von der Glaß⸗Kunst. 179 lich reinen Vitriol, lies solchen an der Sonnen calciniren oder zer⸗ fallen, und füllte damit ein Eyförmiges Glas gantz voll, biß oben an, also daß man nicht mehr das geringste hinein bringen können. Dasselbe, nachdeme ich es feste genug vermacht, habe ich in eine⸗ anfangs gelinde, folgends aber zimlich grosse Hitze gesetzt; da ist mein Vitriol zwar gelblicht worden, aber zur völligen Röthe hat er sich duchaus nicht geben wollen; biß ich endlich gemerckt, daß ich meinen Vitriol im Glas habe schütteln können, und daß dersel⸗ bige näher zusammen gefallen, auch daß solcher an dem einen Ort, wo das Spatium war, sich schön roth gefärbet: weil aber nichts daraus werden wolte, öffnete ich das Glas und nahm das wenige Rothe ab, thate es in Essig, da färbte sich der Essig schon hoch gelb; den andern Vitriol lolvirte ich auch, der war zwar auch ein gar weniges gelb, aber bey weiten nicht so schön, als das wenige. Diesem dachte ich weiter nach, und befande, daß mein Raum im Glas zu klein gewesen, füllte derowegen mein Glas also, daß nur der vierdte Theil leer bliebe, und stellte es wieder in gehörige Wär⸗ me, da habe ich in 14. Tagen gesehen, daß das Glas an den Sei⸗ ten schöu Striemen⸗roth war, und daß sich der Vitriol immer mehr und mehr zur verlangten Roöthe schickte. Aber man soll wissen, daß es nicht gleich sey, was man vor ei⸗ nen Vitriol nehme, doch kan man leicht probiren, was vor einer sonderlich gut hierzu sey, nemlich der, welcher, wann man ein we⸗ nig davon im Feuer calcinirt, am längsten roth bleibt; aber man muß auch sehen und judiciren können, daß solche Röthe nicht vom Eysen herrührt, wie bey den Englischen, welcher ein lauterer Vitrio- lum Martis ist; sondern seine Röthe soll von seiner eigenen Terra herkommen. Muß also der, welcher den Vitriol brauchen will, diese Erkäntnis blos durch die Ubung lernen ꝛe. Daß aber der Englische Vitriol Martialisch, sihet man nach seiner Distillation an dem Capite Mortuo, indem selbiges nichts an⸗ ders als ein schöner Crocus Martis ist, sonderlich, wann der Vitriol zuvor fein etwas gereinigt worden. Hnee 2 Daß 180 Joh. Kunckels Anmerckungen über das 7. Buch, ꝛc. Daß aber Basilius und andere den Virriolum Veneris so hoch recommendiren, kan ich kein rechtes Warum? sehen. Das weiß ich aber, wann ich einen Vitriolum Veneris mache, es sey nun gleich mit Oleo Virrioli oder mit Schwefel(mit welchem ich ihn in grosser Quantität machen kan) und distillire selbigen, examini⸗ re alsdenn sowol das herüber gedistillirte Oleum, als auch das Ca- put Mortuum, so besinde ich netto, daß ich so viel Oleum habe, als Sal Sulphuris bey der Venere gewesen; das Caput Mortuum, ist gerade meine Venus wieder. Wer nun nicht glauben will, daß Oleum Sulphuris und Oleum Vitrioli eines, der kan diesem weiter nachdencken: ich weiß, er wird mir nicht den geringsten Unterscheid unter dem Oleo Vitrioli rectificato und Oleo Sulphuris finden, und reverà demonstriren können; denn sie beyde aus einer Minera kommen. Doch rede ich hier von einem reinen Vitriol, und nicht von solchen, die mehr aluminosischer als vitriolischer Art seyn, aber die Vitriole, die recht venerisch, oder die aus Schwefel⸗Kies ge⸗ macht seyn, derer Oel ist und bleibt mit dem Oleo Sulphuris einer, ley. Hier wäre noch mancherley Dings anzuführen, und sehr viel von diesem Wunder⸗Saltz zu reden. Weil es aber nicht zur Glas⸗ Kunst gehört, von welcher ohne dem schon zu weit hier abgeschrit⸗ ten, so schliesse ich billig, und bringe aueh zugleich hier⸗ mit meinen Neri zu lhhmn Ziel und gebühr⸗ ichen ö Vuh,. —— Venetz uih . Da m hnt Richem 0 1.—5 els 60 Hohann Kunck eumm sch ut Monu ö ö ů erbare bnnl, Sond ö disen wit in Uusth fndoh,I. inera funtn R 9 ö ang⸗ Ws ssung und Rnlei 935 Vunterweisung H und sht y miiche Edelge 1 T lüsse, oder kün Wa Sowol die Gläser als Flüss lich hey ie ANTO- Perfection und Härte. ö steine zu W NERI lehret, zuzuri 7 Item 2 ö ö 60 der besten Weise W. machen, Wie man nach und alsobald erkennen so All 18²2 Johann Kunckels sonderbare Zugabe 32232.⁵.9.9.99Y.8...—.—.—— SSSSS RT Oh habe den Liebhabern dieser Kunst versprochen, nicht ab 77 lein meinen sehr bequemen Glas⸗Ofen zu cornmuniciren, 5 sondern auch Anleitung zu geben, wie das Glas und die Edel⸗Steine, sowol vollkommener und härter, als auch compendieuser möiyten zu machen seyn; welches aber nicht zu ver⸗ stehen, als ob ich eine mehrere Härte, weder das beste und härteste Crystallinische Glas insgemein hat, und haben soll, statuirte; wie der Herr Geißler, laut seiner Charteque, aus meinen gedruckten Titel⸗Blat zu erschnappen vermeint; da er spöttlich fragt, warum nicht auch die In Eerh ꝛc. Aber die mich kennen, und mit mir umgehen, wissen gar wohl, daß ich so einfältig nicht bin, daß ich etwas wieder die Natur rentiren oder staruiren solte; Nein, solche Künste kan ich gar wohl Herrn Geißlern allein lassen. Ich will aber hiemit meinem Versprechen ein Genügen thun. Wer derowe⸗ gen das Glas und die Edel⸗Steine, auf eine bessere Manier, oder auf diese meine Art und Weise nachkünsteln will, der mache erstlich die Massa darzu also: Wie man den Sand zu diesem Werck zu⸗ richten soll. 2 in meinen Anmerckungen über den Neri, habe ich 3 etliche mahl die schwartzen Feuer⸗Steine, welche man viel⸗ fälig in Feuer⸗Zeugen gebraucht, recommendirt, und dieselben seynd auch hier, nemlich zu diesem Vorhaben, sonderlich bequem und dienstlich. Nimm derowegen derselben so viel du wilt, und duncke sie erstlich in Wasser, schmeisse sie 2 6 o na ö hen, sich 0 mmuncig, Gha und K lir, 8 nicht zuw und hilis atuite; Hen goruhg ragt, un und mt nt bin, daß 6 Nan/ sach N. J u Wet daho Nuner, R macht asih I „ un 1 dische lch Hh . dem + Antonii Neri von der Glaß⸗Kunst. 183 o naß in die Hitze des Ofens, so werden sie gar wenig springen, 35 sonst, so 25 sie trocken hinein schmeist, solche so klein zersprin⸗ gen, daß man se nicht ein Stück eines Groschens groß behält; aber man muß sie gantz sacht, und mit grosser Gelindigkeit aufwär⸗ men. Wann sie nun durch und durch völlig glüen, so wirfft man sie in reines Wasser, so sehen sie sehr schön weis. Diese, nachdem man sie gebührlich getrocknet, muß man sehr klein und subtil pul⸗ verisitren. Welches man, wann man nur ein weniges machen will, fast nicht anders, als im eysern Mörsel verrichten kan, da denn gemeiniglich die Ungelegenheit dabey, daß sie etwas von dem Eysen an sich nehmen. Derowegen muß man solches in eysern Mörsel bereitete Pulver, mit einem Scheid⸗Wasser übergiessen; so nimmt dasselbige, was dieses vor Eysen bey sich hat, wieder zu sich, und das Aqua fort wird wieder abgegossen. Weil aber n. viel von demselben bey dem Pulver verbleibt, und also auch noch allerley Unflat von dem Eysen, sowol von andern Dingen, die es zu sich genommen; so muß man, um solcherley davon zu kriegen, reines heisses Wasser darüber giessen/ und damit alles vollends abwaschen und reinigen: so dessen viel wäre, könte man auch das Wasser wieder verrauchen lassen, so würde man sein Scheidewasser auch wieder erlangen, und also zu andern und meh⸗ rern Gebrauch anwenden, oder nutzen können. Wann nun dieser subtile Sand oder Stein⸗Pulver solcher Massen zugerichtet, so ist er zu den allerbesten Glas, und zu den allerklärsten und reinesten Steinen, oder rechten Crystallen, so auf Diamant⸗ oder Rubin⸗Art spielen sollen, recht und sonderlich gut. Will man aber Saphier, Smaragd, Topas, Chrysolit, Spinel, Amethist, Aqua Marin, und dergleichen, daraus kün⸗ steln und machen; so ist die Procedirung mit dem Aqua fort nicht nöthig, daferne nur der Mörsel recht rein, und von allen Rost wohl gesaubert ist. Derohalben kan man um besserer Ver⸗ sicherung willen den ersten Sand, der in den Mörsel gestossen ö wird/ * S. 2 IAWW—2——.— 184 Johann Kunckels sonderbare Zugabe wird, als welcher das meinste von dem Mörsel an sich nimmt/ alleine behalten, und zu den Saphir, noch besser aber zu den Smaragd, welchen es, ob ja etwas von eysern Mörsel dabey ist, wenig oder 2 gar nichts schadet, verbrauchen. So man aber einen Mörsel von sehr harten Stein, als Porfir oder dergleichen hätte, und solchen nach der Weise einer Mühlen(wie ich hier zur fernern Anleitung zweyerley Arten will fürstellen) compendieus zu handthieren, oder zu reiben weis,(welches leichtlich zu erlangen wäre) der hat übehaben bessern Modum, und ist aller obigen Sorg und Mühe überhaben. Es hat zwar Herr Geißler in seiner Version auch etwas gesetzt, und in einer höltzern Kupffer⸗Figur beygefügt, welches er einen Philosophischen Mörsel, ja wol gar einen proportionirlichen Phi⸗ losophischen Mörsel nennet, und ich halte gewiß dafür, daß, wer die holde Figur desselben proportionirlichen Mörsels, ohne Ver⸗ wunderung siehet und betrachtet, den müssen dergleichen Philosophische Thorheiten mehr bekandt, oder nicht seltsam seyn. Ob aber die Philosophi die Pistille oder Kugel in den Mörsel, oder den Mörsel in die Kugel bringen und darinnen reiben können, weil ja hier die Kugel dieses so proportionirlichen Philosophischen Mörsels grösser als der Mörsel ist, hätte Herr Geißler billig erklären sollen; ich vor meine Person kan es nicht verstehen. Habe aber, denen Liebhabern zu Gefallen, hier, wie gedacht, zweyerley Art Mühlen, die die Chymici im Brauch haben, und nicht eben meine inventionen seyn, zu fernerer Anleitung und Verbesserung(nachdem eines jeden Opera- tion und Vorhaben ist) mittheilen und vorstellen wollen. Ich habe zwar auch eine inventirt, welche mir, wann ich sie aufgezogen, fast eine gantze Stund, ohne alle andere Handanle⸗ gung, nicht alleine aufs geschwindeste reiben, sondern auch zu⸗ gleich, wann ichs haben will, einen Braten wenden, oder jedes al⸗ lein verrichten kan; dieses ist meine Invenrion, die ich vielleicht künfftig in meinem Laboratorio Experimentali, beschreiben und communiciren werde. Wer aber hier eine Mühl und— el ge⸗ e 5— ö nunnt, d den Smu, st, png nen Mast te, ud sstn rnem Mit u hudher, wikr) da rg und M ä 6——————— 44 2... 722..— ih thuud gfz ͤö ä ö sches e onirichen Y ir, diß, x „ ohne I Phicsaßft Ob abe v der dn M wei Morsch grit solln Ent Ren Lbhchn ihlm, V sentionn su, eden Hper woibi ete He WI m auh de ss ich illh * Iud M + —— ——— IInrs⸗5= ⸗eJoôLiʃ!WE‚e —— der Glaß⸗Kunst. 285 se gebrauchen will, dem seynd diese beederley Sorten sehr gut und Denstüch. Diese mit Lic. A. bestehet, ausser dem Mörsel, fast von lauter Holtz, und kan mit anderthalb Reichsthaler zuweg gebracht werden. Die zweyte aber Lic. B. ist von Eysen, kan aber auch zu einem steinern oder gläsern Mörsel appliciret werden; doch kommt sie, wie leicht zu erachten, höher zu stehen. Man kan diese beyde Müüzlen also einrichten, daß man, nach Gefallen, so wol grosse als kleine Mörsel davon fügen und treiben kan. Lit. C. ist nur ein Mörsel ohne Mühlen, von welchen wenig zu sagen, jedoch wann Herr Geißlers sein Mörsel gleichwol nur noch eine solche Propor⸗ tion und Bequemlichkeit: gehabt, so hätte man ihm seine Uber⸗ schrifft unangefochten lassen können; denn obs wohl die gemeinste Sache ist, so läufft sie doch nicht wider die Natur. Diese drey⸗ erley Arten können von keinen Jungen gerieben werden, und mag sichs ein jeder ferner so bequem und gelegen erdencken, als er kan und will, weiln eine vorgestelte Sache, die ein Fundament hat⸗ leicht zu verbessern stehet. 2—— So man nun diese obgemeldte schwärtze Feuer⸗Steine nicht ha⸗ ben könte, so müste man sich der weissen Kießlinge bedienen, doch geht der schwartze Feuer⸗Stein weit vor, vornemlich wegen der Härte, und dahero wird auch das Glas oder die Steine und Flüs⸗ se, so daraus bereitet werden, so viel härter, als die, so aus an⸗ dern Sand und Zeug gemacht seynd: aber es ist zu wissen, daß der schwartze Stein auch länger im Feuer stehen muß, und strenger fliessen als die andern. Diese Steine aus dem schwartzen Zeug bereitet, bestehen die do⸗ lit oder die Scheibe, und das Schneiden vor allen andern gemachten Steinen. Die übrige Schönheit und Reinigkeit liegt blos an dem Fleiß, und an genauer Beobachtung aller schon in den Anmerckungen und von dem Neri selbst gethanen Lehren, oder nachdeme mans lange in dem Ofen lässet. So viel wäre von Bereitung des Sandes zu gedencken. Folget nun, Aa Wie — 2.—.—..—.....—— 2 ———— ·——— **—— r*———.— ———* 7——— —.... + ——**——.——— +— 8˙7. —. ‚‚I.....— — —— ———.— .——— ..— ——.—.—.—. 186 Johann Kunckels sonderbare Zugabem Wie man das Gemeng oder die Mixtur com⸗ poniren und zusammen setzen soll. Wann dieser Sand gelehrter Massen wohl und gantz subtil be⸗ reitet ist, so mache die Compositiones also: Rec. Von diesem feinen Sand 3.R. Schön geläuterten Salpeter 2. Borrar. Theil. Arsenicum ein halb⸗ Ein anders. Dieses Sandesl 3 5 Salpeter 2. Theil. Borrar X. viertel ECin anders. Dergleichen Sand 2. Gantz gereinigte Crystallinische Pott= Asche oder Weinstein⸗Saltz I. Theil. Borrax I. halb) Noch ein anders. Obigen Sand acht halb Theil. Rein geläuterte 5. er Sand 6. ein halb Salpeter 2. ein viertell Borrar eirn achtel Theil. Arsenie ein achtell Weinstein 1. Dieses seynd alles Mirturen, die ich selber probiert, und wie⸗ wol eine etwas leichtflüssiger ist als die andere, so seynd sie doch all⸗ zusammen viel härter, als sie Anchonius Neri lehret, ohne daß noch zum Ulberfluß, die Steine, so hier ausgeschnitten, nicht so schwer und schmürig seyn, als die Seinigen, vornemlich diese, da Bley zukömmt. Nun folgt:— Wie „lhn h sthne 0 MG Der Glaß⸗Kunst. 187 Wie man die Massa schmeltzen/ tingiren/ und bvollends verfertigen soll. Nimm derowegin eines dieser Gemenge oder Mixturen, wel⸗ ches du wilt, und wäge davon, nach deinem Gefallen, ab, ein oder 2. Untzen, ferner thue die Farbe darunter, nachdeme du einen Stein haben wilt; als zum Exempel: 35 Den Saphir zu machen Nehme ich auf eine Untz dieser Mixtur ein Gran Zaffera oder Coabald, mische solches wohl zusammen, und schmeltze es; sehe ich nun, daß mir die Coleur gefällt, so lasse ichs billig dabey, denn ei⸗ ner macht den Saphir sehr blau, der andere hingegen sehr blaß, und so ist es auch mit den andern Colevren, dahero will und kan ich kei⸗ nem die Proportion setzen, wie es mir denn auch unmüglich seyn wür⸗ de, wie man dieselbe vielmal verändern, auch ein jeder solches in ei⸗ nem kleinen Windofen mit einen kleinen Tiegelein versuchen, und sich solcher Gestalt perkectioniren kan. 455 Die Ooleuren und Farben seynd bey unserem Autore schon über⸗ flüssig gedacht, und wann man die Dinge zusammen mischt, so kan ein jeder leicht nach seinem Gefallen hoch und niederig tingiren. ö Gleichwol will ich noch einige von mir Ex⸗ Pperimentirte General⸗Regeln geben: Als aller⸗ hand grüne Coleuren „Werden durch Vermischung deß, nach deß Antoris Lehre præ- parirten Kupffer⸗ und Eysen⸗Pulvers, nach eines jeden Belieben be— reitet, denn diese beyde geben allezeit grün, nachdem aber das Ge⸗ wicht der Zusammensetzung dieser zwey, und nachdeme das Eysen⸗ Pulver entweder mit Essig, oder mit Scheid⸗Wasser, oder durch die Reyerberation bexeitet ist, nachdeme gibt es auch mancherley Varia tiones und Unterschiedlichkeiten. Aa 2 Noch Johann Kunckels sonderbare Zugabe Noch einen schönern Smaragd Geben die Böhmischen Granaten, wann sie caleionirt und sehr klein gerieben, der Mirtur zugesetzet werden. Einen sehr feinen Hyaeinth Gibt Crocus Martis, oder das durch die Reverberation be⸗ reitete Eysen Pulder, wann desselben acht oder zehen Gran, un⸗ ter die Untze der Mixtur gemischet, oder derselben zugesetzet wird. Den Opal zu machen. Wann Silber in Scheidwasser lolvirt und mit Saltz niederge⸗ schlagen, ferner ein Magnet darunter gethan, und der Mixtur ap- plicirt oder zugesetzt wird so gibts diverse Coleuren, also, daß sie einen natürlichen Opal präsentiren. Einen schönen röthlichten Stein Machet man mit den Abgängen und Fragrnenten von Calce⸗ don, wenn er nur mit Borrar versetzt und geschmoltzen wird, und kan man hierinn ferner so viel Veränderung machen, als man nur selbst erdencken kan. Hier will ich noch eine Mixtur oder Gemenge setzen, dazu derjenige, so sich in dergleichen Dingen üben will, leichter als zu den vorigen kommen undgelan⸗ gen kan.—⁴ Wer in diesen Schmeltz⸗ Wercken künsteln, und der vorigen Müh, den reinen Sand zu machen„ überhoben seyn will, der nehme fein Crystallinen oder Venedisch Glas, und stosse dasselbe in einem saubern Mörsel aufs kleinste, dessen nimm acht 4.— ö zor⸗ —— *—— —— —— V 5— —2— S E.= 2 2 Wohn Cat⸗ ö witd I an f 0 V ————— —...s ————— 2—.—.——— —— —— —— —— HHραςdααetd N UAaaaaaaaaaαααεααεαεαααααρραραε—. e-xr-»---s I —— —85 +2 H Wœ V V 2.. We 1 — N I V N V 2— SS=.——— S—**——-———— ——— 2 SI DDD. ee—— 2 SZEEESESEE I.... 2 — ä * ——————— —— der Glaß⸗Kunsst. 189 Borrax zwen Untz, reinen Salpeter ein Untz, aus dieser Massa kan man auch allerhand Steine von Farben, und zwar viel leichter als die vorigen, schmelzen, bekommen auch nicht so viel Blasen, son⸗ dern werden gar bald rein und fein, da hingegen andere Gemenge⸗ sie seyn auch wie sie wollen, sehr lange im Feuer müssen stehen ehe sie recht sauber werden. NB.(Nur seynd diese etwas weicher und nicht so beständig, als die, so aus einer der vorigen Composi⸗ tion gemacht worden, die Ursach ist, weil hier mehr Salpeter und Borrax dazu kommt, als zum Glaß vonnöthen.) In diesem meinem hier beygefügten Ofen, können wohl zwan⸗ tzig Proben anf einmal gethan werden, und stehen die Tiegel vor al⸗ len Staub und anderer Ungelegenheit frey. Ich habe solchen den Liebhabern zu sonderbaren Gefallen, so wol von innen als aussen vor⸗ stellen wollen, hoffe auch, es werde sich ein Verständiger leicht da⸗ rein finden, und diese meine Intention und Inxvention zu seinen Nutzen zu gebrauchen wissen. Von den Doubleten. Weiun die Duobleten sehr im Gebrauch, und von denen Stein⸗ Schneidern oft so schön verfertiget werden, daß man sie, wann solche gefasset, öffters von den besten natürlichen Steinen nicht unterscheiden kan; als will ich auch hier einen sonderlichen Modum, dieselben rein und fein Weüh dee anzeigen. Wilt du sie dem⸗ nach nach der besten Weise bereiten, so mache sie also: Nimm ein Quintlein reinen Mastir, und des schönsten und. kläresten Venedischen oder Cyprianischen Terpentin ein halb sechs Theil/ zerlasse es zusammen, in einen kleinen silbern oder messingen Pfann⸗ lein; ist des Terpentins zu viel, so thue mehr Mastix darunter, sein rechtes Ach habe. 4— 180 „Zerner nimm die Farben, welche du wilt, als Florentiner⸗ dare, Drachen⸗Blut, distillirten Grünspan und Ducrhen, welcherley Art Steine du vorstellen willt. Reibe jedes abson⸗ 20 Aa 3 derlich 19⁰ Joh. Kunckels sonderbare Zugabe derlich auf das allersubtilste, und vermische auch jedes absonderlich mit der Mirtur von Mastix und Therpentin, welche du zuvor zer⸗ lassen must, so wirst du mit der Florenciner Lacc einen Rubin, mit dem Drachenblut einen Hyacinth, mit dem Grünspan einen Chryso⸗ lit ꝛc. vorstellen können. ö Wilt du aber diese Farben gleichsam gedistilliret oder gantz rein und subtil haben, so lasse dir eine Büchse von dürren Linden⸗Holtz derhen, wie diese Figur ausweiset: · 101 110 Diese muß, sonderlich von unten her, so gar dünne gedrehet seyn, als nur müglich, ja daß man auch durchsehen kan. Alsdann macht man eine Quantität von obiger Massa, solche vermischet man mit einer Farbe, welche man will, und thuts in diese Büchse, und hängt es über eine mäss ge Kohlen⸗Glut, oder im Sommer an die heisse Sonne, so dringt es aufs allersubtilste durch: Diß schabt man ab, und verwahrt es in einen feinen Helffenbeinern oder sonst reinen Büchßgen(es ist sehr klar und lauter) und hebt es 4˙ Därbe auf zum Gebrauch. Es ist aber nöthig, daß man t hätte hn Ooll Ga W 5 hait Mit: gat nitg Hit — chaihcc du zunt y ihh, ehen Sgh Hder gehin n Imm ht . Mah vhe Bic Sahmat Dischct ehn Ha hht u ahet Koat n ö*. Der Glaß Kunst. ö 191 Farbe eine sonderbare solche Distillir⸗Buchse habe; sonst wůrdẽ es der⸗ mischte Farbe geben. ö ö Wann du nun Doubleten machen wilt, so nimm zwen Steine von Crystall, die müssen gantz nette auf einander geschliffen seyn, mache diese Mixtur in einem kleinen Pfännlein etwas warm, und die auf einander geschliffene Steine auch, also, daß sie, nemlich Jarbe und Steine, in gleicher Wärme seyn, und bestreiche solche Steine auf der Seite, da sie zusammen passen, mit einer der beschriebenen Farben, vermittelst eines subtilen Haar⸗Penselgens, drücke sie in der U geschwinde auf einander, und lasse sie erkalten; so seynd le fertig. 99 Endlich weil man in den Historien unserer Zeiten befindet, daß durch die Doubleten sehr grosser Betrug geschehen, so will ich auch hiemit denen, die es nicht wissen, anzeigen Wie man/ daß es eine Doublete/ alsobald er⸗ kennen soll. Nimm derohalben, im Fall du an einem Stein einen Zweiffel hättest, denselben, er sey von was Coleur als er wolle, und siehe ihn allein von der Eck und Kentseiten an, so wirst du, wann es eine Doublete, alsobald den hellen und klaren Crystall oder das lautere Glaß, und zugleich den Betrug offenbar und erkenntlich sehen und mercken können. FEZemit bitte ich den geneigten Leser oder Liebhaber d B Kuast vorlieb zu nehmen, und dieselbe meine Whiventez⸗ beit über den Neri zu seinen Nutzen zu gebrauchen, weil ich ihn hie⸗ mit versichern kan, daß, ob ich wohl einfältig hierinnen gehe, und gantz keine Prahlerey(als welcher meine Seele gramm 11. nirgend mache, so seynd doch alle diese Dinge, wel uh hir gesetzet habe, lauter gewisse Experimente„ die durch meine Hände gegangen, und denen auch der verständige Arbeiter sich trauer 192 Joh: Kunckels sonderbare Zugabe der Glaß⸗Kunst. trauen und folgen mag: Denn weil ich niemand zu schaden, sondern jederman zu nutzen gesonnen, als habe ich das Buch mit keinen weitläufftigen und ungewissen Dingen, damit viel vergebliche Zeit und Unkosten verlohren gehen, vergrössern wollen, wie leider ihrer viel, die ums Geld Bücher schreiben, oder wohl eine Ehre in der Unehre suchen, thun und gethan haben. ö Wird nun diese meine Arbeit so angenehm, als sie in dieser Kunst nützlich und von mir wohl gemeynt ist, so werde ich desto mehr verursachet werden, mit meinem Laboratorio Experimentali so viel eher an das Licht zu tretten, darinnen vielleicht noch man⸗ ches, was hier möchte verlangt werden, zu finden seyn wird. Und also bringe ich denn meinen Neri mit dieser Vertröstung zu seinem endlichen Hchluß. CHRI. 5 /, sent detde ih dh Perimenn t hn iu shn an diftr ( CHRISTOPHORI MERRETII. ö Der Artzney Doctoris, und Mitglieds der Königl. Societät in Londen, Wnmerckungen Uber die Bücher ANTONIINERI, Von der Blaßmacher⸗MRunst. Mit noch einigen nützlichen Observationen und cu⸗ rieusen Erinnerungen, verabfasset Von Johann Runckeln. 194 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NERI, 3555555 eöee Anmerckungen, CHRISTOPHORI MERRETI, üůͤber die Vorrede deß Autoris, an den Leser. 92 Rennoti cher Leser ꝛc. Den Autorem, und das gegenwärtige Werck von der Glaßmacher⸗Kunst, betreffend, so wird desselbi⸗ gen/ bey den Schreibern voriger Zeit, wenig gedacht, ausser daß Garson, in seinem Buch de Doctrina Universali, und Borneti- us de Sufficientia, pag 141. nur den Namen nach, aber nichts weiters davon Meldung thun. Uber dieses /so habe ich niemaln erfahren können, wie sorgfältig ich auch darnach geforschet, daß das andere von unsern Autore verfertigte, und so wohl in der Zueignungs⸗Schrifft, als auch in der Vorrede, versprochene Chy⸗ mische Buch, in den Druck, oder an den Tag gekommen wäre; auch habe ich solches niemahls bey einem Chymischen Schreiber allegiret befunden: Aus welchen leichtlich zu schliessen ist, daß dieses andere Chymische Werck gar nicht an das Tageslicht kommen sey. Wiewobl solches kein Wunder; denn es verursachte gegenwärtiges Werck, welches er am ersten hervor gab, bey ihm keinen fernern Antrieb und Lust, auch das andere, versprochener Massen, durch den Druck mit zuthei⸗ len; und solches vielleicht darum, dieweil man zur selben Zeit schon angefan⸗ gen hat dergleichen Art Künste(welche doch unter allen den Menschen am nützlichsten) unter die Zahl der liederlichen, oder garstigen, und unnützlichen Sachenzu rechnen; als solche Dinge, welche von denen hochgelehrtendeuten dieser Zeit geringschätzig/ und der Untersuchung kaum wehrt, von ib nen ge⸗ achtet werden: Denn der subtile Kunst⸗Fleiß solcher Gelebrten ist nur eintzig und allein beschäfftiget, mit unnützlichen und unbegründeten Speculationen, eel IUd meistentheils, nur Spinnengebäu und leere Wort⸗ reite sind. Solches aber hat schon vorlängst unser Landsmann, der hochgelehrte Baco ein Mann von höherm und scharffsinnigerm Verstande, in einer unver⸗ gleichlichen Schrifft/ Novo Organo intitulirt, mit gutem Grunde wiederle⸗ get/ PFPPIIIID 2000 kl. Vgchtbich %o wi deih act,aufe 1 Umd Bomei W/ abernth Toscligihet fettgte/ M dsptochnech Feauchehet befunde A he u gegenmartht uemit Hon ah Messche ch dumitzn Hehrgtalt bon rnge LU culationeh leert Yo Hochgelhet tiner urteh heil 90 365 von der Glaßmacher⸗Kunst. 195 get/ auch die Eitelkeit, samt det Unvermögenheit solches Weges angezei⸗ get, und mit grösserer Weisheit einen andern an desselben Stätke gesetzt, der zu Beförderung der Kunste und Wissenschafften, eine weit mehrere Wür⸗ ckung und Nachdruck haben wird. Dieser frucht · und nutzbare Lehrweeg aber ist zwar von etlichen/n.it Un⸗ tersuchung vieler Experimenten, absonderlich aber noch nicht allgemein, oder von allen angenommen, und betretten worden doch ists nunmehr an de⸗ me, daß es scheinet, als wolte solcher Weg guten Fortgang gewinnen; sin⸗ temaln die Hoch⸗Edle und Hoch⸗Chrwürdige Königliche docietät, deß Gres⸗ hamischen Collegii, Ihr denselbigen Weg erwehlet, welche auch mit ihrer Königl. Majestät Bewill gung, wöchentlich versammlet wird, damit das Vorhaben aller tapffernLeute befördert, dieser wahre Zweck und Vorsatz er⸗ reichet/ und täglich eine Materia dargereichet werde, welche zu solchem schö⸗ nen Gebäu dienlich seyn kan.—3— Deß gedachten Vorsatzes begreiffet auch einen Theil das gegenwärti⸗ ge Buch in sich, darinnen die gantze Kunst, das Glaß zu machen, und solches iu färben vollkömmlich und deutlich erkläret, vorgestellet wird; wie solche unser Autor von seiner Jugend auf, so wohl von sinnreichen Künstlern erler⸗ net/ als auch aus der Feuer⸗Kunst und der Erfahrung erlanget und erfunden hat: wie er dann an unterschiedlichen Oertern seines Buchs/ die eigentliche Zeit, den Ort und die Arbeit seiner Invention, und zwar solches mit allen Umständen, die hierzu benöthiget sind, erzehlet. Das Lateinische Wort Vitrum, welches in unser Englischen Sprach das Glaß heisset, kommet auch mit dem Teutschen überein, solches wird von dem Lateinischen Wörtlein Glastum hergeleitet; denn so man von diesem die lette Syllabe hinweg thut, so kommet das Wort Glaß heraus. Das Lateinische Wort Glastum wird bey dem Cæsar, in seinen oom- mentarien, Vitrum geheissen, indeme er also saget: Omnes Britanni seVitro inficiunt, das ist, die Britannier färben sich alle mit Glaß: Von welchen auch Mela im 3. Buch,/ cap. s. saget: Die Yritannier so ihre Leiber mit Glaß esärbet; auch saget Vitruvius: die mit Glaß gefärbte Wollen: Denn also at diesen Ort, deß Cælars, der gelehrte Turnebus ersetzet; indem man vor Altersan statt Virrum, das Wort Ultrum zu lesen pflegte: Dasselbige Wort Vitrum, Glaß, bezeichnet das Griechische Wort llatis, welches im Latei⸗ nischen lastumheisset, und ein Kraut bedeutet, welche eine blaue Farb giebet, denen Weg warten nicht ungleich; Solches erhellet aus den Worten Vitru- vii, da er saget: Sie färben sich/ inErmanglung der Indianischen Farbe, mit dem Vitro, weiches die Griechen llatin nennen. b 2 Nicht 196 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher XBBI, Nicht anders befindet sichs in deß Apulesi Tractat von Kräutern, der zwar noch nicht im Druck, sondern in deß Emerici Casauboni Händen sich besindet, ist auch viel verbesserter und vermehrter, als alle andere edi⸗ tiones, so bißhero an den Tag kommen sind, da man also lieset: Das Kraut Isatis wird von etlichen Angion oder Arosion, von den Italienern Kutum, auch von andern das Glaß⸗Kraut genennet: Jedoch setzet Salmalius bestän⸗ dig/ vor Glastum das Wort Gvastum, welches das Britannische Wort Gva- dum ist/damit sie die blaue Glaß⸗Farb benennen: Ingleichen bezeugets auch Plinius im 22. Buch, cap. 1. mit diesen Worten: Das Kraut, welches man in Franckreih Glastum nennet/ so dem Wegerich nicht ungleich ist, gebran⸗ chen der Britannier Weiber, die damit ihren gantzenLeib bestreichen, und eini⸗ gen gewissen Gottes diensten also nackend beywohnen: Ingleichen saget Camden, in seiner Britannischen Beschreibung also: Das ist jenes Kraut, welches wir Clastum nennen/ es giedet erm ge blaue Far/ welche die Bri⸗ tannier, biß auf den heutigen Tag, Glass heissen. Die Ursach, warum diesem Wort Glasto der Name Hlaß beygeleget worden, ist vielleicht diese; dieweil das Glaß, wie unser Auror und die Er⸗ fabrung lehren, etwas blaues von Natur bey sich hat: Dat Lateinische Wort Vitrum, kommt her von dem Wort Visum, das is, gesehen(eben als wie das Wort Aratrum, ein Pflua, und Kutrum, Schaußel, von Ara- tum geackert, und rurum geschauffelt, die letzte Sylde in erum verändert) weil es nach der Meinung llidori, im 16. Buche, scap ry. dem Gesicht, wegen seiner Helligkeit, durchsichtig ist: Dann man kan alles dassenige, was man in andere Metalle giesset, nicht von aussenher seb en: da hingegen al⸗ le Liqvores, und was nur im Glaß gehalten wird, zu sehen sind, gleich ob sie nicht im Glaß wären; und daher kommt es, daß alle durchsichtige Cörver, Gläser HDeddt⸗ werden: Wie dann die Naturkündiger und Poeten, alsEIo: ratius, Ovidius, Boëthius, Apulejus, auch das Eyerweiß, Meer, die Flüs⸗ se und Wasser also benennen. Das Glaß ist eine Frucht von der wahren Feuer⸗Kunst. Solches ist allerdings wahr; Denn es ist gantz und gar ein Werck der Kunst, und nicht der Natur, kan auch sonder grosses Feuer nicht zu we⸗ ge gebracht werden. Ich hörte einsmabls von einem wackern Künstler, im Schertz sagen: daß die Glaßmacher⸗Kunst, die letzte unter allen Künsten in der gantzen Welt seyn würde; denn, saget er wann GOtt dieses gantze Weltgebäu, durch Ge⸗ walt deß Feuers verzehren wird, so wird alles zu Glaß werden; und sol hes „ müste, .II:·..· · Z I.FIFIFTFSS— Z.ZS/.eesb(˖-iun=-- NIII, —— anS Hauboni Hüg le dge. iett duch aliegenkun SAIn Valmallshehz hisch Wunn nbgugett Aut, wecheyy Heich IHy steiherurdz Mileichens 5 ss jeget hinh weshedey Gafbege Iutorundot Dat Run st gesehen e Haufel dont trum hiridwh . dem Hasth aller dathrg .dabIrR sd geit sichtige Lin⸗ Poeten Meeregh „Kust. are An Hr hichthuth Schemzsalh anten u/ duch 0⁰ Hnndset nah von der Glaßmacher⸗Kunst. 197 müste oegen der vermuthlichen Zusammenmischung deß Saltzes und San⸗ des/ oder Steine, vernünfftig also zu reden, sonder Zweiffel erfolgen. Das Glaß kommet dem Geschlecht aller Mineralien am nechsten. Ich befinde, daß die Autores das Glaß unter eine gewisse Geschlecht⸗ Art zu bringen, unterschiedlicher Meinung sind: Agricola im andern Buch von den Metallen/ halt es vor einen zusammengeflossenen Bergsafft; Vin- centius Belovacensis im 11. Buch, vor einen Stein; Fallopius zehlet es unter die mittel Mineralien: der Glaß⸗Künstler nennet solches, wanns in den Fluß gelommen, ein Metall. ö Es ist aber/ nach meinem Bedüncken, keines von diesem; solches bewei⸗ set dieser allgemeine Beweißgrund genugsam, daß nemlich oberwähnte Materien alle, natürlich gewachsene Cörper sind, da doch das Glaß durch Kunst, vermittels deß Feuers bereitet worden, und nirgend, gleichwie die an⸗ dern natürlichen Dinge, in den unterirrdischen Hölen angetroffen wird. Derowegen, gleichwie die Namen der künstlichbereiteten Dinge von den preedicamenten bder Vernunfft Kunst ausgeschlossen werden, also ist auch das Glaß von den oberwehnten Specien abzusondern; und kan man solches eben so wenig ein Metall, als ein Bier, Maltz, Leim, Ziegel und dergleichen heissen. Es wird aber allhier Fallopius wieder einwerffen und fragen/ was denn dieß fur ein Glaß sey/ davon wir reden; ob es das jenige sey, welches noch in seinen Berg⸗Adern, und eigentlich nur ein Stein ist; oder ob es das seye welches aus solchen Bergsteinen extralüret und gereiniget wirdꝰsolches aber lan man weniger ein künstlich⸗hereitetes Glaß, als ein Metall nennen, wel⸗ ches aus siner Minera extrahiret, und anjetzo ist gereiniget worden: Dann so wir das Glaß, welches in dem ersten Stein ist und stecket, verstehen, so ist es/ nachd me es heraus gebracht, eben so wenig natürlich als ein Metall welches aus gedachten Steinen extrahiret werde. Hierauf gebe ich zur Ant⸗ wort, daß das Glaß nirgends auf solche Weis anzutreffen sey/ sondern nur Sand und Steine, als welche die Blaßmaterien sind. Mit den Metallen hat es aber eine andere Beschaffenheit, indeme die Natur eine gewisse Art derselhen in ihren Y erg⸗Adern gewürcket, ob sie wol zuweiln aus solchen Berg⸗Aĩ ern, Erden und Steine, als in welchen die klei⸗ nesten metallischen Ykeile verborgen liegen, vermittels der starcken Feuers⸗ Macht, heraus geschmeltzet werden; jedoch mit diesem Unterscheid, daß das Metall, von der natürlichen Macht deß Feuers( 2 welche die gleichgenatur⸗ b 3 ten —————s'é—ss—“TTF—!———:— b SSS=SS=SSS=ysðsßs»s,, xrrrtrxss DGSSSSIISSSSSDDLTT 198 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NERI. ten Theil zusammen sammlet/ und hingegen die Ungleichen zerstreuet nut hervor gebracht, oder vielmehr nur entdecket worden Da sich doch die Sache mit dem Glaß viel anderst verhält, als welches durch Vermischung und Ver⸗ einigung der unterschiedlichen saltzicht⸗und sandichten Theile bereitet wird. Dieses will Fallopius, welches eine wunderliche Sache ist, nicht geste⸗ hen/ sagend, es werde das Glaß nicht aus der Aschen bereitet;noch hinbeyfü⸗ gendaß zwar die Giaßmacher, die Aschen, so von Alexandria fommet, zum Glaßmachen gebrauchen, solche aber nehmen sie nur an stat deß Salpeters, welcher schon vor Alters im Gebrauch gewesen ist, und zwar allein zu demEn⸗ de/ damit das Glaß aus denen metallischen Steinen nur desto besser möge Ertrahixet werden, derowegen darff man nicht sagen, daß die Aschen mit dem Metall darum vermischet werde, damit das Glatz daraus werde; sondern darum wird es dazu gethan, damit das Glaß desto leichter aus den kleine⸗ sten Theilen deß Steins, das ist, aus seinen eigenem Metall extrahiret werde. Allein, diese ungereimte Meinung kan leichtlich wiederleget werden: Denn wann das Glaß eintzig und allein aus dem Stein extrahiret würde/ so würde alsdann das Glaß⸗Metall am Gewicht viel leichter als der Stein werden; denn es geben 100. Pfund Sand mehr als 150. Metall. Uber dieses so ist das Saltz, welches zur Composition deß Glases genommen wird/ piel frer, als daß es könte durch das starcke Feuer getrennet werden: Zu deme so tan man auch/ an den Fenstern(so aus Frantzösischem Glaß bereitet) auf der, gegen der Lufft stehenden Seiten, einiges Saltz, will nicht sagen se⸗ hen, sondern greiffen, welche durch den Geschmack ihre Natur klar an den Tag geben: Terner, das allerschönste Glaß, welches am meinsten von einem gerei⸗ nigten 00 bestehet, und dessen am Gewicht mehr als deß Sandes bey sich at; Wann solches in die Länge unter der Erden, oder an einem feuchten Ort ehalten wird, so wird man befinden, daß solches in Stücken zergehe und auf⸗ gelöset werde, indem das Vereinigungs⸗Band deß Sandes mit dem Saitz zerbrochen wird. ö Und dieses ist die Ursach, warum man sagt, das Venetianische Glaß Gifft: Eben hierdurch wird ja augenscheinlich erwiesen, daß das Saltz bey dem Glaß verbleibe. ö Hier schicket sich deß HRelmontii Erfahrungs⸗Prob und Experiment, da er im Capitel von der Erden also saget: Wann jemand ein subtiles oder zu Mehl geflossenes Glaß/ mit einen reinen AlKali vermischet, und an einem feuchten Ort hinsetzet, der wird befinden,/daß sich alles Glaß, bald in ein Was⸗ ser MI REEr Aiersteach Wohdtetz ischug MA Hebrethh Heis. Hich eumn Ite lachnreh dchEgeg dllein desto bxsuni 2schennthn wade sndn aus den Rih Itrahixetheg erleget egy rahiretti, rd duEt Ral Wadeh enommen i, Het werher GF IIratsgaf arerdeh boneineng Sandetbost mfeugtr Kageheine mithepéh waßtsht hundarde DEahh Txperimen scbtlesthe Indah 10 HE 6 von der Glaßmacher⸗Kunst. 199 ser resolviret: Auf dieses, so man deß Aquæ Regis, so viel als zur Satu⸗ ration deß Alkali von nöthen, giesset, so wird man alsobalden den Glaß⸗ Sand in eben dem Gewicht/ auf den Boden sich setzend, befinden, als er vor⸗ her zu der Bereitung deß Glases ist genommen worden. Nun in diesem Experiment wird ja das Saltz deß Glases von dem Al⸗ kali und dem Aqua Kegis angenommen; und werden also, auf solche Weiß, die zusammensetzende Theile deß Glaß⸗Cörpers, welche zuror in dem com- polito oder Cörper vermischet waren, wiederum in ihre erste principia auf⸗ eloset und abgesondert. 1 8 Der Re allgemeine Beweiß⸗Grund ist dieser, daß, obwohln die ge⸗ ronnene Bergsäffte, davon oben gedacht/ wie auch die Steine und das Glaß, im Feuer schmeltzen; so nehmen jedoch nicht alle Steine, noch die geronne⸗ ne Bergsäffte und Metalle, den Fluß im Schmeltzen an sich: Denn solches thut weder der Talck/ noch dergleichen viel andere, welche unter die geronne⸗ ne Bergsäffte gezehlet werden: Ingleichen weder der Diamant, noch der Achat, Calcedonier oder Jaspis und noch viel Edelgesteine mehr: Item der Marmor und viel andere Steine, die man zu Belegung deß innern Ofen⸗ Herds gebrauchet. ö Unter den Metallen lasset sich auch der Mereurius oder das Quecksil⸗ ber nicht schmeltzen, noch unter den mittelmässigen Aineralien das Auripig- ment: Und ob wohl der meinste Theil der gedachten Specjen zerfliesset; So lassen sich doch nur die Metallen hämmern, nachdem sie zimmlich kalt worden sind: Oenn wann sie,die Metallen sehr erhitzet, so hangen dero kleinsten Theile nicht an einander/ sind auch nicht zähe, gleich sie dem Glaß sind/ als welches, so es recht erhitzet worden/ sich mit einemg ringen Wind und Aufblasen, ver⸗ mittels eines Blaßrohrs, zu einer cavität und mancherley Figuren, verän⸗ dern lässet; welches aber mit keinem andern, von erwähnten Materien gesche⸗ en kan. Uber dieses, so zerfliessen die geschmoltzene Metallen hin und her, werden zu viel kleinen Kügelein oder Körnergen, und geben einzliche Stücke; das geschmoltzene Glaß aber läuffet auf einen Hauffen zusammen, wann es ver⸗ schüttet, oder so in den Ofen die Töpffe zerbrochen sind. Diese deß Glases dehnende und klebrichte Natur nun, bedüncket mich, sey diejenige Qualität oder Eigensch afft, welche wesentlich unterschieden ist, von allen andern, auch denen jenigen Cörpern, welchen man gleichfalls den Namen eines Glases beyzulegen pflegetʒ als da sind das Vitrum Antimonii, das Moscowitische Glaß, die verglasurten Ziegel und andere Steine, als welche alle dergleichen Prob nicht aushalten, und ihre Benennung, nicht wo 200 C. Merrets Anmerckungen über die Vücher NERI, α⁰9nOa wohl von ihrer innerlichen Cigenschafft und Natur, als von ihrem gläntzenm⸗ den Schein empfangen haben; auf Art, gleichwie das Wort Vitriolum von Vitro oder Glaß seinen Namen hat. Damit wir aber dieser Vergleichung ein Ende machen, als wollen wir die Eigenschafften deß Glases hierbey setzen, vermittels welchen es von allen andern Cörpern seichtlich zu unterscheiden seyn wird. I. Ist es ein zusammengesetzter Cörper aus Saltz und Sand oder Steinen. 2. Durch Kunst bereitet. 3. Schmeltzet es bey einem bihe Ebre 4. Wann es geschmoltzen, so is an einander. 5. Wird vom Feuer nicht verzehret. 6. Ist deß Feuers eusserster Effect. 7. Wann es geschmoltzen, so hänget sichs an das Eysen. 8. Läst sich dehnen, wanns wohl erhitzet worden, und nimmt allerley Figuren an sich: läst sich nicht hämmern, son⸗ dern wird durch das Blasen in eine Concavität gefor⸗ mieret. 9. Wann es sehr dünne und nicht heis ist, so zerbrichts. 10. Wanns kalt ist, so läst es sich zermalmen; dahero unser Sprichwort entstanden: zerbrechlich wie ein Glas. II. Ist es durchsichtig, es sey gleich kalt oder warm. 12. Läst sich beugen, und wanns in Faden gezogen, so hat es ei⸗ ne gleiche Bewegung. 13. Es zerspringet von der Kälte und feuchten Liquore, inson⸗ derheit—— solcher saltzigt, und das Glas gehling erhi⸗ tzet wird. 14 Läst sich blos mit dem Diamant und Schmergel schneiden und arbeiten. ö 15. Ist geferdet wie die andern Edelgesteine, durchsichtig und efärbet. 16. Wird un Aqua forti, Regis oder Mercurii nit dissolviret. 17. Die sauren Säffte, und alle andere Dinge bekommen, von ĩ klebricht oder zähe, und hänget WN, Hungd anlVitahn Waswolenz chenezn ind Syh n He/u 2 Lcarini gfß ihtl. diheth W Gla „ht Iuotr Hie e l bschz ö Gsschitt ekomma, 00 von der Glaßmacher Kunst. 201 —*— von dem Glaß, weder Farb, Geschmack, oder andere Qualität. ö 18. Es kan poliret oder geschliffen werden. 19. Es verlieret, 2—— vielfätigen Gebrauch, nichts von sei⸗ nem Gewicht. 20. Es befördert den Fluß der andern Metallen, und machet sol⸗ che geschmeidiger. ö ö 21. Es nimmt allerley metallische Farben, so wohl innerlich als äusserlich an sich, dahero ist es zu den Gemählen, vor al⸗ len andern Dingen, beauem. ö 22. Es lässet sich, vor allen andern Dingen in der gantzen Welt, am besten biegen. 23. Es flüsset, wird aber nicht calciniret. 24. Wann man Sommerszeit ein offenes Glaß mit Wasser fül⸗ let, so setzen sich außwendig, so hoch das Wasser geher, Wasser⸗Tröpfflein an: Auch wird es von dem menschlichen Athem scheinbarlich befeuchtet Wann man gläserne Kügelein einer Nuß groß mit Queck⸗ silber anfüllet, und solche ins Feuer wirfft, zerspringen * als ein grüner Glaß⸗Tropffen, und ge⸗ ben einen hellen und starcken Laut, oder Gethön von sich. 26. Es nimmt keinen Geschmack von Wein, Bier oder andern Feuchtigkeiten an, verändert auch die Farbe nicht, und ro⸗ stet auch nicht. 27. Es kan gleich denen Steinen und Metallen eementiret wer⸗ sie hin und her, den. 28. Enn Trinckglaß, darein Wasser gegossen, so es mit dem Inger um den Rand geschicklich gerieben wird, giebet einen M sicalischen Klang von sich, 17„ oder niedrig, nach⸗ dem viel oder wenig Wasser darinnen„ und macht das Wasser in die Höhe hüpffen. C. Deß 202 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NERI, Deß Glases Alterthum. 5 Etreffend das Alterthum deß Glases, so führet solches unser Autor aus dem 28. Capitel v. 17. deß Jops, her, allwo die Weißheit vom 15. — biß zu dem 20. Verß,/mit den auserlesnesten Sachen verglichen wird; in dem 17. Verß aber wird gesaget: Und das Gold noch das Crystall oder Semenen e nicht verglichen werden; also setzets unser Autor, folgend der gemeinen Lateinischen Version; gleich also haben es auch die 70. Dolmet⸗ scher gegeben; ingleichen Hieronymus, Elias in seinem Nomenclatore, Pineda, wie auch die Zürcher und Syrische Bibel. Die Arabische Ubersetzung aber gebrauchet das Wort Hygeinth; die Chaldeische hat das Wort Crystall; solchem folget Xantes, Arias-Monta- nus, Forsterus und die Hebreer, denen stimmet bey Nicetas, wie auch die Königliche Hispanische, und Englischellbersetzung Pagninus aus demb abbi Levi Kimchi nennets einen Stein, der köstlicher als Gold. In dem Targo wird das Wort Spiegel gebrauchet; vielleicht darum, diewelin dazumahln die Spiegel erst neu erfunden, und in hohen Werth wa⸗ ren/ auch aus einer kostbaren Materia bereitet wurden: Also hats auch Münzerus in der Ubersetzung gegeben. Die Complutenser nennen es ein Cry⸗ stallinisch Glaß; Vatablus, einen Berill: Rabbi Abraham einen Diamant, wie auch Rabbi Mardochaĩ, Pagninus, Cajetanus; ingleichen die Italie⸗ nischeSpanische, Frantzösische,Holländische und Teutsche Version: Pineda gebrauchet das Wort Pyrop oder Carbunckel, oder einen dergleichen schö⸗ nen köstlichen Edelgestein: Es sind aber alle diese Nahmen nur Benennungen eines eintzigen Edelgesteins, der, wie unsere Vorfahren davor gehalten, bey der Nacht leuchten soll, solchen aber wird man heute allenthalben vergeblich ichen: die neuern Schreiber nehmen an statt dieses leuchtenden Edelge⸗ eins, den Rubin.——— Die Ursach deß Unterscheids unter den Auslegern ist diese; dieweil das Hebräische Stammwort Zechuchih, entspringet aus der WurtzelLachah, welches so viel bedeutet, als rein machen, säubern, leuchten, weiß und durch⸗ scheinend seyn. Eben dieses Wort wird Erod. 3. v. 24. vom Rauchwerck gebraucher/ und ist von den 70. Dollmetschern, hell, gegeben worden. Hieraus erhellet die mißstimmige Dollmetschung dieses Textes; denn dieweil dieses Wort alles dasjenige, was durchsichtig und schön ist, bedeu⸗ tet: als haben es die Ubersetzer solchen Dingen zugeeignet, welche schön/köst⸗ lich und in hohem Werth/auch nach Erheischung des Textes und deß Grund⸗ Nach worts durchsichtigwaren. ———— WMatis Ru soudedt a U (Halgd nedies Hoekat e Rtyeg MeA Ctehz ahhunz odet d daß 0 Mer 0 Home HMII, —— * Msrz khhett, nbanlügp DasEf on fügch 1 D Nomendan kt Hggenth eArias Mirn etas witguc aub dendan bitllichtheyy ohen Wasy IA enhen ezeney einen Duntt eichendtth Veson Pimt derglechest uBenennune rgehelt benreglt Handen El dihelh urhelch KFunddun Iuct htrother Zatet; d is heschahfeh öchdrud Mĩ — 5 von der laßmacher⸗Kunst. 03 Nach meiner Meinung,/ so wird allhier weder Diamant,/ noch Carbun⸗ ckel oder Hiacinth gemeinet; denn es wird solcher Steine, bey dem Brust⸗ schildlein Aaronis Exod. 28 gedacht; es befindet sich aber obiges Wort nicht in solchem Capitel; ingleichen weder das Wort Glaß, noch Crystall; denn es wäre ungereimt, daß solche Dinge von so geringem Werthe solten in Vergleichung solcher Sachen kommen/ indeme das Glaß und Crystall von einer gemeinen und schlechten Materia herkommet; dieses aber soll et⸗ was ungemeines seyn. 42— Ferner, so scheinet es,daß dieses Wort nur zum Uberfluß dem Golde sey beygefüget worden;denn es wird deß Glases in dem gantzen Alten Testament niemals/hingegen aber in dem Neuen,/ zum öfftern gedacht/ als bey dem Pau⸗ lo, Jacobo, und in der Offenbahrung S. Johannis. ö Wer wolte nun glauben, daß ein solches Ding, welches zu vielerley Ver⸗ gleichungen und Erläuterungen bequem ist, von der H. Schrifft, als welche voller Wortzierlichkeiten in dergleichen Redarten ist/ solte mit Stillschwei⸗ gen übergangen werdenzwann dergleichen Ding zur selben Zeit im Gebrauch gewesen wäre. Derowegen bin ich der Meinung, und halte davor, daß man dasselbe Wort in einen allgemeinen Verstand annehmen müsse; und nicht eben von diesem oder jenen kostbaren und durchsichtigen Dinge oder Edelgesteine in⸗ sonderheitz sondern es müsse etwas weitlaufftiger memlich aufalle dassenige, was beyde Eigenschafften, nemlich Köstlich-und Durchsichtigkeit hat, gezo⸗ gen werden: Alleine ich komme hiemit zuweit vom Wege, und würde end⸗ lich in eine fremde Erndte gerathen.„ Es scheinet, Aristophanes sey der Erste gewesen, der deß Worts dader (hyalos) welches wir Glaß nennen, gedencket; denn er führet in seiner Co- mœdia, genannt Nubes, act. 2. Scen. 2. den Sthrepsiadem ein, welcher deß Socratis spottet, und eine neue Manier/ die alten Schulden zu bezahlen/ leh⸗ ret; nemlich, wann man zwischen der Sonne, und der Schuldverschreibung oder Verklagbrieff, einen schönen und durchsichtigen Stein legte; welchen Stein datumal die Salbenkramer verkaufften/ und mit welchem man Feuer anzünden kunte: Denn also würde die Sonne, die Buchstaben deß Schuld⸗ oder Verklagbrieffs auslöschen; solcher Stein wird vom Socrate ae, daß ist, Glaß genennet. ö—5 Zu diesem Wort setzet Scholiastes noch hinzu, daß die Salben⸗Krä⸗ mer/ so wohl Edelgestein, als auch Artzney verkaufften. Ingleichen so ist auch das Wort des so viel als Crystallus: Daß dem Homero solcher Name unbekannt, und bi gegen an statt dessen das Aget ö‚ 2 204 C. Merrets Anmerckungen über die Bucher NERI. Electrum, von ihm und der Antiquität sey gebrauchet worden, bezeuget ge⸗ dachter Scholiastes am gemeldten Ort, da er unser Glaß gantz deutlich mit folgenden Worten beschreibet: Wir, sagt er, nennen eigentlich dasjenige ein Glaß, welches vermittels deß Feuers/ aus dem gebrannten Kraut ge⸗ schmoltzen worden, daraus unterschiedliche Arten der Gefässe bereitet wer⸗ den. Das Wort hyalos ist bey dem alten Grammatico Hesychio in sol- chem Verstand nicht zu finden; sondern hyale und hyalceis bedeutet bey ihm so viel als durchscheinend und helle. Der Ethymologist gebrauchet es eben in solchem Verstand, und führet deß Worts Ursprung her von dem Wört⸗ lein ben, welches so viel ist als regnen; und zwar wegen der Gleichniß, die es wegen seiner durchsichtigen Consistenz mit dem Eys hat, welches ein gefror⸗ ner Regen oder Wasser ist; und in solchem Verstand leiten etliche das Wort Glaß à Glacie oder vom Eysglaß her. Aristoteles hat von dem Glaß zwey Auffgaben; deren die erste ist, wa⸗ rum man durch das Glaß siehet? die andere, warum das Glaß nicht könne gebogen werden: Diese Auffgaben, wann sie anders deß Aristotelis find/da⸗ ran die Gelehrten zweiffeln, sind aus der Antiquität die allerältesten Nach⸗ richtungen vom Glaß; denn man wird sonsten nirgend, bey keinem alten Griechischen Poeten oder Redner, von dem Glaß einige Meldung oder Etdante sinden, ob sich solches schon sehr wohl zu ihrem Vorhaben geschi⸗ el ◻ e. Hier ist auch zu mercken der zweiffelhaffte Verstand deß Worts hyalos denn wegen der Gleichheit wurde der Crystall also genennet, wie oben aus dem Scholiaste und aus dem Hugone Grotio angemercket wird: Und Gor- ræus saget, es wäre eine gewisse, gelbe und durchsichtige Art deß Agsteins, der durchsichtig gleichwie ein Glaß war, von etlichen hyalos geneñet worden: Der ersie unter den Griechen/ der sonder allen Zweiffel deß Glases gedencket, ist Alexander Aphrodisæus gewesen,/ welcher also saget: Die Farb, so man durch ein Glaß ansihet: Und noch deutlicher im ersten Buch: Die Gläler/ sa⸗ get er wann sie im Winter jählings erhitzen, so zerspringen sie: Und abermal: Ein Glaßgeschirr zerbrechen:Der gläsern Trinckgeschirr gedencketLucianus ar weitläufftig: Auch schrejbet Plurarchus in den Symposiacis, daß das euer vom Tamarißken⸗Holtz, zum Glaßmachen am bequemsten sey. Daß die Egyptier der Glaßmacherkunst erfah ren gewesen, ist aus den Worten deß blavii Vopisci zu ersehen, wie solche vom Marcello Donato auf diese Weise angeführet werden: Alexandria ist eine wohl vermögende Stadt und fruchtbar, in derselbigen lebet niemand müßig; etliche blasen Glaß/ und andere machen Papier: Doch gedencket Kircherus in seinem We ö 4— a l 101 Dah Ohld alle 0b⁰ Dien! 0 EIN. Ga 0⁰• 0 keh, ahg me e MII, inr ans aunten Khit, isthenten ehgcioh bedeltehz cbrauchettth von den Nüh Gleichnß Ni esche tinggy kiten etläth m die tseiste Gaßniätti Itotelsfod Reraltesen u bey keinem gy eMbupg Hothabengst Watthy „ wieobet witd. Irdo Itt deß Syfe gentittvod Nascseait Ierh/H De Os Uudahnt Iucketluchn cis, HafN rsense, , Itaten 10 1100 KögebdeS 0 0 0 von der Glaßmacher⸗Kunst. 205 da er von den Künsten der Egyptier handelt/hiervon nichts: Unter den Latei⸗ nischen Poeten gedencket Lucretius deß Glases am ersten, dessen Verse, weil sie von der Durchsichtigkeit deß Glases handeln, ich allhier anführen will⸗ also lautend: Lib. 4. 602. 603.• nisi recta foramina tranant, Qualia sunt Vitri——— Und wiederum: Atque aliud per ligna, aliud transire per aurum, Argentoque foras, aliud vitroque meare. im 6. Buch V v. 98. 99. Dergleichen thun auch alle nachfolgende Lateinische Poeten. Es war diese Kunst in America unbekannt/wie auch in gantz Asien, ans⸗ genommen in Sidon und China/als welchen die se Kunst gar spät ist bekanne wordenʒ sie bereiten aus dem Reys ein sehr durchsichtiges sedoch gar gebrech⸗ liches Glaß, welches keines wegs mit dem unsrigen, ob es ihm wohl der äus⸗ serlichen Gestalt nach ziemlich nahe kommt/ zu vergleichen ist. Besiehe den Sinesischen Atlas pag. 6. ö ö Endlich damit wir dieser Streit⸗Frage ein Ende machen, so ist bekannt und offenbar, daß das Glaß vor Alters nicht unbekannt gewesen, auch daß die Wissenschafft deß Glases ja wohl so alt/ als das Topff⸗ und Ziegelbrennen sey: Denn man kan kaum einen Ofen voll Ziegel oder Töpffe ausbrennen, da nicht etliche Ziegel, oder ein Theil von solcher Waar /solten zu Glaß werden: Dahero ist ausser allen Zweiffel, daß das Glaß zur Zeit deß Babylonischen Thurndaues/ mit der Kunst die Ziegel zu machen, zugleich erfunden und be⸗ kannt worden. Denn als die Kinder Israel gefänglich gehalten wurden, so war dieses daß sie die Ziegel streichen musten, ein grosser Theil ihrer Dienstbarkeit.—— Und dieser Art wird jenes gegrabene Glaß gewesen seyn, davon Fer⸗ rant. Imperatus im as. Buch cap. 7. also schreibet: Es ist unter derErden ein Glaß, gleich den künstlich⸗bereiteten gefunden worden, an solchen Oertern,, da grosse Feuer entstunden: Solches Glaß aber, wann es geschlagen wurde gab kein Feuer von sichʒes sind auch andere runde Glaßstücken, gleich denen,, Feuersteinen, gefunden worden, solche wann sie zerbrochen wurden,gläntze⸗⸗ ten, waren auch etwas grün und durchsichtig/ gleich als ein Colophonium/ anzusehen, diese aber, so man daran schlug/ gaben nicht anders, als der ge⸗ meine Feuerstein, Feuer von sich jedoch waren sie von dem gemeinen Feuer⸗ stein noch unterschieden,sowol 9 der Feuerstein 64s C3„ belone 205 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher IXRI, v„besonders hat, als auch wegen deß Glantzes, und daß sie sich leicht zer⸗ v schmeltzen liessen, welches eine sonderbare Eigenschafft deß Glases ist. „Von den gedachten Glaß⸗Stücken waren etliche zerreiblich, etliche v aber dicht und fest: Die zerbrechlichen oder zerreiblichen Stucke, wann sie v„ins Feuer kommen, schnelleten auf, wurden gleich wie ein weisser Bimsen⸗ „ stein, und nahmen hernach den Glantz eines künstlich⸗bereiteten Glases, yan sich: Die festen, gantzen, und dichten Stücke aber/die wurden im Feuer, vnach einer geringen Veränderung aus der Schwärtze, zu einen künstlich⸗ ybereiteten weissen Glaß. ö „Dieses gegrabene Glaß ist von den Americanern bereitet worden daß sie an statt deß Eysens damit schneiden und Bretter bohren. So weil mperatus. ö Und vielleicht ist das Stück von solcher Art deß Glases gewesen, wel⸗ ches ich einsmals zu S. Alban, da vorzeiten der Römer alke Wachstäͤtte gewesen, von einem alten Römischen Ziegel abgebrochen habe: Denn es war an der Farb und Substantz, unserm heutigen Glaß gantz gleich. Es ist auch weder zu zweiffeln noch zu verwundern, daß nicht dergleichen Art deß Glases öffter so wohl unter ihnen(der Römer) als unter unsernZie⸗ geln/seye gefunden worden; denn sie temperirten ihre Erden, die sie zu den Zie⸗ geln nahmen, durch eine 2. jährige Digestion unter der Erden, als wodurch die Arbeit desto fester und stärcker wurde; zu geschweigen, daß sie auch ihre Ziegeln stärcker ausbrannten. Und diese Glaßwerdung der Ziegel⸗Erden geschicht nicht allein bey ih⸗ rer ersten Brennung, sondern, gleichwie auch lmperatus angemercket, von einem jedwedern grossen Feuer dergleichen nemlich, wie in den Kalch⸗und Töpffer⸗Oefen gebrauchet wird; dergleichen auch in Asien und A rica, von Alters her sehr gebräuchlich ist, da sich die meinsten Steine zu Glaß brennen. Ich habe aber in der Ziegel⸗Hütten niemals gesehen, noch gehöret.daß sich die Ziegelstein, von einem gemeinen Feuer zu Glaß gebrannt hätten; denn ich halte dafür, daß dieser Etfect nur allein von dem Feuer/ mit welchen der rohe und ausgetrocknete Ziegel⸗Hauffen ausgekochet wird/ herkomme; und zwar auf Art eines Reverberation- Feuers/ in solchen Oefen/da es verschlos⸗ sen starck und stetig kan erhalten werden: Dieses Glaß auf folche Art berei⸗ tet, dauret lang unter der Erden; ungeachtet EHelmontius saget, daß das Glaß/innerhalb wenig Fahren, unter der Erden aufgelöset oder dissolviret, putreficiret, und zu einen Wasser werde: Solches ist zwar von unserm ge⸗ meinen weichen Crystall wahr, nicht aber insgemein von allem Glaß. Belangend die Art und Weiß/ das Glaß zu machen, wie solche von un⸗ serm Ree Mi Imo ¹ dunge raste gewes dasen Vù eneriith tittpy. Hren, Eid genesen. He Wachth . Dancthz eh ichtdegtt Hlexunsn/ esemder % wo aßseauhh falein dgh emercktt en n Kalch HMATIA aßhran ehöneh hatteden tlchn komme/ u bernßhh eWth / Daf diflolhire, Isermgs aß. heboß i⸗ VI ——— von der Glaßmacher⸗Kunst. 20 serm Authore angeführet wird, und von den Kauffleuten soll erfunden wor⸗ den seyn, kommet der Warheit nicht ähnlich,denn die stete Verbrennung und Einäscherung deß Krautes Kali oder einer andern Materie, weder bey den Egyptiern, und Hispaniern, noch bey uns, niemahls dergleichen hervorge⸗ bracht hat, ungeachtet solche Verbrennung in weit mehrerer Copie, und mit stärckern und langwierigern Emel als bey den gedachten Kauffleuten ge⸗ schehen ist; ja das starcke Schmeltz⸗Feuer deß Kalchofens selbst, kan solches nicht zuwege bringen: Auch haben es auf solche Art niemahlsin acht nehmen Icd die Metallschmeltzer, davon Tubalcain der erste Erfinder gewesen, noch die alten Feuerkünstler, welche doch die Metallen in sehr heissen Oefen, und langwierigen Teuer gehalten haben. Dergleichen Feuerkünstler sind dieYEgyptischen Fürsten, die allerersten und ältesten gewesen, welche alle von Hermete Trismegisto an, diese Kunst verstanden, und sich auf die univerlal Medicin geleget haben; nicht aber auf die vermeinte Verwandlung der Metallen, wie Kircherus solches in sein em Oedipo behaupten will. as Vorhaben nun der gedachten Metallschmeltzer, wäre vergeblich gewesen, fonder grosses Feuer und Oefen, als welche doch offtmahls/ samt den Materialien,/zu einem Glaß werden geschmoltzen seynerhellet also gnug⸗ sam aus diesem/was bißhero ist gesaget worden, daß zwar die Wissenschafft deß Glases sehr alt, die Glaßmacherkunst aber, eine von den neuern Erfin⸗ dungen seye, und ist nach PIinii Zeugnis im 38. Buch, Cap. 26. Sidon der erste Ort gewesen, welcher wegen dieser Kunst, und den Glaböfen berühmet gewesen ist: Gleichwie auch Tiberius unter den Römern der erste war, zu dessen Zeiten, laut der Historien, Glaß bereitet wurde, wie aus der Geschichte deßjenigen zu ersehen, von welchem Plinius erzehlet, daß einer deßwegen um⸗ gebracht wurde, dieweil er das Glaß also bereitete, daß maus hämmern konte: davon hernach ein mehrers. Ea aerdenend 18 ennn⸗ deß Inn werden zu dem Haußwesen aus dem Glaß mancherley Geschirr, von unterschiedlicher Farb und Größ, verfertiget: Als da sind Saemo ugepie⸗ te Becher/gantz oder nur zum Theil gefärbet;dienende zum Rheinischen oder Spanischen Wein,/ zum Claret oder Bier: Ingleichen Flaschen und andere Geschirr, darinnen man Wein, Bier,Spiritus, Oel oder Pulver aufbehalten, und in welchen man die Durchsichtigkeit der Liquorum, derfelben Güte, JährungScheidung und andere Verwunderungsachen sehen kan welche mit der Zeit von der Natur in denselben gewürcket werden.. Uber dieses werden bereitet Näpffe oder Schalen, warme Speise da⸗ rinnen —— 2 ———— ..— SII 4 E RRRRERERERR ——————— — 2 SEE.ESEESEEEEEE‚:‚.— 2————*3*.— E A 1*—— ꝗꝗCCSCP....E............‚e 2— 2 8——————*———— *———8*—— CI—3 R ————..—.—— 2 A/ 2144 —2—— ———*.— *.— —.—.———— 22 — 2 S 208 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NEERI, rinnen aufzuheben; Stund⸗und Zeit Gläser, Glätte⸗Gläser, das leinerne Geräthe zu glätten: Ziergläser, die Ramen und Studier⸗Stuben damit zu zieren; Fenster, die Kälte und den Regen aufzuhalten, und dadurch das Licht in die Gemächer zu leiten. Item/ wann das Glaß gefärbet, so theilet es allen Dingen, die der Sonn entgegen stehen, seine Farde mi!: Endlich verfertiget man auch aus dem Glaß, die Spiegel⸗Gläser, als mit welchen Narcissus und seine Nach⸗ folger sich belustigen und gerne damit umgehen. — 9. der Naturkündigung hat man vor die alten Leute erhabene Ge⸗ cht⸗ läser, und hochgeschlieffene für die Blödsehende, welche alle Dinge gantz nahe vor die Augen halten müssen; hierzu sind auch noch zu rechnen, die Schrepff⸗und Laß Köpff, die Harn⸗Gläser, die Auffaug Hütlein zu den Wei⸗ ber⸗Brüsten, die præservativ-Brillen, welche die Kunststecher, Siegelarä⸗ ber und Jubilirer zu kleinen und accuraten Sachen gebrauchen, auch andere künstliche Sehgläser, mit welchen man zur Lust oder Zierde, die Objecta ver⸗ kleinern kan, item vergrössern, entfernen, vervielfältigen, und ihre Gestalten und Positurn mannigfältig verändern, durch welche Veränderungen, bey dem Unwissenden eine Furcht und Bestürtzung verursachet wird; wie an den Gesicht. und Spiegelgläsern, Brennspiegeln,Bilderspiegeln, Pe spectiven, und Tubis zu sehen ist; deren eine ziemlche Anzahl von sehr viel raren und verwunderlichen Spiegeln, Caspar Schottus aus dem Kirchero, Porta und andern dergleichen Schreibern„zusammen gelesen und mitgetheilet hat. Was für Seltsamkeiten und Wunder⸗würdige Sachen sind nicht in der Sternkunst, wermittels der Ferngläser entdecket worden? Und zwar der⸗ jenigen Ferngläser, welche Galilæus de Galilæis, oder Scheinerus(denn hie⸗ rum sind die Sternseher unter einander uneinig) erfunden hat; und welche von Paulo Nealio,(der eine Zierde der Englischen Nation wie auch von dem hochgelehrten Hugenio, von dem unvergleichlichen Hevelio, und dem be⸗ rübmten Römer Eustachio, sehr sind verbessert und befördert wordenz deren Gebrauch die Sternsehkunst warhafftig erleichtert hat, in tälicher Entde⸗ ching der neuen Stern und Kreisen, welche vor Alters gäntzlich unbekannt waren; zu geschweigen deß Nutzens, welchen die Schiffleute Soldaten, und andere Personen, in Erkennung und Unterscheidung der weitentfernten Sa⸗ chen davon haben: Hierzu schicket sich jene gläserne Weltkugelvon welcher der Poet Claudianus das sinnreiche Epigramma geschrieben hinterlassen: Jupiter in par vo cuem cerneret thera vitro, Kisit& ad superos talia dits dedit: Aus. NII, l dallach 8 Ibendman und Raurg Dige, Rh Aheimnteg sh kutt echakentz wechealdy Foch cph ütinhe lucheEi uchenguc Die Obiedj indihte Gale Tandeungj Twitd; earh eln,Hespesh br iltrnn chero Potun nitgaheltte ichen sobnchl W inerus o hatz urdte vit auchtn 10, Ml It worderd ültren Hic „Eoburn Hrmtes AIore ¹⁴ V Von der Glaßmacher⸗Kunst. 209 Huccine montalis progresia potentia curæꝰ? Jam mdus in fragili luditur orde labor. Jura poli, rerumque dem, Legemque virorum Ecce Syracusius transtulit arte senedn. Inclusus variis famulatur Spiritus astris, Et viwum certis motihius urget Opud. Percurrit proprium mentibus s•ignifer annum, Et simulata novo Oynthia mense redit. Jamque suum volvens audax industris mundum, Gaudler,& hmenana Hjdera mcnic regit. Ouid falso insontem tonitru Salmonea miror? Amula naturæ parva reperta manus. Welches nach der teutschen Reim⸗Kunst ungefehr also Lautet: Als Jupiter den Stand, der ungezehlten Sterne Auf ein gebrechlich Glaß sah richtig eingeetzt, Sprach lachende sein Mund zum Göttern in der Ferne: Wie ist der Menschen Witz so hoch ans Bret gesetzt? Mein wichtig Hände⸗Werck wird nichtig nun gehalten, Indem ein rundes Glaß schon seines gleichen heegt. Der Angelẽstete Lauf ist auch von diesen Alten, Den Syracuse ehrt, gantz künstlich eingeprägt. Ein ein⸗verschloßner Geist gibt jedem Sterne Leben, Und treibt mit rechten Trieb das schon beseelte Werck: Der Monde kan auch hier die neue Monat geben, ö Die Sonne macht das Jahr. Es zeiget seine Stärck Der hocherleuchte Geist, so diese Welt regieret, Ja selbst das Firmament, das ferner ihm entfernt. Nun, weil die Hand verricht, was der Natur gebüͤhret: Was Wunder, daß man mir den Donner abgelernt? Die Ursach/ warum wir darvor halten, daß diese deß Archimedis Welt⸗ Kugel von Glaß gewesen sey/ zeiget Cardanus in seinem Buch de Subtilita- te weitläufftig an. Es hat auch uber dieses die dehr von der Reflexion und Refractĩon, se Dd vermit⸗ 210 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NRRI, vermittels der Kunst⸗Gläser oblserviret werden, in der Philosophie sehr wol gedienet, um die Würckungen und Eigenschafsten, der Lufft, deß Wassers, und anderer Liquoren, auch ihre mancherley Bewegungen in den Röhren, Phiolen oder Wetter⸗Glasern zu erfinden: Ingleichen die Experimenten deß Vacuiĩ mit dem Quecksilber, wie auch noch unzehlich viel andere Experi- menta, der Ausbreitung und Zufammenpressung der Lufft, in den Wetter⸗ Gläsern, Wasser⸗ und Wind⸗Künsten, in den Florentinischen, Romani— schen, und Magdeburgischen Experimenten. Davon Hert Robert Boyle Anlaß genommen zu seiner raren Invention, vermittels welcher er so viel herrliche Conclusiones oder Folgerungen erweiset, und so viel sonderbare Experimenta erfunden, durch welche Er berühmt worden ist, bey seiner gan⸗ tzen Nation, wie auch bey allen ausländischen Abgesandten, und denen be⸗ nachtbahrten gelehrten Leuten. Allhier sind auch die Brennspiegel nit zu vergessenz ingleichen dieLinsen⸗ Gläser /vermittels welcher man das Licht in ein finster Gemach fallen lässet, aus welchen Plempius und Scheinerus die eigentliche Natur deß Sehens erwiesen haben; gleichwie auch Kenatus Cartestus die Gebährung deß Re⸗ gen⸗Bogens mit andern Gläsern gezeiget hat. Auch muß man allhier der Rosenkräntze, der Halsgehänge/ und ande⸗ rer dergleichen Zierrathen nicht vergessen, als welche uns aus Guinea eine grosse Menge Goldes zu wege bringen; dieweil die Innwohner desselbigen Orts, die Nasen, Ohren, defftzen und Beine mit dergleichen gläsern Schmuck zu behangen pflegen: Also hilfft auch das Glaß unsere Häuser und Kirchen zieren, indem dergleichen Gläser, so wohl mit natürlichen als künstlichen Sa⸗ chen, und mit den allerherrlichsten Orientalischen Farben, nach dem Leben abgemahlet und bezieret sind: Den Schluß hiervon wollen wir mit dem Prismate oder dreyeckichten Glaß machen, welches insgemein das Paradies genennet wird, und werth ist, von denen Gelehrten untersuchet zu werden; dieses Glaß reprælentiret eine so lebhaffte rothe/ blaue und grüne Farb/ dab sie mit andern Farben nicht mögen verglichen werden. Ich will nur aus dem Trigaultio erzehlen, wie hoch dieses Glaß bey den klugen Sinesern im Werth gehalten worden: Der Jesuit Riocius lag in ei⸗ ner Sinesischen Stadt, Tanian, gefährlich kranck darnieder; ein Chineser „aber/so sein guter Freund und hiurailo genannt, wartete seiner so fleissig, „ daß er innerhalb Monats⸗Frist so lang er sich allda aufhielte, wiederum zu „ seinen vorigen Kräfften kam, also, daß ihm dünckte, er wäre niemals beuh⸗ eloh⸗ v der gewesen; diese, seines Freundes Mühwaltung und Höflichkeit, be v hete unter andern Kiceius mit einem dergleichen dreyeckichten Wpe. ril. 1 Wön Wl Su Rne dunner wotetl dertie Hesltt sehder Rauyal deng hateth S V Mhe ehtid. —5 Wu NII Mheh. Ruct Dssel IaMöt 193 O Ihich Do Voche Kerau dersz teng U ler g bitte Herh WII, Hahrd We sscher Pyrn kt Robatd velchrasth W beyfenetz + ½/ Unddench lichen delnj rach falenl lur deh Cn ähtungfh ange/udary Cuider net desthh HaserEcht ser und t ünslichee nach der da it EM paRund Sektutll int Garyo SGaßbahn ecius anuht Aaad bel Ren Ih HHH ait von der Glaßmacher⸗Kunst. 21³ prismate, an welchem er sich sondeꝛlich belustigte und damit er solchet Glaß. noch mehr beehrte, faste ers an beydenEnden mit einer güldenen Ketten an, und legte es in ein silbern Kästgen, fügte auch eine herrliche Lobschrifft dar„ zu,/ darinnen er erweisen wolte, es wäre dieses Glaß ein Stück,daraus der Himmel bestünde: Durch diese Zierrathen deß Glases, wurden ihrer sehr,, viel angelocket, und wie gemeldet wird, so hat sich kurtz hierauf einer gefun⸗ den, welcher 70. Gold⸗Kronen dafür zu geben gebottenzder Chiutailo aber,, wolte es um solches Geld nicht weglassen, und zwar fürnehmuch barumm/, dieweil er wuste, daß dergleichen Glaß dem König solte verehret werden;„ befürchtete sich derowegen, es möchte solches der Käuffer dem König über⸗ senden, und also dem Herrn Kiccio fürkommen: Nachdeme er aber erfah⸗, ren/ daß dem König dergleichen schon überreichet und verehret wor den, hat,, er den n noch etwas gesteigert, und solches verkaufft; auf diese Weise⸗ hat er sich von vielen Schulden los gemachet, und sich ihme die Societät, der Jesuiten verpflichtet. ö Was die Hämmerung deß Glases betrifft, darauff die Chymisten die Müglichkeit ihres Elixirs hauen, die hat zum, wiewohl schwachen, Funda⸗ ment, die Worte deß Plinii im 36. Buch/cap. 26. da er also setzet: Man sa⸗ get daß unter dem Käyser Liberio, ein solches Temperament vom Glaß sey,, erfunden worden, daß es sich ohne Feuer habe biegen lassen; es seye aber,, detz wegen die gantze Werckstatt desselbigen Künstlers ruiniret und einge⸗„ rissen worden, damit der Preiß vom Kupffer, Silber und Gold⸗Metallen,, nicht geringert würde; Und diese Rede hat eine lange Zeit, doch ohne ge⸗/ wissen Grund, gewähret. Dieser Plinius hat gelebet zur Zeit deß Käysers Vespasiani, welcher — dem Tiberio der dritte gewesen; daß es also scheinet, es habe die Sache ng gedauret. Solches erzehlen auch andere mehr, nach dem Plinio, jedoch kommen sie nicht gäntzlich mit ihm überein: Dion Cassius im 57. Buch saget: Zu der Seit/ als sich zu Rom ein grosser Schwiebogen auf eine Seiten senckte, so hat. solchen ein Baumeister,(dessen Nahmen man nicht weiß, dieweil der Käy⸗„ ser aus Neyd verboten hatte, solchen in die Bücher zu bringen)auf eine wun⸗ dersame Manier wiederum aufgerichtet, und den Grund zu beyden Sei⸗ ten also befestiget, daß er unbeweglich gestanden: Solchen hat der Tiberi-„ us, nachdem er ihn ausgezahlet, aus der Stadt weisen lassen; der Künst⸗ ler aber kam wieder zurück, Und als er zu dem Liberio gieng und um Gnad, bitten wollen, hat er mit Fleiß einen glasern Becher auf die Erden fallen und., ĩerbrechen lassen, hat aber solchen alsobalden wiederum mit seinen Händen Dd 2 gantz 212 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NXERI, gantz gemacht, der Hoffnung, er würde dadurch Gnade erlangen, allein er muste deßwegen sein Leben hergeben. ö Ilidorus bekräfftiget dieses, also sagend: Der Käyser hätte selbst den gläsern Becher/ aus Zorn wider den Boden geschmissen, welcher also zerkrü⸗ pelt/ und gleich einem Kupffer sich dusammen gebogen, der Künstler aber mit seinem Hämmerlein, welches er im Busen hakte, wiederum ausrichtete; da⸗ rauf habe der Käyser gefraget, ob fonst noch jemand Wissenschafft von dieser Kunst hätte? und als der Künstler mit Nein Pchsers,n auch solches mit einem Eyd betheuret, sey ihme/ auf Befehl deß Käysers/ der Kopff abgeschla⸗ gen worden; damit nicht, wann diese Kunst gemein würde, das Gold für Koth geachtet, und alle andere Metallen geringschätzig würden. Und gewiß/ wann die Gläfer nicht so jerbrechlich wären, sie wären dem Silber und Gold weit fürzuziehen. Pancirollus, betreffend die Hämmerung deß Glases, folget der ansehnlichen Authorität der angezogenen obigen dreyen Authorum: solches thun ingleichen auch andere, welche es aber nur von Hören⸗Sagen referiren. Allein Mathesius, Goclenius, Valensis, Libavius, und der gantze Chy⸗ mische Hauffe/wollen solches ungescheuet behaupten, daß es durch Krafft deß Elixirs geschehen seye Diese aber möͤgen kühnlich behaupten, was sie wol⸗ len; fo setzet doch Plinius in Erzehlung dieser Historia hinzu, erstlich, man saget/ zweytens /es ist die Rede/drittenses sey zwar viel Redens, aber wenig Grund davon: Welche dreyfache Redensart genugsam an den Tag giebet, wie wenig Glauben er selbst dieser Historia beygemessen. Es wäre genug gewesen, wann er bey dieser, nicht gar zu glaubwürdi⸗ gen Erzehlung/ seine Auchoritdt zu solviren, nur diese allgemeine Art zu re⸗ den, man faget, hinzu gesetzet hätte, so saget er über dieses noch für sich, daß diese Rede zwar lange gewähretꝛc. Aus welchen Worten klar erhellet, daß zwar/ wann man dem eusserlichen Ansehen nachgehet, von etlichen einiger Glaube dieser Historia beygemessen worden, solches aber nicht von klugen Leuten, so man dem eigentlichen Wort⸗Verstand nachgehen will; denn was kan man wohl aus den Worten, man saget/ für eine ungewisse Reden, oder etwas anders als deß erzehlenden Mißtrauen, schliessen? Solches war auch nur eine gemeine Sache, denn es wird solches, weder von einem Naturkün⸗ diger, noch Poeten oder Historienschreiber erzehlet; es gedencket miemand der Person, und, welches ein Wunder ist, noch weniger der ungewöhnlichen Straff, da doch deroselben Bücher voll Anmerckungen, von seltsamen Begebenheiten sind. Solte auch wohl jemand der Warheit gemäß achten/daß der Kelon fode Haben 9 ö MI, — blae, Kehithh ar Rssitey Rauite schafthn FJaubsilhth Kapfchgt de/ ct hrden. dezssepänt die Hintah elogenen u wescheeh cn Ddergarhech Sauchgts Renn pabstu es e dens,abert, en Luggh galti memnt My Hochsushh Karaßelg etlcen e scht vih deptt sR M mcketnend Rwholt6 H Adt Rs Wr von der Glaßmacher⸗Kunst. 213 selbst nicht folte dieser Kunst nachgestrebet, und solche nebenst andern werce, ley⸗ꝛrchiven seinen Successoribus hinterlassen haben, als ein sehr merck⸗ würdiges Stück, dergleichen in der gantzen Welt nicht gefunden worden/ noch dielleicht jemahls möchte gefunden werden, nachdem der Künstler ge⸗ tödtet? Und solte diese gantz ungewöhnliche Erfindung/ und die unerhörte Straffe in so wenig Jahren unter dem einigen Wort, man saget, gantz und gar verloschen seyn. Ist derowegen solches nur deß gemeinen Volckes Rede gewesen, und zwar deß Römischen, auch der Neronischen Grausamkeit beyzumessen/ welche gar leicht diese Fabel hehaupten könte. Aus was Ursach aber hat es der bli⸗ nius erzehlet? Gewiß nur darum/ damit er seinem Wohlgefallen nachlebte, welches(wie sein Enckel in seinem Sendschreiben, und auch diß sein Werck felbsten bezeugen) eintzig dahin ziehlte/ daß er alles zusammen schrieb, was beydes in der Kunst und Natur seltsam ware. Vielleicht hat er auch solches darum erzehlet, damit er das Lob und die Erfindung eines fremden Dinges (als welches/ feinem Gutdüncken nach nicht unmöglich/ sondern dermaleins werckstellig zu machen wäre) seiner Nation zuschreiben möchte. Ferner/ so ist di Temperament nicht anders gewesen, als daß das Glaß hätte können gebogen werden: Und wer wolte glauben, daß die Nachkömm⸗ linge solten so unachtsam gewesen seyn/in einem Ding, welches so allgemein im Gebrauch ist, und zu dessen Bereitung nicht mehr als zwey Materialien erfordert werden. Und was soll das Gericht bedeuten, wann es von Verringerung deß Goldes und Silbers redet; ich sehe nichts, das dem Käyser unanständig, oder dem Werth deß Silbers und Goldes solte zugegen seyn; vielmehr be⸗ finde ich/daß es sehr nützlich solte gewesen seyn/ in den Worten aber deßKäy⸗ sers ersehe ich keine Folge. Und so biel von dem Zeugniß deß Plinii. Aber was können jene, welche solches von dem Elinio entlehnet, zu die⸗ ser Sach ein mehrers/ als die Authoritadt des ersten Erzehlers, hinzu thun? In Warheit nichts! insonderheit da sie dem Text deß Plinii eine folche Aus⸗ segung angedichtet, die mit demselben nit übereinstimmet, und habens durch ibren Zusatz in eine förmliche und vollständige Erzehlung bringen wollen: Plinius saget,damit sich das Glaß biegen ließ; deß Dionis Zusat über solche Wort/ist: Der Künstler hätte das zerbrochene Glaß wiederum gantz gema⸗ chet; welches zur Hämmerung der erste Grad ist: Uber diß ist noch deß do⸗ ri Zugab/ sagend/ solches zerbrochene Glaß sey mit dem Hammer wiederum ausgerichtet worden: Hieraus ist nun zu ersehen, auf was Manier solche Mei⸗ nung an uns gelanget/ und mit was— und Ausle⸗ d 3 gung C. Merrets Antmerckungen über die Bücher NEIl, gung solches geschehen sey, damit es denen Nachkömmlingen möchte wahr scheinlich fükommen. Diasjenige, was Plinius vom Hörensagen erzehlet, und sein Urtheil wegen der Ungewibheit darbey füget, das lassen die Chymici aus/ damit sie ihre Meinung von dem allmächtigen Stein der Weisen beschützen, verkeh⸗ rend die Flexibilitat deß Plinii, und machen solche zur Malleabilität oder HDämmerung deß Glases, als wann zwischen dem Biegen und Hämmern kein Unterschied wäre; da doch alle Cörper auf eine gewisse Weise sich bie⸗ en, mit nichten aber sich hämmern lassen; ausgenommen die Metallen: ie Stücke von dem gemeinen Moscowitischen Glaß, und dergleichen un⸗ zehlich viel andere lassen sich zwar biegen, aber nicht hämmern, oder mit dem Hammer tractiren, auch kan man keine dünne Blech, gleichwie aus denen Sachen, welche sich schmieden lassen, daraus bereiten; Ja das Glaß, wie es an sich selber ist, lässet sich natürlicher Weise in gewissen Grad biegen, denn die sehr dünnen Crystallinene Gläser, wann sie gebührlich erwärmen, werden ein wenig, jedoch sichtbarlich gebogen; ich habe gläserne Röhren von 12. und mehr Schuhe lang gehabt, zu dem Experiment deß Mereuriĩ gehörig⸗ diese wann sie mit Quecksilber angefüllet, wurden ein merckliches gebogen; dahero bin ich der Meinung, im Fall ja an der Erzehlung deß Plinii etwas warhafft ges seyn sollte, daß solches daher komme, daß/ nachdeme zu deß Plinii Zeiten(da das Glaß annoch sehr zerbrechlich, und von dem allerge⸗ ringsten Dinge leichtlich kunte verletzet werden, dieweil es von Salpeter be⸗ reitet; denn dazumal war die Kunst das Glaß auszuglüen, davon Plinius nichts meldet, noch unbekandt,) sich habe ein Künstler hervor gethan, wel⸗ cher vermittels deß Krautes Kali oder Allkali und der Ausglüung,ein Glaß erfunden habe, das dauerhafftiger nnd stärcker als das erste war, auch anf gewisse Art einen Stoß, und etwas mehrers, als das vorige, ertragen oder erdulten könne. Solches hat vielleicht der kame Anslaß gegeben(welche ohne diß, wie Virgilius saget, die Sachen, so erstlich klein, bald erhebet und in alle Welt ausstreuet) daß sie nemlich diese Sage Direniaerirer Um⸗ stände, wie es gemeiniglich zu geschehen pfleget, in diejenige Kliltoriam, wel⸗ che Plinius erzehlet, verwandelte und rranstormirte. Betreffend nun die Müglichkeit das Glaß zu bereiten, daß es sich häm⸗ mern lasse, so befinde ich bey dieser Sach keinen andern Beweiß Grund als der Chymicorum Relation, welche solch ihr Vernunfft Gebäud eantth⸗ Circulweis, nemlich vom Elixier aufs Glaß, und von diesem wieder auf je⸗ nes gründen; allein es wird vielleicht eines leichter als das andere zu ma⸗ chen seyn: Denn das Elixier zu bereiten, so wird nothwendig—30 1 Oebe Re gahels t ded Wahl Icl Relch Feus 049 Edh Welse tNen, „und sh Rclgut 5 eschüten ch Haleibish 0 upH hen die Mal Iddetglehgy kuy odernty ichitathn dat Gaaßyy radbignh Larmen,eng Rohrentunn ereurüghiñ Hichet ghu f Plnüch nachdent ondemala ySahthh dabonln WIIA E war/ MbN fettechadn hen(ot thebetn tihigetbb oriam Felschhih LIIII 05 seder alj y⸗ n ⸗ tsototl von der Glaßmacher⸗Kunst. 215 daß es komme aus einem Ding/ welches zwar an sich selbst dem Elixier nicht gleich ist unangesehen, daß solches in der Materia seyn muß, daraus es ko m⸗ men soll. ö Wit dem Glaß aber hat es eine andere Beschaffenheit; Denn das Glaß ist unter allen Dingen, von Natur das allergebrechlichste: Soll nun solches/ daß es sich hämmern lasse, bereitet werden, so wird nothwendig er⸗ fordert, daß ihme eine Qualität, die derselben Natur oontrar ist, eingefüh⸗ ret werde. 2 ö ů Uber dieses so ist ja nichts, welches sich hämmern lässet, durchsichtig: und wer würde dasjenige, welches nicht durchsichtig ist, ein Glaß nennen? Fürwar man würde mit eben diesem Fug alles dasjenige können Gold heis⸗ sin was gewichtig ist, und sich doch nicht hämmern läst, als man dasje⸗ nige Glaß heissen wollte, welches sich hämmern ließ, aber nicht durchsich⸗ tig wäre. ö Hierzu kommet noch/ daß die Natur und Eigenschafft deß Hämmerns bestehe, in der genauen Zufammenhaltung der Theile, und in der Vermö⸗ genheit allerley Gestalten, nach den kleinesten Theilen anzunehmen; welches mit der Natur deß Glases nicht übereinstimmet: Denn es haben die Ma⸗ terialien deß Glases nemlich Saltz und Sand, eine solche Gestalt, welche zu einer solchen festen Verknüpfung untüchtig sind: Das Saltz hat für al⸗ len andern Dingen seine eigentliche und unumschränckte Figur oder Gestalt, welche es auch unveränderlich behält, ungeachtet mans lolviret oder im Feuer tractiret, es wäre denn, daß es gantz und gar destruiret würde, wel⸗ ches man mit vielen Beweißgründen behaupten könte. Solche Figur oder Gestalt ist alsdann mancherley, je, nachdem das Saltzist: Der Salpeter und ein jedes Alkalilirtes Saltz ist eckicht, und weil solches eckicht, und als eine Pyramide spitzig ist, so scheinet es, als ob sol⸗ ches von unzehligen vielen spitzigen Nadeln bestünde. Die Gestalt oder Fi⸗ gur deß Sandes ist auch mancherley a/ wie man durch die Vergrösserungs⸗ Gläfer oblerviret, fast unendlich: Wer wolte sich anjetzo bereden, daß diese Mannigfalkigkeit dergestalt in dem Sande, sich so eigentlich und genau zu der determinirten Gestalt deß Glases schicken solte, daß sie sich beyde in den allerkleinesten Theilen vereinigten, und an einander hiengen, welches aber die Hämmerung werckstellig zu machen nothwendig erfordert wird; da es im Gegentheil das Glaß zu bereiten gnug ist, wann die Theile deß Saltzes und Sandes, sich nur in diesem oder jenem Punet, an einander berühren, aus welchen Befassen eine solche Vereinigung geschiehet, die da erlanget die Form eines Glases/ und aber jum Hämmern gantz und gar untüchtig* 216 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NEEI, Es sind auch von dieser Vereinigung in dem Glaß solche Durchgänge, durch dessen Vermittelung, wie wir von dem Lucretio erlernet haben, die Durchsichtigkeit herkommet. ö Uber dieses/so ist und bleibet, gleichwie wir vorhero schon erwähnet ha⸗ ben/ ein jedes Ding in seiner Zusammensetzung dasjenige, was es zuvor war. Derowegen will ich diese Sache beschliessen und sagen/ was meine Meinung seyꝛnemlich/ ich halte dafür, solcher Effect von der Hämmerung des Glases sey nur eintzig und allein von dem Elixir zu hoffen, diese beyde Stücke aber werden zu gleicher Zeit miteinander an das Tage⸗Liecht kommen. Von denen Oefen. Ehe und bevor wir zu der Kunst selber schreiten, so wird nothwendig seyn, daß wir von denen Formen oder Gestalten der Oefen einige Anzeigung thun; ingleichen auch von dem fürnehmsten Werckzeug; item von der Art und Weiß/wie man die verfertigte Glaß⸗Metallen verarbeiten soll; welches von ig. Autore aus gelassen worden, da es doch zu wissen auch sehr noth⸗ wendig i ö Die Oefen werden nun bey dem Agricola, zu Ende seines Buchs von Metallischen Sachen, in drey Sorten abgetheilet; der erste wird der Kalch⸗ oder Calcinir⸗Ofen geheissen, dieser ist gleichwie ein ander Ofen gebauet, in der Läng 10. Schuhe, und 7. Schuh breit, wann er sehr weit ist, auch zwey Schuh in die Tieffe; auf der einen Seiten hat er inwendig einen viereckig⸗ ten Graben/ von ungefehr 6. Zoll; dessen oberer Theil mit der Fläche deß Ofens, in gleicher Ebene lieget, und wird von ungefehr 10. Zoll unterschie⸗ den: In diesen G raben werden die Kohlen gethan, deren Flammen den gan⸗ tzen Ofen bestreichen, und von dar sich wiederum zurück auf die Erittam bie⸗ r oder neigen; der schwartze Rauch aber/ welcher über der Ofen⸗Fläche chwebet, gehet zu dem Ofen⸗Loch hinaus. Eo berühret der Glaßmacher die Frittam oder das rohe Glaß⸗Metal nicht eher/als biß aller Rauch zum Ofen hinaus ist; Die Kohlen liegen in die⸗ sem, gleichwie in allen andern Oefen, auf einem eisernen Rost, damit die A⸗ schen von dar in den Aschen⸗Heerd, welcher darunter gemachet ist, fallen. Der Glaßmacher/ den man in den Glaß⸗Hütten insgemein den Giesser nennet, ist derjenige, welcher dem Saltz, Aschen und Sand, das gebührliche Gewicht giebet oder zueignet, auch zugleich machet, vermittels eines sehr Fcb ert euers, daß solches in eine Massam zusammen gehe, und eine weisse Farb erlänge. ö Wann dieses Glaß⸗Metall gar zu hart und also lerbrechlicher wird,/ we⸗ 3 der 0 V bem U 00 ala gekelt Ind 1MRI. I alde Duisd legetscg schön Awhh wasebiuu a memechwm rerurg KbeSütg ommeh. wird rothrch kiigtAuhn Item von hy titen olh eh mauchshint tintt Butht ewirdoerth Ofengebh tit st, auc tihen ing derglachch „Jolunaast ammendegth die Fritangy Ofeoglit OIf Mo enHer bamt t, Ill Hbene Hgebihnsh 1ennt H hi 0 don der Glagmacher⸗Kunst. 217 der der gemeine Halt erfordert/so wird noch mehr Saltz der Aschen; hinge⸗ en wann es gar zu lind und dünne werden wolte, noch etwas deß Sandes hinzu gethan, und so lang herum gerühret, biß alle diese Stück ein Tempera⸗ ment oder Gleichheit erlanget haben, welches man nicht anders/ als im ver⸗ arbeiten erkennen kan: Die Frittam, wann sie also ist bereitet worden, nimmt er aus dem Calcinir-Ofen, und hebet solche, nachdem sie erkaltet, zum Gebrauch auf. Diese Fritta wird bey uns/nicht wie unser Autor will, mit Wasser oder Laugen begossen, sondern es machet sich, nach WVerfliessung etlicher Tage, der Arbeiter darůͤber, und bereitet aus der Eritta das Glaß⸗Metall, wann nemlich die Fritta geschmoltzen/ so rühret er solche mit einen Kruckeysen: Die⸗ ses wann es erhitzet, wird in einen Eymer voll Wassers getauchet, damit sich das Glaß nicht daran hänge. Das Sal Alkali nimmt er mit einem grossen Löffel heraus, oder schüttet das Metall aus diesen in ein andern Topff, und schäumet das Glaß mit dem Schaum⸗Löffel Porteclo) wohl abzendlich nimmt er mit einen spitzigenEy⸗ sen Hacken etwas von dem Glaß.Metall heraus, und besihet/ ob die Farbe recht, und zum verarbeiten tüchtig ist: Etliche andere lassen auch die Töpffe in diesem Ofen warm werden, als Agricola thut. Der andere, oder Werckofen ist derjenige, in welchen die Töpffe ge⸗ setzet werdenzer hat auch einen Feuer⸗und Aschen⸗Herd: dieser Ofen ist rund, im Durchschnit 3. Eln hoch, und 2.Eln tief, auch ist er in der Höhe gewolbt/in⸗ wendig auf einer Seiten werden g. oder mehr Töpffe gestellet, jedoch so, daß noch zwischen jedem altzeit noch einer stehen kan. Die Anzahl der Töpffe ist je nach der Zahl der gemachten Ofenlöcher allezeit gedoppelt, damit nemlich ein jeder Arbeiter habe einen Topff voll de gereinigten Metalls/welches schon zur Arbeit tauget,den andern Topff aber ium Metall⸗reinigen, indem er in der Arbeit ist. Dieser Ofen ist in zwey Theil abgetheilet, deren unterer Theil sondert die Töpffe vom Herd ab, und hat in mitten deß Herdes ein rundes Loch, wel⸗ ches mit eysern Stäben beleget, die 14. oder mehr Zoll dicke sind, und durch welche die Flamme gehet, welche sich von dem obern Ziegel⸗Gewölb⸗ zurück .— 05 d Theiddch Bienstd Der andere und obere Theil deß Ofens theilet solchen von der Leera (ist ein Englisches Wort, und soll vielleicht den 9i.Oher oder 996 dritte Gewölb deß Werck⸗Ofens bedeuten ab. Die Löcher dieses Ofens sind diese, als erstlich das Hauptofenloch, durch welches man das Metall aus dem Ofen nimmt/ und auch die Töpffe dardurch 64. Dieses Ofen⸗Loch ist mi 218 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NERI, man auch, so es vonnöthen ist wegnehmen kan; es dienet auch dieser Decke) darzu, daß die Augen der Arbeiter, vor der Hitz deßFeuer⸗Heerds verwahret werden; in mitten dieses Deckels ist ein Loch etwas grösser als ein Spann weit/ bey welchen man den Werckzeug, so es vonnöthen, erwärmen kan; zu diesem Ofenloch gehören auch die Haacken, so an die Seiten⸗Wände deß Ofens eingemauret/ so da dienen, daß man den Werckzeug/ wann er erhitzet, darauf leget und ruhen lässet. Zum andern folgen die kleinern Ofen⸗Löcher, gegen einander über, zu beyden Seiten deß grossen Ofen⸗Lochs, eines, durch welche die Arbeiter das tingirte oder mehr gereinigte Metall, aus den Töpffen heraus nehmen: Nach diesem kommen zum dritten, zwey Ofen⸗oder Mundlöcher nechst bey der Lee⸗ ra, diese stehen mit dem Haupt⸗Ofenloch in gleicher Ebene, und dienen zum Calciniren deß Weinsteins„Eysens und dergleichen; hierher gehöret auch derjenige Heerd, welcher zwey Ofenlöcher, deß beyden Seiten deß Ofens hat, durch welche die Jungen die Kohlen, bey Tag und Nacht hinein werssen, damit dieses Feuer stetigs erhalten werde: Diese Ofenlöcher aber werden von Ziegelsteinen bereitet. ö Diese Oefen sind je an einen Ort anders als an den andern, und haben, damit sie desto stärcker halten, fünff oder je zu Zeiten mehr eyserne Bogen⸗ Stangen; insgemein aber werden zu einem Crystall⸗Ofen, drey solche Bo⸗ gen⸗Stangen nothwendig erfordert: Die mancherley Gestalten von solchen Oefen/ besiehe beym Agricola im 12. Buch/ Libavio im 20. Capitel deß er⸗ sten Theils seiner Alchymischen Commentarien/ Eerranto Iimperato, im 14. und 15. Capitel deß 12. Buchs, und soh. B. Porta im 3. Capitel deß 6. Buchs, seiner natürlichen Kunst⸗Weißheit. ö Diese Oefen, davon wir jetzt gehan delt, sind rund, die andern Oefen aber zu dem grünen Glaß, sind viereckigt, und haben in jedem Ecke ein Ge⸗ wölb/ darinnen die Gefässe erwärmet werden.— ö Die Leera(welches bey dem Agricola der dritte Ofen⸗Absatz oder Theil ist,/hat mit dem andern Ofen, darinnen das Glaß⸗Metall geschmeltzet und im Fluß erhalten wird, gleiche Form: dienend/ daß man die Gefäß darin⸗ nen erwärmen oder abkühlen lässt, und begreiffet zwey Theil in sich, deren einen die Engelländer den Thurn, den andern aber die Leer nennen. Der Thurn ist derjenige Ofen⸗Theil, welcher gleich über den Schmeltz⸗ Ofen stehet/und werden von einander mit einer Wand so eines Schuh dick unterschieden: In mitten dieser Quär⸗oder Scheidwand ist ein rundes Loch, peratus mit einem Deckel vermacht,bestehend aus Leimen und Ziegelsteinen, welchen mit dem unterñ Heerd⸗Loch in einer PerpendicularLinie(Agricola und im- D bn MDII, — Re Nst S kerde Lewah rlehei warmrtu, eltet⸗Vipz 6 Vbamgash earderiyj edie Mhetgh unehmert Hchstbeyhelt „und denm ergehörtnt eiten deß Of tinenterßz er gber ven derrundhat cysent un dey soshted tenanfe „Cabite mperroinl, . Capitacgf ardengt mCce lihsch/ dd henhen. HE V E Randetloh colAHbl + don der Glaßmacher⸗Kunst. 219 peratus wollen, daß dieses Loch viereckigt, und eng seyn soll) durch wel⸗ ches die Flamme und Wärme deß Ofens gehen kan; dieses Loch wird das Ofen⸗oder Licht⸗Auge geheissen, ist mit einem eysern Ring eingefasset, den man insgemein den Krantz zu nennen pfleget: Und also werden auf den Bo⸗ den oder Heerd dieses Ofenthurns, die verfertigte Geschirr, von dem Glaß⸗ macher/ damit sie erwärmen, geleget; an den Seiten sind zwey Mundlöcher⸗ durch welche die nunmehr verfertigte Gläser von den Arbeitern mit einer Ga⸗ bel auf gedachten Heerd gestellet, und bald hernach in die Schüsseln(beym Agricola sind solche von Thon oder Leimen, bey uns aber in Engelland sind sie von Eysen) von solchen Leuten, die darzu bestellet und aufEnglischsorole- man heissen, nach und nach gethan, und in die Leeram, welche r. biß 6. Eln lang ist, gebracht; und solches, damit sie abkühlen, welches letzlich zu Ende der gedachten Leeræ geschiehet, dessen Mund⸗Loch endiget sich an einem Ort, dahin die abgekühlten Gläser gesetzet werden: Dieser Ort aber wird Sarosel (ein Englisches Wort) und von diesem derjenige Saroleman genannt, wel⸗ cher die eyserne Schüssel in den Kühl⸗Ofen oder Leeram bringet. In den gemeinen Glaß⸗Oefen dienen die zwey gegen einander überste⸗ hende Seiten, zum Aus arbeiten der Glaß⸗Metallen,denen zwey andern aber sind die Caleinier-Oefen beygefüget, in welche man das Feuer, so von den Oefen herauf steiget, durch Löcher einlassen kan; sie dienen zu der Frittæ Præ⸗ parirung, und den Rauch zu vermeiden. ö Einige andere machen das Feuer zu Erwärmung der Geschirr, inner⸗ halb deß Gewölbes, und verrichten in diesen eintzigen Ofen alle Arbeit deß gantzen Werckes. Die innere Fläche solcher Oefen bestehet nicht von Ziegel(denn diese würden gleichwie alle andere Steine zu einem Glase werden)sondern von ei⸗ nem härtern Sandstein, welche Stein⸗Art von dem Imperato Pyromachi- um genennet wird, sie werden zu uns von Novo Castello gebracht, sind weiß⸗ lich und geben, so sie an einander geschlagen werden, Feuer von sich: Jedoch wird dieser, wiewohl sehr harte Stein, innerhalb 3. Monat⸗Frist, in dem Ofen verzehret, oder bekommet zum wenigsten Klumpsen: die eusere Ofen⸗ Fläche aber bestehet nur aus Ziegelsteinen; Die Hitze in solchen Oefen ist un⸗ ter allen die stärckeste; denn ich habe beobachtet, daß die Stroh⸗Halmen, so den dritten Tag, nach Auslöschung deß Feuers in den Ofen geworffen, sich alsobalden angezündet haben; es berichtete mich auch ein Arbeiter, daß das 3eu gedachten Ofen noch einmahl so starck und heiß ist, als in den übri⸗ gen Oefen. ö Ee 2 Nun 220 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher XEEI, Nun ist auch vonnöthen, daß wir von denen Gieß⸗oder SchmeltzTöpf⸗ fen etwas handlen. Diese bestehen aus guten Leimen, welcher von Purbe⸗ cko(ein gewisser Ort in Engelland) auf Wägen anhero nacher Londen ge⸗ bracht wird, aus diesem werden die Röhren bereitet. ö Dieser Leimen oder Thon, nachdeme er sauber gewaschen worden, wird in denen hierzu behörigen Oefen calciniret, und mit einer Mühl zu einem sub⸗ tilen Pulver gemachet/ welches Pulver alsdann mit Wasser vermischet, und mit blossen Füssen betretten/ zu einer gebührlichen Contistenz gebracht wird: nach diesem giebet man ihm mit denen Händen eine gewisse Form/ und lasset das geformirte an einen beguemen Ort trocknen, auch auf oder in den Ofen warm werden: diejenigen Töpffe aber, welche zu dem gemeinen Glaß dienen, die werden aus dem Thon,/ so von Nansucho gebracht wird, bereitet: zu die⸗ sem aber wird annoch beygemischet der Thon, so aus der Grafschafft Wor⸗ cester kommet, als welcher das Feuer besser/ als der andere erleidet; diese Töpffe werden mit dem rohen Glaß oder Metall angefüllet, und auf de Heerd, der mit dem Mundloch in gleicher Ebne ist/ gestellet. Bey den Crystall⸗Oefen sind zweyerley Art der Topffe im Gebrauch; von der grössern Art hält einer 30. biß 40. Pfund deß Glaß⸗Metalls/ sie sind eines Daumens dick, auf den Boden 2. Schuhe breit, und so viel tief, oben her aber haben sie in der Weiten 20. Zoll: Die andere Art der Töpffe ist el⸗ was kleiner/ und werden ins gemein Pillingpots, in Englischer Sprach ge⸗ eissen; dieweil diese auf die grössern Töpffe gesetzet werden, als in welchen ich das getingirte und ausgetochte Glaß⸗Metall befindet. Letzlich wird vonnöthen seyn zu besehen die Art und Weiß, wie das Glaß verarbeitet werde, welches wir, mit einigen Zusatz aus dem 12. Buch deß Agricolæ vom Bergwercken, entlehnet, fürstellen wollen. Nachdeme nun das Glaß⸗Metall genugsam ausgekochet, so stecket der Arbeiter ein hohles Eysen oder Rohr in solchen Topff, drehet solches etwas herum, und nimmt des Glases so viel, als er zum Geschirr,welches er verferti⸗ gen will, benöthiget ist/ heraus: denn das geschmoltzene rohe Glaß oder Me⸗ Zall hänger sich an das Eysen, gleich einem zähen oder kleberigten Safft, auch nichts anders, wiewol etwas fester als das Terbenthin oder Theriae, wann es don dem Verkauffer aus dem Topff genommen wird. Die Form deß Glases, indem es an eyseren Rohr hanget, ist rund, sol⸗ ches walgert der Arbeiter, indem ers hält, auf einen Marmor hin und her, damit es sich desto dichter mit einander vereiniget: nach diesem bläset der Arbeiter gemach in das eyserne Rohr, so blehet sich das Glaß, von dem Athem/ nicht anders als eine Blase auf. — Der N. 47„½% ttei n h Rille CSta Mh⸗ seihn SE —— —— —— —— + — — Wnnodac Mühle serbamischn nrek se Formud Ifodernnch inen Gaßhyg Nbarett: Gtafschatdy dereelehtt; Ilet, mdaf kllt, fe inGen „Mulhs Ddsohielttftt ktde diftfe lsche Em 60j Abirte v em ir. M . chehsest Hetsocet Itttteasch lafodtW nEaftet AI tu/ 10 bjem Hatl f/ Rn 2 von der Glaßmacher⸗Kunst. RA2I e Arbeiter) so offt man in das Eyfen blälet, welches sehr offt, noth⸗ ö n muß, so offt setzet er das Blaß⸗Rohr behend vom Mund i n die Danngen oder Kühnbacken, damit er mit den zurück gezo⸗ enen Athem/ keine Flamme an sich hiehet: alsdann thut er das Blaßrohr Hinweg,drehets rings um den Kopff herum, erlängert und erkältet das Glaß, auch druckt ers/ so es vonnöthen, in Modellen/ oder den Boden deß Glases inen Marmor. 20 Nachdiesem üͤbergiebet er solches dem Glaßmacher/ welcher den Halß deß Glases, oder denjenigen Theil/ damit es an dem Eysen hänget, gelinde herab bricht/ und wirfft dieses abgebrochene Stück iu dem gemeinen Glaß, das übrige aber machet er mit denen darzu behörigen Instrumenten glatt/ hohl und weit und was zu viel, schneidet er mit der Scheer herab, also und auf solche Weis, indem er, wie gedacht, die Glaß⸗Kugel aufblaset, drucket, erweitert und abschneidet, formieret er die Figur, welche er im Sinn gefasset hatte; auch so es vonnöthen, machet er Füß daran, und stellet es gemarmelt strömicht füdd. ů ö geschehen, so nimmt der Arbeiter das verfertigte Werk mit einer eyseren Gabel, und bringet solches geschwind/ damit es erwärme/ in den Thurn deß Ofens, stellet es auch, die Treppen hinaufsteigend, an einen dequemen Ort, und nimmt sich in acht/ daß er aus Unvorsichtigkeit nicht an⸗ stosse, denn es ist dergleichen Wahr sehr subtil und zerbrechlich. Ferner ist vonnöthen, daß die Anzahl der Töpffe und Ofen⸗Löcher so viel als der Arbeiter sind; denn es hat unter diesen ein jeder seinen eigenen Stand, in welchen er grosse Hitz erleidet, indem solche schnurstracks in dag Angesicht, und durch den Mund auf die Lunge fället: solches verursachet, daß sie ihre Arbeit nackend/gleich als die Cyelopes oder Vulcanus⸗Knechte/ mit einem Fürtuch angethan, verrichten müssen: das Haupt aber für der gros⸗ sen Hitz und Schein zu verwahren, bedecken sie mit einen ströhern und brei⸗ ten Hut: Ingleichen pflegen sie sich auf weite und breite höltzerne Sessel zu setzen/ die lange Geländer haben,um die Werck⸗Instrumenta darauf zu läh⸗ nen/ und so zu befestigen, daß sie nicht leichtlich beweget werden können. Wann sie 6. Stunde gearbeitet haben/(bis welche Zeit zu einerley Glaß ge⸗ nommen wird) so werden nach Verfliessung soicher Zeit die Arbeiter abge⸗ löset; diese wann sie ihren Theil auch gearbeitet haben/ werden sie von den ersten wiederum abgelöset; also und auf solche Weiß geschiehet es, daß der Ofen, wann er eingerichtet, und im Werck stehet, niemals leer oder müssig ö bleibetz es sey dann,/ daß die Töpffe einen Schaden bekommen/ oder das Me⸗ ö Uzu fliessen aufhöre. tallzu fies h Ce3* 222 C. Merrets Anmerckungen über die Bücher NEEI, Es beobachtet Libaxius vonidergleichen Glaß⸗Arbeitern, daß die mei⸗ sten unter ihnen bleich im Angesicht, und stets dürstig sind, auch nicht alt wer⸗ den, dieweil ihre Wurtzel⸗Feuchtigkeit verzehret wird; und muß das Haupt und Brust viel Gebrechen erleiden; und dieweil sie schwaches Leibes sind/so werden sie von Wein oder Bier leichtlich truncken, welches ihr eigenthümli⸗ ches Kenn⸗Zeichen ist. ö Die Abrisse aller jetzt beschriebenen Oefen, Instrumenten und Hand⸗ thierungen wird der geneigte Liebhaber zu Ende meiner Anmerckungen, mit noch einem sonderlichen kurtz⸗gefasten Bericht aufs eigentlichste in Kupffer⸗ Figuren vorgestellet, finden und zu sehen haben. Anmerckungen CHRISTOPHORI MERRETTI . Idas cste Buch,. Son der Glaßmacher⸗Kunst. Das 1. Capitel. Achdem wir nun dasjenige, welches Anfangs nothwendig zu erin⸗ nern, geendet haben, so wollen wir zu deß Autoris Tert oder Innhalt selbsten schreiten. Was demnach Anfangs das Wort ö Pülverlein oder Rochetta betrifft, bedeutet derer eines so viel als das andere, und sind nichts anders als die Aschen von einer Pflantzen, je doch in ihrer Güte unterschieden, wie solches aus unterschiedlichen Oertern unsers Autors erhellet. Das Wort ROCHETTA ist in unsern Glaßmacher⸗Hütten gantz unbekandt; dieses hat auch bey den Moranen gantz keinen Unterschied. Das Wort Pülverlein aber ist bekandt, und wird solcher Name allem Aschen, der zu der Glaßmacher Gebrauch aus Orient gebracht wird, bey⸗ geleget; die Ursach aber deß Unterschieds,bedüncket mich diese zu seyn; daß man alles das jenige, welches in der Form eines Pulvers zu uns gebracht wird/mit dem Namen Pülverlein bemercket; hingegen das andere Kochet⸗ 6 II. welches Stück⸗weiß zu uns gebracht, und gleich einem Stein art ist. —* 3 ö E 05 ——— ———ñßj5———— Riegel Mentenurdht mntn lichse I — ETIũ wendg lorib Latgy Wd Rihthache schiet, R Dan Edt; W. NMmellh 3 Hchh, 0 nl c4e Loche. IhemE von der Glaßmacher⸗Kunst. 2²23 Es ist auch bey denen Glaßmachern aus gewisser Erfahrung bekannt, daß aus denen grössern und härtern Stücken viel ein weissers und schärffers Saltz, als aus dem Pulver und kleinern Stücklein kommet, und berei⸗ tet wird. Im übrigen, ob solches von dem Unterschied der Pflantzen kommet, oder von Mannigfaltigkeit der Zeit im Wachsen, der Art und Weise imEin⸗ sammlen und Verbrennen; oder auch ob solches von einer betrüglichen Verfälschung oder Zusatz, eines fremden Saltzes, Saltzwassers, oder eini⸗ gen andern Feuchtigkeit, damit es sehr geschwächet werden kan, seinen Ur⸗ sprung hat, lasse ich ohne fernere Berührung an seinen Ort bewenden. Dieses ist bekandt, daß sie ein sehr scharffes Saltz bereiten, welches zu harten und steinern Stücken wird; ingleichen, daß sie aus Aschen, die erst⸗ lich gebrannt, eine Laugen bereiten, damit sie die Kräuter,die verbrennet wer⸗ den sollen, besprengen; auf solche Weiß bereiten sie für die Seiffensieder und Färber eine sehr scharffe Aschen: Wo oder an welchen Ort aber diese Ma⸗ nier die Rochettam zu bereiten, sey erfunden worden, und warum es anjetzo nicht sehr im Gebrauch sey? weiß ich keine Gewißheit. Sie wird aus Orient und Syrien gebracht. Syrien ist ein Theil de Morgenlandes: bey unsern Zeiten aber wird die gedachte Aschen von Alexandrien und Tripoli hergebracht. Eines Krautes. Dieses Kraut wird von dem Autore in der Vorrede Kali genennet; bey welchen Namen es auch bey denen andern und meisten Schreibern, wie⸗ wol in geringer Veränderung, benamset wird: Alpinus, im Buch von den Egyptischen Pflantzen, nennets Kalli, und Kallu; andere aber Cali; Ges- nerus, Alkali; Lõbelius, Soda; Dodonæus, Salicornia: In Frantzösi⸗ scher Sprach/ wie auch in der Lyonischen Historia wirds genannt Salsola; bey dem Camerarĩio, Cordo, Fuchsio und Lusitano, heisset es, die Anthyllis deß Dioseoridis; welches aber Matthiolus in der Schutz⸗Schrifft wider Lusitanum, gründlich widerleget hat, indem er dafür hält daß diese Pflantze bey 23—1 in Hehhen. wachse: Endlich wird es Anthylloides, von dem Thalio geheissen. ö. Die Namen Soda, Salicornia und Salsol, werden wie bewust, von dem Wort Saltz hergeleitet,als dessen es sehr viel bey sich hat: also handelt von der Bekandtschafft, Alterthum und Namen dieser Pflantzen, unser hochge⸗ lehrter und wohlbelannter Herr D. Turner in seinem x 1— ieso 224 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Diese gedachte Pflanze hat/ so viel mir wissend, keinen Englischen Na⸗ men, ungeachtet es an vielen Oertern häuffig bey uns wächset; und habe ich niemand können antreffen, der solche kennete: Damit sie aber gleichwohl ei⸗ nen Namen bekomme, so wird sie füglich die Saltzwurtzel geheissen, dieweil es am Geschmack saltzicht ist: Oder das Glaß⸗Kraut, dieweil dessen Aschen zum Glaßmachen dienlich sind. ö Parkinsonius schreibet, daß sie von unsern Landsleuten Froggras oder Crabgras, zu teutsch/das Frosch oder Krebs⸗Glaß genennet werdez bielleicht darum, dieweil es dergleichen Thieren zur Nahrung dienet, indeme es einen substantialischen Safft hat, der wegen seiner temperirten Saltzigkeit dem Maul annehmlich ist. 5 Calpar Bauhinus erzehlet in seinem Pinace von der gedachten Pflantze jonerley Sorten, deren Namen und Beschreibung, dieweil sie nicht hierher gehören, lassen wir aus; wollen aber nur von dreyerley gedencken, als aus welchen, wie Alpinus im 42. Capitel berichtet, die Alexandrier und die übri⸗ Oisernie Artit Pulber zur Bereitung deß Glases und der Seiffen bereiten: Die erste Art ist das knodichte Kali: Die zweyte wird von etlichen, als bey dem Alpino, Anthyllis, von Columna aber Kali repens Neapolitanum oder das Neapolitanische Kalĩ genannt, als welcher solche Pflantzen, zu Nea⸗ polis wachsend, gefunden hat, und beschreibets, daß sie zum Glaßmachen diene: Die dritte Art wird eigentlich in Egypten gefunden; darum wird es auch von obgedachten Autore das Egyptische Kali genennet; es hat sehr lange und zottichte Blätter. ö Ausser diesen erwehnten dreyerlen Sorten habe ich die ate gesehen, der⸗ gleichen eine ich auch bey mir habe, sie ist in den Fässern mit dem Pülverlein berkommen, und wird von den Boranicis das dornichte Kali geheissen. Unter diesen viererley Arten wächset die erste und letztere Sorte, allhier in Engelland, häuffig, nahe bey der Temps, auch noch an andern Orten, die nahe am Wasser oder an der See liegen. Unsere Glaßmacher aber wollen die Aschen aus diesem dornichtenKali, zu der Breitung deß Crystalls oder andern Glases nicht gebrauchen: Man hat auch auf der Glaßhütten aus der Erfahrung befunden, daß dieses Kraut, auf ein glůendes Ehsen geleget, fast gantz im Rauch weg gehe, und kein oder doch sehr wenig Saltz hinder sich zurůck lasse: Da hingegen das Kali, wel⸗ ches aus Orient kommet, wann es in dergleichen Art aufs glüende Eysen ge⸗ seget wird/ gehet fast alle in eine schwärtzlichte und saltzigte Aschen, als welche demselben eigentlich zukommet. ö Wurm Dieses Kraut Kali krümmet sich/ so es gebrannt wird, gleich einem Bih — Hen Egssießz Wet miteh ergeh Igchese Eedefnah uten Frogpug Hethetdenh V Ildentthen enSahghh Redactehe Heilsenihtheh gedencken,Ae rier unddech Stisephung Retlchen, n Nepclun Pfangeoh Jum Gosent 7 un amnet; eufuth 1AttReIH t dem Hih Xalghiz —eCuche nden uan höenichnh MWocheh: W Aßdiesthug Vndil ö al, 06 Hende Esh cel, 0 I „s des M von der Glaßmacher⸗Kunst. 225 Wurm zusammen, erhält die Feuerflamme lang, und giebt ein scharffes doch weisses Saltz: dasjenige aber, welches bey uns in Engelland wächst⸗ so es gesammlet wird/ hat einen Geschmack, dem Meerwasser gleich/ und ist gantz faltzigt, auch ziehet es sich zusammen, so es an feuchten Oertern aufbe⸗ halten wird, welches ein Salgamarius, oder ein solcher/ der eingemachte Sa⸗ chen verkauffet, mit seinem Schaden erfahret hat, indeme er solches an statt deß Krautes Crithmĩ gesammlet hatte; denn als er solches gewaschen, und in einen scharffen Essig/ um eine Murie zu bereiten, eingebeisset, so hat er be⸗ funden, daß wenig übrig geblieben, sondern es wurde von dem Essig der meh⸗ reste Theil verzehret: Dieser grosse Unterschied nun, in Ansehung deß Erd⸗ bodens, wird nicht so sehr an diesen Kraut Kaly, als auch an andern derglei⸗ chen Kräutern vahrgenommen, als an dem Taback ob er gleich von einer⸗ ley Saamen kömmetzltem an den Canarien⸗und am Rhein⸗Wein, welcher von einem Rebstock herkommet, wie auch an der icuta oder Schierling/ des Griechen⸗ oder eines andern Landes, und noch viel andern dergleichen Kräutern: Die alle in einem Land besser oder schlechter/ als im andern gera⸗ then. Und auf dergleichen Art wird das Levantische Pülverlein von der Soda unterschieden. ö. Diese mancherley Arten und Sorten deß Krautes Kaly, wiewol sie natürlich aus dem Wasser herfür kommen, und gemein iglich nahe bey den saltzigten Wassern wachsen, so werden sie doch in Spanien und Egypten, bey dem Mittel Meer,/ gesäet; welches sonder Zweiffel, in diesen heissen Län⸗ dern/ viel bey der Quantität, Schärffe und Fixität dieses Saltzes thut; ab⸗ sonderlich in Egypten, welches niemals keinen Regen hat, sondern es wird dieses Land allezeit einmal deß Jahrs von dem Nilfluß überschwemmet und Kundtlä. welcher viel Erden und Koth hinter sich lässet, wie genugsam be⸗ andt ist. Die Arten aber dieses Krautes werden, in gedachten Ländern, mitten in dem Sommer, da sie am häuffigsten zu bekommen, abgeschnitten, und wann sie an der Sonnen⸗Wärme getrocknet, auf einen Hauffen gesammlet, und über eysern Rost verbrennet; da denn die Aschen herab in eine Grube fället, und hart oder zu einem Stein wird/ welche man aufhebet, und wie Lo- belius will, den Namen Soda bekommet. Wann oder zu welcher Zeit man dieses Kraut zu gebrauchen angefangen hat, ist unbekannt; die ersten aber unter denen, welche solches Kraut erfunden, und ihme einen Namen gegeben haben, sind die Araber gewesen, welches die Sylben Al, als eine Arabische Particula, genugsam ausweiset. Unter denbhysicis, welche vom e etwas Meldung thuß i * 226 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch ist Serabio und Avicenna, die solches wider den Stein, Geschwür, und Au⸗ gen⸗Mängel recommendiren. Löbelius vermeinet, daß wir die Wissen⸗ schafft von diesem Kraut, samt dessen Namen und Bereitung, von denen neuern, Grichischen und Arabischen Philosophis empfangen haben, als wel. che in der Chymie sich übende, mit dem Glaß zu thun hatten; davon sind deß gedachten Löbelii Adversar.p. 169. zu besehen. ö Allein, so viel die Griechen und ihre Wissenschafft von diesem Kraut betrifft, bin ich einer andern Meinung; denn es wird weder bey den Grichi⸗ schen Physicis, noch andern Schreibern, nicht das geringste von diesem Kraut gedacht; über dieses/ so hat es in der Griechischen Sprach keinen Nahmen: Dahero ist zu schliessen, daß die Wissenschafft von diesem Kraut ohne allen Zweiffel von den Arabern, oder von einigen andern Leuten der vorigen Zei⸗ ten, sey auf uns gebracht worden. Was den —— Einkauff dieser Asche betrifft, so ist zu wissen, daß die allerbeste und sicherste Art und Weis, die Qualität oder Eigenschafft diefer Aschen zu erforschen, geschiehet mit der Waag, welche die Seiffensieder gebrauchen: Die Aschen werden in lautern Wasser dissolviret, die Laugen filtriret, und da examiniret man solches: Rachdem man nun die Quantität der Laugen erforschet hat, so hält man das Gewicht deß Wassers gegen dem Gewicht der Aschen, welche auch, ehe sie dissolviret, gewogen wird/ da findet man alsdann, wie viel die Quantität der ö Aschen Saltz bey sich hat. ö Metallerne Kessel. Unser Autor verbietet fast durchgehends den Gebrauch deß Kupf⸗ sers/ es sey dann/ daß man eine grüne oder blaue Farb bereiten will: Denn es ist gewiß/ daß dergleichen scharffe daugen das Kupffer angreifen und cor⸗ rodiren, und daß selbiges von der Feuchtigkeit der Lufft und der Lauge zu ei⸗ nen Grünspan gemacht wer de: Darum gebrauchen die Unsrigen solche Kes⸗ sel, die inwendig mit Zinn oder Bley überzogen sind/ dergleichen Gefässe ha⸗ ben auch diejenigen, welche den Alaun auskochen. Vom Weinstein. Der Weinstein, der von unsern Aurore Greppola, und grumè de ĩ bot- rĩ genennet wird ist eigentlich die Weinhefen/ welche von dem rechten Wein⸗ stein auch unterschieden ist, dieweil sich der Weinstein allezeit an die Seiten der Fässer leget, und zu harten Stücken wird, auch ist er, wie Helmontius hezeuget, niemals unter der Weinhäfen zu finden; da hingegen die Häfen oder len; obansphy hondienhn Derbederhih le bondeserhn keinen Min Kaurohreil e detborhaz e A Heschieheith werdena iret mar sic Maultude Icheauch H die unm Rouch MH Iiten pil reffen mer döeraaueht MI hen Geistho micei 0 chte Kn dieEtlt n n die Hu 1 von der Slaßmacher⸗Kunst. 227 oder feces allemahl auf den Boden deß Fasses, feucht und dünne gefunden werden. Der Weinstein vom rothen Wein, ist zu diesem Gebrauch der beste, indeme er ein schärffer und mehrer Saltz als derjenige von weissen Wein hat: Dieser rothe Weinstein nun wird caleiniret, damit aller Unrath, den er bey sich hat, verzehret, und das Saltz schön weiß werde, auch damit er im Wasser desto eher dislolviret, und desto leichter aus dem Pülverlein extra- niret werde/ als dessen Cörper der Weinstein aufschliesset; auf Art, gleichwie der Cörper deß Nitri, von dem Alaun und Vitriol, wann man Aqua fort, oder den Spiritum Nitri bereitet, aufgeschlossen wird, welches sonder diesen Zusatz nicht würde von statten gehen; Und eben um dieser Ursachen willen wird der Weinstein im Wasser aufgelöset, eh man das Pülverlein in das Geschirr thut.— Den Weinstein calciniret unser Autor in den Ofen 6. Stund lang⸗/ biß er weiß wird; Alldieweiln aus der Erfahrung bekannt ist, daß dergleichen ni. thut; als wann man solche in kurtzer Zeit verrich⸗ en will. Wie viel aber an der Extraction der Feuchtigkeit aus dem Weinstein gelegen sey/ das erweiset die heimliche Arbeits⸗Fortsetzung eintziger Chymi- corum; indem sie nemlich die Crystallen oder den Cremorem deß Wein⸗ steins, in grösserer Menge, und viel weisser bereiten, so sie ihn gröblicht zer⸗ stossen, calciniren, oder vielmehr auf zinnern Schuüsseln in den Ofen wohl trocknen: Und auf solche Art wird der Cremor deß Weinsteins viel besser/ als so man die gedachte Exsiccatĩion oder Calcination unterlässet: Das Saltz, welches bey dieser Extraction deß Pulvisculi auf den Boden deß Gefässes fället, nimmt man mit einen durchlöcherten Löffel heraus/ also daß alle Feuchtigkeit in dem Geschirr verbleibe: Die dauge/nachdem sich die feces zu Boden gesetzet haben, wird mit einem Heber oder Rohr abgezogen. Das 2. Capitel. Von dem reinesten und weissesten Tarso. Er ander oder zweyte materialische Corper, welcher dem Glaß die ö Consistenz und Feuchtigkeit giebet, ist der Sand oder Stein, nicht ů anders, als etwan dem Englischen Calcant das Eysen, und das Kupffer dem Hungarischen, Dantziger, und Römischen Vitriol, eine Con- istenꝛ machet, welche sonsten, an einen feuchten Ort, mit der Zeit würden ju Wasser werden. ö Betreffend die Steine, so saget von 109 Agricola, im 42.. b 2 0 2289 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch daß diejenigen/ welche, nachdem sie zerschmoltzen, weiß sind/ den andern für⸗ zuziehen, und besser wären: Derowegen haben hierinn die Crystallen den Vorzug; denn es wird aus den zerbrochenen Crystallstücken, wie Plinius schreibet in Indien ein so schönes und durchsichtiges Glaß bereitet, daß es mit nichts mag vere lichen werden. Die andere Reyhen nach den Crystallen, wird denen Steinen ber⸗ geleget: diese/ wiewol sie nicht so hart, als die Crystallen; so sind sie jedoch auf gleiche Art weiß, und durchscheinend. ö Nun folget die dritte Sorte der Steine, welche zwar weiß, aber nicht durchsichtig sind; unser Autor recommendiret nach dem Tarto diejenigen, so man Qudeolos nennet, welche Ferantus Imperatus im 24. Buch, Cap. 16. also beschre bet. Der Glaßmacher⸗Stein ist gleichwie ein weisser Marmor/et⸗ vwas durchsichtig; jedoch in der Härte von ihm unterschieden, indem er et⸗ vy wan so hart als ein Kieselstein ist, dahero funckelt er/so man daran schläget; wird aber nicht gecalciniret, ob man ihn schon ins Feuer wirfft. Diefer Stein hat allezeit, gleich dem Serpentinstein/ eine etwas hellgrüne Farb bey sich: Er wird an seinen eigenen Oertern gefunden, bey welchen sich auch zu Zeiten einige Adern, deß mit Hülsen überzogenen Talekes, befinden: Ge⸗ dachter Stein, so er ins Feuer geworffen wird, verliehret seine Durchsichtig⸗ keit, und wird weisser, leichter, und endlich zu einem Glaß: Er giebet denen Glaßmachern die Materiam zum Glaß, und wird von ihnen Cuogolo ge⸗ nennet: Er wird in dem Grund der Flüsse und Bäche gesammlet, in Form eines irrdenen oder Schaalen⸗Steines; diese sollen, wie unser Autor berich⸗ tet, bes den Muranen im Gebrauch seyn. Es ist ausser allen Zweiffel,daß alle Steine, welche weiß und durchsichtig, auch im Feuer zu keinen Kalch werden/ zu dem Glaßmachen dienen; jedoch ist das Axioma unsers Auto- ris nicht unĩ verlaliter oder gäntzlich für wahr anzunehmen; denn es dienen hierzu nicht alle Steine, welche vondlovo Castello gebracht werden, davon wir in dem vorhergehenden Discurs von den Oefen gedacht haben, auch nicht die Feuerstein, noch die Pflastersteine, und dergleichen viel andere, weiche, so sie mit Stahl, oder von den Pferdställen und Radschienen geschlagen wer⸗ den, Feuer von sich geben. Alle dergleichen Eigenschafften haben warhafftig alle Kieselsteine; denn so sie gecaleiniret und zu einen subtilen und begreifflichen Pulver bereitetund durch ein enges Sieb geschlagen werden, so geben sie ein beraus reines un gläntzendes Metallzes hat aber die Hüttenmeister /von dem Gebrauch dieser ö*——4 Steine, die überaus grosse Arbeit abgeschrecket. ö Doch wird, im Fall es an tüchtigen Steinen ermangelt, der Sand — 4 an Rih sid deh W u die asthh z Mlegn, ilt Möbanthz denen Eih O sfft warveßß gn Txrb 124. Puhbhn Wesserhung Hieen megt mandaunstz ler wift. helgriregnt weccheshh 1 eftherh Heine duhst. . Er gheh ihnen Cogh sammle /RRn Userdutreh alenguaftN Heru keithth omaupsen. I5 heung ichtdewenag thabeiudut Handerye Ngescehdo Kaseneh Her brettim oubtrntt Gahnuptt E I 7 von der Glaßmacher⸗Kunst.—— — an statt derselben genommen, es ist auch solcher, nach der Meinung unsers Autoris, am ersten im Gebrauch gewesen; dieser muß, eh er zum Werck ge⸗ braucht wird, weiß/ klar, und wohl gewaschen seyn/ er wird gemeiniglich bey den Eingang oder Ufern der Flüsse gefunden. ö Das Erystall erfordert einen subtilen und weissen Sand; das gemeine Glaß aber einen hartern und rohern/ der gegen jenen denen Schlacken nicht ungleich ist: Es ist in diesem Material ein grosser Unterscheid; dann einer, wann er mit Aschen vermischet, wird bald und leicht, der ander hingegen hart und schwer zum Glaß zerfliessen. ö Wunder⸗Dinge sind es, was losephus im 9. Capitel deß andern Buch/ vom Jüdischen Krieg erzehlet; Der Innhalt davon ist kürtzlich die⸗„ ser: Bey Ptolemaide in Galilæa fliesset der Fluß Belus vorbey/ welcher 11 auf dem Berg Carmel, zwischen Prolemaide und Tyrus entspringet; nahe bey diesem Fluß stehet die dratua deß Memnonis bey diesem ist ein Ge⸗ gend, von ungefehr 100. Ellen, welche sehr wunderwürdig ist; es ist dieser„ Thal gleichsam etwas rund/ und daraus holet man zur Bereitung deß Gla⸗ ses einen Sand. — Wann nun dieser Sandthal von denen allda versammleten Schiffen sehr erschöpffet worden, so wird der leere Ort alsobalden von neuen wie⸗ derum vollgefüllet; dann die Winde, wie es glaublich scheinet/tragen solchen, Sand, von denen herum liegenden Hügeln,/zusammen ꝛc. Dieses aber dun⸗ cket mich am wunderbarsten zu seyn: daß ein jeder Theil, deß zum Glaß ge⸗ wordenen Sandes, so er auf die Seiten deß gedachten Sand⸗Ortes ge⸗„ worffen wird/ wieder in einen Sand verkehret wird. Ingleichen saget Ta-„ citus im fünfften Buch seiner Historien: Der Fluß Belus, lauffet in das Zü⸗ dische Meer: der Eingang dieses Flusses ist mit Sand angehäuffet,(also, giebts Lipsius) welcher Sand, dieweil er mit Salpeter vermischet, zu einen Glaß bereitet wird; der Ort dieses Sandes ist zwar ein kleines Ufer, allein es ist daselbst, da der Sand herkommet, unerschöpfflich. Eben dergleichen„ lehret auch Strabo im 12. Buch, Plinius im 6. Buch/ Agricola von unterir⸗ dischen Dingen, und alle Autores, welche von dem Glaß etwas schreiben, gedencken dieses Orts, daraus der Sand hergeholet wird. Unsere Glaßmacher allhier in Londen, haben einen sehr weissen Sand, gleich unserm gebräuchlichen Streu⸗oder Haus⸗Sand, er wird von Maid- stonio auf der Grafschafft Kant anhero gebracht: Ingleichen haben sie noch einen andern Sand, welcher zum gemeinen Glaß dienet, und von Volvvich hergebracht wird: Die gedachte erste Art deß Sandes, will sich mit dem Me⸗ tall⸗Glaß nicht vermischen lassen; dieser letztere aber ist sehr wohlfeil, indem er auf Schiffen anhero gebracht wird. f3 Carda- Das g. Capitel Ehret, wie das Saltznach der gemeinen Art der Chymicorum, ver⸗ P. mittels der Solurion, Filtration, und Coagulation, gefigiret und 5 2 bereitet, oder(mit einem Wort) recht gereiniget werde. Das F. Capitel. Wenn das Kraut soll abgehauen werden. Flee Pflantzen zu ihrer gebührlichen her abgehauen und gesammlet werden, nemlich zu der Zeit, wann sie reiff und zeitig worden sind: Jedoch ist zu allen Vegetabilien diejenige die beste Sammlungs⸗Zeit/ welche etwas vor der völligen Reissung geschihet; es sey gleich daß man die Stengel oder die Blätter, von den Kräutern verlange, um ihr Oehl oder Spiritum, mit Chymischen Operationen zu bereiten; denn man erlanget von diesen, zur solchen Zeit, noch einmal so viel als sonsten. Das Saltz aber wird aus denen Kräutern alsdenn am besten extrahi⸗ ret, wann sie den Saamen getragen haben, welches, zur solchen Zeit, mit dem Fahren⸗Kraut am besten geschihet. Es ist ein gemeiner Irrthum, indem man vermeinet, es trage das Fahren⸗Kraut, und andere dergleichen fasichte Kräuter, keinen Saamen; da sie doch solchen, inwendig an den Seiten der Blätter, häuffig, in Gestalt eines schwärtzlichten Pulvers, herfürbringen: Ja auch der Muscus oder Moß selbst hat einen Saamen, welches eine gewis⸗ e, wiewol unbeschriebene Art, deß Krautes Chamæpeuces, so unter andern in meinen trockenen Garten, das ist unter meinen abgetrockneten Kräutern befindlich genugsam erweiset, als an dessen Sprossen, und zwischen einem je⸗ u0 WDn 11—6 ziemliche copia eines runden und schwärtzlichten Saamens, zu finden ist. e Was die Vegetabilien nach denen Jahr⸗Zeiten für Unterschied haben, wissen diejenige am besten, welche die höltzerne Wammes⸗Knöpffe drehen, indeme sie in acht nehmen, daß der Birn⸗Baum im Sommer geschlagen i 34 ö un Ene Awedd VV VI Mjtdee schht. 08 fül nenhat. Habittee gchll, Millee WGEef Hlerne RNnaot . M l übenn witd; Echh Knul Igl 0 Wl asigen 8 — enN seh y Inm NE vidd Nelo See hone Na dih Enen hsEch OinrSin „Aahechh, 7 Maltat Hsthen V CHN lition efhtz higetwade den. hen Zeichgh Instetefude diesenige x i9 geschihet iuternberanget begeit obielagsinn m besteneintk solche 34/ EU etgleichesitt mden Sü „ Hefta Icheseneg sountadtn Theten Kralth ischeheheh nSn Hh W l von der Glaßmacher⸗Kunst. 231 und der Erlenbaum deß Winters, zu ihrer Arbeit am bequemsten sey: Der Burbaum ist um die Oesterliche Zeit am allerhärtesten, im Sommer aber schon etwas weicher: die Saurach⸗Staude im October, der Sorbus oder Sprierling wird im Sommer gelinder, als sonst durchs gantze Jahr gefun⸗ den werden. ö ö 4N Im 6. Capitel Nzehlet der Autor diejenigen Pflantzen, welche zum Glaßmachen ein taugliches Saltz hergeben. Mit einem Wort, es ist zum Glaßmachen ein jedes Vegetabile dienlich, welches viel von einem Alkalitirten Saltz bey sich hat. Die Chymici nennen dasjenige ein Alkalilirtes Saltz, welches das stärckere Feuer erleydet, und nicht in die Lufft davon flieget; seinen Nah⸗ men hat es von dem Wort Kali bekommen, welches so viel heisset als ein ex⸗ trahirtes Saltz aus dem Kraut oder Aschen Kali: Dergleichen Saltze nun erzehlet, wie gedacht, unser Autor in diesem Capitel. Unser Kelp,(ist eine Art eines Engl. Glases) wird von dem Wort Cali also geheissen, und dienet die Seiffensieder⸗Asche zu dem Crystallinischen Metall; der Kelp wird am allermeisten aus einer Meerpflantzen bereitet, die wir(in Englischer Sprach) Seathongs oder Laces nennen; davon J. Bauhinus im andern Capitel deß 39. Buchs seiner Pflantzen⸗Historien also schreibet: Das schmalblättrichte Meergras der Glaßmacher/ so es also feuchte, wie es gesammlet worden/ übern Hauffen gelegt, und etwas länger als ordinar aufbehalten wird, so wird es, wann mans genau in acht nimmt, auf der Blätter⸗Fläche ein Schnee⸗weisses Saltz haben. Marrhiolus in Dioscoridem nennet diefes Kraut/ das gemeine Meergras der Venetier, und solches nicht allein wegen besagter Ursach halben, sondern auch darum, dieweil die Venetier ihre Gla⸗ ser, welche sie in fremde Länder versenden, mit diesen Meergras, so auch von einigen Kammel⸗Heu genennet wird, einpacken. Dieses Meergras wird, wie Virgilius bezeuget, von dem ungestüm⸗ men Meer, ausgerissen, auf die Klippen zerstreuet, und an das Ufer geworf⸗ fen, da es als dann von den Einwohnern deß Orts zur Sommers⸗Zeit ge⸗ sammlet, und nach Beschaffenheit der Sachen, gleich als ein ander Heu, an der Sonnen oder bey den Winden gedörret wird; und wann es verbrennet wird.so dienet die Asche sowohl zum Alaun, als auch zum Glaß, welche wir Kelp zu nennen pflegen. Nicht allein aber dieses Kraut, welches in unserer S ee überall häuffig ausgestreuet, gefunden wird, sondern das Meergras von allerley Sorten; tem die Meer⸗Eiche, und andere dergleichen Meer⸗ Pflantzen, haben deß Saltzes viel bey sich.— ö Die 232 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Die Seiffensieder⸗Asche wird aus Polen,Reussen und Neu⸗Engelland gebracht, und mehrentheils aus der Asche deß Thännen⸗Holtzes und der Thann⸗Zapffen bereitet: Allhier bey uns in Engelland wird allerley Asche zu der Bereitung deß gemeinen Glase? zusamme n gelesen, und aufgekauffet von denenjenigen, welche, zu dem Ende, durch gantz Engelland reisen. Jedoch werden in Engelland die allerbesten Aschen, aus den gemeinen Disteln bereitet; nach diesen folgen die Hopffen⸗Sprossen oder Stengel, nachdeme die Blumen davon abgeblatet sind worden. Dieses aller aber ist kürtzlich erfunden worden. 2.4 ö* Unnter den Bäumen giebt der Maulbeer⸗Baum das beste Saltz, wie auch die spitzigen Kuhnschroten, und nach diesem der Saurdorn, und das spitzige Kali, unter den Meer⸗Pflantzen. 2 92 Ingleichen befindet man jetzo, daß alle dornichte und spitzige Pflantzen, in ihrer Art ein sehr gutes Saltz/ und zwar in grosser Menge geben: Hieher gehören auch alle bittere Kräuter, nemlich der Hopffen. Wermuth/ Cardo⸗ benediet/ Tausendgülden⸗Kraut, Gentian, Stab⸗Wurtz/ Reinfarn oder Reinfall⸗Kraut, Glastum und dergleichen; als deren Aschen man leichtlich, und mit wenigen Unkosten bereiten kan; zu diesen obgedachten Kräutern fü⸗ gen wir noch den Taback; denn dessen Steng el/ so sie gesammlet und verbren⸗ net werden/ geben viel Saltz, als aus welchen, dem Ansehen nach/ kein gerin⸗ ger Gewinn zu hoffen ist; allein der Acker, darauf er wächset/ leidet etwas Noth. Es erzehlte mir ein Kauffmann, daß er sich gegen Seine Majestät KönigCarln demErsten/ eins mahls erbotten, etlich Kirchen aufzubauen, und solche bauvöllig zu erhalten ja noch über diß eine jede Kirche jahrlich mit roo. Pfund Sterling zu versehen. im Fall nur Ihre Majestät beliebten, das Ihm, dem Kauffmann, die Taback⸗Stengel, so in Virginien wachsen, möchten zu Theil werden; hiemit zeigte er an, wie viel er damit gewinnen wolte. Auf den Tahack folgen, unter den Saltz⸗reichen Kräutern, die hülsigten Pflantzen als da sind die Erbsen, Bohnen und dergleichen,welche mit den üb⸗ rigen Arten einige Vergleichung haben; als insonderheit, Hopffen, Wicken, Küchern, und Linsen, darunter man die letztern in der Grafschafft Ochsen⸗ furt, zur Fütterung deß Viehes, sehr häuffig zu säen und zu pflantzen ange⸗ fangen, und hierzu durch die Erfahrung sehr gut befunden hat. Ferner können auch, unter den milchigten Pflantzen gezehlet werden allerley Arten der Wolffs⸗Milch, item der Feigen⸗Baum, welche alle eine feurige Art und Eigenschafften haben/wie auch die Weinreben und das Kraut fatwiedie enannt, so etwas stachlicht ist, mit einer abhangenden Blume/ st wie die Disteln, und hat, gleichwie die Wolffs⸗Milcheinen Milch⸗Safft. Ferner Waurh van zul chesch Cyrose Wͤinft Wotts⸗ Nelter Wo Ouhh Kockg dehno metck ieEi öln hlisine WMilukt! diee foget & Me db Del Han hem M edg und Re me⸗Hoseg W„ Didnlaggh W Egelgd %/ ubde V ofadnen Diese U 00 base + Wurdot nh Mospthheren nge geben x WamupEh urh Massantz schen manlaht achten Khuunt nmet md hennach kengg ichset eeth en Set enauftabm hesabrichnta Haiebtehusht achsenwoch hinnen pott Atery dehissh welhemd —.— Haufent. afshoftoth upfateth Hhat. E V l Whuhdogel Hendeh 7 AI sch 0 von der Glaßmacher⸗Kunst. 233 Ferner ist wegen der fixen Salien zu mercken, daß diejenigen die besten, welche am meisten von der Erden, und allen dergleichen unartigen Materien befreyet sind, bestehende in grossen harten und weissen Stücken, welche im Geschmack eine Schärffe erweisen: Zum andern diejenigen Aschen, welche viel deß reinen Saltzes bey sich haben, und sehr geschwind in dem Calcinir- Ofen zerfliessen: Drittens ist die beste Asche aus den Vegetabilien diejeni⸗ ge/ so dazumal, weil das Gewächs noch in seiner besten Krafft/ und über diß aus den grösten Zweigen derselben bereitet worden. Daherd es auch scheinet, daß die Cineres clayulati, oder Pot⸗Aschen, von denen Chymĩcis ihren Nahmen bekommen haben, als von Clavo lato, oder breiten Ast, oder Nagel: Dapon sihe bey Varrone im 1. Buch von Baurnsachen, das 40. Capitel: bey den öhlichten Saamen⸗Zweigen muß, man zusehen, daß sie von einem jungen Zweige, an beyden Seiten gleich/, abgeschnitten werden, diese nennen ihrer etliche abgeschnittene Reiser oder,, Sprossen, und sind ungefehr eines Schuhes lang: In diesem Text wird Cla- vus ein junger Sprosse oder Zweig genennet: Nonus aber lieset an statt deß Worts Clavi, Clavula, und saget, daß solches ein abgeschnittenes Holtz be⸗ deute: Dieses ist gewiß/ daß das Wort Clavola oder Clavula, von dem Wort, Qlava oder Keule herkomme, welches in unsrer Englischen Sprach Clubi heisset. Zum Vierdten,/ so ist von diesen Salien zu mercken, daß sie im trocknen und von aller Feuchtigkeit entfernet, müssen aufbehalten werden; denn allhier ist ihnen die Feuchtigkeit sehr schädlich. Endlich wird auch ange⸗ mercket, daß immer eine Asche vor der andern ein weisseres Glaß gebe: denn die Eichen⸗Aschen, indem sie die Natur deß Vitriols an sich nehmen, geben ein dunckleres Glaß, da hingegen die Weyde und Saurdorn⸗Asche, ein weisseres Glaß⸗Metall,als jene geben, dieweil ihr Saltz der Nitrosischen Natur beykommt. Diie Art und Weiß/ wie Agricola aus dem Saltz das Glaß bereitet, ist diese: Das Nirrum hat unter ihnen die erste und fürnehmste Stell, dem folget das weisse und durchsichtige Berg⸗Saltz, und die dritte Reyhen hat das Saltz, aus dem Anthyllen oder einem andern saltzigten Kraut bereitet. Einige unter den Glaßmachern, saget gedachter Agricola, halten die,, Aschen aus dem Anthyllen-Kraut, und nicht das Nitrum, für das erste,, und beste, solche, wann sie ihnen ermangelt, so bereiten sie das Glaß aus 2.„ Theil Eichen⸗oder Hageneichen⸗Aschen, oder wann auch diese nicht bey der„ Hand sind, so nehmen sie die Aschen von Buchen⸗oder Tännen⸗Holtz mit ei⸗„ nem Theil Sand oder Kies, sammt einem wenigen gemeinen oder Meer⸗ Wasser⸗Saltz und einem kleinen Ei e es wird auf,, . n diese 234 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch diese Weiß kein sonderbar weisses noch durchsichtiges Glaß bereitet: Die „ Aien Ar 22 aus den alten Bäumen bereitet, in deren Stock oder „Stamm/ wann er 6. Schuhe lang/ und hohlist, man Feuer einleget und „also den gantzen Baum verbrennet, und zu Aschen bringet. Dieses ge⸗ v schiehet im Winter, wann die langwierigen und starcken Schnee liegen, „oder im Sommer, wann es nicht regnet; denn die Platzregen, zu andern Fahrs⸗Zeiten, vermi d machen sie unrein; ahrs⸗Zeiten, vermischen die Aschen mit der Erden, und ma 4 Dertoenen werden alsdenn dergleichen Bäume in viel Stücken zerhauen, v unter einen Dach verbrennet, und also der gedachte Aschen aus ihnen berei⸗ „tet. So weit Agricola. ö In übrigen so ist mit der Zeit und durch die Erfahrung/ der Gebrauch deß Salpeters und Steinsaltzes, zu der Glaß⸗Bereitung gantz und gar ab⸗ gekommen, uud ist nun das Levantische Pülverlein unter allen das fürnehm⸗ stez denn die andern erstgedachten Salia sind hierzu zu weich und linde; indem das Glaß ein fixes Laugen⸗Saltz erfordert, welches am Geschmack scharff, und gleichsam brennend ist/ auch hat es etwas wenig fettes bey sich, derglei⸗ chen auch das Nitrum und Bergsaltz bey sich haben. Derowegen werden sie auch den mehresten Theil in ein Alkalisches Saltz relolyiret, als welchen das Nitrum am Geschmack und Fettigkeit verwandt ist.—9— Der Agricola und andere mit ihm, haben, meines Bedünckene, den plinium nicht recht verstanden, indem sie das Nitrum diesem AlKalisirten Saltz vorsetzen, denn also saget gedachter Plinius im 10. Capitel deß 31. Buchs: aus der Eichen, nachdem man sie verbrennet, ist niemals viel deß Ritri bereitet worden; in gleicher Meinung scheinet auch Virgilius zu seyn, wann er im r. Buch Georgicorum also singet: Semina vidi equidem, multos medicare serentes Et nitro prius,& nigra perfundere amurca. * Welches zu Teutsch ungefehr also lauten mag: Dem Saamen(wie man siht) kan selbst der Ackersmann Offt gute Hülffe thun, damit er Früchte bringet, Indem mit Nitro er die Erde feuchtet an Urnd durch den schwartzen Mist die Aecker wohl bedinget. MWelche Art deß Ackerbaues /in den vorhergehenden, gedachter Poet also sa⸗ gend, beschreibet: 2 Arida tantum Ne saturare fimo bingui pudeat sola: neve Effœetos einerem immundum jactare per agros. . Zu — V Y En Duh Ha Vafbahi deunEutz Muerenleng Ilhet. Dich an Schne aregenyugtz machenftimt Etücken ehe en gusintg ng/ deC Hunie Beshmrt beysch/ M owegen pein Let, dewte Bedürckrt. isen Akalin 0. Copitllil emabu Vigilusp Ites nag: MII chingt. VN von der Glaßmacher⸗Kunst. 235 Zu Teutsch: Man schlägt den fetten Mist nicht auf den besten Boden, Nur der verbrannte Grund wird damit angelegt. Ein Brachfeld, das nichts hat als die verwelckte Soden, Wird mit der Asche nur beworffen, daß es trägt. Aus diesen letzten Versen deß Virgilii wird offenbarlich erwiesen, daß die Aecker mit Saltz bedünget worden: Denn das Wort Salpeter in dem er⸗ sten Verß bedeutet nothwendig, entweder ein extrahirtes Aschen⸗Saltz, oder den Aschen selbst, in welchen das Saltz verborgen lieget; dahin zielen auch im gedachten Buch diese folgende Verse: Sæpe etiam steriles incendere profuĩt agros: Atque levem stipulam crepitantibus urere flammis- Zu Teutsch also: Die Aecker brennen ab, die Stoppeln stecken an, Hat offt bey armen Land nicht wenig guts gethan. Durch diese Verbrennung nun der Stoppeln, wird nichts anders als das Saltz daraus bereitet, dessen Würckung und Natur ist die unnützlichen Kräuter auszurotten; welche, wann sie lang und tieff gewurtzelt, denen an⸗ dern Pflantzen die nothwendige Nahrungs⸗Krafft entziehen, den Acker un⸗ fruchtbar machen, auch den guten Saamen verderben und verzehren. Ich geschweige daß man mit Saltz und Aschen, das Ungeziefer und die Würmet tödtet, welche das Gute und den Korn⸗Saamen auffressen; aber hierzüist die kalte Eigenschafft deß Salpeters, wie der Herr Bacon bezeu⸗ get, allein gnugsam, weiln solche allen dergleichen Gewürme zuwider. Uber dieses so nennet der gelehrte Celalpinus im 23. Capitel deß drit⸗ ten Buchs von den Metallen, die Asche Kali, eine Art deß Salpeters. Nech diesem dienet auch noch allhier zu wissen, daß die Bauren dieses Meer⸗Graß, aus welchen der Kelp bereitet wird, in denen Theilen deß Engellands, so ge⸗ gen Abend gelegen zu der Bedingung der Aecker gebrauchen; welches auch, nach dem Zeugnis deß Ferr. Imperati, bey denenjenigen, so um die Gegend deß Mittelländischen Meers wohnen, im Gebrauch ist: Es kan auch aus dem Meerwasser/ wie auch aus einigen Vegetabilien ein Nitrum extrahi⸗ ret werden; von diesem aber, so es in den Ofen kommet, wird der mei⸗ ste Theil in ein Sal Alkali resolviret. Gg2 Das 236 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Das 7. Capitel. Das Saltz aus dem Maurer⸗Kalch uns nicht im Gebrauch, sondern wird zu Zeiten in dem alten Gemäuer gefunden, und deßwegen Paretonium genennetz es ist viel schärffer als das gemeine Saltz. Von diesen habe ich unter meinen Raritäten ein Stücklein, welches gantz durchsichtig und einem Alaun nicht gar ungleich ist:an Geschmack ist es scharff, wie ein ander Sast. Ferr. Impe- ratus lobet dasjenige Saltz, welches man aus denen Muscheln, Austern und Krebs⸗Schalen bereitet, als aus welchen das beste Saltz zum Gebrauch deß Glases bereitet wird. ö— ö Ingleichen habe ich qus der Erfahrung gelernet, daß der Kalch, welchen die Mäurer in Holland gebrauchen, deß allerschärffesten Saltzes viel bey sich hat. Im übrigen, ob gleich dieses Saltz das Glaß ziemlich weis machet, so wird es doch nicht so durchsichtig„ als dasjenige, welches aus dem Cali ge⸗ macht wird: Und der mehreste Theil davon wird zu einem Alkalischen Saltz. Das 8. Capitel. Von der Fritta. Zeses Wort scheinet den Ursprung zu haben von dem Italiänischen Wort krittare, welches so viel heist als gefrieren: Denn es ist die Frit⸗ ta nichts anders, als ein Saltz und Aschen, welche mit Sand gleich⸗ sam gefrierend, vereinigt werden, um welcher Ursach willen auch die Engel⸗ länder diese gantze Mallam, weiche aus dem Calcinir-Ofen kommet, in Englischer Sprach abatch, das ist, ein geriebenes nennen. Zum andern, wann die Fritta zu schmeltzen beginnet, so gehet sie in eine Massamm, gleich einem Kuchen zusammen, welches die Italiäner Frittelli, die Engelländer aber alitrle frits nennen: Vor Alters wurde es von etlichen Hammonitrum, ein Sandglaß, von andern aber mit einer füglichen Wort⸗ Wsertervonde Ammonitrum, genennet, als einem gedoppelten Wort, herge⸗ 77 eitet von dem Grichischen Wort παμασ, Sand, und virger, Glaß: Denn „Also schreibet Plinius im 26. Capitel deß 36. Buchs, der weise Sand, wel⸗ vcher in dem mittelländischen Meer gefunden wird, wird mit 3. Theil Nitri yvermischet entweder nach dem Gewicht, oder nach dem Maasz dieser, wann y er geschmoltzen, wird in andere Oefen gegossen, allda wird diejenige Masla „bereitet/ so man Ammo. nitrum oder Sand⸗Glaß nennet; diese wird als⸗ v denn wiederum gekochet, und ein reines Glaß/ auch eine Massa deß weissen VGlases daraus bereitet. Noch 1. Bih — 0 Hienintat ngehernchtasß Ubeithurtrth Neen dann Sath. Eenz Mucheh, V SahzunGhh Ider Hut Eatenegh lich veisoth u denh AEe dem Aalant Damebish hit Sardgt eaucee Osenfonnh en. sogehetstith her Tiel deth wufth figdchend en Mo 2 Elchl eeEu 145. C aabdigelten Dh Vhei ETT 06 von der Glaßmacher⸗Kunst. 237 Noch deutlicher handelt hiervon Cælalpinus, sagend: aus Sand und Nitro wird eine Massa bereitet, welche Plinius Hammonitrum nennet. Heut zu Tag wird sie kritta geheissen: Es hat aber diese Art und Weiß die krit⸗ tam zu bereiten, den Nutzen/ daß nemlich die Ingredientia auss beste mit ein⸗ ander vermischet, und die überflüssige Feuchtigkeiten, so noch darbey, durchs Abrauchen verzehret werden. ö Die Fritta deß gemeinen Glases, als dessen Materia nicht gar zart ist/ wird/ nachdeme die Asche oder der Sand gut und subtil ist, innerhalb 10. oder 12. Stunden, mehr oder weniger verfertigete Bey uns in Engelland sind dreyerley Sorten der Fritten im Ge⸗ brauch, als erstlich die Erystallen, zu der Crystallinischen Arbeit, bereitet aus Sand und dem Levantischen Pülverlein: Zum andern die ardinari Fritta, so nur aus lauter Aschen deß Pülverleins, oder von der Soda, ohne vorher⸗ gehende Extraction deß Saltzes, gemachet wird: Zum dritten, die gemeine Fritta, welche zu der Bereitung deß grünen Glases gebrauchet, und aus al⸗ lerley Aschen, sonder alle vorhergehende Bereitung, gemachet wird, oder man nimmt auch nur hierzu eine subtil⸗gepülverte Aschen, und den härtlich⸗ ten Sand, der von Woolwych hergebracht wird. Die Materialien werden zart gepülvert, gewaschen, gesiebet, vermischet, und damit sich alles wohl und genau mit einander vereiniget/ in das Calci- nir- Feuer gethan: anders so würde das Saltz und Sand, wann sie zer⸗ schmeltzen, zu unterschiedlichen Cörpern werden; welches auch bey allen die⸗ sen obgemeldten Beobachtungen leichtlich geschehen könte/ so mit den Rühr⸗ hacken nicht stetigs herum gerühret werde. In einen Mörsel von Marmor. Es ist aber die Manier, so anjetzo im Gebrauch ist, etwas bequemer, in⸗ deme nemlich die härtere Massa als der Asche, wie auch die Caleinirung der Magnesie und der Laftera, item der Kiesel und das Saltz, zermalmet wird auf einer Mühl, die einen Mahlstein von Marmor hat, so 9. biß 10. Zoll breit/ und 7. oder 8. Schuhe im Durchschnitt dick ist; wird von Ochsen oder Pferden herum getrieben; der Boden, darauf der Mahlstein lauffet, ist gleichfalls von Marmor, darauf werden alle Sachen geschüttet, die zermal⸗ met werden sollen: Und auf solche Art zu zermalmen, wird in einen Tag mehr gethan, als wohl 20. Menschen mit Mörsel⸗stossen ausrichten mögen. Die Frittam begiessen wir nicht mit Wasser, noch mit Lauge, sondern wir vollbringen die Arbeit/ wann sichs 9 im Topffe, innerhalb 4— 238 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch— Tagen: Jedoch ist auch gewiß daß die Besprengung mit Wasse dan ge/ viel fr Reinigkeit deß Glases Vermoe her oder dau⸗ Rah Das 9. Capitel.* Von der Magnesie. ⁰ gese ist die Ursach so unterschiedlicher Qualitäten und Veränderung Nh der Farben/ als deren etliche völlig, einige aber hell sind. Man be⸗ l l findet anjetzo, daß die Magnesie und die LJallera nur der Güte nach Maben unterschieden sind, als da diese in ihren Vermögen etwas arm, jene aber Ruugs desto reicher ist. 2. bsosch Es ist zwar noch ein Mittel⸗Unterschied zwischen beyden, solches aber dbli kan von keinem, auch von dem allerkünstlichsten und erfahrnesten Glaßma⸗ cher nicht unterschieden werden, es sey denn, daß sie deß Ofens vorhero wohl kundig sind. ö 947 2 Uber dieses soverändern die Metallen ihre Farben, ungeachtet sie auf Rush einerley Art/ und dergleichen lngredientibus bereitet worden/ je nach Art der dene Töpffe, in welchen sie ausgekochet werden:derohalben folget der Glaßmacher Hachet den Gutdüncken der Augen, indeme er seine Farben, nicht nach dem Gewicht Ged oder Maas, sondern nach und nach, Absatz⸗weise, beymischet, folgends das Metall rühret, und nach genommener Prob von der Qualität der Farben hn urtheilet; und im Fall er solche gar zu hell befindet/ so thut er noch so viel dar · wesh zu, biß es die Farb, so er verlanget, erreichet. schie Der Ofen erfordert ein dürres Holtz. l Unser Autor rühmet alleꝛeit vor allen das Eichen⸗Holtz, als welches ein starckes Feuer, und eine daurhafftige Klamme giebet Ferr. Imperatus saget, Nt im 16. Capitel seines 144 Buches, daß die Glaß macher, wann sie arbeiten,lie⸗ Sab, ber eine lebhaffte als eine grosse Flamme, und dahero das Eschen ⸗Holtz am Al liebsten haben, als dessen Flamme, wann es in den Wirbel deß Ofens kom⸗ ö 1e met/ seine Macht denen Töpffen selbsten mittheilet: Und gewiß das Eschen⸗ hun holtz giebet ein sehr helles Feuer, allein es wahret nur nicht lang, und wofern Vai es nicht immer angeschieret wird, so schmeltzet weder das Metall/ noch wird G solches zur Arbeit tüchtig. 00 Camerarius recommendirt in seinem Buch nicht sonder Ursach das 0hse Wachholder Holtz hierzu, wann man solches nur häuffig und genug haben ir könte. Ich verstehe nicht genugsam, was Plinius damit will, wann er also miti saget: Das Glas wird bey leichten und dürren Holtz gekochet; Auch weiß das ich nicht/ warumb lutar chus sich zu sagen unterstehet; nemlich,/ es diene 25 ——— g⸗ ö Rudeh helsrd, d IhurderGiht den, sitttt ahrneserHc Nent touhen VUngeachtten demierathut gerderHafptt Hach dem Et scheh shdt Halitat xt THoch HHHHEn Imperuus m searbo Cschenchohn deß Ofrtto wifArE angibdrot Raan von der Glaßmacher⸗Kunstt. 239 Tamarißken⸗Holtz trefflich wohl zum Glaßmachenzda dergleichen Holtz kein Feuer, gleichwie es das Glas vonnöthen hat, geben kan. Allhier kan ich nicht vorbey gehen, etwas von der Würckung deß Feu⸗ ers/ auf die Bahn zu bringen/ wie solches von den Arabischen Naturkündi⸗ gern und deroselben Nachfolgern ist aufgezeichnet worden; daß nemlich das gebrandte Glaß, so es mit calcinirten Schwämmen vermischet wird, den Nieren⸗und Blasenstein zerbrechen, auch die äusserlichen Geschwär heilen soll; allein die Art und Weiß das Glaß zu brennen, wie es von gedachten Arabern und ihren Nachfolgern beschrieben wird, ist gantz ungereimt; indem gnugsam bekandt ist, daß zwar ein sehr starckes oder stets⸗währendes Feu⸗ er/ soiches wohl im Fluß erhalten, mit nichten aber zu einem Pulver brennen und bringen kan. Das Saltz abzuschaumen. Dieses abgeschaumte Saltz wird auch genennet Sal Alkali, bey den Teutschen Glaß⸗Gall, bey den Frantzosen, Zuin de Verre, oder Glaß⸗Fett, bey den Engelländer aber Sande xer. Dieses Saltz ist gantz weiß, und ver⸗ gleichet sich/ dem Geschmack nach, mit dem Nitro/ wird auch von der Feuch⸗ tigkeit der Lufft oder eines Orts leichtlich aufgelöset. Unsere Glaßmacher werffen das Metall ins Wasser, damit von dem⸗ selben das Saltz abgesondert werde, indeme es oben aufschwimmet; denn wenn das Saltz, durch dergleichen Abschaumen nicht von dem Metall ge⸗ schieden wird/so bleibet das Glaß zur Arbeit untüchtig/verlieret seine Zähig⸗ keit, und wird sehr zerbrechlich. Ein Topff, welcher deß besten Metalls 200. Pfund hält, der wird 50. Pfund deß Nikalischen Saltzes geben: Und je träger oder gelinder das Saltz/ auch je schwächer die Aschen sind, je grösser wird die Duantität deß Rikalischen Saltzes werden; also, daß ein Glaß⸗Metall das andere, um den 5. oder 6. Theil ubertrifft: Und wann das gemeine Glaß und die Asche gar zu schlimm seynd/ so müssen die Glaßmacher wegen allzu vielen Uberfluß deß al- Kalischen Saltzes, den Topff 4. oder 6. mal mit Aschen anfüllen,damit er deß Glaßmetalls endlich voll werde, auch wann deß alkalischen Saltzes noch et⸗ waz in den Topff ubrig ist/so dürffen die Zlaßmacher kein kaltes Wasser dar⸗ an schütten, damit die Ebullirion oder Aufwallung deß Glases verhindert werde; denn wann sie solches thäten, so würde der Topff, samt dem Oefen, mit grausamen Ungestůmm entzwey springen. Das alktalische Saltz machet das Metall flieffendund wann man dessen eine kleine Quantitat, mit Spieß⸗ Glaß und Nitro vermischet/ indem der Crocus Metallorum bereitet wird, ver⸗ 240(C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch vermehret es die Quantität deß Croci, und machet, daß er desto leichter von den Schlacken abgesondert werde. In Franckreich ist dieses Saltz häuffig zu bekommen, und gebrauchen solches die Innwohner zum Einsaltzen der Speisen und deß Geträncks. Die Solution von solchem Saltz, wann es auf die Garten⸗Bette gegossen wird, tödtet die Würmer, und die unnützlichen Kräuter. Der Halß ꝛc. ‚ Also werden diejenigen übrigen Glaß⸗Stücke geheissen, welche an den eiseren Blaß⸗Röhren hangen bleiben, solches schlagen sie allezeit von gedach⸗ ter Röhren herab, und legen es an ein hierzu bestelltes Ort; aus welchen hernachmals, wann sie zerstossen, und mit Metall vermischet werden, nichts anders als ein gemeines, doch sehr reines Glaß, bereitet wird, nicht anders als ob es von dem allerbesten Metall wäre. ODas 10. Capitel. Damit es wohl calciniret worden. As Glaß bleibet nicht nur 24. oder mehr Stund/sondern wohl 2. oder 3· Tag lang in einem starcken Feuer; dann je länger es darinnen, je besser wird es, denn auf solche Weise wird es gereiniget und werden alle Flecken und Blätterlein davon berzehret. Das u. Capitel. Leserdümmet 5 aaf⸗ eren doeit eser kommet von dem allerbesten Wein her, und ist ein Zeichen, da dem Wein, von dem Meerwasser oder andern Dergleicen Dugen, Snichts ungebührliches widerfahren, als von welchen die Tugend und Krafft deß Weins gemindert, der Weinstein aber in die allerkleinesten Stücklein ditlolviret wird. ů Bey uns wird der Weinstein, zum Glaßmachen, in der dritten Cam⸗ mer deß Glaßofens, nahe beym aussern Ofen⸗Loch, 6. Stund lang biß zur Weisse gecalciniret; diese Calcinirung hat in dem Glaß eben die Wur⸗ 9 en ob der Weinstein an einem andern heissen Ort wäre gecaleini⸗ Das 12. Capitel. 60 Die Laffera. ö 10 VBoese und die Magnesie werden allhier nicht anders bereitet, als daß 6 2 au —.— 10 U eh IIE Hechede hC Zaptel hennete Impetat 0 BI Wil Hiie No aitd, ö shuf detgl schst Osh 10 che H GI Dam Heu⸗ Hün den solt wer WSahn Anddemmiih V N eisen vehnm eabegetwnglt Ontz audth schtveadunh hitd,igta ndernwoßlꝛ Heres dunmg Mniget und stein Richn gleichen digt Dieuge ie legg erdritteto Andhughf cben N M ware Rul V 10% von der Glaßmacher⸗Kunst. 241 auf der Mühl zu einen zarten Pulver gemachet/ und durch ein Sieb, gleichwie das Pülverlein und die übrigen Materialia, gesiebet werden. Was die Laffera sey, finde ich bey keinem Autore, und sind derselben gar wenig, die davon etwas gedencken. Cardanus nennet es im F. Buch seiner Subtilitäten, eine Erden: Es ist, saget er, auch eine andere Erden/„ welche das Glaß also blau färbet/ welche ihrer etliche Zafferam nennen. Al„ lein Cælalpinus, nach dem Cardano, rechnet solche, zu den Steinen, im 5.n Capitel seines andern Buchsmoch ist ein anderer Stein, sind deßCælalpini,, Worte, der das Glaß blau färbet, und wenn man deß gedachten Steins ⸗ ein wenig zu viel nimmt/ so wird das Glaß schwärtzlich: Solcher Stein aber., wird Zaffera genennet/ ist an der Farb grauröthlicht, schwer und zerreib⸗ licht; im Feuer fliesset er, für sich allein aber nicht; sondern wann er mit dem Glaß vermischet wird, fliesset er gleich einem Wasser. ů Aldrovandus in seinem Musæo, folget obgedachten Autoribus, und nennet es an einem Ort eine Erde, an einem andern aber einen Stein. Ferr. Imperatus vergleichet im 8. Capitel deß 28. Buchs die gedachte Zafferam, dem Bleystein und der Magnesie. Allein es ist keine Erde, dieweil es sich mit Wasser nicht vermischet, noch mit demselben kan vereiniget werden: Zudem, so ist kein Stein gleichwie die Zaffera so zerreiblich, als welche mit den Fin⸗ gern, und geringer Müh/ zu einer zarten und sandichten Substantz gemachet wird/ welche man kaum betasten oder fühlen kan. Und gewißlich, wann diese Materia ein oder andere dergleichen Eigen⸗ schafft/ oder eine gewisse Farb hätte/ sie wüͤrde von denen Schreibern, die von dergleichen Sachen geschrieben, und solchen nachgeforschet haben, nicht gänz. lich seyn aus der Acht gelassen worden; Insonderheit nachdem sie bey allen in so starckem Gebrauch ist, und der selben eine grosse Menge, so wohl von den Glaßmachern/ als auch von den Töpffern verarbeitet wird. Der embsige und gelehete Bergmann Agricola, kennet solche nicht, und thut auch nicht die ge⸗ ringste Meldung davon. Julius Scaliger, welcher ein Buch, die Gläser⸗ Sachen betreffend, geschrieden hat, saget nichts davon, hat auch den Carda- num, um daß er solche eine Erde nennet, im geringsten nicht gestraffet. Derohalben bin ich dieser Meinung, und halte dafür, daß dieses eine neu⸗gefundene Sache sey, und durch Kunst von irgend einem Teutschen Künstler bereitet auch der Ursach halben annoch in geheim gehalten werde; denn es ist gewiß, daß es aus Teutschland komme: Und so ich muthmassen solte, wolte ich dafür halten, daß es aus Kupffer, Sand und vielleicht ein wenig Ballmeystein, bereitet werde. Die blaue Farb/ so es hat/ ist meiner Meinung nach, dem Kupffer bey⸗ Ob zumes⸗ 242 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch zumessen, nicht anders als die Farb der Magnesie dem Eisen: Auch ist die⸗ ses gewiß/ daß nichts ist, welches dem Glaß eine Farb mittheilet, ausser die Metallen/ denn es wird das Glaß von einem jeden Metall getingiret. Der Lasurstein, ungeachtet er ziemlich hart ist, giebet im Feuer seine Farb von sich/ und also auch die übrigen Mineral⸗Steine: Das Spießglaß tingiret zwar das Glaß auch; allein solches geschihet nur von seinem metallischen Theil, oder dem Regulo: Vielweniger kan einige Erden dergleichen starckes Feuer ausstehen; wiewol sich die Seotische Ochergelb, wie auch die Indianische Röthe, durch die Caleination in keine unliebliche Farben verändern, so sie anders recht angeordnet werden /iedoch können sie die Hitze des Glaß⸗Ofens nicht aus halten. Ist also der endliche Schluß, das diese Zalleræ- Farb von keinem an⸗ dern/ als einem metallischen Dinge ihren Ursprung habe. Und so dieses ist, was kan es wohl anders, als das Kupffer seyn? denn ob man schon glauben wolte, daß diese Farb vom Silber herkäme, so ist doch solche nur dem Kupf⸗ ser, als welches mit dem Silber eine Verwandschafft hat, zuzuschreiben; denn das Silber/ nach dem es zum drittenmal ist ausgesotten worden, färbet das Scheid⸗Wasser gantz und gar nicht mehr. Das zweyte Stück, welches zu der Compositĩon der Zafferæ kommet, ist der Sand, welches man mit der Zung und Hand fühlen und unterscheiden kan: Und wann man ein Aqua fort darzu nimmt, so wird man augenschein⸗ lich befinden einen weissen und durchsichtigen Sand⸗Kieß, welcher dem Pul⸗ ver derjenigen durchsichtigen Steinkein(bey uns in Engelland Pebles, in Italien und von Feranto aber Quocolos genannt) gäntzlich gleich kommet: Noch üͤber dieses/ so wird sich eine Art deh Sandes bey der obigen Solution befinden, welcher unserm Englischen gemeinen Sand nicht gar unähnlich ist, schwärtzlich an der Farb und leichtlich in den Fluß zu bringen. Zum dritten, wärum ich dafür halte, daß auch Gallmeystein mitder Zal⸗ fera vermischet seye, ist dieses die Ursach, daß weder ein Aqua fort, noch Spi⸗ ritus Vitrioliuber die Zaffera gegossen eine merckliche Operation thut/ als daß sie solten Blasen aufwerffen, kolviren oder tingiren: Solches habe ich dersuchet, mit der Angiessung eines gemeinen Scheid⸗Wassers und Vitriol⸗ Dewégnr allein ich habe niemals vermercken können, einige ebullition und Bewegung der Liquorum, noch einige Entfärbung oder Getöß, gleichwie guher in Auflösung der Metallischen Cörper zum öfftern zu geschehen plleget. ö Daß aber der Gallmeystein die do lutĩon verhindere, und das übrige verur⸗ ———ͤ————34 1D +..— Es Wösh — 0 nitheilt z Algengt;) enthathn Gglaßtygith metalicher ichensantehh uchdegrh en täddenj RRSOb arbtunkun dsds manschongz iche wurdens at, Ruuseun teh prdens Zafeuhhtr unduntysti manaugaste welcherben landbete; bglichu obigehS garInchndei . ö Fenmial⸗ Afortlach ionhuf ulhescht Humd int 2— ß/ Hfh. nug Wapihi 0 von der Glaßmacher⸗Kunsi. 243 verursache, soll aus nachgesetzter Versuch⸗Prob,welche wir darum anführen wollen, zu ersehen seyn: Es kan auch über dieses ein Hartz oder Gummi so sie bey obiger Composition der Zafferæ vermischet wären, die Ebullition oder Aufwallung deß Aquæ fortis verhindern, dieweil dergleichen schwefflichte Materien von solchen Wassern nicht angegriffen werden.—— Auf was Weis aber das Kupffer zu gedachter Composition der Zaf⸗ feræ müͤsse gepræpariret werden, und ob solches nur auf gemeine Art, wie die Chymiĩcĩ lehren, oder aber auf eine andere Manier geschehen soll, kan ich allhier nicht beschreiben; es solten aber etliche wenige Enperimenta dieses Secret entdecken, und diesen Knopff aufflösen können, als dahin wir den Le⸗ ser wollen gewiesen haben.—.— Endlich wer das Gewicht/ den Preiß, und die Farb(welche nur Pur⸗ purfärbicht, und schwärtzlicht, was wir biß dato gesehen, fürgekommen ist) in acht nehmen und betrachten wird, der wird meiner obigen Meinung leichtlich Beyfall geben.. Das Wort Laffera hat sonder allen Zweiffel seinen Namen von Sa⸗ Phiro, als mit dessen blauen Farb es sich mehrentheils vergleichet. Das 13. Capitel. Magnesia. Olche wird darum also genennet, dieweil es sich, so wöhl am Gewicht, als an der Farb mit dem Magnetsteinvergleichet. Dieses ist eine fast allgemeine Materia deß Glases, und gebrauchet man diese Magne⸗ sie nicht allein zu dem Ende, daß dadurch die grüne und blaue Farb dem Glaß benommen werde, davon Virgilius im 4 Puch Georgicor. also singet: —— Eam circum Milesia vellera Nymphæ Carpebant hyali saturo fucata colore. Teursch: ö Vom Thale brachs die Nymph, das durch Milese gehet, Welchs stets in voller Blüht und hoher Farbe stehet. Ein Ausleger deß Virgilii füget zu diesem Verse noch hinzu, nachfolgende Wort: Vitreo viridi, Nymphis apto, in Glaß⸗grüner Farb/ so zum Wasser sich schicket. Die grüne Farb ist in allen Glaß⸗Sorten zu finden, dahero mag die Magnesie mit allem Fug eine Seiffe, welche das Glaß reiniget, genennet werden; es giebet auch die gedachte 960 8 dem Glaß Allerley 3340 Hh 2 —— EE u —.2—2——FF—F—TP.....—2————— 8— 2 IIDIREERIEIIIIIIE‚..— IEE—— IRRTtttttttt‚t‚tttE——..— 244 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch als roth, schwartz ⸗Purpur⸗Farb und dergleichen; ja sie mag für eine Haupt Materia aller Farben gehalten oder benamset werden, wie solches dieses gan⸗ tze gegenwärtige Buch, und absonderlich elalpinus mit folgenden Worten „weitläufftig und warhafftig erweiset, also lautende: Es wird diese Art deß „Magnetsteins heut zu Tag insgemein Manganese und vom Alberto Mag- „no, Magnesie genennet, und wird zu dem Glaßmachern gebrauchet; die⸗ „ weil man davor hält, daß es das geschmoltzene Glaß, gleichwie der Magnet „das Eysen, an sich ziehet: Es ist ein schwärtzlichter, dem Magnet äͤhnlicher „Stein, und gebrauchen ihn die Glaßmacher;denn so man von solcherMag⸗ „ neie nur ein wenig mit geschmoltzenem Glaß vermenger, so reiniget es das⸗ „ selbige von allen fremden Farben, und machet das Glaß hell; nimmt man „aber der gedachten Magnesie etwas mehrers, so bekommet das Glaß eine „ Purpur⸗Farb; Man bringet diese Magnesie aus Teutschland, auch wird ysiè in Italien, aus den Bergen Vitorbii, und anderswo gegraben. Plinius gedencket auch eines falschen Magnetsteins, also schreibend: „In Cantabria wird auch ein Magnetstein/ aber nicht der warhafftige, ge⸗ funden/ an unterschiedlichen Oertern; allein ich weiß nicht, ob solcher zum „Glaßschmeltzen nützlich ist,denn es ist, so viel mir wissend, von niemand an⸗ v noch versuchet wordenz dieses aber ist mir wohl wissend/ daß solcher Stein/ „ gleich dem rechten Magnet, das Eysen scharf machet. Diese Magnesie nennet Cardanus im 3. Buch seiner Subtilitäten, eine syderische Materia; mit was Grund er aber solches thut, weiß ich nicht. Ingleichen saget er, und vielleicht aus Irrthum, daß sie blau seyn soll, da sie Foch roth oder dunckel ist. J. Scaliger bemercket in der roa. Exercit.§. 23. 2 77 „ von diesem deß Cardani Ort nachfolgends: Was die Magneste sey, saget v er/ weiß und kenne ich nicht, es kam mir aber ein geschriebenes Buch, vom „Glaßschmeltzen handlend,einsmals unter die Hand/ welches ein Venetia⸗ „nischer Bürger, Namens Pantheus, verfertiget hatte, darinnen stunde „verzeichnet/ daß das Glaß eine Purpur⸗Farb von der Magnesie erlangte: „Auch weiß ich mich zu erinnern, als ich annoch ein Knab war, und zu La- v dron dazumal mich aufhielte, daß, so mir recht ist, aus den Solodonischen „Bergen etwas, weiß nicht was, ausgegraben, und nacher Venedig ge⸗ „bracht wurde, mit welcher Materia man das Glaß also schön und weiß „ machte, dab es fast auf die Art/ gleich einemCrystall, hell und rein anzusehen war/ und solches dann war an der Farb fast gleichwie ein Eysen gewesen. „Mein anderer Lehrmeister lehrte mich das Glaß, mit Zusetzung auch einer „ehsenfarbichten Materia/läutern und weiß machen,also/daß die Substantz 3— der K* F..—ę. — Wufen ehs ede Sicddiehh domAberuh Ngthruce Ichwiedech Mhaetirh Wbopsoshchz „Wrenth helz uhn Retdge Hfh sclandoth o geglobeh asostrag Wathafhg Hves bon niewarhz ahEn — Subtsit Vhejß ih h. serhsol,x TErerait g W Res Buchtn eilVal harnenfen ucseefun 4/ al Cobdoste Vnh WT panle Hseg g Hel Weih ten und fremden Dinge von dem von der Glaßmacher⸗Kunst. 245 der beyden Ingredientien so fest vereiniget, und zusammen verbunden wa⸗n ren, daß die Farben, so davon vermischet, noch andere Glußfarben annah⸗/ men, und selbige im Feuer reinigten; indem die eysenhafftige Magnesie,„ als welche die Hitze nicht erdulten kan, ausrauchet, auch die Unreinigkeit,, deß Glases mit sich nimmt,/ und also selbigesgleichwie die Seiffe oder Lau⸗/ ge, das leinerne Geräthe von allem Unflat saubert.„ ö Ich finde fast eine gleiche Meinung bey dem Aristotele, da er handelt von dem Kraut Wohlgemuth/ und weiset, wie die Eigenschafften dieses Krauts/ den trüben Wein läutern und reinigen. Sonsten aber ist zu wissen, daß diese eysenhafftige Substantz, so sie mit einem Metall vermischet wird/ im Feuer nicht ausrauche, sondern in kurtzer Zeit(mit demselben) verkochet wird. Und dieses/ was bißhero gesaget worden, ist es, das wir von der Mag⸗ nesie in acht genommen haben. In diesen obigen Discurs nun sind zweyerley Sachen in acht zu nehmen, als die Attraction oder Anziehung/ und die Reinigungs⸗Krafft, damit die behandelte Magnesie ihre Würckung vollbringet: Betreffend das erste, als die Attraction, so finde ich kein ander Fundament, als daß solche Eigenschafft, aus freyen Willkühr wegen deß Nahmens der Materie/ ist beygeleget wor⸗ den; denn so man gleich ein grosses Theil der Magnesie, zu einem wenigen Theil deß zerbrochenen oder geschmeltzten Glases thut/ so wird man in dersel⸗ ben weder Attraction noch Bewegung spühren: Wollen sie aber; an statt deß glaßhafftigen Liquors, das Alcali, oder ein Theil deß Glases verstehen, so ist gewiß/ daß die grüne Farb auch dem wohlverschaumten Metall an⸗ hängig/ und wann man alsdann einige Magnesie darzu thut/ so ists auch rich⸗ tig/ daß es das Glaß reinige: Verstehen sie aber durch den Liquor deß Gla⸗ ses nichts anders, als ein geschmeltztes Glaß, so reden sie vergeblich von der Sach/ indem sie solches nicht/ wie sichs gebühret/ mit einem Beweiß ⸗Grund, oder einiger Erfahrungs⸗Prob erörtern. Sonsten aber wie obleur und verborgen diese Artraction, so offenbar ist hingegen die Glaß⸗Reinigung, die Art und Weise aber, wie solches ge⸗ schehe/ ist gantzlich verborgen. Vorerwähnter Scaliger hält samt seinem Lehrmeister, dafür, daß solche Operationes der Magnesie, in Attrahirung und Reinigung deß Glases, vermittels einer Art der Eehalation geschehe: Plinius und Cæsalpinus verstehen durch dieselbe Attraction vielleicht nichts anders/ als die Reinigung/ allein sie geben davon keinen gebührlichen und sattsamen Bericht. CEinmal aber ist gewiß, daß vermittels der Magnesie die Unreinigkei⸗ en Glaß⸗Metall abgeschieden b 3 wer⸗ 245( Merrets Anmerckungen in das erste Buch werden, es mag nun gleich durch die Præcipitation oder Exhalation gesche⸗ henʒdurch die Præcipitation aber kan solches nicht geschehen,denn wann das Metall beweget würde, so würde seine gehabte Farb wiederum kommen, oder es würde solche in Form eines Boden gleichwie in allen Præcipita- tionen geschiehet, auf deß Topffes Boden zu finden seyn. Die Exhalation ist noch weniger warscheinlich; dieweiln man an dem gereinigten Glaß keinen Abgang deß Gewichts spühret: und wie sollte sich der fixe Cörper der Magnesie, samt der kleberichten Substantz deß Glases vermischet, also erheben und ausrauchen können? und könte auch wohl eine grössere Unbeständigkeit der Magnesie beygemessen werden, als daß man sa⸗ gen wolte, sie dämpffe unvermercket, nachdem sie die grüne Farb deß Glaß⸗ Metalls an sich genommen, in die Lufft auf, und davon? Ich vor meinen Theil halte dafür, daß hieran nichts anders, als die formliche Veränderung des Cörpers/ und der kleinesten metallischen Parti⸗ culn, die Haupt⸗Ursach solcher Operation sey: Dann indem die Magnesie vom Feuer geschmoltzen, auch durch dessen Vermittlung, mit den allerklein⸗ sten Aromis deß Metalls, durchaus vermischet wird, so formiret das Feuer, vermittels der mannigfaltigen Herumtreibung, atomialische Figuren, wel⸗ che alsdann tüchtig werden, den meisten Theil desjenigen Lichtes, welches wir hell und weiß nennen, rellectirend fürzustellen. Diese Lehr von der Farben Herfürbringung, nur aus ihrer Theil⸗Ver⸗ wechßlung, noch pürtleauf die erörtern, könten noch unterschiedliche In⸗ stanzen oder Einwürffe auf die Bahn gebracht werden; allein wir wollen uns begnügen lassen, hier anzuführen nur diejenigen Cörper, welche durch Vermischung, und Zusammensetzung anderer gefärbten Materien, eine Weise erlangen, als zum Exempel; man nehme gelblichten Terbenthin, oder ein schwärtzlichtes Oleum Capere, oder ein altes Terbenthinöl, welches mit Grünspan(denn solcher wird darinnen leichtlich aufgelöset) getingiret wor⸗ den/ und zwar in solchen Grad der Farb,/ welcher mit dem Glaß übereinkom⸗ met/ solches vermische, und rühre mit einem Everdotter bester massen herum, so wirst du eine helle und weisse Farb bekommen. Noch ein anders, man nehme eine starcke Seiffensieder⸗Lauge, solche umrührend, mische ein grünes Hollunder⸗Oehl darunter, so bereitest du eine Artzney/ welche von den Naturkündigern Jungfer⸗Milch genennet wird. Man kan auch wohl der gedachten Lauge ein anders Oehl beyfügen und gleichen Effect erreichen. Allhier schauest du erstlich die dauge, welche an der Farbe gelb⸗röthig ist und doch hernach durch die Grüne de ni falagk n hte tulbot Velhngy I barhl icaut whe die Mugt nitdenalah mietdathn decium Achteo, x terHe rschedlchh lein wir xulg / weschehuß Nakenep, e erbehthing Oh elheent Ittirgietti Fübeuntr wasen heuh Mauhge/ + krilste onhet uit Hlbchfigt I%/ W 0000 U 9— von der Glaßmacher⸗Kunst. 247 nicht gemacht/ verzehret, und in eine Milch⸗Weise verändert wird. Ferner wann man Weinstein⸗Oehl in ein grünes Wasser,(welches durch Aufflö⸗ sung der grünen Feuer⸗ oder Schwefel⸗Steine, mit Regen⸗Wasser bereitet wird) giesset, so wird man eine weisse Farb erlangen. Gedachtes Weinstein⸗Oehl in ein grünes oder blaues Wasser(darin⸗ nen Vitriol zergangen) gegossen, wird gleichfals obigen Ettect erreichen; allein die Farb ist in diesem letzten experiment nicht so weiß, gleichwie sie in dem ersten ist, es sey dann, daß man deß Weinstein⸗Oehls einen guten Theil daran schütte. Mit an Einwurffen nun wird ja die Exhalation der Magnesie hof⸗ fentlich gnugsam widerleget worden seyn, mit augenscheinlicher Erweisung, daß die vielmals erwähnte Glaß⸗Reinigung,eintzig und allein von Mannig⸗ faltigkeit der Metallischen Theil Textur oder Gewürck, und deroselben Dil⸗ osition, welche die darzugethane Magnesie würcket, herrühre. Und was önte wohl für eine andere Ursach gegeben werden, warum das Glaß⸗Me⸗ tall von zwey weissen Cörpern, nemlich Sand und Saltz, eine gantz andere Durbdegchen oder warum die Zaffera, und die Magnesie, eine schwartze arbe geben? ů ö Daß die Magnesie viel deß Eysens bey sich führe/ düncket mich ohne al⸗ len Streit wahr zu seyn, auch will ich solches mitfolgenderErfahrungs⸗Prob erweisen: Ich goß einsmals Scheid⸗Wasser über eine gepülverte Magnesie, in einen enghalsichten Glaß, so erregte es in den Glaß, mit einen engen Mund⸗ Loch, sehr grosse und aufwallende Blasen nicht aber geschiehet solches so sehr in einem andern Glaß/ so ein weit Mund⸗Loch hat und einen scharffen durch⸗ dringenden Dampff, welcher übel zu riechen war; nachdeme ich aber einen Vitriol⸗Spiritum daran gegossen, so kochte es zwar ein wenig, und wurde das Glaß(nachdem in demselben die Materia viel Füncklein schiessen ließ) so heiß/daß ichs nicht länger in der Hand behalten kunte; und wann man auf gedachte Magnesie noch ein kaltes Wasser schütte, so wird die schon allbereit abnehmende Hitz noch mehrers erwecket, welches, wie mich bedüncket, eine sonderbare Eigenschafft dieser Materiæ ist. Die Tinctur dieses Steins hatte eine saturirte Farb, gleich einem Cla⸗ ret: Dieses alles nun geschihet auch mit dem Eysen, so die oberwähnte Spi— ritus daran gegossen werden; und ist gewiß darfür zu halten, daß die Farb, welche die Magnesie bey sich fͤhret, von dem Eysen seinen Ursprung habe/ indem sie beyde einerley Röthe haben; solches wird sammt einer hoch⸗ rothen Purpur⸗Farb, wie auch einigen Arten der blauen.Iyrber, arben, D...— 248(C Merrets Anmerckungen in das erste Buch Farben, in unterschiedlichen Præparationibus deß Eysens, befunden. Und gleichwie die bleiche Erdfarb/aufs beste von der Zafkera, und Magnesie, also wird die Seiden von der Schwartze getingiret, so man den Schleifsand da⸗ zu thut,/ der von dem Schleiffstein, darauf Eisen geschliffen wird, kommetz sol⸗ chen Schleiffsand aber kan man bey denenjenigen, welche Scheer und derglei⸗ chen Sachen schleiffen, bekommen. Auch solte gedachter Schleifsand, ohne Zweifsel,dem Glaß⸗Metall, welches in dem Topf oder Ofen gefärbet werden soll, gar wohl dienen, wann nur die Glaßmacher den Nutzen solches Sandes wüsten, oder ihn einmal deß Gebrauchs würdigen wolten. Zum andern so machet die Magnesie das rohe Glaß oder Metall sehr aufschwellend, nicht anders als der Stahl, wie auch desselben Crocus, oder eine andere dergleichen Eisen⸗Operation oder Composition, welches dieses Metall mit dem Kupffer und Bley gemein hat. An diesem, unsers Autoris Ort, ist in acht zu nehmen, daß er begehret, man soll von gedachten Materien nichts auf einmal, sondern solch es auf un⸗ terschiedlich mal oder nach und nach in den Topff werffen: und zwar so, daß allezeit ein Theil deß Topffs leer verbleibe, damit das Metall nicht allzusehr aufstrudlend, in das Feuer und Asche sich verlauffe, und also Zeit und Unko⸗ ote zugleich verlohren gehen, welches gemeiniglich mit einander zu geschehen pfleget. ö ö Allhier rühmet unser Autor die Piemontische Magnesie, als welche die beste unter allen seyn solie; und das ist die Ursach, daß, so offt als er etwas von der Magnesie schreibet, er zugleich auch deß Orts gedencket, da solche herkommen. Hierzu kan auch verglichen und beygebracht werden diejenige Magne⸗ sie welche vor Jahren durch den Fleiß unsererEngelländischen Berg⸗Leute, in unserm Lande, hey den Mendippischen Hügeln, an einem(wegen deß Bley⸗ Ertzes) sehr berühmten Ort, in der Grafschafft Sommerset, ist erfunden, und an den Tag gebracht worden: Und weiln solche sehr gut, als wird sie von de⸗ nen Moranen sehr nützlich gebrauchet. Von dieser Magnesie bezeugen die Berg⸗Leute ausdrücklich, daß an selbigem Ort, allda solche Magnesie gefun⸗ den wird, eine Bley⸗Minera, insgemein in Englischer Sprach Potern ge⸗ nannt/anzutreffen sey, solche Bley⸗Mineram gebrauchen die Töpffer, damit sie ihre Gefäß schwartz, gleichwie mit der Lallera blau machen: Sie halten diejenige für die beste, welche schwartz ist/ keine gläntzende Füncklein hat; und so es zu Pulver gemachet wird,dem Bley eine schwartze Farb mittheilet. Sie ist hart anzufühlen, und schwer am Gewicht, und je völler es an der Farb ist/ je mehr färbet das Glaß⸗Metallz sie kan mit der Fritta zu gleicher Zeit in den Topff getragen werden. 9 as Buh 7F— 71 uhdeg M en Schsach ADdkomngh Skerui Ccleffag eugefthetxe en soshesEh . Vodet Mu lben Coadh 10n, Wishteh „daferbght rn soscesn und spoxsyx tolnctchgt o eturdlth Nderugis WT oftatenhe encet/ ds Heitige M Betal vegendtfR isterfudae ditdsebosh H Noghesegh rach boten Dopffan Esfle Kenhattk mithelttel derrdg 0 . oh der Glaßmacher⸗Kunst. 249 Das 14. Und. Capitel. ö Ferretum Hispanicum. As Wort kerretum bedeutet insgemein nichts anders, als ein ge⸗ brannt Kupffer zu Latein æs ustum genannt; denn also ist es von Cæ⸗ salpino Lateinisch und Italiänisch gegeben worden, im. Capitel seines dritten Buchs/ indem er /an gedachten Ort, also davon redet:das be⸗„ ste gebrannte Kupsser wurde vor Zeiten in Cgr pten zu Memphis, nachge⸗„ hends aber in der Insel Cypern verfertiget: Dessen Kennzeichen der Gute sind/ daß es roth, und im Zerreiben der Zinnoberfarb gleich ist; denn so es, schwartz ist/ so ist es zu viel verbrannt:Heutiges Tages aber wird es in Spa⸗ nien verfertiget, und wird von ihnen Ferrerum geheissen; allein es ist und, färbet schwarz/ dahero wird es zum Haarfärben gebrauchet: sonsten, wann⸗ es nur mittelmässig gecalciniret wird, so erscheinet es roth, behält auch solche⸗ Farb, wann es gleich zu einem Pulver gemacht wird. Und scheinet, es habe den Namen Kerretum à colore ferreo, bon der Eisenfarb bekommen: denn der Crocus Martis gibt eine rothe Farb, wiewol dieser Crocus etwas gelin⸗ der/als das Ferrerum ist. Cæsalpinus saget, und bestättiget in eben diesen Diseurs deß obangezogenen Ortes ferner/ daß dieses Eerretum besser in ei⸗ nen als andern Ländern bereitet werde; Gleichwie Castilien die Seyfen Venedig aber das beste Glaß giebet. Im übrigen so scheinet die Gelegenheit deß Orts keinen so mercklichen Unterschied zu machen, daß wir eben deßwe⸗ gen gezwungen wären, solches aus Spanien herzuholen. Die zwey fürnehmste Hauptfarben, so wol an sich selbst als in Ansehung deß menschlichen Gesichtes und der Glaßmacher⸗Kunst, sind die blaue und grüne Farb: solches sind sie in sich selbst, dieweil sie deß Liechtes viel entleh⸗ nenz und Theil an denselben haben, wie solches an den bekannten dreyeckigten Gläsern zu ersehen ist: Und um dieser Ursach willen sind dergleichen sehr lieb⸗ lich und dem Gesicht gar angenehm, indem sie den Augapffel nicht ollzu sehr zusammen ziehen, noch zu viel erweitern, welches beydes nicht sonder Weh⸗ tagen und Verletzung deß Auges geschiehet. In der Glaßmacher⸗Kunst aber sind obgedachte zwen Farben darum sehr beliebet dieweil sie eine genaue Verwandschafft, und Ubereinstimmung mit bielen Edelgesteinen haben/ und dafür angesehen werden; absonderlich so in die Flüsse Brenn⸗und Bleygläser getragen, und mit denenselbigen ver⸗ einiget werden; andere dergleichen unzehliche Nutzen zu geschweigen, als unterschiedliche Gradationes, welche sie entweder gantz simpliciter allein oder eine mit der andern vermischet/ annehmen. Ji Die 250 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Die blaue Farb ist fast in allen Künsten/ die mit solcher Farb zu thu haben, gantz einfach im Gebrauch; die grüne Farb aber wird in der müblthen Färberey⸗Kunst, aus blau und gelb, oder andern Farben zusammen gesetzet, und gebrauchet. Andere Künste hingegen nehmen diese Farb auch nur ein⸗ sach? Diese beyde sowol die grüne, als die blaue Farb/werden aus einerley Materia, nemlich dem Kupffer oder Kupffer⸗Ertz auf mancherley Weise be⸗ reitet und zu wege gebracht. Es ist fast ein sonderbares Wunder/ und ohne grosses Geheimnis nicht anzusehen, wie oftmals im Gebrauch einerley Materia, auf eine fast leichte —+76 und kaum vermerckliche Weise, diese oder jene Farbe werde, und erscheine; welches die Scheidkünstler und Metallenreiniger täglich erfahren und innen werden, indem sie vielmals aus einerley Quantität deß Aquær fortis, der Kupfferblech, und weissen Farb, das allerschönste Blaue⸗oder Hell⸗ und Gelb⸗ grüne zu wegen bringen; von solchen aber wissen sie keine Veränderungs⸗ Ursachen zu geben/ vermögen auch nicht/ als ohne grossen Verlust ihrer Sa⸗ chen, an statt deß grunen, die schöne blaue Farb erlangen, als welche viel hö⸗ her weder jene geachtet wird. Ob nun wohl die eigentliche und natürliche Farb deß Kupffers, di Meerfarb ist, weiln solche aus beyden, nemlich grün und blau dihwen— setzet, so ist es doch mehr zur grünen Farb, als zur blauen geneiget; im übrigen ist das meiste an den auflösenden Mensturis gelegen, denn der Grünspan, wel⸗ cher aus den Kupfferblechen, mit Weinbeeren oder Tröstern unter die Erden vergraben/ bereitet wird, erlanget eine grüne Farbe; allein der Caleant, oder das Kupfferwasser/ aus Kupffer bereitet, und der Liquor deß Feuersteins oder Pyritis, so sie im Wasser aufgelöset werden, geben in dem Dantziger, Hungarischen und Cyprischen Vitriol, eine blaue Farb; welches nirgend anders herkommet, als von Auflösung der Materie in dünnere und subtilere Theile/ wie auch von der unterschiedlichen Textur oder Gewurck der Atomia⸗ lischen Particuln/ in der gedachten dillolvirten Materia: Die Ursach aber, warum das Ertz eine höhere Blaue giebet, als das Kupffer, bedüncket mich diese ʒu seyn, daß der Gallmeystein/als in welchem sie eintzig und allein unter⸗ schieden sind. sich mit der natürlichen Aciditat deß Kupffers, solche in sich neh⸗ mend, vereiniget, und durch Vermittlung solcher Aciditat, das Kupffer in eine grüne Substantz verkehret; wie solches auch an dem gemachten Grün⸗ span nachdeme in demfelbigen die Acidität der Weinbeer ist erhöhet worden, iu ersehen ist; eben solche Acidität ist auch die Ursach warum der Frantzösi⸗ sche Wein, als welcher mehr offenbare Säure als der Syanische hat/(unge⸗ achtet bito, cus balK GSiba chetk W rolt& dxinz Man Mo Qoi Imi * I fayl R ihte 0r si Hord. Su d Wdndent Aufenh sehrbah Vrdengt auchelgeh seh Ghinnh Huftiesh rde, dashe fahneune bAMuE DocHlan ne Vrüme Dulsthepi Valecherd deßHipfth baupfanr eheigtt ih er Grinßnt kn unteden der Calarteh dehunst Dem Dußh weschesge eteIndschth Hck Delhabsn edinglht Idalail E IK mochteHd ehethnn E Hh 00 6 von der Glaßmacher⸗Kunst. 251 achtet das Spanische Clima einer wärmern Lufft, als zu diesem Werck am tauglichsten) befunden wird. Aus diesem nun, was bißhero ist gesaget worden, kan man leichtlich ab⸗ nehmen, die sonderbare Tugend und Krafft der Vitriolischen Säffte deß Englischen Calcants oder Kupfferwassers/wie ingleichen deßEisen⸗Vitriols, welcher mit Spiritu Vitrioli aus Stahl ist bereitet worden; denn es wird in selbiger die bleiche Eisenfarb in eine grüne verkehret; solches geschiehet auch mit dem Lapide Armeno, so er,oder die extrahirte Tinetur aus solchem,mit Weinessig abgerieben wird. Der Etect dieser, deß Gallmeysteins, Imbi- bition,(als eines lngredientis zu dem Aqua fort) erhellet Sonnen⸗klar, aus jenem fürtrefflichen und deutlichenkxperiment, welches mir mein Nach⸗ bar, ein Metallenreiniger, neulich gezeiget hat, indem er Kupffer⸗Blech/das Silber in Aqua fort aufgelöset, damit zu præcipitiren, kauffte; es geschahe aber diese Arbeit vergeblich, und verblieben von 30. Pfund deß Silbers 10. Pfund in dem Solvir⸗Wasser ohne Præcipitation, dessen Ursach aber war, weiln die gedachten Kupffer⸗Blech/ in einen Tiegel geschmoltzen wurden darinnen zuvorhero auch ein Ertz geschmoltzen wurde; dahero nahm der Metallenreiniger einen neuen Topff/ und verbrannte, wie gewöhnlichdie von Natur flüchtigen flores deß Gallmeysteins, mit einem starcken Feuer, welche also weg getrieben, herum fliegend, sich, gleich einem Mühlstaub/ an die Klei⸗ der, Haar und Bart hängen, und selbige tingiren. Diese flores, wann sie nun auf solche Weise abgesondert worden, so wird alsdann das inAqua fort en. Silder, alles und jedes præcipitiret werden. In diesem xperiment ist zu mercken, daß der Gallmeystein(welcher die Säure deß Kupffers und Wassers oder Calcants imbibiret/ und also verhindert, daß die Kupffer⸗Blech vom Aqua fort nicht gäntzlich oorrodiret, und folgbar⸗ nicht alles verzehret) dem Silber Raum gelassen, daß es im Solvir⸗Wasser schwimmen möchte/ in welchen Kupffer⸗Blechen doch die Ursach der Præ- cipitation bestehet: Denn so man sonsten ein frisches Metall in das Aqua fort, darinnen Silber aufgelöset worden, thut, so nimmt es erstlich die Stell deß Silbers ein, und verursachet alsdann, daß sich das Silber in denun eines weissen Pulvers an die Kupffer⸗Blech hänget, und also zu Bo⸗ en fället. Daß aber dieser Effect von derlmbibition der Acidität, so in demqua fort ist, herrühre, erscheinet daraus, daß nemlich ein jedes Aqua fort, Essig, ingleichen desselbendpiritus, und ein jeder saurer Liquor, viel süsserund schwe, rer wird, so man sie über den besagten Gallmeystein giesset, als wann sie üͤber die Corallen, Krebs⸗Augen(vielmehr Hrebsstein Fisch⸗Muse bene der ö Ji 2 ux⸗ 252 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Luystein, und dergl eichen gegossen werden; daher geschahe es auch, daß das Wasser bon den gedachten Kupffer⸗Blechen die allerschöneste blaue Farb be⸗ kam/ dergleichen der Metallenreiniger niemals gesehen hatte: Bey eben die⸗ ser Gelegenheit fiel mir ein, daß das Kupffer, so es in Aqua fort aufgelöset/ und etwas gepülverte Krebs⸗Augen darzu gethan würden, eine überaus schöne blaue Farb gebe. ö Das Kupffer ist unter allen Metallen das geschmeidigste/ oder das sich am leichtesten hämmern lässet, es befördert auch in den Muntzen, die mallea⸗ dilität oder Geschmeidigkeit deß Silbers und deß Goldes zschmeltzet und zer⸗ fliesset bey geringern Feuer; wird leichtlich von den sauren Spiriribus oder Saltz corrodire ver gemacht/ welches letztere, wie unser Autor lehret, auf fünfferley Manier geschehen kan: Als erstlich durch Caleination deß Kupffers, nach Innhalt deß 14. Capitels; deß Grünspans,laut deß 21. Capitels,wie auch mit Schwefel und Vitriol, nach dem ry. Capitel; zum dritten, vermittels einer simpeln oder einfachen Calcination deß Grünspans im Feuer, nach Anleitung deß 20 Capitels; item deß Kupffer⸗Hammerschlags,laut deß 24. Capitels; zum vierdten, vermittels einer dreyfachen Caleination deß Kupffers, besag deß 2P. und 28. Capitels; zum fünfften, durch die Præparation deß Kupffer⸗Vi⸗ triols/nach Innhalt deß 31. 132.133. Capitels. Diese Præparationes, die⸗ weiln sie alle/ zu denen ersten Lehrübungen der Chymischen Feuer⸗Kunst, ge⸗ rechnet werden, als befinde ich für nothwendig,davon etwas beyzufügenz ab⸗ sonderlich/ weiln wir von der Herkunfft jener ersten Farben, als blau und grün, so weitläufftig und nach der Länge geredet haben. Derohalben so ist zu wissen, daß unter allen diesen Bereitungen, diejeni⸗ ze, welche mit dem Kupffer⸗Vitriol geschiehet, die erste und fürnehmste ist: Pieser Præparation und Calcination auf gleiche Art und Weiß, sonderlich diejenige, welche mit lebendigen Schwefel geschiehet, bey solcher Calcina. tion, je grösser und stäcker man das Feuer dazu gebrauchet, e höher und besser wird die Ditriol⸗Farb/ist auch fůglicher auf diese als auf einige andere Manier, deren unser Auror gedencket. ö 2 Und wietool der Schwefel samt den Calcant oder Vitriol von einerley Geschlecht und Art deß Marcaslts sind auch ihre gedistilirte Spiriras keinen mercklichen Unterschied haben/so durchdringet dennoch der Schwefel, durch die scharffe Flammen⸗Hitz angetrieben, die metaltischen Cörper viel leichter und eher auch dillolviret er also folgbar bester Massen die fubtillesten Theile der gedachten metallischen Cörper.. ö ö Uber dieses /so wird der Schwefel⸗Spirĩtus vom Feuer veehre n igen⸗ tund von dem Feuer ohne alle Schwerigkeit zu einem Pul⸗ üst + ahet abh Höteethaeh edigt/ wapy Mattenirt deßschmahen Wren Hinthn Hnigkettzuehel uffürfertr eie woct seauchmtEth Mitteltenest nach ul I7f. Ccg Kupfert, e on deßf Kufhl Papa en euetu vabteyufth tber/ H ö X. undfimehy hWeffsoodh tu selche + Het/ Kißen oufeel I1iTnel Sirif O pHl DHr N ¹ alh 90 von der Glaßmacher⸗Kunst. 25³3 Eigenschafft sonsten ist, daß er schwartz und die Farben etwas lettigt mache: Denn das Vitriol, wie es insgemein bekannt ist, so man Galläpffel oder ei⸗ nig ander Vegetabilisches astringens darzu thut, gibt eine Dinte oder schwartze Farb für die Färber: Im Fall aber dieses mit dem Vitriol zu ver⸗ suchen jemand beliebet/ so muß er nicht den Englischen, als welcher aus Eisen bestehet, sondern denjenigen nehmen, welcher sey aus dem Kupffer bereitet worden: denn es hat die Erfahrung die Metallenreiniger gelehret, daß das Aqua fort aus dem Englischen Vitriol bereitet, allen seinen bey sich haben⸗ den Unrath der Solution mittheile, als mit welchen auch nothwendig die Farb lettig oder schmutzig gemachet wird. Derohalben bereiten sie ihr Aqua fort gantz allein aus dem Dantziger Vitriol. Darum so jemand die Farb mit einem guten Aqua fort extrahi- ren will, welches zwar unserm Aurori, ausser in der Præparation deß Croci Martis, ungewöhnlich ist/ der verrichte solches an statt deß Vitriols, mit Ni⸗ tro und Alaun, davon unten ein mehrers im 3. Capitel, handlend von Chal⸗ cedonier: oder man kan das Ungarische oder Römische Vitriolum nehmen. Absonderlich ist dieses letztere nemlich das Römische hierzu sehr gut/als wel⸗ ches das Wasser sehr scharff machet/ auch viel deß Kupffers bey sich führet, und auf das nechste mit dem Kupffer⸗Vitriol verwandt ist: denn es gehen im Distilliren der gedachten Wasser/ einige subtile Aromĩ deß Kupffers mit herüber, als welche sich an ein Messer/ über dergleichen siedendes Wasser ge⸗ halten,/ wie genugsam bekannt/ hengen, und solches Messer mit einer Kupffer⸗ Farb tingiren. Ingleichen, wann man in dergleichen Aqua fort das beste Kupffer auf⸗ löset und solches præcipitiret(welches ich etlichmal gethan, mit dem ander⸗ malig gebrauchten Aqua fort der Metallenreiniger, als welches viel Kupf⸗ fer bey sich hat) so bekommet man eine überaus schöne blaue Farb, die zum Glaßfärben dienlich ist. Ich weiffle auch gar nicht, es werde ein starckes Schmeltz⸗Feuer den Zincken, als welcher schweflichter Natur ist/ entweder gantz zertheilen, oder gar in ein Glaß verändern; denn so man solchen in einen Aqua fort aufloöset, so giebet er grüne Crystallen, welche das Kupffer, damit das Glaß getingiret wird, übertreffen. Dah aber dieser Weeg mit der Præcipitation besser sey/ als die Extra⸗ ction der Spirituum, welche in der Wärme geschiehet, ist daher abzunehmen, indeme die subtilern und reinern Theile deß Kupffers, in der Distillation zu⸗ gleich samt dem Wasser /mit herůber gehen wie solches zu ersehen ist an dem . Meher, 254 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Messer, und vielen Experimenten, welche hin und wieder in den Chymischen Schrifften vorkommen. ö Allhier will ich nur noch eines eintzigenkxperimentsErwähnung thun, wie nemlich die Tinctur aus dem Kupffer extrahiret werde: Ich nahm deß calcinirten Kupffers und Grünspans, von jedwedern 2 Loth, solches that ich in zwey Phiolen/ und goß den Safft von den Blättern deß Gartendöffel⸗ krauts(als welches viel deß flüchtigen Ah W hat) ausgetrucknet, darüber: solches ließ ich, mit vermachten Glaß, ein Monat lang im Keller stehen, her⸗ nach aber stellte ichs den Sommer über an die Sonnen: nach Verfliessung solcher Zeit ließ ich alles durch ein Fließ⸗Papier laufsen, da bekam ich in der einen Phiolen eine überaus schöne blaue Farb, in der andern aber eine an⸗ muthige Meerwasser⸗Farb. N. ö ö Solches erzehle ich desto lieber, dieweil mir, meines Wissens/ derglei⸗ chen Experiment mit dem flüchtigen Saltz noch nicht ist zu Handen gekom⸗ men; denn es ist sehr glaublich, daß alle andere dergleichen Pflantzen, welche viel von einem flüchtigen Saltz, und einen zähen Safft haben, als da ist der Knoblauch und dergleichen, mit dem Kupffer infundiret, eine rare Operation geben,/ denn es haben die Blätter von gedachten Pflantzen, entweder eine satt⸗ grüne Farb, oder mit einer Blaue vermischet, bey sich. Aus diesem allen ist zu schliessen, daß alle Aciditäten und fixe Salien, als welche eine Säure bey sich haben, das Kupffer auflösen können; ereignet sich derohalben eine grosse Menge und Mannigfaltigkeit der Menstruen und Processen, die Tinctur zu extrahiren. Unser Autor gedencket im 20. Capitel, daß die Kupffer⸗Blumen, aus dem Kupffer und Gallmeystein bereitet werden: Dieweil ich aber solchen aehler nirgend vollkömmlich beschrieben befinde, als will ich solchen allhier erzehlen. Der Englische Gallmeystein wird in der Sommersetanischen Graf⸗ schafft, gegen den Mitternächtischen Theil deß Walliserlandes, gefunden, und wiewol er auch von Dantzig anhero gebracht wird, so muß solcher doch in der Güte unserm Englischen weichen. Dieser Gallmeystein nun, muß, eh man ihn gebrauchet, nothwendig zuvor wohl gepräpariret werden; und zwar, so— erstlich gecalciniret werden, in denjenigen Ofen, welcher auf der einen Seiten ein enges Ofen⸗oder Mundloch hat, welches/ das Feuer zu schieren, dienet: Das Feuer aber wird von Kohlen, oder, welches besser ist, von dürren Holtz, gemachet; denn solches giebet eine grössere Flamme, und also folgbar, eine bessere Rexerberation: Die Calcination wird ungefehr innerhalb ĩ. Stunden vollbracht, als in welcher Zeit die Materia, 72 220 ä grösser ekkuckge, dutz lersthgz rac Bafst dabekaniheh Hdernahereg Wsst dud IHardegie Pfattenntt ben, i HerateOpernn Htwedtt ine mfeEii ömenrath TMasiuugah .Bumen iu ich ceslte schhlhe tunsterdy Idet Rtlch ⁰ Fann a 0 H/miht 4⁵ 28—.—...——7 2———— von der Glaßmacher⸗Kunst. 255 grössern Rührhacken zum öfftern muß umgerühret werden; denn es ist, wann es wohl gecaleiniret werden soll,fleissiges Aufmercken vonnöthen. Zu dem/wann es nicht gebührlich gecalciniret ist, so will sichs nit mit dem Kupfer vermischen lassen; wañ es aber gar zu viel gecaleiniret, so machet es das Kupf⸗ fer brüchig, und tingiret in beyden Fällen das Glaß nicht, wie sichs gebühret. Das Zeichen einer rechten und guten Caleination ist, wann gedachter Gallmeystein, zu einen weissen und subtilen Pulver wird; es verdirbet aber von dieser Cadmia(wie ihn etliche nennen) fast der halbe Theil, und wird zu i Blumen, welche sich in unterschiedlicher Gestalt an das Ofenloch angen. Diese sublimirten Blumen sind wenig nutz wiewol man leichtlich erweisen könte, daß diese Blumen der eigentliche Pompholix seye, davon die Alten schreiben, auch solchen, zu dem Salben, die annoch ihren Namen da⸗ von bekommen, zum öfftern gebraucht haben. Diese sublimirte Blumen geben ein fürtreffliches austrocknendes äus⸗ serliches Artzney⸗Mittel, denn wann sie über die Gleiche und Nerven, so mit Flüssen behafftet, geleget werden, so trocknen sie solchen ohne allen Schmer⸗ tzen geschwinde aus; dieses Pulver habe ich dem Herrn Harvæo(welcher ist eine unvergleichliche und ewige Zierde der Anatomĩe und der gantzen Engli⸗ schen Nation, wie auch ein fürtrefflicher Chyrurgus, und eurĩeuser Nach⸗ forscher in natürlichen Dingen, und dessen Andencken ewig bey mir verblei⸗ ben wird) mitgetheilet, der bekannte dazumal, daß ihme dieses Pulver die warhafftige Pompholix der Alten zu seyn bedünckte er gebrauchte auch sol⸗ che sehr offt, und mit guten Fortgange. Nachdeme nun der Gallmeystein gecalciniret, so wird solcher zu einen sehr subtilen Pulver zerrieben, durchgehebet, und mit Kohlen, welche gleich⸗ falls subtil pulverisiret worden, vermischet diese Mixtur thut man in einen Topff, und leget Kupfferblech darauf, nemlich 7. Pfund Kupfferblech, zu 7. Pfund der gedachten Mixtur, als welche Proportion man insgemein zu hal⸗ ten pfleget: Die Töpffe zu dieser Arbeit werden bereitet aus dem Nonsu⸗ chanischen Leimen, entweder allein, und gebrannt, oder mit gleich so viel Pul⸗ ver, von gebrochenen Scherben, vermischet; alsdann dauren sie, wann sie wohl Den sind, 14. und mehr Tage. Die Oefen/ in welchen das Kupffer und die Cadmia oder Gallmeystein geschmoltzen wird, liegen ungefehr 6. oder 7. Schuhe tieff unter der Erden, der Boden wird von der obern Fläche deß Tennens, in der Glaßhütten oder Laboratorio, Stuffen⸗weiß in die Runde herum, biß zu dem untern Loch dieser Hölen, unter⸗ und aufgegraben, durch welches Loch zugleich das Feuer, und die Materialien in den Ofen geworffen und gethan werden; 1 unter —.—— 256(CL Merrets Anmerckungen in das erste Buch untere Ofenloch/welches in mitten deß untergrabenen Bodens ist, lieget mit dem Tennen, und dem Ofenheerd in einer perpendicular⸗oder schnur⸗gleichen Liniezauf den Boden ist er im Durchschnitt 3. oder 4. Schuhe breit, und endet sich Kegel⸗formigt oder Stuffen⸗weiß, nach und nach, gegen dem untern Mundloch zu: Dieses Ofen⸗oder Mundloch hat einen eiseren Deckel, mit ei⸗ nem kleinen durchbrochenen Loch, dienend das Feuer zu regieren; ingleichen hat der Ofen zu unterst eine hole Röhre oder Ort durch welches man das Feuer mit Blaßbälgen an⸗und aufblasen kan; anfangs muß man ein sehr gemässigtes Feuer geben, solches nach und nach vermehren, so lang, biß man sihet, daß das Kupffer schmeltze, und sich mit der Cadmia oder Gallmeystein vermischet/ welches gemeiniglich innerhalb 2. Stunden, oder alle 12. Stun⸗ den zu geschehen pfleget. Indem man allezeit früh um g. Uhr biß Abends um e. Uhr zu zehlen be ⸗ ginnet/ pfleget man die Kupfferbleche einzulegen, und die Töpffe, deren gemei⸗ niglich d. an der Zahl sind, mit einer langen Zangen heraus zu nehmen, und solche an ein wärmeres Ort eine kleine Weil zu setzen, damit sich das Metall, ohne Congelation etwas erhitze; diese Masla wird alsdann in steinerneFor⸗ men ausgegossen, und die Kupfferbleche drey Schuhe lang und änderthalb Schuhe breit, 60, oder do. Pfund währende, geformiret. Die gedachten Formen werden aus zweyen, und wie mich bedüncket, Kalchsteinen zusammen gefuget und bereitet; denn es haben gedachte Form⸗ steine unterschiedliche kleine und gläntzende Stücklein, welche auch durch langwierigen Gebrauch nicht abgenutzet werden, sondern sie dauren immer, wiewol ihre blaulichte Farb etwas Kupffer⸗röthlicht wird: Diese Steine wurden erstlich aus Holland anhero in Engelland gebracht; allein sie wur⸗ den auch hernach in den Kornwallischen Gebürg, in Form und Grösse der Grabstein, gefunden. Diese Steine müssen zuvor, eh das Metall darein gegossen wird, wohl erhitzet werden; denn wann solches nicht geschiehet, so springet das Metall davon, oder es werden die Formen verderbet: Es ist auch vonnöthen, daß man dergleichen Formen viel in Vorrath habe, denn sie werden, wie man sa⸗ get, nach dreytägigen Gebrauch stumpff, derowegen muß man ihnen mit Un schlit und Kohlen zu Hülff kommen. Allhier ist zu mercken, dab man muß von der Mixtur deß Gallmeysteins und der Kohlen,/ immer etwas über die Kupfferblech werffen, denn es dringet der pulverisirte Gallmeystein, durch die Hitze und den Staub der Kohlen er⸗ hitzet, viel leichter hindurch, und machet also, mit dem geschmeltzten Kupffer nach und nach vermischet, eine Mallam, oder dasjenige Compositum, wel⸗ ches Ric Shesürnt Ihebrhme „en deny Ithen Dh kigiere; behetnn waßmeh Ah,solerghfn aodet Galggh Mheraleney e Loppe Herengy ubunehnn nitschbaschy ninstinent Vdardng lnet. Ie mich bxuhth 0 ngedached welche ald xy sie dautenw O. DistEth 1½ alen stho b Enh ssen ihyl Iugetuhh bonmühen dewiema ihnumth LI enn eh d p6rKhth W postun 0 90 von der Glaßmacher⸗Kunst. 2⁵⁷ ches wir das gecaleinirte Kupffer nennen: Da sonsten im Gegentheil der Gallmeystein, so er bloß über das Kupffer geworffen würde, im Feuer da⸗ von flieget; wiewol auch auf diese Weise solches nicht allerdings gehinderl wird, indem sich ein guter Theil desselben, also davon fliegend, an den Sei⸗ ten deß Ofens anhänget; welches alsdann, nach der mancherley Form und Farb, unterschiedliche Venennungen überkommet: Plinius im 10. Capi⸗ tel deß 34. Buchs/ nennet solches, Capnitis, Eotritis, Placitis, Onychitis, Ostracitis. ä ö Diese Gallmeystein⸗Blumen haben auch allezeit eintzige Theil deß Kupffers bey sich welche mit Darangiessung eines Aque fortis, leichtlich von ihnen können separiret werden; ingleichen kan auch solches geschehen, so sie an die Lufft geleget werden. Daß se etwas vomn Kupffer bey sich führen, ist daraus abzunehmen/indem sie, so bald man sie aus dem Ofen nimmt, eine grüne bläulichte Farb haben. Die Vermehrung deß Gewichts steiget von 38. biß 40. Pfund hinauf⸗ also daß 6o. Pfund deß Kupffers, mit dem zugesetzten Gallmeystein, 1o0. Pfund deß gecalcinirten Knpffers, oder Grunspans geben. Allhier muß man auch in acht nehmen, daß das Feuer nicht zu starck sey ingleichen daß die Töpfle, wann das Kupffer geschmoltzen, nicht so lang in dem Ofen bieiben, damit nicht der Gallmeystein davon fliege, eh der Kohlen⸗ staub dazu gethan, oder auf den Boden deß Topffes ruhend/ zu Aschen wer⸗ de/ als welche auch zum öfftern annoch gantz und unverletzt in den Töpffen gelunden werden, ungeachtet die Töpffe etliche Stunden lang in stäter Wärme gestanden haben; solches aber muß nothwendig geschehen, alldie⸗ weiln das Kupffer und der Gallmeystein, noch einmal so viel Zeit zum Schmeltzen erfodern, als so man das Kupffer allein tractiret. Betreffend die deparation deß Gallmeysteins von dem Metall, so fü⸗ gen toir solches diesem bey was schon allbereit gesaget worden; das berei⸗ tete Kupffer/ wann es zum Drathziehen gebraucht wird, muß man so offt er⸗ wärmen, als offt es die Stärcke deß Ziehens empfindet; denn wann solches nicht geschiehet,/ so bricht oder springet solcher ab; jedoch muß man die Wär⸗ me so mässigen, daß das Kupffer immer, gleichwie eine rothe Kirschen, aber nicht röther, seye; denn wann man den Grad dieser Wärme überschreitet⸗ so weichet die Cadmia mit grossem Verlust deß Verlegers dieser Arbeit davon, welches doch, so man kleinen Drath ziehet, gar leichtlich gesche⸗ hen kan. Kk Das 258 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Das 16. 17. 18. Und 19. Capitel. Noiesen Capiteln werden unterschiedliche Wege den Crocum Mar⸗ Vtis zu bereiten, gelehret, solche aber,dieweiln sie von vielenChymischen VD Autoxibus auchschon gelehret, und angezeiget worden, als werden sie kürtzlich in nachfolgende Haupt⸗S kücke zusammen gezogen. Erstlich wird der Crocus Martis bereitet, vermittels einer simreln Re⸗ verberation, ohne alle Vermischung/ dergleichen Crocum habe ich an den eysern Stangen oder Rost gesehen, welche in den Feuer⸗Herdyoder in Bau⸗ ung der Oefen,/ um solche beysummen zu halten, unterleget werden: Derglei⸗ chen Crocus, welcher so schön an der Farb, als ich jemals gesehen, waürde in den Ofen, darinnen man stetigs Scheid⸗Wasser brannte,eme ziemiich grosse Quantität gesammlet: Und zwar an den eysern Rost⸗Stangen, ais welche von der stetigen grossen Hitz, in einen Crocum relolviret wurden. Der andere Weg den Crocum Martis zu bereiten, ist die Calcination oder Keverberatlon, welche mit Schwefel, Saltz Urin oderEssig geschichet. Der dritte Weg wird füglich durch die Solution vollbracht, oder mit dem Aqua fort, Aqua regis, Saltz oder Salpeter⸗Spiritu berrichtet; denn auf diese Art bekommet der Crocus, wann das Wasser abgerauchet ist, eine rothe Farb: Durch die Aufflösung des Eysens, in dem Vitriol oder Schwe— fel⸗Spiriru wird der Eysen⸗Vitriol bereitet, welchen an der Güte der Engli⸗ sche Caleanth fast gieich kommet; wiewohl er in der Artzney, und Färberey⸗ Kunst keine so grosse Tugend, als jener erweiset. Aus diesem Eysen⸗Vitriol, wann solcher gecalciniret, wird ein Coleo⸗ thar/ demjenigen so aus dem gemeinen Vitriol kommt, nicht gar ungleich, be⸗ reitet, als welcher zwar denen Mahlern zu Verfälschung einer Farb, in der Glaßmacher⸗Kunst aber nichts bienen kan; denn es hat ein jeder Colcothar, sehr viel irrdische Unreinigkeit bey sich, welche das Glaß garstig und dunckel machet; und solches bedůncket mich die Ursach zu seyn, warum unser Auror in Dran—— dergleichen Vitriol, nicht so wohl als dey dem Kupfser, gebrauchet.— Was die Tinetur des Eysens betrifft, so will ich nur dieses erwähnen, daß alle saure Sachen, und was unter den Säfften eine corrodirende Krafft hat, auch alles was das Kupffer angreiffet, preestiren und thun eben solchen Effect auch in dem Eysen; jedoch also, daß eines vor dem andern, je eine rö⸗ there, hellere und bessere Farb giebet, welche Gradus der Farben zu vielen Sachen dienen, und mit andern metallischen Dingen auf mancherley Weis permischet werden können. Also/ ö 7 Haalt α 61 Wis! d .— I den Qpamz —— Weh, ch Hogen. eiher Ihb dunbhehg Hdiodahdn LWerdeg s Igeseher h ee Langenabgt wurdin. IthCiche eressagtt Ibract/ y Uhetuichttyx bger Huchi 0 0 olodeEty iehnes M 1. Wirdepeh HU iper Path ul EI Isigirduch mnsrdnt GR Nccetrisch Odhepbehnt Webehsel Hamsecleh I I 70 —:————.———————————————— von der Glaßmacher⸗Kunst. 259 Also, auf solche Weis, schicket sich der Crocus Martis, mit dem Essig bereitet zu der grünen Farb, besag deß 32.34. und 25. Capitels: wie auch zu der Smaragd⸗grünen Farb, aus dem Bley⸗Glaß bereitet/ lou deß 65. Capi⸗ tels: Ingleichen wird gedachter Crocus in den Pasten, auf mannigfaltige Weis mit dem Grünspan vermischet, nach Inhalt deß 77. 78. 79. Capitels; item mit der schwartzen Farb, nach dem 101. Capitel. Wann man aber eine schöne rothe Farb haben will, so muß man den Crocum Martis mit Schwefel bereitet, laut deß 128. Capitels, haben; soll aber die gedachte Farb noch schöner werden, so muß es der Crocus Martis mit dem Aqua fort bereitet, seyn. Sonsten aber, gleichwie aus den Ertzen die beste grüne Farb, das Vi⸗ triol oder Kupffer ist, also diejenige rothe Farb deß Stahls oder Cysens, die fürnehmste und beste, welche mit dem Aqua Kegis bereitet wird, und solches theils wegen Beymischung deß Salmiacs, theils aber wegen besserer und genauerer Aufflösung.———— Nachdeme wir anjetzo dasjenige zu Ende gebracht, welches eigentlich zu der ersten Materia deß Glases, und zu derselben Farben⸗Bereitung gehöret, so ist zu wissen, daß das übrige und fürnehmste Theil deß Glaßmachens beste⸗ he,/ in der gebührlichen Mischung der Farben, sammt darzu gehörigen Um⸗ ständen, als welchen Theil unser Autor vollkömmlich absolviret, und davon Bericht gethan hat; derohalben werden wir in denen, was hiernächst folget, sehr kurtz seyn, uns vergnügende, daß wir nur etwas weniges davon erinnern. Die Bereitung von dem Schmeltz⸗Glaß oder Smalte, welche, als ein sonderbares, und höchstschätbares Kunst⸗Stück, uns ehdessen kund gethan wurde, anjetzo aber vielen bekannt, ist diese: Man nimmt deß Spieh⸗Glases und deß Salpeters,beydes wohl zerstossen und vermischet, von jedwedern 12. Pfund, und von der Materia deß gemeinen Glases 16. Pfund: Dieses al⸗ les wohl gemischet, und vereiniget, wird in dem Kalch-Ofen calciniret, und zu einer Fritta bereitet: Oder welches auch angehet; man kan nemlich aus dem rohen Spieß⸗Glaß, und mit dem Salpeter, einen König oder Regulum be⸗ reiten, und alsdann/ wie oben gedacht, damit verfahren: Die Art und Weis den Kegulum zu machen, ist gemein, und bey denen Chymicis bekannt: Die⸗ ser Regulus, so er mit dem Glaß⸗Metall vermischet wird, giebet nicht allein eine sehr weisse Smalte/ Fuden, dienet quch zu mancherley arben. Kk 2 Dabs nzmen wir von beyden Crocis den achten Theil. ö Allhier ist zu mercken, daß man es, nachdem man die Farb hinein ge⸗ —— Er Neapolitanische Seribent, Johann Baptista Porta,lehret im e. Capitel seines ten Buchs, wie man die Tüeckis färben sollein Ge⸗ stalt eines Sapphiers, welche Farb insgemein die Meerwasser⸗ v Farb genennet wird;man soll,sagt er, das gecalcinirte Kupffer zu einen sub⸗ v tilen Pulver machen, daß man solches kaum fühlen kan,(denn sonsten wird v der Stein gar zu grob und rauch) solches wird alsdann mit dem Glaß ver⸗ v„mischet; die Quantität dieses Pulvers kan man nicht benennen; denn es vwerden,theils völliger, theils dünner an der Farb bereitet; insgemein aber „immt man zu jedem Pfund deß Glases, 1. Quintlein von dem obigen Kupffer⸗Pulver. Das 32. Capitel. WOn der Smaragd⸗Farb saget gedachter Porta im y. Capitel deß 6. 565 seichtlich zu einen Smaragd bereitet werden, indem man von dem „Croco Martis etwas darzu thut: es muß aber unter diesem Croco die „Melffte deß gecalcinirten Kupffers oder Croci Cupri seyn, als nemlich /ich v that ersilich den vierdten Theil deß Kupffer⸗Pulvers darzu, darnach nah⸗ — „worffen hat, 6. Stund miteinander kochen lasse, damit die Materien der Steine wiederum hell werden, als welche, durch das Hineinwerffen der „Farben, mit einer Wolcken oder Mackel gleichsam überzogen worden. „ Das Feuer läst man nach und nach abgehen, biß der Ofen erkalte, alsdann vwerden die Töpffe aus dem Ofen genommen, so bekommet man die soge⸗ v nannten falschen Edelgesteine. ö Von der Rosen⸗Farb,tvelche Rosichiero genennet wird saget erwähn⸗ vter Porta im 9. Capitel, deß 6. Buchs, dieses: die neuern und künstlichere v Glaßmacher sind wegen der Bereitung und Färbung einer hellen und ro⸗ y senfarbichten Smalte, so insgemein Rosiehiero genennet wird, nicht we⸗ vnig bemühet, indem sie sehen, daß unsere Vorfahren solches sehr künstlich v und überaus schön bereitet haben. Das 37. Capitel. S will unser Autor, daß man das Aqua fort auf seine Manier, und Vwar nit sonder Ursach bereiten sollꝛdeñ ein ganʒes Pfund deß gemeinen Scheid⸗ Buchs, alsoꝛ wann man die Meerwasser⸗Farb bereitet, so kan solche Sih I— ahansg, Asucerfeh a Hoftehlar VOenpsirten Amtdeng ehehteg, de ietzinthentt bin pon dun h my.CriR ereitttyenfz dem map yy diesenCog WR Iu„, dn die abh IDαMR Hinlinwerfel etzogen eun Rerkat/ ge metape IthHagkerh Hupdiinste rhelen y Iwiynh hsehtii Hmi ehel 0 10 —..—— bon der Glaßmacher Kunst. 261 Scheid⸗Wassers, hat, wie ich zum öfftern erfunden habe, nicht mehr als g. Loth guten Spiritus bey sich/ hingegen alles das andere oder was darüber ist/ ist nichts anders als ein Phlegma vom Vitriol. Daß man zu dem Aqua fort etwas von Arsenĩe thun soll/sinde ich auch bey der Frauen llabell Cordesia, deren Buch vor 18. Jahren zu Venedig gedrucket worden, und also eher an den Tag gekommen, als dieses unsers Au- toris Neri Buch: Man findet von der Bereitung dieses Scheid⸗Wassers unterschiedliche Compositiones; allein es wird bey allen der Salpeter, als ein starckes und vielkräfftiges ingrediens, gefunden: Es sind deren auch viel, welche das Aqua fort oder Scheid⸗Wasser, aus dem Ungrischen Vitriol und Salpeter alleine machen; einige auch aus dem Englischen Calcanth/als welche Art deß Scheid Wassers, bey denen Färbern in gemeinen Gebrauch ist; solches Wasser aber wurde noch besser seyn so es sammt dem Salpeter von dem Dantziger Vitriol bereitet würde: Dieses Dantziger Vitriols be⸗ dienen sich die Metallenreiniger am meisten, denn der bey uns in Engelland wird etwas lettigt befunden. ö Andere nehmen in der Bereitung deß Scheid⸗Wassers, an statt deß VitriolsAlaun, dieser aber giebet nichts /als ein schwaches Phlegma: Noch andere haben Stein⸗Salz darzu gethan; allein man hats aus der Erfah⸗ rung/ daß solches Saltz wenigspiritum giebet, sondern es hänget sich an den Retorten-Hals, verhindert den Zugang der Spürituum, und machet also daß die Gefässe zerbrechen. Wann im distilliren di e höchste Röthe vorbey, so sind die Spirĩitus vom Salpeter alle herüber gegangen; und alsdann kan man das Feuer auslö⸗ schen; denn alles was nach diesem kommet, ist nichts anders als ein Vitriol⸗ Spiritus, als welcher die Operation deß Salpeter⸗Spiritus, in Aufflösung der Metallen nur verhindert. Ich habe bey den Metallenreinigern, innerhalb 24. Stund, das beste Scheid⸗Wasser zweymal bereiten sehen; als in welcher kurtzen Zeit/bey sol⸗ chen Grad deß Feuers/wenig von den Vitriol⸗Spiritus herüber steigen kunte, indem solche Spiritus ein dreytägiges stetiges/ ja die 2. letzten Tage ein über⸗ aus starckes Feuer erfordern, so sie anders sollen herüber steigen und extra⸗ hiret werden: Bey dem Aqua fort aber hilfft vielleicht die Flüchtigkeit deß Spiritus Nitri, daß sie, die Vitriol⸗Spiritus eher herüber kommen. In der Bereitung deß gedachten Scheid⸗Wassers, lässet unser Autor etwas aus, welches doch höchst nöthig und bey den Metallenreinigern allezeit im Gebrauch ist, so sie anders kein unreines Aqua fort bekommen wollen. Die Art und Weiß solcher Bereitung/ wie auch die Summa derselben lehret KE 3 Begul- . 262 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Beguinus im 3. Capitel deß andern Buchs seines Chymischen Tyrocinii, al, so: man nehme, sagt er/ den vierdten Theil deß gedisttlirten Wassers, und werfé fe 1. Quintlein deß gereinigten Silbers darein, und lasse es über einen Kobl, Feuer aufflösen;diese Solution giebet man zu den andern übrigen drey Thei⸗ 119 len, so werden sie weiß als eine Milch werden laß solches stehen, damit sichs He setze, alsdenn giß das reine davon ab; dasjenige, welches sich auf den Bo: INW den gesetzet hat, wird von den Metallenreinigern das fixe Silber geheissen muin . ö welches, wanns in ein Gefäß, darinnen 20. Maaß Scheid⸗Wasser sind ge⸗ rr. gossen wird, so bekommet alles Wasser alsobalden eine Milch⸗Farb. auch Es ist mir ein Metallenreiniger bekannt, welcher all sein S cheid⸗Was⸗ 1 ser in eysern Töpffen præparĩret; deme ist auch durch die Erfahrung bekannt hüan worden, daß das Wasser auf solche Weis viel schärffer und stärcker, als son⸗ nn sten werde: Uber dieses, so hat man auch, bey dieser Art zu distilliren, einen in Vortheil an den Töpffen, und dem Feuer; die Art und Manier, wie solches 2 geschehe, ist bey dem Ausleger deß Beguini zu sehen. Ge Das 40. Capitel. n Aß man zu dem angender u so viel von dem Salmiae thue, als viel. darinnen kan aufgelöset werden, solches ist so nothwendig nicht; ö denn es wird genug seyn, so wir in eine Maaß des Aquæ fortis, 2, Resh Loth deß Salmiaes thun. 250 + Daß der Beguinus in Bereitung dieses Wassers, den Salpeter mit D dem Salmiae durch das distilliren vereinigen will, wundert mich; denn es deng hat mich die Erfahrung gelehret/daß der halbe Theil deß Aquæk egis, in wel⸗ N chen ein Salmiac ist lolviret worden, fast eben das jenige prerstire, als deß dien andern Wassers noch so viel, welches mit gedachten Salmiag ist gedistilli⸗ r! ret worden.* uh UNN Das Aqua Regis machet das Silber nur schwartz: Auch die sehr dun⸗ as nenKupffer und Zinn⸗Blätgen werden, nur etwas weniges, davon, corrodi- D ret, nicht anders als wie das Aqua fort die Gold⸗Blätter zu corrodiren pfle⸗ 9 HANN et; So man aber das Aqua Regis von dem dissolvirten Gold abstrahixet/ eh so greiffet es auch alsdann das Silber, und die übrigen Metallen an. 60 WMAWANN Das 42. Capitel. JeArt und Weis einen CalcedonierJaspis und Achat zu machen, be⸗ UW düncket mich fast gleich zu seyn mit derjenigen Manier, vermittels wel⸗ uhe ö ö cher man das so genannte Türckische Papier, mit mancherley Farben ben N und Wassern, gleich einem Marmor bereitet, welches Kircherus in seinem 10. M Buch Hashuftez freSibagch Hed⸗Washsh MA WfeiEchc 4Efhumtd undsarkergtt Sthudisthire Mnierweih lmiacthue, nöthrendgnt des Ahuefnrh, den Eaheyy dert mich; Int IrRes prestine/ midtit gast Nuch diesheuh daboteorto⸗ Veoodl Hoablra Halena. Raumt Hemititt t 5hseeh 26 von der Glaßmacher⸗Kunst. 263 Buch vom Licht und Schatten, und aus ihm Schottus im 5. Buch seines ersten Theils, sehr genau und vollkommen beschreibet. Solche Art und Weiß aber ist diese: Es werden in einen bequemen Li⸗ quore gewisse/und zwar solche Farben aufgelöset, welche sich wann sie in das Wasser gethan, langsam oder gar nicht, oder alsdann erst vereinigen, wann sie auf das Papier köinmen, welches man mit mancherley Farben tingiren will; eben also, und auf gleiche Weis wird das Metall nothwendig, von mauche ley Materialien, getingirer, ungeachtet sonsten solche, wie man sie auch vermischet, sich nicht miteinander vereinigen. Allhier könten sehr viel Rxperĩimenta von den Tincturen auf die Bahn gebracht werden, in welchen ein jeder Liquor, man mag sie rühren und unter einander mischen wie man will, noch dennoch seinen eigenen Ort und Stelle im Glaß behält Wegen der dreyfachen Præparation deß Calcedonieys ist zu mercken: 1. Daß alle färbende Materialien, als die Laffera, die Magnesie, das Silber, der Stahl, die Smalte, und das Bley, wiewol zwar nicht allezeit auf einerleh Art præpariret jedoch zu einer jeden Præparation deß Calcedo- niers genommen werden. 2. Je grösser die Mannigfaltigkeit der Ingredientien ist/ je schöner und besser wird der Calcedonier; denn in deß Autoris Bereitungen ist der erste simpler als der andre, und der andre schlechter als der dritte noch den noch re⸗ Einmmin Autor den andern für den ersten, und den dritten für en andern. 3. Dah in einer jeden Art der Præparationen, einige unter den Ingre⸗ dientien sind, welche dem Glaß gantz keine Farbe mittheilen, als das Bley oder Ruß, der Weinstein, die Simalte und dergleichen, welche die Vereini⸗ gung der Materialen nur verhindern, und verursachen, daß sie sich von einan⸗ der scheidend/in dem erkalteten Metall geströmet erscheinen, und sehr schöne Farben, von mancherley Sorten, vorstellig machen: Im übrigen ist an der gebührlichen Wärme/ und an der Art und Weis ordentlich fort zu f ahren, ein grosser Theil der gantzen Kunst golegen; Und in diesen letztern Punet be⸗ stehet auch revern die gantze Kunst wie man das gemarmolirte oder Türcki⸗ sche Papier bereiten soll. Der vormals erwähnte Joh. Bapt. Porta. lehret auch das Glaß mit, man herley Farben zu tingiren, welches er, mit andern Sachen umgehend,„ ung ⸗ fähr erfunden hat, auf folgende Weise: Der Zinn ⸗Kalch, saget er,, benimmt dem Glaß seine Crystallinische Durchsichtigkeit, und färber sol⸗„ ches auf unterschiedliche Manier: Dann wann gedachter Aschen 36 75 D¹⁸ Edre völlige rotheFarb so intalienischer Sprach/ rollo in Corpo Henen ⁷* ö + 264 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch „das Crystallinische Glaß, welches an dem Rand ist gepoliret worden, ge⸗ „streuet, und übers Feuer gehalten wird/ so giebet er dem Glaß mancherley „Farb, und machet es dunckeltindeme ein Theil deß Glases zum Stein wird, „ der andere Theil aber bekommet unterschiedliche Farb, daß es wird gleich „wie ein Opal; In dieser Arbeit aber muß man das Glaß zum öfftern aus „ dem Feuer nehmen, und accommodiven, biß es nach Belieben recht ist. An diesem and vielen andern Oertern lehret unser Autor, wie das Glaß in mancherley Figuren könne ausgearbeitet werden; derowegen will ich all⸗ hier zur Belustigung oder Beliebung deß Lesers, von demjenigen, was ich bey — den Auroribus, von dergleichen Sachen gelesen, die allercuriosesten erzehlen. Cardanus im s 2. Capitel de Rer. varict. deß 10. Buchs/ hat einen glä⸗ sern Wagen mit zweyen Ochsen, von Glaß ausgearbeitet, gesehen; welche mit einen Mücken⸗Flügel haben können bedecket werden. Agricola im 12. Buch von Berg⸗Wercken, hat zu Moran von Glaß verfertigte Bäume/ Schiffe/ und viel andere dergleichen beruffene Wunder⸗Dinge mehr gese⸗ hen. Der Herr Howel p. 39. hat auch ein gläsernes Schiff gesehen, welches da hatte seine Mastbäume, Seegel, Stricken und alle gehörige Ausrüstun⸗ gen, wie auch der Vorter⸗und Hintertheil deß Schiffes, Ancker, und Kahn: Ingleichen hat er auch gesehen einen ausgerüsteten und bewaffneten Mann. Worminus hat in seinen Musæo kleine gläferne Staturen, so wohl von Männern als andern Dingen: Item den berühmten Venetianischen Tem⸗ pel St. Marx inwendig mit Masiv⸗Arbeit ausgearbeitet, repræsentirend gewisse Historien, mit füglichen Farben ausgezieret, und hin und wider ver⸗ güldet gehabt, und andern vorweisen können. 3 ö Das 48. Capitel. D Orta im 5. Capitel seines 6. Buchs nimmt, damit es eine Amethisten⸗ P Farb bekommet, von der Magnesie ein Quintlein zu jedem Pfund der Metallen. Das 49. Capitel. U dem Sapyhir nimmt Porta 2. Quintlein von der Zalfera zum Me⸗ tall: und je länger es im Feuer verbleibet(sind seine fernere Wort) Vje mehr bekommet es eine gläntzende Farb, man muß es aber stetig umrührend, vermischen. Das 58. Capitel. yflir 0 0 vast o Hufeñ n RubE 110½ 40.86 usff gh erschh W Han Rih Wn anshrntg ihunCn 10„ Reti Hafhmift ch Wichunt utorith erowegenniltt Mienigen atth erisefere Suchhhatenm let, geschen n. Ariocah berfertgteBin 2Dugeneh Hif geschengeh Rhöti Ani „Auckehaldsh hewafpetnde HUren, s h enetiansho et, reprenn hmundnd ieA ujdem u Ziscrin Nemet ICooH I0 von der Glaßmacher⸗Kunst. 265 net wird,davon saget Imperatus im 4. Capitel seines ten Buchs: Insge⸗ 7 mein saget man, daß diejenigen Farben einen Cörper haben, welche dicke und nicht durchsichtig sind; hingegen die andern, welche durchsichtig sind/„ werden keinen Cörper zu haben vermeiner. Das 61. Capitel. dauren. Es saget Libavius im 20. Capitel seines 7. Buchs, daß die Metallen⸗ Schmeltzer, wie auch diejenige welche mit den Scheiden zu thun haben, täg⸗ lich einiges Bley zu einem Glaß verändern, und daß solches Glaß theils eine schwartze/theils eine rothe/ blaue und viel— Farben habe, nur 33* 266 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch das Bley gecaleiniret, oder durch die Calcination in ein Bley⸗Glett, Cerussam oder Mennig ist verkehret worden. Quercetanus bestattiget auch im 9. Capitel seiner Hermetischen Medi⸗ ein, daß er mit seinen Augen einen Ring, aus dem Bley⸗Glaß bereitet, gesehen habe, welcher, so er über Nacht in einen Wein geleget wurde, al⸗ lezeit eine purgirende Krafft von sich gegeben hatte: Eben solche Mannigkab, tigleit ist auch an den Wißmath und Zinn⸗Glaß zu sehen; davon ein meh⸗ rers Libavius in Syntagm. Chym. Iib. 6. c. 4. handelt. Wann das gecaleinirte Bley sich wiederum reduciret, so zerreisset es den Boden der Töpffe. . Cs kan das Bley schwerlich also gecaleiniret werden, daß nicht einige Particuln davon gantz verblieben, wesche hernach durch die Hitze deß Ofens wiederum zu Bley werden; solches kan auch von der Cerulla und der Men⸗ nig verstanden werden; auf was Weis und Wege sie auch immer mö gen ge⸗ taleiniret werden.— Die Ursach aber, warum das Bley die Töpffe und Tiegel zerreisset, beduncket mich diese zu seyn; nemlich, indem das Bley wiederum gecal⸗ einiret wird, so zerstopffet die Fettigkeitund Schwere seines Cörpers, die Poros oder subtilen Dampff⸗Löchlein der Töpffe oder deß Tiegels, welches perhindert, daß das Feuer in das Metall weniger würcket, bey welcher Ver⸗ hinderung dieser Würckung, alle Gewalt und Krafft der Hize, in den Dohnoder Leimen gekehret wird, als aus welchen die Töpffe oder Tiegel bestehen; wann nun mit diesem Bley eine fernere Calcination geschiehet, so muß der Topff oder Tiegel norhwendig zerspringen. ö Dagaber unter den Metallen nur allein das Bley auf den Boden sich setze und hingegen die andern Metallen, in den Glaßmacher Töpffen/ oben auffschwimmen/ bezeuget nicht allein die Keduction deß Bleyes; sondern es ist auch aus den chmeltz. Tiegeln der Goldschmiede und Metallen⸗ 3ie Shantitar, als welche duech ihr äusserliches Ansehen und Gewicht De 4453 deß an sich genommenen Cörpers genugsam an den Tag geben. 33—— E Haß die Teste bom Silber etwas in sich schling, und gar gewiß, und die Ursach, warum man ein starckes Feuer gebrauchen, und die Schmeltzung wiederholen muß; derohalben ist auch kein Zweiffel, daß nicht eben solches Suchmitrensesdenele Tiegein geschehe Undodwoslfolches die Königlsche Müntz⸗Meister bey uns, wieder die Goldschmeltzer hefftig und beständig ber⸗ sůr⸗ — 2 2 dense U W1U abet He inditel nh N5 ItA I o ffl H-.N. E. Rn dalit N M tüng madt Hangn hl lh sri diste snde Rih Woage IMuld: H Helz Rry Iden Hiebf 1. Sih Wifh dod Whanaste Vpbthn kghlgt b cehin heh dumy l Haket/ j 0 , Nfnäth Ddie Htzagg erusanphpez Ihimmer hin Diegen Hepihun eiles Lt ᷑g, Hbeywechd et. Hl/ f Tohftobghy nation gspi W H6rLipfnch Blaet un ind en Ilh muhsam e E VEcmsh Hlchgf I Hsche ö 10 von der Glaßmacher Kunst. 257 sind, das Silber wiederum aus den Tiegein kochen und extra⸗ nixen. In diesem Fall aber kan man nur von dem Silher etwas weniges wie⸗ derum bekommen, und zwar solches vermittels deß Bleyes, als die Metal⸗ lenreiniger, als die Scheidkünstler bedienen,sonsten aber ist unter den Metal⸗ len keines, als das Silber, welches in den Tesi gehet: Die andere Ursach aber/ warum das Bley die Töpffe zerreisse, kan seyn, dieweiln sich das Bley in die oros oder Lufft⸗Löchlein der Töpffe sencket, und allgemach darinnen forttrucket, auch endlich wegen seiner Cörperlichen Schweren, den Boden deß Topffes durchdringet, und also Löcher hinterlässet, durch welche das Metall heraus lauffen kan. Unser Autor gedencket nichts von dem Hyaeinth/aus dem Bley⸗Glaß⸗ noch von dem Zinn⸗oder Kupffer⸗Glaß; solchen Mangel aber ersetzet Forta im 7. Capitel,seines 6. Buchs/ allwo dieses nachfolgende zu lesen ist: Einen sehr schönen Hiaeinth zu bereiten, welche dem guten nicht gar ungleich kom⸗ me: Man thut das Bley in einen irdenen und starcken Topff, und setzet sol⸗„ chen zum Feuer in den Glaßmache⸗Ofewlässet ihn auch etliche Tage lang, darinnen stehen, so wird das Bley zu einen Glaß werden, welches einer Hyaeinth⸗Farb ähnlich seyn wird: Und im 7. Capitel saget er/ man soll in ein irden und Feuerb eständiges Gefäß ein Pfund Zinn thun, solches lässet, man schmeltzen, und setzets auf eyserne Stangen angefasset, 3. oder 4. Tag⸗⸗ lang/ in die Flammen⸗Hitz der Glaßmacher⸗Oefen; alsdann nimmt mans„ heraus, lässet das Glaß erkalten, und zerbricht solches; so wird man oben ⸗⸗ auf ein Saffran⸗und trübfarbichtes Glaß findenzdieses aber, wann es noch ⸗ etwas länger im Feuer verharret, wird vollkommener; und habe ich von ⸗ dieser Sorten kein besser Glaß unter allen, welche ich untersuchet habe, ge⸗„ funden; allein es muß eh es hinein getragen wird,zu einen subtilen Pulver ⸗ geb ührlich bereitet werden, welches nicht allein einen Stempel und Mühl⸗„⸗ stein, sondern auch auf einen harten Reibstein geschehen kan: Wann es sich ⸗ entzůnden solte, so wird solches mit Zusetzung deß Glases verhindert.„ Es ist noch eine andere Manier, dieses Glaß zu bereiten, welche ich eini⸗ gen Freunden zu gefallen, alhier offenbaren will Nemlich man nimmt 9.„ Theil gebranntes Zinn,y. Theil Bley/ 2. Theil Zinnober, anderthalb Theil,, deß Ferretti Hispanici, und so viel deß Weinsteins, 1. Theil Blutstein, und ein viertel Theil von der Mahlerů⸗Röthe, damit soll man verfahren/ wie bewust.„ Von dem Kupffer⸗Glaß berichtet gedachter Porta im 7. Capitel deß,⸗ LI 2 v 6. Buchs — 0⁴ 268 E. Merrets Anmerckungen in das erste Buch „6. Buchsalso: Manm löset in einem Aqua fort etwas Silber außzin solches „leget man Kupffer⸗Bleche/ so wird sichs daran hängen; solches sammlet „man aus dem irrdenen Gefäß, und trocknet es: Alsdann wird es in den „Glaßmacher⸗Ofen gethan, so wird es innerhalb wenig Tägen, in einen „Stein, gleich einem Smaragd verwandelt. Also und auf solche Weis auch mit den übrigen Metallen einen Versuch zu thun, will ich einen jeden zu fernerer selbst eigenen Untersuchung überlassen; im übrigen wird es genug seyn/ daß wir das Eys zerbrochen und den Weg darzu gebahnet haben. Das 72. Capitel. Von der blauen Mahler⸗Smalte. e Composition dieser Smalte ßnde ich nirgend bey einigem Auto⸗ re; ich bin aber von einem wohlerfahrnen Glaßmacher berichtet worden, daß solche aus Zaffera und Seiffensieder⸗Aschen, indem sie beyde mit einander gecalciniret, bereitet herde, in einen Ofen, welcher in der Form dem Glaßmacher⸗Ofen nicht gar ungleich kommet: Gedachter Glas⸗ macher sagte, daß sie, auf solche Woise, von ihm, in Teutschland wäre berei⸗ tet worden; von diesem aber, und allen andern natürlichen und künstlichen Farben, soll geltebts GOtt künfftig ein mehrers, in einem sonderlichen hier⸗ in gehörigen Tractat, gehandelt werden. Das Gold verhindert die Efteryescenz deß Glases. Wenn man, auf gleiche Weise, in den Topff eines siedenden Zuckers, etwas wenig von Oehl oder Unschlit thut, so wird es nicht überlauffen, un⸗ geachtet der Zucker mit Gewalt über sich steiget. Das 74. Capitel. ese Manier, das Berg⸗Crystall zu tingiren, lehret und zeiget an, die warhafftige und eigentliche Art, auf was Weise der Opal, Achat, Jaspis, Crysolit, Calcedonier, Marmor und dergleichen, die Man⸗ nigfaltigkeit der Farben, die sie haben, bekommen: Nemlich von der Exhala- tion der Mineralien, als von welchen die darüber geworffene Materia an⸗ gegriffen wird, nicht anders, gleichwie der Crystallen⸗Cörper von dem Au. ripigment,(welches von der Gewalt deß Feuers beweget und erreget wor⸗ den) mit mancherley Farben getingiret wird. Wann nun die Materia deß Steins erstlich flüsig, und dahero der Dinetur fähig/ auch ein solches Einfassungs ⸗Ort hat, qus welchen ein der⸗ gleichen * U ung gengw 1H2 H163 dam Odeltg Funfr 11 t. 1 +0 ö V Sdamemdgh 60h Digth h eh bil ih bigen ihchn Augeahath . Dhehengyte afmacte H er Moeng Of,Wetut et Hoachurds schandwaett chen th sondeschale hs, siedenden d tibalufth Eundgehtn er Ol I ichde o tondekm e Mid rboden Menne Id daße BaH ö I von der Glaßmacher⸗Kunst. 269 gleichen einfache Exhalation gehet/ so wird auch alsdann die Farb einfach und simpel seynʒ ist aber diese Exhalarion mancherley/so wird auch die Farb, nach Art deß aufsteigenden Rauches, mannigfaltig seyn. ö Die Warheit dieses Dinges wird durch stetige Beobachtung in denen grössern durchsichtigen Steinen bestättiget, als bey welchen ein Theil mit ei⸗ ner natürlichen Farb getingiret, hingegen ein anderer Theil von allen Far⸗ ben entblöset, und gleich einem Ey durchsichtig ist. Also stellet der gantze Stein die Gestalt eines gefrornen Wassers vor, als dessen Theil, welcher am ersten completiret,empfindet und empfänget den Zugang der Farbe, die üb⸗ rigen Theile aber nicht also; welches man bey den Amethisten öffter, als bey den andern Edelgesteinen, in acht nehmen kan; als unter welchen einige nur an einem Theil gefärbet sind/einige andere aber haben theils gar keine Farb, theils aber stellen an gewissen Oertern mancherley Farben für; welches auch zu Zeiten mit andern Edelgesteinen zu geschehen pfleget. ö Daß 7y. Capitel. Daß man den Smaragd nachmachen kan ꝛc. Alhier ist nichts, das von Importantz wäre; sondern es ist nur ein E Weuder und gezeigter Weg zur Falschheit und Verführung der Renschen. Im übrigen, alldieweiln die Kunst. die Edelgesteine volltömmlich nach⸗ zumachen, dem Erfinder einen mehrern Nutzen, als alle andere Verfälschun⸗ gen bringen würde, und solches vielleicht sonder allen Schaden der Men⸗ schen, ja, so wir denen Ckymicis Glauben zustellen wollen, mit grossen Nu⸗ tzen geschehen kan; auch diese Kunst, die Edelgesteine zu tractiren, so viel mir wissend/mit keinen Gesetzen umschräncket ist/ so ist kein Wunder, daß nicht zu Zeiten, der Goldschmied einen falschen für einen warhafftigen Edelgestein derkauffe, und daß man dieses zu erlangen, so viel Mittel erfunden und ge⸗ brauchet habe, ja so vielerley Pasten, Duppleten, Goldblätter, Tineturen oder Färbung auf den Boden, auch andere dergleichen Compositiones und Kunstgriffe an Tage kommen seyn, welche alle das Ansehen haben, als ob sie natürliche und warhafftige Edelgesteine wären, wie solche unser Autor leh⸗ ret. Von dem Betrug der Duppleten erzehlet Ferrantus Imperatus im 14. Capitel deß 20. Buchs; daß ein Meiländischer Jubilirer, einen falschen Smaragd mit Duppleten um 900⁰0. Ducaten verkauffet habe, und sey die⸗ ser Betrug lang verborgen geblieben. Diesen Pasten haben die Chymĩci 4125 wiewol fremden Na⸗ 3 men 270 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch L men gegeben, der sonst nirgend, als bey Ihnen anzutreffen ist nemlich Amau⸗ laʒ denn also nennet sie Libavius Johannes Ilaacius und Glauberus: Ob sol⸗ cher Name von dem Wort Malaico(nicht aber Mosaico, wie Vossius in seis nen Gloslario nach der Länge beweisen will) hergeleitet werde, kan ich nicht vgewiß wissen; es scheinet zwar die Grund⸗Bedeutung solches Worts sehr * probabel zu seyn; denn es wird Mulalcum Opus oder eine Massiv⸗Arbeit, „ bonHermolao Barbaro aiso beschrieben: Es ist saget er, eine eingelegte Ar⸗ u beit/ von 5⁵ Bilder/ mancherley gefärbten Steinen, aus welchen alerley Figuren und durch Kunst zusammen gesetzet und gefüget, gesormiret werden. Dergleichen Arbeit wurde vor Alters aus mancherley gefärbten Mar⸗ morstucken, unterschiedliche Figuren der Thiere vorstellend,bereitet,auch zu Zeiten Gold darzwischen geleget, wie solches erhellet aus dem Plinio l.36. C. T. und Seneca Epist. 86. Es gedencket Philander in dem Vitruvio, I. 7. c. I. einiger uůͤberbliebenen Boden⸗Stücke, die ihm wären zu Gesicht kom⸗ men, in welchen der eingelegte Marmor, in der Größ einer kleinen Bonen, der Fische und anderer Dinge Bildnüß, unter mancherley Farben, fürstel⸗ lete; anjetzo aher bey unsern Zeiten gebrauchet man an statt deß Marmors, das getingirte Gloaß ö* Libavius saget in seinem Syntagmate, es werde diese Materia, zu der eingelegten Arbeit, bey denen daracenischen Autoribus, die Saracenische Erde geheissen; allein er machet keinen Unterschied zwischen den Pasten und Amausen; es ist zwar nicht ohne, wann man die Natur dieser Materien be⸗ trachtet, so sind sie ziemlich nahe miteinander verwandt; jedoch sind sie in die⸗ sem unterschieden, daß nemlich die Pasten von præparirten Crystall, mit ein wenig Glaß vermischet, bereitet, und zur Durchsichtigkeit der Edelgestein ausgearbei tet werden; da hingegen die geschmeltzte Arbeit oder Amausen das gecalcinirte Bley oder Zinn zum Grund haben, als von welchen es, we⸗ gen der beygemischten vielen Ingredientien, eine Dunckelheit und Corpus, auch eine Solidität bekommet. CEs hält Glauberus im aten Theil seiner Philosophischen Oefen darfür, chen; auch daß man ne rum bönne ein edlers Metall herfür bringen, als zum Exempel, aus dem Gold daß die Pasten nur ungefehr sind erfunden worden,/von denenjenigen, welche mit starcken Feuer die caleinirten Cörper reduciren, und zu einen Glaß ma⸗ füget gedachter Glauber aus dem Hollando noch dieses hinbey, mlich/ aus den vitrificirten und reducirten Metallen, wiede⸗ eine Tinetur, aus dem Silber ein Gold, und aus dem Kupffer ein Silber, und dergleichen: Item, daß aus den Metallen ein fürtreffliches Gla könte I Rten Id W usch Saug O d der eine Mlh Tetgeeti * + aberky MWahh / Habemsttepg e lendbeentten aur dem Pinl 0 6 watenmpe einet enegdr Rley Farba/ ij Ftattaeh Mun NseM 35j die ara chs den osuz Deser Mrin jedoch soseh en Csabot Reit eeGn beit Heran Hohweschhch heitusCe HeROHai Remenget Weihen Oee ch disehhih Wleh, H el 00 191 E44 Hreflt 10 —————————— 2. von der Glaßmacher⸗Kunst. 271 t. werden, so man nur genugsam starcke Schmeltz⸗Tiegel atte. Im übrigen was allhier unser Autor von der Præparation deß Cry⸗ stalls/ und seiner Aus formung, so viel die Tinctur betrifft, mit vielen Worten auf die Bahn bringet, solches alles sind nichts anders als gemeine und be⸗ kannte Sachen. Das 76. Capitel. Jesen nachfolgenden sonderlichen Weg,/ wie man zu denenEdelgestei⸗ nen dasCrystall præpariren solhhat Hartmannus in seinerPraxiChy- miatrica beschrieben, also lautend:man soll, saget er,4.Loth deß Wein⸗ stein⸗Saltzes, in Wasser lolviren, und mit dieser Solution 1. Pfund Bü⸗ chen⸗Aschen anfeuchten, daß solche gleich einer Capellen⸗Aschen werde; aus,, dieser Massa formiret man Kugeln in der Größ eines Apffels, solche getrock⸗„ net, werden in einen verdeckten Topff gethan, und in einen Töpffers⸗Ofen,, gebrennet: denn auf solche Weiß werden diese Kugeln etwas zerschmeltzen„ und sich an einander hängen: Nach diesem werden diese Kugeln auf das sub⸗ tilste zerrieben, und eine Lauge aus solchen bereitet, diese lässet man abrau⸗ chen biß zu einen Saltz; in der Lauge aber werden die glüende Crystallen so ⸗ lang und offt ausgelöschet, biß man sie zwischen den Fungen zerreiben kan.„ Wann dieses geschehen, so nimmt man das im Tiegel verbliebene, Saltz, reiniget solches nochmaln vermittels der Solution, Coagulation„ und Fusion, so lang/ biß sich in dersolution keine feees mehr erzeigen: Eben„ auf solche Weis muß das Weinstein⸗Saltz, aus dem weissen Weinstein„ præpariret, und durch die Solution, Coagulation und Fusion gereiniget,, werden, biß es von allen Unreinigkeiten abgesondert sey, und im Feuer nicht mehr sprotzele. Alsdann nimm dieses Weinstein⸗Saltzes 2. Theil, und deß vorherge⸗, henden preeparirten Sgltzes einen Cheil. Dieses lasse man miteinander flies⸗, sen, so wird man eine Materie erlangen, welche allerley Farben an sich,, nimmt, und ein Ansehen hat gleich denen Orientalischen al ant hoe⸗ 5 Fast alle andere Chymische Autores lehren das Erystall auf obige Art præpariren, einige unter denselbigen gebrauchen an statt deß klaren Was⸗ sers, den Wein⸗Essig. Aus demjenigen, was wir hernach von dem Glaß⸗Thränen oder Tropf⸗ Glaß sagen werden, wird leichtlich abzunehmen seyn, welches die beste Manier/ das Crystall zu præparixen sey, und welcher Præparation man hillig 272 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch billig folgen solle; es wird aber die beste Manier sonder Zweiffel seyn, daß man nemlich das Crystall in einer starcken Lauge ablösche. ö Die Pasten werden auf gleiche Weise, wie das Glaß bereitet; nur daß dieses aus dem Crystallinischen Metall, jene aber aus der præparirten Cry⸗ stall bestehen,es werden auch zu beyden Theilen einerley Farben gebrauchet: Derowegen giebet Porra seinem getingirten Glaß den Namen eines Ame⸗ thist, Rubins und dergleichen; in dergleichen Dingen könte man mit unserm Englischen Diamanten einen Versuch thun, als welcher viel reiner und här⸗ ter, als das gemeine Crystall ist. ů Dacs 77. Capitel. Oetĩus de Boot, ein berühmter Schreiber von denEdelgesteinen, schrei— bet von dem Smaragd dieses nachfolgende: Die Smaragd, saget er, können auf mancherley Weise verfälschet werdenz unter welchen Ver⸗ v. fälschungs⸗Arten, die fürnehmste mit Crystall, Glaß, auch gecalcinirten „und geschmeltzten Kieselsteinen geschiehetindeme man zu solchen Materien „etwas weniges Menig oder Minü mischet; auf diese Manier hahe ich für⸗ vtreffliche Smaragd bereitet: Andere setzen das gebrannte Kupffer, subtil vgepülbert, darzu/ mit halb so viel Croci Martis, solches lassen sie 6. Stund „lang mit einander kochen, und alsdann das Gefäß von sich selbsten erkal⸗ v„ ken/ nach diesem lässet man die Steine poliren; wird jemand in dieser Ar⸗ v»beit Fleiß ankehren und genaue Achtung haben so wird er solche schöne „Smaragd bekommen, welche denen Americanischen Smaragden fast „ahnlich kommen werden. Ingleichen schreibet auch Sarcias ab Horto, daß in Balaquata und Bis- nager aus denen grössern Glaßstücken sehr grosse und schöne gefärbte Sma⸗ ragd verfertiget werden: Dalechampius halt darfür, man müsse noch etwas von dem Jaspis darzu thun. Eben diese Composition der Smaragden, welche unser Autor beschreibet, hat auch Borellius lib. I c. 9. Io. beschrieben. Es wird auch der Smaragd noch anders aus Menig oder Kupffer⸗Ham⸗ merschlag bereitet, wie unser Autor in dem 78. Capitel lehret. Es lehret Hartmannus von dieser künstlichen Smaragd⸗Bereitung unterschiedliche Manieren, und ist zwar die erste, welche aus der Gold⸗ und Silber⸗Tinetur, mit Crystall undetwas wenig Salmiac bereitet wird, sehr dunckel, und mag nicht genugsam verstanden werden. Die andere Mänier geschiehet aus d. Loth Minii, 4. Loth præparirten Erpe) /und 2. Quintlein Gold.*⁰⁰— . Det dritte Weg gehet aus gecalcinirten und subtil gepülverten Kupf⸗ fer/u solchem thut man noch so biel Glaß⸗Sand solches mit einander vermi⸗ schet/ iu s Here N I 1—0 H me UW 0—½0 MW Hetzns Dar Itch I gehruht EII Rthittysen ineruhh seienst 9‚ sgt dechgn ecaleinih eH Mhas habeihsth pfer,sch 1e„S Lstenerth in diesta oiche shh apdeh f aundnl tbteEmh Hochethi natade oschuiben feshu Bereiun Hob⸗n vibd/ Pa HM Mm schil von der Glaßmacher⸗Kunst. 27³ Die vierdte Manier bestehet darinnen, man nimmt nemlich das geprer⸗ parirete Crystall und ein wenig deß en Kupffers, und füllet mit die⸗ ser Materia die Töpffe biß zur Helffte damit an, und lässets. biß 7. Stund/ erstlich bey einem gelinden, nachgehends bey einem starcken Feuer zerfliessen, nach diesem nimmt mans vom Feuer, und nachdeme der Topff zerbrochen/ nimmt man alles dasjenige, was sich darinnen befunden, und mit Bley⸗ schaum überzogen ist und reiniget soches von allen unartigen Dingen, so wird ein sehr eeeite Smaragd erscheinen, welcher in Stücke zerbrochen, gebühr⸗ lich kan bereitet oder geschliffen werden. Es ist aber zu wissen, daß diese Arbeit nicht einmal wie das andermal von statten geheʒabsonderlich muß man eine sehr heitere Lufft und Tag dartzu erwehlen; Auch werden zu dieser Arbeit 4. unterschiedliche Töpffe genommen, und also in einer Arbeit unterschiedliche und fürtrefliche Smaragd von man⸗ cherley Farben bereitetzindeme man in den ersten Topff deß gecalcinirten und pulverisirten Kupffers ein Serupel nimmt, in den andern Topff aber 2. Scru⸗ pel; in den dritten 1Quintlein: In den 4. anderthalb Quintlein; und allhier bey dieser Doli hält man innen; denn so man deß besagten Kupffers noch et⸗ was mehrers zusetzete, so wird das Glaß Erge und gar nicht durchsichtig werden; eben gieser Proceß wird auch in acht genommen, in der Bereitung deß Jaspis und Topases,da man von dem Croco Martis etwas zusetzet, ingleis chen auch deß Sapphirs/ bey welcher man von der Zaffera etwas darzu nimt. Es giebet aber in dieser Compositĩon der Mars seiner Veneri oder das Eysen dem Kupffer weder ein Corpus, noch einigen Glantz: Cardanus de va- rietat. rer.I. 10. c. 2. lehret diese Smaragd⸗grüne Farb aus den weiß. cal⸗ cinirten Fluß⸗Kiselstein bereiten, indem man solche mit gleich so viel Minio in einem Tiegel vermengen, miteinander schmeltzen, und zweymal wiederho⸗ len U x 4. es ist diese Art/ also zu verfahren/ sehr undeutlich und dunckel angezeiget. IlaacusHollandus will,daß solche Composition auch geschehen könne. mit gecalcinirten Vitriol und etwas, man solche erst⸗ lich mit warmen Saltz⸗Wasser, hernach aber mit süssen Wasser besprengen, und untereinander mengen soll; als auf welche Art sie dann viel eine bessere,, we Hrossre Würckung geben, auch vollkömmlicher zusammen schmeltzen,, erden.„ Seneca schreibet in seiner 91. Epistel, es habe Demoeritus eine Ma⸗ nier erfunden, wie man einige Smaragd aus den Steinen bereiten soller Ingleichen saget Plinius l. 37. c. 13. daß man bey denen Autoribus man/ 2 Mm cherley 289 V 4.— 22%½ C. Merrtte Anmercungen indas erte Buc vcherley Arten befinde, wie man das Erystall mit Smaragd grün, und an⸗ u. dern Edelgestein⸗Farben tingiren sollzwelches alles mit deme, was gedach⸗ „ter Plinius J. 6.c. 26. bon dem schwartzen, wie auch von dem mancherlev⸗ „ farbichten Myrrhenstein saget, übereinkommek. Das 81. Capitel. IOh.Bapt. Porta lehret den Topagstein also zuzurichten: Man soll, sagt er, zu jedem Pfund deß Glases, ein halb Loth deß Croci Martis vermischen, vauch etwas weniges von dem Minio darzu thun, damit es desto heller glän⸗ n te; man nimmt aber in jedem Pfund der gantzen Massa 6. Loth von dem v Miniozes wird auch dieses letztere zu ersi hernach aber der Eroeus Nartis, v mit dem Glaß vermisoet: Dieses was allhier gus dem Porta angefuhret v worden/ hat auch Bootius ausgeschrieben, und füget solchem annoch nach⸗ »folgende aus unserm Kurore bey, sagend: Man soil ein fudnles Pulver u bom gebrannten Kupffer machen, ingleichen von natͤrlichen Zinnober und „Crystall, solchem soll man 4. mal so viel deß gebrannten Zinnes beysetzen, nund es zusammen in einen starcken und Feuerbeständigen Echmelt⸗Diegel y thun, und einen Tag lang in den Ofen chen es muß aber das Feuer nicht v gar zu starck seyn, sondern es soll in glei yn es flie sset das gedachte Pulver sehr leichtlich. en Grad erhalten werden; denn Dieses letzterzehlten Processes bedienet sich Birellus von Wort zu Wort ausser daß er an statt des Zinnobers setzet, man soll Menig nehmen. Hartmannus und Libaviusnehmen wohlzu einen jeden Loth präparir⸗ ten Crystalls 6. Loth von der Cerulla: Der Autor deß C hymischen Buchs, Quadrig. Chymiea genannt, gebrauchet zu den Topasstein das Zinn⸗Saltz. Dias 82. Capitel. F n Chrysolit lehret Porta also nachmachen: Man soll nur saget er/ wanm man den Topas bereitet hat, noch etwat weniger von dem ge⸗ Laleinirten und gepuerten Kupffer darzu thun, damit er erwas grün⸗ E — vnlicht werdez denn es ist der Chrysolith von dem Zopas nur darinnen unter⸗ v schieden, daß nemlich jener vor diesem etwas besser glänttzte. Claveus sagte, daß er ein Silber gesehen härte, welches 2. Monat lang n dem Glaßrwacher Ofen ist gecalciniret worden, und hat dessen ein Theil zu zwülff Theiln Crystall gefüget, ein gantz CEintrünfarbigtes Glaß gegeben. 001 0 ö 22 4 2 Das * — 1 900 0 90 D 1 0 Meñzꝛ N ldd QWAN H 10 Ge ua *9* 9—* IRpogn ar H WA +— Rrün, M 0 Rtabgch aumaggh ansahsg usheegstt Gtohelagh Loth si Tocus Mant racgahy Ranochrh abilet hute Zingobenh Fresberty chwetze 5Feu verden, du EE cuig Atfxa thpropah en h ZuvEch sl ondec wab gll Hen usl onat t desen 10O D von der Glaßmacher⸗Kunst. 275 Das gy. Capitel. uberus bereitet die Sapphier⸗Farb aus dem Silber⸗Margasith/ 8 indem er solches in Aqua Kegis dislolxiret, und mit dem Liquore von Kieselsteinen præcipitirer. 3— d 3. D4 H Kate. Aus dem Gold kan man eine wunderschöne rothe Farb bereiten. 42* ** bey einer so genannten Gold⸗Tinetur/von einer hohen Standes⸗Person be⸗ reitet, befinde/ allein es getrauete sich solches niemand zu wagenzscheinet also, es seye in diesem Proceß eine warhafftige Gold⸗Tinctur zu bereiten, etwas verlohren gegangen. Sonsten ist mir durch die gewisse Erfahrung bekannt, daß das Gold/ wann es in Aqua Regis ist aufgelöset worden, die Haut deß Menschen mit einer völligen Purpur⸗Farbe tingire welches etliche Tage dauret; ingleichen wird eine grosse Quantität deß Wassers getingiret/ so es in diese Gold⸗Solu- tion gegossen wird: Diesem lolvirten Gold eignet Glauberus eine schöne Sapphir⸗Farb zu, wann es nemlich mit dem Liquore von Kieselsteinen ist Lepracipitiret worden.. ä Die Silber⸗Tinetur hat keine blaue, sondern eine weisse Farb, wie sol⸗ ches die vielgiltige Autoritæt deß Herrn Boyle in seinen Physiologischen Experimenten p. 60. bezeuget. Derowegen bleibet es dabey, was ich schon allbereit zuvor gesaget habe, daß die blaue Farb von dem Kupffer, mit welchen jedes Silber vermischet ist, herkomme. Aus den Böhmischen Granaten. Es will Boetius de Boot, daß die Böhmischen Granaten ihre Farb im Feuer gehalten/ als welches nicht fast allen dergleichen Steinen gegeben 110 derowegen sind diese Böhmische Granatsteine, zu dergleichen Gebrauch eh r gut wiewol sie aber in einem gemeinen Feuer ihre Farb behalten/ so ver⸗ lieren sie doch solche in der starcken Hitze W ö 2 S ist zwar nicht ohne, es verheissen die Chymisten mit ihren sonder⸗ bahren Menstrrüs eine Tinctur aus dem Gold zu bereiten: Ich hörete einsmals von einem fürnehmen Chymico, welcher um etwas grosses wetten wolte, dasjenige Gold wiederum in ein Gold zu reduoiren, das sich —— 3— —...— ——— ——— ———— ————— — SDS— 276 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch Das 91. Capitel. Klein gestossen Bleyweis oder Cerussa. Unser Autor bedienet sich in der Præ aration deß Bleyzuckers zweyer⸗ ley Wege; als einen, welcher mit dem Bleyweiß; der ander aber so mit dem Bley⸗Glett geschiehet, besag deß 123. Capitels. Allhier in diesemCapitel caleiniret er den Bley⸗Zucker, und bereitet aus solchem wiederum einen andern ubebehinueh Insgemein gebrauchen die Chymisten hierzu das Minium, andere hingegen nehmen gecalcinirtes Bley, allein es zielen alle diese Arten auf einen Zweck. ö Jedooh hat man beobachtet, daß man aus der Mennig oder Minio ein mehrers Saltz oder Zucker bekomme; und solches ist kein Wunder, denn es hat die Mennig eine stärckere Calcination, als alle andere erlitten: Hierzu gebrauchet man insgemein in der Extraction den Wein⸗Essig; jedoch will Beguinus man soll an Aaberhut das Phlegma pon dem Essig nehmen: Uber diese deß Beguini Wort aber hat sein Commentator mit allem Fug ein Aus⸗ Ia eichen hinzu gesetzet. Allhier will ich zwey Ding bemercken: erstlich, daß es viel besser seyn V und weniger kosten wüde wann man über die Mennig allezeit einen frischen utid neuen gedistillirten Essig, keinen aber, der schon einmal gebrauchet wor⸗ den/schüttete; denn es ist die Mennig geringer ais der Essig/ und wird aus ihr gleich das erstemal, so viel als sie gutes von Zucker bey sich hat, extrahiret; zugeschweigen, daß man deß Essigs nicht so viel vonnöthen habe, welches ja dem Laboranten zum Nutzen gereichet. Das ander Stück,welches ich allhier anmercken will/ist eine neue Ma⸗ nier/solche Operation mit dem Bley⸗Zucker zu verrichten, weiche ich meines Wissens bev keinem Chymischendcribenten gelesen; sie gehet schleuniger von statten, und wird mit wenigen verrichtet; auch ist böret Blev Zucker in den Chyrurgischen Sachen, als dah in er sonderlich gehöret, nicht geringer als der Zinin noch wohl besser, welches mir genugsam bekannt ist: Man nimmt sehr dünne Bley⸗Bleche, oder welches besser ist, dasjenige Bley/ so ein beitlang in den Fensterrahmen ist gebrauchet worden, und lässet solches in ei⸗ nen Aqua fort dissolviren(ein gutes Scheid⸗Wasser löset deß Bleyes eben so schwer aufals schwer das Wasser gewesen) so wird das ditlolvirte Bley in kurtzer Zeit, in Form eines Zuckers, auf dem Boden deß Glases erscheinen Auf solche Art habe ich dieses Zuckers eine ziemliche Quantität in einer hal⸗ ben Stund/ mnit einem kleinen Glaß, und ersKonl Sand⸗oder Aschen⸗ Wärme,/ wie auch nur ein eysern Stäblein übers Kohlfeuer Relthsnheriß 0 —.— uceuseg rabe Pif Iberitt Rnach lemittedh det MM ldet, dung stten. H Itbochy nehmer Wugen ielbestesth einensisde brauchetho Ditdauh xlahth 5%W mnee heichment Heunigertn Zuckerin inera Hlis. M Vacse lthie B.hesth Mitt scheijeh eler V+N ennlt. 10 von der Glaßmacher⸗Kunst. 277 Und fürwar dieser Proceß/ gleich wie er viel schleuniger/ als die andern/ also kostet er auch nicht so viel: Was aber der gedachte Bley⸗Zucker in der Heil⸗Kunst ausrichten könne, davon habe ich allhier nicht Noth zu sagen. Das 93. Capitel. äeses sechste Buch unsers Autoris handelt von den Eneausten, 558 chmelh⸗Gläsern oder geschmeltzter Arbeit, welche bey den Engel⸗ ländern Enamels Gen Arbe wird; und solches vielleicht darum, die⸗ weil man viel von dergleichen Arbeit zu denen 0, her gebr auchet; oder die⸗ weil dieses Englische Wort dem Ansehen nach, hergeleitet wird von dem teutschen Wort emalliren/ welches die Frantzosen Esmailler nennen, mail le, oder Mackeln, die dergleichen Arbeit repræsentiret. Diese Arbeit wird bey den LateinernEncausta vom Brennen)geheissen; derowegen findet man bey den Schreibern der Wörter⸗Bücher diese Wort, Encauston, eine geschmeltzte Arbeit/Eneaustice die Kunst/geschmeltzte Arbeit zu machen Encaustes der Künstler, welcher eshwelef rbeit verfertiget. Jedoch waren die Schmeltz⸗Werck und geschmeltzte Arbeit der Alten, davoñ bey dem Vitruvio I. 7. c. 9. Plinio I. 35. C. 1. und Mart. I. I. stehet/ von den unsrigen gantz und gar unterschieden: Salmasius in Exerc. Solin. welcher, nachdeme er in gedachtem Buch von den Schmeltz⸗Wercken der Alten und deroselben dreyerley Arten/nach der Länge gehandelt hat/hält endlich dafür es sey diese Kunst, die geschmeltzte Arbeit der Alten zu machen, verlohren ge⸗ gangen. Porta nimmt in Benennung dieser Arbeit das Italienische Wort Smalto, und nennet es auch im Lateinischen Smaltes, welche bey demLibavio gleichfals Smalta genennet werden. Das 94. Capitel. Eine weisse Smalte. Jese wird auch noch auf andere Weise aus dem Regulo deß Spieß⸗ Glases bereitet davon schon allbereit oben etwas gedacht worden: Diese weisse Smalte lehret Libavius und Porta aus einem Theil deß gecaleinirten Zinnes, und zweymal so viel deß Glases zu bereiten. Das. Capitel. a Lurckis⸗Fard bereitet Porta nur eintzig und allein mit der Zaffera. 5 Mm z Das —* 4 278 Merrets Anmerckungen in das erste Buch Das 97. Capitel. Ine vollgrüne Smalte oder Schmeltz⸗Glah zu machen, gebrauchet 7 Porta das gebrannte Kupffer, welches man bey den Italienern ins⸗ mein Raminella, unser Autor aber Ramina nennet: Ingleichen damit diese Smalte hellgrün wird, so nimmt Porta den Kupfer⸗Hammer⸗ schlag darzu ö ODas 100. Capitel . Line schwartze Smaltrle.—— VEreiten Libavius und Porta aus einer Blumen⸗und Purpur⸗Farb, bestehend von Magnesie und Zallera: Im übrigen ist alles einerley Proceß und Gewicht/mit demjenigen/ wie es unser Autor allhier beschreibel. Das 103.Capitei. Wauroche Smalte wird bey dem Lbavio mit roco Martis bereitet. Das 108. Capitel. An hat wegen dieses Menstreũ biel Fleiß angewendet; dasjenige aber ist das beste, welches aus der doda und dem Kalch bereitet wird; es præstiret aber die also genannte Pott⸗Asche, mit dem Alaun eben dieses. ö a gale Feraden ehelcher Webermiele einer sol⸗ chen Lauge, allerley Farben aus den Pflantzen und W lumen, bereitet hat; mit welchen Farben er vielerley, nitihren ciarnen Fauthen Blumen in ein gros⸗ ses Buch, nach dem Leben mit ihren eigenen Farben abgebildet hat Die Operation der Pott⸗Aschen, deren sich die Färber gebrauchen, ist auch an den Indig und Glesto zu ersehen, als von welchen beyden keines sei⸗ ne Tinctur ohne die Asche, von sich giebet. 5 ö ö Die hellen und durchsichtigen Farben ersordern nur die Solution deß Alauns; denn ste werden von einen schärffern Saltz verderbet/ wie solches in der Färberey⸗Kunst, und mit b, wie inz, Eipe genugsam zu erse⸗ hen ist:. Item daß die gelbe Glaß⸗Farb/ wie ima. Capitel zu ersehen ist, mit dem Weinstein nicht angebhzz. + 2= ei ä 13—— 1 799* Da 5 5 IEI 7* 2 * on der Glahmocher⸗Runst.. 279 / obuht ö Das ö 10jCapitel. e talcnenst uᷣus allerley Blumien und Krälltern 1.. + uht: NZJeses Experiment und Probierungs⸗Art unsers Autoris ist sehr gut; fensam wann aber die Farb ein leinernes Tüchlein färbet, so ist es ein besser dZeichen: Wann die Schiffleute nach dergleichen gefarbten Pflantzen verreisen, so wird ihnen von denKauffleuten insonderheit anbefohlen, daß sie die Pflantzen sollen im Munde zerkäuen und sehen, ob der Speichel gefarbet 51 Lonerlene mthe 0 Duesheh H. Prob kan auch mit einem dünnen apier oder leinern Gerath geschehen. ninen. ronh Allhier will ich dem Liebhaber eine Verzeichniß derjenigen Pflantzen und 10 eg Vegetabilien mittheilen welche eine Farb bey sich haben, und also folgbar erbeshu dienen eine Lacca aus ihnen zu extrahiren; und zwar wollen wir erstlich die⸗ jenigen, welche die Färber gebrauchen/ erzehlen, dergleichen sind: Lignum Nephriticum, das Grieß⸗Holtz/ samt seinen dreyerley Ge⸗ roco Md schlechtern, welches die Engelländer Fusticks zu nennen pflegen, dienet zur gelben und grünen Fartvhh. 13.7 Campegiana und Sylvester, dieses sind einige Arten der kleinern Beere oder Körner, und werden aus West⸗Indien zu uns anhero gebracht; sie ge⸗ ben fast eben eine solche Farb wie die Rermesinbeer, jedoch nicht so schöne. Hh Hieher gehöret auch demen dumach oder Fürber⸗Saamen, die Korn⸗ Seegectg Rosen, die Gelbwurtzel, wie quch das süsse Holtz/und die Blumen von wilden Hetwirdz& Saffran; Item zur gelben Farb die Pfriemenkraut⸗Blumen. Maun che Anotto ist eine Compofsition, welche eine sehr schöne Scharlach⸗Farb giebet, und wird aus dem Fugo Marino Tinctorio, Urin und Schmar be⸗ Heineesh reitet. ö Noch sind elnige andere Dinge, welche die Färber nicht gebrauchen, let haymt ä Fat awnt nichts destoweniger aber eine schöne Farb bey sich haben, als der Saffran that un Cam len: Item Tradescanti, welches eine volle und schöne blaue Farb aucheh hat; die Lornblumen, aue welchen die herrliche Kornblumen⸗Farb der Far⸗ eegs ber bereitet wird.. 7 Die Meer⸗ oder Seeblumen der Färber/ so von dem so genannten Fuco utiond6 etwas unterschieden sind: dieser beyden Sorten gedencket Johann Bauhi- MU nus: Die Hyacinth⸗Blumen: Unser Purpur farbichtes Colchicum: mzueas ö Daben dreyerley Stauden⸗Beet/ von welchen man eine schöne rothe Farb 4 en fan—— ö nishm Heliotropium, in dessen Safft die eingetauchten Tüchlein dieug Far DN SIIIII‚I—— ————————————* DSeeeeeee FF——— ————— ——————.— 230 C. Merrets Aumerckungen in das erste Buch Blättern. ben, als da sind, die Wol 2. Farb geben, so wir iwerolanenunden Wi zu nennen pfegen Item Blattaria, mit einer blauen und gelben Blume. Der Americanische Convolyulus mit seinen usammen gezogenen Es sind auch RN efärbten Safft bey ha⸗ olffs⸗Milch, der wilde Hasen⸗Kohl oder Sönchen⸗ Kraut, die Pfaffen⸗Röhrlein oder Küh⸗Blumen mit zottigten Blättern: Item Bock⸗Bart, Lattig, Rapuntzeln und dergleichen. Ingleichen andere Pflantzen, welche, wann sie an der Sonnen getrock⸗ net, der mehreste Theil don ihnen gelb werden, als durch welches ich fast iu glauben veranlasset werde, die Cambaja sey nichts anders, denn ein solcher ge⸗ trockneter Safft aus der Wolffs⸗Milch: Die Johanneskrautblumen aber haben in ihren Knöpffen einen rothen Safft, und das Schwalben⸗Kraut hat einen gelben Safft, wie auch das Felffel⸗Kraut des Alpini. Es geben auch die Beeren von vielen Pflantzen einen farbichten Safft, als das Einbeer⸗Kraut; ja einen röhtlichen Safft, als die 10, Deczech 0 hieher gehören auch die Wolffs⸗Beer, das Kraut Mäusdorn, die Weiß Wurtz die Himbeer/ die Creutzbeer/ der grüne Mahler⸗Safft, die grünen Welschen Nüsse. ö Es gehöret auch hieher die Bezetta oder Torna solis deß Bezedinĩ, we vꝛ che hey dem Wormio in seinem Musæo I. 2. c. 34. also beschrieben wird: Es v ist aber solches Bezetta ein leinernes subtiles Tuch/gefärbet mit einer über⸗ vaus schönen Röthe/so mir von dem kunsterfahrnen Apothecker deß Durch⸗ „läuchtigen Fürsten,Christians deß Fünfften,nemlich HerrnChristophHet⸗ v furt ist berehrer worden; wie aber solches gepräpariret werd/eund auf was „Art und Weiß man es verfertigen solle das wuste gedachter Herr Herfurt 5 elbsten nicht: Die Tinetur, damit dieses Tuch gefärbet ist/ scheinet von ro⸗ » then Santel zu seyn: Sein Gebrauch ist, daß man sich damit anstreichen, v auch die EDß⸗Wagren damit färben kan, gleichwie mit der gemeinen Torna „Solis; allein diese ist weit schöner als die gemeine: Sie dienet auch zu der „Schmincke, und hat diese sonderbare Eigenschafft, daß es dem Wasser,so v mans darein leget, seine Farbe mittheilet, nicht so wohl aber dem Wein, „ demðpiritu Vini aber gar nicht. Biß hieher Wormius. Dergleichen Tinetur habe ich auch von Wollen bereitet gesehen/sie dien te an statt einer Schmiucke,/ und ist noch heut zu Tag bey den unsrigen sehr im Gebrauch: Aus diesem solte man sonder Zweiffel eine fürtreffliche Laccam ö bereiten können. Zu denen Blumen⸗Farben gehören auch die Granat⸗Blühe 2 die au⸗ — —— * amm cHe 140073 Butu hielaAꝰ ein t2r I/0 fln den davofleh rit M Etyl midi e 7— V Nn Hale vt 10 Helbs Chh Indsh bey Mi I — eunen fe Ren Rag asthef 1530 ten Baity Hunehgeth chesichseh Rein sosghez thlumegth Wabeydm Ne st, digin Beꝛedmd ithebide nit eiherie/ dehdurh Huisophhe⸗ Iaus n Hen Kihetbogtt Gastrechen, ehenLotnt Kauch D Dem Mih hst H heen Rlhe/N Bihe Bon der Blaßmacher⸗Kunk 281 Tausend schöne/ und der Saamen deß Heliotropü trĩcoe i, als welcher/ so man ihn zerreibet, erstlich gründarnach etwas blau, und letz icht Purpurfär⸗ bigt wird/ wie solches Libavius bezeuget: Die Stücke von demAlaterno ge⸗ beh, wie Crulius saget, eine schwartze Farb: die Wegwarten⸗Blumen, die Blumen des Indianischen Apostem⸗Krauts, der Indische Brunnkreß/ und viel andere dergleichen Pflantzen mehr/ davon ins künfftige/ so GOtt will⸗ ein mehrers absonderlich soll geschrieben werden; dieweil unter den Pflan⸗ Rahen Weien issens ihre Farbe niemand beobachtet noch olche in gewisse Reihen abgetheilet hat; da doch deroselben Nutzen in em täglichen Gebrauch sehr groß ist, auch unterschiedliche von denen⸗ davon wir geredet haben, von denen Kauffleuten zum Gebrauch eingefüh⸗ ret worden. ö Die Pflantzen, deren Blätter einige Farben geben sind diese: Das Stramonium, der Virginische Farb⸗Baum als dessen Blätter, so man sie mit der Hand zerknirschet, geben unter allen Vegetabilien die beste vollgrü⸗ ne Farb/ die Pflantzen Bäͤhren⸗Klau genannt, die rechten Toback⸗Blätter⸗ Item die schwartzen Spanischen Kümmel⸗Blumen; und wiewol diese eine blaue Farb geben, so sie zwischen der Hand, oder einen Papier, oder Tuch zerrieben werden, so wird doch aus ihnen eine schöne grüne Farb bereitet. Die Art und Weis die Farben durch die distillation zu extrahiren/ ist heutiges Tages sehr wohl bekannt/ und gebräuchlich: Denn es werden alle Chymisch⸗bereitetespiritus weiß wann sie im Distilliren in die Höhe steigen, und werden getingiret in der Infusion solcher Materialien, welche eine Farb bey sich haben; auf solche Weis ist auch in der Londischen Apothecken der Spiritus Lavandulæ compositus getingiret: Item das componirte Mohn⸗ Wasser/ das Mariendistel⸗Wasser/ und dergleichen: Zu deme so lehren fast alle Apothecker, solche, unsers Autoris Manier.—.— Es ist aber zu wiffen, daß diese extraction, deß so genannten getingirten Spiritus Vini, eine gantz todte Farbe gebe/ welche nichts nutze ist/es seye dann⸗ daß sosche in geringerer Quantität und bey einer gemassigten Wärme deß B.M. geschehe: Denn es machet die allzustarcke Wärme/ die Vegetabilischen Farben schwartz/ auch verliehret der dasurstein selbsten, ob er schon hart ist/ seine Farb, durch eine allzu starcke Hitze. Das ni. Capitel. ese unsers Autoris beschriebene Manier,eine blaue Farb zu berei⸗ ten, habe ich einsmals versuchet, allein es ist mir nichts anders dar⸗ aus worden, als daß ich die blaugelblichte Farb/ zum irdenen Ge⸗ schirren dienend yerderbet habe. Nu Es 282 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch, Es nennet unser Autor diese Farb die Teutsche Blaue, solches thut auch Brellus I. rr. c. 160. da sie doch bey denen Teutschen nicht im Gebrauch ist, weiln sie sonst die blaue viel leichter und schöner haben können: Allein es nimt annoch dieser letztere zu den Schwefel, deß Salmiges nur vier Theil darzu; dergleichen andere Farben mehr sind bey dem gedachten Rirello zu finden. Das 112. Capitel. Dem Türckis seine verlohrne Farb wieder zu geben. ö Jeran will ich schier zweiffeln;denn ich habe einmals vernommen als b diese Sach nicht angehen solle; jedoch aber ist vielleicht die Ma⸗ nier, dergleichen mit dem Türckis zu thun, wie Ilabel Cartestal. 3.C. Vi hat/ besser: Sie reibet nemlich den Türckis mit Ultramarin⸗ welche einen Tag lang in Aqua fort gestanden dieses wann es abgerauchet, und das Pulver getrocknet, so ist es zum Gebrauch fertig: Der Türckis⸗Stein wird hernachmahls erstlich in ein Aqua fort aus Kupfferẽ soll vielleicht Nitro heis⸗ sen) und Vitriol bereitet, gethan, nach diesem in einen Wein⸗Essig/ und end⸗ lich in ein Wasser, auch muß er in jedem eine Zeitlang liegen bleiben. 0— Das u3. Capitel. —. Eine Spiegel⸗Mirtur. 4.353866 Ch befinde von dergleichen Mixtur unterschiedliche Arten bey den Autoribus; und weiln diese Mixturen in Opricis einen sonderlichen Nutzen haben, auch dergleichen in Englischer Sprach nicht beschrie⸗ ben worden/ als will ich deroselben Beschreibung allhier beyfügen. ö Es werden diese Spiegel und Gläser Metallisch genennet/ nicht darum, als ob sie aus Metall wären, sondern dieweil in diese Composition etliche Metallische Cöͤrper kommen, und dieweil sie, so wohl am Gewicht/ als auch dem äusserlichen Ansehen nach, den Metallen ähnlich kommen. Es lehret diese Mixtur zu solchen Spiegeln Porta im 23. Capitel deß „I7. Buchs seiner Magie, also bereiten: Man soll einen neuen und Feuerbe⸗ yständigen Topff nehmen/solchen, damit er desto stärcker halte, mit Luto in⸗ vwendig beschlagen, dieses wiederholet man, wann er trocken w orden, zum vandern und drittenmal; Alsdañ thut man 2. Pfund Weinstein darein/ und vlässets beym Feuer sliessen, ingleichẽ auch eben so viel deß Arsenici Crystalli- zmiz wann diese Massa in den Topff zu rauchen anhebet, so wirfft man go. „Pfund deß gebrauchten und alten Kupffers hinein, und lässet solches sechs — — ** obiß siebenmal miteinander schmeltzen/ damit sichs wohl reinige und lautere bald 0⁰8 00˙ de M etwhch dert duu hNW c, Hesthgg Gäma Wiehgnit Hee Loufpde hel, rnomipens licht dt M Arelal 3. Welchethyh ht/ und du „Stlihtih ht Nitrofeß gmder aben. ten bey d sonderiche chtbeshhi⸗ . chtögrum, lon(ᷣlliche Halh auch abittlch „Feuerbe tLuto is⸗ Iden, zun Areinl (yftal⸗ t mah o cheß sehs 0 Hallane I von der Glaßmacher⸗Kunst. 283 bald darauff thut man 70. Pfund deß Englischen Zinnes hinein, und lässet⸗ es miteinander fliessen; nach diesem nimmt man mit einem Eysen etwas. von der Mixtur heraus, und siehet ob es zerbrechlich oder hart seye. Wann es zerbrechlich ist, so thut mun deß Kupffers noch etwas hinzu/ ist es aber gar zu hart, so nimmt man das Zinn: Oder so man will, so kan. mans kochen lassen, damit von dem Zinn ein Theil davon komme: Nach⸗ deme es nun das begehrte Maas erreichet hat/ so schättet man 4. Loth Bo⸗ rax darüber/ und lässet es in den Ofen so lang stehen/ biß sichs aufgelöset,, hat; hernach giesset mans in das Modell, und lässet es erkalten. Nachdeme nun diese Mixtur kall worden ist, so wird sie mit einem., Pimsenstein gerieben, auch bald darguf miteinen Schmirgel: Wann nun,, die Flache hübsch gleich und poliret ist/ so muß man solche mit Trippen rei⸗ ben: Endlich machet mans mit Zinn⸗Aschen hell und gläntzend. In dieser Composition nehmen die meisten von dem Zinn den dritten⸗ Theil zum Kupffer, damit die Massa härter und desto heller werde. In der ersten Edition des gedachten Buchs/ lehret Porta l, 4. c. 23.5 diese Mixtur auf folgende Weis verfertigen; und auf solche Manier,, wird sie fast insgemein von allen andern bereitet. Man nimmt deß Kupffers einen Theil, und 3. Theil deß Zinns aus etwas wenig Arlenicipder Weinstein; dieses läset man mit einan⸗ der fliessen und incorporiren. Etliche nehmen des Zinns z. Theil und 3. Theil des Kupffers, wie auch., etwas weniges vom Silber/ Spieß⸗Glaß und weissen Feuersteinen: An⸗ dere thun solches mit r. Theil Bley/ und ꝛ2. mal so viel Silber; es kan auch. diese Mixtur aus andern Metallen und anders temperiret werden. Nachdeme nun diese Mixtur gegossen und geformiret worden/ so wird. erfordert, daß man sie glätte und polire/ in so fern, damit der zurückgebo⸗ gene Spiegel⸗Strahl das Bilde deßjenigen Dings mit sich führe/ wel⸗ ches er fürstellen soll. Auch, damit sie denen andern Spiegeln gleich wer⸗⸗ den, als welches am meisten von der Glättung und Auspolirung der Theile dependiret. ö 3 Wann die Mirtur nicht glatt genug ist, so kan man etwas davon ab⸗ nehmen,/ oder man kan sie reiben/ damit sie wegen dieses letztern, das Spie⸗ gel⸗Bild grösser/ wegen deß Abnehmens aber kleiner, und also auf man⸗ cherley Art fürstelle. 4——.—, Wann die Mixtur fleckicht oder schiefericht ist, so gebrauchet man, ein Polier⸗Rad/ damit man die Waffen sonsten polieret/ so kan sie schön,, und rein geschliffen werden: So* die Spiegel⸗Mixtur hohl rund pau, R 2 7 alls 284 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch, vbauchicht bereitet hat, und damit solche durch die Bewegung deß Polier⸗ o Rades nicht zerbrochen werden, so muß man in den Spiegel ein Holtz odrechseln lassen, und damit sich derselbe nicht bewegen kan, mit Pech ankütz vten/ alsdann kan man solchen Spiegel mit einen Tüchlein oder Leder, und vmit Schmirgel reiben; nach diesem mit subtilen Bimsenstein⸗Pulver, voder indeme es noch an dem gedrechselten Holtz anklebet, mit Zinn⸗Aschen „Putty von den Engelländischen Goldschmieden genannt) und mit Trippelz wletzlich mit gepülverten Ruf, Weinstein und Weiden⸗oder Wacholder⸗ „Aschen/ als von welchen es sehr gläntzend wird: Der Schmirgel wird ge⸗ vpräpariret, indeme man ihn zu Staub zerreibet, und wann er durchgesie⸗ vbet, mit Wasser infundiret. Bey dem Cardano I. 2. de Variet. Rer. c. 7. werden die so genannten „Stahl⸗Spiegel aus 3. Theil Kupffer, r. Theil Zinn und Silber, mit ein „Achteltheil Spieß⸗Glaß bereitet: Es lassen aber ihrer viel, um die Unko⸗ vsten zu mindern, das Silber davon: Andere hingegen thun nur den 24. v Theil von dem Silber dazu, wie solches Aldrovandus bezeuget, in Musæo metallico I. T. c. 4. Solche Stahl⸗Spiegel, wie man sie nennet, werden auch von einigen vandern bereitet, aus einem Pfund Zinn und ein Drittheil geschmeltzten „Kupffer/ alsdann thun sie zwey Loth Weinstein und ein Loth deß weissen „Auripigments darzu, wann nemlich die Massa im Kochen rauchet: Nach vdiesem giessen sie das geschmeltzte Metall in eine Spiegel⸗formigte Figur, „vauf einen ebenen Bret oder Tafel, welche zuvor mit Hartz oder echrauch yseye getrocknet und erwärmet worden; alsdann wird der Spie gel auf ein n geklebet, und erstlich mit Wasser und Sand gerieben, darnach mit „»Hchmirgel, oder einen subtilen Bimsenstein⸗Pulver, und endlich mit Zinn⸗ „Aschen geglättet und gepoliret. Biß hieher Cardanus, und aus ihm Kir⸗ „cherus und Schvvenderus. ö Harsdörffer hingegen saget in seinem ersten Theil der Mathemati⸗ vschen Erquickstunden part. E. p. 13. Man soll in Bereitung der besagten „Mixtur drey Viertheil deß Zinnes und ein Viertheil deß gereinigten „Kupffers nehmen. Hernach nimmt man deß gecalcinirten Weinsteins g. „Loth, deß sublimirten Spieß⸗Glases 4. Loth, deß gemeinen Oehls S.Loth, vund 6, Loth Marcasits. „Wann dieses letztere alles wöhl miteinander vermischet worden, so „nimmt man von dieser Mixtur der Pulver 8. Loth, und setzet folche zu jeden vPfund der besagten Metallen; und nachdeme solches verrauchet und in et⸗ vwas gereiniget worden/ so thut man elwas weniges 9 ech uunh palloze chygtht h, 0 dch Iue Hegtich Pehgfh der Ide 0 stein⸗hute 4Zin duntdyh Wacobh Hcgeltiddg erdurcg egam Zilber mith um die bity fur dey ꝛ Het,in Mae Sbenen eschmabte deß weiseh uchet: Mü migte Fig r Hehm Negelauf darnahmit H mitginn⸗ ihm Kx⸗ Hothemati⸗ besagteh gereinigten einsteinsg. chs dLot Wotden che zvjedeh nhn undische 0 von der Glaßmacher⸗Kunst. 28⁹ Pech darzu/ und giesset diese Materie, nachdeme das Pech verzehret ist/ in die alerseh 2255 942 290 ö Scaliger schreibet Exerc. ga. sect. 3. von dieser Spiegel⸗Mirxtur alsor, Man soll, saget er/ 18. Loth deß Zinnes, und 6. Loth Kupffer, miteinander schmeltzen lassen; und hernach deß getrockneten Weinsteins 2. Loth, und 1.„ Loth von dem weisen Arlenie darzuz solches alles lässet man, so lang es noch,, rauchet, im Feuer stehen, und verfahret im übrigen mit dem Giessen, For⸗, — men und Probiren, wie die andern Autores angezeiget haben. Demb.Schotten hat Coroæus diese Manier, gedachte Spiegel⸗Mix⸗⸗ tur zu machen/ mitgetheilet: Man nehme 10. Theil deß Kupffers, diesem v wann es zerschmoltzen, setzet man 4. Theil deß Zinnes hinzu, streuet auch.⸗ etwas weniges Spieß⸗Glaß und Salmigt daran; solches rühret und mi⸗y schet man so lang wohl untereinander, biß daß der schädliche Rauch, davor,, man sich hüten soll, aller hinweg seye; so kan man nach diesem, die Massan, in die Form aufgiessen: Diese Mixtur, saget er ferner, habe ich durch,, langwierigen Gebrauch sehr gut befunden. Dergleichen Mixturen mehr, wie auch andere dergleichen Dinge, item Materialien zum Poliren sind bey dem Birello, I. 9. 47. biß 55. zu finden, als dahin ich den Leser Kürtze halber will angewiesen haben. Das u4. Capitel. Scese Manier, die innere Fläche der Kugel zu tingiren, scheinet heuti⸗ geo Tages geändert zu seyn, indem man dergleichen Kugel von aus⸗ sen, mit solchen Leim⸗Farben bemahlet; denn sie kommen sehr schön, und sind hin und wieder in den Häusern vielfältig zu sehen. Das Gyys. Dessen gedencket unter den Lateinischen Autoribus Cæsalpinus I. 1. c. 9. Es giebt, saget er/ eine bleiche Erde eines steinigten Erdschollens/ man gebrauchet solche den Messing zu trocknen, und wird insgemein Gyys ge⸗ heissen: Was aber diese Erde eigentlich seye, hat dem Ansehen nach der gedachte Autor selbst nicht gewust. Es ist aber das Gyps eine Art, eines schönen und hartgebrannten stei⸗ nigten Kalches/ welcher sehr schwer ist, und hat einige gläntzende Flecklein, gleich wie die Bley⸗und Zinnertz⸗Steine. uhehen: Den dieser Stein, nach der Brüchigkeit, gleich einen Alabaster anzusehen: Denn also ist dasßenige und ziemlich grosse Stück dieses Steins/ welches ich bey mir habe: Er wird in Spanien berfertigt, und in die Canarien⸗Insein verführet, um denen Nn 3 dahin 286 C. Merrets Amnerckungen in das erste Buch, dahin gebrachten Weinen eine weißlichte Farb zu geben, und eine Fer⸗ mentation zu machen, als durch welches Mittel sie erhalten werden, damit sie nicht verderben oder den Geschmack und Geruch verliehren, wann. sie in fremde Länder verführet werden. Das 1py. Capitel. Die Ultramarin⸗Farb. iese wird, wie Cæsalpinus saget/ insgemein also genennet, und ist unter V allen andern blauen Farben die schönste, welche am Werth dem fei⸗ nen Gold, wo nicht höher/ doch aufs wenigste gleich geschätzet wird. Es lehren insgemein fast alle Autores, so von den Steinen und Farben handeln, die Art und Weis, diese Ultramarin⸗Farb zu extrahiren: Es ist die⸗ se Farb die allerzarteste; und wann man hierzu nicht einen sehr guten Lasur⸗ stein nimmt, so ist alle Arbeit vergebens angewandt Allhier wird uns genug sehn, daß wir die Autores, welche davon geschrieben haben, anzeigenz mit Unterlassung ihrer langen und verdrüßlichen Processen. HBoetius de Boot lehret, im Buch von Edelgesteinen, vom 123. biß zu dem 124. Capitel, mit vielen Worten: Wie man nemlich sich in Auslösung dieses Steins verhalten soll(denn einige von gedachten Steinen köͤnnen das Feuer erleiden, und werden fixe Lasurstein, vomAldrovando genennet; an⸗ dere hingegen verliehren die Farb, so hald sie ins Feuer kommen) Item wie man sie calciniren soll: Wie man die Gefäß, die Laugen, und die hartzigte Massa/ als mit welcher die Farb desto besser extrahiret wird, gelinde und starck bereiten und zurichten soll; auch wie man das extrahirte waschen solle, damit es zur Farbe taugen könne; es lehret auch der gedachte Autor im letzten Capitel einen Weg, wie man diese Farb gar leicht, und mit ge⸗ ringen Unkosten extrahiren könne. ö Nechst diesem folget Birellus, welcher im 6. Buch vom 80. biß zu den 109. Capitel, alle diese oberwehnte Proceß, noch auf einen kürtzern Weg beschreibet: Etliche unter den Mahlern/ zerreiben den Lasurstein nur also röher, und gebrauchen ihn. e Das 16. Capitel. Eine Kermesin⸗Lacccaa. 29 ist kein 2. das Wort Laeca kommet her von dem Gummi/ 25 welches wir Lacca heissen, und einerley Farb mit der Mahler⸗Lacca hat; Matthiolus im az. Capitel deß 1. Buchs über denel 26rr — z rellal 3 Ihin Rtu H Ihens RI vonduug adenl e die H denengl Spalts ni Atcbeds Eise vahmn 4 900 Aosdg Nmn En Lese agehhe uchen enste 0— ab, — und ährgh berdeß, at jehreg, Ih. elurdisint Weuhheyß Rechßeeni enundd eh:Coish Lguteng Hitdunsganz / afsgg om23 f ih Aublist en köngenh henennetiaj ). Hteme die harhgt gelihde n yaschen 00 Autot in nd mit ge⸗ biß zu den thern Wig H al Gumtmu, le⸗ Dioscott de Capitel deß 3. Buchs Item bey dem Herera und Zimene. don der Glaßmacher⸗Kunstt. 287 dem bezeuges/ daß es vielerley Sorten von den künstlich bereiteten Laccen gebe, welche aus dem, was sich auf den Boden sencket, von mancher⸗ ley Farben bereitet werden. ö ö Dergleichen Lacca wird aus den Bibenell⸗Knöpffen oder Beeren(von,, denEngelländern insgemein Crilnon genennet) bereitet: Eine anderebacca,, wird gus den Kermesin⸗Beeren verfertiget: die dritte aus dem warhaffti⸗y en Gummi⸗Lace; die vierdte letzlich, und die allerbeste Larca wird aus, drasilien⸗Holtz gemachet: Die Art und Weis aber solcher Bereitungen wie eine oder die ander geschehe, füget gedachter Matthiolus nicht darzu. Von dieser deß Matthioli Art aber, und von denen Irrthümern, die er alda begehet/ wollen wir künfftig in einen absonderlichen Tractat gedencken, da wir von den Farben ein mehrers handeln werden. Den Weg, wie man aus dem Gummi die Lacca bereiten soll,lehret Bi- rellus I. Ir. c.39. Man soll, saget er, ungefehr 20. Pfund von Manns⸗Urin, nehmen,solche wohl kochen und verschaumen lassen; alsdann thut man von, der Gummi⸗Lacca 1. Pfund darzu/ wie auch 10. Loth Alaun; solches alles, miteinander vermischt/ thut man zum Feuer und lässet solches allda so lang kochen/ biß alle Farbe extrahiret seye: Und nachdem man eine Prob davon, genommen hat, so thut man noch deß Alaun⸗Zuckers so viel hinein, als je⸗y mand gnug zu seyn duüncket; darnach seyhet man solches durch, gleichwie, andere Laccen. ö Sonsten finde ich bey unterschiedlichen Scribenten mancherley Arten/ die Laeten zu bereiten; welche alle aber nur in der Materia, daraus, und in denen Menstruis, als durch welche man sie bereitet, unterschieden sind. Es sind etliche, welche die Kermesin⸗Beer nehmen(aus welchen die Apothecker einen sehr schönen und gefärbten Syrup bereiten) solche Beer wachsen auf einen beertragenden Baum, der Art, wie der Eibisch⸗Baum, dergleichen Baum ist in einen Garten allhier zu Londen, in der alten Strassen/ zu finden nechst bey dem Pesthaus; alle in es hat dieser Baum noch niemals eine Furcht gebracht. IIE 0 Noch ein anderer dergleichen Art Baum ist in den Witthal, in den Kö⸗ niglichen Privat⸗Garten, herfür gewachsen, allein er ist neulich von den Innwohnern dieses Gartens, aus Unwisfenheit, hinweg geranmet worden. Es sind auch noch andere, welche die Cochtnelle zu einer Lack machen; diese Cochinella ist ein Wurm oder Mücke/ welche auf den Indianischen Feigen⸗Baum gezeuget wird; hiervon kan man noch mehrere Nachricht uchen/ ben dem sohana de Laet, seiner Indianischen Beschreibung im 3. Es 288 C. Merrets Anmerckungen in das erste Buch chen; der Weg, welchen unser Autor allhier beschreibet, ist sehr gemein, und vor allen andern der beste: Andere bedienen sich der Waschung und Reini⸗ gung, der mit Scharlach gefärbten Kleider. Von der Art und Weis wie man die Lacca in Indien machet, schreibel Hernandes am 45. Capitel deß 3. Buchs seiner Historien, also: Aus der Nochetzli, das ist, Cochinella, wird zuZeiten eine Purpur⸗Farb, bißweiln aber eine Kermesin⸗Farb, je nach Art der Bereitung verfertiget: die aller⸗ heste Art solcher Bereitung aber ist/ und geschiehet mit dem gekochten Was⸗ ser, von dem Baum Totzuat genannt, indem mans darinnen maceriret, und etwas wenig Alaun darzu thut; alsdann werden aus deme, was übrig verbleibet, Küchlein geformiret. e 00 So viel hierinnen die Menstrua betrifft, so bereitet unser Autor seine Lauge, aus der Aschen der Weiden oder eines andern weichern Holtzes; an⸗ dere bereiten sie aus der Aschen von Eichen oder einem andern harten Holtz: Man gebrauche nun welche Laugen man will, so soll sie doch nicht stärcken seyn/ als daß sie, wann mans mit der Zunge kostet, etwas weniges beissen ö In dieser Sach könte auch das Aqua fort sehr viel thun; solches ist in unseren unvergleichlichen und wohlbestellten Färbereyen sehr wohl bekanntz denn sie in Bereitung der Kermesin⸗Farb/mit demAqua fort sehr guten und hehen; Fortgang erreichet haben; dieses einige scheinet annoch im Weg zu tehen, daß die Lacca auf solche Manier bereitet, ihre Farbe, wann sie an die Lufft gesetzet, oder angefeuchtet worden, von sich wurden gehen lassen, in⸗ deme nemlich das Salt zerffiesset; man konte aber vielleicht diesem Ubel noch wohl abhelffen, entweder durch die Extraction, oder durch Abwa⸗ schung deß Saltzes, ohne Verlust der Farbe. Betreffend die Herausnehmung der Laecen, auch ihre Præcipitation, Durchseyhung und Austrockung so sind alle Autores darinnen einig, in⸗ deme sie sich einerley Manieren bedienen. Letzlich füge ich noch dieses hinbey, daß der Kalchstein besser und ge⸗ schwinder, als die Ziegelsteine die Feuchtigkeit der Farben an sich ziehe und selbige krockne, welches im Austrocknen die tägliche Erfahrung der Mahler und Färber bestättiget. Die Lacca muß man, eh sie gäntzlich trocken wird, in einen höltzernen ene e aber ja in keinem eysern) mit Hülff eines Messers oder Spatels in eine heliebige Figur formiren; oder man kan sie, nach dem Exempel der Mabler/ auf einen Stein, welcher Furgeln oder Rünlein hat, legen. Das Es sind deren auch welche die tingirte Scheer⸗Wolle hierzu gebrau⸗ Er ghh den oerdi ae A 60 G N sschel sdeA Ishal el I 5¹⁷⁸ . 51 161 Vùnn (en N. d. schwiche fiherch sch gelt aubdoz ne 0l Hchh kuhenn i Melche Buch Wnade cht Reheincgh ang nachthscch a: Mü ith hfp tihet: de gi⸗ Hkochterdh snen maceii, ne/ wadi ser Anwrsh mHolheeze Rhartenuh Hncht shnt Higeg hest solchthin Wohlbernnz sehrgutd ochim Mah Vann stat heglaseg, t Resen A dulch Wh cpimr hehesh i⸗ Heset hdge schlihe do er Mosl. Hhaehh Spatehg Nehpel / Kgel, 0 Von der Glaßmacher⸗Kunst.* 2 289 Das 17. Capitel. Dieß Orientalischen Pilatro oder Saltz. D Wort Pilatro habe ich bey keinem Italienischen Autore finden können, es hat mir aber solches ein alter Glaßarbeiter zu Moran aus⸗ geleget und gesaget, daß solches eine Art deß Saltzes wäre, welches aus dem Meerschaum extrahiret, und durch die grosse Hitze desselbigen Landes eoaguliret werde; eben dergleichen habe ich annoch von einen andern Glaß⸗ arbeiter vernommen., ö Das 18. Capitel. 193 DI Lacca aus dem Brasilien⸗Holtz lehret Birellus also bereiten: Erst⸗ lich ertrahiret er die Tinctur aus der Scheer⸗Wolle; darnach nimmt er 1. Pfund deß zerschnittenen Holtzes,(zerstossen wäre es besser) und kochet solches in der Laugen, biß es eines Fingers breit abgerauchet sey; Alsdann wird es durchgestehen: Zu diesen durchgeseygten thut man 2. Loth deß Ara⸗ bischen pulverisirten Gummi, und lässets noch einmal ein Finger breit einko⸗ chen, rühret es mit einem Stäblein wohl herum, und gebrauchet den Filtrir⸗Sack/ wie oben gelehret. Das 24. Capitel. Eine schöne Rosin⸗Farbe bey den Italienern Rosichiero genannt. Farb nennet Portal. 6. c. 9. Rolaclerum, und lehret deroselben Bereitung auf folgende Manier: Man lässet 10. PfundErystall in, einen Topff schmeltzen, und thut zu solchem r. Pfund von der besten Men⸗⸗ nig/ allezeit einen halben Theil auf einmahl, auch muß man es sehr ge⸗ schẽwind mit einen Eysen herum rühren; denn es wird sich sonsten, wegen seiner Schweren, bald zu Boden setzen: Wann es nun wohl gemischet und„ sich vereiniget hat, so nimmt mans mit füglichen eysernen Instrumenten,, aus dem Topffe, und schüttet es in das Wasser; solches muß man zum drit⸗ tenmal wiederholen: Zu diesem süget man ferner 10. Loth deß gecaleinir⸗ ten und pulverisirten Kupffers, wie auch deß aller schönsten Zinnobers„„ solches/ nachdem es wohl untereinander gerühret, lässet man 3. Stund ⸗ ruhen; wann dieses geschehen, so thut man 6. Loth von dem Zinn⸗Glaß ⸗ darzu/ so wird man in dem Glaß eine üͤberaus schöne Rosen⸗Farb erlangen/, welche man, das Gold damit zu bemahlen/ 0 kan. 2 0 as ——— ————————— ———III—I—IAIIII——————— ————————.— 20⁰ E. Merrets Anmerckungen in die Bücher, ö ö Das 126. Capitel. M.. man den Schwefel noch auf eine andere Manier sigieren solle, lehret unser Autor im 129. Capitel. Noch einen andern, aber viel weitläufftigern Proceß beschreibet Pirellus im 1. Buch, c. yo. Alsda Hbl sich der Schwefel auf diese Weis präparnet, leichtlich mit Salmiac sublimiren. ů Die Art und Weiß aber den Schwefel zu figiren, wie es Helmontius beschreibet, will keiner von den Chymisten, so viel mir bekandt sind, ap⸗ probiren; denn es saget gedachter Auror, in der Rubric von Vermischung der Elementen, daß ihm ein Weg bekannt seye, durch welchen man den Schwefel, er mag wie er wolle seyn aufgelöset worden, in ein irrdisches und fixes Pulver bringen könne. E ö— Was dieses fixe Schwefel⸗Pulver in der Glaßmacherkunst für einen Nutzen habe/ lehret unser Autor an keinem Ort⸗ Das 129. Capitel s hat diese Farb aus dem Gold, Libavius I. 2. Tract. 1. c.3 5. wohl nur muthmassend, doch sehr genau errathen, mit diesen Wor⸗ v ten: Ich bin dieser Meinung, saget er, daß man von der rothen Tinctur „ deß Goldes, welches in einen Liquorem oder Oehl dissolviret worden, v sonderlich mit dem Crystall einen Rubin bereiten könne dieser seiner Muhtmassung setzet er diese Ursach hinzu; daß nemlich die Rubinstein an Oertern, da Gold ist, stetigs gefunden werden, derowegen sey es glaub⸗ lich, daß das Gold an dergleichen Oertern in Edelgestein verwandelt werde. Das 131. Capitel. Das Kupffer⸗Vitriol. Vn dieser Bereitung lehret Glauberus im 2. Buch seiner Phioloso⸗ V vhischen Oefen/ diesen nachfolgenden kurtzen Weg: Der Salmiac⸗ Spiritus, wann er auf das Kupffer, welches durch offtmahlige Ausglüung „und Auslöschung und gecalciniret worden, gegossen wird, extrahiret in⸗ v„nerhalb einer Stund eine sebr schöne blaue Farb; diese Extraction gies⸗ v set man von dem aufgelösten Kupffer ab, und setzts an ein kühles Ort, so v wird es einen über dus schönen Vitriol geben Die Præparation dieser Medicin beschreibet Crollius in seiner Basilica Chy- het, —. ier sgi f Rdem, d o Wim chntStseh becklewonh kanht sch,/ ohDanh dehen nng ihindische erkunstfir Taad. 1 mit disen My Fothen Zunthy Hlhiket vongh heser se „Rubnnstae f sch tõ ga pandelttyng Hhihs W eRrglg tuabie Hdiong HlO Hbal 0 Von der Glaßmacher ⸗Kunst. 291 Chymiea auf das allerbeste. Beguinus zeiget im 12. Capitel diesen Weg an: Man pulverisiret das gecalcinirte Kupffer oder den Kupfferhammer⸗ schlag subtil, und digerirets einen Tag lang in einen distillirten Essig: Denn Statrichn Essig giesset man durch die Neigung davon ab; und an dessen Statt schüttet man einen andern daran, und zwar so lang biß sich der Essig nicht mehr färbet: Das abgegossene muß man filtriren, davon lasset man z. Theil abrauchen, oder abdistilliren; das übrige, was im Gefäß verbleibet, setzet man an ein kühles Ort/ so wird ein sehr schöner und ungendesht Vi⸗ triol anschiessen. Und damit will ich auch meine Anmerckungen Zum Beschluß folget allhier die E Von dem Tropff⸗ oder Thränen⸗Glaß. BV S)hat die Art dieses Glases der Durchleuchtigste Printz Rupert am ersten aus Teutschland anhero in Engelland gebracht, und Seiner Maljestät dem König prælentiret, als welche solches Ihrer Socie⸗ tæt in dem Großhamesischen Collegio mitgetheilet haben: Es wurde von der Socĩetæt alsobalden ein Commillarius deßwegen abgeordnet, welcher vom besagten Glaß dasjenige, wie hierbey folget berichtet hat, wie sol⸗ ches in dem Buch dieser Societæt, so biel die Sache betrifft/ verzeichnet wor⸗ den, auch mit derselben Bewilligung aus selbigen abgeschrieben, und all⸗ hier mitgetheilet wird: Solchen Bericht habe ich desto eyferiger verlanget, damit diese eigentliche Manier mit diesem Glaß zu procediren, ein Muster und Exemplar aller andern Kxperimenten wäre: Denn also hat es der Herr Rupert Moray A. 1661. der docietæt fürgetragen. eschliessen. 2 443 IIFIFIFIFIIITIII— ——————.—————— ——————— *...——.—— ————————————;——— 27½˙ C. Merkets Historia A. B. der gläserne Faden. B. C. das Corpus. B. der Hals. A. das Ende oder eusserste Trumm deß Fadens. Dieses Tropff⸗Glaß wird aus einem grünen und wohlgereinigten Glaß bereitet: Und wann das Glaß⸗Metall, wie sie es nennen, nicht wohlausgekochet ist, so sind sie nichts nutz, sondern sie zerbrechen und zer⸗ springen alsobalden, und fallen ins Waßfer zu Boden. ö ö Die besie Manier dergleichen Glaß zu machen, ist diese: Man nimmt mit einen eysern Rohr oder Stäblein etwas Glaß⸗Metall aus dem Topff, und lässet es mittelbar in ein kaltes Wasser tröpffen, darinnen muß mans so lang, biß es kalt worden/ liegen lassen. Wann das Glas⸗Metall gar zu heiß ist, so wird sonder Zweifgel der teon Tropffen, so bald er ins Wasser fällt, zerspringen, und Stück⸗weis zerfallen.. 7.—— Ein jedes Glaß, welches so lang im Wasser/ biß es erkaltet/ ohne 7* 5 Zerspring ung verbleibet, das ifit unfehlbar gut. Der Grad einer gebürlichen Hitze, in der Bereitung dieses Glases, ist auch dem allergeübtesten Arbeiter unwissend: Auch kan er nicht ver⸗ sprechen, daß er etwas von dergleichen Glaß⸗Tropffen verfertigen will, welches die Prob hielte; es verderben auch in der Bereitung sehr viel, und geräthet je unter zweyen oder dreyen kaum eines. Einige von diesen Gläsern, gleichsam von der Kälte zerschlitzt, springen auf, ungeachtet sie im übrigen eis indender Andere zerspringen, indem sie annoch mehr oder weniger heiß sind, sonder grosses Knallen in Stücke: Andere, so bald sie ein wenig erkaltet, zerspringen mit grossen Knallen: An⸗ dere knallen oder zerspringen nicht eh, als biß sie gäntzlich erkaltet sind: An⸗ dere bleiben, so lang sie im Wasser sind, gantz zerspringen aber von freyen Stücken, nicht sonder grösses Getöß, so bald sie heraus kömmen; andere zer springen erst eine Stund hernach: Noch andere, ungeachtet sie, nach dem Herausnehmen, etliche Tage oder Wochen gedauret haben, so zer⸗ springen sie dennoch offtmals, ohne alles Betasten und Anrühren. So man von den Gläsern eines, weil es noch warm ist, aus dem Wasser nimmt, so wird der dünnere Theil deß Halses, guch was an dem Faden⸗Hals hänget, und im Wasser gewesen ist, in kleine Theile zerfal⸗ len, der Cörper aber wird gantz verbleiben, ungeachtet das Corpus eben so viel Cavitæt hat, als das, wesches zersprungen. Wann eines von diesen Gläsern, an einen Faden in der Lufft hangend, oder auf der Erden liegend, erkaltet; so erlanget es eben eine solche Soli⸗ ditæt und dergleichen, wie ein ander Glaß. Wann uge Fude Wüe berrite WI.—..— kt Hl. A wohlgegigen enhen, n rechen undi I: Mmun u dem Juß, en moß unt 1 Suf n Stücku caltt g dieses Hatt rer nicht hyy dfertigen xl, sehrnel, n t srityl ingen, inben ½%% Sthtk. naben: M⸗ sind: M/ boh ftehen n andeye ie sach el/ 0 eh, „ aus den pgf an den ale Ersh Düs cbehs⸗ sthageh e l W von dem Tropff oder Thränen⸗Glaß. 203 War nin der Bereitung dieses Tropff⸗Glaß in das Wasser fallt, so rauchet es mit einen kleinen Getöß, auch bleibet das Corpus eine kleine Weil heiß/ und springen von demselben viel rauchende Füncklein heraus/ als durch deren Vermittlung das Glaß in die Höhe springet, und sich be⸗ weget: Es steigen auch von demselben, nachdem es erkaltet/ sehr viel Blasen auf; wann aber das Wasser/ 10. oder 12. Zoll tieff ist, so vergehen die auf⸗ sieigende Blasen, eh sie auf die öbere Fläche kommen, und kan man in diesem Fall nichts anders, als ein tumbares Geräusch vermercken. Die äusserste Fläche dieses Tropff⸗Glaß, ist, gleichwie bey allen an⸗ dern Gläsern, glatt; das Glaß aber selbsten ist inwendig schwammicht, löchericht und voller Blätterlein: Auf dem Boden ist es rund, und den birnformigten Perlein nicht ungleich; es endet sich in einen länglichten Hals, jedoch so, daß keiner an diesen Gläsern gleich, sondern den mehresten Theil in kleine Furchen und Bögen gebogen, welche sich vom Hals an, in ein subtiles Knöpfflein endigen. Der mehreste Theil von diesen Tropff Gläsern, bekommen an dem erhabenen Theil deß Cörpers einen Buckel, welcher sich gemeiniglich auf die Seiten lendet, wo sich der Hals endiget; jedoch so, daß dieser Buckel je zu Zeit an dem Theil deß Glases sich befindet, welcher in dem Gefäß, da⸗ rinnen es bereitet wird, oben her ist. Wann der Glaß⸗Tropffen in ein heisses Wasser fält, eh die Hitz et⸗ was vergangen, so springet und bricht er unfehlbar: Wann man solchen in ein Oehl fallen läset, so hat es weniger Gefahr wegen deß Zerbrechens als im kalten Wasser: In dem Oehl setzet es mehrer, auch zu Zeiten grös⸗ sere Blasen, als in dem Wasser; auch währet die Aufwallung im Oehl länger, als im Wasser. Diiejenige, welche im Oehl bereitet werden, haben keine so weite Furchen, als die im Wasser; einige von diesen Furchen sind gantz glat, und haden keine Buckeln, gleichwie die andern. Ein Theil deß Halses und subtilen Glaß⸗Fadens, von dem in Oehl bereiteten Glaß⸗Tropffen, zerbricht, nicht anders, als ein gemeines Glaß: Wann man aber den Halß nahe bey dem Cörper zerbricht, das Corpus selbst aber in der hohlen Hand behält, so wird es gantz zerspringen und brechen, allein mit keiner grossen Gewalt und Getöß, gleichwie die, so im W asser berei⸗ ter werden, daß es also nicht in gleich kleine Theile zerspringet, sondern es hängen die Stieke, wann sie sich zertheilet, annoch an einander: Und in diesem Fall werden an diesem Glaß die Furchen und Linien länglicht er⸗ scheinen, nach dem Mittel⸗Punet deß Cörpers reichende, und deroselben O0o 3 Cavi- .—. +*—.*——— W ——————— — + SIIIII...I... *—— 3*.*.— 2—9—9ꝗ** —— ——.—— — r ———— — —.— 294— C. Merrets Historia Cavitat überzwerg durchschneidende Es sind aber deren nicht so viel, als in den andern Gläsern, welche im Wasser sind bereitet worden. Wann man das Glaß in einen Wein⸗Essig tropffen lässet, so wird agleichfalls zerspringen, auch, eh es gar erkaltet, zerbrechen und zu Boden fallen; es wird auch einen grössern Knall von sich geben, als es im Wasser thut; allein es wird nicht so viel merckliche Blasen, gleichwie im Wasser/ erwecken: In der Milch giebet es gar kein Getöß von sich/ es machet auch keine Blasen die man mercken könte, allein es praßelt etwas, und wird, eh es erkaltet, in Stücken aufgelöset. In den Wein· Spiritu erweckt dieses Tropff⸗Glaß mehr Blasen als irgend in einen andern Liquore, und wird/ indeme es noch gantz ist, ohne alles Umschrencken mehr als in andern Liquoren herum getrieben, es springet aber allezeit auf, und fället Stückweis unter: Wann man z. oder 6. Tropff.Glaser zu gleicher Zeit auf einmal in den Wein⸗Spiritum fallen lässet, so wird sich zwar der Spiritus entzunden, aber er wird keinen sonder⸗ lichen Geschmack davon bekommen. ů Diese Salmnatgs deß Tropff⸗Glases Etron Scheid⸗Wasser deß Nitri oder Salmiacs besser, als im Wein/Essig von statten: In den Te⸗ rebenthinöhl zerbrache ein solches Tropff⸗Glaß/ eben, gleichwie im Wein⸗ iritu; als man das andere hinein ließ tropffen, so entzündete sich dieses el, also daß es hernachmals nichts mehr taugete. Als ich dergleichen TropffGlaß in das Queckfilber geworffen, und sol⸗ ches mit einen Stab und mit Gewalt hinunter getauget, so ist es breit und zauch worden: Dieses Erperiment aber habe ich nicht vollführen können, dieweil es nicht so lang, biß es kalt worden, kunte untergetauchet werden. Als man dergleichen Tropff⸗Glaß in einen Cylindrischen Glaß, gleich einem Kelch mit kalten Wasser angefüllet, zu machen probieren wolte, so ist endlich eines, von 6. biß 7. welche zerbrochen, gerathen. Es ist auch von einigen aus der Societæt in u8 Waferfl worden, daß dieses Tropff ⸗Glaß/ so bald es aus der Hand ins Wasser fällt, auch zu Zeiten etwas hernach, so lang die rothe Farb währet in das Wasser rothe Funcken schiessen lasse, zu welcher Zeit auch zugleich einige Blasen augen⸗ scheinlich herfür amen; und daß solches Gla nicht nur gllein, und zwar mit sehr grossen Getöß zerbreche, sondern es bewege sich auch der Glaß⸗ Cörper, und springe gleichsam in die Höhe, so wohl in diesen, welche gantz bleißen, als welche zerbrechen. ö ä Dieses Tropff⸗Glaß wird von dem Schlag eines geringen Ham 4— * ö ö oder „. — boeh. 0 6 go l o01 glech U1 20 mal 2 en esr . + h SN Wa duft M Gaas daren slbe schres 4 sudes o nigen berwi Wus Hr hete⸗ — asch, Rot Rechen uf eu, „lichwien ssch,emt wabund H Valn, K hanzst, n etrieben, H Dirtumfig keinen orde⸗ Waser d In den d⸗ vieim Wiß H ssh dist fen/ und sl es bleit und ren könna therden, laß, glih polte/ 00 6 worden, It, auchtu oserrothe / Augel und ztog der Gl⸗ „ wesc ammert U¹ von dem Tropff⸗oder Thränen⸗Glaß. 29 oder eines andern härtern Rüstzeugs nicht zermalmet, so es an kein an⸗ ders Ort, als auf den Bauch geschlagen wird. Wann man von diesem Glaß nur das Knöpfflein zerbricht, so wird es alsobald in die allerkleineste Theile zerspringen, und solches nicht ohne * grosse Gewalt und Gethön; auch können die zersprungenen Theile leichtlich gepulverisiret werden. Die Theile deß zerbrochenen Glases, wann sie einen freyen Raum, sich um und um auszubreiten, finden, so werden sie mit gleicher Gewalt/ gleichwie die kleinen Feuerpallen, welche man wegen ihrer Gleichheit Gra⸗ naten nennet, ausgestreuet. ů Einige von diesen Glasern zerspringen, durch Berührung eines trocke⸗ nen Ziegelsteins, in Stücke, und werden alsobald am Boden etwas zer⸗ malmet: Andere lassen sich nicht aufheben, es sey dann, daß sie halb ab⸗ gewetzet sind: Man hat dergleichen Glas/ welches fast halben Theil hinweg gerieben ward, aufgehebet, welches aber bald darauff sonder Anrühren zersprang: Ein anders, welches mit Stein⸗Wasser und Schmirgel, fast biß auf den Hals abgewetzet worden, bliebe dennoch gut. Wann dieses Glaß unterm Wasser mit der Hand zerbrochen wird/ so stosset es stärcker an die HBand, und 5n lher Getös, als wann sol⸗ ches in freyer Lufft geschehe: Und ob schon solches mehr bey der Fläche deß Wassers gehalten wird, so fället doch alles von den kleinern Theilen, nicht ausser, sondern in das Wasser, ohne alle Zerstreuung ihrer Theile, der Art zuwider, so in der freyen Lufft geschiehet: Ingleichen so man von diesen Gläsern eines, in e Machine deß Herrn Boyle thut, und zerbricht olches darinn wann der Kecipient wohl exvaeuirt oder ausgeleeret ist, so wird 22 0 anders als in der freyen Lufft, auf alle Seiten zerspringen, und ich vertheilen. Wann ma! dergleichen Tropffglaß im Feuer erhitzen lässet,so wird sich solches gleich einem gemeinen Glaß verhalten; ausser daß sein Temperament also sehr geschwächet wird, daß sichs ohne Gefahr deß Zerbrechens we⸗ niger als zuvor biegen lässet. Wann man dieses Tropffglaß mit Hausenblasen, als mit einem Leim, verwahret, und aber das Knöpfflein davon abbricht so giebt es einen Knal von sich,jedoch ist solcher Knall nicht so starck/ wann man das besagte Knöpf⸗ lein mit der Hand hält; wiewohl dennoch genugsam zu ersehen, daß der in⸗ nere Theil des lases ga zzertrümmert ist; es bekommet auch eine blaulich⸗ te Farb, die ärssere Fläche aber bleibet eben und glat; wann es aber auf eine solche Art zersringet oder zerschlagen wird, daß deroselben heraus⸗ genom⸗ 296 C. Merrets Historia von dem Tropff· oder Thränen. Glaß. genommene Particuln, zu subtilen Zäserlein werden, so repræsentiren sie eine Kegel⸗Form/ und sind so zerbrechlich, dab man sie mit geringer Mũh zu einen subtilen Pulver zerreiben kan. Wann dergleichen ein anderes TropffGlaß, eines Zolls dicks, mit Fischleim eingefasset und rings umher bedecket wird, so wird aller Leim, wann das Knöpfflein deß Glases zerbrochen, nicht anders als von einer klei⸗ nen Hand⸗und Feuer⸗Granaten, in lauter Stücke zerspringen und zermal⸗ men. Als man 2. oder 3. Stück von dergleichen Gläsern zum Edelgestein⸗ Arbeiter geschicket, um ein Löchlein, gleichwie in die Perlein, darein zu bohren, so sind sie, wann man ihnen mit dem Dreh⸗Eysen zu nahe gekom⸗ men, alsobalden in Stücke zersprungen, nicht anders als die⸗ jenigen, denen man das Knöpfflein abbricht, zu zer⸗ springen pflegen. Ein fahes dun eh; 00 WI 1 somte V Habdle Wc e II Rensß ril fb Ceyy rette Htinergß.6 DK 9⁰9 0j%%0 297 0 Kane——4 semst gaim n:FVin Anhang H•dea V ů 30WVon den Glaßmacher⸗Oefen und dero⸗ 9 selben üblichen Instrumenten oder Werck⸗ i Edehhosh zeuge. lein, dorth inden ldieweiln in diesem vorhergehenden Werck der Glaßmacher⸗ Löledie Kunst/ zum öfftern der Glaß⸗OefenErwehnung gethan wird,als u NI* hat man für gut angesehen/ dasjenige hier beyzufügen, welches uns Agricola von dergleichen Sachen, so wohl deutlich,als zier⸗ lich beschrieben hinterlassen hat: Zu diesen haben wir noch hinzu gethan, die Abrisse der Gefen und Werckzeuge der Glaßmacher/ wie sie zu Amsterdam gebräuchlich sind; wie auch eine Benennung derjenigen, deren sich die Glaßmacher zu Londen in Engelland bedienen, wie solches Herr 4990⁰ Merrettus gesehen, und bezeuget. n Es schreibet demnach Agricola im 2. Buch von Metallischen Sachen, folgendes Innhalts: Es ist noch ürig das Glaß, als dessen Bereitung darum hieher gehöret, dieweiln solches aus etlichen geronnenen Berg⸗Säff⸗ ten/ und Kieß oder Sand durch Gewalt deß Feuers, mit einer subtilen Eunst bereitet und ausgetrucket wird. Zum andern sind alle ausgetruckte Sachen, als da sind die Bergsäfft, die Edelgestein und etlich andere Steine, durchsichtig und können ge⸗ schmoltzen, auch gleichwie die Metallen gegossen werden. Erstlich aber muß ich von der Materia/ daraus das Glaß bereitet wird/ handlen; hernach von den Oefen/ als in welchen es geschmoltzen und berei⸗ tet wird; und endlich dann von der Art und Weis/ wie solches verfertiget und geblasen wird. Es wird aber das Glaß aus den flüssigen Steinen/ und aus den har⸗ ten Berg⸗Säfften, oder aus den Säfften solcher Dinge, welche sich mit se⸗ nen/ wegen natürlicher Verwandschafft vereinigen/ bereitet: und zwar so sind die flüsigen Schmeltzsteine/ wann sie weis und durchsichtig sind, vor al⸗ len andern hierzu die besten; um welcher Ursach willen man auch den Cry⸗ stallen hierinnen den Vorzug giebet; denn es wird aus den zerbrochenen Crystallen⸗Stücke in India ein so fürtreffliches und durchsichtiges Glaß be⸗ reitet, daß mit demselben keines Han werden, wie solches vdahret⸗ b hrei⸗ 6 298 C. Merrets Anhang schreibet: Die andere Stelle nach den Crystall, wird den Steinen gegeben, welche, ob sie schon nicht so hart als die Crystall, so sind sie doch auf gleiche Art weis und durchsichtig: Die dritte Reyhen wird den weissen Steinen zugeeignet, wiewol sie nicht durchsichtig sind. Es müssen aber alle diese erzehlte Stein-Sorten zuvorhero gebrennet oder gecaleiniret werden, alsdann muß man sie mit Stämpeln zerstossen und zermalmen, damit ein Kies daraus werde; nach diesem wird solches durch ein Sieb geschlagen; im Fall aber die Glaßmacher dergleichen subti⸗ len Sand an den Wasser⸗Ufern finden, so sind sie der Arbeit, solchen zu brennen und zu sieben, entübriget. 2 Belangend aber die geronnene Bergsäffte, so erlanget den Vorzug unter allen das Nitrum oder der Salpeter: Diesem folget das weisse und durchsichtige Berg⸗Saltz die dritte Stelle nach diesem hat dasjenige Saltz⸗ welches aus der Aschen Laugen deß Anthyllen⸗oder eines andern Saltzkrau⸗ tes/ bereitet wird; doch sind einige/welche jenes Saltz besser als dieses achten. Es werden aber in der Vermischung deß Kieß oder Sandes/ aus den Schmelz⸗oder ftiessenden Steinen bereitet, 2. Theil mit dem Salpeter oder Berg⸗Salg, oder Sal-Allali, miteinander vermischet, und wird zu diesen ein kleines Stücklein von dem Magnetstein gethan/ indem man so wohl vor Alters/als auch dey unsern Zeiten gewiß darfuür hält, daß dieser Magnetstein den Lĩquor deß Glases(gleichwie das Eysen) an sich ziehe, auch das angezo⸗ gene Glaß von seiner grünen und gelben Unart reinige und weis mache; es wird aber nachgehends dieser hineingeworffene Magnetstein von dem Feuer verzehret. ö Diejenige aber/ welche von ersterwehnten Bergsäfften keine haben, die nehmen 2. Theil von der Eichen⸗Büchen⸗oder Fichten⸗Asche, und vermi⸗ schen solche mit dem Sand oder Kieß; auch thun sie annoch zu diesem etwas wenig deß gemeinen oder Meer⸗Saltzes, wie auch etwas weniges von dem Magnetstein; allein es wird aus diesem kein so schönes und durchsichti⸗ ges Glaß, gleichwie aus dem andern bereitet. Es wird aber die besagte Holtz⸗Asche aus den alten Bäumen bereitet, indem man deren Stöcke/ wann sie 6. Schuhe hoch, aushohlet, Feuer darein leget, und also den gantzen Baum verbrennet: Solches aber muß im Win⸗ ter/ wann ein lang⸗wieriger Schnee lieget, geschehen, oder in heitern Som⸗ mer⸗Tägen, wann es nicht regnet; denn zu andern Zeiten verursachen die Platz⸗Regen, daß sich die Asche mit der Erden vermischet, und also unrein wird; derowegen werden zu solchen Zeiten diese alten Bäume in viel Stücke jerschnitten, unter einen Dach verbrennet, und also die Asche bereitet. ö ö Von vanmmen Aahhenggg dachaifgeh weissenEt Aadtt n I SS denwadste NW N——,——— erglicherste—— e. beit H U I H. + 777 Oll ö III + get den Iun das vestn Daszenige dernSasthz 6 diesesach andes/ auel Salpetent; hwird udte nansowohtg Magneh ch dasange Weiß mt stein von d ine haber/d Id helmi⸗ esemetvas er bonden Duchsiht ven bekeith Felerdakel him Wi⸗ tern Sol⸗ Irsachende also un HielStick stet, e 90 ——— —....— —I———————. ————————— — ee:--.—5 Von den Glaßmacher Oefen ꝛc. 29 Von den Oefen haben etliche unter den Glaßmachern z.etliche 2.etlich aber nur einen im Gebrauch: Diejenige, welche 3. Oefen haben die kochen in dem ersten die Materia/ soiche schmethen und reinigen sie in dem andern Glaß⸗Ofen noch einmal, und in den dritten Ofen kühlen sie die gläserne Gefässe, und andere glüende Sachen ab: Von diesen soll der erste Ofen ewölbt und gleich einem Backofen seyn; dessen oberes Gewölb 6. Schuhe ang/ 4. Schuhe breit, und 2. Schuhe hoch seyn muß. Nachdem man nun ein Feuer von dürren Holtz in diesen ersten oder Schmelt Ofen gemachet/ so werden die vermischten Sachen bey einen star⸗ cken Feuer so lang dar inn gekochet, biß sie zerschmeltzen, und in eine gläserne Massa verändert werden; solche, ungeachtet sie noch nicht genugsam von dem Unrath gereiniget worden, wird, wann sie erkaltet, aus dem Ofen ge⸗ nommen, und in unterschiedliche Theile vertheilet: Alsdann werden, in eben diesen Ofen/ die Töpffe, darinnen das Glah ist/ gesetzet, und warm gemacht: Diesen Ofen stellet die erste Figur vor. 48. Die untere Ofen⸗Kammer des ersten Ofens. B. Die obere Ofen⸗Kammer. C. Die gläserne Massa. Der andere Glaß⸗Ofen, so rund, ist 10. Schuhe breit und 8. Schuhe hoch von aussen her: Damit er aber desto stärcker halte, wird solcher mit fünff eyseren Bögen eingefasset, deren jede anderthalb Schuhe dick ist; auch hat er zwey Kammernz das Gewölb der untern Kammer soll anderthalbWerck⸗ Schuhe dick seyn, und vornher ein enges Mund⸗Loch haben/ damit man da⸗ durch das Holtz auf den Herd, welcher auf den Ofen⸗Boden ist/ legen kan: zu oberst aber, und in den mittlern Gewölb soll ein grosses rundes Loch seyn, welches von dar biß ins obere Gewölb offen sey, damit die Flammen dahin reichen mögen: Es sollen aber in der Mauren deß obern Gewölbs 3. grosse Fenster zwischen den eyseren Stangen seyn, damit dadurch die weitenTöpffe auf denGewölb⸗Boden, um das grosse Loch herum, mögen gesetzet werden; die Töpffe müͤssen 2. Zoll dick seyn, und 2. Werck⸗Schuhe hoch, im Bauch anderthalb Schuhe, beym Mund⸗Loch aber, und auf den Boden nur 1. Schuh breit. In den hintern Theil dieses Ofens muß ein viereckichtes Loch seyn, des⸗ sen Höhe und Breite einen Spann groß seyn soll, durch welches die Hitze, aus diesem in den dritten oder Kühl⸗Osen, der an den andern stösset, gehen könne: Dieser dritte oder Kühl⸗Ofen soll gevierdt, 8. Werck⸗Schuhe lang, und 6. breit seyn, auch wie der ander Ofen 2. Kammern oder Gewölbe ättt l haben; +. 4 300 C. Merrets Anhang 7F—09 E4— 1444 2 2* haben; vornher muß das untere Gewölb ein Mundloch haben/ damit man ö 4 dadurch das Holtz auf den Heerd, welcher auf desselben Gewölb-Voden ist, 18 einlegen möge; es soll auch auf heyden Seiten dieses Mundloches, in der 1 Mauren, ein länglichtes irdenes Behaltnüß seyn, so ungefehr 4. Werckschu⸗ he lang 2. hoch, und anderthalb breit sen muß: Das obere Gewölb aber 4 muß 2. Mundlöcher haben /eines zur rechten und das andere zur lincken Sei—⸗ —— ten/ so hoch und breit, daß man die Gefäß füglich darein setzen möge: Diese Gefässe sind 3. Werckschuhe lang/ anderthalb Werckschuhe tieff, unten einen Werckschuhe breit, und oben rund; in diesen werden die verfertigte Glaß⸗ wercke, damit sie abkühlen, behalten, als welche sonsten leichtlich zerbrechen, wann sie nicht also gemach abgekühlet worden; hernach sollen diese Glaß⸗ gefässe aus der obern Kammer genommen, in die Behältnisse gesetzet und gantz wieder abgekühlet werden. Die andere Figur. A. Der Bogen deß andern Schmeltz⸗Ofens. B. Das Mundloch der untern Kammer oder Gewölbs. C. Die Fenster deß obern Gewölbes. D. Die groß bauchichten Töpffe. F. Des dritten oder Kühlofens Mundloch. E. Die Behältnüsse der Gefässe. G. Die Löcher deß obern Gewölbes. H. Die länglichten Gefäß. Diejenigen Glaßmacher aber, welche zwey Oefen gebrauchen, die schmel⸗ zen oder calciniren in dem ersten die vermischten Materien und in dem an⸗ dern oder Glaß⸗Ofen, schmeltzen sie diese Mixtur nicht nur allein wiederum, sondern sie legen auch die verfertigte Arbeit darein: wiewol sie solche in un⸗ terschiedlichen Gewölbern, zum theil aber in dem andern schmeltzen, und wie⸗ der schmeltzen, und in den dritten die verfertigte Glaß⸗Arbeit legen; und Ofens. Es wird aber ein solcher anderer Ofen von dem andern in dem unter⸗ schieden, dieweil er zwar rund ist, allein sein hohler Theil ist 8.Werckschuhe breit, und 12. Werckschuhe tieff, welches 3. Gewölber haben soll, dessen un⸗ terstes nicht ungleich Gass untern Gewölb deß andern Ofens; in der Mau⸗ ren aber deß untern Gewölbs sollen sechs Bögen seyn, welche/ wann se Töpffe also haben jene keinen Kühl⸗Ofen, diese letztern aber mangeln deß S chmeltz⸗ WMIunssygypyyynypmmpnnppxx/ ypyx nxs, ,, ,„,, ,,,. 9—— W üb⸗Schnf 5— dlochez 5.. 4. Wath 5 IIGewhc SSS —— — — 332— —5 — . At an SSSSSSSSSSSSSS Hichtehttz ö SS—.. dlnise git VVV 5. u, diesh ndindeny⸗ in wied solchenw enyundht Hgen: HEchnt. dem unth erckhnh dessennl⸗ der Mo wahn 3—————— Lopfe ö—.— e ö 2 4 W Tl V 2.00 undoeh Heheu H stiig hd 99 ene 5 guch 5 Welexg densy gleigg Wotd 2 Ind 10 glicd an Von den Glaßmacher⸗Oefen. 301 Töpffe heiß worden sind, mit Leim verlutiret werden, man muß aber kleine Peneen daran offen lassen. In den höchsten und mittlern Theil dieses Gewöbes ist ein gevierdtes Loch/ dessen Länge und Breite einer Spannen weit ist/ durch welches die Wärme in die höchste Kammer oder Gewölb ge⸗ het/ welches Gewolb am hintern Theil ein Mundloch hat; damit man in ei⸗ nen länglichten irdenen Gefäß hinein setzen könne die verfertigte Glaß⸗Ar⸗ beit, welche allgemach soll abgekühlet werden: es ist aber an diesem Ort der Werckstatt⸗Boden etwas höhers, oder es ist eine Banck dahin gemacht/ damit die Glaßmacher hinaufsteigen, und die Arbeit hineinsetzen können. Die dritte Figur. A. Deß Glaß ⸗Ofens anderes und unterstes Gewölb. B. Das mittlere Gewölb. C. Das oberste Gewölb. ö D. Das Mundloch deß obersten Gewölbs. E. Das runde Loch. F. Das gevierdte Loch. 4— Diejenigen aber, welche den ersten oder Schmeltzofen nicht haben, die werffen deß Abends/ wann sie ihr Tagwerck vollbracht, die Materia in die Töpffe welche die Nacht über schmeltzet, und zu Glaß wird: Es müssen aber 2. Jungen, deß Tags und die Nacht über, wechsels weis das Feuer schieren und erhalten, mit dürrem Holtz, welches sie auf den Heerd werffen. Diejenigen Glaßmacher aber, so nur einen Ofen haben, die gebrau⸗ chen den andern, welcher 3. Gewölber hat; denn es werffen diese, wie die andere/ die Materie deß Abends in die Töpffe, de Morgens aber, wann sie dieUnreinigkeit und Gallen davon abgesondert, verarbeiten sie das Glaß, und verfertigen die Glaß⸗Arbeit, welche sie, wie die vorigen in das ober⸗ ste Gewölb setzen. Es soll aber dieser andere Ofen, er habe gleich 2. oder 3. Gewölb, wie auch der erste Ofen bereitet und gebauet werden aus rohen Ziegelsteinen, welche an der Sonnen sind getrocknet worden; und die von einer solchen Er⸗ den seyn/ die im Feuer nicht leichtlich zerschmeltzet noch zu Pulver wird, in⸗ gleichen die von den Steinlein gesäubert, und mit Knebeln gepläuet sey m Bauen mit eben dieser Erden gemauret worden; auch sollen die Ziegel, i und zusammen gesetzet werden; es pflegen auch die Töpffer, aus eben der⸗ gleichen Erden oder Leimen, allerley Gefässe und Töpffe zu formiren, und an den Schatten zu trocknen. ö Pp 3 Nach⸗ — — ——— 9 22* 22—3t .SSSE — S 2—— —.. ——— Seeeeettt... ·. ——.——— ————————— — —..— 3——— ——. — ——— ——— —2———— — — — *— .— ——— *——.—.— —— 2 SPSSSIIIItttt.t... EEE ˙24¹x 302 C. Merrets Anhang Nachdem wir nun die 2. Theil von der Glaßmacher⸗Kunst behandelt 5 haben/ als ist noch übrig der dritte, davon nachfolgender Bericht dienet. 3 Wann nun die gläserne Massa/ in dem ersten Ofen, auf die Art, wie ö— ich im vorhergehenden angezeiget habe, ist verfertiget und zerbrochen wor⸗ den/ so sollen die Helffer⸗Knechte den andern Ofen heitzen, daß sie in selbigen die zerbrochene Glaß⸗Stücke wiederum schmeltzen: Indeme sie aber solches thun, so erwärmen sie unterdessen, in dem ersten Ofen, erstlich bey einem lin⸗ den Feuer, die Töpffe, damit die Feuchtigkeit davon rauche; darnach verstär— cken sie das Feuer/ biß die Töpffe wohl ausgetrocknet, und fast roth werden; bald hierauf öfnen die Glaßmacher das Ofen-Loch, nehmen die Töpffe, mit einer Hebzangen angefasset, heraus, und solchewann sie keine Ritz haben, ge⸗ schwind in den andern Ofen, auch füllen sie solche alsdann an, mit den er⸗ wärmten Stücken der gläsern Massa; hernach vermachen sie alle Fenster mit Leimen und Ziegelsteinen; lassen aber, an jedem Ort nur 2. kleine Fen⸗ sterlein offen stehen, als durch deren eines sie in den Ofen sehen und mit dem Blaß⸗Rohr/ das Glaß so in den Töpffen ist, beraus nehmen; in das andere Fenster⸗Loch legen sie das andere Blaß⸗Rohr, damit es warm werde; beyde Röhr sind entweder von Wessing, Kupffer oder Eysen, und 3. Werckschuhe lang. Es wird auch vor das Fensterlein ein Stück Marmorstein in den Bo⸗ gen geleget, und in diesen wiederum die Erde, so zusammen getragen, samt demEysen; dieses Eysen träget das in den Ofen gelegte Blaß⸗Rohr; das 2. aber verwahret die Augen deß Glaßmachers für dem Feuer: nachdem nun dieses alles ordentlich ist verrichtet worden, so beginnen die Glaßmacher, in Verarbeitung deß Wercks, einen Anfang zu machen. Es müssen aber die gebrochene Stücke, bey dürrem Holtz, welches ene Flamme, und keinen Rauch giebet, wiederum geschmoltzen werden denn je besser diese Stücke geschmoltzen und wiederkochet worden sind⸗ je reiner und durchsichtiger wird die davon verfertigte Arbeit; auch wird solche desto we⸗ niger Flecken und Bläslein bekommen, und hingegen die Glaßmacher ihre Arbeit desto leichter verrichten. Derowegen diejenigen, welche die Materie, daraus das Glaß wird/ nur eine Nacht über schmeltzen und kochen, und darnach solche alsobalden zum Verarbeiten nehmen, verfertigẽ kein so reines und durchsichtiges Glas, gleichwie die /welche erstlich eine gläferne Massa verfertigen, und lassen dero⸗ elben Stüͤcke einen Tag und Nacht über nachmals schmeltzen, und alsdenn erst verarbeiten: Noch reiner aber und durchsichtiger wird derjenigen Ar⸗ V. beit/ welche die Glaßstͤͤcke 2. Tag und Nacht üͤber schmeltzen lasßen; ene⸗ 2* ‚ 9 E e⸗ S t bean Uchtirgt. edt,u brohhnggr ise schig Kecbetsͤct biyehens; nach beltt 10 1N Pfe„R Nithabeg Vtdege alle Fe 2. leeqh hen ndt Wenzn mit eõ hun oder Ench ——...———½ EAAAAAHAA nindend Trageyysaht Rohru: Nachdem Vafmnt. fetthnn ö edte Vhsnahr. Gaßtind er Hgeö Gl Rua dalbodel 100 V bemntb. hest⸗ 1 herthey und uz abeh* betelsz/ Hasch eink udAe M aug Rshs Mych Kell che Hl in dosle and V mit vu dett V IIdenz. schede eompl dem H gefasz ird/Ve Thieus heit hah Dertvs Zeit dei von den Glaßmacher⸗Oefen. 303 bestehet die Güte deß Glases, nicht nur in der Materia, daraus solches wird/ sondern auch im Kochen. Es nehmen auch die Glaßmacher, von dem Glaß/ mit dem Blaß⸗Rohr zum öfftern eine Prob; so bald sie aber aus demselbigen erkennen, daß die ge⸗ schmoltzene Glaßstücken genugsam sind gereiniget worden/ so langet ein jeder mit dem andern Blaßrohr in den Toyff, drehet solches ein wenig darinnen herum/ und nimmt alsdenn erwas Glaß heraus, welches sich/ als ein zäher und lettiger Safft, und zwar kuglicht an das Blaßrohr hänget: es nimmt aber der Glabmacher deß Glases so viel auf einmal heraus, als viel zu der Arbeit/ die er machen will, genug ist; dieses, in Marmelstein getruckt, wäl⸗ tzet er hin und her, damit es zusammen komme; uad indem er in das Rohr bläset, bläset er solches gleich einer Nlasen auf; das Rohr aber, so offt er hin⸗ ein bläset,(solches aber muß offt geschehen/) nimmt er vom Mund und setzets an die Wangen, damit er, mit der Zurückathmung, keine Flamme in den Mund ziehe: bald darauf, wann er das Rohr hinweg gethan, machet er ein langes Glaß, welches er ringsweis um das Haupt windet; oder er formi⸗ ret solches in einen lupffern und hohlen Instrument, welches er umdrehet, und machet also/ ind eme er die Glaß⸗Massa wieder wärmet, aufbläset, tru⸗ cket und erweitert, gläserne Gefässe, als Becher, oder in anderer Form/ wel⸗ che er in den Sinn gefasset hat; nach diesem trucknet er solches wiederum in den Marmelstein, und erweitert also den Boden/ indem er solches mit dem andern Theil deß Rohrs in den innern Theil treibet: Darnach schneidet er mit seiner Scheer das Mundloch deß Glases ab, auch so es die Noth erfo⸗ dert/ so machet er Füsse und Handheben daran; und mahlet solches, wann es ihm gefället, mit mancherley Farben, oder er verguldet solches. Endlich setzet er das verfertigte Glaß in das länglichte Gefäß, welches in den dritten Gfen, oder in den obersten Gewölb deß andern Glaß⸗Ofens sich befindet/ und lässet solches allda abkühlenz dieses länglichte Gefäß, wann es mit Gläsern, welche allgemach erkaltet, voll worden ist, so wird solches bey dem breiten Stab⸗Eysen, so daran gemachet, bey dem lincken Arm an⸗ gefasset, und in die andere Behaltnüsse gesetzet. Es machen aber die Glaßwacher mancherley gläserne Sachen, als da sind, Becher, Phiolen, Krüge, Kolben, Schüsseln/ Blatten, Glabscheiben, Thier/ Bäume und Schiffe; dergleichen herrliche und wunderbarliche Ar⸗ beit habe ich weiland zu Venedig, als ich mich 2. Jahr alldar aufhielte, mit Verwunderung gesehen; sonderlich aber ist solches geschehen, zur jährlichen Zeit der Himmelfärth Christi, da dergleichen Sachen zu Wrtaan von Moran C. Merrets Anhang Moran sind hergebracht worden/ als an welchen Ort, die allerberühmtesten Glaßmacher⸗Hütten sind, welche ich zur andern Zeit gesehen habe/sonderlich dazumahln,/ als ich wegen gewisser Sachen, den Herrn Andreas Naugerium, in seiner Behausung/ die er allda hat sammt Franciseo Asulano, besuchete. Die 4. Figur. A. Das Blas⸗Rohr. B. Die Fensterlein. C. Der Marmelstein. D. Die Zange. E. Die Instrumenten, darein man Formen geust. Allhier nun wäre annoch vonnöthen, daß wir nicht nur allein die Form der Glaßmacher-⸗Oefen und der Instrumenten, welche bey den Amsterda— mern im Gebrauch sind, vorstellten, sondern wir solten auch ein ausführliche, kurtze und deutliche Beschreibung hinzu thun/ von allen ihren Werckzeuge, wie auch von der Art und Weis, wie sie das Glaß bereiten: Allein, weiln der Herx Merret die fürnehmsten Sachen der Glaßmacher⸗Kunst mit grossem Fleiß beschrieben hat; als wollen wir vergnüget seyn, nur das jenige allhier anzufügen, welches diese Sachen, die an sich elbst dunckel, wo nicht völlig er⸗ klären, doch die Lehr eines so tapffern Mannes in etwas erläutern wird. Die 5. Figur, fürstellend Den Amsterdamischen Glaßmacher⸗Ofen/ und deroselben Instrumenta. aaa. Die Marmor⸗Platten, oder Eysen⸗Bleche, auf welchen das Glaß⸗Metall, wann es also frisch aus den Ofen kom⸗ w damit es gleich gemachet werde, hin und her gewaltzet wird. bb. Das Mund-oder Ofen⸗Loch, auf Italiänisch Bocca genannt, durch welches die Töpffe in den Ofen gethan und das ge⸗ schmoltzene Glaß⸗Metall wiederum aus den Töpffen hervor gelanget wird. c. Ein *. Iu b0 ö Rlein die den In uef * l 0 hicht bolhe⸗ ral terntwißz Werck lein/weih stmitgeus Henig 9 ghhahtt, 0 p5 II Aaaaaaa AU * —————.———— i —.———————— —*—.—— E————— ⁊ĩĩKĩĩ‚KHeee— DSi———::-:˖:==ee ——*—— 3———..——————— ——————————— ͤäR„ * E.—— S—I—...———————————.— ————————— SSDIeS— —————.—.j...———.———— Xe—— ——————————*—— —— ärc;‚;‚S‚i. M—M——— III— ——————— p‚SSeeeeee SeEEEE E E eeÆEæe—— . ᷣꝑꝑS‚ꝑ‚I‚S‚ꝑ‚ꝑ‚E‚Eꝑ‚PEIEIYEI‚IEIEIPIFIPICICIJĩJά-CüPüPIFI‚IFIIh——343.—.— IH , ,,,. P. 744 V Von dem Glaßmacher Ofen. 305 „Ein anderes und kleineres Ofen⸗Loch, Borcarella von den Ita⸗ liänern geheissen, durch welches man allerley Glaß⸗Sor⸗ ten heraus nimmt. „Die Quer⸗Mauer dienend die Hitz auffzuhalten, und die so ge— nannte Halsinellen oder Maur⸗Hacken daran fest zu machen. e Die Halsinellen oder Mauer⸗Hacken, auf welche man die In⸗ strumenta leget. Der Glaßmacher Instrumenta, als das Blaß⸗Rohr, spiei und Pontello. g. Die Ofen⸗Krucken, mit welcher man die Kohlen und die Aschen räumet. ö Der grössere Löffel von Metall, mit welchem man die Aschen und Laugen aus den Kesseln nimmt. i. Der kleinere Löffel, mit welchen man das Metall in den Ofen rühret, und aus einen Topff in den andern giesset. k. I. Die grössere und kleinere Schauffel, mit welchen man die Glaß⸗Stücklein, so von dem Blas⸗Rohr herab geschlagen * 2 +* * worden, auffhebet und in die Töpffe thut: Davon die klei⸗ nere Schauffel I. so groß ist, daß sie füglich durch die Mund⸗ Löcher bd. gehe. m. Derjienige Theil deß Ofens, welcher Leera genennet wird, in welchen die Gläser allgemach abkühlen. n. Das Mund⸗Loch der besagten Leeræ, durch welches man die Gläser hinein thut. o. Das äusserste End der Leeræ, welches sich an dem Gewölb en⸗ diget, darein die schon abgekühlten Gläser gethan werden. P. Die dreyeckichten Glaßmacher⸗Töpffe, deren sich die Amster⸗ damer bedienen. q. Die Eunuch Glaßmacher⸗Töpffe, wie man sie zu Harlem ge⸗ rauchet. r. Die Glaß⸗Scheer, von den Italiänern Tagliante geheissen, damit man das überflüssige Glaß abschneidet. Qg s. Ein 3⁰ C. Merrets Anhang s. Ein löcherichter Abschaum⸗Löffel, mit welchen man das unten⸗ liegende Sal alkali heraus nimmt. t. Ein Instrument, bey den Italiänern Borsella genannt, mit welchen sie die Gläer, nach Beschaffenheit der Sachen erweitern oder verengern und glatt machen. u. Ein Instrument, welches die Italiäner Borlella da fiori nennen, mit welchen sie das Glaß walckend, mancherlen Blumen ö oder Zierathen daraus machen. X. Das gespitzte Borsella, mit welchen man das Glaß ausdehnet, zusammen leges, und gleich einem Strick deehet. y. Das Blaß⸗Rohr der Glaßmacher, an einem Theil mit Holtz umgeben, wegen der Hitze, damit man desto leichter mit solchen handthieren könne. ä 2. Ein Instrument, welches man in Verfertigung der Urin⸗Gläser gebrauchet. Sonst schreibet Herr Merret von den Glaß⸗ macher⸗Instrumenten, welche in Engelland im Gebrauch send, dieses folgende, an statt einer Zugabe. Hh habe in dem Capitel, von den Glaßmacher⸗Oefen, beschrieben diejenigen Instrumenta, deren sich die Glaßmacher in der Berei⸗ tung deß Crystallinischen Glaß⸗Metalls gebrauchen; weil ich aber sonsten von denen andern Instrumenten, deren sie sich in der gemeinen Glaß⸗ Arbeit bedienen, keine Anregung gethan habe, so will ich solche in der Ordnung, wie hier folget, beschreiben. Tvvo Bars. Zwey Riegel, ungefehr 4. Einbogen lang, mit welchen ö man die Töpffe aufhebet und in den Ofen träget. A. Padle. Eine Schauffel, mit welcher man die Aschen und den Sand in den Kalch⸗Ofen rühret und beweget. 8el ö ö aCKes. fo NeIN Mah dz R Inn 6 uöh dr fof Si Rie Ih müch cht. Rint h esto lichtex *2 Un MI Haldo n cer „ Hatil ra valwil meihd sche H nit nae 5 En Naches C. Merrets Zugabe. 307 Rackes. Eine Ofen⸗Krucke, mit welcher man die Aschen und den Sand zusammen thut. Procers. Sind eyserne Instrument, an ihren eussersten Theil gekrümmet, mit welchen man die Töpffe von ihren Ort, auf die beyden Sey⸗ fer den. also stellet, damit sie nicht zu nahe, noch zu erne stehen. Ladles. Löffel, mit welchen man das Glaß⸗Metall aus einen Topff in den andern schüttet, es geschehe gleich solches wegen Zerbrechung deß Topffs, oder um einer andern Ursachen willen. Smal ladles. Kleinere Löffel, mit welchen die Arbeiter das Alkalische Saltz und allen andern Unrath, abschaumen, und aus den Werck⸗ Töpffen nehmen. Strocals, ist ein eysernes und länglichtes Insteument, gleich einem Schäuf⸗ felein, mit welchen man das Glaß⸗Metall aus den zerbrochenen Töpffen, in die gantzen Töpffe thut. Forks, die Gabeln, mit welchen man die Gitter⸗Löcher deß Ofen⸗Heerds öffnet und durchstichet, damit die Aschen desto leichter durchfallen, und das Feuer desto heller brenne. Sleepers, die grössern Riegeln oder eysernen Stangen, auf welchen noch andere oder kleinere überzwerch liegen, welche verhindern, damit die Kohlen desto weniger durchfallen, und also die Aschen einen freyen Durchgang haben könne. Ferrets, sind eyserne Instrumenta, mit welchen man die Prob von dem Metall nimmt, ob solches zum Werck tuchtig seye oder nicht; und mit welchen man auch die Mundlöcher der gläsernen Kolben for⸗ miret. Fascets, sind eyserne Instrumenta, welche in die großbäuchigten Gläser gethan werden, damit sie füglich zum Erwärmen können ge⸗ tragen werden. The Pipes, die Blaß Röhren von Eysen/ mit welchen sie das Glaß auf⸗ ö blasen, formiren. Ponteestake, ist ein Eysen, auf welchen ein Stücklein Holtz lieget, da⸗ rauf man das Glaß, von dem Blaß Rohr hinweg gethan, hin und her walgert, damit es dem Instrument, so man Ponto nennet, angefüget werde. Schears, sind solche Instrumenta, mit welchen das Glaß geformiret und zu Ende gebracht wird. ö Seissers, sind Instrumenta, mit welchen sie das Glaß abschneiden und glatt machen. QH2 Granny, — — —— — SS SSIIII.‚...... —— 308 Joh. Kunckels nöthige Erinnerungen Granny, ist ein rundes Eysen, darauf man das Glaß kugelt, und desselben Hals dünner machet. Tovver, ist ein Eysen, darauf das Instrument, Ponte genannt, indem das Glaß erwärmet wird, ruhet. ů Endlich zum letzten, so haben die Glaßmacher mancherley Model⸗ len und Formen, mit deren Hülffe sie unterschiedliche Figuren, nach Art eines jeden Modells ausbilden. Ende der Merrettischen Anmerckungen. Johann Kunckels Nützliche und nöthige Erinnerungen über die gesammten Merrettischen Anmerckungen. 46⁰4 ²⁰ hier unser gelehrter Merrettus von der Antiquitat oder Alterthum, auch Nutzen, Gebrauch und Wür— den deß Glases gedenckt und schreibet, das stelle ich hier Nalles an seinen Ort; weil es eine Sache, daran sich vornemlich die Gelehrten delectiren, als welche sich sonderlich germe um eines Dings Anfang und Herkommen bekümmern, wie sol⸗ ches denn auch nicht zu schelten ist ꝛc. Weil aber mein Vornehmen über dieses Buch anders nichts ge⸗ wesen, als anzuführen, was practicabel oder nicht, und was den Glaßmachern nützlich und beförderlich seyn kan; als lasse ich billig deß hochgelehrten Herrn Merrets Bedencken beruhen, und berühre oder rractire, wie allezeit, also auch hier nur dieses, so eigentlich zu der Kunst und Practie gehöret, wie folget: Erstlich carpirer Herr Merret den dallopium recht und wohl, indem seiber gelaugnet, daß das Glaß aus der Asche ge⸗ macht werde; welches doch so gar manitest und offenbar ist, daß auch ein zeder, der nur den geringsten Bescheid davon weiß, solches mit Händen greiffen kan; Ja in Hollstein und Meckelnburg Ral ö af . Daaff, W. Hugs vdu V Mid mohmn d85 R — RN Renan cherlh o Hurtu, Riy Ilgeh. —2727 Rübth unges. der Antiant uch und M 6 steleihhe „ darmnh oWerlch n en, M ders niht und w ch uht N + Ashe x st, 6 6/ bng u ff über die Merrettischen Anmerckungen. 309 fast nichts als Asche und gar wenig Sand zum Glaß gebraucht: Je mehr nun die Asche von Saltz bey sich führt, je mehr kan man zwar Sand zusetzen, welches dem Glaß⸗Meister zum Vortheil die⸗ net; je weniger Saltz aber dieselbe hat, je weniger Sand kan zuge⸗ schlagen werden: Wann aber die Asche zu wenig Saltz hat, so gibt es ein gar strengflüssiges Glaß, und muß man ihm mehr Saltz zu⸗ setzen. Die nun die Asche von denen Saltz⸗Siedern, als von Lüne⸗ burg und dergleichen Arten haben können, die thun wol, wann sie solche gebrauchen, denn sie ist sehr reich von Saltz, und kan mehr Sand als alle andere Aschen vertragen. ö Ferner setzet Herr Merret, daß(über andere Eigenschafften) das Saltz, woraus das Glaß zusammen gesetzt, viel zu fir und be⸗ ständig sey, als das solches, auch durch das allerhefftigste Feuer solte können aufgelöset, oder verzehret, oder in die Höhe getrieben und flüchtig gemachet werden: Darauf antworte ich aus der Expe⸗ rienꝛ: Daß, wann der Sand vom Saltz so viel hat zu sich genom⸗ men, daß er seine behörige Geschmeidigkeit erlangt, so lässet er nun und nimmermehr, durch kein Feuer, wie auch folches seyn mag, sich wieder davon treiben noch lepariren; was aber ein sol⸗ cher Sand übrig von Saltz hat, das kan nicht so fir und beständig seyn, daß es nicht durch eine solche Hitze, wie in unsern Glaß⸗Oefen gebrauchet wird, solte abgesondert und über sich getrieben wer⸗ den. Zum Erempel, ich mache eine Compolition von Kiesel⸗ Steinen und Pott⸗Asche, oder Weinstein⸗Saltz, oder Salpeter: Ich nehme aber deß Saltzes zu viel, und schmeltze solches, und ar⸗ beite dasselbe etwas zu frühe aus; so lässet sich zwar das Saltz gar wol mit in ein Glaß tormiren; wann aber solche Gläser eine zeit⸗ lang in der Lufft stehen, so zerfallen sie, wohl gar von sich selber, wird man aber solches Glaß lang genug in Feuer gehabt haben, so wird solches nimmermehr geschehen, wie denn dergleichen das Mecklenburgische, Hollsteinisch⸗ und Hessische Glaß gar zu keinen mahl thun wird, Ursach: Weiln mit dem sehr grossen Feuer das überflüssge Saltz alles weggetrieben und abgesondert wor⸗ den, und dieses kan man sehen, wann nemlich das Glaß wol ge⸗ Qꝗ 3 schmol — SSIIIII..... 310 Joh. Kunckels nöthige Erinnerungen schmoltzen oder in Fluß ist, so fliesset oben auf das Saltz gantz dicke, welches man abschöpffet und Glaß⸗Galle heisset; dieses ob es wol ein gantz fixes Saltz, wird gleichwol durch das übermässige Feuer, wie ein weisser Nebel in die Höhe getrieben,(nicht anders, als wenn man den Spiritum Salis treibt) und gleichsam volatilisirt; denn kein Saltz in der Welt so fir ist, das nicht von diesen Feuer solte über sich getrieben, ja als ein Spiritus flüchtig gemacht werden; derowegen auch alle Bäume, die um solche Glaß Hütten herum— stehen, sonderlich da sie die Sultz⸗ oder Saltz⸗Sieder⸗Aschen ge— brauchen, von diesem Saltz⸗Nebel verderben und verdorren müs⸗ sen; weil sie nemlich von demselben überhäuffet werden. Ich will noch ein Experiment beyfügen: Man nehme einen Tiegel, der von Glaßmacher⸗-Thon gemacht, und mit Glaß über⸗ zogen ist, denselben schmeltze man halb voll Glaß, welches man ge⸗ nau wieget, wenn dieses geschmoltzen, so lege man 1. 2. 3. oder mehr fund Koch⸗Saltz darauf, und lasse es etliche Tage, in recht gros⸗ er Hitze stehen; so wird man befinden, daß das Saltz alles ist davon geflogen, ohne daß das Glaß im geringsten davon am Gewicht zugenommen; mit rechten reinen Weinstein⸗Saltz gehets eben so: So ich aber meine Pott⸗Asche nehme, so nimmt das etwas am Gewicht zu; denn diese Asche oder Saltz hat eine subtile Er⸗ de, die behält ihr Theil Saltz und vitrificirt sich mit; so aber selbige recht geschieden, und durch Solyiren und coaguhren gantz rein emacht, so lässet sie gleichfals kein pondus noch Gewicht hinter ich, denn das Glaß hat einmal so viel, als es zu seiner Noth— durfft bedarff, bey sich, mehr aber als zu seiner Vollkommenheit vonnöthen, nimmt kein Ding in der Natur an, sondern stösset solche auf alle Weise wieder von sich, wie solches auch an den Glaß zu sehen; denn so dasselbige mehr Saltz behält, als es zu seiner Pro- portion vonnöthen, so wird es hernach offt auch nur von der blos⸗ sen Lufft und Erden conlumirt oder wieder voneinander getrieben und aufgelöset werden. Sonst aber hat man Exempel, daß alle Werck⸗Sätte auf⸗ gerqu⸗ W H ulh am Wunin an dan ge macht ve det Ashe betdotten nchne y nit Gaf ü Hiches nm .3. M innht u Sath alaß Nam Genh geheth ch it das eas e subtle H aberschg n ganß l. ewicht sn sinet R omm Idern siss den H set der bo⸗ ganihyt utr a Wl. über die Merrettischen Anmerckungen. 311 geräumet worden, von welchen man, wegen der darauf stehenden sehr alten und grossen Eych⸗Bäume, so darauf gewachsen, hat schliessen können, daß solche schon vor etlich 100. Jahren verfallen, allwo man doch gläserne Töpffe und andere Dinge von Glaß gefun⸗ den, die so rein und gut noch waren, als wann solche nur einen Tag in der Erde 11 gewesen. Solcher Gestalt hat auch Helmont, welcher schreibt, daß sich das Glaß in der Erden auflöse, so wohl recht als unrecht, und liegt nur hieran, daß Helmonr nicht distinguirr, und diesen Unterscheid nimmt, daß nemlich das Glaß, welches sich auf dergleichen Weise consumirt, zu viel Saltz hat und haben müsse; wo aber dieses nicht, so vergehet auch das Glaß(welches sein rechtes Lempo und Pro- portion hat) nimmermehr. Sonst ist das Experiment von Helmont gäntzlich wahr, da er spricht, wann das Glaß mit noch so schwer Sal alkali versetzet und geschmoltzen werde, daß es sich hernach in einen Wasser auf⸗ löse und seine terram durch ein acidum, als Spiritum nitri oder aqua regis, fallen und vræcipitiren lasse. Das aber unser Merrett hierinnen gedenckt, es lasse sich nach der ersten Schmeltzung, weder das Eysen, noch der Talck, noch der Salmiac, noch der ebenfalls unter die Metalle gerechnete Mer- curius, noch das in die Mittel-mineralia gesetzte aurumpigment, im Feuer nicht wieder, noch zum andernmal schmeltzen, weiß ich nicht wer ihn dergleichen überredet, antworte aber darauf mit billiger Bescheidenheit also: Erstlich ist ja genugsam bekannt, daß alles geschmiedete und gegossene alte Eysen, auf den Eysen⸗Wercken wieder umgescholtzen und zu Gute gemacht wird; wers nicht glauben will, der kan es daselbst leicht sehen und erfahren; der Talck aber, wenn er mit Weinstein⸗Saltz versetzt, und unter die Composition deß Glases gemischet wird, schmiltzt er im Glaß⸗Ofen gar leicht: Was den Mercurium betrifft, ist solcher zwar ein rechtes Metallisches Was⸗ ser, so aber derselbe einmal oder etliche mit Oleum Vitrioli über⸗ gossen, und solches wieder davon abgezogen wird, so schmeltzt er 312 Joh. Kunckels nöthige Erinnerungen 33 er eine geraume Zeit im Feuer, und siehet im Tiegel wie ein Blut/ so man ihn ferner in einen Einguß geust, so siehet er wie ein weisses Saltz, wann man aber solchen ins Wasser wirfft, so solvire sich das Saltz davon, und bleibet der Mercurius sehr schön gelb, wie der Turbech Minerale&c. Der Salmiac ist ein Sal artificiale, und fleucht vor sich selbst das Feuer, jedoch, wann sein Sal urinolx von ihn geschieden, so bleibt gleichfalls auch ein sixes Saltz, wel⸗ ches im Feuer wie Wasser fleust, und andere Dinge mit flüfig macht ꝛc. Was das aurum pigment betrifft, so ist von denselben fast einem jeden Chywico bekannt, daß solches leicht im Glaß zusam⸗ men fliesse; wobey sich denn auch ein Theil auffubliwirt, an der Coleur nicht anders, als die schönsten Rubin⸗Körner, welcher sich denn die Wachsposirer, zur Ausziehrung ihrer Bilder zu bedienen wissen; so aber das aurumpigment zu starck Feuer kriegt, so fleuget selbiges gäntzlich, biß auf eine wenige Terra davon, welche, so man solche unter die Compolition eines Glases mischt, eine Hyacint⸗ Farbe in denselben nach sich lässet. ö Den Unterschied deß Glases und Metalls lasse ich allerdings passiren, denn das Glaß ist freylich nichts als ein zusammengesetzter Stein, da aus vielen Sand⸗Körnern eines, und durch das Saltz, so lange es in der Hitze, zur Geschmeidigkeit gebracht wird, wann es aber wieder kalt, so ist es ein durchsichtiger Stein, der allen Zu⸗ fällen der Steine unterworffen. Was die Geschmeidigkeit deß Glases betrifft, lasse ich einen jeden davon glauben, was er will, halte aber meines Theils da— vor, daß dergleichen niemals in Kerum Natura gewesen; dieses aber glaube ich, daß wohl etwas, so dem Glas(dem Gesicht und Ansehen nach) gleich und ähnlich, welches sich doch biegen und hämmern lässet, könte gefunden oder bereitet werden; wie mit denn dergleichen selbst bewust, ja ich will einen gantz durchsichtigen Becher aus dem Silber machen, welcher sich doch mit allerhand Jiguren soll stechen und graben, ja guten Theils hämmern lassen. Dier wird vielleicht bald einer sagen, es wäre nichts neues eme l —.— Awethhz enß „ 0 Ihmn j 0 mioh Aen duntz rigt, Püi. u, mih, asse ih Rh 5 M vesn; M ö Gesht I ; M M Ichschht It Alchd numn Es icht ul 0 über die Merrettischen Amnerckungen. 313 eine Luna Cornua zu machen; aber versuch es i erst, und bringe es mit solcher Klarheit oder Durchsichtigkeit in die Forme eines Bẽechers, daß man den Wein und Bier darinn erkennen kan; du wirst gewiß neues genug daran finden. Welche aber in dieser Meinung stecken, daß ein solcher, der den Lapidem Philosophorum hat, auch das Glaß geschmeidig machen könne, die haben keinen Grund. Denn ich will nur dieses sagen: Entweder der Lapis Philolophorum ist nie in Rerum Natura ge— wesen, oder es müste ja etwan einer ein Gedächtniß von einem sol⸗ chen Wunder⸗Glaß hinter sich gelassen haben, weiln man ain noch wol andere Spuhren von diesem Stein findet; ich solte au meinen, daß Theophrastus, dem die Natur gewiß mehr bekannt ge⸗ west, als wol vielleicht hundert derjenigen, die ihn meistern und car⸗ piren; ja der bißhero auch wenig oder schwerlich seines gleichens ge⸗ habt, solte es etwan auch gewust und davon geschrieben haben. Unser Commentator, Herr D. Merret, setzet unter andern aus dem Libavio, es hätte derselbe angemercket, daß die Glaßma⸗ cher meinstentheils bleich, ungesund und kurtzen Lebens wären; auch von Wein und Bier gar leichte truncken würden: Darauf berichte ich J. K. der ich von Jugend auf bey und um sie erzogen, daß ich sie, die Glaßmacher, eine Art der härtesten und gesundesten-Leute, die fast seyn können, befunden, ja aus langwürigen Umgang mit ihnen, angemerckt habe, daß selten einer jung stirbt, und daß ihnen keine Trayallien, weder von Hitze noch Kälte zu schwer fallen, als wel⸗ che sie fast mehr denn alle andere Menschen ausstehen und leichte ver⸗ tragen können ꝛc. Was den Trunck betrifft, so wird freylich einer leichte vor andern truncken, dieweiln er vielleicht grössere und stärcke⸗ re Züge thut, sonst aber können sie, wie bekannt, hierinnen ihren Mann meisterlich bestehen, und nach der besten Weise Bescheid thun und aushalten. Was sonst Merrettus von dem Saltz, als auch von dem Holz, so zum Glaßmachen gehöret, und am besten dienlichen ist, geden⸗ cket; habe ich allbereit zum öfftern in N Anmerckungen 95 I n ——————— D........... ——————.—.— ——5.————— 31⁴ Johann Kunckels nöthige Erinnerungen den Meri davon erväͤhnet; nemlich daß alle ausgelauchte Saltze, nach ihrer rechten Reinigung einerle sern. Das Hols betreffend, so ist Büchen, Erlen und Bircken das beste; trocken Nichten und Küffern⸗Holtz kan, in Manglung deß andern, auch passiren, das Eychen aber ist hierzu ungeschickt ꝛc. Von den Cao bald oder Latkera(auch unserer teutschen Magnesia) habe ich auch genugsame Erklärung gethan, und zwar vornemlich, weiln dem Herrn Merrett um solches zu wissen sonderlich ange⸗ legen gewesen. ö Es wird auch von Herrn Merrett erwähnet, daß das Kupf⸗ fer unter dem Hammer sich am meinsten ausdähne, auch die mal⸗ leabilität an Gold und Silber befördere, und dahero von denen Müntzern zugeschlagen werde; item, daß man solches bey einem mässigen Feuer schmeltzen könneꝛe. Nun ist allen Müntzern und Silber⸗Schmieden bekannt, wie leicht sich das feine Gold und Sil⸗ ber hämmern, dehnen und ziehen lasse; wie viel härter es aber wird, wann denenselben Kupffer zugesetzt wird, und wie so viel schwerer und übler es sich alsdenn treiben lasse, das wissen sie auch; ja daß das Kupffer, nächst dem Eysen, das stärckste Schmeltz⸗Feuer ha⸗ ben will, und sich von keiner geringen Hitze schmeltzen lasse, wird 128 Zoaiffe allen denen, die Metalle geschmoltzen haben, ekannt seyn. Wetter gedenckt Herr Merrett, in seinen Anmerckungen über das 58. Capitel, daß das Bley allein im Glaß unter sincke, da hin⸗ gegen alle andere Metalle in demselben über sich schwimmen; mich aber hat die Erfahrung gelehret, daß alle Metalle im Glase zu Bo⸗ den sincken, und daß dasselbe nichts als die ungeschmoltzenen Stei— ne üder sich in die Höhe wirfft; daß aber das Bley, vor andern Metallen, die Töpffe und Tiegel durchbohret, ist seines Saltzes vor andern Metallen schuld; welches immerzu so viel von der Verra deß Tiegels lolvirt, biß es ihn durchgebohret. So aber deß Bleyes zu wenig, so nimmt es von der Terra deß Tiegels, auf der Stelle da es liegt, so viel es zu seiner vitrification nöthig, und fängt nur an, den Boden zu durchbohren: denn, 3* eh SÜ]VIHHͤ ͤxrW hhs;. Hen Hh Karfch en Rhgat Vassec, dy schen Marrh Dar wrn buderh daß da A auch die mi 9er o de hes da un Mintzun God nd II Dvelshet auch: Matt an en ss/ x Ulzen hun, — über die Merrettischen Anmerckungen. 315 deß Bleyes nicht genug da ist, so kans auch nicht gar durchkommenz das Kupffer thut eben dergleichen. Von dem Bley⸗Glaß werden die Tiegel gleichfalls angegriffen, zerfressen und verderhet; solches geschicht aber darum, weiln dasselbe mehr Sand bedarff als es hat z wänn mans aber mit Sand genugsam übersetzt, so geschicht es nicht, welches ich genugsam probirt und warhafftig befunden. Was in eben diesem Capitel Herr Merrett aus dem Porta sagt, nemlich: wann man das Silber solvire, mit Kupffer præcipitire- und etliche Tage im Glaß⸗Ofen setze, solches alsdenn in einen natur⸗ lichen Smaragd verwandelt werden soll; ist gantz falsch, und der Warheit, auch aller Experienz zuwider; ingleichen ist auch falsch dieses, daß das Gold die Aufblehung deß Glases verhindern soll; zwar macht das Gold keine Aufblehung, sondern wann es unter das Glaß gethan wird, so schmiltzts und geht zu Grund, ver⸗ hindert aber das Aufblehen deß Glases auf keinerley Weise⸗ man mags gleich vor, oder mit, oder nach der Materia, die auf⸗ blehend macht, dazu thun; welches einem jeden die Erfahrung bekräftigen wird. ö Weiln endlich auch unser Herr Merrett unterschiedene Autores, und ihre Manier oder Dosin, das Glaß und die Edelsteine zu machen, anfüh⸗ ret; selbige aber allezeit Bley oder Minie zu ihren Glaß oder so⸗genannten nachgekünstelten Steinen thun; auch ein Theil ihrer Proportion recht ab⸗ schmack und alber heraus kommt, als bwuürde es viel Mühe und vergebliche Worte setzen, solches zu wiederhohlen, indem ich vorhin schon droben bey unserm aufrichtigen Aurore, dem Neri, alles dieses weitläufftig angefüh⸗ ret, und völlig gewiesen, worauf auch ein jeder sich sicher und gewiß ver⸗ lassen kan, als würde es, sage ich, wenig nutzen, wann ich solches noch⸗ mal vergeblich wiederhohlen solte; weiln ich mich allhier ohne diß in allen, wie der Warheit, also auch der Kürtze beflissen, hoffe, der Kunst⸗und Gunst⸗geneigte Leser wird mich deßwegen entschuldigen, und mit diesen vor dißmal vor Lieb nehmen; als der ich im übrigen einem jeden nach Stands⸗Gebühr, müglichsten Fleisses aufrichtig zu dienen verharre. E Rr 2 Folget 316 Eine Manier, die besten Saltze —— Glaß Kunst/ e 40 2 2 Eine kurtze und überaus nützliche Manier/ wie man die besten Saltze, welche die Glaßmacher zu ihren feinsten Gut gebrauchen, und vonnöthen haben, an statt der weit⸗hergebrachten Materialien, als Soda Hilpanica, Pulvisculo, Sy⸗ rische oder Levantische Asche und dergleichen, auf emen leichten und gantz kurtzen Weg, und gleichwol eben so schön und noch schöner und reiner, auch sehr wenig Unkosten, an allen Orten und Enden, in Teutschland in der Menge erlangen und machen, oder zurichten könne und möge. Ann ich dieses Compendium, zu Ende meiner Anmerckungen üͤber den Neri, nicht versprochen hätte, so wollte ich es für⸗ wahr lieber zurücke lassen und weiter spahren, indem es ein meh⸗ rers hinter sch hat, als mancher dencket, ich auch ohne diß hierinnen schon so viel Dinge erkläret, und Compendia vorgebracht, die das Buch vielfach bezahlen. Weil ichs aber zugesagt, so muß ichs halten ꝛc. Wer demnach das feinste Saltz zum Glaßmachen, compendiose und auf die beste Weise zu machen verlangt; der ist erstlich an keinen Ort in Teutschland deßwegen gebunden, weiln alle Vegerabilia, es seyn Bäume, Stauden, Hecken, Kräuter ꝛc. nach ihrer Destruction, oder wann sie mit Feuer zu Aschen verbrännt, einerley Saltze geben und beweisen; wiewol eines mehr als das andere. Sihe derowegen nur zu, daß du Asche bekommest, sie seye von Eichen, Büchen, Erlen, Bircken, Fichten, oder Küfern Holtz ꝛc. es seyn, Hecken, Kräuter, was auf den Feld wächst, und zum brennen taugt ꝛc. oder was du vor Asche bekommen kanst; du brennest sie selber, oder iässest sie brennen; du bekommst und kauffst solche von Bürgern oder Bau⸗ ern, wie sie selbige in ihren Kachel⸗Oefen, Feuerheerden, oder unter der Braupfannen brennen ꝛc. wanns nur Aschen ist. Nimm, sage ich, solche Asche, schlage sie auf eine grosse hültzerne Butte, da unten eine Stellung von Stroh, wie die Bierbrauer zu thun pflegen, ge⸗ macht ist: Auf solches Stroh schütte, wie gedacht, deine Asche, nur muß unter der Stellung am Boden, Seit⸗werts deß Vasses, ein Zapffen⸗Loch seyn. Wann dieses nun alles bereitet, so giesset man Wasser auf die 410 8 und XA Mlt/ guhh „ Msth Uvilalo, E) iichten udgr Idtente Dautsqad ten merkugn olte ich Elz Dem chehhnth auch ohhe rgebtach/ R Pichs hltgr Ht inTeutale me, Stulj nit Ralth voleilestte he belonnt/ Rüfes um Hntg H1 n ON der ItrN erre Rpfegehch 6% H e αMM + an statt der Soda ꝛc. zu bereiten. 317 und lasset sie wohl durchziehen, biß endlich das Wasser über die Asche gehet; solche läset man eine Nacht stehen, denn ziehet man den Zapffen unten heraus, und lässet die Lauge in ein drunter gestelltes Faß lauffen, ist sel⸗ bige truůͤb/ muß mans nochmal drüber giessen, biß so lange sie schöne, hel⸗ le und gelbe durchläufft. ö ö Wann das geschehen, so giesset man nach Proportion, als das Faß groß, und der Asche viel ist, noch etwas Wasser hernach, diese starcke Lauge bewahret man in einen besondern Kübel, und giesset wieder von nuen Wasser auf die Asche, biß selbiges darüber geht, lässets auch wie⸗ der über Nacht und länger stehen, und zapfft es endlich ab; dieses ist eine schwache Lauge, die giesset man an statt Wasser wieder über frische Asche, so kan nichts von Saltz umkommen, sondern wird alles zu Nutze gemacht, die zurück⸗gebliebne ausgelaugte Asche dienet hernach sonderlich die Felder zu bedingen/ als wozu sie fast noch eines ihr Geld verdienet. Dieser Laugen nun macht man so viel als man will; wann man aber derselben genug hat, so muß man einen von starcken Eysen geschmiedeten, oder welches besser, gegossenen Kessel haben, welcher fast nach Art, wie die Wasch⸗Kessel der Weiber, muß eingemauret seyn. denselben wird die Lauge gegossen, doch daß der Kessel nur den dritten Theil voll ist, auf selbige Mauer nun(in welche der Kessel eingefast) wird ein höltzern Fäßgen mit Laugen angefüllet gestellt, welches an der Seite ein Zapfflöchlein hat, darein man einen Zapffen stecket, welchen man so weit auszeucht, daß an den Hahnen, die Lauge, wie ein starcker Stroh⸗Halm dick, herunter in den Kessel lauffe; wie beygefugte Figur genugsam ausweiset. Wann nun die Lauge im Kochen ist/ so iehet man das Zäpfflein von Fäßgen, wie gemel⸗ det, so weit, daß es allezeit wie ein dicker Stoh⸗Halm, in die untenkochen⸗ de Lauge/ die im Kessel ist, laufft, oder so der Kessel gar groß, so muß es auch stärcker lauffen, denn es muß allezeit so viel Lauge hinein lauffen, als Wasser heraus raucht; doch muß man sich in der erst vorsehen, daß die Lauge nicht überlauffe, welches sie sonst gerne mit dem ersten Kochen zu thun pflegt wo aber solches geschehen wollte/ muß man nur kalte Lauge nachgiessen, und das Feuer etwas mässigen ꝛc. ö Diese Lauge nun lässet man gemachsam und nach Proportion deß Kes⸗ sels, gantz zu einen trocknen Saltz einkochen, und wann es kalt worden, so schläget man, was sich nicht selber abgelöset, mit einen eisern Meysel, aus dem Kessel, und verfähret von neuen, biß man genug hat. Wann man nun dieses schwartz⸗grauen Saltzes so viel beysammen hat, als man nöthig oder die Mühe berlohnt; so 225 es in einen dazu üe, R 3 eque⸗ 518 Eine Manier, die besten Saltze an statt der Soda ꝛe⸗ ——— bequemen Caleinir⸗Ofen, wie gleichfalls beygefügte Figur ausweiset, ge⸗ than/ alsdenn nach und nach Feuer gegeben, doch daß das Sattz nicht schmeltzt, sondern durch und durch wohl glüuhe. Will man nun wissen, ob das Saltz durch und durch gut und rein, oder genugsam caleinirt; so nimmt man eines von denen grösten Stücken heraus, lässets kalt werden, und schlägts alsdenn von einander; ist das Stück nun innen wie aussen gantz weiß/ so ists ein Zeichen/daß es recht und gut wo aber nicht/ so muß mans län⸗ D. calciniren/ so wird es schön weiß, und zum Theil von der Hitze etwas aulicht; dieses Saltzes kan man so biel Centner machen, als man will, und gibt auch nur zum erstenmal mit Versetzung eines reinen Sandes, ein sehr fein und schön Glaß. ö Will mans aber noch feiner haben, so kan man solches nochmal solvi⸗ ren/ die klare Lauge oben abschöpffen, das andere aber durch einen Filtz gies⸗ sen/ und wieder einkochen und caleiniren. Je öffter nun dieses dolviren, Coaguliren und Caleiniren geschicht, je mehr wird das Saltz von seiner Irrdigkeit gereiniget, ja es kan so klar gemacht werden, als ein Crystall, und weiß als ein Schnee; also daß man auf solche Weise, ein weit schö⸗ ner und klärer Glaß oder Crystall daraus verfertigen kan, als aus allen fremden Pulvilculis, Sodis und dergleichen weit hergebrachten Materien, wie ich solches genugsam aus der Erfahrung befunden und demonstriren kan/ auch dieses bey einem jeden, der meiner Lehr und An⸗ gebungen folget, die 9.——— bestättigen wird. Cxklä⸗ — /, Hasm ö Sdau n Lahish, das Ehih Hun i ant,n Itahmn wie usagn Hnufmed der Hite hn a Hanh Sudee nochwalsch. heihen itgt diesesSoh Salt Honsihg lᷣen Enhth ein bet shj H Pten Materth demonu M/ 6 G — —* IDIDDIIIDDDDDe‚‚.t.‚“‚t SSSS- Erklärung der Kupffer zum Laugen und Saltz machen. 319 Erklärung der Kupffer/ zum Laugen⸗ uund Saltz⸗machen. A. Ist d 5 holterne Faß, welches auf der Mauer, so um den Kes⸗ 91 sel gemacht, stehet, und worein die Lauge gethan, auch woraus sie in den Kessel läufft. ů B. Ist der höttzerne Zapffen, welcher so weit ausgezogen wird, daß die Lauge C. einen Len Kohn la„und nach Befindung was stäccker hinunter in den Kessel läufft. D. Ist der eyserne Kessel. E. Iit die 0 2280 5 6. ir. F. Ist das Loch zum Holtz⸗einschieren. G. Ist ein Lufft⸗Loch an der Seite in der Mauer, damit das Feuer desto besser brennen kan. ö ö ö bie Gelte, damit man die Lauge in das Fäßgen A. giesset. tdis Bütte, darinnen die Asche ist, und woraus die Lauge in das Faß K. läufft:— ö 31g. 2. r Calcinier⸗Ofen deß Saltzes. ö 8 — — 9⁰ 2 — * — *— 5 EH der Heerd, da das Saltz aufgeschüttet wird. Kerl stehet, der — +. — 29— 6 — — — — — 2—— * * 2— 9— — 8—2 — Aemptern Dorndurg und Bürgel, im Fürstenthum Jena gelegen, üblich(auf welche Weise sie auch soll in Pohlen und in der Urai⸗ ne, da die beste Pott⸗Asche herkommt, gemacht werden:) Hade ich, zusamt den völligen Anschlag einer solchen Hütten, dem geneig⸗ ten Liebhaber, hiemit noch gleichsam zum Uberfluß, allerdings wie ich solche empfangen, communiciren, und dieser zweyten Editi- on beyfügen woll nbeyfügen wollen. 1. Eliche 128 Etliche Observationes von der Pott⸗Asche: 40 Etliche Oblervationes von der Pott⸗ sche. Eälter die Asche ist, je mehr sie PottAsche gibt. Die Asche soll man an einen feuchten Ort schütten, so gibt W. ie hernach desto bessere Lauge und Pott⸗Asche. ö Von harten Holtze, als Eichen, Birckenen und Büchenen, kömt die beste Asche, und gibt mehr Pott⸗öAsche als weiches. ö Im Sommer giest man kalt Wasser auf die Asche, Winters⸗Zeit aber soll man halb heisses und halb kaltes nehmen, daß es lau⸗ licht sey. Denn wenn man im Winter lauter kaltes nehmen wolte, so frören die Kiebel ein, und kan der Aschen die Fettig⸗ keit nicht genommen werden. Hingegen wann das Wasser gar zu heiß ist, so verbrennt die Asche, und kan gleichfalls die Fet⸗ tigkeit nicht raußkommen. ö Die Asche von welcher die Lauge abgezogen worden, ist gut zu ver⸗ brauchen auf Wiesen und Gärten, denn solche vertreibet das Mooß, und wächset gut Klee⸗Graß darnach, dienet auch zu Düngen, solches muß aber in nassen Jahren geschehen, und nicht in dürren. ‚ Das Wasser anlangend, so ist das stehende, faule, matte und wei⸗ ge Wasser am besten, und gibt noch einmal so viel Pott⸗A⸗ sche, als das helle und harte Wasser, saltzig Wasser taugt ar nicht. NB. Saltz und Fett kan die Pott⸗Asche nicht vertragen, und soll man sich hüten, daß man keine Asche aus Saltz⸗Ketten nehme. Asche ehe man solche in die Kiebel thut, soll man zuvor die Leüthe die solche bringen rein sieben lassen. Winter⸗Asche ist besser, als die Sommer⸗Asche, denn in Sommer pflegen die deute viel Stroh und Laub zu verbrennen, welches keine Pott⸗Asche giebt. ͤ Sonst *— .—.— schen de dad Wisse su chfalge st gat u hertrabet& dienet ahy schehen, matte u Rel Mi Wosser nz , Ralm t N M HEm u/ uht Eos Etliche Observationes von der Pott-Asche. 321 Sonst pfleget allezeit bey Calcionirung der Pott⸗Asche das zehen⸗ de Pfund ins Feuer zu gehen, wann sie aber in der Pfanne sehr Danen wird, so gehet beym calcioniren nicht so viel ins Feuer. Die Kübel, darein die Asche kommt, werden also gestellet:(1.) legt man unten 3. oder 4. Höltzer, die unten an dem Ende, damit sie auf deß Kübels Boden stossen, hohl geschnitten seyn, auf die⸗ se legt man runde Bretter, und sticht durch solche kleine Löcher Fingers weit, oder man schiebet auf obgedachte Höltzer, von unterschiedlichen Brettern einen runden Boden in einander, und legt wieder Reiß oder etliche dünne Stücker Holtz drauf, daß sich das Stroh nicht in die Ritzen legen könne, nachmals macht man einen Krantz von Stroh darauf, damit die Asche nicht am Rande hinein fallen könne, zwischen den Krantz aber legt man auch Stroh, daß also ein gantzer Stroh⸗Boden wird, etwa zwey guter Finger dicke, auf solchen Stroh⸗Bo⸗ den legt man hernach wieder etliche schmale Bretter, doch daß sie ein biß zwey Finger weit von einander liegen, auf diese nun schüttet man die Asche, und wenn drey Butten voll hinein seyn, muß man solche mit einer höltzern Keile einmal oder drey um den Rande rum, wohl und derb einstampfen. (IB. Denn wenn dieses Stampfen nicht geschehe, so würde das blose Wasser, wie mans aufgossen hatte, von der Asche ablau⸗ fen und keine Fettigkeit mit nehmer.:) in der Mitten aber stam⸗ pfet man solche nicht, sondern last sie liegen, wie sie eingeschüt⸗ tet worden. Wenn dieses geschehen, so schüttet man weiter die Kiebel voll Asche, stamefet aber solche nicht wieder, sondern giesset alsdenn Wasser drauf„daß es Lauge werde, und wann sich die Asche in den Kübel, nachdem Wasser drauf gegossen wor⸗ den, setzet, kan man wohl noch etwas Asche nach schütten. Winters⸗Zeit muß man die Kübel alle 6. oder 7. Wochen stellen, denn da zerfrist das heisse Wasser das Stroh, Sommers⸗Zeit aber wohl kaum in 9. biß 10. Wochen einmal. Von einem Kübel aber kan man 3. Täge und 3. Nächte, Lauge So ab⸗ — ——————— ...tt.tt..‚—‚.—— * V V 322 Etliche Observationes von der Pott⸗Asche. abziehen, die Asche aber soll oben in dem Kübel alle Tage, etwas umgehackt werden,(auch 3. Täge und 2. Nachte/) hen 8 es nicht schleime, und die Lauge desto besser durchge— en kan. Im Anfange siehet die Lauge gantz braun aus, auf die Letzte aber, wann die Fettigkeit heraus ist, wird sie wieder helle. Zuletzt(nemlich den letzten Tag) soll man die Kiebel wohl abtrie⸗ fen lassen, sonst bleibet noch viel Fettigkeit in der Pott⸗Asche. ann man nun einen Tag Lauge in einer Wanne gesamlet, so schlägt man 2. biß 3. Eymer in die Pfanne, wie auch beyde Kes⸗ — voll, und macht Feuer unter, wann nun die in den Kesseln iedet, so schlägt man solche zu der in der Pfanne, thut wie⸗ der andere in die Kessel, und verfähret auf itztgedachte Wei⸗ se, biß es Pott⸗Asche wird, die Pfanne darff aber nicht gantz voll gegossen werden, sondern muß allezeit noch einer guten quer Hand hoch ledig gelassen werden, damit die Lauge nicht überlauffen könte; wann nun die Lauge eingekocht und Pot⸗ Asche werden will, so hört es auf zu rauchen, und wenn die⸗ ses geschicht, soll man es mit einem Holtze umrühren, damit sich die Pott ⸗Asche nicht am Rande so sehr ansetze, sondern in die mitten komme, da es die Hitze besser zwingen kan. Wenn auch die Pott⸗Asche in der Pfanne begint weis zu werden, soll man das Feuer unter der Pfanne, in der mitten weg thun, und auf die Halbe schieren, damit die Pott-Asche am Rande auch gar werde; und so nun die Pott⸗Asche über und über weislich aussihet, läft man das Feuer verrauchen, und solche kalt werden, dann schlägt man sie mit einem ei⸗ sern Meisel aus, und verwahret solche zum calciniren in ei⸗ nen Kasten. Nachdem nun der erste Sud verrichtet, so behält man diejenige Lauge so in den Kesseln übrig blieben, biß zum andern Sude, und schlägt solche zu erst in die n iut alsdenn verfähret man wie oben gelehret. Desgleichen kan man auch 9 letzte auge/ * . Hd dr Lu Jurz Resan, ch a in den Hes E„ hut oacht W ucht ge eint au Hauge sih ht und Y wenn d Hren, „soldent au. Nun zu witdy, mitten u Pott Ashe i errnuchn, t einen Iten in U bifente Sn, herfihtt ie Ll guhe/ Etliche Observationes von der Pott Asche. 323 Lauge, so von den Kübeln bey dem ersten Sude übrig blie⸗ 10.„behalten, und bey dem andern wieder über die Asche giesen. Die Tauden an den Kübeln müssen zwey Finger dicke seyn, deß⸗ gleichen auch der Boden, und wann sie mit eisern Reifen kön⸗ nen belegt werden, so ists desto besser. Die Fässer oder Kübel, sollen aus Kiehnbaumen Holtze oder Eiche⸗ nen gemacht werden, das Tännene aber schickt sich nicht wol darzu, weil solches viel Bechgallen hat, dann wenn hernach Lache Wasser bran kömmt, zerschmeltzt es und bekommt öcher. Die Pfanne soll aus guten zähen Eisen gemacht werden, eines guten Messer⸗Rückens dicke, und soll einer quer Hand breit auf der Mauren aufstehen, damit sie sich am Rande so sehr erhitze, und die Lauge in sieden heraus springe. NB. Wie der Kit zur Pfanne soll gemacht werden, wann solche ausläufft oder einen Ritz bekomt. Man soll nehmen von einen Mandel Eyern das Weisse, eine Kan⸗ ne gestossenen Lederkalck, und halb so viel kleinen Hammer⸗ schlag mit Rinders⸗Blute unter einander mengen, und mit etwas klaren Hanfwerge, nicht aber von Flachse, in den Ritz auswendig der Pfannen stopffen oder drüber schmieren. Wann die Asche gut ist, so kan man aus einer Butten Asche 4. ne Pott⸗Asche, aus einer Scheffel aber 16. Pfund be⸗ ommen. Die Pfanne soll aus alten Eisen, das noch einmal umgegossen wird, gemacht werden, nicht aber aus eingeschmoltzenen Ei⸗ sen⸗Steinen geschmoltzen wird, und solche kan man am be⸗ sten zu Ziegerick und zu Raude bekommen, welche beyde Oer⸗ ter bey Eisenberg liegen. Ss 2 An N % I. fl., Zwey Kasten, darein die Pott⸗Asche gethan wird, kosten ohngefehr 324 Anschlag über Bürgelische oder Dornburgische p„„»BN II. Anschlag über hiesige Bürgelische oder Dorn⸗ burgische Pott⸗Aschen⸗Hütte. Hiesige Hütte ist 32. Elen lang und 14. breit, kostet ohn efehr auf⸗ zubauen 100. fl. den f. 21. Gr. Die Pfanne wiegt fünfthalb Centner, den Centner 4 9. fl. und 5. Gr. ist eine Ele, und 1. sechzehen Theil hoch, 7. Viertel breit und 2. gute Elen lang, gehen 9. Ohm Eymer drein, thut ö 41. fl. 16. Gr. 6. Pfen. Zwen 194. 4——3 gehet in jeden ein Eymer, und wigt 19. 6. ostet 4. fl. thut 8. fl. Zehen Kiebel, darunter 8. gebraucht werden, gehet in jeden I. Schäffel und 1. Viertel oder 5. gute Butten Aschen, und ko⸗ stet 12. Gr. thut I. Gr. 2. Wannen à I. fl. thut zusammen 2. fl. 10. Gr. Eine Kricke und Schauffel, so beym calcioniren gebraucht wird 0 und ist der Krickenstiel 2. gute Elen lang, die Schauffel an⸗ derthalb Viertel breit und eine Elen lang,. „I;. Gr. —* Der Calcionir⸗Ofen ohngefehr f. Summa 176. fl. 14. Gr. 6. Pfen. Exclusivè was das Wasser dahin zu leiten, item die Stette und Wohnung vor den Pottascher kost. Der Calcionir⸗Ofen wird inwendig gantz mit Packsteinen ausge⸗ mauret, auswendig aber mit andern starcken Mauersteinen, und ist hiesiger Ofen inwendig in der Mitten kaum eine Ele hoch, und muß in Circkel gemacht werden, in die Breite ist er 3. Elen, nemlich in der mitten, vorne und hinten aber nur an⸗ derthalb Ele weik, die inwendige Länge ist 3. Elen, das Loch aber 3. fl. 15. Gr. 8. Stuntzen darein die Lauge laufft à 1. Gr. 2. Wasserkannen rer Ru, 5. Gr. M chet mh Ichmn, u 5.f.. G Wassekung: 2. f. U0 chraucht uü, Schuffl sten ssam . f. H. stn Ihs ——— Gt. L M. „ n bos. Feihen du Munffenk, aum elt; Bur t chet Rn „ 19 die Pottasche nit hinein falle. Pott⸗Aschen Hütten. — · 7 66•51 aber zum Eingange ist u. Ele breit, und 3. vierie Elen hoch, wie in gegenwärtiger Form zu sehen. 1 Obere Breite. Das Loch da das Feuer zun 2 Um das Loch im Ofen müssen Untere Breite. — 2 ainvEu uun? Pogeva Steine gesetzt werden, daß Auswendig ist die Höhhe an dem Ofen 3. Elen ohne den Füllmund, die Breite 5. Elen, und die Länge 6. gute Elen. Der Ofen oder Loch, da das Holtz inne brennt, muß in der Mitten deß Ofens der Quere durchaus gehen, und ist die Höhe daran 5. viertel Elen und I. sechzehen Theil, die Breité 3. viertel Elen, das Loch aber da das Feuer im Calcionir⸗Ofen hindurch schlägt, ist eine halbe Ele weit und breit. In diesem Calcionir⸗Ofen kan man auf einmal nicht mehr als 3. Centner calcioniren, deroleichen aber kan allezeit nach Hhnets heit grösser gemacht werden, wann man nemlich ein mehrers einsetzen will. ö ö Die Hefen sollen auswendig mit höltzern und hangenden Riegeln ver⸗ wahret werden, damit die Hitze das Malierwerck nicht vonein⸗ ander treibe, die Löcher aber können mit eisern Spriegeln be⸗ legt werden, und oben auf den Ofen noch eine Leimen⸗Decke geschlagen werden. ö ö Bey Verfertigung deß Ofens ist in acht zu nehmen, daß er wohl aus⸗oder d e damit sich der Heerd her⸗ nach nicht setze, und an einem Orte höher als ain andern werde. ö 3—8—.——— E 3 n ꝗ 0 4 IAA —*— 3 — Anschlag eines Sudes. Anschlag eines Sudes. 0 Zu einem Sude braucht man 10. biß 11. Scheffel oder 44. But⸗ 0 ⁰ ten Asche, die Butte à 1. Gr. gerechnet, thut 2.fl. 2. Gr. b Drey Klafftern Holtz, à 18. Gr. thut 2. fl. 12. Gr. 0 Den Siedern von 1. Centner 3. St. 8. Pfund, von Centner 8. Gr. + gerechnet, thut 14. Gr. 600* —— ö Summa 5. fl. 7. Gr. t Wann ich nun aus obgedachten Sude 1. Centner 8. Pfund be⸗ 60) H ommen hätte, und der Cent. à 4. fl. verkaufft würde, mach⸗ 0 tens 6. fl. 14. Gr. 9. Pfen. von diesen nun den Aufgang, nem⸗ lich 5. fl. 7. Gr. gezogen, bleibet der Uberschuß oder Gewinn(20 ö ö I. fl. 7 Gr. 9. Pfen. NB. Wann es aber gute Asche ist, so kan man auch ein mehrers be⸗ chhd kommen. ö shst: II. 2—* 037 Folget nun die Beschreibung wie die Pott⸗ 00 Asche soll calcioniret werden. 6 (I.) Muß der Ofen geheitzt werden, nemlich Sommerszeit 7. 1 Stunden, Winterszeit aber wohl 9. Stunden. K (2.) Wenn der Ofen geheitzt ist, schütt man die Pott⸗Asche fast 9 einer Hand hoch, und mercke nun, daß wenn die Pott Asche 50 eingeschüttet, so darf man im Anfang nit starck feuern, son⸗ 01 dern läst sie nur mählig erwärmen und verrauchen, und wenn scg sie eine halbe Stunde gelegen, und anfängt weiß zu werden, H muß sie mit der Schauffel unterfahren, und alle viertel Stun⸗ t de umgewandt werden,(denn je öffter sie gewandt, je besser hen sie wird) nemlich man muß die vorne am Loche gelegen, gantz enhinter& vice versa öffters bringen, denn die Pott⸗Asche, 06 so hinten imOfen ligt, hat allezeit grössere Hitze denn die vorne, He und wann man sie immer auf einem Orte liegen liesse, so bäcke M sie leicht an, könte auch nit allzugleich ausgecalcionirt werden. 0 (3.) Daß der Ofen heiß satt sey, erkennet man daraus, wenn. 25 man —— ö Ruah ö 1 bfn u Cenmagth 0 —— mn 5. f et 3. Pußh st wirde, u Mufgung y 5 de Gn ⁰ . Beschreibung wie die Pott⸗Asche soll calcionirt werden. 327 man mit der eisern Keule hin und wieder fähret, so springen die Funcken aus den Steinen. (40 Die Pott⸗Asche muß Sommerszeit 5. biß 6. Stunden, Win⸗ terszeit aber 7. biß 8. Stunden im Ofen stehen, auch wohl län⸗ ger und weniger, nachdem der Ofen sehr oder schwach gefeu⸗ ret wird. C5.) Beym ben pfleget allewege das zehende Pfund ins Feu⸗ er zu gehen. (6.) Zum Calciniren ist das beste Holtz das lindene, wann mans ohne sondern Kosten haben kan, denn davon wird sie schön blau, und bekomt einen schönen Glanz. (7.) Wenn die Eween gut und reine, und wohl calcinirt ist, so siehet sie fast wie ein Grünspan, und weiß durcheinander, ist sie aber nicht reine und wohl calciniret, so ist sie inwendig noch schwartz, gleich wie l. v. Koth. (8.) NB. Oft geschicht es, wann man den Ofen zu starck feuret, und die Pottasche nicht fleissig wendet, daß sie von grosser Hi— tze in den Ofen zerfliesst, und wie Blut aussiehet, wenn nun sol⸗ ches geschicht, soll man das Feuer schwächer machen, das Zer⸗ flossene mit der Schauffel unterfahren, und dasjenige, so nit ge/ zerflossen, wohl drunter und über einander werffen und men⸗ gen, und wenn sie wieder erhärtet, kan man wieder starck feu⸗ ern, sie muß aber hernach wieder oft und fleissig gewandt werden, es schadet zwar der Pott⸗Asche nichts, jedoch wenn solche zerfliest, so gehet desto mehr ins Feuer, hingegen ge⸗ schichts ofte auch, daß, wenn man zu schwach feuret, und nit fleissig die Pott Asche wendet, sich solche auf den Heerd anse⸗ tze, und wie ein Kuchen oder Klumpen wird, in solchem Fall, soll man sehen, daß man sie mit der Schauffel erwas lüfften könne, und hernach starck feuren, so ziehet sie das Feuer oder Hitze vollends ab, daß man sie hernach leicht zerstossen und wieder wenden könne, und muß man anders procediren wann die Pottasche zerfleisst, anders aber wenn sie auf dem Heerde anbäckt, dieses alles aber zu verhüten, soll gute Ach⸗ tung ——UD.H—J—J—.———— —. ————— —————— N I 328 Beschreibung wie die Pottasche soll caleionirt werden. tung darauf. gegeben werden, besonders im Anfange, wenn sie fleissig gewandt wird, so backt sie darnach nicht so leicht auf dem Heerde an. ö (9.) Daß die Pottasche genug calcioniret sey, erkennet man dar⸗ aus,/ wenn sie über und über glüt, und man kein Schwartzes mehr darinnen gewahr werden kan, denn wird sie mit der Kricke heraus gezogen, in ein Loch von Calcionir⸗Ofen, dar⸗ innen sie so lange lieget, biß sie ein wenig erkaltet, darnach wird sie in Fässer geschlagen. Man soll sie auch nicht lange in der Lufft liegen lassen, denn solche ihr die Farbe verderbet, und macht sie schmierig, und wo mans verhüten kan, daß gar kei⸗ ne Lufft daran kömt, so ists desto besser; derowegen soll man solche bey Zeit in die Fässer schlagen, und ob sie gleich noch et⸗ was warm, schadets ihr doch nicht. Eine mehrere gründli⸗ che Nachricht, von der Güte und dem Wehrt der Pottasche, findet der geneigte Leser überflüsig zu Ende, in denen beeden Tractätlein genannt, Ars Tinctoria Fundamentalis,& Ex- perimentalis, welche beede Hochteutsch gedruckt und zu fin⸗ den in Jena, bey Johann Bielcken, Buchhändlern daselbsten. Pnet Kunst⸗ und Gunst⸗geneigter Leser, beschliesse ich völlig den ersten Theil meiner Glaß⸗Kunst, mit Bitte, meine Mühe und gute Inten- tion dir gefallen zu lassen, und versichert zu seyn, daß ich mich hierinnen nichts mehrers, als deines Nutzen, und der einfältigen Warheit befliessen, auch ferner befleissigen werde, biß an mein eceet?etftetr??“? 2r.— Rntt ken Seun 2 vitd st Ont.Oft, afullt, w ich icht h bextderh, i, Wet Lowegen Iln si geihh⸗ mehrer gid kt dt Maih in dam H. nentals, V. Ut uh z nalern dydi — — — —.— — . —.— tölhdheh eundguth nich Hatt zen W meih hun Johann Kunckels, Churfl. Brand. würcklich⸗bestalten geheimden Cammerdieners, ARLIS VITRARIÆ EXPERIMENTALIS PARCCECUVNDA, Oder Sweyter Theil Vollständigen Glaßmacher⸗Runst/ In dreyen sonderlichen Büchern bestehend/ Deren das I. umständig, I. von Glaßbrennen, Vergulden und Schildemahlen,/ 2. von feinen Glasurwercken, und z. von allerhand nützlichen bißhero wenig bekannten/ denen Glaß und andern Mahlern sehr dienlichen/ liecht und braunen Spice. Therbent in und Lace⸗Fürnissen/ auch wie solche zu vielen schönen Dingen nützlich zu gebrauchen⸗ dandelt/ nebst vielen andern Curieußtäten/die sämtlich in 1o. Exverimenten bestehen/ samt einer Zugabe/ wie man den sehr schönen Nürnbergischen Gold⸗Strau⸗Glautz aus allen Metallen machen und bereiten soll. Im II. wird völliger Nachricht von der Kunstreichen und allerschönsten weissen und bunten Holländischen Töpffer⸗Glasur und Mahlerey(von eini⸗ gen Bar cellan⸗Arbeit genannt) ertheilet/ bestehend in 60. Experimenten/ und gleichfalls einer Zugabe/ von dem zierltchen und aceuraten kleinenlaßblasen/ so bey der Lampen geschicht/ und wie dergleichen Modus anderwärts nützlich zu gebrauchen. Das III. aber, so in o. sonderbarenExperimenten bestehet, handelt vornem⸗ lich/ wie man allerhand Kräuter und Vegetabilien in Silber abgiessen item den Gips färben und traetiren/ Turckisch Pavier/ schwartze Schreibtaffeln ꝛe. ꝛc. und viel andere nützliche Dinge bereiten und zu wege bringen soll. Wobey zum Beschluß desselben eine vortheilhaffte Flaschen⸗Forme vor die Glaßmacher/ die sich ůͤber tausendmal verändern lässet/ beschrieben und in Rupffer vorgestellet wird. Endlich ist ein sonderbarer Anhang(so aus dem Englischen übersetzet) mit beygefüget, in welchen von allen natürlichen Edelge steinen, ein fast völliger Unterricht beariffen, auch gleichfalls einige sonderbare Nachkünstlungen gezeiget werden/ allen Fener⸗Giatz und Farden⸗Künstlern/ auch Jubilier und Goldschmieden/ item Mahlern/ Töpffern/ und vielen andern Kunstlern und Mechanseis zu sonderbaren Nutzen aus gewisser Erfahrung auf kürtzest und einfältigste beschrieben und vorgestellet. Nürnberg, In Verlegung Christoph Riegels. XE —————— ö — DSDSPSFP‚‚——————— —— 5 .——. —— —3————— —.—.—.——8 5—————— — F Geliebter und Lurieuser Leser. h stelle dir hier für(nebst dem ersten und Haupt⸗Theil) den zwey⸗ ten Theil meiner vollständigen Glaßmacher-Kunst, und dieser V;zweyte Theil hält wieder in sich drey Bücher: Das erste von denenselben, welches ö I. Vom Glaß⸗brennen, Glaß⸗vergülden und Glaßmahlen II. Von allerhand feinen Töpffer⸗Glasur⸗Werck; III. Von mancherley künstlichen, noch ungemeinen und so wol zur Glaß⸗als andern Mahlereyen und Handthierungen sehr nützlichen Lacc⸗Therbentin, Spic- und Leinfürnissen, auch andern sonderbaren curieusen Dingen mehr handelt, und zusammen in hundert Experimenten, oder durch die Ubung und Erfahrung bestättigten Kunst⸗Stücklein, und ei⸗ ner Zugabe, wie man den künstlichen Nürnbergischen Gold⸗Streu⸗Glantz machen foll/bestehet/ ist mir aus einer vornehmen und der Künste wegen sehr berühmten Stadt deß Reichs/ von sonderlichen Freundes Handen zukom⸗ men: Und weil ich in Durchlesung desselben befunden,/daß es fast lauter r. vie⸗ len dienliche, 2.zur vollstqändigen Glaß⸗Kunst meistentheils nothwendig⸗ge⸗ hörige Sachen seyn, 3. auch noch niemals in Druck gesehen worden/als habe ich mich bald resolxviret, solches meiner(damals vorhabenden) Glaß-Kunst zu inseriren Dahero, nachdem ich es mit allen Fleiß, von denen dabey be⸗ findlichen Fehlern corrigirt, auch einen kunstreichen Glaß⸗Mahler durchse⸗ hen lassen/ welcher es vor gar köstlich geachtet, hab ich es geneigter Leser/ dir hiemit durch den Druck mittheilen und gemein machen wollen. DerAutor dieses Tractätleins ist selbst ein guter Glaß⸗Mahler gewe⸗ sen, und wie es einige Nachricht gibt, neulich erst gestorben, seinen Namen weiß ich nicht, ohne daß er sich EH.LSschreibt, daß er aber alles kurtz und ein⸗ fältig beschreibt, wirst du dich hoffentlich nicht itren lassen. Es seyn Experi- menta und keine dpeculationes, bedürffen also so viel zierliche Umstände nicht/ und endlich seynd solche nur von einen Künstler/ nicht aber von einen Gelehrten beschrieben worden. ů— 2 Da 33²2 An den Leser. Da dir nun/ geliebter Leser, eins und das andere, von dem Glaßmah⸗ len und brennen zu dunckel und kurtz beschrieben wäre, so hoffe ich doch, es werde dir solches mein dabeygefügtes, als dieses zweyten Theils Zweytes Buch, handlende Von der Holländischen, kunstreichen(nach Barcellan⸗ Art) weissen und bunten Töpffer⸗Glasur. (bestehend in LX. Experimenten) Samt noch einer Zugabe, oder eigentlichen Bericht Vonn kleinen Glaß⸗Blasen/ ů so mit der Lampen geschicht. Wo nicht gnugsam- doch ziemlich erleutern: Geht dir aber dennoch nicht alles nach Willen an, must du gleichwol, wenn du raisonabel handeln wilst, dem Autor nicht flux die Schuld geben, sondern gedencken, daß(wel⸗ ches gar bald geschicht) auch du es versehen können, und dahero desto vor⸗ birt und lernen handeln; so viel aber ich und andere mir wissend daran pro⸗ irt und nachgekünstelt haben/ ist es richtig genug befunden worden. Indem auch ja einige geringe Stückgen diesem Glaßmahler-Büchlein einvedleibt wären, hab ichs doch nicht ändern wollen, sondern gedacht, viel⸗ leicht sind einige, denen damit besser als mit hohen Sachen gedient ist. Es sind Experimenta; und gleichwie mancher ein lebendig Zeißgen höher als einen todten Adler Hohtten also auch ist mir das geringste Experiment viel wehrter/ als die höchsten ĩpeculationes, die keinen Grund haben. Weil ich denn glaube, daß sich noch viele finden sollen, die dißfalls meiner Religion seyn, als habe ich in dem zuletzt befindlichen Dritten Buch noch L. dergleichen allerhand Curieuser Experimenten, Auch zum Beschluß dieses zweyten Theils, Ene vorthelhaffte Flaschen⸗Forme, vor die Glaßmacher, die sich ä etlich 1000. mahl verändern lässet, ansügen wollen, sind gleich solche zur Glaß⸗Kunst nicht eben alle dienlich, so seynd sie doch auch dazu nicht undienlich: Aufs wenigste seynd sie einigen, die der Glaß⸗Kunst nicht entbehren können(wie denn derselben wenig seyn den) en Widlos H N luchli a Harhů a 31 asRl ihHρ H 6u/ whrfeihth, Hucheh HD dsur. hendat 7 dir aberhyn lonabeshg encken Afsg, dahewostth issenddnn en wotdeh. rahlx⸗Hish mngedachi.⸗ gediertis. Fgen Höbgct Wperimen9 d habeh,, N/ diedit hen öiehschs 21 0 sehstye 0) An den Leser. 333 den) angenehm⸗ welche ich auch hiermit versichere/ daß es lauter solche Sa⸗ chen seyn, die durch meine eigene Hand gegangen, welche auch, ob sie gloich noch so gering scheinen,(weil sie die Praxin oder vielmehr die natürliche Warheit zum Grund haben) leichte zu etwas Daaan leiten können; ja ob auch welche wären/ die zum Theil vor unnütze Dinge zu halten, so weiß ich doch/ daß das geringste davon, als ein Experiment eine weit mehrere War⸗ heit und Nutzen hat als alle dubrilitäten die E. G. in seinem Neri, so wohl mit Worten als in Figuren vorgestellt, wie dieErfahrung endlich beweisen wird. Dem aber, der es vor eine Nothwendigkeit hält, diese meine wohlge⸗ meinte Arbeit gering achten/ oder zu verachten, der soll wissen, daß ich solche theils selber(ausser daß ich sage/es sind Experimenta) niemahls selber hoch/ oder viel anders als gering geschätzt/ ja daß er hierinnen mir nicht so sehr zu wider/ sondern bey nahe einerley Sinnes istʒnur bitte ich ihn gleichwol dieses, (er sey /wer er sey) er wolle sich doch großgunstig belieben lassen, dem gemei⸗ nen Nutzen etwas bessers vorzustellen, oder biß dasselbe geschicht, mit seinen Urtheil inne halten; bringt er aber was bessers vor, so will ich das meinige gerne und willig/ solts auch offentlich geschehen, verachten lassen. Immik⸗ telst getröste ich mich meiner guten Intention, welche ist: Durch falsche und betrügliche Vorstellung, Speculationes oder Processe niemand um die edle Zeit, noch um sein Geld zu bringen, oder mit kurtzen zu sagen: Niemand zu schaden sondern hiemit einem jeden Zu nutzen und ergötzen. Geräths nicht wie ich will, was hilffts? ists doch wohl grössern Leuten ö also gangen; gnug ist, daß ichs gut gemeint, hab ichs aber getroffen, so werde ich nur dadurch gereitzt werden, etwas bessers und nützlichers, ins künfftige zu publiciren; und mit dieser warhafftigen Vertröstung will ich auch den geneigten Leser der Göttlichen alle Morgen neuen Güte und Treue empfohlen haben. I. K. Tt 3 Innhalts⸗ — — ‚‚———— —————*——.—— 2——.— — DI.——— ———— ————— — 334)0( 85 Inhalts⸗Register dieses ersten Buchs, Des andern Theils, von der Glaß⸗Kunst, handlende vom Glaß⸗Brennen, Vergulden und Mahlen, und andern Eurieusitäten. I. Wie man das Glaß in die Brenn⸗-Pfanne legen soll. II. Wie die Brenn⸗Pfanne gestalt und beschaffen muß seyn. III. Ein anderer Unterricht, das Glaß in die Pfanne zu ordiniren. IV. Von denen Gradibus des Feuers zum Glaß⸗brennen. V. Wie ferner das Feuer zu regieren. VI. Von vielerley Arten zu brennen. VII. Noch ausführlicher Bericht von Brennen und Einsetzen. VIII.Von den Brenn⸗Oefen. IX. Noch eine Erinnerung vom Glaß⸗brennen. X. Beschreibung deß Schmeltz-und Jett-Glases. XI. Von allerley Gold⸗Gründen auf Glaß. XII. Ein anderer Gold⸗Grund. XIII. Noch ein anderer Grund zum Vergulden. XIV. Noch ein anderer Gold-Grund auf das Glaß. XV. Ein Gold⸗und Silber⸗Grund, auf Glaß⸗Steine und Metallen. XVI. Ein Grund darauf sich das Gold palliren lässtee. XVII. Ein anderer dergleichen. XVIII. Gold⸗-oder silberne Schrifft auf Glaß. XIX. Eine sehr leichte Art zu vergulden. XX. Auf Glaß zu vergulden, daß es einschmeltze. XXI. Eine andere Verguldung die einschmiltzt. XXII. Glaß zu vergulden, daß nicht darf gebrannt werden. XXIII. Noch eine gemeine Verguldung. XXIV. Eine sonderliche Verguldung. XXV. Noch eine dergleichen. XXVI. Noch eine sonderliche Art. XXVII. Ein sonderliches curieuses Trinck-Glaß zuzurichten. XXVIII. Verglasurte Ofen⸗Kacheln oder einen gantzen Ofen zu vergulden. XXIX. In ein Glaß allerley zu schreiben XXX. Eine weisse Schrifft auf Glaß, die siehet, als wann sie darauf geschmeltzet wäre. XXXI. 5. I. G½ I II. 06 L. 0 ö LNV. M IV. bd IVU Iise IWM U IX.i IXIIE Ll. IS IVS bue LVE IXV VY —.— unß huthagh sol. nuß sehf ne zu oreinig rennen, Eisiten eile urd M K. teldt lichtth. N Oshpote % M 150 XLVII. Berg⸗Blau au BESR 9o( KS nwuRAWᷣhmeeeeeeeS ¾it t 337 XXXI. Von allerhand Farben auf Glaß zu mahlen. XXXII. Beschreibung der Pensel zum Glaßmahlen. XXXIII. Wie das Glaß abzureiben und todt zu machen. XXXIV. Allerley Farben auf Glaß zu tragen. ö XXXV. Wappen von allerley Farben zu mahlen und brennen. XXXVI. Allerhand Loth zu machen. XXXVII. Schwartz Loth oder Ventur zu machen. XXXVIII. Schwartz auf Glaß zu brennen. XXXIX. Eine andere Schwärtze auf Glaß. XL. Noch eine dergleichen schöne Schwärtze. XLI. Braun auf Glaß zu machen. XLII. Roth Loth zu machen. XLIII. Andere Manieren roth Loth zu machen. XLIV. Roth auf Glaß zu brennen. XLV. Leib⸗Farb auf Glaß. XLVI. Blau auf Glaß brennen. Glaß. Al. Das kechte Kunltaalh oder Siber⸗Loth an achen. Das rechte Kunst⸗gelb oder Silber⸗Loth zu machen. L. Ein ander sehr schön Gelb zu brennen. LI. Noch ein Gelb auf Glaß. LII. Eben dergleichen. LIII. Noch ein anders. .V. Nond em Ande 49• 8—5 LV. Noch eine andere Weise Kunst⸗Gelb auf Glaß zu brennen. LVI. Noch ein Kunst-Gelb. 5— 7 LX. Eine Auswaschung. LXI. Amulier-Glaß. LXII. Weise Glasur auf Ka öpffer⸗ Walwen f cheln, oder Töpffer⸗Werck. Schön grün Glaß auf Kacheln. LXV. Blau Glaß auf Töpffer⸗Arbeit. LXVI. Violen⸗blau zu verglassen. LXVII. Braun und dunckel zu glassuren LXVIII. Schwartz und dunckel Glab. LXIX. 336 E5SNR)0( 88N LXIX. Eine sonderliche oder seltsame Kachel⸗Farb. LXX. CEysen⸗farbicht zu verglasuren. LXXI. Einen schönen gläntzenden Spicc⸗Fürniß zu machen. LXXII. Einen andern Spicc⸗Fürniß. LXXIII. Weisser Laec⸗Fürnis. ö LXXIV. Eine andere Art von Lace⸗Fürniß zu rothen und dunckeln Farben. LXXV. Noch eine bessere Lacc⸗Furniß. LXXVI. Ein sonderlicher guter Lacc⸗Fürniß. LXXVII. Lacc⸗Fürniß auf eine leichtere Art. LXXVIII. Ein anderer dergleichen. LXXIX. Noch ein dergleichen guter Fürniß. LXXX. Ein Lacc⸗Fürniß zum Glantz geben. LXXXI. Eine andere Art deß besten Glantz-Laec⸗Fürniß. LXXXIII. Eben dergleichen. ö LXXVXIIII. Ein geheimer und künstlicher weisser Lacc⸗Fürniß. LXXXIV. Auf eine andere Art solchen als einen Spice⸗Fürniß zu machen. LXXXV. Ein künstlicher Fürniß zu blauer Glantz⸗-Arbeit. LXXXVI. dsürmisen Holtz-Arbeit auf Schild⸗-Kröten⸗Art zu mahlen und fürnissen. ö LXXXVII. Eben dergleichen auf rothe oder Corallen-Arbeit. LXXXVIII.Mit güldischen Streu⸗Glantz auf dergleichen Artzu verfahren. LXXXIX. Die leichten Farben zum Lacc⸗Fürniß zuzurichten.(fürnissen. XC. Stäbe auf Spanisch oder Indianisch Rohr⸗Art zu bemahlen und XCI. Wie der Lacc⸗Fürniß von den künstlichsten Buchbindern gebraucht wird. XCII. Den schönsten gelben Nuß⸗oder Lein⸗Fürniß zu machen. XCIII. Ein guter Fürniß auf Pergament oder Leder. XIIV. Ein nützlicher Fürniß zu allerley zu gebrauchen. XCV. Einen betrüglichen Fürniß zu machen. XCVI. Allerhand Manieren gut Siegel⸗Lace zu machen.(vergulden. XCVII. Ein Kupffer⸗-Stück auf ein Glaß abzuziehen und dahinter zu XSVIII. Schwartz einlassen vor Goldschmiede.—— XCIX. Wie man Schülpgen oder Schifflein Gold und Silber bereiten soll. C. Flache Gläser auf Lapis Lazuli und ander Edelstein⸗Art zu mahlen. Zugabe, wie man den künstl. Nürnb. Streu⸗Glantz aus allen Metallen ma⸗ chen soll. Beschluß von allerley Holtz/ Stein und Grotten⸗Kͤtten/ item rothe/ weisse und schwartze Corallen/ Zinckenzum Grotten⸗Wercken zu künsteln. Ende des Ersten Buchs. Zum *— It Niah ů — beh. htagz . f. Eißunch . bel, A deh, Hunst benahtn engchn icheh. hethub dahinth Hartthfl nahlo alloth Hloch/ sl. 30 — ..——..cxÆÆf?efee-e.e-·—..e!? n.. Ro 00 Re ö 337 D Zum Ersten. ö Vom Glaß⸗Brennen/ vergülden und mahlen. ö I. Vom Glaß⸗brennen. Wie man das Glaß in die Brenn⸗Pfanne legen soll. Rstlich, lege von unten 2. Schichten Glaß⸗Stücken vergeblich in die Pfannen,(desselben gleichen thue auch von oben) alsdenn imm 2. Theil ungelöschten Kalch und einen Theil reine Asche, bende müssen durch ein enges Sieb geschlagen und wohl unter⸗ einander gemischt werden. Wenn du nun das Glaß einlegst, so lasse durch das Sieb, von dem mit Aschen vermischten Kalch darauf lauffen, streiche es oben fein gleich und eben; wenn du aber Stücken ein⸗ legst die mit Farben gemahlt sind/ so must du auch Glaß⸗Scherben wischen die Lucken legen, damit es alles den Geschirr oder der Pfanne nach, glei voll und eben werde. 3 Pf gleich/ Nota. Daß der Autor hier lehret, oben und unten vergebliche Schich⸗ ten von Glaß⸗Scherben zu legen, geschiehet aus der Ursache, daß die guten Scheiben in der Mitten keinen Schaden leiden, weiln doch die Hitze oben und unten stärcker und unmässiger als in der Mitten sich befindet: Dahero diese Erinnerung zur nöthigen Vorsicht gar dienlich ist. I. Beschreibung, wie die BrennPfanne muß gestält und be⸗ schaffen seyn. ½%. Die Brenn⸗Pfanne muß eigentlich nach den Ofen ein ericktet, und diereckicht, oder etwas länglicht, auch g. oder 3 Pinger hoch fenauch Snen u gäntz ——— ————— DISDISR‚‚‚‚‚‚‚‚‚——— —.—.———————— ———————— —.—————— ————3—— SSSSSSSSS———— .————.————.——— — — —— —— — —.—— ———— — —.— — —— 338 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen ——— gantz flachen Boden haben, und dienen diese am besten, welche man von gu⸗ ten Waldenburger⸗Zeug verfertigen lässet. ö Nota. ö Es darff nicht eben Waldenburger⸗Zeug seyn, sondern eine jede Töpffer⸗Erde ist hierzu dienlich, weil es doch allenthalben mit Kalch ausgefüllet und keine subtile dpiritus halten darff. Mur soll die Pfanne nicht verglasurt seyn, die eisernen von starcken Blech ge— schlagenen Pfannen, können hierzu noch sicherer dienen. III. Ein anderer Unterricht, wie Lann das Glaß in die Pfanne soll ä ö legen. Wenn du Glaß brennen willt, so nimm ungelöschten Kalch, welcher zuvor wohl in einen Topff gebrandt und über einer grossen Glut ausgeglüet ist; wann nun solcher gantz erkaltet, so siebe ihn durch ein kleines Sieblein, in die Pfanne; erstlich etwan eines Fingers dick, streiche aber den Kalch fein mit einer Feder gleich, alsdenn lege dein Glaß so du brennen willt; redle fer⸗ ner durch das Sieb wieder Kalch darauf; hernach wieder Glaß, alsdenn wieder Kalch ꝛc. Dieses treibe so lange biß deine Pfanne schier voll wird; endlich mache es vollends mit Kalch der Pfanne gantz eben gleich. Setze al⸗ so die Pfanne auf den Rost in den Ofen, decke den Ofen mit Ziegeln zu und bekleibe ihn wohl mit Leimen, damit die Hitze beysammen behalten werde und nicht heraus streichen kan. ͤ Nota. ů Hie ist keine dikficultät, sondern ist alles deutlich genug, zude⸗ me oben mit den ersten fast einerley, nur daß hier statt der vergeb⸗ lichen Glaß⸗Scherben auch Kalch geleget wird, so auch fast besser angeht. Im übrigen ist hier sonst nichts nöthig zu erinnern. ö IV. Von denen Gradibus des Feuers zum Glaßbrennen. Mache Anfangs ein sittsames Feuer auf zwey S tunden, darnach je länger je besser. Es muß das Feuer allezeit von sehr guten harten und dür⸗ ren Holtz seyn, das fein klein gespalten ist /also daß es recht unter die Pfanne gehet, auch immerzu, ohne grossen Rauch/ fein hell und klar brennet. S 19 auch *——..———enn; es.ee. Ru. simt andern nützti en Künsten und Experimenten. 339 HK auch Wächter⸗Stücken aufrecht an die Pfannen, und ob sich dieselben schon biegen, so lasse dichs nicht irren, siehe nur auf die Jütten, wenn sich aber die⸗ se spreitzen, alsdenn kanst du das Feuer gemachsam abgehen und alles zu⸗ sammen nach und nach erkalten lassen. ö a nota. H 6— e f W Was Wächter und Jütten seynd. ren dih Wächter. Seynd Glaß Scheiben, so an der Pfannen aufge⸗ . richtet werden; dienende zu einen Merckmahl, dabey man, wann sich selbige biegen und schmeltzen wollen, abnehmen kan, daß allbereit das meinste gethan, und man nicht mehr so scharff zu schüren darf. Mpmil Jutten. Ist ein sonderlicher Lerminus dieser Kunst und denen Glaßmahlern wohl bekannt, bedeutet so viel, daß man wohl oben Hac,W auf der Pfannen zusehen soll, so das Feuer spritzet, und mit Hauf⸗ Hutgglt fen kleine Funcken hin und wieder wirft, so ist Zeit, daß man nach deß Hiles E. Autoris Lehr hartes, dürres und kleines Holtz gebrauchen muß, ist Aunnd das vornehmste so bey diesem Punct zu mercken is. ½½ V. 10 Ein anderer Unterricht, wie das Feuer zu regieren und H3ighen anzumachen sey. 3 behale Nimm gutes Büchen⸗Holtz, so recht dürr und ziemlich klein, wie Fisch⸗Holtz gespalten ist; mache damit zum ersten ein kleines lindes Feuer, hernach je länger je besser„ biß die Pfanne gantz glüet, alsdenn lasse das Feuer von sich selbst gantz ausgehen. Wenn es denn erkaltet und über Nacht gahh, gestanden, so hebe deß andern Tages die Pfanne aus den Ofen, räume den 1 bel Kalch mit Manier weg, und wische das Glaß auf der rechten und lincken h fit R. Seiten mit einen leinen Tüchlein abe, so wirst du dein Kunst⸗Gemählde seem. gantz rein und beständig auf demselben finden. * 1—8 ö VI n mm Von viererley Arten zu brennen. 4 unn, Es seynd einige/ die bloß nach Gesichte brennen; andere brennen nach 191 einer gewissen Anzahl der Stunden. 2*7 aber sicherer gehen wollen, V Ait——* 2* ö 45 100 66 u 2 ie 90 ——— — —— — 340 Vom Glaßebrennen, vergüden und mahlen die brennen nach den Wächtern wann sie sich biegen. Am allersichersten aber handeln diese, welche nach den Jütten brennen, wenn dieselben fliegen. Wann du die Wächter auf die Pfanne legest, in das obere Theil deß Geschirres, also daß sie zweyer Daumen der Pfannen vorgehen, und sie sich denn in der Glut biegen und schmeltzen wollen, so hast du ein schönes Kunst⸗ Gemählde. So du auch Venedische Scheiben wilt mit brennen, so lege sol⸗ che(dieweil sie mild r sind als das teutsche Glaß) mitten in die Pfanne, und streich das Kunst⸗gelb herum aus die Venedische Scheiben, wann es denn oben wie Wasser fleust, so beennt es auf der Scheiben gantz gleich aus. Nota. ö ä (Oben wie Wasser fleust. Ist der Kalch, so oben auf liegt, der fleust und rührt lsich wie Wasser. ö VII. Noch ein anderer und ausführlicher Bericht von Brennen und einsetzen. So du wilt anfeuern zum Brennen, so zerhaue erst dürres Büchen⸗ Holtz klein, als wenn du Fische dabey sieden woltest, und behalte die kleinen Splitterlein absonderlichzalsdenn so feure ferner fein gemach oder langsam/ mit Kohlen nach, und zwar immer besser hinein; hernach feure mit den kleinen Sprößlein ferner am Loch und so folgends auch mit guten Kohlen; endlich feure auch mit grossen Stücken, recht unter die Pfanne, und lege der⸗ selben immer eines nach den andern hinein, mercke alsdenn, auf die suher ne/ mit den Wächtern, wie auch auf die Stangen darauf die Pfanne stehet, denn so sich die Wächter neigen, und die Stangen roth werden, darauf die Pfanne stehet, und zwar gautz liecht roth, die Pfanne aber fein braun⸗roth/ so wirst du auch wohl die Striemlein oder Jütten sehen auf derPfanne. Als⸗ denn lasse das Feuer abgehen, denn es hat sein genug, wilt du aber die Striemlein noch besser seben, so ziehe das H oltz heraus, alfo daß keine Lohe oder Flamme mehr unter der Pfanne ist, und rühre mit einer eisernen Gabel in den Kohlen,/ so wirst du sehen, wie die Striemlein auf der Pfanne funckeln, und auf derselben hin und her hüpffen oder fahren, wo sich denn auch haben die Wächter geneiget, so bist du gewiß, daß du schön Kunst⸗gelbe wirst haben. So du aher nach den Stunden brennest, und 6. Stunden volles Feuer gehalten hast, so ziehe dasselbe aus den Ofen, du wirst alsobald auf der Pfan⸗ ne helle Striemlein fahren sehen, und wenn du in die Kohlen 00 6 iehef VV HAtsutantun Hl—— Dal Measshz Wete ien N henih nstingsz n, HePamg / Wannch y Kaan , 4 2 2.8.—4 346 f mmmmn Iuhl tg WCW hoh ux In Bm dünt Buy Halbdete derlngtz sture ntů huten Ve undlagee aft Panmost h, dum Nbrunt Pfumt tH fasthl mendale Huncehid 9 babn Ihh. Fber M INUN ö HahttWht NMN N us sche Ffrffffffffffffff fpff ff ö* Iliti MII. AAG ——————————— H 8 —. —.— ———————ß7..— * 3n dekarn iche chrdyl Witdust Ualg schieblg samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 3⁴¹ siehest du sie auch/ sie seynd aber nicht so hell, verlöschen auch bald wieder. Waun du sie aber gleichwol siehest/ so ist es ein Zeichen daß es sein genug hat/ siehest du sie aber nicht, so feuere besser, biß sie sich erheben und eine Flam⸗ me von sich geben, alsdenn thue das Holtz miteinander gleich heraus, denn du hast ein rechtes Wahrzeichen daß es einschmeltzet. Ingleichen wenn der Kalch fleust und sich rührt, so schmeltzt es auch, solches wirst du wohl an den Dampfs, der davon gehet, empfinden. Wilt du Venedische Schei⸗ ben mit und unter andern Glaß brennen, so lege solche, wie oben gedacht/ mitten in die Pfannen, damit solche, weil sie milde sind, nicht durch die gröste Gewalt deß Feuers Schaden nehmen; streiche auch das Kunst ⸗gelb um und um auf die Venedische Scheiben, wann es denn oben wie Wasser fleust, so brenne es mit dem andern Glaß allerdings gleich aus. ö Wilt du brennen, so erinnere ich nochmal: Nimm gut dürr hart Holtz/ welches fein klein, und nach Proportion deß Ofens geschnitten und Han ist; schüre auch im Anfang ja nicht zu sehr zu, und mache das euer nicht allzu groß, sondern nimm zum ersten nur glüende Kohlen, und ernach klein gespalten Büchen⸗Holtz; es muß aber zum wenigsten 6. Stun⸗ den gebrannt werden. VIII. Von den Brenn⸗Oefen. Die Brenn⸗Oefen habe ich hier in einer deutlichen Figur vorgestellet, hoffe auch, die diebhaber werden sich hierinnen gar le ichtlich zu finden und schicken wissen. IX. Noch eine Erinnerung vom Glaß⸗brennen, eines andern Meisters. Welches Glaß du brennen wilt, von selbigen Glaß mache auch die Wächter der Pfannen/es sev nun gleich Venedisch Glaß, oder Wald⸗Glaß, oder andere und gemeine Scheiben. Mercke, das Venedische Glaß schmel⸗ tzet eher als die Wald⸗Scheiben, und das Wald⸗Glaß eher denn das Ziel⸗ bacher⸗Glaß, eher denn das Hessische Glaß, darnach wisse dich zu richten, wilt du aber Venedische⸗Scheiben mitbrennen, so lege solche in die mitten, und das andere Glaß oben und unten, so kanst du doch zugleich deine unter⸗ schiedliche Gläser ausbrennen. Man kan in é. oder 7. Stunden der Sache ein Genügen thun, wiewol einige 8. biß /. Stunden dazu gebrauchen. Uu 3 X. Nach⸗ 342 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen . Nachricht und Beschreibung deß Schmeltz⸗Glases. Das Schmeltz⸗Glaß ist mancherley: bete; welches in Kuchen gegos⸗ sen und von Benedig kommet, ist das beste, es hat keine sonderliche Farbe, ausser daß es der Dicke wegen etwas gelblicht scheinet/ fast wie das reine gemeine Wachs, und gilt das Pfund dessen wie es die Glaßmahler gebrauchen, zu Leipzig 4. Groschen. Die Jetkörner aber bekömmt man zu Franckfurt am Meyn/ grün und gelb wie man will, und werden 5. Schnüre vor einen Weißpfennig verkaufft. Es ist auch das gar alte Glaß von denen Kirchen⸗Fenstern hierzu sonderlich gut zu gebrauchen, ingleichen auch das grüne Töpffer⸗Glaß, wie auch das jenige was bey ihnen in den Ofen abfleust. N 57 Ota. Was die Schmeltz⸗Gläser eigentlich seyn, ist vornen im er⸗ sten Theil der Glaß⸗Kunst, oder in deß Anthoni Neri Tractat ge⸗ nug zu sehen, auch wie es gemacht werde von allerley Farben. Sil werden sonst Smalta, Item Encausten und Amausen genannt. Jetkörner aber seynd die grünen, gelben und sonst von allerley Far⸗ ben aus Bley⸗Glaß gemachte Corallen auf Nürnbergisch, Pater⸗ lein, genannt, und allen Kindern bekannt. Das grüne Töpffer⸗ Glaß ist ein gemeines Bley⸗Glaß mit etwas Kupffer⸗Hammerschlag versetzt, von welchen allen du in diesem Buch genugsame Nach⸗ richt kanst finden. 3 Vom Glaß vergülden und mahlen. XI. Von allerley qGold⸗Gründen auf Glaß. Mnm Gummi arabicum, lege den in einen guten Wein⸗Essig/ der durch Fließ⸗Papier filtrirt ist, wann du ihm eine Weile darinne ste⸗ hen lässest, so wird er weiß wie Mehl/ alsdenn seiche den Essig davon, und reibe den Gummi auf einem Stein, mit einen wenig frischen und reinen Gummi amygdalarum, das ist Gummi von Mandel⸗BäumenLes thuts auch der Gummi von Kirsch⸗Bäumen wenn er rein ist) und ein wenig reinen Wasser, mahle damit auf ein Glaß nach deinen Belieben, und so es auf selbi⸗ gen bey nahe trocken werden will/ also daß es nur ein wenig klebricht ist so legetalsdenn das Gold darauf, so wird, wo du es recht machest, das Gold völiz durchs Glaß scheinen. Wisch e das übrige Gold/ nachdem es 9 1 U 1H Hos= I95½% W auf 00 1 0 W etugzigy iEr I Ruh, O le —. Gase SHn keise sach ihet/ sptt Defrtz der Keinnin nd telhy datgra uchen/ Mth e S m Neri Idug . aulen ga u tlichgdo + Rin Luse estyl eile duns sigaboH/ 0 m samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 343 nen mässigen Kohlfeuerlein gäntzlich getrocknet ist, mit einer Baumwolle ge⸗ linde davon/(Lu nst aber das Glas nur von ferne über die Kohlen halten, damit es nicht zerspeinge) so wird das Gold sehr schon auf dem Glas erschei⸗ nen/ und nimmer mehr/ ob es auch schon von Wasser und dergleichen naß wür⸗ de/ abgehen und ungestalt werden. Ein anderer Glaß⸗Gold⸗Grund. Nimm klein gepülverten Mastix, lasse solchen in einen Gummi⸗Was⸗ ser ůber gelinder Wärme zergehen, daß es zusammen in der Dicke wie ein Fürnis werde; damit mahle oder bestreiche das Glaß/ lege hernach das ge⸗ schlagene Gold oder Silber oder Metall darauf, und lasse es bey einem Kohlfeuer und mässiger Wärme cl werden. 11. Noch ein anderer Grund zum Vergülden. Nimm Silberglett, reibe sie erstlich trocken auf einen Stein, so klein wie ein Mehl; darnach reibe sie ab, mit einem klaren Therbenthin⸗ Fürnis, streiche damit, vermittelst eines gelinden Föh-Pensels, das Glas nach Beliehen an, lassees wie einen andern Gold⸗Grund trocken werden, doch daß es noch ein klein wenig klebrich bleibet, lege hernach das Gold dar⸗ auf/ und drücke es mit einer Baumwolle an, lasse es alsdenn vollend trock⸗ nen, und wische das übrige fein la Noch ein anderer Gold⸗Grund auf Glaß. Nimm Mennig, Oggergelb, Bleyweis, jedes ein Loth, Silber⸗ glett 2. Loth, mit Leinol oder pick⸗Fürnis abgerieben, und damit aufs 1 gemahlet; darauf zwölff Stunden stehen lassen, ferner die Gold⸗ oder Silber⸗Blätlein drauf gelegt, und hernach mit einer Baumwol⸗ le abgewischt. XV Einen Gold⸗und Silber⸗Grund auf Glaß und Gesteine, wie auch auf Metalle, als Glocken und eisern oder zinnerne Geschirre. Nimm r. Theil Ogger, 3. Theil Mennig, 4. Theil Boli Armeni auch etwas wenigGalitzenstein, diese reibe erstlich mit wohl rectificirten Brand⸗ wein, hernach mit lauter Leinöl, so viel als genug ist, endlich so thue etliche Tropffen Spick⸗Fürnis darunter, thue es denn von dem Stein in ein leinen Tuch/ und ringe es durch solches in ein sauberes Gefäß, streiche 30 15 uwillt/ . ö ———.. — S............— ———————— — — See— —— ———— — ——— 344 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen du wilt/ lasse es biß auf ein weniges trocken werden, alsdenn lege das Gold oder Silber darauf, und lasse es, wenn du es mit einer Baumwolle darauf gedrücket, vollends vertrocknen. XVI. Gold auf Glaß zu legen, daß es sich auch polieren lasse. Nimm reine Kreiden und Mennig, reibe es gar sehr klein mit klaren Leinöl an, mahle oder bestreiche das Glaß damit, lege alsdenn das Gold dar⸗ auf, lasse es gemachsam trocken werden, so läst sichs gar schön polieren. ö XVII. Ein anderes dergleichen. Nimm Leinöl einer guten Nußschalen voll, thue darunter 3. oder 4. Tropffen Fürnis, auch dreyer Erbis groß gestossenen Mastix, und einer Rohr⸗Kugel groß Bleyweiß, rühre und reibe es wohl untereinander, schrei⸗ be damit auf ein Glaß; wenn es schier trocken ist, so lege das Gold darauf; damit sich aber das Gold nicht auch nebenst der Schrifft oder Mahlwerck anlege, so wische fein vorhin, ehe du schreibest, das Glaß mit gestossenen Bley⸗ weiß/ oder Kalchmehl fein reine ab, es wird dir nach Begehren gelingen. ö XVIII. Gold⸗oder Silber⸗Schrifft auf Glaß zu schreiben, die vom Waß⸗ ser nimmer abgehe. Nimm u. Theil Bleyweis, 1. Theil Zinnober, 1. Theil geschwäm⸗ met Bley⸗Glaß/ reibs auf einen Stein durch einander, daran geuß rein geinöl so viel als genug ist, und nachdem du viel machest, auch etliche Tropf⸗ fen schönen klaren Fürniß; reibe es alles fein wohl durch einander/ je mehr je besser und schreibe oder mahle damit auf Glaß/ laß Tag und Nacht stehen, biß es schier selber trocken worden: darnach lege dein geschlagen Gold oder Silber darauf, tupffe es mit einer Baumwolle wohl an, so verguldt sich die Schrifft, oder was du bemahlet hast sehr schön, und das übrige Gold wischt sich hinweg Ich erinnere aber nochmal, ja ein vor allemal, daß du, wann du wilt auf Glaß schreiben, das Glaß zuvor mit ungelöschten und gantz klein geriebenen Kalch, oder auch mit klein geriebenen Vleyweiß fein abreibest und säuberst, sonsten hanget sich das Gold auch neben der Schrifft am Glaß an, und verderbt dir deine Kunst, welches du wohl solt mercken. Zum Silber⸗Grund aber kanst du nur zu 1. Quintlein Vleyweis nebst dem gehörigen Oel, so viel zur rechten Dicke vonnöthen, auch 3. Tropffen Füraiß nehmen und damit schreiben, oder allerdings wie mit dem Gold ver⸗ fahren. XIX. Eins H0i 1 4 ö UH lent rehth I kundatbiy L tugter 3 g Mustie, oen creinopdet D0e Gobuf oder Mhhat gesosed rengelggt „ Hegtho damign Uctlicg andet eh I 0 Moiil VI 05 samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 349 XIX. Eine sehr leichte Art zu vergulden. Nimm Quitten⸗Kerne, weiche derselben ein gut Theil im Wasser oder in schlechten Brandwein, lasse 3. Tage weichen, bestreiche die Arbeit damit/ und lege das Gold darauf, verfahre ferner wie mit denen andern, es wird eine durchsichtige Verguldung geben. XX. Glaß zu vergulden, daß es einschmeltze. Nimm Borrax/ zerlasse den in Wasser/ mit diesen Borrax⸗Wasser be⸗ streiche das Glaß nach deinen Gefallen, und vergulde darein, ists nun ein Trinck⸗Glaß, so fülle dasselbe alsdann voll Saltz,setze es auf ein Eysen in eine dazu gehörige Hitze, so schmeltzt der Borrax ein, und gehet nimmermehr abe. Ist auch eine von den schönsten Verguldungen. XXI. Eine andere Verguldung die einschmeltze. ö Nimm Gummi arabicum und ein wenig Borrax, zerlasse es in so viel reinen Wasser als nur vonnöthen, lasse es über Nacht stehen; streiche das Glaß damit an, oder schreib damit mit einen Pinsel, oder neugeschnittenen Feder was und wie du wilt/ lege als dann das Gold darauf/ laß es trucken werden, gradire hernach darein nach deinen Gefallen; man kan allerhand schöne Figuren darein zeichnen oder gradiren, lege es hernach in einen Ofen, und laß es wohl heiß werden, so geht es nimmermehr ab. XXII. ö Glaß zu vergulden, daß nicht gebrannt wird. Wilt du Glaß vergulden, daß nicht gebrannt wird? so nimm Gummĩ arabicum und Gummi armoniacum, item Grünspan, Minie, und ein we⸗ nig Kreyde, auch etwas Fürniß und Honig; reibe es alles auf einen Stein wohl ab, mit dicken Gummi⸗Wasser, schreibe und florire damit auf Glaß/ nach deinen Belieben, vergulde darein/lege es alsdann hin daß es gar trucken werde/ wann es dann wohl getrocknet/ kanst du es nur mit einenZahn poliren. XXIII. Noch eine gemeine Verguldung. Nimm Mennig, Bleyweiß und Oggergelb, temperire es mit klaren Fürniß/ daß es ziemlich dünne werde,/ damit es—4 sanft aus der Feder fl 210. 2 an —.— 8*——————— SFPPIPPIIPIIIIII‚I‚‚t...————— —— ——— ———— — —————— ————..— 2— — 346 Vom Glaß⸗brennen, vergülden und mahlen kanst du aber aus einen Pinsel schreiben, so mag es wohl etwas dicker ange⸗ machet werden schreibe damit was du wilt, lasse es über Nacht stehen; wann es nun fast gantz trocken worden, so lege die Gold⸗Blättlein darauf, drücke solche mit einer reinen Baumwolle fein sanft daran, laßfe es wieder über Nacht stehen; hernach wische das übrige mit einer saubern Baumwolle ab, so bleibt das geschriebene glleine, und das übrige lässet sich(daferne anders das Glaß gantz rein gewesen) gäntzlich abwischen. ö XXIV. ö Eine sonderliche Verguldung. Rimm ein Ey, thue das Weisse davon in ein Glaß oder Tiegelein, zer⸗ querrele solches daß es gantz zu Schaum werde; lasse es alsdenn stehen, so wird ein klares Wasser daraus. Nimm dasselbe Wasser, thue ein wenig Saffran darein und schreibe darmit; schneide das Silber oder Gold zu klei⸗ nen Stücklein, so breit als die Zeilen oder Buchstaben seyn, lege es auf die Schrifft, weil es noch etwas naß ist, lase es wohl trucken werden; hernach nimm Baumwollen, überstreich die verguldte Schrifft damit, so gehet das übrige/ so nicht geschrieben ist, alles hinweg; wilt du aber, daß es nicht mehr und schöner soll gläntzen, so must du es mit einen Zahn poliren. ö XXV. Noch eine Vergüldung. Nimm zwey Theil Kupfferschlag und zwwey Theil klaren Ruß, der wie Hartz oder Bech in Stücken ist; reibe es mit dünnen Gummi⸗Wasser, und streich die Schalen oder Scheiben damit an; lasse es trucken werdenz gradi⸗ re hernach darein nach deinen Gesallen; hernach überfahre es mit einem kla⸗ ren aber doch zahen Oel oder Fürniß/ und vergulde oder versilbere darein, so wird er sonderlich schön auf der andern Seiten erscheinen. XXVI. Noch eine sonderliche Art zu vergülden. Nimm Gummi armoniacum, lege solchen über Nacht in scharffen Es⸗ sig/ so zergehet es darinnen und wird so weiß als ein Weitzen⸗Mehl, giesse alsdenn den Essig davon in ein ander Geschirr, und reibe das Gummi auf ei⸗ nen Stein, thue auch ein wenig Hummi arabieum, oder amigdalarum, oder reines Kirsch⸗Hartz darunter; reibe die beyden Gummi wohl durch ein⸗ ander/ mit lautern Wasser; wann solche wohl wileirt und klein gerieben, so schreibe oder florire damit auf gläserne Gefasse wann es nun fast trocken also daß es nur noch ein wenig klebrig ist, so lege und drücke mit einer Baumwolle das Gold darauf/so wird das Gold fehr fein durch das Glaß scheinen,asse es als⸗ W5N sso holluln gal Hend Woh: gesoge D nih iIti Furgz galun dmigt übehir au hur h Oalmt n Hu — noohenez tschhge N eewish Dau (anan r Rilth Sbemnsthg, ihle en aln der Gobn Xt berden; Rent It, gletht ahenheng ireh, werdergt mteheni ert dary Rsckorfn Mhl/ as Hummsalst migoanm Oldunheh III hih x l0 E e Hhhst. H 0 samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 347 alsdann über Nacht stehen, hernach reißt das übrige mit einer Baumwolle ab, so bleibet das geschriebene oder mustrte olles auf dem Glas/ das soll man ferner auf einer mässigen Kohlen⸗Glut sanfft abtrucknen, und folgends lang⸗ sam h eiß lassen werden, auf daß das Glas von der Hitze nicht zerspringe; dar⸗ nach laß das Glaß von sich selber kalt werden, so bleibet solchesschön, wird sich auch nim mermehr verwandeln/auch weder von Wein noch Wasser abgehen. Mit dieser Materia kan man auch auf glatte Steine, Helffenbein und allerley Metall gleicher Gestalt vergulden. XXVII. Ein sonderliches curieuses Trinckglas zu machen. Nimm ʒwey glatte Gläser, welche sich gerade in einander fügen, wel⸗ che auch/ sonderlich was die Höhe betrifft, also beschaffen seyn, daß das innere Glaß, dem äussern ja nicht an der Höhe vorgehe, sondern beyde gleich hoch seyn; mahle das grössere inwendig mit Oel⸗Farben nach Edelgestein⸗Art aufs beste als du kanst; laß es trocken werden, alsdenn reisse mit einer spitzigen Gradier⸗Nadel hin und wieder, Aederlein oder was du wilt darein. Ferner schwäncke altes Leinöl darinn herum, lasse es wieder wohl heraus lauffen, und umgestürtzt fast trocken werden; wann es demnach ein wenig klebricht ist/ so lege Blättlein von Gold oder Metall hinein, drücke sie mit einer Baum⸗ wollen inwendig an, und laß es folgends wohl austrucknen, so scheinen die gerissenen Aederlein gold⸗reich heraus. Indessen nimm das andere oder kleinere Glaß, streiche es auch vermittelst eines Pensels mit alten klaren Lein⸗ öl oder einen reinen Fürnis aufs dünste an, und belege es über und über mit geschlagenen Gold oder Metall, so siehet es von inwendig einen verguldeten Becherlein gleich, lasse es auch trocken werden und setze sie in einander(es můssen auch die Gläser also eingerichtet seyn, daß sie in der Mitten, wann sie in einander gesetzt, keinen oder wenig Raum haben, damit sie nicht gar zu dick scheinen.) Ferner pulverisire reine Kreiden, mache solche mit rechten Laec⸗ Fürnis zu einem Teig, verkütte damit oben den Rand der zwey Gläser fein glatt, auf daß mans nicht erkennen kan, daß es zwey Gläser seyn, welches sich Denn gar wohl thun lässet; lasse es trocken werden, wanns wohl trocken, überstreichs wieder mit einem Penselein mit lautern Lacc⸗Fürniß, laß wieder trocknen, poliers hernach mit Pimsstein; streichs wieder mit lautern Für⸗ niß an, und wanns schier trocken, so lege geschwind Blättlein von Gold dar⸗ auf, alsdenn noch einmal oder 3.mit Lacc⸗Fürniß angestrichen, so kan das Gold nimmermehr abgehen. Wann man an statt der Farben⸗ und Mahl⸗Wercks nur alt und klares Lein⸗Oehl in das grössere Glaß giesset, Eer wieder ausleeret W. ropf⸗ ——* 2 348 Vom Glaß drennen, vergülden und mahlen tropffen lässet, hernach deß Hautschen Streuglantz darein streuet, von aller⸗ ley Coleuren, und dennoch das inwendige Glaß verguldet, so kommet es noch schöner. Man kans auf allerley Arten bemahlen und belegen, nach eines jeden selbst Belieben und Gefallen, es hat auch/ wann es recht gemacht, ein sehr feines und ergötzliches Ansehen. Nota. Was deß Hautschen Streuglantz sey, soll nachfolgends ausges lehret und beschrieben werden. XXVIII. Verglasurte Ofen,Kacheln, oder einen gantzen Ofen zu vergulden. Nimm Gummi arabicum 1. Theil, und 2. Theil Mastix, der sein rein und klar ist, lege solchen in guten alten klaren Wein, lasse es wohl vermacht in der Stuben⸗Wärme zergehen; bestreiche damit die Kacheln oder den Ofen, und lege die Gold⸗Blätter manierlich darauf, drücks mit der Baumwollen an wie sichs gebührt, lasse es folgends trocken werden, und wann hernach der Ofen scharf geheitzet wird, so schmeltzt sichs ans Glaß/ und gehet nim⸗ mermehr davon ab. ö XXIX. In ein Glaß allerley zu schreiben. Lasse dir von einen Glaß mahler ein Glaß mit Loth anstreichen; darein kanst du mit einer Feder gantz rein und fein, wie fast auf Pergament schrei⸗ ben; lasse dirs darnach schmeltzen oder brennen, so bleibet die Schrifft ewig darinnen, und kan(es sey denn, daß das Glaß schmeltze oder zerbreche) sonst weder vom Feuer noch Wasser verderbet werden. , Eine weisse Schrifft auf Glaß zu sihreiben, daß es nicht anders sihet als wäre es darauf geschmeltzt. Nimm 1. Quintlein Bleyweis, reibs mit Wasser rein und wohl ab, darnach mache Häufflein draus,/ und solche lasse an der Sonnen trocken wer⸗ denzdarnach lege es wieder auf einen Stein, und thue schön Lein⸗Oehl und 3. Tropffen Fürniß darunter; reibe es alles sehr wohl durcheinander/ also daß gar wohl damit möge geschrieben werden; schreibe alsdann damit um ein Trinck⸗ oder ander Glaß, es mag dasselbe gleich roth, grůn oder blau 111 fldr OU ti thct ufun 8 sh Me — uet w ½ aceiuy machy fug Mn six„ dersenng woblraraitt Roderder r Bumaalh DWahh Fenth Machese Hichen; xn anent so ö SSchnf eubte ahabsst 1d oßlch nhhg Ocdz H5ι⁴ππ⁸ amit Nb ch samt andern nüͤtzlichen Künsten und Experimenten. 349 länger es darauf stehet /je härter es wird/ also daß es auch von keinen Wasser leicht wird abgehen. ö ö XXXI. Von allerley Farben aufs Glaß zu mahlen. So du Glaßmahlen, und dasselbe absetzen oder nach der Kunst schatti⸗ ren und duppliren wilt, so streich es erstlich gantz dünne an, darnach lege es auf deinen Abris oder Versierung die du machen wilt/und ziehe die Hauptli⸗ nien, und so du es wilt absetzen/ so richte dich nur nach der Versierung die du machen wilt/ und streich das Loth dahin da der Schatten seyn soll, da nimm einen gelinden Haar⸗Pensel, und dupplire es aus nach der Kunst und deinen besten Verstand, alsdenn lege die Haupt Farben an. Endlich verhöhe es mit Fleiß, und brenne es hernach in einer irdenen Pfannen, die 5. Finger tief ist/ und mercke daß du unten und oben in die Pfannen vergeblich Glaß und ungelöschten Kalch legest, damit es nicht leicht Schaden nehme, allerdings wie zu Anfang dieses Büchleins guugsam gelehret und erinnert worden. Beschreibung der Pensel zum Glas⸗mahlen. Die Penseln, welche man zum Gewanden brauchet, müssen von weichen orsten seyn; wann man nackends will mahlen/ so müssen sie die Pensel von iegen⸗Haaren oder Bocks⸗Bärten seyn;die Schlicht⸗ und Dupplier⸗Pen⸗ selchen ader sollen von fähen Haaren seyn, wie gleichfalls auch die breiten Gold⸗Pensel, und müssen fein in Gäns⸗Federn eingefasset werden. ö XXXIII. Wie das Glaß abzureiben und tod zu machen, damit man also, wie geschmeltzet qauf Glaß mahlen möge. Nimm 2. Theil Eysen⸗Hammerschlag und einen Theil Kupffer⸗Ham⸗ merschlag/ das sind drey Theil, alsdann nimm 3. Theil Ochmehh Bihn thue es darunter/ reibe es mit klaren Wasser auf einen Marmorstein, oder auf einen Messing⸗oder Eysen⸗Blech ein Tag oder 3. so klein als du immer⸗ mehr kanst/ damit reibe das Glaß wohl ab, so mahlet sich alles besser und schärffer, und auf diese Weise soll alles Glaß, welches man mahlen will zugerichtet/ und abgerieden werden. ö 5 ö ö 2 AXNAIIV. A. HG I6 .—— Allerley Farben auf Glas zurtragen. ö Trage auf die ebichte Seite deß Glases 45 Farden, weiche du gebrau⸗ 3 chen DDSSSS—— ————————* ————— III— —————ñ— 350 Vom Glaß⸗ brennen, vergülden und mahlen chen wilt, als blau, roth, grün, gelb/ braun, mit Borrar⸗Wasser an gemacht, wie die Goldschmied im Gebrauch haben, und wann du vertiefen wilt, so trage es nur dicker auf/ so wird es schon um ein gutes dunckler erscheinen. XXXV. Wie man Wappen von allerley Farben brennen und mahlen soll. Erstlich siehe was vor Farben es seyn sollen/ ists blau und weißꝰso nimm Burgundisch blau, unterfange und zeichne es ab wie dir wissend; soll es aber gelb und blau seyn? so streiche es allein auf die ebigte Seiten deß Abrisses: Mit den Kunst⸗gelb thue eben dergleichen: soll es roth und weiß seyn? so thue ihm wie mit den blauen, wilt du es aber roth und gelb habenꝰ so ziehe das ro⸗ the davon ab, und läutere es hernach mit den Schmirgel, der aufs allerklein⸗ ste gestossen und gerieben ist; zuletzt läutere es mit Drippel, scharffen Essig und linden Holtz, und wenn du es mit Kreusel⸗Glaß vollend abgezogen und abgerieben, also daß aller Schmutz auf der ebigten Seiten, und wo es glatt seyn soll, loieder weg ist, so trage das Kunst⸗gelbe darauf, und zwar erstlich auf der ebigten Seiten, wie auch fein gleich und eben, damit es nicht fliesse, sondern fein dicke auf einander liegen könne, alsdann kanst du dich da⸗ mit zum Brennen schicken, und dabey nur die schon genugsam vorgeschrie⸗ benen Regeln beobachten. Nota. Kreusel-Glaß ist gantz klein gestossen oder gerieben Glaß, odet solches, wie die Gläser mit ihren Kreusel oder Grissel⸗Eysen von den Scheiben abgrisseln. XXXVI. 3 Allerhand Loth zu machen. ů Nimm r. Theil Eysen⸗Hammerschlag, und r. Theil Kupffer⸗Hammer⸗ schlag, auch 2. Theil Schmeltz⸗Glaß. Oder Nimm Fucffere Henepsen Dannners chlag, und Spieß⸗Glaß. Oder Nimm Kupffer⸗Hammerschlag Spieß⸗Gl aß und Jett⸗Körner/solches reibe auf einen Eysen⸗Blech 1. Tag oder 3. mit frischen Wasser zum aller⸗ kleinsten, und wenn du wissen wilt, wann das Loth klein genug ist, so siehe, wann es beginnet gelblicht zu scheinen und zahe wird/also daß es dicke an den äuffer hangt/ so ist gz ein Zeichen, dab es klein genug gerieben ist. ö 7 353 XXXVVII. 8968 ass vidh Hx 1. astan Mesnn Hrestehn Hdwefhng 6 n deh Wz isehne 2Woziehehh Waufstl „ starfahz Dabgchgh iten/ und arauf, uyr u/ damitthlih fanstbut sam huggshy Gaß, A E pftrhelth O. H Kgs sse sn d mugist osch 66 detn benss⸗ Vl EIIeT TTTHTTTEE —.—————.—“...——*.. samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 351 XXVXVVII. Schwartz Loth, oder Ventur zu machen. Nimm Eysenhammer Schlag und Jett⸗Körner, jedes gleich viel, reibe es untereinander ein Tag oder 3. aufs kleineste, allerdings wie oben. der ö Nimm ein Pfund Schmeltzglaß, drey Viertels Pfund Kupfferham⸗ merschlag, und 1. Viertels Pfund Eyfenhammer⸗Schlag, reibe es wohl mit Wasser, wie vor gemeldt. Oder Nimm r. Pfund Schmeltzglaß, 3. Viertels Pfund Kupffer⸗Hammer⸗ schlag/ und a. Untzen Spießglaß, verfahre damit nach obigen Bericht. der Nimm 2. Untz weisses Glaß, 2. Untz Eysen⸗Hammerschlag, 1. Untz Kupffer⸗Hammerschlag.— Oder 1291 Nimm 3. Theil Bley⸗Glaß/x. Theil Kupffer⸗Hammerschlag ein Theil Eysen⸗Hammerschlag, 2. Theil Spießglaß, procedire damit ut lupra. Bleyloth zu machen. E Nimm 2. Theil Bley,. Theil Spießglaß, nimm ein wenig Bleyweiß darunter, und reibe es wie Anfangs erinnert worden. XXXVII, Schwartz auf Glaß zu machen. Nimm Jett. Körner(so auch Jettglaß und Grünspiessen genannthund Kupffer⸗Hammerschlag, eins so viel als deß andern, auch Eysen⸗Hammer⸗ schlag die Helffte so viel ferner nimm Bleyaschen, wasche den Kupffer⸗Ham⸗ merschlag und die Bleyaschen, biß alles Unreine davon gehet, reibe die Ma⸗ teria untereinander auf einen Stein oder Eysen⸗Blech mit reinen Wasser aufs kleinste, lasse es wieder trocknen, schlage es durch ein enges Sieblein/ so wird es schwartz auf Glaß; je dicker du es nun anstreichest, je schwärtzer; und se dunner du es aufträgestje grauer es wird, darnach kanst du dich in dei⸗ ner Arbeit richten. Nota. An statt der Grün⸗Spiessen oder Jett⸗Körner kansi du nur das gemeine, oder grüne Bley⸗Glaß nehmen, welches man bey den Töpf⸗ fern haben kan, es wird hier eben das verrichten. ö XXXIX. ä——— — — W——I‚ieeeeeeee — Seeee— 2.——— — EE.—————— ———— —————— ————————— —— —..— —— —.— — — 2— ——‚.—— ——— — — ———— ——— —.— 352 Vom Glaßbrennen/ vergülden und mahlen Eine andere Schwärtze auf Glas zu mahlen und zu brennen. Nimm Kupffer⸗Aschen wey Theil, Schmeltz Glaß ein Theil, reibe die⸗ seiwey wohl mit guten Brand⸗Wein, und mahle damit auf Glaß, es schmeltzet sehr gerne ein. r.. Noch eine dergleichen schöne Schwärtze. NVNimm weiß Glaß 2. Loth, Eysen⸗Hammerschlag anderthalb Loth, Spießglaß ein Loth, Braunstein ein halb Loth, reibe es an statt Wasser mit guten Essig, und brenn es, es wird dir nicht ungefällig werden. Wie man ferner alle Varden unn Glaßmahlen machen soll. Baraun auf Glas zu machen. Nimm eine Untze Weis⸗oder Schmeltz⸗Glaß, und eine halbe Untze gu⸗ ten Braunstein, reibe es sehr klein, erstlich mit Essig, hernach mit Brand⸗ wein, oder auch mit Wasser⸗ 10 Herde damit nach Belieben. 1 ö 13 190. tercke! ö Wann du auf Glas, das braun⸗roth oder roth⸗blau ist, weis machen willt /so nimm Schmirgel und Leinöl/ ziehe es damit abe, an denen Orten wo es dir gefällt. Oder mache dir eine Spindel, wie man die Mund⸗Perlen abzuthun gebraucht; du kanst sie groß oder klein machen, nach deinem Ge⸗ fallen, ungefehr nach der Manier, wie du hier verzeichnet findest: ö + h0¹ HV hlh —— hnn an Pelgh iit alfhů H. Randeshh, nscgt Mhn Werden. machen sl enehabelgg Mnachnid Hehen Wist, Wesyote denen Onah die Md⸗ nach deend het fnde 06 samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 353 Dieses kanst du nach Belieben durch ein höltzern Vrettlein appliciren, und hernach deine Arbeit mit Schmirgel oder Drüppel poliren, erstlich zwar kanst du solches mit linden Holtz, hernach aber mit harten Eychen, Weiß⸗Büchen oder Birnbäumen-Holtz verrichten. XIII. Roth Loth zu machen. Nimm T. Loth guten Röthelstein, 2. Loth gerieben Schmeltzglaß, thue ein wenig Kupffer⸗Hammerschlag darunter, daß es nicht so leicht aus⸗ brenne, reibe es untereinander, und versuche es erstlich mit wenigen, brenn es zu sehr aus, so thue mehr Kupffer-Hammerschlag darunter, damit es nicht ausbrenne. Nota. Ausbrennen ist, wann die Farben vergehen, so ist es ausge⸗ brannt, und die Sache verdorben. ö 4— NI. Andere Manieren, roth Loth zu machen. Nimm Röthelstein, so gar harte ist und nicht gerne schreibet, ein Theil, 1. Theil Schmeltzglaß, und einen vierdten Theiluripigmentum, reibe sol⸗ ches wohl mit Essig und gebrauche es; du must dich aber vor den Rauch hütz. Oder Eysen⸗Hammerschlag r. Loth, Kupffer⸗Hammerschlag, Schmeltzglaß, jedes 2. Loth, mit Wasser abgerieben. ů Oder Kupffer⸗roth und Jettglaß, jedes gleich viel, Röthelstein den vierd⸗ ten Theil darunter gerieben, oe wie oben gesagt. ö 5 der 1. Theil harten Röthelstein, 2. Theil Schmeltzglaß, einen vierd⸗ ten Theil gelbes Bleyglaß, wie die Töpffer machen, aufs kleinste un⸗ tereinander gerieben, ur supra.— ö ö XLIV. Roth auf Glaß zu brennen. Nimm Crocum Nartis, oder Rost von alten Eysen und gelbrothes Vi⸗ trum Antimonii, auch gelbes Bleyglaß, jedes gleich viel; und ein wenig al⸗ te Müntzwelche du mit Schwefel brennen und caleiniren must; reibe es alles V zusam⸗ 1 x I + ö ö 4 8 0 — —: ————— 354 Vom Glafbrennen, vergülden und mahlen zusammen untereinand er aufs kleinste/ und also, daß wann man es unter die Zähne nimmt, es nicht mehr knirsche, so ist es recht; mahie damit nach Gefallen auf Glaß, und brenne es ˙—— du schön Roth haben. Leibfarb auf Glaß. Nimm Mennig r. Loth, roth Schmeltzglaß zwey Loth. Daselbe reib fein rein und klein, mit einen guten Brandewein, auf einen harten Marmelstein, so wirst du, wann du es sehr mässig brennest, eine schöne Leibfarb erlangen. ö Blau auf Glaß zu schmeltzen. 5—.30 Nimm Burgundisch-oder Berg⸗blau, wie auch Jett-Glaß, jedes gleich viel/ mache es gleich wie das Loth an, und wenn du wilt Glaß denit mahlen, so lasse die Blumen/ oder was du wilt blau haben, gantz oder blos blau/ welches du aber gelb haben wilt, das etze ab, und streiche Kunst⸗gelb darauf; mercke, daß Gelb auf Blau/ und Blau auf Gelb, sich allezeit in Grün verwandelt. ö LXVII. Berg⸗Blau auf Glaß. Nimm blaue Smalte oder Bergblau, ziehe es mit Loth an, mahle und handle damit nach deinen Gefallen, wilt du nun Blummerk, als Rosen, oder andere von allerhand Farben haben? so lasse dasselbe blos, und gib einem jeden seine Hauptfarbe. XLVIIl. Grün auf Glaß. ö Nimm grüne Jett⸗Körner 2. Theil, Messing⸗Staub 1. Theil, Bleymennig 2. Theil aufs kleinste gerieben, und aufs Glaß getragen wird, nachdem es gebrannt, eine annehmliche Grüne geben. Weil, wie oben gemeldet, Blan und Gelb allezeit Grün geben, so ist auch nicht vonnöthen/ daß man deß Grünen hier weiter Meldung thue, wollen derowegen alsobald zu— 14 Farbe uns wenden. Das rechte Kunstgelb oder Silber⸗Loth zu machen, daß es sehr Man hat d deeigabeid daß aus deme an hat durch die Erfahrung befunden, daß aus dem Silber das allerschönste Kunst⸗gelbe auf Glaß bereitet werde. Wilt du demnach das allerbeste Geibe machen, so nimm laminirt Silber, löse solches einen ö ö cheide⸗ schech aasst W KU V⁰4 17⁰ Co He I H samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 355 Hohch ö r. 1— We Scheide⸗Wasser/ wenn es alles aufgelöst, so schlage das Silber nieder/ wel⸗ hhhen ches also geschicht: Man thut in diesolution deßScheidwassers einige Kupf— fer⸗Bleche legen, so arbeitet das Scheidwasser an den Kupffer-Blechen, und lässet das Silber zu Boden fallen: oder man schüttet gemeines Saltz in Kah. dun Wasser zerlassen daran. Wann nun das Silber zu Boden sich gesetzt, uft W giesse das Scheidwasser von dem Silber ab, und reibe es auf einen Stein, ae mit sehr gebrannten Leymen aus einem Backofen; also daß deß Leymens 3. H si mahl mehr sey als deß Silbers, und wenn es sehr wohl gerieben, so trage es auf die ebigte Seite deß Glases, mit einen Haar-Pensel, und brenne es/ so wirst du schön Kunstgelbe haben. ö— atGG, ů Ein ander schön Gelb zu brennen. witGlctdy Nimm Bruch--Silber, so viel du wilt; schmeltze solches in einen ganßoderhÿ Schmeltztiegel und wann es schmeltzt, so wirf nach und nach so viel Schwefel cheKngh darauf, daß es gantz mürbe werde; reibe es aufs subtilste auf einen Steinz / schalgchg darnach nimm so viel Spieß⸗Glaß dazu, als deß Silbers ist; denn, ist deß Silbers ein Quintlein, so soll des Spieß⸗Glases auch ein Quintlein seyn; wann diese beyde sehr wohl untereinander gerieben, so nimm Rgergelo lasse solches wohl ausglüen, so wird es Braunroth, lösche es in Härn ab. th y/ nt Nimm dieses Braun⸗roths zwenmahl so viel als der andern zwey Stück, Imrer/ nemlich deß Silbers undS pieß⸗Glases ist, reibe es alles aufs allerbeste mit eosth gemeinen Wasser untereinander, hernach auf Glaß nach Belieben auf die ü ebigte Seite gestrichen und gebrannt/ so wird es dir schon gefällig werden. II. Noch ein Gelb auf Glaß. ö 0 1. M Nimm r. LothSilber/ r. Loth Schwefel, i. Loth Ogger, laß das Silber 0 nhe zuvor mit dem Schwefel brennen oder caleiniren, daß es mürb werde und n. sich veiben lasse; desselben gleichen brenne oder glüe den Ogger auch wohl hh aus/ und lösche ihn in Harn ab, alodann reibe das Silber und den Ogger Iun 10 zusammen einen gantzen Tag, auf das allerkleineste, so hast du schön . dugin Kunstgelb auf Glaß. 111 Gsth 4— Eben dergleichen Gelb auf Glaß. 66 6 Nimm gute alte Müntz/ brenne solche mit Schwefel, nimm auch gelbe ö Cölnische Erde/ wie solche die Weißgerber und Colet⸗Wäscher gebrauchen/ Eiberd brenne solche Erde auch wie den Ogger, und reibe es mit guten Brandwein nnoch wohl untereinander, und streiche es auf das Glaß, es muß aber alles aufihel sehr wohl gerieben werden. Gdb Yy 2 LIII. 356 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen LIII. ö Noch ein anders. Nimm 1. Theil ungebrannten Ogger, und einen Theil gebrannt Sil⸗ ber mit Schwefel, dieses Kunstgelb gehöret auf hartes und rauches Glaß. LIV. Ein sehr gutes Kunstgelb. Nimm 1. Quintlein gefeilt Sülber, und 2. Buintlein gestossenen Schwe⸗ fel, thue solches in einen Schmeltztiegel, den Schwefel unten, das Silber in die Mitten, und oben auf wieder Schwefel, laß also das Silber wohl bren⸗ nen und calciniren, nimm alsdenn deß gebrannten Silbers r. Theil, ge⸗ brannten Ogger 2. Theil, vitrum antimonii r. Theil, reibe es auf das al⸗ lerkleinste/ als es möglich ist, und verwahre es zum Gebrauch ꝛc. I.V. Noch eine andere 4. Kunst⸗gelb auf Glaß zu rennen. Nimm Matteyen /(sind düůnne Messing⸗Bleche) lege sie in einen Scher⸗ ben, reibe Schwefel und Spieß glaß auf einen Stein iu Pulver, streue es darauf, und wieder eine Lege Matteyen, alsdann wieder Pulver darauf ge— streuet, mache also Stratum superstratum, biß du genug hast; brenne es/ biß es auslösche denn gieß es also heiß und glüend in ein kaltes Wasser/ so wird es gantz mürbe und lässet sich reiben. Nimm ferner deß gebrannten Pulvers oder Matteyen 1. Theil und g.oder 7. mahl so viel Oagergelb, so auch wohl gebrannt und in guten Essig abgelöscht ist lasse es trocknen, reibe es hernach mit reinen Wasser auf einem Stein, so klein als es nur möglich ist/ und be⸗ diene dich dessen nach deinen ö 1. Noch eine Kunst⸗gelbe. Nimm einen alten Böhmischen Groschen/ oder sonst eine gute Müntze, feile solche klein/darnach thue es in einen Schmeltztiegel, und lasse es auf den Feuer gantz glüende werden; wirff alsdenn auf das gefeilte glüende Silber im Tiegel 2. oder 3. Erbis groß gelben Schwefel; rühre es mit einem spitzi⸗ gen Eisen oder Drath alsobalden um/ daß es sich nicht anhange; so verzehrt der Schwefel das Kupffer, und wird aus dem Silber ein graues Pulver. Nimm dasselbe graue Pulver/ und reibe es auf einen Eisen⸗Vlech sehr wohl, mit z.mal so viel gebrandten Ogger, und trage es mit einem Gummi⸗ änl. die ebigte Seite deß Glases handle damit ferner nach deinem e NB. Dat HM N ** V m te 1⁴ W Gι (I 2 Eim W Ihubl ssln —20 1⁷ Wi ahelnte Mim. 11 I * hNI. ie P. N ahley — Helgegtrg Dune 6 esoserhehy Heh dasEs Sibergahsh ber Deh 6 eihetzaufhgt guchn, steineheEth Pusber srnge Nutberdararf ast brerneth Woseyof ranntendu lb sogcttl eibe Eht schisun egakeh Miatet läerdeE Hiteinemst samt andern nützlichen Künsten und Experimentẽn. 357 NB. Das Gelbe wird auf dem Böhmischen und Venedischen Glaß am schönsten, so wohl zu mercken. Wilt du gelb auf Glaß mahlen, so nimm zuvor Grieselglas, und einen Willen⸗Lappen, mit demselben in frisch Wasser getunckt, must du das Glas wohl reinigen und abreiben. LVII. Gelbe auf Erd⸗Glaß 120 Töpffer⸗Glasuren zu mahlen und rennen. Weil dieses Glaß sehr weich ist und bald schmeltzet, so nimm r. Quint⸗ lein Silber und 2. Loth Ogger/ beydes gebrannt, und so es noch zu frisch von Silber wäre, so muß man noch mehr Ogger darunter reiben, wilt du es aber zur Holtz⸗Farbe auf Glaß gebrauchen/ und dahero gar Liechtgelbe haben, so thue noch mehr Ogger darunter reiben, biß du es nach deinem Gefallen sihest, also kanst du es machen, daß es balde oder langsam einbrennet. LVIII. Gelbe Farb auf Glaß, die man nicht brennen darff. Nimm r. Loth Allaun, 1. Loth guten Saffran, seude das miteinander und streiche es auf das Glaß. Ferner reibe Saffran und Rhebarbara mit einen klaren Spickfirniß wohl ab/ in einer solchen Temperantz die dir gefället, und zum Mahlen dienstlich ist/ mahle nach Gefallen, und lasse es trocken werden EIN. Beündr Allerhand andere Jarben zu mahlen, die nicht in das Feuer kommenn... Nimm Hammerschlag, gebrannt Silber,Rausch⸗gelb,Vitrum Anti- monii, und dergleichen, was du vor Farb wilt haben, reibe es unter beinöhl, und mahle damit auf Glaß/ und lasse es an der Sonnen trocken werden. Eine Auswaschung. Nimm Blut⸗Stein und Eysen⸗Rost, reibe es wohl durcheinander, alsdenn glůe es aus; wann es recht glüet, so wirf nach und nach reinet Unschlitt darauf/ so brennt es wie eindicht/alsdenn lasse es noch etwas glüen und gemachsam erkalten, dieses dienet wohl das Glaß zu reimgen Din Amulier-Glaß.——— Das Amuller⸗Schmeltzglaß, muß mit starcken oder distillirten Wein⸗ Vy 3 Essig 358 Vom Glabbrennen, vergülden und mahlen Essig ein 24. Stund aufs allersubtilste gerieben werden, gleichwie das Loth, davon oben gemeldet, so schmiltzet es gerne ein wann es zuvor mit einem guten Gummi⸗Wasser nach Behör angestrichen worden; es muß erstlich alles Gemahlte, so man schmeltzen will, mit Amulier Glaß, oder mit Braunroth oder Schwartz⸗Loth verzeichnet werden,(wie schon droben gemeldet) doch ist es mit Amulier⸗Glaß am besten. Wann man auf Glaß, das schön gemahlt und gebrannt, noch mehr floriren will/ so reibe man klaren durchsichtigen Mastix oder Weyrauch mit starcken Wein⸗Essig gantz klein, lasse es hernach vertrocknen, hernach muß man selbigen mit Gummi⸗Wasser reiben, in rechter Conlistenz, damit läst sich so wohl auf durchsichtig Glaß/ als auf allerhand Farben schön und lieb⸗ lich floriren. I ö Zum andern, 4 Von allerhand feinen Töpffer⸗Glasuren. WMldie Fösffereesrfise miralkrhand arben zu bemahlen und ver⸗ glasuren, auch unwie dersprechlich zur Glaßmahlerey gehörig, indem sie fast einerley Materi/ und in vielen Dingen einerley Modum gebrau⸗ chen, als hab ich auch allerhand Bereitung und Composita ihrer Far⸗ hen/ damit sie schön verglasuren können, meiner Glaßmahler⸗Kunst mit bey⸗ fügen wollen. Figuren, Blumen und Bilder mit auf das verglasurte zu bringen, wird ein jeder Töpffer, der etwas zeichnen kan, aus dem schon ge⸗ thanen Bericht von Glaßmahlen, lernen und abnehmen können. n LXII. Weise Glasur auf Kacheln. ö Nimm 4. Pfund Bley und 2. Pfund Zinn-Asche, darunter reibe z. Pfund Venedisches Glaß, und eine gute Hand voll gemein oder Steinsaltz, schmeltze es zusammen zum Glaß und geuß es in Kuchen, damit kanst du Ofen⸗Kacheln, und sonst allerhand—— schön weiß verglasuren. LRll. SHGelb zu glasuren. Nimm Bley⸗Asche, Bley⸗Mennige und Spießglas, jedes einen Theil, caleinirt und gestossen, Kießling 2. Theil, gemein oder Stein⸗ Saltz anderthalb Theil/ reibe es zusammen/ und schmeltze es, wie all⸗ bereit gnugsam gelehret worden. 3 —4 RrE Item: K Nimm Bley⸗Aschen 6. Pfund/Spießglaß und Schlief jedes 1. Pfund, reinen Sand auch 6. Pfund, schmeltze/ giesse und behalte es zum Gebrauch. LXIV. 5⁰¹π Huch Rach d 9²) * Regheh Hem amn — W Rur 19— 4 — * — . 1—0.— Hchee luborng. ½60 muig Gacß/ un bi s anht, manh r Wanmihd Hen, herndh ltenn Imi Henshigudie Hosaagn Mablenudth Hgehontg g Modum ghht ostta ijtkt g/ ⸗Kunstthy berglgtg Iodemshuge nen. Rruntkt kht; OdekCtehstt damt kußy auntg. „ ideßeis oder Sie 0/ W l el. Ho Gehnuch 0 INXII. 2. Theil. Verfahre wie gelehrt samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 359 , Schön grün Glaß auf Kachelln. Nimm Sand 2. Theil, Bley⸗Aschen 3. Theil, thue dazu so viel Kupf⸗ ser⸗Hammerschlag als dir gefällt; schmeltze es zu Glaß/ du kanst auch ein Theil Saltz dazu thun/ so wird es desto leichtflüssiger; und mercke/ wore nach du viel oder oder Dunetelarun eu dazu thust, darnach kanst du es Liecht⸗oder Dunckelgrün bereiten. LXV.. Blau Glaß auf Töpffer⸗Arbeitit. Nimm weissen Sand oder Kieselstein/ stosse solche klein, thue dazu gleich so schwer Bley⸗Aschen, und den dritten Theil blaue Swalte, schmel⸗ tze und giesse es in Kuchen, und verwahre es zum Gebrauch, also thut man mit allen andern Farben. ö Nimm 6. fund Ble chen/ 4. fund klaren und reine Sand, Farb, und eine gute Hand voll Salt/ verfahre dänsit wie dben. Violen⸗blau zu 3u Cand a Nimm Bley⸗Asche, 1. Theil, reinen Sand 3. Theil, blaue Smalte u. Theil, Braunstein das 8. Theil handledamit wie gemelder. 1Z30994 EKXVII l 2770 7564 9•2 Braun und dunckel zu glasuren. Ttil Nimm gemein Glaß und Braunstein, jedes 1. Theil, Bley⸗Glaß ö ö— LXVIII. E V 9⁰ 2⁰— Schwartz und dunckel Gß. 61l.Nunn Trammssein a. Theil, Hlane Wapler Smalka. Theil, ge⸗ brante Kießling und Bley⸗Aschen jedes anderthalb Theil, damit hand„ wie öfter gemeldet. W ½Eine(onderliche oder seltsame Kachel⸗Farb. Nimm VBley⸗Mennig/ ebraunte ind abgeihste Kießling, jedes III 14 4 gleich viel, reibe es gantz klein, und schmeltze es, gieß es alsdenn in Kuchen, es wird eine gar sonderliche Glasur geben. LXX. —— —.—.— —————————— 360 Vom Glaß⸗hrennen, vergülden und mahlen — H—t Eysen/farbig zu verglassuren. So must du nehmen Bley⸗Aschen 2. Theil,Kupffer⸗Aschen und gemein Glaß/oder reinen Kießling, jedes r. Theil/ damit procedire wie öffter ge⸗ meldet/ so wirst du eine perfecte Eysenfarbe Verglassirung bekommen. II. Zum Dritten. 2 Von allerhand nützlichen Kunst⸗Stücken un Experimenten, so zu der Glaß⸗und Flaßmahler⸗Kunst nöthig und nützlich zu gebrauchen sind. AUIKœæðillerhand Fürnisse zu machen.. WI bey Bereitung der Farben auf Glaß, noch mehr aber zum ber⸗ gulden desselben, deß Fürnisses offt gedacht, und solcher dazu ge⸗ braucht wird/ so will ich auch allexlen Arten, derer ich H. I. S. bey meiner diennt nöbenst eelt andern oder onst aus Curieusitat selbst probirt habe, hiemit nebenst etlich andern ungemeinen Kunst⸗Stüucklein zu machen, lehren und beschreiben. 9.K Einen schönen gläntzenden Spick⸗Fürniß zu machen. Nimmigutes Spicköl 2. Loth, Mastix und Summi Sandracca jedes r. Loth/ Cyprischen oder Venedischen klaren Therbentin ein halb Loth. Pul⸗ verisire oder reibe und mische den Mastix und Therbentin, aufs subtilst und kleinste unter einander, nimm ein Kolben⸗Glaß/ thue das Spicköl darein, se⸗ tze es imein Balneum Maris, oder sonst in einem Kesselgen mit Wasser übers euer; mercke! du must unten an dem Glaß⸗Kolhen einen Ring vom Bley binden, damit das Glaß im Wasser bleiben und stehen kan; wann das Spick⸗ öl nun erwärmt/ so thue auch den Therbentin drein hernach die Pulver von Sandrack und Mastix, rühre es mit einem saubern Höltzgen um, biß alles recht zergangen/ und sich auflöset,(das Wasser in Balneum mag wohl ge⸗ mach sieden oder kochen) wann es recht aufgelöset, so verwahre es in einem Glaß, wohl zugebunden zum Gebrauch, und wann er durch langes Stehen etwas zu starck würde, so kan man nur wann man etwas gebrauchen will, solchen in einen Schüsselgen ein wenig über Feuer oder in warm Wasser halten. LXXII. ö Ein anderer Spick⸗Fürniß. Nimm Spicköl 3. Loth, Sandracc 2. Loth, Mastix r. Loth,* en ——* * 6 nahlez — dire p Asenunn, ung bekont. Stcthh naherxn 0. nehraberunie D solcher deuß H.LS Hh elbstprobithez klein iu mh nache. andraccsh halb Lath, N. ufsshafth Spikolondf mt Waseri Nüngboe Wanndase h die M genum, f mm Hhtees langes brnuchehhe VWaun NI athsH 1.90h/ 0 ammt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 361 den Mastix und Sandracc erstlich klein, gantz trocken, hernach wasche sol⸗ chen mit guten Spiritu Vini, oder rectificirten Brandwein, reib es auch damit, laß den Brandwein wieder vertrocknen, thue solche in das Spick⸗ Oehl, lasse es über sanffter Wärme darinnen lolviren oder zergehen, und so er der Fürniß zu starck würde, so thue nur noch ein wenig klares Spicköhl darunter. Hüte dich, daß du dergleichen Fürniß, nicht leicht zu einen andern Feuer oder Hitze, als heiß Wasser, bringest, wenn du ihn bereitest; denn er entzündet sich leicht, und ist nicht zu löschen; gestalt denn gar unlänst, zu Nürnberg/ ein wohlgeachter mit sammt seiner Frauen, wie auch Magd und Jung, elendiglichen sich verbrannt haben, also, daß sie sämtlich in wenig Stunden sterben müssen/ indem sie einen dergleichen Fürniß, in der Röhren deß Ofens, in ihrer Stuben bereiten wollen, welcher sich entzündet, und sie, als diejenigen so löschen wollen, wie gemeldt auf den Tod beschädi⸗ get; dahero ich jederman, um vorsichtig zu seyn, hiemit nothwendig er⸗ innern müssen. ö LXXIII. Etliche Manieren, den noch nicht jederman bekannten Laccfür⸗ nisse zu machen. Weisser Laccfürnißß. Nimm auf 10. Loth rectificirten Brandwein, der kein Phlegma hält/ klein pulverisirten Gummi Sandracca 2, Loth, klaren Venedischen Ther⸗ benthin auf 2. Loth, thue es zusammen in ein gutes Glaß, verwahre das Glaß oben wohl mit gewächsten Papier und Rinds⸗Blasen, setze solches in einen 3. füssigten Topff mit warmen Wasser, unten auf den Boden des Topffs soll Heu gelegt seyn, damit das Glaß sanfft darauf stehen könne; stelle das Glaß in den Topff, und den Topff über ein Kohlfeuer, also daß das Wasser darinnen starck siede oder koche; lasse das Glaß mit den Für⸗ niß ein Stund oder z3. in den kochenden Wasser stehen, damit sich der San⸗ drace und Therbenthin in dem Brandwein recht aufflöse, und mit denselben wohl vereinige; alsdenn geuß deinen Fürniß also siedentheiß durch ein rein hären Tuch/ und verwahre solchen in einen Glaß mit einen engen Hals/ wohl Daesesenn zu beliebten Gebrauch. 39 Nt 7912˙0 ieses ist ein edler Fürniß, man soll auch mit diesen Fürniß nur die liechten und hellen Farben, als weiß gelb, grün, blau, hochroth, item was versilbert und verguldt ist, überstreichnnnn. * ö 38 144 LXXVIV. —————— 362 Vom Glaß⸗brennen, veraülden und ma! len LXXIV. ö 25 Eine andere Art von Lacc⸗Füeniß, mit welchen man rothe und dunckle Farben anmachen, und folgends üderstreichen und be⸗ gläntzen kan. I Nimm hochrectificirten Brandwein, welcher seine Prob hält, aln so daß er, wann man ihn auf Pulver geust und anzündt,/ dasselbe we brennt: Item wann man einen leinen Lappen drein dunckt und a zündt, mit samt den Lappen reine verbrennt; nimm/ sag ich desselben ein g tes Pfunn rei⸗ nen und wohlausgelesenen Gummi Lacca 1. Viertels⸗Pfund, reibe den Gummi Lacca klein, thue ihn in ein Phiole, geuß den Brandween dar u⸗ ber/ lasse es ein paar Tag stehen, doch alle Stunden einmal wohl herum geschwenckt und gebeutelt; deß zten Tages hänge es über eine mäss ge Koh⸗ len⸗Hitze/ und lasse es so lange über der Kohlen hangen, biß sichs wohl auf⸗ gelöst, und wann mans im Glaß schüttelt, daß es recht, als ein dünner Leim das Glaß herum lauffe, wann folches geschehen, und zu sehen, kan Ü»VI=I die Materia durch ein härin Säcklein gedruckt und zu beliebten Gebrauch. aufbehalten werden. LXXV. Noch einen bessern Lacc⸗Fürniß. Nimm den allerbesten und stärcksten Brandwein, der, wie oben ge⸗ meldt, das Pu ver wegbrennt, giesse desselben eine Kanne or er Maaß, uber ein Pf. deß bei einen Töpffer gantz weiß gebrannten Weinsteins; lasse den Brandwein auf den Weinstein einen Tag stehen, nur in der Stuben Wär⸗ me; doch daß der Brandwein wohl verwahret sey, daß er nicht verrieche; giesse hernach den Brandwein fein sauber abe, oder filtrire ihn durch ein Pawier; nimm desselben Brandweins r. Pfund, weisen Agtstein 6. Loth, dandracca aichs Loth/Gummi- Lacca 2.gLoth. Der Agtstein muß nicht von den Aogang Pulver/ sondern von reinen Stücken, und in übrigen mit samt den andern Sðpeciebus wohl ausgelesen seyn; reibe sie alle 3. gantz klein zu⸗ sammen, the es in eine Phiole oder Glaß⸗Kolben, und geuß 3. Pfund Brändwein daran, das Glaß aber muß nicht gar die Helffte voll seyn; rüt⸗ tels und beutels eine gantze Stund herum, laßse es hernach ein paar Tag stehen, doch daß es alle Stunden, wieder zimlich umgerüttelt werde; nach diesen kan es abgegossen und in einen andern Glaß wohl verbunden, zum Gebrauch verwahret werden., Was von der Materia in Glaß zurücke bleibt, kan man nur in sel⸗ ben stehen lassen und aufheben, denn wenn man den Fürnis von neuen machen will/ darff man nur die Helffte frisches Zeugs dazu nehmen. LXXVI. Iu hu ahl ͤ len — an rocheg Aun unh Prob 06 4 bleneshen undt, mtg teb H, fund, tibedn tandwen dyy Hal wohlhn he was gg Fsche buhlaß dle ein düng Sasehen, u ebreh Gehnuh „ ieobag r Maaß leins; Hseln Stuben Wiz hicht demiat; eihndu Istein L.Lh, muß uicto rigen n ganh Ein eußz. Pon osenr ein paur elde; du bundeh/ M uurisl 6 00 a 11 WIII sammt andern nützlichen Kün sten und Experimenten. 363 ů‚ IXXVI. Noch ein sonderlicher guter Lacc⸗Fürniß. Nimm hoch⸗rectificirten Brandwein, der wie oben zugerichtet sey, eine halbe Maß; Gummi Lacca a. Loth/ Sandracca 2. Loth/ weissen Agt⸗ stein r. Loth, Mastix 1. Loth, weissen Weyrauch 1. Loth. Diese 4. Stücke sollen in einen steinern Mörsel aufs kleinste gerieben, und hernach mit sammt den Brandwein in eine Phiole oder Kolben⸗Glaß gethan werden; welches Glaß, nachdem du es aufs beste vermacht, also daß nicht der geringste Dampff oder Geruch heraus kommen kan, so setze es in die heisse Sonnen, oder in Winter auf den warmen Ofen; lasse es ein Tag 3. oder. stehen, hernach setze es in eine warme Aschen⸗Capelle, und lasse es gar sittiglich ein paar Stunden gelinde kochen: so bald der Brandwein genugsam aufgelö⸗ set/ und als ein Fürniß in einer gelbbraunlichten Farb und ziemlich dicken Consistentz erscheinet; so giesse es also siedend heiß durch ein rein härin Tuch, und presse es mit 2. Höltzern(wie bey denen Apotheckern gebräuchlich) fein wohl aus; giesse es alsdenn in ein gläsern Gefäß mit einen engen Hals/ und verwahre es aufs beste verbunden zu deinen Gebrauch. ö . LIXXVIII. Lacc⸗Fürniß auf eine leichtere Art. Nimm Gummi-Lacca anderthalb Loth, Mastix, Sandrace, Agt⸗ stein jedes 1. Quintlein, thue es gröblich zerstossen in eine Phiole, giesse deß starcken Brandweins darauf 1. Loth, setze es in die Wärme, biß es sich wohl aufgelöset,(was sich auflösen will) hernach durchgeprest und damit angestrichen. ö ö LXXVIII. Ein anderer dergleichen. 1 Nimm auf ein Pfund deß allerstärcksten Brandweins, 6. Loth reinen und kleingestossenen Gummi-Lacc, thue es in ein Phiolen-Glaß, schwän⸗ cke es etliche Stunden herum, es muß aber das Glaß nicht zu klein seyn, denn sonst würde es zerspringen, wenn es genug gerüttelt, setze es an die Sonne, oder auf den warmen Ofen, auf einen Stroh⸗Ring/ laß es et⸗ liche Täge stehen, alsdenn durch ein hären Tuch gezwungen, und in einen andern Glaß wohl verwahrt aufbehalten. LXXIX. ä. Noch einen dergleichen guten Fürniß. Nimm auf 1. Pfund des allerstärcken Brandweins/ 6. Loth reinen 33 2 Gummi⸗ — ½ WVom Glaübrennen vergülden und mahlen. · Gummi⸗Lace, thue es gröblich zerstossen in den Brandwein, beutels oder rüͤttels eine Stund herum, lasse es herngch in einen Balneum Maris eine aach W iacher seige es also warm in ein ander Glaß, und gebrauchs nach Belieben. e.— Daß ich nun hier so vielerle)h Manieren von Lacc⸗Fürnissen beschreibe, wird sich niemand irren lassen, sondern vielmehr solches mit Danck erkennen, und versichert seyn, daß ich nichts beschreibe, als was durch die Experienz warhafftig erfahren und bestättiget worden, so wohl von mir als andern Künstlern; zu dem, so ist immer einer leichter und geschwinder zu machen als der ander, ohne daß auch einige liechter von Coleur, und dahero zur hellen Farbe besser dienen, ingleichen sind auch immerzu in einen Proceß einige Handgriffe gemeldet, die in andern vergessen oder ausgelassen; meine also, der Verständige werde sich solches wohl zu Nutz zu machen wissen ꝛcc. Ich erinnere aber nochmal, wer mit diesen Fürthissen umgehen will, daß er sich mit den Feuer in Obacht nehme, zumal wo Therbentin, und Spiec⸗ oder auch Therpentin⸗Oehl und dergleichen dazu kommen. Denn wenn sie sich entzͤnden, so sind sie nicht zu dämoffen, wolte man Wasser zugiessen, so würde es schlagen ärger als ein Püchsen⸗Pulver, und auf etliche Schritte he⸗ rum alles anzünden, so ich denen die unvorsichtig seyn, nicht ungemeldet las⸗ sen können ꝛc. Mit den Lacc⸗Fürniß, da stärckster Brandwein zukommt, ist sich gleichfalls vorzusehen, daß man nicht mit einen angezündten Licht zu nahe komme, denn der Brandwein entzündet sich wie ein Blitz,doch ist solcher ehe zu dämpffen als der andere. Ist also gut, daß man solches Dinges nicht zu viel auf einmal mache ꝛc. Und keine andere Hitz, als wie oben erwähnt/ das Balneum Maris dazu gebrauche. Weiter/ wenn ja ein solch Versehen oder Unglück entstünde, so soll man nur eine nasse Kalbs⸗oder Schafs⸗Haut, oder ein leinen Tuch wie ein Tisch⸗ oder Bettuch groß, in Wasser eingenetzt, in Bereitschafft haben, und vier⸗ oder mehr⸗ fach drüber decken, und als denn, wo nöthig, Wasser auf dasselbe, so muß es ersticken, und kan keinen weitern Schaden thun. Wer solches nun vorhin oder besser weiß, vor dem ist es hier nicht geschrieben. ö IXXX. Noch einen Lace⸗Fürniß zum Glantz⸗geben. n Nimm Gummi Lace, und Sandracc jedes 2. Loth, ein halb Nössel hoch rectificirten Brandwein, daran gossen, wohl vermacht 3. Tag an der Sonnen stehen lassen(oder sonst in gleichmässiger Wärme) es darf aber nicht gebeutelt oder geschüttelt werden. AIA 8 LXXXI. (huls HuRir eltte +5 1 che dul IO Imtzt allbu U Iish fhecdin WN aärd IH W WMN di Oscg gahied elf I W hil x Nub did —— Wng sammt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 365 „ Heultqy— LXXXI. —.— Eine andere Art deß besten Glantz⸗Lacc⸗Fürniß. Hah Nimm hoch rectifficirten Brandwein, kiltrire denselben durch cal⸗ isenten tinirten Weinstein, nimm hernach weissen Agtstein, Gummi⸗Lace, und r Gummi⸗Sandracc jedes anderthalb Loth, solches wohl ausgelesen und klein 3nn gerieben, thue in ein Kolben⸗Glaß, geuß den filtrirten Brandwein drü⸗ Npener ber, rüttels etliche Stunden herum, laß hernach 3. Tag in der Wärme miea stehen/ zwing es durch in ein ander Glaß, und brauchs nach deinen Willen. rwachhet LXXXII. hewi ö Eben dergleichen. Dreeh Nimm Sandrace 2. Quintlein, Gummi⸗ Lace 4. Quintlein/ giesse h½ meine darüber deß stärcksten Brandweins, rüttels herum, stells im Sommer sen u. an die Sonne etliche Täge zwings durch ein hären Tuch und verwahrs Hehenilch zum Gebrauch, dieser Fürniß dienet wohl auf Holtz und die Farben undent anzumachen. ö Dentews LXXXIII. Krwge Einen sonderlichen geheimen und künstlichen weissen oder hellen Lacc HeEcr Fürniß zu machen. ene Nimm Gummiĩ Elemi, Gummi animi(man kan solche in allen Apo⸗ vehnutonn thecken haben) weissen Weinrauch und weissen Agtstein, jedes ein Quint⸗ indtenditt lein; es muß alles schön rein und wohl gusgelesen seyn, stosse oder reibe es dochistshce klein, thue es in ein Glaß/ und koche solches in distillirten Essig, giesse her⸗ Dugesnit nach den Essig ab/ und wasche die Materia wohl mit reinen warmen Wasser, Henethöft, so wirds gantz weiß scheinen, laß trocknen, und reibs wieder klein; thue noch dazu 1. Quintlein Gummi Drachant, und 2. Quintlein weiß Crystallini⸗ dessosabn schen Zuckercanth, auch kiein gerieben; thue es in ein ziemliches Phiolen- wie ein dsh Glaß in welchen r. Pfund hoch rectificirter Brandwein ist, trage es all⸗ en/ Adhih gemach hinein, wann es hinein getragen, so rüttle es eine gantze Stund Laufdasth herum, setze es hernach ins Balnenm Maris, und wann dasselbe anfängt Wan sohe zu sieden, so lasse es noch ein paar Stund stehen, alsdenn wieder erkalten/ , und einen Tag oder 3. ferner darauf stehen lassen/ hernach abgegossen, und so piel man kan, durchgezwungen,/ ferner in einen reinen Glaß mit einen enge Mundloch wohl verwahrt, zum Gebrauch behalten ꝛc. ö LXXXIV. ab MSl Diesen Fürniß auf eine andere und noch geheimdere Art, solche als „Fagande eeinen Spick Fürniß zu verfertigen. Daufche Nimm die obige Materia,/ tractire sie 2 7 mit distillirteu Essig bne ing ILI —— —— —— I........— 366 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen dings wie oben, thue auch dazu den Tragant und Zucker, zureibe, wann alles trucken, gantz klein; hernach nimm reines und gantz klares und helles Spiec⸗ oder Therbentin⸗Oel r. Pfund, nimm auch klaren Eyprischen Therbentin 6. Loth, thue es zusammen in einen starcken Glaß⸗Kolben, und setze den⸗ selben mit einen Bley⸗Ring versehen, in ein warmes Balneum, wann nun das Balneum anfänget zu sieden, der Therbentin auch recht zergangen, und ziemlich warm zusammen worden, so thue nach und nach die andere unter⸗ einander klein⸗geriebenespecies darein, rühre es wohl mit einer reinen höl⸗ tzernen Spatel um,lasse es eine Stund 3. oder 4. in kochenden Balned stehen, hernach nimms heraus und verwahrs in einen andern Glaß/ so wirst du ei⸗ nen schönen klaren und raren Fürniß haben, der zu vielen Dingen mit gros⸗ ser Zier und Nutzen kan gebraucht werden. ö ö 2** LXXXV. ü Einen künstlichen Fürniß/ das blaue und andere gemahlte Coleuren wie einen Spiegel gläntzend zu machen. Ist ein Kunststückgen, so noch wenig Mahlern bekandt: der Proceß ist also: Was du wilt blau mahlen mit Oelfarben/ daß es wie ein Spiegel gläntzen soll, das untermahle erstlich mit Indig und Weiß, doch daß Ther⸗ bentin⸗Oel unter den Indig sey; siehe/ daß es dir schön gerathe, und nicht im Anfang verderbe, und so es getrocknet, so höhe und tieffe drein nach deinem Gefallen, lasse es wieder trocken werden, brauche hernach diesen Fürniß. Die Bereitung desselben ist also:„„ Nimm klaren Cyprischen Therbentin ein halb Loth, Sandracer. Loth, Mastix auch r. Loth. Den Sandracc und Mastix reibe aufs kleinste, alsdenn nimm 2. Loth Spicköl, 1. Loth Therbentinöl, thue es nur in ein Zucker⸗glaß lasse den Therbentin drinn auf der Wärme zergehen, thue des gepulverten Gummi auch darunter, setze das Glaß in eine Pfanne mit Was⸗ ser, lasse das Wasser über den Feuer auf einen Dreyfuß allgemach kochen, etwann auf eine Stund, so wird schon alles wohlzugangen seyn, und sich zusammen vereiniget haben; laß es denn erkalten, und hebs in einen Glaß mit einen engen Hals, wohl verwahret, zu folgenden Gebrauch auf. Gebrauch. Wische erstlich das obbemeldte untermahlte Stück, mit einen reinen Läppgen trocken ab, alsdenn nimm ein liechte Smalten auf deine Politen, so viel du bedarfst, das Blaue damit zu lasiren, mache selbe mit gelehrten Für⸗ niß wohl dünne, und lasire also auch fein dünne mit einen guten und saubern Porst ⸗Pinselein über das gemahlte; lasse es trocknen, denn es uid 0 nerha Iuur Byh X chulchr RWrlr baßohy I anon Fndh Hebtynd; henimnt hunder Wufw Echn böek HF nisci y tockoz aunh x. Ryno 2 0 Ein Hexte b.ihtz . Eeum, vuyn ergangech andere eiher nnehij nbaneos. Vsotisthth gen nitgt Hie Ghe, dt: derMug wie ein Eig doch daß Hy Ithe, Indyit Hefe nem og hemnach deh Condig e austfans es 6 0 gehey el annemt emach ochh/ j/ Ildsch 10 S auchaaf It eehtt eihe Poel und 15 ockHl ahtb samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 367 nerhalb 3. Stunden; stelle es nur an ein reines Ort, daß kein Staub drauf falle, lasire wieder darüber, solch lasiren soll zu 7. mal geschehen, und allezeit getrocknet, so wirst du darinnen als in einen Spiegel alles, was du davor hältest, sehen können. So du es noch gläntzig und gläseriger haben wilt, kanst du nur öffter darüber lasiren, nemlich ein 12. oder 16. mal, doch daß es allezeit dünne mit der Smalta vermischt aufgestrichen, auch all ezeit wohlgetrucknet werde, du kanst auch wo du wilt mit weiß darauf spielen, es wird ein überaus schönes und ergötzliches Ansehen überkommen. LXXXVI. ö Allerhand von harten Holtz,(als Ahorn⸗Birn⸗Nuß⸗und Pflaumen Baum⸗Holtz) bereitete Tischer⸗Arbeit, item Stäbe und dergleichen, mit dem Lacc⸗Fürniß, auf Schild⸗Kröten Art zu zurichten, also, daß es weder von scharffen Wasser noch von Oel abgehe und Schaden nehme. Uberstreich dasjenige Stück, so du machen wilt, erstlich mit einen Lacc⸗Fürniß, dergleichen von LXXIIl. biß LXXX. beschrieben seyn, dar⸗ nach überstreichs mit Mennig, so die Helffte mit Rauschgelb vermischt/ aber auch mit dace⸗Fürniß angemacht sey, wanns trocken, überfahrs wie⸗ der einmal 2. oder 3. mit Laec⸗Fürniß, doch allemal zuvor trocknen lassen; üͤberschabs alsdenn mit reinen trockenen Schafft⸗Heu. ö Ferner nimm Drachen⸗Blut(ist ein rother Gummi) stoß und reibs klein machs mit dergleichen Fürniß dünne an, rührs um, zwings durch, so du wilt/ doch ist solches eben so nöthig nicht; hebs in einen Gläßgen wohl verwahret auf, denn je länger es steht, je schöner es an der Coleur wird/ hiemit kanst du Wolcken über das überstrichene Stück machen, doch muß von dem gelben noch viel durchscheinen; wo du nochmal auf das Gewölcke düpfst, so wirds daselbst dunckler, du kanst auch mit dergleichen Fürniß, Bein⸗ Schwärtz, oder nur Kupfferdrucker-Faeb, oder auch Indig oder Umbra, oder Indianische Dinte anmachen, und zum Theil mit den Drachen⸗Blut mĩsciren, damit kanst du es noch dunckler vertiefen; du musts aber allezeit trocknen lassen, alsdenn nimm Pimsstein, laß ihn wobl durch glüen, stosse ihn gantz klein, nimm Schafft⸗Heu, legs in frisch Wasser, tuncks alsdenn in gepulverten Pims/ voliere oder reibe es glatt nach deinem Gefallen ꝛc. MWann es denn glatt genug ist, so reibe es starck mit einen reinen wül⸗ len dayyen, halts über eine gelinde) Glut, und überfahre es ein mal y. oder 6. mit den Glantz; Fürniß; gib aber acht, daß ihm nicht zu heiß gehe, sonst ren I —.— 2———— —....— — — 368 Vom Glaß brennen, vergülden und mahlen ren Blattern auf; laß es wohl trocknen, nimm alsdenn Zinn⸗Aschen mit Baumöl abgerieben, und Jucht⸗Leder, poliers damit, letzlich nimm et⸗ was Zinn⸗Aschen auf den Ballen der Hand, und reib es biß es Glantz genug hat, denn es muß wie ein Spiegel gläntzen. Man kan es wohl mit halber Müh machen, aber daß es so schön wer⸗ den soll/ das ist nicht/ gleichwol wird diellbung manche Votheile und Ver⸗ kürtzung der Arbeit an die Hand geben. Man kan auch andere Farben dabey thun, wie es ein jeder haben will, weil man doch nicht alles beschreiben kan. LXXXVII. ö Rothe oder Corallen⸗Arbeit. ö. Gründe das Stück wie obiges, überstreiche es auch einmal 4. mit Mennig, allemal getrocknet; hernach einmal 6. mit Zinnober, Iso auch mit diesen Fürniß, oder, welches noch besser, mit lichten oder hellern Für⸗ niß(wie oben zu machen gelehret) muß angemacht werden; wenn das ge⸗ schehen, schabe es mit Schafft⸗Heu/ und überstreiche es wieder mit klaren Fürniß, ein mal 8. oder 9. verfahre ferner, wie erst mit der Schildkröten Arbeit ist vermeldet worden. Auf dergleichen Art und Weise kan man Thresoren, Betten, ja Furs Zimmer zurichten, auch mit Gold darein mahlen, es hat ein recht ürstlich Ansehen. ö LXXXVIII. Mit gülden oder hautschischen Uuhren Glantz auf dergleichen Art zu verfahren. Erstlich bestreich deine Arbeit einmal oder 2. mit Laec⸗Fürniß, her⸗ ö nach reibe auch Cölnische Erde oder Gummi⸗Gütte mit dergleichen an, diß muß ein solcher Fürniß seyn der fein helle ist, streiche auch damit deine Ar⸗ beit einmal oder 2. an, laß es trocknen, alsdenn überfahrs allein mit lauter Fürniß/ und zwar nur an einem Ort, setze deinen güldenen Glantz darauf bestreiche wieder ein Theil, und wieder Glantz darauf gesäet, und so lange biß deine Arbeit gantz überstreuet ist; mercke: Wann man zu viel auf ein⸗ mal mit Fürniß überstriche, so würde derselbe theils vertrucknen, und der Glantz nicht hafften können. Wann es nun gantz bestreuet ist/ so nimmt man ferner klaren Fürniß, und überstreicht die Arbeit 16. mal damit, als⸗ denn polirt oder reibt mans mit Schafftheu, und klar abgeriebenen Pimms, vohl ab, ferner einmal oder 9. mit Fürniß überstrichen, und mit Zinn⸗A⸗ chen polirt, wieder etiiche mahl überstrichen, und noch einst mit Zinn⸗Aschen olirt, so ist es fertig. LXXXIX. sahley 8 Inj „Falbinz Heilan ahtessth othele my ein she ich enalg Ober/soauhtt oder hilem gh ; wenn dabg pieder mit kan der Schilthh 0/ Ball 0 hat en glechen W Funif, 0 Hcherh amit dent d alenntl Glastun samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 369 LXXXIX. Wie man die liechten Farben, die man mit hellen Lack Fürniß üer⸗ ziehen will, zurichten soll. Weiß Bleyweiß soll man nur klein reiben„mit Milch anmachen und die Arbeit einmal oder z. mit überstreichen; Grünspann wird mit halb Milch, und halb starcken Brandwein gerieben, und auf das Weisse getragen, auf die Art, die einem jeden beliebt; mit Safftgrün kan man den Grünspan ver⸗ tiefen; blaue und gelbe Farben werden eben wie Grün angemacht/ und da⸗ mit nach Willen verfahren; zu alle dergleichen Arbeit wird der weisse Für⸗ niß/ der LXXIII. oder LXXXII. gelehrt worden, gebraucht; auch wann solche so weit gethan/einmahl 10.oder 12. drüber gezogen, alsdenn mit Zinn⸗Aschen gläntzigt gemacht, allerdings wie oben ausfuhrlicher gelehret worden. XC. ö Stäbe auf Spanische oder zu wachrn Rohr/ Art mit Lacc /Jürniß zu machen. Nimm Gurck⸗Mehl, thue solches in ein Glaß, geuß starcken Brand⸗ wein darüber, laß 24. Stund in ziemlicher Wärme stehen, alsdenn seyhe es durch ein Tüchlein. Gründe deine Stäbe, wie droben mit der Schild⸗Kröten Arbeit ge⸗ meldet, alsdenn mit diesen Gurck⸗Mehl, so mit Brandwein bereitet, ange⸗ strichen, folgends mit Umbra, oder gar mit Helffenhein⸗Schwärz vertiefft machs allerdings nach denen natürlichen Stäben überstreichs mit Füniß, gleich auf die Art wie droben bey der Schildkröten Arbeit vermeldet worden. XCI. Wie der Lacc⸗Fürniß von denen künstlichsten Buchbindern, zu den allerzierlichsten San gebrauchet wird. Erstlich wenn das Buch mit Schaf⸗ oder Kalbs⸗deder/ welches blos sei⸗ ne natürliche Leder⸗Farbe hat, oder auch mit weissen Pergament Wheiehen so wird es mit Fürniß überstrichen, und mit Farben, wie droben bey der ist/ so wiri Sahndkröten⸗Arbeit gemeldet,/ besprengt(einige überstreichens nicht erst mit Fürniß/ geht auf Leder wohl an) auch ist die leichteste Manier, daß man das Leder nur mitUmbra, besprengt aus einen Porst⸗Penselgen, und wanns trocken wird mit Fürniß überzogen/ hernach mit einem Gerbstahl, womit die Goldschmied Silber und vergulote Arbeit ausbreiten, polirt, oder glat * Aaa gemacht⸗ — 2———— ———————— ———————————— ——————:.ee ——— ———— —— —* ———— —. —3——.—— — ——— —.—.— — ——— ————— — —— — ———— — —— —— ———————— — DD....——.— ——— zur Zierde vieler Ar 370 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen gemacht, und endlich noch einmal oder etliche bey der Wärme mit Für⸗ 4 niß überstrichen. Man kans auch mit allerley Farben punctiren und bemahlen,auch mit g8 ht, lurich ten andern Strau⸗Glantz, wie droben bey LXXXVIII. gedacht, zurichten. ö ö Item, mit Muschel⸗Gold, Silber oder Metall besprengen, aber man muß keinen andern als einen liechten Fürniß darüber ziehen, son wird alsobald die schönste Lieblichkeit verdunckelt. 489017 sen Man kan auch den Lackfürniß mit wohlriechenden Sachen perfu⸗ miren, wornach man solchen nemlich gebrauchen will ꝛc. Ich gebe hier zwar einen jeden genugsame und warhafftige Anlei⸗ tung, die Arbeit aber compedieus zu machen, muß allein die Ubung und Experienz lehren. ö Wann diese und andere obige Arbeiten recht gemacht, so kan das jeni⸗ ge/ so also gemahlt/ verguldt, versilbert oder medailirt und mit dergleichen nach unserer Lehr wohl⸗bereiteten Lack⸗Fürniß etlichmahl gebührlich über⸗ zogen ist, weder von Oehl noch Wasser, wanns auch gleich Scheidwasser wäre, keinen Schaden nehmen, und so es gleich besudelt, oder von denen Fliegen bestuhlgängelt worden, so kan doch solches gleich/ als wenn es bon laß wäre, gar wohl wiederum gerein get werden. 13 XCII. Den schönsten Nuß⸗oder Lein⸗Fürniß zu machen. NimmGummi Sandrac/Aleopadica, weiß Hartz oder nur rein Schu⸗ ster⸗Bech/ jedes 4. Loth, Calophonium 3. Loth, Goreum, oder an deffelben Stelle, welches besser, Gummi⸗Gutti 3. Loth, weissen Vitriol anderthalb Loth: Hierzu nimmt man anderthalb Pfund gutes und klares altes Nuß⸗ oder Leinöhl, dasseibe muß erstlich per se wohl Kelotten und verschaumet wer⸗ den, hernach die obgemeldten Stücke in der Ordnung, wie sie geschrieben, Darein gethan, der weisse Vitriol muß zu einen Meel, die andern Stücken nur gröblich zerstossen werden. Wenn nun alles nacheinander sachte hinein ethan/ und mit einem Holtz wohl umgerührt worden, muß mans noch 3. tund gemachsam bente lassen, so ist er die 0 und kan, wenn er erkaltet, eit(sonderlich auch die Geigen anzustreichen) nützlich gebrauchet werden. I Es wird die Arbeit noch einen viel schönern Glantz erlangen, wann man unter ein halb Pfund dieses Fürnisses eine Untze oder rar rystal⸗ — A 6 Rash e hen N.— dumenihh nahlunen 0 LG praghe erchgn, Sahenpei aft Hlein di sokandatie mik deageth gebühtlhihe ᷣSchedyyß Oder bon dah ale wenneel ur reiet Nrandese Tolarderhi eh ale M chaunty⸗ Kgeshrthn Dern Efih sihteht malnody mmertttah Wl gen/ Hoh W Cy samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 371 Crystallinisch Glaß, aufs kleinste und begreifflichste reibet, es trocknen auch alsdenn um so viel desto lieber, doch muß das Glaß recht unbe⸗ Hreif aftird ney dieß Fürnis⸗ 6 Sonst wird unter diese Fürnisse, nebst den Venedischen Glaß, auch Kupffer⸗Rauch, Agtstein, Silberglett, Wiepwe und dergleichen gleich⸗ falls unbegreifflich gerieben, nachdeme mans gebrauchen will, welches ich eines jeden Verstand und Belieben anheim stelle. 37211 XCIII. Ein guter Fürniß auf Pergament oder Ledern. ö Nimm einUntze Mastix/ stosse es klein zu Pulver, nimm darnach 3. Untz oder Theil altes klares Lein⸗Nuß⸗oder Hanff⸗öhl, welches du an leichtesten bekommen kanst/ setze es zum Feuer, lasse es sieden, in einen reinen Gefäß, das nicht zu klein ist; n es wohl/ wenn es nun wohl verschaumt ist, so nimm das Mastix⸗Pulver/ rühre es nach und nach in das heisse Oehl, lasse nicht nach zu rühren, biß es wohl zergangen ist. Alsdann lasse es noch eine Stunde sänfftiglich über einer kleinen Hitze sieden, doch alleweg umgerührt, damit es sich nicht entzůnde; siehest du/daß es will dicke genug werden/so thue mit einen Höltzlein einen Tropffen auf einen zinnern kalten Teller, tuncke den Finger darein, zeucht es sich Faden⸗weiß wie ein Fürniß, so hat es ge⸗ nug, wo nicht, so laß ihn länger sieden alsdenn thue ihn vom Feuer, lasse ihn erkalten, doch must du ihn zuvor, wenn er noch erleidlich warm ist, durch ein härin Tuch in ein verglasurtes Töpffgen sehhen. Du kanst an statt Untzen Pfunde nehmen, wenn du viel brauchest. Wilt du nun, daß dein Fürniß in der Arbeit geschwind trockene/so nimm nur klein gerieben gebrannt Schafbein, thue nach Belieben ein wenig da⸗ von in deinen heissen Fürniß/ je mehr du aber hinein thust/ je eher es trocknet, Ein nützlicher Fürniß, 51 man zu allerley gebrauchen kan. Nimm altes lauteres Leinöhl. Pfund/ thue es in einen Topff, siede es mässig, und verschaume es wohl, thue alsdenn darein Pimmsstein, und ge⸗ brannt Schaafbein, so aufs kleinste gestossen, und durch ein Tuch gebeutelt seyn, jedes 1. Loth/ rühre solches nach und nach mit Massen darunter ver⸗ schaume es denn wieder, hernach thue dazu r. Loth klaren Cyprischen Ther⸗ bentin, und wenn du ihn noch stärcker und besser haben wilt/ so thue noch 1. 2. biß 3. Loth reinen Mastix dazu Ga auden n Gebran so hebe es eler/ und verwahre es in einen Glaß, zu deinen Gebrauch. 3— von Feuer/ ah 2100 7 CV. ei⸗ „ I 40 I I V *00 * 7 19 I 1 169 +4 N 60½ V II 41 II i nnn —.———*—— —..— — coUM˙ ———— ñ— Haan — ——.— DDDDDT...— ————————————— —————— ——— —.————— ———— —— ————— —— —...— — —p—————————————— —.—.— —— *3—— ————— ———.—— —— —— 372 Vom Glaßbrennen, vergülden vnd mahlen XCv. Einen betrüglichen Fürniß zu machen. Nimm neugelegte Eyer so viel du wilt, lege sie in scharffen Wein⸗Essig/ lasse sie. Wochen darinnen liegen, wenn du sie heraus nimmst/ so wird die Ucres Waserbern seyn/ mach ein vöchlein darein, so wird das Wasser als ein klares Wasser heraus lauffen, welches, wanns gesamlet per se an der Son⸗ nen steht kan es zu einer sehr guten Schminck von Weibspersonen gebraucht werden: Aber zu unsern Vorsatz zu gelangen, nimm dieses Weisse/ und wañ dessen ein halb Pfund ist so nimm 2. Loth Gummi Dragant und zwey Loth Gummi arabicum, und ein Loth weissen Erystallinischen Zucker⸗Kandi, zer⸗ stoß solches gröblich/ und giesse das Wasser drauf/ lasse es wohl verbunden etliche Tage drauf stehen, wann sich nun die Gummi darinn solvirt, so nimm eine wohlriechende Essentz, welche dich die beste dünckt, miseire solche unter ein wenig geläutert Honig, und füge sie daiu/(oder man kan nur gut Ro⸗ senwasser dabey thun,/) und wenns etliche Tage gestanden, so seyhe es ab in ein ander Glaß, man kans statt eines Glantz⸗Fürniß auf Holtz, Leder, Pap⸗ pier und allerhand andere Dinge, auf die Art wie Wasser⸗Farben gebrau⸗ chen und appliciren. XCVI. ö Alerley Manieren gut Siegel⸗Lacc zu machen und nachzu ⸗ keüͤnsteln. ö 5 Weil wir bißhero viel von Lack⸗Gummi gehandelt haben, und al⸗ zerley Arten Laer⸗Fürnisse beschrieben, so wirds nicht ungereimt seyn/ daß wir auch das Siegel⸗Lack zu machen erwehnen. Erstlichen allerley Composita deß Siegel⸗ ** ö ö wachses. P r Roth Lack.—. Summi⸗ Lack r. Loth, Therbentin und Calophon jedes ein halb Loth, Zinnober und Mennig jedes 1. Quintlein. Gummi⸗Lack und Calophon lasse erstlich zergehen, ob einer sankten Glut in einen reinen Tiagelgen/ thue den Therbentin daran, und hernach ein mäh⸗ 5 IIN H sü st „Im h 10 e I e e 5 iR W fem g VIII Inengehent Heise uopi kundiglh ket⸗Kandi ohlbehon slbitt snd; ciresochtant amnutguth sosephethcht 0 Let Narhengenw chd aben, I Hertintshy + ier aenach ach samt andern nutzlichen Künsten und Experimenten. 373 mähling den Zinnober und Mennig/ wann solches zuvor auss kleineste un⸗ ter einander gerieben, darzu gethan, alsdenn Stengel daraus formirt. 2. ö Gummi⸗Lacc anderthalb Loth, Therbentin und Calophonium jedes ein halb Loth, Mennig und Zinnober jedes ein halb Quintlein, verfahre wie oben. 3. Gummi⸗Lacce 1. Loth, Calophon und Venedischen Therbentin jedes 1. Quintlein, Zinnober ein halb Quintlein. Zinnober 2. Loth, Gummi⸗Gutte 1. Loth, diese 2. erstlich unter einan⸗ der gerieben, und wie oben procedirt. 5. Calophonium 2. Untz, Gummi⸗Lacc 4. Untz, Schusterbe ö halb Untz/ Zinnoder/ wie viel du wilt. à/ Schusterbech andert⸗ 6. Mastix 2. Loth, reinen Schwefel und Therbentin jedes ein ha Loth, Benzoi auch ein halb Loth, Zinnober biß es gnug it. hah Laß erstlich den Therbentin zergehen und heiß werden, hernach den Schwefel gepulvert drein gethan. Mastix, Benzoi und Zinnober reibe auch 4. Gummi⸗Lace ein Viertels Pfund, Gummi animi ein Achtels⸗Pfund, Eklein unter einander, und trags nach und nach drein, wann alles wohl ge⸗ flossen und sich vereinigt hat, so gieß es aus und formire es wie du wilt. 7. Gummi⸗acc 1. Loth, Calophoni 1. Quintlein, zerstoß beydes klein thue so viel als genug schönenZinnober dazu, geuß hoch⸗rectificirté Braud⸗ wein darauf, so solvirt sich zum Theil derGummi⸗Vacc setze es uber ein mäffi⸗ ges Kohl⸗Feuer,laß wohl zergehen, wanns wohl zergangen, und sich vereini⸗ et/ so halte ein wenig davon mit den eysern Spatel übers Liecht, und zünde amit den Brandwein an/ rübrs wohl durch einander, biß er ausgebrannt/ formire alsdenn Stengel daraus, und bereite es wie du wilt, man kan auch etwas von Zibet darunter thun, damit es wohlriechend werde. 8 Grünen/ Lacc. Gummi⸗Lace und Calophonium jedes 2. Loth, Therbentin u. Ouint lein Borrax r. Serupel, Grünspan aufs kleinste, wie Staub hentehmn, drey Quintlein. Väs ö Aaa 3 Item: 374 Vom Glaßbrennen, vergülden und mahlen Item: — Oa win Wache 3; pelndraee, Dotstin kes 2. Trei, Röthel ein halb Theil, Borrax ein Achtels⸗Theil, Grünspann z3. Theil, aufs kleinste wie Staub gerieben. ö Golorgelb Löec. 4—— Weiß Schuster⸗Pech 4. Loth, Mastix und Sandraee, jedes 2. Loth, Agtstein 1. Loth, thue dabey ein halb Loth Gummi⸗Gutti, klein gerieben, und auf obige Art verfahren/ wenn man das Gummi⸗Gutti auslässet, und an statt Mastixs oder Sandraces, Gummi⸗Lacca nimmt, so wirds braun man kan auch etwas guldischen Strau⸗Glantz drunter nehmen. SHSSchwartz Lacc. Man nimmt einen Weeg von oberzehlten, nur daß man statt Zinno⸗ bers oder Grünspans, Kupfferdrucker⸗Schwärtze nimmt; diese Schwärtze ist besser als andere gemeine Schwärtzen, sie wird nirgend in Copia als zu ranckfurt am Mayn gemacht, und zwar aus den Weinheffen gebrannt, und ob solche wohl ander Orten, wie in Franckreich ꝛc. auch gemacht worden, hat doch die Franckfurter vor allen den Preiß gehabt/ dahero auch weit und breit verführt worden/ aber heut zu Tag wird auch solcher schändlicher Be⸗ trug damit vorgenommen(wodurch sonderlich denen Kupffern sehr grosser Schade geschicht) der wohl wehrt wäre, daß demselben von der Obrigkeit mit gebührlicher Straffe Einhalt gethan, und begegnet würde. Wann man solches gantz glatt machen oder poliren will, so muß mans nur auf einen glatten Marmerstein, der zimlich warm, walgern und rundi⸗ ren/ vermittelst eines auch gantz glatten harten Holtzes, welches ein Drit⸗ theils⸗Elen lang, 1. Daumen dick und 3. Querfinger breit ist/ oder man lässet in einen Tisch ein viereckigt Loch schneiden, und auf demselben eine rein⸗polirte Kupffer⸗oder Messing⸗Blatte nageln, darunter stellt man eine Kohlpfanne so kan mans nach Belieben warm halten, und darauf manierlich sein Wachs polieren. XCVII. n Ein Kupfferstück auf ein Glaß abzuziehen, daß allein die Kunst oder das Schwartze darauf bleibet, das Weisse aber oder das Pa⸗ pier alles davon kommen muß, welches man hernach von hinten vergulden, versilbern, mit Metall belegen, oder mit allerhand Farben mahlen kan. Wann du ein Kupfferstück nimmst/ das erst oder kürtzlich Aoru nd lso 90 haston 6 lalx P ad X n — ö V 2 ‚ npamp yy ed2 N Rem gertc Guttiae immt, sppfh ter nehng. Han siatt Iy deeseEchi in Copiacth Hefen ghhnr gemachtkosth Logucei schindlched fernseht nder Ohn rde. I„omsz gernupdrud hesein S ist, detg demselbeheh nter sit mn /H NH der dad IN vn Hinl + 0 handt samt andern nützlichen Künsten und Experimenten. 375 also noch nicht völlig vertrocknet ist, so gehet es sehr leicht und am allerbesten an/ indem man das Papier fast auf einmal davon abziehen kan, wo es aber schon lange gedruckt ist, so must du folgender Gestalt verfahren. Lege das Kupfferstück, welches eben so groß als das Glaß seyn muß/ in ein Becken, geuß heiß Wasser daran/ laß es eine halbe Stund darinnen wei⸗ chen; hernach nimms heraus,/ legs auf ein weiß rein Tuch, damit solches das Wasser an sich ziehe; immittelst nimm klaren Venedischen oder Cyprischen Therbentin, mache solchen, wie auch das flache Glaß, auf einem Kohlglütlein warm, überzeuch das Glaß durch Hülffe eines Haarpensels gantz dunne mit dem Therbentin, legs hernach aufs ausgebreite Kupfferstück, drücke solches allenthalben wohl an; wenn nun das Papier allenthalben wohl von den Therbenthin angenommen, so muß man den Therbentin auf das Glaß über eine gelinde Wärme vollends verharten Uin hernach netzt man das Pa⸗ pier wieder wohl, und reibt solches mit den Fingern walgern⸗weiß herab, es ehört aber grosse Gedult und Fleiß dazu, damit nicht durch Unvorsicht das chwartze verletzt, oder mitgenommen werde. Wenn das geschehen/ so überzieht mans noch einst von hinten zu mit klaren Therbentin, oder klaren Lack⸗Fürniß/ und leget das Gold, Silber oder Metall darauf; so scheinet das Gold durchs Glaß/ und sihet wie ein Kupfferstück, so auf Gold gedruckt; anf das Gold von hinten kan man, wenn mans nur mit schlechten Leim⸗ wasser oder etwan nur Eyerweiß überzogen, einen Streu⸗Sand oder sonst ein Gestüpv streuen/ so siehet man im geringsten nicht, wie es gemacht/ alsdenn kan mans in eine schöne Rahm fassen lassen. XVIII. Schwartz einlassen vor die Goldschmiede. Tuncke Werg, oder Flachs/ oder rohes Garn in Leinöl/ünde es an, hal⸗ te ein Kupffer⸗Becken gantz niedrig darüber, so hänget sich der Rauch oder ein subtiler Ruß gantz dicke daran; thue, wenn du dessen genug hast/ solchen herab, reibe es mit Spick oder Lac⸗Fürniß wohl ab, und lasse damit ein was du willt, es wird sehr schön schwartz und gläntzigt werden. ö XCIX. ö Wie man das Schülpgen oder Muschel ⸗Gold und Silber machen und bereiten soll. 2 Nimm Salarmoniacum, das fein reine ist, reibe dasselbe mit einen fetten und dicken, doch aber gantz klaren Gummi⸗Wasser/ wohl ab, daß es wie ein düͤnner Syrup werde; hierunter reibe nach und nach so viel Gold.der⸗ 8 er⸗ 376 Vom Glaß⸗brennen,‚ vergülden und mahlen ber⸗Blättgen, als dir gefällig, hernach reibe alles zu sammen, noch ein paar Stunden aufs allerkleinste als nur müglich/ thue es alsdenn in ein reines Glaß/gieß klares oder filtrirtes Regen⸗oder Brunnen⸗Wasser drüber, rühre es immerzu mit einem Höltzgen wohl untereinander, und wenn das Holtz zu Boden gefallen, so giesse das Wasser ab, und anders oder frisches drüber, welches man absüssen heist; wenn nun alle Saltzigkeit von Salmiat und alle Fettigkeit vom Gummi ab/ und weggewaschen, und das Gold gantz klar und rein ist ʒso zettle solches mit einen Mahler⸗Pensel in unterschiedliche kleine Schiff⸗oder Schülpgen, und lasse es trocken werden. ieses so klein⸗geriebene Silber oder Gold mache, so offt du es ge⸗ brauchen willt, mit einen Gummi⸗Wässerlein feucht, doch nicht mehr als du auf einmal zu verarbeiten gedenckst, und gleich also kanst du auch das Silber zubereiten. ö C. ö Flache Glaser auf Lapis Lazuli und andere Edelgesteineq⸗Art zu mah⸗ len und zuzurichten, also daß solche, Thresor und Schreib⸗ Tische damit einzulegen, fein können gebraucht werden. Nimm blaue Smalte und andere Farben, die du gebrauchen wilt, reibe solche mit Leinöl an, folgends schneide deine Glaser in der Grösse als du solche haben willt, nimm aber zuvor Muschel⸗Gold mit Gummi⸗Wasser ange⸗ macht, druck ein Post⸗Penselein darein, sprütze oder syrenge das Gold hin und wieder aufs Glaß, laß trocken werden/ hernach reisse Aederlein darauf, von welchen Farben du wilt, darnach nimm deine abgeriebene Farben, und mahle mit einen Pinsel auf Gold/ welche Farb du wilt/ als blau wie der La- pis Lazuli, oder mit andern Farben gleich dem Achat oder was du wilt, und wie die Steine aussehen; wanns trocken, so streich dünnen Leim darüber, und streu Seegmehl, Sand oder ander Gestüpp darauf/ so sihet man nicht wie es gemacht worden, und die Farben scheinen durch Glaß, damit kanst du was du wilt einlegen.— Also habe ich dem geneigten Leser und Liebhaber guter Künste hiemit 100. warhafftige Experimenta vorgestellt; es sind lauter Sachen, die durch meine Hände gangen; und da ja etliche seyn, die ich nicht selber versucht, so hab ichs doch machen sehen, und weiß daß solche angegangen seyn. Hoffe al⸗ soes werde ein jeder/dem dieses zu handen kommt, es mit Danck anneh⸗ men/ und erkennen, daß ich es gut gemeinet habe. H. I. S. ö Zugabe 570 dush S Ale 144 Imiei — α Hnt W WMA 4 Iufel WN Mu IHHν+ 10 hH¹ 0 W Rul ö i * 3 VI * V —.— ehnochehng enn inenh set drüßtrih so offt duth doch nicht sokanstung dShub hetden. uchen wiheth seabs ush Wasit u das Gobiß derleindan earbe au wiedell 96 wi 00 uulg shetnalhi Gaß ‚ II Wie man den schönen Nurnbergischen oder Hautschischen Gold⸗ oder Streu⸗Glantz aus allerley Metallen machen soll. Ist ein ungemeines Kunst⸗ ů Stücklein. MImm das Abfeylig von Kupffer/ Messing, Eysen oder Stahl, odet einen andern Metall, beutle solches jedes absonderlich,durch ein ziem⸗ sich enges Sieb, alsdenn thue das durchgesiebte in ein Becken oder dergleichen Geschirr, wasche es erstlich wohl mit einer scharffen und reinen Laugen, hernach, wenn diese abgegossen, mit reinen warmen Wasser/ und dieses wiederhohle so lange, biß alle Unreinigkeit davon komme. Wann nun das besagte Feylig gantz rein und wohl getrocknet ist, so nimmt man ein Eysen⸗oder Kupffer⸗Blech/ und legt das auf glüende Kohlen, und auf dasselbe eines von denen Feyligen, welches man immerzu mit einen eysern Spattel umrührt; so bald nun das Metall die Hitze empfindet, so lauft es mit mancherley Farben an, und welches die gröste Hitze leidet, oder am längsten über den Feuer steht, das wird am dunckelsten, jedoch jedes nach seiner Art. e Wenn du nun allerley Coleuren nach deinen Gefallen hast so ist dir eine dazu bequeme Plattmühle(wie bey denen Gold ⸗ und Silbertrat⸗Ziehern bekannt und gebräuchlich ist) vonnöthen, dieselbe muß also eingerichtet seyn, daß man das gefeylt und colorirte Metall, oben gleich als durch ein Triech⸗ terlein kan aufschütten, muß auch breitere Wellen haben als die andern Plättmühlen, welche Wellen von den allerhärtesten Stahl, und wie die schönsten Spiegel polirt seyn müssen; dergleichen Plättmühle wollen wir vielleicht zur andern Zeit auch in Kupffer vorstellen: Wann solches nun durchgelauffen, und durchgetrieben, und die Mühle nur gut gewesen, so wirst du einen wunderschönen, und mit allerley unbeschreiblichen Coleuren gezier⸗ ten güldischen und Metallischen Streu⸗Glantz orlangen. Hierbey ist zu erinnern, daß die Feylspäne von Messing helle und lichte Gold⸗Farben, das Kupffer⸗rothe und blinckende Feuer⸗Farben, das Eysen und der Stahl allerley dunckel⸗blaue Coleuren, Englisches Zinn, item Marcasit und Wßmuth Eaehen schöne weisse Coleu⸗ ren geben. ö Bbb Zum —— —.— —.—— —— ———— — . *— —.— ..— ——. —.— —.——.— 37³ Iugabe⸗ Dum Beschluß — Folget/ wie man allerhand Kütten und Leime die quch Stein, Glaß und Metall halten, machen soll. Ein trefflicher Leim, damit man Holtz, Steine, Gla⸗ ser, ja auch 2990 oan einander befestiggen an. Vmm guten Leim 4. Loth, lege solchen über Nacht in distillirten Essig, 6 den andern Tag lasse solchen ein wenig in Essig aufsieden, ferner nimm eine Knoblauch⸗Zwieffel, zerstosse und zerreibe solche in einen Mörsel reibe auch darunter 1. Loth Ochsen⸗Gall, so wirds als ein Saft, zwings zusammen durch ein leinen oder härin Tuchlein in den warmen Heim; ferner nimm Mastix und darcocolle, jedes ein halb Quintlein, Sandrace und Therbentin jedes ein Quintl. reibe Sandrace und Mastix klein,/ und thue es mit den Fleischleim vder Gummi darcocolle, samt den Therbentin in ei Gläßgenschütte des allerstärcksten Brandweins einellntze drüber, lasse es z. Stund in gelinder Hitze wohl vermacht slehen/ doch indessen einmal etlich in GOlaß herum geschüttelt; schütte es hernach zusammen auch in den warmen Leim, schlage es mit einen Holtz immerzu untereinander, biß ein wenig von der Feuchtigkeit verrochen, und der Leim kalt worden. Wilt du solchen ge⸗ brauchen, so nimm dadon so viel oder wenig daß du vonnõthen hast, weichs in ein wenig scharffen Essig/biß es ber der Kohlen zergangen, vnd gedrauchs wie oben in Titel bermeldt. Wann man Steine will keimen, so kan man nur etwas von Drippel oder klein⸗geriebener Kreyde darunter thunzzum Glaß kan man nebst ein we⸗ nig Drippel auch auf kleinst geriebenes Venedisch Glaß zusetzen; will mans zu Messing, Kupffer, Eysen, gebrauchen, so kan man auch don dergleichen Metall aufs kleinsie gefeylt zusetzen, man kan auch etwas Hausen⸗Blasen dazu thun. Soll dieser Leim noch besser im Wasßse halten, so muß man ihm starcken Drucker⸗Fürniß inseriren, man muß aber nicht mehr mit Für⸗ niß anmachen/ als man auf einmal gebraucht, weil man ihn sonst nicht mehr erweichen kan. 101 Ein 8 gehti udat 00 1 Huh emv achg 0 Hf ‚ 10 Hsh E H¹ι½ Isr wathe eth V hs + ö — IR halten ie Igen Ddifilirgg aussedeh dibeoiceinen ds a ee entarmeg MHein/ Sunhe stir inath Therbehtgg lberhafth einmaleche if den wit bif eneih ilthosth thenhasfeeh VIndgd 20H M a Hehfeht h M ndag Hanl „0 mf 0 mchttzth asnt 0 Zugabe. 379 Ein guter Stein⸗Leim oder Grotten⸗Kütte. Nimm 2. Theil Hartz, laß es schmeltzen, und sondere den Schaum da⸗ von ab; thue darunter 4. Theil gelb Wachs, wanns zusammen wohl ge⸗ schmoltzen, so nimm Steinmehl, von den Stein den du kütten oder leimen wilt, 2. oder 3. Theil/ oder so viel, daß der Leim die Farbe deß Steins bekom⸗ me; thue dazu ein Theil gepülverten Schwefelincorporire alles zusammen, erstlich über gelinden Feuer, und letzlich mit den Händen in warmen Wasser, so hälts sehr wohl, es müssen aber die Steine, die geleimet werden sollen, wohl trucken und ziemlich heiß zuvor gemacht werden, damit sich die Kütte oder Leim besser damit vereinigen können. Holtz⸗Leim, der in Wasser hällt. Den gemeinen Leim nur mit alten Leinöhl oder Fürniß angemacht, und wann man das Holtz leimen will, muß mans auch am selben Ort, da es soll geleimet werden, wohl wärmen, als denn mit warmen Leim geleimt und wohl durchtrucknen lassen, so hälts köstlich/ auch in Wasser. Noch ein stattlicher Leim. Hausen⸗Blasen und gemeinen Leim über Nacht in starcken Brandwein geweicht; hernach über die Kohlen gesetzt und zergehen lassen, ein wenig rein und aufs kleinste gestossene Kreyden darein gerührt, hält vortreflich. Noch besser. Solviere Sandraec und Gummi⸗Landrace in starcken Brandwein, Eberben droben von Lacc⸗Fürniß gelehrt worden, thue ein wenig klaren herbentin dazu; wann alles lolvirr, so gieß es über Hausen⸗Blasen und gemeinen Leim/lasse es in verschlossenen Gefäß über der Wärme zusammen zergehen, thue etwas zu Staub⸗geriebenes Glaß darunter, und siehe daß es alles sein recht Tempo habe. Es ist nicht zu sagen, was diß vor ein köstli⸗ cher Leim ist. ö ö Einen 40 5 Mund⸗Leim zu machen. Nimm 2. Loth Hausen⸗Blasen, ein halb Loth weissen Zuckercand, ein Quintlein Gummi⸗Dragant. Hernach nimm 1. Loth Abschnitt von reinen Pergament, geuß ein halb Maaß Wasser dran, laß wohl kochen, dasselbe Wasser nimm, seyhe es durch/und geuß es über obigespecies,(man kan auch etwas wohlriechendes Rosen⸗Wasser dazu thun) lasse es über die Helffte einkochen, nimms hernach vom Feuer und geuß Riemlein daraus/ wie du es nemlich zu deinen Gebrauch begehrest. Bbb 2 Noch 380 Zugabe. Rothe Corallen-Zincken zu machen, die Grotten⸗Wercke damit ů auszuzieren. Nimm schönen Calophonium, zevlasse solchen in einen messingen Pfänn⸗ lein, ist dessen r. Loth, so rühre m. Quintlein zu Staub geriebenen Zinnober darunter wann es wohl untereinander gerührt, Warrz, einen Pensel, strei⸗ che damit Zweige oder Aeste von einen Schleen⸗Dorn, der fein kraus und abgescheelt, gantz warm an; halte sie darnach über eine Glut, drähe sie fein rund herum, so überlauffen sie sich von der Hitze, und werden gantz glatt, als wann sie poliert worden wären. Auf eben diese Art kan man mit Bleyweiß weisse und mit Kühn⸗Rus schwartze dergleichen Corallen⸗Zincken bereiten, mit weichen nebst aller⸗ ley Musch eln ꝛc. dem Grotten⸗Werck keine geringe Zier gegeben wird. E 2 D C. Dan 7 2 2 7— H W VG 7 V. IUI Hin— 47½/½ 1 H— ã H1U ö 10 430 0 W.= 2 1 V N 2 3 * 160— WAI RN 2 ö ERN 82883— 2 — n. 1—— Deß 9— er olsandgen 8 aß Runst/ jen Pe 0 2 fein raltin i Zweytes Buch, gan Handelt von der Holländischen kunstreichen weissen mit Hihyy und opffer⸗ G lasur⸗ und Mahlwerck/ (Von etlichen/ Bolländische Barcellan⸗ Arbeit genennt,) Dienet auch zu einer fast Wanen Erklärung deß vorigen uchs, n Glaß brennen und Mahlen/ Und besche in60. unfehlbaren Experimenten. beygefügten agentüchen t Vom kleinen Glaß⸗Vlasen/ soj mit der Lampen geschicht. Cum Privilegio- — *—*/— ——— / W I A W Ut 1 + MA1 I II WAN . I .... —— ————— 38²2 An den Leser. 1⁰0 61—5Ee OSteSSstoste SHerss DeEtrsSEtdoeteefde6roobelẽ—⁰ ⁰ SPISPSPEPEPFPEPIFIPIFIFIFIFIIITITFTITFTFTITITITITITITITTITITITITITTITITTTTITTTITITITITITITTITITITTTT —9999199919819 9019919909619610606 eee eeee ——4H00 EEEREE 2 W 2— 2— 2—240 9⁰⁴ 2 PTTT Hinstger Eeser Jeses Tractätlein von den Holländischen, weissen und * bunten Töpffer⸗Glasur⸗ und Mahlwercken, habe ich nicht 825 ohne grosse Müh, auch theils Unkosten, zusammen ge⸗ bracht, und kan dich hiemit versichern, daß es lauter Experimenta seyn, die ich als ein Glaßkünstler, gegen Communicirung anderer Sachen, von denen künstlichsten Töpffern und Glaßmahlern in Holland, und anderwerts auf meinen Reisen erlangt; solche auch nicht allein allerdings arbeiten sehen, sondern viel davon versucht und richtig befunden habe; sie seynd auch bißhero von manchen dergleichen Arbeitern rar genug gehalten worden. Die⸗ sem Tractätlein ist auch beygefügt ein eigentlicher Bericht, von der sehr nobeln curieus⸗und zierlichen Arbeit des kleinen Glaßblasens, so mit der Lampen geschicht, und eine Sache die noch nicht einem jeden bekannt ist. Es seyen aber diese Dinge von einigen geacht wie sie wol⸗ len, so seyns doch Warheiten, die niemand umstossen kan, weiln sie sich nach der Weise, wie ich hier beschreibe, täglich mit Nutzen Practiciren lassen. Wer aber hierinn weder Verstand noch Erfah⸗ rung hat, auch kein Belieben dazu trägt; dem wird vollkommenene Freyheit gelassen, solche ungelesen vorbey zu streichen. ꝛc. J. K. Inn⸗ XVILA MILA W W. M. h NIR Il IIX N NVX NXVV. XVV — . 20 „ Msanm dh Un kunster dy ichfen Lift f meihen sehen, shn aut hift worden. Y. kicht, Wy W ht einn s volloamgg . 289817 200 383 Innhalts⸗Register dieses zweyten Buchs. Des andern Theils von der Glaßmacher⸗ Kunst, handlende von der Holländischen kunstrei⸗ chen, weissen und bunten Töpffer ⸗Glasur⸗ und Mahl⸗Werck. I. Wie das Mastichot oder die Basis zur Holländischen Glasur bereitet wird. II. Wie dieses Mastichot ferner zuzurichten. III. Von Zinn⸗Kalch. ů IV. Was die dnen Kunst⸗Töpffer vor Zeug zum schlechten Gut nehmen. V. Andere Art. VI. Dito. VII. Dito. VIII. Von Holländischen Glasuren und Brennen. XSVW IX. Eine schöne weisse Glasur oder Schmeltz⸗Glaß. X. Ein ander fein Weiß. XI. Eine Weiß auf irrdene Schalen. XII. Eine andere Art. ö XIII. Ein Uberguß über das Geschirt. XIV. Ein anderer Uberguß. XV. Ein ander fein Weiß. ‚ XVI. Ein Weiß auf gemahlte Letten⸗Geschirr. XVII. Voch ein ander fein weiß Glab. ö XVIII. Ein noch sonderlich Weiß. XIX. Ein anders. XX. Noch ein ander Weiß. XXI. Ein bessers. XXII. Dito. ö XXIII. Weiß auf weiß zu mahlen. XXVIV. Gelbe Gläser und Farben. XVV. Ein ander gut Gelb. XVVI. Ein sehr schön Citronen⸗gelb. XVVII. Noch ein fein Gelb. XXVIII. Ein anders. ö XXIX. — 4——————————— 384 ö 53 0%00 8 XXX. Noch ein ander gelb Schmeltz⸗Glaß. XXX. Noch ein gut Gelb. XXXI. Ein schön Licht⸗gelb. XXXII. Gold⸗gelb. XXXIII. Ein ander Gold⸗gelb. XXXIV. Noch eine schöne Gold⸗gelb. XXXV. Noch ein rein Gelb geschmeltzt. XXXVI. Grün auf Weiß. ů XXXVII. Ein anderes schön Grün. XXXVIII. Ein anderes. XXXIX. Noch ein sehr gut Grün. XI.. Die beste Grüne. XLI. Ein schön blau Glaß zum Mahlen. XLII. Ein ander blau Glaß. XLIII. Noch ein feil⸗blau Mahler⸗Glaß. XLIV. Ein anders. XLV. Noch ein ander Blau⸗Glaß. XLVI. Noch ein anders. XLVII. Noch dergleichen. XLVIII. Dito. XLIX. Violen⸗blau. L. Noch ein Violet⸗Glaß. ö LI. Ein feines rothes Glaß zum Mahlen. LII. Ein anderes dergleichen. LIII. Ein noch besser Roth auf Gläser. IIV. Purpur⸗braun Glaß. LV. Braune Glasur. LVI. Eine andere braune Farb auf Glaß. LVII. Braun auf Weiß zu machen. LVIII. Eysen⸗Farb⸗Glaß. LIX. Ein anders dergleichen. LX. Schwartze Glasur. Zugabe oder eigentlicher Bericht von dem kleinen Glaß⸗Blasen so mit der Lampen 4 0—51. sonderliche Zierde der aß⸗Kunst ist ꝛc. Gl st Ende deß andern Tractates. as l de du⸗ 0 Handelt von dem Holländischen, oder(so genann⸗ ten) Barcellanischen Weissen und bunten Dupste last und Malvert/ Welches Nebst seinen eigentlichen Nutzen auch zur Er⸗ klärung deß vorigen Tractätleins von Glaßmah⸗ len und Brennen, der vollständigen Glaß⸗Kunst beygefüget ist. Wie die Holländischen Töpffer ihr Mastichot, oder die Basin ihrer feinen Weiß machen. Rstlich nehmen sie feinen Sand, den sie noch ferner aufs reinste +%½ waschen(wie solches geschehe, wird in dem Neri und meinen Anmerckungen darüber genugsam gelehret) 100. Pfund, Soda * 40. Pfund,Pott⸗Asche 30. Pfund, diese Mixtur wird gebrannt, und von denen Holländern Mastichot genannt. II. ö ö Wie dieses Mastichot ferner zugerichtet werde. ů Von diesen Mastichot nehmen sie wieder 100. Pfund, Zinnkalch 80. Pfund, gemein Saltz 10. Pfund, und diese Mixtur wird wieder z. mal in gebührenden Feuer gebrannt oder— ö 7 Vom Zinn⸗ Kalch. 4 4 211 247* Nimm Bley 100. Pfund, Zinn 33. Pfund, solches must du calcini⸗ ren/ wie bey allen Töpffern bekannt und gebräuchlich ist/ dieses nennen die olländer das feine zur weissen Glasur. ö 7 feine x x6 Cec IV. Wie 386 Von der Holländischen Kunstreichen, weissen und bunten IV. Wie sie das schlechte Gutt machen, und was sie vor Zeug dazu nehmen. Sie nehmen 40. Pfund reinen Sand, 75. Pfund Glett⸗oder Bley⸗ Asche, 26. Pfund Pott⸗Asche, und 10. Pfund Saltz, diese Mixtur wird gleichfalls gebrannt wie oben. V Andere nehmen Reinen Sand go. Pfund,, Glett ·oder Bley⸗Asche 7o. Pfund Pott⸗ Ahe 30. Pfund, Salz 18. Pfund, undbrennen e 2 VI. Andere befindenden Gutt, wenn sie nehmen Reinen Sand 48. Pfund, Bley⸗Asche 60. Pfund, Pott⸗ 2 Meer⸗Saltz 8. Pfan.„Bley⸗Asche 60. Pfund, Pott⸗Asche 20. Pf. VII. Andere hab ich gefunden, die nehmen Reinen Sand 10. Pfund, Bleyasche 20. Pfund, Meer-oder Verg⸗ Saltz auch 10. Pfund, in der Bereitung aber sind sie⸗ was das selecht Gütt betrifft, einerley. 2 VIII. Von Holländischen Glasuren und Brennen. Mit diesen sowol schlechten als feinen Gutt, überziehen sie das Ge⸗ schirr, und wenn sie es nach ihrer Art mit Blau,(welches sie n meisten gebrauchen) oder auch andern Farben gemahlet, toird es in einen sonder⸗ lichen dazu gemachten Ofen wohl gebrannt; der Ofen ist also zugerichtet, Iom mnen an. weder Rauch noch Flamme, auf die eingesetzte Arbeit e So sie nun einsetzen zu brennen, so werden die Teller, und Schüsseln und Schalen über einander, auf dreyeckichte Stücken Thon gesetzt, danit keines das andere berühre, die Stücken Thon aber werden in die dreyeckig⸗ ten döcher eines solchen Topffs gestecket/ wie beygefuüͤgte Figur ausweiset: Stehet *α I 0 I 1 n d — se vug Olettobagz dise MW 70. Pfund s nn ottAhen Mekk⸗oder By vas das shsh el. ehen s duh 0 eamest in eiher sist ao ugtro ese I Ind Ehish ngstt /un Rdedntth Hurcutdeft Eluh u NN N —2—— — +2—— SE 2 8 2 Stehet also immer ein Teller oder Schüssel übereinander, dieses kan ein jeder sehen an dergleichen Zeug, indem nemlich allemahl unten am Port der Teller und Schüssel drey Flecke seyn, und solche seynd eben von diesen dreyeckigten thönern Dingern, die daselbst gestanden und abgebro⸗ chen worden.—— Es brennet immerzu einer anderst als der ander, und bestehet ihr mei ster Kunstgriff(bey denen Holländern in ihren Mahlen, denn darinnen ha⸗ ben sie eine flüchtige, geschwinde und sehr artige Manier. Folgen die schönen Schmeltzgläser/ Wie sie daselbst, sowol von denen Töpffern als Glaßmahlern, gebrauchet werden. IX. Erstlich ein schön weiß Schmeltz⸗Glaß, wie solches die Glaß⸗ oder so genannten Parcellan⸗Mahler gebrauchen. Nimm Bley zwey Pfund/ Zinn ein wenig mehr denn ein Pfund, die⸗ ses brenne nach Art der Töpffer zu Aschen, nimm dieser Aschen zwey Theil, reinen Sand, oder Kießling, oder helle Glaß⸗Stücken ein Theil, Saltz ein halben Theil,(sie messen alles in gewissen Mäßgen oder Näpffgen) die⸗ ses wol gemischt/ in den Calcinir⸗Ofen gesetzt/ und alsdenn geschmoltzen, gibt ein gutes Weiß. Cee 2 X. Ein 388 Von der Holländischen Kunstreichen, weissen und bunten — Ein ander fein Weiß. Nimm Bley anderthalb Pfund, Zinn 1. Pfund, caleinier es zu Pul⸗ ver, dessen nimm 8. Mäßgen oder Näpffgen voll, calcinirten Kiesel und ö Saltz jedes 4. Näpffgen, schmeltz es zum Kuchen, so hast du sehr schön Weiß, m ö XI. I Ein Weiß auf irrdene Schalen. R Nimm Bley 3. Pfund, Zinn 1. Ptund, calcinir es nach Gebrauch, desselben nimm 2. Näpffgen, Saltz 3. Näpffgen vou, wie auch so viel lei⸗ I nen Kieß, schmeltze es wie gelehret./ gatt Eine andere Art. Nimm Bley 4. Pfund, Zinn r. Pfund, wenn du es nun caleiniret, so nimm von diesen Kalch 8. Näpffgen, Kießling 7. Näpffgen, Saltz 14. Itt Näpffgen, schmeltz es wie oben. 40—0 ö Rd; Ein Uberguß über das Geschirr. ä Nimm calcionirten Weinstein, 1. Näpffgen, Kießling und Saltz jedes auch 1. Näpffgen, dieses dienet nur zum Uberguß, denn im Fall die Iunh Glasur nicht fliessen will, so macht man dieses zum Glase, und über⸗ r geust es damit. XIV. Ein anderer Uberguß. 2l Nimm weiß⸗gebrannten Weinstein und Kießling jedes ein Pfund,* schmeltz es zum Kuchen, mache es zum subtilsten Pulver, von diesen nimm 1. Pfund, Bleyaschen 2. Pfund, schmeltz es, so hast du einen gu⸗ ů ö ten Überguß. V. Sll⸗ Ein ander weiß Papier. Nimm gebrandten Weinstein ein Näpffgen, Ascßen,(diß ist die Asche von Bley und Zinn) auch 1. Näpffgen, ingleichen Kießling r. Napff⸗ ö Inr⸗ gen, Saltz 2. Näpffgen voll, dieses geschmoltzen. 6 XVI. Ioen Eine andere Weiß auf gemahlte Latten⸗Geschirr. 2 Nimm Bley 4. Pfund, Zinn 1, Pfund, Kießling auch 4. We 25 SJaltz ssenund 0 — Hanre sanite Keiich dushrshind 5 vach Gehnt doie uso y e nun calat pfgen, Eahn He/ und edes ein M poh diesen ih st du eig 11, Chth Ihlgra Föopffer⸗Glasur⸗und Mahlwerk. 389 Salt r. Pfund, Venedisch⸗Glaß r. Pfund, brenne es zusammen zum 7 Kuchen, und gebrauche es recht. XVII. *ł Ein ander fein weiß Glaß. Nimm Zinn 1. Pfund, Bley 6. Pfund, calcionirs, von diesen Kalch nimm 12. Näoffgen, reinen gebrannten Kiesel 14. Näpfggen, Salt g. Näpffgen, und brenne es 2. mal zum Kuchen. XVIII. 25 Ein noch sonderlich Weiß. ö ö Bley 2. Zinn 1. Theil calcinirt, dieses Kalchs r. Theil, Saltz und Kieß auch jedes ein Theil zusammen geschmoltzen, ist sehr fein. XIX. Ein anders. ö Nimm Bley 3. Pfund, Zinn r. Pfund, Saltz 3. Pfund, gebrannten Weinstein 1. Pfund, brenne es recht zum Kuchen. Roch ein ander Weiß. Nimm Zinn r. Pfund, Bley§. Pfund, Venedisch Glaß 1. Pfund, Weinstein ein Viertels⸗Pfund, XXI es zum Kuchen. Ein Besseres. Zinn anderthalb Pfund, Bley anderthalb Pfund, Kießling 3. Pfund, Saltz r. Pfund, Venedisch Glaß 3. Bertels⸗Pfund, schmeltze es. ö Dito. ö ö Bley 4. Pfund, Zinn anderthalb Pfund, guten Kießel 3. Pfund, Saltz 2. Pfund, brenne es, und— 7. es zum Küchen. N eiß auf Weiß zu mahlen. Nimm ein wenig Englisch oder sonst lauter Zinn, vermache es mit Erden oder Thon, um und um; und thue es in einen Topff, brenne es mit dem Geschirr, alsdenn schlage es von einander, so ists eine gantz weisse Aschen; wenn man nun damit auf an der Weiß mahlt, so stichts um ein gar merckliches vor denselben hervor, und stehet viel weisser. LCec 3 Er⸗ — 390 Von der Holländischen Kunstreichen, weissen und bunten —— Erinnerung. Bey allen oberzehlten weissen Glasuren, muß allemahl das Bley und Zinn(theils nehmen Englisches Zinn) wohl calcionirt oder gebrannt werden; und wann diß Gemeng mit dem Saltz und Sand zusam⸗ men gesetzt und gemacht ist, und man solches mit einander wieder ei⸗ ne Zeit calcionirt, ehe mans schmeltzt,(so in 12. oder 16. Stun⸗ den geschehen kan, nachdem viel Saltz und Weinstein dabey ist) so wird es um ckein geringes besser und schöner. Und so viel von der weissen Glasur, die ich zum Theil selber gemacht, zum Theil aber von denen Glaßmahlern und Holländischen Töpffern eigentlich machen sehen. Fiaolgen die gelben Gläser. XNXIV. 9 Nimm Spieß⸗Glaß und Zinn, jedes 2. Pfund, Bley 3. Pfund(an⸗ dere nehmen jedes gleich viel) dieses wird zusammen wohl caleionirt, und zum Glaß geschmoltzen, es ist schön gelbe, auch sehr milde und fluüͤssig. ö LXV. Ein ander gut Gelb. Nimm Minie 3. Näpffgen, Ziegel⸗Mehl 2ꝛ. Näpffgen, Bley⸗Aschen 2. Napffgen, Sand 1. Näpffgen, von der obig⸗bereiteten weissen Gläser eines, I. Näpffgen, Spieß⸗Glaß 2. Näpffgen, dieses wohl calcionirt und geschmoltzen, gibt ein gut gelb Glah. XXVI. Ein sehr schön Citronen⸗Gelb. Nimm Minie z3. Näpffgen, Ziegel⸗Mehl von schönen rothen Ziegeln drey und ein halb Näpffgen: Spieß⸗Glaß 1. Näpffgen; dieses wird zusam⸗ men in der Glaßmacher Asch⸗Ofen 2. oder 3. Tag und Nacht gelinde calcio⸗ nirt; und alsdenn geschmoltzen, gibt ein schön Citronen⸗Gelb; alleine es istzu mercken, daß hier sehr viel an denengiegelsteinen gelegen; diejenigen, die fein roth und mürbe seyn, seynd die besten; die weissen aber, als welche mehr von Thon als von Leymen seyn/ dienen hier nicht, und dieses ist bey denen an⸗ dern Orten auch zu oblerviren. XXVI. WM Wel. VI 10 Sadhs landet vihy/ der 16. C Wbeh ishint von det wi Kabet vonde: machen shgn lehz. Nublo Haaleont eundstst / Bleys essenl Hleglanm Tothen Z Kowidhsto gelndergle elbr alahte REN wechenth tbeydenthe MII Töpffer⸗Glasur⸗und Mahlwerk. 391 XXVII. Noch ein fein Gelb. Nimm 7. Näpfflein Aschen,(bedeutet allemahl Bley⸗und Zinn⸗ Aschen, zusammen calcionirt, wie bey den weissen gedacht) Spieß⸗Glaß 1. Näpffgen, schmeltz es zusammen. ö XXVIII. Ein anders. ö Nimm Weiß⸗Glaß 4. Näpffgen, Spieß⸗Glaß r. Näpffgen, Minie 3. Näpffgen, Eysen⸗Sinter ein 50 Napffgen/ schmeltz es zum Kuchen. Noch ein anders gelbes Schmeltz⸗Glaß. Nimm Schlieff von Schleiffstein 4. Näpffgen, Minie 4. Näpffgen Spieß⸗Glaß 2. Näpffgen, dieses wohl untereinander gemischt, und ge⸗ rieben, man darff es eben nicht sageren⸗ 191 Noch ein gutes Gelb. Nimm Kießlinge oder Stein 16. Näpffgen Eysen/ Feyligt ꝛ. Näpf⸗ gen, Glette 24. Näpffgen, zusammen geschmeltzt. XXXI. Ein schön Licht⸗ Gelb.—.— NVimm Minie 4. Näpffgen, Spieß⸗Glaß 3. Näpffgen, Aschen z. Näpffgen, Glaß 3. Näpffgen, schmeltz es zusammen. XXXII. ö Gold⸗Gelb. Nimm Minie 3. Näpffgen, Spieß⸗Glaß 2. Näpffgen, Eysen⸗Röthe 1. Näpffgen, schmeltze es in Kuchen, reibe es klein, schmeltze es wieder/ und das thue zu viermahlen; so hast du schön Gold⸗Gelb.** XXXIMI. ö— Ein ander Gold⸗Gelb. 8—5 Nimm Minie und Spieß⸗Glaß jedes 2. Loth, Eysen⸗Röthe r Loth/ schmeltze es 4. oder 5. mal. I ö Noch eine schöne Gold⸗Gelb. Nimm Bley⸗Asche 3. Näpffgen/ Kießling ꝰ. Näpffgen, Ogger⸗Gelb 1. Näpffgen, Spieß⸗Glaß 1. Näpffgen, Weiß⸗Glaß u. Näpffgen, cal⸗ cionirt und geschmoltzen, gibt ein schön Gold⸗Gelb. IA WMuinmweißGlah. Nopsthen, Miuie und Mesng⸗Staub oder Fel 392 Von der Holländischen Kunstreichen, weissen und bunten —.— XXXV 3975— Noch ein rein gelb Geschmeltz. „Nimm Bley⸗Asche und klaren Stein jedes 12. Näpffgen, Eysen⸗ Feyl. Näpffgen, 2. mahl geschmoltzen. 85 Erinnerung. 2 „ Alle diese Bereitungen, ob sie wohl fämtlichen gelb, so hat doch eim jede ihre eigene Coleur oder besondere Farb, nicht allein im Schmeltzen, sondern wann es auch geschmoltzen und gerieben, auf⸗ getragen und eingebrannt worden; ja eine jede wird ihre besondere Art, so wohl was die Coleur, als den Fluß betrifft, behalten; und ob auch einige gleich in der Coleur überein treffen, so discrepiren sie oft desto mehr in Fluß, da eine Composition leichter oder härter fleust als die andere, woran den Künstlern oft viel gelegen. Eine solche Bewandniß bat es auch mit den andern Coleuren. Von grünen Schmeltz⸗Gläsern. ö Grün auf Weiß. Nimm Kupffer⸗Asche 2. Näpffgen, von den gelben Schmeltz⸗Glaß, welches du wilt, auch 2. Näpffgen, schmeltze es 2. mal/ du darfsts aber ja nicht dicke mahlen, sonst wirds zu dunckel. XXXVVII. Ein anders schön Grün. Nimm Schiefer⸗Grün r. Näpffgen, Mesfing⸗Feylig von denen Nad⸗ lern 1. Näpffgen, Minie r. Näpffgen, Venedisch⸗Glaß 1. Näpffgen, schmeltz es, so hast du sehr gut Grün, man kans auch, so man will, ungeschmeltzt gehrauchen. ö 2 XXXVIIIł. Ein anders. EI Nimm Minie 2. Näpffgen, Venedisch⸗Glaß 2. Näpffgen/ Messing⸗ Staub. Näpffgen, schmelhe es und gebrauchs. Noch ein sehr gut Grün. W 4 jedes Mu S WN saum v Rsud mialaẽ Poesuns n Wuos fh D huth — yfhe Osy b„ icht d aleh u Rericben, 6 bsonde 0 lt tenz; ug crepiten st hirtt f Eik h l. nt ö darffeches 1 90 fensüe „ MM odtkcf Nimm ů—— 12.. I..0 aut Wuhen, ⁰hο Töpffer⸗ Glasur⸗und Mehlwert. 4e Jedes auch Brpffhen schmeltz es, sto se es kliꝛ, nimm derselben Farb zwey Näpffgen voll, und ein Näpffgen Schiefergrün, so hast du eine grüne Co⸗ leur auf Glab..05 Die beste Grüne. Nimm der vorgehenden gelben Gläser, welche du willt, ein Theil, der nachfolgenden blauen Gläser gleich viel/ reibe unter einander, so wirst du die schönste Grüne haben. E rinnerung Mit Zusammensetzun derer beyden, als blau und gelben Farben, kan man, nachdem man eines viel oder wenig nimmt, sehr vie erley grüne Coleuren machen: und weil denn dieses eine Farbe, die gäntzlich aus jenen beyden besteht, so ist hier auch nicht nöthig mehrere Com⸗/ yosita zu setzen. Von blaumn Glasern. Ein schön blau Gah zum Mahlen. Nimm Bley⸗Aschen ein Pfund/ reinen Sand von Kießlingen 2. Pfund, Saltz zwey Pfund, weis calcionirten Weinstein ein Pfund Venedisch oder ander fein Glaß ein halb Pfund, Zaffera ein halb Pfund, schmeltze es zusammen, und lösche es im Wasser, schmeltze es wieder, und die ses muß man zu etlichen malen wiederholen; man muß auch dergleichen Procedere mit allen Schmeltzgläsern wo We nstein zukommt, vornehmen, denn solche sonst zu viel Saltz behalten, und ungestalt in Mahlen werden; auch ö muß man dieses Gemeng, wenn es recht schön soll werden, einen oder 20 * und.—. im Gaß Ofen calcioniren. Ein ader 1 Glaß. Nimm Weinstein ein Pfund, Aschen oder Peerte ein Diertels⸗ Pf. Zaffera ein Loth, reinen Kießel⸗Sand ein Virtels Pfund, es/ und Derfe ferner damit, wie nächst oben d *ie XIIll, Noch ein fein blau Mahler⸗„Glaß. nimm EEEI——— N s‚.‚..— 93 nimm dazu Saltz 5. Pfund, RucSaw Pfund, 14250 1. Pf no/ Weinstein und Venedisch Glaß 1. Pfund, 3—— und caleĩoire es wie oben, und schmeltze es endlich 4— 11930 En ndend Nimm Weinstein 1. Theil, Saltz 2. Theil, Kießling 1. Theil, Bley⸗ Asche und Zaffera jedes 1. Theil, mit diesen, wie mit den andern oben, perfahren und geschmoltzen. XLV. Noch ein ander blau Glaß. Nimm Bley⸗Asch 1. Napfigen, Sand 3. Näpffgen, Zaffera 1. Mupsen man kan auch in Ermanglung der Zaffera nur blaue Smal⸗ te nehmen. I. W. Noch ein anders. Bley · Glett a. Pfund/ reinen Stein1. VeertelsPfund, Zaterae ein Viertels⸗Pfund, dieses zusammen klein gerieben wird vermischt/ und nach Whane P geschmoltzen. 1——6 Noch dergleichen. Nimm Bley⸗Glett 4. Pfund, reinen Stein 2. Pfund Zatkera 1 caleinirt und eschmol en. v. 8 XLVIll. Dito ium Vlev⸗Al⸗ hen 8. Loth, S and 6. Loth Zafferaz. Loth, Wein⸗ stein. Loth. rein n Glaß 2. Loth, gese 4091 und wie Lanen Wiolen⸗ Blauuĩ‚» Nimm Weinstein 12. Näpffgen, Kiebling Woshn ‚ Zaffera I2. Näpffgen/ koche es wie oben. L. Noch ein Volet. Wennsein. Loth/ Bley⸗Asche 4. Loth, Kießlinge 10. votß/ Lallera 8 25 102„Braunstein ein hai, Quintgen, nach 7115 5 hereitet. Erinnerung. Diese blaue Fatben allzusammen, dienen so wohl deuen* E — 9.9.——— —.———ß——ß7—. — VE U5 K H y Obudg ün 21. I H.lechnt hel, V ban gh, Zie aue S Zifen misht, M Zasfuun h/ Mh reh. Aun 3 Asfuth 206 sn „Dopffer⸗Glasur⸗und Mahlwerck. 395 fern als Glaßmahlern, es ist aber hierbey zu mercken, daß in de⸗ nen meinsten zu viel Zatkera ist; dieses aber nicht ohne Ursach: Denn etliche dieser Farben werden gantz dünne üder andere Farben gemacht, wann solche dann nicht dick⸗blau seyn, so lassen sie sich nicht wohl über denen andern Coleuren; doch kan ein jeder nach seinem Belieben die Farben mit der Zaffera mindern und mehren, wie es ihme ge⸗ fällt; sonst aber gehen sie alle richtig an, und seynd so wohl von mir als von andern genugsam bewährt erfunden worden. Von rothen Schmeltz⸗Farben und Gläsern. Ein feines rothes Glaß zum Mahlen. Nimm Antimonium 3. Pfund, Silber⸗Glett 3. Pfund, Eysen⸗ Most 1. Pfund, aufs allerkleinste gerieben, und damit gemahlt. —— LII. ö ö Ein anders dergleichen. Nimm Spieß⸗Glaß 2. Pfund, Silber⸗Glett 3. Pfund, gebrannten Eysen/Rost r. Pfund, handle damit wie oben. LIII. Ein noch besser Roth auf Gläser. Nimm Stücken von Holländischen Glaß⸗Scheiben, reibe solche un⸗ begreifflich klein, darnach nimm auf die Röthe gebranten Vitriol, oder vielmehr das Caput mortuum desselbenzlaug das Saltz daraus mit warmen Wasser/ und thue dasselbe nur auf die Seiten, denn es dient nicht hierzu, die Röthe aber/ oder(wie es einige n ennen) die todte Erde, aus welcher das Saltz gelauget ist, nimm und reibe es nur nach deinen Augenmas un⸗ ter das zu erst schon geriebene Glaß; so wirst du eine köstliche rothe Farbe auf Biaß erlangen, nimm nun solche/ und mahle damit und brenne es ein, so wirst du sehen was du hast. 32r 78 8 Erinnerung. IRZe rothe Farbe auf Glaß ist bißhero wenig gesehen wor S den, wovon du in deß Neri Tractat und meinen Anmer⸗ 3 5 dd 2 Inngen —.—. a———————.— —— ————————3——8——————.——— * 2 u 2 IN „Näpffgen, zum Kuchen gegosfen. 7 pffgen, ch gegoffen 396 Ven der Hollä⸗dischen Kunstreichen, weissen und bunten ckungen darüber als in dem ersten Theil, wie auch bey dieser zweyten Edition in der Schutz⸗Schrifft zu Ende dieses Wercks eine mehrere Nachricht findest; ich habe hierbey gerhan was zu thun ist, alles aber zu entdecken ist die Zeit noch nicht kommen. Von allerhand dunckeln Farben und Schmeltz. — Gläsern. ILV. Purpur ⸗braun Glaß. ö Nimm Bley⸗Aschen 15. Näpffgen) reinen Stein 18. Näpffgen, Braunstein 1. Näpffgen, weiß Glaß 15. Näpffgen, dieses a 8 kleinste ge⸗ rieben und geschmoltzen. — Braune Glasur. Bler⸗Asche und reinen Stein, jedes 14. Näpffgen, Braunstein 2. Näpffgen zum Ku hen geschmolken Eine andere braune Farb auf Glaß. Tley. Asche 12 Napffgen, Braunstein 1 Näpffgen, diesee geschmoltzen ist gantz milde wie Wasser. LVII.— . auf Weiß zu Riir* Braunstein 2. Näpffgen, Minie und Weiß⸗Glaß jedes ein Nä schmeltz es 2. mal. E, ö Napffgen; LVIII.— Eysen⸗Farb⸗Glaß. Nimm Glette ry. Näpffgen, Sand 14. Näpffgen, Kupsser⸗Asche f. Näpffgen, ca leinirt und geschmoltzen. LX. Ein anders der gleichren Glette 12. Näpffgen, reinen Stein 7· Näpffgen, Kupffer⸗Asche auch 4* 46— Schwartze Glasur. 2 E Nimm Bley/Asche d. När sgen, Eyser⸗Fehl. 3. Närffgen/ agste ——— e es munshirz i Nstt + at 0 Töpffer⸗Glasur und Mahlwerck. 397 Asche. Napffgen/ Zaffera 2. Napffgen/ dieses wann es geschmolten, wird halb Braun⸗Schwartz, soll es aber noch schwärtzer seyn, so nimmt man nur mehr Zaffera darunter. Schluß⸗Erinnerung. Jese und alle obgemeldte Farben, vom Anfang biß zum Ende⸗ seynd sowol denen Töpffern, als Glaßmahlern dienlich; daß ich nun so viel von einer Farbe gesetzt, ist die Ursach, daß ich bey einem Töpffer oder Glaßmahler diese, bey dem andern eine an⸗ dere gesehen, gefunden und auch selbst erfahren habe: Zudem seynd auch soiche einerley Farben, dennoch in ihren Grad unterschieden; hoffe gleichwol nicht, daß den Verständigen die Wahl eine Quaal werde seyn; diß aber hoffe ich wohl, 1 nicht leicht ein einiges Stück unter diesen 60. Experimenten soll zu finden seyn, so nicht Practi⸗ cabel, oder dem Künstler nachzumachen fehl schlagen wird; was hier noch einigen möchte zu dunckel seyn, kan der erste Theil dieses Wercks, und sonderlich meine Anmerckungen, über den Neri völlig erleutern. Es würde zu viel werden, wenn man alles allemal wiederhohlen soll⸗ te/ es ist ohne diß manchmal wieder Willen geschehen. Der geneigte Liebhaber nehme also vor Lieb, und gebrauche solches zü ilen, Hesen. e 398 Vom kleinen Glaß⸗Blasen Folget In Zugabe 892 Ein Eeigentlicher Bericht Som kleinen Glaß⸗Blasen/ so mit der Lampen geschicht. S ist dieses kleine Glaß⸗Blasen, so mit der Lampen geschicht, ob zwar nicht der nützlichsten, doch eines der allerzierlich⸗ sten Stücke der gantzen Glaß⸗Kunst; womit gewiß mancher⸗ ley Ergöslichkeiten anzustellen. Was es aber vor eine Be⸗ wandnis mit dieser recht netten und nobeln Arbeit habe, will ich hiemit rölich, jedoch klar und warhafftig berichtern: Dian muß sich erstüch une Arzahl Stangelchen oder Röhrchen, die inwendig hohl, auch zum Theil Massio seyn, aus guten und reinen Crystallinen Glaß und von allerlen Coleuren, auf einer Glaß⸗Hütten bestellen und machen lassen, die Stücken von zerbrochenem Venedi⸗ schen Glaß seynd hiezu am dienlichsten. Wann nun dergleichen fertig und bey Handen, so hat man solch einen 1• oder Werck⸗Stelle von⸗ nöthen, oder in Bereitschafft, gleich wie hier in der Figur angedeutet und vorgestellet wird; um einen solchen Tisch können nun 4. und mehr Personen auf einmal arbeiten, nur daß ein jeder eine solche Lampe, wie Lit. B. ausweiset, vor sich habe; welche Lampe mit Rübsen⸗Oel, oder dergleichen, was ein jeder brennen will, angefüllet, und mit ei⸗ nem starcken Dacht, von gesponnener Baumwolle versehen senn mus, unter dem Tisch ist ein guter Blasbalge wie Lit. O. zu sehen ist: Wenn nun einer von denen Arbeitern den Tritt des Balges so Lie. E. ist, tritt, so gibt der Blasbalg D. durch die dazu geleitett *** 4⁰ Wrnsshstyrnmmyynmunmunin ymympuynonsunn NN V* eee—2 2 Rgs Ilrin Uif manche Wre Hichhe Miichj Hasi N LE ichen fanh Sull u augehalt Iud he, iheOi, ö—— — ᷓV DTVP'“ 0 5 hel sch ä ü , Hch ——— ———— N n 4 17 2/ IU 0 UU i e at u sehr 30. mit der Lampdde. 3099 blecherne Röhren, so unter den Tisch A. verborgen, seinen Wind her⸗ auf, wie C. anzeiget, nur muß in das Loch oder Röhre C. noch ein ander Röhrchen gefüget und gestecket werden, welches Röhrchen forn krumm, und ein kleines rundes Löchlein hat, damit man durch den Wind eine gantz spitzige und concentrirte Ilamme von dem Licht auf das Glaß werffen und bringen könne, gleichwie die Goldschmie⸗ de dergleichen Art Röhrchen zum Löthen gebrauchen; ein solches Röhr⸗ chen, wanns auch nur mit dem Mund geblasen wird⸗ gibt so eine spitzige Flamme, und vermittelst derselben so eine scharffe Hitze, daß man auch damit das allerhartflüssigste Glaß weich machen kan. Wann man nun ein solch gläsern Röhrchen, von welchem hier Anfangs gemeldet, an einem Ende, auf solche Weise weich gemacht, und an dem andern Ende darein bläst, so kan man es in Kugeln und allerhand Dinge formiren; wer nun hier das Zeichnen und Posi⸗ ren wohl versteht, der kan auf diese Weise in das Glaß, was er nur will, posiren, als Bilder, Figuren, Crucifle/ kleine Gefässe ꝛc. ja was man nur erdencken kan; wozu man denn auch kleine Zänglein, und von Draht zusammen gebogene Klüfftlein haben muß, damit man es darzwischen fassen, und zu Zeiten, wann man in der andern Hand was hat, das man daran posiren will, das erste damit halten und regieren könne, weiln alsdenn beyde Theile in die Hitze zusam⸗ men gekehrt, und aneinander müssen gesetzt werden. Die Röhre als C. geht vor eines jeden, der am Tisch sitzt seine Stelle oder Lampe herauf; G. ist ein Röllgen, in welchen der Strick geht, der den Blaß⸗ balg zeucht. FE. ist ein blechern Trichter(einige haben ein dergleichen höltzern Camminchen) mit einer Röhre, durch welche der Dampf und Dunst, von der Lampen hinaus gehet; diese gantze Kunst muß durch die Ubung, oder von einen wogl erfahrnen Meister erlernet wer⸗ den. Es stecken wohl einige arldere Nutzbarkeiten darhinter, sonder⸗ lich ist eine solche Werckstelle einem Chymico zu vielen Dingen nütz⸗ lich; ich will aber nur dieses unter vielen melden: Es kommt offt, daß man ein gar weniges metallischen Kalch oder dergleichen hat, welches man gerne zusammen schmeltzen und was vor ein Metall schen ehen 1 10⁰— Vom kleinen Glaß Blasen mit der Lampe. sehen und probiren wolte; dieses kan auf keine Weise fůglicher als auf diese geschehen, indem man nur eine Kohle ein wenig aushöhlt, den Kalch oder was man schmeltzen will darein thut, und durch ein solch Röhrchen die Flamme eines starcken Lampen-Lichts darauf blä⸗ set, es geht sehr geschwinde von statten; wie auch gleichfalls, wenn man etwas löthen will; anderer Bequemlichkeiten, wozu es zu ge⸗ brauchen, so einem jeden selbst zu bedencken überlassen wird, vor Ie dißmal zu geschweigen. Ende deß Zweyten Buchs. II—— 4 ———* 71 87 33363 28 494 229n 17*.—* * 79797 jSIIN 8r 58 ISIIS h — 24 177 13 5— 1¹1 2² 8 92˙0 ** 4 3 8* ee 4. 49 ii 8⁵1⁰ 4½%½ 0 R I ö 29 77 nn. 2²³ int Har nnur 45 4 n 33 MXIII =— FPFFRNRNC LIIX 9½6—* N/ I Deae 1 Sbeyten Theils W kh Eul Phel ö——— 0 Voollständigen fale, v— y ö V 9 d/ x 42 4 2 97 60 26 . 2 8 8 1 58 XIN 2—— Drittes Buch/ Hält in sich Funfftzig durch eigenhändige Erfahrung bestättigte EXPERIMENT und jederman dienliche NMunst⸗Vtücke/ Wie solche auf folgendem Blat Innhalts⸗ Weise können gesehen und gelesen werden. ö Zum Beschluß wird beschrieben und in der Figur vorgestellet, Eine gar vortheilhaffte und bequeme Glaschen⸗Gorme vor die Glaßmacher/ Welche sich ins Kleine und Grosse, Länglicht und Gevierdte ge⸗ brauchen, und über Tausend mal verändern lässet. 8960% 0( 8250 Se e ee PIII SISS N IV.— 2 — D E ETE ETETETETETETCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTC diesem dritten Buch, deß zweyten Theils meiner Glaß⸗ Kunst, wirst du, geneigter Leser, 50. Experimenta von al⸗ lerley Künsten befinden, die ich zwar nicht inventirt, aber ö wohl mehrentheils durch meine eigene Hände experimentirt, oder mit meinen Augen von andern exper mentiren sehen, weiß auch, daß sie so warhafftig, als manchem dienstlich und angenehm seyn wer⸗ den; den Inhalt aber selber wirst du auf folgenden Blat finden. Endlich habe ich zum Beschluß dieses zweyten Theils beygefügt, eine sonderbare neue, und noch gantz ungemeine vortheilhaffte Flaschen⸗ Forme, vor die Glaßmacher, vermittelst welcher sie allerhand kleine und grosse, richtig und ablangs gevierdte Flaschen, nach ihren und eines jeden Begehren ohne alle Mühe kormiren; ja diese einige Forme über tausendmahl verändern können. Der verständige eser wird alles zu GOttes Ehre und zu seinem Besten,(wie auch zu seines Näch⸗ sten Wohlfahrt) zu gebrauchen wissen. Vale. 3** * E — sentin, Perimenn, „woß ah Imsihne Dan frhn Afaht, y 1 He Hhand Ken hütnun izehum erwbdlg M/ — — — D 1—..——— Junhalts Registerdiets dritten Buchs Zweyten Theils, von der Glaß⸗Kunst, so in yo. aller⸗ hand Experimenten bestehet. I. Eine sehr schöne Kunst, Kräuter und allerley Vegetabilia in Silber abtu⸗ 153 giessen. ů ä II. Eine andere Art dergleichen abzugiessen. III. Einen Spath oder Späuter zuzurichten, Gold, Silber und andere Metalle darein zu giessen. IV. Gute Leimen⸗Formen zu machen, Metalle darein zu giessen. V. Ein Bergischer Stein-Guß. VI. Eysen so leicht als Kupffer zu giessen. VII. Kalt und doch sehr nett in eine Forme zu giessen. VIII. Eine feine Art geschwind zu löthen. IX. Noch eine dergleichen fast bessere. X. Gepolirten Messing eine schöne Goldfarb zu geben. XI. Den Messing weiß zu sieden. XII. Ein Wasser das Eysen zu vergulden. XIII. In Wind und Lufft zu vergulden. XIV. Kalt zu vergulden auf Silber. ö XV. Eine treffliche Helle zur verguldten Silber⸗Arbeit. XVI. Buchstaben auf Art wie die alten Münche zu vergulden. XVII. Bilder zu metalliren. XVIII. Ein Oel, die Waffen von Rost zu bewahren. XIX. Das Rost geschwind vom Eysen zu bringen. XX. Alle Metallen und Mineralien bey einem Licht zu schmeltzen. XXI. Gips lauter und schön zu giessen. ö XXII. Ein anders das Gips zu bereiten. XXIIl. Ein anders den weissen Gips zu giessen. XXIV. Kreyde wie Gips zu giessen. XXV. Gips Gold⸗Farb zu färben. XXVI. Gips grün zu färben. XXVII. Gips blau zu färben. XXVIll. Gips roth zu färben. XXIX. Gips braun zu färben. XXX. Gips schwartz zu färben. ö — Eee 2 XXXI. 4⁰⁰ 2 8 XXXI. Horn oder Helffenbein, wie Schild⸗Kröten zu färben. XXXIH. Horn oder Holtz grün zu beytzen. Bests XXXIII. Eine andere Grüne. ö ö ö 50 2V. Roth... XXXV. Eine sehr schöne braune Beytz. AXXVI. Holtz schwartz zu beytzen. ö ö XXXVII. Helffenbein⸗Schwärtze zu machen. XXXVIIl. Clavecorden und ander fein Tischer⸗Werck schön anzuspren⸗ ö gen.—— 5 XXXIX. Allerhand Holt in eine Maffe oder Forme zu bringen. ö XL. Holtz in Formen und Bilder als Gips zu giessen. XII. Eine Schrifft vom Papier weg zu bringen. Eints XILII. Eine verborgene Schrifft zu schreiben. XIIIl. Ausführliche Beschreibung, Türckisch Papier zu machen. XLIV. Ta zuzurichten, um mit einem Messing⸗Stifft darauf zu schrei⸗ en. XLV. Ein anders dergleichen. E XLVI. Schwartze papierne gute Schreib⸗Tafesn zu machen. ö ö XLVII. Schöne tief⸗getriebene silberne Schaalen mit Papier abzufor⸗ men.* XLVIII. Einem weissen Pferd kohl⸗schwartze Flecken zu machen. XLIX. Rothe Haare auf dergleichen Art schwartz zu machen. Hoclte L. Ein Pferd geäpffelt zu machen. W Beschluß. W Von einer FlaschenForme vor die Glaßma. cher, welche sich über tausendmal verändern 00 ö I1 93 000 .— DDE Do 338 405 Das Dritte Buch Bestehet in Funfftzig sonderbaren und durch eigene Erfahrung bestättigten 5 NMützlichen Hunst⸗Stucken üün EXPERIMENTEN. 0 Eine sehr schöne Kunst, Kräuter und allerley Vegeta⸗ , bilia durch sonderlich dazu bereitete Formen in Sil⸗ Hraufssh ber abzugiesfen. Erstlich: O(Ott du nehmen einen guten reinen Spath list eine gewisse Erde oder anier ahysz Minera, die wohl zu bekommen) denselben must du gantz klein zer⸗ stossen; hernach nimm einen Kessel von Kupffer oder Eysen, thue , den klein zersiossenen Spath darein, und röste solchen über dem Feu⸗ er wohl/ so zergehet er wie ein Wasser; rühre ihn, so lange er üͤber dem Feuer ist/ stetig um, biß daß er wieder so hart wird, wie zum ersten, da man ihn über das Feuer gesetzt hat, gleich solches der Spath zu thun pñ̃egt, darnach thue ihn herunter, und lasse ihn erkalten. ö Zum andern. Nimm ein Theil diefes obgemeldten gebrannten oder geröst⸗ und zuge⸗ richteten Spaths/ und 1. Theil Federweiß, stosse und reibe solches klein un⸗ tereinander, und geuß Zeltlein daraus, lege solche ferner ins Feuer, und lasse sie gluen; nimm es darnach heraus und zerstosse es wieder klein. Wenn du nun formen willt, so nimm ein Theil dieser gebrannten und wieder zerstosse⸗ nen Zeltlein, und noch einen Theil Federweiß, reibe es durch einander gantz klein, und nimm deß gebrannten Spaths wiederum so viel dazu, als der Zeltlein und deß Federweisses ist/ reibe und rühre es abermal wohl durch einander.. Zum Dritten. Wann du nun, von diesem wohl und mit Fleiß bereifeten Spath et⸗ was formen und giessen willt, so nimm einen reinen Töpffer⸗Don, und mache 238 CEee 3 Zärg⸗ O 4⁰⁶ Funfftzig sonderbare Kunst Stücke Zärglein davon, so groß als etwan die Blumen oder Kräuter seynd die du wilt giessen, wann aber die Blumen oder Kräuter so hoch, daß man das Särglein so hoch nicht machen kan(denn wenn der Lette oder Leime so hoch sol stehen, so setzt er sich krumm) so lege das Kräutlein auf die Seiten, doch daß es unten den Boden nicht berühre, auf daß der Fluß wohl kan darunter kommen; mache alsdenn das Zärglein darum. Wann du nun jetzo den Zeug willt über die Blume giessen, so solt du zuvor das Blümlein mit einem guten Brandwein anfeuchten, wie auch gleichfalls das Zärglein, oder S ärg⸗ lein, alsdenn solt du solches mit dem obgelehrten pulverisirten Zeug allent⸗ halben belegen, und sachte beschutten, und wanns über und über ausgefüllet, must du es fein sachte klopffen, so setzt es sich woohl, und legt sich auch der Guß an allen Oertern an. ä** Zum vierdten. Wenn nun der Zeug gestanden ist, so lege die Normen in kalte Kohlen/ und thue darauf glüende Kohlen, damit solches durch die Hitze von oben hin⸗ ab wohl erglüe und schmeltze, lasse es hernach immerzu gemachsam erkalten, dieses wäre nun die rechte Forme. ö Zum Fünfften. Nimm einen gelben reinen Leimen, und so viel klaren reinen Sand,auch ein gut Theil klein⸗gezupffte Scheerwolle; diese drey Stücke lasse wohl un⸗ ter einander klopffen, darnach mache einen Guß davon, und bestreich die For⸗ men mit dem Leim; thue es wieder ins Feuer, daß es durchaus glüend wird/ darnach geuß das Silber im Namen GOttes darein. Zum Sechsten. ö Nimm Weinstein, so aus dem zerflossenen Weinstein⸗Saltz gemacht wird, und schabe darein so viel Salarmoniacum als du willt, doch auch nicht gar zu viel, sondern daß es wie ein Mus oder Vrey wird, dieses ist ein guter —11 auf Silber; wirff davon auf Silber wenn du giessen willt, so wirds chön geschmeidig. n um Siebenden und Letzten. Wann du den Zeug so rein wilt aussieden, so begeuß das Silber mit guten Weinsteinöl, und lege es auf glüende Kohlen, glüe es wohl, darnach lehr es 01 Weinstein, darein auch ein wenig Saltz gethan, wie bekannt und 1—7 rauchlich ist⸗ 0.. Auf WII I Iclst A Rn a R Ee Setend Hlfandamt n Fin mlinmteng linobaSih angeug alh Herautgesh Hauchdughz nate Kosch ebonobenhh Sfamerth NSalhgah Hasse pohlun reich defth HTLI ahet caucnht istengte 1 πριμι˙. Cibernt Ham tamntud VMW und Experimenta. 4⁰⁷ H.*05 Auf eine andere Art/ räuter und Blumen adzugiessen. Wdu der vorige Proceß desto besser erkläret wird. Zum Ersten. Imm Alabaster der wohlgebrannt ist also, daß seine Feuchtigkeit gar de rauchet sen/ stosse denselben in einen Mörfelzu delranen⸗Cr, ihn durch ein Haar⸗Sieb; hernach nimm gleich so 2 Hyoued 15 wie man solches an einigen Orten in Adetehen nateeden. 525 2— 7 en 7 2 5— einem Ziegel⸗Ofen ungefehr ein d. Wilieh dochni jel als der ob öe ö ö och nicht so viel als der ob⸗ mosum, oder Feder⸗weißnach deinem Belieben, dock. berührten Stuckenz weiter thue darzu 05 aisch t derbrdenhten 5 93 151 IX 1 man das Ooltz x H9t anzustreichen„/u vermisch e ö Materie, auf da die Stücke, so dazu kommen, unkentlich werden. ORRNARe ö Sun andern.* 96.— 2 Nimm diese Materia, feuchte s—.1—— einem EStemmaht 1 1107 ⸗ 5 as iani ste sey, reibe es auf einem wol nen Wasser, das ja nicht feiste sen, rei ees auf e ne ö che wohl fliesse darnach mache eine Forme von ander, also daß solche wohl fliessend werde; 81/ Die mtanein demtentheiß N e ö e Materia, die man ein Zement heis⸗ Töpffer⸗Leimen, in welche man die obige M Diemn desto fůg Riehe„Dachl Japier darunter, auf daß man die Forme desto füg⸗ set, giessen kan; doch lege Papier da ö umöge enn von dem abgeriebenen Ze⸗ licher von der Tafel thun möge. Geuß alsdenn Insobwerd i. ig in die Forme/ und lege das Kraut, so abgegossen soll werden, ment ein wenig in die Forme, und lege das Kraut, so a Stängel und Blät⸗ ö nt, unterscheide fei ein nglein die Stängel und Blä in das Zement, unterscheide fein mit einem Zane 1 terchen In dem aber das Zement e mrnrni so tauche das Kraut in eine gute reine Lauge,—— nd mache ement; geuß solgends das Zement so viel als nöthig darüber, und mach Zement; geuß folgends das Zement so viel 1 Me⸗ Die eR Rn ein hernachmals das Me⸗ die Forme zu,doch lasse ein Löchlein am Halse, dar 107 V sa mird tallmag Lenden werden. Diese Forme sahe aneinen trockenen sume ahez olche in einer halben Stunde so hart, daß man sie gar woh zum Feuer thun, und ausglüen kan. 916 30 Zum Dritten. D Wannnun das Kraut m Zement ausgebrannt, sanmman I lich auf das Regiment deß Feners gute dder Halt neo 405 ECache wohl vorsehen, daß die Widerwärtig ei 41—. 0 in nicht zerrütte noch vei derbe; darum muß man die Forme nicht plöt Taher 4⁰⁸ Funffzig sonderbare Kunst Stücke Feuer rücken, sondern allmählig erkalten lassen; wann solche nun erkaltet, so must du die Asche vom gebrannten Kraut, entweder durch Anziehung deß Athems, oder mit einem Blasbalg/durch Aufhebung desselben Obertheils, herausziehen; man kans auch mit einem dazu geformten Glaß/ wie auch mit Quecksilber verrichten. Wann dann solches geschehen ist/ so kehre das Löch⸗ lein uber ein Kohl⸗Feuer, und brenne es so lange, biß die Forme inwendig die Röthe und Gestalt deß Feuers verliere, also, daß, wann man ins Löͤchlein sie⸗ het, welches denn sonderlich vonnöthen ist, solches schön weiß als Silber scheine; alsdenn giesse das Metall hinein und wirff die Forme gantz ins Wasser, damit 2— sich wiederum auflöse. Nota. Man muß auch gleichwohl einen Unterscheid halten, auf daß die Stengel an denen Kräutern, so abgegossen sollen werden, nicht gar zu subtil seyen, damit die Subtiligkeit den Einguß nicht verhindere. Das Silber, so man giessen will, muß sehr wohl oder leicht⸗ flüssig seyn, derohalben wenn mans giessen will, pflegt man Wiß⸗ muth darunter zu thun, welches es sehr flüssig macht. Letzlich ist nochmahl zu erinnern, daß sa die Forme recht heiß seye, in welche man das Metall giessen will. ö II. Einen Spath zuzurichten, in welchen sich Gold, Sil⸗ ber und an dere Metalle giessen lassen. Erstlich: Nimm Spath so viel du wilt, thue solchen in einen unverglasurten Hafen, vermache den Hafen oben mit einem Deckel, und verlutire denselben auch allenthalben wohl mit guten Leimen; lasse ihn in einem Hafners⸗ oder Töpffers⸗Ofen brennen, so lange als sonst ein Hafen brennen muß. Dar⸗ nach so er gebrannt ist so nimm den Spath, reibe ihn auf einem harten Stein fein klein und subtil, folgends schwinge ihn durch ein Sieb, in ein sauber lau⸗ ter Wasser; darnach seyhe das Wasser herab, und reibe den Spath noch viel kleiner auf den Reibstein, und laffe ihn also an der Sonnen dder hintern Ofen trocken werden. ö Zweytens. So der Spath nun wohl getrocknet 3. Pfund schwer ist/so nimm 6000 2 alar⸗ Raui 8öb dsas 6. hess g. e Ban/ e — ehun iN Wthugtt inOahch Wieguchnnt ehreg he Hwendgg ihsLödtesz veiß ale Ei Oime ganß u„ ufdah en/ nihige herhnder R1S0 t um M m dac H 300,E6 dherglastth tite denshen afhers cle Huß. Dh arleSih alberlal Cpothpih Herhneh Iu2N und Experimenta. 4⁵⁰ Salarmoniac, 2. Pfund Weinstein, x. Pfund Vitriol, thue dog unter⸗ einander, in einen oder 2. Töpffe, geuß ungefehr 7. Maaß lauter Wasser also warm, und mache den Spath damit an, doch daß solcher nicht gar zu dünne werde, mercke, wann er sich lässet ballen, so hat er zum er⸗ stenmal genug. Hernach giesse wieder Wasser über die zurückgebliebene Materia, die noch im Topff ist; lasse solche wiederum wohl einsieden, und mache den wieder getrockneten Spath abermahl mit den selben Wasser gantz warme an. Geuß folgends noch einmahl lauteres Wasser über die Ma⸗ teria, und lasse ein Theil einsieden, mache auch mit denselben den Spath zum drittenmahl warme an; so denn solcher zum drittenmahl angemacht, so lasse ihn auch wiederum hintern Ofen trocken werden. Hernach thue den Spath wieder in einen Topff der unverglasurt ist, vermache solchen wie oben erwähnet, und so er gebraunt ist/ reibe ihn auf einen Reibstein, so ist er recht. Zum Dritten. So nun der Spath also bereitet ist, so nimm Salarmoniae, thue solchen in ein Glaß mit Wasser, in das Glaß soll ungefehr ꝛ2. Maaß gehen, deß Salarmoniaes thue so viel in das Wasser, als solches in der Wärme solviren und halten kan; laß es eine Stund oder 2. zugebunden stehen; dar⸗ nach nimm deinen Spath, mach solchen mit diesein Wasser an, biß er sich lässet ballen; alsdenn forme ihn wie du wilt; wenn du nun drein giessest, so muß die Forme wohl glühend seyn, must auch sehr heiß und eylend giessen. Es lässet sich aber hierinnen weit anders und besser, als in die gemeinen For⸗ men giessen. Mercke auch, im Fall du etwan hast Bley gegossen, und wilt nach dem Guß das Bley schwartz machen, so nimm nur Sckwefel und Bäumöhle, reibe solches mit einem wöllenen Tuch wohl ab, so wird es schön schwartz werden. 8 Wie man gute Leimen⸗Formen machen, und Messing oder ander Mektall darein giessen soll. Nimm einen guten und saubern Leimen, wie ihn die Zinngiesser ge⸗ brauchen, thue darunter Scheerwolle von Barchend, oder sonst aufs kleinst zerzupffte Baumwolle, auch einen sehr reinen und kleinen Sand; so aber der Sand nicht rein und klein genug wäre, so soll solcher gewaschen, und auf einen Reibstein klein gerieben werden; mach mit diesen beyderleyen deinen Leimen an, damit er seine rechte Consistenz in der Dicke habe, und nicht mehr feist sey; man 406 aber solchen Leimen nicht mit Wasser/ son⸗ dern mit starcken Bier anfeuchten, formier darein was du wilt, und so du giessest, so soll die Forme wohl glüend seyn. Fff Nota. 4¹⁰ Funfftzig sonderbare Kunst Stücke Nota.— Wann der Guß soll recht fein fallen, so müssen die Formen fein geäschert, das ist, mit einer geschwämmten Asche inwendig ange⸗ strichen werden. V. Ein Bergischer Stein⸗Guß. ö Man findet zu Bergen in Norwegen einen dünnen weissen Stein/ der sehr leicht ist, man nennet ihn daselbst Pumes, nimm solchen, PVes thuts auch wohl NB. der gemeine Bimßstein) und thue dazu von den weis⸗ sen Alabaster Stein, brenne sie beyde in einen Töpffer⸗Ofen wohl, und zwar in einen grossen wohl verlutirten und bedeckten Topff darnach nimm ein lauteres warmes Leim⸗Wasser, giesse es darauf, biß es die gebührliche Consistenꝛꝝ habe, und forme damit, so hast du einen Guß der immerzu währet, ist auch am Gewicht sehr leicht, man kan auch Eysen und Mes⸗ sing darein giessen. 0 Eysen zu giessen. Nimm klares Eysen⸗Feylig, wasche dasselbe gantz rein, erstlich mit Lauge, hernach mit Wasser, mische darunter halb so viel gepulverten Schwefel, thue es in einen Tiegel, gieb ihn gut Feuer, biß es wohl flies⸗ set; wie es denn auch so leicht, wo nicht noch leichter, als das Kupffer flies⸗ sen wird/ und lässet sich wann recht verfahren wird/ sehr rein und fein giessen. VII. Kalt und doch sehr nett in eine Forme zu giessen. Nimm feinen Sand, wie ihn die Goldschmiede gebrauchen; mische darunter Kühnruß nach Gutdüncken, mache es mit guten Rübsenöhl oder Lein⸗Oehl an, damit es sich formen lasse; was man nun hierinnen giesset, wird nicht alleine sehr nette, sondern man darff auch die Forme gar nicht heiß machen, wie sonst bey andern Formen höchst nöthig seyn muß, ja man kan das allerheisseste Metall in diese kalte Formen giessen/ nur dieses muß in Obacht genommen werden, daß der Sand recht und wohl getrocknet sey. VIII. Eine feine Art Enelich a Zinn zu löthen. Nimm Marcasit und fein Englisch Zinn, schmeltze es und gieß es über ein Blech,daß es gantz dünne werde; wann man nun will ein Zinn an das an⸗ dere löthen/ so leget man das Loth auf das Zinn, und das andere Zinmso man aran — 3 I 7 * IMe chehigar stui ⁴ Iuhng. 0lH+ R. Hegtsx. schenge duge R)„ Haost 3· Ehsenun Eit 5 6' V 7 N. —* — Inund Experimentä. 41 daran löthen will, darüber; und hält es nur über ein Licht oder gering Re dug Kohl⸗Feuer/ so fiiesset das Loth/ und wann das Zinn kalt wird, so sitzts wahng feste aneinander. IX. Noch eine dergleichen, und noch fast bessere Lothung. Nimm Zinn und Bley jedes r. LothWißmuth oder Marcasit 2. Loth/ 11 dieses wird geschmoltzen, und Wan erst gemeldt, verfahren. solchg, /6— ö‚ bon 0 Gegossen und gepolirten Machen. eine schͤne Gold⸗Farb eh tohl/ A zu geben. domachnmn Nimm gantz klein gestossene Kreyde, die nicht steinigt ist/ 9. Loth/ die gebihrit Schweffel 1. Loth, dieses mischt man sehr wohl untereinander, und rei⸗ der img bet die gemachte Arbeit/ wann sie zuvor wohl gescheuret/ damit trocken ab hsen ind M so wird solche.in einer glantzigen sehr Lau Gold⸗Farb erscheinen. Den Messing weiß zu sieden ohne Silber. Valliere erstlich den Messing rein, hernach nimm ein von denen Zinn⸗ giesern abgedrähtes feines Englisches Zinn und gestossenen Weinstein, ko⸗ 31 che hiemit den Messing in einen unverglasurten Topff/ mit reinen Wasser/ G so wird es weiß wie versilbert. Kupfers Dn Ein Wasser, das Eysen zu vergulden. Nimmaun und gemeines Saltz, jedes ein Quintlein, Salpeter ein halb Quintlein, ferner nimm 25. Gold⸗Blätter, reib dieses unterein⸗ . an der aufs kleinste, und gieß d. Loth Wasser darauf, lasse es einkochen, h hernach gieß 3. Quintlein starcken Brandwein darüber, lasse es 24. Stund Ibschsch stehen; wann man nun damit auf rein gepolirtes Eysen schreibet, so wer⸗ mmengit den gantz guůͤldene Buchstaben erscheinen, nicht anders als wenn es recht ne ru verguldet wäre; man muß aber geschwinde mit reinen Wasser nachfahren, uf En sonst wirds wieder schwartz, man kan hiemit allerley Nammen auf Rs Eysen schreiben. XIIl Hrockgetsh. ö Eine feine Art zu vergulden, für einige Mahler oder dergleichen Leu⸗ te, die manchmahl in der Lufft vergulden müssen, da man, wann der Wind gehet, die Gold⸗Blätter nicht wohl 5he 00—.—— halten kan. Iumre Nimm Zinn Folin, überstreiche 5 14 Gold⸗Grund/ und vergülde 3 sieʒ WI —.—.———..——.eie‚e‚e.e‚e‚ a12Funfftzis sonderbare Kunst⸗Stucke sie; wann man nun bey starcken Wind vergulden soll/ so muß man nur aulhen oltenr Goldgrund etwas kelbrichter als sonst laffen, und die ver⸗ gulden Folien darauf schneiden, so ists geschehen. IN. Das Silber kalt zu vergulden mit den Daumen. Nimm 2. Ducaten“, schlage solche dünne, und löse sie auf in Aqua Regis, thue 1. Quintlein Salpeter darein, alsdenn duncke reine Tüchergen darein, lasse sie trocken werden, und verbrenne sie in einem Tiegel zu Pul⸗ ver; wann man nun Silber vergülden will, so reibt man solches mit dem Pulver, vermittelst deß Daumens, so verauld es sehr schön, darnach kan mans hellen und polieren. ö XV. Eine treffliche Helle zur verguldten Silber⸗Arbeit. Nimm 3. Loth Schwefel, 1. Loth Allaun, 1. Loth Arsenicum, ein halb Gurcum, und ein halb Quintlein Spießglaß, reibe diese Species al⸗ le aufs kleinste, hernach lasse Urin steden⸗ berschaumeselbi en wol, rühre die Species nach und nach darein, lasse es ein gar wenig zusammen kochen, wer Botdsü das verguldte darinnnen sieden, bis es hoch genug ist. Wel⸗ cher Goldschmied dieses Stuckgen'recht zu gebrauchen weiß, der kan mit einen Ducaten im Vergülden so weit kommen, auch so schöne Arbeit ma⸗ chen, als ein anderer kaum mit 2. ja wohl 3. Ducaten wird thun können XVI. Buchstaben zu vergulden, auf solche Art wie an den alten geschrie ⸗ benen Münchs⸗Pergamenten zu sehen⸗ Nimm praparirten Crystall, wie man solchen in denen Apothecken n mache selbigen mit guten Gummi⸗Wasser an, und schreibe damit ein dick auf Pergament; nimm darnach ein Stuckgen gantz yures und fei⸗ nes Goldes, reibe und streiche es zu vielen malen gantz starck über das Ge⸗ schriebene /es muß solches aber zuvor wohl trocken seyn so streicht sich das Gold daran ab, und die Schrifft wird einen vortrefflichen Gold⸗ Glantz erlangen. „Bilder zu metalliren. Nimm Hausen⸗Blasen, giesse sehr starcken Brandwein darein, setze es permacht in die Warme/ so zergehts thue hernach ein wenig Safftan dar⸗ unter folgends thue dazu Metall⸗Pulver aus einer Muschel/ und 940 r ei — — uß n Vu Heh. f Lücheg Ragelg Hes mthy h/ duntch bei. senicum, eseSpetie wol Mn menkoche Rhist. M der ian ni unkonne n gh Mohhech reihedant rebs 30 ichtschg 90 0 I standab Stachot Mo F—“.—.:.— und Experimenta. 473 * Arbeit damit, mit einem linden Penselein; es muß aber solche Arbeit zu⸗ vor mit Leimwasser, darein etwas Menig gethan war, angestri⸗ en seyn gewesen. l XVIII. Ein Oel, so die Waffen und ander schön Zeug, so von Eysen und Stahl bereitet, vor allen Rost bewahrt. Nimm Bleyglette, reibe solche mit klaren Baumöl, auf einem Stein⸗ so klein, daß es gantz unbegreifflich sey, es mag deß Baumöls ein gut Theil seyn, doch nicht gar zu viel: hernach thue es in eine Büchse von Linden⸗ Holtz/ die unten so dünne ausgedrehet sey/ daß man durch sehen kan(eine solche Büchse ist im ersten Theil dieses Wercks, bey dem Beschluß meiner Anmerckungen über den Neri, da ich von den Duppleten gehandelt, abge⸗ bildet zu sehen) hänge es an die heisse Sonne, oder sonst an die Wärme; so wird ein reines und süsses Oel durchdringen, welches vor allen Rost ges nugsam bewahren kan. II. Den Rost füglich und geschwind von Eysen zu bringen. Stosse Venedisches Glaß gantz klein, hernach nimm ein dichtes Lei⸗ nen⸗Wöllen ⸗oder Hären⸗Tuch, spanne solches in eine Rahm, überstreichs starck mit Leimwasser, streue durch ein enges Haarsieb das klein⸗gestossene Glaß darauf, laß trocknen überstreichs mit Leimwasser/ streu wieder durch das Sieblein Glaß darauf, das kanst du zum drittenmal wiederhohlen, las⸗ se es letzlich wohl trocknen, hiemit kan man den Rost gewaltig herab kriegen. XX. Alle Metallem, auch die meinsten Mineralien, am Tisch, über eiß nen Unschlitt⸗Wachs⸗oder Lampen⸗Licht zu schmeltzen. Man nimmt eine gute Kohle, die fein klar ist, darein macht man ein Loch/ wie ein Schüsselchen, in der Grösse wie ein Dreyer/ hernach muß man en gutes Lampen⸗Wachs⸗oder Talck⸗Licht haben, und dabey ein krum⸗ mes Röhrchen, womit die Goldschmiede löthen; hernach thut man von ei⸗ nem Ertz, oder gefeylten Metall etliche Gran in das Löchlein der Kohlen, und bläst mit einen langen Athem, vermittelst deß gemelten Röhrchens, durch das Licht, auf das Metall/ so in der Koblen liegt, welche Köͤhlen man mit der 91 an das Licht hältso entzndet sich die Kohle um die selbe Refier, und die te vom Licht und der Kohlen, sammt der mollus von Blasen/ machen das ö Eff 3 Metall 4¹4 Funfftzig sonderbare Kunst⸗Stücke Metall perfect schmeltzen. Man kan auf diese Manier allerley curieuse Pröbgen ins kleine anstellen.—— XXI. Gips, lauter und schön zu giessen. Nimm Gipsstein, schlage solchen recht klein, nimm ihn hernach und lasse ihn in einen Backofen einen Tag und Nacht zu Aschen brennen, mah⸗ le die Aschen so klein als Mehl, thue solche in einen Zuber, und foösse sie ab/ so sauber als du nur kanst; lasse es denn trocken werden. Darnach so mah⸗ le es no h einmal, und schlage es durch ein Tuch, sauber und rein: Ferner nimm die Abgänge von reinen Pergament, seude solche in reinen Wasser 12. Stund, und immerzu reines warmes nachgefüllt, und wann sie, die Späh⸗ ne, wohl aus und gantz zu Mus gesotten seyn, so geuß es durch ein Tuch, mit diesen muß dein Gips bereitet und angemacht werden/ so wird er lauter wie Horn, hält auch sehr starck, und läst sich trefflich giessen. Ein anders, wie man den Gips zubereiten soll. Niimm die Steine von den Gips⸗Bergen, zerschlage und brenne sie in einen Backofen, und wenn sie einen Tag und Nacht gebrannt haben, so stoß sie klein und behalts. ö Wann du nun den Gips anmachen wilt zu Bildern so nimm lauter warm Leimwasser, rühre den Gips damit, und geuß deine Bildwerck. 8 XVXIll. ö Ein anders, den weissen Gips zu giessen. Wilt du Bilder giessen von Gips, so nimm gebrannten Gips, mah⸗ le ihn aute kleinste, nimm bernach klares, lauteres, heisses Wasser/ in welchen Pergament⸗Spahne seyn gekocht gewesen, würcke den Gips also warm damit an, und geuß solchen in dazu bereiteten Formen zu Bildern/ sie werden feste, schön und gut. 01.. 950.. Kreide wie Gips zu giessen. 1 zuit Essia, Handle damit ferner wie mit den Gips abgelehvt, schmiere die ocher der Formen mit Oehle /nundgiesse. XXV RR36 45• Se —p — Slalhanih HHh bimen h mdfisesich aumachsong Dreit e hen Wasan si die G Urch eindu rd er huh . V Mobtenlf anthaba nimiu laul Bidwank G, Wasee/ e a Da Sus 9mieN MI. und Experimenta⸗ 41¹5 XXV. Gips von allerhand Farben zu färben. ö Erstlich den Gips Gold⸗Farb zu färben. Nimm Erbselen Wurtz, sende dle mit Wasser wohl ein, mische un⸗ ter diesen Safft ein wenig Saffran, laß soichen mit kochen, seuge das al⸗ les durch ein Tuch, und mache deinen Gips damit an, er wird eine schö⸗ ne Gold⸗Farb erlangen.— ι XXVI. ö Gips grün zu giessen. Nimm Nachtschatten⸗Kraut, siede dasselbe mit halb Essig und Wasser wohl ein, färbe damit deinen Gips oder Stein, und hanole da⸗ mit nach Belieben. NRVIII—5 ö Gips blau zu färben. 1215 NimmAttich⸗Beer, siede sie mit Allaun im Wasser, nimm dasselbe also warm, bereite deinen Gips damit, er wird sehr schön blau. XXVIII. ö Gips roth zu färben. ö Nimm dünnes Alexander⸗Holtz/ siede selbiges sehr wohl aus mit reinen Wasser, thue ein wenig Allaun daran, und tractire damit deinen Gips ⸗/ wie oben gelehrt. XXIX. Gips braun zu färben. Nimm Brisillgen⸗Holtz, thue dazu etwas starcke dauge, und siede es mit Wasser wobl aus, färbe deinen Gips damit/ gleichwie mit denen ane dern Farben gelehret worden. X Gips braun⸗schwartz zu färben. Nimm grüne Erlen⸗Rinden, siede die mit lautern warmen Wassen und Allaun auf halb ein und thue ihm denn, wie bey denen andern Far⸗ ben gethan worden—— ö Nota. ö Wann du den Gips und das Gestein färben wilt, es sey von was Farben es sey, so muß das Wasser allezeit ein Leim wasser 1. t ö arein 4˙6 Funfftzig sonderbare Kunst⸗Stücke darein du die Farbe thust, und den Biys anmachest/ so färbet er sich nicht allein, sondern wird auch gehärtet; wann man an statt Leims wil Hausen ⸗Blasen mühmen, is,. besser. Horn oder Dreichen Schild⸗Kröten zu irben. „Nimm Scheidwasser 2. Loth, fein Silber ein halb Quintlein, lasse das Silber in Scheidwasser zergehen, besprütze erstlich das Horn oder Helf⸗ fenbein mit Wachs nach deinen Belieben, streiche alsdenn diese solution darüber, lasse es ven sich selbst trocken werden so ist das Horn an der Stelle, da kein Wachs ist hlkare 1 un und Schwartz worden. Horn oder Holtz grün zu beitzen. ö ö . Nimm 2. Theil Grünspan, ein Britt,Theil Salmiac, reibe es wohl mit und unkereinander, geuß starcken Essig darüber, und in denselben das Holtz, Horn oder Bein, 5 Wiii laß es liegen, biß es genug hat. * Eine andere Grünne. Nimm die grünen Nuß⸗Schalen, thue soiche in scharffe Laugen, thue auch etwas Vitriol und Allaun dazu, laß 2. Stund sieden, nimm Holtz, welches du haben wilt, legs erst 2. Tag in scharffen Essig; nimm hernach noch ein halb Loth Grünspan init Essig abgerieben, thue es zur Laugen, seude das Holtz wohl darinnen, so 4 0 schön grun. * Roth. „Nimm ungelöschten Kalch, geuß Regenwasser darauf, laß es über Nacht stehen/ seihe es hernach durch ein Tuch/ thue ferner hinzu ein Maaß rein Wasser/ I. Loth geschabte braune Prisilgen, lege das Holtz oder Horn darein, laß sieden, so hast du schön roth gepeitzt Holtz, es muß aber das Holtz zuvor in Allaun⸗Wasser gelegen seyn. . Eine sehr schöne braune Bet/zzʒzz. Nimm ungelöschten Kalch/ lösche solchen mit Urin, bestreiche das Holt danut; alsdenn nimm rothes Gerber ⸗Loh ⸗Wasser, wasche es da⸗ mit wieder ab, so wirds erstlich grün, daruach bestreichs wieder mit obgedachten Kalch, wanns trocken /so wasche es wis er mit Lohwaffer ab oder lasse es ein Weil darinnen liegen/ fo wirds gar schön Kuld 11 f V 90 ͤn 0 4 i sim n oteh HW· Hornag diese Ooht VHomh Wuhwohn. „kiibe b.nndaste Fesgauphe Haugeh u nimm Hah nimm henth ur dahh, HM aR Lo HIU sreiht d cheth u. wirdet m waser h hlallh. II. und Experimenta. 4¹⁷ 80 XXXVVI. 8 oltz schwartz zu beytzen. ö Nimm Nestlers⸗oder Säncklers⸗Schwärtz, thue sie in einen neuen Topff, ferner thue dazu ein wenig Salmiae, hierinnen laß das Holtz sieden, biß es schwartz genug wird, alsdenn mit weissen Wachs abgerieben. Mer⸗ cke, ein jeglich Horn oder Holtz, so du beytzen und färben wilt/ solt du einen halben Tag zuvor in Allaun⸗Wasser legen, und wieder trocknen lassen. ä ö XXXVII. 3— Helffenbein⸗Schwärtze zu machen. Nimm geschäbtes und gefeyltes Helfsenbein bey denen Kamma⸗ chern/ da du es gar wohlfeyl kanst bekommen, mache es fett mit Lein⸗Oehl, verlutirs in einen Töpffgen, setze es in ziemliche Glut/ laß es stehen biß man keinen Rauch mehr mercket, alsdenn setze es geschwind aus der Glut, in ei⸗ nen Sand, und stürtze ein ander Töpftgen darüber/ so hast du eine solche Schwärtze, daß auch nichts schwärtzer seyn kan. ö ö 1 XXXVIII.— Eine feine Manier, die Olave Cord und Clave Cimbeln, auch ander Tischerwerck anzusprengen. 2 Erstlich Leimträncke deine Arbeit, hernach streichs mit schwartzer Leim⸗ Farb ein paar mal an, wenns wohl trocken, so besprengs nach Belieben mit abgeriebenen Bleyweiß, so auch mit Leim⸗Wasser angemacht/ wenn es wie⸗ der gantz trocken/so nimm einen mit Oel abgeriebenen Grünspan, und über⸗ lasure es mit solcher Oehl⸗Farb über und über/ so werden die weissen Flecken grün, und geht nimmermehr ab. XXXIXN. ö Allerhand Arten von Hen in eine Massa oder Forma zu D ringen. Nimm die abgedrehten und abgesägten Spähngen von 3.4. J. und mehrerley Holtz, nach deinen Belieben, es muß aber klein wie Pulver seyn; ferner nimm Pergament⸗Spähne 1. Pfund, thue solches in einen Topff, und gieß halb Brunnen⸗und halb Regen⸗Wasser darüber/in welches man zuvor etwas von Nelcken und Zimmet eingeweicht hat; lasse es 3. Tage und Nacht stehen; alsdenn nimm Gummi arabicum und Tragant jedes 4. Loth, und thue das in das Pergament⸗Wasser /lasse es 2. oder 3. Stund wohl verdeckt kochen/darnach giesse es durch ein Tuch/ rühre das Holt⸗Mehhl übern Feuer darein/ daß es werde wie ein Brey/ hierunter kan man auch Farben mischen welche man will,nur daß solche nicht gifftig seyn man nimmt auch wohl klein Ggg gestos⸗ 4¹⁸ Funfftzig sonderbare Kunst⸗Stücke gestossenen Agt⸗oder Bernstein, und wirfft den darauf; thue es in eine orm wornach du es haben wilt, welche mit Mandel⸗Oehl bestrichen, laß es einen oder ⁊. Tag stehen, darnach heraus genommen und davon gedreht was man will, es hält so gut und besser als das gantze Holtz. ö r KL. Holtz in Formen als Bilder und dergleichen nach Art deß *. ö Gipses zu giessen. 0l½2 20 Nimm wie erst gelehrt, aufs kleinste rasirtes Holtz, welches, und so mancherley als du wilt/ es mag auch nur gantz schlechtes und gemeines Holtz seyn, je kleiner es rasiret, je besser es ist; richte es allerdings zu wie hiernechst gelehret worden, und giesse es in Formen, allerdings wie man das Gips helfer wo es nicht allerdings tief genug gefallen, da must du ihm etwas elffen/ du kanst allerley Bilder also giessen; hält so gut als obs aus einen Stück geschnitten wäre; kansts auch hernach mahlen und mit Lacc⸗Fürniß üͤberziehen, wie fast zu Ende deß ersten Tractats dieses andern Theils auf vielerley Arten ausführlich gelehret worden, und solche ferner poliren, so er⸗ langen sie nicht allein einen schönen Glantz sondern kan ihnen auch kein Wasser noch Regen schaden. Eine Schrifft von Pappier vollkommen wegzubringen. Nimm Spiritum Vitrioli, oder gutes Scheidwasser 2. Loth, gelben oder weissen Agtstein 1. Loth, diesen subtil mit dem Spiritu Vitrioli zurie⸗ ben, und mit einen Pensel auf die Buchstaben gestrichen, so werden sie da⸗ mit alle nach gerade gäntzlich weggenommen, man muß aber mit reinen Wasser nachwischen, sonst wirds Pappier gelbe. XILIII. Eine verborgene Schrifft zu schreiben. Fhue Galläpffel in rein Wasser/ schreihe damit/ oder wenn du auf der Reise bist, nimm nur einen grossen Gall⸗Apffel, höhle ihn bey dem Löchlein den solcher hat wohl aus/ wie ein Schisselgen oder Dinten⸗Faßthue Wasser darein und schreibe auf Pappier/ so wird man nichts sehen/ wilt du aber daß mans lesen soll, so lasse gemeinen Vitriol in Wasser zergehen, netze einen Schwamm drein und fahre über das geschriebene, so wird dasselbe schön schwartz. Wilt du aber um allen Argwohn zubenehmen gleichwoleine falsche Schrifft oder Dinte auf dem Pappier haben. so nimm nur Haberstroh/ bren⸗ ne dasselbe daß es schwartz bleibet, rühre es mit Wasser an daß es schwartz werde/ und schreibe damit⸗/ indem du nunmit dem Schwammen in Wasse sser +P +— thueefh — 0 0 Rh * Indiß belhez 106 hemeinet hn Wie hiernth nan das Hi du ihm etht bogagehe itLatt Jint rn Heha poölien s uen auch in gen. ath, Re Titriolit vetdensto V uit resth und Experimenta. 41¹9 Wasser eingedunckt über das Pappier fährest, so wischest du die schwartze oder sichtbare Schrifft damit gantz weg, und die unsichtbare erscheinet schwartz/ also, daß man solche aufs beste lesen kan. XLIII. Ausführliche Beschreibung, das schönste Türckische Pappier zu machen. ̃ Erstlich muß man eine Forme von Holtz machen lassen, die so groß ist als ein Bogen Pappier, der Bord oder Rand dieser Forme muß ungefehr 2. Zoll hoch seyn. ů Zum zweyten, must du einen Kamm von Messingen Drath haben, in welchen die Zähne oder Dräthe/ alle mahl so weit von einander stehn, gleich man bey dem Türckischen Pappier, wie weit ein Zug von einander stehet/ wohl sehen kan; solche Zähne sollen auch in gleicher Weite stehen, doch nach Belieben; wann du nun diese zwey Stück in Bereitschafft hast, so nimm Zum dritten, Gummi Tragant, gieß darüber ein gut Theil reines Wafser, lasfe es weichen, dieses muß man so dünne machen, daß mans gar wohl durch ein leinen Tuch drücken kan: Also daß es nur wie ein starckes Gummi⸗Wasser ist/damit die nachfolgenden Farben darauf stehen können. Zum vierdten; geust man dieses Wasser in die höltzerne Forme/ und tröpffelt hin und wieder die bexeiteten Farben darauf; wann nun die gantze Forme üͤber und über mit Farben versehen so nimmt man Zum fünfften, den obgemeldeten Kamm, Sone solchen von oben biß zu Ende hinunter so ziehen sich die Farben zusammen und stehn gantz or⸗ dentlich/ will man aber die Züge an beyden Orten spitz zu oder auf und nieder haben/ so fahre ich nur mit den Kamm, in selbiger Linie wieder in die Höh; — will man aber etwas gedrehtes darauf haben/ so nimmt man eine Feder und rundirt damit, oder ziehet einen halben Circkel, oder macht Figuren wie es einem jeden seine Phantasie giebt, die man niemand vorschreiben kan. Zum sechsten, was für Farben dazu gebraucht werden; imm schönes Auripigment und Rauch⸗Gelb untereinander, das giebt Gelbe; dlndis mit Kreiden abgerieben giebt Hell⸗Blau; blos Indig iebt Dunckelblau; Blau und Gelb untereinander gerieben giebt Grüne; )u kanst, nach dem du deß einen oder deß andern mehr oder weniger nimmst/ allerhand Grüne machen; Florentiner⸗Lacc wird zum Rothen ge⸗ nommen; Schwartz wird nicht dazu gebraucht, und Weiß ist nichts vonnö⸗ then/ weil das Pappier solche hin und her schon selber giebt. Zum siebenden wie die Farben bereitet werden: 2 Ggg 2 Alle *————— —.— —— — hi 2 —— 2——— * * N 1˙ RN V N 1 W! N. NI 4²⁰ Funfftzig sonderhart Kunst⸗Stücke Alle diese Farben werden aufs aller subtileste mit stärcksten Brand⸗ wein gerieben, und in eine jede etwas von Fisch⸗Galle gethan; dabey dieses zu observiren, daß offtmals entweder die Farben gar zu weit aus einander gehen, oder aber manchmal wol gar in Tropffen wollen stehen bleiben; hier⸗ an ist blos die Galle schuld, daß entweder derselben zu wenig oder viel dabey ist; denn wenn zu viel dabey ist, so bleibts gern stehn, ist zu wenig dabey/ so fleusts zu sehr, das rechte empo aber kan man nicht vorschreiben, sondern es muß solches ein jeder aus der Ubung lernen. Wann nun dieses alles ge⸗ than, und die Farben nach Gebühr auf dem Gummi⸗oder Tragant⸗Was⸗ ser stehn, auch nach Gehör gezogen seyn; so nimmt man Zum achten gemein Drucker⸗Pappier/ feuchtet solches auf die Art und Weiß, wie die Buchdrucker solches zum Drucken gebrauchen, und legt es auf die Farb/ drückts auch mit den Fingern fein an, damit das Pappier die derr fein an sich ziehe, wann es nun solches gethan, wie es denn thut, so zie⸗ et mans am untersten Rand heraus, damit sich das Gummi⸗Wasser ab⸗ streiche„ und hängt es auf Bogen vor Bogen, damit es trocken werde. Wann es nun wohl getrocknet, so nimmt man Zum neunten solches herab, streichts ein wenig mit Seisten, hernach glättets oder planirt mans mit einem Glättstein, oder was ein jeder vor ein Compꝑendium hat, denn der Glantz muß fast die schönste Zierde geben. ö um zehenden, kan auch gemahlte Muschel⸗oder Schulpgen⸗Gold, Silber, Metall/ oder aurum und argentum Musicum darunter gebräucht werden/ man darf solches nur mit Gummi Arabicum, daß es nicht zu dicke oder dünne werde, anmachen, auch kan man sonsten allerley Zierlichkeiten anstellen, nach eines jeden Verstand und Belieben.—— So man nun diesem, wie ichs hier beschrieben,/ fleissig folget, so kan man nicht irren /denn ich J. K. habe es öffter so schön gemacht, sonderlich wenn ich Gold dazu genommen /daß es eine Lust ist anzusehen gewesen; daß aber(wie einige/die gerne aus einem Floh einenElephanten machen, hievon schreiben) solche grosse Künste und Geheimnisse dabey seyn sollen, kan ich nicht absehen, noch verstehen, viel weniger solches einem andern zu glauben bereden. Die Buchbinder können auch auf solche Art ihre Bücher auf den Schnit bemahlen /gleich wie ich in Hdlland gesehen) ist was neues, und sihet wann sonderlich Gold und Silber drunter kommt, überaus anmuthig aus. Pappier zuzurichten, daß man mit einen Silber⸗oder Messing⸗Stifft darauf behende zeichnen und schreiben kaan. Nimm gebranntes Hirschhorn,/stosse es klein, hernach nimm weisses Pap⸗ ö 2— ö pier —— 2 — . ö 5 rfn Imn an; W Hitgukehr. ahag. habeherhe Hoderbilhth. beng dohez raben she I diseß E 0 duugetr ausdieditt hen, und eu das Popiad dennthataz. m⸗Wast dz trockeh veh. eiser, erch einsedet xyen erdegebe. Huldge⸗. Intergechant anitnl EII Hetsokunz erlchvent daß aberol Hoh shbh. nichchtte heteden, Ict alfhn cbesIubst muthih al ssrheif esteltr ütt und Experimentac. 4²1 pier das nicht gar zu glatt, sondern etwas weniges grob und rauch ist, rei⸗ be solches vermittelst eines saubern starcken Leders allenthalben wohl mit dem klein⸗gestossenen gebrannten Hirsch⸗Horn, so legt sich dieses gar fein in das Pappier, so man alsdenn mit einen Messingen Stifft darauf schrei⸗ bet, so wird es schwartz/ und kan man also sehr sauber und nette darein zeichnen. XLV. Ein anders dergleichen. Nimm gebrannte Schaafs-BVeine, stosse solche zu Pulver, und mache sie mit Gummi⸗Wasser an/ bestreiche das Pappier damit auf beyden Sei⸗ ten/ laß es alsdenn trocken werden, alsdenn zeichne mit einen messingen oder silbern Stifft darauf, es ist so gut als eine Schreib⸗Taffel, ohne daß mans nicht so wohl auslöschen kan. Solch Pappier kan man zu denen kleinen Calenderchen die man in Sack trägt, und ohne diß nur in Pappier oder schlecht Pergament bindet, hefften lassen, so hat man keinen Schaden an der Schreib⸗Tafel, wann man solchen alle Jahr weglegt. 44 XLVI. Schwartze e ün. zu machen. rsthi * * Nimm 2. Theil Leim, weiche folchen mit etwas Hausen⸗Blasen(so du wilt) in ein Nösel Wasser/ lasse solchen bey den Feuer wohl erhitzen, thue dazu nach und nach, damit es nicht überläuff,ein Theil gepülverten Allaun, laß es alsdenn wohl kalt werden, und streiche ein dickes Karten⸗Pappier (dergleichen du dir auf der Pappier⸗Mühl, wenn du solche Schreib⸗Tafeln in Copie machen willt/ von groben Zeug/ doch daß es wohl geleimet sey/ kanst zurichten lassen) auf beyden Seiten damit wohl an, häng es alsdenn auf/ und lasse es trocken werden. Zum Andern. Nimm ausgebrannten Kühn⸗Ruß, oder welches viel besser, Kupffer⸗ drucker⸗Schwärtz reibs auf einen Stein wohl mit Wasser ab/ hernach ma⸗ che davon Häufflein auf Fließ⸗Pappier/damit sich das Wasser hinein zieht, und lasse es wol trocken werden/reibs hernach wieder klein/ und siebe es durch ein Haar⸗Sieb. SZSaum Dritten. 135 Nimm guten gebrannten und gepülverten Bimsstein, und Sehlief, * S3 eeines TTTe᷑»r„c,.rll 4²² Funfftzig sonderbare Kunst⸗Stücke eines so viel als das ander/ reibs mit Leim⸗Wasser wohl ab, thue darunter von der Drucker⸗Schwärtz(welche hierzu viel besser als Kühnruß ist) so viel biß es dich schwartz genug dünckt, doch muß der Schwärtze am meisten seyn; wann nun solche 3. Specien in gehöriger Dicke, mit Leimwasser wohl ab und untereinander gerieben seyn, so nimm Zum Vierdten. Dein zuvor geleimtränckt Pappier, streichs mit dieser Schwärtze, ver⸗ mittelst eines Porst⸗Pensels/auf beyden Seiten an; laß wieder trocken wer⸗ den, streichs wieder an, laß wieder trocknen, man kans zum drittenmahl an⸗ streichen und trucken lassen werden. Zum Fünfften. Wann es trocken,/so wirds etwas rauh seyn, must es derowegen mit ei⸗ nen Wöllen oder hären Tuch wohl abreiben, damit es fein glatt werde. 48 Sechstens. Nimm von obiger Schwärtz machs gantz dünne mit Leim⸗Wasser an, und überstreiche das geschwärtzte Pappier nochmals damit, so wird es glatt werden, und desto besser halten.— 2— Siebendens. ö Wird man gleichwohl noch die Streiffe vom Pensel sehen, derohal⸗ ben must du es letzlich mit einen feuchten Schwamm abwischen, so werden solche auch vergehen, und die Tafel schön schwartz, Schi und rein erscheinen. Hierauf kan man nicht allein, wie auf eine Schifer⸗Tafel mit einen steinern Griffel schreiben und wieder rein auswischen/ wobey man den Vor⸗ theil hat, daß sie nicht zerbrechen, wie der Schifer, sondern nebst dem, daß man auch mit einen Silber⸗oder Messing⸗Stifft, solches verrichten kan, kan man auch im Nothfall Gold und Silber darauf streichen und probiren. XLVII. ö Schöne, tiefgeriebene silberne Schalen, mit Pappier abzuformen, daß sie fast den Silber gleich sehen. Mache einen Pappen mit Wasser und Mehl an, so du denn schöne mit tieffen Blumen oder Figur⸗geriebene silberne Schalen abformen oder figu⸗ ren wilt; so nimm Fließ⸗Pappier, welches so groß als die Schaalen ist; netze es mit einem Schwammen, und drucke es allenthalben auf die Schaalen; alsdenn wieder Fließ⸗Pappier genommen, solches mit Wasser genetzt, und die halbe Seite mit Pappen bestrichen und also gedoppelt guf die S Kelegt, gelegt/ —— Hhdent WT In mwaseng Shwäthh Nrttocthdez Mtenmahan Obegehith latt erd. I.Wastrg Ofdetg eh/ dursch Rershen fel mitet anden M. hen lichtenfu, Ndptobün. oumt Ischhent Noderfhs Misti Schaal L Scale H —sc!.æ!.!].] cCc CTIFIII..... 2 XX und Experimenta. 4⁸ gelegt, bestreichs wieder mit Pappen, und drucke es auf; alsdenn wieder doppeit genommen/ und wie vorhin gemacht/ daß also 3. oder 4. mahl gedop⸗ pelt Pappier kommt, allein das erste mahl muß es einfach unbeschmirt seyn. Lasse es also auf der Schaalen liegen, biß es gantz trucken wird/ alsdenn be⸗ streichs dreymal mit starcken Leim⸗Wasser, lasse es wieder allezeit trocken werden, wann mans nun wie Silber haben will, wirds mit Silber⸗Grund bestrichen, und wieder getrocknet, doch muß es noch etwas klebricht seyn, lege also Silber⸗Blätter darauf, mit den Gold⸗Grund wird eben so ver⸗ fahren und verguldet, solcher Gestalt wirds auch auf der andern Seiten tractirt, und versilbert oder verguldt. Man muß aber bey allen, sonderlich mit Anstreichen deß Grundes/ daß selbiger nicht zu naß noch trocken sey wie auch mit den verguldten und versilberten grossen Fleiß gebrauchen und an⸗ wenden. XLVIII. Einem weissen Pferd mache kohl⸗schwartze Flecken zu machen. Nimm Silber⸗Glett 3. Loth, lebendigen Kalch 6. Loth, mische dieses kleingestossen, untereinander, thue es in einen Topff, gieß eine scharffe Lauge darüber, und koche es, so kriegt es oben eine feiste Haut; die nimm ab, und bestreich das Pferd damit, an welcher Stelle du solches wilt schwartz haben, so wirds von Stund an schwartz, diese Curieusität gehört vor vornehme Liebhaber/ vor die Pferde⸗Diebe ists nicht geschrieben. XLIX. Rothe Haar schwartz zu färben. Geht fast eben zu wie oben erwehnt/ ausser daß man Kalch und Silber⸗ Glett gleich viel nimmt, und solches an statt der Laugen im Wasser kocht, und mit dem was oben schwimmet/ das Pferd salbt/ auch von sich selber trocknen lässet, so wird dasjenige was man deß Abends gesalbet, deß Mor⸗ gens frühe schön schwartz seyn. L. Ein Pferd geapffelt zu machen. Nimm im Frühling die grossen Knospen von jungen Eychen, gibs ei⸗ nen Pferd einmahl 3. oder 4. unter das Futter,(von jungen Ellern ists gleich viel) so werden sie geäpffelt, und bleibet ein gantzes Jahr. Zum —..—..———————* *. 32²4 Eine nutzbare Flaschen Forme ZJZJum Beschluß Deß Zweyten Theils —.. weiner 2—. Vollständigen Glaß⸗Kunst/ Will ich den geneigten Liebhaber beyfügen eine vor⸗ 6222 theilhaffte und nutzbare 220 Elaschen⸗Gorme vor die Glaßmacher/ ö Welche sich ins Kleine und Grosse, Länglicht und Ge⸗ vierdte gebrauchen undse tausendmal verändern As vor unglaubliche Mühe es denen Glaßmachern macht, wann ihnen öffters kleine Reiß⸗Apothecken oder Flaschen⸗ Futter zugesandt werden, da immerzu eine Art klein/die ander grösser/ die dritte wieder anders ist/also daß kein Fach den an⸗ —*— dern gleich; wird denen die damit umgehen am besten bekannt seyn; dannenhero man auch bißhero dergleichen, weiln sie die Glaßmacher deßwegen so viel Formen haben und machen müssen/ nicht leicht können ge⸗ macht kriegen, wie die wohl wissen, die solche vonnöthen ꝛc. um diesen abzu⸗ helffen, ist der Churfürstl. Sächsische Commercien⸗Rath, Herr Johann Daniel Krafft bemühet und bedacht gewesen, als welcher es auch folgender Gestalt glücklich und wol ausgesonnen; nemlich: man lässet 4. messinge HBimete eines kleinen Fingers dick machen, jeder derselben muß einen inckel von ein paar Zoll haben, solche mögen so hoch und breit seyn, als zu denen allergrösten Flaschen vonnöthen; diese 2911195 müssen gantz glatt und eben gepollirt seyn; wann nun selbige fertig, so setzet man nach Anzeigung beygefügter Figur 2. den Winckel A. an die Flä⸗ che B. und die Fläche von den Winckel A. mit C. bezeichnet, die setzt man an den Winckel D. die Fläche von den Winckel D. mit E. ge⸗ merckt, setzt man an den Winckel E. und G. an H. so macht es ein richtiges Viereck/ man kan auch ablange Viereck machen/ ja zu allerhand Se klein 2 — 222 8 ö L. 2 — ö— AN ·wPPPPTTPTTTTTTRTRTR s 157 Wfrerrrfffffff f ffffffrfies.l!, ͥᷓÄAUü * W HAIU ů Rüll HI R ff WI Rae e. 908 ö Fisfr ff I 940 in ely—.— He Fa. V. chtung—.— ö ö lban H1+. 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An⸗ leitung gibt/näher zusammen oder weiter von einander rücken könne und mö⸗ ge, und wenn die Platten so groß seyn, daß man zu erst eine Flasche darein von r. oder 2. oder mehr Kannen formiren kan,/ so kan mans zusammen setzen, daß auch Fläschgen von ein Loth darein mögen gemacht werden, da aber ja die Forme zu hoch, kan solche doch leichtlich mit einem guten Thon so weit als man will und nöthig ist, aus gefüllet werden. Man kan hier nicht nur al⸗ leine auf tausenderley Art und Weise varieren, sondern auch solche von ei⸗ nerley Forme oder Sorte so nette machen, daß eine wie die andere fast auf ein Haar passen müssen. ö* Dieses kan ein jeder mit 4. Kartenblättern probiren, wenn er an jedes einen kleinen Winckel beuget und allezeit den Winckel mit der Flasche zusam⸗ men setzet, so wird er sich(vermuthlich) den Effect alsobald einbilden, und also, ehe er Unkosten in Messing daran thut, sich zuvor versichern können, daß es angehet, und so wohl bequem als practicabel, ja so leicht und einfältig als sie anzusehen, wenn sie gemacht, so sinnreich doch ausgedacht ist. Die erste, welche Herr J. D. K. machen ließ, war von dünnen Mes⸗ sing⸗Blechen /es wolte sich aber/ wie ich sie probiren ließ, mit grossen Flaschen nicht schicken; müssen derowegen die Platten absonderlich dazu gegossen werden. Ich hoffe, daß bey denen Glaßhütten, wo diese Forme wird im Brauch kommen, hinfüro(was die Flasche betrifft) viel Mühe, Verdruß und werden. soll ersparet werden ze. Aurum Musicum zu machen. Beschluß. (Exckit, geneigter Leser, wäre auch mein Zweyter Theil, mei⸗ Nrer vollständigen Glaß Kunst völligtzu Ende gebracht, in wel⸗ chen ich mich nichts anders als der Einfalt und der Warheit beflissen habe: Hoffe der verständige Liebhaber werde solches in der Warheit und Experiment also befinden, als worauf allein ich mich beziehe; nochmal freundlich bittend meine Aufrichtigkeit sich gefallen zu lassen, und dessen hiermit vor Willen zu nehmen, biß bald etwas bessers nachkomme, wie ich mich denn den Gemeinen besten zu dienen, die Wunder GOttes durch warhaffte Experienz zu entdecken, und die natürliche Warheit von der Lügen und Phantasie zu reinigen und unterscheiden mich je mehr und mehr besleissen werde biß an mein Ende. Weiln bey den Türckischen Papier deß Aurum Muli- cum gedacht, und hier ohne diß ein Blat leer will bleiben, als will ich zu mehrer Completirung ein oder zweyerley approbirte Manieren desselbigen zu machen hiebey fügen. Aurum Musicum zu machen. Imm Zinn, Quecksilber, gelben Schwefel und Salmiae G eines so viel als deß andern, gleich gewogen, zerlaß das Zinn ob den Feuer, laß das Quecksilber drein lauffen und also zusammen erkalten; nach dem zerlaß den Schwefel, stosse auch den Salmiac und schüts in den zerlassenen Schwefel, rührs wol un⸗ tereinander, biß es will erkalten; schütte es alsdenn auf einen Reib⸗ stein und reibs aufs kleinste zu Pulver: reib hernach auch das Zinn und Quecksilber darunter, also daß es zusammen wohl ver⸗ — Aurum Musieum zu machen. 427 vermischt und sehr klein werde; Thue es in ein starckes Phiolen⸗oder Kolben⸗Glaß, mit einen langen Halß, das Glaß muß drey Theil leer bleiben und unten mit güten Leimen beschlagen seyn; oben muß auch ein Deckel von Plech darauf passen und mit Leimen verstri⸗ Mll, chen werden, doch muß das Plech ein Lochlein haben, einer Erbis racht A groß, daß man in dasselbe einen Nagel oder Zweck stecken kön⸗ zhr Vuht ne, damit kein Rauch heraus kommen kan; stelle es in eine Sand⸗ sache 9 Capelle oder in die Aschen, gieb erst gelindes Seuer und immerzu llin ih n stärcker biß es sachte glütt; thue einst den Nagel heraus und siehe sch Rin ob es noch raucht, raucht es denn nimmer/ so lasse es noch ei⸗ i5 Haer ne halbe oder wohl gantze, ja um mehrer Sicherheit zwey/x drey, rin ude vier Stunden stehen, in einer gleichmässigen Hitze, so wirst du tdaten, ein sehr gutes Aurum Musicum haben, welches zum Glaß und andern Illuminir⸗und Mahl⸗Wercken auch zu Türckischen Pa⸗ We b pier und vielen Dingen wohl zu gebrauchen. Ein ander gut Aurum Musicum. Ker H- Nimm ein Untze reines Zinn, laß es zergehen, thue darein 906 ein halb Loth Wißmuth, laß es mit und im Zinn fliessen und erkal⸗ Illlsgil ten; reibe es zusammen wohl auf einen Stein, nimm als denn ein oge halb Loth gelben Schwefel und ein halb Loth Salmiac, reibs auch wohl durch einander, thue es alles zusammen in ein wohl beschlagen Kolben⸗oder Phiolen⸗Glaß, setze es in heisse Aschen, immerzu heis⸗ ser biß es sachte glüht, laß etliche Stunden in einer Hitz,(es muß aber das Glas wohl verwahret seyn, daß kein Rauch heraus Si komme, wozu alles so oben gemeldet kan observiret werden) so wirst ö du das beste Aurum Musicum haben. III ö a 989 Ein Argentum Musicum zu machen. 10 Nimm drey Loth gut Zinn, zerlasse es in einem guten Schmeltz⸗ 00 Tiegel und wenns schier zergangen, so 990 2 Loth Wißmuth da⸗ 2 rel 1 n. 4² Auram Musicum zu machen. rein, rühre es mit einen eisern Drath, biß du merckest und versichert bist/ daß der Wißmuth alle zerflossen, alsdenn hebs alsobald von der Glut, laß es ein wenig überschlagen, daß es nicht mehr so heiß sey. Nimm nun anderthalb Loth Quecksilb rühre es durch einander, damit sich das Queckstlber wohl darun⸗ ter zertheile; giesse es auf einen kalten trockenen und reinen Stein, Eyerklar, man kans auch, wornach die Arbeit ist, mit klaren Lacc⸗ Fürnis thun, item mit starcken Brandwein in dem Gummi Arabi⸗ cum zerlassen ist ꝛ. und wenn mans aufgetragen und mit einen Zahn pollirt, so wird es überaus gläntzigt und schön, ist ein gutes und oft ie milder solches wird, jedoch muß es auch nicht gar zu milde seyn. EN D E. ö SIII V 6 SNN *. er, schütt es in die zerlassne Matetia, daß es gestehe; wann du es denn gebrauchen willt, so temperirs mit probirtes Stücklein, mercke, je mehr du Quecksilber drunter thust, —.— 40 I . ii Iat . ö ‚ 0 —— basthgh, aonhl, Isv. Man asste Muua, pohl hxy kehen Eir, lemperti it Harn dy Ammm dh. it enen d gutes uth g kunter haf, tget III endbrief Rn einen guten Greund/ „Iubil rtr und Goldschmiede sehr deutli ö ö Einen vor 1 und dienlichen Unterricht Von der Art/ Unterscheid/ Erkänntnis und Güte Rufün natürlichen cʒedzz: gesteine, (Dabey auch Worden,9 Kü ache Deme sind beygefügt etliche rare Anmerckungen Aus denen neuesten Relationen und Actis Philosophicis der Königlichen Societät in Engelland, 2 In welchen, sonderlich von dem Diamant, Rubin, Smaragd/. Perlen, Corallen und ezoar ꝛc. o selbige eigentlich gefunden werden, item von ihren warhaff⸗ n.— 10 Preiß Rer wie selbige Lde—51 erhöhen⸗ illen in einigen Tabellen abgefasset) gantz ge⸗ 8 e Nachricht ertheilet wird, Sammt vielen andern Curieusitäten. Cum Privilegio. ———g2222..—..m.......— ———.—.———————— pP— P P„(PS(P(PVivßFéß ——— 2232 60 Vorbericht. Reundlichtr und geliebter Leser; gegenwärtiger Sendbrief, in sich haltend einen sehr dienlichen und deutlichen Unterricht, von denen na⸗ ftürlichen Edel⸗Steinen, ist erstlich durch einen gelehrten Mann/ In der Gestalt eines Sendbriefs/ an einen guten Freund, In Englischer Sprache abgefafset und beschrieben worden; weiln ma nun selbigen der vollständigen Glaß⸗Kunst,(in welcher eines der vornehm⸗ sten Stücken ist, zu untereisen, wie man die Edelgesteine durch Kunst nach⸗ machen soll) als einen Anhang beyzufügen, vor sehr rathsam und nützlich be⸗ funden; zumahlen weiln auch hierinnen einige dergleichen nicht unebene künstliche Bereitungen enthalten seynd, und damit man nach aller Müglich⸗ keit nichts ermangeln lasse, hat man sich auch dieser Müh nicht entübrigen wollen, solchen ins Teutsche zu übersetzen. Zwar hätte man wohl einiges darinnen anders demonstriren oder ändern können, weil es aber Dinge/ die hoffentlich niemand in Schaden oder vergebliche Unkosten setzen werden, als hat manden gutmeinenden Autor nicht carpiren, noch(zumahlen auch die Zeit kurtz worden) sich etwas irren lassen wollen, sondern solches an deren statt, und um so wohl das gantze Werck desto mehr zu completiren, als den geneigten Leser so viel besser zu eontenriren, aus denen allerneuesten Kelatio- nen, und Actis Philosophicis, der Königlichen Societät in Engeland, Mit einigen raren Anmerckungen/ Betreffende sonderlich den Diamant, Rubin„Smaragd, Perlen, Corallen, 0 0 ꝛc. Von dero Herkommen, oder wo sie gefunden werden, von ihrer Güte ꝛc. Item von ihren eigentlichen Werth, und Preiß/ so um Kürtze willen, wie solcher nach ihren Gewicht sich verhöhet, in ei⸗ nige Tabellen abgesasset) vermehren und ergäntzen wollen, nicht zweifflen⸗ de/ der geneigtedeser werde es zu seinem Besten zu gebrauchen wissen. Vale. Inhalt a ief,f ihhonder 0 Rehttech H ddenztrehne hes dertonthy urch Kunsinth mupdrützöb⸗ nicht MWg —.— nicht eutrge n wohleh* Indn V Rsehen hoahl, 0 emn eti A nah Ill⸗ W 0 00/ N 15⁵ 0 20 Wahohetire 5 ss. Vie Ahh 3⁵„ 3— Inhalt Von Denen natürlichen Edlen Bann 38 Eingang. 1. Von denen Edlen Steinen insgemein. 2. Von dem Diamant. 3. Von Rubin. 4. Von Balaß. 5. Von Rubacell. 6. Von den Grauaten. 7. Von den Alamandinen. 8. Von den Hiacynthen. 9. Vom Amethist. 5 10. Von Perlen. 5 Von apphier. 2. Von Opal. — Von Smaragd. 14. Von den Prasem oder Chrysopraß. 15. Von Topaß. 16. Bon den C rysolit. 17. Von Berill. 18. Von Crystall. 19. Von den Stern oder Sonnenstein. 20. Von den Sarder oder 2I. Von den Sardonich⸗ 22. Vom Chalcedonier. 23. Von dem Onichstein. Dieses Hendbriess/ 4 24. Vom e 22. Dom Sch Se 25. Von dem Jaspis. 26. Von dem Sonnenwend⸗Stein, Heliotropio. ——— 15 27. Von dem Turckis. 142 28. Von dem Lasur⸗Stein 29. Von dem Lapide Armenio. ö 30. Von den Corgllen. 31. Vot dem Agteoder Barn⸗Stein. 32. Von dem Gagat ·oder schwartzen Bärnstein. 33. Von dem Bezoar⸗Stein. 34. Von dem Adler⸗Stein. 35. Von dem Blut⸗Stein. 36. Vom Smyrgel. 37. Vom Magnet,Stein. 38. Vom Luchsen⸗Stein. 39. Vom Donner⸗Stein. ö 4. Vom Marmor und dergleichen. — ö ů 607 ö 2 Mein Herr ꝛe. Emnach in unserer letzten Zusammenkunfft von denen Edelgestei⸗ nenAnregung gethan worden, auch derselbe Anlaß genom men, NI ein mehrers von besagten Steinen zu forschen, und mick ge⸗ 0bbetten, einen umständigen Bericht, so viel einem Zutilirer 1 oder Goldschmied in dieser materia zu wissen von nöthen, mit ö TGelegenheit aufzusetzen; als habe meinem Herrn hierinnen, nach meinem wenigen Vermögen, und Kundigkeit, zu milfahren, mit ge⸗ genwärtigen bedienen wollen, mit Bitte, mein Herr beliebe, dashenige/ was diesem meinen Bericht annoch ermangeln möchte, aus seiner und an⸗ derer rühmlichen Wissenschafft und vielfältigen Erfahrung, beyzufügen: Damit ich aber solches in einer Ordnung verric te, als will ich ersilich et⸗ was weniges von denen Edelgesteinen insgemein, nachgehends aber von ei⸗ nem jeden insonderheit handeln/ und denn endlich von einigen geringen Stei⸗ nen auch etwas weniges benachrichten. Mache derowegen den Anfang 1. Von denen Edelgesteinen insgemein. W Diese werden nach Aussage deß Basiliĩ Valentini, im 2. Buch, Cap 12 m. pag. 15 2. aus einer Substantz, der vollkommensten und edlesten Er⸗ den Irrdigkeit, mit Vermisch ung deß subtilsten und besten Central Sal⸗ tzes/ Schwefels und Mereurius/ mehrentheis in den untersten der Erden zusammen gesetzt, und durch die stete Dampffwärme und aufsteigenden Bro⸗ dem/ deß allerwirckenden Archeji, vollkömmlich ausgekochet: Sie streichen aber nicht Gängweiß wie andere Metallgewächse, sondern Lrach fort/ und haben ihre eigene Centra, sammt vielen seltsamen Wundergeburthen, dardurch sie alle nur pröcklich und Tropffen⸗weiß lapilliret werden: Dahero ist glaublich dasjenige, was Baccius von ihrer Formirung, Ernehrung und Vermehrung also saget: Ein jeder Edelgestein hat eine Mutter, die ent⸗ weder von eben selbigen/ oder einen andern& tein gemacht ist, in welcher Mutter er durch Abtröpfflung eines gewissen und nährenden Saftes, ge⸗ nähret und geformiret wird, eben wie ein Kind,durch das Mütterliche Vlut imbeibe. Ihr wesentlicher Unterschied bestehet in dem Grad ihrer Digerirung, oder Auskochung; und sind durchsichtig, dieweil sie ein reines himinlisches Wasser/ und den allgemeinen Welt⸗Geist/ in grosser Reinigkeit und 2 —————— —5 —— —————.— 45 7** 4 —— ——F————— —— F ——— ——— —— * * — I— ——‚:—— 4³3⁴4 Von denen Edelgesteinen insgemein. cher Quantität/ in sich ooncentiret und verschlossen haben ihre Tinetur oder Farbe ist von einem reinen Solarischen Schwefel, welcher an der Krafft demjenigen der vollkommenen Metallen nicht ungleich ist, daher auch nach diesem, ihr Werth und Preiß insgeme ingema het wird: Wann man die Farb an einen natürlichen Edelgestein an seinen gantzen Cörper, oder nur an einem Theil desselben, benehmen oder verändern, und einen doppelfarbigten Stein bereiten will, der theils wie ein Diamant, theils wie ein Sapphir vder Rubin scheinen soll/so nimmt man solchen Stein, und bestreicht ihn ent⸗ weder gantz oder nur an einen Theil, mit Kreiden oder Kalch, und leget ihn alsdenn ins Feuer, so wird sich der bestrichene Ort, nach dem Grad der Bitze, in andere Farben verändern. 1. Von der Verfälschung derEdelgestein /ist zu wissen, daß solche bey allen gefärbten Steinen,durch zween Sapyhir/ oder mit zween Crystallen, so sie ei⸗ ne Folie zwischen ihnen haben, geschehen kan: Es werden aber solche, mit Fo⸗ lien oder Mastix gefälschten Steine leichtlich erkannt, so man sie auf die Nä⸗ gel zwischen beyden Däumen leget, und das Gesicht recht, zwischen der Ebene deß Edelgesteins und der Nägel richtet; wann nun der ober Theil deß Edelge⸗ steins weiß erscheinet, so ist der Betrug deß falsch gefärbten Steines offenbar. Noch eine andere Art deß Betrugs ist, wann man die Steine durch ein klein gemachtes Löchlein aus höhlet, und an statt dessen etwas weniges von einem Sapphir oder Crystall, sammt einen Tropffen einer durchsichtigen Feuchtigkeit hinein thut, so wird der Leib deß Steins fürtrefflich leuchten. Die Erhöhung der Farben an den natürlichenEdelgesteinen, geschiehet vermittels der unterlegten metallischen Folien und der darzwischen gethanen Lim aufein Materia, welche also bereitet wird: Man lasse ein Mastix⸗Körn⸗ in,auf einer Eysenspitze heiß werden, biß es zerschmeltzen will, alsdenn schei⸗ de man den durchsichtigen Theil, von dem finstern oder dunckeln ab, mit dem Finger, so ist es zum Gebrauch gut. Der allgemeine Unterschied und Kennzeichen zwischen den kunstlich be⸗ reiteten und natürlichen Edelgesteinen, bestehet darinnen, daß nemlich, ob⸗ wohl solche offtmals nicht viel schöner am Glantz noch reiner in der Masse weder die künstlichen, dennoch aber allezeit so hart sind, daß man mit einer Stahl⸗Feylen ihnen wenig oder nichts thun kan, da sich hingegen bey denen andern das Widerspiel erweiset. Betreffend ihre wunderbare Würckungs⸗Eigenschafften, die ihnen von denen Edelgestein⸗Schreibern beygeleget werden, so sind solche so wohl nach innerlichen als auch äusserlichen Gebrauch, nicht allerdings und durchge⸗ hendswie von den weisten geschihennu verwerffen, in Ansehung/ daß in Cie teis II ⁰0 . Wm Vheadtt Wumnpn et, Hernug Huppohrögg WIN Htrihthheh / utcgeh dem Or Psoltbgh Wnls ersolchemihy sfR ischendeg Heldthese Keinehofehh nehu 16 111 Hurchsth. Flichlachth nen/ Reie schengeh Masthohin adensl⸗ keh ah/xl insto Ffensh 0 1 nan nitet 6n bxb HPeyhgK Oöblgch d I 5 Von denen Edelgesteinen insgemein. 4³⁵ Steinen/nach der Lehre Hermetis und Platonis, wie auch der geheimen Na⸗ turkundigung, die allerreinesten Wesens⸗Bilder oder Intelligentien deß Englischen Himmels/ihren Wohnungs⸗Sitz genommen, und sich in selbigen⸗ unter allen natürlichen und elementarischen Cörpern am offenbarlichsten er⸗ zeigen; wie solches ihre liebliche und lichtstrahlende Geister genugsam an⸗ zeigen; ein mehrers, von der Tugend und Krafft eines jeden Edelgesteins in⸗ sonderheit/ zu melden, will die fürgenommeneKürtze dieses Briefs nicht zulas⸗ sen: Ich will aber meinen Herrn an den Albertum Magnum, Boethium à Boot, Dioscoridem, Matthiolum, Lonicerum und andere dergleichen, ein mehrers hiervon zu erfahren, gewiesen haben: Es ist gleichwohl bekannt und kein geringes Wunder der Natur, daß sich die rothen Coxallen, nach der dilposition deß Leibs oder der Gesundheit derer Personen, so sie an den Hals tragen, entfärben: Ingleichen daß der Türckis⸗Ring, so er an einen Faden wagrecht in ein Glaß gelassen wird, die Glocken⸗Stunden vernehmlich anzei⸗ get; daß auch selbiger zuspringt wann derjenige, so ihn trägt, in unverhoffte Gefahr und Schrecken geräth/ hat die Erfahrung offtmals bestättiget. Und dieses se/ genug von den Edelgesteinen insgemeine. Ich wende mich nun in der Ordnung, von denen fürnehmsten, und zwar von einem jeden insonder⸗ heit/ etwas weniges anzumercken..„ derohalben den Anfang Von dem Diamant. Als welcher der durchleuchtigste und härteste unter allen Edelgesteinen ist/ jedoch sonder Farbe, und gleich einem hellen und reinen Wasser durchsich⸗ tig, wann er aber eine Gelbe oder Schwärtze hat, so ist er mangel oder schad⸗ hafft; er hat die Eigenschafft daß er die Farben gleich sam zu sich reiset, selbige annimmt und ihme solche zueignet, auch sie mit seinen lebhafften und schei⸗ nenden Strahlen, in grosser Weite von sich wirfft: Es giebet von diesem Stein mancherley Arten, unter welchen seynd die fürnehmsten, der Indiani⸗ che/ welcher mit dem Crystall einige Verwandschafft hat, er ist zugespitzt, und at 6. glatte Seiten. Diese Art wird offt gefunden in der Grösse einer Hasel⸗ nuß; die andere Art dieser Steine, sind die Arabischen, welche etwas kleiner als die vorigen, ihnen aber sonsten nicht ungleich, und wachsen diese beyde Ar⸗ ten nit wie einige geschriebẽ in Gold sondern für sich allein der Macedonische Demant aber ist gleich einem Kürbissaamen, uñ wird im Gold gefundenüber dieses sind noch andere Arten der Demanten, welche theils rund, theils aber sehr eckigt gefunden werden, als da sind die Böhmischen,Armenische, Englis. und Ungaris. diese alle aber sind mit dem Oriental. nit zu vergleichen. Der viel erfahrne teutsche Alchimist Barthol. Korndörffer, lehret in seinem 3 Jii 2 ———7 4³⁶ Von denen Edelgesteinen insgemein. von Edelgesteinen,(so meines Wissens noch nicht im Druck) aus den guten und reinen nat arlichen Crystall, den besten Diamant zu machen folgender estalt: Nimm(saat er) den allerbesten polirten Crystall, er sey groß oder lein wann er nur shön helle ist.setze ihm 3. mal so viel fixen Bold⸗Schwefels hu/thue solchen sammt den Crystall in einen Tiegel, also daß der Crystall oben und unten mit dem Gold⸗Sch wefel bede t sey; vermache den Tiegel oben, und lasse ihn 3. Tage und Nacht lang in Feuer wohl und sehr starck erglüen, alsdenn nimm solchen heraus und lösche ihn ab in Brunnen⸗Waßer, darin⸗ nen ʒuxor auf die 20. mal ein glůender Stahl ist abgelöschet worden,/ so hastu einen Diamant/ der dem natürlichen Diamant in allen gleich gerecht und gut stʒ und so weit gedahter Korndörffer. Er lässet aber das Vornehmste aus, indem er seinen Gold⸗Schwefel nicht ausführlich genug zu machen lehret. Sonst sind in Bißnager/einer Landschafft in Ost⸗Indien 2. oder 3. Fel⸗ en, welche Demanten bringen, davon etliche 2. Quintlein, andere u. Scrupel, item 8. Gran und dergleichen wagen: Es schreibet Monordus, daß er einen solchen Demant,/ welcher 140. Karat, jeden Karat zu 4. Gran gerechnet, gese⸗ hen habe. Ein wohl polirter Demant ohne Mangel, der ein Gran schwer wieget, ist 10. der aber 2. Gran schwer ist, schon 100. Reichsthaler werth/ wie Bootius saget. Anderwerts aber spricht er: Ein wohl polirter und geschnit⸗ tener Dꝛmant von 4. Gran schwer/ sey eo. Ducaten werth. Cardanus ge⸗ dencket eines Demants, der zu Antorff ist, welcher eine Untz, weniger einen Scrupel wieget/ und wird um hundert und funfzig tausend Eronen geschätzt. Und so viel von Diamanten. Anmerckungen/ Wo die Diamanten gefunden werden, und vonidem Werth derselben. seynd in den gantzen Orientalischen Indien l, nur fünff 99 Oerter, wo solche gefunden werden; darunter 2. Flüsse seyn, nemlich Saccadan in Bornea und Nage im Reiche Bengala; sin den Grund und Sand dieser beyden Flüsse, werden sie gesuchet und erlanget, diese beeden Flüsse, fallen von vielen Fel⸗ 0 herab in die Thäler, und schwämmen solche Diamanten mit sich/ nechst diesen sind noch drey andere Diamant⸗Gruben„ als in dene.! Konigreichen Decan, Kuncan, und Kalcanda: Aber diejenigen Diamanten so in den Grund der Flüsse gefunden wer⸗ den; haben den schönsten Glantz, und spielen am herrlichsten;: Da inge⸗ 2 ,„ e — worder/sthen Herehtupgt vornehmstat nachen Khnt n2. odtt; dete I.Ceunt Wtd echne inGtansthe Harvethhh rundggn Catdaluth benigtheng ronen gecht⸗ in un s H NN manteh ben, k:W Unden beb in, O. hahe —;z=e?::::: Von denen Edelgesteinen inogemein./ hingegen die andern, so au denen Dianiant⸗Gruben kommen, gerne Risse haben; welche herkommen von den hesftigen Einhauen der Ar⸗ beiter, in die so sehr festen und starcken Felsen, darinnen diese Stei⸗ ne verborgen; die Mackeln und Klecken aber, so diese Steine haben, schreibet man zu der Erden oder Sand, daraus sie gegraben werden, als welche unrein, schwortz und schmierig ist. Sonst ist der Diamant der schwerste Stein, unter allen Edlen⸗ steinen; nicht anders als wie das Gold unter denen Metallen. Der Preiß aber der Diamanten ist nach der Proportion ihres Gewichts, wozu folgende Regul dienet. Nimm einen Diamae, der 10. Karat wiegt, quartire diese Zahl, so wird es 100. ist nun der Stein rein, so wird ein jedes Rarat, nachdem der Stein vollkommen schön ist, 40. biß 60. Rronen ge⸗ schätzt, ist solcher aber nicht so schön an der Farbe, sondern hat Fle⸗ cken oder Risse, so wird das Karat nur 10. biß 30. Kronen geachtet; wann du nun gedachte 100. mit der Zahl deß Preises, eines jeden Karats, so viel ein dergleichen Stein wiegt, mulciplicirest, so wirst du eines jeden abgewogenen Steines, eigentlich»und ordentlichen Werth finden. III.- Von dem Rubin oder natürlichen Carfunckel. Er Rubin ist ein durchsichtiger Stein, von einer reinen Scharlach⸗ oder Carmesin⸗Farb, je feuriger er in dieser Farb ist/je besser ist er, so er aber eine Gelbe an sich hat, so ist er vom Geschlecht der Granaten oder Hiacynthen; ein Carfunckel ist nichts anders, als ein grosser Rubin, als welcher mit guten Fug also genennet werden mag, so er nemlich 4. Rarat schwer gefunden wird/ welches aber selten geschiehet. Ich kenne einen vornehmen Künstler, welcher einen natürlichen Nubin fast yöllig nachkünstlen kan, und weiln mir desseiben modus wunderbarlich zu handen kommen, als will ih nit unterlassen, solchen hiemit meinem Herrn in Verteauen zu sonderbaren Gefallen mitzutheilen, welches folgender Ge⸗ stalt zugehet. ö Mnimnt von dem Saltz, so aus den Caput mortuum deß Scheid⸗ wassers gelanget und elarificiret wird/ wel hes nan in denApothecken arca⸗ 432 Jii 3 num —.—————————————....——..—..— 3843 Von denen Edelgesteinen insgemein. num duplicatum heisset 3. Loth/ gepülverten Crystall 6. Loth, ferner bereitet man diese Tinetur/ die ich hiemit lehren will also: Nehmet Eysen oder Stahl⸗ Feyhligt so viel ihr wolt, giesset darauf gu⸗ ten õᷣpiricum von gemeinen Saltz, so viel euch genug zu seyn dünckt, fetzek es in eine gelinde Warme, biß der Spiritus Salis seine Schärffe verliehret, und Iber de Eysen in der Wärme süͤsse worden ist/ lasset alsdenn den Spiritum biß auf die Helffte abrauchen, und thut dazu gleich so viel als deß Eysens ge⸗ wesen, reinen Bley⸗Zucker; dieses thut miteinander in eine gläserne Retor⸗ ten, und lasset ferner über gelinden Feuer alle Feuchtigkeit weggehen, wenn ihr nun mercket/ daß alle Feuchtigkeit abgezogen ist und daß die Blasen sich nicht mehr in die Höhe werffen, noch die Materia übersteigen kan/ so stärcket das Feuer noch ein wenig, biß die Materia trocken, und zum rothen Pulver 1Waten welches Pulver so wohl zu diesen Werck als in der Mediein hoch zu Atzen ist.. 41 2— Menn ihr nun dieses Pulyer bereitet habet, so nehmet deß 11— und Erystalls, wie oben gemeldet, thut es in einen Tiegel und 2. Loth dieser Tin⸗ ctur dazu/ lasset es im Glaß⸗Ofen fliessen, rührts unterdessen öffter mit einen eysern Drath um, und ob sich die Farbe recht erzeige: Gefällts euch/ so nehmts heraus, und lasts erkalten, wo es aber noch nicht nach euren Willen, so lasset es so lange stehen, biß es euch gefällt. „Segehoret aber ein sehr geübter Künstler hierzu, weil an der Regie⸗ rung deß Feuers fast das meiste liegt, und also nicht ein jeder dieses Stück⸗ gen treffen wird. Sonst berichtet Ludovicus Vardomaneus, ein Römer,daß der König zu Herbe in Indien einen so grossen und hellen Carfunckel oder Rubin habe⸗ dah er bey dessen hellen Schein, an einen finstern Ort, eben so wohl sehen kan, als wann selbiger Ort, von den Sonnen⸗Strahlen erleuchtet würde: Bon den Rubinen werden vielerley Arten gefunden, darzu kan man auch die ro⸗ then Hyacinth und Granaten rechnen: Die besten Rubin werden in der Ju⸗ sul Zeilan gefunden, man findet auch etli he kleine in Coria/ Calecuth, Cam⸗ bava und Bißnager: Sonsten aber wird er meistentheils in den Berg⸗ Gängen gefunden, da man den Sapphier findet, und nach seiner mancher⸗ ley Nahrung wird er in vermischter Farb angetroffen: Kayser Rudolphus, der ander dieses Nahmens, hat nach Aussag des Boetius, einen Rubin ge⸗ habt/ der so groß als ein Hüner⸗Ey gewesen ist, und von seinem Werth ist ju wissen, daß, wann er zween Scrupel wiegt, so wird er wegen seines herr⸗ lichen Glantzes und Strahlen,dem Diamant gleich geschäzet; sonst wird er selten grösser als eine Haselnuß gefunden. ö ö 35 Anmer⸗ —0 4 N Von denen Edelgesteinen ins gemein. 4³⁰9 Hsthnnz Anmer ck Ung/ unch ut e Rubinen werden an zweyen Orten in Indien, nemlich im Kaaihen nigrer eele V Königreich Pegu, und in der Insel Ceylan gefunden, man Kidte dasset aber wenig von dannen herausfüͤhren. ehshg 05 Von dem eigentüchen Werth und Preiß deß W IR ubins. ö 3. 1210 Der Preiß oder Werth der Rubinen ist dieser: Ein guter Ru⸗ Dithn bin, am Gewicht 1. Ract(so sieben Acht⸗Theil eines Karats seyn) Rese wird geschät vor 20. alte Soder 0 Pagaden, eine jede Pagade W ungefehr zu 10. Kopff⸗Stück oder 2. Philipps⸗Thaler unsers Gelds dehSuln gerechnet, 2. Rati aber(ist am Gewicht 1. Karat 3. Gran) be⸗ hie trägt sich schon am geschatzten Werth 5. mal so viel, nemlich 100. östemttez Pagadi oder 200. Dicke⸗ oder Philipps⸗Thaler. Aber. ö ahne 3 Rati Karat Gran Pagadi Phil. Thl. on de R 3—— 799. 18565 das ist 4 31 wird schon werth geschärt 390 oder 1800.* Wn 0 230— 4055, 9*3 Moipfch an— 2—— π⁰⁹ιο vundt: A ö Rauchtern gilt also das Rati an einen guten Rubin, der ohne Mangel ist, wie hier Wer iu sehen ö Hetheg Ratĩ PhilippsThaler H 2 40 nn 2 7. Hophuh 3—578— 167 Blb Wann er wigt 4 in einander gerechnet afỹðůͤ Wa 5* 366 Hilehhen 6 1⁰⁰ο Isus 2——6 I ö. * 44⁰ Von denen Edelgesteinen insgemein. AII. Oder ein jedes Rati absonderlich geschätzet. tĩ Philipps⸗Thaler 40 ö ati 1 2 160 3 340 Das 4 gilt 67⁰ V 1130 5 1870 2 ö 160⁰0 12 ö Aus dieser dritten Tabell ist zu sehen wie jedes Rati absonderlich steigt, das sech ste gilt am meisten, das siebende gilt schon etwas weniger, Ursach, weil indem der Stein grösser wird, man das Gewicht eines Rari nicht mehr &sehr spürt, und wenn solcher am Gewicht biß auf 12. Rati kommt, so ommt hernach jedes Rati, er mag so viel wägen als er will, wann er voll⸗ ommen schön it/ οο. Philipps⸗Thaler/dabey er auch unbeweglich bleibet. 9 IV. ö Von dem Palasen oder Pallaß.—— Dieser Edelgestein hat eine bleicherne Röthe oder Glantz als der Ru⸗ in; denn er flammet mit einer Purpur⸗oder Rosen⸗Farb: er wird aber da⸗ rum also genennet, dieweil er gleichsam ein Pallast oder Mutter ist, in wel⸗ er der Carfunckel oder Rubin sitzet und gezeuget wird, er wird auch offt in den Sapphier⸗Adern gefunden, als dürchldessen Tinetur, seine Röthe blässer gemachet und temperiret wird: Dem Preiß nach ist er viel wohlfei⸗ ler als der Rubin; Lintschott saget daß ein solcher Stein der 4. Gran schwer/ zehen Ducaten werth sev. ö —— 2.— FrE rerrrrr“* 4 — V.· ö Von den Rubaces oder Rubacelles. Ob diese Edelgesteine zu den Spinellen oder Hiacynthen gehören, wird annoch gezweiffelt, dieweil sie scheinen eine vermischte Farb pon beyden zu haben, sie sind denen Böhmischen Granaten sehr gleich, und werden erst im ö Feuer geprobiret, nemlich ob sie Granaten sind oder nicht, denn die Böh mi⸗ en Granaten können das Feuer ertragen ohne Derlierung ihrer Farbe, und mit keinem oder gar kleinen Schaden; diese andern aber verlieren ihre Farb, und verändern sich im Feuer dergestalt,daß man leicht dardurch wissen kan/ ob es Granaten sind oder nicht; auch haben sie meistentheils eine gelbe Varb, ——......—. ä——— — Von denen Edelgesteinen insgemein. 441 Farb, an ihren äussersten Enden an sich: Dem Preiß nach, gelten sie hald MAhü so viel als die Palassen, so sie ohn allen Mangel sind. 40 VI.* 100 ö Von den Granaten. 100 Diese Edelgesteine, sind ein Geschlecht der natürlichen Carfunckel 0—0 oder Rubinen, durchsichtig roth, gleich einer Granat⸗Ap deldlůͤhe; und * giebt fürnemlich deren dreyerley Geschlecht, davon der beste ein Granat⸗ O Blüh Farb hat; der ander hat eine Röthe, so sich nach ver Farb deß Hia⸗ 1000 cynths neiget, die dritte Art ist roth und ziehet sich nach euer Biol⸗Farb/ welche von den Italiänern für die vollkommenste unter allen gehalten, und Wasth s dahero Kubino di Roeca genennet wird. ö 0 00 Plinius erzehlet von den Mohren, daf sie einen Weg haben, die dun⸗ inh ckeln und schwachen Rubinen zu erquicken und lebhafft zu machen, also daß ahu sie ihnen einen Glantz und Schöne 14. Monat lang, gleich einer gluenden 6 amt Kohlen geben können, und dieses geschiehet, wann sie solche 14. Tage in 160 Wein⸗Essig weichen, aber, ob schön durch dieses Mittel ihr Glantz, auf veglihheht eine zeitlang erhöhet wird, so werden sie doch dadurch nur weicher und ge⸗ brechlicher wers nicht glauben will, den stehts frey solches für ein Plini⸗ sches Mährlein zu halten. Sie werden mehrentheils in Indien, Calecuth, al der hy Cananor, Cambaja, und Belaguar/ wie auch in Mohren Land und in dirdaberd, Böhmen gefunden; von den Böhmischen gemeinen und grössern Granaten, iss Hl ist ein wohl polirtes Stück 6. Schilling werth; hingegen ein guter Orienta⸗ daucofth lischer von 4. Gran schwer ist 2 Silber⸗Kronen werih/ da doch der Löhmi⸗ seihe Ruht sche fast schöner und härter als der Orientalische, nur daß man solche nicht Hiel vohf leicht groß findet/ und so vft sie auch noch zweymal so viel gelten; der Rubin 0 de Rocca oder Felß⸗Rubin/ ist eben so theuer als die Spinellen. RA VII. ö Von den Almandinen. ů Dieses ist ein Mittelstein zwischen den Granat und Rubinen, also, nghat, daß die Rubinen, gegen diesem mehr Schwartzroth zu seyn scheinen sie aredl sind wohlfeiler als die Rubinen; zuweilen werden sie Alabandicken genen⸗ net: Mit den Orientalischen Granaten aber sind sie gleiches Werthe: die⸗ 10005 ses„n die Steine/ welche von dem Plinio Troezeny genennet werden sie sind 1⁵0 roth/ mit unterschiedlichen Farben/ untermenget mit weissen Fleckiein. h fl VIII. 15 Von den Hiacynthen. eh Dieser Stein ist an der Farb Goldgelb röthlich, gleichend einer Feuer⸗ Kek Flam 4⁴² Von denen Edelgesteinen insgemein. Flamme, dahero kan er als ein Art dee Rubinen gerechnet werden: Von diesem Stein sagt Plinius, daß er selten grösser als eine Erbis gefunden wird, etliche sind, welche, wie ein Feuer flämmigt, und an der Farb wie Scharlach, oder Charmesinroth sind, solchen nennen die Frantzosen Ja- eynth la belle, und halten ihn für den besten; dieser mag auch wohl unter die Geschlechte der Carfunckel gerechnet werden: Noch ist eine andere Art dieser Edelgesteine, welche den Bärnstein der Farbe nach nicht gar ungleich ind, die Steine von dieser Art sind nicht theuer, wegen ihrer Dunckelheit und der kleinen Staublein oder Cörperlein, so ihre Durchsichtigkeit verhin⸗ dern Einen solchen Stein hat Cardanus pflegen zu tragen, um den Schla zu befördern: Auch ist noch eine andere Art dieser Steine, welche gantz keine Röthe in sich haben, dahero auch sie gar wohlfeil sind; die Steine, welche Plinius Hiacynthen heisset werden heut zu Tage für Amethisten ge⸗ rechnet, gleichwie auch der Amethist der Alten nur für einen Granat gehal⸗ ten wird: Sie werden in Morenland, Indien und Arabien gefunden; auch findet man einige Hiaeynthen in dem J er· Fluß der Bäyrischen und Böh⸗ mischen Gräntze so an der Farb dem Vitro Antimonĩi nicht ungleich sind. IX. ö ö Von dem Amethist. Dieser Stein hat eine Farb gleich der Pfirsching⸗Blüth, welche lieb⸗ liche Farb herrühret von Vermischung der rothen und blauen Farbe: Die fürtrefflichsten unter diesen Steinen haben einen feurigen Glantz, der sich sehr lieblich ausbere tet: Er hat vielerley Geschlechte, die besten darunter haben eine Rosenrothe Purpur Farb; ihrer Schönheit nach sind sie fast so herrlich als ein Rubin, und von fürtrefflicher Härte; Boetius saget, daß er einen solchen Orientalischen Amethist, in einen fürtrefflichen Demant ver⸗ wandelt gesehen, und ist, nachdem er in einen guldenen Ring versetzt ge⸗ wesen um 18000. Gold⸗Cronen verkaufft worden, indem man solchen nach der Gestalt und Art eines Demants völlig geschätzet hat. ů Rulandus erzehlet von dem Amethisten sechserley Geschlechte als der Meißnische Amethist, welcher in dem Undehenstonischen Berg⸗Werck ge⸗ funden und gebrochen wird; 2. der andere, welcher bey Stolpen und in den Vach der Trebisch gefunden wird, 3. der Böhmische aus den Böhmischen Gebürgen, 4. der unreine und mitCrystallischen Streichen vermengte Ame⸗ thist, x. der geringe oder Crystal ähnliche; 6. der braune spitzige vier 6. Eckigte; die Orientalischen sind aber unter allen die Fürnehmsten, solche werden für⸗ nehmlich in Indien, Arabien, Armenien und in Mohren⸗Land gefunden:Ein Orientalischer Amethist/ so er hart und ohne Wolcken oder Flecken grag ö arqt — ———.——.—.— X — a N Wbis grinhg tt Hrantonz. . M Oden Ramugt Duntlhet Hgleitheft mdenShh walcvgn dit Ethh, methifeyg Ranatgh under ah en und V cs welcht I⸗ rarber. 5/ Rest M dakontt dössesiss sahet· M Nhauthes hesseh g I Abe Waskoy Idihdth Imschu glt Iub 309 danfh elE stai Kun Von denen Edelgesteinen insgemein. 4⁴4² Karat oder 4. Gran schwer, ist 4. Reichsthaler werth, und also fort, je schwerer je theurer. ö &. Von den kleinen und grossen oder Zahl⸗Perlen. Diese sind nichts anders als die Früchte eines Fisches oder Muschel, so man Perlmutter heisset, welche in einen wohlgestalten, runden, durchsichtigen und schönen Stein zusammen geronnen ist: DeßPlinii Mei⸗ nung/ daß sie von dem Tau herkommen sollen, will Boetius der War⸗ heit nicht gemäß achten, indem er also saget: Ich habe aus dergleichen. Muscheln viel Perlein heraus genommen, und befunden, daß sie aus des Thieres Leib, aus eben der Feuchtigkeit, daraus die Schalen oder Mu⸗ schelsind, wachsen, welche zähe Feuchtigkeit zuweilen ausgetrieben wird, nicht alleweg aber zu der Schalen Gehäuse, sondern wann diese kleine Crea⸗ tur kranck und übel auf ist, und nicht genugsame Macht hat/ dieselbe von sich zu geben, oder die Feuchtigkeit, welche in seinem Leib stecken bleibet, so bekommet sie den Beginn oder Anfang der Perlein, welche nach und nach von der zuflissenden Feuchtigkeit, zusammen rinnet und zunimmt: Es wachsen auch bey andern Thieren Steine, als in der Gall, und andern innerlichen Leibes Theilen, in gleicher Weise, wie der Bezoar⸗ stein, in der Indianischen Ziege gefunden wird? Ingleichen saget auch Cardanus, daß sie nicht von dem Himmel⸗Tau wachsen, dieweil die Per⸗ lein Muschel, ihren natürlichen Sitz, in der Tieffe deß Meers haben: Es ist aber Plinii Bericht von den Perlen, dieser, indem er saget, daß sie in den Austern oder Muschel Fischen von einem gewissen Meer⸗Thau, wor⸗ nach dieser Fisch, zu gewisser Zeit des Jahrs; sehr dürstet, erzeuget wer⸗ den, und nach dem der Himmel dunckeler oder heller ist, zu der Zeit wann sie den Thau empfangen, so werden sie auch schöner oder dunckled. Es wollen ihrer viel die Perlen nachmachen, indem sie mit dem Pul⸗ ver/ von den kleinen Perlein und Eyerweiß eine Massa machen, solche trock⸗ nen und poliren; allein diese kan man leichtlich, so wohl an dem Gewicht als an der Farb, von den warhafftigen Perlen unterscheiden und erkennen. Es ist aber gleichwohl nicht zu verachten, was der schon gemeldte alte teutsche Laborant B. Korndorffer, in seinen Edelgestein⸗Büchkein hievon lehret, folgender Gestalt: Wie man aus vielen kleinen Perlen eine grosse formiren, ja diesel⸗ be gar in eine Tafel giessen könne. Nimm,/sagt er, meines Mercurial⸗Wassers 14. Loth, thue in ein niedriges Kkk 2 Kolbeu⸗ 5 —— 4⁴4 Von denen Edelgesteinen insgemein. Kolben⸗Glaß, 2. Loth Sulphur Solis, geuß das Wasser darauf, laß es solviren und extrahiren; alsdenn nimm der weissest und kleinstenPerlen 20. Loth/ thue es in ein dazu bequemes Kolben⸗Glaß, geuß dasselbe brennen⸗ de Mercurĩal-Wasser darauf, laß die Perlen allgemach folviren, biß sie alle zu einen reinen Kalch werden, nicht anders als die solvirre Silber; als⸗ denn geuß das Mercurial⸗Wasser ab, siede den Kalch aufs beste aus, trock⸗ ne denselben, thue sie folgend in einen saubern Tiegel und lasse solche al⸗ leine, ohne Zusatz, fliessen, gieß den Fluß zu einer Tafel, oder in gewisse ormen, nach deinen Gefallen; wanns erkaltet, poliers wie man andere Edelsteine polirt, so wirds alles die schönste und reinste Perlen⸗Consistentz, Form und Schönheit erlangen ꝛc.. Die grossen Perl werden allenthalben Zahl⸗Perln, hingegen die klei⸗ nern die Saat⸗Perlen geheissen, und müssen nach der Fürtrefflichkeit ihres Glantzes, auch an ihrer Rundirung, Reinigkeit und Schönheit erkannt und unterschieden werden: Die besten werden in den Persischen Golfo, zwischen der Insul Ormus und Basseram gefunden Von dieser Insul wird Sprichworts⸗weis gesaget, wann die gantze Welt ein Ring wäre, so müste Ormus die Perl darein seyn: Sie werden auch zwischen dem Vorge⸗ bürge Comorin, und der Insul Zeilan gefunden: Die Occidentalische Perlen sind Milch⸗farbig/ und Silber⸗gläntzend, auch dahero nicht so gut, als die Orientalischen.—— Es werden auch an vielen Orten Europä, Perl gefunden, als in Schott⸗ und Irrland, in denen schönen Muscheln und Austern: Wie auch in Böhmen, Bayren, Schlesien, und Frießkand. In der Gegend des obgedachten Vorgebürgs Comorin, findet man sie in der Grösse, daß eine hundert Körner schwer wieget, und bey der Insul Borneo 160. Weitzen⸗ Körner swer, diese sind aber nicht so schön als die andern. Von der Egyptischen Königin Cleopatra wird erzehlet, daß sie auf ei⸗ ner Abendmahlteit eine Perl in Essig zerlassen, eingetruncken, sich rühmende, daß sie eine weit köstlichere Abend-Mahlzeit gehabt, als Antonius; der Werth dieses Trunckes erstrecket sich, nach Budäi Rechnung, auf hun⸗ dert und funfftzig tausend Gold⸗Gülden: gedachter Budäus erzehlet auch, daß eine Perl/ so groß als eine Haselnuß, in Franckreich, um 3000. Gold⸗ Gülden, und noch eine andere um 4000. seye verkaufft worden: Der Preiß oder Werth der Perl, wird nach ihrer Schönheit und Glantz vergrössert; ein schönes und rundes Stück von 4. Granen schwer ist 3. Kronen werth; und ist nach ihrer Grösse und Schönheit,der Preiß davon zwey⸗ und dreyfach grösser. Anmer⸗ * — Imu, s Mgcherlg, ssehtheng Wügh, —eSier deteauhit Hsse slcheh Dhern gyj 1e nanae h⸗ On Hegen cschiathe onheit alnn sschen Gush Diest ri W Hem My Nlidentalth Olichtsigt Den/ Miud Gchle N h 60. Mah hahseas Hhmeeh, Wollul; N 9uftoj Rehltuut 0⁰⁰ 500 Da Haghisth eh hh lyih⸗ MMM Von denen Edelgesteinen insgemein. 4⁴ D Aumerting Eigentlicher Bericht/ wie und wo die Perlen gefunden und gefischet werden, auch von ihren eigentlichen Werth und Güte. W sind vier Ort in Orient, wo die Perlen gefischet. wer⸗ d als nemlich 1. die Insul Baharem/ im Per sischen Meer; 2. die äusserste Landschafft Arabiæ Felicis, nahe bey der Stadt Catiff: 3. die Insul Ceyland bey Manar: und 4. die Insul Japan. Bey der Insul Ceylan werden die besten gefunden, seynd aber klein; in Japan die grössesten, aber sehr ungleich. In India Occidentali werden sie in dem Mitternächtischen Meer gefischet, als nemlich: bey denen Insulen, Margaricha, Cubagna, St. Marthaf, Comana, und Comanagate; auch in den Mittägigen Meer, nahe an Panama; und obwohl diese Art Perlen viel geringer sind als die Orientalischen, so übertreffen sie dennoch dieselben weit an der Grösse/⸗ alldieweilen man manchmal daselbst Perlen findet, die zwey und vier⸗ ig Karat wägen; Ja es werden auch daselbst manchmal 5. oder 6. erlen in einer Austern oder Meer⸗Schnecke gefunden. Die Fischer, welche diese Perlen fischen, essen nichts als truckene und gebratene Speisen, zu besserer Erhohlung des Athems. Auch ist zu mercken, daß dergleichen Meer⸗Schnecken, die die Perlen haben, nicht gut zu essen, sondern sehr schwer zu verdauen seynd. Was den Werth der guten Orientalischen Perlen betrifft, wird man aus beygefügter Tabelle, als darinnen der ordentliche Preiß, einer jeden Perle, eigentlich zu finden ist, gnugsam ersehen und erkennen können. Kkk 3 Tabelle, — e—:———..—.——————— 4⁴6 s* Von denen Edelgesteinen insgemein. 44 6— 323 3— ——— „Asso wird die Pe Zahl, wie viel Gran sie Eine Perle vom Tabelle/ Daraus der Preiß jeder Perle zu ersehen. Krone Karat II 7 N⁰½H˙ — 2 0 — HUEUνHE = — —— 0 — 2761 rle(so vollkommen wiegt multiplicirt Gewicht. Krone 289 —* 324 361 ——— 40⁰ — 441 —— 454 —— 729 77 schön ist) allezeit, mit der und so viel heraus kommt, viel wird sie Kronen geschätzt, als zum Exempel, ein Gran gilt mit 2. multipliciret, macht 4./ so viel gilts 7. multiplicirt, macht 49., so viel gilts au 1 Krone, 2. Gran kronen, 7. Gran mit ronen, 12. Gran(oder 3. K +. so viel gilts auch(ordinar arat) mit 12. ran, 32. mit 32. multiplicirt, thut 1024. mit so viel Kronen muß auch eine Perle von diesem Gewicht ihrem natürli⸗ en Preiß nach ästi werden de. miret und bezahlet XI. multiplicirt, macht ie) Kronen, g. Karat macht 32. — — . ö sn hrin O han 3/ pwiellx unod ahih r. Iudels bieg O Eth; dr L6 Intenz 1 hula ö dethrr dehux Hahng * — — =2 2 — — — * —=... 2 —— ———— 2— * L ———— * — = — et, Rt u mt, Gan gl II gitg ah t, mh act z III I Von denen Edelgesteinen insgemein; 44⁷ — I XI. 111 Von dem Sapphier. Dieses ist ein durchsichtiger, blauer, und dem Gesicht annehmlicher Stein, auch sehr hart, der beste unter vielerley Geschlechten ist derjenige, so eines guten Halts, und nicht wegen der Grobheit seines Nahrungs⸗ Safftes er davon gezeuget iststumpff noch schwach ist; es gibt auch noch ge⸗ ringere Sorten, als der grüne Saphier, der Gold⸗Farbe und der Weis⸗ se. Die besten werden in den Orientalischen Ländern gefunden, wie auch in Böhmen und Schlesien: In Engelland werden sie gantz durchscheinend ge⸗ funden, aber weich und milchfarbigt mit blau vermischet: So man ihm die Farb benehmen könnte, so solte er wegen seiner Härte, leichtlich vor einen Diamant passiret werden: Er wird gleich alle andere Steine nach der Fürtrefflichkeit seiner Farbe, Schönheit und Reinigkeit, wie auch nach der Gröse Wtecer einer von 4. Gran, ist so viel Kronen werth: die besten wann sie die Größ haben, werden denen Orientalischen Diamanten, so von dergleichen Sorte, gleich geachtet. XII Von dem Opal. Dieses ist ein Edelgestein, welcher gleich einem Rubin, subtile und feurige Flammen strahlet; und dabey mit einer reinen Purpur⸗und Meer⸗ rün⸗Farben gleich einem Amethist und Smaragd durchzogen ist, dahero an dieser Stein, wegen seiner lieblichen Farb⸗Vermischung gar nicht, wie die andern, nachgemach et werden; er wird von vielen für den schönsten unter allen Edelgesteinen gehalten: Die besten von solchen Steinen werden an ihrem mancherley Farben spielenden Glantz, und an der Härte erkannt/ und erwehlet; sie werden in Indien, wie auch in Cypern, Egypten, Ara⸗ bien und in Ungarn gefunden; die Ungarischen findet man in einem weichen Stein, so mit schwartzen, gelben und braunen Adern gemenget, und ist der Leib deß Steins weiß, gelb⸗ und swwär zlicht bißweilen durchsichtig mit unterschiedlichen Farben, auch sind unter solchen, viel so weich, daß sie sich nicht wollen polieren lassen, weder auf Zinn, noch auf Bley, sondern nur auf einer weichen Trippel⸗Erden. Bey den Römern wurde dieser Stein im grossen Werth gehalten, wie aus der Historie des Rathsherrn Nonii zu ersehen, indem er sich lieber seines Lan⸗ des und Rathsherrn Standes, als eines Opals, welchen er von dem Antonio bekommen, berauben lassen wollen; dieser/ deß Nonii Opal war einer Hasel⸗ nus 48sVon denen Edelgesteinen insgemein. nus groß/ und auf zwantzig tausend Gülden geschätzet: Heut zu Tage aber sind sie nicht so tbeuer, denn einer von der besten Art, so 4. Gran schwer ist gilt kaum drey Cronen. X B ane AII. Von dem Smaragd. Dieser Stein hat eine annehmliche Wiesen, oder Feld⸗grüne Farb/ und wird bey seiner stetshabenden Kalte, so man ihn in den Mund nimmt, oder an seiner Schwäre erkandt; item bey dessen Härte und blitzenden Glantz⸗ strahlung; die Orientalische und vor Alters die Seytischen seyn für die be⸗ sten unter allen gehalten; es werden auch dergleichen fürtreffliche Steine in den Abend⸗Ländern und an etlichen Orten in Europa angetroffen. ä Einen köstlichen Smaragd, kan man auch durch Künste auf nach⸗ olgende Manier machen. 3 Nehmt Bimsstein 4. Loth/ caleinirt ihn, in Keverberir-Ofen/ und löschet ihn in starcken Essig/ wann er kalt worden, so giest den Essig ab/ und nehmt den Kalch heraus, diesen Kalch stratificiret mit geschlagnen Silber, und last es im Tiegel wohl glüen, schüttet es wieder in denselben Essig, so werdet ihr oben etwas grünes schwimmen sehen, dasselbe sammlet und ver⸗ wahrets in einen Glaß; das übergebliebene Süber, mit den Kalch, glüet wieder aus und werfts in Essig/ und dieses thut so oft als die Materig eine grüne Farbe giebt; alsdenn nehmt Weinstein⸗Saltz 4. Loth/ Crystall 8. Loth/ und der vorgemeldten köstlichen grunen Farbe J. Loth, dieses setzet in einen be⸗ ständigen Tiegel in ein dazu gehöriges Feuer, da es 4. Wochen stehen kan: So werdet ihr einen schönen köstlichen und harten Smaragd bekommen. Es werden die Orientalischen sonst selten grösser als eine Haselnuß/ die Occidentalischen aber zuweilen einer Faust groß gefunden: dieser Stein war vor Alters in so grosser Achtbarkeit, daß verboten wurde nichts darein zu graben; ein Orientalischer Smaragd war wohl viermahl so theuer als ein Demant von gleich schweren Gewichte; Lindschott hält diesen Sttein auch schätbarer als den Demant, und achtet einen Smaragd von 4. Gra⸗ nen, der so dick als ein Demant auf 90. Ducaten werth, da er doch ei⸗ nen Demant von solcher Dicke nicht höher als 70. Ducaten werth schä⸗ tzet: Noch ein anderer hat für einen Smaragd von 8. Gran schwer 113. Goldgulden gegeben. Anmer. SIIIIIIISISSSSSSSIe —— Von denen Edelgesteinen insgemein. 4⁴ 414 rr.* aftdtp 0 AUAnnmerckung. WDsS wurden vor deme nie keine Smaragde in India Oriental V gefunden, als bloß in Peru, von dannen sie, kurtz zuvor ehe l Hahig. America denen Europaischen Einwohnern ist bekannt worden, durch E die Peruanischen Kaufflente, nacher Malluccas seynd gefhret wor⸗ 4 Hedenhn den, anitzo aber werden sie fast aus allen Orient, allwo sie heut zu sanfüh Tag, wegen der Menge, einen viel geringern Werth als damals ha⸗ sichEm. ben, zu uns häuffig ubergeführet. I8 Retrofnn Es wachsen aber die Smaragden in Steinen, die den Crystall gleich seynd; haben auch in demselben ihre Adern, darinnen sie nach uste Alst und nach reiner, dicker und härter werden; man findet darunter einige i deren halber Theil noch weiß, das andere aber grün ist, einige die e⸗O0 noch gantz weiß und gleichsam unzeitig senn; die meisten aber seynd 4 Refhm ganz grün und diese seynd auch die Vollkommensten.— geheh hnei*. L 5 Immd Von dem Prasem, und Crysopras. ä E Dieses ist ein durchscheinender grüner Stein/ gleich dem Sauch anzuse⸗ 321 Mh hen: Er wird auch zu Zeiten mit einen Gold⸗Glantz und bißweiln mit röthen, ö 2 Esnlr weissen und schwartzen Flecken angetroffen; solches aber geschiehet darum, htletn dieweil er einen Jaspis, Crystall, oder andern dergleichen Stein anwächst, elsehnte als von welchen er kleine Dupfflein, und mancherley Farben empfängt: Es 11198 wird auch dieser Stein von etlichen, für die Mutter deß Smaragds gehal⸗ cheR ten; derowegen wird er auch von einigen der Smarald⸗Prasem geheissen: 1ME Sie werden in Ost⸗ und West⸗Indien, wie auch in Teutschland gefunden, un und sind diese schöner als etliche unter den Orientalischen, allein ewas wei⸗ KthA. cher⸗Absonderlich werden sie in Böhmen und denen benachbarten herumlie⸗ HH4 genden Ländschafften angetroffen: Im übrigen seynd sie im Werth nicht gar 2 60 och/ je nachdeme es ihre Schönheit mit sich bringet. 1 9 XV. ö vh ö 5 Von dem Topaß. 0 W Diesen Stein hat man vor Alters ins gemein für einen Chrysolith ge⸗ halten; er ist ein durchsichtiger Stein, von einer bleichgrünlichten Farbe/ 45⁰ Von denen Edelgesteinen insgemein. welche das Ansehen hat als ob sie einen Zusatz von einer gelben Farbe hätte; es wird aber dieser Stein wenn er Gelbgrün gefunden wird, nicht Topas⸗ sondern Chrysopas,oder die Mutter deß Smaragds genennet; denn in ei⸗ nen rechten Topas,/ist nichts anders als ein vollkommener, fürtrefflicher und herrlicher Sonnenschein oder Gold⸗Glantz: Dieser Stein wird in der Insul Chitis, deß glückseeligen Arabien, alda ist ein gewisser Fels, in der röthen See, darinn wird der Stein gefunden: Nach deß Plinii Aussage, findet man auch solchen Stein in den Alabaster⸗Bergwercken, nahe bey Thebe einer Stadt in Egypten: Dieser Stein ist so hart, daß er die Feile gäntzlich ver⸗ tragen kan/ und wächst offt so großdaß man Bilder⸗Seulen davon gemacht hat, davon Hadrianus Guilelmus zu lesen. Was die rechten und fürtrefflichen Topas sind, die geben einen herrli⸗ chen Schein von sich, und glantzen mit ihren annehmlichen Strahlen, in ih⸗ ren Werth erreichen die Schönsten die Helffte von deß Diamants. XVI. ö Von dem Chrysolith. 12 Dieser Steis wurde bey den Alten, vielfältig ein Topos genennet; er ist hell und durchsichtig mit einer fürtrefflichen Gold⸗Farb, gleich einen lieb⸗ lichen Sonnenschein, die beste Art von den Chrysolithen ist sehr hart/ und er⸗ deiget seine grösseste Schönheit Morgens, zur andern Tags⸗Zeit aber,ist er nicht so schön: Sie werden in den Orientalischen Ländern gefundenzdie besten aber werden in den Mohren⸗Ländern gefunden:diese sind dem reinesten Gol⸗ de gleich: Nach dem Diamant sind sie unter allenEdelgesteinen die härtesten: Diejenigen welche in Arabien gefunden werden, die haben zuweiln allzuviel gilbe zuweiln auch zu wenig, bißweiln haben sie mancherley Farben, und biß⸗ weilen sind sie dunckel; es werden auch zu Zeiten in Europa, sonderlich in Böhmen Chrysolithen gefunden, von solcher Fürtrefflichkeit und Glantz als die Orientalischenmur daß sie etwas weicher sind: Anshelmus Boetins sa⸗ get/doß er einen Böhmischen Chrysolich gesehen, welcher Rudolpho dem an⸗ dern dieses Namens Römischen Kayser/ sey gegeben worden die fer ist wey Eln lang,/ und eine halbe breit gewesen: Dieser Stein kan wegen seiner Här⸗ te /bermittels deß Feuers, gleich wie ein Sapphier/seiner Farb beraubet/ und iu einen wunderschönen Bemant verwandeit werden, und ist kein Stein welcher einen Orientalischen Demant besser gleichen kan als dieser: Dem Hreiß nach ist ein Chryfolith, von g. Gran schwer/I. Cronen werth:Einer der sehr gut, und rꝛ. Gran schwer ist.der ist 9. Eronen werthund einer der eines herrlichen Glantzes ist, und z. Serupel wieget, ist hundert Cronen Wae⸗ 35 ö Boe⸗ N— ö nihtkut letz dems hestheh Hidisdechf H2nent hefrditgy 0 Hchech 1ègtih Döbangent Hhesgateh Stuahlahz nante. Vgehennt Heichet Hrharturpe⸗ Zeitabusst Ededdetgh renesbe Höit him Weihahng arbepyandhiz soih mda EE olohodenl dusttst Hsaher eraubeh EenE dist: WhEide Herderehe ü .— Von denen Edelgesteinen insgemein. 451 Boetius sagt, daß er einen gesehen, der kaum 2. Scrupel gewogen, derselbe sey vor ꝛ2. hundert Cronen verkaufft worden, und nachdem solchem Stein die Farb sey benommen wordenx hat man ihn, so artig in einen Ring eingefasset,daß solchen der erfahrenste Jubilirer, von einen rechten Demant solte kaum haben erkennen und unterscherden können. XVI. Von dem Berill. Dieses ist auch ein durchsichtiger Edelgestein, einer bleich⸗grünen Farb⸗ welche rechte See⸗ oder Meergrüne zu seyn scheinet: Wann man die eigent⸗ liche Farb eines Berills abeopirt sehen will, so thue man ein wenig Indige, in rein Wasser, und den loten Theil einer grünen Farb darzu, so wird man die vollkommene Gestalt, solcher Berill⸗Farb sehen: Plinius saget, daß der Berill sechseckicht sey, und von der Farbe wie ein Aal⸗oder Meer⸗Wasser aussehez dieser Stein wird mit vielen Ecken geschnitten, damit er durch der⸗ selben Wiederschein lebhafft und gläntzender gemacht werde. XVIIII. Von dem Crystall, oder sogenannten falschen Demant. Dieser ist ein bekannter, und durchsichtiger Stein, gleich einen reinen Wasser/in einen sechseckigten hellen Leib, also zusammen genommen: Den Namen eines Edelgesteins, verdient er mit Fug, wegen seiner herrlichen Durchsichtigkeit und ungefärbten Durchscheinungz und hätte dieser Stein so viel Härte, als er Reinigkeit, und herrliche Schönheit hat, es würde ihm kein ander Edelgestein unter der Sonnen können verglichen werden: Dieser Stein ist nichts anders als ein zusammen geronnenes Eys; solches erhellet auch aus der Bedeutung seines Namens, denn νσ² bedeutet Kälte oder Frost, und ⸗Ra, heisset in unserer Sprach/ ich ziehe zusammen; solche Zusammenziehung oder Steinverdungen aber, geschiehet nicht nur mit Hülf der blosen Kälte, sondern durch Vermittelung der innerlich⸗verborgenen Hitze: Unter allen Crystallen ist der Berg⸗Crystall der beste: Er wird an un⸗ terschiedlichen Orten in Europa gefunden, als in den Alpen⸗Gebürgen, in Böhmen, in Ungarn/ in Cypern, in Portugall, und in den Pisanischen Fel⸗ dern: Ingleichen bey Arnheim in Gelderland, bey Brüssel in Braband, wie auch in Franckreich: Man findet zu Zeiten einige unter diesen Crystallen, wel⸗ che so hart und schwer sind/ daß man sie schwerlich von den gten Demanten unterscheiden kan: Dem Preiß nachsist er wegen seiner innerlichen Herrlich⸗ keit und Fürtrefflichkeit nicht für gering zu Henaut zweil man solchen aber in der Menge findet, kan man ihn allenthal 1 7 Kaufs haben. 4⁵² Von denen Edelgesteinen insgemein. Von dem Stern⸗oder Sonnen⸗Stein. Dieser Stein ist ein Geschlecht deß Opals, welcher seine Strahlen gleichwie ein Stern von sich gibt, und ist ein harter und durchsichtiger Stein: wenn er gegen die Sonnen gehalten und herum gedrehet wird,/ so scheinet es als wann die Sonne in demselbigen fortgienge, oder sich wie ein Stein da⸗ rinn bewegte; dergleichen thut er auch, wann er gegen ein Licht gehalten wird und diß ist die Ursach warum er Stern⸗oder Sonnen⸗Stein genennet wird: er wird in Indien gefunden: Anshelmus Boetius saget von diesem Stein /daß er gleich sey einem Milchfärbigen Crystall, der da ein rundes vicht in ihm beschlossen hat/ und dasselbe, mit einer gewissen Bewegung fortge⸗ hend,/von sich gibt. Die Orientalischen sind sehr schön, und so hart, daß man Rt was darein graben kan; er gilt 2. mal so viel als er zu schneiden ko⸗ * et. ö ö 3 Derjenige Stein/welcher Katzen⸗Aug genennet wird/ist eine Art,eines vielfältigen Stern⸗Steines, solcher wird guch Sonnen⸗Auge genennet, und findet mam ihn in Zeilan und Pegu. Dieser Stein wird von den Indianern sehr hoch gehalten, dieweil sie beredet sind, daß der so ihn träger, an Reichthum nicht Mangel leiden kan, und aus dieser Ursach ist ein solcher Stein, den man in Portugall um 50. Gold⸗Gulden verkaufft, bey den Indianern für 600. geschatzet worden; son⸗ sten aber wird er gemeiniglich wie ein Opal an den Werth geachtet, und ver⸗ kaufft. Bißher habe ich von denen durchscheinenden Edelgesteinen berich⸗ tet/ in dem nachfolgenden will ich auch etwas weniges von duncklern oder halb durchsichtigen Steinen beyfügen, und zwar in der Ordnung. Von dem Sarder oder Carniol. Dieser ist ein fleischfürbigter Stein, darum er auch Carniol wegen Gleichheit der Fleischfarb genennet wird: von diesem Stein gibt es dreyer⸗ ley Arten/als recht rothe, bleich rothe, und gelb rothe: insgeme in wird er in der Insul Sardinig und bey Babylon gefunden, mitten in einen Felsen sehr fürtvefflich: Man findet sie auch in Egypten, Indien und Arabien; Inglei⸗ chen um den Rheinstrom/ wie auch in Böhmen und in Schlesien; er wird fürnemlich zu Siegeln oder Pettschafften oder zu Halß⸗Gehängen, und Arm⸗Dändern gebraucht: Ein ungeschnittener/ der so groß als eine welsche Nuß ist/ ist ao, Kopffstück werth L. f 1 Lu*— 8—— — ‚. ——— — aon denen Sdelgestenien insgeemin. 534 XXI. on dem Satdonoch. ö ne Cüu Dieses ist ein etwas durchsichtiger Stein welcher den Glant zweyerEdel⸗ schtgaeu gesteine in ihm hat/ als die Röthe von dem Sarder, und die Weise von dem dsoshegeg Onychstein: Voetius saget, daß ein Sardonych bestehe aus einer Blutro⸗ een Ets then/ weissen und schwartzen Farbe, welche durch Zirckel und runde Strich Aht geyyn. dermassen von einander unterschieden sind/ als ob sie mit Fleiß also gemacht Stlingahant wären: Die besten uuter diesen Stein, sind die Hrientalis⸗ sonderlich die aus Retbnhs. Arabien kommenzes wird auch dieser Stein in Schlesien und andern benach⸗ iinumdelt barten Landern gefunden; auch findet man ihn in ziemlicher Grössealso/ daß Wegungfu man Trinckgeschirr daraus machen kan/ welche sehr hoch gehalten und öhautgfno theuer geschätzt werden: Man halt darfür daß die Chinesischen Gefassewel⸗ ushens/ che in Europa gebracht werden, aus einer Art dieses Steins bereitet seyn. neNR 5—— XXII. 9 ů 5uu ö, Von dem Chaleedonier. ö Dieses ist ein halb durchsichtiger Stein, einer dunckeln Feuer⸗rothen h, Reels ö Farb, und gar hart: Die Orientalischen Chalcedonier,haben eine Purpur⸗ Hheleni oder Himmel⸗blaue Farb, vermischt mit etwas weiß, sehr annehmlich an⸗ Hgclrg zusehen: Diejenigen von diesen Steinen, welche ein irrdisch dunckle und Iwocdhhs weisse Farb haben,die sind unter allen andern die geringsten: die wahresten⸗ ö 110 nn und besten unter allen,/ sind nach Voetii Aussage diejenigen, in welchen eine na Himmelblaue/ gelbe, und rothe Farbe, unter einander vermischt erscheinen, r und die Farben eines Regen⸗Bogens erteigen/ so sie gegen die Sonne ge⸗ „in. halten werden: Es werden auch diese Steine in Teutschland, sonderlich in Muh⸗ Niederland um Loven und Brüssel herum gefunden: Der fürnehmste Ge⸗ brauch dieses Steins ist zu den Pettschafften und Siegeln; denn er siegelt gar schön und ziehet kein Wachs in sich, der beste von diesem Stein wird an 1900 den Werth dem Sardonich gleich geachtet. ů Winrn* XXIII tehdeh eN I Wn Von dem Onychstein. ngesent Dieser Edelgestein siehet aus, wie ein schöner und weisser Nagel eines Hen Rh Menschen: es Ett einen Arabischen Onychstein, welcher schwartz ist, mit sen— weissen runden Strichen: Der wahre Onychstein ist nach Boetii Aussage, Hagen no. derjenige/ welcher viel Adern hat, mit Milchfarbigten Ringen umgeben, in e einer lieblichen Ubereinstimmung: Cr ist bißweiln solcher Grösse, daß kleine 1 Pfeiler davon gemacht worden/wie E der Thum⸗Kirche S. Pe⸗ 2222 Ul ri 45⁴4 Von denen Edelgesteinen insgemein. triĩ zu Rom zu sehen: Ingleichen ist zu Eolln in der& irchen der H.Drey⸗Kö⸗ nige, ein Wzicte Stein, der einer flachen Hand breit ist: Appianus erzeh⸗ ridates,Konig in Ponto, zwey tausend Becher von dergleichen let /daß Mit ö Stein verfertiget, unter seinen Hausräthe gehabt habe. XXIV. ü ö Vom Achatstein. Dieses ist ein halb durchsichtiger Stein, und wegen seiner mancherley Farben sehr lieblich anzusehen indeme solche/ von der allkünstlichen Natur, leich als Landschafften, ausgebildet worden, also daß man in so lchen Stein sben kan Wälder, Flüsse, Bäume, Thier,; růchte/ Blumen/Kräuter und Wolcken, und dieses alles nicht gar undeutlich: Von dem Könige Pyrrho wird gesaget, daß er einen Achat gehabt, in welchem, durch die Kunst der Na⸗ tur, die neun Musen oder Kunst⸗Göttinen und Apollo mit der Harffen/ ab⸗ gebildet/ zu sehen gewesen: Dieser Stein ist von Natur sehr hart/also, daß er sich mit keiner Feylen verletzen lässet: Die schönsten werden aus Indien und Sicilien gebracht; man findet deren auch in Teutschland, sonderlich in der Landgrafschafft Lichtenberg, nicht weit von der Stadt Schnidütten/in Böh⸗ men,/wie auch um die Stadt Strabburg herum, wirdein weisser Achat mit (hwartzen Flecken besprenget, und mit einer Purpur⸗Farb gefunden, diese Art ist sehr gut, und fürtrefflich. Von diesem Stein erzehlet Boetius, daß er einen gesehen, auf welchen deß Julii Cælaris Bild, und sammt seiner Ge⸗ mahlin künstlich gestochen gewesen/ welcher für do. Cronen sey verkaufft worden: Man pfleget auch aus diesem Steine Bet⸗ oder Rosen⸗Kräntze zu verfertigen. XXV. Von dem Jaspis. Dieses ist ein undurchscheinender und vollkommen undurchsichtiger Stein: die Arten von diesem Stein/sind nach der Authorum Beschre bung, mancherley, Lädorus saget, daß dieses ein scheinender und hellgrüner Stein seye Plinius und andere halzen ihn für einen dunckelgrünenStein, gleich ei⸗ hen Smaragdssdoch nicht durchsichtig, noch glänzend; aber der rechte und beste Jaspis der Alten/ wie er auch in Apoealyplin gedachtund von den Ho⸗ henpriester Aaron, in sein Brust⸗Schildlein getragen wurde; welcher in ihm einen solchen herrlichen Glantz hat, daß er wegen seiner fürtrefflichen Schönheit den durchsichtigen Gold und dem Licht deß Himmels gleich zu seyn scheinet: Und von welchen auch die alten Verßlein dekannt sind: ö ö Auro —————.:: In Diew gungz wenda Eulg 0uch K wantt ilher den LI donde mäht Raah sobget meralteh Wngehyt de Khsthesh hantghothe Rauspden delhüx. hidütteryrs kder Huf yliser Wan gefurdg. et Bottchnh immtsennth Fen shbef Kosch⸗hseg Indurhsäh Veshrehn IrintrE Stonglahte derrihtend Dbondesh⸗ dez wihen sttefsen mab glhh unt sd E eirmtch Islihend Von denen Edelgesteinen ins gemein. 45⁵⁸ Auro quid melius? Jaspis: quid Jaspite? Virtus. Quid virtute? Deus: quid Deitate? nihil. ö Odder Teutsch: Was ist besser denn das Gold? der Jaspis. Was ist besser denn der Jaspis? die T ugend. ö VI Was ist besser denn die Tugend, G O T T. Was ist besser denn G O TT? Nichts. Ein solcher/ sag ich, wird heut zu Tag nicht mehr gesehen. Der nun bekandte Jaspis aber, wird mehrentheils in allen Orientali⸗ schen Ländern, sonderlich in Persien, Indien, Cypern und zu Sardis, fast am meisten aber auf der Insul Maltal allwo er mit einen Scorpion gezeichnet) gefunden, und wegen der Menge um billigen Preiß verkaufft wird. Er wird zum Siegelgraben, gleichwie er dazu von jederman am bekandtesten, also auch am bequemesten gehälten. XXVI. Von dem Sonnenwende⸗Stein oder Häliotropio. Dieses ist ein halb durchsichtiger grüner Stein/mit blutrothen Flecken, und wachfet nabe an den Jaspis und Prasene: Er wird darum also geheissen/ dieweil er das Ansehen hat, als ob er sich gleichsam nach der Sonnen Bewe⸗ gungyerzeugete oder wendete, gleich dem Krautlæliorropio oder Sonnen⸗ * wende, oder Gold⸗Blume, welches sich öͤffnet und zuschliesset, nachdem die Sonne auf oder nieder gehet: Dieser Stein wird in Indien, in Africa, wie auch in Böhmen gefunden, und zwar in solcher Grösse, daß man grosse Sa⸗ chen daraus machen lässet: Von denen seltzamen Wunderwürckungen dieses Steins wird hin und wieder bey den Autoribus, sehr viel geschrieben, wel⸗ ches hier zu erzehlen zu lang fallen solte. — XXVII. Von dem Türckis. Dieses ist ein sehr harter/schattigter und Himmelblauer Steinzundi wann er vollkommen seyn foll, durch und durch gleicher Schönheit, so 1— innerlich als äusserlich/ auch ist seine Farb rein ohne alle Flecken: Er wird in den Orientalischen Ländern, als Persien, Indien, wie auch, in der Türckey, gefunden, davon die grössesten, etwas grösser als eine Haselnus sind: Einige Rehrn Auch⸗ Türckis /sind mehr grün, als gewöhnlich/ auch etliche mehr weißlich: Nachdencklich ists was Bartel Korndorffer von dem Türckis schreibt, daß wenn selbiger mit einen(oder feinen) fixen Gold⸗Schwefel 24. Stund ge⸗ 45⁵⁶ Von denen Edelgesteinen insgemein. geglüet oder cementirt werde so werde er in den allervollkommensten und alle andere übertreffenden Smaragd verkehret und verwandelt. Sonst wird ein rechter Türckis an seiner Farben⸗Veränderung er⸗ kannt, als beym Tag siehet er Himmelblau; des Nachts aber bey einem Licht/ ist er Lichtgrün anzusehen: Dieser Stein wird wegen seiner Schön⸗ heit hoch 2 und weiß ich/ daß ein solcher Stein, in der Grösse einer für 200. Kronen ist verkaufft worden. XXVIIII. Von dem Lasurstein. Dieser Stein wird von dem Berg⸗blau od unterschieden, daß er gar hart, hingegen der ander gar weich und zerbrech⸗ lich ist/ daß man ihn leichtlich zu Pulver machen kan, auch hat dieser keine gläntzende Goldfüncklein, gleich wie der ander: Er wird sonsten auch Lapis Cyaneus oder Cœruleus genennet; man pfleget guch diesen Stein, wann er poliret wird, in Gold einzufassenzer wird malla, Asriea,vie alch in Teutsch⸗ land bey den Gold⸗Bergwercken gefunden; die Bergblau ist seine Mutter; dieser Stein wann er ins Feuer Rrerße wird/ verändert seine Farb nicht, er ist offtmals so groß, daß man Messerhäffte, Löffel und Schaalen davon ma⸗ Haselnu chetz er wird auch in Egypten, Cypern, und in der Tartarey gefunden; Die⸗ ser Stein wird auch von etlichen der fixe Lasur⸗Stein genennet, davon man die kostbare blaue Farbe, die Ultramarin geheissen, machet: Ein Pfund von den eintzlichen Stücken dieses Steins ist 10. Cronen werth/ und so er recht gut ist, so kan man aus einen Pfund 20. Loth Ultramarin⸗blau extrahiren. XXIXX. Von dem Lapide Armeno oder Bergblau. Dieser ist ein schöner Himmel⸗blauer Steinein Geschlecht des Lasur⸗ steinsedoch gar zerbrechlich/ und verlieret seine Tarb im Feuer: Wann mit dieser Bergblau eine Tafel gemahlet wird, so verändert sich die Farb mit der Zeit in Grün: Er wird mehrentheils aus Italien in Teutschland gebracht; man gebrauchet ihn auch in der Arzney; und ist dem Preiß nach nicht gar theuer: Und dieses sey hiermit genug von den zum theil halb durchsichtigen Cdelgesteinen, folget anitzo von denen undurchsichtigen und gemeinen ö Steinen, und zwar in der Ordnung. XXX. Von den Corallen. Diieser ist eigentlich kein Stein/ sondern ein Meer⸗Gewächs, welches in Form eines schönen Stäudleins in demselben wächset; wann es 22 1 ö Was⸗ der Lapide Armeno in dem 7— DR* amnensan ö dodel. Hauldenme. cherbechg chsite Etiz warafteh Ameno h huwir hhgtdietehz stengahla Steintrggt auchimdutt) sstseine hutz He Rabnih alendabanoß efunden; Zy net,dobohe Ein uudu Idsoenth 7 G 0. Hoch * Von denen Edelgesteinen insgemein. 457⁷ orm eines schönen Ständleins in demselben wächset; wann es noch im Wasser stehet, so ist dieses Stäudlein weich und grün/ so bald es aber an die Lufft kommt, so verändert es seine Farb und Natur, und wird hart und roth. Der mchrzerwehnte Bartel Korndorffer lehret auch mit seinem Gold⸗ Schwefel die Corallen in ihren Kräfften und Tugenden viel höͤ⸗ her zu exaltiren und verstärcken, folgender Gestalt. Nimm der schönsten und besten rothen Corallen so viel du wilt, diese thue mit unserm geheimen Gold⸗Schwefel, in einen saubern Tiegel, lasse sie 156. Stund gemachsam erglüen; folgends erkalten und heraus genom⸗ men/ diese also erhitzte Corallen, haben unerhörte Kräfte und Tugenden, und sind sonderlich denen Kindbetterinnen sehr gut zu tragen, weil sie die⸗ selben unter andern von allen Spectris und Gespensten befreyen. Am besten ists, wenn die Bereitung geschiehet, wann die Sonne im Löwen ist, an einem Sonntag, auch in der Stunde der Sonnen,wenns sonderlich guch zugleich nahe vor oder am Neu⸗Mond ist. Sonst befindet man, daß die Corallen viel schöner sind, wenn sie von Manns⸗Personen, als wann sie von Frauens⸗Personen/ getragen werden; Item, daß sie unannehmliche Flecken und Farben bekommen, so die Person gefährlich kranck ist; es wer⸗ den auch sonsten, diesem Gewächs, wider die Bezauberungen, Melancho⸗ ley und dergleichen Kranckheiten/ von Paracello und andern viel Tugenden zugeschrieben. Anmerckung. Oder eigentliche Beschreibung/ wie und wo die Corallen gefunden werden. S seynd in allen 8. Oerter, allwo die Corallen gefunden und gefischet werden; Drey derselben sind in den aus⸗ sersten Theilen der 47 Corsica, und Sardinien; Als erstlich Argelig(allwo die besten) zweytes Boza; drittens na⸗ he an der Insel S. Petri; der vierte Ort aber ist in den äus⸗ sersten Theil von Sicilien, nahe an Drepanum: Der fünffte Mmm und — ¶ IHHE IE IWu Mne MR WuR AI 2 WW V R l. V— I II I III Wl N V* 6* 4 ⁊N II WN WI HMI WN * I1 W Il 0 IWl 5 IAN 4. It — HIA 1 MI. NBR * 4 7 W 4** 5423 UI MB 2 V* WWE ö 45⁵⁸ Von denen Edelgesteinen insgemein. und sechste, ist in denen äussersten Theilen Africa, item nahe an der Pastey von Tabacco; der siebende ist in dem äussersten Theil von Ca⸗ talonien, nahe an dem Vorgebürge Quiers genannt, der achte und letzte Ort ist bey Majorca. Aber die recht rothen Corallen, werden einig und allein in dem Mittelländischen Meer gefunden; aus welchem sie von Anfang des Monats Aprilis, biß zu Ende des Monats Julii, gefischet und her⸗ aus gezogen werden, und zwar also: Es werden zu dieser Fischerey in die zwey hundert kleine Schifflein gebrauchet, mit welchen sie auf folgende Weise die Corallen fischen: Sie fügen 2. grosse Balcken ins Kreutze zusammen, an welche sie in der Mitte, so viel Bley, als das Holtz zu untersencken nöthig ist, mit Stricken anbinden; auch ist das Bley allenthalben mit Stri⸗ cken durchflochten; an dieses Creutz⸗Holtze, binden sie zwey Seile oder Stricke, mit dem einen desselben, binden sie es an den Vorder⸗ theil, mit dem andern aber an den Hintertheil des Schiffleins; sol⸗ ches(Creutz⸗Holtz) werffen sie hernacher nahe um die Krippen he⸗ rum, in das Meer: Da denn die bey dem Bley in einander gefloch⸗ tene Stricke,(so von Hanff schlechthin gedrehet seyn) sich in den Co⸗ rall so starck verwickeln, daß manchmahl viel dieser Schifflein erfor⸗ dert werden, selbige heraus zu ziehen. ö I Von dem Agt oder Bärnstein. Dieser Stein ist einer fetten and hartzigten lubstanz, und vermittels der Wärme, zu einen weißfärbigten Stein zusammen genommen; so er gerieben oder auf Kohlen geleget wird, so giebt er einen lieblichen Geruch von sich: Er ist ein durchscheinender Stein, mit einer Gold⸗Farbe, und ge⸗ meiniglich voller Flecklein und Stäublein; in diesem Stein werden auch zu Zeiten kleine Thierlein, als Fliegen und dergleichen gefunden. Es hoben sich auch einige sehr bemühet, die eintzlichen Stücke des Bärnsteins zu lolviren, und in eine Massam zusammen zu bringen; allein bis dato ist es umsonst ge⸗ wesen: Auch hat er eine geheime Freundschafft mit dem Stroh, Sprenern und —* .—: —. Von denen Edelgesteinen insgemein. 479 nahe U Liz3* 2 R nudl dergleichen kleinen Cörperlein, indem er solche, gleichwie der Magnet ö hn das Cysen an sich ziehet: Dieser Stein wird sonderlich in Preussen, Dänne⸗ marck,Schweden, iefland und Finnland,/ häuffig gefunden; der weisse Agt⸗ stein ob er wohl von Ansehen nicht so schön und durchsichtig als der gelbe ist, Hülh so ist er doch, zum Gebrauch der Artzney, vor dem andern besser. 1W XXXII. sichemt Von dem Gagat⸗oder schwartzen Bärnstein. dast Fiten. Dieses ist ein schwartzer, glatter und gläntzender Stein, von einer wahmst öblichten Substantz, welche Substantz aus den Felsen sliesset, und Stein⸗ Oehl genennet wird; dahero wird auch dieser Stein Hon etlichen für eine Art der Stein⸗Kohlen gehalten: Der beste Gagatstein ist der, welcher, , in h wann er an das Feuer gehalten wird, gleickwie ein Bergpech brennet. Die⸗ rünem ser Stein wird sonderlich in Britannien, Sicilien und Franckreich gefun⸗ dbantern 22 er ist/ weil er gemein und in grosser Menge zu haben, in geringem 12 N S rth. 260 ME ö Efit ö Von dem Bezoarstein. Hrbper Dieses ist ein schwartz⸗grünlichter Stein, in Grösse einer Haselnuß, Wrder ü rund, und hohl in der Mitten, in dessen Hohlichkeit sich ein wenig sandiges ich iR Pulver besindet er wird auch gantz Aschenfarbicht gefunden, und wird für ffth eine sonderliche Artzwey gegen Gifft gehalten: In der Form ist er läng⸗ ö licht rund, in der Gestalt wie ein Eichel, so sie ausser ihren Schalen ist; dem Gewicht nach ist er nicht gar schwer, weil er ziemlich poröß ist; er wird ge⸗ zeuget in den Magen einer wilden Ziegen, von dem Safft der Kräuter, davon sie sich im Frühling und Sommer nähret, als zu welcher Zeit allein dergleichen Steine im selbigen Thier gefunden werden: Der rechte Bezoar⸗ stein ist äusserlich rauch, ungleich, und unpoliret, gleich denen Steinen d hmt so in den menschlichen Blasen gefunden werden: Die natürlichen oder war⸗ Mmll l hafftigen Bezoarsteine von den falschen zu erkennen oder zu unterscheiden, n hat man vielerley Manieren, unter welchen die besten sind, daß man 0h solchen 99 etliche 4—„einem Thier, so Gifft genommen, ein⸗ gebe/ Bon so Ht 991. ung en— e Ga 5 10 em 95 n ezoars 9—5(von welchem die Alten viel geschrie⸗ olhin en) ist sehr nach dencklich, was Rulandus schreibet, indem er saget, daß die Hirschen im Frühling, die Höhlen oder Löcher der Schlangen zu 2. suchen pflegen, und nachdem sie solche angetroffen, ziehen sie mit ihren 41 Mmm 2 Athem 460 Von denen Edelgesteinen insgemein. Athem und Nasenlöchern, die Schlangen an sich, und fressen solche, als mit welchen sie sich von ihrer jährlichen Kranckheit reinigen; sie lauffen aber/ nachdem sie die Schlangen gefressen haben, in einen Fluß oder Wasser, und liegen oder wältzeln sich so lang darinnen, biß sie mercken, daß die Ge⸗ walt deß Schlangen⸗Gifftes in ihnen überwunden sey: Mittler dieser Zeit, rinnen aus ihren Augen ein Hauffen Thränen herfür, welche alsdenn zusammen rinnen und erharten, und ein fürtrefflicher Bezoar und gegen Gifft Artzney sind: Obs sichs aber so verhalte, oder nicht, wollen wir ungesaget lassen. Unter allen Arten der sind die grünlichen und schwartz⸗ grünen die besten, und lolviren sich leichtlich auf der Zunge, oder im Wasser: Sie werden aus den Orientalischen Landen ingleichen auch aus Ost⸗ und West⸗Indien gebracht: Dem Preiß nach sind sie unter⸗ schiedlich, insgemein wird ein solcher Stein, der xr. Quintlein wiegt, für +. Ducaten verkaufft. Anmerckung. W S wird der Bezoar, nicht nur in Golconda, und der Ostin⸗ dischen Landschafft Lenquery, in denen Mägen der Bocke, deren ein jeder manchmahl 12. auch mehr hat; sondern auch zu Maccaslar und in der Insul Celebes in denen Leibern der Affen efunden, welche letztere in der Grösse, die ersten so in Golcondda ge⸗ unden werden, viel übertreffen. Die Einwohner dieser Oerter, wann sie gerne erfahren wollen, ob in des Bocks Leibe oder Magen dergleichen Steine seyen, so schlagen und reiben sie ein wenig selbiges Thieres Bauch unter dem Magen, so kommen alle diese Steine zu⸗ fammen, welche sie alsdenn nicht allein fühlen, sondern auch also gar einen jeglichen und wie viel derselben seyen eigentlich zehlen kön⸗ nen. —2—— Von dem Adlerstein. Dieser Stein wird darum also genennet, dieweiln solchen der Ad⸗ ler in sein Nest zu tragen pfleget, um die Hitze seiner Cyer zu massigen, oder, wis einige dafür halten wollen/ solches fur den Schlangen zu verwahren: Dieser SS n e DHS 9 4*²⁰ 11!— —. Von denen Edelgesteinen insgemein. 46 11 Dieser Stein ist an der Farb weiß, in der Grösse wie ein Tauben⸗Ey, 1 uffoch weich und hohl/ und findet man in solcher Höhle oder Cavität einen harten 44 ot A, Stein/ gleich einem Crystall, welcher Calinus genennet wird; bey einigen 11 Eendc Orten dieses Steins wird ein Wasser/ Sand oder Grieß, inwendig an V Me R statt des andern gefunden: Er wird an dem Fluß Sale und an der Elbe,. ea wie auch in der Steyer⸗Marck gefunden; item zu Dreßden in Meissen: Hrnggn Von den seltzamen Würckungen dieses Steins, daß er die Geburt der N icht, Wla Frauen befördern, und dergleichen Sachen mehr thun solle, wird hin und . wieder bey dem Plinio, Dioscoride, Boetio, und dergleichen Autoren viel u ynd shun gefunden, wovon gleichwohl eines durch die Erfahrung biß heute noch be⸗ 1 5 6 stättiget wird. re* lleicen g.. Hud sen Von dem Blutstein. ö Rteix wich Dieses ist ein gemeiner und dunckelrother Stein, darum er auch Hæmatites oder Blutstein genennet wird; es wird aber dieser Stein von I. unterschiedlichen Arten gefunden; als der schwartze, von welchem man H einen Saffran⸗gelben Safft extrahiren kan, ist zugespitzt, und gebrau⸗ chen ihn die Goldschmiede zu Polirung der Edelgesteine: In den Berg⸗ ö. . v Wercken wird ein Purpur⸗färbiger Blutstein gefunden; nechst den Orien⸗ Hi talischen und Spanischen hat man dergleichen Steine so in Teulhlund⸗ zn de Si, als Hessen, Saltzburg, Voiagt⸗Land, item auf dem Riesen⸗Gebürg, soanat zu Goßlar, Guren, Annaberg, Salfeld, Northausen und Jena 12 n N M angetroffen werden: Sie sind bißweilen roth als eine Mennige, bißweilen CobN Eysenfarbicht, und mit gläntzenden Strichen, wie das Antimonium, dahe⸗* Nst On ro wird er auch mehrentheils in den Ogger oderLysen⸗Bergwercken gefun⸗ u den; es wird auch der Magnet von etlichen für eine Art des Blutsteins ů 188 gehalten. ö ö Hhs VI. S Von dem Smyrgel. 0 Dieses ist ein gar harter Stein, an der Farb wie Eysen⸗Rost, tauch/ und grob, wie auch etwas schwärtzlich; diesen Stein gebrauchen die Edelgestein⸗Schneider und dergleichen Künstler, andere Steine damit zu reinigen und zu schneiden, ingleichen werden die Waffen damit gepoliret.— 1— t ad ů—— Von dem Magnetstein. n Dieses ist ein Stein einer braunlichten Farb/ so sich eigentlicher massen Ia Mmm 3 auf 462 Von denen Edelgesteinen insgemein. auf blauziehet, dicht jedoch niht so schwer wie das Eysen, als welches er aus angebohrner Natur⸗Lieb an sich ziehet: Seinen Namen soll er von dem ersten Erfinder, einem Indianischen Schafer haben, als welcher Magnes geheissen, und bey einem Berg die Schaf hütend, solchen Stein und sein Tugend erfunden und wahrgenommen hat: Er wird in Italien, sonderlich aber in Teutschland und Schweden/ bey den Eysen⸗Bergwercken gefunden. Sein Speis ist Eysen⸗Feylicht, aus welchen er die Krafft an sich ziehet, das ausgezogene Eysen aber wird alsdenn zu Rost: Hingegen hat er eine natür⸗ liche Widerwertigkeit mit Zwibeln und Knoblauch, wie auch mit dem Dia⸗ mant, als welche ihm/ so sie nahe zu den Magnetstein geleget werden, die eysenziehende Kräfft benehmen. ö XXXVIII. Von dem Luchsen⸗Stein. Dieser Stein ist an der Gestalt eines Fingers lang und dick, auswen⸗ dig meistentheils einer braunen und dunckelblauen Farb, inwendig ist er hohl, bißweilen voller marckhafften Substantz, gleichwie das Marck oder Kern in dem Höltz, bißweilen aber ist diese Höhle voller Sand oder kalchig⸗ ten Substantz; so man diesen Stein mitten entzwey bricht, so wird man klei⸗ ne Linien, gleichsam als Strahlen, um die Cavitdt herumgehend, sehen: Wann man ihn ins Feuer leget, so wird er einen Geruch, gleich einem ge⸗ brannten Bein von sich geben, oder wie ein Katzen⸗Urin riechen: Bey Hil⸗ desheim wird ein dergleichen weisser, inwendig aber schwärtzer Stein ge⸗ funden, der riechet wie ein Bärn⸗oder Agtstein: Es wird auch dieser Stein in Engelland und an vielen Oertern in Teutschland gefunden; in der Apo⸗ thecken wird er insgemein Lapis Lyncarius genennet und dafür gehalten, daß er einerley Natur mit dem Judenstein haben solle. XXXIX. Von dem Donnerstein. ö Dieses ist ein Stein, welchet, nach Bocrii Aussage gemeiniglich g. Fin⸗ ger lang/ und zween breit, gefunden wird, in Form einer Keil, Hammers oder dergleichen: An der Farb ist er dem Luchsstein nicht ungleich; etliche se⸗ hen auch eysenfarbicht aus, und haben in der Mitten ein Daumendickes doch; aussenher ist er gantz glatt, auch zuweilen rund man saget, daß dieser Stein die Häuser und Menschen für den Donner bewahren soll. Es wird auch ein gelber Stein gefunden welchen man den Kröten—⸗ oder Wetterstein zu nennen pfleget, dieweil man darfür halt, daß bieser Stein mit dem grossen Ungewitter herab zu fallen pflege; manchmal in 601 stalt —.—.. — H sed —.—. VA uso kehanhy erkerghng shhehen Hterchenty. Hnithedy W dik,uhh Inwerosfe e Mi Doder kth wirdi gehend shyj leichene e Bo herCtess Hdlese Eh ih dit hy⸗ ür gyah Igv „ MMnhn schthhteh nocktlut Nset Si d Hw „‚ 0 malngs i Von denen Edelgesteinen insgemein. 463 stalt einer halben Kugel, zu Zeiten auch länglicht in der Grösse und Gestalt eines Eyes. 42 2— Von den Marmor⸗oder andern gemeinen Steinen. Unter dem Marmorstein werden alle Arten der harten, glatten und geringen Steine begriffen, welche zum Poliren und Aushauen bequem sind: Sie werden mit allerley Farben begabet, in den Steinbrüchen angetroffen; unter allen Geschlechtern ist der weisse Marmorstein der beste und edelste: diesem folget der rothe Marmor, oder Porphirstein, die besten Arten der Marmorsteine werden in den Morgenländern, wie auch in unterschiedlichen Europäischen Ländern, sonderlich in Italien, Tyrol und dergleichen Oertern gefunden: Ihr Gebrauch ist denen Bildhauern und Baumeistern wohl be⸗ kannt: Unter den weissen Marmorsteinen sind die Hildesheimer, Anna⸗ bergische und Regenspurgische berühmt; hierzu ist auch der zarte Alabaster⸗ stein zu rechnen, welcher sonderlich bey Northausen gefunden wird. Hieher gehöret auch der grüne Marmor⸗oder Terpentinstein: Inglei⸗ chen der schwartze, oder Probierstein, also genennet, dieweil man allerley Metallen darauf zu probieren pfleget: Ingleichen der braune, graue und gelbe Marmorstein und dergleichen. Wie man nun einen weissen Marmor, mit Figuren bemahlen und färben kan, also daß die Farbe, wo nicht durch und durch, doch auf die Helffte hinein dringe, hat der berühmte Kircherus, als ein bewehrtes Secrer, der Königlichen Soeietät in Engelland FCommuniciret, ist auch von einigen practiciret worden, und geschicht laut derer in ihren Actis Philosophicis befindlichen Be⸗ schreibung also: Nehmet a qua fott à2 Untzen, Aqua KRegis 2. Untzen, Salarmonĩae ei⸗ ne Untze; des besten Spiritus Vini 3. Quintlein, Gold ein halb Quin tlein, das Silber, welches rein abgetrieben seyn muß, caleiniret mit Schwefel, und lasset es hernach in Scheide⸗Wasser solviren, lasset es folgends ein gut Theil abrauchen, biß nemlich dasselbe gantz schwartz oder dunckel wor⸗ den. Mit dem Gold thut eben dergleichen nemlich machet erstlich mit dem⸗ selben und Mercurio ein Amalgama, laset den Mereurium oder Quecksilber starck davon rauchen/ so bleibt das Gold als ein braunes Pulver oder Kalck zurück; solviret solches in Aqua Kegis, wanns solviret, so ziehet das—* ö au ——[—⅛—:41ꝛ)J'TJů'DTͤ———————— —. — 464 Von denen Edelgesteinen insgemein. auch auf die Helffte ab, biß es gelbröthlich erscheint; hernach schüttet auf den Salarmoniac den Spiritum Vini, und lasset solchen wieder davon rau⸗ chen; so bleibt euch ein recht goldfarbiges Wasser, wie ein Oehl/mit diesem Wasser könnet ihr unterschiedene Farben zu wege bringen, auch aus andern Metallen dergleichen extrahiren. ů.. Wolt ihr nun auf Marmor handeln/ so mahlet mit denen Auerst ge⸗ — dachten zweyen Wassern/ nach eurem Gefallen, auf einen weissen Marmor, Vas vor eine Figur ihr wollt; jedoch daß die Figur etliche Tage mit frischen Wassern erneuert werde; so werdet ihr nach vielmahliger n 24 in einiger Zeit befinden, daß die gemahlte Figur in den Marmo stein/ so vie ö in 105 anch z icht durch und durch erscheinen wird, in so viel Stü— en man ihn auch zerschlägt ꝛce. ů ö Allhier könnte ich von 53n übrigen gemeinen Steinen/als vom Aumd Schiefer⸗Töpf⸗Kalch⸗Mühl⸗Wetz⸗Feuer⸗ und Kieselsteinen, noch ein un anders anführen; in Ansehung aber, daß solches zu weitläufftig fallen H. de/ auch dergleichen Steine fast von jedermann bekannt, als lasse ich es mi diesem bewenden. um Beschluß, bitte ich nochmahl, mein Herr beliebe diesen Bauct von Cden⸗Stenen, sammt andern mit unterlauffen⸗ den, zur Sache aber nicht undienlichen und theils raren Cu- rieusitaten, so wohlmeinend als es geschrieben, ů gnzunehmen ö von Seinem Diener ö I¹ N. N. 88 Zum ö ü Ngeney dessepshunn Lage mitsitt rWapohp bmosstel Finsohile. als bonCc h Hochthch figftleb Kolaseicheih Hhlch H. f rare C n, eher TTRR Figuren. Fig. A. St ein Italiänischer Glas⸗Ofen sammt der Hütten. Fig.B. Ist wie der Coobold calcioniret, und das Arsenic-Pulver gefangen wird, wobey zu erinnern, daß der Rauch oder Arsenic. A. nicht durck ein besonder Loch oder Röhren, sondern aus dem Loch B. vor welchem der Kerl steht und rühret, stracks seitwerts ab in einen höltzern darzu gebqueken lan⸗ gen Kasten, der an der Seite etliche Thüren hat, gehet, worein die Arbeiter steigen, und das Meel vom Arsenie heraus tragen: Wie allbereit in mei⸗ nen Anmerckungen über das erste Buch Anthonii Neri von mir ausführli⸗ cher beschrieben worden. Fig. C. Ist der Ofen worinnen das Arsenic⸗Pulver sublimirt/ und in feste Stücke gebracht, auch zum Theil Chrystallisirt, item durch Zusatz gelb und roth gemachet wird. A. ist der gantze Osen, B. ist dae Feuer⸗Loch, O. ist die Feuer⸗Maur. D. D. D. D. seynd dicke von Eysen gegossene Schaa⸗ len, worein das Arsenic-Pulver durch die von Cysen⸗Vlech geschlagen und darauf gesetzte Röhren. E. E. E. geichüttet wird. F. ist ein Deckel, so auf die Röhren gesetzet wird, und solcher Gestalt wird der Arsenic sub⸗ limirt, und in grosse Stücken gebracht. Vann nun der Osen und al⸗ les wieder kalt worden/ so schläget man an die eysern Röhren E.(welche Nnn erstlich a part zu sehen. 466 Von denen Edelgesteinen insgemein. erstlich abgenommnn werden,) o gibt sich der Arsenick loß, und fällt Stück⸗ galeh herunter, das übrige hab ich gleichfalls in meinen Anmerckungen gelehret.—.— Fig. D. Ist der Grund⸗Riß einer gantzen Ideutschen Glaß⸗Hütte, und des Ofens, wie dergleichen in meines G. Ehurf. Lande, sonderlich zu Potz⸗ oder Asch⸗Ofen. D. ist das Loch/ worein die kleine Holtz⸗Scheite geschü⸗ ret werden, e. ist die andere Seite, da man grosse Bäume einschüret ꝛc. Sonst ist sich nur nach dem verjüͤngten Maaß⸗Stabe zu richten.* ö Eig.E. Ist die Zantze Glaß⸗Hütte von inwendig zu sehen, und weilen die Werckstellen sammt dem Ofen gantz deutlich abgebildet, als ist hier nicht viel Anmerckens vonnöthen. A. ist das Ofenloch, worinnen das Holtz geschüret wird. B ist der Schürer. C. ist der Ast h⸗oder Calcanier⸗Ofen. D. ist wie das Glaß verarbeitet wird. E. ist ebenfalls der Calcinier⸗Ofen Flg. F. Ist wie der Glaß⸗Ofen von der andern Seite anzusehen, da grose Bäume in das Loch. E. gestossen werden ꝛ:·c. 2—— Fig. G. und H. Weisen den Caleinier⸗oder Asch⸗Ofen, wie er von lbeyden Seiten anzusehen. ö Figura I. ö Ist wieder eine Vorstellung des gantzen Glab⸗Ofens, wie er von ei⸗ ner Seiten anzusehen. A. ist der Asch⸗Ofen/ B. ist die Mauer an dem Loch, F. woraus die Flamme geht, und D. ist ein Loch, welches aus dem Glaß⸗ Ofen in den Asch⸗oder Calcinier⸗Ofen geht, und in C. seinen Ausgang hat; E. ist ein Loch/ wovor ein Glaßmacher steht und seine Werckstatt dat, wor⸗ aus er auch das Glaß langet, k. ist ein Loch, welches mit einem dazu ge⸗ machten thönernem Deckel verwahret ist, worein man die Tiegel oder Schmeltz Töpffe setzet E ist das Loch/ worein das Holtz gestecket wird. Figura dam sehen. A. B. ist der mittlere Raum im Ofen, d. ist der Calcinier⸗ l. deuM sechitt/ mj soldelth f ist hedült „Scih umteih ichn V sthf Hinhenu Calantr 2C ehen Ag LabaEl Wibtr ben 1 Auchehsth At HHem dl dal d Hikttid I Von denen Edelgesteinen ins gemein. 467 Figura K. Hält in sich dreyerley Reibmühlen oder Mörsel, die man durch ein Compendium treiben kan; an dem ersten lit. A. ist, ausser dem Mörsel/ alles von Holtz⸗Werck und kan leicht geschaffet werden, wie ich denn in mei⸗ ner sonderlichen Zugabe, über den Neri, gemeldet, daß man dergleichen vor anderthalb Rthl. zuwege bringen könnez ist aber zu verstehen, ohne den Mör⸗ sel, und dann auch nur ins kleine, gleich ich hier beschreiben werde sonst we⸗ me beliebt, der kans auch grösser und künstlicher machen lassen ꝛc. Wird den⸗ noch anfänglich ein Kasten von schlechten Brertern, etwan andertholb Eln lang und eine halbe breit oder etwas breiter gemacht, wie mit A. B. C. D. E. F. G. H. angedeutet ist; an dem einen Ende der langen Seiten⸗Breter, werden bey A. G. und D. E. unterschiedene Leisten, nachdem die Höhe derse⸗ ben ist angefüget, wie I. zu sehen, wozwischen das Bret 8. woran das Rad V. angemacht/ befestiget wird. Am andern werden zwo Leisten aneinander, sie seynd nun in einem Stück oder nicht, unterwerts/ wie bey K. L. zu sehen an⸗ angemacht, worein die beyden Quer⸗Höltzer mit M. bemercket, welche den Stempel oder die Pistille des Mörsels gleich halten, gehören, und durch die Schrauben O. O. von einander gestellet werden, oben bey K.wird ein Drath/ als P. vorgestecket, damit das obere Quer⸗Holtz einen Wider⸗ halt befinde, und also fest inne stehe, an dem Bret A. D. E. G. werden so viel Löcher gemachet, als daselbst Leisten sind, wodurch die grosse Schrau⸗ be T. gehet/ durch welche das Rad, so viel vonnöthen, straff gemacht und angezogen, auch nach Belieben erhöhet und erniedriget kan werden. Also habe ich die gantze inwendige Structur der Reib⸗Mühle, mangelt auch nicht mehr, als eine kurtze Erklärung der zugehörigen Stöcke, die auch apart gesetzet. K. ist der Mörsel, worüber eine höltzerne Tille oder ülse mit Ebeschrieben, wodurch das Herausstäuben verhütet wird, der Aus⸗ schnittist zu dem Ende, damit zu mehrer Befestigung die Höltzer drein pas⸗ sen können; die Pistille hat 4. Stücke, den Schafft, so mit N. den Wirtel, so mit VV. die blecherne gebogen Hülse X. welche Schafft und Mörsel Keule oder Dierch zusammen hält, und letzlich die Keule Z. selbsten. ꝛc. ie zwevte Reibmühle, so lit. B. weiset, ist zwar kostharer, aber nicht besser als die erste, A. ist der bleyerne ziemlich dicke Capitel, B. die Achß O. der Bohrer von Kamrad, D. der Bohrer von der Spindel. E. der Mör⸗ sel, E. die Stempel, G. die Handhabe, damit die Mühle getrieben wird, ferner sind die Stücken apart gesetzt, H. ist obenh er die runde Achs L. ist die viereckigte Achs/ K. L. hie werden beyde Stempel in die Achs gerichtet, N. Nnn 2 hier 2*—22... DDspdsd“doaaeeeeee.eeeee 3t:: NI Von denen Edelgesteinen insgemein. Hier werden die Stempel mit einen gar starcken Ohren⸗Ring feste gemacht. N. N. Hieher werden beyde Stempel mit Ahernen Küstlein feste gemacht. O. O. Sind die beyden Gläser oder von harten Steinen, als Porphyr oder Jaspis, gemachte Stempel, wie gleichfalls auch der Mörsel, doch kan es Iuch zu vielen Operationen ein hierzu von Eysen gemachter Mörsel und Stempel verrichten. ö Dier dritte Reibmörselistgantz einfaltig und von lauter Stahl, oder auch gleichfalls von harten Steinen, a. ist der Mörsel, b. die Reibkugel, c. der Raum zwischen der Kugel, und dem Stempel, d. die Handhebe ꝛc. Das übrige ist an seinem Ort zu finden. Fig. L. und M. Ist mein sonderbahrer, bequemer und compendiöser Glaß⸗ und Schmeltz⸗Ofen, wie er von innen und aussen aufgeführt und anzusehen ist; in welchen man auch auf einmahl sehr viel Glaß⸗Proben einsetzen, und aller⸗ hand nützliche Dinge experimentiren kan. Es kan derselbe wohl von gemei⸗ nen Ziegelsteinen aufgebauet werden, wann er nur mit der Glaßmacher ihrem Don, den sie zu ihren Töpffen gebrauchen, inwendig ein zwey oder drey Zoll dick ausgestrichen wird. Wie aber solcher aufzubauen, will ich hiemit kürtzlich berichten. Erstlich wird der Ofen ins Gevierdte aufgeführt, nach den Raum und Grösse/ die ein jeder hat und will, als etwan eine Elle oder mehr ins Ge⸗ vierdte, zu unterst wird nun ein Loch gelassen A.woraus man die Asche zie⸗ het, auch den Trieb des Windes giebet; man kan ihn machen, daß er unbe⸗ schreiblich ziehet, wann man nur eine Röhr von diesen untersten Maß, auf die Gasse, oder an die freye Lufft, einfüget und aecommodirt ꝛc. B. ist ein Eysen⸗Rost, welcher ungefehr anderthalb Viertel über den Loch A. leget. O. seynd Löcher über den Rost, da man das Holtz einstecket. Uber solchen Lö⸗ chern nun, und ber dem Rost, ist ein Gewölbe, worinnen sich die Flammen durch das Loch D. in das obere Gewölbe E. zeucht F. seynd zwey oder mehr Löcher; man kan an jeder Seite eins machen, da man die Tiegel hinein she diese Löcher muß man mit einem von Don gemachten Kuchen, wie derglei⸗ chen die Glaßmacher⸗Oefen fügen, ebenfalls zusetzen können; damit man auch die Flamme, zum theil, wann sie sich oben ans Gewölbe gestossen, in etwas könne heraus gehen lassen. G. Ist ein Loch im obern Gewölb, wel⸗ ches man zu⸗ und aufdecken kan, so weit als man selbst will, wodurch die Flam⸗ me/ entweder gerade auf durch die Röhre H. welche oben mit einem 8— ö ver⸗ ————— Von denen Edelgesteinen insgemein. 469 gssegnt I. versehen, ausgehen kan; oder so man selbige Röhre mit dem Deckel zude⸗ in fisegnth ceket, alsdann kan man/ wann man will, solche durch die Nebenröhre, in ein 6 Ni Nanders Oefelein, so man bequemlich daran fügen kan, gehen lassen; worin⸗ Waater nen man dann so wohl reverberiren, als einiger massen caleiniren, auch di⸗ her Mia geriren kan ꝛc. Wann nun dieser Ofen also verfertigt, und inwendig in die I Runde gebauet wird; so kan man eine ziemliche Anzahl Tiegel auf einmahl VSthl, H einsetzen; man kan auch ein Loch machen, daß etwas grösser als die andern, NSI und dem Heerde gleich gehet; in welches man, so man einen grossen Tiegel hat, selbigen desto füglicher einsetzen kan; die andern Löcher, mache ich denn 4 auch so groß und so hoch von dem Heerd ab/ als hoch die grösten Tiegel seyn, die ich gebrauchen will, oder daß sie mit ihrem Rand das unterste Theil vom Loch berühren; auf daß man mit einem Eysen, zuweilen eine Prob her⸗ 2 0 aus nehmen, auch mit einem eysern Löffel in die Tiegel was legen kan; — in diesem Ofen, wann er einmahl recht heiß, kan man alles/ was nur zu hanzushest. schmeltzen ist, schmeltzen, und so man ihn kalt werden lässet, und wieder b btlo. anfeuret, schadet es ihn nicht auch schmeltzt er, wann er nur inwendig dahtbyg mit Thon wohl ausgestrichen, nicht. Will nun jemand die Mühe daran t wenden, und die Steine von lauter solchen Glaßmacher⸗Doon machen in weygt lassen, der thut noch besser, nur daß es mehr kostet, hierinn muß nun jeder auen/ ul nach der Gelegenheit, Ort, Raum, Vorhaben, Mittel ꝛc. die er hat, sich richten. Es ist mir dieser Ofen sehr bequem, nimmt auch, wann er 0 denRn einmahl in der Hitze, so viel Holtz nicht weg/ habe solchen auch noch nie Rulrinde als dißmahl, gemein machen wollen. Rhw 1.—— Figura N. O. P. O. K. S ö Dhprto usen MF Gehören alle in Merretti Anmerckungen, und werden von ihme an l. Mih seinen Ort genugsam erkläret. ö D Hig. T. V. ö 06 ö 1* Sind zwey Oefen, so zum Glaß⸗ und Schild⸗Einbrennen gehören. lam Diese O ö 15 x HI iese Oefen findet man auch bey einigen Glasern oder Fenstermachern, die nst nemlich mit Schild und Wappen mahlen und brennen umgehen; bey 1 denen man leichter hiervon unterrichtet wird, als hier solche deutlich genug 1 zu beschreiben. ö ah Figura VV Wsost ö ö ö ö Igura VV. wob, 10 Zeiget, wie man die Saltze zum Glaßmachen, nach der besten Weise/ HRnnn eopieus und compedieus fast an allen Orten Deutschlands machen, auch hen Nnn z aufs I 47⁰ Von denen Edelgesteinen insgemein. aufs beste reinigen soll, wie solches zu Ende des ersten Theils der Glaß⸗ Kunst umständig beschrieben, unnöthig hier zu wiederholenꝛc. ö 115. Weiset, wie das kleine Glaßblasen mit der Lampen vorzunehmen, ist auch zu Ende deß zweyten Tractätleins im andern Theilder Glaß⸗Kunst gnugsam erkläret und beschrieben. ö Fig V. und Z. Lehret, wie man eine Flaschen⸗Forme zu gläsern Flaschen machen, und solche ins Kleine, und Grosse, Länglicht und Gevierdte viel woοmal verändern soll, wie ebenfalls zum Beschluß deß zweyten Theils der Glaß⸗ kunst ausführlich beschrieben worden. Nachrede. dso habe ich dem hochgeneigten Leser vor diß⸗ mal meine vollständige und fast gedoppelte Glaß? Kunst übergeben. Es hat zwar noch ein Eh⸗ ren⸗Denckmahl vor Herr FE. Geißler sollen dazu kommen, nemlich, eine Kefutation seiner liederliechen Charteque, worinnen ich seine Fehler und Thorheiten also examiniret und vorgestellt, daß solche auch der einfältigste Bauer sehen und begreiffen kan, 155 dieses hat in der Forme einer Dedication derer Oruck⸗ Fehler, an ihn gelangen, und zum endlichen Be⸗ schluß dieses Wercks gedruckt werden sollen; jedoch habe ichs auf Bitte eines guten Freundes noch an⸗ stehen lassen, zumahlen weiln ich vernommen, daß Herr Geißler in vielen anderes Sinnes worden, so er es aber vielleicht selber noch dabey haben wollte, könte es noch allezeit dazu gefüget werden, ꝛc. In * eees —. SIEIXNNS I X4 SENEEL —— ν D— T. önupchgg Dabigin Hachen ratg Rebig eN Heil rz kl bt Hedopyet 0 aeh WI dethiahh Hothalth I h L 1Ol Ichen Be fboc noch dd, Hh daß del, v Hbblle 6. Nachrede. 4²1 In übrigen bitte ich den Kunst⸗verständigen Leser, hiermit vorlieb zu nehmen, und hoffe, es sol⸗ len noch manche Stückgen darunter seyn, derer se⸗ des deme so es zu gebrauchen weiß, diß Buch ge⸗ doppelt bezahlen kan ꝛc. Mehr habe ich anjetzo nicht ohne meinen Schaden(den kein aufrichtiger Liebha⸗ ber begehren wird) thun können: Denn ob ich wohl, nebst noch andern raren und ungemeinen Sachen, eine weit bessere Art den schönsten Crystall, item, ein den rechten Barcellan gantz ähnliches Glaß zu machen weiß; stehet es mir doch, wegen meines gnä⸗ digen Churfürsten und Herrn Crystallen⸗Hütte, deren besonder Intresla darinn beruhet, nicht an der⸗ gleichen 0 offenbahren. Diese beede Stück, nem⸗ lich den schönen Crystall, wie auch das dem rechten Barcellon ähnliche Glaß zu machen, ist in dieser zwey⸗ ten Edition, im ersten Theil, zu Ende der Anmer⸗ ckungen übers erste Buch Anthonm Neri, ausführlich beschrieben, und von denAuthore mitgetheilet worden, welche Stücke alleine das Exemplar mehr als über⸗ fassie bezahlen. Es ist mir auch das sehr schöne und gleich als mit Gold eingesprengte Glaß, wel⸗ ches die Italiäner Lavanteri nennen, und vor uns Teutschen in grossen geheim halten, wohl bekannt; auch weiß ich das schönste und mehr denn Zinnober⸗ rothe Glaß, wie auch eine besondere curieule Art ei⸗ nes Rubins zu machen; von welchen mir auch das hochlöbliche Collegium Curiolorum, ee eme 47²—— Rachrede. deme ich hiervon eine Verwunderungs⸗werthe Be. monstration vorgeleget, wird Zeugniß geben ꝛc. Sol⸗ che aber dißmal zu publiciren, wird mir der verstän⸗ dige Leser nicht zumuthen, weiln, wie obgedacht, meines gnädigen Herrn, wie auch mein Particular In- teresla daran gelegen. Jedoch ist es mir nicht gewehrt, einem eurieusen Liebhaber, vor einander arcanum, oder anständige Gegen⸗Ersetzung, solches zu communi⸗ ciren und demonstriren. ö 9. Unnterdessen bitte ich nochmal, mit deme, was ich wohlmeinend und Aufrichtig hierinnen gethan, vergnügt zu seyn, biß was bessers nachkommt, nebst Versicherüng, daß es lauter warhaffte Experimenta und experimentirte Warheiten seyn, denen sicher zu trauen; wovon auch das geringste seinen Nutzen hän, ob schon nicht jedem alles dienet; ja ob auch schon viel Stücken, sonderlich in 2. Theil wären, die all⸗ bereit vielen bekannt, so seynd doch deren noch mehr, denen sie nicht bekannt seyn, und um derselben wil⸗ len hat man solche nicht davon lassen wollen; Es müste mir aber leyd seyn, wann auch nur ein eini⸗ ges Stückgen, das der Warheit entgegen wäre, von mir solte dazu kommen seyn; denn es wäre wieder mei⸗ ne intention, weiln die Warheit mein einiges Ziel ist, wornach ich mich alleine und in allem rich⸗ te und richten werde, biß an mein EN OE. —— ———** V + —— 4259—9—9—.—.——J——— — ö Ithez Senveg derhasth chth, Dartuluh ö chtgtbrr Hcdnum, V 11 duw Hen gehhch. Islt,eh HBpeimen shteg M auch stl H 0 Hochleh IU wolchz El. ech f Palt, W- Hiekhth 5l lc⸗ —— —r— 8 8— 57272*——————— BS 900( V 00( 852 SDeD,παααναπνππππμ0ᷣ E SSSP PPPIRRRRR SSSSI Register über Johann Kunckels Vollständige Glaßmacher⸗Kunst. 7 Anhang Christeff Merreti/ von den Glaßmd⸗ cher Oesen und andern der selben Mehalgen wo er gesunden werde/ wel⸗ 2 cher der beste/ auch von Werth und Ei⸗ Instrumenten. 2 genschafft desselben. 3% der vollständigen Glas Kunst. 4²29 Adlerstein wo und in was Grösse er gefunden Animam Saturni zu vielen Sachen der Smal⸗ werde/ auch was er vor sondere Würkun⸗„ten und Gläser dien ich zu machen. 147 gen habe. ö 460 Anmerkung über den Bezoarstein. 46⁰ Agteoder Bernstein/ wo er gefunden worden die Smaragden. 449 und was seine Eigenschafften senen. 478 Anmerkungen Chr. Merrets über die sieben Alamandinen was sie seyen und dero Werth. Bücher Anth. Neri von des 44¹ Glasmacher Kunst. 194 Alcalisches Saltz welches den Crystall dunkel Joh. Kunckeis über alle Cabi⸗ macht/ wie solches hinweg tel derer sieben Bücher A. Ne⸗ zu raumen. 12 ri von der Glaßmacherkunst/ wird in Frankreich häuffig darinnen die beste Lehren und gefunden und zu Saltzung Handgriffe enthalten.23.74. der Speise und des Tranks 37.99..114. 129.177 gebraucht. 240 Aqua fort aus dem Englischen Vitriol berei— macht das Metall fliessend. tet/ theilet seinen bey sich haben⸗ ö 2335 den Unrath der Solution mit. 252 wann eine kleine Quantität* + desselben mit Spießglaß mit einem besondern Handgriff sehr und Nitro vermischt wird stark/ 3u Auflösung des Silbers und zwar in der Præya- und Queckfiͤbers zu machen.; vation des Croci Metal- was von dessen Præparation für lorum vermehret es die unterschiedliche Meinungen zu Quantität des Croci. 239 beobachten. 260. segg. Alealisches Saltzes Solution wann sie auf die und ein jeder saurer Liquor wird Garten⸗Böte gegossen wird/ töͤdtet sie die piel süsser und schwerer uber Würme und Unkraut. 240 Gallmey gegossen/ als über Co⸗ Amethysten was vor Farb oder Härte sie ha⸗ rallen/ Krebsstein ꝛc. 2571.252 ben/ welche die besten/ und was sie werth 4½μ marinFarb suche Meer Farb. seyen/ ingleichen wo sie gefunden werden. Aquam Regis u machen/ mit welchen man 461 Hägenet das Gold und andere Metallen ausgenom⸗ — ö 44 ö Amethysten Farb zu machen. o. 113 men das Silber auflösen kan. 64.262 Olmulier⸗Glas.—— 357 Argentum Musicum zu machen. 4²27 ö Ooo Arsenis 586—6——s——.— FIEFEIFEFFF?FE?FEFe—::—..——.—.— —..—————.——.—— —— ——. —— ‚Dq‚I‚IIIIiIIiEe‚etee *— — S.S.......*— r/. —. —* Register Arsenic gelber und rother woher er kommt und wie er gemacht werde. 102 wie er aus dem Cobolt gemacht 18 4 Meel wann es wieder sublimiret wird/ werden dicke Stuck daraus/ wie es die Materialisten verkans⸗ sen.—— 47 wann es zur Mixtur der Spiegel ge⸗ braucht wird/ macht es solche Asche aus abgebrannten Häusern dienet zum Glasmachen. 56 Naus dem Holtz der alten Bäume zu be⸗ reiten. 298 wann sie zu wenig Saltz hat/ gibt sie ein gar streng flüssiges Glaß. 309 die Syrische/ wie daraus die Fritta Crystalli zu machen. 2. 5 unterschiedliche deroselben Sorten zum Glasmachen. 2. 131 Asterien Farb in den Crystall zu bringen. 92 Auripigmentum lässet sich nicht schmeltzen. 199 Aurum MAusicum zu machen. 4²6. 427 Auswaschung zum. reinigen. 357 Baß Farb in Crystall zu bringen 98 zu machen. 14/ Balsen oder Pallast wo er gefunden wird und dessen Werth. 44⁰ Bäume von Glas. 364 Beinweise Glasfarb. 76 Bergdlau wo es gesunden werde und was dessen Werth seye? 456 auf Glas. 374 Berg Crystall zu machen. 84. 104 Natterfärbig zu machen. 97 zu tingiren. 268 Bergischer Stein⸗Guß. 10 4 Bericht ausführlicher/ vom Brennen und ein⸗ setzen. 340⁰ Berill ist sechseckicht. 47¹ dessen eigentliche Farb nachzumachen. 47 Bezoar wie und wo er zu finden/ dessen Nutz und Eigenschafften/ Werth und Kennzei⸗ hhen der Guue. 409 Bilder zu metalliren. 412 Blaue Farb. 2 97 ins Bleyglas zu bringen. ros aus den Blumen zu machen braucht grossen Fleiß. 159 wie die Teutsche machen. 138. 231 so A. Neri im 111, Cap. machen lehret/ kommt ungestalt. 140 Kornblum oder Türckis⸗Farb zu ma⸗ chen. 2 31. 56 oder Meer⸗Wasserfarb zu ma⸗ en. 22 ist in Ansehung des Menschli⸗ chen Gesichts und der Glas⸗ macher Kunst/ neben dem grünen/ die fürnehmste Farb. 249 aus Silber und Böhmischen Granaten. 11o. 275 Smalta wird aus Lafera gemacht/ so A. Neri nicht gewust. 118 der Mahler wird aus Zaffera und Seiffensieder Asche be⸗ reitet. 47. 268 Blaue Lasurfarb zu machen. 138.231 Blaũ Glaß zu mahlen auf achterley Art. 393 auf Glaß zu schmeltzen. 354 Blaues Schmeltzglaß zu machen. 124. 123 Bley zu caleiniren. 97 gibt eine Goldfarb. 110 hat öffters Kupffer bey sich/ so es dem Silber im Abtreiben mittheilet. 76 Bley⸗Glas wann man in Bereitung desselben nicht sehr gure Achtung gibt/ zerreisset es alle Geschirr. 91. 1 die blaue oder Meerwasser Farö zu geben. 0 was die Farben betrifft/ ist unter allen andern/ so im Ofen berei⸗ tet werden/ die schönste. 90 bedarf kein so grosses Feuer als ein ander Glas. 99 ist bey den Glaßmachern in Enge⸗ land nicht in Gebrauch. 269 in der Glaßmacherkunst wenigen bekannt. 90 Bley⸗ —— ö Ruphn Ihnen 90 . isn 1 linn Ou ucte hsü uns/ min y Resinncho R 1 I. IH2MM„ Vafen/ Rntgauf u —— fehsshe A' h. sl u. ll. ItlMu. E•., R Hacen, Neut . 110 0 UEUILII Whelt x Xatte 1 1 dlbchin g Mamis V ö Hrfln. OnHdu sho sst hutel 6 00 chl Wrc, uns 1 I über Joh. Kunckels vollständige Glasmacher⸗Kunst. Bley⸗Glas die Granaten Farb zu geben. 9 die güldene Farb zu geben. 94 darinn hät Nerius gesehlet. 292 50 zu machen. kan in den Ofen/ so Joh. Kunckel beschrieben/ in eines jeden Haus gemacht werden. 10⁰ die Sapphierfarb zu geben. 97 von einer wunderschönen Sma⸗ ragdfarb zu machen. 93.94 die Topasfarb zu geben. 94 warum es die Töpff und 4.10 zerreisse. 266.31 zu verwehren/ daß es die Tieget nicht durchbehre. 315 wie es zu verarbeiten. 9⁴ wann es so zähe und zügig wäre gleich wie das Crpstallinische/ würde es alles andere Glaß seiner schönen Farben halber üͤbertreffen/ wie mit einem Ex⸗ periment erwiesen wird. 265 Bley Loth zu macher. 371 ö— Schwefel suche Saphur Saturni. Bleyzucker zu machen. 112.147. 276 auf eine gantz neue Manier/ der⸗ gleichen zoch nie bey keinen Rent Scribenten zu sin⸗ 120 Blumen wie aus selbigen schöne Mahlerfar⸗ ben zu machen. 137. IfF. Hegu. Bluteothe Farb zu machen. 146. 172 Blutrothes Glas. 149.173 Blutstein wo er gefunden werde/ und von un⸗ kerschiedlichen Arten desselben. 461 Böhmische Granaten geben eine himmel⸗ blaue Farb. 110 behalten ihre Farb im Feuer. 275 Braun auf Glaß zu mahlen. 396 weiß zu machen. Braune Glasur oder Farb zu machen 9 zweyerley Manier. Braunstein in Meissen gebrochen/ ist eine ant der Magnesie/ so der Piemontischen nicht nur gleich ist/ sondern auch selbige über⸗ trifft. 434. 4* Brenn⸗Osen Figur. 131 Brenn⸗Pfannen Beschreibung. Buchstaben zu vergulden auf solche Art/ uute⸗ an dem alten geschriebenen Mönch Perga⸗ ment zu sehen. 41²2 C. IE wo sie Demenze werden/ welche die besten/ und was dersel⸗ ben Werth. 473 so gar schön/ aus dem Glas zu machen. 65 auf eine andere Art. 67 noch auf eine andere Art. 70 Caleedoniers dreyfache Bereitung/ was da⸗ bey in acht zu nehmen. 262.* Caleination deß Bleyes. der zittrenden Kupfferblech o‚ey Knittergold genannt/ mit wel⸗ chem das Glas blau/ wie ein Meerspecht/ gesärbet wird. 20 deß Kupffers auf dreyfache Art zum Glasfärben. 23 30 eine andere Manier/ mit ge⸗ ringerer Mühe und wenigern Drahh 26 der Potasche— 316 Caleinier Osen. 276 Carniol/ wo/ und von was Grösse er gefun⸗ den werde/ ingleichen auch von de 457 Werth. Chiysolük wurde bey den Alten vielsältig 25 Topas genennet. 400 wie und wo er uu finden/ so auch von dem Werth und Güte desselben. 40⁰0 die besten werden in 3450 gesunden. Rudolphi I. ist nach Boetii Aus. sag zwey Elln lang und eine halbe breit gewesen. 450 Chrysolits unterschiedliche Bereitungen. 105 274 Clavecord oder Claveeimbeln samt andern Tischerwerck auf besondere Art einzuspren⸗ gen. 417 Cobolt/ daraus wird die blaue Smalte ge⸗ macht. 47 Ooo⸗ Cobolt +—— Register Cobolt gibt ein dunckel und dick blaues Glas. 47 wann er rein ist/ thut ein Theil dessel⸗ ben mehr als drey öder vier Theil Zaffera. ö ö 47 so zu Schneeberg in Meissen gegra⸗ ben wird/ gibt einen Arsenie. 46 Cochinella/ wie daraus eine schöne Farb zu machen. 165. 287 Mahler kacca zu machen. 166 Composition von Braunstein und Zaffera macht lang keine Granaten, farb/ sondern vielmehr Spi⸗ nel. 80 so A. Neri im 75. Cap heisset 18 Tag und Nacht im Ofen ste⸗ hen lassen/ gebraucht dersel⸗ ben nur drey 88 Couleure woraus man Edelaesteine oder an⸗ dere Ding will schneiden lassen müssen nicht gerühret werden/ dann sie bekommen da⸗ von Blasen. 87 Corallen eigentliche Beschreibung/ wie/ und ö wo dieselbe gesunden werden. 457 wie solche vermittelst Bartel Korn⸗ dörffers Goldschwefel in allen Kräfften und Tugenden vielmehr zu exaltiren und zu verstärcken seyn. ö 457 Zincken schöne rothe zu machen/ zu Zier de der Grottenwercke. 30 Eroeum Martis zum Glasfärben zu berelten. 17. 18. 19 ohne allen Zusatz weit schöͤ⸗ ner als er von A. Neri beschrieben/ zu machen. 48 auf unkerschiebliche Manie⸗ ren zu machen. 258 Crocus Martis muß mit Schwefel bereitet werden/ so man daraus eine schöne rothe Farb haden will. ö 2979 Crystall warum er manchmal bleich und heß⸗ lich wird.— 12 warum er öffters keine schöne Farb und weissen Glantz hekommt. wann er mit einem Eisen angerühret wird/ bekommt er eine Schwärze.z Crystall wo er gesunden werde/ und welches der beste. 8995˙ zimlich schön zu machen. 9.10 wie er recht und vollkommen soll be⸗ reitet werden. 12 von elner unglaublichen Schönheit zu machen. 9. 59 Crystall Ofen. 220 Crystalls unterschiedliche Bereikungen zu Edelgesteinen. 27¹ Crystallinen Glas compendieus und bestän⸗ dig zu machen. 5/ sonst das gemeine Glas ge⸗ nannt zu bereiten. 14 kan auch aus Quanzstei⸗ nen gemacht werden. D.* Daxmants unterschiedliche Arten. 435 436 Eigenschafften. 437 Diamanten wo sie gefunden werden/ und von dem eigentlichen Werth der⸗ selben. 446.481 nach zu künsteln. 436 wann sie schwartz und gelbe Fie⸗ cken haben/ sind sie schad⸗ Distel geben die biste Glaßasche. 732 Donnerstein wird gemein'glich nach Boetü Aussag fünft Finger lang/ urs zween breit gesunden. 46² Dösis deß Eisensaffrans so A. Neri im 82. C. zu nehmen heist/ ist zu wenig. 117. deß Weinsteins so A. Neriim 46. Cap. zur guldnen Farb ins Glaß zu tragen benennt/ ist zu wenig. 387 der Zaffera/ so Neri im 83. Cap. zu der 8 Himmel⸗blanen Farb nehmen heisset/ ist zu viel. 1 17 so im 85. und 86. Cap. auf Neri Art zur Sapphier⸗ 3. bestimmt/ ist zu viel. 118 Doublete wie solche geschwind zu erkennen. 191 schöne feine und reine zu machen nach Joh. Kunckels Manier, 159. 6%%. E. Eoel⸗ 7* n 2 helde W Machen 0 ö 30 Wmafl blch hü E , VMum endiee Wi u nachn. Lacent, Hüuan ich di un Rnadl mn 4 Iche Aun 69 6 l. 0 Rherder/ Wig sihen Lah WII l, 90 xd 13 Fsd H 0 sasht. m Rich nuß Lu 5/MURrh W I W 10 f0 H. Fihth 8 H0f ahi 0 n r + V. 10 Am 1 11 Walunm. 15 ZSS.e—————; über Joh. Kunckels vollständige Glaßmacher⸗Kunst. E. . Hsehr b den guten zu 64 cheiden in deren Präparation darf man die Farben nicht 27 rühren. auf leichte Manier zu wachen 18 vollkommener und härter an compendieuser als sie Neri gelehret/ auf Kunckels Art zuzurichten. 114. 18 2. ec. Eisen zu giessen. 4¹⁰ gibt eine rothe Farb. 110 zu EI mit einem gewiesen Was⸗ 411 Eisenfard Glas zu machen auf e Manier. 396 Erinnerung über die blaue Farben. 141 von Glaßbrennen. über der gelben Gläser Duderei tung. 392 die grunen Gläser. 393 J. Kunkels über die gesamte Me⸗ rettische Anmerkungen. 308 von 9 Pasten und ihren Far⸗ 110 bber die rothen Farben. 394 die weisse Glasuren. 390 Eschenholtz gibt ein gar helles Feuer/„ es währet nicht lang. Experiment von der Blut rothen Farb. Jch. Kunckels. 17²2 von einer schönen Carmesinfarb/ und wie daraus gar leicht eine Lacca zu machen. 165. 25 von der Cerussa. 265 von den Fixen Salien/ sie seyen auch so fix als sie wollen/ selbige über sich zu treiben. 309 das Glas in ein Wasser zu solvi⸗ ren deß von Hellmonts. 193 daß die Magnese viel Eisen bey sich führe C. Merrets. 2347 schönen rothen Vitriol zu ma— chen Joh. Kunckels. 179 ein gar reines Saltz aus den Vi⸗ triol zu machen Joh. Kunckels. 178. 179. Experiment von der Schmeltzgläser Ma⸗ ria. 30 von den Spiegel⸗Gläsern. 16 1 die Tinctur gantz leicht aus dem Kupffer zu 5 254 vom Tropffglaß und Quecksi 2—— Experimentirte Generals Regeln von aller hand grünen Couleren Joh. Kunckels. 187 e wo es wachse aund wann 4 solle geschnitten werden. Farb welche die Magnesie bey sich sühret/ 0 ihren Ursprung von Eisen. 247 Farben allerhand auf Glaß zu mahlen. 349 auf andere Art/ so nicht ins Feuer kommen. 357 welche dick und durchsichtig sind/ ha⸗ ben einen Cörper/ die andern nicht. 264. 265 zu den Edelgesteinen darf man u rühren. deß Glases/ daß solche nicht grod— unlieblich werden 25 verhüten. aus was Ursachen solche grob und eee werden. liechte/ welche man mit hellen Lacklür⸗ niß überziehen will/ wie solche zu⸗ zurichten. 376 der Mahler aus allerley Arten Dr Blumen zu machen. 137.ec. der natürlichen Edelgesteine wie zu verhöhen.. 43⁴4 und Schmeltzgläser dunckle und aller⸗ hand Arten zu machen. 396 Fehler so von A. Neri im 33. Cap. begang⸗ n wird. ·387. Fener um e Glaßbrennen/ u Weldichrsantene —2—— Manier zu regiren und 3.40 chen seye. 339 Fewers fonderbare Würckung/ wie solche von den Arabischen Nat Rasgerehn und dero⸗ selben Nach solgern au Penbenen worden. Ferretum Hispanicum was es bedeute. 249 zum Glasfarben wüut 6 ten. gauf eine andere Art. Oos 3 Figur ——— —*“.———— ———————3————pp—777.......—— ———— . ———.; — 2 * 2.— Register Figur der Büchsen/ darinnen die Farben zu Fritta wird mit Wasser oder Laugen in En⸗ den Doubleten gantz rein und sub⸗ til können gemacht werden. 190 worinnen die Schüsseln/ Teller und Schalen zu brennen eingesetzt wer⸗ den. 387 ive Salien welche die besten. 233 Fwer Schwefel/ 1 A· Neri im 126. und 130. Cap. machen lehret/ ist unnöthig. 177 Flaschen Form vortheilhafft und nutzbar zum Glasmachen/ ins groß und kleine/ länglicht und gevierdt zu gebrauchen/ auch über tooo. mal zu verändern. 4²4 Flintenstein wird grünlicht/ wann er mit Ei⸗ ö sen tractirt wird. 89. 90 so schwartz thut im Umschmeltzen alles/ was ein Berg⸗Crystall thun kan. 80 schwartze geben ein ungemein fein und schönes Glaß. 37.7 5. 187 je schwärtzer je besser. 3 20 Flüsse zu mehrerer Rersection und Härte zu bringen. 18 2. Jecc. Fritta was es dem Wort nach bedeutet, 10 ö 35. 43. 200⁰ wo sie auf zu behalten. 6 Chrystall insgemein Bollito genannt/ wie sie zu bereiten. 5 wie zu erkennen/ ob sie zart oder hart seye. ö 6 oder Gemeng wann es lang im Feuer stehet/ bedars keines ablöschens. 45 deß gemeinen Glases wird nachdem die Asche oder der Sand gut ist/ in 10. oder 12. Stunden verferti⸗ get. 236 je länger sie stehet/ je reiner und feiner das Glas wird. 6. 45 wie solche aus dem Levantischen Pül⸗ verlein Rochetta und Soda Hispa- nica bereitet wird. 2.7.10 wann sie mager/ erzeigt sie sich stren⸗ Her und hartflüssiger in der Ar⸗ eit. 47 9 Sorten sind in Engelland dreyer⸗ ey. ö leyv. 237 wird mit Wasser oder Lauge nach A. Neri Ranier besprenget. 43 geland nicht begossen. 337 Fürniß allerhand Arten zu machen. 360 betrüglich zu machen. 37² mit welchen das blaue und andere Couleren wie ein Spiegel glän⸗ tzend gemacht werden können. 366 so gar nützlich zu allerley zu gebrau⸗ chen. 371 so gar gut auf Pergament oder Leder. 371 G. GAagat oder schwartzer Bernstein/ wo er gefunden wird/ ingleichen auch/ welcher der heste/ und was dessen Werth. 47 Gallmeystein wo er in Engelland gefunden wird. 274 dessen üchtige Blumen/ waun sie über die Gelencke und Nerven gelegt werden/ trock⸗ nen sie solche geschwind aus ohne Schmertzen. 254 dessen Blumen sind der eigentli⸗ che Pompholix der Alten. wie er von dem bereiteten Kup⸗ ser/ so zum Drathziehen ge— braucht wird/ soll abgeson⸗ dert werden. 257 dessen sonderbare Wirkung. 294 Gebrauch deß G ases. 207 Gelb auf Erd/ Glaß oder Töpffer ⸗Glasuren zu mahlen und zu brennen. 377 Gelbe Farb auf Glas/ die man brennen darf. ——4 3 Gläser von mancherley Farhen unter⸗ schiedlicher Art zu machen. 270 6776. Gelbes Schmeltzglas zu machen. 0 127 was dabey zu mercken. 135 Gips lauter und schön zu giessen. 4¹⁴4 roth/ braun und brandschwartz zu fär⸗ ben. 4 wird aus Spanien in die Canarien In⸗ suln geführt/ um denen Weinen eine weißlichte Farb zu geben/ und eine Fermentation zu machen/ daß sie nicht verderben/ wann sie in sfremde Land verführet werden. 287 Gips FFFF 7)5. e Rug nuh; nh l 1 E c ö te animn 6 dlaln a Banseiz/ v Hchenuc/ 4 Werh. Imlad g ——— — Buner/ N die Galanch diggtwerder/ e ghunge Mweißen, m. fdde lshlh ax NN Nla, m beleitengy uDuathschag . —.— 1.r/ MHHνοσ .— re Dith 90 amre V W IM H1 IAU 0. + s . 7 LU Iunn Daerafe 10/ Ibe 0/T seo 70 2* ö 350 . —— 1 uber Joh. Kunckels vollständige Glaßmacher Kunst. Gipo weiß zu giessen. 4324 Glas abzureiben und todt zu machen/ damit man wie geschmeltzt auf Glas mah⸗ len möge. 3349 dessen Alterthum. 202 Amethisten Farb zu machen. 50 daraus man A. Fort distilliren kan. blasen ins kleine bey der xyampe. 398 42 es nicht so viel Bläslein als sonst 1 omme. Blutroth zu machen) so an statt der? Ro⸗ sinfärbigen Smalte dienen kan. 1505 das braunroth oder Rothblau ist/— zu mahlen. wie man es in die Brennpfanne Len solle. 337.338 brennen auf vielerley Art. 339. 340. 341 so dunckel und dick blau/ aus Cobolt. 47 hat 28. besondere Eigenschafften. a00. 201 mit manchevley Farben zu färben. 5 jje länger es im Feuer stehet/ je besser 2 wird/ und werden dadurch alle Fle⸗ 240 cken und Bläßlein verzehret. ist eine Frucht der wahren Feuerkunst. 105 dessen Gebrauch./ kommt dem Geschlecht aller Minera⸗ lien am nechsten. 197 Granatensarb zu machen. 79 die guldene Farb zu geben. 78. 85 dessen Hämmerung ob sie möglich. 211. Deg so schöͤn hell ist; und zu welchem kein Braunstein kommen/ kan an statt des schönen Crystall⸗Gemengs gebraucht werden. 49 Kugeln und andere weisse Gläser mit unterschiedlichen Farben zu särben/ daß sie wie natürliche Ldtre anzusehen. Kunst⸗Zugab von Joh. Kunckeln. Marmor Farb zu machen. Metall ist immer eines besser als das andere. 2 7 Milchfärbig zu machen. daß es nicht Milchfärbig werde zu vet⸗ hüten. 42 Glas so Tl o ist/ de Pfishmnbüͤc⸗ Farb zu geben. 83 kommt den Mineralien am nechsten. 197 warum es manchmal neblicht und dun⸗ ckel aus dem Feuer kommt? 7 Osen Beschreibung. 216./00. 291—06 dem Opal gleich zu machen. 5 Reis zu bereiten/ so sehr durchsi 5 ig. 20 die Sapphierfarb zu geben. 90 die Smarägdfarb zu geben. 28. 29. 30. 31. 105. 195 solvirt sich in Wasser. Venedisches/ warum es/ wie mansagt vom Gifft aufgelöst und*** werde. 168 wie es zu verarbeiten. ů 0 vergulden und mahlen. so nicht ch Man wird/ auf sünfferley Manier. 345 so undurchsichtig schön aus Porcellanart zu machen/ als man selber will. 57 das ungestalt ist/ macht eine ungestalte Coleur/ es sey die Farb bereitet/ 64 sie immer wolle. auf unkostbare und kurtze Manier loin und sein zu machen. vollkommener und härter zu machen nach Joh. Kunckels Manter. 182 + Gläser wo Bley zukommt/ sind wegen 910 Weichheit nicht wol zu 122 auf Lapis Laeuli und andere Art in Einlegung der Schreibtische ze. zuzurichten. ö— Glälerne Männer. Ean Schiff mit allerhand auh ö Gillerner Wagen samt zweyen Ocsen/ 10 mit einem Muckenfügel haben künnen 4 zogen werden. Glasmacher haben lieber eine lebhaffte 46 grosse Flamm. 239 Glastum wird bey dem Cesare in seinen Commentariis vitrum genenurt. 19 Glasur so gar sonderlich und seltsam ist. 300 2.—0 und brennen auf Holländische Ma⸗ nier. 386 Glasuren Register Glasuren vor die Töpffer allerley Arken. 358 Grotten Leim. ö 37 blaue. 359 Grun Glaß auf viererley Manier zu machen. braun und dunckle. 359 392. seqq. eisenfärbige. 36⁰ auf weiß zu machen. 372 gelbe. 353 Töpfferglai. 34² grüne so gar schön. 379 Grüne Farben auf Glas iu machen. 29. 29. viol blaue. 359 33.374 weisse. 358 welche allen andern weit vor⸗ Gold in Aqua Regis aufgelöst/ tingiret die Hant des Menschen mit einer Pur⸗ purfarb/ so etliche Tag dauret. 275 verhindert die Efervescens des Gla— es. 31 solches widerspricht Kunckel. 268 auf Glas zu legen/ daß es sich auch poli⸗ ren lasse auf zweyerley Manier 344 Grund auf Glas auf vierley Art zu ma⸗ en. 342. 344 gibt eine schöne rothe Farb. 110. 273 und Silbergrund aus Glas und Geslel⸗ le/ wie auch Metalle/ als Glocken/ ei⸗ — serne und zienerne Geschier. 343 oder Silberschrifft auf Glas zu schret⸗ ben/ die vom Wasser nimmer abgehe. 344 oder Streuglantz auf Nürnöerger und Hautschische Art/ aus aller ley Metal⸗ len zu machen. 368. 377 Goldfarb gibt das Bley. 110 Grad des Feuers zum Glasbrennen. 338 Granaten so Neri im 77. 88. und 89. Capitel mächen lehret/ siehet mehr ei⸗ nen Amethisten als Granaten ähnlich. 118 die Böhmische halten ihre Farb im ö uer euer. 277 geben eine himmelblaue Farb. 110 sind dreyerley Arten. 441 wann sie unter das Glas geschmol⸗ en werden/ geben blos eine maragd Farb. 119 zu machen. 109. 110 Orientalischen gleich zu machen. 10 9 der Orientalischen Werth. 441 Granaten Farb zu machen. 79 ins Bley zu bringen. 95. 168 gehen. 31. 94 von selbigen einige wol experi⸗ mentirte General Regeln. 187 gibt der Grünsmran. rIio aus dem Loffelkraut können durch die Desrillatlon Neri nicht so schon gemacht wer⸗ den als auf Kunckels Ma⸗ nier. 16⁰ aus dem Pappelkraut/ Pinel⸗ len und andern. 138 Grüne Schmeltzgläser. 392. segi. Grüner Farben Unterscheid werden dunh ö Zusammensetzung deß gebrannten Kupf⸗ fers und Eisensaffrans zuweg gebracht. 52 Grünspan gibt eine schöne Glasfarb. 110 Güldene Fälb dem Bleyglas zu geben. 96 des Crystalls warum sie manch⸗ mal nicht zu weg gebracht werden kan/ und wie sie zu machen. 8 dem Glas zu geben. 85 H rothes schwartz zu färben 423 Hals werden die übrige Glasstöcke genen⸗ net/ welche an denen eisernen Blas⸗ röhren behängen bleiben 264 Hautschischen Streusand zu machen. 368 Helffenbein wie Schildkröten zu machen. 426 schwartz zu machen. 417 Helle zur verguldeten Silber⸗Arbeit auf eine geheime Art zu machen. 412 Higchnthen zu bereiten/ welche den guten nicht gar ungleich kommen. 26 wo er gefunden wird/ und wie vie⸗ lerletz desselben Arten seyen. ö 442 Higaeyn⸗ — LS ur W* Wn HMn 0. ume au Ihn Imttt 10 1H Gxanh 17 Stün U RDHlan n 10 n W R an Dunr/ I Id eln, E j — H anteng 0 0 0 I Wuie Richn miun Ic HI M. 111 ch 3 I Uh I————————— über Joh. Kunckels vollständige Glaßmacher-Kunst. Hiacynthen auch in den Iser ⸗Fluß der Bayer ⸗und Böhmischen Grentze gefunden/ so dem /i⸗ tro antimonii an der Farb 442 den zu machen nach Kunckels Ma⸗ nier. 183 auf Merrets Art. 267 von Plinio also genannt/ sind un⸗ sere heut zutagige Amethisten. 44² Himmelblaue Farb zu machen. 108 2G Töpffer⸗Zeug zum schlechten Gut 385½%⁶44. Holtzaschen deren Bereitung aus alten 3395 men. welches das beste zum Glasmachen seye. 313. 314 braun zu beitzen. 415 in Formen als Bllder nach Art deh Gipses zu giessen. 418 zum Giasbrennen muß gut dürr/ hart/ klein und nach Proportion deß Osens gespalten seyn. 341 grün zu beitzen. 4¹6 Leim. 379 in eine Massam von allerley Arten gu bringen. 417 roth zu beitzen. 4¹⁵ schwartz zu beitzen. 4¹⁶ Horn hraun zu beitzen. 4¹6 grün zu beitzen. 4¹6 roth zu beitzen. 4¹ schwartz zu beitzen. 41¹7 InAene wie und woer efunden wird/ inglei⸗ chen auch von desselben Werth. 454 Jetkörner sind die grünen/ gelb und allerley Farben von Bleyglas gemachte Corallen anNüͤrnbergisch die Paterlein genannt. 342 Inhalt der Bücher A. Neri von der Glas⸗ macherkunst. 1. 59. 77. 90. 103. 141. 136. Instrumenta so zum Glasmachen in Enge⸗ land gebraucht werden. 306 in Holland gebraucht 5 5 5— gebraucht wer⸗ 33 Intrumenta von Kupffer sollen in Berei⸗ tung der Saltz verhütet werden. 35 Jungfer⸗Milch zu machen von Seiffenseder Lauge und grünen I—— 3— 246 KAlch.Salt macht 225 Gläser Mich⸗ 1—5 big und reisend. Wen und doch sehr nett in eine Sorm zu geeß 410 Kermiecher daß das Glas genug gebrannt seye? 34⁰ Kermesin Lacca vor die Mahler. 142 Kisselsteine dienen zum Glas machen. 36. 120 13 KlapperRosen/ wie daraus eine Fs— trahiren. Kornblumen Farb/ welche in der Glasma ö cherkunst eine der sür⸗ nehmsten ist. 31.56 wielltramarin zu—3745 Kraut Kali zehnerley Sorten/ so ale—— zehlet werden. 224 Kräuter und Blumen abzugiessen/ wod rch der vorige Proce desto bessen enn kläret wird. 407 wie darans schöne Mahler⸗ Farben zu machen. 137. 1515. eda. haben alle einerley Saltz nach der Verbrennung/ nur daß eines mehr Erde sühret als das 225. 38 9. 42 welche zum Glasmachen ein hnah⸗ ches Saltz hergeben. 231 und allerley Vegetabilien Durch son⸗ derliche dazu bereitete d 2.—65 Silber abzugiessen. zu welcher Zeit sie zum Glasmachen abgehauen werden sollen. 41. Kreide wie Gips zu giessen. Kunsistücke allerhand nützliche so zu der Glact macher kunst nörhia sind. 360 Kupffer wird von allen Acidiäten und Salten aufaelöst. Blumen wie solche aus dem Kurffer und Gallmeystein bereitet wer⸗ den. 274 Kupffer Register Kapffer dreyfache Caleination zum Glasfär⸗ Lackfirniß hell und dunckle Farben zu Fer⸗ ben. 20. 23. 26. 52 Glas nach J.Porta Manier zu berei⸗ ten. 267 wird auf fünfferley Manler zzun Pul⸗ ver gemacht. 5. so es in Scheidwasser aufgelöst/ und etwas Krebsaugen dazu gethan werden/ gibt eine sehr schöne blaue Farb. 251 Vitriol zu machen. 157. 15 8. 2900 streichen lund gläntzend zu ma⸗ Fchen. 362.363 Iss den künälichen Buchbindern zu den zierlichsten Französischen Bäanden dienllch. 277 zum Glantz geben. 364.365 denlweissen zu machen. 361, 36 — 4. 356 alsi einen Spickfürniß zu mathen. 365. 366 ohne Corrosib zu machen wor⸗ Lapis Armenus oder Bergblau wo er gefun⸗ aus die rechte hoch⸗blaue Farb zu extrahiren. Kupfferstück auf Glas abzuziehen/ daß allein Lasur das Schwartze darauf kommet/ so man hernach nach Belieben gulden oder mah⸗ len kan. 0 Kupfferne Kessel sind den Farben shad 2238 in Bereitung der Saltz nicht zu gebrauchen. L. EAee aus Brasilienholtz zu bereiten. 144 — 157 nach der Lehr Birelle. 289 und Farben zum mahlen aus der Po⸗ 138 aus den Feld Mahen oder Klapper⸗ Rosen zu extrahiren. 138 gelb aus Pfriemen⸗Kraut zu machen. ö 137 Kermesin,färbig vor die Mahler. 142 aus Rermesin⸗Beeren zu machen. 143 2. 2 Lauge kan auch in höltzernen Gesässen ver⸗ selur Laccg gebraucht wird/ zu erken⸗ nen os sie starck genug sehe? 316 aus der Soda der merantzen⸗Blüh zu extrahiren. Lehre von der Balas⸗Farb. von dem Blut rothen Glas/ wie diese. von denen Laer⸗Farben den wird/ ingleichen auch von desfelben +28 Werth. 157 Lasur⸗Farb zu machen. 456 36. 101 ein wodurch er von den Nergblau zu unterscheiden/ wo er gesunden werde und was er werth sehe. ů 37 eklelden einige derselben das Feuer andere nicht. 286 unerachtet er zimlich hart ist/ giebet im Feuer seine Farb von sich. 86 wahret werden. 33 lasmacher. 273 172 arb wol und geschwind zu ma⸗ hen seye. 17⁴4 157. 178. Iep. Vvon der Rosirfarblgen Smalle. 105 145 von Troöcknung der Lacca. aus Mahn, Blumen/ blauen Schwertl Leibfarb auf Glas. 7⁴4 157. 157j— 5 ö ö 37 gelben Veil und frischen Blumen Leim⸗Formen gute zu machen/ um Messng und Kräutern zu extrahiren. 125 ö ö 133 auf unterschiedliche Art zu machen. nach Kunckels Manier in g Menge zu machen. erer Zubereitung eines schönen durchscheinen⸗ 17den Crystalls zu extrahiren. wie sie am ersten und besten zu trock, Löffelkraut wie baraus ene schöne gr Ren.— und andere Melall darein zu giest⸗ en. 409 zum Kalch der im Wasser hält. 379 crösenn Levantisches Pulver wie daraus das Saltz r zur une 157 Mahler⸗Farb zu mat en. 160 4 —3—4 +— III IN Vi —— + xxÆHř.—— * 1 90 1j. 1 —— — ———— + shn ghiem. 1 chien Iumnie W halh. Hben. 30 Rahn 6 beinun: 1 * 66 0 50. Mlh li in h W RIA n dn Leshhnn / Wune und er wuih n dersabakäpe 2 . Michharfüg dine dun mit 11 rnen Esisr 10 ä t vid/ Nete Sll scr“ Galduht n . he/ H geschrid 1⁴ n Wh nEnhi Reeg, iN — 0/ N Mish AlAN N sser hit, 31 basSnl I . v Ern shan 16 Ash über Joh. Kunckels vollständige Glasmacher⸗Kunst. Löffelkraut wie und waram es roth färbet. 16 O koth rothes zu machen auf siebenerley Ma⸗ nier. 350 oder Veutur schwartz zu machen auf fünferley Manier. 35 Luchsstein ws er gefunden verde/ und was Art und Eigenschafft er seye. 463 Lutum so die subtileste Hiritus in der De- stillation aufzuhalten dermag. 6³ M. Muzest is Braunstein sollte bilich deß Glases Seiffe genennet wer⸗ den. ö 44.243 —5 sie vor Eigenschafften ha⸗ en 13 so in Engelland gefunden wird/ dero Art und Natur. 248 wie sie zum Glas⸗ färben soll be⸗ — reitet werden. 16 machet das Glas wann es noch roh/ ingleichen auch die Metall sehr aufschwellend. — 248 warum sie also genennet werde— 243 ist eine allgemeine Materia des Glases. 243 ist eine Materia aller Farben. 244 von Piemont/ wird von den Glasmachern vor die beste gehalten. 73³ wie sie zu gebrauchen. 13 Dessen Quantität ist im rez. ap. Neri zu viel/ und wird die Farb davon zu dick. 133 ist im dt. Cap. Neri zu groß. 88 reiniget das Glas/ und macht es heller. 244 wird auch in Teutschland und andern Orten gefunden. 34. 4. die Toskanische und Ligurisch machen den Erystall schwarz. 23 Meer⸗Eiche dienet zum Glas⸗machen. 231 Magnesie ist die Ursach der unterschiedlis chen Qualitäten und Ver⸗ önderungen der Farden. und die Zaffera sind unr der Güte nach unterschieden. 238 Magnetsiein o er gesunden werde. 46T Mahenublumen wie daraus eine gute Lacca zu machen. ö ö 137 Mahler Lacca in Aqua forr ist weniger als nichts nutz. 74 Männer von Glas. 264 Marmors Abkühlung und Abschieferung ist bey den Englischen Glasmachern nicht ge⸗ bräuchlich. 10⁰0 Marmorfarb ins Glas zu machen. 83 so A. Neri im 36. Cap. machen lehret/ hat dreyerley Män⸗ gel. 88 und anderer gemeiner Steine un⸗ terschiedliche Arten/ wo dieselbe gefunden werden/ und welche die besten. 463 so weiß/ mit Figuren zu bemahlen/ daß die Farb/ wo nicht Durch/ doch die Helfft/ hin⸗ ein dringe. sege. Mastichet so die Lases der seinen Weisse ist der Holländischen Töpffer/ wie selbige zu gebrauchen. 385 ferner zuzurichten. 335 Materia womit die Hollander ihre seine Döpffergeschirr und andere Sa⸗ chen mahlen. ö 47 gus welcher die Schmelzgläser oder Smalten zu bereiten. 121 des Schmelzglases auf eine leichte⸗ re Art/ als sie A. Neri beschrie⸗ ben/ zu machen. 130 Meerfarb ist die Farb des Kupffers. 250 Meergras dienet sum Glas machen. 231 Meersalz gibt leine schöne blaue Glasfarb. 3 I Meerwasserfarb auf Crystall zu machen/ von den Italiänern Bollito gengnnt. 24.26 Pypp 2 Meer **.—..—. Register Merrwassersard mit geringem Koften Mix Ur zu den Spiegeln zu machen. 139. 182 machen. sochen. als alle bthen ma⸗ 28 ist 916 fuürnehmste in der Glasmacherkunst. ö baß solche nicht schwärtlicht oder schmierig werde zu verhüten. 21 Mercurialwasser eines fürnehmen Obristen worinnen ein Türckis innerhalb 8. bis 10. Tagen seine verlohrne Farb wieder er⸗ langet hat. 161 Mercurum auflösendes Aaa 6¹ Mercurius wie er zu reinigen. Messing⸗Blech von einen alten Kessel/ fan anstatt des Knitter 2 Zitter⸗ Kupffers gebraucht wer den. 49 so gegossen und poliret/ eine schöͤne Goldsarb zu geben. 4¹¹ weiß zu sieden ohne Silber. 411 Metalle/ wie auch die meinsten Mineralien am Tisch ub er einen Unschlit⸗ Wachs oder Eampen⸗ Liecht zu schmeltzen. 413 Milchsarb ausbündig sRön zu machen. 32 in Pfir schig⸗Blüh⸗sarb zu verän⸗ dern. 83 Mineralien wie sie sollen zur Composition der Orientalischen Caleedonier/ Jaspis 30 Achat bereitet werden. 0 Minie oder Bleymeng/ gibt eine schöne crüne Coleur/ allein die Gläser wo Bley zukommt/ sind wegen ihrer Wei⸗ che nicht wol zu arbeiten. je mehr bessen den Vasten zugesezt wird/ je flüssiger werden sie/ und ö der Stein desto weicher. 117 Mühl oder Mörsel sonoerbahre Erfindung so von kleinen Jungen 1964 ge⸗ trieben werden. worinnen von den härtern Masseh Galt der Aschen/ Kiesel ꝛc. mehe in ei⸗ nen Tag zermalmet werden kan/ als sonst wol 20. Personen mit Stossen ausrichten mögen. 237 ixtur Job Kunckels zu den Edelgesteinen RVor die so Ve Mundleim zu machen. 2 N. Jachede. 47 2 Ralter färbigrn Berg⸗ Crystal zu 4 Natürlich Grientalische Stein⸗ als Rubin/ Sapphier ꝛc. so Reri unter die Pasten zu aunchnn. lehret/ ist falsch und kan 117 angehen. Nota üder die Abgiessung der Kräuter. 401 über das Glas⸗Brennen. 34⁰ e des Glases in die Brenn⸗ pfan 338 über bie eHärbung deß Gipses. 1 über die Leim⸗Formen. über des rothen Loths Zeberdtün über das S 3 Schmeltz⸗Glas. 34⁷ e wartzbrennung des 35 üͤber der Trinck⸗Gläser eurieuse Zube⸗ reitung. 348 über das Wappen mahlen und Eand Nͤͤrnberg⸗oder Hautschischen Gold und Hen aus allerley Metallen zu ma⸗ en. 36³8 Nuß oder Leinfürniß auf das schönste zu ma⸗ chen. 37⁰ O.— Ol so das Eisen vor den Rosi bewahret. 413 3 zu Calcinirung des Saltzes. zum Glasbrennen. 341 zum Glasmachen wie er zu Amsterdam gebraucht wird. 304 die erste Figur. 2976 dle audere Figur. 300 die dritte Figur. 301 erfordert ein dürres Holtz. 5 lum Kebolt. und ro e⸗ völlige Er⸗ klarun 7. 1% seqq. Ouam Virricli und Oleum 3 uud ein Oing.——5 ö Inych⸗ .............. Æ..——— 22 * A n — e R HNNiR MHαM Wit- r — V. —— Unachez, ma R Wenand i 0 uh ubfnn del Rtla, hef. 0. han 4⁰½ 1050. V l. 60 h ün. Gal, arung de E n uliast dl ö W Henubinn 55 en Go u. Mulun +2 NR s 2 lhes s Wsausu 10 430 W slr dit n S⁊F — über Joh. Kunckels vollständige Glaßmacher⸗Kunst. .—————— 2 Onychsiein dessen unterschiedliche Arten/ wel⸗ che die besten/ und was vor Grösse dieselbe gefunden wer⸗ den. 473 ist bis weilen so groß/ daß kleine Pfeiler davon gemacht wer⸗ den/ wie in S. Peters Basilica zu Rom zu sehen. 473.454 hat Mythridates so groß gehabt/ daß er aus einen Stein zwey tausend Becher verfertigen las⸗ 4 sen. 404 Opal⸗Farb in den Crystal zu bringen. 78 färbiges Glas zu machen. 97. 72 wo er gesunden wird/ und was desselben Werth seye? 447 zu machen nach Joh. Kunckels Manier. 188 Orientalischen Crysolit zu machen. 108 25 Granat zu machen. 109. 110 Sapphier zu machen. 108. 109 Smaragd zu machen. 105 Topas 10 machen. 107 PY. zuzurichten 3 daß man mit einen Silder oder Messingen Stifft darauf jeichnen und schreiben kan. 4²¹⁰. 421 Pasten werden von den Coymicis amausen genennt. 17⁰0 wie daraus allerhand Edelgestein zu 1I1 machen. gine ihre Farben betreffende Erinne⸗ rung. 110 die härteste von allerhand Farben zu machen. 113 können auch aus kleinen durchsich tigen Kießling⸗und Quartzen gemacht werden. 114 so Neri im 92. Cap. machen lehret/ darsf nicht so lang un Glas Osen stehen. ö 120 Perlen⸗Farb in Crystall zu bringen. 8r ö wo se qefunden werden/ welches die besten/ und was deroselben Mh 24 seqi. die grosse werden Zahl⸗Merlein and die kleine Sadi⸗ Perlein genen⸗ Uet. — Perlen/ woher sie lommen. 443 nach unt achen oder aus kleinen grosse 10 ee ja gar in eine Tasel essen. 4 43.4 Pensel zun: Glasmahlen gehörig deroselben Beschyeidang. 34 Pferd geapffelt zu machen. 423 so machen. kohlschwartze Flecken zů 4²3 Pfirsig⸗Blüht⸗Farb dem Mil ppaitenr 302 2 Wz antzen welche zum Glasmachen ei ö liches Saltz geben.. Pfrimen⸗Kraut/ wie daraus eine Laeca zu machen. 137 Pilatro was es heisse. 239 Pomerantzen⸗Blüh/ wie daraus eine vacca zu machen. 138 ar⸗ Porcellan⸗Glas allerley undurchsichtige 8 ben so schön als man will in geben. 17 Potasche wie sie zu calciniren. 3258 dienel zum Slasmachen. 34.64 unterschiedliche Olervationer da⸗ von. 320 thut in der Schmeltz⸗Gläser Zubes reitung eben das/ was von der Fritta Neri meldet. 129 ——09 in en am besten copiensten zu machen. Vrasem und Chrysoprasem/ wo gesun den merdes/ und was derselben Werth und Güte seve. 419 226 Prob der Aschen des Krauts Kali der rechten Calcination deb Knitter⸗ 57 Nober Zitter ⸗Kupffer⸗ 1 Proportion deß Crystalls und Minie batnach Meri Lehr im 72. Cap. keine Gieichheit, 116 Eis daden in der rothen Loda nfinden. ö Pulver durch Cæcination mit Sch vesel aus Kupffe zu beresten so an sanr des Vitriol- O is füglich kan gebraucht werden. rothes zu vielen Glas⸗Farben dienlich zu machen, 23 Ypp 3 Purpur . 2 SS——— Register—.— Purpur braun Glas. 376 Rubin deren unterschiedliche Arten. 438 ärbige Smalte oder Schmelzglas zu dunckle und schwache auf was Weis machen. 125.125 ihnen von den Mohren 14. Me⸗ Röthe/ so von Reri im 194., Capikel nat lang mit elner glüenden Kohle gelehret wird/ was dadehy in ein Glan; gegeben wird. 441 acht zu nehmen. 278 2.. Oantität der Zaere und Croc⸗ Martis, so im 71, Cab. von Reri beschrieben wird/ ist falsch. 96 Quartzsteine Ge. die Crystallen nachzuma en 36 zum Edelgesteinen zu machen. 114 deren Unterschied. 36 ö X. Auch wie solcher bey Machung des Cry⸗ stalls zu verhüten.— 22 Regulus aus Smalten. 47 Reinigung des Scheidwassers. 262 Ring aus Bleyglas bereitet von wunderbarer Wirckung. 266 Roccberta was es bedeute, 29.2²22 Waseafarbiges Schmelzglas zum Gold zu be⸗ Lel ER. 2 K. 148. 17 0. 239 3— füglich und geschwind vom Eifen zu hrin⸗ gen. ö 4¹3 Rothe Corallen Arbeit. 363 durchsichtige Farb des Neri ist nicht viel besonders. 157 ins Glas zu machen. 146 Farb wie Blut zu machen. 146. 149 auf Glas zu brennen. 373 zu mahlen. 305 aus Gold und Eisen. 110. 275 recht roth zu machen. 38 des Stahls und Eisen/ ist die fürnehmste/ welche mit Aui Regis gemacht wird. 259 Rothes Pulver zu vielen Glasfarben dienlich u machen. 23 Röthe des Vitriols soll von seiner terra her/ n fZh. schschönen Stein zu machen auf Joh. „Kunckels Manier. 99— 432— Saces oder Rubace/les Werth und Eigen⸗ schafft. 44⁰ Farb in den Crhstall zu bringen. 98 wo sie gefunden werden. 38 wird stets an Orten/ wo Gold ist/ ge⸗ funden. 260 nachzukünsteln. 437 des Königs in Pegu soll so groß und hell seyn/ daß man dabey so wol sehen kan/ als wann er von der Sonnen erleuchtet würde. 433 eRocea oder Fels⸗Rubin ist eben so theuer als die Spinelle. 441 Kaisers Rudolphi II. so groß als ein Hüner⸗Ey. Sdàheters oder Steinsaltzes Gebrauch zur Glasbereitung. 38 ist nun gantz abkommen. 34 Saltz abgeschaumtes wird Sal acai und Glasgall genennet/ ist weiß/ und gleicht am Geschmack dem NI vo. 263 aus gemeiner Aschen und aller hand Kräutern zu machen mit leichter Mühe/ so eben so gut als das be⸗ vantische Puldver 39. 39 zu Wehntb. daraus ein schöner Erystal wird. 9. 10 aus dem Fahrenkraut zu extrahiren/ daraus einen schönen Crystall zu machen. 8 so We es sehn mag/ über sich zu treit en. 309. 310 kan man auf dem Frantzösischen Glas fühlen und greiffen. 193 welche die Glasmacher zu ihrem feins sten Gold gebrauchen/ auf einen leichten Weg an allen Orten in Teulschland in der Menge zu be⸗ reiten. 316 wo H zukomuit/ macht Risse im A6. ö 43 Saltz —.. 7 b 4 . ꝗ——— . esx IIIIIII 110 6 Asch Hgtgn Han dubeh H AUug ö —————... — „ i u vau N. Ri. G „ DN hurl. Hs Rihce ViGa W-29üu. Fonmer 3 — π——— ——— VXd d /H/. uadt din N. 16 lahd ult Kche ET ö 390 shinelsl. %h alche/ IN E shn w hh 0 henfb JI fagt ul, 310 Asin 6 — *—— .....— Saltz wenn es am besten aus Kräuteru zu ectrabiren. — 3 ů suber Joh. Kunckels vollständige Glasmacher⸗Kunst. Sapphier wo sie gefunden werden/ welche die 230 Zutet Nnnd was dersthen es sey aus welchem Kraut es wolle/ so es nicht wol gereiniget wird/ gibt kein schön Glas. 41 sollin Kupffernen Geschitren nicht zube⸗ reitet werden. 35 aus dem Levantischen Pulver zu extra⸗ biren. 7 ausildem Mauerkalch ist in Engeland nicht im Gebrauch. 236 ist viel schärsser als anders 236 welches aus Muscheln/ Krebs und Au⸗ sternschaalen bereitet wird von Ferr. Imperato vor das beste Saltz zum! Gebräuch des Glases ö gehalten. 236 aus dem Pülverlein Rorcheta und der Soda Hispanica zu giehen/ ver— mitteist welcher die Fitta Cyy- stalli, darinnen das Fundament der Glasmacherkunst bestehet/ auf leine neue Manier zu machen. 2 aus der Soda/ wie solches am bequem⸗ sten eingesotten werden kan. 34 so gar schön/ und woraus ein herrlich Glas bereitet wird. ibid. wann es trocken und gelind im Nlas ge⸗ üet wird/ werden die Unreinig⸗ keiten desto besser davon geschie⸗ den. 4⁰ warum selbige/ besonders der Vitrlol/ über den Wasser sich an das Glas anlegen. 177 Sand wie selbiger aus den Flintensteinen zu Gläsern und künstlichen Ebelgestei⸗ Fnen zuzurichten. 132 welcher zum Glas machen dlenlich. 36 so in konden zum Glas⸗machen ge⸗ braucht wird. 12 oder Stein gibt dem Glas die Const stenz. Sapphier⸗Farb dem Bleyglas zu geben. zu machen. 80. 81 aus Silber Marcasith. 2753 227 9 447 zu machen Joh. Kunckels Mareni 207 Orientalischen zu machen. 107 ö Sarder oder Carniol wo und in was Gröse 20 15. 3 werde/ und was derselben erth. Sardonych wo/ und in was Grösse Une ͥsse er gefun⸗ den werde/ und welche die hesten chin. Satz oder Gemeng von Glas wann dichen 2— 5 so wird auch die Erlem schon Scheidwasser wird in eisernen Töpffen 5 macht. ö ö 2 6⁴ ein Pfund desselben hat nicht mehr als acht oth guten Hoinitum bey sich. 261 dessen Reinigung. 262 das Siltzer und Mereurium auszulösen mit besondern Handgriffen zu machen. 61 ö so sehr starck zu machen. 63 Sc Ial Wörstbenme Segel/ ind alle behör üͤstung ge⸗ babt Ke Duul— oder geringer Porcelan/ wie 5 land gemacht wird 2 1 komme. 981 766 Schlaßerinnerung über alle wei e h ZöyßerSlosurzund Mahlweit 323 4* Schmezalag suche Smalte. 37 Schmelẽgläser aller haud Farben zu machen. gelbe auf 396 Unterschiedli Manier zu 755, machen. 390. Ve. 192½⁶4½4. machen. E 2 schöne zn machen/ wi⸗ siein Hollend von Töpffern und grüne zu machen. auf weiß zu Glasmachern gebran“ werben. ů 3) Schmeitz⸗ 1+ 1 * 7 — — — RRRKRCR* V Register Schmeltzgläser weisse/ wie solche die Porcel lan⸗und Glasmahler gebrauchen auf drey⸗ zehnerley Art zu bereitn. 387 segd. Schmeltz⸗Tiegel aus was vor Leimen solche in Engeland gemacht werden 220 Schreibtafeln schwartze von Pappier zu ma⸗ 21 2.— 4 7⁷ Schrifft allerley Arten in Glas zu 44441 ö 2et 2905.465 ů 344.34 Lehr. 21 von Pappier vollkommen hinweg zu oder Schmeltzglas eeerbf. bringen. 418 124. 128.135. verborgene zu schreiben. 41785 gelb zu machen. 127 so weiß ist auf Glas zu bringen/ daß solche nicht anders sehe/ als wäre fie darauf geschmeltzet. 144·348 Schulpen oder Muschel⸗Gold und Silber zu machen. 3 Schwartz einlassen vor die Goldschmiede. 3750. ů auf Glas zu brennen. 351.372 Schwartze Farb zu machen. 81. 82 Schwartze Blasur zu machen. 376 Schwartz Loth oder Ventur zu machen auf allerhand Manier. 37¹ Schwartz und Schwartz darunter ist ein eihmee uu ö 133 wesel zu sigiren. 290 daß er zum Rosenfärbigen Schmelz⸗ Glas zum Gold zu gebrauchen. ö 14 daß er zur Rosensärbigen Smalte diene. 197 Schwertel Lacca. 138 Siegel⸗Lack zu machen auf allerley Arten. 372 Goldgelb zu machen. 37⁴ grün zů machen. 373.374 schw Weu wach 37².37³ wartz zu machen. 374 Silber kalt zu vergulden mit den Daumen. in einen natürlichen Smaragd zu ver⸗ wandeln/ geht nach der Lehre Joh. Bapt. Portä nicht an. 315 Tinctur hat keine blaue sondern weisse ů Farb. 275 Silberne Schaalen so tief getrieben mit Ir dlen abzuformen/ daß sie fast den Sile er gleichen. 42² V Smalte die blaue wird aus Cobolt gemacht 47 gibt einen Regulum. 47 oder Schmeltzglases Bereitung nach Lihavi und Portä Art. verliert nach Neri Beschreidung im Io5. Cap. die gelbe ö arb/ so es lang — im Feuer stehet 134 wann der Weinstein nicht rein ist/ be⸗ hält sie die gelbe Farb. 135 OYrün zu machen. 124 125 Milchweiß zu ma⸗ chen. 122.277 purpurfärbig zu ma⸗ hen. 126. 127. 428 Rosenfärbig zu ma⸗ chen das Gold zu bemahlen. 148. 149. I5o. 239. wie ein Türckis zu machen. 123 schwartz zu machen 125. 126.279 Smaragds unterschiedliche Bereitungen. 272 Smaragd so falsch gewesen ist um 9ooo. Du⸗ caten verkaufft worden. 296 wo er gesunden werde/ welcher der beste/ und was er vor Alters ge⸗ lostet. 448 grüne Farb auf Glas zu machen. Joh. Kunckels Manier. 28.29. 30. 94. IO0. Ioyj. 188. köstlich nachzukünsteln. 448 Smaragd 2—.—.—.— 2 Wehn I Ihn 1 5 anted Lünt M 300 H⁰0 Ilhe Rhat her y 110 110 lbihj RHnc raseth ů Nohldng n 0HRRN . + U dunn du En t/ Hat HRR Fan. I Isl Anthen Nicr u Huu un y/ xunini po 90. 01 Micstina 5 dib/ HUI UH U IR n hAHRAA. inn BMh h NAh W + Hi. Smyrgel was er seye/ und wie er zu 46 über Joh. Kunckels vollsödige lasmacher⸗Kunst. Smaragd Orlentalischen zu machen. 105 Pasta sehr schön zu machen. 106 107 chen 4 goda Hispanica gibt niemal einen rechten Crystall. 43 wie daraus die gewöhnliche Fritta zu machen, 10 gibt an und vor sich selbst ein gutes Glas. 23 wie daraus das Saltz zu ex- trabiren zur Fritta Cry⸗ stalli. 2e 34 wie solche in einen ausge⸗ hauenen Trog kan gestos⸗ sen werden. 34 Sonnenwend Stein oder Heliotropius, wo/ und in was Grösse derselbe gesunden wer⸗ de/ auch von dessen Art und Eigenschaff⸗ ten. 475 Spat zuzurichten/ in welchen sich Gold/ Sil⸗ ber und andere Metall giessen lassen. 408 Spick Fürniß schön gläntzend zu machen. 360 Spiegel Mixtur ihre Flecken und Schiesern zu benehmen. 283 auf acen. 15955 Art zu machen. 139.282. /echc. Spinell Farb. 30 Stäbe auf Spanisch vder Indianische Rohr Art mit Lack Fürniß zu überziehen. 369 Stahl Mixtur zu Spiegeln. 139 Starck der Weiber oder blaue Smalte wie sie gemacht werde. Steine allerhand Arten/ wie zu erkennen/ welche zum Glas machen die be⸗ en?—— Bergsäffte/ Metall und halbe Metall nehmen nicht alle den Fluß im Schmeltzen an sich. 199 zum Crystall⸗machen/ wo sie in Teutsch⸗ land zu finden. 36.37 Leim. 3209 aus der Pasta/ so Neri im fünfften Buch machen lehret/ sind zu swer und zu meich.—41 44 von Werckslücken geben auch ein 5—6 Glas Sternen oder Sonnen Stein wo er gesunden werde/ ingleich en von desselben Art und Werth. 452 Streu Glantz auf Nürnbergoder Hautschi⸗ sche Urt zu mochen. 399.377 Sulphur Saturmi welcher von Nerio gelehret iuird/ wird viel schöner auf Kunckels Ma⸗ nier. 119 2. TAmarisken Holtz wird von Plutarcho ge⸗ rühmet/ daß es trefflich wol zun Glas⸗ machen diene. 239 Tar sus welcher der beste/ und wie er aus ge⸗ lesen werden solle. 5 wo er gesunden werde. 743 was dabey zu mercken. 227 gibt ein schönes Glas als einig ande⸗ rer Toskanischer Sand. 9.11 Tischer⸗Arbeit von allerley Holtz mit Lack⸗ ö ben auf Schilt-Kröten Art zu überzie— en/ daß sie weder von Oel noch scharffen Wasser Schaden nehme. 367 Topas Farb dem Bleyglas zu geben. 94 in den Cryfsall zu bringen. 98 wo er gesunden werde/ und was dessel⸗ ben Grösse und Werth seye. 449 Orientalischen nachzumachen. 107 Steins unterschiedliche Bereitungen. 274 Töpffe bey den Crystall Oefen sind zweyerley. 220 Trinckglas sonderlich curieuses zu machen. 247 Tropffund Thränen⸗Glas dessen Eigenschaff⸗ ten. 292. Qec0. dessen Historien. 291 wird von einem Hammer nicht zermalmet/ so es an keinen andern Ort als auf den Bauch geschlägen wird. 294. 295 Türckis oder Kornblum Farb bereitet Porta allein mit Zaffera. 305 ist die fürnehmste in Glas machen 31 in färben nach Portã Lehr. 25⁰ färbiges Schmeltzglas. 123 Qaa Tür ckis ee“eee ——— Türkis wo und in was Grösse sie gesunden werden/ auch was derselben Werth. 475 so gerecht/ seine verlohrne Farb wie⸗ der zu geben. 39.161 in den vollkommensten Smaragd zu verändern. 456 so die verlohrne Farb wieder gegeben worden/ jedoch mit schlechtem Bestand. 161. 282 und andere undurchsichtige Farben sehr schön auf besondere Manier zu bereiten. 96 Türckisches Pappier aufs schönste zu berei— ten. 419 UBerguß so über dem Geschirr gebrancht wird/ zu machen. 388 Venedische Scheiden wann man solche mit unter das Glas brennen will/ was zu thun? ö 241 Verglasurte Osenkacheln zu vergulden. 348 Vergulden auf eine besondere Art/ den Mah⸗ ern so in der Lufft arbeiten müssen/ insonderheit nutzlich. 346.411 auf sehr leichte Manier. 34 Version des 8. Cap. Neri ist salsch/ und von unckeln geändert. 124 des 120. Cap. Neri ist falsch/ und von Kunckeln geändert. 168 Verzeichniß derjenigen Pflantzen und Kräu, ter/ so eine Farb bey sich haben/ welche man zu einer Lacca etraßiren kan. 279. E4/. Viol blau Glas zu machen auf zweyerley Manier. 394 Viol blaue Himmelsarb zu machen. 108. 118 Viol blaues Schmeltzglas zu bereiten. 222 Vitriol Marlie,. ist lauter Vitriolum dartis. 1 aus den gefärbten Wassern zu extra⸗ sen. 15 vom Kupffer nach Spagyrisher Kunst ohne Corrosiv zu machen. 28. 1577 1587290, Register Vitriol hat den Namen von vitvo. 200 zu probiren ob er gut seye/ zu einer Röthe zu bringen. 178. 179 zu reinigen. 176. sesq. wie daraus ein starckes Scheidwasser zu machen. 63 Vitrum woher es seinen Ursprung den Wort nach habe. Ultramarin oder Kornblumen Farb zu ma⸗ en. 140. 286 auf diese Art zu machen/ wie sie Johann Kunckel von einem rantzosen erlernet. 164 Ultrum ist vor Zeiten vor das Wort Vitrum gebraucht worden. 19 Unterricht wie man das Glas in die Brenn⸗ pfanne legen soll. 333 Ursach warum man sagt/ daß das Venedische Glas von dem Gifft aufgelöst und zerbro⸗ chen werde. 19 W. Wächter und Jütten was sie bedenten. 339 müssen von eben dem Glas/ wel⸗ ches man brennen will/ ge⸗ macht werden. 341 Wagen mit zwey Ochsen von Glas gemacht/ so mit zwey Mucken Flüͤgeln bedeckt wer⸗ den können. 264 Wappen von allerley Farben brennen und mahlen. 330 Weinsteins sonderbare Caleination in En⸗ geland zum Glas machen. 24⁰ Weinstein oder Weinhefen wie sie zu brennen. 64 Grepola und Gummi deibokti ge⸗ nannt/ ist die Weinhefse. 22 was dabey zu mercken. ibid. Oel wann es in ein grünes Wasser gegossen wird/ so erlanget man eine weisse Farb. 247 Saltz wie es zu reinigen. 19 Weisse und hele Farb zu machen/ so von Chr. Merret herkommt. 247 ei H — ö von dihy, 9 ö Hl s/ Ic H tgesthn Usnunhuhn men srh uW 14016 uce/ MB. uuckl un n Hlen. d3as Vanldoun KHNH— h in de 90 ö I1 WRenie Hlct und abs sad s Hent. V dim Hn /W Muin vil/ 0 16 0 gch IU 0 1 H 0 Iaath 20 sellbtegge issj mbehihe 2 Wichs über Joh. Kunckels vollständige Glasmacher⸗Kunst. Weiß Schmeltzglas wie solches die Glas⸗ 1— Porcellan⸗Mahler gebrauchen/ auf dreyzehnerley Manier zu ma⸗ en. 387. segg. auf weiß zu mahlen. 389 Werck Ofen. 217 Wort Fritta hat seinen Ursprung von dem Italiänischen Wort Frittire/ welches so viel, heist als gesrieren. 260 Rochetta ist in den Englischen Glas⸗ macher Hüͤtten unbereitet 222 und Pülverlein bedeutet eines so viel Näls das andere. ibid. 8. ö Zulfera wird aus Cobolt gemacht. 4. 47 deroselben und des Croci martis Proportion ist im 71. und 83. Cap. Neri falsch beschrieben. ö 100. 117 in Essig abzulöschen ist nichts nutz. 45 ———————88. us.——. Zaffera dero Farb hat von keinen andern als Metallischen Dingen seinen Ursprung. ů 242 zu den Glas,Farben dienlich/ wie sie soll bereitet werden. 16 klein gerieben/ ist eben so gut/ als 920 fie in Essig abgelöschet wor⸗ en. V daß sie aus der Smalte gemacht wer⸗ de/ hat Neri nicht gewust. 118 was es seye? 47. 46. 59. 265 Zinck in Aqua fort aufgelöst/ gibt grune Cry⸗ stallen/ welche das Kupffer/ mit welchem das Glas tingirt wird/ übertreffen, 25z Zinn⸗Kalch 15 195 ö gantz geschwind zu löthen. 410•411 Zucker/ daß er im Sieden nicht überlauffe/ zu verhüten. 268 Zugab der Glaß⸗Kunst Joh. Kunckels: 18T Zpwischen dev/ f und schwartz ist ein grosser Unterscheid/ sonderlich bey den Gold Ar⸗ beitern. 112⁴2 II8 An 52³⁵⁷ 00⁰ 58 AUn den scharffsichtigen Momum. M'⸗ růmpfft sich hier dein Waul, und läst den Geifer fliessenz ů Verdreust dich diese Kunst, dort solte ja ein Glas An statt der harten Brust des Menschen Hertz beschliessen, Damit desselben Sinn man könnt erkennen baß; Wofern dein Klügeln soll mir nicht zuwider fallen So sihe wo der Fleiß des Druckers sey gespart; Die Fehler schreib ich dir Herr Mome zu vor allen In den die Sache selbst vor dich ist viel zu zart. Doch weil dein scharffes Aug, den kleinsten Fleck kan nennen, Der sonst blieb unvermerckt, wann zehen ritten bey So lerne dich doch auch aus diesem Glas erkennen, Ich weiß du tadelst selbst dein eigen Conterfey! Bericht an den 3——ũ der Kupffer wo solche ingehören. A. pag. 1. B. pag. 45. C. pag. 47. D. pag. 49. E. pag. f1. E. pag. f2. L. H. pen. 50. I. Paae e 187. L. pag. 188. M. pag. 188. N. p. 299. O. pag. 300. P. pag. 302. Q P. 304· K. S. pag. 30f. T.V. pag. 341. W. p. 319. X. pag. 398. Z. pag. 424. RNEEEEEEEE + — 2 ** 1 ———— —* S—5 2— 3*—— — S SIII 2 I — N NRR n—„ ——2 SDSSSSISIIRRR S— 2328 2 4— ———— 8——————— 4 eiſer fiſtth. Glas eſſen, gß; tt, d . nennen, en bey 1 oolhe 1. F.2b .Np2 a1 h — - 3 V ¾. — 6 A 5 5 8 1 *. 4 5 66 4 . 5 — 4„ 3 7 */ 4 1* 1 f— 8 .„ 4 2 8* 8„ 2 * ¹ 2 3 6α 81 8 —. E —. 4* . 4 8 8 A — 1. 4— 1 1— — 2 ——.——— 7 6 Mon *—— FrVwrrrrrrnrrre 1n- 1- dl nannatange O em ———— Golour 8 Sortrof Shart e Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Whitee Grey 1 enrre Grey 3 Grey 4 Black