— ———— — ten 21 cha u- BEITRÄGE ZUR CHEMISCHEN KENNTNISS | DER —- MINERALKÖRPER MARTIN HEINRICH KLAPROTH, | { Professor der Chemie bei der Königl. Preuss. Artillerie-Akademie: Assessor Pharmaciae bei dem Königlichen Ober- Collegio medico; | Mitgliede der Königl. Preussischen Akademie der Wissenschaften, | wie auch der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaf- ten zu Berlin, der Kurfürstlich Maynzischen Akademie der WVissen- schaften zu Erfurt,.der naturforschenden Gesellschaften zu Berlin und zu Halle, imgleichen der Socierät der Bergbaukunde;; se und privilegirtem Apotheker zu Berlin. Fe Rx a / BIBLIOTHEK /nı hi ONieh ICHEN |\LAD DE IH BES DANDBAUES/, If B]\ZUNDEGT AN, hRiustess Band.\ vr RSS POSEN, BEI DECKER UNDSCOMPAGN ee 69 UND BERLIN, BEI HEINRICH AUGUST ROTTMANN. M“Deoxcen. I N SEINEM ER BUNDE T JOHN HAWKINS ESO. ALS EIN GERINGES DENKMAL DER INNIGSTEN HOCHACHTUNG, LIEBE UND DENKBARKEIT ZUGEEIGNET VON DEM VERFASSER. Verl sen, ander ' fh | Pflicht I Miker N Erweite helchen \' N Auldig BER HUR ne re ie Mörberıcht \ Das lange war ich des Vorhabens, meine, in verschiedenen Werken und Zeitschriften zeistreueten, mineralogisch- chemi- schen Aufsätze zu sammeln, und, ın Verbindung mit einigen neuen Untersuchun- gen, herauszugeben; allein, Zeitmangel und anderweitige Hindernisse haben dessen Aus- führung bisher gehindert. So sehr ich bedacht gewesen bin, den Pflichten ein Genüge zu leisten, die der Che- miker sowol der Wissenschaft selbst, zu deren Erweiterung er auftritt, ‚als dem Publikum, welchem er die Früchte seiner Arbeit vorlegt, schuldig ist; und so sehr ich mich daher be- \r Or strebt habe, meinen analytischen Untersu- chungen den möglichst erreichbaren Grad von Wahrheit und Vollendung zu verschaffen: so habe ich doch nur zu oft erfahren müssen, wie schwer dieses Ziel zu erreichen sey. Von den, den gegenwärtigen ersten Band dieser Beiträge zur chemischen Kenntnifs der Mineralkörper ausma- chenden, 26 Abhandlungen tritt die grössere Hälfte hiermit zum erstenmale ansLicht. Ich habe mich dabei an keine Ordnung, so wie bei denjenigen, die schon vordem einzeln er- schienen sind, an keine Zeitfolge, gebunden; indem eine jede Abhandlung für sich allein bestehet. Zu mehrerm Gewinn für den sy- stematischen Theil der Oryktognosie, war ich gewillet, nicht blofs einzelne Gattungen oder Arten, sondern ganze Geschlechter mit ihren Hauptgattungen, so wie ich mit dem Ge- schlecht der Silbererze den Versuch gemacht, der analytischen Bearbeitung zu unterwerfen; allein, ich überzeugte mich bald, dafs die Ausf schr iber! teig steige ufı turw] bei D legen Berg prae 1ey! hen; ker sel dent quae ı stıbus je Te — WU— Ausführung dieses Vorsatzes mit meiner einge- schränkten Mufse in Widerspruch stehe, und überhaupt die Kräfte eines Einzelnen über- steige. Da mir nur allein die Beförderung einer, auf reine Erfahrungen gebaueten, Na- turwissenschaft am Herzen liegt, so habe ich, bei Darlegung dieser Arbeiten, keinen ange- legentlichern Wunsch, als, den Ausfpruch Bergmanns*):„Aliorum tentamina, praesertim cardınalia, candide sunt Teyidendz;,”r:m Ausübung gebracht zu se- hen; denn, wie dieser philosophische Chemi- ker sehr richtig weiter hinzusetzt:„plus vi- dent oculi, quam oculus; ideoque, quae nova exhibentur, pluribus te- stibus in diversis locis utiliter con- firmari puto.” Bei dem, mir selbst nur zu sehr bewufsten, Mangel der Unfehlbarkeit, empfehle ich diese Prüfung um soviel dringen- ”} De indagando Vere. 4 — VI— der, weil.mehrere: meiner Erfahrungen von den Bestandtheilen der Fossilien mit den, dr Andern angegebenen, zum Theil in einem auffallenden Widerspruche stehen: damit das mineralogische Publikum unterrichtet werde, auf welcher Seite‘die Wahrheit, oder doch der wenigste Irthum sey, und der Oryktologe die ihm dargelegten Data zum Besten seiner Wissenschaft mit mehrerer Zuverlässigkeit, wie bisher, benutzen könne. Ich selbst aber werde einer jeden gründlichen Berichtigung und bessern Belehrung mit dankvollem Ver- gnügen entgegen kommen. Für diejenigen, welche nun Geduld und guten Willen genug haben möchten, sich der Nacharbeitung meiner Versuche zu unterzie- hen, habe ich mein jedesmaliges Verfahren so ausführlich angezeigt, als es die Sorgfalt, die, mit den Erzählungen chemischer Prozesse füg- lich nicht ganz zu trennende Weitschweifigkeit ın Gränzen zu halten, hat erlauben wollen. Kenner werden mein Bestreben, die Analysis . EFT des Res el, schm« steine habeı er ve werd die Anı Hüss; Stemmart Hröfsten ih bei A NM D. sis —m—en Eae der Mineralkörper auf einfache und zu sichern Resultaten führende Methoden zu reduci- ren, nicht ganz übersehen. Unter andern schmeichle ich mir, zur Zerlegung der Edel- steine jetzt einen Weg vorgezeichnet zu haben, der es zu verdienen scheint, dafs er von gefchickten Scheidekünstlern verfolgt werde. 50 wie überall, also auch bei chemifchen Verfuchen, ist ein, dem Anschein nach, gleichgültiger Umstand oftmals von unerwar- teten Folgen; wovon die Vergleichung meiner neuern Zergliederungsversuche des Demant- spaths und des Zirkons mit den frühern, welche ieh. deshalb in beiden Abhandlungen ne- ben einander gestellt habe, einen Beweis geben kann. Wer sollte z, B. vermuthet haben, dafs die Anwendung des ätzenden Laugensalzes in flüssiger Gestalt die Aufschliefsung harter Steinarten so ungemein erleichtern, und den sröfsten Theil derSchwierigkeiten, mit denen ich bei Anwendung eben desselben Trennungs- 355 mittels, aber im trocknen Zustande, noch zu kämpfen gehabt, hinwegräumen würde? Da die Darstellung einer ganz reinen Aetzlauge von Vielen für schwieriger gehalten wird, als sie wirklich ist, so will ich hier mei- ne Bereitungsart derselben mit wenigem. anzei- gen. Gleiche Theile gereinigsten Weinstein- alkalıi, und zu Kalk gebrannten carrarischen Marmors, lasse ich zusammen mit genugsamem Wasser in einem blanken eisernen Kessel auf- kochen, giefse die Lauge durch reine Lein- wand, und lasse sie, obgleich noch trübe, soweit einkochen, dafs sie ungefähr die Hälf- te ihres Gewichts an Aetzsalz enthalte; worauf ich sie, nach nochmaligem Durchgiefsen durch Leinwand, in einer gläsernen Flasche zurück- stelle. Nach einigen Tagen giefse ich. die, durch Ruhe sich selbst geklärte, Lauge von dem Bodensätze vorsichtig in eine neue Flasche ab. Von ihrer Reinheit überzeuge ich mich dadurch, dafs, wenn ich einen Theil davon mit Salzfäure oder Salpetersäure sättige, zux BR a his zı diese kalı werd senhe Ter nı brar branı gewöl durch Kalkst Thone Fi keine gr Porzellz gelöser, Klsen| I =» II:— Trockne abrauche, und wieder in Wasser auf- löse, dabei keine Trübung statt finden darf; und vom Gehalte.der Lauge an Aetzsalz be- lehre ich mich, indem ich einen abgewogenen Theil derselben in einertarirten Abrauchschale bis zur Trockne abdampfe. Bei Anfertigung dieser Aetzlauge sehe ich dahin, dafs das Al- kalı nicht völlig aller Kohlensäure beraubt ‚werde; weil ich dann auf die gänzliche Abwe- senheit aufgelöseter Kalkerde um soviel siche- rer rechnen kann,. Bei Anwendung des se- brannten Marmors, oder statt dessen, der ge- brannten Austerschalen, entgehe ich der sonst gewöhnlichen Verunreinigung der Aetzlauge durch Alaunerde; weil der aus gemeinen Kalksteinarten gebrannte Kalk nur selten von Thonerde frei ist,| Ferner erfordert die Wahl der Gefäße keine geringe Sorgsamkeit. Da auch das beste Porzellan vom Aetzsalze angegriffen und auf- gelöset wird; so bediene ich mich zu Schmelz- gefälsen des, aus Hornsilber hergestellten, Sil- — XI— bers. Dennoch ist dieser Stoff, bei seinen übrigen Vorzügen, nicht gänzlich von Unbe- quemlichkeiten frei. Ist das daraus bereitete Schmelzgefäfs nicht mit allem Fleifse ausgear- beitet worden, so lösen sich kleine Flitterchen ab, die sich mit dem zu untersuchenden Kör- per vermengen, und oftmals zu irreführenden Erscheinungen Anlafs geben. Da ich auch schon die mir unerwartete Erfahrung gemacht, dafs selbst ein Tiegel aus Platina der anhalten- den Wirkung des glühenden Aetzsalzes nicht nach Wunsch hat widerstehen wollen 56 würde ein Schmelzgefäfs aus reinem massiven Golde am empfehlungswürdigsten seyn. Heır Professor Storr mag daher nicht unrecht ha- ben, wenn er sene Vorsch läge über die Erkundigung der Mis chung der Edelsteine*) mit folgenden Worten schliefst:„Wenn einst ein grofser Liebhaber der Edelsteine einen Preis von einigen tausen- * ) Crells chemisches Journal, 6. Th. 1781. S. 227. BETH en — Xu— den Dukaten auf ihre Erkundigung aussetzt, werden wol die Schwierigkeiten bei dieser Ar- „> beit am ehesten verschwinden.” schmeichle ich mir, diese Schwierigkeiten eini- sermafsen bestanden: zu haben; auch ohne durch einen solchen Preis ermuntert worden zu seyn. Ob ich gleich im Ganzen der neuen No- menclatur gefolgt bin, so habe ich mich doch keinem ängstlichen Zwange unterworfen, son- dern mich der Kürze halben, mitunter noch der Benennungen Glaubersalz„“Koch- salz, Hornsilber, Blutlaugensalz, u. s. w. fo wie der Beiwörter milde statt kohlen- gesäuert, und im Gegensatze ätzend, bedient. Bei Waffer habe ich, zur Vermeidung einer hundertfältigen Wiederholung, das Beiwort: destillirtes, meistens hinweg gelassen. Auch habe ich nicht in jedem einzelnen Falle des geschehenen Aussiüssens der Niederschläge oder Rückstände erwähnt; da dieses und meh- reres dergleichen, sich von selbst veistehert., — XV— Den zweiten Band gedenke ich, gleich dem gegenwärtigen, mit neuen Analysen, wo- zu die Materialien bereit liegen, zu begleiten; wie früh oder spät er aber erscheinen wird, solches hängt nicht von meinem Willen allein, Be= laı sondern von Zeit und Umständen, ab. IV. Un \ Y Un 1 IL,| In I I. Unt 1 DS>. ua a ne sn 1. Vesiehe über das Verhalten verschiedener Stein- und Erd-Arten im Feuer des Porzel- lan- Öfens==-= er Seite II. Zergliederung des schwarzgrauen Feuersteius— 43 UI. Versuche über den Demantspath, 1. Abschnitt-== 47 23. Abschnitt===.— 67 A. Chinesischer Demantspath-— 69 B:.Bengalischer—"— 77 IV. Untersuchung des orientalischen Sapphirs-— Sr V. Untersuchung der Katzenaugen--— 00 A. von Zeylan= e=— 092 B.— dermalabarischen Küste— 9 VI. Zergliederung des Chrysoberylls-_-— 97 VII. Untersuchung des Chrysoliths en-— 105 VII. Untersuchung des Olivins rn= ie 1. Abschn. Olivin von Unkel= rppz 2. Abschn._— vom Karlsberge"--— 718 IX. Untersuchung der Silbererze»= iz 3. Abschn. Hornerz+» SR A. derbes sächsisches,--— 131 B. vom Schlangenberge,--— 135 C. Büuttermilchsilber,"- ibid. D. alkalisches Silbererz.= e)— 158 2. Abschn. Rothgültigerz-»— 141 Ä. von Andreasberg--— 146 B.— Freiberg-.-— 155 3. Abschn. Silberglanzerz-=— 158 A. von Freiberg===— 160 B.— Joachimsthal--— 162 4. Abschn. Sprödes Silberglanzerz- ibid. 5. Abschn. Weilsgültigerz.-— 166 A. lichtes F va--— 168 B. dunkles--=— 175 XVI 6. Abschn. Graugültigerz. 297 7. Abschn. Silberamalgam-= 185 8. Abschn. Arseniksilber=-— 183 X. Untersuchung des orientalischen Lasursteins— 189 XI. Prüfung eines smalieblauen Fossils von Vorau---— 197 X. Untersuchung des Zirkons, 1. Abschnitt----— 203 2. Abschnitt----—'219 XIH. Untersuchung des Hyacinths,-=— 227 XIV. Untersuchung des hungarischen rothen Schörls---_— 253 XV, Untersuchung eines neuen Fossils aus dem Passauischen=== 2— 1245 XVI. Prüfung des vermeintlichen Wasserblei- silbers e= Re= 55 XVI. Prüfung der natürlichen Alaunerde von Schemnitz,----— 257 XVNHI. Untersuchung des Strontianits= Alm V?or= gleichung mit dem Witherit,== 1969 XIX. Untersuchung des Lepidoliths=>— 279 XX. Untersuchung des Cimolits-=— 29 XXI. Untersuchung des Bitters paths, A. aus Tyrol<>--— 300 B.— Schweden--— 304 XXII. Prüfung. des vermeintlichen Muriacits-— 307 XXI. Untersuchung des natürlichen Alauns, von Miseno--==— 311 XXIV. Prüfung des natürlichen S alpeters, von Molfetra---===1317 AXV. Untersuchung der Mineral quellen zu Carlsbad----— 3323 XXVI. Untersuchung der Kö nigsborner Salz- solen, und deren Producte 2_ TER | ) 177 I _ 1 > 1) - 189 . 107 wF, EI< ng r Veespse: cCh.e über das Verhalten verschiedener Stein- und Erd- Arten ım Feuer des Porzellan- Ofens, DD: wissenschaftliche Naturkunde, welche die Körper des Mineralreichs zum Gegenstande hat, setzt eine Summe von verschiedenen Erfahrungen voraus, deren Verbindung erst eine ganz vollstän- dige Kenntnifs derselben ausmachet, Dahin gehören: ı) das geognostische Vorkommen der Fossilien; 2) deren äussere Charakteristik; welche beiderlei Er- fahrungen die Näturgeschichte derselben begreifen. 9%} NL die Erfahrungen von den physischen Eigenschaften undKräften der Körper im unzerlegten Zustande; als da sind: das eigenthümliche Gewicht, die Elasticität, die magnetifche Kıaft, die Erschei- nungen, welche sie in Rücksicht des Lichts dar- bieten, u. s. w. 4) das Verhalten im Feuer; 5) die chemischen Bestandtheile. Anlangend das, Verhalten der Mineralien im Feuer, so geliört dieses ebenfalls zum chemischen [heile der Naturkunde; jedoch nur in sofern, als dadurch die Bestandtheile, und deren Verhältnisse segen einander, Veränderungen erleiden. Daher A: — Oo u ı sind diejenigen Erfcheinungen nicht hieher,, son- dern zu dem physischen Theil zu rechnen, welche durch Erwärmung oder Erhitzung,, bey der noch keine bleibende Veränderung in der chemischen Mischung der Bestandtheile statt findet, erregt und zum Vorschein gebracht werden. So gehört z.B. die durchs Erwärmen aufgeregte Kraft des Turma- lins, leichte Körper an fich zu ziehen, und von sich zu stossen, nur zu den physischen Eigenfchaften; dahingegen die Phosphorescenz des Flufsspaths, des Apatits, auch bey einer nur m: steigen Erhitzung, doch schon einige Veränderung in dem natürlichen chemischen Verhältnisse der Bestandtheile zur Folge hat. Ob schon mehrere Naturforscher sich der Un- tersuchung der Stein- und Erd- Arten im’ blossen 7 Feuer unterzogen, und ihre Erfahrungen darüber mitgetheilthaben, so sind doch nurvon wenigen der- selben reine Erfahrungen geliefert worden. E inige, als Pott, Gellert,richteten, ihren besondern Absichten ge- mäss, ihr Augenmerk mchr auf die Produkte der Schmelzung von willkührlichen Zusammensetzun- gen, als auf das reine Verhalten der einfachen Fos- silien. Andere, als Darcet, haben zwar bey ihren Arbeiten das letz ztere wirklich beabsichtiget; aber ihren Zweck, wenigstens zum gröfsten Theile, da- durch verfehlt, dafs sie die zu prüfenden Körper unmittelbar in Thontiegeln ins Feuer gebracht; da denn, wegen hinzugetretener Thonerde aus der an- gelressenen Thontiegelmasse, in den mehresten Fäl- len falsche Resultate sich ergeben müssen. FETTE Fossili nicht fü Un 3 DerHerr GeheimeFinanzrath Gerhard*) if, soviel mir bekannt, der einzige Chemiker, welcher, bey seinen schätzbaren Versuchen über das Verhalten der Fossilien im Feuer, auf die Natur der Gefässe die nöthige Rücksicht genommen, und dadurch, dafs er sich zu seinen Arbeiten, neben den Thon- und Kreide-Tiegeln, auch der Kohlentiegel bedient, reine Erfahrungen mitgetheilt hat. Die im folgenden dargelegten Refultate meiner Verfuche über das Verhalten mehrerer Erd- und Stein- Arten im Feuer, dienen zur Bestätigung ver schiedener von jenen, und können gewissermassen als eine Fortsetzung derselben betrachtet werden. Bey den Schmelzversuchen der vorgedachten Naturforscher, so wie bey den meinigen, ist blos von der Wirkung des gemeinen Feuers, in Wind- und Porzellan-Oefen, die Rede. Hieher gehören also weder die dioptrischen und catoptrischen Ver- suche, noch diejenigen, welche von mehrern Na- turforschern, unter Anwendung des durch Lebens- luft verstärkten Feuers, angestellt sind. So schätz- bar diese letztern in anderweitiger Rücksicht aller- dings sind, so scheint mir dennoch die heftige Wir- kung einer, durch reine Lebensluft genährten, Gluth zu einem Maasstabe des relativen Verhaltens der Fossilien im Feuer, in mineralogischer Hinsicht, nicht füglich brauchbar zu seyn. Um aus Versuchen dieser Art richtige Folge- rungen schöpfen zu können, ist es nöthig, dafs sie *) Gerhard Vers. einer Gesch. d. Mineralreichs, 2 Theile Berl. 1781. und 1782. Th. 2.$.2. 9.8— 44. 1 m 4A— — sämmtlich in einem möglichstgleichen Feuersgrade angestellt werden; welchen Vortheil mir das Feuer ; der Gutöfen in hiesiger Königl. Porzellanmanufactur gewährt hat; in welche Oefen die zugerüsteten Pro-|| ben, zugleich mit dem gaar zu brennenden Porzel-|: lan’, eingesetzt worden.| r k Zu den Proben in Kohlentiegeln ist, in dichten, 2 wohlausgebrannten Kohlen, eine dem Umfang des nen Fossils angemessene, Hölung gemacht, dieses hin- su eingelegt, die Hölung mit einem Kohlenstöpfel ver-)). stopft, der Kohlentiegel hierauf in einen Thontiegel eingepalst, und dieser mit seinem Deckel fest ver- klebt worden. 0)! Zu den Gegenversuchen wurde von jedem Fos-| überg sil eine anderweitige Menge, in Tiegel aus eisen- en freyem Thone, unmittelbar eingelegt, und, mit ver-\de klebten Deckeln, dem nemlichen Feuersgrade über-’ antwottet. A Bey denjenigen Proben, deren Gewichtsverlust he' mit ziemlicher Zuve rlässigkeit sich hat bestimmen Ya lassen wollen, habe ich solchen zugleich mit ange-| merkt. a) graue$ 4 FATTErT körnern und dar 7 in Bruch üche dur . Stüuften Rah, kn ER No.ı. ADULARIA; vom St. Gotthard. a) Im Kohlentiegel. Einfarbenloses, an sich klares Glas, aber durchaus voller sehr kleinen Schaum- bläsgen; daher es graulichweifs erscheint, und kei- nen glasigsplittrigen, sondern einen kleinmuschli- gen Bruch mit sehr feinen Poren zeigt, b) Im Thontiegel. Ebenso. No.2., ALABASTER, weisser. a) K.T. Mässighart gebrannt, weifs in strohgelb übergehend, hie und da feingestreift, von feinerdig- tem Bruch, an der Zunge hängend, mit Schwefel- lebergeschmack. Gewichtsverlust:_0,56. )) Ih. T. Ein schwarzbraunes, starkslänzendes J 9 ke)’ wenig an den, Kanten durchscheinendes Glas, mit einzelnen Schaumlöchern. No. 9. AMIANTH; aus Grönland. a) K. T. Eine rundseflossene„ schmutzisperl- DO 2 fo) gen kleinen Eisen- graueSchlacke, äusserlich mit eini körnern belegt; im Bruche matt und feinporös, hie und da mit inliegenden glänzenden Theilchen. b) Th. T. Zu einer grünlichen, undurchsichtigen, im Bruch fast matten Schlacke geflossen; die Ober- fläche durchaus in sehr zarten, gestrickt zusammen- gehäuften Nadeln, von grünlicher und hellbrauner Farbe, krystallisirt. 3 = Man No. 4. AssrsT, berggrüner;(Bergholz?)) aus Sibirien. a) K. T. Von ungeänderter Form, blos hart ge- bıannt; auf der Oberfläche mit einem röthlichen Anfluge; an den Kanten schwärzlich, und mit aus- geschwitzten sehr zarten Eisenkörnern belegt. Ge- wichtsverlust: 0,16. db) Th. T. In der Form ungeändert, hellbraun, sehr hartgebrannt, mit einigen Eisenflecken. No. 5. AsBEST; von Taberg. a) K,T. Eine zur Kugel geflossene, hellgraue Schlacke, mit Eisenkörnern belegt; auf dem Bruche schimmernd, und mit einzelnen grossen glänzenden Blasenlöchern. Gew. Verl. 0,25. ) Th. T. Eine im Bruche dichte, grünlichgraue Schlacke, von mässigem Glanze; die Oberfläche in Nadeln krystallisirt, die zum Theil sich durchschnei- den und Zellen bilden. No. 6. BAsALT? aschgrauer, grobkörniger, (Schwed. Zrap; nachHın. Werner: Grünstein„) von Flunneberg in Westgothland. a) K. T. Ein dichtgeflossenes, nelkenbraunes, in Splittern durchscheinendes Glas ,‚ mit grofsmusch- ligem Bruch; äusserlich theils braun glasirt, theils mit einer Eisenhaut und‘ grossen Eisenkörnern belest. Gew. Verl. 0,06. #) Ib. T. Ein dichtgeflossenes schwarzes Glas, mit einer braunen, stahlgrau geäderten Eisenhaut bedeckt. No. ı) schw ten n tomb: matt, kaum einige Verl Anmer \ TR aus raue uche ıden raue he in inel- ger, in;) nes, sch- eils ern las, yaul us 7— No. 7. BASALT, dichter, säulenförmiger; vom Hasenberge im Böhm. Mittelgebirge. a) K. T. Von aussen eine dichte, graue Masse, mit ziemlich grossen Eisenkörnern reichlich belegt, auch zum Theil mit einer tombakbraunen Eisen- haut überzogen; im Bruch hellaschgrau, dem An- schein nach, matt und erdigt, aber durchs Glas be- trachtet durchgehends von einem sehr zartporösen, schwammartigen Gefüge; im Anfühlen sehr rauh. Gew. Verl. 0,09. d) Th. T. Ein dichtgeflossenes, schwarzes, in dünnen Splittern nelkenbraunes und durchscheinen- des Glas, von glattem, grofsmuschlichen Bruch; oberhalb mit einer hellbraunen, glänzenden, zart- blumigten Haut. No. 8. BasAaır, dichter, säulenförmiger; von Stolpe in Sachsen, a) K. T. Eine dichte Masse, oben mit einer schwärzlich grauen Glasur, an den Seiten und un- ten mit häufigen Eisenkörnern, zum Theil in einer tombakbraunen Eisenhaut. Im Bruch aschgrau, matt, dicht, etwas splittrig, hie und da von einem kaum erkennbaren, schwammartigen Gefüge; an einigen Stellen mit nelkenbraunen Glasadern. Gew. Verl. 0,08. Anmerk. ı. Eine zweite, mit einer kleinern Menge dessel- ben Basalts eingesetzte Probe fand sich äusserlich ebenso; inwendig aber hatte sie eine weilsgraue Farbe, ein dich- teres Gefüge, und war mit feinen schwärzlichen Glas- äderchen durchzogen. A4 8 Anmerk. 2. Die Probe No.8. a) setzte ich ‚ nach abgeson- derten Eisenkörnern, aufs neue in einem Kohlentiegel ein. Sie erschien in einer unförmlichen, oberhalb ver- fadenartigen Gestalt, mit einer schmutzigbraunen Haut; im'Bruch aber als eine dunkelgraue, dichte, fein- körnige, undurchsichtige, starkschimmernde, nach den Seiten zu fettglänzende Schlacke. 5) Th. T. Wie No. 7. b). Nor9, BASALT, grolslöcheriger, mit einge- sprengten einzelnen kleinen Olivinkörnern; von der Insel Säye. a) K.T. Ausserhalb mit vielen und ziemlich Sros- sen Eisenkörnern belegt; im Bruch dunkelaschgrau, schr raulı, matt und erdigt, durchs Glas: betrachtet aber schwammartig feinporöse. Gew. Verl. 0,08. Anmerk. Nach abgesonderten Eisenkörnern wurde diese Masse in einem neuen Kohlentiegel abermal eingesetzt Die Oberfläche hatte sich in flachliegenden wurmformig gewundenen Aesten gebildet, unter welchen einige Stel- len einen kupferrothen Metallglanz hatten. Im Bruck ebenso, wie No.8. Anm.>». b) Th. T. Wie No. 7. b). No. 10. BAsALT, porphyrartiger; von deı neuen Cammeni bey Santorini, ‚Anmerk. Die schwarze Hauptmasse ein Mittelding zwischen Kieselschiefer, Jaspis, und Basalt; mit zarten, weissen, glasigten Vierecken und Körnern eingesprengt. a) K.T. Ein dichtgeflossenes, schwärzliches, in Bruchstücken gelblichgrünes, und dann durch- scheinendes Glas, mit glänzendem und Srofsmusch- in Strale Blafen Ar N a) KR schmut durchse Gem V b) Th, elzt. en—— — e)— lichem Bruch, mit einer stahlgrauenEisenhaut über- zogen. Gew. Verl. 0,02. d) Th. T. Ein dichtes, schwarzes, in Splittern nel. kenbraun durchscheinendes Glas, mit ziemlich glat- tem, grofsmuschlichen Bruch; oberhalb mit einer hellbraunen glänzenden Haut. No. ır. BERGHOLZ, braunes, aus Tyrol. a) K. T. Ungeänderte Form, hartgebrannt, die Oberfläche grünlichbraun, mit weissem, auch ro- then Anfluge; an den, in Lamellen sich blätternden, Kanten schwärzlich, mit äusserft zart ausgeschwitz- ten Eisenkörnchen; im Bruch hellstahlgrau und schimmernd. Gew. Verl, 0,39. b) Th. T. An den Stellen, wo die Stücke den Tie- gel berührt, angeschmolzen. Die äussern Flächen ein Gewebe von braunen, slänzenden, durch ein- ander laufenden, kurzen Stralen. Im Bruch dunkel- grau, schwachschimmernd, mit kürzen, hellgrauen Stralen und Punkten fast wie gestrickt; mit einigen Blafenlöchern. No. ı2. BERYLL, gelber;, aus Sibirien. a) K. T. Die Form unverändert, die Farbe schmutzig hellbläulichgrau, mit Fettglanz, und etwas durchscheinend; grobsplittriger, unebener Bruch. Gew. Verl. 0,01. b) Th. T. Ebenso. No. 19. BERYLL, meergrüner; ebendaher. a) K.T. Im Ganzen von minderm Glanze; die Seitenflächen der Säule aber mit lauter feinen Flim- A 5 merchen und nadelförmigen Stralen bedeckt; sonst N. wie No. 12. a). b) Th. T. Wie No. 12. b).| No.ı4. BERYLL, schörlartiger; von Altenberg. a) K.T. Ungeänderte Form, hart gebrannt, grau, matt und rauh, mit feinen glimmernden, fast metal-| h) lisch glänzenden Puncten. Gew. Verl. 0,25. I od | d) Th, T. Ebenso, jedoch ohne die glimmernden I ten Puncte. und No. 15. BIMSSTEIN, gemeiner; von Zipari.„ a) K. T. Ein bläulichschwarzgraues, dichtes, in dünnen Splittern halbdurchsichtiges Glas, mit n einigen Blasenlöchern; ausserhalb mit einigen we- m nigen Eisenkörnern belegt. Gew. Verl. 0,10. be 2) Th. T. Ein klargeflossenes, lichteschwarzgrü-|. nes, in dünnen Splittern fast farbenloses und klares pa Glas, mit einigen Blasenlöchern.|') blası No. 16. BITTERSPATH; vom Zillerthal in Obe Tyrol. a) K.T. In kleine, gelblichgraue und gelblich- braune, zerreibliche, zum Theil noch deutlich rhom-. boidalische Stücke, von erdigtem Ansehen, zerfallen. i Gew. Verl. 0,45. Bi b) Th. T. Oberhalb zu einem klaren, hell gras-| ni grünen Glase, mit glatter Oberfläche, unterhalb Bnch aber nur zu einer hellgrauen schaumigen Schlacke, lei: geflossen.)T No. ı7. BoLvs, rother armenischer, echter, Anmerk. Besteht in einem rothen, weilsgesprenkelten, zer- reiblichen Stemmark. a) K. T. Hartgebrannt, schimmernd, mit eisen- schwarzer Farbe. Gew. Verl. 0,20. d) Th. T. Hartgebrannt, theils stahlgrau, theils schmutzigbraun; die Oberfläche von ausgeschwitz- ten und wieder verkalkten Eisentheilchen, uncben und porös. No. 18. BoLvs, rother armenischer, gemeiner. a) K.T. Zu einer unförmlichen, holen Kugel ge- flossen; deren äussere und innere Seite matt stahl- grau, mit glänzenden Eisenkörnern belegt; auf dem Bruch eine schwarzgraue, glänzende, zum Theil poröse Schlacke. Gew. Verl. 0,16. b) Th. T. Eine braune, pechartig glänzende, grofs- blasige Schlacke, mit unebener, eisenglänziger Überfläche. No. ı9g. BORACIT; von Züneburg. «) K. T. Ein jeder Krystall war für sich rundlich zusammengesintert, in der Mitte eingefallen, und hie und damit sehr zarten Eisenkörnern belegt. Der Bruch weifslichgrau, glänzend, rauh und blättrig, theils auch strahlig. b) Th. T. Ein gelbliches, klares, etwas blasiges Glas, mit einzelnen kleinen mattweissen Flecken. No. 20. BRAUNSPATH, derber, grauweisser; b) von Freyberg. Gl a) K.T. In schwarzbraune, rissige und bröck-|\ lıge Stücke zerfallen, dem höchstverwitterten Braun-| spathe völlig ähnlich; mit ausgeschwitzten äusserst g kleinen'Metallkörnchen.| Los b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, dunkelschwarz.|) braunes, am Rande durchscheinendes, in Splittern Das durchsichtiges Glas.| He | No. 21. CARNEOL, orientalischer.| a) K.T. Die Form ungeändert, leicht zerbrech- ü lich, vom äussern Rande fast eine Linie stark ganz brau schneeweifs,, inwendig sehr blasröthlichweifs; der| mer weisse Rand. mit muschlichem und glänzenden,| von das Innere mit erdigtem und matten Bruche. Kein Gl: Gew. Verl. b) Th. T. Durchaus schneeweifs, zum Theil ein keii wenig grau geflleckt, mit beybehaltenem äussern sich Ganze, No. 22. CHALCEDOoN; von Zerröe.) a) K.T. Von ungeänderter Form; schneeweifs, ae leicht zerbrechlich, äusserlich und im Bruche schim-| RN mernd. Gew. Verl. 0,01. Bi b) Th. T. Ebenso. ns No. 23. CHLORIT-ERDE, lose, aus einer Hö- vn [} Ad). lung des Bergkrystalls; vom St. Gotthard.| a). K. T. Eine zusammengesinterte, schwarze,| glänzende, etwas siralige Masse,‘wie eine bröckliche| y Ä, Steinkohle.| Ale, Th | un 13 Per “,. z db) Th. T. Ein dichtgeflossenes, schwarzbraunes Glas. ;ck- ın- No. 24. CHRYSOBERYLL; aus Brasilien. rst a) K. T. Ausser der etwas rauher gewordenen Oberfläche, ganz ungeändert. tz. b) Th. T. Ungeändert, ausser Jafs die Farbe etwas m blasser geworden, und die äussere Fläche mattweisse Flecken erhalten. No. 25. CHRYSOLITH, orientalischer. 'h- a) K.T. Aeusserlich mit einer starken, röthlich- nz braunen, in stahlgrau übergehenden und schim- er mernden Eisenhaut überzogen; im Bruch war die 3 vorige grüne Farbe nicht mehr bemerkbar; Form, in Glanz und Durchsichtigkeit ganz unverändert. b) Th. T. In Form, Durchsichtigkeit und Glanz n keine Veränderung, die Farbe aber in Olivengrün 1 sich neigend. No. 26. CHRYSOPRAS: von Kosemütz. a) K.T. Ungeänderte Form, sehr lichteschwärz- | lichgrau, starkschimmernd, v öllıg.undurchsichtig; erhält einigen metallischen Glanz durch den Strich. Gew. Verl. 0,01. db) Th. T. Ebenso. N. a7. CIMoLIT;aus der Insel Cimolo,(Cimolia Plinii.) a) K.T. Eine schwarzgraue, mässigglänzende, leichte, schaumige Schlacke. Gew. Verl. 0,25. b) Th. T. Eine gelblichweisse, halbgeschmolzene, harte und kleinschaumige Schlacke, wie zerfressener Quarz. No0:,98:,2CYANIT, krystallisirter; vom 7. Gotthard, a) K. T. Weifsgebrannt, zerklüftet und leicht zer. reiblich, inwendig wenig glänzend. Kein Gew. Verl. b) K.T. Ebenso. No. 29. CyYANIT, gemeiner; ebendaher. a) K. T. Aschgraugebrannt, holzartig zersplittert. Kein Gew. Verlust. 6) Th. T. Schneeweifs gebrannt und zersplittert. No. 30. FELDspATn? dichter, blauer; von Krieglach, a) K.T. Ein grauweisses, im Bruche schaumiges und dadurch in’ unförmlichen Zellen abgesondertes Glas, wie feinschaliger Quarz; mit einzelnenEisen- körnern, übrigens auch auf der Oberfläche mit vie- len feinen glänzenden Flimmerchen. Gew. Verl.0,40. d) Th. T. In milchweissen, unförmlichen, rau- hen Stücken zusammengelintert; mit kenntlich an- fangender Verglasung. No. 31., FELDSPpArTH, gemeiner rother; von Lomnitz. a) K.T. Wie No.1. a). b) Th. T, Wie No. ı. a). weiten »T sphänis steiler e zer. Gew, ER No. 32. FELDSPATH, glasigter, insechsseitigen Tafeln; aus dem Drachenfelser Porphyr. a) K. T. Ein grauweisses, fast durchsichtiges, auf dem Bruch stark glänzendes Glas, mit Schaumbläs- chen. Gew. Verl. 0,02.| db) Th. T. Ein halbdurchsichtiges, hellgraues, etwas schaumiges Glas, hie und da schwärzlich und bräunlich gefleckt. No. 39. FELDSPATH, grüner; aus Sibirien, ao) K.T. Wie No. 32. 2). db) Th. T. Ein milchweisses, in kleinen Stücken klares, feinschaumiges Glas. No. 34. FLUSSSPATH, gelber, cubischer; von Gersdorf. a) K. T. Eine milchweise Schlacke, ausserhalb gellossen, im Bruche blättrig, mit spiegelnden Flä- chen. Gew, Verl. 0,04. d) Ih. T. Ein klargeflossenes‘, hellgrasgrünes Glas. No. 35. FRAUENEIS. a) K.T. Weifsgebrannt, sehr zerreiblich, mit er- weiterten Lamellen. Gew. Verl. 0,60. b) Th. T. Ein nelkenbraunes Glas, mit grossen sphärischen Schaumblasen. No. 36. GLASSTEIN, krystallisirter;-(violeiter Schör!) aus Dauphine. a) K. T. Ein grauweisses, halbdurchsichtiges Glas, mitstarkglänzendem, Sachmuschlichen Bruch; = 6. ug h No, ausserhalb mit Eisenkörnern belest. Gew. Verl. 0,12. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes; dunkelnelken. braunes, halbdurchsichüses Glas. Je ’ fo) No. 37. GLASSTEIN, derber: von Thum: ellil (Thumerstein.) a) K.T. Wie No. 36. a). Gew. Verl. 0,10. b) 15.7. Wie No.56. 2. 0) sen, No. 38. GLIMMER, grauer, grosblättriger; aus A Cornwall. nen a) K.T. Ein grünlichgraues, halbdurchsichtiges hei / Glas, mit zarten Eisenkörnern belegt. Gew. Verl. 0,10. Ai 6) Th. T. Ein dichtgeflossenes, schwärzliches 5 ei undurchsichtiges Glas, mit glatter, starkglänzender Ki Obeıfläche, und muschlichem Bruche. i) No. 39.,GRANAT, rother, böhmischer. Brucl la£= unten a) K.T. Ein graues trübes Glas ‚ voller Eisen körner, grauw b) Th. T, Eine fast dichtgeflossene, undurchsich- AniıE tigeSchlacke, deren Farbe inwendig aus dem Brau-: nen bis ins Grüne streiig nüancirt; ganz zart zer-| N iressen. o)K, | | gebrann No. 40. GRANAT, orientalischer.| lichen in a) K.T. Wie No.39. a). NG, ray b) Th. T.:Ein dichtgeflossenes, schwarzes Glas,| In Tothe starkglänzend, mit einer stahlgrauen Haut.| Allen,| No. 41. aus sen No.41. GRANATIT,(bisjetztnoch fogenannt,) vom St. Gotthard., a) K. T. Hartgebrannt, stablgrau, mit kleinen Eisenkörnern belegt. ö) Th. T. Hartgebrannt, eisenschwarz, mit me- tallifch- glänzenden Puncten. No. 42. GRüN-ERDE; aus Cypern. a) K.T. Zu einer unförmlichen Kugel geflos- sen, äusserlich schmutzig grün, im Bruch ein etwas poröses Gemenge von einem smaragdgrü- nen Glase, und einer weifslichgrünen Schlacke; hie und da theils mit weifsen Metallblättchen, theils mit metallifchem Kupfer, durchzogen; auch fand sich in einer Hölung buntes Kupfererz in kleinen Körnchen. Gew. Veıl. 0,17. db) Th. T. Eine dichtgeflossene Schlacke; im Bruch der obere Theil braun und glänzend, der untere grünlichgrau und fchimmernd. Obenauf grauweisse, fast metallischglänzende, zartfeder- artige Zeichnungen, auf braunem Grunde. No. 43. HELIOTROoP; orientalischer. ae) K.T. Die Form ungeändert, etwas mürber gebrannt; die Farbe ging aus dem matten Grün- lichen in Grauweifs über; derBruch uneben, splitt- fig, rauh und schimmernd. Die verschwunde- nen rothen Puncte hatten kleine Löcherchen hin- terlaflen. Gew. Verl. 0,04. — 18 790— v) Th.T. Die Farbe durchaus weilslichgrau; im übrigen ebenso, wie.a). No. 44. HORNBLENDE,. basaltische, vom Krater am Zuben. e) K.T. Eine verhärtete, unförmliche Masse, mit Eisenkörnern; im Bruch lichtgrau, uneben, schwachschimmernd, ohne einige Verglasung. Gew. Verl. 0,10. d) Th.,T. Ein dichtgellossenes, schwarzbraunes, in dünnen Splittern durchscheinendes Glas, mit glatter Oberfläche und Hachmuschlichem, glän- zendem Bruch. : ER RN Sb A] No,45. HORNBLENDE, gemeine; von Neurode ın der Grafschaft Glatz. a) K.T. Eine verhärteteMaffe, a uswendig runz- licht und fich ins Kupferrothe ziehend, mit vie- len Eisenkörnern belegt; lichteperlgrau, uneben, schwachschimmernd, hie und da mit anfansendex j 1eınd, nd da nfangendex Verglasung. Gew. Verl. 0,06. 5) Th. T, Wie No. 44. b). No. 46. HoRNBLENDE? gemeine;' von Nora m Westmanland. a) K.T. Ein unvollfändig geflossenes, srün- lichschwarzes, an den Kanten durchscheinendes Glas, mit eisenschwarzer, runzlichter Haut, und mit Eisenkörnern belegt; im Bruch mit kupfer- farbenen Blasenlöchern. Gew. Verl. 0,14. EEE ode —- 19— b) Th. T. Eine dichtgeflossene Schlacke, deren Farbe von unten nach oben aus dem Lauchgrü: nen,: bis ins Grünlichschwarze übergehet; mit einer fiahlgrauen Merallhaut;: im Bruch mässig glänzend, vonFettglanz. Mo. 47. HyAcıntu, von Zeylan. ce) K.T. Die Farbe war ins Graulichweisse über- gegangen; die Kıyftallen waren etwas aneinander gebacken, im übrigen aber, bis auf die vermin- derte Durchsichügkeit, unverändert. Kein Gew. Veıl.| b) Th. T. DieKıyftalle, welche den Tiegel be- rührt hatten, waren an felbigen mit einer ausge- schwitzten Eisenhaut angeschmelzt; die übrigen waren unter sich lose zusammengebacken. Die Farbe war zum Theil in Weingelb übergegangen. No.48. KATZENAUGEN, grauweisse, von Zeylan. a) K.T. Mürbe gebrannt, grau, matt und un- ‚durchsichtig. Kein Gew. Verl. b) Th. T. Ebenso. No.49. KATZENAUGE, rothes, aus Malabar, a) K.T... Wie No,48. o) b) Th. T. Ebenso. No. 50. LABRADORSTEIN a) K.T. Ein dichtgeflossenes, hellgraues, in Splittern durchsiehtiges, flarkglänzendes Glas, mit b 3 einzelnen selır kleinen Eisenkörnern. Gewichts- verlust: 0,04. x d) Th.T Eine dichtgeflossene, mattweisse, nur an den Kanten durchscheinende Schlacke. No. 51. LASURSTEIN, dunkelblauer. a) K.T. Ein dichtes, graues, halbdurchsichti- ges Glas, mit Eisenkörnchen belegt. Gewichts- verlust: 0,12. b) Th.T. Ein dichtgeflossenes, bräunlichfchwar- zes Glas, mit aufliegenden einzelnen Eisenkörn» chen. No. 52. Lava, locker aufgeschäumte; vom Ve/fuv. a) K.T. Ein‘dichtes, grünlichgraues, an den Kanten durchscheinendes Glas, mitEisenkörnern. Gew. Verl. 0,08. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, bräunlichschwar. zes Glas, obeihalb mit Rostflecken. No. 53. LEMNISeHE ERDE, gemeine. (Bol). a) K.T. Ein dichtes, dunkelgrünlich- graues Glas, mit einer rostfarbenen Haut überzogen, und mit Eisenkörnern belegt. Gew. Verl. 0,25. b) Th. T. Ein dichtes grünlichschwarzes Glas, obenauf mit Nachliegenden hellbraunen Puncten. his. nu chti- chts- Wal- ÖL en ui. Le} e$ —— SE wu No. 54. LEPIDOLITH,(Zilalith): von Rofsna in Mähren. a) K.T. Einlichtesraues, dichtes, halbdurch- sichtiges, Tehr hartes Glas, zum Theil’mit einer grauen Eisenhaut’ überzogen. Gew. Verl. 0,17. db) Th. T. Ein’grauweisses, durchscheinende# Glas, mit fehr zarten Bläschen, oberhälb mit einer hellbräunlichen fast metallischgiänzenden Haut. No. 55. L£vcıT,(vom vulkanischen Feuer noch nicht angegriffen;) vom Vesuv, a) K.T. Von aussen’ eine anfangende Schmel zung 8, innerhalb wenig‘verändert; und noch stark glänzend; die:inliegende Hornblende war zu einzelnen schwatzen Tröpfchen geschmelzt. ») Th..T.: Ebenso, No. 56. MARMOR, weisser; von Garrara: «) K. T. Zu lebendigem Kalk gebrannt: b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, klares, hartes, hellgrasgrünes Glas. No. 57. MEERSCHAUM, aus der Levante, a) K. T. Ungeändert, nur magerer gebrannt, und mehr erhärtet; sehr stark an der. Zunge hängend. Gew. Verl. 0,30. b) Th,T. Ebenso. B3 — 12— No. 58; OBSIDIAN, schwarzer; vom Hekla. a) K.T. Ein grünlichschwarzes, flarkglänzendes, in ‚kleinen Stücken durchsichtiges Glas, ausser- halb mit einer: grauen Haut. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, schwarzbrau- nes, nur.in. kleinsten Splittern durchscheinendes Glas, mit muschlichem Bruch. No. 59. OBSIDIAN, schwärzlichgrauer, durch- scheinender; von Lipari. a) KT. Ein in grössern Stücken durchsichüi- ges Glas," von einer’ etwäs schmutzigen, lichte- Srasgrünen Farbe,„mit-Luftbläschen; ausserhalb mit einer trüben ‚grauen Haut, 5). Th. T,, Ein klargeflossenes,. lichteschwarz- srünliches Glas,. mit einzelnen Blasenlöchern. No. 60. OBsıDıAn; von Tokay, a) K. T. Wie No.;g. a). 6) Th. T. WieNo. 59. b). N6. 61. OLıvIn; aus Grönland. a) K.T. Die Körner schwarz, undurchsichtig, zartglasirt, und zusammengebacken. 6) Th. T. Fast ebenso, und an die Seiten des davon stark angegriffenen Tiegels angeschmelzt. No. 62, OLivın; vom Habichtswalde. a) K.T. WieNo.6ı. a), nur etwas fester zu- sammengebacken. b) Th.T, Wie No. 6ı. b). EFT schwa können und ur b) Th dem Eise nemd uı No.66.c )K1 litt zen inch n je No.63. OLIVIN; von Rittersdorf im böhm. Mittelgebirge. ad) K.T. Die Körner stärker zusammengebacken, stark glasirt, schmutziglauchgrün. b) Th.T. WieNo. 61. 5). No.64. OLıviın; von Unkel. a) K. T. Die Körner. grünlichschwarz glasirt, zusammengekittet, und mit einer weissen, hie und da zart haarförmig krystallinischen Masse durchflossen; die äussern Seiten mit Eisenkör- nern belegt. Gew. Verl. 0,02. b) Th. T. Zu einer oberhalb bräunlichgrauen, straliskrystallinischen, im Bruch theils grünlich- weissen,.theils grasgrünen, glänzenden, etwas porösen Masse seflossen. 5 f I No.65. Opar,(Halbopal) braunrother; vom Zelkebanyer Gebirge. a) K. T. Die Form unverändert, ausserhalb schwarzgrau, matt, überall mit kleinen Eisen- körnern besäet; im Bruch bräunlichgrau, matt und uneben. Gew. Verl. 0,18. b) Th. T. Die Form wenig geändert; äusserlich dem Eisenglanz ähnlich; im Bruch schwarz, schim- mernd und etwas poröse, N6.66. Opar,(Halbopal) gelber; ebendaher. a) K. T. Unveränderte Form, graulichweifs, leicht zerspringbar; auswendig wenig glänzend, im Bruch matt und feinerdigt. Gew. Verl. 0,06. Bq b) Th. T. Ebenso, mit ein wenig flärkerm Glanze. No.67. OPAL, spangrüner Halbopal(Helio- trop?) aus Grönland. a) K. T. Mürbe gebrannt, im Bruche hellröth- lichbraun, kupferroth gelleckt, schimmernd; mit mattweissen Puncten und Adern. db) Th. T. Weniger mürbe gebrannt, leber- braun, mit weissen Flecken. Gew. Veınl. 0,06. No. 68. PEcHstein, gelber; von Meissen. a) K. T. Ein graulichweisses, an sich’ klares Glas, durchaus voller Schaumbläschen; äusser- lich mit einer glänzenden, dunkelgrauen Haut. b) Th. T. Ebenso, jedoch ohne dergleichen Haut. No. 69. PzcHsTtein, blauer(sogenannter); von Menil- Montant bey Paris. a) K.T. Mürbe gebrannt, gelblichweifs, schief. rig zerklüftet. db) Th. T. Ebenso, die Farbe hellbraun. Gew. Verl. 0,08. No. 70. PORPHYRSCHIEFER; vom Schloß- berg bey Töplitz.(Hauptmasse desselben; sogenannter Alingstein.) e) K.T. Ein dichtgeflossenes, dunkelgrünlich- sraues, starkglänzendes, in Splittern durchschei- nende: Biser ı ul 0). sam aY ı v) gelbli schmu pechäh und m; em = L el- nendes Glas, mit'einzelnen, fast zinnweissen Eisenkörnern belegt. Gew. Verl. 0,05. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, bräunlichschwar- zes, an den Kanten durchscheinendes Glas, mit muschlichem Bruche, No. 71, PORZELLAN-Jaspıs, gelber; aus Böhmen. a) K.T. Die Form ungeändert, nur etwas zu- sammengezogen, dunkelstahlgrau und matt. b) Th. T. Die Form ungeändert; äusserlich gelblichbraun; im Bruch schwarz undschimmernd. No. 72. PRASEM; von Breitendrunn. a) K.T. Die Form ungeändert, äusserlich grau- weils, glänzend, mit ausgesinterten Eisenkörnern; im Bruche grünlichweils, schwachschimmernd und uneben, völlig. undurchsichtig. Gew. Verl. 0,03. b) Th. T. Die. Form ungeändert, äusserlich schmutzig grünlichweifs, glänzend, ‚mit braunen pechähnlichen Tröpfchen getüpfelt; imBruch grau und matt. No.73. Quarz, rother; vom Rabenstein. a) K. T. Die Form ungeändert, dieFarbe ganz blafsröthlichweils;, schwachdurchscheinend, mit einer zarten Glasür. Gew. Veıl. 0,03. b) Th. T. Ebenso. m, O0 ar a a B und V No, 74."RUBIN, rosenrother, orientälischer. a) K. T. Ausser der etwas trübe gewordenen 7 Oberfläche, keine Veränderung. Kein Gew. Verl. ii b) Th. T. Durchaus unverändert; ja, wie es en schien, noch reiner und lebhafter an Farbe, als: an vor dem Glühen. aid No. 7 No. 75. Russisch GLAS, aus Sibirien. a) K.T. Um es bequem einschliessen zu kön:)i nen, waren mehrere Blätter zusammengerollt,| ind Von solchen waren die äussern grau, glasirt, und Ben: spröde; die innern aber schwarz wie Zunder, und licher noch biegsam. Kein Gew. Veil. city 6) Ih. T. Die Blätter durchgehends hart ge- y brannt, glasirt, spräde, fast klingend; die Far-| Ah be graulichweifs, die Oberfläche zum Theil auch| 4 hellbraun. Kein Gew. Verl.|” Be No. 76. SAPPHIR, hellblauer; von Xeylar.| a) K. T. Unverändert; nur die Oberfläche etwag ok trübe und schmutzig. Kein Gew. Verl. Bis d) Th. T. Unverändert; jedoch war die Farbe bey einigen Stücken etwas’ blasser, und selbige ae zugleich schwach opalisirend geworden. Ki 1) Th, No. 77. ScHöRL, schwarzer), stänglicht- in Split gestreifter, aus Cornwall, icher Ob a) K.T. Die Form wenig verändert, äusserlich\opo$ zum Theil noch die vorige stänglichte Gestalt, mit IK ausgeschwitzten Eisentheilchen; im Bruch grau, Bahn, Se) a U nd u 07 und wenig glänzend, von Fettglanz. Gew. Verl. 0,09. d) Th. T. Unvollkommen geflossen, oberhalb braun, mit schimmernden Puncten; im Bruch schwärzlichgrau, wenig glänzend, von Fettglariz; mit feinen Poren. No. 78. ScHöRL, schwarzer, in neunseiti- gen Säulen; vom SL. Gotthard. a) K.T.-Aeusserlich aschgrau, sehr gerunzelt; im Bruch eine dichte, zauchgraue, mässig glän- zende Schlacke, mit einzelnen grossen Blasen- löchern, welche inwendig mit Eisenkörnern be- siet waren. Gew. Verl. 0,08. b) Th. T. Eine zähe geflossene, lichteoliven- grüne, mässig und fettglänzende Schlacke, mit einigen grossen Blasenlöchern, No. 79. SCHÖRL, schwarzer, in grossen sechs- seitigen Säulen; aus Grönland. a) K.T. Eine grünlichgraue, in Splittern durch- scheinende Schlacke; äusserlich mit einer grauen matten, Haut und einigen. Eisenkörnern. Gew. Verl. 0,07, 5). Eh. T. Eine-dichtgeflossene, olivengrüne, ın Splittern durchscheinende Schlacke, mit runz- licher Oberfläche. No. 80. SERPENTIN, schwärzlicher, von Zödlitz. a) K. T. Hartgebrannt, äusserlich mit einer Eisenhaut, nebst kleinen Eisenkörnern; im Bruch splittrig, matt, und von grauer Farbe. Gew. y1 Verl. o, ı2. schw 5) Th. T. Hartgebrannt; die Oberfläche aus| de dem Eisenschwarzen bis ins Kupferrothe sich ver- Be. laufend, schimmernd, zum Theil glasirt;: im' Bruche nach den Seiten zu ebenfalls eisenschwarz, N in der Mitte aber lichtegrünlichgrau, eben und matt. No. 81. SMARAGD; aus Peru.. e a) K.T. Halbgeschmelzt, unter Beybehaltung En der, wiewohl.etwas verünreinigten, grünen Far-| pe be; undurchsichtig, mit einzelnen Eisenkörnchen. u b) Th. T. Ein klargeflossenes, Srünlichweisses, x Glas, hie und da mit braunen Stralen.| Mn braun No. 82. SMARAGD? orientalischer.(vielleicht grüner Sapphir 2).| No, eo) K.T. Die Form ganz unverändert; die Far-| ner; be war etwas trüber geworden,‘ und zog sich ins| 0) K Graue.‘Die Oberfläche zum Theil mit einer| Bisenk sunzligen Haut überzogen;‘einzelne Stücke| dem schillernd.| m 2) Th. T. Form und Glanz, wie zuvor; un- im Bin durchsichtig; die grüne Farbe war zum Theil in Ami Weils übergegangen, und dasSchillern an einigen| noch deutlicher.| Not, . No. 83. SPinELt.| fondert a) K. T;.Unverändert," ausser dafs die Ober- yKı lläche etwas trübe und schmutzig geworden. Kein N Gew. Verl. be v Karen ber- ein Eu. b),Th. T.. Ein Theil war unvollkommen zur schwärzlichbraunen Schlacke geflossen, in welcher die übrigen Stücke, mit beybehaltener Farbe und Durchsichtigkeit, impastirt waren. No.84. STRALSTEIN, gemeiner grüner; vom St. Gotthard. a) K.T. Ausserhalb mit einer Eisenhaut über- zogen, und mit häufigen Eisenkörnern belest; inwendig eine graue, matte und blasige Schlacke. Gew. Verl. 0,04. db) Th. T. Zu einer, im Bruch grünlichgrauen, fasrigen. Schlacke geflossen, die Oberfläche in braunen Stralen kryscallisirt. No. 85. STRALSTEIN, gemeiner lauchgrü- PA ner; von Pehrsberg.(Schwed. Hornblenda.) a) K.T. Wie No. 94. a); jedoch mit wenigern Eisenkörnern belegt, und in den'Schaumlö- chern nadelförmig krystallisirt. Gew. Veil. 0,04. 6) Th. T. Eine dichtgeflossene, lauchgrüne, im Bruch feinstralige, oberhalb rothbraune, und blumiskrystallinische Schlacke. No. 86. STRALSTEIN, gemeiner, in abge- fonderten parallelen Stängeln; aus Kärnthen. a) K.T. Eine bläulichgraue, matte Schlacke; voller Blasenlöcher,‘mit Eisenköinern belegt. Gew. Verl. 0.04. 1} 6)"Th. T. Eine dichtgeflossene, grünlichweisse, ug im Bruch. undeutlich stralige Schlacke, obenauf I in feinen, braunen, gestricktzusammengehäuften“u Nadeln krystallisirt.} A,$ No. 87. STRALSTEIN, glasartiger, nadelför-| 16 miger, von einer, zwischen dunkelberg- und schwarzgrünen Farbe; von Zaberg. No, a) K. T. Wie No. 86.a). Die Haut war an| te, mehrern Stellen kupferglanzig, Gew. Verl. 0,12. d) Th. T. Eine dichtgeflossene, graulichweisse,| undurchsichtige, oberhalb braungelb marmorirte| i Schlacke. Me ‚£ komn No. 88. STRALSTEIN, glasartiger, nadelför- nit] miger, weisser; von Taberg. N a) K. T. Eine zur Kugel geflossene, graulich-| apke weisse Masse, oberhalb mit einzelnen, flachlie-| che, genden, glänzenden Stralen, unterhalb mit Eisen-| lin körnern; im Bruch uneben, mattund rauh, hie| und da stralig. Gew. Verl. 0,20.| b) Th. T. Eine dichtgeflossene, grünlichweisse Mk Schlacke, mit grünlichgelber, sehr feinblumiger Be. und mit kleinen sternförmigen Puncten schim-|)K mernder Oberfläche; im Bruch feinfasrig und| Chr| glänzend," No. 89. STRALSTEIN,, prismatischkrystalli- No, sirter, olivengrüner; aus Dauphine, a) K. T. Die Stücke waren nicht geflossen,|‘KT sondern nur fest an einander gebacken; äusserlich Wh an Be ei er A ee, för- ‚lich- hlie- Isen- hie elsse niger ‚him und el; ich J eisenschwatz, mit ausgesinterten Eisenkörnchen; inwendig stahlgrau, feinerdig und matt. Gew. Verl. 0,15. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, sehr glänzen- des, schwarzbraunes, in Splittern durchscheinen- des Glas, mit flachmuschlichem Bruch. No. go. STRALSTEIN, plismatischkryftallisir- ter, dunkelschwärzlichgrüner; vom Xillerthal in Tyrol. a) K.T. Eine zur Kugel dichtgeflossene, hell. ’ grünlichgraue, undurchsichtige, im Bruch voll- kommen stralige, und mässig glänzende Schlacke, mit Eisenkörnern umgeben.. Gew. Verl. 0,06. d) Th. T. Eine dichtgeflossene, inwendig fast aplelgrüne, undurchsichüge, starkglänzende Schla- cke, mit muschlichem Bruch; mit braun- und gelbmelirter Oberfläche. No. gi. STRONTIANIT. a) K.T. Die Form ungeändertt, hartgebrannt, matt, sehr ätzend. Gew. Veıl. 0,31. a) K.T. Ein klargeflossenes, hellgrasgrünes (zlas.: No. 92. TALK, grünlichweisser; vom St, Gotthard. a) K.T. Hartgebrannt, schiefrig zerklüftet, grau. weils, an ein paar Stellen leicht angeschmelzt. b) Tlı. T. Gelblichweifs, hartgebrannt, schie- frig zerklüftet: Gew. Verl. 0,05. No. 93. TALK, venedischer. a) K. T. Hartgebrannt, schiefrig, bläulichgrau, zum Theil mit rotheım Anflug. Gew. Verl. 0,08. db) Th. T. Ebenso; die Farbe braun, dem ver- witterten Glimmer ähnlich. No. 94. TorAs; aus Brasilien. a) K.T. Weilsgebrannt, matt, undurchsichtig, mit erdigem und, nach der Länge, feinstreifigen Bruch. Gew. Verl. 0,20. db) Th. T. Ebenso, mit abgesprungenen dünnen Schiefern. No. 05. ToPpAs; vom Schneckenstein. a) K. T. Wie No. 94. a). Gew. Verl. 0,20. b) Th. T. Wie No. 094.d) Gew. Verl. 0,20. No. gb. TREMOLITH, straliger; vom St, Gotthard, a) K.T. Eine grauweisse, rundgeflossene, un- durchsichüge Schlacke, von blättrigem Gefüge, und auf der Oberfläche kıystallinisch stralig. Gew, Verl. 0,05. b) Th. T..Eine dichtgeflossene, grünlichweisse, auf dem Bruch stralige, und wenig slänzende ’ oO Schlacke. No. 97. nernd migpt No, 0) 1 äusser undur )" davo No «) K ander o undma lich im Vell.o, ) Th, grau mit N, 109, Khle- ichtig, figen innen 0, Ds No. 97. TRIPEL; von Menil- Montant.(Das Mut- tergestein des sogenannten blauen Pechsteins.) a). K,.1.: Eine hartgebrannte und sehr zusam- mengezogene, schwarzgraue, feinporöse Schlacke. d) Th. T: Aeusserlich bräunlich und schim- mernd, im Bruch gelblichgrau, matt, und schwam- migporöse. Gew. Verl. 0,20. No. 98. Tur MALIN, ‚grüner, durchschei- nender; aus Brasilien. a) K.T.: Hartgebrannt, die Seiten eingedruckt, äusserlich schwarzbraun ‚ inwendig grünlichgrau, undurchsichtig und mätt. Gew. Verl. 0,10. b) Th. T. Ebenso; die Farbe schwärzer; die davon berührte Stelle des Tiegels braun glasirt. No. gg. Tur MALIN, schwarzer; aus Spanien, a) K.T. Hartgebrannt; die Krystalle anein- ander gebacken; äusserlich schwarz, queerrissig, und matt; inwendig dunkelgraulichweifs, musch- lich im Bruch, wenig- und fettglänzend. Gew. Verl.o,1;5. 2) Th. T. Aeusserlich ebenso; im Bruch stahl. grau mit etwas minderm Glanze, und feinporöse. No. 100. TurMmatın„ Schwarzer; aus dem Zillerthal. a) K.T. Sehr unförmlich geworden; äusserlich WieNo.gg. a), inwendig dunkel rauchgrau, musch- lich und fettglänzend, — 94— db) Th. T.. Zähe'auseinandergeflossen, hell- - braun, unducchsichtig, mit mässigem Fettglanz.|\ No. 101. UMBRA, aus dem Göllnischen.| M a) K.T. Ein dichtgeflossenes, im Bruch bläu- M! lichgraues, opalartiges, in kleinen Splittern durch-|| scheinendes Glas, von ziemlich starkem Fett-| slanze; mit einer grauweissen, durch kleinste| ü Schaufehlischeh feinpunctirten Rinde; unterhalb ven, mit einem beträchtlichen Eisenkorne, das sich von| mit, selbst abgesondert hat. Gew. Verl. 0,33.)) b) Ih. FE. Ein. dichtgeflossenes, schwarzse Glas; sch obenauf mit einer zartblumigten und sternförmig-|| stialigen Eisenglanzdecke.| { No. 102. UMBRA; aus Cypern.. a) KT. Ebenso, wie No. 101. a); ausser, dafs| die Rinde noch dichter punctrt, und die innere| Farbe hellrauchgrau war. Gew. Veıl. 0,33.|| b) Th. T. Ebenso, wie No. ı01. b).| Ä No. 103. VEsuvIan, hellbrauner. we a) K.T. Ein dichtes, klares, starkglänzendes, fast farbenloses Glas, mit einer etwas trüben, und No.10 aus selır kleinen, niediigen, mit vier dreyseiti-| a) K, gen, höchst feingestreiften Flächen zugespitz-| Schtige ten, Erhöhungen, drusigt gebildete Rinde; an Ba der untern Seite mit häufigen Eisenkörnern. Gew. Me Th, Verl. 0,25. ch die a u Meinen—_ nn EEE TE TEE ER EEEIETERERETEENE TER BETTER ich von ‚Glas; rmig- Innere db) Th. T. Ein dichtgeflossenes, sehr dunkeloli- \ vengrünes, starkglänzendes, im Bruche- flach- muschliches Glas. No. 1064. VULKANISCHE ASCHE;(von dem Ausbruch des Vesuvs, im Sommer 1794. ın Neapel gesammelt.) a) K.T. Ein dichtgeflossenes, schmutzigoli- vengrünes, in Splittern durchscheinendes Glas, mit einigen Eisenkörnern. Gew. Verl. 0,10. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, bräunlich- schwarzes Glas. No. 105. WAcKE; von Joachimsthal, a) K.T. WieNo.7:a). Gew. Veıl. 0,15. Anm. Dieselbe Probe ward, nach abgesonderten Eisen- körnern, aufs neue in einem Kohlentiegel ins Feuer gebracht. Sie kam aus selbigem knolligtgestaltet zu- rück; ausserhalb mit einer schimmernden, schwarz- grauen Rinde; im Bruch war diese Rinde etwas glän- zend; die innere Masse aber war lichtegrau, und dichter, als zuvor geworden. 6) Th. T. Wie No. 7. b). N0.106. WALKERDE, echte; von Hampshire. a) K.T. Eine dichte, dunkelgraue, undurch- sichtige Schlacke; mit häufigen Eisenkörnern. Gew. Veil. 0,25. b) Th. T. Eine dichte, schwärzlichgrüne Schla- cke; die glatte Obeifläche röthlich puneuürt. CG0 4 No. 107. WITHERIT;, von Anglezark. a) K.T. Bey wiederholten Versuchen fand sich jedesmal der innere Kohlentiegel vom Witherit zum gröfsten Theile verzehrt; und war dieser daher mit der von ihm berührten Stelle des Thon- tiegels, welcher zum Einfuttern des Kohlentiegels diente, in eine unvollkommene Schmelzung übergegangen. db) Th. T. Ein grünes, etwas trübes; und schau- miges Glas. No. 108. ZEOLITH, dichter, kieselartiger, Prehnit); aus Schottland. ? a) K.T. Eine dichtgeflossene, dunkelgraue, undurchsichtige Schlacke,-im Bruch unvollkom- men muschlich, und stark schimmernd; mit einer Eisenhaut und wenigen Eisenkörnchen. Gewichts- Verl. 0505. b) Th. T. Eine dichtgeflossene, seladongrüne, undurchsichtige, imBruche schimmerndeSchlacke; auf der Oberfläche olivengrün. No. 109. ZEOLITH, straliger; von Jrerröe. a) K.T. Zu einer unförmlichen, graulichweis sen, durchscheinenden, schaumigblasigen Schla- cke aufgeblähet. Gew. Verl. 0,16. )) Th. T. Ebenso, aber schneeweifs. in] Fettg hie Verl h weiss Glas, Ober ande No 0) yT trüber, a)K veilsgra worden, Ih d si then dieser Thon- tegels zung schau. tiger, taue, Ikom- einer chts- une, ackg; — 37— No.ııo. ZEOLITH, vulkanischer, grauer;(nach Hrn. v. Fichtel;— nachAndem: zeolithischer Pechstein;—) vom Berge Pap-La/so, bey Telkebanya. a) K.T. Ein dunkelschwarzgraues, an den Kan- ten'helldurchscheinendes Glas, im Bruche mit Fettslanz, und einzelnen Blasenlöchern; äusserlich hie und da sehr kleine Eisenkörnchen. Gewichis- Verl. 0,05. b) Th. T. Ein dichtgeflossenes, hellgraulich: weisses, Aurchscheinendes ‚„ nicht ganz klares Glas, mit sehr kleinen Schaumbläschen; die glatte Oberfläche starkglänzend, mit braunrothen ausein- andergeflossenen Flecken achatartig gezeichnet. NO. 311. NZEOLITM, vulkanischer, rother, Ebendaher. a) K. T. Wie No, ıı10. a). 5) Th. T. Wie No, 110, b) nur noch etwas trüber. No. 112. Zırkon; von Zeylan. a) K. T. Unverändert; ausser dafs die Farbe weilsgrau, und die Oberfläche etwas trüber ge- worden. Kein Gew. Venl. b) Th. T. Unverändert; die srünliche Farbe meist verschwunden, und statt deren röthlich, bläulich, und zum Theil ganz weils, gefärbt, Einige Stücke spielten mit einem weißslichen Lichtschein, Kein Gew. Verlust. Von dem Nutzen, welchen diese Schmelz- versuche in mehrerley Rücksicht gewähren kön- nen, willich nurEines und Anderes bemeiklich machen. Wir finden, bey der ehemals beliebtern Ein- theilung der Stein- und Erdarten in schmelz- bare und unschmelzbare, mehrere derselben als schmelzbar aufgeführt, die es doch für sich selbst nicht sind, sondern es erst, unter Mitwirkung fremder Ursachen, werden. Wenn wir daher den Strontianit, den Bitterspath, den Braunspatlı, den Marmor, und sämmtliche Kalkstein- Arten, in Schmelztiegeln sich, verglasen sehen: so ist es hier die Thonerde aus den Thontiegeln,: welche durch ihren Zutritt das Fliessen jener an sich un- schmelzbaren Steinarten verursacht. Bey andern liegt dagegen der Grund der Ver- glasung in deren Eisengehalte; indem der Eisen- kalk ebenfalls das Schmelzen vieler, ausserdem unverglasbaren Mischungen befördert. In Koh- lentiegeln kann folglich diese Verglasung nicht statt haben; weil hier der Eisenkalk die Verglasbarkeit dadurch verliert, dafs er sich zu metallischem Ei- sen herstellt, nnd als solches nicht weiter mit den unmetallischen Erden in chemischer Auflösung oder Verbindung bleiben kann, sondern sich durch eine Saigerung davon absondert. Ein hieher gehörendes Beyspiel stellet der Basalt dar, welcher insgemein als ein für sich BETTER sehr abse zugle mung nemli dem V ten P] Aulen Mel, keit - den ung ich der sich und[>] Deep J sehr leicht zum schwarzen Glase fliessender Kör- per angeführt wird. Diese Schmelzbarkeit des Basalts hat aber nur unter der Bedingung statt, dals sein Eisengehalt nicht Gelegenheit findet, sich zu reduciren und auszuscheiden;‘denn nach dem Austritt desselben ist die übrige Masse des Basalts nicht mehr verglasbar, sie erscheint jetzt, unter dem Glase betrachtet, als ein fast ganz zer- fressener Körper, und geht erst im fortgesetzten heftissten‘Feuer, in einen schlackenartigen Zu- stand über. Merkwürdig ist nicht allein die in Kohlentie- geln so vollständige Reduction des Eisens, aus Fossilien, die davon oft nur eine sehr unbedeu- tende Menge enthalten, als: Bimstein,, Glimmer; sondern dafs selbst Steinarten, die gar nicht zum wirklichen Schmelzen kommen, ja kaum einmal erweicht zu werden scheinen, als: -Bergholz, Chrysolith, der braunrothe Halbopal, Pra- sem,'Serpentin, den grössten Theil ihres Eisen- gehalts dennoch, gleichsam durch Ausschwitzen, absetzen. Die Menge des gefundenen Eisengehalts kann zugleich, in zweifelhaften Fällen, zur Beflim- mung der Classification im Systeme dienen; ob nemlich ein Fossil, dessen metallischer Gehalt, dem Verhältnisse nach, noch unbekannt ist, sei- nen Platz’ in der Classe der Erden und Steine er- halten müsse,‘oder ob’ es dem Eisengeschlechte Ga einzuverleiben sey. Dieser Fall findet bey der Umbra statt. Von hundert Theilen der Umbra aus Gypern blieben 67 zurück; und hiervon betrug das reducirte Eisenkorn 37, die Glasschlacke aber nur 30. Von hundert Theilen der cöllnischen Um- bfa waren ebenfalls 67 geblieben; davon dasEisen 35, und die Schlacke 33, betrug. Es verdient daher dieses Fossil einen Platz unter dem Eisen- Seschlechte, mit ebenso vielem Rechte, als man- che andere, am Gehalt ihm noch nachstehende, Eisenerze; und zwar entweder als eine besondere Art des Braun-Eisensteins, oder als eine Abän- derung des Braun-Eisenockers. Ferner dürften, bey Gebirgsarten,, bey wel- chen die Erforschung des, von der Natur'an- sewandten Bildungsmittels, derselben die Mei- nungen noch gegenwärtig theilet, die Resultate der Feuerproben nicht ganz unfruchtbar seyn; ja, es kommt mir vor, dafs letztere, bey diesem Gegenstande geologischer Untersuchungen, fast noch entscheidender seyn mögten, als selbst die Analyse auf nassem Wege. Obschon es gänzlich wider meine Absicht ist, mich in diesen Streit mit zu verilechten, so glaube ich doch, deshalh meine individuelle, von fremder Autorität unab- hängige, Meinung nicht verhelen zu dürfen: dafs ich nemlich weder den wahren Basalt, noch die mit ihm verwandte Wacke, noch den Porphyr- schiefer, für Ausgeburten des Feuers halten kann. a über dal, deren übers stein dals and liche B derun, tigkeit Bestan schritt eines 7 Fingerz dEY der Und betrug e aher ‚Um- Eisen lient lisen. man. ende, dere \bän- wel- an- Mei ıltate eyN; sem fast ‚die Jich treit Zu dieser Ueberzeugung finde ich mich, sowohl durch-eigene Ansichten-basaltischer Gegenden, besonders des böhmischen Mittelgebirges, als auch durch das Verhalten der ‚genannten Gebirgsar- ten im Feuer, bestärkt. Was hingegen die Erzeugung des Obsidians, des Bimsteins, des sogenannten vulkanischen Zeo- liths(welchen letztern Andre zu den Pechsteinen zählen‘), u.s. w. betrifft, so begebe ich mich hier- über gern des eigenen Urtheils; und erinnere nur, dals, bey Abwägung der Gründe für und wider deren vulkanischen Ursprung, der Umstand nicht übersehen werden möge, dafs Obsidian und Bim- stein durchaus einerley Feuerproducte geben, auch dafs zu Lipari beyderley Steinarten nicht nur ein- ander begleiten, sondern auch nicht selten in wirk- licher Vermengung vorkommen. Bey den vielen, mit den chemischen Zerglie- derungen auf nassem ‚Wege verknüpften Schwie- rigkeiten, welche unsern Kenntnissen von den Beständtheilen der Fossilien nur langsame Fort- schritte erlauben, kann die kürzere Feuerprobe eines noch unbestimmten Fossils zum vorläufigen Fingerzeig, auf die im Systeme ihm zukommen- de Stelle, dienen; wie auch da, wo die äussere Charakteristik nicht hingereicht, und vielleicht irre geführt hat, auf die Nothwendigkeit der Be- ichtigung aufmerksam machen. So ergiebt sich aus vorstehenden Resultaten schon allein, dafs G5 z.B. das Aatzenauge kein Feldspath sey; dafs der_— Leucit nicht zu den Granaten, auch eben'so we- mig zu den Feldspathen, gehöre; dafs der braun- rothe Halbopal oder Telkebanyer Stein, nicht mit dem verglasbaren Pechsteine, wohin man ihn,- wegen seiner gänzlichen Unduxchsichtigkeit, hat stellen wollen, verwandt sey; dafs der Granatit nicht ec! den Granaten, der Gyanit nicht dem Stralsteine, die Chloriterde nicht demGlimmer, beygezählt wer- U den können. 5 Dem unerachtet darf in diesen Folgerungen nicht zu weit gegangen,: noch weniger, aus dem blossen: Verhalten eines Fossils im Feuer, auf dessen Bestandtheile ein gewisser Schlufs gemacht werden;‘denn dazu ist die Zergliederung auf'nassem Wege durchaus nur‘der’ einzige sichere Weg. 3 5 S eir lind win] x| Rab unfü den: Zeit, Grant eiford der L | vorgfl Itmen ulyı [3 der OR. Tau. dem gen len icht ine, WEI- ngen dem auf 1 acht sem J 3 LE: Zergliederung des schwarzgrauen Feuersteins. Es die, einer chemischen Zergliederung zu unterwerfenden, härteren Steinarten in den dazu er- forderlichen Zustand’ eines höchst feinen Pulvers zu versetzen, bediene ich mich einer Reibeschale, welche, nebst dem dazu gehörigen Reiber, aus schwarzgrauem Feuerstein gearbeitet ist. Nach- dem der darin feinzureibende Körper zuvor in einem polirten stählernen Mörser zerpulvert, ge- linde ausgeglühet, und genau abgewogen worden, tränke ich ihn mit Wasser ein, und setze das Reiben solange fort, bis das Steinpulver völlig unfühlbar geworden ist. Hierzu gehört, nach den Graden der Härte, eine kürzere oder längere Zeit, so dafs von den härtern Edelsteinarten 100 Grane oftmals ein drey- bis vierstündiges Reiben erfordern. Nächdem die feingeriebene Masse an der Luft, oder in gelinder Wärme, wieder aus- getrocknet ist, glüheich das aus der Reibeschale sorgfältig gesammelte Steinpulver, in einem sıl- bernen oder porzellanen Tiegel, gelinde aus, und wiege es wieder. eh 4—— bey Steinarten, deren Härte die des Feuer- in r steins nicht übertrifft, findet sich dann blofs das un erste Gewicht wieder. Härtere Steinarten hinge- Bei gen erhalten eine Gewichtszunahme, die bey#| einigen Edelsteinarten, als Sapphir, Demant-| R spath, Chrysoberyll, aufs Hundert oftmals ı0 em> bis 13 beträgt. halbe Da nun solche Gewichtszunahme nothwen- 5 61 dig von der Summe. der Bestandtheile des zerleg- weil ten Körpers wieder abgezogen ‚werden mufs: so| bedarf es einer richtigen chemischen Kenntnifs. geit desjenigen Stofls, woraus das Reibegefäls besteht. älzel Enthielte nun der Feuerstein, neben seinem nen Hauptbestandtheile, der Kieselerde, noch ander- het; weitige Erden in derjenigen Menge, welche die kan mineralogischen Schriftsteller davon angeben,| bie und wovon die Alaunerde allein 18 bis 20 im Hun- ohne dert betragen soll; so würde dessen Anwendung keita zu Reibeschalen für harte Steinarten nicht sehr zu c empfehlen seyn. Ueheı Durch eine genau und wiederholt angestellte nacl Zergliederung des Feuersteins habe ich mich aber gesüf überzeugt, dafs dieMenge der darin die Kieselerde d) begleitenden, fremden Erden bey weitem nicht so lies,} beträchtlich ist, sondern dafs vielmehr die ganze eine hr: Summe derselben überhaupt nur in einem Grane vieler besteht. In diesem Betracht würde man es mit legen] Recht für eine übertriebene Subtilität halten, bey| 4 den vom Feuersteinmörser abgeriebenen wenigen Be. a a. Granen, ausser der Kieselerde, auch noch die kleinen Bruchtheilchen. der anderweitigen Erden mit in die Abzugsrechnung bringen zu wollen. a) 500 Gran Feuerstein, in gröblich zerklopf- ven Stücken, wurden in einem’ Decktiegel'eine halbe Stunde lang geglühet. Sie.hatten dadurch 5 Gran am Gewicht verlohren, und waren grau- weils geworden. b): 100 Gran Feuerstein, zum feinsten Pulver gerieben, wurden mit dreyfachem Gewichte des ätzenden Pflanzenalkali gemischt,‘und im silber- nen Schmelztiegel eine halbe Stunde lang geglü- het; wobey jedoch die Mischung nicht zum Fluls kam, sondern nur eine lockere bröckliche Masse blieb: Mit Wasser überzogen, lösete sich alles ohne Rückstand zu einer etwas trüben Flüssig- keit auf. c) Aus dieser Auflösung'wurde‘, durch Uebersättigung mitSalzsäure, die Kieselerde gefällt, nach hinlänglicher Digestion abgeschieden, aus- gesüfst und geglühet. Sie wog 97 Gran. d) Die davon’abgeschiedene saure Flüssigkeit liefs, nach Sättigung mit mildem Mineralalkali, eine bräunliche Erde fallen, welche in Salzsäure wieder aufgelöset, noch Kieselerde zurück liefs, die geglühet ı Gran betrug. e) Die davon befreyete salzsaure Auflösung gab, mit ätzendem Ammoniak, einen braunen schleimartigen Niederschlag, welcher, noch feucht in Aetzlauge getragen, Eisenkalk zurück liefs,: det geglühet in# Gran bestand. f) Nach abgesondertem Eisengehalte wurde die Aetzlauge.:mit Salzsäure übersetzt,: alsdann mit mildem Weinsteinalkali gesättist, und in die Wärme gestellt. Es fiel ein geringer AntheilErde, welche gelinde getrocknet 3 Gran wog, und, mit Schwefelsäure aufgelöset, zu Alaunkrystallen an- schofs. Im wasserleeren Zustande würde diese Alaunerde 4 Gran betragen haben. g) Aus sämmtlichen Aussüfsewässern,, nach- dem sie bis zur Trockne abgedampft und die Salz- masse wieder in Wasser aufgelöset worden, son- derten sicli noch Gran einer Erde ab, welchein Salzsäure brausend zeıging, nach hinzugetropfter Schwefelsäure'aber sich zu Selenit bildete... Es war also Kalkerde, welche im gasleeren Zustande '3 Gran betragen haben würde, Die Bestandtheile des ‚Feuersteins betragen also im Hundert: Geglühete.Kieselerde, c)- 97 ee| r 209 ——,’Kalkerde, 8).-- N. 0,50 Ser Alaunerde, Az:= 0,25 Geglüheter Eisenkalk e)_- R& 0,25 Im Feuer flüchtige Theile a)- RER 100. a eucht „det Chemische Versüche über den Demantsp.ath. Erster Abschnitt.*) Lie unerschöpfliche Natur scheint gleichsam sich vorgesetzt zu haben, den Eifer der Naturforscher, in Auffindung, Untersuchung und Classification. der Producte des Mineralreichs, durch Darlegung neuer, bisher unbekannt gebliebener Arten, für welche in den künstlichen Systemen der schickli- che Platz nur zu oft verfehlt wird, in Thätiskeit erhalten zu wollen: eine Wahrheit, welche ich an dem Demantspath ganz vorzüglich bestätigt ge- funden habe. Das Vaterland dieser Steinart ist China und Bengalen, aus welchen beyden Ländern solche zu- erst, für das berühmte Kabinet des Hesrn Charles Francis Greville in London bestimmt, nach Euro- pa gebracht worden. Die ihr von engländischen } ne... er* ı* *) Vorgelesen in der Königl. Akad. d. Wissensch. zu Berlin, 3. Recherches chymiques sur le Spath adamantin, in den Memoires de!’ Acad. royale etc. Asut 1786. jusaqua la fin de 1787: Berlin 1792. Naturforschern gegebene Benennung Demantspath (Adamantine Spat), hat ihren Grund nicht allein in der ungemeinen, dem Demant ähnlichen Härte des Steins; sondern auch in dessen Anwendung, in- dem die chinesischen und indischen Steinschlei- fer sich des Pulvers dieses Steins, flatt des wirk- lichen Demantpulvers, zum Schleifen bedienen. Die mir bekannte erste öffentliche Erwähnung des Demantspathes findet sich im aten Bande der Analyse chymique et concordance des trois regnes vom Hın. Sage; wo dieser Schriftsteller jenes Fossil für einen, ausFeldspath, schwarzem Schörlund Quarz zusammengesetzten Granit erklärt. Eine bestimm- tere Nachricht haben hiernächst die Herren de la Metherie und Abbe Hauy, im Journal de Physigue des Herın Rozier, vom Januar und März 1787, gegeben und dessen äusseres Ansehn beschrieben. Da sich aber noch Niemand an die chemische Zergliederung desselben gewagt, so hat vorge- däachter Herr Greville die Gefälligkeit gehabt, von seinem Vorrath eine zur Untersuchung hin- längliche Menge aufzuopfern, und mir zu diesem Endzweck zu übersenden. Nach dem zwiefachenVaterlande des Demant- spaths zerfällt er auch in zwey verschiedene Ab- änderungen. Von der erstern derselben, welche in China zu Hause ist, kommen die regelmälsigen Stücke in sechsseitiger Säulenform, ohne End- Spitzen, vor. Die Grösge derer, welche ich ge- sehen, a a Lame nend ein eräl Seite sehr Glin spil sich ge nich sond ritzet Polire — 49 0 sehen, betrug von einem halben bis ganzen Zoll Höhe und 2 Zoll Breite. Die Farbe dieses Steins' ist grau,"mit mehrern Abstuffungen, zum Theil in Haarbraun übergehend, In ganzen Stücken ist er undurchsichtig; in-dünnen Lamellen aber, und an den Kanten, durchschei: nend. Auf dem Bruch ist er glänzend, und zeigt ein feines spätiges oder blättriges Gefüge, wovon er auch schon äusserlich feinstreifig erscheint. Die Seitenflächen sind gemeiniglich mit einer zarten, sehr festansitzenden Rinde von silberglänzenden Glimmerschüppehen, hie und da mit rothen Feld: spathpartikeln untermischt, überzogen; auch fand sich an einem Stücke zarter gelber Schwefelkies an- geflogen. Die Härte des Steins ist ausnehmend::' daher er nicht nur, so leicht als Demant, in Glas schneidet, sondern auch Bergkrystall und andere harte Steine ritzet; ja, wie schon gedacht, zum Schneiden und Poliren der Edelsteine selbst angewendet wird. Sein specifisches Gewicht fand icli: 3,710. Ein zufälliges Merkmal dieses chinesischen De. mantspathes besteht darin, dafs magnetisches Eisen in kleinen krystallinischen Körnern in ihm einge- sprengt ist, welche sich durch den Magnet sehr gut absondern lassen, wenn der Stein zuvor zum mälsig feinen Pulver zerklopft worden. Die zweite Abänderung, der Bengalische oder Indianische Demantspath, von den Einwohnern D u ,. 10: Corundum‘genannt, unterscheidet sich von jener chinesischen durch eine weissere Farbe und ein deutlicheres spätiges Gefüge; wie auch, dafs das hier ebenfalls gegenwärtige magnetische Eisen, in noch kleinern Körnern, nicht eigentlich im Stein selbst eingesprengt ist, sondern nur an dessen äus- sern Seiten ansitzt. Die folgenden chemischen Versuche habe ich mit jenem chinesischen Demantspathe angestellt. Durch ein stundenlanges starkes Glühen verlohr er 13 Procent am Gewicht; fand sich aber dadurch weiter nicht verändert, als dafs er ein wenig weifser geworden war. Vor dem Löthrohr auf der Kohle wurde.er weder vom MineralalkaliÄ, noch vom Borax, noch vom phosphorischen Harnsalze, im geringsten. angegrilfen. Um keine zufällige Verunreinigungen befürch- ten zu dürfen, zerklopfte ich den Stein zwischen vielfachem starken Papiere, auf dem Ambos, las die reinsten Stücke sorgfältig aus, glühete sie, löschte siein Wasser ab, und wiederholte diese Arbeit mch- reremale; fand sie aber ohne Nutzen, und die Härte des Steins dadurch gar nicht vermindert._ Ich rieb ihn in einem achatenen Mörsel zum feinsten Pulver, wog davon 300 Gran, oder 5 Draclımen ab, über- gols dieses Pulver in einer Retorte mit doppeltem Gewicht Goldscheidewasser, und zog, vermittelst starker Digestion ‚seine goldgelbe Eisentinctur aus; welche Digestion noch einmal mit frischer Säure ER — 3 wiederholt wurde. Den aufgelöseten Eisengehalt schlug ich durch ätzendes flüchtges Alkali daraus nieder, welcher, nachdem er ausgesüfst und durch- geglühet worden, gänzlich vom Magnet gezogen wurde. Die übrige Flüssigkeit prüfte ich hiernächst, ob sie Kalkerde enthielt, indem ich siemit mildem flüch- tigen Alkalı versetzte; allein sie enthielt davon gar keine Spur. Die Säure hatte also blofs dasjenige Eisen ausgezogen, welches in dem Demantspathe nur eingesprengt befindlich ist, zur Mischung des- selben aber nicht gehört. Das nach Ausziehung des Eisens rückständige Steinpulver war hellaschgrau. Ich vermischte es mit doppeltem Gewicht Weinsteinalkali, und liefs es in einem silbernen Schmelziegel 2 Stunden lang scharf durchglühen. Die mit deftillirtem Was- ser wieder aufgeweichte Masse zeigte aber bald, dafs noch gar keine Aufschliessung der innern Mischung des Steins geschehen sey; auch liefs die alkalische Solution, nach geschehener Sättigung mit Säuren, gar nichts fallen. Aus anderweitigen Erfahrungen belehrt, dafs zur Aufschliessung oder Trennung der Steinarten vom festern Gefüge, die kaustischen fixen Alkalien eines stärkern Eingrifs, als die milden Alkalien, fähig sind, beschlofs ich, die Arbeit mit jenen zu wiederholen; und bereitete ich mir, zu diesem End: zweck, ätzendes Mineralalkali, mit derjenigen Vor 23 sicht, die zu dessen Erlangung in einem ganz reinen Zustande nothwendig ist. Ich mischte nun das Pulver des Demantspaths mit gleichen Theilen dieses kaustischen Salzes, und liels es im filbernen Tiegel 2 Stunden lang durch- glühen. Die calcinirte Masse, welche sehr fest und hart geworden war, zerrieb ich mit destillirtem Was- ser, übersättigte sie mit Salzsäure, und stellete sie in: Digestion. Die Säure zog nur eine schwachgelbe Tinctur aus ‚, welche noch einen geringen Theil Eisengehalt, von einem erdisen Bestandtheil aber gar nichts, enthielt. Das ‚wiederausgesüfste und durchgeglühete Steinpulver hatte nun eine hellgrau- weilse Farbe, und wog 2340 Gran. Es waren also 60 Gran, als der fünfte Theil des ersten Gewichts des rohen Steins, für das eingesprengt gewesene, und nun durch Säuren weggeschafte Eisen zu rechnen. Diese 240 Gran versetzte ich nunmehr mit vier- fachem Gewichte des kaustischen Mineralalkali, und glühete es im filbernen Tiegel.;5 Stunden lang so scharf, als es nur der Tiegel, ohne selbst zu schmel- zen, vertrug. Nach dem Erkalten fand ich: die Masse so fest und hart,‘dafs ich sie durch ein lang- wieriges Kochen in destillirtem Wasser aufweichen mufste, um sie auf ein Filrum zu bringen. Die alkalische Auflösung liefs diesesmal, nach Sättigung mit Salzsäure, eine weilse und sehr lockere Erde fallen, welche ich, der Regel nach, vorläufig für Kieselerde hielt. Allein, das war sie nicht; denn vele selbı Mir 5 St wie| bezei auflös Alleı le au ER sie lösete sich, duxch ein geringes Uebermafs der Säure, schnell wieder klar auf, und durch fernere Prüfungen erwies sie sich vielmehr als Alaunerde, Durch genaue Sättigung der Auflösung mit Wein- fteinalkali stellete ich sie wieder als einen Nieder- schlag her und sammelte sie. Das im Seihepapier gebliebene Steinpulver hatte jetzt eine Isabellfarbe, und war lockerer geworden. Ich übergofs es mit 4 Theilen Goldscheidewasser, womit es aber bald zu einer starken Gallert gerann. Als ich noch 4 Theile hinzugefetzt hatte, stellete ich die Mischung in kochende Digestion; worauf ich sie mit heissem Wasser verdünnete, filtrirte, und daraus, durch Sättigung mit Weinsteinalkali, eine lockere weisse Erde niederschlug, welche sich gleich- falls als Alaunerde erwies. Mit dem von diesem Procefs übrigen Steinpulver, welches noch 140 Gran wog, wiederholte ich die- selbe Arbeit, indem ich es mit4 Theilen kaustischen Mineralalkali verfetzte, und im silbernen Tiegel 5, Stunden lang stark durchglühete. Die Masse war, wie beim vorigen Versuch, sehr hart geworden, und bezeigte sich selbst im kochenden Wasser schwer auflösbar. Die davon abfiltrirte Lauge liefs eben- falls eine lockere weisseErde, durch Salzsäure fallen, die auch ebenso in mehrerer Säure sich wieder ganz klar auflösete. Nachdem ich sie durch mildes Alkali wieder als einen Niederschlag hergestellt hatte, sam- D 3 i melteich sie, und fügte sie der vom vorigen Proccfs erhaltenen hinzu. Den, nach abgeschiedener alkalischen Lauge, im Seihepapier verbliebenen Rückstand behandelte ich ebenso, wie vorgedacht, mit Digeriren in Gold- scheidewasser, und schlug die wenige Erde, die davon ausgezogen worden, mit Weinsteinalkali nieder. Das unzersetzte Steinpulver, welches jetzt 103Gran wog, unterwarf ich einer abermaligen fünfstündi- gen Calcination, nachdem ich es zuvor mit vierfacher Menge ätzendes Salz gemischt hatte. Der Erfolg war, wie beim vorhergegangenen Procefs. Aus der Qiltrixten alkalischen Auflösung der mülsam aufge- _ weichten Masse fiel durch Säuren etwas lockere Erde nieder, die in mehrerer Säure wieder zerging, durch Alkali aber aufs neue dargestellt und ge- sammelt wurde. Den ausgesüfsten Rückstand, welcher jezt 92 Gran wog, stellete ich diesesmal mit 6 Theilen Sal- petersäure in Digestion. Das Pulver des unzerleg- ten Demantspaths lag, wie gewöhnlich, als ein schwerer, feiner Sand, zu Boden. Als aber die Mischung ins Kochen kam, bemerkte ich eine uner- wartete Veränderung; das Pulver quoll auf, begab sich vom Boden des Kolbens nach der Oberfläche der Flüssigkeit, und verwandelte sein sandartiges Ansehen in die Gestalt eines lockern flockigten Nie- deischlags; ungefähr, wie frischgefälltes Hornsil- BET No « _— 5— ber erscheint. Bei fortgesetzter Digestion aber fiel es wieder als Pulver aus einander. Diese Säure hatte ebenfalls etwas Alaunerde ausgezogen, welche durch Weinsteinalkali gefällt und gesammelt wurde. Mit dem rückständigen Steinpulver, welches ge- glühet 74 Gran wog, wurde die nemliche Behand- lung wiederholt; ich stieg aber im Verhältnifs des kaustischen Salzes, als wovon ich diesesmal ein sechsfaches Gewicht nahm. Nach fünfstündiger Calcination fand sich die erkaltete Masse, wie bisher immer, nur mit Mühe im kochenden Wasser er- weichlich. Nach dem Durchseihen schlug sich jetzt durch Säure ein geringerer Theil lockre Erde nieder, die aber auch diesesmal noch keine Kieselerde war; undausdem rückständigen Steinpulver zog kochende Salpetersäure ebenfalls noch Alaunerde aus. Das, nach diesen mchrmaligen scharfen Calcina- tionen mit Alkali, noch rückständige Steinpulver wog, geglühet, 60 Gran. Es hatte jetzt das Ansehen einer feinen Kieselerde, und, um es darauf zu prü- fen, mischte ich es mit einer Unze milden Mineral- alkali, calcinirte es im silbernen Tiegelchen scharf, und brachte es endlich zum Fliessen. Ich lies den Tiegel unbedeckt, weil ich. die Absicht hatte, Acht zu geben, ob das Gemenge, während des Angrifs des milden alkalischen Salzes, aufbrausen, und dadurch eine kieselartige Natur verrathen würde, Das Schmel- zen ging aber ohne das geringste Aufschäumen vor DA4 sich, und hierdurch überzeugte ich mich, dafs jene Erde noch keine freie Kieselerde war. Die geflossene Masse bezeigte sich, nach dem Erkalten, ebenso schwer in Wasser auflöslich, wie immer. In der wiederabgeschiedenen alkalischen Lauge fand ich diesesmal fast garnichts aufgelöset, und sie blieb, nach Sättigung mit Säuren, ganz klar, bis auf einige kaum bemerkbare Flocken. Dem wiederabgesüfsten Steinpulver trachtete ich Jetzt durch starke Schwefelsäure etwas abzugewin- nen, übergofs es daher mit achtfachem Gewicht der- selben, zog diese mit Vorsicht wieder bis zur Trockne ab, brachte den mit heissem Wasser aufgeweichten Rückstand aufs Filtrum, und sättigte die saure Flüs- sigkeit mit Weinsteinalkali; erhielt aber auch, hier eine nur unbeträchtliche Spur Alaunerde. Bei dieser grofsen Hartnäckigkeit des Restes vom Demantspathe, als welcher durch die letzte Behand. lung kaum einen Gran verloren hatte, nahm ich wie. der meine Zuflucht zum kaustischen Mineralalkali, mischte das Pulver Jetzt mit einer zehnfachen Menge desselben, liefs es zuerst 4 Stunden lang calciniren, verstärkte dann das Feuer bis zu dem Grade, dafs die Masse zum dünnen Flufs kam, und erhielt sie darin 3 Stunden lang. Länger wollte das silberne Schmelz- gefäfs dem Feuer nicht widerstehen, es nahm Scha- ‘den, doch ohne Nachtheil oder Verlust der Masse, welche mit Mühe in Wasser aufgeweicht und filtrirt wurde. a> nn== SEE Bun I TE fernen—— mi Mer acht Wiee Lau: niede kein\ Mı Misch \ieder: Inn Aha] am “al, tne Diese alkalische Auflösung liels, mit Säuren ge- sättigt, eine zarte Erde fallen. Allein, auch diese war noch keine Kieselerde; sie verschwand wie- der durch ein geringes Uebermafs von Säuren, fiel aber, nach Herstellung des Sättigungspunktes durch Alkali, aufs neue nieder, worauf sie gesammelt, aus- gesüfst, und den von vorigen Processen erhaltenen Niederschlägen beigefügt wurde. Das rückständige unzerlegteSteinpulver, welches jezt-wieder eine Isabellfarbe hatte, übergofs ich mit 4 Theilen Salpetersäure. Die Mischung verdickte sich zur Gallert; ich setzte daher noch 4 Theile Salpetersäure hinzu, digerxirte sie kochend, sätügte die mit Wasser verdünnete und filtrirte Auflösung mit Weinsteinalkali, und that den davon entstande: nen Niederschlag zu den vorigen. Jetzt betrug die der Zerlegung Menge des Demantspathes 34 Gran, welche ich nun mit ı5 Theilen ätzendes Mineralalkali versetzte, und 5, Stunden lang scharf durchglühete. Dessen unge- achtet fiel, bei nachheriger Sättigung der, von der wiederaufgelöseten Masse erhaltenen, alkalischen Lauge,nur eine unbeträchtliche Menge flockige Erde nieder, daher auch am Gewichte des Rückstandes kein Verlust zu bemerken war. Mit$ Theilen Salpetersäure digerirt, erhielt die Mischung abermal eine gallertartige Consistenz. Die wiederabgeschiedene$äurelieferte, nachSättigung mit Alkali, ebenfalls nur einen sparsamen Niederschlag. D5 1} Das noch unzerlegte Steinpulver wog jezt 27 Gran. Ich versetzte es wiederum mit ı5, Theilen ätzendes Mineralalkalı,' und verfuhr damit mach oft- erzählter Art; fand aber, dafs sowohl das Alkali, als die nachherige Digestion in Säuren, selbigem dieses- mal noch weniger abgewonnen hatte; denn dex davon rückständige unzerlegte Theil wog noch 24 Gran. Ich beschlofs jezt zu versuchen, ob vielleicht ein stärkerer Feuersgrad, als den das silberne Schmelzgefäfs zuliefs, den Angrif des alkalischen Salzes vermehren, und die weitere Zerlegung dieses Rückstandes bewirken möchte. Ich verwechselte deshalb den silbernen Tiegel mit einem eisernen, brachte den Rückstand des Demantspaths, nachdem er mit 4, Theilen milden Weinsteinalkali vermischt worden, darin zum Schmelzen, und erhielt ihn a Stunden lang im glühenden Flusse. Dennoch war' diesem hartnäckigen Körper nichts abgewonnen worden. ‚Die von der wiederaufgelöseten Masse ab- geschiedene Flüssigkeit enthielt nichts von aufgelö- seter Erde in sich, sondern sie blieb klar, als sie mit Säuren gesättiget wurde. Nachdem ich den im Seihepapier verbliebenen Rückstand durch Salzsäure von den Eisentheilen, welche vom Schmelzgefässe losgerissen worden wa- ren und die Masse verunreinigt hatten, wieder be- freiet, ausgesüfst und getrocknet hatte, fand ich ihn in seiner vorigen Beschaffenheit wieder, und am G&; dem N durch Gelu abzu sucht aber calcın mit d man lich ZUSq, Siure Yon ji wurde, telst de übergof ncen! Ne Nndba In kM. u wichte fehlete nurı Gran, welchen ich nicht für auf: gelöset, sondern nur für verloren gegangen, achte. Nach diesen eilfmaligen Calcinationen und Schmelzungen des Steins mit Alkali, in verschiede- nen Verhältnissen, gab ich endlich dieHofnung auf, dem immer widerspenstiger werdenden Uebertest, durch Wiederholungen dieser langwierigen und die Geduld ermüdenden Verfahrungsart,: ferner etwas abzugewinnen, und wendete mich nun zur Unter- suchung der gesammelten Niederschläge. Da ich aber die, welche aus den Auflösungen der mit Alkali calcinirten Massen durch die Säuren erhalten worden, mit den, durch Alkali aus den Säuern, womit der De- mantspath nach jedesmaliger Calcination digerirt oder ausgezogen ist, erhaltenen Niederschlägen von ähn- licher Beschaffenheit fand, so mischte ich sie zusammen, und wählte nun die Schwefelsäure zum Prüfungsmittel.. Diese, aus ı Theil concentrirter Säure und 4 Theilen Wasser gemischte Säure lösete von jener Erde sogleich einen beträchtlichen Antheil auf; ein anderer Theil hingegen: blieb unaufgelöset, obgleich die Säure im Uebermafs stand, und eine kochende Digestionshitze zu Hülfe genommen wurde. Diese unaufgelösete Erde schied ich vermit- telst des Filtrums ab, süfste sie aus, trocknete sie, übergofs sie in einer Retorte mit vierfachem Gewicht concentrirter Schweielsäure, zog letztere aus dem Sandbade zur Trockne ab, erweichte die rückstän- dige Masse mit kochendem Wasser, brachte sie aufs —(0— Seihepapier, und sülste die darauf verbliebene Erde aus. Esfandsich aber, dafs, durch diese Behand. lung, der Erde nichts.Beträchtliches abgewonnen worden, denn die Auflösung lieferte, nach Sätugung mit Alkali, nur$ Gran Alaunerde, welche ich in einigen Tropfen Schwefelsäure wieder zergehen liefs, und zur obigen Auflösung that. Diese Auflösung brachte ich nunmehr, nach hinzugethaner angemessener kleinen Menge Wein- steinalkali, durch wiederholtes gelindes Abdunsten zur Krystallisation, und sammelte den in reinen regelmässigen Krystallen anschiessenden Alaun, Ich sah aber, bei jedesmaligem Anschiessen die- ser Alaunsolution, sich zugleich auch eine weisse schlammige Erde ausscheiden. Diese brachte ich sorgfältig zusammen, und veıfuhr damit auf eben die Art, als wie mit vorhin gedachter Erde; nem- lich, ich zog eine vierfache Menge starker Schwefel- säure darüber ab, weichte den Rückstand mit Was- ser auf, filtrirte die Flüssigkeit, und sättigte sie mit Alkali. Esfiel aber kaum£ Gran Erde nieder, wel- che sich noch als Alaunerde erwies; die rückstän- dige unaufgelösete Erde hingegen verhielt sich genau wie die vorerwähnte, welcher sie daher hin- zugemischt wurde. So weit warich nun endlich gekommen, dafs ich den Demantspath in zwei verschiedene Erden zer- legt hatte. So offenbar sich aber die erstere derselben als Alaunerde erwies, so räthselhaft war mir hin- bei ste Die gı sches| zung wieo kocht starker Esel‘ diese ga eine Zei tulösen, Der! di Yan Kies gegen die zweite.° Obenhin betrachtet, dürfte man diese vielleicht als Kieselerde in Anschlag gebracht haben; allein ihr Betragen stand mit dieser Vermu- thung im Widerspruch. In der Hofnung, ihrer wahren Natur etwas näher auf die Spur zu kommen, setzte ich mit ihr die oft- gedachte Bearbeitung fort, und liefs sie, mit 6 Thei- len kaustisches Mineralalkali, im silbernen Tiegeleine Zeitlang stark durchglühen, worauf ich sie zuletzt bei, stärkerm Feuer zum'völligen Fliessen brachte. Die geschmolzene Masse hatte ein streifigkrystallini- sches Gefüge erhalten. Nach Aufweichung dersel- ben mit Wasser, belehrte mich das Gewicht der un- aufgelöst zurückerhaltenen Erde, dafs nur ein Ge-| ringes vom Alkali aufgenommen seyn könne. Den wieder abgewaschenen und getrockneten Rückstand kochte ich eine Stunde lang mit zehnfachem Gewicht starker Salpetersäure 5; nach deren Wiederabsonde- rung und Sättigung mit Alkali, fiel nur eine unbe- deutende Spur Alaunerde nieder. Die von der geschmolzenen Masse erhaltene alkalische Auflösung'sättigte ich mit Salpetersäure. Es fiel’ ein kleiner Antheil einer zarten Erde nieder; diese ‚sammelte ich, und liefs sie mit Salpetersäure eine Zeitlangkochen, welche aber davon nichts auf- zulösen vermochte. Der Regel nach, hätte diese durchs Filtrum wie: dergesammelte Erde endlich sich dach als blosse Kiescelerde zu erkennen geben müssen.'prüfte gie, da deren Menge nur in 3 Gran bestand, vor dem Löthrohr mit Mineralalkali; sie betrug sich aber nicht als solche, sondern ich fand sie von nem.- licher Natur, als die sämmtliche übrige Erde war, wovon sie während des Schmelzens durch das kausti- sche Mineralalkali entnommen worden. Um jedoch einen Gegenversuch mit wirklicher Kieselerde anzustellen, mischte ich eine Drachme einer aus Liquor Silicis präcipitirten Kieselerde mit 4 Drachmen kaustischen Mineralkali, und liefs das Gemische im silbernen Tiegel nur mäfsig durchglü- hen. Die kaum zusammengebackene Masse lösete sich dennoch in destillirttem Wasser leicht und klar auf, und mit Säure gesättigt, fiel die Kieselerde, nach ihrer gewöhnlichen Art, in sehr aufgequolle- ner, gallertartiger Gestalt nieder. Aus allen diesen Processen ist nun hinlänglich sichtbar, dafs diese erwähnte Erde sich gar nicht als Kieselerde beträgt. Als solche mülste sie sich, ver- mittelst der Glühehitze, in den feuerbeständigen Al- kalien, zumal wenn diese, wie hier geschehen, im ätzenden Zustande angewendet werden, haben auf- lösen, und durch Säuren daraus wieder darstellen lassen.. Allein, die Erde, die nach den erstern Schmelzungen aus den alkalischen Solutionen durch Säure niederfiel, war nicht Kieselerde, sondern Alaunerde, welche sich in mehrerer Säure fogleich wieder klar auflösete; und in dem Verhältnifs, als die Alaunerde durch Alkali und Säuren aus der Mi- schu aut h soW m halie nel TENS vielt ind des I Mar tiegel klarer Produ renden Bruch \ilche Pürte fen, Ü m 63— schung des Steins weggeschafft wurde, widerstand auch jene unbekannte Erde immer mehr und mehr beiderlei Arten der Auflösungsmittel. Kieselerde, mit gleichen Theilen, oder auch nur der Hälfte, eines der feuerbeständigen Alkalien ge- mischt und ins Schmelzfeuer gebracht, vereinigt sich unter starkem Aufschaumen, mit dem Alkali, und stellt damit ein klares Glas dar; welcher Erfolg sowohl im Schmelztiegel, als bey kleinen Verfuchen mit dem Löhtrohr, stattshat. Nicht so ist das Ver- halten jener Erde. Vor dem Löthrohr im silber. nenLöffelchen scheint zwar im Anfange des Schmel- zeus eine kleine Effervescenz vorzugehen; allein sie ist weder so stark, noch entsteht ein klares Glas- kügelchen, sondern es bleibt nur eine schwergeflos- sene schlackige Masse. Eine Fritte aus 20 Gran dieser Erde, mit ebenso- viel wocknem milden Mineralalkali gemischt, wurde in einem verklebten T'hontiegel dem stärksten Grade des. Porzellanofenfeuers, bey welchem Carrarischer Marmor, oder jede andere reine Kalkerde, im Thon- üegel, ohne weitern Zusatz, zu einem sehr harten, klaren, grünen Glase schmilzt, blofs gestellt. Das Product dieses Versuchs bestand in einem opalisi- renden, schr harten, weilsgrünlichen Glase, dessen Bruch aber Spuren eines straligen Gefüges zeigte, welche Stralen aus einem gemeinschaftlichen Mittel- puncte am Boden der geschmolzenen Masse auslie- fen: dahingegen reine, aus Liquor Silicis niederge- nn 64 a schlagene Kieselerde, mit gleichen Theilen Mineralal- kalı gemischt,bey dem nemlichen Feuereinklares Glas lieferte; wie solches auch nicht anders zu erwarten war. Wofür sollte ich jene Erde nun halten? Etwa für eine noch nicht völlig zerlegte Mischung zweier oder mehrerer einfachen Erden, vielleicht der Alaun- und Kieselerde® Diefe Meinung ist nicht oh- ne scheinbaren Grund. Die ungemeine Hartnäckig: keit, mit welcher der Demantspath der Zerle- gung sich widersetzet, lehrt uns den hohen Grad der anziehenden Kraft kennen, vermittelst welcher die Natur die Bestandtheile dieses Stems so innig ge- mischt, und so fest mit einander verbunden hat. Jemehr nun von der Alaunerde aus der Mischung des Steins losgerissen und weggeschaft ward, je ‚stär- ker schien der letzte Rest derselben von dem andern Bestandtheile des Steins, den ich einen Augenblick als Kieselerde annehmen will, angezogen und wider die fernere Auflösung geschützt zu werden: etwa auf ähnliche Art, wie Silber wider den Angtrif der Salpetersäure durch das Gold geschützt wird, wenn ersteres mit letzterm in geringerm Verhälmisse, als zwei gegen eins, durchs Zusammenschmelzen ver- bunden ist. Allein, diese Analogie ist nur scheinbar, und könnte die Anwendung davon nur statt haben, wenn von Zerlegung des Demantspaths in Säuern die Rede ade st; da denn vielleicht die in Säuern unauflösliche Kissel.- ET Kiese! erde gäuf! „jo Jung „hein send: Alau feuel { ande nenll heile auss den wel Wirk stand hober nun€ ander l spathe Alkun schen] us be ülag W I M A y Kieselerde die mit ihr innigstverbundene Alann- erde ebenso schützen könnte, als das in Salpeter- säure unaullösbare Gold, das sonst so leicht darin auflösliche Silber. Auf die Zerlegung und Auf. lösung des Steins durch Alkali im trocknen Wege scheint dagegen dieses Beispiel nicht ganz pas- ‘send: denn hier sind beide Substanzen, die Alaunerde sowohl, als die Kieselerde, in den feuerbeständigen Alkalien auflösbar. Ausserdem steht jener Vermuthung noch ein andrer Umstand entgegen. Die Erfahrung lehrt nemlich, dafs gemischte Körper, deren Bestand- theile eine starke anziehende Kraft gegen einander äussern, den Auflösungsmitteln zwar lange Wi- derstand leisten können; dafs aber jedoch alsdann, wenn die Auflösung, besonders auf nassem Wege, wirklich erfolgt ist, die anziehende Kraft der Be- standtheile gegen einander entweder ganz aufge- hoben, oder doch in so weit vermindert ist, dafs nun der Absonderung der Bestandtheile von ein- ander nichts mehr im Wege stehet. Dieses ist der Fall mit der Erde des Demant- spathes; denn sie ist, in Verbindung mit der Alaunerde, theils in Säuren, theilsin den alkali- schen Laugen, wirklich aufgelöset gewesen, und aus beiderlei Auflösungsmitteln als ein Nieder- schlag wieder erhalten worden. Was bliebe also noch übrig? Sollte man nicht befugt seyn, ‚einenierdigen Körper, an wel- k = Gh. chem sich weiter keine:Spuren einer Mischung entdecken lassen wollen, und welcher doch da- bei auch keins von den eigenthümlichen Kennzei- chen, wodurch die jetzt bekannten einfachen Er- den sich unterscheiden, deutlich an sich trägt, füreine neue, selbstständige, einfache Erde anzusehen? Jedoch, ich wage jetzt noch nicht, hierüber ganz bestimmt zu entscheiden; sondern es müssen..wiederholte Erfahrungen erst noch mehr Licht über die Natur dieser Erde verbreiten;:wozu es aber, sowohl wegen der Seltenheit des Demantspaths, als wegen dessen abschreckender Widerspenstigkeit in Rücksicht der chemischen Analyse, eben keinen baldigen Anschein hat. Es ist noch übrig, das Verhältnifs der aufge- fundenen Theile des Demantspatlies zu bestim- men. Das darin eingesprengte magnetische Eisen betrug den fünften Theil des ganzen Gewichts; denn von 300 Gran blieben, nach Wegschaffung des erstein, 240 Gran übrig. Dieses Eisen darf aber nicht als Bestandtheil des Steins mit in An- schlag gebracht werden... Die eigentlichen Be- standtheile desselben ‚sind: Alaunerde, und jene noch unbestimmte Erde. VonderAlaun- erde erhielt ich, nachdem sıe siämmtlich in Schwe- felsäure aufgelöset und. gehörig krystallisirt wor- den, 2 Unzen 6 Drachmen regelmäfsigen Alaun. Da nun inı Unze Alaun, die Erde 56 Gran, im Ze UN» jm — 07— geglüheten Zustande angenommen, beträgt, so enthalten jene 3 Unzen 6 Drachmen Alaunkıystal- len, 154 Gran wasserleere ÄAlaunerde. Das Gewicht jener noch unbestimmten Erde betrug, nach geschehener Durchglühung, 53 Gran. Zu diesen kommt der bei Zerlegung::des Steins zuletzt übrig gebliebene, unauflösliche, und mit jener Erde sich: ganz gleichförmig erweisende Rückstand von 24 Gran hinzu, und beträgt also diese Erde überhaupt 77 Gran; welche mit den obigen 154 Gran Alaunerde, die. Summe von 231 Gran geben. ö; Zweiter Abschnitt. Die im vorhergehenden Abschnitte mitge- theilte ausführliche Beschreibung: meines ersten Zergliederungsversuchs des Demantspaths kann zu einem Beispiele dienen, um die Schwierig- keiten bemerkbar zu machen, mit denen de Chemiker, bei Untersuchung unbekannter Natur- körper, nur zu oft zu kämpfen hat; so wie ferner, aus Vergleichung der, bei jener frühern Unter- suchung’befolgten, Behandlungsart in Zerlegung harter Steinarten, mit der, im gegenwärtigen Abschnitte dargelegten, sich ergeben wird, wie anscheinend klein oftmals die Ursachen sind, wel- che eine glückliche Erreichung des vorgesteckten Ziels bald befördern,"bald erschweren, ae Be Durch die: Resultate: des vorbeschriebenen Versuchs fand ich mich zu der Frage veranlafst: ob vielleicht jener, neben der Alaunerde erhal- tene, erdige Körper für eine neue, besöndere Erde gelten:könne? Ich begleitete jedoch diese Vermuthung mit der ausdrücklichen Erklärung, dafs’ich hierüber noch nichts Gewisses zu bestim- men vermeinte, sondern WJafs erst noch weitere Erfahrungen darüberentscheiden müfsten. Dessen ungeachtet: finde ich selbige von mehrern Schrift- stellern als: eine Erde, deren Selbstständigkeit schon erwiesen sey, unter dem Nalımen Demant- spatherde, Corunderde, u. s. w. aufgeführt. ‚Ich habe mich daher um so viel mehr verbun- den erachtet, einer: abermaligen Bearbeitung des Demantspaths mich zu unterziehen, und, statt jener vorläufigen und mangelhaft gebliebenen Un- tersichung, eine, wo möglich, vollendete Zer- Jlegung desselben darzulegen; um entweder, wenn jene Erde sich als eine selbstständige Erde bestätigen sollte, ihre Natur ins gehörige Licht zu setzen; oder, im Gegentheil, noch zeitig genug verhüten zu können, dafs ein, wider meine Absicht veranlafster, Irrthum Wuızel fasse. Der Mangel an einem neuen hinlänglichen Vorrathe dieses, in Europa immer noch seltenen, Fossils stand indessen der Ausführung eine ge- raume Zeit im Wege; während welcher aber anderweitige Versuche mir einen kürzern und —_— gg— sicherern Weg zurZerlegung derEdelsteine, und ähnlicher schwerzerlegbarer Körper des Stein: reichs, gebalhınt haben. A: Zerlegung des chinesischen Demantspaths. a) 150 Gran haarbrauner, mit magnetischen Eisenkörnern eingesprengter, Demantspath aus China wurden, in einem geschliffenen Stahlmör- ser, durch sanfte Stöfse zerkleinert, und mit dem Magnet ausgezogen. Das abgesonderte Ei- sen wog ı8 Gran. db) Hierauf wurden von diesem Steinpulver ı00 Gran abgewogen, und in einer feuersteinern Reibeschale mit Wasser aufs feinste gerieben. Nach dem Austrocknen erschien das Steinpulver unter aschgrauer Farbe, welche, nach gelindem Durchglühen, in Braunroth überging.'Es wog jetzt 1105 Gran, und hatte folglich aus der Reibe- schale einen Zuwachs von 103 Gran Kieselerde erhalten. c) Es wurde hiernächst mit vier Unzen einer, aus reinstem Gewächsalkali bereiteten Aetzlauge, worin der Salzgehalt dieHälfte des Gewichts betrug, im silbernen Tiegel gemischt, und im Sandbade bis zur trocknen Masse abgedampft; worauf der Tiegel in den Windofen gestellt, mit Anfangs mälsiger, nach und nach aber verstärkter Hitze, Ez ie 70— zum Glühen gebracht, und darin 3 Stunden lang erhalten wurde. d) Nach dem Erkalten wurde die Masse, wel- che eine braune Farbe erhalten, und ziemlich hart geworden war, wiederholentlich mit heissem Wasser übergossen, damit nach und nach aufge- weicht, und die Auflösung in ein Glas zusam- mengegossen. Es schied sich eine lockere, dun- kelokergelbe Erde ab, welche von der wasserhel- len Flüssigkeit durchs Filtrtum abgesondert, und in gelinder Wärme getrocknet, 58 Gran wog. e) Aus dieser alkalischen Auflösung fällete Salzsäure einen häufigen Niederschlag, welcher sich aber, nach einiger Uebersättigung mit Säure, völlig wieder auflösete. Durch mildes Pilanzen- alkali kochend zersetzt, gab sie eine weisse lockere Erde, deren Menge,- nachdem sie gelinde ge- trocknet worden, in 201 Gran bestand. f) Jene 58 Gran gelbe Erde d) wurde mit Salzsäure übergossen und in Digestion gestellt. Sie lösete sich darin zu einer gelben, etwas trü- ben, Flüssigkeit auf, die aber bald nachher gal- lertartig gerann. Nachdem sie mit mehrerm Was- ser verdünnt, und unter öfterm Umrühren scharf digerirt worden, sonderte sich Kieselerde ab, wel- che geglühet 44 Gran wog, 8) Die davon abültrirte klare gelbliche Solu- tion wurde mit mildem Pflanzenalkali gefällt, und der erhaltene bräunliche Niederschlag nach FETT DE N —_— 711— genugsamem Aussüssen, noch im feuchten Zu- stande, mit Aetzlauge gekocht. Es blieb ein brauner Rückstand, welcher, nach gelindem Trocknen, 154 Gran betrug. h) Diese 154 Gran mit Salzsäure übergossen, löseten sich kalt darin zu einer safrangelben Flüs- sigkeit auf, die aber schnell zur Gallert gerann, Mit mehrerm Wasser in der Wärme aufgeweicht, schied sich Kieselerde aus, deren Gewicht, nach dem Ausglühen, in 3 Gran bestand. i) Aus der salzsauren Solution A) wurde nun der Eisengehalt durch ätzendes Ammoniak gefällt. Er fiel in braunrothen Flocken, und: wog nach dem Glühen 73 Gran. k) Die alkalische Auflösung g), mit Salz- säure übersättigt und kochend durch mildes Ge- wächsalkali gefällt, gab eine weisse leichte Erde, welche, nach dem gelinden Trocknen, 293 Gran wog. I) Diese 295 Gran Erde k) wurden mit jenen 201 Gran e), zusammen mit verdünnter Schwefel- säure übergossen. Bey gelinder Erwärmung lösete sich die Erde völlig auf; nachdem aber die Auf- lösung durch Abdampfen in die Enge gebracht worden, gerann sie zu einer gleichförmigen: kla- ren Gallert. Mit reichlichem Wasser in der Wär- me, unter öfterm Umrühren, aufgeweicht, son- derte sich Kieselerde ab, deren Gewicht, nach dem Ausglühen, in gGran bestand. E4 a m) Die klare schwefelsaure Auflösung wurde nunmehr mit der erforderlichen Menge Gewächs- alkali versetzt, und durch gelindes Abdunsten zur Kıystallisation befördert. Sie lieferte bis zu Ende regelmäfsige Alaunkrystallen. Das zuletzt übrig- gebliebene Flüssige, welches nur noch in wenigen Tropfen bestand, trocknete zu einem Schleim, der, mit Wasser wieder aufgeweicht, noch Gran Kieselerde absetzte. n) Nachdem sämmtliche Alaunkrystallen in ko- chendem Wasser wieder aufgelöset waren, wurde die Erde daraus durch mildes Gewächsalkali gefällt, und nach dem Aussüssen getrocknet. Da aber die Alaunerde, auch bey dem fleissigsten Aus- süssen, gern einen ÄAntheil von den mit ihr zu- vor verbunden gewesenen Salzen, besonders vom Gewächsalkali, fest an sich hält, und da- durch ihr wirkliches Gewicht vermehret, so stell- te ich sie dadurch in ihrer wahren Reinheit dar, dals ich sie mit zwölffacher Menge destillirten Essigs übergofs, einige Stunden lang damit dige- rirte, hierauf mit soviel ätzendem Ammoniak, als zur Uebersättigung der Essigsäure nöthig war, versetzte, und alsdann die Alaunerde völlig aus- süsste. Nachdem sie getrocknet und ausgeglühet worden, fand ich ihr Gewicht 84 Gran. o) Zuletzt wurde noch die Kieselerde der Prü- fung unterworfen. Mit vierfacher Menge milden Gewächsalkali geglühet, und die Masse mit Was- CC Zi hie, u pe ‚ser übergossen, lösete sich diese, mit Hinterlas- sung eines nur unbedeutenden schlammigen Rück- stands, völlig auf, und liefs, während der Sätti- gung mit Salzsäure, die Kieselerde in der ihr ge- wöhnlichen Gestalt wieder fallen. Hiermit war nun die Zerlegung des Demant- spaths vollständig beendist, und die, von dessen eisten Untersuchung übriggebliebene, Ungewils- heit über die wahre Natur der Bestandtheile des- selben gänzlich aus dem Wege geräumt. Danun das, dem chinesischen Demantspathe eingesprengte, magnetischeEisen blofs als ein ein- gemengter Körper anzusehen ist, und daher nicht als wahrer Bestandtheil aufgeführt werden kann; so ergeben sich die Bestandtheile des chinesischen De- mantspaths, und deren Verhältnisse im Hundert, aus folgender Darstellung: n)--- 31 Eisenkalk 1)--- 7,50 Kieselerde f)24E E93 178 m) 3 27 hiervon abgezogen b) 104 bleibenalso 64.- 6,50 98 Verlust 2 100 B 5 Zerlegung des bengalischen Demantspaths. Der bengalische Demantspath, oder das Corundum, unterscheidet sich von dem chinesi- schen darin ‚ dafs er nicht nur kein magnetisches Eisen eingesprengt enthält, als wovon nur dann und wann sparsame Körner auf den äussern Flä- chen vorkommen; sondern dafs auch der zu des- sen chemischer Mischung gehörige Eisengehalt we- niger beträchtlich ist: welches die hellere weifs- lichgraue Farbe des Steins, und die stärkere Durch- scheinbarkeitin dünnen Lamellen, auch den, wie es scheint, noch etwas grössern Grad der Härte, zur Folge hat, a) Im Stahlmörser zerstossen, gab er ein weis- ses, in Perlgrau sich neigendes Pulver. Nach- dem hiervon 100 Gran im Feuersteinmörser mit Wasser feingerieben worden, fand sich dieses Ge- wicht, nach dem Trocknen und Ausglühen, mit ıı Gran vermehrt. b) Mit vier Unzen Aectzlauge, welche die Hälfte vom trocknen Aetzsalze enthielt, im silber- nen Schmelztiegel übergossen, zur Trockne abge- dampft, alsdann, unter Beobachtung der dazu nö- thigen Vorsicht, 3 Stunden lang geglühet, mit Wasser aufgeweicht und filtrirt, blieb ein grauweis- ser Rückstand, welcher getrocknet 47 Gran wog. c) Die alkalische Flüssigkeit 5) liefs, während der Sättigung mit Salzsäure, eine häufige weisse sw und lockere Erde fallen, die sich aber, durch ein geringes Uebermafs der Säure, sogleich wieder auflösete. d) Jene 47 Gran Erde 5b) mit Salzsäure über- gossen, löseten sich völlig auf. Diese Auflösung mit ätzendem Ammoniak versetzt, gab einen sehr aufgequollenen schleimartigen Niederschlag. Die davon sogleich abältrirte Flüssigkeit wurde mitmil- dem Ammoniak versetzt; es kam aber weiter kein Niederschlag zum Vorschein. e) Der schleimartige Niederschlag d) wurde noch feucht in Aetzlauge getragen, und damit digerirt, Diese Mischung erhielt das Ansehn einer dicklichen Auflösung des arabischen Gum- mi. Nach Hinzufügung mehrerer Aetzlauge lö- sete sich alles klar auf, bis auf einige braune Flo- cken, welche getrocknet 23 Gran ausmachten. f) Nach Uebergiessung derselben mit Salzsäu- re, schied sich ein geringer Theil Kieselerde ab; und aus der klaren Auflösung fällete ätzendes Am- moniak Eisenkalk, welcher geglühet in ı$ Gran beftand. g) Aus der alkalischen Auflösung e) fällete Salzsäure eine häufige schleimartige Erde, die sich aber, durch ein geringes Uebermafs deısel- ben, wieder klar auflösete. h) Beyde Auflösungen g) und c) wurden nun zusammen kochend durch mildes Pflanzenalkali gefällt, und der getrocknete Niederschlag wieder —_— 10— in verdünnter Schwefelsäure aufgelöset; welche Auflösung, nach hinzugethaner erforderlichen Menge Pflanzenalkali, zur Krystallisation abge- dampft, im erstern Anschusse klare und regel- mäfsige Alaunkrystallen lieferte. i) Die übrige schwefelsaure Auflösung ver- dickte sich, bei weiterm Abdampfen, zu einer klaren Gallert.e. Nachdem diese, mit reichlichem Wasser übergossen, unter öfterm Umrühren in Digestion gestanden, zerging sie nach und nach wieder, undes schied sich Kieselerde ab, welche, durchs Filtrum abgesondert, in der Wärme zu durchscheinenden glänzenden Körnern eintrock- nete. Sie wurde, nebst der obigen f) zerrieben, und mit Schwefelsäure nochmals gekocht. Nach- dem sie wieder getrocknet und geglühet worden, bestand ihre Menge in 153 Gran. k) Die schwefelsaure Auflösung wurde nun- mehr zum fernern Krystallisiren abgedampft. Sie lieferte, bis zum Ende, regelmäfsigen Alaun; wobei sich zuletzt noch Kieselerde anfand, die ge- glühet ı Gran betrug. I) Sämmtlicher Alaun, in Wasser aufgelöset, kochend durcl mildes Pflanzenalkali zersetzt, die niedergeschlagene Erde, vermittelst der Essigsäu- re, nach der beim vorigen Versuch gedachten Art, gereinigt, lieferte 895 Gran geglühete Alaunerde. Die Producte dieser Zerlegung des bengalischen Demantspathes bestanden also in: a DEIN ser ii mant I mnt Alaunerde l)®. 89.50 Eisenkalk f) m- 1,25 Kieseler de ienszasE Kia. 103 hiervon gehen ab a) 11 bleiben 54- 5,50 96,25 Verlust- 3,75 . 100. Das aus dieser Zergliederung beider Abän- derungen des Demantspaths hervorgehende sehr überwiegende Verhältnifs der Alaunerde gegen die Kieselerde, dient zur abermaligen Bestätigung, dafs die Alaunerde einer grössern Cohäsionskraft fähig sey, als jene. Daher ist es der Natur mög- lich, Steine von der äussersten Härte, fast aus blos- ser Alaunerde allein zu bilden; wovon besonders meine im folgenden darzulegende Analyse des Sapphirs das auffallendste Beyspiel geben wird. Dafs solches mit der Kieselerde nicht der Fall sey, sehen wir an dem reinsten Producte derselben, an dem Bergkrystall; denn wie!tief stehet nicht die- ser in der Härte unter dem Sapphir und dem De- mantspathe'! Bey der Zergliederung des chinesischen De- mantspathes blieb die Kieselerde zurück, als der von dem Alkali, während desGlühens, nicht auf- gelösete Antheil mit Salzsäure übergossen wurde wı der Zergliederung des bengalischen Demant- „0Q spaths aber kam sie nicht eher zum Vorschein, als bis die schwefelsaure Alaunerdenauflösung zur Kıystallisation befördert wurde, wobei sie solche zu einer gleichförmigen wasserhellen Gallert ge- rinnen machte. Der letzte Zustand ist oftmals von einer seltsamen, und von dem sonstigen Efllo- resciren der Salze ganz verschiedenen Eirschei- nung begleitet. Es sprosset nemlich die, zu der- sleichen klaren Gallert geronnene, Masse an meh- rern Stellen auf, und bildet einzelne freiste- hende Figuren; oft als regelmäfsige, 4, 5, und 6 seitige verlängerte Pyramiden, oft auch nur als spindelförmige Spitzen. Aehnliche Eıscheinungen finden statt, so oft die ÄAlaunerde mit einem kleinen Antheil Kieselerde eine innige Verbindung eingegangen ist; wie folgender Versuch zeigt. Ein halbes Loth Liquor Silicis, darin die Kieselerde 10 Gran betrug, mischte ich mit vier Loth einer Auflö- sung der Alaunerde in Aetzlauge, und sättigte die Mischung mit Salzsäure. Die dadurch gefäl- lete Erde lösete sich, nach Hlinzugiessung eines geringen, Uebermalses an Säure, wieder, ganz klar auf. Durch mildes Pflanzenalkali aufs neue gefällt, wog.die erhaltene Erde, trocken, yo Gran. Als ich solche mit verdünnter Schwefel- säure übergofs, lösete sie sich gänzlich auf, ohne die mit ilır verbundene Kieselerde abzusetzen. Nach einiger Abdampfung schossen“einzelne 50 theil ngen Ibes ran flö- Alaunkrystallen an; die übrige Auflösung aber gerann zur klaren Gallert, auf deren Oberfläche nach einigen Tagen krystallinische Pyramiden aufsprofsten. Als ich hiernächst diese Galiert mit reichlichem Wasser digerirte, schied sich die Kieselerde aus, die, nach dem Aussüssen und Glühen, bis auf ein geringes, wieder in 10 Gran bestand. Diese, oftmals ganz wasserhelle Gallert, wel- che die gelind abgedunstete schwefelsaure Auf- lösung der Alaunerde bildet,‘wenn sie mit zart auigelöseter Kieselerde in inniger chemischer Ver- bindung stehet, ist aber mit derjenigen Gerinnung nicht zu verwechseln, welche jedesmäl statt fin- det, sobald es.der schwefelsauren Alaunerden- Auflösung an dem, zur Bildung vollständiger Kıystalle, benöthigten Zusatze des Gewächsal- kalinoch mangelt. Diese letztere Gerinnung bildet eine undurchsichtige Masse, von blättrigem Ge- füge und weicher schmieriger Consistenz. Es war noch übrig, die Ursachen aufzusu- chen, durch welche meine erste Zergliederung des Demantspaths so sehr erschwert worden. Dalfs ein Tag den andern lehret, ist eine Wahrheit, die der aufmerksame Scheidekünstler ganz v rzüg- lich zu erfahren Gelegenheit hat. Nachdem die von Marggraf, Bergmann und mehrern, zur Auf- schliessung harter Steinarten empfohlene Vorbe- reitung, welche im Durchglühen derselben mit — 50— einem milden feuerbeständigen Alkalı besteht, mir bei den wenigsten der, zur Ulasse der Edel- steine gehörigen, Steinarten die Absicht erfüllen wollte, und ich erwog,.dafs dabei eigentlich nurder von der Kohlensäure freie Antheil dersel- ben wirksam sey: so versuchte ich, statt jener, die ätzenden Laugensalze, und fand dadurch denZweck leichter und gewisser erreicht. Indessen ist die Anwendung der ÄAetzsalze im trocknen Zustande mit mehrern Beschwerlichkeiten verknüpft; unter denen es keine der geringsten ist, dafs sich durch das Zusammenreiben derselben, mit dem zu zer- legenden Körper, keine recht genaue Mischung darstellen lassen will.e Ein anderer Umstand, wel- cher die vormalige Zerlegung des Demantspaths erschwert hat, liest darin, dafs ich, um sogleich die wahre Menge eines unaufgelöset zurückblei- benden, oder eines aus seiner Auflösung gefall- ten, Antheils zu bestimmen, diesen jedesmal scharf geglühet habe. Hiedurch aber ist solcher zur weitern Auflösung immer unfähiger gemacht worden, und die durchs Glühen mit Alkali beför- derte Auflöslichkeit, und Ueberwältigung der Cohäsionskraft der Bestandtheile, solchergestalt zum gröfsten Theile wieder verlohren gegangen. Wie sehr diese Anwendung des ätzenden, feuerbeständigen Alkali im flüssigen Zustande, verbunden mit derim übrigen dabei zu befolgen- den Behandlungsart, die Zerlegung harter Edel- steine befördert, davon kann nun die letztere Äna- lyse beider Demantspathe zum Beweise dienen. IV. sicht, P Eikl. fülle itlich 1sel- die Teck die IV. Untersuchung 5 des orientalischen Sapphirs. Es scheint noch einigem Zweifel unterworfen, ob der heutige Sapphir der nemliche Edelstein sey, welchen die Alten mit diesem Namen bezeichnet haben: dawir an demunsrigen die eingesprengten Goldpunkte nicht wahrnehmen, deren Jene, als eines wesentlichen Kennzeichens desselben, geden- ken; wie solches Theophrastus*) durch Neucomascs, und Epiphanius**) durch xevroswyns, ausdrückt. Dafs aber die Alten nicht etwa den Cyanus, oder den Lasurstein, als welcher gewöhnlich mit gold- glänzenden Kiespunkten eingesprengt ist, darunter verstanden, sondern dafs sie beiderlei Steingattun- gen wohl unterschieden haben, gehet aus folgen- der Stelle im Plinius, Libr. 39. C. 9. deutlich her- vor: inest ei(Cyano) aliquando et aureus pulvis, non qualis in Sapphirinis. Sapphirus enim et aureis punctis collucet. *”) de lapidihus. )AleoXI gemmis, quae erant in veste Aaronis. F — 2 Derjenige Edelstein, welchen wir unter dem Namen Sapphir*). begreifen, zeichnet sich durch seine, dem Auge Sehr angenehme, blaue Farbe, durch seine ungemeine Härte, und den daraus ientspringenden ausnehmenden Glanz im geschliffenen Zustande, aus. ‚Sein eigenthümli- ches Gewicht fand ich an denjenigen Stücken, welche zur folgenden Zerlegung gedient und in klaren, länglichtrunden, abgeschliffenen Körnern, von reiner lichtblauer Farbe, bestanden haben: 293 Nach der bisherigen Angabe der Bestand- theile des-Sappkirs, welche sich auf Bergmanns Zergliederung dieses Edelsteins gründet, sollen hundert Theile desselben enthalten: 35.\Kieselerde; 58 I’honerde; 5 Kalkerde; 9. Eisen. *, Für Minderunterrichtete füge. ich die,. vielleicht nicht ganz überflüssige, Anmerkung.bei, dass dasjenige Fossil, welches in Gestalt kleiner, schwarzgrauer, inwendig glänzender, schwerer Körner von deu Holländischen Materialisten für Sapphir verkauft wird, bei gegenwärtig gesunkenem Glauben an die Heilkräfte der Edelsteine aber, in den Officinen jetzt nur noch als Ladenhüter dient, nichts anders ist, als octaedrisches magnelisches Eisen, welches ın Zeylan den Sappbir, Hyacınth, und übrige Edelsteingeschiebe begleitet, und mit solchen zugleich durch Verwaschen des Sandes gesammelt wird. a ei Wie sehr aber diese angegebenen Bestand. theile einer Berichtigung bedurften, wird aus fol- gender Zerlegung, welche ich mit möglichster Genauigkeit und Vorsicht angestellt und vollendet habe, hervorgehen. a) Hundert Gran Sapphir, welchen ich in einem polirten Stahlmörser zum mässig feinen Pul- ver zeıstossen hatte, rieb ich, in einer Schale aus Feuerstein, mit Wasser aufs zarteste. Nachdem€s, nach dem Austrocknen, sorgfältig_ gesammelt und geglühet worden, ergab sich, dafs das Sap- phirpulver eine Gewichtsvermehrung von 122 Gran Kieselerde aus dei Substanz der Reibeschale erhal- ten hatte. b) Diese 1125 Gran wurden in einer Phiole mit 2 Unzen Salzsäure übergossen, und damit bei wiederholter Digestionswärme ausgezogen. Die durchs Filtrum wieder abgeschiedene, und mit dem Aussüssewasser vermischte Säure wurde hierauf kochend durch mildes Weinsteinalkalj ge- sättigt; wodurch sich gelbe Flocken absonderten, die getrocknet 3 Gran wogen. Nachdem diese in Salzsäure wieder aufgelöset, und mit ätzenden Ammoniak gefällt worden, trug ich den Nicder- schlagnoch feuchtin kochende Aectzlauge. Erliefs Eisenkalk‘ zurück,‘der, geglühet, einen halben Gran wog.: Die, von der Aetzlauge aufgenom- mene Alaunerde wurde daraus wieder herge- stellt, und wog einen Gran, | Fı% c) Nach dieser Ausziehung durch Salzsäure wurde das Sapphirpulver im silbernen Tiegel mit soviel Aetzlauge, dafs das darin enthaltene Aetz- salz das sechsfache Gewicht des Steinpulvers be- trug, übergegossen, und im Sandhade zur trock- nen Masse abgeraucht; worauf der Tiegel in den Ofen gestellt, mit Kohlen umgeben, und in einer zweistündigen Rothglühehitze erhalten wur- de. Der Inhalt des Tiegels kam als eine weils- liche, lockere und bröcklige Masse aus dem Feuer zurück. d) Die Masse wurde mit heissem Wasser auf- geweicht und auf ein Filtrum gebracht. Es blieb ein bläulichtgrauer Rückstand in schleimartiger Gestalt, welcher, getrocknet, ein lockeres Pul- ver, 34% Gran am Gewicht, darstellte. Dieses mit Salzsäure übergossen, lösete sich darin so- gleich auf; gerann aber bald nachher zur trüben Gallert. Mit Wasser verdünnt und in Digestion gestellt, setzten sich erdige Flocken ab, deren Menge, nach dem Aussüssen und Trocknen, ın 14 Gran bestand. e) Nach Absonderung derselben, wurde die salzsaure Auflösung mit ätzendem Ammoniak ge- sättigt, und der dadurch entstandene, aufgequol- lene und durchscheinende Niederschlag, nach geschehenem Aussüssen, noch im feuchten Zu- stande mit Aetzlauge digerirt; er lösete sich fertig darin auf, bis auf einige braune Flocken, welche, ve: ge z.> len in wur. eik- dem auf. lieb iger Pul- eses 50- gesammelt und geglühet, 5 Gran wogen, und in Eisenkalk bestanden. f) Die alkalische Auflösung e) wurde durch Salzsäure zersezt,:der davon durch ein geringes Uebermafs der leztern, entstandene Niederschlag wieder klar aufgeläset, und durch mildes Wein- steinalkali die Erde aufs neue kochend gefällt, welche, nach dem Aussüssen und Trocknen, ı6 Gran wog. g) Auf gleiche Weise wurde jene erstere, bei Aufweichung der geglüheten Masse erhaltene, alkalische Auflösung d) mit Salzsäure versezt; wodurch ein häufiger weisser Niederschlag ent- stand, der sich aber, nach einiger Uebersätti- gung durch Salzsäure, sogleich wieder klar auf- lösete. Die durch mildes Pflanzenalkali daraus kochend wieder gefällte Erde, wog, nachdem sie ausgesüsst und getrocknet worden, 289 Gran. h) Dieser Erde wurden jene 16 Gran von f) wie auch der eine Gran von 5), beigefügt, und zusammen mit verdünnter Schwefelsäure über- gossen. Aus der Auflösung, welche bei mässi- ger Wärme leicht geschah, sezten sich beim Erkalten wieder 8 Gran ab. i) Diese 8 Gran Erde wurden mit jenen 14 Gran d) zusammen mit sechsfacher Menge Aetz- lauge übergossen, eingedickt und geglühet. Die mit Wasser wieder aufgeweichte Masse liefs auf dem Filtrum einen grauen Rückstand, der F3 —_— 8b— getrocknet 17 Gran wog. Mit Schwefelsäure über- gossen löseten sie sich sogleich, mit Hinterlas- sung einiger unbedeutender' grauerFlocken, auf. Die alkalische Auflösung, mit Salzsäure gesättigt, blieb anfangs klar; nachdem sie aber in der Wärme abgeraucht worden, sezte sie 4 Gran Kie- selerde ab. k) Die schwefelsauren Auflösungen von h) und i) mischte ich nunmehr, versezte sie mit der angemessenen Menge milden Pflanzenalkali, und brachte sie durch gelindes Abdampfen zum Anschiessen. Die ersten Anschüsse lieferten schöne, reine, und regelmässige Alaunkrystallen. Bei fernerm Abdampfen der übrigen Flüssigkeit aber gerann sie zu einer klar und durchsichtig bleibenden Gallert. Ich übergofs diese mit meh- rerm Wasser, und stellte sie, unter öfterm Umrüh- ren, in anhaltende Digestion. Hierdurch brachte ich die, das Gerinnen verursachende, feinzer- theilte Kieselerde zum völligen Ausscheiden, so dals ich sie auf ein Filttum sammeln‘konnte. Nachdem ich selbiger jene 4 Gran i) hinzugefügt hatte, betrug die sämmtliche Menge der sorgfältig gesammelten Kieselerde 112 Gran. I) Die vom Kieselerdengehalte befreiete übrige schwefelsaure Auflösung wurde nun ferner zum Anschiessen gebracht. Die letzten An- schüsse des Alauns verriethen aber, durch eine zitrongelbe Farbe, noch einen metallischen Ge- — 87 0— ’ halt. Sie wurden daher, nebst der, nurnoch ın e)’ wenigen Tropfen bestehenden, braunen Mutter- lauge, wieder in, Wasser aufgelöset,' und mit Blutlausensalz versezt, Es erfolgte davon ein blauer Niederschlag; jedoch nur in: so geringer 15 2 N Menge, dafs der dadurch ausgeschiedene Eisen- gekalt kaum auf Gran» zu schätzen war. Die davon befreiete Flüssigkeit lieferte nun. bis zu Ende reinen Alaun, m) Die sämmtlich erhaltenen Alaunkrystallen, nachdem sie auf einer Porzellanschale an freier Luft abgetrocknet worden, wogen 856 Gran. Sie wurden in kochendem Wasser aufgelöset,. durch mildes Weinsteinalkali kochend zersezt, die ge- fen fällte Erde ausgesüsst, und getrocknet..Um sie aber von dem, ihr stets hartnäckig anhangenden, und ihr Gewicht vermehrenden, Reste.des alkali- schen Salzes gänzlich zu befreien, stellte ich sie, mit 6 Unzen destillirtten Weinessig übergossen, in gelinde Digestion; worauf ich letztern durch itzendes Ammoniak wieder neutralisirte, die Alaunerde aufs neue aussüsste, und nach dem Trocknen scharf ausglühete. Sie wog nun. mehro 985 Gran. n) Es war noch übrig, das gesammelte Aus- siilswasser zu untersuchen. Nachdem solches zur Trockne abgedampft, und die Salzmasse wieder in wenigem Wasser aufgelöset worden, blieb’ ein wenig graue Erde übrig, welche, mit Schwefel- F4 säure geprüft, sich als Kalkerde verhielt. Die Auf lösung bildete während des Abdampfens Selenit- krystalle, die, nach sorgfältigem Sammeln, in 11 Gran bestanden, worin die Kalkerde auf einen halben Gran zu schätzen ist. Unter den Resultaten, welche aus dieser Zergliederung hervorgehen, istnun zuvörderstder merkwürdige und unerwarteteUlmstand einer gänz- lichen Abwesenheit der Kieselerde unter den Be- standtheilen des Sapphirs, in Betrachtung zu zie- hen. Denn die erhaltenen ı13 Gran k) können ohne Zweifel ganz allein nur dem feuersteinernen Reibegefässe zugeschrieben werden, davon der Sapphir 192 Gran abgerieben und mit sich verei- nigt hat; welcheich nur mit genauer Noth, und dennoch nicht ohne einen kleinen Verlust von z Gran, habe wieder erhalten können. Als dargelegte Bestandtheile des Sapphirs kommen also nurin Anschlag: Alaunerde m)-& ES = 99,50. Eisenkalk b)- ı een es 1, Bag Kalkerde n)--- a0 20,505 100. Da, auch bei dem vorsichtigsten Verfahren in Zergliederung der Fossilien, doch stets einiger Verlust unvermeidlich ist,'so ist das gegenwärtige völlige Zusammenstimmen der Summe dieser er- ne ee ea Auf ent. Ian 0. haltenen Bestandtheile mit dem ersten Gewicht des Sapphirs, wahrscheinlich nur zufällig, und der Grund davon in dem veränderlichen Zustande der Trockenheit, welcher der Alaunerde durchs Ausglühen beigebracht wird, zu suchen. Die unbedeutende, und vielleicht gar nur als zufällig zu betrachtende, Menge der Kalkerde, nebst dem wenigen Eisenstoffe, abgerechnet, fin- den wir nun in dem aufgeschlossenen Sapphir nichts, als ein einfaches Aggregat von reiner Thonerde. Welch ein hoher Grad der Anziehungskraft und innigster chemischen Verbindung mufs aber dazu gehören, und der Natur zu Gebote stehen, um einen so gemeinen Stoff, als die Thonerde, zu einem, durchHärte, Dichtheit, Glanz, Wider- stand gegen die Wirkungen der Säuren, des Feuers und der Verwitterung, so sehr ausge- zeichneten Naturkörper zu veredeln! Also nicht die Identität der Bestandtheile allein, sondern der besondere Zustand der chemischen Verbin- dung derselben, bestimmt das Wesen der daraus gebildeten Naturproducte. Untersuchung der KK oanlezae eg a = Die unter dem Namen KRatzenaugen bekannte edle Steingattung hat diese Benennung von der, den Augen derKatzen ähnlichen, Eigenschaft, einen nach gewissen Richtungen beweglichen weifsli- chen Lichtschein zurückzuwerfen, erhalten. Die in den neuesten mineralogischen Lehr- büchern befindlichen äussern Beschreibungen der- selben haben, bei der bisherigen Seltenheit des rohen$teins, nur von geschliffenen Stücken, in welchen sie gewöhnlich aus Zeylan zu uns gebracht werden, entnommen werden können. Daich nunin meiner Sammlung, durch die Güte desHerrn Fran- cis Greville in London, rohesKatzenauge besitze, und zwar von einer seltenern.braunrothen ÄAbän- derung, dessen Heimath die Malabarische Küste ist: so wird folgender kleine Zusatz zu den schon vorhandenen Beschreibungen der äussern Kenn. zeichen nicht ganz überflüssig seyn. Das sröfste Exemplar davon besteht in einem ziemlich viereckten Bruchstücke, vonı ZollLän- ge, 3Z. Breite, und 32. Höhe, am Gewicht 33 Drachme. DerQueerbruch zeigt eine, nach meh- rern Abstuffungen gesättigte, braunrothe Farbe, einen mälsigen Fettglanz, und scharfkantige Un- ebenheiten. Auf dem Längenbruch ist die Farbe lichter, derGlanz stärker, und schillert mit gelb- lichem Lichtschimmer; wobei ein, in mehrern Richtungen sich verlaufendes, unvollkommen blätt” riges Gefüge bemerkbar ist. Auf zweien an ein- ander stossenden Seiten besizt es noch seine na- türliche Oberfläche, oder Rinde. Diese ist in der Länge rundstänglicht gereifelt; und die braunro- the Farbe des Steins ist auf selbiger in ein mattes Bräunlichgelb verbleicht. Es ist nur an den Kanten und in kleinen Splittern schwachdurchscheinend. Das eigenthümliche Gewicht dieses rothen Katzenauges fand ich: 9,625; da hingegen die der weifslichen, grünlichen und gelben von Zey- lan: 2,660 ist. Dals die Katzenaugen im stärksten Feuersgra- de des Porzellanofens gänzlich unschmelzbar sind, habe ich bereits in der Abhandlung über das Verhal. ten mehrerer Stein- und Erdarten im starken Feuer an- gezeigt, und gedenke gegenwärtig nurnoch einer Veränderung, die sie in einem schwächern Feuer erleiden. Ich brachte nemlich einige der gewöhn- lichen geschliffenen Katzenaugen von grünlich- und graulichweisser Farbe im Tiegel zum Glühen, und löschte sie im kalten Wasser ab. Ich fand sie an Form, Härte und Glanz völlig unverän- dert wieder; sie waren aber gänzlich undurch sichtig geworden, und hatten ein aus braunen, röthlichen, grauen und weilslichten Puncten und Aederchen buntgemengtes, äusserst zartmarmo- rirtes, jaspisartiges Ansehen überkommen. A. a) Zweyhundert Gran feingeriebene Zeylan- sche Katzenaugen mischte ich mit vierhundert Gran trockenen milden Mineralalkali, und liefs die Mi- schung im silbernen Tiegel, 4 Stunden lang, ge- linde und ohnesie zumFliessen zu bringen, durch- glühen. Die hiernächst in Wasser aufgeweichte Masse übersättigte ich mit Salzsäure, und liefs sie damit eine Zeitlang digeriren. Es hatte sich eine ansehnliche Menge Kieselerde ausgeschieden, welche aufs Filtrum gesammelt, ausgesüfst, getrocknet und zuletzt stark geglühet wurde; in welchem Zu- stande sie 189 Gran wog. b) Die salzsaure Auflösung, nachdem sie mit dem Ausfüssewasser vermischt, und durch Ab- dampfen in die Enge gebracht worden, sättigte ich noch heifs durch mildes Mineralalkali, und er- hielt einen Niederschlag, der, ausgesüfst und ge: trocknet, ı5 Gran wog.| c) Diese mit Salzsäure übergossen, löseten sich unter Aufbrausen, bis auf einen geringen Theil Kieselerde auf, welche nach dem Ausglühen noch einen Gran betrug. d) Nach deren Absonderung wurde die Auf- lösung mit ätzendem Ammoniak versezt, wo- durch ein gelblichweisser schleimartiger Nieder- 1: schlag fiel, der sogleich durchs Filtrum abgeschie- den, ausgesüfst, und noch feuchte mit Aetzlau- ge aufgelöset, Eisenkalk hinterliefs, welcher aus- gesüfst und geglühet, einen halben Gran wog. e) Die von der Aetzlauge aufgenommene Er- de wurde durch Salzsäure ausgeschieden, durch ein kleines Uebermafs derselben, wieder aufgelöset, durch mildes Mineralalkali aufs neue daraus gefällt, ausgesüfst und in Schwefelsäure aufgelöset, womit sie zu Alaun anschofs. Aus dessen Wiederaufiö- sung in Wasser wurde die Erde durch Mineralal- kali wieder dargestellt, ausgesüfst, und nach dem Trocknen geglühet, Sie wog 33 Gran. f} Die Flüssigkeit, welche von dem durch ätzendes Ammoniak'bewerkstellisten Niederschla- ge d) noch übrig war, wurde, über der Wärme, mit mildem Mineralalkali versetzt, wodurch sich Kalkerde ausschied, die mit Schwefelsäure Selenit bildete. Die aus selbigem weder hergestellte Kalk- erde wog geglühet 3 Gran. Da also 200 Gran dieser Katzenaugen geliefert hatten: Kieselerde a)- ,ı89 -- 190 en 1: Alaunerde e)- E; R 9& Kulkerde= 4 z 3 2 Hisenkalk d)-= z ä so beträgt solches im Hundert: Kieselerde e 95; Alaunerde- 1,75 Kalkerde- 1,50 Eisenkalk- 0,25 95,50. Verlust: 1,50. 100. B. e) Hundert Gran des vorbeschriebenen rohen rothen Katzenauges, von der Malabarischen Küste, fein gepulvert, ‚mit 300 Gran ätzenden Pflanzen- alkali gemischt, und im silbernen Schmelzgefässe eine Stunde lang, ohne dafs es zum Fliessen kam, geglühet, gab eine graue bröcklige Masse. Mit Wasser übergossen, lösete sie sich bald zu einer etwas trüben Flüssigkeit auf. Mit Salzsäure über- sättigt, digerirt und filtrirt, blieb zarte und weisse Kieselerde zurück, die nach dem Aussüssen und Trocknen ı15 Gran, nach einem halbstündigen Glühen aber 93 Gran, wog. b) Nachdem die, mit dem Aussüfswasser ge- mischte salzsaure Auflösung zuvor durch Abdam- pfen in die Enge gebracht worden, wurde sie ko- chend durch mildes Pflanzenalkali sefällt. Der davon erhaltene gelbliche Niederschlag wog nach dem- Trocknen 88 Gran. c) Diese 85 Gran löseten sich in Salzsäure völ- lig auf. Aetzendes Ammoniak fällete daraus eine schleimartige Erde, welche noch feucht mit Actz- I lauge digerirt, darin sich nur zum Theil auflösete und auf dem Filttum 5; Gran zurückliefs. d) Die von der Aetzlauge aufgenommeneund daraus wieder hergestellte Erde, wog nach dem Aussüssen und Glühen 2 Gran, und mit Schwe- felsäure behandelt, lieferte sie Alaunkrystallen. e) Obige 5 Gran c) mit Schwefelsäure dige- rirt, sezte noch Kieselerde ab, die geglühet, ı& Gran betrug. In der davon befreieten Auflösung bildeten sich während des Abdampfens, Selenitkry- stallen. Die mit wäfsrigem Weingeist davon ab- gespülte gelbe Flüssigkeit mit Blutlaugensalz ver- setzt, gab einen dunkelblauen Niederschlag, aus dessen geringer Menge der dadurch angezeigte Eisenkalk nicht füglich genauer, als zu£ zu schätzen war. Aus der noch übrigen Flüssig- keit sonderte mildes Alkali noch einige, wiewohl zu unbedeutende, Flocken Alaunerde ab. j) Aus der Flüssigkeit, woraus ätzendes Am- moniak den schleimartigen Niederschlag gefället hätte c), schlug mildes Pflanzenalkali über der Wärme noch einen Antheil Erde nieder, die sich mitSchwefelsäure zu Selenit bildete; auswelchem, nebst jenem in e) erhaltenen, die Kulkerde, durch Kochen mit aufgelösetem milden Alkali, herge- stellt, und deren Menge, nach dem Glühen, 13 Gran befunden wurde. Es hat demnach diese rothe Abänderung der Katzenaugen zu Bestandtheilen, im Hundert: Kieselerde a) 937 e) 1‘ 94,50 Alaunerde d)= i Bi falkerde f)--- 1,50 Eisenkalk€)-- 2 0,25 98,25 Verlust- 2,75 Ran Dieses Verhältnifs der Bestandtheile, wel- ches in beiden Abänderungen als völlig über- einstimmend zu betrachten ist, verbunden mit der gänzlichen Unschmelzbarkeit:(ohne noch des Unterschieds im äussern Charakter zu erwähnen) giebt nun genugsamen Grund her, die Katzenau- gen vom Feldspath, dem sie von mehrern Mine- ralogen beigezählt worden, zu trennen. Ange- ınessener scheinen sie hingegen bei den Opalen zu stehen, woruntersie auch schon vormals, unter dem Namen Pseudopal, Katzenaugen- Opal, begrif- fen wurden, u ” , \V 1. IE ero AYrIıNnG Zergliederung x des Ge rev eher, 11 4 we De Chrysoberyll, dessen Vaterland Brasilien ist, über- ES 5;: galt so lange für eine Abänderung des Chrysoliths, mit| i;: er bis eine genauere Vergleichung beiderseitiger 1 des E.: äusseren Kennzeichen den Herrn Bergcommis- 1en: 2:{ ) sionsrath Werner bestimmte, ihn vom letztern NAU-.. na zu trennen, und als eine eigene Gattung, un- line ter der gegenwärtigen Benennung, im Systeme ng: aufzuführen. Es darf aber dieser Chrysobe- len ryll nicht mit dem Chrysoberyll der Alten verwech- ier selt werden, als welcher das, was der Name uf I anzeigt, wirklich war, nemlich goldgelber Beryli; wie solches aus dessen Beschreibung im Plinius, Libr. XXXVIL C. V. hervorgehet* Probatissimi sunt ex üs,(nemlich: Beryllis) qui viriditatem puri maris imitantur. Proximi, qui vocantur Chrysoberylli, et sunt paulo pallidiores, sed in aureum colorem exeun- te[ulgore. Der heutige Chrysoberyll kommt bis jetztnoch blos als Geschiebe, in abgerundeten Körnern, von der Grösse kleinerer und grösserer Erbsen vor, von lichtgelber, unmerklich in grünlicht sich zie- vl(@ henden Farbe. Die etwas rauhe Oberfläche die- ser Körner ist starkschimmernd, und dabei mei- stens auch wie Mondstein spielend; inwendig aber besitzt dieser Stein einen starken Glanz, der, in Verbindung mit einer sehr beträchtlichen Härte, dem geschliffenen Steine ein lebhaftes Feuer giebt; daher er leicht mit dem gelben Diamant verwechselt werden kann. An wenigen dersel- ben finden sich noch übergebliebene Spuren der ursprünglichen Krystallgestalt. Die eigenthümliche Schwere fand ich: 3,710; welche also mit der, vom Herrn Werner ange- zeigten, von 3,698 bis 3,719, zutrifft, und davon just das Mittel ist. Meine ersten Zergliederungsversuche, die ich damit angestellt, ehe ich noch zur Kenntnifs derjenigen Vortheile gelangt war, welche spätere Eıfahrungen mich gelehrt, machten mir nicht wenig zu schaffen, und kosteten mir einen be= trächtlichen Theil meines Vorraths. Ich über- sehe sie aber, und schränke mich blos auf den-. jenigen Versuch ein, welcher eine vollständige Zeıgliederung zur Folge gehabt hat. a) Hundert Gran Chrysoberyll, welchen ich zuvor, im polirten Stahlmörser, in ein mässig feines Pulver verwandelt hatte, rieb ich, in der Reibeschale aus Feuerstein, mit Wasser vollends gein. Nach geschehener Austrocknung des Stein- pulvers, glühete ich es gelinde aus, um es von aller Feuchtigkeit zu befreien, und fand das Ge. 11 wicht desselben mit 13 Gran, vermehrt. b) Diese 113 Gran übergofs ich, im silber- nen Schmelztiegel, mit so viel Actzlauge, dafg die Menge des trocknen ätzenden Pflanzenalkali darin 800 Gran betrug, und liefs diese Mischung im Sandbade bis zur trocknen Masse abrauchen; worauf ich den Tiegel mit seinem Inhalte in den Windofen, auf einen Fufs von Porzellanthon, zwischen Kohlen stellte, und, bei sorgfältiger Achtsamkeit, dafs die sich aufblähende Masse nicht übersteige, zuerst gelinde erhitzte, nach und nach aber bei verstärktem Feuer zum Roth- glühen brachte. In diesem Feuersgrade erhielt ich die Masse 3 Stunden lang, ohne dafs sie zum wirklichen Fliessen kam. c) Nach einiger Abkühlung weichte ich die Masse im Tiegel mit Wasser auf, ünd brachte die Auflösung äufs Filtrtum. Auf diesem blieb ein lockeres hellgraues Pulver zurück, welches, nach dem Aussüssen und Abtrocknen, 662 Gran wog. d) Die davon abgeschiedene alkalische Lauge wurde, nach hinzugefügtem Aussüfswasser, durch Abrauchen in die Enge gebracht, und hierauf mit Salzsäure gesättigt. Es fiel ein häufiger weis- ser Niederschlag, der aber, durch ein geringes Uebermals von Säure, sich sogleich wieder. klar auflösete. Durch mildes Pflanzenalkali wurde die Erde über der Wärme aufs neue ausgeschieden. & — IBO Nachdem sie ausgesüfst und in gelinder Wärme getrocknetworden, war sieschneeweisund locker; sie wog 1383 Gran. e) Jener, in 662 Gran bestehende, hellgraue Rückstand von c) mit Salzsäure übergossen und digerirt, hintetliefs einen Rückstand, der aus- gesüfst, getrocknet, und geglühet, 243 Gran wos, und sich bei der fernern Prüfung als reine Kieselerde erwies. j) Diese von der Kieselerde befreiete salz- saure Auflösung wurde kochend durch ätzendes Ammoniak zersetzt, der gelbliche Niedeıschlag ausgesülst, und noch feucht mit Aetzlauge gekocht. Er lösete sich darin auf, bis auf einige braune Flocken; welcher Rückstand in Eisenkalk bestand, der, gelinde geglühet, 13 Gran betrug. g) Diealkalische Auflösung f) sättigte ich mit Salzsäure; wodurch ein weisser Niederschlag er- folgte, der, nach einer geringen Uebersättigung, sich wieder klar auflösete. Die Erde wurde dar- aus aufs neue durch mildes Pflanzenalkalı kochend gefällt. Sie wog, nach gelindem Trocknen, 29 Gran. h) Diese 29 Gran Erde, nebst jenen 1384 Gran vond), denen ich auch die aus) dem ab- gerauchten Aussüfswasser gesammelte, und in ein Paar Gran bestehende Erde hinzufüste, wur- den zusammen mit verdünnter Schwefelsäure über- sossen und damit digerirt. Es lösete sich alles les — 101— auf, bis auf einige Kieselerde, welche geglühet 4 Gran wog. i) Nachdem diese, nunmehr ganz klare, Auflösung in gelinder Wärme etwas abgedampft worden, setzten sich daraus nach und nach zarte, spiessige Krystallen ab, welche vorsichtig gesam- melt wurden. Sie hatten alle Kennzeichen des Selenits, und gaben, durch aufgelösetes mildes Pflanzenalkali kochend zersetzt, ıı Gran milde Kalkerde; wovon, nach starkem Ausglühen, 6 Gran übrig blieben. Dieser kalkerdige Bestandtheil des Chrysoberylis ist ohne Zweifel bei dem Nieder- schlage von d) befindlich, und zuvor, als ätzend, im blossen Wässer aufgelöset, vorhanden ge- wesen, k) Diese schwefelsaure Auflösung wurde nun- mehr mit dem, zur Bildung des Alauns benöthig- ten Antheil Pflanzenalkali versetzt. Der Alaun schofs nach und nach in regelmässigen Kıry- stallen an; wobei sich gegen das Ende noch etwas Kieselerde anfand, welche geglühet 25 Gran be- trug. DasGewicht des sämtlich erhaltenen Alauns bestand in 604 Gran. I) Es wurde selbiger in kochendem Wasser wieder aufgelöset, mit mildem Pflanzenalkali kochend zersetzt, die ausgesüfste Erde nach dem Trocknen gelinde ausgeglühet, hierauf mit destil- lirtem Essig digerirt, letzterer durch ätzendes auis Ammoniak wieder neutralisirt, die Erde G 3 P} neue ausgesülst, getrocknet und geglühet. Diese nun ganz reine Alaunerde wog 715 Gran. Die durch gegenwärtige Zergliederung darge- legten Bestandtheile des Chrysoberylis betragen also im Hundert: Alaunerd 1) E“ r E 71,50 Kalkerde i)--.- 6, Eisenkalk f}---. 1,50 Kieselerde€):=..245 hy art » IE k) 25 31 davon gehen ab a)- ı3 und bleiben also: 18 ee a, 97> Verlust- E 3 100, Wie sehr nun diese Bestandtheile des Chryso- berylis von denen des Chrysoliths verschieden sind, und wie nothwendig es daher gewesen ist, beide Edelsteingattungen im Systeme zu trennen,’sol- ches wird aus der folgenden Untersuchung des Chry- solitlıs hervorgehen. Dis age, vil. gen| Untersuchung des 0 Coburyı sro]-Eitehss, D: Chrysolith gewährt ein sonderbares Beispiel von einer Vertauschung des Namens; indem wir denjenigen Edelstein anjetzt T’opas nennen, wel- chen die ältern Schriftsteller unter dem Namen Chrysolith begriffen haben. Denn, dafs der Tiopa- zius der Alten nicht unser heutiger Topas, son- ba dern der gegenwärtige Chrysolith sey, gelıet un- ter andern aus folgender Stelle im Plinius*) her- Zu vor: Zjus tota similitudo ad porri succum_ dirigitur, i Est autem amplissima gemmarum, Eadem sola no- ' bilium limam sentit; caetera Naxüs cotibus poliuntur, 5 Haec et usu atieritur. Die Veranlassung zu dieser \ Verwechselung ist desto unerklärbarer, da doch die Benennung Chrysolithus— Goldstein— dem Topase, als einem goldgelben Edelsteine, un» streitig angemessener ist, als unserm grünfarbigen Chrysolithe. Die ausführliche äussere Beschreibung des Chrysoliths, welche Herr Bergcommissions- Ratlı ‚Werner mit derjenigen Gründlichkeit, die man *) Nat. hist. Lib. XXX VI. Gap. VII, G 4 — 104— nur von einem solchen Meister zu erwarten berech- tigtist, mitgetheilt“), erschöpft alles, was über die Naturgeschichte dieses Edelsteins, so weit sie uns bis jetzt bekannt ist, über dessen äussere Characte- ristik, und über die vorgefallene häufige Verwech- selungen desselben mit andern Steinarten, nur immer beigebracht werden könnte. Dagegen aber hat es bisher desto mehr an einer richtigen che- mischen Zergliederung des Chrysoliths, folglich auch an der Kenntnifs der, im Mineralsysteme ilım zukommenden Stelle, gefehlt; welchen Man- gel ich, durch folgende Darlegung meiner damit angestellten Versuche, zu heben hoffen darf. Zur Hinwegräumung alles Zweifels erinnere ich noch zuvor, dafs die von mir der Analyse ‚ unterworfenen Chrysolithe, zugleich mit jenen, die dem Herın B. C. R. Werner zur Entwerfung der äussern Beschreibung gedient haben, vom Herrn John Hawkins, auf seinen naturhistorischen Reisen in der Levante angekauft, und zu diesem Endzweck mir zugesendet sind. Das eigenthümliche Gewicht der Chrysolithe habe ich mit der Angabe des Herrn Werner über- einstimmend, nemlich: 3,340, gefunden. A; a) Zweihundert Gran roher Chrysolith in rei- nen Stücken wurden, nach vorhergegangener Zer- AD“ A: sn Bergmänn. Journal 3. Jahrg. 2. B. 1790.$.54. Kit m RN erech, EL die e uns acte- ech- nur ber che. lich — 105—— kieinerung im-Stahlmörser, in‘der Feueistein- Schale mit Wasser fein gerieben“ An dem in Hitze ausgetrockneten Steinpulver fand sich keine Gewichtszunaliıme. Es wurde mit zwei Unzen rei- ner Aetzlauge, worin das Aetzsalz die Hälfte be- trug, im silbernen Tiegel übergossen, darin zu- eist zur Trockne abgedampft, alsdann noch eine halbe Stunde lang geglühet. Es blieb eine zer- reibliche Masse, die nach dem’ Erkalten schmut- zigolivengrün war. b) Bei Aufweichung dieser Masse mit Wasser nahm die Auflösımg die nemliche Farbe an, und ein brauner unaufgelöseter Antheil fiel schleim- artig zu Boden. Nach Uebersättigung mit Salz- säure und hinlänglicher Digestion wurde die jetzt safrangelbe Auflösung mit mehrerm Wasser ver- dünnt und üilltrirt; wobei reine Kieselerde zurück- blieb, deren Menge nach dem Ausglühen in 723 Gran bestand. c) Die salzsaure Auflösung kochend durch mildes Weinsteinalkali zeısetzt, gab einen häufi- gen hellbraunrothen Niederschlag, welcher nach dem Trocknen sich in Salzsäure wieder völlig auf- lösete, und mit ätzendem Ammoniak einen braun- rothen Niederschlag gab, der sogleich durchs Fil- trum abgeschieden, ausgesüfst und noch feucht mit Actzlauge digerirt wurde; wobei sich aber nur wenig aufzulösen schien. d) Nachdem der unaufgelösete Antheil aus der alkalischen Solution wieder abgeschieden, wur- de letztere mitSalzsäure übersättigt, und durch mil- des Weinsteinalkali gefällt. Es sonderte sich nur wenig Erde ab, die, nachdem sie gesammelt, und mit Schwefelsäure aufÄlaunerde geprüft wur- de, sich nicht auflösete, sondern bei näherer Untersuchung, sich als Kieselerde bewies, die ge- glühet, 3% Gran wog. e) Der mitder Aetzlauge digerirte braune Nie- derschlag c) wog, nach dem Trocknen und Aus- glühen, 38 Gran. Er bestand in reinem Zisenkalk, Vom Magnet wurde er gänzlich angezogen. In Salzsäure aufgelöset, und mit Blutlaugensalz wie- der niedergeschlagen, gab er 88 Gran sehr dunks les Berlinerblau. J) Die salzsaure Flüssigkeit, aus welcher der Eisengehalt durch Ammoniak geschieden wor den c) liefs nun durch mildes Pflanzenalkali häufige weisse und lockere Erde fallen; welche, nachdem die Mischung eine Zeitlang im Kochen erhalten worden, durchs Filtrum gesammelt, wohl ausgesüfst und getrocknet, ı98 Gran wog, und in milder Bittersalzerde bestand. Sie wurde in zwei Theile getheilt. Die eine Hälfte wurde eine$tun; de lang stark geglühet, und liefs 395 Gran zurück, die, mit rauchender Schwefelsäure übergossen, lebhaft erglühete. Die andere Hälfte wurde ins verdünnte Schwefelsäure getragen. Sie zerging da darin ‚sogleich zur klaren Auflösung, und gab durch die Krystallisation lauteres Bittersalz. ‚Anm. Es ist blos als ein Zufall anzusehen, dafs bei de» ° Fällung in c) nicht mehr Ammoniak hinzugesezt wurde, als nur eben zur Ausscheiduug des Eisenkalks nöthig war, da in der Regel sonst auch die Bittersalzerde durch Ammoniak gefällt wird. Aus dieser Zergliederung würden sich nun 5 die Bestandtheile des Chrysoliths im Hundert fol- sendermaisen ergeben: Geglühete Kieselerde B) 30 d) ı3 geglüheter Zisenkalk€) n ag geglühete Bittersalzerde f)-=.59:55D 96,50 Verlust- 3,50 100. B. Zur abermaligen Zerlegung des Chrysoliths erwählte ich geschliffene Stücke, welche eine rei- ne Durchsichtigkeit, und eine hellere Farbe hatten, dahingegen die, zum vorhergehenden Versuch im rohen Zustande angewendete Chrysolithe sich hie und’ da etwas ins Braune zogen, Da ich zu- gleich die Absicht hatte, zu erfahren, ob die Säu- ren allein vermögend seyn würden, dessen Zerle- gung, ohne eine vorhergehende Behandlung mit Laugensalz zu beweikstelligen, so bediente ich mich dazu der Schwefelsäure, nach der, von Marg- = 1 08 u graf zur Zerlegung des Serpentins angewendeten Verfahrungsart. l a) Zweihundert Gran zum feinsten Mehlpulver seriebenen Chrysolith übergofs ich, in einerRe- torte. mit einer Mischuns aus zehn Drachmen con- ’> ' centrirter Schwefelsäure, und doppelt so vielem Wasser, ‚und zog bei mässiger Destillationshitze die Flüssigkeit soweit ab, bis der Rückstand in der Retorte als eine trockne Masse erschien. Die über- gegangene Flüssigkeit roch mässig nach flüchtiger Schwefelsäure. Die nach dem Erkalten aus der abgesprengten Retorte gesammelte Masse wurde mit kochendem Wasser ausgelaugt und Ältrirt. Die Auflösung hatte eine kaum bemerkbare grünliche Farbe, b) Der unaufgelösete Rückstand wurde in einem Kolben, mit zwei Drachmen concentrirter Schwefel- säure und zwei Unzen Wasser, nochmals gekocht, und, nachdem er wieder aufs Filtrum gesammelt, mit reichlichem kochenden Wasser ausgesülst, ge- trocknet und geglühet. Er bestand in reiner weis- ser Kieselerde, am Gewicht 78 Gran. c) Die schwefelsauren Auflösungen a) und 5) wurden in einer Porzellanschale bis zur trocknen Masse, die eine grünlichgraue Farbe hatte, ab- sedunstet, alsdann in einem Porzellantiegel zu- erst gelinde erhitzt, wobei es stark dampfte; hierauf aber eine. Stunde lang scharf durchge- slühet, Fi — 109— 7 A d) Die geglühete Masse hatte eine ziegelrothe Farbe erhalten.' Sie wurde zerrieben, mit heis- sem Wasser ausgelaugt, derrothe Eisenkalk durchs Filtrtum abgesondert, und geglühet. Er wog 39 Gran. Da solcher aber gegenwärtig mit einer srössein Menge Sauerstoff verbunden war, als er in der Mischung des Chrysoliths wirklich enthält, so wurde er in einem Tiegelchen mit Wachs ein- getränkt, und, nachdem dieses darüber abge- brannt worden, noch eine Zeitlang verdeckt im selinden Glühen erhalten. Die rothe Farbe war jetzt in schwärzlichbraun übergegangen; er wurde nun fertig vom Magnet angezogen, und wog 38 Gran. e) Die farbenlose schwefelsaure Auflösung d) gab wurde zur Kıystallisation abgedampft, und gab, bis auf den letzten Tropfen, reines Bittersalz. Aufgelöset und kochend mit mildem Weinsteinal- kalı zersezt, lieferte es 213 Gran weisse und lockere Bittersalzerde; von welchem Gewichte, nach einem stundenlangen Glühen, 87 Gran übrig blieben. Aus dieser abermaligen Zergliederung, wel- che, in der Genauigkeit der Resultate, jener erstern noch vorgehet, ergeben sich nun die Be- standtheile des Chrysoliths im Hundert nach fol- senden Verhältnissen: =. 3,10,—— Geglühete Bütersalzerde e)- 43,50 —— b)- 39, geglüheter Kisenkalk d)- 19, 101,50 Win. Dafs sich hier, statt des sonst gewöhnlichen Ver- lustes in der Summe der Bestandtheile, vielmehr noch ein geringes Uebergewicht findet, liegt wohl nur an den veränderlichen Graden der Trockenheit, welche die Bestandtheile während des Glühens annehmen. Bei Leutschau in FHungarn bricht ein blafsgrü- ner, mit Grau gemengter, und mit zarten Asbest- adern durchsezter Serpentin, in welchem zugleich hochgrüne glänzende Körner, die, an einigen Stellen meines Exemplars, eine rautenförmige Kıystallisation zeigen, häufig eingesprengt sind. Die Herren v. Born*) und v.Fichtel#**), welche davon nähere Nachricht mitgetheilt, nennen sel- bige Chrysolith; wobei letzter jedoch ungewifs ist, ob er sie nicht vielmehr für Chrysopras zu halten habe. Diese Vermuthung wird aber durch die äussere Characteristik zu wenig begünstigt. Eine chemische Prüfung wili jedoch die Kleinheit der Körner, und deren unthunliche Absonderung vom Muttergestein, nicht erlauben. Indessen *) Catal. meth. et raison. de la collect. des Rossil. Tom, I. Pag. 69. **) Mineralog. Bemerk. v. d. Karpathen. I. Th. Wien 179r 8. 60. or. ih LLUE Se 15 a A giebt ihr Vorkommen im Serpentine, wegen der jetzt aufgefundenen Gleichheit der Bestandtheile in beiden, einigen geognostischen Grund her, um sie füglich als Chrysolith annehmen zu können, x % B Seit einiger Zeit wird ferner ein bei Moldau- thein in Böhmen vorkommendes Geschiebe für Chrysolith ausgegeben. Allein, nach denjeni- gen Exemplaren zu urtheilen, welche ich in Pıag, y roh und geschliffen, davon gesehen, kann ich solche nicht dafür erkennen; da das äussere An- sehn derrohen Stücke,‘und vornehmlich die, in den geschliffenen bemerkbaren feinen Bläschen, vielmehr Anzeigen eines Feuerproducts sınd; womitich auch die Meinung des Herrn Lindackers übereinstimmend finde*). *) S. dessen Beitrag zur Geschichte der böhmischen Chrv- solithe; in den Saml. physikal. Aufsätze, besond. die böhm, Naturgeschichte betreffend 2. B. Dresden 1792, vi. Untersuchung des Uluter mehrern Steinarten, welche dem Chryso- lıth vormals untergeordnet worden, ist auch das, unter dem Namen: basaltischer, oder auch:- nischer Chrysolith, sonst bekannte Fossil begriffen, In der äussern Beschreibung desselben, wel- che Herr B.C. R. Werner, zugleich neben jener des wahren Chrysoliths, mitgetheilt, und mit den lehrreichsten Bemerkungen begleitet hat, zeigt er, als Resultat seiner oryktognostischen Unter-° suchung, an, dafs er für nöthig gefunden, den basaltischen Chrysolith von dem eigentlichen Chry- solith zu trennen, und jenen als eine eigene Gat- tung, unter dem, von seiner Farbe hergenom- menen Namen: Olivin, aufzuführen. So wie es nun der Chemie obliegt, durch Mittheilung richtiger Erfahrungen von den Be. standtheilen der Mineralien, der Oryktognosie, zur immer vollkommenern Ausbildung ihres Lehrgebäudes, dieHand zu reichen; so stehet ihr auch die Prüfung zu, ob, und in wie weit die blos blofs aus der äussern Charakteristik geschöpfteVer. muthungen von den Bestandtheilen eines Fossils, und von der darauf gebaueten vorläufigen Ein- schaltung desselben in das System, in der Natur selbst gegründet sind. In diesem Betracht erachtete ich, es für gut, mit jener Analyse des Chrysoliths zugleich die des Olivins zu verbinden. Erster Abschnitt. Zergliederung des Olivins von Unkel. Zur Erforschung der Bestandtheile des Olivins erwählte ich zuerst den, aus dem Unkelsteiner Basalt; als worin er im völlig fischen und unverwitterten Zustande, von einer durchgehends gleichen, lichte-Jauchgrünen Farbe, und ohne alle fremde Beimischung, in ziemlich grofsen-Nestern, vor- kommt. Sein eigenthümliches Gewicht war: 3,265. A. a) Zweihundert Gran feingeriebener Olivin wurden mit zwei Unzen Aetzlauge, worin dds Aetzsalz die Hälfte beträgt, übergossen, abge- dampft, und eine halbe Stunde geglühet. Die Masse, welche eine graue Farbe hatte ‚ wurde mit Wasser aufgeweicht und filtrirt. b) Die alkalische Lauge liefs, durch Sättigung mit Salzsäure, eine weisse Erde fallen. Nachdem diese gesammelt und getrocknet worden, wurde sie H — 114— mitSchwefelsäure gekocht; sie theilte aber selbiger keinen fremden Geschmack mit; auch blieb diese, nachdem sie wieder abgeschieden, und mit mil- dem- Alkali gesättigt wurde, völlig klar. Jene Frde bestand also in blosser Kieselerde, die, nach dem Glühen; 49 Gran wog. c) Der von der alkalischen Lauge abgesonderte aschgraue Rückstand gerann, bei Uebergiessung mit Salzsäure, zur dicklichen braunen Masse. Mit genugsamem Wasser-verdünnt und digerirt, blieb ein häufiger, leichter, schlammiger, brauner Rückstand, der getrocknet 153 Gran wcg. d) Die durchs Filtrum davon. abgeschiedene salzsaure Auflösung war farbenlos. Mit mildem Weinsteinalkali kochend zeısezt, lieferte sie eine sehr weisse, lockere Erde, 181 Gran am Gewicht. e) Der braune Rückstand von c), zerrieben und mit Salzsäure digerirt, lösete sich mit gelber Farbe auf, und hinterliefs zulezt Kieselerde, die, nach dem Ausglühen, 43 Gran betrug. Anm. In dieser, mit dem Eisengehalte noch genau ‚ver- einigten Kieselerde, lag ohne Zweifel der Grund, dals die Salzsäure in c) keinen Angriff auf den Eisenkalk ausübte; welcher Umstand die eisenfreie Darstellung der durch die Säure aufgelöseten Erde beförderte. f) Aus der gelben salzsauren Auflösung e) wurde der Eisengehalt durch ätzendes Ammoniak gefällt. Nachdem er gesammelt und ausgesülst worden, wurde er noch feucht mit Aetzlauge ge- Er 4 k elhiger D diese, it nl. T Jene ‚ nach nderte Masse, gerirt, JUNET lene \dem kocht, die Lauge durchs Filttum wieder abge- schieden, mit Salzsäure übersättist, und: hierauf mit mildem Laugensalze gefällt.‘Es fiel nur ein geringen Antheil Erde, welche in der Prüfung sich als Kieselerde bewies, und geglühet 4Gran wog. Die von dem Eisenniederschlage übrige Flüssig- keit wurde kochend mit mildem Pflanzenalkali ver- sezt; ‚wovon aber keine weitere Fällung oder Trü- bung entlland.: 8) Der, nach dem Auskochen mit Aetz zlauge, wieder gesammelte Eisenkalk wurde im Tiegel- chen mit etwas Wachs eingetränkt, und nachdem dieses darüber abgebrannt worden, ausgeglühet. Er war nun dem Magnet folgsam, und: wog 25 Gran. h): Jene 1$ı GranErde 4) übergofs ich mit ver- dünnter Schwefelsäure,’ worin sie unter Aufbrau- fen zerging. Nachdem die A uflösung durch Ab- dunsten in die Enge gebracht worden, sezten sich ‚kleine. spiessige Kıystalle ab, welche in Gran Selenit bestanden, und worin. die reine Kal kerde auf£ Gran zu schätzen ist. i) Bei fernerm Abdunsten schofs die Auflös ung zu lauter Bitterfalz an; welches wieder aufgelöset; und kochend mit mildem Pflanzenalkali gefällt, sehr reine und lockere Bittersalzerde lieferte. Sie wog, nachdem sie eine Stunde lang geglühet hatte, 74 Gran. ... hau —_— 169— Diefem zufolge sind die Bestandtheile im Hundert: geglühete Kieselerde b) 244 9,7I e) 217- 48, 17:89 = Bittersalzerdei)--- 37, — Kalkerde By 02 2 geglüheter Kisenkalk Be en “ TEE = 9»/D Verlust-. 225 100. D. Zur Bestätigung dieser Resultate unternahm ich eine abermalige Zergliederung desselben Olivins von Unkel; wobei ich ihn diesesmal, auf gleiche Art, wie den Chrysolith, ohne ein vor- hergehendes Glühen mit Alkali, sogleich mit Schwefelsäure behandelte. a) Zweihundert Gran zum feinsten Mehl ge- riebenen Olivin übergofs ich in einer Retorte mit zehn Drachmen Schwefelsäure und hinlänglichem Wasser, und zog die Flüssigkeit zur Trockne ab. Die grauweisse Masse weichte ich mit heissem Wasser auf, kochte die davon abgefchiedene un- aufgelösete Erde nochmals mit zwei Drachmen Schwefelsäure und genugsamem Wasser, und fügte die davon wieder abültrirte Flüssigkeit jener eisten hinzu. Der Rückstand erwies sich nun als 1 is le iM — 117— blosse Kieselerde; deren Gewicht, nach dem Aus- glühen, justin 100 Gran bestand. b) Die schwefelsaure Auflösung hinterliefs, nach dem Abdünsten, eine graulich-olivengrüne Salzmasse, welche im porzellanenSchmelztiegel weiter abgedampft, und zuletzt mit stärkerm Feuer geglühet wurde. Die Masse behielt anfangs eine weilsliche Farbe, zulezt aber zerfiel sie pulver- artig g, und wurde ziegelroth. Zerrieben, mit heis- sem Wasser übergossen, und filtrirt, blieb rother Eisenkalk zurück, welcher, nachdem er mit etwas Wachs verglühet worden, 24 Gran wog. c) Die klare Auflösung b), zurKıystallisation abgedampft, schofs durchaus zu Bittersalz an. Bei Wiederauflösung desselben in einer mässigen Menge Wassers fanden sich Selenitkrystallen an, deren Menge einen halben Gran reine Kalkerde an- zeigte. Nach deren Absonderung wurde die Auf- lösung durch mildes Gewächsalkali kochend zer- sezt. Die erhaltene Bittersalzerde war rein, weils und locker. In der Wärme ausgetrocknet wog sie 1883Gran; nachdem sie aber eine Stunde lang geglühet worden, noch 77 Gran. Auf diesem Zergliederungswege, welcher bei bittererdigen Steinarten nicht nur der bequemste ist, sondern auch die Resultate am genauesten dar- legt, sindnun die Bestandtheile in hundert Theilen des Unkeler Olivins folgendermafsen aufgefunden worden: HN 3 Kieselerde a)-- 50, KEisenkalk b) E= 12, ri 1323 r Bittersalzerde c)-- 38,50 Kalkerde c)- e 0,2 100,75. Anm. Von dem Zutreffen dieser Summe mit dem ersten {1}[3 Gewichte, selbst mit einem Ueberschusse,‘gilt das- selbe,» was hierüber‘bereits bei dem zweiten Versuche niedlennShseliih zeleeet ee mir dem.Uhrysolith erinnert: worden. Zweiter Abschnitt. Zergliederung des‘ Olivins vom Karlsberge: Der zur vorhergehenden Untersuchung ange- wendete Olivin aus dem Unkeler Basalt befand sich, wie gedatlıt, in’einem frischen und unver- sehrten Zustande. Da aber die meisten Olivine, bald mehr bald weniger, deutliche Spuren der Verwitterung an sich zu tragen pflegen, so’ blieb noch übrig, zu untersuchen, ob etwa bei derglei- chen, zur Verwitterung geneigtern, Olivinarten eine Verschiedenheit in den Bestandtheilen statt ünde. Zu diefer Prüfung erwählte ich den Olivin aus den Basalten des Karlsbergs bei Cassel. Ich zerkleinerte ihn gröblich, und schlemmte mit Wasser den gelben Eisenokker ab ‚ womit er be- lest,"und in seinen Klüften durchzogen war. Er bestand nun, zum gröfsten Theile, aus kleinern Körnern von einer verbleichten srünlich- gelben Farbe; zum Theil aber auch aus gröfsern Körnern, tsuche Fr ein |ben neID; deren Farbe in einem noch etwas frischen Lauch- srün bestand. In diesen leztern bemerkte ich ein- gewachsene, schwarzgraue, metallischglänzende Theile. Ich liefs einen Antheil derfelben auf der Kohle scharf durchglühen, und fand das grüne livingestein dadurch grau, matt, und ündurch- sichtig geworden; die eingesprengten schwarz- grauen Theilchen aber hatten keine Veränderung erlitten; eine Anzeige, dafs sie nicht etwa in Hornblende-Kıystallchen bestanden; sondern es warEisen; und zwar, da es nicht vom Magnet ge- zogen wurde, von der Beschaffenheit ‚des Eisen- slanzes. a) Von diesem, zuvor feingeriebenen Olivin übergofs ich 300Gran mit a Unzen starker Schwe- felsäure ünd 4Unzen Wassers, und zog die Flüs- sigkeit, welche mässig wie flüchtige Schwefelsäure roch, bis zum Rückstande einer trocknen Masse ab. Die, nach deren Auskochung mit Wasser, zurückgebliebene Kieselerde kochte ich nochmals mit einer halben Unze Schwefelsäure, und hin- länglichem Wasser; worauf sie gesammelt, ge- trocknet und geglühet wurde. Sie wog 156 Gran. b) Um zu erfahren,'ob'unter den ausgezoge- nen Bestandtkeilen Alaunerde befindlich sey, wog ich von der sämmtlichen schwefelsauren Auf- lösung den dritten Theil'ab, und schlug das darin aufgelöset enthaltene durch mildes Pflanzenalkali kochend nieder. Der fiische Niederschlag hatte Ha —.ı 189— eine schmutzige blauliche Farbe. Nach dem Aus. süssen trug ichihn sogleich in kochende Aetzlauge, und liefs ihn darin eine Zeitlang in Digestion; worauf ich die Mischung mit mehrerem Wasser verdünnte, die durchs Filtrum abgeschiedene Lauge mit Salzsäure sättiste, und nach einiger Uebersättigung wieder mit Alkali versezte. Es erfolgte aber davon weder Niederschlag noch Trübung. c) Nachdem ich mich hierdurch von der gänz- lichen ‚Abwesenheit der Alaunerde überführt hatte, rauchte ich die übrigen zwei Diittheile der schwefelsauren A uflösung Zur trocknen Salzmasse ab, und liefs sie hierauf, zur Zersetzung des schwefelsauren Eisens,:im Tiegel stark slühen; worauf ich die Masse mit Wasser auflösete, und den rothen Eisenkalk durchs Filtrum abschied. Nachdem solcher mit Wachs ausgeglühet, und dadurch. dem Magnet folgsam gemacht worden, wog er 213 Gran, d) Die davon befreiete Auflösung schofs nach und nach zu Bittersalz an, Bei dessen Wiedeı- auflösung in wenigem Wasser blieb Selenit in zar- ten leichten Spielschen zurück, deren kaum in a Gran bestandene Menge nur# Gran reiner Kalk- erde gleich zu schätzen ist. Aus. der Bittersalz- Auflösung wurde nun die Bittersalzerde kochend durch mildes Gewächsalkali gefällt; deren Gewicht, nachdem sie ausgeglühet worden, 752 Gran betrug. ul Die Bestandtheile dieses hessischen Olivins, und deren Verhältnisse im geglüheten Zustande, sind also im Hlundert:: Kieselerde a)-. 52, Bittersalzerde, d)-- 37,75 Eisenkalk c)-- 10,75 Kalkerde d)-. 0,12. 100,62, d EN A 5 s Aus diesen Resultaten leuchtet nun eine sehr nahe Verwandtschaft desOlivins mit dem Chryso- lithe hervor. Bei dieser Gleichheit der Bestand- theile, welche auch in ihren Verhältnissen nicht zu stark von einander abweichen, wird die Tren- nung derselben in zwei verschiedene Gattungen nicht füglich weiter statt finden, und kann die aus der äussern Charakteristik ällein hergenom- mene Verschiedenheit nur zur Abtheilung in zwei Arten einer Gattung berechtigen. Da ferner zwischen beiden kein grösserer Unterschied, als etwa zwischen basaltischer und gemeiner Horn- blende, obzuwalten scheint: so könnte wohl der Olivin auf die Herstellung seiner vormaligen Be- nennung: basaltischer Chrysolith, einigen An- spruch machen. Zufolge des, in der ersten Abhandlung dieses Bandes angezeigten, Verhaltens des Chrysoliths und des Olivins im Porzellanofenfeuer, kam erster in ungeänderter Form, lezter aber in, bald IH 5; stärker bald’ schwächer, zusammengesinterten Kör- nern, aus dem Feuer zurück. Dieses veran- lafste mich zu einer Wiederholung des Versuchs mit dem Chrysolith; aber mit dem Unterschied, dafs ich ihn zuvor in Stücke, von der!unge- fähren Grösse-der Olivinkörner, zerkleinerte, ehe ich ihn in die Kohle einschlofs. Nach über- standenemFeuer fandich dieStücke, gleich’dem geglületen Olivin, eisenschwarz, undurchsich- tig, zartglasirt, und zusammengesintert; lezteres beides jedoch in noch etwas mindern Graden, als bei den hessischen und grönländischen Oli- vinen. eo Chemische Untersuchung der Sit lchbsestie: 0. « r Su der Zeit, da die sründliche Scheidekunst noch in der Wiege lag, und man nur wenige Na- turkörper anders, als durchs Feuer, zu zerglie- dern verstand, konnte auch die Kenntnifs von den Bestandtheilen der Körper des Mineralreichs richt anders als unvollkommen seyn. Man be- gnügte sich mit den Produkten, welche der soge- nannte trockne Weg lieferte, und bekümmerte sich um die übrigen Stoffe entweder gar nicht, oder man gedachte sich, auf grundlose Hypothe- sen gestützt, Bestandtheile, davon bei dem Lich- te der nur auf Thatsachen sich gründenden philo- sophischen Chemie nichts zu entdecken war. Nur erst bei den Fortschritten der leztern fing man an, die grosse Lücke dieser Kenntnifs des Fossilienreichs, und den schwankenden Grund der *) Vorgelesen in der Königl. Acad. d. Wissensch. zu Berlin; S. deren Samml. der Deutsch. Abhandl. Berlin 1798. und 1794. — 114— darauf gebauetenMineralsysteme, einzusehen und zu beherzigen. Durch die,rühmlichen Verdienste eines Schwab, Brand, Gronstädt, Wallerius, Marg- graf, Scheele, Bergman, und mehrerer jeztlebenden Scheidekünstler, hat denn auch dieser Theil der natürlichen Philosophie sich aus dem Staube ge- hoben, und die chemische Mineralogie hat ihren gebührenden Platz unter den mit ihr verschwister- ten Wissenschaften erhalten, Allein noch ist dasjenige, was in dieser Wis- senschaft geleistet worden, nichts mehr als ein schöner Anfang. Der Umfang unserer Kennt- nisse von den Bestandtheilen der Fossilien ist noch enge begränzt. Es ist nicht allein die Menge der, ihrer Mischung nach, noch ganz unbekannten Fossilien unübeısehbar, sondern es bedarf selbst dasjenige, was wir bereits zu wissen glauben, noch mancher wiederholter Prüfungen. Nichts aber ist den Fortschritten einer Wissenschaft nach- theiliger, als wenn darin Irsthümer als unbezwei- felte, längst ausgemachte Wahrheiten angenom- men, von einem System, von einem Lehrbuch in das andere übergetragen, ‚und: mit darauf ge- baueten, ebenso grundlosenFolgesätzen vermehrt werden, Soll daher das kaum erst entstandene systema- tische Gebäude der, nach chemischen Bestandthei- len geordneten, Mineralogie fester gegründet und der Vollkommenheit näher gebracht werden: so en und dienste arg. nden I der R ge- Ihten wister. ‚Wis. s ein ennt- 2 ist ‚enge nnten selbst ıben, ichts ach- ‚wel noMm- uch bedarf es dazu noch einer grossen Reihe analyti- scher Versuche. Da es aber hierbei auf gründ- liche chemische Kenntnils, verbunden mit Ge- duld,;, Mufse, Fleifs, Genauigkeit im verfahren und beobachten, auch oftmaliger Aufopferung seltener und kostbarer Fossilien ankommt, diese Umstände jedoch gewöhnlich nicht oft zusammen- treffen; so darf dieser Zweig der Naturwissen- schaft eben nicht auf sehr reiche Erndten hoffen, sonderner wird sich ferner noch, wie bisher, nur mit einzelnen und sparsam gelieferten Beiträgen begnügen müssen. Unter der Menge der Produkte des Mineral- reichs, an deren richtigen chemischen Kenntnifs es noch mangelt, schien mir das Geschlecht der Sil: bererze vorzüglich einer Prüfung und Berichtigung zu bedürfen. Ich habe deswegen die Hauptgat- tungen desselben der analytischen Bearbeitung un- terworfen;‘von welcher Arbeit ich die Resultate in folgenden Abschnitten darlege. Erster Abschnitt. Hornerz. Unter den seltenern Gattungen der Silbererze ist das Hornerz, sowohl wegen seines reichen Ge- halts, als auch in Rücksicht derjenigen Substanz, vermittelst welcher die Natur hier das edle Metall vererzt hat, merkwürdig. — 12— Der Name Hornerz scheint jünger zu seyn, als die Kenntnifs dieses Erzes selbst; denn man Iindet schon bei mehrern metallurgischen Schrift- stellern des ı6ten Jahrhunderts selbiges, unter dem Namen Glaserz, erwähnt. Dals aber hierun- ter nicht unser jetziges Glaserz, oder das geschwe- felte Silber, zu verstehen sey, gehet aus den Be- schreibungen, die jene Schriftsteller davon gege- ben haben, hervor. Matthesius*) erwähnt meh. rerer Abänderungen dessen unter dem Namen: weisses, graues, gelbes, grünes Glaserz, und sagt davon:„esist durchsichtig wie einHorn in „einer Latern, und schmilzt am Lichte.“. Fa- bricius®®) gedenkt eines leberfarbenen Silbererzes, welches„ın Stücken gegen das Licht einen Schein „als Horn hat, in kleinen Theilen aber als Eis „durchschauend ist.“— Hieraus läfst sich mit Grund vermuthen, dafs man in neuerer Zeit das Glaserz der Alten aus Irrthum mit unserm heuti- gen Glaserz verwechselt habe, da jene Benennung dem Hloınerze angemessener ist, als dem mit Schwefel vererzten Silber; bei letzterm Erze hin- gegen sich gar kein Grund zu solcher Benennung auffinden lälst. Im gedachten ı6ten Jahrhunderte, als in_wel- chem die sächsischen und böhmischen Bergwerke *) Matthesius Sarept. 1585: Norimb.; "*) Fabricius de rebus metall, Zürch 1566. zu tyn, ENN man Schrift ‚, unter hierun. &schwe. den Be- n gegk- ıt.meh- Amen; und In il Fo. erzes, schein h mit it das heuti- nung m mit ‚e hin- nung — 1 Li 7.— die reichsten Schätze geliefert haben, hat auch die Ausbeute dieses Silbererzes oftmals in mehrern hundert Marken bestanden. Desto seltener aber und unbekannter wurde es in der Folge, bis der berühmte sächsische Berghauptmann.Pabst von Ohain es gleichsam wieder auffand, und ihm, we- sen der Aehnlichkeit mit dem künstlichen Hornsil- ber, den Namen Hornerz beilegte. Die ältern Fundorte waren: Joachimsthal, An- und vornemlich Johann- naberg, Schneeberg, Freiberg Georgenstadt. Anjetzt kommt es auch in einigen Gruben der Altaischen Gebirge, und nach des Herrn Sage Zeugnifs, auch in der Provinz Guamanga in Peru mit dem gediegenen Silber, vor. In Ansehung deräussern Gestalt ist mirdasHorn: erz in folgenden Abänderungen vorgekommen: ı) Derb. Von dieser Beschaffenheit hat esin jenen ausbeutereichen Jahrhunderten, auf vorge. dachten böhmischen und sächsischen Grubenplät: zen, reichlich, und zu Zeiten in Massen bis zu hundert-und mehrern Marken, gebrochen. Von dieser Art siehet man jetzt noch in dem churfürst- lichen Mineralienkabinet zu Dresden ein würflich geschnittenes Stück von mehrern Pfunden, nebst einem dergleichen etwas kleinern, welchem letz- tern Abdrücke von Stempeln eingeprägt find. Beide Stufen sind wahrscheinlich noch glücklich geret- tete Ueberbleibsel aus jenem Jahrhunderte. Die Farbe dieses Hornerzes ist schmutzig; hellbraun; pen 108 es scheint jedoch die eigentliche Farbe perlgrau zu seyn, und die braune Farbe von dem eingespreng- ten Eisenokker herzurühren. Es ist weich, und läfst sich gleichsam wie Wachs mit dem Messer zu dünnen Spänen schneiden, welche Wachsglanz haben, und an den Kanten und dünnen Stellen durchscheinend sind. 2) In schaligten Stücken, auf magerm Quarz in Gestalt einer Rinde aufliegend; aus dem Schlan- Senberge. 3) In dünnern Lagen zum Theil nur angeflogen, oft mit gediegenem Golde, oder auch mit weissem Bleispath vergesellschaftet; ebendaher. 4) In kleinen regelmäfsigen Würfeln krystalli- sit, von peılgrauer Farbe; von Johann- Geor- genstadt. 5) In zarten Schuppen oder Flokken von weifsli- cher Farbe; in welcher Art das Hornerz, auch noch anjetzt zu Zeiten, auf Eisenbräune, zu Johann. Georgenstadt vorkommt. 6) In erdichter Gestalt mit Thonerde gemenst, Es ist dieses das echte Buttermilchsilber der ältern Mineralogen, dessen Beschreibung Herr Berg- hauptmann von Veltheim*) mitgetheilt hat. Die mir davon vorgekommene Stufe, welche bereits im — *) Crellische Ausgabe der Mineralogie von Kirwan. Berlin 1768. 2. 208%. ı0d. Anmerkung. im Ugrun sespreng h, un Messer Usglanz 1 Stellen m Qu nSchlan 'eflogen, eissem ıystalli- - Geor- weilsli- ınoch ohann: nengt; altern imJahr 1617 auf dem alten$t. Georg zu Andreasberg gebrochen worden, und anjetzt sich in dem Kabi- net des Königl. Bergdepartements hieselbst befin- det, ‚bestehet in einer aetitischen Kalkspathniere, deren Hölung mit dem Buttermilchsilber, in Ge- stalt einer ausgetrockneten Erde von äusserlich schieferblauer und im fiischen Bruch bräunlich weisser Farbe, angefüllt ist, so wie auch die äus- sern Seiten der Stufe damit gröfstentheils belegt sind. 7) In grauem Kalkstein, dem Auge unbemerk- bar, von Annaberg in Niederösterreich. Es ist dieses das nemliche Fossil, welches Justi*) un- ter dem Namen alkalisches. Silberererz bekannt ge- macht hat. Ueber das Hornerz und dessen Bestandtheile sind der gelehrten Welt vornehmlich folgende chemische Untersuchungen mitgetheilt worden. ı) Die von dem sächsischen Bergmeister Lommer=*), welcher zugleich von der Geschichte und den äussern Kennzeichen dieses Minerals die beste Nachricht gegeben hat. Dieser Schriftstel- ler schätzet in dem reinen Hornerze das Silber bis zu 28 im Hundert; in dem violetten Hornerz aber nimmt er zugleich noch einen alkalisirten Schwefeltheil an. *) Justi Chem. Schriften, ıfter Theil. ”") Abhandl. vom Hornerze, von Lommer. Leipz. 1776. I — 130— 9) Herr Peter Woulfe=) glaubt neben der Salzsäure auch noch die Schwefelsäure als Ver- erzungsmittel im Hornerze gefunden zu haben. Auf diese Angabe des Heırn Woulfe gründen sich Kirwan, Bergman, und mehrere mineralogische Schriftsteller, wenn sie das Silber im Hornerze mit Schwefelsäure und Salzsäure zugleich vererzt annehmen. 3) Hat Herr Sage**) in Paris das Hornerz aus Peru untersucht,‘und giebt das Maximum des Silbergehalts zu 70 bis 74 im Hundert an; welcher Silbergehalt mit Salzsäure vererzt, und mit einer besondern fettigen Materie verbunden sey. 4) Herr Laxmann***) in Petersburg hat dagegen behaupten wollen, dafs sowohl im sibirischen, als sächsischen Hornerze gar keine Salzsäure ent- halten, sondern das Silber darin, eben so wie im Glaserze, durch Schwefel mineralisirt sey. Bei diesem Mangel der Uebereinstimmung der Schriftsteller über die Natur des vererzenden Stof- fes im Hornsilber, halte ich es nicht für überflüssig, den Untersuchungen jener Männer diejenigen hin- *) Versuche über dieMischung einiger Mineralien, von Peter Woulfe, a. d. Englischen übersezt, Leipz. 1778. *) Analyse chim. et concord. des trois regnes par M. Sage, Paris, 1786. *7%) Nov. comment. acad. Scient. Petrop. 1774 zu ben der ls Ve. habaı, en sich ‚gische merze ‚Velerze ornen, um des welcher { einer agegen ischen, re Enl- je im g der 1 Stof- lüssıg, n hin« n Peter k vage, — 131— zuzufügen, welche ich über einige Arten dieses Silbererzes anzustellen Gelegenheit gehabt habe. Fies Zum vorzüglichsten Gegenstande der Zerglie- derung hat mir das derbe Hornerz von der vorge- dachten, in der kurfürstlichen Sammlung zu Dres- den befindlichen, gröfsern Stufe gedient, als von welcher mir zu solcher Absicht eine dazu hinläng- liche Menge gefälligst mitgetheilt worden ist. a) Wenn man künstliches Hornsilber für sich im Schmelzlöffelchen vor dem Löthrohre schmilzt, so fliest es leicht und bald zur Kugel, und mit Mineralalkali versezt, reducirt sich sogleich das Silber. So gleichförmig schmelzt hingegen dieses Hornerz nicht, sondern es fliefst mufsicht, und es sintern zugleich einzelne metallische Körner aus, Mit Mineralalkali versezt, geht die Reduction et. was schwerer, als mit demHornsilber, von statten. Der Grund dieser Verschiedenheit rührt von deın in diesem Hornerze befindlichen Eisengehalte her. b) Zweihundert Gran dieses Hornerzes über- gofs ich mit dreifachem Gewichte reiner Salpeter- säure. Diese Säure äusserte aber weder im Kalten, noch bei kochender Wärme, einen Angriff, son- dern sie sonderte nur einen zarten braunrothen Eisenokker ab, welcher von dem rückständigen Hornerze abgeschlämmt und getrocknet, 4 Gran wog; und aus der Salpetersäure schlug ätzendes Ammoniak noch 5 Gran Eisen nieder. Als sie ı 3 hierauf mit Salzsäure versezt wurde, entstand blofs eine schwache Milchfarbe; es sezte sich aber kein wirkliches Hornsilber ab.‘ Hieraus folgte, dafs in diesem Hornerze weder freies gediegenes Silber, noch irgend eine Vererzung desselben durch Schwefel, zugegen sey. Das mit der Salpetersäure ausgezogene Hornsilber, mit doppeltem Gewicht Weinsteinalkali reducirt,: lieferte 133 Gran Silber. c) 1) Zu genauerer Ausmittelung der Bestand- theile mischte ich zweihundert Gran mit 600 Gran reinsten Weinsteinalkali, und brachte dieses Ge- mische, in einer Glasretorte, bei angemessenem Feuersgrade, zum fliessen. Nach dem Erkalten sprengte ich die obere Hälfte der Retorte ab, weichte die geschmolzene Masse, welche eine hellbraune Farbe hatte, mit heissem destillirten Wasser auf, brachte alles auf ein Filtrtum, und sülste den Rückstand aus. 2) Lezterer wurde hierauf in Salpetersäure auf- gelöst.: Die Solution erhielt eine braune Farbe, und der dabei entstandene Schaum färbte sich zie- selroth. Nach vollbrachter Auflösung des Silber- gehalts, blieben 83 Gran eines braunrothen Pulvers zurück, welches, mit Goldscheidewasser digerirt, dieses goldgelb färbte, und einen weissen Rück- stand übrig liefs. Lezterer bestand in Hornsilber, mit einem geringen Theil der Bergart gemengt, und gab durch Reduction ı Gran Silber. Aus der sch nah 3er kei dafs in Silber, durch ersäure ewicht Silber, estand- 0 Gran 5 Ge- enem kalten te ab, > eine lirten und e auf- Farbe, Jh zie- ilber- Ivers eitt, tück- ber, engl, 5 dei — 133— gelben Auflösung aber schlug ätzendes Ammoniak 7 Gran Eisenerde nieder. 3) Die salpetersaure: fällete ich mit Kochsalz, und das davon erhaltene Horn: silber«gab durch Reduction mit Mincralalkali 134: Gran Silber. 4) Die nach‘ Absonderung des ‚Hornsilbers rückständige Flüssigkeit hatte eine schwachgelbe Farbe, welche von einem:.dabei beindlichen Kisen- gehalte herrührte, der, durch ätzendes Ammoniak ausgeschieden, 5 Gran wog. 5) Ich nahm nunmehr die, nach Zusammen- schmelzung des Hornerzes mit dem Weinstein- alkali,-in destillirtem Wasser aufgelösete und vom Silber abgeschiedene salinische Masse zur Hand, und sättigte sie mit destllirtem Essig, wovon die Auflösung sich trübte,: und’ eine lockere weisse Tirde absezte, welche gesammelt und getrocknet, in 35 Gran T’honerde bestand. 6) Nach deren Absonderung dampfte ich die Auflösung zum trocknen Salze ab, und übergofs dieses mit alkoholisirtem Weingeist, welcher: das essigsaure Alkali in sich nahm. Das.davon zu- rückgebliebene, aus der vererzenden Salzsäure und dem Weinsteinalkali entstandene, Mittelsalz lösete ich im Wasser auf, und erhielt davon, durch wiederholtes Abdampfen und Kıystallisiren, 1172 Gran salzsaures Pflanzenalkali. 7) Um zu erfahren, ob, und in welchem Ver- hältnisse, die von einigen Schriftstellern, als Mit- bestandtheil des Hornerzes angegebene Schwefel- säure auch wirklich zugegen sei,_lösete ich dieses Salz in destillirtem Wasser wieder auf, und tröpfelte aufgelösete salzsaure Schwererde hinzu. Die Mischung trübte sich, unter derjenigen Erschei- nung, welche die Gegenwart einer nur geringen Menge von Schwefelsäure anzeigt. Ich fuhr mit dem Zutröpfeln fort, bis keine Trübung weiter er- folgte. Der davon gesammelte Niederschlag be- trug 3 Gran.: Da aber in diesen 3 Gran schwefel- saurer Schwererde die Säure nicht füglich höher, als zum halben Gran, in Anschlag gebracht werden ann, so halte ich dieses für ein zu geringes Quan- tum, als dafs man sie als einen wesentlichen Be- standtheil des Hornerzes ansehen dürfe. Wenn übrigens solcher halbe Gran Schwefelsäure 1! Gran schwefelsaurem Pflanzenalkali gleichgeschäzt, und von jenen 1174 Gran Digestivsalz abgezogen wird, so bleiben von lezterm Salze 116 Gran, worin die concentirte Salzsäure sich auf 42 Gran reducikt, Hundert Theile enthalten also: Silber--- 67,75. Salzsäure.- Ser Hisenerde a= x 6, T'honerde>- E 3,75 Schwefelsäure:= 0,25. 96,75 Mm\er. ls Mi. Iipefe. lieses felte Die schei- tngen hr mit [et er- 8 be- refel- her, den Juan- ı Be- en ran ınd ird, 1 die Li Gleichergestalt unterwarf ich das Hornerz aus dem Schlangenberge der Prüfung. Hundert Gran desselben, mit dreifachem Gewicht Mineralalkalı gemischt, liels ich in einer kleinen Retorte zum Ylufs kommen, lösete zuerst den Salzgehalt dieser Masse mit heissem' Wasser, und hiernächst das vückständige Silber mit Salpetersäure auf.: Die wässerige alkalische Solution, welche das von der Salzsäure des Hornsilbers gebildete Kochsalz ent: hielt, sättigte ich völlig mit Salzsäure, und prüfte sie mit salzsaurer Schwererde. Diedavon sich er- zeugende schwefelsaure Schwererde bestand in ei- ner eben so unbedeutenden Menge, als’bei’dem sächsischen Hornerze,'so dafs auch hier die Schwefelsäure nur'als zufälliger Bestandtheil ange- sehen werden kann. Aus der salpetersauern Silberauflösung stellete ich durch Kochsalz das Hornsilber"wieder her, welches'91ı4 Gran wog,’ und 68 Gran reducirtes Silber gab. Das an den ersten hundert Granen Hornerz noch fehlende bestand in Eisenerde und quarzigter Bergart. Es stimmte also dieses sibirische Hornerz, zo- wohlim Aeussern, als in seinen Bestandtheiien, mit jenem sächsischen fast gänzlich überein. C. Die mit dem vorbeschriebenen Buttermilchsilber angestellte Versuche bestehen in folgenden: 14 Pr 136 ee a) Vor dem Löthrohr für sich auf der Kohle geglühet, backte es nurschwach zusammen, und es schwizten kleine Silberkörnchen aus. Mit Bo- raxglase geschmolzen, lösete es sich zur klaren hellgrünen: Glasperle auf,: und lieferte ein reines Silberkorn. b) 35 Gran Buttermilchsilber übergofs ich mit Salpetersäure, und liefs es damit kochen. Es äusserte sich dabei weder Aufbrausen, noch vo- ther Dampf, so wie überhaupt nur ein schwacher Angriff bemerkbar war. Der Rückstand: nahm hierbei dieGestalt eines käsigtgeronnenen Nieder- schlags an. Die durchs Filtrtum abgesonderte Säure, welche schwachbläulich gefärbt war, liefs sich mit Kochsalz versetzen, ohne’ sich davon zu trüben,»oder einen Niederschlag zu geben. Nach Uebersättigung mit mildem Ammoniak, liefs sie Thonerde fallen, und die Flüssigkeit erschien schwachdunkelblau. Nachdem sie wieder mit Schwefelsäure übersättigt worden, sezte sie auf hineingestelltem Eisen eine zarte Kupferhaut ab. Der getrocknete Rückstand wog 30 Gran. Er wurde wiederholentlich mit ätzendem Ammoniak übergossen, und damit. unter öfterm Umschüt teln ausgezogen, Als von dieser Solution einige Tropfen mit Salpetersäure versezt wurden, fiel so- gleich Hornsilber nieder. Sämmtliche Auflösung, in gelinder Wärme verdunstet, trocknete zu perl- grauen, krystallinischen, biegsamen, an derLuft T Roll N, und Mit Bo. klaren reines ich nit en, Rz noch 10. jwacher | nahm \ieder- nderte ‘, Jiels von zu Nach fs sie chien mit e auf tab, br niak ;— 197 bläulich anlaufenden Membranen ein, welche im silbernen Schälchen gelinde geschmolzen, zu ei- ner wachsartigen Masse zusammenflossen. Das Gewicht dieses geschmolzenen ‚Hornsilbers be- standin 103 Gran. Die, nach Ausziehung des Hornsilbers durch Ammoniak, rückständige Thonerxde ,, lieferte, mit Mineralalkali geschmolzen, noch ein Silber- korn von 3 Gran. Da dieses nun einem Grane Hornsilber gleich ist, so sind in jenen 35 Gran des Fossils 112 Gran Hornsilber, oder 83 Gran Silber, und 237 Gran concentrirte Salzsäure, befindlich gewesen. Hundert Theile dieses Buttermilchsilbers ent- halten also: Silber R--- 24,64: Salzsäure r&.= 8,28. Thonerde nebst einerSpur von Kupfer 67,08. ee Die beigemischte Thonerde verursacht, dafs das Buttermilchsilber auf der Kohle sich nicht, wie gewöhnliches Hornsilber, beträgt, sondern dafs das Silber metallisch in Kügelchen ausschwizt. Sie entzieht nemlich in der Hitze dem Hornsilber die Salzsäure, daher das Silber metallisch zum Vorschein kommen kann. Als ich daher künst- liches Hornsilber mit Thonerde vermischte, und vor dem Löthrohre auf der Kohle glühete, so fand die nemliche Erscheinung statt. er Pe 138 wu D. Zur Untersuchung des von Justi sogenannten alkalischen Silbererzes, lösete ich eine Unze in rei- ner Salpetersäure auf, und versezte die filtrirte Auflösung mit Salzsäure. Sie opalisirte davon zwar ein wenig, es schied sich aber kein Horn- silber ab, und eben so wenig schlug ein hinein- getauchtes Kupferplättchen Silber nieder, Danun, in der'salpetersauren Auflösung g, der vorgege- bene Silbergehalt des Kalksteins nicht aufzufinden war, so suchte ich selbigen nunmehr in dem von der filtrirten Auflösung rückständigen- brau- nen Schlamme. Ich glühete ihn gelinde aus, wobei er einen empyrevmatischen Geruch ver- breitete. Er wog hierauf a Gran, und gab mit Mineralalkalı ein reines Silberkorn. Es gehet hieraus die Wahıxscheinlichkeit hervor, dafs das Silber in diesem Mineral mit Salzsäure verbunden sey, und würde die ungefähreMenge des Horn- erzes, nach jenem Ertrage berechnet, auf 3 bis 4 Loth ım Centner zu schätzen sein. Justi rühmte sich einer nur ilım allein bekannten Verfahrungs- art, das Silber daraus zu gewinnen, welches sonst, nach gewöhnlichen Processen behandelt, nicht zum Vorschein komme. a G Ueber das Verfahren der Natur bei Erzeu- gung des Hornerzes ist es schwer, etwas gewisses annten in rei. Itrirte lavon Horn- hindin- Janun, orgege- finden n dem brau- 2 aus, h ver- ab mit gehet [5 das inden Joın- 3 bis Ihmte uns ches elt, zeU- is5e$ zu bestimmen,, weil das Silber,.ohnerachtet sei- ner grossen Verwandschaft mit der Salzsäure, dennoch im vollständigen metallischen Zustande, damit keine Verbindung eingehet; Silber im ver- kalkten Zustande aber, soviel wir wissen, im Schoofse der Erde nicht vorkommt. Bergman‘*) hielt dafür, dafs Woulfe jenen Zweifel dadurch aufgelöst habe, dafs er im Hornerze, neben der Salzsäure, auch zugleich die Schwefelsäure wahr- genommen. Das Silber verbindet sich nemlich leicht mit dem Schwefel. Da nun geschwefeltes Silber öfters der Verwitterung unterworfen ist, zumal wenn, wie hier der Eisenokker es vermu- then läfst, ein zur Verwitterung geneigter Schwe- felkies mit ins Spiel kommt, so gehet der Scliwe- fel in den Zustand der freien Säure über, und bildet einen Silbervitriol.- Kommt aber die mit dem Silber näher verwandte Salzsäure hinzu, so zerlegt diese den Silbervitriol wieder, und bildet an dessen Statt das Hornerz. Von dem, in regelmässigen Würfeln krystal- lisirtten, Hormerze vermuthete Bergman schon, dafs es für rein und von aller Schwefelsäure frei zu halten sei, und wünschte, durch Untersu- chung desselben, dieser seiner Vermuthung die Gewifsheit geben zu können:„denn— sagt er ") Torb. Bergman über die Entstehungsart d. natürlichen hornartigen Metalle... Chem. Annalen 1784, 4: SE: 9,°377- — 1409— ganz richtig—.„,es ist besser, eine noch so'sel- „tene Stufe eher zur Untersuchung aufzuopfern, „als durch ihre fernere Erhaltung den Wiflenschaf- „ten.eine Bereicherung zu entziehen.“ Durch gegenwärtige Untersuchung ist nıın die- ser Wunsch des verewigten Bergman in sofern er- füllt, und seine Vermuthung gröfstentheils bestä- tigt worden, nur mit dem unbedeutenden Unter- schiede, dafs ich nicht krystallisirtes, sondern derbes, Hlornerz angewendet habe. Dafs jedoch auch die. Natur das Horneız zu bereiten wisse, olıne dazu des Schwefels, oder dessen Säure, als Vorbereitungsmittel zu bedürfen, darüber kann folgende Nachricht, aus einem, in Rozier’s Journal de pkysique mitgetheilten Briefe vom Herrn Proust, einiges Licht verbreiten. Laut der- selben ist das gemünzte Silber von dem spanischen Schiffe San Pedro d’Alcantara, welches an der por- tugiesischen Küste scheiterte, in der kurzen Zeit, bis es aus dem Meere wieder hervorgeholet wor- den, mit einer schwärzlichen Rinde von# Linie überzogen worden, welche in Schuppen abspringt, und wahres Hornsilber ist. Ferner berichtet Herr Pallas*) dafs er in Sibirien am Jaik verschiedene alte Tatarische Silbermünzen gefunden habe, wel- che in dem dasigen salzigen Erdreiche, tlıeils *, Nord. Beiträge. ter Band. o dur zu h so gel. 1opfenn, enschäf. in die- lem er- Is best nÜnter- sondern eız zu oder lürfen, em, ın fe vom ut der- schen 7 pOi- nZeit, t wol: Linie pringt, {Herr dene vel- heils durch und durch, theils nur auf der Oberfläche, zu wahrem Hornsilber geworden waren. Diese Kenntnifs von den Bestandtheilen des Hornerzes verstattet es der Kunst, in dessen Nach- ahmung der Natur ziemlich nahe zu kommen. Läfst man das salzsaure Silber bei mässigem Feuer gleichförmig schmelzen, so entsteht künstliches Hornerz, welches dem natürlichen dadurch noch ähnlicher gemacht werden kann, dafs man vor dem Schmelzen ein verhältnifsmässiges Quantum Eisenokker hinzusezt. Löset man Hornsilber ın kaustischem Ammoniak auf, und läfst die Flüs- sigkeit in gelinder Wärme verdampfen, so bleibt das Hornsilber in ähnlichen kleinen glimmernden Schuppen zurück, wie das natürliche angeflogene Hornerz zum Theil vorkommt. WVeberläfst man aber diese Auflösung der freiwilligen Verdunstung an der Luft, so schiefset zu Zeiten das Hornsil- ber in festen regelmässigen, dem kubischen Horn- rze ähnlichen Krystallen an. Zweiter Abschnitt. Rothgültigerz. DasHauptkennzeichen, wodurch diese schöne Gattung der Silbererze äusserlich sich von den übrigen unterscheidet, bestehet in der ihr eigen- thümlichen rothen Farbe, in Rücksicht welcher siein zwei Arten, nemlich in lichtes und in dunke- les Rothgültigerz, zerfällt. Bei der ersten Art geht die Farbe vom hellen Rubinroth bis ins Gra- natroth über; bei dem dunkeln Rothgültigerze hin- gegen neigt sie sich mehr oder weniger ins Stahl- grau; eskommt aber die charakterisirende Kerme- sinfarbe sogleich zum Vorschein, wenn das Eız geschabt oder gerieben wird. Art ist gewöhnlich undurchsichtig, ‚ dahingegen erste- res in mehrern oder mindern Graden duxchschei- nend ist. In Absicht der äussern Gestalt findet sich das Rothgültigerz derb, eingesprengt, angeflogen, dendri- tisch gewachsen, wie auch regelmässig Arystallisirt. Die gewöhnliche Kıystallform desselben ist die sechsseitige Säule, sowohl ohne Endspitze, als mit drei und sechsseitiger Zuspitzung; das lich- te Rothgültigerz kommt auch in sechsseitigen Pyramiden vor.’ Die, von den ältern deutschen Bergleuten, die- ser Gattung Silbererz beigelegte Benennung Rorh- gültig, oder rothes gültiges Erz, sollte zugleich den edeln Gehalt desselben andeuten, um es dadurch von anderweitigen, in Gestalt und Farbe zwar ähnlichen, dem Gehalte nach aber ungültigen oder tauben Fossilien, z.B. dem rothen Aırsenik oder Rauschgelb, den rotlıen Blenden, den Gra- naten, zu unterscheiden. In der Folge ist diese Benennung in Rothgülden ausgeartet, welches aber bei Unkundigen zu dem falschen Begriffe eines Goldgehalts Anlafs geben könnte. inshn. rze hin. 15 Stahl. Kerme. las Erz Art ist | este. chschei- ch das dendri: lisirt. t die 2, als 15 lich- Iren UBER eitig 1, die- Rotlı- h den durch zwaf iigen enik Gra- Jiese aber eines — 143— Was nun die Bestandtheile desselben anlan- get: so wird allgemein angenommen und gelehrt, dafs der Silbergehalt.darin, nebst Schwefel, durch Arsenik vererzt sei. In. diesen drei Bestandthei- len, ‚Silber, Schwefel und Arsenik, stimmen die mineralogischen Lehrbücher und: Schriftsteller durchgehends überein, welchen einige nur noch einen.Eisengehalt-beifügen. Unter denjenigen Autoren, welche in der chemischen Mineralogie als klassisch geachtet sind, scheint. Henckel der erste zu sein, welcher des Aiseniksäls eines Haupt- bestandtheils des Rothgültigerzes gedenkt, daer sagt:„Das hochrothe Rothgültigerz bestehet, „nebst dem Silber, pur aus Arsenikum; das „„ dunkle aus Schwefel zugleich. ,„ Nach ihm führt Wallerius‘es unter der Bestimmuug auf: „Argentum Arsenico et Sulphure mineralisa- tum.“— Cronstedt tritt dieser Angabe bei, und gedenkt nur noch eines Eisengehaltes.. Auch Bergman stimmt in seiner Skiagraphie des Mine- ralreichs*), damit überein, und nennt es: AL „gentum cum Arsenico, Sulphure mineralisatum,“ und in seiner Dissertatio de Arsenico®*) sagt er: „Arsenicum cum argento sulphurato mineram „argent rubram conficit;,, in welcher Abhand- ") Torb. Bergman Sciagraph. regni mineral. Lips. er Dresd. 1782. pag. 108. KAHN ) Ejusd. opuscul., phys. et chem. Vol. I. pag. 298. — 144— lung er zugleich das Verhältnifs folgendermafsen angiebt*): Silber bo, Arsenik 25, und Schwe- fel 13. Auf die Autorität dieser klassischen Ge- lehrten haben nun sämmtliche Schriftsteller jene angegebenen Bestandtheile dieses Erzes, als eine ausgemachte Wahrheit angenommen, und in ihre Schriften übergetragen. Aus gegenwärtiger Abhandlung aber wird hervorgehen,'dafs der Arsenik keinesweges als specificirender Bestandtheil des Rothgültigerzes zu betrachten ist, dafs er vielmehr gar nicht zur Mischung desselben gehöret, und dafs mehrere, selbst in Arsenikführenden Gruben brechende Arten, kaum einmal eine zufällige Spur davon enthalten. Ueberhaupt ist der Arsenik kein so allgemei- nes Vererzungsmittel, als bisher geglaubt worden ist. Es fallen daher auch alle, auf dessen ver- meintliches Dasein gebauete, Hypothesen hin- weg, nach welchen er als ein zur Erzeugung oder Zeitigung der Metalle, vornehmlich des Silbers, nothwendiger Grundstoff betrachtet wurde. Diese unbezweifelte V oraussetzung eines Arsenikgehalts in den mehresten Gattungen silberhaltiger Erze veranlafste die, von der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, im Jahr 1773. aufge- sebene PER er ) L3@Pa2g2303: gel tmalsen Schyi. en Ge. T jene $ eine inihre 1 wird ges als gerzes ht zur ITere, ende davon Igemel- ‚orden ] VEI- n hin- Jemie ulge- ebene a = 195-» gebene Preisfrage:„Wozu die Natur den, in den „Erzen vorhandenen, Arsenik anwende? ob durch „sichere Erfahrungen auszumitteln sey, dafs er „wirklich die Metalle zur Reife bringe? und wenn „diesem also sey, auf welche Art, undin wiefern „dieses geschehe“?— So richtig nun auch Herr Monnet in seiner von der Akademie gekrönten Preisschrift bewies, dafs der Aısenik zur Eızeu- gung der Metalle wesentlich nichts beitrage, so würde er doch aus der Nichtexistenz des Arseniks in den rothgültigen und weisgültigen Erzen, sil- berreichen Fahlerzen, u. s. w.— denn diese Erze scheint man doch bei Aufgabe jener Preisfrage hauptsächlich zum Augenmerk gehabt zuhaben— den kürzesten und bündigsten Beweis a priori ha- ben führen können, wenn er, durch eine gehörig vorangeschickte Untersuchung, sich von dem Un- srunde des V ordersatzes belehrt hätte. Wahrscheinlich hat der, dem Rothgültigerze äusserlich ähnelnde, rothe Arsenik, da selbiger sonst auch, nach Henkels Zeugnifs, unreifes Roth- gültigerz genannt zu werden pflegte, die erste Idee vom Daseyn des Aıseniks in jenen Silbererzen veranlafst. Nach dieser Digression gehe ich nun zur che- mischen Analyse selbst über. Diese betrift insbe- sondere das lichte Rothgültigerz, davon ich eine‘ zu wiederholten Versuchen hinlängliche Menge völlig reiner und bergfreier Bruchstücke aus den K _— 16— Gruben des Oberharzes und des sächsischen Eız- gebirges anzusammeln, Gelegenheit gehabt habe. I a) Fünfhundert Gran helles krystallinisches Rothgültigerz,‘von der Grube Katharina Neufang zu Andreasberg, aufs feinste gerieben, übergols ich mit der.sechsfachen Menge einer Mischung aus gleichen Theilen Salpetersäure, deren Schwere: 1,350 war, und destillirtem Wasser, und stellte die Phiole einige Stunden lang in gelinde Diges- tionswärme, fo dafs nur ein mälsiger Angnif der Sure statt haben konnte, Hierauf verdünnete ich die Auflösung mit Wasser, brachte sie zum Ko- chen, und gofs, nachdem der Rückstand sich z Boden gesetzt, die klare Auflösung davon ab. Das rückständige Erzpulver übergofs ich aufs neue mit vorgedachter Menge Salpetersäure und Was- ser, und verfuhr damit auf gleiche Art, wie das erstemal. Die Zersetzung des Erzes schien nun bewerkstelligt zu seyn; daher die Auflösungen, nebst dem Rückstande, aufs Filtrum gebracht, und letzter gehörig ausgesülst wurde. b) Die filtrirte salpetersaure Auflösung war sänzlich farbenlos. Ich liefs sie, da sie durch das, Aussüfswasser des Rückstandes sehr verdünnt war, bis zum achten Theil verdunsten, und fand,. nach dem Eıkalten, denBoden des Evaporirglases mit häufigen kleinkörnigen, grauweissen; glän- zenden, schweren Krystallen belegt. Um dieNa- en Fir. bt habe, isches ufang sich Dg aus hwere: stellte \ Ro- (ch zu on ab, s. neue Was- — 17— tur dieserKrystalle kennen zu lernen, verschafte ich mir, aus einer anderweitigen besonders ver- anstalteten Auflösung desselben Rothgültigerzes, eine zur Untersuchung hinlängliche Menge, und fand, dafs solche in Silbervitriol bestanden. Nach- dem ich mich hiervon belehrt hatte, lösete ich jenen Silbervitriol wieder mit hinreichendem Wasser in der Wärme auf, fügte ihn der salpeter- sauern Solution wieder hinzu, und versetzteletztere mit Salzsäure, so lange, als Hornsilber fiel, wel- ches gesammelt, ausgesüfst und getrocknet, 3g1Z Gran wog. c) Die Flüssigkeit, von welcher das Hornsil- ber abgeschieden worden, brachte ich, durch Ab- straction aus einerRetorte, in dieEnge. Die con- centrirte Flüssigkeit, welche trübe geworden war, hinterliefs im Filtro noch ı Gran Hornsilber. Sie enthielt nun keinen anderweitigen Stoff in sich, ausser einen beträchtlichen Theil Schwefelsäure. d) Der von der Salpetersäure. unaufgelösete Antheil, bestand in einem aschgrauen ziemlich lockern Pulver, und wog 203 Gran. Mit einer Mischung aus 5 Theilen Salzsäure und ı Theil Sal- petersäure übergossen, in eine halbstündise ge- linde Digestion gestellt, hierauf mit der Hälfte Wasser verdünnt, durchs Filtrtum geschieden, vorsichtig ausgesülst und getrocknet, blieben 65 Gran übrig. Dieser Rückstand enthielt nun den Schwefelgehalt desErzes. In einem Scherben T KR 2 — 145— gelinde erhitzt, brannte der Schwefel ab, mit Hinterlassung von 63 Gran Hornsilber. Der Schwefel hatte folglich in 585 Gran bestanden. e) Die Siltrirte Auflösung wurde durch Ab- dampfen in die Enge gebracht, alsdann in eine reichliche Menge Wasser gegossen, wobei sich so- gleich ein weisser Niederschlag erzeugte,, welcher durchs Filtrum abgesondert, ausgesülst, getrock- net undin einem Porzellanschälchen durchgehitzt, 133 Gran wog. Dem Systeme gemäfs, hätte nun dieser Niederschlag in nichts anderm, alsin Ar- senik, bestehen sollen. Ich unterwarf ihn den- jenigen Prüfungen, die zu:dessen Ausmittelung dienen konnten, aber es liefs sich auch nicht die kleinste Spur von Arsenik finden, sondern es er- gab sich dagegen, dafs dieser Niedeischlag durch- aus in Spiefsglanzkalk bestand, demjenigen völlig gleich, welcher entstehet,, wenn salzsaure Spiels- glanzauflösungen durch Wasser gefällt werden. Auf einem Scherben erhitzt, verdunstete blofs noch ein geringer Antheil Feuchtigkeit, mit einem kaum bemerkbaren salzsauern Geruche begleitet. Mit dem dritten Theile Kohlenstaub vermischt, und aufs neue auf den Scherben gebracht, ver- glimmte das Kohlenpulver ohne allen arsenikali- schen Geruch, und hinterliefs den Metallkalk in grauer Farbe, und mit.häufigen, feinen, grau- weissen, glänzenden, nadelförmigen Krystallen, den sogenannten Spiefsglanzblumen, untermengt Ab. eine N so- elcher trock- hitzt, nun Ar. den- ung t die 65 er- urch- llig els- len. )lols nem — 19— und bedeckt. Mit Weinstein und Kohlenstaub aber versetzt, und in einem Decktiegel geschmol- zen, reducirte er sich völlig zu Spiefsglanzmetall, nach dessen Verblasen ein Silberkörnchen von einem halben Gran zurückblieb. f) Die Flüssigkeit, woraus der Spiefsglanz- kalk abgeschieden worden, enthielt ebenfalls freie Schwefelsäure, Ich gofs sie daher mit jener salpe- tersauern Flüssigkeit, aus welcher dasSilber durch Salzsäure gefället, und das Hornsilber abgeschie- den worden; zusammen in eine Retorte, und ab- strahirte die Flüssigkeit soweit, bis bei dem glei- chen Feuersgrade nichts weiter überging, bei ver- stärktem Feuer aber, dicke weisse Dämpfe sich zu erheben anfingen. Diese rückständige Flüssigkeit gab sich bei der Prüfung als concentrirte Schwefel- säure zu erkennen. Mit Wasser wieder verdünnt und mit salzsaurer Schwererde versetzt, betrug die davon entstandene schwefelsaure. Schwererde, ausgesüfst und getrocknet, 194 Gran. Die gefundenen Bestandtheile waren also: Silber, Spiefsglanz, Schwefelund Schwefelsäure. Es war nun noch zu untersuchen übrig, in welchem Verhältnisse, undin was für einem Verbindungs- zustande, diese Stoffe das Rothgültigerz bilden. Zueıst den Gehalt desSilbers in diesem unter- suchten Erze anlangend, so betrug das Hornsil- ber b), nebst dem bei Verbrennung des Schwefels zurückgebliebenend), unddem bei Concentrirung K 3 men INO a ,J der Flüssigkeit, aus welcher ersteres geschieden war, sich noch angefundenen e), überhaupt 399 Gran, welche in der Reduction, mit Einschlufs des nach dem Verblasen des Spiefsglanzmetalls noch erhaltenen halben Grans, 300 Gran reines Silber zur Ausbeutegaben. Hiermit stimmte auch eine auf trocknem Wege angestellte Gegenprobe, zu welcher ich einen Probircentner feingeriebenes Eızin 2 Theiletheilte, jeden Theil in geschlagenes Blei von vierfachem Gewichte einwickelte, und auf der Kapelle mit Vorsicht abtrieb, völlig über- ein; denn ich erhielt in jeder Kapelle ein Silber- korn von 30 Pfund zurück. Den metallischen Gehalt des Spiefsglanzkalks, welcher, nach willkührlichem Abzuge eines Grans, für den dabei befindlich gewesenen halben Gran Silber, in 132 Gran bestand, suchte ich durch fol- gende Gegenproben auszumitteln. 100Gran rei- nes Spiefsglanzmetall übergofs ich mit 4 Theilen Salzsäure, brachte es zum Erwärmen, tröpfelte Salpetersäure so lange hinzu, bis alles Metall auf- gelöset war, brachte die Auflösung durch gelindes Abrauchenin die Enge, und schlug das aufgelö- seie durch Wasser nieder.‘ Ich erhielt davon ı1350Gran ausgesüfsten und in gelinder Hitze ge- trockneten Niederschlag. Jene 132 Gran sind also gleich 1013 Gran Spiefsglanzmetall. Die Schwefelsäure betreffend, so könnten Zweifel dagegen erhoben werden, ob auch die ge- eden Dt 309 hlufs stalls Ines auch iobe, Denes jenes und Iber- Jer- alhs, nten age fundene$$üre wirklich. als solche im Rothgülüg- erze, mit dem Silber zu Silbervitriol verbunden, praeexistire, oder ob selbige Säure nicht etwa als ein Product des, bei Auflösung des Erzes durch die Salpetersäure, gesäuerten Schwefels zu betrach- tensey? Dafs letzteres aber nicht der Fall sey, er- giebt sich'schon aus.der äufsern Beschaffenheit des Rothgültigerzes, besonders aus der Durchschein- barkeit, und der Abwesenheit des Metallglanzes. Es lassen sich. nemlich die Eize in Rücksicht des Mineralisationszustandes, füglich in zwei Abthei- lungen bıingen. Die erste derselben begreift die Eirze im eigentlichen oder engern Verstande,-wo- zu blofs diejenigen gehören, in welchen der Me- tallgehalt im vollständigen, oder doch: beinahe vollständigen, metallischen Zustande sich beän- det, ‚und deren Vererzungsmittel der: Schwe- fel ist. Metallglanz und absolute Undurchsich- tigkeit sind wesentliche Eigenschaften solcher geschwefelten Erze. Zur zweiten Abtheilung gehören diejenigen Eıze, deren metallischer Ge- halt mit dem Sauerftoffe, es sey nun damit al- lein, oder in Verbindung mit Schwefel und Säu- ren, in Auflösung stehet, Die äussere Beschaf- fenheit der hieher gehörigen Erze ist veıschie- den. Einige derselben sind oft bis zur Durch- sichtigkeit durchscheinend, andere hingegen ha- ben blofs ein'erdichtes Ansehen. Besonders aber unterscheiden sie sich von den eigentlichen K4 Erzen, durch die gänzliche Abwesenheit des Me- tallglanzes. Unter den Sübererzen gehören nun: das Glaserz, Sprödglaserz und Weisgültigerz zu den geschwefelten; das Rothgültigerz aber, nebst dem Hornerze, zu den durch:saure Stoffe minera- lisirten Eırzen, Einen anderweitigen Beweis, dafs der Silber- gehalt'im Rothgültigerze nicht im völligen metal- lichen Zustande durch Schwefel VErerzt,.'Son- dern, zum grösten Theile wenigstens, im kalk- förmigen Zustande mit Sauerstoff verbunden sey, giebt die Art des Angrifs, welchen:die Salpeter- säure auf das gedachte Erz, während der bei ge- linder Digestion vorgehenden Auflösung, äulsert. Dieser’Angrif ist viel zu schwach, als dafs dabei eine ‚so beträchtliche‘: Säuerung des Schwefels vorgehen könnte; daher auch während dieser Auflösung verhältnilsmäfsig nur wenig Salpetergas erzeugt wird. Durch: folgenden Versuch wird dieser Umstand noch mehr bestätigt. Ich über- gofs feingeriebenes Rothgültigerz mit reichlicher Menge starker Salzsäure, und stellte es mehrere Stunden in kochende Digestion. Nach dem Eı- kalten schied ich die Salzsäure durch ein Filttum von dem Erze wieder ab, prüfte sie, und fand, dals sie, nebst Silber und Antimonialtheilen, auch Schwefelsäure enthielt. Da nun aber die blofse Salzsäure nicht vermögend ist, den Schwefel in freie Säure zu verwandeln: so folgt, dafs die des Ne. N nun: IZ ZU nebst nera- Yilher. net. „ SON- . 1 sey, Deler- 1 ge- Isert, dabeı refels Schwefelsäure schon.als Säure in dem Erze präexi- stiret haben müsse. Dlenckel, dessen grofse. Ver- dienste um die chemische Mineralogie anjetzt fast ganz verkannt werden, hat schon. die Erfahrung angeführt, ‚dals der Silbergehalt des Rothgültig- erzes sich durch-die-blofse Salzsäure, vermittelst: wiederholter kochender Digestionen, ausziehen, lasse. Wahrscheinlich trägt, zu.solcher Auflös- lichkeit.des Silbers.in der Salzsäure, diese im Rothgültigerzes gegenwärtige. Schwefelsäure das, ihrige bei. Die Schwefelsäure aus jenen 500 Gran Rorth- gülügerz, hatte ıgq Gran schwefelsaure Schwer- erde erzeugt. Aus angestellten Gegenversuchen ergab sich, dafs die dabei befindliche-Säure 85% Gran concentrirter Schwefelsäure, vonı1850 specifi- scher Schwere, gleich sey. Däa'sie.aber in dem Erze nicht im Zustande des flüssigen Vitriolöls sich. befindet, sondern sie in einer, wasserfreiern Verbindung mit dem Silber angenommen werden muls: so hoffe ich, nicht sehr zu fehlen, wenn ich, bis zur Ausmittelung einer genauern Berech- nung, für den schwefelsauern Gehalt in diesem Grade der Concentraion 40 Gran. in Rechnung stelle. Um noch zu erfahren, ob das Rothgültigerz, im verschlossenen Feuerflüchtige Theile, und von welcher Art, absetze, legte ich eine Unze gröb- Kr a lich zerriebenes Erz in einer kleinen‘gläsernen, mit dem hydrargyro- pneumatischen Apparat ver- bundenen Retorte ein, und erhitzte es so lange, bis dasErz in der Retorte zum Fliefsen kam, In den Quecksilber-Cylinder gieng aber nichts über, als blofs derjenige Antheil gemeiner Luft, wel- chen die Hitze aus der Retorte trieb. In der zwischenliegenden Glaskugel hatte sich flüchtige Schwefelsäure,-in Gestalt zarter Thhautröpfchen angesammelt; im Halse der Retorte fand sich eine geringe Spur von gelbem Schwefelanfluge;' das Erz in der Retorte aber hatte noch nicht yöllig ı Gran am Gewicht verloren, Diese, zur Erforschung; des Rothgültigerzes, angestellten’ Versuche, habe ich hiernächst mit anderweitigem Erze von derselben Grube wieder- Holt, Da aber die Resultate dieses wiederholten Versuchs, mitjenen, ausser unbedeutenden Ab- weichungen, übereinsimmend waren, so bleibe ich bei denen stehen, welche jene 500 Gran ge- liefert haben, als welche sind: Silber-£ z N 300 Spiefsglanzmetall E R 1012 Schwefel-= E 2 8% Wasserfreie Schwefelsäure= 40 500 Gran. Hundert Theile dieses Rothgültigerzes von Andreasberg enthalten also: gläserne, Darat ver 0 lange, im, In t5 über, it, wel. In der lüchtige öpfchen ch eine e; das völlig ‚erZes, st mit rieder- 1olten nAb- bleibe Silber----- 60 Spiefsglanzmetall-&= 20,3 Schwefel--£® 177 Wasserfreie. Schwefelsäure- 8 100. B. Die zweite Gattung Rothgültigerz, welche ich der Zerg liederung unterwoıfen;: ist das kry- stallisirte hellrothe vom Churprinz Friedrich August bei Freiberg. Daich aber zu dessen Untersuchung ebenderselben Verfahrungsart, als bei. jenem, mich bedient habe; so kann ich mich auf das Resultat allein einschränken, welchem zufolge hundert Theile dieses Erzes enthalten: Silber= EHRE P» 62 Spiefsglanzmetall- 5- 18,5 Schwefel 2 S= 5 11, Wasserfreie Schwefelsäure- 8,5 | 100. Es kommt also diese sächsische Erzgattung mit jener vom Harze, in Rücksicht der Bestand- theile völlig, auch inRücksicht der Verhältnisse derselben sehr nahe’ überein. Der Silbergehalt desselben traf auch in der Probe auf-trocknem Wege zu, indem 100 Pfund dieses Erzes, mit 4 Bleischweren auf der Kapelle gehörig beschickt und abgetrieben, ebenfalls 63 Pfund Silber gaben. Bei diesem sächsischen Erze hat sich von einem Arsenikgehalte ebenfalls keine Spur gefun- 6 mann‘ — 5 den, ob gleich der Arsenik der gewöhnliche Be- gleiter» der auf gedachter Grube brechenden Eıze ist. Ob.ich nun gleich, in den gegenwärtigen Zergliederungen des Rothgültigerzes, Schwefelund Schwefelsäure als zwei besondere Producte aufge- führt habe: so will ich doch damit diese nicht als zwei, in der Mischung des Eızes selbst wirklich verschiedene, Bestandtheile erklären. Es ist viel- mehr der Natur der Sache angemessener, anzu- nehmen, dafs im unzerlegten Erze beides nur einen gleichartigen Mischungstheil darstelle, und dafs derSauerstoff, welcher hier die fertige Schwe- felsäure gebildethat, vorher über die ganze Masse desSchwefels gleichförmig verbreitet gewesen sey. Wenn aber dem also ist, so rührt ohne Zweifel auch die rothe Farbe desErzes, die man sonst irrig von einem Aısenikgehalte herleitete, von diesem Zustande desSchwefels in seinem ersten Grade der Säuerung, welchen einige, nicht mit Unrecht, Schwefel- Halbsäure nennen, her. Im natürlichen Zustande sind also Silber, Spiesglanz, Schwefel und Sauerstoff, als die eigentlichen Bestandiheile des Rothgültigerzes zu betrachten. Schliefslich fand ich noch für nöthig, eine, das Rothgültügerz betreffende Erfahrung, welche der Ritter Bergman in seiner Abhandlung: de arsenico, angeführt hat, zu. prüfen.. Er ‚sagt iche Be. henden tig en Klund aufge- icht als irklich t viel- Anzu- nur und chwe- Masse n sey. reilel sem e der recht, rlichen ] und des nemlich daselbst*): ,, Minera argenti rubra egre- „gie aqua forti decomponitur, argentum et arse- „nicum suscipiente, adeo, ut tandem solum sul- „phur in fundo restet.,, Hieraus könnte hervor- zugehen scheinen, dafs Bergman bei Anstellung dieses Versuchs, doch wol ein solches Roth- gültigerz, welches nicht Antimonium, sondern wirklich Arsenik, zu seinem Bestandtheile habe, unter Händen gehabt haben müsse, weil sonst, den angenommenen Lehrsätzen, der Scheidekunst zufolge, der Antimonialgehalt, als ein in Salpe- tersäure unauflösbarer Metallkalk, zugleich mit demSchwefel zurückgeblieben seyn müfste. Um diesen widersprechenden Umstand gehörig zu be- leuchten, übergofs ich 100 Gran Rothgültigerz mit 5 Theilen starker Salpetersäure, liefs diese eine zeitlang über dem Erzpulver kochen, ver- dünnte hierauf die Mischung mit Wasser, und filtrirte die Auflösung noch warm. Dieses Aus- ziehen mit starker Salpetersäure wiederholte ich so oft, bis nur noch ein kleiner Antheil Schwefel übrig blieb. Die Auflösung von der ersten Dige- stion setztein der Kälte körnigen Silbervitriol ab; die Auflösungen von den letzterh Digestionen aber enthielten zugleich Antimonialtheile, wel- che sich in Gestalt zarter, leichter, silberglän- a 2 ) Torb; Bergman epusc. phys. et chem Vol. II. Upsal 1780. P- 30% zuanuun} 1 x) R war zender Schuppen zu Boden setzten. Diese Eır- fahrung belehrte mich also, dafs das Spiefsglanz- metall, anstatt durch Salpetersäure zum unauf- löslichen Kalk corrodirt zu werden, hier in der Verbindung mit Schwefelsäure, eine Ausnahme von jenerRegel mache. Als ich daher, zum Gegen- versuch, reines Spiefsglanzmetall mit einem, aus starker Schwefel- und Salpetersäure zusammenge- setzten Auflösungsmittel übergofs, und in Dige- sion stellte, so sah ich die Auflösung. des Metalls erfolgen; welche Erfahrung auch schon Wenzel*) angeführt hat. Auf diese, durch die Schwefelsäure befördert werdende Auflöslichkeit des Spiefsglanzes in Salpetersäure, gründet sich die, bei Bearbeitung des Rothgültigerzes zu be- obachtende Regel: zur Ausziehung des Silber- gehalts einer geschwächten Salpetersäure, und nur einer gelinden Digestion,; sich zu bedienen. Dritter Abschnitt. Silberglanzerz. Der Nahme Glaserz, womit der deutsche Berg- mann diese reichste Gattung der Silbererze belegt hat, stehet mit der wirklichen natürlichen Be- schaffenheit in einem, nur allein durch den ver- jährten Sprachgebrauch zu entschuldigenden, Wi- *) S. dessen Lehre von der Verwandsch. d. Körper. Dres- den: 1777. S. 182. lese Ir sg Jan. unaul. in der nahme Gegen- M, aus menge. n Dige. — 1591— derspruch. mit dem Begriff vom Glase ist nicht nur die absolute Undurchsichtigkeit dieses Erzes, sondern noch mehr dessen Weich: heit und Geschmeidigkeit, indem: es sich, wie Blei, schneiden, hämmern und prägen läfst. Ein Beispiel von letztgenannter Eigenschaft geben die- jenigen Medaillen, welche daraus, unter dem König August dem ersten, mit dessen Bildnisse, gemünzt worden sind, Ohne Zweifel hat daher Henkel Recht, wenn er sagt*):„Glaserz soll so „viel heissen, als Glanzerz, welchen Namen es „bekommen haben mag auf Gruben, wo ein an- „deres Erz, so sonst glänzend ist, sich nicht be- „funden; insonderheit mag dem ersten Benen- „ner ein Glaserz, so buntfarbig ausgesehen, vor- „gekommen seyn:“ Auf diese Autorität, noch mehr aber auf die Natur‘der Sache selbst, mich stützend, bediene ich mich der angemessenern Benennung: Silberglanzerz. Dafs diese Erzgattung, blofs im geschwefelten Silber bestehe, ist zu bekannt, als dafs solches noch der Bestätigung bedürfte; nur das von den mineralogischen Schriftstellern angenommene V er- hältnifs der Bestandtheile schien mir noch eine Berichtigung zu erfordern. Gewöhnlich wird das Verhältnifs derselben,‘nach Bergman**), zu = a ) Henkel rediviv: S. 51 BenQ.. er ) Seiagr. regen. min. 8: 163. [{2 Eu =—r 150 un 75 Theilen Silber und 25 Theilen Schwefel angenom- men. Viel höher aber schlägt Brünnich*) den Silbergehalt an, nemlich zu ıg0o Mark, oder zu go im Hundert. Sage#**)" hingegen bestimmt den Gehalt desSchwefels im Hundert zu 16, folglich den desSilbers zug4. Dafs Sage’s Meinung unter diesen die richtigste sey, wird aus folgendem hervorgehen; und dafs dieses richtige Verhältnifs bereits unter den ältern mineralogischen Schriftstellern bekannt gewesen, beweiset Lazarus Erker,#**) wenn ersagt: „so werden unter die weichflüssigen Silbererze ge- „zählt— dasGlaserz als das vornehmste, welches „ist ein derb bleyfarbes Erz, fast dem gediegenen „Silber an der Güte zu vergleichen, dem gehet „nicht viel über den sechsten Theil im Feuer ab, „das übrige ist gut rein Silber.“ As a) Hundert Gran eines würflich krystallisirten Glanzerzes von der Grube Himmelsfürst bei Frei- berg, mit dem Messer zu Späne geschnitten, über- gofs ich mit der achtfachen Menge Salpetersäure, deren Schwere: 1,350 war, fügte die Hälfte Was- ser hinzu, und stellte es in gelindeDigestion. Der Angriff geschah nur mäfsig, wozu der Umstand beiträgt, *) Cronstedts Mineralog. verm. d. Brünnich. 1780.$. 186. **) Analyse chim. et conc. des trois regnes par Mr. Sage. Pa- ris 1776. Tom.IIl. pag. 250. ***) Dessen Probierkunst. Frfrt. 1598. 8. 2. € 1genom- *) den ‚der zu mt den ich den diesen gehen; 5 unter yekannt er sagt: Ze ge: Iches enen sehet ver ab; a a beiträgt, dafs das Erz, seiner Geschmeidigkeit we. gen, nicht in Pulvergestalt gebracht werden kann, die Späne aber der Säure weit weniger Oberfläche darbieten; daher auch die Digestion länger fort- gesetzt werden mufste. Nach geschehener Auf. lösung wurde. der rückständige bräunlichgelbe Schwefelabgesondert, ausgesüfst und getrocknet. Er wog'13 Gran, ‚hinterliefs aber, bei seinem Verbrennen aufeinem Porzellanscherben, 13 Gran, welche in schwefelsaurem Silber bestanden, und mit Mineralalkali geschmolzen, einSilberkorn von ı Gran gaben. b) Die farbenlose salpetersaure Auflösung mit Kochsalz versetzt, gab 113 Gran ausgesüfstes und in der Wärme scharf ausgetrocknetes Hornsilber, dessen Silbergehalt in 84 Gran bestehet; welches, mit Einschlufs des vorgedachten einen Grans, das Verhältnifs des Silbers in 100 Theilen dieses Glanz. erzes, auf 85 Theile bestimmt. c) Die vom salzsauren Silber befreite Flüssig- keit enthielt nichts weiter, ausser einen kleinen Antheil freier Schwefelsäure; welche jedoch im gegenwärtigen Falle nicht als solche, für einen Be- standtheil desErzes zu betrachten ist, sondern sich ohne Zweifel, während der anhaltenden Digestion des Erzes mit der Salpetersäure, erst gebildet hat. Ws können daher die, an den 100 Gran des Er- zes, nach Abzug der 85 Gran Silber, noch blei- L —— 152 bendeisz Gran füglich sämmtlich als Schwefelgehalt in Rechnung gestellt werden. v B. Zu einem auf trocknem Wege anzustellenden Gegenversuch wendete ich ein derbgewachsenes Silberglanzerz, von Joachimsthal in Böhmen, an. Hundert Gran desselben theilte ich in zwei Hälf- ten, trug jede besonders auf eine abgeäthmete Aschenkapelle, und gab ihnen, zur langsamen Verdampfung des Schwefels, zuerst mäfsige, und nur am Ende gehörig verstärkte, Hitze. Die er- haltenen Silberkörner waren von gleicher Schwe- re, und bestand die Summe des Gewichts von beiden in 8412 Gran. Dieses nahe Zutreffen des Gehalts mit dem des vorhergehenden Versuchs, bestimmt alfo die Be- standtheile des reinen geschmeidigen Glanzerzes im Durchschnitt auf: Silber-- 85 Schwefel- 15 100. Vierter Abschnitt. Sprödes' Silberglanzerz. Das in den sächsischen Gruben unter der Be- nennung Spröd-Glaserz, vorkommende Silbererz, wozu auch das in Ungarn so genannte Röschge- wächs zu gehören scheint, unterscheidet sich im Aecussern von der vorhergehenden Gattung so- elgehalt enden isenes 2, an, ei Hi ithmete ssamen >, und JIe er: hwe- ; von \emn des je be- /EIZES PS 163 Zune wohl durch eine dunklere Farbe, als auch durch seine Zerreiblichkeit, oder den Mangel an Ge. schmeidigkeit. Woallerius u. a. leiten diese Sprö- digkeit vom beigemischten Arsenik her, welche Meinung aber nicht Grund hat; sondern: jene Ei- genschaft wird vom Spiefsglanzgehalte dieser Eız- art verufsacht. ZurZergliederung erwählte ich das blätterige spröde Glanzerz von der Grube Alte Hofnung Got- tes zu Grofsvoigtsberg bei Freyberg, welches daselbst in dünnen, meistens zellig zusammengehäuften Tafeln, von eisenschwarzer Farbe, in Gesellschaft eines, in niedrigen sechsseitigen Säulen krystalli- sirten, mit 3 Flächen zugespitzten Kalkspaths, in Klüften einer gneusigen Gebirgsart, vorkommt. a) Wird geschmeidigesGlanzerz auf derKohle, vermittelst des Löthrohrs’ geschmelzt, so verflüch- tigt sich der Schwefel bald, und läfst ein reines Sil- berkorn zurück. So verhält sich aber das spröde Glanzerz nicht, sondern das nach Verdampfung des Schwefels zurückbleibende Korn ist spröde, und will sich durch hinzugesetzten Borax nicht rei- nigen lassen. Wird aber etwas Salpeter auf das glühende Korn getragen, so zerstört dieser den vorhandenen unedlen Gehalt, und alsdann giebt der Borax ein reines Silberkorn. b) Hundert Gran dieses Erzes wurden zerrie- ben, mit der nöthigen Menge Salpetersäure, die mit gleichen Theilen Wasser verdünnet war, L. be 164 a übergossen, gelinde gekocht, und dieses so lange wiederholt, bis die schwarze Farbe des Erzpulvers verschwunden, der unauflösbare Antheil aber locker geworden war, und eine graugelbe Farbe er- halten hatte; worauf es<rirt wurde. Der Rück- stand wog trocken 96 Gran. c) Die filtrirte Auflösung, welche eine schwache grünliche Farbe hatte, mit aufgelösetem Kochsalze versetzt, gab einen häufigen Nieder- schlag an Hornsilber, welches gesammelt, ausge- süfst, und getrocknet 8982 Gran wog; wovon 4 Theile,, durch Schmelzung mit Mineralalkali, 3 Theile Silber gaben. d): Die Auflösung wurde hierauf mit Glauber- salz versetzt. Es erfolgte aber keine Trübung, und also auch keine Anzeige auf einen Bleigehalt. Sie wurde nun mit ätzendem Ammoniak veısetzt, und damit übeısättigt. Der entstandene, und durch das flüchtige Alkali nicht wieder auflöslich gewordene graue Niederschlag, wog trocken Gran, In der Hitze flofs er etwas mufsigt, wobei ein schwacher Arsenikgeruch sich merken liefs. In Salpetersäure wieder aufgelöset, fiel mit Mine- ralalkali ein weifsgelber, mit Schwefelleber ein schmutzigbrauner, mit Blutlaugensaize aber ein dunkelblauer Niederschlag, der nach dem Glühen vom Magnet gezogen wurde. Es war also Eisen, mit einer geringen Spur Arsenik. ( lange ulver abeı be eı- \ück- eine setem ieder- und glich cken robei Jiels. line- 2 eiN ] ein lien Eisen, e) Der vom Hlüchtigen Alkali durch eine blaue Farbe angezeigte, und in der Auflösung noch vorhandene Kupfergehalt, war nur unbedeutend; denn nachdem sie mitSchwefelsäure gesättigt wor den, verkupferte sich ein darin gestelltes blankes Eisen nur so schwach, dafs vom Kupfer nichts be- trächtliches gesammelt werden konnte. f) Die in der Salpetersäure unauflöslich ge- bliebenen 26Gran(db) wurden mit Goldscheide- wasser so lange digerirt, bis nur noch der blofse Schwefel übrig zu seyn schien. Dieser wog 13 Gran; liels aber nach dem Verbrennen etwa ı Gran quarzartige Bergart zurück. 8) Im Goldscheidewasser waren also von je- nen 36 Gran die Hälfte, nemlich 13 Gran, auf- gelöset enthalten, und diese schlugen sich, durch Zugiessung von 20 Theilen Wasser, gänzlich als ein feines weisses Pulver nieder. Durchs Glühen wurde es gelblich, aber von Arsenik, oder einer andern flüchtigen Substanz, war nichts zu merken. Mit Mineralalkali versetzt, reducirte es sich zu rei- nem Spiefsglanzmetall, welches sich, als- solches, mit dem gewöhnlichen dicken weissen Rauche, der in der Nähe als nadelförmige Spiefsglanzblu- men sich anlegte, ohne Rückstand verblasen liefs. Diese 13 Gran Spiefsglanzkalk sind 10Granen im metallischen Zustande gleich. Hundert Theile. dieses blätterigen spröden Glanzerzes enthalten demnach: L3 — 166 Silber'c)--- 66,56 Spiefsglanzmetall g)» 10 Eisen d)--- 5 I "Schwefel f)-- 12 Kupfer und Arsenik d) e) eıwa 0,50 Bergart f)---= : 95. Der Arsenik und das Kupfer sind, wegen zu geringer Menge, wohl blofs als zufällig anzuse- hen, und von der quarzisen Bersart silt das nem- $) fe) oO oO liche. Der Spiefsglanzgehalt aber-ist, da er mit dem Silber und Schwefel in inniger Mischung ste- het, als wesentlicher Bestandtheil zu betrachten. Fünfter Abschnitt. Weifsgültigerz. In Rücksicht des Verhältnisses der Bestand- theile im Weifsgültigerze hat die Natur sich an kein bestimmtes Gesetz gebunden. Dieses ist der Grund von den, bei diesem Eıze vorkommenden, Abstuffungen der Farbe, des Glanzes und des Bruchs, und von dessen oftmaliger Verwechselung mit dem spröden Glanzerze, dem Kupferfahlerze, dem dichten Federerze, dem Bleischweife, u. f.w. Nach dieser Verschiedenheit des Mischungsver- hältnisses erscheint es bald lichtgrau und glänzend, bald bleigrau und nur schimmernd, mit dichtem und ebenen, zuweilen feinkörnigen, oder auch zum Theil schon ins fasrige übergehenden Bruche; 1 un ‚en ZU IZUSe- nem- r mit ste- ED. — 4167 und ist es bisher nur allein derb und eingesprengt vorgekommen. Von den Bestandtheilen desselben findet sich bei den ältern Schriftstellern wenig bestimmtes. Henkel*) fcheint der erste zu seyn, der ihrer gedenkt, indem er sagt:„Weifsgültiges Erz ist „eigentlich ein licht- oder hellgraues Silbererz, fo, „wenn es ganz rein und derb, 14Mark Silber hält. „Hiernächst bestehet es aus etwas Kupfer, Arse- „nik und Schwefel, davon man aber die Propor- „tion sehr schwerlich finden kann.” Auf diese Autorität Henkels gründen sich wahrscheinlich die neuern Schriftsteller, wenn sie einstimmig als we- sentliche Bestandtheile Silber, Kupfer, Arsenik und Schwefel annehmen; wobei Cronstedt, Berg- man, Kirwan und mehrere. auch noch Eisen nen- nen. Wallerius führt zwei Abänderungen auf, da- von er die eine ohne, die andere mit Eisen, be- stimmt. Lehmann hingegen nimmt, statt des Ei- sens, etwas Blei an. Wie wenig aber diese vermeintlichen Bestand- {heile mit den wirklichen übereinstimmen, solches wird sich aus folgenden, mit den beiden Haupt- arten des Weifsgültigerzes angestellten Unter- suchungen ergeben. *, Henkel. redivir. Dresd. 1747. S. 57; L 4A k — 168— Aa Lichtes Weifsgültigerz. a) Unter mehrern Stuffen dieses, auf der Grube Himmelsfürst hinter Erbisdorf bei Freyberg gebrochenen Erzes, wählte ich diejenigen aus, in welchen das Erz in derben Massen enthalten war, zerstuffte sie, und sonderte eine hinlängliche Menge reiner, und von dem zugleich damit bre- chenden grobspeisigen Bleiglanze sorgfältig, be- freieter Stücke aus. Es liefs sich leicht zerreiben, und gab ein schwärzliches abrussendes Pulver. d) Vierhundert Gran dieses Pulvers übergofs ich mit vier Unzen Salpetersäure von vorgedachter Stärke, und 2 Unzen Wasser. Nach hinlänglicher Digestion in gelinder Wärme, gofls ich die Auf- lösung ab, und setzte den Rückstand aufs neue mit 3 Unzen Säure in die Wärme. Diese Mischung verdünnte ich zuletzt mit 8 Theilen Wasser, und digerirte esnoch eine zeitlang. Ich schied hierauf den unaufgelöseten Rückstand ab, welcher in ei- nem grauweissen Pulver bestand, und nach dem Aussüssen und Trocknen, 3236 Gran wog. c) Die fast ganz farbenlose Auflösung ver- setzte ich mit Kochsalz, wodurch sogleich eine beträchtlicheMenge Hornsilber entstand. Des fol- genden Tags hatten sich, über dem zu Boden lie- senden Hornsilber, zarte nadelförmige Krystalle angefunden, die sich bei näherer Prüfung als salz- saures Blei zu erkennen gaben. Ich liefs daher ‘ — 109— sämmtlichen Niederschlag in einerreichlichen Men- geWasser kochen, wodurch das salzsaure Blei wie- der aufgelöset, und von dem, im Filtrum gesam- melten, salzsauren Silber weggeschaft wurde; worauf letzteres, durch Reduction mit Mineral- alkali, 813-Gran Silber gab. d) Die rückständige Auflösung, nebst der, von der Auskochung des Hornsilbers erhältenen, brachte ich durch Abdampfen etwas in die Enge, versetzte sie mit einer gesättigten Auflösung des Glaubersalzes, und erhielt 45 Gran schwefelsaures Blei, welches durch die Reduction 32 Gran Blei lieferte. e) Ich sättigte nunmehr die noch übrige Auflösung mit ätzendem Ammoniak, wobei ein hellbrauner Niederschlag entstand, welcher, ausgesüfst und gelinde geglühet, 40 Gran wog. Da solcher aus einer Mischung von Eisen und Alaunerde zu bestehen schien, so lösete ich ıhn wieder in Salpetersäure auf, schlug zuerst durch 3lutlaugensalz das Eisen, und hierauf durch Mineralalkali eine lockere Erde, nieder, welche, ausgesüfst und geglüht, 28 Gran wog, und sich, in der Prüfung mit Schwefelsäure, als Alaunerde bestätigte. Nach Abzug derselben von jenen 40 Gran, ergaben sich also für die Menge des Eisenkalks 12 Gran, welche auf g Gran Eisen im metallischen Zustande zu schätzen seyn werden. L5 — 170— f) Ich unterwarf nunmehr den von der sal: petersauren Auflösuug des Eızes gebliebenen Rückstand(db) der nähern Prüfung. Ich suchte ihn durch Salzsäure zw zersetzen, womit ich ihn wiederholentlich übergofs, und jedesmal kochend digerirte. Diese Bearbeitung war etwas beschwer- lich, indem aus der Auflösung, sobald die kochen- de Hitze nachliefs, feine nadelförmige Krystalle niedeifielen, dergleichen Krystalle sich auch im Seihepapier, wodurch die Auflösung, obgleich kochend, filtrirt wurde, ansetzten, welche ich, _ vermittelst erwärmter Salzsäure, nach und nach wieder auflösete. Es blieben endlich 5ı Gran Schwefel zurück, welcher, nach Verbrennung auf einem Scherben, 2 Gran grauen Rückstand liefs, davon die Hälfte sich in Salzsäure auflösete, und jener obigen hinzugefügt wurde, Der noch übrige ı Gran bestand in Kieselerde. Die walıre Menge des Schwefels betrug also 49 Gran. g) Die salzsaure Auflösung hatte, während ‚des Erkaltens, einen beträchtlichen Theil nadel- förmiger Krystalle abgesetzt. Nach Abschei- dung derselben, wurde die übrige Auflösung aus einer kleinen Retorte bis zur Hälfte abstrahirt, worauf sich in der, in dieEnge gebrachten, Solu- tion abermals ähnliche Krystalle absetzten. Hie- mit wurde so lange fortgefahren, bis weiter keine Kıystalle entstanden. Die gesammelten Krystal- le, mit doppeltem Gewichte schwarzen Flufs Li st det sılı jebenen suchte ch ihn chend schwer: kochen- Ltystalle auch im bgleich he ich, | nach Gran ng/auf d liels, übrige enge hrend nade! scher raus hirt, jolu- Hie- eine \ stal- Fluß versetzt, und in einer mit Kohlenstaub dünn aus- gegossenen Probiertute reducixt, lieferten 1602 Gran Blei, Dieses Blei auf der Kapelle abge- trieben, stiels bei der ersten Erhitzung einige wenige Spiefsglanzdämpfe aus, trieb hierauf ruhig, und hinterliefs ein sSilberkörnchen von= Gran. Es bleiben daher für den Bleigehalt 160% Gran; wovon zwar noch ein Gexinges für den ver- dampften Antimonialgehalt abzurechnen seyn wür- de, welchen aber zu bestimmen nicht wohl mög- lich war, und der ohnehin nicht viel über$ Gran betragen haben konnte. h) Die vom salzsauren Blei gesonderte con- centrirte Flüssigkeit, in eine reichliche Menge Wasser gegossen, liefs ihren metallischen Gehalt als ein zartes weisses Pulver fallen, welches in blofsem Spiefsglanzkalke"bestand, der, mit et- was Seife zur Masse gebracht, mit schwarzem Flufs versetzt, und in einer verklebten Probier- tute reducirt, 285 Gran reines Spiefsglanzmetall gab. Im Deckel der Probiertute safsen aber noch mehrere kleine Kügelchen, wovon ich noch 3 Gran sammelte; ein kleiner Theil schien jedoch durch die Fugen entwichen zu seyn, so dafs der wahre Gehalt sich noch etwas höher, als auf diese erhaltene 314 Gran, belaufen kann. Die Producte dieser zerlegten g0o Gran be- standen also in: Silber.c) 815 Gran) ee S)>u: auch Blei 2#:+55 gg weis? a ang 8) ala b) Spiefsglanzmetal Ah)- 1— Eisen e)--- g Schwefel f)-- S 49; Alaunerde e) 2 2 2 28 mtr Kieselerde f) s ä a 1 er 392% Gran. welches in Jıundert Theilen beträgt: Silber---- 20,40 Blei--- 48,06 Spiefsglanz= 7,88 Eisen-.- 22 Schwefel--- 12,25 Alaunerde- ae 7 Kieselerde- en 0,25 98,09. Bei der, in der Mischung dieses Eırzes gefun- en. Alaunerde fällt die Frage vor, ob solche darin als zufällis, oder als wirklicher Bestand- theil, anzusehen sey. Hätte sich mit ihr zugleich eine verhältnifsmäfsige Menge Kieselerde gefun- den, so würde beides zusammen für zufällig bei- gemengte thonigte Bergart gehalten werden kön- nen. Allein, das so sehr abweichende Verhält- nifs von einem Theile Kieselerde gegen 28 Thei- len Alaunerde scheint letztere als einen, obgleich nie eize sch Gran, efun- olche stand- eich fun- bei- kön- rhält- Thei: ich gleit — 13— nicht wesentlichen, doch als wirklich gemischten Bestandtheil zu bezeichnen.| .B. Dunkles Weifsgültigerz. a) Da diese Abänderung des: Weifsgültig. erzes, ın reinen derben Massen, auf den sächsi- schen Gruben zeither nur selten vorgekommen ist, so opferte ich, zur Untersuchung derselben, eine Stuffe auf, die bereits im: Jahre 1720, auf der Grube Junger Himmelsfürst zu‘ Freyberg ge- brochen worden, und in derbem, ganz unver: mengten, Weifsgültigerze, welches, über einen Zoll mächtig,‘durch blätterigen Bleyglanz setzte, bestand. b) Zweihundert Gran dieses reinen Eızes, fein gerieben, mit 3 Unzen Salpetersäure, und eben so viel Wasser, übergossen, gelinde dige- rirt, hierauf mit mehrerm Wasser verdünnt, noch- mals digerirt und filtrirt, gab eine farbenlose Auf- lösung; woraus der Silbergehalt: durch Kochsalz gefället wurde. Das ausgesüfste und in der Wär- me ausgetrocknete Hornsilberwog 24% Gran; wel- che 153 Gran metallischen Silbers gleich sind. c) Als hierauf die Auflösung des Erzes mit aufgelösetem Glaubersalze versetzt wurde, erzeug- te sich schwefelsaures Blei, dessen Menge, nach- dem es ausgesülst und getrocknet worden, in 93 Gran bestand, und worin der Gehalt an me- tallischem Blei 66 Gran betrug. d) Aus derübrigen Flüssigkeit sonderte flüch- tiges ätzendes Alkali einen bräunlichen lockern Niederschlag ab, welcher ausgeglühet 62 Gran wog, und durch weitere Behandlung in 42 Gran Eisenkalk, oder 33 Eisen, und 2 Gran Alaunerde, geschieden wurde. | e) Die Salpetersäure hatte einen grauweissen Rückstand von 132% Gran hinterlassen, welcher nunmehr mit der hinlänglichen Menge Salzsäure» ausgezogen wurde, und jetzt 52 Gran hinterliefs; wovon, nach gelinder Verbrennung des dabei be- findlichen Schwefels, 8Gran übrig blieben. Der Schwefelgehalt bestand also in 44 Gran. f) Jene 8 Gran aufs neue mit Salzsäure dige- rirt, lösten sich, bis auf 13 Gran Kieselerde, auf. g) Die sämmtlichen salzsauren Auflösungen wurden in gelinder Wärme so weit abgedampft, bis sich darin häufige Krystalle bildeten. Nach dem Erkalten liefs ich die noch übrige Flüssigkeit von den Krystallen abtröpfeln, spülte das densel- ben noch anhängende mit einer Mischung aus ei- nem Theile Salzsäure und 2 Theilen Weingeist ab, trocknete sie, und fand ihrGewicht 223Gran. Sie bestanden in salzsaurem Blei, worin der metallische Antheil 16 Gran betrug. h) Die davon abgesonderte Flüssigkeit, wel- che noch den Spiefsglanzgehalt des Erzes in sich hielt, mit hinlänglicher Menge Wasser verdünnt, liefs weissen Spiefsglanzkalk fallen, welcher in der dertefig. en locken Eh; Gr In 4; Gran n Aluners, Sau wel 1, welche a Salzsäur: unterliels; dabei be- n. Der Ina(11 JUTEe duge: e, aul, uflösungen bgedampli, en, Nah Jas denst! ung aus el ingeitö, Gran. Sie netalische ceit, gel ‘| sn sel erdünn er in# — 175.— Wärme getrocknet, 56 Gran wog, wofür 43 Gran im metallischen Zustande in Rechnung zu brin- gen sind. Dieses dunkle, matte, Weilsgültigerz enthält also in hundert Theilen: Silber b)- s 9,25 Blei c) und g){ 41 Spie/sglanz h)= 21,50 Eisen.d)-- 1,75 Schwefel e)-= 22 Alaunerde d)-- 1 Kieselerde f)--- 0,75 BEN Aus dieser Zergliederung beider Aıten des Weilsgültigerzes gehet nun hervor, dafs weder Arsenik, noch Kupfer, sondern vielmehr Blei und Spielsglanz, die charakterisirenden Bestand- theile dieser Eırzgattung ausmachen, und künftg als solche aufzuführen sind. Ob auch schon diese Erze gewöhnlich vom Bleiglanze begleitet sind, so darf dieserhalb der gefundene Bleigehalt doch nicht etwa als zufäl- lig angesehen werden, sondern er ist innig darin gemischt. Esist ein besonderer, und, wegen sei- ner Anomalie, in Rücksicht unserer chemischen Lehrbegriffe und Kenntnisse von den Wahlver- wandschaften der Körper, merkwürdiger Umstand, dals, selbst bei wiederholten Digestionen des Er- zes, so wenig die starke, als die mit Wasser ver- — 17— dünnte Salpetersäure vermögend ist, sämmtlichen Bleigehait aufzulösen, und ausser Verbindung mit den ihm beigemischten Spiefsglanztheilen zu setzen. Die im Aeussern bemerkbare Verschieden- heit beider Abänderungen des Weifsgültigerzes, an Farbe, Glanz und Bruch, hat die neuern Mi- neralogen veranlafst, selbige als zwei verschiedene Gattungen zu betrachten, die letztere dunklere Art nur allein als das echte Weifsgültgerz im System aufzuführen, die erstere hellere aber da- von zu‘trennen, und zum spröden Glanzerze zu zählen. Es konnte indessen dieser, von einigen Ab- stuffungen in der äussern Charakteristik hergenom- mene Grund seine Gültigkeit nur so lange behaup- ten,"als es noch an einer chemischen Unter- suchung beider Sorten Weilsgültigerzes, und an der daraus zu schöpfenden richtigen Kenntnifs der Bestandtheile, mangelte. Da nun diesem Mangel durch gegenwärtige Zergliederungen abgeholfen, und erwiesen ist, dafs die Bestandtheile Beider von gleicher Natur, und nur allein im Verhältnifs verschieden sind, so können sieim Mineralsysteme vonnun an nicht fer- ner als besondere Gattungen, sondern nur als Ar- ten einer Gattung, aufgeführt werden. Es tritt also das bisher sogenannte derbe Sprödglaserz, aus der Abtheilung des spröden Glanzerzes wieder ZU« amtlichen Tbindung nztheileı schieden: iigerzes, euer\Ii- schiedene dunkler: igerz im aber da- INZEIZE en Ab- 1genomM- behaup- Unter: ınd an ils der nwärlige esen Ist, ‚ Natur, sind, SO ichtfer- als Ar- Es tritt yz, aus ‚ wiedet zu« zurück, und nimmtseinen, ihm schon in früher: Zeiten angewiesenen Blatz als W'eifsgültigerz wie- der ein. Sechster Abschnitt. Gr augültiger 2: Dasjenige Silbererz, welches ich, unter dieser einstweiligen Benennung, als eine'beson- ere Gattung aufführe, wird an seinem.-Geburts- orte, Kremnitz in Ungarn, woselbst es, derb und eingesprengt, in weissem Qüarze bricht, fälsch- lich Weisgülden genannt; ob es gleich in Bruch, Glanz und Färbe"vielmehr dem Fahlerze, als dem Weilsgültigerze, sich nähert. a) Von den, aus dem zerstufften Erzen' aus- gesonderten Stücken, die sich jedoch'von der damit zu sehr verwachsenen quarzigen Gangart nicht ganz vollständig befreien liefsen, wurden dreihundert Gran fein gerieben, mit vierfacher Menge Salpetersäure digesirt, und mit dem Rück- stande die Digestion mit einer gleichen Menge Salpetersäure wiederholt. Der unaufläsbare An- theil erschien nun unter graugelber Farbe, und wog ı$8 Gran. b) Die hellgrüne salpetersaure Auflösung liefs, durch hinzugesetztes Kochsalz, ihren Silberge- halt fallen, welcher Niederschlag, gesammelt und durch Mineralalkali redueirt, 314 Gran S$il. ber gab. M en 178—— c) Nach dieser Ausscheidung des Silbers prüfte ich nunmehr: die Auflösung auf Blei;: wovon aber weder die schwefelsaure Neutralsalze, noch die freieSchwefelsäure, die geringste Spurangaben, d) Ich versetzte sie nunmehr mit ätzendem flüchtigen Alkali, bis zur Uebersättigung der Siure, wobei sich ein lockerer braunröthlicher Niederschlag absonderte, welcher durchs Glühen schwarzbraun wurde, und 9; Gran wog. Mit Salzsäure übergossen, lösete er sich darin, mit Hinterlassung eines halben Grans ÄKieselerde, auf. Diefiltrirte Auflösung gab zuerst, durch Blutlaugen- salz, einen dunkelblauen Eisenniederschlag, und, nach dessen Abscheidung durch:: Mineralalkali, noch 14 Gran Thonerde. Nach"Abzug dieser Kiesel- und Thonerde, bestandalso der, im Zu- stande eines anziehbaren Kalks befindliche Zisen: gehalt in 7, Gran. e) Die mit dem flüchtigen Alkali übersättigte Auflösung, welche eine sapphirblaue Farbe hatte, mit Schwefelsäure übersättigt, und durch. blankes lisen gefällt, gab 69 Gran Kupfer: j) Es war nun noch jener graugelbe Rück- stand(a) zu untersuchen übrig. Er wurde mit sechsfacher Menge Salzsäure übergossen, damit kochend digerirt, filtrirt, der Rückstand im Seihe- papier zueist mit Salzsäure, hierauf mit etwas Weingeist abgespült und getrocknet. Er wog 105% Gran. ers prülte woyn 7e, noch angaben, itzendem sung der töthlicher 15 Glühen /08, Mit rin, mit de, auf augen- und, atalkalı, s, dieser im Zu- e Eisen: ssättigte be hatte, \ blankes ‚g Rück- ırde mit damit n Seihe- it elwas Er W% g) Von der hiervon erhaltenen strohgelben Auflösung wurde der gröfste Theil der Flüssigkeit aus einer Retorte gelinde abstrahirt. In der zurück gebliebenen concentrirten Auflösung hat- ten sich einige krystallinische Körner abgesetzt, die, sorgfältig gesammelt und geprüft, sich als Hornsilber erwiesen, und ein Silberkorn von 2Gran gaben. Die Auflösung wurde nun in eine reichliche Menge Wasser gegossen. Es fiel so- gleich ein häufiger weisser Niederschlag, welcher gesammelt und in der Wärme ausgetrocknet, 97: Gran wog. Er bestand in allen Proben als reiner Antimonialkalk, wofür nach Mafsgabe der Gegenversuche, 75 Gran Spiefsglanzmetall in Rech- nung zu bringen sind. h) Den Rückstand(f), welcher 105% Gran wog, und den Schwefelgehalt enthielt, erhitzte ich gelinde, wobei der Schwefel sich verzehrte, und 802 Gran Kieselerde zurück liels. Die Menge des Schiefels hatte folglich in 255 Gran bestanden. Die geschmolzene Masse lösete sich in doppel- ter Menge Wasser zum Liquor silicis auf, bis auf einige Silberkörnchen, welche gesammelt 3 Gran wogen. Die eigentliche Menge der Kiesel- erde hatte also in 793 Gran bestanden. M — ı80 ai 5) Die dargeleste Bestandtlieile waren demnac Silber 5). 314 Spiefsglanzmetall-&) 2 7— mr„I Eirfen d) 2 A 0 o Qi, al N gt= DEIPIETE R) 257 BE ihorerde d) 3:& ıe: wir Zn 7 7 n Kiefelerde d)- 2 = z- 16)— } ws 7 z 792\ Weil aber die Kieselerde nicht zur- wirkli- | chen Mischung dieses Erzes gehört, sondern nur von eingemengten Quarzkörnern herrührt; so a| er bh A sacerhh fsi SE lers INT] ar ergiebt sıch, nach AAusschilelsung derselben, der eigentliche Gehalt dieses Graugültigerzes imH un- Den dert, wie folget: Silber-- 14.77 Kupfer. 31,36 Spie/sglanz-- 34,09 Eisen-- 5,30 Schwefel-- 11,50 Tlionerde a£ 0,30 Da nun aus gegenwärtiger Zergliederung her- vorgehet, dals dieses Kremnitzer Silbererz gar kein Blei, dagegen aber Kupfer, in seiner Mi- enthält: so kann.es nicht zum Weisgül- tigerze gezählt werden;',so wie es, wegen eben een senheit des Bleies, auch nicht zum Fahl- erze gestellt werden kann....Da es aber, wegen sei- nes bedeutenden edlen Gehalts, auf denRang eines Silbererzes, selbst mit noch gröfserm Rechte als das ärmere Weilsgültigerz,; Anspruch machen kann: so habe ich ıhm den,\aus der Analogie hergenom- menen Gattungsnahmen:' Graugültigerz; beigelegt. Da: sämmtliches aus den Niederungarischen Erzen ausgebrachte Silber güldisch ist, und der Goldgehalt des zur Münze in Kremnitz kommenden Blicksilbers in der Mark gewöhnlich eine Drachme (4 Denarien) beträgt: so: ist kein-Zweifel,. dals nicht auch das gegenwärtige Erz ebenfalls gül- disch sey’;' wie solches auch einige bei der Unter- suchung vorgekommene Spuren lehrten. Diesen Goldgehalt aber bestimmt anzugeben, hätte es noch eines eigenen, und zwar mit einer gröfsern Menge des Eizes, anzustellenden Versuchs be- durft; welches jedoch ausserhalb den Grenzen meiner gegenwärtigen Absicht lag. it mir zugekommenen Versicherung zu- folge, sollte dieses Erz auch Quecksilber halten. Ob mir nun gleich, bei den damit angestellten Versuchen, keine Anzeige davon aufgestofsen war: so hielt ich es doch nicht für überflüssig, darüber eine besondere Prüfung anzustellen. 200 Gran dieses Erzpulversmischteichmit 100 Gran | gebrannten Kalk, legte diese Mischuns ın einer F) 5 fe) = 152— kleinen Retorte, nach Anfügung einer mit Wasser gefüllten Vorlage, ins Feuer, und liefssie zum Glühen kommen. Es ergab sich aber vom Queck- silber durchaus keine Spur. Siebenter Abschnitt. Silberamalgam. Nächst den geschwefelten Silbererzen, kom- men im Mineralreiche auch mehrfache natürliche Metallmischungen vor, in denen das Silber, ohne Beitritt des Schwefels, einen Bestandtheil aus- macht. Unter andern gehört hierher die Auflö- sung desSilbers in Quecksilber, oder das natürliche Silberamalgam, welches, vorzüglich auf den Zwei- brückischen Quecksilbergruben, in mehrerlei Ge- stalt vorkommt. Zur Auffindung des Verhältnisses beider Me- talle gegen ‚einander, wendete ich das, auf der Grube: Vertrauen auf Gott, zu Moschellandsberg, in einzelnen granatförmigen Krystallen gewach- sene Amalgam an. In eine etwas weite, unten zugeschmolzene Barometerröhre, von anderthalb Fufs Länge, warf ich einige reine Krystalle die- ses Amalgams, welche zusammen just 334Gran wogen, stellte das Ende der Röhre in einem Tie- gelchen mit Sand fest, und liefs es bei langsam verstärkter Hitze durchglühen. Nach dem Erkal- ten schnitt ich dieses Ende der Röhre ab, in wel- chem sich das ausgeglühete Silber, noch in seiner it Wasser s sie zum m Querk en, kon- natürliche er, ohne heil aus- - atürliche en Zwei- erlei Ge- /er Me- uf der dsberg, araplı. ewacl ., unten derthalb alle die- Gran 13 m Tie- ıngsam. - in wel- n seinel vorigen Krystallgestalt,. 12 Gran: schwer,. fand. Das in der Röhre aufgestiegene Quecksilber sam- melteich, und erhielt 3ı Gran. Da nun der am ersten Gewichte noch fehlende 3 Gran füglich für verloren gegangenes Quecksilber zu achten seyn wird: so ergiebt sich folgendes Verhältnifs in hun- dert Theilen dieses Arystallisirren Amalgams: Silber-- 36 Ouecksilber-- 64 nn 100. Achter Abschnitt, Arsenik- Silber Fin anderes Beispiel einer silberhaltigen und schwefelfreien Metallmischung giebt das Arse- nik- Silber. Der Silbergehalt darin ist sehr verän- derlich, und steigt von wenigen Lothen bis zu mehrern Marken, im Gentner. Zu ,den reichern Gattungsarten gehört dasjenige, dessen Zergliede- rung ich hier liefere, und welches die Grube Sam: son zu Andreasberg zum Fundort hat, Ich wählte dazu eine Stuffe aus, deren, in weissem grobblät. trigen Kalkspathe bestehende Gangart das Aısenik- silber theils derb, theils grob eingesprengt, und ohne Beimengung anderweitiger Erzarten, enthielt, a) Aus dem gröblich zerstufften Haufwerke sonderte ich zuerst die unhaltigen Kalkspathstück- chen aus, übergofs alsdann dasErz mit destllirtem Essig, bis durch diesen der übrige anhangende Kalkspath gänzlich aufgelöset und weggeschaft M4 worden, und zerrieb das wieder getrocknete Eız zu feinem Pulver. db) Von diesem gereinigten Erzpulver über- gofs ich zweihundert Gran mit mäfsis starker Salpetersäure, welche einen starken Angriff auf das Erz äusserte. Nach hinlänglicher Digestion wurde die Auflösung durchs Filtriren’von dem schmutziggelben Rückstande abgesondert, welcher getrocknet, 71 Gran wog. c) Diese Auflösung, mit aufgelösetem Koch- salze versetzt, liefs Hornsilber fallen. Selbiges gesammelt, getrocknet, undin einem silbernen Tiegel über gelinder Hitze geschmolzen, wobei sich einiger Arsenikdampf verspüren liefs, wog 28 Gran;"welches 21 Gran‘ metallischen‘ Silvers gleich ist. d) Die vom Silbergehalte befreiete Auflösung sättigte ich mit Weinsteinalkali. Es fiel ein hell! 'röthlicher, sehr aufgeguollener Niederschlag, der beim Trocknen dunkelbraun wärd, Durchs Ghü: hen verschwand diese braune Farbe, und der Nie- deischlag erschien jetzt als ein helles srünlich- Sraues, in weislich übergehendes Pulver, am Ge- . wicht 160 Gran. Da ich es für arseniksaures Eisen erkannte, so vermischte’ich es mit dem vierten Theile Kohlenstaub, und liefs es aufeinem Röst: scherben gelinde slühen. Der Arsenik stellte sich hierdurch her, und ve rdampfte in weissen Dämpfen, Mit dem rückständigen Eisen wurde te Rz zu, ver über. 3 starker gu auf Disestion von dem ‚ welcher m Koch- Selbiges Ibernen wobei 5, WOg \ Silbers lösung n hell: o, det s Glü- er Nie ‚Eisen jerten Röst- stellte men 185 me dieses Rösten,"unter hinzugesetztem Kohlen- staube so lange wiederholt, bis weiter kein Ar- senikdampf zu bemerken war. Das mit schwarzer Farbe zurückgebliebene Zisen wog ı66 Gran, und wurde nun völlig vom Magnet gezogen. e) Jene von der Salpetersäure nicht aufgelöse- te 7ı Gran(b) wurden mit Salzsäure digerirt, und zuletztnoch mit einigen Tropfen Salpetersäure ver- setzt. DasPulverlösete sich, bis auf einen käsigt geronnenen Rückstand, auf, welcher inHornsilber bestand, und, mit Mineralalkali reducirt, ein$il- berkorn von 44 Gran gah. J) Diese salzsaure Auflösung mit Wasser ver- dünut, tübte sich,‘ohne jedoch einen Nieder- schlag abzusetzen. Nach Sättigung mit Weinstein- alkali entstand ein gelblichgrünlicher Bodensatz, welcher gesammelt, getrocknet und geglühet, 52 Gran wog. Nachdem solcher wieder in weniger &2 alzsäure aufgelöset worden, fiel nun, durch hin- zugegossenes Wasser, ein weisser Niederschlag, welcher gesammelt, und in der Wärme getrocknet, 1053Gran wog. Er erwies sich, bei näherer Prü- fung, als Spielsglanzkalk, jedoch noch mit einer ws Spur arseniksauren Eisens begleitet; wo- für ich 8 Gran Spiefsglanzmetall in Rechnung stelle. 8) Die übrige salzsaure Auflösung mit Wein- on-|fdie der y lrr£- aAlı££)-hlas steinalkalı gesätti; gt, der getrocknete Niederschlag, wie der erstere(d) unter Versetzung mit Kohlen- staub geröstet, gab 18 Gran Eisenkalk. M — 150— h) Um mich insbesondere noch von der Ab- wesenheit des Schwefels zu überzeugen, legte ich 200Gran des gepulverten Erzes in einer kleinen Retorte zum Sublimiren ein. Es stieg blofs reines Arsenikmetall auf, welches sich, wie gewöhnlich, als eine, aus kleinen Krystallchen zusammenge- häufte, metallischglänzende Rinde, im Retorten- halse anlegte. i) Es bestehet demnach dieses Erz in einer Mischung von Silber, Eisen, Arsenik und Spiels- glanz. Einegenaue Bestimmung der Verhältnisse dieser Mischungstheile ist jedoch mit einiger Un- sicherheit verknüpft, weil der Arsenik, in der Be- handlung des Erzes mit den Säuren, sich mit Sauerstoff verbindet, und theils als Aısenikkalk bei der Röstung verjagt, theils als leicht im Was- ser auflösliche Arseniksäure, von dem Aussüfswas- ser der Niederschläge aufgenommen wird. Indes- sen läfst sich das Verhältnifs des Arseniks füglich aus dem, an der Gewichtssumme der drei übrigen Bestandtheile, fehlenden berechnen, wie folget:; Silber, c)- 21 a 139 2 ta Dim Eisen,' Anziehbarer Eisenkalkd)- 1069 124, N, welches an metallischem Eisen beträgt- 883 Spiefsglanz, f)£\ A 8 Y | deräh. legte ich kleinen [s reines öhnlich, Mmenge- Aetorten- in einer .d Spiels- 'hältnisse iger Un- der be- sich mit senikkalk im Was- ulswag- Indes- üglich jbrigen folgel! —— 1877— Arsenik würde folglich betragen (200: 112= 78) 5 Ss 7g 200, Da jedoch, bei chemischen Zergliederungen von dieser und ähnlicher Art, in der Summe der Producte ein Verlust von 2, 3bis5, oder 6im Hundert unvermeidlich ist, so wird auch gegen- wärtig darauf Rücksicht zu nehmen seyn.. Die Mittelzahl 4, als willkührlich dafür abgezogen, würde also für den Arsenikgehalt 70 übrig lassen. Solchemnach enthält dieses zur Zergliederung angewendete Arseniksilber im lundert:: Silber i= 12,75 Eisen-- 4425 Arsenik-. 35 Spie/sglanzmetall- 4 96. Se Ausser diesen 8 Gattungen der Silber&fze, de- ren Zergliederung den Gegenstand der gegenwär- tigen Abhandlung ausmacht, kommen noch an- derweitige silberhaltige Erze und Metallmischun- gen vor, die jedoch zum gröfsten Theile, wegen ihres, gegen die übrigen Bestandtheile, zu gerin- gen Gehalts am edlen Metalle, nicht füglich mehr als Gattungen des Silbergeschlechts betrachtet werden können. Ueberhaupt möchte ich der bisher befolgten Methode, im System die Erze nach demjenigen Bestandtheile, welcher den meisten kaufmännischen Werth hat, aufzuführen, nicht gern das Wort re- den; ob ich auch gleich auf der andern Seite nicht zu behaupten wage, dals es jetzt schon Zeitssey, ohne alle weitere Rücksicht, von dem vorwaltenden Bestandtheile allein, als dem einzigen Princip der Clafification, auszugehen. Es würde sonst, in diesermn letztern Falle, ausser dem gediegenen Silber, nur Hornerz,, Rothgültigerz, Glanzerz und sprödes Glanzerz(nebst Silberschwärze, welche zu unter- suchen ich aber noch nicht Gelegenheit gehabt,) unter dem Silbergeschlechte stehen bleiben kön- nen, hingegen Weifsgültigerz zum Bleie, Grau- gültigerz zum Spiefsglanze, Silberamalgam zum Quecksilber, und Arsenik- Silber zum Eisen, ver- wiesen werden müssen. Nur dann erst, wenn ein grösserer Schatz che- mischer Kenntnisse von einzelnen Fossiliengattun- gen wir@®gesammelt seyn, wird esmöglich werden können, ein festeres und naturgemälseres System auf den Trümmern der bisherigen aufzuführen. mischen Vort ie enicht eit sey, ultenden cp der Inst, In en Silber, 1 sprödes ‚erden ystem TEN. orientalischen Kasursteins. (dbsisiin die ehemaligeMeinung, dafs die blaue Farbe des Lasursteins von einem Kupfergehalte herrühre, durch‘Marggraf’s*) Untersuchung die- ses Steins, widerlegt, und erwiesen worden, dafs an: dieser Farbe das Eisen allein Äntheil habe; so hat.es doch noch bis jetzt an einer genauen Be: stimmung der anderweitigen Bestandtheile gefehlt; daher eine nochmalige Prüfung desselben mir nicht überflüssig, schien. Marggraf giebt zwar, ausser dem Eisenge- halte,:ganz richüg Kalkerde, Gyps und Kie- selerde, als die anderweitigen Bestandtheile des Lasursteins an; es fehlt aber dieser Angabe noch an der nöthigen Vollständigkeit; indem er über das Verhältnifs derselben gegen einander gar keine Auskunft mitgetheilt, so wie er auch die Alaun- erde darin ganz übersehen hat.| Nach Rinmann’s#*#) Versicherung, soll der La- surstein neben Eisen, Kalkerde und Quarz, auch * v.\.f.. 3- ) Marggrafs chim. Schriften I. Theil, Berlin 1768. S. ı2r. xx.= a=D rg\. ) Rinmanns Geschichte des Eisens, übersetzt von Georgi. 2: B: Berl. 1785. S. 136. Flufspathsäure enthalten. Ich habe mich aber von der Gegenwart der letztern nicht überführen können. Wahrscheinlich hat blofs das phosphores- cirende Leuchten des Lasursteins, wenn er erhitzt wird, jene Vermuthung veranlafst. Cronstedt und Andere erwähnen auch eines Silbergehalts im Lasursteine, welcher 4 Loth im Centner betragen soll; wovon mir aber noch keine deutliche Anzeige vorgekommen ist. Zu den folgenden Untersuchungen desLasur- steins erwählte ich eine reine, dunkelblaue Sorte, und suchte die Stücke von den beigemengten weis- sen Flecken, und den eingesprengten Schwefel- kies-Puncten möglichst zu befreien. a) Hundert Theile Lasurstein, in dünnen Plätt- chen, verlohren, durch ein halbstündiges Glühen im Porzellantiegel, zwei Theile am Gewichte; die Farbe aber hatte gar keine Veränderung erlitten. Dieser beträchtliche Grad der Beständigkeit der schönen blauen Farbe veranlafste mich, zu versuchen, ob sie sich vielleicht als.Schmelzfarbe anwenden lassen möchte; zumal da schon: Berg- man*) die Vermuthung geäussert, dafs die Chi- nesen und Japaner zur blauen Farbe ihres Porzel- lans sich vielleicht des Lasursteins bedienten. Ich liefs daher das feingeriebene Pulver, mit einem schicklichen Schmelzflusse versetzt, auf Porzellan *) Torb. Bergman opusc. phys. et chem. Vol. IV. pag. 32. Mich aher erführen sphores. er erhitzt uch eines er 4 Loth aber noch ist, des Lasur. aue Sorte, ten weis- chwefel- nenPlätt- s Glühen te; die itten. digkeit ch, au 1elzfarbe on) Birg- die Chi- ‚Porzel: 1, Ich einem grzellan —— 191 a tragen, und im Emaillirofen einbrennen; allein meine Erwartung ward getäuscht; denn die Far- be hatte sich verändert, und war in ein bläulich- tes Aschgrau übergegangen. b) Im stärkern und anhaltenden Feuer aber gehet der Lasurstein in völlige Verglasung über, wobei er 12 vom Hundert verlieret; wie solches bereits in der Abhandlung über das Verhalten der Stein- und Erdarten im Feuer, unter Nr. 51. gedacht ist. Jene, durch ein halbstündiges Glühen entwichene, zwei Theile vom Hundert sind wohl nur als Wässerig- keit in Anschlag zu bringen; von den übrigen 10 Theilen hingegen, welche derStein im stärkern Feuer mehr verliert, ist es wahrscheinlich, dafs sie in Kohlensäure bestanden; indem das, ob- sleichschwache, Aufbrausen des Lasursteins, wenn er mit Säuren übergossen wird, zur Anzeige dient, dafs ein Theil des kalkerdigen Gehalts desselben mit Kohlensäure verbunden sey. c) Zweihundert Gran feingeriebener Lasur- stein wurden in einer Retorte mitSalzsäure, wel- che mit gleichen T'heilen Wasser geschwächt war, übergossen und digerirt. Die blaue Farbe des Steinpulvers gingnach und nach in Aschgrau über. Als die Mischung zum Kochen kam, wurde der Angriff stärker, und nach einigem Aufwallen ge- rann sie in käseartiger Gestalt. Ich verdünnete die Mischung mit mehrerm Wasser, setzte einen Theil Salpetersäure hinzu, und liefg sie ferner kochen, »Bis der unauflösliche Rückstand weils erschien. Die durchs Filtriren davon befreite Auflösung hatte eine schwache gelbe Farbe. d) Der Rückstand hatte ein sandartiges Anse- hen, und wog trocken 138 Gran. Er wurde mit drei Theilen ätzendes Gewächsalkali geglühet. Die davon entstandene grünliche Masse gab, nach Aufweichung‘ mit Wasser, eine farbenlose' Auf- lösung, aus. welcher durch ein Uebermafs von Salzsäure, sich Kieselerde ausschied, deren Ge- wicht nach dem Glühen in 57 Gran bestand. e) Diese Auflösung d) mit jener c) vermischt, und kochend durch mildes Pflanzenalkali zersetzt, gab einen gelblichweissen Niederschlag, welcher getrocknet 221 Gran wog, und: sich in Salzsäure völlig zuflösete. f) Aus dieser Auflösung schied ätzendes Am- moniak einen:gallertartigen Niederschlag, der, noch feucht in Aetzlauge gebracht und digerirt, sich nicht ganz aullösete, sondern einen gelblichweis- sen Rückstand hefs, welcher getrocknet in 113 Gran bestand. g) Die von der Fällung durch Ammoniak übri- ge Flüssigkeit, kochend mit mildem Gewächsal- kali versetzt, lieferte milde Kalkerde, am Ge- wicht 59 Gran. h) Jene, von’ der Aetzlauge nicht aufgenom- mene 113 Gran f) übergofs ich mit verdünnter Schwefelsäure. Die Mischung"gerann in der Wärme J 1 Ayaphı,. » CSchhen, Auflösung tiges Ange. wurde mit . geglühet, : gab, mach nlose Anl: mals von ‚ deren Ge- stand, vermischt, | zersetzt, , welcher IN chw eis N(Ir I 1113 ba niakübnr- arächsal- am Gt» ‚fgenom- ‚dünntel In der — 193— Wärme zur’gallertartigen Dicke. Mit reichlichem Wasser übergossen und digerirt, schied sich Kie- selerde aus, deren Menge nach dem Glühen in 29Gran bestand. i) Nach Absonderung dieser Kieselerde wurde die Auflösung mitätzendem Ammoniak vermischt, und der dadurch entstandene Niederschlag, nochim feuchten Zustande, in kochende Aetzlauge getra- gen. Es blieben braune Flocken zurück, die trocken 15 Gran wogen; welche in Salzsäure aufgelöset, und durch ätzendes Ammoniak wieder gefällt, Ei- senkalk fallen liessen, der nach dem Ausglühen 6 Gran wog.. Aus der übrigen Flüssigkeit schlug mildes Ammoniak noch 5Gran Kalkerde nieder. k) Aus den alkalischen Auflösungen f) und i) wurde der von dem Alkali aufgenommene An- theil durch Sättigung mit Salzsäure ausgeschieden, durch eine weitere Menge hinzugethaner Säure wieder aufgelöset, und nun durch mildes Gewächs- alkali wieder gefällt. Bei Wiederauflösung dieses Niederschlags in verdünnter Schwefelsäure fand sich noch Kieselerde an, welche geglühet '6Granwog. Die davon befreieteschwefelsaure Auf- lösung lieferte, nachdem sie mit einem angemesse- nen kleinen Antheil Gewächsalkali versetzt wor- den, Alaunkrystallen; aus deren Wiederauflö- sung die Alaunerde durch mildes Alkali gefällt wurde, welche, nachdem sie gehörig gereinigt, getrocknet und geglühet worden, 29 Gran betrug. N I) Dafs im Lasursteine nicht alleKalkerde mit Kohlensäure, sondern ein Theil auch mitSchwefel- säure, verbunden sei, davon hatte ich mich schon vorläufig versichert; indem ich geriebenen Lasur- stein mit einer reichlichen Menge Wasser auskoch- te, und das filtrirte Wasser, welches ein etwas opa- lisirendes Ansehen hatte, mit salzsaurer Schwer- erde prüfte; wobei sich schwefelsaure Schwererde anfand. Um nun das Verhältnifs der schwefelsau- renKalkerde, oder des Gypses, auszumitteln, ver- setzte ich die, von dem Niederschlage in c) übrige Flüssigkeit, nebst dem Aussüssewasser, mit Salz- säure bis zu einiger Uebersättigung, und prüfte sie alsdann mit aufgelöseter salzsaurerSchwererde. Es fiel schwefelsaure Schwererde, welche gesam- melt und scharf ausgetrocknet, 193 Gran betrug. Es war zu vermuthen, dafs zu dieser Bildung der schwefelsauren Schwererde, ausser dem im Lasurstein enthaltenen Gypse, auch das in d) und e) angewendete aetzende und milde Alkali, durch ihren etwanigen Hinterhalt an schweielsau- rem Alkali, etwas beigetragen haben möchten. Dieses zu erforschen, lösete ich eine gleiche Menge von beiden auf, sättigte sie mit soviel Salz- säure, dafs die Säure vorwaltete, und that salz- saure Schwererde hinzu. Die dadurch sich ange- fundene und sorgfältig gesammelte schwefeisaure Schwererde betrug 12 Gran. Eben soviel mufste folglich von jener Menge der 195 Gran abgezo- dl u GENE Deal 5: kerde nit Schwelal. 'h schon n Lasur. auskoch- mas opa- 1 Schver- chwererde welelsau- teln, ver- c) übrige mit Salz: d prüfte wererde, 1e gesanı- betrug, Bildung em ım ın d) Alkalı, refelsau- möchten, gleiche ielSalz- har salz- ch ange ‚felsaure | mulste abgez0 gen werden. Es bestand also der Mafsstab zuı Bestimmung des Gypses in 18Gran schwefelsaurer Schwererde; woraus nun durch Berechnung her- vorging, dafs jene 200 Gran des zerlegten Lasur- steins 8,18 Schwefelsäure, von 1,850 specif. Ge- wicht, oder, in Verbindung mitKalkerde, 13 Gran Gyps, enthalten haben. Diese Berechnung grün- det sich auf meine Erfahrungen, dafs, bei Ueber- sehung unbedeutenderBruchtheilchen, 100 Theile Schwefelsäure von 1,850 specif. Gewicht, mit Schwererde gesättigt, 220 Theile schwefelsaure Schwererde liefern; eben dieselbe Menge Schwe- felsäure aber mit Kalkerde gesättigt, wozu 100 Theile kohlengesäuerte, oder 55 Theile reine, Kalkerde erforderlich sind, 160 Theile Gyps bildet. Jene 200Gran Lasurstein haben also als ent- fernte Bestandtheile geliefert: Kalkerde d)- 57 RB) ag&. 93 Gran. Ya, Kieselerdeg)- 59 1)= ar 64, geglühet- 5— Alaunerde Se£ 2,— Fisenkalk 122%- Ge Schwefelsäurel)-. er Kohlensäure b)-- 2— Wasser a)-. 4— 194— Verlust- 6b— 200 Gran. 4 2, “> % Da jedoch die Kalkerde theils mit Schwefel- säure, theils mit Kohlensäure in Verbindung ste- het, so kommen als nähere Bestandtheile desLa- sursteins in Anschlag: Kieselerde-- 46, Alaunerde-- 14,50. kohlensaure Kalkerde 28, Gyps--- 6,50. Eisenkalk-: 3% Wasser-= 2, Faro Die Ursache von diesem genauen Zutreflen der Summe der Bestandtheile mit dem Gewicht des Ganzen, liegt darin, dafs ich die kohlensaure Kalkerde als mit der Kohlensäure vollständig gesättigt angenommen; welches jedoch nicht völlig der Fall zu seyn scheint. Schweil, dung ste. le desLa- 'ellen der icht des lensaure ständig ht röllig a te eines smalteblauen.,Eoassuls, von Vorau.*) ( den, im dritten Bande der Beob achtun- gen und Entdeckungen aus der Natur- kunde 3.352. aus einem Briefe aus Wien mitge- theilten mineralogischen Nachrichten, wird eines neuentdeckten blauen Fossils von Vorau im Oesterreichischen, gedacht, welches man dort an- fangs für natürliche Smalte gehalten, nachher für ein natürliches Berlinerblau, uud endlich als Bergblau, erkannt haben will. Dieses Fossil, dessen Farbe ein dunkles Smalteblau ist, setzt, in Gesellschaft eines damit dicht verwachsenen, grauweissen Fettquarzes, als eine Ader von 4 bis 3ZollMächtigkeit, durch ein, aus grauweissem körnigen Quarze und wenigem silberweissen zarten Glimmer bestehendes, glim- merschiefriges Gestein, und macht theils den x ) Beobachtungen und Entdeckungen aus der Naturkunde, 4. Band. Berlin 1792. S. 90. N u 198— Salband dieses kleinen Ganges aus, theils ist esin dem Quarze nur zart eingesprengt, theils aber nü- hert es sich demDerben. Im letztern Falle ist eine Krystallisationsform in vierseitigen breitgedrückten Säulen oder Tafeln, erkennbar; ob sich gleich, wegen des genauen Verwachsens mit dem Onarze, nur hie und da eine unbeschädigte äussere Krystall- fläche wahrnehmen lälst. Auf diesen Oberflächen ist das Fossil glatt und mässig glänzend; auf dem Bruche aber, welcher dicht und uneben ist, nur schimmernd. Esist undurchsichtig, giebt einen, etwas lichtern, blauen Strich, und kommt in der Härte dem Quarze nahe. Dals dieses Fossil nichts weniger, als eine na- türliche Smalte, seyn konnte, ergab sich schon aus derArtdesVorkommens, wobei gar kein Gedan- ke von einem vulkanischen Feuerproducte statt ha- ben kann. Denn Feuer müfste doch wohl mit ins Spiel gekommen seyn, wenn irgendwo einmal ein von derNatur durchKobalt blaugefärbtes Ge- stein vorkommen sollte? Dafs es aber eben so wenigBergblau sey, oder Kupfer enthalte,alswelches man bei einer inWien damit angestellten chemischen Untersuchung ge- funden haben will, wird sich aus folgender kurzen Erzählung meiner Prüfungen ergeben. Da ich die Säuren, womit ich dieses, von dem begleitenden Quarze möglichst befreiete, und feingepulverte Fossil übergofs, keines hinlänsli- sep 9 oO € hl mit nmal sbe- ITZEN von und längli chen Angriffs fähig fand, so versetzte ich es mit doppeltem Gewichte Weinsteinalkali, und lieis es selinde dürchglühen. Nach dem Erkalten sah ich, dafs die blaue Farbe gänzlich verschwunden, und die Masse gelblichweils geworden war. Zer- sieben, mit Wasser aufgeweicht, mit Salpeter- säure übersättigt, digerirt undiltrirt,.bliebKiesel- erde zurück. Die Auflösung war farbenlos. In einen Theil derselben stellte ich blankes Eisen; es schlug sich aber weder Kupfer, noch sonst etwas, metallisches, nieder. Der übrige Theil der Auf- lösung mitBlutlaugensalz versetzt, gab einen dun- kelblauen: Niederschlag, welcher, ausgeglühet, vom Magnet gezogen wurde. Aus, der durchs Filtrum davon abgeschiedenen Auflösung schlug ätzender Salmiakgeist Alaunerde in Schleimge- stalt nieder. Die davon abgesonderte Flüssigkeit mit mildem Alkali versetzt, blieb ungeänderıt. Kieselerde, Thonerde und Eisenkalk sind also diegefundenen Bestandtheile; deren Ver- hältnifs gegen einander aber erst aus einer, der- einst mit grössern Mengen des Fossils anzustellen- den, Untersuchung zu bestimmen ist. Da also von einem Kupfergehalte darin nicht die geringste Spur zu finden ist, so folgt von selbst, dafs dieses Fossil auch nichts weniger, als ein Bergblau, seyn könne. Für ein natürliches Berlinerblau, wofür man es bei einerin Schemnitz damit angestellten Unter- N A a ——: DOD: suchung erkannt haben will, kann ich es, seines Eisengehalts ohnerachtet, dennoch ebenfalls nicht halten. Die Uırsach ergiebt sich aus folgenden Bemeıkungen:| ı) a) Das natürliche Berlinerblau findet sich blofs in Moorgegenden, in dünnen Lagen oder Schichten, zunächst unter der Dammerde, se- wöhnlich noch als eine weisse Erde, die eıst an der Luft Llau wird. b) Jenes blaue Fossil hingegen ist in einer harten, von einer andern eben so harten Steinart eingeschlossenen, Quarzader eingewachsen, und dennoch zeigt es bei jedem frischen Bruch sogleich seine schon praeexistirende blaue Farbe. 3) a) Natürliches Berlinerblau verliert im Feuer sogleich die blaue Farbe, wird zuerst braun, dann ziegelroth, und schmilzt endlich zum metal- lisch glänzenden Kügelchen. b) Das Fossil von Vorau zerfällt im Feuer so- gleich, und lockert sich zur hellgrauen flockigen Erde auf, ohne die geringste Neigung zum Schmel- zen zu äussern. 3) a) Mit Borax, imgleichen mit Phosphorsalz, schmilzt natürliches Berlinerblau zur schwarzen undurchsichtigen Schlacke. b) Das Vorauische Fossil giebt mit Borax eine klare, schwach-topasgelbe, und mit Phosphorsalze eine klare, farbenlose, Glasperle. übe die‘ nerb 3, Selig y FR alls ni.) gende let sich gen oder rde, x. e erstan in einer Steinart 1, und ogleich iert m braun, meial- ‚ax eine horsalze OH ? 4) a) Das natürliche Berlinerblau, ‚mit Säuren übergossen, zergehet darin sogleich. db) Dem Blau von Vorau hingegen können die Säuren nicht so leicht etwas abgewinnen. 5) a)In Aetzlauge wird das natürliche Berli- nerblau sogleich dunkelbraun. b) Die Farbe jenes Fossils hingegen erleidet dadurch keine Veränderung. Im natürlichen Berlinerblau ist die Eisenerde mit der Phosphorsäure verbunden; wie ich dieses an anderm Orte*) erwiesen habe. Durch was für einen Stoff aber in jenem Fossil von Vorau die Eisenerde zur blauen Farbe modificirt seyn mag, ist für Jetzt noch unbekannt. Ein Beispiel, in welchem dasEisen eine blaue Farbe von ähnlicher Art verursacht, giebt der orientalische Lasurstein. Indessen istin diesem die Farbe nicht nur beträchtlich feuerbeständiger; denn, wenn er für sich mäfsig geglühet wird, so behält er seine blaue Farbe so lange unverändert, bis er bei stärkerm Feuer zum schmelzen kommt; sondern er unterscheidet sich auch in Rücksicht der übrigen Bestandtheile noch durch seinen Kalkerdengehalt; welches auch die Uısache ist, dafs er für sich im Feuer flielst. Enthielte jenes Fossil ebenfalls Kalkerde, so würde ich kein Bedenken tragen, es als eine Ab- *) Chem. Annalen 1784. 3.S9t. S. 396. N; änderung des Lasursteins aufzustellen; wie dieses auch bereits vom’ Herrn Stütz*), unter dem'Na- men umechter Lasursteim,:. geschehen ist. Vielleicht würde auch. die Benennung Lazulit nicht ganz unpassend seyn: Anm. Ich hatte Anfangs(dieses) Fossil als eine besondere Gattung des vererdeten Eisens, unter dem Namen: Eisenblau von Vorau,. aufgestellt;- allein, ‚der Eisengehalt desselben möchte doch zu gering seyn, um diesen Platz behalten zu können. *) Neue Einrichtung der K. K. Naturaliensammlung zu Wien. Wien 1793. S. 49. Un eine, sich y Ken VIE dieses den X. ehe ist azulit e besondere em Namen: „allein, der gering seyn, ımlung zu XI. Chemische Untersuchung des er prckhe ieg Erster Abschnitt®). ner den rohen Edelsteinen vonZeylan kommt eine, sonst wenig geachtete Gattung vor, welche sich von den übrigen Edelsteinen durch folgende Kennzeichen unterscheidet. Die Farbe besteht in blassen gelbgrünen und röthlichen, sämmtlich in ein trübes Rauchgrau übergehenden Schattirungen. Aeufserlich be- merkt man einigen Fettglanz, und eine Glätte beim Anfühlen. Die Gröfse der Stücke ist un- beträchtlich; gewöhnlich gehen 30 bis 30 auf eine Drachme. Die Grundfigur besteht in der recht- winklichten vierseitigen Säule, mit vierseitigen Endspitzen, deren Flächen auf die Seitenflä- chen der: Säule aufgesetzt sind; welche Kıy- stallenform jedoch nur an sehr wenigen Stücken noch deutlich ist, indem bei weitem die mehre- “) Auszug aus den Beob. u. Entdeck. aus der Naturkunde 3. B. 2. St. Berlin 1789. sten nur als kleine abgerundete Geschiebe vor- kommen*). ‚ Vorzüglich aber unterscheidet sich diese Edelsteingattung durch ihr eigenthümliches Ge- wicht, alswelches ich, im Verhältnifs gegen Wasser: 4,615 gefunden habe**). Rome de l’Isle hat, so viel ich weils, zuerst derselben als einer besondern Steinart, unter dem Namen Jargon de Geylan gedacht, und das Gewicht, nach Brifson’s Versuchen, zu: 4,416 angegeben. Die übrigen Mineralogen und Schrift steller, welche dieses Steins erwähnen, setzen ihn bald unter den$Sapphir, bald unter den Topas, bald unter den Rubin, bald unter den Diamant, bald unter den Hyacinth. Herr B. C. R. Werner aber hat ihm, unter dem Namen Zirkon(Silex Girconius) eine eigene Stelle in seinem Mineralsysteme, gleich nach dem Diamant und Chrysoberyll, angewiesen. Die Zirkönen verlieren im Glühefeuer nichts inerkliches vonihrem Gewichte; denn, nachdem ich 300 Gran anderthalb Stunden lang aufs stärkste *) Eine ausführlichere Beschreibung hat Herr Em merl ing in seinem Lehrbuche der Mineralogie, I. Th. Giefsen 1793. und Herr Bergrath Widenmann in seinem Handbuche der Mineralogie, Leipz. 1794, mitgetheilt. "*) Ich habe indessen nachher gefunden, dafs nicht alle Stücke von ganz gleichem specifischen Gewichte sind; das geringste mir vorgekommene heträgt aber dennoch: 4,5%: kons Rei vol Far mile Schn zus ge kein ich em 4 halbe, “h! ‚ulebe vor: ich dies liches Ge ils gegen 'eils, zuerst unter dem t, und das ‚Zu: 4,410 undSchnft n, setzen inter den unter den Ber B. em Namen Stelle ın ı Diamant uer nicht ‚ nachdet ufs stärkste „ua . ‚ring in sen 179% IA Handbuch nicht alle esind; da — 203— hatte durchglühen lassen, fand ich nur# Gran Verlust. Ich wiederholte dieses Glühen noch dreimal, wobei ich sie jedesmal in Wasser ab- löschte. Die Stücke wurden dadurch rissig, die hellern verloren ihr rauchgraues Ansehn, und wurden einem trüben weilsgrauen Quarze ähnlich; einige dunkelere Stücke aber, so wie einige Stel- len an den hellern, wurden röthlich. Der natür- lichen Härte schien hingegen nichts abgewonnen zu seyn. A. a) Zur vorbereitenden Zerlegung des Zir- kons vermischte ich 300 Gran, welche in einer Reibeschale aus Feuerstein zum feinsten Pulver, von weisser, in blasses Fleischroth sich neigender Farbe, gerieben worden, mit gleichen Theilen milden Weinsteinalkali, und liefs es im silbernen Schmelztiegel eine Stunde lang durchglühen. Die zusammengebackene Masse zerrieb ich, übersät- tigte und digerirte sie mit Salzsäure. Es war aber keine Spur eines Angriffs zu bemerken, und ich erhielt das Zirkonpulver in ganz unveränder- tem Zustande, und nur mit dem Verlust eines halben Grans, wieder. b) Ich vermischte daher dieses Steinpulver mit sechsfacher Menge Weinsteinalkali und liefs es 5 Stunden lang stark glühen. Die Masse wat fest, und bis zum Flieflsen gediehen. Mit Was- ser aufgeweicht, mit Salzsäure übersättigt und — 000— digerirt, fand sich das Steinpulver ebenfalls nur wenig verändert wieder, undich erhielt es, nach- dem es ausgesülst, getrocknet und geglühet wor- den, mit einem Verlust von nicht mehr, als 2Gran, zurück. c) Ich versetzte es abermals mit 1200 Gran milden Weinsteinalkali, und hielt mit dem Glü- hen bis zum wirklichen Fliefsen der Masse an; welche hierauf, mit Salzsäure übersättigt, jetzt 197 Gran unzerlegtes Steinpulver hinterliefs. d) Nunmehr übergofs ich dieses in einer Retorte mit fünffacher Menge starker Schwefel- saure, setztenoch eine Unze Wasser hinzu, 208 die Flüssigkeit bis zur Trockne ab, und weichte den Rückstand mit Wasser auf. Auch hierdurch war dem Stein nichts merkliches abgewonnen wor- den. Der ausgelaugte und getrocknete Rückstand war, wie zuvor, einem feinen Sandpulver ähn- lich, und wog 196 Gran. Aus der mit Alkali saturirten sauren Flüssigkeit fiel ı Gran. weisse Erde nieder. Die Hartnäckigkeit, mit der der Zirkon auf diesem Wege sich der Zerlegung widersetzte, liefs meinen Eifer in Verfolgung dieses Versuchs erkalten. Nachdem ich aber: unterdessen den Vorzug der ätzenden feuerbeständigen Alkalien in Aufchliefsung‘harter Edelsteinarten bemerkt hatte: so beschlofs ich, selbige auch bei dem benfill; nur t€5, nach Slühet wo; mehr, al U 1200 Gran it dem Glü. 7 Masse an; ättigt,. jet terliels. s ın einer Schwefel. Nnzu, 208 und weichte h hierdure onnen WoL- Rückstand ver ähn- it Alkali an. weisse irkon auf dersetzte, Versuchs sen den Alkalien kt ] bemel ‚ bei dem — 207 an Zirkon anzuwenden, und schuitt zu folgendem neuen Versuch. B. a) Zweihundert Gran zu Staubmehl zerrie- bener Zirkon wurden mit vierfacher Menge trock- nen ätzenden Mineralalkali, im silbernen Tiegel, 2 Stunden lang in solchem Feuersgrade. durch- geglühet, in welchem die Masse stets in musfigem Flusse blieb. Die erkaltete Masse, welche sehr hart war, wurde durch wiederholtes Uebergiefsen mit kochendem Wasser nach und nach erweicht. gauz Das Alkali schien seine vorige Aetzbarkeit verloren zu haben; denn die Auflösung schmeck- te wie eine schwache milde Lauge. Mit genug- samer Salzsäure übersättigt und digerirt, bemerkte ich keine Absonderung der Kieselerde, und der unaufgelösete Antheil blieb, als ein feines, sand- artiges Pulver, im Seihepapier zurück, und wog, getrocknet und geglühet, 172 Gran. b) Dieser abermals mit vierfacher Menge ätzenden Mineralalkali auf eben gedachte Weise behandelt, gab eine poröse, sehr feste Masse, welche nach bereits erwähnter Art mit Salzsäure digerirt, anjetzt 148 Gran Steinpulver zurück liefs. c) Hiemit wurde die nemliche Arbeit mit vierfacher Menge ätzenden Mineralalkali, und nachheriger Digestion in Salzsäure, wiederholt, und esblieben, nach dieser Behandlung, noch 127 Gran übrig, wovon d) dieselbe Verfahrungsart, zum vierten- male, 97 Gran hinterliefs. e) Da anjetzt mein Vorrath von ätzendemMi- neralalkali zu Ende gegangen war, so bereitete ich, statt dessen, ein reines ätzendes Weinsteinlaugen- salz; versetzte nun jene noch unzerlegte 97 Gran Zirkon mit einer sechsfachen Menge desselben, und liefs die Mischung ‚mehrere Stunden so stark, als es nur das silberne Schmelzgefäfs auszuhalten vermochte, durchglühen. Es flofs aber stets nur träge und mufsig. Die erkaltete Masse zerging selbst in kochendem Wasser nurschwer. Mit Salz- säure übersättigt, und kochend digerirt, erfolgte nun'die gänzliche Auflösung des Zirkons. f) Ich gofs nunmehr sämmtliche Auflösung zusammen. Sie stellete eine durchsichtige, aber etwas opalisirende Flüssigkeit ‚dar, worin einige wenige leichte Flocken schwammen. Ich sättigte sie mit mildem Weinsteinalkali. Die dadurch aus- geschiedene Erde gab der Mischung das Ansehn alsMilch. Nachdem ich sie aufs Filtrum gesammelt und ausgesüfst hatte, erhielt sie zueist die Gestalt eines Stärkmehlkleisters, und trocknete endlich zu glasartigen Brocken, von weiislicher in grau grün übergehender Farbe, ein. Die davon abfil- trirte Flüssigkeit, nebst dem Absüfswasser, setzte in der Wärme noch einen geringen Antheil Erde ab, welche gesammelt, und dem Präcipitate hin- zugefügt wurde. g) Von die in e beral Bill sie$ lösu sel, Bor m vierten endem\\i teitete ich, tinlaugen ste 97 Gran desselben, en so stark, auszuhalten er stets nur se zerging MitSalz- , erfolgte DS, Auflösung htige, aber rin einige h sättigte urch aus- ‚esammell die Gestalt e endlich rin gral von abfıl- ET, setzte heil Erde pitate hie «) Vol g) Von diesem Niederschlage, welcher nun die sämmitlichen Bestandtheile des Zirkons, aber in einem des natürlichen festen Zusammenhangs beraubten Zustande, enthielt, übergofs ich die Hälfte mit einer Unze starker Salzsäure,'digerirte sie scharf, und erhielt eine trübe gelbliche Auf- lösung, aus welcher, nach Verdünnung mit Was- ser, der unaufgelösete Antheil sich langsam zu Boden setzte. Nachdem die überstehende Flüs- sisgkeit abgegossen, und der Rückstand mit einer gleichen Menge Salzsäure kochend digerirt wor- den, wurde die Auflösung üiltrirt, und der un- aufgelösete Rückstand getrocknet. h) Da hierbei eine Hauptabsicht war, zu erfahren, ob Kalkerde gegenwärtig sey, so schlug ich aus der salzsauren Auflösung den aufgelöse- ten Äntheil durch ätzendes Ammoniak nieder. Er fiel überaus locker und in Gestalt eines ducchsich- tigenSchleims. Inder davon abgeschiedenen kla- ren Flüssigkeit entstand aber weder durch mildes Ammoniak, noch durch mildes Weinsteinalkalı, die mindeste'Trübung; eine Anzeige, dafs keine Kalkerde gegenwärtig sey, deren Abwesenheit auch durch Anwendung mehrerer Prüfungsmittel bestätigt wurde. i) Die zweite Hälfte des Niederschlags g) über- gofs ich mit dreifacher Menge starker Schwefelsäu- re, und abstrahirte solche bis zur Trockne. Von der mit Wasser wieder aufgeweichten Masse, wel- Ü che das Ansehn von aufgelösetem Stärkmell hatte, schied ich den unaufgelöseten Antheil durchs Fil- trum ab; die filtristeschwefelsaure Auflösung aber, welche ganz wasserhell war, verhielt sich gegen die niederschlagenden Mittel eben so, wie die vor- hergehende, mitSalzsäure bereitete, Auflösung. k) Die von beiden Auflösungen 8) und i) rückständige Erde, welche nach dem Durchglü- hen zusammen 863 Gran wog, und ein feines sand- artigesAnsehn hatte, versetzte ich mit vierfacher Menge milden Weinsteinsalzes, und liefs diese Mi- schung im silbernen Tiegel so lange glühen, bis sie in völligen Flufs gekommen war. Bei der Aufweichung im Wasser, wobei sich die Masse noch hart und schwerauflöslich bezeigte, schied sich eine sehr feine, schwere, und gleichsam zähe Erde ab, welche gesammelt, und ausgeglüs het, 28% Gran wog. I!) Die alkalische Lauge, welche klar und was: serhell war, theilte ich in zwei Theile. Die eine Hälfte sättigte ich mit Salzsäure, wodurch sich eine weisse aufgequollene Erde gallertartig aus- schied, und wovon sich auch, durch hiernächst überflüssig zugegossene Säure, nichts wieder auf- lösete. Die andere Hälfte hingegen verdünnete ich zuvor mit einer reichlichen Menge Wasser, und versetzte sie nach und nach, bis zur Ueber- sättigung, mit Salzsäure. Sie blieb hell und klar. Hierdurch vexsicherte ich mich, dafs diese Erde meh hau, durchsfil ÖSUNg aber, sich gegen wie die yor. RR ULONg, 1 Durchili- feines sand. t vierfacher [5 dieseM:- ühen, bis Bei der die Masse te, schied gleichsam ausgeglüs und was Die ein \urch sich vtartig aus: hierpichst je der auf- dünnete Wasser, y Uebei- und klar. ==, 1 QMJER- m blofse Kieselerde sey; deren Menge also, nach Abzug der 233 Gran rückständiger Erde, von jenen 863 Gran Erde, welche mit Weinsteinalkali geschmolzen worden, in 58 Gran bestand. “SInm. Diesen Gang: der Prüfung pflege ich gewöhnlich mit denjenigen Erden vorzunehmen ‚‘welche ich, bei Zer- gliederung der Steine, vorläufig für Kieselerde. halten zu können glaube, und entgehe dadurch aufs sicherste dem, vielleicht öfters vorgefallenen, Irrthum, eine, dem ersten Anschein nach, in Säuren unauflösliche Erde nun gleich als bloßse Kieselerde aufzuführen. Die mit vie- lem Wasser verdünnete alkalische Solution der Kiesel- erde versetze ich bis zur Uebersättigung mit einer Säu- re,— wovon aberkein Niederschlag erfolgt, indem die Kieselerde, unter diesen Umständen, sich als eine in Wasser wirklich auflösliche Erde beträgt,— lasse sie in der Wärme bis zur Trockne abdampfen, und weiche alsdann das trockne Salz mit Wasser auf; so finde ich die aufgelöset gewesene Kieselerde auf dem Boden des Gefässes, und zwar in Gestalt feiner krystallinischer Sandkörner, wieder. m) Jene 283 Gran Erde k), welche das Alkali zurückgelassen, unterwarf ich jetzt einer kochen- den Digestion mit einer reichlichen Menge Gold- scheidewasser. Es blieb ein Rückstand, welcher geglühet, 16 Gran wog. n) Diese unaufgelösete 16 Gran versetzte ich mit 6 Theilen ätzenden Weinsteinalkali, und liels die Glühehitze einige Stunden darauf wirken. Die von dieser, mit Wasser wieder aufgeweichten Masse abfiltrirte, wasserhelle Flüssigkeit blieb von ©72 2, zugesetzter Schwefelsäure ganz klar; als ich sie aber in die Wärme stellete, gerann sie zur Gal- lert, welche, nach völligerEintrocknung, bei nach- herigem Uebergiefsen mit Wasser, und dadurch bewirkter Wegschaffung des rückständigen Salzes, 3 Gran Kieselerde in Sandsestalt zurückliefs. o) Den Rückstand von der alkalischen Auflö- sung n) unterwarf ich der kochenden Digestion mit Goldscheidewasser. Die Erde quoll, wider ihre sonstige Art, schleimig auf, und die Flüs- sigkeit färbte sich grünlich. Ich verdünnete die Auflösung, Äiltirte sie, vermischte sie mit jener ebenfalls mit Goldscheidewasser bereiteten Auf- lösung m), und versetzte sie mit Blutlaugensalz. Der davon entstandene graugrüne Niederschlag wog, nach dem Ausglühen, nur 3 Gran. Die dadurch angezeigteMenge des Eisenkalks wird also 2 Gran zu schätzen seyn. Anm. Einige Erscheinungen bei der Prüfung dieses durch Blutlaugensalz erhaltenen Niederschlags lielsen mich eine entfernte Spur von einem Nickelgehalte vermuthen. Da miraber, bei allen nachherigen Untersuchungen des Zirkons, keine weitern Anzeigen davon zu Gesicht ge- kommen, so sehe ich jene dahin deutende Erscheinung nur als zufällig an. p) Den übrigen Antheil Erde, welchen die Auflösung in Goldscheidewasser noch enthielt, schlug mildes Weinsteinalkali unter weisser Farbe nieder; siebewiessich von gleicher Beschaffenheit mit derausden ersten Auflösungenerhaltenen Erde. Is ich SIR zur Gl. bei nach. dadurch endalzes, ichliels, en Aus Digestion ll, wider die Flüs- nnete die nit jener en Auf ugensilz. .derschlag an, De ılks nid ieses durch eisen mich vermutben. ‚hungen dä Gesicht ge: "._Lammmo“ IN jeinunz nthielt, or Farbe ‚fenheit enErde: — 215 Du q) Die noch übrige unaufgelösete Erde wog, geglühet, 5 Gran. Ich sahe sie als einen der Zer- legung entgangenen Rest des rohen Zirkons an, dessen weitere Zergliederung die zu geringe Menge riicht verstattete. C. Ich schritt nun zur nähern Prüfung des in Säuren auflösbar gefundenen Bestandtheils des Zirkons. a) Jene schwefelsaure Auflösung B.i) sollte doch, der Regel nach, entweder Bittersalzerde, oder Alaunerde, oder ein Gemisch von beiden, enthalten. Allein, derGeschmack gab weder auf Bittersalz, noch’ auf Alaun, die entfernteste An- zeige; sondern er war von dem Geschmack der reinen Schwefelsäure kaum zu unterscheiden, und nur gelinde schrumpfend. Ich versuchte die Auf- lösung zu krystallisiren; brachte sie daher durch Abdampfen in die Enge, versetzte sie mit einem angemessenen Theile Pflanzenalkali, und erwar- tete nun, ob sich etwa Alaunkrystallen anfinden möchten. Bei weiterm Abdampfen setzte sich zwar eine krystallinische milchweisse Rinde ab, welche aber nicht für Alaun erkannt werden konn- te, sondern nur für schwefelsaures Gewächsalkali, mit welchem sich zugleich ein Antheil der aufge- löseten Erde abgesetzt hatte. b) Um anderweitige Prüfungen anstellen zu können, lösete ich gedachten salinischen Boden- 03 N— 9) 1 4—— satz mit Wasser: wieder auf; und damitich den sämmtlichen Antheil dieser Erde des Zirkons:zu- sammenbrächte, lösete ich auch diejenige, wel- che ich aus der salzsauren Auflösung B. g) durch Ammoniak, und aus der Auflösung in Goldschei- dewasser B.p) durch Pflanzenalkali, wieder erhal- ten hatte, in-verdünnter Schwefelsäure auf, und sols sie mit. obiger Auflösung. zusammen. c) Anjetztrichteteich mein Augenmerk noch- mals auf den metallischen Gehalt desZirkons, wo- zu ich mich blofs des Blutlaugensalzes bedienen' konnte. Die erste Portion desselben verursachte in der wasserhellen Auflösung eine schmutzigeOliven- farbe; durch weiter hinzugesetzte kleine Antheile aber wurde die Mischung dunkelblau. Nachdem der blaue Niederschlag sich gesenkt, wurde er ge- sammelt und getrocknet. Er wog 3 Gran, worin der Eisengehalt nur auf den vierten Theil, nemlich auf 3 Gran, wird geschätzt werden können. d) Ich sättigte nunmehr die sämmtliche schwe- felsaure Auflösung nit krystallisirtem Weinstein- alkali; wobei die sich ausscheidende Erde der Mischung ein gleichförmiges milchartiges Ansehn verursachte, Die abgeschiedene und ausgesüsste Erde unterwarf ich, innoch mäfsig feuchtem Zu. stande, folgenden Versuchen. e) In verdünnete und selinde erwärmte Schwefelsäure getragen, zerging sie darin, ohnealle =; es] lervescenz, ob sie gleich durch mildes Alkali nie- lösur it ich. den rkons 2 nige, wel B.©) durch ) Goldschei jeder el. e auf, unl nen, merk noch. itkons, wo- 5 bedienen ırsachte in geOliven- Antheile Nachden urde er ge: an, Worin ‚ nemlich n, heschwe- Neinstein- Erde der & Anseln yeüsste htem Zu. pwärmte ohne alle ‚Ikalı nie dergeschlagen war; eine Anzeige, ‚dafs diese Erde in gar keiner Verwandschaft mit der Kohlensäure stehet. DieSchwefelsäure nahm davon ein reichli- ches Verhältnifs in sich. Ich fuhr mit dem Eintra- gen so lange fort, bis die letzte Portion der Auflö- sung ein opalisirendes Ansehn gab; welches durch Zusatz einer geringen Menge Schwefelsäure verschwand, so dafs die Auflösung nun klar erschien. Nach dem Erkalten gerann sie zum milchweissen Brei; ich setzte daher‘ noch etwas Schwefelsäure hinzu, wovon sie, über gelinder Wärme, wieder klar wurde, auch‘ in; der Kälte nicht weiter gerann. Nachdem ich sie in gelinder Wärme der Ruhe überlassen hatte, fand ich nach einigen Tagen den grössten Theil derselben in einzelnen kleinen, klaren Krystallgruppen ange- schossen, deren Stralen, von einer flachen vier- seitigen Säulenform, aus einem gemeinschaftlichen Mittelpunct ausliefen, und sich in scharfe Spitzen endigten. Sie schmeckten weniger sauer; hinter- liefsen aber ebenfalls einen gelinden, schrumpfen- den Geschmack. In Wasser geworfen, worin sie sich bald und leicht auflöseten, verloren sie die Klarheit und wurden trübe. Die übrige Auf- lösung lieferte noch einige Krystallen in kleinkör- niger Gestalt, und das Letzte dickte sich zur un- förmlichen Masse ein. f) Destillixter, und durchs Gefrieren bis auf den vierten Theil concentrirter Weinessig lösete O4 — 21— diese Erde eben so willig auf, und erhielt davon den schon gedachten eigenthümlichen Geschmack. In der Wärme trocknete diese. essigsaure Auflö- sung zum pulverigten, an der Luft trocken blei- benden, Rückstand ein. 8) In concentrirte, und bis zum Kochen er- hitzte, aetzende Weinsteinsalzlauge brachte ich von der noch feuchten Erde des Zirkons, und lies sie damit kochen. DieErde fiel darin blofs in lockern Flocken auseinander, ohne aufge- löset zu werden. h) Aus den bisherigen Prüfungen ging also hervor, dafs die Erde des Zirkons von der Alaun- erde völlig verschieden sey. sie aber auch eben so wenigBittersalzerde sey, hatte sich zwar schon, sowohl aus der gänzlichen Abwesenheit des Bittersalzgeschmacks in der schwefelsauren Auflösung, als auch aus der bemerkten Unfähig- keit, die Kohlensäure in sich zu nehmen, ergeben. Um indessen nichts unversucht zu lassen, lösete ich den noch übrigen Vorrath wieder in Schwefel- säure auf, sättigte die Auflösung kochend mit milder Kalkerde, und filtrirte nach dem Erkalten die Flüssigkeit ab. Allein, es entdeckten darin weder der Geschmack, noch sonstige Prüfungs- mittel, die mindeste Spur von Bittersalz. i) Bei den Prüfungen dieser Erde vor dem Lööthrohr, vermochte das Phosphorsalz, auch bei lange fortgesetztem Treiben auf der Kohle, nichts ıelt davon °schmack, e Aufl. ken blei- ‚ochen er. rachte ich Kons, und darın blolg ne aufge. ging also er Alaun- aber auch sich zwar wesenheit felsauren Infähig- geben, , lüsete Schwefel. hend mit | Erkalten ten darin üfungs- vor dem auch bei I, nicht — 017— aufzulösen, sondern die Erde blieb in der klaren Perle des Salzes ganz unverändert übrig. Mit Mineralalkali im silbernen Löffelchen geschmol- zen, war ebenfalls kein Angriff zu bemerken. Im verglaseten Borax hingegen lösete sie sich nach und nach ruhig und gänzlich auf; auch blieb die davon entstandene Perle völlig klar und ungefärbt. Aus diesen Erfahrungen von den Eigen- schaften und Verhältnissen der Erde aus dem Zirkon’halte ich mich nun berechtigt, selbige für eine bisher ungekannte, selbstständige, einfache Erde zu halten; und lege ich selbiger, bis dahin, dafs man sie vielleicht in mehrern Steinarten antreffen, und noch anderweitige Ei- genschaften, welche eine angemessenere Benen- nung veranlassen möchten, an ihr kennen lernen wird, den Namen Zirkonerde(Terra circo- nia) bei. Ich wünsche indessen, dafs diese meine Erfahrung diejenige Aufmerksamkeit, deren ich sie werth halte, wirklich erregen möge, um Einen oder mehrere Meister der chemischen Zer- gliederungskunst zu bewegen, diese Untersu- chung des Zirkons zu wiederholen, um durch ihre Erfahrungen die meinigen zu bestätigen, oder zu berichtigen. Es bleibt noch übrig, das‘ Vierhältnifs der 3estandtheile im Zirkon zu bestimmen. Esleuch- O; > tet von selbst ein, dafs, wenn neue, und ihrer Natur nach noch ganz unbekannte, Bestandtheile aufstofsen, die sich nach bekannten Methoden nicht behandeln lassen wollen, alsdann auch die Bestimmungen der Verhältnisse noch nicht den äussersten Grad der Genauigkeit haben können; welchen man aber dann mit Recht fordern darf, wenn der Scheidekünstler eine bereits gebrochene Bahn vor sich hat, und es ihm an chemischer Kenntnifs der vorkommenden Bestandtheile nicht mehr fehlen kann. Da ich aus den, der Zergliederung unter- worfenen 200 Gran Zirkon erhalten habe: Kieselerde B.1)- 58Gran s- 61 Gran u ee ae Eisenkalk—0)..°.207 ER| Dh A a Rest des unzerlegten Zir- kons- B.q)-- 5 so würden für diese neue Zirkon- erde ın Anschlag gebracht werden können-=--- 133- 200. In der Voraussetzung, dafs jener unzerlegte Rest von, Gran das nemliche Verhältnifs der Be- standtheile gegeben haben würde, nehme ich den Gehalt in 100 Theilen des Zirkons folgen- - dergestalt an: und ihrer andtheile lethoden auch die licht den | Können; dern dırf, ebrochene ‚hemischer elle nicht 8 unfer- pı Gran rw 219 ct Kieselerde--- P 31,50 i Eisenkalk ä E 0,50 TI Ir army 68 Zirkonerde-- 68, 100. Zweiter,V.Abschnitt. Durch wiederholte Erfahrung von dem stär- kern Kingriff belehrt, mit welchem das in flüssiger Gestalt angewendete Aetzsalz eine vollständigere Zerlegung der härtern Steinarten befördert, konnte ich nicht unterlassen, mich von dem V orzuge die- ser Behandlungsart auch bei dem Zirkon zu über- zeugen... Um aber diese Abhandlung nicht zu sehr auszudehnen, so begnüge.ich‘mich, von den damit aufs neue angestellten Versuchen nur denjenigen Zergliederungsprocefs etwas- ausführ- lich mitzutheilen, welchen ich als den ange- messensten gelunden.habe. A. a) EinhundertGran auserlesene Zirkone wur- den, nach vorhergegangener Zerkleinerung im Stahlmörser, in. der Feuersteinschale mit Wasser zur höchsten Feine, gebracht. Nach dem Trock- nen und Verglühen fand sich ein Uebergewicht von 3 Gran. b) Das Steinpulver wurde mit einerMischung aus 13 Unzen Salzsäure und# Unze Salpetersäure, stark digerirt. Die. abfiltrirte hellgelbe Flüssigkeit gab. durch ätzendes Ammoniak einen gelblich- weissen Niederschlag, der trocken 3 Gran wog. ==> 09080= Mit mäfsigstarker Salzsäure kalt übergossen,, lösete sich der dabei befindliche Eisengehalt auf; ein an- derer Theil des Niederschlags blieb unaufgelöset, und wurde durchs Filtrum gesondert. Aus der gelblichen Auflösung wurde der Eisengehalt durch ätzendes Ammoniak mit braunen Flocken wieder gefällt, gesammelt, und auf der Kohle verglühet. Er erschien in schwarzen glänzendenKörnern, die vom Magnet gezogen wurden, und wog# Gran. Den nicht wieder aufgelöseten Theil, welcher noch die vorige gelblichweisse Farbe hatte, ver glühete ich ebenfalls auf der Kohle; wodurch er, im ersten Augenblick des Glühens, eine matte schwarzbraune Farbe erhielt,— eineErscheinung, die man sonst nur an dem weissen Braunsteinkalke kennt. Er wog 2 Gran. c) Das mit Säuren ausgezogene Steinpulver, nebst dem ebengedachten Rückstand) von2Gran, wurde nun mit 93 Unze Aetzlauge, in welcher das Aetzsalz die Hälfte des Gewichts betrug, im silbernen Schmelztiegel übergossen, zur Trockne eingediekt, und 3 Stunden lang mäfsig geglühert, wobei die Masse nur mufsig blieb. Nach dem Er- kalten wurde die grauweisse harte Masse mit reich- lichem Wasser aufgeweicht. Das von der alkali- schen Lauge abgesonderte, ausgesüfste, und in gelinder Wärme getrocknete Steinpulver sahe jetzt einer geschlämmten Kreide ähnlich, und wog 128 Gran. ( Schw dem reite fach mile verd sich! gein den lin SEN, lösete uf; ein all tufgelöset, Aus der ehalt durch ;ken wieder > verglühet, örnern, die 185 Gran, il, welcher hatte, ver odurch er, eine matte scheinung, nsteinkalke :inpulver, nz Gran, welcher mit reich- Ier alkall- und in sahe jetzt und wog 4) Die klare alkalische Lauge c) wurde mit Schwefelsäure gesätügt. Sie trübte sich nicht; son. dern nut erst, nachdem sie zur Trockne abge- lampft, und die Salzmasse wieder aufgeweicht worden, fand sich Kieselerde an, die geglühet 3 Gran wog. e) Jenes nun zur Auflösung in Säuren vorbe- reitete Steinpulver c) wurde zuerst mit einer acht- fachen Menge Wassers vermischt, und zu dieser milchartigen Mischung eine hinreichende Menge verdünnter Schwefelsäure gegossen. Es lösete sich in der Wärme nach und nach, bis auf einen geringen Schmutz, klar und farbenlos auf. Nach dem Erkalten bildete sich eine, aus weissen krystal- linischen Körnern bestehende, unförmliche Rinde, die sich an die Seiten des Glases und am Boden anlegte; die aber, nach hinzugegossenem mehrern Wasser, in der Wärme sich wieder.auflösete. Die wasserhelle Auflösung ward nunin der Wärme gelinde abgedunstet. Anfangs blieb sie klar, wei- terhin aber gerann sie zu einer gleichförmigen durchsichtigen Gallert. f) Diese Gallert, wieder mit einer reichlichen Menge Wassers übergossen, undin Digestion ge- stellt, lösete sich in durchscheinende schleimartige Körner auf, welche auf ein Filtrum gesammelt, und getrocknet, als ein glasartiger Sand erschie- nen. Mit 4 Theilen milden Weinsteinalkali ge- gelühet, blieben, naclı Wiederauflösung der Masse => 2) 5 in Wasser, 3 Gran Erde zurück: Aus der alkali. schen Auflösung fällete Schwefelsäure die darin aufgelösete Kieselerde in ihrer gewöhnlichen schleimartigen Gestalt, deren Menge, nach dem Ausglühen, in 24 Gran bestand! g) Nachdem jene 3Gran Erde f) wieder in Schwefelsäure aufgelöset, und der übrigen Auf- lösung hinzugefügt worden, wurde aus selbiger die Zirkonerde kochend mit mildem Pflanzen: alkali gefällt, und nach dem Aussüssen an der Luft getrocknet. Sie war mäfsig locker, weifs mit einer unmerklichen Neigung in die Fleischfarbe, und wog 122 Gran. Der vierte Theil davon ge- glühet, wog 174 Gran; welches aufs Ganze 69 Gran beträgt, Die Bestandtheile des zerlestenZirkons sind also im Hundert: Zitkonerde g) E 2 69, Bieserewedj‘ 3 Dr 27 davonab a)--Z agb 26,50 Eisenkalk;b):-- 0,50 Eigeeg Verlust. 4 en ten| suche em einig‘ { der] von bind wen Zwei fahr Yon em erd vers kons ken ders Aetz Mass der alkılı. die dann öhnliche wach dem ) wieder in rigen Aul- us selbiger 1 Pflanzen. sen an der weils mit ischfarbe, davon ge- uls Ganze onssind B.' Aus den übrigen, zum Theil ünter veränder- ten Umständen wiederholten, Zergliederungsver- suchen, so wie aus den Bemerkungen über das chemische Verhalten derZirkonerde, will ich noch einiges ausheben. a) Die genaue Auffindung des Verhältnisses der Kieselerde, und deren vollständige Trennung von der Zirkonerde, wird, durch die innige Ver- bindung und Auflösung beider in einander, nicht wenig erschwert. Am sichersten habe ich diesen Zweck beiBefolgung der eben beschriebenen Ver fahrungsart erreicht; daher ich, unter mehrerw von mir versuchten Wegen, diesen als den besten empfehle. Einige Veränderlichkeit des Kiesel- erdengehalts scheint indessen von Natur bei den verschiedentlichen kleinen Abänderungen desZir- kons statt zu haben; wie dieses auch schon die kleinen Differenzen im eigenthümlichen Gewichte derselben, wahrscheinlich machen. b) Wird die, nach Glühung des Zirkons mit Aetzsalz erhaltene, und mit Wasser aufgeweichte Masse, sogleich mit Salzsäure oder Schwefelsäure übergossen, so löset sich, bei einiger ÜVebersätti- gung, sogleich alles klar und ohne Rückstand auf. Die aus solcher Auflösung durch Alkali gefällete Erde erhärtet, während des Trocknens in der Wär- me, in durchscheinende, glasartige, schwere, harte und spröde Brocken; weiche in dem Augenblick, — 14— da sie aus der Wärme genommen werden, mit Hef- tigkeit und Geräusch in kleine Stücke zerspringen, von denen, wenn sie nicht zwischen Papier einge- schlossen sind, oftmals ein Theil weit weggewor- fen wird. Je stärker der Wärmegrad gewesen, bei welchem diese Erde getrocknet worden, je gröfser ist der Rückstand, welcher bei deren Wiederauf- lösung in Säuren, unaufgelöset zurückbleibt. c) Das Auskochen des rohen Zirkonpulvers mitSäuren will zu einer vollständigen Ausziehung des Eisengehalts richt ganz hinreichend scheinen. Wird daher die bereitete Zirkonerde aufs neue in einer Säure aufgelöset und mit Blutlaugensalz ver- setzt, so kommt dieser Hinterhalt des Eisens durch einen, bald berlinerblauen, bald nur hellbergblauen, Niederschlag zum ‚Vorschein. Es ist aber dieser Niederschlag zur Anzeige der wahren Menge des durch ihn zum Vorschein gebrachten Eisengehalts nichtgeschickt: denn er bestehet, neben dem ge- ringen Antheil des Eisenkalks, aus einem weit sröfsern Antheile der zugleich mit selbigem nies dergefallenen Zirkonerde, welche sich nachher nicht genau genug wieder absondern lassen will. Wegen dieser mit dem Eisenniederschlag verbun- denen Zirkonerde, erscheint selbiger nach dem Ausglühen nur mit einer blafsröthlichen Farbe, und wird vom Magnet kaum angezogen. Nicht also zur Bestimmung des Verhältnisses der Bestandtheile, wohl aber zur Darstellung einer ganz en, milHEek. /ETSprIngen, apier einge | Weggewor. ‚ewesen, bei n, Jegröfser ı Wiedenuf. ückbleibt, urkonpulver ‚Ausziehung nd scheinen, ufs neue in sensalz ver- isens durch bergblauen, * aber dieser Menge des sengehalts n dem ge- inem weil \bigem nieı ich nachher Inssen ill ag yerbun- ach dem en Farbe, \ ‚jhältnisses lung einel gall — 05— ganz eisenfreien Zirkonerde, ist es gut, selbige in einer Säure wieder aufzulösen, und diesen klei- nen, Rest des Eisens durch Blutlaugensalz abzu- scheiden; nach dessen Absonderung nun die ganz reine Zirkonerde durch Alkali kochend ge- fällt wird. d) Um die Zirkonerde in einem, in Säurch leicht auflöslichen Zustande zu überkommen, wird erfordert, dafs sie, nach dem Fällen und Aussüs- sen, nur in gelinder Wärme'getröcknet werde. Starkgeglühete Zirkonerde: ist, ohne nochmalige Vorarbeit des Glühens mit Avetzsalz, in Säuren nicht auflöslich. e) Bei Fällung der Zirkonerde aus den Säuren durch mildes Gewächsalkali darf der Sättigungs- punct nicht überschritten werden, weil sie sonst, nach dem Verhältnisse desim Uecbermaafse hinzu- gefügten Alkali, zum Theil, oder auch gänzlich, von der Flüssigkeit wieder aufgelöset wird, und erst, nachdem das überflüfsige Alkali durch Säure hinweggenommen worden, wieder zum Vorschein kommt. Bei der Fällung mit ätzendem Pflanzen. alkali aber hat keine Auflösung der Zirkonerde in der mit Alkali übergesättigten Flüssigkeit statt. f) Von den Auflösungen der Zirkonerde in Säuren hat die, mit der Salzsäure bereitete, die mehreste Neigung zum Krystallisiren. Wird sel: bige der freiwilligen Verdünstung überlassen, so schiefst die salzsaure Zirkoderde in sehr zar. : k F — 9220— ten nadelförmigen, stralig auseinander laufenden, Kıystallen an, welche an der Luft trocken bleiben. g) Zur Verglasung ist die ‚Zirkonerde gar nicht geschickt, wie folgender Versuch zeigt. Eine Fritte, aus bo Gran Zirkonerde und 40 Gran milden Weinsteinalkali, setzte ich in einem Thon- tiegel, einem heftigen und anhaltenden Feuer aus. Es war aber dadurch nicht'nur keine Ver- einigung erfolgt, sondern es hätten sich sogar beide Substanzen von einander abgesondert. Das Alkali hatte sich an den Seiten umher in har- ten Körnern angesetzt; und in der Mitte lag die Zirkonerde für sich allein, in Gestalt eines gröb- lichen, magern, locker zusammengebackenen Pul- vers, von gelblichweisser Farbe. # f laufenden, ken bleibe, konerde eu such zeigt und ao Gran einem Tlur- enden Feuer t keine Ve. n sich sog abgesondert ımher in har- Witte lag die eines gröb- ıckenenPul- XI. Chemische Untersuchung des er ee bi Mittheilung der ersten Nachricht von der, im Zirkon aufgefundenen, neuen, einfachen Erde, äusserte ich zugleich den Wunsch, diese Ent- deckung durch die Prüfung bewährter Scheide- künstler bestäügt,. und weiter verfölgt zu sehen: welcher Wunsch aber, einige vom Herrn Hofrath Gmelin angestellte kleine Versuche ausgenom- men, unerfüllt geblieben ist. Wahrscheinlich hat die bisherige sparsame Gelegenheit, den Zirkon in einer hinlänglichen.Menge zu erhalten, die Schei- dekünstler von eigener Untersuchung desselben abgehalten; ihnen wird es also hoffentlich ange- nehm seyn, zu hören, dafs dieselbige Erde, ausser im Zirkon selbst, auch in noch einem anderweiti- gen, leicht und in genugsamer Menge zu erhalten- den Edelsteine, nemlich im Hyacinth, enthal- ten ist: eine Nachricht, welche, bei dem Hin- blick auf die, durch ihre allgemeine Aufnahme längst bestätigt scheinende, Analyse des Fiyacinths von Torb. Bergman, laut welcher er aus: ”» X —— 228 en ao Alaünerde, 25 Kieselerde, 20 Kalkerde, und ı3 Eisenerde bestehen soll, vielleicht befremden wird. Um da- her einem etwanigen Zweifel an der Richtigkeit meiner gegenwärtigen Analyse zu begegnen, so zeige ich an, dafs sie das Resultat, nicht etwa von einer einzelnen oberflächigen, sondern von mehrern, zu verschiedenen Zeiten angestell- ten, vollständigen Analysen des Hyacinths ist, Das Vaterland desHyacintlıs, welcher zu den folgenden Versuchen gedient hat, ist Zeylan. Ob die, in europäischen Ländern, als inBöhmen, Italien, Frankreich, unter diesem Namen ange- zeigte Steinarten wahre Hyacinthe seyn mögen, davon habe ich mich bis jetzt noch durch keinen wirklichen Beweis überzeugen können. Das eigenthümliche Gewicht des Hyacinths habe ich dem des Zirkons meistens gleichkom- mend, nemlich, nach Beschaffenheit der Abände- rungen, zwischen: 4,545, und 4,620, gefunden. Einer ausführlichen Erzählung meiner, unter einigen Veränderungen wiederholten Untersu- chung kann ich mich um so mehr überheben, da dasjenige, was im zweiten Abschnitt der vorher- gehenden Abhandlung über den Zirkon, von der Zergliederung und den Bestandtheilen desselben rd. Und. 7 Richtiket JEgEgNEN, t, nicht em sondern vn en angestel yacınths ist, Icher zu den st Zeylan, \s mBöhmen, Namen ange seyn mögel, durch kanen ) I» gleichkon- der Abände- gefunden ciper, Unter „ Untersu: heben, da Je yorher- n, yon der . desselben gesagt worden, der Hauptsache nach auch vom Hyacinthe gilt. a) Einhundert Gran Hyacinth erhielten, durchs Feinreiben im Feuersteinmörser, ein Ueber- gewicht von 3 Gran; eine Anzeige, dafs dessen Härte, von der des Zirkons, nicht merklich ver- schieden sey. b) Zwei Unzen Goldscheidewasser, womit das Steinpulver digerirt worden, gaben,. dureh Sättigung mit Pflanzenalkali, einen hellbräunlichen Niederschlag, der trocken 33 Gran wog. ‚Ich über- gofs ihn mit Ammoniak, welches aber davon nichts aufnahm, und farbenlos blieb. Nachdem er davon wieder abgesondert worden, trug ich ıhn in Salzsäure, welche den Eifengehalt auflösete, und eine weisse Erde zurück liefs, die geglühet ı! Gran wog. Der Eisengehalt aus der salz- sauren Auflösung durch ätzendes Ammoniak ge- fällt, gesammelt und geglühet, wog 3Gran, und war schwarz und glänzend geworden. Ich prüfte ihn durch Schmelzen mit Phosphorsalz auf der Kohle, um zu erfahren, ob Braunstein dabei be- findlich sey; wovon sich aber keine Spur ergab. c) Dem durch die‘ Säuren ausgezogenen Hyacinth wurden jene 13Gran Erde) wieder beigefügt, und selbiger hierauf, nach der, bei dem Zirkon angezeigten Art, mit sechsfacher Menge Aetzsalz geglühet, die Masse mit Wasser Pr 3 aufgeweicht, die zurückgebliebene Erde gesam- melt, ausgesülst und getrocknet. Sie wog123 Gran. d) Die alkalische Lauge wurde mit Salzsäure gesättigt-und abgedampft. Sie blieb anfangs klar; gegen das Ende aber schied sich Kieselerde ab, deren Menge nach dem Glühen in 6 Gran bestand. e) Jene 133 Gran c) wurden mit Wasser ge- mischt, alsdann mit der hinreichenden Menge Salzsäure übergossen, worin sie sich in der Wärme, bis auf einen unbedeutenden Rest, auflösete. Nachdem diese salzsaure Auflösung bei mäfsiger Wärme, bis zum sechsten oder achten Theile, ab- gedunstet war, verlor sie die Fliesbarkeit, und bil- dete eine klare Galler. Sie wurde mit Wasser übergossen, und unter öfterm Umrühren in Di- gestionswärme gestellt. Die Kieselerde son- derte sich in aufgequollener schleimartigen Kör- nern ab, welche, gesammelt und geglühet, 233 Gran wog. J) Die nunmehr vom Kieselerdengehalt be- freiete Auflösung wurde kochend mit mildem Weinsteinalkali gesättigt, und nach dem Aussüs- sen an der Luft getrocknet. Sie wog 114 Gran; und erwies sich in allen Proben als Zirkonerde. Der vierte Theil davon abgewogen und geglühet, wog 163 Gran; welches folglich aufs Ganze 66 Gran beträgt, 8) Die 6Gran Kieselerde d), und 233 Gran e), zusammen 293 Gran, wurden mit vierfachem Ge- irde Iexım. 513 Ga, it Salzsäur tangs Klar; elerde ab, ran bestand, Wasser ge. den Menge der Wärme N auflösete, bei mälsiger Theile, ab- t, undbil- mit Wasser ren in DI erde son. isen Kör. geglühet, p\ 1. sehall be it milden gl Gran; skonerde. 1| jgegtünel, ze 66 6xat 3 Gran e), Inchem 6 —n 231—— wicht Pflanzenalkali versetzt und geglühet. Die init Wasser wieder aufgeweichte Masse liefs einen Aückstand, welcher mit Salzsäure ausgezogen wurde. Diese salzsaure Auflösung durch Pilan- zenalkali gesätüigt, lies Zirkonerde fallen, welche geglühet4 Gran betrug; nach deren Abzug sich die Menge der Kieselerde auf 25; Gran reduciit. Einhundert Theile Hyacinth haben also gegeben: Zirkonerde f)- 66 29 5= 4 Kieselerde g)- 253 davonab a)- 3 ie= 259 Eisenkalk b)-- 0,50 95,50 Verlust- 4,50 100:= Was ich bereits bei dem Zirkon, sowohl in Absicht des veränderlichen Verhältnisses der Kie- selerde, als auch in Absicht der Abscheidung eines noch rückständigen kleinen Eisengehalts durch Blutlaugensalz, erwähnt habe, ebendasselbe hat auch gegenwärtig bei dem Hyacınthe statt. Zirkon und Hyacinth stehen demnach hinführo in der Reihe der Naturkörper.als zwei Ar- ten, oder, wenn man lieber will, als zwei Gattun- gen, eines eigenthümlichen Steingeschlechts. P4 = BD Welchem von beiden soll nun aber. der Vorzug zustehen, diesem Geschlechte den Namen zu ge- ben? Der Zirkon ist zwar schon in den vorläufi- gen Besitz dieses Rechts gesetzt worden: allein würde esnicht angemessener seyn, diesen Vorzug nunmehr dem Hyacinth, als einem weit ältern und länger bekannten, auch in einer höhern Ach- tung stehenden, Edelsteine einzuräumen? Nur würde in diesem Falle auch die Benennung; Hyacintherde, aufgenommen, und gegen Zirkonerde vertauscht werden müssen. sch \ich na an ist der schı füm len stü {ig dem ver nen ler Vom, 8 Men zu KR. en vorläuf, den: allein sen Vorzug Weit älter 1öhem All. umen? Nur Benennung; und gegen sen. XIV. Chemische Untersuchung des sogenannten hungarischen rothen Schörls. Das unter dem Namen: rother Schörl, zu Boinik*) in Hungarn vorkommende Fossil bricht daselbst in einem, mit Glimmerschiefer ge- schichteten Quarzlager. Die Farbe desselben ist iichte bräunlichroth. Die Gestalt eine der Länge nach stark gefurchte oder gereifelte Säule, die, an meinen Exemplaren, rechtwinklicht vierseitig ist. Die Breite derselben beträgt, an den gröfsern der meinigen,$ Zoll; gewöhnlich aber sind sie schmäler, und bestehen auch oft nur in nadel- förmigen Kıystallen. Die Oberfläche der Krystal- len ist gestreift, und, so wie dieFlächen der Biuch- stücke, starkglänzend. Der Queerbruch ist blät- tig; der Längenbruch hält das Mittel zwischen Jem Blättrigen und Unebenen, und ist stellen- weise kleinmuschlich. In Splittern und an dün- nen Kanten ist es durchscheinend, wie lichtes *) H.v. Born nennt Rhoniz als dessen Fundort; s. des- sen Gatalogue meıh. et rais. de la Collect. d./Kossıik-L. 1. D. 168. P; —— 09 Are 9: Rothgültigerz, dem es in Bruchstücken überhaupt sehr ähnelt. Es zerbuicht leicht in kleine scharf- eckigte Stücke, die sich aber übrigens bei dem 2eiben sehr hart beweisen. Die Farbe des Pul- vers fällt zwischen oran!en- und ziegelroth. Das eigenthümliche Gewicht fand ich: 4,180. Ohne Zweifel hat die stangenartige Form der Krystallen, nebst deren gefurchten und gestreiften Oberfläche, Anlafs gegeben, dieses Fossil unter den Schörl zu stellen; dagegen Andere durch Farbe und Bruch sich berechtigt glauben, es zum Granat zu zählen. Dalfs aber dieses Fossil weder zu der einen noch der anderen Steingattung, ja überhaupt gar nicht in die Klasse der Erd- und Steingeschlechter, gehöre, sondern dafs es vielmehr aus einer eigenthüm.- lichen metallischen Substanz bestehe, sol- ches wird aus den Resultaten folgender Zerglie- derung hervorgehen“*). A. a) Ein Stück dieses Fossils wurde in einem Thontiegel dem Porzellanofen- Feuer ausge- setzt. Es fand sich an Form und Glanz völlig unverändert wieder; die Farbe war ın ein dunkle- res Braunroth übergegangen, *) Die zur gegenwärtigen Zergliederung erforderlich gewesene Menge dieses zum Theil seltenen Fossils verdanke ich der mittheilenden Güte des K.K.Hofraths Herrn Grafen von Würben in Wien. N Überhau; leine schaj ens bei den be des Pıl) eltth, Das 80, ge Former d gestreiften Fossil unter ndere durch en, es zum nen noch gar nicht in ter, gehöre, igenthüm- tehe, sol. r Zerglie- In einem uer ausge- anz völlig N Junkle- nn x esen® ch gewe anke ıch der ‚Gralen v0? zu 235.— b) Ein Stück, welches in einem: Kohlen- tiegel das Feuer des Porzellanofens ausgestan- den hatte, war in eckigte Körner zersprungen; die rothe Farbe war in ein mattes Hellbraun ver- wandelt, und von dem vorherigen Glanze war kaum noch ein geringer Schimmer übrig. ce) Mit Phosphorsalz vor dem Löthrohr auf der Kohle geschmelzt, erfolgt keine Auflö- sung. Das Kügelchen färbt sich blafsröthlichgrau, und ist undurchsichtig. Durch einen gelinden Druck fällt es sandartig auseinander. d) Vom schmelzenden Borax wird es auf- selöset, und es entsteht davon eine klare hyacinth- rothe Glasperle. e) Mit Mineralalkali im Löffelchen ge- schmelzt, löset sich das Pulver des Fossils nach und nach auf. Das erkaltete Kügelchen ist un- durchsichtig, und hat eine röthlichweilse Farbe. B. Um die Wirkung der Säuren zu prüfen, über- sols ich das feingeriebene Fossil, in 4 verschiede- nen Phiolen, mitSchwefel-, Salpeter-, Salzsäure, und Goldscheidewasser, und stellte sie in starke und anhaltende Digestion. Es erfolgte aber sar fe) kein Angriff, sondern ich erhielt aus jeder Säure das Fossil im unveränderten Zustande zurück. C. Einhundert Gran feingeriebenes Fossil ver- setzte ich mit vierfacher Menge aetzendes Pflan- — 236 zenalkali, und liels es eine Stunde glühen. Nach- dem es aus dem Feuer genommen worden, weichte ich die Masse mit Wasser auf, versetzte sie bis zur Vebessättigung mit Salzsäure, und stellte sie in Digestion.: Es schien wenig aufgelöset zu wer- den; und der unaufgelösete Theil lag, als eine weisse zähe und schwere Erde, am Boden. Als ich zur Abscheidung desselben, die Mischung aufs Filtrum brachte, lief sie als Milch durch die Poren des Papiers. Ich that daher die Mischung wieder zusammen, verdünnte sie mit mehrerm Wasser, und, als die Erde sich nach 34 Stunden gesetzt hatte, goflsich das Wasser ab, und liels den Bodensatz in der Wärme eintrocknen; wobei er wiederum eine röthliche Farbe bekam. Dieses schien anzuzeigen, dafs er vielleicht noch nicht gänzlich aufgeschlossen sey. Er wurde daher nochmals mit 300 Gran Aetzsalz geglühet und die aufgeweichte Masse wieder mit Salzsäure digerirt. Die Mischung erschien abermals als eine Milch, und blieb mehrere Tage in diesem Zu- stande, ohne sich zu klären. Ich verdünnte sie mit mehrerm Wasser, und liefs sie aufkochen; wor- auf sich nun die Erde in einzelnen Flocken aus- schied, und sich aufs Filtrum sammeln liefs. Sie legte sich aber sehr fest und klebrig an, welches das Absondern nach dem Trocknen erschwerte. Mit dem, was sich davon sammeln liefs, stellete ich nun einige vorläufige Versuche an, statt "N, Na. .D, weichte zte sie bi I stellte sie SEI ZU wer. 2, als eine den. Al : Mischun h durch die e Mischung it mehrerm 4 Stunden und liels en; wobei N. vielleicht Er wurde geglühet Salzsäure ‚Is als eine liesem Zu: ‚dünnte sie chen; WOl- oeken aus“ je. Sie welches schwerte« eln liels, che aD, — 237— die mich lehrten,‘dafs ich hier mit einem beson- dern Metallkalke zu thun hatte. D. Ich wiederholte die Zerlegung, unter einiger Abänderung, wodurch die im vorhergehenden statt gefundene Beschwerlichkeit in Absonderung und Sammlung des Niederschlags vermieden ward. Zweihundert Gran des feingeriebenen Fossils mischte ich mit der fünffachen Menge milden Gewächsalkali, und glühete dieMischung in einem Porzellantiegel. Sie kam in einen dünnen Flufs. Ausgegoössen, eistarrete sie zu einer graulichweis- sen, dichten, obenauf nadelförmig krystallini- schen, und im Brüch fasrigen Masse. Ich zer- rieb sie, und liefs sie im kochenden Wasser zergehen. Es setzte sich bald ein weisser Nieder- schlag ab;; von welchem ich die Lauge klar absei- hete, und mit Salzsäure sättigte.: Es fiel eine schleimige Erde nieder, die getrocknet 8 Gran wog, und aus einer Mischung, von Thon- und Kieselerde bestand. Der ausgesüsste Rückstand in gelinder Wärme getrocknet, erschien als eine weisse lockere Erde, und wog 328 Gran. E. Diese weisse Erde unterwarf ich nun einer Reihe von Versuchen, deren Resultate in folgen- den bestehen. in 238 aa 1. Verhalten gegen die Säuren. a) In erwärmte verdünnte Schwefelsäure getragen, zerging sie bald, und machte eine klare Auflösung, welche an freier Luft zu einer weissen trüben kleisterartigen Masse verdunstete. b) Von der Salpetersäure wurde sie eben- falls klar aufgelöset. Die freiwillig verdunstende Auflösung nahm eine'öligte Consistenz an, in welcher kleine klare Kıystallen lagen, deren Grundfigur ein verlängerter Rhombus, durch Abstumpfung der beiden gegenüber stehenden spitzen Ecken, in die sechsseitige Tafel über- sehend, zu seyn schien. c) Die mit Salzsäure bereitete Auflösung dickte sich durch freiwilliges Abdampfen zur hellgelben klaren Gallert ein, unter welcher sich ebenfalls eine Menge sehr kleiner, klarer, kry- stallinischer Körner von kubischer Gestalt ge- bildet hatte. Bei diesen Auflösungen in Säuren bleiben von 100Theilen 3 bis 5 Theile Kieselerde zu- rück. Allein, eine dem Anschein nach noch be- trächtlichere Menge Kieselerde bleibt noch mit der weissen Erde verbunden, ‚und geht mit selbi- ger in die Auflösungen über; wodurch diese zur gallertartigen Gerinnung gebracht, und solcherge- stalt an einer regelmäfsigern Kıysiallisation gehin- dert werden. zu zint ten] We we Weib: derk tes} stell ren, felsäur chte eine U zu einer erlungtete, e sie eben- tdunstende DZ an, IR 2, deren 5, durch stehenden fel über. Auflösung npfen zur I Icher sich kur er, Aly- stalt ge- poch mit nit selbi- iese ZU lcherge- ‚a gehin: 2.. Verhalten dieser Auflösungen gegen Fällungsmittel. a) MildesPflanzenalkali schlägt die auf- gelösete Erde in weissen leichten Flocken nieder. b) Aetzendes Ammoniak eben so. c) Blutlaugensalz giebt einen’ starken Niederschlag, aus Grasgrün und Braun gemischt. d) Galläpfeltinctur verursacht einen, dem Umfang nach, sehr häufigen Niederschlag von braunrother Farbe.‘Ist die Auflösung nicht zuvor sehr mit Wasser verdünnt worden, so ge- ıinnt sie davon wie Blut. Aus der davon abältir- ten Flüssigkeit schlagen die alkalischen Salze nichts weiternieder. Dergesammelte, ausgesülste, und getrocknete Niederschlag hat das Ansehen, wie Mineralkermes. Als ich 15 Gran desselben in ei- nem. Tiegelchen über schwaches Kohlenfeuer brachte, verglimmte das Pulver sogleich, und wur- de weifs. Nach dem Verglimmen wog es 6 Gran. e) Mit Arseniksäure versetzt, entsteht ein weisser Niederschlag. J) Desgleichen mit Phosphorsäure. 8) Weinsteinsäure bildet anfangs einen weissen Niederschlag, der sich aber sogleich wie- der klar auflöset. h) Sauerkleesäure eben so. i) In ein mit der salzsauren Auflösung gefüll- tesStöpfelgläschen wurde ein Zinnstäbchen ge- stell. Nach einigen Minuten erschien in der Auf: ru 240 urn lösung, um das Zinnstäbchen herum,‘ eine fchwache Rosenfarbe, welche zuletzt in ein schö- nes Amethystroth überging. k) Ein anderes Stöpfelglas füllete ich mit salz- saurer Auflösung, die mit 6 Theilen Wasser ver- dünnt. war, und brachte ein Stäbchen aus Zink hinein... Die Auflösung bekam anfangs eine violette, nachher aber eine gesättigte. indigblaue Farbe.; Nachdem die ‚blaue Auflösung in eine offene Schale ‚ausgegossensund'in die Wärme ge- stellt worden, entfärbte,sie sich nach und nach wieder, und.liefs einen weissen aufgequollenen Niederschlag fallen, welcher,. durchs Filtrum ab- gesondert und wieder in Salzsäure aufgelöset, sich wieder wie die Erde vor ihrer Auflösung verhielt. 1) Die salzsaure Auflösung mit:Hahne- manns säuerlichem schwefelgashalten- den Liquor vermischt, blieb ungeändert. m) Von Beguins geschwefeltem Am- moniak aber. erhält die Mischung eine schmutzig grüne Farbe, und es bildet sich ein bläulichgrü- ner Niederschlag. Wird die trockne weisse Erde mit dieser Flüssigkeit übergossen, so färbt sie sich sogleich bräunlichgrün. 3. Verhalten auf trocknem Wege. a) Funfzig Gran der weissen Erde, in einem Tiegel durchgeglühet, wog nachher noch 38 Gran. So lange sie noch warm war, hatte sie eine schwe; felgeibeFarbe, die aber beim Erkalten verschwand. Ss Jie UN, in ein schi. ich mitsal I Wasser ver n aus Anl infangs die e indigblu: sung in ein e Wärme g: 'h und nach requollenen Filttum ab- elöset, sich ang, verhielt nit: Hahne: gashalten- ändert, Item Am je schmutzii bläulichgri ckne weist n. so fäntsie Wege: e, in einem ch ageranı eine schwe verschwand Die _— 241— Die geglühete Erde widersteht nachher den sauren Auflösungsmitteln. b) Wird aber die Erde auf einerKohle geglü- het, so wird sie röthlich, dann schieferblau; wo- bei sie zu einer unförmlichen Kugel schmilzt, die nach dem Erkalten mit feinstraliger Oberfläche er- scheint. Dieses Schmelzen wird jedoch vielleicht nur von einem, mit derErde noch verbundenen, kleinen Antheil Alkali verursacht. c) Mit Phosphorsalz und Borax auf der Kohle, und mit Mineralalkali im Löffelchen geschmelzt, verhält sie sich eben so, wie das rohe Fossil mit eben diesen Flufsmitteln. d) Die weisse Erde mit einem schicklichen Schmelzflufs versetzt, auf Porzellan getragen und eingebrannt, gab eine gutdeckende, reine stroh- gelbe Farbe. Eine gleiche Farbe gab auch das rohe Fossil. e) Endlich versuchte ich noch die Reduction. 60 Gran geglühete weisse Erde mischte ich mit 30 Gran geriebenem Colophonium, und liefs letz- teres in gelindem Feuer abbrennen. Sogleich als die Flamme nachgelassen hatte, erschien auch schon die Erde wieder so weils, wie vorher. Sie wurde in zwei Theile getheilt. Die eine Hälfte wurde mit 30 Gran gestossenem weissen Glase und 10 Gran gebranntem Borax, gemischt, und in einen Kohlentiegel verschlossen. Die zweite Hälfte wurde für sich in die Hölung des Kohlen- 0) tiegels gethan, und mit der Mischung aus Glas und Borax nur bedeckt. Beide Tiegel wurden wohlverwahrt in den Porzellanofen eingesetzt. Sie gaben einerlei Product. Dieses bestand in einer unförmlich geflossenen Schlacke, oberhalb bräun- lich, unterhalb hellbläulichgrau, im Bruch fein- poröse, mit einzelnen grossen Blasenlöchern, de- ren innere Seiten undeutlich feinstralig erschienen. Es gehört also dieses Fossil zu denjenigen metallischen Körpern, welche der Darstellung im Zustande eines geflossenen Metallkorns nicht fähig zu seyn scheinen.. F: Die Summe dieser Erfahrungen reicht meh- rere Gründe dar, nach deren Abwägung ich wei- ter kein Bedenken trage, diesen, bisher soge- nannten, rothen Schörl, von Boinik inHun- garn, für, einen natürlichen Metallkalk an- zuerkennen. Die dahin gehörigen Erscheinungen sind: dafs die weisse Erde durehs Glühen gelb, röthlich, und in Berührung mit Kohle bläulieh wird; dafs sie eine gelbe Schmelzfarbe giebt; dafs sie, ausihren Auflösungen in Säuren, durch Blut- laugensalz, durch Galläpfelsäure, durch geschwe- feltes Alkali, gefällt wird; dafs sie auf nassem Wege durch Zinn und Zink, in dunkelnFlocken, und unter Erzeugung einer rothen und blauen, Farbe der Auflösung, hergestellt wird; und dals sie eine vorzüglich starke Neigung zum Sauerstoff 5 aus el wurde gesetzt, Si nd in eine halb bräur. ‚ Bruch fei- löchen, de. g erschienen, ı denjenige arstellung in 15 nicht fälnz reicht mel- ing ich wel. bisher soge- 1k ın Hun- Ikalk an- yeinungen ihen gelh le bläulieh d gechwe- uf nassen in Flocken, nd bauen |; und dal ” tal m Sauerstol äussert. Das, mit dem Sauerstoff völlig gesättigte, rohe Fossil ist dieserwegen in Säuren unauflöslich, und wird nur’ dann auflösbar, wennihm, durch Glühen mit Alkali, ein Theil desselben genom- men wird. Als ich daher, bei einem anderweiti- gen Zergliederungsversuche, das rohe Fossil nur mit 2 Theilen Weinsteinalkali geglühet hatte, fiel die Erde nicht so weifs und locker aus, als die- Jenige, welche mit 5 oder 6 Theilen geschmelzt worden; auch lösete sie sich in der Salzsäure nur unvollkommen, in der Schwefel- und Salpeter: säure aber gar nicht, auf. Ferner gehört auch die Erscheinung hieher, dafs die, durch Zink in eine blaue Tinctur ver- wandelte, salzsaure Auflösung, nachdem sie in eine oflene Schale ausgegossen und warm gestellt worden, durch den wieder angezogenen Sauer- stoff die Farbe verlor, und eine weisse Erde absetzte. Eine anderweitige wahrscheinliche Folge ei- ner Uebersättigung mit Sauerstoff hatte statt, als ich eine vollständige salzsaure Auflösung, durchs Abdunsten im Sandbade, zur Krystallisation zu befördern versuchte. Die vorher ganz klare Flüs- sigkeit trübte sich in der Hitze, und erhielt das Ansehen einerMilch; liefs sich auch durch hinzu- gegossene mehrere Säure nicht wieder zur klaren Auflösung herstellen, Oa Dafs jedoch dieser metallische Körper zu kei- nem der gegenwärtig bekannten gehöre, sondern als ein neues, eigenthümliches Geschlecht aufge- nommen zu werden verdiene, solches gehet aus mehrern.‘ seiner Eigenschaften zur Genüge her- vor; unter welchen vorzüglich der, durch Gall- äpfelsäure entstehende häufige braunrothe Nie- derschlag ein bequemes Prüfungs- und Uhterschei- dungsmittel an die Hand giebt. Es ist noch übrig, dieser neuen metallischen Substanz einen schicklichen Namen zu geben. Wenn sich für ein neues Fossil kein; auf ei- genthümliche Eigenschaften desselben hinweisen- der, Name auffinden lassen will; als in welchem Falle ich mich bei dem gegenwärtigen zu befinden gestehe; so halte ich es für besser, eine solche Benennung auszuwählen, die an sich gar nichts sagt, und folglich auch zu keinen unrichtigen Be- griffen Anlafs geben kann. Diesem zufolge will ich den Namen für die gegenwärtige metallische Substanz, gleichergestalt wie bei dem Uranium geschehen, aus der Mythologie, und zwar von den Ursöhnen der Erde, den Titanen, entleh- nen, und benenne also dieses neue Metallge- schlecht: Titanium; wovon dieses durch Sauer- stoff vererzte Titanium, oder der Titankalk, die erste, vielleicht aber nicht einzige, Gattung ist, wie aus folgender Abhandlung wahrscheinlich wird. Fi Per zukt. , Sonden :cht aufge. 5 gehet au; renüge her. durch Gill rotheNk. | Untersche. metallischen ı geben. in, auf et hinweisen. in welchen zu befinden eine solche ı gar nichts chigen Be- vfolge will ‚metallische m Uraniun d zwar vol en, enleh- , Nealige- ch Hauel- talk, die ıngist wie ichwird. XV. Untersuchung eines neuen Fossils aus dem Passauischen. Die mehrern noch unbekannten Krystallisa- tionen einiger Fossilien, welche Herr Prof. Hun- ger in dem Passauischen aufgefunden, und davon die äussern Beschreibungen mitgetheilt hat*), ist besonders ein, auch den Bestandthei- len nach noch unbekanntes, Fossil merkwürdig. Es besteht selbiges in kleinen, von 5 Linie bis zum i Zoll grofsen, röthlich- graulich- und schwärzlichbraunen, sehr verschobenen viersei- tigen Säulen, deren Seitenflächen abwechselnd unter Winkeln von 135 und 45 Graden zusammen- stofsen, an beiden Enden scharf zugeschärft, und die Zuschärfungsflächen auf die stumpfe Sei- tenkante aufgesetzt. Die Oberfläche ist glatt und glänzend. Der Queerbruch ist fast matt, der Längenbruch aber von mäfsigem Glanze. In den kleinsten Krystallen ist es durchscheinend, ausser- ö dem aber nur an den Kanten durchscheinend; *) Beob. u. Entdeck. aus der Naturkunde 5. B. 2.$t.: Ber- lın 1794. 043 — 2146— auch ganz undurchsichtig. Die Krystalle sind spröde, leicht zerbrechlich, aber doch beim Fein- reiben ziemlich hart, und geben ein weifslich- graues Pulver. Es kommt in der Gegend von Passau hin und wieder, auch, wiewohl selten, im benachbarten Innviertel, vor. Die Krystalle liegen fast immer zerstreuet, in einer grobkörmigen Gebirgsart, deren vorwaltenden Theil ein sraulich- oder sgrünlichweifser Feldspath ausmacht, mit wel- chem Hornblende, Quarz, Glimmer und Speck- stein, bald zugleich, bald nur eins oder zwei derselben, gemengt sind®). A: a) Das specifische Gewicht derselben be- trägt: 3,510. b) Durchs Glühen auf der Kohle mit dem Löthrohr erlitten sie keine weitere Veränderung, ausser dafs hie und da auf der Oberfläche ganz kleine Bläschen entstanden. c) Im stärksten Feuersgrade des Porzellan- ofens erlitteh sie im Thontiegel ebenfalls keine weitere Veränderung; im Kohlentiegel aber waren sie zu einer, halbgeschmolzenen, *) Herr Prof. Hunger hatte die Güte, mir von seinem mühsam gesammelten Vorrathe dieser Krystallen eine zur Erforschung der Bestandtheile hinreichende Menge zu übersenden. alle sinn :im Fein. weilslich. u hin und achbarten fast immer Gebirgsr, lich- oder mit wel. nd Speck. der zwei elben be. nit dem derung, ne galt orzellan- ebenfalls ntiegel olzenen, ER, on seinem en eine ZUF Menge 21 _— 047.— schwarzen, undurchsichtigen, etwas porösen, und mäfsisglänzenden Schlacke zusammengesintert. d) Bei Prüfung derselben auf nassem Wege lösete sich, durch wiederholte Digestion in Salz- säure, ein Drittheil ihres Gewichts auf. Diese Auflösung, welche eine strohgelbe Farbe hatte, mit ätzendem Ammoniak übersetzt, gab einen Niederschlag, im Ansehn undin der Consistenz dem Stärkmehlkleister ähnlich, welcher im getrock- neten und geriebenen Zustande ein lockeres gelb- liches Pulver darstellte. Die übrige Flüssigkeit enthielt noch Kalkerde, welche durch mildes Mineralalkali daraus gefället wurde. Der nach Ausziehung durch Säure rückstän- dige Antheil wurde mit vierfachem Gewichte mil- den Weinsteinalkali geglühet, hiernächst mit Salz» säure übersättigt, digerirt und Äiltrirt; wobei Kie- selerde zurückblieb. Die Auflösung mit ätzen- dem Ammoniak gefällt, lieferte einen, dem obi- gen gleichkommenden Niederschlag, dem er auch beigefügt wurde. Das äussere Ansehn dieses Niederschlags liels eine eisenschüssige Alaunerde vermuthen;‘die nähere Prüfung aber bestätigte dieses nicht. Denn, als ich solchen wieder in Salzsäure auflösete, aufs neue daraus fällete, und nach dem Aussüssen, noch im breiartigen Zustande mit Aetzlauge dige- rirte, lösete sich darin nur ein unbedeutender An- theil auf. 24 INS a Von dem wieder ausgesüfsten und getrockne- ten Niederschlage ein kleiner Theil mit verglase- tem Borax geschmolzen, gab ein klares topasgel- bes, und ein anderer mit Phosphorsalz geschmol- zener Theil, ein schwach amethystgefärbtes Glas- kügelchen. Eine anderweitige kleine Menge dieses Nie- derschlags in verdünnter Schwefelsäure aufgelöst, äusserte keinen deutlichen Alaungeschmack, und trocknete zu einer weifslichen Masse ein, ohne Krystalle zu bilden. Das übrige dieses Nieder- schlags lösete ich wieder in Salzsäure auf, und behandelte die Auflösung mit folgenden Prüfungs- mitteln. Mit Blutlaugensalz versetzt, entstand ein dunkelgrüner Niederschlag. Galläpfeltinctur verursachte einen Nie- derschlag von lebhafter braunrother Farbe, wel- che aber beim Trocknen in ein mattes Gelbroth überging.| In dem noch übrigen Theile der Auflösung setzte sich, an ein hineingestelltes Zinkstäb- chen, ein zarter grünlichschwarzer Schlamm an; die Auflösung selbst aber überkam eine Ame- thystfarbe. Nach einigen Tagen verlor die Flüssigkeit diese Farbe wieder, und es fielen weisse Flocken, mit jenem Schlamme vermengt, nieder. gettockne. - verglase. topasgel. seschmol. ibiesG] 25- Jieseg Nie. aufgelöst, mack, und ein, ohne ses Nieder- auf, und Prüfungs- ıtstand ein inen Nie- e, Wel- ‚elbrot uflösung inkstäb- amm 40; pe Ame- or die $ fielen rmendl, wenn{9} A 9 un. Nach Anleitung dieser vorläufigen Erfahrung schritt ich zu einem neuen Versuch. a) Einhundert Gran, feingerieben, wurden mit vierfachem Gewichte Aetzsalz eine Stunde lang gelinde geglühet. Die mit Wasser aufge- weichte Masse gab eine schwache grasgrüne Auf- lösung, welche Farbe aber, nach hinzugegosse- nem mehrern Wasser, wieder verschwand. Mit Salzsäure bis zurUebersättigung versetzt, digerirt und filtrirt, blieb Kieselerde zurück, die ge- glühet, 12 Gran wog. b) Der aufgelösete Theil wurde aus der Säure durch mildes Pflanzenalkali gefällt, der Nieder- schlag getrocknet, und aufs neue mit Salzsäure übergossen; wobei sich ein meıklicher Geruch vom übersauren Salzgas verbreitete. Während der Digestion sonderte sich abermals Kieselerde ab, deren Menge nach dem Glühen in 23 Gran bestand. c) Nunmehr wurde die Auflösung mit ätzen- dem Ammoniak versetzt. Der davon erhaltene gelblichweisse Niederschlag wog nach dem Trock- nen 62 Gran. Der vierte Theil davon geglühet, wog 81 Gran, welches folglich auf die ganze Men- ge 33 Gran ausmacht. d) Die übrige Flüssigkeit wurde kochend mit mildem Weinsteinalkali versetzt. Sie lieferte Kalkerde, die nach dem Glühen 33 Gran wo$. 35 : C. Nach dieser Ausmittelung des Verhältnisses der Bestandtheile, schrittich zu einer abermaligen Prüfung des Niederschlags B. c). a) Für sich auf der Kohle geglüht, wird er bräunlichgelb, und zuletzt schwärzlich. b) Mit Borax geschmolzen, entstehtein klares hyacinthfarbenes Kügelchen. c) Vom Phosphorsalze wird er nieht auf- gelöset, sondern er zeıtheilt sich blos darin. Ist an dent Niederschlage noch einige Spur vom Braun- stein befindlich geblieben, so verräth sich solcher durch die schwache Amethystfarbe, welche er dem Phosphorglase mittheilt. d) Aus den Säuren schlägt Galläpfeltinc- tur den aufgelösten Theil mitlebhafter braunrother Farbe nieder. e) Blutlaugensalz. verursacht einen grü- nen, mit etwas Braun gemengten, Niederschlag, dem Saftgrün ähnlich, welcher auch nach dem Trocknen mit grüner Farbe erscheint. Die davon durchs Filtrum abgesonderte Flüssigkeit wird durch gegenwirkende Mittel nicht weiter geändert. J) Mit Beguins gefchwefeltem Ammo- niak entstehteinflockigter Niederschlag von dunk- ler schmutziggrüner Farbe. 8) Phosphorsäure, imgleichen ? h) Arseniksäure;verursachen einen weilsen Niederschlas. i setzl, gelb D pur ul schen fnde mit ı neue Yhältnissey ermaligen t, wird er htein klares r nicht auf: darin, Is vomBraun- ich solcher heer dem pfeltinc- raunrother nen grü- erschlag, ach dem )ie davon vird durch lert, - von dunk- i) Mit einem angemessenen Schmelzflusse ver- setzt, und auf Porzellan eingebrannt, giebt er eine selbe, in Bräunlich sich ziehende Farbe. Da nunmehro aus diefen Erfahrungen nicht nur unwidersprechliche Anzeigen einer metalli- schen Natur dieses Bestandtheils hervorleuchten, fondern auch dessen eigenthümliches Verhalten mit dem, des unmittelbar vorher abgehandelten neuen metallischen Körpers, des Titanium, im Ganzen fehr übereinflimmt, und die kleinen Ab- weichungen in den Erscheinungen blofs vonNeben- umständen herzurühren scheinen, so trage ich kein Bedenken, diesen Bestandtheil als Tiitankalk aufzuführen. Um auch das Fossil selbst, als eigene Gattung, durch einen besondern Namen unterscheiden zu können, so würde die, von solchem neuen Me- tallstoffe hergenommene Benennung: Titenit, nicht ganz unschicklich seyn; dessen Bestandtheile im Hundert sich in folgendem Verhältnifs haben finden lassen: Kiefelerde B. a)+ 12) ar® 35 —b) R 235% Kalkerde—d)-- 35; Titankalk— c)-- 33, Braunstein, eine Spur. 101. Welche Stelle im Mineralsysteme ist nun die- sem Fossil anzuweisen?. Da die Mineralogen über \ die Grundsätze, nach welcher das Gebäude eines Mineralsystems aufzuführen sey, noch nicht ein- stimmig sind, so werden diejenigen, welche die vorzüglichste Rücksicht auf den specificirenden Bestandtheil nehmen, vermuthlich nicht anstehen, den Titanit als eine zweite Gattung des Titange- schlechts aufzustellen: dagegen die, welche es strenger mit dem, der Menge nach, vorwaltenden Bestandtheile nehmen, vielleicht für dessen Ein- schaltung in das Kieselerdegeschlecht stimmen möchten. if Ih inF aufg geke eine! dayo ebäude Neg ch nichtein, , Welche dr Vetilicirenden ichtansichen, des Tinge- ', Welches vorwaltenden t dessen Eir- cht stimmen XV. PT 00 1.00.0225 des vermeintlichen Wasserbleısilber#. ie Fi Deutsch-Pilsen im Hontenser Comitate in Hurgarn ist, vor wenigenJahren, in einer jetzt aufgelassenen Grübe, ein metallisches Fossil vor- gekommen, welches der Hofrath von Born als eine neue Gattung der Silbererze aufgestellt, und davon folgende Beschreibung geliefert hat:*) Argent molybdique. Argent allie avec le Molybdene sulfure. Cette combinaison ou cet aalliage de l’argent avec le molybdene sulfure n’est pas connu jusqu’ici, et n’a ete trouve& nulle part, qu’ä Deutsch-Pilsen en Hongrie, ou on le rencontroit en rognons isoles, de l’epaisseur d’un& deux pouces, enveloppes dans une ar- gile commune grise; les rognons se se- parent en feuillets assez larges et lui- sans, qui peuventetre divises derechef *,$. dessen Catalogue de la collection des fos- silesideMille de Raab, T.I:p 419 en lames plus minces et qui ressemblent parfaitement au sulfure de molybdene, en laissant sur le papier des traces gri- sätres. En coupellant ce molybdene sul- fure, on obtient du quintal 23 marcs d’argent. Da, wegen der besondern Seltenheit dieser Erzart, nur wenigen Scheidekünstlern Gelegen- heitzu deren Untersuchung sich darbieten möch- te, so habe ich mich derselben um soviel willi- ger unterzogen; mich aber dadurch belehrt, dafs weder Silber noch Wasserblei darin!ent- halten sey; sondern dafs sie in Wismuth- glanz, oder geschwefeltem Wismuthex; ze, bestehe,*) A: a) Dieses Eız, für sich allein auf der Kohle vor dem Löthrohr versucht, schmilzt sogleich, als es von der Flammenspitze ergriffen wird, zum Kügelchen, welches sich nach und nach, unter Ausstofsung eines, an die Kohle sich zum Theil gelb anlegenden, metallischen Dampfs verblasen läfst. Wird Borax oder Phosphorsalz hinzuge- *) Einem etwanigen Verdachte, dafs ich vielleicht nicht das echte Bornsche Argent molybdique vor mir gehabt haben möchte, entgegne ich durch die Anzeige, dals das von mir geprüfte Erz ein Bruchstück von eben demjenigen Individuum gewesen ist, nach welchem Hı. v. Born die obige äussare Beschreibung eutworfen hat. sel! essemhlen; molybatı: u. \ybdenesı) al y many Itenheit As: stlern Gele. arbieten mäch m soviel will h belehrt, dal I darın!ent- Wismuth- Nısmuthen zuf der Kolıle ilzt sogleich, en wird, ZUN | nach, uni ich zum Thai pls verhlsen ssalz hinzuge- elleicht nicht jique vor mit ı die Anzeige, ‚ick von eben h yelchem il cutyronken IA — 155— setzt, so sondert es sich von der schmelzenden Salzperle gern ab, und hinterläfst diese ungelärbt. db) 25 Pfund Probiergewicht, mit 4 Blei- schweren auf der Aschenkapelle unter der Muffel abgetrieben, hinterliessen ein, ohne Zweifel nur auf Rechnung des Bleies zu schreibendes, mikros- pisches Silberkörnchen. B. a) 50Gran zerriebenes Erz übergofs ich mit mäfsigstarker Salpetersäure. Es wurde davon so- gleich, unter Entwickelung rother Dämpfe, ange- griffen und aufgelöset; wobei Schwefel zurück- blieb, welcher gesammelt, 23 Gran wog. b) Die Auflösung versetzte ich mit einer reichlichen Menge Wasser. Die Mischung erhielt sogleich das Ansehn von Milch, und setzte einen zarten, weissen, schweren Niederschlag ab, wel- cher in reinem Wismuthkalk bestand. c) Die davon durchs Filtrum abgesonderte Flüssigkeit versetzte ich mit Kochsalz. Sie blieb anfangs völlig klar; nach und nach aber wurde sieschwach milchicht, und es sammelte sich am 3oden ein zarter, schwerer Niederschlag, dessen blendend weisse Farbe vom Tageslichte gar keine Veränderung erlitt, und wie der vorhergehende, in blofsem Wismuthkalk bestand. Die ge- ıingste dabei befindliche Spur vom. salzsauren Silber würde sieh schon, durchs Anlaufen der weissen Farbe dieses Niederschlags am Tages- lichte, verrathen haben. Hundert Theile dieses Erzes bestehen also aus: Wismuth a. gs Schwefel- 5 100. Durch diese geringe Menge des Schwefels scheint der Wismuth nur unvollkommen vererzt zu seyn; es nähert sich also dieses Erz dem gediegenen Wismuth. Hierin liegt wahrschein- lich der Grund von dessen weissern Farbe und stärkern Glanze, der dem des frischpolirten Sil- bers ähnlich ist; wodurch es sich im Aeussern von dem, sich mehr ins Bleigraue ziehenden, Wismuthglanz, von Riddarhyttan in West- manland, unterscheidet. XVII. am Tr, hen also au des Schnitt; MINEN verent ses Erz dem t wahrschain m Farbe und hpolirten Sil m Äeussern e ziehenden, an in West XVII. a der Daturlichen Alaunerde von. Schemnitz. Aut dem Stephani-Schacht zu Schemnitz nm Hungarn ist unlängst eine Erde eingebrochen, welche daselbst als eine, von der Natür ganz rein und kieselerdenfrei dargelegte, Älaunerde ge- achtet wird. Sie ist schneeweils, leicht, bröck- lig, sehr zerreiblich, färbt nur mälsig ab, und hängt sich an die Zunge*). Ich habe selbige folgendergestalt geprüft. a) Einhundert Gran liefs ich in einem Deck- tiegel eine Stunde lang scharf glühen. Ich fand nach dem Erkalten einen Gewichtsverlust von 42 Gran, welcher ohne Zweifel blos in ausgetrie- benen Wassertheilen bestanden haben wird. Die Erde hatte äusserlich keine weitere Veränderung erlitten, ausser dafs die Stücke etwas rissig ge- worden, und am Umfang verloren hatten. *) Eine nähere Beschreibung hat Herr v. Ficht el davon mitgetheilt.$. dessen mineralog. Aufsätze, Wien 1794.©. 170, — 258= b) Andere hundert Gran wurden nach und nach in verdünnte Schwefelsäure getragen. Sie zergingen darin ohne alles Aufbrausen, jedoch unter Entbindung einer bemerkbaren Wärme, und gaben eine ganz klare Auflösung. Während des Abdampfens gerann diese zur klaren und durchsichtigen Gallert, deren Oberfläche nach einigen Tagen mit einer Menge einzeln stehen- der, pyramidalischer Aufsprossungen besetzt er- schien. Die Masse wurde mit reichlichem Was- ser übergossen und digerirt. Es sonderte sich nun Kieselerde ab, welche, aufs Filtrtum ge- sammelt und geglühet, ı4 Gran wog, c) Die von der Kieselerde befreiete Auf- flösung wurde mit der erforderlichen kleinen Menge‘ Gewächsalkali versetzt und lieferte nun durch die Krystallisation lautern Alaun, aus welchem die Erde durch Gewächsalkali gefällt, und nach oft gedachter Art gereinigt wurde. Nach dem Trocknen wurde diese Alaunerde geglühet, und sie wog 45 Gran. Es betrugen also die gefundenen Bestandtheile dieses erdigen Fossils: geglühete Alaunerde c)- 45; —— b)- 14, durchs Ausglühen verlorne "Wassertheile a)- 42, nach und gen. Sıe ‚ Jedoch Wärme, Während laren und iche meh In stehen- besetzt er- hem Was- lerte sich rum ge- iete Auf- n kleinen ferte nunl un, dus | gehllt, wurde, unerde adthal tandbel Die chemische Kenntnifs dieser Erde ist vor- nemlich deshalb merkwürdig, weil bisher, ausser einigen Edelsteinen, noch kein anderweitiger, aus Alaun- und Kieselerde bestehender, Mineral- körper bekannt war, in welchem das Verhältnifs| der erstern, gegen das der letztern, so überwie- gend ist; da hingegen die eigentlichen Thonarten, z. B. Porzellanthon, gewöhnlich nur den vierten, oder höchstens den dritten Theil Alaunerde, gegen die Kieselerde, enthalten. Im gegenwärti- gen Fossil stehen folglich die beiden Bestandtheile des Thons in einem just-umgekehrten, Ver- hältnisse. Als eine ganz reine Alaunerde ist. die gegenwärtige also nicht befunden worden, son- dern davon-bleibt die, zu Glaucha bei Halle an der Saale, in einzelnen nierförmigen Stücken vorkommende ÄAlaunerde— deren Herkunft indes- sen noch problematisch ist— bis jetzt noch das einzige bekannte Beispiel. — 000°— XVIH. Chemische Untersuchung des Strontianits, in Vergleichung mit dem Withekit.#) Dis der Strontianit bei seiner ersten Bekannt- werdung für eine Art der natürlichen kohlensau- ren Schwererde gehalten ward, dazu schienen ei- nige seiner, mit dem Witherit übereinkommen- den Eigenschaften zu berechtigen. Indessen ver- anlafste mich doch die Erscheinung, dafs ein mit der salpetersauren Auflösung desselben getränktes, und wieder getrocknetes Papier, angezündet, mit einer röthen Flamme brennt, zu vermuthen, dafs dieses Fossil vielleicht in noch anderweitigen Eigenschaften von der kohlensauren Schwererde verschieden seyn möchte; welche Vermuthung auch durch den Erfolg einiger, vom Herın Rath Sulzer angestellten chemischen Prüfungen, und durch die, vom Herrn Hofrath Blumenbach an Thieren gemachten Versuche, mehreres Ge- wicht erhielt. *) Chem. Annal. 1793. 2.B. S..ı89. und 1794. ı. B. S.99 ng ithenit‘) nBekannt- hlensau- enen el- kommen- essen VEI- fs eın mit -tränktes, det, mit EN, dafs zweitigen chwert rde ermullulg Tem Rath und onbach pre), yeres Ge- B 5.00 u AO er Die Schwierigkeit, den Strontianit in hinrei- chender Menge zu erlangen, hat wahrscheinlich die Wiederholung und Bestätigung jener Versuche gehindert; daher gegenwärtiger Beitrag zu’ einer nähern Kenntnifs desselben nicht überflüssig seyn wird. Um aber dieEigenschaften und das chemische Verhalten des Strontianits mit denen des Witherits besser zu vergleichen, habe ich für gut erachtet, die Resultate der Prüfungen Beider neben einander zu stellen. Beide Fossilien gehören zu den, erst im vori- gen Jahrzehend bekannt gewordenen Naturpro- ducten. a) Der Fundort des Str ontianits- ist Strontian in Schottland, woselbst er, in dem Bleigange eines gneusigten Gebirges,*) zugleich mit Schwerspath, bricht. Eı findet sich derb, aus grobfasrigen Stängeln büschelförmig zufammenge- häuft. Eristlichtgrünlich, etwas durchscheinend, glänzend, und mäfsig hart. Seineigenthümliches Gewicht fand ich: 3,675. Den Versuchen zufolge, welche Heır Hofrath Blumenbach in Rücksicht der Wirkung des Stron- tianits auf das thierische Leben angestellt, hat sol- *) Dieses Gebirge, wird zwar von Andern als Granit angege- ben; allein die an einer meiner Stuffen des Strontianits ansitzende Gebirgsart spricht mehr für-den Gneus. R 3 — 262— cher mit den tödlichen Eigenschaften des Witherits gar nichts gemein, und ist von den Thieren ohne allen Nachtheil genossen worden. db) Der Witherit, oder die natürliche kohlensaure Schwererde, bricht in den Blei- bergwerken von Anglezark in Lancashire, wo er, zugleich mit blätterigem Schwerspath, die Gangart des Bleiglanzes ausmacht. Den Bergleu- ten und Bewohnern der dortigen Gegend ist in- dessen dieses Fossil schon länger, und zwar, unter dem Namen Ratzenstein, als ein den Thieren 1ödtlichesGift, bekannt gewesen. Die von dessen Schwere hergenommene Vermuthung der dortigen Bergleute, als ob darin ein edles Metall verborgen läge; vielleicht auch ein niedriger Eigennutz der Fossilienwucherer,. war Schuld, dafs man von dem geognostischen Vorkommen, und dem wah- ren Fundorte des Witherits, eine Zeitlang in Irr- thum blieb; indem fälschlich Alston- Moör in Cumberland als dessen Fundort vorgegeben ward. Die Farbe des Witherits ist graulichweifs. Gewöhnlich bricht erin derben Massen, und nur selten kommt er in sechsseitigen Säulen mit sechs Flächen zugespitzt, vor. In dünnen Stücken ist er durchscheinend. Auf dem Längenbruch ist er glänzend und schwach gestreift; auf dem Queer- bruch aber nur schimmernd und uneben, Seine Härte ist nur mäfsig. Das eigenthümliche Ge- Withens Thieren türliche 1 den Bler- shiie, wo path, die n Bergle. nd ist in. var, unter 1 Thieren n dessen dortigen verborgen pnutz der man von dem wah- ng in In- Moor in ‚ben ward ‚uitsechs icken ist ch istel „ Queel- seine liche 6* — 063 ih wicht ist beträchtlicher, als das des Strontianits, nemlich: 4,300, Ein zweiter bis jetzt bekannter Fundort der na- türlichen kohlensauren Schwererde ist derSchlan- genberg in$ibirien; woselbst selbige in Chalze- donähnlicher, stalactitischer Rindengestalt, mit grauweisser Farbe vorkommt, Erster Versuch. a) Hundert Gran Strontianit, in gröbli- chen Bruchstücken, wurden im Poirzellantiegel- chen zwei Stunden lang im Windofen durchgeglü- het. Die Stücke hatten dadurch ihre Form nicht merklich verändert; die lichtgrüne Farbe aber, der Glanz, und die Durchscheinbarkeit, waren verlo- ren gegangen. Nach heils gewogen, fand sich am Gewicht ein Verlust von nur Gran; welcher Ver- lust wahrscheinlich in blossen Wassertheilchen be- standen haben wird. Ich wiederholte diesen Versuch mit anderwei- tigen 100 Granen, welche ich aber 5 Stunden lang einem heftigen Feuer, worin schon in der Hälfte der Zeit, weisser Marmor in lebendigen Kalk ver- wandelt wird, blofsstellete. In diesem weit stärkern und anhaltenden Glühefeuer hatten selbige 63 Gran verloren. Nach Abzug des$Grans, welcher, nach Maafsgabe der vorigen Glühung, für W asser- theile zu rechnen, waren also 6Gran K ohlen- säure ausgetrieben worden. Dieser gebrannte Ra — 264_— Strontianit äusserte auf der Zunge einen ätzenden Geschmack. Er wurde zerrieben, mit 4 Unzen Wasser aufgekocht, und dieses durchs Filtrtum wieder abgeschieden.. Der Geschmack dieses Was- sers kam mit dem, eines frischen und starken Kalk- wassers überein. Zwei Unzen davon stellte ich in einem leicht bedeckten Glase zurück. Es überzog sich schon nach einigen Minuten mit/einer weissen, erdigen Rinde, davon sich, mehrere Tage lang, jedesmal sogleich eine neue bildete, wenn die letz- tere, durch Schütteln zerbrochen, in dünnen Blätt. chen niederfiel. Alssich weiter keine bildete, sam- melte ich die Blättchen und, sie wogen getrocknet 7Gran. Von dem übrigen, mit dem gebrannten Strontianit gekochten Wasser, versetzte ich einen Theil mit aufgelösetem Weinsteinalkali. Die Mischung wurde milchicht, und setzte kohlensaure Strontianerde, in zarter Pulvergestalt, ab. In einen andern Theil tröpfelte ich Schwefelsäure, wo- von sich sogleich schwefelsaure Strontianerde in Flocken nie derschlug. Den übrigen Theil mischte ich mit ätzendem salzsauren Quecksilber. Dieser wurde sogleich zersetzt; wobei der Metallkalk zu- erst mit braunrother, und bei weiterm Zugiessen des Wassers, mit oraniengelber Farbe erschien. Bei diesem Versuche war also, des heftigen Glühens ungeachtet, nur ein kleiner Theil in einen gasleeren Zustand versetzt worden, und brausete der übrige Strontianit, mit Säuren über- en ' ätzenden 4 Unzen Filtrum eses Wa- ken Kalk- llteich in R übernog Er weissen, Tage lang, ın die letz- nen Blätt: lete, sam trocknet brannten ch einen ali, Die ‚hlensaure ab. In ‚uIe, WO: nerde in tl mischte N Dieset schien. gossen, noch eben so stark auf, als der rohe unge- brannte. b) Im Gegenversuche liefs ich 100 Gran Wi- therit ineinem Porzellantiegelchen, in dem nem- lichen fünfstündigen Feuer durchglühen. Er hatte dadurch seine Gestalt nicht weiter verändert, aufser dafs der Umfang etwas vergrössert worden war; die Durchscheinbarkeit aber hatte sich verloren, und die Farbe näherte sich dem bläulichen Milchweils. Noch heifs gewogen, fand sich keine bedeutende Gewichtsabnahme. Das, wie beim vorigen Ver- suche, damit gekochte Wasser war weder durch den Geschmack, noch durch gegenwirkende Mit- tel, vom reinen Wasser zu unterscheiden. Aetzen- des salzsaures Quecksilber lösete sich darin ohne alle Trübung auf, so wie es auch von hineinge- tröpfelter Schwefelsäure völlig klar blieb. Auch gab der gebrannte Witherit, als er hienächst mit Salzsäure übergossen wurde, noch genau diesel- be Menge an kohlensaurem Gas, als im rohen Zustande. Zweiter Versuch. a) Ein Stück Strontianit, von ungefähr einem Lothe, liefs ich in einem Thontiegel dem stärksten Feuer desPorzellanofensblofs stellen. Als ich den Tiegel aus dem Ofen zurück erhielt, fand, ich, dafs der Strontianit die Thonmasse des Tie- gels angegriffen, aufgelöset, und in Verbindung R; —_— ob— damit zu einem klaren, chrysolithgrünen, sehr harten und dichten Glase geflossen war. b) Ein zum Gegenversuche auf gleiche Art in das nemliche Feuer gebrachtes Stück Witherit war, unter eben den Umständen, dafs der Thon- tiegel stark angegriffen worden, ebenfalls zu einem harten grünlichen, jedoch nicht völlig dichten, sondern etwas blasigen Glase geschmolzen. Ich wiederholte diesen Versuch, mit dem Un- terschiede, dafs ich von jedem der beiden Fossilien genau 100 Gran abwog, auch das Gewicht der Thontiegel, nachdem ich solche vorher hatte hef- tig durchglühen lassen, genau bemerkte. Der Strontianit hatte durch diese Verglasung 30 Gran, und der Witherit 22 Gran verloren. Die- ser Gewichtsverlust stimmt mit dem, aus folgen- dem hervorgehenden Verhältnisse des Gewichts der Kohlensäure, in jedem dieser beiden Fossilien, genau überein. Dritter Versuch. a) Um das Verhalten des Strontianits im Porzellanofenfeuer, unter Verhütung der unmit- telbaren Berührung mit dem Tiegel, zu erfahren, schlofs ich ein Stück desselben von ı6o Gran in die gemachte Hölung einer festen Kohle ein, verstopf- te die Hölung mit einem Kohlenstöpfel, verwahrte die Kohle in einem fest verklebten Schmelztiegel, und liefs diesen im Porzellanofen an diejenige DEN, geh ‚he Art in Vitherit (er Thon- 5 ZU Einem dichten, zen, it dem Un- Fossilien wicht der jatte hef. , Der sung 3 ren, Die- us folgen. Gewichts Fossilien, anits In Ir upnit- afıhıen, nn die yerstopf ‚erwahrte ‚elniegel diejenige u 0607— Stelle, wo der heftigste Feuersgrad wirkt, hinstel- len. Nach Eröffnung des aus dem Ofen noch warm zurückerhaltenen Tiegels, fand ich die Kohle an den äufsern Seiten zum Theil verzehrt*), und da- her im Umfange vermindert, den Kern aber ganz unversehrt. Der darin eingeschlossene, gebrannte Strontianit fand sich in seiner ersten Gestalt wieder, ohne alle Spur einer Schmelzung, jedoch mit Ver- lust seines Glanzes; die Härte schien vielmehr zu- als abgenommen zu haben, und die Farbe war ausserhalb in grau verändert. Der Verlust am Ge- wichte betrug 49% Gran; welches auf 100 Theile gegen 31 Theile beträgt: eine Anzeige, dals nun- mehr der Strontianit, ausser seinem geringen Was- sergehalt, auch der Kohlensäure gänzlich beraubt sey; wie solches auch die weitern Versuche bestä- tigten. Zerrieben, und zweimal, jedesmal mıt einem Pfunde Wasser übergossen und aufgekocht, lösete er sich beinahe gänzlich auf, bis auf einen unbe- trächtlichen Rückstand, welcher, ausser dem an- hängenden Kohlenstaube, meistens aus Blättern des sich schnell erzeugenden kohlensauren Ralıms bestand. *) Diese Erscheinung habe ich bei ähnlicher Zurüstung jedes- nal wahrgenommen. Wahrscheinlich werden die Poren des Thontiegels ın der heftigen Glut mehr geöffnet, so dafs einige Verzehrung der Kohle an der Aussenseite statt haben karn. zen 268 u In der ersten dieser Abkochungen, welche nach dem Filtriren sogleich in einer verstopften gläsernen Flasche verwahrt wurde, fanden sich nach einer halben Stunde Kıystalle an, welche gleichsam zusehends zunahmen, und eine ausneh- mend schöne Gruppe bildeten. Die Krystalle sind klar und durchsichtig, von nadelförmiger Gestalt, und in fadenartig gestrickten Flächen zusammen- gehäuft. Das Ganze derfelben hat Aehnlichkeit mit der Figur der Salmiakkrystallen, oder, wegen der meistens aufrechtstehenden und zeilenförmig sich durchsetzenden Flächen, welche von der Zu- sammenhäufung der federartigen Krystalle gebil- det werden, mit dem, in grossen Blättern dendni- tisch krystallisirten, gediegenen Silber von Potosi. Jedoch, diefe Kıystallisation der gebrannten Strontianerde im blofsen Wasser, ohne den Zu- tritt eines anderweitigen fremdartigen Stoffes, ist, auch ohne deren Schönheit mit in Anschlag zu bringen, schon an und für sich äusserst merkwür- dig. Diese Erscheinung ist ganz neu, und das erste Beispiel von einer künstlichen Krystallisation einer einfachen Erde im blofsen Wasser. In der zweiten Abkochung des gebrannten Strontianits, welche in einem andern Glase ver- wahrt wurde, fanden sich nach einigen Tagen ebenfalls einige einzelne Krystallen ein, die aber nicht, wie jene, federartig gestaltet sind, son- dern en, welhe verstopften fanden sich ‚a, Welche J eine ausneh. Krysalksind miger Gall, EN Zusammen. t Achnlichkeil ‚ oder, wegen d zellenlörmig e von der Zu- ystalle gebil- ättern dendn- x von Potol. er gebrannien ine den Zu- ı Stoffes, Ist, Anschlag ZU erst merkwür eu, und 0 pwstalisadon sset, zehrannten ‚Glase vel' zen Tase® 1; die abe sind; sol ——— abg—_ dern in kleinen, länglichvierseitigen, an den Kan« ten zugeschärften Tafeln bestanden. Das davon abgegossene Wasser schmeckte noch stark ätzend, und liefs, durch hineinge- tröpfeltes mildes Alkali, kohlensaure Strontian- erde fallen. Die Kıystalle selbst äussern auf der Zunge den nemlichen ätzenden Geschmack. An der Luft verlieren sie die Durchsichtigkeit, und werden milchweifs. Ein Theil dieser Krystalle in Salzsäure geworfen, zerging darin ohne dafs sich dabei die mindesten Luftbläschen entwickel- ten; und in demselben Augenblicke sahe ich die Auflösung sich zu nadelförmigen Krystallen, nem- lich zu salzsaurer Strontianerde, bilden. b) Mit dem Witherit habe ich, bei mehr- maligen Versuchen, im Kohlentiegel ihn völlig gasleer zu erhalten, meinen Zweck nie vollständig erreichen können. Dieses Fossil durchbohrte und verzehrte gleichsam die Substanz der Kohle, und fand sich am Boden des Thontiegels im halb- seschmelzten Zustande wieder. Vierter Versuch. a) Um zuvörderst das Verhältnifs der zur Auflösung des Strontianits erforderlichen Menge Salzsäure, als welche ich zu diesen Ver- suchen erwählte, auszumitteln, warf ich in eine Mischung aus ı00 Gran Salzsäure,— deren eigenthümliches Gewicht ist: 1,140,— und 50 Gran Wasser, reine Bruchstücke vom Strontianit, welche zusammen 623 Gran wogen. Nachdem die Salzsäure, ohne angebrachte Wärme, sich damit gänzlich gesättigt hatte, blieben 7 Gran übrig; es waren also 553 Gran aufgelöset, und zur Sättigung der Säure verwendet worden. Der Angriff der Säure geschah lebhaft, und die Auflösung ging unter ziemlich starkem Aufbrau- sen vor sich. Die Schwächung der Salzsäure mit der Hälfte Wasser war deshalb erforderlich, weil die concentrirte Säure allein nur einen schwachen Angriff äussert. Nach Maasgabe dieser Erfahrung brachte ich nun eine, zur Auflösung von ı00 Gran Stron- tianit zureichende, und mit der Hälfte Wasser verdünnte Menge Salzsäure auf der Wage ins Gleichgewicht, trug jene 100 Gran nach und nach hinein, und fand nun das Gewicht der sich entbindenden Kohlensäure 30 Gran. Der Strontianit enthält also in hundert Theilen: Strontianerde= 2 695 Kohlensäure-£ 30 Wasser= R Ä ı | 100. db) Um in dem, mit dem Witherit anzu- stellenden Gegenversuche das Verhältnils der, zu dessen Auflösung und Sättigung erforderlichen, Salzsäure zu erfahren, warf ich in eine Mischung aus 100 Gran Salzsäure und 200 Gran Wasser,— als 5 um lösu Jiche hafteı aufge den also der daz! brac bracl el len tiaı gebr Den, Klik der) Teich ge Nachdem me, sich n 7 Gun set, und den. Der und die m Aufbau. Izsäure mit rich, weil schwachen achte ich ın Stron- e Wasser Wage ıns nach und ht der sich hundert sit anzU- s de, ZU Jeylichen, Mischung Wasset,— als so weit die Säure verdünnet werden mufste, um einen vollständigen Angriff und eine klare Auf. lösung zu bewirken— 76 Gran Witherit in gröb- lichen Stücken.. Die Säure sättigte sich unter leb- haftem Aufbrausen, und es blieben 3 Gran un- aufgelöset übrig. Hliundert Gran Salzsäure erfor- dern also zur völligen Sättigung 73 Gran Witherit; also 172 Gran mehr, als vom Strontianit, Zufolge dieses aufgefundenen Verhältnisses der Salzsäure zum Witherit, trug ich nun In eine dazu hinreichende, und ins Gleichgewicht ge- brachte Menge derselben 100 Gran. Nach voll- brachter Auflösung derselben fand ich, dafs die entwichene Kohlensäure 223 Gran betrug. Der Witherit besteht also in hundert Thei- len aus: Schwererde- 73 Kohlensäure- 22 100. Fünfter Versuch. a) Wird die salzsaure Auflösung des Stron- tianits durch gelindes Abdunsten in die Enge gebracht, so schiefst daraus das Mittelsalz in schö- nen, langen, nadelförmigen, oft aber auch in gtärkern prismatischen Kıystallen an, welche an der Luft völlig trocken bleiben, im Wasser aber leicht auflöslich sind. Werden diese Krystalle mit hinlänglicher Men- ge eines nicht zu stark entwässerten Weingeists — 272— übergossen, und in die Wärme gestellt, so lösen sie sich im Weingeiste auf; welcher davon die Eigenschaft erlangt, dafs er mit einer’angeneh- men karminrothen Flamme brennt,. wenn Druck- papier, Baumwolle, oder ähnliche lockere Kör- per, damit eingetränkt und angezündet werden. b) Die salzsaure Auflösung des Witherits hingegen bildet, durch die Krystallisation, läng- lich-sechseckige Tafeln, deren specifisches Ge- wicht weit beträchtlicher ist; so wie sie auch, zu ihrer Auflösung in Wasser, vom letztern eine sröfsere Menge bedürfen. Die Auflösung dersel- ben in schwachem Weingeist zeigt, bei dem Bren: nen, von der rothen Flammenfarbe, wodurch jene des Strontianits sich so merkwürdig auszeichnet, nicht die mindeste Spur, sondern der Weingeist brennet nur mit einer gelblich weissen Flamme. Sechster Versuch. a) Mit der Salpetersäure gehet die Auflösung des Strontianits ebenfalls gut von statten; und aus 10oGran desselben entbanden sich dadurch, eben so, wie durch die Salzsäure, 30 Gran kohlensaures Gas. Aus der, durch gelindes Verdünsten in die Enge gebrachten Auflösung schiefst das salpeter- saure Mittelsalz in festen, klaren und luftbeständi- gen Krystallen an, deren Grundägur die doppelt vierseitige Pyramide, mit ihren gewöhnlichen Ab- änderungen, zu seyn scheint.: b) Zur weni auch sche dar ; 90 lösen davon di N angenel. an Druck. ickere Kör- et werden, Nithents tion, läng- isches Ge. > auch, zu ten eine ng dersel- em Bren: \urch jene uszeichnet, - Weingeist Plamme. zflösung, des en: und als Jurch, eben kohlensmres ‚pgiep ID die is salpetei- ıfibe ständt- die doppelt AN nlichen Ab —: ae b) Zur Auflösung des Witherits muls die Salpetersäure mit mehrerm Wasser verdünnt seyn, um das sonst zu schnelle Entstehen der Krystalle zu hindern. Diese scheinen fast ebenfalls in dop- pelt vierseitigen Pyramiden zu bestehen; sind aber weniger deutlich, und nähern sich zum Theil auch einer tafelartigen Gestalt. Ausserdem unter scheiden sie sich’ von jenen, des Strontianits, darin, dafs sie weniger klar sind, und nur ein mat- tes, undurchscheinbares Ansehn haben. Siebenter Versuch,\ a) Von der Essigsäure wird der Strontianit mit weniger Lebhaftigkeit angegriffen. Ich liefs destillirten und durchs Ausfrieren verstärkten Es- sig über feingeriebenen Strontianit sieden, und die vom unaufgelöseten Antheile abültrirte Flüssigkeit gelinde abdampfen. Sie lieferte kleine, klare, an der Luft trocken bleibende Krystallen, deren Figur in einer dünnen rautenförmigen Tafel zu bestehen scheint. b) Eine, auf nemliche Art bereitete, essigsau- re Auflösung des Witherits erhielt in der Wär- me eine zähe Consistenz, und erstarrte bei dem Erkalten zu einer, dem feinfasrigen Zeolith ähn- lichen Masse. Eine anderweitige Auflösung des- selben, welche ich in einer flachen Abrauchschale, an freier Luft verdunsten liefs, fand ich in flachlie- genden, sehr schönen, zweigarüg dendritischen Figuren, von milchweisser Farbe kıystallisirt, oder » eigentlich nur eingetrocknet. Nach Wiederauflö- sung dieser essigsauren Schwererde in Wasser, schofs sie nun zu regelmälsigen und luftbeständi- sen Kıystallen an, welche inlangen, schmalen, vierseitigen Säulen, mit einfach zugeschärften Endflächen, bestanden. '+A cchter Versuch. a) boGran fei ınge riebenen Strontianit über- gols ich in einer Retorte nach und nach mit 2 Un- zen concentrirter Schwefelsäure, wobei die erste eingegossene Poxtion ein beträchtliches Aufschäu- men verursachte. Den Inhalt der Retorte brachte ich im Sandbade bis zum Kochen."Nach dem Erkalten fand sich die Erde völlig aufgelöset, und die Auflösung war ganz wasserhell.. Sie zersetzt sich aber, sobald Wasser hinzukommt.“Durch wenige hinzugethane Tropfen Wasser gerinnt:'sie, und wird milchweifs. Ein Tropfen dieser Auflö- sung zu 4 Unzen Wasser gethan, trübt das Was- ser, und es fällt schwefelsaure Strontianerde nieder. In der concentrirten Auflösung fand ich nach einigen Tagen kleine büschel- und sternförmige deren Stralen aus flachen, und wie es schien, vierseitigen Säulchen bestanden En Gleicherweise wurden bo Gran Witherit mit 2 Unzen concentrirter Schwefelsäure in einer Retorte übergossen. Es schäumte stark auf, und stellete, nachdem es bis zum Kochen erhitzt wor- jederafli. 1 Wasser, ftbeständ. schmalen, seschärften (anıt über- e brachte ach dem öset, und ie zeiseizt at, Durch serinnt sie, ‚ntianerde “1 narh d ich pacll gmfimige “ıYyı Al jan, UR“ \oy angel. Yithertt eo jn anel den, ebenfalls eine vollständige und wasserklare Auflösung dar. Nach einigen Tagen war der StstesKheildbeser Sebs:: ee hr sröfste Theil dieser Auflösung zu einer, aus sehr zarten Fasern bestehenden, krystallinischen Masse angeschossen. Durch zugemischtes Wasser zer- setzte sich diese Auflösung ebenfalls sogleich, und es fiel schwefelsaure Schwererde nieder. Neunter Versuch. a) Eine Auflösung von 100 Gran Stron- tianit in Salzsäure, mit Wasser gehörig ver- dünnt, zersetzte ich durch mildes Weinsteinal- kali. Die Erde nahm aus dem Fällungsmittel die bei der Auflösung in Säure verlorne Kohlensäure wieder in sich auf, und stellete sich, nach dem Aussüssen und Trocknen, in seinem eısten Ge- wichte der 100 Gran wieder dar. b) Der Witherit verhält sich auf nemlı- che Art; ich erhielt von ı00 Gran desselben, nach Auflösung in Säure, und Fällung durch mildes Alkali, ebenfalls 100 Gran wieder. Zehnter Versuch. In diesen, durch die Kunst wieder darge- stellten, Verbindungen der Kohlensäure mit der Erde des Strontianits und Witherits wird aber jener Bestandtheil im Glühefeuer nicht völlig so hartnäckig festgehalten, als im natürlichen Zustande. Denn, alsich a) ı00 Gran der gefällten Strontianerde in einem. Tiegelchen 3 Stunden lang scharf durch- glühete, mit 2 Unzen Wasser aufkochte, und mit dem davon abiiltrirten Wasser 2 Gran ätzendes salzsaures Quecksilber abrieb, lösete sich solcher nicht klar auf, sondern der Quecksilberkalk son- derte sich unter gelbbrauner Farbe ab. An der geglüheten Strontianerde konnte ich den Abgang des Gewichts nicht mit Gewifsheit bestimmen, weil sich davon ein Theil mit der Substanz des Tiegels vereinigt hatte. Indessen kann die etwanige Gewichtsverminderung nur wenig betragen haben; wie denn auch die ge- brannte Erde noch stark mit Säuren aufbrausete. b) Einhundert Gran der aus der Auflösung des Witherits gefälleten Erde, eben so ge- glühet, hing noch stärker am Tiegel an. Das Wasser, womit diese geglühete Erde ausgekocht worden, schlug, fast auf ähnliche Weise; aus dem salzsauren Quecksilber den Metallkalk nieder. Die hiernächst mit Säure übergegossene Erde lösete sich ebenfalls noch unter Aufbrausen auf. Eilfter Versuch. Durch ätzendes Ammoniak erleidet weder die Auflösung der Strontianerde, noch die des Witherits, selbst in einem vorstechenden Uebermaase hinzugegossen, die mindeste Trü- bung oder Veränderung. Sobald aber hiernächst der nerden te durch. ıte, und \ätzendes ch solcher erkalk son- konnte ich Gemilsheit il mit der Indessen ıng nur die ge yausele. Auflösung en so gE- usgekocht eise, AUS Ik nieder. 1] ene Erde anıt usen all» jet weder noch die techenden ‚desit I y hiemnäch" der geringste Antheil eines milden Alkali hinzu- sethan wird, so ündet die Fällung statt. Zwölfter Versuch. a) Zu einer Auflösung von 100 Gran Stron- tianit in Salzsäure tröpfelte ich nach und nach concentrirte Schwefelsäure, so lange, bis davon weiter kein Niederschlag entstand; welcher, nach gehöriger Absüssung, an der Luft getrocknet, 114 Gran wog. Von dieser schwefelsauren Stron- tianerde stellete ich 46 Gran mit 8 Unzen Wasser in kochende Digestion. Der nach dem Erkalten wieder gesammelte und getrocknete Rückstand wog 374 Gran; es waren also 23 Gran von 8 Un- zen Wasser aufgelöset worden, welche, mit mildem Alkali versetzt, einen zarten Niederschlag zu Boden fallen liefs. b) Einhundert Gran Witherit, in Salz- säure aufgelöset, und mit Schwefelsäure nieder- geschlagen, gaben 1203 Gran ausgesüsste, undan der Luft getrocknete, schwefelsaure Schwererde. Aus den Resultaten dieser Versuche ergiebt sich nun ein vollgültiger, und in der Natur ge- gründeter, Unterschied zwischen der Erde des Strontianits, und zwischen der, des Withertts, oder der Schwererde überhaupg. Denn obgleich beiderlei Erden in ihrem Betragen gegen die Schwefelsäure, imgleichen in dem Festhalten der Kohlensäure im Feuer, sich ziemlich gleich schei- 2 3 nen: so sind doch dagegen weit mehr Umstände vorhanden,‘ welche auf eine wesentliche- schiedenheit hindeuten. Dahin gehören vornem- lich: das geringere eigenthümliche Gewicht des Strontianits gegen das, des Witherits; der Un- terschied im Verhältnisse der Kohlensäure in beiden; die verschiedene Form der Krystallen, welche beide Erden mit der Salpetersäure, Es- sigsäure, und noch mehr mit der Salzsäure, bil- den; die Kıystallisirbarkeit der gebrannten Stron- tiaherde im blofsen Wasser; und vorzüglich auch die rothe Farbe, welche die Strontianerde, unter mancherlei Vorrichtungen, der Flamme mittheilt. Da sich nun die Strontianerde von den übri- sen Erden in noch mehrern Rücksichten unter- scheidet, so steht nichts weiter im Wege, sie als eine selbstständige, einfache Erde zu bestätigen. Stände he Ver. vomen. cht des der Un- KAULe in tystalen, al ich auch ‚ unter ttheilt, an ührt- n. unter- Le pi do. ıı.”“) her aber für eine Zeolithart, gehalten. Die erste * FI] öffentliche Erwähnung desselben ıst vom Hofhath > - je] fer un © von Born in den chem B..2. S. ı96.:geschehen, woselbst er davon fol- gende Nachricht giebt. Zu Rozena in Mähren findet man, zwi- ken von Granit, auch ungemein grolse centnerschwere Stücke von dichtem violetfarbigen se der, wie der Aventurino, in seinem Ge- webe a weisse ar hat, die man beim ersten Anblick für Glimmertheilchen halten würde. Bei genauerer re sind es aber er als weisse Blättchen von Zeolith mit einem Perlmutterglanze. Zwischen Kohlen geglühet schäumt er, und schmelzt zu einer porösen Schlacke. Im starken Feuer aber geht er in ein dichtes weisses Glas über, das dem Waclıse älın- ).Beobacht. u. Entd, a. d. Naturkunde, 5D, z0L.©. 9 & ea i 2 28o= lich siehet: die Farbe verschwindet in stärkerm Feuer, und scheint vom Braunstein herzurühren. Man hatStücke, die am Quarze schr fest ansitzen; andere, in welche sich der Granit verlauft; mei- stens ist er aber ganzrein, und sein vorzüglichster Bestandtheil ist Kieselerde.” Dieser Bornischen Beschreibung füge ich noch hinzu, dafs die Härte des Steins nur gering ist, indem er sich mit dem Nagel des Fingers schaben läfst; wobei ‚er jedoch, in Platten ge- schnitten, einiger Politur fähig ist. Das eigenthümliche Gewicht desselben ist nur mittelmäfsig, nemlich: 2,816.*) Die Vermuthung, dafs dieses Fossil eine Gypsart sey, fand sich völlig grundlos. In wie- feın es aber unter den Zeolithen seinen Platz fin- den könne, wird aus dem Resultat gegenwärtiger, mit der amethystrothen Abänderung desselben angestellter, Zergliederung hervorgehen. ER a) Auf der Kohle vor dem Löthrohr geslü- het, schmilzt dieses Fossil, nach mäfsigem Auf- schäumen, bald zur völlig geflossenen, milchweis- sen Perle, welche an den meisten Stellen durch- scheinend ist; zerklopft aber, zum Theil ganz klare Bruchstücke zeiget. r “) Eine, vom Herrn Dergrath Karsten entworfene, äussere Beschreibung des Lepidoliths findet sich a. a. OÖ. auf we Stärken rühren, sitzen; ; mel- \ichster üge ich Ir gering Fingers tten ge: Ist nur | eine Inwie- Datz fin- värtigel, sselben -_- agı m b) Vom Phosphorsalze wird es nach und nach 'aufgelöset, und fliefst zur halbdurchsichtigen weissen Perle. c) Boraxglas löset es fertiger auf, und schmilzt damit zum klaren farbenlosen Kügelchen. d) Mit Mineralalkali im silbernen Löffel ge- schmolzen, entsteht, unter mäfsigem Aufwallen, eine roth und blau gefleckte Masse. e) In einem Tiegelchen eine halbe Stunde in Rothglühehitze erhalten, verliert es die Amethyst- farbe, und wird hell isabellgelb.*) B. a) Vierhundert Gran des geriebenen Fossils wurden mit gleichen Theilen milden Weinstein- alkali gemischt, und im Porzellantiegel zwei Stun- den mäfsig geglühet. Die Masse, welche, ohne in Flufs zu kommen, ziemlich fest zusammen ge- backen war, noch warm aus dem Tiegel genom- men, erschien mit dunkelspangrüner Farbe, hie und da mit amethystrothen Stellen. Zerrieben und mit Wasser übergossen, färbte sich dieses dunkelgrasgrün. Einige Tropfen davon mit Sal- petersäure versetzt, veränderten die grüne Farbe in Rosenroth. Dieses verschwand aber sogleich wieder, und es erschien dieProbe ganz farbenlos, ") Von dem Verhalten des Lepidoliths im Porzellanofen- feuer, siehe N. 54. in der ersten Abhandlung dieses Bandes d (d un zum 252 re sobald flüchtigeSchwefelsäure hinzugethan wurde. Dieser Farbenwechsel gab also zu erkennen, dafs die rothe Farbe des Fossils von einem Braun; steingehalte- herrühre, b) Die alkalische Flüssigkeit versetzte ich mit Salzsäure, bis zur Uebersättigung; und beförderte durch Digestion die Auflösung der solublen Theile. Die hellgelb erscheinende salzsaure Auf lösung wurde hierauf durchs Filtrum von der sehr aufgequollenen Kieselerde abgeschieden, letz- tere ausgesüfst, getrocknet und ausgeglühet. Sie wog 212 Gran c} Die salzsaure Auflösung, durch Abziel aus einer Retorte concentrirt, setzte noch Kiesel- erde ab, welche ausgeglühet 4 Gran betrug. Sie wurde hierayf mit Blutlaugensalz versetzt, wovon ein schmutzigbläulicher, wolligtflockiger Nieder- schlag entstand, welcher nach dem Ausglühen einen, aus hellbraunen und grauweissen Partikeln gemengten Rückstand, 4Gran am Gewicht, gab, Vom Magnet wurde selbiger wenig oder gar nicht gezogen. Mit Phosphorsalze geschmolzen, ent- tand eine milchweisse, halbdurchsichtige Perle. Boraxglas färbte sich damit zuerst grün, und her- nach granatroth. Mineralalkali bildete damit eine schwarze Schlacke, in welcher, mit Hilfe der Lupe, äusserst kleine silberweisse Metallkügel- chen sichtbar waren. i) Yraun) lee th mie 0r0rle erlestel SOLUDIEN ıre Auf der sehr ac Z\eNEN Llesel- DerEisengehalt des dazu erforderlich gewese- nen Blutlaugensalzes beträst ei Gr und nen augensalzes betragt einen Gran, un bleiben, nach dessen Abzug, 3 Gran für den, in Eisen und Braunstein bestehenden Metallge- | en es ne halt aües Steins übrig. d) Die Auflösung wurde nun mit ätzendem Ammoniak versetzt. Es erfolgte davon ein häu- es r Niederschlag, in kleisterartiger Gestalt, wel- cher sogleich durchs Filtrum geschieden, ausge- sülst, und nach dem Trocknen gelinde ausgeglü- het, 152 Gran wog, und in Alaunerde bestand. e) Die nach a der Alaunerde übrige Flüssigkeit versetzte ich mit milden Alka- lien; allein es De davon weiter kein Nieder- ‚hlag. Ich liefs daher die Flüssigkeit zum trock- nen Salze abrauchen, lösete die Salzmasse wieder ın Wasser auf, und sammelte den hierbei sich noch absondernden geringen AntheilErde, welche 3Gran wog, und in 2Gran Kieselerde, und IGran Alaunerde, bestand. Diese 400 Gran faıden sich also zerlegt, in: geglühete Kieselerde, B. b) 313” c): 42 218. Gian; €) 2 _ Alaunerde) 152 ee 623..08 n.- Braunstein- und Eisenerde c)- DEE Eeroz ): 7/4 alan. Auf hundert Theile beträgt solches: Kieselerde-- 54,50 Alaunerde-- 38,25 Braunstein und Eisenkalk- o,,5 93,50 Verlustan Wassertheilen&c. 6,50 100, C. Da die, ohne allen fremden Zusatz statt fin- dende, Schmelzbarkeit des Lepidoliths, mich zu der Erwartung veranlafst hatte, unter dessen Be- standtheilen auch Kalkerde zu finden, so be- stimmte mich dieses, die Zergliederungsversuche zu wiederholen, Ich unterwarf also aufs neue 400 Gran dessel- ben Fossils dem nemlichen Zergliederungsprozels. Die nach Abscheidung der Kieselerde, deren Menge mit derjenigen des ersten Prozesses in Ver- hältnifs stand, erhaltene Auflösung schlug ich in der Wärme mit mildem Weinsteinalkali nieder, und theilte den erhaltenen Niederschlag, nach ge- schehener Aussülsung, noch feucht in vier gieiche Theile. a) Das eine Viertel desselben übergofs ich mit verdünnter Schwefelsäure, worin er sich bald, mit schwachröthlicher Farbe, auflösete. Nach einiger Ruhe sonderte sich daraus ein röth- lichgraues Sediment ab, welches sorgfältig gesam- melt, trocken$# Gran wog. Aufder Kohle flofs es lessen Be- 50 be- ersuche an dessel- gsprozeli, le, deren ‚es in Ver- ug ich in ‚li nieder, N nacl ge vier gieihe herroß ich RAN orin er SIC} auflösele: eräile js einIT ee 285 bald zur schwarzgrauen Schlacke. EinkleinerÄAn- theil von selbiger, in fliefsendes Phosphorsalz ge- tragen, lösete sich darin nach und nach auf, und färbte die Salzperle grün. Nachdem alles hinzuge- than worden, verlor das Kügelchen die Durchsich- tiskeit, und die Farbe veränderte sich in Blau. Zu- gleich liefs sich ein sehr kleines Metallkörnchen von grauweisser Farbe entdecken, welches von dem Kügelchen abgesondert, dem Magnet vorge- legt, aber nicht davon angezogen wurde. Einer weitern Untersuchung war es, da es kaum 5 Gran wog, nicht fähig. Vielleicht war es phosphor- saures Eisen.' Das Salzkügelchen verlor, beim Anziehen der Feuchtigkeit, die blaue Farbe wie- der, und ward braunroth. Die, nach Absonderung jenes Sediments, far- benlos erscheinende schwefelsaure Auflösung über- liefs ich dem freiwilligen Verdünsten, wobei sie nach und nach zu vollständigen Alaunkrystallen anschofs. Es blieb zuletzt ein dicklicher Rückstand, welchen ich mit Wasser verdünnete, erwärmte, und mit Weinsteinalkali versetzte. Es fiel eine ge- singe Menge eines lockern, weifslichen Nieder- schlags, welcher gesammelt, ausgesüsst und ge- trocknet,% Gran wog. Er hatte an der Luft eine braune Farbe angenommen, und durchs Glühen auf der Kohle wurde er schwarz. Im Phosphor salzelösete ersich bald zum kleinen Kügelchen auf, welches wechselsweise in der innern Lichtsflamme 1 ungefärbt, in der äussern aber amethystroth, er: schien, und solchergestalt sich als Braunstein erwies. b) Das zweite Viertel des Niederschlags über- gols ich mit destillirtem und durchs Ausfiieren ver- stärkten Essig, und schied diesen nach ı3 Stunden wieder.ab. Um diesen essigsauren Auszus auf Kalkerde zu prüfen, wurde er, in 3 Theile ge- theilt, mit Zuckersäure, mit zuckersaurem Alkali, undmitSchwefelsäure, versetzt. Es ‘ergab sich aber durchaus keine Spur von Kalkerde, indem alle 3 Proben ganz klar blieben. Die Essig- säure enthielt blofs etwas Alaunerde, welche sich daraus durch Weinsteinalkali fällete. c) Die dritte Portion desNiederschlags wurde, ebenfalls. noch feuchte, inheisseätzende Wein. steinsalzlauge getragen. Sie zerging darin, mit Hinterlassung eines geringenbräunlichen Rück- standes, welcher im gedachten Metallstoffe des Steins, mit einer kleinen Spur Kieselerde verbun- den, bestand. d) Das letzte Viertel des feuchten' Nieder- schlags liels ich in der Wärme gänzlich austrock- nen. Die Erde hatte eine milchweisse Farbe, und wog 54 Gran. In einem bedeckten Tiegelchen zwei Stunden lang heftig geglühet, verlor sie an Farbe gar nicht, und am Umfang nicht beträcht- lich; desto melır aber am Gewicht; denn sie wog jetzt nur noch 374 Gran. Sit ei über. Itten ver. Y Theile 18 ersaurem eisetzt, Es nKalkerds, Die Ess lan an! CHE SE, gs mude, toffe des ‚yerbun- ı' Nieder: Ahr, und Iegelehen — 087 ne Durch diese abermalige Zergliederung fand sich also das Resultat der ersten im wesentlichen bestätigt. Bemerkenswerth ist aber die gänzliche Abwe- senheit der Kalkerde in der Mischung dieses Fossils. Kieselerde und Alaunerde, im reinsten Zustande, erweisen sich in jedem Mischungsver- hältnisse durchaus unschmelzbar; die Schmelz barkeit hat aber statt, wenn Kalkerde in angemes- sener Menge mit in die Mischung eingehet._Ge- senwärtiges, blofs aus Kiesel- und Alaunerde be- stehendes Fossil ist aber so leichtflüssig, dafs es füglich den schmelzbarsten Steinarten beigezählt werden kann; ohne jedoch Kalkerde zu enthalten. Metallkalke wirken zwar in vielenFällen eben- falls als mächtige Flufs befördernde Mittel; allein im gegenwärtigen Falle ist der Metallgehalt zu ge- ring, als dafs man diesen mit Wahrscheinlichkeit für die Ursach der Schmelzbarkeit ansehen könnte. Ist vielleicht in denjenigen thonerdigen Stein- arten, welche im Feuer schmelzbar sind, ohne dafs man in ihrer Mischung weder absorbirende Er- den, noch Metallkalke, findet, ein, bis jetzt noch unbekannter, Flufs befördernder Stoff von flüchti- ser Natur enthalten? Der Feldspath siebt uns da- De OD voneinBeispiel. Die ser Stein flielst in seinem un- veränderten Zustande zu Glas;-dahingegen der durch Verwitterung aus ihm entstehende Porzel- “ lanthon höchst unschmelzbar ist. Es würde daher die Vermuthung nicht ungegründet scheinen, dafs während dieses Ueberganges aus dem verglasbaren Feldspath in unschmelzbaren Thon, irgend ein, uns noch unbekannter, die Schmelzbarkeit beför- dernder, flüchtiger Stoff verloren gehe; wenn da- gegen nicht die Erfahrung lehrte, dafs verglaseter Feldspath, im neuen Feuer, eben so, wie das eı- stemal, wiederum zum Fliefsen käme. Es ist noch zu erörtern übrig, ob dieses Fos- sil, mitv.Born, füglich unter dieZeolithe zu zäh- len sey? Wenn wirimMineralsysteme die Gattun- gen der Fossilien nicht schwankend, sondern nach bestimmten Charakteren, abtheilen und festsetzen wollen, so frägt es sich: worinn besteht der speci- ficirende Charakter des Zeoliths?, Nach meiner Meinung, in folgendem: dafs er mäfsig hart ist, und am Stahl keine Funken giebt; dafs er auf der Kohle milchweifs und undurchsichtig wird, dabei sich stark aufblähet, und zweigartig auswächst, ohne zur wirklichen Perle zu fliessen; und dafs zu seiner Mischung, ausser der Kiesel- und Thonerde, auch die Kalkerde als wesentlicher Bestandtheil ge- höret. Der Perlmutterglanz, das Gelatiniren mit Säuren, die Phosphorescenz beim Glühen, kön- nen nur als ausserwesentliche Eigenschaften ange- schen werden. Da nun gegenwärtiges Fossil auf der Kohle sich nicht wie Zeolith beträgt, sondern, unter nur mälsigem Aufschäumen, zur völligen, zum Theil nen, di glasbarı send ein eit befor. wenn da- verglaseter vie daset lieses Fos he zu zäh e Gattuı In nach Stsetzen ler sped- I meiner hart ıst, er ie d, dabeı uswächst, .d. dals zu Thonerde, ndtheil ge inire it ‚, KÖR- in ange er Kohle — 259— Theil durchsichtigen, Perle sich rundet; da ihm ferner die Kalkerde als Bestandtheil völlig fehlt, so giebt dieses hinlänglichen Grund, im System es nicht als eine Zeolithart, sondern als eine eigene Gattung, neben dem Zeolith, aufzuführen. Da ich nun zweifelte, ob der Name Lilalith, womit man dieses Fossil bei seiner ersten Bekannt- werdung belegt hat, in der Kritik bestehen könne, so habe ich dagegen diebenennungLepidolith, Lepidolithus, Schuppenstein,— indem das Fossil im, Bruche wie ein Haufwerk zarter Fisch- schuppen glänzt,— als Gattungsnamen in Vor- schlag gebracht.*) *) Eine nähere Nachricht von dem Geburtsort des Lepido- liths, nebst einer ausführlichern Beschreibung. der äussern Kennzeichen desselben, findet sich in Fichtels mine- ralog. Aufsätzen, Wien 1794. S.226. Daselbst sucht der Verfasser zugleich die, vom ersten Entdecker dieses Steins, Herm Abbe Poda von Neuhaus, ihm bey- gelegte Benennung: Lilalich, gegen die meinige: Le- pidolith, zu vertheidigen. Jener Benennung aber ste- het, nach meiner Meinung, entgegen, erstlich: dafs es wider die Regel ist, Namen der Gattungen von Far- ben herzunehmen; weil Farben veränderlich sind, auch selbst dieses Fossil, ausser der Lilafarbe, ın der es dem Finder zuerst vorgekommen, bereits in mehrern Abstuf- fungen von Violblau, Amethystroth und Weils, gefunden ist; zweitens: dals dieses Wort aus dem Arabischen(Ei lac, Lilach,) und dem Griechischen(Li ithos), zu- sammengesetzt, folglich ein Nomen hybridum ist E — 20D— Ein, in der Nachbarschaft des Lepidoliths, vor kurzem entdecktes Fossil; welches, in langen säulenförmigen, auf der Oberfläche in der Länge gestreiften Krystallen, von blassen Abstuffungen der rotlien Farbe, die an, einigen Stücken in Isa- bellund Grün übergehet, durch grauweissen Quarz setzt, wird von einigen für krystallisirten Lilalith ausgegeben. Allein, ohne noch eine vollständige Zergliederung desselben angestellt zu haben, bin ich überzeugt, dafs es keinesweges zu jenem Fossil, sondern zum schörlartigen Beryll, gehöre; womit sowohl sein äusseres An- sehen, die Farbe ausgenommen, als auch sein Verhalten bei der Prüfung auf trocknem Wege, übereinstimmt. Di oder ı der C Naturkö lüstons Classı des, schaul jener$ hat, N schichte Rönme wendu häufige undReı gemacht aus hnle „re line d u E p ) Histo idolichs 1 langen t Länge ungen an In- en Ounrz lisirten och eine estellt zu eges zu rtigen es Än. Ih sein ı Wege, XX. des GB. so u 285 un . Die cimolische Erde, Cimolia Plinii, oder wie ich sie der Kürze halben nennen will, der Cimolit, gehört zu der- Zahl derjenigen Naturkörper des Mineralreichs, davon zwar die historische Kenntnifs aus den Schriften der alten Classiker, als des Theophrastus, Dioscori- des, Plinius, auf uns gekommen; deren an- schauliche Kenntnils hingegen, seit dem Zeitalter jener Schriftsteller, nach und nach sich verloren hat. Aus den Werken jener ältern Naturge- schichtschreiber ersehen wir, dafs die Griechen und Römer von der cimolischen Erde, ausser deren An wendung alseines Arzneimittels, vornemlich einen häufigen technischen Gebrauch bei der Zubereitung und Reinigung ihrer Zeuge und Kleidungsstücke gemacht haben. Unter mehrern gehet dieses aus folgender Stelle im Plinius*) hervor: „Cretae plura genera. Ex jis Cimo- „liae duo ad medicos pertinentia, can- E ) Histor. natural. Lib. XXXYV. Cap. LVI. 23 — 1292— „didum et ad purpurissum inclinans.,, Nachdem er hierauf zuerst von dem medicinischen Gebrauch derselben mancherlei erwähnt, so fährt er fort:„Est et alius usus in vestibus. „Nam Sarda, quae adfertur e Sardinia, „candidis tantum adsumitur, inutilis „versicoloribus: etest vilissimaomnium „Cimoliae generum: praetiosior Umbri- „ca, etquam vocant Saxum.——Primum „abluitur' vestis Sarda, dein sulphure „suffitur: mox desquamatur Cimolia, „quae est coloris veri. Fucatus enim „deprehenditur, nigreseitque, et fundi- „tur sulphure. Veros autem et praetio- „sos colores emollit Gimolia, etquodam „nitore exhilarat contristatos sulphure.“ Was wir von spätern Schriftstellern, z.B. Agricola*) davon erwähnt finden, bestehet meistens nur in Zusammentragungen aus jenen ältern Schriftstellern; Tournefort ausgenom- men, als welcher sie, auf seinen Reisen in der Levante, zwar gesehen, aber irrig für eine kalkar- tige Erde, die sich von der gewöhnlichen Kreide nur durch ihre seifenartige Fettigkeit unterscheide, gehalten hat. Die gefällige Mittheilung des Herm John Hawkins, welcher, auf seinen naturhistorischen *) de natura fossilium. Lib. D. in Pe aber di eine ist di „ine selbe eben. D schein ist eı wenig sicht: dem N Specht und fe der ZU 0 dem} elinans,, einische , so fähr estibus Jardinia, inutilis a omnIum 7 Umbri -Primun sulphurt Cimolia, 15 enim t fündı- praetio t quodam ulphure ern, 2.B: zus jenen usgenoIm- gen in der ;jpekakar- ‚en hreide ascheide, m John igrorigche? a — 1293— Bereisungen der griechischen Inseln, diese echte cimolische Erde auf Gimolo selbst, oder wie heutiges Tages diese Insel heist, Argentiera, gesammelt hat, setzt mich in den Stand, die Kenntnifs dieses, für die Naturkunde und Tech- nologie verloren gegangenen, Fossils wieder her- zustellen, und damit zugleich die chemische Zer- gliederung desselben zu verbinden. 7 _ Die Farbe des Cimolits ist hellgraulichweils, in Perlgrau übergehend. An der Luft erleidet aber die Farbe einige Veränderung, und nimmt eine röthliche Schattirung an. Wahrscheinlich ist daher des Plinius„Cimolia ad purpurissum „inclinans‘“ mit dessen„candida“ eine und die- selbe Art; da jene, äusserlich röthliche, im Bruche eben so weils, als die letztere, ist. Der Cimolit bricht derb, und kommt wahr- scheinlich in mächtigen Lagern vor. Der Bruch ist erdig, uneben, und das Gefüge mehr oder weniger schiefrig. Er ist völlig undurch- sichtig, und färbt nichtmerklich ab. Mit dem Messer'geschabt, giebt er Späne, wie der Speckstein, und die geschabte Fläche ist glatt und fettglänzend. Er hängt ziemlich stark an der Zunge. Ob er gleich so weich ist, dafs er sich mit dem Nagel schaben läfst, so läfst. er sich doch 133 schwer zerbrechen, und, dieser Zähigkeit wegen, auch nicht gut zerreiben. Sein eigenthümliches Gewicht fand ich just doppelt so schwer, als Wasser; nemlich: 2,000, Hie und da finden sich kleine milchweisse krystallinische Quarzkörner einzeln in ihm ein- gewachsen. Das, an trocknen Stücken des Cimolits oft nur undeutliche, schiefrige Gefüge offenbart sich so- gleich aufs deutlichste, wenn man die Stücke ins Wasser taucht. Der Cimolit wird davon sogleich durchdrungen, und blättert sich alsdann dünn- und krummschiefrig auseinander. Wird er mit Wasser auseinander gerieben, so löset er sich zu einer sanften, jedoch nicht eigent- lich schlüpfrigen, breiartigen Masse auf. Hundert Gran mit 3 UnzenWasser angerieben, erschienenim Ansehen und in der Consistenz wie ein dicklicher Milchrahm. WLässet man die Masse in der Reibe.- schale austrocknen, so löset sie sich von den$Sei- ten derselben in hartgetrockneten, bandförmigen, etwas biegsamen Streifen ab; und in diesem Zu- stande ist der Cimolit noch schwerer zexreiblich, als vorher, y *=* Um mir einige Kenntnifs von der Wirkung und dem Nutzen des Cimolits zum technischen Gebrauche zu verschaffen, so befleckte ich einige Läppchen wollener und seidener Zeuge mit Man- Ichweisse in ein- its oft nur rt sich sc Stücke ins 1 sogleich ın dünn- eben, 50 ht eigent- Hundert hienenim Jicklicher r Reibe- den Sei- önmigeD, osem ZU- Mn sreiblich, N irkung nischen ich einige 6 mit Mat: delöhl, überstrich diese Oehlflecken auf beiden Seiten mit Cimolit, welcher mit Wasser zur Dicke eines Liniments.abgerieben war, und liefs es an der Luft trocken werden. Des folgenden Tags legte ich die Zeugproben ‚in Wasser, und sah mit Verwunderung, dafs ein leichtes Abwaschen, mit. dem aufgestrichenen Cimolit zugleich, sämmt- liche Flecken, bis auf die Tilgung der geringsten Spur, hinwegnahm. Nach dem Trocknen fanden sich die Zeuge in ihrer ersten Reinheit, und de- ren Farben in der vorigen Schönheit, völlig wie- der hergestellt. So klein und unvollkommen dieser: Versuch auch war,-so diente er mir doch zur vollgülügen Bestätigung des, von denalten Schriftstellern ge- rühmten, technischen Nutzens des Cimolits; wel- cher die beste englische Walkerde weit hinter sich zurück zu lassen scheint. Die Wiedereinführung des Cimolits, als eines Waarenartikels,- würde da- her für unsere Gewandfabriken sehr zu wünschen, und die Anwendung desselben, besonders bei kostbaren Zeugen von zärtlichen Farben, welche wederSäuren, noch laugensalzige Seifen, gut ver- tragen wollen, von ungemeinemNutzen seyn; so wie auch die Einwohner von Argentiera sich derselben noch heutiges Tags, wie vor Alters, zu ihren Zeugwäschen und Bleichereien bedienen. — 295—- [7 ar Um den Gimolit chemisch kennen zu lernen, stellete ich folgende Versuche an. A. a) Einhundert Gran Gimolit in ganzen Stük- ken stellete ich, in einem Decktiegel, eine halbe Stunde lang in den Windofen. Nach dem Erkal- ten fand ich ihn in gröbliche schieferartige Stücke, mit unebenen Flächen, zersplittert; welches Zer- springen, bei dem Anfange des Glühens, mit ei- nem überraschend starken Geräusche begleitet war. Der Cimolit überkam anfangs eine bräunlichgraue Farbe, die aber wieder verschwand. Am Gewicht waren 12 Gran verloren. b) Vor dem Löthrohr für sich‘ auf der Kohle geglühet, wird er Anfangs dunkelgrau; nach dem völligen Durchglühen erscheint er wie- der weils.| In schmelzendes Phosphorsalz getragen, wird er darin nach und nach aufgelöset, und giebt eine farbenlose klare Perle. Boraxglas löset ihn ebenfalls klar auf, er- hält aber davon eine hellbraune Farbe. Mineralalkali schmilzt damit zu einer milchweissen Kugel.*) *%) Das Verhalten des Cimolits im Feuer des Porzellan- ofens lehret die 27teNummer, in der ersten Abhand- lung dieses Bandes. 1 lemnen, en Stük. ine halbe m Erkıl. e Stücke, hes Zer- mit el- tet war, hgraue ewicht auf der kelgrau; ter wie- ragen, d giebt ul, er einer es Porzellan- „ Abhand- — 2097— B. Einhundert Gran Cimolit wurden mit Wasser abgerieben, und 300Gran concentrirte Schwefel: säure dazu gemischt; wodurch sich die weisse Farbe des Gemenges in ein blasses Fleischroth veränderte. In der Absicht, die Kieselerde abzu- sondern, dampfte ich die Mischung in der Wärme ab, übergofs siewieder mit Wasser, und stellete sie inDigestion. Sie blieb aber trübe und schlam- migt, so dafs ich meinen Zweck, die Kieselerde abzuscheiden, nicht vollständig erreichen konnte. Ich wendete sie daher an, mich von der Gegen- wart:oder Abwesenheit der Bittersalzerde unter den Bestandtheilen desCimolits zu belehren. Ich gättigte sie in der Wärme mit milderKalkerde, und brachte die klar filtrirte Flüssigkeit durch Abdam- pfen, und unter Hinwegräumung des, während derselben sich noch anfindenden Selenits, wieder in die Enge; fand aber keine Spur von Bittersalz. C. a) Zweihundert Gran Cimolit mit dreifacher Menge ätzenden Pflanzenalkali versetzt und geglü- het, gab, nach dem Erkalten, eine bläulich- und srünlichweisse Masse; wovon, nach geschehener Aufweichung mit Wasser, der unaufgelösete An- theil durchs Filtrum abgeschieden wurde. b) Die alkalische Flüssigkeit war ohne Farbe. Mit Schwefelsäure gesättigt, blieb sie anfangs klar; in der Wärme aber gerann sie zu einer gal- 2.5 ae 298 nn lertartigen Dicke. Nach Uebergiessung mit meh- rerm Wasser, und hinlänglicher Digestion, schied sich Kieselerde ab, welche geslühet44 Gran wog. c) Die‘vom Alkali nicht aufgenommene Erde a) war grauweils, und wog 220Gran. In Schwefelsäure getragen,:lösete sie sich darin nach und nach auf, bis auf einige Kieselerde, die nach dem Glühen 5 Gran betzug. d) Beide schwefelsaure Auflösungen D)und<) wurden zusammen gemischt,:und' durch Abrau- chen ın die Enge gebracht; worauf bei dem Erkal- ten Alaunkrystallen anschossen. Die davon übrige Flüssigkeit gerann bei fernerm Abdampfen zur Gal: lert. ‚Mit Wasser übergossen, digerirt und Siltrirt, blieb, Kieselerde, in Gestalt durchsichtiger, Slasigter Körner, zurück, deren Gewicht, nach- dem sie zerrieben und geglühet worden, in 64 Gran bestand. e) Ich versetzte nunmehr die Auflösung mit Blutlaugensalz, welches. einen dunkelblauen Nie- derschlag verursachte, dessen Menge das Verhält- nifs des Eisengehalts, im Zustande des anziehba- ren Eisenkalks, auf 22 Gran bestimmte. J) Die, nach Absonderung des Eisengehalts, noch übrige Auflösung versetzte ich mit einem ge- ringen Theil Pflanzenalkali, und erhielt nach und nach, bis ans Ende, Alaun; wobei sich zugleich noch Kieselerde abgesetzt hatte, deren Menge geglühet 13 Gran betrug. 5 mitmeh, D, schied Tan wog, ommene san, In lainnach rde, die und.) ı Abrau- m Erkal: übrige uGal Ahlen, chtiger, t, nach- 64 Gran ing mit enNie- V erhält nziehba- , ıgehalts, nem. SE- ‚ch und zugleich n Menge g) Sämmtlicher Alaun wurde in Wasser auf- gelöset, und die Erde daraus durch Woeinsteinal- kali gefället; welche, nachdem sie gereinigt und geglühet worden, 46 Gran wog, Obige 200 Gran Cimolit hatten also gegeben: geglühete Kieselerde C.b) 44 a 126 Gran. d) 64 fJ2:33 ee Alaunerde 8): 4b.== geglüheten Eisenkalk e)- 2:— Vexlust durchs Glühen A.a) 24— 1985 Gran. Hundert Theile enthalten folglich: Kieselerde-- 63, Alaunerde-- 23; Eisenkalk.- 1,25 Wasser- 2. 195 99,25. In Rücksicht dieser Bestandtheile, und ıhrer Verhältnisse gegen einander, würde der Cimolit seine Stelle imSysteme neben den gemeinen Thon- arten iinden können; sein unterscheidender Cha- rakter aber, davon ohne Zweifel auch seine be- sondere physische Eigenschaften herrühren, liegt in dem überaus fein zertheilten Zustande der Kie- selerde, und deren innigsten Mischung mit der I} Alaunerde, XXI. Chemische Untersuchung des Baia a re rer ters. N) Use den, ihrer Mannigfaltigkeit wegen so merk- würdigen, Tyroler und Salzburger Gebirgsarten kommen, meistensin einem, mit silbergrauen Talk- blättchen gemengten Chloritschiefer, oder dem so genannten Schneidestein, einzeln eingewachsene rautenförmige Krystalle vor, welche man, nach ihrerFigurRhomboidalspath, odernach einem ihrer vermutheten Bestandtheile Bitterspath, benannt hat. Die Farbe dieser Krystallen ist graulichweils, mehr und weniger in gelb oder röthlich sich nei- gend. Gewöhnlich bilden sie regelmälsige Rhom- ben von# bis2 Zoll im Durchmesser; doch fin- det man sie auch noch gröfser. Aeusserlich ist der Glanz nur mässig; inwendig aber sind sie starkglänzend. Der Bruch ist geradblätterig, und die Figur der Bruchstücke rautenförmig. Sie sind meistens stark durchscheinend; die Bruchstücke der hellern Krystallen aber fast durchsichtig, und *) Beob. u. Entd. a. d. Naturk. 5.B. S,5r. hs so merk. rgsarten enTalk- em so chsene \, nach heinem ıspath, hweiß, ch nel- Rhom- och in- lich It sind sie 1%, und sie sind hstücke i$, und el !— 3101— spielen, gegen das Licht gehalten, mit Regenbo- genfarben. In der Härte halten sie dasMittel zwi- schen Kalkspath und Feldspath, indem sie jenen ritzen, von diesem aber geritzt werden*).: Das eigenthümliche Gewicht derselben fand ich: 2,480. a) Ein ganzesStück von hundert Gran, eine Stunde lang im bedeckten Tiegel geglühet, war, seines späthigen Gefüges unerachtet, ganz geblie- ben, ohne zu zerspringen. Es war aschgrau und völlig'undurchscheinend geworden, hatte jedoch einigen Glanz beibehalten. Am Gewicht aberhatte es 45, Gran verloren**). b) Die Mineralsäuren äussern auf den Bitter- spath, in gröblichen Bruchstücken, keinen be- merkbaren Angriff; wird er aber zerrieben in die Säuren getragen, SO greifen sie ihn an, und lösen ihn, unter anhaltendem gelinden Aufbrausen, nach und nach auf. Mit Schwefelsäure erzeugt sich Selenit, und die überstehende Auflösung ist blafsröthlich. Mit Salpetersäure entsteht eine far- benlose, und mit Salzsäure eine gelbe Auflösung, *) Nähere äussere Beschreibungen haben mitgetheilt: Herr Bergr. Karsten in den Beob. u. Entd.a. d.Naturk. 5.B.S.56.. Bonn in-Garal.de la Collect. des Fossil. T.I. p. 368. unter dem Namen: Chaux mag- nesice; und Fichtel in mineralog. Aufsätz.S.ı89. **) Von dem Verhalten des Bitterspaths im Feuer des Porzel- lanofens s. No. ı6. der ersten Abhandl. dieses Bandes. un 302 ne Wird aber gebrannter Bitterspath in Stücken zur Auflösung angewendet, so gehet diese schnell vor sich. Von der Salpetersäure bleibt alsdann ein, unter braunrother Farbe sich abscheidender, Metallgehalt zurück. c) Dreihundert Gran feingeriebenen Bitterspath wurden mit gleichen Theilen Weinsteinalkali ge- mischt, und im Tiegel zwei Stunden geglüher. Die Masse kam schwarz aus dem Feuer, ausser in der Mitte, wo sie dunkelaschgrau war. Zerrie- ben, und mit Wasser übergossen, färbte sich die- se hellgrün. Mit hinlänglicher Salzsäure über- gossen, lösete sich alles zur klaren goldgelben Tinctur auf. d) Diese Auflösung wurde über der Wärme durch mildes Weinsteinalkali zersetzt, der Nieder- schlag mit Wasser verdünnt, und mit concentrirter Schwefelsäure bis zur hervorstechenden Säure über- gossen. Es entstand ein häufiger Selenit, welcher von der übrigen Flüssigkeit abgeschieden wurde. e) Die vom Selenit rückständige Flüssigkeit, welche Bittersalz, mit einem kleinen Antheil Eisenvitriol, enthielt, dampfte ich zur trocknen Salzmasse ab, liefs diese in einem Tiegelchen zwei Stunden lang glühen, und lösete sie hierauf in.heissem Wasser auf. Im Filtrum blieb ein zar- ter rothbrauner Eisenkalk, welcher g Gran wog, und gänzlich vom Magnet gezogen wurde. nilde milde Bitte, wied sung sich welcl gleich dem end lich iers] kohlı brau f der ge dem finde stärke kom Sticken | alsdann Gender, tterspalh ılkalı ge. ‚eglühet ausser in Zerne- ich die: über- selben Wärme ‚Nieder- entrirter reüber- welche: wurde, issipke h Anthel rocken «chen. hierauf in Zi ın W0) f) Die eisenfreie Auflösung lieferte durch die Kıystallisation reines Bittersalz, welches durch Weinsteinalkali über der Wärme gehörig zeısetzt, 133 Gran milde Bittersalzerde gab. 8) Der Selenit durch Kochenmit aufgelösetem milden Weinsteinalkali zersetzt, lieferte 160 Gran milde Kalkerde. Um selbige zu prüfen, ob noch Bittersalzerde dabei befindlich sey, lösete ich sie wieder in Salpetersäure auf, versetzte die Auflö- sung mit ätzendem Ammoniak, und schied den sich anfindenden Niederschlag durchs Filtrum ab, welcher, mit Schwefelsäure übergossen, darin so- gleich zerging, und mit mildem Alkali daraus wie- derniedergeschlagen, noch 3 Gran milde Bittersalz-. erde lieferte. Nach Abzug derselben bestand folg- lich die Menge der milden Kalkerde in 15yGran. Von jenen 300 Gran des tyrolischen Bit- terspaths hatte ich also erhalten; kohlengesäuerte Kalkerde 8) 157Gran IE ee ie i L= 23 braunsteinhaligen Eisenkalk e) g,— 302 Gran Aus dem Umstande, dafs bei dieser Summe der gesonderten Bestandtheile kein Verlust, son- dern vielmehr noch ein kleiner Ueberschufs sich findet, ergiebtsich, dafs solche einen noch etwas stärkern Grad des Austrocknens hätten erleiden können. Hundert Theile bestehen demnach aus: kohlengesäuerter Kalkerde- 52, n—— Bittersalzerde ‚45; braunsteinhaltigem Eisenkalk- 5; ao. B. Obgleich dieses Fossil erst seit einigen Jahren durch die, mit den Gebirgsarten ihres Landes einen Handel treibenden, Tyroler nach Wien ge- bracht worden, und von da aus zur weitern Kennt- nils gekommen ist, so scheint es doch dem Herrn W oulfe bereits früher bekannt gewesen zu seyn; da das von ihm, unter dem Namen zusammen- gesetzter Spath, untersuchte, und in den philosoph. Transact. 1779, beschriebene Fos sil*) damit übereinstimmt. Dafs aber der Bitterspath, ausser den Tyroler und Salzburger Gebirgsgrenzen, auch in andern Gegenden vorhanden sey, davon giebt die folgen- de Untersuchung eines Bitterspaths, von Taberg in Wermeland, den Beweis. An derjenigen Stuffe, an welcher ich ihn auf. gefunden, erscheint er mit graulichweisser Farbe, starkem, fast perlmutterartigen Glanze, halbdurch- sichtig, und in rautenförmigen Bruchstücken. Im Bruche ist er von derjenigen Abänderung des Ty- roler *) Anfangsgr. d. Mineralogie von Kirwan; a.d. engl. übers Berl. 1785. S. 45. soler E Zegli sonder yicht, N In sall zrinle crolsb oleiteı he) saure ter Aı fillete te Flo verän senka ). wurledı dann und Sonder schlage ‚en Jahren 5 Landes 1 Wien ge ern Kennt. 'em Her zuseyn; mmien- .ın den bene Fos en Tyrolk in ander Jıe folgen- Taberg chihraf ssel Fe; halbdurch- cken. Im «des Iy- o roler Bitterspaths, welche zur vorhergehenden Zergliederung gedienthat, kaum zu unterscheiden, sondern nur im Aeussern.. Er kommt nemlich nicht, wie dieser, in einzelnen eingewachsenen Krystallen vor, sondern er ist derb, und hat einen grünlichen, dichten, erhärteten Thon, und einen srofsblätterigen, dunkel spangrünen Talk, zu Be- sleitern. a) Ein Stückchen für sich auf der Kohle ge- glühet, wird braun, ohne zu zerspringen. Mit Phosphorsalz geschmelzt, löset es sich darin auf, und giebt eine klare ungefärbte Perle. Mit verglasetem Borax ebenso. Mit Mineralalkali im Schmelzlöffelchen geglühet, schmilzt es zu einem trüben, bläulichgrünen Korn. b) Zweihundert Gran gerieben, und mit Salz säure übergossen, löseten sich nach und nach un ter Aufbrausen auf. Aus der gelben Auflösung fällete ätzendes Ammoniak schmutziggrüne, leich te Flocken, die auf dem Seihepapier sich in Braun veränderten, und naclhı dem Glühen 43 Gran Ei- senkalk gaben. c) Die jetzt farbenlos gewordene Auflösung wurde durch Abrauchen in die Enge gebracht, als- dann mit dem dritten Theile Weingeist vermischt, und nun mit soviel Schwefelsäure versetzt, als er- forderlich war, die Kieselerde zum Gyps niederzu- schlagen, welcher abgeschieden, und mit einer a ns 306 Pu Mischung aus Weingeist und Wasser abgewaschen wurde. d) Nachdem ich sämmtliche Flüssigkeit aufs tieue durchs Ahdampfenin dieEnge gebracht hatte, würde die Bittersalzerde daraus durch mildes Pflan- zenalkali kochend gefällt. Siewaraber nichtgehö- sig locker, und verrieth dadurch, dafs sie noch nicht vein sey. Als sie daher mit Schwefelsäure über- gossen wurde, setzte sich noch Selenit ab, welcher gesammelt und dem vorigen hinzugefügt wurde. Die davon befreiete Auflösung lieferte nun laute- res Bittersalz, welches aufgelöset, und durch mil- des Alkali kochend zersetzt, 50 Gran kohlenge- säuerte Bittersalzerde gab. e) DerSelenit wurde, durchs Kochen mit mil- dem Pflanzenalkali und Wasser, zersetzt, und lie- ferte 146 Gran kohlengesäuerte Kalkerde. Dieser schwedische Bitterspath enthält also einen beträchtlich geringeren Äntheil an Bittersalz- erde, als jener ausTyrol; und kestehet das V erhält nifs der Bestandtheile desselben im Hundert in: kohlengesäuerter Kalkerde- 73 __ Bittersalzerde- 25 Eisenkalk; etwäs braunsteinhalig-- 2,95 100,25. IE Waschen sigkeit auf bracht hatte, miles Pfhn- richtsehö. ie noch nicht elsäure tiber. itab, welche efügt wurde te nun laufe: / durch mil. ı kohlenge- hen mitmil tzt, undlie rde -nthält also nBittersalz- Ins Verbälf — 907— XXI. 6.1 u, 1.0.0 00 des vermeintlichen Mina sn Wie viel umfassender würde nicht die Ueber- sicht unserer gegenwärtigen Kenntnisse der Mine. ralkörper seyn, und der Berichtigungen weniger bedürfen, wenn jedes neuaufgefundene Fossil auch sogleich auf den chemischen Prüfstein gezo- gen, und nicht eher, als nach aufgedrucktem vollgültigen Siegel der Wahrheit, ins System auf- genommen würde. Der Muriacit scheint noch nicht so allge- mein bekannt geworden zu seyn, als dafs ich nicht hoffen könnte, dessen weitere Verbreitung, ‚ vermittelst gegenwärtiger Prüfung, zu vexhin- dern. Herr v, Fichtel*#) giebt davon folgende Nachricht: „Herr Abbe Poda hat unlängst eine neue Kalkart entdeckt, die er nach ihren Bestandtheilen salzsauren Kalk, oder nach der heutigen Me- thode, neue Fossilien zu taufen, Muriacit ") Dessen mineralog. Aufsätze. Wien 1794.$. 228. U2 — 308— nennt, weil sie aus Kalkerde, Kochsalzsäure und Wasser bestehet. Die Bergleute in den Salzgru- ben beiHall in Tyrol, nennen ihn schuppigen Gypsstein. Ausser seinen differirenden Bestand- theilen, uriterscheidet er sich von dem Gypsstein noch weiter: erstens, durch seine gröfsere Härte; "zweitens, durch seine vierseitigen rechtwinklich- ten Schuppen oder Blätter, woraus er ganz und gar zusammengesetzt ist; und drittens durch seine viel schwerere Auflösung in Wasser, indem ein Theil davon 4300 Theile Wasser von mittlerer Temperatur erfordert. Die nähere Beschreibung von dieser neuenKalkarthoffen wir von dem Herrn Abbe selbst bald zu erhalten.” Einer chemischen Prüfung war dieses Fossil desto mehr werth, um zu einer Aufklärung zu ge- langen, wie es der Natur möglich sey, eine, so- wohl im eingetrockneten, als krystallisirten Zu- stande, so sehr zum Zerfliefsen geneigte, mittel- salzige Verbindung in trockner, fester, und nur in einer so überwiegenden Wassermenge auflös- barer, Beschaffenheit darzustellen. Das, als echter Muriacit von Hall in Tyrol, aus Wien mir zugekommene Fossil be- steht in einer Zusammenhäufung rechtwinklicher vierseitiger Blätter, von hellgrauer, schwarz- grauer, zum Theil auch röthlicher Farbe, mit starkspiegelnden Flächen; so dals es einer grob- blättrigen Hornblende nicht sehr unälnlich siehet. äure und Salaarı. auppigen Bestand. Gynsstein ere Härte; ıtwinklic- ganz und urch seine indem ein mittlerer ıreibung mhem oses Fossil ung zu ge- eine,$0- sirten ZU- e, mittel. ‚und nut Ads nge aul ‚Bull in Fossil be- „inklicher schwalz- abe, mit ner grob Jich siehel Durch den Geschmack, und zum Theil auch schon durchs Gesicht,‘giebt es einen beigemengten Ge- haltan Steinsalz zu erkennen. Gerieben giebt es ein weifsgraues Pulver. a) 500 Gran davon übergofs ich mit Wein- geist. Nach 24 Stunden sonderte ich selbigen durchs Filtrum wieder ab. Er warfarbenlos, und hinterliefs nach dem Verdunsten reines Koch- salz, in trocknen Krystallen. b) Hierauf übergofs ich das Pulver zu wieder- holtenmalen mit Wasser, so lange bis aller Salzge- halt ausgelaugt war. Diese, eben so farbenlose, wässrige Auflösung zur Trockne abgedampft, hin- erliefs gleichfalls Kochsalz, aber mit Gyps gemengt. c) Das Salz von beiden Ausziehungen wog zusammen 9ı Gran. Mit einer Mischung aus 3 Theilen Wasser und einem Theile Weingeist übergossen, lösete sich das Kochsalz auf, und der zurückbleibende Gyps wog ı7Gran. Die eigent- liche Menge des Kochsalzes bestand also in 74 Gran. d) Das durch Weingeist und Wasser ausgezo- gene Pulver übergols ich mit verdünnter Salpeter- säure, und liefs es damit gelinde digeriren. Aus der wieder abgeschiedenen salpetersauren Flüssig- keitschlug mildes Pflanzenalkali eine Erde nieder, die getrocknet 26Gran wog, und in einer etwas eisenschüssigen Kalkerde bestand. un e) Den Rückstand kochte ich nun, nach hin- zugesetztem milden Gewächsalkali, mit Wasser aus. Die durchs Filtrtum abgeschiedene Flüssig- keit sättigte ich mit Salpetersäure, und setzte salz- saure Schwererde hinzu; wodurch ein Niederschlag von schwefelsaurer Schwererde entstand. f) Den ausgesülsten Rückstand übergofs ich aufs neue mitSalpetersäure, wobei ein starkes Auf- brausen statt fand. Nach hinlänglicher Digestion, schied ich die Flüssigkeit durchs Filtrum ab, ver- setzte sie kochend mit mildem Pflanzenalkali, und erhielt 76 Gran milde Kalkerde. Da aber diese in dem Fossil, mit der Schwefelsäure von e) ge- sättigt, enthalten gewesen, so kommen dafür ı120oGran Gyps in Rechnung. g) Der nach Ausziehung mit Salpetersäure übrige Theil wog jetzt 265 Gran, und bestand in einem feinen, hellgrauen, glimmerigten Sande. Es fanden sich also diese 500 Gran des Fossils zerlegt in: Kochsalz- d e 74 Gyps ec) rL ö; oe f):# /190 milde Kalkerde d). 26 sandigen Rückstandg)- 26 so2Gran; wodurch also das Daseyn eines natürlichen salz- sauren Kalks im festen Zustande, mithin auch der dafür gewählte Name Muriacit, hinwegfällt. Dach hin t Wasser zen Ri, XxIIL tale salz Untersuchung kderschlag des: natürlichen Alauns ergols ich»: an von Miseno. Digestion, n ab, ver. De misenischen Alaunhöle(Grotta di ıkalı, und Alume) bei Capo di Miseno unweit Neapel, ber diese einer Werkstätte, worin diessich selbst überlassene ne) ger Natur in einer fortwährenden Erzeugung"eines ven dalür vollständigen Alauns begsiffen ist, finden wir nur von wenigen Schriftstellern, die als Naturforscher Ipetersäure jene Gegenden bereiset haben, erwähnt. Herr bestand in Prof. Spallanzani in Pavia gedenkt,'in'seinen Sande, Reisen in beide$icilien*),‘dieser merk- es Fossils würdigen Grotte mit folgendem:„Bevor man an „das misenische Vorgebirge anlangt; stölst man „auf seinen Hafen, welcher ganz zuverläfsig „auch ein’ Becken(Crater) ist; denn,er ist von 1„allen Seiten herum mit Erhöhungen umgeben. n„Die Erhöhungen sind von Tuf, und an einer „Seite derselben wird man, ein wenig über dem a„Meere, eine von der Kunst gemachte Oefnung en salz:. (hin auch*) Reisen in beide Sicilien etc. aus d. Ital. Leipzig 1-Theil. nnegält S. 153. „gewahr, welche die misenische Höle ge- „nannt wird, in welcher beständig schwefel- „saure Alaunerde(Alaun) auswittert. Die- „ses Salz ist. den Eingebornen unbekannt, oder 3, sie achten es wenigstens nicht. ,, Zur. folgenden Untersüchung hat ein, von dem würdigen Naturforscher Herrn John Hax- kins in gedachter Höle gesammelter, und mir mitgetheilter, Vorrath gedient. Sämmtliche-ausgewitterte Salze kommen darin überein, dafs sie,‘so lange sie sich im trocknen Zustande erhalten, von der, jeder Salzart beson- ders ‚eigenen, Kıystallgestalt keine Spur zeigen, sondern stets fasrig erscheinen. Es erscheint daher auch. dieser ausgewitterte natürliche Alaun nicht in seiner, eigenthümlichen octaädıischen Form, sondern nur in kleinen abgesonderten,, rund- lichen Zusammenhäufungen sehr zarter und kur- zer Fäserchen, von weisser Farbe, und seiden- artigem Glanze, zum Theil mit kleinen krystal- linischen Körnern untermengt. a) Eintausend-Gran.dieses natürlichen Alauns, in 10. Unzen kochenden Wassers aufgelöset, hin- terlielsen im Seihepapier eine gelblichgraue Erde, am Gewicht 120 Gran. b) Die klare Auflösung zur Krystallisation abgedampft, gab für sich allein, ohne das An- schiefsen durch hinzugesetztes Pflanzenalkali zu befördern, nach und nach 470 Gran reinen und t ein, mm ohn Ar. I, und ı: men darın im trocknen Izart beson- ut zeigen, heint daher \laun nicht ‚hen Form, fen, zund: r und kur- d seiden- n krystal- nAhuns, jet, hin- auebide, llisation das Ar nalkalı zu ine und — 3153, klaren Alaun in octa@drischen Krystallen. Zu- gleich hatte sich auch Selenit angefunden, dessen Menge 235 Gran betrug. c) Diese 470 Gran Alaunkrystallen wurden in Wasser aufgelöset, und kochend mit kohlen- gesäuerter Kalkerde zersetzt. Nach Abscheidung des dadurch entstandenen Gypses, wurde die übrige Flüssigkeit, nebst dem Aussüfswasser, durch Abdampfen in die Enge gebracht, und der dabei noch gefundene Selenit'hinwegge- schafft. Sie lieferte 27 Gran schwefelsaures Gewächsalkaliı. d) Die übrige Auflösung des rohen Alauns, welche für sich weiter keinen festen Alaun gab, verdickte sich durch ferneres Abdampfen, als ein unvollständiger Alaun, zu einer grauweissen schmierigen Masse; welche, im gegenwärtigen Falle, als eine wahre Bergbutter gelten könnte. Mit Wasser übergossen, zerging sie zu einer etwas trüben Auflösung, und gab, nachdem sie mit einem kleinen Antheile Pflanzenalkali ver- setzt worden, noch 290 Gran feste Alaunkry- stallen. e) Jenen, in 190 Gran bestehenden, erdig- ten Rückstand a) kochte ich mit mildem Pflanzen- alkali und Wasser. Die filtrirte Flüssigkeit über« sättigteichmitSalzsäure, und versetzte sie mit salz- saurer Schwererde; wobei schwefelsaure Schwer- erde niederhel, U; 114 j) Den mit Alkali gekochten Rückstand über- gofs ich jetztmitSalzsäure. Nachdem diese durchs Filtrum wieder abgeschieden worden, sättigte ich sie mit mildem Weinsteinalkali, wodurch 11 Gran einer gelblichen Erde gefället wurden. Bei nähe- rer Prüfung fand sich, dafs solche in 2 Gran Ei- senkalk, und g Gran milder Kalkerde, be- stand; welche letztere, in’Verbindung mit jener, durch die salzsaure Schwererde angezeigten, Schwe- felsäure e), 15 Gran Selenit betragen hat. 8) Der, dem Angriff der Salzsäure widerste- hende, letzte Rest bestand in 92 Gran einer grün- lichgrauen, magern und rauh anzufühlenden, san- digen Erde. Aus 1000 Pfunden dieses rohen misenischen Alauns lassen sich also, durch blofses Auflösen in Wasser und Krystallisiren, darstellen: ı) von der Natur selbst mit der nöthigen Menge Ge- wächsalkali versehenen Alaunb)-,-- 470 2) Durch Zusatz vom Gewächs- alkali zur Krystallisation zu befördernden Alaun d) 290 760 Pfund. Der von Spallanzani den Einwohnern ge- machte Vorwurf, wegen Verkennung oder Nicht- achtung dieses Naturproducts, dessen Förderung so bequem ist, so wie dessen Zugutemachung zu nel bat Es yon er eb könn Pla sche tand üher. ese durchs ättigte ich Gran Bei nähe. ıGuEı rde, We. ‚ mitjener, ten, Schwe hat. : ner grün- jen, san- isenischen ; Auflösen 1: Pfund. nern 5 ler Nicht: örderung achung u einer einträglichen Handlungswaare, wenig kost- bar seyn würde, ist daher nicht ohne Grund. Es würde dieser misenische Alaun dem Alaun von Tolfa in der Güte völlig gleich kommen; da er eben so eisenfrei, als dieser, dargelegt werden könnte, auch das Verhältnifs des schwefelsauren Pflanzenalkali darin nicht grösser, als im römi- schen Alaun, seyn würde. Dieses im misenischen Alaun enthaltene schwefelsaure Gewächsalkali führt nun zur folgen- den, für jetzt ohne Zweifel noch schwer zu be- antwortenden, Frage: Woher nimmt die Natur in dieser, aus einem blossen vulkanischen Tuf bestehenden Höle, in welcher gar keine Vegeta- tion statt findet, das, zur Bildung des krystalli- sirbaren Alauns erforderliche, Gewächsalkali? Anm. Ein anderes Beispiel einer dergleichen täglichen Er- zeugung des natürlichen Alauns findet sich zu Solfa- tara, woselbst dessen Gewinnung und Raffinirung, nach einer vom Herin Prof. Breislak angegebenen Metho- de, betrieben wird; laut folgender Stelle in Essais mi- neralogiques sur la Solfatare de Pouzzole par Scip. Breislak. Naples ı792. Pag. 157: „C’est surle produit de ces efflorescences salines, dont l’abondance et l’intensite sont egalement Surprenantes, et sur l’ex- cessivepromptitude de leur reproduction, qu’on a calculed pour&Etablirä la Solfatare la fabrique d’alun, que vient d'y mettreen er 316 en activite Mr. Joseph Brentano Crimaroli.* In der, S. 231. befindlichen, nähern Nachricht, laut welcher die Alaunlauge vermittelst des Einkochens schon in 24 Stunden zum Anschiessen gebracht wird, wird keines künstlichen Zusatzes des Pfllanzenalkali gedacht. Wahrscheinlich führt also der Alaun von Solfatara, ebenfalls wie der obige von Miseno, das zur Darstel- lung eines vollständig krystallisirten Alauns benöthigte Alkali des Pflanzenreichs schon von Natur bei sich. 14 Crimarolis 'achricht,|, NKochensschn it wird, mil nalkali gedach 'on Solfatan, das zur Dani. auns benällire tur bei sich. — 39:= XXIV. Pro tuns des natürlichen Salpeters, von Molfetta. ! ie, vom Herrn Abb& Fortis, ımJahr 1783, ge- schehene Entdeckung der natürlichen Salpetergru- be, oder desSalpeter erzeugendenPulo, bei Mol- fetta in Apulien, mufste nothwendig die, der Wichtigkeit dieses Gegenstandes angemessene, Aufmerksamkeit der Naturforscher aufsich ziehen. Von der natürlichen Beschaffenheit dieser merkwürdigen Grube, von dem grofsen Reichthum an Salpeter, welchen sie enthält, und von dessen unbegreiflicher täglichen Wiedererzeugung, ha- ben bereits mehrere naturkundige Gelehıten, die den Pulo seit seiner Entdeckung bereiset und un- tersucht, ausführliche Beschreibungen mitgetheilt; unter denen ich vorzüglich auf diejenigen verwei- sen will, welche Herr Hofrath und Professor Ziım- mermann in Braunschweig*), und Heır von Salis Marschlins**), geliefert haben. *) Voyage& la nitriere naturelle, qui se trouve a Molfetta, par M. Zimmermann. Paris, 1789. a.... o.. n *) Reisen in verschiedene Provinzen des Königreichs Neapel, Erster Band. Zürich u. Leipz. — 918— Der, zu der folgenden Prüfung angewendete Salpeter ist vom Herrn Hawkins, welcher diese Salpetergrube, im Märzmonat des Jahrs 1788, in Gesellschaft des Herrn Hofraths Zimmermann und Herrn Abbe Fortis, untersucht hat, gesam- melt worden. An dem, von Selbigem mir mitge- theilten, Vorratlifand sich der Salpeter, unter einer feinkörnigen krystallinischen, dem Kanarienzucker ähnlichen Gestalt, als ein Ueberzug meistens von der Dicke einer bis zwei Linien, auf Brocken des, in dünnen Schiefern sich abgelöseten, gelblich weissen dichten Kalksteins, welcher die Gebirgs- art des Pulo ausmacht. An dem Kalkstein ent- deckte ich hie und daauch einen feinfasrigen Gyps, in’ dühner Rindengestalt, welcher an einigen Stel- len dem Salpeter zur Unterlage diente. a) Eintausend Gran dieses, mit Kalkstein und Gyps gemengten, natürlichen Salpeters wur- den mit heissem Wasser übergössen, die zurück: bleibenden Steinbrocken ausgelaugt, und die da- von erhältene klare und farbenlose Auflösung, durch gelindes Abdunsten, zur Kıystallisation be- fördert. Ein jeder Anschufs des Salpeters war mit zarten nadelförmigen Selenitkrystallen verge- sellschaftet. Es blieb gar keine Mutterlauge übrig, sondern die Auflösung schofs, bis zum letzten Tropfen, zu vollständigem prismatischen Salpeter an. Der vom Salpeter soviel als möglich abgeson- gewenden Icher diex 1788, In Nermann 1al, gesam- mir mitge- unter einer anienzucker eistens von tocken des, ‚ gelblich Gebirgs- ten ent. ıgenGyps, nigen Stel Kalkstein ters WUL- e zurück: nd die da \uflösung, Jisation DE* peter war In verge“ ge übrig, um letzten pn Salpele! h abgesol derte Selenit wog 40 Gran; der Salpeter aber 445 Gran, b) Zufolge der vom Herrn Professor Vairo*) angestellten Untersuchung, hat dieser Salpeter Kochsalz oder Seesalz, im Verhältnifs wie ı zu 6, zumBegleiter. Ich erwartete also, neben den pris- matischen Krystallen des Salpetexs, zugleich Koch- salz in abgesonderten einzelnen Würfeln zu erhal- ten; allein es zeigte sich davon dem Auge keine Spur. Ich suchte daher dessen Gegenwart ander- weitig auszumitteln. In dieser Absicht lösete ich die erhaltenen Salpeterkrystallen wieder in Wasser auf, und tröpfelte aufgelösete essigsaure Schwerer; de hinzu. Ich erhielt davon einen, in 26 Gran beste- henden, Niedeischlag von schwefelsaurer Schwer- erde; welcher anzeigte, dafs noch 183 Gran Se- lenit mit dem Salpeter vereinigt gewesen sey. Als ich hierauf die Salpeterauflösung mit salpetersau- rem Silber versuchte, erhielt ich nicht mehr, als 43 Gran Hornsilber, so dafs die daducch angezeig- te Menge des Kochsalzes nur auf 2 Gran ge- schätzt werden kann. Die wahre Menge des völ- lig reinen Salpeters ward also dadurch auf 4253 Gran bestimmt. Es ist mir jedoch wahrscheinlicher, dafs dieses, mit demnatürlichen Salpeter vermischte salzsaure. Neutralsalz nicht Kochsalz oder Seesalz, sondern *, Voyage äla nitriöre natur. p. M. Zimmermann. Pag.35. L) — 31290— salzsaures Pflanzenalkali, oder das soge- nannte Digestivsalz, seyn werde. c) Das von der Auslaugung des rohen Sal- peters zurückgebliebene Gestein, welches just die Hälfte des ersten Gewichts, nemlich 500 Gran, be- trug, übergofs ich mit Salzsäure. Die Kalkstein- stückchen löseten sich unter starkem Aufbrausen auf, mit Hinterlassung eines Rückstandes von 196 Gran, welcher in einem weissen feinfasrigen Gy ps bestand. Nachdem vom letztern die Schwefelsäure, durch Kochen mit mildem Pflanzenalkali und Was- ser, hinweggeschafft worden, blieb kohlengesäu- eıte Kalkerde zurück, welche sich in Salpetersäure ohne Rückstand auflösete. Der von der Salzsäure aufgenommene Kalk- stein betrug also 304 Gran, und bestand in der Probe aus blofser Kalkerde, mit einem geringen “ Antheil Eisenkalk begleitet. Diese 1000 Gran fanden sich also zerlegt in reinen prismatischen Salpeter b) 4353 Gran, salzsaures Neutralsalzb)-_ 2.0— Selenit— a)— 40 — b)— 1% TE Mir — c)— 196 Kalkstein e)-- 304— 986— Verlust- 14..— 1000.— Nach T das Hk tohen Sal, Ihes just die 00 Gran, be- e Kalkstein. Aufbrausen des von ı9b tigen Gyps wefelsäure, und Was- lengesäu- JELEISÄUTE nene Kalk- tand in der m geringen erlegtin } A — 9321.— Nach einer Berechnung des Herm V airo*), würde die totale Masse des Salpeters im Pulo zwi- schen 30 bis 40 tausend Centner, und die zweite “Wiedererzeugung mehr als 50 tausend Centner, be- tragen. Da nun die alkalische Basis des prismati- schen Salpeters fast die Hälfte des Ganzen beträgt, so erhält die am Schlufs der vorhergehenden Ab- handlung aufgeworfene Frage, über die Herkunft der grossen Menge des Pflanzenalkali, im gegen- wärtigen Falle ein ungleich wichtigeres Interesse für den Naturforscher; und die Vermuthung, dafs die Natur dieses Alkali auch ausserhalb den Gren- zen des Pflanzenreichs, ohne unmittelbare Mit- wirkung der Vegetation, zu erzeugen wisse, bekommt dadurch einen fehr hohen Grad der Wahrscheinlichkeit. ara 08.007 IV X7 WEN ee Chemische Untersuchung der M. ne La we bbesn zu: Garlsbau: User Bisschlud; heissen Mineralquellen ver- dient das Carlsbad in Böhmen eine vorzügliche Aufmerksamkeit, nicht allein des Arztes und ei- gentlichen Naturforschers, sondern auch eines je- den, für ausgezeichnete Naturscenen gefühlvollen, Z uschauers. Der Sprudelkessel, dieser bewundernswürdige und in seiner Art vielleicht einzige Wasserbehäl- ter, welchen die Natur selbst aus den kalkerdigen Bestandtheilen der Quelle gebildet, mir einem dreifachen Marmorgewölbe überdecket, und zur Ansammlung des, in der nahe gelegenen unter- irdischen Werkstätte ausgearbeiteten, Mineralwas- sers eingerichtet hat:— der aus den Hauptöfnun- gen dieses Wassergewölbes mit Ungestüm sich er- giessende, heisse, und die Atmosphäre mit Dampf- wolken erfüllende Sprudel:— das unaufhörliche Spiel der aus kleinern Rissen und Spalten sich her- vordräng rächtliel hinflielse steigende sten Anb man der 2 \ a1 nur Im Nihe, u zu erblic Ich sche und bads m Nachndl den sin über d als das y halt ich. ich mich Mein die Bestar Leiglieder Nnellauın Yuelleselt ıellen ver- rzügliche und ei- eines|k- ühlvollen, nswürdige sserbehäl- |kerdigen it einem und zut 1en unfel ineralmas- uplaun- n sich. 6 Dampf [hörliche sich her- ur ee vordrängenden, und durch den, über:einen be. trächtlichen Theil dieser Sprudeldecke unmittelbar hinfliefsenden Töpelflufs ‚ in Perlengestalt eMpor- steigendenLufibläschen: alles dieses ladet'beim er. sten Anblick zu einem Nachdenken ein, wobei ınan der angenehmen Täuschung, die sonst gern Er ee zeige ee nur im Verborgenen thätige Natur hier ın der Nähe, und gleichsam vor seinen Augen arbeitend zu erblicken, sich kaum erwehren kann, Ich halte es für überflüfsig, in eine topi- sche und physikalische Beschreibung des Carls- bads mich einzulassen; indem bereits mehrere i* 5 De ie=; Nachrichten und Be schreibungen darüber vorhan- den sind._ Unter. diesen ist die Abhandlung über das Garlsbad, vom Hermn D. Becher, als das vorzüglichste Werk anzusehen; dessen In- halt ich daherals bekannt voraussetze, und worauf ich mich überhaupt beziehe. Meine Absicht geht vornemlich dahin, über die Bestandtheile des Carlsbader Wassers, dessen Zergliederung wir*) im Juliusmonat 1789. an der Quelle selbst versucht haben, unsere Erfahrungen En ni Bi ER LP? ne= E ) Ich habe nemlich das Vergnügen gehabt, diese Unter- suchung gemeinschaftlich mit dem Koönigl. Preuls. Kam- merherrn und Geheimen Oberfinanzrath Herrn Grafen von Gefsler anzustellen. BD.) darzulegen; und mit den’, vom gedachten Heırn D. Becherdangegebenen, zu vergleichen; neben- bei: auch’ einiges'über die Artund Weise, wie die Natur bei Ausarbeitung dieser Mineralquelle wahr- scheinlich zu Werke gehe, zu erwähnen, und als einen kleinen Nachwag zu den darüber bereits vor- hindenen Theorien beizubringen. Zur Anstellung unserer Versuche haben wir uns nur auf die drei vorzüglichsten Quellen, den Sprudel, den Neubrunnen, und denSchlo[s- brunnen"eingeschränkt, Im Ganzen genom- inen„kommen diese, sleich den übrigen weniger benutztwerdenden, Nebenquellen in den Bestand- theilen selbst mit einanderüberein, so wie auch das Verhältnifs‘ der fixern Theile in‘allen sich ziemlich gleich: bleibt:"was aber den Gehalt der Kohlensäure anlangt, so findet sich hierin eine merklichere Abweichung von einander, welche Abweichung sich nach deu Graden der Wärme richtet;i'die eine Quelle vor der andern besitzt. Es stehet‘:nemlich die Menge der Kohlensäure in einem."umgekehrten Verhältnisse mit den Wärmegraden; indemy von den obengenanl- ten drei Quellen, der Sprudel;-als die-heisseste unter allen,.. deren. Wärme im Durchschnitt ı65 Grade der Farenheitischen Scale'betägl, die wenigste, der Schiofsbrunnen hingegen, des- 1.\ J sen Temperatur 120 bis 125 Graden des gedadil (on WE ]ensäute Um richtige aleın [ve\e theile T lensau werkst bikzol gedachten} gleichen; u \Weise, mil ineralquelle vı ywähnen,"undıl arüber bereitsn I suche habt ten Quellen, ind denSehlo Ganzen genon übrigen v eng venin denBestt ‚ein, so wieil elle in ala; er den Gel!" - sich hierin sjnander, WE ‚aden der Wir der andein besit der Kohlensäl rise mit| Jen obenget als die heit jm Durchs en Scale W en hingege" yraden 065 ein vll —. Bay ten Wärmemessers gleich ist, die mehreste Koh. lensäure enthält.*) Um einer weitläuftigen Erzählung der ange. stellten Versuche überhoben' zu seyn, will ich mich blofs auf eine kurze Beschreibung unserer Verfahrungsart einschränken, und die Resultate nur summarisch darlegen.| KohlengesäuertesMineralalkali,@lau- bersalz und Kochsalz; ferner, kohlenge säiuerteKalkerde, Kieselerde, eine geringe Spur Eisenstoff; und'endlich noch eine ver hältnifsmäfsige Menge ungebundenes, oder, um richtiger es zu bestimmen, von der Wassermasse allein absorbirtes kohlensaures Gias,; nebst freier Wärme, sind überhaupt die Bestand- theile des Carlsbader Mineralwassers. Das Abscheiden und Aufsammeln des’koh- lensauren Gas suchten wir folgendermalsen zu be- werkstelligen. ı Eine gläserne Retorte, von 23 Ku- bikzoll Inhalt, fülleten wir, unmittelbar aus dem Ständer oder der Springröhre des Sprudels, mit ı8g Kubikzoll Wasser, und legten sie sogleich ins ) Bei einer abermaligen Anwesenheit ın Carlsbad, im Ju! 1793, fanden wir. die Temperatur: der Atmosphäre- so Keaum: G des, Schlofsbrunnens- 375.52— — Neubrunnens= AS nn-_ — Brunnens 5—— as prudelser Men De x%3 — NE Sandbad eines daneben aufgestellten, zur pneu- matischen Destillation vorgerichteten Apparats. Das vorliegende Gefäfs, in welchem das Ende des Retortenhalses ruhete, so wie der zum Auffangen der sich entwickelnden Luft bestimmte gläserne Cylinder, waren mit heifsem Sprudelwasser gefül- let. Unter diesen Umständen erwarteten wir, dafs das Gas sogleich, bei der ersten Wirkung der Wärme auf die Retorte, sich entbinden und über- gehen würde; allein es geschah solches nicht eher, als kurz vor dem Anfang des wirklichen Ko- chens; welches Kochen wir so lange unterhielten, bis keine Lufihlasen weiter übergingen. Die im Auffangungsgefäfse befindliche Luft- menge betrug 105 Kubikzoll. Nach Abzug der in der Retorte vorher noch verbliebenen 5 Kubikzoll atmosphärischer Luft, betrug also der Antheil der aus ı8Kubikzoll desCailsbader Sprudelwassers entwickelten Gasart 52 Kubikzoll. Das Kalkwas- ser absorbirte diese 53 Kubikzoll völlig, und un- ter Erzeugung eines kalkerdigen Niederschlags, so, dals blofs jene 5 Kubikzoll atmosphärische Luft übrig blieben. Diese und anderweitige Prü- fungen überzeugten uns, dafs das aus diesem Mineralwasser ausgeschiedene Brunnengas in rei- ner Kohlensäure bestehe, und dafs das von mehrern Schriftstellern, neben diesem Gas, im Carlsbader Wasser zugleich gegenwärtig geglaubte geschwefelte Wasserstoflgas nicht vorhanden sey; go Wi eine! dem’ jich B ] chen ser d des‘ keine sultat dern: ellten. ı., ) SUUDNE Ifefen Ann m das Enl: h I; zum Auf: tim delwasser gef) utetennir, dl 1 Wirkung& nden und il: solches n wirklichen Kı unterhielten, dliche Loft- Abzug der in n 5 Kubikzell ler Antheil de ‚delwassen Das Kalkwa: \ig, und ur Viederschlags {mospläische DE \erwellige E ru 5 a diesen N eng 1O re dafs das v0 ‚sem 628| ärtig geghul ler St yorhanden® Ummnte gläsen so wie das von einigen Ändern geglaubte Daseyn einer flüchtigen Schwefelsäure hier, neben dem freien Mineralalkali, gar nicht einmal mög- lich ist. Bei gleicher Anstalt, und unter völlig gleı- chen Umständen, gab die nemliche Menge Was- ser des Neubrunnens g Kubikzoll, und die des Schlofsbrunnens gE Kubikzoll, kohlen- saures Gras, Ich will es zugeben, dafs\durch diese Art, das kohlensaure Gas aufzufangen und zu messen, der höchste Grad der Genauigkeit vielleicht nicht ganz so zuverlässig erreicht seyn mag, als wenn wir uns dazu eines pneumatischen Quecksilberap- parats gehörig hätten bedienen'können; allein, auf diesen, und-ähnliche Apparate, fanden wir, während unsers Aufenthaltes im Carlsbad, Verzicht zu thun uns genöthigt. Dennoch bin ich über zeugt, dafs diese Methode, das entwickelte Gas durch heisses Sprudelwasser, statt durch Queck- silber, zu leiten und aufzufangen, wenigstens keinen irgends beträchtlichen Unterschied im Re- sultate veranlafst haben kann, da Wasser, bei einer der natürlichen Wärme des Carlsbader Sprudels oleichen Temperatur, an sich überhaupt nicht fähig ist, einen bemerkbaren Antheil Kohlensäure zu verschlucken; im gegertwärtigen Falle aber eine solche Absorption dieser sauren Gasart um so viel weniger statt haben konnte, weil das, be sr X4 reits von der Natur mit so viel. Kohlensäure, als es zu halten, vermag, angeschwängerte Sprudel. wasser nicht im Stande war, noch eine anderwei- tige Menge derselben in sich zu nehmen. Vergleicht man nun dieses V erhältnifs der Koh- lensäure, welches wir in den genannten drei Quel- len des Carlsbads gefunden, mit den, vom Herrn D. Becher angegebenen, Verhältnissen, als welche, auf ıg Kubikzoll Wasser berechnet, im Sprudel 7, im Neubrunnen 62, und im Schlofs- brunnen 10,Kubikzoll, betragen würden, so fin- det sich eine Differenz, indem wir von ı8 Kubik- zoll des Wassers aus dem Sprudel ı2, und aus dem Schlofsbrunnen 5Kubikzoll, weniger; dahin- gegen aus dem Neubrunnen 22 Zoll mehr, an kohlensaurem Gas erhalten haben. Da nun Herr D. Becher Gelegenheit gehabt hat, eines Quecksilberapparats dazu sich zu be- dienen, undich daher um so weniger Ursach ha- ben darf, ‚die Richtigkeit dieser seiner. Versuche zu bezweifeln, so bestätigt dieses den bereits aus anderweitigen Erscheinungen und Gründen her- vorgehenden. Umstand, dafs das Verhältnifs der Bestandtheile in den Mineralquellen sich nicht alle Jahre, ja vielleicht nicht einmal alle Tage und Stunden hindurch, genau gleich bleibe, son- dern dafs solches vielmehr als veränderlich anzu- sehen sey. A theile genm Sichel gemeil yirkli den uner auch Ouel bezw dieser WIESE eng, Fad aure y al Iprudel. inderwei. IB [sderKoh- dreiQud. vom Herrn ssen, als chnet, im m Schlols- 1, 50 An- | Kubik- und aus er; dahin- mehr, an eit gehabt ch zu be- Ursach ba- Versuche bereits au Ausser diesem flüchtigen gasartigen Bestand- theile, ist es ferner der Eisenstoff, dessen Ge- genwart nur unmittelbar an der Quelle selbst mit Sicherheit gefunden werden kann, indem die un- gemein geringe Menge, die davon im Wasser wirklich vorhanden ist, den Sinnen sowohl, als den gegenwirkenden Prüfungsmitteln, auf eine unerwartet schnelle Weise sich entziehet; daher auch viele Personen das Daseyn eines in diesen Quellen wirklich aufgelöseten Eisenstofls zänzlich bezweifelt haben. Es hat aber Heır D. Becher diesen Eisengehalt durch folgenden Versuch be- wiesen. Er hing in eine gläserne Flasche mit engem Halse, einen halben Gallapfel an einem Faden auf, und füllete die Flasche bei der Quelle selbst mit dem Sprudel an. In dem Augenblick, da das Mineralwasser bei der Einfüllung den Gall- apfel berührte, nahm es eine röthliche Farbe an, und nach„, Minuten würde die Farbe hcochroth, ins Violette spielend. Den nemlichen Versuch stelleten auch wir an, indem wir eine gläserne Flasche von 50 Zoll kubi- schen inhalt, worin wir zuvor die Scheibe eines zerschnittenen Gallapfels an einem weissen seide- nen Faden aufgehangen hatten, unmittelbar am Sprudel fülleten. Das Wasser färbte sich sogleich schwachröthlich, und nach einer Stunde Ruhe senkten sich purpurrothe, äusserst leichte, Flocken %5 2 wollist zu Boden, und hinterliessen das überste. hende Wasser hell und faırbenlos. In einer dritten Flasche, worin ein Gran zer- siebenes reines Blutlaugensalz befindlich war, eben- falls an der Quelle selbst gefüllt, erschien keine Veränderung oder Anzeige auf Farbe. Als wir aber, nach wenigen Minuten, um das vorwaltende Mineralalkali zu sättigen, einige Tropfen Salpeter- säure hinzu thaten, kam nachı und nach die blaue Farbe zum Vorschein, so, dafs zuletzt das Wasser davon ganz gleichförmig blau tingirt wurde. Wie nöthig es sey, diese Prüfungen unmittel- bar an.der Quelle selbst anzustellen, sahen wir am folgenden Versuche. Wir liessen frischgefülltes Sprudelwasser in einem wohlverschlossenen Kruge nach unserer\Wohnung bringen, und versuchten es daselbst sogleich, ehe noch von der Wärme et- was merkliches verloren gegangen war, mit Gall- äpfeln und Galläpfelünktur. Es blieb aber anfangs eine Zeitlang farbenlos; nach und nach neigte es sich ein wenig in schwaches, trübes Olivengrün, und als hierauf einige Tropfen Salpetersäure hinzu gethan worden, ging die Farbe in diluixte bläulich- schwarze Schattirung über, Sobald aber das Sprudelwasser merklicher er kaltete, war auf keine Weise eine Farbenverände- rung, oder Anzeige auf Eisen, weiter zum Vor- schein ztı bringen. hi das übers; Gran zer har, eben chien keine ‚ Alm rorwaltende en Salpeter hı die blaue das Wasser rrl£ LUcs unmittel. \en wir am chgefülltes nen Kruge versuchten Wärme et- mit Gall- er anfangs 1 neigte& )livengtld te hliulich- licher€ DI nyerinde z Tor: zum v Mit dem Wasser des Neubruhnens erfolg- ten die Erscheinungen eben so, als bei dem des Sprudels; nemlich, an der Duelle unmittelbar in die Flaschen gefüllt, worin die gegenwirkenden Mittel zuvor gethan worden, färbte es sich, und gab den Eisengehalt zu erkennen. In sefüllten und festverstopften Flaschen nach’/der Wohnung gebracht, färbte es sich, so lange es seine erste Wärme hatte, noch einigermafsen; sobald aber das Wasser zum Erkalten sich neigte, war keine Spur von Farbe weiter zu entdecken, An dem Wasser des Schlofsbrunnens hingegen, obgleich ebenfalls unmittelbar an der Quelle gefüllt und versucht, erfolgte durchaus keine.Veränderung. Es waren nun die anderweitigen fixen Be- standtheile zu erforschen übrig. Zu diesem End. zweck liessen wir aus jedem der oftgenannten drei Ouellen, Einhundert Kubikzoll frischgeschöpftes Wasser in gelinder Wärme nach und nach bis auf wenige Lotlie abdampfen. Von diesen, durchs Abdampfen bis so weit in die Enge ‚gebrachten Rückständen schieden wir die erdigen Bestandtheile von den im Wasser noch aufgelöset befindlichen salzigen, durchs Filtrum, süfsten sie aus, und trockneten sie. Dieser Er- dengehalt bestand in milder Kalkerde, mit Kieselerde gemischt, wobei auch noch eine ge- ringe Spur vom Eisenstoff befindlich war. Mit Salzsäure übergossen und digerirt, lösete sich die Kalkerde, nebst dem Fisenstoff, auf, und im Fil- trum behielten wir die Kieselerde allein, in lockrer Schleimgestalt, zurück. Die salzsauren Solutio- nen versetzten wir zuerst mit Blutlaugensalz, wo- durch in der Auflösung zwar sogleich blaue Flo- cken erschienen; doch währete es mehrere Tage, ehe sich solche zum körperlichen Niederschlag be- quemten. Nachdem die darüber stehende Flüssig- keit wieder hell und farbenlos geworden, und je- ner blaue Niederschlag durch ein Filtrum abgeson- dert war, wurde aus jeder derselben die Kalkerde durch mildes flüchtiges Alkali gefällt, ausgesülst, und getrocknet. Wir schritten nunmehr zur Absonderung der n den Auflösungen noch mit einander verbunde- nen Salze. Aus Erfahrung belehrt, dafs ungleich- artige Salze, wenn sie sich in einem gemeinschaft- lichen Auflösungsmittel befinden, durch den Weg der Krystallisation, besonders im Kleinen, nur selten genau genug von einander abgesondert sich darstellen lassen wollen, erwählten wir einen Si- cherern Weg, der darin bestehet: zuerst das freie Mineralalkali durch eine Säure zu sättigen, und alsdann die Neutralsalze durch angemessene Sub- stanzen zu zersetzen; wobei wir zu gleicher Zeit durch Gegenversuche die Verhältnisse, wornach hiernächst jene Resultate berechnet werden sollten, ausmittelten und berichtigten. Elo- Th ig be- 5 issig- dje- Sol- g der unde- leich- chalt- 09 3.3 EN) Diese zu unserer Absicht als Maasstäbe die: nende Gegenproben bestanden vornemlich in fol- genden. a) Tausend Gran Mineralalkali, im frischkry- stallisirten, und auf Druckpapier abgetrockneten Zustande abgewogen, verloren, durch ein völli- ges Austrocknen im Sandbade, 637 Gran am Ge- wicht. Tausend Theile Mineralalkali in Krystallen sind also 363 Theilen dessen in der Hitze völlig ausgetrockneten Pulvers gleich. b) Hundert Gran dieses durch die Hitze seı- nes Kıystallenwassers beraubten Mineralalkali e:- forderten zur Sättigung 382 Gran Schwefelsäure, welche aus einer Mischung von ı Theilrectihicirter Säure von 1850 specilischer Schwere, und 3 Thei- len destillirten Wassers bestand. c) Das aus eben gedachter Saturation nach Abdampfung im Sandbade erhaltene völlig trock- ne Glaubersalz wog 1325 Gran. d) Tausend Gran frischkrystallisirtes, und auf Druckpapier abgetrocknetes Glaubersalz. wogen, nach geschehener völligen Austrocknung im Sand- bade, noch 430 Gran. e) Hundert Gran dieses in der Wärme ausge trockneten Glaubersalzes in Wasser aufgelöset, un. Jürch essigsaure Schwererdensolution zeisetzt, gaben 168 Gran ausgesüfste und getrocknete schw felsaure Schwererde, oder regenerirten Schwer spath. Tausend Theile des letztem sind also. EN im Gehalt an Schwefelsäure, gleich 595% des ın der Wärme seines Krystallenwassers beraub- ten Glaubersalzes. J) Hundert Gran gereinigtes Kochsalz in luft- trocknen Krystallen, in Wasser aufgelöset und mit salpetersaurer Silbersolution zersetzt, gaben 2333 Gran ausgesüsstes und getrocknetes salzsaures Silber, oder sogenanntes Hornsilberpräcipitat; davon also 1000 Theile im Gehalte der Salzsäure gleich sind 4284 reinen und trocknen Kochsalzes. Mit diesen Erfahrungen ausgerüstet, konn- ten wir nun, bei achtsamer Anwendung dersel- ben, der Erreichung unsers vorhabenden End- zwecks, ohne Gefahr zu irren, zum voraus ver- sichertseyn. Solchergestalt erforschten wir zuerst das Quantum des freien oder kohlengesäuer- ten Mineralalkali, indem wir zu jeder der drei Salzauflösungen von einer genauabgewogenen Menge Schwefelsäure, von obenangegebener Stärke, so viel, als zur vollständigen Sättigung nöthig war, hinzuthaten, und aus deren eırfor- derlich gewesenem Gewichte den Gehalt an Mine- ralalkali berechneten. Nachdem dieses geschehen, versetzten wir die Salzauflösungen mit der essigsauren Schwer- erdenauflösung, solange, bis weiter kein Nieder- schlag erfolgte. Aus dem Gewicht der dadurch sunge endlic und be wichte trockn (od trockn (ode Küche kohlen Kiesele Eisener 3 des erzeugten schwefelsauren Schwererde be- rechneten wir nun die Menge des Glaubeıssalzes, nachdem wir zuvor denjenigen Antheil, welcher aus der Sätügung des freien Mineralalkali entstan- den, und dem Gehalte des natürlichen schwe- felsauren Brunnensalzes hinzugetreten war, da- von abgezogen hatten. Das, nach jenes Absonderung in den Auflö- sungen noch vorhandene Kochsalz zersetzten wir endlich vermittelst salpetersaurer Silbersolution, und berechneten den Kochsalzgehalt aus dem Ge- wichte des dadurch erhaltenen Hornsilbers. Die Resultate dieser Versuche bestanden in folgendem: a) Hundert KubikzollSprudel enthalten: trocknes kohlengesäuertes Mineralalkali 39 Gran, (oder im Krystallenzustande 107! Gr.) rocknes natürliches Glaubersalz A 502...— (oder im Krystallenzustande 168 Gr.) Küchensalz-: E ER 3 kohlengesäuerte Kalkerde- Tree Kieselerde--; SE er Eisenerde, etwa>= a Summa 1582 Gran. kohlensaures Gas 33 Kubikzoll. d) Hundert Kubikzoll Neubrunnen ent halten: — 336— trocknes kohlengesäuertes Mineralalkali 393 Gran, (oder im Krystallenzustande 106 Gr.) trocknes natürliches Glaubersalz 4 boss (oder im Krystallenzustande 159 Gr.) Küchensalz R-- gl— kohlengesäuerte Kalkerde 2 103, Kieselerde- ar£ 2 Eisenerde, kaum. ı— 7 er (Duni » NV (ep - ® kohlensaures Gas 50 Kubikzoll. c) Hundert Kubikzoll Schlofsbrunnen haben gegeben: trockneskohlengesäuertesMineralalkali 375 Guan, (das ist im Krystallenzust: 1033 Gr.) trocknes Glaubersalz e 66— im Krystallenzustande 1585Gr.) Küchensalz-- 2 33= kohlengesäuerte Kalkerde- 122— Kieselerde-:- 20— Eisenerde, kaum 2:=— 15143 Gran. kohlensaures Gas 53 Kubikzoll. Sollen diese Bestandtheile aufGewichte, oder auf anderweitige Flüssigkeitsmaafse des Mineral- wassers reducirt werden, so erinnere ich, dafs der von uns zum Grunde gelegte Kubikzoll beim Ab- wägen in destillirtem Wasser 290Gran, nach'ech- tem Nürnberger Medicingewicht, verliert. Obige 100 Ku- re uns 8 welch‘ nich einsel ung, in bl bloßs, theke ches si IR ger, it trockn das V ander einzel 3956, h. nach ech age' u Obift er" 1l je 397 100 Kubikzoll sind also am körperlichen Inhalte 60.5 Unzen Wassers gleich. Zur Anstellung einer Vergleichung dieser von uns gefundenen fixen Bestandtheile‘ mit denen, welche Herr D. Becher ängegeben hat, will ich mich nur auf das Wasser der Sprudelquelle allein einschränken. Die von selbigem zur Zergliede- rung angewendete jedesmalige. Quantität besteht in 6Pfunden Medicingewicht. Herr B. erinnert blofs, dafs hierunter das dortige vorige alte Apo- thekermafs und Gewicht zu verstehen sey, wel- ches sich gegen das jetzt neueingeführte wie 12 zu 14 verhalte; ich nehme äber an, dafs jenes mit dem gewöhnlichen Medicinpfunde, welches ı2 Unzen, oder 5760 Gran beträgt, gleich'sey. Nach obiger Angabe berechnet, würde der trockne Rückstand, welchen wir aus 6 Pfd. Med. Gew. oder 11955 KubikzollSprudelwasser erhalten haben wür- den, 189-4 Gran betragen haben. Dieses kommt mit derMenge von 192 Gran, weiche Heır B. er- halten hat, sehr nahe überein, indem 2123%.Gran einen zu unbeträchtlichen Unterschied ausma- chen; zumal da derselbe aus ebengedachter Men- ge des Sprudelwassers zu andern Zeiten weni: ger, nemlich nur 3 Drachmen, oder 1890 Gran trocknen Rückstand erhalten hat. Was aber das Verhältnifs der fixen Theile gegen ein- ander betrifft, so glaubt Herr D. Becher, die einzelnen Bestandtheile in jenen 193 Gran N folgendergestalt berechnen und eintheilen zu können: trocknes Mineralalkali- 53 Gran. =_ Glaubersalz- 3.— Küchensalz R£ ob Kalkerde s r£ 208— Nach unsern Erfahrungen hingegen sind in 192 Gran des Rückstandes vom Sprudelwasser enthalten: trocknes Mineralalkalı R 474 Gran. — Glaubersalz. eg Kochsalz a A R en Kalkerde. scdh. 14:— Kieselerde-- 2 9..— Nachdem zuvörderst bei diesen Abweichun- gen der bereits erwähnte Umstand, dafs in den Gehalten der Mineralquellen überhaupt keine zu allen Zeiten stets unveränderliche Verhältnisse an- genommen werden dürfen, nicht ausser Acht zu lassen ist: so glaube ich,hiernächst, auch noch folgende Bemerkung in: Anschlag ‚bringen zu können. a) Das Mineralalkali, dessen Herr. D. Be- cher zum Gegenversuche sich bedient, hat er sich verschafft, indem er den calcinirten Rückstand von der eingetrockneten Mutterlauge in Wasser solvirt, krystallisirt, und das, vom dritten An- schufs an, erhaltene Salz als reines Mineralalkali angesehen und angewendet hat. Indessen ist sel- theilen U 3 Gun. n sind ın ıdelwaset 7: Gran, 4 hweichun- als in den t keine zu altnigse an er Achtzu zuch natl Sngen ZU bnngen HenD’dt ent; Aut© 1 Rückstand in Was! dritten An: Kinggllkl gen il il a biges schwerlich schon durchaus rein, sondern wahrscheinlich noch mit einem kleinen Antheil Kochsalz vermengt gewesen; welchen Verdacht auch‘ die als kleinkörnigt und nadelförmig be- schriebene Gestalt der Krystallen zu bestätigen scheint. Auf alle Fälle wäre es nichts Ueber- flülsiges gewesen, die Reinigkeit dieses Mineral- alkali und die gänzliche Abwesenheit neutralsal- ziger Beimischungen vorher durch Versuche zu prüfen. In demselben Maafse, als dieses zur Ge- genprobe angewendete Mineralalkali noch fremdes Salz enthalten hat, mufste auch, nach demselben Verhältnifs, bei der darauf gegründeten Berech- nung,‘die wahre Menge des Mineralalkali ver- gröfsert ausfallen. Wenn aber dagegen b) der Gehalt an Kochsalz vom Herm D. Becher beträchtlich kleiner, als wir ihn ge- funden, angegeben ist, so ist dieses eine Folge der von selbigem angewendeten, aber gewils un- zuverlässigen Art, Glaubersalz und Kochsalz durch blofse Krystallisation von einander zu schei- den; indem das Glaubersalz, besonders in den letztern Anschüssen, jedesmal einen Antheil von dem zugleich vorhandenen Kochsalze mit in sich aufnimmt. Es hat folglich c) der Gehalt des schwefelsauren Brun- nensalzes eben dadurch in der Berechnung srölser, als er wirklich ist, ausfallen müssen. N d) Der Kieselerdengehalt ist dem Herrn D.Becher, so wie den übrigen Schriftstellern über das Carlsbad, ganz entgangen. Dieses ver- dient jedoch Entschuldigung, weil man ehemals die Kieselerde als einen im Wasser durchaus un- auflöslichen Körper betrachtet, und daher unter den Bestandtheilen der Mineralwässer nie vermu- thet hat. Dafs aber die Kieselerde hier nicht als nur zufällig beigemengt, und als ein im Wasser blofs schwebender feiner Sand zu betrachten,sey, sondern dafs sie sich darin im wirklich aufgelöse- ten Zustande befinde, solches gehet aus dem auf- gequollenen, schleimartigen und durchsichtigen Zustande hervor, in welchem sie, nach Auflösung der Kalkerde in den Säuren, zurückbleibt. Diese gegen andere Mineralwässer verhältnifs- mälsig beträchtliche Menge derKieselerde im Carls- bader Wasser, als dessen Auflösungsvermögen ge- gen solche Erde hier durch die Wärme unterstützt und vermehrt wird, ist dennoch nur als unbedeu- tend anzusehen, so bald wir sie mit dem ungleich stärkern Kieselerdengehalt anderweitiger ‚heilsen Quellen, namentlich des Geysers auf Island, vergleichen; dessen Wärmegrad aber auch den des Carlsbäds in einem so hohen Verhältnils über- wiegt, dals, nach Troils Zeugnifs, auch als- dann, nachdem der ungeheure, 19 Fuls im Durchmesser starke, und oftnals goFuls Höhe eitt fallı fun erreichende Wasserstral wieder zur Erde herabge- m Hmm ftstellem fallen, das Wasser noch völlig siedend heifs be- eses yer- furiden wird. \ ehemul; no Um von der Summe der Bestandtheile im * il Carlsbader Wässer eine kleine Uebersicht zu ge- | ben, will ich von derjenigen Anzahl der Sprudel- Et becher,‘die von den Brunnengästen täglich ge- al trunken werden, und welche in 10 bis 18 zu beste- nu hen pflegen— denn von der ehemaligen über- ehtense ınäfsigen Menge von 30, 40 und mehrern Bechern auge ist man doch anjetzt zurückgekommen— 14 als ma: die Mittelzahl annehmen. Ein solcher geschöpfter achligen Becher fafst im Durchschnitt 10 Kubikzoll Wasser; yullösung 14 Becher betragen folglich 140 Kubikzoll, und It, liese enthalten: Mineralalkali im Kıystallenzustande 1503 Gran. erhält Glaubersalz imKıystallenzustande 228— eimlars Kochsalz--- 48.— mögen SE Kalkerde-. 17— unterstützt Kieselerde--- er ; unbedeu Eisenerde- i a en m unglei! kohlensaures Gas 45 Kubikzoll. hei ‚en. drei: Zur Brunnencur pflegen 3, 4 bis 5 Wochen uf Kand, bestimmt zu werden. Nımmt man ım Durch- uch den i schnitt 26 Tage an, und berechnet hiernach inils über u z A Sn die Summe: so beträgt solche 364 Becher, oder 2 auch dr ER Ra 3640 Kubikzoll Wasser, welche enthalten: „Eub 1m ul Hohe 3 men Mineralalkaliim Krystallenzustande 3913 Gran. Glaubersalzim Krystallenzustande 5928— Kochsalz--- 1248— Kalkerde--- 450— Kieselerde--- gl— Eisenerde n=£ Der kohlensaures Gas 1170 Kubikzoll. Ueber den medicinischen Nutzen des Caıls- bades etwas zu erwähnen, liegt ausser meinen Grenzen; auch haben mehrere berühmte Aerzte und Schriftsteller, zum Beispiel Friedr. Hof- mann, Tralles, Springsfeld, Zückert, besonders aber der verdienstvolle Verfasser der ofterwähnten Beschreibung des Carlsbades, Herr D. Becher, darüber ausführliche Nachricht und Anleitung gegeben. Eines Umstandes will ich jedoch hier kürz- lich gedenken. Wiele mit chemischen Grund- sätzen weniger bekannte Personen stehen in dem Wahn, als ob das, in dieser Heilquelle enthaltene, natürliche Glaubersalz wesentlich von jedem an- derweitigen Glaubersalze unterschieden und vor- züglicher sey; indem eine mälfsige Menge dieses Mineralwassers, z.B. 14 Becher voll, worin doch dasGlaubersalz, inKrystallengestalt berechnet, nicht mehr als 228 Gran, also noch ı2 Gran weniger, als ein Loth, beträgt, eine stärker eröffnende Wir- kung verursache, als ein anderweitiges künstlich- bereitetes Glaubersalz in gleicher, ja selbst noch es Cal- meinen e Aerzte r. Hof- ‚ckert, er der „ Herr (cht und hier kürz- ı Grund- nin dem thaltene, jedem an- und vor- 1g8 diese orin doch ine nicht wenige), nde Wir künstlich elbst noch ee. sröfserer Menge eingenommen. Allein, bei die- sen durch die Erfahrung wirklich sich bestätigen- den Umstand darf man nur nicht vergessen, zu- gleich auch gehörige Rücksicht auf die Wirkun- gen des Mineralalkali zu nehmen; indem milde al- kalische Salze und Erden, wenn, wie es meistens doch der Fall ist, im Magen und ih den übrigen ersten Wegen, die Säure vorwaltet, dadurch zu| Mittelsalzen gebildet werden, und a ıf solche Weise nun die Eigenschaft erlangen, gleich an- dern laxirenden Mittelsalzen, Oefnungen zu be- virken. Ja, wahrscheinlich liegt auch eben in diesem alkalischen Bestandtheile der Carlsbader Quellen die Ursache, dafs mehrere Personen, bei welchen die Säfte in dem Magen und den ersten Wegen vielleicht mehr zur Alkalescenz, als zur Siure, disponirt sind, während des innerlichen Gebrauchs dieses Mineralwassers von der erwarte- ten eröffnenden Wirkung oftmals ganz das Gegen- theil an sich erfahren; so wie auch ferner jenex Kieselerdengehalt bei solchenPersonen, bei denen der motus peristalticus etwas träge vor sich gehet, oftmals eine Nebenursache der Unbehag. lichkeiten abgeben kann. Jedoch, ich überlasse diese und die übrigen medicinischen Reflexionen den Aerzten, und will mir nur noch über die Stoffe, deren die Natur zur Anschwängerung des Carlsbader Wassers mit den gedachten Substanzen sich bedient, und über die A 2 Art und Weise, wie sie vielleicht. dabei verfahre, einige Bemerkungen erlauben. Ich sage: viel- leicht; dennesist dem forschenden menschlichen -) Geister das Loos nicht beschieden, in die innere und geheime Werkstätte. der Natur untrügliche Tiefblicke zuthun; sondern wir vermögen nichts weiter, alsnur zu ahnden, und aus ähnlichen Er- scheinungen,,. die wir entweder bei den Operatio- nen der Natur selbst, oder bei unsern kleinen scheidekünstlerischen Versuchen, wahrzunehmen Gelegenheit haben, wahrscheinliche Vermuthun- gen zu schöpfen. Die Ursache, welche die Erhitzung der Carls- bader Quellen bewirkt, findet man von den Natur- forfchern ‚verschiedentlich angegeben. Das Cen- tralfeuer,. welchem man vordem alle grofsen Er- scheinungen in der unterirdischen Weıkstatt der Natur, ‚und also auch die Entstehung der heifsen Mineralquellen, zuschrieb, hat seine ehemaligen Anhänger meistens verloren. Eben so wenig wollen die sonst in jenen Gegenden vorhanden geglaubten ausgebrannten,, in der Tiefe aber noch nicht völlig erloschenen Vulkane die Prüfung des Daseyns aushalten, da sich weder ein wahrer Kra- ter oder gewesener Feuerschlund eines Vulkans, noch unbestrittene Laven und Auswürfe desselben, auffinden lassen: denn, die in derNähe vom Carls- bad vorhandenen Erdschlacken sind keines echt- vulkanischen Ursprunges; und eben so wenig kön- ach allen hen scho heui N Verlahre se: Yin. ISchlichen lie Innere Oitügliche gennichts ‚lichen Er. Operatio. n kleinen zunehmen muthun- er Garls- n Natur- Das Cen- ıkstatt der 'er heilen hemalıgen so wenig vorhanden e aber noch Prüfung db währerda- es Yulans, edgselben ‚som Calls eines eclt wenigäüt u DAL— 2) nen die daselbst vorkommenden Basalte, als gül- tige Beläge für die Vulkanität aufgeführt werden. Näher scheinen diejenigen Naturforscher der Wahrheit zu kommen, welche die Ursache der heissen Quellen von entzündeten Schwefelkiesen herleiten; welcher Meinung auch der oftbelobte Verfasser der Abhandlung über das Carlsbad, bei Erklärung der Wärme der dasigen Quellen, bei- witt. ‚Allerdings ist auch nicht zu läugnen, dafs Schwefelkiese hier mit im Spiele sind. Das nur wenige Stunden von Carlsbad entfernte Kieslager; aus welchem die Schwefel- und Vitriolhütten zu Altsattel mit diesem rohen Material im Ueber- Nuls versorgt werden; selbst der Kiesgehalt, wel: cher in dem Steingemenge.desjenigen Gebirg- lagers eingesprengtist, unter welchem sich, nach allen Anzeigen, diejenige unterirdische Werk- stätte befindet, in welcher die Natur dieses Mine- ralwasser zubereitet; imgleichen diejenigen Be- standtheile dieser Mineralquellen, die wir von keinen andern Stoffen, als nur von Schwefelkiesen herzuleiten wissen: alles dieses’ vereinigtsich, um jener Meinung ein Gewicht zu geben. Bei einer genauern Erwägung wird es jedoch auch bald einleuchtend, dals aufgelösete Kiese allein nicht hinreichen könnten, diejenige Wärme herzugeben, welche die Carlsbader Quellen nun schon seit mehrern Jahrhunderten, bis auf den heutigen Tag, mit noch unverminderter Kraft er- Vor a> ee hitzet; sondern dafs es zur Bildung und Unterhal- tung der natürlichen heilsen Quellen überhaupt, auch noch eines anderweitigen, dem unterirdi- schen Feuer Nahrung gebenden Brennstofis be- dürfe. Und dann ergiebt es sich gleichsam schon von selbst, dafs nichts anders, als Steinkohlen,— dieses von der vorsorgenden Natur weislich aufge- sparte, und im Schoos der Erde verschlossene Ueberbleibsel von den Trümmern des Pflanzen- reichs der Vorwelt,— dieser Brennstoff seyn könne. Ist ein unterirdisches Steinkohlenmagazin, dergleichen an mehrern Orten in Lagen von unge- heurer Mächtigkeit vorkommen, durch entzündete Schwefelkiese, oder durch anderweitige Veranlas- sungen, eıst einmal in Brand gesetzt, welches vornemlich an Stellen, wo das Flötz nahe zu Tage ausgehet, sehr leicht statt haben kann, so theilt sich die Entzündung alsdann der ganzen übrigen Masse, in schnellerer oder langsamerer Fortschrei- tung, mit.‘ An ein Verlöschen und völliges Er- kalten ist dann sobald gewifs nicht zu denken; denn, je grösser der. Umfang eines glühenden Kör- pers ist, je länger ist an sich schon die Dauer der dadurch eıresten Hitze. Erwägt man, überdiefs ‘noch, dafs diese ungeheure Masse von undurch- dringlichen, und zum Ableiten der Hitze wenig fähigen Felsenwänden eingeschlossen seyn möge, zu welcher der Zutritt der Luft nurin schwachen Unterhl. Iberhaupt, unteridi Istofls he. sam schon kollen,— lich aufze- schlossene Pllanzer- stoff seyn magazin, In unge: tzündete Veranlas- , welches e zu Tage so theilt ‚n übrigen Rortschrel ölliges Er „u denken; enden Bir ‚Dauerdet N iherdiels ‚ undureb- tze weiß oyD most, schwachen - Graden statt haben kann: so ist es begreiflich, dafs Jahrhunderte dazu gehören können, ehe die aus einer solchen ungeheuren Masseventwickelte Hitze wieder in einen ruhenden Zustand überzu- gehen, und mit dem Ganzen ins’ Gleichgewicht sich zu versetzen, vermag, Dafs nun auch bei Garlsbad einstens ein Stein- kohlenlager gebrannt habe, davon sieht man un- verwerfliche Beläge an den sonst für echtvulkani- sche Laven gehaltenen Erdschlacken, den Porzel- lanjaspissen, und übrigen durchs Feuer mehr oder weniger veränderten Stein- und Erdarten, welche unfern Garlsbad,. bei Hohdorf, Lessa und imehrern Orten die Felder und Aecker in Menge bedecken, wovon ein grofser Theil den pseudovul- kanischen Ausgeburten mehrerer Gegenden, und wie sie z.B. das jetzt noch brennende Steinkohlen- Nötz zu Duttweiler bei Saarbrück täglich liefert, völlig ähnlich ist. Das in einem kleinen länglichten Thale liegen- de Garlsbad ist von allen Seiten mit Gebirgen mitt- ler Gröfse umgeben, die jedoch unter sich nur wenig zusammenhängen. Sie bestehen meistens aus Graniten, wovon eine Abänderung mit häußi- gen grossen, gelblichweissen Feldspathrhomben, kleinen schwarzen Glimmerschuppen und wenigem kleinkörnigen Quarze, die herrschende ist. Es erstreckt sich aber nahe an dem höchsten derselben, dem der Stadt gegen Abend liegenden - Baie Hirschenstein, vom Rathhause bis zum Bernhards- felsen, ein anderweitiges niedriges Gebirge, dessen Gestein nicht füglich als uranfänglicher Granit, sondern als ein Felsen von jüngerer Bildung, an- zusehen ist,’ indem er eine aus Trümmern des Urgebirges wieder neuformirte, kleinkörnige, klüf- tige, in porphyrartiges Gemenge übergehende granitische Steinmasse, mit fein eingesprengtem Schwefelkies, daistellt. Unter diesem Gebirge be findet sich, ‚nach allgemein angenommener Mei- nung, welche auch allerdings als wahrscheinlich von mehrern örtlichen Umständen: unterstützt wird, die Werkstätte, in welcher die Natur jene wohlthätige Quelle ausarbeitet: denn, nicht nur gehet das Dachgewölbe des Sprudelkessels oder Wasserbehälters, dessen Breite vom Rathhause an unter dem Marktplatz und unter dem Bette des Töpelflusses hin, bis zur Kirche, sich erstreckt, an dem Fusse dieses flachen Felsens hervor, son- dern auch sämmtliche übrige Quellen entsprin- gen aus ihm; und ausserdem rieselt das war- me Mineralwasser noch aus mehrern Rissen und Adern desselben. Ist aber diese Steinmasse kein ursprüngliches, sondern ein später entständenes Gebirge: so stehet auch der Möglichkeit eines dar- unterliegenden mächtigen Steinkohlenlagers nichts weiter im Wege. Beitreffend nun die Entstehung und Herkunft derjenigen Bestandtheile, wodurch dieses heisse Wasseı edelt W Natu! Eıfabru mung wende hinreic Verhal jedem gehet einen künstli Yandı als st küns darst W witter Sch Give Zwei jenig, auch schon Bernhat, ge, dessen 1er Granit, Idung, 2 Miern des ige, if bergehende esptengiem Gebirgeb: mener Me hrscheinlich unterstützt Natur\ene ‚ micht nut kessels oder y Rathhause ‚m Bette des ch erstreckt, jervor, Sof n entsprit: ]t das wat Rissen und ın MM [#1 masse} sntstande0ed cite dar- d Herkul jes6$ heist m. Wasser angeschwängert und zur Heilquelle ver: edelt wird, so beruhet solche auf eben denselben Naturgesetzen, welche die Scheidekunst aus Erfahrungen als solclie kennet, und zur Nachah- mung der Arbeiten der Natur, im Kleinen an- wendet,"Zwar will unsere Kenntnifs nicht imrner hinreichen, um jedesmal genau und deutlich die Verfahrungsart einzusehen, deren die Natur in jedem besondcern Falle sich bedient; denn, es gehet'selbige, bei ihren Arbeiten'im' Grofsen, einen"einfachen Gang; dagegen: wir, uns einer künstlichen und eben deswegen unvollkommenen Handlungsweise bedienen müssen, wenn wir, als schwache Nachahmer dieser grofsen Scheide- künstlerin, aus gleichen Stoflen gleiche Producte darstellen wollen. Waszuerstden Ursprung derKohlensäure im Carlsbader Wasser betrifft: sakann dieMeinung.des Verfassers der neuen Bemerkungen über das Carxls- bad, nach welcher er dieses Brunnengas aus den Schwefelkiesen selbst herleitet, wohl nicht statt fin- den:. denn, nicht Kohlensäure ist es, was aus Ver- witternden Kiesen sich‘entwickelt, sondern flüchti- ge Schwefelsäure, nach Umständen mit brennbarem, Gas verbunden. Dagegen kann es wohl keinem Zweifel unterworfen seyn, dafs Kalkstein der- jenige Stoffsey, welcher, wie in allen Fällen, also auch hier, die Kohlensäure hergiebt. Durch den. schon: erwälinten Umstand, dafs der über die _— 950 0 Werkstätte der Quelle gelagerte Felsen von jün- germ Alter und späterer Bildung sey, ist es ent- schieden, dafs in der Teufe Kalkstein„= es be- f stehe solcher nun im uranfänglichen Kalkfelsen, oderin einem Flötzlager,— vorhanden seynkann;z und dafs er auch wirklich und nothwendig vorhan- den ist, solches geliet eben aus dieser täglichen Er- zeugung der grofsen Menge Kohlensäure hervor. Ob aber:die Entbindung dieser elastischen Säure aus dem Kalkstein, vermittelst der blofsen Hitze, oder auch vermittelst der aus aufgelöseten Kiesen frei gewordenen Schwefelsäure, geschehe? diese Frage läfst sich freilich nicht positiv beantworten; wahrscheinlich ist'’es indessen, dafs sie aus dem Kalkstein durch die Hitze allein ausgetrieben werde. Was aber die Entstehung des schwefelsauren Neutralsalzes, oderdes Glaubersalzes, anlangt; so kann selbige ohne Zweifel nicht anders statt ha- ben, ‚als wenn: Salzsolenadern auf aufgelösete Schwefelkiese stofsen; da denn ein Theil des Kochsalzes durch die Schwefelsäure zersetzt, und damit zu einem neuen Mittelsalz, nemlich zu na- türlichem Glaubersalz, oder schwefelsaurem Mi- neralalkali, umgeändert wird. Da nun das Daseyn der Kohlensäure im Canls- bader Wasser nothwendig auch das Daseyn eines Kalksteinlagers voraussetzt: so beantwortet sich alsdann: von selbst die Frage von der Herkunft der in diesem Mineralwasser aufgelöseten Kalkerde; durch‘ bewut serkess des M2 steins| wird, sprun! alleP verge Meng gung sal2s0. noch 1 die rala nen von sche jetzt dals welc lange Wah, kung{ Din Salze damı theil 1 VON Jin. Ist es et, — ehe. Kalkfelse, eynkann; lig voran: glichenF. ire hervor ‚hen Säure [sen Hitze, ten Kiesen 16, diese tworten; ‚aus dem pen werde, refelsauren , anlangt; rs statt ha- ufgelösete Theil des setzt, und lich zu 2& ‚aurem DI ‚ein Cars pn eine ortet sich ykunft der alkerdes = ee- durch’ deren Wiederabsetzung aus, dem Wasser das bewundernswürdigeSteingewölbe desgrofsen Was- serkessels, nebst der übrigen ungeheuren Menge des manniglaltig gebildeten Kalksinters und Tuf, steins entstanden ist, und noch täglich vermehrt wird. Wir haben demnach nicht nöthig,, den Ur- sprung der Kalkerde mit Hın. D. Becher, wider alle Principien, in’der Mischung der Schwefelkiese vergebens aufzusuchen, noch auf ‚deren geringe Menge, welche in der, von der Natur zur Eızeu; gung derCarlsbader Quellen, angewendeten Koclı- salzsole als zufälliger Bestandtheil enthalten seyn möchte, zu rechnen. Ueber die Verfahrungsart hingegen, welche die Natur zur Hervorbringung des freien Mine- ralalkali im Garlsbader Wasser anwendet, kön- nen wir nicht so sicher urtheilen; indem keine von allen denjenigen, die wir in unsern chemi- schen Werkstätten, zu der nemlichen Absicht bis jetzt noch anzuwenden wissen, so beschafien ist, dafs wir sie bei den Operationen der Natur, als welche auf kürzern Wegen zu ihrem Zweck zu ge- langen weils, füglich voraussetzen könnten. Wahrscheinlich ist eine langanhaltende Einwir- kung der unterirdischen Wärme und der feuchten Dünste, allein schon hinreichend, aus dem Koch- salze einen Theil der$äure, mit Hinterlassung des damit vereinigt gewesenen alkalischen Grund- theils, zu verflüchtigen. = u Von diesem vorwaltenden freien Mineralalkali rührt auch zum Theil der dem warmgetrunkenen Carlsbader Wasser eigene, mit dem einer schwa- clien Fleischbrühe vergleichbare, Geschmack her. Schwefelkiese, Steinkohlen, Kalk stein und Salzsole, sind also die rohen Mate- tialien,‘deren die Natur zur Ausarbeitung die- ser heifsenr Mineralquellen sich’Bedient.‘Wie un- geheuer der Vorrath"derselben seyn müsse, davon wird es einigen B£griff verschaffen können, wenn man die Wassermenge und deren Gehalt, welche der Sprudel allein in einem Jahre liefert,“in An- schlag bringt. Nach Berechnung des Herım D. B. dringen aus den fünf Sprudelöffnungen in einer Stunde 765 Eimer Wasser hervor, welches täglich 169230, also in einem Jahre 6175900 Eimer beträgt. Nimmt man’ den Eimer Wasser zum halben Ku- bikfufs an, so beträgt solches 3087g9c0 Kubikfufs Wasser. Diese enthalten nun: Pfund Civilgewicht, krystallisirbares Mineralalkali.- 746884 kıystallisirbares Glaubeisalz= 2132993 Kochsalz. ‚7- 238209 Kalkerde--> 86020 Kieselerde--- 17369 Eisenerde-- 1240 kohlensaures Gas, 992539 Kubikfufs. Da nun auch die Wassermense des Neubrun- nens, des Mühlbads, und derübrigen aus den Rissen } J Ges des Kl adern der Sp: werdel Uebeis welche Zeitra an,@ Epocl selber \ tur da each ausse schw und. brauı verk: sehr auch des] würd jetzig \hrlic unkon flieht: inenaalkı zetrunkenen einer schn, Schmack I, en, Kalk ‚rohen\i beitune& nt, Wie: lüsse, daı Nnen, wein alt, welt ert, in Än- \ermD.B: en In einer Iches täglich ACivilgewicht, 740984 1192933 235209 800% u des klüfigen Felsens sich ergielsenden Wasser- adern zusammen genommen, derjenigen, welche der Sprudel allein liefert, füglich gleich geschätzt werden kann, so erstaunt man mit Recht bei Uebersicht der ungeheuren Menge der Producte, welche die Carlsbader Quellen überhaupt in dem Zeitraum von 420Jahren, nemlich vom Jahr 1370 an, als der in der Geschichte angenommenen Epoche der bekannt gewordenen Entdeckung der- selben, zu Tage gebracht haben. Von dem grofsen Salzgehalte, womit die Na- tur das Carlsbader Mineralwasser bereichert, wird jedoch kein anderweitiger Gebrauch gemacht, ausser, dafs jährlich einige wenige Hundert Pfunde schwefelsaures Mineralalkali durch Abdampfen und Krystallisiren gewonnen, und zum Arzneige- brauch, unter dem Namen Garlsbader Salz, verkauft werden. Es würde aber cin der Industrie sehr würdiger Gegenstand seyn, wenn zugleich auch auf Gewinnung und Benutzung eines Teils des Mineralalkali einiger Bedacht genommen würde; anstatt dafs man von diesem, für unsere jetzigen Bedürfnisse so schätzbaren Naturproducte jährlich so viele tausend Pfunde ganz ungenutzt umkommen, und mit dem Töpelilufs hinweg- flielsen lässet. Schliefslich willichnoch des nahe bei Carlsbad, hinter dem Brauhause, in einem Granitfelsen be- findlichen kalten Säuerlings mit Wenigem er- Z. -> wähnen. Es besteht selbiger in einer, am Ab- hange des Felsens in einem kleinen Bassin von ge- inger Tiefe, sich ansammelnden Quelle, welche durch eine reichliche Menge Kohlensäure, die aus dem Boden des Bassins brausend hervorbricht, an- geschwängert wird, und durch eine 4 bis 6Zoll hohe Schicht derselben bedeckt ist.::Der' Ge- schmack des Wassers dieser Quelle ist so-ausneh- mend sauer, dafs man zweifelhaft wird, ob solche Siure vom blofsen Gehalt der Kohlensäure:allein herrühre. Durch Versuche ergab es sich indes- sen, dafs darin keine anderweitige fremde Säure vorhanden sey; und war die Menge: des kohlen-» sauren Gas, dem körperlichen Inhalte nach, derdes Wassers selbst gleich, indem ı8 Kubikzoll Wasser auch ı8Kubikzoll kohlensaures Gas lieferten. Fixe Bestandtheile enthält dieser Säuerling fast gar nicht, indem von einer in der Wärme abgedampften be» trächtlichen Menge desselben ein kaum zu bemer- kender Rückstand übrig blieb, welcher sich als salzsaures Neutralsalz eniries. Diese schätzbare, dort aber wenig geachtete Quelle verdiente wohl, durch eine schicklichere Einfassung und sorgfältigere Bedeckung, wider zurällige Verunreinigungen„ denen sie jetzt blos- gestellt ist, besser geschützt, und zum gemein- nützigern Gebrauche, dessen sie sowohl in medi- cinischer, als in ökonomischer Rücksicht fähig ist, anwendbarer gemacht zu werden. Iu der I wenig I, am Ah, sin von 0 le, welche te, dieaus bricht, an- 4 bis hZoll JLL Der Ge. E so-ausoeh- ob solche säuresallein sich indes- h, derdes ‚oll Wasser festen, Fire st garnicht ampften ber 1 zu bemer- ner sich ala is geachtele ig geachte yicklichee ung, nilek ie jet blos L [EN 1| un xXXVI Chemische Untersuchung der Köntissborner‘salzsolen und deren Producte*). FR den Gegenständen, mit deren Untersuchung der Fleifs der Chemiker sich bisher nur noch wenig beschäftigt hat, gehören vorzüglich auch die Salzquellen. Dieser Mangel einer gründli- chern und vollständigern Kenntnifs von den Be- standtheilen der Salzsolen hat nothwendig manche fehlerhafte Verfahrungsarten in der Salzcoctur erzeugt; auf deren Abstellung und Verbesserung Bedacht zu nehmen, es gewöhnlich“ erst einer vieljährigen Erfahrung des Nachtheils zu bedürfen pflegt. Wie mancher Irrthum in Berechnungen und Anschlägen würde nicht vermieden seyn, wenn man z. B. statt der Anwendung des trügenden, empirischen Maasstabes, der Salz- wage, auf deren Gebrauch, zur Bestimmung des Salzgehalts, man sich bisher fast ganz allein *, Samml. d. deutsch. Abhandl. d. Kön. Acad. d Wissensch. Berlin 1794. 22 = m- eingeschränkt und verlassen hat, eine aui genaue chemische Zergliederung sich gründende richtigere Kenntnifs, von dem wahren Salzgehalt der Sole, und von den verschiedenen fremdartigen Stoffen, welche das Kochsalz darin zu begleiten pflegen, hätte zum Grunde legen können? Ich glaube daher, durch gegenwärtige Darlegung der Unter- suchung der Salzquellen, und deren verschiede- nen Producte, von der Saline zu Königs- born, bei Unna in Westphalen, einen nicht ganz unwichtigen Beitrag zur allgemeinen cherni- schen Kenntnifs der Salzsolen zu leisten. *” Das Königsbornsche Solengebirge bestehet aus einem, in Flötzlager abgesonderten, dichten, an der Luft auflöslichen, mergelartigen Kalk- stein, welcher unmittelbar auf dem Sandstein, oder dem todten rothen Gebirge, zu liegen scheint. Es erstreckt sich in der Richtung von Osten nach Westen, von Paderborn, zwischen der Lippe undEmsche, bis ins Herzogthum Qleve, und ver- flächt sich, von Südwest nach Nordwest, in das Münstersche, woes von Sand- und Lehmschich- ten bedeckt ist. Die Salzquellen zu Salzlot- ten, Westrinkotte, Werle, Sassendorf, Unna, welche seit vielen Jahrhunderten benutzt werden, und mehrere Spuren von schwacher Sole im Dortmundtschen, bei Bochum u.s. w., haben ihre Lagerstätte in eben diesem Gebirge. deren vom eine Sole Saul geiue de richtigen alt der Sole tigen Stofle, äten oegen, Ich gabe 18 der Une n. verschich. u Könis einen nich ‚einen chen en, bestehet aus 0, dichten, tigen Kalk m Sandstein, egen scheint, ı Osten nach 1 der Lippe ve, und ver Jwest, in da Lehmschil- zu Sallot- \assendoth zen benutz schwacher um us Ih Gebirge: — 0,9.s®“ x Das sesenwärtige Salzwerk Königsborn liegt 3Stundevon Unna gegen Norden, in einerEbene, welche an beiden Seiten sanfte Anhöhen hat. In dieser Ebene mag man bohren, oder absinken, wo man will, so trift man, in und unterhalb Kö- nigsborn gegen Norden allemal Salzquellen, ge- gen Süden hingegen, oberhalb Königsbörn, süsse Wasserquellen an, die zu Tage auslaufen, ja sogar in aufgesetzten Röhren ı0 bis 13 Fufs emporsteigen. Man hat daher'seit vielen Jahren die Salzsole lediglich aus Bohrlöchern gewonnen, deren über zwanzig, von 75 bis 280 Fufs Tiefe, vorhanden gewesen; mit welchen jederzeit, in einer Teufe von 50 bis go Fufs, 27 bis 4 löthige Sole; von 80 bis 120 Fufs eine 53 löthige; von 120 bis 200 Fufs aber eine 64, auch 7 löthige Sole getroffen wird, die, in gedachten hölzernen auf das Bohrloch gesetzten Röhren, ı2 Fufs über Tage ausläuft, und 3 bis 4 Kubikfufs in einer Minute liefert. Die Erfahrung lehrte dabei, dafs diese Sole in der Menge und Reichhaltigkeit, bei trockenem Wetter ab-, im nassen Wetter hinge- gen, oder wenn es mitten im Sommer nach grofser, Dürre nur ein Paar Tage regnete, zu- nahm; nach Verlauf von 4 bis 6 Jahren aber sich in jedem Bohrloche so sehr verunädelte, dafs sie nur 3 löthig, blieb, ohne in der ausfliefsenden Menge sich zu vermehren, oder sonstige Verän- rung zu erleiden. So oft nun dieser Fall eintrat, 75 wurde ein neues Loch gebohrt, wodurch man wieder: auf eine Zeitlang 6 bis 63 löthige Sole erhielt, Aus dieser Geschichtserzählung scheint zu erhellen,, dafs drei unterschiedliche Solquel- len über einander liegen; dafs die tiefsten die mächtigsten sind, und also im Aufsteigen die oberen leichteren zurückdrängen; und dafs letz- tere mitirgend einem Strom in Verbindung stelıen müssen, dessen süsses Wasser auf einen Salz- stock fällt, und sich mit einem Theil desselben anschwängert; woraus sich auch die so schnelle Vermehrung der Menge und des Gehalts nach Regenwetter“erklären läfst. Nach Maasgabe die- ser Hypothese, liefs man vor einigen Jahren zwi- schen den Bohrlöchern in der Absicht absinken, die leichtern Solquellen zu verbauen, die reich- sten aber rein zu Tage zu fördern. Allein, man traf mittelst einesBohrlochs, mit dem ı1ıtenFufs, auf eine mächtige, aber nur 3 löthige Quelle, die sich in den bereits 60 Fufs tiefen Brunnen in solcher Menge ergofs, dafs in einer Minute 25 Kubikfufs- zu gewältigen waren. An demsel- ben Tage, da diese Quelle aufgeritzt wurde, stieg der Gehalt der Sole in den sämtlichen Bohr- löcherın, von 32 Loth, auf 3, 4, bis 53 Loth. Diese leichte Quelle scheint also die Zerstörerin der reichern zu seyn; indem sie durch die Klüfte des mergelartigen Gebirges nach den Bohrlöchern dringt, und die tiefern 6 löthigen Quellen entwe- durch man thige Sole Ing scheint he dolquel. tiefsten die steigen die nd dals etz. dung stehen einen Salz« ıl desselben so schnelle ehalts nach sgabe die- Jahren zw- ht absınken, ‚ die reich- Allein, man ııtenFuß, e] ige Quelle, Brunnen 2 iner Minute An dest. oyitzt wur lichen ohr bis 5 Lot. ie Jerstörenit ‚1 die Klile Bohrlöcheit yellen enlt® 99 5 dex zurückhält, oder sich mit ihnen vermischt, und auf2 und 5 Loth keäbweindist, Um von dem Salzertrage dieser Saline ein Beispiel zu geben, so wurde vom ıten Junius 1788 bis zum letzten Mai 1791, also in 3 Jahren, verfertigt: 35,591,534 Pfund. Dieses giebt für ı Jahr: 11,50,511% Pfund. Nach dabei in Anschlag gebrachtem, durch Versuche gefundenen, Verlust bei der Siedung, imgleichen dem hypothetisch zu 37 Procent ange- nommenen Verlust bei der Gradirung, sind dazu an Sole erforderlich, für ein Jahr: 336,069,731 Pfund, oder 4,972,748% Kubikfuls. hc Was nun die chemische Untersuchungen sclbst anlangt, so schränke ich mich,.:zur Ver- meidung unnöthiger ‚Wiederholungen, darauf ein, meine bei dieser Prüfung angewendete Ver- fahrungsart überhaupt anzuzeigen; bei jedem ein- zelnen Artikel aber blofs das Resultat darzulegen. ı) Zur Bestimmung. des eigenthümlichen Ge- wichts jeder Sole, wurden 50 Kubikzoll(= 290 Gran destillirten Wassers) abgemessen, gewogen, und gegen das Gewicht des desüllirten Wassers verglichen, EA % Zus 350 PER 2) Diese 50 Kubikzolle wurden im Sandbade bis zum trocknen Rückstande abgedampft, und dessen Gewicht bemerkt. 3) Die Rückstände wurden hierauf in Cylin- dergläsern mit alkoholisirtem Weingeist übergos- sen, und24 Stunden lang, bei mäfsiger Wärme, unter öfterm Umrühren, damit ausgezogen. 4) Der durchs Filtrtum wieder abgeschiedene Weingeist wurde bis zur Trockne abgedampft, der hinterbliebene Rückstand aufs Neue mit so viel Weingeist übergossen, als zur Absonderung desjenigen kleinen Antheils Kochsalz nöthig war, welcher bei der ersten Fxtraction mitin die wein- geistige Auflösung übergegangen; worauf der Weingeist wieder verdunstet, und der Rückstand gewogen wurde. 5) Dieser durch Weingeist ausgezogene An- theil bestand in salzsaurer Kalkerde, mit einem sehr geringen Antheil salzsaurer Bit- tersalzerde gemengt; von welcher letzteren das Verhältnifs auf folgende Art erforscht wurde. Der, nach Verdünstung des Weingeists erhal- tene Rückstand wurde mit Wasser aufgelöset, diese Auflösung erwärmt, durch Mineralalkali die Erde daraus gefället, letztere ausgesülst, und mit Schwefelsäure bis zur Uebersättigung über- gossen. Nachdem die Mischung eine Zeitlang in der Wärme gestanden, und die vorwaltende Säure, tes Ba Flüssl Filtuf stel,' anfind die E dunst brach aufge abge: sättig wicht dert barı Koc solv n Sandhate impft, und ufin Crli- st übergos- ger Wätne, ogen, geschiedene abgedamplt, ieue mit so bsonderung öllıg war, die wein. worauf der t Rückstand zogene Ar- ‚erde, mit aurer Bit- ‚ex letzteren rscht wurde geists eiler aufgelöseh Minealilkali est, und kung über je Zeitlang vormaltendt Säure, vermittelst hinzugesetzter kohlengesäuer- ten Kalkerde wieder absorbirt worden, wurde die Flüssigkeit von dem erzeugten Selenit durchs Filtrum befreiet, über gelinder Wärme abgedun- stet, von dem während dessen sich etwa noch anfindenden Selenite abgeschieden, und die in die Enge gebrachte Auflösung zuletzt, durch Ver- dunsten an freier Luft, zur Kıystallisation ge- bracht. Das erhaltene Bittersalz wurde in Wasser aufgelöset, durch Mineralalkali zersetzt, die abgeschiedene Bittersalzerde mit Salzsäure ge- sättigt, zur Trockne abgedampft, und das Ge- wicht dieser salzsauren Bittersalzerde von dem, der salzsauren Kalkexrde abgezogen. 6) Das, nach Abscheidung dieser zerfiels- baren Salze durch Weingeist, wieder getrocknete Kochsalz wurde in vierfacher Menge Wasser solvirt, und filwirt. 7) DerRückstand inFiltrum, bestand in Sele- nit, kohlengesäuerterKalkerde, und, bei einigen Solen, auch in Eisenkalk. Nachdem er gewogen, wurde er mit Salzsäure ausgezogen, der Selenit durchs Filttum abgesondert, die fil- trirte Auflösung, wenn sie einen abscheidbaren Eisengehalt zu enthalten schien, mit ätzendem Salmiakgeist versetzt, der dadurch ın braunen Flocken gefällte Eisenkalk durchs Filtrum ge- samımlet, ausgeglühet, gewogen, und dessen Ge- rr 45 u 362 en wicht auf kohlengesäuertes Eisen reduciret. Aus L 2:. der rückständigen Solution wurde die Kalkerde durch mildes Mineralalkali gefällt. 8) Die Salzauflösung von No. 6 wurde über der Wärme mit mildem Mineralalkali versetzt, wovon ein, in milder Kalkerde bestehender Niederschlag erfolgte. Nachdem das zu deren Fällung angewandte Mineralalkali durch Salzsäure wieder neutralisirt worden, wurde die Salzauflö- sung mit salzsaurer Schwererde versetzt. Aus der davon erhaltenen schwefelsauren Schwererde ergab sich: dafs die durch Mineralalkalı gefällte Kalk- erde in der Kochsalzauflösung, mit Schwefel- säure verbunden, als Selenit, vorhanden gewe- sen sey; so wie aus der, mit der erhaltenen Kalk- erde im Verhältnifs stehenden Menge der Schwe- felsäure: dafs die Kochsalzauflösung, ausser dem Selenit, kein Glaubersalz, oder anderweitiges schwefelsaures Mittel- oder Neutralsalz, enthal- ten habe; deren gänzliche Abwesenheit sich auch dadurch bestätigte, dafs, als ich das trockne Salz nach und nach in einer Mischung aus 2 Theilen Weingeist und ı Theil Wasser, auflösete, zuletzt der Selenit ganz allein übrig blieb. %% x Die nach jetzt angezeigter Art angestellten Versuche haben folgende Resultate gegeben: iret, Au e Kalkes wurde üher li versetzt, bestehender 5 zu deren I Salzsäure e Salzaufli- (. Aus der rerde ergab ilte Kalk- Schwelel- den gewe- tenen Kalk- der Schwe- ausser dem lerweitiges z, enthal tsich auch rockne Salz 9 Theiler ele, zul gestellten ben: / A. Warsthauser Brunnensole. Das,eigenthümliche Gewicht derselben be- trug: 1039= 1000 destillirten Wassers. Funfzig Kubikzoll zur Trockne abgeraucht, gaben einen grauweissen Rückstand, am Gewicht 882 Gran. Dieser bestand aus: salzsaurer Kalkerde-- 46 Gran, — Bittersalzerde- In.— milder Kalkerde-- 12— Selenit-- s 2 2;= Kochsalz-== k 798— 8382 Gran. Ir Glückauf-Brunnensole. Das specifische Gewicht derselben fand sich: 1029. Funfzig Kubikzoll hinterliefsen einen blafs- röthlichen Rückstand von 585 Gran, welcher enthielt: salzsaure Kalkerde-- 32 Gran, -— Bittersalzerde- l-— kohlengesäuerte Kalkerde- 11— = Eisenerde-- 17— Selenit---:- 18.— Kochsalz--- 542— rag ja 585 Gran. C. Friedrieh Anton-Brunnensole. Das eigenthümliche Gewicht war: 1023. Funfzig, Kubikzoll abgedampft, gaben 346 Gran hellröthlichen Rückstand, welcher enthielt: salzsaure Kalkerde, mit Ein- schlufs einer kaum zu bemerken- den Spur salzsaurer Bitter- salzerde z= 20 Gran, kohlengesäuerte Kalkerde- 113— —_—- 1 Selenit==. 14— Kochsalz-: 494.— 540 Gran. D. Goldener Sonnen-Brunnensole. Das Gewicht desselben fand sich: 1024. Der trochne Rückstand, welchen 50Kubik- zolle gaben, war von hellgrauweisser Farbe, und wog 521 Gran. Er wurde zeılegt, in: salzsaure Kalkerde- 30 Gran, — Bittersalzerde 3— kohlengesäuerte Kalkerde nn 1— Selenit a 2 ä ee Kochsalz-- e ie 521 Gran. E. Ludwigs- Brunnensole. Das speciische Gewicht war: 1023. geför mein: hause St Ke sole, IN. 10%, gahen 54 2er enthielt: 20 Guan, ll rom im I 1 540 Gran, sole. 1: 1024. } soRubik Tarbe, und 0 Gran, So Br 305 Der abgerauchte heliröthliche Rückstand vou 50Kubikzollen wog 508Gran, und enthielt: salzsaure Kalkerde- 20 Gran, kohlengesäuerte Kalkerde- ı0.— ——— Eisenerde 3—- Selenit--- 13— Kochsalz--- 44:— 508 Gran. Die aus den verschiedenen Solen- Brunnen geförderte rohe Sole wird zusammen in einen ge- meinschaftlichen Behälter geleitet, auf die Gradier häuser gehoben, und zu dreimalen gradirt. F. Einmal gradirte Sole. Das eigenthümliche Gewicht derselben fand sich zu 1060 erhöhet. Der von Funfzig Kubik- zollen deıselben abgerauchte Rückstand wog 1285 Gran. Er enthielt: salzsaure Kalkerde- 65 Gran, —— Bittersalzerde-. milde Kalkerde, etwas eisenschüssig-- ee Selenit--- ua ee Kochsalz-= aı7a 1285 Gran. G. Zweimal gradirte Sole. Das Gewicht derselben war: 1076. 96 Funfzig Kubikzolle gaben ı6ı5 Gran abge- rauchten Rückstand. Dieser wurde zerlegt in: salzsaure Kalkerde- 75Gran, » —ıı—. Bittersalzerde- milde Kalkerde 2=— Selenit ä E 2 ug Kochsalz- 2 2 1497>= 1615 Gran. 105 Dreimal gradirte Sole Das Gewicht derselben war: 1086. Funfzig Kubikzolle hinterliessen 1950 Gran trocknen Rückstand, welcher enthielt: 2) salzsaureKalkerde£ 92 Gran, ——. Bittersalzerde- 3.— kohlengesäuerten Kalk 0 Selenit--- DD | Kochsalz-. 1710.— 1850 Gran. Das aus diesen gradirten Solen gesottene Salz bestehet in zweiSortementen, davon das eine zum auswärtigen, und das andere zum einländischen Debit bestimmt ist. Ersteres besteht zum gröfsten Theile in ziemlich grofsen, vierseitigen, hohlen, aus den einfachen Kochsalzwürfeln trichterför- mig zusammengesetzten Kıystallen; dergleichen sich jedesmal auf der Oberfläche der Salzsolen bil- ben, wenn solche ohne Störung abdampfen kön- nen.‘Letzteres Salzsortement unterscheidet sich im/ rege hi ey E in [es cHh A UNZEN, Funfzig Kubikzolle, abgeraucht, lieferten s440Gran trocknes Salz, welches ich in 3 Theile theilte, und jede Hälfte einer besondern Prüfung unterwaıf. 1) 2720Gran, als die eine Hälfte dieses Mut- tersolensalzes, nach oft gedachter Art zeilegt, gaben: salzsaure Kalkerde E 330 Gran. =#bittersalzerde ZOO Selenit--- so— Kochsalz--- RS 2720 Gran. 2) Die zweite Hälfte jenes, aus 50 Kubikzollen Muttersole erhaltenen Salzes lösete ich wieder in Wasser auf, und liefs die Auflösung zur Krystal- lisation abdampfen. Ich erhielt daraus, in 5 An- schüssen, 4 Unzen 2 Drachmen Kochsalz, wel- ches aber noch durch anhängende Mutterlauge verunreinigetwar. Ich lösete es dahernochmalsin Wasser auf, krystallisirte es aufs neue, und er- hielt jetzt 3 Unzen 7 Drachmen reines Kochsalz. Hierdurch ergab sich also, dals jeder Kubikfufs dieser Muttersole, blofs durch den einfachen Weg der Krystallisation, noch ı6 bis 17 Pfund reines Kochsalz liefern könnte. Die Mutterlauge von beiden Krystallisaignen verdünnete ich mit Was- ser, und schlug den Erdengehalt daraus durch Mineralalkali nieder, welcher ausgesüfst und ge- trocknet, 544 Gran wog. Dieser Niederschlag be- stand ty tefertn in gTheih ern Prüfung e dieses Mil Art zele 330 Gran 0- une 1090— — 2720 Gran, Zubikzeilen ich wiederin g zur Kıystl us, in 5 Ar ychsalz, we ernochmalsi eue, unde nes Kochsab der Kubikfui infachen Wi tterlauge VO ; jehmit Nr daraus dunl sühst undgf| »gerschlag I san — ug stand aus Kalk- und Bittersalzerde. Ich schied beide von einander, indem ich sie, vermittelst Sättigung mit Schwefelsäure, zu Selenit und Bit- tersalz bildete, letzteres vom erstern absonderte, und hiernächst durch Mineralalkali zersetzte. Die davon erhaltene reine Bittersalzerde, welche 290 Gran wog, stellete ich, ‚vermittelst der Salz- säure, zu salzsaurer Bittersalzerde her, welche zur Trockne abgeraucht, eben wie im vorherge- henden Versuche, 420 Gran am Gewicht betrug; Diese in der Muttersole enthaltene gröfsere Menge der salzsauren Bittersalzerde gegen die salz- saure Kalkerde ist merkwürdig. In beiderlei Salz- solen, den rohen und gradirten, betrug erstere ge- gen letztere nur zwischen den 30sten bis g4osten Theil; dahingegen in der Muttersole die Menge der salzsauren Bittersalzerde, die, der salzsauten Kalkerde, fast um den ten Theil überwiegt. Hiervon scheint der Grund in folgendem Um- stande zu liegen. Man hat den Gebrauch, die Muttersole von 4, 5 und mehrern Siedungen in der Pfanne zurückzulassen. Es muls daher, bei jJe- der folgenden Siedung, das Soggen oder Kıystalli- siren des Salzes durch mehrere Hitze-beschaffet werden: Wenn nun hierbei ein Theil des Pfin- nenbodens trocken wird, so zersetzt sieh ein An- theil des salzsaurenKalks, die freiwerdende erdige Basis trägt zur Vermehrung der Kalkerde im Pfannenstein bei; die Salzsäure aber zerstreut Aa sich in Dämpfen, welcher salzsaure Dampf zu der Zeit durch den Geruch deutlich zu erkennen ist. M. Pfannenstein. Ein Pfund desselben wurde zerrieben, in ge- linder Wärme abgetrocknet, hierauf in ı2 Pfund Wasser gekocht, die filtrirte Solution zur Trockne abgeraucht, und das erhaltene Salz nach otier- wähnter Art weiter untersucht. Der unaufgelö- sete grauweisse erdige Rückstand. aber ergab sich, bei seiner Prüfung, als eine Mischung aus Sele- nit, kohlengesäuerter, etwas eisenschüs- siger Kalkerde, und sandiger Kieselerde. Das gefundene Veıhältnils der Bestand- theile war: Unz. Drachm. Gr. Feuchtigkeit ı 1 6_ salzsaure Kalkerde z— ı 10 ) ———— 10 Kochsalz mit einer kaum be- merkbaren Spur von Glau- bersalz.. A 4 40 milde Kalkerde- 1 2 30 sandartige Kieselerde— 3 30 Selenit y-_ 7 6 win ıb Unzen. N. Dornenstein. Der Dornenstein von dieser Saline besteht in einem dunkelbraunen, dichten, harten Rinden- aunpl zu erkennen is, ieben, inge na Pfund ‚zur Trockue 1 nach ofler T unaulgeli er ergab sich, 1g aus Sele. isenschüs- selerde, er bestand 2, Drachm. Gr 1)_ et 10 ee er ı Unze .e besteht il all unten Ra u 371— steine, von einiser Aehnlichkeit mit den Incrusta- ten des Carlsbads. ı) Zwei Unzen feingeriebener Dornenstein wurden mit hinlänglichem Wasser ausgekocht. dieses fand jedoch nur wenig daran, aufzulösen, denn es hinterblieben nach dessen Verdampfung nur 4Gran unreines, mit Eisen und Selenit ge- mengtes Kochsalz. 2) Das ausgekochte Steinpulver wurde mit Salzsäure bis zur Sättigung übergossen, und.die Auflösung, welche unter starker Efiervescenz ge- schahe, zuletzt durch Erwärmung befördert und filtrirt. Es blieb Selenit zurück. 3) Die salzsaure Auflösung mit ätzendem Sal miakgeist versetzt, liefs ‚häufige Eisenflocken fal- len, welche gesammlet, ausgeglühet, und deren sefundenes Gewicht auf kohlengesäuertes Eisen reducirt wurde. 4) Die jetzt ganz farbenlose Auflösung, durch Mineralalkali präeipitirt, gab kohlengesäuerte Kalkerde. Das Verhältnils der Bestandtheile in diesen aUlnzen, oder 960 Gran, Dornstein war: Unreines Kochsalz- 4 Gran. Selenit--- 25.— kohlengesäuerte Eisenerde- 92— —_— Kalkeraer 27825°— Feuchtigkeit- 11— g6o Gran. 28 2 DI In wiefern nun die Resultate dieser dargeleg- ten Zergliederung der KönigsbornerSalzsolen und deren Producte,„einige Anleitung zu Verbesse- rungen in dem Betriebe der Salzcoctur geben kön- nen, solches sey der Beurtheilung praktischer Halurgen anheim gestelit. Der Gewinn aber, welchen die Wissenschaft aus der Anstellung und Sammlung mehrerer der- gleichen Analysen, unmittelbar ziehen würde, ist nicht zu verkennen. Es würde dadurch nicht nur der Summe unserer bisherigen Erfahrungen von der Natur und den Bestandtheilen der Salz- quellen überhaupt, mehrere Vollständigkeit und Gewilsheit zuwachsen, sondern insbesondere auch die Kenninifs von den Gesetzen der Wall- verwandschaft der Körper vermehrt und berichtigt werden. Ein Beispiel von letztern giebt, in ge- genwärtiger Analyse, der Umstand, dafs sich in diesen Salzquellen kein Glaubersalz, sondern da- gegen Selenit findet; welcher doch, nach den Regeln des Verwandtschaftssystems, in diesen Mischungsverhältnissen sich zersetzen, und mit dem Kochsalze das Glaubersalz bilden. sollte. Hiebei ist aber in Betrachtung zu ziehen, dafs die Wirkung der anziehenden Kräfte in den Kör- pern zugleich auch von den Graden der Tempera- tur abhange. Dieses ist gegenwärtig der Fall. er dargele Üzsolen und u Verbesse. T geben kön. ) praktischer Wissenschaft nehrerer der- ehen würde, Jadurch nicht Erfahrungen \en der Salz. indigkeit und insbesondere en der Wall und berichtitt giebt, In gt , dal sich 7, sondern de ch, nach dt 15, iD die tzen, undal hilden site: fie den Bü" ndet Ten? el Bil. arg d ee ie Wiegen Die Erfahrung lehrt nemlich, dafs die Erzeugung des Glaubersalzes aus Selenit nnd Kochsalz nur bei einer Kälte, die noch beträchtlich unter den Gefrierpunkt des Wassers fällt, statt findet; der- gleichen niedriger Temperatur aber sind die Salz- ‘solen, in ihren unterirdischen Behältern und Ka- nälen, nicht ausgesetzt. Als ich daher in dieser Rücksicht mit 16 Unzen des Pfannensteins, nach- dem solcher einen Winter über in der Kälte ge- legen, und dadurch einige Verwitterung erlitten hatte, die Untersuchung wiederholte, so gab sich das neuerzeugte(slaubersalz zu erkennen; dessen, durch salzsaure Schwererde erforschte Menge den- noch überhaupt nur in 36 Gran, im krystallisirten Zustande berechnet, bestand, Den Bestandtheilen der Salzsolen mufs end. lich auch noch die Kohlensäure beigezählt wer- den. Selbige entbindet sich, während des Ab- dampfens der rohenSole, in der gewöhnlichen Ge- stalt von Luftbläschen, und hat die Ausscheidung der nun ihres Auflösungsmittels beraubten Kalk- erde zur Folge. Die nehmliche Entweichung dieser flüchtigen Säure und Ausscheidung der Kalkerde hat auch bei dem Gradiren der Salzsolen statt; da denn die sich absetzende milde Kalkerde, zugleich mit der Eisenerde, den Dornenstein bildet. Es enthalten daher die gradirten Solen ein ungleich geringeres Verhältnifs an Kalkerde; a SUR welche sich bei der Siedung vollends absetzt, und in Verbindung des Selenits, zur Entstehung des Pfannensteins beiträgt. Auf die Erforschung des Verhältnisses der Kohlensäure in den Salz- solen, habeich, bei gegenwärtiger Untersuchung, nicht Rücksicht genommen, da diese Prüfung nur an den Quellen selbst, mit frisch geschöpften Solen, zweckmäfsig anzustellen seyn würde. Ende des ersten Bandes. setzt, und telung des schung ds n den Salz ersuchung e Prüfung eschöpften ürde, Nachstehende Bücher sind beiH. A.Rottmann zu finden. lecatıstädts(D. Sig. Fr.) Grundrils der allgemeinen Experi- mental-Chemie, 3 Theile, gr. 8. 3 rthir. 4gr. Desselben allgemeine Experimental- Pharmacie, 2 Theile, gr. 8. 2rthlr. 4 gr. Desselben Katechismus der Apothekerkunst, 8. 16 gr. Fritze(D. J. F.) Handbuch über die venerischen Krankhei- ten, gr. 8. 3 18 gr. Desselben Annalen des Klinischen Instituts zu Berlin, 3 Hefte, gr. 8. ı rthlr. S gr. Hufeland, Darstellung der Kräfte und des Gebrauchs der salzsauren Schwererde in Krankheiten, gr. 8. 16 gr. Morveau(Guiton) Grundsätze der chemischen Affinität oder Wahlanziehung, mit Anmerk. von Hermbstädt, gr. 8. ı rthlr. 4gr. Girtanner(D. Chr.) Abhandlung über die Krankheiten der Kinder, und über die physische Erziehung derselben, gr. 8. ırthlr. 8 gr. Humboldt(F. A.) florae fribergensis prodromus, exhibens plantas quaedam cryptogamicas, praesertim Subterraneas cum icon. aeri inc. 4ma]. ırthlr. ı6gr. Kausch(3. J.) Kameralprinzipien über Rindviehsterben für Landesregierungen und angehende Staatswirthe, mit ı Kupfer, gr. 8. 14T. Scheele(C.W.) sämmtliche physische und chemische Werke, nach dem Tode des Verfassers gesammlet und in deutscher Sprache herausgegeben von Hermbstädt, 2Bände, mit ı Kupfer, gr: 8. 2rthlr. 8 gr. Karsten tabellarische Uebersicht der mineralogisch einfachen Fossilien, 2te vermehrte Aufl. Fol. ı6gr. Meyer(J. A. F.) gemeinnützliche Naturgeschichte der giftigen Insekten, 8. 12 gr. Riefs(J. P.) mineralog. und bergmännische Beobachtungen über einige hessische Gebirgsgegenden, mit Anmerkungen vom Bergrath Karsten; mit 6 Kupfern, gr.8. 18 or. White’s Beiträge zur Naturgeschichte von England, aus dem Engl. mit Anmerk. von D. Meyer, 8. 12 gr, Schriften der Gesellschaft naturforschender Freunde zn Berlin, ııterBand, mit Kupfern, gr. 8. arthir. Fichtel, Nachricht von einem in Ungarn neu entdeckten aus- gebrannten Vulkan, gr. 8, agr Gleditsch(D.J. G.) Einleitung in die Wissenschaft der ro- ken und einfachen Arzneimittel, nach physikal. chemischen und medicinisch- praktischen Gründen, 4Theile, gr. 8 4rthlr. Agr Pfennig(J. C.) Anleitung zur neuesten Erdbeschreibung mit Hülfe der brauchbarsten Landkarten, Ste durchgängig vermehrte und mit Registern versehene Auf- lage, 8. 18 gr. Mayers(D. J. C. A.) anatomische Beschreibung der Blutge- fäfse des menschlichen Körpers, 2te vermehrte Auflage, mit Kupfern, gr. 8. 2rthlr. 12 gr. Dessen anatomische Beschreibung des Gehirns, mit Kupfern, gr. 4. ırthlr. ı6 gr. Dessen Beschreibung des ganzen menschlichen Körpers mit den wichtigsten neuern Entdeckungen bereichert für Aerzte und Liebbaber der Anthropologie, 8 Bände compler, ırrthlr. 4gr. Hierzu die Kupfer nebst der Erklärung, 6 Hefte complet, gr. 4. ız ıthlr. 12 gr. Dessen Beschreibung des Nervensystems des menschlichen Kör- pers, 3Bände,(der Anatomie 6r, 7r und 8rBand,) 4xrthlr. Ser. Hierzu die Kupfer, 2Hefte,(der Amatomie, 5r und 6r Heft ‚) grehlr. Jugels(J. G.) Entdeckung der verborgenen Schatzkammer der Natur, oder desselben ober- und unterirrdische Reise durch das Mineralreich, gr. 8. 21 gr. Rode, Erläuterungen über Karstens Analysis und höhern Geometrie, 8. 1ogr. Pauw, philosophische Untersuchungen über die Griechen, aus dem Französischen mit Anmerkungen von Villaume, 8. 2 Theile, 2 rthlr. Anmerkungen(antiphlogistische) der Herren Morveau, La- voisieretc. zuKirwans Abhandl. über das Phlogiston, 8. ı8 gr. Stöwe,. Erklärung der Konstellationen, welche Erdbeben, Donnerwetter und alle Witterungserscheinungen verurs sachen, mit Kupfern, gr. 8.| ı rthlr. gr. Dessen meteorologische Merkwürdigkeiten, m. Kpf. gr. 8. ıagr: Franklins(Benj.) Jugendjahre, von ihm selbst Für seinen Sohn beschrieben, und übersetzt von G.A. Bürger, 8: ı6gr, Herbst, Betrachtungen zur Veredlung des menschlichen Her- zens, gr. 8. mit ı Kupfer, 15 gr. schaft der 1d. d chemäche Theile, zr.4 Arthlr. 9. schreihung nit —„ 5 6 lurehgängi; sehene Aul 18g 5, ng der ug⸗ ts Aullage, ult 2rthllr. Iag. „ mit Nupfen, Inthl. 16 nn Körpess Ii Dlert für Aeins ande comple, Innbl. 49. Hefte comple Frthl. I2r cchlichen Koör. 1d drBand) 4rthlr. èg. mie, 5 und amhl. Schatzkammer irrdische Reis 2u. 8 und höhen og Griechen, 3⁰ Villume, d 2 nbi⸗ Morreau, L eiston,8. 1ö che Fröbeber bst Tul selnlel- 9n 5. 16 ehlichen Her —— ————— — — — 4 8 m Alirbel drlla WGWHUHh-t MnénaaneannheêenarnahehssanRandd 2 3 4 5 6 7 8 8 — ³ 4 „ 1 1 4 4 8 3 3 4 ¹ 4 4 . Colour& Grey Control Chart 52es ——eee e aee White Grey rey? Greys Greyl Blach 3 4 1 — 1 4