Univ.-Bibi. Giessen NRaturwissenshaft von Immanuel Kant. *r BIBLTOT ic.; D-KONCLUG TR ACADBT.> 100| DESTANDESUG M „ZU MÖECLIX SN== mu IN Bn Dritte Auflaos?e. LBE Pp 3 4 6:7 bey Johann Friedrich HDartkno<. 13809; „Sl =F-- M 40200505 6 208; MM Genn das Wort Natur blos in formaler Bedeu- tung. genommen wird, da es das ertie innere Princip alles dessen bed eutet, was zum Daseyn eines Dinges gehört*), so kann es so vielerley Naturwissen» schaften geen; als es specifisch verschWene Dinge 65-0 deren jedes seia eigenthümliches inneres Prin? der zu seinem Daseyg gehörigen Bestimmungen enthalten muß. Sonst. wird aber auch Natur in materie!(ler Bedeu- tung genommen, nicht 09 eine Beschaffenheit, sondern als der Inbegriff aller Dinge, so fern sie Gegenstän- de unserer Sinne, mithin auch der Erjohrung seyn fönnen, worunter also das Ganze aller Erscheinungen, Dd. i. die, Sinnenwelt, mik Ausschließung ailer- nicht sinnlichen Objecte, verstanden wird. Die Natur, in dieser Bedeutung des Es genommen, haf nun, nach 0:2 ver *) Wesen ist das erste innere Princip alles dess 15 008 zur Möglichkeit eines Dinges'geh5rt. Dah aw. man den gecwmetrischen Figuren,(Ta in ihrem Begriffe nichts, was ein Daseyn ausdrückte„ gedacht wird) nar ein Wesen, nicht-aber eine Natur böylegen, err IV E<-<==== der Hauptverschiedenheit unserer Sinne, zwey Haupf- theile, deren der eine die Gegenstände außerer, der an» dere den Gegenstand des inneren Sinnes enthält, mite hin ist von ihr eine zwiesache Naturlehre, die KÖ perlehye und Seelenlehve möglich, wovon die erste die ausgedehnte, die zweyte die venfende Natur in Erwägung zieht. Eine jede Lehre, wenn sie ein System, d. i. ein nach Principien geordnetes Ganze der Erkenntniß seyn Gll, heißts Wissenschaft, und, da jene Principien entwe- der Guandsäße der empirischen oder der rationalen Verknüpfung der Erkenntnisse in einem Ganzen seyn können, so würde uch die Naturwissenschaft, fie mag nun Körperlehre oder Seelenlchre feyn, in historische oder rationale Naturwissenschaft eingerheilt werden müssen wenn nur nicht das Wort Natur(weil dieses eine Ableitung des Mannigfaltigen zum Daseyn der Dinge gehörigen aus ihrem inneren Princip bezeichnet) eine Erfenntniß durch Vernunft von ihrem Zusammen- bange nothwendig machte, wofern sie den Namen von Jaturwissenschaft verdienen soll. Daher wird die Na- curlehre besser in historische Naturlehre, welche nichts als systunatisch geordnete Facka der Naturdinge enthält „(und wiedwum aus Naturbeschreibung, als einem Classensystemverselben nach Aehnlichkeiten, und Natur: geschichte, als einer systematischen Darstellung dersel- ben Juin -> <<<== F ben in verschiedenen Zeiten und Dertern, bestehen wür» de), und Naturwissenschaft eingetheilt werden kön» nen. Die Naturwissenschaft würde nun wiederum enk weder eigentlich, oder uneigentlich sogenannte Na» turwissenschaft seyn, wovon die erstere ihren Gegenstand gänzlich nach Principien a priori, die zweyte nach Erz fahrungsgeseßen behandelt. Eigentliche Wissenschaft kann nur diejenige ges nannt werden, deren Gewißheit apodictisch ist 3 Erkennt« niß, die blos empirische Gewißheit enthalten fann, ist ein nur uneigentlich sogenanntes Wissen. Dasjenige Ganze der Erkenntniß, was systematisch ist, kann schon darum Wissenschaft heißen, und, wenn. die Verknü- pfung der Erkenntuiß in diesem System ein Zusammen- hang von Gründen und Folgen ist, so gar rationale Wissenschaft. Wenn aber diese Gründe oder Princi- pien in ihr, wie z. B. in der Chemie, doch zuleßt blos empirisch sind, und. die Geseke, aus denen die gegebenen Facta durch die Vernunft erklärt werden, blos Erfah» rungsgeseße sind, so führen sie kein Bewußtseyn ihrer Nothwendigkeit bey sich(sind nicht apedictisch- gewiß) und. alsdenn verdient das Ganze in strengem Sinne nicht dea Namen einer Wissenschaft, und Chymie sollte daher eher systematische Kunst, als Wissenschaft heißen. Eine rationale Naturlehre verdient also den Na- men einer Naturwissenschaft aur alsdenn, wenn die Na- a 3 fur- vI GEE turgesese, die in ihr zum Grunde liegan/ a priori er- kannt werden; und nicht bloße Erfahrungsgeseße sind: Man nennt eine Naturerbkenntnisß von der ersteren" Art vein; die von der zweyten Art aber wird angewandte Vernunfterfenntniß«genannt. Da das Wort Natur schon ven Begriff von Gosesen bey sich führt, dieser aber den Begriff der Nothwend! & VES if aller Bestimmungen eines Dinges, die zu seinem Daseyn gehören, bey sich EN uETLE Myt0.20 ick WE> 3 WORT 6er 155957: führt, so sieht man leicht, warum Naturwistenschaft die Rechtmößigkeit dieser Benennung nur von einem reinen [3 >> Theil dersetden, der nämlich die Prineipien a priorfaller e Übrigen Natürerklärungen enthält, ableiten müsse und nur Kraft dieses reinen Theils eigentliche Wissenschaft sey, imgleichen daß, nach Foderungen der Bernunft, jede Naturlehre zuleßt auf Nacurwissenschaft hinausgehen und darin sich endigen müsse, weit jene Nothwendigkeit der Geseße dem Begriffe der Natur: unzertrennlich anhängt und daher durchaus eingesehen seyn will; daher die voll- ständigste Erklärung gewisser Erscheinungen aus <=<== XI ganzen Geometrie," Denn die reine innere Anschauung, in welcher die Seelen- Crscheinungen construirt werden sollen, ist die Zeit, die nur eine Dimension hat. Aber auch nicht einmal. als systematische Zergliederungsfunst, oder Epperimentallehre, kann sie der Chymie jemals nahe kom- men, weil sich in ihr das Mannigfaitige der inneren Beobachtung nur durch bloße Gedanfentheilung von einander absondern; nicht aber abgesondert aufvehalten und beliebig wieverum verknüpfen, nod) weniger aber ein anderes denfendes Subject sich unseren Versuchen der Ab» sicht angemessen von uns unterwerfen läßt, und selbst die Beobachtung an sich schon den Zustand des beobachteten Gegenstandes alterirt und verstellt. Sie kann daher nie- mals etwas mehr als eine historische, und, als solche, so viel möglich systematische Naturlehre des innecen Sin- nes, d. i, eine Naturbeschreibung der Seele, aber nicht Seelenwissenschaft, ja nicht einmal psychologische Erxperi« mentallehre werden 3 welches denn auch die Ursache ist, weswegen wir uns zum Titel dieses Werks, welches eigentlich die Grundsäße der Körperlehre enthält, dem gewöhnlichen Gebrauche gemaß des allgemeinen Namens der Naturwissenschaft bedient haben, weil ihr diese Be- nennung im eigentlichen Sinne allein zukomme und also hiedurch feine Zweydeutigfeit veranlaßt wird. Damit äber die Anwendung der Mathematik auf die Körperlehre, die durch sie allein Naturwissenschaft wer- werder kann; möglich werde, so müssen Principien der Coysiruyction der Begriffe, welche zur Möglichkeit der Materie überhaupt gehören, vorangeschit werden 3 mit- hin wird eine vollständige Zergliederung des Begriffs von einer Materie überhaupt zum Grunde golegt werden müss» sen, welches ein Geschäfte dev reinen Philosophie ist, die zu dieser Absicht sich keiner besonderen Erfahrungen, son- dern nur dessen, was sie im abgesonderten(ob zwar an sich empirischen) Begriffe selbst antrifft, in Beziehung auf die reinen Anschauungen im Raume, und der Zeit (nach Geseßen, welche schon dem Begriffe der Natur „überhaupt wesentlich anhängen) bedient, mithin eine wirkliche Metaphysik der körperlichen Natur ist. Alle Naturphilosophen, welche in ihrem Geschäfte mathematisch verfahren wollten, haben sich daher jeder- zeit(ob schon sich selbst unbewußt) metaphysischer Prin» cipien bedient und bedienen müssen, wenn sie sich gleich sonst wider allen Anspruch der Metaphysik auf ihre Wis« senschaft feyerlich verwahrten. Ohne Zweifel verstanden sie unter der lekteren den Wahn, sich Möglichkeiten nach Belieben auszudenken und mit Begriffen zu spielen, die sich in der Anschauung vielleicht gar nicht darstellen las- sen, und feine andere Beglaubigung ihrer objectiven Realität haben, als daß sie blos mit sich selbst nicht int Widerspruche stehen. Alle wahre Metaphysik ist aus dem Wesen des Denkungsvermögens selbst genommen, und . wenu EE.e. drs FE NID dE ac eu <<<„NS IDUEN und feinesweges darum erdichtet, weil sie nicht von der Erfahrung entlehnt ist; sondern enthält die reinen Hands lungen des Denkens, mithin Begriffe und Grundsaäße a priori, welche das Mannigafaltige empirischer Vorttel- lungen allererst in die gesehmäßige Verbindung bringt, dadurch es empirisches Erkenntniß, d.i. Erfah- rung, werden kann. So konnten also jene mathemati- schen Physiker metaphysischer Principien gar nicht entdeh- ren, und unter diesen auch nicht solcher, welche den Be- griff ihres eigentlichen, Gegenstandes, nänilich der Mates rie, a priori zur Anwendung auf äußere Erfahrung tauglich machen, als des Begriffs der Bewegung, der Erfüllung des Raums, der Trägheit, u.s,w. Darüber aber blos empirische Grundsäße gelten zu lassen, hiels ten sie mit Recht der apodictischen Gewißheit, die sie ihren Naturgeseßen geben wollten, gar nicht gemaß, daher sie solche lieber posiulirten, ohne nach ihren Quellen a priori zu forschen. Es ist aber von der großten Wichtigkeit zum Vor- theil der Wissenschaften ungleichartige Principien von einander zu scheiden, jede in ein besonderes System zu bringen, damit sie eine Wissenschaft ihrer eigenen Art ausmachen, um dadurch die Ungewißheit zu verhüten, die aus der Vermengung entspringt, da'man nicht wohl unterscheiden kann, welcher von beyden theils die Scran- ken, theils auch die Verirrungen, die sich im Gebrauche Ders derselben zutragen möchten, beyzumessen seyn dürften, Um 07 Phe L. En< jillen habe ich für nvchig 20 von dem reinen D E Theile der Naturwissenschaft(pliylca generalis), wo metaphysische und mathematische Constructionen durch einander zu laufen pflegen, die erstere, und mit ihnen zu- gleich die'Principien der Construction dieser“Begriffe,* er Möglichfeit einer mathematischen Naturlehre Cr selbst, in einem System darzustellen: Diese Absonde- rung hat, außer dem schon erwähnten Nußen, den sie schafft, noch einen besonderen Reiz, den die Einheit der daß die Grenzen der Wissenschaften nicht in einander kaufen; sondern ihre gehörig abgerheiltein Felder einnehmen. Erkenntniß bey sich führe, wenn man verhütet, Es kann noch zu einem zweyren Anpreisungsgrunde dieses Verfahrens dienen: däß in Allem, was Metaphy- sik heiße, die absolute Wollsto ten gehofft werden kann, dergleichen man sich in feiner e y 5 ndigkeit der Wissenschaf: anderen Art von Erkenntnissen versprechen darf, mithin eben so, wie in der Me tap ff der Natur überhaupt, also auch hier die Vollständigkeit der Metaphysik der körperlichen Natur zuversichtlich erwartet werden kann 3 wovon die Ursache ist, daß in der Metaphysik der Ge- genstand nur, wie er blos nach den allgemeinen Geseßen des Denkens, in andern Wissenschaften aber, wie er nach datis der Anschauung(der reinen sowohl, als empiri- schen) vorgestellt werden muß, betrachtet wird, da denn jene == m XV jene, weil der Gegenstand in ihr jeberzeit mit allen noth- 3 1: as Karl aat NE= lichen-werden muß wendigen.Geseßen des Denkens ver * C eine bestimmte Zahl von Erkenntnissen geden muß, die sich völlig erschöpfen läßt, diese aber, weit sie eine unend- liche.Mannigsaltigkeit.-von MERAN;(reinen oder empirischen), mithin Objecke des Denkens darbieten; niemals zur absoluten Mötfthukig eit gelangen, fondern ins Unendliche erweitert werden können 3 wie reine Ma- thematif und empirische Idaturlehre,“ Auch glaube ich diese metaphysische Körperlehre ss weit, als sie sich immer nur erstreFt, vollständig erschöpft, dadurch aber doch eben fein großes Werk zu Stande gebracht zu haben. Das Schema aber zur Vollständigkeit eines meta- physischen Systems, es sey der Natur überhaupt, oder der körperlichen Natur insbesondere, ist die Tafel der | Categorien 5). Denn mehr giebt es nicht reine Verstan- 3| Ddes- 8) Nicht wider diese Tafel der reinen Verstandesbegrisfe, son dern die daraus gezogenen Schlüsse auf die Grenzbestim-- mung des ganzen reinen EN NEE DEDEN auch aller Metaphysik, finde ich in der Allgem, Litt. Zeit, Nr. 295, in der Recension der Institutiones Logicae Eb HA des Herrn Prof. Ulrich Zweifel, in welchen der tiessorschende Recensent mit seinem nicht minder prüfenden Verfasser Übereinzukommen sich erklärt, und zwar Zweisel, die, weil “Fie gerade-das Hauptfaundament meines in der Critik aufges stellten Systems treffen sollen, Ursache wären, daß dieses in Ansehung seines Hauptzieles noch lange nicht diejenige apos dictische Ueberz zeugung bey sich führe, welche zur Abnöthi! gung Desbegriffe, die die Natur der Dinge betreffen können. Unter die vier Classen derselben, die der Größe, der Quas gung einer uneingeschränkten Annahme erfoderlich ist; dies ses Hauptfundament sey meine, theils dort, theils in de Prolegomenuen, vorgetragene Deduction der reinen Vers standesbegriffe, die aber in dem Tyetle der Critik, welcher gerade der hell:ste scyn müßte, am meisten dunkel wäre, pder wohl gar sich im Cirkel herumdreßete 2c.- J< richte meine Beantwortung dieses Einwürfe nur auf den Haupts punct derselben, daß nämlich, ohne eine ganz klare und ges nugthuende Deduckion der Categorien, das Syftem der Critik der reinen Vernunft in seinem Fundattiente wanfe. Dagegen behaupte ich, daß für denjenigen, der tüeine Säße von der Sinnlichkeit aller unserer Anschauung vad der Zus länglichkeit dex Tafel der Categorien, als von den logischen Functionen in Urtheilen überhaupt entlehnter Bestimmuns gen unseres Dewußtseyns, unterschreibt,(wie dieses'denn der Recensent thut) das Sysiem der Critik apodictische Ges wißheit bey fich führen nüsse, weil dieses auf dem Sake erbauet ist? daß der ganze specusative Gebrauch unserer Vernunft niemals weiter, al8 auf Gegenstände möglicher Erfahrung, reiche«„Deun, wenn bewiesen werden kaun 2 daß die Categorien, derensich die Vernunft in allem ihrem Erkenntniß bedienen muß, gar Leinen anderen Gebrauch, als blos in Beziehung auf Gegenstände der Erfahrung has ben können(dadurch daß sie in dieser blos die Form des Denkens möglich machen), so ist die. Beantwortung der Frage, wie sie solche möglich.machen, zwar wichtig genug» um diese Deduction, wo möglich, zu vollenden, aber in Bes ziehung auf den Hauptzweck des Systems, nämlich die Grenzbestimmung der reinen Vernunft, keinesweges noth» wendig, sondern blos verdienstlich- Denn in dieser Absicht ist die Deduction schon alsdenn weit genug geführt, wenn sie AEI XVIL Qualität, der Relation und endlich der Modalität, müssen sich auch alle Bestimmungen des allgemeinen Be- griffs sie zeigt, daß gedachte Categorien nichts anders, als bloße Formen der Urtheile sind, so fern sie auf Anschauungen(die bey uns immer yvur sinniich sind) angewandt werden, dadurch aber allererst Objecte bekommen und Erkenntnisse werdens weil dieses schon hinreicht, das ganze System der eigentlis <ek oder hinzuzuseßen, sondern allenfalls, wo in der Deut- lichfeit oder Gründlichkeit gefehlt seyn möchte, es bes- ser zu machen. Der Begrisf der Materie mußte daher durch alle vier genannte Functionen der Verstandesbegriffe.(in vier HauytstüFen) durchgeführt werden, in deren jedem eine neue Bestimmung desselben hinzukam. Die Grundbe- stimmung eines. Ctewas, das ein. Gegenftand äußerer Sinne seyn soll, mußte Bewegung seynz denn dadurch allein können diese Sinne afsicirt werden." Auf diese führt auch der Verstand alle übrige Prädicate der Ma- ferie, die zu ihrer Natur gehören, zurü, und so ist die Naturwissenschaft durchgängig eine entweder reine oder angewandte Bewegungölehre. Die metaphysischen Anfangsgründe der Naturwissenschaft sind also unter Hiepy Hauptstüe zu bringen, deren evste8 die Bewe- „gung als ein reines Quantum, nach seiner Zusammen- sezung, ohne alle Qualität des Beweglichen, betrachtet, und Phoronomie genannt werden kann, das zwey- te sie als zur Qualität der Materie gehörig, unter dem Namen einer ursprünglich bewegenden Kraft, in Erwä- gung möglich, und jene Begriffe umgekehrt auch in keiner ans deren Beziehung,- als auf Gegenstände der Erfahrung, einer Bedeuigyng und irgend eines Gebrauchs fähig sind, RE ST gung zicht, und daher Dynamik heißt, das dritt die Materie mit dieser Oualitat durch ihre eige ne 0. wegung gegen einander it Relgt"9 betrachtet, und unter dem Namen Mech anif vorkommt, das vier- te aber ihre Bewegung oder Si blos in Beziehung | 3 e auf die Vorstellungsart, oder Modalität, mithin als Erscheinung äußerer Sinne, bestimm?, und Ph&- nomenvologie genannt wird. Aber außer jener inneren NothwendigFfeit, die me- taphylischen Anfangsgründe der Körperlehre nicht allein von der Physik, welche empirische Principien braucht, sondern selbst von den rationalen Prämissen derselben, die.den Gebrauch der Mathematik in ihr betrefsen, ab- zusondern, ist noch ein äußerer, zwar nur zufälliger, aber gleichwohl wichtiger Grund da, ihre ausführliche Bearbeitung von dem allgemeinen System der-Meta- physik abzutrennen, und sie als ein besonderes Ganze sy- siematisch darzustellen. Deng, wenn es erlaubt ist, die Grenzen einer Wissenschaft nicht blos nach der Beschaf- fenheit des Objects und der specifischen Erkenntnißart desselben, sondern auch nach dem Zwecke, den man mit der Wissenschaft selbst zum anderweitigen Gebrauche vor Augen haf, zu zeichnen, und findet, daß Metaphysik so viel Köpfe bisher nicht darum beschäftigt hat und sie ferner beschäftigen wird, um NaturFenntnisse dadurch zu erweitern,(welches viel leichter und sicherer durch 073 Beobach- R RIEF a M3 An- € zn Anmerkung 3. In jeder Bewegung sind Richtung und Geschivindig» Feit die beyden Veomente der Erwägung derselben, wenn man von allen anderen Eigenschaften des Beweglichen ab- strahirt. I< see hier die gewöhnliche Definition beyder voraus 3 allein die der Richtung bedarf noch verschiedener Einschränfungen. Ein im Kreise bewegter Körper veran- dert seine Richtung coatinurlich, so, daß er bis zu seiner Rücktehr zum Puncte, voa dein er ausgtng, alle in einer Fläche nur mögliche Richtungen eingeschlagen ist, und doch sagt man: er bewege sich immer in derselben Richtung, z. B. der Planet von Abend gegen Morgen. Allein, was ist hier die Seite, nach der die Bewe- gung gerichtet ist? eine Frage, die mit der eine Verwandt- schaft hat, worauf beruhet der innere Unterschied der Schne- &Fen; die sonst ähnlich und so gar gleich, aber davon eine Species rechts, die andere link8 gewunden istz oder des Windens der Schwerdtbohnen und des Hopfens, deren die erstere wie ein Pfropfenzieher, oder, wie die Seeleute es qusdrücken würden, wider die Sonne, der andere mit der Sonne um ihre Stange laufen? ein Begriff, der sich zwar construiren, aber, als Begrijf, für sich durch allge- meine Merkmate und in der discursiven Erkenntnißart gar nicht deutlich machen läßt, und der in den Dingen selbst G- B. an denen seltenen Menschen, bey denen die Leichener- Öffnung alle Theile nach der physiologischen Negel mit au- dern Menschen einstimmig, nur alle Eingeweide linfs oder rechts, wider die gewöhnliche Ordnung verseßt fand) keinen erdenflichen Unterschied in den innern Folgen geben kann und demnach ein wahrhafter mathematischer und zwar innerer Unterschied ist, womit der, von dem Unterschiede zweyer sonst in allen Stücken gleichen, der Richtung nach aber ver- - schiedenen Kreisbewegungen, obgleich nicht völlig einerley, dennoch aber zusammenhängend ist. JIc< habe andersws gezeigt, daß, da sich dieser Unterschied zwar in der An- schauung zz G. schauung geben, aber gar nicht auf deutliche Begriffe brin- gen, mithin nicht verstandlich erklären(dari, non intelligi) läßt, er einen guten bestätigenden Beweisgrund zu dem Sage abgebe: daß der Raum überhaupt nicht zu den Eigen- schaften oder Verhältnissen der Dinge an sich selbst, die sich nothwendig auf objective Begriffe müßten bringen lassen, sondern blos zu der subjectiven Form unserer sinnlichen An- schauung von Dingen oder Verhältnissen, die uns, nach dem, was sie an sich seyn mögen, völlig unbekannt bleiben, gehöre.- Doch dies ist eine Abschweifung von unserem jeßi- gen Geschäfte, in welchem wir den Raum ganz nothwendig als Cigenschaft der Dinge, die wir in Betrachtung ziehen, nämlich körperlicher ZWesen, behandeln müssen, weil diese selbst nur Erscheinungen äußerer Sinne sind und nur als folche hier erklärt zu werden bedürfen. Was den Be- oriff der Geschwindigkeit betrifft, so bekommt dieser Aus- druck im Gebrauche auch bisweilen eine abweichende Bedeu? tung« Wir sagen: die Erde dreht sich geschwinder um ihre Achse als die Sonne, weil sie es in kürzerer Zeit thutz obgleich die Bewegung der leßteren viel geschwinder ist. Der Blutumlauf eines kleinen Vogels ist viel geschwinder, als der eines Menschen, obgleich seine strömende Bewegung im ersteren ohne Zweifel weniger Geschwindigkeit hat, und so auch bey den Bebungen elastischer Materien. Die Kürze der Zeit der Wiederkehr, es sey der circulirenden oder oscil» lirenden Bewegung, macht den Grund dieses Gebrauchs aus, an welchem, wenn sonst nur die Misdeukung vermie- den wird, man auch nicht unrecht thut. Denn diese bloße Vergrößerung der Eile in der Wiederkehr, ohne Vergröße- rung der räumlichen Geschwindigkeit, hat ihre eigenen und sehr erheblichen Wirkungen in der Natur, worauf in dem Cirfellauf der Säfte der Thiere vielleicht noch nicht genug Rücksicht genommen worden. Ju der Phoronomie brauchen wir das Wort Geschwindigkeit blos in räumlicher Bedeu- A 4 Erklä- 8e verbunden ist,» völligen Mangel der Bewegung, folglich, wenn dieser den Begriff der Ruhe qus- =iz7r 9 ansmachte, auch in der gleichförmigen Bewegung Aa Ruhe des Körpers in jedem Puncte, 3-B. in B, beweisen mäßte, welches'der obigen Behauptung widerspricht.; Man stelle sich dagegen die Linie AB als über den Punct A aufgerichtet vor, so, daß ein Körper von A nach B steigend, nachdein er durch die Schwere im Puncte-B seine Bewegung verloh- ren hat, von B nach A eben so wiederum zurüc&falle; so frage ich, ob der Körper in B als bewegt, oder als ruhig angesehen werden könne- Hsne Zweifel wird man fagen, als ruhig: weil ihm alle vorherige Bewegung genommen worden, nachdem er diesen Punct erreicht hat, und hernach eine gleichmäßige Bewegung zurück allererst folgen soll, folglich noch nicht da ift; der Mangel aber der Bewegung, wird man hinzuseßen, ist Rule. Aber in dem ersteren Falle einer angenommenen gleichförmigen Bewegung- konnte die Bewegung BA auch nicht. anders eintreten, als dadurch, daß vorher die: Bewegung AB aufgehört heat und die von B nach A noch nicht war, folglich, daß in B ein Mangel aller Bewegung, und, nach der gewöhnlichen Erkiärung, Ruhe müßte angenommen werden, aber man durfte fie doch nicht annehmen, weil, bey einer-gegebenen Geschwindig- ..i fein Körper in einem Puneke seiner gleichförnugen Be- egung. als. ruhend gedacht werden muß. Worauf beruht biin im zweyten Falle die Anmaßung des Begriffs. der. Ruhe, da doch dieses Steigen und Fallen gleichfalls nur durch einen Augenbli von einander getrennt wird- Der Grund davon liegt darin, daß die lekßtere Bewegung nicht als gleichförmig, mis gegebener Geschwindigkeit gedacht wird, fondern zuerst als gleichförmig verzögert und. hernach als gleichförmig beschleunigt, fo doch, daß die Geschwindigkeit im Puncke B nicht'gänzlicg, sondern nur bisE.zu einem Grad, der kleiner ist, als jede nur anzugebendey Seschwindigkeit, mik welcher/ wenn, anstatt„abe üEzufallen- die Linie feines Falles BA in die Richtung Ba gestellet, mithin der Körper immer noch als fteigend betrachtet würde, er, als'mit einem bloßen: Monteyt det Geschwindigkeit,(ex Widerstand der 21.5 Shwe- I9 ES Schwere wird alsdenn bey Seite geseßt), in jeder noch so grogen anzugebenden Zeit gleichförmig doch nur einen Raum, der ileiner ist, als jeder anzugebende Raum, zurücklegen, michin seinen Ort(für irgend eine mögliche Erfahrung) in alle Ewigkeit gar nicht verändern würde. Folglich wird er in den Zustand einer dauernden Gegenwart an demselben Orte, d. i- der Ruhe, verseßt, ob sie gleich wegen der con- tinuirlichen Einwirkung der Schwere, d. i. der Veränderung dieses-Zustandes, so forf ausgehoben wied. Inu einem be- barelichen Zusiande seyn und darin beharren(wenn nichts anderes ihn verrückt) sind zwey verschiedene Begriffe, deren einer deim anderen feinen Abbruch thut. Also kann die Ruhe nicht durch den Mangel der Bewegung, der sich, als= 0, gar nicht construiren läßt, sondern muß durch die beharrliche Gegenwart an demselben Orte erklärt wer- den, da denn dieser Begrisf auch durch die Vorstellung einer Bewegung mit unendli< kleiner Geschwindigkeit, eine endliche Zeit hindurch counstruirf, mithin zu nachheriger Anwendung der Mathematik auf Naturwissenschaft benußt werden kann, Erklärung 4. Den Begriff einer zusammengeseßten Bewegung constiruiren, heißt eine Bewe- gung, so fern sie aus zweyen oder mehreren ge- gebenen in einem Beweglichen vereinigt ent- springt, a priori in der Anschauung darstellen. Anmerkung. Zur Construction der Begriffe wird erfodert? daß die Bedingung ihrer Darstellung nicht von der Erfahrung ent- lehnt sey, also auch nicht gewisse Kräfte vorausseße, deren Eristenz nur von der Erfahrung abgeleitet werden kann, oder überhaupt, daß die Bedingung der Construction nicht selbst ein Begriff seyn müsse, der gar nicht 2„priori in der An- <<=<5 Ii Anschauung gegeben werden kann, wie z. B. der von Ursa- )-. ÄA C Es sey AB die eine dieser Bewegungen und AC die andere in entgegengeseßter Richtung, deren Geschwins digfeir wir hier der ersten gleich annehmen wollen: so würde der Gedanke selbst, zwey sole Bewegungen in einem und demselben Raume an eben demseiben Puncte als zugleich vorzustellen, mithin der Fall einer solchen Zusammenseßung der Bewegungen selbst unmöglich seyn, welches der Voraussekßung zuwider ist, Dagegen denket euch die Bewegung AB im abso=. flüten Raume, statt der Bewegung AC aber in dems selben absoluten Naume, die entgegengeseßte-CA des relativen Raumes mit eben derselben Geschwind.gic.t, die(nach Grundsaß x.) der Bewegruag AC völlig gleich gilt und also gänzlich an die Stelle derseiben ge- seßt werden kann: so lassen sich zwey gerade entgegens geseßte und gleiche Bewegungen desselben Punc(s zu gleicher Zeit gar wohl darstellen. Weil nun der rela» tive Raum mit derselben Geschwindigkeit CA= AB in derselben Nichtung mit dem Puncte A bewegt ist, so verändert dieser Pungt, oder der in ihm befindliche B Kör 18<==== Körper, in Ansehung des relativen Raumes seinen Ort nicht, d. i. ein Körper, der nach zwey einander gerade entgegengeseßten Richtungen mit gleicher Ges schwindigkeit bewegt wird, ruhet, oder, allgemein aus- gedrüfr: seine Bewegung ist der Disferenz der Ge» schwindigfeiten in der Richtung der größeren gleich (welches sich aus dem Bewiesenen leicht folgern läßt). Dritter Fall. Da zwey Bewegungen eben desselben Puncts, nach Richtungen, die einen Winkel einschließen, verbunden vorgestellt werden. AUGE M N B C D Die zwey gegebenen Bewegungen sind AB und AC, deren Geschwindigkeit und Richtungen durc diese Sinieny der Winkel aber, den die leßteren einschließen, durch BAC„ausgedruFt wird,(er mag, wie hier, ein rechter, aber auch ein jeder beliebiger schiefer Winkel seyn). Wenn nun diese zwey Bewegungen zugleich in den Richtungen AB und AC und zwar in einem und demselben Raume geschehen sollen 3 so würden sie doch nicht in diesen beyden Einien AB und AC zugleich geschehen können» sondern nur in Linien, die diesen paral- ez 19 parallel laufen. Es würde also angenommen werden müssen: daß eine dieser Bewegungen in der anderen eine Veränderung(nämlich die Abhringung von dex gegebenen Bahn) wirkte, wenn gleich beyderseits Niche tungen dieselben blieben, Dieses ist aber der Boraussz sesung des Lehrsaßes zuwider, welche unter dem Wora te Zusammensekung andeutet? daß beyde gegebene Bea wegungen in einer dritten enthalten, mithin mit diea ser einerley seyn, und nicht, daß; indem eine die ana dere verändert, sie eine dritte hervorbringen. Dagegen nehine man die Bewegung AC als im absoluten Raume vor sich gehend an, anstatt der Bes wegung AB aber die Bewegung des relativen Raumes in entgegengeseßter Richtung«-Die Linie AC“y in drey gleiche Theile AB,EF,FT getheil. Während daß nun der Körper A im absoluten Raume die Linie AE durchläuft, durchläuft der relative Raum, und mit ihm der Punct E, den Raum Ee=MAz. wähe rend daß der Körpec die zwey Theile zusammen= AF durchläuft, beschreibt der relative Raum, und mit ihm der Punct FP, die Linie Vf= NA3 während daß der Körper endlich die ganze Linie AC durchläuft, so bes schreibt der Raum, und mit ihm dev Punct C, di? fia nie Cc=BAz welches alles eben dasselbe ist, als ob der Körper A in diesen drey Zeittheilen die Linien Em, En, und CD=AM,AN, AB und in der ganzen Zeit, darin er AC durchläuft, die Linie CD=AB durche laufen hätte. Also ist er im lebten Augenblicke im Puncte D* und in dieser ganzen Zeit nach und nach in allen Puncten der Diagonallinie AD, welche also sde wohl die Richtung als Geschwindigkeit der zusammense geseßten Bewegung ausdrükt.==; B2 Anmeve nile. nnn Menn tenen 5 Anmerkung 1, Die geometrische Consiruction erfodert,- daß eine Größe mit der andern, oder zwey Größen in der Zusammen- sezung mit einer dritten einexley seyn, nicht daß sie als Ursachen die dritte hervorbringen, welches die mechanische Construction seyn wärde- Die völlige Aehnlichkeit und Gleichheit, so fern sie nur in der Anschauung erkannt wer» den fakn, ist die Congruenz. Alle geometrische Con» struction der völligen Identität beruht auf Congruenz. Diese Congruenz zweyer zusammenverbundeuen Bewegungen mit einer dritten(als dem motu composito seibst) kann nun niemals Statt haben, wenn jene beyden in einem und dem- selben Raume, z- B+ dem relativen, vorgestellt werden- Daher sind alle Versuche, obigen Lehrsaß in Jeinen drey Fällen zu beweisen, immer nur mechanische Auflösungen ge? wesen, da man nämlich bewegende Ursachen durch die eine gegebene Bewegung, mit einer andern verbunden, eine dritte hervorbringen ließ, nicht aber Beweise, daß jene mit dies ser einerley sind, und sich, als solche, in der reinen Ans schauung 2 priori darstellen lassen Anmerkung 2. Wenn z. B. eine Geschwindigkeit AB doppelt genannt wird: sv kann darunter nichts anders verstanden werden» als daß sie aus zwey einfachen und gleichen AB und BC (siehe Fig. x.) bestehe- Erklärt man aber eine doppelte Ge- schwindigkeit dadurch, daß man sagt, sie, sey eine Bewe? gung, dadurch in derselben Zeit ein doppelt so großer Raum zurückgelegt wird, so wird hier etwas angenommen, was sich nicht von selbst versteht, nämlich: daß sich zwey glei- che Geschwindigleiten eben so verbinden lassen, als zwetß. gleiche Räume, und es ist nicht für sich klar, daß eine ge- gebene Geschwindigkeit aus kleinern und eine Schnelligkeit aus Langsamkeiten eben so bestehe, wie ein Raum aus leis neren 3 denn die Theile des Geschwindigkeit sind uicht Ew <= 27 Balb einander, wie die Theile des Rauntes, und wenn jene als Größe betrachtet werden soll, so muß der Begriff ihrer Größe, da. sie intensiv ist, auf andere Art construirt wer? den, als der in der extensiven Größe des Raumes. Diese Construction ist aber auf keine andere Art möglich, als durch die mittelbare Zusammenseßung zweyer gleichen Bewegun? gen, deren eine die des Körpers, die andete des relativen Raumes in etkgegengesekßter Richtung, aber eben darum mit einer ihr gleichen Bewegung des Körpers in der vorigen Richtung völlig einerley ist. Denn in derselben Richtung lassen sich zwey gleiche Geschwindigkeiten in einem Körper gar nicht zusammenseßen, a!s nur durch äußete bewegende Ursachen, 3. B. ein Schiff, welches den Körper mit einer dieser Geschwindigkeiten trägt, indessen. daß eine andere mis dem Schiffe unbeweglich verbundene bewegende Kraft dem Körper die zweyte, der vorigen gleiche, Geschwindigkeit ein? drückt 3 wobey doch immer vorausgeseßt werden muß: daß der Körper sich mit der ersten Geschwindigkeit. in freyer Be- wegung erhalte, indem die zweyte hinzukommt 3 welches ein Naturgeseß bewegender Kräfte ist, wovon gar nicht die Rede seyn kann, wenn die Frage lediglich. ist, wieder Begriff der Geschwindigkeit als eiue Größe conszxruitret werde. So viel von der Hinzuthuung der Geschwindigkeiten zu einay- der. Wenn aber von der Abziehung. einer von der anderen die Rede ist, so läßt sich zwar diefe keiztere leicht denken, wenn einmal die Möglichkeit einer Geschwindigkeit als Grö- ße durch Hinzuthuung eingeräumt worden, aber jener Be- griff läßt sich, nicht so leicht constrmiren. Denn zu dem Ende müssen zwey entgegengeseste Bewegungen in cinem Körper gerbunden verden z aber wie soll. dieses geschehen? Unmittelbar, d. i. in Auschung eben desselben-rühenden Rau- mes ist es unmöglich, sich zwey gleiche Bewegnngen in. enk- gegengesekter Nichtung an demselben Körper zu denkenz aber die Vorstellung der Unmöglichkeit dieser beyden Bewegungen in einem Körper ist nicht der Begriff von der Ruhe dessel- ben, sondern der Unmeglichfeit der Tonsiryction dieser B3; Zu? 22<< Dusammenseßung eukgegengeseßter Bewegungen, die doch im Lehrsas als möglich angenommen wird. Diese Construction ist aber nicht anders möglich, als durch die Verbindung dev Bewegung des Körpers mit der Bewegung des Raums, wie gewiesen worden. Endlich, was die Zusammenseßung zweyer Bewegungen, deren Richtung einen Winkel ein- schließt, betrifft, so läßt sie sich an dem Körper, in Bezie- hung auf einen und denselben Raum, gleichfalls nicht den? ken, wenn man nicht gar eine derselben durch äußere con- kinuirlich einfließende Kraft G. E, ein den Körper forttrat gendes Fahrzeug) gewirtt, die andern als sich selbt hiebey Unverändert erhaltend, annimmt, oder überhaupt, man muß bewegende Kräfte und Erzeugung einer dritfen Bewegung aus zwey vereinigfen Kräften zum Grunde legen, welches zwar die mechanische Ausführung dessen, was ein Begriff enthält, aber nicht die mathematische Consiruction der? selben ist, die nur anschaulich machen soll, was das Objeck Cals- Quantum) sey 3 nicht, wie es durch Natur oder Kunst, vermittelst gewisser Werkzeuge und Kräfte hervorgebracht werden könne.== Die Zusammensegung der Bewegungen, um ihr Verhältniß zu andern.als Größe zu bestimmen, muß nach den Regeln der Congruenz geschehen, welches in allen dreyen Fällen nur vermittelst der Bewegung des Raums, die mit einer der zwey gegebenen Bewegungen congruirt, und. dadurch beyde-mit der zusammengeseßten congruiten, möge lich i st. Anmerkung 3. Phoronomie, nicht als reine Betwegungskehre, son- dern blos als reine Größenlehre der Bewegung, in wel- k DOE NP: Metaphysischen'Anfangsgründe der D-0:000.44..0 Erklärung 1. Materie ist das Bewegliche, so fert es eine? Raum erfüllt. Einen Raum erfüllen, heißt allem Beweglichen widerstehen, das durch seine Bewegung in einen gewissen Raum einzudrin- gen bestrebt ist. Ein Raum, der nicht erfüllt ist, ist ein leexyex Raum, Anmerkung, Dieses is? nun die dynamische Erklärung des Begriffs der» Materie. Sie sekt die phoronoimische voraus, aber thut eine Eigenschaft hinzu, die sich als Ursache auf eine Wirkung bezieht, nämlich das Vermögen, einer Bewegung innerhalb eines gewissen Raumes zu widerstehen, wovon in der vorhergehenden Wissenschaft gar nicht die Rede seyn mußte, selbst nicht, wenn mant es mit Bewegungen eines und desselben Punctes in entgegeugescßten Richtungen zu thun << zEz 25 thun hatte, Diese Erfüllung des Raums hält einen gewi“ sen Raum von dem Eindringen irgend eines anderen Bewag- lichen. frey, wenn seine Bewegung auf irgeud einen Ort in diesem Raume hingerichtet ist. Worauf nun der nach asien Seiten gerichtete Widerstand der Materie beruhe vnd was er sey, muß noch untersucht werden. Go viel sieht wan aber schon aus der obigen Erklärung: daß die Materie her nicht sv betrachtet wird, wie sie widersteht, wenn su aus ihrem. Orte getrieben und also selbst bewegt werdenoll, Gieser Fall wird künftig, als mechanischer Widerstard, noch in Erwägung kommen) sondern wenn blos"der Raum ihrer eigenen Ausdehnung verringert werden soll. Man bedient sich des Worts: einen Rauin einnehmen, d. i. in allen Puncten desselben unmittelbar gegenwärtig scyn, um die Ausdehnung eines Dinges im Raume dadurch zu be- zeichnen. Weil aber in diesem Begriffe nicht bestimmt ist, welche Wirkung, oder ob gar überall eine Wirkung aus die- ser Gegenwart entspringe, ob andern zu widerstehen, die hineinzudringen bestrebt seyn, oder ob es blo&8 einen Raum ohne Materie bedeute, so fern er ein Inbegriff mehrerer Räume ist, wie man von jeder geometrischen Figur sagen Fann, sie nimmt einen Naum ein(sie ist ausgedehnt) ,' oder ob wohl gar im Raute etwas fey, was ein anderes Be- wegliche nöthigt, tiefer in denselben einzudringen Candere anzieht), weil, sage iM, durch den Begriff des Einnehtmens eines Raunes dieses alles unbestimmt ist, so ist: einen Raum erfüllen, eine nähere Bestimmung des Begriffs: einen Raum einnehmen. Lehrsa6,1. Die Materie erfüllt einen Raum, nicht durch ihre bloße Existenz, sondern durch eine besondere bewegende Kraft. B5 3 e- 26<= BeweiB Das, Eindringen in. einen Raum(im Anfangs- augenblicie heißt solches die Bestrebung einzudringen) ist eine Dewegung, Der Widerstand gegen Bewe- gung ist die Ursache der Verminderung, oder auch Verärderung derselben in Ruhe. Nun kann mit kei- ner Bewegung etwas verbunden werden, was sie ver- mindert oder aufhebt, als eine, andere Bewegung eben zesselber! Beweglichen in entgegengeseßter Richtung (Phoron. Lehrs.). Also ist der Widerstand, den eine Materie in dem Raum, den sie erfüllt, allem Ein- dringen. anderer leistet, eine Ursache der Bewegung der leßteren in entgegengeseßter Richtung. Die Ur- sache einer Bewegung heißt aber bewegende Kraft. Aiso evfüllet die Matevie ihren Raum durch bewegen- de Kraft» und nicht durch ihre bloße Cxistenz. Anmerkung. Lambert und andere nannten die Eigenfchaft der Ma- ferie; da sie einen Raum erfüllt, die Solidität, Cein ziemlich vieideutiger Ausdru) und wollen, man müsse sie an jedem- Dinge, was eyistivt,(Substanz) annehmen, we- nigstens än der äußeren Sinnenwelt. Nach ihren Begrif- fen müßte: die Anwesenheit von etwas Reelietm im Raume diesen Widerstand schon durch seinen Begriff, mithin nach dem Satze des Widerspruchs, bey sich führen, und es ma- eu, daß nichts anderes in dem Raume der Anwesenheit eines solchen Dinges zugleich seyn könne« Allein der Saß des Widerspruchs treibt keine Materie zurü&, welche an- rüct, um in einen Naum einzudringen, in welchem eine andere anzutreffen ist. Nur alsdaun, wenn ich dem, was einen Raum einnimmt, eine Kraft beylege, alles äußere Bewegliche- welches sich annähert, zurückzutreiben, ver- stehe << dzr 27 stehe ich; wie es einen Widerspruch enthalte, daß in den Raum, den ein Ding einnimmt, noch eiin anderes von derselben Yrt eindringe- Hier hat der Mathematiker etwas als ein erstes Datum der Construction des Begriffs einer Materie, welches sich selbst nicht weiter construiren lasse, angenommen. Nun kann er zwar von jedem beliebigen Dato seine Construction eines Begriffs aufangen, ohne sich dar» auf einzulassen, dieses Datum auch wiederum zu erkigren> darum aber ist er doch nicht befugt, jenes für etwas aller mathematischen Construction ganz, Unfähiges zu ertlären, um dadurch das Zurücgehen zu den ersten Principien in der Raturwissenschaft! zu hemmen. Erklärung 2. Anziehungsfkraft ist diejenige bewegende Kraft, wodurch eine Materie die Ursache der Annäherung anderer zu ihr seyn kann(oder, wel- OÖ nchtne man an,' A sey der Ort einer Monas im Rautne, ab sey der Durchmesser der Sphäre ihrer repulsiven Krafft, mithin 2A der Halbmesser derselben, so itx zwischen 3, wo dem Eindringen einer äußeren Monade in den Raum, den jene Sphäre einnimmt, widerstanden wird, und dem Mitk- felpuncte derselben A, ein Punct€ anzugeben möglich Caut der unendlichen Theilbarkeit des Raumes). Wenn.nun A demjenigen, was in a einzudringen trachtet, widersteht, so mus auch€ den beyden Puncten A und 2 widerstehen. Denn wäre dieses nicht, so würden sie sich einander ungehindert nähern, folglich A und a im Puncte c zusammentreffen, d. i. der Raum würde durchdrungen werden. Also muß in e ek- was seyn, was dem Eindringen von A und a,widersteht und alfo die Monas A zurücktreibt, so wie es auch von ihr zu- rücfgetrieben wird. Da nun Zurücktreiben ein Bewegen ist, sv ist€ etwas Bewegliches, im Raum mithin Materie, und der Raum zwischen A, und 3 konnte nicht durch die Sphäre der Wirksamkeit einer einzigen Monade angefüllt seyn, also auch nicht der Raum zwischen ec und A, und- so ins Unendliche. Wenn Mathematiker die repulsiven' Kräfte der Theile elastischex Materien, bey größerer oder kleinerer Zusam? ] mene mendritcung derseilen, als nach einer gewissen Proportiva ihver Entfernungen von. einander abnehmend vder zunehmend sich vorstellen, z- B.-daß die Fieinsten Theile der Luft sich in umgekehrten Verkäitniß ihrer EntferfÜngeh von einander zurückireibon, weil die Elasticität derfelben in umgefehrfem Verhältm Zuime ftcht, darin sie zusammengedrückt werden: so verfehli man gänzlich ihren Sinn und wmißdeutet ihre Sprache, wegn wan das, was zum Berfahren der Conftruttion eines Begriffs nothitendig gehört, dem Be- griffe im Object selbst beylegkt. Denn nach jenem kann eine jede Berührung als eine unendiich fletze Entfernung vorge- stellt werden 3 welches in solehen Fallon auch nothwendig ge- schehen muß, ws ein groger oder fleiner Raum durch: eben dieselbe Quantität der Materie, d. i einerley Quantum repulsiver Kräfte, als ganz erfüllt vorgestellt werden soll. Bey einem ins Unendliche Theilbarea darf darum dennoch koine wirkliche Eutfernung der Theile, die bey aller Erwei- terung des Raums des Ganzen immer ein Continuum auss machen, angenommen werden, obgleich die Möglichkeit dieser Erweiterung nur unter der Idee einer unendlich klei nen Entfernung auschaulich gemacht werden kann» Anmerfung 2: Die Mathematik kann zwar in ihrein inneren Gebrau- = -1 Ge -„- en “> 0 = >U FZ DQ Ser ad = cs Lehrsaß 6. Durch bloße Anziehungskrast, ohne Zur rückstoßung, ist keine Materie möglich. Beweis. Anziehungskraft ist die bewegende Kraft der Ma- kerie, wodurch sie eine andere treibt, sich ihr zu nä- bern, folglich, wenn sie zwischen allen Theilen der Materie angetroffen wird, ist die Materie vermittelst ihrer bestrebt, die Entfernung ihrer Theile von einan- der, mithin auch den Raum, den sie zusammen ein« nehnien, zu verringern. Nun kann nichts die Wir- Eung einer- bewegenden Kraft hindern, als eine andere ihr entgegengeseste bewegende Kraft; diese aber, wel- qe 46 ze derselben. Aiso ge- hört die Zurückstoßungsfraft zum Wesen der Mate- rie eben so wohl, wie die Anziehungskraft, und fei- ne fann von ver anderen im Begriss der Materie ge- trennt werden. Anmerkung. Weil überall nur zwey bewegende Kräfte im Raum gedacht werden können, die Zurückstoßung und Anziehung, sv war es, um beyder Vereinigung im Begriffe einer Materie überhaupt 2 prion zu beweisen, vorher nuöthig, daß jede für sich allein erwogen würde, um zu sehen, was sie, allein genommen, zur Darstellung einer Materie leisten könnte« Es. zeigt sich nun, daß, sowohl wenn man keine | von . m Wi 47 von beyden zum Grunde legt, als auch tvenn man blos eine von ihnen annimmt, dev Raum allemal leer bleibe und keit Materie in demselben angetroffen werde. jen Verstände ist die Berühru mg im physisch 7 und| Mei der / unmitteibar zitfung Unduvrihdringlichkeit. Die Wi rfung einer Materie auf die andere außer der Berührung ist die Wirku ig die Fer ne(actio in diilans). Diese Wirkung in die Ferne, die auch ohne VWexr- mittelung zwi ih jen inne liegender Materie mög: lich ist, heißt die unmi(trelbave Wirkung in die Ferne, oder auch die Wirkung der Materie auf einander durch den leeren NIE. Anmerkung. Die Berührung in mathematischer Bedeutung ist die gemeinschaftliche Grenze zweyer Räume, die also weder innerhalb dem einen, noch dem anderen Raume ist, Das= her können gerade Linien einander nicht berühren, sondern, wenn sie einen Punct gemein haben; so-gehört er sowohl in- nerhalb die eine, als die andere dieser Linien, wenn sie fortgezogen werden, d. i. sie schneiden sich.« Aber Cirkel und gerade Linie, Cirkel und Cirkel, berühren sich in einem Puncte, Flächen in einer Linie und" Körper in Flächen. Die mathematische Berührung wird bey der physischen zum Grunde gelegt, aber sie macht sie allein noch nicht aus; zu ihr muß, damit die leztere daraus entspringe, noch ein dy» namisches Verhältniß und zwar nicht-der Anziehungsfkräfte, sondern der zurückstoßenden 7 d. i- der Undurchdringlichkeit hinzugedacht werden. Physische Berührung ist Wecsel- wirkung der repulsiven. Kräfte än der gemeinschaftlichen Grenze zweyer Materien. Lehv- lev Materie wesentliche Anzit: eibare Wirkung derselben eren Main. Die ur sprüngliche Anziehungsfkraft enthält selbst den Grund Dw Möglichkeit der Materie, als desjeni- gen Dinges, was einey Raum in bestimmtem“Grade erfülle, mithin selbst sogar von der Möglichkeit einer physischen Ber IIE0 derselben. Sie muß also vor dieser vorhergoßen ,- und ihre W irkung muß folglich von der Bedingung der Berührung unabhängig seyn. Nun ist die Wirkung einer bewegenden Krafte, die von aller fg ung unabhängig ist, auch von der Erfüls lung des Raums JEET dem bewegenden und dem bez wegten unabhängig, d. i. sie mus auch, ohne daß der Raum zwischen beyden af(le it, Statt Fn mitz hin als Wirkang durch den leeven Rqum. Also ist die ursprüngliche und allex Materie wesentliche Anziehung eine unmittelbare Wirkung derselben auf andere durch den leeren Raum« Anmerkung x. Daß man die Möglichkeit der r Grundkräfte begreiflich ve sollte, ist eine ganz unmöcliche Foderungz dent sie 'eißen even darum Grundkräfte, weil sie von feiner andern abgel: oitet, d. i gar nicht begriffen werden können» ES ist gber die ursprüng jiche Anziehungsokraft nicht im mindesten unoegreiflicher; als die ursprüngliche Zurücstoßung« Sie bietet sich nur yicht so unmi;tjelbar den Sinnen dar, als die Undurchdringlichfeit, uns Begriffe von bestimmten Ob- jecten <= 45 jecken im Raume zu liefern. Weil sie also nicht gefühlt, sondern nur geschlossen werden will, so hat sie so fern dent Anschein einer abgeleiteten Kraff, gleich als ob sie nur ein verstectes Spiel der bewegenden Kräfte durch Zurüefstoßung wäre. Näher erwogen sehen wir: daß sie gar nicht weiter irgend wovon abgeleitet werden könne, am wenigsten von der bewegenden Kraft der Materien durch ihre Undurchdring lichfeit, da ihre Wirkung gerade das Widerspiel der leßte- ren ist. Der gemeinste Einwurf wider die unmitkelbate Wirkung in die Ferne ist: daß eine Materie doch nicht da, wo sie nicht ist, unmittelbar wirken könne. Wenn die. Erde den Mond unmittelbar kreibt, sich ihr zu nähern, so wirkt die Erde auf ein Ding, das viele kausend Meilen von ihr entfernt ist, und dennoch unmittelbar 3 der Raum zwi» schen ihr und dem Monde mag auch als völlig leer angesehen werden. Denn obgleich zwischen beyden Körpern Ma» terie läge, so thut diese doch nichts zu jener Anziehung Sie wirkt also an einem Orte, wo sie nicht ist, uamittel» Lar: etwas, was dem Anscheine nach widersprechend ist. Allein es ist so wenig widersprehend, daß man vielmehr sagen kann, ein jedes Ding im Raume wirkt auf ein ande-' res nur an einem Orte, wo das Wirkende nicht ist. Denn sollte es an demselben Orte, wo es selbst ist, wirken, so würde das Ding, worauf es wirkt, gar nicht außer ihm seya 3 denn dieses Außerhalb bedeutet die Gegenwart in einem Orke, darin das andere nichts ist. Wenn Erde und Mond einander auch berührten, so wäre doch der Punct der Berührung ein Ort, in dem weder die Erde noch der. Mond ist z denn beyde sind um die Summe ihrer Halbmes» ser von einander entferntz Auch würde im Puncke der Berührung so gar kein Theil, weder der Erde noch des Mondes, anzutreffen seyn, denn dieser Puntt liegt in der Grenze beyder erfülleten Räume, die keinen Theil weder. von dem einen noch dem anderen ausmacht- Daß also Materien in einander in der Enkfernung nicht unmittelbar wirken können, würde so viel sagen, als, ste können in D einane einander nicht unmittelbar wirken, ohne Vermittelung. der "Kräfte der Undurchdringlichkeit, Nun würde dieses eben so viel seyn, als ob ich sagte: die repulsiven Kräfte sind die einzigen, damit Materien wirksam seyn können, oder sie sind wenigstens die nothwendigen Bedingungeu, unter denen allein Materien auf einander wirken können, welches entweder die Anziehungsfraft für ganz unn!dglich oder doch immer von der Wirkung der repulsiven Kräfte abhängig er- klären würde 3 beydes sind aber Behauptungen ohne allen Grund. Die Verwechselung der mathematischen Bexrüh- rung der Räume und der physischen durch zurücktreibende Kräfte macht hier den Grund des Migverstandes aus. Sich unmittelbar außer der Berührung anziehen, heißt sich einander nach einem beständigen Geseße nähern, ohne daß eine Kraft der Zurückstoßung dazu die Bedingung ent- halte, welches doch eben sv gut sich muß denken lassen, als einander unmittelbar zurüstoßen, d. i. sich einander nach einem bestandigen Gesese flichen, ohne daß die Anziehungs- kraft daran irgend einigen Antheil habe. Denn beyde be- wegende Kräfte sind von ganz verschiedener Art, und es ist nicht der mindeste Grund dazu, eine von der anderen ab- hängig zu machen, und ihr ohne Vermittelung der andern die Möglichkeit abzustreiten. Anmerkung 2. Aus der Anziehung in der Berührung kann ganz keine Bewegung entspringen 3 denn die Berührung ist Wechsel- wirkung der Undurchdringlichkeit, welche also alle Bewe- gung abhält. Also muß doch irgend eine unmittelbare Ano ziehung außer der Berührung und mithin in der Entfernung angetroffen werden 3 denn sonst könnten selbst die drückenden und stoßenden: Kräfte, welche die Bestrebung zur Annähe- rung hervorbringen sollen, da sie in entgegengeseßter Rich- tung mit der repulsiven Kraft der Materie wirken, keine, wenigstens nicht in der Natur der Materie ursprünglich lie- gende, Ursache haben« Man kann diejezige Anziehung, . die GE 51 die ohne Py itfelung der. repulsiven-Kräfte geschieht, die wahre| jichung, diejenige, welche blos auf jene Urt vox sich g heinbare nennenz denn eigentlich übt der Körper, es ein anderer sich blos darum zu nähern bestrebt ist, weil dieser anderweitig durch Stoß zu ihm getrieben worden, gar feine Anziehungskraft-auf diesen aus,- Abex jelbst diese scheinbaren Anziehungen müssen. doch zuleßt eine Di zum Grunde haben, weil Materie, deren Druc oder ß statt Anziehung dienen soll, ohne anztehende Krafte +b einmal Materie seyn würde(Lehrsaß 5.) und folzlich die Erilärungsart aller Phänomene der Annäherung durch b19s sheinbare Anziehung sich im Cirkel herumdreht, Man hält gemeiniglich dafür, Rewton habe zu seinem System gat nicht nöthig gefunden, eine unmittelbare Attraction der Materien anzunehmen, sondern, mit der strengsten Enthalte samkeit der.reinen Marhematik, hierin den Physitern volle Freyheit gelassen, die Möglichkeit derselben zu erklären, wie sie es gut finden möchten, ohne seine Säge mit ihrem Hy» potvesenspiel zu bemengen. Allein wie fonute er den Saß gründen, daß die allgemeine Anziehung der Körper, die sie in gleichen Entfernungen um sich ausüben, der Luantitäk ihrer Materie proportionirt seg, wenn er- nicht annahm, daß alle Materie, mithin blos als WMarerie und. durch ihre wer sentliche Eigenschaft, diese Bewegungskraft ausübe? Denn vbgleich freylich zwischen zweyen Körpern, sie mögen dex Materie nach gleichartig seyn, oder nicht, wenn dec eine den andexen zieht, die wechselseitige Annäherung(nach d. m Geseße der Gleichheit der Wechselwirkung) immer in um- gefehrtem Verhäliniß der. Dugntität der Materie geschehen muß, so macht dieses Geseß doch nur.ein Princip der Me- te, so würde diese Begrenzung der Sphäre ihrer Wirksamkeit entweder auf der innerhalb dieser Sphäre liegenden Materie, dder blos auf ver Größe des Raumes, auf welchen sie diesen Einfluß verbreitet, beruhen. Das Erstere findet nicht statt 3. denn diese Anziehung ist eine durch» dringende Krafte, und wirkt unniittelbar in der Ent- fernung, unerachtet aller dazwischen liegenden Mate- rien, durch jeden Raum, als einen leeren Raum. Das Zweyte findet gleichfalls nicht statt. Denn, weil eine jede Anziehung eine bewegende Kraft ist, die einen Grad hat, unter dem ins Unendliche noch immer klei- nere gedacht werden können: so würde in der größe ren Entfernung zwar ein Grund liegen, den Grad der Attrac- <<< 55 Attraction, nach dem Maaße der Ausbreitung der Kraft, in umgekehrrem. Verhältnisse zu vermindern, niemals aber sie völlig aufzuhebe1. Da nun also nichts ist, was die Sphäre der Wirksamkeit der ur- sprünglichen Anziehung jedes Theils der Materie ir- gendwo begrenzte, so erstret sie sich über alle anzuge- bende Grenzen auf jede andere Materie, mithin im Weltraume ins Unendliche. Zusaß 1. Aus dieser ursprünglichen Anziehungskraft, als einer" durchdringenden, von aller Materie, mithin in Proportion der Quantität derselben, ausgeübten, und auf alle Materie, in alle mögliche Weiten, ihre Wir- kung erstrefenden Kraft, müßte nun, in Verbindung mit der ihr entgegenwirfenden, nämlich zurüctreiben- den Kraft, die Einschränfung der leßteren, mithin die Möglichkeit eines in einem bestimmten Grade er- fülleten Raumes, abgeleitet werden können, und sd würde der dynamische Begriff der Materie, als des Beweglichen, das seinen Raum.(in bestimmtem Grade) erfülle, construirt werden. Aber hiezu bedarf man eines Geseßes des Werhältnisses, sowohl der ursprüng- lichen Anziehung, als Zurückstoßung,. in verschiede- nen Entfernungen der Materie und ihrer Theile. von einander, welches ,, da es nun. lediglich auf dem Un- terschiede der Richtung dieser beyden Kräfte(da ein Punct getrieben wird, sich entweder andern zu nähern, oder sich von ihnen zu entfernen) und auf der Größe des Raumes beruht, in den sich jede dieser Kräfte in verschiedenen Weiten verbreitet, eine reine mathema- D" 4 tische tisch? Aufgabe ist, die nicht mehr für die Metaphyfik gehört, selbst nicht was die Werantwortung betrifft, wenn es etwa nicht gekingen sollte, den Begriff der Max ferie auf diese Art zu construiren. Denn sie verank« wortet blös die Richtigkeit der unserer Vernunsterfennt- niß vergönneten Elemente der Construction, die Unzu- Länglichfeit und die Schranken unserer Vernunft in der Ausführung verantwortet sie nicht. Zusaß 2. Da alle gegebene Materie mit einem hestimm» ten Grade der vepulsiven Kraft ihren Raum erfüllen muß, um ein bestimmtes materielles Ding auszumä- - lich, sich ein Verhältniß der Materien ihrer Dichtigkeit nach zu denken, wenn man site sich nicht unfer einander als speci- fisch gleichartig vorstellt, so. daß eine aus der andern durch Play BU'ückung erzeugt werden kann. Da nun das leätere nicht eben AK R an sich EEE< zuseyn scheint, ss fan S.>€,< II EF 1909608 artigen: M MEN n feine% Zergleichung in In 1schun yLel n gli Mp find; z. B. zwischen Wasser und |-(ans zwar es im Gebrauche ist. Anziehung, sv fern sie blos als in der Be- rührung wirkiam gedacht roird, heißt Zufammen- hang(3war thut man durch IE) ite Verfuche dar ,. daß dieselbe Kraft, die in der Berührung gr ib"9 heißt, auch in we fleiner Ent AEG wirkiam werde 3 allein die Anziehung heißt doch nur Zusammenhang., 0 en d ich. sie blos in der IN denfe, der Gaeisen Erfah- rung gemäß, bey welcher sie in kleinen Entfernungen faum wahrgenommen A Zusammenhang wird gemeinhin für eine ganz allgemeine Eigenschaft der Materie angenommen, nicht, als. ob man zu ihr sehon durch den Begriff einer Ma- tevie gefeitet würde, sondern weil die Erfahrung sie aller- wärts darthut. Allein diese Allgemeinheit muß nicht col- lectiv verstanden werden, als vb jede Materie durch diese Are der Anziehung auf jede: andere im Weltraume zu leich wirkte,== dergleichen die der Gravitation ist== fondern iS nämlich auf eine oder die andere, von mag, die mit ihr in Be- eährung kommt. und da diese Anzichung, hiedene Bet is velnbe darcthun geen nicht gend, sotdern nur Flächenkraft ist nicht einmal gllerwärts n ach) der: völligen Stärke des Zusi unme(EE ein vor- ustand ver Flüssigkeit der Materien und der 'oderlich. ijt und die gter- ID ry als solche richtet,.da z1 hergehender nachmaligen Erstarrung derselben er Es ge- uU € iv 2 I 70 'getiauste Berührung gebrochener fester Materien in eben den- selben Flächen, mit denen sie vorher so srark zusai nimenhin- gen, z. B. eines Spiegelglases, wo es einea Riß hat, den» noch bey weitem den Grad der Anziehung nicht mehr verstatz fet, den es von seiner Erstarrung nach dem Flusse her hatte, so halte ich diese Attraction in der Berührung für keine Grundkraft dex Materie, sondern eine nur abgeleitete3 wo- von weiter unten ein Mehreres). Cine Meaterie, deren Iheile, unerachtet ihres noch sv starken Zusam en hanges unter einander, dennoch von jeder noch sv kleinen bewegenden K Kraft an einander können verscho- ben werden, ist flüssig. Theile einer Materie wer- den aber an einander verschoben, wenn sie, ohne das Quantum der Berührung zu vermindern, nur gendthigt werden, diese unter einander zu verwech- seln. Theile, mithin auch Materien, werden 90 trennt, wenn die Berührung nicht blos uu it-andern verwechselt, sondern aufgehoben, oder thy Quantum vermindert wird, Ein Fester-- besser ein starrer== Körper(corpus rigidum) ist der, desjen Theile nicht durch jede Kraft an einander verschoben werden kon? nen== die folglich mit einem gewissen Grade von Kraft dem Verschieben widerstehen.= Was Hinderniß des Verschiebens dex Materien an einander ist die Rei- bung, Der Widerstand gegen die Trennung sich be- pührender Materien ist der Zusammenhang. Flüssige Ma- ferien erleiden also in ihrer Theilung keine Reibung, son- dern, wo diese angefroffen wird, werden die Materien als starr= in größerem oder mindexem Grade, deren die lette Klebrigkeit(vilcolitas) heißt, wenigstens ihren kleineren Theilen nach, angenommen. Der siarre Körper ß spröde, wenn seine Theile nicht können an einander verschoben werden, ohne zu reissen=- mithin wenn der Zusammenhang derselben nicht kann verändert, ohne zugleich aufgehoben. zu werden.(Man seßt sehr unrichtig den Un: ferschied der fiüssigen und festen Materien in dem verschiede! nen dz<< 7: nen Grade des Zusammenhanges ihrer Theile. Denn, um eine Materie flüssig zu neunen, kommt es nicht auf den Grad des Widerstandes an, den sie dem Zerreissey, sondern nur dem Vorschieben ihrer Theile an einander entgegenseßt. Jener kann so groß feyn, als man will, so ist dieser doch jederzeit in einer flüssigen Materie=0. Fan betrachte einen Tropfen Wasser. Wenn ein Theilchen innerhalb dem selben durch eine noch so große Attraction der Rebentheile, die es berühren, nach der einen Seite gezogen wird, so wird eben dasselbe doch auch gerade eben so viel nach der enkge- gengeseßten gezogen; und, da die Attractionen beyderscitig ihre Wirkungen aufheben, ist das Partikelchen eben sv leicht beweglich, als ob es im leeren Raume sich befände, nem- lich die Kraft, die es bewegen foll, hat keinen Zusammen- hang zu überwinden, sondern nur die sogenannte Trägheit, die sie bey aller Materie, wenn sie gleich gar nicht womit zusammenhinge, überwinden müßte. Daher wird ein klei? nes mikroscopisches Thierchen sich so leicht darin bewegen, als ob gar kein Zusammenhang zu trennen wäre. Denn es hat wirklich keinen Zusammenhang des Wassers aufzuheben und die Berührung desselben unter sich zu vermindern, fon- dern nur zu verändern. Denket euch aber eben dieses Thier» c [0] da 2 (> > .S 1] oden der Röhren und alss Ge “7 auch ui den Theil, Di betzde in he: eins ER stehende N wir Röhren verdindet, in Proportion der Hs immer zh gedacht werden kann, O0 mindeste Reibung zwischen den Theilen des fände, eine M der AIEWNE gefunden werd der eine kleine s er in die enger( gg fen, das in der weiteren micht aus seiner Lage verrücken, mithin die Wasserseale iz 1,510 höher zu stehen kommen würde, ale, Weil sich die un“te, bey so SEIN Drucke derselben gegen einander, nicht mehr diird fo klei NDEN Kraft, als das zugeseßte Gewicht Was- ser 8-6 rschieben ließen, welches der Erfahrung und selbst dem Begriffe des Flüssigen zuwider ist. Ebet vibe gilt, wenn man statt des Druc>s durch die Schwer 4: 3.ufa menhang der Theile sest, Die angeführte zweyte T i das Grundgeseß der Hydrostati if beruht, namlich daß Eigeascha fü€ einer Materie| 09 ji HER Seiten mit ebe! Nest' Iz EH es - 2 * =S ZZ EN 2 AZ apoefin |= zeigt, offenbar abgeleitet. Ein eiserner Drath, durch angehängte Gewichte gedehnt, springt, wenn man das Band abschnei- det, in sein Volumen zurück. Vermöge derselben Attraction, die die Ursache seines Zusammenhanges ist, oder bey flässt- gen Materien, wenn die Wärme dem Quecksilber, plöglich entzogen würde, würde die Materie desselben eilen, um das vorige kleinere Volumen wieder anzunehmen. Die Eiafti- cität, die blos in Herstellung der vorigen Figur besteht, ist sederzeit attractiv, wie an einer gebogenen Degenklinge, da die Theile auf- der convexen Fläche aus einander gezerret, ihre vorige Nahheit anzunehmen trachten, und so kann auch ein kleiner Tropfen Quedsilber elastisch genannt werden, Aber die a- sai in der metaphysischen Weltwissenschaft sind, nämlich ein Schlagbaum für die herrschende Vernunft, damit entweder Erdichtung ihre Stelle einnehme, oder sie auf dem Polster dunkler Qualitäten zur Ruhe gebracht werde. Was nun aber das Verfahren in der Naturwissen- schaft in Ansehung der vornegmiten äller ihrer Aufgaben, nämlich der Erklärung einer ins Unendliche möglichen speci- fischen Verschiedenheit der Materien betrifft, so kaun man dabey nur zwey Wege einschlagen? den mechanischen, durch die Verbindung des Absolutvollen mit dem. Absolutlee- ren, Menge des Beweglichen bedeute, welches'die Materie ausmacht.- nur diese Menge des Bewegten kann bey derselben Geschwindigkeit einen Un- ferschied in der Duantität der Bewegung geben« Daß aber die bewegende Kraft, die eine Materie in ihrer eigenen Bewegung hat, allein die Quantität der Substanz be» weise, beruht auf dem Begriffe der lekteren als dem lekten Subject(Was weiter kein Prädicat von einem andern ist) im Raume, welches eben darum keine andere Größe haben kann, als die der Menge des Gleichartigen außerhalb ein» änder., Da nyn die eigene Bewegung der Materie ein Prädicar m; welches ihr Subject(das Bewegliche) be- stimmt, und an einer Materie, als einer Menge des Be- weglichen, die Vielheit der bewegten Subjecte(bey gleicher Geschwindigkeit auf gleicze Art) angiebt, welches bey dyna- mischen Eigenschaffen, deren Größe auch die Größe der Wirkung von einem einzigen Subjecte seyn kann G. B. da ein Lufttheilchen mehr oder weniger Elasticität haben kann), nicht der Fall ist, so erhellet daraus, wie die Quantität der Substanz am einer Materie nur mechanisch, d. i- durch die Ouanti?ät der eigenen Bewegung derselben, und nicht dy- namisch, durch die Größe der ursprünglich bewegenden Kräfte, geschäßt werden müsse. Gleichwohl kann die ut? sprüngliche Anziehung, als die Ursache der allgemeinen Gravitation, doch ein Maaß der Huantität der Materie und ihrer Substanz abgeben(wie das wirklich in der Ver» gleichung der Materien durch Abwiegen geschieht), obgleich ? hier << 91 hier nicht eigene Bewegung der anziehenden Materie, sons dern ein dynamisches Maaß, nämlich Anziehung3kraft, zum Grunde gelegt zu seyn scheint. Aber, weil bey dieser Kraft die Wirtung einer Materie mit allen ihxen Theilen uwnittel- bar, auf alle Thetie einer andern, geschieht, und also(bey gleichen Entfernungen) offenbar der Menge der Theile pro» portionirt ist, der ziehende Körper sich dadurch auch selbst - eine Geschwindigkeit der eigenen Bewegung ertheilt(darch den Widerstand des Gezogenen), welche, in gleichen äuße- ren Umständen, gerade der Menge seinex Theile proportionirt ist, so geschieht die Schäßung hier,“ ob zwax nax indirect, doch iu der That mechanisch. Lehrsaß 2. Erstes Gesetz der Mechanik. Bey allen Veränderungen der körperlichen Natur bleibt die Quantität der Materie im Ganzen dieselbe, un- vermehrt und unvermindert. Beweis. (Aus der allgemeinen Metaphysik wird der Saß zum Grunde gelegt, daß bey allen Veränderungen der Natur keine Substanz weder etitstehe noc< vergehe, und hier wird nur dargethan, was in der Materie die Substanz sey). Jn jeder Materie ist das Bewegliche im Raume das leßte Subject aller der Materie inhäri- renden Accidenzen, und die Menge dieses Bewegli= sind also. auch jederzeit einander gleich. Anmerkung x. Dies ist also die Construction der Mittheilung. der Bewegung, welche zugleich das Gescß der Gleichheit der Wirkung und Gegenwirkung, als nothwendige Bedingung derselben, bey sich führet, welches Newton sich gar nicht getrauete 2 priori zu beweisen, sondern sich deshalb auf Erfahrung berief, welchem zu Gefallen andere eine be- sondere Kraft der Materie, unter dem von Keplern zuerst angeführten Namen der Srägheitskraft(vis inertiae), in der Naturwissenschaft einführeten, und also im Grunde' es auch von Erfahrung ableiteten, endlich noch andere in dem Begriffe einer bloßen Mittheilung der Bewegung sekßten, welche* sie, wie einen allmäligen Uebergang der Bewegung des einen Körpers in den andern ansahen, wobey der bewe- gende gerade so viel einbüßen müsse, als er dem bewegten ertheilt, bis er dem letzteren keine weiter eindrückt, wenn er nämlich mit diesem schon bis zur Gleichheit der Geschwin- digfeit in derselben Richtung gekommen ist,)*) wodurch sie G 4 im +) Die Gleichheit der Wirkung mit der in diesem Falle fälschlich sogenannten Gegenwirfung kommt eben so wohl heraus, wenn man bey der Hypothese der Transfus sion der Bewegungen aus einem Körper in den andes ren, den bewegten Körper A dem ruhigen in einem Aus genblicke seine ganze Bewegung überliefern läßt, so, daß er nach dem Stoße selber ruhe, welcher Fall unauvsbleib: lich war, so bald man 5eyde Körper als absolut-hart (welche Eigenschaft von der Elasticität unterschied? wers den muß) dachte. Da dieses Bewegungsofeß aber weder mit der Erfahrung, noch mit sich selbst der An? wens Jos eek 4m Grunde alle Gegenwirkung aufhoben, d. i. alle wirklich entgegenwirfende Kraft des gestoßenen gegen den stoßenden Ger etwa vermögend wäre, eine Springfeder zu spannen); und außerdem, daß sie das nicht beweisen, was in dem ge- nannten Gesege eigentlich gemeynt ist, die Mittheilung der Bewegung selbst, ihrer Möglichkeit nah, gar nicht erklär? fen. Denn der Nümne vom Uebergang der Bewegung von einem Körper auf deff andern erklärt nichts, und, wenn man ähn nicht etwa(dem Grundsaße accidentia non migrant c substantiis in substantias zuwider) buchstäblich nehmen will, als wenn Bewegung von einem Körper in einen au- deren, wie Wasser aus einem Glase in-das andere, gegossen würde, so ist es hier eben die Aufgabe, wie diese Mögliche Leit begreiflich zu machen sey, deren Erklärung nun gerade auf Wendung zusainmenstimmen wollte, so wußte man sich Hicht anders zu helfen, als dadurch, daß mon Tie Exis stenz absolut; harter Körper leugnete, welches so viel Hieß, als die Zufälligkeit dieses Gesees zugestehen, ins Hem es auf der besonderen Qualität der Materie beruhen Follte, die einander bewegen. Zn unserer Darstellung dieses Gesees ist es dagegen ganz einerley, ob man die Körper; die einandey stoßen, abfolut- hart oder nicht Henfen will. Wie aber die Transfusionisten dev Bewegung die Bewegung elastischer Körper durch den Stoß nach ihrer Art erklären wollen, ist mir ganz vnbegreiflich. Denn da ist klar, daß der ruhende Körs per nicht als blos ruhend Bewegung bekomme, die der Stoßende einbüßt, sondern, daß er im Stoße wirk? Liche Kraft in entgegengeseßter Richtung gegen den Stos Benden ausübe, um gleichsam die Feder zwischen beys den zusammenzudrücken, welches von seiner Seite eben so wohl wirkliche Bewegung( aber in entgegengeseßter Sichtung) erfodert, als der bewegende Körper seiners seith-dazy nöthig hat, ZZWIT. Metaphysische Anfangsgründe der Phänomenologie, Erklärung. Materie ist das Bewegliche, so fern es, als ein solches, ein Gegenstand der Erfahrung seyn kann. Anmerkung. Bewegung ist, so wie alles, was durch Sinne vor- gestellt wird, nur als Erscheinung gegeben. Damit(hre Vorstellung Erfahrung werde, dazu wird noch erfodert, daß etwas' durch den Verstand gedacht werde, näinlich zu der Art, wie die Vorstellung dem Subjecte inhärirt, noch die Bestimmung eines Objects durch dieselbe. Also wird das Bewegliche, als ein solches, ein Gegenstand der Er- fahrung, wenn ein gewisses Object Hier also ein materiel- les Ding) in Ansehung des Prädicats der Bewegung als bestimmt gedacht wird. Nun-ist aber Bewegung Verän- derung der Relation im Raume. Es sind also hier immer zwey Correlata, dern einem in der Erscheinung ersilich eben sv gut wie dem anderen die Veränderung beygelegt, und dasselbe entweder, oder das andere bewegt genannt wer- den kann, weil beydes gleichgültig ist, oder zweytens, deren eines in der Erfahrung mit Ausschließung des ande- ren als bewegt gedacht werden muß, oder drittens, deren beyde nothwendig durch Vernunft als zugleich bewegt vor- gestellt werden müssen. In der Erscheinung, die nichts als die Relation in der Bewegung(ihrer Veränderung nach) enthält, ist nichts von diesen Bestimmungen enthalten; wenn aber Ce<<===7 ITX aber das Bewegliche, als ein solches, nämlich seiner Be- wegung nach, bestimmt gedacht werden soll, d. i- zum Be- huf einer möglichen Erfahrung, ist es nöthig, die Bedin- gungen anzuzeigen, unter welchen der Gegenstand(die Ma- terie) auf eine oder andere Art durc< das Prädicat der Be» wegung bestimmt werden müsse. Hier ist nicht die Rede von Verwandlung des Scheins in Wahrheit, sondern der Erscheinung in Erfahrungz3 denn beym Scheine ist der Ver- stand mit seinen einen Gegenstand bestim:nenden Urtheilen jederzeit im Spiele, ob zwar er in Gefahr ist, das Sub- jective für objectiv zu nehmen 3 in der, Erscheinung aber ist gar fein Urtheil des Verstandes anzutreffen 3 welches nicht blos hier, sondern in der ganzen Philösophie anzumerken nöthig ist, weil man sonst, wenn von Erscheinungen die Rede ist, und man nimmt diesen Ausdru für einerley der Bedeutung nach mit dem des Scheins, jederzeit übel ver- standen wird, Lehrsaß 1, Die zgeradlinigte Bewegung einer Materie in Ansehung eines empirischen Raumes ist, zum Unterschiede von der entgegengeseßten Bewegung des Raums,-ein blos mögliches Pradicat. Eben dasseibe in gar keiner Relation auf eine Materie außer ihr, d. i. als absolute Bewe- gung gedacht, ist unmöglich. Beweis. | Ob ein Körper im relativen Raume bewegt, die- ser aber ruhig genannt werde, oder, umgekehrt, die- ser in entgegengeseßter Richtung gleich geschwinde, be- wegt, dagegen jener ruhig genannt werden solle, ist fein Streit über das, was dem Gegenstande, sondern nur 112<<<== nur seinem Verhältnisse zum Subject, mithin der Ers scheinung und nicht der Erfahrung, zukommt. Denn, stellt sich der Zuschauer in demselben Raume als ruhig, so heißt ihm der Körper bewegtz stellt er sich(wenig- stens in Gedanken) in einem andern und jenen umfas- senden Raum, in Ansehung dessen der Körper gleich» falls ruhig ist, so heißt jenex relative Raum bewegt. Also ist in der Erfahrung(einer Erkenntniß, die das Object für alle Erscheinungen gültig bestimmt,) gar kein Unterschied zwischen der Bewegung des Körpers im relativen Raume, over der Ruhe des Körpers int absoluren und der entgegengesesten gleichen:Bewegung des relativen Raums. Nun ist die Vorstellung eines Gegenjkandes durch eines von zweyen Prädicaten, die in Ansehung des Objects gleichgeltend sind und sich nur in Ansehung des Subjects und seiner Vorstellungsart von einander unterscheiden, nicht die Bestimmung nach einem disjunctiven, sondern blos die Wahl nach einem alternativen Urtheile,(deren das erstere von zweyen objectiv entgegengeseßten Prädicaten eines mit Ausfc