AE 0 — 2 Iivy.-Bihl. Giessen —* 2 Hi,Au,ᷣ,nm-— 2. ....* SSeeee&ł 2 +———— * ö 48 ö ——.——.——— Die — 2 2 Kauurlaͤndische Landwirthschaft. Ein Versuch zu einem Handbuche fuͤr praktische Landwirthe aller Art. V Erster Theil welcher den Ackerbau in sich faßt, entworfen ö von Hermann Friedrich Pastor zu Cabillen. 00.‚.....IcITITtTtTctTtTctTcTctTcxPTPTPTDTFDTDTDTTLEHôͤdpä̃R* SAn, gedruckt dey J. F. Steffenhagen und Sohn 18 8 4. Mit Bewilligung einer Kaiserlichen Censur zu Dorpat. ——— pat. — Allerdurchlauchtigster Großmaͤch⸗ tigster, Großer Herr und Kaiser! Alexander Pawlowitsch! Selbstherrscher aller Reußen! Allergnaͤdigster Herr! Ew. Kaiserliche Majestaͤt haben bey dem Antritt Dero Glorreichen Regie— rung, Großmuͤthigst befohlen, daß alle Fort— schritte in jedem Theil der Staatswirthschaft und des Ackerbaues, Dero Vaͤterlichen Au— gen unterlegt werden sollten. Erlauben Ew. Kaiserliche Majestaͤt Allergnaͤdigst, daß ich diesen Versuch eines Handbuches zu der Kurlaͤndischen Landwirthschaft, welches ich, nach einem sechs und dreyßig jaͤhrigen Leben auf dem Lande, in Stunden, die ich von meinen eigentlichen Berufsgeschaͤften entuͤbrigen konnte, durch eigene Erfahrung gesammlet, und in meiner kleinen Landwirth— schaft realisirt habe, demuͤthigst zu Dero Fuͤßen legen darf; ich habe in diesem Ver⸗ *2*— NN N V such, bey den Vorschlaͤgen, die ich gemacht habe, die so vortheilhafte Wechselwirthschaft einzufuͤhren, zugleich mein Augenmerk auf die moͤglichste Schonung des Landvolks, wie das Ew. Kaiserliche Majestaͤt Vaͤ⸗ terlichen und weisen Absichten gemaͤß ist, ge⸗ richtet. Geruhen Sie Allergnaͤdig— ster Kaiser und Herr, es zu bemer⸗ —————— —— I— ken, wenn ein Lehrer der Religion, sich E nicht bloß auf seine speciellen Amtspflichten allein einschraͤnkt, sondern im Geist der + christlichen Religion, auf jeden Gegenstand 5 ausdehnt, der durch tugendhafte und reli⸗ gioͤse Thaͤtigkeit, menschliches Wohlseyn be— wirken kann. Geruhen Sie es auch Al— 89 lergnaͤdigst zu bemerken, daß, so unvollkom— 1 men auch dieser Versuch seyn moͤchte, er, ein Opfer der reinsten Ehrerbietung und Unterthaͤnigkeit ist, mit der, Ew. Kai— serliche Majestaͤt, von allen Dero getreuen Unterthanen und dem Landvolk/ in den entferntesten Provinzen Dero Reichs, so allgemein geliebt und verehrt werden/ und mit der, Dero Hohe Eigenschaften, demuthsvoll in tiefster Ehrerbietung bewun⸗ dert und fuͤr Eto. Kaiserliche Maje— staͤt unschaͤtbar theures Leben andaͤchtig zu Gott betet, Ew. Kaiserlichen Majestaͤt getreuester Unterthan Hermann Friedrich Dullo, Vastor zu Kahillen im Kurlandischen Gouverne⸗ ment in der Tuckumschen Oberhauptmann— schaft. ————— ö——IIeeeeeeeeee--- 2 Namen der Herren Subscribenten. Herr Adolphi, Erbbesitzer der Gnudubihen Guͤter- 1 Exemplar — von Ascheberg, Capitain, Besiher der Odenschen Guͤter- — Baltzer, Oekonomiearzt auf Weitenfeld 1 d 4— Pastor zu Candau · 1 — v„. Behr, Erbbesitzer der Si und In⸗ Kabillenschen Guͤter 5 1 — von Behr, Arrendebesitzer der Sale. ( schen Guͤter— — von Behr, Erbbesi her der emaf zu Guͤter- 2 — v. Behr, Erbbesizer der Planctschen Guͤter 1 — v. Berg, Obristlieutenant und Ritter 1 — Bergesohn, Pastor zu Lippaiken- — Bienemann v. Bienenstamm, Kollegien⸗ rath, Erbbesitzer der Garosenschen Guͤter 1 x‚— Bienemann v. Bienenstamm, Erbbesi— ä tzer von Pleppen *. 8 Arrendebesitzer von Wallgahlen — v. Bolschwing, Erbbesitzer der Ball— unt. Lallschen Guter 2 .— Brasche, Pastor zu Niederbartan äP 10— P. Herr v. Brinck, Erbbesther der Sessilschen Guͤter 2Exemplar — v. Brinck, Curator des Stifts — v. Briskorn, Major 1 — Batebusen, Pastor zu Roop, in Liefland 1 — v. Bruͤggen, Erbbesitzer der Stenden⸗ schen Guͤter — v. Kammerherr„ — v. Brunnow, Major — v.. Wuchol⸗ Arrendebesitzer 140 Gud— deneeken— 1 — vy. Buchholz, Erbbesitzer auf Langsehden — v„. Buchholz, Erbbesitzer auf Birsen — Buttner, Pastor zu Schleck- — v„. Derschau — Dingelsiaͤdt, Pastor zu Ansekuͤll im r — v. Dorthesen aus Buckhusen- * 82, Pastor zu Ratzau 3 — Eichholz, Amtmann zu Frauenburg — Eichstaͤdt, Erbherr auf Ploͤnen — Eitner, Carl, Revisor, zu. in ded — v„. Erzdorff, Erbbesitzer auf Meuwaäcken 1 — Vber⸗ Pastor zu Liebau — v. Fircks, Etatsrath und Ritter, Erb⸗ 2 auf Waldegalen —„. Fircks, Erbbesitzer der Normhusen— lr Guͤter — v„. Fircks zu Sehmen v. Fircks, Sddelt der Willgalschen Guͤter- — — v. Fock, Capitain, E Erbbest zer auf Jateln — v. Fock, Lieuten., Erbbesitzer auf Marren n — v. Folckersahm, Erbherr von Steinensce — v. Foͤlckersahm, Hofrath und Ritter —— V XI Herr n v. Franck, Erbherr auf Seßau 4 Exemplar —„. Franck, Erbbesitzer der Strutteln— ahnn Guͤter. *— vy. Freygang, Etatsrath, aus Petersburg — v. Funck, Kammerherr, zu Niederbartau —„. Gohr, Arrendebesitzer auf Tigwen — Graͤmkau, Lieuten., zu Paodern — Gramkau, Pastor zu Goldingen — v. Grotthuß, Carl Philipp- — v„. Hahn, Erbbesitzer der Postendenschen 2 2—— — v. Heyking, Assessor, aus Ehnau — v. Heyking, Erbbesitzer auf Galten — vy. Holtey, Erbbesitzer auf Altsattingen — Horn, Chirurgus, aus Goldingen — v„. Hoͤrner, Erbbesitzer auf Fhlen — v. Howen, Assessor, Erbbesitzer 12 klein Drogen- 1 — v. Howen, Erbbesitzer auf Wüͤrzau 1 — Kade, Probst und Pastor zu Kursiten 1 — v. Keiserling, Kammerherr und Erbbe— lar —„„ AI„„ —— sitzer auf Gawesen- — v„. Keiserling, Graf, auf Kabillen-„ 1 — v. Keiserling, Kammerjunker, auf Ber— sebeck 1 — v„. Keith, Hofrath zu Rothhof⸗ 1 — Kienitz, Pastor in Essern — King, zu klein Oseln — Klappmeyer, Probst und Pastor zu Frau⸗ enburg-⸗ 1 — Klappmeyer, Pastor zu Wormen 1 — v„. Kleist, Erbbesitzer auf Dobelsberg — vy„. Kleist, Erbbesitzer auf Leegen 2 — v. Kloppmann, Ritter und Erbbesitzer auf Schorstaͤdt 1 — v. Kloppmann XII Herr v. Korff, Major, Erbbesitzer der Av⸗ prikschen Guͤter — v. Korff, Erbbesitzer der Pelzenschen Guͤter — v„. Koschkull, Erbbesitzer auf Sahlingen — v„. Koschkull, Erbbesitzer auf Kruschkalln — Köster, Doctor zu Goldingen- — Koͤster, Amtmann zu Essern⸗- — Krause, Amtschreiber zu Kabillen — Kupffer, Doctor zu Talsen- — Kupffer, Pastor zu Zabeln — Langhansen, Instanzsecretair zu Goldingen 1 — Launitz, Pastor, Adjunctus zu Grobin 1 — vꝛ. Lieven, Graf, Erbbesitzer auf Senten 2 ——„ 0 — v. Linden aus klein Dselden — Lutzau, Pastor zu Altrahden- — Maczewski, Superintendent zu Pil— ten, Pastor zu Erwahlen — v. Manteufel, Erbbesitzer auf Zierau — v. Medem, Reichsgraf und Ritter, Erb⸗ besitzer auf Altauz ꝛc. — v. Medem, Reichsgraf und Erb⸗ besitzer auf Elley · — v. Medem, Assessor, Erbbesitzer auf Wogeln — Meerfelde, Rittmeister,— auf Zierolen d Pastor zu Windan — v. Mirbach, Etatsrath, auf 2—8 4 * v. Mirbach/ Erbbesitzer derdafenshe Guͤter-— — v. Mirbach, erdsesterdervufener schen Guͤter- · — Mittelstraß, Schulmeister zu Kabillen 1 — Neumann, Christian Friedr., Gutsbesitzer 1 — Nicolai, Gouvernements-Seeretair und Pfandhalter in Liefland ö N — — * VD 70 ———— 5—*— —————— XIII Herr v. Offenberg, Hauptmann, Erehit auf Ilgen · 1Exemplar — Pabst, Friedrich, auf Schörstäͤdt — Perle, Cantor zu Liebau — Pernitz, Pastor zu Rennen- 1 Demoiselle Prahl, Erbbesitzerin auf Behnen 1 Herr v. Raͤhden, Oberhauptmannschaftsbevoll— maͤchtigter 1 — v. Raison, Carl- — Reimer, Probst und Pastor zu Pilten — v. Rennenkampf, lieflaͤnd. Woiaerichts: Praͤsident · 1 — v. Roͤnne, Erbbesitzer der Puhrschen Guͤter 2 — v. Sacken, Arrendebesitzer von Frauenburg 2 — p. Sacken, der Paddernschen Guͤter- · 3 — v. Sacken, Erbbesther auf Berghoff — v. Sacken, Ewald, Assessor zu Bauske 1 Frau v. Sacken, Landmarschallin — v. Saß, Erbfrau auf Schoͤden⸗ 2 1 1 1 1 1 1 Herr Sally, Hofrath, in Popen · — Saͤemann, Actuarius in Durben- — v. Schlippenbach, Erbbesitzer auf JIwanden — Schmidt, Foͤrster zu Sessu- — Schneider, Amtmann zu Cabillen- — Schoͤl, Probst und Pastor zu Bauske — v„. Schroͤder, General, der Paddernschen Guͤter- — vꝛ. Schroͤder, Erbbesitzer auf Usecken — v. Simolin, Erbbesitzer auf Perbohnen 1 — Sotezke, Arrendator zu Waͤgge* — Spiller, Candidat 1 1 1 1 1 — Stavenhagen, Candidat in Goldingen — Stegmann, Arrendebesitzer von Ballgalen — Stromberg, Erbbesitzer auf Wirben — v. Tiesenhausen, Hofrath und Ritter — Herr Tilling, Pastor zu Nurmhusen 1Exemplar — Tilling, Amtmann zu Wormen 1 — Timro/ zu Wallgahlen. — Treuer, Wuͤrgermeister, Erbbesitzer auf Stirnen- — v. Trompowsky, Erbbesitzer auf Essern — v. Vietinghoff, Erbbesitzer auf Großbersen — Voigt, Probst und Pastor zu SessaTu — Watson, Pastor zu Lesten ⸗ — Wolter, Pastor zu Zierau · — Volter, Pastor zu Durben„- — Wegner, Amtsrath zu Dondangen — Wehrt, Probst und Pastor zu Gr. Autz — Zimmermann, Pastor zu Baldohnen — Zorn, Amtmann zu Dsirren-⸗ „———„ 8——— —— 66—8800—7— ——— ar PfPfPfPf IDIIIIIIIIIIII.. TTRT Vorre d E. Ich habe hier nur zur Beurtheilung die— ses Handbuchs, den Herren Landwirthen vorlaͤufig sagen wollen, daß daßelbe nur ein Versuch ist, der Anleitung geben soll, Land— wirthen, die einen groͤßeren Wirkungskreis haben, ein vollstaͤndigeres Werk von der Art, welches sich auch uͤber andere Theile der Land— wirthschaft verbreitet, auszuarbeiten; daß ich nur die Absicht gehabt habe, die vorhan⸗ denen Kenntnisse und die derzeitigen prakti— schen Uebungen nicht verloren gehen zu las⸗ sen, sondern sie jedem jungen Landwirth gleich in die Haͤnde zu liefern, damit er sie schnell, und nicht erst nach und nach, durch mannig⸗ XVI faͤltigen fehlgeschlagenen Versuch, mit seinem großen Schaden lerne; daß ich endlich die Herren Landwirthe insgesammt bitte, auf die Abhandlung in diesem Buch, uͤber die Eintheilung der Felder, aufmerksam zu seyn, da ich aus eigener Erfahrung be— merke, daß es von unerwartetem sehr großen Nutzen ist, eine andere Eintheilung der Fel— der zu machen, als die gewoͤhnliche in drey Theilen. Fuͤr die Groͤße der Aecker, ist be— reits in allen Landwirthschaften genug ge— than, aber fuͤr die Fruchtbarkeit des Bodens nur sehr wenig, eine andere Eintheilung nach meinem Vorschlage, ist zu dieser Absicht aus⸗ nehmend foͤrderlich. Man versuche es nur getrost, der Erfolg wird die Erwartung weit uͤbertreffen. Kabillen, den 1. Maͤrz 1804. * ———* SSSSSSSIIIIIIt..........TTT Sine it ung. Ea ist bekannt, daß hier unter den Landwirthen viele gute oökonomische Kenntnisse sind. Da die meh⸗ resten Menschen in Kurland auf dem Lande woh⸗ nen, Ackerbau und Viehzucht treiben: so versucht, erfindet, denkt jeder nach, sich Vortheile und Er— leichterung zu schaffen. Jeder muß seinen Acker ausstudiren, um ihn auf die beste Art behandeln zu koͤnnen, damit er das, was die eigene Beschaffen⸗ heit eines Ackers vermag, aus demselben hervor⸗ bringen koͤnne. Fast an jedem Orte giebt es einen andern Boden. Ist die Mischung der Erde auch auf einer Stelle der andern gleich: so macht die Lage derselben schon eine merkliche Verschiedenheit. Eine Gegend liegt hoch, die andere niedrig; eine ist ber⸗ ggt, die ander eben und flach; jene ist mit Stroö⸗ 1 *+— men durchschnitten, diese ohne vieles Wasser; eine Gegend ist frey von Schatten, die andere mit Wald umgeben und selbst im Walde. Diese Verschieden⸗ heit und die verschiedenen Mischungen der Erde selbst, fordern eines jedweden Nachdenken und Aufmerksamkeit auf. Von diesen Umstaͤnden ge— drungen, haben sich die Landwirthe, jeder in seiner besondern Lage, viele sichere und feste Kenntnisse gesammlet, und haben jeder, wenn die Witterung nur gedeihlich ist, immer guten Fortgang in ihren Wirthschaften. Schade nur, daß diese Kenntnisse und erprobten Erfahrungen, die zerstreut sind, nicht allgemein bekannt und in eine Sammlung zusam⸗ men getragen sind, damit sie der junge Landwirth, der Auslaͤnder, der sich hier besitzlich macht, und selbst alte Landwirthe, brauchen und anwenden koͤnnen. Die erste Absicht dieses Versuchs geht nun da— hin, die hin und her zerstreuten guten Kenntnisse so viel moͤglich in eine Sammlung zu bringen, ihre weitere Ausarbeitung zu veranlassen, und manches Gute und Nuͤtzliche dadurch in Gang zu bringen, auch manches Schaͤdliche und Nachtheilige zu ver⸗ hindern und abzustellen, manches Neue zur wei⸗ teren Bepruͤfrung vorzulegen. Mein Wirkungs-— kreis geht zwar nicht so weit, daß ich alle Wirth⸗ schaften im ganzen Lande vollkommen kennen sollte, 3 eine ich liefere daher nur einen Versuch, und will darinn ald so viel leisten, als ich vermag, und der Zukunft Nu, 5 so wohl, als Landwirthen, die einen groͤßeren de Wirkungskreis haben, das Weitere uͤberlassen. Ich ind bescheide mich von selbst, daß es in der Landwirth⸗ ge⸗ schaft in vielen Gegenden anders, und fuͤr die lokale ner Beschaffenheit des Orts besser gemacht wird, als iss ich hier beschreibe. Das kann auch nicht anders ng seyn. Denn nachdem die Lage und Beschaffenheit ren des Landgutes ist, hat auch die Behandlung des isse Bodens ihr Eigenthuͤmliches. Da ich auch immer cht gewisse Ruͤcksicht auf den Acker genommen habe, m⸗ auf dem ich lebe, welches nicht stets auf alle an⸗ th, dere Aecker anwendbar ist: so werden die Land⸗ und wirthe hier oft einiges vermissen. Fuͤr jede Witte— den rung und jeden lokalen Umstand auf einem Gute, kann ich keine Regeln geben. So kann ich zum Bey⸗ da⸗ spiel nicht sagen, ob dieser und jener Landwirth, in so diesem und jenem Jahre, mit Sicherheit fruͤher - oder spaͤter saͤen soll. Da muͤssen ihn seine alte h⁰s• Erfahrungen und seine Versuche leiten, die schon ü, oft gemacht und bewaͤhrt befunden worden sind. h Allein es giebt allgemeine Grundsaͤtze und Regeln 9— 0 fuͤr unser Land und Klima, allgemeine Gegenstaͤn⸗ 9 de, die auf allen Guͤtern vorhanden sind. Ich ih kann uͤberhaupt davon reden, wie man sich in HWW, trocknen und nassen Jahren zu verhalten hat; wel— 1* ———— — * +⁴*ð—— 4 ches Gesaͤme, in dem bestimmten Acker, etwa gedei⸗ hen wuͤrde. Ich kann vom leichten und schweren Acker gewisse Beobachtungen anfuͤhren, die viele aufmerksame Wirthe gemacht haben. Ich kann erzaͤhlen, wie es in einer und der andern Gegend gehalten wird, und wie es am zutraͤglichsten be— funden, ob davon auch etwas auf andere Gegen— den angewendet werden koͤnnte. Ich nehme vor— laͤufig an, diese hier beschriebene Landwirthschaft sey die Kurlaͤndische. Ist sie es nicht vollstaͤndig, so werden die Ausnahmen, wenn deren so viele sind, daß ein neues Werk der Art erforderlich wird, schon von selbst eines veranlassen. Dieses soll nur ein Versuch seyn, der gemacht wird, ein inlaͤn— disches Handbuch zur Landwirthschaft zu entwer— fen, und ein erster Versuch kann nicht gleich alle erforderliche Vollkommenheiten haben. Ich be— schraͤnke also meinen Endzweck und will zuerst hie⸗ durch den jungen Landwirthen, die gerne dieselbe lernen wollen, nuͤtzlich werden; ihnen den Umfang ihrer Sorgen und ihrer raschen Thaͤtigkeit zeigen. Sie werden wenigstens die ersten Gefchaͤfte, bey Verwaltung eines Landgutes, einigermaßen kennen lernen. Dieser Versuch wird dann andere Landwir— the, die groͤßeren Wirthschaften vorstehen, aufregen, mehr in dem Fache zu thun. Sie haben nun Ge— legenheit manches zu berichtigen, manches weiter 5 auszufuͤhren, zu widersprechen, ihre Meinungen und Erfahrungen besser zu begruͤnden. Das ist der Weg, auf welchem die Landwirthschaft in England zu einem so hohen Grade der Vollkom— menheit gestiegen ist. Aeltere und erfahrene Land— wirthe werden diesen Versuch dazu braͤuchen koͤn⸗ nen, sich mit Nutzen ihre eigene Erfahrungen an dem gehoͤrigen Orte anzumerken, oder meine Be— hauptungen zu ergaͤnzen. Man vergißt und verliert gewiß viele gute Beobachtungen, weil man sie nicht in der Rubrike angemerkt hatte, wo sie im— mer zu finden waͤren. Wenn denn dieses Buch mit weißen Blaͤttern durchschossen ist, so kann daraus, mit der Zeit, ein ganz vollstaͤndiges und brauchbares Handbuch fuͤr jeden Landwirth werden, so verschieden auch die Lage und Umstaͤnde bey sei— nem Gute sind. Wenn die Landwirthe hier nicht die neuen Erfindungen teutscher und engelaͤndischer Landwirthe finden: so ist das meine Absicht nicht, sie hiedurch mit jenen Fortschritten in der Land— wirthschaft bekannt zu machen, sie finden dieselben in andern Schriften. Meine Absicht ist nur, die kurlaͤndische Laͤndwirthschaft zu beschreiben, und von der so viel zu sagen, als etwa zu einem Hand⸗ buch gehoͤrt. Daher will ich in diesem Versuche nur die mancherley guten Einrichtungen, die hier und da im Lande uͤblich sind, allgemeiner machen, 6 und manche Landwirthe bewegen, die schaͤdlichen alten Gewohnheiten abzuschaffen. Es liegt oft nur daran, daß man nicht Muth genug hat, eine alte Gewohnheit aufzugeben. Ich habe daher ge— sucht, vieljaͤhrige, bestaͤndig fortgesetzte Erfahrun— gen anzufuͤhren; ich habe gesucht, manche Grund—⸗ saͤtz in der Landwirthschaft, von vielen Seiten zu beleuchten, um ihren Grund oder Ungrund zu be— weisen. Wir sind manchen Laͤndern, in der Land⸗ wirthschaft weit zuvorgekommen; allein wir stehen gegen aͤndere kultivirte Staaten, in diesem Fache, auch eben so weit noch zuruͤck. Wenn wir die an— gezeigten Erndten anderer Laͤnder ansehen, so ha— ben wir Ursache uns sehr zu freuen, daß wir schon so viel weiter sind. Allein wenn wir den Fleiß, die Muͤhsamkeit und die ausharrende Geduld an— derer Nationen ansehen: so muͤssen wir billig er— staunen, wie weit sie es gebracht haben. Wir koͤnnen es gewiß noch in der Landwirthschaft sehr viel weiter bringen, wenn wir wollen. Wenn auf— geklaͤrte und angesehene Maͤnner sich es nur zum Geschaͤfte machen werden, diesen schoͤnen Gegen— stand des menschlichen Verstandes zu umfassen: so werden wir es andern Nationen bald gleich machen. Endlich meine dritte Absicht mit diesem Ver— suche ist, die Landwirthe unsers Vaterlandes auf die Kultur ihrer Wiesen und des Futters fuͤr die Haus⸗ * * 7 thiere aufmerksam zu machen und ihre Thaͤtigkeit aufzuregen, dahin ganz besonders zu sehen, sich vieles und schoͤnes Heu zu verschaffen. Ein jeder nachdenkende Landwirth ist mit mir darinn einig, daß die Fuͤtterung und der Viehstand der erste und wichtigste Gegenstand in der ganzen Landwirth⸗ schaft ist; und doch richtet man seine Kraͤfte und seine Zeit immer nur auf den Ackerbau, vergroͤßert denselben zu seinem groͤßten Nachtheil, ohne ge— nau in demselben Maaße seinen Wiesewuchs und seinen Viehstand zu verbessern; aus dem doch aber der Werth des Ackerbaues erwachsen muß. Die mehresten Guͤter haben so viel Heu, daß sie ihre Hausthiere das Jahr hindurch ernaͤhren koͤnnen; das heißt: ihr Vieh bekommt wenig Heu, etwa ein Fuder auf ein Stuͤck Rind, und muß sich groͤßten⸗ theils mit Stroh behelfen. Sollte es nicht moͤg⸗ lich seyn, so viel Heu zu schaffen, daß alle Thiere, die Heu zu ihrer Nahrung beduͤrfen, mit reinem Heu erhalten werden, und wenigstens alles Win⸗ terkorn-Stroh zur Duͤngung verwendet werden koͤnnte? Um nun meinen folgenden Abhandlungen Ein⸗ gang zu verschaffen, muß ich zuerst ausfuͤhrlich den Schaͤden auseinander setzen, der aus gar zu großen Feldern entsteht, wenn der Wiesewuchs und Vieh⸗ stand nicht allgemein, bey den Bauern und in Hoͤ⸗ 8 fen in eben dem Maaße groß und ausgebreitet ist. Die Fruchtbarkeit der Erde ersetzt voͤllig den Ab— gang der Groͤße des Flaͤcheninhalts, und uͤbertrifft ihn noch um ein Betraͤchtliches. Es war eine Zeit das System herrschend, sehr große Ackerfelder zu machen, man rechnete zwar weniger Ertrag, im Verhaͤltniß der Groͤße des Flaͤ⸗ cheninhalts, und der dabey zu verwendenden Arbeit, da man sie nicht alle beduͤngen konnte. Allein man hoffte doch, durch die Groͤße der Felder, seine Ein⸗ kuͤnfte ansehnlich zu vermehren, und das gelang zum Theil im Anfange. Daher schlug man ganze Strecken Waͤlder nieder und vergroͤßerte die Felder zu halben Meilen lang, ohne an den gesammten Schaden in der Folge zu denken, der daraus ent— stehen mußte, und der nachher zu Tage lag. Die Bauern wurden bey gar zu großen Fel⸗ dern arm. Ein großer Theil von ihnen wurde aus seinen vaͤterlichen, lange eingeduͤngten Aeckern, hinausgesetzt, und neue, unbebaute Aecker wurden ihnen zur Bearbeitung und Genuß uͤbergeben. Weil ihnen nun viele Jahre der gesegnete Ertrag mangelte, so mußten sie ihren vormals gesammel—⸗ ten Gewinn zusetzen. Die neuen Aecker erforder⸗ ten erst vieljaͤhriges Duͤngen und Bearbeiten, und lieferten dennoch nicht so viel, als ihre Beduͤrfnisse erforderten; daher wurden sie immer aͤrmer. Dazu — 2* —— ———— 9 kam, daß die großen Felder der Herren viele Pferde und Menschen erforderten, aller Ertrag ihrer Felder ging zur Unterhaltung ihrer Knechte und Pferde auf, oft reichte das nicht einmal zu; sie mußten Huͤlfe bey den Hofesspeichern suchen, und haben nun so entsetzliche Schulden gemacht, die sie unmoͤglich bezahlen koͤnnen; die also der Herr der Leute ver⸗ liert, und die vollkommen den Gewinn von den großen Feldern aufwiegen. Was die großen Fel— der etwa in sechs Jahren einbrachten, haben die Bauern in zehn bis funfzehn Jahren wieder auf⸗ gezehrt, und oft mehr noch als dieses. Durch die gar zu großen Felder der Herren werden sie gehin— dert, ihre eigenen Aecker gehoͤrig und zur rechten Zeit bestellen zu koͤnnen. Wie sehr aber die unzei⸗ tige und nachlaͤßige schnelle Bearbeitung schadet, weiß jeder Landwirth. Auch selbst diejenigen Bauern, welche damals noch auf ihren alten Aeckern lebten, litten Verlust durch die unregel— maͤßige Bearbeitung. Dieses war besonders in den Jahren 1784, 85, 94, 95, 99, S80o sehr sichtbar, in welchen die Bauern, auf vielen Guͤ— tern, den groͤßten Theil ihres Unterhalts aus den Hofesspeichern nehmen mußten. Das System, mit unverhaͤltnißmaͤßig großen Feldern zu wirth— schaften, hat in einigen Gegenden, die weniger be— volkert sind, die uͤngsten Menschen zu schweren 27— 2———*— 10 Arbeiten angestrengt. Wie aber jede fruͤhe Ueber⸗ spannung in der Folge Schwaͤche erzeugt, so sind Menschen, die kaum ihr halbes Lebensalter erreicht haben, schwach, sehen alt aus, und sind zur Ar— beit untuͤchtiger. Da durch die großen Felder alle andere Arbeiten vermehrt wurden: so mußte der Wirth des Gesindes jedweden lohnen, der sonst mit Brod und Kleider zufrieden war. Das Brod, 05 welches den vielen Arbeitern zur Hofesarbeit mit— b gegeben werden mußte, wurde verschleppt, und der üͤbrig gebliebene Rest kam nicht wieder in die Haͤn⸗ D de des Hausvaters. Durch alle diese Wege ent— N ging dem Hauswirth der Vorrath und er litt Man⸗ 0 gel. Endlich, der groͤßte Schaden, der fuͤr die à Menschheit daraus erwuchs, ist der, daß die Leute, 8 wo sie sehr angestrengt wurden, allen Muth, und 5 6 bey der Niedergeschlagenheit der Gemuͤther, alle die buͤrgerlichen TZugenden verloren haben, die zum 1 Wohlstand eines Volks so unentbehrlich sind. Ge— 4 fuͤhl des Werthes eines Menschen, Entschlossenheit, Thaͤtigkeit, Fleiß, Lust zu leben, sind fort, und m Niedertraͤchtigkeit, Trunkenheit, Faulheit und List, 4 sind Laster, die an die Stelle jener Tugenden getre⸗ ten sind. Ein Volk, das einmal verarmt und un— 5 muthig geworden ist, ist dann in vielen Genera— 1 tionen nicht wieder aufzuhelfen. Es ist in einer* langen Reihe von Jahren hernach, aller Menschen⸗ 1 1 schlagenen Gemuͤther wieder aufzurichten, und sie mit froͤhlichem Muthe zu beleben; unmͤͤglich, die einmal herrschend gewordenen Laster in kurzer Zeit wegzuschaffen. Bittere Armuth hat fuͤr die Menschheit schreckliche Folgen. Der Schaden am Ertrage der Felder, ist, bey uͤbergroßen Feldern in einer Wirthschaft, eben so betraͤchtlich. In nassen Jahren ist es gar zu sichtbar gewesen, daß die Ma⸗ gerkeit der Aecker uns fast ganz ohne Huͤlfe ließ. Ein mageres Feld hat ein, hoͤchstens zwey Korn uͤber die Aussaat gegeben; da ein gut eingeduͤngtes, drey bis vier Korn lieferte, und ein kleines Feld mehr trug, als ein großes. War der Roggen ausgefault, so saͤete man mit dem besten Erfolg, Gerste, die den Verlust groͤßtentheils ersetzte. Allein wenn man auch in einem magern Acker, wo der Roggen verdorben war, Sommergetraide saͤete: so wurde dasselbe eben so schlecht, und die doppelte Saat wurde kaum ererndtet. In jedem Acker blei— ben, wenn die Winter auch noch so schlecht sind, doch einige Pflanzen, die etwas hoch stehen, uͤbrig; war das Land fett, so gewannen die zuruͤckgeblie— benen Stauden mehr Raum und Kraft, setzten ei— nen großen Stuhl, aus welchem viele Haͤlme wuchsen; die Aehren waren laͤnger und gefuͤllter, daher denn, nach einem schlechten Winter, der Er— liebe und Unterweisung unmoͤglich, die niederge— ů 12 trag von einem wohleingeduͤngten Acker noch ein— mal so eintraͤglich war. In großen ungeduͤngten Feldern blieben wenige Stauden uͤbrig, die einen Halm und kurze Aehren hatten; der Ertrag konnte also nicht anders, als sel hr geringe seyn. Der große und betraͤchtliche Ertrag eines Feldes haͤngt nicht davon ab, daß die Halme sehr dicht stehen, son⸗ dern von der Laͤnge und Fuͤlle der Aehren; diese Fuͤlle der Aehren richtet sich aber bloß nach der Fet⸗ tigkeit des Bodens. Ein gut Lingeduͤngtes Land giebt, Jahr aus Jahr ein gerechnet, wenigstens noch einmal soviel Koͤrner, als ein mageres, die Wit⸗ terung mag auch seyn, wie sie will, naß oder trok— ken. Man mache am Ende des Dieschens seine Berechnung, nicht vom ganzen Felde im Durch— schnitt, denn hier muß das fette Land dem magern Acker aushelfen; sondern man berechne das fette und magere Land allein, und schließe dann: wenn mein halbes Feld so viel ertragen haͤtte, als das fette Stuͤck, so haͤtte ich eben so viel, als das uͤbergroße, ungeduͤngte Feld giebt. Dazu erwaͤge man, daß wir so viel mehr schlechte Winter und fuͤrs Getraide verderhliche Witterung haben, die dem magern Acker mehr, als dem gut geduͤngten schaden. Unser Klima hat eine eigene Beschaffen⸗ heit; unsere Witterung ist, im Verhaͤltniß der be— nachbarten Laͤnder, so außerordentlich, daß man V 13 einen Fluch mit unserer Witterung ausspricht. Diese sonderbare ist nicht allein einem gewissen Zeitraume von Jahren eigen, sondern sie muß wohl sehr alt seyn, weil jener Fluch schon lange bekannt ist. 84 Es gehoͤrt noch einmal so viel Arbeit und Kraft der Menschen und Pferde dazu; noch einmal so viel Saat, um das sehr große und schlechte Feld zu be⸗ streiten. Man gewinnt auch nichts an Stroh; denn das fette Land giebt laͤngeres und staͤrkeres Stroh, und wenn auch ein mageres Land, das noch einmal so groß ist, mit dem Schmel und Trespe mehr Stroh geben sollte, so muß das mit so viel mehr Saat, Kraft und Arbeit errungen werden, die, auf an⸗ dere Gegenstaͤnde gerichtet, einen weit groͤßern Nutzen bringen wuͤrden. Bey sehr großen Feldern muß man jedes Stuͤck Acker zum Felde ziehen, es mag der Boden seyn wie er will, hoch oder niedrig, Sumpfacker oder Sand; weil man oft nicht aussuchen kann, und der Verzaͤunung wegen, gerne ein Feld im Zu⸗ sammenhange hat. Nun aber ist manches Stuͤck Acker zum Heuwuchs sehr gelegen, will aber durch⸗ aus nicht mit Getraide bestellt seyn. Man laͤßt sich aber durch diese Lage nicht hindern, und verliert jaͤhrlich den Roggen, so wie den Graswuchs. Man hofft zwar auf das Sommerkorn, das in S + 4 4 niedrigen Gegenden gut zu gedeihen pflegt: allein wenn das auch allemal einschlaͤgt, so hat der Land— mann in drey Jahren einen ordentlichen Ertrag. Waͤre aber Gras darauf gewachsen, so haͤtte man alle drey Jahre Nutzen davon gehabt, ohne Auf— wand von Arbeit und Duͤngung, die im nassen Boden ohnehin verloren und unwirksam ist Da bey sehr großen Feldern, aller Acker, den man vorfindet, genommen werden muß, so niedrig auch die Lage desselben ist; so hat dieses System eine unsaͤgliche Menge Graben erfordert, die viel Geld gekostet haben, und deren Renovation all— jaͤhrlich noch viele Kosten und Arbeit nothwendig machen. Der Ertrag an Getraide ist oft so klein, daß kaum die gemachte Auslage bezahlt werden kann. Sehr große Felder enthalten mehrentheils nicht durchweg gleichen Acker, der auf einerley Art be— stellt seyn will. Ein Stuͤck ist Sand, ein anderes Lehm und ein drittes Moorland. Muͤßte man nun diese Stuͤcke auf gleiche Weise bearbeiten, und das muß man oft, weil eine Arbeit die andere draͤngt und die Jahreszeit verlaͤuft: so kann es nicht feh⸗ len, daß daraus Nachtheil entsteht. Diese Ver⸗ schiedenheit ist oft in so kleinen Stuͤcken vertheilt, daß sich in der Bearbeitung kein Unterschied ma⸗ W. 15 chen laͤßt, sondern alles auf gleiche Art und Zeit bearbeitet werden muß. Sehr große Felder noͤthigen die Landwirthe, um das Feld moͤglichst in Ordnung zu halten, die vorhandene Duͤngung sehr duͤnne auszuroͤffeln, daß mit dem zweyten Korn, das man dahin saͤt, schon alle Kraft wieder verschwunden, und der eigent⸗ liche Vortheil, den die Duͤngung erzeugen soll, gaͤnzlich verloren ist. Auf dasselbe Stoͤck wird erst im siebenten oder zehnten Jahre wieder Duͤn— gung gebracht. Man haͤlt das schon fuͤr eine gut eingerichtete Wirthschast, wo im sechsten Jahre die Duͤngung hingebracht wird. Wie aber, wenn das erst im zwoͤlften oder funfzehnten Jahre geschieht? Dann ist von der wenigen Duͤngung keine Spur mehr vorhanden. Wie kann da die Natur des Ackers durch Duͤngung verbessert werden? Das ist aber der Endzweck der Duͤngung: nicht allein im Anfange reichlichern Ertrag der Erdfruͤchte zu erhalten, sondern die Natur des Bodens zu ver⸗ bessern, es so einzurichten, daß aus dem schlechten Acker ein guter werde, und daß die Krume mehr Moder erhaͤlt. n Welcher unersetzliche Verlust ist an Kraft und Arbeit, bey unmaͤßig großen Feldern unvermeid⸗ lich. Die Kraͤfte eines Landgutes, die auf eine sehr nuͤtliche Art haͤtten angewendet werden koͤn⸗ —— nen, sind oft rein verloren. Man denke an das dreymalige Pfluͤgen, Eggen, Graben, Zaͤune⸗ machen, Maͤhen, Harken u. s. w. Wenn nun 5 der Pfluͤger umsonst seine Furchen zieht, der Maͤ⸗ her vergebens arbeitet, und oft fast lauter Schmel und Trespe erdroschen wird. Wie viel koͤnnte durch diese verlorne Kraft gewonnen werden, wenn sie auf einen Gegenstand gerichtet waͤre, oder fortdau⸗ renden Nutzen bringt. Ich will nur ein Beyspiel anfuͤhren: Vierzehn Loof Reeschen in jedem Felde, 19 0 davon zwey jaͤhrlich bearbeitet werden, machen zu⸗ b sammen acht und zwanzig Loofstellen. Diese drey⸗ 600 mal gepfluͤgt, betragen vier und achtzig Loofstellen. Ein Wirth, der also vier Pfluͤge staͤrk ist, hat jaͤhr⸗ lich fuͤr jeden Pflug ein und zwanzig Loofstellen zu U bearbeiten. Diese vier und achtzig Loofstellen muͤs— V sen auch geegget werden; die andern Arbeiten nicht gerechnet, so ist die Arbeit des Pfluͤgens allein schon 0 ‚ auf einem magern Acker, ein Zeitverlust von drey Wochen. 10 ö Ein gar zu großes Feld kann unmoͤglich so gut 0 eingearbeitet und so rein geerndtet werden. Jemehr 6 der Bauer in seiner Reesche zu bearbeiten hat, de⸗* stomehr wird er sich Nachlaͤßigkeiten im Pfluͤgen, Eggen, Maͤhen und Harken erlauben. Sein eige⸗ nes Feld liegt ihm im Sinn; und wie viel ernstli⸗ chen Fleiß wird er auf ein schlechtes Land richten.. 17 Er sagt mit Recht bey sich selbst: da wird nichts wachsen; meine Muͤhe ist vergebens. Und geraͤde die aͤußerst sorgfaͤltige Bearbeitung eines magern Ackers, kann demselben zum bessern Ertrage foͤrderlich seyn. Ein fettes Land braucht so fleißige Bearbeitung nicht; die vielen Modertheile in demselben, ersetzen den Mangel der sorgfaͤltigen Bearbeitung. Die Aufseher sind auch nicht im Stande, eine ungeheuer große Ackerflaͤche zu uͤbersehen, und auf alle Stel⸗ len, ein aufmerksames Auge zu richten. Es ist auch ein kleineres Feld geschwinde besaͤet und abge— erndtet, indem ein großes vielmehr Regen aushal— ten muß, bis es vollstaͤndig bearbeitet ist. Bey einem kleinen Felde kann man sich, wenn man, eine angemessene Zahl an Menschen und Pferden hat, sehr genau nach der Witterung richten. Dort, bey dem großen Felde, muß man saͤen, pfluͤgen und erndten, wenn man Zeit hat, ohne sich um an— dere obwaltende Umstaͤnde bekuͤmmern zu duͤrfen. Endlich, wie viel verliert des Bauern Feld, an regu⸗ lairer Bearbeitung, wenn die Hofesfelder gar zu groß sind. Es giebt Aecker, deren guter Ertrag bloß an eine gewisse Zeit gebunden ist. Muß nun aber der Bauer sehr lange Zeit, auf den Hofesfeldern zu— bringen, so vergeht daruͤber seine Saͤe⸗ und Maͤhe⸗ zeit, und der Wind schlaͤgt seine reifen Koͤrner aus den Aehren. .— 7—————2..— 2 2—— 2—— +* 18 Der Viehstand hat durch die gar zu großen Felder viel gelitten. Das nahe gelegene Land ist al⸗ les in Felder verwandelt worden; das Vieh muß also sehr weite Wege bis zu den Weideplaͤtzen ma⸗ chen. Diese Weiden sind sehr verengt und weniger Sedrdeh Guter Boden traͤgt freilich gutes Korn, aber auch gutes Gras, welches nahrsam ist. So aber EI bleibt der schlechte Boden allein zum Graswuchs 00 e. und zur Weide, und disser Mangel an Weide tritt UEW gerade zu der Zeit ein, wann das Vieh, die meiste 0, Milch geben soll, von George bis alt Johannis, in der Zeit, da das Vieh volle Nahrung haben sollte, Me weil es oft ausgehungert und abgezehrt, von den 00 uf Staͤllen kommt. Unsere Fruͤhlinge sind zu kurz und 5 4 zu kalt, unsere Herbste zu naß; es kann daher, wenn sehr große Felder vorhanden sind, keine Arbeit zu UW anderweitigen wichtigen Verbesserungen unternom— men werden. Alle Zeit geht, besonders in schlech— 400 ten Jahren, auf den Ackerbau und dessen Bestel— I. lung hin. Auf Verbesserung der Heuschlaͤge, aus 9 denen doch eigentlich der Segen auf den Acker W 6 kommen soll, kann nicht die noͤthige Arbeit ange— y wendet werden, und eben so wenig auf andere I Gegenstaͤnde, die von großem Nutzen waͤren. n In Kurland sind viel zu wenig Menschen. Auf* einem Flaͤcheninhalt von siebenhundert und funf⸗ 50 zig Quadratmeilen leben vierhundert acht und vier⸗ ßen Dal⸗ nuß na⸗ ger orh, wer uchz kritt liste in lte, den und benn t zu om- ch⸗ tel⸗ aus cker ne⸗ dere 2 19 zigtausend Menschen, von denen hoͤchstens hun⸗ derttausend Ackerbau treibende Menschen sind. Das Arbeitslohn wird hier immer hoch seyn, weil das Brod im hohen Preise bleiben wird. Da wir an der See wohnen, und unser Getraide leicht verschif⸗ fen koͤnnen, so werden die Kornpreise immer hoch seyn. Wir muͤssen alle unsere Kraͤfte an Menschen, weise anwenden, und sorgsam allen Mißbrauch dieser Kraͤfte verhuͤten, sonst kommen wir nicht weiter, sondern zuruͤck. Zu allem diesen Verlust, der aus gar zu großen Feldern entsteht, rechne man noch den Schaden an Bauerpferden, die angeschafft werden muͤssen; an Brod, das den Leuten gereicht werden muß; an Ausgaben, die man an Aufseher und andere Zu⸗ faͤlle verwendet hat: so wird eine Summe von Verlust herauskommen, der den Vortheil, den die großen Felder, selbst in gutem Acker, abwerfen koͤnnten, uͤbersteigt. Ich bin durch das wider die gar zu großen Felder Gesagte, nicht gesonnen, unserm herrlichen Ackerbau, Schranken zu setzen; vielmehr weiß ichs mit Ueberzeugung, daß ein Staat nur gluͤcklich seyn kann, wenn der Ackerbau so ausgebreitet, als moͤg⸗ lich ist. Mir ist es immer erstaunlich, daß wir alles, alle Beduͤrfnisse des Lebens und des Luxus, bloß fuͤr Feldfruͤchte kaufen; denn bekanntlich ist 2* SSIII 20 Getraide, das alleinige Produkt, das uns baares ö Geld einbringt. Die uͤbrigen Produkte verschiffen. wir roh, und koͤnnen sie nicht verarbeiten, sondern 0 kaufen sie, wenn sie verarbeitet sind, von andern Naͤtionen zuruͤck. Meine Behauptung, die ich 1½ hierdurch ausmachen und erweisen will, ist die: 52 daß man die Groͤße der ordentlichen Felder, nach— einem andern Maaßstabe einrichten muß, als der 9 gewoͤhnlich angenommene, naͤmlich, die Zahl der Menschen und Pferde, und der große Flaͤchen⸗ 1) inhalt. 100 Ich wollte hier gar kein eigentliches Maaß der 1 Große der Felder, im Verhaltniß der Groͤße eines 90 Laͤndgutes angeben; das vermag ich auch nicht; 569 es wuͤrde auch nicht allenthalben anpassend seyn 305 konnen. Es kommen so viele lokale Umstaͤnde da— W zu, die alle, bey Messung und Bestimmung der 1I Groͤße der Felder, auf einem Gute, in Betracht gezogen werden muͤssen. Indessen will ich doch 1 einige Grundsaͤtze vor Augen legen, auf die man 0 Ruͤcksicht nehmen muͤßte, um zu sagen: so groß soll mein ordentliches und unter Duͤngung zu setzendes Feld seyn. Dasjenige, was ich weiter uͤber diesen Artikel zu sagen haͤtte, bitte ich nur als 10 Grundsaͤtze anzusehen, nach denen man sich, in so x* ferne richten kann, als es die uͤbrigen Umstaͤnde gestatten. 3— ates iffen dern dern ö ich die: nes icht; seyn da⸗ der acht doch nan roß zu als in so ande 21 Um den eigentlichen Maaßstab zur Groͤße des Kornfeldes zu machen, sehe man nicht auf die Groͤße des Flaͤcheninhalts und den großen Umfang, den ein Landgut hat. Man ziehe bey diesem ver— meintlichen Maaßstabe ab, die Flaͤche, die der Holzwuchs, fuͤr eine gewisse Anzahl Haushaltun⸗ gen, nothwendige Wiesenplätze fuͤr das Landgut und die Bauern, noͤthige Weiden, Gesindstellen, Hoflagen, Gaͤrten, Teiche, Wege, Graben, Fluͤsse, Suͤmpfe und unbrauchbare, nicht zu verbessernde Moraͤste einnehmen. Alle diese Stuͤcke nehmen eben so gut den Flaͤcheninhalt ein, als die Korn⸗ felder. ö Eben so wenig kann man, bey Bestimmung seiner Kornfelder, auf die große Anzahl der Men— schen allein sehen, denen man zu befehlen hat. Es gehöͤren zu sehr großen Feldern, nicht allein viele Menschen, sondern auch viele Pferde. Um aber viele Pferde halten zu koͤnnen, muß viele Weide, Ergiebigkeit und Groͤße der Wiesen, auch fuͤr die Bauern, vorhanden seyn. Die Menge der Pferde ist nicht allein im Sommer zu erhalten, sondern ich kann mit Grund rechnen, sechs volle Mo⸗ nate den Winter hindurch. Die Bearbeitung der Felder mit Ochsen, kann hier nicht eingefuͤhrt wer, den, weil wir unsere Krescenzien sehr weit bis zu den Scestaͤdten zu verfuͤhren haben, und daher oh— nehin, viele Pferde in Kurland gehalten werden muͤssen. Der Transport der Sachen mit Ochsen, ist daher unmoͤglich, weil derselbe nur im Winter geschehen kann, wenn die Wege glatt und mit Eise belegt sind. ö Eben so muß auch auf das Holz und dessen Vorrath, Ruͤcksicht, in Bestimmung der Groͤße der Felder genommen werden, da wir genoͤthigt sind, all unser Getraide, der nassen Witterung wegen, zu doͤrren, ohne dem es schlecht mit un⸗ serm Ackerbau aussehen wuͤrde. Eigentlich und ganz besonders muß bey Bestimmung der Groͤße der Felder, auf die Menge und Ertragsamkeit der Wiesen gesehen werden. Um nun diese Wiesen auf alle moͤgliche Art zu kultiviren, dazu will ich hie— durch Zeit und Kraft gewinnen, zu dieser Absicht, die Felder so klein machen, daß sie in einer be— stimmten Zeit, einen hohen Grad von Fettigkeit erhalten sollen. Ein Acker muß durch die Kultur, eine andere Beschaffenheit erhalten, und erhaͤlt ihn gewiß, wenn er mit Nachdenken und Fleiß bear— beitet wird. Ich wuͤrde denn also auch, zur Bestimmung der Groͤße der Felder, auf den großen Vorrath der Duͤngung rechnen, und die Gelegenheit und Kraͤf⸗ te, die Duͤngungsmittel herbeyschaffen zu koͤnnen, ein aufmerksames Auge richten. Sind außer den rden hen, inter Eise ssen roße thigt rung un⸗ und 5 5 2292 22 ordentlichen Wiesen, viele Saͤeteiche vorhanden, die den Feldern das Stroh hergeben, ist viel Rohr, sind viele Bauholz Waͤlder, ist viele Heide vorhan⸗ den: so kann man die Felder vergroͤßern, woferne die uͤbrigen Stuͤcke, die zur Groͤße erforderlich sind, sich verhaͤltnißmaͤßig dabey befinden. Zu einer richtigen Bestimmung der Groͤße der Felder, gehoͤrt auch, daß man seine Kraͤfte genau abwiegt, alle uͤbrige Wirthschaftsgegenstaͤnde or⸗ dentlich und gemaͤchlich zu verrichten, ohne bey den⸗ selben etwas, der Felder wegen, versaͤumen zu muͤs⸗ sen. Versaͤumt man, diese uͤbrige Stuͤcke gehoͤrig zu kultiviren, so kommt man im Grunde nicht weiter. Auf der einen Seite ist Vortheil, etwa auf den Feldern, auf der andern Seite ist ein eben so großer Schaden, den man sogleich nicht merkt, und der von dem glaͤnzend in die Augen fallenden Vortheil von den Aeckern, verdunkelt wird. Wenn ich aber meine Kraͤfte wohl a bwaͤge, die zur Bear⸗ beitung aller Geschaͤfte in der Landwirthschaft er⸗ forderlich sind, dann kann ich gruͤndlich bestimmen, wie viel Ackerland ich zu den Feldern bequem bear— beiten, bedungen und nutzen kann, und wie viel ich an Ackerland, auf jedes Gesinde zu bearbeiten ver— theilen kann. Um das Verhaͤltuiß der Groͤße der ordentlichen Ackerfelder, das ist, solcher, die bestaͤndig unter 24 Duͤngung, Pflug und Saat gehalten werden, noch naͤher zu beleuchten, waͤre meine Beobachtung folgende. Man muß ein fuͤnffaches Verhaͤltniß vor Augen haben. Erstlich die Groͤße der Felder zu dem Viehstand. Fuͤr hundert Stuͤck Rindvieh sind achtzig Loofstel⸗ len Winter- und achtzig Loofstellen Sommerkorn— felder erforderlich, um diese Thiere den Winter hindurch erhalten zu koͤnnen. Koͤnnte die Einrich⸗ tung so gemacht werden, daß von diesen zweyhun— dert und vierzig Loofstellen(denn das gewoͤhnliche dritte, oder Brachfeld haͤlt ja auch achtzig Loof⸗ stellen) zwey Viertel, also hundert und zwanzig Loofstellen jaͤhrlich mit Sommergetraide, und ein Viertel, also sechs zig Loofstellen, nur mit Winter⸗ korn bestellt wuͤrden: so bliebe Hlles Roggenstroh bloß zum einstreuen, und der Winterkaff, alles Sommerstroh und Kaff zur Winternahrung fuͤr das Rindvieh. Waͤre Brandweinsbrand vorhan—⸗ den und Mastung dabey: so wuͤrde der Kaff vom Winterkorn, mit Grund fuͤr das Mastvieh ange— wendet werden koͤnnen, zum voraus gesetzt, daß diesen Verlust zur Unterhaltung des Viehes, das vorhandene Heu ersetzte. Obige Angabe der zwey Viertel Sommerfelder, faͤnde auf solchen Guͤtern statt, wo alljaͤhrlich schon jetzt eine gewisse Anzahl Teiche beackert und genutzt wuͤrden. Wenn also 4 t, 33 25 achtzig Loofstellen Winterkorn, achtzig Loofstellen Sommerkorn, achtzig Loofstellen Teiche— genutzt wuͤrden, oder hundert und zwanzig Som⸗ merkorn, sechszig Winterkornfelder waͤren: so koͤnnte es nicht fehlen, daß hundert Stuͤck Rind⸗ vieh, Jahr aus Jahr ein gerechnet, ordentlich unter⸗ halten werden koͤnnten, die Jahre moͤgen gut oder schlecht seyn: denn unter diesen genannten Umstän— den, wenn auch in einem Jahre weniger Viehfut— ter fallen solltet so wuürde der uͤbrig gebliebene Vor— rath guter Jahre, den ich bey dieser Rechnung zum voraus setze, diesen Verlust aushelfen, ohne daß es noͤthig waͤre, Viehfutter Linmi Erfahr— ne Landwirthe sehen es wohl ein, daß ich reichlich gerechnet habe, und sie werden es gewiß billigen, weil der Mangel an Biebfutter, der bey sehr lan⸗ gen und harten Wintern bisweilen eintritt, eine außerordentlich schwere Last ist, die den Landmann drückt. Zweytens, die Ergiebigkeit der Wiesen zu dem Viehstand. Sind sehr ergiebige Wiesen, so daß alle Jahr, mit Sicherheit, zwey Fuder Heu auf das Stuͤck Rindvieh gerechnet werden können: so koͤnnten auch die Sommerfelder kleiner, und die Winterfelder größer seyn. Wenn ich wider den jetzigen Gebrauch, zwey Fuder Heu statt eines rechne: so werden erfahrne Landwirthe dieses nicht x‚ 20 mißbilligen. Gut ist gut, und besser ist besser! Ueberdem ist ein Fuder Heu, bey wenigem Som— merstroh, zu wenig fuͤr ein Stuͤck Rind im Win⸗ ter. Dieses ist die Zeit, in der die Kuͤhe tragend sind; werden sie in dieser Zeit gar zu schlecht gehal⸗ ten, so hat das Einfluß auf die Kultur und den ganzen folgenden Wohlstand der Kuh. Die Win⸗ terduͤngung ist auch gar zu schlecht, wenn diese nuͤtzlichen Hausthiere schlecht gehalten werden. Ich hoffe, wir werden uns mit den Landwirthen weiter unten, in dieser Berechnung einigen. Drittens, den Viehstand zu den Ackerfeldern. Bey eben angezeigtem und berechnetem Futter und Größe der Felder, koͤnnen hundert Stuͤck Rind⸗ vieh, in gehöͤrigem Verhaͤltniß, Pferde, Schaafe, Schweine und Fahsel, fuͤr funfzig Loofstellen, Duͤngung liefern und mehr nicht. Wollte man aun bey diesem Verhaͤltniß die Felder vergroͤßern, so zerruͤttete man diese ganze Wirthschaft und braͤchte in alle Theile derselben, ein Mißverhaͤltniß heraus, davon das Resultat, Schaden in irgend einem Theile dieses Landgutes waͤre, entweder bey den Aeckern, oder dem Viehstande oder den Men⸗ schenkraͤften. Viertens, das Verhaͤltniß der Menschenkraͤfte zu den Feldern. Es ist in Ansehung dieses Ver⸗ haͤltnisses nicht allein auf die Zahl der Gesinder, ————.——.—..— — I 27 auf die in jedem 5 vorhandenen Menschen, auf ihre Anzahl Vieh, Pferde, Aecker und Heu⸗ schlaͤge, die sie beshen, zu sehen, sondern auch auf die uͤbrigen Arbeiten eines jeden Landgutes, als zum Beyspiel, weite Entfernung des Holzes, auf die vielen neuen Bauten, die gemacht werden muͤssen, auf die Erhaltung vieler anderer Wirthschaftsstuͤcke zu sehen, viele Wege, große Muͤhlen u. dergl. m. Indessen scheint mir das bequemste und vortheil— hafteste Verhaͤltniß der Aussaat, auf einem Land⸗ gute, zu den Menschenkraͤften, wie eins zu sieben zu seyn: naͤmlich, wenn ich ein Halbhaͤker Gesinde besitze, welches eine Woche zu Pferde und die an— dere Woche zu Fuß, einen Menschen schickt, so konnte ich mit diesem Gesinde nur sieben Loofstel⸗ len, in jedem Felde, aussaͤenn. Fuͤnf Loof Ree⸗ schen und zwey Loofstellen mit dem Arbeiter. In hundert Loofstellen wuͤrden also vierzehn bis funf⸗ zehn Halbhaͤker Wirthe, die um die andere Woche, einen Arbeiter zu Pferde und einen zu Fuß schick— ten, gehoͤren. Es ist wahrscheinliche Vermuthung, wenn ich behaupte, daß das Verhaͤltniß des Flaͤ⸗ cheninhaltes der Ackerfelder und Wiesen, auch wie eins zu sieben, hier im Lande mehrentheils befind— lich ist, und ich wuͤnschte daruͤber naͤheren Unterricht von Landwirthen zu erhalten, die in einem weiteren Umkreise leben und wirken, und ich will mich gerne 28 belehren lassen. Es findet zwar auf einem Gute statt, daß mehr Menschen vorhanden sind, es ge⸗ bricht aber an Wiesen, an Viehstand und Weide. Auf andern Guͤtern ist der Boden sehr ergiebig, allein da fehlt es an Wiesen und Menschenkraͤfte. Nehme ich nun im. Durchschnitt alles in Anschlag, Flaͤcheninhalt, Wiesen, Menschen und thierische Kraͤfte, Güte des Bodens, so kann ich kein ande⸗ res Maaß herausbringen, als oben genanntes, eins zu sieben. Die Winterkorn Felder muͤssen in unserm Klima so groß seyn, daß sie wenigstens halb, alljaͤhrlich beduͤngt werden koönnen. Nur stark eingeduͤngte Aecker trotzen der hiesigen Wit⸗ terung, da solche Aecker nur starke Wurzeln ma— chen, die die Naͤsse, Kaͤlte und Frost aushalten. Fuͤnftens, endlich das letzte, welches bey dieser Untersuchung in Anschlag genommen werden muß, um die Große der ordentlichen Getraidefelder zu bestimmen, ist die Zeit. Wie verhaͤlt sich die Zeit, in der wir unsere Feldarbeiten zu bestreiten haben, zu der Große des ordentlichen Feldes? Wir ha— ben fuͤnf und einen halben Monat Zeit, von der Mitte des Aprils bis zum letzten September, das macht vier und zwanzig Wochen. In dieser Zeit muß die Arbeit des Pfluͤgens, Saͤens und Ernd⸗ tens vollbracht seyn. Rahmele ich sieben Loofstel— len auf jedes Halbhaͤker Gesinde, im Winter⸗ und V 29 Sommerfelde, so haͤtte der Wirth mit seinen Leuten, vierzehn Loofstellen, in zween Feldern, jaͤhrlich zu bearbeiten. Diese vierzehn Loofstellen dreymal ge⸗ pfluͤgt, macht zwey und vierzig Loofstellen. Ein Mensch arbeitet auf eine Loofstelle, mit dem Pfluge und der Egge, im Durchschnitte, einen ganzen Tag. Es gehoͤrten also sechs Wochen dazu, daß ein Mensch diese Arbeit verrichtete. Setzt man noch hinzu die Ausfuhr der Duͤngung, des Furchen⸗ ziehens zum Winterfelde, des Berollens im Som— merfelde, die Heuerndte, das Zaͤunemachen und die Renovation der Graben: nehme ich noch die Arbeiten, die der Wirth, auf seinem eigenen Acker, eben so zu verrichten hat, die Arbeit des Dreschens, die auch in diese Zeit der fuͤnf und einem halben Monate faͤllt: so denke ich, ist das Verhaͤltniß von eins zu sieben nicht zu klein. Wuͤrde ich aber fuüͤr ein Gesinde jede Reesche vierzehn Loofstellen groß machen, und im Sommer- und Winterfelde zu— sammen acht und zwanzig Loofstellen bearbeiten, so fielen auf einen Menschen vier und achtzig Loof⸗ stellen und also vierzehn Wochen. Das Gesinde enthaͤlt nun zwar drey bis vier Pfluͤge. Wenn ich diese Arbeit aber auf einen einzigen Menschen wer— fe: so gehoͤren vierzehn Wochen dazu, es zu bear— beiten. Ich habe hier die gemaͤßigte Menschenzahl, mit der groͤßten, die mir bekannt ist, mit Fleiß nur +—— Iü—* III 4— 30 als ein unmaaßgebliches Beyspiel zusammen vorge⸗ legt, um die Landwirthe auf dieses Verhaͤltniß auf⸗ merksam zu machen, damit sie sehen, daß allerdings auch die Zeit mit zum Maaßstabe, fuͤr die Groͤße der Felder, in Anschlag genommen werden muß. Was soll man aber nun mit dem uͤberfluͤßigen Ackerlande machen? Es giebt wirklich viele Land— guͤter, wo so viel gutes Ackerland vorhanden ist, daß mit Vortheil sehr große Felder angelegt werden konnen. Es ist oft vortreflicher Acker, der bey we⸗ 19 niger Kultur sehr ergiebig ist. Soll er wuͤste liegen bleiben, soll er ungenutzt zur Weide liegen bleiben, soll man von dem guten Boden, nicht so viel Nu— Dat tzen ziehen, als man kann? Der gepfluͤgte Acker auud giebt ja außer der Nahrung fuͤr Menschen, auch Fimmn Nahrung fuͤr die Hausthiere und Duͤngungsmate⸗ Ueberf rislien. Auf alle diese Fragen antworte ich, in dem Abschnitte von den Beyfeldern und von der Ein⸗ itthscha theilung der Felder, in drey oder mehrere Theile; Vunutht ich bitte also dahin zu sehen, wenn man gleich auf n altn diese Fragen, die Antwort lesen will. Ich gehe Rue jetzt zu meinen Abhandlungen uͤber, zu denen ich mir nihtin den Weg, durch die Betrachtung uͤber die unmaͤßig chgf großen Felder gebahnt habe. ubi RN D I Wrlg 3 1 —— Soeeeessee—— Erster Abschnitt. I. Von den Heuschlaͤgen oder Wiesen. Die Seele der ganzen Landwirthschaft ist vieles und gutes Heu, ein großer Ueberfluß von allerhand Fuͤtterung fuͤr unsere Hausthiere. Von diesem Ueberfluß haͤngt s vieles in der Landwirthschaft ab, daß ichs mit Recht, die Seele der ganzen Land' wirthschaft nennen kann. Daher je großer der Vorrath davon ist, desto groͤßere Vortheile hat man von allen Theilen der Landwirthschaft zu erwarten. Bey der Schaͤtzung eines Landgutes ist der Acker, nicht von so großem Gewicht, als die Heuschlaͤge,‚ ein großer Vorrath an Heu und zwar gutem Heu; weil die Ertraͤgsamkeit und selbst die Guͤte des Ackers, von dem Viehstande abhaͤngt und weil mit dem Vorrath an Duͤngung, der Wohlstand des Ackerbaues steht und faͤllt. ———— ———— —. ———— 290 Wie wichtig muß die Butterpacht fuͤr ein Land— gut werden, wenn viel Heu vorhanden ist. Man giebt hier jaͤhrlich sechs bis sieben Kuͤhe auf eine Tonne Butter, an die Hofmutter ab; wenn wir gutes nahrsames Heu im Ueberfluß lerten, so duͤrf— ten wir gewiß nur vier Kuͤhe auf die Tonne Butter rechnen, und haͤtten von acht und vierzig Kuͤhen statt acht, zwoͤlf Tonnen Butter. Man bemerke, wie viel eine Kuh, die den Winter hindurch mit Koppelheu gefuͤttert wird, an Milch und Butter in der Stadt abwirft. Eine Kuh erhaͤlt eine ganze Haushaltung, und liefert noch zum Verkauf etwas betraͤchtliches. Unsere Viehart ist klein und schlecht; was koͤnnte uns aber hindern, besseres Vieh an— zuschaffen und zu erziehen, wenn wir viel gutes Futter haͤtten. Viel Heu giebt vielen Duͤnger. Gewoͤhnlich sagen die Landwirthe: wenn wir nur viel Stroh haͤtten, so wuͤrden wir auch Duͤnger im Ueberfluß haben. Nach meiner Erfahrung kann schlechtes Futter unmoͤglich guten Duͤnger geben. Man kann bey einem großen Vorrath an Stroh, viel verfaultes Stroh machen, aber nimmermehr guten Duͤnger. Theoretisch laͤßt sich das schon beweisen, daß die Bestandtheile eines Duͤngers von guten saftigen, kraftvollen Pflanzen, die den Thieren Fleisch und Fett geben, ganz anders beschaffen seyn — sisst 15 f Hh, WN ger Sn Maseet Lohß nefor Hgt munt disen Huts I mutghg ang i6 2 tter hen erke, mit Itter mie bas llich troh fluß chtes Man viel guten eisen, guten hieren n scyn 33 muͤssen. Wenn man eine Portion Stroh und gu⸗ tes Heu chemisch zerlegen wuͤrde: so wuͤrde es sich zeigen, daß das Stroh viel weniger solche Bestand⸗ theile, die die Pflanzen naͤhren, enthalten wird, als das Heu. Man beobachte nur die Duͤngung, die ein Stall voll gut gemaͤsteter Thiere auf dem Felde giebt, sehe die Gewaͤchse, die auf diesem gu⸗ ten Duͤnger wachsen, und sehe dann auf die Stel⸗ len, die mit dem magersten Strohduͤnger belegt sind, welcher merklicher Unterschied. Warum ist der Pferdeduͤnger so vorzuͤglich? bloß daher, weil Pferde mit Heu und Korn gefuͤttert werden. Man gebe dem Rindvieh so viele gute Nahrung, als es verzehren will, und sehe, welche große Menge Duͤn⸗ ger man, aus dem einzigen Stall, machen wird. Zweymal so viel, als ein Stall voll Vieh, das mit magerem Stroh genaͤhrt ist, von dem es nur zur Noth so viel verzehrt, als sich das Leben zu erhal— ten erforderlich ist. Wenn wir also nur durch vie— les gutes Heu, vielen guten Duͤnger erhalten köͤn— nen: so wird unser Bemuhen dahin gehen muͤssen, diesen Artikel in der Landwirthschaft zu verbessern. Gutes Heu verbessert nach und nach die Viehracen. Wir werden den Fleischhandel, den Kurland ehe— mals hatte, wieder hieher ziehen. Wenn wir es jemals so weit braͤchten, daß wir einen Ueberfluß an Heu haͤtten, den wir nicht mit 3 S 3⁴ Vortheil umsetzen koͤnnten; so wuͤrden unsere Staͤd⸗ te uns den Ueberfluß abnehmen; es wuͤrde auch Heu verschafft werden koͤnnen. Mit Freuden koͤnn⸗ ten wir Kavallerie in unser Land aufnehmen, die wir nun zu verbitten genoͤthigt sind. Die Schaaf⸗ zucht kann bey vielem Heu verbessert werden, und wir koͤnnten Wolle verkaufen. Da Kurland schon gerade so viel Wolle hat, als es selbst braucht: so duͤrfte nur ein klein wenig mehr Sorgfalt darauf gewendet werden, mehr Wolle zu gewinnen, um diesen Artikel andern Nationen zu uͤberlassen. Es konnten auch Fabriken zu feineren Tuͤchern errichtet werden. Grobe Tuͤcher, mit denen sich unsere Bauern bekleiden, haben wir hinlaͤnglich, ohne zauslaͤndisches kaufen zu duͤrfen. Wenn wir also einen Ueberfluß an Heu haͤtten: so wuͤrde die chaafzucht vortruflich gedeihen; diese Thiere ster⸗ n 905 seltener, als andern Laͤndern. Nach Polen und Preußen ging ehemals viel Geld fuͤr Pferde hinaus. Wenn wir viel Heu haͤt⸗ ten, wie leicht koͤnnte sich jeder Landmann seine noͤ⸗ thigen Pferde erziehen, sich edle Raeen anschaffen und verkaufen, wenn wir sie nur wohlfeiler stellen koͤnnten. Den Werth eines großen Ueberflusses an Heu, kennt jeder Landmann zu gut, als daß ich den Nutzen, der daraus fuͤr ihn entsteht, weitlaͤuftiger ————————————————————— —— WW‚.—......— Aat tbig Idi mur hü W Rchenf genden bun Easurn rade 1 i0 33 erzaͤhlen duͤrfte. Es kommt also darauf an, sich durch allerhand Mittel und Wege, diesen großen Ueberfluß zu verschaffen. Ich will hier den Heuvorraͤth zu vermehren, verschiedene Mittel in Erwaͤgung nehmen, als es unser Boden, Klima und die uͤbrigen Umstaͤnde gestatten. Wenn auch nur etwas mehr auf jedem Landgute gewonnen wird, wenn durch meine Vorschlaͤge, die Land⸗ wirthe aufgeregt werden, nur etwas mehr in diesem Theil der Landwirthschaft zu thun, so ist das schon fuͤrs ganze Land viel gewonnen. Es sind zwey Erfordernisse zu beherzigen, um dieses Beduͤrfniß im einer Landwirthschaft zu ver— mehren. ö So vielen Raum und schickliche Lage zu Heu⸗ schlaͤgen sich zu schaffen, als es nur moͤglich ist. So wenig ich geneige bin, winman im Vorherge⸗ henden gesehen hat, anzurathen, viel und sehr große Felder zu machen⸗ so wollte ich doch gerne jeden Landwirth in Thaͤtigkeit setzen, sich so große Wie⸗ sen zu machen, als es ihm nur moͤglich ist. Es gehoͤren zu vielen Heuschlaͤgen nicht niedrige Ge⸗ genden allein, auch trockenes hoch liegendes Land kann zu guten Heuschlaͤgen zubereitet werden, wenn es nur nicht Berge, sondern ebenes Land ist. Ge— rade ein Heu, das auf trockenen Wiesen waͤchst, ist das schätzbarste; es ist wenigstens noch einmal so 3 36 schwer und also auch so voll innerer Wuͤrde, als das in Niedrigungen und nassen Gegenden gewach— 8 sene Heu. Manche Gegend liefert ein Heu, wo— 6 4 von ein Liespfund, ein kleines Maaß fuͤllt, und 00 andere Gegenden geben ein so leichtes Heu, daß es n die Thiere unmoͤglich in einem gegebenen Zeitraum 4 verzehren konnen. Man hat sich also auch gar N nicht zu bedenken, trocken liegenden Boden zu W Wiesen umzuschaffen, und darauf Zeit und Kraͤfte W zu wenden. Es ist nun aber die Lage der Landguͤter in Kur— lut, land mehrentheils schon so beschaffen, daß der groͤßte hl Theil derselben, hinlaͤngl ichen Flaͤcheninhalt zu Heu— 6 schlaͤgen besitzt, 15— daß leicht noch viele waldige 8 an Gegenden, ohne dienn 25.— Abbruch zu thun, ö sch, zu Heuschlaͤgen umgeschaffen werden koͤnnen. Al⸗ sh lein fast durchweg fehlt an guter Be⸗ 1j schaffenheit des Bodens. Der schlechte nasse Bo⸗ Mfil den, oder die Magerkeit desselben, giebt ausseror— ush dentlich wenig Heu, im Verhaͤltniß des Umfanges. uutod Besonders diejenigen Heuschlaͤge, die niedrig liegen, Wne sind naß und ausgeweicht, daß auf denselben nur N elendes Schilfgras, Eisengras, Sumpfgras waͤchst, laß u wenn davon aͤuch die Erndte reichlich ausfaͤllt, so Matrn ist das Heu doch von gar zu geringer Bedeutung. 8 Ithi Wir wollen also unsere Aufmerksamkeit darauf eaih richten, unsern Boden zu verbessern. Ein Land und SSSSSSTITIITISIIIIIITITTITITITIIITIIIIIII — 27 7 hat zum Graswuchs nicht so viel Fettigkeit noͤthig, als ein Getraidefeld; wir brauchen von den Heu— schlaͤgen nicht die Koͤrner, wie vom Felde, nur den Halm und das Laub, und etwa die Bluͤthen, Die Verbesserung des Bodens der Heuschlaͤge hat daher nicht so viel Schwierigkeiten, als ein Ackerfeld. Man waͤhlt zu Heuschlaͤgen immer solche Stellen, die nirdrig liegen. Niedrigungen sind an sich fet— ter, als Anhoͤhen und Berge. Der Regen hat seit undenklichen Zeiten, die Modertheile, nach und nach, von den Hoͤhen herabgeschwemmt und unten abgesetzt. Das Regenwasser setzt noch immerfort seinen Bodensatz ab, da es unten stehen bleibt, oder gelinder fließt, fuͤhrt allerhaͤnd Modertheile mit sich, und da hier das Wasser in Ruhe kommt, so setzt sich der Unrath zu Grunde und verfault. Al⸗ les, was in Niedrig gen hinfaͤllt, Grasstoppeln, Abfall vom Vieh, üllerhand Insekten, verfault daͤselbst eher, als auf Anhoͤhen, wo die Winde es austrocknen; unten aber ist immer Feuchtigkeit und waͤrmere Luft, und gerade die Temperatur, welche die Faͤulniß befoͤrdert. Die Berge wuͤrden also nach und nach magerer werden, und die Duͤngungs⸗ materialen zunehmen und also fetter werden? Es ist hoͤchst wahrscheinlich und durch die Erfahrung bewaͤhrt, daß sich das wirklich so verhaͤlt. Wenn nun aber die Niedrigungen nicht so viel Heu geben 38 ö . als man gerne erwartet: so muͤssen doch Ursachen 6 obwalten, die diese Ergiebigkeit hindern, und die 0 sind wirklich da. I Unsere Wiesen sind, uͤberhaupt genommen, zu naß, denn diejenigen, die auch nicht ein wirklicher usel Sumpf sind, sind doch zu naß, um ein gutes Gras al zu tragen. Es sind nur wenige Grasarten, die un sich mit der großen Naͤsse vertragen, und die, wel— 91 che uͤberfluͤßige Naͤsse aushalten, sind die aller⸗ bß schlechtesten zur Ernaͤhrung der Thiere; sie fuͤllen an den Magen der Thiere, aber geben keine Kraft und be Stäaͤrke. Solche gar zu nasse Heuschläge sind of— fenbar schaͤdlich. Man glaubt faͤlschlich, daß nasse 10 Heuschlaͤge viel Heu geben; wuͤrde man sie gehbrig ü 9— trocknen, so wuͤrden sie eben so viel und nahrsames— fettes Heu geben. Nach obiger Betrachtung sind 60 die Niedrigungen fetter, als die Hoͤhen, wenn also dieselben nur trockner gelegt wuͤrden, daß allerhand Blumen und gute Grasarten Wurzel fassen und 10 bestehen koͤnnten: so muͤßte ein herrliches Gras 5. darauf wachsen. Unsre Heuschlaͤge haben die Be— 5 schaffenheit, daß an vielen Orten, eine Spanne Ra tief, unter der obern Erde ein fester Letten oder Has Lehm liegt, der kein Wasser durchlaͤßt; wenn nun Iihn solche Heuschlaͤge, Vertiefung haben, so bleiben mi Pfuͤtzen und kleine Teiche auf solchen Wiesen liegen, Duus die rund herum von geringer Erhoͤhung umgeben hste IIIIIIIIx 39 sind. Selten haben Heuschlaͤge die Lage, daß das Fruͤhlingswasser rein abfließt; es liegen Erhoͤhun⸗ gen gerade da, wo der Fluß seinen Lauf nimmt, daher das Wasser nur bis auf eine gewisse Tiefe herabfaͤllt. Die Wurzeln der Weiden, die solche nasse Gegenden sehr lieben, verbreiten sich in der Stelle, wo die Heuschlaͤge am seichtesten liegen, in ihrem Flußbette, machen daselbst einen Damm, wo das Wasser rein abfließen sollte, das letzte Was⸗ ser staut sich an diesem Damm, fließt nicht weiter, sondern verduftet auf der Wiese. Die Weidenwur— zeln vermoͤgen den Strom eines Baͤchleins, mit der Zeit, gaͤnzlich zu hemmen, und dem Fluß eine andere Richtung zu geben; sie wachsen auf gegen⸗ uͤber stehenden Ufern, die Wurzeln vereinigen sich und sind sehr biegsam; aller Unrath, der in dem Fruͤhlingswasser so haͤufig ist, legt sich an diese Wurzeln, das Wasser geht, so lange es kann, wie durch einen Sieb hindurch, der Unrath bleibt zu— ruͤck, befestigt sich an den Weidenwurzeln und macht einen festen Damm, der mit jedem Jahre hoͤher und fester wird; daher denn oft der beste Heuschlag mehr und mehr verdorben wird. Das liegen gebliebene Wasser trocknet freylich den Som⸗ mer uͤber aus, allein es hat schon so vielen Schaden verursacht, daß der Landwirth betraͤchtlichen Ver— lust erleidet. Das Schneewasser oder der Frost, 40⁰ loͤst die Eisentheile und vitriolischen Salze, die uͤber⸗ u all in der Erde vorhanden sind, auf, dadurch be— ve kommt das Fruͤhlingswasser eine uͤble Beschaffen⸗. heit. So lange dieses Wasser fließt, thut es den 40 Pflanzen keinen Schaden, bleibt es aber irgendwo Dast stehen und verduftet, so koncentrirt sich der Eisen stu Ocher, legt sich an den Stamm der Pflanze, ver— fe stopft die Roͤhren und Poren der Gewaͤchse, und R toͤdtet besonders die besseren Gewaͤchse ohnfehlbar. ö V Bloß das Eisengras, weil es sehr zaͤhe und harte fu Wurzeln hat, haͤlt die Schaͤrfe des Wassers aus, ssh liegt es aber daselbst sehr lange, so wird auch das un haͤrteste Gras vertilgt, und der ganze Heuschlag ist lie leer von allen Gewaͤchsen. Oder wenn kein Vitriol in einigen Stellen ae welches aufgelod⸗ uun set werden koͤnnte, so schadet das liegen gebliebene schn Wasser auf eine andere Art. Wir haben oft fruͤhe im sch! Fruͤhlinge sehr warme Tage; die Luft, als ein mehr sch, fluͤssiges und duͤnnes Element, nimmt den hohen Em Grad von Waͤrme nicht an, als Wasser, weil es un dichter ist, denn je fester der Koͤrper ist, destomehr* Waͤrme und Kaͤlte nimmt er an, je nachdem die Luft. a warm oder kalt ist; so ist ein Stein im Winter kaͤl⸗ Imb ter und im Sommer waͤrmer, als ein Stuͤck Holz. Hin Dieses sehr warme Wasser dringt in die Wurzeln der Pflanzen, dehnt sie unnatuͤrlich stark aus, ohne daß N die Wurzeln das Wasser gehorig verarbeiten und shln V 4⁴ dann der Pflanze zufuͤhren können; daher entsteht die Wassersucht der Pflanzen. Die elastische Kraft der Wurzelfafern ist zerstoͤrt und zerrissen und die Pflanzen vergehen gaͤnzlich. Die fixe Luft im Wasser, die sonst den Pflanzen so zutraͤglich ist, ist durch die Waͤrme herausgetrieben und das Was⸗ ser geht ohne dieselbe schneller in die Pflanzen uͤber. Die Pflanze ist wie ausgekocht, und zwar ganz un⸗ versehrt anzusehen, aber vertrocknet bis auf die feinsten Wurzelfasern. Das uͤberfluͤssige Wasser schadet im Fruͤhlinge noch auf eine andere Art, in einem Boden, der unten Lehm oder Letten hat. Ueber diesen Lehm sind die Graswurzeln, wie ein Pelz zusammen gewachsen. Der Graspelz wird vom Wasser und Fuost in die Hoͤhe getrieben, zwi⸗ schen demselben und dem unten liegenden Lehm, setzt sich Wasser, nun scheint es von oben trocken zu seyn, geht man aber hinauf, so entdeckt sich der Sumpf, nach und nach verduftet das Wasser, dann senkt sich der Graspelz wieder auf seinen Lehmboden. Man kann leicht denken, wie viel, bey einer so gewaltsamen Anstrengung der Natur, von den guten Gewaͤchsen uͤbrig bleibt, die etwas tiefere Wurzel schlagen. Hier bleibt wieder nur das Eisengras, welches sehr flach seine Wurzeln macht. Im ersten Fruͤhling sieht ein solcher Heu— schlag gruͤn aus, allein das ist theils Moos, das 4² sich bey solchen Lagen des Bodens haͤufig findet, 10 theils zu fruͤh herausgetriebenes Gras, welches K die nachher eintretenden Nachtfroͤste verderben. 1 10 Wenn darauf ein duͤrrer Sommer folgt, so ist der Gi Heuschlag gewiß gaͤnzlich untragbar. Das Moos 11 auf den Heuschlaͤgen entsteht lediglich da, wo zu 4he viel Naͤsse ist; macht man den Boden trocken und 00 fest, so vertilgt man auch zugleich das Moos. mi Das kleine Moos schadet den Gewaͤchsen nichts, a ob es gleich eine Schmarotzer Pflanze ist, weil es Iun seine Nahrung nur auf der Oberflaͤche, einen Finger.. breit tief zieht, es nimmt seine Nahrung eigentlich 1 aus der Luft, die in den feuchten Gegenden immer nn voll Duͤnste ist. Es bedeckt vielmehr die Gras— ü wurzeln bey Nachtfroͤsten und Duͤrre, und theilt 00 ihnen Feuchtigkeit mit, wenn es im Sommer lange 910 Zeit nicht regnet. Allein das große Moos findet 0 sich nur da, wo die Graswurzeln ausgefault und Ae: zerstoͤrt sind, oder der Naͤsse wegen nicht aufkom— ehu men köͤnnen. Es abzueggen, oder durch andere 10 Instrumente abzureissen, ist vergebliche Arbeit, es waͤchst bald wieder, so lange der Boden, zu seiner 8 Hervorbringung, die Faͤhigkeit behaͤlt. Man trockne bm den Boden aus, so gewinnen die Graswurzeln wie— 4 der Raum und uͤberziehen den Heuschlag. Wo 15 Moos waͤchst, ist unten ein fester Lehm, der kein 15 Wasser hinein laͤßt, welches also von oben abgelei⸗ 365 um —— 43 tel werden muß. Im Herbst leiden nasse Heuschlaͤ⸗ ge besonders viel. Aller ausgefallene Grassaamen und besonders die feine und kleine Saat vom Schmel, wird weggeschwemmt. Keime, die erst ihre Wurzel in die Erde geschlagen haben, werden loßgerissen; da der Saamen in Heuschlaͤgen nicht Wurzel fassen kann, weil die Erde, fuͤr die Wurzel, nicht loß und offen genug ist; die Saatkoͤrner blei— ben fest auf der Oberflaͤche. Die uͤberfluͤssige Naͤsse vernichtet alle Duͤngung vom Vieh, die nicht we⸗ nig betraͤgt, da ganze Heerden fast taͤglich auf der abgemaͤhten Wiese weiden und ihren Unrath fallen lassen; Herbstuͤberschwemmungen spuͤlen alle Mo- der machende Theile ab, und fuͤhren sie fort. Heu— schlaͤge, die jaͤhrlich beweidet werden, muͤssen mehr und mehr an Fettigkeit zunehmen, wenn das Herbstwasser nicht diese gute Wirkung verhindert. Alles umgefallene Gras, die feinen Blaͤtter, dis die Harke nicht fassen kann und durch andere Zu— faͤlle auf dem Heuschlage bleiben, das Vieh frißt die im Herbst hart gewordenen Grasstoppeln nicht so rein ab, daß nicht vieles auf der Stelle bleiben und verfaulen sollte. Dieses umgefallene Gras, welches zwar eine duͤnne Schicht ausmacht, betraͤgt doch aber immer etwas, das sich in vielen Jahren anhaͤuft, daher sich die Wiesen selbst beduͤngen wuͤr— den und muͤßten, wenn keine Herbstuͤberschwem— 14 mungen, die losen und leichten Theile wegfuͤhrten. So entgeht dem zu nassen Heuschlage seine vorzuͤg⸗ liche Kraft, er bleibt immer fort mager und giebt elendes Gras. Die Landwirthe machen verschiedene Einwen— dungen wider das Austrocknen der Heuschlaͤge. Nasse Heuschlaͤge geben doch vieles Gras, sagen sie; sind sie trocken gemacht, so vergeht das lange Was⸗ sergras und in duͤrren Jahren ist das Gras, das auf trocknem, magern Boden waͤchst, sehr klein und kuͤmmerlich; um also nur vieles Heu zu haben, so moͤgen sie nicht gerne graben und austrocknen. Sie bedenken nun nicht, daß ihr nasser Heuschlag, duͤrren Jahren auch meist ausgeschmort ist; nasse Heuschlaͤge geben in nassen Jahren viel Heu, ist der Sommer aber sehr heiß, so daß der Heuschlag aus— getrocknet ist, so waͤchst dab Wassergras nicht gut, es bleibt klein und das gewachsene Moos vertrocknet auch und mischt sich unter das Heu. Giebt nun die nasse Wiese einmal viel Heu, so ist das elendes Zeug, das kaum die Stelle des Strohes vertritt, und dem Vieh keine Kraft giebt. Ein nahrsames, gutes Heu, nur halb so viel, schaͤfft den Thieren mehr Kraft und Fett, als das magere Heu. Die Duͤngung von solchem Heu, ist von sehr geringer Bedeutung. Wuͤrden nasse Heuschlaͤge, die viel Wassergras geben, trocken gemacht werden: so ——————— 4—“““““.——— HN sothe gux 4 g Has⸗ fsin. Rerulse sdig Rg Rv witd; in sel nihr nden, Hahe, Su , N shadt! Nund hrichen bahystn Dohe i 45 wuͤrden sie eben so viel, und noch mehr gutes Gras tragen, das nur auf trocknem Boden waͤchst. In nassen Gegenden steht das Wassergras immer duͤn⸗ ne, wenn es schon sehr laͤng ist, allein auf einem trocknen Boden, der Fettigkeit hat, vergraset der ganze Boden, wie ein Pelz. Aus dem vorhergehenden erhellet, daß diejeni— gen Landwirthe, viel gluͤcklicher sind, die sandige Heuschlaͤge haben, deren Unterlage kein strenger, fester Lehm ist, der dem Versinken des Wassers Hin— dernisse macht. Wirklich findet es auch statt. In sandigen Gegenden ist viel besseres, dem Vieh viel angenehmeres und weicheres Gras, viel schwereres Heu, vielmehr Blumen und heilsame Kraͤuter. Man wird es auch finden, daß alle Gras fressende Thiere, in sandigen Gegenden, besser beleibt sind, und mehr Fett haben, daß die Pferde, in solchen Ge— genden, wo ein fetter Sandboden ist, auch ohne Haber, wohl gemaͤstet aussehen. In magern Sandgegenden, die noch dazu hoch und trocken lie— gen, waͤchst selten eine Pflanze gut. Indessen schadet die uͤberfluͤssige Naͤsse auch diesem Boden. Wenn das Wasser nicht abfließen kann, und sich zuruͤckstaut; wenn das Wasser auf der Stelle ver⸗ verduften muß: so wird das ein tiefer Sumpf. Das uͤberfluͤssige Wasser schadet eben so, durch sei— ne unnatuͤrliche Fruͤhlingswaͤrme, durch die Vi⸗ SIe X 46 triol⸗ und Eisentheile, die es mit sich fuͤhrt. Die Pflanzen wollen nach und nach Feuchtigkeit, nicht aber zu viel Wasser, das bestaͤndig sie umgiebt, am wenigsten lauwarmes Wasser. Es beduͤrfen die sandigen Heuschlaͤge ebenfalls einer Abtrocknung und thaͤtigen Verbesserung, wenn sie gut tragen sol⸗ len. Da sie waͤrmer sind, so treibt die warme Luft im Fruͤhlinge, die Graͤser sehr fruͤh aus; kommt nun nachher Duͤrre und Nachtfroͤste, so zerstoöͤ⸗ ren diese Abwechselungen der Witterung, das zu fruͤh im nassen Boden gewachsene Gras gewalt⸗ sam; die Duͤrre geht tiefer in solchen Sandboden, und der Frost greift auch die Pflanzen staͤrker an. Ist unten Lehmgrund, so behaͤlt der Lehm die Feuchtigkeit laͤnger, und theilt sie den Wurzeln mit. Lehmboden haͤlt sich besser bey Froͤsten, die Theile der Erde liegen dichter bey einander, und das fettige Wesen des Lehms widersteht dem Frost. Ich glaube nun hiedurch dargethan zu haben, daß uͤberfluͤßige Naͤsse allen Arten von Wiesen schaͤdlich ist, und daß diese Lage veraͤndert werden muß, je nachdem der Boden ist, im Lehmacker mehr, im Sandboden weniger, wenn die Wiesen viel und gutes Heu tragen sollen. Man preist diejenigen Landguͤter gluͤcklich, die solche Wiesen besitzen, welche an Baͤchen und Stroͤmen gelegen sind. Mehrentheils sind das —— — luch fich + Haldl goge dd licht M daf. lit. YM. chaht Dis⸗ K ga, Inth Gul sssg Bake Rihen Sis Juss sch y Luste Wach den l Heg 47 auch die vorzuͤglichsten Heuschlaͤge, die von durch— fließenden Baͤchen bestaͤndig gewaͤssert und mit Schlamm, wenn sich der Bach ergießt, geduͤngt werden. Indessen beduͤrfen auch dieselben oft großer Verbesserungen. Sie sind um so mehr dem Verderben ausgesetzt, weil sich das Stromwasser nicht so leicht wegschaffen laͤßt. Das Bette des Baches wird durch allerhand Zufaͤlle versenkt, oder auf andere Art erhoͤht; der Fluß des Wassers ver⸗ liert weit unten seinen freyen Lauf und staut sich, daher tritt es weit oben, wenn die Lage des Bodens eben ist, zuruͤck, und uͤberschwemmt die Wiese. Diese Ueberschwemmung verliert sich nicht mehr, es entstehen in den Wiesen, die an der Baͤche lie— gen, Suͤmpfe, und der schoͤnste Heuschlag wird untragbar. Sind es kleine Baͤchen, die nur im Fruͤhlinge, oder auch immerfort, durch den Heu⸗ schlag fließen, so geschieht es um so eher, daß das Bette erhoͤhet wird. An den Ufern solcher kleinen Baͤchen wachsen Weidenbaͤume, oder es findet sich Schilf, Kalmus und Binsen, in dem Bette des Flusses ein, die sehr feste und zaͤhe Wurzeln haben, sich weit und breit ausdehnen, und das Bette des Flusses erhoͤhen, wenn sich noch der Schlamm und Unrath im Wasser ansetzt. Die Leute werfen uͤber⸗ dem alles, was ihnen auf dem Heuschlage im We⸗ ge liegt, als: Steine, abgehauene Baͤume, Bruͤ⸗ —* A 4*— SREEEET I — ü 18 ckenholz, Strauch und dergleichen mehr, gerne in die Baͤchen. Ausgeweichtes Holz senkt sich zu m Grunde, und diesem Hinderniß ist so leicht nicht bey— zukommen, es liegt in der Tiefe, und ist von Sand* und Wasser bedeckt. Hier thut nun wieder die fh, uͤberfluͤssige Naͤsse, zu allen Jahreszeiten, großen uuh Schaͤden; denn nun faͤllt hier das Wasser nicht ge— Mit hoͤrig tief herunter, allenthalben, wo niedrige Ufer sind, breitet sich das uͤberfluͤssige Wasser aus, und big im ———.—.— vernichtet die bessern Gewaͤchse, die nicht in der Naͤsse gedeihen. An den Schaden, der beym Heu—** machen, bey ploͤtzlichen und starken Regenguͤssen ö entsteht, wenn das Bette erhoͤhet ist, will ich nicht einmal gedenken. Ganze abgemaͤhete Heuschlaͤge Cach werden fortgetragen, und ist das Gras noch nicht 8 abgemaͤht, so wird dasselbe so sehr von Sand uͤber⸗ tragen, daß das Vieh das abgemaͤhte Heu, das kmn mit Sandkoͤrnern uͤbersaͤet ist, nicht frißt. Es slui schadet seinen Zaͤhnen, und laͤßt daher ein solches chn Heu stehen, indem es lieber Stroh zu seiner Nah— ahe rung nimmt. Wenn also Baͤchheuschlaͤge gut seyn Mib sollen: so muß das Bette des Flusses eine gute Id Strecke herunter, rein gemacht, und dem Fluß ein uiz hinlaͤnglicher Fall geschafft werden; das Bette muß I gehdrig breit seyn, daß es sein Wasser fassen und Rud nach der Ueberschwemmung sich wieder im Fluß m sammlen kann. Anhoͤhen, die dem Abfluß des ö die) — 19 Wassers Hindernisse machen, muͤssen durchgraben und alles Wasser in den Bach geleitet werden. Um allen diesen nachtheiligen Umstaͤnden und Hindernissen einer guten tragbaren Wiese abzuhel⸗ fen, sieht jeder leicht ein, daß man Heuschlaͤge durchgraben muß. Das ist das erste, was man zu ihrer Verbesserung vornehmen kann. Allein alle Naͤsse rein abzuzapfen, ist eben so wenig zu⸗ traͤglich, denn wenn das fruchtbare Regenwasser im Sommer gleich ablaufen soll: so entsteht der entgegengesetzte Nachtheil, daß die Heuschlaͤge all— zutrocken werden. Ein Hanpekanal muß zuerst gegraben werden, der viel breiter als tief ist, etwa sechs Fuß breit und zwey einen halben bis drey Schuh tief, doch immer so, daß der Fall des Was⸗ sers ungehindert statt hä, daher wird der Hayptio kanal, an einigen Orten tiefer, an andern flacher seyn muͤssen, besonders wenn man gerade Graben ziehen will, die oft durch Anhoͤhen und Niedri— gungen gehen. An dem Ende dieses Hauptkanals muß besonders auf einen hinlaͤnglichen Fall gesehen werden, damit kein Aufenthalt des von allen Sei— ten zustroͤmenden Wassers sich finde. Man glaubt genug gethan zu haben, wenn nur der Heuschlag durchgraben ist, und haͤlt es fuͤr üͤberfluͤssige Muhe und Kosten, die man außer dem Heuschlage, auf die Fortsetzung des Kanals wenden moͤchte. Ist 4 50 —— Der aber das Ende deßelben nicht ganz frey: so ist in 0 ein oder zwey Jahren, der vorige schlechte Zustand, wieder hergestellt. Langsam fließendes Wasser 9 sh. EU setzt vielen Unrath zu Boden, und erhoͤhet schnell ö‚ 4— R das Bette; das herumwandernde Vieh vertritt die ubn Graben und macht an einigen seichten Orten Erhoͤ⸗ I hung, dann staut sich das Wasser in dem Kanal W wieder zuruͤck. In geradlinigten Graben hat der fu Lauf des Wassers seinen schnelleren Zug, es haͤngt 1 doch aber immer von dem Fall am Ende des Ka⸗ l nals ab. Es ist rathsam, geradlinigte Graben zu fsl, ziehen, wenigstens kann man die Regel beobach— wust ten, von einem Winkel zum andern immer eine gerade Linie zu machen; das Wasser hat einen bes⸗ Nit sern Schuß, solche Graben sind dem Auge ange⸗ a nehmer und man gewinnt die Niedrigung, wo u ehemals das Wasser seinen Zug nahm, die denn she um so viel ertragsamer sind. Die ausgeworfene lala Erde vor diesem Hauptkanal, muß sorgfaͤltig aus⸗ shbu einander geworfen werden. Ich erinnere mich, 08 durchgegrabene Heuschlaͤge gesehen zu haben, die ie nichts gevortheilt hatten. Die ausgeworfene Erde umh lag wie ein Damm auf beyden Seiten, und das daher zustroͤmende Wasser konnte nicht in den Gra⸗ ben kommen, blieb hier stehen und verbreitete sich, P laͤngs der aufgeworfenen Erde, so weit, daß der Haalt Schaden hernach groͤßer als vorher werden mußte. II *— 5 1 Die ausgeworfene Erde muß nicht allein weit aus⸗ gebreitet werden, sondern da, wo von der Natur schon kleine Einschnitte in dem Raͤnde des Grabens vorhanden sind, muͤssen dieselben eben so sorgfaͤltig ausgeraͤumt, und ihnen noch wohl nachgeholfen wer⸗ den, damit kein Wasser irgend wo, an dem Rande, Hindernisse finde, sondern schnell und frey ablau⸗ fen koͤnne. Die Absicht des Grabens ist doch, al⸗ les still liegende Wasser wegzuschaffen, oder es in Fluß zu bringen; dieser Endzweck wird aber ver—⸗ fehlt, wenn die Niedrigungen irgend auf eine Art verstopft sind, und dem gaͤnzlichen Abfluß, Hinder⸗ nisse machen. Ein guter Landwirth wandert im Fruͤhlinge, wenn alles Wasser im vollen Fluß ist, auf seiner Wiese umher, um sich den natuͤrlichen Lauf des Wassers zu bezeichnen, sonst vergraͤbt man sich die Riedrigungen. Wenn nun der Hauptka⸗ nal auch schnur gerade seyn wuͤrde, so muß man sich in den andern kleinen Graben, nach der Lage und Beschaffenheit des Bodens richten; man kann nicht allenthalben gerade Graben ziehen, ohne sei⸗ nen Heuschlag sehr zu verderben. Ist der Hauptkanal, beschriebener Maaßen an⸗ gefertigt, so muͤssen nun weit und breit noch klei⸗ nere Graben gezogen werden, je mehr der nasse Heuschlag eben liegt, von Bergen umgeben, leben⸗ dige Quellen und Suͤmpfe hat. Ein Heuschlag hat 4 S— 52 selten die Lage, daß nur in der Mitte eine Vertie⸗ fung ist, die an einem einzigen Graben genug haͤtte. Es sind mehrentheils Vertiefungen und Anhoͤhen auf einer Flaͤche, die das Wasser in Pfuͤtzen behal⸗ ten, oder Hinderung dem freyen Lauf machen. Pfuͤtzen, die sehr langsam ablaufen, erweichen die Erde gar zu sehr, mittlerweile wird ihr Wasser zu warm und stinkend, daher ist ein schnelles Abfließen erforderlich. Diesen Stellen muß abermals durch Graben nachgeholfen werden, die aber nicht tiefer als ein Schuh, oder ein Schaufelstich seyn duͤrfen. Man nehme nur blos den Rasen ab, lege densel⸗ ben wechselsweise, bald auf eine, bald auf die an⸗ dere Seite, in ordentlich zusammenhaͤngenden Flaͤ⸗ chen, die das Zuströmen des Wassers von den Sei⸗ ten nicht hemmen, und nachher dem Maͤher kein Hinderniß in seiner Arbeit machen. Wirft man die ausgestochenen Rasen unordentlich hin, so bil⸗ den sich laͤngs dem Graben, kleine Huͤgel, die den ebenen Heuschlag, eine lange Reihe hin, in kleine Hügel verwandlen, die es dem Mäher unmoͤglich machen, das Gras rein abzumaͤhen. Die kleinen Graben duͤrfen nicht breiter als ein bis fuͤnf Schuhe, nach Verschiedenheit der Beschaffenheit des Ortes seyn. Der Sumpf muß breiter als auf trockenem Boden seyn, weil nach dem Graben der Boden niedriger wird und sich senkt. Sind diese kleinen .— * 5³ Graben zu schmal, so neigen sich beyde Raͤnder ge⸗ gen einander, kommen so nahe zusammen, daß die Stelle des kleinen Grabens kaum merkbar bleibt; das Vieh tritt sie auch sehr leicht aus. Ueberhaupt ist es also besser diese kleinen Graben mehrere Schuhe breit zu machen, sie kosten wenig und sind sehr schnell gemacht, sind aber uͤbrigens sehr nuͤt⸗ lich, da sie nicht mehr Naͤsse abfuͤhren, als nur das Ueberfluͤßige, aber hinlaͤnglich so viel Feuchtigkeit in dem Boden zuruͤcklaössen, als eine Wiese bedarf. Vermoͤge solcher kleinen Graben, kann das Was⸗ ser hingeleitet werden, wo man es will. Es waͤre daher sehr nuͤtzlich, viele solcher kleiner Graben ziehen zu lassen, um sie, wenn die Lage es gestat⸗ tet, oft mit Wasser zu fuͤllen und auf solche Art, dem Heuschlage, in duͤrren Jahren, Feuchtigkeit mit⸗ zutheilen. Das fruchtbare Regenwasser im Som-⸗ mer bleibt laͤnger in solchen Graben stehen, wird aber des Regens zu viel, so leiten dieselben das uͤberfluͤßige Wasser schnell ab. Der Boden wird im Fruͤhlinge geschwinde fest und trocken, die Nacht⸗ froͤste verursachen nicht so leicht Schaden, und das Gras faͤngt nicht eher an zu wachsen, als bis es warm zu werden anfaͤngt. Den Boden seiner Heuschlaͤge auf diese Art trok⸗ ken und fest zu machen, wenn es auch einige Unkosten und Arbeit kostete, wird keinen Landwirth gereuen. 4 54 Der bessere und reichlichere Heuwuchs und der von nun an immer fetter werdende Heuschlag, werden ihm seine Auslagen reichlich bezahlen. Ein nasser Boden kann nie fett werden, wenn dazu auch alle Gelegenheiten vorhanden waͤren. Ich habe eine Wiese jaͤhrlich mit einem fetten Schlamme, der von der Ueberschwemmung zuruͤck blieb, bedeckt gese⸗ hen. Das Wassergras wuchs immer uͤppiger, der Boden war aber so ausgeweicht, daß kein Mensch ohne zu versinken, herauf gehen durfte, und in der Heuzeit arbeiteten die Maͤher, mit großen Be—⸗ schwerden, auf diesem Heuschlage. Der Besitzer ließ ihn durchgraben, nun wuchsen das schoͤnste Gras, ein bis zwey Schuh langer Schmel, Klee und andere Blumen auf das herrlichste. Oft ist im nassen Boden, das Heu verloren, wenn im Som— mer viel Regen faͤllt. Die Heuarbeit in nassen sum⸗ pfigen Heuschlaͤgen ist entsetzlich langweilig und schwer, es ist oft kein Plaͤtzchen trocken, wo das Heu hingelegt werden koͤnnte, es darf sich kein Pferd zeigen ohne zu versinken, und die Menschen muͤssen alles Heu, weit hinauf, mit Haͤnden tragen. Wie viel dabey verloren und in den Sumpf hineingetre— ten wird, ist nicht zu berechnen. Ich entsinne mich. einmal eine Reise von sieben Meilen, im Sommer ge— macht zu haben, und sahe auf diesem ganzen Wege nicht andere Wiesen, als mit dem Eisengrase be⸗ Kboh hetden lasse alle eine von RNe⸗ „dit ehsch det Be⸗ stber onste Klee Ot it Som⸗ sumn. und das Pferd rüssen Vie getre⸗ mich, ner gi⸗ Wohe ase b 3 . deckt, dessen weiße, federdaunartige Bluͤthe, wie mit Schnee, den Boden uͤberzogen hatte. Diese Heuschlaͤge waren um die Johanniszeit freylich tro⸗ cken, allein das Wasser war nicht abgelaufen, son— dern weil es ein warmer Sommer war, ausgetrock— net, und hatte alle uͤbrige Pflanzen vernichtet, die nicht im Wasser wachsen. Man gewinnt durch das Austrocknen der Heuschlaͤge, immer eben so viel, als wenn man die Kornfelder durchgraͤbt, da die Wiesen ohne pfluͤgen und anderweitige Arbei⸗ ten, jaͤhrlich einen Ertrag geben, die Kornfelder aber nur zwey Jahre und das dritte Jahr nichts · Ein Heuschlag muß verbessert werden, wenn er den Namen fuͤhren soll, und es giebt immer Mittel ge⸗ nug, wenn man nur erst Sinn fuͤr solche Verbesse⸗ rungen hat. ö Wenn man also erst die Hindernisse, die der gu⸗ ten Beschaffenheit des Bodens entgegen sind, weg⸗ geschafft hat, so kann man erst auf andere Mittel denken, ihn fruchtbar zu machen. Das zweyte Mir— tel, das ich zur Verbesserung der Wiesen vorschla⸗ gen moöchte, ist das Waͤssern der Heuschlaͤge. Bey an sich trockenem und fruchtbarem Boden, ist das Waͤssern, ein treffliches Mittel, sich viel Hen zu verschaffen. Heuschlaͤge liegen mehrentheils in Nie⸗ drigungen, und Niedrigungen setzen Hoͤhen zum voraus, folglich sind Gelegenheiten da, Teiche zum Waͤssern anzulegen. Zum Waͤssern eines großen Heuschlages darf kein so großer Teich vorhanden seyn, da nur der Boden feucht und nicht voͤllig naß werden soll. Damit nun das Wasser nicht ohne Nutzen im Hauptkanal fortlaufe, so fange man gleich bey dem Ausfluß, das Wasser auf, und fuͤhre es durch kleine Graben, auf Nebenwegen dahin⸗ daß es sich auf dem gan zen Heuschlag verbreite und uͤber das Gras wegfließe. Zu der Absicht versto⸗ pfe man den Hauptkanal, durch Schuͤtzbretter, Ra⸗ sen, Erde. Oder man verstopfe am Ende des Ka⸗ nals, denselben, daß das Wasser sich uͤber den Heu— schlag ausbreite und ergieße. Es schadet dem Grase nichts, wenn es ein oder zwey Tage unter Wasser steht, wenn es nur noch nicht in der Bluͤthe ist. Man kann auch die Ufer des Kanals, in vielen Stellen durchschneiden, damit wenn er voll ist, das Wasser sich weiter ausbreite. Im Anfange des Kanals moͤchten etwa tiefere Graben erforderlich seyn, hernach unten sind die oben beschriebenen klei— nen Graben hinlaͤnglich, um das fließende Wasser auf den ganzen Heuschlag zu verbreiten. Sollte das Wasser zu schnell in die kleinen Graben fließen, so decke man nur hin und her dieselben mit Ra— sen zu, und wenn das auch nicht allenthalben geschieht, so breitet sich das Wasser horizontal in der Erde aus und feuchtet die Wurzeln an. Das 237 Ueberfließen der Heuschlaͤge hat auch den Nu— tzen, daß das Gras abgespuͤlt und erfrischt wird. Oft fließen kleine Baͤche durch die Wiesen, die man gleich im Fruͤhlinge auffangen und sie hinleiten kann, wo es erforderlich ist. Werden sie von groͤße— ren Baͤchen durchschnitten, so darf man nur die Ufer durchgraben, um Wasserleitungen anzulegen, durch Schutzbretter, die eben nicht sehr fest seyn duͤrfen, weil sie doch nur wenig Wasser aufhalten sollen. Es kann immer ein großer Theil in seinem Bette fortfließen, wenn nur etwas aufgehalten wird. Der bestaͤndige Zufluß vermehrt den Was⸗ servorrath auf der Wiese immer mehr, der zu ihrer Anfeuchtung hinlaͤnglich ist. Es ist auch nur eine kurze Zeit, in der man das Wasser braucht, nach⸗ her kann es wieder seinen ordentlichen Lauf nehmen. Weiter unten in einer Wiese muß durchaus ein Fall seyn, weil sonst der Bach seinen Lauf dahin nicht nehmen wuͤrde. Daher duͤrfen nicht weiter Gra⸗ ben, in trockenliegenden Heuschlaͤgen gezogen wer— den. Das Wasser sucht von selbst, unten in sein Bette zu kommen, und je weitere Umwege es nimmt, desto besser ist s. Nur sorge man, daß es nir— gends liegen bleibt und schaffe durch Kunst einen Abzug, wenn die Natur nicht schon selbst die An— lage dazu gemacht haben sollte, indem sie die Ufer der Fluͤsse, als die niedrigste Stelle der Flaͤche ge⸗ 58 zeichnet hat. Bisweilen liegen uͤber dem Heu⸗ schlage Quellen, deren bestaͤndig fließendes Was⸗ ser Suͤmpfe zul machen pflegt, wenn man es nicht leitet. Solche Quellen fuͤhre man sorgfaͤltig auf die Heuschlaͤge, und weise ihnen ihren regelmaͤßi⸗ gen Weg an. Oft ist die Lage so, daß von einer Haushaltung, wo viele Gebaͤude sind, alles von da herabfließende Wasser auf eine Wiese geleitet werden kann. Die Daͤcher der Haͤuser fangen eine Menge Wasser auf, und bilden ein kleines Fluͤßchen. Wenn es gestellt werden kann, so faͤngt man in einem Hauptkanale, alles Wasser auf, das sich von den Feldern herab⸗ zieht, und fuͤhrt es auf die Wiesen. Dieses Was— ser ist vorzuͤglich zu nutzen, wenn es auch nur im Fruͤhlinge und bey starken Regenguͤssen fließt. Da es viel Fettigkeiten enthaͤlt, so muß man seinen Fluß auf die Wiese(zuerst) leiten, ehe es sich in Tei— chen oder Baͤchen verliert, damit es seine Bestand⸗ theile erst da absetzen moͤge, und die Wiese traͤnke. Ueberhaupt, wer nur den Sinn fuͤr derglei⸗ chen Umstaͤnde hat, der findet immer Mittel zu sei— nen Endzwecken. Die sogenannten Kleinigkeiten in der Landwirthschaft, sind, wenn man sie zusam⸗ men summirt, von großer und vielbedeutender Wich⸗ tigkeit. Das wissen die aͤchten Landwirthe sehr gut. 59 Bey dem Waͤssern der Heuschlaͤge, ist nun noch die Zeit des Waͤsserns zu bemerken. Es ist schon im vorhergehenden bemerkt worden, daß die uͤber⸗ fluͤssige Herbstnaͤsse, allen Gewaͤchsen schaͤdlich ist. Felder und Wiesen muͤssen im Herbst und den Winter hindurch so trocken seyn als moͤglich. Es ist aber oft nicht zu verhuͤten, wenn wir um diese Jahreszeit bisweilen sehr vielen Regen haben: so muß man es doch vorsetzlich nicht veranlassen, daß wir der Erde viel Wasser geben, da im Herbst keine Hoffnung ist, daß es wieder trocken werden moͤchte. Die Herbstnaͤsse, bey warmen Tagen treibt den Saft in die Pflanzen, wenn darauf ein strenger Frost einfaͤllt, so sind sie verloren; oder die Erde wird so sehr erweicht, daß die Gewaͤchse, in einem wirk⸗ lichen Mott zu stehen kommen. Auf Heuschlaͤgen friert das stehende Wasser in Pfuͤtzen zu einer Eis— masse, und die Fruͤhlingsuͤberschwemmung hebt das Eis, sammt der Erde, an die das Eis angefroren ist, in die Hoͤhe und macht Graͤben. Hat man viel Wasser und kann man es zu allen Zeiten flie⸗ ßen lassen, wenn man will, so waͤssere man nicht gleich im Fruͤhlinge, sondern lasse erst die Erde sich setzen und abtrocknen, und ziehe dann seine Schleu— sen auf. Das Flußwasser spuͤlt die Pflanzen ab, und foͤrdert ihren Wuchs. Will man aber das Fruüͤhlingswasser nicht verloren gehen lassen, so öffne äE.‚ ö IN I IW M! IH1HI 41— I EI* MA Ma MI. V II We IIN . 11 60 man seine Quellen gleich mit dem Abgange des Winters, und lasse sie auf die Wiesen fließen, so lange man Wasser hat und es kalt ist. Das Ueber⸗ fließen der Wiesen schuͤtzt dieselben vor dem Scha— den, den die Nachtfroͤste anrichten. Der Frost thut solchen Gewaͤchsen, die auch nur von einer duͤnnen Schicht Wasser, das bestaͤndig fließt, be— deckt sind, nicht den geringsten Schaden. Das Schneewasser schadet nur dann, wann es liegen bleibt, und auf der Stelle vertrocknet, im Fluß ist es aber der Wiese foͤrderlich. So bald es warm zu werden anfaͤngt, so hoͤre man auf zu waͤssern, da⸗ mit die Pflanzen nicht vom Wasser uͤbersaͤttigt wer⸗ den. Das viele Wasser schadet besonders bey war— mer Luft, blos die Kaͤlte des vielen Wassers im Herbst und Winter, verhuͤtet den Schaden, den der Ueberfluß sonst ohnfehlbar anrichtet. Selbst Was⸗ serpflanzen vergehen, wenn sie in lauwarmen Wasser bestaͤndig stehen. Also wie gesagt, so bald es warm wird, muß der Zufluß gehemmt werden, die noͤ thige Feuchtigkeit ist einmal da, und die Heuschlaͤge moͤgen nun abtrocknen. Es ist bisweilen ein sol— cher Mangel an Regen im Fruͤhlinge, daß es bis um Johannis nicht regnet. Haͤtte man also großen Ueberfluß an Wasser, und merkte man, daß die Wiesen zu duͤrre werden sollten, so waͤssere man abermals nur ein Paar Tage, so, daß nur der ————ß 6 Boden feucht wird. Es kommt uͤberhaupt in An⸗ sehung der Zeit des Waͤsserns, auf die Witterung an. Oft regnet es viel im Fruͤhlinge, so, daß die Wiesen keines kuͤnstlichen Waͤsserns beduͤrfen, als⸗ dann ist man alles Waͤsserns uͤberhoben. Der Ueberfluß oder der Mangel an Waͤsserungsquellen, muß den Landwirth leiten, die Waͤsserung fruͤher oder spaͤter, auf laͤngere oder kuͤrzere Zeit anzufan— gen und fortzusetzen. Der Fluß uͤber die Heuschlaͤge muß so gelinde seyn als moͤglich. Ein reißender Strom spuͤlt allen Saamen Und die Duͤngung ab, und fuͤhrt sie mit sich fort, indem aber das Wasser langsam fortfließt, staͤrkt es die Wurzeln zum fol⸗ genden Wachsthum, bey dem allmaͤligen Fluß kann sich das Wasser gehͤrig ausbreiten und alle Stellen anfeuchten. Um bey bergigten Lagen, dem Fluß einen langsamen Lauf zu geben, ziehe man die Graben, die nach dem Hauptkanal fuͤhren, schraͤge diagonal, alsdann ist der Fall des Wassers nicht so reißend. Ueberhaupt muß dem Landwirth, die Lage seines Heuschlages selbst, Anleitung geben, wie er zu verfahren hat. Das dritte Mittel die Wiesen zu verbessern, ist das Bestauen. Wenn Heuschlaͤge die Lage haben, daß sie rund herum von Anhöhen umgeben sind, so werfe man bey dem Ausfluß des Wassers einen Damm, und, wenn der Swischenraum der Ent⸗ 62 fernung zweyer Anhdhen nicht zu groß ist, noch ei— nen zweyten Damm auf, der gar nicht so fest ge⸗ macht seyn darf, etwa nur einen Graben, dessen aufgeworfene Erde den Damm bildet, welcher das hoͤhere Bestauen der Wiese macht. Waͤre die Entfernung aber zu groß und jaͤhe, so wuͤrden meh⸗ rere Unkosten und Arbeit erfoderlich seyn, wenn uͤbrigens die Groͤße der Wiese es belohnte, eine solche Arbeit zu unternehmen. Magere Wiesen koͤnnen nicht besser tragbar gemacht werden, als durchs Bestauen. Bey einem guten fette Boden, unterlasse man das Bestauen gaͤnzlich, bey dem ist das Waͤssern viel nuͤtzlicher. Ich bin uͤberhaupt der Meinung, daß aufs Bestauen der Wiese nicht viel zu halten ist, außer in einigen Faͤllen, die ich hier bemerken muß. Besteht ein Heuschlag aus tiefem Moorgrunde, von zwey bis drey Fuß, so ist dem⸗ selben nicht anders zu helfen, als durchs Bestauen, denn ein solcher Boden giebt vieles Heu, wenn er gehdrig durchgraben ist. Den Winter hindurch bestaute Heuschlaͤge geben mehrentheils schlechtes Gras, Schilfgras und Schachtelhalm und andere harte Grasarten. Ein so beschriebener Boden lei— det ungemein viel vom Frost und von der Duͤrre, daher ist es sehr nuͤtzlich ihn unter Wasser zu haͤl— ten und ihm viel Feuchtigkeit zu geben, welches nicht anders als durchs Bestauen gestellt werden kann. 82 Um denselben nun aber moͤglichster Maaßen zu nu⸗ tzen, so muß man zu dem Mittel des Bestauens greifen; unbestaut ist er fast ganz untragbar. Wenn man solche Stellen nicht zu Fischteichen oder zu Saͤeteichen brauchen will und kann, und wenn man wegen des Mangels an Wiesen solche Stellen zu nutzen gendthigt ist: so ist das Bestauen die ein⸗ zige Art. Im Herbst bestaute Wiesen geben immer ein schlechtes Gras, dergleichen Heuschlaͤge wer⸗ den nie mit Modertheilen versorgt, das Waß ser steht eine zu kurze Zeit, um Schlamm abzusetzen, im Winter erzeugt sich kein Schlamm, sondern nur im Sommer, bey warmer Luft, und im Sommer darf auf solchen Wiesen kein Wasser liegen, weil alsdann alle Pflanzen ausgehen und verfaulen. Modertheile vom Grase selbst und vom Vieh⸗ duͤnger werden abgespuͤlt, oder schwimmen mit dem Winde auf eine oder die andere Seite hin, das Wasser loͤset auch alle Saͤfte auf, und die er⸗ digten Theile in denselben sammlen sich in der Mitte des Hauptgrabens, daher geschieht es, daß solche Heuschlaͤge nur in der Mitte schoͤnes langes Gras haben, aber die Raͤnder, die von den Wellen immer bespuͤlt werden, verlieren ihren Moder und geben kurzes und mageres Gras, auch wenig Korn, wenn sie besaͤet sind. Die Herbstbestauung vernichtet alle gute Grasarten. SI 64 Es giebt bisweilen aber sehr trockene Heuschlaͤ⸗ ge, die von Bergen eingeschlossen sind, oder es giebt einen magern Boden, der eine nahe Unter—⸗ lage von Lehm hat, sandige Anhoͤhen enthaͤlt und uͤberhaupt wenig Gras giebt. Wenn solche Stel— len die Lage haben, daß Daͤmme angelegt wer— den koͤnnen, um sie zu bestauen: so ist das Mittel von sehr gutem Erfolg sich viel Heu zu schaffen. Solche zu bestauende Heuschlaͤge muͤssen nur im Fruͤhlinge, oder mit Abgehen des Winters bestaut werden, zum voraus gesetzt, daß sie, den Herbst trocken gewesen und mit keiner Eismaͤsse belegt wor⸗ den sind. Es bleiben alle die guten Grasarten un⸗ versehrt, und sind fuͤr die folgenden Nachtfroͤste, durchs Wasser, das darauf liegt, geschuͤtzt. Alle Modertheile, Duͤngung und verfaulte Pflanzen sind verweset, und liegen auf dem Boden, ohne zu schwimmen. Nachdem die Nachtfroͤste aufgehoͤrt haben, etwa um Himmelfahrt, oder noch etwas spaͤter, laͤßt man solche bestaute Heuschlaͤge ab, und wenn denn nur warme Witterung kommt, so geben sie jaͤhrlich, schoͤnes und sehr vieles Gras. Haben sich im Herbst Pfuͤtzen gebildet, die im Winter in großen Eisflaͤchen frieren, so werden dieselben, vom Fruͤhlingszuftuß des Wassers, mit der erweichten Erde, in die Hoͤhe gehoben, und es entstehen viele Graͤben in solchen Heuschlaͤgen. Daher ist die Mee, Me nzen zu hört was und ben aben inter vom chten viele t W 6⁵ Vorsicht noͤbhig, solche Wiesen im Herbst moͤglichst trocken zu erhalten. Auch moorgruͤndige Heuschlaͤge erst im Fruͤhlinge zuzudaͤmmen, ist von erprobtem Nutzen und anzurathen. Man laͤßt sie sehr lang— sam ab, in so fern sich das Gras auf dem Wasser zu zeigen anfaͤngt, welches bey warmer Witterung durchzuwachsen pflegt, und in wie fern die Nacht— froͤste aufhoͤren, die dem Grase, das unter Wasser gestanden, nachtheilig sind. Starke Froͤste toͤ⸗— ten selbst noch um Pfingsten, solche Gewaͤchse. Das vierte Mittel, die Heuschlaͤge zu verbes⸗ sern, waͤre das oftmalige Behuͤten derselben mit Vieh und Pferden, wenn sie abgemaͤhet sind, be— sonders wenn sie trocken sind, damit das Vieh sie nicht austreten moͤge. Das Vieh tritt den Boden fester, es beduͤngt denselben, und wenn es auch Graben und nasse Stellen austritt, so bringt es doch dem Boden, im Ganzen genommen, viel mehr Vortheil. Die Englaͤnder behaupten, daß das Vieh, durch sein Liegen auf den Wiesen und seinen Athem, den Boden sehr fruchtbar mache, daher verfuͤttern sie auf denselben, ihre Wurzelgewaͤchse, und anderes Futter. Wenn wir das nachahmen wollten, so muͤßten wir auf den Wiesen das Vieh stehen lassen und in der Mittagszeit melken, auch etwa Klee, auf den Wiesen verfuͤttern, und mit diesen Plaͤtzen bestaͤndig abwechseln. Der wich— 5 66 tigere Schaden, den das bestaͤndige Behuͤten der Wiesen, veranlaßt, ist nach meiner Beobachtung, das gar zu kurze Abnagen und Abfressen, welches Pferde und Schaafe besonders thun. Heuschlaͤge, die nur bis alt Bartholomaͤi, und von der Zeit an gar nicht mehr behuͤtet werden, bringen das fol⸗ gende Jahr viel besseres Gras, als die, die noch spaͤt im Herbst und bis zum November behuͤtet wer⸗ den. Die Wurzel leidet, wenn Grasarten gar zu kurz abgefressen werden; es zieht sich viel Wasser herein. Der beste Klee, geht den Winter, gewiß ganz aus, wenn er von Schaafen und Pferden ganz kurz abgenagt wird, und vermuthlich ist die⸗ ses auch mit anderen Grasarten. Oder, wenn der Winterwuchs noch ziemlich lang bleibt, so zieht die Wurzel, durch diesen Theil des Halmes, einige Nahrung aus der Luft an, und erhaͤlt sich besser. Zur Staͤrke der Wurzel gehoͤrt fuͤr alle Gewaͤchse der Stamm, Baͤume und andere Gewaͤchse, fan⸗ gen an der Wurzel zu faulen an, wenn der Stamm rein abgehauen wird, die Cirkulation der Saͤfte wird gaͤnzlich gestoͤrt, wenn gar nichts mehr vom Stamm uͤbrig ist. Man koͤnnte einige Wiesen bis Bartho— lomaͤi, und dann andere, die bisher unbehuͤtet wa⸗ ren, von nun an mit Vieh betreiben, so erholt sich der zuerst behuͤtete bis zum Winter, und der bis Bartholomaͤi wiedergewachsene Heuschlag, der Rann mir zu! einig besse. hachs fan⸗ amm ewird tamm altho⸗ et Wa⸗ echolt nd dit 97 R. 67 nun behuͤtet wurde, kann nicht so ganz rein und kurz abgenagt werden, weil seine Grasstoppeln zu stark sind, das Vieh aber sehr altes und holziges Gras stehen laͤßt und lieber frisch wiedergewachse⸗ nes in den Waͤldern und Weiden sucht. In bey— den Faͤllen bleibt noch von den Halmen viel uͤbrig. Das Austreten der Heuschlaͤge vom Vieh, ist wohl noch gar nuͤtzlich. In einigen Wiesen sind die Graswurzeln so dicht in einander gewachsen, daß kein anderes Koͤrnchen in die Erde kommen kann. Vielleicht zertheilt beym Austreten, das Vieh, die Wurzelgewaͤchse, und lockert die Erde auf, oder zer⸗ reißt die Wurzel, aus der mehrere Keime und Pflan⸗ zen entstehen. Dieses fuͤhrt mich dahin, ein fuͤnftes Mittel vorzuschlagen, den Boden der Heuschlaͤge zu ver⸗ bessern. Man pfluͤge die Heuschlaͤge nach und nach immer in kleinen Stuͤcken um. Ich habe Heu— schlaͤge gesehen, auf denen man die Rasen abgesto⸗ chen und auf der Stelle umgekehrt hatte, so, daß die Grasseite unten zu liegen gekommen war, und schon im folgenden Sommer, da diese Arbeit den Herbst vorher geschehen war, waren die umgekehr— ten Rasen so dicht bewachsen, daß ich es nicht ge⸗ kannt haͤtte, wenn der Besitzer des Heuschlages es mir nicht versichert haͤtte. Da diese Arbeit aber zu langsam und zu kostspielig seyn konnte: so ist 5 das Umpfluͤgen mit dem ordentlichen Pfluge viel besser. Es ist einleuchtend, daß das Verfaulen der Graswurzeln und des Grases, so wie das Luͤften des Bodens nuͤtzlich ist, und die dermalige schlechte Beschaffenheit desselben veraͤndert und verbessert. Es werden sich durch diese Operation, ganz neue Grasarten erzeugen, die vorher nicht da waren; das Saamenkornchen liegt viele Jahre unversehrt in der Erde, bis es an Luft und Sonne gebracht und in Bewegung gesetzt wird. Besonders kleine An⸗ hoͤhen, erhoͤhete Stellen in den Wiesen, muͤssen um⸗ gepfluͤgt werden, wenn sie in der Mitte der Wiese liegen. Sind sie sehr mager und trocken, und lie— gen am Ende, so lasse man sie ganz weg und zur Weide bleiben. Solche umgepfluͤgte Stuͤcke in Heuschlaͤgen koͤnnte man erst mit Getreyde, etwa Ha— fer besaͤen, und das Erwachsene, entweder zu Heu abmaͤhen, wenn es die Sense fassen kann, oder ab— erndten, nachdem es voͤllig reif geworden ist. Im ersten Fall verloͤre man die Koͤrner, wuͤrde aber an schoͤnem Heu gewinnen, im zweiten Fall aber wuͤrde sich die Erde zum Graswuchs sehr fein praͤpariren, und der Boden wuͤrde um so eher ganz begrasen. Wuͤrde man unter den Hafer allerhand gesammelte Grassaaten von einheimischen Pflanzen mischen, und so den Hafer aussaͤen, so wuͤrde das noch vor⸗ theilhafter ausfallen. Man koͤnnte dann im Herbst —8 viel en der Uften lechte sert. heue en; chrtin t und e·M⸗ uMm⸗ Biese dle⸗ Uput Ee in aHa⸗ Heu Rab⸗ Im er an wuͤre ariren, rasen. melte sschen, h bob Heb 69 den Hafer erndten und nachher dem Grase freyen Wuchs gestatten. Wenn der Boden nur an sich gut ist, so wird auf solchen Stuͤcken, das Gras vor⸗ zuͤglich gut wachsen, und wenn er mager ist, so wuͤrde diese Arbeit des Umpfluͤgens ihn merklich ver⸗ bessern. Aehnlich diese Arbeit immer in Kleestuͤcken fortgesetzt, ist nicht so beschwerlich und langweilig, als man es sich denkt; man haͤtte diese Arbeit in sehr vielen Jahren nicht zu wiederholen, und koͤnnte dann allmaͤlig immer weiter gehen. Das Umpfluͤ⸗ gen der Heuschlaͤge waͤre auch nicht so schwer, wenn man nur zu rechter Zeit an diese Arbeit gienge, naͤmlich im Fruͤhlinge, wenn die Erde nur eine Handbreit aufgethaut ist. Der Rasen ist nicht so dick, es sind viele Graswurzeln abgestorben und die Hauptwurzel laͤßt sich leicht von der unten ge— frornen Erde loßreißen. Zu dem Endzweck wuͤrde man mit dem Schneidepfluge vorher die aufzurei— ßende Streife, von den Seiten zerschneiden, dieses erleichtert dem Pfluͤger die Arbeit ungemein. Die Groͤße der Kornfelder, der schlechte Zustand, in wel⸗ chem sich die Bauerpferde im Fruͤhlinge befinden, hindert alle solche sehr nuͤtzliche Arbeiten, die oft von mehrerem Werthe sind, als ein entkraͤftetes und mageres Getreydefeld zu bearbeiten. Das sechste Mittel, die Heuschlaͤge zu verbes⸗ sern, waͤre, daß man dieselben mit eisernen Eg⸗ gen scharf abeggete, oder in Ermangelung der ei⸗ sernen Eggen, koͤnnte man auch scharfe und schwere Brettereggen mit hoͤlzernen Zapfen brauchen. Das Cggen luͤftet den Boden, zerreißt die Wurzeln und das Moos, und die Luft kann freyer auf die Pflan⸗ zen wirken, es zerstoͤrt auch allerhand Insekten und ihre Nester. Bey der Kleewirthschaft ist dieses Geschaͤfte von großem Nutzen. Es schadet den Klee— pflanzen nicht im geringsten, obgleich viele derselben von der Egge zerrissen werden, allein das Auflo— ckern der Erde foͤrdert hernachmals die schon zwey Jahr gestandenen Pflanzen ungemein zum Wachs- thum. Warum sollte es nicht auch bey anderem Grase moͤglich seyn? man wuͤrde freylich einige Pflanzen zerreißen und vernichten, allein die an— dern und wohl gar die Bessern, haͤtten desto freye— res Wachsen. Sommergewaͤchse, die nur vom Fruͤhlinge bis zum Herbst wachsen, und dann verge— hen, sind die saftigsten und blaͤtterreichsten, und die koͤnnen in gewoͤhnlichen Heuschlaͤgen gar nicht ge⸗ deihen, weil die Saamenkoͤrnchen nicht bis zur Erde dringen, sondern von den Wurzeln aufgehal⸗ ten werden. Das siebente Mittel, die Heuschlaͤge zu verbes⸗ sern, traͤfe solche Stellen, die von kleinen Huͤgeln oft sehr dicht besetzt sind. Diese Huͤgel sind durch verschiedene Ursachen entstanden. Theils die schwaͤr⸗ 7¹ zen und rothen Ameisen tragen auf trockenem Bo⸗ den solche Huͤgel zusammen. Ich koͤnnte in mei⸗ nem Garten, der mit Gras bewachsen ist, viele derselben zeigen, die ehemals nicht da waren und auch nicht da seyn konnten, weil dieser Garten sonst oft gepfluͤgt wurde. Wenn die Ameisenfamilie einmal ausstirbt, so bleibt der Huͤgel unbewohnt. Im lockern Boden, in einem Ackerfelde tragen d diese Ameisen, jaͤhrlich auf die Poͤner, solche Huͤgel zu⸗ sammen. Anderen Theils sind diese kleinen Erho⸗ hungen in den Heuschlaͤgen, aus ehemals daselbst gestandenen großen Baͤumen entstanden, deren Stamm man abgehauen, die Wurzel aber und den Strunk auf der Stelle hat verfaulen lassen, ohne diese verfaulte Holzerde auszuroͤffeln. Die Staͤmme, die viele Jahre in den Heuschlaͤgen gele— gen haben, sind bemooßt und en dlich mit einer Erd⸗ schicht uͤberzogen worden. Die Huͤgel von der er⸗ sten Art kann man ohne große Muͤhe, wenn man jeden derselben ins Kreuz durchsticht, und nachher jedes Viertel, von der Erde mit der Schaufel los⸗ macht, abnehmen.—— ganze Huͤgel ist eine lose schwammige Erde, die mit Moos uͤberwachsen und sehr leicht ist. Dieses Ahtbsen d er Huͤgel macht den Heuschlag eben, und da man sie ni icht ohne große Muͤhe wegfuͤhren kann, so legt man eine große Zahl derselben, in einen großen Haufen, der in zwey Jah⸗ -“——“—————— reeemn—.F...F.FFF.FFFFFFIIFTTTTTCTCTCTCCTCTCCTCTCTCCTITICIIIIIIII 72 ren durchfault, und dann, als eine schoͤne feine Erde uͤber den Heuschlag verbreitet wird. Hierdurch be— kommt der Heuschlag eine neue Erdschicht, und ei— nige verfaulte Pflanzenerde. Besonders die Erde verbessernd, sind diejenigen Huͤgel, die von Maul— wuͤrfen entstanden sind, wenn sie gleich auf dem Heuschlage ausgeroͤffelt werden. Laͤßt man sie ste⸗ hen, so begrasen sie, und sind dann neue Uneben⸗ heiten in der Wiese. Man hat eigene breite Ha- cken, die wie eine Schaufel gebildet, krumm und scharf sind, mit denen man, die kleinen Huͤgel auf einen Hieb soll abhauen koͤnnen. Weil aber mit diesem Instrument die Erde nicht so eben und gleich gemacht werden kann, als mit der Schaufel, so habe ich sie nicht brauchen wollen, sondern bin bey einer leichten Schaufel geblieben. Die abgelose— ten Stellen, auf welchen die Huͤgel standen, muß man nachher, mit Heusaamen oder einheimischem Klee besaͤen, damit sie geschwinde begrasen. Wider das achte Mittel, die Wiesen zu ver— bessern, werden sich zwar die Landwirthe erheben, weil es ungewoͤhnlich auf dem Lande und nur in der Stadt gebraͤuchlich ist, naͤmlich: man duͤnge die Wiesen mit ordentlichem Viehduͤnger. Allein ich hoffe, daß wir uns einigen, wenn wir dieses Mittel naͤher betrachten werden. So ungewoͤhn— lich dieses Mittel, seine Wiesen zu verbessern, ist, so 72 . wahr und gruͤndlich ist doch diese Art zu verfahren. Man nehme nur im Anfange den zehnten oder fuͤnf⸗ ten Theil seines Duͤngervorraths, und wende den— selben auf die zunaͤchst gelegenen trockenen Wiesen. Zum Beyspiel, ich koͤnnte zwanzig Loof im Felde beduͤngen, entzoͤge dem Acker zwey Loofstellen und braͤchte die Duͤngung auf die Heuschlaͤge. Die erste Auslage wuͤrde den Landmann schmerzen, allein im Ganzen verliert er nichts. Ich verlange nur ei— nen kleinen Theil der Duͤngung fuͤr den Heuschlag, und den koͤnnte man doch wohl ein Jahr entbehren? Man beduͤngte mit zwey Zehntel, zwey Loofstellen seiner Wiese, die uns im folgenden Jahr noch ein— mal so viel Heu geben wuͤrden. Diesen Gewinnst an Heu, sehe ich als einen neuen Zuwachs des Heu— vorraths an, durch den ich wieder so viel Duͤngung gewinne, daß ich abermals zwey Loofstellen beduͤn— gen koͤnnte, so haͤtte also der Heuschlag, oder die Stelle, die beduͤngt worden waͤre, zu zwey neuen Loofstellen Duͤngung hergegeben. Ich darf nun den Heuschlag nicht jaͤhrlich dungen, sondern gienge weiter und beduͤngte abermals zwey neue Loof—⸗ stellen, ohne im zweyten Jahre dem Felde etwas entziehen zu muͤssen. Wenn nun auf die Art re⸗ gelmaͤßig verfahren wuͤrde, so wuͤrden die Felder und zugleich nur kleine Stuͤcke der Heuschlaͤge be— duͤngt werden koͤnnen, wovon sich der Nutzen am Ende auf den Acker ausbreiten wuͤrde. Wenn ich annehmen—5 daß ein geduͤngter Heuschlag, noch einmal so viel Heu liefert, als der ungeduͤngte von eben der 9105 so ist offenbar, daß der Heuschlag sich seine eigene Duͤngung liefert, und daß der Lnndduch, der dieses Mittel, seine Heuschlaͤge zu verbessern waͤhlt, nichts mehr als die erste Auslage hat aufopfern muͤssen. Auch dieser Verlust faͤllt beynahe ganz weg, wenn wir eines gegen das an⸗ dere Ein Acker giebt nur zwey Jahre Fruͤchte, und die Wiese alle drey Jahr. Wenn man eine Loofstelle ordentlich berechnet, so zweifle ich, daß der Unterschied zum Vortheil des Ackerfel⸗ des so groß seyn moͤchte. Es kaͤme nur auf einen Versuch an. Ich weiß es zuverlaͤssig, von einem zur Stadt Mitau gehoͤrigen Heuschlage, von ohn⸗ gefehr funfzig Loofstellen Gras, daß, da dersel be, nur zu kleinen Stuͤcken jaͤhrlich geduͤngt worden war, er, von funfzig Fuder, bis zu einhundert un dreyßig Stadtfuder, in— ey Jahren, an seinem Er⸗ trage gestiegen war. Ich habe es selbst versucht, einen naͤhgelegenen Heusch ag duͤnne zu beduͤngen, und erhielt einen betraͤchtlichen Gewinnst an Heu, setzte aber diesen Versuch nicht fort, weil mein Heu⸗ schlag zu naß war, auch erst die Unkosten an die wenden e und ich mittlerweile mit der Kleewirthschaft bekannter wurde, von der ich, zu WR filt al⸗ ahre nn eifle fel⸗ inen inem he⸗ den 7³ noch groͤßeren Vortheil berechnen konnte, indem ich von einer Loofstelle Klee, sieben Fuder Heu ernd⸗ tete. Es wuͤrde nur auf die erste Auslage an Duͤn⸗ gung ankommen, zu der sich die Landwirthe, noch vielleicht bequemen wuͤrden, wenn sie, wie es am zutraͤglichsten ist, im Herbst, großen Duͤngervorrath haͤtten. Mehrentheils faͤngt sich die Duͤngung erst im Herbst zu sammlen an; das, was im Sommer ich in den Staͤllen findet, ist so fluͤssig, oder wenn ̃ sig viel Stroh vorhanden, so unverfault, daß es theils zu wenig, theils zu unwirksam seyn wuͤrde. Wuͤrde man diesen Vorrath auf die Wiesen fuͤhren, so blie⸗ ben die Staͤlle zu naß, da im Herbst die Erde voll Feuchtigkeit ist, die sich in die ausgehoͤhlten Staͤlle ziehen und dem Vieh ein schlechtes Lager machen wuͤrde. Das Vieh steht nun die Herbstzeit auch so viel laͤnger in den Staͤllen, und die Jauche vermehrt die Naͤsse. Auf nassen Heuschlaͤgen ist die Duͤn⸗ gung verloren, sie muͤssen erst sorgfaͤltig durchgra— ben und trocken gelegt werden, dann allein kann mit Nachduͤnger gebessert werden. Nasse Heuschlaͤge wuͤrden auch zu sehr ausgefahren werden. Um aber doch im Herbst zu duͤngen, muͤssen wir es so, wie die Staͤdter machen, die im Sommer den Duͤn⸗ gerhaufen hinausfuͤhren, ihn in großen Haͤufen ver— modern lassen, und erst, im Herbst, die Duͤngung ausroͤffeln. Wollte man erst im Fruͤhlinge duͤn —— —...—— ...—.....— 76 gen, so weheten die trockenen Winde, den Duͤnger aus, da er auf dem Grase bleiben mußte, welches ihn im Wachsen auflockert, und wir wuͤrden eine Mischung von Heu und unverfaultem Duͤnger ab⸗ harken, die die Hausthiere nicht gerne fressen wuͤr⸗ den. Wuͤrde man vor der Heuerndte den Duͤnger abharken, so waͤre dem Boden, die Luft wieder weg⸗ genommen worden, die man ihm geben wollte. Im Herbst kann man mit einer duͤnnen Schicht⸗Duͤn⸗ gung, auf Wiesen schon viel verbessern. Eine dicke Lage wüͤrde das Verfaulen der Graswurzeln veran⸗ lassen und alle Hoffnung aufs kuͤnftige Jahr verei— teln. Die gar zu starke unvermischte Schaͤrfe in der Duͤngung, die gerade oben auf die Wurzel des Grases zu liegen kommt, wuͤrde die Stellen des Grases, wo der Stamm und die Wurzel sich schei— det, die besonders zaͤrt fuͤr Verletzung ist, in Faͤul⸗ niß bringen und die ganze Pflanze verderben. Eine duͤnne Schicht⸗Duͤngung roͤffle man im Herbst sehr wohl aus, der Schnee druͤckt sie fest an die Erde, im Fruͤhlinge vermischen sich saure Salze aus der Luft mit dieser Lage, und geben dem Grase einen herrlichen Wachsthum. Die im Herbst aufgelegte Duͤngung verfault gaͤnzlich, und man harkt zur Heuzeit bloß das schoͤnste Heu ab. Das eilfte Mittel zur Vermehrung des Heues ist, daß man im Fruͤhlinge, den Heuschlag gar nicht 77 behuͤte. Ist der erste Graskeim abgerissen, so lei— det die Pflanze gleich im Anfange; ihre ersten Blaͤt— ter ziehen Kraͤfte zum wachsen aus der Luft an sich, oder sie dienen zur Ausduͤnstung des Gewaͤchses; wird es gleich abgerissen, so raubt man der Pflanze⸗ eittel zu ihrer vollstaͤndigen Entwickelung, sie ist verstuͤmmelt und kraͤnkelt. Die Hofmuͤttter werden sich vermuthlich dawider erheben, da Heuschlaͤge die ersten Weideplaͤtze im Fruͤhlinge sind. Ueberhaupt ist das fruͤhe Behuͤten selbst den gewoͤhnlichen Wei— destellen schaͤdlich; wuͤrde man sie unbehuͤtet, erst recht gut eingrasen lassen, damit die Pflanzen, erst vieles Laub gewinnen, so schadete es dem Gewaͤchse nicht so sehr, als wenn gleich das erste Blaͤttchen weggezehrt wird; dadurch wird der Weideplatz gleich kahl, und bleibt so nackt, ohne sich je wieder im ganzen Jahr erholen zu koͤnnen. Um nun der Noth, die das fruͤhe Behuͤten der Weiden und Heuschlaͤge veranlaßt, abzuhelfen, so schaffe man sich so viel Winterfutter an, daß die Hausthiere, erst spaͤt ausgetrieben werden duͤrfen. Je spaͤter man auf die Weide treibt, desto mehr verstaͤrkt sich der Gras— wuchs und waͤchst nachher so viel besser; wie viel mehr ist dieß auf die Wiesen auszudehnen. Ich komme nun zu meinem zweiten Erforder⸗ niß, um die Heuschlaͤge zu verbessern, daß wir fuͤr andere Grasarten sorgen, und schwereres, besser DD R 4 18 naͤhrendes und fetteres Heu erhalten. Es gehen gewisse Grasarten in den Wiesen ganz aus, und es bleiben oft die schlechtesten Arten zuruͤck. An Gewaͤchsen, die aus der Saat entstehen, ist fast gar nicht zu denken, wo sollten dieselben herkommen, wenn wir unsere Wiesen, immer auf eine Art, jaͤhr⸗ lich behandeln. Nur die sehr fruͤh abgebluͤheten Pflanzen koͤnnen Saaten ausstreuen, die spaͤter bluͤhenden muͤssen sich ganz verlieren, da zur voͤlli— gen Reife der Saat nach der Bluͤthe, auch einige Zeit erforderlich ist. Es bleiben also nur Wurzel— gewaͤchse, die sich auf die Wurzel fortpflanzen, diese sind von haͤrterer und holziger Natur. Die Heu⸗ schlaͤge sind wie ein Pelz begraset, und die Wurzeln haben so stark die Erde uͤberzogen, daß es unmoͤg⸗ lich scheint, daß ein Saatkoͤrnchen gedeihen koͤnnte. Die Heuart verbessert sich also nicht im geringsten, wenn wir nicht wenigstens einige Veraͤnderungen machen. Wenn wir an den vielfachen Nutzen den— ken, den ein schoͤnes Heu gewaͤhrt, so ist diese Sache doch des Nachdenkens und einiger Muͤhe werth. Eine Pflanze hat vor der andern Vorzuͤge, in An⸗ sehung ihrer innern Beschaffenheit und naͤhrenden Kraft, die nicht allein in dem Boden selbst liegt, son⸗ dern in der Natur der Pflanze. Zwar bin ich aus meinen Beobachtungen davon uͤberzeugt, daß jede Pflanze, auch ihren eigenthuͤmlichen Boden hat, M 2—.ñ—————— * MI hele. Ig — i istd diel Hlun IItga fhs! Haldng liet 11ö sahf RWurf um gehn 79 auf welchem sie nicht allein vorzuͤglich gedeiht, sondern auch schmackhafter, vollstaͤndiger und naͤh⸗ render ist. Indessen gerathen besonders Grasar⸗ ten, auf ihrem nicht eigentlich gehoͤrigen Acker doch zu Heu und Gras sehr gut, wenn schon ihr Saaͤ⸗ men nicht so gut ist, als da, wo dieses Gewaͤchs eigentlich ganz einheimisch ist. Da wir hier vom Heu reden, so brauchen wir die Saamenkoͤrner nicht, uns ist es nur um das Laub und Gras zu thun, und das geraͤth besonders in Betreff gewisser Pflanzen, auf jedem Acker, wenn er nur Moder⸗ theile hat, sehr gut. Wenn nun solche schoͤne Pflan⸗ zen gaͤnzlich in einer Gegend ausgegangen sind, so ist das doch ein großer Verlust und der Muͤhe werth, sie wieder herbey zu schaffen. Besonders wichtig ist das in Ansehung gewisser heilender Kraͤuter, die die Hausthiere bey ihren sie anwandelnden Krank— heiten, selbst begierig suchen. So habe ich in mei— ner ganzen Gegend keinen Wermuth, der den Schaa⸗ fen so heilsam ist. Dieses Gewaͤchs ist hier ganz verloren. Die Koͤnigskerze habe ich gesaͤet, sie will eigentlich Sandboden, und findet sich da, von selbst; in diesem Acker will sie sich aber nicht so von selbst fortpflanzen, als im Sande. Dieses Gewaͤchs ist zwar keine Wiesenpflaͤnze, ich erwaͤhne ihrer nur, um zu zeigen, daß gewisse Grasarten gaͤnzlich aus⸗ gehen, und daß man also auf Wiesen auch der Na⸗ ö 80 tur zu Huͤlfe kommen muͤsse, wo das Ausgehen ge⸗ fr wisser Pflanzen, von betraͤchtlichem Schaden, fuͤr die iah Gesundheit und den Wachsthum der Thiere ist. Wenn einige Wicken und Kleearten zu Heu gemacht 1 wuͤrden, so wuͤrden die Hausthiere, bloß von solchem Imn Heu ohne Körnerfuͤtterung fett werden. Es giebt sut. in einigen Gegenden so wohlriechendes und nahr— sa, sames Heu, daß alle Thiere fett sind, ohne Koͤr⸗ dn ner zu erhalten. Andere Gegenden zeugen laͤuter U mageres und schwaches Vieh. Sollen wir nun, E um uͤberhaupt starkes, wohlgenaͤhrtes Vieh zu ha⸗ Rig ben, viel Getreyde anwenden: so haben wir im 111 Grunde nichts gewonnen. Der Aufwand an Ge⸗ iet treyde wiegt den Nutzen, den die Hausthiere geben, So auf, es waͤre nur ein Umsatz und kein Gewinn, wenn wir ihnen, viel Korn geben wollten, um viele + Milch oder Talg zu erhalten. 110 16 Da ich keine kostspielige und schwer zu erlan— clch gende Mittel angeben will, Verbesserungen von die— un ser Seite zu machen, wie ich uͤberhaupt nicht geson— il nen bin, dieses Wirthschaftsbuch mit theuren aus— laͤndischen Wirthschaftsregeln zu bereichern, die man Han leicht anderweitig wird finden koͤnnen, wenn man i, sie sucht: so habe ich hier wenig zu sagen. Ich halte dafuͤr, daß man die Mittel zu seinen Zwecken, 0 nicht weit zu suchen hat. Je naͤher man sie hat, Ped 81 — desto besser ist es, und mehrentheils liegen sie sehr nahe; man muß sich nur umsehen und nachdenken. Schon in der Bemuͤhung, seinen Acker so tro⸗ cken zu machen, ist das erste Mittel enthalten, seine Grasarten zu verbessern. Ich habe es bereits ge— sagt, daß Gewaͤchse, die auf trockenem Boden wach—⸗ sen, im Nassen nicht gerathen. Wenn man also den Boden trocken macht, so finden sich die dahin gehoͤrigen Gewaͤchse von selbst ein, und die auf tro— ckenem Boden wachsenden, sind die besseren. Som-⸗ mergewaͤchse gerathen nur auf trockenen Stellen, und sind dem Vieh besonders angenehm. Man lasse das Vieh nur einige Zeit auf den Brachfeldern weiden, und bemerke, wie sehr die Milch zuneh— men wird, wenn das Gras auch sehr klein und kurz zu seyn scheint. Wollte man der Natur et—⸗ was zu Huͤlfe kommen und Heusaamen aus ande⸗ ren Gegenden anschaffen, um ihn auszusaͤen, oder allerhand von Kornaͤckern gesammelten, aus dem Getreyde gesiebten Saamen, von Unkraut, auch wohl auslaͤndische Futterkraͤutersaamen, in solchen Stellen der Wiesen aussaen, die faͤhig sind, die Koͤrner anzunehmen, als etwa vom Sande betra— gene, oder von Schweinen aufgewuͤhlte Stellen, oder solche Plaͤtze, die nicht sehr stark begraset sind: so wuͤrde dadurch immer etwas geweckt werden. Es werden von allen solchen ausgestreueten Saͤmereien, 6 82 doch immer einige wachsen. Pfluͤgte man die Heu— schlaͤge, nach und nach um, so waͤre der Boden locker genug, um allerhand Saaten wachsen zu machen, und duͤngte man vorher trocken gemachte Heuschlaͤ⸗ ge, so waͤre es unfehlbar um sich neue vortreffliche Grasarten anzuschaffen. Das zweite Mittel, die Grasarten zu verbes⸗ sern, ist, daß man die Maͤhezeit der Heuschlaͤge abwechsle, damit sich bald der eine, bald der an— dere, von neuem besaamen koͤnne. Wenn man eine Wiese fruͤh abmaͤht, und so in vielen Jahren fort— faͤhrt, so kommen die wenigsten Gewaͤchse zum Aus— streuen ihrer Saaten. Man muͤßte daher bald ei⸗ nen, bald wieder einen andern Heuschlag, sehr spaͤt, etwa im August maͤhen. Ich habe auffal⸗ lende Beweise von dieser Regel. Die Saamenkap⸗ seln springen, wenn der Heuschlag spaͤt gemaͤhet worden ist, bey der Erndte auf, und die Saat bleibt auf dem Boden liegen. Laͤßt man einen Heuschlag immer fruͤh maͤhen, so staͤrkt das zwar die Wurzel ungemein, und der Boden verliert von seinen Kraͤf— ten nichts, allein die Grasarten veraͤndern sich. Wenn es die Lage gestattet, so wechsle man mit Weideplaͤtzen und Heuschlaͤgen ab. Ein Wei— deplatz, der nur nicht ganz aus Heide und Wald besteht, sondern eine flache unbewachsene Gegend ist, kann einen ausnehmend starken Heuwuchs ge⸗ ie hel⸗ Hloker lachen, schl⸗ flliche Wͤeß schlage an⸗ neine folt Nus⸗ ddeb scht uffal enkaß⸗ nahtt hleibt Hag urzel Kraf⸗ . man Wei⸗ Wad Heglld 98 90 83 ben, wenn man ihn einmal dazu bestimmt. Die lange Ruhe, die er vom Ertragen der Pflanzen ge⸗ habt hat, die viele Viehduͤngung, die seit undenk- lichen Jahren da geblieben ist, giebt den Graspflan⸗ zen einen vorzuͤglichen Trieb; sie haben nie Saa— men getragen, da das Vieh es kaum bis zur Bluͤ⸗ the kommen laͤßt, daher ist die Wurzel sehr stark. Ich machte den Versuch bey jedem Brachfelde, ein Stuͤck Heuschlag zugleich brach liegen und beweiden zu lassen. Im folgenden Jahre trug dieses Stuͤck Heuschlag noch einmal so vieles und gutes Gras. Es kam nicht zum bluͤhen der Gewaͤchse, weil das Vieh oft auf der Stelle weidete. Als das Brachfeld be— saͤet wurde, kam auch kein Vieh mehr auf den Heu— schlag, es bekam also im Herbst einen starken Win— terwuchs, daher gerieth das Gras im folgenden Jahre desto besser. Vom Klee ist es ausgemacht, daß die Stuͤcke, die keinen Saamen getragen haben, fuͤr den Getreydewuchs nachher desto gedeihlicher sind, und solche Stuͤcke, die Saamen getragen haben, weniger fruchtbar fuͤr Roggen und Gerste sind. Ich habe hier nur so viel von Verbesserung der Heuschlaͤge gesagt, als ich durch Versuche in mei— ner kleinen Landwirthschaft bewaͤhrt gefunden habe, und wuͤnsche, daß Landwirthe, die einen groͤßern Umfang und Wirkungskreis haben, mit der Zeit, diesen Artikel ergaͤnzen moͤgen. Ich sehe wenig an 6* SFSSIIIee 84 Verbesserung der Wiesen arbeiten. Daß die Heu— schlaͤge bloß in einer Gegend, seit dreyßig Jahren noch einmal so groß geworden sind, habe ich oft wahrgenommen und mich gefreut, weil das ein Be— weis von Vermehrung der Menschen ist, und daß die Oberflaͤche der Erde nutzbarer fͤr Menschen und Thiere geworden ist. Ich wuͤnschte aber auch, daß nun die Erde fruchtbarer und eintraͤglicher wuͤrde. Die Vergroͤßerung ist gut, allein die Verbesserung ist von mehrerem Werthe, und noch in der Be— trachtung wichtig, daß bey einem magern Boden so sehr viel an Menschenkraͤften verloren ist, die doch besser genutzt werden koͤnnen. Der Maͤher muß einmal seinen Weg machen, der Harker eben so, sie duͤrfen kein Plaͤtzchen unberuͤhrt lassen, beyde brau⸗ chen ihre Kraͤfte, ihre Zeit; wenn auch noch so we— nig Gras und Heu vorhanden ist, so will man auch die Kleinigkeiten zu seinem Nutzen sammlen. Diese Anwendung der Menschenkraͤfte ist auf elenden Wie— sen meist verloren. Wie viel hat am Ende des Ta⸗ ges der Arbeiter gewonnen? so wenig, daß ers fast forttragen koͤnnte. Es ist dem Arbeiter bey der Heuerndte fast gleich viel, ob er eine starke oder duͤnne Schwaͤrte maͤht und harkt. Beyde Arbeiten sind leicht. Wenn man nun durch die naͤmliche Arbeit, fuͤnf bis zehnfach so viel gewinnen kann: so ist es doch die Pflicht des Landwirths, die Hin⸗ uß sie rau⸗ bl⸗ X jise zie da⸗ f der odet iten liche ann: Hin 85 dernisse wegzuschaffen, die der angewandten Kraft entgegen stehen. In dieser Hinsicht ist die Groͤße der Heuschlaͤge ohne reichliche Ertragsamkeit, eine wahre Last des Landwirths, und er leidet Jahr aus Jahr ein, Schaden und Verlust an verlornen Kraͤf— ten. Eine jede Menschenkraft muß so viel zu Stande bringen, als ohne Bedruͤckung geschehen kann, be⸗ sonders da wir hier so wenig Menschen haben, viel weniger als Arbeit und Faͤhigkeit zur Kultur. Ich werde weiter unten noch Gelegenheit ha— ben, mehreres uͤber die Fruchtbarkeit des Bodens zu sagen, welches auch auf die Verbesserung der Wiesen angewendet werden kann; die auf Verbes⸗ serung der Erde zu verwendenden Unkosten muß kein rechtlicher Landwirth scheuen, der da weiß, daß kein Kapital, bey den hoͤchsten Intexessen, so gut und so sicher angelegt werden kann, als auf die Verbes⸗ serung der Erde. Bloß das Verlangen, geschwinde alle Landarbeiten zum hoͤchsten Graͤde der Vollkom—⸗ menheit zu bringen, macht es, daß oft viel Geld erforderlich ist, in der Wirthschaft etwas zu unter⸗ nehmen und auszufuͤhren. Man kann nach einer weisen Einrichtung, viele Jahre vorher, zweckmaͤßig vorarbeiten und Anlagen machen, die man am Ende mit wenigern Kosten vollstaͤndig ausfuͤhren kann. Wir saͤen hundert Lof und erwarten tausende, in maͤnchen besonders fruchtbaren Aeckern auch wohl —* 28 7—— 4 86 noch mehr. Unsere Wiesen geben uns alljaͤhrlich unermuͤdet Ertrag, ohne daß wir saͤen und pfluͤgen duͤrfen. Unsere Viehheerden, wenn sie nur maͤßig gut gehalten werden, machen sich in manchen Jah⸗ ren, wenn die Preise nur etwas groß sind, gaͤnzlich bezahlt. Wollte man hier die schlechten mißlichen Jahre entgegen setzen, so liegt es mehrentheils an uns selbst, daß wir so gar mißliche Jahre haben. Ein guter Boden, eine gute Lage, fleißige und sorgsame Bewirthschaftung, trotzt oft den schlech— testen Jahren und einer ungedeihlichen Witterung. Es ist kein Jahr so schlecht, daß nicht auf einer Seite in der Landwirthschaft, ein gehoffter Vortheil einschlagen sollte. Schlaͤgt das Getreyde nicht ein, so gerathen die Wiesen oder die Gaͤrten, oder die Viehzucht, oder es zeigen sich sonstige Erwerbsquel⸗ len, deren es auf einem großen Landgute, so man⸗ nigfaltig viele giebt. Man sollte sich recht viele Quellen anschaffen, sehr viele Arten Getreyde saͤen, die Natur beut Gelegenheit genug dazu an. Die Erde ist unerschoͤpflich reich, und jeder Ort hat seine eigenthuͤmlichen Anlagen dazu, die dem andern fehlen; wenn man nur Thaͤtigkeit und Lust genug haͤtte, von denselben Gebrauch zu machen. Nach— denken, Fleiß, Arbeitsamkeit und Geduld, koͤnnen erstaunliche Werke zu Stande bringen. Den Tha⸗ ler, den man einmal hat, will man nicht gerne 5 ner heil ein, et die ueh nalh Hele den, Die Keine ag lach⸗ nnen Dhe geme 87 ausgeben, und mit Nachdenken ihn angewendet, kehrt er in unseren Beutel, in Gesellschaft mehrerer zuruͤck. Dieß ist auch der Fall mit dem Kleebau, von dem ich nur hier etwas weniges zu sagen fuͤr noͤthig halte, da es mit zu den Fuͤtterungsmitteln gehoͤrt. II. Vom Kleebau. Es ist schon so viel uͤber den Kleebau uͤberhaupt geschrieben worden, allein hier in diesem Lande noch immer zu wenig. Des wuͤrdigen Herrn Pastor Klapmeyers Buch uͤber den Kleebau, hat zwar genuͤglichen Unterricht uͤber den Anbau des Klees geliefert, nur fehlt uns noch mehr Nachricht uͤber den Erfolg Kurlaͤndischer Versuche und Erfahrun⸗ gen. Mir scheint es Beduͤrfniß zu seyn, einige die⸗ ser Nachrichten zu liefern, da einige Versuche miß⸗ lungen sind, und da so verschiedene Landwirthe den Anbau dieses nuͤtzlichen Futterkrautes aufzugeben im Begriff sind. Das ist aͤußerst schade! lassen wir doch die Kultur des Roggens, der Gerste/ des Hafers und der Erbsen nicht nach, wenn es uns gleich in einem Jahre nicht einschlaͤhgt, wenn uns Wuͤrmer, nasse Herbste, trockne Sommer fast SDS 88 unsere ganze Erndte vernichten. Der eigentliche große Vortheil der Kleewirthschaft muß sich erst nach Verlauf mehrerer Jahre zeigen, obgleich zu— naͤchst in jedem Jahre schon augenscheinliche Vor— theile vor Augen liegen, ohne daß die Arbeit und Muͤhe, in dem Maaße, wie der Nutzen erscheint, groß waͤre. Man versuche es nur, und mache allen Klee, den man in zwey Feldern hat, zu Heu, ohne es gruͤn zu verfuͤttern: so wird das schon ein betraͤcht— licher Nutzen seyn, der sehr in die Augen fallend ist. Diejenigen, die der Kleewirthschaft uͤberdruͤssig sind, haben allerhand Fehler und Versehen gemacht. Sie haben außer den gewoͤhnlichen drey Feldern, eben so große Kleefelder angelegt, und dadurch ihre Ar— beit so ungeheuer vermehrt, daß diese neue Arbeit unmoͤglich bestritten werden konnte, daher ein Ueber— druß und Ekel für die Kleewirthschaft eintrat, der sie vermochte, das Ganze aufzugeben. Die vier oder fuͤnffeldrige Methode ist nicht die bequemste und beßte. Man muß in beiden Faͤllen, entweder zu viel Acker von seiner Aussaat entbehren, oder man hat nicht alle die kleinen Vortheile von der ganzen Wirthschaftsart, oder man hat zu viel Ne— benarbeiten. Es ist doch werth, daß man diese ganze Sache noch in Ueberlegung nimmt und Proben anstellt. Mir scheint es, wenn man die Kleewirthschaft, die man schon eingefuͤhrt hatte, 5 *———————.— — 89 aus den Haͤnden giebt, daß man einen großen Vor⸗ theil fahren laͤßt, den man schon sicher besaß. Es haben Landwirthe, die die Kleewirthschaft ange⸗ legt hatten, auch den Fehler gemacht, daß, da wir wissen, daß liegen gebliebenes Wasser, dem Klee hoͤchst schaͤdlich ist, wir nicht im Herbst die nassen Stuͤcke ausgefurcht haben. Als es im Jahr 1799 so viel regnete, hatte ich ein Feld gefurcht, und verlor nicht das geringste, obgleich ein so har⸗ ter Winter darauf erfolgte. In einem andern Felde, wo ich diese Vorsicht nuterlassen hatte, gieng aller Klee verloren. Die Kleewirthschaft ist manchen Wirthen laͤ—⸗ stig geworden, weil sie eine Hauptregel unterlassen hatten, die doch bey der Einfuͤhrung der Kleewirth— schaft nothwendig beobachtet werden muͤßte, naͤm— lich: sie haben ihre ganze Heerde Vieh beybehal— ten, die sie zuvor hatten, ehe die Kleewirthschaft eingefuͤhrt war. Andere, die ihre Heerde verrin— gert und bis auf die Haͤlfte herabgesetzt hatten, er— setzten diese Anzahl Vieh wieder, als sie den großen Vorrath an Futter bemerkten, den die Kleewirth— schaft giebt, und glaubten nun, es wuͤrde gar nicht fehlen. Waͤren sie ihrem Grundsatz nur treu ge— blieben, die Haͤlfte oder zwey Drittheile des Vie— hes zu halten, die sie sonst bey der dreyfeldrigen Wirthschaft hatten: so waͤren sie ihrem Endzweck 90 gewiß naͤher gekommen. Der Ueberfluß an Fut⸗ ter haͤtte sie nicht reitzen sollen, von ihrem Plan abzugehen. Zum Theil war die Wiedervermeh—⸗ rung des Viehes zu entschuldigen. Es fanden sich keine Hofmuͤtter, die bey der Stallfuͤtterung von drey bis vier Kuͤhen eine Tonne Butter liefern wollten, sondern sie forderten nach wie vor, sechs bis sieben Stuͤck Kuͤhe auf die Tonne. Da ver⸗ lor denn der Landwirth merklich an seinen Reve— nuͤen der Butter, und ließ es bey der ehemaligen Anzahl an Vieh bleiben. Hier waltete wieder ein Fehler ob. Die Hofmuͤtter mußten zu dieser Ein⸗ richtung gezogen und gebildet werden; sie mußten in Aufsicht genommen und durch gtige Mittel und Praͤmien dazu geneigt gemacht werden. Man for⸗ derte ja nichts unmoͤgliches, sondern etwas, das wirklich ausgeuͤbt worden war.(S. Klapmeyers Kleebau Seite 75, Theil 2.) Die Furcht, den Duͤngervorrath bey wenigerem Vieh einbuͤßen zu muͤssen, schreckte auch maͤnchen ab, bey der halben oder zwey Drittheil der Anzahl des Viehes zu be⸗ harren. Man trieb doch das Vieh auf die Weide und man mußte austreiben, ehe ein großer Futter— vorrath gesammlet worden war, dabey aber wurde zu viel Duͤnger verschleppt, es blieb nicht so viel in den Staͤllen, als man noͤthig hatte; daraus er⸗ wuchs der Ueberdruß an der Kleewirthschaft, man Vfon⸗ dad ̃yets del zu ben be⸗ Leide Uttet⸗ Aurde viel us el/ mi 91 schaffte sie ab. Haͤtte man standhaft erst eine große Menge Viehfutter in zwey Jahren gesammlet, und dann die ganze Stallfuͤtterung, bey halb so vielem Vieh, als man sonst hatte, eingefuͤhrt: so haͤtte man eben so viel Butter, als bey der vorigen großen Heerde, eben so viel und noch mehr und bessere Duͤngung erhalten. Eines der allerwichtigsten Gegenstaͤnde der Kurlaͤndischen Landwirthschaft, ist die sorgsame Be⸗ muͤhung sich viel Viehfutter, so wohl im Sommer, als im Winter zu verschaffen. Diese Sorgsam— keit wird so viel dringender im Sommer, da die Viehheerden immer groͤßer, und zugleich die Fel— der vergroͤßert werden, die Wohnungen der Men⸗ schen zunehmen, und die Wiesen seit dreyßig Jahren um ein Drittel vergroͤßert worden sind. Dadurch ist die Weide fuͤr das Vieh so verengt und einge— schraͤnkt worden, daß nur die allerelendesten Ge⸗ genden zur Weide uͤbrig geblieben sind. Die ver— groͤßerten Viehheerden nagen im Fruͤhlinge die ma⸗ gern Weideplaͤtze in kurzer Zeit ab, und hungern, besonders in duͤrren Jahren, bis die Heuschlaͤge ab— genommen sind. Nach zwey Monaten sind die— selben auch wieder abgezehrt. Von der Zeit an hungert das Vieh denn wieder den Herbst durch · Haͤtten wir getrocknete Futterkraͤuter, so koͤnnten wir, zu allen Zeiten, dem Vieh des Nachts davon —. 4 92 vorgeben. Wenn man die Viehweiden ansieht, und den großen Vorrath an Naͤhrungsmitteln be— rechnet, die eine Kuh den Tag uͤber noͤthig hat, um gehoͤrig gesaͤttigt zu seyn, so erstaunt man bil— lig, wo die Thiere im Sommer so viel Nahrung finden, als sie brauchen. Den Tag uͤber weidet das Vieh auf dem naͤmlichen Platz, den die Bauer— pferde des Nachts an vielen Orten abzehren. Schaafe und Schweine fressen das Gras, Tag vor Tag, bis auf die Wurzel ab, und nun soll das Rindvieh, welches nicht mit den Zaͤhnen, sondern gleichsam mit der Zunge das Gras abfrißt, und daher moͤglichst lange Halme haben muß, hinlaͤng⸗ lich gesaͤttigt werden. Es ist zu verwundern, wie das Vieh im Herbst doch noch so ziemlich gut aus⸗ sieht; wo die Menge der Nahrung herkommt, ist unbegreiflich, da sich doch bekaͤnntlich das Gras nicht so schnell erneuet. Nun kommt der Winter, da hungert denn das Vieh in einer andern Gestalt. Stroh ist fast das einzige Nahrungsmittel, womit es den Winter erhalten wird; das schlechteste Heu, die Spitzen der Heutuppen, oder die nasse und durchweichte, oft verfaulte Unterlage derselben, die im ersten Fall ausgedoͤrrt oder in Stuͤcken Eis zusammen gefroren sind, ist der Theil, der dem Vieh gegeben wird. Wie oft gebricht es auch an Stroh und Kaff! Kaum daß das Rindvieh sein sicht, u be⸗ ha bib⸗ ing det W reh D das tn nd 93 Leben erhalten hat, kommt es auf die Fruͤhlings⸗ weide, frißt die ersten jungen Grasspitzen ab, pur— girt noch die letzten Kraͤfte weg, und ist das ganze Jahr hindurch schlecht an Milch und Fleisch. Ich uͤbertreibe hier nichts, fast alle Landwirthe haben von allem dem anschauliche Erfahrung. Diese Beschaffenheit der Landwirthschaft in, Kurland erfordert es dringend, daß wir, in Anses hung des Viehfutters, einige Aenderungen ma⸗ chen, und daß wir auf den Anbau von Futterkraͤu— tern sinnen. Warum wird hier nicht mehr Fleiß und Arbeit auf einheimische Futterkraͤuter gerichtet! Es ist doch wirklich von außerordentlicher Wichtigkeit sie anzusaͤen und zu kultiviren. Es giebt hier im Lan— de verschiedene einheimische Kraͤuter, die dazu taug— lich sind; der ordinaͤre kurische Klee gedeiht im Lehmboden sehr gut, der weiße Steinklee im San— de, der rothe im Lehmboden, der Spark im San⸗ de, die Wicke mit der gelben Bluͤthe(Lathyrus Ppratensis. L.) in gemischten Aeckern, wenn man nur Saat sammlen und Versuche machen wuͤrde. Welches das beßte Futterkraut ist, kann nicht an— ders, als nach Verschiedenheit des Ackers beurtheilt werden, und Proben muͤssen es bewaͤhren. Sollte man die Gaͤrtner, auf großen Landguͤtern, nicht in den Stand setzen, allerhand Versuche in etwas 9⁴ großen Stuͤcken zu machen, statt daß man sie al— lerhand kuͤnstliche Anlagen machen ließe? Die Kraͤuterkenner wuͤrden gerne thaͤtig mithelfen, wenn sie nur aufgefordert wuͤrden. Ich will als praktischer Landmann hier einige Regeln vorlegen, die man im Auge behalten muͤßte, um diese ein⸗ heimische Futterkraͤuter anzubauen und zu waͤhlen. 1) Man muß zuvor fuͤr jeden Acker, z. B. Sand, Lehm, niedrige und hohe Gegenden, die ihnen ge— faͤlligsten Kraͤuter aufsuchen, und sehen, welche Art am beßten geraͤth. Da waͤre denn kein allge— mein beliebiges Futterkraut anzunehmen, sondern jeder Acker haͤtte sein eigenes. ²) Solche Kraͤuter, die den Winter hindurch aushalten, und nicht jaͤhrlich neu angesaͤet werden muͤssen. 3) Solche, die viel Laub, Stengel und Bluͤ⸗ then haben, und lang wachsen. 4) Solche, die sich oft in einem Jahr erneuen, und wieder aus der Wurzel schießen. 5) Die moͤglichst bald, und leicht, getrocknet werden koͤnnen. 6) Die am fruͤhesten im Fruͤhlinge wachsen und gemaͤht werden koͤnnen. Es giebt verschiedene, die alle diese Eigenschaf— zen in sich vereinigen, es kommt nur auf Versuche Großen an. Der waͤre ein wahrer Patriot, se ab Die lfen, Hals cgen, ein⸗ Hh. Sad, eln ge delch Age⸗ dern durch derden Vl Reuen, Ockhet 9⁵ der in unsern nordischen Gegenden hieruͤber hin— laͤnglich gepruͤfte Versuche anstellen wuͤrde, und sie dann oͤffentlich bekannt machte. Unterdessen haben wir hier bisher die Erfah⸗ rung gemacht, daß in guten Aeckern der hollaͤndi⸗ sche rothe Klee der gedeihlichste ist. Er geraͤth zwar mehrentheils in allen Aeckern, außer in recht ma⸗ gerem Flugsande nicht. Der zwey Jahr gestan⸗ dene friert zwar in sehr kalten Wintern ganz aus, und im duͤrren Sommer waͤchst er so oft nicht wie— der. Wenn nur die Aecker allgemein fruchtbar waͤren: so wuͤrde er weder im Winter ausfrieren, noch im Sommer sparsam wachsen. Mit diesem rothen hollaͤndischen Klee ist es an vielen Orten schon sehr gut gegangen; er ist wirklich von so vie⸗ ler Wichtigkeit fuͤr die Landwirthschaft, daß von demselben, in vielfacher Beziehung, in einem Wirthschaftsbuch geredet werden muß. a) In so ferne der Klee ein Verbesserungsmit— tel des Ackers ist, ohne daß er erst zum Futter ge— braͤucht worden ist. b) In so ferne er mehr Duͤngung giebt, wenn er zum Unterhalt des Viehes verwendet worden. c) In so ferne er gruͤn, zum Unterhalt des Viehes dient, fettere Milch und mehr Butter giebt, und in so ferne er, getrocknet, zum Viehfutter ge⸗ braucht werden kann.* 96 dh In wieferne der Saatverkauf, mit der Zeit, ein Handelsartikel werden kann. In allen diesen Betrachtungen, muß an jedem Orte besonders des Klees Erwaͤhnung geschehen. Da hier von der Vermehrung des trocknen Fut⸗ tters fuͤr das Rindvieh die Rede ist: so kann nur in dieser Hinsicht vom Klee gehandelt werden, in wie— fern er den Heuvorrath vermehren hilft. Das, was ich von diesem Futterkraut schreibe, ist alles durch eigene Erfahrung, die mehrere Jahre hinter— einander in die zwey und zwanzig Jahre, im Trock— nen und Nassen gemacht worden ist, erprobt und bewaͤhrt. Bey meiner Einrichtung der Kleewirthschaft habe ich nicht ein Kuͤlmit Land in frischem Duͤnger jemals gesaͤet, sondern nachdem ich Roggen und Gerste abgenommen hatte, so saͤete ich erst Klee mit Haber, auf die, allen Wirthen bekannte Art, und richtete meine sechsfeldrige Wirthschaft so ein, daß ich das neue Land, welches ich zu meinem Acker neu hinzunehmen mußte, nachdem es frisch be— duͤlgt worden war, erst mit Roggen, dann mit Gerste besaͤete, und nun erst Haber und Klee fol— gen ließ. Durch das Zerreißen eines nicht ergie— bigen Heuschlages, und anderer magerer Stuͤcke, die aber eine gute Lage haben, bin ich in den Stand gesetzt worden, nichts an meiner Aussaat verloren haft Anget und mit und daß lker 9be N mit e fol⸗ ergie⸗ tck, Stand Neklorel 97 als ich ehemals gehabt habe. Vielmehr gewann ich einen Pflug, mit meinen Arbeitern, groͤßten⸗ theils, weil ich die Kulturfolge erwaͤhlt habe, erst Roggen, dann Gerste und zum dritten Jahre Ha— ber mit Klee zu saͤen. Seit 1795 treibe ich diese Wirthschaftsart, und habe nicht die geringste Urz sache gehabt, meine Veraͤnderung in der Wirth⸗ schaft zu bereuen, obgleich ich zehn Loofstellen Rog- gen, zehn Loofstellen Gerste weniger saͤe, und dagegen zwanzig Loofstellen Haber besitze. Den Verlust an Roggen und Gerste, in alt geduͤngtem Acker, er— setzt mir der Gewinn an Haͤber hinlaͤnglich. Ueber—⸗ dem habe ich betraͤchtlich in Ansehung meines Vieh⸗ standes gewonnen. Das Vieh ist vielmehr gesun⸗ der und in aller Betrachtung besser, und zwar nicht allein das Rindvieh, sondern auch alle Arten Haus⸗ thiere und das Gefluͤgel. Wenn nichts dem Klee einen eigenthuͤmlichen Werth giebt; so ist es der volle und genuͤgliche Unterhalt, den man allen sei— nen Hausthieren verschaffen kann. Wenn ihn da— her die Landwirthe Kurlands, bloß in dieser Absicht fleißig anbauten, um nur den Sommer uͤber ihr Vieh gut zu unterhalten: so thaͤten sie etwas sehr zweckmaͤßiges. In unserm nordischen Klima, wo die Thiere so sehr lange in den Staͤllen ernaͤhrt werden muͤssen, wo die Fruͤhlinge so kalt, und da⸗ her der Boden, so spaͤt seine Gewaͤchse hervortreibt⸗ 7 ist es nothwendig, fuͤr recht viel gutes trocknes Fut— ter zu sorgen, und wo ist dazu bessere Gelegenheit, als bey der Kleewirthschaft? Meine Erfahrungen uͤber und bey der Umwaͤnd⸗ lung des Klees zu gruͤnem Futter, haben mich nun be⸗ lehrt, 1) daß bey einer Heerde von funfzig großen und kleinen Rindern ich wenigstens vierzig Loofstellen guten Klees noͤthig haͤtte, um nebst diesem Rindvieh, zehn Pferde, funfzehn Schweine, eine Heerde von dreyßig Gaͤnsen taͤglich unterhalten zu koͤnnen, wobey doch Vieh und Pferde einige Stunden des Mor— gens und Abends, auf die Weide getrieben werden mußten, und noch funfzig Fuder Klee-Heu ge— erndtet wurde. Alle Thiere wurden fett und blie— ben gesund, wenn in der Behandlung und Futte— rung, keine offenbare Fehler gemacht wurden, wie ich das bey dem Rindvieh hernach anzeigen werde, 2) daß, um diese Thiere reichlich mit Klee zu unter— halten, taͤglich zwey Menschen beschaͤftigt waren, von denen einer nichts anders that, als den Klee zu maͤhen und zu harken, und der andere, ihn fuͤr die Thiere herbey zu fuͤhren, 3) daß die Milch außer⸗ ordentlich zunahm, und so bald nur dem Vieh, am Sonntage weniger Futter gegeben wurde, gleich ein merklicher Verlust sichtbar war, 4) daß ich vom 25. May neuen Stils spaͤtestens, jaͤhrlich zu maͤ⸗ hen angefangen habe, weil ich den Klee, so fruͤh Fut nheit, and⸗ ube; hen Wen W-ich, de von wobey Mor⸗ erden u ge dbläe Futte n, wie werd unter⸗ waren, Llee zu fur di außet⸗ ieh, aln lich ein ich vom x mã⸗ o frh 99 maͤhen ließ, als ihn nur die Sense fassen konnte, um je eher je lieber, dem Vieh mehr Nahrung zu schaffen. Da die Weiden sehr kaͤrgliches Futter darbieten, so habe ich oft noch fruͤher zu maͤhen an— gefangen. Diesen jungen Klee mischte ich' mit al— tem staubigen Heu, Kaff, oder Stroh, dabey sich das Vieh, immer sehr gut erhalten hat. Bey der Gelegenheit habe ich zu bemerken, daß uns eigent— lich noch ein solches Futterkraut mangelt, welches noch fruͤher zu maͤhen waͤre, als der hollaͤndische Klee. Vielleicht waͤre ein solches Futterkraut das Aegopodium podagria L. Es ist wirklich ein großes Beduͤrfniß, das wir haben, vor dem An— fange Mays ein gruͤnes Futterkraut zu besitzen, welches fruͤher als der Klee erwachsen waͤre, dem Vieh davon vorzugeben. Gerade diese Zeit ist die bedraͤngteste. Wir muͤssen dieses nuͤtzliche Gewaͤchs hier im Lande suchen, welches mit den kalten Fruͤh⸗ lingstagen, die bis uͤber die Haͤlfte des Mays fort— dauern, gewohnt waͤre, und wachsen wuͤrde, ohn— erachtet die Luft und Witterung, dem Wachsen um diese Zeit so sehr hinderlich ist. Ich kenne bisher noch kein Gewaͤchs, welches so fruͤhe beynahe bis zum Maͤhen, wenigstens zum reichlichen Abgrasen, angeschossen ist, als unsern Roggen. In England saͤet man nur Roggen, um fruͤhe dem Vieh diese Weide zu verschaffen. Das Roggengras laͤßt sich durch —— AE—— 100 alle Arten von Witterung nicht hindern, bis zum fl May fortzuwachsen, alle uͤbrigen Grasarten stehen r0 fast still und warten auf Waͤrme. Indessen ist nunn dem Vieh bis dahin sehr uͤbel gerathen. Die Lu⸗ 0 zerne waͤchst auch sehr fruͤh, ihre Kultur ist aber l gar zu schwierig und kostspielig. Mehrentheils ist In alsdann schon das Winterfutter aufgezehrt, das W Vieh wird ausgetrieben, will daher auch nicht mehr i das duͤrre und geschmacklose Futter anruͤhren, und Gras ist in den Weiden nicht so viel, als zur Er— l naͤhrung der Thiere erforderlich ist! Nur einen Mo-⸗ lllt nat fruͤher sollte der Klee zu maͤhen seyn, so waͤre l aller Noth abgeholfen, denn bis zur Mitte des hal Aprils, hat jeder Wirth fuͤr hinlaͤngliches Winter⸗§W futter gesorgt. 5) Daß das Kleefeld mit fein ge⸗ R. mahlenem, ungebranntem Gips uͤberstreut, außer⸗ 0 ordentlichen Trieb verschafft. Im Fruͤhlinge, wenn 90 die Erde noch mit Schnee uͤberdeckt ist, zu Ende 1 des Maͤrz/ habe ich eine Loofstelle mit einem Loof fein mi gemahlenen Gips uͤberstreut und wahrgenommen, Rl daß der Klee sich ausnehmend hervorthut und den W ganzen Sommer gut haͤlt. Er waͤchst schnell wie⸗ der, schießt sehr hoch und blaͤtterreich, macht u sich aus duͤrrem trocknen Wetter nichts. Diese Verbesserungsart ist kostbar und muͤhsam, sonst waͤre sie wohl anzurathen, und fleißig in Ausuͤbung fen zu bringen. Ich habe hier so viel Vortheilhaftes ri zum stehin n ist lu⸗ aber ist W tmeh „ und r Et⸗ M⸗ waͤte e des Vuter⸗ sein ge⸗ außet wenh Ende yf fein nmen. ud den ell wie⸗ macht Diese ss Sübung ilhafts 101 fuͤr den Kleebau gesagt, nun aber muß ich auch den Schaden offenherzig anzeigen, den mir der Klee verursacht hat. Wobey ich aber auch die Ursachen eben so treu anzeigen werde, aus denen es sich er⸗ geben wird, daß nicht der Klee, als gruͤnes Futter dem Vieh gegeben, Schaden verursachen konnte. Nein! er ist von allen Seiten betrachtet, vortheil— haft. Sondern blos Unkunde, mit dem Klee als gruͤnem Futter umzugehen. Unglaube, Unwissen⸗ heit, Mangel an Bedachtsamkeit und Vorsichtig⸗ keit waren die Ursachen des Schadens, den ich nun treulich bekennen werde. Ich habe dreymal Vieh verloren, das sich an Klee uͤberfressen hatte, und zwar nur alsdann, wenn ich ihn sehr jung, ehe er die Blumenkoͤpfe angesetzt hatte, gemaͤht und vorge⸗ geben hatte. So sehr jung, weich und biegsam in großer Menge vorgegeben, fraß ihn das Vieh un— ersaͤttlich begierig, kaͤute nichts, verschlang ihn nur, um ihn nachher wiederzukaͤuen. Es schlang den Magen so voll, daß derselbe, als die Thiere, nach— dem sie krepirt und aufgehauen waren, so fest, wie eine Trommel war. Der junge Klee hatte sich in den Magen so fest gepackt, daß, weil er nicht mit dem Speichel der Thiere vermischt war, nichts zu— ruͤck zum wiederkaͤuen kommen konnte. Zudem fieng sich der festgepackte Klee an zu erhitzen und trieb den Magen der Thiere so entsetzlich auf, daß 102 sie, bey lebendigem Leibe, fast von einander geplatzt waͤren; die Augen waren ausgedraͤngt und das ganze Thier in sichtbaren Aengsten. Nachher habe ich immer noch so jungen Klee vorgeben lassen, nur mit Heu oder Stroh gemischt und nicht in solchen Portionen. Waͤre er laͤnger und staͤrker gewesen, so haͤtte das Vieh erst die harten Stengel zerbeißen und mit Speichel mischen muͤssen, und dann haͤtte es nicht geschadet. Ich war in Gefahr, meine ganze Heerde zu verlieren; das Eingießen ihrer ei genen warmen Milch und Salzlake von Butter, rettete die uͤbrigen, bis auf sechs Stuͤck der besten Kuͤhe, die verloren giengen. Das zweytemal ver— lor ich drey junge Thiere, von jungem Klee, der vom Thau und Regen naß geworden und so unver— mischt dem Vieh Soregeren wurde. Dieser nasse Klee legt sich noch fester in dem Magen zusammen, als wenn er trocken ist, und verursacht eben diesel— ben Wirkungen, nur noch schneller. Das dritte⸗ mal stuͤrzte ein Stuͤck Vieh, das sich auf der Weide des Kleefeldes, uͤberladen hatte. Wenn das Klee— feld in der zweyten Nutzung, gegen den Herbst, 606 was Wiederwuchs erhalten hat, nicht mehr gemaͤht werden kann, so laͤßt man es abweiden. Aber wieder eben weil es junger Klee ist, uͤbersaͤttigte sich das obenbenannte Stuͤck und wurde erst des folgen— den Morgens, todt gefunden.— viel anderes ———— Hlch das habe nur hen sch, en hatt meine rer et⸗ Ulet, esten her⸗ —— under⸗ nase nmet, diesel⸗ dritte⸗ Weide Klee⸗ ibst, lt⸗ 97 90H gemaht 2 anderes 103 Gras auf dem Kleefelde gewachsen, welches im dritten Jahre zu geschehen pflegt, so ist das Ab— weiden weniger gefaͤhrlich. Demohnerachtet habe ich doch nur immer, in kurzen Perioden, auf ab— gaͤngigen Kleefeldern weiden, und die Weideplaͤtze mehreremale des Tages wechseln lassen. Sind Wie— sen zwischen dem Ackerlande, so ist das so viel leich— ter thunlich. Was ich nun noch von dem Kleetrocknen, zu Heu, zu sagen habe, erspare ich, bis ich von der Heu- und Klee-Heuerndte reden werde, in dem naͤchsten Artikel, und will hier nur noch weniges nachholen, was zu seinem Anbau gehoͤrt. Ich habe schon oben gesagt, daß ich nie den Klee, in ganz fri schen Duͤnger gesaͤet habe. Das frisch geduͤngte Land habe ich zu gut gehalten, als daß ich dar— auf haͤtte Klee saͤen sollen. Allein das habe ich auch erfahren, daß der Klee, in nie jemals geduͤng⸗ tem Acker nicht geraͤpfrl. Wenn das Land nur vor sechs bis acht Jahren geduͤngt worden ist, so schlaͤgt er gut ein, ist das Land aber nie geduͤngt worden, so mißraͤth er gewiß. Um meine neue Wirthschaft einzurichten, mußte ich hochliegende Heuschlaͤge um— pfluͤgen, und besaͤete dieselben, nachdem sie feiner präparirt waren, gleich mit Klee, um die Stuͤcke mit andern Feldern in eine Kulturfolge zu setzen; allein diese Stuͤcke mißriethen mir in mehrern Jah⸗ —— 104 ren und mehreremal. Ich verschmerzte den Ver⸗ lust, weil das eine wesentliche Eigenschaft jeder neuen Arbeit ist, Schaden zu leiden, um so mehr, da es nur immer kleine Stuͤcke waren, die andern guten aber, so viel mehr Klee lieferten und den Ver— lust ersetzten. Zur Warnung fuͤr andere Landwirthe, die etwa die Kleewirthschaft anlegen wollten, muß ich hier noch anfuͤhren, daß im Herbst, dasjenige Kleefeld, welches nicht umgepfluͤgt, sondern noch das folgende Jahr genutzt werden soll, durchaus nicht ganz kurz abgenagt und abgezehrt werden muß, daß also nicht Schaafe und Schweine, oder Pferde, auf ein sol— ches Kleefeld getrieben werden duͤrfen. Es geht der Klee gewiß den Winter aus, wenn er spaͤt im Herbst kurz abgeweidet wird; er bleibt aber sicher⸗ lich besonders im zweyten Jahre seiner Nutzung, wenn von dem Laube noch vieles uͤbrig ist. Die⸗ ses hat schon Herr Pastor Klapmeyer sehr rich⸗ tig bemerkt und angezeigt. Man thut also wohl, daß man den Klee zu maͤhen zeitig aufhoͤrt, damit noch ein geringer Unterwuchs statt haben koͤnne. Man thut immer am besten, wenn man im Herbst, besonders die niedrig liegenden Stuͤcke Klee⸗ feld, jedesmal ausfurchen laͤßt, denn das liegen— bleihende Wasser, vertraͤgt der Klee den Winter über, durchaus nicht, sondern friert gewiß aus, ———..—.—————.—.—— IS dohl, damit ne. an im Kles liegen⸗ Vintet iß aus, 105 wenn auf ihm Wasser stehen bleibt. Es darf nicht so deicht, als im Roggenfelde gefurcht werden, nur hin und her, eine Furche, die das Wasser or⸗ dentlich in die Graben abfuͤhrt. Zum Beschluß dieses Artikels will ich noch meine Erfahrungen, uͤber die Kleewirthschaft in Koppeln anfuͤhren. Es ist diese Art von Wirthschaft, von keinem Werth, vielmehr ist sie zum Schaden und Hinderniß, in einer nicht veraͤnderten Wirthschaft. Sie bringt einen neuen Arbeitszweig, in die alte dreyfeldrige Wirthschaft, vermehrt die schon vorhandenen Ar— beiten, und gewaͤhrt keinen betraͤchtlichen Vortheil, verursacht Ueberdruß und verekelt die ganze Klee— wirthschaft: kommt noch ein Schaden hinzu, daß etwa ein Stuͤck Vieh stirbt, so wirft man die ganze Kleewirthschaft weg. Der kleine Vortheil, den man von Kleekoppeln haͤtte, wiegt den Aufwand an Aeckern, Zaͤunen, Pfluͤgen und Eggen, Saat⸗ kaufen, Aergerniß und Verdruß, den man von Seiten der Leute hat, nicht auf. Ich rathe aus eigener Erfahrung niemaͤͤden, eine kleine Klee⸗ wirthschaft anzufangen, außer etwa nur um sich Saat anzuziehen, und einige Versuche mit dem Klee gemacht zu haben, aber dann auch gleich die Klee— wirthschaft im Großen anzulegen. Bey der Klee⸗ koppelwirthschaft verwoͤhnt man das Vieh zwey oder drey Wochen, mit dem schoͤnen gruͤnen Futter *——— 106 und wenn man es nicht fortsetzen kann, sehnt sich daßelbe, nach dem angenehmen Futter und wird mager, die Milch bleibt auch ploͤtzlich nach. Diese Wirthschaftsart ist gar nicht so geeignet, daß man blos kleine Versuche anstellen kann. Wer den gan— zen Vortheil erfahren hat, den die Kleewirthschaft im Großen gewaͤhrt, der wird sie gewiß gern trei— ben. Bey der Koppelwirthschaft ist ein Hauptvor— theil verloren, naͤmlich: sich einen großen Vorrath an Winbertahren fuͤrs Vieh zu verschaffen. Außer, daß in diesen nordischen Gegenden, fuͤr großen Ueber— fluß an Heu, in jeder Wirthschaft gesorgt werden muß: so gewaͤhrt der Klee besonders viele und fette Duͤngung, und das ist ja vorzuͤglich das, was uns seinen Anbau wichtig macht. Dieser Nutzen findet aber bey Kleekoppeln nicht in der Aus⸗ dehnung statt, als bey ganzen Feldern, bey deren ordentlicher Einrichtung man, wenn irgend gedeih— liche Jahre sind, alles Winterstroh in den Mist streuen kann. Bey den Kleekoppeln ist besonders vom Acker— felde getrenntes Land erforderlich, und will man sie etwas groß machen, so ist auch viel Land erforder— lich. Da man doch nun einmal neues Land zer— keissen muß, so ist nun der zweyte Schritt ganz leicht gemacht, sich sechs Felder einzurichten, auf denen abwechselnd, Roggen, Gerste, Haber und husch 0 wl Dist man gan⸗ chaft tkei⸗ tbor- rath ußer, ber⸗ rden und das, Dieser MAus⸗ deren deih⸗ Mit Merr⸗ nan si foldel d zel⸗ t ganj d, uf ber und — 107 Klee gesaͤet werden muß. Man erwaͤge ferner: soll der Klee in Koppeln gut gerathen, so muͤssen dieselben geduͤngt werden. Gesetzt, man richtete auch eine Getreydefolge auf diesen Koppeln ein, die mit dem Klee wechselte, so zersplittert man seine Duͤngung, ohne Noth und ohne den zu erwarten— den Gewinn; man macht sich groͤßere Arbeiten, ohne seine gesammte Aecker zu verbessern, welches ein Hauptvortheil von der Kleewirthschaft ist, wie hernach gezeigt werden wird, und wie ich es jedem zeigen kann, der sich bemuͤhen wollte, meine Aecker in Augenschein zu nehmen. Die Kleekoppelwirth— schaft erfordert eine große Menge Zaͤune, die Klee— feldwirthschaft dagegen macht alle Zaͤune entbehr— lich, außer die von angraͤnzenden Nachbaren. Ich rede aus zweyjaͤhriger Erfahrung, und bereue es außerordentlich, daß ich zu furchtsam war, gleich die Kleefeldwirthschaft anzufangen. Alle die Jahre hindurch, da ich die Kleekoppelwirthschaft treibe, sind mir verloren gegangen, und ich lerne erst jetzt recht gruͤndlich, uͤber den Kleebau urtheilen, seit— dem ich ihn, in ganzen Feldern kultivire. Ich fuͤrch— tete mich ehemals fuͤr die Auslagen, die Arbeiten und die Sorgen. Und nun habe ich in sechs Jah— ren alle meine Auslagen zuruͤck erhalten; seitdem ich, ganze Kleefelder bearbeite, habe ich ein groß Theil Sorgen weniger, mein Vieh, im Sommer 108 und Winter zu unterhalten, habe ich ein groß Theil Arbeiten weniger mit Arbeitern, und freye Haͤnde, anderweitige Geschaͤfte zu verrichten, die sonst unter⸗ bleiben mußten und mir viel Unkosten verursachten. Meine Auslagen, bey der ehemaligen Kleekoppel— wirthschaft habe ich, bis auf diese Zeit noch nicht zuruͤck. Wie sehr der Kleebau in Feldern getrie⸗ ben, die Ackererde verbessert, muͤßte ich am sicher— sten und uͤberzeugendsten aus meiner Erndte bewei— sen. Theoretisch habe ich es, in dem Abschnitt von der Fruchtbarkeit der Ackererde, genuͤglich darge— than. Sollte ich hier meine Erndten angeben, so werden die Landwirthe, die den Kleebau schon ge— trieben haben, meinen Aussagen, keinen Glauben beymessen; ich muͤßte sie also hier bey mir haben, und Ihnen, meine Handbuͤcher und Kerbstoͤcke vor⸗ zeigen, die ich in allen den Jahren, da ich gewirth— schaftet, aufgehoben habe, da wuͤrden Sie denn, die irgendmoͤgliche Ueberzeugung erhalten, die man nur geben kann. Landwirthe, denen ich meine Erndte offenherzig gesagt habe, schreiben die Ver— besserung der Erndten, der Menge von Duͤngung zu, um doch eine Ausflucht zu haben. Wenn ich ihnen nun aber augenscheinlich zeige, daß ich nichts mehr an Duͤnger, als ein jeder ordentlicher Land— wirth, nehme; sie duͤngen das halbe Feld, und kom⸗ men in sechs Jahren wieder auf dieselbe Stelle, wo sie E=EX.— Dheil rde, Nter⸗ Hen. pel⸗ icht Väs⸗ sichd hewei⸗ tt hon uuge⸗ „ so 0⸗ wben haben, bor⸗ wikth⸗ dent, man meine Ver⸗ ngung m ich nichts Land⸗ dkom⸗ vost 109 vor sechs Jahren angefangen hatten. Ich duͤnge das sechste Feld, komme in sechs Jahren wieder auf das erste Feld mit der Duͤngung, und habe in ei⸗ nem Zeitraum von sechs Jahren, alle meine Aecker beduͤngt. Ich duͤnge also nicht mehr als sie. Wenn nun aber meine Erndten sich mit jedem Jahre ver— bessern, mein Acker immer trockener und artbarer wird, und ich immer mehr Koͤrner gewinne; so muß das doch nur in der Kleekultur gesucht werden, die diesem Acker gerade diejenigen Bestandtheile giebt, die er noͤhig hat, um mehr Koͤrner zu tra⸗ gen. Noch habe ich es nicht versucht, in unge⸗ dungten Kleestoppeln, gleich Roggen zu saͤen. Al—⸗ lein wenn ich allen und so vielen auslaͤndischen Landwirthen Glauben beymessen darf— und warum sollte ich ihnen nicht glauben? ihre Nachrichten ent— halten ganz die Sprache der Ehrlichkeit— so ist dabey nichts verloren, sondern betraͤchtlich gewon⸗ nen. Ich wuͤrde also gewiß nichts wagen, in Klee⸗ feldern, die in der zweiten Nutzung sind, vor Jo⸗ hannis einen Schnitt abzunehmen, dann einigen Wiederwuchs zu gestatten, das Feld gleich nach Jo⸗ hannis umzupflugen, und es ordentlich zur Win⸗ tersaat zu bearbeiten. Ich wirthschafte nur bis jetzt, zu kurze Zeit, seit 1795, mit ganzen Kleefel— dern. Sobald ich aber erst, alle meine sechs Felder, mit Klee und Duͤngung nach meiner Einrichtung —* —————...... 110 bearbeitet habe: so werde ich die Habersaat unter— ni assen, nur zwey Winterfelder machen, und in dem Writ einen Sommerfelde Gerste und Klee saͤen. Auf 4hit die Art bleibe ich bey der Kleekultur, und hoffe, nym an Wintersaat und Winterstroh zu vortheilen. Aus— zn laͤndische Landwirthe behaupten sogar, standhaft und wiederholentlich: man soll Weitzen in unge— M. duͤngte Kleestoppeln säͤen, weil der Boden zu gut h W fuͤr Roggen waͤre. Wenn das hier in unserm Lande und Acker einschlaͤgt, so haͤtte man noch mehr Ge— MI winn, von der Kleekultur. Ich werde wenigstens Nae einen kleinen Versuch machen. uschst Zu den Vortheilen der Kleewirthschaft, wenn H. sie nicht gar zu sehr uͤbertrieben wird, wie es einige 7 gemacht haben, die ganz neue drey Felder eingerich⸗ diht ret haben, gehoͤrt noch die Erfahrung, daß man 1 einen so ungeheuren Ueberfluß an gruͤnem Futter in dehc regnichten Jahren hat, daß man es kaum bestreiten kann. Ich habe vielen Armen und andern Leuten,. die Mangel an Heu hatten, viele Loofstellen Klee, Aiuz zum Abmaͤhen gegeben, und was ich nicht bestrei— N ten konnte, und sonst niemand nutzen wollte, ließ kin ich abweiden, zertreten und auf dem Acker verfau⸗ henn len, der im folgenden Jahre desto besser und fet— Iums ter wurde. wach Ich habe es hier schon irgendwo gesagt, daß hj ich die Kleewirthschaft, nicht so sehr um des Futter⸗ in 6n Inter in dm Nuf hoff, Nus Waft u g Wande +Ge⸗ Melts wenn aige datrich 5 man Itter ih Hleiten Auten, Klee, bestrei 6% ließ herfau⸗ ind fet⸗ Futtil 111 mangels anlegte, als lediglich und vorzuͤglich in der Absicht, die Erde zu verbessern. Ich wiederhole hier diese Absicht, um das Gesagte, mit so viel— mehr Freude und Ueberzeugung, da ich meinen Endzweck und meine Vermuthung, so vollkommen erreicht habe. Die vegetabilische Duͤngung, der Moder, der aus Vegetabilien entsteht, ist der vor— zuͤglichste. In der Ukraine ist eine bewunderns—⸗ wuͤrdige Fruchtbarkeit, die aus Vegetabilien, oder Pflanzen entstanden ist. Nicht Viehduͤnger hat diesen Boden so fruchtbar gemacht, denn die Leute daselbst verbrennen den Viehduͤnger, aus Mangel an Holz. Es giebt noch andere Laͤnder in der Welt, wo kein Viehduͤnger auf den Acker kommt, und die Aecker sind doch fruchtbar. Wenn der Klee hier in vielen Aeckern nicht ge— deiht, so ist die Ursache bey einigen diese, daß sie ihn zu spaͤt saͤen, naͤmlich mit der Gerste. Weil er nur oben auf der Erde, seiner Feinheit wegen, gesaͤet werden muß, so keimt er nicht in der spaͤten Jahreszeit, im Junius, sondern verfault, ohne zu keimen. Er muß fruͤhe mit Haber gesaͤet werden, wenn die Erde noch naß und die Luft feucht ist, damit die wenige Naͤsse in der Oberflaͤche ihn er— weiche. Wenn der Klee im Sandacker nicht ge— raͤth, so ist die Ursache darinne zu suchen, daß er im Sande nicht gekeimt hat, eben daher, daß er 112 nur auf die Oberflaͤche gesaͤet worden ist. Man hat hier Versuche gemacht, ihn im Herbst, auf den aufgegangenen Roggen, oder zeitig im Fruͤh⸗ linge, auf das nasse und feuchte Roggenfeld zu saͤen, ohne ihn zu beeggen oder zu walzen, und man hat im Herbst, wenn der Roggen abgemaͤht war, den schoͤnsten Klee wieder gefunden, der sich viele Jahre erhalten hat. Da muͤßte man nur eine andere Kulturfolge einrichten, naͤmlich: 1) Roggen. 2) Dann Klee. Klee. 3) Gerste, wenn die Kleestoppeln das Jahr vorher umgebrochen sind. 5) Haber, Erbsen, Buchweizen, Lein. 6) Brach und geduͤngt. Diese Kulturfolge hat Herr Pastor Kla p⸗ meyer erfunden und vorgeschlagen. Die davon Gebrauch gemacht haben, finden diese Cinrichtung bewaͤhrt. In niedrigem Boden oder in Aeckern, die Lehm enthalten, hat man es nicht noͤthig, im Roggen den Klee zu saͤn. Solche Aecker enthal⸗ ten Feuchtigkeit genug, den im Fruͤhlinge zeitig ge⸗ saeten Klee zum guten Gedeihen zu bringen. Ich hoffe, daß diese Erfahrung, den Klee im Roggen zu saͤenn, manchen Landwirth, der sandigen Acker hat, von dem Vorurtheile befreyen wird, als wenn Nan auf Fruͤ⸗ 0 zu und naͤht sch a Ihr Flaf⸗ dabon htung skern, % M enthal lig ge⸗ Ich Ng Mer ³ vln 113 derselbe, in seinem Acker nicht woͤhl gedeihe. Der Erfinder dieser Kulturfolge verdient, von allen. Landwirthen, fuͤr dieselbe, den waͤrmsten Dank, und wuͤrde ihn gewiß einerndten, wenn die Land— wirthe, in Sandaͤckern, nur mehr seinen Rath be⸗ folgt haͤtten und befolgen moͤchten. So wuͤrde sichs erweisen, daß nicht allein der Klee, bey ihnen bes⸗ ser fortkaͤme, sondern daß ihr magerer Sand, im— mer fetter und fruchtbarer geworden, und sie auch vielmehr an Getreyde erndten wuͤrden. —— 90 III. Von der Heu⸗ und Kleeheuerndte. Ein Handbuch zur Landwirthschaft, scheint mir die Eigenschaft hahen zu muͤssen, daß der Land⸗ wirth, es bey allen seinen Geschaͤften und hinterein⸗ ander folgenden Arbeiten brauchen kann; es soll ihn ein solches Buch, nicht allein etwas Neues lehren, sondern ihn an alle die Stuͤcke erinnern, die er zu beobachten, und auf welche er jedesmal, seine Sor— gen zu richten hat. Es sind so viele Kleinigkeiten, die uns nicht beyfallen, und es entwischt uns man⸗ chesmal, ein Umstand von Wichtigkeit. Eine Unter⸗ redung in Gesellschaften, bringt manche Vorstel⸗ lung, manche Erinnerung ins Andenken, warum 8 114 nicht vielmehr ein Buch, das man zum Durchblaͤt⸗ M tern in die Hand nimmt? und besonders ein Buch, I das uns mit den Gegenstaͤnden unterhaͤlt, die zu den taͤglichen Geschaͤften eines Landmannes gehd⸗* ren, wie dieses Handbuch fuͤr den Landmann seyn nudz soll. In dieser Hinsicht halte ich es auch fuͤr noͤthig, vethi von den Erndten, in diesem Versuch etwas zu sagen, U10 und zuerst von der Heuerndte. Ohgleich dieser Ge⸗ genstand in der Landwirthschaft, allen Wirthen be⸗ II kannt genug ist, und unsere Landleute, mit den zur I Heuerndte gehdrigen Arbeiten, am beßten umzuge⸗ R hen wissen: so ist es jedoch immer nicht ohne Nu⸗ tzen, wenn man, so wie bey allen Sachen, die ein⸗ u zelnen Theile, jeden besonders ansieht und beurtheilt. 160 Bey der Heuerndte kommt es nun zuerst auf ur die Zeit des Maͤhens an. Diese Zeit ist zwar un⸗ HKH bestimmt und haͤngt von lokaler Beschaffenheit, umstaͤnden und Witterung ab. Es ist einem Wirthe daran gelegen, nur viel Heu zu haben, ein anderer fiitd braucht feines unreifes Heu, ein dritter hat viele m nasse Heuschlaͤge, die leicht üͤberschwemmt werden, an oder die an Fluͤssen liegen, ein vierter hat sehr viele Heuschlaͤge, oder er will und kann schoͤnen U Grummet machen. Andere sind von dem Mangel c an Viehweide gedraͤngt, muͤssen fruͤher maͤhen, um dung den weidenden Thieren, in duͤrren Jahren, bessere mi uchblat Buch⸗ die zu geho 1 sehn nhij u sage, er Ge⸗ H4n be in zur zuge⸗ Mh⸗ d⸗ wurcheit. Hist ouf war un⸗ fenhet, Wirthe andeter X viele t Werden, hat schr schonen Mongel ahen M / bosseh 115 Nahrung zu verschaffen. Solcher Ursachen giebt es in Ansehung der Zeitbestimmung der Heuerndte, noch sehr viele. Allein wenn und wo man ganz freye Haͤnde hat, und von allen diesen Umstaͤnden nicht gezwungen wird, wann soll man da zu maͤhen anfangen? Die Beduͤrfnisse des Landmannes sind verschieden. Er braucht fuͤr sein junges Vieh fei— nes, in voller Bluͤthe stehendes Heu, damit er die— sen Thieren, nicht viel Koͤrner geben darf, er muß also einige Wiesen, und zwar die beßten, fruͤhe maͤhen. Er braͤucht viel Heu, fuͤr aͤlteres Vieh, das die harten Halme zermalmen kann und mit Koͤrnern unterstuͤtzt wird; man erndtet also gewisse Wiesen nicht eher, als bis das Gras seinen vollen Wachs— thum gethan. Spaͤt gemaͤhetes Gras giebt oft noch einmal so viel Heu, als das fruͤh gemaͤhete. Viele Landwirthe richten sich, in wie ferne der Saamen in den Gewaͤchsen reif ist, d. i., wenn die mehre— sten Saaten reif sind, sich faͤrben und consi— stent werden. Der Schmel hat sehr feinen Saa⸗ men, sieht unter dem Vergroͤsserungsglase, wie Trespe aus, wenn der, zwischen den Zaͤhnen genommen, haͤrtlich ist, so sagen sie, darf man nicht laͤnger mit der Erndte zoͤgern. Es ist nun aber durch hinlaͤng⸗ liche Erfahrungen bestaͤtigt, daß Gewaͤchse, so lange den Boden nicht schwaͤchen, als sie keine Fruͤchte und Saamen getragen haben: Blaͤtter, Stengel, und ö 8* 116 Bluͤthen entziehen der Erde, keine Kraft. So bald aber der Saamen zu wachsen anfaͤngt, nimmt die Pflanze ihre Kraft, aus der Wurzel und Erde, und wenn er voͤllig reif werden soll, so verliert der Boden merklich. Wenn Heuschlaͤge erst dann ge— maͤht werden sollten, wenn der Saamen reif ist, so steht zu befuͤrchten, daß unsere laͤndlichen Wiesen, im folgenden Jahre, schwaͤchere Erndten geben wuͤrden. Man muͤßte also eher maͤhen, als die Saaten reif sind, hiedurch wird die Wurzel gestaͤrkt, und die Erde behaͤlt ihre volle Kraft. Die Staͤdter, die ihre Wiesen duͤngen, koͤnnen in Ansehung dieser Beschaffenheit, spaͤter maͤhen. Ich bemerke die⸗ ses, um die Landwirthe, die gerne die Heu⸗ erndte spaͤt anfangen, auf diesen Umstand auf⸗ merksam zu machen, damit sie, durch die Erwartung der Menge des Heues, sich nicht hinreißen lassen, immer sehr spaͤt ihre Erndte anzufangen. Vielleicht wuͤrden wir auf sehr ergiebigem Boden besser thun, wenn wir so fruͤh, zu maͤhen anfangen wuͤrden, und hernach gegen den Herbst, das, bey der ersten Erndte fehlende Heu, durch eine oft eben so starke Portion Grummet ersetzten. Heuschlaͤge, die geduͤngt wer— den, und wo keine Kommunitaͤten sind, koͤnnen sicher zweymal geerndtet werden. Das Grummet⸗ machen schadet den guten Wiesen, oder fetten, nas⸗ sen Heuschlaͤgen nicht im geringsten, wenn die Erndte .eeen....—.—— At ar me Hart bab mimmt Erd/ t det 96 st, so hin puddn ten rif nd die , die disset ke die⸗ H Ind auf' ᷣwartung Mlassa Heleicht er thun, enh, Und Erndte Pottion ingt wer⸗ bonnen Hrummeb te, w die Emdt 117 nur noch zeitig im Herbst geschieht, so daß nur noch ein Wiederwuchs zu hoffen steht. Unsere Arbeiter bey der Heuerndte haben die besten Handgriffe und Erfahrungen, da sie von Jugend auf gelernt haben, wie mit dem gemaͤheten Grase umzugehen ist. Ist die Schwarte sehr dick⸗ so wird nicht geharkt, sondern die dicken Schwarten werden erst auseinander geroͤffelt, damit das Gras welk wird und etwas betrocknet. Alsdann erst harkt man, und je duͤnner man die zusammengeharkte Heuflaͤche macht, desto geschwinder trocknet dieselbe. Die Stralen der Sonne und die Winde dringen bis auf den Boden. Indessen fuͤr junge Landwirthe, die bey vielem Regen furchtsam seyn moͤchten, ihr Heu zu verlieren, wird der Rath nicht uͤberfluͤssig seyn, in nassen Jahren, das Heu nur sorgfaͤltig und oft, in Haufen zu werfen, und es wieder an Luft und Sonne zu bringen. Diese bestaͤndige Ab⸗ wechslung erhaͤlt das Heu, theils daß es nicht schwarz wird, theils daß es nicht ganz verloren geht und verfault. Man kann etwas langes Heu und harte Grasarten, sicher auf vier und zwanzig Stun— den, feucht zusammen werfen, besonders wenn kalte Winde wehen, ohne das es sich bis zur Faͤulniß er⸗ hitzen sollte. Etwas Waͤrme in dem Haufen scha— det nichts: In Engelland wird alles Heu, sowohl Wiesen⸗Heu als Klee, erst bis zur Erhitzung, in *—————*— 118 Haufen gehalten, dann trocknet es schnell und ist unverdorben. Ich kann das aber aus vielfachen Ursachen nicht anrathen. Einmal verstehen un— sere Landleute nicht zu beurtheilen, wie hoch der Grad der Hitze süyn muß, um unverdorbenes Heu zu erhalten; sie haben nicht die Uebung und Hand— griffe, da diese Methode noch so allgemein nicht uͤblich ist. Andern Theils ist gut, gut, und bes⸗ ser ist besser. Wenn das Heu lieber mit allen sei— nen Saͤften vertrocknet, und sie beybehaͤlt, so ist das doch besser, als wenn sie durch Erhitzung ge⸗ waltsam ausgetrieben werden. Wenn ich nun schon sicher, das feuchte, lange und harte Heu, in der Zeit der Nacht zusammen zu werfen, fuͤr gut gefun⸗ den habe; so muß ich doch dabey erinnern, daß man auf die Waͤrme der Luft, um die Zeit der Heu— erndte aufmerksam sey. Die Monate Julius und August sind die waͤrmsten, die Naͤchte sind warm, die Winde auch, und also die Luft in den Heuhau— fen um so mehr. Dazu kommt, daß das Heu an sich feiner und biegsamer ist, als Stroh bey der Gerstenerndte, und daß feuchtes Heu noch mehr die Neigung hat, sich fest zusammen zu legen, und die Cirkulation der Luft zu hemmen, daß daher eine starke Entzuͤndung, so viel geschwinder und leichter entstehen kann. Ueberdem muß das Heu, das in Scheunen zu liegen kommt, nicht allein trocken von ud is ichen Iuh⸗ der Heu and⸗ ucht 0 len se⸗ so is 9 K schon in det Hud⸗ u, dah der Heu⸗ 016 und albn, Luhau⸗ Hen an bey det neht de und die st eine ichttt das U oceen dos 119 Naͤsse und innern Saͤften seyn, sondern es muß auch abdunsten, und daher bey dem trockensten Wetter und der duͤrresten Beschaffenheit, ein Paar Tage in Haufen liegen. Ist es gleich rassel trocken, so erlaͤßt es sich in Gemaͤchern, wo es bey der aͤu⸗ ßersten Trockenheit, doch gegen den Fruͤhling, stau⸗ big wird. Wenn ich also die Wahl habe, zwischen erhitztem und ausgebleichtem Heu, welches lange im Regen hat liegen muͤssen, eines zu waͤhlen, so waͤhlte ich lieber das letztere, denn das hat doch nicht schaͤdliche, sondern kraftlose Nahrungstheile wie das erstere, welches widrig und zugleich schaͤd⸗ lich ist. Man macht an einigen Orten, beym Trocknen des Heues in der Erndte, laͤngliche Haufen, lettisch, Gubba, an andern Orten aber runde Haufen, let⸗ tisch, Tuppes. Die Gubba hat ihre Vorzuͤge, sie kann so schmal gemacht werden, daß die Luft leicht durchziehen kann, ohne daß sich dieser Haufen en hitzt, eben darum aber kann sie nicht sehr hoch ge— macht werden, was aber hoͤher ist, trocknet in der Luft besser, als das niedrige. Den runden Hau⸗ fen kann man hoͤher und spitziger machen, weil seine Grundflaͤche groͤßer ist. Die Gubba wird von ih⸗ rer langen Seite, vom Winde gefaßt und alsdann gut ausgeweht und getrocknet, ist aber der Wind umgeschlagen und weht von der kurzen Seite, so SS—————— 120 wirkt er in die Tuppes besser, die von allen Seiten, der Wind mag herkommen wo er will, getroffen und geluͤftet werden. Der Tuppes hat das Unbe— queme, daß seine Grundflaͤche zu breit und dick ist, da entzuͤndet sich das Heu gar zu leicht, es zieht auch vermoͤge seiner breiten Grundflaͤche, eher Feuchtigkeiten aus der Erde an sich. Die Gubba hat dagegen wieder eine laͤngere Grundflaͤche, und daher eben die Unbequemlichkeit. Beyde Arten sind gut, man mache es wie man es wolle, wenn das Heu nur oft ausgeroͤffelt, und an Luft und Sonne gebracht wird. Das Werfen des Heues in Kuien,(ich behalte unsere Wirthschaftsnamen bey, um allen Landwir— then verstaͤndlich zu seyn,) hat seine gute, aber auch seine schlechte Seite. Eben so, wie wenn es in Scheunen gebracht wird, man davon gutes auch schlechtes sagen muß. In Kuien haͤlt es sich un⸗ streitig besser; das, was in der Mitte zu liegen kommt, ist frey vom Schimmel und bleibt frisch und schmackhaft dem Vieh, und ist eine starke Un⸗ terlage von Strauch gelegt, so bleibt es, beson— ders wenn die Kuie, auf eine trockene Stelle gewor— fen ist, bis auf den Grund frisch und schoͤn. Al— lein die aͤußere Seite und die Spitze leidet gewoͤhn⸗ lich vom Regen viel, wenn das Heu laͤnge stehen bleibt, verfault, wird oft naß und trocken, und — 2 — sib Hl dig b Als han dwon⸗ Vouch in auch Hul— lgen fic Un⸗ beson⸗ gebor⸗ A⸗ wöht⸗ stehin u, 121 wird ungenießbar fuͤr die Hausthiere. Dazu kommt, daß die Kuie außerordentlich gut und ver— staͤndig geworfen seyn muß, und das ist selten der Fall. Wird sie so geworfen, daß bey der Arbeit, das Heu, nicht auf allen Seiten gleich vertheilt wor— den ist, so senkt sich dieser Haufen auf einer Seite und wird schief, dann ist die hohe Seite nicht mehr so gestellt, daß das Wasser rein abfließen kann, son⸗ dern naͤhert sich einer Horizontallinie, die viel Was⸗ ser einzieht, und oft, wenn sie laͤnger stehen blei— ben muß, ist die Kuie bis auf die Haͤlfte verloren. Steht die beste Kuie auf einem etwas feuchten Bo⸗ den, so zieht sie das Wasser von unten auf in die Hoͤhe, und die Unterlage verfault. Der Verlust der Spitze, der Seiten und Unterlage, macht bey vielen Kuien etwas betraͤchtliches aus, Ueberdem sind die Kuien, dem im Herbste auf den Heuschlaͤgen weidenden Vieh, und den Dieben ausgesetzt, die die Fahrwege im Winter gerne nahe denselben vor— beygehen lassen. Wenn die Kuie eingefuͤhrt wird, entsteht oft im Winter, ein Ungestuͤm, der Schnee vermischt sich mit dem Heu und macht daßelbe naß und untauglich. Im Sommer, beym Werfen der Kuien, muß eine große Menge Heu vollig trocken und fertig seyn, um eine Kuie werfen zu koͤnnen; das trockne und nasse Heu darf nicht vermischt wer— den, daher muß man warten, bis der ganze Vor—⸗ —— ö — 3——————— 122 rath gleich trocken ist, kommt nun in der Zeit ein 9 Regen, der macht das Trockne wieder naß und ver⸗ men zoͤgert sehr die Heuarbeit. Die Kuien beduͤrfen zu. ihrer Besicherung und Unterlage, eine Menge Zaͤu— ne, Strauch und unnoͤthige Arbeit. Das ist nun aun viel Nachtheiliges, das wider die Kuie spricht: wir wollen nun gegen einander das Nachtheilige der dudn Scheunen halten, um zu sehen, auf welcher Seite, ᷓn der groͤßte Schaden ist. In Scheunen steht das E Heu sicher fuͤr Regen, Vieh, Zigeuner und Diebe. Es ist nicht zu fuͤrchten, daß ein so großer Theil 10 verfaulen moͤchte. Es kann gleich der trockne Vor— rur i rath unter Dach gebracht werden, ohne an Zeit zu uu u verlieren, es koͤmmt keine Feuchtigkeit von unten,. und uͤberhaupt alle die Unbequemlichkeiten, die bey fit den Kuien statt hatten, fallen hier weg. Allein lez das trockenste Heu wird in den Scheunen schimm⸗ e lich, und je fetter und besser das Heu ist, desto ge⸗ Ic. wisser schimmelt es nach unten zu. Die Saͤfte des auc Grases koͤnnen in den großen Haufen nicht abdun⸗ Nun sten, es kann keine frische Luft hinzukommen, weil Mu die Waͤnde der Scheunen fest und dicht sind. Um Rat aber den Schimmel zu verhuͤten, muß die Luft im⸗ e ner frey eirkuliren können. Die warme Luft, mit F der das Heu eingefuͤhrt worden ist, bleibt in dem Haufen verschlossen; die vorhandenen Saͤfte in dem sue Heu, veranlassen unabaͤnderlich den Schimmel, al * W, bey Nlein Imm- 00˙ des dun⸗ Weil Im st inm⸗ „ mit dem in dell immeh 123 man mag so bedaͤchtige Maaßregeln dagegen neh— men, als man will. Viele Landwirthe machen sich aus dem Staube im Heu nicht viel; sie halten diesen Staub fuͤr Bluͤthenstaub, der bey der Heu— erndte zusammen gepackt ist, und im Fruͤhlinge, bey dem Gebraͤuch des Heues, sich von den Blumen entwickelt. Daher geben sie solches staubiges Heu, ohne Besorgniß, dem Vieh, und fuͤrchten keinen Schaden. Ich wuͤnschte, daß diese unbefangenen Landwirthe, ihr dem Ansehen nach, schoͤnes gruͤ— nes Heu, mit einem Vergroͤßerungsglase, welches nur ungefaͤhr fuͤnfmal vergroͤßert, ansehen wuͤrden, um richtige Vorstellungen von solchem Heu zu ha— ben. Es ist der Staub eitler Schimmel, der sich fast auf jedem Heuhalme, in der dumpfigen Scheune erzeugt hat, und dem Vieh unmoͤglich gesund seyn kann. Die Hausthiere verzehren solches Heu frey— lich, allein was thut nicht der Hunger? Sie fressen auch altes Stroh von Daͤchern, wenn sie kein an— deres Futter bekommen. Wenn die Thiere, viele Monate hindurch so schimmliches Heu fressen, so entstehen nach und nach Krankheiten, die unheil— bar sind. Die Stallpferde sind daher mehreren Krankheiten ausgesetzt, als Weidepferde, denn diese letzteren purgiren den Unrath, im Fruͤhlinge, vom fri— schen Grase aus, jenen verdirbt es das Blut und alle Saͤfte. Man weiß oft nicht, wo die Lungen— 124 krankheiten des Rindviehes herkommen, hier ist es zu suchen in dem verdorbenen Heu. Vielleicht wird diese Beobachtung, die Landwirthe, auf diese Un⸗ ordnung aufmerksam, und sie auf Mittel denken machen, diesem Uebel abzuhelfen. Ich weiß bey aller Muͤhe,‚ die ich mir genommen habe, diesen Fehler zu verbessern, kein zweckmaͤßigeres, als das Heu, auf luftigen Boden zu halten, und alle Scheunen ab⸗ zustellen, obgleich die Unbequemlichkeit, die auch daraus entsteht, nicht gaͤnzlich zu vermeiden ist. Das Heu auf luftigen Boden wird von dem Zug— winde, so ausgeweht und gedorrt, daß es das kraft⸗ loseste Futter im Fruͤhlinge ist, und die Thiere es mit Widerwillen zehren. Die etwa vorhandene Feuchtigkeit wird auf Boden gut ausgeweht, bleibt nun aber dieses Heu bis zum May, auf solchen Boden, so geht alle Kraft verloren, es ist schlech⸗ ter, als Stroh. Bringt man so ausgedorretes Heu wieder auf die Erde, laͤßt es eine Nacht auf der Erde liegen, vom Tau anfeuchten und auswit⸗ tern, so verbessert es sich, und die Thiere greifen es lieber an. Man kann es auch mit frischem Heu vermischen, dann haͤlt es sich desto besser und ist ge⸗ nießbarer. Das Erbauen der Scheunen hat große Unbequemlichkeiten, Muͤhe und Arbeit. Fuͤr die kurze Zeit, in der das Heu, in manchen Scheunen steht, ein ganzes Gebaͤude aufzufuͤhren und im — dede Heibt cen Hch⸗ llis auf bit⸗ es Heu „ 125 baulichen Stande zu erhalten, das scheint wider— sinnig zu seyn. Wenn das alles nun auch fuͤglich angienge, so ist es etwas schweres, und in jeder Landwirthschaͤft schwieriges, die Daͤcher fuͤr eine Menge dergleichen Gebaͤude zu besorgen, da die Heuschlaͤge, auf vielen Landguͤtern so zerstreut lie— gen, und von Suͤmpfen und Moraͤsten umgeben sind, die man im Sommer gar nicht befahren kann, son—⸗ dern bis zum Winter warten muß, bis alles fest gefroren ist. Da ist nun eine Menge von Unbe⸗ quemlichkeiten, auch bey dem Verwahren des Heues in Scheunen. Ich will es versuchen, hier Mittel anzufuͤhren, die zwar nicht allem Uebel abhelfen, es aber doch vermindern. Man baue sich aller— dings Scheunen, deren Waͤnde so sehr durchleuch⸗ tend sind, als es, um doch Festigkeit dem Hause zu geben, moͤglich ist, oder wenn man nicht viel Holz hat, so grabe man nur Pfosten in die Erde, und setze eine ganz duͤnne Bedachung auf dieselben, und fuͤlle die Zwischenraͤume der Pfosten, mit Strauch, Brettern, oder wie man es sonst am leichtesten stel⸗ len kann. Um darinne noch mehr zu thun, so mache man solche Scheunen, besonders wenn sie von Balken erbaut werden sollten, nicht breiter als drey Faden im Licht, aber so lang, als man es fuͤr gut findet. Ein Zwischenraum von drey Faden, verstattet dem Winde, von einer Seite zur andern, —**——**———— „—4 6—*— 126 einen freyen Durchgang, wenn auch eine solche 1 Scheune fest gepackt seyn sollte. Ich habe in ei— kial nem solchen Gebaͤnde, im vollen Regen, feuchtes sche Getreyde eingefuͤhrt, und es lange nachher trocken in hinausgefuͤhrt. Das Dach muß weit hervorsprin— ustd gen und moͤglichst steil seyn, damit, je duͤnner die h Bedeckung ist, der mit Wind angeschlagene Re— mw⸗ gen nicht hineinfaͤhrt, und von oben schnell und stoih weit herabfließt. Wollte maͤn den Zwischenraum W der Pfosten, gar nicht ausfuͤllen, sondern einen fe⸗ dulh sten, strauchenen Zaun herumfuͤhren, damit kein ab Vieh, den Heuvorrath auszehren koͤnne, so wuͤrde dsn der Wind desto besser, auf diese Heumasse wirken sann koͤnnen. Die Laͤnge solcher Scheunen ersetzt hin— ö laͤnglich den Mangel der Breite; man mache sie dah lieber groͤßer, als kleiner. Das hohe Dach giebt voth auch mehreren Raum. Weil aber hohe Daͤcher, schm leicht vom Winde herabgestuͤrzt werden, so werden glsent Baumeister, solches Sparrwerk, beym Erbauen, so in le fest zu stuͤtzen und zu vernageln suchen, als es nur Hluch, moͤglich ist. Sollte zu einem solchen Hause auch dI Eisen erforderlich seyn, so wird das so wenig seyn, Lauln daß das, was man an unverdorbenem Heu wiederer—⸗ haͤlt, die Auslagen genuͤglich ersetzen wird. Die V. groͤßte Besorgniß fuͤr solche luftige Gebaͤude ist die,*0 daß der Wind von inwendig mehreremale die Be— W deckung abwirft, wenn das Gebaͤude leer ist. Ist Hfe⸗ Fein de klen Hh⸗ e si gict lichen lden ch so nur auch 0 schh, iderer⸗ Die ist dis die B s. N 127 es voll Heu gepackt, so hat man keine Sorge zu tragen, also nur auf den Fall, daß es leer stehen sollte, kann man auch diesen Schaden dadurch am beßten verhuͤten, daß man eine schwere Last auf den Forst bringt, etwa herunterhaͤngende Balken, die oben ins Kreuz befestigt sind und die Bedeckung an⸗ druͤcken. Es bleiben immer bey der beßten Veran—⸗ staͤltung, Unbequemlichkeiten und Schwierigkeiten, die nicht abzuaͤndern sind, und die man mit Ge— duld tragen muß; sie aber so sehr zu vermindern, als moͤglich, ist alles, was man thun kann. Da die steilen Daͤcher zu solchen Scheunen, sehr duͤnne seyn koͤnnten, so wuͤrde man mit fuͤnfhundert Bund Stroh, die nicht dicker als Hand hoch gelegt wer— den muͤßten, eine Scheune von sechs Faden lang, von beyden Seiten bedecken koͤnnen. Eine so be— schriebene Scheune, muͤßte mit sehr wenigen Kosten gestellt werden konnen, besonders wenn man Holz im Ueberfluß hat, und da man viele derselben braucht, so ist das ein nothwendiges Erforderniß, daß sie so wohlfeil, als moͤglich aufgestellt werden koͤnnen. Von der Erndte des Klees zu Heu und zur Saat. Es giebt zweyerley Arten, den Klee zu Heu zu erndten, ihn erst schmoren zu lassen, dann aus⸗ 2— ö ———*—— 128 zurͤffeln und zu trocknen. Diese Erfindung ist Ol von großem Werth, und macht dem Erfinder, viel Oali Ehre. Man erhaͤlt das schoͤnste Heu, auf die Art, ö din ohne große Muͤhe und ungewoͤhnliche Arbeit und mm Verrichtungen. Die Behandlung uͤbergehe ich mit hne Recht, da, in Herrn Pastor Klapmeyers Klee⸗ buch, die Anweisung so vollstaͤndig gegeben ist, daß berl man nur nach seiner Methode verfahren darf, um 0 ‚ das beßte Heu getrocknet zu erhalten. Indessen dach will ich doch noch etwas, von dem, was er gesagt + hat, wiederholen und bemerken, was ich aus eige⸗ u ner Erfahrung gelernt habe. Will man Kleeheu Hech durch Schmoren und Erhitzen erndten, so thut man ude am beßten, wenn man die Zeit zu dieser Operation D waͤhlt, da der Klee noch nicht in Blumen steht, lirh wenigstens nicht in aufgebluͤheten, sondern, wenn Hhilh die Blumen sich eben ansetzen, sonst erhitzt er sich in nicht durchgehends, besonders wenn kalte Tage und Ial Winde einfallen. Inwendig ist ein Theil erhitzt, Lach. und auswendig ist der Haufen gruͤn, wie gewesen und nur welk geworden. Zum Erhitzen gehoͤrt, daß nicht allein die Blaͤtter, sondern auch die Sten⸗ m gel, voll Saft und hinlaͤnglich weich sind, damit auch der Haufen fest zusammen liege, und keine aͤußere Nden Luft zulasse, die die Erhitzung hindert. Ist der Kleestengel hart, steif, holzig, so bleiben so viele Mur Zwischenraͤume voll Luft, die dem Winde, den hal, ů 0 ist diel Nt, und mit lee⸗ W IM dessen Nsagt cheu man aon scht, wenn ssch e und shitt, außere M del o vick de, D.0 129 Durchzug gestatten, und der Haufen erhißzt sich wenigstens nicht durchgehends. Man muß dabey den Theil, der sich erhitzt hat, absondern, und von neuem Haufen machen. Dieses verdoppelt die Ar⸗ beit, und hindert das Erhitzen des Ganzen, wel— ches ruhig, ungeruͤhrt erfolgen will. Maͤht man aber den Klee fruͤher, wie oben bemerkt worden ist, so erhaͤlt man freylich weniger, aber koͤstliches Heu, das von großem Werth ist, da es allen Thieren so wohl schmeckt, sie naͤhrt und fett macht. Man trocknet aber auch den Klee zu Heu, so wie anderes Gras, nur mit einigen Abaͤnderungen. Zu dieser Erndte wird er erst gemaͤht, wenn das Feld in voller Bluͤthe steht; die Stengel sind viel laͤnger, etwas holzig und hart. Auf diese Art er— haͤlt man sehr viel Heu; ich habe von acht Loofstellen, in zweymaligem Maͤhen, funfzig Fuder geerndtet. Alsdann habe ich ihn folgendermaaßen geerndtet: Nachdem er gemaͤht ist, harkt man ihn, den zwey⸗ ten, dritten Tag zusammen, die Oberflaͤche muß aber so duͤnne als moͤglich, auf der Erde zu liegen kommen, und nun sey man unbesorgt, wenn es auch viel regnen sollte. Verfaulen wird er nicht, da der junge, anwachsende Klee, ihn in die Hoͤhe hebt und nicht auf der nassen Erde liegen laͤßt. Wenn man nach acht Tagen, oder spaͤter, noch Zeit hat, ruͤhre man ihn mit dem Hakenstiel auf, da 9 — ——— ———— D‚‚‚‚‚‚.— — SS—————— 2— 130 der Wiederwuchs durchzuwachsen pflegt, wenn es viel regnet, ist er aber wieder aufgelockert, so trock— net die Luft ihn nach und nach aus. Dieses Auf⸗ lockern muß moͤglichster Maaßen, im Thau gesche⸗ hen, oder sonst zu einer Zeit, wenn die Stengel biegsam sind. Kann man dieses Geschaͤfte mehre⸗ male wiederholen: so ist es gut, allein nothwen⸗ dig ist es nicht. Oder auch, man legt den abge— maͤheten Klee, nach drey oder vier Tagen, locker in Tuppessen zusammen, laͤßt ihn drey oder vier Wochen ungeruͤhrt stehen; er trocknet in den Tup⸗ pessen sehr gut aus, besonders wenn kuͤhle Winde wehen, und Sonnenschein ist; die staͤrken Klee— halme verhindern das Zusammenliegen und ge⸗ statten der Luft freyern Zug. Hat man Zeit, es einmal auseinander zu roͤffeln, so kann es gesche— hen, damit das, was unten ist, oben zu liegen kommt; die Blaͤtter brechen nicht viel, weil alles elastisch und weich ist, aber auch dieses Ausroͤffeln ist nicht nothwendig. Nach drey bis fuͤnfWochen roͤffle man den Haufen fein aus, an einem luftigen Ta⸗ ge, und fuͤhre ihn auf Boden, in Staͤllen und Scheunen, wo ein frischer Wind durchgeht, und hier muß er abermals, drey bis vier Wochen nicht sehr dick, auf einander liegen; er erlaͤßt sich und dunstet auch wohl ab, und wuͤrde sich wohl erhi⸗ zen, wenn er sehr dick und fest gepackt waͤre: so ez otock 6 Juf⸗ sche⸗ ngel uͤhte⸗ Wun⸗ en ch „ loder der bier in Lip⸗ Vide Kla⸗ ud ge⸗ Zet, s gsch⸗ Higet VHalles fflnist oͤffle en T⸗ len und ht, und eh licht sich vnd ohl ethö wale: 131 locker aber, bereitet er sich, durch die in solchen Boͤden ziehende Luft, vortrefflich zu, daß er nachher, ohne Gefahr, fest zusammen gestoßen werden kann. Nie hat er sich mir, bey dieser Behandlung entzuͤn⸗ det. Hat man großen Vorrath an Roggen- oder Gerstenstroh, so kann man, den mit solchem Klee— heu vermischen, und sicher auf dem Boden liegen lassen; er ist hernach im Winter, ein vortreffliches Viehfutter. Cs kommt immer bey der Erhitzung des Viehfutters, aufs Zusammenlegen an. So lange auf Boͤden, der Wind durchziehen kann, ist keine Gefahr vorhanden. Stroh aber legt sich nie so fest zusammen, und hindert die feuchte Beymi— schung von Heu oder Klee, sich zusammen zu legen. Der Klee ist auf, und kurz nach Johannis, in vol⸗ ler Bluͤthe. Das waͤre denn die rechte Zeit, da man ihn maͤhen muͤßte. Wenn man ihn also um neu Johannis erndtet, so sind die Heuboͤden noch nicht so voll Heu, daß man nicht viel leere Stellen haͤtte, auf den das feuchte Kleeheu, im Fall es nicht trockner zu machen ist, duͤnne ausgebreitet werden koͤnnte. In vielen Jahren bluͤhet der Klee auch fruͤher; das ist um so angenehmer, da die Kleeheuerndte, vor der ordinaͤren Heuerndte bestellt seyn muß, sonst macht es in den gewoͤhnlichen Ar— beiten, ein merkliches Hinderniß, oder erfordert Unkosten. Da man zur Kleeheuerndte, die waͤrmste 9 *——————— 13² Zeit waͤhlen muß, so ist die Johanniszeit auch in dieser Hinsicht, die bequemste. Das Maͤhen des Klees zu Heu, ist eine sehr leichte und sich foͤrdernde Arbeit. Der Boden ist eben, der Halm voll Saft, und doch stark genug, um dem Sensenschnitt, einigen Widerstand zu ma⸗ chen. In drey Stunden maͤhen zwey Menschen, eine Loofstelle gemaͤchlich ab. Die Stelle, wo der Tuppes, vier Wochen steht, leidet in der Zeit keinen Schaͤden; ich habe ihn bisweilen sieben Wochen stehen lassen, dann aber pflegt wohl die Kleewurzel auszufaulen. Uebrigens kann man ohne Gefahr und Verlust, auf dem Kleefelde, hin und her, arbeiten und fahren, es schadet dem Wiederwuchs nichts. Das Abbroͤckeln der Blaͤtter, vermindert zwaͤr den Heuvorrath in etwas, allein dem Felde ist es zu— traͤglich, da die feinen Blaͤtter, eine vortreffliche Vermehrung des Moders auf dem Acker sind. Mein wuͤrdiger Vorgaͤnger in der Kleekultur auf ganzen Feldern, hat von dem Erndten des Saaͤtklees schon so viel gesagt, daß ich nur weni⸗ ges, von meinen Erfahrungen in diesem Geschaͤfte anzumerken habe. So bald die Kleekoͤpfe, braun und der Stengel dicht unter dem Kleekopf, duͤrre ist, so maͤhe ich ihn ab, und lasse ihn in Schwar⸗ ten, so lange liegen, bis ich Zeit habe. Wenn waͤhrend vierzehn Tagen, ein heller guter Tag ist. sobi Ster E is dt fnke Rö)N bel nh sch! IA * cuc 0 ne scht den is genng Ama⸗ Rustig, „0 d. tit kinn Vochin Kewutzel fiht und albettn vichtz. Wor de stih zu Iuffle V eclultur ten ded ut Weni⸗ Heshift „ baun f, Lͤne Schwar Verh i it * 133 so wird er in Haufen gelegt, wenn auch Blaͤtter und Stengel noch gruͤn seyn sollten. Da nun um die Zeit, etwa Ausgangs August, die Witterung kuͤhl ist, so steht er ohne zu verderben, vier Wochen, und doͤrrt so sehr aus, daß man ihn, ohne Gefahr wer⸗ fen kann: die etwanige Faͤulniß unten an der Tup⸗ pes, trifft nur die Blaͤtter und den Stiel, die Saat aber bleibt unverdorben. Man sagt ohnehin, daß man zum Saͤen bestimmte Koͤrner, in ihren Huͤlsen sich etwas erhitzen lassen soll, ohne nachtheilige Fol— gen fuͤr das Keimen zu bemerken. E 134 SSIIIITTTTTRTRTRT Zweyter Abschnitt. Wo m Ack e r b a u. ——— I. Von den Ackergeraͤthschaften und Acker⸗ werkzeugen. Es ist 6 jeden Menschen, der sich mit dem Acker⸗ bau beschaͤftigt, und das Landleben, zu seiner Liebͤ— lingslebensart gewaͤhlt hat, gut, daß er auch ei⸗ nige Kenntnisse von unsern Ackergeraͤthschaften hat; daß er ihre Zusammensetzung, und ihre Theile kenne, die verschiedenen Arten derselben, ihren Gebrauch und ihre Anwendung wisse, ohne nun gerade selbst Hand anlegen zu muͤssen. Wir sehen dergleichen Instrumente bestaͤndig vor Augen, und ihren Gebrauch. Es ist natuͤrlich, daß man sie genauer zu kennen, bemuͤht seyn wird. Die Wir⸗ llet l V Hni. Mn H gur A fals a ftint I Rnuahhi Wehrd I bift mesh thHg Mi sill vfire auig Hor scet⸗ WMer llh ich ei ehatz Weile ihren Hun sehen U„ uld man st D W⸗ 135 che pflegen diesen Theil der Landwirthschaft, ganz allein den Bauern zu uͤberlassen und die muͤssen auch am beßten damit umzugehen wissen. Allein wie die wenigsten Bauern, reiflich uͤber den gesammten Ackerbau nachdenken, sondern entweder steif und fest, an ihre vaͤterliche Gewohnheiten halten, oder nur nachahmen, wenn sie etwas leicht in die Augen fallendes, und ohne Nachdenken und Anstrengung anzuwenden, Nuͤtzliches, bemerken: so muͤssen ver⸗ staͤndige und nachdenkende praktische Wirthe, mit ihren Einsichten hinzukommen, und den Leuten nachhelfen. Die Bauern sind nicht so eigensinnig, wenn man ihnen nur mit Guͤte augenscheinlich große Vortheile zeigt, und sie von dem Argwohn befreyt, daß sie, schwerere Lasten zu tragen bekom— men werden, daß sie, das Gute, Nuͤtzliche, Vor— theilhafte, Erleichternde, nicht annehmen sollten.— Nur sie wollen nicht nachdenken, und Proben an⸗ stellen, die ihnen etwas kosten moͤchten, sie bleiben dafuͤr lieber bey ihrer alten Weise, die sie bisher ernaͤhrt hat. —.—— n Unser Kurlaͤndische Pflug hat viel vorzüͤgliches vor dem deutschen Pfluge, ob ich gleich glaube, daß 136 wir bisweilen auch den deutschen Pflug, mit gro⸗ ßem Nutzen brauchen koͤnnten. Das Vorzuͤgliche des Kurlaͤndischen Pfluges ist, daß ihn jeder Bauer selbst machen kann. Die Stangen holt er aus dem Walde, so wie den Handgriff, in den er, mit dem Beil oder hoͤchstens einem Meißel, die Loͤcher ein— stammt, die Stangen einpaßt, und wenn ihm die Loͤcher zu groß sind, so hilft ihm ein Keil von trock— nem Holz, Stangen und Handgriff mit einander verbinden. Er haut sich dann seine Pflugschaar, von etwas trocknerem und festerem Holz aus, bin— det dieselbe, mit festen Schnuͤren an den Handgriff,‚ nachdem vorher das Eisen zur Pflugschaar und die Sturze geschmiedet worden ist. Die mehresten las⸗ sen jetzt, kurze, Schuh lange eiserne Stangen schmieden, mit denen sie, die Pflugschaar, an die Stangen befestigen, um derselben, in der schiefen Stellung die gehdrige Festigkeit zu geben. Sonst behalf man sich, mit bastenen Stricken, die aber bisweilen beym schweren Pfluͤgen, zerreißen. Diese kurzen eisernen Stangen haben an jedem Ende, Loͤ— cher oder Oehsen, vermittelst derer, die Pflugschaar mehr oder weniger diagonal gestellt werden kann, um flacher oder tiefer zu pfluͤgen. Feste Schnuͤre verbinden aber doch das Holz und die eisernen Stan—⸗ gen. Paßt alles genau an einander, so bindet der Bauer die Sturze wieder an ihrem gehdrigen Orte I hart ö schl Rh, ad gd ange babe ld sies 0 N hich senʒ roch Gann ainn ash sim galet unsl Pig chrke wede bhn, itgto⸗ lche Bauer dem dem eil⸗ dt dd⸗ lunder Haar, hun⸗ ̃f die W6 angen an die Hfen Sonst aber Diese W schagt fanlt, Inte Stan⸗ det det n dn 137 und geht mit scharfen Werkzeugen froͤhlich in die harte und ungepfluͤgte Erde. Unser Pflug ist fuͤr ein kleines Pferd hinlaͤng⸗ lich leicht, das Pferd kann zugleich, durch den Pflug, da es zwischen den Stangen eingezwaͤngt ist, regiert werden, wenn es auch rasch waͤre, und nur schon gewoͤhnt am Pfluge, bedarf es keiner Leine. Junge ungewoͤhnte Pferde, werden so lange mit der Leine gewoͤhnt, bis sie, die Sprache der Pfluͤger gelernt haben. Der Pfluͤger kann also seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit, auf die Furche und den Gang seines Pfluges richten. Unser Pflug ist sehr leicht zu regieren, beson—⸗ ders im schon gepfluͤgten Acker, hat der Pfluͤger nichts mehr zu thun, als ihn nicht umfallen zu las⸗ sen; er darf ihn, weder in die Erde hineindruͤcken, noch bestaͤndig auf den Haͤnden tragen, sondern seine Struktur bringt alles von selbst mit sich Im stei— nigten Boden und unter Holzwurzeln, muß er nur aufgehoben werden, weil er aber an sich leicht ist, so ermuͤdet das nicht die Arbeiter, und haͤlt sie auch gar nicht auf. Er ist auch hinlaͤnglich leicht zum umkehren, dabey haͤlt sich der Arbeiter noch an den Pflug an, und stemmt sich entgegen. Er ist auch sehr leicht, von einem Orte zum andern getragen zu werden, wenn der Arbeiter ihn auf der Schulter hat, so geht er ganz leicht fort, uͤber Anhoͤhen und 138 Graͤben, und fuͤhrt sein Pferd noch neben bey. Er ist sehr wohlfeil, erfordert wenig Eisen, und da seine Zusammensetzung so einfach ist, daß er leicht auseinander genommen und wieder zusammengesetzt werden kann, alle einzelne Theile auch aus Holz und Schnuͤren bestehen: so kostet der ganze Pflug, neu⸗ gemacht, nicht uͤber einen Thaler, und ist doch fuͤr die große Kraft des Pferdes hinlaͤnglich fest. Der Kurlaͤndische Pflug ist in jedem Acker zu pfluͤgen, hinlaͤnglich taugbar und zureichend. Im Stein— bruch, im Lehmboden, in leichtem Acker, in neu abgeraͤumtem Lande, das voller Hol zwurzeln ist, bey fest verwachsenen Graswurzeln, thut er hinlaͤngliche Dienste. Mit unserem Pfluge pfluͤgt ein Arbeiter, beym ersten Pfluge, in gemischtem Lehm, im Som⸗ mer zur kuͤnftigen Wintersaat, einhundert und funf⸗ zig bis einhundert und achtzig Quadratstangen, den Tag, mit zwey Pferden, die er umspannt, auf. Die Quadratstange zu achtehalb Elle lang und breit. Beym zweyten Pfluge pfluͤgt er, zweyhun⸗ dert und fuͤnf und zwanzig Quadratstangen, also eine ganze Loofstelle auf, und bey dem Saatpfluge muß er noch das Feld beeggen. Ein Saͤrr besaͤet ihnen die Loofstellen, nachdem er vorher, die Betten zum Saͤen gemacht hat. Er hat vor dem teutschen Pfluge, den Vorzug, daß er die Erde besser mit der Duͤngung vermischt, und die Schollen fein )— 0 sah last g 6 . Er — do licht ssebt und Heu⸗ Hiu Du lagen tein, Hll. bch licht dtet, Som⸗ fils⸗ den auf. und hun⸗ Hald pfuge hesiet Betten usschen ser mi len fii 259 bröckelt, denn der teutsche Pflug, wendet die ganze Erdscholle nur um, und legt sie auf die andere Seite. Es mag nun Land, oder schon auf zwey Pfluͤge bearbeiteter Acker seyn. Unser Pflug aber zerreißt zugleich die Erde, und das Feinere der— selben, faͤllt durch die eisernen Haken durch. Die— ses ist zwar nicht immer noͤthig, und vielleicht ei⸗ ner von den geringen Fehler unsers Pfluges. In-⸗ dessen rechtfertigt denselben, unsere reichliche Erndte. Endlich hat unser Pflug, den Vortheil, daß er leicht zu stellen ist, um tief oder flach zu gehen; in wenigen Minuten ist die ganze Veraͤnderung, vermoͤge der Schnuͤre gemacht, mit denen, die Pflug⸗ schaar, an den Stangen befestigt ist. Bey allen diesen Vollkommenheiten ist er aber nicht ohne Fehler. Beym ersten Pfluge waͤre es gut, die Rasen ganz umzuwenden, so daß die Gras—⸗ seite, auf die Erde zu liegen kommen wuͤrde. Das leistet unser Pflug nicht vollkommen genug. Im neugerissenen Acker, wo der Rasen auch, durch seine fest in einander verwachsenen Wurzeln zusammen— haͤngt, kann der Arbeiter, dem Pfluge nachhelfen, wenn er jede Streife, die der Pflug macht, mit der Hand umkehrt, er hat aber große Arbeit und Zeit— verlust dabey. Im alten Lande aber zerbricht der nicht stark eingegrasete Rasen, besonders im leich— ten und lockern Acker. Ferner noch, greift unser 140 Pflug nicht tief genug, um die Wurzeln, die tief gehen, und deren es sehr viele in unsern Feldern giebt, abzuschneiden, sondern er zerreißt die Erde um diese lange Wurzel, sie bleibt aber in der Tiefe festsitzen und gruͤnt fort, weil unser Pflug, aus zwey Haken besteht, und nicht wie der Teutsche, aus ei— ner Schaufelartigen Gestalt, der so tief, wie er geht, alles wegschneidet und den ganzen Rasen um⸗ wendet. Beym Neubruch hat es der Arbeiter, mit unserem Pfluge schwerer; unser Pflug ist zu der Arbeit gar zu leicht, er springt in die Hoͤhe, wenn sich Wurzeln finden, die fest sitzen, bricht auch wohl in Stuͤcken: das einzige Pferd, welches vor unserm Pfluge angespannt werden kann, ver⸗ mag oft die festen Holzwurzeln nicht auszureißen. Die Wurzel muß erst verfaulen; in solchem Neu⸗ bruch muß der Arbeiter mit seiner Kraft, das Meiste dabey thun und viel Muͤhe anwenden. Indessen so wie wir, den Neubruch zubereiten, ist unser Pflug bisher hinreichend gewesen. Ich erwaͤhne nur was besser seyn koͤnnte. Im Neubruch thut der teutsche Pflug herrliche Dienste, er wendet die Rasen vollkommen um, und erleichtert dem Men— schen, die Arbeit ungemein, hat auch zwey und mehr Pferde zum Angespann. Die Teutschen ruͤh⸗ men es, weil an einen Pflug mehr Pferde gespannt werden koͤnnen. Uns waͤre es eine wahre Last, da —ñ————2—2—— 141 tf wir mit einem Pferde, eben dasselbe verrichten koͤn Hiden nen. Mittlerweile das eine arbeitet, erholt sich Erde das andere, und saͤttigt sich zu neuer Arbeit hin— Tiefe laͤnglich. Das Wenden der Rasen wird zwar bey zwey unserem Pfluge, dadurch befoͤrdert, daß die Spitzen ei der eisernen Haͤken, ziemlich nahe bey einander ste— u hen, und keine Erde so leicht durchfallen kann, son— in m⸗ dern alles in die Hoͤhe heben; der Pfluͤger darf aber chlitr doch den Pflug nicht gar zu tief in die Erde hinein— s n druͤcken, sonst wird ein gar zu großes Stuͤck Erde Hahj aufgefaßt, welches das Pferd nicht wegziehen kann. hiiht Im leichten und lockern Acker ist darauf auch bey lches unserem Pfluge besonders zu sehen, daß die Pflug⸗ Vel⸗ schaaren nur zwey Finger breit aus einander stehen, wßen. sonst bleibt zwischen denselben, ein Streifen unge⸗ NM⸗ pfluͤgt, der das feinste Unkraut stehen laͤßt, wel—⸗ Messt ches gleich wieder zum wachsen gedeiht, sobald nur doen ein kleiner Regen kommt. Zum Saͤen ist aller unser Acker hinlaͤnglich locker; sind die Pflugschaaren dähne nur drey Finger oder gar eine Hand breit aus ein— chut ander, so ist es, wenn die Saat aufkommt, sehr det de sichtbar, wie ganze Streifen von Unkraut stehen EA geblieben sind, und das kleine Halmchen des kom—⸗ 90 menden Getreydes, gleich uͤberwachsen. Vielleicht, in tuh wenn bey unserem Pfluge, eine zwiefache Pflug⸗ pum schaar waͤre, die zu verschiedener Zeit und Arbeit f N abgenommen, und wieder angelegt werden koͤnnte: 142 so waͤre das, nach meiner Meynung, eine wesent— liche Verbesserung. Ich wuͤnschte wohl, daß Land⸗ wirthe, deren Geschaͤfte blos die Landwirthschaft ist, darauf daͤchten und Versuche machten. So koͤnnte die eiserne Pflugschaar auch breiter geschmie— det werden, so, daß die inwendigen Raͤnder naͤher an einander kaͤmen; das Eisen braͤucht nicht schwerer zu seyn, wenn die inwendigen Raͤnder, nur duͤnner ausgearbeitet wuͤrden. Hiebey bitte ich noch zu be⸗ merken: unser Pflug ist nicht geschickt genug, eine Anhoͤhe zu machen und eine Vertiefung auszufuͤllen, wie der teutsche Pflug. Die Teutschen pfluͤgen ihre Felder in Ruͤcken, wo ein Feld aus lauter erhoͤheten, langen Betten besteht, wie ohngefaͤhr bey uns, ein besaͤeter Kuͤchengarten. Sie pfluͤgen ihre Ruͤcken oder Betten zusammen, oder auseinander, zur Saat zu⸗ sammen, zur Brache auseinander. Dieses Erhoͤhen und Vertiefen der Erde, nach Beschaffenheit der Um⸗ staͤnde zu veranstalten, ist unser Pflug unzureichend, weil er ein Hakenpflug ist, der mit seiner Stuͤrze, die Erde nicht weit genug fortschiebt, und viel Erde durch die Haken durchfallen laͤoßt. Um in schweren und nassen Aeckern, unsere Felder im Herbst, in solchen Ruͤcken zuzubereiten, muͤssen wir noch eine der Schaufel aͤhnliche Pflugschaar haben, die eine er⸗ was schiefe Stellung haͤtte, wie die Pflugschaar am teutschen Pfluge. Ich glaube, daß sie daßelbe lei⸗ — seltz In⸗ chaft So mie⸗ an watt unntt u be „ee lllh, lihte ten, en Anodet Mt ¹ Höhen um⸗ Hend, die whurh und chen det ne ch Hat al ¹ 143 sten wuͤrde, was der teutsche hervorbringt, wenn wir auch so wie die Teutschen, in der Mitte zu pfluͤ⸗ gen anfangen, und nun im Kreise immer herum giengen, ohne sich umzukehren, wie das bey unse⸗ rem Pfluge geschieht; so wuͤrde ein solches Bette oder Ruͤcken eben so gebildet werden koͤnnen. Wir wuͤrden gewiß in nassen Herbsten, nicht so viel, von der Naͤsse leiden und unsere Saat verderben sehen, wenn wir solche, in Bette gepfluͤgte Felder haͤtten. Wir ersetzen diesen Mangel zwar durch unsere Was⸗ serfurchen, allein sie leisten das nicht, was jene Betten, von denen das Wasser herablaͤuft. Unsere aus Furchen bestehende Betten haben einen zu ho⸗ hen Rand, der von der aufgeworfenen Erde, bey Ziehung der Furchen, entsteht; dieser Rand in schwe⸗ ren Aeckern laͤßt das auf ihm liegende Wasser nicht herabfließen. Geschickte Landwirthe haben diesen Fehler, zwar dadurch verbessert, daß sie, nach⸗ dem sie gefurcht ist, die Raͤnder hin und her aus⸗ werfen lassen, damit irgend an einer Stelle, das Bette, einen Ort des Abfließens hat. Allein der Vertiefungen in unsern Betten giebt es zu viele. Um nun das noch deutlicher zu erlaͤutern, was ich eben von dem Pfluge, den wir hier brauchen, ge⸗ wuͤnscht habe, daß er geschickter seyn moͤge, Anho⸗ hen zu machen und Vertiefungen auszufuͤllen, habe; ich vorher etwas von den Ruͤcken erwaͤhnt, und fahre 141 nun noch zu mehrerer Deutlichkeit meiner Mey⸗ nung fort, uͤber dieses Beduͤrfniß etwas zu sagen. Wir pfluͤgen bekannter Maaßen, so, daß die Erde beym hin und Hergehen des Pfluͤgers, immer nach einer Seite faͤllt. Geht der Pfluͤger hin, so setzt er die Stuͤrze so, daß derselbe, die aufgewuͤhlte Erde nach der Seite hindraͤngt, wo sie hinfallen muß: geht er her, so setzt er die Stuͤrze auf die andere Pflugschaar um, die denn wieder eben so die Erde nach der Seite hindraͤngt, wo beym Hingehen, die Erde fiel und fallen mußte. Hiedurch ist offenbar, daß die Erde, um ein Paar Zoll weit von ihrer Stelle weggeruͤckt, oder weggedraͤngt wird. Wuͤr⸗ den wir nun immer jaͤhrlich nach einer Richtung, z. B. von Osten nach Westen pfluͤgen: so wuͤrde nach oftmaligem und vieljaͤhrigem Pfluͤgen, die Erde immer weiter nach Suͤden oder Norden ge⸗ ruͤckt werden. Auf die Art wuͤrde nach und nach, eine Anhoͤhe auf einer Seite, und eine Vertiefung auf der anderen Seite entstehen. Nun aber hin⸗ dern wir es dadurch, daß wir, wie gewoͤhnlich, ins Kreuz pfluͤgen, dergestalt, daß wir den ersten Pflug von Suͤden nach Norden machen, und den zwey⸗ kten Pflug, von Westen nach Osten, den dritten Pflug, der, der Saatpflug ist, wieder wie den er⸗ sten, von Suͤden nach Norden. Dadurch wird die Erde wieder auf ihre vorige Stelle zuruͤckgesto⸗ U V Myy sage, 1e Ec Knach eht er Erde Wß: andein Etdi ch, dit May ihrer Höt⸗ wüdde , di den g fach jefung er hin⸗ h, W WPfug n zheh⸗ Nitten den dl uch Wid othiso 145 ßen. Dazu kommt noch, daß hier die Art so ist, daß die Stuͤrze einmal etwa im Fruͤhlinge, die Erde nach Osten, ein anderesmal, etwa im Herbst, nach Westen wirft, und also kommt die Erde wieder auf ihre vorige Stelle, vermoͤge dieser doppelten Ver— aͤnderung, und daher bleibt die Erde auf ihrer Stelle und der Boden eben wie gewesen. Wenn der Pfluͤger zu pfluͤgen anfaͤngt, so stellt er, die Stuͤrze immer so, daß die Erde, von der linken, nach der rechten Seite hinfaͤllt; nun kommt es aber darauf an, ob er, auf dieser oder der gegen uͤber— stehenden Seite anfaͤngt. Seine rechte Seite bleibt immer die rechte Seite, er mag sich drehen, wohin er will, allein die Lage des Ackerlandes veraͤndert sich nicht, mit der Veraͤnderung, die der Pfluͤger mit seiner rechten Seite macht. Wo nun aber Berge und Vertiefungen sind, oder ehemals ge— machte Gruben, die ausgefuͤllt werden sollten, oder von vorigen Zeiten her, sind Graben gezogen, und die aufgeworfene Erde ist nicht abgeworfen worden, es liegen daher noch Daͤmme von Erde, vor den Graben, die den Abfluß des Wassers aufhalten: in allen solchen Faͤllen wuͤrde man, die Erde, gern von der Hoͤhe, nach der Vertiefung pfluͤgen, um dieselbe auszufuͤllen.— Dazu sollte nun unsere Pflugschaar, eine breite Schaufel haben und schief gestellt werden koͤnnen, und alle Jahr immer nach 10 146 einer Richtung gepfluͤgt werden. Eine breite schau— felartige Pflugschaar, wuͤrde das sicherer befoͤrdern, als unser Hakenpflug, der nicht ganz rein, die Erde aus der Furche wegnimmt, sondern vieles durch— fallen laͤßt. Ich muß hier noch eines Fehlers erwaͤhnen, den unser Pflug hat. Wir koͤnnen mit demselben nicht so tief pfluͤgen, als wir wollen. Obgleich in unseren Feldern nicht tiefer gepfluͤgt werden darf, als fuͤnf Zoll, und unser Pflug hinlaͤnglich so tief geht, besonders beym zweyten und dritten Pfluge: so will man doch in Kuͤchengaͤrten, und an andern Orten, einmal tiefer, ais gewoͤhnlich pfluͤgen, und dazu ist unser Pflug zu schwach. Wuͤrde ihn der Pfluüͤger tief in die Erde hineindruͤcken, und sich darauf legen, so muͤßte er zerbrechen, weil die Wirkung diagonal geht, denn weder die Pflugschaar, noch die Stangen, noch die Befestigung, sind stark genug fuͤr eine große Gewalt. Ein paar Zoll tie⸗ fer in lockerer Erde, etwa sechs bis sieben Zoll tief zu pfluͤgen, reicht unser Pflug hin, wenn man den Winkel, den die Pflugschaar und die Stangen ma— chen, um etwas stumpfer oder spitziger macht. Je mehr der Winkel, den diese beyden Stuͤcke machen, einem rechten Winkel nahe kommt, desto tiefer geht der Pflug, je spitziger aber der Winkel ist, desto flacher geht er bey der Arbeit. Aber doch einen ———— l N V M— aut ball fi u Hnnan AIr RVH auii Ensen erldim inng gend, bautg 5 schal⸗ + oldern, Erde Arch⸗ uen, Reben lich n daff Hf Hige: dern ud u der sch eil de schaa, fatk Htie⸗ Httef ⁰ den 6n Mo/ 1 N machen, fer geh t, dio u 147 Schuh tief, koͤnnen wir nicht pflugen. Endlich ist bey unserem Pfluge und seinem Regierer, dem Ar— beiter zu fuͤrchten, daß er ihn tiefer in die Erde druͤcken moͤchte, als es bisweilen noͤthig thut. Der Pfluͤger wird endlich muͤde und ruht auf dem Pfluge, druͤckt ihn daher unvermerkt tiefer in die Erde. Ein anderer Arbeiter hat zu kurze Haͤnde, und traͤgt ihn bestaͤndig auf Haͤnden, wo er tiefer gehen sollte— doch um hier alles gesagt zu haben, so bemerke ich diesen Umstand nur als einen Zufall, der aber nicht von großer Wichtigkeit ist, und der durch andere Art von Arbeit, wieder gut gemacht werden kann, von der ich nun reden muß, naͤmlich von der Egge. Unser Pflug behaͤlt bey allen diesen vorgeschlagenen Verbesserungen, seinen gewissen großen Werth, auch wenn die Verbesserungen nicht angebracht und brauchbar befunden werden sollten. Ich habe nur fuͤr eigentliche praktische Landwirthe, diese Bemer— kung gemacht, damit sie, die Versuche machen moͤchten, welche ich unmoͤglich habe anstellen koͤn— nen. Daß unser Pflug und unsere Art zu pfluͤgen, außerordentlich gut ist, beweisen unsere reichliche Erndten in gutem Acker. In recht gutem Acker, erndtet man mit unserem Instrument, das acht— zehnte, ja sechs und dreyßigste Korn. Es giebt Ge⸗ genden, wo man gewoͤhnlich, zwanzig Korn er— baut und zehn Korn fuͤr Mißwachs haͤlt. Ueber⸗ 10* 148 haupt traͤgt das Instrument, zur Fruchtbarkeit we⸗ nig bey. Wenn die Erde nur an sich gut und fein gemacht werden kann, so ist jedes Instrument gut, und unseres fuͤr uns vorzuͤglich, weil es so viele Nebenvollkommenheiten hat. Wie tief unser Pflug gehen soll, kann ich nicht hier, sondern bey jedem Pfluge und jeder Getreydeart besonders sagen, wo sich das schon finden wird. Das Pfluͤgen ist ein anderer Gegenstand, von dem auch, an seinem Orte, Erwaͤhnung geschehen wird. ——— Von der E s8e. Wir haben hier in unseren Kurlaͤndischen Wirth⸗ schaften, dreyerley Eggen, die theils durch die Ver— schiedenheit des Bodens, theils durch gewissen Holz— mangel, so verschieden veranlaßt worden sind. Im Sande, bedarf man eine andere Art von Eggen, im Lehm und steinigten Boden wieder eine andere Art, die biegsame Zapfen hat. In sandigen Gegenden, oder wo sonst ein reiner und leichter Acker ist, hat man eine Cgge, die aus drey bis vier, sechs Fuß langen Latten besteht, von denen eine jede von der anderen, fuͤnf bis sechs Zoll aus einander, durch eine Querleiste verbunden sind. Diese Latten wer⸗ dn d entse iun 19 Hidhes si genl gerR hutz nihhu In Zia Nllon N f o‚h fisch . G bud bichgt s fulht RNe. im S im —— —————— 149 fite⸗ den gebohrt, so daß die Loͤcher der zweyten Latte, ud fin denen der ersten, nicht gerade gegenuͤber, sondern I1gu. schraͤg, die Löcher der dritten Latte uͤber der ersten, Hiele und die der vierten, der zweyten gegenuͤber stehen. flug Hiedurch gewinnt man den Vortheil, daß die Za— hem pfen viel dichter stehen, und die Erde um so feiner X gemacht wird. Wuͤrden die Loͤcher in den Latten sten gerade gegen uͤber gebohrt werden, so bliebe ein zu seinem breiter Zwischenraum, der von den Zapfen gar nicht beruͤhrt wuͤrde, und also ungeeggete Erde, bey dem Gebrauch dieses Instruments, wie das bey der Zapfenegge statt findet, die daher nicht so ganz vollkommen ist. In diese Loͤcher werden, acht bis zehn Zoll laͤnge hoͤlzerne Naͤgel geschlagen, die zu— gespitzt sind. Diese Naͤgel schleifen sich aber ab, ob man gleich mehrentheils junges Eichenholz, oder Veth⸗ I frische Aeste von Tannenbaͤumen, die sehr zaͤhe sind, 1 ö— y dazu zu nehmen pflegt, daher muͤssen sie, von Zeit 20 zu Zeit, durch neue ersetzt werden. Diese Egge ist h in Gegenden, wo Steine und Wurzeln sind, un— 0 brauchbar, weil die Zapfen, alle Augenblicke ab— gendet, brechen, oder auch die ganze Egge zerbricht, wenn at sie sich an feste Gegenstaͤnde anhakt, und mit Gewalt fortgezogen wird. In schwerem Boden wuͤrden sie, mi die Roggensaat zu tief einwuͤhlen, uͤbrigens ist sie 926 im Sande vortrefflich. Daher bedient man sich ll im Lehmboden, wo Ueberfluß an Holz ist und viele Hl. + 15⁰0 Steine sind, der jungen Tannen, die sehr aͤstig sind. Eine solche junge Tanne, wird gespalten, die Aeste bleiben an jeder Seite, einen Schuh und daruͤber lang, und diese gespaltene Tanne wird in drey Fuß lange Stuͤcke zerschnitten, von denen jedes Stuͤck, etwa drey Zoll breit ist. Viele solcher Stuͤcke wer⸗ den mit Queerstangen und jungen Weidenzweigen zusammen in einer Flaͤche gebunden, so, daß die Seiten der Aeste alle, nach unten gekehrt sind, und die Stelle der Zapfen vertreten. An den Enden und in der Mitte, sind Stangen zum Anspannen der Pferde und zum Wenden der Maschine angebracht. Weil diese jungen Aeste, elastisch sind, so brechen sie so leicht nicht ab, reißen aber die auf der Erde befindlichen Unebenheiten auseinander, weil sie sehr dicht sind, und machen alles sehr eben und gleich. Diese ganze Egge ist sehr leicht, geht üͤber die Steine weg, greift nicht so tief in die Erde, zerreißt aber die Rasen und Wurzeln. In vielen Faͤllen ist sie aber zu leicht, sie kann nicht tief greifen, der vielen elastischen Zaͤhne wegen; die Oberflaͤche macht sie sehr fein und glatt, man beschwert sie zwar mit Steinen, sie springt doch aber uͤber harte Gegen— staͤnde weg, und veranlaßt ein oft wiederholtes Eg⸗ gen. Ueberdem nutzt sie sich jedes Jahr ganz ab, und da die Zapfen nicht ersetzt werden koͤnnen, so muß sie alle Jahr neugemacht werden. Bey der igsh. ie Me uruber Juß tüͤck (Wer⸗ Winn daß de d, Und Enden det acht. cchen Code siescht glig. Steine faber st sie dielen cht sit at mit Gagel⸗ 18Eg⸗ nz ab, nen, 6 Biy di 15¹ Roggensaat thut sie herrliche Dienste, weil sie nur blos die Oberflaͤche des Ackers berührt, und dieselbe sehr fein und glatt macht. Zur Kleesaat, ist diese Egge auch die einzige, die dabey gebraucht werden sollte, da der Saamen so fein ist. In Gegenden, wo wenige Tannenbaͤume sind, hat man eine andere leichte Egge im Gebrauch, die eben so leicht, aber nicht so ganz gut zum Eggen und das Land fein und eben zu machen ist. Ihre Zusammensetzung ist fol⸗ gende: man macht eine Menge starker Zapfen von festem Holz, und bindet diese hoͤlzernen Zapfen oder Naͤgel, zwischen zwey duͤnnen Staͤben, einen von dem andern, etwa sechs bis acht Zoll, so daß diese Reihe hoͤlzerner Naͤgel, wie ein undichter Kamm aussieht. Solcher Reihen Naͤgel macht man vier bis sechs fertig, dann befestigt man sie, durch eben solche Staͤbe, die Queere hindurch, so daß eine Reihe holzerner Naͤgel, von der anderen, etwa sechs bis acht Zoll zu stehen kommt, an beyden Seiten wer⸗ den Stangen zum Angespann befestigt, so ist das Instrument zum Eggen fertig. Diese Egge hat den Fehler, daß ihre Zapfen nicht dicht genug sind, weil alle Naͤgel hinter einander laufen. Es ent⸗ haͤlt diese Egge gerade das Fehlerhafte, das ich oben bey der Lattenegge bemerkt habe, wenn die Loͤcher, in den Latten, gerade gegenuͤber gebohrt waͤren, und also hinter einander wirken; zwischen diesen Zapfen 152 bleibt die Erde unberuͤhrt, und wird nur durch das oftmalige Hin-und Hergehen doch gefaßt und aufge— ruͤhrt. Uebrigens ist sie hinlaͤnglich leicht, bricht nicht uͤber Steine und Wurzeln, weil sie mit duͤn⸗ nen Staͤben befestigt und verbunden ist, die, gewalt⸗ samen Bewegungen nachgeben und sich biegen. Diese hoͤlzerne Naͤgel sind von Eichenholz, schlei— fen sich daher so geschwinde nicht ab, und da ihre Spitze immer scharf erhalten wird, so geht sie nicht zu lief, weil sie leicht ist, aber doch auch wie— der so tief, als es noͤthig ist. Ich wuͤrde diese Egge allen andern vorziehen, wenn sie dicht genug waͤre, wenn die Naͤgel in einer anderen Richtung gesetzt wuͤrden, etwa so wie in der Lattenegge, so waͤre sie unverbesserlich. Sie erfordert nicht so viel Holz und Waldversplitterung, wie die Tannenegge, ist auch viel leichter und wohlfeiler gemacht, als die Lattenegge, und da ihre Zaͤhne oder Naͤgel so fest sind, so darf sie nicht alljaͤhrlich neu gemacht wer— den. Eggen mit eisernen Naͤgeln sind bey uns ganz unbrauchbar, wezen der vielen Steine und Wurzeln, die auf unseren Aeckern herumliegen; die eisernen Eggen greifen auch zu tief, bey der Roggensaat, sind sie fuͤr unsere Bauerpferde zu schwer, und wuͤrden nicht lange bestehen, da das Eisen, eine starke Lockspeise fuͤr die Diebe waͤre. Ueberdem, da sie kostbarer sind, und die hoͤlzernen Eis g. ah/E m/ Khst Ie W 10 11 WI. ren sh undpe E sil E Hi ie V 105 lldßeg nach. Etlla benbz delin *e 2 155 Eggen, alles das leisten, was die eisernen wirken ufge koͤnnen: so schafft sich der Landwirth, dieselben nicht bitt an, so lange wir noch Holz genug haben, um im— dün⸗ mer neue Eggen machen zu können. Das Eichen⸗ balh holz faͤngt zwar in vielen Gegenden an zu mangeln, gen. zu den Eggen reichen aber die Tannenaͤste hinrei— hes chend zu. hR*— tse 133 ́ wie Ce Denn e. H, Die Walze ist ein wichtigeres Ackerinstrument, scht als es viele dafuͤr halten. Ich will daͤher nur et— ut was von ihrem Nutzen sagen, und hernach von ih— Hh rer Beschaffenheit. Die Walze zerdruͤckt in schwe— ist ren Aeckern, die groͤßern und haͤrtern Erdkloͤße, N und macht sie fein, oder druͤckt sie tiefer in die fl Erde ein, da erweichen sie und sind dann leichter per fein zu machen, dadurch wird der Boden, so eben Aun wie ein Tisch. Es muͤssen zwar, wenn zu rechter u ö Zeit gepfluͤget und geegget wird, keine großen Erd— Hnn kloße bleiben, allein wenn nun ein Versehen ge— Hr macht ist, so hilft die Walze nach. Es giebt auch ö Stellen, wo Verschiedenheit des Ackers, in kleinen aW Stuͤcken ist, die unmoͤglich so gut beobachtet und Wätl bearbeitet werden konnen. Die Walze macht son— unn derlich bey der Sommersaat, den Boden sehr eben, 154 so, daß hernach bey der Erndte, alle Halme sehr leicht zusammen geharkt werden koͤnnen. Ein vor— züglicher Nutzen ist der, sie druͤckt die gesaͤtten Koͤr⸗ ner, die auf der Oberflaͤche liegen, fest an die Er⸗ de, und die Koͤrner, die in der Erde liegen, werden durch das Zusammendruͤcken der Erde, mit der Walze, ganz von Erde umschlossen, so, daß die trockenen Fruͤhlingswinde, nicht das Korn und die Erde ausddrren koͤnnen, daher das Korn eher zum Keimen gebracht wird. Die aufsteigende Feuchtigkeit aus der Erde, wird zusammen gehalten, und theilt sich gleich dem Korn mit. In leichtem Acker und in Teichen, thut sie, in diesem Falle be⸗ traͤchtliche Dienste, besonders in trocknen und win⸗ digen Fruͤhlingen. Denn oft keimt ein Korn da⸗ her nicht, weil es hohl und locker liegt, und im⸗ mer trocken bleibt, wenn kein Regen kommt. Selbst bey der Roggensaat, in trockenen Herbsten, thut die Walze, im Sande, die besten Dienste, denn in solchem Acker und zu solchen Jahreszeiten, liegt das Roggenkorn, wie in der Kleete, so trocken und keimt nicht, bis es die Insekten und Maͤuse ver⸗ zehren. In Lehm wuͤrde sie, bey Roggen nicht zu brauchen seyn. „Der vorzuͤglichste Nutzen der Walze ist, im Früͤhlinge, bey dem zweyten Pfluge zur Sommer⸗ saat, die Feuchtigkeit in der Erde zu erhalten. Man ——————— mms Val' wirhe Cul uun eFeü ist ih fsts lem! dm ssis süht, U Rihviz Rie se/l Inn O n nachta Erihg rdern dem 1 fauffz Shuh nr schin, stam 155 h muß gleich nach dem Regen eggen, und dann die . Walze heruͤberfahren, so ist die Erde, wenn gesaͤet 101 wird, so feucht, als es nur erforderlich ist, und die r Saat kommt, geschwinde und egal auf. Wird sie 67 dann wieder uͤber die Saategge gefuͤhrt, so bleibt 3 die Feuchtigkeit unverloren. Beym Saͤen des Klees ist sie unentbehrlich; das feine Kleekoͤrnchen wird 12 fest angedruͤckt, mit etwas Erde uͤberzogen und 23 keimt viel besser. Wird die Walze im Herbst, nach⸗ gende dem das Feld, zur kuͤnftigen Sommersaat aufge— nun, pfluͤgt und geegget worden ist, uͤber dieses Land ge— un fuͤhrt, so thut sie großen Nutzen. Die Erde ver— be schalt nicht, die Winterstuͤrme und Schneegestoͤber W„ nehmen keinen Moder und Staub aus der Erde weg⸗ D die Stoppeln und deren Wurzeln verfaulen viel bes⸗ d inn ser, wenn wir noch feuchte und warme Herbste ha— Sht ben. Und uͤberhaupt ist die Ebenheit des Ackerfel⸗ thut des im Herbst und Winter, die durch die Walze ge⸗ dun macht wird, von dem sichtbarsten Nutzen. Zur iten, Erreichung aller dieser Absichten fordere ich, keine deen andere, als eine schwere Walze. Der Klotz, aus sever dem sie gemacht wird, muß wenigstens zwoͤlf bis iht zu funfzehn Zoll im Durchmesser haben, und zwoͤlf Schuhe wenigstens lang seyn. Kann es ein eiche— „W ner Klotz seyn, so ist es desto besser. Dieser Klotz WMe scheint zwar zu schwer, fuͤr ein Pferd zu seyn, man . Mn spanne also zwey Pferde vor. Oder um die Frik— *—————— tion so gering als möͤglich zu machen, so gebe man ihr eiserne Achsen, die auf jeder Seite, aus eiser⸗ nen Bolzen bestehen koͤnnen, und die Buͤchsen mache man auch von hartem Holz oder Eisen, so laͤuft der runde Klotz, leicht herum. Diese eiser— nen Buͤchsen koͤnnen leicht abgenommen und ver⸗ wahrt werden. Alle Gaͤrtner beschlagen ihre besaͤeten Betten, mit einer hoͤlzernen Schaufel, damit die Erde an der Saat fest anliegen, der Keim gleich in die Erde greifen koͤnne, und damit nicht zu viel Luft zwischen der Erde und dem Saamenkorn ist; in Feldern thut as die Walze. Die gereifelten oder stachlichen Walzen, haben ihren großen Nutzen im Lehm, wo Plaßtzregen bis— weilen nach der Saat, wenn warme Winde und Sonne darauf kommen, eine Kruste formiren, die das Aufkeimen des Korns hindert. In dem Fall bedienen sich viele der Egge, die auch sehr gute Dienste thut, allein eine stachliche Walze bewirkt das noch viel besser, sie zerbricht die Kruste. Es giebt aber auch Faͤlle, wo man sich einer leichten Walze zu bedienen hat, naͤmlich: wo an sich feine Erde ist, und die Absicht nur bloß die seyn kann, die Erde eben zu machen, oder wenn die Erde hinlaͤnglich Regen erhalten hat, und nur eben gemacht seyn will. Indessen hat die schwere MI denr mah! ö anti Gase3 Venz Gal Heun He, gas I MSa Drehhs lichesh Aselb, Saaut 0 N Hand. Sse — —— 157 aund Walze, auch in leichtem Acker, große Vorzuͤge, 7 denn der leichte Acker bedarf um so mehr zusam— hn ö mengedruͤckt zu werden, um den leichten Zugang 110 der Luft und der Winde zu verhindern. Her⸗ der⸗ ————— xttn, 1051 Von der SOSense. e Wir haben hier in Kurland dreyerley Instru— n mente, die Fruͤchte der Erde abzunehmen; die ul Sense mit dem langen Stiel, die kurzstielige Sense, ö Weenrohze nennt sie der Bauer, und die Siechel, en Zuerst die langstielige Heusense, die in vielen tüs Gegenden, zu jeder Erndte gebraucht wird, zum nd Heumaͤhen, zum Roggen, Gersten und Habermaͤ⸗ N hen. Die Klinge koͤnnte zum Maͤhen fuͤglich laͤn⸗ Jall ger seyn, alsdann wuͤrden wir ein Betraͤchtliches gute an Arbeit gewinnen. Wenn der Arbeiter einhun⸗ dikt dert Schwarte abhaut, und der regulaͤre Hieb waͤre drey bis vier Zoll laͤnger, so macht das ein betraͤcht⸗ tiner liches Stuͤck auf der ganzen Flaͤche aus, das durch 0 ah dieselbe Kraft gewonnen wird. Indessen muͤßten 6 di sie auch nicht schwerer seyn, weil das Fuͤhren die— Wwenn ses Instruments, den ganzen Tag hindurch, die rur Hand des Arbeiters sehr ermuͤden wuͤrde. Unser schwer Sensenstiel ist unverbesserlich, ein guter Maͤher bruͤckt ihn fest an seinen Arm, und nun schneidet er maschinenmaͤßig, mit jeder Bewegung, die er hier macht, bis auf die Wurzel, alles ab, was seinem Schnitt begegnet. Bey der Getreydeerndte koͤnnte der Sensenstiel noch ein Gestell erhalten, welches die Aehren nicht uͤber die Klinge wegfallen laͤßt, sondern mit dem Gestell gefaßt und auf die Seite gelegt wird, wie dieses Gestell schon an einigen Or— ten, in diesem Lande eingefuͤhrt und noch in an— dern Laͤndern gebraͤuchlich ist. Die Arbeit des Maͤ⸗ hers sieht so leicht aus, allein sie ist mit großen Beschwerden verbunden, besonders wenn der Ar⸗ beiter nicht so geschickt ist, seinen Sensenstiel sich bequem einzurichten. Ist der Stiel zu kurz, so muß der Arbeiter sich nicht allein in den Knieen, sondern auch im Kreuz etwas biegen, wenn er nun halbgebuͤckt, einen gan⸗ zen Tag einhergehen muß, so fuͤhlt er auf den Abend, viel Schmerz und Muͤdigkeit im Ruͤcken. Das Stellen der Sense erfordert einige Uebung und Nachdenken; die Klinge muß horizontal mit der Erde laufen, die Spitze muß etwas in die Hoͤhe gebogen seyn, sonst faͤhrt die Sense in die Erde; die Maͤher richten die Klinge, wenn man sie zum Maͤhen fertig haͤlt, nach den Augen, damit sie durch eine kleine Bewegung des Arms, den Halm zugleich abreißen können; das giebt aber einen uͤblen Schnitt, — lud haun M shr l gel Lutei Uht. einn Weis Hate E Mts h, Wil daß) de 14 affd , Mr az Vun liu, Hi Rchaut hiübn Stil baier —— —— 159 4 und ist ein Mißbrauch des Arbeitenden. Ueber⸗ ö haupt waͤre es nuͤtzlich und noͤthig, daß die jungen lan x Arbeiter, besser in den Handgriffen, die doch bey nnt jeder Arbeit anders sind, unterwiesen wuͤrden, als bche es gewoͤhnlich geschieht. Man giebt den jungen 10 Leuten, die Sense und den Pflug in Haͤnden, und 1 laͤßt sie diese Maschine fuͤhren, wie sie wollen, ohne n dr einmal nachzusehen, und gute Rathschlaͤge und An⸗ um weisung zu geben; daher giebt es denn einige Ar⸗ Mi beiter, die ihre Arbeit sehr schlecht und zum großen toßin Schaden des Cigenthuͤmers machen. Hebt ein A⸗ Maͤher die Haͤnde, bey dem Hiebe den er zu thun lsch hat, hoch, so haut er die Spitzen der Halme, die Aehren alle ab, und die Stoppeln bleiben so hoch, ir sto daß noch einmal nachgemaͤht werden muͤßte, und Hrn die so kurz abgehauenen Aehren sind meist verlo— Ngan ren. Bey der Sommererndte, pflegt der Bauer, ben auf dem Stiel der Sense, einen Biegel zu befesti⸗ ihen. gen, der die abgemaͤheten und abgeschnittenen Hal⸗ bung me, auf die Seite legen soll, allein, ehe dieser umit Biegel die Halme faßt, sind schon viele umgefal⸗ Hihe len, so, daß dieselben sich unter den Fuͤßen des Ar⸗ 6e; beiters wickeln, und von dem folgenden Sensenhiebe, zun zerhauen und abgehauen werden. Unsere Maͤher duh haben einen doppelten Stiel, zum Getreyde ist der Wh Stiel kuͤrzer, zum Heumachen laͤnger. Jeder Ar⸗ beiter bewahrt seinen Sensenstiel sorgfaͤltig, und ———— 2 5 160 ist sehr betruͤbt, wenn ihm der Stiel zerbricht. Die kurzstielige Sense besteht aus einer kuͤrzeren Klin⸗ ge, die an einem kurzen Stiel befestigt ist und nur mit einer Hand gebraucht wird, daher sie oben am Stiel, einen Haken oder Kurbel hat, damit sie bey der Arbeit, nicht aus der Hand gleite. Mit dieser Sense kann der Schnitt, nicht so weit und so tief an der Wurzel des Gewaͤchses ausgeholt wer— den, als man es bey der langstieligen Sense, im Stande ist, daher sie auch nur bloß zu hochge— wachsenem Getreyde gebraucht wird. Weil man auch dem Schnitt, keinen so starken Nachdruck ge⸗ ben kann: so muß die Klinge sehr duͤnne und scharf seyn, alsdann bedarf es keine so große Kraft, bey der Arbeit, da der Roggenhalm, eine gewisse Staͤrke an sich hat, und also ein festererer Widerstand vor⸗ handen ist, der den Schnitt aufnimmt. Diese ein⸗ haͤndige oder kurzstielige Sense, hat beym Roggen⸗ maͤhen, den einzigen Fehler, daß sie die Stoppeln etwas hoch nachlaͤßt, und dabey mehr Stroh ver— loren geht, als bey der langstieligen Sense Bey ihrem Gebrauch foͤrdert es sich nicht ganz so schnell mit der Arbeit, obgleich dieselbe, alle junge Leute und Weiber bequem braͤuchen koͤnnen, und die Menge der Maͤher, zum Theil die Zeit und Kraft der mit der langstieligen Sense maͤhenden wenigeren Arbeiter ersetze. Uebrigens ist sie zJum Roggenmaͤ⸗ laldtt lich/ Gude eh r 0 lung 0 Ips D pök⸗ se ein⸗ Hhel. heln ver⸗ Bey hnal Laute d die Kraft ugeel umö 161 hen sehr vortheilhaft, und sollte allgemein einge— fuͤhrt werden, weil die Arbeit mit diesem Instru— ment, das Feld sehr rein von Aehren erhaͤlt. Wenn der Maͤher nur irgend seine Arbeit versteht, so wird nicht eine Aehre abgehauen, so verfallen auch bisweilen das Feld ist, sie ist leicht zu fuͤhren und ermuͤdet den Arbeiter nicht, darf auch so oft nicht aufgeschaͤrft werden. Die Einwendung, die ich von einigen Wirthen habe machen hoͤren, als wenn ihr gewaltsamer Schlag, den Halm zu sehr erschuͤt— tert, und die Koͤrner losmacht, sollte nicht statt ha⸗ ben, da sie sehr leicht schneidet und scharf ist, wie ich, weiterhin bey der Roggenerndte, davon aus— fuͤhrlicher reden werde. Das Nachharken, das bey der langstieligen Sense geschehen muß, ist hier unnoͤthig, weil schon mit dem Maͤhen, die Stelle zugleich rein gemacht wird. So gut dieses Instrument bey der Roggen— erndte ist, so taugt es zur Haber und Gerstenerndte nicht, weil Sommergetreyde eigentlich bey der Erndte nicht gebunden werden sollte, wenn es auch hoch genug gewachsen ist, wie ich auch hernach bey der Gerstenerndte zeigen werde, wo diese Abhand— lung eigentlich hingehoͤrt, und wo davon ausfuͤhr— lich geredet werden muß. Endlich die Sichel. Ich halte dieses Maͤhe— Instrument fuͤr uͤberfluͤßig, und hoͤchstens nur in Kuͤ⸗ 11 162 chengaͤrten brauchbar, um einiges Kraut und Gras abzuschneiden. Im Felde haͤlt dieses Instrument, die Arbeit zu sehr auf. Obgleich die Arbeit sehr rein geht, so ist auf eine andere Art großer Ver— lust an Getreyde. Denn wenn man sein Feld acht Tage lang schneiden muß, so uͤberreift das Korn an einem Ende, bis man dahin kommt, so sehr, daß viele Koͤrner ausfallen. Der Verlust, der uͤberhaupt unter der Bearbeitung des Getreydes vorfaͤllt, ist sehr groß. Man muß also auf die vortheilhafteste Art erndten, und dieser Absicht ist die Sichel entgegen. Unsere Felder sind zu groß und der Menschenhaͤnde zu wenig und zu kostbar. Auch das ist bey der Sichel, eine große Unbequem- lichkeit, daß die Arbeiter, entweder knieend, oder sehr gebuͤckt arbeiten muͤssen. Von der Harke habe ich nur das zu erinnern, daß die Heuharke, bey Klee nehmen, zu kurze Zaͤhne hat. Der Kleeschwardt ist zu dick, die Zaͤhne grei— fen nicht durch, sie mussen laͤnger und dichter seyn, so fördert es sich bey der Kleearbeit besser. — II. Von der Erde uͤberhaupt. Der praktische Landmann zieht die Erde, in zwiefacher Absicht, in Betrachtung. In Anse⸗ Iude In„ DW Fyt del ill 0u V — umi V U W — ————————— 163 246 hung ihrer aͤußeren Beschaffenheit, ob es leichte 1285 oder schwere Erde, Sand oder Lehm ist. Diese 190 Beschaffenheit bestimmt die Bearbeitung des Ackers ö 4 und giebt dem Landmann unmaßgebliche Aussich— 60 ten, was er etwa von seinem Acker zu hoffen haͤtte. * Zweitens, in Ansehung ihrer eigenthuͤmlichen oütr Fruchtbarkeit ohne Duͤngung. Diese sucht er an st, u dem Grase und den Baͤumen zu erkennen, die in 1 einer gewissen Gegend wachsen, und urtheilt dar— d aus, wie fern er seinen Acker, durch Duͤngung zum QHA1Ist ö hoͤheren Ertrage bringen koͤnnte. . Es giebt in der ersten Beziehung, uͤberhaupt ha nur zweyerley Stammerde, entweder Sand oder Lehm; ist auch die obere, zu Tage liegende Erde, „ de mit allerhand anderen Bestandtheilen gemischt, ver— wittert und ausgewaschen: so giebt die zunaͤchst lie⸗ imnem gende Unterlage unter der obern Schichte, doch den dihue Ausschlag. Ist Sand unten, so ubertrifft dessen g Beymischung, die immer von neuem aufgewuͤhlt sn, wird, alle uͤbrige Zuthaten. Aus einem Sandbo— den kann bey aller Kultur, nie ein Lehmboden wer⸗ den, und aus einem schweren, Acker nie ein leichter Acker gemacht werden, man mag auch so viel Fleiß anwenden, als man will. Sumpferde koͤnnte zwar eine dritte Hauptgattung der Ackererde ausmachen, de it allein sie ist doch dem Lehm, in so fern naͤher ver— 1 MP wandt, daß ihre Unterlage mehrentheils der blaue 11 un„ 164 Letten ist, der sich, wenn diese Erde bearbeitet wird, mit der Sumpferde vermischt. Doch giebt es auch Stellen, wo unter der Sumpferde, weißer Sand zu finden ist. Diese Sumpferde ist erst nach und nach, auf dem blauen oder weißen Letten entstanden, auf den sich erst ein großer Moos erzeugt hat, der, nachdem das uͤberfluͤßige Wasser abgezapft war, verfault und verrottet ist. Dieser Sumpf oder Mooracker ist nur immer in Niedrigungen, ist zwar aus Vegetabilien entstanden, aus verfaultem Moos, hat aber zu viel Saͤure und nicht die Bestandtheile bey sich, die sonst vegetabilische Erde, auf trock— nem Boden zu haben pflegt. Die Sandaͤcker sind nun aus vielen Ursachen sehr verschieden. Es giebt feinen und groben Sand in vielen Graden, vom feinsten Sande bis zu Grand— aͤckern. Der Sand besteht aus Quarz, Flußspat, Kalk und Gipstheilen, er ist entweder reiner klarer Sand oder mit Modertheilen gemischt, auch oft mit Lehm. Niedrige Sandaͤcker, die an Stroͤmen lie— gen, haben vielen Schlamm aus Fluͤssen bey sich/ und weil die wohlthaͤtige Natur mehrentheils in nie⸗ drigen Sandgegenden, den Mergel unter der obern Schicht Sand gelegt hat, da der Mergel vorzuͤglich den Sand verbessert, so findet sich auch mehrentheils ein mit Mergel vermischter Schlamm, als Bey—⸗ mischung des Sandes, besonders wo Fluͤsse, den Sant haben Vsst sihlef Mꝛilh Rue d f der si gegen of N sofsste Hur miz wisee auch i gebe! an des g Bums den stäng, sand g Etrale sun in iu aber ner di ittt witd ehauch rSi ich und anden, der, un, . sst pa Moz WMllle trock⸗ Wchen„ uSand Gand Mßsa, Hanr st mit u lis⸗ sh) inni⸗ obemn süglich htheil àBW/ sse, d — 165 Sandacker durchschneiden. Bergigte Sandaͤcker haͤben auch Sumpferde bey sich. Es giebt eine Verschiedenheit des Sandes, der in der Gestalt seiner feinen Koͤrnchen zu suchen ist; es giebt flache, Marienglasaͤhnliche, auch runde Theilchen, von denen die ersteren, vom Winde fortgefuͤhrt zu wer— den pflegen. Niedrig und eben liegende Sandfel⸗ der sind meist immer feucht. Hochliegende Sand— gegenden haben in der Tiefe, zur Unterlage, Lehm, oft Kalkfelsen. Unter der Sumpferde ist oft ein so fester Sand, der nicht mit Schaufeln, sondern nur mit Brechstangen bearbeitet werden kann. Der weiße Sand ist gaͤnzlich unfruchtbar, er liegt daher auch immer tief in der Erde. Der rothe oder gelbe Sand traͤgt doch einige Pflanzen, besonders an den Seeufern, wo er immer angefeuchtet wird. Der Lehm oder Thon ist auch sehr verschieden. Es giebt in der Tiefe einen Lehm, der gar keine Beymischung zu haben scheint und Mergelartig ist; in andern Gegenden ist der Lehm mit kleinen Sand— steinen, Kieselsteinen, Kalksteinen, und Stralen⸗ sand gemischt, auch giebt es einen Lehm, der Stralenglimmer, Eisenacker, Vitriolenacker, Gips— steine und Mergelstralen enthaͤlt. Der Lehm liegt in einigen Gegenden zu Tage, mehrentheils hat er aber eine andere Oberschichte, die bisweilen aus ei ner dicken Lage von Sand, oder aus verwittertem 2 166 und ausgewaschenem Lehm besteht, und mit viel oder wenig Modertheilen vermischt ist. Wenn das klebrige Wesen aus dieser Oberlage ausgespuͤlt ist, so pflegt diese Oberlage, wenn sie nicht stark mit Modertheilen vermischt ist, sehr mager zu seyn; ist aber diese Oberlage eine duͤnne Schicht, so pflegt es ein sehr ertragsamer Boden werden zu koͤnnen. Diese beyden Erdarten behalten ihre eigen— thuͤmliche Voll- und Unvollkommenheit bey, letz⸗ tere aber laͤßt sich durch Kultur verbessern. Der Sandacker ist immer leicht zu bearbeiten, hat mehr Waͤrme, leidet nicht von uͤberfluͤssiger Naͤsse, ist aber zu locker, haͤlt nach seiner Lage, mehr oder weniger die Feuchtigkeit an sich, trocknet zu schnell, weil Winde und Sonnenstralen zu tief eindringen. Wenn er grobkoͤrnigt ist, so ist er zu warm, wenn die Luft und Regen sehr warm sind. Der Lehm hat auch seine großen Unvollkommenheiten; er laͤßt kein Wasser durch, behaͤlt daher zu viel saure Feuchtigkeiten, ist schwer zu bearbeiten, broͤckelt so fein nicht aus, faͤllt allso in großen Stuͤcken auf die Saat, und erstickt dieselbe, vertrocknet zu hart und bricht in großen Stuͤcken. Er ist kalter Na— tur, weil er aus so feinen Theilen besteht, der aus der Luft nicht so viel Waͤrme annimmt, wird auch noch kaͤlter, durch die in ihm enthaltene Saͤure. detth erde/ HII ln scht i Vo mter di,K 3 mer so ggüh — Di d⸗W5 (0 Hie Heit/ shan s d lh E Entz se dute Lamnen ner legt v ihnr 167 n Alle Aecker enthalten mehr oder weniger Mo— 7— dertheile. Eine jede Erde behaͤlt doch ihre Stamm— ult is, ů erde, nach Beschaffenheit ihrer Unterlage bey, es auk mit ist entweder Sand oder Lehmacker. Bergigte Lehm— z f aͤcker lassen das klebrige Wesen fahren, dann ent— rscht steht eine wahre Erde, die so viel von dem klebrigen annn. Wesen zuruͤck behaͤlt, als erforderlich ist, die Theile unter einander zu verbinden. Ebene Sandgegen— h, sch den, von Stroͤmen durchschnitten, werden von Jahr Du zu Jahr verbessert; hohe Sandgegenden werden im— eht mer schlechter, sie verlieren ihren Moder durch Re— is genguͤsse und durch den aufthauenden Schnee, und kodet die Winde wehen sie stark aus. Niedrige und ebene chnel,„ Lehmgegenden sind schlechter als hohe, von den ungen das Wasser leicht herabfließen kann, in jenen bleibt „ Denn es liegen und vernichtet die Pflanzen, die Trocken—⸗ lchn heit zu ihrem Gedeihen brauchen. Wenn es nun u, schon in Ansehung der Bestaͤndtheile der Ackererde, aute fuͤr den praktischen Landmann, nur zwey oder drey⸗ kllts erley Erdarten giebt, naͤmlich: Lehm, Sand und a auf etwa Sumpferde, so giebt es doch in Ansehung halt ihrer Fruchtbaͤrkeit, viel mehrere Verschiedenheiten. HM Einige Erdarten sind an sich so unfruchtbar, daß 1 a sie durch Duͤngung allein, nicht verbessert werden dauh koͤnnen, und es giebt die fruchtbarste Erde, die kei⸗ ml ner Duͤngung bedarf und nie mit Viehduͤnger be— legt wird. Erste traͤgt keine oder sehr kuͤmmerliche — 168 Getreydearten, bey aller Duͤngung, die man ihr giebt, und letztere, ohne alle Duͤngung, unaufhoͤr⸗ lich die reichlichsten Fruͤchte. Ich wuͤrde die Ein— theilung der Erde von dieser Seite betrachtet, so machen, daß ich zuerst die Erdart nehme, die fuͤr Getreyde, durch Duͤngung in etwas verbessert wer⸗ den kann; diese durch Duͤngung, zu verbessernde Erde will ich eine fruchtbare Erde nennen, und den Grad ihrer Fruchtbarkeit darnach bestimmen, in wie fern sie, durch Viehduͤnger sich verbessern laͤßt. Je bessere Fruͤchte sie nach gemachter Duͤngung traͤgt, um desto fruchtbarer wollen wir sie nennen. Bey dieser Ruͤcksicht giebt es sehr viele Grade und Stuf⸗ fen der Fruchtbarkeit. Einige Erdarten behalten die Kraft der Duͤngung lange bey sich und tragen viele Jahre, andere sind nur auf sehr kurze Zeit durch Duͤngung verbessert, und tragen hoͤchstens nur m. Saaten, verfallen dann wieder in ihre vorige Unfruchtbarkeit. Die Scheidekunst koͤnnte uns in diesem Fall, die genaueste Eintheilung geben, das waͤre zwar fuͤr den praktischen Landmann, nicht sehr anwendbar, allein doch uͤberhaupt nuͤtzlich. Alle die Erdarten, die gar keinen Viehduͤnger be— duͤrfen, oder die nur sehr wenig desselben brauchen, um dennoch aͤußerordentliche Erndten zu liefern, wie sind dieselben beschaffen? wo nehmen sie ihre unversiegbaren Kraͤfte her? Wir haben in Kurland nimut Mꝛo Wüe solht W wab a Mun, x h k sht chauy Eeh, p Mein Rai suuft him eh ö —— x ——— 169 mmih auch dergleichen kleine Stuͤcke, in Feldern. Es rassi, waͤre werth, alle dergleichen sehr fruchtbare Aecker Ei genau zu untersuchen. Vielleicht koͤnnte man jede let, so Erdart so weit durch Kunst bringen. Der große Nfü Naturforscher Bergmann sagt, die fruchtbarste Erde uber hat folgende Bestandtheile: Hsrrn Zwey Theile Kalk. mun Ein Theil Bittererde. in die VVier Theile Thon. ist Y Drey Theile Sand. I2 Die Lage der Erde allein, macht es nicht. Wo By nimmt nun aber die beßte Ackererde, ihre Kraft her? Cuf Nirgends anders, als aus Wasser, aus der Luft un und von der Sonne. In sich hat sie schon einen Wnn solchen Vorrath an Kraͤften, ihr entgeht durch die 56 Zit Pflanzen, die darauf so reichlich wachsen, nur das, Uut was ihr Wasser, Luft und Sonne wiedergeben koͤn— onthe nen, sonst nichts. Waͤre das nicht, so muͤßte sis ns sich durch das oftmalige Tragen der Pflanzen er— ber, schoͤpfen und an Kraft abnehmen: das findet man nicht aber nicht. Die Pflanzen ziehen allerhand Erdar— 6b ten, Salze und Oele, aus der Ackererde. Diese l Theile muͤssen aber wieder, irgend auf eine Art, ahnn, hineingebracht werden. Wuͤrden sie geduͤngt, oder ifem, ö sonst gebessert werden, so wuüßte man, wie ihre Kraͤfte seih hineinkommen, allein sie wollen und vertragen kei— nen Duͤnger. Giebt man ihnen denselben, so uͤber⸗ ö *—.——————— 170 wachsen sich die Fruͤchte; der Wuchs ist uͤbermaͤßig geil. Diese Erde muß also an sich schon einen hin— laͤnglichen Vorrath solcher Materialien enthalten, die die Gewaͤchse brauchen; giebt man ihr noch mehr, so liefert sie keine gedeihliche Pflanzen. Es ist etwas in der Natur, das der Erde, die Frucht⸗ barkeit giebt. Dieses Etwas ist in der Erde selbst, die an sich schon die Fruchtbarste ist, es ist im Vieh⸗ duͤnger, in allen Duͤngungsmaterialien, es ist im Seetang oder Seemist. Die Scheidekunst nennt es Kohlenstoff; es ist eine Luftart, die von der Kohle weggeht, nachdem dieselbe, schon gaͤnzlich ausgebrannt ist, etwa in dem blauen Feuer sicht⸗ bar, das uͤber gluͤhende Kohlen auflodert. Wir wollen nun einen Versuch machen, eine unmaßgebliche Eintheilung der Erdarten, fuͤr den praktischen Landmann zu machen, und nennen diese Eintheilung III. Oekonomische Eintheilung der Ackererde. Unsere lettischen Landleute theilen auch schon den Acker ein; sie sagen, es giebt Sandacker, Lehm— acker, Moorerde und Kalkerde, die viele Kalksteine auf der Oberflaͤche enthaͤlt. Den Lehm theilen sie in Pechlehm, Espenlehm, Ellernboden, Tannen⸗ acker, Birkenacker, nachdem diese oder jene Baum⸗ Mt d Audle OI die il gene E shn aht ö Nadi der! E Uug, oderd nimn Reh f ————————— 421 umis art, darauf vorzuͤglich wohl geraͤth und waͤchst. hin hi⸗ Sie haben auch eine durchschuͤßige Erde, die nach chalin ihrer Meinung, die Duͤngungstheile tief einschie— noch ßen laͤßt und keine Duͤngung haͤlt, einen Heidebo⸗ Es den, einen Buschacker u. sw. Freilich haben sie auch huht eine Dammerde, die sie vorzuͤglich schaͤßen. Ich Wve wuͤrde wohl die lettischen Namen beyfuͤgen, sie sind Rh aber, wie ich vermuthe, allen Landwirthen schon Histin bekannt, und daher halte ich es fuͤr uͤberfluͤssig. ummt Hier wird eine oͤkonomische Eintheilung der u del Ackererde unserer Felder geliefert, um eine kurze nälich und zugleich allgemeine Uebersicht, fuͤr praktische scht⸗ Landleute darzulegen. Der Begriff, okonomische Eintheilung, faßt zweyerley in sich. Erstlich, wie och die Landwirthe dieses Landes, die Ackererde ein zu⸗ ün theilen pflegen. Sie sehen nicht auf ihre verbor— i. gene Beschaffenheit, die nur die Chemie bestimmen kann, sondern blos auf ihr aͤußeres Ansehen, und sagen in allgemeinen Ausdruͤcken: schwere oder ö leichte Aecker, und setzen, wenn davon weiter die d. Rede ist, die Nebenbestimmung hinzu, sehr schwer, hh oder unter welchen Umstaͤnden schwer oder leicht. Rm Zweitens, verstehe ich unter konomischer Einthei— ahe lung, diejenige, bey der man auf die Leichtigkeit 0— oder Beschwerlichkeit der Bearbeitung, Ruͤcksicht ri nimmt. Aecker, die leicht zu pfluͤgen und 0 eg⸗ n gen sind, die bald fein werden, nennt man leichte ——.... 172 Aecker, und die schwer zu pfluͤgen sind, die fest ver⸗ trocknen und hart werden, die sich schwer durch die Egge ausroͤffeln lassen, nennt man schwere Aecker. Ich wuͤnsche nun, daß diesen Versuch, alle Arten von Landwirthe, zu ihrem Handbuch brauchen koͤnn—⸗ ten, wenn er ihnen genuͤgt. Landwirthe, die blos practisch, d. i. durch Uebung diese Kunst gelernt ha— ben, oder die sie studirt, die sie aus Neigung oder Pflicht ausuͤben, allen wollte ich hiedurch eine Samm— lung oͤkonomischer Kenntnisse in die Haͤnde geben. Daher werde ich mich hier um keine andere Bestand⸗ theile der Ackererde bekuͤmmern, sondern bleibe bey der allgemeinen uͤblichen Eintheilung, der schweren und leichten Ackererde. Es waͤre etwas leichtes, hier einen Auszug von Ruckerts schoͤnem Buche, den Feldbau chemisch untersucht, zu liefern, allein besser ist es, dieses Buch selbst zu lesen. Diese Eintheilung enthaͤlt auch einen gewissen allgemei— nen Begriff, bey dem sich jeder Landwirth etwas denkt, das wesentlich ist, und gewisse Regeln giebt, von denen man nicht abweichen darf. Will er die Guͤte seines schweren oder leichten Ackers naͤher un⸗ tersuchen: so kann ich ihm ein ziemlich gut zutref⸗ fendes Probemittel angeben, mit dem er zu meh— rerer Aufmunterung, den Werth desselben, eini— germaaßen leicht untersuchen, und den hohen oder mindern Grad der Fruchtbarkeit auffinden kann: — Ilbat)e Veld Ma Hel lh enl Rah s enr 06, Meh —— ———— 173 fist y⸗ man nehme ein Stuͤck Erde aus dem Acker, den Urch de man pruͤfen will, und gieße Scheidewasser, oder Aecker Vitriolspiritus darauf; je mehr diese Erde von der Arken Saͤure braußt, je laͤnger das Aufbrausen und Gaͤh⸗ bonn⸗ ren anhaͤlt, desto sicherer setze man seinen Pflug in Wbs die Erde, und sey versichert, daß man nicht um— br⸗ sonst arbeiten wird. Es giebt freylich auch Erdar— 10 cbr ten, die guten Roggen, Gerste, Weitzen tragen, Aunh⸗ und fast gar keine Veraͤnderung mit Saͤuren ma⸗ n chen, allein die aufbrausenden sind weit vorzuͤgli— nd cher und besser. Diese nicht brausenden koͤnnen 6 zwar durch eine Menge Duͤngungsmittel verbessert 90 werden, allein es ist eine sehr lange Zeit, und viel Bearbeitung erforderlich, und mittlerweile ist viel Duh verloren. Fuͤr die Sicherheit dieses vorgeschlage— In nen Probemittels sind Beweise genug vorhan— Rll den. Nur den einzigen anzufuͤhren, daß alle 14 Koͤrper, die von Saͤuren brausen, alkalisch sind, ni sie enthalten etwas dem Kalk und der Asche aͤhnli— 10 ches, M. Pflanzen erfordern aber, hr Wer 2 1 niger Kalk, und enthalten, wenn sie die Se 1 kunst zerlegt, viel Gipskalk, und was fuͤr schoͤne rii Fruͤchte, die Asche bringt, weiß jeder Bauerwirth. ul⸗ 10 Nach der okonomischen Eintheilung giebt es 42 1) schwere Aecker. Reinen Lehm, Thon, von i Farbe roth, schwarz, gelb, blau, weiß, oft mit 174 Mergel untermischt oder auch nicht, und dann ist er reiner Thon. 4) Blos rother Lehmboden, entweder mit halb oder ein Drittel beygemischtem Sand ohne Kiesel und Grand, hat er Mergel, so braußt er mit Saͤu⸗ ren, ohne Mergel ist er sehr fein, und trocken an— zufuͤhlen. Er vermooßt nicht, giebt schoͤnes Gras, kruͤmelt leicht, und laͤßt Wasser eher durch. 5) Blos rother Lehm mit Grand, Kiesel, Kalksteinen und Sand gemischt. Er traͤgt gerne Espenbaͤume, wird von Ziegelbrennern und To— pfern gesucht, weil er schon vielen Sand enthaͤlt, er vermooßt gerne, zerbricht nicht leicht beym Ar⸗ beiten, laͤßt kein Wasser durch. c) Roöthlicher, weisgrauer, blaͤulicher Mer— gelboden, ist rein von allem Kiesel, naß wie Seife anzufuͤhlen, enthaͤlt mehr oder weniger Thon bey sich. Er bricht trocken in großen Erdschollen, Thau und Regen loͤsen ihn gaͤnzlich auf, braußt stark in Saͤuren. Er ist sehr fruchtbar, traͤgt besonders schoͤnen Weizen, moͤchte aber wohl in nassen Jah⸗ ren, eine mißliche Winterkornerndte geben. Dieser Acker muß zwaͤr geduͤngt werden, allein er wird gar nicht mager. Er muß tief gepfluͤgt werden, hat kurzes aber sehr nahrsames Gras. d) Gelber Lehm mit Sand gemischt, ist meh— rentheils die Grundlage der Dammerde; er hat ille lichl schre nbe I I Ner vomt den K doll schb l ⁰ bcen hüch schtl bunst schh ü, bindmn Mode wachs 175 vielen beygemischten Mergel, hat zur Oberlage leichten Acker, der mit diesem Lehm gemischt, einen sehr fruchtbaren Acker darstellt. e) Letten, blau oder weiß von Farbe, ist sehr rein von Kiesel und besteht aus außerordentlich fei⸗ nen Theilen; er ist im Wasser so schluͤpfrig, wie Mergel anzufuͤhlen, unterscheidet sich aber dadurch vom Mergel, daß er auch nicht im geringsten mit den schaͤrfsten Saͤuren braußt. Er laͤßt keinen Tropfen Wasser durch, weicht im Fruͤhlinge nicht sehr tief auf, verliert seine Feuchtigkeit in den duͤr— resten Jahren nicht. An die Luft gebracht, ver⸗ trocknet er so hart, wie Ziegel. Er ist mehren— theils die Grundlage der Sumpferde, muß daher sehr stark durchgraben werden. 2) Leichte Aecker, die bey jeder Jahreszeit und Witterung leicht zu bearbeiten sind. 3a) Schwarze Gartenerde, Dammerde. Diese Art von Acker ist theils von sehr vielen Vegetabi⸗ lien, theils von zuruͤckgebliebenem Schlamm, theils von langen Jahren her gemachtem Duͤnger, theils von seiner Unterlage, die Mergel oder gelber Lehm zu seyn pflegt, entstanden. Es ist der beßte Bo⸗ den, besteht aus einem gleichen Verhaͤltniß von bindenden und lockern Theilen, er enthaͤlt vielen Moder, ist daher sehr fruchtbar, und zu allen Ge— waͤchsen taugbar, er behaͤlt hinlaͤnglich Feuchtigkeit SS————— 176 bey sich, und zieht sie aus der Luft an sich. Von der Beschaffenheit seiner Unterlage haͤngt seine ge— ringere oder groͤßere Guͤte ab. b) Rother oder gelber groͤberer Sandboden ist mit vielen Moodertheilen oder Schlamm ge— mischt, pflegt ein ebener Boden zu seyn, enthaͤlt Mergel, der oft seine Unterlage ist. Er giebt jaͤhr⸗ lich herrlichen Roggen, langes Stroh, traͤgt bey etwas gedeihlicher Witterung gutes Sommerge— treyde. Schwarzer auch grauer Grandacker ist der Dammerde fast ganz gleich an Guͤte, und ihr noch in einigen Faͤllen vorzuziehen; er enthaͤlt viel Gar— tenerde. Die Sonnenhitze schadet ihm nicht viel, und der viele Regen auch nicht, weil derselbe sich leicht in die Tiefe hineinzieht, und die vielen Grand— koͤrner, den Boden leicht abkuͤhlen. Seine Grund— lage ist oft Lehm, oft kleine Kieselsteine; es ist ein warmer Boden, der den schweresten Roggen giebt. d) Rother oder gelber feinerer Sand, der zur Unterlage lauter Sand enthaͤlt. Dieser Boden ist besser oder schlechter, nachdem er Anhoͤhen hat, oder eben ist; seine Lockerheit ist mehrentheils allen Ge⸗ waͤchsen nachtheilig, indessen traͤgt er oft schoͤnen Roggen, wenn der Acker frisch geduͤngt ist; Som— mergewaͤchse mißrathen mehrentheils. lodt r H. 9n a⁰¹ undi stl Sm huche Fube breh lock, Foh saiten Mler. let vo rshr amb shrt gebt; Rems, Ma 177 W e) Weisgrauer Sand, Buschland, Heyde⸗ ö boden, haͤt er Lehm zu seiner Unterlage, so kann er verbessert werden, er fordert aber lange fortge— uboden setztes Duͤngen. Er ist stark mit weißem Sande um ge⸗ gemischt. h) Kleyboden ist ein Sandacker, der aber Wish aus flachen, Marienglas aͤhnlichen Theilen besteht, intth und wie Kheye in der Hand anzufuͤhlen ist. Er An ist leicht zu bearbeiten, allein nicht so locker als Sand, weil seine Theile fester auf einander liegen. rsthe 9) Mooracker, ein ehemaliger Sumpf, der Wnuch durch die Kultur trocken geworden ist, schwarz von (Oa⸗ Farbe, von verfaultem Moose entstanden. Er icht dil braußt nicht mit Saͤuren. Weil dieser Boden so sibe sh locker ist, so schadet ihm die Sonnenhitze und der und⸗ Frost; der Regen erweicht ihn gar zu sehr, weil Gumd seine Unterlage ein fester Lehm ist. Wenn dieser istein Acker mit Lehm, Sand, Teichschlamm, oder ei— n git. ner von diesen drey Erdarten vermischt ist, so traͤgt i er sehr gutes Sommerkorn. Kalk verbessert ihn reden am beßten. hat de Von diesen Hauptarten Ackererde giebt es noch IA Gs sehr viele Verschiedenheiten und Mischungen: so schhhn giebt es Kalkerde, die mit sehr vielen Kalksteinen On gemischt, oder nahe oder tiefer auf Kalkfelsen liegt. Allein bey allen diesen Verschiedenheiten, praͤvalirt 12 —————. —* 178 entweder Lehm oder Sand, und so ist es entweder ein leichter oder schwerer Acker, gehoͤrt zu der ersten oder zweiten Hauptart, und wird in der praktischen Behandlung, entweder wie schwerer, oder leichter Acker gesaͤet oder bearbeitet, die jeder ihre eigene Regeln haben. Die sogenannte Eintheilung von Mittelboden ist hier schon unter der ersten Abthei⸗ lung befindlich, und ist eine Unterabtheilung des schweren Ackers. Ich habe hier dieser Eintheilung nicht erwaͤhnt, weil dieser Ausdruck, Mittelacker, vielfache Vorstellungen zulaͤßt, und auch so viel heißen kann, als mittelmaͤßig guter oder schlechter Acker. Soll Mittelboden so viel heißen, als der Acker, der in der Mitte zwischen Sand und Lehm ist, so giebt es so viele von dergleichen Aeckern, daß unmoͤglich auf jede Art, Ruͤcksicht genommen wer⸗ den kann. Mittelmaͤßig fruchtbarer Acker kann von Kammeralisten in Ansetzung der Abgaben ge— schaͤtzt werden, allein in seiner Bearbeitung, davon hier doch die Rede ist, macht diese Eintheilung— keine Verschiedenheit, da es dabey mehr auf seinen In⸗ halt an Lehm oder Sand ankommt. Mittelmaͤßig schwerer Boden kann oft ein vorzuͤglich schoͤner, und sehr fruchtbarer Acker seyn, eben so wie mittel⸗ maͤßig leichter Boden, seine großen Vorzüge haben kann. Es giebt der Mischungen so unzaͤhlig viele, daß man fuͤr alle Arten derselben, unmoͤglich Re⸗ ——— ——————— 179 catnehe geln geben kann; diese muß sich ein jeder Landwirth r asfn auf seinem eigenen Acker machen. küschen Der groͤßere oder geringere Vorrath an Moder liichter veraͤndert eine Erdart so sehr, daß sie bey dem er— ligene sten Anblick unkenntlich ist. Man wird einen stark in ten mit Moder gemischten Sand oder Lehm, nicht gleich IUti⸗ bestimmen koͤnnen, zu welcher Gattung der Acker lung d er gehört. Der Sand wird fester und bindender, der heluu Lehm lockerer und weniger Wasserhaltend. Ihre hlactt, Unterlage zeigt die eigentliche Natur des dermaligen 0 l Ackers an. Um also einen Boden richtig zu beur— Lechter theilen, muß man immer denselben, mit der Schaͤu— 3 deh fel untersuchen, ihn naß und trocken anfuͤhlen ehn dann zeigt es sich, ob er zum schweren oder leichten mn. d Acker gehoͤrt. Die mehresten Arten der Felderde m haben schon eine Mischung von Modertheilen, und I erfordern Moder, um gebessert zu werden. Selbst der saure Sumpfacker, wenn er durch Kalk erst ge⸗ min bessert worden ist, wird durch eine starke Beymi— falt schung von Moder, ein besonders ertragsamer und n W schoͤner Acker, und wird er gehörig trocken gehal⸗ mühn ten, so traͤgt er alle Fruͤchte, in reichlichem Maaße. shne, S wii IV. Von der Lage der Ackerfelder. ih ö Es haͤngt die Tragbarkeit eines Ackerfeldes II groͤßtentheils von der Lage Reen ab. Ein jedes 12 SSSS 180 Getreydefeld muß so frey und unbeschattet liegen, als moͤglich; der Schatten besonders von der Mor— genseite, und uͤberhaupt von allen Seiten, thut jeder Erdart, Schaden; auch kleines Strauch an den Raͤndern der Felder, oder hin und her im Felde selbst. Große Baͤume, hohe Zaͤune, Gebaͤude, sind dem Boden und den Fruͤchten nachtheilig. Der Schatten erhaͤlt die Feuchtigkeit zu lange. Im Fruͤhlinge, wenn die Luft warm wird und die Winternaͤsse noch in dem Acker liegt, so greift sie die Gewaͤchse, durch ihre Schaͤrfe an, die sie in sich hat, da in derselben, viele Vitrioltheile aufge⸗ loͤßt sind, und durch ihre Waͤrme, die sie von der Luft annimmt, kochen oder schmoren dieselben aus, sie werden wassersuͤchtig und sterben ab. Die Winde und Sonnenstralen muͤssen von allen Seiten freyen Zugang zum Felde haben; sie staͤrken die Pflanzen außerordentlich, wie uͤberhaupt der freye Zugaug der aͤußern Luft, den Gewaͤchsen unentbehrlich ist. Wie elend sehen Gewaͤchse aus, die in Stuben oder Kellern gezogen werden. Der Schatten um die Felder macht es, daß sich der Schnee in großen Haufen sammlet. Ein solcher Schneehaufen thaut viel spaͤter ab, besonders, wenn, wie in unserem Klima, die Nachtfroͤste lange anhaltend sind, und kalte Winde wehen. Wenn nun der Schneehau— fen taͤglich unmerklich von der Sonne aufgeloset ——— ————— 181 it Hegez wird, so faulen die Roggenpflanzen unter dem rNu Schneehaufen aus. Vorzuͤglich/ die ersten Stra— „ chu len der aufgehenden Morgensonne, muͤssen ganz 135 an ungehindert, das Ackerfeld treffen: hiedurch verhuͤ— ngae tet man mit Sicherheit den Schaden, den die Midd, Nachtfroͤste anrichten. Hli Es ist bekannt, daß, wenn man ein erfrornes Vag. Gewaͤchs, in eine warme Stube bringt, dasselbe und die gewiß erstirbt; laͤßt man es aber in ein ungeheiztes snast si Zimmer bringen, und heizt nun nach und nach die ft in Stube an, so wird es, wenn die Waͤrme nur all⸗ ufge⸗ maͤlig entsteht, mehrentheils gerettet. Wenn ich der nun diese Erfahrung, auf ein von der Morgen— ues, seite beschattetes oder freyes Feld anwende, so ist Vinde offenbar, daß die Sonne, je hoͤher sie des Mor—⸗ Rfryn gens kommt, je mehr giebt sie den Gewaͤchsen, Wuzen Waͤrme. Bey dem ersten Aufgange ist die Luft, a der naͤchtlichen Kuͤhlung gleich, und wird nun erst 0 s. nach und nach waͤrmer; wenn aber der Schatten oder von der Morgenseite, die Sonnenstralen aufhaͤlt, im die und sie treffen erst dann das Feld, nachdem die oßen Sonne eine gewisse Hoͤhe erreicht hat: so sind ihre Rchat Stralen und hiemit auch die Luft waͤrmer, daher, Ulaen dem mit Frost belegtem Gewaͤchse toͤdtlich, welches H aber nicht statt hat, wenn die Stralen der Sonne, vechen vom Aufgange an, immer allmaͤlig den Frost ab— he thauen. Eben aus der Ursache schaden auch ein— ———————— — 182 zelne große Baͤume im Felde. Man hat die Be⸗ merkung gemacht, daß ganze Felder, bey geringem Frost, unbeschaͤdigt geblieben sind; nur so weit der Morgenschatten eines alten Eichbaums gegangen ist, war aller Roggen erfroren, alle Aehren weiß und oft auch die Haͤlme bis auf die Wurzel vers dorben. Niedrigungen nach der Abendseite, von nach Morgen liegenden Bergen beschattet, erfroren gaͤnzlich in sehr frostigen Fruͤhlingen. Die Blaͤtter von den, in und um den Feldern stehenden Baͤumen und Straͤuchern, thun im Herbst, den Roggen großen Schaden, wenn sie abfallen; sie bedecken die zarten Pflanzen, und verhindern den Zugang der Luft und der Sonne. Daher die Pflanze faul wird. Der Schatten von Baͤumen und Gestraͤuchen von allen Seiten der Felder, ist eine sichere Zuflucht fuͤr tausend fliegende Insekten, die ihre Eyer im Felde legen, und deren Raupen, dem Getreyde Schaͤden thun, besonders die graue Erdraupe, die von einem fliegenden Nachtschmetter— ling entsteht, der sich, weil er das Tageslicht nicht vertragen kann, den Tag uͤber unter den Blaͤttern der Baͤume setzt, wird von Feldern ganz abgewehrt, wenn die Baͤume vom Felde, weit und breit weggeschafft werden. Man hat beobachtet, daß in maͤnchen Jahren, die Felder im Herbst am meisten von Wuͤrmern zerstoͤrt worden sind, die *— 183 von einer Seite, Gestraͤuch oder Waͤlder hatten; Rergn von daher zog sich die große Schaar der Raupen, welt et, nur tiefer in den Acker, und verbreitete sich nachher gangen uͤber das ganze Feld. Die Ausduͤnstung der Blaͤt⸗ wetß ter an Baͤumen, wie z. B. der Eichen, fallen mit Aves dem Thau und Regen auf die Getreydepflanzen, rn und sind ihnen schaͤdlich. Die Eiche giebt auf die kiftzun Art, dem Felde, zu viel Saͤure, durch ihre Ausduͤn⸗ stung, daher pflegt auch ein Stuͤck Acker um den Fibent Eich⸗oder Birkenbaum nicht sehr fruchtbar zu seyn. Herhs Gewisse niedrig liegende und feuchte Aecker, trocknen alln, in Jahren, die viel Regen mit sich fuͤhren, gar Idetn nicht aus. Die Trockenheit des Ackers ist aber ein der die so nothwendiges Erforderniß zum C⸗ guter Numen Fruͤchte. Her, is Die sogenannten Kessel oder Vertiefungen mit— ascken, ten in einem Stuͤck Acker, muͤssen ausgefuͤllt und n verpfluͤgt werden; wenn wir nur Pflugschaaren, wie Raue die teutschen Pfluͤge haͤtten, und so wie dort, in Tunm der Vertiefung zu pfluͤgen anfangen wuͤrden: so mer muͤßte der Boden, in der Mitte des Ackerstuͤckes, immer hoͤher werden. Diese Erhoͤhung des Ackers Ratz in der Mitte ist zweckmaͤßig, nach den Graben und Aud Poͤnern soll das Wasser hinfließen; sind nun Erhoͤ⸗ ** bachte hungen vorliegend, so wird der Endzweck nicht er— N n reicht; es bleibt eine Vertiefung, in der sich das ů Wasser ansammlet und weithin seine Naͤsse mit⸗ nd, di ————— theilt, ohne daß gerade rein Wasser zu sehen ist. Das Wasser muß schnell herabfließen, liegt es eine Zeit stille, so zieht es sich in die Erde zu tief ein, und schadet den Pflanzen, wenn es auch nachher abfließen sollte. I. Alle im Felde befindlichen Quellen, muͤssen di Graben, aus dem Felde abgeleitet werden. Ne Quellen haben also mehr oder weniger Waͤrme bey sich, nachdem das Wasser, weite Strecken uͤber Schwefel und Eisentheile fließt. Liegt nun irgendwo in dem Felde eine Quelle versteckt, und das Land friert bey Kahlfroͤsten oben zu, so thaut es hernach unter dem Schnee auf, die Luft wird hier zu warm und mephitisch, es entwickeln sich Insekten, die den Roggen zehren, oder faul machen. Der Saft faͤngt in die Gewaͤchse zu steigen an, die nachher vom Frost verderben. Die Luft kann sich unter ei ner dicken Schneelage nicht reinigen und cirkuliren. Es sammlet sich, wenn die Quelle etwas stark ist, das Wasser an, da es rund umher nicht abfließen kann, bildet starke Eismassen umher, die die Pflan⸗ zen aus der Erde ziehen, und durch die trocknenden Fruͤhlingswinde verderben. Man haͤlt die Lage des Bodens, wenn sie nach Suͤden und Westen abschuͤssig ist, fuͤr die beßte. Allein in unserem frostigen Klima sind nach Nor—⸗ den und Osten gelegene Gegenden, die beßten. 135 san f Baͤume und Gaͤrten leiden mehrentheils von der Rhe Süͤdseite, theils weil das Holz schwammiger nach bifen Suͤden als nach der Nordseite ist, wo die Ringe nuchn im Holz immer fester und dichter sind, theils weil * 5 Suͤd⸗ und Westseite eher voll Saft wird, und Cirkulation der Saͤfte veranlaßt. Treten nun . D stärke Froͤste nachher ein, so toͤdten sie diese Seite Imi des Baums und wird brandig. Abschuͤssige Lagen En üher nach Norden, haben die Unbequemlichkeit, daß Hndoo zwar der Schnee auf solchen Stellen laͤnger liegen V bleibt, weil die Stralen der Sonne in schieferer anach Richtung auf solche Stellen wirken, und die waͤr⸗ warm mern Suͤd⸗ und Westwinde durch die Anhoͤhen E aufgehalten werden; haben aber diese sich nach SUf Norden neigenden Berge, nur keine Absaͤtze und luchr Vertiefungen, die den Fluß des Wassers aufhal⸗ Ur ten, so sind sie immer sehr gut Nach Suͤden und Uen. Westen herabhaͤngende Felder werden, je jaͤher der niss Berg ist, von der Sonne und warmen Winde sehr chen ausgetrocknet, und die Sonne wirkt besonders in hfau⸗ duͤrren Jahren zu stark aus die Pflanzen; zu fruͤh And:n treibt sie den Saft in die Wurzel und den Stamm. Ebene Felder sind die beßten. Es laͤßt sich die Lage uch eines Feldes nicht nur immer so machen, wie man Hün. es gerne nach seiner Einsicht haben wollte; man W. muß mehrentheils den Acker so nehmen, wie er ist beßten und der Ort es mit sich bringt. Hat der Acker hin⸗ + H 180 laͤnglichen Moder, so ist er nach allen Weltgegen⸗ den fruchtbar, er mag sich hinneigen wohin er will. Ueberhaupt muß man seinen Boden so eben zu machen suchen, als es moͤglich ist, und es ist durch den Pflug wirklich moͤglich, es in vielen Jah⸗ ren zu stellen. Berge wuͤrden dann wohl von ih⸗ rer obern Schichterde entbloßt werden, das scha— det aber nichts, denn die alsdann zu Tage hervor— tretende Erde wird durch die Luft nach und nach verbessert. Selbst ebene Felder muͤssen nach der Mitte zu, immer etwas hoͤher werden, so ge— ringe auch die Erhoͤhung seyn moͤchte. Die Po— ner, als Unterscheidungsmerkmale der Reeschen, muͤssen so viel es moͤglich ist, von oben nach unten, nicht quer durch den Berg angelegt werden, damit das Wasser im Herabschießen vom Berge, nicht in seinem Lauf aufgehalten wird. Ein quer angeleg⸗ ter Poͤner ist ein Damm, der den Lauf des Wassers aufhaͤlt, und die Seite, die nach oben zu liegt, ausweicht. So findet man auch bisweilen an den Raͤndern der Graben, einen Damm, der von der stets ausgeworfenen Erde des Grabens, die nicht weit genug weggeworfen ist, entstanden zu seyn scheint; er haͤlt den freyen Zug des Wassers gerade da auf, wo er abfließen sollte, und in den neben⸗ liegenden Vertiefungen verderben die Pflanzen am Graben. Solche unnatuͤrliche Umstaͤnde in Fel⸗ —2— 187 dern muͤssen weggeschafft werden, damit das ganze dil Ackerfeld, gleichmaͤßig gute Fruͤchte traͤgt. Diese 0 cbn verderbliche Stellen muͤssen durch die guten Stellen eg s in ihrem Ertrage ausgeholfen werden, daher ist Jah⸗ der gesammte Ertrag des Feldes nicht betraͤchtlich, unih⸗ wie man es nach der Muͤhe, Fleiß und Sorgsam— Wsty keit, erwartet haͤtte, die man auf die Verbesserung E wendet. Ist aber das ganze Feld gleich tragbar, sind alle Stellen gleich gut und von allen Hindernissen iuch der befreyt, so kann man sich auch einen merklichen ge Ertrag versprechen und mit ziemlicher Sicherheit vorher berechnen, wenn man sein Feld nur ansieht. schen, Kleine Felder geben, wenn sie so sorgfaͤltig einge— en,„ richtet sind, mehr als große, die in allen ihren „dmit Theilen mangelhaft sind. Ich wuͤrde zu der Ab— nict i sicht, die Feldflaͤche moͤglichst eben zu machen an—⸗ anil rathen, erst einige Jahre, nicht wie wir thun, in die dusent Laͤnge und dann ins Kreuz zu pfluͤgen, sondern da, lz, wo Vertiefungen sind und Anhoͤhen gemacht wer— den den sollen, immer erst in die Laͤnge pfluͤgen, so, on der daß die Erde nach der Vertiefung hingeschoben wird, licht bis alles gleich ausgeglichen ist. Ueberhaupt ist 1 ein hoher Boden zum Ackerbau immer besser als Iunde ein niedriger; die Hoͤhen enthalten immer mehr nebed reine Erde, die in der Folge durch Duͤngung ver— 100 un bessert werden kann. Niedrigungen sind zum Theil 95 immer moorartig, erfordern viele Graben, starkes I V. 1 I. 188 Ausfurchen, und verschlucken oder spuͤlen den Duͤn— ger ab, der sich mit dem Wasser vermischt und ab— fließt. Die Winterfruͤchte gedeihen auf Hoͤhen immer besser, die Trespe und Schmel uͤberwinden das edlere Gewaͤchs nur in Niedrigungen, nicht aber auf Hoöͤhen. Niedrigungen behalten gerne ihre natuͤrliche schlechte Beschaffenheit, und veraͤn⸗ dern sich bey aller Kultur nicht merklich. Man verliert nichts, wenn man sie unbeackert laͤßt, wenn sie auch nicht Getreyde tragen, so ersetzen sie das hinlaͤnglich durch den jaͤhrlichen Graswuchs— doch kommt es immer auf den großen Vorrath an Land an, daß man waͤhlen und aussuchen kann. Fette Niedrigungen geben auch schoͤnes Sommer— getreyde. Steile Berge nimmt man nicht gerne zum Ackerfelde, wenn man anders hinlaͤnglich Acker hat; sie sind schwer zu pfluͤgen, und die fetteste Duͤngung fließt schnell herab. Die hohen Berge sind auch sehr trocken. Platzregen richten von ho— hen Bergen große Verwuͤstungen an. Steine im Felde sind eine große Plage, theils nehmen sie eine betraͤchtliche Flaͤche ein, wenn sie groß sind, theils sind sie, dem Arbeiter hinderlich, und allen Acker— werkzeugen verderblich. Man kann von dieser uͤblen Beschaffenheit seines Feldes den beßten Ge— brauch machen, wenn man sie ausbricht und sie RNehls N. org 9 Dah fril nehl chin ted abeg ann Skih man der; del —— ———————————— 189 4 di die Stelle eines Zauns vertreten laͤßt; auch eine nie⸗ undcb drige und ziemlich breite Schicht von Steinen haͤlt F Höhen, die Thiere etwas vom Felde ab. Ist aber die ainden Schicht ums Feld ein wenig hoͤher, so geht kein klei⸗ „ nicht nes oder großes Thier uͤber einen solchen Zaun; die n gthe kleinen Thiere fuͤrchten sich ihre Fuͤße in die Zwi— schenraͤume zu stecken, und die groͤßern fuͤhlen, daß . An sie keinen festen Tritt und also Schmerz in den Fuͤ⸗ wan ßen haben koͤnnten, sie setzen lieber uͤber, als daß sie n se dib auftreten, und bleiben daher gewoͤhnlich zuruͤck, wenn s— sie nicht gedrungen werden. Raͤumt man nun ei— nuth an nen Stein weg, so gewinnt man auch von der an—⸗ kann. dern Seite, an Flaͤcheninhalt, der urbar worden eme ist. Sehr große Steine muß man mit Pulver sprengen und klein machen; sollten sie in die Erde am zun gesenkt werden, so kommen sie doch wieder hervor. Air Das unter den Steinen sich sammlende Wasser fust friert zu Eis, und hebt den Stein, nach und nach, Bige mehr in die Hoͤhe. Es scheint unglaublich zu oo bö seyn: die Erfahrung beweißt es aber in stein⸗ dine in reichen Gegenden jaͤhrlich. Ist der große Stein si iin aber gesprengt, welches alle Maurer verstehen, so kann man ihn allmaͤlig vom Felde fuͤhren. Kleine 110 Steine abzulesen, ist so beschwerlich nicht, wenn man dieses Geschaͤfte nur jaͤhrlich fortsetzt, denn uun Se der Pflug wuͤhlt doch immer wieder Steine auf, sri die bey der Arbeit im Wege sind. 190 Zaͤune um die Felder, sind in Gegenden, wo viel Holz ist, sehr nuͤtzlich, es ist aber besser, so wenig Zaͤune zu haben, als moͤglich; sie sind Holz versplitternd, erfordern viel Arbeit und sind dem Felde schaͤdlich, wenn sie sehr nahe dabey stehen. Ist man nun aber genoͤthigt, Zaͤune zu machen, so mache man nur solche, die das große Vieh ab—⸗ halten, die kleinen Thiere pflegen immer durch Huͤ— ter geleitet zu werden. In Gassen, wo feste und hohe Zaͤune gesetzt werden muͤssen, lege man den Acker nicht so nah an die Zaͤune an, sondern we— nigstens zwoͤlf Fuß weit, damit sich der Schnee nicht auf dem besaͤeten Felde anhaͤufen koͤnne. Am beßten ist es, sehr breite Graben an solchen Stel⸗ len zu ziehen, wo Zaͤune nothwendig gesetzt wer— den muͤssen, und dann auf die herausgeworfene Erde, die einen Damm formirt, einen niedrigern Zaun zu setzen, der zugleich auch das kleine Vieh abhaͤlt, weil hier eine doppelte Befriedigung vor— handen waͤre. Da ich einmal von Verzaͤunung der Felder rede, so will ich hier von diesem Artikel der Landwirthschaft so viel sagen, als ich durch Er— fahrung bewaͤhrt gefunden habe. Es schmerzt ei— nen jeden Landwirth sehr, wenn ganze Heerden Vieh, Pferde, Schweine, oder einzelne Thiere sich ins Feld dringen, und oft ein schoͤnes Getreyde— feld verwuͤsten. Die Huͤter koͤnnen das oft nicht silee * IN. Sth besser. 90 snd Hoh snd dem stehen, unucen, V ⸗ durch H. o fiste und Man den Hoeln we⸗ Snee Re. Am Hen Sttb lseht ven Heworfene edrigen InE V inz bor⸗ utung *Wttikl 194 verhuͤten; in heißen Sommertagen oder in der Nacht, laufen die Thiere oder entwischen unmerklich ihren Aufsehern, und gehen um so schleichender nach dem Felde, wenn sie einmal den Weg dahin kommen. In holzreichen Gegenden hat man nun allerhand Arten, seine Felder zu verzaͤunen. Fuͤr großes Vieh macht man Zaͤune, von denen jedes Fach aus drey Stangen besteht, die in durchloͤcher⸗ ten Pfosten eingeschoben, verkeilt, und von denen letztere in die Erde gesetzt und angestampft werden. Man nimmt, um sparsam mit dem Holz zu ver⸗ fahren, die Stauden von Laubholz, befreyt diese Stange von der Rinde, alsdann haͤlt dieses sonst weiche und zu nichts taugliche Holz, sehr viele Jahre, seine Zaͤhigkeit widersteht der Naͤsse hinlaͤnglich. Solche Zaͤune sind zum Ueberspringen der Thiere zu hoch, und zum Durchkriechen zu dicht. Man hat auch mit zwey Stangen genug, und erreicht seine Absicht eben so gut, so waͤre das am minde—⸗ sten Waldzersplitternd eingerichtet, obgleich jede Stange, ein Baum ist, der einmal abgehauen wer— den muß, und deren sehr viele, zu einem ganzen Felde gehoͤren. Allein solche Stangen halten viele Jahre, weil sie hoch in der Luft stehen und leicht austrocknen. Die Pfosten in der Erde dauern aber nicht lange, und muͤssen in wenigen Jahren wie— der erneuert werden. Koͤnnte man diese Pfosten, ——— —————...—— 192 von anderweitig unbrauchbaren Eichen nehmen, so stuͤnde ein solcher Zaun zwanzig Jahre. Die aus gerissenen oder gespaltenen Stangen gemachte Ver— zaͤunungen, mit in die Erde gesteckten Staͤben befe— stigt, und aus zwoͤlf gespaltenen Stangen jedes Fach bestehend, halten auch zwar das kleine Vieh von Ackerfeldern ab, sind aber, weil sie den Wald so sehr ruiniren, in einer ordentlichen Wirthschaft gar nicht zu dulden. Man nimmt zu ihren Staͤ⸗ ben, duͤnne, drey bis vier Zoll dicke Baͤume, die sehr schnell verfaulen und leicht vom Winde um— gebrochen werden, da sie demselben zu vielen Ge⸗ genstaͤnd entgegen setzen, und daher fast jaͤhrlich ge⸗ bessert werden. Ein solches Fach Zaun, ist drey Faden lang und vielleicht ein bis drey Fuß mehr, zu jedem Fache gehdren sieben Baͤume wenigstens, das macht auf hundert Faͤcher, siebenhundert Baͤu⸗ me. Wenn man noch eichene oder Wacholderstaͤbe haͤtte, die in vielen Jahren nicht verfaulen, so wuͤr—⸗ den die Stangen wohl zwaͤnzig Jahr aushalten, da sie von einander gerissen sind und gar nicht pla—⸗ tzen, allein die jungen tannenen Staͤbe sind gar zu sehr geneigt, uͤber der Erde abzufaulen. An Stelle solcher Zaͤune, sollte man, wo es erforderlich ist, Zaͤune von Strauch flechten, die sehr lange dauern und fest sind, wenn die Staͤbe abermals nicht aus duͤnnem weichen Holz gewaͤhlt werden 193 mmn muͤssen, deren zu einem Strauch Zaun so viel meh⸗ De at rere gehoͤren, da dieselben sehr dicht gesteckt werden ln muͤssen. In holzarmen Gegenden ließen sich mit banhefe⸗ wenigeren Unkosten als jetzt geschieht, wandelbare u jedes Zaͤune anlegen, die allezeit weggenommen, und da Dich hingebracht werden koͤnnten; wo sie besonders er— WD forderlich sind. Ich habe Zaͤune und Leitern ge⸗ dithsäar macht gesehen, die auf die Art hin und her getra— huen Sti gen werden konnten; man hatte die Reifen aus un⸗ ime, de brauchbaren Tannenaͤsten gemacht; die Tannenaͤste ndẽ un⸗ sind sehr zaͤhe und harzig, und verfaulen in vielen Ien Ge⸗ Jahren nicht. Solche Leitern werden im Win— tich g ter weggenommen, auf Haufen in Stapel gelegt, is r und sind fuͤr Naͤsse bewahrt, sie sind vier bis fuͤnf u muh, Fuß breit und wehren jedes Vieh ab. Wenn man ehiasts zu seiner Verzaͤunung, Latten aus Balken schnei⸗ r Bv den moͤchte, und nun, zwey Latten von vier Faden Hersile lang, rund um das Feld fuͤhrte: so wuͤrde eine solche wür⸗ Bezaͤunung in die Laͤnge, weder große Unkosten Shalhhz noch großen Holzverschleuß verursachen. Gesetzt, ickt pls man bestimmte jaͤhrlich sechs Balken, zu dieser Ab⸗ D sicht, und schnitte aus jedem Balken zwanzig Lat⸗ 1 W ten, so fielen aus einem Balken, zehn Faͤcher, jedes wudetich zu vier Faden; es waͤren also sechszig Faͤcher in ei⸗ Umn nem Jahre, und in sechs Jahren dreyhundert und nam: sechszig Faͤcher gemacht. Wuͤrde man diese Latten Uuen immer wegnehmen und an andern Orten hinbrin⸗ 13 194 gen, wo etwa besaͤete Felder vorhanden sind, die einer Verzaͤunung beduͤrfen, so waͤre dem Land— wirthe ziemlich geholfen. Solche geschnittene Lat— ten halten dreyßig Jahr, weil sie nicht wie Stan— gen zerspringen und Wasser einziehen, sondern aus reifem und festem Holz gemacht werden. Hier muß ich aber auch der groͤßeren Schwierigkeiten erwaͤh— nen, die bey diesem Vorschlage statt finden, naͤm⸗ lich, der Querbefestigungen. Vier Faden lange Latten koͤnnen sich nicht halten, sondern muͤssen nicht allein an jedem Ende, sondern auch in der Mitte, Stuͤtzen haben. Ich schlage wieder das Schneiden eines festen und harzigen Holzes vor. Es giebt in den Waͤldern kurze aber sehr dicke Baͤu— me, die ein bis zwei Faden ohne Aeste, dann sich aber, in vielen Aesten verbreiten; solche Baͤume muß man besonders zu den Querbefestigungen oben be— schriebener Zaͤune aussuchen, da dieselben, zu Bal— ken untauglich sind. Wenn man sechs Fuß lange Staͤbe von der Art haͤtte, so ließe sich mit solchen Latten, ein sehr fester Zaun anfertigen. Man koͤnnte auch aus solchem Holzwerk, tragbare Faͤcher machen, nach Art unserer Horden, in denen, das Vieh, im Sommer, auf den Feldern, zu stehen pflegt. Solche wandelbare Zaͤune waͤren von großem Vor— zuge vor allen andern, wenn die Querbefestigungen nicht so viel Arbeit, und so viel mehr Holz erfor ———8—. 293 derten. Die tragbaren Faͤcher koͤnnten nicht uͤber neun Fuß lang seyn, damit sie nicht gar zu lang e dem Lond⸗ shnittene dat und zu schwer zu bewegen waͤren, welches die Zer⸗ it vie Stan⸗ störung und das Zerbrechen derselben, um so eher ydem auz befoͤrdern wuͤrde. u. Hermuß Bey den Hausthieren der Herren, sind immer Reten emih⸗ Huͤter vorhanden, die dieselben bewachen und lei— nden, nan⸗ ten, allein bey den Bauern, oder auf Guͤtern, die Iaden lange arm an Menschen sind, koͤnnen die wenigen Huͤter, unm můsse es oft unmoͤglich verhuͤten, daß nicht in Kornfel⸗ uch in der dern Schaden geschieht. Die Ermuͤdung der Leute dider das nach der Arbeit, wiegt sie in tiefen Schlaf ein, Vuyd vot und die hungrigen Thiere, von denen, die Pferde, Nle Bau des Nachts, den groͤßten Theil ihres Unterhalts suchen L Dann sich muͤssen, besuchen denn jeden Ort, wo sie etwas mehr Banmemuß Nahrung finden koͤnnen; lediglich der Maͤngel an Nin oben be Nahrung treibt die Thiere, in die Felder und gehegten 10 zu Bul Wiesen. Wuͤrden allgemeine Kleefelder angelegt + lange werden, so wuͤrde diesem ganzen Uebel, auf einmal nit secchen abgeholfen werden. Die Hausthiere bleiben gerne n. Mu in ihren Staͤllen und verlassen sie nicht gerne, wenn abmdich sie nur hinlaͤnglich schmackhafte Nahrung finden, D de das gewaͤhrt nun aber die Kleewirthschaft im gro⸗ Ashnrfet ßen Ueberfluß. Man kann bey derselben, die Wüün 0 Schweine im Zwinger halten, die Pferde, die Nacht 4π über, alle aufstellen, Gaͤnse mit Klee reichlich er⸗ 9 10 naͤhren, da dieses Futter sich so + in einem Jahre 13 2],2— IFICFFC———————— 196 erneuert, und immer reich und wohlschmeckend fuͤr die Thiere ist. Man hat bey der Kleewirthschaft noch den besondern Vortheil, fast alle Zaͤune ent— behren zu koͤnnen. Ich kehre nun zu dem eigentlichen Inhalt dieses Abschnittes, zu der Lage der Aecker zuruͤck. Dicht an den Ufern der Fluͤsse, die hoch sind, Felder an— zulegen, hat seine gute und auch seine schlimme Seite. Der Boden ist an den Ufern mancher Fluͤsse, sehr tragbar und gut. Einige Fluͤsse fuͤhren einen fetten Schlamm mit sich, der den Feldern be— sonders zutraͤglich ist, und sie immer fetter macht. Allein solche Felder sind auch maͤncherley Nachtheil ausgesetzt. Die Ueberschwemmung mit Cisschol— len verwuͤstet ganze Felder an den Ufern, und reißt bisweilen große Stuͤcke von dem Ufer ab. Manche Fluͤsse fuͤhren einen solchen magern Sand mit sich, daß die schoͤnste Erde von dem magersten Flugsand uͤbertragen, und alle Duͤngung abgeschwemmt wird. Sogar Wiesen, die sehr tragbar waren, werden von solchem Sande verdorben. Wenn man also Ackerland genug hat, daß man in seiner Wahl nicht beschraͤnkt wird, so mache man die Kornfel— der nicht nahe an Fluͤssen, wo sie vom Wasser be— spuͤlt werden koͤnnten. Auf hohen Ufern, die sehr tragbaren Acker haben, ist aber dennoch eine Aus— nahme zu machen. —— 3 kinn 197 meckend sj Heerstraßen und Wege durch Ackerfelder zu Wirthshaf machen, ist zwar sehr angenehm; man faͤhrt oft dinne env wie durch Alleen, die außer dem schoͤnen Anblick, auch den eintraͤglichsten Vortheil vor Augen stellen, hult dieses allein wenn man es fuͤglich vermeiden kann, so 0. Diht thue man es. Solche Wege erfordern viele Pfor— 11 ten und Hecken, lange Gassen von Zaͤnnen, und schinm. im Winter werden doch Wege, uͤber Ackerfelder n manche gemacht, die den Boden fest und unfruchtbar ma— ust führn chen. Solche Heerstraßen pflegt man mit Baͤumen bern be⸗ zu besetzen, die eine angenehme Allee bilden, und macht dem Reisenden viel Vergnuͤgen verursachen. Sie Wötbel gefallen mir so sehr, daß ich nur die einzige Erin⸗ Coschck nerung dabey machen will: man waͤhle zu solchen d uit Alleen, solche Baumarten, die dem Getreyde, durch „. Mudr ihre Blaͤtter, keinen großen Schaden verursachen, omü sch und man setze die Baͤume nicht zu nahe bey einan—⸗ Jugsd der, so, daß sie durch ihren Schatten, beyde, dem wennt Wege und dem Acker zu viel Naͤsse unterhalten uner koͤnnten. den mun deei.— ner Dah Honfth V. Vom Brennen der Aecker, oder Verbes⸗ 0 serung durch Feuer. ach Die Verbesserung des Bodens durch Feuer, ist eine Maaßregel, die Fruchtbarkeit zu befordern, von 198 der, kein großer Gebrauch gemacht werden kann. Gegenden, die wenig Holz haben, muͤssen es oh⸗ nehin unterlassen, und die Gegenden, die viel Holz besitzen, koͤnnen dieses Mittel in groͤßern Feldern auch nicht anwenden. Das Holz herbey zu fuͤhren, ist so beschwerlich, daß es verstaͤndige Wirthe gar nicht unternehmen werden. Ich koͤnnte diesen Ar⸗ tikel ganz uͤbergehen, wenn ich ihn nicht in einem Handbuche zu erwaͤhnen, fuͤr noͤthig hielte, damit doch diejenigen, die sich davon unterrichten wollen, hier einige gruͤndliche und erprobte Erfahrnngen finden moͤchten. Wir kennen keine andere Art, als den Acker mit Holz zu brennen, und diese Art hat viel Schaͤdliches aber auch viel Vortheilhaftes, das ich hernach beurtheilen werde. Die Engellaͤnder aber brennen ihre Stoppeln, die Wilden in Ame— rika ihre großen Graswuͤsten, und die Wallachen ihre weiten Steppen. Ein solches Brennen hat unter allen Umstaͤnden sehr viel Vortheilhaftes. Es brennt nur die Oberflaͤche des Bodens, nicht so tief wie mit Holz, welches mehr Schaͤden dem Acker thun muß, da es tief allen Moder zerstoͤrt. Voͤl— ker, die in andern Klimaten wohnen, als wir, koͤn⸗ nen von der Asche, auf der Oberflaͤche der Erde, gleich in demselben Jahre betraͤchtlichen Nutzen ziehen; sie nehmen zwey Erndten in einem Jahre vom Felde, welches wir unterlassen muͤssen, da unsere — * ³ 190 n fn Sommer so kurz sind. Indessen wuͤnschte ich doch, sen eaah daß Landwirthe, die die Gewaͤlt und Lage haben, hllHah einen Versuch machten, die Roggenstoppeln sehr en lang maͤhen zu lassen, und sie anzuzuͤnden. Ich ufihre zweifle nicht im geringsten, daß sie großen Vor— Ah gar theil von diefer Behaͤndlung ziehen wuͤrden, entwe— NM, der, wenn sie den Acker, nachdem die Stoppeln ver— Win ehen brannt sind, gleich umpfluͤgten, und ihn zur kuͤnf⸗ kle, dmi tigen Sommersaat liegen ließen; denn die Asche im polln wuͤrde doch etwas mehr Fruchtbarkeit zuruͤcke laͤs⸗ hrungen sen, wenn das Feld auch den Winter unbesaͤet lie— Au als gen bliebe, oder wenn sie auf die abgebrannten Nthat Stoppeln, im Fall sie es fuͤr gut finden, Klee ein— Uiss, das saͤeten, der denselben Herbst noch sehr gut eingrasen nacländer wuͤrde. Alsdann wuͤrde das Feld, erst zwey Jahre iH MME/ mit Klee genutzt, und hinterher mit Sommer— Vallache korn besaͤet werden koͤnnen. Ich habe den Versuch nnen hal aus zwiefachen Ursachen nicht machen koͤnnen. Ein— sirs. Es mal waͤchst hier das Stroh nicht so dick und dicht, estif und andern Theils maͤhen hier die Leute immer so am Actt kurz die Stoppeln ab, daß das Feuer sich nicht . Vl wohl verbreiten koͤnnte. Ein solches Brennen wuͤrde nih lon⸗ vieles Unkraut vertilgen und sehr viele Insekten Wlch muͤßten gaͤnzlich aus dem Acker verbannt werden. schnz In unserem Lande brennt man die Erde auf inti zwey andere Arten. Es giebt in vielen niedrigen t Gegenden, eine Torferde von dicker und duͤnner ö 200 ö Schicht, die bisweilen ziemlich austrocknet, daß 0 sie, sobald sie angezuͤndet wird, von selbst fort— an ** schwaͤlt; so brennen in Wiesen ganze Flaͤchen ab. H i Wenn sie gleich besaͤet werden koͤnnten, nachdem 0 V das Feuer verloͤscht ist, so muß sie sehr fruchtbar V i seyn, allein es brennt aͤußerst langsam, oft einen Hel ganzen Sommer hindurch, und die darauf folgende n Winternaͤsse zerstoͤrt alle durch die Asche hervor— m6 ů ö gebrachte Fruchtbarkeit, und da, unter einer duͤnnen Schicht von dergleichen Erdart, oft ein blauer Lehm 50 N liegt, so findet sich auf der Stelle, eine Wasserpfuͤtze, Im die so leicht nicht vertrockuet, wenn sie nicht abge— duts * zapft werden kann. Ist eine tiefe Schicht Torferde, Irk * so brennen tiefe Gruben und Loͤcher aus, die in 0 Heuschlaͤgen und Waͤldern schaͤdlich sind. Daher. muͤßte man solche Torfgegenden gar nicht brennen, + sondern austrocknen, so wuͤrden sie doch gutes Gras h — tragen, oder Holzwuchs wuͤrde daselbst entstehen. IU Man hat aber andere Mittel, eine hochliegende c Erde, die zum Acker taugt, durchs Brennen sehr ih ö fruchtbar zu machen. Die erste Art ist die: in 1. * Gegenden, wo viel Strauch und Laubholz ist, oder I N sehr dicht, junge Tannen gewachsen sind, haut man Rů die Baͤume, zu der Zeit um, wenn sie voller Laub deh V sind, legt die Baͤume alle in Schichten, nach einer ö * Richtung hin, laͤßt dieses hingestreckte Holz oder D ö Strauch wohl austrocknen, und dann nach halben. ——— ———— 201 i oder ganzen Jahren steckt man es bey starkem Winde flb u- an. Wenn das Laub und die feinen Aeste abge⸗ dchen dh brannt sind, so zieht man die groͤßeren Stuͤcke an⸗ deen gebrannten Holzes, auf viele Haufen zusammen, ftuctbor ö und zuͤndet dieselben abermals an, bis alles, bis auf Wnn die Wurzeln, in Asche verwandelt ist. Nun saͤet ine man im Herbst, Roggen gleich auf die Asche, oder sqt hidor man pfluͤgt so gut man es durch die unverbrannten nhümnn Wurzeln stellen kann, den besaͤeten Platz um, und Hurkchn egget es eben so unvollkommen, oder man saͤet im Iscmfih, Fruͤhlinge, Sommerkorn. Dieses Gesaͤme ist in lt alg⸗ den beyden ersten Jahren, von außerordentlicher Afads Fruchtbarkeit. Das ganze Geschaͤfte nennet man hier, Roͤdung schlagen. Der Roggen besonders, Düe der nicht tief eingepfluͤgt seyn will, befindet sich am Hauneh, beßten, und misraͤth in solcher Rodung niemals; Gras er darf nur mit der Egge unter der Erde gebracht, atsihen. und mit Erde bedeckt werden, so ist das hinlaͤng⸗ Ishende lich zum guten Gedeihen: die Gerste will aber, sch wenn sie gerathen soll, eine gedeihliche feuchte Wit— ver in terung haben, alsdann schlaͤgt sie auch außeror— sst dder dentlich ein. Man hat mir versichert, daß das nun zwanzigste Korn fast nie fehlschluͤge. Ich habe Ilub dieses Verfahren oft gesehen, aber nie selbst versucht. W0 eihe In anderen Gegenden Kurlands brennt man j r die Erde, auf eine andere Art, die man daselbst Kit⸗ 4n ten nennt. Den Winter vorher, fuͤhrt man auf —: 202 ein Stuͤck Land, welches stark eingegraser ist, eine angemessene Anzahl Holzstuͤcke von sechs bis acht Fuß lang, und so breit man solch trocknes Holz finden kann, stellt dieses schon gespaltene Holz ste— hend auf, damit es rein austrocknen koͤnne. Im Fruͤhlinge wird nun das Land aufgerissen, und wenn die Rasen etwas betrocknet sind, so legt man von dem trocknen Holz, zwey Stuͤcke, etwa sechs Zoll auseinander, und das dritte breitere Stuͤck auf diese beyden, so, daß zwischen diesen drey Stuͤcken Holz, eine Oefnung von einigen Zoll breit und hoch bleibt. Nun traͤgt man die Rasen zusammen, legt sie auf dieses Holz, ohngefaͤhr drey Schuh hoch, so, daß ein Badstuben-Ofen aͤhnlicher Haufen, ge— formt ist. Diese Arbeit setzt man nun so laͤnge fort, als Rasen vorhanden sind, und wenn alles fertig ist, so steht ein solcher Haufen in die Laͤnge und Breite, neben dem andern, etwa sechs bis acht Schuhe von einander. Wenn diese Haufen vom Fruͤhlingswinde wohl ausgeweht sind, welches um die Zeit, sehr geschwinde geht, dann wird in dem unten gelegten Holz, etwas Feuer von Kien gemacht; dazu nimmt man eine Zeit wahr, wo der Wind in die untere Oefnung hinweht, so ergreift das ange— machte Feuer, das so geschickt gelegte Holz, so lang es ist; der Wind treibt die Flamme in die ganze Defnung, das Feuer brennt und glimmt unter den — 203 . int Rasen lange, bis alles Holz verzehrt und die zu— l naͤchst liegenden Rasen, in Asche verwandelt sind. dh Erlischt das Feuer, so hilft man so lange nach, bis halz str alles Holz verbraͤnnt ist, und der Rauch, die Rasen In durchdrungen hat. Darauf wirft man die Rasen ud wieder auseinander, verbreitet die Aschenhaufen unn mit der Schaufel so weit man nur reichen kann, schzil und egget, ein auf die Art zubereitetes Stuͤck, scharf auf dis ab, damit alle Theile fein und wohl vermischt seyn in Hohz moͤgen. Nun saͤet man darauf Sommer, oder 1 hoch im Herbst Winterkorn sehr undicht, weil, wenn u, cgt die Witterung nur irgend guͤnstig ist, das Getreyde hoh, daselbst außerordentlich dicht und voll Koͤrner steht. Fu, G Es ist begreiflich, daß diese Art zu brennen, nur o lane in holzreichen Gegenden statt haben kann, und daß ann ales nur kleine Stuͤcke Acker, dazu genommen werden N2nne duͤrfen, von ein bis zwey Loofstellen, die aber, wie baht man mir gesagt hat, bis vierzig Korn uͤber die Saat Ibom tragen. ym In Gegenden, wo Torferde im Ueberfluß und in den gelegen ist, fuͤhrt man sie auf den Acker, macht (mach; kleine Haufen, die man zu Asche verbrennen laͤßt Wudin und dann die Asche ausbreitet. Dieser Gebrauch 305 des Torfs ist auch von großem Nutzen fuͤr den Acker. 0 n Nach meinen Erfahrungen vom Bereiten des Ackers 1 gahit durch Feuer, habe ich dafuͤr und dawider etwas zu am 0 Hgen. 204 In sandigen Gegenden halte ich daß Brennen der Erde, besonders in Roͤhdungen fuͤr schaͤdlich. Wenn diese Methode auch ein Paar Jahre sehr reichliche Fruͤchte hervorbringt, so zerstoͤrt sie, die im Sande lange gesammelten Modertheile, ver⸗ brennt sie alle zu Asche, und so lange das Laugen— salz in dem Acker vorhanden ist, traͤgt er oft uͤber⸗ maͤßige Fruͤchte: sind diese Salze aber ausgezogen, so ist ein solches Land auch gaͤnzlich erschoͤpft, und traͤgt in vielen Jahren gar nichts, bis sich wieder eine Sammlung Moder gefunden hat. Das Bren⸗ nen in Roͤhdungen geht tief und verzehrt alles. Beym Hitten verhaͤlt es sich anders, da brennt nur die Stelle, wo der Haufen gemacht wurde, und der üͤbrige Moder bleibt ungeruͤhrt, hier wirkt nur die Asche und die durchraͤucherten Rasen. Ist der Moder im Sande aber verloren, der den klaren Sand bindet und zusammen haͤlt, so bleibt der Sand allein uͤbrig, der keine Fruͤchte tragen kann. Im Lehmacker oder im Lehm gemischten Boden, bin ich aus Erfahrung, anderer Meinung; hier halte ich das Brennen fuͤr noͤthig und nuͤtzlich. Es giebt Lehmaͤcker, die gar nicht anders verbessert wer⸗ den koͤnnen, als durch Feuer. Der Lehmboden veraͤndert seine schaͤdliche Natur ganz durchs Bren⸗ nen und verbessert sich auf immer. Man weiß es, daß Lehm aus alten oder gebesserten Defen, auf den —— —..ñ——— 205˖ Vnmn Acker gefuͤhet, so gut wie die kraͤftigste Duͤngung shai ist. Hier ist oft gar keine Asche dabey, sondern shů ein solcher Lehm ist an sich befeuchtend, durch den s, di Rauch, oder wie die Scheidekunst es nennt, durch 4% br⸗ den Kohlenstoff, der in solchem Lehm enthalten ist. dun Lehm ist an sich auch schon eine fette und fruchtbare fün Erde, besteht aus sehr feinen Theilen und enthaͤlt Hhthn oft Kalk und Gips; er hat nur den einzigen Feh⸗ Rt, und ler, daß er sehr bindend ist und kein Wasser durch⸗ vitder laͤßt. Man mindert diesen Fehler durch Beymi— Bun⸗ schung anderer Materialien; allein wenn das nun Bym durch Feuer eher geschehen kann, wenn das Feuer iu di ihn milder und lockerer macht, und doch noch so 10d der viel bindende Kraft zuruͤck laͤßt, als zum Erforder— iet nur niß einer guten Erde noͤthig ist; so ist die Verbesse⸗ Noer rung der Erde durch Feuer vorzuziehen, und in ei— lleren nigen Lehmarten vielleicht das einzige bewaͤhrte H der Mittel. Der Lehmboden hat oft zu viel Saͤure, Hanl. ist kalter Natur, die Gewaͤchse wachsen nicht so Bden, schnell im Lehm als im Sande; das Brennen ei— 3 hiel nes solchen Bodens bringt mehr Feuertheile in den ch. Ei Acker. Hat der Lehm, Kalktheile, so werden die uhnr durchs Brennen besser fuͤr die Erde zubereitet, und Ilede sind fuͤr die Pflanzen empfaͤnglicher. Das klebrige Bul⸗ Wesen brennt aus, es wird reine Erde, die mehr uh Waͤrme von der Sonne anzunehmen faͤhig ist; die ufhu Asche beym Brennen verschluckt und mildert die ee:. ———— 206 uͤberfluͤssige Saͤure. Das Feuer vertllgt auf lange Zeit, die Wuͤrmer und die Nester derselben in der Erde, es bewirkt, daß sie sich nachher auf der ge— brannten Stelle nicht so leicht wieder einfinden. Es vertilgt auch alles Unkraut, dessen Saamen und die perennirenden Wurzeln. Die Erfahrung zeigt, daß ein gebrannter Lehmacker viel traͤgt, und zwar nicht ein Paar Jahre allein, sondern der Boden ist auf immer verbessert. Ich habe vielfache Beob— achtungen angestellt und bemerkt, daß in Stellen, die gebrannt waren, das Korn vier und mehrere Jahre besser stand, als da, wo gar nicht gebrannt war. Ein Feld, auf welchem drey Korn abge— nommen waͤͤren, blieb zur Weide liegen. Nach acht Jahren wurde daßelbe Feld wieder aufgenom— men, war nie geduͤngt worden, sondern wurde als ein Beyfeld genutzt, und die Stellen, wo vor acht Jahren gebrannt worden war, unterschieden sich merklich von den ungebrannten Stellen. Dieses Feld war am Wege; ich hatte Gelegenheit es oft zu sehen und genau zu beobachten. Es ist auch falsch, daß ein Boden, durchs Brennen gaͤnzlich in der folgenden Zeit untragbar wird. Fuͤr Ge— treyde kann er freylich in drey Jahren abgenutzt werden, allein nicht fuͤr andere Gewaͤchse. Wenn der Sand nun zwar durchs Brennen viel verliert, so ist es doch bey dem Lehm anders. Ich habe siht U wict Ens 9 b*3 0 gabh sheg . Wid H l vigt riag auyg und filz Ien wir Mu lic 0 lichg ohg 207 auflnge viele Stellem in verschiedenen Gegenden des Landes den x gesehen, wo Roͤhdungen geschlagen waren, und if der g⸗ nachdem das Land durch Getreyde abgenußt war, dden. Es sahe ich neun Jahre nachher, das dickste Laubholz, uund die zwey Faͤden hoch erwachsen, welches, nachdem n sigt wieder zu Roͤhdungen abgehauen werden sollte. W u Endlich wird freylich der gebrannte Lehm auch ma⸗ Bedan i ger, wenn er ungeduͤngt bleibt, aber der unge— 4 Biob⸗ brannte Boden wird es noch mehr seyn, wenn er Sulln nicht Duͤngung erhaͤlt. Man duͤnge aber einen mohrnre gebrannten Lehmacker, so bleibt er nicht nur ein — sehr tragbarer Boden, sondern er wird durch Huͤlfe ahn der Duͤngung besser, als der nicht gebrannte. Dem W ungebrannten Lehm seine fehlerhafte Natur zu Ualhatd nehmen ohne ihn zu brennen, dazu gehoͤrt eine i vieljaͤhrige Duͤngung. Das Brennen aber ver— 4*0 richtet daßelbe geschwinder, und mit weniger Auf⸗ au sth wand. Wie, wenn die Erde durchs Brennen, Dals empfaͤnglicher fuͤr die Einwirkung der Luft wird, 1 und ihre Nahrungstheile aus der Luft nimmt, so faͤllt ja das Raisonnement weg, daß das Feuer alle Nahrungotheile zerstort. Hoͤrt das Feuer auf, so wirkt die Luft wieder nachher, wie zuvor. Ein hür G ö ö unt Anziehungsmittel zwischen Luft und Erde muß frey— 3 i*V G658 .. lich vorhanden seyn; ist das der in der Erde befind— den ö 0 liche Moder, und der wuͤrde durchs Feuer zerstoͤrt, verllet so haͤtten die Feinde des Brennens der Erde, Recht. E eeeeep——————— 208 Allein im Lehm kann ein anderes Anziehungsmit⸗ tel bleiben, obgleich er gebrannt ist, so traͤfe ihr Tadel nur den Sand, nicht aber die Lehmaͤcker. —300—.——— VI. Von Neubruͤchen, oder neugerisse— nem Acker. Zu einer Beschreibung der Kurlaͤndischen Land— wirthschaft ist auch erforderlich, daß ich von der Art, wie wir unkultivirten Acker umschaffen, etwas sage, da wir darinne auf eine dem Schein nach wi— dersinnige Art verfahren; in der That aber, ist un⸗ sere Art, Neubruͤche urbar zu machen, nicht zu ta— deln. Es ist nicht zu verhuͤten, daß, da ich bey der Beschreibung der Kurlaͤndischen Landwirthschaft, manche Beobachtungen und Rathschlaͤge zu Ver— besserungen derselben, neben bey einfließen lasse, ich auch sehr vieles, das allen Landwirthen schon bekannt ist, anfuͤhren muß. Meine Absicht geht dahin, den alten Wirth, auf manchen Umstand auf—⸗ merksam zu machen, den neuen oder unerfahrnen Landwirth dagegen zu belehren. In beyden Faͤl— len muß ich das ganze Verfahren in unserem Lande erzaͤhlen, welches jener schon weiß, und vielleicht noch besser macht, als ich es verstehe, und dieser 209 chmnt erst lernen soll. Landwirthe, die es wuͤnschen, ein 50 6 lafe it Handbuch von ohngefaͤhr dieser Art zu haben, wer⸗ maͤcket. den es diesem Versuch allso verzeihen, wenn sie manches Bekannte hier antreffen. Ich wuͤnsche es von Herzen, daß, woferne mein Versuch Ein— gang findet, mich erfahrnere Landwirthe uber ge— Nhas, wisse Artikel weiterhin belehrten, damit ich bey ei— ner etwa kuͤnftigen Auflage, ihre Erfindungen, Beobachtungen, gute und gegründete Meinungen shen lund auch allgemein bekannt machen, und dadurch, ein bon der vollkommen gemeinnuͤtziges Werk fuͤr die Landbe— an etwas wohner und Wirthschaft treibende Maͤnner, liefern nach vi⸗ koͤnnte. Meine Absicht geht mit dahin, die hin Er, N und her zerstreuten guten Uebungen und Kenntnisse, ucht u ta in eine Sammlung zu bringen, und dem ganzen ich b laͤndlichen Publikum mitzutheilen. Ich habe be⸗ wühhf merkt, daß eine Verfahrungsart, an einem Orte so, * Vey und an einem anderen Orte, ganz dem entgegen ge— n lase, setzt ist. Die verschiedenen Erdarten koͤnnen da nun n shen allerdings eine Aenderung erfordern, allein mir scht geh hat es doch geschienen, daß oft nicht sorgfaͤltig uas und tief genug, auf Gruͤnde und Ursachen zu— hn ruͤck gesehen, und daß man oft, auf eine alte herge⸗ Hil brachte Oewohnheit zu vielen Werth gesetzt hat. IIud Um die Sache kaltbluͤtig zu untersuchen, wollte ich uleh auch einige Veranlassung geben. Daher denn ien manches Bekannte hier hat unvermeidlich stehen 14 210 bleiben muͤssen. Zum Gluͤck ist uͤber diesen Arti— kel verschiedenes, was hier gesagt werden koͤnnte, schon in andern Stellen gesagt; ich kann hier da— her kurz seyn, und schraͤnke mich nur auf einige Stuͤcke ein, die blos den Neubruch, oder den neuge— rissenen Acker, wie wir es hier nennen, betreffen. Man macht neues Ackerland in waldigten Ge— genden, auf Aeckern, die von Strauch und gro⸗ ßem Holz bewaͤchsen sind, die Baͤume moͤgen groß oder klein seyn. Wenn das Stuͤck eine gute Lage, einen guten Boden hat, und trocknes Ackerland ist, so ist es tauglich zum Neubruch. Sandberge, wo Fichten oder Kiefer wachsen, sind gewoͤhnlich davon ausgenommen. Waͤre aber gerade ein sol— cher Boden, eine ebene Flaͤche, haͤtte er, einen gu⸗ ten Sand, und laͤge bequem zu den uͤbrigen Fel— dern, so verschone man ihn eben so wenig, und er muͤßte gut Getreyde tragen. Die erste Arbeit zu einem solchen Neubruch, ist das Umhauen der Baͤume. Das taugbare Holz bereitet man, zum Verbrennen in der Behausung, oder zu Stangen und Balken, wozu es tauglich befunden wird; das feinere Strauch der Aeste, das Reis, wirft man auf Haufen, die zur Stelle ver— brannt werden. Nun setzt man gleich den Pflug in die Erde. Diese Arbeiten pflegen mehrentheils im Herbst zu geschehen. Ein solches von Wurzeln disen Nth den Fönnt, hiet v⸗ uf anie an Reunr⸗ bangfn Wwuz 1h uud gy noym gtz gur lag, Mrland andbetge, wohnlich ein soh dnen gu brgen Sel enig, und bruch, ist bate Holz ehausung Stuhlch 4 RUe/ d 00 dlle ve an Psig hrenthei EI 211 der Baͤume durchflochtenes Land, pfluͤgt man, das erstemal so gut man kann, zwischen den Wurzeln durch, mit unserem leichten Hakenpfluge, reißt hin und her etwas Erde auf, und zugleich die kleinen Holzwurzeln, die sich leicht zerreissen lassen; jede etwas feste Wurzel bleibt aber stehen, weil die Pfluͤge zerbrechen und deren Herstellung, zu viele Zeit erfordern wuͤrde. Dieses hin und her aufge— loderte Land in solchen Stellen, laͤßt man mehren⸗ theils den Winter unbeegget bleiben, oder man eg— get es auch etwas, wenn es auch das erstemal eben so schlecht geht. Beym zweiten Pfluge ist das den Winter durch Schnee und Frost muͤrbe gemachte Land schon etwas besser; der Querpflug zerreißt wieder einiges von der Oberflaͤche, und mit der Egge geht es nun auch besser. Beym dritten und vierten Pfluge ist hinlaͤnglich so viel von der Ober— flaͤche locker gemacht, daß der Roggen, den Herbst desselben Jahres, Wurzel fassen kann. Den fol⸗ genden Fruͤhling sieht man mehrentheils den schoͤn⸗ sten Roggen zwischen großen und kleinen Baum⸗ wurzeln hervorschießen, und eine sehr eintraͤgliche Erndte geben: denn der vegetabilische Moder von Aesten, Blaͤttern und Graͤsern, die auf der Stelle lange sich gesammlet haben und verfault sind, ge⸗ ben dieser Erde vorzuͤgliche Kraft, gutes Getreyde hervorzubringen. Wenn das Getreyde nur ein 14* 212 Jahr auf solchen Stellen gestanden hat, so ist der Boden zur zweiten Saat schon außerordentlich art⸗ haft, obgleich die großen Holzwurzeln noch fest sitzen: allein die vom stehenden Getreyde erzeugte mephitische Luft, und je besser das Getreyde steht, desto mehr eingeschlossene Luft, erzeugt eine fast voll⸗ kommene Faͤulniß, in den zerstoͤrten Graswurzeln und uͤbrigen Vegetabilien. Waͤre die Stelle un⸗ besaͤet geblieben, so wuͤrden die Winde den Boden wieder abtrocknen, unter Getreyde aber wird eine gewisse Feuchtigkeit unterhalten, die die Faͤulniß ungemein befoördert. Die zweyte Frucht geraͤth auch mehrentheils sehr schoͤn, wenn der Boden auch uͤbrigens fuͤr Sommergewaͤchse nicht geeignet seyn sollte; die darauf folgende Sommersaat wird ge— woͤhnlich fruͤher, als auf altem Acker gemacht, weil in solchen neuem Lande, das Getreyde nicht so ge⸗ schwinde reif zu werden pflegt. Die ganz großen Baumwurzeln bleiben viele Jaͤhre stehen, bis sie von Faͤulniß ganz los werden, und mit leichter Muͤhe ausgebrochen werden koͤnnen. Man reißt auch neues Land auf, wo kein Holz gestanden hat, Weideplaͤtze, hochliegende flache Gegenden ꝛc. Dann bedient man sich eines Schnei— depfluges, oder man pfluͤgt ohne den Schneide— pflug, mit ordentlichen Pflugschaaren, deren aͤu— ßere Raͤnder scharf und schneidend geschmiedet wor— den derl + seh 1 nns H N En OIt D I W. Win due Düs lidu N then sllde shrgt . dalse lhe sibbi Wu 4 Oes beygh „ 0 st N enllich at noch siß getath il den all V Met seyn Wird ge⸗ + II Hacht, Well bis sie Iedet wai —— den sind. Im ersten Fall sind zwey Pfluͤger erfor⸗ derlich, von denen der erste, nur eine einzige Pflug⸗ schaar hat, die wie ein Messer geschmiedet, ver— stahlt und aufrecht gekehrt ist; mit diesem Instru— ment geht er voraus, zerschneidet den Rasen in lau⸗ ter sechs Zoll breite Streifen, die der andere Pfluͤ⸗ ger mit ordentlichen Pflugschaaren, nur von der Erde loszureissen hat, da die Graswurzeln auf den Seiten schoͤn zerschnitten sind, heht den Rasen mit dem Pfluge und reißt die unteren Graswurzeln los. Der abgerissene Rasen wird nicht durchge— hends gleich gut umgewendet; der Pfluͤger muß daher mit Haͤnden und Fuͤßen nachhelfen, und sich dazu besonders bey jedem Streife, Zeit nehmen. Diese Arbeit ist fuͤr den Pfluͤger besonders beschwer— lich, um so mehr, wenn er ein rasches und bey der Arbeit ungewoͤhntes Pferd hat. Allein mehren— theils, wenn diese Arbeit vorgenommen werden soll, haben die Leute dazu abgerichtete Pferde, die sehr langsam aber doch scharf anziehen, bey jedem unuͤberwindlichen Hinderniß stehen bleiben, und dem Psluͤger, so viel Zeit lassen, daß er den Pflug uͤber die Schwierigkeit wegheben kann, damit der— selbe nicht zerbreche. Solche von starken Gras— wurzeln durchwachsene Stellen pflegt man den Herbst vorher, wenn die Pferde wohl beleibet und bey vollen Kraͤften sind, vorzunehmen, und laͤßt EHFIeeeee— ———— 244 sie den Winter hindurch, unbeegget liegen. Der Winter macht ein solches aufgerissenes Land sehr locker, der Frost loͤset die Erde von den Graswur— zeln ab, die hernach von der Egge voͤllig abgerie— ben werden, dann faulen den Sommer uͤber, die Wurzeln desto besser aus. Den folgenden Fruͤh— ling und Sommer pfluͤgt man einen solchen Acker, so vielmal als man kann, und ist der Boden den⸗ noch grob, so saͤet man Roggen unter der Egge im Herbst. ö Man fuͤhrt auch auf solche Neubruͤche im Fruͤh—⸗ linge Duͤngung auf, und saͤet im Herbst, Weizen, der auf solchem Boden fast niemals mißraͤth. Ueber die Ursachen dieses Wohlgerathens werde ich meine Meinung weiter unten zu sagen Gelegenheit nehmen. Viele Wirthe behaupten, daß ein Neubruch, erst viele Jahre liegen und faulen, und zwischen—⸗ ein, immer gepfluͤgt und bearbeitet werden muͤsse; der Acker soll dadurch erst recht fein und locker wer⸗ den, und alle die Holz⸗ und Graswurzeln moͤg⸗ lichst verfault seyn. So scheinbar diese Behaup⸗ tung auch ist, so widerspricht unsere Erfahrung der⸗ selben. Es werden beyde Erfordernisse bey uns auf einmal erreicht, naͤmlich: der neugebrochene Acker verfault unter dem Gesaͤme, und praͤparirt sich vor⸗ trefflich, und traͤgt zugleich das schoͤnste Getreyde. Daher waͤhlt man zu Neubruͤchen am liebsten, den igen. Dr ard st Granpij h abgeri⸗ ihir, di un Früh⸗ Wanlüt, Baen d Rgen ö n rüh Weie, 9. Wüet ih maile Wnehmen Nubuch wisher in müss ocr wer⸗ tla nög Behaup⸗ hrung de⸗ u auf ne Reer sich vosz Getrehd. hn d. 215 Roggen, der im Herbst gesaͤet wird, da die Erde Feuchtigkeit genug hat, der nicht gerne tief liegen will, und kein ganz feines Land durchaus erfor⸗ dert. Von Sommergewaͤchsen koͤnnte man auf neugebrochene Aecker nicht Gerste und Hafer saͤen. Diese Getreydearten erfordern feines und gut zube— reitetes Land; die trocknen Winde wuͤrden einen so unebenen Acker leicht ausdoͤrren, und die Koͤrner blie⸗ ben ungekeimt; mit der Walze kann es nicht uͤber⸗ fahren werden, eben um der Unebenheiten willen. Indessen saͤet man immer mit dem beßten Erfolg Leinsaamen, und reißt zu dieser Getreydeart, gerade neues Land auf, weil Leinsaamen fein und glatt ist, und daher tief einsinkt, eine gewisse Fettigkeit und Fruchtbarkeit des Ackers erfordert, und man dazu nicht gerade Duͤngung hergeben will, und besonders weil der Lein, einen so unbereiteten Acker besser zubereitet, und die Graswurzeln zur Faͤulniß bringt. Bey Neubruͤchen wird nicht die untere Erdschicht hervorgezogen, sondern die obere duͤnne Lage von Erde und Graswurzeln nur aufgelockert, die von dem Grase, von allerhand Pflanzen, Blaͤt⸗ ter und Baumwurzeln, so viele Jahre fruchtbar gemacht worden ist. Je dichter ein Acker mit Strauch gewachsen gewesen ist, desto fruchtbarer ist es fuͤrs Getreyde. Wollte man ein neuaufgerissenes Land, erst viele Jahre faulen lassen, und daßelbe durch 216 die Praͤparation erst ganz muͤrbe machen: so wuͤrde auch von der fruchtbar machenden Kraft, sehr viel, theils durch den Graswuchs, der sich wieder her— stellen wuͤrde, theils durch die Luft und Winde ver— loren gehen, und er wuͤrde nachher muͤhsamere Ar— beit ohne Belohnung erfordern. Es soll aber die Kraft auf einem Landgute, so wenig als moͤglich, ohne Absicht und Nutzen, gebraucht werden, das ist wahre wirthschaftliche Klugheit; kann man mit ei— ner Arbeit mehrere Endzwecke erreichen, so ist das besser. Dazu ist aber in der Landwirthschaft sehr oft Gelegenheit, man muß nur Nachdenken und Aufmerksamkeit anwenden, sich umsehen und genau beobachten. Wo wuͤrden Landwirthe oft mit so weniger Kraft, so sehr viel leisten, wenn sie nicht aͤußerst bemuͤht seyn wuͤrden, ihre vorhandenen Kraͤfte moͤglichst zu schonen, und anzu⸗ wenden. Zum Schluß dieser Abhandlung,——5 ich noch eine Anmerkung hinzufuͤgen, die nach meinem Urtheil hier am rechten Orte steht. Es ist zu ver— wundern, daß die Landwirthe, nicht uͤber die Ur— sachen der besondern großen Fruchtbarkeit der Neu⸗ bruͤche nachsinnen, und davon weitere Anwendung machen. Sie freuen sich uͤber diesen schoͤnen See— gen, den sie vom Neubruch erwarten, ohne zugleich ausgebreiteten Nutzen von diesem Unterricht der ——%ß7ß7—————.—— —.——TTT IEEEEEEET W——— DREErE——.— 2 2¹7 —* . 0 N 0— 920 Natur zu ziehen. Woher kommt die große Frucht⸗ barkeit auf Neubruͤchen, und wie waͤre dieselbe oft wieder zu erneuern? Man sieht leicht, daß hier „ schr l er sey Iu vn zwey Ursachen vorhanden sind. Die Menge der an A⸗ vegetabilischen Duͤngung auf einem neugebrochenen Lunh Acker, und die Seltenheit, daß dieser neue Acker Ihhe kein Getreyde getragen hat. Wenn man nun durch u, D0 f eine mehrfache Eintheilung der Aecker, und durch uun mit die Kleekultur, groͤßten Theils seinen Acker zum Neu so st do bruch machen kann; da man ihn durch die Kleekul⸗ syft sht tur mit vegetabilischem Duͤnger erfuͤllt, wenn man In und nicht alle drey Jahr, sondern alle sechs, sieben, genan acht oder neun Jahre erst, das naͤmliche Getreyde i auf den Acker bringt. Auf die Art haͤtte man der s nicht Natur diesen Wink abgelauert, und machte seinen Imdenn alten erschoͤpften Acker, dem Neubruch, sehr aͤhn⸗ lhb lich. Da ich unten weiter von der mehrfachen Ein— theilung der Aecker reden werde: so erspare ich, das chloch was davon zu sagen ist, bis dahin. manem zu ver⸗—— die Ur⸗ 1 an VII. Von der Duͤngung. il 7 Icch wuͤnschte, daß ich unsern Landwirthen, zlch uͤber diesen Artikel, recht viel nuͤtzliches sagen koͤnn⸗ R te, das sie nicht schon wissen: was werde ich ihnen 218 hier aber wichtiges sagen koͤnnen? Vielleicht einige Beobachtungen, auf die sie nicht verfallen sind, vielleicht werde ich ihnen manches bekannte und versuchte, ins Andenken bringen. Es sey nun von der Duͤngung, so viel als es wolle, gesagt, auch dieser Artikel gehoͤrt hierher, ich fahre also fort. Fettigkeit der Felder ist der Endzweck aller Land⸗ wirthe, nach dem sie streben. Es scheint mir aber, daß sie mehrentheils ihr Ziel zu kurz gesteckt haben; sie wollen nur von der Duͤngung zunaͤchst nichts weiter haben, als sehr ergiebige Fruͤchte von der dermaligen Duͤngung/ von zwey Koͤrnern, Win⸗ ter und Sommerfrucht, und dann scheinen sie be⸗ friedigt zu seyn. Sollte unsere Absicht nicht wei⸗ ter gehen, den Boden auf eine merkliche und lang dauernde Zeit zu verbessern? Die Natur des Bo⸗ dens vortheilhaft zu veraͤndern, den schlechten Acker gut, den guten noch besser zu machen? Dieser End⸗ zweck geht weiter als auf zwey Jahre, er verbreitet sich auf Kindes Kind, und ist also einiges Nach— denkens wuͤrdig, besonders, da wir nichts dabey verlieren, um fuͤr unsere Nachkommen zu arbeiten. Diese Betrachtung bestimmt mich, zuerst von Mit— teln zu reden, durch die, der Boden verbessert wer— den kann, und nachher erst von der Duͤngung. Es giebt auf jedem Landgute, das auch im Ganzen ge— nommen, den schoͤnsten Boden hat, theils ganze —— 9 leicht? VI*— 2 2i. 1 Felder, die schlechter sind, theils Loofstellen oder 9* in sh, Reeschen, die den andern weit nachstehen. Diese unnte und nntr unt Behauptung findet um so mehr Statt bey ganzen um tu Landguͤtern. Es giebt einige, die sehr schoͤnen Bo⸗ R, auh * den, andere die schlechteren, und noch andere, die ⁰⁷ ganz schlechten Boden haben. Die Landwirthe Inlad moͤgen nun duͤngen, wie sie wollen, so werden sie durch Duͤngung nimmermehr das erreichen, was 1* Mit Mer AM ct habn, sie eigentlich beabsichtigen sollten: Verbesserung des iht nüht Bodens! Ich frage alle praktische Landwirthe: —11 was haben sie durchs jaͤhrliche Duͤngen erreicht! „ Mir⸗ Wie weit haben sie es in zwanzig oder dreyßig Jah⸗ u sebe ren, auf ihrem Acker gebracht? Hat ihr Duͤngen, uht wi⸗ einen zu lockern Boden, fester und zusammenhaͤn— aanz gender, einen festen Lehm lockerer gemacht, einen d.l Dy sauren Acker, von der uͤberfluͤssigen Saͤure befreyt? Inn Nctt Sind ihre Felder seit drey Jahren, in schlechten sser End und guten Jahren verhaͤltnißmaͤßig eintraͤglicher Kahteitt geworden, wenn sie sich nicht durch Vergroͤßerung, Mah⸗ ertragsamer gemacht haben. Selbst die, die sehr 3 dobih fruchtbare Erde haben, haben keine vorzuͤglichere arbultn. Erndten aufzuweisen, als ihre Vorfahren? Sie pon Mi⸗ haben mehr Einkuͤnfte, durch Vermehrung der Men⸗ sart ver schen und Vergroͤßerung der Aecker, aber nicht . Ei durch Verbesserung derselben gewonnen. Diese mi l Beobachtung leitet mich dahin, erst von Verbesse— 1 rungsmitteln des Bodens zu reden. Die Duͤn⸗ IEI 220 gung kann unmoͤglich die Wirkung auf einem Acker machen, dem es an eigentlichen Bestandtheilen der Pflanzen mangelt, oder der zu los und locker, oder zu fest ist, der zu viel Schaͤrfe, sey es Saͤure, oder Kalk und Gips enthaͤlt, oder der zu naß ist. Die⸗ ser wesentliche Fehler muß erst verbessert und um⸗ geaͤndert werden, dann koͤnnen wir erst mit Vor⸗ theil duͤngen. Diese Verbesserungsmittel der Erd⸗ art, sind vielfach, und gewiß nicht alle so schwer anwendbar. Vom Verbessern durch Feuer, durchs Graben und Ableiten des Wassers, habe ich an andern Orten geredet. Hier ist mir noch uͤbrig, vom Verbessern des Bodens, durch Mergel, Kalk, Gips und Vermischung der verschiedenen Erdarten unter einander, des Sandes mit Lehm, des Lehms mit Sand, des Mergels mit beyden Erdarten, der Moor- und Torferde mit Mergel und Kalk, et⸗ was zu erwaͤhnen. Die Scheidekunst hat das bewahrheitet, daß alle Pflanzen, ihre Stiele oder Stamm, Blaͤtter, Fruͤchte, vielen Kalk, Gips u. s. w. enthalten; feh⸗ len also dem Acker diese noͤthigen Bestandtheile, so wird ihn, die Duͤngung allein, nicht verbessern, oder es wird eine große Menge von Jahren und Zeit, oder von Duͤngungsmitteln dazu erforderlich seyn, um diesen Mangel zu ersetzen; wir kommen viel geschwinder dazu, wenn wir diese Minerale unmit⸗ If eilen Ac Nundtbe Nule Re FI Hll der. so schwe „ dur 40 ih au ů lig, H sehn, den vich inm telbar herauffuͤhren, und die Erde dadurch verbes⸗ sern. Es giebt hier Gegenden, die den schoͤnsten Mergel haben, nach der Ostsee hin, auch mitten im Lande ist er in mehr oder minder tiefen Gruben zu finden. Wenn man ihn nicht kennt, so haͤlt man den Mergel, fuͤr gewoͤhnlichen Lehm. Es giebt Thonmergel, der mit vielem Thon, Kalk— mergel, der mit vielem Kalk vermischt ist, oder rei ner Kalk, aus dem Mortel gebrannt werden kann, der Kalkmergel ist der beßte. Um ihn zu kennen, probiert man ihn auf folgende Art: wenn er ganz trocken ist, so zerfaͤllt er im Wasser geschwinder, schmilzt aus und setzt sich zu Boden. Gießt man Saͤuren auf, Vitriolspiritus, Scheidewasser, scharfe Essige ꝛe. so braußt er in Blasen auf; je mehr und schneller er braußt, je laͤnger das Braͤusen anhaͤlt, desto besser ist er. Man probiert ihn auch mit Vio—⸗ lensaft, davon man einige Tropfen, in ein Glas Wasser troͤpfelt, bis daßelbe sich blau faͤrbt; nun wirft man ein Stuͤck Mergel ein, so wird das Wasser gruͤn, und je besser der Mergel ist, desto dunklergruͤn faͤrbt es sich. Kalkschutt, geloͤschter Kalk, blos an der Luft zerfallener Kalb, der noch nicht mit Wasser abgeloͤscht ist, Kalkuͤberbleibsel, vom Durchsieben bey Maurerarbeiten, ist, auf sauren Aeckern, Moorerde, Sumpfaͤckern, Torferde, ein vortreffliches Verbesserungsmittel. Man wird j IIN FPi! 1 WI 1 I I MR 1 + II. Nt. II. INI RMTEIWMIII R 1760 VWN WI 44 W MR W RITNI 0 * D F FPFPIIFIIII.....e 222 nimmermehr einen sauren Acker, durch Duͤngung, so schnell und wirksam verbessern, als mit Kalk. Duͤngt man einen solchen Boden erst mit Kalk, Mergel, Gips, und fuͤhrt dann erst Viehduͤnger hinauf, so ist die Wirkung bewundernswuͤrdig. Den Herbst vorher habe ich eine duͤnne Schicht Kalk— schutt, der sich noch nicht voͤllig geloͤscht hatte, auf einen sehr schlechten Acker gebraͤcht und ausbreiten lassen, den Fruͤhling darauf, ließ ich dieselben Stel⸗ len, mit Viehduͤnger belegen, und duünn uͤber den Kalk verbreiten, und den folgenden Herbst habe ich, den schoͤnsten Roggen geerndtet, der den unge— kalkten Acker weit uͤbertraf, ob derselbe gleich nahe dabey, eben die Anzahl Fuder Viehduͤnger erhal— ten hatte. Diesen magern oder sauern Acker hatte ich vorher immer regelmaͤßig geduͤngt, er blieb aber schlecht, bis ich ihn durch Kalk verbessert habe. Der Viehduͤnger enthaͤlt zwar etwas wenig Gips, wie das die Scheidekunst offenbar beweiset, es ist aber jedesmal zu wenig darinn enthalten, um dem Acker seine schlechte Beschaffenheit zu nehmen. Eine sehr dicke Schicht Kalk, die auf einen ma— gern Acker gefuͤhrt wird, vernichtet alle Pflanzen, und die Erde ist wie verbrannt. Ungeloͤschter und an Luft zerfallener Kalk, thut auf neugebrochenem oder neugerissenem Acker, nur sehr wenig Wirkung; eben so auf ganz magerem, alten Acker. Gips, der unn lu AckR kun mit Dimt sihe Y ine KcD. mm besan abeur Veni uu W rem so u EM dana Dinm mit Kal Mit Kal ihdunger Auaae usbrn llbenStt nNubet dn HH hube in unhe⸗ ich nahe r Adal⸗ Eir han blib abe I habe. ½0 is um dem nehmen. men ma⸗ Dflagzen Iiur und dochenem Birkung Gips, N 00 4 3 ungebrannt, fein gemahlen, auf ungeduͤngten Acker gebracht wird, thut nicht die geringste Wir— kung. Eben so auch das Fischersche Duͤngungs— mittel. Allein sowohl Gips, als das Fischersche Duͤngungsmittel, thun auf gut geduͤngtem Acker, eine vorzuͤgliche Wirkung. Diese Erfahrungen insgesammt, sind mir ein offenbarer Beweiß, daß Kalk, Gips, Mergel, keine Duͤngungs⸗ sondern nur Verbesserungsmittel sind, die die Erde nur ver— bessern, aber nicht fuͤr Pflanzen duͤngen. Sobald aber auf die mit Kalk und Gips bestreute Stellen, Viehduͤnger hinzukam: so war die Wirkung vor— zuͤglich in reinem Kalk, oder auf Aeckern, die nur zu viel Kalk erhalten hatten; in reinem Gips, in reinem Mergel, gedeiht nicht die haͤrteste Pflanze, sondern es erstirbt alles, was Pflanze ist; solche Stellen werden nicht eher tragbar, als bis sie Vieh— duͤnger erhalten. Die mehresten Landleute halten daher den Kalkschutt, fuͤr ganz untauglich auf Aeckern, und werfen denselben auf Wege. Auf kalkreichen oder gipsreichen Aeckern, wuͤrde Kalk, wenn man ihn auflegte, Schaden thun; solche Aecker verlangen nur vielen Duͤnger. Andere Aecker wollen auch nicht zu vielen Kalk haben, und in maͤ—⸗ ßigen kleinen Portionen, nachdem ihnen, viel oder wenig dieser Bestandtheile fehlen. Man behaup— tet, daß auf Kalk und gipsarmen Aeckern, vierzehn 2214 Loof auf eine Loofstelle gebracht werden koͤnnten. Ein jeder Landmann muͤßte doch aber mit seinen Aeckern, erst einige Proben anstellen, wie viel etwa sein Acker von diesen Verbesserungsmitteln vertraͤgt. Ich habe eine duͤnne Schicht, so daß das Gras durchscheint, und nicht gaͤnzlich bedeckt wird, fuͤr hinlaͤnglich wirksam gefunden; da koͤnnte man denn mit einigen Loͤfen, ganze Loofstellen verbessern, und das geht nicht uͤber die Kraͤfte des Landmannes. Vom Gips streut man, auf eine Loofstelle von zweyhundert und sechs und zwanzig Quadratru— then, ungebrannt und fein gemaͤhlen ein Loof aus, das ist hinreichend, einen eingeduͤngten und mo— derreichen Acker zu verbessern und die herrlichsten Fruͤchte hervorzubringen. Es giebt einige Landguͤ— ter, die den schoͤnsten Mergel, Kalkbrand und Gipsbruͤche besitzen, allein die Besitzer dieses Scha⸗ hes, koͤnnen diese Mittel zur Verbesserung der Erde nicht nutzen, weil sie keine Kraͤfte haben, oder von ihren andern Arbeiten nichts nachlassen wollen, um die Arbeiten zu solchen Verbesserungen vorzuneh— men. Der Mergel liegt mehrentheils in der Tiefe, wo er mit vieler Muͤhe erst hervorgeholt werden muß. Allein es sollte keinen Landwirth gereuen, auf solche reelle Verbesserung etwas zu wenden, da er sieht, daß er durch andere Mittel durchaus nichts ausrichten kann, seinen Acker gruͤndlich zu verbes— W. nicM tias m dbts umg ber Eih haun beng Ddes RN ahng Mü 1 ack I fehb x Hen Cor die Vin 223 umtn. C sern. Ein lockerer, loser Sandboden muß durch⸗ len Rahn, aus, mit Mergel verbessert werden, es ist fast kein Kata sei anderes Mittel vorhanden; ohne Mergel ist alle E Muͤhe und Arbeit, aller Aufwand an Duͤnger Gras verloren. Zu bewundern ist es, daß praktische dd flr Landwirthe, die solchen losen Sandacker haben, AInI gar nicht darauf denken. Ist einmal ein Acker Wasem un gut gemergelt: denn eine duͤnne Schicht verschläͤgt Audmauhtt nicht viel, sondern sie geht zu Grunde, senkt sich Wschl ton tief in die Erde, und die obere Schicht wird wieder 77% mangelhaft; so kann er auch sicher zehn Jahre auf Loof aug die beßten Fruͤchte rechnen. Mergel macht den Sand ul l⸗ zum festen Acker, verbindet die Theile besser unter— Krlibsten einaͤnder, verschluckt die uͤberfluͤssige Saͤure, und An. befreyt die Pflanzen, von dieser verderblichen bud u Schaͤrfe. Zu diesen Verbesserungsmitteln der vor— Wie haͤndenen Ackererde, gehoͤrt auch, die Mischung 110 verschiedener Erdarten des Sandes mit Lehm, und iu. des Lehmbodens mit Sand, des Sumpfackers mit Vahan Lehm oder Sand. Die Düngung verbessert ein- annd mal den losen Sand nicht gruͤndlich. Der Sand— 2 acker hat oft Moder und Duͤngung genug, ihm i fehlt es nur an einem Bindemittel, welches die zä Theile unter einander fester vereinigt, daß Luft und — 8 Sonne nicht zu tief eindringen, und daß Winde —— die noͤthige Naͤsse austrocknen. Der aufgelegte 1. Viehduͤnger ist meist verloren, und alle Muͤhe ist W 15 226 umsonst. Landwirthe, die derartige Aecker besi— tzen, muͤssen sich endlich entschließen, Lehm und Mergel auf ihren Sand zu fuͤhren, oder, die ei— nen unbaͤndigen Lehm haben, muͤssen ihn durch Grand und groben Sand lockerer zu machen, Muͤhe und Arbeit anwenden. Es ist etwas betruͤbendes, in einem ganz undankbaren Acker zu arbeiten, der einen schmerzhaften Anblick gewaͤhrt, und uns un—⸗ ter gewissen Umstaͤnden, ohne Brod laͤßt. Sollte es nicht besser seyn, sein großes Sandfeld, und einen sehr strengen und magern Lehmboden zu ver— kleinern? Lieber ein kleines, gutes, eintraͤgliches Feld, als ein großes elendes! Ersteres kann durch Vermischung anderer Arten Erde, nach und nach so sehr verbessert werden, daß es weit ertragsamer und fruchtbarer wird, als das große Feld. Bey einem sehr großen schlechten Acker, verliert man den Muth, eine gruͤndliche Verbesserung vorzuneh⸗ men; es waͤre gar zu kostbar, muͤhsam und laͤng— dauernd. Man sollte, wenn man einen schlechten Boden zuzureißen genothigt ist, denselben erst aus dem Grunde verbessern, und ihn dann erst zum ordentlichen Felde ziehen. Bey kleinen schlechten Feldern, wird man Zeit uͤbrig haben und gewin— nen, den strengen Lehm mit Sand, den losen Sand mit Lehm zu vermischen; man darf diese Arbeit nur nach und nach, jaͤhrlich immer etwas vorneh—⸗ — — 227 Lafr h men, so wuͤrde man im Verlaͤuf vieler Jahre, zum LUin Ziel kommen, und waͤre sicher, eine Arbeit auf der, deez sehr lange Zeit gethan zu haben. So wie man n durh oft eine Menge Teichschlamm, auf einen großen Iin Müsf Theil der Felder zu fuͤhren pflegt, mit eben der Kraft Hurhudez und Zeitanwendung, koͤnnte man, sandige oder adein, v sehr schwere Lehmaͤcker, mit Lehm oder Sand befuͤh⸗ udwon ren, um sie, ein fuͤr allemal zu verbessern. Ich sht. Eele habe bis hieher von Verbesserungsmitteln, und 15fu„, und vielleicht schon zu viel gesagt. Mir ist nun noch Dn un uͤbrig, von eigentlichen Duͤngmitteln, und vom Weuihlches Duͤngen selbst, zu reden. Es giebt eine erstaun— am duh liche Menge solcher Materialien, die zur Befruch— und nach tung der Felder brauchbar sind, sie sind nur nicht malsat alle auf einer Stelle zu finden, wie der Viehduͤn— . ᷓ ger, und nur in kleinen Portionen in einer Haus— Hnm mn haltung vorraͤthig. Außer dem Viehduͤnger und ohuneh Teichschlamm, giebt es noch verschiedene Duͤn— gungsmittel, die alle die Eigenschaft haben, daß sie Moder, auf dem Acker machen. Es giebt in allen Landwirthschaften, ungelaugte und ausge— laugte Asche, Sponerde, Hammerschlag bey allen Schmiedeessen, Auskehrigt aus den Haͤusern, al— lerhand abgegangenes von Haͤndwerkern, Unrath auf dem Hofraum, auf Wegen, um die Landwirth— schaftsgebaͤude und Kruͤge, Lehmschlag von Ueber— lagen, durchraͤucherte Rasen auf Riegen und Ba— n esst zun schlahnn ind gübii osen Sabd Nse M᷑n. V pas vorni 15 228 destuben, auch Wohnhaͤusern, Blaͤtter von aller⸗ hand Gaͤrtengewaͤchsen, und Duͤngung aus den gehei— men Gemaͤchern der Menschen. Diese und dergleichen Düngungsmaterialien wuͤrden sehr zu vermehren seyn, wenn man in unserer Landwirthschaft, Zeit und Haͤnde genug haͤtte, um von ihnen Gebrauch zu machen. In Laubholzwaͤldern, sind im Herbst, eine ungeheure Menge Blaͤtter, die von den Baͤu— men fallen, im Herbst in Haufen zusammengeharkt, und im Winter nach den Viehstaͤllen gefuͤhrt wer— den koͤnnten. In Fichten- und Tannenwaͤldern, sind Nadeln, Gras, kleine Aeste von Baͤumen, das kurze Moos, Farrenkraut gruͤn abgemaͤht und nach Hause gefuͤhrt, Heide, gruͤne Tannenaͤste, die ein bedaͤchtiger Landwirth von Baͤumen abhaͤuen, und hernach fein hacken lassen, damit die Staͤlle gestreut und einen sehr schoͤnen kraͤftigen Duͤnger hervorgebracht hat. Des langen großen Mooses will ich nicht einmal erwaͤhnen, da daßelbe nicht so ganz gut zur Duͤngung tauglich ist. Wenn daßelbe aber erst gut austrocknet, und dann zur Streue gebraucht wird, so vermehrt es doch die Duͤngung etwas. Die kleinen Huͤgel, in vieler Landwirthe Heuschlaͤgen, die auf der Wiese, Aus- wuͤchse sind, und dort Nachtheil bringen, koͤnnte man in die Viehstaͤlle bringen und unter die Stren mischen. Zu allen diesen Materialien muͤßte man mm Haune efft zusch sehth bie h geril die M Hantn ltdd NI 0 aus Rerth Vyy ser Sthh r hen alh ule denghe⸗ V 97 Döergluichg t f, E Wtauch /½ 0 Voat Vaume, mäht und Runͤste, die W abh aueh, 1% I die Etile Hlbe nicht Venn dann zur doch R. „in hller Nus⸗ fonnt Mse, Rl, „die Eun 9 die O / mußte nach und nach, nur etwas Kalk beymischen. Man wuͤrde eine große Menge Asche haben, wenn auf einer Landwirthschaft alle Morgen die Feuer— stellen von Asche gereinigt und dieselbe gesammlet wuͤrde. Die Asche verbrennt in dem Ofen, wenn immer Feuer darauf gemacht wird, und es bleibt kaum so viel uͤbrig, als zum haͤuslichen Gebrauch erforderlich ist; wenn die Asche aber jeden Morgen zusammengebracht wird, so muͤßte in einem Jahre sehr viel gesammlet werden koͤnnen, nach der Menge von Holz, die wir hier verbrennen. Wenn in ei— ner Haushaltung, eine gute Einrichtung gemacht ist, so laͤßt sich in einem Jahre, eine Menge Duͤn— ger sammlen, die in Verwunderung setzen wuͤrde. In den Pferdestaͤllen, liegt unter der Diele, eine vieljaͤhrige Sammlung vom allerkraͤftigsten Duͤn— ger. Aus den Viehstaͤllen, fließt jaͤhrlich, durch die daselbst angebrachten Ableitungen, eine große Portion mit dem Regenwasser fort, das sich in un— sern Viehstaͤllen so viel mehr findet, wo das Vah⸗ land im Viereck gebaut ist, deren innere Daͤcher, viel Regenwasser auffangen und einen starken Abfluß aus dem Vahlande verursachen, daher viele Duͤn— gertheile mit fortfließen. Man hat außer dem Vahlande, Gruben angelegt, wo sich dieses Was— ser sammlet und sich setzt, und wenn man viel Streustroh besitzt, so fuͤllt man dergleichen Gru— 23⁰ ben mit Stroh, und fuͤhrt eine betraͤchtliche Menge Duͤnger heraus. Der Viehduͤnger ist nicht von gleicher Beschaffenheit; von gut genaͤhrtem Vieh ist er vorzuͤglich und kraͤftiger, als von magerem Strohfutter; denn ersterer muß vielmehr die Ge— waͤchse naͤhrende Theile enthalten. Man halte auch in dieser Hinsicht die Hausthiere besser, gebe ihnen vieles gutes Futter, damit man solchen Duͤnger erhalte, der viel verschlaͤgt. Pferdeduͤnger ver— brennt jaͤhrlich zu kleinen Haufen. Man sollte ihn gleich vom Stall aufs Feld, in kleinen Haufen fuͤhren, und daselbst ungeroͤffelt, bis zum Fruͤh— linge liegen lassen; hier ist die Hitze nicht so stark, als in großen Haufen. Wenn man den Auswurf der Hausvögel, Wuech vielen Streu vervielfaͤltigen koͤnnte, da diese T hiere, Koͤrner oder sonst bessere Nahrungsmittel bekommen, so muß das ein viel besserer Duͤnger seyn, als vom Rindvieh. Die Schweine machen eine große Menge Duͤnger, wenn sie immer trocken gehalten werden— ihre Gesund— heit erfordert es ohnehin: da diese Thiere bessere Nahrungsmittel bekommen, so ist ihr Duͤnger auch so viel besser und reichhaltiger. Mit den Schaa— fen, die blos Heu zu ihrer Nahrung erhalten, ver— haͤlt es sich eben so. Immer haͤngt der Werth der Duͤngung, von den Nahrungsmitteln der Thiere ab; wo soll die Kraft vom Viehduͤnger herkommen, wend Indꝛ E I alalx. dunnie Henol breh inmna 1U. M chin . gun batg Rebtg; auf 3 din — USDSII.—— 231 HcheMun wenn die Thiere, lauter Stroh fressen? Ihr Blut st nigt wy und alle Fluͤssigkeiten in ihrem Koͤrper, sind von rthm Vt Strohnahrung schlecht, und sie werfen wenig aus. agerem Im Sommer ist der Viehduͤnger, wenn die Thiere de G allerhand Gras und Kraͤuter genießen, viel besser; hihauh dann aber bleibt das meiste auf Weideplaͤtzen und u, Mhm Heuschlaͤgen. Das Stroh, das zur Streu ge— Dinn braucht wird, ist an sich ziemlich leer von frucht— Wünge t baren Theilen; waͤre der Urin, und der Abfall Run solt vom Vieh besser, so wuͤrde die Mischung mit Stroh Iun Hulfen auch besser seyn. Wenn die Landwirthe nur erst un u wollen, und es sich zu einer wichtigen Angelegen— 0 sal, heit in der Wirthschaft machen, sich vielen kuͤnfti— Wonn gen Duͤnger zu verschaffen, so finden sie immer Hefiltan Mittel genug. Koͤnnten sie auch nicht alle Quel— nkbesn len benutzen, so sollten sie doch einige derselben 0 il ui brauchen. Der Mangel an Menschenhaͤnden, ist I Di immer das groͤßte Hinderniß zu solchen Geschaͤf— y Denh ten. An Streumaterialien fehlt es vielen Wirth— „Gesud⸗ schaften nicht; sie haben solchen Ueberfluß an eini— Usn gen Orten, daß sie ihre Staͤlle, sobald die Duͤn⸗ nger auc gung ausgefuͤhrt ist, gleich mit einer Menge Stroh 2.1 belegen, auf dem das Vieh nun sein Lager hat. Es iäi giebt Gegenden, die Rohr, Kalmus, Binsen und Nach d Schilf im Ueberfluß haben. Abgestochene Rasen 11 auf Weideplaͤtzen, oder selbst auf Heuschlaͤgen, wuͤr— Thhn— 65 den in die Staͤlle gefuͤhrt, den Duͤngervorrath sehr 232 vermehren. Es hat zwar der Gebrauch aller die— ser Sachen, seine großen Schwierigkeiten, es ließe sich doch aber einiges anwenden. In Gegenden, wo viel Stroh vorhanden ist, habe ich die Klage gehoͤrt, daß die Duͤngung, in den Viehstaͤllen nicht verfault, sondern daß die Land— wirthe genoͤthigt waͤren, reinen Stroh auf ihre Aecker zu fuͤhren. Man hat daher das Vieh, im Winter nicht gebunden, sondern, die Thiere die zusammen erzogen waren, und sich gut vertrugen, los umhergehen lassen, damit sie, alle Stellen be— treten moͤchten. Dieser Mangel an verfaultem Duͤn⸗ ger hat zwey Fehler zur Ursache, die in der Land⸗ wirthschaft gerade statt finden. Einmal ist der Bo⸗ den, woraͤuf das Vieh steht, nicht fester Grund, sondern ein loser Sandboden, in welchen, sich der Urin des Viehes hineinzieht, und den Stroh nicht naß genug erhaͤlt. Solche Staͤlle mit Holz zu Bruͤcken, ist kostbar, beschwerlich, und meist zwecklos; man muß eine Schutzdecke beym Lehm hineinstampfen, oder hat man Steine, so muß der Boden, mit Steinen gepflastert werden. Die Zwi— schenraͤume setzen sich nach und nach voll, und es wird ein fester Boden, der kein Wasser durchlaͤßt, da daßelbe zum Verfaulen des Strohes so sehr er— forderlich ist. Zu viel Wasser in den Viehstaͤllen ist eben so schaͤdlich; die Duͤngung, die im Wasser M beng —— —....————— 233 16 Aah liegt, ist unverfault. Wenn daher mitten in den el Viehstaͤllen, eine große Grube voll Wasser befind— ö lich ist, so muß man es ableiten; die Grube muß henden s trocken und feucht seyn, denn zur Faͤulniß gehort u in de Feuchtigkeit und Waͤrme; zu vieles Wasser erhaͤlt WMU⸗ den Koͤrper immer kalt und frisch, es kann keine X Erhitzung entstehen. Der Duͤnger muß aber fau⸗ R h u len, wenn er, der Erde, Fruchtbarkeit geben soll. Hint d. Der ungefaulte Duͤnger auf Weideplaͤtzen, die TRum doch vom bestaͤndigen Behuͤten ganz besonders fett E seyn muͤssen, ist es nicht, weil der Duͤnger daselbst llam Dun— nicht gefaͤult hat, sondern nur vertrocknet, und im der Lad⸗ Fruͤhlinge mit dem Schnee vermischt, fortfließt. Iider Bo⸗ Der zweite Fehler, wenn das Stroh in den Staͤl⸗ sun Ound len sich nicht gehoͤrig vermischt und fault, ist der, Ich, sh de daß das Vieh, theils zu magere Nahrungsmittel er⸗ Sroh nit haͤlt, und vielleicht zu wenig, blos um sich das Le— It HH I ben zu erhalten, theils ganz besonders zu wenig zu Ind meit trinken. Im Winter trinkt das Vieh aͤußerst we⸗ am Lehm nig; das Wasser in horizontaler Oberflaͤche mit Muß de der Erde, in Teichen und Stroͤmen ist zu kalt, und Die dui die Thiere haben keinen Durst. Man muß dem d Vieh, Wasser aus tiefen Brunnen, Quellwasser, Auhlißt oder etwas beygemischtes warmes Wasser geben, seht er und viel Steinsalz zum Lecken vorlegen, damit es Ncscl Durst und Reiz zum vielen Trinken habe. Dieses .. Mittel ist uͤberdem zur Gesundheit der Hausthiere ιππ⁰ìπìπ⁰ππ⁰⁰π⁰ι⁰—ϰ⁰3 —Q02 4 234 erforderlich. Die Thiere sind im Winter schon in Staͤllen erfroren; werden sie nur zur Traͤnke ge⸗ trieben, so faßt sie die aͤußere kalte Luft und schnei— dende Winde, daher eilen sie in ihre schattige Staͤlle zuruͤck, ohne getrunken zu haben, welches ihnen des trocknen Futters wegen, das sie nur allein zur Nahrung erhalten, um so noͤthiger waͤre. Ich werde an einem anderen Orte vielleicht noch Gele— genheit haben, in einer anderen Absicht hievon zu reden, und gehe daher nun zu der Handlung, wie man duͤngen soll, uͤber. Wie stark und dick soll man duͤngen? Daß die starke Duͤngung, die bessere ist, darf ich nicht be⸗ weisen. Wir werden unsern gesammten Ackerbau nicht eher gruͤndlich verbessern, als bis wir so stark als moͤglich duͤngen werden. Zu der Absicht muͤs⸗ sen wir nur jaͤhrlich kleine Stuͤcke Aecker beduͤngen; dielsehr duͤnne Duͤngung, will weder einen kalten und sauern Lehmboden, noch in lockern fluͤchtigen Sande viel verschlagen. Viele Landwirthe duͤngen sehr duͤnne, um sich ruͤhmen zu koͤnnen, daß sie große Strecken Acker beduͤngt haben; viele haben auch sehr wenig Duͤngung, und bestreben sich, doch etwas neue Kraft, dem Acker geben zu koͤnnen. Es waͤre zu dieser Absicht zweckmaͤßig, daß wir unsere gesammten Aecker, in vielmehr Theile zerlegten, als bisher in drey Theile, und sechs, sieben oder eine dll nedet der, al och de NINaI WO ist, Dun Han Hather ker und —— —235 ulet shon j————— ö acht Felder machten, statt drey. Und daß wir, Xe NLahke g⸗ + ö L. um nichts an bisherigen Einkuͤnften zu verlieren, 10 eine andere Folge der Erdfruͤchte einfuͤhrten. Ich I werde in dem Abschnitt, von Eintheilung der Fel— nn der, ausfuͤhrlich davon reden, und will hier nur noch das erwaͤhnen, daß man bey der mehrfeldri— aur u gen Landwirthschaft, Zeit und Gelegenheit hat, Eis auch durch andere Mittel, als durch Duͤngung zu thion verbessern. Man kann oft keine anderweitige Ver— besserung vornehmen, weil gerade das Feld besaͤet ist, und man nur drey Felder hat. Soll man auch Holung, Wit Duß duͤnne duͤngen, wenn man Ueberfluß an Duͤngung niht b⸗ hat? Es giebt wirklich viele Faͤlle, wo man duͤnne We duͤngen muß, wenn naͤmlich der Acker schon so fett ar so sul ist, daß sich das Getreyde uͤberwaͤchst und verfaͤllt. lsäini Duͤnne soll man die Stellen, die nahe um der wüngn Haushaltung liegen, duͤngen, weil die schon meh— nin kalten rentheils gar zu fett sind, und die entferntern staͤr⸗ füchtgen ker und dicker. Bey maͤßigem Vorrath 220 nan VDüngen duͤnne duͤngen, bis man erst ganz mit der Duͤngung dah si herumgekommen ist, und in einem Zeitraum von 1 sechs Jahren, alle Aecker beduͤngt hat, dann kann ssch d man zur zweiten Lage, nach Verlaͤuf der sechs Iunl. Es Jahre, staͤrkere Duͤngung auflegen, und erst in ir Wset neun oder zwoͤlf Jahren herumkommen. Um das len duͤnne Duͤngen zu befoͤrdern, gebe man den Leuten, sabmen die, die Duͤngung ausfuͤhren, jedesmal große Stuͤcke 236 zur Tagesarbeit auf, so eilt jeder, sein angewiesenes Stuͤck schnell zu befuͤhren, und roͤffelt daher den Mist duͤnne aus, um weit zu reichen, besonders auf weit von der Haushaltung entlegenen Stuͤcken; die Leute foͤrdern sich, von der weiten Fahrt, je eher je lieber abzukommen. Die naͤher gelegenen Felder werden und sind schon mehrentheils alle, hin⸗ laͤnglich fett, zum Nachtheil der entfernten Aecker. Die Ursache ist die, daß wenn man den Duͤnger auszufuͤhren anfaͤngt, so wird die obere Lage des⸗ selben aus den Staͤllen zuerst auf die weit entfern—⸗ ten Stuͤcke gefahren, und diese Lage ist immer die magere, strohige und schwaͤchste Duͤngung. Man faͤngt die entfernten Stuͤcke immer zuerst zu duͤn— gen an, will nicht gerne uͤber die ausgebreitete Duͤn— gung fahren, daher bekommen dieselben, immer die schlechteste Duͤngung. Die unterste fette Schicht aus den Staͤllen kommt daher immer nahe um die Haͤushaltung. Dieses wird so von Jahr zu Jahr fortgesetzt, daher bleiben jene zu mager, und diese werden gar zu fett. Die obere Strohlage laͤßt sich auch so viel leichter fein ausroͤffeln, die untere, weil sie verfault ist, ist klebrig und bleibt in großen Stuͤcken liegen, und bereichert den Acker zu sehr. Man sollte mit der schwaͤchsten Duͤngung umwech— seln, und einmal die entfernten, ein anderesmal die nahen Stuͤcke, mit derselben belegen: so wuͤrde 237 ARger sehs e2 Wulat man sein ganzes Feld gleichmaͤßig fett machen. Diese Maasregel hat auf die Ertragsamkeit des Ackers großen Einfluß. t dahn h „ basanden Stücten: Man sollte die verschiedenen Duͤngerarten mi— Waht, j schen, Viehduͤnger, Kalk, ausgebrannten Lehm Re von Oefen, Rasen, Schlamm aus Teichasche, solche Ralitn Vermischung macht einen außerordentlich kraͤftigen min Män, Duͤnger. Wenn dieses Mittel zur Befruchtung Dn Düne der Erde nicht auf großen Feldern angewendet wer— m lge di⸗ den kann, so waͤre es wenigstens fuͤr Kuͤchengaͤrten antfenn⸗ sehr zutraͤglich, da dieselben doch eine solche Menge immer di Nahrungsmittel fuͤr Menschen und Thiere liefern. 8. Nun Einige Landwirthe haben es sehr vortheilhaft n dn finden wollen, daß man im Winter, die Duͤngung, utet Dün auf Schlitten ausfuͤhre, und diese Fuder Duͤn— Keh, inme ger uugeroͤffelt liegen lasse. Im Fruͤhlinge aber fl Schich streuen sie dieselben zeitig aus, da denn das Gras +Mi der Brachfelder sehr geil durchwaͤchst, und dann V ht pfluͤgen sie den Acker, erst kurz vor Johannis um. id des⸗ Die Fruchtbarkeit des Ackers soll dadurch merklich Kne Lid zunehmen, und der Ertrag des Jahres sehr merk⸗ Wumn lich seyn, die Duͤngung an sich, das auf der Duͤn— n gung erwachsene geile Gras, die Einwirkung der ush. Luft, die so viel staͤrker auf die ausgeroͤffelte Duͤn— Iumth gung wirkt, die Lockerheit der Erde unter dem Duͤn— au gerhaufen, die um so viel fetter geworden ist, da 6 1n der Duͤnger daselbst laͤnger gelegen hat, die Fruͤh— 238 lingsregen, die mit der Duͤngung vermischt, die Krume der Ackererde befeuchtet, geben diesem Ver— fahren, einen großen Vorzug vor der gewoͤhnlichen Zeit der Duͤngerfuhr. Die Insekten fliehen auch von dem vom Winter an geduͤngten Acker, sie wol— len die Ausduͤnstung nicht vertragen, und machen ihre Nester in ungeduͤngten Aeckern. Alle diese Gruͤnde haben fuͤr die Winterfuhr, viel Gewicht, auf ihrer Seite. Die Einwendung, daß die Sonne und die im Fruͤhling trocknenden Winde, die so fruͤh ausgeroͤffelte Duͤngung schwaͤchen und entkraͤften, fallen nach neueren Beobachtungen weg, nach de— nen, die Sonne und Luft, die Erde fruchtbarer machen, indem die Luftsaͤure sich besser mit der Duͤngung und dem Moder assimilire, als mit der magern Erde. Die waͤsserigen Theile, die, die Sonne herauszieht, erhaͤlt die Duͤngung durch Fruͤhlingsregen wieder zuruͤck. Auch die Einwen— dung, als wenn die Platzregen die Duͤngung ab⸗ schwemmen sollten, faͤllt zum Theil weg, da das durchgewachsene Gras dieselbe fest haͤlt. Auf sehr ebenen Feldern, koͤnnte also mit Sicherheit die Duͤn— gung fruͤh im Winter ausgefuͤhrt werden. So viel ich nun fuͤr die Duͤngerfuhr im Win⸗ ter gesagt habe, so muß ich doch auch manches da— gegen einwenden. Die Duͤngerfuhr im Winter hat manche Beschwerlichkeit und Hindernisse. Es 239 1—.— sun We Winterarbeiten schon 5 biele, uund— ö ii euhlun he der Veniger; die Winterarbeiten kon⸗ mniü nen nicht im Fruͤhlinge ersetzt werden, wenn die ihn auch Erde los ist. Man kann, sagen die Landwirthe, sewoß viele Vortheile der Winterfuhr erreichen, wenn M man sehr fruͤh im Fruͤhlinge, dieses Geschaͤfte vor⸗ Aut nimmt. Die Fruͤhlingsluft und die Sonne moͤchten mn auch vielleicht, viele fluͤchtige Salze aus der Duͤn— Wnen gung herausziehen, wenn dieselbe, gar zu lange „ offen liegt; das herabfließende Schneewasser von Larttiftn bergigten Gegenden nimmt auch eine Menge Duͤn— nach de gertheile mit sich fort, Platzregen koͤnnten, ehe das fuchnn Gras durchgewaͤchsen ist, die Duͤngung selbst her— mt de abspuͤlen. Sobald die Duͤngung ausgeroͤffelt ist, a mit de frißt das Vieh nicht mehr das darauf erwachsene l„, die, N. Gras, und dadurch wuͤrde das Brachfeld, welches ung duch an vielen Orten, der beßte und vorzuͤglichste Weide⸗ 1 Enwen⸗ platz ist, fuͤr die Hausthiere untauglich, denn kein mumn ab⸗ Vieh frißt gerne auf seiner Duͤngung. Wuͤrde die . N d Duͤngung im Winter ausgefuͤhrt, so verloͤre das Nussht Vieh, sein weiches und warmes Lager, da die Duͤn— it de Din gung sich bisher sehr gesammlet und entzuͤndet hat, so ruht das Vieh auf einem Lager, welches sie waͤrmt. ö N Nit⸗ Je laͤnger man die Duͤngung im Stalle hat, desto n 50 besser verfault sie, und es koͤnnte sich im Fruͤhlinge, n Vomn viel Wasser in die Staͤlle einfinden, wenn die Lage nss. E von Duͤngung, die so fest getreten ist, heraus ge— ——— 24⁰ nommen waͤre, daher die Thiere im Sumpf liegen muͤßten. Dergleichen gruͤndliche Einwendungen mehr. Bey dieser Untersuchung bleibt das Verfahren doch das vorzuͤglichste; daß man so fruͤh als moͤg⸗ lich, vor Johannis, die Duͤngerfuhr besorge, so bald nur die Erde trocken ist, daß man bequem auf dieselben fahren kann, und wenn man das Feld unentbehrlich zur Weide braucht, so roͤffle man es erst spaͤterhin aus, um dann zeitig genug die Duͤn—⸗ gung einzupfluͤgen. Die Landwirthe haben auf ih— ren Aeckern nicht lauter ganz verrotteten Duͤnger noͤthig, sondern auch strohigen, weil durch densel— ben, eine doppelte Absicht erreicht werden soll, das Feld lockerer und zugleich fruchtbarer und fetter zu machen. Die Menge des Duͤngers, der nur halb gefault ist, laͤßt beyde Absichten sehr wohl verbin⸗ den. Gaͤnzlich verfaulte Duͤngung aus dem Bo⸗ den der Staͤlle, ist fuͤr das erste Jahr nicht ganz nuͤtzlich in dem Acker; es laͤßt sich auf keine Art so fein machen, daß es sich hinlaͤnglich mit der Erde vermischte: und wenn es in großen Stuͤcken ver— trocknet, so bleibt es selbst bey den haͤrtesten Win⸗ tern unaufgeloͤßt, uͤbertrifft den Lehm bey weitem an Zaͤhigkeit, und wird noch im folgenden Jahre bey der Gerstensaat unvermischt gefunden. Daß die Duͤngung sich tief in die Erde hineinziehen sollte, istu berm sandi saube Din hlbtt auch Wrel kanr Vert lher 1 lat s0 vöchsk 5 gen Dal Fu der sn ot,& Gtlle sm j Dash 0 sostz i im gi — Oumpfig UMonN endunng —— Verfahra Hud als 9 Ial Mog⸗ X 633 I hsune, so dihe Att so t dit Eid tucken her iusin Ti⸗ Oih Matel Iahv dden Inhn D R. T NIII sal ichen sll, / ist wider alle Erfahrung, nur so weit der Pflug geht, vermischt sich Erde und Duͤngung, man sieht die sandige Unterlage nicht mit Duͤngung gemischt, sondern sie bleibt, wie sie war. Der aus dem Duͤnger entstandene Moder ist viel leichter und bleibt oben, und Wasser kann die Kraft desselben, auch nicht in die Tiefe herabziehen, weil sich selbst unreines Wasser, durch Erde klar durchseigt; man kann mit einen Blumentopf voll Erde, leicht den Versuch in der Stube machen, um sich davon zu uͤberzeugen. Allein die Kraft der Duͤngung ver— liert sich von oben, durch Hervorbringung der Ge— waͤchse, durch Stuͤrme, wenn der Boden uneben ist, durch Ueberschwemmungen. Ueberschwemmun— gen aber, die den Boden fett machen, sind mit Wasser aufgeloͤseter Schlamm, aus dem Bette des Flusses, oder mehrentheils aufgeloͤseter Mergel, der sich irgendwo in und neben dem Flußbette fin⸗ det, den das Wasser aufgeloͤßt hat und an solchen Stellen absetzt, wo es stille zu stehen, oder sehr lang⸗ sam zu fließen genoͤthigt ist, da setzen sich die im Wasser befindlich schweren Theile ab. Ich halte den Mist von Voͤgeln fuͤr den aller⸗ hitzigsten, wenigstens ist der Gaͤnsemist, ungefault, so scharf, daß er die Pflanzen, auf die er gefallen ist, gaͤnzlich vernichtet; ohne erst sich in Staͤllen im Haufen erhitzt zu haben, ist seine Beschaffenheit 16 +— 1 I MAMN * WWA II WP ö MVRE. ig I II. 4 4 ö I 4 I N l I Wi N WMW II II V n W N ö N I NVI . V I44 In N V I 4 MNN W 1 11 0 NW M 0 x 144 I . II N I DN. N I ů III 199 ‚ I AWN. x N W IN 242 an sich schon so verderbend, daß er auf Feldern und Weideplaͤtzen, Schaden thut. Huͤhner und Tau⸗ benmist haben auch eine hitzige Natur. Naͤchstdem 5 der Schweinemist, dann der Pferdeduͤnger, Schaafduͤnger, Rindviehmist, verfaulte Graͤser, zuletzt der Teichschlamm. Den hitzigsten Duͤnger legt man auf Lehmaͤcker, den minderhitzigen auf Sand und leichte Aecker. Ist ein warmer und duͤrrer Sommer, so ist im Sande, der beßte Duͤn⸗ ger unwirlsam, und moͤchte in großer Menge auf⸗ gestuͤrzt, fuͤr das Jahr schaͤdlich seyn; er sich nicht mit der Erde, verrottet nicht bis zur Saat, die man inn Herbst auf solchen Duͤnger bringen wollte; man muͤßte ihn auf den Fall einpfluͤgen und walzen. Guter Teichschlamm muß von dem Aus⸗ würf der Fische und der Amphibien entstanden seyn; und der ist recht kraͤftig und wirksam, daher man Teiche reichlich mit Fischen besetzen sollte. Wenn man Teichschlamm in dicken Lagen, auf alle Arten Aecker legen kann, so ist das eine fast ewige Ver⸗ besserung der Erde; er macht den Sand binden— der und den Lehm lockerer, und ist leicht, durch Duͤngung vom Vieh wieder in den Staͤnd zu se— tzen, wo er an Fruchtbarkeit abnimmt. Die Fi⸗ sche maͤchen eine sehr große Menge Auswurf, wenn sie viele Nahrung im Teiche finden. Mir sind ei— nige Erfahrungen und Beyspiele bekannt, wo der hlit v dbrr saur. wen theiln 11 slte! shn uiche in gte md de gf mmth W Dun —— —̃wk ͤ—— 243 fFeban ö ö ö Hedemn in Teichschlamm, auch nicht die geringste Verbesse— Han rung gewirkt hat. Man sollte vermuthen, daß 1½% jeder Teichschlamm gut seyn muͤßte, da die Berge, Hatcdahge die den Teich umfassen, allen Unrath, alle Duͤn—⸗ n Hiit gung von Thieren, allen Bodensatz vom Regen, in Iie den Teich hineinfuͤhren, welches sich daselbst an⸗ a f sammlet. Allein die Erfahrung widerspricht dieser rumetm Vermuthung, wie ich bereits gesagt habe. Ein erhäste Din Teichschlamm, der sehr fruchtbar ist, hat vielleicht Mieaf einen Mergel in seinem Grunde, der sich mit dem THm Wasser aufloͤset, und als ein feiner Staub, einen Vur Sus, Schlamm macht, der seiner natürlichen Beschaffen— brngen heit wegen, fruchtbar seyn muß. Ein Teichschlamm Rfanen vd aber, der auf Feldern unwirksam ist, besteht aus on dim Mr saurem Sumpf, hat vielleicht Vitriolquellen, der, sunden son, wenn er auf sauren Acker gebracht wird, eine nach⸗ luber mah theilige und schaͤdliche Wirkung hervorbringen muß, I Momn da er schon Saͤure genug vor sich findet. Man Fale Ltn sollte unwirksamen Teichschlamm, mit Kalk mi— aulge Ver schen, der wuͤrde ihn sehr verbessern. Die Land— d bildeh wirthe behaupten, man solle allen Teichschlamm, erst t, Wt in großen Haufen, ein Jahr, der Luft aussetzen, i x und dann erst auf Aecker fuͤhren. Diese Behaup⸗ Oed tung finde ich, bey einigen Arten von Teichschlamm, Auf wih unnoͤthig, da bey mir derselbe, in dem naͤmlichen ie Jahre, die beßten Wirkungen hervorgebracht hat. in 0 N Dem untuͤchtigen Teichschlamm, mag diese Aus⸗ 10 —‚... „ttt.:r.— setzung an Luft helfen, ich zweifle doch aber aus Gruͤnden, daß ihn diese Maaͤßregel gaͤnzlich ver— bessern sollte. Den ausgebrannten Lehm, den man bey Ver— besserung der Oefen wegzuwerfen pflegt, sollte man sorgfaͤltig auf die Aecker fuͤhren; aller Lehm ver— bessert sich durch Feuer, er zieht die Luftsaͤure desto begieriger an sich. ꝑ.s: VIII. Vom Graben der Felder. Ich habe in diesem Versuch, schon so oft Ge— legenheit gehabt, von der Trockenheit des Bodens uͤberhaupt zu reden, auch schon vom Graben der Heuschlaͤge so vieles geredet, daß es uͤberfluͤssig scheinen moͤchte, hier noch vom Durchgraben der Ackerfelder besonders etwas zu erwaͤhnen. Ich will also nur noch ein Weniges, von diesem Gegen— stande bemerken, damit hier nichts vermißt werde. Es giebt Erdarten, besonders einen Moorgrund, der, blaue Letten zur Unterlage hat, der eine so starke Neigung besitzt, das Wasser in sich zu behal— ten, daß es nur durch die sorgsamste Aufmerksam— keit abgeleitet werden kann, und doch kann man nur das stehende klare Wasser ableiten, die uͤber⸗ fif lich mis h- RNel duhe der; derl M mah Myl fin rf fün Hiin Erh N bohl⸗ chen muhe voll sen Rgen⸗ nißt Werde. Worzuund dir eihe s sich Hehal⸗ Iufmeckamp en a I/ die MN 0 245 fluͤsige mit Erde vermischte Naͤsse ist fast unmoͤg⸗ lich wegzuschaffen. Erde und Wasser ist so ge— mischt, daß im Herbst und Fruͤhling, solche Felder, wie Mott sind, von dem es zu verwundern ist, daß daselbst noch eine Roggenpflanze bleiben und ge— deihen kann. Nichts anders, als der hohe Grad der Kaͤlte des Wassers, verhuͤtet das gaͤnzliche Ver— derben der Pflanzen. Waͤre um die Zeit, das Wasser so warm, als spaͤterhin im Fruͤhlinge, so muͤßten alle Roggenpflan zen durchaus verderben. Vorzuͤglich alle Lehmaͤcker beduͤrfen des sorgfaͤltig⸗ sten Ableitens, und doch muͤssen hinterher Luft und Winde das beßte thun. Auch Sandaͤcker, be— sonders je groͤber und klarer der Sand ist, muͤssen fuͤr Wintergewaͤchse trocken gehalten werden; sie leiden im Sommer bey warmen Regen, wenn die Erde noch nicht beschattet ist, am meisten; die jun— gen Pflanzen kochen aus. Laͤuft aber das Wasser von der Oberflaͤche schnell ab, ehe, es sich in die Erde ziehen kann, so schadet das weniger, dazu aber muß man dem Acker die Lage machen, wenn er von der Natur dieselbe nicht erhalten hat. Schnur gerade Graben sind die kuͤrzesten und angenehmsten. In sehr ebenen flachen Aeckern, koͤnnten die Graben, die Stellen der Poͤner, oder Abscheidung der Reeschen ersetzen, so waͤre eine doppelte Absicht erreicht, und weniger Ackerland das 246—.—— eine Es en. Wie oft ist, im Fall tin — ienge verloren. W ben ist, im Fall, ienge anz umge 0 sche, von Graben 3anz Getreydeart besaͤet N kesche,—— ern Vatt V ö R dieselbe von einer and eidende Vieh ab⸗ VMilt seyn sollte, das auf in ebenen Aeckern gescheh ün HN ö in ö hegen— Val HA Was aber bergigten Geg V N zuhalten. ö benen und ergig n in une graben muß, der ANNN kann, muß W ngerade da gra. x die ma 9 Graben le 3 den unterlassen, ollte. Man muß S ö W ꝛan es nicht gerne w Niedrigung in die an⸗ sch! Woin d vn ziehen, aus erder N ö der Niedrigung fih I in Felde ie die Beugung. en üachnet V Here, nd zwar wie durch Anhoͤhen mac hel ere, inien durch An angt ibtk de Linie bens haͤng sichtl WM ne sich gra Hauptgrab⸗ f6f4 geht, ohr x Tiefe eines Hauptg Aecker, an WN llen Die sehr ebne ö zu wollen. ldes ab, se kei⸗ G AI 8 Fe E en ke Gel 2*3 MR iegende Gege Hraben. ö Wũ TMN O ochliege ler Gr U h I vie ö Sandaͤck Perrin einigen Faͤllen, rabenerm iu. MNIN ner Tiefen, abe viel tiefere Graben, ů0 977 N Anedne Belder aber⸗ so en find so unmerklich. 1 N die Anhöhen und Vertiefung ke Tiefe erforderlich Lht ö ö die 4 2 1Ema E, star iten. W maßig ulei slbstz daß eine verhaͤltniß f den Grund abz— W N Basser, bis au 43— ier fuͤn ö ö das Wasser, bi Hauptgraben hier f f Maher it, oͤhnlich araͤbt man die äger Richtung, bioch 0 dra denn. ey Fuß tief, in 1—.— zwey An⸗ bedd ö* it und di 30 z bekd N Rande des Grahens. da zieht man han I laͤgst 300..,r.i Arch. HRieilen * De aben. Bi RN hoͤhen inen Gre Me da * I ischen denselben, 9611 Erde, ene 1 2 Raf it der ausgeworfer rülle Am Fuß hn, N ů Lann Kan un Vertiefung ausfuͤlen. Aaben, der I V einer Anhoͤhe, HMN ö N v ——— IISEEEE——— 84· ‚ laßei das Wasser von oben auffaͤngt und schnell abfuͤhrt ind Es sind oft groͤßere und kleinere Vertiefungen, mit⸗ lalt hesan ten im Felde, die rund herum von einer geringen dih h Anhoͤhe umgeben sind: hier muß aus der Mitte der gschehen Vertiefung, der Anfang eines Grabens gemacht wer⸗ Ruun den, wenn dieselbe auch klein ist, so schadet doch das vun u Wasser weit herum, wenn es da liegen blet ibt. Hat mußudn der Berg einen Absatz, und laͤuft nachher wieder IIL allgemach herunter, so muß quer durch diesen Ab— Monun satz gegraben, und die Erde nach unten zu gewor⸗ mahhn fen werden, damit vom ersten Berge, das Wasser, a Hüngt ohne Hinderung, in den Graben fließen kann. Es Ncit giebt Anhoͤhen, die sich nach zweyen Seiten her⸗ lftg kü⸗ unter neigen, diese muͤssen auch nach jeder Seite, àHutbeh ö Graben erhalten, und von allen Seiten schnell das I, Een Wasser abfuͤhren. Nied rig liegende Flächen muͤs⸗ im sen rund herum gegraben werden, wenn sie zum I Ackerfelde genommen werden müß— in naͤssen Aeckern thut der Frost desto mehr Schaden,. selbst kleine Nachtfroͤste ziehen die Pf. flanzen aug nassen Erde gaͤnzlich heraus, die denn, wenn es trocken wird, auf der Oberflaͤche liegen bleiben und verdorren. Wenn man recht viel Graben zu zie⸗ hen genothigt ist, so koͤnnen viele derselben, nur drey Fuß breit, und anderthalb Schuhe tief seyn, da solche Stellen, die an sich schon einen Fall ha⸗ ben, nur etwas Huͤlfe in Förderung des Abflusses EIlitet V Auleltelt. „ hlet füf V 4* RNO ung, Au d W/ Fohe RNan Aehl Iu A 71 Bawellen nahe *(6 M VI am U V n/ 248 beduͤrfen. Die ausgeworfene Erde macht an dem Rande des Grabens, einen Damm, der dem Felde vielen Nachtheil bringt, wenn er nicht rein abge— worfen und weit hin ausgebreitet wird; nun kann aber der Graͤber unmoͤglich die Erde so weit fort— schaffen, als es erforderlich ist; es muß daher, nachdem der Graben gezogen ist, abermals Muͤhe und Arbeit angewendet werden, um alles wegzu— raͤumen. Da der Rand des Grabens ganz frey seyn muß, und durch die ausgeworfene Erde noch etwas gewonnen wird, so kommt aus der Tiefe des Grabens oft eine weit bessere Erde herauf, als die obere Schicht des Ackers ist, und diese verbes⸗ sert den Boden an den Graͤben und macht die ge⸗ haͤbten Unkosten wieder gut. So viel es moͤglich ist, muß die Mitte des gegrabenen Stuͤcks Acker, erhoͤhet werden; dazu kann der Pflug foͤrdern, wenn man immer in der Mitte des Ackers zu pfluͤgen anfangen und in die Runde pfluͤgen wuͤrde, als— dann wuͤrde sich das Wasser von oben herunter zie⸗ hen. Die Seiten der Graben muͤssen von Unkraut und Gras rein erhalten werden, damit die Gras— wurzeln nicht die Feuchtigkeit aufhalten, daher ist eine oftmalige Renovation derselben erforderlich. Die Maulwuͤrfe sind in dieser Absicht, in dem Acker nuͤtzliche Thiere; sie machen ihre Locher weit oben im Felde, und ziehen ihren Gang unter der Ober— acht ah dan demdih ren abg⸗ un fann ost fort Nn Mas Nber As vaw 15 ganj fih Erde uoch X ds be ddern, wemn zu pfügen Urde, als⸗ aunter d⸗ n Vaktaut 2 460 2 9 flaͤche bis in den Graben hinein, um sich das Was— ser vom Halse zu schaffen, und Wasser zum Trin— ken in dem Graben zu haben, auch die Regen— wuͤrmer zu finden, die sie so gerne fressen, die sich aber in feuchten Stellen aufhalten. Das Bette des Grabens muß immer rein erhalten werden, da— mit das wachsende Gras, in diesen feuchten und fetten Stellen, nicht Ueberhand nehme, wozu es besonders daselbst geneigt ist. Die in alten Graben befindliche fette Erde und Rasen, geben den Raͤn—⸗ dern desselben im Felde viele fruchtbare Theile. Die Graben nehmen zwar einen großen Theil der Feld— flaͤche weg, es ist aber in feuchtem Boden nicht zu aͤndern, und ist besser, weniger Feld zu haben, als ein nasser Boden, der die Kraft der Duͤngung und die Fruͤchte vernichtet. Ich habe um der Graben willen, meine Loofstellen, die, wie allgemein uͤb⸗ lich, zweyhundert und fuͤnf und zwanzig Quadrat⸗ stangen groß seyn muͤssen, nur zu zweyhundert Quadrat groß gemacht, und erndte von dieser klei— nen Flaͤche eben daßelbe, was ich von groͤßern erndte. Wenn es die Lage und Umstaͤnde erlauben, so ist es sehr nuͤtzlich, daß man das ganze Feld, rund herum mit einem breiten und tiefen Graben umziehe, und die Erde auf der aͤußeren Seite wer— fe, die einen Damm formirt; hiedurch ist fast al⸗ — les große Vieh, vom Felde abgewehrt. u er⸗ dern, 2 V e Graber die Duͤngu oom * +0 9 N'oße Meng„ An ie Fruͤchte. 1n. A ine groß ruͤcken, die F ucken unm Me Ein jele Br und iese Bruͤ sardr 4 I rt auch vi ück hinauf,. Diest in jedem Hndu 4* I 3 +—* forde iue Et 1 könner n man it Stuͤck hand. ½ jedes kleit ühren zu en, wen Wemn NIN herabfuͤ entbehr lle, von ei it das h MI Felde h aber alle Wegstelle, und dami kon⸗ gibẽ MI n ine 36 on⸗ — N n, hen 90 I kann 0 zugleich ale Lne galcheht lle zu ö ichf. ö Grabet andere, W ren, Vareni Wegste Ge— much. auf das 30 manran im 90 nicht das nie⸗ un N 0 BI 0* iese ernie⸗. 5 man h verliert da 5 diese 250 ů0 s s 0 0 fa dan ug ens gehe ö 0 4 ie s. 2 1.— Pfl abet— W. V machen 0 Acker, 915 Rand fe Aofahrt en ö‚ bise 0 Rar tefe? digen. ů x— igste vo bis an 0 diese t chen endig 7 N Stelle ber durch Wasserfurch Tiefe auch if, drigte innt abe ich die W iner Ties 5 n der sich d ch von sein Bette des urg ů ö muß, sstelle, in llert Fadeir 910 auf das muß, der Hi Mad bzugs verlie Ae bi titdenden l 0. 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Fruchtbarkeit des Ackers, und ein wohl⸗ bas gahen geduͤngter Acker, sind nicht einerleyF. Einmal wer— sahtt ile den sie doch die Erfahrung gemacht haben, daß Reldggen. selbst frischgeduͤngte Aecker, nur auf kurze Zeit ver— Vjt duc bessert, und nur so lange der Duͤnger in der Erde àBan de ist, etwas bessere Fruͤchte liefern, nachher aber wie— ddan nuß der unfruchtbar sind. Sie muͤssen also immer wie—⸗ IHren wird. der von neuem anfangen, und kommen nicht viel e, Kug weiter, ihr ganzes Leben hindurch! Auch selbst hung ha frischgeduͤngte Aecker, tragen nicht so reichlich, als Nenuͤhtt sie es hofften. Hindernisse der Fruchtbarkeit, ver— nichten alle Duͤngung bisweilen. Und andern Theils ist es moͤglich, die Fruchtbarkeit der Erde immer weiter zu treiben, immer mehr zu erhoͤhen. Warum sollte ich nicht statt zehn Korn uͤber die Saat, funfzehn bis zwanzig Korn lieber nehmen? Moͤglich ist es doch? Es ist aber auch wirklich vor— ö + 232 229* handen, denn es giebt Aecker, die funfzehn bis zwanzig Korn und mehr jaͤhrlich ertragen. Sollte ein praktischer Landmann nicht nachfragen: was fehlt meinem Acker, den ich fleißig duͤnge, damit er auch so viel ertragen koͤnne? Was ist der Unter— schied zwischen dem Acker, der schon so viel ertraͤgt, und meinem Acker, der nur immer um ein Weni— ges fruchtbarer wird, und zwar nur so lange, als er frisch geduͤngt wird, nachher bald, verfaͤllt er wieder in seine vorige Unfruchtbarkeit. Mein Acker, sagt ein anderer, wird nie so fruchtbar, daß er zehn Korn uͤber die Saat ertraͤgt, sechs Korn ist das Hoͤchste, was ich jemals geerndtet habe. Ich habe in dreyßig oder vierzig Jahren nur einmal zehn Korn geerndtet. Roggen sagt einer, oder Gerste, oder Waizen, waͤchst hier gar nicht; fuͤr dieses Ge⸗ waͤchs ist die Erde, die ich besitze, unfruchtbar, ob⸗ gleich ich sie bestaͤndig regelmaͤßig duͤnge. Diesen Unterschied aufzusuchen, geht nicht uͤber die Kraͤfte des Landmannes. Kann er nicht sein ganzes gro— ßes Feld auf einmal verbessern, so muß ihn das schon erfreuen, wenn er einige Loofstellen verbessert, und seine Kraͤfte aufbieten, immer weiter darinne zu gehen. Es giebt schlechterdings keine ganz unfrucht— bare Erde. Eine jede Erde bringt gewisse Pflan— zen hervor, die diese Erde lieben. In dem flie— und V. Lun⸗ schef uns Erdi widj fir dl —— ———————— 250 fungehn 3 genden Sande an der See, im Sumpfacker, in u. Sulh rothem klaren Sande, im weiße grauen Buschaͤcker Uhcm: par wachsen viele Pflanzen, haben uͤppigen Wuchs, 1 Ham und gerathen uͤbrigens besser, als gerade in solchem Iwlt⸗ Acker. Wenn wir allso hier in einem Handbuch, Waunmhl fuͤr den praktischen Landmann, von der Fruchtbar— üidn keit der Erde reden, so verstehen wir darunter, eine Ihne Erde, die viel Roggen, Waizen, Gerste, Hafer, xille allerhand Getreydearten und Fruͤchte, reichlich und Mpdhr unveraͤndert hervorbringt, die, schoͤnes dunkelgruͤ— nes Laub, starke Halme, viele Koͤrner uͤber die Saat, dh el 2 n bey allen Abwechselungen der Jahre, Jahreszeiten * I das— und Witterung giebt, die leicht eingeduͤngt werden haee kann, und nicht gleich fehlschlaͤgt, wenn keine fri— sche Duͤngung gegeben werden kann. Wir muͤssen uns erst einigen, was wir unter Fruchtbarkeit der i Erde verstehen, und was wir eigentlich suchen? Es n wird sich hernach ausweisen, wie gerade dieser Punkt, . fuͤr den praktischen Landmann, von Wichtigkeit ist. Raafte Man hat uͤber die Fruchtbarkeit in verschiede⸗ 83W nen Absichten nachgedacht und geschrieben; je, nach⸗ iß ihn mn dem die Absicht war, ist auch die Abhandlung an— erdehe ders ausgefallen, denn man hat seine Absichten im— mer vor Augen gehabt, und in dieser Hinsicht das— jenige von der Fruchtbarkeit gesagt und erwogen, Wrucht was zu dieser Absicht d iente. So hat man die Ab⸗ „ WI. se N sicht gehabt, nur das eigentliche Wesen der Frucht— 5⁴ barkeit der Erde kennen zu lernen, um seine Wiß— begierde zu befriedigen. Man hat die Sache, ohne okonomische Ruͤcksicht, in Laboratorien betrieben, die fuͤr den praktischen Landmann nicht nuͤtzlich seyn konnten. Man hat gefunden, daß die fixe Luft, oder der Kohlenstoff, die Fruchtbarkeit ausmacht. Das hilft aber dem Landmanne nicht viel, wenn man ihm auch sagt, daß aus diesem und jenem Material, sich viel Kohlenstoff entwickelt. Arrdere haben zur Absicht gehabt, allerhand kuͤnstliche Duͤn⸗ gesalze, zu erfinden, um durch diesel ben, eine un— gewoͤhnliche Fruchtbarkeit, fuͤr Blumentoͤpfe und al⸗ lerhand auslaͤndische Blumen und Gewaͤchse her— vorzubringen, und man hat diese Absichten zum Theil erreicht. Ein anderes ist es aber, kleine Stuͤcke Erde, Gaͤrten-und Blumentopferde sehr frucht⸗ bar zu machen, und wieder ein anderes, ganze Felder zu verbessern, die schlechten Erdarten und Beschaffenheit zu verbessern, die guten noch ertrag⸗ samer zu machen, und dem Landmann wirklich nutz⸗ lich zu werden. Aus den Ursachen, sind viele Ab⸗ haͤndlungen uͤber die Fruchtbarkeit, theils zu ein⸗ seitig, theils fuͤr den Landmann zu wenig anwend⸗ bar geblieben. Die Kraͤfte des Landmanns, wa⸗ ren unzureichend, jene Erfindungen, ins Große anzuwenden; d die aufzuwendende Muͤhe und Unko⸗ sten, nahmen seinen Gewinnst vor der Muͤhe voͤl⸗ * lig! nen kein Dal fird unde hann licht lit, mehre Edel kererd vrsh U, lllle H K. f und al⸗ wächse her⸗ sie NU 150 flei Harten und 0 XI tk aa⸗ V IAHeHD./ Mid alin Haul 4 „* 295 lig hin, oder entsprachen nur um ein Geringes sei— nen Hoffnungen, oder belohnten seinen Fleiß mit keinem betraͤchtlichen Vortheil. Hier soll nun zum Theil auch eine einseitige Abhandlung erfolgen, blos fuͤr den praktischen Landmann, der ohne chemische und physische Kenntnisse und Mittel, doch lernen kann, wohin er. Inen 42 und seine Kraͤfte zu richten hat, um seinen Wohlstand zu vermehren. Es ist dem Landmann von aͤußerster Wichtig⸗ keit, die Fruchtbarkeit seiner Erde, 60 sehr zu ver⸗ mehren, als es nur moͤglich ist. zie muß die Erde beschaffen seyn, wenn sie alihand Arten von Getreyde, reichlich und alljaͤhrlich, ohne großen Miß⸗ wachs hervorbringen soll? Um dieses gruͤndlich zu behandeln, muͤssen wir erst die Scheidekunst be— fragen, was sie fuͤr Bestandtheile in den Erdfruͤch— ten und verschiedenen Erdarten gefunden hat. Der Chemiker, zerlegt die Koͤrner, das Laub, die Sten— gel und Staͤmme der Gewaͤchse, und findet, daß unsere Erdfruͤchte, allerhand Erdarten, verschie— dene Salze, Oele und Feuchtigkeiten enthalten. Wir schließen also daraus mit Recht, daß eine Erde nur fruchtbar fuͤr Getreyde ist, die diese Bestand⸗ theile alle, in einem gewissen Verhaͤltniß enthaͤlt. Wenn also ein Acker, Kalk, Mer gel, Gips, Bit— tererde, Kieselerde, vitriolische Salze, Sal peter, verschiedene Arten von Oelen enthaͤlt, so ist sie 256 fruchtbar, zum vorausgesetzt, daß keine Hinder— nisse da sind, die, die Fruchtbarkeit der Erde hin⸗ dern. Denn, wenn der Boden zu naß ist, oder, wenn er gar zu locker ist, so kann die beßte Erde, keine reichliche Fruͤchte hervorbringen. Hat die Erde, aber alle diese Bestandtheile in einem sehr guten Verhaͤltniß, so sagt der Landmann, ich habe eine fruchtbare Erde. Er kann nun aber die Be⸗ zandtheile, weder der verschiedenen Pflanzen, noch der verschiedenen Erdarten, so genau erforschen, als der Scheidekuͤnstler, muß sich daher bloß an ge⸗ wissen Wahrnehmungen halten, die wir ihm hier vorlegen und in Erinnerung bringen wollen, da dieselben, ohne Streit, und durch taͤgliche Erfah⸗ rung unserer Landwirthschaft bestaͤtgt, und vͤllig ausgemacht sind, ob sie ihm genuͤgten und Anlei⸗ tung geben moͤchten, seine Fruchtbarkeit zu erho— hen und zu vermehren, und die Verringerung der— selben moͤglichst zu verhuͤten. 1) Es giebt einige Aecker, die außerordentlich fruchtbar sind, sie ertragen jaͤhrlich zehn bis drey⸗ ßig Korn uͤber die Saat, beduͤrfen nur wenig Vieh⸗ duͤnger, und mißrathen, selbst in den schlechtesten Jahren, nicht sehr merklich. Wird ihnen eine dicke Schicht von Duͤnger aufgelegt, so uͤberwaͤchst sich das Getreyde und verfaͤllt. Solche Aecker, sind ihrer Lage nach, meist eben, bisweilen sind sie n— FF I 257 feit Hitd 0 lehmigter Natur und schwere Aecker, bisweilen Her Erde hy⸗ 4 ö ö ö 1 leichte Aecker, die aber ein gewisses klebriges We— dah f, odi ö 056 sen in sich enthalten, das ihre Theile verbindet. behte Erd 3 5 Etd/ Alle Gewaͤchse sind in solchen Aeckern und Wiesen 4 vorzuͤglich schoͤn. num n 2) Wir nehmen wahr, daß im Gegentheil, ei— nige Aecker außerordentlich unfruchtbar fuͤr den Ge— 30 treydewuchs sind; wenn sie schon andere Pflanzen, Rain Baͤume, Straͤucher und Graͤser gut hervorbringen, fershan d so schlaͤgt doch das Getreyde, auch bey der beßten oß an g Luft und Witterung nicht ein. Es ist dieselbe Luft, sm fir dieselbe Sonne, dieselbe Witterung und elektrische wolla, de Materie, die, auf beyde Erdarten, so verschiedene at Efch Wirkung hervorbringt. „Wulg 3) Die Ursache dieser Verschiedenheit, muß und M allso in der Beschaffenheit der Erde liegen, und ist wlnt zu al sonst nirgends zu suchen. Ein Acker ist zu locker, ynung dr daß Luft und Winde sehr tief hineindringen koͤn⸗ nen; ein anderer ist zu fest, daß kein Tropfen Was⸗ Kaordeltlih ser hineindringen kann; ein anderer Acker ist zu hn bis dre trocken, oder zu sehr von Schatten umgeben; ei⸗ Wenig Dit ner hat zu viel Saͤure oder er ist zu naß, oder er chr hat zu wenig Bestaͤndtheile, die die Pflanzen er— hnm ei fordern. Oewch 4) Wenn auch alle diese Hindernisse gehoben 0 Wr sind, so ist der schlechte Acker doch so weit nicht zu Wulasws verbessern, daß er dem guten Acker gleich kaͤme; 17 —‚........... SDRDRDꝑ‚D‚E‚I‚I‚iI‚. 258 man sagt, es ist ein schlechter Boden, der nicht zu verbessern ist. 5) Nehmen wir nun aber die Scheidekunst zu Huͤlfe, die die verschiedenen Erdarten genau unter— sucht, die die Bestandtheile der Pflanzen sorgfaͤl— tig abscheidet: so ergiebt sich, daß gewissen Erdarten, einige Bestaͤndtheile, die das Getreyde fordert, mangeln. Es ergiebt sich, daß fast alle Getreydear— ten, wenn sie chemisch untersucht werden, verschie— dene Erdarten in großem Ueberfluß haben; daß Oele und Salze, die geringste Anzahl der Theile sind, die sie aber doch enthalten. 6) Wir nehmen wahr, daß die Duͤngung vom Vieh, gewisse Aecker schnell wieder herstelle, und in guten fruchtbaren Stand setze, dere Erdarten, nur wenig merkliche Verbesserung, durch Viehduͤnger annehmen, der sehr kurze Zeit daure, daß eine unzaͤhlbare Reihe von Jahren, von Duͤnger und Arbeiten dazu gehort, um einen schlech— ten Acker nur aenn zu verbessern. 7) Daß einige Aecker, durch vegetabilische Duͤng⸗ mittel, wenn sie gefault haben, eine starke Verbes⸗ Wenn Sponerde, verfaulte daß aber an-⸗ serung annehmen. Spaͤne, auf gewisse Aecker gefuͤhrt werden, so ver— aͤndert sich der schlechte Acker außerordentlich. Auf anderen Aeckern bringt der Teichschlamm, eine große Verbesserung hervor, die lange dauernd ist. —— 259 der tiht Daß die Erde, bey einer guten fruchtbaren — 0 deschaffenhei durch die schaͤdl iche, mangelhafte R Beschaffenheit der Luft, des Wassers, des Feuers . i oder der Sonne, nicht viel von ihrer Fruchtbarkeit —01 verliert; daß aber doch die Fruchtbarkeit der Erde, ö 6635 besonders im Fruͤhlinge wirksam ist. Alle Gewaͤchse * Iut schießen um diese Jahreszeit vorzuͤglich heran, und 5668 die fruchtbarmachende Materie wirkt alsdann, be⸗ , tasst sonders auf die Wurzeln der Pflanzen. Nachher 4 um Johannis und Jakobi, vermindert sich Ml ihre Wirksamkeit immer mehr. Mangel an Regen und Thau, haͤlt das Wachsen der Pflanzen auf; gung von in losem Acker werden die Pflanzen, durch den sülbe, wd Mangel an Wasser zerstoͤrt und gerathen nicht. duß aber al 9) Man nimmt wahr, daß Luft und Sonne, Vubiseu ein vorzuͤglich wirksames Befoͤrderungsmittel der lze Hit Fruchtbarkeit sind. Erde aus der Tiefe hervorge— Ihnn, bon holt, wird durch die Luft fruchtbar; werden die Run schlah⸗ Erdkloͤße auseinander geroͤffelt, an Luft und Sonne gebracht, wird die Erde oft gepfluͤgt und geegget, sche Dürg so befoͤrdert diese Arbeit, die Fruchtbarkeit un⸗ auke Verbo gemein. „ Mufat 10) Daß die Luft und Sonne unaufhaltbar o der auf die Erde wirken und sie fruchtbar machen, wenn aulch. Af die Erde der Luft und der Sonne ausgesetzt ist. Daß um, el aber bey? Beraubung der aͤußern Luft und Sonne, iun Pflanzen in Kellern und Stuben, im Winter nicht 17 260 fertwachsen wollen. Die Sonne und Luft muß allso, eine gewisse Materie, der Erde mittheilen, die sie fruchtbarer macht. Man erklaͤrt sich das auf die Art, daß man die Erde sich als einen alka⸗ lischen, laugenartigen Koͤrper denkt, und zwar eine Erdart mehr als die andere: die Luft aber, enthaͤlt eine saure Fluͤssigkeit, die unaufhaltbar, auf diesen alkalischen Koͤrper wirkt, und ihn in Gaͤhrung setzt. Die Luft enthaͤlt einmal mehr, das anderemal we— niger Sauerstoff, im Fruͤhlinge und im Herbst. Der Augenschein und Proben lehren ihn, daß das Al— kalische sich nach der Saͤure sehnt, und die Saͤure nach dem Alkalischen. Denn gebrannter Kalk wird von der Luft geloͤscht, Pottasche wird fluͤssig. Je mehr nun die Erde alkalisch ist, desto mehr und staͤrker wirkt die Luft, auf die Erde. 11) Er nimmt wahr, daß ein Acker, auf wel— chem Rasen und Strauchholz verbrannt worden ist, oder unausgelaugte Asche, eine ungemein starke Fruchtbarkeit, zu Zeiten in manchen Gegenden bis vierzig Korn uͤber die Saat hervorbringen, wenn der Acker auch sonst nicht die beßte Beschaffenheit haben sollte, daß aber diese Fruchtbarkeit aufhoͤrt, und solcher durch Asche und Feuer gebesserter Acker, hernach mager wird. 12) Wir nehmen wahr, daß Neubruͤche sehr fruchtbar sind, besonders wenn sie starke Rasen, viel gen ger! siott Esel Sa undl so diex helds llles 0 dich tell 261 ind luft un Wanh viel Laubholz, verfaulte Blaͤtter und Aeste getra⸗ lut ihn gen haben, und werden sie noch dazu mit Viehduͤn⸗ nne ger belegt, so ist ihre Fruchtbarkeit außerordentlich; ahen alte sie teagen alsdann gewiß den schoͤnsten Waizen. 13) Daß in der Erde vitriolische Salze und u,ufvsn Eisentheile enthalten sind, die besonders vom Gihun Schneewasser, Eise und Frost aufgeloͤßt werden, d par eine hn auth/ rdee/ Uthalt Eahnug sch. i und weil sie in dem Zustande, leichter Natur sind, Ihuhs. D so kommmen sie oben auf dem Wasser sichtbar in 1 9 4 die Hoͤhe; fließt dieses vitriolische Wasser nicht ab, verduftet aber auf der Stelle, so toͤdtet es meist alle Pflanzen, weil dieses Wasser corrosiv und fres⸗ send ist. Nur wenige sehr harte Gewaͤchse halten diese Schaͤrfe aus. Daß aber diese vitriolische Ma— terie in der Erde nuͤtzlich ist, wenn sie gehoͤrig ab— I geleiter wird, zeigt die Chemie, die verschiedene vi— 1 triolische Salze in den Pflanzen entdeckt hat; nur tirs bloß ihr Uebermaaß, schaͤdet den Pflanzen. VVN Ut Caute Kalk wid »e. V üssg. N YVy und Mehe Nid Immein farke un 0 Ernimmt wahr, daß sc dir Fruchtbarki ngen, werng der Erde verringert, abnimmt, und sich endlich fast 10—— ganz verliert, und daß Viehduͤnger, Teichschlamm, rbütaußn Sponerde, Kalk, Gips und allerhand Duͤngerma— hesemt Ater, terialien wieder auf die Erde gefuͤhrt werden muͤs— sen, wenn sie in gutem Stande bleiben soll, daß ubrcht sh die Fruͤchte der Erde, viele Theile der Frucht— Furle M barkeit herausziehen, und daß Stuͤrme und Winde, Iul 262 einen offnen und losen Acker entkraͤften, welches die Wirthe verschalen nennen. 15) Daß das Koͤrnertragen, die Erde er— schoͤpft, und ihre Fruchtbarkeit sehr verringert, daß aber Stengel, Blaͤtter und Bluͤthen, ohne daß die Fruͤchte und Koͤrner auswachsen, die Fruchtbar⸗ keit nicht im geringsten schwaͤchen. 16) Daß die Abwechselung der Saaten, laͤnger die Fruchtbarkeit erhaͤlt, als wenn immer die naͤmlichen Saͤmereyen, wieder in dieselbe Erde gebracht werden. 17) Daß die Ackererde fuͤr den Getreydewuchs nicht tiefer, fruchtbar gemacht werden darf, als fuͤnf Zoll, und daß eine feste Unterlage, immer besser ist, als eine lose, weil erstere, laͤnger die den Pflan⸗ zen noͤthige Feuchtigkeit erhaͤlt, und noch von un— ten, die Wurzeln anfeuchtet, wenn von oben keine kommt; daß die sandige Unterlage sich immer wieder mit der obern Schicht vermischt, und die Kruhme der Erde, die fuͤnf Zoll fruchtbare Erde gleichsam verduͤnnt. Daß Lehm aber, in der Hinsicht nuͤt— licher ist, weil, wenn der Lehm sich mit der obern Erde mischt, dieselbe besser wird. 189) Daß die fruchtbarmachende Materie sich nicht in die Tiefe der Erde hineinzieht, sondern daß sie sich in die Luft zieht, verdunstet, auch durch die Gewaͤchse ausgezogen wird. Wuͤrde sie sich in die Tiefe der Erde hineinziehen, so muͤßte die untere Cuhm PAl Mune Hchsam Erde, mit jedem Jahre, an Fruchtbarkeit zuneh- men, das ist aber wider alle Erfahrung. Bloß die obere Schicht der Erde, so weit der Pflug geht, wird nur allein verbessert. 19) Daß die Ruhe, der Erde E. ist. Hier betruͤgt sich aber der praktische Landmann in seiner Vorstellung, denn nicht die Ruhe an sich, bringt ihm Vortheil, wenn er denselben Acker, ohne ihn zu besaͤen, oft pfluͤgen wuͤrde, ihn also nicht in Ruhe ließe, so muͤßte ihm das mehr Vortheil bringen. Die Ruhe, die dem Acker aber nuͤtzlich ist, ist die Ruhe von einer gewissen Art Pflanze, die der Acker, in langer Zeit nicht getragen hat. Wenn des Landmannes Neubruͤche fruchtbarer sind, als das alte Land, so kommt das von den Graͤ— sern und Wurzeln her, die waͤhrend der Ruhe dar— auf gewachsen, und beym Auflockern, verfaulen und Moder machen, denn verfaͤulte Pflanzen, sind ein vorzuͤgliches Befruchtungsmittel der Erde. 20) Daß in der Erde, zur Fruchtbarkeit der selben, gewisse Oele und Salze nothwendig gehoͤ— ren, daß dieselben in der Erde befindlich sind, aus der Luft in die Erde kommen, und durch Duͤn— gungsmittel, in die Erde hineingebracht werden, obgleich nur sehr wenig. 21) Daß Lehmaͤcker mehr Koͤrner, aber gerin— gere Halme und Stroh; Sand und leichte Aecker 264 aber, besseres laͤngeres Stroh, viele Blaͤtter, aber verhaͤltnißmaͤßig wenigere Koͤrner tragen. Daß Gewaͤchse der leichteren Aecker, eher von Frost ver— letzt werden, daß der Frost, den Pflanzen im Fruͤh⸗ linge, wenn er sie nicht toͤdtet, die dunkelgruͤne Farbe nimmt, sie bleich und unansehnlich macht. 22½) Endlich nehmen wir wahr, daß bloß Duͤn⸗ gung vom Vieh und anderen Thieren, und ver— faulte vegetabilische Materialien, als von Holz, von Graͤsern, von Stroh, die beßten und vorzuͤg— lichsten Duͤngungsmittel der Erde sind; daß mine— ralische Verbesserungsmittel, als Kalk, Mergel, Gips, nur alsdann große Wirkungen, auf die Fruchtbarkeit hervorbringen, wenn die Erde voll animalischen und vegetabilischen Duͤnger ist, daß aber eine Erde, die keine animalische und vegetabi⸗ lische Duͤngung enthaͤlt, durch die mineralischen, gar nicht verbessert werden kann; vielmehr toͤdten die mineralischen Verbesserungsmittel, wenn sie in großem Ueberfluß auf die Erde gebracht werden, alle Pflanzen, und sind an sich unfruchtbar. Wir wollen diese Wahrnehmungen, die jeder Landmann beobachtet hat, und die ausgemacht sind, zum Grunde legen, und dann, der Fruchtbarkeit der Erde weiter nachspuͤren. Zur Erleichterung der Uebersicht, wollen wir vier Fragen aufwerfen und beantworten, welches ein naͤheres Licht uͤber — 8888..—— di dat . und Ed s m. el fth zh, W tie, Weid fu P.0 Vlit Hal dün M/ ——— ——————— 2 255 Bland, un diesen Gegenstand, dem praktischen Landmann 7 0 darstellt. ö aandst 1) Was ist die Fruchtbarkeit der Erde, so viel um ingrüh wir sie zu kennen im Stande sind. Müukegrünt 2) Wie und wo kommt sie wieder her, diese HOrlic nn uu Macht. unerschoͤpfliche Fruchtbarkeit der Erde. 3) Wodurch kann der Landmann, sie auf sei— UeSe det Uh Lüy⸗ lntd, und vi⸗ nem Acker vermehren. als vn hohß, 4) Wodurch wird sie vermindert und gestoͤrt. nund tgy I) Was ist die Fruchtbaͤrkeit der Erde? Es daß min⸗ ist eine Materie, die den Pflanzen, Wachsthum , Maga, und Fruͤchte giebt, und besteht aus verschiedenen u, auf de Erdarten, verschiedenen Salzen, allerhand Fluͤs⸗ Cde vol sigkeiten, Luftarten und Feuertheilen, die in einer nntt ist, diß unnachahmlichen Vermischung, und in einem ei— Idynth genen Verhaͤltniß dieser Theile unter einander, be— nnnalsthn, stehen muͤssen, wenn sie den Wurzeln der Pflan⸗ Whr Hoen zen, in der Erde zugefuͤhrt werden, und nur in poni si in der Erde, durch Mitwirkung der elektrischen Ma— wedez, terie, aus allen Elementen gemacht und zubereitet n. werden. Nur die Erde hat die Faͤhigkeit, die u, di jde fruchtbare Materie fuͤr die Pflanzen zu bereiten. Wblith Pflanzen in Wasser gezogen, bringt sie bis zur uttuͤlt Bluͤthe, aber nicht zu Koͤrnern und Saaten. Gahmm Hat die Erde nun aber selbst, nicht gewisse noth— duͤrftige Bestandtheile der Pflanzen, so geraͤth die n Awef ö ö 67 n Pflanze auf dieser Erde nicht gut. Wir bekom— 04 0 43 Ucht M 2 66 men diese Materie nicht anders vor unsere Sinne, als entweder in ihren unvermischten Theilen, Er— den, Wasser, Luft, Feuer, elektrische Materie, oder wenn sie schon in die Pflanzen und Fruͤchte uͤbergegangen ist, und Theile derselben gebildet hat, daher ist die Untersuchung dieser Materie unmoͤg⸗ lich. Die Scheidekunst bringt einzelne Theile die— ser Materie hervor, aber nicht diese im gehdriger Verhaͤltniß vermischte Materie, wie sie in die Pflan— zen uͤbergeht. Es geht auch nach und nach in die Pfl jedesmal nur so viel aus den Elementen uͤber, als die Pflanze bedarf und aufnehmen kann; folglich 18 diese Materie nie zusammengesetzt und fertig in der Erde vorhanden, sondern sie ist eher nicht da, als in der Pflanze, und auch da nicht jedesmal vollstaͤndig, sondern immer nach den Be— duͤrfnissen der dermaligen Pflanze; wenn dieselbe zu wachsen anfaͤngt in ihrer Jugend, ist sie anders, und wieder anders, nach Maaßgabe der Zeitigung des Gewaͤchses. Diese Materie ist der Stoff aller Körper, sie bringt nach Verschiedenheit der Wuͤrzel der Pflanzen, auch verschiedene Gewaͤchse und Fruͤchte hervor; die Materie ist immer dieselbe, nur die verschiedene Beschaffenheit und Struktur der Wurzel des Stammes, der Blaͤtter und Bluͤthen macht, daß bald diese, bald jene Pflanze und Frucht, aus einer und derselben Materie entsteht. — — 207 Die Elemente liefern die Bestandtheile dieser Ma— terie, Erdtheile, Salze, Fluͤssigkeiten, Oele, Feuer— theile, und das Gewaͤchs hat die Faͤhigkeit und Be— schaffenheit, diese Theile anzunehmen und zu ver— arbeiten. Eine jede Wurzel hat eine andere Be⸗ schaffenheit und Struktur; nach dieser ihr eigen— thuͤmlichen Struktur, nimmt die Wurzel, aus den Elementen, nicht mehr, als das Gewaͤchs bedarf. B. nimmt die Wurzel des Apfelbaumes, saure Salze mehr als die Kartoffel, und laͤßt die uͤbri— gen Theile stehen. Findet die Wurzel nicht die Theile zu vielen Fruͤchten, so traͤgt der Stamm auch nicht viele Fruͤchte, in dem derzeitigen Jahr, oder in der Erde, wo sie steht. Fast alle Koͤrner und viele Fruͤchte enthalten sichtbare Dele. Der Ge— ruch und Geschmack der Pflanzen, setzt verschiedene Salze zum voraus. Man zieht Spiritusse aus den Pflanzen, wenn sie gegoren— 8 und gewisse Luftarten aus ihnen entwickelt sind. Die Erdtheile der Pflanzen zeigt ihre Aufloͤsung durch die Faͤul—⸗ niß, ihre chemische Zerlegung zeigt, daß alle Pflan— zen, Gips, Kalk, Bittererde, Thonerde enthalten. Das H aller Pflanzen laͤßt sich leicht auspres⸗ fen. Die Bluͤthen muͤssen durchaus, Sonne, Waͤrme und Licht haben; es kommen Pflanzen aus der Tiefe des Wassers, in die Oberflaͤche her— vor, um zu bluͤhen, und Feuertheile zu empfan— 268 gen, und wenn sie abgebluͤhet haben, gehen sie wie— der in die Tiefe des Wassers zuruͤck. Ohne Luft besonders und zwar freye atmosphaͤrische Luft, ver⸗ geht die Pflanze gleich, und das Saatkorn ver— fault sicherlich, wenn es nicht vollen und freyen Zugang der Luft hat. Farbe, Geschmack, Staͤrke und Zeitigung der Pflanzen unterbleibt und erfolgt nicht, ohne daß dieselbe, den freyen Genuß aller Elemente und der elektrischen Materie in der Luft hat. Fehlt eins der Elemente, bey dem Wachsthum der Pflanze, so geraͤth dieselbe nicht vollstaͤndig. II) Wie und wo kommt sie her, diese uner— schoͤpfliche Fruchtbarkeit der Erde? Besteht die Fruchtbarkeit aus einer Mischung der Elemente, so ist es natuͤrlich, daß sie aus allen Elementen her— kommt. Es giebt jedes Element etwas zum Gan— zen her. Die Erde giebt die festen Theile der Pflanzen, alles Holzige, Mineralische, verschiedene Salze, Oele und Eisentheile. Das Wasser giebt alle Fluͤssigkeiten, fixe Luft, Gipskalk. Das Feuer allerhand fluͤchtige Salze, Geruch, Geschmack, brennbare Theile. Die Luft, verschiedene Luftarten, die in den Pflanzen enthalten sind, viele Salze. Denn die Erde, die See, die Geschoͤpfe dunsten bestaͤndig aus; die atmosphaͤrische Luft ist voller Stoff zu 269 gehenseen den Pflanzen. Ueberdem wirkt noch die Luft auf Ihne In die andern Elemente, sie wirkt zur Fruchtbaͤrkeit h lust yy auf die Erde, das Wasser, das Feuer und auf die Lunlhrn er Pflanze selbst. Die reine Erde ist an sich ein tod⸗ EII ter Koͤrper, nach den Versuchen eines Helmont und Tunt Cütt Volents, sie ist nur die Gebaͤhrmutter der Pflan⸗ Ihuda zen, der Koͤrner und Wurzeln. Daher ist es er⸗ Onn Un klaͤrbar, daß die Erde nicht ab, nicht zunimmt. indeufthu Allein der Moder in der Erde, giebt das Mehreste Wuöbhum d. zu den Gewaͤchsen her, so viel als die Pflanze be⸗ Inun darf, wenn sie großen Vorrath an Moder hat. Der 1. Moder ist ein sehr belebter und viel enthaltender Nilt de Koͤrper, und ist uͤberall in jeder Erde, mehr oder Eument, weniger. Es ist der schwarze Staub, welcher der Aematnke natuͤrlichen Farbe der Erde, eine dunklere Farbe 7 u giebt. Es sind schwarze Staubkoͤrnchen, die, die Erde schwaͤrzer, brauner, dunkler an Farbe machen. Mi Moorerde, Sumpferde faͤrbt zwar auch die Erde H schwaͤrzer und dunkler, allein diese Erde hat gar keine Aehnlichkeit mit dem Moder; sie ist von Saͤure fast ganz gesaͤttigt, leidet von der Luft keine Veraͤn⸗ W derung, und ist leer von allen befruchtenden Theilen. Der Moder aber ist nicht Erde, sondern es sind aufgeloͤsete Koͤrper aller Art. Er besteht, 1) aus verfaulten Thierkoͤrpern, die in und auf der Erde bleiben. Voͤgel, Wuͤrmer Insekten, Am⸗ phibien, vierfuͤßige Thiere in der Erde und auf der 270⁰0 Erde sterben und verfaulen in unzaͤhliger Menge; die Haͤute der Thiere machen den Moder. 2) Der Auswurf der Thiere vertrocknet bloß, oder er verfault und giebt Moder. Wenn er nicht verfault, so digerirt er und giebt der Erde Moder, der hernach doch in Gaͤhrung geraͤth, wenn er in der Erde sich vermischt hat. 3) Alle Arten von Pflanzen, Graͤsern, Wur⸗ zeln, Baumstaͤmme, Spaͤne, Blaͤtter, Rinden, Saatkorner, Stoppeln gehen in Moder uͤber. 4) Alle ausgebrannte Koͤrper, Asche, Lauge ꝛc. 5) Der Bodensatz vom Regen und Schnee. Dieser Bodensatz ist nichts geringes seit undenklichen Zeiten, im offnen Acker. In festem Acker fließt derselbe, von den Bergen fort, in losem Acker seigt sich das klare reine Wasser durch, und die Moder⸗ theile des Regens, bleiben in der Erde oben und machen Moder. 6) Schlamm von Teichen, der Auswurf der Fische und Amphibien, machen Moder. 7) Der Staub von allen Koͤrpern, die Haare der Thiere, vermoderte Knochen, Hoͤrner, Klauen, Blut und dergleichen mehr. Nun bekommt die Ackererde, allerhand Materia— lien zu ihrem Moder zuruͤck, Wurzeln der Pflan⸗ zen, Stoppeln, die Duͤngung, Spaͤne, ausge⸗ langte Asche. Die Baͤume geben Blaͤtter, Sten⸗ Uun pie g 800 are Ruch ulit, BI wix! ‚ 0 gew Moh .— ——————— 271 Her Nagz gel, Reiser. Es sterben so viel Insekten, ihre Haͤu⸗ r. tung, ihre todten Koͤrper, so vieler Auswurf der wochet b Thiere und Insekten, der Regen und Schnee; denn dumer nich mit den Duͤnsten steigen so viele leichte Theile in die NRo Luft, die sich mit dem Regen und Schnee verbin— mai den und herabfallen. Daher verliert die Erde nur durch die Gewaͤchse, das Fremde, das sie erhalten Onlen, Vu⸗ hat, aber von ihren eigentlichen Theilen nichts, Im. Nudn. bleibt also immer wie sie ist, und nimmt nicht ab, I nicht zu. , e. Der Moder macht die Fruchtbarkeit, auf eine 0 Eüun zwiefache Art. Er enthaͤlt die Bestandtheile aller Idathehen moͤglichen Koͤrper, da er nur aus aufgeloseten dilt Koͤrpern besteht, erstlich dadurch, daß er seine 70 Theile den Pflanzen giebt. Wenn sie mit einer ge⸗ 10. hoͤrig verhaͤltnißmaͤßigen Men ige Wasser gemischt mni sind, so entsteht ein Gas, eine mephitische Luftart, 75 und ein Kohlenstoff, der mit 120 heilen aus dem Mo-⸗ Wnf dr der erfuͤllt ist, und vermoͤge der Luft, der Waͤrme, durch die Roͤhren der Pflanzen, in dieselbe hinein— tritt, und die verschiedenen Theile ansetzt, wie das ö 5— Blut in thierische Koͤrper. Aus dem Moder, den ler, Mn wir uns als einen alkaͤlischen Koͤrper denken wol— ym len, werden durch den Sauerstoff in der Luft, mit i Huͤl lfe der Waͤrme und angemessener gewisse Luftarten entwicke lt, etwa so, als wenn Han, man auf Kalk oder Kreide, einen sauren Gas auf⸗ HI 2 272 gießt, so entsteht ein Brausen; es werden Luftaͤr⸗ ten eiltwickelt, die fluͤssig sind, und aus einem Glase in das andere gegossen, aber nicht gesehen werden koͤnnen. Zweitens, wirkt der Moder, durch seine besondere Faͤhigkeit, mit Feuer, Wasser, Luft und Erde in Verbindung zu treten; er ist das Mittel, durch welches, die Elemente, auf die Pflanzen wir⸗ ken, fuͤr seine Beschaffenheit hat die Wurzel, eine gewisse Zuneigung und Reiz, sie zieht sich nach der Stelle hin, wo Moder ist, und alle Elemente zie⸗ hen sich nach dem Moder hin, und wirken auf den⸗ selben. Der Moder wirkt auch durch seine bin⸗ dende Kraft; seine außerordentliche Feinheit, sein in ihm vorraͤthiges Oel, Salz, Erdarten, welche sich um und an die Wurzel anlegen und sie umschlie— ßen. Er weckt durch seine Neigung, die Feuch⸗ tigkeiten der Luft an sich zu ziehen und zu behalten. Da der Moder aus sehr feinen Theilen besteht, so legt er sich fest zusammen und verbindet sich mit al⸗ len Erdarten; die Wurzeln der Pflanzen gehen in den Moder sehr leicht hinein, und empfangen, ver⸗ moͤge ihrer Struktur, den Gas, oder die Luftart. Endlich der Moder enthaͤlt in dem beßten Verhaͤlt⸗ niß, die verschiedenen Bestandtheile der Pflanzen. Ein ungleiches Verhaͤltniß der Bestandtheile, ist der Fruchtbarkeit hinderlich. Zu viel Kalk, Gips, Salze, Oele, Fluͤssigkeiten toͤdten die Pflanzen, Rr en Wunn) lt —. —— 273 Herden uft so lange das Verhaͤltniß ungleich ist. Manche Erde Heinem G hat auch schon einige Bestaͤͤdtheile der Pflanzen Ischen werde zu viel, als z. B. Moorerde, Sumpferde. Saure Luuch sein Aecker haben zu viel saure vitriolische Salze; reiner Ust und Kalk zu viel alkalisches; solche Erdarten sind daher su Ral untragbar; sie durch Duͤngung allein verbessern Rum wollen, ist theils unmoͤglich, theils erfordert es VA eine sehr lange Zeit. Da der Duͤnger allein, wenn HAschuch er nicht schon gewisse nothwendige Bestaͤndtheile der Genem Pflanzen in der Erde, vor sich findet, nicht genug — derselben liefern kann. Wie nun die Elemente un— Hshe b erschoͤpflich sind, so ist es auch die Fruchtbarkeit. Das Wasser aus der Luft hoͤrt gar nicht auf herab⸗ zufallen; die See, die Erde, duͤnsten unaufhoͤrlich aus, und machen Duͤnste in der Luft, sie fallen als Regen oder Thau herunter, gehen wieder in die inheit, sein Rh, Welche * Ve umschsi Whe umschlie „in Hoͤhe und fallen unaufhoͤrlich herab. Die Sonne , 6 hat einen unerschoͤpflichen Vorrath von Licht und usch nita Feuermaterie, die Luft bleibt immer dieselbe, und inn gehen in nimmt nicht ab; der Vorrath von Modererde ver— liert sich auch nicht, er vermehrt sich vielmehr, je mehr Geschoͤpfe entstehen und vergehen: so ist denn die Fruchtbaͤrkeit unerschoͤpflich, da die Erde immer fangen, der⸗ ten WII 2— . die Werkstaͤtte der Zubereitung der fruchtbaren Ma— N*r Mfan zen.** 2 Ha terie ist, und unveraͤndert bleibt, und die Jahreszei— Retheile, N C , Gt ten immerfort ordentlich abwechseln. / 50 U1U 18 274 II) Ich kann nun die dritte Frage vorlegen, die uns naͤher angeht: wie kann der Landmann, die Fruchtbarkeit seiner Aecker vermehren, unfrucht— bare Aecker fruchtbar machen? Wir haben nur die Erde in unserer Gewalt, die uͤbrigen Elemente haͤn⸗ gen nicht von unserer Willkuͤhr ab; wir koͤnnen also nur auf einen kleinen Theil, unsere Thaͤtigkeit richten. Daher glaͤubt auch der praktische Land⸗ mann, daß die Fruchtbarkeit bloß in der Erde, und bloß an der Erde gebunden ist. Aber zu unserem Trost finden wir, daß, wenn unsere Erde, nur eine gewisse gute Beschaffenheit hat, die uͤbrigen Elemente unaufhaltbar zur Fruchtbarkeit der Erde wirksam sind. Wenn wir also nur bemuͤht sind, der Erde, die gehoͤrige gute Beschaffenheit zu ge— ben, so ist sie fruchtbar und wird immer fruchtba— rer, je mehr wir ihre Hindernisse wegschaffen und wegraͤumen. Dem praktischen Landmann ist es nun gar nicht zu verdenken, daß er, die ganze Frucht⸗ barkeit bloß in der Erde sucht. Es werden jaͤhr⸗ lich, so viele Fuder Stroh und Köͤrner, wirkliche Koͤrper, die ihm sichtbar sind, vom Felde herabge— fuͤhrt. Er fuͤhrt jaͤhrlich eine solche Menge Duͤn⸗ ger von allerhand Art, animalische, vegetabilische, mineralische Koͤrper, hin auf das Feld, daher ist es ihm erklaͤrbar, daß die Erde nicht ab, nicht zu⸗ nimmt; denn er denkt, daß seine hingefuͤhrte Duͤn— zung/ bikdet stelung mach, lsog an sis loch, nimm chwin I IPSit Uat, du Atet v Hat, U Esent; ff, f tlh ehsch nst un Hahe uitn 1. Ludnon Wer unftud Vhn uur Nümntt Hiß I. Ir fhmnen Mer uunsan Iie Erv, an „ d uhhen lat det Erde udmüht sid Ffahett zu immr fructh Rehshafen im Imann ist gumze drucht erden jht net, wirklich Fide hehe ö M. V Zux ö uwhlsch deber sst 275 gung, dort verarbeitet, in anderer Gestalt ihm wieder gegeben wird. So kann er sich eine Vor— stellung von dem Wesen der Fruchtbaͤrkeit der Erde machen, und da ihm das deutlich ist, so haͤlt er sich bloß an die Erde, ohne daß er die Bestandtheile seines Duͤngers kennt und untersucht. Dazu kommt noch, daß er wirkliche Salze in der Erde wahr— nimmt, ein vitriolisches Wesen auf dem Wasser schwimmen sieht, das ihm seine Pflanzen, wenn es uͤberfluͤssig vorhanden ist, verdirbt; daß es fres⸗ send und faͤrbend ist, indem er es zu seinen schwar— zen Faͤrbereyen uͤberall braucht und anwendet. Er hoͤrt, daß aus Erde und Duͤngung, Salpeter be— reitet wird, daß die Erde, Geschmack und Geruch hat, und allso Salze enthaͤlt. Er weiß, daß die Eisentheile uͤberall in der Erde verkalkt befindlich sind. Er sieht, daß es gewisse Erdarten giebt, als Kalk, so lange er ungeloͤscht ist, und Mergel in rohem Zustande, schnell und stark von Saͤuren aufbrausen und gewisse Luftarten entwickeln. Er— fahrne Landwirthe versichern ihm, daß ungebrann⸗ ter und fein zerriebener Gips, dem Klee ausneh⸗ menden Wuchs verstattet, und der Scheidekuͤnst⸗ ler versichert ihm, daß der Gips, ein erdichtes Mit— telsalz ist. Aus allen diesen Betrachtungen haͤlt er sich bloß an die Erde, und er hat ganz Recht; nur durch die Verbesserung der Erde, wird er seine 49— 276 Fruchtbarkeit erhoͤhen. In wie fern aber die Ele⸗ mente, seine Erde fruchtbar machen, das ist seine Sorge nicht; er thut seine Pflicht, und uͤberlaͤßt den Elementen, ihre Wirkung. Indessen belauscht doch die Wirkungen der Luft, und bequemt sich 9—0 ihren Einwirkungen. Er bearbeitet die Erde, macht sie locker und fein, und bringt eine todte un⸗ fruchtbare Erde, aus der Tiefe hervor, und ohne daß er sie duͤngt, oder vermischt, sieht er sie frucht⸗ barer werden, als eine schon lange an der Luft ge— legene Erde. Das Bearbeiten der Erde mit der Schaufel, wodurch jedes Theilchen aus einander geroͤffelt, und an die Luft n findet er viel vortheilhafter und nuͤtzlicher, als das Pfluͤgen, wobey viele Erdkloße Wiabsserdffo Rden er ur⸗ theilt also richtig, wenn er, da die Schaufel allein zu wenig Erde fein machen kann, sich andrer so gu⸗ ter Werkzeuge bedient, als er nur finden kann, um seine Erde moͤglich fein durch Pflug und Egge zu machen. Man sagt ihm, in der Luft ist eine saure Fluͤssigkeit, von der er bemerkt, daß sie vom Fruͤhlinge bis etwa Johannis, merklich auf die Erde wirkt, sie locker und fein macht und leicht aus einander kruͤmelt, und daß das, die Bluͤthe der Erde ist, die er bemerken, und dann seine Saat in die Erde bringen soll. Diesen Umstand findet er all— jaͤhrlich in der Natur auf seinen Aeckern, zu einer Wirthe! 7 wirtoenn o ial Eaben 6 us I der durnze ais ilabt M, u, das is XIII Msen belaust vent st Wubaddi Erde, WMu⸗ Heht et sie ftut an der dft „F. 1 EID MIt 2 V. Hoet aus einatd wird, fudet 0 Pfagn bleben, etl. Schaufftll sch andrerso snden lunt flug und Cgz medn r Mft ist en „daß sie zi gerllih auf und Lht a Buthe ER E Cadt h ud fdet l elnn, Ann 277 Zeit mehr, zu einer andern weniger. Er bemerkt, daß auf einen moderreichen Acker, die Luft am staͤrk— sten und unwiderstehlich wirkt. Um nun den Grad der Fruchtbarkeit immer mehr zu erhoͤhen, bringt er so viel Moder in seinen Acker als nur moͤglich ist, und weiß sicher vorher, daß die Luft, ihre Wirkungen aͤußern wird. So bleibt also die alte bekannte Regel der Land— wirthe fuͤr die mehrsten Aecker feste stehen: schaffe so viel Moder auf den Acker, als es nur moͤglich ist, thue alles Moͤgliche zur Fruchtbarkeit der Erde, pfluͤge sie mehreremale, bearbeite sie zu rechter Zeit fein, bringe die Erde an die Luft; bringe Kalk, Mergel, Gips auf deinen Acker; besitze den beßten Acker, Mergelboden, schwarzen Grand, aber duͤnge ihn nicht, vermehre nicht den Moder immer von Neuem auf deinem Acker, so wird ohnerachtet des guten Bodens, die Fruchtbarkeit immer mehr abnehmen. Nur viel Moder in deinem Acker, macht viele Halme und viele Körner; ein moderar— mer Acker setzt im Anfange viele Halme an, aber sie bleiben stehen und wachsen nicht aus, oder wenn sie durch Naͤsse und gedeihliche Witterung ausge⸗ trieben werden, so haben sie wenig Koͤrner und nur kurze Aehren. Es scheint, daß eine gute Erde, der durch die Duͤngung leicht aufzuhelsen ist, vor— zuͤglich viel solcher Theile schon in sich enthaͤlt, die, 278 die Pflanzen am mehrsten brauchen, als z. E., Kalk. Da aber auch die Pflanzen, andere Be— standtheile erfordern, die durch das Ertragen der Gewaͤchse besonders der Saaten, aus der Erde ge⸗ nommen sind, und dieselbe gleichsam von gewissen Theilen erschopft haben: so ersetzt die gefaulte Vieh— duͤngung, das Fehlende und Abgegangene, und stellt die verlorne Vollkommenheit wieder her. Ist aber eine Erde leer von den vorzuͤglichen Bestandtheilen der Pflanzen, die sie am mehrsten brauchen, so thut die Duͤngung nicht die gehoffte Wirkung, oder es sind sehr viele Jahre erforderlich, um den Bo⸗ den nur einigermaßen im Stande zu erhalten. Wo bekommt der Landmann nun aber, auf die leichteste und geschwindeste Art, so viel Moder in seinen Acker her, um die Fruchtbarkeit moͤglichst zu er⸗ hoͤhen, oder wenigstens sie auf guten Aeckern im⸗ mer gleichmaͤßig zu erhalten? Die Herbeyschaffung des Moders durch Duͤngung, ist bey der Größe unserer Felder, nicht von großer Bedeutung, be⸗ sonders in gewissen Erdarten, wo eine duͤnne Lage Duͤngung, keine merkliche und dauernde Veraͤnde⸗ rung hervorbringt. Auf schlechtem untaugbaren Boden thut unsere Duͤngung wenig, und der Haupt⸗ endzweck, die Natur des Ackers nach und nach zu verbessern, wird nicht erreicht. Hat die Pflanze, den eingebrachten Moder wieder herausgezogen, so stsen Erde fol steht it liat sch 6⁰ udere A hern yas Früch gt Moebu Mu51 sn Eng luh. C VG gung i Vah yht nie 3de nuck sea heey z WunR dna y zen erge⸗ sem wo. baxer zr auf deRn der Lemn stn ußß , dt a, anden I Ettagmy Wder Erde 0 en gissn gfgih Wunun u silt Wiuthh à hauchen, Miumz o00 um den Bo⸗ thalten. Do Adi lichtete Ider in seile ogliht zu e un Hakern in Aahpsafun N Gwht heutung, bs xüane Lan de Drinde 11 und de Heube Haaah h 0M Pfanh NN ist sie unfruchtbar, bis wieder neuer Moder in die Erde kommt. Nach unsern Wahrnehmungen, be— steht die Fruchtbarkeit der Erde nicht, sondern ver⸗ liert sich, in Zeit von zwey bis drey Jahren. Sollte es ausser dem Viehduͤnger, nicht noch andere Mittel geben, den Moder, auf seinen Fel— dern zu vermehren, da doch nur viel Moder, viele Fruͤchte hervorbringt? Wir erinnern uns, daß Moder auch bloß aus verfaulten Pflanzen entsteht. Man hat Felder mit bluͤhendem Buchwaizen, Erb⸗ sen, Hanf, umgepfluͤgt, und hat seinen Acker zum Ertragen des Getreydes, ungemein fruchtbar ge— macht. In der Ukraine darf nicht geduͤngt wer— den; der Boden hat schon so viel Moder, die Duͤn⸗ gung ist diesem Acker schaͤdlich. Man braucht den Viehduͤnger, an einigen Orten nur zur Feurung, nie zum Duͤnger. Der Landmann darf nur zu— ruͤck sehen, wie fruchtbar seine Neubrüche waren, die er, zum ersten und zweitenmale besaͤete. Haͤtte er den neugebrochenen Acker, noch zugleich mit Vieh— duͤnger versehen, so haͤtte er den reichlichsten Wai zen ererndtet, wenn es auch ein Sandacker gewe— sen waͤre. Bey der Bemuͤhung, die Erde frucht⸗ barer zu machen, muß nun aber immer Ruͤcksicht auf die Unkosten und Kraͤfte genommen werden, die der Landmann angewandt hat, damit diese Unko— sten und Kraͤfte, nicht sehr weit seinen Ertrag der — qI 280 Aecker uͤbersteigen. Das waͤre wider alle Klugheit, und wider den Wohlstand des Laͤndmanns, der doch eben erreicht und hervorgebracht werden soll; denn das ist ja der letzte Endzweck aller seiner Ar⸗ beiten, seiner angewandten Unkosten und Kraft. Wenn er kuͤnstliche Duͤngersalze bereiten, oder theuer kaufen, wenn er viel Arbeit und Menschen⸗ haͤnde herbeyschaffen soll, und nun doch nichts mehr, als kleine Stuͤcke Aecker sehr fruchtbar ge— macht hat, die ihm etwa vierzig Korn uͤber die Saat ertragen wuͤrden: so will das im Ganzen und auf das Ganze der Oekonomie nicht viel bedeuten, und koͤnnte in einigen Faͤllen, die Arbeit und Unko⸗ sten aufwiegen. Wenn er Gips kaufen und weit herholen soll, wenn er, Kalksteine, viele Meilen weit suchen, herbeyfuͤhren und sie brennen soll, wenn er seine tiefliegenden Mergelgruben ausgraben und auf seine großen Felder weit und breit verfuͤhren soll: so uͤbersteigt das bey weitem seinen Ertrag der Aecker. Er hat bey diesen uͤbrigens reellen Ver⸗ besserungsmitteln, so viel Unkosten, daß er erst arm werden muß, um reich zu werden. Oder wenn er Buchwaizen, Erbsen und dergleichen mehr, auf ganze Felder saͤen, und diese, in voller Bluͤthe ste⸗ henden Pflanzen umpfluͤgen will, ohne die Reife der Fruͤchte zu erwarten, um durch diese Mittel, seinen Acker zu verbessern; so muͤßte ein ungeheu⸗ Eil solhen! s m undaue HandteE und aß Dapuiß te, d mm stathu muhsen mehrette bssewl u un nichthy jeht xN Rh matg; Rt ol nde Juttg in deS odiehtz — aussem Vunlgs sch lin Rall Ruht WManns, erden sil. finr Y. a Kun Rautm, eder udR r fruchthar g Vonm uhet Mund hil bedeuten, dit und Uno⸗ Ren und weit I Malen wet un scl, den uuben u ul Hefihren NErnah der tetlen Ver⸗ f et eist un Der wenn t N Rif⸗ MN Mint i angehn 28¹1 ret Ertrag seines Waizens, Roggens, Gerste er⸗ folgen, der ihm den Verlust der ausgesaͤeten Erb⸗ sen und Buchwaizen, den Verlust der verlornen und aufgeopferten Fruͤchte, den Verlust der aufge— wandten Arbeit des Pfluͤgens und Eggens ersetzt und alle diese Arbeiten und Unkosten aufwiegt. Dazu gehoͤrte ein ungeheurer Ertrag anderer Fruͤch— te, der aber nicht zu erwarten steht. Daher sind nun diese Mittel, so gegruͤndet sie auch sind, un— statthaft und nicht allgemein anwendbar. Wir muͤssen, um den Moder in dem Ackerfelde zu ver⸗ mehren, um die Natur der schlechten Erde zu ver— bessern, solche Pflanzen haben, die, uns viele Fruͤch⸗ te, neben ihrer modermachenden Eigenschaft, und nicht mehr Arbeit und Unkosten machen, als wir jetzt haben, dann koͤnnen wir versuchen, die Erde, durch Pflanzen zu verbessern. Unter allen Pflanzen, die man bisher kennt, die maͤn zu dieser Absicht vorschlagen moͤchte, waͤre der rothe hollaͤndische Klee, aus folgenden Ursa— chen der raͤthlichste. Ausser der Menge an gruͤnem Futter, das er liefert, und dadurch die Duͤngung in den Staͤllen vermehrt, und verhuͤtet, daß nicht so viel Duͤngung, auf den Weiden verschleppt wird; ausser dem schoͤnen und vielen Heu, das er, zur Winternahrung, dem Vieh liefert, da sein Wuchs sich bis dreymal in einem Jahre erneuert; ausser der geringen Arbeit, die seine Einsaat und Bearbei— tung dazu erfordert; ausser seinem dreyjaͤhrigen Ausdauern in der Erde, da er in drey Jahren, gar keine Bearbeitung fordert, als bloß das Erndten; auch die Bequemlichkeit nicht in Betrachtung ge— zogen, daß sein Anbau, die naͤmliche Aussaat an Getreyde gestattet, die man jetzt hat, keine vermin⸗ derte Aussaat des Getreydes, keine groͤßere und ausgebreitetere Arbeit des Pfluͤgens und Eggens bey einer bedaͤchtigen Eintheilung der Aecker erfor— dert; alle diese Betrachtungen nicht in Anschlag ge— bracht, da dieselben hier nicht eigentlich, sondern nur beylaͤufig, zu unserem Zwecke gehoren; so setzt die⸗ ser Klee, so viele kleine kurzstielige Blaͤtter, die nicht zusammen geharkt werden koͤnnen, so viele Stoppeln und Stengel, da er immer gemaͤht wird und wie— der waͤchst, die voll Saft sind, und ganz beson— ders seine dicke und spannenlaͤnge Wurzeln in der Erde ab, wenn er ausgeht, daß diese Pflanze vor— zuͤglich geschickt ist, vielen Moder, der Erde zu ver— schaffen, vorzugsweise vor allen anderen Pflanzen, die man nur kennt. Meine eigene Erfahrungen bestaͤtigten dieses alles volljʒommen. Wenn also der Kleebau, nach der sechsfeldrigen Methode, viele Jahre geduldig fortgesetzt wuͤrde, oder man die sie— ben und achtfeldrige, lieber erwaͤhlen wollte,(denn die vier⸗und fuͤnffeldrige Wirthschaftsart ist, alles and Burh deghehtgn 1 Iuhren, an Eindten; n Egg Nctr ersor Machlan ge⸗ sondern nur so sebt die⸗ Kt, D hicht VleStoppiln Nitd und wie⸗ aalj blsom Weln in der Manze vor⸗ rde zu der⸗ Maapn, Fahrungen Man“ 283 erwogen, nicht so bequem) so ist die hoͤchste Wahr— scheinlichkeit, daß die Fruchtbarkeit der Erde ausneh— mend vermehrt werden muͤßte. Der Klee und be— sonders die Kleewurzel enthaͤlt nach chemischen Versuchen, viel Kalk und Gips, und theilt den— selben, der Erde mit. Wenn nun noch dazu, mit der Duͤngung von unsern Hausthieren, fleißig fort— gefahren wuͤrde, wie dazu bey dem Kleebau, die beßte Gelegenheit ist: so steht eine Verbesserung der Erde und die Vermehrung der Fruchtbarkeit un— fehlbar zu erwarten. Wenn es wahr ist, daß der Klee, viele fruchtbare Theile, aus der Luft an sich zieht, die bis in die Wurzel dringen; wenn es wahr ist, daß sich unter dem dickstehenden Klee, eine mephitische Luftart erzeugt, die sich der Erde mittheilt, und sie gleichsam schwaͤngert: so waͤre das, ein neuer Beweis, daß er, die Erde frucht— bar fuͤr andere Gewaͤchse macht. In England saͤet man immer Waizen in die Kleestoppeln, die in dem zweyten Nutzungsjahr umgebrochen, und im Herbst, ohne den Acker zu duͤngen, gesaͤet werden. Selbst hier im Lande sind schon dergleichen Versuche gut eingeschlagen. Unter dem dickstehenden Klee, fau— len die Stoppeln und die Blaͤtter, die da liegen ge— blieben sind. Der Moder von ungefaulten Pflan— zen, die nur vertrocknen, und zu Staub verwan— delt sind, ist nicht hinreichend, besonders von Pflan—⸗ 284 zen, die nicht durch Faͤulniß in Gaͤhrung gerathen sind, wie dieses vielleicht bey dem Moder statt fin⸗ det, der auf den Aeckern aus dem Klee entsteht. Was vom Klee auf dem Felde bleibt, besteht nur aus einer duͤnnen Schicht, die sich nicht erhitzen kann, sondern in der Erde digerirt, wie die Spei— sen in unserm Magen. Es muß zur Vermehrung der Fruchtbarkeit, gefaulter Viehduͤnger dazu kommen, die mephiti⸗ sche Luft ist ein vorzuͤgliches Erforderniß der Frucht⸗ barkeit der Erde, dieselbe entsteht aber nur aus faulen Koͤrpern. Wenn wir allso bloß vegetabi— lische Koͤrper in die Erde bringen, so ist das freylich ein Vermehrungsmittel des Moders, wir thun als⸗ dann einen Theil zur Fruchtbarkeit, aber nicht al— les, etwas aber(und dieses Etwas, kann im Ver⸗ haͤltniß mit andern Dingen, sehr viel seyn) ist doch — besser als nichts. Wenn der magerste Sand, nur erst viele verfaulte, oder nur zerriebene und unge⸗ faulte vegetabilische Theile, als Sponerde, Sag⸗ a und dergleichen mehr erhalten hat: so thut e lte animalische Duͤnger hernach desto bes⸗ seres Wirkung. Es ist dadurch schon eine Menge rde berbepgespeffe, ihm fehlen nur 4——5 besonders, die durch Faͤulniß hervorgebrachten Salze und Oele, die in dem gefaulten Vieh; duͤnger ent⸗ halten sind, oder die nur der Viehduͤnger ans der 285 Luft anzieht, deren bedarf es zur Fruchtbarkeit nicht unentbehrlich so viel auf einmal, nur wenig animalische Duͤngung thut im moderreichen Acker schon viele Wirkung. Eben so ist es auch mit den mineralischen Duͤngungsmitteln, als Kalk und Gips, deren will die Erde auch nur ein Weniges, auf einmal. Ungefaulte vegetabilische Duͤngung macht den losen Acker fester, und bindet ihn gehd⸗ rig, damit die Winde und Sonnenstralen nicht so tief hineindringen koͤnnen, und die noͤthige Feuch⸗ tigkeit laͤnger in der Erde bleibt. Da 2— Frucht⸗ barkeit der Erde nur eine vier bis fuͤnf Zoll tief ver⸗ aͤnderte gute Beschaffenheit der Erde hervorgebracht werden soll, um sie faͤhig fuͤr die Einwirkung der Luft zu machen: so uͤbersteigt das die Kraͤfte des Landmanns nicht. Die Untererde mag fuͤr den Getreydebau seyn, wie sie will, so ist sie fuͤr die Gewaͤchse, die nicht tiefe Wurzel schlagen, immer gut genug, und das ist bey unserm Getreyde gerade der Fall. Wenn wir uns den Lehm zur Unterlage wuͤnschen, so ge— schieht es bloß darum, damit die Gewaͤchse fester stehen, damit, wenn von der untern Erde, Theile aufgewuͤhlt, und mit dem Moder vermischt werden, nicht die obere fette Erde verduͤnnt und geschwaͤcht, sondern verbessert werde. Denn der klare Sand verdůnnt den Moder, aber Lehm ist ihm foͤrderlich; — SII:: IY.—————— 11 14 286 er macht die obere Erde fest und bindend, wenn gleich der Lehm nicht die noͤthigen Feuertheile ent⸗ haͤlt, die hat aber der Moder an sich schon bey sich: endlich damit sich nicht, die, den Pflanzen noͤthige Feuchtigkeit vom Luftwasser so geschwinde verliert, ohne vorher den Pflanzen nuͤtzlich geworden zu seyn, wie das der Fall im Sande ist, im Lehm aber nicht, er giebt den Wurzeln der Pflanzen, von unten Nahrung, feuchtet auch durch seine Ausduͤnstun⸗ gen, die obere Schicht des Moders an. Aus dem allen, was bisher zur Beantwortung der dritten Frage gesagt worden ist, folgt fuͤr den praktischen Landmann kuͤrzlich dieses: 1) Er schaffe sich durch alle Mittel und Wege, viel Moder, in seinen Acker, durch Duͤngung und Pflanzen. 2) Er bringe die Erde unaufhoͤrlich durch die beßten Instrumente an die Luft, und roͤffle die bey⸗ sammen liegenden Theile der Erde auseinander. )Er bearbeite seinen Acker zu rechter Zeit, und beobachte durch Versuche, welche Zeit fuͤr seine Er⸗ de, die beßte ist, da ein jeder Acker, eine verschie⸗ dene Behandlung erfordert. ö 4) Er pfluͤge und egge fruͤh und spaͤt, und beobachte, welche Zeit die beßte ist. 5) Er entferne die der Fruchtbarkeit der Erde entgegen stehenden Hindernisse. Dieses fuͤhrt uns barteiꝰ . dio ler u80 wun richl jusc d¹⁰ν inem s schn e zur Beantwortung der vierten Frage, die uns noch ůͤbrig ist. IV. Welches sind die Hindernisse der Frucht⸗ barkeit der Erde? Ich glaube, daß von dieser Sei— te, die Landwirthe in Kurland, den groͤßten Feh⸗ ler machen, oder daß sie, nicht Muth und Lust ge⸗ nug haben, auf diesen Gegenstand ihren Fleiß zu richten. Um die Hindernisse der Fruchtbarkeit weg⸗ zuschaffen, sind viele Arbeiten, Unkosten und Ge⸗ duld noͤbthig. Oft sind diese Hindernisse, nicht in einem Zeitalter, waͤhrend des Lebens eines Men— schen gehoben. Es sind einige Hindernisse, in der Lage des Ackers, wo es nicht in unserer Gewalt ist, sie wegzuraͤumen. Wenn die Felder von ho⸗ hen Bergen umgeben sind; wenn große Waͤlder, die oft nicht einmal dem Besitzer sondern dem an—⸗ graͤnzenden Nachbar gehoͤren, das Ackerfeld ein— fassen; wenn Seen oder Fluͤsse zuruͤcktreten, oft Ackerfelder uͤberschwemmen; wenn die Witterung des laufenden Jahres so kalt, so naß, duͤrre, oder von vielen und starken Nachtfroͤsten begleitet ist: so sind das unuͤbersteigliche Hindernisse, die selbst der beßten und fruchtbarsten Erde, den schoͤnen Wuchs und die reichlichen Fruͤchte wegnehmen. Kann hier nun der Landmann nicht ganz neue Felder an⸗ legen, und die alten, die eine uͤble Lage haben, lie⸗ N 80 288 288 gen lassen, wie das oft aus Mangel an Acker statt hat, so muß er sein Schicksal geduldig tragen. Es giebt aber andere Hindernisse, die durch viele Arbeit, lange Geduld und viele Unkosten, in langer Zeit gehoben werden, oder wenigstens so ver⸗ gringert werden koͤnnen, daß sie weniger schaͤdlich werden. Dahin rechne ich besonders, die Verbes⸗ serung der Erdart, naͤmlich Sand mit Lehm zu be⸗ fuͤhren, Lehm mit Sand, zu sauren Acker mit Kalk, Gips, Mergel zu befuͤhren. Es giebt Erd— arten und Aecker, die an sich, einen Mangel an gewissen Bestandtheilen der Pflanzen haben. Eine Erde hat zu wenig Kalk und Gips, welches die Pflanzen, so nothwendig brauchen, oder sie hat dessen zu viel; eine andere hat zu viel oder zu we⸗ nig Thon, und noch eine andere hat klaren lautern Sand, sie ist zu locker und loß. Eine Erde ist an sich, zu kalt, die Fruͤchte werden in manchen Jah⸗ ren nicht reif; eine andere zu fest, sie bindet sich gar zu fest, so, daß nicht ein Tropfen Wasser sich hineinziehen kann. Ein Boden, der groben Sand⸗ bis in die Tiefe hat, wird außerordentlich warm; faͤlt nun ein warmer Regen herab, so kocht die Wurzel der Pflanze aus. Ein kalter Boden hat gar keinen Trieb; die Pflanzen werden nicht reif, wenn nicht bestaͤndig, alle Jahr, recht warme Som⸗ mer sind. Ein nasser Boden, der unten eine feste D—‚‚I‚‚s‚‚‚‚‚‚‚ee——eee.H‚H.‚..‚————————— Untelt Einsäel Ien im ein ink shr wẽ nicht ie bne sere xLun flusiell sie hon sieaunt be. E auihmde W. A var R ochey wissadz — iin A Din g stens A Hudss Sor m. die EI witd,g lihug fn 289 Unterlage hat, zerstoͤrt die Saaten gleich bey ihrem Einsaͤen, und hernach die uͤbrig gebliebenen Pflan⸗ zen im Winter und Herbst, und im Sommer wird ein ebner Acker, der eine feste Unterlage hat, oft so sehr vom Regen erweicht, daß die Wurzeln sich nicht in dem gaͤnzlich ausgeweichten Acker halten koͤnnen, sondern die ganze Pflanze faͤllt um. Un—⸗ sere Landwirthe glauben, wenn sie nur die uͤber— fluͤssige Naͤsse ableiten, so haben sie alles gethan, sie hoffen, daß die Menge des Viehduͤngers, den sie auflegen, das Fehlende vollkommen ersetzen wer⸗ de. Sie erfahren aber, daß ihr Endzweck nicht erreicht wird; ihr abgetrockneter Acker bleibt ma⸗ ger, oder bringt sehr maͤßige Fruͤchte hervor. Hier war außer dem Hinderniß der uͤberfluͤssigen Naͤsse, noch das große Hinderniß, daß dem Acker, ein ge⸗ wisser obenberuͤhrter Bestandtheil mangelte. Wie leicht ist das nun der Fall, daß einer Erde, ein Theil der Bestandtheile mangelt, der ihr durch Duͤngung unmoͤglich gegeben werden kann, wenig⸗ stens in kurzer Zeit nicht. Sind nun die ersten Hindernisse weggeschafft, naͤmlich zu viel Naͤsse, Schatten, Lockerheit, zu große Festigkeit, und hat die Erde, die gute Lage, daß sie nicht uͤberschwemmt wird, und sie wird durch Duͤngung nicht sehr merk⸗ lich und unfehlbar verbessert: so muß ihre Beschaf⸗ fenheit Schuld daran seyn; es fehlen ditser Erde, 19 ——.——————F——————3——.——..—.‚‚‚‚ 2 90 gewisse Bestandtheile fuͤr die Pflanzen, die man da erbaut. Hier kann ich nun keinen andern Rath fuͤr jeden besondern Ort geben, als den ich auf dem Acker befolgt habe, von dem ich mein Brod esse. Ich will offenherzig erzaͤhlen, wie ich einen sehr unfruchtbaren Acker, fuͤrs Getreyde so verbessert habe, daß er alle Getreydearten reichlich ertraͤgt. Ich habe einen Acker, der sonst eine ziemlich gute Lage hat, eine fette Unterlage von Thon, aber der an sich, eine aͤußerst magere Oberlaͤge haͤt, die von fuͤnf Zoll, bis zwey Schuh dick ist, die sehr Was⸗ serhaltend, aber doch durchgehends von Hoͤhen und Thaͤlern abwechselt. Nachdem ich die uͤberfluͤssige Naͤsse gehorig abgeleitet hatte, hoffte ich, daß nun die Duͤngung alles uͤbrige thun wuͤrde, um mir reiche Erndte zu schaffen, allein ich merkte bald, daß diese Mittel unzulaͤnglich waren; der magere Acker verbesserte sich in etwas, aber das, was ich beabsichtigte, erreichte ich in vielen Jahren nicht. Ich versuchte nun die magern Stellen, eine durch Kaͤlk, der von Manern uͤbrig geblieben und nicht durch den Sieb gegangen war, eine andere durch Teichschlamm zu verbesseru, und merkte, daß es dem einen Stuͤck an Kalk fehlte. Ich versuchte das Fischersche Duͤngungsmittel, ohne Viehduͤn— ger auf unfruchtbaren Stellen in Heuschlaͤgen, es that aber auch nicht die geringste Wirkung; die Erdes Wucdt gedüte Mieã b0 EX 10 belds mamnaus WMfsi sen, n fühn 0%νν Nu a Uend. Heithe⸗ Beln habo& nags habe g Mt X. W. futt⸗ Ding Lasoshs Nse M auftieg Krf 0 Kak man x Rh uf den dos sch Wssit mt bab, dht 00 cht. uch ucht uuch 5 ichte din 0 ——* 291 Erde blieb, wie sie war, unfruchtbar, und der Wuchs der Pflanzen war schlecht, wie zuvor; auf geduͤngtem Acker standen die Gewaͤchse durch dieses Mittel viel besser. Ich versuchte, sehr unfrucht— bare Stellen, mit einer starken Lage von Duͤngung zu belegen, die Wirkung war sehr ordinaͤr, und meine aufgewaͤndte Duͤngung entsprach nicht der Absicht. Andere magere Stellen ließ ich, mit Ra⸗ sen, den ich auf der Viehweide abstechen ließ, be⸗ fuͤhren. Dieses Mittel half ziemlich, besonders, als nachher, Duͤnger aus dem Stalle dazu kam. Was ich aber auf dem magersten Boden, als ganz besonders wirksam gefunden habe, sind durchraͤu— cherte Rasen von Riegen und Badstuben. Diese Verbesserung uͤbertrifft alles, was ich je versucht habe. Die Arbeit dabey ist so groß nicht. Cinen magern Lehmboden, der in keiner Saͤure braußt, habe ich durch Feuer gaͤnzlich verbessert, und da⸗ mit Niemand glaube, daß die Asche allein, diese Wirkung gethan hat: so versichere ich, daß nach funfzehn Jahren, der Acker allso auf immer fuͤr die Duͤngung empfaͤnglicher zubereitet worden ist. Fein zerstoßene Kieselsteine verbessern den Acker auch. Alle diese Vorschlaͤge sind nur in geringen Quantitaͤten, auf kleinen Stuͤcken anwendbar, wenn man Zeit und Kraͤfte hat. Allein ganze Felder, denen es an Kalk mangelt, die zu viel Saͤure haben, zu verbes⸗ 19 2 92 sern, ist jedem Landmann moͤglich, da keine so große Menge, zu einer Loofstelle erforderlich ist, sie darf nur duͤnne bestreut werden, so, daß die Erde durchschimmert, etwa einen halben Zoll dick. Meine vorzuͤgliche Verbesserung aber aller Stellen im Felde, guter und schlechter, kurz aller Erdar— ten, deren sich verschiedene, in einer Flaͤche von zwanzig Loofstellen finden, ist der Klee. Seitdem ich diese Art zu wirthschaften, im Großen angelegt habe, und nun den abgestandenen, Kleeacker, alle Jahre mit Viehduͤnger belege, schlagen alle Arten von Getreyde bey mir ungleich besser ein, als ehe⸗ mals. Ich vermuthete diese Wirkung schon von dem Kleebau, und richtete denselben, nicht so sehr zur Verbesserung des Futters fuͤr die Hausthiere, sondern ganz besonders zur Verbesserung des Ackers ein, und das ist mir Gottlob voͤllig gelungen, und wird immer mehr gelingen. Es werden immer viele Hindernisse der Frucht— barkeit bleiben. Die Elemente hindern eins das andere, zu viel Naͤsse und Regen, zu viel Luft und Sonne zu viel Kaͤlte der Erde. Allein alle diese Hin⸗ dernisse, die unvermeidlich sind, werden unschaͤdli⸗ cher, wenn der Acker, nur seine eigenthuͤmlich gute Beschaffenheit hat. Ein fetter Acker, der alle Theile hat, die die Pflanzen brauchen, braucht nicht so viel Sonne, Licht, Waͤrme, Naͤsse, als — 4 ein u duͤrfts im wems! sict E r Mn Reid Imn dendu; Mell y siffun schteney hund 120 25 Hilnn mowvi Eru Hinlun hasoo ö sunur ger eh uN MW Her e bine I 29³ liine ⸗ ein magerer; er hat schon viele dieser seiner Be— lch ss duͤrfnisse in sich vereinigt, und das Gewaͤchs, das aß e1 im moderreichen Acker steht, gedeiht doch gut, Uoch wenn die Elemente auch ihre ungehinderte Huͤlfe Wl nicht regelmaͤßig darreichen, und wenn Versehen dar⸗ der Menschen gemacht werden, die eben so unver— un meidlich sind, als die Hindernisse der Natur. Die iden Insekten sind, ein sehr oft eintretendes starkes Hin⸗ Hlh derniß der Fruchtbarkeit der Erde; ihre ungeheure Menge in manchen Jahren, ihre unersaͤttliche Ge⸗ n fraͤßigkeit, gerade zur Zeit der Jugend der Pflanze, he⸗ richtet entsetzlichen Schaden an. Fast alle Jahre thun sie betraͤchtlichen Schaden, in manchen Jah— on sur 5 ren aber verwuͤsten sie ganze Felder. Da dieses 11 Hinderniß auch zur Erde gehoͤrt, so hat der Land— Ke mann verschiedene Mittel, in der Bearbeitung der 110 Erde, und in der Zeit der Bearbeitung, die diesem Hinderniß Schranken setzen. Er verhuͤtet das Be— b grasen der Aecker, damit die Insekten, ihre Naͤh— n rung, außer dem Acker suchen, und ihre Brut an .. andern Orten legen moͤgen. Der vermoderte Duͤn⸗ 00 ger enthaͤlt ein alkalisches Wesen; da die Insekten 0 aus eben diesem Stoff bestehen, so fliehen sie den Moder, so gern sie sich in dem unvermoderten Duͤn⸗ . ger und Auswurf der Thiere aufhalten. Der Acker will bisweilen, durchaus nicht mehr eine gewisse Getreydeart tragen; man kann oft die ——„.‚‚..——.——.— 294 Ursache dieses Mißlingens der Feldfruͤchte nicht auf⸗ finden. Da, bringe man sicher eine andere Frucht hinein, saͤe statt Waizen, Roggen, statt Roggen, Wintergerste; oder wechsle die Felder und mache eine Wintersaat, oder lasse den Acker einige Jahre zur Weide liegen und ruhen. Ich habe vielfache Erfahrungen von dieser Art der Behandlung, sie aber hier anzufuͤhren, wuͤrde den Leser ermuͤden. Der praktische Landmann muß unaufhoͤrlich Ver⸗ suche anstellen, die Regeln der Oekonomie immer anwenden, auf so vielfach verschiedenen Aeckern und Wiesen, zu einer Zeit auf einmal auf Lehmboden. Sand, Moorgrund, fruchtbarem moderreichen Acker, auf Buschland oder weisgrauen Sand, auf steinigen grandigen Acker, auf bergigten und ebe— nen Gegenden, auf trocknen und nassen Aeckern, in Niedrigungen und Hoͤhen; er mache Versuche mit gehoͤriger Vorsichtigkeit und Unpartheylichkeit, er sey fuͤr keinen Versuch zur Fruchtbarmachung der Erde, oder zur Abhelfung der Hindernisse, zu sehr eingenommen, bis er ihn gehoͤrig, oft, und unter allen Umstaͤnden und Veraͤnderungen gepruͤft, und bewaͤhrt befunden hat. Wenn der Landmann, uͤber die Fruchtbarkeit der Erde nachsinnt, und dahin arbeitet, so beabsichtigt er keinen geringen End— zweck, sich und andern, mit der Zeit, den groͤßten moͤglichsten Ertrag vom Acker zu verschaffen, die Obaffo Geshin Vohlle gelh,m anmens AMeden etas 9es del eines i matt at fen; Reuge Gdin mon:t geernl und zun Iler d 0 Hatte Rs dunne Augih, hesimn IenA get I. meahr 7 295 0 af Oberflaͤche der Erde fuͤr Menschen und lebendige Muct Geschoͤpfe nutzbarer zu machen, mehr Wohlstand, hU„ Wohlleben, mehr Brod und Geld hervorzubrin⸗ mage gen, mehr Erleichterung zu verschaffen, seine Ne— hr benmenschen auf sichere Schritte auf einen Lebens⸗ sche pfaden zu leiten— das ist wohl der Muͤhe werth⸗ e Zum Schluß dieser Abhandlung muß ich noch an. etwas, uͤber die Art der Beurtheilung des Ertra⸗ Dr ges der Felder sagen. Wir beurtheilen den Werth V eines Ackers, nach dem Ertrage und den Fruͤchten, 100 die man von der eingestreuten Saat geerndtet hat. , Hat jemand zwey Loof eingesaͤet, so fordert man, Hen die eingesaͤtten Koͤrner dazu gerechnet, so viel Loof auf» Gewinnst, als ein guter Acker traͤgt. Z. B. sagt dche man: ich habe sechs oder zehn Korn uͤber die Saat Ean geerndtet, so muͤßte ich also von zwey Loof, zwey suche und zwanzig Loͤfe gewonnen haben, um zehn Korn Hli über die Saat geerndtet zu haben. Sagte ich aber, her ich haͤtte mit der Saat zehn Korn geerndtet, so waͤre cht die Aussaat schon mit in dem Ertrage begriffen, und ntet dann haͤtte ich gerade zwanzig Korn geerndtet. Diese 10 Angabe nach Aussaat der Koͤrner ist unsicher, un— 1 bestimmt, und verleitet zu Irrthuͤmern und unrich— hn tigen Begriffen. Man saͤet bisweilen, in eine Loof⸗ 5 stelle mehr oder weniger. Waizen saͤet man weni— hen ger als Roggen in eine Loofstelle, Haber sehr viel 6 mehr, Gersten etwas mehr als Roggen. In sehr 296 fetten Acker saͤt man weniger Roggen, als in ma⸗ geren Acker, weil das Getreyde hernach zu dicht stehen moͤchte, und vom Winde und Regen verfal— len wuͤrde, ehe es gebluht hat. Verschiedene Ar⸗ ten Roggen, als der Stauderoggen, muß sehr un⸗ dicht gesaͤt werden, weil er einen starken Stuhl, oder viele Nebenhalme setzt, und doch sehr dicht steht, wenn er im guten Acker auch sehr undicht gesaͤet seyn sollte. Wollte man nun immer den Er⸗ trag des Feldes, nach den ausgesaͤeten Koͤrnern schaͤtzen, so mißleitet man aus kurz vorher ange⸗ fuͤhrten Ursachen, den Zuhörer und Frager, dem es um eine richtige Kenntniß des Ertrages des Bo⸗ dens, und den Werth des Ackers gelegen ist. Ich wuͤrde allso zur Verhüͤtung aller dieser Zweydeutig⸗ keiten rathen, daß sich alle Landwirthe vereinigten, niemals ihren Ertrag nach der Aussaat an Koͤrnern anzugeben, sondern nach Loofstellen, das ist, nach dem Flaͤcheninhalt, der zu einer Loofstelle gehört. Es ist einmal hier, so viel ich weiß, allgemein an⸗ genommen, daß im ganzen Lande, eine Loofstelle, ein Acker, der mit dem Maaße eines Rigischen Loo⸗ fes besaͤet werden kann, zweyhundert und fuͤnf und zwanzig Quadratstangen enthaͤlt. Dieses ist ein fest bestehendes Maaß, das niemals veraͤndert wird, es mag viel oder wenig auf diesen Flaͤchenraum aus⸗ gesaͤtt werden. Man kann, wenn nach Loofstellen beurt Akeelt Jche der Wr Whil maaß gerdel barkes nen 0 eingen Gmis + Silg stelor witth VI 13 ˙ wifß disse h cn 0 dangn thahh gicbtz ————— 5 297 iun beurtheilt wird, weit sicherer uͤber den Werth des öh Ackers urtheilen. Hier ist Kubisches Maaß und basb; Flaͤchenmaaß in richtiges Verhaͤltniß gebracht, und der wißbegierige Forscher, will eben das richtige Verhaͤltniß, zwischen dem Kubischen und Flaͤchen⸗ ubl maaß wissen, das ist der Gegenstand seiner Neu— uüt gierde. Der Landwirth selbst, kann uͤber die Frucht⸗ Wät barkeit seines Ackers besser urtheilen, wenn er sei— nEr nen Ertrag nach Loofstellen, und nicht nach dem mem eingesaͤeten Korn schaͤtzt. Will der Landmann den h⸗ Gewinnst von seinen eingesaͤtten Koͤrnern wissen, so 16 kann er das fuͤr sich selbst berechnen. Allein zur 0 Schaͤtzung des Ertrages fuͤr andere, muß nach Loof⸗ W„ stellen gerechnet werden. Ich hoffe, baß alle Land— uig⸗ wirthe mit mir daruͤber einig seyn werden. gun, em——— X X. Ueber die Eintheilung der Ackerfelder. I. Unsere Eintheilung der Ackerfelder ist die alte, o⸗ so wie es jedem bekannt ist, in drey Feldern. Ob nd diese Eintheilung die beßte ist, das laͤßt sich nicht (in eher entscheiden, als bis man andere Eintheilungen d, 5 dagegen gehalten und gesehen hat, welche die vor— *NN theilhafteste, von allen Seiten betrachtet, ist. Es I giebt, ohne die Kleewirthschaft mit dabey zu trei— 298 ben, noch andere Eintheilungen der Aecker, die eben so große Aussaat zulassen, als man bey drey Feldern hat. Wir haben auch mehr als zwey Ge— treydearten, um sie, auf diesen mehrern Feldern zu vertheilen. Venn es aber nicht beliebig ist, unge— woͤhnliche Getreydearten anzusaͤen, so kann man ja auf mehreren besondern Feldern, die naͤmlichen Arten Getreyde aussaͤen, die man jetzt saͤtt. Man hat schon bey drey Feldern, mehrere Eintheilungen: man hat frische Duͤngung, alte Duͤngung, Neu⸗ land, Beyfelder und Teiche. Man koͤnnte also fragen, wozu denn eine mehrfache Eintheilung noͤ⸗ thig waͤre, und was haͤtte sie fuͤr Nutzen? Che ich nun von irgend einer mehrfachen Eintheilung rede, muß ich zuerst an einen bekannten Grundsatz in der Landwirthschaft erinnern, der ausgemacht und in allen Wirthschaften, durch die Erfahrung be— waͤhrt ist, und der auch in der Natur, seinen Grund hat: Man saͤet nicht gerne, das naͤmliche Getreyde, auf denselben Boden, wo es schon das Jahr vor⸗ her gewesen ist, das nennt man die Wintersaat. Nicht gerne Waizen auf Waizen, Roggen auf Roggen, Gerste auf Gerste. Man hat die Er⸗ fahrung, daß die zweite Saat, von eben der Art, nicht wohl geraͤth, und erklaͤrt sich das, auf fol⸗ gende Art: die erste Saat hat alle die Saͤfte, aus der dermaligen Erde herausgezogen, und thut man — ————————— D 299 eben dieselbe Saat wieder, so findet dieselbe keine Nahrungsmittel, die sie braucht, und die dem Ge⸗ waͤchs angemessen sind, vor sich. Aber ein veraͤn— dertes Gesaͤme waͤchst auf derselben Erde noch sehr gut, weil von den Bestandtheilen, die diese neue Saat erfordert, noch nichts herausgezogen ist. Ich will hier die Erfahrungen gar nicht anfuͤhren, die die Auslaͤnder gemacht haben, und die Reichard, in seinem Land und Garten Schatz nennt, ich bleibe nur bey unseren einheimischen Erfahrungen: man hat hier auch die Wahrheit bestaͤtigt gefunden, daß jede Pflanze, nur ihre eigenthuͤmlichen Saͤfte aus der Erde zieht, und die, der anderen Gewaͤchse stehen laͤßt. Daher man gluͤcklicher in Ansaat ei— ner andern Getreydeart, auf dem naͤmlichen Acker zu seyn hofft. Wir saͤen daher Roggen, Gerste, Hafer, so geraͤth es am beßten. Wenn ich nun diesen bewaͤhrten Grundsatz, auf die mehrfache Eintheilung der Felder anwende, so wird man doch nichts dagegen haben. Allein, sa⸗ gen unsere Landwirthe, was gewinne ich dabey? Die Kleewirthschaft will ich nicht einfuͤhren, ich habe Viehfutter und Weide im Ueberfluß, ich will lieber meine drey großen Felder behalten, dabey stehe ich mich besser. Was ich hier nun von der mehrfachen Eintheilung der Ackerfelder zu sagen habe, ist auch nicht auf die Kleewirthschaft berech— IT— 30⁰0 net. Vielmehr sage ich zum voraus, daß keine Kleewirthschaft dabey getrieben werden darf und soll, sondern ich rede von der mehrfachen Einthei— lung der Aecker ohne Kleewirthschaft. Unsere Land⸗ wirthe sind der Kleewirthschaft abhold geworden, und wuͤrden blos deswegen meine Vorschlaͤge ver— werfen, weil ich dabey, die Kleewirthschaft empfehle. Ich will es ihnen also zeigen, daß auch ohne Klee⸗ wirthschaft, eine andere Feldereintheilung außer⸗ ordentlich vortheilhaft in unserem nordischen Klima ist. Um obige Frage zu beantworten, setze ich nun folgendes noch hinzu: seine gesammten Aecker in mehrere Felder abtheilen, als in die gewoͤhnlichen drey Felder, hat unter gewisser Bedingung, die ich gleich nennen will, gar keinen Nachtheil, wohl aber den betraͤchtlichsten Nutzen. Das will ich nun hier beweisen, und zwar zuerst, daß es keinen Nachtheil, auch nicht den geringsten hat. Die Bedingung aber, die ich zu machen habe, ist die: da es den Landwirthen, doch nur um den großeren Ertrag ihrer Aecker zu thun ist, so ist es ja gleichviel, ob ich ihnen mehrere Revenuͤen, aus Roggen und Gerste, oder aus Roggen, Gerste, Ha⸗ fer und anderen Getreydearten schaffe. Wenn sie nur mehr von ihren Aeckern haben, und sich gro⸗ gere Einkuͤnfte berechnen koͤnnen, es mag herkom⸗ 301 men, aus welchem Fruchtgewaͤchse es will; auf das Wahre kommt es hier an. Die mehrfache Eintheilung der Aecker hat nun gar keinen Nachtheil, das war zuerst zu beweisen. ) Ich bin bey der mehrfachen Eintheilung der Aecker nicht genoͤthigt, meine gewoͤhnliche Aussaat zu verringern, wenn ich auch aus meinen Aeckern, mehr als drey mache. Das ist es eben, was viele Landwirthe fuͤrchten, und daher die Vervielfaͤlti⸗ gung der Felder unterlassen. Man mag eine Groͤße der Felder bey der dreyfeldrigen Wirthschaft anneh— men, welche man will, 30, 50, 80, 100 u. s. w. Hat man nun deren drey, wie denn bey jedem Land—⸗ gute so klein, oder so groß es ist, immer drey Fel⸗ der vorhanden sind, so darf man nur zu dieser Zaͤhl ein viertes Feld, von eben der Groͤße dazu nehmen, etwa ein Beyfeld, einen Weideplatz, einen hoch— liegenden Heuschlag, und theilt nun seine saͤmmtli⸗ chen Aecker in sechs Theile, so hat man seine vorige Aussaat wieder. Z. B., ich habe drey Felder, je— des zu 100 Loofstellen Aussaat; nehme ich nun zu diesen 300 Loofstellen, noch 100 Loofstellen dazu, so besitze ich 400 Loofstellen. 400 aber mit 6 ge— theilt, giebt 6 Felder zu 663(oder 4 Kuͤlmit) Loofstellen. Besaͤe ich nun drey dergleichen Fel— der, mit Getreyde, so habe ich dreymal 66 und 12 Kuͤlmit besaͤt, und also gerade die 200 Loof⸗ + f. ————— 02 stellen, wie ich sie vorher, bey der dreyfeldrigen Ein— theilung hatte. Ich verliere also nichts an Aus— saat, denn bey der dreyfeldrigen Wirthschaft, be— saͤte ich doch auch, nichts mehr als zwey Felder, das dritte ist brach und unbesaͤet. Wollte ich nun aber und koͤnnte ich es stellen, daß ich das vierte Feld, auch von 663 Loofstellen mit Getreyde be⸗ saͤete: so haͤtte ich 266⁷ Loofstellen Aussaat, und also mehr als zuvor, und behielte denn doch zwey von dergleichen Feldern, zur Brache zur kuͤnftigen Wintersaat. Ich gewinne also bey der sechsfeldri⸗ gen Eintheilung, offenbar ein Feld von 664 Loof⸗ stellen, das ich vorher nicht hatte, statt daß man an Aussaat verliert. Wollte ich aber nicht mehr, als meine vorige Aussaat haben, so besaͤete man nur drey Felder, und allso gerade die vorigen 200 Loofstellen, und drey Felder blieben brach zur Wei⸗ de, oder zum Heuschlage. Allein je weniger Brach⸗ land man hat, desto besser und vollkommner ist die Wirthschaft eingerichtet. Ich haͤtte noch oben drein, den Vortheil, daß ich, entweder mehr Wintersaat als Sommersaat machen koͤnnte. Das ist in Sand⸗ aͤckern ein großer Vortheil, wo die Sommersaat so selten einschlaͤgt, oder mehr Sommersaat als Wintersaat. Das ist bey nassen und niedrigen Aeckern abermals ein großer Vortheil, bey Aeckern, die niedrig liegen, und ohne große Duͤngung, nicht 3⁰3 hen Eiz gerne viel Wintersaat haben wollen, weil sie in nas⸗ d sen Jahren mehrentheils mißrathen. ft, be ö Haͤtte man nun aber nicht so viel Acker, daß zlde, man 100 Loofstellen zunehmen koͤnnte, man haͤtte un aber 50 Loofstellen Land zum Zureißen, so theile hit man seine Felder in sieben Theile, und man haͤtte N. doch die ganze vorige Aussaat von 200 Loofstellen H½ Winter⸗und Sommersaat, auch bey dieser Einrich— oin tung, dergestalt: man besaͤße siebenmal 30 Loof⸗ figen stellen Acker. Zweymal 50 Loofstellen bestellte man bri mit Winterkorn, zweymal 50 Loofstellen mit Som— of⸗ mersaat, das waͤren allso die 200 Loofstellen, die nan man vorher hatte: dann blieben mir dreymal 30 W..„ Loofstellen brach, von denen ich, die zweymal 50, man zu der kuͤnftigen Roggensaat bereitete, und das 200 letzte von 50 Loofstellen bliebe zu anderweitigen Ab⸗ We⸗ sichten und Nutzungen, wie ichs wollte und wie es ch⸗ meine Kraͤfte zuließen, etwa zur Weide, zum Heu⸗ 0 schlage, oder auch zum Besaͤen mit Erbsen, Flachs, , Buchwaizen ꝛc. haͤtte ich die dreymal uͤbrig geblie⸗ at benen 50 Loofstellen, mit Klee bestellt gehabt, so 100 pfluͤgte man die zweymal 50 Loofstellen zu Rog⸗ ht gen um, nachdem ich den Klee abgemaͤht haͤtte, 5 und so viel davon beduͤngt, als es mir moͤglich war. R Ich haͤtte nun aber auch nicht so viel Acker— land, daß ich 50 Loofstellen, bequem zunehmen koͤnnte, sondern nur 30 Loofstellen, so theilte ich ‚ * l * 12 AI It II AINI V 4 II *0 Ii 4 WI. ö ö u 2 II * * V —* II. HMN * 4 I. R DN NI. 2 — — 24 III — I II 2 4 I A 14 1 ů V 4 V 1 I A u 1 ů IIII . 1 N ů 1 V *0 6 7 30 meine Felder, in 8 Theile, statt der gewohnlichen 3 Felder, und machte nun folgende Einrichtung. Ich haͤtte allso mit den zugerissenen 20 Loofstellen, 320, diese in 8 Theile zertheilt, geben 8 Felder, jedes zu 40 Loofstellen. Nun saͤete ich 2 mit Rog— gen, 2 mit Gersten, 2 mit Hafer, Erbsen, Wi⸗ cken, Lein, Hanf. Oder auch 3 Felder mit Win— tersaat, zwey mit Sommerfruͤchten, und haͤtte meine 200 Loofstellen nach wie vor, so blieben mir immer 3 Felder, zur kuͤnftigen Wintersaat brach. Hier waͤre wieder der Vortheil von Wichtigkeit, nach Verschiedenheit der Lage der Aecker mehr Winter⸗ saat als Sommersaat, oder umgekehrt, mehr Som⸗ mer als Winterfelder machen zu koͤnnen, ohne in seinen Einkuͤnften beschraͤnkt zu seyn. Wenn man nur zweymal 40 Loofstellen, zur Wintersaat brauch⸗ te, so koͤnnte noch das sechste Feld unter Getreyde gesetzt werden, und alsdann haͤtte man nicht weni— ger, sondern mehr Aussaat als zuvor, da sechsmal 40, 240 Loofstellen ausmachen, und man haͤtte denn doch seine Brachfelder zur Wintersaat offen. Selbst bey den Bauern, in sandigen Aeckern, diese Einrichtung zu machen, waͤre vortheilhaft. Endlich, damit ich, die, nicht ohne Trost lasse, die gar nichts zuzunehmen haͤtten, so kann ich ihnen hier die evidente Berechnung vorlegen, daß sie auch selbst dann, nichts von ihrer Aussaat verlieren, wenn * 305 n sie eine mehrfache Eintheilung ihrer vorhaͤndenen htug Aecker machen. Wir bleiben bey unseren 100 Loof⸗ stla stellen jedes Feld groß. Theilen sie dieselben in 9 febe, Theile, so machen die 3 Felder von der Groͤße, 300 Ay Loofstellen, diese Zahl aber mit g9 getheilt, giebt g D. Felder jedes zu 333 Loofstellen. Da wuͤrde ich nun M. folgende Kulturfolge vorschlagen: Ii Feld 1 Jahr Waizen 333 II— 2— Roggen 333 Huach— 3— Gersten 333 rug— 4.— Hafer 333 t⸗— 5— Klee 333 om-— 6— Roggen 333 u.—7baset 3 man— 8— brach auch—brach— tipde 200 Woder 2 ganze Loof⸗ en stellen, und also die ganze Aussaat. nal Diese letztern kann ich doch von der Kleesaat *— nicht erlassen; der Klee stuͤnde aber nur einen hal⸗ sen. ben Sommer, gebe einen tuͤchtigen Kleeschnitt, dis wuͤrde dann auf Johannis umgepfluͤgt und mit Roggen bestellt, damit das Land, ein Jahr, keine iss. Koͤrner zu ertragen haͤtte, und von den Kleeblaͤt⸗ un tern und Wurzeln neue Kraft erhielte: der Roggen au wuͤrde sehr gut einschlagen, da man hier schon der⸗ en gleichen Versuche gemacht hat, die gut gerathen 20 sind. Ich habe hier Waizen zuerst gewaͤhlt, weil ich zum voraus setze, daß ein Landgut, welches je⸗ des Feld zu hundert Loofstellen besitzt, alle seine Duͤngung auf 333 Loofstellen legen wuͤrde, und dann sicher Waizen saͤen, und so viele Jahre hin⸗ ter einander mit der Kultur von Getreyde fortfah⸗ ren koͤnnte, ohne zu fuͤrchten, daß eine Getreyde— art mißlingen wuͤrde. Da auf Waizen, nachdem derselbe abgeerndtet waͤre, gleich in demselben Fel— de, Roggen gesaͤet werden muͤßte, so wuͤrde die Rog⸗ gensaat vielleicht etwas spaͤter fallen, indessen doch ein guter Ertrag zu hoffen seyn, da von der starken Duͤngung, noch hinlaͤngliche Kraft in der Erde vor⸗ handen seyn muͤßte. Um hier des vielfachen Pfluͤ⸗ gens uͤberhoben zu seyn, muͤßte nur aufgepfluͤgt, und dann gleich unter der Egge, der Roggen ge— saͤet werden. Da das Zunehmen zu den alten drey Fel— dern, wie ich gesagt habe, im ersten Fall sich ver— haͤlt, wie 1zu 3, wenn man zu 300o Loofstellen das vierte von 100 Loofstellen dazu nimmt, im zweiten Fall sich verhaͤlt, wie 1zu 6, wenn man zu 300 Loofstellen nur 50 hinzu nimmt, und im dritten Fall sich verhaͤlt wie 1 zu 15, wenn man zu 300 Loofstellen, nur 20 Loofstellen hinzunimmt: so zweifle ich nicht, daß bey dem kleinsten Landgut, nicht sollte so viel Aecker vorhanden seyn, daß nicht dul• 1 090 307 „ u einmal bey 20 Loofstellen jedes Feld; 4 Loofstellen he/ sollten aufzufinden seyn, bey 30 Loofstellen jedes ale sin Feld; Loofstellen sollten aufgebracht werden koͤn— ub nen? Man kann ja die Gaͤrten mit zum Felde zie⸗ hin hen, Weideplaͤtze aufpfluͤgen, da nichts dabey ver⸗ srrfih loren ist, und die brachen Stuͤcke, zu ihrer Zeit, wie⸗ Nundo der als Weide gebraucht werden koͤnnen. Ich habe mahmm nur auf den hoͤchsten Fall, die neunfeldrige Me⸗ ben dül thode vorgeschlagen, um auf keinen Fall meine Be⸗ Aoy hauptung ohne Beweis zu lassen. RN ö 3 Mrlen Landguͤter, die an und fuͤr sich, schon sehr große bot⸗ Felder besitzen, moͤgen immerhin, etwas an ihrer RNVW Aussaat aufopfern, ganz und gar nichts zu neh⸗ pfuͤg, men, und werden ganz gewiß doch ein Betraͤchtli— n ge ches an ihren Revenuͤen gewinnen, wenn sie ihre Aecker, in sechs Theile theilten und weniger Aussaat V behielten, wie ich ihnen davon augenscheinliche Be— ver⸗ weise am Ende vorlegen werde. Bey den Bauern fl in sandigen Aeckern, solche Einrichtung zu ma— in chen, waͤre von großen Vortheilen, da diesen Leu— um ten die Sommerfruͤchte mehrentheils mißrathen; sie nd im werden mehr Roggen und besseres Brod haben, man und doch in ihrem Wohlstande nicht im geringsten Imm. zuruͤck gesetzt werden. Hierdurch haͤtte ich nun die dg erste Einwendung gnuͤglich widerlegt und gezeigt, h daß von der Seite der Aussaat, kein Nachtheil zu 20* fuͤrchten ist, wenn man eine andere Eintheilung der Felder macht. 2) Der zweite vermeinte Nachtheil waͤre in dem Verlust an Weide und Heuschlaͤgen, im Fall man diese Plaͤtze aufpfluͤgen muͤßte. Der faͤnde nun aber nicht statt, weil, wie leicht zu sehen ist, Brach⸗ felder, die geduͤngt sind, entweder zu Heuschlaͤgen, oder noch besser, zu Weideplaͤtzen genutzt werden koͤnnten: und eben, weil diese Flaͤchen, in der Folge der Kultur geduͤngt und bearbeitet waͤren, so wuͤr— den sie laͤngeres Gras zum Maͤhen, oder auch bessere Weide fuͤrs Vieh darbieten. Zwar weil sie gepfluͤgt sind, wird das Gras auf diesen Aeckern nicht so dicht, wie ein Pelz wachsen, allein es wird besseres und fetteres Gras seyn: man koͤnnte von einem solchen Felde, eben so viel Heu erndten, als wenn es ein ungepfluͤgter Heuschlag, der vorher schlecht war, geblieben waͤre. Das erfahren diejenigen, die auf solchen Feldern, Klee saͤen, die von ihren gepfluͤg⸗ ten Aeckern, die ehemals Wiesen waren, einen dreyfachen Schnitt machen, und allso viel mehr Futter erhalten, als wenn dieses Stuͤck ungeduͤngt und ungepfluͤgt geblieben waͤre. Waͤre es aber zur Weide geblieben, so wuͤrde dieses gepfluͤgte und gedüͤngte Land, saftige Sommergewaͤchse geben, dis man auf gewoͤhnlichen Weideplaͤtzen gar nicht 2 bhilg antrifft, die aber dem Vieh, so vorzuͤglich gute Nahrung geben. 3) Der dritte vermeintliche Nachtheil, waͤre indem die vermehrte Arbeit, bey 6, 7 und 8 Feldern. nan Die Furcht, meine Mitmenschen, irgend auf eine Vn Art zu bedruͤcken, und die Aengstlichkeit meines dat) Gewissens, anderen Menschen vermehrte Bedruͤ— Higen ckung und Lasten, und besonders Gelegenheit dazu waden zu geben, dem Bauern seine Arbeiten zu vermeh— Na ren, ist mir so schrecklich, daß ich mit aͤußerster wur Aengstlichkeit daruͤber wache. Ich werde mich allso sete von diesem Verdacht, bey meinen Vorschlaͤgen, so ügt frey zu machen bemuͤhen muͤssen, als es nur moͤg⸗ dcht, lich ist. Ich setze aber zum voraus, daß, wer 100 und Loofstellen jaͤhrlich in jedem Felde ausgesaͤet hat, olchn auch vorher seinen Mitmenschen nicht bedruͤckt und zu viel belastet hat. Und wenn das der Fall ist, so pay lege ich hier meine Erklaͤrung dar. Es werden ja bey af allen diesen Vorschlaͤgen, nicht mehr Loofstellen jaͤhr— 0 lich gepfluͤgt und gesaͤet, als vorher, bey der alten nen Einrichtung mit drey Feldern. Wo soll denn die ncht vermehrte Arbeit herkommen? Bey der alten Art ht zu wirthschaften, waren in jedem Felde 100 Loof— Hbet stellen zu bearbeiten, und die wurden damals, ohne Rund Bedruͤckung in zwey Feldern bearbeitet, das dritte hn war brach. Der einzige Unterschied ist der, daß 110 diese 200 Loofstellen nun in drey, vier oder füͤnf ————————— —— *8———— — PFF.... gesaͤeten Feldern bearbeitet werden, und das macht ja gar keine Bedruͤckung mehr? ob die Erde in drey oder in sechs, sieben und acht Feldern bearbeitet wird, die Arbeit bleibt dieselbe. Dazu kommt, daß, wenn man mehr Winterkorn saͤete, die Pferde der Bauern, im Herbst desto staͤrker sind und leichter die Arbeit verrichten koͤnnen, als im Fruͤhlinge, daß man allso wirklich Erleichterung schafft. Ferner kommt dazu, daß im Fall man weniger dieser ver⸗ kleinerten Felder mit Roggen, mehrere aber mit Hafer besaͤete, man die Haferfelder nur zweymal pfluͤgen darf, und alsdann wirklich an Arbeit ge— winnt und den Leuten Erleichterung macht, statt ihre Arbeit zu vermehren. Wenn man endlich sehr viel Winterkorn, im Verhaͤltniß des Sommerkorns, bey dieser Einrichtung saͤete: so ist nicht nothwen— dig erforderlich, daß nur gerade ein solches Win— terfeld dreymal gepfluͤgt werden muͤßte. Es waͤchst eben so gutes Winterkorn, wenn man nur zwey— mal pfluͤgt, und das drittemal die Saat blos ein⸗ egget, besonders im Lehme, wenn der Boden nur Kraft hat. Ich pfluͤge seit funfzehn Jahren, nicht mehr das Winterkorn ein, sondern egge dasselbe bloß ein, und stehe mich dabey besser, als ehemals, da die nassen Erdkloͤße auf die Saat fielen, dieselbe bedeckten und zur Faͤulniß brachten. * 1 m 16 0l& nich o antx. anth N sih H-ae asst W Vhi. u — H————————————— 311 ö mach Der vierte Nachtheil, den man befuͤrchtet, Ih ist, daß die Duͤngung so viel mehr vertheilt werden Iutb muͤßte, da nach der alten Art, nur 300 Loofstellen daß jetzt aber nach meinen Vorschlaͤgen, 400 oder 350, dedr oder 320 geduͤngt wuͤrden, und daher die Aecker ichtn nicht so leicht eingeduͤngt werden koͤnnten. Ich antwortete hierauf erstlich: man gewinnt auch mehr Fenn an Heu, aus den brachliegenden Stuͤcken, die, im er het Fall sie gemaͤht wuͤrden, einen neuen fetten Heu— M schlag darboͤen. Bleibt der Platz zur Weide, so mal bleibt da, auch so vielmehr Abfall vom Vieh, der ge sonst auf ungepfluͤgten Weideplaͤtzen, ohne Nutzen statt vergeht. Zweitens aber die laͤngere Ruhe eines sHht Ackerfeldes, bey der sechsfeldrigen Methode fuͤr lorz das naͤmliche Korn, traͤgt am meisten zu seiner hoen⸗ Fruchtbarkeit bey. Ich werde von diesem Artikel Vun ausfuͤhrlicher reden, wenn ich erst, von den Vor— 17½ theilen handlen werde, da ich hier nur den Nach— heb⸗ theil zu widerlegen habe. Zwanzig Loofstellen mehr 0 zu duͤngen, nach der achtfeldrigen Methode, ist ein mt zu kleiner Gegenstand, gegen die andern Vortheile niht gehalten. 5) Der fuͤnfte Nachtheil, den man befuͤrchtet, hat etwas mehr Gewicht, als die vorhergehenden viere. Ein Stuͤck Feld sagt man, das seltener und spaͤter bearbeitet wuͤrde, muͤsse um so mehr eingra⸗ sen, die Bearbeitung muͤßte allso, wenn dieselbe selbe mals, Isele ——————‚‚‚‚..ee V—pssiii-- -—————————————— 3—— 312 die Reihe traͤfe, so viel schwerer seyn. Auch das Ausmerzen der Wurzeln des Grases, ist muͤhsa⸗ mer, in Gegenden, die zum vergrasen sehr geneigt sind. Ich wuͤrde durch meine Erfahrung antwor— ten koͤnnen, die diesem Einwurf widerspricht, al⸗ lein das kann und will ich nicht, da es wirklich ei⸗ nige Aecker giebt, die so sehr zum Eingrasen geneigt sind, daß, wenn sie nicht alle Jahre gepfluͤgt werden, der Boden, wie ein Neubruch wird. Ich halte mich allso verpflichtet, eine andere befriedigendere Ant— wort zu geben. Erstlich, man saͤe Klee, oder an⸗ deres Futterkraut, das kein anderes Unkraut auf⸗ kommen laͤßt; der Klee erstickt seines schnellen Wuchses wegen, alles andere Gras, und geht in drey Jahren ganz aus. Ein Lehmacker, der nicht begraset ist, ist in düͤrren Jahren, so schwer zu pfluüͤ⸗ gen, als ein stark begraseter Acker nur seyn kann. Ein gepfluͤgtes Feld, welches sehr begraset ist, be⸗ haͤlt eben durchs Begrasen, durch seine Wurzeln und Laub, viel Feuchtigkeit in sich, und laͤßt die Erde so sehr nicht ausdorren, nicht so fest von Re⸗ gen und Schnee schlagen. Die Graswurzeln er— halten den Boden locker, besonders wenn Klee, auf einem solchen Acker gewesen ist, so wird der Bo⸗ den durch den Klee milder, und die obere Schicht bricht desto leichter auseinander, wenn der Pflug sie beruͤhrt. Ueberdem, die Quaͤckacker geben meh⸗ —— —— 5P— 51³ lah rere Quaͤckwurzeln und starke Begrasung, wenn niss das Land oft und viel gepfluͤgt wird, und die Wur— gneht„ zeln oft zerrissen werden, die desto mehr neue Kno⸗ . ten und Halme ansetzen. Ist aber ein Brachjahr „ mehr, so wachsen sie so stark nicht wieder. Solche 0 Aecker sind immer leicht zu pfluͤgen, es ist ein leich⸗ Müt ter sandiger Boden. Viele Graswurzeln zeigen wirde, einen kraͤftigen und fetten Boden an; ich kann nun Hnnch meine Ueberzeugung keinen geben, allein ich bin WM davon fest uͤberzeugt, daß die Pflanzenduͤngung, ral⸗ auf den Feldern, die vorzuͤglichste vor der Vieh⸗ auf⸗ duͤngung ist, daß die es ausschließend ist, die dem ellen Getreyde, die mehreren Koͤrner giebt. Es kaͤme Rn) allso nur auf das Ausmerzen des Unkrauts, und uicht der Unkrautswurzeln an, so muͤßte selbst das starke Upf⸗ Eingrasen vortheilhaft seyn. Um nun das Aus— kun. merzen zu befoͤrdern, so pfluͤge man ein Feld, meh⸗ I5I reremale, das Winterfeld den Herbst vorher, und Heln ö mache seine Felder kleiner, saͤe weniger Winter— I korn, als bisher, und man wird mit seiner Vieh— S duͤngung, mehr ausrichten und eben so diel ernd— 10 ten, als auf seinen ehemaligen großen Getreydefel⸗ af dern. Lehmacker grasen in drey bis vier Jahren B0 nicht so stark ein, daß sie hernach schwer zu bear⸗ Rhiht beiten waͤren, und gerade, wenn sie stark begrasen, un so vertrocknen sie nicht so fest. Diese Beobachtung 1 bietet sich jedem Landmanne dar, der darauf auf⸗ 314 merksam ist. Die Unkrautwurzeln schlagen auch im Lehm nicht so tief ein, weil der Boden an sich fester ist, als ein leichter Acker. In der obern Schicht, ein Paar Zoll, pflegt der Lehm zu ver⸗ grasen, wenn er fett ist, und dieser Umstand macht dem Pfluge kein betraͤchtliches Hinderniß. Ich habe bisher nur zeigen wollen, daß kein Schaͤden und Nachtheil, mit der mehrfeldrigen Einrichtung verbunden ist, und habe dabey zu— gleich schon, den Nutzen auf so vielfachen Seiten zu zeigen Gelegenheit gehabt, daß ich nun weiter von diesem Nutzen nicht mehr zu reden haͤtte. Zu mehrerer Ueberzeugung aber, will ich noch kuͤrzlich von den betraͤchtlichen Vortheilen handeln, die die mehrfeldrige Wirthschaftsart gewaͤhrt. Daß die Wintersaat hier im Lande so oft miß⸗ raͤth, schreibe ich lediglich dem oft wiederholten Roggensien auf dem naͤmlichen Acker zu. Unge⸗ faͤhr ist das der Gang unserer Roggenerndte, bey der dreyfeldrigen Wirthschaft. In funfzehn Jahren ist eine außerordentliche Erndte, in den uͤbrigen Jahren waͤhrend dieser funfzehn Jahre, sind die Erndten sehr mittelmaͤßig und schlecht. Ich berufe mich in dieser Behauptung, auf das Zeugniß aller aufmerksamen und nachdenkenden Landwirthe, sie moͤgen nur ihre Lagerbuͤcher und Rechnungen von ihren Guͤtern nachsehen, um davon uͤberzeugt zu —— —— —————— 315 el auch werden. Wir wechseln auf der naͤmlichen Erde, an sch mit Erdfruͤchten zu wenig ab, saͤen immer nur obem Roggen, dann Gerste und fahren so immer fort, l ohne, daß die Erde hinlaͤnglich neue Kraͤfte fuͤr nust die naͤmlichen Gewaͤchse empfaͤngt. Wir haben aber eben den Grundsatz als wahr und bewaͤhrt be— n funden, daß die Wintersaat augenscheinlich nicht brhen einschlaͤgt. Wir wissen auch aus der Erfahrung, 0 zu⸗ daß ganz neues Land, wenn es nur eine gute Lage Saien hat, vortreffliches Getreyde liefert, welches beson— atr ders fruchtbar an Koͤrnern ist, wenn es auch nicht Zu geduͤngt worden. Sollte nun allso die mehrfache ch Eintheilung der Felder, uns nicht naͤher dem Vor⸗ ue dii theil eines ganz neuen Ackers bringen, als die drey⸗ fache Eintheilung, die die Landwirthschaften jetzt ftnib haben? Sollte die vielfache sechs, sieben, achtfache I Methode, in der, die naͤmliche Getreydeart erst nach Ime sechs, sieben, acht Jahren in den Acker kommt, der uns nicht mehr von der Wintersaat entfernen, als Hunn die dreyfache? Da wir gewoͤhnlich nicht so viel reh Duͤngung haben, die Felder sehr stark zu beduͤn— te gen. Die laͤngere Ruhe des Ackers, die großere Henft Sammlung vegetabilischer Duͤngungsmaterialien, balt die laͤngere Einwirkung der Luft, das Begrasen 1. t mit Gras oder Klee, muß doch dem Acker einige n Wl Kraft geben und giebt sie wirklich. Wir nehmen ut in sechs Jahren, vier Koͤrner von dem Acker, und —————— —————— Koͤrner entkraͤften den Boden ganz außerordentlich, und zwar die naͤmlichen Koͤrner. Bey der mehr⸗ fachen, etwa sechsfachen Eintheilung, nimmt man in sechs Jahren nur drey Koͤrner, jedesmal ver⸗ schiedene Arten von Koͤrnern ab, und dann folgen drey Grasjahre, die dem Acker, neue Kraft und Staͤrke geben, zur kuͤnftigen Roggenerndte. Ich kann das, was ich hier aus Grundsaͤtzen schließe, durch die That und praktisch, einem jeden erweisen, wer sich davon zu uͤberzeugen Lust hat. Bey der sechsfeldrigen Methode hat man in sechs Jahren, achtzehn Erndten, bey der dreyfeldrigen nur zwölf, und doch erschoͤpfen die achtzehn Erndten, den Acker nicht so sehr, als die zwoͤlf. Bey drey Fel⸗ dern kommen auf jedem Felde, vier Erndten in sechs Jahren. Bey sechs Feldern kommen nur drey Erndten, auf jedem Felde, und hat jedes Feld drey Brachjahre, in Summa achtzehn. Dazu kommen noch bey sechs Feldern, die verschiedenen Kornarten. Daher erschoͤpft diese Wirthschaftsart die Erde nicht so stark. Baue ich nun aber Klee, bey sechs Feldern, und wollte den Klee, mit zu den Erndten rechnen, so haͤtte der Eigenthuͤmer dreyßig Erndten in sechs Jahren und nur sechs Brachjahre, dreyßig Erndten sind aber mehr als zwoͤlf, und muͤssen ohnfehlbar mehr Vortheil gewaͤhren. Ueber⸗ dem ist die veraͤnderte Art der Bearbeitung, dem —.———— 317 dertc Acker außerordentlich vortheilhaft. Das Roggen— rch, feld pfluͤgen wir im Fruͤhlinge, und den Sommer En hindurch, bis zum Herbst, den folgenden Fruͤhling sal hl und ganzen Sommer bleibt es ungeruͤhrt, weil slge Roggen darauf steht, und wird nun wieder erst im Rud Herbst bearbeitet, oder in einigen Gegenden erst . Y wieder im Fruͤhlinge zur Gerste gepfluͤgt. Wenn shlch, es nun noch zwey oder drey Jahre, die Fruͤhlings— mest, bearbeitung erhalten moͤchte, und dann erst wieder B der die Bearbeitung fuͤr Roggen bekaͤme, so muͤßte es, ahrnn, um einen großen Theil gestaͤrkt seyn. Ein auf diese wöf Art gestaͤrkter Acker bedarf keiner sehr dicken Duͤn⸗ den gung; er ertraͤgt gut, wenn man ihm auch nur NNh eine duͤnne Lage giebt, da er schon, durch seine dren in neue Behandlung, Bearbeitung und Ruhe, fuͤr in nut das naͤmliche Getreyde gestaͤrkt ist. Es ist bey der Hb mehrfachen Eintheilung, schon etwas vegetabilische Dahl Duͤngung vorhaͤnden; koͤmmt nun nur etwas ani— dehen malische hinzu, so ist der Duͤngervorrath vermehrt, Itdat und daher wird das Korn besser gerathen. Was Hle, thut Sponerde fuͤr große Wirkung auf den Acker: n wir haben sie nur nicht in so großem Ueberfluß; aft laßt uns doch so viel, durch andere Wege dazu thun, Iche, als wir ohne großen Aufwand machen zu muͤssen, . W thun koͤnnen, und Klee oder andere tiefe Wurzel Un schlagende Gewaͤchse saͤnn. Der Klee giebt etwas u, d Pflanzendͤngung gewiß. Wenn wir nur verfaul⸗ ————— DFDeeeexxtxfttttttctt. 318 tes Gras, gefaulte Tannennadeln, gefaͤulte Ger— berlohe auf den Acker bringen: so geben alle diese Stuͤcke, lauter vegetabilische Duͤngmaterialien, dem Acker neue Kraͤfte, ohne daß noch Viehduͤnger da zu gekommen ist. Unser erster Vortheil waͤre allso die laͤngere Ruhe, die Vermehrung einiger vegeta⸗ bilischer Duͤngmittel, die oftermalige Bearbeitung der Erde im Fruͤhlinge, die verminderten Brachen, die vermehrten Erndten. Die Erde muß zum Er⸗ staunen, durch die dreyfache Eintheilung entkraͤftet werden fuͤr ein und daßelbe Korn. Sie kann fuͤr andere Gewaͤchse, sehr viel Kraͤfte enthalten, nur fuͤr die naͤmliche, muß die schoͤnste Erde, der fetteste Boden erschoͤpft werden, wenn wir nur drey Fel⸗ der behalten. Ein anderer reeller Vorthei ist die Verkleine⸗ rung der gaͤnzlich brach liegenden Aecker, zuerst des gewoͤhnlich dritten Brachfeldes, und der zur Weide oder sonst zu Beyfeldern wuͤste liegenden Aecker Je weniger man Aecker ganz unkultivirt liegen lassen kann, desto besser ist die Wirthschaft. Wenn ich hier von Ruhe der Erde rede, so verstehe ich darunter nicht eigentliche Ruhe von allen Ge⸗ waͤchsen, sondern nur Ruhe fuͤr das naͤmliche Ge⸗ waͤchs, etwa Waizen, Roggen, Gerste; aber des⸗ wegen kann doch irgend ein Fruchtgewaͤchs darauf gezogen werden, oder von selbst wachsen, das, die — —— ——— *——— 2— ö 310 ulte Hy⸗ Erde nicht erschoͤpft, sondern der Erde, neue frucht⸗ alle diß barmachende Theile giebt, die aber auch zugleich len dn ö den Menschen oder Thieren, zum Vortheil gerei⸗ r da chen. Eine Erde aber, die gar nicht bearbeitet, all und nie geduͤngt wird, die immer auf einerley Art Mel⸗ genutzt wird, wie etwa eine Weide, ein Heuschlag, Waang wird immer schlechter, wie das die Aussage aller dußu, Bauerwirthe bestaͤtigt. zum Er Es waͤre allso ein merklicher Vortheil, daß ein, ntkhaͤft nach der Getreidekultur, drey Jahr in Ruhe gewe⸗ um ir senes Feld, besseres, nahrsameres, laͤngeres Gras ur geben wird, als ein Acker, der gar nicht geruhet ttest hat. Wuͤrde nun ein solches Feld, in dem letzten W Jahre seiner Ruhe, zum Heuschlage genutzt wer— den, so bietet es, weil es eben geduͤngt und gepfluͤgt akleine worden war, eine sehr gute Heuerndte dar, ohne zunn daß man anderweitigen Verlust an seinem Korner— xur trage haͤtte. Es ist gleichsam ein neuer Heuschlag, aet den man vorher nicht hatte, und der durch diese lhit Einrichtung gewonnen wuͤrde. scha Ein anderer Vortheil bey der mehrfachen Ein⸗ vasche theilung der Aecker ist, daß, im Fall man nicht Ia⸗ durchgehends gleichen Acker haͤtte, sondern sandigen, r lehmigten, hohen, niedrigen, man den trocknen, berd hochstens bloß zu Wintergewäͤchsen, und den nie⸗ f en bloß zu Sommergewaͤchsen aus suchen kann. 0,N Waͤren es deren sechse, so blieben drey fuͤr Som⸗ W * ö mer, und drey fuͤr Winterfruͤchte, waͤren es acht, mar N so blieben viere, waͤren es sieben, so koͤnnten vier zu Sommer oder Winterfruͤchten bleiben, nachdem 147 35 I der Boden uͤberhaupt waͤre, sandig, hoch oder leh⸗ Sshh ö ö mig und niedrig, so kaͤme erst das vierte Jahr, die M n naͤmliche Frucht in dieselbe Erde. Es haben hier Wüs 4 im Lande schon beruͤhmte Wirthe, den Vorschlag In ö gemacht, die Sommersaat in sandigen Gegenden. ganz einzustellen, das waͤre bey der mehrfachen dul WMI Eintheilung am leichtesten zu machen. em Der fuͤnfte wahre Vortheil ist, daß die Win⸗ 00 terfelder kleiner wuͤrden, ohne doch das geringste an jgud 4 seinen Revenuͤen zu verlieren, wie ich das hernach N ( ausfuͤhrlich weiter unten zeigen werde, um durch e WM diese Maaßregel, dieselben, alle Jahre ganz zu be⸗ l N duͤngen, damit der Roggen immer nur bloß in fri⸗ V scher Duͤngung gesaͤet werden koͤnnte. Wie viel siꝗ VN ö mehr Koͤrner wird ein lange in Ruhe gewesener zunt * Acker geben, wenn er nur eine duͤnne Schicht Duͤn⸗ Hhno ö gung erhaͤlt. Von dieser Behandlung wird man stdets I mehr Vortheil haben, als bey drey Feldern, die El! ö gar zu groß sind, und nur halb geduͤngt werden koͤn⸗ schie +* ö nen. Bey der dreyfeldrigen Art zu wirthschaften, nuhg hat man, nur zwey Fruͤchte von seiner Duͤngung, Re N bey der sechsfeldrigen kann man, drey Fruͤchte hin⸗ O U tereinander, von dem naͤmlichen Felde erndten, und 1* treibt man die Kleewirthschaft dabey, so nimmt Sc. 1 321 166 h man fuͤnf Jahr Fruͤchte von der Duͤngung, und suendin der Acker, wenn er nun zu Roggen geduͤngt wird, lachdem ö ist nichts weniger als enckraͤftet. Durch die maͤ⸗ der h ßige Duͤngung, die er nun erhaͤlt, hat ein solcher ö hr/ di Acker, das vierzehnte bis funfzehnte Korn gegeben. hie Wuͤrde er wohl so viele Fruͤchte hervorbringen koͤn—* VE nen, wenn er vorher durch den Klee, wie man vor— en giebt, entkraͤftet worden waͤre. Man hat bey der Hfachn dreyfeldrigen Methode, das nicht an Getreyde ge⸗ erndtet, was man bey der mehrfeldrigen Art vor—. My⸗ theilt. Eben die Mischung von mehrern Duͤn⸗ Ur an gungsmitteln ist es, die besonders die Fruchtbar— mach keit erhoͤht. Ist der Acker von der Beschaffenheit, duch daß ihm Gipstheile, Bittererde mangelt, da diese uu be beyden Bestaͤndtheile, zur Fruchtbaͤrkeit eines ünsß Ackers, der Getreyde tragen soll, so unentbehrlich bil sind; so giebt ihm der Klee, diese Bestandtheile 11100 zum Theil, Duͤngung allein giebt sie nicht in sol⸗ Dir chem Vorrath. Die etwas verkleinerten Roggen⸗ I felder werden nach wenigen Jahren, eben denselben , di Ertrag liefern, den drey Felder geben, und bey der nan sechsfeldrigen Methode hat man, ein ganzes Feld ufn mehr, das an Hafer oder Winterfrucht, Roggen mu oder Waizen, einen eigenen fuͤr sich bestehenden 111 Gewinn liefert: denn man hat das Kleefeld, in i 10 der zweiten Nutzung, nachdem auf Jobannis ein im Schnitt abgenommen worden, umgepfluͤgt und 22 auf den Herbst, Waizen eingesaͤet, der sehr vor— theilhaft getragen hat, weil der, nach dem ersten Schnitt wiedergewachsene Klee, der Erde eine be— sondere Fruchtbarkeit gegeben hat, ohne daß Vieh— duͤnger darauf verwendet worden ist. Der sechste Vortheil ist, daß man sein kuͤnfti— ges Winterfeld, zu Roggen, zwey Jahr vorher zubereiten kann. Wenn man es z. B. zutraͤglich faͤnde, seinen Acker mit Strauch und Aesten zu be— fuͤhren, und dann dieses Strauch anzuͤndete, so ist bey drey Feldern, diese und andere dergleichen Ar— beit, oder es mit einer andern Erdart zu vermi— schen, unmoͤglich. Es erfordert eine Zeit von ei— nem Jahr, das Strauch anzufuͤhren und trocken werden zu lassen. Wo hat man bey drey Feldern, dazu Zeit und Gelegenheit? Man hat hier uͤber— haupt keine Wahl, die Zeit und Umstaͤnde erfor— dern moͤchten, seinen schlechten Boden zu verbes⸗ sern, sondern man muß saͤen und ackern, ehe die Zeit vergeht. Bey mehrern Feldern kann man den Acker aussuchen, den man nutzen will, und sich fuͤr ein Feld bestimmen, welches man zu seinen Ab- sichten fuͤrs beßte haͤlt. Alles, was ich hier zum Vortheil der mehrfel— drigen Methode sage, ist nicht Spekulation, es ist eigene Erfahrung, die ich hier jedem augenschein⸗ lich zeigen kann. Es ist nicht eine Behauptung, ——————. die wilt stän hill ldeẽ Moe habd len 0oN inlh 00 seht U Nm estiz lihe ah Veb Uklhst⸗ het mnin n gub l/ soist V A hermi⸗ on ei⸗ rocken Fidem, ser uber⸗ de eifor hetbey che die man d sich hen M⸗ nahrseõ , Kis uschen Haurtuch —3⁴ die ich nicht sollte praktisch erweisen koͤnnen, ich will nur durch naͤhere Beschreibung kleinerer Um— stände, den Leser nicht ermuͤden. Es ist unno— thig, daß ich zur mehrfeldrigen Einrichtung uͤber— rede, es muß sich jeder selbst uͤber zeugen. Die Methode, ohne den Kleebau dabey zu treiben, haͤbe ich nur hier in Erwaͤgung bringen wol— len, um dem Landwirthe Gelegenheit zu geben, von dieser Eintheilung richtig zu urtheilen und diese Angelegenheit reiflich zu uͤberlegen, da ich es oben versprochen habe, des Kleebaues nicht zu erwaͤhnen. Indessen, wenn jemand den Klee— bau, im Großen, mit bey der mehrfeldrigen Wirthschaft, anlegen wollte, so muͤßte der Vor— theil viel groͤßer und augenscheinlicher werden, und der zu fuͤrchtende Nachtheil gaͤnzlich ver— schwinden. Der Vortheil wird so uͤberwiegend seyn, daß man leicht geneigt werden wird, es anders einzurichten, als es jetzt ist. Nur den Vortheil zu berechnen, wenn man einen Heu— schlag aufrisse, um Kleefelder, zur mehrfeldrigen Wirthschaft anlegen zu koͤnnen. Ein Heuschlag laͤßt sich einmal maͤhen; und ein hoch, trocken liegender und magerer Heuschlag, giebt in dem einen Male, nur wenig Heu. Machte man nun aus demselben ein Kleefeld, und braͤchte es in die sechs, sieben, achtfache Kulturfolge: so er— 21* —222 21 truͤge es mehrere Jahre, einen zwey⸗ oder drey⸗ fachen Schnitt, der jedesmal viel mehr Heu giebt, als wenn dieses Stuͤck, eine ordinaͤre Wiese geblie— ben waͤre. Es ist ja augenscheinlich, daß, wenn man so viele hundert Fuder, gruͤnen Klee, oder ge— doͤrretes Futter vom Acker erzielt, die Duͤngung in den Staͤllen zunehmen muß, und zwar die beßte, kraͤftigste Duͤngung. Man hat ja bey drey Fel— dern, nicht die Mittel, nicht die Gelegenheit dazu. Wenn nun mit dem sehr vermehrten Duͤnger, ein etwas keineres Roggenfeld staͤrk geduͤngt wird, wie viel mehr muß da, der schlechteste Acker ertragen, der sonst mit einer magern, duͤnnen Schicht ver⸗ bessert werden mußte. Das Vergnuͤgen bringe ich gar nicht in Anschlag, das der Landwirth hat, wenn er, alle seine Felder, in dem schoͤnsten Gruͤn und mit den reichsten Fruͤchten bedeckt sieht, wie das, bey det mehrfeldrigen und Kleewirthschaft, der Fall ist. Ich habe bisher von den Vortheilen und dem Nachtheil der mehrfeldrigen Landwirthschaft gere— det, und diesen Gegenstand genuͤglich erwogen, jetzt ist mir nur noch uͤbrig, speeiell uͤber verschie— dene Arten der Vermehrung der Felder zu reden. Hier ist zuerst eine Art, die vielleicht den Landwir— then gefallen moͤchte. Ich setze den Fall: — allsos nehm Lofst Looffn Losfsaz Wibhhe lieglog 50M 8 Ge schih ed j hean H¹ en R auS N Hattx offaj z sondge nun 10⁰ ben diihle beag — ²5 cae u 1) Man haͤtte 100 Loof, jedes Feld an Groͤße, Hungih allso 300 Loofstellen, von diesen 300 Loofstellen, a nehme man von jedem 20 Loofstellen ab, allso 60 „ Wnn Loofstellen, so blieben in drey Feldern, jedes zu 80 Loofstellen uͤbrig. Zu dem vierten Felde von 6⸗ duhung Loofstellen, nehme man noch L20 Loofstellen, von der Wihe Weide oder einem Heuschlage, der gemeiniglich hoch u d liegt, dazu. So haͤtte man 4 Felder, jedes zu hat un 890 Loofstellen. Diese 4 Felder besaͤete man H„, ei 80 mit Roggen h, M 80 mit Gerste Hager, 8So mit Hafer t der 80 blieben brach zum kuͤnftigen Roggen. ingeich) Gesetzt, man haͤtte bisher 80 Loofstellen mit Ree— irth hu, scheneeken, und die 20 Loofstellen, die man von n Grin jedem Felde abnahm, mit Arbeitern bestritten; ver⸗ cht, wi theilte nun die Arbeiter bloß auf das Haferfeld. huft der Es froͤgt sich, wie es nun mit der Bearbeitung und dem Ertrage eines solchen Landgutes stuͤnde, das aus drey Feldern, auf die Art, das vierte gemacht ind din haͤtte? Die Rescheneeken bekommen nun, wie es aft ger offenbar ist, keine neue Auflagen mehr zu pfluͤgen, awogen sondern es bleibt bey ihrer alten Arbeit. Sollten uesshis nun aber die Arbeiter nicht mehr zu arbeiten ha— undn ben? Es werden in einem Jahre, bey der dreyfel— ndo⸗ drigen Methode, nicht mehr als nur zwey Felder ö beackert, das dritte ist mit Roggen besaͤet, allso 7* 41 326 pfluͤgten die Arbeiter, in 2 Feldern, 40 Loofstellen dreymal, das macht 120 Loofstellen. Sollten sie nun ein eigenes viertes Feld von 80 Loofstellen, mit Hafer allein bearbeiten; so haͤtten sie das Haͤferfeld, welches nur zweymal gepfluͤgt werden muß, 60 Loofstellen, allso 20 Loofstellen in zwey verschiede— nen Zeiten, jedesmal nur 20 Loofstellen, im Gan— zen aber 40 Loofstellen mehr zu bearbeiten. Ich haͤtte leicht, eine kleinere Zahl als 80 nehmen koͤn—⸗ nen, so haͤtten die Arbeiter auch diese 20 Loosstel— len jedesmal mehr nicht zu pfluͤgen gehabt. Ich ließ es aber bey 80 Loofstellen, theils um eine ge— rade Zahl zu haben, und nicht durch die Kuͤlmite und Bruͤche, den Leser zu verwirren, theils, weil das Pfluͤgen dieser 80 Loofstellen, auf ein Ger— stenfeld im Herbst faͤllt, welches schon milde, und weil da Gerste gestanden hat, leicht pfluͤgbar ist, und weil die Arbeiterpferde im Herbst, wenn der erste Pflug zum Hafer gemacht wird, besser bey Kraͤften sind. Dem Arbeiter wird dadurch nicht mehr Arbeit aufgelegt. Arbeitet er eine Arbeit, so ruht wieder eine andere, allein er hat Erleichterung im Pfluͤgen, weil er, kein Roggen⸗Brachfeld zu be⸗ arbeiten hat, welches er weit schwerer findet, als ein von Gerste eben abgenommenes Feld, welches im Fruͤhlinge schon gepfluͤgt war. Seine Pflug⸗ arbeiten waͤren auch getheilt, naͤmlich halb im 327 Luftln Herbst, halb im Fruͤhlinge. Sind hier nun auch, Salaf 40 Loof mehr zu pfluͤgen, so ist diese Arbeit um so n nl ‚ viel leichter und besser. Wenn mir die Leser den Haferfeh, Einwurf machen, daß ich hier doch eine vermehrte u, o Arbeit in Gang gebracht habe; so antworte ich, Widide daß praktische Landwirthe darinne leicht eine kleine 05 Veraͤnderung machen koͤnnen, wenn sie diese 40 in. Y Loofstellen mehr zu pfluͤgen laͤstig finden. Sie men loy koͤnnen ja die Groͤße der oben genannten Felder von Lofff 80 Loofstellen, nur zu 75 bis 76 Loofstellen an— + nehmen, und einen Reescheneek mit in das Hafer⸗ line ge feld versetzen, so haben Reescheneeken und Arbei— Külmt ter, weniger zu pfluͤgen. Ich lege nur, ohne ein 6„ Wel 5 eigentliches Maaß anzugeben, irgend ein Beyspiel ein Ge⸗ vor, das man ausfuͤhren kann, wie man will, was de, ud von 100 Loofstellen gilt, gilt auch von 2, 3, 400. Ihar! 2505 Meine Hauptabsicht ist nur, den vermehrten ssr bih Ertrag eines auf die Art eingerichteten Landgutes clicht zu zeigen; obgleich 20 Loofstellen Roggen, 20 (bät Loofstellen Gerste weniger besaͤet worden. Die 10 ichtumz Loofstellen Hafer, die man mehr saͤet/ sollen jenen nb⸗ Verlust voͤllig aufwiegen. Wet, al „Hlch Die 20 Loofstellen Roggen, die zum Hafer— eM felde geschlagen wurden, sollen à 6 Korn tra— gen 2in ur⸗ 120 Loͤfe Roggen Halt ———— 3.—— und weniger Einkuͤnfte geben, zu Thl. das Loof, macht 120 Thl. Die 20 Loofstellen Gerste, 4 6 Korn, tragen zu 3 fl. 120 Löfe Gerste 90-⸗ Verlust in Summa 210 ⸗ Nehme ich nun den Hafer auch nur zu 6 Korn an, obgleich ich, in einem regelmaͤßig geduͤngten Felde, sicher 10 Korn Hafer annehmen kann. Die 80 Loofstellen Hafer zu 6 Korn 4 2 fl. macht 240 Allso schon Ueberschuß ⸗ 309 Gehe oder kann ich mit Einstimmung der Landwirthe, bis 10 Korn bey der Ha— fererndte gehen, so gewinnt man 800 Loͤfe und an Geld 40⁰⁰ obige 210 . V. Allso Ueberschus ⸗ 190⸗ Statt 210 Thl., die man nach obiger Berech⸗ nung verloren hatte, mit einem Aufwand von 40 Loofstellen, wie ich oben gezeigt habe, mehr zu pflüͤ⸗ gen in einen leichten und milden Acker. 2) Die Winterfelder muͤssen kleiner werden, bey der mehrfachen Eintheilung der Aecker, aber deswegen sind die Revenuͤen doch viel groͤßer, und der Arbeiten nicht mehr, auf einem der Art einge⸗ 32 8 richteten Landgute, und wir wollen den Fall an— 70N nehmen, man haͤtte drey Felder, jedes zu 100 Loof— stellen, und koͤnnte das vierte, auch zu 100 Loof— stellen dazu nehmen, theilte, wie ich oben gesagt habe, den ganzen Acker, in 6 Theile, so wuͤrde je⸗ des Feld 663 groß seyn, und um die Bruͤche zu verhuͤten, so wollen wir 67 Loofstellen jedes Feld annehmen, und auf den Ertrag ein Auge richten, um zu sehen, ob bey dieser Einrichtung, Verlust zu fuͤrchten ist. Das mindeste, was ich bey so ver⸗ 50. kleinerten Feldern, die stark geduͤngt und mit Klee —— bestellt waͤren, zur Erndte annehmen kann, waͤre 0: 8 Korn mit der Saat. Da ich hier aber den Klee— bau auslassen muß, so nehme ich ohne den Klee— bau, 8 Korn an, da die Aecker in 6 Jahren kei— nen Roggen getragen, und allso lange fuͤr Roggen 100⸗ geruht haben. Die Kulturfolge waͤre nun folgen— dermaaßen einzurichten: o 1) Roggen. von 3) Hafer. hupstö 4) Brach oder zur Weide. 5) Zu Heu gemacht oder zur Weide. deden ö d br 6) Brach und geduͤngt set, u Im siebenten Jahr wieder Roggen, wie in utlh ersten. Ich hätte nun allso gewonnen, nach dieser neuen Einrichtung, von einem Felde von 67 Loof—⸗ stellen zu Korn Roggen ⸗ 536 Löfe à 4 fl. ⸗ 536 Thl. (Gerste n 53 3 fl. dh⁴ Hafe⸗ 536— 4 2 fl. ⸗ 268 Summa 7608— 1206 ⸗ Bey der alten dreyfeldrigen Methode von 100 Loofstellen zu 6 Korn mit der Saat Roggen ⸗ 600 Lofe à 4 fl. ⸗ 600 Thl. Gerste 2 600— 4 3 fl. 2 450 7 Summa⸗1050⸗ ist hiebey ein Verlust von 156 Thaler. Im veraͤn⸗ derten Fall sind diese 156 Thaler gewonnen, mit nicht groͤßerer Arbeit und Aufwand; bey der Aussaat des dritten Feldes mit Hafer, gewinnt man, ge— gen die vorherige Roggen⸗ und Gerstenaussaat, auch etwas an Saatkorn, da diese Getreydearten, besser im Werth und Preise sind. Muͤßte ich nun aber, bey der dreyfachen Art, nur 5 Korn mit der Saat annehmen, so haͤtte ich von 2 Feldern, nur 1000 Lofe geerndtett wenn ich aber die Felder von 100 Loofstellen zu 65, 70, oder 80 verkleinerte, und haͤtte 7, 8, oder g Korn geerndtet, Roggen zu 7 Korn Gerste zu 7 Korn Hafer zu 8 Korn, 331 so haͤtte ich 545 Loͤfe mehr. Wuͤrde ich 8 Korn rechnen duͤrfen, so haͤtte man 550 dreymal genom— men, mit 9 Korn, so haͤtte man 630 dreymal ge— nommen, Gewinnst, bey der mehrfachen Ein— theilung. ö Sehen wir nun die Arbeit an, so werden auf zwey Felder, jedes zu 100 Loofstellen, jedes drey— mal gepfluͤgt, Roggen 100 Loofst. dreymal gepfluͤgt 300 Loofst. Gerste 100——.—— 300— 600— bearbeitet. Verkleinere ich sie nun zu 70 Loofstel— len, und pfluͤge solche 3 Felder Roggen 70 Loofst. dreymal gepfluͤgt 2 10 Loofst. Gerste 70——— 240— Hafer 70— zweymal— 140— 500— allso 40 Loofstellen weniger, als bey der dreyfel— drigen Wirthschaft. Wenn wir den Verlust an Roggen und Gerste rechnen, da in jedem Felde, 30 Loof Aussaat weni— ger ist, allso 60 Loofstellen. Diese geben mit 5, zu fuͤnf Korn gerechnet, 300 Loͤfe. Indem ich nun diese verliere, so gewinne ich dagegen, 8 Korn Hafer, 560 Löfe, oder g Korn, oder 10 Korn Hafer. * 4 5 0 350 Nach obiger Preisangabe betruͤge der Roggen 150 Thl. die Gerste · 112 ⸗ allein dagegen der gewonnene Hafer zu 6 Korn 280 Thl. zu 9 Korn 315 · 31 Kn 356* Dieses wuͤrde den Verlust an Roggen und Gerste weit uͤbersteigen. Ich zweifle nicht im geringsten daran, daß man, wenn diese kleinen Felder, mit Klee bewirthschaftet und ganz geduͤngt wuͤrden, bis 15) Korn mit der Saat erndten wuͤrde, und dann von diesemekleinen Felde, mehr Roggen und Gerste erhalten, als von 100 Loofstellen jedes Feld groß. Den Hafer haͤtte man als reinen Gewinn zum Ueberschuß. Wenn, wie gesagt, die Kleewirth— schaft, bey der sechsfeldrigen Eintheilung dabey getrieben wuͤrde, und man erst die Felder, nach obiger Art fett gemacht haͤtte: so faͤnde noch ein anderer Vorschlag statt, der noch mehr Aussicht zu vortheilhafter Benutzung der Aecker gewaͤhren wuͤr— de, naͤmlich: man besaͤete zwey Felder mit Winter— korn, und nur eins mit Sommerkorn. Man sieht es wohl, daß mein erster Vorschlag, bey der sechs⸗ feldrigen Methode, auf zwey Sommerfelder und ein Winterfeld berechnet ist. Dieses ist bey eini— gen Aeckern, das beßte Mittel, die Aecker, in kur⸗ 6 0 33 zer Zeit fett zu machen. Sind sie es allso nun 0 A. nach Verlauf von sechs Jahren alle, so koͤnnte man mit Sicherheit, zwey Winterfelder einrichten, und damit, die naͤmliche Saat nicht zu oft in densel— ben Acker kaͤme, die Eintheilung machen, daß man erst auf frischgeduͤngtem Acker, Waizen saͤete, dann Hafer und Klee, dann zwey Jahre Klee. Im Wht zweyten Jahre der Kleenutzung machte man erst, ei— Ingtn nen Schnitt Klee, pfluͤgte dann den Acker nach I, Mt Neujohannis um, ohne ihn zu duͤngen, und be— H saͤtte denselben im Herbst, nachdem er gehörig und I uͤblicher Maaͤßen dreymal mit Roggen gepfluͤgt Gaste worden waͤre. Hier waͤre nun aber ein Pflug mehr dudd. 5 zu thun, und allso etwas mehr Arbeit. Allein 1 in wenn man uͤberhaupt nicht zu viel zu pfluͤgen hat, nt so koͤnnten die Arbeiter, den mittelsten Pflug, von Imnn den drey Pfluͤgen thun, der der leichteste ist. Auf 190 die Art, wuͤrde denn doch die Arbeit nicht vermehrt l werden, denn die Arbeiter koͤnnen doch nicht an⸗ u ders gebraucht werden, als bey irgend einer Arbeit, WW⸗ wenn sie nun eine Arbeit thun, so unterbleibt eine nn andere. sicht chs Der Vortheil waͤre hier aber noch einleuchten⸗ aud u 25 der von den gesammten Aeckern gewonnen un wuͤrde HWH‚H‚H‚HFCICIC CꝑCꝑCꝑCꝑCICIFIFIFIFIFIFIFIFEFI‚IIIE 334 67 Loofst. Waizen sollen ö zu 6 Korn geben 402 Loͤfe à 6 fl. 2412 fl. 67 Loofst. Roggen sollen zu 6 Korn geben 402 ⸗4 4 fl. 1608⸗ 67 Loofst. Hafer sollen zu 6 Korn geben« 402—4 2 fl. 804 ⸗ 4824 ⸗od. 1206 Thl. Nehme man nun Gerste statt Hafer, so kommen statt der 804 fl. 1206, und allso noch sichtbarerer Gewinn. Ich habe so maͤßig gerechnet, als moͤg⸗ lich. Die wirklich vorhandenen Preise des Ge— treydes, werden hiebey noch einen weit groͤßern Gewinn geben, als hier berechnet worden ist. Es lassen sich hier noch allerhaͤnd Veraͤnderun— gen machen, die jeder Landwirth selbst entwerfen kann. Mir sind der lokalen Beschaffenheiten zu wenig bekannt, um auf jedem Landgute, die ange— messenste Eintheilung zu machen. Wenn die Land— wirthe nur zwey Grundsaͤtze im Sinne behalten, und dann ihre Entwuͤrfe machten: naͤmlich: er⸗ stens nicht so balde, das naͤmliche Getreyde, auf den Acker zu bringen, um moͤglichst ein der Win⸗ tersaat gleiches Gesaͤme zu vermeiden, es so lange als moͤglich zu verschieben, bis wieder dasselbe Korn auf den Acker kommen moͤge. Zweytens, eine moͤglichst oftmalige und vieljaͤhrige Abwechslung der Getreydearten, damit ihre Felder, immer ir— gend eine Kornart gut und reinlich ertragen, und 3— ihre Revenuͤen immer vollzaͤ zaͤhlig seyn moͤgen. Mit Huͤlfe dieser beyden Grundsaͤtze, wird jeder Land—⸗ mann sich eigene Eintheilungen und Entwuͤrfe ma⸗ chen koͤnnen, die auf seine Lage und alle seine eigen⸗ thuͤmlichen Umstaͤnde passend sind. Es giebt gewisse Aecker, die nicht Gerste tra⸗ 2ni gen, aber Sommerroggen und Sommerwaizen ge— 106. raͤth da sehr gut, wenn der Acker nur fett ist. Ich 390 habe nur Hafer, als das dritte Gesaͤme vorgeschla⸗ imn gen, es kann ja auch eine andere Getreydeart, z.B. 557 Buchwaizen, Erbsen, Linsen und dergleichen mehr seyn. Kleine Felder koͤnnte man auch, wenn sie Krh fett genug waͤren, mit Kartoffeln bearbeiten. Man desm„ kann auch auf ein Sommerfeld, vielerley Arten von iten z Fruchtgewaͤchsen bringen, wie es jedem Landmann unge am bequemsten und zutraͤglichsten ist. nd hallen —..— auf Din oange eötn 3„ ehe chelunz mmer 16 336 IIIIIIPIPIPIPPIPPPPIIITITftfx'PPTPTTTTTTTTT᷑T᷑TRTRTCTD DTCZCꝗ. Erste Abtheilung. Vom Bestellen der Roggen und Waizenfelder. Wir pfluͤgen bekanntermaaßen, ein jedes Feld dreymal und eggen es auch eben so vielemale; die— ses ist eine alte, hergebrachte und fast allgemeine Gewohnheit, von der man nur in einigen wenigen Gegenden abweicht. Man haͤlt es fuͤr eine uͤber⸗ fluͤssige Arbeit, den Acker zur Roggensaat, meh— reremale zu pfluͤgen, weil zum Roggen, der Acker durch dreymaliges Pfluͤgen, hinlaͤnglich fein wird, man auch zu dieser Getreydeart, kein so uͤberaus feines Land braucht, und weil man, den arbeiten— den Leuten, keine neue unnoͤthige Arbeiten auflegen will, zu einer Zeit, da ohnehin schon viel zu thun ist. In einigen Gegenden weicht man davon ab; man pfluͤgt das Feld zu Roggen viermal, und Leu— te, die nicht die Zeit haben, oder nicht so emsig wirthschaften, begnuͤgen sich mit zweymaligem — 9——— 2 IIH0 in I 5 237 — Pfluͤgen. Wenn unsere Roggenfelder aber kleiner waͤren, und wir an sehr großen Feldern nicht so viel zu thun haͤtten, waͤre es nicht zutraͤglich, we— nigstens das kuͤnftige Brachfeld, auf dem, Roggen den folgenden Herbst gesaͤet werden soll, den Herbst vorher, nachdem die Gerste abgenommen, und das Feld abgeweidet ist, zum erstenmal zu pfluͤgen? Meine Ursachen, diese Frage hier aufzuwerfen, sind Mbe. folg wi Es fraͤgt sich naͤmlich, ob es vortheilhafter waͤre, und was es eigentlich fuͤr einen Nutzen haͤtte? àsl Man schreibt den Fruͤhlingswinden und Regen, dis⸗ eine große Kraft zu, den Acker fruchtbar zu ma⸗ W chen. Das Brachfeld, auf dem, Roggen gesaͤet angn werden soll, ist mit Gerste vorher bestellt gewesen, ine iber es ist bey der Gerstensaat, beeggt, mit der Walze „ nch⸗ festgedruͤckt, durch den Sommerplatzregen und nach⸗ Mer her von Frost und Schnee zusammen geschlagen, wid, und durch das im Herbst umherwandelnde Vieh Oanus festgetreten. Die Winde und Luft im Fruͤhlinge beten können allso, auf den Acker nicht so frey wirken, da uftgn doch die Fruͤhlingswinde voll befruchtender Theile m sind. Das im Schnee befindliche Laugenfalz fließt Luntir üͤber den festen Boden, in etwas bergigten Gegenden I ab, statt daß sich dieses Wasser in die Erde ziehen, und u seine Bestandtheile dort absetzen sollte. Das Schnee— In wasser halte ich zwar, fuͤr vorhandene Pflanzen al— —— 338 schaͤdlich, allein die Bestaͤndtheile dieses Wassers wuͤnschte ich doch, in dem Boden erhalten zu koͤn⸗ nen, von denen ich glaube, daß sie die Erde etwas befruchten, besonders wenn das Wasser verduftet ist, und wenn diese Bestandtheile mit Erde ver— mischt, nachher vom Fruͤhlingsregen angefeuchtet werden. Das Umpfluͤgen der Brachfelder den Herbst vorher, wuͤrde fuͤr den Fruͤhling, die Erde lockerer machen, und der jetzige erste, dann aber zweyte Pflug, wuͤrde weit leichter verrichtet werden koͤnnen: denn lehmigte Aecker vertrocknen in duͤr ren Jahren so sehr, daß man oft zu seinem groͤßten Schaden, sehr lange mit dem ersten Pfluge warten muß, bis etwa die Erde, lange nach Johannis er— weicht wird, sonst bricht die Erde, wenn man sie so vertrocknet pfluͤgt, in großen Schollen auf, die ncht so leicht fein gemacht werden koͤnnen. Die— ser Umstand verhindert dann die Luft, die Erde gehoͤrig zu befruchten. Die Erfahrung bewaͤhrt diese Urtheile, da die Erde, je mehr sie an Luft und Sonne gebracht wird, desto fruchtbarer ist. Man will Beyspiele haben, daß ungeduͤngte, magere Erde, deren Lage gut ist, bloß durch vielfaches Pfluͤgen, besser und eintraͤglicher geworden ist. Durch viermaliges Pfluͤgen koͤnnte auch, das Un⸗ kraut besser vertilght werden. Die Saamenkoͤrner liegen lange ungekeimt, aber doch unverdorben in —— *—————— 339 Vnid der Erde, wenn dieselbe nicht aufgeruͤhrt wird, und y aus der Wurzel schießendes Unkraut erstaͤrkt sich wevu„ gar zu sehr, wenn es uͤber vierzehn Monate unge— verduftt hindert fortwachsen kann. Auch die Wurmnester, e Hr oder die, auf einer Stelle gelegten Eyer der Insek— fauchtt ten wuͤrden leichter vertilgt, wenn wir sie, den Herbst, r du aus ihrer Lage stoͤrten und an die Luft braͤchten, üu Ed sie ihren Feinden bloß stellten, oder sie dem Frost ann abe und Schnee unmittelbar aussetzten. Zur Zuberei— Perdet tung des Waizenfeldes ist es ohnehin unerlaͤßlich, dah⸗ viermal zu pfluͤgen, wenn derselbe gut gerathen soll. Loten Wenn wir nun aber zur Wintersaat, bey unse⸗ watten rer einmal angenommenen Wirthschaftsart bleiben n„ sollen, so wuͤnschte ich doch, den ersten Pflug, den man si wir nun erst nach der Duͤngungsfuhr thun, so fruͤh ouf, d als moͤglich zu machen. Alte erfahrne Landwir— D the haben das Sprichwort unter sich angenommen: e wer sein Feld vor Johannis nicht aufpfluͤgt, der wpähtt hat keinen Roggen. Wenn das auch jedesmal in nd verschiedenen Aeckern, und bey verschiedener Witte— W rung nicht zutrift: so habe ich dieses Sprichwort, in 212 soweit immer bewaͤhrt gefunden, daß auf fruͤh ge— Kahs pfluͤgten Feldern, der Roggen immer besser gera⸗ il then ist, als auf denen, die spaͤt nach Johannis, erst d zu bearbeiten angefangen wurden, und wenn nasse men und schlechte Jahre sind, so steht das Korn auf spaͤt 1. gepfluͤgten Feldern immer am schiedtesten. Ich suche 22 34⁰ die Ursachen davon, in folgenden Beobachtungen. Die Gewitterregen und die Fruͤhlingsluft geben der Erde viele Kraft. Solche Regen kommen meh— rentheils mit großem Ungestuͤm und Gewalt; ist die Erde nun offen, so bleibt die gute wirksame Kraft, die mit dem Luftwasser verbunden ist, wo— hin ich auch den Thau rechne, in der Erde. Ist die Erde aber fest, so fließt alles fruchtbare Was— ser, in bergigten Feldern, herab in die Graben. Nach Johannis pflegt es zwar mehr zu regnen, dann sind aber, weder die Regen, noch die Winde, so befruchtend, und wenn sie auch, eben die Kraͤfte bey sich haͤtten, warum sollen wir die fruͤhern Ein— wirkungen der Luft ungenutzt verloren gehen lassen. Die Fruͤhlingsluft loͤset feste Theile auf, und fuͤhrt sie mit sich fort, wie vielmehr weiche Koͤrper, die sich mit den Duͤnsten verbinden, mit Regen vermi— schen und herabfallen. Das Fruͤhlingswasser ist voll Salze, die aus der Erde, in die Hoͤhe gezogen, in der Atmosphaͤre herumschweben und wieder her— unterfallen. Mit dem Fruͤhlingsregen kommt viele elektrische Materie auf die Erde herab, die Luft hat vielen Sauerstoff bey sich, der das Alkalische der Erde aufloͤßt, wenn sie offen ist. Die Erde muß einmal von der Winternaͤsse rein austrocknen; so laͤnge die Erde nun fest ist, so ist in einer gewissen Tiefe, noch Feuchtigkeit vom box die 0 s U H. un in 00 huny geben de en meh Wt, ist Nchame m M Gaaben. ne, Mhoe, 6 1 Eih⸗ Osch. Dfühtt ek, dil bermi⸗ ser is Kogeh, het⸗ Viele ft ha 34 Winter uͤbrig, die die Sonne erst aus ziehen muß; nachher muß die Erde, von Luftwasser wieder ange— feuchtet werden, nachdem sie erst ganz trocken ge— worden ist. Ich vermuthe, daß die Luft, auf nasse Erde, nicht solche Wirkung thun kann, als auf trockne. Je fruͤher sie nun austrocknet, welches durch das fruͤhe Oeffnen gewirkt wird, desto eher kann sie von der Fruͤhlingsluft vortheilen. Das Unkraut kann sich nicht tief einwurzeln, wenn fruͤhe gepfluͤgt wird. Es sind viele Gewaͤch— se, die vor Johannis abbluͤhen und Saamen streuen. Der zeitig im Jahr gemachte Pflug, kann die noch nicht so tief gewachsenen Pflanzen herausreißen, und zerstoͤrt dieselben, in der Bluͤthe, ehe es zum Saamentragen heranwaͤchst. Die Quaͤcken werden an die fruͤhe, trockne Fruͤhlingsluft gebracht, und verdorren eher; hat aber die Luft schon mehrere nasse Duͤnste, oder es regnet um Neujohannis, wirklich oͤfter, so wachsen die Unkrautwurzeln fort, die mit ihren Fasern an der Erde kleben, und sie werden nicht vertilgt. In nassen Jahren trocknet die Erde, den ganzen Sommer nicht aus, wenn sie nicht vor Johannis zeitig aufgepfluͤgt worden ist, denn vor Johannis ist die trockenste Zeit, selbst in nassen Jahren. Der letzte und wichtigste Grund zum fruͤhen Pfluͤgen, ist der, daß der erste Pflug, der vorzuͤg⸗ ——.—......—. 34² lichste ist, der am sichersten, die Wuͤrmer und In⸗ sekten vom Felde abwendet. In meiner Erfahrung, habe ich diesen Satz vielfach bestaͤtigt gefunden. Entweder zerstoͤrt dieser erste Pflug, und die dar— auf folgende Egge, die Insektennester, oder er ver— hindert die alten Insekten, ihre Eyer, auf gepfluͤg— tem Acker abzusetzen. Der groͤßte Feind unserer Roggenfelder ist das Insekt und die verschiedenen Arten derselben. Nicht fruͤhes oder spaͤtes Saͤen, nicht Naͤsse und Frost, nicht Nordwinde und Duͤrre, thun dem Roggen, so vielen Schaͤden, als die In— sekten. Um nun dieselben moͤglichst zu hindern, muß man so fruͤh als möglich pfluͤgen. Alle Thiere, und allso auch die Insekten, haben den Naturtrieb, daß sie dahin, ihre Eyer setzen, wo ihre Brut, so— bald sie aus den Eyern schluͤpft, gleich Nahrung finden. Insekten, die fruͤhe im Fruͤhlinge ausge⸗ bruͤtet werden, legen ihre Eyer nicht in Feldern, sondern in Wiesen und Grasgegenden ab, weil um die Zeit, weiches und zartes Gras uͤberall zu fin— den ist, welches die jungen Wuͤrmer zehren koͤnnen. Diejenigen Insekten aber, die spaͤterhin auszukrie— chen bestimmt sind, welches bey der grauen Erd— raupe, der Fall ist, die so großen Schaden, dem jungen Roggen thut, suchen lieber, im Felde, ihre Eyer hinzulegen, weil daselbst, immer fettere und weichere Sommergewaͤchse vorhanden sind, dage— —— WW dilloy I H R 3 WIl M 6 5u A RAN EI Lehu H1 Onn IũHhẽ˙ Hν 343 d gen in Wiesen, um die Zeit ihrer Entwickelung, Rchnn die Graͤser und Pflanzen holzigter und haͤrter zu fin.„ werden anfangen, die, die kleinen Thierchen nicht e dar so gut naͤhren. In Feldern waͤchst immer frisches 4 Gras, da die Saatkorner in Bewegung gesetzt, an ufii Luft und Sonne gebracht, und die Erde locker vusen geworden ist. Werden denn auch viele Gewaͤchse shun zerstoͤrt, so sind wieder eben so viele, die von neuem 6 Ein, wachsen, und den Insekten, Nahrung geben. Daß dDine die graue Erdraupe spaͤter herausschl uͤpft, hat man 1790 im Herbst erfahren, da im November dessel— ndern, ben Jahres, weil kein staͤrker Frost einfiel, diese Hiere Raupe noch unter dem Schnee, viele Derheerun— und, gen anrichtete, wovon ich und diese ganze Gegend, so Beweise aufzustellen hatte. Pfluͤget man nun Juhumh fruͤhe, so stoͤret man den Wachsthum der Pflan⸗ En zen, und was der Pflug stehen laͤßt, vernichtet Felben nachher die Cgae; und das Insekt muß bis zur HIun Roggensaat, entweder Hungers sterben, oder das zuft⸗ Feld raͤunmen. Zum offenbaren Beweise dieser hhen. Behauptung, darf ich nur die Landwirthe, daran ri erinnern, daß die Insekten, in den damaligen Jah⸗ ö ren, immer von den sogenannten Ponern, oder gra— d, dn sigten Unterscheidungsmerkmalen der Reeschen und W. ihn Graben wo sie hingelegt waren, und Relt u si ch zuerst ar S ihren Eyern entwickelt hatten. Es , d ist auch t daß die mehresten Insekten, ihre Dieeeee. 344 Eyer alle, auf eine Stelle legen; vielleicht reißt der Pflug, diese Nester um, und wirft sie auf die Oberflaͤche der Erde, wo sie andern Insekten und Voͤgeln, zur Speise dienen. Die Beobachtung, daß die Insekten, nicht alle Jahre, großen Schaͤden thun, mag aus tausend andern Ursachen herkommen, die ihre gar zu haͤu⸗ fige Vermehrung hindern. Witterung, veraͤnderte Bearbeitung, ein Gleichgewicht ihrer zerstoͤren⸗ den Feinde, moͤgen jedes das ihrige zu ihrer Ver— minderung beytragen. Es giebt mehr als eine Art von Insekten, die den Roggen verzehrt; ich kenne deren drey Arten; die graue Erdraupe ist lange vor der Roggensaat schon vorhanden, zehrt andere Grasarten, frißt andere Insekten, die sie bezwin— gen kann, aus Hunger. Gruͤnes Gras ist aber ihre eigentliche Speise, und ihre Gefraͤßigkeit ist unbeschreiblich. Hat sie im magern Graspoͤner, eine magere Kost gehabt, so findet sie, im jungen Roggengrase, volle und uͤberfluͤssige Nahrung. Man hat bemerkt, daß bey der Verbesserung der Graben, das in dem Bette desselben befindliche fette Gras, voll kleiner Raupen gewesen ist. Zum Be⸗ weise, daß sich die Mutter dieser Raupen, zum Legen ihrer Eyer dahin begeben hat, wo weiche fette Nahrung, fuͤr die jungen Raupen war. Hatte 7 man die Graben fruͤhe verbessert, so kamen diese *— —— E bn Hπ Inh ktißth — E auf di en und Huhle lange behvin it dbe 345 jungen Raupen, an den Rand der Graben, wo sie zuerst alles gruͤne Roggengras angriffen, das da gesaͤet war, und sich von daher, in das ganze Feld verbreiteten. Es bedarf allso wohl weiter keines Beweises, daß man das kuͤnftige Roggenfeld, wenigstens so fruͤhe pfluͤgen muß, als moͤglich, um das Begrasen desselben zu hin— dern. Sicherten wir in den Jahren, da der Insekten weniger sind, auch nicht die Raͤnder der Aecker, so befreyten wir doch die Mitte derselben. Wenn man an die große Gefraͤßigkeit dieser Thier— chen denkt, so wird man es leicht wichtig finden, daß man sorgsam auf ihre Vergringerung und Ver— tilgung bemuͤht seyn muß. Die Roggenpflanzen haben an sich viel Staͤrke, sie koͤnnen viele Kaͤlte, Naͤsse und Frost aushalten und faulen nicht; sind sie nur nicht von Insekten beschaͤdigt, so bestehen sie bey harten Wintern. Ist aber der Stamm abge— hauen, so fault die Wurzel nachher aus. Es giebt einige Insekten, die sich bloß an der Wurzel hal— ten; sie kommen nicht an die Oberflaͤche; ich halte es daher fuͤr wahrscheinlich, daß, wenn die Erde stark beschneit ist, ohne zu gefrieren, die Insekten nur die Wurzel verzehren; wenn denn der Schnee im Fruͤhlinge abgeht, so sieht das Feld oft gruͤn genug aus, sobald aber die Erde abtrocknet, so vergeht die Pflanze gaͤnzlich, weil sie keine Wurzel hatte. Man mißt diesen Schaden, den trocknen Winden zu; diese thun zwar auch Schaden in magern Aeckern, da trocknen 9— die Erde um die Pflanze tief aus, die Nebenschoͤßlinge vergehen, allein die fahlwurzel, die gerade in die Erde geht, bleibt und haͤlt den Hauptstamm am Leben. In fetten Aeckern, wo die Wurzel, an dem vorraͤthigen Mo- der, Nahrung genuͤglich findet, da verdorren die Nebenschoͤßlinge nicht alle so leicht, wenn auch trockne Winde obwalten, sie erhalten sich gut und treiben nachher doch aus, wenn Regen faͤllt. Die— ser Umstand macht das Roggenfeld duͤnne, allein er vernichtet nicht ganze Stellen und alle Pflanzer auf denselben; es muß bey dieser Erscheinung, eine andere ursache e vorhanden seyn, und ich glaͤube, sie Ni in der Menge der Insekten gefunden zu haben, die sch durch unregelmaͤßige Bearbeitung des Ackers eingefunden haben. Sind solche, von allen Rog⸗ genpflanzen entbloͤßte St ell len tief, so daß sich da⸗ bey, Pfuͤtzen bilden koͤnnen, so kann auch die Waͤrme des Wdiasee die daselbst stehenden Pflan⸗ zen wassersuͤchtig gemacht haben, die, bey warmer Sonne und abgetrockneter Erde, alle vergehen. In den Jahren 1784 und 85, da es im Herbst, so 5 viel regnete, untersuchte ich taͤglich, nach der Saat, die eingesaͤeten Koͤrner, und fand den dritten Tag schon, daß unsäͤglich viele Koͤrner, l⸗ d.M ¹ IW I 0—9 ö f WI f ũ V 94 7 231( . von Insekten weiter nicht beschaͤdigt waren, als daß bloß die Keimspitzen des Kornes weggefressen waren, die damals schon die Natur des Grases an— genommen hatten; das Mehligte des Korns, war unangetastet. Hieraus ist es sichtbar, wie man die schoͤnste Saat in die Erde streuen, und oft ein kuͤmmerliches Aufgehen der Saaten wahr— nehmen kann. Das Korn leidet nicht von uͤber— fluͤssiger Naͤsse so viel, das Wases zieht sich in die Tiefe, die Luft trocknet das Korn in den Zwischen— stunden, in denen es nicht regnet; daͤsselbe wuͤrde allso gewiß aufgehen, wenn 6s nicht von Insekten ver— dorben waͤre. Ist der Keim, den das Insekt, von RKorn 0—0. aufsucht, erst verzehrt, so muß das Uebrige desselben verfaulen. Um die Insekten nun zu vertil gen, ist vorlaͤufig, keine Kuͤnsteley hin— laͤnglich, sondern bis mehrere bewaͤhrte Beobach— tungen und n gemacht worden sind, eine gewisse Bearbeitung des Ackers, als das beßte Mittel anzunehmen, diesem Unglͤck entgegen zu arbeiten. Meine Beobachtungen und Bemerkun— gen weisen mich fuͤrs erste dahin, wie ich schon ge— sagt habe, das Feld fruͤhe aufzupfluͤgen, um das Wachsen des Unkrauts und hiemit der Insekten zu gleich zu stoͤren. Zum fruͤhen P flügen muß nun die Duͤr ngung auch fruͤhe ausgefuͤhrt werden. Es treten dieser D————— SSSS——— — 348 — Regel allerhand Hindernisse in den Weg: an einigen Orten ist das Brachfeld, der einzige Weideplatz fuͤrs Vieh; man pfluͤgt daher spaͤter, um so lange als moͤglich, die Weide nutzen zu koͤnnen, da gerade um diese Zeit, die Wiesen noch nicht gemaͤht, und andere Weideplaͤtze nicht vorhanden oder sehr abge— zehrt sind. Die Sommersaat, die in der eilften, zehnten, neunten Saatwoche gemacht werden muß, macht zwar auch dem fruͤhen Aufpfluͤgen des Brachfeldes, Hindernisse. Hier ist aber kein an— derer Ausweg, als entweder die Weide zu verlieren, um im Herbst ein gutes Roggenfeld, oder den Hin— dernissen nachzugeben, und ein schlechtes Roggen— feld im Herbst zu haben. Sehr gute und fette Aecker mögen dennoch gut gerathen, wenn sie auch spaͤterhin erst bearbeitet werden, allein sie wuͤrden im Verhaͤltniß ihrer vorzuͤglichen Beschaffenheit, noch besser gerathen seyn, wenn sie gehoͤrig fruͤh beackert worden waͤren. Dieser erste Fruͤhlingspflug zum Roggenfelde, sollte auch wohl so dicht, als moͤglich seyn, wenn es, bey der oft sehr fest vertrockneten Erde, moͤglich waͤre, da nun alles Unkraut, mit seinen noch nicht sehr langen Wurzeln zerstoͤrt werden soll, und die Wuͤrmer in ihrer Fortpflanzung gehindert werden muͤssen. Allein es ist oft unmoͤglich, vollkommen dicht zu pfluͤgen. Bleiben Streifen ungepfluͤgt, —— v 349 auennhn da der Fall, bey sehr harter Erde, leicht denkbar Ruc ist, so koͤnnte ein ganzes Nest Wuͤrmer und Gras⸗ un wurzeln ungestoͤrt bleiben und fortwachsen, die her— Vgerade nach, dem Getreydewuchs, Schaden thun muͤßten. ht, nd Das Wurmnest ist anfangs so klein, daß nur ein rihe sehr dichtes Pfluͤgen es ausrotten kann. Da wir chen den zweyten P flug ins Kreuz machen, so glauben Dnm die Leute, daß es nicht so unausbleiblich nothwen— Hn di dig waͤre, das erstemal, so sehr dicht zu pfluͤgen, da ih au es oft sehr schwer ist. Man verrichte die Arbeit Hireh nur langsam und geduldig, so ist auch die Dicht— f heit des ersten Pfluges moͤglich. Hadeh⸗ Der zweyte Pflug wuͤhlt die ganze Oberflaͤche Ni des Feldes vollkommen auf, es erfolgt dieses Auf— seeauc wuͤhlen nur zu spaͤt, um auch andere Absichten, würen die ich oben beruͤhrt habe, zu erreichen. Die sbei Tiefe des ersten Pfluges darf nicht uͤber fuͤnf Zoll fh seyn, denn die horizontalen Kornwurzeln, die die ö Bluͤthen und Koͤrner machen, gehen nicht tiefer. ufide Die Pfahlwurzel, die das Stroh und den Stamm Wenn bildet und haͤlt, fudet auch in der tiefern Erde, un— Wuul ter fuͤnf Zoll, Nahrung genug. Wollte man die 5 1 Schicht der Erde, bis zehn Zoll fruchtbar machen, 1h so muͤßte das, bey einem Herbstpfluge geschehen, Wt oder dann die untere Erde, aus der Tiefe hervor— 1nh praͤchte, und sie, dem Frost, Schnee und der Luft, inin den Winter und Fruͤhling uͤber, aussetzte. Mit —— — — —— ——— ——9——9ꝓ———.—————‚II‚‚.— dem Sommer⸗Bra achpfin uge ist das aber nicht noͤ⸗ thig, da die Erde, fuͤr Meagen hinlaͤnglich frucht; bar ist. Im Lehmboden waͤre zwar in so fern, ein zehn Zoll tiefes an tflockern der Erde nuͤtzlich, da⸗ mit sich das Wasser, tiefer in die Erde ziehen koͤnnte, und nicht so nah an der Oberflaͤche, wo die Korn⸗ wurzeln sind, bliebe. Dieses wuͤrde aber, durch ein tiefes Pfluͤgen 0 erreicht dere wenig nicht n»n: denn sobald die Erde im Herbst durchgehends n 0 o fließt der Lehm wieder zu⸗ sammen, und 0 5t Sicherer aber wird das stehenb bleibende Wasser im Lehmacker, durch dichtes Ausfurchen abgeleitet, in⸗ dem es gendthigt wird, abzufließ en. Im Som⸗ 2* 5* meracker verhaͤlt es sich anders, da wird auch etwas stens doch das Wasser nicht durch. tiefer gepfluͤgt, und die Wurzeln schlaͤgen tiefer. In Teutschland pfluͤgt man tiefer, und doch sind daselbst, die Kornerndten nicht besser als die unsrigen. Das dasige Stroh mag staͤrker seyn, wie denn merklich in Lehmaͤckern, duͤnneres und kuͤrzeres Stroh ist, allein unsere Felder geben mehr Koͤrner. Das Doͤrren unseres Getreydes mag dazu nun auch wohl mitwirken, allein es sind der Bey— spiele und Berechnungen zu viele, als daß man zweifeln sollte, daß unsere Getreydeerndten besser uͤberhaupt sind. So waͤre denn das zwoͤlf Zoll x; 35¹ 0 tiefe Ofluͤgen, eine meist unnuͤtze Verwendung der aue an, en 5 Ist nun allso das Feld, zum erstenmale, vor Jo⸗ ich, v hannis aufgepfluͤgt, so muß es so lange ungeegget umt, liegen bleiben, bis es voͤllig ausgetrocknet und aus— gesonnt ist, bis alle die Wurzeln vertrocknet sind, du und zwischen den Erdkloͤßen, das Gras hervor— sn schießt; das kann einmal früher, ein anderesmal spaͤ⸗ im He ter geschehen, nachdem die Witterung ist. Es muß er zu⸗ sich in Ansehung der 166 Jeder, nach seinem Acker urch. richten, den er zu bestellen hat. Ein Quaͤckacker, ser in und fetter Boden⸗ graset eher und staͤrker ein, als iith in der magere. Das Eingrasen ist das Kennzeichen, 4D„ wann die Egge, uͤber diesen ersten Pflug gefuͤhrt ch etbaz werden darf. Darauf merken viele nicht, sondern fifet. eggen, wann sie eben Zeit haben, oder wann die Erdschollen vom Regen erweicht sind. Das letztere 0 doc ist freylich erforderlich; die Erdschollen muͤssen sich 36 di ausroͤffeln lassen, wenn nur der Regen nicht oft zu schh, fruͤh kommt. Nach dem Regen pflegt das Ein⸗ 0 u. grasen erst anzufangen. Ln man nun gleich Andt nach dem ersten Regen, ohne das Eingrasen abzu— 18 warten, so vergraset der Acker, hten um zweyten 8. Sh Pfluge gar zu sehr, welches hernach scho n schwer Vüi zu vernichten ist; egget man erst spaͤter, so m lange das Gras noch jung und zart ist, so zerstoͤrt 1150 man sicher den Wuchs de Wege üttz 2—.—— —— *..—— 33²2 Die Egge uͤber diesen ersten Pflug, muß seht oft und dicht gemacht werden, nicht allein mit sehr guten Werkzeugen, sondern auch wenigstens zwey bis dreymal; und zwar nicht um den Acker bloß fein zu machen, sondern auch, um die Erdkloͤße an Luft und Sonne zu bringen, um die Wurmnester zu zerstoͤren und die wiederaufkeimenden Gras— wurzeln zu zerreissen, und von der Erde auszuroͤf— feln. Vielleicht ist das schlechte Eggen, die Ursa— che, daß man, wenn das Feld besaͤet ist, wahr— nimmt, daß hin und her, Flecken im Felde, duͤnne oder ganz leer von Roggenpflanzen bleiben. Ich habe in einigen Gegenden bemerkt, daß man, das Brachfeld, nach dem ersten Pfluge nicht egget, sondern nur nach dem Pfluge, mit einer schweren Walze eben rollt. Ich habe diese Me— thode selbst versucht und sehr gut befunden. Der aufgefuͤhrte und eingepfluͤgte Duͤnger, wird nicht ausgetrocknet, sondern bleibt feucht und verfault gaͤnzlich; denn der unausgeroͤffelte Duͤnger, dessen es viele Stuͤcke giebt, besonders von sehr hitzigem Mist, und von dem, aus der Tiefe der Staͤlle ge— nommenen, vertrocknet, wenn er an der Luft liegt, so fest, daß kein Regen ihn erweichen kann. Noth—⸗ wendig ist es aber, den Duͤnger, so sehr mit der Erde zu vermischen, als es nur moͤglich ist, wenn man die Fruͤchte von dem Duͤnger erndten will. —— ren ten! Hiellt mdee Gath desß dall fühn die u die g Veug cheng Felt. derrz gasz abaz dang 23 muß sth Der Nutzen ist zwar nicht verloren, er kommt aber mltsth sehr spaͤt hinterher. Um nun das Vertrocknen der Duͤngung zu verhuͤten, so walzt man den aufge⸗ Er lh pfluͤgten Acker, ohne ihn vorher zu eggen. Ich he a wuͤrde diese Verfahrungsart, ohne Einschraͤnkung, Wnnssn fuͤr die beßte halten, wenn in sehr regenreichen Jah⸗ Hil ren, nicht ein noch schaͤdlicherer Nachtheil eintre⸗ öu ten wuͤrde, der es widerraͤth, naͤmlich das starke Nl Vergrasen der Aecker. Die Walze druͤckt alles II ausgepfluͤgte Unkraut mit seinen Wurzeln in die „dnn Erde, die nun in dem frischgeduͤngten Acker, so vielmehr Nahrung finden, froͤhlich hervorwachsen, . dn und sich mit ihren Wurzeln, desto fester in der lo⸗ ckern Erde setzen. Das Walzen muͤßte gleich nach dem ersten Pfluge geschehen, und dadurch wuͤrde M, das Austrocknen der Rasen verhindert werden; 150 fuͤhrt man die Walze spaͤter uͤber das Feld, so waͤre die Duͤngung schon so sehr vertrocknet, daß doch die obige Absicht nicht erreicht werden koͤnnte. Das Vergrasen thut aber der kuͤnftigen Saat betraͤchtli— chen Schaden. Das Walzen dieses aufgepsluͤgten Feldes, waͤre allso in der Hinsicht, wirklich zu wi— ft ligh, derrathen, besonders in Aeckern, die leicht zum Ein— uh graösen geneigt sind, in nassen Jahren. Da doch zn. aber der Gebrauch der Walze, bey dieser Gelegen— „dessen itigem talle ge⸗ nnt det G.. 0 ⁵1 heit sehr nuͤtzlich ist, so muͤßte man erst walzen, st, l0e dann nach acht Tagen wieder eggen, oder vorher n 23 I——— äRFFIFIFIFIFIFIFIFI I I‚ I——3— 354 eggen, dann walzen, und naͤchher, wenn die Erde ganz trocken ist, wieder eggen. Kann man diese Arbeit aber nicht stellen, so waͤre es doch besser, daß man die Duͤngung vertrocknen ließe, denn die Ein⸗ wirkung der derzeitigen Luft auf die offne Erde, ist von ausgemachtem Nutzen, ohne noch an die Zerstorung der Graswurzeln zu denken, die eben so großen Vortheil gewaͤhrt. Das Instrument zu dieser ersten Egge, muͤßte die Lattenegge seyn, oder auch die in der Mitau— schen Gegend gewoͤhnliche Zapfenegge; diese bey⸗ den greifen gehoͤrig tief, zerreissen die Wurzeln und Erde vollkommen. Ich nehme es als ausgemacht an, daß die Winde, der offnen Erde, viele Fruchtbarkeit mit— theilen, allein ich habe nicht Beobachtungen genug daruͤber anstellen koͤnnen, welche Winde im Som— mer die befruchtendsten sind. Ich wuͤnschte daher, daß aufmerksame Landwirthe, deren eigentliches Geschaͤfte, die Landwirthschaft ist, ihr Augenmerk darauf richteten, und bemerkten, welche Winde die besseren fuͤr den bereits aufgepfluͤgten Brachacker seyn moͤchten. Dieses koͤnnte auf die Art leicht be⸗ obachtet werden, wenn man ein Stuͤck Acker von Norden nach Suͤden pfluͤgte, und ein anderes Stuͤck von gleicher Beschaffenheit und Fettigkeit, von Osten nach Westen, und nun acht geben wuͤr⸗ —.—. 20³⁰ 7 de, welches Stuͤck, besseres Getreyde tragen wuͤrde. l Man muͤßte diesen Versuch mehreremale, in ver— lsel, ß schiedenen Jahren, und zu verschiedenen Jahreszei⸗ d Ein⸗ ten anstellen. Es ist dem Landwirth und dem Etde Pfluͤger gleich viel, nach welcher Weltgegend hin, ul der erste flug gemacht wird. Wenn wir nun anneh⸗ Aun men duͤrfen, daß die Winde aus der Ostsee, allso die West⸗-und Nordwinde, die mehr befruchtender , mist sind: so muͤßte der erste Pflug, so gemacht werden, Muu daß die Winde, nicht der Laͤnge nach, in die Furchen hey streichen, sondern sich in die Queer an die aufge⸗ hnd pfluͤgte Erde anlegen; denn streicht der Wind, in die Laͤnge der Furche, und hat keinen Widerstand, duß de„ so mimmt er seine befruchtenden Theile mit; legt er Thiil mit sich aber an die Queerfurche, so setzt er, in die er⸗ Nz hoͤhete Erdkloͤße, einige Theile bestaͤndig ab, und in Emn wirkt desto staͤrker auf die Erde, weil er Widerstand Itr aher findet. Es ist moͤglich, daß die Winde, zu ver⸗ Inlliches schiedenen Zeiten, bald einer, bald der andere, die Renmetk Erde befruchten. Im Sommer dunstet die See Lude di bekanntermaßen stark aus; im Herbst ist die Luft I an der Ostsee, mehrentheils auch bey gutem Wet⸗ lnthe ter, des Morgens, voll Duͤnste. Wenn nun da⸗ r tun her, die Winde wehen, so ist es hoͤchst wahrschein⸗ uda lich, daß sie, von diesen Duͤnsten einige mit sich Wulkt fuͤhren. Wenn wir allso, bis uͤber diese Sache, mehrere Beobachtungen vorhanden sind, vorlaͤufig, hen vun 2 3 E 350 von Norden nach Suͤden pfluͤgten, so haͤtten wir doch einigen Grund dazu. Es haben Naturfor⸗ scher behauptet, daß die Nordwinde, die befruch— tendsten sind: vielleicht ist das nur fuͤr gewisse Ge⸗ genden? Wir bleiben fuͤrs erste, bey unseren See— winden, bis weitere Erfahrungen uns darinn rich⸗ tiger belehren, wie es sich in Kurland, nach unserer Lage, am beßten verhaͤlten moͤchte. Zwischen jedem Pfluge, und der darauf folgenden Egge, ist eine Ruhezeit vorhanden, in welcher, die Unkraut⸗Saa⸗ menkoͤrner auf dem Acker keimen und wachsen koͤn⸗ nen, damit man dieselben hernach vernichten koͤnne. Den zweyten Pflug des Brachfeldes nennt man in der Wirthschaftssprache, Cartagen,(let⸗ tisch, Kahrtaht.) Wir pfluͤgen nun ins Kreuz; ist der erste Pflug von Osten nach Westen gegan⸗ gen, so geht der zweyte, von Suͤden nach Nor— den, oder umgekehrt. Wenn bey dem ersten Pfluge einige Streifen unberuͤhrt geblieben sind, so ruͤhrt der zweyte Pflug, dieselben alle auf. Da es in der Zwischenzeit geregnet hat, so ist die Erde milder und lockerer. Daher denn dieser Cartagepflug, um so viel besser und dichter gemacht werden kann. Mehrentheils verrichtet man diese Arbeit, in den ersten Wochen des Augustmonats. Wenn es noͤ⸗ thig waͤre, tiefer als fuͤnf Zoll zu pfluͤgen, so waͤre nun die bequemste Gelegenheit dazu; die tiefer chen imm pfül sedst —.t 337 ittngh chlagenden Wurzelgewächse ke der XI sc agenden Wurze Henächfe oͤnnen nun aus det Hf Erde gerissen und Lersdrt werden, und das . pferd ist bey besseren Kraͤften. Mehrentheils wird me dieser Pflug, eben 1— es leichter geht,— die Wdd Lorhandene Heuorndee, die arbeitenden Leute Wärge 36 ziemlich nachlaͤssig verrichtet; es bedarf diese Arbeit Wn daher, um so mehr Aufsicht. Wenn die Arbeit gut Ri gemacht ist, so bleibt die Erde nun wieder drey bis 40 vier Wochen offen. 420 Von der zweyten Egge habe ich nur die obige lin Regel zu wiederholen, daß man auf das Begrasen nm des Ackers acht giebt, und sich darnach richtet, sie hant auch nicht so lange aussetzt, daß sie, zu kurze Zeit „ vor der Saat fiele. Es ist schon die Art der ar— Rue beitenden Leute, daß sie, jede Egge, uͤber den gepfluͤg⸗ gal⸗ ten Acker, ins Kreuz fuͤhren, und gleichsam die M- aufgewuͤhlte Erde wieder zudecken; die Egge geht Mahe allso nicht in derselben Richtung, wie der Pflug, htt sondern jedesmal ins Kreuz. Die Spur der Eg⸗ iu de ge, die nicht so balde vergeht, zeigt dem Arbeiter mider gleich an, wie der vorhergehende Pflug gegangen H½ M ist; darnach richtet er denn den folgenden Pflug mn ein, da nicht immer derselbe Arbeiter, den naͤmli— chen Acker bearbeitet, auch alle Stuͤcke Acker, nicht 1u„ immer nach einer Richtung zum erstenmale ge— Owäie pfluͤgt werden; der Gang der Egge bezeichnet die— kift ses schon hinlaͤnglich, wie der Pfluͤger zu arbeiten hat. IAY WN 550 ö I Das zweyte Eggen muß besonders scharf und ach V dicht gemacht werden. Einmal muͤssen doch alle nut Erdkloͤße fein an die Luft und Sonne gebracht wer— die den, bey dieser zweyten Egge ist dazu bie beßte Gele— sch genheit. Vermag das nun die Egge nicht, so muß— ö gewalzt, An 5201 Renaet weaden; die* halt N Walze zerdruͤckt die Erdkloͤße, und die Egge ruͤhrt haat +* V sie wieder auf. Sind Wuͤrmer, so werden viele ud derselben, mit der Egge zerstoͤrt und getodtet. Es ist ist zwar fuͤr die Roggensaat nicht erforderlich, daß WV die Erde fein sey; oft ist das, im Lehm so gar schaͤd⸗ eh, .* lich; sie schmilzt bey vielem Regen in ein Stuͤck zu⸗ ilhen ö ö( ö sammen, und die Luft kann nicht zum Saatkorn kommen. Allein in der Regel muß und kann nun, 8 die Erde fein werden. Zum Instrument nehme S. x man abermals die Lattenegge, weil sie tief eingreift, ö ö obgleich die Egge von Tannenaͤsten, ihrer vielen de ( ö Zaͤhne wegen, zum Vertilgen der Insekten, zu— schl WWANN N traͤglicher waͤre. Wenn man es stellen koͤnnte, so b muͤßte geegget, gewalzt, und wieder geegget wer— ihe +— den, um die Erde aufzulockern und aufzureissen. Bll WAINI 8 WI in WMAN( ö V. I I. Von der Roggensaat. 16 MM 1 Um das, was die einlaͤndischen Landwirthe, abe von der Roggensaat, durch Erfahrung und Beob— nad ———7.... 359 30 achtung wabegentenmen haben, a 998 Ord⸗ nung zu bringen, muß ich, da dieser Artikel, fuͤr ann⸗ ö die Landwirthe besonders wichtig ist, zuerst von der— el selben in schweren Aeckern reden, und zwar, wie uß es in trocknen, und nachher in nassen Herbsten ge— m d halten werden muͤßte, zweytens, von der Roggen⸗ Iuh saat in leichtem Boden, aber wieder bey trocknen l und nassen Jahren. Die Behandlung derselben Rut G ist gewiß, nach Verschiedenheit der Aecker und lch, dß Witterung, auch von verschiedener Art zu verrich— rsid ten, wenn das Korn nach Moͤglichkeit gut gera— li y⸗ then soll. Hievon sind die Landleute auch vollkom— aukkdin men uͤberzeugt. Es giebt hier Gegenden, wo die un dun,„ Saat, auf Neulaurenti, den 10. August neuen at nahme Stils, auf Bartholomaͤi alten Stils, oder den 5. ingteft Sept. neuen Stils, und auf Michaeli neuen Stils, let hielen oder den 29. Sept. gethan wird, und das Getreyde IMu, l schlaͤgt bey allen diesen, weit von einander abste⸗ inte, henden Tagen, gut ein. Die Bauern haben noch get wez ihre besondere Merkmale, sie richten sich nach der hise Blüuͤthe der Heyde. Faͤngt die Heyde unten an dem Stiel, zuerst zu bluͤhen an, so saͤen sie nach diesen, im Kalender bestimmten Tagen, ein Paar Tage fruͤher. Bluͤht die Heyde zuerst in der Mitte, so . saͤen sie gerade in diesen Tagen des Kalenders, bluͤht uth aber die Heyde zuerst an der Spitze, so saen sie, 06 nach diesen bestimmten Tagen, in ihren verschiede⸗ 36⁰0 nen Gegenden. Wir saͤen den Roggen auf Betten, die auf dem Acker, mit dem Pfluge, kurz vor der Saat gemacht werden, indem der Pfluͤger, in selbst belie⸗ biger Entfernung, eine Streife von der andern, mit der Pflugschaar bezeichnet. Diese Betten sind zehn bis achtzehn Schuhe breit. Da faͤllt denn manches Bette so breit, und manches so schmal aus, daß auf das breite Bette, drey Handvoll zu wenig, und auf das schmale, zwey Handvoll zu viel sind. Diese Un⸗ gleichheit der Saat, sollte doch wohl, in einer or— dentlichen Landwirthschaft nicht statt finden. Schon ehemals haben verstaͤndige Landwirthe dieses geta— delt, und eine Abaͤnderung zu machen versucht. Da das schmale Bette, nicht immer gleich schmal, und das breite nicht immer gleich breit ist, der Saͤer aber, immer gleich viel Koͤrner in seine Hand faßt, naͤmlich, drey Handvoll auf ein breites, und zwey Handvoll auf ein schmales Bette wirft: so ist of⸗ fenbar, daß die Saat sehr ungleich ausfallen muß. Das bestaͤtigt sich auch, wenn das Korn aufgeht und fortwaͤchst, so ist es an einigen Stellen sehr dicht, an andern sehr undicht. Dazu kommt noch, daß die Saͤer, im Anfange sehr undicht saͤen, um mit dem, ihnen abgegebenen Vorrath, ausreichen zu koͤnnen, um nicht genothigt zu seyn, wenn sie zu kurz kommen, von neuem, Saat aus dem Spei— cher holen zu muͤssen. Er sieht immer auf seinen Vor⸗ rath hat han nich weis⸗ Fall Anf chi nich En meh die a auch W dit ————..... 36¹ ufRen rath im Sack, wenn er ohngefaͤhr die Haͤlfte besaͤet uEu hat; ist nun im Sack noch mehr als die Haͤlfte vor— schth ö handen: so saͤet er so dicht als moͤglich, damit ihm dam mi nichts uͤbrig bleibe, wofuͤr er denn gewoͤhnlich Ver— ch ehh weise vom Aufseher bekommt. Im umgekehrten Runcho Fall eben so. Hat er bis zur Haͤlfte des Ackers, im 10 Waf Anfange, die Saat sehr dicht ausgestreuet, und es I scheint ihm, daß er, mit dem abgegebenen Maaß Duse d nicht ausreichen möchte: so saͤet er nun bis zum Hainer al Ende des Feldes, so undicht als moͤglich. Daher Schon mehrentheils die Haͤlfte des Ackers undicht, und 00 gerr die andere Haͤlfte dicht aufgeht. Der Saͤer denkt heucht auch wohl, wo ich viel hinsaͤe, da werde ich viel hna,„ zu erndten haben; er saͤet allso lieber undichter als deSüet dichter. Man bemerke dabey auch, daß der Schritt Wd faft der verschiedenen Saͤer, nicht dem Bette angemeß und zpig sen ist, sondern er geht auf den Betten hin und 0 sb of her, in solchem Schritt, wie er zu gehen gewohnt nuß ist; einer nimmt aber lange Schritte, der andere aufgeh kurze, einer geht geschwinder als der andere, dabey Len scht kann es nun nicht fehlen, daß die Saat aͤußerst amt uoch undicht ausfallen muß. Wenn nun aber die Bet— sin in ten alle, so gleich breit waͤren, als es moͤglich ist, da⸗ Ubniche mit sie einer mathematischen Genauigkeit gleich kaͤ⸗ Pan st men, so waͤre das doch viel besser. Man sagt ge— Im ES woͤhnlich, ein guter Saͤer braucht keine genaue iunde Eintheilung der Bette: das kann wahr seyn, al— 362 9 lein wie viele gute und geuͤbte Saͤer hat man denn, auf den Guͤtern? Wie der Bauer uͤberhaupt, alle seine Arbeiten, vom Ansehen lernt, ohne in allen Handgriffen gelehrt zu werden, unter der Aufsicht, eines sachkundigen Menschen: so geht es auch mit dem Saͤen, und dann ist es ein Gluͤck, wenn er ein natuͤrlich gutes Augenmaaß und Geschick dazu hat, so lernt er es so ziemlich, weil die Handgriffe bey allen ihren Arbeiten, nicht kuͤnstlich und schwer sind. Aber wenn er nun ein geuͤbtes Auge und einen star— ken gewandten Koͤrper hat, so wuͤrde er auch die Arbeiten, so leicht sie sind, mit mehr Genauigkeit verrichten, wenn er nur in der Jugend, unter Auf—⸗ sicht geuͤbt wuͤrde. Nun aber arbeitet er, es gehe auch wie es wolle, wenn es nur gethan ist. Es moͤgen dabey so viele Fehler mit unterlaufen, so wirds doch nicht anders: da fallen denn bisweilen harte Aufseher uͤber 55 14 und strafen ihn, ohne ihn zurechte weisen zu koͤnnen, da sie selbst, die rech⸗ ten Handgrifse nicht 4——1 Hat der Arbeiter, einmal uͤble Gewohnhejten bey seinen Arbeiten, die ihm durch die Laͤnge der Zeit, zur Fertigkeit ge⸗ worden sind, so hilft nichts mehr; die Gewohnheit ist zu alt Ich habe mich bey den uͤblen Gewohnheiten der Saͤer, laͤnger aufgehalten, als ich wollte, weil hier der Schaden gar zu groß und betraͤchtlich ist, V ——.— ....—) 2—3 man n und es der Fehler gar zu viele giebt. Wenn auf t, Al einem Bette, noch einmal, oder ein halbmal so all viele Kornpflanzen stehen, als da, nach einem lhsscht ordentlichen Maaͤß stehen sollten und koͤnnten, so 1 ist offenbar großer Verlust, da sich das vielleicht Wh auf dem ganzen Felde allso verhaͤlt. Eine Pflanze ii verdraͤngt die andere, und es wird aus allen nichts; Dhf die Aehren bleiben klein, und da das Stuͤck Acker zu shoer sid dicht steht, so legt es der Wind und Regen nieder. linen sur Enthaͤlt ein anderes Stuͤck Acker, nur die Haͤlfte auch dů der Pflaͤnzen, die es ernaͤhren koͤnnte, so ist auf nuihlet der andern Seite, ein merklicher Verlust, und das er Auf⸗ inkraut nimmt mit zugleich die leeren Plaͤtze ein. Sh„ Vorzuͤglich das Beschatten der Erde durch Getrey— . Ei depflanzen, muß den Acker fuͤrs Unkraut bewah⸗ uffn, se ren, da Roggen das fruͤheste und erste Gewaͤchs Hübeleh ist, das sich uͤber andere Pflanzen erhebt. Es ist u ohnr dem Landwirth sehr unangenehm, sein vor drey N lch Wochen besaͤetes Feld anzusehen, wie ein Bette Ubeite, dicht, das andere sehr undicht besaͤet worden ist. Ubütth Man kann sehr leicht, nachdem die Saat aufge— iglit g are ist, entdecken, wo ein zu breites oder zu muhthck schmales Bette gewesen ist. Waͤhrend dem Saͤen, kann man es unmoͤglich bemerken, ob etwa zu dicht dneiv oder zu undicht gesaͤet wird, da viele Koͤrner in die l, ch Vertiefungen fallen, und das Roggenkorn fast eben 0 die Farbe, wie die Erde hat. Die Gerste ist gelb 364 von Farbe, da laͤßt sich eher, der Saͤer, bey der Saat zurechtweisen. Ich verbessere den Fehler des Saͤens, auf die Art zum Theil, daß ich den Saͤer, so viele Saͤcke nehmen lasse, als er Loofstellen zu besaͤenn hat, schuͤtte in jeden Sack nur ein Loof, und laͤsse auf jeder Loofstelle, den bestimmten Sack Korn ablegen. Auf die Art hat der Saͤer doch ei— nigermaßen einen Maaßstab. Dabey aber habe ich jede Loofstelle, mit einem Graspoͤner bezeichnet, um den Saͤer zugleich seine Loofstelle und sein Maaß Getreyde vor Augen zu legen. Diese Maaßregel nimmt zwar etwas mehr Acker weg, sie ist aber in vielfacher Betrachtung sehr angenehm und nuͤtzlich. im nun aber noch mehr Genauigkeit in Ansehung des Maaßes, bey der Roggensaat zu beobachten, so schlage ich in Ansehung der Betten, folgendes vor: man mache die Betten zum Saͤen, ein oder zwey Tage vor der Saat, mit drey Menschen, davon zwey, mit zwey gleich langen Stangen, die so lang seyn muͤssen, als das Saͤebette breit seyn soll, ver— sehen sind. Ich will ohnmaßgeblich zwoͤlf Fuß annehmen, oder wenn es fuͤr zwey Handvoll, die der Saͤer auswirft, zu W waͤre, 74 Elle Ri⸗ gisch Maaß annehmen. Nun stellen sich diese bey— den Leute mit den Stangen, einer bey dem Men— schen, der den Pflug zu bezeichnen der Betten fuͤhrt, und der andere steht ihm gegenuͤber; der laste dem in Stu dem die 6 icht stehe gan: ihrer Bet die Le h noch Fedd ger, Auff diese sef i Le sanm lichtu lohnu mach Werde ren — 365 er, bchtt erste schlaͤgt seine Stange an die Erde nieder, an NSehlerdz dem Ende derselben, setzt der Pfluͤger seinen Pflug HSim in die Erde: der andere schlaͤgt die gleichlange felen zu Stange auf seiner Seite auch in die Erde, und an in Keof dem Ende derselben, steckt er die lan ige Stange in Inttu Sack die Erde und hebt sie aufrecht in die Hoͤhe nun Sadde richtet der Pfluͤger, sein Pferd, nach dieser gegenuͤber Harhhe stehenden Stange, und die Linie wird mehrentheils Ahnhm ganz gerade werden. Wenn nun diese Leute, in Iin MI ihrer Operation so fortfahren, so wird, fast jedes Rah Bette zum Saͤen, gleich breit ausfallen, ohne daß Fari die Leute mit den Stangen noͤthig haben, hin und nühch her zu gehen. Wuͤrde man bey dieser e Uschm noch die geschicktesten Saͤer aussuchen, die dase ganz Wh Feld besaͤeten, so muͤßte die Saat viel gleichmaͤs 6 unds tor ger ausfallen. Diese geschickten Saͤer, muͤßten zu r Aufsehern der jungen Leute ge seß t werden, und „ diese, wiederum von ihnen Unterricht nehmen. Ist 11 eine solche Ordnung einmal eingefuͤhrt, und sehen W die Leute, den Erfolg davon, so lernen sie es insge⸗ ön sammt sehr gut, um so rr wenn sie zur Aus⸗ Woll, di richtung einer geschickten Arbeit, durch kleine Be⸗ (W lohnungen ermuntert werden. ohe Die Betten muͤssen nicht in der Richtung ge⸗ 4120 ö macht werden, in der das besaͤete Feld gepfluͤgt 0 werden soll, sondern der Pflug muß die Betten ins 1 Beul ů Kreuz durchschneiden, folglich muß ein ganzes K-7 N 366 Stuͤck eher besaͤet seyn, als der Pfluͤger es einzu⸗ ö MMIN pfluͤgen anfangen kann. Man nimmt dazu das ab ** kleinste Stuͤck in der Reesche, welches zuerst besaͤet nic ½vN˖ wird, damit alle Pfluͤger gleich in Thaͤtigkeit gesetzt eh IMTN werden. So lange dieses Stuͤck gepfluͤgt wird, be⸗ sind IMANM saͤet der Saͤer, andere Stuͤcke vollkommen. Ge— odet woͤhnlich, um die Pfluͤger nicht lange aufzuhalten, ges 2 sind die Betten in derselben Richtung gemacht, wie mii ö das Feld uͤberhaupt gepfluͤgt werden muß, die Leute Da koͤnnen gleich anfangen, wenn nur ein Paar Bet— Se ten besaͤet sind. Das ist aber unordentlich, und eine * macht Streifen in der Saat. Nach obiger Ein— richtung faͤllt die Saat viel besser, und geht gleich⸗ Isla. * artiger auf. Das Korn zum Saͤen, muß so rein, e ö als moͤglich seys. Das ist wohl eine bekannte sch. ö ö Wahrheit, allein sie kann nicht genug empfohlen in! ö werden. Außer, daß man den Roggen zur Saat eint ö ö rein windigt, und absiebt, so glaube ich, daß es der noch besser waͤre, den Saatroggen auswerfen zu anz I lassen, und nur den Theil zur Saat zu waͤhlen, hhabei * der beym Werfen am weitesten fliegt, das sind die 5 groͤßten und dersien Körner, die leschteren blei⸗ San ben zuruͤck. Ein großes Korn giebt aber aue große Mi N Pflanze, das ist Erfahrung bey allen moͤglichen uuth 0 Saaten in der Natur; ist allso der Boden gut, so h wird sich ein großes, volles Korn, geschwinde be— derd +* stauden, und viele Nebenschoͤßlinge setzen. D Ich W ——. 367 r ch iiz Man soll nicht bey starkem Winde saͤen; es ist dajn dn aber oft unvermeidlich, wenn der starke Wind gar hunstkin nicht auf hoͤrt, oder derselbe sich eben an dem Tage ihfit gft erhebt, da die Leute zu dieser Arbeit versammlet uit b⸗ sind. Auf den Fall, muß nicht gegen den Wind, inn G oder daß der Wind, den Saͤer, von der Seite faßt, Eufßchib, gesaͤet werden, sondern der Saͤer muß jedes Bette gemach, w mit dem Winde saͤen, sich allso immer so stellen, 15 diebnt daß er, den Wind in Ruͤcken hat, sonst faͤllt die Mar B- Saat sehr ungleich aus, der Wind treibt sie nur auf lsch, un eine Seite hin. her Ei⸗ Es ist sehr nuͤtzlich, oft mit der Saat zu wech— cht geich⸗ seln, dieselbe aus andern Gegenden zu nehmen, so ruu, wenn man es nur gewiß weiß, daß beym Dro⸗ à bezunte schen der Saat, jede Rige besonders geschuͤttet und inipfehla in die Keime gelegt worden ist, damit etwa, wenn at eine Rige schlechter keimen sollte, dieselbe nicht mit „ der gut keimenden Saat vermischt ist, und die Wefen n ganze Saat verdirbt. Diejenigen, die Lehmacker wohlez haben, nehmen aus leichtern Aeckern, und die leich— sind di tern Aecker geben ein besseres Gedeihen von einer umnbl Saat, die aus schwerem Acker genommen ist. Der iarhh Nutzen dieser Veraͤnderung ist groß und allen Land— wögliche wirthen bekannt ö man wenigstens immer nach Mat, b üt 55 Beraͤnderung ma hen, denn in ud 0 der Zeit, ist die naͤmliche Saat, durch alle drey Fel⸗ der gegangen. Seine eigene Saat pflegt man V. 96 38 mehrentheils aus altem Mist, oder aus dem schlech— testen Stuͤck, wenn sie uͤbrigens rein ist, zu neh⸗ men. Man sagt, daß wenn das Korn aus ma⸗ gern Aeckern in fette kommt, es sich desto besser be⸗ nehmen soll. Dieser Gebrauch scheint mir nicht vielen Grund zu haben, ich bleibe bey den groͤßern und volleren Koͤrnern, als dem beßten Kennzeichen des Saatroggens, wenn er auf einem fetten Stuͤck Acker gewachsen seyn sollte. Man meynt, wenn ein solches Korn, das, des guten Ackers gewoͤhnt ist, in ein mageres Land gesaͤet wuͤrde, daß es gaͤnzlich vergehen muͤsse. Diejenigen Landwirthe, denen, die Trespe haͤufig zu wachsen pflegt, muͤsd sen ohnehin, jaͤhrlich ihre Saat wechseln, und die⸗ selbe aus andern Gegenden hernehmen. Es ist einmal Zeit, daß man die Behauptung aufgebe, als wenn sich der Roggen, in Trespe verwandlen solle. Es sind noch Landwirthe, die auf ihre, in diesem Fall gemachten Erfahrungen, einen so ho⸗ hen Werth setzen, daß sie davon nicht abzubringen sind. Man erwaͤge, daß die Trespe, ein ganz an⸗ dres Gewaͤchs ist, zwar mit solchen Blaͤttern und auf einem solchen Halm wie Roggen, allein es waͤchst in ein Buͤschel wie Hafer, der Roggen waͤchst in Aehren. Das Korn von Trespe sieht ganz anders aus, es ist mit einer dicken Huͤlse um⸗ geben und hat wenig Mehl. Der Roggen ist ein — 369 Idem schl 1 ganz nacktes Korn, von duͤnnen Haͤuten eingeschlos⸗ ma—1 sen, die sich leicht abreiben lassen, dagegen haͤlt die ol 5 Trespe, ihre Haͤute und Huͤlse so fest, daß sie fast ohne Zerstoͤrung des ganzen Korns nicht abgenom⸗ lnirnich nüs men werden kann. Diese beyden Gewaͤchse haben 1½ das Aehnliche, daß sie fast ganz gleiches Laub ha— Aazün ben, in ihrer Zeit zum wachsen gleichartig, beyde n perennirend sind, beyde fast zu gleicher Zeit reif ihnt, wum werden. Diese Aehnlichkeit bringt diese beyden gbhn Pflaͤnzen zusammen, und hat die Landwirthe ver— „ d leitet, zu glauben, daß sich der Roggen, in Trespe untt verwandele. Man kann hier Erfahrung gegen Er— , nisß⸗ fahrung setzen; man saͤe tausendmal reine Trespe, und de„ ohne ein Koͤrnchen Roggen dabey zu mischen, und Cdis man wird eben so oft eine Trespe erndten, und kei— g aufgeö, nen Roggen; allein weil in jedem Roggen, mehr Helwandla oder weniger Trespe zu finden ist, so gedeiht die Fhre/ i Trespe bisweilen ganz besonders in nassen Jah— n so ho⸗ ren. Man hat einen Hauptumstand zu bemerken ubangn unterlassen, um sich von diesem Irrthum zu be— ganz a freyen, naͤmlich: die Trespe waͤchst nur in niedri— Rlin u gen, nassen Aeckern, und eben solcher nassen Wit— l terung, alsdann keimt sie nur; in trocknen Aeckern und Jahreszeiten kann dieses Korn nicht keimen, es labt sc bedarf sehr viel Naͤsse, in der, das Roggenkorn Hüsem unmoͤglich fortkommen kann; nun gewinnt das 0 Trespekorn freyen Wuchs und gedeiht außerordent⸗ 24 —27 lich. Bloß das Beschatten einer Pflanze vor der andern, unterdruͤckt und hindert das etwas spaͤter wachsende Korn; die Trespe wird ohngefaͤhr zwey Wochen spaͤter reif; wird nun der Roggen durch die Witterung um zwey Wochen aufgehalten, so gedeiht die Trespe; wenn aber der Roggen ordent— lich in seinem Wachsen gefoͤrdert wird, so bleibt die Trespe gewiß zuruͤck. Die Insekten zehren lie— ber Roggen als Trespe, und wenn im feuchten Boden, der Roggen vergangen ist, so hebt die Trespe ihr Haupt empor: dieses Korn ist so hart und wohl versehen, daß es so leicht nicht ausweicht und verletzt wird, als der Roggen, der ein fast nacktes Korn ist. Im Sande, oder sonst im war— men und trocknen Boden, waͤchst keine Trespe. Sie waͤchst besonders gerne an den Graben, an den aͤußern Raͤndern der Felder, wo sie von einer Seite, weniger vom Roggen beschattet und uͤberwachsen wird. Viele Landwirthe sehen auch bey ihrem Saͤen, auf den Stand des Mondes. Ohne hier⸗ inne etwas behaupten zu wollen, will ich nur das erzaͤhlen, was sie zum Beweise ihrer Aufmerksam⸗ keit, auf den Stand des Mondes sehen zu muͤssen, anfuͤhren. Daß der Mond auf die Gewaͤchse eini— gen Einfluß hat, beweisen sie daher, daß Holz, welches im neuen Lichte abgehauen wird, viel eher fault, daß sich dieses Holz wirft, man moͤge es mit so v als! fach acht doch nach punk her Lan den witk sagen ihn s. r int nie! gelh sage dern Mont muͤss Vodt Licht waͤc Nem fih⸗ Lann 37¹ l hun so vieler Muͤhe trocknen und so duͤnne ausarbeiten, libaß piin als man wolle; sie gruͤnden sich auf ihre hundert— il Ihh„ fachen Erfahrungen. Ich habe hierin nie Beob⸗ ichn duch achtungen anstellen koͤnnen. Indessen haben mich Wilm, s doch die Anzeigen der Witterungsbeobachter irre ge— Iohodt; macht, die mit großem Gluͤck, aus den Mond-⸗ ‚„ silt punkten, die Witterung auf unserer Erdkugel vor— In chent her sagen. Daͤß unter den Behauptungen der im fuchen Landwirthe, mancher Aberglaube ist, und daß sie o Helt d den Einfluß des Mondes weiter ausdehnen, als sie Hso haut wirklich Gruͤnde dazu haben, ist offenbar.. So augbeiche sagen sie, der Hafer rießt gewiß nicht, man mag ein fas ihn so laͤnge stehen lassen, als man wolle, wenn Uim vas„ er im neuen Lichte gesaͤet worden ist. Ich habe das 8 Vobe nie in Obacht genommen, braͤuche aber andere Re—⸗ h an den geln, und der Hafer rießt mir auch niemals. Sie Ier Eth sagen nun, das Brandkorn im Waizen zu verhin⸗ Haluchsy dern, solle man nicht denselben saͤnn, wenn der (0 ilrehr Mond uͤber, sondern unter dem Horizonte ist, man Hehe⸗ muͤsse warten, bis der Mond untergegangen ist. n d Was uͤber der Erde waͤchst, solle man mit neuem fmalhm Lichte saͤen und pflanzen, und was er der Erde unis waͤchst, als alle Wurzelgewaͤchse, muͤsse man nach Iül dem vollen Lichte saͤnn. Ich habe das hier ange⸗ H fuͤhrt, um alles gesagt zu haben, was zu unserer „ vil che Landwirthschaft gehoͤrt. 096 II an 24 2—— 22—— Es fraͤgt sich nun noch, bey der Roggensaat, soll man lieber alten jaͤhrigen Roggen, oder frischen Saamen nehmen? Die Wahl des einen Korns wie des andern, hat so manches fuͤr sich. Der alte jaͤhrige Roggen, weil er sich schon im Speicher erlassen hat, keimt schneller. Wenn es allso um schneller Aufkeimen zu thun ist, so nehme man al— ten Roggen. Dieses kann in trocknen Herbsten wohl der Fall seyn, oder andere Umstaͤnde koͤnnen es veranlassen. Der frische diesjaͤhrige Roggen keimt zwar spaͤter, hat aber wieder den Vortheil fuͤr sich, daß er sehr trocken ist. Es ist eine Haupt⸗ regel, wenn der Roggen gut gerathen soll, daß er trocken in die Erde kommen muͤsse. Erde und Korn muͤssen moͤglichst trocken seyn, daher muß man in regenreichen Jahren, nur dafuͤr sorgen, daß man die Saat ohne Regen ausstreut, und unter die Erde bringt, hinterher ist der Regen nicht so nach⸗ theilig. Nicht einmal im Thau soll man saͤen, son⸗ dern erst warten, bis der Thau vergangen ist. Der frische Roggensaamen ist dazu noch vom Rauch pe⸗ netrirt, und vielleicht haͤngen ihm noch einige Theile vom Rauch an, die ihn fruchtbar machen und fuͤr den Wurmfraß sichern. Indessen, wenn man die Vorsichtigkeit hat, immer im Speicher, so vielen Vorrath vom alten Saatroggen liegen zu haben, als ein Feld zu besaͤen erforderlich ist, so kann es nich Art Kun hier i der ei ist. fh reic sen schen Ind sches Utcho ist s Meh Hack Kann. und wag 3— ————— 27³ Ruga, wohl Faͤlle geben, daß man seine Saat so ge— cherfishn schwinde nicht eindroͤschen, nicht zur Probe keimen ihen Komn; lassen kann, daß der alte Roggen besser von Wuͤrde 5 Drralt ist, als der frische, daher man sehr bedaͤchtig, lieber Checher ohne Gefahr, alten Roggen saͤen kann. Im Jahre Rächemn 1799 standen die Felder im Herbst am beßten, die Asnennn mit altem jaͤhrigen Roggen besaͤet waren. un Hhn Noch eine Frage, die ich bey der Roggensaat tinde ung nicht unberuͤhrt lassen kann, ist die, was fuͤr eine % Maun Art Roggen soll man zur Saat lieber waͤhlen, den Moel Kurischen oder Litthauischen Roggen? Man hat ne Halbt hier in Kurland, den kleinen dickkoͤrnigen Roggen, U, ße der eigentlich im schwarzen Grandacker zu Hause u Hon ist, und da, ganz besonders geraͤth, allgemein ein— wuß man in gefuͤhrt. Wenigstens so weit mein Wirkungskreis dh nan reicht, habe ich ihn allenthalben gefunden. Die— Auutr sen Roggen nennt man den eigentlich Kurlaͤndi— smh schen Roggen. Die Koͤrner sind klein und dick, slin, sen⸗ und daher im Gewicht schwerer, als der Litthaui— Ist. Da sche Roggen; das Stroh ist im Verhaͤltniß des Rucp Litthauischen Roggen kurz und duͤnn, das Korn migt Tl ist sehr mehlreich und giebt das schoͤnste weiße Wrmfß Mehl; es ist in der Aehre von vielen und laͤngen mn d Hackeln umgeben, daher es sobalde nicht riesen üh kann. Diese Roggenart liebt vorzuͤglich trocknen 1nn und sandigen Boden, graset im Herbst, wenn et— blmn⸗ was gedeihliche Witterung ist, sehr stark ein, so, ——.— — ——3————— —...— EE 374 daß die Wasserfurchen unkenntlich bedeckt werden. Dieser Umstand ist ihm aber schaͤdlich, einmal kann die Erde, unter diesem starken Roggengrase, nicht so fest frieren, da es eine dicke und starke Decke der Erde fuͤr den Frost ist, andern Theils, faͤllt Schnee ohne harten Frost, so fault dieser Roggen oft aus. Im Sande, dahin er eigentlich gehort, zieht sich das überfluͤssige Wasser in die Erde, und schützt ihn füͤr Faͤulniß. Er setzt keinen starken Stuhl, oder so viele Nebenhalme, als der Litthauische Roggen, scheffelt aber doch beym Droschen fast eben so gut. Die Bauern nennen diesen Roggen, Ameiseneyer. Der Litthauische Roggen ist von Korn viel laͤn⸗ ger, ist daher im Gewicht jaͤhrlich nicht so schwer, als der kleinkornige, kommt ihm aber oft sehr nahe und gleich. Im Herbst waͤchst der Litthauische Roggen nicht sehr stark in Blaͤttern und Gras, er erstickt sich in seiner Wurzel, treibt Nebenhalme, und legt sich flach auf die Erde, wie der Waizen. Die Erde ist bey der beßten Witterung, den ganzen Herbst zu sehen. Im Fruͤhlinge ist er im Anfange auch nicht sehr blaͤtterreich, bis ein warmer Regen kömmt, denn schießt er mit allen seinen Neben— schoͤßlingen, in drey bis vier Tagen, schnell in die Hoͤhe und beschattet alle neben ihm stehende Gewaͤch⸗ se, er hat daher wenig Trespe. Er setzt einen viel staͤrkern Stuhl als der kleine Roggen, muß daher nich lan ges hech se dentt Spe Vor beßt lan. der eihl llein Fel ben klei ihn folg. und Dist ale, Nund Stre von! so u6 dect pin. kinmalhh Nast, nih D stbEhn Wr hests shihehhft Ull, Huus 6 Moggeh Hen so gut nMlisenehet. hicl dän⸗ so schoit, scht nahe Vthanssht Grus, e Hhalm⸗ Mizn. Nganhen Mpaagr 16t Ragth nn Mh l indi thich ähehv mu de ——————— 37⁵ nicht dicht gesaͤet werden; er hat außerordentlich langes und dickes Stroh, wie Rohr. Sein lan— ges Korn steht halb aus dem Beutel in der Aehre hervor, daher rießt er sehr leicht und stark, indes⸗ sen scheffelt er bey seinen langen Aehren außeror— dentlich, da dieselben in gutem Acker mehrentheils Spannelaͤng sind. Dieser Roggen hat den großen Vorzug, daß er, in schweren lehmigen Aeckern am beßten geraͤth, und solchen Acker eigentlich ver— laͤngt; er verträgt viel Naͤsse im Boden und aus der Luft, und verdirbt nicht, selbst in sehr unge— deihlichen Jahren, und niedrigen Stellen, wo der kleine Roggen ausfault. Weil er etwas spaͤter im Fruͤhlinge herausschießt, so trifft ihn der verder— bende Fruͤhlingsfrost seltener. Ich ziehe ihn dem kleinkornigen Roggen bey weitem vor, und baue, ihn schon seit vielen Jahren, mit dem beßten Er— folg. Das Mehl dieses Roggens ist vortrefflich, und giebt ein Brod, das wie ein Schwamm ist. Dieser Roggen ist der eigentliche Saamen, fuͤr alle, nur etwas Lehm enthaltende Aecker. Die Landwirthe in solchen Gegenden tadeln bloß sein Stroh, das nicht so fein gemacht werden kann, als von dem kleinen Roggen, der daher dem Vieh um so naͤhrender ist. Dagegen liefert der Litthauische Roggen sehr viel mehr Stroh. —— ——7 — —ü—— P‚RPRRFFFFFI.I.t.t....... — —. 376 Man saͤe von jeder Roggenart, auf eine Loof— stelle von 225 Quadratstaͤngen, ein Rigisches Loof. Wenn man ganz reine Saat, großkoͤrnigten Rog— gen hat, so ist dieses Maaß hinlaͤnglich; hat man aber fetten und nur wohl eingeduͤngten Acker, so ist vom Litthauischen Roggen, besonders das Maaß zu der Loofstelle zu groß; es muß durchaus nicht mehr von diesem Roggen, als gesaͤet werden, sonst verfaͤllt dieser Roggen vor der Bluͤthe und giebt eine mißliche Erndte. Die alten Landwirthe ha— ben die Regel unter sich aufgenommen, so dicht zu saͤen, daß unter einer Fußsohle, eilf Koͤrner liegen muͤssen. Unmoglich aber koͤnnen alle diese eilf Koͤrner, Nahrung unter einem, eine Fußsohle brei— ten und langen Stuͤck Erde finden, besonders der Litthauische Roggen, von dem nicht drey Pflanzen auf dieser Stelle gedeihen koͤnnen. Bey dieser al— ten Angabe hat man allso wohl Zweydrittel, dem Verderben gewidmet, die von Insekten verzehrt werden oder sonst auf der Stelle vergehen. Wenn alle Koͤrner keimten, die sich in einem Loof befin—⸗ den, so waͤre gewiß mit einem halben Loof hinlaͤng⸗ lich, die Loofstelle zu besaͤen, allein wir muͤssen schon mehr saͤen, besonders wenn die Saat nicht aͤußerst rein gemacht worden ist. In magern Aeckern soll man dichter saͤen, weil man da, nur auf jedes Korn, einen Halm rechnen muß. — fih Se Wi das gerh tenn —** —————...— 377 ifen 5 Um nun meinem Versprechen gemaͤß, regelmaͤ⸗ Hsü ßig von der Saat zu reden, so muß ich erstlich, der uatn Ry ů Saat in trocknen Jahren erwaͤhnen. In solcher Vn Witterung saͤet man gewoͤhnlich unter dem Pfluge, Wln, s das heißt, auf die zum zweytenmale bereits ab— Ruluß geeggete Erde, und pfluͤgt nun den Acker zum drit— hulnt tenmal, mit der ausgestreueten Saat zugleich um. Dadda Da unser Hakenpflug nicht ganze Schollen Erde, auf d gh die Saat legt, sondern nur Saat und Erde mischt, WWithe he so pflegt diese Behandlung der Roggensaat, sehr so bit y gut zu gehen; die trockne Erde verfaͤllt nicht, son— nir ligen dern bleibt locker, so, daß Luft und Sonne zur dese eilf vergrabenen Saat kommen koͤnnen; das gepfluͤgte schlehs Land wird beegget und zuletzt ausgefurcht. Ich ondets der habe bisher von der eigentlichen Zeit der Saat Ppagzen nichts sagen koͤnnen, weil dieselbe, nach Verschieden⸗ ͤsst a heit der Witterung bestimmt wird. Man saͤet bey IhI, dam solcher Witterung gewoͤhnlich spaͤter, als in nassen Hhshet Jahren, damit nicht die Erde, zu viel Waͤrme ha— Van ben moͤge, und das gesaͤete Korn ungewoͤhnlich Heft⸗ stark ausgetrieben werde. Bey derartiger Bear— hln ö beitung pflegt es in warmer und trockner Zeit zu r missn geschehen, daß der erste Roggenkeim, sehr geil und 3unht lang auswaͤchst, und dann auch wieder umfaͤllt nun und verdorret. Spaͤter aber hat die Erde nicht zu rase viel Waͤrme, sondern nur gerade so viel, als zum Keimen des Korns noöthig ist. Im reinen Lehm⸗ FFFF DFRFRFRRIFIIIIFIFITITITII...‚‚—.: 2 5 1 2 8 boden muß man in Ansehung der Zeit des Saͤens, doch bedaͤchtig verfahren: der reine Lehm ist kalter Natur; sind allso zwar die Tage noch warm, so sind doch die Naͤchte kaͤlter, man darf allso von sei— ner fruͤhen Saatzeit auf Laurenti, nicht sehr viele Tage spaͤter hin abweichen, die warme Luft des Ta⸗ ges dringt so tief nicht, in diesen festen und kalten Boden. In gemischtem Lehmboden, saͤet man, nach Alt⸗Bartholomaͤitag, den zweyten, dritten Tag und so weiter nach dem Grad der Waͤrme der Luft. Im Moderacker, im fetten Sande wird am spaͤtesten gesaet, wie ich oben schon erwaͤhnt habe, vor Neu— Michaelis, viel oder weniger Tage vorher, nach Beschaffenheit der Witterung und naher oder fer⸗ ner Erwartung des Regens. Der Moder hat viel Waͤrme an sich, er ist eines Theils dem Lehm aͤhn⸗ lich, dadurch, daß er fest zusammen liegt, andern Theils aber auch dem Sande, daß er so ganz fest nicht wird, und sich nicht so gaͤnzlich abkuͤhlt, son— dern hinlaͤnglich treibende Kraͤfte behaͤlt. Im ma⸗ gern Sandboden waͤre das fruͤhe Sͤͤen, in trockner Zeit ganz vergebens; ein Boden, der sehr locker st, und keine Modertheile enthaͤlt, dorret die Erde sehr tief aus, das eingesaͤete Korn wuͤrde allso unge— keimt, so lange liegen, bis es regnete. Einge— duͤngte und feuchte Stellen walzt man, mit dem —772t.:.. 379 des 83—* 6 beßten Erfolg, hiemit ist solchem lockern Acker, Mist kult ů der wenig Moder enthaͤlt, einigermaaßen geholfen; die Saat pflegt, wenn die Duͤrre nicht sehr groß . ist, dann gleich und eben auszugehen. Bey die— Wurbile sem spaͤtern Saͤen in trocknen Herbsten, hat man * N Warm, s 1— V 91 I von se 3 2 zur Absicht, viele Unbequemlichkeiten und Scha— umin den zu verhindern, die bey einer fruͤhern Saatzeit mehrentheils zu entstehen pflegen. Das Unkraut mn, mut und die gelben Blumen besonders, uͤberwaͤltigen ein d sehr fruͤh gesaͤetes Roggenfeld, und unterdruͤcken aft In den Roggen so sehr, daß er fast ganz verloren geht. sansin Der Roggen waͤchst im Herbst nicht viel, aber diese vor Neu gelben Blumen breiten sich besonders, in fettem a„ ü9„ Acker, so sehr mit ihren Blaͤttern und Wurzeln, auf t der fi⸗ und in der Erde aus, daß der Roggen auf alle Art AEL gedraͤngt wird, und hiedurch oft ein ganzes Rog— hm ahl⸗ genfeld, so verdorben wird, daß gewiß im Fruͤh— „Man linge, eine mißliche Erndte zu erwarten steht. Die atj fit fruͤhere Saat des Roggens waͤre gerade fuͤr diese He, seh⸗ Blumen sehr willkommen, die denn noch Zeit haͤt— Mm ten, sich auf alle Art zu entwickeln. Kleine Nacht— nöenn froͤste schaden ihnen nicht; wenn die Tage warm hr lt sind, so wachsen sie froͤhlich immer fort, sie schla— MEd gen tiefe Wurzeln, und holen selbst bey duͤrrer Komhn Zeit, ihre Saͤfte, aus der Tiefe der Erde. Eu Die noch wichtigeren Gruͤnde des spaͤteren Saͤens in trockner Zeit, sind die Verhuͤtung des —————————-—ñ—— EE— PFFF————..— —— i— äWRSRSR‚SR‚RR‚RRARRAA‚‚ 380 Schadens der Insekten am Roggen. Diese Thiere verpuppen sich, zu einer gewissen Zeit, wenn sie ihr vollstaͤndiges Wachsthum gethan haben, allein alle nicht auf einmal, so wie alle Arten, nicht zu gleicher Zeit auskriechen, je nachdem sie viele Nah⸗ rung erhalten haben, und fruͤher oder spaͤter, zur Vollstaͤndigkeit gediehen sind. Bey trockner Zeit haben sie vielleicht weniger Nahrung erhalten, ihre Verpuppung hat sich allso verzogert, und es ist wahrscheinlich, daß zur Zeit der Roggensaat, noch alle unverpuppt leben. Je spaͤter man allso saͤen wuͤrde, um so mehrere Arten Insekten haben sich zur Ruhe begeben; die Roggensaat waͤre allso fuͤr dieselben gesichert, er hat spaͤterhin, weniger, in fruͤherer Zeit aber, mehrere seiner Feinde. Die spaͤterer Zeit eingefallene Kaͤlte noͤthigt eine Menge Insekten, sich zur Ruhe zu legen. Spaͤter im Jahre kommen staͤrkere Froͤste und Kaͤlte, die das uͤppige Unkraut im Wachsen aufhalten, wenn sie es nicht gaͤnzlich zerstͤren. In warmen Herbsten muͤßte man auch dichter saͤen, damit die vielen noch lebenden Insekten, viele Pflanzen verderben und doch noch so viel uͤbrig lassen, als das Feld ertra— gen muͤßte. So muͤßte man auch, besondees bey solcher Witterung, sehr dicht pfluͤgen, und beson— ders muͤßte auf die Beschaffenheit des Pfluges, ein aufmerksames Auge gerichtet werden, daß die ei— 8——.— 384 NHIn sernen Pflugschaaren nicht zu weit auseinander stuͤn— Wanst den, und ganze Streifen von vorhandenem Un-⸗ altn · kraut stehen ließen, die mit ihrer feststehenden Wur— ht u zel, sehr geschwinde, die Roggensaat uͤberwinden lledla⸗ wuͤrden, die erst keimt und im Anfange so klein lir n und schwach ist. In trocknen Jahren darf im indt Lehmacker, oder anderem fetten Boden, das Korn Han hr nicht sehr tief liegen; der Wurzelknoten, oder die 1 6 f Stelle, wo Stamm und Wurzel sich scheiden, muß saaj mo der Luft und Sonne nahe liegen, und Freyheit als sitn haben, seine Nebenschoͤßlinge und Blaͤtter auszu⸗ ben ssch treiben, damit dieselben, Nahrung, aus der Luft, alo füt fuͤr die Wurzel an sich ziehen koͤnnen, welches aber ige, iu, verhindert wird, wenn das Korn sehr tief liegt. K. Di Daher faͤllt in trocknen Jahren mehrentheils, das Mige einfache Haͤlmchen auch schnell wieder um, und Hutr in vergeht gaͤnzlich. Oder die Insekten, die tiefer Wöds in der Erde liegen, zerstoͤren ein so zartes Pflaͤnz⸗ Im st chen sehr leicht. Das tiefe Einpfluͤgen der Saat, wbsen ist ein gewoͤhnlicher Fehler, weil die Erde so locker boch ist, der Pfluͤger es bequem hat, den Pflug sich n ud seiner eigenen Schwere zu uͤberlassen und ihn nicht ew in der Hand zu tragen. Der Pflug muß eigent⸗ 0 be lich zur Saat eigends dazu gestellt werden. Ich H„5 wuͤrde zwar im Sandboden, in Ansehung des Pflü⸗ en gens, eine Ausnahme maͤchen, und tiefer zu pflü⸗ AWi gen anrathen, im Fall die Landwirthe nicht geneig. 382 IN I seyn sollten, ihre Sandaͤcker zu walzen. Es glau⸗ 0 + ben die Besitzer der Sandäcker vielleicht nicht, wie ‚ Mii sehr wenig Koͤrner, in trocknen Jahren, in ihrem 0 Acker keimen. Ich habe drey Wochen nach der 0 WMN Saat, in trocknen Jahren, die Roggensaat unter— 0 W sucht, und sehr viele Koͤrner, so ungekeimt gefun— ö I den, als wie sie es in dem Speicher waren. Solche ů Stellen aber, die gewalzt waren, und die Feuch— die tigkeit beybehalten hatten, waren sehr gut aufge— V gangen. fah Wenn die Saat eingepfluͤgt ist, so beegget man all ( sie, mit der leichtesten Egge, wo es zu stellen ist, fin ö VI mit der Tannenegge nur einmal, um die Erde eben 6 ( zu machen, und einige große Kloͤße fein zu reiben. f Man hat auch hier und da versucht, im Lehmacker, Pft dieses beeggete Feld, mit der Walze zu Deseh en n ( ö allein je reiner der Lehm ist, um desto Sefabrlicher 0 MNI waͤre diese Arbeit, damit wenn Regen auf die trockne ht Zeit fallen, die klebrige Erde nicht festgeschlagen, abft I* ö und dem Aufgehen des Roggens, Hindernisse ge⸗ macht werden. In gemischtem Lehm habe ich, der! das Walzen vielemale versucht, wenn die Herbste hinz oder Saatzeit sehr trocken war, und habe dieses te, ö ö Verfahren immer sehr nuͤtzlich gefunden. Diese Nun NIN Erde kann so fest nicht geschlagen werden, daß die ö der * Keime nicht durchbrechen koͤnnten, da die kalten der Naͤchte und Thaue, diese Erde leicht wieder aufloͤ⸗ Stt — I It — —...— 383 Eoglh sen. Wenn nun das Feld beegget ist, so wird ge⸗ nicht, n furcht, und zwar am beßten, nur von der Hoͤhe il ihn nach der Tiefe, auf die gewoͤhnliche Art, naͤmlich: nach der daß ein Pfluͤger, mit seinem ordinaͤren Pfluge vor— Rsauunt⸗ ausgeht, und die Furche macht, der andere Pfluͤ⸗ Higtft⸗ ger aber unmittelbar hinterher, mit einer von Itu. Cutz Strauch und Blaͤttern durchflochtener Pflugschaar, HRH die die feine Erde aus der Furche herausfegt, und gut aufß⸗ auf den Rand der Furche schiebt. Dieses Ver— faͤhren wird von aufmerksamen Landwirthen, auf WI allerhand Art verbessert, weil die aufgeschobene, is, feine Erde, einen hohen Rand an der Furche bil— e ibeh det, der das Abfließen des Wassers hindert, und rübn.„ auf den Betten, zwischen zwey Furchen, eine chmacke, Pfuͤtze im Fruͤhlinge bildet, wenn diese durchweich⸗ hsahien ten Raͤnder der Furchen hart verfroren sind. Ei⸗ Fhushe nige schieben einen Stock, quer durch den Fegepflug lache hindurch, der zugleich den Rand auf der Furche sühmn, abstoͤßt, oder festdruͤckt, und denselben erniedrigt. use ⸗ Andere schicken Leute mit Haͤrken, die den Rand 1 ih der Furchen abharken, ebnen, und nach der Mitte Hu Binzichen.⸗ Wenn dieses nicht viele Arbeiten mach— ah dis te, so waͤre das wohl das beßte Mittel, diesen Düh Rand wegzuschaffen. Noch andere harken nur an N der niedrigsten Stelle des Bettes, etwas den Rand Dai der Furche ab, damit das Wasser irgend wo, eine wi 0 Stelle findet, wo es beym Aufthauen des Schnees Wder! 384 gleich abfließen könne. Es koͤmmt auf das gute Ausfurchen im Lehmacker sehr viel an, daher muß man in allen Jahren, sie moͤgen trocken oder naß seyn, sehr dicht, hoͤchstens fuͤnf Fuß auseinander, Furchen machen. Man furche, im Lehmboden be⸗ sonders, nicht ins Kreuz und in die Quer, ohne Nachdenken; an vielen Stellen sind die Querfur— chen ganz uͤberfluͤssig, außer unter Bergen und An⸗ hoͤhen muͤssen nur Querfurchen, durch die in die Laͤnge gezogenen, gemacht werden. Solche Quer⸗ furchen fuͤhren oft das Wasser von den Seiten bes ser ab, als die Enden der in die Laͤnge gezogenen Furchen. Die Enden aller Furchen sowohl, als da, wo die Querfurchen, die in die Laͤnge gezoge— nen durchschneiden, muͤssen rein mit der Schaufel ausgeworfen und durchgraben werden, damit das fließende Wasser nirgends Hindernisse in seinem Fluß finde. Man muß oft lange noch, nachdem der Roggen schon gruͤn ist, und haͤufigere Regen fallen, mit der Schaufel, auf sehr nassen Stellen nachhelfen, auf denen es sich erst alsdann auswei⸗ set, welches die niedrigsten Stellen sind; wenn da⸗ bey auch etwas Roggen zertreten und beschattet wird, so werden viel groͤßere Stellen Roggen, da— durch vom liegengebliebenen Wasser befreyt, die sonst beschaͤdigt worden waͤren. In nassen Jah⸗ ren, besonders sehr viel Regen bringenden Herbsten, *——— ——————— 385 uf din gn ist das Verhalten der Landwirthe ganz anders; ich daher mut muß allso hievon ausfuͤhrlich reden, jemehr ich nohrn selbst mit dieser widrigen Beschaffenheit der Luft uhinander und Witterung zu kaͤmpfen gehabt habe. Ich habe ulchen be⸗ mich groͤßtentheils von allen den Besorgnissen und W Kautelen, die man sonst in nassen Herbsten zu beob⸗ eLu achten hat, durch einen Umstand loß gemacht, den en undd ich zuerst erzaͤhlen muß. Ich saͤe, weder in trock— b in de nen, noch in nassen Herbsten, seit zwoͤlf Jahren, Ihe duer nicht ein Korn Roggen mehr unter dem Pfluge, n L sondern bestaͤndig unter der Egge, und befinde mich Wogeen dabey außerordentlich gut: das ist, ich lasse zwey, ohl, ads drey, vier Tage vor der Saat, den zu besaͤenden Rs Acker aufpfluͤgen, am Saͤetage, die Betten ma— VCchaufl chen, und auf dieses gepfluͤgte Land, die Saat auf⸗ unit do streuen und gleich zueggen, und leide nicht die ge⸗ in seinem ringste Unbequemlichkeit oder Nachtheil, von dieser Rnushbom Behaͤndlung der Saat, vielmehr weiche ich allen M Ragen den Unannehmlichkeiten aus, die mit dem Saͤen Stelen unter dem Pfluge verbunden sind. Ich kann diese auswü⸗ Art das Feld zu besaͤen, in dem Acker, den ich zu wundo bearbeiten habe, um so mehr bey allen Arten der hshatht Witterung beybehalten, da dieser Boden, um die une do Zeit der Roggensaat, immer schon feucht genug ist, hfch, N. und schon mehrentheils so viel Regen faͤllt, als Isen zum Keimen des Korns erforderlich ist. Außer— un Hehse dem, daß ich weiß, daß diese Art zu saͤen, in an⸗ 25 386 dern Laͤndern schon lange uͤblich ist, bin ich durch verschiedene Beobachtungen, auf die Gedanken verfallen, die ich hier vorherschicken muß, um nach— her desto kuͤrzer seyn zu koͤnnen. Ich bemerkte vielfach, daß in neugerissenem Acker, der voll Holz— wurzeln war, der Pflug unmoͤglich tief gehen konn⸗ te, um die Saat einzuwuͤhlen; die Egge mußte das beßte thun, und es blieben doch, auch selbst bey oftmaligem Eggen, viele Koͤrner auf der Ober— flaͤche liegen, und der Roggen gerieth hernach doch außerordentlich gut, in aller Absicht. Die aufge— gangene Saat stand so dicht und war so gruͤn, wie in dem am beßten bearbeiteten, alten Felde. In nassen Herbsten machte ich nun den Versuch, auf alten Aeckern, und fand, daß diese immer besser standen, als der eingepfluͤgte Roggen. Nun kam ein Versuch eines meiner Freunde dazu, der einen Kasten mit Feld⸗Erde fuͤllte, die Haͤlfte dieses Ka⸗ stens mit Roggenkornern bestreute, und eine Hand⸗ breit von der naͤmlichen Erde auf dieselben schuͤttete, die andere Haͤlfte eben so dicht besaͤete, und nur einen Fingerbreit von derselben Erde auflegte. Diesen Kasten ließ er, den ganzen Herbst, in dem schreck⸗ lichsten Regen, im Garten stehen, und wir beob⸗ achteten bestaͤndig, wie der Roggen aufgehen wuͤr⸗ de, da wieß es sich aus, daß in dem letzten Theile des Kastens, der Roggen vortrefflich aufgieng, * —— ————..—— ANVN* 387 ünich duh und in drey Wochen so gruͤn wurde, daß die Erde Ganht voͤllig bedeckt war, in dem ersten Theil aber, wo h mh die Saat, mit einer Handbreit Erde bedeckt war, W hnettz nur sehr kuͤmmerlich aufkam, so, daß man leicht wulhos⸗ die Halme auszaͤhlen konnte, und als wir, der schahtn dicken eingestreueten Saat nachgruben, so fanden ehnit wir, daß drey Theile der Koͤrner ausgeweicht, ver⸗ ailh schimmelt, von Wuͤrmern zerfressen und vernichtet füroo waren. Bey weiterem Nachdenken fand ich denn, Eun ui daß das Roggenkorn, ein fast nacktes Korn ist, H ashe das von sehr duͤnnen Haͤuten umgeben ist, daß es sehr leicht ausweicht, und daher durchaus so hoch und frey in der Erde liegen muß, daß unaufhoͤr⸗ lich Luft und Sonnenstralen und Licht hinzukom— men muͤssen, daß die Herbst und nasse Jahreszeit und Witterung, und die Kaͤlte, dem Ausweichen dieses Kornes nur gar zu sehr foͤrderlich sind, wenn es nicht so frey und offen liegt, daß die uͤberfluͤssige Hrüh, wi üde. I ach, u ammet besst Ma 1„ der eilel 10 00 Ka⸗ Se + 8——— 10 Naͤsse bestaͤndig abgeweht werden und abfließen kann. nd⸗ ö——5— 5 25 m Gerste und Hafer werden im Fruͤhlinge gesaͤet, da wushit ö bestaͤndig trocknende Winde wehen und die Luft so nd vut dne 90 viel waͤrmer ist; sie haben auch staͤrkere Haͤute und We. Mh Huͤlsen, daß die Naͤsse so leicht zu dem Mehligten non sfef des Korns nicht kommen kann; der Roggen aber I bb bey seiner zarteren Beschaffenheit, ganz das Gegen⸗ ußhn theil der Luft und Witterung aushalten muß. Aus hn M diesen Urtheilen schloß ich allso, daß der Roggen, fich ufhh 25 0 388 so hoch auf der Erde liegen muͤsse, als moͤglich, und daß maͤn die leichteste Egge nur brauchen duͤrf⸗ te, um ihn mit Erde zu bedecken. Ich versuchte diese Spekulation in der Ausuͤbung, und die, be⸗ waͤhrte meine Gedanken vollkommen. Die Saat wird durch die Egge hinlaͤnglich mit Erde bedeckt, geht vortrefflich Korn fuͤr Korn auf, bestaut sich schnell, und traͤgt mir jaͤhrlich, auch in sehr nas⸗ sen Herbsten, sehr erwuͤnschte Fruͤchte. In Ansehung der Zeit der Saat, muͤssen wir in nassen Jahren ganz anders verfahren. Man merkt es schon an der Kaͤlte der Luft und den oftmaligen kurzen Regenguͤssen, die nun und vor dieser Saͤe⸗ zeit eintreten, daß man fruͤher die Saat einstreuen soll. Warum könnten wir den Roggen nicht gleich auf Alt⸗Jacobi saͤenn? Wenn das Korn reif ist, so ist auch seine Saͤezeit da. Der Roggen ist einmal ein perennirendes Gewaͤchs, eine Pflanze, die ein Jahr Zeit bis zum Absterben noͤthig hat, allein wenn man sein ungehindertes Wachsen, durch die Kunst verhindert, es immer abmaͤht und nicht reif werden laͤßt, so steht es auch zwey volle Jahre und druͤber. Fuͤrs Ueberwachsen im ersten Herbst ist guter Rath; man maͤht ihn, wenn er schoßen will, uab, und macht Viehfutter daraus, wie das schon so viele Landwirthe versucht und gut befunden ha⸗ ben. Indessen weil so fruͤhe, nur wenige Land⸗ * wikt sen Ang Stil den, spät; liett so 9 Mot ter g die 2 Pfed Rod Adet Herb linge sm ͤ‚ wird, schr so Nagen er im heils, Daher auf d in den en E Ksoͤet, —— ————. 389 at wirthe⸗ mit Saat versorgt sind, so saͤe 2—6 in nas⸗ V Wütt ten Jubren,—.6 Ahm in den ersten Wochen des 6 ‚ AInailts. Die ü auf Bartholomaͤ alten . D Salt Stils, ist in solchem Acker, von dem wir hier re⸗ uihnw boch 5546 1 180 1 kalten Jahren, offenbar zu Hush spaͤt; der Lehm kuͤhlt sich gar zu sehr ab, und ver— liert seine treibende Kraft. Die Naͤsse ist auch oft so groß, daß ein solcher Acker, wie ein fließender Mott ist, der beym Einpfluͤgen der Saat, in lau— Gc ishrh . * 5 0 ter großen Stuͤcken und Kloͤßen auf die Saat faͤllt; Mnunt die Bearbeitung ist schwer, und die Fuͤße der fmulget Pferde treten vielen Saamen zu tief ein. Der usn Si Roggen wird auch nicht gut eingrasen, weil der Weseun Acker zu kalt ist; das gute Eingrasen ist aber im ucht geig Herbst, ein wichtiges Erforderniß, um im Fruͤh— mf st, linge ein gutes Feld zu haben; dieses gute Eingra⸗ in inuml sen steht aber zu erwarten, wenn fruͤher gesaͤet me di il wird. Bey sehr kalter Witterung keimt das Korn st, allen sehr spaͤt und langsam, und ein Verlust von acht „dulch di Tagen, will im Herbst schon viel sagen. Je spaͤ⸗ o gicht kef ter im Herbst, um destomehr regnet es mehren—⸗ e Jhne theils, die Luft ist auch immer voll nasser Duͤnste. n Hebst Daher muß nun das Roggenkorn, besonders flach hn il auf der Oberflaͤche des Ackers liegen. Man hat it duschol in den Jahren 1769, 84, 94, 98, in verschiede— bfunda nen Gegenden, den Roggen nur auf die nasse Erde nh bid ů gesͤͤet, die aufgepfluͤgt war, ohne weiter etwas des 39 gar zu haͤufigen Regens wegen zu thun, und dieser Roggen gerieth viel besser, als eingepfluͤgter oder eingeeggeter Roggen. Um nun das zu erreichen, daß das Korn so flach liege, als moͤglich, hat man in nassen Jahren, zwey Methoden, die Roggen— saat zu bearbeiten. Man saͤet den Roggen unter der Egge, wie ich oben davon schon ausfuͤhrlich geredet habe, und darauf hinzusehen bitte. Oder man saͤet denselben nur unter dem Pfluge, das ist, man pfluͤgt die aufgestreute Saat ein, und egget ganz und gar nicht den aufgepfluͤgten Acker. Das heißt man unter dem Pfluge saͤen. Diese Art, die Roggensaat zu bearbeiten, haben viele Landwirthe außerordent— lich nuͤtzlich gefunden, und haben in schwerem Acker vorzugsweise den schönsten Roggen gehabt, wenn ihn andere Wirthe sehr schlecht hatten. Ein auf die Art bearbeitetes Feld, wird nicht so leicht gruͤn; die hervorstehenden Erdkloͤße machen, daß es lange schwarz aussieht, allein am Ende ergiebt sichs, wie sehr vortheilhaft es ist. Ich erklaͤre das Nutzbare dieser Behandlung aus der Beschaffen— heit des Roggenkorns: liegt dieses nackte Koͤrnchen so, daß Sonne und Luft hinzukommen, und es bestaͤndig abtrocknen koͤnnen, und daß die uͤberfluͤf⸗ sige Naͤsse sich in die Erde zieht, so bleibt es un⸗ verdorben und unausgeweicht, und keimt ordent⸗ hn, und hz Mepfligtrchz teich isch,Hurmn NAgge ER,Wih dett! habe, W siet duschn un pfagt x Ind gar mit nan untkr Wopresgat außetode U schberen Wahmn ghch, nn. Eit nist s liiht nuchen, daß Ende anibt hektdi t Vichaftn mit Honche Imm, nd uf Mibaft 00 hlibt 6 1 ke feimt ht — 22 lich; bey dieser Art dieser Bearbeitung findet das nun statt; die ganze Oberflache der Erde ist uneben und locker, das Korn steht hoch, der Regen zieht sich in die Tiefe, und die Erdschollen werden bald vom Winde abgetrocknet; der Roggen ist allso bey diesen beyden Verfahrungsarten viel besser versorgt, als wenn man ihn umpfluͤgt und einegget, und der jedesmal bey allen veraͤnderten rn ein⸗ tretende gute Erfolg, rechtfertigt dieses X Zerfahren in nassen Jahren. Wenn man ein tiefliegendes Korn noch mit der Egge verdeckt, so fließt die Erde bey haͤufigem Regen, in eine Flaͤche zusammen und verschließt der Luft allen Zugang. Was im Fruͤh⸗ linge gilt, gilt in kalten Herbsten nicht; im Fruͤh⸗ — 2 linge liegt das Saatkorn oben auf der Erde und keimt gar nicht, allein im Herbst zieht das Korn, Feuchtigkeit aus der Erde und Luft an sich, em— pfaͤngt dieselbe aus dem Regen, und keimt, wenn es auch ganz auf der Oberflaͤche liegen sollte. In solchen Jahren muß man nun besonders dicht furchen, und dem Acker guten Abfluß ver— schaffen, vorzuͤglich in den ersten Tagen, so laͤnge das Korn erst keimt, und der Halm, Wurzeln hat, nachher ertraͤgt es mehr Naͤsse, ohne zu ver— derben. Bey einem bloß unter dem Pfluge bestell⸗ ten Roggenfelde, muͤssen die Furchen gut ausge— worfen werden, da bey der Bearbeitung des Fur— 392 chens, große Stuͤcke Erde zuruͤck in die Furchen fallen, weil hier die Erde, in diesem Fall sehr grob und unzermalmt ist. Im warmen, trocknen, sandigen Boden, muß die Wintersaat auf alle Faͤlle spaͤter gemacht wer— den, auch selbst in nassen Jahren. Diese Aecker haben mehr Feuer und Waͤrme bey sich, es ist in der Tiefe locker und offen, die Oberflaͤche trocknet allso geschwinde aus. Saͤet man nun spaͤter, so verliert der leichte Boden etwas von seiner war— men, treibenden Kraft, die Luft ist mehr mit nas⸗ sen Duͤnsten gefuͤllt, und wirkt auf die obere Schicht der Erde. Der Sand hat aber Waͤrme genug, um das Saamenkorn zum Keimen und Wachsen zu bringen. Aber auch eben diese Waͤrme wuͤrde, wenn man fruͤher saͤete, dem Unkraut, ne— ben dem Roggen, einen großen Vorsprung geben; das Unkraut hat entweder schon Wurzel gefaßt, oder das Saatkoͤrnchen ist eben im Keimen begrif— fen, da erst das Roggenkoͤrnchen in die Erde kommt, durch Witterung und Kaͤlte aufgehalten wird, da— her hat das wilde Gras, einen großen Vorsprung und uͤberwindet das Getreide. Insekten haben, wenn fruͤh in warmen Aeckern gesaͤet wird, eine desto laͤngere Zeit, das Korn zu zehren; der Bo—⸗ den ist waͤrmer und lockerer fuͤr dieselben, sich zu Die allgemeine Er— verstecken und zu erhalten. ——— 39 fahrung, daß die Spaͤtsaat fuͤr leichte Aecker nuͤtz⸗ licher ist, bestaͤtigen die Gegenden, die leichte Aecker haben. Indessen giebt es leichte Aecker, mit viel oder wenig Moder, feuchte, oder trockne Gegen- 6 de Juth l shrga Wbn un a mr den, fette oder magere, Sandgegenden, die, auf Mhler Bergen, bisweilen mit Wald und Schatten um⸗ sch i geben sind. Alle diese verschiedenen Beschaffen— fiche toin heiten verstatten es nicht, daß fuͤr jede derselben, unsti, Regeln gegeben werden koͤnnten. Ein jeder Laͤnd— siler va⸗ wirth muß hier doch noch insbesondere, seinen Acker r nithaß und seine Lage ausprobiren, und da, das spaͤt oder d Oll fruͤhe, vielbedeutende Begriffe in sich faßt, dieje— r Mime nige spaͤtere oder fruͤhere Zeit waͤhlen, die die Be— Ieh ud wohner einer solchen Gegend, fuͤr die zutraͤglichste Gα Mium gefunden haben. kaut, ne Nach der natuͤrlichen Beschaffenheit des reinen dung gbbn Sandes, muß ich, in solchen Aeckern auch rathen, I gfa, die Saat einzupfluͤgen und zu beeggen, wovon Ien bguiß man auch Ausnahmen machen kann, je nachdem Rekommt der Sandboden, den man zu bearbeiten hat, be— widd, da⸗ schaffen ist, und in wie fern die Witterung naß oder Vospung trocken seyn sollte. Je tiefer man im Sande pfluͤgt, den habez desto naͤher ist man der erforderlichen Feuchtigkeit Düd, ele zum Keimen des Saatkorns, wenn von oben, kein Regen zu erwarten steht. Das Korn drey Zoll oM sch im Sande herunter zu bringen, waͤre nicht zu tief; mm 65 wuͤrde es aber flacher liegen muͤssen, so wuͤrde ich ————ppͤ——— 394 die Saat gleich walzen, nachdem sie ausgestreut ist, wenigstens mit einer leichten Walze. Die oben beeggete Beschaffenheit des Sandes, macht in solchen Aeckern, das Furchen meist uͤberflussig; dichte Furchen im Sande, wuͤrden das Bette sehr austrocknen, wenn Winde obwalten. Sollten aber doch Vertiefungen und Niedrigungen, Berge und Thaͤler vorhanden seyn, oder sollten irgend in Fel— dern, Lehmschichten unter dem Sande liegen, so sind Graben und Furchen eben so noͤthig, das weiß ohnehin jeder Landwirth, ich kann allso mit Grund, jedem die Behandlung uͤberlassen, die er fuͤr die beßte erkennt. Ich glaube zwar uͤberhaupt, daß sich die leich⸗ ten Aecker, in nassen Jahren besser stehen, als die schweren, insonderheit bey Wintergewaͤchsen, und wenn der Winter, eine gute Lage Schnee auf den Acker legt; denn Kahlfroͤste, wenn sie lange anhal⸗ ten, pflegen im Sande, großen Schaden, nicht durch den Grad der Kaͤlte, sondern durch das Ausdorren und Austrocknen zu machen. Wenn der Roggen, in leichten Aeckern, die Sand zur Unterlage haben, in nassen Jahren mißraͤth, so schreibe ich das, den Insekten zu, die, die Landwir⸗ the moͤglichst durch Pflug und Egge zu vertilgen haben. Gewisse leichte Aecker sind in nassen Jah⸗ ren sehr geneigt, vor der Saat, stark einzugrasen, ausgefan Ize. VI 0 haffassh Wt schr Lgch, f das weiß It Grunh — fir d de luch⸗ h„ d die chseh, m e auf den igeanhab , licht uch das BVaun Sund zur ihräh, s eHddi hettigen uusen M bahm ——— — 39 und nichts ist der Roggensaat nachtheiliger, als ein starkes Eingrasen vor der Saat. Da in leich⸗ ten Aeckern, das Pfluͤgen so leicht ist, so koͤnnte man, solche Aecker, vier bis fuͤnfmal pfluͤgen und eggen, und dieselben zur Saat vollstaͤndig bereiten. Die Bauern in sandigen Gegenden, haben eine Art, auch ohne zu eggen, ihre Roggen-Saaatfel— der zu bestellen, sie nennen das ar fihkeem wag— geem art, und verfahren auf einem eben abgeeg— geten Felde folgendermaaßen: wenn der Roggen ausgesaͤet ist, so pfluͤgen sie eine Furche, und lassen die andere ungepfluͤgt bleiben, die dritte pfluͤgen sie wieder, und die vierte bleibt ungepfluͤgt, so ist die Saat nur mit der aufgeschuͤtteten Erde vom Pfluge bedeckt, und neben der gepfluͤgten Furche ist eine Rinne gleichsam, die mit dem Pfluge gemacht ist; die Saat steht bloß auf den erhoͤheten Streifen, und die neben stehenden Rinnen sind leer; es steht aber desto besser auf den erhoͤheten Stellen. Die— ses Verfahren laͤßt sich nur in leichten Aeckern, und in sehr reinem und klarem Lande ausuͤben, und zwar mit großen Vortheilen. Es wird dieses ge— pfluͤgete Feld gar nicht weiter geegget, besteht da— her aus lauter gruͤnen, ganz gleichen Streifen, und gewaͤhret dem Auge einen angenehmen Anblick. Nun wollte ich wohl wuͤnschen, gewisse Kennt⸗ nisse zu besizen, um dem Roggen, Wachsthum 396 und Gedeihen zu geben. Aber das hat sich der große Geber alles Guten vorbehalten. Wir sollen seine Saat in die Erde legen, wie wir, den verstorbe— nen Leib begraben, und nun ruhig warten, bis Er sie zur Vollkommenheit und Reife bringt. Und wir koͤnnen auch mit großer und sicherer Geduld warten, wenn wir an den jaͤhrlich großen Segen denken, mit dem Er, auch bey der mangelhaftesten Bearbeitung, unsere Aecker segnet. *9———— II. Von der Roggenerndte. Ehe man ein Feld erndtet, so muß man doch vorher wissen, ob und daß es reif ist. Ich habe ehemals bey verschiedenen Landwirthen angefragt, was sie, fuͤr Kennzeichen von der Reife des Rog- gens haben? Die Antworten und Belehrungen sind meist gleichlautend gewesen: wenn das Korn hart ist. Dieses Kennzeichen soll man aufsuchen, man schlaͤgt auch mit einer Handvoll Aehren in ei— nen Hut, und wenn denn einige Koͤrner ausfal— len, so laͤßt man maͤhen. Es ist daßelbe aber zugleich mit sehr großem Verlust verbunden, wenn man zur Maͤhezeit kein besseres Merkmal haͤtte, droß len Cit Wustorbe 00 E SR Hafttt doch Hhobe cfragt Roh⸗ ingen Korm sucheh in ch pfal ber „Oenn hith 397 unnd es kann gar nicht fehlen, baß, wenn man so lange wartet, bis das Korn in der Aehre hart wird, außerordentlich viel Korn verloren gehen und aus— fallen muß. Der Wind schuͤttelt viele Koͤrner aus, indem die Aehren an einander schlagen. Der Schlag mit der Sense erschuͤttert den Halm, das Binden der Garben, welches ohne erschuͤtternde Bewegung un⸗ moͤglich geschehen kann, das Werfen der Garben, beym Handhaben derselben, bey dem Werfen auf Fudern, auf Kuien, in Scheunen, muß zusam⸗ men genommen, einen Schaden hervorbringen, der nicht klein ist, und der doch sehr leicht vermieden wer— den kann. Ein jeder Landwirth wird mir das zugeben, daß auf einem nicht außerordentlich stehenden Felde, sondern welches nur maͤßig gut steht, die Stoppeln eben so dicht stehen, als die Saatkoͤrner, bey der Saat lagen. Nun nehme ich nur an, daß ein Drittel des Loofs Roggen gekeimt hat, und zum Wachsthum gediehen ist, dagegen aber muß ich auch annehmen, daß jedes gut stehende Korn, drey Halme hat, im Durchschnitt. Bey dieser Rech⸗ nung habe ich, die Körner, die verloren giengen, zuruͤck, allso so viel Saatkoͤrner, so viele Halme sind vorhanden. Nun zaͤhle man die schlechteste Aehre, so enthaͤlt sie zehn Koͤrner, die beßte und laͤngste fuͤnf und siebenzig Koͤrner. Wir wollen den Ertrag nur nach der schlechtesten Aehre anneh— 398 men, so muͤßten wir doch zehn Korn uͤber die Saat erndten. Und das ist doch so selten der Fall. Es muß allso ungeheuer viel verloren gehen. Beym Dreschen, beym langen Stehen auf dem Felde, beym Einfuͤhren, im Stroh und Kaff bleibt immer bey der sorgfaͤltigsten Reinigung etwas; Insekten, Voͤgel, Maͤuse, verzehren auch etwas, und alle diese Gelegenheiten zum Verlust, machen das De⸗ fizit. Ich kann von dieser Berechnung einige ganz besonders gesegnete Aecker ausnehmen, mit den uͤbrigen hat es so seine Bewandniß, daß sie, im Durchschnitt, Jahr vor Jahr, sechs bis sieben Korn ertragen. Es ist hier nicht der Ort anzuge— ben, wie allem diesem Verlust vorgebeugt werden kann, nur von und bey der Erndte, muß ich das Noͤthige davon sagen. Zufoͤrderst muß ich nun die Kennzeichen an⸗ geben, wenn man das Korn sicher fuͤr reif halten kann. Man bemerkt in der ganzen Natur, daß die gelbe Farbe der Gewaͤchse, das Zeichen der Reife ist. Alle Baͤume lassen ihre Blaͤtter gelb herunter fallen, alle Graͤser sind reif, wenn die Halme und Blaͤtter gelb geworden sind, alle Zwie⸗ belgewaͤchse, alle Huͤlsenfruͤchte, sind, wenn Sten⸗ gel und Blaͤtter gelb werden, reif zum Abnehmen. Warum sollte das, bey den Getreidearten nicht 399 0 auch gelten? Daß der Roggen noch weich ist 00 wenn der Halm schon gelb it, kann verschiedene Ursachen haben; feuchte Witterung, regnigtes W Wetter, Mangel und Hindernisse der Ausduͤnstun⸗ n gen, die das Korn einschließenden Haͤute, die sehr Mn zaͤhe sind und die Ausduͤnstungen verhindern; al— Vw lein deswegen ist das Korn doch schon reif. Das nur ist, die Verbindungen des Korns mit dem Halm nig gu sind aufgeloͤset, die feinen Wurzelfasern sind ver— ant du trocknet, und unfaͤhig, fernere Saͤfte der Erde an sh in sich zu ziehen, die Saͤfte in dem Halm verdicken schn sich, wenn derselbe gelb ist. Es ist nur noch das anhug⸗ dlichte Wesen, welches dem Korn, die Weichheit en erhaͤlt, und etwas Feuchtigkeit, die noch nicht ver⸗ ih diß duftet ist. Denn, wenn dieses weichscheinende Korn, schon wieder zu keimen und zu wachsen und Fruͤchte zu tragen faͤhig ist, so muß es doch schoh an⸗ schon reif seyn? Und das verhaͤlt sich so: in nassen fhalen Jahren keimen die Koͤrner, ob sie gleich weich sind, ur, daß in der Aehre, auf der Wurzel stehend aus. Man hen dei kann allso mit allen Gruͤnden beweisen, und fuͤr ailt gub gewiß annehmen, so bald das Feld gelb, der Halm wanm de von unten bis oben gelb, die Aehre gelb ist, daß alb dois der Halm abgestorben ist, und daß daher, das RmEE Korn reif ist. An den Knoten des Halms, ist bis⸗ Nuchna weilen der Halm noch gruͤn, oder hat gruͤne Strei— 10 nit fen. Dieses kommt daher, daß bey den Knoten 4 00 des Halms, eine großere Menge von Süͤften ist, daß da, feinere oder staͤrkere Roͤhren sind, da kann der verdickte Saft so geschwinde nicht zirkuliren und verduften, daher hat der Halm, in der Stelle, noch seine vorige Beschaffenheit, die er beym Wach— sen hatte. Diese gruͤne Farbe an den Knoten ent— scheidet fuͤr die Reife des Korns gar nichts, sie ist auch nicht allgemein, sondern nur an einigen Hal— men, die vielleicht auf fetteren Stellen stehn. Wenn das Feld allso gelb ist, und keine gruͤne Plaͤtze mehr im Felde zu sehen sind, so ist das Korn zum Maͤhen reif, wenn es auch noch weich ist. Ob nun gleich das oben genannte Kennzeichen hinlaͤng⸗ lich zum Erndten ist, so rathe ich noch ein zweytes Kennzeichen aufzusuchen: man gehe auf verschied⸗ nen Stellen im Felde herum, nehme hin und her ein Koͤrnchen aus den Aehren, und untersuche die Keimspitze des Korns, die nach unten, in dem Beutel ist, wo das Korn in der Aehre sitzt. Ist diese Keimspitze gelb, nachdem man das feine gruͤne Haͤutchen, mit dem Federmesser abgekratzt hat, so hat man ein zweytes sicheres Kennzeichen, von der Reife des Korns. Bey dieser Untersuchung findet es sich, daß das Korn ganz loß in seinem Beutel steckt, und daß die Haͤute, die das Korn umschlie⸗ ßen und naͤhren, welk und vertrocknet sind. Diese Haͤute empfangen den Saft aus der Aehre, und — 401 Siftn f fuͤhren ihn, verarbeitet, dem eigentlichen Korn und .H0fmn Keim zu. ikle Endlich drittens, wenn das Korn so weich, wie Efll, Wachs etwa, im Sommer anzufuͤhlen und zu auRah⸗ druͤcken ist, so warte man keinen Augenblick laͤn⸗ Aaun, ger, die Erndte anzufangen. Oft ist der Halm in ihtz, siß sehr fetten Lehmstellen noch ganz gruͤn, selbst die ingen Hth Aehre ist gruͤn, mit allen ihren Hacheln und Ein—⸗ . Man fassungen des Korns, und es ist doch reif und zei⸗ mehr tig. Die Haͤrtung des Korns erfolgt nun in den an Garben, da reift es theils nach, theils duftet das . Waͤsserige aus, und dann wird das Korn hart. hulhig Man hat noch den Vortheil, wenn man das Ge— W treyde auf die Art erndtet, daß das Korn schwerer dostid im Gewicht ist, und das aus natuͤrlichen Ursachen. ümdhe Die Haͤute des Roggenkorns machen eigentlich, 15 daß der Roggen, ein Jahr leichter, und das an— 10 dere Jahr schwerer ist. Maͤhet man das Korn, R nach meinen Leheen Kennzeichen, so trocknet i n das Korn, mit seiner naͤchsten Haut für sich beson⸗ 1 ders, und die naͤhrenden Haͤute loͤsen sich von dem Korn und gehen beym Dreschen in Kaff uͤber, oder Wun mit dem Winde fort. Vertrocknet das Korn aber uufte mit allen seinen Haͤuten auf der Wurzel, so trock— nBalt net dieselbe an das Korn an, das Korn ist groößer rn im Umfange, weil Luftblaͤschen zwischen diesen snd. II Haͤuten und dem Korn bleiben, und daher ist es Uhn 0 26 —————— 40² im Gewicht leichter, die Koͤrner liegen nicht so fest auf einander in der Waagschale. Um sich von die⸗ ser Behauptung zu uͤberzeugen, so stampfe man, mit einem hoͤlzernen Stampfer, den gedörrten, oder ungedoͤrrten Roggen, in einem Morser ab, wiege ihn vorher und nachher, so ist der Unterschied fuͤnf Pfund. Und wenn das erwiesen ist, daß, wenn das Korn reif, der Halm abgestorben ist, der Halm und die Wurzel von dem Korn genaͤhrt werden, so muß ja das Korn leichter werden, je laͤnger es auf dem Halm steht, wie dieses aufmerk— same Landwirthe beobachtet, und Naturforscher, durch Versuche bewaͤhrt haben. Denn das Korn oder die Frucht, naͤhrt nun die Wurzel, die Saͤfte gehen zuruͤck in die Wurzel. Fast in ganz Kur⸗ land maͤht man den Roggen, mit der langen Heu— sense, allein in Semgallen bedient man sich der kurzstieligen Sense, oder der Sichel. Ich rathe allen Wirthen, die kurzstielige allgemein einzufuͤh⸗ ren. Weil sie fast eben so geschwinde die Arbeit foͤrdert, als die laͤngstielige Sense, da, bey dersel— ben alles maͤhen kann, Weiber und Maͤnner, Maͤd⸗ chen und Jungen von funfzehn Jahren, und da— her foͤrdert sich die Arbeit, eben so sehr. Die kurz— stielige verstattet eine so reine und ordentliche Ar— beit. Die laͤngstielige Sense haut viele Aehren ab, denn bey dem Hiebe fallen viele Halme uͤber ——75ß5ißi5.ĩ—)‚..——* 9**— 403 icht pi die Klinge, unter die Fuͤße des Arbeiters, und srunn liegen dem folgenden Hiebe vor, daher werden sie andfe zerhauen. Allein bey der kurzstieligen Sense, rth nimmt der Maͤher, das, was abgehauen ist, gleich Msseah mit einer kleinen Harke zusammen, legt es auf die afhit Seite, und sein Platz wird ihn gleich rein. Die sn kurzstielige hat eine duͤnne Klinge, die sehr scharf Hsaba gemacht wird, daher der Hieb sehr leise ist, nicht sam gnlhe schlaͤgt, sondern schneidet. Die Einwendung, daß Vanden,; die Stoppeln, bey dieser Sense etwas lang blei— Raufnal ben, wird bey dem Verlust des Strohes, durch metshet, den Gewinnst an Aehren widerlegt. Und das das Hoin Stroh ist ja auch nicht verloren, da es auf dem WSIH-R Felde bleibt, und das Land locker macht. Wenn anzdu mit der kurzstieligen, ein erschuͤtternder Schlag ge— angen H macht wird, so ist das Mißbraͤuch, und faͤllt nicht un ssh di auf die Schuld des Instruments, welches gehoͤrig unt scharf seyn muß. Dieses macht das Feld auf ein⸗ Ipfth mal ganz rein, es darf nicht nachgeharkt werden, Mbit als bloß beym Einfuͤhren der Garben, auf der 1 desth Stelle, wo die Garben standen; diese Zeit ist allso u, Md auch rne W Man maͤhet nicht gerne im Thau, des Mor— Hhuh gens fruͤhe, weil, wenn die Garben so naß ge— alce V bunden werden, sie schwerer austrocknen; sollte man aber fruͤher zu maͤhen anfangen, so bindet man doch die Garben nicht eher, als bis der Thau 2* le Mhil Halme 12 4⁰⁴ abgeweht ist. Muͤßte man aber, wenn das Korn uͤberstaͤnden hat, in der Nacht, des Abends, oder Morgens, sehr fruͤhe maͤhen, damit die Koͤrner nicht alle ausfallen, so koͤnnte man sich, an diese kurz vorher gegebene Regel nicht binden; die Gar⸗ ben muͤßten nur nicht zu fest gebunden seyn. Die Nehmer der Garben bey der kurzstieligen oder lang⸗ stieligen Sense, muͤssen dieselben, nicht viel schuͤt— teln und werfen, sondern von dem Wurzel-Ende, zwey Handvoll Stroh nehmen, und diese beyden Handvoll nicht ausziehen, sondern zusammen flech— ten, und dann um das ganze Bund, welches die Garbe ausmacht, schlagen und binden, oder zu— sammen kehren. Es ist ein Mißbrauch, wenn die Leute, eine Handvoll Stroh mit Aehren, die voll Korn sind, ausziehen, und dann, um das Bund schlagen, alsdann kommt der Knoten von dem Ge— binde, in die Stelle der Aehren, und da werden viele Koͤrner ausgerieben. Die gebundene Garbe muß nun so lange auf der Stelle liegen bleiben, wo sie gebunden ist, bis das ganze Feld abgemaͤht worden, und dann erst, muͤssen alle Garben zu zehn, in jedem Haufen, stehend aufgestellt werden. Auf die Art, kann man sehr leicht wissen, wie viele Garben man auf dem gaͤnzen Felde hat. Die genaue Kennt— niß der Anzahl der Garben, ist von großem Nu— V —— —.—..— 4⁰0⁵ in sad gin tzen. Es kann so leicht nichts gestohlen werden, Habs, chr wie denn diese Dieberey unmerklich geschehen kann, N Kömt wenn benachbarte Felder sehr nahe angraͤnzen. n ösh Wenn man die Anzahl der Garben weiß, und be— 0 N Har merkt, wie viele Garben in der Heitzrige einge— s. De steckt werden: so kann man vorlaͤufig, mit ziemli— u vy cher Zuverlaͤssigkeit wissen, wie viel Getreyde man blst erbauen wird, wie viele Naͤchte man dreschen wird, MlE wie viel Holz fuͤr den Roggen erforderlich ist, und M ligden anderer Vortheile nicht zu gedenken. Wenn nun ma fich zwar das Korn nicht gleich gut gestanden hat, so llche de versucht man auch einige Rigen mit schlechterem oder zy Korn, und macht dann seine Berechnung. winn de Man hat in einigen Gegenden, die schoͤne 1 Ne Hl Einrichtung, daß man ganz bequem, jeden Hau⸗ u Bud fen Garben bedecken kann, und zwaͤr auf folgende vn Ge Art: man nimmt von zehn Garben eine, zieht Derden das Band in die Hoͤhe, bis kurz unter die Aeh⸗ ren, und breitet das unterste Ende von Stroh uͤber m uf den ganzen Haufen rund Reemnn Nun ang es ass, W zegnen⸗ wie laͤnge 4 will, so laͤuft aller Regen, m üͤber diese ausgebreitete Gaube henimen, und das Hufch Inwendige der Garbe, vorzuͤglich die Aehren, blei⸗ fang ben ganz trocken. Die Bauern nennen dieses 3nrin Zeppur, Muͤtze. Wenn die oben aufgelegte Garbe, aah auch ganz naß wuͤrde, so trocknet sie dennoch in He 1N kurzer Zeit ganz aus, weil sie hoch steht, und weil N M 406 alles Wasser herunter gelaufen ist. Unter diesem Mantel trocknen die uͤbrigen Garben sehr gut aus, und erhaͤrten sich gehoͤrig, weil die Luft durchstrei— chen kann. Die Bauern dreschen auf die Art, vom Felde, nach und nach alles aus, das sie ge— erndtet haben, sie duͤrfen allso die Garben nicht viel schuͤtteln und ruͤhren. Das Nachreifen und Erhaͤrten des Korns, muß in freyer Luft geschehen, daher man die Gar⸗ ben wenigstens acht Tage, auf dem Felde stehen lassen muß. Wuͤrde es gleich in Kuien oder Scheunen zusammengepackt werden, so wuͤrde sich das Korn nicht so gut und frey praͤpariren koͤnnen. In einigen Gegenden fuͤhrt man nun das Korn, nachdem es trocken auf dem Felde ge— worden ist, auf Schlitten zu den Kuien, damit es nicht geruͤhrt und geschuͤttelt wird. Auf Wagen ist die Drehnung staͤrker, und es faͤllt aus den Aehren viel Korn aus. In andern Gegenden bindet man das Korn gar nicht, maͤht es mit der langen Sense, laͤßt es auf dem Schwardt liegen, wenn es nun aber geworfen werden soll, so gehen alle Menschen, mit dazu verfertigten Schnuͤren, die an einem Ende einen Haͤken haben, auf das Feld, und legen in diese Schnuͤre, so viel Roggen ein, als nur hinein gepackt werden kann, setzen den Haken in dem andern Ende der Schnur ein, α- 40⁰⁷ Int allwo eine Oehse angebracht ist, und tragen nun r gra das ganze Bund zu der Kuie, auf die, dieser Bund thuchl heraufgereicht, und dann losgemacht und ausgebrei— Ib M, tet wird; die Schnur wird herunter geworfen, Wst ge die der Traͤger, um wieder einen neuen Bund zu Huctht machen, nimmt, und davon geht. Man hat durch diese Art vermieden, Pferde aufs Feld zu fuͤhren, h Hunz die durchs Hin und Hergehen, die Aehren austre⸗ an die Gw ten moͤchten, alle Erschuͤtterung mit Angespann ist sube sehe hiedurch vermieden, wenn die Leute fein behende I ober mit den Strohbaͤnden umgehen. Ob aber das 0 Wurde zwecklose Hin und Herwandern der Leute, nicht die döpnuen Arbeit aufhaͤlt und ermuͤdet? laß ich dahin gestellt Ian am seyn. Wenn man mit Angespann und Pferden N behende umgeht, so ist das alles viel geschwinder , Umt gemacht, und wenn man bloß mit Menschen, ohne I7 Men Pferde unvorsichtig umgeht, so kann eben so viel 0 verstreut werden. Es kommt allso darauf an, daß n man die Leute, zur Behendigkeit und Vorsichtig— nit de keit anfuͤhrt, das muß ein Hauptendzweck seyn, lHge, so kann man ihnen sicher erlauben, ihre Pferde bey der Erndte zu gebrauchen, die, dihendeit unfehlbar Zyndi, mehr foͤrdern, als wenn nur Menschen allein, da— bey zu thun haͤtten. Das Fehlerhafte bey dieser 6 ö Art, ungebundene Garben zu erndten, ergiebt sich Ha besonders alsdann, wenn man die Roggenkuie, im Winter auseinander nimmt. Die ungebun⸗ h 0 408 denen Strohhalme verwickeln sich in einander, und wird wie kurz Stroh unordentlich gelegt, welches in der verkehrten Richtung und Zerbrechung der Halme wegen, viele Aehren ausreibt. Ist die Garbe ordentlich gebunden, so bleibt die Aehre in gerader Linie, wird so auf das Fuder gelegt, und fest⸗ gebunden. Beym Werfen der Kuien, wenn ein Fuder gebundener Garben zur Hand ist, foͤrdert sich die Arbeit ungemein. Nur auf Guͤtern, die große Menschenzahl haben, wird es sich zutragen, daß beym Werfen der Kuien, immer hinlaͤnglicher Vorrath an Garben zum Heraufreichen zur Stelle ist, wenn sie nur von Menschen hinzugetragen werden sollen. Wo aber wenige Menschen sind, muß diese Arbeit sehr langsam und zoͤgernd gehen. Ich habe nie diese Art zu erndten angesehen, kenne sie aber aus der Beschreibung, und dem Urtheil anderer Landwirthe, von denen einige sie tadeln, andere sehr loben. Die vorsichtigste Behandlung des Getreides, auf dem Felde, ist von Wichtigkeit; es sind so viele tausend Garben, und wenn jede nur wenig Koͤrner verliert, so macht das aufs ganze Feld etwas Betraͤchtliches. nathe, W Nt, lcge cung dr de Wlche in sWmssß h„ Hd ih , fhcht Hitem, R H ulahmz slngliar ur Etlle igetragen chen sird, ind gehen en, Eunt Im luchel sh al Handung chigket; Dehg e D0 d Oufs ———— 109 III. Vom Waizen. Der Waizen will einen eigenen Acker haben, auf dem er nur vorzuͤglich wohl geraͤth; ein stren⸗ ger reiner Lehmboden, ist seine eigentliche Heimath, und hat der Lehm viel Mergelartiges, oder zur Unterlage Mergel, desto ausserordentlicher geraͤth er in manchen Jahren. Wenn man diesen eigen—⸗ thuͤmlichen Boden nicht hat, so lohnt es nicht, vie— len Waizen zu saͤen. Man muß viel Duͤngung auf den Acker verschwenden, der mit dieser Getrei— deart bestellt wird, und wuͤrde dieselbe, auf den Roggen verwendet, so haͤtte man mehr Vortheile. Wo zehn Korn Waizen waͤchst, da wachsen funf⸗ zehn und mehr Korn Roggen, und das Stroh ist auch vom Waizen nicht so gut zur Nahrung des Viehes zu brauchen. Folglich ist fast gar kein Vortheil, viel Waizen auszusaͤen, ausser wenn man den eigenthuͤmlichen Acker besitzt, dann giebt er zwanzig bis dreyßig Korn uͤber die Saat, und dabey ist freylich großer Gewinn fuͤr den Land— mann. Indessen waͤchst derselbe doch auch mit zehn Korn und druͤber, in gemischtem Lehm und leichtem Acker, wenn derselbe viel Moder hat. Zum Beweise dieses Satzes, dient die Erfahrung, daß, wenn man neu Land, das begraset war, auf—⸗ reißt, Duͤngung drauf fuͤhrt, und dann Waizen —————— 410 saͤctt, so mißlingt er gar nicht, obgleich der Ertrag in allen Gegenden, nicht gleich groß ist. In dem Fall, kann wirklich viel Sand im Acker seyn, und er pflegt doch gut zu gerathen, aber zum zweyten⸗ mal auf denselben Acker, nach drey Jahren, oder spaͤterhin, wieder Waizen gesaͤet, und wenn das Land auch gut geduͤngt waͤre, so mißlingt er, oder geraͤth schlechter als das erstemal. Zu noch meh— rerem Beweise, daß Waizen viel Moder, viele verfaulte Pflanzen verlangt, um zu gerathen, die— net die bekannte Wahrheit, daß er, im Acker, wo Klee gestanden hat, gut geraͤth, und daß man in solchen Aeckern, besonders Waizen saͤen soll, der gerath da am beßten, wenn das Land zugleich ge— duͤngt ist. Was kann davon die Ursache anders seyn, als die Menge des vorhandenen Moders, vegetabilische und animalische Duͤngung zusam— men? So lange dieser Moder noch voll Kraft ist. Nachher wird auf eben dem Stuͤck Acker, nicht mehr so guter Waizen seyn, bis er wieder hinlaͤng⸗ lich mit Moder gefuͤllt ist. Selbst Landwirthe, die den beßten Waizenacker haben, treiben ihre Waizenerndte nur dann sehr hoch, wenn sie diesen eigenthuͤmlichen, fuͤr Waizen geneigten Acker, mit Klee besaͤet, und dann geduͤngt hatten, nachdem der Klee zwey Jahre gestanden hat. In England, in den sandigen Norfolker Provinzen, wird lauter 411 der brng . Npn shn, m Waizen auf Klee gesaͤet, der geduͤngt worden ist, und großer Ertrag gewonnen; dieser Sandboden ist aber auch seit undenklichen Jahren mit Mergel ihun bedeckt worden, der sich mit dem Sande vermischt. Nu Her Ich koͤnnte noch eine dritte Erfahrung anfuͤhren, n die sich von einem Holsteinischen Landwirth her ichthnth schreibt; naͤmlich, man soll kurz vor der Saat des Vhnh Waizens, erst seine Duͤngung ausfuͤhren, auf Lodet, tin dem Acker verbreiten, und dann in dem unver⸗ Hahel, di mischten Duͤnger, die Saat aufstreuen und ein— Mn, wo pfluͤgen. Hier scheint es mir wieder, daß die volle nan in Kraft des Moders, der eben verrottete Mist, diesem sel, da Korn sein besonderes Gedeihen giebt, wenn der Acker W auch nicht so ganz besonders fuͤr Waizen geeignet ihe abdet waͤre. Ob etwa gewisse Oeltheile, die im frischen Modanz Moder vorhanden sind, diesem Getreide so beson— I0 Isem ders behaglich sind? Ich habe nie in meinem Leben Kuft js große Waizensaaten gemacht, auch nie beson—⸗ „, nicht dern Ertrag gehabt, wuͤnsche daher, daß aufmerk⸗ hinläng same Wirthe, in Waizenaͤckern, die Natur ih⸗ Wwitche, res eigenthuͤmlichen Ackers ausforschten, damit Hüben ihn wir in allen Gegenden, in der Kultur des Wai— s M zens, es weiter braͤchten; es ist doch ein so herrli⸗ Wehui ches Gewaͤchs, und fuͤr den Landmann so eintraͤg⸗ uhm lich, und da er bnn in manchen Jahren, ausseror⸗ Es dentlich gut einschlaͤgt, so ist das ein Beweis, daß ihm das Klima nicht entgegen ist. Die Scheide⸗ 41² kuͤnstler sagen: der Kohlenstoff in dem frischen verrotteten Duͤnger, gebe bey der Holsteinischen Behandlung, dem Waizen das vorzuͤgliche Ge— deyen. Den mehresten Landwirthen wird das aber nicht genuͤgen, die nur gewisse Salze und Dele, im Duͤnger zu finden glauben. Die Zubereitung des Ackers zum Waizen, ist ganz so, wie bey dem Roggen; was ich vom Rog-⸗ genlande gesagt habe, muß alles beym Waizen⸗ acker beobachtet werden, es ist ja eine Winterfrucht, wie der Roggen. Doch mit dem Unterschiede, daß das Land zu Waizen, wenigstens viermal ge— pfluͤgt werden muß, und zwar nach meinen Er— fahrungen, im Fruͤhlinge. Wollte man das Land, den Herbst vorher, nachdem die Gerste abgenom— men ist, auch pfluͤgen und eggen, so haͤtte ich nichts dagegen, nur viermal muß es im Fruͤhling, bis zur Saat gepfluͤgt werden. Die Fruͤhlingsluft, die Gewitterregen und Winde, theilen dem Acker, eine zum Waizen angemessene Beschaffenheit mit, die ihm, die Herbstluft nicht zu geben vermag. Ich rathe daher, gleich im Fruͤhlinge, das Land zu Waizen, das erstemal anfzupfluͤgen, und es als⸗ dann erst zu duͤngen, wenn wir bey unserer Art der Zubereitung bleiben. Man hat nun wirklich Ursache zu fragen, was nehme ich am sichersten fuͤr Saat zum Waizen⸗ —.———..——...— F 113 2— felde? Alte Saat oder frische hachelichen oder tin kahlen Waizen. Es sind viele Wirthe, die den ahlct 0 vorjährigen Waizen zur Saat vorziehen, sie sagen, maid au der ist nicht so fett und geil, als der frische Wai— sti und zen. Daß er schneller keimt, ist gewiß, er soll aber auch weniger Brandkorn machen. Andere W Wirthe behaupten, es sey gleichguͤltig, sie sagen, hund wo der alte Waizen gut gerathen ist, da waͤre auch Im Mihen der frische gut eingeschlagen. Ich muß die Ent— Dinterfuhlt scheidung dieser Frage, dem eigenen Ermessen je— Intushthz des Landwirths uͤberlassen, bis ich erst mehrere Er⸗ Hanalgs fahrungen daruͤber werde angestellt haben, und die ühen E⸗ Urtheile erfahrner Waizensaͤer, werde zu Rathe uLd gezogen haben. Von dieser Frage kommen wir MbHehom nun geschwinde ab, so leicht wird das aber bey der Itt ich nihtz zweyten Frage nicht gehen: soll ich lieber kahlen mihlng, bi oder hachelichen Waizen saͤnn? Um diese Frage zu Hhligsf, beantworten, muß ich erst meine Gedanken uͤber dm Ade das Brandkorn im Waizen, vorausschicken. Das salhet mit Brandkorn in den Waizenfeldern, ist bekannter— mnag: Y maaßen, eine Krankheit, die dieses Getreide oft d Ud sehr verdirbt, und die Erndte desselben mehrentheils udh l fehlschlagen laͤßt. Wenn man die eigentlichen Ur— unt Ur Mi sachen der Krankheit dieser Pflanzen aus findig ma— chen koͤnnte, so wuͤrde man im Stande seyn, die— vun sem Verlust auszuweichen, oder vielleicht Mittel 1 W anwenden, die ihm entgegen wirken. Ich will 114 hier meine Beobachtungen anfuͤhren, die vielleicht auf die Ursachen des Brandkorns hinleiten moͤch⸗ ten. Es giebt nur zwey Getreidearten, die Brand—⸗ korn haben, der Waizen und die Gerste. Bey ersterem ist es der Beschaffenheit des Korns wegen, schaͤdlicher. Denn das Waizenkorn, hat an dem einen Ende, etwas wolliges, in das sich das Bran⸗ dige einsetzt und das Mehl schwarz macht. Beyde Art Korn, der Waizen und die Gerste, haben die sogenannten langen und scharfen Hacheln an der Aehre. Die Erfahrung zeigt, daß der kahle Wai— zen, der keine Hacheln hat, von dieser Krankheit weniger befallen wird, ob er gleich nicht ganz ver— schont bleibt. Ich glaube daher, daß der Brand im Waizen bloß die Hacheln zur gelegentlichen Ur— sache hat, und erklaͤre das auf folgende Art: die Hacheln hindern das schnelle Fortwachsen und Schie— ßen der Aehre. Das sieht man offenbar, beson⸗ ders an der Gerste, jaͤhrlich, da die Hacheln vie— ler Halme krumm und schief gebogen sind, wenn endlich die Aehre ausschießt. Und diese Aehren sind fast alle brandig, gerade so, als wenn man die Aehre fortschiebt, und die Hacheln sich ir— gendwo angehaͤkt haͤtten, durch die Gewalt des Fortstoßens der Aehre, waͤren denn die Hacheln, die in ihrem Beutel weicher und biegsamer sind, krumm gebogen worden. Beym Fortwachsen der —.2—.—ꝛ—jññji—— 4¹5 halit Aehre, ist nun aber diese Gewalt vorhanden, und lleitn müch die krumm gebogenen und zerknickten Hacheln zei— „e Bun gen die Gewalt des Treibens und den Widerstand, Ifl. By da die Hacheln doch scharfe Haken haben. Bey ungn diesem Hinderniß im Wachsen der Aehre, fließt „ n der Saft aus der Wurzel immerfort hinzu, und I bey nasser und warmer Witterung um so mehr, ucht. un wie denn auch gewohnlich, das meiste Brandkorn , habm R sich erzeugt. Dieser Saft geht seiner Natur ge— Hen an de maͤß, in alle Theile der Aehre, die Aehre kann fall Wi⸗ aber nicht fortwachsen, weil sie gleichsam gebun— Kankhiit den ist. Nun aber stroͤmt der Saft aus der Wur— nzwer zel, in das schon in der Aehre befindliche Korn, er der Dud kaͤnn aber nicht, weil die Aehre gehemmt ist, in ullchen U derselben gehoͤrig vertheilt werden und zirkuliren, nde Mtt N auch nicht gehoͤrig durch die Sonne verarbeitet sumde werden; da die Aehre in ihrem Beutel gefesselt ist, bha, Hs so entsteht denn eine Wassersucht der Aehre. Das Hah de Waizenkorn ist vor der Befruchtung da, und sd, wan waͤchst in Luen Haͤuten mit dem gan zen Stamm W.N Whrn fort, die Bluͤthe chut nichts mehr, als daß sie das uem un Korn zum Keimen tůͤchtig macht. Eben so, wie ablh sh v in der Henne im Eyerstock, die Eyer vorhanden ö Gan sind, und bisweilen vollstaͤndig aber als taube Eyer 3 ch gelegt werden, die kein Kuͤchlein geben. Ist nun mu 0 aber das Waizenkorn vom Saft uͤberstroͤmt, so 224 platzen die feinen Gefaͤße, und das Mehligte des 416 Korns verdirbt. Daher kann keine Befruchtung mehr vor sich gehen, und das Korn bluͤhet nicht, weil schon der sogenannte Brand in der Huͤlle der Aehre vor sich gegangen, ehe sie ausgeschossen ist; es ist die Pistille des Gewaͤchses verdorben, wenn auch die Staubfaͤden noch gut waͤren. Weil nun das mehlichte Wesen des Korns schwarz wird, so hat man geglaubt, daß es verbrannt ist; weil man aber nicht einsieht, wodurch es verbrennen koͤnnte, so hat man das dem Wetterleuchten zugeschrieben, welches in der Zeit des Schoßens, haͤufig zu seyn pflegt. Uebrigens kann das immer dabey bestehen, daß die Naturforscher, Insekten und Eyer derselben, in dem Brandkorn entdeckt haben, und daß kleine Pilzen durch Mikroskopen gefunden worden sind, die sind nachher dazu gekommen, nachdem das Korn schon verdorben war. Moͤglichkeit ist es im⸗ mer, daß das kleine rothe Insekt, welches auf je⸗ der Waizenaͤhre fast zu finden, welches in der Gerste schwarz ist, aber eben die Gestalt hat, und welches Herr von Gleichen in seinen mikrosko⸗ pischen Beobachtungen sehr groß abgebildet hat, den Schuß der Aehre durch die Hacheln aufhaͤlt und hindert, wenn es etwa die Hacheln mit einem sehr feinen Gewebe in deren Beutel befestigt. Auf die Art, koͤnnte dieses Insekt, Schuld an dem Brande des Korns seyn, um seine Eyer in der fau— ——— 4¹7 fhn len Materie des Mehls zu legen. Diese Muth-⸗ lähe nich maßung waͤchst bis zur Wahrscheinlichkeit, wenn hile R man bedenkt, daß alle Wirkungen der Natur un— shosen ist gehinderten Fortgang haben; daß, wenn der Saft wa, denn zuschießt, auch die Pflanze ordentlich wachsen muß; Wn hier aber ein Hinderniß obwaltet, das wieder na—⸗ Wj uid, d tuͤrlich ist. Man findet ja aͤhnliche Hindernisse, stz wl un die, Insekten, den Gewaͤchsen oder Blaͤttern machen, Mnen lönnt, um ihre Brut und Eyer einzulegen. Die kuͤnstli⸗ Hashrbe, chen Einweichungen des Waizens, die man vorge— Rusen schlagen hat, koͤnnen hier nicht viel helfen, weil hssthe, dieselben nicht auf die Erde wirken koͤnnen, ob sie deseb, gleich dem Korn in der Erde Schutz gewaͤhren, DW Häne und vielleicht die Insekten Eyer im Waizen, zersto⸗ vodnn sod ren moͤgen. Man hat vorgeschlagen, den Wai— üdm do zen in Kalk- oder Salzwasser einzuweichen; ich habe aber nicht bemerkt, daß diese Einweichungen, Hat steer im⸗ ö so allgemein angenommen worden sind, welches 9 uf/ n doch geschehen waͤre, wenn sie bewaͤhrt gefunden chn, ud worden waͤren; hoͤre auch, daß alle Einweichun⸗ uesd gen, bisweilen in manchen Jahren, ohne Wir— e hun kung sind. Nun kann ich meine Antwort auf He afl obige Frage, in Ansehung der Wahl des Waizens ntum zur Saat geben: da es allgemein bekannt ist, daß der kahle Waizen, nicht so viel Brandkorn hat, so waͤhle man lieber denselben zur Saat, da er ö UDM— Ihn keine Hacheln hat. Die Landwirthe glauben nur H i N V ffn. A 418 von dem kahlen Waizen, daß er nicht so frucht⸗ bar ist, und so viel Korn uͤber die Saat liefert, als der hacheliche, daß das Korn auch 601 so grof und mehlreich seyn soll. Zu welcher Zeit soll man nun den Waizen saͤen? daruͤber sind die Landwirthe auch verschiede— ner Meinung. Einige meinen, man soll den Waizen zugleich mit dem Roggen saͤen; andere be— haupten durchaus, er muͤsse spaͤter gesaͤet werden. Noch andere sagen, er muͤsse gaͤnz spaͤt eingesaͤrt werden, so, daß er nur gerade aufkommt, und nicht weiter waͤchst. Er soll bisweilen zum ver— wundern, schoͤn eingeschlagen seyn. Hierin kommt es nun auf Erfahrung an, die jeder in der Zeit ge— macht, und von welcher Saͤezeit er die reichlich— sten Erndten gehabt hat. Indessen glaͤube ich doch, daß die Verschiedenheit des Bodens, auch verschiedene Zeiten zum Saͤen bestimmt, und wenn ich wuͤnschen soll, so wollte ich wohl, daß Land— wirthe, die viel Waizen saͤen, darinn ihre Erfaͤh— rung und Gruͤnde bekannt machten. Sie muͤßten sagen, wo der Waizen fruͤh, und wo er spaͤt gesaͤet werden muß. Meine Muthmaßungen, in diesem Theil der Behandlung des Waizens, sind folgende: in gemischtem Lehm und in fetten leichten Aeckern, muͤßte er so spaͤt als moͤglich gesaͤet werden, daß er nur gerade aufkommt. Ich will meine Gruͤnde —22...— 2— 22 + — —— —2———..— 119 scht so fih, ‚ 00 0 angeben, und sie der Bepruͤfung jedes nachdenken⸗ Oaa N n. 10 den Landwirths vorlegen. Ruchtsogg Ich glaube gewiß, so wie ichs vom Roggen Dn. uͤberzeugt bin, daß der Waizen sehr viele Feinde 0 in der Erde hat, daß die Insekten unsaͤglichen uhusitz Schaden an dem Korn, und der Pflanze und Wurzel des Waizens thun, wie sie denn die vor⸗ un slm 0 a zuͤglichsten Feinde des Korns sind, vielmehr als Hit uran alle Arten von Witterung. Der Waizen ist ein saü ageh so viel vorzügliches suͤßes und angenehmes Pflaͤnz⸗ lammt, und chen, vor dem Roggen, sollte er allso nicht viele on zum tu⸗ Insekten haben, die ihn gerne fressen? Gewiß es tuin fennt ist mehr, als einer, der auf die Waizenpflanzen d ViN wartet. Man muͤßte ihn allso saͤen, wenn zu ver—⸗ de uichlih muthen ist, daß die mehrsten Insekten sich zur gaube ith Ruhe begeben haben, und das ist so spaͤt, als eng, auc moͤglich. So lange die Erde noch warm und of— i unn fen ist, so leben viele Insekten und wachsen an. Es diß lad⸗ ist eine allgemeine Erfahrung, der Waizen ver— u Efth⸗ traͤgt viele Naͤsse, er braucht wenig einzugrasen, 3 müßten sogar, daß man sich eine Mißerndte prophezeyt, sdät gftt wenn er stark eingraset. In der Absicht, waͤre es u, difn allso nicht undienlich und zweckwidrig, ihn spaͤt zu sodlgnde saͤen. Hunkhen Nun aber wuͤrde ich den Waizen noch aus der oe, dit Ursache spaͤt saͤen, weil der Schmel sich so gern nam Hx in den Waizen einwuchert. Je Rüher er im Herbst 27 ———.——————————— a—.—————— 1 —Tc— äPP‚P‚P‚t‚t‚t‚t‚te:eteeee:eeeeeeee——— -.ꝗ ——— 420 gesaͤet wird, um desto mehr hat der Schmel Zeit, sich zu benehmen und anzuwurzeln. Der Schmel hat viel aͤhnliches mit dem Waizen, er keimt und waͤchst im Herbst, er will viel Naͤsse und ver— traͤgt viel Naͤsse, er will niedrige Aecker, er schoßt zu gleicher Zeit mit dem Waizen. Je spaͤter der Waizen gesaͤet wird, um desto weniger kann sich der Schmel einwurzeln. Man verhuͤtet allso den Herbstwuchs des Schmels durch spaͤter Saͤen des Waizens. Allein der Schmel waͤchst auch im Fruͤhlinge, und uͤberwindet den Waizen um desto eher, da Waizenacker immer stark geduͤngt ist, und der Waizen die Natur hat, daß er sich erst spaͤt zu— sammen nimmt. Gewoͤhnlich erst um Himmel— fahrt aus, sagen alte Wirthe, ist zu sehen, ob der Waizen gut gerathen wird oder nicht, und bis da— hin hat der Schmel schon seinen starken Vorsprung. Das Unkraut im Waizen, wird, lediglich wie al— les Unkraut im Getreide, bloß durchs Beschatten der edlern Gewaͤchse, unterdruͤckt und gehindert. Es kommt allso nur darauf an, dem Waizen ent— weder den Vorsprung zu schaffen, oder den schon fruͤher gewachsenen Schmel zu vernichten, wenn er da ist; oder den Acker sehr rein von Unkraut zu machen, und dazu, um die Zeit der Roggensaat, den Waizenacker zum viertenmal zu pfluͤgen und ihn stark abzueggen, damit der Schmel verfaulen ——.— .r—257—„— — +10 —————— 421 6ar und verderben moͤge. Oder wenn es durch die Er⸗ 230 fahrung bestaͤtigt werden sollte, den Waizen vor 43 lam Himmelfahrt, ehe er sich bestauet hat, mit der . tu⸗ schaͤrfesten Tannenegge zu eggen, und dadurch den Wis Schmel zu vernichten; dem Getreide wird dadurch Wan kein Schaden erwachsen, weil das tiefer mit seinen busß Wurzeln sitzt als Schmel, und seine Blaͤtter, um ktasen die Zeit vor Himmelfahrt, noch wenig zu sehen sind. Eun Ueberhaupt das Auflockern der Erde nach der Be— dauch in druͤckung von Schnee und der Winter-Feuchtigkeit, im oͤsso ist allen Gewaͤchsen nuͤtzlich, und foͤrdert das Wach— ss ud sen derselben außerordentlich. sät u⸗ Die Waizensaat wird hier allgemein durch den Runeh Pflug in die Erde gebracht, und kommt, nachdem „ ch de die Witterung ist, kalt oder warm, naß oder tro— d bid do cken, eher oder spaͤter auf, und pflegt im kalten Vusymng Lehmacker nicht viel zu wachsen. Das besaͤete Land mpal wird mit der Egge eben gemacht, und dann wie schatun der Roggen, dicht ausgefurcht, weil der Waizen hudet. mehrentheils in folchen Stellen gesaͤet wird, wo dhen ett Lehmboden ist, wenn die Lage desselben auch nie— Ii shen drige Stellen sind, und nur Lehmacker haben. , Dem Man saͤet gewoͤhnlich auf einer Loofstelle Land, wo Uhut hu ein Loof Roggen gesaͤet wird, etwa dreyviertel llut Waizen,—5 Wirthe aber gerade ein Loof Wen⸗ un zen, wie Res da. Waizen an sich grokbem⸗ Wful. ger als Roggen ist, und so viel weniger Koͤrner 4²² in ein Loof gehen, so kommen auch so viel weniger auf der Erdflaͤche zu liegen. Es ist allso undichter als Roggen, wenn man auch ein ganzes Loof aus⸗ saͤtt? Nimmt man nun an, daß viele Koͤrner ver— loren gehen, die nicht zum Wachsen gedeihen, so waͤre ein gestrichen Loof auf die Loofstelle, nicht zu dicht. Andere Getreidearten laͤßt man nun bis zu ih⸗ rer Erndte, in Ruhe; allein den Waizen soll man nach der Erfahrung aller Wirthe, schroͤpfen! Das heißt, wenn das Kraut des Waizens, bis zu einer gewissen Hoͤhe im Fruͤhlinge angewachsen ist, ehe es noch einen Halim macht, so maͤht man das Kraut und die Blaͤtter ab, doch aber so, daß die Sense nicht bis auf die Wurzel das Gewaͤchs faßt, sondern man laͤßt eine volle Hand breit stehen, und maͤht nur den obern Theil der Pflanze ab. Das Schroͤpfen des Waizens, soll jaͤhrlich geschehen, wenn auch diese Fruͤchte keinen uͤberaus maͤßigen Wuchs prophezeyen. Einmal hat es den Nutzen, daß alle Nebenschoͤßlinge der Pflanze wohl gera— then, und saͤmmtlich auf gleiche Art wachsen, wi— drigenfalls wuͤrden viele derselben, klein und kurz bleiben, manche auch ganz vertrocknen, und der Saft wuͤrde aus der Wurzel bloß in die Blaͤtter und das Laub der Haupthalme gehen, die ihn zum Nach— theil der kleinern und schwaͤchern an sich ziehen. Dieses wuͤrde nur die großen Halme erstaͤrken, aber 223 Ailang die kleinern blieben ohne Aehre und Korn. Die souit Wurzel wird durch das Schroͤpfen alterirt, und Vlaf a da, durch das Schroͤpfen, die groͤßten Halme am Futher her wenigsten verloren haben, so haben die kleinern spin Zeit, die weniger beschaͤdigt sind, zu wachsen und Uindit zu gedeihen. Andern Theils schroͤoft man den inp Waizen, um die vielen und breiten Blaͤtter abzu— ensilan hauen, die bey starken Regenguͤssen, eben, wenn pfin Du der Waizen schoßen will, die Pflanze auf die H e Seite legen, und Lagerkorn machen. Diese Blaͤt— In, hl ter sind sehr schwer, und wenn sie noch von Regen— man dos tropfen mehr erschwert werden, und ein starker daß dit Wind weht, so wird das ganze fette Stuͤck Wai⸗ chs fahʒ, zen hingelegt, und die Halme werden geknickt, ehe icheh, u die Aehre gebluͤhet hat, daher es denn verloren ist. I. Du Durchs Schroͤpfen wird das verhuͤtet, der Halm chn ist leichter und bleibt stehen. Die dritte Absicht, nsigen die hiemit erreicht wird, koͤnnte noch die seyn: daß Mpeh, das Unkraut, welches vor dem Waizen einen Vor⸗ Ug sprung hat, in der Bluthe vernichtet wuͤrde. Es eu, w. giebt aber dergleichen im Waizen, wohin ich die md iuz rothe Roggenblume und den Kornraden, Agro- b E stemma Githago rechne, die vor dem Schoßen des undd Waizens schon bluͤhen. inM Ein zweytes Schroͤpfen nimmt man im Wai⸗ 0 fin zen vor, wenn, wie mehrentheils viel Roggen in dem Ihn d Waizen ist, und derselbe eher ausgeschossen ist, als 4²⁴ der Waizen selbst. Das Roggenkorn laͤßt sich auf keine Art aus dem Waizen scheiden, wenn es ein— mal darinn ist; da aber der Roggen im Waizen, seinen Werth vergringert, und immer mehr und mehr einwuchert, so, daß zuletzt halb Roggen und halb Waizen ist: so ist kein anderes und leich— teres Mittel, ihn moͤglichst ganz aus dem Waizen zu schaffen, als den Roggen, der eher und laͤnger hervorschoßt, abzuhauen, er bleibt immer in Be— tracht des Waizens, Unkraut, wenn er darinn ist. Von der Waizenerndte habe ich nun nichts wei— ter zu sagen, als das, was ich von der Roggen— erndte gesagt habe: man muß gerade zur rechten Zeit maͤhen, das heißt, nicht warten, bis die Aeh- ren ganz weiß sind, denn sie bleichen, wenn sie zu lange stehen, von der Sonne aus, sondern, sobald das Feld gelb ist, und wenn auch hier und da, Stroh und Aehre mit den Einfassungen des Korns gruͤnlich seyn sollten. Man warte nicht, bis das Korn hart wird, alsdann rießt besonders der hache— liche Waizen außerordentlich; die Hacheln reiben sich an den Stoppeln beym Maͤhen und Nehmen, und es bleibt wenigstens die Saat aus dem Felde. Landwirthe, die große Waizenfelder haben, sagen, daß es am allergefaͤhrlichsten sey, mit der Erndte, bey dem kahlen Waizen, zu warten; die Aehre soll beym Ueberreifen, wie Schaum vergehen. Ich — ——— ———————. 2 ——..t 1425 läßt sch habe das nie erfahren, weil ich immer zu gehori— behnez ay ger Zeit geerndtet habe. Zum Beschluß dieses Ar— tikels vom Waizen als einer Winterfrucht, und zum Uebergange auf die Sommerfruͤchte und der Min llcht und Behandlung der dazu erforderlichen Aecker, will ami ich hier einiges von dem Sommerwaizen anfuͤhren. mn Der Sommerwaizen erfordert leichten, aber sehr Kundsin fetten Acker, und geraͤth dann außerordentlich nmmer ind schoͤn. In anderem Boden, der fuͤr Roggen, dmmn sj Winterwaizen und Gerste sehr gut waͤre, geraͤth ugz pei er sicherlich schlecht, bringt nicht drey bis vier Korn Mougen uͤber die Saat. Allein ist es ein leichter, schwaͤrzer uachten fetter Boden, etwas feucht, und enthaͤlt viele Mer— adelch geltheile, so saͤe man ihn ohne Bedenken. Er will venn siey sehr dicht besaͤet seyn, setzt keine Nebenschoͤßlinge, en, schad und da er viel Zeit zum Wachsen und Reifwerden und do erfordert, so bringe man ihn so fruͤh in die Erde, deh Kolns als es nur moͤglich ist. Unsere neuesten nachden⸗ „ kenden Landwirthe haben ihn in fetten Saͤeteichen, hache mit dem beßten Erfolg angebaut. Der fette Teich— u Kben schlamm ist ihm besonders gefaͤllig, er geraͤth selbst WPnan in solchen Teichen, die von Gerste abgenutzt sind, Fide wenn die Erde nur leicht, locker und fett ist. Ein 0 fh Versuch, den ich mit einer Loofstelle, im Teich ge⸗ Nbndt, macht habe, ist mir sehr gut eingeschlagen. De sl— sh 1½/7/ N ö e I V. V Aun nh N 5 MANNN WHN R N I I ö N N WMN e IWMAANNN Ruh,MNN 17 + ö I IANN M ö n NN IMN ö Ai MIMN D 09 ö Zweyte Abtheilung. Von der Bestellung des Sommerfeldes. Von der Gerste. Die Bestellung der Sommergewaͤchse ist von je⸗ her, hier fuͤr ein Problem der Landwirthe gehalten worden; es ist auch immer, selbst fuͤr alte Landwir— the schwer, in jeder Art von Acker, ein gutes Ge⸗ deihen der Gewaͤchse hervorzubringen, da das Wohlgerathen der Sommergewaͤchse groͤßtentheils von der Witterung abhaͤngt. Diese Art von Ge— waͤchsen will nicht zu viel und zu wenig Naͤsse ha⸗ ben, sie ist leicht vom Frost verletzbar, daß viel Gluͤck, und lange Bekanntschaft mit der eigentli— chen Beschaffenheit einer Erde, erforderlich ist, um mit Gluͤck, Sommergewaͤchse zu ziehen. Die ———— 4²7⁷ vielfachen Arten von Mischung des Ackers, ma⸗ chen schon einen merklichen Unterschied, in Be— handlung desselben, aber auch ein gleicher Acker, wenn er eine andere Lage hat, wenn er im Walde oder in der Flaͤche liegt, wenn er Berge und Thaͤ⸗ ler oder ebenes Land hat, erfordert andere Maaß— regeln. Ein jeder Landwirth hat an seinem Orte, j. an dem er lebt, die beßten erprobten Regeln nach 8——— sufe, und nach gesammlet. Es sind so viele Erdarten, es giebt so vielfache Erfahrungen, so viele gegruͤn— dete Kenntnisse, aber sie sind nicht allgemein be— kaͤnnt. Nicht einmal gewisse allgemeine Grund— saͤtze sind allen Landwirthen bekannt. Vielleicht ö giebt dieser Versuch, zu einem allgemeinen Hand— buch zur Wirthschaft, Gelegenheit. Unsere Oeko— is wu j nomie ist gewiß von großem Werth fuͤr uns, warum the gehalet sollten wir nicht streben, sie zur groͤßeren Vollkom— lundbis⸗ menheit zu bringen. Laßt uns nachsinnen und un— gult H⸗ sern Fleiß vermehren, wir werden doch, wenig— da das stens in einigen Gegenden immer weiter kommen. örthels Wenn die Gerste und das andere Sommerkorn, it von H/ in gewissen Gegenden nicht einschlaͤgt, so schreibt Mst ho man das, der Witterung zu. Man hat aber sehr , Nh bil viele Mittel, der Witterung, Trotz zu bieten; Kunst d eiheti und Fleiß koͤnnen viel hervorbringen, wenn die alh Witterung auch nicht gedeihlich ist Viele haben jche A daher gerathen, die Gerstensaat, an einigen Orten, 428 wo sehr leichter Acker ist, gaͤnzlich abzuschaffen, und bloß Roggen zu saͤen. Wenn damit keine andere Unbequemlichkeiten verbunden waͤren, z. B., wenn Heu im Ueberfluß vorhanden ist, der den Mangel an gutem Futter ersetzt, so halte ich den Rath freylich fuͤr weise, in solchem Lande, wo kein Sommerkorn wachsen will. Man kann aber durch geschickte Bearbeitung, der Leichtigkeit und Schlechtheit des Ackers zu Huͤlfe kommen. Es kann vieles durch gute Bearbeitung verhindert und abgeaͤndert werden. Wir werden in der Folge uͤber diesen Artikel, so manches erinnern, was ganz leicht anwendbar ist. Man sieht ja bisweilen auf dem Felde zweyer benachbarter Wirthe, die glei— chen Acker haben, dem einen die schoͤnste, dem an— dern, eine weit schlechtere Gerste wachsen, es muß doch allso an der Behandlung liegen. Es sind zu wenig Beobachtungen uͤber die Sommergewaͤchse, zu wenig stehende Regeln vorhanden. Wir wol— len allso versuchen, in diesem Theil der Wirth— schaft, einiges vorzuschlagen, das sich auf der Na— tur und Beschaffenheit der Gewaͤchse grundet. Ich lebe in einer Gegend, wo die Gerste und der Hafer, fast kein Jahr fehlschlaͤgt; wenn es mir ja biswei— len mislang, so habe ich offenbar gesehen, daß meine unrichtige Bearbeitung, die Ursache davon war; denn andere Wirthe in meiner Nachbar— ——— 129 cbustha damit siz hünm,.J. schaft, hatten gutes Sommergetreide, und wenn ich die Ursachen untersuchte und ihnen nachforschte, so sahe ich meinen Fehler ein, den ich in Ansehung ö der Behandlung des Ackers gemacht hatte. Ich WWliidn habe auch meine Neigung, manche Versuche zu H wo machen, theuer bezaͤhlen muͤssen. Nunhnr ö sühttu Zur Einleitung uͤber die Bestellung der Som— Hhh merfelder, setze ich erstlich alles das, was ich uͤber n die Fruchtbarkeit der Erde gesagt habe, zum Voraus. Iühead Dieses ist bey Sommergewaͤchsen, um so noͤthiger, . in da sie moderreich sind. Ich verweise allso darauf, was ich dort gesagt habe, und wenn die Aecker fuͤr Sommergewaͤchse gehoͤrig fett und tragbar sind, so muß ich hier zwey bekannte Beobachtungen, als Grundsaͤtze aufstellen, weil aus denselben, so vieles weilen auf Ne glis , dam al⸗ 92905 fuͤr die ordentliche Bestellung der Sommerfelder mahs folg Me wob Mehrentheils alle Sommergewaͤchse, haben eine Wüth⸗ dickere und staͤrkere Huͤlse oder Schlaube, als Win—⸗ af RM tergetreide. Gerste, Hafer, Erbsen, Bohnen, unde. Buchwaizen, haben ein Korn, welches von einer ddu bost starken Haut eingeschlossen ist, die doch erst erweicht rnlene⸗ und ausgedehnt werden muß, wenn das K aim kei⸗ sn, W men soll. Es hat zwar auch seine weichen Seiten, 101 WN die der Feuchtigkeit, freyen Zufluß verschaffen; liegt MWyh' es aber hoch, oder nahe an der Oberflaͤche der Erde, Rr Mou e——ę ———— 30 so helfen die weichen und weniger bedeckten Stel— len im Sommer nicht viel. Zweytens, ist bey den Sommergewaͤchsen zu bemerken, daß sie, in einer mehrentheils trocknen und duͤrren Zeit, in die Erde gebracht werden muͤs⸗ sen. Es ist ja bekannt, daß im Fruͤhlinge, die Luft an sich, und die waͤrmere Sonne, die Erde tief austrocknen, und wenn nun zwar die Sommer⸗ gewaͤchse, keine uͤberfluͤssige Naͤsse, ertragen koͤnnen: so wollen sie doch hinlaͤngliche Feuchtigkeit, und oft wiederholte Naͤsse, von oben aus der Luft haben. Wenn wir diese zwey Beobachtungen nur im Auge behalten, so koͤnnen wir nun sicher zur eigentlichen Bestellung des Sommerfeldes gehen. Der erste Pflug zum Sommerfelde geschieht mehrentheils im ganzen Lande, im Herbst, wenn die Roggenstop— peln, vom Vieh abgeweidet sind, einige Gegen— den ausgenommen, die nicht im Herbst, den ersten Pflug machen. Mehrentheils aber, nachdem die Gerstenerndte vollendet ist, und andere noͤthige Ar⸗ beiten verrichtet sind, mit dem Ausgange des Sep⸗ tembers, und im Anfange Oktobers, macht man, allso schon ein volles halbes Jahr vorher, den er— sten Pflug zur kuͤnftigen jaͤhrigen Gerstensaat. Ich will hier gleich meine Meinung, uͤber die Zulaͤßig⸗ keit oder Unzulaͤßigkeit des ersten Pfluges im Herbst sagen. Was hat man fuͤr Ursachen und Gruͤnde, — ——— —....— 431 dekin Ei im Herbst, den ersten Pflug zu machen? Die Wirthe sagen mit Recht: die Arbeitspferde sind bey wicsen y ö vollen Kraͤften im Herbst, alle Arbeit ist verrichtet, Iit Hocheh die Jahreszeit ist mehrentheils noch sehr gut zum dennü Arbeiten, es waͤre schade, wenn man sich im ihay, N Herbst nicht vorarbeitete, da man im Fruͤhlinge ine, Mdds mit Arbeiten so sehr uͤberhaͤuft ist. Man sagt mit die Sonmy Grund ferner: die Stoppeln vom Roggen verfau— Ren fimnen len um so besser, wenn sie unter die Erde gebracht Iglet, un sind; die verschiedenen Graͤser und Unkrautge— sast hahen waͤchse werden in ihrem Wachsthum gestoͤrt, wenn in Muge man im Herbst, die Erde umpfluͤgt, sie verfaulen, Ralliche selbst im Herbst, wenn noch warme Tage sind, und Dr ese„ verdorren oder verfrieren auf der Oberflaͤche. End— reuthulz in lich sagt man auch mit Grund: der Schnee ent— agyisu⸗ haͤlt viele fruchtbarmachende Salze, es sind Duͤnste 0 Ghm aus der See, die auf die Erde herabfallen; ist nun dan elsten die Erde nicht offen, so fließt im Fruͤhlinge, alles uchhem di Schneewasser mit allen seinen Salzen fort; wenn Uhr W sie aber offen st, so zieht sich im mit und Fruͤh⸗ 18 8 linge, vieles in die Erde; das schaͤdliche Schnee⸗ nahnn wasser verduftet, und geht in die Luft, allein die u, we Salze 41— zuruͤck, vermischen sich hernach mit Wüt 0 Thau und Regenwasser, und sind dann fruchtbar⸗ 0 machend. Wenn ich schon das Schneewasser, im Laach Fruͤhlinge, fuͤr den Stamm der Pflanze schaͤdlich , finde: so ist das Zuruͤckbleibende des Schneewaß⸗ in 132² sers, mit Erde vermischt, fruchtbarmachend fuͤr die Wurzel der Pflanze. Der Frost und Schnee praͤpariren die Erdschollen, und machen sie locker und milde, sie sind, wenn sie vorher gefroren wa— ren, leichter durch die Egge fein zu machen und auseinander zu roͤffeln. Alle diese wahren und ge— gruͤndeten Ursachen fallen aber hin, wenn es wahr ist, was alte, beobachtende Wirthe sagen: die Erde schalet aus, wenn man sie im Herbst umpfluͤgt, sie verliert von ihrer Kraft und Fruchtbarkeit, wenn sie im Herbst und Winter offen ist, man soll sie fest gedruͤckt bleiben lassen, wie sie war, als noch Rog⸗ gen darauf stand, und im Fruͤhlinge erst, den er— sten Pflug machen. Dieser Erfahrung gemaͤß, wird in vielen Gegenden Kurlands, kein Pflug im Herbst fuͤr die kuͤnftige Gerstensaat gemacht, son⸗ dern der erste Pflug im Fruͤhlinge. Das Verscha— len der Erde hat wirklich seinen Grund, ich kann aber damit keinen ordentlichen Begriff verbinden. Vom Bier und andern spiritubsen Sachen sagt man, sie verschalen, wenn der Spiritus in der Fluͤssigkeit verfliegt. Wie sollte das aber bey dem Acker, Statt finden? Ich will versuchen, eine Er— klaͤrung davon zu machen, um einen bestimmten Begriff und einige Vorstellungen damit zu verbin— den, weil doch diese Sache an sich ihre Richtigkeit hat, wie ich davon vielfache Erfahrung habe. — —q————————————ee--- machads Ind Scng n s loch oken po a und Iuund Winnwoch : NE Impfüh, flit, nenn sollse fih loch Rag⸗ st, den er ud Rß, in Prug in acht, sih⸗ Vische Lun habilden. achen sat ih det bey din , emn Er hstingtteh deibt⸗ X hum 0. 133 Man hat sonst die Erfahrung, daß Erde, wenn sie, an Luft, Sonne, Frost und Schnee zu liegen kommt, dadurch fruchtbarer wird, wie das von der untern tiefen Erde ausgemacht ist, wenn sie in die Hoͤhe gebracht wird. Es ist auch klar, daß wenn die Stoppeln unterpfluͤgt werden, sie desto besser verfaulen. Wenn der Herbstpflug fuͤr die Gerste nun aber, an einigen Orten, schaͤdlich seyn sollte, so habe ich dabey zweyerley zu bemerken. Nach meiner Erfahrung, sind mir die Fruͤhlings— luft, die Winde und Sonne, der Erde zutraͤglich und fruchtbarmachend; Frost und Eis, macht die Erde mild und locker zur Bearbeitung, aber nicht fruchtbar. Ich glaube vielmehr, daß der Frost, das alkalische Wesen der Erde aufhebt und vergringert. Schnee dagegen wirkt zum Vortheil der Erde. Schneewasser hat wirklich Modertheile bey sich; daß im Schnee eine gewisse Schaͤrfe und alkalische Salze enthalten sind, oder etwas lau— genartiges im Schnee ist, beweist, daß Schnee— wasser, welches ein weiches Wasser ist, mit Seife sehr leicht und stark schaͤumt, ohne Seife schluͤpfrig ist, und beym Waschen mit solchem Wasser so ist, als wenn Seife dabey waͤre, als wenn die Haͤnde mit Oel beschmiert waͤren. Der Schnee, wenn er thaut, waͤscht alles Oelichte vom Leder schnell ab, so gar die Schwaͤrze des Leders, spuͤlt durch 28 —— 2——— — 2—9—.—..————— FFIFIIt..—.——— .......— z.r.ůÄX——.———t—— —.—— ———— *— ——————— IRIRIRIRIRIJIRIRIRQRQRQAQDQDDDDDSS=— 434 Schnee sich leicht ab. Anderes Wasser verzehrt das Oelichte nicht so leicht, das Schneewasser muß allso aufloͤsend fuͤr Oeltheile seyn. Der Boden— satz vom ausgeschmolzenen Schneewasser ist sehr viel moderhaltend: im Schnee sind allerhand Un—⸗ reinigkeiten, die zur Vermehrung des Moders al— lerdings etwas beytragen. Das kann ich aber vom Frost an sich nicht sagen, daß er, Moder und Fett fuͤr die Erde hervorbringt, ich glaube vielmehr, er entkraͤftet die Erde, da bekannter Maaßen, die Koͤr⸗ per im Frost sehr stark ausduͤnsten. So waͤre es möglich, daß durch den Frost, gewisse fluͤchtige Salze und Oele verfliegen, und daher die Erde verschalte, wenn sie im Herbst gepfluͤgt und offen waͤre; die Ausduͤnstungen wuͤrden alsdann desto tiefer gehen, und aus der Tiefe kommen, so weit wie sie offen ist. Waͤre der Acker ungepfluͤgt ge— blieben, so wuͤrde der Verlust nicht so groß seyn. Die Erfahrung bestaͤtigt es in einigen Gegenden, daß, wenn sie im Herbst daselbst pfluͤgen, so haben sie gewiß schlechtes Sommerkorn. Ich bemerke zweytens, um den Begriff des Verschalens zu ent— wickeln, daß dieses um so mehr in flachen, nicht bergigten, nicht mit Wald beschatteten Gegenden, Statt findet. Gerade in solchen Flaͤchen, duͤrfen die Wirthe nicht im Herbst pfluͤgen. Ich vermu— the, daß die Stuͤrme im Winter, einem Acker 2—4— — 135 W oder nur gewissen Arten von Aeckern, den großten ü Schaden thun. Wenn er aufgepfluͤgt ist, so sind 5 die Modertheile, die sich in der Erde befinden, auf⸗ st sch geruͤhrt und mit dem Schnee in eine Masse gefro— adh ren; die Erde ist uneben und voll kleiner Erhoͤhun— Wias gen. Der Wind kann daher seine Kraft auf die nihünn Erde aͤußern, und nimmt von der obern Schicht, lanfn die mit dem Schnee in eine Masse gefrornen Erd—⸗ lnch theile, oder Modertheile mit fort. Die Modertheile sin de g sind an sich leicht, und der Frost hat sie noch leich⸗ S Mrr e ter gemacht, daher wehen die Stuͤrme sie vom Felde se flichthe ab, und es entgeht dem Acker dadurch, ein großer de Edde Theil seiner beßten Theile. Man sieht das auch und ofsn„ auf den Schneehaufen im Fruͤhlinge, die voll sol— dahn deß cher Erdtheile sind, daher wird denn der Schaden, Mun, so wii den ein solches Feld leidet, groß und lange dauernd. Iyfigt go Sollten nun die fluͤchtigen Oeltheile, die in dem 9h syn Moder sind, auch zum Theil verfliegen, wie auch Gagdden die Salze, die mit den Modertheilen verbunden haben sind, so waͤre das nun beynahe dasselbe, was man 9 bm sonst an spirituͤsen Wassern, das Verschalen nennen lehs wel koͤnnte. Dieser Schaden faͤnde nun aber nicht al⸗ ahn, nat lein bey leichten Aeckern, sondern auch bey schwe— Rle, ren Statt. Auf die Art waͤre der erste Pflug zur 90 Nnd o Gerste, im Herbst uͤberhaupt schaͤdlich, und man um muͤßte lieber das Feld, so fest bleiben lassen, als aum W es ist, und alle die e und Er⸗ 28 PIPIPISISISSISSeeeee— .. — 436 leichterungen entbehren, die der Herbstpflug ge— waͤhrt. Vielleicht lassen sich aber beyde Absichten errei— chen, naͤmlich: daß man den Acker fuͤrs Verscha⸗ len schuͤtzte, und zugleich die Erleichterung des Herbstpfluges sich machte. Man muͤßte die Felder im Herbst pfluͤgen und eggen, und sie gleich nach der Egge, mit einer schweren Walze zusammen druͤcken. Dadurch wuͤrde sie eben, und die Winde koͤnnten so leicht ihre Theile nicht auffassen; das Ausduͤnsten der Erde wuͤrde groͤßtentheils gehin— dert werden, und fuͤr das Schneewasser waͤre sie hinlaͤnglich geoͤffnet, welches sich leicht einziehen koͤnnte. Das Berollen der Erde nach dem Herbst— pfluge, habe ich aus Erfahrung sehr vortheil⸗ haft gefunden. Ich will nun hiedurch den Ge— brauch des Herbstpfluges, wo er uͤblich ist, nicht hindern; ich wuͤnschte aber doch, daß alle Land⸗ wirthe, in leichten und schweren Aeckern, aufmerk— same Versuche machen moͤchten, um diese Sache einmal ganz rein auszumachen. In einem Acker, der halb Lehm und halb Sand ist, pfluͤge ich jaͤhrlich im Herbst, und spuͤre keinen großen Unterschied, von dem im Fruͤhlinge gepfluͤgten. Ich habe daruͤber aufmerksame und oft wiederholte Versuche gemacht. Bisweilen hat es mir doch geschienen, als wenn das im Fruͤhlinge XR ͤ— ——3———— 437 spsig Gepfluͤgte, besseres Korn gehabt haͤtte, und ein anderesmal habe ich wieder gar keinen Unterschied umnartz bemerkt. Sollte die Verschiedenheit der Jahre Wushr und Witterung, nicht in der Bearbeitung der des Aecker zur Gerste, einen Unterschied machen? Und Mt sollte man nicht diese Verschiedenhenheit bemerken chh koͤnnen? II Es ist auch moͤglich, wenn die Erde, den N Vind Winter uͤber, verdeckt und fest bleibt, ohne ge— sen; dah pfluͤgt zu seyn, daß sie, eine bessere Beschaffenheit % gchi hat, fuͤr die Fruͤhlingsluft und die Einwirkung wine si derselben. Vielleicht verliert sie durch das Herbst— duphn pfluͤgen und Oeffnen etwas, wo nicht von ihren NHe„ Bestandtheilen, doch aber etwas von ihrer Dispo— bolthab sition? Vielleicht gewisse Luftarten Kohlenstoff? l 0 Vielleicht macht eben die Lage der Erdtheile unter ist nich einander, diese Disposition aus, dadurch sie, fuͤr ld⸗ die Luft empfaͤnglicher ist? Durch das Pfluͤgen im ufmeal⸗ Herbst, waͤre diese Lage veraͤndert, und zum Theil c die Disposition verhindert worden. Wir kennen die Natur noch zu wenig, aber moͤglich und denk—⸗ und hab bar ist es, daß der Winter, jedesmal der Erde, mstr eine gewisse Lage und Diaposition giebt und R55 4 die durch das unzeitige Ruͤhren derselben veraͤndert abs würde. Bemerkbar ist es, daß die festgedruͤckte 310 Erde, sehr begierig ist, die Luft auf sich einwirken 1 zu lassen, und ist diese Einwirkung geschehen, so hln 438 hoͤrt ihre Empfaͤnglichkeit auf. Wenn nun allso der erste Pflug im Herbst gemacht wird, so ist es doch nothwendig, daß das Feld rein aufgepfluͤgt wird; es ist leicht zu pfluͤgen, die Erde ist von Thau und Regen erweicht, die Pferde sind bey vol—⸗ ler Kraft, und so kann man desto sicherer darauf rechnen, daß die ganze Oberflaͤche umgewendet, die Graswurzeln, deren, dann viele und feste sind, ausgerissen, und keine Streifen hin und her uͤbrig gelassen werden. Nun aber muß das aufgepfluͤgte Land, im Herbst durchaus zugeegget werden; es muß durch— aus nicht ungeegget bleiben, ohne einen gaͤnzlichen Verlust an Sommersaat zu leiden. Von dieser Wahrheit habe ich, die uͤberzeugendsten Beweise in dem hiesigen Acker, und wahrscheinlich in jedem Acker, der dem unsrigen aͤhnlich ist. In dem Vorhergehenden habe ich, schon vieles vom Ver— schalen der Erde geredet, das ich hier nicht wieder— holen darf. Ich will aber meine Versuche erzaͤh— len: ich versuchte das erstemal, auf Zureden ei— nes Freundes, ein und eine halbe Loofstelle unge— egget bleiben zu lassen: da er behauptete, die Fruchtbarkeit nehme dadurch in dem Acker zu. Ich hatte aber allenthalben schoͤne Gerste, nur auf die— sen anderthalb Loofstellen stand sie sehr schlecht. Das zweytemal, da ein sehr nasser Herbst war, ——72—7. —439 110 ließ ich mnein ganzes Feld unbeegget bleiben, und 30 hatte im folgenden Sommer, auf dem ganzen Felde r sehr schlechte Gerste. Aller Trieb der Erde war nte fort, die Pflanzen wuchsen nicht, und daher hatte n, sich eine kleine Fliege, mit dem Legestachel, in dem f Beutel, wo die Aehre steckt, ein Loch gebohrt, und lh ihre Eyer daselbst abgesetzt, aus denen sich Wuͤr— ffs so mer erzeugten, die das Feld vollends verdorben hat— ib hrii ten. Diese Fliege findet sich aber, wenn die Gerste nicht fort will, und sich im Wachsen aufhaͤlt. Hat aund, in sie rasches und schnelles Wachsen, so thut ihr das Mdlech⸗ Insekt, keinen Schaden. Das drittemal, nach⸗ aichen dem ich obigen Verlust, nach einigen Jahren ver⸗ an dit schmerzt hatte, ließ ich wieder sechs Loofstellen un— Bwsti geegget, und diese sechs Loofstellen standen schlech⸗ in ien ter, als alles uͤbrige. Ein benachbarter Bauer— J dam wirth, ließ ein Stuͤck, das viele gelbe Blumen hom Rr⸗ trug, ungeegget, ich warnte ihn, allein er glaubte twide⸗ Ursachen zu haben, hiedurch die gelben Blumen he ttzöh⸗ vertilgen zu können. Ich gab den folgenden Som— uden e mer auf dieses Stuͤck sehr aufmerksam acht, die e un Gerste war wieder schlecht, und das Stuͤck Land pttt, N hatte sehr viele gelbe Blumen. U J Mit den Proben und Erfahrungen in der Wfus Landwirthschaft, geht es sehr sonderbar, wenn chch man nicht mit aͤußerster Unpartheylichkeit und ubN un Aufmerksamkeit, seine Versuche anstellt, und alle 440 Umstaͤnde dabey zu Rathe zieht. Nur einen kleinen Umstand dabey auslassen, oder unbemerkt entwischen lassen, giebt der Sache, die man ausmachen will, gleich eine andere Wendung, wenn man glaubt, seine Meynung bestaͤtigt zu finden, und man betruͤgt sich doch. Ist man von einer vorgefaßten Mey— nung eingenommen, und geht mit derselben, an seinen Versuch, so glaubt man gar zu leicht, die Bestaͤtigung dessen zu finden, was man mit Ei gensinn fuͤr waͤhr haͤlt. Indessen oft wiederholte Versuche, wenn man ohne Vorurtheile und unpar—⸗ theyisch ist, geben Licht, und dienen als gluͤckliche Wegweiser. Das habe ich nun bey meinen oben angegebenen Versuchen erfahren, und egge nun immer im Herbst den Acker zu, und wenn es nicht gar zu viel regnet, so laß ich ihn auch mehrentheils mit der schweren Walze eben rollen, damit die Winter⸗Stuͤrme, keinen Schaden nach meiner Meynung thun. Man wendet mir ein, daß im Sommer auch die Stuͤrme, diesen Schaͤden thun muͤßten. Allein im Sommer sind die Modertheile zu klein und platt an die Erde gedruͤckt, als daß sie der Wind fassen koͤnnte; im Winter aber ist ihr Umfang groͤßer, wenn sie mit Schnee verbunden, und in eins mit dem Schnee vermischt und aͤnge— klebt sind, daher sie der Wind mit fortbringt. Ob nun die Winde nicht auch, dem mit Roggen be— e.t.. mnklin saͤtten Felde, welches ungeegget liegen bleibt, mst Schaden thaͤten? Ich glaube, daß hier die Blaͤt⸗ uhen ul ö ter vom Roggen, zum Schutz dienen, und gleich— aan gaault sam das Feine der obern Erdschicht, fest halten, in⸗ anbttig dessen mag auch von den grob gearbeiteten Roggen—⸗ füin My⸗ feldern viel verloren gehen. Es laͤßt sich das so uscla, W. genau nicht berechnen, da das Roggenfeld eben lich xv frisch geduͤngt worden ist. un nt& Das aufgepfluͤgte, geeggte, und wo moͤglich wichetholt zugerollte Feld, bleibt den Winter uͤber liegen. nd unnar Allein sobald nun die Erde pflugbar ist, muß das che Feld im Fruͤhlinge aufgepfluͤgt werden, und zwar Heh oben je fruͤher desto besser, lieber zu naß als zu trocken, aNE u wenn eines von beyden seyn sollte. Dieser Pflug ourch nicht des Ackers ist von großer Wichtigkeit. Ich habe Kchrenthais in einem gemischten Lehm gepfluͤgt, wenn die Erd— damit d schollen noch geglaͤnzt haben, welches ein Beweis uc mainn der Naͤsse des Bodens ist; allein diese Erdscholle „ in ist nachher so ausgekruͤmt, wie die beßte Gartenerde. aden thun Man sollte fuͤrchten, daß die Pflugschaar, den Ra— Weihile sen zusammen gedruͤckt haͤtte, welches auch wohl 1, 0 Uf der Fall in recht schwerem und reinem Lehm seyn abnrs h moͤchte, allein in gemischtem Lehm hat es nicht tehd im geringsten geschadet, ihn naß zu pfluͤgen. wap Indessen will ich zuerst einige Kennzeichen an⸗ O A geben, wenn man sicher pfluͤgen kann. So bald die Erde, nach Abgange des Schnees, nicht —.—..———— —üpDimiti: 44² mehr ein Mott ist, sondern eine gewisse Festigkeit erhalten hat; dieses Kennzeichen kann bald eher, bald spaͤter eintreten, nachdem der Winter fruͤher und spaͤter abgeht. Vom achten bis zum zwan— zigsten April, neuen Stils, habe ich mehrentheils, den ersten Pflug gemacht. Das zweyte Kennzei— chen ist merklicher. Man gehe, um die oben an— gezeigte Zeit, oft auf das Feld hin, und bemerke, wenn die Erde hin und her, Risse bekommt, und platzt; so bald diese kleinen Risse, die nachher breiter werden, sichtbar sind, so muß gleich ge— pfluͤgt werden, denn es ist ein Beweis, daß die obere Schicht trocken, und nur unten nicht zu viel Naͤsse ist. Dieses sehr merkliche Kennzeichen bin ich, einem verstorbenen großen Kenner der Land— wirthschaft schuldig, und ich habe es seitdem im— mer bewaͤhrt gefunden. Dieser moͤglichst fruͤhe zweyte Pflug zur Sommersaat, hat viele Gruͤnde füͤr sich. Die Winternaͤsse muß rein abtrocknen. So gerne die Gerste immer angefeuchtet seyn will, so wenig ertraͤgt sie doch, zu viele Naͤsse, und am wenigsten die Winternaͤsse, die viele Schaͤrfe bey sich hat. Diese muß erst rein verduften, und wenn dann Regen die Erde wieder anfeuchten, so ist der Gerste, diese Naͤsse die zutraͤglichste. Sehr viele Fruchtbarkeit erhaͤlt die Erde, von den Fruͤh— — S 5+c 22 ——— —.—— 143 Wösthe lingswinden und Feuchtigkeiten, die aus der Luft 3i kommen⸗ Je eher man allso aufpflügt, desto mehr n, ist die Erde so beschaffen, daß, die Luft auf sie d dpn wirken kann; sie zieht verschiedene Salze aus der ahab Luft an sich, das kann aber nicht erfolgen, ehe sie mulun aufgepfluͤgt ist. Je fruͤher die Erde aufgepfluͤgt Wün ist, desto besser kaun der Regen und die Sonne, ind hn auf die verschiedenen Unkrautkoͤrner wirken, und fommt, uy besonders die gelbe Blumensaat, die von einer de mahn sehr dicken Huͤlse umgeben ist, und nicht ehe keimt, glih ge als bis dieselbe, an Luft und Sonne gebracht ist daß Ne und verfault. Vermoͤge dieses ersten Pfluges, wird t zu dil das in der Erde befindliche Unkraut, zum Keimen dchen bin ö und Wachsen gebracht, damit es, durch die darauf der Lund⸗ folgende Egge, zerstoͤrt und vernichtet werde. süldem in⸗ Pflügt man spaͤt, so keimt es auch spaͤt, es hat lch ih Zeit noͤthig, sich zu entwickeln, Naͤsse und Sonne öHhunde zu erhalten, und fiele die Zeit des Keimens des Unkrauts, gerade in die Zeit der Gerstensaat, so U. Eo wuͤrde man die Erde zu seinem Schaden bearbeitet Wl, d haben, denn das Unkraut haͤtte einen Vorsprung undd an vor der Gerste erhalten. Wenn man aber, beson— Huuf ders im warmen Fruͤhlinge, fruͤhe gepfluͤgt hat, 12 10 so ist die gelbe Blume schon bis zur Saatzeit so abm weit angewachsen, daß sie vernichtet wird, und sl. El dann ist die Gerste, von derselben befreyt. Ist der madth Fruͤhling kalt, so waͤchst die gelbe Blume auch 111 nicht so leicht; der Saame liegt ungekeimt in der Erde, und kommt erst, wenn es warm wird, zum Vorschein. Auf den Fall aber, muͤßte man spaͤter saͤen, um diesen Blumen, erst einen Vorsprung zu lassen. Dieses ist fast das einzige mir bekannte Mittel, die gelben Blumen, die ein fast gleichzei— tiges Gewaͤchs mit der Gerste sind, zu vertilgen, und so viel ich Erfahrung habe, ist es das bewaͤhr— teste. Zum Schluß uͤber den ersten Fruͤhlingopflug, habe ich hier noch eine Anmerkung nachzuholen, die, diejenigen Wirthe betrift, die da vorgeben, nicht im Herbst pfluͤgen zu duͤrfen, weil sie an ih⸗ ren Sommerfeldern, vielen Schaden zu besorgen haͤtten. Vielleicht liegt die Ursache des Mißra⸗ thens, wenn sie im Herbst pfluͤgten, daran, daß sie nachher, nicht zeitig genug, den zweyten Pflug, von dem hier die Rede ist, machten, sondern mit diesem zweyten Pfluge, bis in die eilfte Woche hin, zoͤgerten. Wuͤrden sie im Herbst pflugen, und nun so zeitig wie moͤglich, den zweyten Pflug ma— chen: so wuͤrde der gefuͤrchtete Schaden, an ihren Gerstenfeldern, nicht eintreten, sondern ihre Gerste wuͤrde eben so gut gerathen, als da, wo im Herbst gepfluͤgt, aber zeitig im Fruͤhjahr, der zweyte Pflug gemacht wird. Sie sollten im Herbst zum ersten⸗ male pfluͤgen, und um die Zeit, wenn sie jetzt ih⸗ ren ersten Pflug im Fruͤhlinge machen, den zweyten ——..t... 145 Rlint yy————t.——— 20 Wmn machen, so wuͤrden sie, dieselbe Wirkung erfahren, X ni ö 5 un 0 die sie jetzt bey ihrem ersten Pfluge wahrnehmen. 1 Mi*— E„ 0 bul Wenn nun so fruͤh als moͤglich, der zweyte Pflug Worshunm gemacht worden ist, so vertrocknen die Unkraͤut— wurzeln, die Saamenkoͤrner entwickeln sich zum Keimen und Wachsen, besonders im warmen Fruͤh— h Htannt ffigiche⸗ Amin linge, wenn fruchtbare Regen einfallen, und dann Rtaid folgt die Egge dieses zweyten Pfluges, die man lfn so lange als moͤglich aussetzt, etwa in der zwoͤlften hlen Woche vor Jakobi. Doch hier richte man sich nicht nach den Wochen, sondern, nach dem ersten srarch starken Regen, der die Erde nun anfeuchtet. Dann bhgn egge man gleich zu, und erhalte diese Feuchtigkeit, M„ durch das Walzen mit der schweren Walze, fuͤr mi, Nf die Saat, damit dieselbe, noch Feuchtigkeit vorfinde, un Mfig sonst, ist die Erde gar zu sehr ausgedoͤrrt, so kommt aldern n die Saat auf den Bergen ungleich und schlecht auf, fr Voch und das ist schon fuͤr das Gedeihen der Gerste, ein i uͤbles Zeichen. In Aeckern, wo die Quaͤcke sehr laz na⸗ wuchert, muͤßte doch, in Ansehung des Eggens, an ihien ein Unterschied gemacht werden; man darf in ei— e Gast nem solchen Lande nicht zu fruͤh eggen, sonst gra— in hach set der Acker zu sehr ein. Hier rathe ich jedem t Mi Wirth, seine eigene Erfahrung mit zu Huͤlfe zu um asts nehmen; es laͤßt sich uͤberhaupt, der lokalen Be⸗ st jht i schaffenheit wegen, keine allgemeine Regel geben. Zum Ackerinstrument waͤhle man hier, die Laͤt— 446 tenegge mit spitzigen Zapfen, denn die Egge muß hier tief greifen, und das Unkraut moͤglichster Maaßen zerstoͤen. Es muß dieses Eggen auch sehr vielfach verrichtet werden, zwey bis dreymal wenigstens muß die Egge hin und hergehen, damit das Land recht fein, und alles Unkraut, besonders die schon wachsenden gelben Blumen zerstoͤrt und ausgerissen werden. Viele Wirthe haben die Er— fahrung gemacht, daß lediglich durch das scharfe Eggen nach diesem Pfluge, die gelben Blumen zu wachsen verhindert werden. Nachdem die Egge nun ihre Arbeit gethan hat, so habe ich immer das Feld, mit der schweren Walze zurollen lassen, theils um die etwanigen Erdkloͤße zu zerdruͤcken, theils vorzuͤglich um die vorhandene Naͤsse in der Erde zu erhalten, und ich habe meinen Endzweck immer richtig erreicht. Denn, weil die Oberflaͤche der Erde eben ist, und alle Vertiefungen zugedeckt wa— ren, so hat der Wind die Feuchtigkeit nicht weg— nehmen und tief eindringen koͤnnen, sondern die Saat fand hinlaͤnglich so viel Naͤsse vor als zum Keimen der Koͤrner erforderlich war. Sollte doch im Quaͤcklande, der Acker etwas stark eingrasen, so wird der folgende Saatpflug, und die, einige Tage spaͤter gemachte Egge, alles Unkraut zersto⸗ ren und vernichten. .t.——4ôO5sVìn,;, l—;—, —————.——— h2 Chge at t möglicst a Rennun ahhn, vm au Hpdes irht w haben di Es shuf Bummm zt Ehe immer das sch, thels , chiilz in dit Ede wack inmet hefliche de Indoct bal icht veg⸗ sondern de zm Sol uasn R. elig nt yt 447 J. Ger stensaat. Unsere Wirthe fragen, wenn es zur Gersten— saat kommt: wann soll man in diesem Jahre saͤen? Dieses ist nicht Gewohnheit, sondern es liegt wirklich in der Beschaffenheit jedes Jahres. Es ist eine Zeit, in der, die Erde, am liebsten die Saat aufnimmt, und diese Zeit weiß man noch nicht recht bestimmt. Diese Beschaffenheit der Erde zum Aufnehmen der Saat ist, einmal fruͤher, das anderemal spaͤter; trift man nun nicht die rechte Zeit, so wird die Sommersaat, bald gut, bald schlecht gerathen, nachdem man diese rechte Zeit, zum Saͤen gewaͤhlt hat, oder nicht. Die Witte— rung thut dazu freylich auch das ihrige, allein, wenn die Witterung auch nicht immer die guͤnstigste ist, so wird doch die Gerste gut gerathen, wenn man nur die rechte Zeit getroffen hat. Ehe ich nun von der rechten Zeit zum Saͤen rede, so will ich erst etwas von der Saat, die man auszustreuen hat, sagen. Man schaffe sich uͤbrigens so reine Saat als moͤglich, und kann man sie nicht zu Kauf bekommen, so siebe man seine unreine Saat auf Pergamentnen Sieben, ab, die nicht an vier Schnuͤren, sondern nur an einer aufgehaͤngt sind, wie der Leinsaamen in Staͤdten abgesiebt wird, ver— moͤge dessen, alles was specifisch leichter ist, oben 448 kommt, wie das von dem Saamen der gelben Blumen Satt findet, und daher mit der Hand ab— genommen werden kann. Die Gerstensaat muß so rein seyn als moͤglich, so großkoͤrnig als sie nur gestellt werden kann. Um bloß die schweren und großen Koͤrner zu haben, wirft man sie noch ein— mal aus, und nimmt bloß die Koͤrner, die am weitesten fliegen, wenn sie geworfen werden. Hat man unreine Saat, so schwemmt man sie ab, das leichte schvimmt oben auf dem Wasser, und das schwere Korn geht zu Grunde. Dann nimmt man sie aus dem Wasser, laͤßt nur das Wasser abduften, und saͤet sie naß aus, ohne sie voͤllig trocken wer⸗ den zu lassen; oder man siebt die Gerste durch Per⸗ gamentsiebe, laͤßt sie auch durch die Harfe laufen, oder durch eine Putzmuͤhle gehen, wie es jeder am bequemsten findet. Ich habe es sehr zutraͤglich gefunden, die Gerstensaat so oft als moͤglich um— zutauschen, und Saat aus andern Gegenden zu nehmen. Es ist wenig Verlust dabey, seine eigene Saat zu vertauschen, denn da jeder, sein Getreide verfuͤhren muß, so wird die Saat ins Haus ge⸗ bracht, besonders wenn man sie baar bezahlt, und seine Saat wieder verkauft. Wenn man nun gut keimende Saat hat, welche Zeit soll man zum Saͤen waͤhlen? Man hat in jedem Orte, seine eigene festgesetzte Zeit, die man In det gith kr Hudah lstghagt nuß se nu shnm und stuh iu un, n Dacen, ha inssech du 2„ M dal sinmt mam abolu fthh, oEen wer⸗ duuch Pei aufe Aufez 5 jder an Vxchlih ih m Herder in ihe eee 0 Getlede Ha g hh, u ühtwich n hit i 5 un 149 aus Erfahrung, als die sicherste befunden hat. Dazu haben wir im Kalender, die nach alter Ge— wohnheit angenommenen Saatwochen, die man von Philippi Jacobi neuen Stils, oder von George alten Stils, bis Jaeobi alten Stils rechnet, und zwar faͤngt man Eins zu zaͤhlen an, nicht vom Fruͤhjahr nach dem Herbst zu, sondern vom Herbst nach dem Fruͤhjahr, dergestalt, daß die naͤchste Wo⸗ che an alt Jacobi die erste ist, und dann so weiter bis alt George, die vierzehnte Woche. Ich bin nun nicht gesonnen, jemanden in seiner Saat zu alteriren, es behalte nur jeder, seine ihm, aus lan— ger Erfahrung bekannte Saatwoche, wie ich denn selbst, von der neunten Woche nicht abweiche, ob es gleich bisweilen besser gehen wuͤrde, wenn ich eine andere Zeit waͤhlte. Aus Erfahrung aber habe ich es auch gefunden, daß unter allen guten und schlechten Zeiten, die neunte Woche, fuͤr mei— nen Acker, bisher die beßte war. Seitdem ich aber den Klee kultivire, und durch den Klee, mehr Mo— der in den Acker gebracht habe, auch die Gerste erst im sechsten Jahre, in den naͤmlichen Acker kommt, bin ich genoͤthigt, in der eilften Woche zu saͤen; die Gerste will nun nicht so schnell reif werden, wie ehemals, sie ist, wie im neuen Acker, laͤnger gruͤn, muß allso fruͤher gesaͤet werden, ertraͤgt auch mehr Koͤrner, und ist um fuͤnf Pfund schwerer im Ge— 29 45⁵⁰ wicht. Man erlaube mir, uͤber die Zeit des Saͤens, einige allgemeine Anmerkungen zu machen. So sehr die mehresten Wirthe, bey ihrer einmal gut befundenen Saatzeit bleiben, so aͤndern sie dieselbe doch, um einige Tage, und haben zum Grunde oft, die Erwartung eines Regens, oft die Zeitigung des Fruͤhlings, des Grases, des Ausschlagens der Blaͤtter, auch wohl der Beschaffenheit des Mon⸗ denlichts. Allein feste und sichere Kennzeichen, bey jeder Verschiedenheit des Ackers, hat man nicht. Ich glaͤube aber doch, daß feste und sichere Kennzeichen vorhanden sind, nur weiß man sie nicht. In England richtet man sich, nach dem Ausschlagen der Eichenbluͤtter. Man koͤnnte sie aber finden, wenn man dkonomische Erfahrungen, mit Naturkenntnissen verbinden wuͤrde, und auf⸗ merksam, alle Veraͤnderungen in der Natur, viele Jahre hinter einander, aufzeichnete, so wuͤrde am Ende, ein Resultat herauskommen, das uns sicher leiten wuͤrde. Ein Bauerwirth, zwischen Mitau und Wuͤrzau, der alljaͤhrlich, sehr gute Gerste hatte, ist von einem, verstorbenen angesehenen Manne, gefragt worden, wie er es mache, daß ihm das Sommergetreide immer einschluͤge? auf die Frage hat der Wirth geantwortet: Er saͤe alsdann jaͤhr— lich, wann die Erde bluͤhe(Semme seed.) Dieses Bluͤhen der Erde lasse sich nicht mit Worten be⸗ vannzeiche hat mat V. V ‚ 0 O Ran si uuch dem Koumde si sahrungan, md auf Atur, Rile nurde an u schet in Mian erste hatt, schreiben, auch nicht in der Stube wahrnehmen, sondern man muͤßte Tag und Nacht, und beson— ders des Morgens sehr fruͤhe auf dem Felde seyn, und den Erdboden beobachten; die Erde miache ge— wisse wellenfoͤrmige Bewegungen, wie Wasser, wenn es vom gelinden Winde bewegt wird. Ich fordere nun hiedurch, alle Landwirthe in dasiger Gegend auf, sich daselbst zu erkundigen, welchen Begriff die dasigen Bauern, mit dem Worte: Semme seed verbinden. Ich habe weit und breit nachgefragt, aber so weit mein Kreis reicht, keine befriedigende Antwort herausbringen koͤnnen, sondern alle die angegebenen Kennzeichen waren unzulaͤnglich. Es kann wirklich eine Gaͤhrung der Erde seyn, wenn der Sauerstoff der Luft, auf die alkalische Erde wirkt. Dieses kaͤn in einer Ge— gend so, in einer andern, anders seyn. Es kann in einem Acker merklicher, in einem andern weniger bemerkbar seyn. Werth ist es doch aber, auf alle Faͤlle, daß man darauf aufmerksam ist. Es koͤnnte die Naturkuͤndiger, auf die rechte Spur leiten. Ich habe irgend wo einmal gelesen, daß im Holsteinischen, die dasigen Wirthsleute, auf den Medardus⸗Tag aufmerksam waͤren. Um die Zeit hieß es, da gienge mit der Erde, eine Veraͤnderung vor, da sie sich zur Aufnahme der Saat zubereitete. So wenig ich uͤberhaupt genommen, der Bauer— 29 —— + ———— —.—.— 4— d —. —— IEIEESSSAeeeeee— ———.— — ..— — T 415² wirthschaft traue, sondern glaube, daß wenige un— ter ihnen, nachdenkende Leute sind, denn sie halten nur auf alte vaͤterliche Gewohnheiten, und merken nicht auf Gruͤnde und Ursachen: so muß ich es doch gestehen, daß eine alte hergebrachte Gewohnheit, meine Aufmerksamkeit rege macht. Sie muß doch aus Gruͤnden und Ursachen entstanden und von Folgen begleitet seyn, und wenn sie immer fortge— setzt und guͤltig befunden wird, so ist sie der Auf— merksamkeit desto wuͤrdiger. Einer ist einmal so gluͤcklich gewesen, der Natur ihren Gang abzu— lauern, und richtet darnach, seine Handlungen ein; besonders bey Leuten, die immer in freyer Luft le— ben, und fruͤhe aufstehen, kann es doch, beobach— tende Menschen gegeben haben. Wenn solche alte hergebrachte Gewohnheiten, nicht immer einschla— gen: so mag das, an veraͤnderten Umstaͤnden liegen, auf die man nicht genug Ruͤcksicht nimmt. Diese Umstaͤnde haͤtten vielleicht, die Handlungsart des Erfinders anders geleitet, die aber, der Nachahmer nicht bemerkt und daher Fehler begeht. Daß man das, anderweitig auch bemerkt hat, daß es nur eine gewisse Zeit giebt, in der, die Erde am geschickte— sten ist, den Saamen aufzunehmen, ist mir wich⸗ tig, und ich wuͤnsche, daß andere Wirthe, auch aufmerksam darauf waͤren. Vielleicht ließe sich etwas, das in dem Lauf der Natur liegt, erfinden, und ————.——..— wenige m⸗ ste haln nd mekn„ Hes doch der Nuf %½ n WU—⁹F³ Lust le Heobach⸗ Aeee solche te Ahrch unscha N Hgen 3 hur eine Waushikt⸗ x m vich iche, auh Feschetwas fnden, M. 153 sicher fuͤet die Dekonomie ausmachen, damit wir, fuͤr die Sommersaat, gewisse und feste Kennzeichen erhielten. Ich will allso nur noch uͤberhaupt, von der Saatzeit etwas bemerken, so weit meine Beob— achtungen reichen. Von der Witterung im Fruͤhlinge und Som— mer, ist hier in diesem, von der Ostsee umgebenen Lande, so viel notorisch: es giebt die mehresten Jahre, so, daß der Fruͤhling, bis Johannis trocken ist; selbst in nassen Jahren, haben wir, trocknere Zeit vom ersten Fruͤhlinge bis Johannis, wenn diese Trockenheit, auch manche Jahre, von Regen unterbrochen wird, so dauern die Regen doch nicht lange. Von Johannis fangen haͤufigere Regen an zu fallen, und ist es ein nasses Jahr, so kom— men deren viel mehrere, als es trockne Tage giebt. Dieser Zustand der Witterung wird wohl, fuͤr un⸗ ser Klima immer so bleiben. Hieraus will ich ei— nige Folgerungen fuͤr die Zeit der Saat hernehmen, naͤmlich: daß wir die Saat der Gerste, lieber spaͤter, als fruͤher thun. Die Einwendung, daß das Korn, bey spaͤter Saat, kleiner geraͤth und leichter ist, mag wahr seyn; allein wenn wir dagegen mehr Koͤrner haben, und mehr Stroh gewinnen, so hebt sich der Verlust wieder auf. Die andere Einwen— dung, es wird das Korn nicht reif, wenn im Herbst, Nachtfroͤste kommen, trifft mich nicht, da ich keine 45⁵⁴ Zeit festsetze, sondern nur uͤberhaupt zur Spaͤtsaat anmahne. Ich sage nur, spaͤter saͤen ist besser als fruͤhe? und warum? Wenn man nur so viel Naͤsse im Acker konser⸗ virt hat, als zum Aufkommen der Gerste nöthig ist, so hat man schon viel gewonnen; nachher kommt die Regenzeit, die ihr weiter forthilft. Saͤe ich aber fruͤh, und die Gerste ist sehr lange der duͤr— ren Zeit ausgesetzt, so vergehen die gar zu jungen Pflanzen; kommt nachher spaͤter der Regen, so findet derselbe, keine waͤchsende Gerstenpflaͤnzen mehr vor sich, sie sind schon erstorben. Durch die Spaͤtsaat ist man im Stande, das Unkraut besser zu vertilgen. Die zehnte Woche, sagt man, ist die Graswoche. In derselben nimmt sich alles Gras zusammen, und waͤchst geschwinder fort. Wenn wir nun in der neunten Woche saͤen, allso eine Woche spaͤter, so finden wir allerhand Un— kraut, das wir vertilgen koͤnnen; es kann sich schwe⸗ rer wieder anwurzeln, da die Pflanzen schon eine gewisse Groͤße und Staͤrke erreicht hatten, als sie vernichtet wurden. Drittens, bemerke ich, daß die Gerste, in der waͤrmeren Zeit, außerordentlich schnell fortwaͤchst. Ist sie fruͤhe gesaͤet, und es sind noch kalte Tage, so bleibt sie zuruͤck, und das Unkraut waͤchst fort, uͤberwindet und beschattet die Gerste, besonders die tiefschlagenden Wurzelge— IAe 2Cen— I2 Spahat t heseer az skr lanser ast richh Ahhnnt 4 vr W z jungn Nn, 6 Ipfanfen Iuch dis a biset WU, I sich alls hndet fdtt sien, alb ethand Uu⸗ tschschbe schog eile Nh, als st ich, du Fabdarsh süt, ud U, und dei und bechatl VH. A¹ι Milt R* du Wurh waͤchse, oder perennirenden Pflanzen. Es giebt verschiedenes Gras und sogenanntes Unkraut, das, durch die obwaltende Kaͤlte nicht aufgehalten wird; allein die Gerste bleibt bey großer Kaͤlte nach. Bey der Einwendung, daß die Gerste, im Herbst ab— frieren koͤnnte, wenn sie spaͤt gesäͤet ist, bitte ich zu bemerken, daß wir nur sehr wenige Jahre ha— ben, in denen, die Gerste abfriert; in den mehre— sten ist sie schon, wenn die Froͤste kommen, so weit, daß ihr der Herbstreif, keinen Schaden thut. Es muͤßte ein sehr kalter Sommer seyn, der den Wuchs der Gerste aufhielt, daß sie hernach vom Reif ver— letzt werden koͤnnte. Allein, so kalte Sommer ha⸗ ben wir wenige, die mehresten sind doch warm, und da kommt die spaͤter gesaͤete Gerste, der fruͤheren nach, so, daß beyde, fast zu gleicher Zeit geerndtet werden, Wns im leichten, warmen Acker. Zur guten Gerste gehoͤrt nicht immer, daß sie hart auf dem Halm wird, wie ich hernach bey der Erndte weiter zeigen werde; man kann sie sicher fruͤher maͤhen, wenn Noth es erforderte. Besonders in leichten Aeckern, rathe ich mit Sicherheit, spaͤter zu saͤen. Es giebt hier im Oberlande, Gegenden, wo, zu Ausgange der achten Woche gesaͤet wird, und, wo die Gerste, herrlich geraͤth. Ich saͤe in einem mit Lehm gemischten Acker, zaͤhrlich in der neunten Woche, und nie ist mir die Feldgerste abgefroren, ————.8.. 8————— 455 und dieser Acker ist kalt. In waͤrmerem Sande muͤßte man, mit voller Sicherheit, in der achten oder sie— benten Woche saͤen koͤnnen. Man hat es hier in duͤrren Jahren erfahren, daß oft unsere Gerste, erst in der siebenten Woche aufgekommen, und doch vor— trefflich gerathen ist. Sie friert ab, und wird zur Saat untauglich, besonders in schattigten, mit Wald, von der Morgenseite umgebenen Gegen⸗ den, in Niedrigungen und Teichen, wenn die, auch sehr fruͤh besaͤet worden sind, aber auf bergigten Feldern, thut ihr, der Herbstfrost, wenig Scha⸗ den. Daß hier das Korn leichter seyn sollte, er— fahre ich auch nicht, denn hier wiegt sie, jaͤhrlich in der ganzen Gegend, uͤber einhundert Pfund. Wenn ich jaͤhrlich, alle meine hier genannten Regeln be⸗ obachte, so erndten wir uͤber zehn Korn. Es kann freylich wohl seyn, daß wir in manchen Jahren fruͤher saͤen sollten; allein, weil man keine feste Kennzeichen hat, so gehe ich den sichersten Weg, und bleibe bey der einmal festgesetzten neunten Saat— woche, von der ich, wie oben gesagt, doch aus an⸗ dern Ursachen und veraͤnderten Umstaͤnden abwei— chen muß. So flach ich bey Roggen zu pfluͤgen angerathen habe, so muß nothwendig die Gerste sehr tief eingepfluͤgt werden. Der Unterschied der Luft und der Witterung im Herbst und Fruͤhlinge, der Unterschied der Beschaffenheit der Erde, zu die— 1 Sandemat ten oder s at es hiet i Gustz e Wodoch hot; ind Pitd zur dichin, nit Rin Gu i dij auch leggtn % Eo Me, en Waela be Ekun Ren Vhreh Hlne fist sin Veh Uten Saat och aus an⸗ den abwe II pfige a de Hast IHε Rbmae, d Fl Ede, d 457 sen verschiedenen Jahreszeiten, der Koͤrner, der langen und kurzen Naͤchte, bestimmen mich zu diesem Rath. Im Fruͤhlinge trocknet die obere Schicht der Erde, etwa eine Hand breit tiefer, sehr schnell aus, daher die Gerste schnell aufgeht, wenn sie flach kiegt. Die tiefliegenden Koͤrner empfangen von unten mehr Naͤsse, die Winde und Sonnenstralen koͤnnen auch fo tief nicht eindringen, daher kom— men die tiefliegenden Koͤrner eher auf. Das Ger— stenkorn hat eine staͤrkere Huͤlse, als das Roggen— korn, es will mehr Naͤsse zum Keimen, und kann im Fruͤhlinge nicht schimmeln, weil Luft und Erde mehr Verbindung haben, die Erde verfaͤllt so nicht als im Herbst, sondern bleibt immer locker. Man darf allso gar nicht sorgen, daß das tieifliegende Korn nicht aufgehen moͤchte, oder daß der Keim nicht durchbrechen wuͤrde, wie das bey tiefliegendem Roggen geschieht. Man saͤet die Gerste gewoͤhn— lich dichter als den Roggen, aus erheblichen Ursa— chen. Man hat immer bey der Gerste, Ursache zu fuͤrchten, daß viele Koͤrner nicht aufkeimen wer— den; alle oben und flachliegenden Koͤrner keimen gewiß nicht; die Voͤgel fressen sie ab; es ist doch immer unmöglich, alle Koͤrner so tief in die Erde zu bringen, als es seyn sollte. Es ist allso erfor— derlich, auf jedes Loof Gerste ein Sechstel hin— zuzufügen, so, daß die Loofstelle mit ein, ein 45⁵8 Sechstel an Maaß besaͤet wird. Die Gerste setzt zwar auch einen Stuhl, oder hat mehr als einen Halm aus jedem Korn, weil aber so viele Köͤrner verloren gehen, und bey weitem, nicht so viele Halme aus einem Korn wachsen, als beym Rog— gen, so muß sie dichter gesaͤet werden. Die zwey⸗ zeilige Gerste, wenn sie sehr fetten Lehmacker hat, setzt einen starken Stuhl, und kann so dicht als Roggen gesäet werden; allein die gewoͤhnliche sechszeilige Gerste muß dichter gesaͤet werden. Viele Wirthe finden es sehr zutraͤglich, Abends im Thau, die Saat auszusaͤen, und die Nacht, das Feld unbepfluͤgt zu lassen, den Mor⸗ gen darauf aber, mit Anbruch des Tages, an die Arbeit zu gehen und alles schnell einzupfluͤgen. Ich uͤbe diese Regel jaͤhrlich aus, und finde es sehr zu— träͤglich. Man kann die Saͤer, die Saͤebetten, die Dichtheit der Saat besser beobachten. Es foͤr⸗ dert die Arbeit ungemein, und man soll doch ge— schwinde, die Saat unter die Erde bringen. Das Saatkorn wird vom Thanu erweicht, die in der Erde vorhandene Feuchtigkeit, wird nicht von der Son⸗ nenhitze und den Winden verweht; denn bis zur Mittagsstunde ist die Arbeit schon fast vollendet, und die Erde wieder zugedeckt. Man hat noch den Vortheil, daß die Pfluͤge ins Kreuz gehen koͤnnen, wenn schon das ganze Feld, Abends vorher besaͤet Gerse s als einn I Könnet so hlele n Roh⸗ Iniglich, Ind die uMor⸗ R Wn. Ih Esr doch ge 459 ist, so ist die Saat nicht ungleich, nicht zu dick an einigen Stellen, sie kommt sehr gleich auf. Man saͤet daher auch lieber und mit besserem Erfolg, nach einem guten Regen, als vor dem Regen. Ich finde es vortheilhafter, wenn man erst den Regen herunterfallen laͤßt, und dann erst seine Saat macht, wenn es sich gerade so treffen sollte, daß man freye Wahl hat. Ich wuͤrde zwar nicht warten, bis ein Regen kommt, wenn uͤbrigens die Zeit zu saͤen, da ist. Aber wenn ich gewiß vermu— then kann, daß es regnen wird, so warte ich wohl einen Tag.— Wie es uͤberhaupt immer fuͤr den Acker nuͤtzlich ist, so rein als moͤglich zu pfluͤgen, so trifft das ganz besonders bey der Gerstensaat zu, daß die Erde so fein ausgeroffelt wird, als es nur moͤglich ist, damit alle, auch die feinsten Erdkloͤße fein werden, und an Luft und Sonne gebracht wer— den. Denn wenn der Acker gleich hinlaͤnglich fein und locker ist, so hat der Pflug und die Egge, auch außer dem Auflockern der Erde, noch die Funktion bey der Saat, das Unkraut zu vertilgen und aus⸗ zureissen. Je reiner und dichter gepfluͤgt wird, um desto gewisser ist man einer guten Gerste ge— waͤrtig. Das Unkraut ist ein gleichzeitiges Ge— waͤchs, mit der Gerste; bleibt die kleinste Pflaͤnze stehen, ohne daß sie, aus der Wurzel gerissen, und in ihrem Wuchs gestoͤrt wird, so hat sie einen 46⁰ Vorsprung vor der Gerste, und uͤberwindet dieselbe, kommt der Gerste zuvor und beschattet nachher die— selbe. Die Gerste muß erst keimen, und das Un— krautkoͤrnchen ist schon gekeimt. Diese Pflicht, sehr rein und dicht zu pfluͤgen, erfordert noch eine besondere Aufmerksamkeit der Landwirthe. Unser Hakenpflug besteht bekanntermaaßen, aus zwey eisernen, spitzzulaufenden Pflugschaaren, die in die Erde gesetzt, die Erde aufwuͤhlen. Ist die Ent— fernung dieser Eisen mehr als zwey Finger breit auseinander, welches geschieht, wenn sie die Spi— tzen der Pflugschaaren abgeschliffen haben und sie verkuͤrzt worden sind, so bleibt ein Streifen Erde, zwischen den Pflugschaaren unberuͤhrt und unauf⸗ gewuͤhlt, und das ist von oben gar nicht zu be— merken, weil dieser unaufgewuͤhlte Streifen, gleich mit der feinen Erde bedeckt wird, indem der Pflug geht. Die Leute glauben, daß, da die Erde schon so vielmal gepfluͤgt und geeggt ist, sie auch hinlaͤng— lich tief, locker und fein sey, und daß man allenfalls sicher mit stumpfen Instrumenten arbeiten darf, ohne daß es Schaden thue. Allein sie denken daran nicht, daß die auf diesem nachgebliebenen Streifen stehende Unkrautpflanzen, unberuͤhrt und ungestoͤrt geblieben sind, welches sich offenbar dem Auge darstellt, wenn die Gerste aufgegangen ist. Alsdann stehen die Unkrautpflanzen nur auf einer sin! mes/ ric 19 erHI sel 1 bro! Vuy den wit star meh ij derte gel x Mitr enS undt e Vio 0 nidgi mit xre die N stun muͤ 11 Indtat 461 det Hesh 6 0 Linie, viel staͤrker und groͤßer, als die Gerste, sie Ichher dis 2 V richten sich bald aus der feinen Erde, mit der sie O das U—5— 0„ Ii beschuͤttet sind, empor, und wachsen froͤhlich und R ö irr um so besser fort, weil sie mit frischer Erde bedeckt Ich est— 165 sind, die um sie her aufgelockert liegt. Die Auf⸗ Uase. 7*— 4 merksamkeit der Landwirthe muß allso dahin ge⸗ N We . richtet werden, alle Pfluͤge bey der Gersten aat, IRV 2 4 erst wohl zu untersuchen, und keinen einzigen der— 6, 0 die Eat selben zu dulden, welcher mehr als zwey Finger breit auseinander steht, sondern denselben, ohne 24⁴ Verzug vom Felde wegzuschaffen, denn der Scha— n 0 den ist gar zu sichtbar und zu groß. Ich habe Land— O, wirthe urtheilen gehoͤrt, die, da sie, diesen Um— unf„ stand nicht bemerkt haben, sich wundern, wie es l moͤglich ist, da das Feld umgepfluͤgt ist, daß gleich i gah den dritten oder vierten Tag nach der Saat, die 2 Mup gelben Blumen, schon in vollem Wuchse stehen. rrshon An dem schlechten Ackerinstrument liegt der Fehler, Hllg wenn das Feld von gelben Blumen uͤberwaͤltigt ist, Heufils und sonst an nichts; davon moͤgen sich nun die aa Wf Wirthe uͤberzeugen. Aber sie muͤssen den Fehler oe nicht in der Erde suchen, sondern in den Pfluͤgen, Olcchenen mit denen gearbeitet worden ist. Die Leute lassen Hihttud die Pfluͤge nicht eher aufschaͤrfen, als bis Roggen— abr dm ⸗ stoppeln nach der Duͤngung, aufgepfluͤgt werden s muͤssen; dazu brauchen sie scharfe Instrumente, af und von der Zeit, bis zur Gerstensaat, sind die 462 Pflngschaaren sehr abgeschliffen worden, durch die mancherley Arbeiten, die in Zeit von einem Jahr, damit verrichtet sind. Viele Landwirthe lassen die besaͤete und einge⸗ pfluͤgte Gerste, fuͤnf bis neun Tage ungeegget, und eggen dann erst. Ich halte diesen Umstand bey der Gerstensaat fuͤr sehr wichtig, und habe darinn man⸗ cherley Erfahrungen gemacht. Es scheint schaͤd⸗ lich und mit Nachtheil verbunden zu seyn, wenn die aufgepfluͤgte Erde, so den Stralen der Sonne und den Winden ausgesetzt ist. Ich habe oben ge⸗ sagt, wie nothwendig es ist, die vorhandene Feuch⸗ tigkeit in der Erde, fuͤr die Saat zu erhalten, und ich bleibe bey dieser Behauptung. Daraus muͤßte dann aber folgen, daß man gleich, nachdem be⸗ pfluͤgt ist, so schnell als moͤglich zuegge, und die beeggete Saat, mit der Walze eben und fest rolle. Dieses ist wirklich die Grundregel, und so muß verfahren werden. Ich mache es jaͤhrlich selbst auf die Art. Indessen habe ich auch die Erfahrung mehreremale gemacht, daß ich, erstlich fuͤnf bis nenn Tage, die Erde ungeegget gelassen, und dann erst geegget und gewalzt habe. In sehr windigen und heißen Fruͤhlingstagen, habe ich, von diesem Versuche, Schaden gespuͤrt; die Erde trocknete sehr tief aus, und das Korn kam erst nach vier— zehn Tagen auf, weil eben die Erde sehr trocken d einge heiht h In, unt de Eenne ohen 96. Ieuc⸗ NU, 0 Wüe hdem be , d di fest wlle %0 Muh sihuf kfahtunz fünf bs d damn lige an M Vhentt ah biel r t geworden war. Indessen an der Gerste, habe ich keinen Schaden im Wuchs bemerkt, sie war so gut, als wenn ich gleich geegget haͤtte. Mein zweyter Versuch, den ich mehreremale gemacht habe, ist die⸗ ser: wenn der Fehler mit dem Pfluͤgen vorgegan— gen war, von dem ich kurz zuvor ausfuͤhrlich gere— det habe, und ich sahe, daß gan ze Streifen von gel⸗ ben Blumenpflanzen, mit der Gerste zugleich auf⸗ gegangen waren: so ließ ich das Feld noch einmal umpfluͤgen, obgleich die Gerste schon ein viertel Zoll aufgegangen war, oder stark gekeimt hatte, und zwar ließ ich ins Kreuz pfluͤgen, damit die Striche ausgerissen wuͤrden, und diese Operation ist mir nie mißlungen. Ich that das, wider den Rath aller meiner Leute, und ließ mich durch alle Spe⸗ kulation, nicht in meinem Versuch stöͤren, um theils den Leuten zu zeigen, daß ordentlich gearbeitet wer— den muͤßte, theils zur Strafe den schlechten Pfluͤ⸗ gern, da sie, die Arbeit noch einmal thun mußten. Ich gestehe es mit Wahrheitsliebe, daß, obgleich dieser Pflug, sechs und mehr T Tage spaͤter nach der Saat gemacht wurde, ich doch auf allen diesen Stellen, die schoͤnste Gerste vorzugsweise, gehabt habe. Auch selbst, wenn ich fuͤnf Tage spaͤter eg⸗ gete, habe ich keinen Schaden im Kornertraͤge ge— merkt, obgleich die Gerste spaͤter aufkam. War in⸗ zwischen, ein Regen gefallen, oder waren truͤbe und —.—. *—————.———7— 464 feuchte Luft und Tage, so gerieth dieser Versuch um so besser; die Gerste stand nachher desto schoͤner. Nach meinem Urtheile uͤber diese ungewoͤhnlich und widrig scheinende Verfahrungsart, muß die Luft, um diese Jahreszeit besonders, der Erde und den Pflanzen sehr nuͤtzlich seyn. Die Pflanzen werden aus ihrer Lage, aus ihren Wurzeln gerissen, in ganz neue Lagen gebracht und gerathen doch gut, das ist ausgemacht. Denn man uͤbt diesen Ver⸗ such, mit großem Vortheil bey mehreren Saͤme— reyen aus. Bey Hafer und Erbsen werde ich es hernach zeigen, bey Kuͤchengewaͤchsen, und den Kartoffeln ist es vielfach uͤblich. Es muß allso die Einwirkung der Luft und Sonne, die man hie— durch, der Erde und den Pflanzen verschafft, wenn man sie, nachdem sie schon gekeimt sind, wieder auflockert, sehr nuͤtzlich seyn. In wie fern man das besaͤete Gerstenfeld, fuͤrs Zerschlagen von Platz⸗ regen, durch diese Behaͤndlung schuͤtzt, leuchtet je⸗ dem Landwirth ein. Ich erinnere hier noch bey dieser Gelegenheit, und zum Beweise der Noth⸗ wendigkeit des Auflockerns der Erde, und des freyen Zuganges der Luft, an die Art, den Roggen im Herbst zu saͤen, von der ich, bey der Roggensaat geredet habe, daß man mit unfehlbarem Vortheil, den Roggensaamen nur einpfluͤgt, und ganz und gar nicht egget, besonders in nassen Herbsten. 0 465 Lrshn Das Zerdruͤcken der Erde, das Festdruͤcken mit der so shoönn. Walze, muͤßte allso schaͤdlich seyn, und es ist es hulch ud doch nicht, das will ich jedem Menschen jaͤhrlich HR Uuff beweisen. In der ordentlichen Regel halte ich dann Wnddn doch, wenn nur rein und richtig gepfluͤgt worden I ist, das Eggen in duͤrren und trocknen Fruͤhlingen, sen gleich nach dem Saatpfluge, fuͤr nothwendig. Mdoch at Wenn es aber um die Zeit der Saat regnet, und hein A.. uͤberhaupt in nassen Jahren, waͤhle jeder selbst, u Sind⸗ was das beßte ist. Daß das spaͤtere Eggen, das 10 60 Unkraut vertilgt, ist bewaͤhrt und wahr. Wer nun Ind dn viel Unkraut hat, der egge sicher spaͤter, und zer⸗ Isde store es, oder pfluͤge sein Feld, noch einmal ohne um Gefahr um. Der Schaden, den das fortwach⸗ Ft Mun sende Unkraͤut macht, ist groͤßer, es hat breitere d„ wida Blaͤtter als die Gerste, und zieht in duͤrren Jahren, fan man viele Duͤnste aus der Luft an sich. Fuͤnf bis neun Iubsh Tage nach der Saat, Eggen, findet an solchen Or— 010 ten, mit großem Vortheil Statt, wenn sehr fruͤh uchtetj⸗ 63 ö ö roch beh 3— wird, oder die Erde sehr naß ist. Die Walze Nh ist fuͤr die Gerste, ein sehr wichtiges Instrument, 511 sie erhaͤlt die Naͤsse und macht das Land eben. Die 5 10 Gaͤrtner pflegen bey ihren Saͤmereyen, das Bette a mit einer hoͤlzernen Schaufel fest zu schlagen, nach— aat dem gesaͤet ist, damit das Korn nicht hohl liegen, 2 8 sondern rund herum von Erde umschlossen sey, und 5 damit der Fruͤhlingswind, das Keimen nicht auf⸗ Habste X 30 46⁰ halte, und dieses findet in der Regel auch bey der Gerste, statt. Es muß daher eine schwere Walze seyn, die, die Erde fest zusammen drückt, und alle Erhoͤhungen ebnet, damit bey der Erndte, desto leichter abgeharkt werden koͤnne. Viele Wirthe machen gegen die Walze, die Eiwendung, beson— ders in schwerem Lehmacker, daß, wenn auf den gewalzten Acker, ein Platzregen kommt, welcher allerdings zu fuͤrchten ist, die Erde so fest wie ein Brett geschlagen werde. Tritt nun der Fall ein— mal ein, so hat man verschiedene Mittel, dem Scha— den vorzubeugen, der daraus erwachsen koͤnnte. Man egget entweder noch einmal, oder man walzt noch einmal, mit der stachelichen oder gereifelten Walze, die die obere Schicht der Erde wieder lo⸗ cker macht, oder, wenn ich das jemals erfahren soll⸗ te, daß die Erde so fest zerschlagen waͤre, daß die Keime der Gerste nicht durchbrechen koͤnnten, so pfluͤgte und eggete ich mein ganzes Feld, oder die zerschlagenen Stuͤcke noch einmal um, und walzte es demohnerachtet wieder. Das Zerschlagen der Erde, ist ein seltener Fall. Hagel pflegt es zu thun, und da ist der abermalige Pflug, das beßte Gegenmittel. Nun waͤre ich mit der Gerstensaat fertig, wenn ich nicht noch so manches nachzuho— len haͤtte, welches ich oben, in keiner Stelle anbrin— gen konnte. V ö gem Ko sehrr se s liebie nenie die d niad wild Ma wenã utel, u biem ist mem U ken: ⁰00 gerers der 3 mish gb war aus hah uch la uerr Dah und ale M, desth 4 Vithe ind, Hc⸗ In uf dn It, Wache fist nie th Hleih V1 Ou Honntt. an Wilh Nrofehn widder k⸗ fahrensol „ d d Rutm, 6 ud walye Hahe der fagt 3 „dab beht Gestahat uhhihe Rleube 467 Zuerst muß ich noch etwas von der zweyzeili⸗ gen Gerste reden. Es ist ein treffliches, großes Korn, will Lehm und fetten Acker haben, muß sehr fruͤh in der zwoͤlften Woche gesaͤet werden, weil sie spaͤt reif wird; wo Waizen waͤchst, da saͤe man lieber diese, als die sechszeilige Gerste; sie setzt ei⸗ nen starken Stuhl, scheffelt daher viel besser, als die sechszeilige Gerste; die Aehren brechen viel we⸗ niger bey der Erndte, das Korn ist sehr schwer und wiegt bis 112 Pfund. Diese Gerste soll aber zu Malz nichts taugen. Die Ursachen weiß ich nicht; wenn sie nur gut keimt, warum sollte sie zu Malz untauglich seyn? Ich habe davon keine Erfahrung, und zweifle an allen solchen Behauptungen, die viel Unwahrscheinliches fuͤr sich haben. Zur Gruͤtze ist sie viel vorzuͤglicher als die sechs zeilige, sie giebt mehrere und bessere Gruͤtze, die sehr ausquillt. Zweytens, habe ich noch Folgendes zu bemer—⸗ ken: es giebt solche leichte Aecker, und solchen Sand, wo die Gerste, bey aller Muͤhe und Sorgfalt nicht gerathen will, sondern jaͤhrlich mißlingt, auch bey der gedeihlichsten Witterung. Ist es duͤrre, so mißraͤth das Gerstenfeld, und man sieht lauter gelbe Blumen in solchen Feldern; ist es naß und warm, so kocht die Pflanze in dem heißen Sande aus. Daher sind die Wirthe, die solchen Acker haben, geneigt, die ganze Gerstensaat abzuschaf⸗ 30 —— öBĩ ———.........—— e. 1⁵⁸ fen und bloß zwey Roggenfelder anzulegen. Der Fehler ihres Ackers ist nun der, daß er zu wenig bindende Theile hat, zu tief, locker und zu warm ist. Waͤre nun ein solcher Acker nicht zu verbes⸗ sern auf lange Zeit? Sollte er nicht durch Mittel, fester, bindender, und kaͤlterer Natur gemacht werden koͤnnen? Ich schlage vor, ihn mit geklopftem, ge⸗ mahlnem und ungebranntem Gips, oder mit Kalk dick zu bestreuen, so, daß vierzehn Loof Kalk, auf eine Loofstelle Acker gestreut wuͤrden. Gips streut man aber nur ein Loof auf die Loofstelle, oder. man uͤberstreue ihn mit Lehm, und wo man Mer⸗ gel hat, mit Mergel dick zu. Die Arbeit ist frey⸗ lich schwer, und zum Theil kostbar: aber man erwaͤge, daß das, eine Arbeit auf sehr lange Zeit waͤre, daß man nur immer jaͤhrlich zu kleinen Stu⸗ cken so verbesserte, und daß der Ertrag von dieser Arbeit, die Kosten, durch viele Jahre ersetzen wuͤrde. Oder man bringe, durch Klee oder andere tiefschla⸗ gende Wurzelgewaͤchse, die, im Sande gedeihen und wachsen, viele Modertheile, in die so beschaffene Erde. 1 II. Von der Gerstenerndte. Es waͤre zu wuͤnschen, daß unsere einsichtsvol— len und erfahrnen Landwirthe, nach und nach, —— alle Arte kann Mt; Gan; wüͤrd gute wuͤr wel. dulct ist, und dr Meini — die Oj langi lust u den in daß Rernd lich abe sach, lein ine der fiis und dz heiteng viele II von dx 469 gen. Ir ö ö 433 alle ihre guten und erprobten Erfahrungen und r zu wen 0 chl„„ er„ Arten, die Wirthschaftsgeschaͤfte zu betreiben, be⸗ un kannt machen moͤchten. Dadurch wuͤrde die beßte 4770 t zu wir in bek⸗ ind im N Art zu würthsHuften, allgemein bekannt, und i ö Went Ganzen, die Wirthschaft verbessert werden. Es aume wuͤrde manche uble Gewohnheit Aene manche Danaa gute, jeht meist verborgene Art und Erfahrung 0 wuͤrde bekannt werden, mancher Vortheil, auf ahnn welchen, nur hin und her, einer und der andere, ussr durch einen Zufall oder durch Nachdenken gerathen 1„ n ist, wuͤrde allgemein bekannt und genuͤtzt werden, 1 und dadurch viel Gutes erwachsen. Ich habe von Wiun meiner Jugend an, immer die Klage gehoͤrt, daß ber wan„ die Gerste zu erndten, eine sehr beschwerliche und angt langweilige Arbeit ist, die immer mit großem Ver— nnetl lust verbunden waͤre. Ich habe in einigen Gegen— ondish den in unserm Vaterlande, mit Mitleiden gesehen, nwitd. daß die Bauerfelder, so sehr spaͤt gemaͤht und esch⸗ geerndtet werden, daß die Gerstenaͤhren fast gaͤnz⸗ hen und lich abgebrochen sind, und habe geglaͤubt, die Ur— bschufear sache, in den gar zu großen Feldern zu suchen. Al— lein ich habe mich nachmals uͤberzeugt, daß sie, in der fehlerhaften Art die Gerste zu erndten liegt, und daß eine steife Anhaͤnglichkeit an alte Gewohn— W heiten, die wahre Ursache daͤbon ist. Es haben ahshte viele Landwirthe, keine eigentlichen Kennzeichen 9 und iut von der Reife des Getreides, und behaupten daher, *—— 47⁰ das Korn sey nicht eher reif, bis es hart im Halm ist. Von der Gerste will ich drey Kennzeichen an⸗ geben, die ich immer untruͤglich befunden habe, und von deren Zuverlaͤssigkeit sich jeder, durch ei— gene Erfahrung uͤberzeugen kann. Die Gerste ist gewiß reif 1) sobald das Korn seine vollstaͤndige Groͤße hat, ö 2) sobald das Korn nicht mehr Milch ent— haͤlt, sondern wie Wachs zu zerdruͤcken ist, 3) sobald die Aehren mehrentheils gelb sind, ich sage mehrentheils, denn halb gruͤne Aehren sind auch reif, und die Koͤrner keimen gewiß, wenn sie nur ihre vollstaͤndige Groͤße haben; ob sie weich sind, und mit weniger Kraft zerdruͤckt werden koͤn⸗ nen, das kommt hier gar nicht in Betrachtung. Diese Kennzeichen muͤssen zusammen zutreffen; denn bisweilen faͤllt ein starker Nachtfrost ein, ehe noch das Korn, seine voͤllige Groͤße hat, dann wird ein Feld ganz geschwinde gelb, allein es ist deswe⸗ gen kein reifes Korn, es muß aber doch gemaͤht werden, weil nunmehr kein Wachsthum zu erwar— ten steht. Lieber allso wuͤrde ich doch vollstaͤndige Koͤrner, die noch gruͤn sind, maͤhen, als warten, daß sie durch den Frost erst gelb wuͤrden; denn die haͤlbgruͤnen Koͤrner werden eher keimen, als die vom Frost gelb gemachten. Indessen, da das ein lin g seltener Fall ist, so bleibe man dabey⸗: man npidn maͤhe ein gelbes Feld, wenn es gelb in der Ferne suuen h, aussieht, und verschiebe diese Arbeit nicht, wenn urh a⸗ auch noch gruͤne Flecken im Felde sind, und warte R s nicht, bis das Korn hart geworden ist. Dieses falsche Kennzeichen ist mit vielem Nachtheil ver— Ihn iß bunden: denn es ist bekannt, wie zerbrechlich die Gerstenaͤhren sind, und wie leicht die Koͤrner, von N den Aehren abgerieben werden koͤnnen; da die Ger— + ste, nicht wie Roggen, in einem Beutel steckt, Vglb ssch sondern mit einem ganz duͤnnen Stiel festsitzet. Vohnn Ihre Schwere und Hacheln verursachen es, daß biß, wenn sehr viele Koͤrner, auf dem Felde bleiben, und wenn Hsewid„ man darauf wartet, daß das Korn erst hart werden deden ku⸗ soll: so wird der Stiel, mit welchem das Korn an nagtunz der Aehre festsitzt, auch hart, und bricht desto eher zuttffn ab. Allso wenn das Feld in der Ferne meist gelb stal, che ist, wenn die Koͤrner auch noch weich sind, so maͤhe dum witd man sicher sein Feld ab, da es bey der Gersten—⸗ gist diwe⸗ erndte im Herbst, so sehr viel, auf wenig Tage an⸗ unh kommt. nNlenn ulsimz Was von der Gerste gilt, das gilt noch viel— 15 vunn, mehr vom Hafer, wie dieses fast alle Wirthe wis⸗ umn N 5 sen. Dnn, wenn man den Hafer durchweg gelb ul, ckd werden laͤßt, so bleibt entsetzlich viel auf dem Felde, uu weil das Haferkorn, noch weit weniger an der Aehre N 0 4 7 17² befestigt ist, als die Gerste. Der Vortheil von diesem Verfahren ist vierfach: 1) Man erhaͤlt Korn, das besser keimt, naͤm⸗ lich alle Koͤrner zu gleicher Zeit, wie das beym Malz noch ein nothwendiges Erforderniß ist, und zur Saat ist solche Gerste auch besser. 2) Man erhaͤlt schwerer Korn. Die Natur— forscher behaupten, daß die Kraͤfte des Korns, wenn es seine gehoͤrige Reife erhalten hat, zuruͤck nach der Wurzel wirken, und allso von ihren Be— standtheilen etwas verlieren, wenn sie laͤnger un⸗ gemaͤht stehen bleiben. 3) Man hat bey der Erndte, weniger Verlust; es brechen nicht so viele Aehren ab. Wartet man bis das Korn hart wird, so senkt sich der Halm oben an der Aehre, vermoͤge der Schwere derselben, in einen halben Zirkel; der Halm vertrocknet in der Gestalt, wird er nun mit der Haͤrke, oder beym Anstoßen, durch die Stoppeln gerade gebo⸗ gen, so bricht die Aehre gewiß, und bleibt auf dem Felde. 4) Die Gerste hat ein besseres Ansehen, sie ist durchweg schon gelb. Steht sie aber laͤnger auf der Wurzel, bis das Korn hart wird, und es kom— men oft noch Regen dazu, so bleicht sie von der Sonne aus, und wird weiß und unansehnlich. Die Gerste wird am beßten, mit der langstieligen Heuf auf beyn Rich der g so vie liche ich, Sen gel/ absch Gaste Schw ches des etwas die, zu ub gtoßen RN gishw mehre Es wi er sein Tunt ö könne. länger * orthul iz int, ham + Ihren Be V 0 1 V„ V. * V.1 A delustz Iel wan t Halm Nsebe Wͤhet in fe, oer % ½„ Roer auf dem dh 473 Heusense gemaͤht, so, daß die Halme, wie das Heu, auf den Schwardt fallen. Um die Gerstenhalme, beym Einfallen, in eine bessere und bequemere Richtung zu bringen, binden hier die Leute, an der gewoͤhnlichen Heusense, einen Biegel an, der, so viel, als die Sense abschneidet, zugleich ordent— lich auf die Seite legt. Zu diesem Behuf habe ich, ein gewisses Gestelle, an der Schwedischen Sense, viel bequemer gefunden; denn unser Bie— gel stoͤßt nur die leichten Halme, die, die Sense abschneidet, nach dem Schwardt, das Schwedische Gestell aber, legt den ganzen Schnitt auf den Schwardt, und es faͤllt nichts uͤber die Sense, wel— ches von Wichtigkeit ist. Bey der Empfehlung des Gebrauchs der langstieligen Heusense, muß ich etwas laͤnger stehen bleiben, um die Landwirthe, die, die kurzstielige Sense im Gebrauch haben, zu uͤberzeugen, daß die langstielige Sense, von großen Vorzuͤgen, bey der Gerstenerndte ist. Mit der langstieligen Sense wird das Feld sehr geschwinde abgemaͤht. Die Gerstenerndte faͤllt mehrentheils in die Zeit, da es viel und oft regnet. Es wird einem jeden allso daran gelegen seyn, daß er sein Feld bald abmaͤht, damit er die wenigen Tage des guten Wetters, zu seiner Erndte nutzen koͤnne. Mit der kurzen Sense muß der Bauer, laͤnger auf den Hofesfeldern zubringen, und sein 47⁴ eigenes Feld versaͤumen. Ist die Gerste bald abge⸗ maͤht, so bleibt der Halm elastisch und biegsam, und kann leichter mit der Harke zusammen gezogen werden, ohne zu brechen. Steht der Halm aber, bis er voͤllig von der Luft und Sonne ausgedoͤrrt ist, so bricht entsetzlich viel ab, besonders da sich der Halm, in einen halben Zirkel kruͤmmt. Das findet aber nicht statt, wenn man zu rechter Zeit und geschwinde abgemaͤht hat; denn nun vertrock⸗ net die Feuchtigkeit, die im Halm ist, nicht, son— dern er wird welk und bleibt biegsam, welches beym Zusammenharken von Wichtigkeit ist. Das ge— schwindere Abmaͤhen der Gerstenfelder, waͤre allso der erste Vortheil, von dem Gebrauch der laͤngstie— ligen Sense. 2) Ihr zweyter Vortheil ist noch betraͤchtlicher, der naͤmlich, daß die Gerste, beym Abmaͤhen auf den Schwardt faͤllt, und nicht in kleine Haufen, (Kohpin genannt) gelegt wird, wie das bey der kurzstieligen Sense geschehen muß. In der Zeit, da wir hier im Lande Gerste erndten, ist es meh⸗ rentheils naß; die Luft ist voll nasser Duͤnste, die Naͤchte sind lang, die Erde ist voll Feuchtigkeit, und es regnet mehrentheils um diese Jahreszeit; wird die Gerste nun gleich beym Maͤhen, in kleine Haufen gelegt, so ist der Haufen(Kohpin) fuͤr die Jahreszeit und Witterung zu dick, als daß er gese in lenʒ rig pin gard wek vemy das vicl himt serne V & bald I bigsan in gepgn Um abg⸗ wuxört MN ssh nt. Dis uichir du in Runoc nicht, san⸗ Hio hen Das ge dlld lungte tihlicht, Rahen af Huufh hh der det* h Insa, de wchtgkt, Pyhtz „ Maigt cpio) 6 1 0 a⁵ da 175 geschwinde austrocknen könnte; das viele fette Gras in der Gerste, und die Gerstenhalme an sich, wol⸗ len viel Luft und Sonne haben, ehe sie trocknen; regnet es nun noch dazu, so wird ein solcher Koh— pin, so naß, daß man viel Zeit noͤthig hat, ihn ganz auszutrocknen. Der Kohpin muß oft ge— wendet werden, und dabey geht an Aehren viel verloren. Die Gerste aber auf dem Schwardte, darf gar nicht gewendet werden, und trocknet in vier bis fuͤnf Stunden, nach einem langen Regen, hinlaͤnglich aus, um in eine Tuppes, einen groͤs sern Haufen, geworfen zu werden. Wenn es acht Tage, Tag vor Tag regnet, so schadet das, der Gerste, die auf dem Schwardt liegt, nichts. Die Lage ist so beschaffen, daß wenn nur wenige Stun—⸗ den, ein gelinder Wind weht, die Naͤsse von Thau und Regen rein abtrocknet; regnet es auch bald darauf wieder, so trifft der Regen, ein schon vom Winde getrocknetes Korn, daher die Gerste, auf dem Schwardt, nicht so bald auskeimt. Man weiß beym Malzmachen, wie viel, fortge— setzte Naͤsse und Waͤrme noͤthig ist, um die Gerste zum Keimen zu bringen; dies findet aber nicht statt, wenn die Gerste auf dem Schwardt liegt, wo immer, Luft, Sonne und Wind wirken, und wo die kalte Erde und die Herbstkaͤlte der Nacht, das Keimen hindert. Doch ich nehme den einzi⸗ —— — —— 476 gen Fall aus, daß ein anhaltender Platzregen, die Aehren, fester an die Erde druͤckt. In diesem Fall wende man, mit dem Harkenstiel, den ganzen Schwardt auf die andere Seite um, so liegt die Aehre wieder locker, und leidet von der Naͤsse nicht das geringste. Dieser Fall ist doch wieder seltener. Gewoͤhnlich aber, wenn es die Nacht geregnet hat, und es ist nur Wind bis zu Mittage, so ist der Schwardt trocken, und kann sicher in einen groͤßern (Tuppen) gelegt werden; so geschwinde trocknet, das in Kohpin Gelegte, gewiß nicht aus. Wenn nur die Aehren, vom Regenwasser oder den Thau— tropfen trocken sind, von dem Halme und dem Grase in der Gerste ist die Rede nicht; der Halm und das Gras trocknet von aller Feuchtigkeit her— nach, wie ich gleich weiter zeigen werde. Ehe ich nun von dem Zusammennehmen der Gerste etwas sage, muß ich zuerst, einer gegruͤnde— ten Einwendung gedenken, die man mit allem Recht, wider den Gebrauch der laͤngstieligen Heu— sense machen koͤnnte, da das, mit dem bisher Ge— sagten, in einiger Verbindung steht. Man wen— det ein,„das Feld kann mit der langen Sense, »nicht so rein gearbeitet werden, mit der kurzstie— „ligen Sense soll das Feld, viel reiner von Aehren seyn?“ Bey diesem Ernwurf erwaͤge man, daß ebenfalls viele Aehren, durch das oftmalige Wen— 2* demtr lora S0 soll fon. Heit Boo aͤhr n so 91 D eildã nut x lane Cur denßz soryn deth eing die V EE ein abenn Suni daß 3d abgen ein y langai 477 regen, i. den und Kehren des Kohpin, abbrechen und ver— IHsem Jil loren gehen, welches bey der Gerste, die auf dem ganen Schwardt liegt, nicht noͤthig ist, auch wenn es je lihk de sollte, viel bequemer und unschaͤdlicher geschehen WMäz köͤnnte. Allein der Einwurf wider die langstielige se. Heusense, faͤllt ganz weg, wenn man Folgendes in Inttd Betrachtung zieht. Eigentlich sollten die Gersten— 1 aͤhren nicht vom Halm brechen, geschieht es aber, Rgffmn so liegt es daran, daß man zu spaͤt gemaͤht hat. sochht Die Gerstenaͤhren sind zwar leicht zu zerreiben, al⸗ Num lein sie brechen nicht so leicht vom Halm, wenn Ihal⸗ nur nicht der Halm und das Stroh, von gar zu IIIn langem Stehen ausdorren; wenn aber bey dem Raun 5 Gebrauch der langen Heusense, viele Aehren auf aun dem Felde liegen, so sind dieselben nicht gebrochen, sondern durch die Sense abgehauen. Um sich von 7 der Wahrheit dessen zu uͤberzeugen, lese man, auf 2. einem mit der langen Heusense gemaͤhten Felde, die Aehren auf, und man wird finden, daß in der üht Stelle, wo die Aehre gebrochen zu seyn scheint, — 5 ein schiefer Schnitt zu sehen ist; der Halm bricht n aber nicht schief, sondern gerade weg, und ein 548 Schnitt und Bruch, unterscheiden sich merklich, daß aber die Aehren mit der laͤngstieligen Sense Hlllstl⸗ ö‚ 03 5 werden, ist nicht It n uden 1 ein Mißbrauch derselben. Der Maͤher mit der langstieligen Sense, thut jedesmal, einen bogen⸗ 178 foͤrmigen Hieb: gerade vor sich her, haut er, den Halm bis auf die Wurzel ab, auf beyden Seiten aber neben sich, nur die Spitzen der Halme, und allso wenn er weit ausholt, natuͤrlich die Aehren ab. Dieser Fehler entsteht besonders da, wo der Maͤher, einen breiten Maͤheweg(Spile) nimmt, um geschwinde ein Stuͤck Feld abzumaͤhen. Dazu kommt noch, daß die Sense, an ihrer Spitze, in die Hoͤhe gebogen ist, welches daher erfunden ist, damit die Sensenspitze nicht in die Erde faͤhrt: fer— ner, daß die Sense falsch auf den Stiel gesteckt ist, denn wenn der Schnitt horizontal geschehen soll, so muß die Sensenklinge horizontal auf der Erde lie— gen, wenn der Maͤher den Stiel zum Maͤhen fer— tig, haͤlt. Allein mehrentheils ist die Schneide der Klinge, gerade nach den Augen gekehrt, wenn der Maͤher nun eben maͤhen will. Diese Art die Sense aufzustecken, erleichtert zwar dem Arbeiter, die Arbeit. Der Maͤher darf nicht in unveraͤnderter Richtung, die Haͤnde ausgestreckt halten, und nur immer schneiden, sondern er zieht die Haͤnde an sich, und reißt die Halme ab. Diese falsche Stellung der Sensenklinge, ist der Steine wegen erfunden, die auf den Feldern herumliegen, und die Schneide, bald stumpf machen wuͤrden. Man nehme aber die Steine weg, und verbessere dann die Sense, damit der Hieb nicht so bogenfoͤrmig wird, so wer— den Mi hewt feinꝰ nen ꝰ. dare 7 geb ablt ma un mernt 3u d samse. behleh DilxR in 0 gef 5 se aupsj (Kie me mago dus: Hanz: sonn Re 1 aut et, yj den Saity Mlme, ud RN Vhr U det Hunn, Dir Eb, funden sj sihtt: fi srat 6 sol s/ Ode le ahen fer⸗ Sünide hrt, vnn II. Mhin, tundette uud nur Rasch, Sulunz efunda, Eilede une Gbt N Sus, , 2179 den weniger Aehren abgehauen werden. Den Maͤher lasse man auch nicht, einen so breiten Maͤ⸗ heweg nehmen, nicht so weit ausholen, sondern so schmal als moͤglich, damit der Hieb der Sense, keinen großen Bogen mache. Denn die abgehaue— nen Aehren, betragen immer so viel, daß man darauf Aufmerksamkeit zu richten, sich die Muͤhe gebe. Man liest ja auch die Aehren vom Felde ab, allein man wird wenig zu lesen finden, wenn man nur zu rechter Zeit maͤht, und die Sense auf—⸗ merksam einrichtet, ohne die kurze Sense brauchen zu duͤrfen. Ich komme nun zum eigentlichen Zu⸗ sammennehmen, oder Erndten der Gerste. Man behandle die abgemaͤhte Gerste, auf folgende Art: Die Witterung sey wie sie wolle, naß oder trocken, in beyden Faͤllen ist folgende Erfahrung bewaͤhrt gefunden: 1) Wenn die Gerste abgemaͤht ist, so lasse man sie, zwey bis drey Tage liegen, und lege sie gleich in Tuppessen, ohne sie erst in die kleinen Haufen (Kohpin) zu legen, oder ist es noͤthig, zur beque— men Arbeit, erst kleine Haufen zu machen, so lege man doch nicht mehr in Kohpin, als den Tag in Tuppes gesetzt werden kann; denn in diesen kleinen Haufen, muß sie durchaus die Nacht nicht bleiben, sondern auf dem Schwardt, weil die Nacht, ein Regen zu fuͤrchten ist, und der Kohpin so leicht 48⁰ nicht trocknet. Die Tuppes wird so gelegt, daß im Anfang, zwey Armvoll Gerste, gegen einander, die Aehren in die Hoͤhe gerichtet, auf dem Halm stehend von zwey Menschen gesetzt, und die folgen⸗ den zwey Schooßvoll, ins Gevierte wieder gegen einander gelegt werden, so wird der Haufe so laͤnge immer so gefliehen, bis der Tuppes, seine gehoͤrige Rundung und Hoͤhe hat. Auf die Art kommen die Aehren alle, in die Mitte des Haufens, und das Stoppelende auswaͤrts gekehrt, welches nebst allem Grase, rein austrocknet. Dieser Tuppes⸗ muß drey bis vier Wochen stehen, und steht sehr sicher; er trotzt allem Regen, und leidet nicht den geringsten Schaden, sondern auf die Art wird das Korn hart; das Stroh, die Grashalme, und das Korn werden hart, und so trocken, daß es gleich in die Scheune gebracht werden kann. Man fuͤrchte nicht, daß sich dieser Haufen erhitzen werde; die kalte Luft, und die Naͤchte in der Zeit der Gersten⸗ erndte, und die gelinden Winde, verhindern es. hinlaͤnglich. Ueberdem faͤllt die Gerstentuppes so fest nicht zusammen, als eine Heutuppes; der dickere und hohle Halm, erhaͤlt es sehr lange locker, daß Luft und Wind durch und durch streichen, und das Inwendige des Haufens, so gut austrocknen, daß alles gleich in die Scheune gebracht werden kann. In der Zeit der Heuerndte, da die Luft viel ——.—08m Hau waͤrr fn auf einme ken D. gema ders vom) Miu und sie alʒ genug Regrs Lufti inwy bey so ri dern s und n da dieẽ peb le bessen haben dieser ich lig Reg 181 lgg, dz waͤrmer ist, duͤrfte man ein feuchtes Korn, nicht linandn so zusammen setzen, als man im Herbst, die Gerste dn Hün auf einaͤnder legt. Ich warte gewoͤhnlich nicht W folga einmal drey Tage, sondern den zweyten oder drit— de ggen ten Tag, oder oft gleich den Tag, wenn die Gerste vfesphnge gemaͤht ist, lege man sie sicher in Tuppes, beson⸗ ine Rihd ders wenn sie rein von vielem Unkraut, und nicht Irt bnma vom Regen und Thau ganz genaͤßt ist. Diese ufens, ud Naͤsse und Wassertropfen muͤssen erst verduften, hes ns und wenn sie dann in Tuppes gelegt, so trocknet sie ausnehmend gut aus, wenn man nur Geduld feht sche genug hat, sie lange in Tuppes stehen zu lassen. icht u Regnet es, auf die im Tuppes gelegte Gerste, so wud ub„ laͤuft der Regen von der Tuppes herunter, und und dn inwendig dringt wenig ein, gesetzt es wuͤrde auch 6 gliz bey sehr heftigem Regen, eine Spanne tief naß, Hnfiihtt so ruͤhre man den Haufen nicht aus einander, son— vatde; di dern lasse ihn ruhig stehen; nur ein Tag Sonne Gusten und Wind, nimmt alle Naͤsse vollkommen weg, sidem es da die Spitze des Haufens, um so viel als die Tup— Kanpi pes hoch st, von der Erde erhoͤht ist, und allso Wb N besser, dem Winde und der Sonne ausgeseczt ist. Ich uumlhn habe erfahren, daß ein starker Platzregen mit Wind, min 1 diesen Haufen von einer Seite, ganz naß machte, un ich ließ den Haufen stehen, und da der Wind, ohne Regen, den folgenden Tag fortwaͤhrte, war der Haufen, bis zu Mittage, so trocken, daß man 31 Haßt vedin Mfttl 482 ihn einfuͤhren konnte. Man fuͤrchte auch nicht, daß die Aehren, die unmittelbar auf die Erde kom— men, auskeimen werden; da sie gegen alle Luft, so wohl verwahrt sind, so halten sie sich gut, und eigentlich kommen auch keine Aehren, unmittelbar auf die Erde. Auf Geduld kommt es besonders in nassen Jahren an, da kann man auf die Art, einen ein— zigen Tag, an welchem es nicht regnet, nutzen, und ein ganzes Feld retten; denn wenn es nur erst in Tuppes ist, so ist alle Gefahr des Verlustes vor⸗ uͤber. Diese zeitig in Tuppes gelegte Gerste, bleibt immer Goldgelb, und keimt hernach ausserordent— lich schoͤn. Die gruͤnen und halbgruͤnen Halme reifen da, gut nach, und werden auch so gelb, daß es gar nicht zu unterscheiden ist, welche gruͤn oder gelb gewesen sind. Bleibt aber die Gerste lange auf dem Schwardt, oder wird sie nicht gleich gemaͤht, wenn sie reif ist, so bleicht sie von der Sonne ganz aus. Ist nun allso die Gerste erst in Tuppes gesetzt, so wird gleich nachgeharkt, und zwar, wenn es sich zutraͤgt, im Regen oder Thau, alsdann bre— chen die Aehren nicht ab, sondern das Stroh ist elastisch, und folgt der Harke, diesen Nachharkliß, so naß wie er ist, legt man oben auf die Tuppes, damit ihn der Wind austrockne. So bald nun pebd ö genã imi&. ble* un! 94 17 denteh den1 IbeS N Fotts mam viesun detio Bese dies E gefts e maqxꝛ daslo regten einen undg Sdm daß a 483 auch sit Edel Malle ls, die Tuppes inwendig trocken ist, fo fuͤhre man die Gerste, entweder zur Kuie, oder in die Scheune, und roͤffle bey diesem Einfuͤhren, wieder die Tup— hut, ind pes nicht auseinander, um sie auf Schlitten zu le— mmih gen; dieses oftmalige Ruͤhren der Gerste, macht immer einen neuen Verlust, der auf dem Felde ä bun bleibt, sondern man stecke zwey zugespitzte Stangen „FHnn aib unter die Tuppes, und zwey Menschen heben den I1, mhch ganzen Haufen, auf einmal, auf eine Ragge, bin— mras den ihn gleich fest, und fuͤhren diesen Haufen, an snis tur den Ort seiner Bestimmung. Auf die Art koͤnnen „ lüt zwey Menschen mehr auflaͤden, als sechs andere, aoddeut und in die Kuie, oder Scheune hereinbringen. Das Fuͤhren auf Schlitten, foͤrdert die Arbeit unge— Hsh mein, und das Fuder wird nicht geschuͤttelt, wobey Rce Rin viel auf den Wegen auszufallen pflegt; auch Kin— u hast der koͤnnen ein solches Fuhrwerk leicht regieren. s ncht Bey vielem und langen Regen besonders, habe ich, se bh diese Art die Gerste zu erndten, sehr vortheilhaft gefunden. Ich nahm, nachdem das Feld abge— dosch, maͤht war, einen guten Tag wahr, und ließ gleich Wenn das Feld in Tuppessen legen, und nun mochte es Hanm di⸗ regnen, wie es wollte, so wartete ich wieder auf Euh is einen trocknen Tag, oder oft nur einen halben Tag, Ruthulsß und ließ selbst im Regen, die Gerste, in eine luftige Dhe Scheune einfuͤhren. Hatte ich nicht so viel Zeit, 010 U daß die Spitzen der Tuppes austrocknen konnten, 31* 484 so ließ ich dieselben, von jedem Haufen abnehmen, und auf Strauch, wieder eine neue Tuppes von dieser nassen Gerste setzen, den untern Theil aber, der inwendig ganz trocken war, ließ ich einfuͤhren, und den neuen nassen Haufen, in der Luft stehen, bis alles wieder abtrocknete und abgeweht war. Diese Art zu arbeiten, macht alle Sahrden und andere Huͤlfsmittel, Gerste zu trocknen, ganz uͤber— flüͤssig. SsSW'.cte=mr;p;Üw4).T:vũ V᷑I DI will/k agget Hebe diesen viel v Weiseh wabnchng unführen Ust scheh, tht wat. ahen u ganj iber 485 —D‚‚HJHJHJIJI‚‚‚“- Dritte Abtheilung. Vom Bestellen des Haferfeldes. I. Von der Saat. Diéjenigen Aecker, welche man mit Hafer besaͤen will, pfluͤgt man den Herbst vorher um, und be⸗ egget das Land auch, so, daß es zur Saat, den⸗ Herbst vorher, voͤllig fertig gemacht wird. Von dieser Zubereitung des Feldes, ist bey der Gerste, so viel gesagt worden, daß ich die Leser dorthin ver⸗ weisen kann. Alles was in dieser Zubereitung vom Gerstenfelde gilt, gilt auch vom Haferfelde, in so fern es auf den Herbst, Beziehung hat. Das Ha⸗ ferfeld wird gar nicht kartagt, oder zum zweyten⸗ 486 male gepfluͤgt; es ist nicht allein uͤberfluͤssig, son⸗ dern selbst schaͤdlich, da durch das oftmalige Pfluͤ⸗ gen, die Erde fuͤr die Hafersaat zu sehr austrock— net. Der Hafer braucht ungemein viel Naͤsse zum Aufgehen, weil er, von einer starken Huͤlse umge— ben ist, die erst erweicht werden muß, ehe, dem ei⸗— gentlichen Korn, die noͤthige Feuchtigkeit zufließen kann. Wenn der Hafer nicht geraͤth, so ist das die einzige Ursache, daß er nicht ordentlich gekeimt hat und aufgegangen ist. Weil er so vieler Naͤsse bedarf, so kommt nicht die Haͤlfte auf, wenn man ihn spaͤt saͤtt. Man kann den Hafer sicher saͤen, wenn das Wasser noch in den Furchen nachlaͤuft, und er geraͤth doch herrlich. Soll ich nun eigent— lich die Zeit seiner Aussaat angeben, so ist das, so fruͤh als moͤglich, nach Verschiedenheit der Aecker immer anders, und zwar, im reinen Sande, in niedrig liegenden Sandaͤckern, auf Hoͤhen im Saͤnd— acker; wenn die Erde noch gefroren und nur so viel aufgethaut ist, daß der Pflug, vier bis fuͤnf Zoll gehen kann. Wenn immerhin im Sande, die Erde noch weich und mottig ist, so schadet das, der Hafersaat nichts, da dieser unbesaͤete Acker, un geegget, zwey bis drey Wochen liegen, und von sei— ner uͤberfluͤssigen Naͤsse abtrocknen kann. In ge⸗ mischtem Lehm, wie der hiesige Acker ist, saͤe ich, vom 8. April neuen Stils an, oder noch fruͤher, * wenn werde den, anstel sen, man! werde Schn Man dem e abwat E — lasse Beitt Hafe 4 7 7 flüssg, —— wenn die Erde nur so beschaffen ist, daß sie gepfluͤgt werden kann. Im reinen und strengen Lehmbo— N* nalige M —06 ö den, den ich nicht habe, habe ich keine Versuche ln anstellen koͤnnen, ich zweifle aber nicht im gering— 00 sten, daß er auch in solchem Acker, so fruͤh als —ů—0 man nur in die Erde kommen kann, ausgestreut 3 2 werden muß. Fruͤhlingsfroͤste, kalte Tage und 60 Schnee, schaͤden der Hafersaat nicht im geringsten. 485 Man saͤet auch den Hafer am gedeihlichsten, nach— lilt Mi dem ein Regen vorhergegangen ist; kann man das a mun abwarten, da man einen Regen zu hoffen haͤtte, her siin so saͤe man auch gleich nach dem Regen, und pfluͤge achluft, tief die Saat unter. Nach eingepfluͤgter Saat ue„ lasse man den Acker ungeegget bleiben, bis derselbe abtrocknet, im Fall sehr naß eingepfluͤgt worden u Lan waͤre. Ist das Land aber trocken und nur feucht, de i so warte man sicher vierzehn Tage und druͤber, und inEn egge dann erst. Selbst, wenn die Koͤrner schon I Pil gekeimt, oder die Spitzen gar aufgegangen sind, zuf del sey man ohne Furcht, als wenn etwa die Egge scha— We, de den thun wuͤrde; sie schafft vielmehr der gekeimten u Saat, Vortheil, und lockert die Erde fuͤr die Saat lee, i auf; nach der Egge fuͤhre man die chwere Walze Ildtunst uͤber die Saat. Nach meiner Art zu wirthschaften, u. W„ lasse ich nun, auf dem geeggeten Felde, von neuem, s, se i) Betten machen, und saͤe, vierzehn Tage nach der sch Hafersaat, auch wohl drey Wochen, nachdem die 488 Witterung ist, den Kleesamen druͤber, der, mit so viel Erde gemischt ist, als ich Loofstellen Land ha— be, egge dann wieder mit einer leichten Egge, den Kleesaamen ein, und walze zuletzt den Kleesaamen noch fuͤnf bis sechs Tage hinterher. Ich habe die Hafersaat daher im ganzen Felde eingefuͤhrt, weil ich die Kleewirthschaft anlegte, und ich ein solches Korn waͤhlen mußte, das, fruͤh vor der Kleesaat in die Erde gebracht werden durfte. Wir haben aber dazu kein besseres Getreide, als den Hafer, und etwa die zweyzeilige Gerste, auch Sommerwaizen. Der Hafer ist mir aber darum bisher noch vorzuͤglicher, in meiner Wahl gewesen, weil er, weniger fetten Acker verlangt, und auf dem Felde, wo er hin— kommt, schon von der naͤmlichen Duͤngung, Rog— gen und Gerste genommen ist, und dieses Korn fruͤh gesaͤet seyn will. Wuͤrde man den Klee mit Gersten, in der eilften oder neunten Saatwoche, in die Erde bringen, so kann der Klee, in den mehrsten Jahren, nicht gerathen, in denen wir, trockne oder duͤrre Fruͤhlinge haben. Das Klee— koͤrnchen bleibt fast auf der Oberflaͤche der Erde lie— gen; trocknet nun aber die obere Schicht der Erde aus, so kommt der Klee nicht auf, sondern ist ver— loren. Man muß ihn allso, so fruͤh saͤen, als es nur moͤglich ist, und da doch eine Kornart ihn gleichsam im Schutz nehmen muß, so waͤhle man det, Mi n land 6 59 Coge, da * * Aleaamm Hähsohtg Kleisantin —nf aben aber „ld etpa 7 cH. N E l Ie, Kleemit in deh neg wit, 9 Hlke⸗ Ede li⸗ I n f Rl⸗ , eehutt ijn Dahle uat 189 am sichersten den Hafer. Der Hafer muß sehr dicht gesaͤett werden. Auf einer Loofstelle Roggen— Land, saͤet man in fettem Acker, ein und ein halb Loof Hafer, und in magerem Acker sicher zwey Loof Kurlaͤndischen Hafer. Er setzt keine Neben— sproͤßlinge, oder in der Wirthschaftssprache, keinen Stuhl, besonders im magern Acker; es kommt je— des Korn nur fuͤr sich auf, und da doch viele Kör— ner nicht keimen, so ist er, wenn er aufgeht, nicht zu dicht, besonders fuͤr den Klee, der doch auchsnoch Luft, unter dem Schatten des Hafers haben muß, und wohl geraͤth, wenn er unter obiger Bedingung fruͤh gesaͤet ist. Bey solcher Behandlung erndte ich jaͤhrlich, zehn Korn uͤber die Saat, von der Loofstelle. Ich habe zwar zwanzig Lofe Koͤrner ausgesaͤet, aber nur auf zehn bis zwoͤlf Loofstel⸗ len Land. Der Hafer waͤchst in jedem Acker gut, wenn man nur fruͤhe saͤet, und den Acker gut zubereitet hat. In neugerissenem, feinem, aber ungeduͤngtem Acker, in abgenutzten Teichen, die erst, zwey Jahre Gersten getragen haben, schlaͤgt er gut ein. Da der Hafer weniger Arbeit erfordert, als jedes andere Getreide, sowohl bey der Bearbei— tung der Saat, als bey der Erndte, so sollte man 290 recht große Haferfelder statt der uͤbergroßen Rog—⸗ genfelder anlegen. Das Stroh ist zum Unterhalt des Viehes vorzuͤglicher, als Roggenstroh; ein großer Vorrath an Hafer ersetzt den Mangel des Heues, sowohl durch das Mehl, das in seinen Koͤr— nern ist, als durch den vorzuͤglich schoͤnen Hechsel, der aus ungedorrtem Haferstroh, in großer Menge geschnitten werden kann, ohne daß dem Ertrage des Feldes, ein großer Abbruch geschieht: denn mit zweyhundert Bund Haferstroh, kann man fuͤr zehn Pferde, einen ganzen Winter ausreichen. Man kann mit ungemein wenig Heu auskommen, wenn man den Pferden, vielen ungedorrten Haferhechsel geben will, und die Pferde sind gesund und wohl— beleibt dabey. Uebrigens deckt man vollkommen, durch die Groͤße des Haferfeldes, die Verkleinerung des Roggenfeldes, so, daß der Verlust der Reve⸗ nuͤen, bey jener Verkleinerung, gaͤnzlich wegfaͤllt. Auf zweymal abgenutztem Duͤnger waͤchst schlech⸗ ter Roggen, aber noch sehr guter Hafer. Be— sonders sollte man die Bauern dazu anhalten, daß sie, ihre schlechten und hochliegenden Heuschlaͤge umackerten, und mit Hafer besaͤeten, damit sie nicht genoͤthigt waͤren, in schlechten Heujahren, in der hoͤchsten Noth, ihr edleres Getreide anzugreifen, um ihre Hausthiere zu erhalten, sondern Hafer ge— nug haͤtten, um denselben zu brauchen. Es giebt oen N, WUntchet oh; ei gel V Heum, 40 Gegenden, wo der Bauer, nicht viel uͤber zwey Loof Hafer aussaͤet, und doch zehn bis zwoͤlf Pferde haͤlt, die ihn, in einem schlechten Heujahre, ganz arm machen, und seinen alten, lange gesammelten Roggenvorrath rein aufzehren. Sie braͤuchen den Hafer wenig fuͤr ihre Pferde, etwa nur, wenn sie Rei— sen machen, sondern verkaufen einen Theil, und wen— den den andern, zum Lohnen ihrer Leute an. Der wirthschaftlichen Klugheit gemaͤß, waͤre es wohl, wenn sie den Hafer, diese schlechteste und wohl— feilste Kornart, zum Unterhalt im Winter, zur Mastung ihrer Schweine verwendeten, und den Roggen und die Gerste nur fuͤr Menschen behielten. Ein jeder Kenner der Landwirthschaft sieht es leicht ein, wie sehr nuͤtzlich es waͤre, wenn die Bauern, besonders vielen Hafer zu saͤen, bemuͤht waͤren. Magere Heuschlaͤge geben wenig Heu; ist nun aber ein solcher Heuschlag, zum Ackerfelde gemacht, so giebt er so viel an Stroh, und mehr als das Heu betraͤgt, und noch das Korn zum Ueberschuß. In andern Gegenden, wo die Bauern, weniger Heu— schlaͤge haben, saͤen sie auch mehr Hafer, und brau— chen denselben groͤßtentheils, zur Erhaltung ihrer Hausthiere. In sehr fettem Acker wird der Hafer schwer reif; er bleibt oft gruͤn, bis im spaͤten Herbst, be— sonders wenn er spaͤt gesaͤet worden ist. Man 192 schroͤpft ihn daher im Sommer, wenn er sehr geil steht, mit dem beßten Erfolg, so wie den Waizen, und verfuͤttert ihn entweder gruͤn, oder macht sehr schoͤnes Heu daraus, und nachher hat man doch einen sehr gesegneten Koͤrner-Ertrag, bey der Erndte. Auf den Fall, muͤßte er aber sehr fruͤh, wie ich oben gezeigt habe, und zwar in kraftvollem Boden gesaͤet seyn. Ganz neuerlich ist mir eine Erfindung eines nachdenkenden Landwirths, bekaͤnnt geworden, der durch eine betraͤchtliche Hafersaat, den Heumangel auf einem Landgute, sehr schoͤn ersetzt hat. Er ließ das Brachfeld, wo Gerste abgenommen war, im Herbst umpfluͤgen und beeggen, und im Fruͤh— linge saͤete er Hafer ein, so zeitig, als es die Jah— reszeit gestatteee. Nachdem der Hafer hinlaͤnglich hoch gewachsen war, maͤhte er denselben ab, trock— nete ihn, und brachte eine große Menge Heu zu— sammen. Nun erst wurde das Feld mit Duͤngung versehen, aufgepfluͤgt, und im Herbst, Roggen gesaͤet. Es ist hoͤchst wahrscheinlich, daß von den zuruͤckgebliebenen, unreifen Haferstoppeln, und der dazu gekommenen Duͤngung, der Roggen sehr gut gerathen wird, die eingesaͤeten Haferkoͤrner, sind zwar freylich verloren, ich hoffe aber, daß der Er— trag, des zu erwartenden Roggens, diesen Verlust hinlaͤnglich decken wird. 0 gerat Bodi sheff Er ist bar, er ab ich k einl wär! Hafl den se Haf sten: em⸗ ralt Pful ist di in als und ich er Un Emy könn nach Ind 493 —6 Der großkornige, sogenannte Englische Hafer, ünt geraͤth hier sehr gut; er will zwar etwas kraͤftigern nagt sht Boden haben, als unser einheimischer Hafer, er scheffelt dann aber eben so gut, als der Kurische. ö 10 Er ist der Groͤße seines Kornes wegen, sehr schaͤt⸗ Hfth bar, und werth, daß man ihn fleißig anbaue. Ob hastla er aber in allen Aeckern so gut geraͤth, davon habe ich keine Proben; wenn auch die Landwirthe, dem ung a einlaͤndischen Hafer, den Vorzug geben sollten, so Hidaaj de wäre nur das dabey zu wuͤnschen, daß sie große Vm Haferfelder machten. I. Er Man faͤngt in einigen Gegenden Kurlands an, len var, den schwarzen Hafer zu kultiviren. Dieser schwarze in uhy Hafer, wird fuͤr Unkraut bisher gehalten, wenig⸗ d Jh⸗ stens taͤdelt man den gelben Hafer, der mit schwar— mnlngich zem gemischt ist; er ist aber nichts weniger als Un— ch tlch kraut, da er mehlreicher, und wenigstens um fuͤnf H Pfund schwerer, als der gelbe Hafer ist; die Huͤlse Wunh ist duͤnner. Sein schweres Gewicht empfiehlt ihn Rhyn in aller Betrachtung, mehr als den gelben Hafer, von den und wenn sich das in ganzen Feldern bewaͤhrt, was und du ich, bey einem kleinen Versuch erfahren habe, daß ushrat er ungemein scheffelt: so haͤtte er noch eine andere 10 sid Empfehlung mehr, die den Landwirth reitzen AuE könnte, ihn fleißig anzubauen. Er soll der Sage Dul nach, mit dem schlechtesten Acker vorlieb nehmen, und doch sehr guten Ertrag liefern. Es werden ‚‚.———— —cceeeeeeee— —— 94 andereé Landwirthe, mehrere Versuche machen, und ich hoffe in der folgenden Zeit, mehr von die— ser Haferart, sagen zu koͤnnen, wenn ich mehrere Aecker besaͤen werde. —.—.—55————— II. Von der Hafererndte. Es ist keine Getreideart, die mit so vieler Si— cherheit, fruͤh gemaͤht werden kann, als der Ha— fer: wenn das Feld nur halb gelb, und noch viele ins helle Gruͤn fallende Halme und Aehren vorhan— den sind, so maͤhe man ihn mit voller Sicherheit. Der Hafer reift auf dem Schwardt, und in Hau— fen gelegt, sehr gut nach, und keimt zur Saat au— ßerordentlich gut; selbst die im Felde halbgruͤnen Koͤrner, werden, wenn sie abgemaͤht sind, gelb und voͤllig reif. Es ist auch keine Getreideart, die so entsetzlich rießt, wenn man sie, bis das ganze Feld gelb ist, stehen laͤßt. Das Feld ist wie mit Koͤrnern bedeckt, und der Verlust außerordentlich groß. Das Haferkoͤrnchen haͤngt wie mit einem Haar, an seinem Stiel; ist dieses Haͤrchen voll— kommen vertrocknet, so bricht es, bey der gering— sten Beruͤhrung oder Erschuͤtterung ab. So sehr der Hafer nun rießt, wenn er voͤllig reif auf der Wurzel wird, so wenig rießt er, wenn er gehdrig und 91& zui ent lẽ MIE, delnm ma: unol ker 8 gelgs auS das 1 495 3 naij zeitig gemaͤht wird; dann wird kein Getreidefeld, ihr on dv bloß durchs Harken so rein, als das Haferfeld; es dh mhmn bleibt kein Halm und kein Koͤrnchen auf dem Felde. Von dieser Behauptung kann ich, alle Jahr, den Landwirthen, die etwa daran zweifeln wollten, au— genscheinliche Beweise geben. Ich maͤhe den Ha⸗ un fer, hoͤchstens vierzehn Tage nach der Roggen⸗ . Erndte, weil ich ihn, wie oben gesagt, immer o Mler Ei sehr fruͤh saͤz. Daher geschieht es denn auch, daß 0 der He der Hafer, in etwas tragbarem Acker, sehr gut noch Hlle scheffelt. Eben so wie die Gerste, ist auch der Ha— Mbothur⸗ fer zu bearbeiten. Wir maͤhen ihn, ohne der chehel. Sense, den Biegel aufzuhaͤngen, der sonst bey der d in Hu⸗ Erndte des Sommergetreides uͤblich ist; der Biegel 1 Sulth verwickelt sich in die Halme, und reißt viele Koͤr— Hbauan ner vom Halme herab; ohne Biegel geht es un— sh, b gleich besser. Weil Hafer so schwer zum Keimen Hmufr zu bringen ist, so kann er, auf dem Schwardt, entsetzlich viel Regen vertragen, ohne zu verderben, ie mit und zur Saat untauglich zu seyn. Man lege ihn Weulch den zweyten, dritten u. w. Tag, nachdem er ge⸗ R maͤht worden ist, unverzuͤglich in Haufen(Tuppes) n und lasse ihn dann stehen, ohne sich durch die Wit— nür terung irre machen zu lassen, bis ein bequemer und 5. 6 gelegener Tag zum Einfuͤhren eintritt. Er kann 1— auf Schlitten oder Wagen gefuͤhrt werden, ohne daß er ausfaͤllt. Der in Haufen gelegte Hafer, muß ohnehin, in Haufen erst ausdunsten, nicht sich erhitzen oder erwaͤrmen, welches niemals ge— schieht, ich aber zu fuͤrchten haͤtte, weil in meinem Hafer, jaͤhrlich sehr viele Kleestengel darunter sind. Wenn er denn bis fuͤnf Wochen, wie es meine uͤbrigen Arbeiten gestatten, auf dem Felde stehen bleibt, ohne eingefuͤhrt zu werden, so ist das nicht zu lange. Wenn die Hafer-Erndte jemals schwer geworden ist, so kommt das lediglich daher, daß er zu spaͤt gesaͤet worden ist, und man das ganze gelbe Feld, voͤllig gelb zu haben wuͤnscht, da er in feuchten und fetten Aeckern schwerlich gelb wird. Um dem Verlust auszuweichen, fallen die Land⸗ wirthe, in den Verlust, aus Unkunde und Mangel an Beobachtungen. Die Amtleute sind auch zu sehr an die alte Regel gebunden, von der sie, ohne Straffaͤlligkeit nicht abweichen duͤrfen, sie finden die alte Regel auch so bequem. — — V Di den H ich de nur d zu fn ige E widd, man at dern e fraͤh a Chei merfel gewöht an ein allgem 497 W lhsten, nt—— Hemab/ Ein meinn * 5 Wunter nd. d maine sihn stuntt Imals stw ö X2 · 1aR, L Vierte Abtheilung. dos ganz 5 Von der Bestellung des Erbsenfeldes. M, da xHih gab vid. d dd⸗ Das Erbsenfeld wird wie zur Gerste, gewoͤhnlich d Mun„ den Herbst vorher, an den meisten Orten gepfluͤgt; auch yrstht ich darf davon allso nichts mehr sagen, man sehe s, thnr nur dahin, um alles Noͤthige zu dessen Bestellung „ st fdi zu finden. So wie an einigen Orten, das kuͤnf— tige Sommerfeld, den Herbst gar nicht gepfluͤgt wird, wie ich oben davon geredet habe, so pfluͤgt man auch zu Erbsen nicht den Herbst vorher, son— dern erst im Fruͤhlinge sehr fruͤh, weil Erbsen so fruͤh als moͤglich, in die Erde gebracht seyn wollen. Ehe ich nun, von dem zu Erbsen bestimmten Som-⸗ merfelde, weiter rede, so muß ich erst, einer außer gewoͤhnlichen Ansaar der Erbsen gedenken, die hier an einigen Orten gebraͤuchlich ist, aber doch nicht allgemein nachgemacht wird, weil es seine wesent— 32 498 lichen Hindernisse hat, die in unserem Klima lie— gen. Diejenigen Landwirthe, die wenig Ackerland haben, nehmen ein Stuͤck Acker, so groß als sie es zu Erbsen brauchen, von dem dritten Felde, dem Brachacker, duͤngen dieses Stuͤck gut, pfluͤgen es auch wohl den Herbst vorher schon auf, und saͤen im Fruͤhlinge zeitig die Erbsen. Wenn die Erbsen reif sind, wird dieses Stuͤck Acker gleich wieder um⸗ gepfluͤgt, und mit Wintersaat, Waizen oder Rog⸗ gen bestellt. Wo wenig Ackerland vorhanden ist, aber doch sehr guter tragbarer Boden, da ist der Vortheil sichtbar; man hat weniger Brachacker, und sein ganzes Sommerfeld zur Gerste unzer⸗ trennt, und saͤet allso um so viel mehr Sommer— fruͤchte jaͤhrlich aus, als man Erbsen saͤet. Es scheint auch, als wenn die Wintersaat, keinen Schaden davon haͤtte, da es vorher geduͤngt war— Allein so viel ich weiß, haben die mehrsten Land— wirthe diese Methode aufgegeben, theils weil das Vieh, im Brachfelde, den Sommer uͤber weidet, und allso an den Erbsen, die unbezaͤunt bleiben, Schaden geschieht, theils weil die Erbsen oft in sehr kalten Jahren, so außerordentlich spaͤt reif wer— den, daß man nicht zu gehoͤriger Zeit, die Winter— saat, in die Erde bringen kann, spaͤter den Roggen saͤen muß, der doch gehoͤrig fruͤh bearbeitet seyn will, endlich, weil auf der Stelle, wo Erbsen ge— wer bere ling um Ve die run scht De ist gen i Klimns ig Mcd aoß a. Rly den I uf, Wsien am debthg ch didet w cher My thndan if, 22 Bahallt, se wyer⸗ Commer . E sr db⸗ Del dos er Midet hseh ost u pat uuftbes N Whe D MW Lubitet st in 199 standen haben, im Fall dieselben schlecht gerathen, der Acker außerordentlich vergraset, und daher kein gutes Wintergetreide einschlagen will. Erfahrne Wirthe behaupten zwar, daß Erbsen, dem Acker keine Kraͤfte nehmen, und die fruchtbaren Theile fuͤr Roggen, in dem Boden bleiben; daher waͤre zu vermuthen, daß auf solchem Acker, die Winter— frucht immerhin gesaͤet werden koͤnnte, allein die Erfahrung nachdenkender Landwirthe soll dem al— len entgegen seyn. Ich habe diese Methode nie versucht, spreche allso nicht aus eigener Erfahrung. Man bleibt daher bey der alten Art, Erbsen im Sommerfelde zu saͤen, und buͤßt dafuͤr, den Theil an Gerstensaat ein, den man mit Erbsen bestellt. Wo nun das kuͤnftige Sommerfeld, im Herbst ge— pfluͤgt worden ist, da kann man die Erbsen, ent— weder so wie Hafer, auf das schon im vorigen Herbst bereitete Land gleich saͤen, so bald man es im Fruͤh— linge will, oder aber, man kartagt oder pfluͤgt noch zum zweytenmale, das Land um, laͤßt es ein Paar Tage betrocknen, egget es fein, und saͤet dann erst die Erbsen. Ich habe beyde Arten der Bearbei— tung selbst versucht, und verschiedene Jahre fortge— setzt. Die erste Art erfordert einen Pflug weniger. Der, dem es um einige Arbeit weniger zu thun ist, oder, der sehr fruͤh seine Erbsen in die Erde brin⸗ gen will, pfluͤge sicher nicht zum zweytenmale; die 32 500 Erbse hat unter Bedingungen, mit dem zweyma— ligen Pfluͤgen genug, indem sie, mit dem zwey— maligen Pfluge, in die Erde gebracht werden muͤs⸗ sen. Die Erbsen gerathen eben so gut, als wenn kartagt worden waͤre, und wenn duͤrre Fruͤhlinge sind, besser, da sie fruͤher in die Erde gebracht sind, und von der Feuchtigkeit derselben vortheilen. Die Bedingung, die ich hier erwaͤhne, ist die, daß man sie neun bis zehn Tage, nachdem sie schon in der Erde gekeimt haben, auch wohl schon ihren Keim aus der Erde hervorschießen, abermals ins Kreuz umpfluͤge und abegge. Man kann das ganz ohne alle Gefahr, und mit dem erwuͤnschtesten Er— folg sicher thun. Ich werde unten Gelegenheit ha— ben, mehr von der Ursache dieser Behaͤndlung zu reden. Die Landwirthe haben nun vieles, wi— der diesen einfachen Pflug im Fruͤhlinge einzuwen— den, das nicht ohne Grund ist. Wenn die Erbsen gut gerathen sollen, so muß das Land sehr fein und locker seyn, und mit dem einen Pfluge, der zugleich der Saatpflug ist, kann sie so fein nicht gemacht werden, da zu Erbsen, wenn sie gesaͤet sind, in ei— nigen Gegenden nicht geegget wird, sondern diesel⸗ ben nur berollt werden; denn die Egge entbloͤßt die Erbsen von Erde, wie sie sagen; Voͤgel und Maͤuse lesen sie ab. Ueberdem wenden sie noch ein, in kalten Fruͤhlingen keimt die Erbse doch nicht fruͤ—⸗ ——————————— her ö unn herh hauh und im 5 war gun mal sef wird sen p W. wobl Erb ket, ich d wied die K di b ö und beso mit! kern imm fall 30¹ un her auf, als die etwas spaͤter gesaͤete, es waͤre allso n zag unnoͤthig, den zweyten Kartagepflug, um des fruͤ⸗ Ahien üs, hern Saͤens willen, zu unterlassen. Endlich be— haupten sie, daß die Erbsen doch besser gerathen m hili und scheffeln, wenn der Acker zuvor gepfluͤgt und Eghacsch im Fruͤhlinge bereitet ist. Diese Einwendungen Itheltn. I. waren zum Theil treffend, ehe jene obige Bedin— it h, u gung, die Erbsen, acht Tage nach der Saat, aber— seshen i mals aufzupfluͤgen, in Betracht gezogen wurde, Icon ihnm sie fallen aber weg, wenn jene Bedingung erfuͤllt mab isz wird. Wenn sie allso viermal ihren Acker zu Erb— ga sen pfluͤgen wollen, so habe ich nichts dagegen, da usten Er es wahr ist, daß die Erbsen, feinen Acker haben Rahüh wollen. Indessen habe ich, uͤber zwanzig Jahre, Wüum 0 Erbsen unkartagt gesaͤet und gute Fruͤchte geernd⸗ Ul, v tet, doch aber vorzuͤglich reichere Fruͤchte, seitdem Wahar ich die gesaͤtten Erbsen, acht bis zehn Tage nachher, NEil wieder ins Kreuz habe umpfluͤgen lassen, davon ich und die Kenntniß, einem verdienstvollen Manne schul— nlch dig bin, der sie mich lehrte. an Wie uͤberhaupt, fuͤr jedes Getreide, sehr fein und dichte gepfluͤgt werden muß, so findet das ganz W5, M h I besonders bey den Erbsen statt; der Pflug muß nur à ut mit der Haͤlfte, mit einem Haken, die Erde auflo— Galm ckern, der zweyte Haken muß frey gehen, damit nur h h immer ein schmaler Streifen Erde gepfluͤgt werde; ö nätsh fallen große und breite Schollen auf die Saat, so gehen sie gar nicht auf, weil der Erbsenkeim nicht mit seiner Spitze die Erde durchbricht, sondern gebogen aus der Erde aufgeht. Wenn ein Cartage— pflug vorher gegangen, und staͤrk geegget worden ist, so wird dadurch schon die Erde sehr fein, und desto leichter kann nun die Saat sehr dicht einge— pfluͤgt werden. Die Regel der alten Wirthe, am gruͤnen Don⸗ nerstage, Erbsen zu saͤen, heißt weiter nichts, als sie moͤglichst fruͤh saͤen; sie gedeihen am beßten, wenn sie fruͤh gesaͤet werden, und wenn auch nach— her Frost und Schnee faͤllt, so thut diese Witte— rung den Fruͤhlingserbsen, keinen Schaden. Man lasse sich in seiner fruͤhen Saat nicht stoͤren, wenn die Erde auch naß seyn seyn sollte; diese Naͤsse bleibt nicht lange, da die trocknen Winde, sie bald aus— wehen, daher muß man auch die Erbsensaat, nicht gleich abeggen, wo diese Arbeit gebraͤuchlich ist, sondern man laͤßt das Feld erst abtrocknen, und nach der Art einiger Landwirthe, wenn die Erbsen schon fingerbreit uͤber der Erde aufgegangen sind, dann egge man, erst mit einer leichten Egge, und fuͤrchte nicht, daß das Eggen, Schaͤden thun moͤch— te. Es scheint zwar widersinnig zu seyn; die aus— gekeimten Erbsen, werden aus der Wurzel gewalt— sam gerissen, die Keime koͤnnten abbrechen, die Erde moͤchte von den Fuͤßen der Pferde, festgetre⸗ salin nt N„, sonden h Cartgg Wnuhn Rfh, Viemn Rinndn lihtö, il am beßtn, auß nuch Nit⸗ u. Muu N, Weun Etbsen W chm nach⸗ R R Hat ach, di e festotti⸗ 50³ ten werden u. s. w. Alle diese Urtheile haben einen guten Schein fuͤr sich; allein sie fallen gaͤnzlich dahin, wenn die viele und alljaͤhrige Erfahrung das Gegentheil beweist, und so viele erfahrne und bedaͤchtige Landwirthe dawider zeugen. Es werden zwar freylich durchs Eggen, manche Erbsen her— ausgerissen und im Wachsen gestoͤrt, allein dem ganzen Felde ist es außerordentlich nuͤtzlich, und dem Gedeihen der Erbsen foͤrderlich. Das Um⸗ pfluͤgen der gesaͤeten Erbsen, wie ich oben beruͤhrt habe, das Eggen derselben nach dieser Art, ohne zu pfluͤgen, beyde Arten beweisen die Hauptregeh, daß die Erbse, wenn sie gerathen, und zwar vor— zuͤglich gerathen soll, einen aufgelockerten, feinen Acker braucht, und daß ihr diese Beschaffenheit, nothwendig gegeben werden muß. Weil die Erbse rund ist, so bleiben viele derselben, man mag pflüͤ⸗ gen oder eggen, auf der Oberflaͤche, unbedeckt lie⸗ gen. Dabey ist nun kein anderes Huͤlfsmittel, als daß man sie nachstopft, es muͤssen Leute mit Stocken, auf dem Felde umhergehen, die Erbsen einstecken, und mit Erde bedecken; bleiben sie aber liegen, so sind sie, weil sie kennbar sind, ohnfehl⸗ bar ein Raub der Voͤgel, daher denn die Saat un⸗ dicht aufgeht. Man saͤet die Erbsen sehr dicht, aus vielen Ursachen. Es sind in einer Handvoll Erbsen, die — ——.....——————f———t——— —— —— ———— 50⁴4 der Saͤer ausstreut, ohnehin nicht so viele Körner, als in einer Handvoll Roggen, oder Gerste. Der Saͤer geht aber seinen gewoͤhnlichen Schritt, und streuet die Saat, von einer und der andern Seite aus, ohne auf die Undichtheit der Saat zu merken, wenn er nicht gerade dahin gewiesen wird, seinen Schritt kuͤrzer abzumessen, und mehr auszustreuen. Die Erbse setzt keinen Stuhl, oder Nebenhalm, bedarf aber sehr viele Nahrung, und gedeiht daher nur recht gut und reichlich, wenn der Boden, vie— len Moder, und besonders Kalk hat. Da sie nun sehr dicht gesaͤtt wird, so muß der Acker besonders fuͤr Erbsen geeignet seyn, und viel Kalk und Gips— theile enthalten. Es ist mir daher unbegreiflich, daß so viele Landwirthe behaupten, man muͤsse Erbsen, nicht auf frischem Mist, sondern in altem Mist saͤen, weil sie sonst nur sehr lang im Halm wuͤchsen, unaufhoͤrlich bluͤhten, und wenig Fruͤchte braͤchten. Die Ursache eines solchen Ueberwachsens, mag sonst einen unbekannten Grund haben, allein gerade die Fettigkeit des Ackers, ist es gewiß nicht. Bey der bedaͤchtigsten Einarbeitung der Erb— sen, keimen doch viele Koͤrner nicht; die Insekten im Fruͤhlinge, Maͤuse und Voͤzel, thun den aus— gesaͤten und schon aufgegangenen Erbsen, so lange Schaden, als es nur moͤglich ist. Diese Wahr⸗ nehmung rechtfertigt eine dichte Saat, sie beschat— łI ten hen tigk W der, len hab wal hal Mac Bea des dure zu es gese hab untet gen Ga zude dige gekei uͤber nen man Wpnagkn, Dsh, inth tuzustun. Meph, iht dahn WI H seun Hsonoeng d G Mriffich, am most dhn I. Han 6 Fucht Pachsens „, alein V iht. der Ech Nin N0 ng M Raht st bhl 505 ten sich auch um so viel besser, wenn sie dicht ste— hen, und erhalten die, denselben noͤthige Feuch— tigkeit; die Erde trocknet im Fruͤhlinge leicht aus. Wenn sie dicht stehen, so haͤngen sie sich aneinan⸗ der, unbesteckt mit Strauch, besser an, und fsau— len auf der Erde im Herbst nicht so leicht. An einigen Orten, wie ich schon oben erwaͤhnt habe, egget und pfluͤgt man die Erbsensaat weniger, walzt sie dagegen mit einer schweren Walze. Ich habe ehemals diese Art der Bearbeitung mitge— macht; es ist aber eine ganz widersinnige Art der Bearbeitung, da die Erbse gerade viel Lockerheit des Bodens erfordert, und dieses Erforderniß, durch die Walze gehemmt wird. Um die Naͤsse zu erhalten, sagt man, sey es unstatthaft, und es wollen, das Aufpfluͤgen der Erbsen, nach der geschehenen Saat, wie ich oben diese geruͤhmt habe, viele Landwirthe nicht gestatten, oder nur unter der Bedingung zugeben, daß gleich ein Re— gen kommen muͤsse, sonst wuͤrde, sagen sie, das Gedeihen derselben gehindert. Ich weiß es aber zuverlaͤßig, daß Landwirthe, die gerade einen san— digen und leichten Acker besitzen, alljaͤhrlich ihre gekeimten Erbsen pfluͤgen, und uͤber funfzehn Korn uͤber die Saat erndten, ohne Ruͤcksicht, ob es reg— nen werde, oder nicht. In solchen Gegenden, wo man viel Strauch und Leute, und wenig zu thun hat, besteckt man die Erbsen, nach der Saat mit Strauch, auf folgende Art. Das Strauch und Reisig wird im Winter herbey gefuͤhrt, und neben dem Erbsenfelde abgelegt; wenn das Feld besaͤt ist, so wird ein solches Strauch, in die Erde, auf die Erbsen gesteckt, und umgebrochen, damit laͤngst denselben, die Erbse aufgehen, und sich anhaͤngen koͤnne; da dieses Besteck in ordentlichen Reihen geschieht, so haben die Erbsen hinlaͤngliche Haltung und Schutz, fuͤr die trocknenden Sonnenstralen, verderben weiter hin nicht, und pflegen, wenn sie besteckt sind, ausnehmend zu gerathen. Das waͤre nun sehr schoͤn und zweckmaͤßig, da diese Huͤlsen⸗ frucht, von der Natur angewiesen ist, sich anzu— haͤngen, damit ihre Halme im Herbst, nicht auf der Erde faulen. Allein die große und mannig⸗ faltige Arbeit, die damit verbunden ist, macht es oft und an den mehresten Gegenden unthunlich; die Erbsen gerathen dennoch unbesteckt, sehr gut, wenn der Boden und die Zubereitung des Ackers, fuͤr diese Pflanze gut beschaffen sind. An Stelle des Strauchs, mit dem die Erbsen besteckt werden, bedient man sich gleich nach der Saat, wo ein großer Vorrath von Stroh vorhan— den ist, desselben. Man streut das Stroh, dick oder duͤnne, auf die gesaͤeten Erbsen, nach seinem Vorrath, und laͤßt dieselben durchwachsen. Diese 507 Eub Maaßregel hat zur Absicht, die Saat fuͤrs Aus⸗ trauch ud trocknen zu sichern, und die Insekten zu hindern, und neben daß sie der aufgegangenen Saat, nicht schaden, N0 17— Kr. e Yhsst ss. denn es giebt einen ganz kleinen Ruͤssel⸗Kaͤfer, der uf de in wenig Jahren, ganze Felder zu Grunde richtet, mn und rein abzehrt, so, daß auch kein Korn zum Faham Wachsen gedeiht, besonders aber sucht man hier— n Wün durch, die Erbsen im Herbst, fuͤrs Faulen zu eahn sichern, wenn sie, ohne besteckt zu seyn, sich ihrer mastraln, Schwere wegen, auf die Erde legen. Alle diese venn si Absichten, werden durchs Bestreuen mit Stroh, Wahe vollkommen erreicht. Es ist daher nuͤtzlich, dieses Hülse⸗ Bestreuen immer fortzusetzen, wenn ein Vorrath h duhv von Stroh vorhanden ist, und keine Sturmwinde nicht auf ö zu fuͤrchten sind, die das Stroh gaͤnzlich abwehen. Humniy Cben so faͤhrt man auch gut verrotteten Duͤnger, nutt e auf die Erbsen, und roͤffelt denselben fein aus. Rehullich Das Festtreten des Bodens, bey den dazu gehori— hr gl, gen Arbeiten, hindert den Erbsen im Gedeihen Aad, nicht, sondern sie pflegen gut zu geraͤthen, da ih— nen diese Duͤngung Schutz und fruchtbaͤrere Kraͤfte Ehin liefert. Es werden fast in allen Kurlaͤndischen II Landwirthschaften, keine große Aussaaten von Erb— Inhm sen gemacht, wo nicht ein vorzuͤglich geeigneter zu, Me Acker, zum Anbau derselben, vorhanden ist, da irnsn sie in schlechtem Acker oft mißrathen, auch selbst in dem beßten Boden, durch allerhand Zufaͤlle, 508 nicht einschlagen, im Herbst fuͤr Frost sehr zaͤrtlich und leicht verletzbar sind, und bey ihrer Erndte, da sie, auf ein Gestell gehaͤngt werden muͤssen, wozu eine Menge Stangen und Arbeiter erforderlich sind, große Arbeiten verursachen, so baut jeder Land— wirth, nur so viel derselben an, als er zu seinem Hansbedarf nöͤthig hat. Ueberhaupt erfordert es unsere Landwirthschaft, daß wir die Einrichtung machen, mit geringer Arbeit, vielen Ertrag zu schaffen, daher legt man sich am liebsten, auf sol— che Saaten, die weniger Arbeiten erfordern. Un— ser Ackerbau ist im Verhaͤltniß unsrer Arbeiter, sehr groß, und wir wuͤrden nicht weit kommen, wenn wir, viele Arbeit erfordernde Produkte, er— ziehen und kultiviren wollten. Wenn die untersten Schoten an den Erbsen trocken, und gelb sind, so erndtet man sie. Felder, die nicht mit Strauch besteckt sind, werden behende mit der Sense abge— maͤht, nur an der Wurzel abgeschnitten, und von dabey stehenden Leuten, in Bunde genommen. Mehrentheils sind denn auch Weiber und Maͤgde beschaͤftigt, sie zugleich zu pfluͤcken. Man darf es nicht wagen, sie spaͤter zu pfluͤcken, bis etwa die mittelsten Schoten auch reif wuͤrden, weil ein Regen, die reifen Schoten zerplatzen macht, die sogleich ihre, in sich enthaltenen Erbsen, fallen las⸗ sen. Auf dem Gestell reifen sie hinlaͤnglich nach, 0 und! der so tlo hoch! diesen mit v 8 * Land gewi zum saete, wuͤrde säete. ich gesͤe harte sie in borzä Schot lacht Ene herh Vass auch Frost Saat 5⁰9 * 115 und trocknen öngleich. Weil die Erbsen, so wobl der Stamm als die Schoten, so voll Saft sind, ü so trocknen sie nicht auf der Erde, sondern muͤssen —0 hoch in de Luft haͤngen, und verfaulen, selbst auf diesem erhoͤheten Gestell bisweilen, wenn sie nicht Mur mit vielen Stangen gestuͤtzt und geluͤftet werden. —10 Ich halte das alles, fuͤr Aberglaͤuben in der 4250 Landwirthschaft, was man von der Erbsensaat, bey ö Er gewissen Winden weissagt, als wenn sie nicht weich ffl zum Kochen waͤren, wenn man sie im Nordwinde Inn ll saͤete, daß sie unaufhoͤrlich bluͤhten, und nicht reif Hante wuͤrden, wenn man sie in ganz neuem Lichte aus⸗ bnman, saͤtte. Ich habe mir sorgfaͤltig die Winde aufge— RultV„ zeichnet, bey den, in vielen Jahren, die Erbsen im gesaͤet worden sind, und nie gefunden, daß sie bey sid, s harten Winden, hart zum Kochen waͤren. Wenn E sie im Kochen nicht weich werden, so ist das die IA vorzuͤglichste Ursache, daß, da die Erbsen in den IL Schoten, im Herbst, sehr weichlich und zart fuͤr unmen. Nachtfroͤste sind, sie auch im Fruͤhlinge stark sind. oMode Ein etwas fruͤher und starker Nachtfrost im Herbst, Nun duf zerstoͤrt die Struktur der Erbse; ihre Natur, im Hin tnn Wasser aufzuquellen, hoͤrt auf, daher bleiben sie „ W auch im Kochen hart, ihre Fasern sind durch den nuth/ N Frost gelaͤhmt, und sie selbst sind untauglich zur stlenaß Saat. uich uu——— :.. 2.—.—.—.——————————— 22——.— 2 Fuͤnfte Abtheilung. Vom Bestellen des Ackers zu Leinsaat. Der Leinsaamen bedarf zu seinem Fortkommen, keine besondere Behaͤndlung des Ackers; wenn der Boden nur an sich, fuͤr diese Getreideart geeignet ist, so geraͤch das Flachs, auch ohne besondere Zubereitung der Erde, gut. Auf die eigentliche Beschaffenheit des Bodens, kommt es bey Leinsaa— men vorzuͤglich an, er liebt Niedrigungen, die zu— gleich Fettigkeit haben, Mergelboden; leichter, mit vegetabilischem Moder geschwaͤngerter Acker, ist ihm besonders behaglich, er giebt schoͤnes Flachs und vielen Saamen, in fettem Teichschlamm. Ge— woͤhnlich reißen die Bauern, zu Leinsaamen, im Herbst oder Fruͤhlinge, ein Stuͤck neuen Acker auf, eggen den umgekehrten Rasen, und saͤen den Lein— saamen in der eilften Woche. Sonst wird der Lein⸗ 511 98—— saamen auf der niedrigsten Stelle im Felde gesaͤet; man pfluͤgt nur den alten Acker auf, laͤßt ihn maͤßig ö abtrocknen, eggt ihn, so fein als moͤglich, saͤet denn den Saamen ein, und eggt, da die Saat sehr fein ist, nur denselben moͤglichst ein, ohne wei— ter zu pfluͤgen. Ob man noch mit der Walze, den Acker zudeckt, das haͤngt von der Feinheit der Erde, I. und uͤbrigens von der Gewohnheit jedes Ortes ab, nothwendig ist es aber nicht. Weil der Leinsaa⸗ HAsat, men, moderreichen Acker erfordert, so pflegt er, auf neugebrochenem Acker, sehr gut zu gerathen; die Wurzeln finden in den faulenden Graswurzeln, Wemmed die erst neulich umgekehrt worden sind, ihre volle e r Nahrung. un gehnt Komn Wenn der Leinsaamen so reichlich an Koͤrnern I ertragen wuͤrde, wie anderes Getreide, so muͤßten %½½ die Wirthe, bloß um der Leinsaat willen, große 1„ N/ Aussaaten machen. Dieses Korn ist immer, jaͤhr⸗ lachtet lich in sehr hohem Preise, und wird von Auslaͤn— I dern sehr verlangt. Allein der Leinsaamen giebt ansr nur das dritte oder vierte Korn gewoͤhnlich uͤber 1 0 die Saat, außerordentliche Erndten an Leinsaa— 11 n men, giebt es nur in eigentlich dazu bestimmten ilnrn Aeckern, deren wir, hier wenig haben. Uebrigens, 0.— so wenig Arbeiten bey dem Einsaͤen erforderlich nti sind, so viele macht nachher das Flachs. 512 Die Dichtheit der Saat, haͤngt von dem Wil— len der Landwirthe ab; saͤet man undicht, so erhaͤlt man mehreren Saamen und weniger, auch groͤbe— res Flachs, saͤet man aber dicht, so sind die Halme duͤnne und fein, geben feines Flachs, aber weni— ger Saamen. Man saͤet den Leinsamen gerne fruͤh im Jahr, weil die Herbstfroͤste, den Saaͤtkoͤpfen, und selbst dem Flachs sehr schaͤdlich sind; uͤberfaͤllt ein starker Reif den Flachs, ehe er vollkommen reif ist, so ist die Saat, meist ganz verloren. Das pflegt sich oft zuzutragen. Daher saͤen die Landwirthe gerne so fruͤh, doch aber auch mit Ruͤcksicht auf die Fruͤhlingsfroͤste, die dem aufgegangenen Flachs, auch sehr oft schaͤdlich sind. Nachdem die ersten großen Nachtfroͤste voruͤber sind, wird die Lein— saat bestellt. In Gegenden, wo viel und gutes Flachs gebaut wird, jaͤten die Weiber, das Flachs sorgfaͤltig aus. Es giebt gewisses Unkraut, das den Saamen verunreinigt, und einen Schehben in das Flachs bringt, der durch alle Bearbeitung nicht herauszubringen ist. Wenn die untersten Blaͤtter, an der Flachs⸗ pflanze gelb, und die Saatkoͤpfe braͤunlich gruͤn sind, so rauft man das Flachs, und wartet nicht bis die Koͤpfe voͤllig braun werden. Die Flachs⸗ buͤnde laͤßt man ungern, lange in der Sonne vere trockt man Leins absch einem gen, hachr zwar unser dern Haln unde schich. verlie gleic er do Anse gen E gerisse so dun schl. das E verme Geste haͤlt d man Her Weni⸗ n h und selhd tein sacke st, so il flgt sh lhe gelne auf di VFlachs, die esten Die Liw % hehben in ubidung Wartt nicht De Nache Zonne dii 21. trocknen, sondern schreitet zum Einweichen, so bald man die Koͤpfe abgeschnitten hat. Da wir den Leinsaamen, eine Spanne lang unter den Koͤpfen abschneiden, und ihn, ehe er gedroschen wird, auf einem eigenen, dazu gemachten Gestelle aufschla⸗ gen, damit die Saat erst lufttrocken werden, und nachreifen konne, so verkuͤrzen wir das Flachs zwar, allein das ist die eigentliche Ursache, daß unser Kürlaͤndischer Leinsaamen, von den Auslaͤn⸗ dern, so vorzuͤglich gesucht wird. Der von dem Halm, in scharfen eisernen Kaͤmmen, abgerissene und abgekaͤmmte Saamen, wie es auswaͤrts ge⸗ schieht, um von der Laͤnge des Flachses, nichts zu verlieren, schimmelt unausbleiblich, und ob er gleich seine Keimkraft, nicht verliert, so bekoͤmmt er doch, auf seiner aͤußern Haut, ein schwaͤrzliches Ansehen und Farbe, und wird fuͤr alten vieljaͤhri⸗ gen Saamen gehalten. Wenn er auf die Art, ab— gerissen wird, so mag er, auf luftigen Boͤden, nur so duͤnne ausgebreitet werden, daß jeder Kopf fuͤr sich liegt, oft gewendet und gekehrt werden, so ist das Schimmeln, des Inwendigen der Koͤpfe, un⸗ vermeidlich. Nur das Aufhaͤngen aͤuf solchem Gestell, als wir haben, Sahrdes genannt, er— haͤlt den Saamen hellbraun und glaͤnzend, den man in den Seestaͤdten Kornsaat nennt. 33 — ö Aus ö ö Die abgeschnittenen, und auch wohl gehechel— Wa * N ten Flachsbuͤnde, um den letzten Theil des Som— nun ( mers nicht zu verlieren, eilt man, so bald es alle N diese Arbeiten gestatten, zum Weichen, damit der diest V Harl, nicht gar zu sehr, an den Schehben antrockne. In Ich muß es nur aufrichtig Lestehen, daß ich diesen nan Actikel gar nicht beruͤhrt haben würde, da in der Biet VN Gegend, in der ich lebe, kein betraͤchtlicher Flachs⸗ det, ö ö bau statt hat, und hier, kein besonders eigenthuͤm⸗ fünt licher Boden, fuͤr denselben, zu finden ist, wenn in ich diesen Gegenstand auslassen duͤrfte; es wüͤrde Wi ¶ ihn hier der Landmann suchen, und nicht finden⸗ amt Fuͤr Anfaͤnger in der Landwirthschaft, habe ich diese aber, ö unvollstaͤndige Beschreibung des Flachsbaues, an⸗ fuͤhren wollen, und bitte diejenigen Landwirthe, ö habe ö die in der Kultur des Flachses, betraͤchtlichere Fort— und ( schritte gemacht haben, und sich auf Ne Behand⸗ an: lung des Flachses, wohl verstehen, diesen Aufsat + zu ergaͤnzen, damit wir auch in diesem Artikel, et— schlä⸗ * ö was vollkommen Brauchbares besaͤßen. Cchl ö das, N Die weitere Behandlung des Flachses, ist so Vas verschieden, daß ich eigentlich nicht weiß, welches die beßte Art ist. Nachdem die Gaattopf 9385 Lann schnitten sind, weicht man das Flachs, in moͤglichst 5 st weichem Wasser, auf folgende Art: Es wird king Strauch, mit allen Blaͤttern und Aesten, ins * rohl gehthch Rl des Cuu⸗ l 0 Mm det Wnoh. „xhh n de, duin der hert cchtin dan ist, veng 10 wu gt fuden. abe ich dies Wants, au Uadwüthh, wichere datt u hut Issa Mfsa Iu, d ulopfta⸗ unögichf 11 G Aten, 545 Wasser geworfen, eine dicke Schicht auf einandert; nun legt man die Flachsbuͤnde, in ganzen Reihen, und ziemlich hohen Haufen, nach und nach, auf dieses Strauch, bis es von der Schwere der Last, im Wasser, zu Boden sinkt. Dann beschwert man dieses nasse Flachs, mit schweren Klotzen, Brettern, und Steinen, wie man eben etwas fin⸗ det, das die Last vermehrt, laͤßt es so im Wasser, fuͤnf, bis vierzehn Tage weichen, und richtet sich, in Ansehung der Zeit, des Weichens, nach der Waͤrme und Kaͤlte der Luft, und des Wassers; im warmen Wasser, weicht es eine kuͤrzere, im kalten aber, eine laͤngere Zeit. Man untersuche oft, das eingeweichte Flachs, ob es schon genug geweicht habe, und nimmt zum Zeichen der Vollendung und Hinlaͤnglichkeit desselben, folgendes Merkmal an: Man zieht einige Halme, von diesem ge— weichten Flachs, aus dem nassen Bunde, und schlaͤgt damit auf das Wasser; springt von diesem Schlage, der Harl von dem Schehben los, so ist das, das Zeichen, daß man das Flachs, aus dem Wasser ziehen muͤsse. Man nimmt auch wohl, zu verschiedenen Zeiten, einige Halme, trocknet sie am warmen Ofen, zerbricht sie alsdann, und da zeigt es sich, ob der Harl und Schehben, sich gut von einander ablösen; wenn es nun sich ausweist, daß es schon bereits zu viel geweicht hat, so eilt — 5 33 man, um so eher, es wieder ins Trockne zu brin⸗ gen. So bald die, auf dem Flachs gelegte Last, abgenommen wird, hebt sich die ganze Masse, in die Hoͤhe, die denn nach und nach, weiter abge⸗ nommen, und fortgefuͤhrt wird. Wenn es nun aus dem Wasser gezogen ist, so stellt man es, in Gaͤrten oder Wiesen, auf die Fuͤße, das heißt, man breitet dafselbe, in einem Ende des Gebuͤndes,⸗ aus⸗ einander, und stellt das Bund, auf die stehenden Halme hin. Oder man macht das ganze Bund auseinander, besonders im Fall es noch nicht ganz geweicht haͤtte, und deckt es auf die feuchte Erde hin, allwo es von der Sonne bleichen, vom Thau und Regen noch angefeuchtet, von der feuchten Erde erweichet, und muͤrbe gemacht wird, und voͤllig lufttrocken werden soll. Regnet es zu viel, und ist es sehr lange feucht, so muß es abermals in Buͤnde gebunden, und auf Stangen oder Zaͤu⸗ nen gehaͤngt werden, denn nicht anders, als voͤllig lufttrocken, muß es in die Hitzrige gebracht wer— den. Ist es noch feucht, und wird dergestalt, in die Hite gebracht, so schmort es, und zerbricht voͤl⸗ lig auf der Brache. Das Weichen des Flachses, ist ein Hauptstuͤck der Behandlung desselben; es muß sein eigentliches Wasser haben, muß nicht zu lange, auch nicht zu kurze Zeit weichen, letzteres kann aber durch das Bleichen derselben, noch er⸗ bht sehen dorb⸗ elfah lung möͤgl sie s gewi Es Flad hier! dem 6 auf bis d dann. doͤrre daß ten w feucht spaͤt ilt zu Se lufttr die er vom 6 in die und r ser eig Hene zuh Vgelgte N Masse, n Olikt abge D mun Eune in dat hiß um Wbündeh ut Dh steherde ahze Bud I nctgath Hucht Ede Hom Than du fruchteh Witd, und 6 3u deh ahemb Zür Vahtöllz Hatht vet⸗ islt/ u Rubt 05 u uist destlben, muß uiht x , Kht , loch 517 setzt werden. Es wird aber gar zu leicht ein Ver⸗ sehen gemacht, so, daß oft. die ganze Erndte, ver⸗ dorben wird. Daher sind wohl unterrichtete, und erfahrne Leute erforderlich, die mit dieser Behand— lung Bescheid wissen. Es koͤnnen hiebey, un⸗ moͤglich feste Regeln gegeben werden, da die Leute sie selbst nicht anzugeben wissen, sondern nach gewissen, lange gewohnten Gefuͤhlen, verfahren. Es giebt auch in Litthauen eine Art, das Flachs, ungeweicht zu bearbeiten, von der wir hier keine Erfahrung haben. Man soll es, nach⸗ dem es gerauft ist, so lange in freyer Luft, oder auf Zaͤunen und Stangen gehaͤngt, stehen lassen, bis die Kopfe voͤllig trocken sind von der Luft, dann soll man es, in die Hitzrige bringen, und doͤrren, und die trockne Saat ausklopfen, ohne daß das Flachs, wie oben beschrieben, abgeschnit⸗ ten werden muͤßte; nachher soll man es, auf sehr feuchten Boden ausbreiten, es der Witterung, bis spaͤt im Herbst, aussetzen, auch wohl unter Schnee, zu Zeiten bleiben lassen, es dann aufnehmen, und lufttrocken machen, und doͤren. Man sagt, daß die erste starke Hitze, die es bekommt, den Harl vom Schehben loͤset, und das nachherige Aussetzen in die Feuchtigkeit, dasselbe desto besser erweiche und muͤrbe mache, obgleich es gar nicht im Was— ser eigentlich geweicht ist. Ich lasse das dahin ge⸗ 918 stellt seyn, weil ich die Probe gar nicht machen kann, da ich, der vieken Arbeit wegen, die man beym Flachskultiviren hat, den Anbau desselben, gaͤnzlich aufgegeben habe. Wenn alle die Arbeiten, an Flachs gewendet werden sollen, so muß es ge— hoͤrig lang, in seinem Wuchs, fein und arthaft seyn; ist es kurz, und schlecht von Harl, so ist der Ertrag, im Verhaͤltniß der vielen Arbeiten, von so geringem Belange, daß man großen Verlust hat. Bey einem ausgebreiteten Getreidebau, kann kein großer Flachsbau statt finden. Derselbe er— fordert, so unsaͤglich viele Arbeiten, gerade in der Erndtezeit, daß die Kultur eines Produkts der Erde leiden muß. Der Flachsban ist sehr muͤh⸗ sam, und erfordert viele Haͤnde. Das Raufen desselben, das Abschneiden der Saatköpfe, das Hecheln jeden Bundes, wenn man nichts von der Saat verlieren will, das Trocknen der Saat, das Weichen, und oft eine weite Fahrt, nach dem schicklichen Wasserplatz, das Bleichen, und oft— malige Umwenden, um es von beyden Seiten gleichmaͤßig zu bleichen, das Brachen, Klopfen, Schwingen, Hecheln, beschaͤftigt eine große Menge Menschen, und am Ende, hat oft der Landmann, bey schlecht gewachsenem Flachs, bey Versehen, die bey der Arbeit vorgefallen sind, eine so kleine Portion Flachs, und abgefrorne Saat, daß er fuͤr nicht Madw Wh, die na VV 7 Irdau dessebe 11 dlde Hthartg sen 06 umuhß Hunl, so seu Athattn, h Ricßen Vuf tlibcbah, H Dusslt dallyst, du ichtz hon de VEa, „iac den M, Woest Iden Seith eh, Hlysn RN Iadnahy, h Vuschhh Kl at, I 0 3189 alle diese Muͤhe und Arbeit, nicht den zehnten Theil, Ersatz gewonnen hat. Ich nehme guten Leinsaat-Acker, von dem hier Gesagten aus. In Litthauen, und einigen Gegenden Kurlands, sind Umstaͤnde und Verhaͤltnisse, sehr verschieden. Die Bewohner haben dort, einen niedrigen, ebenen, fetten Boden, alle Seestaͤdte sind weit entfernt, die Winterfruͤchte gerathen selten außerordentlich, in solchem niedrigen fetten Lehm, das ist aber der beßte Acker fuͤr Flachs und Hampf, er waͤchst lang, giebt vielen Saamen, und die dasigen Einwohner, koͤnnen mit einem Fuder Flachs, mehr Geld er— werben, als wir, mit sechs Fuder Korn. Daher legen sie sich, mit dem beßten Erfolg, auf die Kul⸗ tur dieses Produkts, das keinen großen Transport erfordert, ihnen aber, in manchen Jahren, be— wunderungswuͤrdige Erndten bringt. Es ist daher zweckmaͤßig, daß sie, den Flachsbau, so weit aus— dehnen, als moͤglich ist. Die weitere Bearbeitung dieses Artikels, will ich nun nicht verfolgen, sondern nur zum Schluß, eine Anmerkung hinzufuͤgen, die das Brachen des Flachses betrifft. Man breche die aus der Hitzrige genommenen Bunde, nicht gar zu heiß, sondern lasse sie ganz weich abkuͤhlen, oder mindere nur den Grad der Hitze, in etwas; denn obgleich der Harl, nicht den Grad der Hitze annimmt, wie der Schehben, so bricht der Harl, wenn er gar zu heiß, und allso zu sproͤde ist, bey der gewaltsamen Arbeit, mit dem Schehben zugleich; hat er aber nur etwas feuchte Luft angezogen, so bleibt er unversehrt und ganz, der Schehben bricht allein von einander. 52¹ ——eeeeerree u ß Wunen Mieh drut etpas lunsthn un on Ehutdz. Sechste Abtheilung. Von Beyfeldern. Es giebt hier auf einigen Landguͤtern, die wenig Menschen haben, so viel unbebautes, theils mit Strauch bewachsenes, theils frey liegendes Acker— land, in ebenen, hoch liegenden Gegenden, wel— ches zur Viehweide gebraucht wird, oder ganz un— genutzt liegt, nahe oder Ferne von der Hoflage. Aus solchen Stuͤcken Acker, die zum Kornbau sehr schoͤnen Boden haben, aber doch zu klein sind, um ganze Hof lagen anzulegen, macht man einzelne Felder, die man gewoͤhnlich Beyfelder nennt, die nicht geduͤngt, sondern nur so lange, mit Getreide besaͤet werden, als sie Ertrag geben; sind sie abge— nutzt, so laͤßt man sie liegen, und mit Gras und Ellernstrauch uͤberwachsen, bis sie wieder, nach 52 langer Ruhe, zum Kornertrage, aufgerissen wer— den. Indessen hat man andere dergleichen Stuͤcke Acker, die man der Reihe nach, zu eben derglei— chen Absichten pfluͤgt und besaͤtt. Wenn man viele dergleichen taugliche Stellen hat, so wechselt man, in einem gewissen Zeitraum von Jahren, mit den— selben, so, daß im neunten oder zwoͤlften Jahre, wieder die Urbarmachung des ersten vorgenommen wird. Hat man weniger dergleichen Aecker, so nutzt man eines und das andere, und lebt dann auch wieder, viele Jahre, ohne Beyfelder. Diese Beyfelder, haben ihren großen Nutzen; sie liefern den ordentlichen Feldern, eine Menge Stroh, und empfangen von den ordentlich, unter Duͤngung zu haltenden Feldern, nichts zuruͤck, da sie gar nicht geduͤngt werden. Sie liefern eine Menge Korn, ohne daß man sie duͤngt, und verschaffen dem Be—⸗ sitzer eines Landgutes, so lange man sie nutzen kann, oft betraͤchtliche Einkuͤnfte, als einen Ueberschuß, seiner regelmaͤßigen Revenuͤen. Am liebsten, nimmt man solche Stuͤcke, die mit Strauch, Laub— holz, und vielem Grase, bewachsen sind, und lange Zeit mit Vieh betrieben worden, da denn der Abfall vom Vieh, die vieljaͤhrige Sammlung von Blaͤttern und Reisern, ein solches Stuͤck Land, vorzuͤglich zum Beackern bestimmen und eignen. Sind die Flaͤchen nicht groß, sondern etwa von 523 uherssen pj* nün Suͤmpfen und Morraͤsten, und nassen Gegenden, oft unterbrochen, so werden diese, nicht zu Bey— feldern gewaͤhlt, besonders auf groͤßeren Landguͤ⸗ HEH Mcgen Ctuct Wchm degle⸗ Imnal tern, die eine verhaͤltnißmaͤßige Anzahl Menschen hune und Kraͤfte haben, aber nicht genuͤgliche ordinaire 10.3900 Ackerfelder. Wie solche Beyfelder gemacht wer— wuftn I den, habe ich, in dem Artikel von Neubruͤchen, nenmn hinlaͤnglich gezeigt, kann das allso hier uͤbergehen. in ife, Man nutzt dergleichen Beyfelder, nach Beschaf⸗ I Ach dun fenheit der Guͤte des Bodens, zwey, drey, auch flhr. Ols vier Jahre, saͤet im ersten Jahre, im Herbst Rog⸗ seclifen gen, im folgenden Gerste, im dritten Jahre aber— Sudh, w mals Gerste, und zuletzt Hafer, oder aber nur àDinun Winter⸗ und Sommerkorn,(in zwey Jahren) „N stun und laͤßt sie dann wieder unbeackert liegen. Man Mumego, macht dergleichen Beyfelder, so groß, als man fin din V kann. Wenn solche, zum Ackerbau urbar zu ma⸗ nuhen kann chende Stuͤcke, nahe in der Hoflage des Landgutes lhershuß, liegen, so sollte man sie lieber, mit den ordentlichen In absen, Feldern, in eine Kulturfolge bringen, sie duͤngen, Rauch Lub und so benutzen, wie ich es in der Abhandlung, sid, nů uͤber die Eintheilung der Felder, gezeigt habe; u, NHn dieses waͤre, uͤberhaupt genommen, viel vortheil— hafter; die ordentlichen Felder, wuͤrden durch die Un laͤngere Ruhe gewinnen, und die Beyfelder, durch die regelmaͤßige Bearbeitung, die Viehweiden, Wh durch die Duͤngung und Beackerung. Ich braͤuche I. 0 dem eino — 3524 hier davon nichts weiter zu sagen, da dort alles hinlaͤnglich eroͤrtert ist. Sind solche Stuͤcken Acker aber, von der Hoflage der Landguͤter, weiter ent— fernt, und nicht dem Verderben des Viehes ausge— setzt, da sie von keinem Menschen, bewacht werden koͤnnen, und niemand in der Naͤhe wohnt, so muͤßte man sie doch nicht uͤber drey Jahre nutzen, da ein jeder Boden, durch den Ertrag der Koͤrner, sehr entkraͤftet wird. Man sollte sie im letzten Jahre, mit Tiefschlagenden Wurzelgewaͤchsen be— stellen, etwa den Klee, wenn derselbe, nur auf nie geduͤngtem Boden wachsen wuͤrde. Vielleicht wuͤrde man, ein einheimisches, tiefschlagendes Wurzelgewaͤchs auffinden; selbst Baumsaaten koͤnnten dazu gebraucht werden, die mit Getreide, im letzten Jahre gemischt, ausgestreut werden koͤnnten; wenn der Boden, nur noch so viel Kraft hat, irgend ein solches Wurzelgewaͤchs zu tragen. Man konnte allerhand Versuche machen, da es der Gewächse so manche giebt, die eben keinen fet— ten und aufgelockerten Boden haben wollen, um Wurzel fassen zu koͤnnen. Es ist der Muͤhe werth, solche Versuche zu machen, und Arbeit auf Ver—⸗ besserung der Oberflaͤche der Erde, zu wenden, da hier mit einer Arbeit, des Saͤens, des letzten Ge⸗ treides, keine weitere Anstrengung erforderlich ist. Die Belohnung dieser Arbeit, folgt uns auf dem 32³ detk als Fuße nach, wenn wir sie, nach Verlauf einiger eüln 2 Jahre, wieder mit Getreide bestellen wollen. Ist Mi g zur Verbesserung solcher Stuͤcke, nichts gethan, Wiguch⸗ da man sie, nach unserm Wirthschafts⸗-System, Iamn nicht duͤngen kann, und will; so ist auch in der Folge, wenig von ihnen zu erwarten; unterdessen Uur aber, ist doch zu ihrer Zubereitung, eine große und schwere Arbeit erforderlich, die, so sehr geringen 2 Nutzen bringt, daß derselbe, auf keine Art, der N Arbeit entspricht. Il, Mt af Wenn man sehr große Flachen tangbaren Rait Ackerlaͤndes hat, das weder mit Wald bewachsen, stands noch von den Einwohnern eines Landgutes, gehoͤ⸗ Tirn rig genutzt den kann; so muͤßte man, neue Wühnlh Wohnplaͤtze, fuͤr einwandernde Menschen, anlegen, da solche unbebaute Gegenden, die nutzbar sind, aber nicht genutzt werden, lediglich, aus dem Man⸗ straut waden 5 19 gel an Menschen, entstehen, und vorhanden sind. 2n B0. Sie als Beyfelder nutzen wollen, ist ein sehr ge⸗ 2 15 ringer, und wenig bedeutender Vortheil, gegen den im f He gerechnet; wenn solche, oft sehr schoͤnen wulen, u Boden, enthaͤltende Gegenden, mit Menschen be⸗ Mhnt setzt, und ordentlich und gehoͤrig genutzt wuͤrden. it uf N Selbst schlechter Boden, kann, wenn er genugsam erdu A verbessert wird, durch Menschenhaͤnde, sehr ein— ulhn d traͤglich werden. Die Kultur, der Oberflaͤche der mdasch s Erde, ist eine schoͤne und edle Beschaͤftigung, sie N 520 wird durch mehrere kleinere, als durch einzelne große Haushaltungen, viel schneller und besser ge⸗ sͤrdert; denn wenn ein jeder, fuͤr sein Eigenthum arbeitet, so ist der Fleiß und die Betriebsamkeit groͤßer. Der Trieb der Menschen, einen eigenen Heerd zu besitzen, und in gewisser Betrachtung, sein eigener Herr zu seyn, ist der kraͤftigste Sporn zur Industrie. Es giebt so viele Menschen, die von ihrer Haͤnde Arbeit leben, und leben koͤnnen; sind es nicht Fabrikanten, so sind es doch Arbeiter, die den ins Große Arbeitenden oder Fabricirenden helfen, oder in die Haͤnde arbeiten koͤnnen. Es koͤn⸗ nen daher, unter mehreren Haushaltungen, theils Landleute, theils Handwerker seyn. Wenn die Men⸗ schen vermischt, unter einander leben, und nicht sehr weit, von einander entfernt sind, so lebt einer vom andern, und einer durch den andern, sehr gut. Die zum Theil gegruͤndete Einwendung; wo viele Haushaltungen, ihr noͤthiges Holz, herneh— men sollen, wenn in einer Gegend, kein Ueberfluß davon vorhanden ist, ließe sich zum Theil beant⸗ worten, da viele Haͤnde, auf einem guten Boden, Holz anziehen und anbauen koͤnnen, und es giebt auch andere Fenerungsmittel, als Holz. Torf ist in vielen Gegenden genug, man wuͤrde ihn schon aufsuchen und brauchen, wenn erst genug Beduͤrf⸗ tige da waͤren. Es ist nicht gerade nothwendig, ich eizh Nd bisser g⸗ 46H hahthum Kussam Ilen eNnen Atachun, IER lahe Cborn nschen, di in kömnen; 3 VWMyheter e, nalendon E u„ thils Moo ut sehr tuet vom scht qu. dung; vo bench Ucbafn heil beunt un Bodis d gl . I f N ten *. 6„ ng Baur⸗ 24 uthwondh 527 daß alle Haushaltungen, aus Ackerleuten bestehen; andere Arten von Bewohner, brauchen nicht so viel Holz, als die, welche Ackerbau treiben. Wenn die Menschen, nur eine Wohnung, und einen Gar— ten haben, so werden sie sich schon ernaͤhren. Die Wohnugen selbst zu schaffen, dazu dient die schoͤne Erfindung, Haͤuser von Erde zu bauen. Die Heuschlaͤge,(da wir, bey so langen Wintern, un— ser Vieh, viele Monate, in Staͤllen fuͤttern muͤs⸗ sen,) koͤnnten die wichtigsten Hindernisse, der Ver— mehrung der Wohnungen seyn. Allein auch die— selben, koͤnnten durch den Anbau der Futterkraͤuter, besiegt werden, wenn wir nur erst, einheimische Futterkraͤuter, im Gebrauch gebracht haͤtten. Ich fordere alle Landleute auf, Versuche damit zu ma⸗ chen, die einheimischen Futterkraͤuter zu kultivirenz es waͤre eine große Waͤhlthat, die man dem gan⸗ zen Laͤnde erzeigte, wenn man sich darauf legen wuͤrde, solche auslaͤndische Pflanzen aufzusuchen, und durch die Kunst anzubauen, um dadurch aus⸗ zumachen wie weit es in dem Gebrauch derselben, gebracht werden koͤnne. Es sind so viele Menschen, die es nicht noͤchig haben, so aͤngstlich, alle ihre Kraͤfte, bloß auf ihre, und der Ihrigen Erhaltung zu wenden, sondern die zum allgemeinen Beßten, allerhand nutzbare Versuche anstellen koͤnnten. ———— 528 Siebente Abtheilung. Von Saͤeteichen oder Stauungen. Saeteiche oder Stanungen, sind ein schoͤnes Per⸗ tinens zu einem Landgute, sie geben alle Jahr, betraͤchtlichen Nutzen. Wenn sie mit Getreide be⸗ stellt werden, so liefern sie, schoͤnes Korn, viel Stroh und Viehfutter, und beduͤrfen keiner Duͤn⸗ gung, keines so oft wiederholten Pfluͤgens, als die Felder; sie koͤnnen so stark nicht eingrasen, als ein Feld; das Wasser macht sie milde und muͤrbe, ein zweymaliges Bearbeiten macht sie zu einem schoͤ⸗ nen Kornertrage mehrentheils tuͤchtig. Sind solche Saͤeteiche unter Wasser gesetzt, so geben sie, eine Menge Fische, nachdem der Boden dazu be⸗ schaffen ist, und nachdem ihre Groͤße und Lage ist. Man kann alle Beyfelder entbehren, wenn man einen Ueberfluß an Saͤeteichen hat; sie haben auch 6 uungen, hes Per We Ihr Netridebe Horp, til fier Din euh, als di u, Alsein fütbe/ En ihen schs g. Sild 0 gbin sh din dinn ke und W s. „ dn wan sie 329 einen großen Vorzug, vor Beyfeldern, weil sie sich selbst beduͤngen. Man hat auch solche Stauun— gen, die man zu Heuschlaͤgen nutzt; sie werden gar nicht gepfluͤgt, aber jaͤhrlich unter Wasser gesetzt, und gegen die Heuzeit abgelassen, wie ich in dem Artikel von Heuschlaͤgen, von dieser Art Stauun— gen ausfuͤhrlich geredet habe; haben sie guten, tragbaren Boden, so maͤht man sie zweymal. Man richtet sich in ihrer Bestimmung zu Heu— schlaͤgen oder zu Acker, nach der Beschaffenheit des Bodens, nach ihrer Lage, und nach seinen Beduͤrf— nissen und Kraͤften; haben sie viele Quellen, so lasse man sie lieber zum Graswuchs. Es giebt einige Gegenden, die viele natuͤrliche Anlage zu Teichen haben, wo Anhoͤhen und Thaͤler bestaͤndig abwechseln, wo ebene Vertiefungen sind, die rund herum, von Anhoͤhen umgeben sind, wo Thaͤler, die weiten Umfang haben, zwischen zwey gegen— uͤber stehenden Bergen fortlaufen; je weiter diese An⸗ hohen aus einander stehen, und ein breites Thal bil— den, desto besser sind sie zu Teichen geeignet; wo die umgebenden Anhoͤhen irgend wo sich naͤher zu einander neigen, da sind entweder schon Daͤmme gemacht, oder man laͤßt sie anfertigen, oder Ver— tiefungen, die eine einzige Stelle des Abflusses ha— ben; die niedrigste Stelle im Thal lockt die Land— wirthe zur Verfertigung der Daͤmme, die um so 34 530 viel hoͤher oder niedriger seyn koͤnnen, in wie ferne man die Stauung groß oder kleiner machen will. Wenn man eine weite Ebene, rund herum mit Daͤmmen umgeben will, so wuͤrde diese Arbeit zu viel Unkosten verursachen, wo die Natur selbst keine Anlagen gemacht hat; im Fruͤhlinge muß ein geuͤbter Landwirth solche Gegenden ins Auge fassen, um zu beurtheilen, ob ein Saͤeteich ange⸗ legt werden kann oder nicht. Wenn zu viel Un— kosten erforderlich waͤren, um eine ebene Stelle einzudaͤmmen, so laͤßt man sie lieber zu Heuschlaͤ⸗ gen bleiben. Oft ist die Lehmerde zum Damm weit herbey zu fuͤhren, und ist der Damm, den man anzufertigen hat, sehr lang, so ist das eine lang dauernde und muͤhsame Arbeit; die Natur muß dazu durchaus Anlagen gemacht haben. Bey neu anzulegenden Teichen muͤssen die Daͤm—⸗ me von verstaͤndigen Graͤbern gemacht werden. An der Stelle, wo der Damm angelegt werden soll, muß die obere Schicht der Erde ausgegraben und mit Lehm im Grunde vollgestampft werden; sind die Daͤmme in ihrem Grunde nichr recht fest, so zieht sich das Wasser unter dem Damm durch, und macht, wenn er lange voll Wasser steht, un— ten weite Risse. Daͤher hat man bey der Anlage der Daͤmme, darauf zu sehen, daß der Fall des Wassers von einer gegebenen Flaͤche nicht gerade E un zu ditlu —e ehme Etlle Huschl zum Dunn Dum Ian ee ün at3 de Miut genacht haben mössn de Dum aenacht weren. ahgllgt veiden ben umoft weden, uict nit ff N Damm! du VDaset siht, A han bey l —531 in der Stelle des Dammes ist, sondern außer dem Damm; hiedurch ist zweyerley gewonnen, einmal ist der Fall gleich außer dem Teich sehr stark, und der Teich laͤuft sehr rein ab, andern Theils liegt die ganze Wassermasse nicht auf dem Damm und draͤngt ihn, sondern das Wasser staut sich gehörig zuruͤck, und der Druck auf den Damm ist nicht so stark. Man kann noch drittens, den Vortheil von dieser Y Vorsichtigkeit, als Maßregel anfuͤhren, daß der Damm oft nicht so ungeheuer hoch seyn darf, wenn der eigentliche Fall, außer dem Damme, be— findlich ist. Der Grundgraben muß auch be— traͤchtlich breit seyn; das alles nun mit Lehm zu fuͤllen, und den Damm, bis zu einer gewissen Hoͤhe aufzufuͤhren, kann in einem Jahre auch nicht vollendet werden; wie denn, neue Daͤmme an Tei— chen, ein oder zwey Jahre liegen, und sich setzen muͤssen, bevor sie zugedaͤmmt werden. Daher ist jeder, der einen Damm anlegt, nur besorgt, solche Stellen zum Damm aufzusuchen, wo die kuͤrzeste Linie ist, und wo ihm die Naͤhe vom Lehm, diese Arbeit sehr erleichtert. Ist die Flaͤche, auf der ein Teichdamm angelegt wird, nicht von betraͤchtlichem Umfange, so belohnt es nicht der Muͤhe und Ar— beit, außer in dem Fall, daß auf der Stelle ein guter Fischteich zu machen waͤre, zu welchem kein betraͤchtlich großer Umfang erforderlich ist. Kleine, — 9³ jaͤhe Vertiefungen mit hohen Ufern einzuschließen, taugen zu Saͤeteichen nicht, zu Fischteichen oder Muͤhlenteichen wuͤrden sie zu bestimmen seyn, weil das hohe Ufer den Teichschlamm nicht behaͤlt, der sich vom Wasser sammlet, sondern diese Fettig⸗ keit in die Tiefe herabgespuͤlt, und die Raͤnder desselben mager und untragbar bleiben. Hieraus ist klar, daß die flachen und nicht tiefen Teiche die beßten Saͤeteiche sind, in solchen setzt sich der Schlamm, auf die ganze Teichflaͤche gleichmaͤßig, und der Boden wird nach und nach durchweg verbessert. Auf den Boden eines solchen Teiches, sieht man nicht viel, indessen ist die Grundlage von Lehm doch die beßte; vom Sande hat man sich nicht viel zu versprechen, er trocknet auch den Som-⸗ mer uͤber fast ganz aus; solche Teiche ertragen in duͤrren Jahren nicht gutes Getreide. Allein, auf einem Lehmgrunde sammelt sich nach und nach, eine hohe Schicht Schlamm an, und dann sind dergleichen Teiche ungemein eintraͤglich. Liegt auf dem Lehmeine duͤnne Schicht Moorerde, wie denn selten der Lehm so nackt in Niedrigungen zu Tage liegt, so kann das auch, ein sehr guter Saͤeteich werden, da die Mischung von dem un⸗ ten liegenden Lehm, die Moorerde, und der Schlamm, mit der Zeit, eine milde und schoͤne Erde machen. uschli Hichen cn sehn, Wei hhaͤlt, de N e Jitt die Mid Ier 1. Hirtaus Hfen Nich seht sch d achmaßtz dune W dun Son⸗ agen in Memh, af c9 nch hudtode, Wedrigunga ein scht gu R. Ride, u unds Ed + 0 0 — 233 Man hat verschiedene Arten von Holzbefesti⸗ Imhen, um durch den Damm, das Wasser ge⸗ hoͤrig abzulassen oder aufzuhalten. Es wird nicht undienlich seyn, davon ausfuͤhrlich zu reden, da ich sehe, daß die mehresten Landwirthe, darauf keine gehoͤrige Ruͤcksicht nehmen. Man glaubt die beßte Art(der Moͤnnich) ist die, die am we— nigsten Holz erfordert, die am meisten geschickt ist, das Wasser aufzuhalten, und keinen Tropfen durch⸗ zulassen, die die mindeste Reparation, und die ge— ringsten Unkosten, erfordert sie zu machen. Diese Erfordernisse sind gruͤndlich und gut, und hinlaͤng⸗ lich bey Fischteichen und sonstigen Wassern, die man fest halten will. Allein bey Saͤcteichen ist noch auf ein Paar andere Umstaͤnde Ruͤcksicht zu nehmen, naͤmlich, solche Moͤnniche anzulegen, die das Wasser schnell abfuͤhren, und es entweder von oben, oder von unten durchlassen. Man be— hauptet mit wahrscheinlichen Gruͤnden, daß die— ser letzte Umstand, nicht von der Gleichguͤltigkeit ist. Ich werde unten davon mein Urtheil sagen, hier muß ich fuͤrs erste von den Moͤnnichen reden. Die an Monniche sind im Grunde des Dammes, an der niedrigsten Stelle, eine aus einem starken Balken ausgehauene Rinne, mit einem Brette belegt, das gehoͤrig dick ist, und 534 auf welches Erde geschuͤttet und angestampft ist. Das Ende dieser Rinne im Wasser, hat eine per— pendiculaire, viereckige, oder runde Oeffnung, in der ein Zapfen, von dem Umfange, wie das Loch der Rinne ist, in einem Gestell aufgezogen, und ab— gelassen werden kann, da denn das Wasser von unten ablaͤuft. Wenn man nun aber seinen Teich schnell ablassen will, oder wenn bey Platzregen, im Som— mer, der Teich stark und ploͤtzlich anschwillt, so muͤßte der Balken, aus dem die Rinne gemacht wird, von entsetzlicher Breite seyn, und solche starke Balken hat man nicht uͤberall. Ich wuͤrde allso, diese Moͤnniche mit dem Grundzapfen auf die Art verbessern, daß man diese Rinne, aus zwey starken Balken machte, die von einer Seite, beyde rein ausgehaͤuen, und dann zusammen gefuͤgt sind. Diese Zusammenfuͤgung kann so fest gemacht wer— den, daß sie, wie aus einem Stuͤck gehauen waͤren; wenn man diese zwey Balken, nachdem ihre zu— sammenzufuͤgenden Seiten mit der Hobel ange— lassen, und in Klammern eingefaßt worden, durch Keile zusammen zwingt. Zu mehrerer Befesti— gung muͤßte noch ein Stuͤck mit siedendem Theer getraͤnkte Leinwand, zwischen gelegt werden, wel— ches die Verbindung, der zwey ausgehauenen Bal— ken so dicht und fest macht, daß auch nicht ein Tropfen Wasser sich hindurch ziehen kann, und smpftf at eine yez frumn, dag loch R und h Enun Li strtl in Som⸗ chwilt, s 6 gamacht MO stathh 1 alls, auf di aus voey itt, biyde Hfgt st Macht wer Imn wärn, mihte zu⸗ bel ange⸗ den, durch tet Blfestt ndem Har dadil, Dib auanm Bal 1ch licht ei 7 hann, U —33 da, in der Tiefe der Erde vergrabenes Holz nicht fault, so wird man eine solche Rinne nach dreyßig Jahren, noch ganz frisch finden. Zwey starke Balken, auf die Art zusammen gefuͤgt, verstatten eine breite Deffnung, durch die das Wasser, zwey Schuhe breit laufen, und eine gewaltige Masse abfuͤhren kann. An dem Ende der Rinne, das im Wasser steht, wird ein Schutzbrett angebracht, das in Fugen, beym Aufziehen und Ablassen laͤuft, wie das die Muͤller und Baumeister am beßten zu machen verstehen, die, die Oeffnung in der Rinne nicht perpendieular, sondern horizontal machen. Eine gerade Stange, die in dem Schutz— brett befestigt ist, zieht dasselbe im Gestell auf und ab. Durch diese Einrichtung waͤre fuͤr das schnelle Ablaufen der Teiche, hinlaͤnglich gesorgt, im Fall der Abflußgraben, außerhalb des Dammes, nur einen guten Fall haͤtte. Was nun aber das Ablaufen des Wassers von oben oder unten betrifft, so muͤßte, wenn der er⸗ stere Fall fuͤr besser gehalten werden sollte, nach Beschaffenheit der Groͤße des Teiches, eine Schleuse angebracht werden, von der die Schutzbretter nach einander von oben abgenommen werden koͤnnten, um eine so große Quantitaͤt Wassers ab⸗ fließen zu lassen, als erforderlich ist, bis alles rein hinunter gelaufen ist. Eine Schleuse ist kostbarer, 536 und erfordert viel Holz, allein, wenn ein Teich so ertragsam ist, so ist dieser Aufwand auch gut angebracht. Durch eine Schleuse kann der Ab— fluß des Wassers sehr schnell geschehen, sie darf nur zwey bis drey Fuß breit seyn, so kann man ihr, durch die Hoͤhe des abfließenden Wassers, eine noch staͤrkere Huͤlfe geben. Auch eine Schleuse kann durch gehoͤrig angebrachte Schutzbretter, das Wasser von unten durchlassen, wenn es gleichguͤl⸗ tig fuͤr Saͤeteichee waͤre, ob von unten oder oben ihr Wasser abfließt. Die Landwirthe halten es fuͤr zutraͤglich, Saͤe— teiche so spaͤt, oder so kurz vor der Saat abzulassen, als es nur moͤglich ist. Dazu gehoͤrt aber ein schneller Abfluß, und eine breite Oeffnung des Monnichs, ein starker Fall des Grabens, der außer dem Teich, das Wasser abfuͤhrt, damit das Wasser im Teich, durch den Gegendruck des aus— waͤrtigen Grabens, nicht gehemmt werde; der Teich muß doch auch nach einiger Zeit trocknen, damit die Pferde und Menschen, bey der Arbeit nicht einsinken, es muß allso, um den Teich moͤg⸗ lichst zeitig trocken zu machen, schnell fließen; der schnelle Abfluß ist der starken Platzregen wegen auch nothwendig, damit das Getreide, in dem schoͤnsten Wuchs, nicht unter Wasser gesetzt werden kom odet 0 i daß imm Wa Na ab, unt in ein duh adauc 0 ah der a, sie an dah mantißt, asss, enr Cchent hurtter, w 0 lichgl nodet ohnn lich Si⸗ awlasee, ert aber ein Ksnung do abens, dit damit das des aus de; der it trockuen, der Nbat de, in den „ * 1 VI gischt shelde! 2³¹ koͤnne. Es fraͤgt sich nun, soll man von oben, oder von unten, das Wasser ablassen. Ich habe es immer von alten beruͤhmten Landwirthen gehoͤrt, daß sie einen merklichen Unterschied machten, sich immer besseres Getreide versprachen, wenn das Wasser von oben abliefe. Sie sagen, es ist der Natur gemaͤßer, alles Wasser laͤuft erst von oben ab, das Oberwasser in Teichen ist leichter, das untere schwerer; das untere Wasser ist voll Schlammtheile, das obere ist reiner, weil sich aͤl— les im Wasser befindliche, nach unten senkt; das Wasser in Teichen, das aus Harzwaͤldern, aus sauren Suͤmpfen sich sammelt, ist braun von Farbe, und den Gewaͤchsen schaͤdlich, wenn es auf dem Boden des Teiches bleibt; die Luftart, die in dem Teichboden sich befindet, ist der Erde vortheil— haft, und fließt, mit dem von unten laufenden Wasser aus dem Teich, indem unten, eine starke Bewegung oder Strom des Wassers um so staͤr⸗ ker ist, weil das dbere Wasser auf das unterste druͤckt. Endlich die Erfahrung, sagen jene alten Wirthe, beweist es jedesmal, daß ein von oben abgeflossener Teich besser ertraͤgt; man sollte nur den Versuch machen und Proben anstellen, so wuͤrde man unfehlbar allemal den Unterschied wahrnehmen. Ich habe zu wenig Gelegenheit gehabt, uͤber diese Behauptungen Versuche zu 535 machen, sondern erzaͤhle nur ihre Aussagen, ohne Parthey zu nehmen. Alle Arten von Befestigung der Daͤmme mit Holz, erfordern besondere Aufmerksamkeit und Er— fahrung, da Holz und Erde sich nimmermehr so fest mit einander verbinden lassen, als Holz mit Holz, und Erde mitlErde. Ich uͤberlasse die da— hin gehoͤrige Erfahrungen den Kuͤnstlern bey solchen Arbeiten, und bringe das hier nur beylaͤu— fig in Erinnerung. Man nutzt Teiche am vortheilhaftesten nur zur Sommersaat. Weil sie niedrig liegen, so ist es mit Gefahr verbunden, sie mit Wintersaat zu bestellen; sie muͤssen hoch liegen, einen starken Fall haben, und einen, eigends zur Wintersaat gedeih— lichen Boden haben, wenn dieselbe gut gerathen soll. Auch bey der beßten Lage der Teiche zur Wintersaat, ist Verlust, gegen die Sommersaat gehalten, denn um einen Acker mit Roggen oder Waizen zu bestellen, dazu gehoͤren zwey Som—⸗ mer; einer zur Zubereitung der Erde, der andere zum Ertragen der Fruͤchte; in der nehmlichen Zeit kann man aber, zwey Sommersaaten und Ernd⸗ ten haben. Wenn man nun den Mißwachs der Winterfruͤchte dazu rechnet, so hat man Ursache, die Sommersaat vorzuziehen. Indessen bey taug⸗ Wage, dyn Dinme mit nlet und Er⸗ mmemchr so 5 Hoh nit lasse die do⸗ nslen hy nur beylau⸗ Hsen nur eh, so ist ntersaat zu rarken Fal saat gedah It genthen Ziche zur ommersaat oagen oder dey Soa der andete mlichen d End⸗ rac der um Ursahe bey kd 339 lichen Teichen zur Wintersaat, kann man gleich im ersten Jahre, schon im Herbst, dieselbe machen, wenn man den Teich, nur kurz vor der Saat ab— laͤßt, ohne ihn vorher durch vielfaches Pfluͤgen lange bearbeiten zu muͤssen. Teiche, die stark mit Fischen besetzt sind, laͤßt man gerne, wenn sie auch erst im folgenden Fruͤhlinge, zur Sommersaat be— stimmt sind, schon im Herbst ab, da im Fruͤhlinge viele Fische sehr fruͤh leichen und dann beym Ab— lassen der Fischteich verloren waͤre. Sind solche Teiche stark eingegrast, so pfluͤgt man sie auch schon den Herbst zum erstenmal um, ohne sie zu beeggen, und bestaut sie wieder mit Wasser, oder laͤßt sie auch unbestaut, vom Frost muͤrbe werden, und eggt dann nur erst im Fruͤhlinge. Im Fruͤhlinge laͤßt man den auf die Art praͤparirten Teich moͤglichst spaͤt ab, wenn er nur bis zur zwoͤlften oder eilften Saatwoche so trocken ist, daß man moͤglichster— maaßen pfluͤgen kann, um die Saat in die Erde zu bringen. Das Wasser, das auf aufgepfluͤgten Teichen weiter aufgestaut worden ist; macht den Boden so eben, daß ohne einen Cartage⸗Pflug zu machen, gleich gesaͤet werden kann. Die Teiche haben kein groͤßeres Hinderniß ihres Gedeihens, als die uͤberfluͤßige Naͤsse, daher muß man sich die Unkosten nicht verdrießen lassen, den Teich auf alle moͤgliche Art zu durchgraben, je mehr man 540 Graben zieht, desto mehr verbessert sich der Teich, mit jedem Jahre; in den Graben sammlet sich der Schlamm am meisten an; wenn derselbe auf die Seite geworfen und ausgebreitet wird, so ist das eine immerwaͤhrende und starke Düngung fuͤr den Teich, und je oͤfterer diese Verbesserung und Erneue— rung der Graben wiederholt wird, desto mehr ver— bessert sich der Boden. Zum offenbaren Beweise, daß Moder aller Art, von aͤllen Arten lebendi— ger Geschoͤpfe, das Wesentliche der Fruchtbarkeit der Erde enthaͤlt, ein von Fischen und Wassergras entstandener Moder ist eben so vorzuͤglich, als die aus Viehstaͤllen und trockenem Acker gesammelte Duͤngung, beyde geben die reichlichsten Koͤrner und Fruͤchte. Alle Graben muͤssen einen Zug nach dem Hauptkanal und dem Damm haben, so fließt alles uͤberfluͤßige Wasser schnell ab, und sammlet sich am Damm, von da, es seinen Lauf weiter nimmt. Das erstemal saͤet jeder Landwirth gerne die edelste Getreideart in seinen Teich. In alten Teichen, die schon lange und oft bestaut gewesen sind, haben die neuern Wirthe, mit dem beßten Erfolg, im— mer zuerst Sommerwaizen gesaͤet, besonders in Teichen, die einen guten Lehmboden haben, und eine vieljaͤhrige Sammlung von Schlamm enthal— ten. Diese Mischung der Erde hat eine außeror— dentliche Fruchtbarkeit und Fettigkeit. Man hat / — —.— —7 der Nh, nlet sich du ie uf R. s ist das nh fir den Ind Emeu⸗ o nchrder n Beweis, ten lebendt Ruchtharket Dussrpraz „ als die sammelte en Kömer Zug nach n, so fießt sammlet sich ur mimmi. de ddelse n ichen, ind, haben Erfolg, in⸗ besondetz in habeh, und amm enthal ee außetbr NMu su 54¹ mir gesagt, daß man auch in solchen Teichen mit dem groͤßten Nutzen, Sommerroggen saͤen konnte, der sonst in Ackerfeldern nicht sehr eintraͤglich ist. Wo der Teichboden nicht von außerordentlicher Guͤte ist, da saͤet man zuerst Gerste, im zweyten Jahre auch Gerste oder Leinsaat, auch beym Damme, Hanf. Im ersten und zweyten Jahre ist der Teichschlamm sehr fett, wenn aber die, zwey Jahre hintereinander abgenommenen Fruͤchte, den Moder erschoͤpft haben, so saͤen die mehresten Landwirthe, Hafer. Ist der Teich irgend ergiebig, so nutzt man ihn, ohne demselben Schaͤden zu thun, vier Jahre hintereinander, haͤlt ihn nur drey Jahre unter Wasser, und setzt diese Benutzung regelmaͤßig fort. Es haben einige Landwirthe vorgeschlagen, Teiche immerfort jaͤhrlich zu beackern; sie machen den Teich jeden Herbst fest, und oͤffnen ihn, jeden Fruͤhling wieder, um ihn zu besaͤen. Allein es ist nicht zu erwarten, daß seine Kraft unveraͤndert bleiben sollte. Denn nur im Sommer, wenn es warm ist, sammelt sich der aͤchte Teichschlamm, wenn er mit Fischen gut besetzt ist. Im Winter ist vom kalten Wasser keine Vermehrung der Fruchtbarkeit zu erwarten, wenigstens in dem Maaß keine Vermehrung, wie die Fruͤchte den Teich erschoͤpft haben. Man sagt, daß die Fische, im Winter wenig zehren, sie liegen im Wasser gleich⸗ 42 sam unthaͤtig und haben geringe Auswuͤrfe. Nun aber kann, vom Wasser allein, keine Fruchtbar— keit fuͤr den Boden entstehen, wenigstens viele Koͤrner werden auf einem unaufhoͤrlich genutzten Zeiche nicht zu erwarten seyn, da Pflanzen, bloß in Wasser gezogen, es bis zum Bluͤhen bringen, aber keinen Saamen machen. Das Wasser steht auch eine gar zu kurze Zeit auf stets genutzten Tei— chen, sie werden oft erst im Fruͤhlinge voll, wenn wir trockne Herbste haben, oder kein anderweitiger Zu— fluß zu erwarten ist. Vielmehr nehmen die Teiche, wenn sie oft beackert werden, in ihrer Fruchtbarkeit ab, und muͤssen sich, nach allen Erfahrungen, sehr vergringern. Die beßte und sicherste Behandlung der Teiche bleibt immer, die bekannte, von drey Jahr zu drey Jahr zu wechseln, so werden sie immer besser und tragbarer. Wollte man das Wasser, fuͤnf bis sechs Jahre stehen lassen, so verwildert der Teich und verschlimmert sich, er graset zu sehr ein, und ist wie ein nie genutzter und geackerter oder neuer Teich anzusehen, dessen Fruchtbarkeit nur sehr maͤßig zu seyn pflegt. Ich habe nie den Versuch gemacht, einen Saͤeteich, mit Klee oder andern nur im Trocknen wachsenden Graͤsern zu besaͤen, etwa im letzten Jahre seiner Nutzung mit Getreide zugleich. Allein ich vermuthe aus sehr vielen Gruͤnden, daß, wenn man einen Teich, so beha Auf Nuh tiocke saame stark gend Jaht ten, untel eine herna forder Erfa gleich Som dem viel! hn g ten 9 Pfug bestell gras leicht; Bode: 543 rfe. N. f4. behandelte, der Nutzen außerordentlich seyn muͤßte. Duactbur Auf den Fall muͤßte man ihn, nach dem letzten nne ½, 2——— ü Nutzungsjahr, den folgenden ganzen Sommer, Huugten trocken liegen lassen, damit sich der ringesaͤete Gras⸗ , boß saamen gut einwurzelte, und uͤberhaupt der Teich binn, stark begraste, und dann muͤßte man ihn, den fol— asersiht genden Herbst erst bestauen, und ein oder zwey uhln de⸗ Jahre unter Wasser liegen lassen. Die Grasar⸗ wenn vir ten, die auf trocknem Boden nur wachsen, wuͤrden liger gu⸗ unterm Wasser alle vergehen, allein dem Boden ÄLiche, eine neue sehr starke Fruchtbarkeit mittheilen, die thurkeit hernach dem Kornertrage zum herrlichen Gedeihen cu, scht foͤrderlich seyn wuͤrde. Ich habe davon selbst die andlung Erfahrung, daß wenn man einen Saͤeteich, nicht hon drey gleich im ersten Jahre bestaut, sondern ihn einen inmer Sommer trocken und unbestaut liegen laͤßt, nach— Vaser, dem er voͤllig abgenutzt ist, derselbe nachher, eine wllbert viel groͤßere Fruchtbarkeit zeigt, als wenn man zuscht ihn gleich unter Wasser gesetzt haͤtte. ackettet Tbafket Teiche, die Moorgrund und uͤberhaupt leich— nie den ten Boden haben, kann man mit einem einzigen le dde Pfluge jaͤhrlich bestreiten, so lange sie mit Korn Im bestellt werden; sie pflegen nicht stark vom Wasser— ln M gras einzugrasen, und weil ihre Bestandtheile 5 sch leicht und locker sind, so ebnet das Wasser diesen rh. Boden so sehr, als wenn er durch Arbeit und Lelch/ 344 Nun streut man den Saamen auf diese glatte und ebene Flaͤche aus, und pfluͤgt ihn gehoͤrig tief ein, wenn die Erde dann nur maͤßig trocken ist, so eggt man den⸗ selben nach einigen Tagen, und fuͤhrt die Walze Kunst eben gemacht worden waͤre. daruͤber. Alle Teiche muͤssen wie Roggenfelder gefurcht werden, wenn sie besaͤet sind; die Enden der Fur— chen werden in die Graben sorgfaͤltig eingelassen, weil, wie schon gesagt, haͤufige oder ploͤtzliche Re— genguͤsse und uͤberhaupt zu viele Naͤsse den Fruͤch⸗ ten in Teichen im Sommer und Herbst so verderb— lich sind, daß man oft gar nichts erndtet. Im dritten Jahre der Nutzung pflegen die Tei⸗ che von trockengruͤndigen Graͤsern so sehr einzugra— sen, daß sie mehreremale gepfluͤgt werden muͤssen. Der Gebrauch der schweren Walze, in Teichen, die Moorgrund haben, oder sonst leichten Boden, ist von großem Nutzen. Der Wind pflegt in solchen Teichen die Erde, wie Flugsand oder Schnee ab— zuwehen, so, daß die Saamenkoͤrner fast ganz bloß darauf liegen bleiben. Wird ein solcher Boden naß oder feucht gewalzt, so setzt sich eine Art von Rinde, auf die Oberflaͤche, in die der Wind nicht eindringen, und die Erde abwehen kann. —.65656666. ů undi stän 7 0 Dieß zu vit ser, Y Lehn barl. Teigl Solh grase werd herass gleich chenh wasn Muͤlv Wenn richte ben,) Num sih enk Floache wenn die Hon den- Dahe glfurcht der gu⸗ ⁊1 Helaseh, lich Re⸗ beldetd⸗ die Ni⸗ V linzugta⸗ müssen Heh, die den, it hlchen Hule ab I bh Bn Vt von i ht 545 Die Raͤnder der Teiche werden immer magerer und unfruchtbarer, da die Wellen, durch ihr be⸗ staͤndiges Anschlagen, die fruchtbaren Theile los— schwemmen, und sie nach der Tiefe herabspuͤlen. Dieser Fehler ist selbst bey den flachen Teichen nicht zu verhuͤten. Alles von oben herabfließende Was⸗ ser, nimmt einige Theile mit, und entbloͤßt den Lehm, der den Teich umgiebt, von aller Frucht— barkeit. Die Mitte wird dagegen in etwas tiefen Teichen gar zu fett, zum Nachtheil der Raͤnder. Solche Teiche besonders, muͤssen durch starkes Ein— grasen, das man vorsetzlich veranlaßt, aufgeholfen werden; die Graswurzeln und Halme, halten den herabgespuͤltnn Moder auf, und vertheilen ihn gleichmaͤßig auf dem Boden. Da man doch Tei— chen, keinen Duͤnger giebt, so sollte man sonst et— was anwenden, sie fruchtbarer zu machen; diese Muͤhe wuͤrde sich gewiß sehr gut bezahlt machen. Wenn man viele Teiche hat, und kann es so ein—⸗ richten, daß man jaͤhrlich, eine gleiche Zahl dersel— ben, mit Getreide benutzen kann, so hat man, wenn sie von bestimmter Groͤße und Umfang sind, gleich⸗ sam ein viertes Feld, das eben so ertragsam, als die ordentlichen Felder ist, aber lange nicht die vie⸗ len Arbeiten erfordert. So außerordentlich vor⸗ theilhaft, Saͤeteiche auf einem Landgute sind, so muß man doch ihre Anzahl nicht gar zu sehr, zum 35 ee— 546 Nachtheil der Wiesen vermehren; sie erfordern, um sie in bestaͤndig gutem Stande zu erhalten, viele Arbeiten an Schleusen und Daͤmmen, an Graͤben und andern Reparationen, die andere, jaͤhr— lich nutzenbringende Geschaͤfte, behindern und storen. uicct(h Eri wirth Gett Theil so se einsti lastig beit so keine kann Herb; Uhr d heißt den a achte 547 i krforhnz—IIe-e— zu exhalhn immen, a uldere, iihr sihun und Achte Abtheilung. Vom Dreschen und Reinigen des Getreides. Es ist von besonderer Wichtigkeit, in der Land— wirthschaft, auf das Dreschen und Reinigen des Getreides, Aufmerksamkeit zu richten. Eines Theils, um diese Arbeit, den arbeitenden Menschen so sehr zu erleichtern als moͤglich, denn sie sagen es einstimmig, daß die Arbeit des Dreschens, eine der laͤstigsten und schwersten ist. Man kann diese Ar— beit so einrichten, oder sie so vorstellen, daß sie gar keine Beschwerde zu seyn scheint: zum Beyspiel kann man sagen, um vier Uhr, im Winter und Herbst von aller Arbeit aufzuhoͤren, und bis sieben Uhr des Morgens ruhen, heißt die Zeit toͤdten, es heißt nur ein Drittel von vier und zwaͤnzig Stun— den arbeiten; zum Schlafen hat der Mensch mit acht Stunden genug, die uͤbrigen sechszehn Stun— X 35 548 den muß er arbeiten, und arbeitet auch im Som— mer, mit großer Bequemlichkeit, die ganze Zeit, und ohne Schaden zu nehmen, oder uͤbertrieben zu werden. Man sagt ferner, das Dreschen geschieht unter Dach und Fach, in Rigen, es sind zum Theil leichte Arbeiten, die keine große Anstrengung erfor⸗ dern; die Leute haben in der Hitzrige, ein warmes Gemach. Wider diese Art die Sache vorzustellen, ist nichts einzuwenden; wenn sich unser naͤchtliches Dreschen allso verhaͤlt, so ist die Kurlaͤndische Korn— drescherey, eine weise und gute Einrichtung, und bedaͤrf keiner Erleichterung; die Klagen der Leute sind uͤbertrieben und ungerecht. Allein diese Sa— che hat noch eine andere Seite, die wir nun auch ansehen wollen. Die Drescher sind um die andere Nacht, dieselben Arbeiter, die den ganzen Tag, bey irgend einer Arbeit sich muͤde gearbeitet haben; im August und im Septembermonat, da sich das Dreschen anfaͤngt, kommen die Leute erst um sieben Uhr, zu dieser Arbeit zusammen, sind von der Ta⸗ gesarbeit ganz ermuͤdet, und muͤssen oft bis fuͤnf Uhr des Morgens dreschen, sich dann ohne schlafen zu koͤnnen, des Schlafs erwehren, sich gleich zur folgenden Tagesarbeit anschicken, und wieder Ta— gesarbeit vornehmen; sie sind oft den Tag vom Re⸗ gen durchnaͤßt und erfroren, ihre Werkzeuge sind beschaͤdigt, die dann erst verbessert werden muͤssen, o da essen. ihte! Die Landto schr A mit ei wad n vollsta derwil Gesst! ken, mi eine ge komme weit er die Ar Vergn so müs boben: wan hätte, eingerit doch de ben. 9 schien, bis zw man P l U Heil angunz afsr⸗ „ein wames borzusttletz, +* ir näͤhtiche ddische Korn⸗ Hung, und der Laute diese Sa⸗ wun ovch m die andere In Tuj, bey t haben; im ohne schlafn sich g gleich; I und widder V. d m N. Velyuge seh Dedden nist 549 so daß sie kaum Zeit behalten, ihr Fruͤhstuͤck zů essen. Von dieser Seite die Sache betrachtet, sind ihre Klagen nicht uͤbertrieben, nicht ungerecht. Die Menschenliebe dringt nun jeden fuͤhlbaren Landwirth, den arbeitenden Leuten, diese Arbeit so sehr zu erleichtern, als moͤglich, damit sie dieselbe⸗ mit 1—4 Lust und Freude verrichten: denn alles, was mit Vergnuͤgen verrichtet wird, wird gut und vollstaͤndiger ausgerichtet, als das, was mit Wi⸗ derwillen, und ermuͤdeten Kraͤften, und unwilligem Geist gemacht wird. Um aber mit Lust zu arbei⸗ ten, muß ein gewisser Reitz vorhanden seyn. Nur eine geringe Hoffning und Aussicht bald loszu⸗ kommen, macht schon Lust; die Hofnung der nicht weit entfernten Ruhe reitzt zu Anstrengungen, und die Arbeit geschieht mit einem gewissen Grad von Vergnuͤgen. Da die 5 von Wichtigkeit ist, so muͤssen wir bessere Werk zeuge und Maschinen haben: der Gang der Arbeit ten ist sehr einfoͤrmig; wenn man zweckmaͤßig n Werkzeuge haͤtte, die eigends zu der Absicht ausgedacht und eingerichtet waͤren, so wuͤrden die Menschen, die doch dabey seyn muͤssen, große Erleichterung ha— ben. Man verrichtet mit dazu eingerichteten Ma— schinen, in drey Stunden eben so viel, als in zehn bis zwoͤlf Stunden, mit Menschenhaͤnden. Wenn man Praͤmien aussetzte, und besonders zu solchen 550 Erfindungen, die so viel Nutzen stiften und so viel Noth verhindern, Aufmunterung machen wuͤrde, so waͤre das nicht unrecht angewendet. Andern Theils ist es, ohne vieles Nachdenken anzuwenden, augenscheinlich richtig, auf diesen Ge— genstand große Aufmerksamkeit zu richten, des Schadens wegen, der daraus entsteht, wenn man diesen Gegenstand vernachlaͤßigt, und ganz aus dem Auge ruͤckt. Das Getreide ist endlich, nach so vielfachen Arbeiten in der Scheune, man hat gleich— sam schon die schoͤnen Fruͤchte der Erde, und man soll sie doch wieder verlieren? Diese Vorstellung empoͤrt jeden Landwirth. Wir dreschen in einer Rige, die Woche gewoͤhnlich fuͤnf bis sechs Naͤchte, im ganzen Jahr, vom August bis zu Ende des Fe— bruars, in sehr gesegnetem Boden noch laͤnger; ich will aber nur 140 Naͤchte annehmen. Wuͤrde man nun ein Sechstel vom Loof Korn, Verlust an Kornern im Kaff und Stroh, auf jede Nacht rech— nen, so waͤren es 235 Loͤfe im ganzen Jahr, zu fuͤnf Naͤchten die Woche. Drischt man nun aber in vier Rigen auf einem Landgute, so ist das Jahr, ein Verlust von 934 Loͤfen, in jedem Jahre. Es ist schmerzlich, das zu verlieren, was man schon hat, es ist auch unverzeihliche Nachlaͤßigkeit. Allein, wenn man diesen Verlust den arbeitenden Men— schen beymißt, so thut man mehrentheils Unrecht; 1810% versss blei A watꝛ glttt. dig H winse allS nisit Voch bend sofan aasi 5ib dab bison 4 MWi bels 10•77 achen würd WMahdenken I Wfeh Ge tichen, o , Wemn mun Nd ganz aus lich, nuch 0 an hat gliih , Nd man Venfelang an in einer hs Moht, Ende de Hr⸗ roch lnge; E. Mune Valust an Maht uch⸗ Jhr, zu N vun aber si das Ih, Ihn. Cis ian schon hat It. Mlein, Iteden Mey als Uureh 55⁴ es ist bey unserer Art zu arbeiten, fast unmoglich zu verhuͤten, daß nicht vieles Korn im Stroh und Kaff bleiben sollte. Unser Doͤrren des Getreides, ist et⸗ was vortreffliches und vorzuͤgliches. Was man⸗ gelt uns noch, um diese Arbeit moͤglichst vollstaͤn⸗ dig zu machen? Ich bitte alle practische Land— wirthe, auf diese Antwort zu denken. Wir wollen alle Schuld auf die dreschenden, und das Korn rei⸗ nigenden Arbeiten und Arbeiter waͤlzen, und die Verbesserungen durch Strafen erzwingen, allein Lust bey der Arbeit, wird nicht durch Strafe erzwungen, sondern durch Belehrung. Es sind auch so viele unwissende, ohne Nachdenken arbeitende, nachlaͤ⸗ ßige Menschen bey diesen Arbeiten, so viele ermuͤ— dete Arbeiter, die eher belehrt und ermuntert, als bestraft werden sollten, denn sie haben Willigkeit genug, alles recht gut zu machen. Daß wir die Naͤchte dreschen, ist keine Bedruͤckung, die Sache von einer Seite genommen, wie ich oben ausfuͤhr⸗ licher gezeigt habe. Es ist wenigstens auf dem Acker das zehnte Korn erwachsen, und wir erndten nur das sechste oder siebente. Wo ist es geblieben? Beym Maͤ⸗ hen, Binden der Garben, beym Tragen und Fuͤh⸗ ren derselben, beym Zusammenlegen in Kuien, beym abermaligen Einfuͤhren, Dreschen, im Stroh und Kaff, beym Reinigen. Wir konnen mit 552 Grund annehmen, daß ein Dirittel des Ertrages der Felder verloren ist. Wenn man nun den groͤß⸗ ten Theil dieses Schadens verhuͤten koͤnnte, so waͤre es doch von Wichtigkeit, auf diesen Gegenstand der Landwirthschaft, Aufmerksamkeit zu richten. Ich kann hier zur Verbesserung dieser wichti— gen Angelegenheit, nur sehr wenige Vorschlaͤge thun, da die Landwirthschaft nicht mein eigentlicher Beruf ist, und ich zu wenig Kraͤfte habe, um aller⸗ hand Versuche zu machen, die ich hier anpreisen koͤnnte. Was ich nun gethan habe, um den Men-⸗ schen, Erleichterung zu schaffen, um so rein als moͤg⸗ lich dieses Geschaͤfte in der Landwirthschaft zu ver⸗ richten, will ich anfuͤhren, und so weit mein Kreis reicht, die Arbeiten dieser Art, bey andern Land—⸗ wirthen beurtheilen; meine Leser werden diesen Aufsatz, durch ihre bessern Einsichten und Erfah⸗ rungen ergaͤnzen, und sich dadurch den Dank aller patriotischen Landwirthe verdienen. Das Ge— treide wird hier in diesem Lande, auf zweyerley Art gedroschen; erstens mit Pferden, die hintereinander einzeln oder paarweise angebunden, und dann an einer Leine im Zirkel herumgetrieben werden, da sie denn mit ihren Fuͤßen, das Stroh und die Aehren fein treten: zweitens an andern Orten, blos mit Dreschflegeln. Da unser Getreide in Hitzrigen gedoͤrrt ist, so zerbricht alles sehr bald. Indem 333 Enn die Pferde im Kreise umherlaufen, gehen die Dre— om giß scher herum und lockern es mit hoͤlzernen Gabeln m min auf, damit diejenigen Aehren, die etwa flach auf Rsiand r der Erde anliegen, aus dieser Lage gebracht, und den Fuͤßen der Pferde mehr ausgesezt und zerbro— sest wict chen werden moͤgen. Es werden auch die Pferde Lustüy abgefuͤhrt, und die ganze, eine Stunde getretene lhenhigge Masse von Stroh und Koͤrnern, wird vermittelst „um alle⸗ der Gabeln umgekehrt und abermals getreten. anprissa Die Aufseher untersuchen dann die obere Lage vom den Ma⸗ Stroh, da das Feinere an Korn und Kaff schon zu abmih⸗ Boden gesunken ist, ob sich noch gefuͤllte Aehren zu er und Koͤrner im Stroh besinden, da denn nach Be— in Kd schaffenheit der Umstaͤnde, das Treten fortgesetzt an An⸗ oder beendigt wird. Durch das oftmaͤlige Umruͤh⸗ Nu disen ren dieser Masse geschieht es, daß dieses stark ge⸗ d Efh trocknete Getreide, in drey Stunden ausgedroschen Aunk alle ist. Es ist unglaublich, daß sich ausgetretene 3 GE Koͤrner, so fest in dem Stroh verwickeln koͤnnten, llch Nt daß in der obern Strohlage, noch eine Menge Koͤr⸗ einaddet ner sich befinden sollten, da das Korn vermoͤge sei⸗ dann an ner Schwere und Kleinheit, aus dem Stroh fallen eu, dast muͤßte, da es oft aufgelockert, und noch mit Fle— die Mhten geln, wenn die Pferde heraͤbgefuͤhrt sind, bearbeitet Hs mit wird. Allein der Augenschein uͤberzeugt jeden HHhügen Landwirth bestaͤndig davon. Hier glaͤube ich, m muͤßte sich ein Mittel erfinden lassen, um zwey 55⁴ Koͤrper, Stroh und Korn, die ihrer Natur nach nicht zusammenhaͤngend sind, ohne große Muͤhe von einander zu scheiden. Nachdem die Pferde von dieser Lage Stroh herabgefuͤhrt sind, liegt nun zu unterst das mehreste Korn, oben darauf das Kaff, und ganz oben die laͤngsten Strohhalme; dann brauchen die Leute die Flegel, mit denen sie im Zirkel, um die ganze Lage herumschlagen, ver— moͤge derer, das Korn, das sich noch in der obern Lage Stroh befindet, nun durchfallen soll. Der harte Schlag des schweren Flegels, die huͤpfende Bewegung desselben, bewirkt das auch ziemlich gut. Indessen begnuͤgen sich die Arbeiter mit die⸗ ser Bemuͤhung noch nicht. Das Stroh wird nun von oben, mit Harken, die weit auseinander lau— fende Zacken haben, abgeharkt und in einem Win⸗ kel der Tenne angehaͤuft, die Unterlage von Kaff und Koͤrnern aber in einem andern Winkel zusam⸗ men gestoßen. Dieses abgeharkte Stroh, wird nun noch einmal, auf eine vier bis fuͤnf Fuß breite Leiter gebracht, die horizontal auf Fuͤßen steht, de— ren Reifen, aus viereckig gehobelten, Zoll breiten Latten bestehen, deren scharfe Seite zu oben gekehrt ist, damit etwa ein Koͤrnchen, welches aus dem Stroh fiele, durch diese Leiter hindurchfallen und nicht aufgehalten wuͤrde, oder aber auf der Leiter liegen bliebe. Man hat an einigen Orten, diese Lallt nth she Mahe de Pferde „Hlgt nun durauf das trohhunt; t deneg si lagen, vu⸗ der obem ll. Da HAyfende hlamsh mit die⸗ wird nun ander lau⸗ hem Nin⸗ von Kaff f zusam⸗ 9„ Wid iß breite sicht. dr WIbreiten den gekht 3 a dein Hfalen ud un Litet Hh, Ns 325 Leiter auf die Art verbessert, daß man statt der in die Laͤnge laufenden Reifen, ins Kreuz, etwa ein bis zwey Zoll auseinander, durchgezogene Reifen angebracht hat, die mit jenen, viereckige Rauten bilden, und haͤlt diese Art der Leiter, fuͤr zweckmaͤ⸗ ßiger und besser. Auf diesen horizontal liegenden Leitern, wird die ganze Strohmasse, von vier Men— schen, die sich je zwey gegenuͤberstehen, geschuͤttelt, hin und her geschoben und schooßvollweis, so lan— ge bearbeitet, daß man Ursache zu glauben hat, daß im Stroh, auch nicht ein Koͤrnchen seyn muͤsse. Indessen, nachdem alle diese Arbeiten, emsig und fleißig getrieben worden sind, befinden sich immer noch Koͤrner im Stroh. Diese Strohschuͤttelung nimmt man ohnweit der Thuͤre vor, um das auf die Art bearbeitete Stroh, endlich aus der Thuͤre zu stoßen, um sich hinlaͤnglich Platz zu schaffen. Die Aufseher beym Dreschen sehen aufmerksam darauf, daß nicht zu große schooßvolle Stroh, auf einmal, auf die Leiter gebracht werden, sondern es muͤssen die Arbeiter, nur einen kleinen Vorrath und duͤnne auseinander verarbeiten, um sorgfaͤltig die Koͤrner aus dem Stroh zu sondern; es bleiben in den Strohhalmen demohnerachtet, doch immer einige Koͤrner stecken. Bey Sommergetreide, be— sonders der Gerste, werden die Koͤrner noch beson— ders von den Pferden getreten, nachdem schon das 556 Stroh abgenommen ist, um durch dieses Treten, die an dem Korn befindlichen Hacheln abzubrechen; die langen Hacheln verursachen, daß die Gerste leicht im Gewicht ist, wenn sie zum Verkauf aus⸗ geboten wird, und daher schlechter bezahlt wird; man sucht das Korn allso, von dieser nunmehr un— noͤthigen Verlaͤngerung zu befreyen. Das auf obige Art geschuͤttelte Stroh, ladet man auf Wa⸗ gen, und fuͤhrt es an seinen bestimmten Ort, die Körner aber, die durch die Leiter gefallen sind, sam⸗ melt man zu dem durchs Treten errungenen Hau⸗ fen. Die Hitzrige ist nun aber so groß, im Ver⸗ haͤltniß der Tenne, daß nicht alles darin befindliche Getreide, auf einmal zum Treten herausgezogen und verarbeitet werden kann, sondern es werden bis drey Lagen auf einmal abgedoͤrrt, und nach und nach herausgezogen. Daher, wenn die eine Lage, wie oben beschrieben, verarbeitet und vollendet ist, so wird eine zweyte Lage von gedoͤrrtem Korn her— ausgebracht, und dann geht die Arbeit von vorne eben so wieder fort, wie die erste Lage behandelt worden ist, dazu sind dann abermals drey Stun— den erforderlich; ist noch eine dritte Lage, so faͤngt diese Arbeit nach sechs Stunden wieder an, so daß allso neun Stunden erforderlich sind, den ganzen gedorrten Vorrath, in einer Nacht auszudreschen. Die aufmerksamen Landwirthe haben noch aller— Kont dam. zu li das! drey Muf aug; aht vid; amht Ul⸗ Das alf auf Nu⸗ At, de sind. sam⸗ Hlt Ha 2 in Ber⸗ fudt liche Nehogen 3 Wetden Ind nuch ahedage det 6 n hel⸗ Nbothe handet Chl⸗ fing u, Paß N uechen 3907 hand Vorsichtigkeitsmaaßregeln, die beym Treten der Getreidelagen, in der Tenne, angewendet wer⸗ den muͤssen. Sie lassen jede Getreidelage nicht zu dick machen, weil sich in einem großen Vorrath von Stroh, die Aehren nicht so klein zerbrechen lassen; die Aehre liegt zu weich in vielem Stroh, je naͤher sie einem harten Gegenstande ist, desto besser reibt sie sich aus, und zerbricht kurz und klen; ferner lassen sie, die Garben, die aus der Hitzrige, pfeffertrocken herausgezogen werden, auf die Haͤlfte zerbrechen, damit die Aehren alle, nach unten zu an der Garbe haͤngen, und nicht in das Stroh zuruͤck fallen, sondern gleich auf die Erde, wenn sie von den Fuͤßen der Pferde getre— ten werden. Noch andere lassen auf die, aus der Hitzrige gezogenen Garben, erst einmal die Leute mit Flegeln, die aufrecht stehenden Aehren gleich— sam ausklopfen, ehe das Stroh in eine unordent— liche Lage kommt, welches auch den guten Erfolg hat, daß die gedoͤrrten Koͤrner, leicht aus den Aeh— ren fallen. Wenn die zweyte Lage Getreide aus der Hitzrige gezogen wird, so muß das getretene Korn der ersten Lage, rein weggeschafft werden, damit diese zweyte Lage wieder auf die harte Diele zu liegen komme; ein weicher Gegenstand wuͤrde das Austreten hindern. Nachdem nun zwey oder drey Lagen Korn getreten sind, so wird erst wieder 558 das ungedoͤrrte Korn, aus der gleich bey der Hitz— rige befindlichen Scheune, in dieselbe hinein getra— gen und hinein gezogen, um die Hitzrige zum fol— genden Dreschen wieder anzufuͤllen; wenn das nun geschehen ist, dann legen sich erst die arbeiten— den Menschen zur Ruhe nieder; sind nun die Naͤchte noch kurz und des Getreides viel in der Hitzrige gewesen, so ist leicht zu erachten, daß zum Schlafen der Leute, nicht viel mehr Zeit, bis zum vollen Tage uͤbrig seyn kann. Ich will hier nun gleich erst etwas von der Einrichtung der Rigen, und von dem Verhaͤltniß der Hitzrige zur Tenne sagen, ehe ich diese Art, mit Pferden zu dreschen beur— theile. Man bestimmt bey dem Bauen der Rigen, das Verhaͤltniß der Hitzrige zur Tenne so, daß man die Tenne zweymal bis dreymal so lang macht, als die Hitzrige, damit man das auf einmal Ge— doͤrrte, in zweyen oder auch nur einemmale her— aus ziehen, gehoͤrig duͤnne legen und treten koͤnne. Diese Einrichtung ist sehr anzupreisen, weil die Arbeiter, hiedurch in den Stand gesetzt werden, die Arbeit, in einem oder zweyen malen zu verrichten, und desto eher wieder zur Ruhe zu kommen. Waͤre die Tenne zu klein, so muͤßte die Arbeit, die auf einmal vollendet seyn koͤnnte, drey und vierfach verrichtet, und allso sehr lange aufgehalten wer— den. —————— rich und Hin vob. Nae wer De gen maf auf nige wen sie auf doch pfle tige schw sie l. Dre— nich gem hauy Arbe Luth nen, 9 dit Hiß hein getta⸗ zum fol⸗ Wenn das di ubeiten⸗ nd gun de u, daß zun ih bis zm l hier gun Rien und ine sigen, hen beu⸗ Rogeh, o, daß langmacht einmal Ge nmale her⸗ Hen könne. „oeil die Werden, di verrichten, men. Viie Heit, daf und brfach ehalen ber⸗ 559 Die Arbeit des Dreschens mit Pferden zu ver⸗ richten, ist unleugbar, suͤr den Menschen leichter und bequemer als mit Flegeln allein. In dieser Hinsicht ziehe ich sie, der andere Art zu dreschen vor. Wenn den muͤden, oft nassen, schon eine Nacht wach gewesenen Leuten, eine Erleichterung werden kann, so muß man das doch vorziehen. Denn bey dem Dreschen mit Pferden, sind die uͤbri— gen Arbeiten leichter; das Auflockern der Getreide— masse beym Treten, und das Schuͤtteln des Strohes auf der Leiter ist leicht. Dazwischen fallen zwar ei— nige Arbeiten vor, die auch Anstrengung erfordern, wenn die Hitzrige wieder vollgesteckt wird, wenn sie mit Flegeln herumschlagen, und das Stroh auf die Fuder laden; allein diese Arbeiten wechseln doch mit leichteren ab, und in den Zwischenstunden pflegen die Leute doch etwas zu schlummern. Guͤ⸗ tige Landwirthe richten die Arbeit so ein, daß die Be— schwerden bey derselben, nicht sehr fuͤhlbar werden; sie lassen die Hitzrige, in den ersten Monaten des Dreschens, in denen, die Naͤchte kurz sind, nicht sehr voll stecken, und begnuͤgen sich mit weni— gem Gewinnst aus der Rige, oder machen uͤber⸗ haupt die Veranstaltung, daß bis Mitternacht, alle Arbeiten beym Dreschen verrichtet sind, und die Leute von zwoͤlf Uhr bis zum Morgen ruhen koͤn— nen, um sich fuͤr die folgenden Tagesarbeiten zu 56⁰ staͤrken. Sie lassen sie die Arbeit fruͤher anfangen, und geben ihnen ein kleineres Maaß der Tagesar⸗ beiten, die sie eher beendigen koͤnnen. Die Ar— beiter beym Dreschen, wechseln zwar um die andere Nacht, mit Arbeitern ab, die ihnen zur Huͤlfe aus den Gesindern regelmaͤßig herbey kommen, und die Arbeiter der ersten Nacht ruhen lassen; Indes— sen bleiben sie doch bey der Behauptung, daß das Dreschen, eine ihrer schwersten und laͤstigsten Arbei— ten ist. Es waͤre eine wahre und große Menschen—⸗ liebe, wenn man die geschicktesten Mechaniker in den Stand setzte, durch vielmal angestellte Ver— suche, solche Dreschmaschinen zu erfinden, die allen Absichten entsprechen und die nicht sehr kost— bar sind. Es wuͤrden dadurch doppelte große Ab⸗ sichten erreicht; eine so nuͤtzliche Menschenklasse mehr zu schonen, und schnellere Produktion, des unentbehrlichen Unterhalts der Menschen zu be— wirken. Es ist hier schon eine solche Maschine im Gange, die allen diesen Absichten entspricht; die im Erwahlschen Kirchspiele befindliche Englische Maschine; sie ist nur etwas theuer und hat zu viele Zusammensetzungen, von der sie leicht befreyt wer⸗ den kann, ohne Nachtheil der Wirkung. Eine Putzmaschine ist hier meist uͤberfluͤssig, und er— schwert nur den Gang des ganzen Werkes, es ist genug, wenn sie nur rein und vollkommen drischt; M die! ist e mit! bund ein durck Land etwa gan; unre weit bey d statt uͤbe Thie lichl Vei der a und mit fein meh schen Stel kleid auf anfahgn, ε J *Nagedar⸗ Die Mr Nandere Hifaus sen; Iaiß 3, daß sten Achit Munchel⸗ Haniker in selte Ver den, die sche Los große M⸗ denschenklase duktion, des schen zu be⸗ Machine im Hbtichtz die 2 Engliche dhat Rbilt befreht vur Tung. Ee sig und et⸗ Werkes, t ommen wih, 561 die vollkommne Scheidung des Strohes vom Korn, ist ein anderer Gegenstand der Aufmerksamkeit, der mit der Arbeit des Dreschens nicht nothwendig ver— bunden ist. Das schnellere Bedreschen, welches ein Hauptaugenmerk der Landwirthe ist, kann nur durch taugliche Maschinen bewirkt werden. Die Landwirthe koͤnnen von der Reinigkeit des Dreschens etwas nachlassen, wenn sie nur geschwinde diese ganze Arbeit verrichteten; denn der Verlust, der aus unreinem Dreschen im Stroh und Kaff bliebe, waͤre weit ertraͤglicher und geringer, als der nunmehr, bey dem aͤußerst langsamen Verrichten dieser Arbeit statt hat, da die Roggen und Gerstenkuien, oft uͤber ein halbes Jahr, der Witterung und den Thieren ausgesetzt sind. Wie viel mehr Beschwerden und Unbequem⸗ lichkeiten finden sich bey dem Dreschen mit Flegeln. Wenn die Flegel rechter Art seyn sollen, so muß der an der Stange haͤngende Klotz, von schwerem und hartem Holz, und uͤber zwey Fuß lang seyn, da⸗ mit er, die dicke Lage Stroh niederdruͤcken und alles fein zermalmen koͤnne. Diese Arbeit wird von mehr oder weniger, immer weiter ruͤckenden Men-⸗ schen verrichtet, und so lange fortgesetzt, bis alle Stellen der ganzen Masse des ausgebreiteten Ge⸗ treides getroffen sind; es muͤssen mehrere Schlaͤge auf einer Stelle geschehen, um zugleich die Aehren 360 9 562 auszureiben. Wenn die obere Schicht genug ge— klopft ist, so kehrt man alles um, und klopft die andere Seite, abermals so laͤnge, bis es sich zeigt, daß die Aehren rein von Koͤrnern, und das Stroh gehoͤrig fein zum Futter fuͤrs Vieh geschlagen ist, da ein laͤngeres Stroh zum Futter untauglich ist. Wenn die ganze Masse, auf die Art, zwey bis drey Stunden behandelt ist, so verfaͤhrt man uͤbri⸗ gens gerade so, wie bey dem Treten durch Pferde. Ist nun die erste Lage auf die Art gedroschen, so wird Stroh und getretenes Korn auf die Seite ge— schafft, und man zieht eine zweyte, auch wohl dritte Lage aus der Hitzrige, und verfaͤhrt auf eben die Art, wie bey der ersten Lage. An einigen Orten machen sie die Lage Getreide in der Tenne so liegend, daß sie, die gedorreten Garben in einer Reihe, die Aehren alle nach einer Seite und das Stammende nach der andern Seite hinlegen; oder sie legen die Aehren alle, nach der Mitte, und das Staͤmmende der Garbe nach auswendig; auf die Art sind sie sicherer, daß die Schlaͤge der Flegel, besonders die Aehren treffen, und dieselben von Koͤrnern reini— gen. Da in einigen Landwirthschaften viel Lang⸗ stroh erforderlich ist, so darf nicht jedesmal alles Stroh fein geklopft werden; wenn die Aehren nur rein von Koͤrnern sind, so vollendet man die Ar— beit, und das laͤßt sich um so leichter bemerken, da die sche mit nicht mit! nich. von dres⸗ such Fle⸗ man K V An schr seche bey! Trul Mbe diese als d 8 allen moͤgl halbe Mhre komn noch 563 genug g die Garben nicht aufgeloͤst sind, wie bey dem Dre— lopst x schen mit Pferden. Ueberhaupt macht das Dreschen sch zi mit Flegeln, das Stroh nicht so fein, giebt auch u Stoh nicht so vielen Kaff, und die Koͤrner sind weniger Hann is, mit Staub gemischt; der Koͤrnerhaufen ist auch augich is nicht so groß, und das Reinigen geht geschwinder zdez di von statten, und von der Seite, hat diese Art zu man übrh dreschen, einige Vortheile. Indessen man ver⸗ ich Pferde suche es nur, eine so schwere Maschine, als ein loschen, s Flegel ist, eine Viertel Stunde zu fuͤhren, so ist Sule ge man ganz ermuͤdet, wenn man gleich mit frischen Hhl olitt Kraͤften an die Arbeit geht. Wer nun einen gan⸗ (ben die zen Tag gearbeitet hat; muͤde, naß und nicht von aig Dith sehr starker Leibesbeschaffenheit ist, und soll nun Plihmd sechs bis neun Stunden, diese Maschine fuͤhren, Rahe, de bey schlechter Kost und kalten Speisen und einem Trunk Wasser, mit wie viel Kraft kann der, diese Stummende gn d Arbeit verrichten? Sollen lebendige Wesen einmal Zunmade diese Arbeit verrichten, so mögen es eher die Thiere, Iu sud si als die Menschen seyn. esonders dit Bey aller Aufmerksamkeit der Aufseher, und ornern rini allem Eifer und. eiß der Drescher, ist es fast un⸗ en viel dg moͤglich zu verhuͤten, daß nicht, einige volle oder halbe Aehren uͤbrig bleiben sollten. So bald eine Aehre voll Koͤrner, in eine Vertiefung zu liegen koͤmmt, so trifft sie, weder der Fuß des Pferdes, die M- ah noch der Schlag des Flegels, und bekanntlich sind V 4431 36 debmalals Vhnen nur —.— öw— ——— 56⁴ unsere Dielen in der Tenne, nicht so eben, daß nicht viele Vertiefungen und Einschnitte vorhanden seyn sollten. Die hoͤlzernen Gabeln ruͤhren zwar die ganze Masse auf, und bringen alles an den Schlag, allein es faͤllt die Aehre bald wieder in die Vertiefung, und ich setze den Fall, daß die Roggenaͤhre auch ganz auf ebenem Boden liegen wuͤrde, so ist ihre Gestalt schon so/ beschaffen, daß sie, von den das Korn umgebenden Haͤuten und Blaͤt⸗ tern, oder dem Beutel, in welchem das Korn steckt, umschlossen ist; je mehr dieser Beutel ge⸗ druͤckt und angepreßt wird, um desto weniger kann das Korn heraus kommen. Es ist wirklich zu ver⸗ wundern, wie die mehresten Aehren in dem gedro⸗ schenen Stroh, doch noch so rein seyn koͤnnen, als sie es wirklich sind. Die Schuld dieses unvermeid⸗ lichen Verlustes an Korn, liegt weder an der Une⸗ benheit der Diele der Tenne, noch an der Nach- laͤßigkeit der arbeitenden Drescher, sondern an der Beschaffenheit der Roggen und Waizenaͤhre, und an unserer gewoͤhnlichen Art zu dreschen. Ich werde nachher Gelegenheit haben, von der Eben— heit und Unebenheit der Diele in der Tenne zu re— den, und will hier nur noch so viel sagen, daß wir, um ganz rein zu dreschen, die engliche Dreschma— schine im Gebrauch haben muͤssen, die keine ein— zige Aehre unzerbrochen durchschluͤpfen laͤßt. Wenn cben, ‚ borhanden hen aa Ie an den uicet in I„ odeh Lig afen, W nund Blit das Korn Beuttl 96 Ir lamn ch zuver n gard⸗ omnen, als unbermed⸗ an der Une⸗ det Moch in an der ühre, und u. V der Ebet⸗ nne zu ti ku, daß bir Dusthma⸗ Vkine eit⸗ lht. Bent 565 je Dreschmaschinen tauglich erfunden werden sol⸗ len, so muͤssen es Brech⸗ und Reibmaschinen seyn; alle klopfartige Werke bey Getreide sind unzulaͤng⸗ lich, und leisten das nicht, was unser Treten mit Pferden, oder Schlagen mit Flegeln, von lebendi⸗ gen. Maschinen wirkt. Das reine Ausdreschen des Korns ist eine von vielen Seiten dringende Pflicht der Landwirthe, das Korn ist doch einmal auf dem Felde erwachsen und man hat es bereits in Scheu⸗ nen; bleibt es nun im Stroh, und man glaubt, daß es doch den Hansthieren zu gut kommen werde, so irrt man sich; die Thiere bekommen das wenigste, es faͤllt und verfault in dem Mist, es wird das Stroh mit allen den Koͤrnern, die darinn sind, dem Vieh zum Lager gegeben; davon erhalten die Thiere allso nichts zur Nahrung; das im Kaff ge⸗ bliebene Korn faͤllt immer tiefer herab, da das Rindvieh, das Futter mit der Zunge nimmt, be⸗ staͤndig umruͤhret, und sein Futter in bestaͤndige Bewegung setzt. Der Theil, der im Stroh und, Kaff bleibt, koͤnnte zu einer Zeit, und an einigen Orten, etwas betraͤchtliches ausmachen, wenn man es, vom ganzen Jahre, mit Sicherheit berech— nen koͤnnte. Alles Korn aber rein heraus zu brin⸗ gen, ist schlechterdings unmoͤglich; wenn man die äußersten Kraͤfte ansetzen wollte, so wuͤrde es auf keine Art die Arbeit ersetzen, die angewandt wer⸗ —J..‚..J‚J‚‚‚e‚‚JJJJ‚r‚rCrrteteeeese.eseessette— 2—.—.—..—— 45 566 den muͤßte. Es kommt allso nur darauf an, so viel als moͤglich, in dem Geschaͤfte zu thun. Was ich oben, von der Diele der Tenne gesagt habe, kann ich nun weiter ausfuͤhren, da diese Urtheile auf die Reinigkeit des Dreschens, einigen Bezug haben. Die Landwirthe befleißigen sich, eine sehr ebene Tenne zu haben, und glauben durch diese Besorgung sehr rein ausgetretenes Korn zu erhalten. Ich habe Ursache zu glauben, daß eine unebne Diels der Tenne, die nicht die andere Arbeiten in der Tenne hinderte, weit nuͤtzlicher waͤre. Ich habe schon oben von der Gestalt und Beschaffenheit der Rog— genaͤhren geredet, diese erforderten, um alle Koͤrner ner auszureiben, ein Zerbrechen derselben. Auf einer ganz ebenen Diele wuͤrde aber nichts zerbro⸗ chen werden, haͤtte sie aber einige Einschnitte, Un⸗ ebenheiten und Vertiefungen, so muͤßte auch selbst, wenn eine weiche Oberlage von Stroh und Kaff auf derselben liegt, die Aehre doch gebrochen wer— den. Man wird mir das auch gewiß zuge— ben, wenn man sich nur mit mir, uͤber die Art der Unebenheiten einigt. Ich verstehe unter Une— benheiten, keine in die Laͤnge laufende gleiche Une— benheit, auch keine solche Erhoͤhungen, die den Fuͤßen der Pferde, einen starken Eindruck machen wuͤrden, sondern einen, mit kleinen Steinen, von der Groͤße der Taubeneyer bestreuten Lehmschlag, in wele Mei mir! berm reine wuͤn den. der! daß Gett dahe so di Mit auch umn einig nur, die L tunge Ven Seit und Kort 0 Sor den o Kaff auf an, 6 chun. m gsh „ N dͤse Fhen kusth eie hutch dis zu erhalth, nebne Das nder entt Hohe sHon der Rog⸗ Kbthet Kn. Muf tz gubio⸗ Pitte, Un⸗ auch sebb. und Kof ochen wer⸗ wiß zuge r Ne Mt unter Ue⸗ gliche le u, de den ut nachen keinen, von nschog i 557 welchen diese kleine Steine halb versunken waͤren. Meine Lage und mein Wuͤrkungskreis erlauben es mir nicht, solche practische Versuche zu machen, ich vermuthe aber, daß diese Einrichtung nuͤtzlich zum reinen Austreten des Roggens seyn möchte, und wuͤnschte wohl, daß Versuche angestellt werden wuͤr⸗ den. Es ist manches in der Theorie richtig, das sich in der Praxis nicht bewaͤhrt. Ich sehe das leicht ein, daß solche Erhoͤhungen, dem Zusammenfegen des Getreides, Hindernisse machen könnten, und will daher, eine von Lehin gemachte Tennendiele, nicht so dicht mit kleinen Kieselsteinen bestreut wissen. Mir liegt an diesem unmaaßgeblichen Vorschlage auch nicht viel; ich habe ihn nur so hingeworfen, um mich in Ansehung der behaupteten Unebenheiten, einigermaaßen verstaͤndlich zu machen, und wuͤnsche nur, daß Landwirthe, deren eigentliches Geschaͤfte, die Landwirthschaft ist, in dieser Sache, Beobach⸗ tüngen anstellen und Versuche machen moͤchten. Wenigstens die Mitte der Tenne, wenn auch die Seiten nicht; muͤßte einige Unebenheiten haben, und das wuͤrde sicher fuͤrs reine Austreten des Korns, vom beßten Erfolg seyn. Ich gehe nun zu dem Reinigen des Korns uͤber. So wie wir auf zweyerley Art dreschen, mit Pfer— den oder mit Flegeln, so wird das Korn aus dem Kaff auf zweyerley Art gereinigt: durch Werfen 568 und Windigen. Das geworfene Getreide muß am Ende, auch gegen den Wind gelassen werden, um es voͤllig vom Staube zu reinigen, allein davon rede ich noch nicht, sondern wie man die ganze, ausgetretene Masse, durch Windigen, ohne zu werfen rein macht. Man windigt den ganzen ausgetretenen Haufen, ohne auch nur eine Hand— voll zu werfen, in einigen Gegenden auf eine sehr unbequeme, laͤstige und nicht von gutem Erfolg begleitete Art. Es wird ein mit Kaff vermischter Haufen Korn, an die Thuͤre der Tenne geschoben, wo eben der Wind herkömmt, und nun faßt man dieses gemischte Getreide mit hoͤlzernen Gabeln, oder Harken auf, und laͤßt es herunter fallen; indem es nun faͤllt, scheidet der Wind, wenn er stark ge⸗ nug ist, die Theile von gröͤßerem Umfange(Volu- men,) von denen, die zwar einen kleineren Um⸗ fang, aber doch eine gleiche Schwere haben: da diese letzteren Theile, der Wind nicht so weit fort— treibt, als die ersteren, so faͤllt jedes, auf seine Stelle. Ich halte nun zwaͤr aus wichtigen Gruͤn— den, die Art das Korn bloß durch Wind zu reini— gen, fuͤr die beßte und sicherste, allein diese obige Art zu windigen, tadle ich mit Recht. Der arbei— tende Mensch muß sich viele tausendmal biegen, ehe ein Haufen ausgewindigt ist und immer die Haͤnde moͤglichst hoch heben; beyde Bewegungen sind aber huß an dden, un u dabon gag dhle 5— gnzen h Hand ihe sch Est amischte schobeh, ast man n, oder 3iWem stalk ge Gölu⸗ Heren Um⸗ Weit folt⸗ auf seine n Gtün 0 nini iist chige Du abei⸗ Hgen, che di Hände n sid abt 569 aͤußerst ermuͤdend. Wie lange kann man eine Last, sie mag so geringe seyn, als sie will, hoch halten? Der Koͤrper des Menschen ist gar nicht so gebaut, daß man lange die Haͤnde aufgehoben sollte halten koͤnnen, ohne ganz unfaͤhig zu seyn, die Haͤnde zu brauchen. Wenn daher kein starker Wind ist, so muß der Arbeiter, die ganze Arbeit aufgeben, weil er nicht gehoͤrig hoch, die Haͤnde ohne Unter⸗ stuͤtzung aufheben kann. Bey starkem Winde darf er sie nur niedrig halten und etwas aufheben, so macht der Wind schon die gehͤͤrige Scheidung. Al⸗ lein wie sehr oft ist nur ein gelinder Wind; da muß die Hoͤhe, von der, das zu reinigende Korn faͤllt, den Mangel der Kraft des Windes ersetzen. Es ist daher nicht zu verwundern, wenn in solchen Rigen, wo auf die Art gearbeitet wird, biswei— len sieben ungewindigte Rigen in der Tenne lie— gen und den Raum so verengen, daß das Dreschen ausgesetzt werden muß. Der einzige, nicht viel bedeutende Vortheil bey dieser Art zu arbeiten ist der, das etwas weniger Kaff verloren geht, wel— ches der Wind nicht zur andern Thuͤr hinausweht, weil es nicht hoch gehoben worden ist. Um nun zu beweisen, daß das Korn bloß durch Wind zu reinigen, die beßte Art unter allen Umstaͤnden ist, muß ich zuerst, von einer bessern Art das unreine Korn zu behandeln reden. Die bessere Art zu win— 57⁰ digen ist die mit Sieben, deren verschiedene Loͤcher, die Arbeit sehr foͤrdern. Man bedient sich zu der Absicht, zuerst eines Siebes von sechs ober sieben Fuß lang, das zwey Zoll weite Löcher hat, und an zwey Schnuͤren in der Luft haͤngt, in welches ein Arbeiter, vermittelst einer dichten hoͤlzernen Gabel, von dem unreinen Getreide, so viel ein— schuͤttet, als das Sieb nur fassen kann, der andere Arbeiter aber dieses Sieb, an der Thuͤre, wo der Wind herkommt, hin und her zieht und bewegt: dann faͤllt alles eingeschuͤttete Gemengsel, nach und nach durch, ohne daß auf einmal, eine zu große Masse durchfallen koͤnnte, wie bey jener Art zu windigen, von der ich oben geredet habe, alles auf einmal aus der Harke faͤllt, ohne daß der Wind, wenn er nicht sehr stark ist, die einzelnen Theile fassen und von einander scheiden koͤnnte. Mit die⸗ sem großen Siebẽ fallen die Theile mehr verein zelt, und ein ganz gelinder Wind, der in allen Tennen o vlel staͤrker weht, weil da immer Zug ist, schei⸗ det das Korn wenigstens um etwas aus. Die ganz langen und groben Theile bleiben in diesem Siebe und werden auf die Seite geworfen, wenn nichts mehr durchfaͤllt. Bey dem geringsten Winde wird hiedurch schon der Haufe, um ein großes Theil kleiner. Man kann mit einem solchen Siebe fast ohne allen Wind, die Arbeit fortsetzen, wenn man es gehörig dche zu dt erssehen ad, und hblches Ulhhen hitl eiz Kandere wo der hwwegt: ich und großt Ler zu 1 auf Vud, HMil Mi die Rinzel, Zunen schi⸗ ahz m Sitbe nichd Uẽ pitd lletdet. alen gcheh 57¹ hoch aufhaͤngt und langsam arbeitet, so faͤllt das Korn gerade herunter, und die Theile die einen grö⸗ ßern Umfang haben oder leichter sind, nehmen eine etwas diagonale oder schraͤge Richtung, und fallen weiter von der Thuͤre als das Korn, und dadurch erfolgt die Scheidung. Wenn der Arbeiter nun nebenher, immer mit seinem Besen, den Haufen Korn leicht abfegt, so geht die Arbeit fast ohne al— len Wind, immer weiter von statten. Die Hoͤhe des aufgehaͤngten Siebes, bringt diese Scheidung verschiedenartiger Köͤrper, schon von selbst mit sich; der schwere Koͤrper wird von einer gewissen Hoͤhe von selbst gerade, der leichte oder volumnose Koͤr⸗ per immer eine schraͤge Richtung, auch ohne hinzu⸗ gekommene Kraft oder Wind, nehmen. Damit nun aber der Arbeiter, bey erhoͤhetem Haͤngen des Siebes, mit der Hand reichen kann, so steigt er auf einen Schemel, arbeitet und biegt das eine Ende des Siebes herunter, damit derjenige Arbeiter, der das Sieb immer zu fuͤllen berufen ist, anreichen koͤnne. Diese Erhoͤhung des Siebes ist nur im aͤu⸗ ßersten Nothfall erforderlich, wenn gar kein, oder nur ein sehr gelinder Wind ist. Mehrentheils aber ist sie unnoͤthig; das Sieb haͤngt immer hoch genug fuͤr einen maͤßigen Wind, wenn der Arbeiter auf der Seite stehend, sein Geschaͤft verrichtet. Wenn das Gemengsel nun erst durch das erste Siebrdurch⸗ 572 gelaufen ist, so nimmt man ein anderes derartiges Sieb mit kleinen Loͤchern, und laͤßt das halbe reine Korn nun zum zweytenmale durchlaufen; hier bleiben in demselben eine Menge groͤberer Theile, die nicht durchfallen, und wenn man nun endlich das Sieb mit den kleinsten Lochern nimmt, die nur die Koͤrner durchlassen, so kann jede Rige, fast auch ohne Wind, rein werden. Bey diesem Windigen muͤssen freylich mehr, als ein Mensch arbeiten, der da einschuͤttet und der das Sieb in Bewegung sett, allein man wendet um so lieber, mehrere Menschen auf diese Arbeit, weil durch diese Art zu arbeiten, sich alles Korn vom Kaff, auf die vollkommenste Art reinigt, so daß auch ohne die aͤußerste Nach— laͤssigkeit der Leute, nicht ein Korn im Kaff seyn muß, denn die specifische Schwere aller der verschie⸗ denen Koͤrper, bringt die Scheidung eines jeden derselben, schon von selbst mit sich. Sollte bis⸗ weilen ein sehr scharfer Wind gehen, der auch Koͤr ner in den Kaffhaufen ntreiben wuͤrde, so macht man, mit daselbst vorhandenen Saͤcken oder Bret⸗ tern, in einiger Entfernung vom Korn, eine Vor⸗ mauer, und laͤßt das, was sich daselbst sammlet, noch einmal durch eins der Siebe, oder entfernt die ganze Arbeit, nur etwas weiter von der Thuͤr nach der Mitte zu, oden man vermindert den Zug⸗ wind in der Tenne, dadurch, daß man die anderen 573 Rartge Thuͤren mehr oder weniger oͤffnet, um den Zug⸗ albe tuin wind zu staͤrken oder zu vergringern. Hiemit haͤtte 1„ hr ich nun vom Reinigen des Korns durch Wind, al— Hle de les gesagt, und will nun noch das Reinigen durch usn die Wurfschaufel, dagegen halten, um dem Land— -,ER wirth zur Pruͤfung, die beßte Art vorgelegt zu ha⸗ fßι2☚ñ ben. Man wirft den ausgetretenen Haufen, mit Hidgn einer Schaufel, die hohe Raͤnder und einen kurzen iten, de Stiel hat, sonst braucht man auch eine Schaufel Ing sy, mit langem Stiel, bey der, der Werfer, stehend Lenschen die Arbeit verrichten muß. Hier aber sitzt er auf cheirn, einem niedrigen Schemel, schoͤpft nahe bey dem menste Haufen den Kaff mit Koͤrnern, und wirft mit so Moh⸗ starker Kraft, als er nur vermag, das aufgefaßte af ün Gemengsel, aus dem die Koͤrner ihres kleinen Um— helshit fanges, und ihrer eigenthuͤmlichen Schwere we⸗ 5 jdden gen, viel weiter fliegen als der Kaff, so muß sich llE be denn das Korn, von aller Beymischung, die we— ch Köh⸗ niger schwer ist, scheiden, und diese Arbeit kann kmni ganz ohne Wind verrichtet werden, macht auch gar E Brt/ kein Auf halten und Zoͤgern der Arbeit. Der Wer—⸗ 04 Dar fer muß sich nur huͤten, daß er nicht den Schwung, unnlt Postart und der Breite nach, wirft, daß ein Theil afut Koͤrner zur Thuͤr hinausfliege/ sondern er muß der M Laͤnge nach, einen maͤßig laͤnglichen Bogen be— 800 schreiben. Wider diese Arbeit habe ich nun den s, f 7 Mao.. aden wichtigen Umstand ein zuwenden, daß der N erfer, 574 nicht immer gleiche Kraft behaͤlt, sein Arm ermuͤ⸗ det so sehr, daß er fast alle Kraft verliert, und wenn er sich angestrengt hat, so fuͤhlt er noch in den folgenden Tagen, Schmerzen und Muͤdigkeit in sei⸗ nen Gelenken, und er soll doch abermals am fol— genden Tage, einen ausgetretenen, oft großen Hau⸗ fen werfen. Die Herren Landwirthe moͤgen nun richten, und den Kaffhaufen untersuchen, ob es moͤglich ist, mit immer gleicher Kraft zu arbeiten; es ist aber immer gleiche Kraft erforderlich, weil die Koͤrner, ihre angewiesene weite Entfernung ha— ben muͤssen, und nicht zu nah an den Kaffhaufen fallen sollen. Nach vollendeter Arbeit wird zwar die Seite des Kaffhaufens, die den Köͤrnern zuge⸗ kehrt ist, weggeschnitten, und zum zweytenmal ge— worfen, allein der Werfer wird, je laͤnger er wirft, desto mehr ermuͤdet, und der abermalige Wurf ver⸗ bessert die Sache nur um etwas. In den Rigen, wo geworfen wird, harkt man zwar das ganze Ge— mengsel, sehr scharf von den laͤngeren Strohtheilen ab, und vergringert den Haufen, macht ihn allso so klein als moͤglich, um weniger werfen zu muͤs⸗ sen; ob da aber nicht auch viele Koͤrner abgeharkt werden, lasse ich dahin gestellt. Ich behalte lieber alles fein getretene Gemengsel, lasse es durch den Wind, und bin dann sicherer, daß im Stroh kein Korn ist. Das geworfene Korn muß am Ende doch viel nern ben! bleib Bey auc als gelit fen beßt chen beyn die! tere das aber dem Lut ten der dam beite seine zen erlei⸗ em rmnd llt, und h in den ilhin st om fob Hen Hu N run „ ob beitn; ch, wel sung ha⸗ shaufen ddar n zuge mal ge r virff, hurf ber Rhgeh, je G theilen n also niß Hgchart Helbet uch den irch kiin m Ende 575 doch noch durch ein Sieb gelassen werden, weil viele andere schwere Theile, mit bis zu den Koͤr— nern fliegen, und sich eine Menge Staub densel— ben beygemischt hat, von dem einiges in dem Siebe bleibt, und einiges vom Winde weggefuͤhrt wird. Bey jedem Windigen muß der Besen mitunter auch gebraucht werden, um die Theile, die so schwer als das Korn, aber von groͤßerem Umfange sind, gelinde abzukehren. Die Koͤrner, die beym Wer— fen am weitesten fliegen, sind die groͤßesten und beßten, die naͤher an den Kaffhaufen fallen, ma⸗ chen das sogenante kleine Korn. Eben so auch beym Windigen, ist die Seite des Kornhaufens, die der Thuͤr am naͤchsten liegt, die beßte, die wei⸗ ter entfernte Seite des Haufens enthaͤlt klein Korn, das in einigen Rigen auf die Seite geschoben und abermals gewindigt wird. Wie viel vorzuͤglicher nun das Windigen vor dem Werfen ist, daruͤber muß man die arbeitenden Leute hoͤren, die beym Windigen, bey vollen Kraͤf⸗ ten bleiben. Man muß die moͤglichste Schonung der Kraͤfte der arbeitenden Menschen veranlassen, damit durch die Abspannung der Muskeln der ar— beitende Mensch, nicht außer Stand gesetzt werde, seine Pflicht zu thun. Es ist einem liebenden Her— zen auch eine suße Wonne, dem Arbeiter seine Last erleichtert zu haben, der, die ganze Nacht arbeiten 576 und zugleich auf die uͤbrigen Drescher, Acht haben muß. Zum Beschluß dieses Artikels halte ich fuͤr noͤ⸗ thig, noch etwas vom Dreschen des Kleesaamens zu sagen, da es verschiedene Landwirthe sehr be⸗ schwerlich haben finden wollen, den Kleesaamen zu dreschen und zu reinigen. Der Klee, der zum Saamen bestimmt ist, wird wie Getreide gedoͤrrt, und ihm wird eine etwas staͤrkere Hitze gegeben, als bey Getreide, da die Beutel, in denen der eigent— liche Saamen steckt, so fein sind, daß sie rassel trocken werden muͤssen, um beym Dreschen zu zer— brechen und den Saamen nackt fahren zu lassen. Mit den ersten Rigen ist keine große und beschwer— liche Arbeit. Wenn er aus der Hitzrige gezogen und in der Tenne ausgebreitet worden ist, so wird laͤnger nicht getreten, als bis nur die Saatkoͤpfe abgebrochen sind, etwa eine halbe Stunde, dann wird diese Lage umgekehrt und durchgeschuͤttelt, und bis zur vollen Stunde abermals getreten. Nun wird das Stroh, oder die langen Stengel abge— harkt und weggefuͤhrt, die unten liegende Saat und der Kaff, werden etwa noch eine Stunde bearbei— tet und getreten, alsdann ist die Drescharbeit ver⸗ richtet. Diese Lage wird nun, wie Getreide ge— windigt; die etwa ganz groben Theile bleiben in dem Siebe und werden weggeworfen, das Feinere men arbei Hibr haͤuf ten R leln b beschr Pferd bearb rein eine f an S — nen beschn Sieb Siebe tine J oder; den. mn be 577 2* faͤllt durch, und scheidet sich bey maͤßigem Winde auf dreyfache Art; die zermalmeten Kleeblaͤtter flie— fhr ui, ö fir n⸗ gen am weitesten, der in seinen Beuteln noch vor— Wams handene Saamen geht nicht so weit, und der ganz s 5 reine Saamen bleibt am naͤchsten bey der Thuͤr. aum n Den in seinen Beuteln ausgedroschenen Kleesaa⸗ 15 ö men lasse ich nun fuͤr diesesmal nicht weiter be⸗ ghbntt arbeiten, sondern sorgfaͤltig sammlen, und in der ch, dl Hitzrige, eine Sammlung von vielen Naͤchten an⸗ ragelt haͤufen. Auf diese Art fahre ich fort bis zur letz⸗ se usl ten Rige, die lediglich aus angehaͤuften Saatbeu⸗ r teln besteht. Mit dieser letzten Rige ist große und asen. beschwerliche Arbeit; sie wird am laͤngsten mit shwi⸗ Pferden, Flegeln und oftmaligen Durchschuͤtteln RHRRnü bearbeitet, bis moͤglichstermaaßen, aller Saamen o witd rein und von allen Huͤlsen befreyt ist. Daher giebt rullrse eine solche Rige auch auf einmal, zwey bis vier Loof „ un an Saamen. Ind Das Reinigen des oben ihnen gedrosche⸗ Nun nen Kleesaamens verursacht auch keine besondere bl abye beschwerliche Arbeit. Nachdem es durch das erste Baat und Sieb gelassen ist, bedient man sich eines zweyten baatbei Siebes mit kleinern Lochern, in welchem abermals chiit her⸗ eine Menge grober Theile bleibt, die als unnuͤtz, Hnede ge oder zum Viehfutter, auf die Seite geworfen wer— Habn in den. Zum dritten und letzten Siebe nimmt man e am beßten, ein Pergament⸗Sieb, durch das man 27 57 den Leinsaamen reinigt, und das so kleine Löcher hat, daß gerade nur der ganz reine Saamen durch⸗ faͤllt. Nachdem nun der Wind geht, wird dieses Pergament⸗Sieb, hoch oder niedrig aufgehaͤngt; ist der Wind stark, so pflegt er sehr guten Saamen weit fortzufuͤhren, ist er gelinde, so fallen die fei⸗ nen schweren Koͤrner, die so klein sind, auf den gehoͤrigen Haufen, wenn das Sieb auch hoch haͤngt. Mit der letzten wie oben erwaͤhnten Rige, pflegt es auch wohl, nachdem der gesammlete Haufen von unausgedroschenem Saamen sehr groß ist, zu ge⸗ schehen, daß sich abermals eine Menge noch im Beutel steckender Kleesaamen, findet. Diesen muß man, da die Kleesaat eine so theure Waare ist, noch einmal in die Hitzrige bringen, man bekoͤmmt im⸗ mer noch reinen Saamen, wenn diese Sammlung stark durchgearbeitet wird. ——0 nes00eee—— ine Von en durg/ itd diese higt; mW ů358 Eumen ö Ah auft des ersten Theils. auf dah ö uuch ho Einleitung, in der die Schaͤdlichkeit der gar zu großen ordentlichen Felder auseinander gesetzt wird. Sie wird er⸗ * + wiesen: mn 0 1. an dem Schaden bey den Leuten, ju g⸗ 3. an dem wirklichen Ertrage der Aecker im Ganzen, uoch in 3. an dem großen Grabenaufwand, Ku u„ 4. an dem Mißbrauch des Ackers, List noch 5. an der Duͤngung, Immt im⸗ 6. an Schaden der vergeblich angewandten Kraͤfte, unu 7. an Schaden, der durch den Mangel regelmaͤßiger Ar⸗ beit entsteht, 2. an Schaden, der der Viehweide daraus erwaͤchst,‚ 9. an Schaden, der daraus erwaͤchst, daß um der Groͤße der Felder willen, andere Arbeiten unterbleiben muͤssen, die sicheren Ertrag geben wuͤrden, 10, an Verlust, der durch unvermeidliches Versehen bey großen Feldern sich desto eher zutraͤgt. Einige Grundsaͤte, die bey Bestimmung der Groͤße der 5 ordentlichen Felder ins Auge gefaßt werden muͤssen. 2, Nicht die Groͤße des Flaͤcheninhalts eines Landgutes sey der Maaßstab der Groͤße der Felder. 37* — πϰππιπιιιπ¹n³nꝶr.wi nnuun———— 580 b. Nicht die Menschenanzabl auf einem Landgute sey drie der alleinige Maaßstab, har „. Sondern die Menge der Duͤngungsmittel, d. Die Menge und Ergiebigkeit der Wiesen und Futte⸗ ö gent rungsmaterialien. e. Sind außer den Wiesen, viele Desche vorhanden, die ihr Stroh, dem Ackerfelde geben? f. Ist Rohr, sind viele Laubholzwaͤlder vorhanden. 6. Ist in Bestimmung der Groͤße der ordentlichen Falder, die gemaͤchliche Bearbeitung aller uͤbrigen Wirth⸗ schaftsgeschaͤfte in Betrachtung; gezogen? h. Fünffaches Verhaͤltniß, nach welchem die Groͤße o or⸗ dentlicher Felder zu bestimmen ist. Was mit dem uͤberfluͤssigen Acker zu thun ist. S. 2„30. Erster Ab schnitt. I. Von Heuschlaͤgen oder Wiesen. Viel Heu ist ein großer Vortheil, er beweist sich, a. an der Butterpacht, b. an der Duͤngung, c. an einer guten Beschaffenheit des Biehes, d. an Heu-Verkauf, e. an Schaafzucht und Wolle f. an Pferdezucht. 4 Gutes nahrsames Heu ist gerade 13 einmal 53 viel werth, als schlechtes Eisergras, Schanten Ehüteen Binsen, und Saugras. aur 13 77 Mittel viel Heu zu haben 124 1. viel Raum, großen Flaͤcheninhalt zu deühen, 92— nie⸗ uhgute 0 „ und gurn⸗ hurda, I hunde ihen hez en Wich⸗ 17 S. u. N. sich nal sy Hl achlehaln, , de nit 581 drig liegt. Ungelegener großer Flaͤcheninhalt ohne Frucht⸗ barkeit des Bodens, ist zur Last. Jetziger Zustand des Bodens der Wicsen i in vielen Ge⸗ genden, a. sie sind mehrentheils zu naß, . die Abfluͤsse sind versandet und verwachsen, 6. Schaͤdlichkeit des uͤberfluͤssigen Wassers in Heuschlaͤ⸗ gen, 1. des Schneewassers, das viel Vitrioltheile enthält, 2. des unnatuͤrlich warmen Wassers, das die Pflanzen nicht vertragen, 3. Die Herbstuͤberschwemmungen spuͤlen die Saaten und den Abfall vom Vieh ab. d. Sandige Heuschlaͤge sind besser, ». Baͤchheuschlaͤge sind die beßten, unter gewissen Be⸗ ‚ dingungen. 2. Fleiß und Arbeit auf Verbesserung der Wiesen. A. Den Boden derselben zu verbessern, 3. durch ein bedaͤchtiges Graben. Ein Hauptkanal mit hinlaͤnglichem Abzuge. Ein Schuh tiefe Re⸗ bengraben, die in dem Hauptkanal sich endigen. b. Waͤssern der Heuschlaͤge. Zeit des Waͤsserns. Gelinden Fluß zu machen. Das Wasser muß rein abfließen. Man merke auf die Witterung. ö c. Was vom Bestauen der Heuschlaͤge zu halten, wo ö es gut und nuͤtzlich, und wo es schaͤdlich ist. d. Mit Vieh oft zu betreiben. e. Man pfluͤge die hochliegenden magern Stellen um. V„ * f. Die Huͤgel in ben Heuschlaͤgen abzustoßzen. 8. Wenn es moͤglich ist, die Heuschlaͤge zu duͤngen. h. Im Herbst lasse man die Wiesen nicht gar zu kurz abweiden. B. Die Grasarten zu verbessern. Wenn der Boden ver⸗ bessert ist, so sind auch schon zum Theil die Grasarten verbessert. Um darinn aber noch mehr zu thun, 4. so wechsle man zu der Absicht die Maͤhezeit ab. b. Man wechsle wo es moͤglich ist, Heuschlaͤge mit Wei⸗ deplaͤtzen ab. . Man sammle Heusaamen und streue ihn auf die Heu⸗ schlaͤge. d. Man erziehe einheimische Wiesenpflanzen, die sehr viel Heu geben, sammle den Saamen ein um ihn auszusaͤen, oder kaufe dergleichen Gesaͤme, die hier gedeihen. e. Man kehre die Rasen der Heuschlaͤge um. S. 3187. II. Vom Kleebau uͤberhaupt. Unguͤltige Ursachen, daß viele, den Kleebau abschaffen. Einige Fehler die sie gemacht haben. Ein wichtiger Gegenstand der Kurlaͤndischen Landwirth⸗ schaft ist die Sorge, fuͤr viele Winternahrung der Hausthiere. Von einheimischen Futterkraͤutern. Vom Kleeban insbesondere. a. Vielfache Ruͤcksichten, auf die man sein Auge bey dem Kleebau zu richten hat. b. Eigene Erfahrungen uͤber den getriebenen Kletbau in Kurland. I. Vo 2 dhh. h t iun Vch ket. Gutnten m, ch. 6 mit Di⸗ I die heu⸗ dit scht in um ihn he, di hier S. Uabschafer. Landwirth⸗ Hautthiere Hugt beh m Hltban in c. Eigene Erfahrungen, in Ansehung der Benutzung des Klees. d. Ueber den Kleebau in Koppeln und ganzen Feldern. S. 87⸗113. III. Von der Heu- und Kleeheuerndte. I. Von der Heuerndte. J. Zeit des Maͤhens des Grases zu Heu, in zwiefacher Absicht. 3. Schoͤnes feines Heu zu erhalten, muß fruͤh ge⸗ maͤhet werden. ö p. Viel Heu zu besitzen, maͤhe man spaͤter. 2. Erndte des Heues selbst. 3. Von der Erndte des Kleeheues. Auch in zwiefacher Hinsicht; doppelte Art den Klee zu trocknen. 3. Durchs kuͤnstliche Erhitzen und Schmoren. b. Durchs gewoͤhnliche Trocknen. Erleichterte Art. S. 113⸗132. Zweyter Abschnitt. Vom Ackerba u. 1. Von Ackergeraͤthschaften und Werkzeugen. 1. Vom Pfluge. A. Vorzuͤge unseres Pfluges. B. Verbesserung. 4. Noch eine Pflugschaar außer der gewoͤhnlichen. b. Die alte Pflugschaar von beyden aͤußern Seiten schneidend zu machen. c. Nachlaͤssigkeiten der Leute. 2. Von der Egge. Viererley hier gebraͤuchliche Eggen: 4. Lattenegge. b. Tannenastige Egge. c. Zapfenegge. d. Eiserne Egge. 3. Von der Walze— ihr Nutzen, a. sie macht das Land eben, b. zerdruͤckt die Erdkloße, c. erhaͤlt die Feuchtigkeit. „ Von der Sense, deren verschiedenem Gebrauch und Nu— tzen. 2. Sense mit dem langen Stiel, b. Sense mit dem kurzen Stiel. c. Sichel. S. 134⸗152. II. Von der Erde uͤberhaupt, woraus unsere Ackererde besteht. S. 162⸗170. III. Oekonomische oder praktische Eintheilung der Acker erde. A. Schwere Aecker. B a. Reiner Lehm oder Tonerde, rother, schwarzer, gelber. b. Mergelboden. c. Lehm, der halb, oder zwey bis drey Theile Sand enthaͤlt. d. Letten, von Farbe, weißer, blauer. Ist nur in der Tiefe von einem halben bis drey Schuhe tief, und von einer Moor- oder Sumpferde bedeckt. Leichte Aecker. a. Gartenerde Dammerde, Mistbeetenerde. b. Rother, gelber, grober Sand, mit viel oder wenig Dammerde gemischt. V. V uch und Nu. VMererb⸗ det Näct „schwunzt rty Theile nerdt. mit viel ddet Rother gelber Sand. d. Schwarzer, grauer Laudaer, e. Weisgrauer Sand, Heideboden, Buschland. Kleeboden. g. Mooracker, Sumpfacker. h. Torferde. S. 170 179. IV. Lage des Ackers. 1. Lage in mehrentheils ebnen Flachen. 2. Mit Schatten von Baͤumen umgeben, deren Nach— theil gezeigt wird. 3. Kessel oder Vertiefungen mitten im Felde. 4. Unten Quellen an einigen Stellen sind schaͤdlich. S. 179197. V. Vom Brennen des Ackers. 1. Wie die Erde hier in den Oekonomien hin und. wie⸗ der gebrannt wird. a. Mit Roͤhdungen Schlagen. b. Mit Kitten. 2. Im Sande und leichtem Acker ist das Brennen schaͤdlich. 3. Im Lehmboden sehr nuͤtzlich. S. 197:207. VI. Von Neubruͤchen oder neugerissenem Acker. 1. Wie man neues Land reißt. 2. Wie bald es mit Getreide zu besaͤen ist. S. 208⸗217. VII. Von der Duͤngung, und dem Duͤngen. 1. Verbesserung der Erde und Verbesserungsmaterialien. 2. Duͤngungsmaterialien. 3. Wie stark oder dick man duͤngen soll. 4. Einige Regeln beym Duͤngen der Aecker. 5. Zeit des Duͤngens. 6. Natur der verschiedenen Duͤngungsarten. S. 208.244. — 586 VIII. Vom Verbessern der Felder durch Graben. S. 244⸗ 250. IX. Von der Fruchtbarkeit der Ackererde bloß fuͤr den praktischen Landmann. 1. Verschiedene Wahrnehmungen des Landmannes, die Fruchtbarkeit betreffend, 2. Aus denen, vier Fragen entworfen und beantwortet worden, a. was ist die Fruchtburkeit der Erde? b. wo kommt sie immer wieder her? c. wie kann der Landmann sie wahrnehmen? d. welches sind die Hindernisse der Fruchtbarkeit der Erde. S. 251297. X. Von Eintheilung der Felder, in 3, 6, 7, 8, 9 Theile. 1. Die mehrfache Eintheilung der Felder hat keinen Nachtheil, 2. wohl aber betraͤchtliche Vortheile. 3. Specielle Vorschlaͤge zur mehrfachen Eintheilung der Felder. 4. Berechnung verschiedener Vortheile einiger unmaaß⸗ geblichen Eintheilungen. S. 297⸗335. Erste Abtheilung. Vom Bestellen der Roggen⸗ und Waizenfelder. 1. Mehr als dreymal zu pfluͤgen. 2. Vom dreymaligen Pfluͤgen. A. Zeit des ersten Pfluges. B. Wie dicht. C, Wie tief. D. Es bleibt die gepfluͤgte Erde lange unbeeggt. G. A: sit her ——— HWhes, die ahlwotitt hmen? htbatkeit Theile. t känen eilung dt unmes⸗ del. Hleggl. 587 E. Vom Walzen der aufgepfluͤgten Winterfelder. F. Wirkung der Luft und Winde auf dem offnen Acker. G. Erste Egge. H. Zweyter Pflug. Seine Zeit, seine Art. I. Zweyte Egge. K. Saatpflug. a. Vor der Saat ist sehr vortheilhaft und bewaͤhrt. b. Mit der Saat zugleich. I. Ueberhaupt von der Roggensaat. a. Von Saͤebetten. b. Reine Saat. C. Alte oder frische Saat. d. Vom Wechseln der Saat. e. Vom Kurischen oder Litthauischen . Vom dicht saͤen. 8. Die Saat so trocken in die Erde zu als moͤglich. M. Insbesondere von der Saat im Lehmboden. 3. In trocknen warmen Herbsten, Zeit und Art des Saͤens. b. In nassen kalten Herbsten, 25 und Art des Saͤens. c. Dreyerley Arten der Behandlung. d. Vom Furchen ziehen. N. Insbesondere von der Roggensaat in leichtem Acker. „In trocknen und warmen Herbsten. In nassen und kalten Herbsten. Vom Walzen der Roggensaat. Vom Furchen ziehen. S. 588 O. Von der Roggenerndte. a. Kennzeichen der Reife des Roggens. b. Von der zur Erndte zu brauchenden Sensc. Die Garbenhaufen zu zehn Garben. d. Die Haufen zu bedecken. 3. Vom Waizenfelde. a. Das Bestellen des Ackers zu dieser Getreideart. A. Der Waizen bedarf seines eigenthümlichen Ackers eigentlich. ö B. Der Waizen erschöpft die Erde von ihrer Fruchtbarkeit fuͤr alle andere Gewaͤchse am mehrsten, erfordert daher vielen Moder. b. Die Zeit der Saat ist im Lande sehr verschieden. Einige Vortheile fuͤr die Saatzeit. c. Das Brandkorn zu verhuͤten, und Ursachen des Brandes im Waizen. d. Waizenerndte. S. 336⸗-425. Zweyte Abtheilung. Vom Bestellen des Sommerfeldes. I. Der Gerste 337½6 4. Erster Pflug. 1. verschiedene Arten im Lande, den ersten Pflug zu machen. 2. Was von jeder Art zu halten. Der Herbsyflug muß nothwendig beeggt werden ursachen dafuͤr. 4. Bleibt an einigen Orten ungeeggt. 3. Zweyter Pflug. 1. Kennzeichen wie zeitig. — 539 3. Gruͤnde fuͤrs fruͤhe Pfluͤgen. 3. Die Winternaͤsse muß rein abtrocknen. s. b. Um der offnen Erde die Einwirkung der Fruͤh⸗ lingsluft zu verschaffen.—— 6. In der offnen Erde werden die Unkrautsaamen zum Wachsen gebracht und Eutrrn 2. Zeit des Eggens. 4. Walzen der Erde nach der wwevten 90 0. C. Gerstensaat. à· Reinigkeit der Saat. d. Oftmalige umwechslung der Faat aus andern em Aeckern. c. Zeit der Saat.—— ihen.. Verschiedenheit der Zeit nach guten Gruͤn⸗ den, die in der lokalen Bischafenheit jeden — 2——— Ortes zu suchen. 2. Fruͤher im Lehm/ in Teichen/ in feuchtem Acker, in kalten Fahren. 3. Spaͤter in leichtem Acker. 4. Ueberhaupt ist die Spaͤtsaat besser als die Fruͤhsaat. Gruͤnde fuͤr dieselbe. d. Tiefe des a besondets in duͤr⸗ ren Fruͤhlingen. u Ee. Rein zu pfluͤgen. . Wie dicht in saͤen. 4 ö 89 g. Saen im Wind, des Abends vorhän; 159 — — — en h. Untersuchung, ob die Sagt, fuͤnf dis schẽ Tage, ungeegget. bleiben darrt. . Noch eine andere Behandlunz. *. Vom Gebrauch der schweren Walle den der Gerstensaatt— 1 * 2 599 I. Einige Vorschlaͤge. D. Die Gerstenerndte. 1. Zeit der Reife der Gerste und deren Kennzeichen. 2. Sense bey der Gerstenerndte. 3. Ob die Gerste gleich, nachdem sie gemaͤht worden, zusammen genommen werden kann. 4. Wie lange die genommene Gerste sicher in Haufen draußen stehen kann. S. 426⸗ 484. Dritte Abtheilung. Vom Bestellen des Hafers. —— 1.. Erster Pflug. 2. Egge und Walze. 3. Saat des Hafers. a. so fruͤhe als moͤglich. b. wie tief die Sgat umzupfluͤgen. wie dicht zu saͤen. ö 0 die Saat ungeegget zu lassen. e. zugeegget und gewalzt. 4. Erndte des Hafers. 4. Zeit des Maͤhens. b. Gefahr bey der Erndte. S. 483⸗49b. Vierte Abtheilung. Vom Bestellen des Erbsenfeldes. 1. Vom Acker, in dem diese Getreideart besonders wohl geraͤth. 45 Erster Pflug im Herbst— 3. Zweyter Pflug, fruͤhe im Fruͤhlinge. Er kann ganz unterbleiben. 2 „Dritter Pflug mit der Saat bolla eichen duther, Husin wihl unn gunh NN * 59¹ 3. Vierter Pflug, sechs bis acht Tage nach der Saat. 6. Wie dicht die Saat zu machen. 7. Vom Eggen, nachdem die Saat aufgegangen. 8. Ob Erbsen mit Stroh, strohhigem Mist oder ver⸗ rottetem Mist zu bedecken sind.! 9. Ob sie mit Strauch besteckt werden koͤnnen. 10. Erndte der Erbsen. S. 497509. Fuͤnfte Abtheilung. Vom Bestellen des Leinsaatfeldes. 1. Eigene Aecker fuͤr gedeihlichen Flachsbau, und deren Zubereitung. Wenn der Leinsaamen auszusaͤen. 3. Wie dicht die Saat zu machen. Reife des Flachses. Vorschlaͤge, viel Leinsaamen zu erndten. Ursachen der Vorzuͤge Kurlaͤndischer Saat. In wie fern hier im Lande, viel oder wenig Flachsbau zu treiben ist. 8. Zubereitung des Flachses u. s. w. S.310⸗530. * Sechste Abtheilung. Von Beyfeldern. 3. Was sie jetzt gewoͤhnlich sind und wie sie besser ein⸗ gerichtet werden koͤnnten. 2. Wie sie am beßten zu nutzen waͤren, wenn man de⸗ ren gerade so viel hat, als man braucht. 3. Wenn man großen Ueberfluß an Flaͤcheninhalt be— saͤße, und viele Beyfelder haͤtte, wie sie noch genutzt werden konnen. S. 51⸗7 59⁴ Siebente Abtheilung. Von Saͤeteichen oder Stauungen. 2. Ihr betraͤchtlicher Rutzen und Vorzug vor Beyfeldern. a. Wenig zu vfluͤgen. b. Sie geben und nehmen nichts weg. 9. Ihre Behandlung selbst. a. Zeit des Ablassens. b. Art des Ablassens. c. Mit Fischen reichlich zu besehen. d. Stark zu durchgraben bey jedesmaliger Nutzung. e. Wie oft sie unter Saat zu setzen sind, und Kornarten. f. Wie laͤnge sie besaͤet und dann wieder unter Wasser gesetzt werden sollen. E. Viele Teiche anzulegen zum Saͤen. S. 328⸗546. Achte Abtheilung. Bom Dreschen und Reinigen des Getreides. 6 Wie wichtig es ist, sich darum zu bekuͤmmern/ und auf diesen Gegenstand, recht viel Fleiß zu richten. ö 1. Doppelte Art hier im Lande das Getreide zu dre⸗ schen, mit Pferden und Flegeln. 2. Neuere Methode mit Maschinen ist vorzuͤglich zu em⸗ pfehlen. 3. Schnelligkeit des Dreschens.— en n des Korns. Zwiefache Art des Reinigens, zwey Urtheile daruͤber. a. Vom Windigen. 0 b. Vom Werfen. Vom Dreschen und Reinigen des Kleesaamens. S. 347⸗578. —.—— 1„— 7/% Iu V. 20. 18 ö —⁰9 + * — 5½ 26 Graben ⸗ graben 66 ⸗ 15 ⸗ẽ.Luainterwuchs⸗⸗ Wiederwuchs 69ͤ⸗ 6⸗ aͤhnlich ⸗endlich Le 2 Stue Steine 25% ⸗ ⸗Nachduͤnger ⸗Viehduͤnger 7 7„„ Luft Kraft 81 26„ ⸗ geweckt ⸗ gewirkt ů 83 15 Winterwuchs⸗ Wiedelwuchs 96 ⸗ 24 ⸗„Zerreißen⸗ Zureißen 2 9 27„ nach verloren ⸗ zu haben * 8 4 ⸗„„Umwandlung ⸗Behandlung ⸗ ⸗Unterwuchs ⸗Wiederwuchs „oh⸗ 24„„Zerreisen ⸗ Zureißen — zweysaͤhriger- zwanzigjaͤhriger — 139 3 · nun elt 165 23⸗ Eisenacker⸗ Eisenocker ½4„ 3„ Blos ⸗ Hellrother , HOle Hellrother 84„ 8 allso ⸗ alle ⸗ Stauden Stangen ,;drey dDreyßig 919 sich ⸗ dieselhen * 290.: 9*« fetie ⸗ feste 315 19⸗« Wintersaat⸗ Wiedersaat Druckfehler. te 2/ 3. 17 I. statt da ⸗ zu 26 ⸗· 2 5„Der Sumopf Im Sumpf muß Menschenzahl WReeschenzahl der Graben 333 12 kommen die Worte: mit Roggen am Ende vor dem Punkt 374 158 l. st. erstickt ⸗ erstaͤrkt 339„ Dba daß ö 428 6 ⸗ͤ« Spile ⸗ Spaile 490 10 ⸗ zweyhundert⸗ dreyhundert. 509 20 muß heißen: so stark sie auch im Fruͤhlin⸗ ge sind 513 26 lJ. st. Kornsaat ⸗ Kronsaat 572— 20 ds ⸗ den 578 ⸗ 8 das der. —————— ö + 7 * 6— +.. 50 + 2 V 4 4 2 0.— A. 3.——. .. — 4.— 75 —5— 2—— 7 * ‚ 2 74 4 AN J + 7 vSSS 1. 4*** + 3—— 5.6 ++ẽ 32 25—— uU*— + 2 N/ 5,„ V— 5 V. 4⁰— AE. 70² 174 e 23* 211—=— — 273— + 7 ——* ———.—— 73—————— — 27 n 2— — 2⁰0———— —.———————n,„ ——— 29————.— — 9 230 eege ———— —— —— 14 4 V 5 10.05 V./ V ——— 41 1 —* 4 1 9 Anmn u, —* 27 ——E——————— Q——˖—————— — 5 * ur& Grey Sorurol Magenta — Shart COlO 2 — . 2 — — 2 ———— — —ÿꝑſ— * —