——— —.— — 1 4 4————— A—————— — 6 1 —— L* 1——— 4—— 4—— — * — WM..— 44— aAAKh 1 1— — 4 7 — 3 ———yöõ———— —————————— 5 · . 8 3 4 3 55 I 9 5 — 4 4 3 Des Ritter Carl von Linne Ausßerleſene Abhandlun aus der Naturgeſchichte, Phyſif und Arzneywiſſenſchaft,= SAEDEE “(" u ER= 462] WE? 7. 08| 1460 |] 4 x 7 6 4 ZIMM Vd 08.N AU MOEGLIN 5 IWIE 2 Mit Kupfern. Bg Hen He- Hh Hen Neuheiten hr Rie fe Heu Rie- Folien N6-R6-Re-Rem Leipzig, verlegts Adam Friedrich Böhme TY 79.6: ?"=< zer FSE<====00 Ez=T=== ZZ | 3-.. ma. HOE iE 78? uu k ZE Gch | | | ,| | ij | (| KE 7| 4 |-| || ki “| 1| pf SL= SZ D x Cn" EL Lo WISS - I== 0 N= Sd ZUS“7 Rd<<< ER 5=== IS<= S) 15 | ey manchem Buche iſt der Titel, wie Sterne ſagt, nichts als Behiculum, Niemand wird behaupten, daß Caroli 2 Linne amoenitates academicae unter dieſe manche ge- hören. Kein Titel könnte anpaſſender ſeyn. AI Indeſ- " RSS IT 3 2 uweiicniutiiichhneneteangeuienenugmeneun.%-. 27.= rT WF+ KK dm EEE=. M cl“ ün ee 4,4%.-<< BenmmmmEHÄS*; 54. 448 Vovrede,| Indeſſen hat gleihwohl das Buch fein| y großes Publicum gehabt. Iſis daher weil es| ſi lateiniſch, oder daher weil es zu theuer iſt2| 1m Bielleicht aus beyden Urſachen. Ein Herr| wi" L. B. e Soc. Ieſ, wollte es vor einiger Zeit den Din Liebhabern in wohlfeilerem Preiſe verſchafen,| um und ließ die nach ſeinem Geſchmacke vorzüg:(.; me) lichſten Stücke in den Jahren 1764 und 1769.| ſeb zu Gräz in zwey Bänden nachdrucken, Weil er aber- XIII. Von der bewohnten Erde- (13) X1V. Von den Kräften der Pflanzen IYY je 4 EE AAN zl R SZ 262. 2682. 288. Bon der|/+ wer Begattung der Pflanzen, (EICHEN Borrede, EG edermänn, der in der Naturgeſchichte nicht ganz unbewandert iſt, weiß, dünkft mir, daß man nich 1ER ſeit geſtern oder vorgeſtern die Pflanz 1 zivey Geſchie: fer ENDS hat, daß die Botaniſten in nur eine dunkle 1 und zweifelhafte Kenntniß von der Sachs hatten, Die Alten Fane ſchon hinlängliche Geſchlechtskennzei chen bey den Thieren. angeben, und 99ppxM mit leichter 2 Mühe. das männliche vom weiblichen unferſchei den; bey den Geſchlechtern der Pflanzen aber hatten ſigni chts als ungewiſſe und unzulängliche Muthmäßungen. Schon vor Alexanders des Großen Zeit en, wußten die Einwohner Der Länder, wo die Dartein wachſen, daß es bey dem Dattelz baum ein Männchen und 28 VBeibe hen gebe, und das.lekte dur) abgeſchni tene und übergeh ange mannlice Blumen befruchtet werde, Sie getrauten ſich aber doch nicht dieſe bey A Einer 2 1. Von der Begattung der Pflanzen. Einer Pflanzenart gemachte Bemerkung auf alle andere an- zuwenden. Auch die Völker, welche die Piſtacie und Feige.als Gar- tengewachſe zogen, beförderten mit bülfreicher Hand die Be- fruchtung dieſer Pflanzen; machten aber aus Unwiſſenheit der Naturkunde, keinen Schluß auf ein verſchiedenes Ge- ſchle"? | Behn 1 te undhu nit dem || Qrößten 168 m ND | füt, ze |"fag Wideg, feutſcp lwſag | In Win | 7epen trägt ay Men gä, der in t, ſone St. ſchrei: nn bes 't ſich Dflan« weit, 1 alſo 1 Aus Dem ) eine ende aht anzen nicht, hiere fun den zu auch 1 das 1 ein Erde mit nzen, Waſe Suns < die vteſten (E)- 0,63), 1. Von der Begattung der Pflanzen,* Erdeheilen geſchwängerten Saft anziehen können, verdorren und gleichſam aus Hunger ſterben. Die Gewächſe die auf dürrem und trocknem Boden wachſen, werden daher mager und ſchmächtig, und man ſiehet ihnen deutlich den Mangel der Nahrung an. Ganz anders aber verhält ſichs mit Pflan- zen, die auf fettem Boden ſtehen, welche nicht nur grüner, ſtark und fett werden, ſondern auch in ihrem glücklichen Zu- ſtand gleichſam luſtig und froh ſind; ebenſo wie die Milch- gefäße unſeres Körpers von reichlicher Speiſe viele Nahrung einſaugen, und den Körper fett und munter machen, und ſo auch umgekehrt. Zweytens das verſchiedene Alter. Jedes leben- dige Geſchöpf nimmt ſeinen Anfang, ſein Ende, und iſt unzähligen Veränderungen unterworfen.| Das iſt auſſer Zweifel. Wir ſehen daß die Kindheit ſchwach und hinfällig iſt, die Jugend hingegen in voller Schönheit und Ueppige- keit blühet; daß der Mann fruchtbar, ſtark, dauerhaft und geſeßt wird; daß endlich das Alter verwelft, vertroc>net, bleich und ſchlaff wird, und ein trauriger Prediger der be- vorſtehenden Verweſung iſt. Leiden aber nicht die Pflanzen eben dieſe Veränderungen; durchlaufen ſie nicht even dieſe Bahn? Ihre Kindheit iſt ſchwach und hinfällig, ohne Blüe ehs und Frucht. In der Jugend ſind ſie munter, prangen mit den ſchönſten glänzenden Blumen, und ſtehen in der größten Anmuth und dem lachenden Frühling ihres Alters, Im Männlichen Alcer oder ihrem Sommer, werden ſie ſtärker, ſ piche Blörter, verläßt ſeine Stüßen, erhebe ſich mit eigener wUN Kraft, und wächſt zu einem ziemlich anſehnlichen Baum|. jwel . auf, In dieſem männlichen Alter trägt er auch Blumen. ib und Frucht; und jeßt iſt es der Epheubaum(Hedera arbo- jW rea C.B. 305.) Wann endlich das Alter anfommet:“ ſo 008 frägt er eyrunde Blätter ohne Lappen, und iſt der Poeten-(ng epheu(Hegera poetica C, B.). Die tägliche Erfahrung gi lehrt, daß alle Gewächſe denſelbigen Schickſalen, wie der-(rah Epheu unterworfen ſind. Denn aus dem Saamen keimen gee Pflänzgen, welche zuerſt zu einer Staude, hierauf nach und| ww nach zum feſten Stamm werden, alsdann Blymen und| fm Df Trucht tragen. Zulekßt welken die Aeſte, werden ſammt ſh vas dem. Stamm mit Moos überzogen, einer und der andore ver- dim OMM borver, und'die Fäulniß greift den ganzen Baum an; wel-|| fs 5 der IO 1. Von der Begattung der Pflanzett. der Sinnpflanze(Mimoſa) und des Sauerklee(Oxaliy|| wN mir gefiederten Blättern ziehen die Blätter bey der erſten ſeht Pp Berührung auf eine wunderſame Art zuſammen und beugen höhe ſie nieder. Wenn man ihnen hierauf Ruhe läßt, ſo ſtre>en wo ſe ſie ſie wieder aus, als ob ſie Leben und Empfindung zugleich Hef hätten. Die dritte und vierte Gattung der Valantie(Hort. Fim Upſ 303.) hat während der Blüche unbedeckte Blumentrau- nd ben; allein wenn die Blürhe vorbey iſt, ſo beugen ſich die| Spl geſchwängerte weibliche Blumen unter den Schatten der Blät-| 149 fer zurücf, und auch die Blätter beügen ſich herum, damit| md der eimbryoniſche Saamen recht bedeckt, und nicht von den 1100510 Fleinen Vögeln bemerkt und abgepikt werde. An der| wu Arachidna wachſen aus den Blartwinkeln nackte Blumen-| wih 89 ſtiele heraus; iſt aber die Blüthe vorüber: ſo beugt ſich der|| vſe." Blumenſtiel herum, kriecht in die Erde, und verbirgt in| Inſe fr ihr die Frucht, Der herunterſteigende Rlee( Trifolium|.| 638 catobleps Hort, Upfal, 222. n. 4.) befommt fünfblürhige| ar H; Blumenſtiele, Wenn aber die Blühezeit vorbey iſt: ſo beugt 1,06 n 1 ſich der Blumenſtiel zur Erde, kriecht hinein, und verbirgt|] Bz ſeinen Saamen, damit er nicht von Thieren verzehrt werde,| 0' 8 | CUE, Daß alle lebendige Geſchöpfe ihre Erhaltung der Be-| fn wegung zu danfen haben, iſteine bekannte Regel. Der Menſch Di 000 ſowohl als das Vieh wird, wenn ihm Bewegung mangelt, 000) bleich und ſchwach, Die Bewegung hingegen macht roth, dick, dur) Aw fett, geſund. Daher ſagt mit Recht Avicenna? Motus| mt) Y membrum magnificat,( Die Bewegung macht die Glieder| ſetwnal größer). Daher iſt der Körper eines Bauers robuſter als|| Miu St der Körper eines Höflings. Jener hat, an vieles Gehen ge- de, 8 wohnt, ſtärfere Beine; auch iſt ſeine, rechte Hand von der Wien Arbeit meiſtens größer. Je< halte es für überAüßig, dieſe| 9 durch gemeine Erfahrung ausgemachte Wahrheit noch weiter Jud mit Vernunſtſchlüſſen zu'erweiſen. Cine Pflanze die im| pithhH Gewächshaus ſteher, ob ſie gleich hinlängliche Wärme und| menſy| Fahrung erhält, wird dennoch ſt.(S. 258ePF in den Stockholmiſchen Abhandl. 1746; S. 198.). Man bemerke auch, daß alle Thiere, welche lebendige Jungen zeugen, ihre Eyer haben, woraus ihre Brut entſiehet 3 ob ſie-gleich ſchon in Mutterleib zur beſtimm ten Zeit ausgehen; ſo wie das gebrütete Cy der Vögel im Meſt, welches die Gebärmutter vorſtellet, ausgehet. Auch den fleinſten Pflanzen dürfen wir ihren Saamen nicht'abſpre- chen, ob er gleich zuweilen der Schärfe unſeres bloßen Auges entgehet. Bey der Waſſerlinſe( Lemna) hat Valiſnert und bey dem Schimmel( Mucor) und Staubmoos(Byſius) Hlicheli(t. 91.) den Saamen entdeckt. Die Alten glaub- ten zwar der Übiſtel( Vilcum) entſtünde ohne Saamens indem ſie ihn oft auf der unteren Seite der Aeſte heraus wach» ſen ſahen, und nicht begreifen Fonnten, wie der Saamen von einem Baum zum andern fliegen und ſich ſo oft an die unterſte Seite, anhängen könne, Allein die Zeit hat gelehret, daß der KRrammetsvotgel die Miſtelbeeren freſſe um ſich vonihrent Mark zu ſättigen, Den Saamen giebt er unverdauet vott fich, der ſich alsdann mit dem Koth an die Aeſte hängt. Dep Regen ſpüler den klebrigen, Saamen ab,' und ſchwemmeet vſt ein Körngen an die untere Seite der Aeſte, Hier Feinter es auf; und mant: kann alſo ſagen, daß. der Krammetsvogel ſich ſelbſt ſein Unglück durch den Koth berei- tef A HPEEE EB 8 ſin ES Whlihu9 die Gans (Qs), unſh3h die E06 wſd NENE | AWEL ewt | jw:44 | pferde weiß MEAN Vfndoe WE] bfonnze niche |(m Dy nn R , „uns die mechani- Und ane u, nders ' Wurzel der dem efes gilt eifel ſd: ind ihre q, und Zern damen „1746; , welche us ihre eſimm: 0gel int Auch abſpre: n Auges liſners Bylius) ! glaub» gamen; 5 wad: jeh von unterſte daß det nähre wer von 9 De wem AD daß. dr NG iW 1. Von der Begattung der Pflanzen, 17 tet). Viele glauben, die an den Bäumen ſißende Blätter ſchwammarten(agarici) ſeyen Auswüchſe, die von Krankheit herrühren. Allein in der That ſind es.doch gewiß die nehm- lichen Arten'derienigen Blätterſchwämme, welche Hüte und Strünke haben, und in der Erde wachſen, deren Saamen aber auf den feuchten Stamm geſprengt worden, wodurch ſie nur halbe Hücte ohne Strunk bekommen. 6. T+ Daß der Saamen das Ey der Pflanze ſey, beweiſet ſein Endzweck; Denn jedes Ey, bringer eine den Aeltern ähnliche Brut. Dies thut der Saamen auch; folglich) ſind die Saamenkörner die Eyer der Pflanzen. Die Theile des Cyes z. E. eines Hüner Eyes, ſind zweyerley: äußere oder einſchließende; und innere eingeſchloſſene, Jeneſind die Schaale(H auf der erjten Kupfertafel Fig. 4.), die äuſſere Zaut(B), und unmittelbar darunter die innere 5Saur(C), das den Dotter umgebende Häutgen oder der vaagel(Galazae), welches an ven beyden Poten zuſammen- gewunden iſt(EDE), Die innere einzeſchloſſene Theile ſind: die Luft zwiſchen den äuſſeren Häuten, an der ſtum- pferen Spiße des Eyes(H), das-zärtere und äuſſere Ey- weiß(1);, das dicfere Eyweiß(K); der Dotter(>); die Liarbe(G); in deren Mitte ſich der Kebenspunktt befindet, Wenn man nun der Henne ein Ey zum brütei: un- terlegt; ſo wird der Lebensptmkt nach zween Tagen roth, und befommt rothe Aedergen, die ſich durch den Dotter erſtrecken, Endlich bemerkt man, daß ſich das ganze Hünchen aus die- ſem Punkt bildet, Der Dotter wird zum Mutterkuchenz das *) Imlateiniſchen heißt es weit beſſer: Turdus libimet ipli ma- lum cacat. Wäre die Delicateſſe, 6 Diis placet, der Deut« ſchen nicht ſo groß: ſo würde ich haben überetken dürfen: der Krammetsvogel verſch= ſich ſein Leben Daß übrigens aus dem Miſtel der Vogelleim gemacht wird, und damit die Krams mentrsvogel gefangen werden können, iſt bekannt» A, d+ Us B 18 1. Von der Begattung der Pflanzett, das Eyweiß zum Nahrungsſafe für das junge Hünchen, oder zum Mutterwaſſer; beyde Häutchen werden zur Lederhaut und Schaafhaut. Alles dieſes findet ſich auch bey dem Pflan- zenſaamen. Er hat eine Schaale(EF. 5te Figur); eine den Dotter umgebende Haur(L); einen Dotter(M), und eine Liarbe(A). Zwar fehlet das Eyweiß beym Saa- men: aber er bat feines nöthig. Die Erde worin er auffei- met, muß feucht ſeyn, wenn das junge Pflänzchen genähret werden ſoll. Eben ſo wenig haben die Eyer der Fiſche Cy- weiß nöthigz da ſie ſtets im Waſſer ſind.„Wenn die Blu- „5 me abgeblüher iſt, ſo fängt der Saamen an aufzuſchweiten, zz und man bemerkt oben ein Bläschen( die Schaafhaut des 5, Malpigh.) Es iſt mit einem Nabelſirang verſehen, der 5» bis an den gegen überſtehenden Theil des Cyesreicht, Wenn 3» ſich nun die Schaafhaut ſamt dem Ey vergrößert, ſo ſie- »»het man. an deſſen Spiße ein anderes kleines Pünktchen, 55 das ebenfalls von Tag zu Tag wächſt, bis es die ganze 2e- 5» derhaut und das ganze Cy anfüllet. Dieſe beyde Häute 5,(die Schaaf und Ledethaut)- verwandeln ſich in die Schaale 55 oder Bedeckung des- Saamens.(Logan, experim, 9.2 Hieraus erhellet alſo, daß"bey dem Saamen eben das'ge- ſchieht, was bey dem Ey vorgeht; und folglich ſind ohne al: len Zweifel die Saamenkörner die Eyer der Pflanzen, 6: 84 Daß die Pflanzen aus dem Eyerdotter entſtehen, be- weiſen ferner die LTahruntgsdruüſen(coryledones). Dieſe ſind bey den Kühen und ähnlichen Thieren der Mutterkuchen, nur vervielfältiget, der;mit der Frucht verbunden, den Saft KN der Mutter ſaugt und zur Nahrung des zarten Thieres vereitet,-| 6. O+ Die tägliche Erfahrung zeigt, daß alle Pflanzen wenn ſie aufkeimen, ihre Saamenblätter haben; und das iſt ſo all- gemein, daß ſich auch nicht eine einzige findet, die nicht da- ! mit = | mieve! Yoyen 4 | | ſi; 8 NM"5 4 | Zana iat übte. wenig tung8d" vs), (pohr! Flam Ghoriht ) „m NE m NB | Gams fifa VE ſe hb, 19 wn 4 i dJ in Cunt: une alle DA Det nend ſv dam ht Du FEEN ven vs ein Wei, finBa, / ett, en, odet derhaut nPflan- ); ee. er(M), m Saq- ' Quffei: enähtef ye Ey- ieBlu- weilen, ut des n, der Wenn ' ſo ſies ntichen, anze Häute "chaale 1, 9.3“ das ge- ohne al: , n, be Dieſe tuhen, y nSaſt Theres zen 14 ſ 10% » nid w mit 1. Von der Begattung der Pflanzen, 19 me verſehen wäre. Daher haben auch Boerhagve und Royen davon Kennzeichen zur Cla Bification der Pfianzen genen: je nachdem fie nehmlich mit einer oder zwo Nah- r! ingsdrüſen n verſehen find(monocotyledones et dieutgledes nes).: Dena nur ein oder zwey Geſchlechter haben„mehrere, (polycotyledones) z. E, die Kie fet. Aus dieſen Saamen- bläctern nun beſteht. anfangs das ganze Saamenkorn, den Zebenspunkt(ilum) oder jenes Fleine Herzcheu ausgenom- men.. Auf dieſelbe Art, wie der Dotter im Ey, wenn er zum Mutterfuchen geworden iſt, dem jungen Hünchen durch den Nabelſirang die. Nahrung zuführt: bereiten auch die Saamenblärter.der noch zarten en dieNahrung, bis ſie ſtärkere Wurzeln in die Erde geſchlagen bat; alsdann fallett ſie ab. Hieraus iſt alſo klar, das die Sagmenblätter die LIahrungsdruſen ſind. .. 10 Da nun alle Nahrungsdrüſen äus dem Ey oder dent Saamen entſtehen,(6. 6.) DG i ede Pflanze mit ißren Nah» rungsdrüſen DeR iſtz ſoiſt esein(DSE Schuß, daß alle Pflanzen q 3 dem Ey entſianden|! Denn man ſie. het niemals eine- Pflanze e ohne Saamenbläte aujfeimen; es - ſey denn, daß ein Nebenſchsßling aus dem Stamm oder der Wurzel ausſchlägt. BEIL S J==

k des erſten Weibes hätte ) mann alſo ſchon ihr Kind gelegen; in dieſem Kind oder Ey wieder lappet- deſſen Kindz und ſo die Enkel und Urenkel ins unendlichez enRuo Furz im Eyerſto> der Cva, ſeyen ſchon alle vorige, gegen= ur Zeit wärtige und zukünftige Menſchen enthalten geweſen. Allein mt wer- wenn man auch gelten läßt, daß die Materie ins unendliche Regy- heilbar ſey: ſo überſteigt es doch allen Glauben, daß ſv un- breiten zählige Eyerchen in einem einzigen ſtecken ſollten.“ Die an» nnliche dere Hypotheſe, die Löwenhökiſche iſt. folgende: das achſen, Naärbchen des Eyes ſey leer, der männliche Saame aber mit Forde» Millionen Würmchen angefüllt, die alle bis zum Cyerſto> n man gebracht würden, da ſie dann alles durchſuchten; könne da« denkt, von eines in ein leeres Ey kommen, ſo bliebe-es darinn, wüchſe y ihnen und würde zum vollkommenen Jungen. Seine Vertheidi- ger haben dieſer Meinung, anſtatt der Verſuche, die ſie hät- G, 134 ren anſtellen ſollen, Erdichtungen beygefügt. So behauptet 3. E. Gordon: das Närbchen ſey hohl, ein Saamenthier- ne chen fülle es aus, und würde zum Menſchen verwandelt. 50) Dalempat hält die Saamenthierchen fär vollkommene, mit reihe vs zarten Hülien umwickelte Menſchen. Andry glaubt, es vem fe 007 B.3 ſeyen 22 I. Von der Begattung der Pflanzett, - ſeyen Klappen und Löcher im Ey und Närbchen. Liſter - Meinte, dieſe Würmchen erzeugten nur die Luſt zum Bey- ſchlaf. DVallisnert ſteht in den Gedanken, das die Würm- chen die ſtill ehende Saamenfeuchtigfeit in'Bewegung ſeß- ken. Die meiſien von den Neueren, haben die Hypotheſe unterſchrieben; aus dem Grund, weil der weiße Punkt ca- rina) welcher nach HJalpighs Bemerkung, in dem gebrü- teten Ey, die erſte Anlage zum Jungen iſt, mit dieſen Würm- - ehen die größte Aehnlichfeit hat. Aber dennoch glaube ich, «„daß dieſe Meinung nicht ganz wahr iſt. Denn erſjtlich ſind jene Löwenbötkiſche Würm- hen, nichts weniger als Thierchen, die eigene und willfür- lic)e Bewegung haben: ſondern vielmehr lebloſe Körperchen, die im warmen Saamen, wie öhlige Theilehen berumſchwim- men.| Dies haben uns die vortrefiiche Lieberkühniſche Microſcope gezeigt.*)"2006 Wenn es Zweytens nach Löwenbdeks Meinung wirklich Würmchen gäbe, die im Ey die Verwandlung lei- Den: ſo müſien ſie nothwendig mit zwo Häuten bekleidet ſeyn, und durch Ablegung verſelben, aus einer Larve zur Puppe, und endlich zum vollfommnen Thier werden. Allein die Schaaf- und Lederhaut des Kindes haben ihren Urſprung *pvom Ey, nicht aber vom Würmchen. Drittens wird wohl niemand leugnen, daß der Schö: Ppfer der Natur immer den kürzeſten Weg gehe; folglich wird | auch niemand glauben, daß er ſo viele tauſend Thierchen ers ſchaffen habe, damit nur eines glücklich werde, Viertens ſeße ich nicht ein, was dieſe Hypotheſe zur Erleichterung der Generation beyträgt. Denn geſeßt, aber nicht zugegeben, daß dieſe Körpercyen Würmchen ſeyen:, ſo müßten ſie docy wieder Würmchen haben, von denen ſie ent= R ſtanden “I Lieberkühn ſelbſt will durch ſeine Microſcope gerade das Gea er gentheil geſehen haben.. A. d, Ue, CSS rb SS ISSES zin=== j feder de; vw? (in CM die wd vehn Q den wms gen m we nm nehm fangu beim tm 2 0 wehen verleiht to, „4 ihn(; früchty) Yet, Liſiex um Boy- 1 Würm Sung ſeb. Hypotheſe unft/(2s m gebrit Würm: übe ich, Würm- willfür- perchen, ſchwim- niſche Neinung ung let- et ſeyn, - Dupye, [lein die Irſprung e Schö“ ich wird hen ers hoſe zur. 4, aber eyen:, fo 1 ſie ents ſtanden de ds Om Fg 1:'Von der Begattung der Pflanzen, 23. ſtanden wären, dieſe wieder andere, und ſo fort ins unendli- cen können, Bohart Hat den Farrenkrautſaamen. ausgeſäet, und er iſt aufgegan- gen."Auch hat Plumier die Blüche eines Farrenfrauts ſchon bemerkt, die man auch leicht bey dem YViederton (trichomanes) wahrnehmen fann, Man fann deutlich ſehen, daß der Saamen der Mooſe, im.warmen Sommer, Wie ein ſtaudendes Mehl verflieget; ja bey dem Goldhaar(poly- trichum), Fann mar auch die Deichen beyder Geſchlechter erfen- | / RE i | alem we 1,30 anden Zn; moin Row 1A (Mk 23 ve GitS (0pe3e190 vw dA KE. Sau gen 7) Fig, 1,2! MOE Fed! den Aut ont juguD 00 india) (6% | 5 Frucht 2" feine NE! helme vun) Curd "ys (m] aben ehe M . I. Von der Begattung der Pflanzen. 25 m nothe erkennen, Beym Bärlappen(Lycopodium) hat der Nit- ter Linne eigene Theile, welche den Blumenſtaub, und andere, welche Saamen tragen, bemerkt; welches gewiß ein 00 Zeichen von Blumen und Frucht iſt. Auch bey den Afrer- 0 ſich die mooſen z. C. beym Nlheergraß(Fucus) hat Herr von re Zet Regaumur die Befruchtung geſehen. Linne hat die Staub- !, daß fäden der Jungermannie( Flor, Suec. 930.) gezählt; und 18 dem Valliſneri hat den Kelch, die Staubfäden, den Stempel, ſuchen die Saamenfapſel und den Saamen der Waſſerlinſe(lemna) 1; folg- abgezeichnet. Auch bey Schwämmen hat Ulichelt oft ſuchen Die Staubfäden gezählt,( Michelii Gen. Tab. 68. D.1. "aame K. E.) und ihren Saamen ausgeſäet, der auch aufgegan- weas| gen iſt.(Ebendaſ. Tab. 93. Fig. 1-17. und Tab. 74. haben Fig. 1 15.). Hieraus alſo mache ich den Schluß, daß Blume auch bey den unterſten Stufen der Gewächſe Blumen und mulcis) Früchte vorhanden ſind; ob ſie gleich der Kleinheit wegen von on Unt den Kräuterkennern noch nicht deutlich genug ſind wahrge- n ſeine nommen worden. Kurz wir haben noch. fein einziges über- hlet, zeugendes Beyſpiel, daß einer Pflanze Blüche und Frucht 1788, fehlen; und daher hat auch Linne das Weſen der Pflanzen umett in dieſe Theile geſest.(8yſt, Natur, 6, 65. Fund, Botan. we ihre H. 88.) 1 Flein: lange ß. 16. indet: Die Erfahrung lehrt, daß die Blüche immer vor der I Frucht hergehe, eben wie die Zeugung vor der Geburt. Bey weder Feiner einzigen individuellen Pflanze hat man noch ein gegen= weil theiliges Beyſpiel wahrgenommen, Die Zeitloſe(Col- hart chicum) blühet bey uns im Herbſt; die Frucht aber ſamt dem AME Stengel und Blättern kommt im folgenden Sommer im frauts May und Brachmonat zum Vorſchein. Die Haſelſtaude erton(corylus) befommt im erſten Frühling Blüthen; die Nüſſe ſehen, aber werden im Herbſt reif. Mit einem Wort, die Blume ir' gehet ohne alle Ausnahme vor der Frucht her, PE hlechter M, B5 9. 17» 26 1. Von der Begattung der Pflanzett, 6: 1274 Da die Zeugung jedesmal vor der Geburt, und wie ich eben gezeigt habe,(vorherg. 6.), die Blume allezeit vor der StIOE hergehet: ſo folgt, daß in Blumen die Be fruch- tung, in der Frucht aber“, die Geburt zu ſuchen iſt. 6. I ES, Um deswillen erkläre ich dann die ZZlume: durch die zur Beſruchtung beſtimmte Theile der Pflanze; die Sricht hingegen, als die zur Geburt gewidmete Genital- glieder. Ueber die Erklärung der Blumen one die Kräu- terfenner ſehr geſiriecen,: Ziele“ ſeßten das Weſen der:Biu- me in die prächtige Krone( EB.|. EB. Fig. 3.). Dieſe Meie nung nahm Änautr an, und leugnete, daß es eine Blume ohne Krone.geve, Flein die Erfahrung und augenſcheinliche (TARN Bemerkungen vezet 1gen,» daß öfters Pflanzen vorfommen, deren einigen der Becher(D.D,D.) fehlet, als der Tulpe und„Seirtik ariez einigen die Krone, wie den Gräßern, den Rohrkolben(Typba) der Riefer(pinus) bem“gels- kolben(Sparganium); einigen bie Staubfadenträger,(BJ wie der ſte[3329 SICHS einigen der Staubweg (0) wie der Tulpe und dem 2eberblümcdyen( Parnaſlia). Alle Blumen hingegen ſo viel ihrer jemahls gewachſen ſind, haben entweder NE HDUEUE el(C): oder Llarben (7) oder beyde 31: zueileich. Alſo bey jeder Pflanzengattung, ſind entweder Stic ubfäden, od EMG zu finden; und jeder ſieht daher, daß.in dieſe Theile, das Weſen der Blume ge- ſet werden muß, Zindet man nun eine Blume, die Staud- fäden trägt, aber keine Rarbe hat: ſv dürfen wir nur nach- ſuchen 3; wir werden gewiß eine andere Blume von der nehm „lichen Gattung, entweder auf eben derſelben, oder einer an- dern Pflanze finden, welche mit Narben ohne Staubfaden verſehen iſt. Portedera behauptet zwar, mit Beziehung auf den Maladariſchen Garten, es gäbe Pflanzen, denen die Staubfäden mangelten, z. C. die PAAGZE Coddapan- 1168, Geiſt wie ich eſt ver“ Deſtußh: Zlume inliche minen, Tulpe ſern, Jgels- |(B) auoweg 12). achſen zrben tung, d jeder me ge Staud y nach - nehm: iner an ubfaden eztehug 1, dene dap 10 -1 Von der Begattung der Pflanzen, 27 na, nlallam- Toddali, YToli-tali: Allein die Staud- beutel bey der erſten, welches der Sauwoban m(cycas) iſt;. bey der andern, welche Zürgelbaum EISE und bey der lebten, welche Slachgbau M(anridesma) heiſt, find heut zu Tag den Pflanzentennern bekannt. Hieraus läßt ſich der Irrthum jener Anhänger des Rivpius begreifen, welche die Honigbehältniſſe bey der Vlieswurz(heliel„79D) Pafſ- ſionsblume(paſlifora) und vem Schwarztämmel (Nigella) für die Blume gehalten 6 haben; da doch dieſe Kör- per weder ihre eigene Stempel, noch Staubbeutel beſißen, n NO! Zum Befrn. CE WERE I IE OR MITTE“ Em| Si EEE i Rtl can 0 R SS WEEENEN TEE STETEN TEERRÜGIE EH FM IE.=-- IREEN v FEE v 42 Solider ed, wie 1 N die metz Fiſche , wie nicht, n den uſam- te da- [e der annli- 'beutel den; mien, he mit erin, dzwar taube nden, fallen Be aſſen. ühetz hbeu- ol ſind ſtaub, )» ode? er vi meiſten Blu x. Von der Begattung der Pflanzen, 29 Blumen: oder wenn dieſer nach der oberen Seite zu gebeugt iſt, ſo folgen ihm die Staubfäden nach; wie in der Rlaſſe mit zween längeren Staubſaden. Neiget ſich end- lich der Stempel: ſo erheben ſich die Staubfäden; wie z. B. bey den Caſſienarten und dem YWintertrün(pyrola) mit aufſteigenden Staubfäden, und herabhän- genden Stempel. Drittens: aus der Zeit. Die Staubbeutel und Narben blühen zu gleicher Zeitz und das nicht allein, wenn ſie auf einer einzigen Blume, ſondern auch, wenn ſie auf| verſchiedenen Blumen wohnen. So taſſen z. E. die Haſel- ſtaude(corylus) die Birke(berula) und die Erle.(alnus) niemals ihren Blumenſtaub fahren, ehe die unten wohnende Narben heraus gewachſen ſind. Auch die männliche 55at1f> pflanze, ſchüttelt niemals den Staub ab/ ehe die Stempel der weiblichen Pflanze zum Vorſchein kommen, Viertens: die Sächer. Touyrnefort glaubt, die Staubbeutel verträten das Amt der. Jiierenz, ſie reinigten nehmlich die Nahrungsſäfte(Uagog. 69.)- Da ſie aiſo die untaugliche Theile des Nahrungsſaſtes aus der Pflanze in ſich zögen: ſo würden ihre Klappen durch den geſammel= ten Unrath geöfnet( Ebendaſ. S. 70.). Pontedera iſt der Meinung: die Staubbeutel ſeyen nichts anders, als eine Samimnlung von Bläschen, die einen beſonderen Saft anzö= gen, und durch die Träger zur Frucht brächten; da er als- dann zu dem embryoniſchen Saamen verwendet würde( S. anthol. 67.)+ Allein dieſer Meinung ſtehet die Rlaſſe mit ganz getrennten Geſchlechtern entgegen, die Figur des Blumenſtaubs, die Capriſication*), und die Cultur der Palmbäume. Schneidet man die Staubbeutel auf; ehe ſie ihr Mehl fahren laſſen: ſo findet man ſie eben ſo fünſtlich gebaus *) Was die Caprification iſt, hat der Autor ſelbſt in einer der folgenden Abhandlungen vom Seigenbaum yp ertlärt, die ich dereinſt überſetzen werde, A+ de Ur 32 1. Von der Begattung der Pflanzen: | |(1-0 gebauetr, als die Srüchtdecfen. Sie haben entweder nur|. fe Fr ein Sach, wie das Bingelkraut(Mercurialis); oder| Gs ZwWEey, wie die Llieswurz(helleborus); oder drey, wie anders das'Rnavenbßraut(orchis); oder vier, wie die Sri-|"/ tillarie: Sie plaßen entweder der Länge nach auf, wie die uft Leucoje(1eucoium); oder theilen ſich in der Unterfläche in" Klappen von einander, wie die Ziſchofsmütze(epime-'; M dium); oder die Spike ſpringt auf, wie bey den Schnee-- m 7 tropfen( Galanchus); oder ſie theilen ſich in zween Schnä- 1 bel, wie bey der Heidelbeere(Vaccinium), dem Zeide- En n Z: SEW HE c 3<= VWNOLSE Frautr(erica), Wintergrün(Pyrola) und Androme- mole denarten. je j| Frupfes Zünftens: die Verſtümmelung. Nimmt man A einer Pflanze mit einer einzelnen Blume, ihre Staubbeutel, Fp: und trägt Sorge, daß keine andere Blume von derſelben Ww 18) Gattung dabey jiehet: ſo wird die Frucht nicht reif; oder der na Saame wird, wenigſtens unfruchtbar. Dies iſt ſo gewiß,"A daß es jedermann mit Erfolg verſuchen kann."6(M8 Sechſtens überzeugt uns endlich die Geſtalt des Blu- WB menſiaubes, daß er nicht zufälliger Weiſe, oder vom Aus- jug6) dürren der Staubbeutel entſtanden ſey. Lilalpigbt, Grew,|. Gi) Hioriland, Geoffrol(a& Paris, DBI pP 21.05) k welche die Geſtalt dieſer Theilchen, durch Microſcope betrach- 14„E j tet haben, ſind gewahr worden, daß ſie einander vollkommen ie gleich, bingegen bey verſchiedenen Pflanzenarten ſo ſehr ver» 7708 ſchieden ſind, als der Saamen ſelber nur ſeyn kann. 2. E, pd; bey der Sonnenblume(helianthus), ſind die Theilchen; des Blumenſtaubes rund und Igelſörmig; beym Storch- ſchnabel(Geranium) mit einem einzigen Blymen-'S „3 jeiel, gleichen ſie den Paternoſterkügelchen; bey der Pap-(1,5 . pel(Malva) ſehen ſie wie ein Sternrad aus; beym Yun» vd E: vderbauim(ricinus) haben ſie die Geſtalt eines Weizen-| ſchad 3 forns; bey der Dreyſaltigfeitsblume ſind ſie eFigt: beym ey Z " HMügyS(Zea) platt gedrücft und glatt; beym Borretſch ſy. 6 4(barrago) gleichen ſie einem zuſammen geroliten. Blatt Pa-) 4 4; pierz! | N 1 ; 1. Von der Begattung der Pflanzen, Z1 eur- pier: bey der LIarciſſe ſind ſie nierenförmig; bey der ? 9 Schwarzwurz(Symphytum) ſehen ſie wie zwey an ein« "4 ander hängende Kügelchen, und bey andern andets aus,- wie die Der Blumenſtaub kommt in Anſehung der Befruchs»; äche in tung mit den ſo genannten 2öwenhöfkſchen Saamenthierhen opimes- überein. Die Narbe, welche den Blumenſtaub. auſfängt, nee IL iſt beſtändig feucht; damit er ſogleich hängen bleibe. Die nd: Bemerkungen des berühmten Bernhard Juſſieu beym (UZ254004 Ahorn,(acer) ſind wirklich merkwürdig, Die Naturfün- onme- diger, welche den Blumenſtaub des Ahorns durch Wergröf- ſerungsgläſer betrachtet, beſchrieden ihn, daß er wie ein 0 Kreuz ausſähe;' allein Juſſien fand, daß er kugelrund iſtz wutel, ſo bald ihn aber einige Feuchtigkeit verührt, ſs ſpringen vier bent Klappen auf, und ſtellen ein Kreuz vor. Dieſe Bemertun- Ne gen, leiten uns auf den Schluß, daß-die Theile dieſes Biu- ewig, menttauves hohle Kügelchen ſind, die eine ſremde Materie | enthalten. So bald ſie feucht werden, ſo ſpringen ſie auf, und laſſen die feine in ihnen befindliche Materie fahren. Und 'Bhy; dieſe Obſervation verbreitet nicht wenig Licht, über die Er- Aus- zeugung der Thiere, weni man daraus einen analvgiſchen crew, Schluß auf die Saamenthierchen macht. +. Dies alles nun zuſammen genommen, beweiſt hinläng- Ny j lich und überSüßig, daß die Staubbeutel die männlichen UE Zeugungsglieder, und ihr Staub nichts anders, als der. ET wahre männliche Saaine ijt.; chen 6. 23 rh“ EE: zen Da alſo bey jeder Blume, die Staubbeutel und När-=. ap» ben„die zur Beſruchtung dienende Genitalglieder(9. 29.)-. un die Staubbeutel aber die männliche Geburtsglieder ſind; ſo eizene ſiehet ein jeder, daß die Narbe, welche den einen veſentli- beym MON ragen 38 perennirenden Bin Eiche(fraxinus). 1. Von der Begattung der Pflanzeit. „nahm, daß die Weibchen der erſten Ehe oder die erſten »» Blumen nicht des Dienſtes ihrer Männer genießen, und »»daß die Männer der zweyten Ebe zum Beſiß und Genuß »des Vergnügens zu ſpät kommen: ſo ſahe ich wohl ein, daß „nimmermehr Saamen bey dieſer Pflanzengattung zum Vor- „ſchein fommen könne; wonicht mehrere beyſammen ſtehende 5» Dfianzen zu gleicher Zeit blüheten, und ſo eine in die andere „wirken könnte.(Muſ, Clift, 36.) Noch ein anderes artiges »'Schauſpiel kommt bey der Muſe vor, ſie trägt nehmlich »»auf einer einzigen Pflanze zweyerley unterſchiedene Blumen, „deren einige in Abſicht des weiblichen Theiles fruchtbar, „in Anſehung des männlichen unfruchtbar, andere hingegen »in Anſehung des männlichen Theiles fruchtbar, in Anſe- Dung des weiblichen unfruchtbar ſind. Folglich »» Blume Mann, die andere Weib. Hier alſo zeigt ſich eine »» Art von Polygamie, die ohne Beyſpiele iſt; wo ſich zwo z3verſchiedene Ehen begatten können, und wo ein Weib mit zzunfruchtbaren Männern verbunden, ſich mit den Männern zzeines andern Weibes vermiſcht, welche Männer ein un- „fruchtbares Weib haben( Mul. Cit. 35,)“, Das zweyte, das von der Zeit bemerkt zu werden verdient, iſt folgendes. Da, wo die männliche und weibliche Blumen in verſchiede- nen"Betten wohnen, ſowohl auf einer einzigen als auf ver- ſchiedenen Pflanzen, auch wo die männliche Blumen nicht ſenfrecht über den weiblichen ſtehen: da muß die Blüthe ge- ſchehen, ehe die Blärter ausſchlagen, damit die Beſruchtung nicht durch die Blätter verhindert werde. Viaulbeerbaum(Morus) dem Nliſtel( viscum) der Erle(alnus), der Birke( betula), der Haatbuche (carpinus), der Eiche( quercus), der Buche(tagus), der 5Zaſelſtaude( corylus), dem Ltußbaum(ivglans)3 ferner bey Weide(Salix), dem Haftorn(hippophae) bem Porſt oder Poſt(myrica) der Eſpe( populus) dem gelfraut(mercarialis), und der iſt eine Z. E. bey dem Sönf- ng da di durchn ' ve pa es by rens und f mn als bay! Firiog | tal ' 1. Von der Begattung der Pflanzen. 39 e erſich Sünfrens der Regen. Faſt bey allen Blumen be- 1, und znerkt man, wie ſie ſich bey- heißem Sonnenſchein ausbreiten, d Gruß gegen Abend, und bey feuchter Luft aber die Blümchen zu- ew, daß ſammen falten, damit nicht Waſſer an den Blumenſtaub um Det fomme, und ihn zuſammen balle, wodurch er auf die Narbe ſtehende geſtäube zu werden untauglich wird. Allein ſo bald die Narbe ' andere einmahl befruchtet iſt: ſo ziehen ſich, wunderſam genug! artiges vie Blumen weder des Abends, noch bey bevorſtehendem hmlich Regen, zuſammen. Die Blumen mit beteten Staubfi- lumen, den falten ſich niemahls des Nachts zuſammen. Z. E. in t in dem eigenen (gendes, Bälglein, daß dem Waſſer der Zutritt verſperrt wird, Wenn ſchiede es bey bevorſtehender Blüthe der Kirſchen oder Birnen uf ver- regnet, ſo befürchtet der Gärtner den Abfall der Blumen, n nicht und die Erfahrung beſtätiget ſeine Ausſage 3 denn der Blu- he ge menſtaub erſäuft. Doch pflegt dies eher bey den Kirſchen, htung als bey den Birnen zu geſchehen 5 da alle Staubbeutel der y dem Kirſchblüche auf einmal ſtäuben, das bey dem Birnbaum 1) der nicht geſchieht. buche Daß Sechſtens die Bewohner der Länder, in wel- 10)»en während die der Blüthe die Blumenbüſchel über das Waſſerhervor. Wenn die Mte. C5 ſie nene- emen meer a GI TETE Za 42 LI.“ Von der Begattung der Pflanzen. ſie abgeblühet haben, verſenken ſie ſich wieder ins Waſſer. Die Valliſnerie(vallisneria Mich.) trägt einen langen, aber ſchne&>enfsrmig zuſammengewundenen Schaft, der des- wegen ſehr Furz ſcheint; ſie wächſt unter dem Waſſer, und der Stamm endiget ſich in eine einzige Blume. Wenn ſie in die Blürße gebet, verlängert ſich der Schaft, bis der Becher vie Oberfläche des Waſſers berühret. Hierauf blühet die Blume auf; nach einigen Tagen aber, wenn ſie verblü- her und geſchwängert iſt, ſenft ſie ſich wieder nieder, und ziebet den Schaft wieder ſchne>enförmig zuſammen. Dieſes iſt vas Weiv. Die Aftervalliſnerie(vallisneroides Mich.) wächſt an eben den Dertern und unrker dem Waſſer, mit ei- nem faum Zoll langen Schaft... Dieſer trägt eine Menge Blumen, welche, wenn ſie ſich der Blüche nahen, den Stamm verlaſſen, und gleich kleinen Blaſen in die Höhe ſteigen. So bald ſie die Oberfläche des Waſſers erreicht ha- ben, ſchließen ſie ſich auf, ſchwimmen herum, und laſſen den Blumenſtaub'auf die mannbare, neben ihnen ſc, und bey den meiſten nicht einmal bis A deſto( zur IEEE SEN nur deſſen Dun ſt, und zarte Aus- iht weiß, Auf fommen zu den Eyern, welche befräac bed werden ſollen, men, für C4 28 Billig alſo muß man, glaube ich,. den ängeführten Umſtänden nach, die Blütie durc die Gieneration der Pflanzen Vefinive 13 und die Altet nba aben nicht unſchicelich gez) (Venetqa ſagt? die Blunie ſey der Pflanzen Freude, nſtaubes CS; 29. ae DerRelch iſt das Ehevetrt; ZIE: die Staubs 0 0; fäden und Stempel; als die mätinliche und weibliche Ge- 3 6(1114 En u burtsgliever ihre Hochzeit l halten; oder wenn man lieder will,| 4 die weibliche Schaam oder Schaamleſzen“ in welchen die au 4 männliche und weibliche Geburtsglieder, vie| ſo ſehr zarte gebildeten' Theile, gewärmt und vor äußeren Beſchädigungen veſmußt Loa werden. Die Krone iſt ver Vorhangs; ober pe fielle 1017 vielmehr die LTymphen vor, und ihre Blätter umgeben die amm Geburtsglieder allenthalben, damit ie den anfallenden Sturm» gor D wind, « SEE nd ie Finden AE medii LI a IN BR al 50 1. Von der Begattung der Pflanzett.|| 4 wind, Regen und Kälte abhalten, bey Sonnenſchein aber|| mwb falten ſie ſich willig aus einander, damit ſowohl die Sonnen|| m? ſtrahlen, als auch der beſruchtende Blumenſtaub Zugang| wen! finde. Die Träger ſind die Saamengefäße, wodurh|| a! der aus der Pflanze abgeſonderte Saft zu den Staubbeuteln| verh) gebracht wird... Die Staubbeutel ſind die Hoden, und| vs werden nicht unſchicklich mit der Milch der Fiſche verglichen.| 3 Der 3lumenſtaub oder das Mehl der Staubbeutel kemmt| 2 mit dem Saamen oder den Sagamenthierchen überein.| u Nur iſt er trocken, damit er vor der Luft verwahrt werden| hut% kann,. und bekommt die Feuchtigkeit bew den berühren der|| Muy Narbe(6. 25.). DieLlarbeiſt die weibliche Schaam,|| mymK in welche der männliche Saame wirkt, und welche denſelben| auffängt. Der Grifſel iſt die Nlutterſcheide(6. 27.)z| oder vielmehr derjenige Theil, welcher mit der Muttertrom-| FN peten übereinfommk; daher ſie auc) von einigen die Trompe-| Daß te genennt wird, Doch da ihr, wenn die Zeugung vorgehet, Puh] die Bewegung mangelt: ſvwird ſie von Andern die Scheide Seidl, genennt. Der&8ruchtknoten iſt der Eyerſtoc?z denn Very er enthält die trübe oder unbefruchtete Cyer vor der Wer- Frum miſchung. Daß alſo die Sagmendecke der befruchtete men EyerſtocP ſey, verſteht ſic) leicht;„denn ſie iſt mit dem Gall Fruchtknoten einerley, wenn er aufgeſchwolien, und mit(ic Eyern erfüllet iſt. Der Saamie iſt das Ey(6. 7.). Noch bemerke man hierbey, daß der Relch aus der außeren| Rinde der Pflanze; die Krone aus der inneren Rindez? die Staubfäden aus dem Spuntz die Saamendecke aus a dem holzigten Weſen; der Saame aber aus vem Mark des wſ Baums gebildet werde. Detxnn in der nehmlichen Lage ſtehen|| fn ſie, und'fommen auf die nehmliche Art zum Vorſchein. Man| Wf findet: alſo. alle 7% ve Theile der Pflanze in der Blume ents|| Ii faltet. Dies har ſchon Caſalpir und Logan, obgleich Vie dunfel, eingeſehen.|| M 6. 3.0,| Diy Die Blumen ſind alſo nichts anders, als die Geburts-|)? Benn glieder der Pflanzen; doch mit dem Unterſchied: bey den Thie-|:| weig ren Ae-. SEIST Einen wre el, 1. Von der Begattung der Pflanzen, SL ein Wer ren werden die Geburtsglieder für etwas obſcönes gehalten, *Comnen« und man ſchämt ſich, ſte ſehen zu laſſen, weshalben ſie auch die Natur bey vielen Thieren verſteckt hat: das Gegentheil Wg aber hat im Gewächsreich ſtatt. Hier ſind jene Theile nicht aubbeuteln verborgen: ſondern vielmehr den Augen ausgeſest. Es ſind cn, und dies die ſchönſten unter allen Pflanzentheilen; mit ihnen be» erglichen, ſchöftiget ſich der Fleiß, die Liebe und Betrachtung der Men- el fommt ſchen. Und gleich wie die Geburtsglieder aller Thiere in der überein, Brunſt übel riechen: ſv verbreiten auch die Blumen oder Ge- werden- burtsglieder der Pflanzen einen, nach Verſchiedenheit der hren der Pflanzen, verſchiedenen Geruch, der aber bey den meiſteit c. Nach vollbrachtem ze ſichen Beyſchlaf aber verliert der Hirſch das hohe Geweih; die AIF 1, Man gel viel von ihrer Schönheit; und die Fiſche viel von dem ume en? vorigen Geſchma>. LChben dieſzn Veränverungen ſind die obgleit Pflanzen unterworfen, Zur Zeit des Frühlings und der : Blüthe, haben ſie die meiſte Schönheit und vie beſte Farbe? wenn aber dieſe Zeit vorbey iſt, verlieren ſie meiſtentheils den Geburts.. vorigen Glanz, ) dan Zie 95 Der rn 2 X“ CE II; ME ENE- 7 KE E SEIEIRUL EU„be WEER EEN II ;) 52 1,1 Von der Begattung der Pflanzen,' Der Beyſchlaf ſchwächt und zerſtöret die Kräſte gar ſehr.. Bey dem Seidenwurm, den Nacht- und Tagſchmet« terlingen kann man ſehen, wie ihnen nach der Begattung die Flügel abfallen und der Odem ausgehet. Sperretman aber einen Schmetterling in ein Zimmer ällein, daß er ſich nicht mit andern begatter: ſo dauert und bleibt er wohl ein halbes Jahr geſund und munter, Man betrachte nun die jährigen und zwey jährigen Pflanzen: ſo wird man ſehen, daß ſie, ſo läng ſie noch nicht Blumen bekömmen, der Kälte des Winters widerſtehen. Z.'E. die Vielken(dizachus), Lichtroſen( Lychnis), und Strausblumen.(corona- ria), Wenn. ſie im erſten Jahr Blumen tragen: ſo ver- derben ſie meiſtentheils, wenn der Winter fommt; bekom- men ſie aber keine Blumen: ſo werden ſie: oft wohl drey bis vier Jahre alt. Die Mluſe( mula) hat oft hundert Jahre erlebt. So bald ſie aber einmahl-die Blüche entfalten hat: ſo, wird keine Erfahrung, feine Kunſt hindern, daß nicht der prächtige Stamm im folgenden Jahr den traurigen Un- tergang leidet. Die Schirmpalme(corypha) wächſt 35 Jahre lang unfruchtbar bis zu einer Höhe von 70 Schuh auf, und hierauf innerhalb vier Monathen nd< 30 Schuhe böver, blühet und bringt in dem nehnilichen Jahr Früchte. Wann dieſe vorbey iſt: ſtirbt ſie gänzlich ab(Hort. Cliff, 482). Die ZL avatere(Lavatera) mit ſieben ecfigen, ſtumpfen, ge- faltnen, haarigen Blättern, ſtaudenartigen Stamm, und im Blattwinfel gedrängt ſtehenden Blumen( Hort. Clifr, 348.) ſteigt bis zur Höhe eines Birnbaums hinauf, und erträgt die ſirenge, Winterkälte ſchr wohl, Allein, wenn auch nur eine einzige Blume erſcheinet: ſo kann weder die belfende Hand des. Gärtners, nach das Gewächs8haus, noch andere Anſtal« ten, bey bevorſtehendem Winter ihren Untergang verhüten. 6. 33. 5 - Der Nlatten der Pflanzen, iſt die Erde, von wel- U chube- in ihren Gefäßen fortgerrieben:? zurück aber cirfulirt fie nicht vüchte,(6. 4. a). Die Blutgefäße der Thiere theilen ſich in 4821), viele Aeſte, Eben ſv'iſt es bey den Pflanzen.- Die Pflau- HEHE zen haben ißbre Zeugungstheile gewöhnlich an den Reſten: ſo m, ge AEN DADeN TORE DEUgANSSE gewohn Wen dim wie die Thiere zwiſchen Aeſien der 2endenadern, Darinn 48) ſind beyde verſchieden: daß bey den Pflanzen die Aeſte hinauf qt die ſieigen, bei den Thieren aver beeunter; daher auc die älten 1008 die Pflanze ein umgefehrtes Thier nennten. FUULLTENS 6.+ 3 mrs: 8- Nuniiſt aus bisher geſagtem klar, daß eine mit Staub- / fäden und nicht mit einer Narbe verſehene Blume, em ännchen(S. 21. 22.); eine mit Narben verſehene, der on wel 40 Staubfäden fehlen, ein Yeidchen ſey(S. 23. 24:3. 1„Löeiche aver beyde Theile zugleich beſiket, iſt, wie man leicht Nn einfiehet, ein Zwitter. Cs darf aber niemand befremden, Tg D 3; daß gefaßt. nemen<<=... 54 1. Von der Begattung der Pflanzen. daß die meiſten Pflanzen im Gewächsreich Zwitter ſind; ob es gleich im Thierreich wenige von der Art giebt. Bey ihnen Fann gar leicht eines zum andern gehen; die Pflanzen hinge- gen ſind an den Boden geheftet, und können alſo nicht von der Stelle kommen. Daher hat auch der allweiſe Schöpfer den Schnecken, Thieren die ſo ſehr langſam fortſchreiten, bey- des Geſchlecht zugetheilet. Die meiſten nehmlich von ihnen ſind Zwitter, damit ihre Gattung nicht ausſterbe; welches ſonſt geſchehen würde, weil eine der andern ſelten begegnet. Eo aber wirkt bey der Begattung eine in die andere; beyde leiſten die Pflicht des Mannes, beyde des Weibes; ſo daß jede der andern Mann, jede der andern Weib iſt. 9. 35. Cine Pflanze, welche mit männlichen Blumen verſe- Hen iſt, nennen wir ein Ülännchens die mit weiblichen “umn, ein Weibchen; und die mit Zwitrerblumen verſehen iſt, einen Zwitter. Die vierte Art, welche auf ein und even denſelben Stamm männliche und weibliche Blu- men beſonders hat, heißt eine Pflanze mit balbgetrenntem Geſchlecht oder eine männlich weibliche(androgyoa), Hierzu komme noch die fünfte Abtheilung, wo auf ein und eben derſelben Pflanze nicht nur Zwieterblumen, ſondern auch weib- und männliche zugleich ſind. Dieſe nennen wir ver- nitſchte Geſchlechtsart(bybrida), Wenn bey den Zwikterblumen noch weibliche ſind: ſo dienen ſie zur Begat= tung der Zwitrerblumen; um das zu erſeßen, was die ordent- liche Männer nicht haben verſehen können; wie z. C. bey der Balantie(valantia) und Liieswurz(veratrum), Sind Weibchen da; ſo werden ſie von dem überflüßigen Staub der Zwitter befruchtet; wie z. E. bey dem Glaskraut(parieta- ria) und der Höelde(atriplex). Sonderbar iſt es, daß der Saame der Zwirterblume bey der Melde, von dem Saamen der weiblichen Blümchen ſehr unterſchieden iſt, ſo wohl der Geſtalt, als Größe nach, und doch einerley Pflanze bervorbringt; eben wie auch bey den zufammengeſeßten Pflan- zen des Cournefort der Saame aus den Blümchen in der weden findz! fw! wi ) (del Gie(15 Gault fülle 9 Klums | m] | ze | Mia ſnd, 11 wu den 9 men | Roß | dw Ef ari) | ſehens ent, ſind; ob Dey Ihnen Zen hinge- nicht von Echbyſer Iten, bey: on Ihnen welches 'egegnet, ; beyde ſodaß 1 verſe: ablichen thlumen elche auf he Bly- "nnen [09Y0a), ein und ern auh mir vet» bey den Begat: : bey der Sind qub der parieta- 8, daß on dem niſt, ſo ) Pflanj! en Pflan- men in ver 1 Von der Bezattung der Pflanze, 55 voy Mitte und denen am Rande verſchieden iſt. Auch eine dritte Art von vermiſchtem Geſchlecht kann hierher getechnet werden: wo nehmlich zwo Zwitterblumen auf Einer Pflanze ſind; doch ſo, daß eine davon dem weiblichen Theil nach un- fruchtbar iſt, die andere dem männlichen Theil nach; wie wir von der Nhuſe(mula) oben gehört haben(5. 25. 4.4 65736 Die ſtrozende Blumen(Flores luxuriantes) ſind ſolche, welche mehr Blumenblätter haben, als ſie ſollten. -Sie ſind entweder ganz gefüllt(pleni), wo ſtatt aller Staubfäden Blumenblätter hervorkommen; oder balb ge- füllte(mulciplicati), wo ſich zwar einige Staubfäden in Blumenblätter verwandeln, einige aber ihre Geſtalt behal- ten; oder ſproſſende( proliferi), bey welchen der Stempel zu einer andern Blume, ſammt ihrem Stengel wird. G. 37+ Alle ſproſſende Blumen zählt man mit Recht unter die Mißgeburtenz da ſie in den weſentlichen Theilen verändert ſind, und eine ungewöhnliche Geſtalt annehmen. Unwiſſende wundern ſich über dieſen Saß, da ſie ſo viel Vergnügen an den gefällten Blumen finden. Sonderbar iſt es, wenn Blu- men die aus einem Stüc beſtehen, ſich füllen, daß nur die Krone größer wird. Z. E. bey dem Waſſerflüder(obulus), der Samwetblume(Tagetes) und dem Mutterfraut(Matri- caria). Doch geſchieht dieſes ſelten bey andern Blumen als ſolchen, die aus vielen zuſammengeſeßt ſind. (2 103,05 Hieraus kann man abnehmen, daß es nie eine natür« lich gefüllte Blume geben kann, die nicht aus einfachen ge- zogen worden; denn es giebt nie eine ganz natürliche Mißge- burt. Am meiſten entſtehen dieſe Blumen vermittelſt der häufigen Nahrung. . 3.9. Da den gefüllten Blumen die Staubfäden mangeln: ſo mangeln ihnen auch die männlichen Glieder, wodurch die D4 Rar- 56 1. Von der Begattung der Pflanzett. Narben befruchtet werden(9: 22.). Kein Saanie aber Fann ohne Beſruchtung auffeimen; folglich fönnen- dieſe Blumen feinen Saamen tragen, Die N(Fe(dianthus), das Leberfraut(heparica), die Zeucoje(cheiranchus), die „Fndianiſche Kreſſe(tropgeolum), die Roſe( rola), der Hahnenſuß( ranunculus), bie Dotterblume(caltha), die Sichtroſe(Lychnis), die. Viole(viola), der Waſſerveil Ceucoium), die Pfingſtroſe(paconia), und Narciſſe.(var= cilius) bringen gefüllte Blumen, vonwelchen man aber niemals Saazinen erlangt; ſondern ſie müſſen durch Ableger vermehrt werden.: Das der HMlobn(papaver), Schwarzkümme (nigella) und andere zuſammengeſezte Blumen zuWeilen noch Saamen bringen, komme daber, weil noch einige Staub: fäden übrig geblieben ſind, welche den Stempel beſruchten. 0. 40: Cben dieſes gilt bey allen fproſſenden Blumen, z."E, dem'Hahnenſuß, der Roſe und Märzwurz( geum). Sie alle werden unfruchtbar; weil der Fruchtknoten fehlt, und weil ſie den weiblichen Theilen nach verſchnitten ſind, wenn ſie anderſt aus vem Mittelpunkt berauswachſen. Zuweilen aber iſt der Auswuchs fruchtbar, wenn nur ſeine Blume nichr gefüllt iſt.| GG 47 8% Aus allen dieſen Betrachtungen werden meine Feſer ein- ſehen, wie ähnlich ſich immer die Natur iſt, wie genau ſie ihre einmahl vergeſchriebene Geſeße befolgt. Wer hätte ſich vorgeſtellt, daß es ſv viele unerkannte"Bahrbheiten bey den Pflanzen gebe? Und doch giebt es noch weit mehrere als die angeführten. I< ſchließe mie den Worten ves Plinius:> Die Pflanzen, ſagt er, haben Zmpfindung der Liebe, und die YDeibchen werden von ven H lann- chen durch das Anhauchen und. einen gewitjen Staub befruchter, TETE E IT NIA VRSCDRÜÄR NID x N Il. dow veſt SCENE nungen wunder A57 V 4(in qrohh ſm ..| mite 1| undd bung 6 Weber De Y Men deb fö nber | Welchy Imm Gllen und vet Qs | Ur AE) »)€ et Pa 8 /2"X ame aber R Beall b--HhRo-Rh Be Nid Rue He- Re hen! dieſs wanthus),:: 11. hus 8), 4 e 6), Ww Vom ZThiermeniſchen. m), ve Wv I 6)! uf der weitläuftigen Schaubühne unſerer Welt, welche | e(var- 45-5 mit eben ſo unzähl[baren als mannigfaltigen Mitnerd- wemals lien, Pflanzen und Thieren an gef(lt iſe, findet ſich Fein ein- frmehre ziger Gegenſtand", der nicht in Abſicht. ſeiner Zuſammenſe- (imme kung, Wermehrung, Erhaltung und Ordnung auf das deut- emo| lichſte zeigt, daß ein allmächtiges und allwiſſendes Weſen- Gtaub: dies alles mit der größten K! nſt Erihaffon haben müſſe. Und ten, doch beſit unter allen lebendi zen Geſchöp en, den Menſchen au Sgenommen, fein IGE das Wermögen, IG etſtau= EH nungswürdige Wunder der Natur zu empfinden und zu be .xt 4 Sie; wundern. 80 X Der Menſch der eine natürliche Wißbegierde har, und , wenn ein großes; Vergnügen i in der Abwechslung findet, DD um uweilen(120 NEUN: abzuhelfen, entweder mittel bar oder un» menicht mittelbar auf die Betr ac h: tung der Werke der Natur Me führt,< und wenn er ſie benußer: ſv muß er nothwendig von Bewun- drung durchdrungen werden, und ſein Gemüth zu dem Ur- 900] bever| DEP: m Gott erheben. "| mau ſie Die Betrachtung der Natur hat man mit dem Nah- tie ſich 8 der iat tmrwiſſenſchaft belegt, und die Aerzte ha- 0" den ben ſic) vormais 000 llein zugeeignet; eben als wenn al: als dis les in der Natur um ihrer Kunſt willen erſcyaſfen ware. Da- ius Der| haben ſie in ihren Schulen in dieſer„Biſſtaſchafe ſens 5 der Jichen und Privatunterricht gegebe, Endlich find 0.9.andern Jänn-. Velehrten, beſonders in unſeren Zeiten, tlüger SE wiſſen| und haben jenen dies Bor vecht entwendet; ja ſogar große &Gürfien baben dieſe Wiſſenſchaft, als die SRE und ange- nehmjie, zu ihrem Lieblingsſtudium gemacht.*) Ihnen D 5 haben 1,*) Siche Muſſ, adolph. Frider, in der 2 Zorrede. m. ü0.44 < jam“ Ä ü n).„Nen 0.08 KRE AE 1 A* 2: M4 ks 155| NS EHEHNEIEET..€«dä e:- E<>-.. IE 8 G n*< es- u vs ablen 4 zubei 4 Y p PREN TRONEN? M“-(ales-) y 4 bird&"" Zz 7 Ku; Y| 0 SE= ub<= nana mp FERN DCH AERA Er mern Sertipepte Su oB 4 7 922360 BRIE, Zem et we ISE En 5 EE EEE= E77 N< Ge ennaemat een on eee Mugge maren mg magen upd-. Ee GE EN ER ESE PiS- nt> S k ig= mä- a=< GE I RLIG Kann Ret. u w. LAR IGBT<< INTII-.- 4; 2<<<= EE=-«IDI(ZIE- 0 rant 7- CENT een nnen--. m.| SIEGERN 5a EE GE Eat iii ii Geeen überein kommen, daß fie erſtens nicht haben reden föne entheils nen; zweytens, daß ſie alle rauh waren; drittens, daß - Poſſen ſie auf Händen und Füſſen gelaufen und ohne Mühe Baume aft, hr erflettert haben; beym Anblick eines Menſchen erſchroen, ; fd hit und einem wilden Thier ähnlicher als einem Menſähen gewe- wiſchen ſen ſind; ſo daß es ſchwer geweſen iſt, einen natürlichen Un- vf IE zwiſchen ihnen, und dem Geſchlecht der Affen zu inden, 19 1.7.0012) weiß zwar ſehr wohl, 0 große Unterſchied Vd zwiſchen dem Menſchen und dem Vieh herrſchet, wenn man ef beyde von der moraliſchen Seite betrachtet. Nur der Menſch I iſt das Geſchöpf, welches Gott der Schöpfer gewürdiget hat ſm, do mit einer unſterblichen Seele zu zieren; ja es gefiel ihm, die- ' gepußte ſen allein unter den lebendigen Geſchöpfen an Kindes Statt DO anzunehmen, ihm ein beſſeres Leben zu verheiſſen, und noch fnnen, andere Vorzüge zu geben, die er mit frommer und andächtis et top ger Seele betrachten muß. Allein alles dieſes gehört nicht % hen hieher. Ich will bey meinem Zwe bleiben, und mich nicht ſtand, wie jener Schuſter vom Leiſten entſernen. Jh will als Na- vichten) turforſcher den Menſchen nach allen Theilen ſeines Körpers uths0l betrachten; und wann ich dies thue: ſo finde ich ſchwerlich ein einziges Merkmal, wodurd) der Menſä) von Affen un« genau be- terſchieden werden kann, wann nicht etwa die Hauzähne, ern un welche beym Menſchen von einander ſtehen, einen Unterſchied vill einigt machen; welches die Erfahrung einſt lehren wird. Weder das Angeſicht und die Füſſe, noch der auſrechte Gang, noh 1) Ein irgend / 60 I. irgond etwas anders in der äuſſeren Struktur des Menſchen, öſt von den ſämmtlichen Affengattungen verſchieden. Das Äffengeſchlecht wird gewöhnlich in drey Abtheilun- gen gertheilt, die erſte begreift diejenigen, welche lange Schwänze haben, und Hh9eerkanen(cercopitheci) genennt werden. Die zweyte enthält die, welche einen Furzen und gleichſam abgejtümpften Schwanz haben und Pavianen(pa- piones) heißen; die dritte endlich begreift ſolche, welche gar keinen Schwanz haben, und eigentlich Affen( liniae) ge- nennt werden. Unſere Erde, beſtehe hauptſächlich aus dreyen Elemen- ken; aus dem Meer, dem feſten Land und Waldungen, Was die leßte betrift; ſo verdient angemerkt zu werden, daß zwi: ſchen den Wendezirkeln die Bäume häufig und hoch wachſen, mitihren Gipfeln aber durch kriechende Pflanzen ſo in einan- 'Dev gefioehten und ſo feſt verfnüpft werden, daß man hundert Bäume abhauen kann, ohne daß ein einziger umfällt; ſo feſt Hängen ibre Gipfel in einander, Auch das Feuer kann dieſen immer grünenden Bäumen nicht ſchaden. Dabher iſt in Jn- dien die Erde gleichſam mit einen Dach/ das auf Pfeilern ruder, bedeckt ,' worunter die Menſchen wie in einem warmen Bad gehen und liegen können; und auſſerdem fönncen auch die Cinwohner die Hike der Sonnen nicht aushalten? Hier nun, in dieſem dritten Element, ſtellen die Aſfen das Volk und die Cinwohner vor, haben ihre eigene Republiken, h0- len die Früchte von ihren Aeckern, und ihr Gemüß von Fen zarten Blättern, ergößen ſich für ſich ſelbſt, leben nach Wunſch und Wuſt, erziehen ihre Jungen bey dem Geſang. der Vögel und dem Geblauder der Papageyen und nehmen ſich ſehr in Acht den Neſtern der Vögel einigen Schaden zuzufügen. Dieſes'drollichte AFenvolk hat die größte Aehnlichkeit mit dem Menſchen. Jhr nacktes Angeſicht; ihre durch die Schlüſſelbeine ausgedehnte Schultern 3; ihre beyde an der Bruſt befindliche Brüſte; ihre in Finger gefheilte und mif runden 3.6gein bewaſnete Hände;“ihre auf beyden Augenlie« bern Vom Thiermenſchett. vam feher mutter 11) men vel Ofſters| mitdem pfen aul graben, Out! - ſegſani! m, MN „ud Zwi Ipſen; fl jar artig! juwel/ Fie vl fehn) tänzer uf und doh aud ud) lange der] verſhneß Ae Up jehm inc Ire Jan) jeoohren 1 ves wundy funf ſind) 8] Wihbtn ew wil den wf, ſchlecht» ſieht, 1 fommen Weterley NIE, Il. Vom Tyiertttenſchen, GI Me.:; GE u when, vern ſtehende Wimmern; ja ſv gar ihr Gaumzäpfgen, Ber- j mutter und Sprachmusfelw(ob ſie gleich nicht reden) koms« Whellune men völlig mit uns überein, und weichen von dem Vieh ad, "che lunge Oefters gehen ſie nur auf den Hinderfüſſen aufrecht; ſuchen 71) genennt mit den Händen die Speiſen und führen ſie zum Mund; ſchs- Unzen und pfen auch mit der hohlen Hand Waſſer zum trinfen, uns anen(pa- graben, wenn es ihnen däran mangelt, mit ihren Händen elche gar Brunnen. Sie vertragen jede Speiſe, wie.wir auch; denn na) ges ſie eſſen nicht nur Speiſen aus dem Pflanzenreich, als Goa müß, Obſt, Nüſſe, Eicheln, faſt alle Blumen, Wurzeln und Zwiebeln, Brod, Brey, Confekt, Suppen und Milchs Clemen-: 109045 ſpeiſen: ſondern auch Schnecken und Seemuſcheln, die ſis ' 4“,+ 8<„0 Ih 6| 4 gar artig aufzumachen wiſſen, auch Inſekten, Fröſche;- ja daß zwi 05 zuweilen auch Fleiſch. Sie ſuchen die käauſe und aubern den ND. Körper von Ünflat. Sie ergößen ſich beſtändig, wie die 1 funde Knaben, mit Spielen und Springen, ſind die beſten Seil» ": 6 fel tänzer und lächerlichſte Gaukler, Sie ſind von Natur tückiſch mn dieſen und boghaſt, dem Stehlen jehr ergeben, und üdveraus geil, FRIE auc) zu der Zeit, wenn ſie trächtig find. Sie erinnern ſich) eilen lange der zugejügten Beleidigungen und ſind nicht(eicht zu EE verſöhnen,„Sie neden gen, aver find dadey ſartjam, 000 Alle Thorheiten ahmen ſie nach, und man fann ſie nicht leicht zahm machen. Sowohl die Mutter, als der Water lieben nN! dier 08 Volk en, h0- von ven ihre Jungen, guch dann noch, wenn ſie ſchon wieder andere gebohren baben. Wor Krokodillen, Schlangen, und was das wunderbarſte iſt, vor denen, die an anjteckenden Fiebern krank ſind, fürchten ſie ſich. Wunſch: p 10: ID würde zu weitläuſtig werden, wenn ich alle Ges ) ſehr in wohnbeiten und Sitten der Affen hier erzählen wollte, Rur QU etwas will ich 10) von unſern Verwandten, wenn ich ſo 18» mniichfel den darf, anführen; das heißt, von demieniget Uſſenges WE ſchlecht, welches wie wir aufrecht gehet, auf zwey Beinen durch di ſteht, ja, ſeinen Geſichtszügen und Händen nach, uns volle de an M kommen gleichet. Es erhellet aus ſeiner Geſchichte, daß es 11 viererley Gattungen davon gibt; als yens den 1, Der 62 I. Vom Thiermenſchen, I. Der Pygmäe. (2te Tafel 4te Figur.) Der braune Affe ohne Schwanz, am Kopf und Vor- D derarmen mit zurückgebogenen Haaren bewachſen. Der„amel! YValdmenſch.(Edw. av. 5, p. 6:5 7 Dieſer Pygmäe weichet etwas weit von uns ab. Ed- if ) ward hat am angeführten Ort ein ſauberes Gemählde von-[71:4] ' ihm geliefert, welches von einem Pygmäe, der in dem Joan w 10 Sloanijchen Kabinet zu London zu ſehen iſt, gezeichnet Cpm 9)! 141 worden, und von welchem D, Edward dem Ritter LinnE M 4) ein Eremplar geſchenft hat. Dieſer Londniſche Pygmäe war Som! ph noch in den Jünglingsjahren und nur 5 Spannen hoch. fat, Ae 13] Seine Hinderbacken ſind nicht fahl; oder vielmehr nicht ſo, we |. wie bey andern Affen geſtaltet. Auch hat er einen runden| Ingeſic h Kopf, wie der Menſch, und eine plattgedrückte Naſe, nah,| Yamy - ZP100 Art der Hottentotten. Die Haare auf dem Haupt über dem an dem! 10.100 Scheitel ſtehen nach der Stirne zu, und ragen alſo vorwärts Wie zh 4(4 vor den Ohren hervor. Die Haare der Vorderärme zwiſchen NN „24:11 der Hand und dem Cllenbogen, laufen zurücf, daß ſie in da Zn) 1407) 4 der Gegend des Ellenbogens mit den Haaren des Oberarms|| madſz) 12000) gegen einander ſtoßen. Durchaus iſt dieſer Affe von roth- undift' 431 13) brauner Farbe, wie ein wohlgebrannter Ziegel, und wohnt ſ daß e! - 1000) in Africa, ohne daß uns ſeine Lebensart und Gewohnheiren| Bedarfe) 4177 im geringſten befannt ſind. Aus ſeinem hinderen Händen On gelv „HIR oder ſeinen Beinen,- welche mit den unſrigen viele Aehnlich, 11 Mien + HUSS feit haben, erhellet, daß er mehr mit dem Affen, als mit||: dD -„541 uns übereinfomme,*);"KT um|||; II, Der Wu : 0 |" 10*) Der berühmte D. Edward wül behaupten, der Pygmäe 3 8 91,0:4j und Satyr wären eine einzige Gattung; obgleich bey, jenem 119955 u|H! die: Haare gelb, bey dieſem braun ſind. Wir enthalten uns eine * 1 alles Urtheils, bey Creaturen, die wir nicht geſehen haben. Da ihm zu "424007 aber doch Tulp und Scotin in ihren Gemählden überein« 4"MW kommen, welche die Thiere geſehen haben: ſo iſt wohl kein Zwei- "54700: fel, daß beyde einerley Gattung beſchreiben. Da hingegen der P » Pyg» haa | II. Vom Thiermenſchen, 63 11. Der Satyr. (2te Kupfertäfel"3. Figur.) MI Der Affe ohne Schwanz, obenher kahl, mit gewölb- WM fei Seib.(Syſt. Nat: 10." pP. 25-71. 1.) Der Satyr iſt ebenfalls ein Bewohner von Africa, und Ld- iſt von Angola, nach Europa gebracht worden. Wir haben lde pon zwey Gemählde von ihm. Cines ſtellt einen weiblichen von n dent hohem Alter vor, der bey dem Prinz von Oranien, dem eichnet Sohn Heinrichs, lebendig iſt abgezeichnet worden.. Das Linne andere Gemählde enthält einen jungen weiblichen Affen von de war Scotin in London 1738. wohin man ihn lebendig gebracht 4 hoch, hat, gemahlt. Dieſer iſt von jenem darinn unterſchieden, icht ſo, daß er furze Haare auf dem Haupt und Rücken hat; das kunden Angeſicht hingegen, die Stirne, die Ohren, Bruſt, Bauch, e, nah Aerme und Beine ſind beynahe kahl. Hauptſächlich iſt er ber dem an dem Bauch kenntbar, welcher aufgetrieben iſt;(ob-das wars Thier gleich noch Jungfer war,) wodurch es ſich dann ſehr wiſchen von unſern ſchlanken Mädchen unterſcheidet. Weil er ſtatt 3 ſien der Hinderfüße Hände hat: ſo möchte ich ihm keine Ber- veranms wandſchaft mit jenem beylegen. An Größe gleicht er uns, on roth und iſt fünf Schuh langz er iſt ſtark musklicht und Äleiſchig, ) wohnt ſo daß er es ntit einem ſtarken Mann aufnimimt, und ohne nheiren Bedenken die Menſchen angreift; daher ſich auch kein M6ds zänden cen getrauet, allein in die"Wälder zu gehen, wo dieſe Affen- hnliche männer wohnen. Ueber das find ſie reinlich, und gehen auf- als mit recht. Dieſer von Tulp beſchriebene Affe hielt in einer Hand eine Trinkſchaale und in der andern den Deckel; er trank die Det Hälfte aus, und wiſchte ſich den Mund mit det Hand ab. Ibenn er ſchlafen gieng: legte er ſein Haupt auf ein Küſten, Pyqmäe deckte eine Decke über ſeine Schultern, und ſchlief ruhig, wie “ 5 eine ehrbare Matrone, Und nun habe ich weiter nichts mit 0, Ds 1. Der fan Zwi Pygmäe des Edwards von feſterer Leibesſtärke und überall hgegen der haarig iſt: ſo haben wir ihn ſo lange von andern unterſchieden, Dy bis wir genauere Kennraiß erlangen, rumm 1memmwawe< IO SEAT CIE TET IAESTE . is / 64 H. Bom Thiermtenſchen, Il. Der Lueifer. 5.. (2te Kupfertafel 2te Figur.) daß wi Der geſchwänzte Menſch genannt."(Syſt, Natur. ro.| wiſt || migt P 207:] ND Dieſer fommt uns noch-näher, als die vorigen, und Gim ich ſeße ihn der ähnlichen Struktur wegen zum Menſchenz'„Jeb ob er gleich geſchwänzt iſt. Sein Aufenthalt iſt in den orien- m u kaliſchen Jnſein, die gegen den Süderpol zu liegen. Man 4 idm trift ihn auch in der Inſel Nicobar, zwiſchen Bengala und Gute Sumatra, ſodaun in Java an, ob er ſich gleich bisher noch- ens von keinem Mahler har abzeichnen laſſen. Die einzige Zeich-| ih inf nung von ihm habe ich im Aldrovänd gefunden(Digit.| jeiy h 249.)» der ſie ſich aus Oſtindien verſchaft hat. Nach die- 47 ſer, hat er einen Schwanz, der ſo lang iſt als die Beinez abn obgleich die meiſten Autoren behatpten, daß er kürzer ſey. ie Verſchiedene Reiſende thun von ihm Meldung*). Un- fomerfh fer andern beſchreibt ihn ein Schwede Viicolaus Röping, hinyf, ein Sohn von Nhatcchäus Röpinet, der ihn auf ſeiner. ww.) Reiſe von nahen betrachtet hat, nicht übel, und zwar folgen-|| gihm der Mäßen: Wir fanden ein erſchrefliches und häßliches|| def Volk, welches von gelber und untermiſchter ſchwarzen Farde,| Jedf; dabey gleich Kaßen, mit: Schwänzen, verſehen iſt. Es||(Gmd lauft wie die Kaßen hin und her, doch iſt es nicht haaricht.-|| Behn Da wir gelandet hatten: famen ſie ſogleich in Schiffen zu| tide uns, und brächten"einige Papageyea mit rothen Schwänzen nähme;| mit, die ſie für Eiſenwerk vertauſchen wollten. Da ſie merk- ibl ten, daß niemand Luſt hätte mit ihnen zu handeln: ſo 47 c'aamhaft vor den ihr unbekannten Menſchen verſteckte; die Hande für das Geſicht hielt; heftig weinte, ſeufzte 3; und ſo viele andere menſchliche Handlungen vornahm: daß man ihr nichts menſch- liches, als die„Sprache, abſprechen konnte.| Doch ſagen, die Javaner, ſie könnten wohl ſprechen, ſie thäten es nur deswe- „gen nicht, damit man ſie nicht zwänge zu arbeiten, | „| | | | (mee (eulen u! fa DU De? R ww daß?' ſpl [erbe| Zut,| | Gann) vn Zott beri eCH der für Wong | kul | daſehl Caps R] werden OT | lid, wf uns; 4 ſeyn] Weſen Dry ve Vi Vetmhel | Cie ha fab [meſh| mgl; min 10 ſin) WE ja uh, „ bätteay | veg"4 Iren vert bald fon | 1. Vom Thiermenſchet. 67 innere RUGER(wembrava ni&itans) wie die DE 9, Culen und andere- Thiere, welche des Nachts her um ſchwei fen.“ Dieſe Cigenſchaft unterſcheidet ſie am meiſten, von uns. Der Nitter Kinnze hat einen aus Oſtindien zurückkomme: De Da ] Nn iq ot L n Reiſenden in Holland ENSE OſFE weldyer verficherte; hächie 8 er ſie in Java von nahem geſehen hätte. Seine Be- m Naß. ſc hreibung fam genau mit dem Bericht anderer Reiſebeſc Drais ; ber überein, und er ſagte über das noch; daß eine Fatte det Haut, die am unteren Theil des Bauchs herab hing, die Schaam bey den 2 Weibern bedeckte. Hierinn kommen ſie mis Woönen vhinmn Orten S. Höhlen den Hottentotten, welche Cafjaria SUE überein. Weiter JV QULe.-„ M: berichtete er, ihre Zähne ſtünden alle dichte bey[YO en uud | leben- die Schneidezät hne ſtünden nichtvon PENN nab. D. Zrand größer S 3 wil a der fürziich von ſeiner ſiebenjährigen€ Oſäindiſchen Reiſe zur7X je/ DEE gefommnten iſt, hat gewiß verſichert: ihrs Aerme ſeven klänge ERNIE 6. als unſere, und ihre Zina reichten bis an die Knie febabs Körpers= 55,6 wie is da ſie bey uns nur bis an die halbe Schenkel reichen. Des € VIE 444 PS ? Tags über ſtecken je in ihren Höhlen und ſind faſt blind; werden ſis aber von den Men Je n gefangen? ſo< qeEwWi obe 087 5 35 T hre Aus | PI ſic) nach u ud nach an das Licht. Des Nachts ſehen ſe deuts 6 un lich, welches zeigt, daß ihr Stern größer ſeyn wuß' äls oy WEITE unsz und in der Dunkelheit verrichten ſie ihre Geſchäft lie eine ſiedlen d ven Menſchen was fie antreffen, und in ißrem 20 S= Were weſen brauchen können. 1 m deswillen bringen die Ein We ner dieſer Käten ſie, als die gefährlichſten Di eve vine al EIR Barmberzigleit ums Leven, und tödten ſie, wo ſie ſie UBE nar ein Sie haben ihre eigene Sprache, welche ſte ziſchend reden, und die ſo ſchwer iſt, daß ſie ſchroerlich von einem Menſchert kann gelerat worden; wo es nicht etwä durch langen Umgaänz mit ihnen möglich iſt... Unſere Sprache hingegen zu[otnen, ſind ſie, der Sage näch, ſo ungeſchit, daß ſie nichts als CIE abe von ders en aum 37: ci. ja und nein ſagen können. Einige Autoren behaupten, ſie (e ander? hätten geſagt, das ſie vor Zeiten über die andere Böiker Oie g men Erde geherrſcht hätten, hernach aber von den Menſchen n ſagen vr ren vertrieben word en; nun aber boten ſie, die Zeit'wet ho 20G bald kommen, daß ſie ihre veriohrne Herrſchaſt wieder ev- C 2 langs 63 11. Vom Thiermenſchen, langten. Dies möchte nun freylich bald geſchehen!*) An vielen Orten Jndiens hält man ſie in den Häußern als Kna2 ben, um die leichteren Hausgeſchäſte zu verrichten; z. E. Waſſer zu holen; bey der Tafel Teller zu bringen und wegzu- räumen. DObgedachter Röping hat in Amboina einen ge» ſehen, den der Stetermann bekommen hatte. Anfangs da er eben in die Gefangenſchaft kam: konnte er feine gefochte Speiſen eſſen, noch ins Licht ſehen; wenn er gieng: hub er die Beine hoch auf, weil er im Wald keinen ebenen Boden gewohnt geweſen war. Der berühmte Ruymph erzählt, man habe einen acht Jahre lang in ſeinem Hauße gehabt. Zu bedauren iſt es, daß das Rumphiſche Werk von den Thieren verlohren gegangen iſt, welches ohne Zweifel eben ſo vortref- lic? und ſchön würde geweſen ſeyn, als das, welches er von den Muſcheln und Pflanzen in Oſtindien herausgegeben bat, x Da niemand die lächerliche und ſonderbare Lebengare der Affen ohne Vergnügen und Bewundrung anſehen kann: ſo kann ohnmöglich ein Naturforſcher die eben beſchriebene, die dem Menſchen ſo ähnlich ſind, ohne Erſtaunen betrachten. Billig muß man ſich wundern, wie es zugeht, daß der ſo wißbegierige Menſch dieſe Geſchöpfe bisher in ihrer Finſter« niß gelaſſen, und ſich nicht die geringſte Mühe gegeben hat, die Troglodyten kennen zu lernen, die doch die nächſte Verwandſchoft mit ihm haben, Freylich viele IESE rina *) Dalin(orat. Acad. R, Holm.) ſagt hiervon: Mitten in Africa findet ſich eine Art weißer Menſchen, mit weißen unter» einander gefiochtenen Haaren, langen Ohren, herabhangenden Augenliedern, runden Augen, deren Stern roth und der Aug- '.afel( pupiila) aus einer gelben durchſichtigen Haut beſteht. Sie blicken ſeitwärts auf beyde Seiten zugleich und ſehen im dunfeln beſſer als im hellen. Ihr Leben bringen ſie auf 25 Jahre. Sie ſind klein von Statur; ſollen reden und denfeit können; auch glauben, daß die Welt um ihrentwillen erſchaffen ſey, und ſie einſt die Herrſchaft über ſolche exlangen würden. ' 4 beingen (ud und O1! mäſs ellen! emi" DE efs VECE | Jil | finn, lugt, 1 ww! Up (hen, 9 (wirr) | Uf] Nic bung 09 vo fu WE ſenſc ſe ſnif fuwohl m Inſt [R 0/0: - alhy: allein) | ſleh, j | | || | Font Il. Vom Thierttenſchen, 69 *) In bringen ihre Tage nur mit der Befriedigung ihrer Magens [8 Kingz zu; vder denken ängſtlich nur darauf, für die Ihrigen Geld 54E und Gut zuſammen zu ſcharren. Und ſo verhält ſichs auch d wes meiſtentheils mit den nach Oſtindien reiſenden, welche doch inen ab allein die Troglodyten zu ſehen bekommen; Sie ſind nur auf angs d Gewinnſt bedacht, und halten es für Nebengeſchäfte, die gefochte Beſchaſſenheit der Werke der Natur und ihre Deconomie zu hub er erforſchen. Allein was wäre wohl ein würdigerer Gegenſtand Roden ves Vergnügens, auch für Monarchen: als zu Hauſe in der man Nähe Thiere zu betrachten, welche wir nie genug bewundern . Zu Eönnen. Und wie leicht wäre es, daß ſolche ein König er- ieren kangte, deſſen Winke eine ganze Nation zu Gebot ſtehek. ortref: Auch dem Philoſophen wäre es nüßlich, wenn er ſich einige wv Tage mit einem ſolchen Geſchöpf beſchäftigte; um auszufor» egen ſchen, wie weit die Kräfte der menſchlichen Seele, die See- kenfräfte dieſer Thiere überſteigen; woraus ſich alsdann der Unterſchied des Menjchen und des Viehes ergeben würde. bengart Nicht zu gedenken, welches Licht ſich durch genaue Beſchrei- bung dieſer Thiere in der Naturgeſchichte verbreiten würde. ifann; ebene, Ich für mein Theil, bin noch zweifelhaft, welches charaftes achten. riſtiſches Kennzeichen, nach den Grundſäßen der Naturwiſ- 6 der Ü ſenſchaft, den Troglodyten vom Menſchen unterſcheidet. Denn Finſtets fie ſind ſo ſehr mit dem Menſchen und Affenarten verwandt, eqtben fowahl der Bildung ihres halbnackten Körpers nach, als auch ichſte zin Anſehung ihres Geſichts, ihrer Ohren, Zähne, Hände, rblihe Brüſte; ferner ihrer Speiſen, Nachahmungen, Gaufe- brite keyen, hauptſächlich bey denjenigen Gattungen welche auf- recht gehen, und eigentlich Menſchenthiere(anthropomor- iten in pha) heißen: daß es äuſſerſt ſchwer iſt hinreichende Kenn- 1 unter- zeichen ihres Geſchlechts zu finden, I< weiß zwar wohl, ngenden daß die Afen Schwänze haben, auch diejenigen welche un- er Auge geſchwänzte genennt werden, als der Sylvan, der einen über- Dis aus furzen Schwanz hat; ob er-gleich nicht ins Auge fällt: Ei allein der Schwanz wird doch nie einen Charakter des Ge- 1) dafl ſchlechts abgeben. Dem ſey wie ihm wolle, keine Thierart eiſhafin Fommt dem Menſchen ſo nahe, als die Affen und vornehm- vir E 3 lich 70. lich die Anthropomorphen. Bey ihnen bewundern wir nicht nur die uns äuſſerſt gleiche Größe, ſondern auch die nehm- liche Sitten; daß nicht nur die Mutter ſondern auch der Va- ter ihre Jungen mit mehr als väterlicher Zärtlichkeit lieben, auf den Armen tragen, an ihren Bu - UU, Vom Thiermenſchen. gen, und ſie beſchüßen, Simia quam ſfimilis turpiſſima beſtia nobis, ENNIVS, ſen drücken; für ſie ſor- UI. Y N (ehen| hi fn), ja ſien ni zum Ne ma! genger | dm Ff | zu (urpe] wl, | ban? als u gen abd Entde gemacht |(ys V) und feind |(brachen Venib,| jdk /"m, wen 7 Venn all eh gering wir, y DAF„= 77 ie nicht I 3 20-34 Ri Reife Re Ihn R Re-Re- le HH Hf Heoulle ff nehme; ee Va: y UI. S (eben, "“ Vom Caffee. G:24: ) Y Gir Europäer, die wir wie Seneca ſagt, von Wahn Wp“ geführt, nach Gewohnheit und nicht nach Vernunft leben, betrachten die Gebräuche anderer Völker mit Verach- tung, ja wohl gar mit Lachen, als gingen ſie uns im gering- ſten nichts an. Allein gar bald fangen wir an, aus Liebe zum Neuen, ſienachzuahmen, die Vornehme, um ſich von den Geringen unterſcheiden zu können; dieſe aber, um nicht geringer als andere zu ſcheinen, machen es jenen nach, gleich den Affen; und ſo werden neue Gebräuche gar leicht bey gan- zen Nationen ausgebreitet. Die Schiſffart, die von den Europäern bis aufs höchſte, getrieben worden iſt, locket uns in alle; auch die entfernteſte. Weltgegenden, und daher ha- ben wir die Sitten und Fänder. anderer Völker, ſowohl böſe als gute fennen gelernt.- Unter den allergrößten Entde>un- gen aber, die wir der Schiffart zu danken haben ,- ſtehet die Entdeckung von. Weſtindien oben an. Columbus hat ſie gemacht; ob gleich der Ruhm der Erſindung dem-Amert- cus Veſputius zu. Theil geworden iſt. Auch Oſtindien und ſeine glückliche Inſeln, nebſt vielen aus beyden Jndien gebrachte Waaren, hat uns die Schiffart' bekannt gemacht. Gewiß, wenn man alles bedenkt, was vie neuere Zeiten er funden haben: ſo muß man die Alten unwiſſende Menſchen nennen, denen aile dieſe Kenntniß mangelte. Der Brande- wein, Taback, Thee, Caffee, Zuer, Seide, die meiſten Cewürze und tauſend andere Sachen, die heut zu Tag über- all gebräuchlich ſind, waren ihnen unbefannt. Mit ihrem geringen Loos zufrieden, waren ſie ſtärker und glülicher als wir, und verachteten alles, was der jekige Luxus wahrlich: Ill, E 4 uicht “| wem FENEN EIN 10„= 7-2 72 Il. Vom Caffee, - nicht zem größten Nußen des Körpers eingeführt hat; es müßte uns denn jemand der Potoſiſchen Silbergruben wegen für glücklicher halten, wo wir die Schäße mit Mühe aus dem Schoos der Erde ausgraben, und mit großer Gefahr nach) Europa bringen, hernach aber mit nicht weniger Ge- fahr nach den entfernteſten Oſtindiſchen„Inſeln ſchleppen und verſchwenden, um gewiſſe Staudenblätter und zarte Rau- pengeſpinſie dafür zu holen. Unter die Wagren die wir da- Her bringen, gehören auch die ſo genannte Caffeebohnen, welche jekt in ſolcher Menge eingeführt werden, daß man ſich nicht genug wundern kann, wie die Indianer eine ſolche Menge in ihren Ländern haben ziehen können, die für ſo viele Zungen hinreichend iſt. Doch ich überlaſſe dieſe Betrachtung gerne andern; die ſie angeht, und will von dem Orientaliſch arabiſchen Trank, den wir Caffee nennen, fürzlich reden; ſei« nen Urſprung, Bereitung und beſondere Wirkung beſchreiben. OG. 2. Wenn ich eine ausführliche Geſchichte des Caffees ſchrei» ben wollte: ſo würde mir ehe die Zeit, als die Materie feh- len; da ſchon von andern hiervon ſo viel iſt geſchrieben wor» Den, daß es eine mühſame Arbeit wäre, ſie nur zu nennen. Wer alſo vieles über den Caffee leſen will: der ſchlage dis Beſchreibungen nach, von denen ich nur folgende anführe: Hleiſner 1611. Hllaſſel 1685. Peterſen 1666. Chamberlaine 1685. Agnes 1671. Zlaicenur 1687, Togin 1675. Uiagli 1687. Du Sour 1684. Zladdaus 1721. Galan 1669. Duglas 1725. Spon 1705. Civer 1731. Roque 1717,*"Ralm 1755. Longer 1684. - J< übergehe des Napp, Gmelins und andere ſehr gelehrte Abhandlungen, 5:3. E! (ih a! | zu De! nt | 90m | tw Dr dar gurl (NAU Bons | ſhe Ger) | uuſivoß | fündig 4 | ps het die des B1 | Baum| |„ws „my „en fey |„Wei |„würdy |„Coavay |„ih; b |„dun| „die: Vibe, Nevung v,16,.0 tin,| unda | ve || dac DW, Vom Caffee. 73 6. 6. 3+ "6 Eine zuverläßige Kenntniß des Caffees fönnte man frey- Geſche lich am beſten in dem glücklichen Arabien, Aethiopien und ge Ge: zu Bourbon in elfrica erlangen, wo er wild wächſt; wenn ven und nicht dieſe Oerter zu ſehr entfernt wären. Es mag uns alſo o Ray: genug ſeyn, den Caffee nach den verſchiedenen Zeiten zu bes vir das trachten, in, welchen er nach und nach iſt vefannt worden, tert Der Caffee wird an ſeinem Geburtsort, nehmlich in dem 1 glücklichen Arabien Bun genennt, welches die Aegyptier in ſelche Bon oder Bain verändern; daher einige den Caffee und Zonchos des Avicenng für einerley halten. Die Arabi- ſche Scribenten haben um das Jahr 900, ſo viel ich weiß, (iſs zuerſt von dieſem Baum Meldung gethan, obgleich unvoll« j ſtändig und dunkel. 1, ſeis eben, Proſper Alpin(de plant. Aegypt. Venet, 1591.) Hat dieſen Trank zuerſt beſchrieben; allein was die Geſtalt des Baums betrift, ſo iſt ſie ſo unvollfommen, daß der hteis Baum daran ſchwerlich kann erkannt werden. 5, Man bes e feh.»» reite, ſagt er, einen gewiſſen Trank von Bon oder Ban, AO: 5, den die Türken, Aegyptier und Araber beſorgten; es ſey nnen, 5. ein ſehr gewöhnliches gekochtes Getränk, das ſie anſtatt des ge die 93 Weins tränken, und in den öffentlichen Schenken verkaufe w: 53 würde, eben ſo wie bey uns der Wein. Dies nennten ſie 53 Coava. Der Baum ſey dem Spillbaum(euonymus) ähn« gz lich; der Trank aber ſtärke den Magen, befördere die Ver« , 5» dauung, vertreibe die Verſtopfungen der Cingeweide, waär- 55 me die Gebärmutter, treibe die monathliche Reinigung.“s TY überlaſſe es den Philologen zu entſcheiden, ob jene alte Meinung gegründet iſt, daß das Wort"7? 1. Sam. IG v. 18. oder der Trank, den Abigail*) dem König David reichte, Caffee bedeute; da bekannter maſſen aus geröſteten und geſtoſſenen Bohnen oder Früchten eines arabiſchen Baums, E 5 Cahve €e ſeh!*) Siehe Olav. Celli S. Th. Do&, Prof, Hierobot. de plantis SaCr, Scripturac. Vpſ. 1745. it, 1747.| 74 I. Vom Caffee, Cayve genannt, ein für die Völker des Orient ſehr angeneh« mes und gewöhnliches Getränk iſt bereitet worden. Verulam(Ao, 1624. cent. 6,768.) ſagt von dieſem Getränk: 5 der Caffee iſt bey den Türken ein Getränk, das 5, von Beeren gemacht wird, die ſchwarz ſind, wie Ruß; es »» hat einen ſcharfen gewürzhaften Geruch, und wird gepül-/ 5» vert in warmen LBaſjer getrunfen.“s In Curopa hat dieſer Trank um das Jähr 1645. an- gefargen in Gebrauch zu kommen; und zwar iſt er zu erſt - bey den Südlichen Nationen den Jralienern und Franzoſen in Aufnahme gekommen. Die erſte Caffeeſchenke iſt zu Mar- ſeille 167 1. aufgerichtet worden. Ray ſpricht vom Caffee, der damals ſehr gebräuchlich war,(hiſt. plant. ann. 1650.) alſo? 5 Es iſt ein Baum, der nur zwiſchen den Wendezir- »» Feln-in dem glücflichen Arabien wächſt. Die Araber zer- »» tiögren die Feimende Kraft des Saamens, daher nnermegß- „»liche-Schäge, ja faſt die Reichehümer der Welt daſelbſt zu- -»» fammen fommen, und dieſer Theil von Arabien wahrlich » der glücklichſte iſt, Cs überſteigt faſt allen Glauben; daß 5», vie Araber eine Million Maaße( modiolorum) an die Tüpe: „len, Barbaren und Curopäer verfaufen. Wunderbar iſt 5568, daß ſo große Schäkße die Beute eines einzigen Volks ». ſind, und ſich nur auf eine Provinz einſchränken; daß die »„ benachbarte Rationen, von Geiz und Neid getrieben, ſie »3 nicht längſt zetſiöhrt oder Saamen und ſriſche Wurzeln mit 5» Uſt entwendet haben; wunderbar, daß die Einwohner ihre 5 Caffeepflanzungen ſo genau bewachen können; daß endlich 55 die Erndte Einer Gegend für den Aufwand der ganzen » Welt hinreihe. Bey den Schweden iſt vor Anfang dieſes Jahrhunderts dieſer Trank nicht gebräuchlich geweſen; wie mir viele der glaubwürdigſten Greiße, die noc pP D41 er artreflice und Milch, wie einen bloßen Aufguß, und nimmt alsdann den Zucker oder ein Stückchen Süßholzwurzel in den Mund, 0 Die Engelländer trinken meiſtentheils des Morgens Caffee, und eſſen Brod mit Butter beſtrichen dazu, Die Türken trinfen nur eine Schaale, der jedoch ſtärker iſt als bey uns« w Voh- Viele haben ſich bemühet, etwas zu erfinden, das die ühenden Stelle des Caffee vertreten könnte. Sie haben z. CE. Erbſen, ird aver Bucheken, Mandeln, Bohnen, Mays, Weizen, gerö- oder zu ſtet Brod vorgeſchlagen, unter welchen Dingen die Mandeln men am geſündeſten ſind, allein doch mehr aufblähen als der Caf 1 Pulver fee/ und daher weniger gebräuchlich ſind, Der geröſtete wn Sonnenblumenſaame( Helianthus annuus) riechet wie Cafe on di fee, und giebt ein nicht unangenehmes Getränk(Goiian mit oe Monsv. 456.). Allein ſo oft der Caffee mit ſremden Zus ; ws ſäßen verfälſcht wird; will es der delicateren Zunge nicht jm) F 2 jäymee- mme emmme*rwer<<<< mmer BREE DÜR DERE DET ÄR 84 I. Vom Caffee. ſchmecen, auch ziehet es dem an den Caffee gewöhnten Max gen nicht geringe Beſchwerden zu 9). 67200 Der Caffee iſt bey den Vornehmeren in Europa, weil es etwas neues war, ſo gebräuchlich gewörden, als bey den gemeinen Leuten der Toba>. Wornehmlich hat dieſer Trank. ſich) die Gunſt des Frauenzimmers erworben, da er nicht be- rauſcht, und iſt mit dem Thee verbunden worden; doch wird der Caffee für beſſer gehalten, vielleicht weil er mehr foiter. j Indeſſen iſt die Erfindung des Caffees etwas ganz ſonderba- res, und giebt dem Tabacksranchen nichts nach, wenn man nach ſeiner Wirkung, Geſchmack und übrigen Eigenſchaften urtheilen ſoll. Aus den unnüßen Caffeekernen, die durch das Röſten bränſtig gemacht worden, einen Trank zu berei- ten, der weder luſtig macht, noch den Durſt löſcher, den alle Thiere verabſcheuen, und der.1tur der daran gewöhnten Zunge gut ſchmeckt: iſt wahrlich ein ſeltſames Ding. Ueber das weiß man, daß alles was geröſtet wird, ſeine nährende Kraft verliert, und der Natur zuwider iſt. Verbrandtes Brod oder Fleiſch, treibt die Gälte vom Tiſch, 02 11:' Wer die Kräfte dieſes Getränkes unterſucht, der wird finden, daß ſie mehr mediciniſch als diätetiſch ſind. Jch will ſie kürzlich erzählen.| Die Luſt zum Eſſen wird dadurch mehr „Heſchwacht als erwecket. Und wer vor Tiſch einige Schaalen ) iM einig 3 Caffee trinfet, der wird, ſo guten Appetit er zupor batte, „ohne ſonderliche Luſt das Eſſen zu ſich nehmen; ja ſich gar leicht deſſelben ganz enthalten können. | Er *) Die Beſchreibung des zum Caffeetrinken nöthigen Hauggerä- thes, die im Original jiehet, habe ich weggelaſien 3 da ſich die Keuntniß deſſelben in Deutſchland bis auf den Tagelöhner ers ſtreckt.- A, Dd, Ue!' ' nv und Dimm Ram DB! put(9! u ſE bl), ſt nie 98 elan befin a wen Sil mich vs lan Coif ,(in Olert | Wfwetgh f ne vbs m 3 ſinds De V' Geht T "3| (50 IN. Vom Caffee. 05 Wi Ma Er verurſachet Schlafloſigfeit, welches jedermann et» fährt, der des Abends ſich mit dieſem Getränk ſtarf über- nimmt; er wird die Nacht ſchlaflos zubringen. Dieſes zu verhindern, trinken einige ein Glaß Waſſer darauf, andere Fopo, vl ein Glaß Wein, andere Brandewein. Wer, wenn er ſpät 18 boy den gegen Abend Caſſee getrunken hat, nicht zu Nacht iſſet: wird fer Trank nicht leicht vom Schlaf überfallen werden; nie De wh wird Man glaubt, der Caffee verhindere das Aufblähen, re foſtet, und befördere die Verdauung, wenn er bald aufs Cſſen ge- onderba- trunfen wird. Allein es iſt zuverläßig richtig, daß dieſer nn man Trank, er mag, getrunfen werden wenn er will, wofern er ſhaften nicht recht geröſtet oder bereitet worden iſt, Rumpeln im Leib je durch und Blähungen verurſacht.- Der Ritter Sinne kennt einen zu berels Mann, der Ao. 1742. den aten October, durch das Bey- het, den ſpiel ſeiner Gefährten angelockt, acht Taſſen von dieſem Trank owöhrten zu ſich nahm, darauf aber mit Blähungen, Rumpeln im 9, bränſtigem Aufitoßen, verdorbenem Appetit(anorexia), mit einer beſonderen Empfindung als wenn ihm das Herz erſchlafft wäre, mit Schlafloſigkeit und ſaueren Schweißen 145 2010 ),„Ueber ährende ue beftig befallen wurde, Iyie meiſten ſtarke und tägliche Caffeetränfer befon- y men Zittern der Hände und des Haupts*). I< erinnere der wid mich dreyer neulich verſtorbenen Männer, welche von zu vie- 9 will lem Caffeetrinfen ſo zitternd geworden ſind, daß ſie kaum 1)<. 3:< y| br 1] „Kurz: der Caffee giebt, da ey geröſtet iſt, keine Nah. ideas rung, ſondern wird als etwas das der Natur zuwider iſt, ven de abgeführt; er befördert alle Ausleerungen, trocknet den Kür- DD.'€ per aus," verdünnet die dicken zähen Säfte, macht die Faſern| wil! gejpannter, und das Nervenſyſtem ſchwächt er. Daher iſt Rend aljo klar, daß der viätetiſche Gebrauch des Caffees nichts. diſe 1 taugt, und fich für Feine Perſonen ſchier, als für ausge-"CL maäſtete, mit Blähungen geplagte, ſißende und ſtart eſſende 5 ms Zeute, Träge ſcheint er aufzumuntern und. den Slsödſinnigen(dann * pe 2€?- 2 2[“ den Berſtand zu ſchärfen. Ulein durch Äustro>nung des(l Gehirns und Nervenſyſtems ſchwächer er den Körper und| je fun bringt ein frühzeitiges Alter zuwege,; vem 6! : 5 718 . 125 Pp Ww pu ;| ntwS 14„Wenn Aerzte den Caffee gebrauchen: ſo bemerken ſie(wl mit Vergnügen ſeine gute"Dirfung; denn zu rechter Zeit mit 8 gebraucht, heilet er vornehmlich folgende Uebel: Er iſt ein Sraiy erhißenbes Mittel; daher erwärmt er zur Winterszeit, im(5 "Sommer aber mättet er ab.„In critiſchen und hißigen Fie- wa ' bern taugt er-alſv nicht, und den mit Rothlauf befallenen iſt au er ſchädlich; auch in critiſchen Fiebern um degwillen unnüß,- hmwl . y 4+ ZIE vr» P.' weil er Säure erzeugt. gewand » Gemeiniglich glaubt man, er ereibe die Blähungen| vide weg; allein man- ſollte billig ſagen, er treibe zurück, Jndeſ- bejeeln ſen geben doch deswegen feute die delicat leben(lautiores)| nach dem Mietagseſſen den Caffee, damit er die"Blähungen un)(Pp treibe,„Herr von Linne wurde 1740, wenn er Morgens „aus dem Schiffslazareth kam, bey dem er Medicus war, eit) öfters von den. Ausdünſtungen der Kranken mit einer Uebel- wins „Feit befallen. und das wirkſamſte Mirtel dagegen waren drey|| did Taſſen Cafſes ghne Milch und Zuer getrunken.|| St HO POREN WG 2| Evy - Als ein'trödfnendes Mittel zohret er den Körper aus| N ,*-, df 4 4--. , ähm alfo denen" verordnen /“die allzu corpulent ſind,"Daß er 340 über: 1 "Cateentart);* darinn Rinnen alle-Nerzte überein, Man muß ) 3! c< Il Vom Caffee, 29 feine 2? EID. 03 überdas gegen den weißen Fluß nüßlich ſey: wird ſowohl von Wwe den Aerzten, als auch dem weiblichen Geſchlecht bekräftigt, - v)(rs-, 7% e,, die Kefep Auch gegen die Würmer iſt er eine Arzeney, daher Daher man ihn oft den Kindern zu trinfen giebt; allein. in zu großer ves. nichts Menge verhindert er das Wachſen; der Arzt darf ihn alſo ür auSg dieſen nicht leicht verordnen. Wenn jemand drey Taſſen Sys? 1E oſſohde ſtarken Caffee trinker:" ſo wird er merfen, daß die Würmer Winnigen aus dem Magen in die Gedärme ſteigen; und wenn man nung des alsdann ein Purgiermitte! eingiebt: ſo'werden dieſe unange» ewe und nehme Gäſte, auf ſolche Weiſe ausgetrieben werden. Denn ſie können alle gebrandte Dinge nicht leiden, wie wir aqus . dem gebrandten Hirſchhorn und andern Dingen fehen. Da der Caffee ein ermunterndes Mittel iſt: ſo trinken 7: ihn Leute, die des Nachts ſtudieren wollen, um munter zu neben ſie bleiben. Mit Recht alſo iſt der Caffee in Krankheiten die Ow Zeit mit einer Schläfrigkeit verbunden ſind, beſonders wenn die* Er iſtein Kranken di, phlegmatiſch, und fett ſind, anzurathen, 40: m Er iſt auch ein treibendes Mittel, wie oben erwähnt a worden iſt, und treibt ſowohl das Geblüt und den Urin 5 als 0 auch die übrigen Ausleerungen. Er wird um deswillen nicht 000 ohne Nußen als ein den Monathſtuß beförderndes Mittel an- gewandt, wenn eine Verſtopfung da iſt; und wenn er mik ungen vielem Waſſer vermiſcht wird; ſo iſt er den mit dem Stein; GN IEEE behafteten nüßlich, um den Gries abzuführen. tiores) Daß er endlich ein Hauptſtärkendes Mittel( cepvali- jungen cum) fey, ſolches beſtätigen die Aerzte, und führen Wahr» Rorgens nehmungen an, da Leute die mit langwierigem Kopfweh bes 18 war, hafter geweſen, durch bloßen Gebrauch) des Cajfees, zur y Yebel:' vorigen Geſundheit gelangt ſind, Bekannt iſt es, daß er ven drey das Kopfweh von Berauſchung hebe, und das einſeitige Kopfweh pflegen ſehr viele allein mit Caffee zu vertreiben. Eo viel ſey genug, wer au Nan 1 einm Dat jW: Lite mereug ng re 90 DD% /SO> „Renu fbn Ae Reufin Hefen Rem Neu Nn-Nbuz fh u R RIET „I: 0. Vom Theetrankf, 1. Nahme. s) R der Unterſuchung, woher der Nahme des Thees . fomme, werde ich mich nicht aufhalten. I< über- laſſe es andern, zu entſcheiden, ob er von dem Japaniſchen Thjaa oder von dem Chineſiſchen Theh, welches mir am wahrſcheinlichſten vorkommt, entſtanden iſt; oder ob die Kräuterkenner ihm einen lateiniſchen Nahmen von dem Grie- gaben. Zaſſer be- Auch die angenehme Art," dieſen Trank vorzuſeßen, nehm- unge Ars lich in ihren ſchön gemahlten porcellainenen Schaalen, muſte auf feln! nothwendig den Europäern in die Augen leuchten; ſo daß ſie ung, nicht nur dieſen Trank koſteten, ſondern auch als das ange- ud nehmſte Getränk mit ſich nach Curopa brachten, Daß er vußen dur) aber hernach mit ſolcher Begierde von den Europäern iſt auf- q(wap genommen worden; darf uns nicht wundern, Denn da nie- wotr mand 98 IV; Vom Theetrank, mand von uns, als Kaufleute nach dieſen Gegenden geteiße ſind: ſv iſt ihre einzige Bemühung geweſen, dies Getränk den Europaiſchen Wölkern angenehm zu machen; indem ſie die Gewohnheit der Europäer, mit der größten Hiße fremde Sitten nachzuahmen kannten, und ſich von dieſem Handel Gewinn verſprachen.; VILL Anpreißung,. «" Tulp ein ſehr gelehrter Arzt und Bürgemeiſter zu Am- ſterdam war einey mit von den erſten, welcher im Jahr 1641. von dem Thee eine Beſchreibung bekannt machte, und davon ſagte, was er gehört hatte. Seine Worte ſind folgende: »» Nichts glaubt mant, ſey geſünder, als dies Getränk, ſo- "59 wohl das Leben auf ein ſehr hohes Alter zu bringen, als »» quch jeden Schaden der Geſundheit abzuhalten: z. E, den 9» Stein, die Müdigkeit u, ſ. w. ſoll er vertreiben. Den »» Schlaf vertreibt er gewiß; denn man ſiehet zuweilen, daß »» Leute die viel Thee trinken, ganze Nächte in Arbeit zubrin- »» Sen, und die fonjt unüberwindliche Nothwendigkeit zu ſchla- »» fen bezwingen. Auch die Großen weigern ſich nicht, ihren »» Freunden dieſe Pflanzenbrühe vorzuſeßen. Jn ihren Pa- - zs läſten werden dazu mancherley artige Töpfe, Kannen, Droy- 9» füße und Taſſen gehalten, die wohl einige tauſend Gul- 5» den werth ſind.“ Joncquet ein Franzöſiſcher Arzt und Kräuterkenner legt dem Thee in ſeinen Explicationibus Nirpium vom Jahr 1657. ein großes Lob bey:„, Dies gött= „liche Kraut, ſagt er, das zu den Zeiten des, Caſpar 38ys- 5» bins noch nicht befannt war, wird für den Liebling der, 5» Sonne gehalten, in welches ſie iv ambroſialiſche Heilkräfte »» Segoſſen hat, daß der, welcher den Trank davon zu ſich „nimmt, Urſach findet zu glauben, er habe einen Lebensbals » ſam zu ſich genommen,«“ Nach dieſem haben die Aerzte die Tugenden des Thees bis an den Himmel erhoben, beſon« ders die Holländiſche, und eine Phyſiologie zum Grund ge: legt, die ſie für unlengbar richtig hielten. Sie ſagten nehm lich, das eben bejtehe in dem Kreislauf des Bluts; je zär- ter iy Apfh gedupE uſul Imgwn ggangeg inten, I Wufanz M1 gen an WM 8 ſomit belie Jus died genug, 5 ſoviel] ropaend] WWangt! « " IV. Vom Theetrank. 97 49 ker und dünner alſo das Blut gemacht werden könne, je leich« | Wee ter würde es durch die fleinſte Gefäße, und ihre ineinander Olfen laufende Aeſte dringen; um deswillen fönne 4 nichts hÜBe fan Aud licher ſehn, als das Blut mit dem ſehr zarten Theetrank zu verdünnen. Aus dieſer Theorie iſt der grobe Jrrthum bey vielen entſtanden, daß dies Blut ungeſunder, dünneres hingegen geſünder ſey; ob man gleich alle Tage ſieher, daß 1 die ſtärkſten Leute dickeres, ſolche hingegen die mir Waſſer= er zu he geſchwulſt behaftet, und bleichſüchtige dünneres Blut haben. wr1641, Indeſſen iſt Zontekoe ein Niederländer in der Abhand Ind davon lung vom menſchlichen Leben ſo weit in der Kühnveit folgende: gegangen, daß er alle Leute erſuchet, täglich ſo viel Thee zu anf, ſs trinken, als ſie nur könnten, mit acht bis zehn Schaalen den gen, dls Anfang zu machen, und ſo lange fortzufahren, als der Ma« pC, den gen annehmen, und die Blaſe wieder von ſich laſſen könnte z ", Den des Morgens, Mittags, Abends und Nachts. Auch YVall- ellen, daß ſchmid hat in den Berichten vom Thee ihm ein hyper- elt zubrin: boliſches 20b beygelegt, das auf eben dem Grund beruhef, It zu ſchlas Aus dieſem angeführten erhellet meines Erachtens deutlich net, auch ener wieder aus dem R orper fortgetrieben 0. wird, als bloßes Waſer, das nicht mit den Blactern änges u ſeztiſt, Wenn er oft und zwar ohne Zucker und Milch ge- ves G 3 wunfen y ewe werb RS is Bean 230g SAE 109 IV. Vom Theekrayk. trunken wird? ſo leiſtet er faſt eben den Nußen, als die blutreinigende Holztränfe, indem er die Faſern enger und dichter macht; deswegen er auch von den Aerzten unter den Hwifen der verdünnenden Mittel gerechnet wird. Den di>e- ren und fetten Perſonen iſt er alſo nüßlich: den mageren hin- gegen und dürren ſchädlich; denn ſie bekommen nach deſſen zu häufigen Genuß ſehr bald eine gewiſſe unangenehme in- nerliche Empfindung. Dies beſtätigen auch die Erfahrungen welche Hermann und Grimm in Oſtindien gehabt haben, daß nehmlich die ſtarken Theetränfer endlich in die Schwind- ſucht verfallen; welches den ſtärkſten Beweiß von der ver= dünnenden und trocknenden Kraft des Thees abgiebt. Der Thee botaniſch betrachtet, ſtehet in der Mitte zwi- ſchen den Säulenblümgen(columuiferae) und drey- Enöpfizen Pflanzen( tricoccae); denn der Thee unddie Cameltie ſind ſich als blattreiche Sträuche einander ſo ähn- lich, daß ſie faum an der Blüche und beſonders am Kelch können unterſchieden werden. Die Camellie und Stewartie ſind eben ſv nahe verwandt, als die Stewartie und Linde z dieſe aver rechner man wohl am beſten unter die Säulen- blümgen, unter andern wegen ihrer Weichheit, ihrer wechſel weißen Blätter, Blaitanſäßec. Auf der andern Seite hin- gegen muß der Thee unter die dreyknöpfige Pflanzen gerech= net werden, die von andern ſo ſehr verſchieden ſind; denn er Dat eben das Unterſcheidungszeichen als ſie; nehmlich die dreyfnöpfige Frucht, Man könnte alſo gar leicht auf die Ver- muthung fallen, der Thee habe den erſten Urſprung ſeines Daſeyns einer dreyknöpfigen Pflanze zu danken, die von ei ner Säulenblumigen befruchtet worden, Da man aus der Erfahrung weiß, daß ſehr viele Pflanzen aus der Rlaſſe mit vielen Staubfäden mehr oder weniger giſtig ſind, das heißt, etwas enthalten, das von unſerem Körper zu ſehr verſchieden iſt, und alſo der Natur deſſelben zuwider iſt: ſo Fann*man dieſes auch auf den Thee anwenden. Indeſſen lehrt auch die Erfahrung, daß es viele Pflanzen gebe, 6.5. nod | aufe pu al ; NI |(de Et | vgn ja aden |(emit 9 | wu(0 vug] die W| | nher) M | Auihr | vopſy | die Gey | zeugen); | Getan dit Find Goften 1 | | | | | j We DN Ws," ſchluß vy Umſchlh ſtärfet und bf den ſchn IV. Vom Theetrank. TOI ;. die noch zark, unſchädlich ſind; wenn ſie aber ausgewachſen ha- 5 ben, giſtig ſind. So eſſen wir z. C. die gemeine Brenneſ: N(“8 fel(vrtica dioica Fl. Suec. 863.) im Frühling als Gemüß; Wt: die Kermesbeere(phyto!acca) wird von den Nordanterica- geren I nern im Frühling in Suppen gegeſſen, welche in der Mitte ad deſſen des Sommers giftig iſt3 ja auch ſogar den Sturmjut( aco- ehme in: nitum) fochen die Medelpadier, wenn er erſt aus der Erde heungen entſproſſen ift(Flor. Lapp. p. 179.). Dies ſcheint auch ot haben, der Fall mit dem Thee zu ſeyn, deſſen zarteſte und ganz jun- "mind ge Blätter ſogleich ſtark geröſtef werden, damit ihre ſchäd- . der vers liche Eigenſchaft, wenn ſie einige haven, auf ſolche Weiſe ( verringert werde. Daß das leßte geſchehen könne, ſieher man . an andern Beyſpielen. Man weiß, daß die heftigſte Pur- Nitto zwj- giermittel, als das Gnadenfrauf(gratiola) und die Haſel- nd drey: wurz(aſarum) u. a, m. wenn ſie lange gefocht werden, alle e unddie purgirende Kraft verlieren, und nur harntreibend bleiben, y ſoer- und Kaffeeplantagen hat.;.Er „aus Ihrem hat dies in vielen Briefen an den Ritter von Linne geſchrie was unſere ben. Cben ſo durfte Hr. Prof. Raim, als er ſich bey den fo der Nis Wilden in Canada aufhielt, nicht ohne 2ebensgefahr bekannt 1gar nt werden laſſen, daß er eins. Pflanze oder andere Gegenſtände mehr von der Natur beſchreibe; ſondern er mußte das alles heimlich. una eren Pro- terſuchen.. Als Hr. v. Linne auf den Lappländiſchen Alpen outen ge unter den Nennthieren Rennthierbrämen ſammelte und ves , unddie ſchrieb; wunderten ſich die kappländer und ſpotteten darüber, nd ſtecken daß ſich ein Menſch mit Fliegenfangen beſchäftigen könne. (8 die( Siehe Stockh. Abh. 1. B. S, 121.)- CEben-ſo wurde ex vu werd) und ſeine Reiſegefährden auf der Deländiſchen Reiſe ais"WBuns- 0. IM derdinge betrachtet(It. Ocl, p. 85. 109).- Haſelquiſt' uſen, SII EDS 2534 0567- „chen 7 ſahe ſich in Cairo genörhiget mit einer Bede>ung von Sols ft daten aus der Stadt zu gezen, wenn er Naturalien auf dem 1") abe) Jue [fed Felde 112 VV. Wozu dient das? Felde ſammeln wollte. Nichts deſtoweniger lief er Gefahr, von dent Pöbel ſeiner Neugierde wegen beſchädigt zu werden, Id) übergehe noch mehrere ſolcher Beyſpiele. S. 3.; ö Wir ſind zur Verherrlichung des Schöpfers erſchaffen, und dies geſchieht nicht anders, als wenn wir ihn aus der "Offenbarung und der Natur oder den Geſchöpfen kennen ler-. nen, Was das leßte betrift, ſo befürchte ich frenlich es'kom- men viele auf die Welt und werden grau darauf, welche die Schöpfung nur obenhin betrachtet haben, eben wie vernunft» loſe Thiere, die zwar ſehen daß die Erde grün und bunt be blümt iſt, aber weiter auch nichts. Gerade ſo kommt mir das vor, als wenn jemand in einen mit Gewächſen wohl ver- ſehenen Botaniſchen Garten geführet würde um daſelbſt die unzählbare Menge Kräuter zu beſehen, welche mit unglaub- licher Mühe, Sorge und Koſten angeſchaft worden ſindz wenn er ſie nicht anders anſähe, als Pflanzen mit grünen Blättern und bunten Blumen, wie ſie überall wachſen. Könnte man mit Grund ſagen, daß dieſer Menſch den Garten ange- ſehen habe? Oder wenn. jemand in ein Cabinet käme das mit Naturalien und mit den ſeltenſten in Weingeiſt aufbewahrten ausländiſchen Thieren ganz angefüllt wäre; und er beobach- tete nur den flaren Spiritus in glänzenden Gläßern, und ſähe zwar, daß ein Körper darinn hinge, bekümmerte ſich aber nicht darum, was es ſey: härte alsdann derjenige, der einem ſo rohen unwiſſenden Menſchen ſolche Seltenheiten zei- gen wollte, ſeinen Zweck erlangt? oder wäre das ein würdie ger Zuſchauer geweſen? Jc< glaube nicht, Es fällt mir hierbey ein, wie einſt der Hr. v. Linne ſeine Zuhörer durch ein treffendes Gleichniß zur Aufmerkſamkeit aufmuntern woll= te, als er die Inſekten demonſtrirte, Er erzählte ihnen nehm. lich eine gewiſſe Fabel von den ſieben Weiſen in Griechenland, die einſtmals beyſammen in Athen waren, wo ein jeder das allermerkwürdigſte Wunderwerk, welches ex in der Welt une ker den geſchaffenen Dingen geſehen hatte, erzählte,| Einer von Über vy wm ihnen? Etetnſch/" eten, 7 wnverſ! Oypiter' ih darin] fin 4 vm ft vſammen hingen 1,9 ve] würdigte? im Rent (en Dab | gn? aus; wp | durh din |(meh | we dra | wem] aufs eff haften ch (en Zagih auſtelli] futtete ez (4 do ude hehe fp mmh g (rfihg inde die Bert die oben, Necht er Oifchy, tu weden, ' erſchefit) hh aus de ennen lets h es Forme welche die vernunft» ' bunt be mmt mir wohl ver: WEDEN t unglauh: den ſind; it grünen 1, Könnte eten ang: ve das mit bewahrt er beobac)e fern, yd mert id ange, der Seiten zel iq würdie fallt mit zrer dur) ten wolle nen wehte jeho) m jedes or De u lte Ge von oder votn Nußetnt der Naturgeſchichte, IT2 von ihnen erhob ſich in den Himme!, und trug die Zehre der Stetnſeher von den Firſternen vor, die ſie alle jür Sonnen hielten, umgeben von Planeten, oder mit Pflanzen und Thie- ren verſehenen Erdkörpern. Die Weiſen beſchloſſen alſo den Jupiter anzuflehen, er möchte ihnen erlauben, nur einen drey- tägichen Beſuch im Mond abzuſtatten, um die Wunderwerke darinn zu beſehen, und ſie hernach den Menſchen erzählen zu fönnen. Jupiter gewährte ihnen nicht nur ihre Bitte; ſon- dern befahl ihnen auch, ſich auf einem ſehr hohen Berge zu verſammeln, von da ſie eine Wolfe an den gewünſchten Ort bringen würde, Sie nahmen ſich geſchickte Begleiter mit, die ihnen in Abzeichnung und Beſchreibung der Naturmerks würdigkeiten an Hand gehen ſollten, und kamen wirilich im Mond ganz ermüdet an, w9 ſie einen ſehr gut meublir= ten Pallaſt antrafen, darinn ſie abtreten konnten. Des fol genden Tages ruheten ſie ſich von der Reiſe bis zu Mittag aus3 und da ſie noch etwas matt waren: ſo erfriſchten ſie ſich durch die delicateſte Speiſen und Getränke, die ihnen ſo gut ſchmeckten, daß ſie ſich darinn ſtark übernahmen. Sie ſahen nur durch das Fenſter dieſen vortreflichen Erdkörper an. Er war mit den koſtbarſten Blumen geſchmückt, die in der Senne aufs angenehmſte glänzten. Auch den Geſang der ſcywaß- haften Vögel hörten ſie bis an den ſpäten Abend.: Am zwey- ten Tag ſtanden ſie ſehr frühe auf, um ihre Beobachtungen anzuſtellen; allein das ſchöne Frauenzimmer dieſer Gegend ſtattete einen Beſuch bey ihnen ab, und bath, ſie möchten ſich doch erſt recht mit ſchmackhaften Speiſen und Getränk zu der beſchwerlichen Arbeit ſtärken. Dieſe koſtbare Spei- ſen- die ſüßen Weine und die Schönheit der Mädchen nah» men die Gäſte mit Syrenengewalt ein. Man führte ein vor» trefliches Concert auf, die jüngere fingen an zu kanzen, und überließen ſich dem Vergnügen dergeſtalt, daß der ganze Tag in der Geſellſchaft der Frauenzimmer zugebracht wurde, bis die Bewohner ves unteren Sto>werks im Pallaſt neidiſch über vie oben ſchmauſende, mit dem Degen in der Hand ſie nach Recht und Billigkeit ſtrafen wollten. Die Aelteren bemühe- H fen “| 114 V. Wozu dient das? ten ſich ſie zurück zu treiben, und verſprachen die Sache des andern Tages, ehe ſie etwas anders vornähmen, vor Gericht förmlich anzuhängen, zu unterſuchen und zu entſcheiden. „Dies wurde bewerkſielliget; am dritten Tag wurde alſo der Proceß geführt, und die Anklage, die Ausflüchte und das Urtheil beſchäftigten ſie den ganzen Tag, bis der Befehl ih- res ſchleunigen Abzuges ergieng. Als ſie wieder nach Grie« c(RKumph t. 39. F. C. Argenvill. t, 21. F. K. 1 Vögeln Petiv. gaz. 97. t. 8.) welche meiſtentheils in den Maldivi- 1 von der ſchen Inſeln von den Weibern, am Strand der See, mit ſſerwät- vielem Fleiß aufgeſucht wird. Sie bringen eine ſolche Menge even vet davon zuſammen, daß jährlich 30 bis 40 Schiffe damit aſſervogd, beladen nach Africa, Bengala und Siam abgehen, und in auch über: dieſen Ländern ganze Palläſte mit ſolchen Muſcheln angefüllt, gen, 100 und als die größten Koſtbarkeiten bewahrt werden. Denn Bitterung ſie ſind in dieſen Ländern eben das, was bey uns Gold- und Zeyſpielen Silbermünze iſt, und man kann dafür alles handeln; ſelbſt jen wollt), die Menſchen welche in die Sclaverey verkauft werden, wer- (en verad: den damit bezahlt. Jch will jeßt nichts von andern Muſchel arten gedenken, die bey andern Völkern im Gebrauch ſind, 3. E. als Hörner beym Opfern, als Waſchbecken, Becher, Schachteln oder auch als künſtliches Schnißwerk, welches wendet alle Werke der Kunſt weit übertrift. chiedenen:; SEIIGE il ſie wis Die Verſteinerungen, deren ſo unzählig viele bes un mn merkt werden, welche in der Gattung, in der Form und Ab- (ich vieles wechslung verſchieden ſind, und von den Naturforſchern aus 3 aladant der Erde gegraben werden, dienen die vielleicht auch nur zur icht intl eitelen Neugierde? I Der Nußen der xoilden Thiere und Raubvögel, die unſerer Deconomie vielen Schaden zufügen, iſt gewiß' nicht flein; und wir würdenihn alsdannerſt bemerken, wenn ſie vertilgt würden. Gerne würden wir ſie mit den größten Geldſummen wieder erkaufen. Als aus Virginien eine kleine Arzeigattung(graculus quiscula) vertrieben war, welches - viele Lonnen Goldes gefoſter hat: ſo hätten ſie die Einwoh- ner mit doppelten Koſten gerne wieder zurück gefauft, wie uns Hr. Prof. Ralm berichtet. Auf die Erhaltung der Geyer in Cairo, einer Stadt in Aegypten, werden jährlich und täglich Belohnungen geſekt, wie der ſeel. Haßelquiit in den Stockholmer Abhandl, der Kön. Soc. der Wiſſ< 1754, S. 196. und folg. aufgezeichnet hat, Dieſe„Raubthiere „alle reinigen die Erde von den Aeſern, welches zur Geſund- Heit und Zierde dient, auch erhalten ſie das rechte Verhältniß " zwiſchen den Thieren, damir nichr ein Geſchlecht das andere ..-.?) auffreſſe. Der Pöbel meint, und vielleicht ſagen es auch die, welche ſich klüger dünken, als er: Derjenige nur, wer nichts anders 38 rhun babe, möge UN100s und Ulucken ſammeln*)z3 Sie glauben die Unterüchung der Fleinſten Pflanzen und Inſecften ſey einem vernünftigen Menſchen nicht nöthig, Ich gebe es zwar, was Mooſe und' -tleinere Pflanzen anlangt, zu, daß ihr Anſehen bi3 ins vorige „Jahrhundert zurückgeblieben iſt; allein durch den Dillenius iſt ihre Geſchichte, in dex Hälfte dieſes Jahrhunderts bey- nahe vollſtändig gewgrden. C. Bauhin kannte noch ſehr wenig *) Das wikßige Wortſpiel des Originals: Mulcos et muſcas le- - Zat, cui alind non luppetit negotium iſt in der Ueberſeßung verlohren gegangen. A, d. Ue,; Zs wig 77 hat vn mun feat n weh NU won [10[Us aus vems (fannt vd, N NEN pum pal mie ds wicht 1 (ung | eM wodurß holm, 1 Ü pyreticaß | vein 6 welt dept oder vom Nuten der Naturgeſchichte. 19 We de hy j "W. Dies wenig Mooſe, Dillenins hingegen bey ſechs hundert. Er ha? dieſes ſehr ſchwere und weitläuftige Feld der Naturhiſtorie ANNE "Aihps mit unermüderem Fleis bearbeitet; allein zu was Endzweck? | fragt man gemeiniglich, I< will es zwar jebt nicht über- 6Ubyb, nebmen den Nußen jeder verſchiedenen Moosgattung zu zei- 10 gj gen: doch Gott und die Natur hat nichts umſonſt erſchaffen, erfen, wenn und unſere Nachkommen werden eben ſo viel Nußen bey den ven größten Sytvoſen als bey den übrigen Pflanzen entde>en; und zwar eine floine aus dem Grund, da ſeit dem die Naturgeſchichte der Mooſe ar„ welches bekannt worden iſt, ſchon manche Verſuche ſind gemacht je Einweb- worden, woraus wir ihren-Nußen abnehmen fönnen. I< Fauſt, wi will einige anführen. Das Sumpbſphagnum(Sphag- öltung des vum paluſtre) füllt tiefe Sümpfe mit Schlamm an, daß den jhrlich mit der Zeit die Gegenden zu anmuthigen Wieſen werden, feli welche zuvor Moräſte waren. Auch einzelne Stellen in Biſk.1751, ſumpfigen Wieſen werden davon ausgefüllt; der mediciniſchen Raubtiere zurücktreibenden Kräfte nicht zu gedenken. Man brennt 11 Coſind- ferner jeßt in vielen Ländern den davon erzeugten Torf ſtatt Verhältnis des Holzss, und es iſt bey uns heut zu Tag gewöhnlich, daß VN ihn die Bergleute auf den Schmelzhütten zu Kohlen brennen. Die Lapyländer legen dies Moos in die Wiegen der Kinder, ;, wodurch die Schärfe des Harns weggenommen wird.(Sto>- 5(uh dis holm, Abh. 1740- S,. 421,)% . 4 Das unentzündliche Slußmoo0s(Fontinalis anti 10008 pyretica) weicht von den Eigenſchaften aller andern Mooſe „näyftigen darinn ab, daß es auf Feuerſtätten die Wände vor der Ge- nn"6 walt des Feuers bewahrt. ins vorig! Das gemeine Goldhaar(Polytrichum vulgare) ZWeniys giebt dem Lappländer ein ziemlich bequemes Lager 3 es erzeugt nderts vy bey uns vielen Torf, und der Bär braucht es bey ſeinem 8 noh ſh Winterſchlaf. ny Der keulformige Bärlappen(Lycopodium cla- et muſs vatum) wird zu Matten auf den Boden der Zimmer ge- ox Wehrhhung braucht. Der platte Zärlappen(Lycopod. complana- cum) färbt gelb. Der rannenförmige Därleppen 9 4(1-yc- mmm emma<<< URID RIKA DT CHEHHT etz“üb SERIES IS SS SSEN 120. V. Wozu dient das? (Lyc. Selago) vertreibt die Läuſe des Viehes und purgirt hef- „tig(Iter Oel, p. 28.). Das Gueilſternm00s(Mnium fontanum) zeigt Fühle Quellen an. Das ſproſſende Aſimo0s(Hypnum projliferum) bedeckt das Erdreich an ſchattigten Pläßen, wo ſonſt feine ändere Pflanzen wachſen können,(Iter Weſtgoth. 114.). Das Wandaſtmo90s(Hypnum parietinum) braucht man die Riſſe der Wände zu verſtopfen. Alle AſF- und Änotenmooſe(Bryum) befleiden die Erde daß ſie ſtets grün und nicht nackt iſt, wie man in den Buchhainen und den Jndianiſchen Wäldern ſiehet. Sie - erhalten auch den kleinen Saamen der Pflanzen den Winter über, bedecken die Wurzeln, daß ſie der Froſt nicht beſchä- digt, und die Gärtner ſammeln ſie zur Herbſtzeit ein, um ihre Gewächſe damit vor der Kälte zu bewahren. Von den Vögeln werden ſie zu Neſtern aufgeleſen. Sie wachſen end- lich auf dem magerſten Boden, werden zuleßt faul und un- &enher welf; geben alſo die erſte Anlage zu des Bodens - Fruchtbarfeir.| Das Afreraſtimoos Knotenmoos(Bryum hyp- noides) befleidet die Felſen auf den kälteſten Alpen. Das Hytgrometriſche Sternmo0s(Mnium by- grometricum) zeigt die Trockenheit und Feuchtigkeit der Luft an. . Einige Gattungen des Knotenmooſes bedecken die Al- pen, andere die Sümpfe, einige ſind auf feuchten Wieſen 'nübßlich; andere bede>en nate Felder, überziehen Scein-' lippen und Felſen oder Baumſtämme; und ſie alle ertragen die Strenge des Wihters, wenn die meiſten andere Gewächſe- entlaubt ſtehen, 8. 7" ' [] [| pi| iE mn ſr viele] ( Ww (hen 91 | Dem 0-4) Nuten) inOeſet | ote) flechty Würm) ſcheu vl ml 4 ſicht.| Nit un) bſe Ful ve ap ſm eh; ſhe) 174) Phrze zige an (L,1j beeitet ENEN ie öder vom Nuten der Naturgeſchichte. IT21 Mypal;; Wg ef: MDT: Was die Slechtentattunegen betrift: ſo ſind ſie von anm) wipe nicht geringem Nußenz denn einige davon geben eine ſchöne Farbe,+Die Orſeille(roccella) giebt die koſtbarſte Co- lumbinfarbe,(S. Stockholm, Abh. 1742. p- 21.) ſiakt der, rolifenm) kann die Sarbeflechte( Lichen tartareus) gebraucht wer- fort faint den. Auch die Pech- und LTabelflechte(Lichen Stygius, 114), omphalodes) und andere geben ebenfalls eine rothe Farbe. )) bruce Aus der Safranflechte YWacholder- und Dachflechte (Lychen croceus, iuniperinus, vulpinus) und andern er- hält man eine gelbe Farbe. Es iſt kein Zweifel, daß noch fleiden dip ſehr viele Farben aus dieſen Aftermooſen mit der Zeit ent- nan in en vecft werden, jet, Oie Wenn man die Wirkung der Flechten in den menſch- en Vintte lichen Körper betrachtet 3 ſo iſt ſie gewiß nicht gering. Die jet beſchä- Dachflechte iſt das ſtärkſte Gift der Wölfe( It. Scan, ein, um P-4+)+Die Büchſenflechte(Lich. pyxidacus) hat ihren Yon den Nußen im Keichhuſten; die Nhähnenflechte(L. iubatus) hſen end: in Geſchwüren der Hautz die LIabelflechte(L. ompba- ( und une lodes) in Stillung der Blutflüſſe; die Schwämmcehen- 3 Bodens flechte(L. aphroſus)- gegen Schwämmchen und gegen die Würmer; die Hundsflechte(UL. caninus) in der Waſſer- 17 ſchou und Tollheitz die Lungentflechte(1. pulmonarius) yum 190 endlich hat befanntlich ihren Nußen in Heilung der Lungen- , ſucht. Auch der übrige vconomiſche Nuten der Flechten iſt Jun nicht unerheblich. So giebt die Rennthierflechte das “| DEE EU ICSI? E>& fait de beſte Futter für dieſe Thiere, wovon vas ganze Hausweſen der Lappländer und mithin die Erhaltung vieler tauſend Men- ſchen abhängt. Auch anderem Vieh geben die Nordländi- 1 die Ab ſche Völker dieſe Flechte ſtatt des Heues(Stockh. Abhandl. n Wieſen 1742. p+ 153.)+ Einige Flechtenarten freſſen die Ziegen p Sein ſehr gerne. Jn den ſteilſten Wäldern, wo ſonſt feine ein= s eetrag- zige andere Pflanze fortkomme, wächſt die Jsländiſche Flechte Gewählt(L. Islandicus) welche in Hungersnoth zu Brod und Brey bereitet werden fann( Schwed, Abh. 1742+ S. 154+) die (7 H 5 Schie: 122 V. Wozu dient das? Schlehenflechte(Lich. prunaſtri) wird zu Puder geſtoßen, Aus der Bläatrerflechte(L. puſtularus) kann man eine - Tuſche oder feine ſchwarze Farbe bereiten. Die kleinſten ſchorfigen Slechtengartungen(L. leproßi) bedeen die kahlen Felſen, machen ſie anmuthig und ſid der Urſprung des ſchwarzen Erdreichs, folglich der erſte Grund des Wachs- thums. Wer ſollte alſo wohl behaupten können; ihre Kennt- niß ſey unnüß.; Auch die Schwämme ſind feine verachtungswerthe Pflanzen. Eine Schwammgattung braucht man gewöhnlich bey Abnehmung der Glieder und Verbluthungen; eine andere Gattung iſt kürzlich bey Ergießung der Schlagadern ſo be- rühmt worden, daß der Erfinder dieſes Mittels eine Beloh- nung davor erhalten hat, Die Trüffeln und Miorcheln geben delicate Brühen,'und werden an vornehmen Tafeln ſtark gebraucht. Die Moscowiten und die Einwohner an- derer Länder eſſen viele Arten von Schwämmen; viele hinge gen ſind für Menſchen das heftigſte Gift; daß alſo bey dieſer Kenntniß die begangene Fehler Leben38gefahr bringen. Eine Gattung von Schwämmen nehmlich der Sliegenblätter- ſchwamm( Agaricus müscarius) vertreibt die Fliegen zu- verläßig; zugleich iſt er auch eines der zuverläßigſten Mittel, Die je entdect worden ſind, die Hauswanzen zu tödten(It. Scan. 430.). eFolglich iſt wohl die Kenntniß der Schwäm- me für die Menſchen höchſt nothwendig. SG. 8, Ä Die Gräßer, welche das beſte Futter und Heu für das Vieh abgeben, ſind von nicht geringerm Nuten. Das- Scilſfglanzgras(Phalaris arundinacea) dient zun be- decken der Dacher, Der. Wieſenfuchsſchwanz( alopecurvs prateoſlis) öſt das beſte Gras zum Beſäen niedriger Wieſen,(Ut, Oel. P+ 156.) Die | Di (hof 7 10M | po! DEN» Why Ä > = = =< |[hilf Wewen hur voy dei | Greiſeg bandes | We Det | wief wewEeEwweOeEeEwmwERV8GeEee--EO]Ömw-eÖPÖÄEeePPÄeewweE*-mweOaza=w„weEwOeewebgerewegwereeegage eenma gn 310070 Es: Rn..> Tweng oder vom Nuten der Naturgeſchichte. 123 Ny.,.. 2 egen Die Raſenſmelen(Aira celſpitola) macht in der Land- 4 dne ſchaft Kupferberg ſehr fruchtbare Wieſen( Schwed. Abh. Dit Hinſtey 17.42.0650 30:)) ol) boy Das Watßſerriſpentras(Poa aquatica) iſt das der Urfpn höchfte und nüßlichſte Gras an Ufern und Flüſſen(It. des Wahr: Weſtg. 44.)| dre Sent: Das ſchmalblärtriete Riſpentgras(Poa anguſti- folia) iſt in unſern Gegenden das häufigſte Futterfraut. ngäwerthe Von dem Ülannafchwintgel(Feſtuca Auitans, ger- wöhnlich men mannae) erhalten wir die Mannagritße, eine geſunde ne andere Speiſe. erm ſo be- Der Schaafſchwintel(Feſtuca ouina) macht un- 10 Beloh- ſere Schaafe fett. jorcheln Der YVinterlold)(Lolium perenne) iſt das beſte en Teſeln Heugras auf Kreidenbergen. oohner ane Der Sand Elymus(Elymus arenarius) und Sand- Nele hinge: CHF(Arundo arenaria) halten den Flugſand in Wüſte bey dieſet neyen an der See zuſammen, 100 Die kloinen Saamenkörner der Gräßer dienen den um- NEN her fliegenden Vögeln zur Nahrung. Ueberdas geben ſte Gegen jp dem Erdboden eine angenehme Farbe, und fülien allen lee- ten Mittd ren Raum zwiſchen den Kräutern aus, damit die Erde nicht (oe(h, nur verſchönert wird, ſondern auch hinlängliches Futter für Can die Pflanzen freſſende Thiere hergebe, welche uns hernach zur Speiſe dienen. Der höchſte Schöpfer der Natur har jedem beſonderem Erdreich ſeine gewiſſe Gragarten zugetheilt, welche der Oeconom nothwendig kennen muß, wenn er ſeine Oeco- 1 für das nomie mit Nußen anfangen will. Ueberdas freſſen gewiſſe . Das Thiere manche Gräßer, manche laſſen ſie liegen; er wird : zum bes alſo ohne dieſe Kenntniß in ſeinen Handlungen nicht wohl Jrr- thümer vermeiden fönnen. 6) 9. 9| praten y 4;|, (1,04 Wer ſich auf den A&erbau legen will, muß gewiß alle Gewächſe kennen, und verſtehen, welche Gattung derſelben ) in Die | 124 V. Wozu dient das?- in jedem Erdreich am beſten wächſt. Manche Gewächſe muß er auf freyes Feld ſäen, manche an ſchattichte Derter; manche an krocfene, manche an feuchte Pläße; manche in fandichte oder lettige Gegenden, andere in Gartenerde; manche an ſumpfige, andere an wäſſerige Derter. Viele Gattungen wol- len in die Tiefe gepflanzt ſeyn, andere auf Alpen, Jene ſteile und kahle bergichte Felder in Deland, die Alvaren(Ic, Oel. p. 206.) würden längſt mit Safran bepflanzt ſeyn, wo- von die Einwohner nicht wenig Nußen ziehen könnten, wenn ſie die Natur der Safranpflanze kennten. Unſere Alpen die ſich über hundert Meilen weit erſtre>en, würden bis jekt nicht mehr unfruchtbar ſeyn, wenn unſere fleißige Landwirthe, welche die Deconomie in nächſt verwichener Zeit bey uns in Auf- nahme zu bringen anfingen, nußbare Gewächſe für die Oeco- nomie und Arzeneykunſt, auf oder neben dieſe Berge zu pflan- zen verſtanden hätten; oder wenn ſie gewußt hätten, welche nußbare Bäume und Kräuter auf ausländiſchen z. E. auf den Helvetiſchen, Siberiſchen, Pyrenäiſchen und den Walliſer Alpen wachſen, wo ſie den Saamen hätten ſammeln, und hierher bringen laſſen können. Die Ufer unſerer Seen tra- gen faſt feine andere Gewächſe als Binſen, Simſen, Schaft- Halm, Seeroſen, Saamkraut ,. Schilfgattungen u. a, m. wo doch eine Menge eßbarer Pflanzen könnte gezogen wer- den; 3. E. Canadiſcher Seehäfer(zizania Canadeniis) Waſ- ſernuß( Trapa) und andere mehr. Jede Provinz hat ihre eigene Pflanzen, welche die Saat erſticken, die Ae>er un» rein machen und ausmergeln,(It. Scan, 411.) Alle oeco- nomiſche Schriften ſind zwar mit. Erfindungen angefüllt, die Erde leicht und mit tauglichen Werkzeugen locker zu machen, damit der Saamen deſto beſſer angenommen wird; allein dieſe Kenntniß iſt nicht hinreichend, ſo lange der Landmann nicht auf die ſchädlichen Pflanzen des Akers Achtung gibt, nach deren Natur ſich jedesmal die Ausſtellung des Akers richten muß.; w wd PN | mh MN eien ja uwe] Net ſwibo] | fenfri) | haltun| hen, aß ſmt ih | Eiheien Aude ty | Yeh) ZZ IS 54 <> reme NNEN: eme. EE Bi oder vom Nußen der Nakurgeſchichte. 125 vj "muß CG; 5X07 We mane in Inh Auſſerdem iſt es auch einem-Deconom nothig die Dauer Ine 00 einer jeden Pflanze zu kennen, die auf Aeckern oder Wieſen Hungen:. ſoll gezogen werden; ob fie nehmlich ein Wintergewächs oder en, ein Sommergewächs oder eine zweyjährige Pflanze ſey. Wer Mvaten(]t den oeconomiſchen Nußen unſerer innländiſchen Pflanzen, fem, ivo und wie wenige noch zur Zeit einen bekannten Nußen haben, en, wenn wiſſen will: der ſchlage die 4Abhandl. von den oecono- VNlpen die miſchen Pflanzen nach.(In der Ueberſeßung die XIte.) Sjeßt nicht Man ſiehet eine Menge Menſchen, bey einfallendem he, welt Gzetreidemangel, Hunger leiden, aus Hunger krank werden, 5 Auf: ja zuweilen gar umkommen; und das blos deswegen, weil c die Hart ihnen nicht eßbare Pflanzen bekannt ſind, deren doch in unſes ge ZU Pflan rem Vaterland eine große Menge wächſt. D. Hiorth hat N en, welt ſie beſchrieben(Plantae eſculentae patriae Amoen. acad. E, auf den v. 111.) deſſen Abhandlung der Herr Reichshofrath Baron | 7 von Löwenbielm ins Schwediſche überſekßt hat, eln, un Sie Manchen Leuten kommt es wunderbar vor, daß ſich 1, Schöſt Naturforſcher um ausländiſche Pflanzen befümmern; allein 1.0.00 ſie überlegen es nicht daß viele Getreidearten, Wurzeln, Hüls z0gen Vfb ſenfrüchte, Salate und Bäume, welche wir zu unſerer Ers ls) Weſ haltung und Nahrung, zu Hauggeräthen und Kleidern zie- 3 hat iſte ben, ausländiſche Pfianzen ſind. Cine Menge von Gewach»- Ney tt ſen iſt in nächſt verwichenen Jahren, aus dem entlegenſten (ſe ede Siberien, in unſere Garten gebracht worden, denen ſie zur fallt, die Zierde dienen, und ihnen gleichſam friſches Leben mittbeilen. Hierher gehören*) einige Ritterſporngattungen, der Sturm- [machen EE SESIS ISE SEE BEESE h 0 hut, die dünnblättrige Pfingſtroſe, Adonis, Erven, Porſt, ) G7 andmant Süße ung a“*) Delphinia, Aconitum, Paeonia tenuifolia, Adonis, Oro- ves Aus bus, Heracleum, Hedyſarum, Aſtragali, Cincraria, Cni- cus, Centaurea Aquilegia, Dracocephalum, Nepetaz Veronicae, Claytonia, Linum, Hyacinthus, Lilinm, Al- lia, Silene, Papaner, Phlomis, Scutellaria, HyſQopus, Bu- (10 nias» Hypericum, Sonchus 3 Serratulas v Q Bi KE 4: EN: T. Bea 45.02 BE CS Zil MEET 2 ds WES: --»-- :S We AÜ 26. 5% Wozu dient das? Süßllee, Tragantgaktungen, Aſchenpflanze, Kragfraur Flockenblume, Ackeley, Drachenkopf, Kaßenmünze; Eh- renpreißgattungen, Claytonie, Lein, Hyacinthe, Lilie, Knob-' lauchgatt. Silene, Mohn, Phlomis, Schildkraur, Iſop, Meerſenf, Johannisblume, Gänſediſtel, Scharte u, a. m. Ueberdas haben wir aus dieſer Landſchaft 2oniceren- und Robiniengattungen die zu lebendigen Zännen am ſchicklich-. ſten ſind; auch die Sidberiſche Vieſſel(Vrtica Sibir,) wor- aus man Säce bereiten kann. Hätten wir eine hinlängliche Kenntniß der"Gewächſe, ſowohl derer, die auf den ſüdlichen Alpen, als derer die in dem nördlichen Aſien und America wachſen: ſo würden wir weit mehr und nügklichere Enrdeckun- gen machen können,| 3 Zur Erhaltung der Wälder in unſerem Vaterland 1nüſz ſen lebendige Gehege angelegt werden, zu welchem Endzweck viele Baumgeſchlechter nüßlich ſind. Z, E. die Johannis- beere(ribes), der Schlehenbaum(pruous ſpinoſa), Wegedorn(Rhamnus), Sgauerdorn(berberis), der Hafoorn(Hippophäc), die Erle(Alnus) und Weide (Salix); wenn man nehtnlich jedes dieſer Gewächſe in ſein Geburtserdreich pflanzt, 6. I15 Aus den Südländern erhalten wir die kräftigſten Arze- noyen und beſten Gewürze; und hätte es feine Pflanzenfen- ner gegeben: ſo lägen ſie noch in eben der Vergeſſenheit, in der z. CE. das wahre Schlangenholz lange Zeit gelegen har. Wozu hätte es gedient, wenn wir gewuſt härten, die Sene- gawurzel ſey ein ſpecifiſches Mittel gegen den Schlangen- biß, wenn die Botaniſten nicht die Pflanze gefannt hätten? Und wer hätte ſich es wohl träumen laſſen, daß unſere ZKrewz- blume(polygala) eben den Nußen leiſte? Wozu härte es gedient, wenn Hr, Ralm wahrgenommen hätte, die 1 ioer- wurz(Geum) und die Hlon«arde(Munarda) werve Geget Falte Fieber, die Lobelie die Ceanorhwurzel, die Dier- viile od „lie 989 jew! ie m micht reſen di vas Olf ben mt) wun ud(us eau 1 We nen, m anande Grinzen niemand „tungen | terſchied, emal winde , zu beſin und D4 ſind von juunterk je: und We Botan Wnach » WEN GU ni nod alſo dey fleißig Zwel Page fro Ne, 1:7 ""Inbe naut, W, we(0, (Ceron: md [chicfliche Ir,) wor- längliche ſüdlichen America nedecfun- and 1aüf Endzwet Danni: pino), 13), der Weide ſem ſein ten Utie anjeniete "heit, in egen ZAC, eSene- > thun; du alſo der Geſchöpfe iſt der, daß einige dem- Menſchen zur Fu Arzeney, einige zur Nahrung, einige zur Deconomie dienenz - wl wa eini» ſendfache Art abwechſelnde Erde betrachten kann, damit im- 132 V. Wozu dient vas? einige aber zu Mittelzweken werden. Einige Gewächſe die- nen zur Zubereitung des Erdreichs, andere zur Beſchüßung - der mehr empfindlichen Pflanzen. Ueberdas überkleiden ei- nige“ die Erde mit einer prächtigen grünen Tapete, die bes ſtändig fordauert; andere formiren Walder, darinn iman ſich abfühlen kann; noch andere zieren unſern Erdball mit den ſchönſten und wohlriechenſten Blumen, Alle beweiſen endlich die Allwiſſenheit des weiſen Schöpfers hinlänglich, welcher nichts vergeblich erſchaffen, ſondern alles ſo ſehr künſtlich ge- ' baut hat, daß unſere menſchliche Kunſt, ſo groß ſie auch ſeyn mag, doch nicht das geringſte davon nachmachen kann. Wollten wir alſo unterlaſſen, das alles zu berrachten, ſo hätte die Natur die Perlen für die Schweine geworfen. Wer mich alſo aus Ueberklugheit fragt, wozu ein gewiſſer Stein, Pflanze oder Thier diene;. den erſuche ich nur aufzuwachen und die Augen zu öfnen. Alles was wir ſehen, ſind nicht Werke eines Menſchen, ſondern des allweiſen Schöpfers. Er hat auf unſerer Erde an den unendlich vielen nothwendigen, ahn- lichen, wie eine Kette zuſammenhängenden Körpern, die bewundernswürdigſte Deconomie veranſtaltet. Go wie in unſeter Privatsöconomie fein Pflug, kein Zaun oder Miſi- ſtörte zur Nahrung und Arzeney gebraucht werden kann, doch aber jeves ſeinen großen Nußen hat: eben ſo iſt es auch mit. vielen Dingen in“der Oeconomie der Natür, welche zwar iche unmittelbar nüSlich ſind, doch mittelbar viele Wortheile gewähren. Die Menſchen zählen ihre Deconomie unter die größten Erfindungen; allein man betrachte dagegen die be- wundernswerthe Deconomie, welche das allweiſe Weſen an- „gelegt hat! Gorte8gelehrte und Philoſophen haben Recht, wenn ſie behaupten, daß alles zum Nußen des Menſchen erſchaffen iſt. Dieſer aber iſt zur Verherrlichung des Schö- pfers va, welche aus den Schöpfungswerken offenhar wird. Nichts iſt unnüß, wenn es gleich nicht Nahrung oder Arze= ney iſt. Der ESchöpfer hat die Welt ſv eingerichtet, daß der Menſch überall die Wunder ſeiner"Hände, und die auf tau- mer || mien under! ſ wie 10, tnt ſhe) uuf (7(0 wh ſuſhof zige u What man m Fenn] Ored| | Dus? feine€ fl um | Nehm (6,* würdig | Nay uns nl Körper undin( erſt ſind Geſicht wöhle! oder 90m Nußen der Naturgeſchic, andere unſern Geruch, einige unſere Au- ), welcher gen, andere unſere Ohren, un? andere die übrigen Sinnen. nſilich ges Und ſo iſt alſo nichts ohne irgend einen Nugen. Die Wiſ- ß ſie auch ſenſchaft damit man ſich in Erforſchung der natürlichen Kenn- hen fann, zeichen und der verſchiedenen Benennung der Naturkörper , ſo hätte beſchäftigt, ſcheint zwar manchen unnüß und unnöthig? allein Ver taich man muß überlegen, daß aller Wiſſenſchaften Anfang in 1, Pflanze Kenntniß der Sache beſtehet, und daßman ohne dieſen erſten 0. und die Grad, in dieſer edlen Wiſſenſchaft nicht weiter kommen kann. ht Werke Das Alphabeth kennen, Buchſtabiren und Leſen können, iſt , rhe keine Gelehrſamkeit; aber es iſt doch ein nothwendiges Mikt- igen, ähn tel um gelehrt zu werden. ſo iſt die Kenntniß der pen, die Nahmen und Charaktere in der Naturgeſchichte, unentbehr= 20 wen lich. Wir finden in Reiſebeſchreibungen viele Naturmerk- der Niſt würdigkeiten, und Vortheile von dieſen oder jenen Thieren, 1fann, dec Pflanzen und Steinen erzählt. Dieſe Bemerkungen können es aud) mit uns nicht den mindeſten Bertheil bringen, ſo lange wir die velche zwar Körper nicht unfer beſiimmte deutliche Gattungen rechnen, „Yartjell und in ein Syſtem bringen können, Daun auf dieſe Weiſe erſt ſind wir im Stand, wenn uns ein ſolcher Gegenſtand zu Geſicht kommt, zu wiſſen, daß er derjenige ſey, von dem uns die Merkwürdigkeit erzählt wird. je unfer die gen die be Peſea ane en Recht, Menſchen 8. 15» des Sue Wenn alſo der Menſch zur Verherrlichung ſeines Schs- nar wir) pfers geſchaffen iſtz wenn ſich Gott den Menſchen durc) die der ue Offenbarung und durch die Schöpfung, zu erkennen gegeben et, dai hat; wenn jedes Geſchöpf feinen beſonderen Bau hat, der die auf bewundernswürdig iſt; wenn endlich] alles zum Nußen des 1, damn I'3 Men- m ZE an EEE alen Ile a HE Suhl. 134 V. Wozu dient das? oder vom Nuten'c. Menſchen geſchaffen iſt, und er nichts auf der ganzen Welt vp bejißt, was ihm Vortheil bringt, als die Werke der Natur: y ſo kann man mit eben ſo vielem Grund fragen, wozu dient 0] der Menſch ſelbſt? als, wozu andere Dinge dienen? Denn) 400 der allweiſe Baumeiſter hat nichts als Dinge erſchaffen, welche zu etwas dienen. Nur an der Unwiſſenheit liegt es, daß wir oft nicht einſehen, wozu eine Sache nuüße; und das her iſt es wirklich gottloß zu ſagen: der Schöpfer habe etwas vergeblich gethan. Denn alles was er ſchuf, iſt gut (12M01.14 Pe 31.)« et; hahe KDE jm Kd Ehm di! fommue)/ Ginthallu] llm, weil| fanman! ſen glaub werden| und auf| D nigen! Dungeweny hen find; 4 Raſen unt hm, hire vj Einn) füh Y | ſpag „Ey bey uf x| entgehen; dies oden, it fo fey mx A%= TIS a Volt E26 fR R Ame Nen Ren"Zhen Rn Ren fin Rur 78 Be RÄ wRſatr; | Mp VI. jen! Buy; erſchafft, V 0 it RN v€ L ſch Ww( il 1. it Tiegt 88 ; 5"„(Mus porcellus.) fer habe [, Ätgut: ß. I. onn die Betrachtung der Thiere vor allen andern Ge« Wd ſchöpfen des Erdbodens am meiſten Vergnügen ge- währet: ſv muß die Geſchichte der vierfüßigen Thiere inſon- derheit ſehr angenehm ſeyn, da der Schöpfer der Natur ihrem Körper vie größte Vollkommenheit zugetheilt Yak. Schon die Alten haben, wie bekannt, die Thiere in voll- fommnere und unvollfommnere eingetheilt. Allein dieſe Eintheilung hat von den Neueren nicht gebilligt werden wol- lon, weil ihnen alle Thiere, wenigſtens in ihrer Art voll: kommen zu ſeyn ſchienen. Dies iſt nun zwar richtig; indeſe ſen glaube ich doch daß die Eintheilung der Alten vertheidigt werden kann. Man betrachtet die Thiere verhältnißweiſe, und auf ſolche Art rechnet man mit dem gröſten Recht dieje- Voy nigen-unter die vollkommenere, welche mit mehreren Empfin« dungswerkzeugen, die Gegenſtände zu unterſcheiden, verſes hen ſind: wie z. B. diejenige, welche mit Augen, Ohren, Naſen und den übrigen Sinnen verſehen ſind, womit ſie ſe- ben, hören, riechen, vollkommener ſind, als andere, denen dieſe Sinne fehlen. Und in dieſer Abſicht halte ich die vier- füßigen Thiere für vollkommener. Dieſe Art von Thieren ſorgt auf gar mancherley Weiſe für ſich und ihre Bedürftniſſe. Ihre Sorgfalt ihre Jungen zu erziehen, ihre Nahrung her- bey zu ſchaffen, ihr Leben zu beſchüßen, ihren Feinden zu entgehen oder ſie anzugreifen, und überhaupt ihr Betragen dies oder jenes was zu ihrer Oeconomie gehört zu verrichten, iſt ſo ſehr bey den verſchiedenen Gattungen verſchieden, daß 0, 3 4 auch 136 VI. Bom Merrſchwein. /, auch der blödſinnigſte Menſch ihren Inſtinkt und ihre Auf- führung nicht anders als mit der größten Bewundrung über- denken kann. J< habe daher oft mit Verwunderung und Verdruß daran gedacht /' daß dieſe Wiſſenſchaft, die ſich mit den angenehmſten und unterhaltenſten Gegenſtänden beſchäf- tigt; die uns von den weiſeſten Anſtalten des allweiſen Schöpfers belehrt, zum Schaden des menſchlichen Geſchlechts noch ſo wenig bearbeitet iſt. J< leugne zwar nicht, daß die Geſchichte der Thiere ſchon durch Flerander des Großen Freygebigkeit hat angefangen ercolirt zu werden, und zwar. noch ehe Theophraſt den Gründ zur Kräuterkenntniß ges legt hatte: allein kaum iſt ſie für würdig erfannt worden, von den Gelehrten unter die Zahl der Wiſſenſchaften aufde- nommen zu werden, und ſie hat ſo lange im Staube gelegen, bis jeites ſeltene Genie Geſner in Helvetien, ſie wieder ans Licht 308g, und der Welt erflärte. Der fleiſige Italiener Aldrovand har zwar mit unglaublicher Mühe alles von Den Thieren geſammelt, was er aufbringen konnte: aliein Dadurch wurde die Thiergeſchichte ſo wenig zur Wiſſenſchaft 'erhoben ,, daß ſie vielmehr großen Schaden erlitt; indem ſie durchgehens mit den Fabeln und Erdichtungen der Alten verunſtälter wurde. Jonſjton unternahm es zwar ſie davon zu reinigen, allein den Stall des Augias zu ſäubern wurde Fein Pygmäe ſondern ein Herkules erjordert. Ray jene Zierde von Engelland unternahm es ebenfalls dieſe Wiſſen- ſchaft zu ſäubern; allein da er vie unnüße Spreu weggenoms= men hatte; blieb wenig vollſtändiges und kernhaftes übrig. Auch die Schrifeſieller, welche heutiges Tages die Thierge- ſchichte vortragen, ſuchen ihr mit mancherley zuſammenge- ſuchten Erdichtungen der Alten einen Schmuck zu geben; das„ Her ſie ſo verunſtaltet und verhaßt geworden iſt, daß die Ges| lehrten den bioßen Nahmen Zoolotrie nicht leiden können. Der Ritter Hine hat ſich, ſv wie durch die Ausbreitung der übrigen Theilen der Naturgeſchichte, alſo auch durch ſeine Bemühungen. in der Thierhiſtorie um die Welt und ſeine Schuler verdient gemacht, Jh hoffe alſo, 88 wird njeman- ; De ve mid git 0 net habe? 7 ane 0 wein“g ſe pah! I wm mr daD NM MEL ut vn: gogeg ve M rah vn |"oj 8 loſen 9:46 | Wend . Ohh | ſeveſt ſe Voß zu gewe zu beob Vellfung Verlegen Yin(8 diſe" O6) / duſt) Enn N beſchriy | ward, | wir ſi VI. Vom Meerſchwein. TZ7 EN den mißfallen, wenn ich hier einen kleinen Theil der Naturge- "5 M" ſchichte, den ichin den Vorleſungen meines Zehrers aufgezeich- ; M net habe, als eine academiſche Probeſchrift herausgebe. ndenbeb Die neueſten Verſuche zeigen, daß die Zoologie auf 5 alwi eine ganz WRE Art vorgetragen werden müſſe und fötine, Geſchlecht wenn ſie den Glanz, der ihr eigen iſt, und die Ehre, die ſie verdient, erlangen ſoll, Man ſehe z. E. die Abhandlung 5. Adas 5 y REN GEE; 8 A vom Bären(Vrfus lotor) in den Schwed. Abh. 17543 4 von den Lemmingmäujen in den Schwed. Abh. 1749» nns ae ud von dein SnaguyShHuNnd(canis familiaris Diſl. Relſp. > Lindenkranz). ax worden ſten aufhe Die Verbeſſerungen ver Naturgeſchichte haben wir übe gelegen, größtentheils den Aerzten zu danken, welche hauptſächlich wieder ans die Planzenwiſſenſchaftbetrieben haben, weil das Gewächs- :ch die meilten Arzeneyen darveicht. Da hingegen das Thier- »eniger hergiebt, ſo iſt es ihnen nicht übel zu nehmen, dieſes genauer zu'betrachten/ſo ſehr aus der Acht ge- e tolienet 6 alles von hte; allein daß fi] 3 Dd ſenſchaft, laſſen haben. Nun muß ich zwar geſtehen, daß dieſe Kennt- indem ſe? nis nicht mit mehrerem Recht von den Aerzten als von andern der Akten Gelehrten Fann gefordert werden. Doch glaube ich, daß ſie vorzüglich eine würdige Beſchäftigung des Arztes iſt, da 00 0. 4 ſie Veranlaſſungen giebt, den Verſtand an das Beobachten Ray jew zu gewöhnen, 1 Wer aber alles, was ihm vorfommt, genau ej Wiſer zu beobachten gewohnt iſt, der wird ohne Zweifel in der veggenont Heilkunde ausnehmend vieles leiſten. Und wenn wir endlich 46 tig, Überlegen„ wie ſehr die Hiſtorie der Thiere in unſere neueſten » Phierhe- Zeiten iſt ins Licht geſezt worden: ſo müſſen wir bekennen, UNE daß ſie andern Wiſſenſchaften nicht nachgeſeßt werden ſollte, 7 ob es gleich noch nicht durch öffentliche Geſeße verordnet wor- AU den iſt, daß ſie auf Academien von beſonderen Lehrern den pp Studierenden erklärt wird, fonn,;: AHN Die Geſchichte der Vögel, die von Willugby fleiſig beſchrieben worden iſt, haben hernach Bay, Albin, Sd- dur fun EI IRC;; : a ward', Cateſby in Engelland vortreflich bearbeitet, und ed ni vir ſind ihnen in dieſer Abſicht den größten Dank ſchuldig. "„+. 5 Zu ' ] 138 VI. Vom Meerſchwein, Zu ihnen kann man noch den Sriſch einen Deutſchen, zählen.| Die Naturgeſchichte der Fiſche hat vornehmlich YDil- Jugby erkläre, und Ray, der ſie ins kurze zuſammengezo- gen hat. Nachdem iſt ſie von Artedi einem Schweden verbeſſert, in die Form einer Wiſſenſchaft gebracht und end- „ lich von'Cateſby erweitert worden. Zu Aufklärung der Inſektengeſchichte haben Ao uffel, Gödart,, ANlerianin, Albin, Röſel, Wilkes, Schwammerdam, Liſter und Sriſch das ihrige beyge« fragen; vornehmlich aber jene Zierde Frankreichs Hr. Reau- mür, deſſen rühmliche Spuren von Geer ein Schwede mit großem Eifer betreten hat, Ueber die Hiſkorie der kriechenden Thiere haben wir noch wenig gute Schriften; ob gleich Rirchzr, Bonann, Liſter, Rumph, Gualtieri, Arggenpilie in Abhand« lung derſelben ſehr fieiſig geweſen ſind, Endlich fangen auch jezt die Potenkaten in Curopa an, Cabinete anzulegen, und Vergnügen daran zu finden. Es iſt auch gewiß nichts fähig uns von der unendlichen Weisheit und Allmacht Gottes deutlicher zu unterrichten, So viel iſt alſo aus dem bisher geſagten klar, daß die Naturgeſchichte der vierfüßigen Thiere no< am wenigſten bearbeitet iſt; ob gleich dieſe Thiere vor andern viele Vor- züge beſißen. I< habe mir deswegen,, da ich jeßt meinen Vortrag nicht weitläuſtiger ausdehnen darſ, nur ein einziges Thier genauer zu betrachten vorgenommen ,- deſſen Beſchrei- bung ich ſowohl für nüßlich, als auch einer academiſchen Abhandlung würdig erachte. Das Uleerſchweinchen ( Mus porcellus) nehmlich, habe ich gewahlt, welches zu- weilen, wiewohl ſelten, in Schweden erzogen, und von ei- nigen Naturliebhabern mehr zur Luſt, als um des Vortheils willen gehalten wird. J< bin hauptſächlich deswegen dazu bewogen worden, weil dies Thier, ob es gleich E48 ennt, | j | M j dor „den um! G' den Dm als de u" in, und! ad“ v einigen u Chien fd aw; hen ſ0 erſcht Fal Mäuſe! den gebet De darf veut Kieſer zel) aween fd] m A Del Hno her (Often fj hin ſeher] (de(0 ſchn(ee findet] die din hire ch Famil unteren, dichte zu '- dian ZZ <= VI Vom Meerſchwein. 139 |; Vuihen Fennt, doch von den Zoologen nur obenhin iſt beſchrieben worden und erſuche billige Leſer um geneigte Aufnahme, mig ſammy 9. 2. in Es gehört dieſes Thier unter die Ordnung der nagen- V: den Thiere, weil ſeine beyden Kiefern, der obere ſowohl, als der untere nur mit zween Schneidezähnen verſehen Vouffel, ſind, und keine Hundszähne ſondern nur eine Anzahl Wiltes, Backenzähne haben, Ganz irrig wird alſo dies Geſchlecht ige bent: von einigen zum Geſchlecht der Schweine in die Ordnung yr, Reay- der Thiere mit Pferdettebiß gezählet, weil es wie ein wede mit Ferkel grunzet, und'der Hals oben mit ſteifen Haaren be- wachſen iſt; daher es auch) mit dem unrichtigen Nahmen haben nt Hheerſchwein benennt wird, Botan, Ferner gehört dies Thier unter das Geſchlecht der n Abhande Hiäuſe3 keinesweges aber unter die Haaſen, wozu die Kanin- chen gehören, wie Nlaxkgrav und Pilo geglaubt haben. Wp, Denn das Kaninchen iſt dadurch genug von ähnlichen Thie- WE ren unterſchieden, daß ſein paar Vorderzähne in dem oberen „Bichl Kiefer gedoppelt iſt, d. heißt, den zween oberen Zähnen noch zween kleinere beygegeben ſind; und eben ſo iſt es auch bey dem Haaſen, x, doß die Wenn man das Unterſcheidungszeichen von,den Back- - wenigffen zähnen hernähme: ſo gebe ich zu, daß es dem Biber am viele Vors nächſten kommt; denn deſſen Backenzähne ſind in'zween Rei- kt meinen hen ſolchergeſtalt geordnet, daß ſie in dem oberen Kiefer aus- n einziges einander( divaricati) im unteren hingegen dichte an einander Beſchrei ſiehen( convergent). Allein die Vorderzähne des Bibers demiſchn ſind nicht nur oben abgeſtumpft( apice transverſus) ſondern peine die oberen ſind auch inwärts vertieft; dies iſt an unſerem velches ZU Thier anders. Eben ſo wenig kann man es füglich unter die md vont! Familie des Eichhörnchen rechnen; denn dieſe ſind in dem ; Vortheil unteren Kiefer mit zween Vorderzähnen verſehen, welche wegen dy dichte zuſammengedrückt ſind; auch dies findet ſich bey der ) jeden Indianiſchen Maus nicht. Ueberdas iſt auch die Cinrich- fin; tung « 140 VL Vom Meerſchwein. fung des Körpers beträchtlich unterſchieden, vermsg der ſich der Biber ſehr gut im Waſſer aufhält und das Eichhörnchen mit den ſchnelleſten Sprüngen auf den Aeſten der Bäume Herumlauft. Keines von beyden aber findet ſich bey der Indianiſchen Maus; und daher iſt es klar, daß dies Thier- chen den Mäuſen am ähnlichſten iſt, mit denen es ſowohl in der äußerlichen Geſtalt und Betragen, als auch in Anſehung der Zähne übereinkommt. Nach dem zahlreichen Geſchlecht der Affen, iſt das Mäusgeſchlecht am weitläuftigſten, und begreift die kleinſten vierfüßigen Thiere unter ſich. Zwar glaubt der gemeine Mann, die Mäuſe ſeyen die geringſten Thiere und reder nicht x einmal ohne Ekel von ihnen; die erſtaunlichen Indianiſche Zhiere hingegen, den Elephant, das Naſhorn bewundert faſt jedermann. Ich für mein Theil glaube, daß die Fflein- ſten Thiere eben ſowohl, als die größten, von der Weisheit und Macht des Höchſten deutliche Zeugen ſind. Denn was Dieſe durch ihre Größe ausrichten, das richten jene durch ihre Menge aus, was dieſe durch die Starke bewirken, das be- wirken jene durch ihre unglaubliche Geſchwindigkeit. Wenn alſo der Elephant durch ſeinen ungeheuren Körper und Stärke furchtbar iſt, wodurch er die Häuſer der Menſchen erſchüttert und durchbrechen fan:„ſo kann ſie die kleine verachtete Maus ebenfalls allenthalben durchlöchern; und ſie iſt dos einzige Thier, welches ſich nicht in hölzernen Behältern einſchließen läßt. Der Elephant bringt nur alle 3 Jahre, wenns hoch Fommt, ein Junges zur Welt: allein die Maus vermehrt ſich durch unzählig viele Jungen. Wer auch Belieben trägt, dieſe kleine Thiere in ihren Wirkungen zu betrachten, und mit jenen größeren zu vergleichen, der wird nicht lange zwei« felhaft bleiben, welchen er den Vorzug ertheilen ſol. Nicht zu gedenken, daß, wenn man den Köwenhbhokſchen Obſer- vationen glauben darf, die kleinſte Faſer einer Maus den Faſern des Elephanten gleich iſt. Ueberdas erregt die Ge- ſchichte der gewöhnlichſten Mautfegattungen bey1vielen eben die / " Beru" (ſchen U| ji und 9 juhgid (8 faum'! gäbe.| vit jem vem feu 0 aufe(Wm wemmen „vt vor Do imm, 10 tage ii je uote UN | 1750, 008 derung dei Rhe 18:1 mi ug Ort zum ſen verw.) ; ſhon 1 eder u ein(4) ofpiele 1 ju Widera atonder az V' Ehm alle anda; hige habn leichſam Nowegi VL Botn Meerſchweitt, T4T NON ſich die Verwunderung als die Geſchichte der ſeltenſten India- mw'" niſchen Thiere. Die Maus welche ſich auf den Alpen auf» t jh+s hält und Mlurmelchier(Mus marmota) genennt wird, of JN durchgräbt das harte Erdreich mit ſolcher Geſchwindigkeit, .. ii als kaum ein mit ſtarken Werkzeugen verſehener Brunnen- in y n gräber. Man trägt ſie in Europa zur Schau herum und in Anſchug zeigt ſie ven Leuten als eine Rarität, eben als wenn ſie aus dem fernen Judien hergebracht würden. Die Lemmiung- 0684 mäuſe(Mus lemmus) kommen aus unſern Alpen, und über» en, iſi das ſchwenmen die benachbarte Länder in ſolcher Menge, daß die Fleinſten ſie daſelbſt die zahlreichen Heere des Artarerres übertreffen. der gemein Unſere Vorfahren, welche glaubten, dieſes Heer fiel vom 1d redet nict Himmel, haben daher aus Furcht und Schrecken allgemeine Indianiſche Bethtäge beſtimmt, um dieſen Schaden und Norh, welche n bewundert ſie unter die größten zählten, von ſich abzuwenden.'Die daß die Hein: Pfeilmaus( Mus jaculus) welche in den Schwed, Abhandl. der Weihet 1750. von Zaßelquiſt beſchrieben wird, erregt Verwun-- Denn was derung bey dem Leſer. Denn ob, ſie gleich ein vierfüßiges 0 durch ihre Thier iſt: ſo geher ſie doch) nur auf zween Füßen und läufk en, das he: mit unglaublicher Geſchwindigfeit wie ein Pfeil von einem (at, Wen Ort zum andern. Die Ragen(glires) eine mit den Mäus e und Stath ſen verwande Thierart, wurde yormals von den Römern, jen erſchüttt da ſchon die Schwelgerey ihre Sitten verdorben hatte, unter chtete Maus die Le>erbiſſen gerechnet, bis ihnen endlich dieſer Mißbrauch dos einzige durch ein Cenſors Edickt' verbothen wurde. Dieſe angeführte einſchließen* Beyſpiele mögen binlänglich ſeyn, den Irrthum derjenigen worns hoch zu widerlegen, welche dieſe Thiere für geringer und unbe- s vermehrt deutender als die größere haiten, eben trägt, p hten, un);: 9:3:; lange zwe Die zahlreiche Gattungen der Mäuſe fann man am jl. Nit Schwanz und den Füßen unterſcheiden, worinn ſie mehr als hen Ohje alle andere vierfüßige Thiere von einander abweichen. Ci= nige haben gar keinen Schwanz,, bey andern iſt er kurz und regt elt gleichſam abgeſtümpft; als bey ver kemmingmaus und der Aufdr A Norwegiſchen. Noch andere baben Schwänze, welche län- 0 ger Maus ddl 142 Vl. Vom Meerſchwein, ger als der ganze Körper und entweder fahl oder mit Haaren bewachſen und dabey unten mit einer Haarquaſte verſehen / ſind; wie die Pfeilmaus. Die Vorderfüße haben bey den meiſten vier Zähen: hingegen die Hinderfüße fünfe; doch 'bey einigen auch drey, wie bey der Pfeilmaus, der FSer- kelmaus oder dem Meerſchwein, der Lagſenmaus. Die Ohrlappen ſind bey einigen nackt, bey andern haarig; bey „einigen furz, bey andern fehlen ſie gar z. C. bey der bunteit Vlaus(mus ericetus), Endlich wieder auf unſere Ferkel- maus zu kommen, ſo bemerken wir an ihr, daß ſie vor erſt feinen Schwanz; zweytens an den Hinderfüßen drey Zä- hen; und drittens große, runde, nate Ohren hat. Wenn man ſich dieſe Kennzeichen merkt; ſo wird man ſie gewiß ſehr leicht von allen andern unterſcheiden, 62 Damit man bey Nachſchlaaung anderer Schriftſteller wiſſe, unter welchen Nahmen ſie vorzufommen pflegt, und alſo nicht zweifelhaft bleibe, ſo will ich kürzlich die Nahmen ſelbſt auführen. Dieſe ſind folgende: Mus cauda nulla palmis tetrada&ylis, plantis tridaßy- lis. Irer Welt Goth. 244. Syſtem, Nat, 10.p. 59. Cuniculus Indicus Geſn. quadr, 367. Porcellus indicus ſ. cuniculus indicus'Jonſt. quadrup, I61: t. 63:.1.657. Mus ſeu cuniculus americanus guinenſis porcelli pilis et voce, Raj, quadr, 223. t Cavia Cabaija, Markgr. Brafl, 224. fig. 224. Piſ bral, 102,472. Das Vaterland dieſes Thieres iſt Südamerica, beſon- ders Braßilien; ferner auch Africa und vornehmlich in Gui- nea. Hier zu Land aber muß man es in Häuſern ziehen, da es die Ks lte nicht vertragen kann, und den Werfolgungen der Kaßen ausgeſest iſt, welche ſein Geſchlecht nicht 1 jepr ſr M itgfte 05] n&,"7 De 0? (pp 0 fm]"1 (wich | jduß Puſhen iG We fimmtv | ve Jus pf(od! ganz fu durch ei furz un | eben un | mſi (metal Zehe warne Die Hi (ere Gol ſs) ſindiy Ihen,| Fr ve WEN bh - eb fe, Y bere) an jeda geboger den, d; VI. Vom Meerſchwein. 143 | We ſehr geſchickt zu unterſcheiden wiſſen, ſondern es auch auf das JD hey 76 heftigſte verfolgen. Eis: Zeſchreibung. Der Kopf iſt eyrund und etwas Wins N di, mi einer ſtumpfen runden überall haarigen Schnauze, Ä in 4 Die Oberlippe iſt geſpalten, jedoch geſchloſſen; die Unter- .+) lippe weit fleiner und fürzer als jene, daher das Maul gleiche Ju 7 ſam als unter einem Rüſſel ſich darſtellt, Die Naſenhaare Mir 9(vibrizae) ſind an beyden Seiten der Schnauze, aber fürzer : Ms als der Kopf. Ueber dem vorderen Augenwinkel ſtehen ohne | 4; 7 N gefähr drey Borſten und eben ſo viele bey oder unter dem hin- 3 Dent teren Augenwinkel. Die Llaſenlöcher ſind ſehr klein ge- mi ſer krümmt und überzwerg 3 die Augen braun und hervorragend; die Auttenlieder am Rand ohne Haare, Die Ghrlap- pen ſind nicht viel länger als die Haare, dabey rundlich, | ganz ſtumpf und breit; von auſſen nackt, ſo daß die Adern Diffe durch leuchten, inwendig etwas haarig. Der Hals iſt ſehr | yt, und furz und fehlt beynahe gänzlich. Der Rumpf cylindriſch, 16 Nahmen eben und gebogen. Die Züße ſind in Vergleichung gegen den Körper kurz. Die Vorderfüße die ſich auf das Fußbret zende(metatarſus) ſtüßen, ſind viermal getheilt, und die äuſſere > Zähe iſt am kleinſten, ſie ſind dabey mit ſpißen Klauen be- | wafnet, unten äber ſind ſie kahl und haben eine ſtumpfe Ferſe, Die Hinderfüße ſind etwas länger, haben längere und ſchmä- „eu70tdru lere Sohlen und ruhen auf der Ferſe oder Sußwurzel(tar- - ſus) ſind unten auch nackt; daran befinden ſich drey faſt gleiche 9 ll pilis Zähen, die ſehr lang ſind und lange runde Klauen haben, Der Schwanz fehlt ganz und gar, und es iſt feine Spur 4 Pil davon zu ſehen. Die Haare ſtehen dichke, ſind oben auf win dem Hals oder vom Hauptwirbel bis in die Gegend der Schul- derblätter, länger, nicht ſo weich ſondern ſteifer und ſtarri- 91, bey ger. Die Geburtsglieder unterſcheiden von auſſen faum py in Qu beyde Geſchlechter. Das Weibchen hat nur zwo Brüſte, ehen an jeder Leiſten eine, welche pfriemförmig und nach auſſen Afolgungt gebogen iſt. Die Farbe bey dieſer Thierart iſt ſv verſchiee p ict ale den, daß es ſehr ſchwer zu beſtimmen iſt, welches die eigent» fr liche 144 VI. Vom Meerſchwein, liche ſey; da man ſchwerlich zwey ſich vollkommen ähnliche zu. ſehen bekommt. Doch ſind die meiſten bunt, nehmlich von- weißer, rother und ſchwarzer Farbe, auf mancherley Weiſe untermiſcht. Dies iſt bey zahmen Thieren gewöhnlich, bey wilden ſehr ſelten. Merkwürdig iſt es alſo, daß bey dieſer Art(Thiere Miarkgrav die Farbe an den wilden ſo verän« derlich bemerkt hat, als an den zahmgemachten. Jn der Größe kommen ſie den Raßen am nächſten z denn ſie ſind fleiſchiger als die Cichhörne Feuchtigkeit wie Kleiſter, Tntiys Unter dem Blaſenhals liegen die Saamenbläsgen, die den Arletdy Mutterhörnern( cornua vreri) ähnlich, einen Zoll lang, dün- Di I ne und am Ende umgebogen ſind. gl Das: 5; Die Die zween Vorderzähne in dem Oberkiefer ſind F-flügel krumm, abgeſtumpft und fatt dreyſeitig, von auſſen aber Ch Plüe oder vornen gerundet. Die untere Vorderzähne ſind gerader, gecheilt inwendig zuſammen gedrückt, am Gipfel zugeſpißt. Die dy eben- Backenzähne ſtehen am Gaumen in zwo Reißen, vorne gar 6 hate nahe beyſammen und berühren ſich faſt einander. Jede Reihe ie Ges beſtehet aus vier Zähnen, die an der Seiten auswärts lau- pie bey fen, ſtumpf ſind und davon jeder gleichſam aus zween zuſam- PAG" mengeſeßt iſt. Der unteren Backzähne ſind auf jeder Seite an, wie viere, welche inwendig an einander ſtoßen; die vordere ſind E. Meh länger, hängen oben faſt zuſammen. Jeder ſcheint aus E(ind zweyen Zähnen, wo ein kleiner zwiſchen ſtehet, zuſammen» m|; R geſeßt; 146 VL:' Vot' Meerſchweitt; geſeßt;"daher die Schriftſteller die Backenzähne nicht uneben mit einem W wergleichen. Die Aaundszähne fehlen ganz und gar. Die Hirnſchale kommt in der Figur dem Kaninchen näher als. dem Biber;. denn ſie iſt länglich, doch iſt die Aus genhöhle weniger erhöhet. S. 5 Unter' allem was man in der Zoologie abzuhandeln "pflegt, beluſtiget gewöhnlich das Betragen und der Verſiand der Thiere die Neugierde derjenigen Lejer am meiſien die aus dieſer Wiſſenſchaft nicht ihr Studium machen, ſondern nur zur Gemathsergößung das hiſtoriſche flüchtig durchgehen, und ſich um ſyſtematiſche Grundſäßewenig befümmern, Und ich räume gerne ein, daß auch die, welche bey dieſem Theil ver Thiergeſchichte ſtehen bleiben, die höchſt wunderbare und auf „unzählige Art abwechſelnde Anordnung des Höchſten lernen können. Die Speiſe unſers Thieres iſt verſchieden, doch aber "faſt meiſtens aus dem Gewächsreich genommen, Z. E, Ger- * ſien- und Rockenkörnerbrey, gekautes in Waſſer und Milch geweichtes Brod, trockenes oder friſches Gras, vornehmlich geballtes Hund8gras(da&ylis glomerata) und Kohlartige Gänſediſtel( Sonchus oleraceus)3 ferner Rinden, Zweige und Blätter von Bäumen, z. E. von Birken, Fichten und Tannen, Salat und Kohlblätter u. a. m. Jm Winter aber geben ihnen Möhren und Getreide die beſte Nahrung. Füt« tert man ſie lange ſtark mit Gemüß, beſonders mit Saum- Fohl(Braſſica fimbriata): ſo habe ich bemerkt, daß ſie an einem entfräftenden Durchlauf geſtorben ſind. Damit man ſie alſo bey guter Geſundheit erhalte, muß man ihre Diät ſo einrichten, daß man ihnen zuweilen ſaſtiges, zuweiten trockenes Futter giebt; denn ſielieben, wie der Menſch, die Abwechslung. Daber laſſen ſie oft die ihnen ſonſt angenehme Möhren liegen, und freſſen lieber trockene Getreidekörner, und , Sleidor WE einpunal 1 dw, Gy!| Nehrung 15 wuſt: 0 und 1008 m Del fn fe des ſudo (mes fe] „behan der Na ſungen[3 -[ſedeEn wandeln ſien; dh waſſer 17h PBintor y Whbeh 1 falen und (mt hat, 3] ale Dies iler rt ; Dy ſam„|| des Fit Männd, Venn|, und ſuch, ht uneben hlen ganz "Kaninchen Oſte Aus hzuhandel |: Verſtand jen die aus ndern nu hgehen, un 1. Undih MENNE m Well(ew are und ſten(erna / doch aber d, C, Gey und Nit vornehmli) Kohlartiy en, zweit ſichten und Zinter aber ung. Füt: it Saut! daß ſiem amit m ihre Di , zuweid Renſch! angeng! veldeföut) uy VI. Vom Meerſchweitt,' 1479 und mögen umgekehrt feine Körner, ſondern ſuchen ſich Heu oder dürre Holzſtengel. Der Inſtinkt lehrt ſie alſo ſchon ein Futter mit dem andern zu verbeſſern. Wenn ſie nichts beſ= ſers haben: ſo kauen ſie Papier und leinene oder wollene Klei- der. Man muß alſo wohl auf ſie Acht geben, wenn man ſie im Hauſe hat, damit ſie einem nicht durch Zernagung der Kleider Schaden thun. Unter dem Freſſen trinken ſie zwar einigemal, allein alsdann freſſen ſie wieder deſto länger Rin- den, Stengel und Halmen oder anderes trockenes und wenig Nahrung gebendes Futter, Wenn man ihnen Frucht vor« wirft: ſo nehmen ſie immer nur ein Körnchen in das Maul und zernagen es zuerſt mit den Vorderzähnen, ehe ſie es mit den Backenzähnen klein kauen. Während dem Kauen wer- fen ſie den Kopf immer vor- und rückwärts, und" endlich ſchlucken ſie das ſorgfältig gefaute Körnende nicht leiden können. Jhr Lager muß oft, und wenigſtens alle acen. Dies geht nicht ohne Schmerzen des Jungen ab, die es durch ſchreyen zu erkennen giebt. enn das geſchehen iſt: ſo eilet die Mutter die übrigen Jungen auf eben die Weiſe herauszuziehen. Die Jungen Fommen ſowohl mit Haaren, als auch offenen Augen zur Welt, und ſind ſchon nach zwölf Stunden in der Flüchtig- keit der Füſſe, der Mutter gleich. Da dieſe nur mit zwoen Zikzen verſehenziſt, ſo ſollte man bey dem erſten Anbli> glau- ben, die Natur ſey gegen die Jungen zu ſparſam geweſen. Allein ſie iſt freygebig genug geweſen, denn ſie hat ſie ſo vollkommen gemacht, daß ſie gleich nach der Geburt ſchon verſchiedene Speiſen genieſen und verdauen können. Jndeſ- ſen kommen nicht leicht mehr als zwey auf, wo ſie nicht mit Milch genährt werden. Wenn die Geburt nahe iſt: ſo muß man vornehmlich Sorge tragen, daß die Mutter Heu und zwar recht weiches in der Nähe habe, denn wenn die Jungen in den Koth fallen, ſo verabſcheuet ſie vie Mutter und läßt ſie ſterben. Alsdann müſſen die Weibchen ſo lange von dem KN. 4 Mann- 152 NE Vom Meerſchwein. Männchen abgeſondert werden, bis ſie die Jungen geſäubert Haben; denn das gar zu hißige Männchen läßt ihnen nicht ſo viel Zeit. Hauptſächlich muß man zumal im Winter be» dacht ſeyn, daß die Mutter und ihre Jungen die erſten 24 Stunden an einem warmen Ort zubringen; denn kalte Luft Fönnen ſie am wenigſten vertragen Leidenſchaften. Man nimmt wahr, daß dieſes ſo Fleine Thierchen verſchiedenen Affekten unterworfen iſt, und zwar erſilic) dem Neid und. der Rachgierde, Denn wenn nur noch wenig Futter da iſt und eines hat dies occupirt, oder wenn eines an einem bequemern Plaßz ſißt, ſo mißgön« net es ihm das andere, und es plagt ſie der Neid den man im gemeinen Sprüchwort den Hunden Schuld giebt. Kei- nes giebt dem andern etwas von ſeiner Speiſe ab, und keines leidet, daß ſich das andere zu ihm lege, wenn ſie gleich beyde kequem liegen könnten. Der meiſte Zank entſtehet über einen wärmern Plaß, den das Weibchen, ob es ihn gleich zuerſt eingenommen hat, mehrentheils dem Männchen abtreten muß; weil es ſchwächer iſt, und vom Männchen mit rauher Stimme weggetrieben wird. Doch wenn das Weibchen alt oder trächtig iſt, ſo wird das Männchen meiſtentheils ge zwungen. zu weichen. Denn wenn das Männchen ankommt, ſo giebt ihm das Weibchen einige derbe Hiebe in die Hauk und Haare, dies thut dem Männchen wehe. daß es hinten ausſchlägt und im Zorn davon rennt. Die Art zu fämpfen iſt bey ihnen dieſe: Tines packt dem andern die Haare auf dem Hals mit den Worderzähnen und zaußt daran, Das alſo gefaßte dreht ſeinen Hintertheil nac dem Feind, ſchlägt mit den Füſſen aus, und kraßt mit den Klauen. Die Männchen beſonders, wenn ſie zuſammen ſind, beiſen einan« der oſt ſo heftig, daß eines davon am Maul, Ohren, 2c. verwundet wird, und dem andern den Plaß laſſen muß, Das Zeichen des Zornes, das vor dem Streit hergeht, iſt ein ſtarkes Knarren mit den Zähnen, Od ſie ſich gleich heftig erzürnen: ſo ſind ſie doch ſehr furchtſam und SIEGE Ze allem. lm.€ 16 ewas enn ſi WENN) dem Fleiſch des Murmelthieres nah. KZ<===„EK(7 Z 57 ] En Wm=< EE 5:<< HAITI Bäundius(oper. med. phyſ, p. 213.) | Berat? pile] ven, 0 uad! ſen) | weh gießt; gem, (Kaen rehnſten) Y | fidef Nb 4 DD 3%€ 155 . ft 2-2%-2%-2 Rorigo He Re-e- Re Ie-He Ren Hm ReNo Rie Ihm m Dre deh das VI. heer viele tun r a eine iW D M r: eiſch der bey dem Gebrauch des Mineralwaſſets, 219.) (aiſche 6 Tnter allen Dingen die der Schöpfer dem Menſchen zum 3 Flaſch 8 8 Gebrauch verliehen bat, iſt das Waſſer das vorzüglich- undmit' ſte, Dieſes iſt die Grundlage aller Säfte, welche durch ogen iſt die Adern des Menſchen flieſſen und ohne Waſſer iſt keine wes nah, Nährung möglich. Keine künſtliche Getränke, es ſey Wein oder Bier, ſind ſo geſund als Waſſer z denn ſie erzeugen Säu- re, ſeßen Weinſtein ab, und verurſachen in Anſehung ihrer , Bereitungsart, ihres Alters und andrer Eigenſchaften ſehr viele Uebel. Das Waſſer iſt ein Trank, der ſowohl den Au- gen, als der Zunge angenehm iſt; der nicht durch ſeinen berauſchenden Geiſt die geſunde Vernunft raubt; nicht durch ſeinen Weinſtein Podagra,* Nierenweb, Waſſerſucht und unzählbare Urſachen eines frühen Todes ins menſchliche Blut gießt; der endlich niemand nach der Saufmoöde aufgedrun- gen, ſondern nach Belieben der Durſtigen getrunfen wird. (Kaempf. exot. 738.) Waſſertränker haben gewöhnlich die reinſten Zähnag„ein Zeichen der vollkommenſten Geſundheit. Das Waſſer verdünnet hauptſächlich das Blut; verſüſ- ſet die Säfte, und leger nicht ſelten den Grund zur Geſund- Heit; daher auch ſo viele Leute, von ſchwächlicher Geſundheit, Die fich blos des Waſſers zum Getränk bedienen, und ein oder zwey Gläſſer Morgens nüchtern trinken, davon geſund werden. Indeſſen iſt das Waſſer nicht aller Orten von gleicher Beſchaffenheit 3; es wird mit den Eigenſchaften der Erdarten, Salze und Mineralien, woes durcheigt, geſchwängert. Es „quillt zwar klar aus den Quellen, aber nicht überall gleich Vil|; rein. 156 VIL Diät beym Gebrauch des Mineralwaſſers. rein. Das, welches aus Engelland zu Schiff verführt wird, fault ehe es nach America kömmt in den Fäſſern; das aber, welches aus den Virginiſchen Quellen nach Engelland gebracht wird, leidet nach den Berichten der Schiffer keine Verände« rung« Gar oft iſt unreines Waſſer die Urſach von gefähr- lichen Krankheiten, und die meiſten einheimiſchen Krankhei- ten haben ihren Urſprung von dem Waſſer derſelben Gegend. Das Quellwaſſer iſt, weil es eine lange Strecke durch Sand und Erde ſeigt, meiſtentheils reiner als anderes; daher es auch viele Völker als das geſündeſte wählen und in allen Ge- brechen als eine Panacee trinken. Indeſſen gibt es doch auch. Quellen, die fein reines, ſondern mit fremden Theilen ver- miſchtes Waſſer fähren. Unter die reinen Quellen kann man die hieſige rechnen, welche an den Seiten und dem Fuß der Gebürge entfpringen. Die fühle Quellen in den Lapplän- diſchen Sümpfen, welche man da häufig antrifft, haben ziemlich reines und fühles Waſſer, faſt wie unſer Brune, nen, der den Nahmen Lokg führk. Allein es giebt viele Quellen auſſerhalb Landes, welche ein unreines mit Kalchtheilen vermiſchtes, oder auch warmes Waſſer enthalten. Andere Arten, welche bey uns ſehr ge- bräuchlich ſind, führen mineraliſche und vitrioliſch Theile bey ſich, Zu Unterſcheidung dieſer Waſſer, haben die Che- miſten viele zuverläſſige Verſuche angeſtellt, deren Beſchrei- bung aber nicht hierher gehört.*“.. Unſer Vaterland iſt mit vielen mineraliſchen Eiſenhal- tigen Quellen verſehen, weil es hier mehr Eiſen- gibt,'als faſt an irgend einem Ort. Das Waſſer lauft überall durch eiſenhaltige Erde oder Toph, und wird davon eben ſo inficirt, wie in den Trögen der groſſen Schleiſſteine; Daher nimmt es einen dintenartigen Geſchma an, iſt alle Morgen mit ei- nem bunten blauen Oberhäutchen bedet, ſeßt einen Ocher ab; riecht, wenn es geſchüttelt wird, wie ein loßgeſchoſſenes Gewehr, und wird von ſtiptiſchen Pflanzen ſchwärzlich. Von dieſer Art mineraliſcher Theilen enthalien einige Si ; X vy. ; See .(0! über| gc eeotu!. (fem 7! da 67 pn Zulel | f um vw 9,000 „fehle d | nod,! und Lin faben 6) Beſa! "wnn vi ſino ge | ben, 0] | hunde - Often Galfth de 1weg, .»] 1[wir bey hes ſich Jecſah (Nhe mV; fehn, uſa PN bende Heil ſie zu Eiſent | aſſets, VII. Diät beym Gebrauch des Mineralwaſſers, 157 09 ſche Seen eine ſehr große Menge, welches von den eiſenartie "5 4 gen Erbſentophſteinen herkommt, Gießt man dieſes Waßter Bains über Thee, ſo wird die Tinckur braun, Haf eine Quelle der- N ph gleichen Eiſentheile in Menge, ſv nennt man ſie einen Sat- daf) k: erbrunnen.(acidulac) Dieſe Brunnen ſind vör den al» Vo% teſten Zeiten her als eine Univerſalarzeiey gebraucht wordenz j 8; den behutſameren Gebrauch aber, haben die Aerzte der neue? M n ren Zeiten eingeſchärft. Die Aboeiſche Quelle iſt ſchon lan» + ge um das Jahr 50 oder 60 des vorigen Jahrhunderts von NER dem Aboeiſchen Profeſſor Tilkanvdſius enkdet, allein haupt» < auß ſächlich durch den Leibarzt Hierne in Aufnahme gebracht en vet worden, welchem die übrigen Aerzte Trans, Stragge [ fam, und Linder mit ihren Beobachtungen geſolgt ſind. Sie m Juß haben fich angelegen ſeyn laſſen, denjenigen, welche dieſes 'appläne Waſſer brauchten, eine Febengordnung vorzuſchreiben; und - hoyn ihnen die Zufälle und Krankheiten änzuzeigen, welche dadurch | Bihne ſind geheilt worden. Jh würde ein groſſes Feld vor mir ha- ben, wann ich die ganze Materie von den Minerälbrunnen abhandeln wollte. Aber ich will nur von der Diät, bey dent Ks Gebrauch derſelben, und was dahin gehört; kürzlich reden. „47 Das Sauerwaſſer, als Wäſſer beträchtet, lößt die Nee Salztheiſe-im Körper auf, und freibt ſie vurch die Harngän- Boſpel: ge weg. PDeswegen iſt es uns Nordtändetn zuträglich, die 21a wir bey den langen Wintern uns von Fleiſch nähren müſſen, das ſich ohne Salz weder hält noch wohl ſchmeckt. Das ſenhal: Fochſalz verdirbt das Geblür, greift die Faſern und zarteſten vt, als Aederchen an, und bahnt dem Schäarbo>, der Bleichſucht ( durch und Waſſerſucht den Weg- Um dieſe Krankheiten zu ver- inficirt, treiben, müſſen unſere Säfte hinlänglich diluirt werden, dä- nimmt zu iſt eine beträchtliche Menge Waſſer nöthig« Dieſe Mens- | mitei- ge Waſſer aber gehet nicht gut durch, wenn nicht etwas trei- 1 Ochet bendes hinzukommt. Und eben dieſes liegt in dem fnchtigen hoſſenes Theil des Mineralwaſſers, welcher in die Nerven wirkt, und h. Von ſie zur Bewegung reizt. Hierzu kommt noch die Kraft der noländi: Eiſencheile, die Säure zu dämpfen, welche von ſchlaffen Fä- ſey ſern JF 158 VI. Diät beym Gebrauch des Mineralwaſſers, ſern ſehr leicht erzeugt wird ,„. die Kraft die feſten Theile zu ſtärken, ihnen ihre Spannung wieder zu geben, und alſo zu verhindern, daß nicht die Säfte durch die Schwäche der Fa- ſern aufs neue zähe werden. Hieraus folgt, daß die Diatk alſo eingerichtet werden müſſe, daß ſie nicht den Heilmitteln entgegen wirke, undih- re Krafte zernichte. Die Lehrer der Diatetick theilen ihre Regeln nach den ſechs nicht natürlichen Dingen ein: nach der Luft, Zewegung, dem Schlaf, der L5ahrung, den Aus- leerungen und Affeckten. Jh will ſie nach der Reihe durchgeben. Zuerſt alſo Die Luft.: Darauf iſt um deſto ſorgfältiger Achtung zu geben, je weniger wir ſie ändern, und nach Belieben die einathmen kön= nen, welche wir wollen. Nach der Veränderung der Luft rich- fet ſich auch die unmerfliche, Ausdünſtung, und iſt bald ſtär- Fer, bald ſchwächer, rooraus verſchiedene Krankheiten entſprin- gen. Man muß alſo, wenn man mineraliſches Waſſer brau „hen will, die angenehmſte Jahreszeit wählen, nehmlich den Frühſommer; weil alsdann die Lauft ſchon trocken, und doch no< nicht zu warm iſt. Jſt die Luſt feucht: ſo ziehen die Faſern die Feuchtigkeit an, werden ſchlaff, und können das Waſſer nicht gut aus dem Körper abführen. Wenn dahcr zu der Zeit Regen oder kaltes Wetter einfällt: fo muß man ſich beym Kamin wärmen, und die Zimmer einheizen laſen5' auch muß der Brunnengaſt in dieſem Fall mit ſchilichen Kleidern verſehen ſeyn. Ferner die Abendluft und das Spa zierengehen bey Sümpfen oder ſtehendem Waſſer, aus w-le enen Fichten? wäldern.. "Ewen; |, dis Die Bewegung. Die Bewegung bey dem Trinken des mineraliſchen hach den Waſſers, zumal wenn es ſich noch im Körper aufgält, iſt | Aufi höchſt nöthig, damit es nicht durch ſeine Menge die Faſern 11 Aus- erweiche und ſchwäche. Ob es übrigens noch im Körper ſey, ye Reihe ſieht man gar leicht aus dem wäſſerichen Harn. Denn fo - bald das Waſſer weggegangen iſt, wird er gelb. Wenn die Faſern bewegt werden, und die Musfkeln in Action ſind 2 ſv werden auch die Säfte ſtärker bewegt, und die Abſonde- rungen gehen beſſer von Statten; daher iſt es gar nicht gut, m, ft die Morgenſtunden in Ruhe und Unthätigkeit zu zubringen. hmenfön- Die beſte Art von Bewegung geſchieht durc) Spazieren- (Wftrihe geben; jedoch nicht zu viel, damit der Körper nicht ent- ald ffüt- fräſtet werde. Das Tanzen iſt eine etwas zu ſtarke Bewe» entſpeine gung; daher verſchiebt man es beſſer auf den Nachmittag, ſerbraus wo das Waſſer ſchon mehrentheils abgegangen iſt. Schwä- mlchden chere Perſonen können auch reiten oder langſam fahren. Die: und ded) jenige welche keinen Nervenkrankheiten unterworfen ſind, kön- jiehen die nen ſich- auch auf dem Seil ſchwingen. Alle heftige Bewe- nnen das gung hingegen z. E. laufen„ringen, auf Pferden galoppiren um dap u. ſ. w. muß vermieden werden; Cs können davon die flej- yß man nen mit Waſſer angefüllte Gefäſſe zerſpringen und einen ſchnel laſſen; len Tod verurſachen. Die Bewegung kann kurz vor dem lichen Eſſen zwar einigermaſſen verſtörkt werden, nicht aber furz as Opi nach der Mahlzeit. Auch bey kühler Witterung iſt ſtärkere aus wl Bewegung zuläßig. Ehe man das Waſſer trinkt, ſich Mo» ermieden tion zu machen taugt nichts, weil der erhißte Körpcr das fal- und ſey! te Waſſer durch den Schweiß wegtreibt. Daher darf auch befomnt die Bewegung nach dem Trinken nicht bis zum Schweiß ge- nter fre trieben. werden; denn dadurch wird der Trieb auf. den Harn 5 Waſt!- verhindert, weil zwo Abſonderungen nicht wohl zugleich) von ao ſtat» Fs vibe ue da 8"4.8 N„45 Een de IE X SECS R€ EIE SI E 2 wp> e . äh ü AL- / u | 169 VI. Diät beym Gebrauch des Mineralwaſſers. ſtatten gehen. Die Bewegung erwärnit den Körper, damit das viele Waſſer nicht durch Erkältung ſchäde; ſie zertheilt das Waſſer im Körper, damit es nicht durch ſeine Schwere ' die untern Theile drücfe 3; ſie erleichtert die Abſonderungen, da- mit es leichter wieder weggehe, und macht endlich auch, daß es beſſer in die kleinſten Gefäße dringe, und die Verſtopfun- gen derſelben öffne. Der Schlaf. Die verdäuete; durch die Milchadern ins Blut gebrach« te; und durch die Bewegung zubereitete Speiſe, wird wäh- rend des Schlafs zum Nußen des Körpers verwendet; denn ohne Schlaf iſt kaum eine Nährung möglich; nicht zu geden- ken, daß er häuptſächlich das Nervenſyſtem ſtärkt. Daher x Hſt det Schlaf für diejenigen äm nöthigſten, welthe von einer Krankheit geneſen ſind. Sechs Stunden ſind nicht zu viel für den Schlaf. Jſt er zu kurz: ſo wird dex Körper ſchwach, und von zu vielett Schlaf nimmt er zu ſehr zu. Denn im. “Schlaf ſind die Faſern lo8geſpatint, und der ganze Körper äſt aufgedrüngen, welches man an Perſonen ſiehet, welche in den Kleidern ſchlafen. Um deswilleniſt der lange Schlaf bey vem Gebrauch des Mitieralwäſſers um ſo mehr ſchädlich, da man die Abſicht hat, die Faſern zu ſtärken; und überdas werden äuch näch des Sanctorius Auſſage im Schlaf die un« merfliche Ausleerungen geſchwächt, Deswegen müſſen Kur- gäſte um 9 Uhr Abends zu Bett gehen, und um 4 Uhr Mor« gens aufſtehen, damit ſie nach einem Stündchen-zum Waſ- ſertrinfen bereit ſind, Denn die noch kühle Morgenluft ſekt den Körper demi Schwißen nicht ſo ſehr aus; das Waſſer bes balt, wenn es noch fühl iſt, ſein blaues Oberhäutchen,"und har weniger von ſeinen flüchtigen Theilen verlohren, welche3 viel zur leichteren Abſonderung im Körper beyträgt.: Öbgleich das Waſſer durch ſeine Menge die Adern aus- dehnt, das Gehirn drückt, und.alſo die meiſten Kargäſte- ſchläfrig macht: ſo haben ſie ſich doch ſorgfältig vor de:n Schlaf Vi V ) pit (ehim| ſ duch| ((ſhlaf" ſjynden? hendies! weſen(id fehr 01 mung ſy, hed | ght,| gf, vl eme e Mita u)» vod Ghwict men u f aas m allein dar) ſmeriſt ; Erfah m md führliche ufühauf (em den Ads bey Oil ſic nihty ſich nwih diene) Ole Niſt, 4 vaſſer VILL Diät beytn Gebräuch des Mineralwaſſers, 76 ;; om zu hüten damit nicht die kleinſten und ſhwächſten Adern des fs H Gehirns ſpringen, welches geſchehen kann, wenn das Waſe« owt. da ſer durch die Wärme ausgedehnt wird, wenn diefeſten Thei- auh Ww le ſchlaff werden, und der Druck nach dem weniger wiederſte= Zerfrfen„Henden Theil gehet. Viele der traurigſten Erfahrungen haa hen dies beſtätiget, da Perſonen, welche unvorſichtigigenug ge» weſen ſind, ſich dem Schlaf zu überlaſſen, ehe das Woſſex wieder-aus dem Körper abgegangen war, in Schlagflüſſe, | Lähmungen und andere ähnliche Nervenkrankheiten- gefallen (tgtbrache ſind,; OE wird wäh. Nz denn Aus dem Grund alſo, vermeiden die meiſten den Mit« | zu geden- kagsſchlaf, weil er auch über das noch Säure bey denen er-« 1, Daher zeugt, welche ſchon eine Dispoſition dazu haben, und zugleich e vonein die merkliche Abſonderungen zurück hält. Ueberhaupt erzeugt icht zu viel der Mittagsſchlaf, wenn er zulang dauert, eine übele Verdäuu- ee mah, ungy übelbereiteten Milchſaft, Magendrücken, Blähungen, | Denn im Schwäche und Trägheit. Wenn äber der Schlaf ſolche Per- je Körper ſonen zu ſtark überfällt, welche daran gewöhnt ſind ,. und des |, welhe Nachts nicht viel ſchlafen; ſo mögen ſie dann zwar NERN, wnShuf allein doch ſehr mäßig und nur ſißend auf einem Stuhl, Rath- x ſhadlich, ſameriſt es freylich, ſich des Schlafs ganz zu enthalten; denn nd überdes die Erfahrung lehrt, daß er, zumal bey corpulenten Perſo=2 af die ws nen mit der größten Gefahr verbunden iſt. Leicht iſt dieſer üſſen Fur gefährliche Schlaf zu überwinden ,- wenn man nicht Morgens / Uhr Ne zu früh aufſiehet; wenn man alsdann nicht bey offenen Schweis= zum Vyf löchern den Körper der Morgenkühlung-ausſeßt 3- wenn man zenluſt| Abends bey Zeiten zu Bett gebet, und nicht ſpat in die Nacht Waſſers in Geſellſchaften ſißtg- wenn. man ſich nicht. zu beſtig-bewegt z then, 11 ſich nicht mit mancherley Speiſen überladet, und wenn.man a, welch! ſich endlich gleich nach der Mahlzeit in Geſellſchaft. oder in " die freye Luft begibt, Aber au Speiſe und Trank, 1 Kurgi Gleichwie es allen fränklichen keuten überhauptnothwen» g vori dig iſt, nicht zu viel nährende Speiſen zu. ſich zu nehmen Sy s und 5. w- 162 VIE: Diät beym Gebrauch des Mineralwäſſers: und fie ihrer Geſundheitnach einzurichten: ſo iſt es auch hier um ſo viel mehr nöthig, weil der ſüſſe Milchſaft, der von ſolchen Speiſen entſteht, die Faſern. und trockene Theile des Körpers;. welche geſtärft werden ſollen, erweicht. Alſo iſt weniger Speiſe zu nehmen geſünder, als viele. Auch früh» ſtüfen darf man. nicht, und'nicht einmal früher zu Mittag ſpeiſen, als bis das Waſſer wieder aus dem Körper weg iſtz benn mit mineraliſchen Waſſer kann kein guter Milchſaft be reitet werden. Da nun das Mittägseſſen mäſſig ſeyn muß? ſo iſt billig eine Abendmahlzeit zu erlauben; nur muß man ſich äuſſerſt für Gaſtmahlen und Schmauſen in Acht nehmen. “ Nicht weniger Gefahr kann es bringen, wenn man zu - 160623 ißt, und die Speiſen nicht genug käuet, welches eym G Sauerbrunnen leicht zu geſchehen pflegt, wo der Appe- eit öfters zu ſtark iſt. Die Speiſe wird alsdann nicht genug mit dem Speichel, ihrem wahren Auflößmittel vermiſcht, aind daraus entſpringt übele Verdauung, Magendrückenu, ſ, w. Die Speiſen müſſen von ſolcher Cigenſchaft ſeyn, daß fie leicht von der Natur können verdauet werden, weil ſieals= dann darauf bedacht ſeyn muß, das Waſſer wieder aus dem Körper zu ſchaffen: Auch dürfen die Speiſen nicht ſauer ſeyn, weil ſie ſonſt gegen das Ciſenhaltige Waſſer wirten, deſſen Kraft die Saure zerſtört. Und eben ſo wenig darf die Speiſe zu fert ſeyn; denn Fettigkeiten erweichen die feſten Theile, und ſchwächen die Kraft der Eiſenſalztheile, Aus dem Grund ſind rohe Pflanzen, a!s Salate, Murzeln, und Früchte zu meiden. Erdbeeren können mäſſig ge» noſſen werden, denn ſie treiben auf den Harn. Ganz friſches Zrod, blähet und lößt ſich nicht gut auf; troFenes hartes Brod verſtopft den Leib; es muß alſo von mittlererGattung ſeyn, wie man es gewohnt iſt. Suppen von Gerſten, Hafer und Erbſen, woorinn wenig Fett iſt, ſind anzurathen, Ein ge» ſundes Gemüß ſind friſche Hülſenfrüchte und allerley VOur- zeln, als Möhren, Paſtinaken, Peterſilien und Rübenz verſchiedene Rräuter:- Spinat, Kerbel, Spargel 3 ferner gedört- v12 Wirttes' 10% Kind u jane,? (as ha ſhledr; Fuer M 4 p" g,(wd; M ie ef M [ (huf gis m | | M Im MUCH friſches gewunfe! iden Mag ungen h anderen fon die mineral) | | | 4 M n fel nict Fung od g' und ſich OiS wi] livdſſeg|| waſs 711 Diät beym Gebrauch des Mineralwaſſers. 163 88 auch 5j iu| gedörrtes Obſt, als Aepfel, Pflaumen, Roſinen, Mandeln nt Welp des ü. Dd. gl. Auch iſt friſches zartes Sleiſch geſund, z. EC dit, Weiß Rind- und Hammelfleiſch, Hirſchwildpret, Hüner,«Ruere Juhiihs Hanen, Tauben und kleine Vögel; ferner Siſche, welche et- y zu Mit was hartes Fleiſch haben, als Bärſche, Hechte, Salmge- pet ii N ſchlecht; nicht aber ſchleimige, als Aale und Weißfiſche. Auch Ni hf iü Krebſe ſind erlaubt; nur müſſen fie mäßig genoſſen werdens Gepirufs Härtere Fleiſchgattungen hingegen, als geräuchert, geſalzes En ß: nes, tro>enes oder ſehr fettes Fleiſch ſind nicht erlaubt: weil - muß man ſie ſchwer zu verdauen ſind, eben wie geſalzene Fiſche. Milch ht nehmen, ſpeiſen und von Cyern bereitete Nahrungsmittel ſchicken ſich ny man zu ebenfals nicht wohl, weil ſie Fett ſind, t, welches - Das Getränk muß ſparſam für den Durſt, nicht zum 0d ji AI Wohlgeſchmac> genoſſen werdenz dünneres iſt amrathſamſten« ( vermiſcht Gettes und hißiges Bier muß vermieden werden; ſs auch) zu enum friſches oder zu altes. Wein, wenn er mehr gefoſiet ,„ als EG HER getrunfen wird, und nicht zu ſauer“iſt, iſt erlaubt, weil er ſem, daß den Magen wärmt, zur Verdauung hilft, und die Abſondes weil ſeals rungen befördert. Auch Franz- oder Fruchtbrandewein, und der aus de andere abgezogene Liquers ſparſam und ſelten getrunfen, ſtär „nicht ſamt? fen die erſten Wege und treiben den Harn, wenn ſich) das aſſer wii,. mineraliſche Waſſer noch im Körper aufhält. y wenig dat hendiefefn Ausleerung« eilt,- Dereib muß ſtets offen, und die Gedärme von Unreie als Salate, nigkeiten leer ſeyn, damit alle Arzeneien ihre Kräfte beſſer mmäſſig ze äuſſern können. Das mineraliſche Waſſer thut meiſtentheils Hanzfriſhe dieſe Wirkung ſelbſt, und färbt daher die Stuhlgänge ſchwarz, hartes Bo) Diejenige, deren Magenund Gedärme mit Unreinigkeiten und ng ſeyn, m! Schleim angefüllt ſind, müſſen zuerſt ein abführendes Mika Hofer 1 tel brauchen; da das Waſſer, als ein gelinde öffnendes Mita m. np tel nicht. leicht die Bahn brechen kann, ſondern in ſeiner Wire (erley Wye kung gehindert wird. Wernun zuerſt Purgiermittel gebraucht, „und Aitet und ſich dieſer Unreinigkeiten entledigt hat, der braucht ſol« gargel;(7 yes während dem Waſſertrinken ſelten oder gar nicht zu wies gt 2 2 ders eee REEG mm I KIT IAN IN ZE 4% .. 4. ure WRE EIE| n Bs 8 1 Ke 7€ 4EBW-DS EG GSE BRUN: Ws“. - 7== & |/ 164 VIL. Diät beytt Gebrauch des Mineralwaſſers.| derholen. Zu Anfang aber der Kur pflegt es oft zu geſchehen, daß das Waſſer ohne Purganz nicht gut aus dem Körper weggeht. Vorzüglich gut iſt es, wann das Waſſer frey durch den Harn abgeht; denn dadurch wird das Blut verdünnt, die Nieren werden von Sand und Gries gereinigt, die Lunge und andere angränzende Eingeweide von den Verſiopfungen und ſcharfen Säften befreyt, und die feſten Theile des Körpers ni ihren vorigen Stand geſeßt, Zuweilen überfällt Perſonen, welche Wer Dle Unten Ma- gen haben, ein Erbrechen, das, wenn es nicht zu lange an- Hält, heilſam iſt. Denn oft richtet es mehr aus, als das beſte kapier- oder Brechmittel, - In wiefern der Schweis nüklich oder ſchädlich iſt, erheſlet aus obigem. Der Nachtſchweis muß durch mäßiges Zudecken des Körpers befördert werden. Denn nach Wer«- ſchiedenheit des Leibes-Conſtitution und Geſundheit wird zu- weilen gar v viel Böſes dadurch ausgeführt, und das Blut ge- reinigt.„Jn dieſem Fall aber muß man Acht geben, daß man nicht zu früh das Bett verläßt, und ſich alsdann nicht feuchter Luſt ausfeßt, ſondern vielmehr noch eine Zeitlang i in der Wohnung bleibt, bis ſich die Schweislöcher in etwas zu- ſammen gezogen haben. Beyſchlaf iſt zu meiden, weil er ſtets die Faſern ſchlaff macht und den Körper entkräftet, der alsdenn ſeiner ganzen Stärke nöthig hart, das Waſſer weg» zutreiben und die verlohrne Geſundheit wieder herzuſtellen. Vollblütige und der Aderläſſe gewohnte Perſonen, müſe ſen furz zuvor, ehe ſie an den Brunnen reiſen, zur Ader laſ-- ſen, wonn es die Umſtände erfordern. Nicht leicht aber darf das geſchehen, wenn die Kur ſchon angefangen iſt, weil alsvenn die Natur durch die vielen auf einander folgende 95; leerungen zu ſehr geſchwächt wird. Affe>ten. Ein' munteres und zufriedenes Gemüth, angenehme Gegenſtände, Seim und Eneſchlagung aller Sorgen ſtärkt das y1D jas Nerv at vo jm gehn merh (aß en! ſrey lei der Df mis 0 (8 Dect 1,690 man füh! ote. dos MOG her Pian hy! welch! und ihre! Wughert [die Au ur ſt m" - gefährl! vieles h wie matt ſie ſteige Baſſer h im Nage! mies Do ſhmht Wb,| fmm) Wwoſſerg, VI. Diät beym Gebrauch des Mineralwaſſers, 165 M geſchehen, das Nervenſyſtem; erweckt die Kräfte des Körpers, und Un Kirpep macht daß alle feine*:Bewegungen lebhaft und munter von ſtak- ten gehen. Daher trage jedermann Sorge, daß er ſolche fet) dudde mineraliſche Brunnen brauche ,. welche weit von ſeinem Wohn- erdünnt, Ve plaß entfernt ſind,"damit«er von Familienverdrüßlichkeiten die unge und frey bleibe.- Deswegen ſoll man auch billig zu der Zeit we- vfungen u der Briefe loſen noch ſchreiben. Hingegen beſuche mannach- es Körpes mittags Geſellſchaften, mache ſich mit Freunden ein erlaub«- tes Vergnügen z- EC. mit Tanzen, Muſik, Geſchichtsbüchern imten Mae u. d. gl. Dingen, wobey man nicht ſcharf nachzudenken braucht 5 1 lange an: man ſuche ſich muntere und luſtige Leute zum Umgang, und 3, als das ſollte das alles nicht zu haben ſeyn; nun ſo fehlts doh nicht an« Gelegenheit in Wäldern und Feldern mit Betrachtung. häadlich if, der Pflanzen, Inſekten und anderer Thiere ſich zu ergößen. < mäßiges Hingegen Traurigkeit, Betrübniß, Zorn, Neid ſind nach Ver: innerlich nagende Würme, welche den Umlauf der Säfte, eit wird zu und ihre gleiche Vertheilung in den Körper hemmen, und die as Zlyt gee Ausleerungen entweder zu ſehr verntehren oder vermindern. geben, daß Die Furcht macht gar oft einen Durchfall; der Zorn verur- dann mt ſacht nicht ſelten Schlagflüſſe und Ergieſung der Galle, Die Zeitlang 11 gefährlichſte Affeckten ſind-ie plößlich entſtehende,' Noch AW etage vieles hatte ich vom Verfahrenbeym Waſſertrinken zu ſagen 3 den, weit wie man mit wenigem anfangen, nach und nach auf das höh- ffräftet, di ſte ſteigen und endlich wieder abbrechen muß; wie man das Waſſer weg Waſſer hurtig trinken muß, daß wenn der erſte Trunf kaum zuſtellen, im Mager warm geworden ift, ſchon der andere folgt, da- onen, miſe mit es deſto eher ausgeführt, doch aber der Magen nicht'ge- x Ader laf: ſchwächt werde; wie viel auf einmal getrunfen werden muß (eicht aber u. ſ. iv. Allein da es mein Vorſaß war bloß bey der Diät en ift, 4 fiehen zu bleiben; ſo überlaſſe ich dieß ändern. (gende 5403:; nnen eren - engen!- > om fah EE ORL 2 L 3 Vik. | VII. Vom Brod, S aß die Früchte, welche an verſchiedenenBäumen wach- en, deren es in den Ländern zwiſchen den Wendezir- z z - feln eine Menge und ſehr fruchtbare giebt, für die Menſchen die natürlichſte Speiſe ſind: daran iſt wohl fein Zweifel. Dieſe keiner rauhen Witterung unterworfene Ge- genden, wo die Kälte niemals biß auf den Gefrierpunkt ſteigt, verſchaffen ihren Bewohnern ihre Mahlzeiten ohne Unfoſten. aß aber die Früchte die dienlichſte Nahrung für die Men- ſchen ſind; das beweiſt die natürliche Neigung der Kinder, der Bau der Zähne und die Verwandſchaft des Geſchlechts mit den Affen3" nicht zu gedenken, daß die Gymnoſophiſten, die Weltweiſen' von Indien ſich faſt keiner anderen Speiſe be- dienen, als ſolcher, die ihnen die Sonne kocht, furz der Früchte; auch daß die Perſer und angränzende Völker von ihren Dattelbäumen leben, und alle Nothwendigkeiten des Zebens daher nehmen. Allein da nicht alle Menſchen in die- ſen immerblüben.den Gegenden wohnen: ſo hat die Noth qe- 8 g g lehrt, aus Gewächſen verſchiedener Art künſtliche Früchte zu bereiten, um unſern natürlichen Bedürfniſſen abzuhelfen, und Unſere Kräfte nach der Arbeit wieder herzuſtellen. Unter al- len CE peiſen aber, die von Getreide bereitet werden, iſt wohl das Drod(*) das vorzüglichſte; eine Speiſe, welche auſſer ' Indi- *3 Einige leiten. das lateiniſche Wort zanis Brod vom griechi» ſchen z&» glles her, weil es ſtatt aller Nahrung diene3 ande» ce vom Pan ,- einem heidniſchen Gott( Sich. Calliodor. Var, 1. 6.) als dem Erfinder, eben wie das Wort Cerealia Ge- reibe ven ber Göttin Ceres(Sieh. Virg. Mar. 1. 1. v. 147. 1. f.) andere von paſcere ſpeiſen, weii das tägliche Brod gleichs ſu der Grund aller Nahrung iſt. Doch ich überlaſſe dieſes eien zur Entſcheidung, weiche es näher angeht, aw? "L| (mt ve gu pi Biſe rad ab egen get hf erfinden, liew Y geen| Ke ſid cht) 70 "AU fe, undl ju fand| weljigtd “bed HN Celbes, nd. 6? VI. Vom Brod, 167 Indien/ſonothwendig iſt, daß-man, um einen. recht armen Menſdyen zu beſchreiben/ ſagt: ier habe keinen Biſſen Brod „mehr; eine Speiſe, die auf den Tiſch der Reichen ſowohl, als der Armen kommtz die in-allen Krankheiten zufräglich, und allen Temperamenten angemeſſen iſt; eine Speiſe endlich, die ueh wh. andere an ſich unſchma>hafte Speiſen angenehm macht. Da 1 Wendaſt: alſo das Brod ſo allgemein iſt, unsſtärfet, uns wohl ſchmeckt: (Hieb ſo will ich eine diätetiſche Unterſuchung darüber anſtellen. fe wohl fein 6. 2 orfene Oe: A ERN 4 0 u eig Gewöhnlicher Weiſe wird das Brod von dem zu Pul- " ver geſtoſſenen Samen der Gräſſer bereitet, welches Pulver - mit Waſſer vermiſcht, geſäuert, und alsdann"bis auf den die Mente' te. Grad gebacfen wird, daß: die'Gährung aufhört."Dies iſt ! die gewöhnlichſte Art Brod'zu bereiten. Allein da die Noth M gelehrt hat, andere-des Breodes Stelle vertretende Dinge zu vSpöff" erfinden deren Materie nicht ſo zäbe iſt, als bey dem wirk- , füg der lichen- Brode, ſo werden dieſe Brodarten ohne Gährung Völker von gebadena 7 KLEE: T BE eiten des Die-Gättungen des Brodes und deſſen Abänderungen ſm. in die ſind ſehr zahlreich: Jch will nur die vornehmſten nennen die Noth qs 47.2068;; e Zrt 1 Einfache Brodarten« helfen, und'-"Yeirzen oder VIeißbrod. Diesiſt das vornehm- Unter eb fte, undbey den.Jtalienern und Süvdländern gewöhnlich. Hier 1, ift wohl zu Land bedienen ſich deſſen nur vornehme Seute«“ Juve- velche auſſer nal ſagt daher von ſeinen Zeiten'in der 5ten Satire: „nd(-- Sed tener et niveus mollique ſiligine factus- 7 Servatur Domino=> 2.7. 7%.%4440; vom griech 237; diene; andy Das zarte, weiße Weizenbrod wird. dem Herrn aufbe» (liodor. Var wahrt. Gerealia Ot WAB PERC DEZLUELHTEA4 1.19, 14% Rockenbrod. Es macht weniger Verſjiopfung ves e Hrod gläiße Geibes, als das vorhergehende. Bey den aten Griechen aberloff bi und-Römern war. es nicht gebräuchlich, bey uns aber veſts 28 4= mehr. -x68 VIII Vottt Brod. mehr. In vorigen Zeiten war auch das Roggengetreibe bit- 9 . ker; heut zu Tage iſt es durch lange Cultur ſüſſer geworden..„Ki Plin. L. XVIII C. 16. 158: 56 8 ei Gerſtenbrod iſt zwar nicht ſo wohlſchmeckend, als„Naeh das Roggenbrod: aber ſüſſer, kühlender, und bey unſern Gail mi Bauern ſtark im Gebrauch.“ In den älteſten Zeiten war Reet nach Plinius Bericht bey den Griechen. die Gerſten eine„6% Speiſe(L. XVvi111 C. SED DOEH MOG IBERER SIUIDEE 4 4?| 5HZaferbrod iſt bey armen Leuten gewöhnlich; aber 18: Galen ſagt ,.. es ſchicke ſich beſſer für Vieh, als für Men-| ſchen. Indeſſen iſt. es an vielen Orten in Gebrauch."DEM “KRleienbrod; Plautus nennt es Panem ſordidum,| We Nlarcellus accerolum,- Es"'iſt- das, worinn viel Kleie, Fei und wenig Mehl iſt;- iſt unter allem Brod das ſchlechteſte,.- Fed und gibt die wenigſte Nahrung,“ Daher wird es nie ge-| braucht, als wenn die Noth dazu zwingt, bey Fruchtmangel,- 1 Zuſammengeſetzte Brodarten.[MAIS Süſſes mit Zucker und Eyetn bereitetes Brod. 0 Das Safranbrod der Alten.|„ib Pumpernickel, der aus Mehl und geſchälten gs| 1 8 ſchrotenen Fruchtkörnern gemacht, und etwas ſäuerlich iſt. erhalten „““- Eviſtin den Niederlanden und Deutſchland im Gebrau<,; men 2| EDE fihtent, - In Anſehung der Bereitungsart. fm Nehh N Gemiſchtes Brod der Alten( coofuſaneus) mit S6 pu Shf fen angeſeztes Brod; bey den Griechen Zymites ges j hed nannk. 1 01; Geſäuertes und-| 4 Wilh Ungeſäuertes Brod.. m j . 1 7 1 wij Der Geſtalt na< 3 treit, Brodkuchen(Panis placentatus,) EE im Dy; Brod in MERGE HLS(Similae.Y)=;-|| wWymn „ Gewöhnliches dicfes Brod,(crallior.) Zun . W1G2 VIILL Vom Brod; 163 Wheels 6;« 28 1 Sibel,(wd) '“ Kringelförmiges Brod,(ſpiraätus,) Oma) ais- Schnittenbrod,(panis buccellatuz,)(Cs haf ſets Ind bey unben nen Nahmen daher, weil es in Schnitten oder Stücke zer- ". IM wat I 7 Die Ruſſen brauchen es in Feldzügen und auf erſten ein) Z7XE 77» Schiff- oder Comißbrod. lich; aber Slamm- oder Lohktuchen,(panis ſpeuſticus.) [8 für Men- Te; uch,-- Abänderungen des Brodes. m fordidun, YOarmes friſch aus dem Ofen gekommenes Brod, M Rl".„Sriſches Brod. H eh Trockenes Brod. d es nie bs: |!;; ema Fehler des Brodes.. ,“ Clicht aufgegangenes mit Steinchen vet- Yrod. miſchtes, verbrannres,[chimmeliches und mit Wür- men angefülltes Brod. eſchälten qs Von-Mehl entſteht ein Kleiſter, der von Kleien nicht ſauerlig|, erhalten werden kann. Dieſer Kleiſter erzeugt zähe Säfte ) Webraud), am menſchlichen Körper, und daraus kann leicht eine Bleich- ſucht entſtehen. Die Pferde werden zwar, wenn ſie mit ro- at, hem Mehl gefüttert werden, fett; aber vabey träge und ſchwach. ) mit eo Dieſe Klebrichkeit wird durch die Gährung vertrieben, wels cnete Milch. g (u wir mmi! ſold er nati (muſſe! de Ni geren derw wd „Daten! |Dadiet dir EinyY |Gufe 4 tung aus? Jber aus 0 am Ae) ſh ve] Des(1) Bod, 1 | feine M Fil fan) thölmn 9 - dutihp Brod(1 del aus) wbt auß ſe Fabel IVEN Did wir vi Hel ſpy let,'w ſ:V Vleſenp diſchen! vwd elne il;€ muß Unterſuhy das ald. die Et ) ehe noh de en iſi, Went mt ein Saſt mad, nach, 'ifes Frucht: „ und wenn n Soft von en Saamey, 1 dem reif ed, als dß eindringen)! 1 anfängt zu er haben die mit Einem das. andere ndern bleibt 8 zur M ur Nehnn vehreitet ha) 0, was wir oy Saane nens, das ve aber iſt des Mew "3„Jen 1 Wierreit) ahrung nig vinoudt br falen VIT. Vom Brod. 371 fallen wird: ſo muß unſere Nahrung hauptſächlich aus Pflan- zenmilch beſtehen. Daher zeigen auch die Zergliederer des menſchlichen Körpers, daß der Chylus alle Eigenſchaften ei- ner natürlichen oder künſtlichen Milch beſiße- Denn eine Emulſion( Pflanzenmilch) iſt nichts anders:als eine fünſtli- enen Pflanzenmilch bereitete Brod, ob es gleich viele Veränderungen leidet, behält doch ſeine Natur, wo es nicht gar verbrannt iſt; denn in dieſem Fall kann es ſreylich nicht wieder zu ſeinen vorigen-Beſtandy theilen gebracht werden., Cin einziger Verſuch gibt den deutlichſten Beweis hiervon.| Man nehme ein Stückchen Brod in den Mund und kaue es lange Zeit, ohne den Spei- hel auszuſpeien oder hinunter zu ſchluken. Iſt nun alles recht aufgelößt: ſo wird der ausgeworfene Speichel eine weiſs ſe Farbe und alle Eigenſchaften einer Pflanzenmilcen genieſen ,. und jen feh- worauf fie einen halben 2öffel voll Rheinwein trinken müſſenz ät: 0“ um durch jenes die Faſern, durch dieſes die Nerven zu ndZeibeshe- SIL Es erht) 6. 6.| ere für ſi) Allein wieder'auf die verſchiedenen Brodgattungen zu ht. ZG Fommen: ſo wollen wir die verſchiedene Eigenſchaften des , und ſtößt einfachen Brodes bemerken. Der Hafer iſt mehr zur Sau- den Spei re geneigt als die Gerſte 3 die Gerſte übertrift hierinn den ſe in gute Roggen, dieſer. den Weizen, und dieſer den Buchweizen berladung oder Heidekorn. Hieraus iſt abzunehmen, welche Art von mit Brod, Brod bey beſonderen Krankheiten zu brauchen iſt. Da der em Brod, Hafer am meiſten ſäuret: ſo werden die Hafertränfe von den x Körpers Aerzten mit Recht als kühlende Mittel in hißigen und zur Hi- h den Zel) ße geneigten Krankheiten verordnet, Hingegen Speiſen, die je Studies aus Hafermehl oder geſäuertem Brod bereitet worden, bekom- wen Eſſt men hyſteriſchen, waſſerſüchtigen und mit kalten Fiebern be- x Mittags- fallenen Perſonen nicht wohl. Wenn das Getreide roh ge- my fiat ds noſſen wird: ſo blähßet es die Gedärme auf, macht Bauch Ap grimmen, EEE RN SSS dN Sil ae Zi kungen: v Y 174 VII. Vom Brov. 'grimmen, wie Galen beobachtet. Daher muß es zuvox recht zubereitet werden, ehe es zu Brod gebacken wird. Die» ſes geſchiehet nach Querceran durch: viererley Behanda Erſtlich durch die Abſonderung des Reinen vom Uno reinen; das heißt des Mebi3 von der Kleien. Dweytens durch Verbindung des Mehls mit Waſe ſer, nemlich durnet. Die Beutelmühien ſondern die Dehikerne . Hänzlich' von der Kleien ab, daher wird das.%ehl varauf om feinſten. Das Schälen oder Kollen geſchieht, wenn die Mühle alſo geſtellt wird, daß nur das äußerite und. die Scha- len von dem Mark abgeſondert und durch Siebe weggeſchaft werden, worauf es alsdann zu Mehl gemahlen wirv. Schro- ten heißt mahlen, ohne die Kleien abzuſondern: welche Ark' bey dem gemeinen Mann gewöhnlich ift. Auch die Eigen- ſchaften der Mühlſteine iſt in Betrachtung zu ziehen. Es iſt eine bekannte Sache, daß es ein groſſer Fehler ij, die Mühl» fie? 03 en mur ft tai! Previn Nw? feb 7 MiB PEU gels wh, vr fuſe hit vr FN wn |5W NM) (DH | vie | Nas | die zelt pfungp (Oſtend ite ſio We Awg vw unf fehn, M | hen| | Viniy | beſig | ſeltmy | von ſy | aS di | ſchärfe Chon, WEU "wd, Jip rit Vhands ier Und dig 16 Gährung beym Biehs verlaſe? fte aſſen, Dyr jyß man zyjs m, undder / eten oder 4) id zur Nip 6 auf drt t und Dur Vetreide uz eiſtenth2l8 Wehlferne barauf om wenn die „die Scha- veggeſhf vo. Ede welche It „die Eigene hen, G VU Vottt Brod: 175 Müßlſteine von Sandſtein zu hauen,(Sylt. Natur. p. 147.) Nro 3.) welche leicht abgerieben, und täglich geſchärft wers den müſſen, wodurch der abgeriebene Sand unter das Mehl kommt, und das daraus gebackene Brod beym Kauen unter den Zähnen knirſchet, wie' man in verſchiedenen Schwediſchen Provinzen und vornehmlich bey dem Kupferwerk Röras in Norwegen bemerket. Der davon zu befürchtende Schaden iſt durch die bekannte im Jahr 1737. zu Harlem gemachte Beobachtung bewieſen. Cin bekannter Zeitungsſchreiber' war mit Magenſchwäche und Säure behaſtet. Er hatte vers geblich allerley Mittel dagegen gebraucht, als ihm jemand rieth, zuweilen feinen Sand einzunehmen, der wie in dem Kropf der Hennen die Speiſen verdauen helfe. Anfangs hatte dieſe Kur ſo guten Erfolg, daß er dieſe gefährliche Ars zeney mit groſſer Lobeserhebung auch andern anrieth. Allein er müßte nach einem halben Jahr die traurigſte Strafe ſeia nes Verſuchs wegen ausſtehen 3; dean“ er wurde von deb ſchrelichſten Grimmen gemartert, die ibn nöchigten, wie ein Wurm auf der Erde zu kriechen, bis er“ des Lebens über«. drüßig den Geiſt aufgab. Der feine Sandſiaub welchen der Magen und die Gedärme nicht auflöſen konnte, harte ſich im“ die zarteſten Oefnungen der Gedarme geſeßt, und Verſio» pfungen, Verhärtungen und Vereiterungen gleich dem tödts lichſten Giſt verurſacht. Woem alſo das Leben lieb iſt, der hüte ſich vor ſandigem Brod, Das mag vielleicht der Grund- der häufigen Grimmen und Magenſchmerzen in verſchiedes nen unſerer Länder ſeyn, woran ſo viele eines elenden Todes ſterben,» Die mit Talk vermiſchte Steine z. E. der löceri- befonunt. Cinige nehmen auch, beſonders an Feyertagen, ſtatt des Waſſers, Gerſtentiſane, welche das Brod ebenfalls chmacks haft macht, Auch Cyer miſcht man bey, um das Brod wei- cher und mürber zu machen; ferner Zuer und kleine Roſia nen, EE yt) Coria delundb?) enen gew! ſind, die“ 1 Jungen yn wo ni oder mufge)e ſy und m ſuf uuns nyewepnet M he undi wi Hingegen! Hint hnlich! du macher dazu verke macht, da! Prod ein? je und. 00 Wire, Erba Vänige| (m Gamiy |Gutbiz Oebtuh al8danm 1 uns ſnd ſ en Semmeln und Kuchen geformt. Das ſauere wird mit ves Weh Sauerteig geſäuert, der mit Salz vermiſcht und zu dieſet Gebrauch aufgehoben wird, wie in Schonen gebräuchlich iſt z verlangen; 7.:? alsdann wird es zu groſſen erhobenen Laiben geformt. Bey 2%€; Eb hals "+ uns ſind faſt überall die Kuchen( Kafebröd) gewöhnlich, wels zuu vt|"2+ 8 Pj teſchnicd cten, welches das durch geſchiehet, wenn es wohl gebacken in Kiſten gelegt wird, damit die Würmer der Kornböden ihre Eyer nicht darauf le- gen»"In das lange aufbewahrte Mehl kommen oft gröſſere Würmer, welche man durch Sieben wegbringt, und den M 2 Sing» IPRG R X 00.44 28 400 242000087: 70 - Miſfen Winde Je 1 190 VII. Von Brod; Singvögeln, beſonders den Nachtigallen zu freſſen zu asben pflegt. Wenn ſich dieſe Würmer verwandelt haben, ſo kommt das JInſeckt, eine Art Schaben( tenebrio molitor) zum Vor» ſchein. Die Würmer im Brod hingegen enthüllen ſich zu einem Inſeckt, das Carambyx für heiß( Faun. ſvec, 478.) Obgleich dieſe Art weniger ſchädlich iſt: ſo machen ſie doch den meiſten Menſchen E>el. Denn das Argument, das eini» ge bey den Käſemaden machen, daß dieſe Würmer nichts anders ſeyen als Käſe, weil ſie nichts anders fräſſen, iſt ge» rade ſo ſtark, als wenn jemand behaupten wollte, das Schoos- - Hündchen, welches mit den delicateſten Speiſen auf dem Schoos des Frauenzimmers gefüttert wird, ſey darum auch ein delicates Cſſen. Q-.1 1.0. Das ungeſäuerte Brod iſt hier zu Land nicht ſehr gebräuch«e lich, auſſer in den Nordiſchen Gegenden, wo die Leute aus Mangel des Getreides, von Kleien, Spreu und Yehren, mit wenigem beygemiſchten Korn,'Vrod backen; ja ſie neh- men wohl gar ihre Zuflucht ſtatt deſſen zu Tannenrinden",-der Callen Wurzel u: a. m. Damit nun dieſe Dinge deſto beſ= ſer von der Hike gar gemacht werden, ſo wird das Brodſehr dünne, wie ein Pappendeckel gemacht, alsdenn aufein Blech gelegt und gebacken, oder auch um einen Sto> gewickelt und“ in den Ofen getragen, wo es wieder ausgebreitet wird. Endlich wird es vierfach zuſammen gelegt genoſſen. Wollte man dies Brod ſäuern, ſo würde das Klebrige, da auſſer. - dem ſchon wenig darinn iſt, weggehen, und es würde nicht ſo gut zuſammenhängen und bearbeiter werden können, Dess. wegen verſtopft dieſes Brod unter allen Arten am meiſten. Der Zwieback iſt unſtreitig allem andern Brod vor» zuziehen, weil er am meiſten Speichel anzieht, und ſehr lan- ge kann aufgehoben werden. Deswegen iſt er auf Schiffen ſehr gebräuchlich, da er die Wendezirfel paßiren kann, ohne ſchimmelich zu werden, wo doch das Ciſen vom Roſt ange» Die hf har! (werden,| wit dem bes mo)! Glegfe Yar (in 84 Dih ſ40' an falen Yu, KW wdGy fam! bin vt in heiſe) einr St! us Dec velfwite! Deu,! tem Nat | ſorſchteel | renden] | worauf | bs Mage | m hifi Ww. dit | ws Y Amn iſs dem Rer Und ſel Brod ij ſehr er) Juge wi VILL Vom Brod, 131 et zu abe 7 Y 400 Die Brodkuchen, welche unſere Landsleute in Städ- Din ven ſowohl, als auf dem Land gewöhnlich bereiten, und wel- ) um Vor» IREN. GIIIE iln 3 0«he ſo hart gebacen ſind, daß ſie das ganze Jahr aufgehoben ies 3) werden, gehören auch mit zu dem beſten Brod, und haben chen jeh mit dem Zwieback die meiſte Aehnlichkeit, weil ſie die Säfte t, DaS db Hes menſchlichen Körpers beſſer einſaugen und ihrer Natur mer nict gleichformiger machen. ſen, iſtg6 s 3.. 4+< 3 M.'. a Schrabs Warmes Brod mit Butter, eſſen viele überaus gerne; 1 auf den allein es giebt faſt feine Speiſe die für den Magen und die arum au Zähne ſchädlicher wäre, denn leßtere werden davon mürbe und fallen aus. Woenn jemand ein Stückchen Horn in ein Brod, das eben aus dem Ofen gekommen iſt, ſtet: ſo wird es ganz weich und biegſam, wie Wachs, das man doch Eaum durch tagelanges Kochen erhalten kann. Aud) Elphen- Or gebräuf Hein welches ein Künſtler verarbeiten will, pflegt man zuvor 8 2 in heiſem Brod zu erweichen. Ein gewiſſer Arzt wohnte in und ehren, einer Stadt nahe bey Amſierdam, wo die meiſten Cinwohner 3 Jaſe vg qus Beckern beſtanden, und täglich Brod nach Amſterdam vino vr verkauften 3 er bemerkte, wieer ſchreibt, nicht ohne Verwun- (ge deſi; derung, vaß die meiſten Leute in dieſer Stadt an geſchwäch- as Bediſr tem Magen krank waren, und als er der Urſach davon nach- aufeind) ſorſchte: ſo fand er, daß ſie in der daſigen Mode lag, die od gewäit Fremden mit warmen aufgeſchnittenem Brod zu bewirthen, hroitet wird worauf Butter geſtrichen wurde. Daher kam die Schwache 0, Wollte des Magens, worauf Ekel, ſchlechte Verdauung, Blähun«- „NV auſſets gen, hyfieriſche Zufälle und hundert andere Beſchwerden folg- würde nicht ten. Hippokrates(Rat. vict. 1 i,) lehrt, daß warm ge- en Des noſſenes Brod auftreibe, Durſt erwecke, langſam aus dem „meiſtens Körper abgehe, und ihn mit Blähungen anfülle, Uebrigens 1 Brod vo) iſt es bey den Bauern gewöhnlich, das Brod, wie es aus md ſehr lat: dem Ofen kommt, in die Zimmer zu, legen, wo ſie wohnen uf Schif! und ſchlafen. Allein dies macht eine ungeſunde Zuſt. Das Fann, Brod iſt zwar an ſich ſelbſt ſtärfend, und es dünſtet einen 1 Roſas ſehr erquickenden Geiſt aus, welcher dur< die Gährung er- zeugt wird, und bey dem Bacten weggehet, Daher hat ſich di M 3 der 182 VIIL Vom Brod, der Alte Demofrit, als er nach einiger Schriftſteller Bericht- über 100, Jahr gelebt hatte, und dem Tod ſehr nahe war, auf den Wunſch ſeiner Schweſter, daß er noch einige Tage- leben möchte, bis ſie Hochzeit gehalten hätte, von Zeit zu Zeit warmes mit Wein begoſſenes Brod geben laſſen, daran gerochen, und dadur< die Lebensfräſte ein wenig wieder ers wecket. Allein wenn dieſer Geruch zu ſtark it: ſo wird'er nicht nur für die Geſundheit, ſondern,auch für das Leben ge- fährlicm, ZBoerhaave erzählt, daß einſt warmes Brod in ' ein ſehr kleines und feſt verſchloſſenes Zimmer die Nacht durch geſest worden, und verurſacht habe, daßalle diejenigen, wels enes Brod hin- gegen ſtopft zwar den Leib, wird aber doch gut verdauet. NE- 6. 3005 - Es werden in verſchiedenen Ländern verſchiedene Gat» fungen von Brod„gebacfen, die hier zu Land nicht gewöhnlich ; SS; ſind dE pomit da ſk wird; dian rauchen ſien fed ſenDam hami! dl ſy(md - hauptfac NENE he aue N und mand Jaſe(Ut De wunde inde J Prod tn „beitende! - Zugeſ Y (( Holeus Ide Gel: Gauen; das einiig Die haf Diſſe ge EN WW (bref und(it wide, baren; Diaet,! VII. Vom Brod, 183 wer Detl, t en find z. E. weiſſes Brod von Reis. Allein weil das Waſſer, 1" tue womit das Reismehl gefneten wird, nicht ſo flebrich und zä- mR he wird; ſo iſt dieſes Brod nicht ſehr gewöhnlich, und die aſſen, ven Indianer, bey welchen der Reis ein gemeines Getreide iſt, | brauchen ihngrößtentheils in Form eines Breyes. Die mei- 150 .h 6 ſten kochen ihn auf einem durchlöcherten De&el mit dem blo- 5 eben 6 ſen Dampf von fochendem Waſſer, der durch die Löcher dringt, 5 Jrod'in damit die Körner ganz bleiben. Dieſer Brey warm genoſs Nachtdurch ſen, iſtnach Zontius Zeugnis den Nerven ſchädlich, ſchwächt Hauptſächlich die Augen und verurſachet endlich Blindheit, da- nigen, wel;,:,; (APM her ihn auch die Indianer nicht warm eſſen. Kalt iſt er eis We:(7 ne, gute Nahrung, ſättigt beſſer, als kein anderes Getreide, und man kann nach genoſfenen Reis am längſten faſten, wie Ie Liſter(In Apicium.p. 237.) bezeuget. Der Hlays(Zea) wird vornehmlich in America, Afri- (eerte Weit 4057 alt ſichs auf ca und Oſtindien gebaut. Der Saamen hat groſſe Körner wird fun in der Dicke einer Erbſe. Das von Maysmehl gebacene brut, as Brod trocknet, ſtopft, bläht und ſchikt ſich nur für ſtark ar- h, ve Saale: z. E, für Laſtträger, Ruderknechte und für das 5 1,59 ausgeſinde. e Zern hin enthels fe Das Sorg0-Honiguras oder Italieniſche Medica hend derſip(Holcus ſorghum) trift man hier zu Land nur in den Gärten weiches R der Seltenheits- Liebhaber an; in Serrara brauchen es die Bauern zu Brod. Dies. war vor der Ankunft der Europäer ven mit Dit Die Batttt das einzige Getreide der Jndianer, wertes Brod Die Aliques der Gaſconier ſind eine von Hirſchen ge- ve, welches bacfene Brodgattung, die wie kleine Kugeln geſtaltet ſind, in m antrifft, Waſſer gekocht werden, und den Kindern zum Frühſtück ge- genſchwächt reicht werden. te, nachſt Noch eine Art von Brod giebt es in Frankreich braſlier 8 Brodhir(breflarium) genannt, welches viereckt, einen Schu) lang erdauet, und einer Spannen hoch iſt. Es wird mit Kohlblätter um- wickelt, auf dem Herde mit Kohlen überſchüttet, und ſo ge* bieden? Ot bacfen; es iſt von delicatm Geſchma>.,(Sieh. Quercetaus 3) Diaet, 2,22.) 1-4 [7j N) NN 184 VII. Vom Brod..- Von dem Zirkelrunden Satobaum( Cycas Cir- cinalis) werden jährlich die Sagokörner in groſſer Mengeauf den Tafeln der Reichen verbraucht, Es iſt nichts anders, „als das Krafimehl'aus dem Holz des Baums, und wird Hauptſächlich zu Brey und Suppen gebraucht. An Geſchmac iſt es angenehm und den Geſunden ſowohl als Kranken dien- lich, auch wenn ſie keine andere Speiſen vertragen können. . 7 Indeſſen hat die Noth die Menſchen gelehrt, auch aus andern Dingen Brod zu bereiten. Jcerbau Alezuſan Die erſte Stelle, durc welchen wir das Brod erhalten. Denn nſn(ſir wenn uns dieſes. fehlt: ſo fehlet faſt alles. nan muß es ge- ch ſehr gt: ſtehen, daß die Kunſt des Acerbaues hier zu 2and faſt bis Vinter dis zum höchſten Gipfel geſtiegen iſt, und daß, wer ſie-aus dem erſucht,?) Grund erlernen will, nicht nöthig hat zu den Engelländern dioica) 08) und auvern Südiichen Böltern zu reifen. Männer von Ge- vie u nie haben unter andern auch) angejangen die Meinungen 6 (0) NENN LL Sh 2 Zei 55 A I88 IX. Von der Verwäandlungdes Getreides, Alten, von Verwandlung einer Getreide Art in eine andere, zu unterſuchen. Cs iſt Jemand darauf verfallen, zu be- Haupten,, eine gute Getreide Art könne in magerem Erdreich zu einer ſchlechteren ausärten, und umgekehrt, eine ſchlechte- re Gattung könne in fettem Erdreich zu einer beſſeren werden. Andere wollen dieſe Verwändlung durchaus nicht zugeben, Cs ſey ferne, daß ich für mein Theil eine von beyden Par- -heyen beleidigen wollte, wenn ich ihre Meinung leugne; Ein- jeder muß dem andern erlauben, daß er in Dingen, die we- der die Religion, noch den Staar betreffen, frey denken, und was er entdeckt hat, andern eröfnen dürfe, Da alſo jeßt. - der Streit von der Verwandlung des Getreides hier ſehr hi- Big gefrieben wird: ſo will ich von der Sache auch mein Ur- tbeil ſagen. I< weiß, daß in den Schwediſchen Ländern dieſes Jahr wohl tauſend Verſuche über dieſer Materie anges - Jtellt worden ſind, deren Ausgang nicht eher als im folgen- den Jahr befannt werden wird. Jh bin indeſſen in dieſer Sache ſo gewiß, daß ich mir den künftigen Erfolg ohne an- geſtellte Verſuche zu prophezeyhn gedenke, und das durch bo- taniſche Gründe, die aus der Natur ſelbſt hergenommen ſind. Denn wer hierinn gründliche Kenntniß beſißt, der kann des rechten Weges nicht verfehlen, u: | 6:7 Um die Natur der Pflanzen genau kennen zu lernen, muß man nothwendig die verſchiedene Wege dieſes Reiches, durch ſeine weitläuftige Provinzen durchwandeln. Man muß die Rnoſpen der Bäume und Pflanzen betrachten, damit man lerne, welche den Winter ausdauern. Man muß das Ausſchlaggen der Bäume beobachten, damit man lerne, in welcher Ordnung die Blötter hervorkommen, Man muß den Calender der Flora bey der" Hand haben, damit man die Blühezeit der Pflanzen kennen lerne; wie nehmlich) eine Blume. ſich in gemeſſener Ordnung nach der andern entfaltet. Man muß die Uhr der Slora nachſe- Den, damit man wiſſe, zu welcher Stunde des we. Ue KG 1] | mend jer Pflan het und Ra m man bey der 2 der Gant wf [ya de? tde) ads NATO a hen Uher (1 Acadt jh« geſtet 1 tung ihr „Man mt (iht Cha hen Gz gegend| 1 dur werben, jim, ud [iden 1 Iles auf hi " wf uhh vt INE 58 lung de Detanj etteide, IM eine andy Jollen, zu kü jerem rdreih eine feat: ſeren mda, cht zuechn beydon Pat eugne; Ein en, Vie wes denfen„und Da alſo jekt hier ſehr h% I< mein Ihr hen Landen Raterie ans als im folge eſſen in dieſe folg ahne an ) das durch be: nommen ſind, „ver fannt en zu[ethet) jeſus NeicheS, m Man betrachten) m Man ten, damit vorfommet) and habe) lerne; ng nah di! ort| Tags ſj 9) ei 1. 3 [X.: Von der Nertvandluttg des Getreides, 189 Blumen öffnen oder ſchlieſſen, Man muß den Aufenthalt der Pflanzen unterſuchen, damit man wiſſe, an welchen. Ort und in welchem Erdreich eine jede Gattung wachſe. Man muß auf den Schlaf der Pflanzen Acht haben, das mit man ihre nächtliche Ruhe kennen lerne. Man muß ſich bey der Begattung der Pflanzen einfinden, zu ſehen, wie der Same in der Blume entſiehe, indem der Blumenſtaub auf die feuchte Narbe fällt. Man muß der Verwand»- lung der Pflanzen nachforſchen, damit man lerne, auf was Art die Blume und der Same entſtehe. Man muß von der Pandora der Inſekten lernen, welche Pflanzen den ver ſchiedenen Inſeten zur Nahrung dienen, und von dem Schwediſchen Pan, welche Pflanzen von. gewächsfreſſen- den Thieren genoſſen werden, und welche nicht. Man muß in Academiſche Gärten gehen, wo tauſenderley Samen jährlich aus den entfernteſten Gegenden hin gebracht und aus geſäet werden, und man wird ſehen, daß aus jeder Gata tung ihr eigenes Gewächs und fein anderes hervorkommt« „Man mußaus den Geſchlechtern der Pflanzen unveränders liche Characktere der Fruchttheile bilden. Man muß aus pen Gattungen der Pflanzen einſehen, in welcher Welta gegend jedes Gewächs wild wachſe. Man muß ſich ends lich durch die Philoſophie ver Pflanzen die Kenntniß ers werben, was zu den weſentlichen Beſtandtheilen der Pflan zen, zu den Abänderungen, zum äuſſerlichen Anſehen, was zu den natürlichen Ordnungen derſelben gehört. Da das als les auf hieſiger Academie, vielleicht mit glücklicherm Erfolg als auf irgend einer andern, unterſucht wird: ſo wird man es aud) hier am beſten erlernen können; und wer hier ſich vom richtigen Wege verirret, verdient weniger Verzeihung, als wer irgendwo anderwärts irret, 6. S. Ich weiß wohl, daß diejenigen, welche die Verwand- lung des Getreides behaupten, vornehmiich auf die neuere Botaniſten übel zu ſprechen ſind, weit dieſe ihrer Meinung dein “AU pt) e' 21 1; F:| | S Ar€ 199 IX. Vonder Verwandlung des Getreides, den Beyfall verſagen. Die Vertheidiger der Verwandlung- glauben bey dem erſten Verſuch tiefer in die Geheimniſſe der Natur gedrungen zu ſeyn als Leute, die ihr ganzes Leben hin- burch in Florens Umarmung zugebracht haben. Wenn das wahrwaäre?' ſv wollten wir ihnen deswegen Glü> wünſchen. Allein was wir deutlich einſehen, das getrauen wir uns auch zu behaupten. Die Alten glaubten, es würden viele Pflan- zen'aus dem bey der erſten Schöpfung in die Erde gelegten Saamen hervorgebracht, weil ſie verſchiedene aus der Erden. gegrabene Pflanzen wieder ausſchlagen ſahen. Andere, z. E. Borſtus, haben vorgegeben, verbrannte Fichtenwälder ver» wandelten ſich in Eichwälder.(S. Camerar. Hort, 126.) Andere glaubten, unſere verbrannte Fichtenwälder, wenn ſie mit Birkenbaſt angezündet würden, brächten nichts als Bir- Fen hervor, welches von gemeinen Leuten noch jeßt geglaubt wird. Noch ändere unter den Alten träumten, es würden viele Pflanzen, vornehmlich ſolche, die ſie gering achteten, als Schwämme, Mooſe und ſehr kleine Kräuter, ja ſo gav die fleinſten Thiere durch eine zweydeutiete Generation (generationem acquivocam) durch die Fäulniß, durch die Gährung, und was weiß ich durch welche andere verborgene Eigenſchaft, bey der Miſchung verſchiedener Erdarten er- zeugt.“ Denn ſie gäben nicht Achtung, durch welche Wege der Saame von der Mutter überall hingebracht wird. Sie ſahen, daß Ae>er, welche mit dem reinſten Getreide beſäct waren, oft voll Unkraut ſtanden, beſonders wenn ſie friſch waren gedüngt worden. Sie ſahen die Felder mit Wachol- der überdeckt, wo vor dem kein Wacholder zu ſehen geweſen war ,x und ſie wußten nicht wie dieſchwere Wacholderbeeren von dem Mutterſerauch an die weit entfernte Oerter gebracht würden. Was ſie alſo nicht ſahen, leugneten ſie, . 6. 9. Dieſe willkührliche angenommene Hypotheſe dauerte bis zu! den Zeiten des 5arvey, welcher es zu behaupten wagte, „es entſtehe alles was lebe aus einem Ey, oder die TM „bri “4 48 (nge iht db nun gl iderſpta ſnd R wan; 1 fannt? wenn nid! ji, (ih nze des Per nn(ehet nivoa, hm 1736 | 6 We werd: Neft aus woſpen; itte fü Om ale, nnd dem) Fuhr! Getreide] ' Vertwerdimg Chemiſche anjes Veber, 1, Weinty Lü winta ' wir uns m 1 viele Py Erde geleg us der Erde Andere, zG nvalder vm ort, I 26,) rt, wenn ſe hts als Bite ekt geglaubt 88 würden ing achteten, t, jaß gar jenteration , dureh die 4 verborgen | welche Dt wird. Et etreide beſt ent ſe feh nit Wachel- hen ge weſen jolderbeeren ter gebradt ) +. + dauerte pen wah t die Mutter bunt IX. Von der Verwändlutg des Getreides, F6k bringe ihres gleichen hervor, und anders geſchehe es niemals, Ob nun gleich die meiſten Gelehrten damaliger Zeit geradezu widerſprächen, und ſie auch ungelehrte, in den Geheimniſs ſen der Natur unbewanderte Zeute; noch heutiges Tages leu- gnenz ſo ſteht-ſie doch auf den ſtärkſten Gründen, Niemals konnte Rhedi kleine Würme in faulem Fleiſch erlängen, wenn nicht die Inſekten dazu kamen/ die ihre Eyer darauf legten. Undwahrlich wer auch die Struktur der kleinſten Thiere, ihre ſchiliche Gelenke, ihre Muskeln, Eingeweide und Empfindungsorgane 2c. 20. nur mit flüchtigem Auge über- ſiehet, der müßte kein Gehirn haben, wenn er glauben woll- fe, eine ſolche künſtliche Maſchine, welche alles menſchliche Genie weit überſteigt, könne von ohngefähr und von ſelbſt entſtehen. Eben dieſe Bewaändniß hat es mit den Pflanzen, deren Bau bey jeder Gattung ſo viel Gleichheit hat, ſo künſke lich eingerichtet und gearbeitet iſt, daß jedermann offenbar das Werk eines allwiſſenden und allmächtigen Schöpfers dars inn ſieher. Alſo gilt die ſv genannte beſtimmte Generation (univoca) aus dem Ey, ſowohl bey den Pflanzen als bey den Thieren, 3. OG. 1% Laßt uns die Vermehrung der Pflanzen betrachten; wir werden ſehen, daß z. E. der Stamm des Baums ſich in Aeſte ausbreitet, die Aeſte in kleinere Aeſte und dieſe in Knoſpen; daß die Knoſpen nichts anders als zuſammenge«- wickelte künftige Aeſte ſind, worinn ſchon die Theile des Aeſk- korn, nur ſehr klein, verborgen gelegen hat? Nimmermehr n trägt, als kann ich mir vorſtellen, daß aus einem Mandelkern eine an- änderl;hſte dere Pflanze entſpringen kann, als eine ſolche, welche vorher ine friedſy im Saamen gelegen hat, welche nothwendiger Weiſe, und nach den genaueſten menſchlichen Beobachtungen,- der Stammpäfanze ſo ähnlich iſt, als irgend ein kleiner vom Aug entſproſſener Zweig, dem groſſen Aſt, Es geſchiehet jeßt 20.0 feine neue Schöpfung mehr, ſondern das Leben der Geſchö- 2000 pfe pflanzt fort, und es giebt jeßt nicht mehrere Gattungen 003 WI3.05 Vor Zeiten gegeben hat. Wenn alſo bey jeder Genera- (1049-+ don das Seben'fortgeſe6e wird: fW folgr.auc), dos Jever Tie „GdmCa eigene Gattung behalt. Jumbo) ne): ſehen wirds G.1: 42% Die Alten glaubten, das Getreide arte in magerem Erdreich Stufenweiſe aus; der Weizen zu Rogen; der Rogugen zu Gerſten 3 die Gerſten zu Lolch 3 der Solch zu Treſpez die Treſpe zu 55afer 3 ja ſie glaubten auch, der Treſpen und Gerſtenſäame bringe in ferrom CErd- reich Roggen hervor. Dieſe Meinung dauerte ſo lange, als igen Ble gat[eid es denn gamen diet jer Vohtome el n eln man die Pflanzen und ihre Blüthen von ferne, und nur mit < in feine fiüchtigen Blicken beſchaute, Allein als Mialpigh, Tour- n bedede nefort und andere, die Theile der Blumen bis zum kleine engel ſien, nebſt ihren Unterſchied, mit Mikroſkopen betrachteten, 8 beſchrieben und abbildetenz als ſie hieraus die ſehr verſchiedee 40)| 4 ne Pflanzengeſchlechter ſeſtſeßten, die aus eben ſo verſchiedee as 54 nem Saamen entſtehen: ſo verſtummte dieſe Meinung, Obie m ge Getreidegattungen ſind v verſchieden, als das Schaaf, fe in"1 der Hirſch und das Kameel; kein einziger Theil kommt in der "1 ou NZ Geſtalt* 196 IX. Von der Verwandlung des Getreides, x? Geſtalt und Verhältniß mit dem andern überein, und ſo ſehr Auggen! die Gragarten in der Strufturgſühs Geſeylechts verſchieden en der“ ſind, ſo ähnlich bleiben ihre Gattlngen einander, Wer ſich Blum vorſtellen kann, daß ein Bock von. einem Haaſen, ein Hirſch Jene uſr von einem Kameel gezeugt werde, nur der mag glauben, daß und vie! Roggen aus Hafer oder Gerſien entſiehe. Ein ſolcher iſtam| Riſe hellen Mittage blind, wie die Maulwürfe in ivren Löchern, Hufirb weil er nicht hervorgehen und die Natur mit offenen Augen zu(ih beſchauen will. Niemand glaube alſo, daß aus einem Roggen gp, oder Haferhalm ein anderes Gras hervorfommen kann, als vundlig 1 ' zuvor ſchon da geweſen iſt, oder in den an der Wurzel zurück wg und! - gebliebenen Augen enthalten war, welche der Inbegriff der zw) Zi fünfrigen Zweige ſind, und eben ſo wenig verſchiedene Hals mig men hervortreiben, als ein abgeſchnittener Baum unterſchie=(rann! dene Aeſte hervortreibt. Der Winter würde auch nichts zu iim der Sache.thun, wenn ihm nur die Wurzel des Hafers wis verſtehen könnte, Es iſt einem Anfänger in der Pfianzen- kunde bekannt, daß alle Pflanzen des künftigen Jahres ſchon[y den Sommer vorher mit Blumen und Blättern vollkommen ſeeden da ſind, und mit allen ihren Theilen unterſcgieden werden. eight) können, ob ſie gleich nur in dem. Auge eingehüllt ſind. Man| mn öfne eine Tulpenzwiebel, die Augen der Daphne oder die nido Wurzel des Leberkrauts: ſo wird man die Blätter, die Blu des No men mit dem Kelch, der Krone, den Staubyaden und< tems|Efnch peln ſo vollkommen ausgearbeitet ſehen, daß man ſie deutlich N Einl an ihrem Unterſcheidungszeichen erkennen wird, Ziiemand"MN alſo, der die Sache nicht verſiehet, glaube, daß im folgenden Jahr eine andere Pflanze, andere Blumen und Früchte zum MY Vorſchein kommen, als welche ſchon jekt in dem Auge an Bilan; derjisWurzel verborgen liegen. Dies iſt ein ewiges Geſeß, ei-- inf ne ewige Wahrheit, ven AU. 1 BRS ai Aber laßtſuns'ſdie Fruchttheile|/des Roggens und der verwan Hafer mit einander vergleichen? wir werdennicyt die geringſte Wandel - Gleichheit, hingegen die größte Verſchiedenheit antrefſen. Der 09 Joggen EEE: ATTEST TSC TTTZSIHRETCRÄÜUMRTÜETHTHHH GH ZGZ<<< GR ETETEREERIETN DE TE een eidg, IX. Von der Verwandlung des Getreides. 19* „und fo ſihe Roggen hat eine Aehre, der Hafer eine Riſpe. Die Zähn- | LRkein, die mit Som- merfrucht beſaet ſind, unter anderm Unkraut auch Hafer be: „merkt;> Allein niemals findet ſich nur eine einzige Hafer- pflanze auf unſeren Roggenfeldern und den mit Winterger- ſten beſäeten Ae>ernz; welches ſonſt ſehr oft geſchehen müſte, "zumal da dieſe Felder den Sommer vorher mir J SIE Friſch ſind gedüngt worden. J a Nen-emmmmdene X. Verzeichniß der bconom. Pflanzen. 20x Den Schaafen iſt es ſchädlich, und die Yekochte Brühe da- von vertreibt die Läuſe.((Tter, Goth. 238.) Buropäiſcher Wolfsfuß,(Lycopus Europaeus Fl. 3. 27.) gefrocnet und mit Vitriol gekocht, giebt eine Hi ſchwarze Farbe, ! Gemeines Ruchttas( Antoxanthum odoratum Eu E1. 8. 29.) giebt dem Heu einen ſehr lieblichen Geruch. 4 Vis Scheuchz, Gram. 239.)* "an es 4 Gfficineller Baldrian.(Valeriana ofhcinalis Fl. S, lift, 211,) 30.) Die Wurzel wird von den Kaßen geliebt. Salat Baldrian.(Valeriana Locuſta Fl. Su. 32.) eBlS.4) Deſſen Blätter werden im Frühling zu Salat geſammelt. (heres Gur Deutſches Galgant- Strickgras(Schoenus ma2« nel Orouf riſcus) macht die tiefe und torfige Sümpfe früchtbar. Ir dern bit; Gothland deckt man mit den abgehauenen Blättern die Häu- in ſchwarz, ſer.(Ie. Goth. 230.) Von ſeinen Wurzeln leitet man die Violetfarbe Urſache der ſchwimmenden Inſeln her.(Scheuch, gram. 377.) Auch der Torf oder vermoderte Raſen wird davon erzeugt. wanalis€(Ebendaſ.) ht. YDald-Semſen(Scirpus ſilvaticus Fl. S, 38.) macht „ink oft die Waldungen fruchtbar, weil er ſich ſtark ausbreitet und 5 M.2008 Kleer-Semſen(Scirpus maritimus Fl, S8, 39.) bringt | ſowohl den Ufern der Seen und Flüſſe, als auch Hier zu 2and SES, 21) den Geſtaden des Meeres Fruchtbarkeit. IM See-Semſen(Scirpus maritimus Fl. 8, 40.) iſt zum Eu de Deen der Bauernhäuſer gut. In Smoland ſtopft man die "0| j Sättel damit aus- Man mahet ſie auch) zum Futter für das VO 4 Rindvieh ab. 15 Du Sumpf-Semſen.(Scirpus paluſtris) Iſt ein krefli- cern und vermehretr den armen fe und halb Zeuten das Getreide. 51.) Sitter Treſp,(Bromus Gigantevus Fl. S. 88.) iſt nengtas, das höchſie und fruchtbarſte Wieſenfutter, tet fich auf Gefiederter Treſp,(Bromus pinnatus FS; 86.) dient auf dürren Pläßen zur Futterpflanze. foſum Fl, LBliann« Schwintel,(Feſtuca Auitans Fl. S. g0.) die Zuſe iſt ein Futter der Gänſe und Ochſen. Cs giebt die Preußi- ſche eßbare Mannagrüße.(S. oel, Prul, 108.) iF, 8,39) Wieſen Schwingel,(Feſtuca elatior Fl. S. 91.) Lapp. 44) ein gutes Futter auf lockerem fruchtbarem Erdboden.(S.A Stockh. 1742. p. 62.) 63.) F Schaaf Schwingel,(Fettuca ovina Fl. S. 95.) (Ad, Stoc iſt mehrentheils die Nahrung der Schaafe,(It. Oel. 72. "ger in y] Goth. 256. 284.) YVindhafer,(Avena fatua Fl. 8. 97.) eine Peſt (Air Ho der Aecker, Man muß nach der Erndte die Stoppeln ver- brennen, und durch fleißiges Pflügen der Brachſelder aus- rotten. Die Dalecarlier ſchneiden es, ehe es reiſ Ul, und Sy verbiteit [+ ---<< EEN FL hm Bi Zi> 204 X. Verzeichniß der deconom. Pflanzen> bereiten Speiſe davon. Sein Saame riecht bis an die Way- de der Scheunen. Johren machte Hygrometer davon,' Wieſen Hafer( Auena elatior Fl. 8. 98.) iſt das ſchön ſte und fruchtbarſte Futtergras.( S. A&. Stock. 1747. p. 60) Nach ſeiner Wurzel trachten vornehmlich die Schweine, Gemeines Schilf( Arundo phragnites Fl. S. 99.) Es dauert ſehr lange Zeit, und man braucht es zu Dächern, auch ſtatt des Heues und zu Gewächsde>en in Gärten. Stukfka- furarbeiter brauchen es zu ihren Unterlagern.(It. Welt. 93) Rohrgras Schilf.(Arundo calamogroftis FI, 4 T00) Ein gutes Futter in Sümpfen.. Hügel Schilf.( Arundo Epigejos Fl. S, 101) Iſt eine Futterpflanze troener Pläße, Sand Schilf,( Arundo arenaria Fl. 8. 102) bins det den Flugſand.(It. Oel. 193. Got, 205) SommerLolch.(Lolium temulentum FI. S. 103) Verurſacht Schwindel und beynahe Blindheit,(It, Got, 223« 245.) Winter Lolch(Lolium percnne Fl, 8, 104.) Die Engelländer nennen es Raygras und es iſt auf 1 Wieſen ein gutes Futtergras. | Quecten Weizen.(Triticum repens Fl, S. 105) Die Wurzeln davon braucht man bey fruchtmangel zu Brod. Sonſt freſſen ſie die Schweine ſehr gerne, Die Blätter ſind das Brechmittel der Hunde. Rocken, Sand Elymus.( Secale, Binius are narius Fl, S. 106) Jn Getreidemangel werden die Wurzeln zu Brod gebraucht,(1t, Got. 331.) Jn Holland bale erden Flugſand zuſammen, Teufelsabbigß Scabioſe,( Scabioſa!' ſuceiſa Fl, S. 112.) Ihre Blumen zeigen die Zeit der Heuernde an, (It, Got, 254) Die Blätter färben grün,(Ir„Oel, 97.101.) Yobb LK Wol git Pl, vy (t. 04,6 gar dient fat AB, Soat' [3] Jew m "A( 1 1,0 Mir F| Gf auf(amy din die/ ſhrzus G/ Die Fyl R waeus Fl, von dus Cyindeln, iv die) gebrauf R Fl, 13 und far jeht 3 ande Yep ter davon, ) Höfe . Welt, 9 roſtis E1, 3 101)| . 102) biv Fl, 8,103) , Got, 223: 104.) Dy een Wieſt Pl, 8, 105) gel zu Brod latter ſit) '[ymus are je Wurzel! > halt erd (ach DP euernd on 1,97- 101) Woh! TERT.- mme BRE X. Verzeichniß der dconom, Pflanzen, 205 Wobhlriechender YDaldmeiſter,(Aſperula odo rata El, S. 115.) vertreibt durch ſeinen Geruch die Motten, (It. Oel. 60. AS. Stock, 1742 p- 27:) Sarber Waldmeiſter( Aſperula tinctoria Fl,S. 115) dient ſtatt der Färberröche zum Rothfärben,(It. Goth. 238. A&. Stock, 1742 p- 20) Vlegerfraut Labfrgaut.(Galium verum F1.S. 116) Die wohlriechende Blumen ſtreuet der 2andmann in die Stu- ben,(It. Oel. 158) Hlitrernaächtliches Sabkfraut,(Galium voreale El, Sv, 118.) Die Wurzel färbt roth(F1. Lapp. 60) RlebendesLabkraut,(Galium apatine Fl. S. 120) iſt in Gärten unter den Erbſen ſchädlich, Zartriegel Rornel.(Cornus ſanguinea Fl, S. 131) Das aus den Beeren gepreßte Dehl wird im Tridentiniſchen auf Lampen gebrennt.(Matthiol.) Das ſehr harte Holz braus en, Das-Geſiräuch wird zum Umzäunen der Gärten ge nußt., Das Holz iſt zah und feſt, dient alſo zu RNechen« zinfen. Schwalbenwurz Aſclepias.(Aſclepias vincCetoxi» cum Fl, S, 200.) Wenn ſie der Froſt gedrückt hat, freſſen ſie die Pferde, Die Saamenwolle giebe einen Zunder (Alpin,) Guter Heinrich Gänſefus.( Chenopodium bo- nus Henricus Fl, S. 208.) Die jungen Sprößlinge davon bereiten und eſſen die Engelländer wie den Spargel,( S. Raj« Syn. 156.) Rüſtern Ulme.( Ulmus campeſttris Fl, S. 219.) Die Blätter freſſen die Schaafe und das Rindvieh. Das Holz brauchen wir zu den Schifsböden, und in Engelland laſſen die Vornehmen ſehr koſtbare Särge daraus machen, weil es lange unverweßlich bleibt. Man verfertigt auch die Maſchi» „nen daraus, auf denen man die weiſſe Wäſche walzer, weil es glatt und feſt iſt, Das maſerichte Holz braucht man ſiatk des Olivenholzes zu fein gearbeiteten Schränken. Weil es auch ſehr zähe iſt: ſo wird es auch zu Wellen, Mühlrädern und Preſſen genommen, Wegen des angenehmen grünen' Zaubes gibt dieſer Baum die ſchönſte Alleen, und ſchadet d der Fruchtbarkeit des Graſes nichts.(It. Welt. 66.) Übeerſtrands Ülannstrett.(Eryngium mariti- mum, 220,) Die Wurzel ißt man ſtatt Spargel, G8t- Ki | Gal Ne Wurz ſehe Epe! | 9:1 [mrd 357 Or Zul bil€ 232 v DE 3 NENNE Sat |: Dur'f Wr vd Gin iſt bem Ile 7: 5;„.. Goth, 1| Nh 20060) und pw ien, X.“Verzeichniß der dconom, Pflanzen. 209 Ww vornehn) Garten Nlohren.(Daucus carota Fl. S. 223) Die Wurzeln werden in Gärten gezogen und ſind eine gewöhn« ms, 19) liche Speiſe. Gatterzing Sumpf Silee.( Selinum paluſftre, 227.) die Wur- um Jah zel pflegen die-Lappländer zu Fauen. ZarentlauPorſt.( Heracleum ſphondiliumFl, 23 1.) nFl, S, 19 Die Bauern in Sibirien brennen Brandewein davon(Gmel, öſſerig ſchy Sibir, 1. p. 14, ie 4 Erz Engelwarz.( Angelica archangelica Fl. 8. 233.) M AW Die Zappländer machen aus den rohen geſchälten Stengeln eine Delicateſſe. 37 SafſrangelbeRebendolde.(Oenanthecrovata 237) chat, eſs Die Wurzel iſt für Menſchen vas beftigſte Gift.( Boech,) inen Zun YDaſſer Peerſaat,(Phellandrium aquaticum 238) 17:00 verurſacht bey Pferden Lähmungen,(It. Welt, 46.) " 08 Gifriger Wuütrerich,( Cicuta viroſa. Fl. S. 235) 4(E R iſt dem Rindvieh tödlich.(Fl. Lapp. 103.1t. Welt. 98.) jan v 1461 Zundspeterſilie Gleiſe.(Hethuſa cynapipym FI, ,219,)) S. 240.)- JTſt den Menſchen und den Gänten ſchädlich,( lt. 135 VINCEFON . Daesi Goth. 165.) gelland leſt Rlerten Rerbel(Scandix antriſcus Fl, 8, 241) wird jen, welt gewöhnlich in Gärten als Gemüß gepflanzt, ) die Maſo Wilder Rälberkropf,(Chaerophillum lilveſtre vj, m PLS. 243.) färbe gelb(Ir, Welt, 3) und grün(AC Stock, dt manta 1742. P. 27.) Weile: TE Wieſen Rummel,(Carum carvi FI. S. 245.) wird von orn. 918 Gewürz im Brod, Brey, und Brandewein gebraucht, 8 1 4 und zu Lunden in Gorhland häufig geſäet.( A&. Stock. 1744 9 P- 233.) Wald Gerſch,( Aegopodium podagraria) wird im Frühling zu Gemüß geſammelt, gp OÖ Stark- jum mart! "gel, (| 210 X. Verzeichniß der dconom, Pflanzen, -Starkriechende Peterlein, Sellerie.(Apivmpgra- veolens 248.)- Die Wurzel wird als ein gewöhnliches Ge- müß in Gärten gezogen. Schwarzer»Hollunder.(Sambucus nigra Fl, 8, 250.) wird in Schonen neben die Häuſer gepflanzt; doch iſt ſein Geruch dem Menſchen ſchädlich. Obgleich ſeine Bee- ren für ſchweistreibend gehalten werden: ſo ſind ſie doch für die Hüner ein Gift,(Barch. Cenr. 4. p. 248) Das hatte gelbe Holz wird von den Drechslern ſtact des buchsbaumenen| gebraucht,.. 5531: - Atti Zollunder.(Sambucus Ebulus 251) Die Beeren färben Purpurroth,(F1. Qel. 31.) | Sumipf LEinblatt.(Parnaſlia paluſtris 252)- Die Blumen deſſelben zeigen die Zeit der Heuernde an. Rundblätrriger Sonnenthau.(Droſera rotun- difolia Fl. S. 257) Er iſt ven Schaafen ſchädlich.(Barth, as. 4. p. 162.) In Gothenburg legt man ihn in die Sei- getucher damit die von Kuhpilzen verdorbene Milch verbeſſert werde,. Ramſel Lauch.(Allium urlinum 263) In Goth- land bekommt die Kuhmilch einen Geruch und Geſchmack darnach.(It. Got. 169.) Man ſagt, daß er bey Hopfen- bau die Pflanzen, in Gärten die Maulwürfe, und in Häu- ſern die Mäuſe vertreibe,(Fl. Su. p. 53.) ""SpittSauch.(Allium ſchoenopraſium 264.) Gibt „der“ Milch ſeinen Geruch und Geſchmack.(It. Oel. 91.) Man zieht ihn auch in Gärten als ein Gewürz zu gekochten Fiſchen und zum Futter für die Indianiſche Hüner. Gemüß Lauch,(Allium oleraceum 265.) wirdim Frühjahr zu Gemüß geſammelt. j Gras Lauch.(Porrum, Allium Scorodopraſum FL S. 266.) Jn Gothland und Oelapd nimmt die Milch ebenfalls einen Geruch und Geſchmac> darnach an; man braucht es daſelbſt auch unter Gemüße zu kochen. . Rn10* X LKR fagum H Ic, yd 4,0126 |"6 8,270! Of Die Epry ,(harten wi FS 27 (Menand, (017 Rm Ws Fiſher pendochte) „zun Jer A! „ländiſche! | (61! 90,)| Laugen eit) (des Zitro] "ſm Zu fur ether; vil pire] (Ely, li; Brüh), Bid jh fonte I 1/ ZU EI= emen ZEE EEE IRRT Zam =. nE BEZ Nur I mme.- wn We, X. Verzeichniß: der deonom, Pflanzen, 211 R.(Apiunm--"Knochenbrecher Zaunblume.(Avthericum oſli- which fragum El. S. 268.) man ſagt es ſey den Schaafen ſchäd- lich, und heißt es Fnochenbrechendes Gras.(S. Barth, Act. 18 meran"240. 126:.222. FÜ Lappe 1362) Fanz; doh) Gelbe Vogelmiilch,(Ornithopalum luteum, Fl, ed) ſeine) S. 270.) wird bey Getreidemangel zu Brod gebräucht. nD ſie doh) ) Dash Ofticineller Spargel.(Aſparagus officinalis 272.) Die Spargelkeime werden als ein Leckerbiſſen ſorgfältig von (OSbaumy 3 aehebaun den Gartnern gezogen. ; Weißwurz Hlayblume:( 6onvallaria polygonatum 8251) y| Nis SBuptol'; Fl. S. 274.) Die Wurzel dient in Fruchttheurung zu Brod, (Menand, Satagund. 3) SENEN) Nis: 4 M7 5 252),0 Gemeütet Calmus.( Acorus Calamus Fl. 8. 277.) eqn, Man wirft die Wurzeln hier zu Land in den Brandewein. roſſera rtv Slatrriche Binſe.( Luncaus eftuſus 279.) Dient zu dlich,(Ban Fiſcherreuſchen und Körben; von dem Mark macht man Lam- n indie Si pendochte(Ir. Welt. 184.) auch klebt man ſie hier zu Land ilch verbeſſe zum Zierrath auf Schachteln, HZaarichte Binſe.(luncus pilolus, 287.) Die Smo- Tul) 13 Ri Jändiſche Bauern geben vor, ſie ſey den Schaafen ſchädlich. er bey Juf Gemeiner Saterdorin.(Berberis vulgaris Fl, Su, »; und in ür 290.) Die Beeren ißt man als Salat. Die Rinde in Laugen eingeweicht färbt gelb. Den Saft bräucht man ſtätt 1264) 0 Des Zitronenſaſtes zu Punch. In Ancarcrona zieht man 1.0466) ſchöne Zäune davon, die ſich beſchneiden laſſen. Cs iſt ein 3 gefody ſehr harter Strauch. inet Sauer Ampfer.(Rumex acetoſa Fl. 295) Die 65.) vit) Lappländer machen aus den Blättern ihre Sauerampfermilch. u(Flor. Lapp. 130.) Man zieht ihn auch in Gärten zu dopral Brühen. Von dem Saamen pflegt' mant in Fruchtmangel 3„7 Brod zu backen, welches aber doch zu ſehr ſtopft, Die ge- ud trocknete Wurzel färbt ſehr ſchön rorth+(Ruland,) 13 mano )'2 Schaaf 0 KEEEEEnEEEEEERRRVIÜÖ JIITZI“rt db 200004 zz. 212 X: Verzeichniß der vcononm, Pflanzen, Schaaf Ampfer.(Rumex acetoſella F, 296.) Zſt ein böſes Unfraut auf Äeckern. Hieer Rrötengras.(Triglochin maritimum Fl, 8. 298.) Das Rindvieh ſrißt es wegen ſeinem ſalzigen Ge« ſchmack ſehr gerne.(AS. Stock. 1742. p- 147-; Afterahorn HTaßholder.( Acer platanoides Fl, 2303.) Ein prächtiger Baum zu Alleen und lebendigen Zäunen. Wenn er im Frühling aufgerißt wird: ſo tropft ein Saft heraus, davon man Zucker machen kann. Das weiße glatteund leichte Holz braucht man zu Flintenfolben und Stiele in mancherley Werkzeuge; auch die Drechſier- verſertigen vielerley ſehr ſchöne und halbdurchſichtige Geſchir- xe davon. Hier zu Land ſchnißen die Bauern aus den ma- ſerichten Wurzelſtücken hölzerne Löffel. Scmalblättrichter YDeiderich.(Epilobium an- guſtifolium Fl. S. 324.) YWeſtbecF bat vor furzem die Saamenwolle ſtatt der Baumwolle vorgeſchlagen. Die Wurzel treibt unter der Erde ſehr die und häufige Sprößlinge. Gemeine Zeide,(Erica vulgaris Fl. S. 309,) be- deckt die ſteile Felder und macht die Wieſen unfruchtbar. Die Bienen lieben ſie am meiſten, und erhalten ſehr viel Honig davon. Ex wird, wo ſie häufig wächſt, davon roth. (S. It. Oel, 124.) In Wieſen wird ſie oft durch dichte Zäune vertrieben.(It. Oel, 94.) Die weſtliche Schweden welche kein Holz haben, kochen die Speiſen dabey.(Tt. Wett. 183.) Wenn man ſie in Gärten begräbt, macht ſie daß das Waſſer durchſeigt und abfließt. Zn Smotand ſtreuet man ſie den Schaafen und Ziegen unter, und wirft ſie in großer"Menge in die Viehſiälle, damit ſie trockener bleiben, man erlangt dadurch vielen Miſt. Ju Engelland thut man ſie ſtatt des Hopfens ins Bier.(Plot. Staft, 379.) Die Bergſchotten binden die Heide zuſammen, daß die Wurzeln herunter zu gekehrt ſind, und machen auf ſolche Art weiche Betten davon. 2 Rel- Sy Gege] A yu) 3 om Nn (04 „113)% MONE md Ww.. 5 pi 8,314,)1: Zufer zu dam put. den Dierft | IW 1.9, 35 ſen Fant it vieler | Oeldſy Gibs,, Im amphlhiem Genilign Wien, X. Verzeichniß der deonom, Pflanzen. 213 .296,) N Rellerha!ls Daphne,(Daphne mezercum Ll1'S: g11.) iſtein Strauch von dem ſchönſten Anſehen, welcher ritimum R am früheſten im Jahr, wenn der Schnee noch nicht weg iſt, 1 ſalzigen(y blühet. Mit dem Beeren töder man die Wölfe und Füchſe. 8 Sumpfseidelbeer.(Vaccinium uliginoſum Fl. 312) atanoidsy Sie gibt einen ſehr mageren Boden zu erknnen,(Irer. Weſt. d[ebendiy 331.) Die Beeren werden von den Kindern und von den d: ſowi Indianiſchen Hünern gegeſſen, verurſachen aber oft Schwin- fann, P del. Slintenfolbn Gemeine Zeidelbeer.(Vaccinium Myrtillus Fl. ie Drechſt 8. k13.) Die friſchen Beeren ſind vor gutem Geſchmack. tige Geſhb Göetrocknet braucht man ſie zu Brühen; auch macht man ei: ws den ww z1en verdickten Saft davon. Sie färben auſſerdem violet und roth. 08| Preuſelbeer Zeidelbeer.(Vaccinium vitisIdaca Fl ' 149 S. 314.) Die Beeren ſind ſauer, doch werden ſie friſch mit oel 1 Zucfer zu einem verdickten Saft gekocht, und ſchme&en als» proßungt, dann gut... Das Cappatialmas der Lappländer wird auch von 309.) 6 den Beeren verfertigt.(Fl. Lapp. 143.) IE M1995beer Heidelbeer.(Vaccinium oxycoccos pe"4 FL S. 315.) Die Beeren ſind ſo ſauer, daß man ſie faum davon") eſſen kann, wo ſie nicht zu einem Saft bereitet werden, der 09 nN mit vielem Zucker verſüßt, alsdann angenehm ſchmeckt, he Cm Die Goldſchmiede brauchen dieſe Beeren zum weiß füden des 1 Silbers.(1. Lapp. 145.) 4 Smola) Ampbhibiſ cher Wegetritt.(Perſicaria polygonum und wirf amphibium Fl. 318.) Die Wurzel breitet ſich in Gärten | gewaltig aus. ſie trodfent a Engellun YDaſſerpfefſer YVegetritt.(Polygonum hidropi- Staff, 379 per Fl. 320.) Eine ſcharfe Pflanze, die zum Schminken m daß und gelbfärben gebraucht wird. uf folgen | M3 Buch- 0 x 214 X, Verzeichniß der dconom, Pflanzen. Zuchwinde Wegetritt.(HAelxine, Polygonum convolvulus Fl. 8, 323.) Eine ſchädliche Pflanze auf Ae- Fern, Den Saamen genieſſen die Menſchen und die Vögel. Zuchweizen YWegetritt.( Po!ygonum fagopyrum „Fl. S8. 324) Er wird auf den magerſten Aeckern in Sho- nen mit gutem Nußen häufig gezogen; vornehmlich aber. ſcheint er eigentlich zu Brey am dienlichſten zu ſeyn. Friſch frißt ihn das Vieh, allein nicht leicht trocken. Die Hol-. länder ſtopfen mit den Schalen ves Saamens im Winter die Dächer aus. A&. Stock, 1744. p+ 119) Bärentraube Sandbeere( Arbucus uva urli F1.S 339.) bedet die duürreſten ſandigen Gegenden, Hier zu Land iſt es die vornehmſte Gerberpflanze- Man kann grau und ſchwarz damit färben.(AT. Stock. 1742. p. 28. It. Weſt. 110.)-Die Blätter werden auch unter dem Toba geſchmaucht.(Ebendaſ, 1743« p+ 293.) Die Beeren ſind unſchmackhaft und. kaum eßbar,; Alpen S«andbeere.(Arbutus alpira Fl. 341.) Die Beeren ſind ſchwarz, und ſchmecken eben nicht gut, doch pflegen ſie die Lappländer zuweilen zu eſſen. Sumpf Porſt.(Ledum paluſtre Fl. S, 341.) Die- ſer ſtarfriechende kleine Strauch tödet die Läuſe des VWiehes. Das.daraus deſtillirte Dehl wird nebſt dem Birken Oehl zu „den Ruſſiſchen Juchten gebraucht. Arme Leute brauchen es att des Hopfens im Bier, es verurſacht aber Kopfweh. ?/ 'Immerwährender Rnawel.( Scleranthus peren- nis F1.'S. 349.) Er führet die Pohlniſche Schildlaus an- der Wurzel, womit man färbt,( At. Vpl. 1742,) Ueberhängende Silene.(Silene natansFl. 8. 346.) An den leimichten Gelenken des Stammes bleiben die Jn- fekten hangen, « Ge: WB ji X Gen Oje junge | zu wet zul demangt! Ho! aimed 1 meis Dt 6 3,) M0 auß wig gel? 398.) 5| damit fid! j S1 dur pls, de mh angenehh | werden! | ſnd. 4 | öhren ge | |(nfolben) GO; WEN NNEN inn 0, N Die N| in Oln /„» y, '„ EUER 4 "m, Polyponn fue ub ) die Vozt, m faoopymn (Fern in Ch ehmlic ar eyn, ui Die H( | Winter dy va urfi Fl] n Hier yt m bann gt N028% v dem-Toht Beeren ji) „z41) M x gut, de) . 341.) 0 e des Vith irfen Del 1 fe brauchen 1 - Kopfweh. nthus pere Schildlaus 1! 742«) nsPl,S, 4 aiben die “A 0 nr= weÜongeeweennumne-:==ew X. Verzeichniß der dconom, Pflanzen. 215 Gemeiner Zünerdarm.(Alſinemedia Fl. 8. 369.) Die junge Hüner und Singvögel lieben die Pflanze. Seld Spark.(Spergula arvenſis Fl, S. 377-) wU- end. Das Holziſt ſehr hart, 269, und gibt gute Rechenzinken. Biehlbaum Hagedorn.(Cratxgus aria Fl. 398.) Di Beeren ſind eßbar aber bläbend 3, getronet können ſie in Gereidemongel zu Brod gebraucht werden, auch kann 31 Lier und Brandewein daraus machen. Das H»'z iſt 9.4 ge- , Ge zz 20- ewt SEEN»eimmenwereZZÖwZeE= üvamemnn=zEncikmrciim€“mec um" x 216 X, Verzeichniß der Sconom, Pflanzett. gewaltig feſt, zäh und glatt, und deswegen zu Wellbäu»- men, Rädern und Rebenpfälen dienlich. Die Tiſchler ſu- hen ihn ebenfalls ſehr. j Gemeiner Hattedorn.( Crategus oxyacantha FI. S+ 399.) Dieſer Strauch iſt der beſte zu lebendigen Zäunen» weil er dornig, ſtarrig, nicht kriechend iſt, und beſchnitten werden kann, Auf Feldern wuchert er mehr als andere, Das Holz iſt ſehr zäh, hart, und wird.deswegen zu Kam- men in Mühlräder gebraucht. Vogelbeer Sperberbaum.(Sorbus aycuparia Ft. 9. 400.) Die Beeren werden zur Lockſpeiſe der Vögel in die Bügel gehängt, auch freſſen ſie die Hüner. Site geben et- was Brandewein, doch wenig. Die Blätter frißt das Vieh. In Norrland fücterr man mit der gedürrten und Fleingemach- fen Rinde das Hornvielh) und Pferde. Aus dem Holz kann man Tiſche verfertigen, weil es feſt und zäh iſt; auch zu Radſpeichen, Deichſeln und Tobackspfeifenröhren iſt es dien- “ TliM Die, Bauern machen aus dieſem Baum, wenn ex noch wächſt, ihre knotichte Stöcke. Wilde Bien.(Pyrus ſilveſtris Fl. S. 401.) Dieſe iſt die Mutter aller zahmen Birnarten, und man kann an- dere darauf pfropfen und oculiren, Das Holz iſt ſehr diene lich allerley Künſtlerwerkzeuge daraus zu machen, daher es auch die Drecheler ſuchen; denn es iſt glatt und faſt wie ein Glas. 55013 Apfel.(Pyrus malz Fl. S. 402.) Die Früchte ' mit Milch oder Waſſer gekocht, geben den Bauern Speiſe und Trank. Die Rinde färbt gelb.(A& Stock, 1742.) (an pflanzt ihn des Pfropfens wegen in Gärten, Weil die - Maulwürfe die Wurzel nicht beſchädigen. Nach dem Hage- dorn iſt das Apfelholz ſeiner Härte wegen zu Mühlrädern das beſte,* Rother Sreinbrech Spierpflanze.(Spirza fili- pendula, Fl, S, 404.) Die, fnollichte; Wurzel freßen die Schw K 17 Ccwin! eben die |» ELS, 40 erfennet tagein Qutzn O“ Wi! wegen Ii Giraud j mag fed hatten Yurden/ hene ww DB werden) * +| 412,)/ Pen(4 Emes SS HSSS SS R RS SS SSS SS RR RR RSR INNEN Mert"Lin vt, X. Verzeichniß der dconom, Pflanzen, 217 zu Deſkt; 1905 Schweine ſehr gerne und verderben durch Auswühlung der« NK ſelben die Wieſen.: Johanniswedel Spierpflanze.(Spirxa Vimariäs ! AEN Fl. S. 405.) Sie gibt einen falten und ſumpfigen Boden zu * hit erfennen. Er. Oel 91.) Die Bauern ſtreuen ſie an Feſt- 07 6 kagen in die Häuſer, damit ſie die Luft reinige, und einen 7 6“. guten Geruch verbreite. | Yvoilde Roſe.(RofacaninaFl/S. 406.) Sie wird . wegen ihrer ſchönen Blüchen und Stacheln für den beſten veuparial Strauch zu Zäunen gehalten. Wielen Sommerzewächſen 0gel in di mag ſie auch wohl zum Schus dienen, welche unter ihrem e geben et Schatten ſicher wachſen, auſſerdem aber gewiß vordürben. das Vieh, Von den ausgekernten Beeren werden wohlſchmeckende Brü« leingemach: hen bereitet, auch macht man ſie zum Nachtiſch mit Zucker | Holz fan ein. Die Roſenſchwämme( Gallx) heiſſen in den Apothe- ſ; auch p cfen Bedeguar und enthalten eine gewiſſe Art von Jnſeckten. 1 if eS iw Gemeine Zimbeer.(Roubus Idaeus Fl, 8 408.) LEE Die ſehr wohlſchmecende Beeren werden auf allerley Art ein» gemacht, urid geben einen angenehmen Wein. Die Sten- 1.) Dieſ gel, welche ein Jahr geblühet haben, verderben den folgen- m fan den Winter.: ſt fehr dw Brombeer Himbeer,(Rubus fmuticofus Fl. S8. k deſt K 409.) iſt gut in lebendige Zäune zu pflanzen. nd faſt! Bocksbeer Hünbeer.(Rubus cxlius Fl. 8. 410.) WE) Iſt den Aeern beſonders in Roſlagen ſchädlich, weil ſie zu Die Vas ſehr um ſich kricht. Die Beeren machen den Wein ſehr em Cpeiſt wohlſchmeckend, ſind auch roh oder eingemacht nicht übel dk 1742) zu eſſen. 4 weil dl Selſen Gimbeer.(Rubus faxatilis Fl. S. 411.) 15 Dag Kriecht auf ſchlechten Wieſen weit umher. Die Beeren fäden werden von den Kindern auſgeſucht. 10 Viorrländiſche Zimbeer.(Rubus arceicus ELS. Spirza fis 412.) Die Beeren haben unter allen Europäiſchen den be- freßen 1! ſten Ceſchmac> und Geruch, und werden daher ſowohl roh, Ey H''s als 218 X; Verzeichniß der dconom, Pflanzen.. ee x ls eingemacht ſehr gerne gegeſſen. Auch den Wein der Me BO gegoſſen wird, machen ſie ſehr angenehm. Man 2.) 2 kann ſie leicht in Gärten pflanzen, fie muß aber im Winter(en ih mit Schnee bedeckt, und im Sommer mit andern Sträu- ät; chern umgeben werden, damit ſie Schatten bekommt.| Rit | Hiulcbeere Simbeere.(Rubus Chamamorus Fl, ſher j S. 413) Sie wächſt am korfigen„ſumpfigen, unfruchtbaren pm a i und den kälteſten Pläßen. Die Beeren kann man roh eſſen, fou und auch einen Zucferſaft daraus machen, ſhade Eßbare Erdbeere(Fragaria vesca Fl. 414.) Die- ev» Beeren ſchmec>en mit Zucker, Milch oder Wein ſehr gut, MT. und. hier zu Land eine ſehr gewöhnliche Speiſe. 4688 50 anſerich Potentille.(Potentilla anſerina Fk S, 49 415 RL ſind nach Verſchiedenheit des Bodens entwe-[hann der weiß oder gelb; macht ſchlechte Wieſen. y Scrauchartiete Potentille,(Potentilla fruricoſa Fl, Einj | 416.) Die DODeländer machen von dieſem Strauch Beſen. M Wi In Gärten iſt ſie die ſchönſte Pflanze zum Hmſchen der Bee- 0 n y ten, denn ſie blühet den ganzen Sommer durch. ehren vy Geradſkehende Ziurwurz.('Tormentilla ereftz hm 109 Fl. S. 421.) Die Wurzel wird in der Inſel Färs zum Ger» 8 115.4 1 100 ben und Futter der Schweine geſammelt.(Barthol. A&.|H JN 1671, S. 39.) Die Lappländer brauchen die gefauete Wur»| 14) NULEN zel zum färben: des Leders,(EF!, Lapp. 133-)](1? 1) Lrelken Nlieerwurz.(Geum caryophillata FITS 7 423.) Die Wurzel ins Bier geworfen, gibt ihm einen ge- 1 würznelfenartigen Geruch, und. ſoll auch das Sauerwerden; 4 abhalten.| 11114 IM Weiße Seeroſe.(Nymphza alba 436.) Die Blät-. 194 1), fer machen das Waſſer ſtill und rubig. Die Fiſche ſollen a. ſich, auch dabey gerne aufhalten. Von den Wurzeln und Blättern werden die Schweine fett. Durch den Genuß oder Rauch derſelben werden die Hausgryllen vertrieben, Eiſ „Aeh- jm,. m Bei) nehm, Ny er im Pity ndern Sttiy ommt, 1amoru| mfeuchtbay an roh ſy, 414.) M In ſehr gut iſe, ſerina Ek 8, odeng entw 1 fruticolaF,, aud) Doſen, jen der Bet ata ere ed zum Barthol, 48 fauete Yi illata Fl. 3 un einen 9% Zauerwerde Die Mi Fiſh fl Gurzeln 11 Genuß 9% wv Ve): X. Verzeichniß der dconom. Pflanzen.. 219 : Aehriges Schwarzkraut.(Tilia Europxa Fl, S, 432.) Iſt zu Alleen und Zäunen dienlich. Sie wird we- gen ihrer wohlriechenden Blüthe und ſchattichten Laubes ge- ſchäßt; wächſt gerne auf Wieſen und läßt ſich beſchneiden. Die Rinde in Waſſer eingeweicht gibt gute Seiler und Fi- ſcherreuſſen. Die Kohlen brauchen die Mahler zum Zeich- nen, auch ſind ſie gut zum Schiespulver.( Raj,) Das Holz iſt von weicher, leichter und glatter Art, und leicht zu ſchneiden, daher brauchen es die Bildhauer zu ihren Figu- ren. Die Schuſter bedienen ſich deſſen zu den hölzernen Ab= ſäen der Schuhe und zu Tiſchen worauf ſie das Leder ſchnei- denz; denn es macht das Meſſer nicht ſtumpf. Wegen ſei- ner Leichtigkeit wird es zu Mulden und Wurfſchaufeln ge= braucht. Weil es aber locker iſtz ſv taugt es zu Gefäſſn, darinn man Aüſſige Sachen aufbewahrt, nicht wohl. Wau Harnkraut.(Releda Iutcola Pi. 8. 439.) Eine gelbe Farbepflanze;(AS. Stock. 1724-P- 2:5) 15500 Werth iſt aus der Weſt, Reiſe S. 119. zu erſehen. Es wird von den Färbern gepflanzt.( Ebendaſ. S 127.) Die Aehre neigt ſich gegen die Sonne, und zeigt auch bey truü- bem Himmel, bey Tag und Nacht die Uhr an. Wolfswurz Sturmhut.( Aconitum Lycoctonum Fl. 441.) Die Wurzel tödet die Wölfe; in Waſſer ge- Focht, die Läuſe des Viehes« Blauer Sturmbut.(Aconitum Napellus FI, 8: 442.) tödet alle Thiere, nur ſchwerlich das Pferd. Iſt alſo zuvertilgen.(A&. Stock. 1745. 217.) Afteraloe Waßſſerfeder.(Stratiotes Aloides Fl, 444.) Sienährt vieleWürme und Jnſecten,und daher ſchaßen ſie die Naturforſcher der Thiere ſehr ho<. Wegen ihren Stacheln iſt fie den barfuß gehenden Heumövern verhaßt. Zayn Anemone.(Anemone nemorota Fl. 3, 450.) Sie ſoll dem Rindvieh oft Blutharnen verurſachen, Sumpf Cir. Mi w 220 X, Verzeichniß der dconom, Pflanzett. Sumpf HSanenfuß.(Banunculus flammula Fl, S. 458.) Iſt ſcharf und weder Hornvieh noch Zugvieh frißtihn. Scharbock Hanenfuß.(Ranunculus ficaria Fl, 8, 460.) Wird im Frühling als Gemüß gegeſſen. Jn Gär« ten wuchert und verdrängt er andere Pflanzen zu ſtark. Zrennender Hanenfuß,(Ranunculus actis Fl, 8. 466.) Das Rindvieh läßt ihn ſtehen; wenn er verblühet iſt; ſo iſt es eine Anzeige, daß die Zeit zur Heuernde vor- handen iſt, Waſſer Zanenfuß.(Ranunculus aquatilis Fl S. 472.) Dieſe den Aalen angenehme Pflanze wächſt häufig in Gräben.:: Sumpf Dotterbluyume.(Caltha paluſtris Fl, S. 473.) Wir haben geſehen, daß das Nindvieh dieſe Pflanze unberührt ſtehen läßt. Daß ſie alſo der Butter eine gelbe Farbe zuwege bringen ſoll, iſt falſch. Die noch nicht auf- "geſchloſſene Blumen bereiten und genieſſen einige ſtatt der Kappern. Lachentfnoblauch Gamander. Teucrium Scordi- um Fl. 476.) Cs gibt der Milch einen Knoblauchs Ge- ſchmack.(It. Got, 292,); Quendel Thymian.(Thymus ſerpillum Fl. S, 477.) Die Blumen werden von den Bienen ſehr geliebt, IDobhlextemutrh Doſten.(Origanum vulgare Fl, S. 480.) Färbt die Wolle roth oder purpurfarb.(1. Oel, 97. 98. I01.); Acker Ühunze.(Menta arvenſis Fl, S, 481.) Wenn 'das Vieh viel davon frißt, ſo ſoll es das Gerinnen der Milch verhindern; Die Wieſen macht ſie ſchlecht. Epheublättrige Gundelreb.(Geechoma hede-| racea Fl, S, 483.) Sie macht ebenfalls ſchlechte Wieſen. - Scwatze Ballote,(Ballota nigraFlL Svec. 484-) iſt eine Arzeney für das Rindvieh, Ge- | Sherf-€) adern der hitman) Nofal Fommet 1687 4| 5176 Hop€ ju'K. Verzeichniß der deotnotm, Pflanzen. 221 A Gemeine Ratzenmünze.„(Nepeta cataria ELS 4 m 436.) Die Kaßen lieben dieſe Pflanze. | 4+ Bienſaut Roßpoley. Stachys ſilvatica Fl, S. 489.) ' al M Die Kröten ſißen gerne unter ihrem Schatten. ED Sumpf Roßpoley.(Stachys paluſtris Fl. S. 190.) 560 Die Schweine freſſen die fieiſchigte Wurzel ſehr gerne, er vorbliſt vernde 4 Seintraut Dorant. Antirrhinum Linaria Fl, S, 501.) Der unangenehme Geruch deſſelben treibt die Fliegen ils EIS aus den Häuſern. 1 IE Gemeiner SHäantenkamtt.(Rhinanthus crifta galli Hf! häufig F1, 8. 503.) Wenn die Kapſeln den Saamen fallen laſſen: ſo iſt die Heuernde da,(It. Goth. 238.) 237 Sumpf Läuſekraut. Pedicularis paluſtris FL 8. : eine geh 505.) Gibt feuchte kalte Pläße zu erkennen.(Ir. Welt. 4.) ) nicht auf Acker Ruhweizen.(Melampyrum arvenſe Fl. 511.) Jſt den Landleuten im öſtlichen Schweden ſeiner Menge eo ge ſtatt der; gen verhaßt, beſonders weil er das Mehl ſchwarz macht. jam Scordi- Wieſen Ruhweizen.( Melampyrum pratenſe Fl. (nuchs 1 513.)- Das Rindvieh frißt ihn überaus gerne, und die Milch und Butter wird ſehr fett und gelb darnach.(Fl 008 720.050) : 0) Groß Sonnenwurz.(Orobanche maior Fl, S. 519, ; Skjerf- frö, Cod, Frieder. Suec, Tit. zdil. 8. 4.) Iſt in ſgare Fl, andern Ländern ein verhaßtes Aer Unfrautz hier zu 2and Ii, Och 97» hat man nicht viel davon zu befürchten. 7.) Went YLiordiſche Linnäe(Linnzxaborealis Fl. S. 522.) ver Milh kann man als Thee brauchen. Srübjährige Sungerblume.(Drabaverna Fl, S, hedt- 523.) Die Blüthe derſelben zeugt in ESmoland die Zeit der Ae RoFenſaat an.' Die ſich neigende Blumentraude verfündigt Wieſen kommende Plakregen, und die eintretende Nacht,-( Hort, ver 44) Cliff. 333) nN, 23 gqu- ----<0 emma SE=„m 50* FIF TTEEREGE << TRE FARE [) 222 X. Verzeichniß der deonom, Pflanzen. “ Täſchel.(Tbl Lepidium El. S, 5 30.) Schadet dur) ſeine Menge oft den Ae>ern, Seld Täſchel.(Thlaſpi campeſtre Fl, S, 53, Zeigt lettige Felder an.|| a Pfefgerkraut Rreſſe.(Lepidium latifolium Fl. s, 533) Man ziehet fie des guten Geſchmacks wegen, .. Officinelles Löffelfraut.(Cochtearia oſhicioa- lis Fl. S. 507.) Wird als ein Frühlings Genuß und Ar- zeneymittel gepflänzt. MieerrettigLöfſelkraut.(Cochlearia armotacia Fl, 5.40.) Die Wurzel wird ſowohl roh als gekocht ven, Fiſchen Und Fleiſch geſpeiſet. Zähmer Leindottet.( Myagrum ſativum Fl. 5 541.) Iſt auf Leinfeldern ſehr ſhädlih,„In Deutſch- Jand wird es zu Saamenöhl gebäuer,. Sarber YD8gid.(Iſatis neon Fl, S. 543:) Eine Blaufärberpflanze,(It. Welt, 103. Ocl. 144.) Die Ärt und Weiſe ihn zu bauen'S, in It. Weſt, 127 und ihn zu? bereiten Ebend, 128. Seldtkobl.(Brafſica campeſtris Fl. S. 546.) Ein Unkraut der Smoländiſchen Aecker, Rübſaamen Rohl.(Braſſica napus Fl. S8. 547.) Die Wurzeln werden in Gärten gezogen, weil ſie wohl- ſchmecken. Auf den Aeckern in Gothland wuchert er oft zu ſtark.(Goth. 242.) Man kann ihn auch um des Oehl es willen ziehen, das mant aus dem Saamen preßt. Acker Senf.(Sinapis arvenſis Fl, 548.) ſt auf feuchten, freyen mit Gerſten beſüeren Aecfern überaus ſchäd« ch.(IC Oel t04 133 G06 18245241, WE30: 72) Schwarzer Senf.(Sin. nigra, Fl, 549.) Aus dem Sehnen macht man die Senftunke, Am x |" ju) | jenende in Sm Run | | M |' Ut y 70)! lange ſuite | de vor y Ine gel! wf Hei wham latifoliom 3 wegen, Zemuß m] X. Verzeichniß der-bcontottt, Pflanzeit. 223 Amphbibiſche Raufe.(Silymbrium amphibiuw El! IDA| P2: 551.) Die Blätter werden als ein gegen den Sdhaarbo> dienendes Gemüß im Frühjahr geſammelt. Sopbhienkraut Baute.(Silymbrium Sophia Fl. S, 553.) Ein Quentchen von deſſen Saamen mit zehn Quentl. Schiespulver vermiſern durch ſeine Menge ſchädlich. Eigentlicher MieerFobl.( Crambe maritima Fl. S. 570.) wird gefocht von vielen geſpeißt; allein wenn er nicht lange genug gefoht und hinlänglich geſchmälzt wird, verur- ſacht er Schwindel. It. Weit. 189.) YOald Mlalve,(Malva ſilveſtris FL S. 581.) wutr- de vor Zeiten als Gemüß gefoht. Särber Ginſier,(Geniſta tin&oria Fl. S. 587.) I In andern Ländern bauet man ihn Auch niedrige Gartenzäu- eine gelbe Färvepflanze. auf Heiden zum Schaaffutter, ne kann man davon madheit, ] Zeſen Pfriemen;(Spartium ſcopatia Fl. S. 589.) wird bey auswärtigen Völfern zu Zäunen gezögen Suüsblart Trauant.(Aktragalus glyzypayllus Fl, 'S. 594.) Hat ſüſe Wurzeln, Wundkraut Wolliblume,(Antbyllis volneraria Fl. Sv. 599.) Ein gutes Schaaffutter, Die Blumen wech- ſeln in der Farbe ab, nachdem der Boden verſchieden iſt, Ut Gn 2725) Sdchwar- 224 X; Verzeichniß der dconom,. Pflanzen, Schwarze Erven.(Orobus niger Fl. 8. 597.) Cs ſcheint wahrſcheinlicher Weiſe dieſes die Pflanze zu ſeyn, von deren Wurzel Dio in der Lebensbeſchreibung des Kai- ſer Severus Meldung thut, daß die Bvitannier ſie gegeſſen Hätten, um einige Tage, da ſie von den Feinden eingeſ)loſ- ſenwaren, Hunger und Durſt leiden zu können. Wieſen Platterbſe,(Lathyrus pratenſis Fl. S, 599.) iſt das vortreflichſte Wieſenfutter. Der Dachs ſoll fich auch davon nähren,(Menand. Sarag. 29.) Sumpf Platterbſe,( Lathyruspaluſtris F1.S. 600.) „Zſt auf ſumpfigen Wieſen ein vortrefliches Futterfraut. Sutter YVicten.(Vicia ſariva Fl, S. 801.) Wird Hauptſächlich auf den Ae>ern in Shonen erzogen, denn ſie macht die Pferde in kurzer Zeit fert. Nach dem Saamen erachten die Schweine, Hüner und Tauben. ' Vogel Wicken.(Vicia cracca FI]. S. 605.) Auf Ae>ern iſt ſie ſchädlich, auf Wieſen aber als ein Futter- Frauf nüßlich.; Nleerſtrands Erbſen.(Piſum maritimum Fl, S, 608.) Mit dem Saamen haben die Leute, welern und Wieſen zu ſäen. Die Blumen werden von vik« len als Thee getrunken, Wieſen Rlee,(Trifolium pratenſe Fl. S,<15) ebenfalls ein gutes Futter auf Wieſen und wird auch auf “S X un 3 vt ds* Lie 18.) (ihm H 0 (atv free die! 1,0. 94 600) mand! (ot. 143) |, R 6, 601,1 zy Jo | 1,96) Afar dy ME erforat Jumen! Mi um, 8, pfeif Val H MN )). (Ax,"A Unt, er Eg 19 Yung zu ſy eibung des 6, mie ſie R nden eingeſen en, pratenſis 11] Der Dachs( 9.) iris Fl. 8,64, itterfrauf, 801.) Y gen, denn| dem Sammy , 60f.) Wi [5 ein Futtet mum Fl, 3 v[he am H: ve) der Getty Gesner Aqu 8 conical V ſen Fl, 8, 611 1jG s El, 8,413) Biſt auf den von EL, 8, 71) jed aus 1! yy "genehm.(It, Welt, 224 267.) P X, Verzeichniß der dconom, Pflanzen, Aec>ern geſäet. Von den Blumen machen die Jrrländer ſtatt des Brodes ihr Chambroch.(F!1. Lapp. 273.) Liegender Rlee.(Trifolium procumbens FI|. S. G18.) Er wird auf den Wieſen in Engelland, des vortref- lichen Heues wegen geſäet, Officineller Rlee.(Trifolium olhcinale F1,8,619.) Er giebt auf Felden ein ſonderlich gutes Furter ab, und vers treibt die Motten, wenn er in die Kleider geſteckt wird, (It, Oel. 60,) Sichelklee Schneckenklee,( Medicago falcata FI, S. 620) iſt unſtreitig das beſte Futterkraut, auf hohen tro- fenen und freyen Pläßen.( AS. Stock, 1742. p. 191, It, Goth. 142.) Von ſeinem Nußen und Wartung S. lt. Weſt. 2. Zopfen Schneckentlee,(Medicago lupulina Fl. S, 621.) iſt ein gutes Futter auf Wieſen, dauert aber nur zwey Jahre.(It. Weſt. 2.) Stacheliche Acker Hauhechel,(Ononis arvenſis FL. 8. 6.) iſt dem Landmann in Schonen bey Umpflügung der Ae>er der Zähigkeit wegen verhaßt(1t. Got, 292.) Durchſtochenes Johanniskraut.( Hypericum perforatum Fl. S. 625.) Die Bauern färben mit deſſen Blumen den Brandewein roth. nlönchskopf Löwenzahn.(Leontodon T araxa- cum Fl. S8, 627.) Die Blätter werden im Frühling als Sge lat geſpeißt. j Vlabelkraut Zabichtkraut.(Hieracium piloſella Fl S. 633) Die Poylniſche Schildlaus kommet davon her, (Act, Vpſ. 1742.) Doldichtes Zabichtkräut,(Hieracium umbella- tum. Fl, 8. 639g.) färbt gelb. Acker Ganſediſtel.(Sonchus arvenſis FI. S. 642.) Sie kriecht ſehr weit, und iſt daher auf AeFern ſehr unan- Rohl- 225 EEE es„me A ICE SIRI ee Se 226 X Ver) zeichniß der eonon,-Pflanzeit, Rohlartiege Ganſediſtel.(Sonchus oleraceus Ff, S. 643.) Sie iſt auf der Erbſenſaat beſchwerlich. Aus wärts ſammelt man ſie im Winter, wenn ſie noch zart iſt, zu Salak. Alpen Gänſediſtel.(Sonchus alpinus Fl, 8. 644) Die Lappländer: eſſen die geſchälte Stengel davon roh.( F6 Lapp» 296.) Man könnte ſie mit Nußen in Gärten zu Gos müß ziehen. Liiedrieter Gcorzoner,(Scorzonera harmilis Fl, 8.645.) Die Wurzeln lieben die Schweine, aber die Wie- „ſen werden dadurch verdorben. Wieſen Bo>sbarth.( Tragopogon pratenſe F!, S. 648.) Die Blume öffnet ſich morgens um 3. Uhr und ſchließt ſich um 9, Uhr,(AR. Upl. 243.) Die Wurzel zie» Het man zu Salat in den Küchengärten; ſie ſtreitet mit dem Spargel um den DR pus des Geſchmacks, wenn ſieauf S Spare gel-Art gekocht wird. Wilde Wegwarte. CCichorevm Intybus Fl, 8, 650,) Sie wird durch die Cultur milder und eßbar. - Gemeine Rlette.(Are&tium Lappa-Pl..S. 651.) Die geſchälte Stengel, ehe ſie die Blumenknoſpen treiben, werden roh und gekocht gegeſſen.( Lauremb) Die Knoſ- pen ſind wegen ihres Anhängens den Schaafen und den Knas ben verhaßt, Zärentlau Eſelsfur3z,( Onopondum acanthium El, S. 653.) iſt auf Ackerfeldern eine unangenehme Pflanze, Sanzen Diſtel.(Carduus lanceolatus Fl. S, 654) Man ſieht ſie auf Ae>ern nicht gern, doch ſchüßt ſie die Sono nengewächſe.' Diſtel.,(Carduus criſpus Fl, S. 658.) wird durch ſtarkes Wuchern den Aeckern ſchädlich. Sumpf Diſtel.(Carduus paluſtris El, 8. 659.) ſt auf ſumpfigen Wieſen den Heuſchnittern verhaßt; aus ih- X, ue kange M gdand den gar ine Djau Gh, Ger 066.) 1 ged! mandy; Fünf Ge Myf da€ |. M 76.) 1 it, Yon (iure aby nn den 8: Wh Wird 14 0 Daufatzy Wanze, a. w weig einte (Mangen: Ane, 18 Oleracenty erlich, iy Nie noch zan 15 E18, by) avon roh,(j, Gärten zuh 2 humilis?| aber die Dh n pratenſe[| n 3, Uhr w) die Vurzelzs reitet mithy n ſieauf Eta ntybus Fl, 3 eßbar, DB. 3, 651) noſpen tri .) Dieſih n und dend [um acanthiu nehme Pflan) s PLS, 644) 8tſie die Em 8,6580) El, 8, 659) 1 verjagt; 0 p X. Verzeichniß der dconom. Pflanzen, 2329 rer Länge prophezeyen die Landleute in Smoland und Wer« meland den künftigen Winker und Schnee,(Ur. Weſt, 23 6.) Sarbe Scharte,(Serratula tin&oria Fl. 8. 6 0.) eine Blaufärberpfianze,(It, Oel, 10. 34. 224. Welt, 110.) HZaferdiltel Scharte,( Serratula arvenſis Fl, 3. 6682.) iſt ein ſchlimmes kriechendes Unfraut der Aecker.( Ir, Oel, 127.)| Die Sqaaitenwolle braucht man ſtatt der Federn, (It. Welt, 266.) Dreymalgetheilrer Zwevzahn,(Bidens tripartia ta Fl. 8. 663.) färbt hoch gelb,(At. Stock 1942, P 24. Ir. Oel, 58, 98. 101,) Der Saame hängt ſich an die Schaafe, Gemein Rheinſarren.(Panacetum vulsareFl S. 666.) Die Weiber in Weſtvothnien bedienen ſich deſſen vor der Niederkunft,(Fl. Lapp.'295.) Ju Eifda! bewahrt man die 2eichname der Verſtorbenen dadurc) lange vor der Fäulniß. Gemeiner Beyfus.(Artemiſia vulgaris El 8, 663.) Auf den Smimoländiſchen Aeckern ein verhaßtes Unkraut, Wermuch Beyfus.( Artemilia ablintchium Fl, S; 670.) Das Fleiſch der davon freſſenden Schaafe wird bits ter. Von dem darübergegoſſenen Bier oder Weit wird die Saure abgehalten. Die Flöhe ſollen auch vergehen, wenn man den Körper mit Wermuth reibt. Zerg Wobhlverley.( Doronicum, Arnica montan4 El. S. 684.) Die Smoländiſche Bauren rauchen die Blätso ter in Ermanglung des Tabacks,( Fl. Lapp. 324.) Wahrer Aland.(Inula Helenium Fl-S. 695.) Es wird in den Gärten bey den Häuſern der Bauern als eine HausSarzeney gezogen» Der Rauch davon vertreibt die Wanzen,| Weidenblättriger Aland(TInuſaſaliciva F1,8, 595,5 Zeigt einen mageren kalten Bodenanz iſt alſo in Wieſen nicht ſehr angenehm,(It. Goth, 259.) P 2 Fate REEG NN SN JZ AE 228 X. Verzeichniß der dconom. Pflanzen, Särbe Chamille,(Buphtalmum, Anthemis tin&o- ria EI, 8, 698.) Die Blumen färben gelb.(It. Goch, 223.) Chamillen Nlurterfraut,(Matritaria chamomil- 1a Fl, S. 702.) wird ſtarf zu Bädern gebraucht, Auf Roggen« feldern taugt ſie nicht viel./ Zundschamille,( Anthemis cotula Fl. S. 703.) . Ihr Geſtank lockt die Kröten herbey.(It. Weſt. 205.) Slockenblume.(Centaurea ſcabioſa El. S. 708.) Die Ackerleute klagen bey dem Pflügen über ihre. Zähigkeit.(Ir. Goth. 299.) Gemeine Slockenblume,(Centaurea Jacea El. S. „709.) Cine gelbe Färbepflanze.(It. Weſt. 309.) Rornblume, Slockenblume,( Centaurea CYanus Fi. S. 710.) iſt den Roggenfeldern oft durch ihre Menge ſchädlich. Die Tobacksraucher bedienen ſich ihrer als eines - Gewürzes. Von den Blumen erhält man eine blaue Dinte. Rohlartiges Rrasfraut.(Cnicus oleraceus Fl, 11.) Die Blätter werden in Rußland ftatt des Kohls gefocht.;; Officinelle Ringelblume.(Calendula oflhicinalis Fl, 8. 712.) Die Blumen färben faſt ſo gelb als Safran. Sumpf Calla.(Calla paluſtris Fl, S. 744.) Unſere Nordiſche Landsleute bereiten in Getreidemangel aus der Wurzel Brod.(Fl. Lapp. 320.) Sl1Sh Riedgras,(Carex pulicaris Fl, 8, 749.) hält den Flugſand zuſammen.(Ic. Oel, 139.) Schlamm Riedgras.(Carex limoſa Fl. S. 762.) Das vornehmſte Gras in ſchlammigen Waldſümpfen. .(Carex ceſpitola FL'S>7672.) Tft das beſte Gras auf ſumpfigen Wieſen, denn es verſchaft ei- nen Raſen der viel Heu giebt. - Blaſen- Yu |' »3laf tes Fut Yraven,| diet 67 Das NM pen ſpi? yt PL. 777 Web, 163 ſhe epn! 841 a BL0, Bein v junge wl 64 ans] Foht, w Bem M" neon un! den ſpin eie lung zz La dem Yintz ſe, ud€ Anſe m Get fe gum,+ giebt(ny Neße un) fauet, f; verfortige: Munten, Anthemis th 4(It, Goth,)) ' 65) ZZ 1Caria champ) ht, Au[Ip la Fl, 8,9 'eſt, 205.)| ntaurea[cab m Pflügen rea Jacea E| 309.) entaurea pau rh ihre Tn h ihrer als e blaue Dintt ys oleraceus| fiat des K) endula ofs [b als Shiv 5,7446) W! mangel 8 p,8,749:)? of EL 3,70 dſümpfe 4 es verſc)! 30 == BF«R ze= aan KX. Verzeichniß der dconom. Pflanzen, 229 ZBlaſen-Riedgras,(Carex veſicaria Fl. 8.768.) Ein gutes Futter für Rindvieh, an den Ufern der Flüſſe und Girävhen. Mit dieſem Gras ſchüßen ſich die Lappländer ge gen die ſtrengſte Käte.(FI. Lapp. 330.) Spirzieres. Riedgras,.(Carex acuta Fl. S. 69.) Das häufig/te Gras auf naſſen Pläßen, das aber auf troc>ke- nen ſchädlich iſt. Schwimmende Jgelskolbe,( Sparganium natans Fl. S. 77.) macht Flüſſe und Seen ſtill und ruhig.(It. Weſt. 263.) Das Rindvieh frißt es ſehr gerne und die Fi- ſche ziehen ſich darnach.(Fl Lapp. 354-) Schmalblätrrige Yobrkolbe,( Typba anguſtifo- Tia Fl. S. 772.) Mit ver Saamenwolle füllen arme Leute die Betten. Zeiterneſſel,( Urtica urens Fl. 8, vr, junge welſche Hüner.; Ganzgetrennte Geſchlechtsneſſel.(Urtica dioi- ca Fl. S. 774.) Sie wird im Frühling ats ein Gemüß ge kocht, roh iſt es ein gutes Schaaffutter.(Tt. Gorh. 301.) Beym Rindvieh vermehrt es die Milc<. Aus den getro>- neten und im Waſſer eingemiſchten Stengeln kann man Fa- den ſpinnen. Erle- Birte.(Betula alnus Fl. 775.) Die Abwechs- lung e& liebt feuchte, die Abwechslung PB. aber bergigte, falte vem Wind ausgeſeßte Pläße-. Sie wächſt gerne auf Wie- ſen, und verhindert, daß die Bäche nicht zu tief ins Land einſchneiden. Die friſchen Blätter a) früh morgens geſam- melt, und ins Zimmer geſireuet, vertreiben die Flöhe; die getrockneten Blätter, vornehmlich von 2) freſſen die Schaa- fe gern. Die Rinde und das daran ſißende braune Weſen giebt eine braune Farbe, womit in Norland die Fiſcher ihre Neße und die Schuſter das beder färben; wenn man ſie aber kauet, ſo färbt ſie roth.(Fl. Lapp. 340.) Aus dem Holz verfertigen die Drechsler und Tiſchler allerley Geräthe, als P 3 Reife, freſſen die ESN NENNT R ll 5 R IN Gil 1-27 4 230 X.„Verzeichniß der 5eonom, Pflanzett: Reife, Schüſſeln, Milchflaſchen, Schaufeln und Spinnr&- Der, weil es ſich ſehy gut zuſammen leimen läßt, Auch braucht man es vorzüglich zu Rechenſtielen und Flintenkol« ber: 11. a. m. auch auf dem Heerde zu brennen iſt es ſehr dien» lich. Die Kohlen zum Schiespulver werden auch. daraus be. reitet. Die überaus maſſerichte Wurzel iſt vorzüglich zu Sröcken, Meſſerſ?ielen und zum Cinlegen- der Tiſchlerarbeit ſtart des Nußbaumholzes zu brauchen. Auſſerdem iſt das Holz weich, glatt, und widerſteht ſehr lange der Fäulnißz; daher nimmt man es zum Unterſtüßen der Gebäude unter dem Waſſer; wie dann faſt ganz Venedig und die Brücke de Rialto auf ſolche Pfähle gebaut iſt,( Raj, Hiſt, 1409,) Ülayen- Birke,(Betula alba FI, S,. 776.) Die Blätter färben gelb.(Ir. Oel, 29.) Getrocknet giebt man ſie im Winter den Schaafen zu freſſen. Die diere Kinde brauchen die Lappländer und andere Völker zum Gerben, und erſiere zu Deen und Reifen.( F1 Lapp. 29 2.) Die Fiſcher färben ihre Neße damit. Der unverlegt abgezogene und mit einem Pfropf verwahrte Baſt dient den Bewohnern von Si« berien zu Flaſchen.(Gmel. Sibir. 169.) Die Baſtrinde er» Hält die Dächer lange Zeit, und wächſt auch. am Baum von neuem, Die Schuhe der Bauewn und Fiſcher werden mei- ſientheils davon gemacht; denn ſie hält das Waſſer zurück: Wenn man ſie röſter und kauer, ſo erhält man einen Kürt zu zerbrochenen irdenen Gefäſſen. Die Zweige ſind. auf lichten Pläßen zäh,„auf ſchartichten aber zerbrechlich, Sie dienen Seiler und Fiſcherkörbe davaus zu machen, Die biegſame Mutben dienen gewöhnlich zu Schwimmfiſſen, und zu Rus» then, die Soldaten und Delinquenten zu ſtrafen. Das Holz ſelbſt iſt harr, weiß und zäh„das zwergartige auf den Alpen iſt am härteſten; die Bauern brauchen es daher vor andern „Holzarten zu Meſſerſtielen, Rädern, Schleifen und andern ſiarken Werkzeugen. Die Lappländer bereiten daraus altere ley Gefäſſe. Im Frühling tropfe ein ſehr klares"Waſſer aus dem Birtenbaum, ian erhält auch davon vortrefiiche Kohs len y fo auf) fünft» Wt“ mien l Lapp+ 1 die Aul uſer]| | wm: 8 0:4 piöfe in news (0, 6? (11. Vd (kV De(1 und ſis Eie 99 Orttelilt rinde un Mit di! auf del) tf; R uuf, mi ani] Matter: eh Und Gry, 4" E| 4 Imm laßt, 1, len und Fl nen ÜS Thy, en auc dow, "iſt vorh. 1. der Uſhio Uſa) Auſſerdem iy ange der hy er Gebaute und die Bijy Uſt, 1409) 1, 8,76) trodnet giehty Die didere 3) zum Gerben; 9) Die Zſt gezogene und) vohnery von Die Baſtrind <. am Bauny iſcher werdn: as Waſſer zu nan einen Ait pe ſind auf 6! h,“ Gie din Die biegſi in, und zu) fene. Das) e auf den 1! aper vor: an? fen und an en daraus 6" qres Woſſt EEN “ em enam m emen = uu Ein aminerwalzen, Rad- ſpeichen, Pflügen, Zaunpfälen und andern Werkzeugen, Es iſt auch zum Brennen dienlich. Das verfaulte Holz giebt eine gute Gartenerde, beſonders zu Zwiebelgewachſen, auch iſt es zum Räuchern der Platreiſe dienlich.(It, Goth, g1.)| P 4 Gemei- 732 X, Verzeichniß der dconom, Pflanzen Gemeine Buche.(Fagus filvatica FI, S. 785.) Von den Buchekern werden die Schweine fett, und in Frucht- mangel bereiten einige Brod daraus, welches aber Kopfweh und Düſternheit verurſacht. Geröſtet kann man ſie ſtatt des Kaffees brauchen. Das Holz dauert im Wetter nicht gar lange; beſſer hält es unter dem Waſſer, daher braucht man es in Engelland zu Schiffsböden. Die büchene Späne werden zu Degenſcheiden und Bücherdecken gebraucht. Die Breter hingegen braucht man zu Blaſebälgen in Eiſenhüt- ten.. Auf dem. Heerde hißt das Buchenholz ſehr ſtark, giebt aber nicht viel Kohlen, ſondern mehr Aſche. Im öſtlichen Tyeil von Schweden macht man Pottaſche daraus.(SS; Andr. Lundmarck Diſl Aboae hab.) Die ſcer, daß das Waſſer beſſer duren. 18. Das gemeine Springkraut(Impatiens noli tangere) ſchläft bey Nacht mit herabhängenden Blättern und ſchlaffen Stielen. 19. Dieorientaliſche Sigesbeckie(Sigisbeck, ori- ent.) ſchlägt des Nachts mit ſteifen Stielen die Blätter zu- rü und formirt ein Gewölbe, zur Bedeckung der zarten Keime. x 20. Die fünfbluürhige HTillerie(Milleria QUIN- queflora) beobachtet beym Schlafen die nehmliche G ſcte,- als die Siegesbeckie. 21. Die ſchorfige Nlalva beugt des Nachts die ältere Blätter zurü, daß ſie mit der Spike unten den Baum berühren, “5, Ver Blatt aus u demHo pfunp) 9 "M. odoratus) Rechts mi fm nh| (er gan! 3% horexcen: Weiſe vero , frütescen [die unter 19e Geſtal 27, meinſchaft fenblättern Qian iber q h| nat) few dem Chu jn, XI. Vom Schlaf der Pflanzen, 255 rant en 5. Berdoppelnde. Amatanhen 23. Die meiſten Bauhinien- Gattungen ſchlagen, elola crihy) wenn die Blätter noch zart ſind, die beyden Lappen zuſam» th; ſehty men, ſo daß eine Blattfläche die andere berührt. 1(8 jener, 23 Der Courbaril Zeuſchreckenbaum(Hyme- dens) iy courbaril) vereinigt ſeine zwey Blätterchen, wenn ſie noch zart ſind, alle Nacht, daß ſie gleichſam wie ein einziges Blatt ausſehen. Der Ritter v. L. hat daher dieſem Baum 4n dem Hort. Clift. 484 den Nahmen Hymenaea( Hochzeit- bdariffa) pflanze) gegeben. ßen der Bly 24. Die wohlriechende Platterbſe(Lachyrus Tag horizon! odoratus) und die meiſten andern Gattungen, falten des / dabey je Nachts nicht nur ihre zwo Blätter zuſammen, ſondern ſens hilder voſy ken auch die Spiken derſe!ben nach dem Stamm herab, in Stamm, u) einer ganz andere Richtung als ſie am Tage haben. 25. Der eigtentliche Blaſenbaum(Colutea ar- antes aſpen borescens) ſireckt ſeine Blätterchen aus, daß qie ſich paat- erſten annof weiſe vereinigen 3; das einzelne bleibt gegen über ſtehen. enlegen, V 26. Der Strauchartige Blaſenbaum(Colutea frutescens) beugt im Schlaf ſeine Biätterchen ſchräg gegen mpatiens of die untergehende Sonne, giebt ihnen eine mehr rinnenförmis Blatten) ge Geſtalt, und ſtreckt ſie nach dem Stamm zu. 27. Der Kronen Süßtkleeſjiret alle Nacht ſeine ge- picbeck meinſchaftliche Blattjitele aus, und zieht ſich mit den Sei- + Blättor tenblättern nach der oberen Seite zu, das einzelne Blatt bleibt y der zartt gegen über ſtehen und endigt die Reihe, : 28. Das gefiederte Grindfraut(Pſoralea pin- Mleria Quin nata) ſtre>r ebenſalls ſeine gemeinſchaftliche Blattſtiele nach he GO ſhy dem Stamm, und ſchlägt die Blätter paarweiſe zuſammen, 29. Zohne YVicFe( Vicia Faba) ercbt alle Nacht 3 Nett ihre Blätter, damit ſie ſich paarweije vereinigen. de unten dit 6 Eity)« 6; Yy E| 256 X1. Vom Sclaf der Pflanzeit; 6 Einwicelnde. 41-30. DEr umgekehrte Rlee C Trifolium reſupina-) tum) ſtreet im Schlaf ſeine Blätter aus, und drückt das mit das aus dem Blattwinkel hervorwachſende Blumenköpf« chen, dichte an den Stamm. 31. Der fleiſchfarbene Rlee( Trifolium incarnas« tum) geht durch in die Höheziehung der Blätterchen zuſam» men, und umfaßt damit die auf dem Blumenſtiel, faſt wie die vorhergehende Kleegattung, hervorwachſende Aehre: auf De Weiſe bedeckt, beſchüßt und umwickelt er die zarte Blume. 32. Der veränderliche Schneckenklee(Medica go polymorpha) ſchlieſſe faſt auf eben ſolcen im (Lotus wv Schlaf die Blätter aus, d auf vn 38. Der fleiſchfarbene Savuerklee(Oxalis incar- jerad jun nata) hängt des Nachts alle Blätterchen herab; Die ge- er(dra meinſchaftliche Blumenſtiele aber, legt er. dergeſtalt an den e Blume Stamm, daß die zarten Blätterchen wie bey der Feigbohne m 1) ledeft werden. as Uw ß piept oli 39. Die äuyptiſche Crichterwinde(Ipowaea aegyptia) legt gleichfalls ihre Blätterchen an den Stamm o ſucht, 31 herab, daß ſie zu hängen ſcheinen, obwohl ihre beſondere Blattſtiele(partiales) ſteif ſtehen. Man ſiehet alſo, daß die Blätter nicht aus Erſchlaffung herab hängen, ſondern daß./es aus einer andern Urſache berrühren mußz auch bes ZR merkt en, dere) 7, M SEEN Gaeta 2 ZIEHE ag wein m le 2 Än€ zan EIE FINNE Ee<= Elze mä EE S(57.2055 H SIRI R le HM 258 XI, Vom Schlaf der Pflanzeit, merkt man ſolches ſo wohl in einem geheizten Treibhaus, als in kühlerer freyen Luft, 40. Die Bohne mit knolliger Wurzel, pur- purfarbener Blume, und ſehr ſpizer Schote (Plum. Spec. 8.) richtet alle Nacht ihren Blattſtiel, auch in warmen Treibhäuſern in die Höhe, ſo daß er näher an den Stamm, und faſt parallel mitihm zu ſtehen kommt, dabey läßt ſie ihre Blätter hängen„ daß ſie drey parallele Wände formiren, und ſtatt der vierten dient der Stamm. Zwiſäyen ihnen wird der Keim des Zweiges und der Blume genau bedeckt, damit kein Froſt oder kalter Thau an die zarte Pflanze komme. 41 Der Canadiſche Sußklee(Nedyſarum Cana» denſeyſchläft auf die nehmliche Weiſe, wie die vorige Pflanze, in«- dem er ſeinen Blattſtiel aufrichtet, und die Blätter ganz her- abhängen läßt. 42. Die Afterſchotendorn Robinie(Robinia pfeudoacacia) beugt alle Jacht ihre horizontale Blätter her- ab, daß ſie unter dem gemeinſchaftlic)en Blattſtiel paarwei- ſe zuſammen liegen, und die untere Flächen gegen einander kehren. Jedoch ſind die beſondere Blattſtiele nicht ſchiaff, ſondern ganz jieif, ſo daß das einzelne oder obenſtehende Blatt in die Quer herabhängt, und dieſe Beugung gleichſam frey- willig ſchein. 43, Die Sußholzgatruntgen( Glyzirrhiza) ſchlas fen mit herabhängenden Blattern wie die Robinie. 44. Die Strauchartige Amorph«a(Amorpha fru- ticoſa) fommt mit voriger überein, Die Blatter nemlich häne gen unter der Ribbe oder dem gemeinſchaftlichen Stiel ganz herab, und ſie hält im Schlafen und Aufwachen immer eie nerley Zeit, ſo wohl im Treibhaus, als in freyer Luft. 45. Die Abrus Glycine(Glyzine abrus) hängt wie beyde vorhergehende mit den Blättern jede Nacht herab, daß ſie unter der Rippe ſich vereinigen, dabey aber der hinterſte Rand des Blatts, welcher nach dem Stamm zu ſteht, im- mer auf dem folgenden Blattchen liegt. 9% Hin: b ve und ſeht! ſe zuerſt) ten, het? vie Mitte Mas das 8 glähe des 1 hingegen dt (ſe an dgl ſonden Dos ' 4 Indica) m] | ſuede) ſo) daß Wit Vf fold em ZU bedat, 46,) auf die neh 49:1 derten Dy Ihre partial] kt Ongegen ſil u, ſd y' m Ahe' die"fe| Und Wg nicht! ih „% weicht von; tele herz. II S umgarnen meme mmm ZIE we wmmernun menen neee IR Ie== IERT . IEEE KE ee==<=-.. wan 0 GE ZEE 7 Sen em Ea 20-00--- "br N c= T t, 4 XI, Vom Schlaf der Pflanzen. 2545 behan dy ' 9. Umgewandte, unz, dy 46. Faſt alle Caßien Gattungen haben eine ganz eige- per Shy ne und ſehr wunderbare Weiſe zu ſchlafen; nehnilich ſo, daß ſd,(udh ſie zuerſt ihren gemeinſchaftlichen Blattſtiel in etwas aufriche e näher any ten, hernach die zurückgebeugte Blätterchen, paarweiſe wie mt, dai die Blätter eines Buchs, unter der Ribbe zuſammen legen. ande formy Was das bewundernswürdigſte iſt, ſo kehrt ſich die obere ihnenwidy Fläche des Blatts hinein und verbirgt ſich, die untere Fläche t, damith hingegen dreht ſich auf ſo ſonderbare Art heraus, daß man 6; ſie am Tag kaum ohne Zerreiſſung und Zerbrechung der bes ylarum(fw ſondern Blattſtiele durch die Kunſt ſo herum beugen kann, ge Pferps 10, Uebereinanderliegende, after gan 4 47+ Die Jndiatniſche Tamarinde( Tamarindus nie(Rd Indica) mit einfachen gefiederten Blättern, legt ihre Blatt« 6 Blätin'w ſtiele der Länge nach ſehr feſt und ſchuppenweiſe zuſämmen, eMFel pati ſo, daß die untere Fläche des Nachts nach auſſen gefehrt iſt, ogen einandt Auf ſolche Weiſe wird alſo der gänze Blattſtiel ſammt den nicht hid oberen Flächen der Blatter, für nächtlichen Anfechtungen jehende A bedeckt.| (eichſam!y 48. Det Campeſche Zaum(Haematoxylum) ſchläft auf die nehmliche Art wie die Tamarinde, irrhiza) 4 49. Die gemeine Sinnpflanzen Gattungen mit ges (nie, fiederten Blättern,( Mimoſa fevſitiva) richten des Nachts Amotphfv ihre partial- Blätter etwas indie Höhe, die eigentlichen Blät« » nemlich hi ter hingegen,( propria) legen ſich der Länge nach dem Blatts on Etiel guy ſtiel zu, ſchuppenweiſe auf einander, jedoch ſo, daß die un« jen imme) tere Flächen heraus gekehrt ſind, wodurch die Blattſtiele und 8 uſt, die oberſte Fläche der Blatter für Thau und Froſt bewahrt, FIN und die ganze Pflanze dem hin und her Wehen des Windes 5) 430 nicht ſo ſehr ausgeſeßt werden, a, es;; 5.. weh? 1. 59- Die geſtreifre Sinnpflanze(Mimoß virgata) 4 ſieht 1 weicht von voriger darinnab, daßihre gemeinſchaftliche Blatt- IDEs ſtiele herabhängen, nicht aber die eigenthümliche, Die Blät« S dz 9" R 2 ter- SENN NN Ad I wl 0 1 v en IRE ERR 8 a 260- XI. Vom Schlaf der Pflanzen, ter leichter begreifen, ach, ſhiny als man es beſchreiben kann. Wenn alſo derikeſer im Goms mer bey Nächtszeit die angezeigten Pflanzen ſelber beſuchen und mit eigenen Rugen, dieſe ſehr bewundernswürdige Ers fte Stellum ſcheinungen„der Natur verrachten will, die vordem nodh nie- nehmen, 1 icht ale H mand beobachtet hat: ſo wird er gewiß ein Vergnügen ſct ſeine Blätter des Naches aus, damit ſie nicht ſo ſehr an die Fläche des gröſſeren Blatts kommen 3 4 german) KAE 4423 2052; s eben ſo wie die INarboniſche Wicke. förmige hrt nach d Die knotenblümige Verbeſine(Verbeſina nodi- Jaßrezen)) Nora) legt die Blätter unten am Stiel mit den Flächen an einander, die Spißen aber beugen ſich zurück. aranmum 5 Die Rlertenartite Spreublume(Achyranthes Urſach alt Jappacea) neiget ſich mit. den Aeſten des Nachts wie die Zandana, peratum eu Die Triumfetta(Triumfetta) ſenkt die Blätter verblüht(0 Nachts herab und legt ſie an den Stamm. Die Chineſiſche Sinnpflanze(Mimoſa) faltet die gnculus poy Blärter über den partialen Blattſtiel ſchuppenweiſe wie eine umen he) Säge. hnenfuß(» IKL L= )raba ver) ENG 0% Sd wuſt nic 262 DD XZ Von neuen Entdeungen in der Naturlehre, ein Einladungs- Programma, meien Fund. Botan,&. 132. Initio rerum, ex omni ſpecie viventium, unicum fexus Par creatum füiſſe, ſuadet ratio. S ie Naturgeſchichte giebt in unſern Tagen der Arzney- . funde ein Licht, dergleichen die Alten nicht einmal im Traum geſehen haben. Wenn wir nur alles das ren entdeckt haben: ſo wird es leicht in die Augen fallen, daß dieſe Entdeckungen auf feine Weiſe geringer ſind, als jene, |,* auf welche die Arzeneykunde vor dem geſtüßt war, und durch | deren Hülfe ſie ſo ſehr empor geſtiegen iſt, Jc< rede von M ganz neuen und den Alten völlig unbekannten Dingen, die aber verinöge ungezweifelter Erfahrungen richtig ſind, ob man ſie gleich meiſtentheils aus den bisher bekannten phyſica- liſchen Grundſäßen wenig oder gar nicht erklären kann. Nur eine oder die andere von den neueſten EntdeFungen mag zum Beyſpiel dienen: Magna, neque ingeniis inveſtigata Ptiorum, Quaeque diu latuere, canam, Der Polyp iſt ein Wurm, und zwar eine Gattung der Hydra, von der Ordnung derer, welche unter die Thier- pflanzen gerechnet werden. Die bewundernswürdige Natur dieſes Wurms hat D. Crembley im Haag zuerſt beobach- tet | SRH He Rel Rfn Re Re-R- EO EEOTES EWE ENEN 1 “ und bar yn die wict geſtalt, wieder as fommt, 5 hän),[: der vu he 8:4 m 4 Viet) „pt Jide verun Neue bedenken, welches die Naturkündiger ſeit einigen Jah- ſe wird n"? | vuſchides. ) Ida, mib wb Yurm 0 - ſeven ank Yele w 4 zuver, 119 noh dans | und Cyttt | Vieles 19 | feige 8 | wehrung 6: bensgeien befünftig KRO Oz ip UNMNL unis bwin Eiber S von ihhy jeblung.] nijden 1 XIL Von neuen Entdeckungen in der 2. 263 ket und bald hernach hat ſie Regumur noch genauer erforſcht. Wenn dieſes Thierchen in zween Theile zerſchnitten wird: ſo wächſt jeder Theil wieder zu einem vollkommenen Thier, dere geſtalt, daß der Theil des Körpers, daran der Kopf ſißt, t wieder einen Schwanz und die übrigen verlohrne Theile be- Ul Fommt, an dem andern Theil aber, daran der Schwanz hängt', wieder ein Kopf und alle obere abgeſchnittene Glie- 1, der neu hervorwachſen: ſo werden alſo aus einem einzigen in zween Theile getheilten Thier, zwey eben ſo vollfommene Thiere. Will man auch den Vordertheil des Polyps der känge nach in viele Stücke ſchneiden,doch ſo,daß der Schwanz nicht berührt wird, in welchem alle Theile zuſammen hängen, ſo wird man in kurzer Zeit dies Thierc von Gurmehenh) Speiſe, Da ſie nur Inſekten freſſen, follten ſe nicht viel- eren, dies leicht durch Aufſperren des Mauls wie die Klapperſchlange bloße Os bewürfen, daß die vorbeyfliegende MüEKen ihren Bauch zu eigent Dit füllen gezwungen werden? vedernife% Die Senegawurzel iſt gegen den tödtlichen Biß der Klapperſchlange, ein beſonderes Hülfsmittel. Dieſes iſt bey den Americaniſchen Wilden von den älteſten Zeiten her eine Ameriv bekannt geweſen, allein ſie haben es niemals andern Völ- hal! mit Wm kern geſagt, ob ſie gleich das vavon bereitete Pulver den in pelartigen 1 Penſylvanien wohnenden Schweden verkauft haben. Alle ſere aus Iv Botaniſten.in America haben ſich Mühe gegeben, dieſes alle, 0 0 Mittel zu entdecken. Einige glaubten, es ſey die Oſterluz 90, AU Cey, welche Virginiſche Schlangenwurz heißt, andere die urigen Aug Dorſtenie Drafkena und Giftwurzel genannt. Einige hiel- auſe anbhi) ken es für eine Schwarzkrautart, einige für eine Harnkrautart yn Deu und viele für eine Prenanthengattung z; bis es endlich D. (py R 5 Ten- <- mpmpwweiaa ÜmeEen mn RR- mmmmne). Oufſielget SE 44404 Erh), n E 4 ZL AS 143.0. 45 ime der En .. NG S WERNE SEU WOR ERITUS ES EWEIS ERFOR WERER FOUL SEHLEN MIERERR NWR BEAN IE 274 XII. Von der bewohnten Erde, Wer das alles einer Flurh zuſchreiben wollte, welche ſchnell entſtehet und ſchnell wieder weggeht, der müßte gewiß in der Natur unbewandert ſeyn, und wenn er etwas ſiehet, es blindlings mit fremden Augen ſehen.; Dur) Auswerfung des Sandes, der Erde und Steine wird das Meer von Jahr zu Jahr tiefer. Das Waſſer nimmt an Tiefe zu, wie das Land an Breite, und zieht ſich an die Oerter, aus welchen die erdige Theile ausgeworfen werden, wird alſo von allen Seiten her in engere Schranfen einge- ſchloſſen. OHhnweit Hoburg in Gothland habe ich ungeheure Stei- ne angetroffen, die weder durch Gewalt der Thiere noch durch mentchliche Kunſt bewegt werden können, ſondern dur) das Meer ans Uſer ſind geworfen worden. Sie beſiehen aus pu- vem Marmor mit weiſſen und röchlichen Körnern; obgleich dieſe ganze Landſchaft keine ſolche Steinarterzeugt, ſondern nur die Karoliniſchen Inſeln. Ohne allen Zweifel alſo, ſind ſie durch das Meer dahin geführt worden, und daher liegen ſie auch in dem weſtlichen Theil des Landes. Der ſehr groſ- ſe Klimmerfels den man eine viertheil Meile von Hoburg ſie- het, iſt ſchwerer, als daß er von menſchlicher Kraft bewegt werden kann. Doch liegt er nicht an ſeinem Entſtehungs- Ortz denn es findet ſich da kein Stoff, daraus er hätte er-| zeugt werden können., Es läßt ſich alſo wohl muthmaſſen, daß er vom Meer aus Schweden oder Moſkau dahin iſt gee ſchwemmt worden, als noc Gothland unter Waſſer lag. Ich betrachtete vor drey Jahren.den Fels bey dem Land- gut des Herrn Reichsraths Cronſtedt, den das Waſſer auf der Fläche des Ufers liegen gelaſſen hat, da, wo die Cinwoh- ner zu Schiff zu gehen pflegten. Jedermann bezeugte, daß man. vordem niemals einen ſolchen Stein daſelbſt geſehen ha- be. Kann nun der Meler See einen Stein von ſolcher Laſt bewegen, welchen viele Paar Ochſen nicht von der Stelle bringen können: was kann man nicht vom Ocean erwarien? An mmer Md palmhjäl iche X hes nothn muß fen enge zahlt, def alia Dovten ſerämt habt e Aſh el je Jan oſt 0 voichen€ hiho de( ft, im AMEN Jus ſn, daß| deß es al! feine Du men wet, Nußen bd WEN hen, Mind igen Ieh in diem Kalte R( iſt auf da ([8 die 0 pol; unde | EE| vw, XIN. Von der bewohnten Erde. 558 1 wollte, Weß der müßte amd | er etwas iy An den Alpen und dem Wolenſer Gebürg, wv der Palmfjälet an den See Grufvelsjön ſtößt, da iſt der oſiliche Theil des Bergs ringförmig und abgeſchliffen, wel- Dann SICLI DEE RR eme me. au"eien 2%= WEEK Lo ee SEH fenen c zz io io WERE

  • einen De>el, welcher horizontal aufgeher, wenn der Saaimnen reif iſt 3; allein ausfallen kann dex Saamen nicht ät he 7 ſat eſa7 werde, 1 oder wenn ver Cao „hacer cs pant? CW worden, 13 lenweltd H gle 7 ipen GacB weit wegn!9 und zwar 3% terung DG Ee TIE der anders fib, weg! ot ne und von19 ſien vieſah den. 49 Eaftde)'n | andern um 2ohn went den (ch un ſeht daß| gz von IE Wegen g fm Nudy Dum] faut iy mende Rehen, jh Gedärneg Jr den(4 Sefirenet tt, Herat ub ud Geeſe men, Wes Den fie jyy wir oben ay eine Juhi, Belt haben ük erſt die Kieſe) aus wundey ſonders inAe) 3 die Blätten aber fehtet ſeh (lene Sqammfy nden, w/w 0 Jahreth die Pariſe(hi 1 ſchon wegt / Italien, E mmt der kü! rſt, ohne iſt. Jo des Stec vieantſchmt ürze der Zu eUrſach, mm nd Stiele iw ut dur Cit 1 auch dy ſo wird many öffnen undiv fiſt, m ves weit hin m dem Eye der Gam a XIII. Von der bewohnten Erde, 279 nicht eher, als bis die Pflanze durch die Gewalt der Winde ſtark erſchüttert wird, damit er zugleich weit ausgeſtreuet werde. Ohne das würde der Saame entweder vertrocknen, oder wenner naß würde, in der Pflanze ſelbſt keimen. Damit der Saame noch beſſer an entfernte Oerter fliegen kann, ſo hat der Schöpfer ſehr vielen Arten deſſelben Flügel oder ſo ge- nannte Saamenwolle gegeben, womit ſie, wenn ſie reif gez worden, in die Höhe geführt werden, und oft ganze 50 Mei- len weit durch die Luft reiſen. Bey andern Pflanzen hat die göttliche Weisheit veranſtaltet, daß die Saamendecken ſelbſt ihren Saamen, wenn er reif iſt, von ſich ſpeien und oft ſehr weit wegwerfen, Die Ruellie z. E. wirft ihren Saamen und zwar nur bey Regenwetter weit von ſich, weil dieſe Wit- terung ihm zuträglich iſt, damit er nicht vertrockne. Wie. der andere Saamenarten ſind mit Haafen verſehen, welche ſich, wenn ſie zur Reife gekommen ſind, von ihrem Geburts- ort entfernen, an die vorbeyſtreichenden Thiere anhängen, und von dieſen mit in ihre Ställe geführt werden 3; die mei- ſten dieſer Pflanzen erfordern auch einen wohlgedüngten Bo- den. Andere Pflanzen haben Beeren oder einen nährenden Saft der den Saamen umgiebt, damit ſie von Vögeln und andern Thieren verzehrt werden, und dieſe müſſen dann wie um Lohn gedungen den Saamen in die Erde bringen. Denn wenn der Saamen ganz in den Magen kommt, ſo geber er auch unverleßt wieder weg; auſſer bey den Hahnen. Man ſieht daß die Johannisveeren, ob ſie gleich weich ſind, wenn ſie ganz von den Menſchen verſchlut werden, auch ganz wieder weggehen; eben wie im Herbſt die Heidelbeere von den Füch- ſen. Auch auf dem Land entſtehen an den Oertern, wo.die Bauern ihre Nothdurft hin verrichten„ von den zu wenig Fe kaueten Aepfeln und Birnen viele Baumpflanzen. Der Sad» men aller Vogelbeerbäume, welcer, be- deckt die herabgefallene Saamenkörner mit Erde, und pflanzt - auffolche Art viele Eichbäume, indem es ſich von ihren Früch- "ten mäſie, Man wundert ſich vielleicht, daß überall Moos, Schwame- "Me, Staubmoos und Cxwimmel wavwjen, allein wenige ve den: 1 wufe, d! faum mit wiede€? fein ande? ewt? H] eher in4 | qi a Ü eius ſſe 90 fieſen wel Iouſen V4 fehr vielen ſO va wd | den des'h | Gentich | veſen CH Dellen ct IE wunden] ſie Dey angetron weſen, h bis nacht [m Koiſe | ſin, unt | Juby! ufhh Grund! vein, zen Pu auS | Woſſe Coney )e, Um Wach en wieder(Wh n wird, Wen euten fam; 200 dn" Dindhofer ty (worden iſt) amenarten kh und ein aſt ne Fruchtiah If wird von)y Saamen fun eingetreten nd ernagt, fil | der Keri ahrung ſidd: din das july 1e Mandelftiy gift ihrer vid es mit den) Räuſe ing Wenn nun) len getödn! die Thim ſn e Art behifih, fe, welde ulwurf, wen! dit Wurzeln ſu jaar(oder, Ye, und pfa) onihrenus vos, Chir ein[wenge da ve "' XIIL Von der bewohnten Erde. 231 denken, daß der Saame dieſer Gewächſe ſo klein iſt, daß er faum mit bloßen Augen bemerkt werden kann; er fliegt alſo wie die Sonnenſtäubchen überall hin, und wächſt da, wo Fein ander Gewächs ſteht. Deswegen trift man in America eben die Mooſe an, die in Curopa wachſen. Was die Flüſſe zum Ausſäen der Gewächſe beytragen, erhellet in Lappland. J>< habe an den Ufern der Flüſſe Alpen- gewächſe angetroffen, die oft 30. Meilenweit von den Gebür- gen entfernt waren. Alſo ſind die reiten Saamenkförner den Flüſſen gefolgt, und haben alsdann, wenn ſie ans Ufer ge- ſtoſſen worden, Wurzel geſchlagen. Auch das Meer hat groſſen Antheil an der Ausbreitung des Saamens, wie aus ſehr vielen Beyſpielen erhellet. Jn Roslag z. C. und der Inſel Gräſda in Deland, Gothland und den Ufern von Scho- nen wachſen verſchiedene deurſche Pflanzen, welche in Schwe- den das Bürgerrecht noch nicht erhalten haben. So iſt der Gentian Tauſendewuldentraut vonDeutſchemUrſprung, deſſen Saamen von dem Wind ins Meer gewehet, durch die Wellen aber an die Schwediſche Küſten geworfen, und das ſelbſt als ein Fremdling ausgeſeßt worden iſt. Mit Ver- wunderung ſehe ich, daß der See-Ehrenpreis eine deut- ſche Pflanze bey Torna wächſt, da ſie bisher nur in Graſsa angetroffen worden. Das Meer iſt aliov wohl das Mittel ge- weſen, durch welches der Saam? deſſelben aus Deutſchland bis nach Torna, oder wenn ein Zwiſchenraum bey dieſer wei- ten Reiſe nöthig geſchienen hat, von Deutſchland nach Grä- ſa, und von da nach Torna iſt gebracht worden. Zwar glauben viele, der Saame verderbe im Waſſer, und werde unfruchtbar, aber ſie irren, Denn das Waſſer iſt auf dem Grund» des Meeres ſelten ſo warm, daß es den Saamen verdirbt. Man ſieht ja, daß das Waſſer einen Acker den gan- zen Winter über bedeckt, ohne dem Saamen zu ſchaden der ausgeſaet worden iſt. Allein wenn im erſten Frühling das Waſſer nicht durch Gräben abgeleitet wird, ehe es von den Sonnenſtralen erwärmt wird; ſo keimet zwar der Saame, al- S5 lein 282 XII. Von der bewohnten. Erde. Jein er fauler gar bald, und der Boden bleibt den ganzen (Sommer über ſchwarz und unfruchtbar, Auch der Regen und Plaßregen ſchwämmen den Saamen in Erdyöhlen, in "Bäche und Flüſſe, und führen ihn aus dem mütterlichen Kand an fremde Oerter, Auch die Wärme und der heitere „Himmel machen, daß die Saamendecken ſich öfnen, und-ge- ben zugleich Gelegenheit, daß die Winde, indem ſie an die "Pflanze ſchlagen, und die Saamenkapſeln ſchütteln, den idarinn verborgenen Saamen mit ſich wegführen. Durch naſſe Witterung werden die Pflanzen gezwungen, ihre Saa- inendeken zu verſchlieſſen, und ihre Defnung gleichſam mit t'inem Decfel zu verwahren, damit nicht ein Waſſertropfen tinter den Saamen fomme, ihn zuſammen klebe, und ihn 3Winge, in der Pflanze ſelbſt zu keimen. Die Roſe von Je- r.icho hat die wunderbare Eigenſchaft, daß wenn der Saamen reif iſt, ſich die Aeſte wie eine Fauſt zuſammen ziehen, und die Saamendecken drücken, damit der Saame nicht ver- ſihwender, oder den Vögeln zur Speiſe werde. Dieſe Pflan- zZ? wachſt an den ſandigen Küſten des vothen Meeres, wo ſie von der Fluch im Herbſt ganz abgel?oſen, und in die Tiefe- verſenkt wird."Wenn im folgenden Frühling das Meer ſei- nen Unrat) ans Ufer auswirft: ſo wird die Pflanze in den CZ5and ausgeſpien, welch? vermöge ihrer Natur vom kalten e) Zaſſer nicht angegriffen wird, im!au- warmen hingegen ih- re' Aeſte ſo gieich ausbreiter und den Saamen von fich giebt. A uf dieſe Weiſe, wird ſie an das Ufer, wo das"Waſſer warm iſt, ausgeſäet, ſchlägt, wenn das Waſſer fällt, Wurzel, und befleidet das ganze Ufer.; Auch der"Bau der Pflanzen begünſtiget ihre Fortpflan- zung. Der Schnectentlee(Medicago) z. E. hat Saa- mende>en, die ganz ſchnefenförmig ſind. Bo auch der (Saame des Glasſchmalzes(Salicornia) und des Salz- Fraures(Saltola) find genau wie Schnecken geſtaltet, und wachſen wild, als an den Ufern des Meeres, welche mit Schreefenhäuſern beſtreuet ſind. Daher ohne Zweifel Fiſche und Bogel, die ims Meer failende Saamen und Blätter lie- gen “ XE Y gen(ſſen' ehm jz Pflanzen| Qanz ven dadureh, nen ven MBifg Dept ift- ſm | erwitab: blume(C! graden wegſchlip Hand bell ſhe den gang an über der) her die 4 femi dd iſt, ws ni 0 | Gefomn] | die Hall bringt, 1 liegt boſe mit einehyt | zuwindey ENER Sam fern Gmt 3 Zum NON Ving Ja; Mit' „hätten, 65 nat; Erde, " M m Gu) der Nh Crdhöhlen,+ em mütterlihe ? Und der iy ) öfnen, nN" ndem ſie 41) ſchütteln, 1 hren, Zy) gen, ihw Ey 3 gleichſam 1] 1 Waſſer flebe, undi e Noſe vun]: m der Goiny en ziehen, m) ame nicht Wt: . Dieſe Pflu Qeeres, wo d in die Uy das Nee ſy Pflanze in fyr vom fil! en hingegn!) von ſid) Ww Waſſer wan alt, Bus hre Fortpfitt (E, hat Ear So auch di! d des Sal eſialtet u) , welch! mi Zweifel Fi v Blatter u XIN. Von der bewohnten Erde. 283 gen laſſen, weil ſie ſolche für Schnecken halten. Es iſt ans "genehm zu bemerken, mit welcher Sorgfalt GOtt gewiſſe Pflanzen beſchüßet hat, daß ihre Blumen und Früchte nicht ganz von den Thieren und Vögeln zerriſſen werden; und zwar dadurch, daß er ſie auf allen Seiten mit Stacheln und Dor- nen verwahret hat. Dieſe Art Pflanzen wächſt häufig auf Wüſtungen und iſt vor den Anfällen der Thieren geſichert. Daher iſt die Erde ſo ſtark mit Dornen und Diſteln bewach- ſen. Auch dex Saame ſelbſt muß oft behülflich ſeyn, daß er weit ab fällt, die Crupine z. E, eine Gattung der Flocken- blume(Centaurca) trägt Saamen, der mit hervorragenden geraden Borſten verſehen iſt, wodurch er ſo ſehr friecht und wegſchlüpfet, daß man ihn faſt mit aller Mühe nicht in der Hand bekalten kann. Steckt man ein Körnchen davon zwi- ſchen den Strumpf und das Bein: ſo ſucht es oft ſeinen Aus- gang am Halsfragen oder dem Hemdermel, nachdem es über den ganzen Körper gelaufen iſt. Auf eben die Art ge» het die Windhafer,( Avena fatua) wenn ſie nach der Crnd« te mit dem andern Getreide in die Scheune gebracht worden iſt, aus ihren Bälglein von ſelbſt heraus, und ruhet gemei- niclich nicht eher, als bis ſie an die Wände der Scheune gekommen iſt. Daher findet der Dalecarlier, wenn er früh die Hafer ſchneidet und in Garben gebunden in die Scheune bringt, nach einigen Tagen alle Bälglein leer und die Hafer liegt beſonders; denn jedes Haferkorn hat ein Bälglein, das mit einer gedrehten Graune verſehen iſt, welche ſich auf und zu windet, nachdem das Wetter heiter oder trüb iſt, Wenn ſich alſo die Granne im Kreis herumdreht, fo ſtößt ſie das Korn fort, welches nicht zurükgehen kann, wenn ſich die Granne wieder zurüc dreht, weil es an den Seiten mit Zaaren verſehen iſt, die den Rückgang verhindern. Wenn man den Saamen des Schaftenheues(Equileti) und des JFarrenkrauts( Filix) auf ein Papier ſireuet, und unfer das Mikroſkop bringt, ſo tanzen ſie herum, als wenn ſie Füſſe hätten, und entfernen ſich dadur von einander, ſo daß, wer es nidt weiß, ſchwören ſollte, es ſeyen feine Saamenkör- ner, 284 ZI. Von der bewohnten Erde. ner, ſondern Maden oder Inſekten*), Die wunderbare Art Der Fortpflanzung fällt beſonders bey der Arachis, der Platt- erbſe, dem Klee und Valantie in die Augen, Die Blumen der kreuzförmigen Valantie ſtehen auf kleinen Stielen, und ſind auf der ganzen Pflanze. verbreitet, Die wenige Eyer- ſtöcke, die daraus entſtehen, verbergen ſich mit aller Sorg- falt unter die Blätter, die ſich krümmen, und dieſe Saamen- decten verbergen, ſo daß keine einzige auf der ganzen Pflan« ze dem Raub der Vögel ausgeſeßt iſt. Der Rugelförmie- ge Klee, mit runden haarigen Köpfen, deſſen obenſtehende Kelche kein Blümchen haben,(Hort. Clif. 374. n. x 2) bringt in jedem Köpfchen wenige Blumen, die aber mit Bor- ſten und Haaren verſehen ſind. Nachdem die Blu- me verblühet iſt, wächſt dieſe haarige Materie, drückt ſich auf die Kö»fe an und bedeckt ſie gänzlich; daher bleiben die Bögel, die darauf fliegen, Saamen zu ſuchen, mit ihrem Frummen Schnabel hangen. Der von den Vögeln loß ge- machte Saamen, kommt alsdann in die Erde, indem das Köpfchen, wenn es von dem Stengel herabfällt, von dem "Wind herumgetrieben wird. Wenn beym unterirdiſchen Klee die Zeit der Blüthe herbey gekommen iſt: ſo wächſt ein fünfblümiger Stengel hervor, und beugt ſich zur Erde her- unter; ja er geht wohl bis zur Hälfte in die Erde hinein. Die Blumen und Blumenblätter frümmen ſich zurück, und ſchlieſ: ſen den Saamen ſo ſehr ein, daß er ſo feſt ſteckt als Erbſen, die man eingegraben hat,**) Die unterirdiſche Platterbſe hat auf ihrem Kamm einige Blumen und wenige Früchte; aebr *) S. Stoehein. Obſ. in A&. Par. I< habe dieſen Saamen unter dem Mikroſkop betrachtet, und bemerkt, daß dieſe wun- „derbare Sprünge von dem Wind, der durch: das Odemholen des Beobachters entſtehet, verurſachet werden. Da jedes ſehr- kleine Körnhen vund iſt, und oben eine Quaſte von etwa fünf gefrümmten Haaren hat: ſo werden ſie von dem geringſten Wind in Bewegung geſeßt, und ſehen beynahe wie lebendige Spinnen aus. A. d. U.; ZZ Hort, Cliff: 374. 1, 11. Hort, Upſ. 222, n. 4, aw unter 1 kt, welch er Stenz ragen auf ver indie' andern 2) wäh, da pom Geam! ihe Dipl) art, ihn Chet? ſuſes, dem Chöpfer m erüberder( werden u wung neu vie nehmt baum, ringfie D inde Zil offen; ay „und ſchl! viel iärf wid, d Verablaufe nidfehrent Zepfen und dy Choo: de Fühl Cimhig Emin) es MtG, liegen his und Th her Kind feines(5, Erde, achis„der ys . Re Bly en Gtiely, y je wenig y mit aller Ch d dieſe Sty r ganzen Ky Rugelfim en eenſtchnt + 374. 0.1 eaber mitH dem die Ah le, rwe aher bleitn 1 Yen, mt Vögeln 134 ve, Indem dy allt, von de unterirdiſch! 4 ſo wachſe ) zur Erdeh! rde hinein, J rü, und ſlr dt als Cro iſche Matti venige Frid Ww dieſen Gam daß dieſe win das Odemho Da jedes ſi e von etwa fun dem gering » wie(ebendiy XII. Von der bewohnten Erde, 285 aber unter der Erde wachſen weiſſe Biumenſtengel ohne Blät« ter, welche auch weiſſe und nicht bunte Blumen tragen, wie der Stengel über der Erde. Dieſe unterirdiſchen Blumen tragen auch ihre Früchte, welche bald nach ihrer Geburt wie- der in die Erde gepflanzt, und alſo weder den Vögeln noch andern Thieren ausgeſeßt ſind. Die Arachis iſt ein Ge- wächs, das der Bohne nicht ungleich iſt, ſie. treibt aus ih- rem Stamm ſehr viele blumenreiche Stengel, allein wenn ihre Blühezeit vorbey iſt: ſo beugen ſic) die Blumenſtengel gur Erde, kriechen hinein, und verwahren in ihrem Soos ihre Schoten, die mit Saamen angefüllt ſind, welcher viel ſüſſes, dem Mandelöhl gleiches Oel bey ſich führt. Hätte der Schöpfer nicht auf die Art für den Saamen geſorgt,und müßte er über der Erde zur Reiſe kommen ſo würde er gar bald ranzig werden und verderben, und man würde ihn ſelten mit Hof- nung neuer Fortpflanzung in die Erde ſtecken können. Faſt die nehmliche Beſchaffenheit haven der Fichten- und Tannenz baum. Der öhlige Saamen derſelben wird durch die ge- ringſte Wärme ranzig und unfruchtbar. Wenn die Tanne in der Blüthe ſteher, ſo ſtehen ihre Zapfen gerade und ſind offen; allein wenn ſie abgeblühet iſt, ſo hängen ſie ſich herab, und ſchlieſſen ſich ſchuppenweiſe zuſammen, und das um ſd viel ſtärker, um ſo viel ſirenger die folgende Winterkälte wird, damit das Waſſer wie über die Ziegel eines Dachs berablaufen muß. Jm Anfang des Aprils, wenn die zu= rückfehrende Sonne wieder wärmer ſcheint, öfnen ſich dieſe Zapfen und laſſen ihren Samen fallen, welcher ſo dann in den Schoos der warmen Erde aufgenommen wird, und von den Frühlingsregen befeuchtet, wurzelt. Würde er aber der Sonnenhiße ausgeſekßt, ſo käme er meiſtentheils ums. Der Saamen der Pflanzen keime theils früher theils ſpäter, und es giebt Gattungen, welche ein oder zwey Jahre in der Erde liegen bis ſie ausſchlagen. Dergleichen ſind der RKoſenmiſpel und Wacholderſaamen. Jh erinnere mich, als ich in mei- ner Kindheit ſpielte, und in dem Garten meines Baters ein kleines Gärtchen anlegte, wohin ich alle Pfitanzen, die ich berom- om 1 ewe 13 BERIET GT emm mmm orn mmer 8 33mm mmmeeeamgatmenI eee EE 7 I GROEE 7 ERS 85 Zf a INR EE 286 XII, Von der bewohnten Erde, befommen fonnfe, pflanzte, daß ich unter andern auch eine Gattung Diſteln hatte, welche von meinem Vater alle„jah- re ausgegäten wurde, damit ſie ſich nicht beſagmte. Nichts deſiv weniger kamen alle Jahre neue Pflanzen dieſer Gat- kung zum Vorſchein. Und ich zweifle Feinesweges, daß nicht noch jeßt einige Saamenkörner, die bisher verborgen gelegen haben, aufgehen. Hieraus habe ich die Urſach be- griſſen, warum die Aecker, die ſtark mit Diſteln bewachſen - ſind, ſo ſchwer zu ſäubern ſind, denn man mag pflügen, egen und die Wurzel ausgäten, wie man will: dennoch entſtehen aus dem einmal ausgefallenen Saamen, nach einem, zwey, Drey, ja wohl nach zehn oder zwanzig Jahren neue Diſtel- Sprößlinge, Die liegende Schläſpflanze( Aypecoon pro- cumbens Hort, Upſ. 31. 1.) hat man nach Rudbeck des äl- teren Zeiten in dem Upfaler Garten nicht geſehen. Im Jahr x 721, aber, da man Erde aus einem gewiſſen Ort ausge- graben, hat ſie ſich wieder ſehen laſſen. Sie iſt alſo über 40. Jahre verborgen geweſen. Die Lobelie iſt ebenfalls äm Amſterdamer Garten, vor etwa 60, Jahren in die Erde gegraben worden, und nach 20. Jahren wieder von deti Tod- ten erſtanden, Der Säaamen der Caßie, der Sinnpflanze und Gurke hält eine Zeit von 50. Jahren aus und wächſt wieder; nur muß er genugſame Feuchtigkeit haben, Dieſes Hat der allweiſe Schöpfer um deswillen ſo veranſtaltet, damit der Saame, wenn er an einen trockenen Ort kommt, durch . das Alter nicht verderbt werde, ſondern die Veränderung ſei- nes Orts abwarten könne... Mancher Saamen geht auch in verſchiedenen Jahren auf, damit, wenn ihm das eine Jahr die Witterung nicht günſtig iſt, er auf ein änderes Jahr, beſſeres Schickſal zu gewarten hat, | Wir haben nunmehr die erſtaunende Kunſt geſehen, und an Beyſpielen gewieſen, wodurch der Werkmeiſter der Natur, die Ausſaat und Ausbreitung der Gewächſe über die ganze Crdfläche befördert har. Wir haben den Wind, den Regen, die Flüſſe, das Meer, die, Wärme, die Thiere, die Bögel, die Structur des Saamens, die Eigenſchaften ver x yr Eoam! ſhe ſof zgt,? attung€ (Erdboden? hebe hewi) mer gu jl Flett Aegangen Rhin un) ufs don bildet wor hem den fle he, u hee; Qenommen mie es Iſt 01 und jede Ynd 6 wit den man Ruhm de Erde, andern auh 1 Deter ale ſagt, Nit mien dieſer(hy neSweges, by DiSher verba 1 die Urfeh ip ſtel Gemwabi 29 Pflügen, ds ennod) enth d) einein, im ren neue Dh Hypecoon 10 Rudbeck des 4 ven, m 3 iſſen Ört dus (0 iſt ale ih lie iſt eberfel ent in die?) x von deti V ee Sinnpfley ws und wf haben, ZV anſtoltet t fomuimt, 11) Beränderung nen geht aud 1 das eine, ji! 0. anderes JU Runſt geſeht eremeiſter M wachſe über?! en Wind, 0! 16; die 2 e Gigenſa vw XIN. Von der bewohnten Erde, 328% der Saamendecken, die Natur der Pflänzen, ja uns Men- ſchen ſelbſt bey dieſem Geſchäfte kennen gelernt. Wir haben gezeigt, daß wern auch nur eine einzige Pflanze einer jeden Gattung erſchaffen worden, ſie dennoch die ganze Fläche des Erdbodens habe durchſtreichen, und überziehen können. Jch habe bewieſen, daß der trockene Theil unſerer Erdfugel im- mer gröſſer wird und zunimmt, folglich vor Zeiten unendlich viel kleiner muß geweſen ſeyn.„Jh bin in Gedanken zurück gegangen, und habe die Grade der Generationen bey den Thieren und Pflanzen berechnet, und bemerkt, daß ſie bis auf eins abnehmen, welches von den Händen des Schöpfers gebildet worden. Wenn man nun noch das Verhältniß zwi? ſchen den ſleiſchfreſſenden und pflanzenfreſſenden Vögeln, Fis ſchen, Intekten und zwiſchen dem Gewächsreich und dem Thierreich; wenn man zugleich den von der Sündſluth her- genommenen Schluß darzu nimmt; ſo glaube ich, es wird mir es niemand aufbürden, daß ich ohne Gründe behauptet? es iſt nur eine einzige Dflanze von jeder Gattung und jedem Geſchlecht(Sexus) erſchaffen worden, Und ſo wird der Garten des Paradieſes zum anmuthigſten den man ſich vorſtellen kann 3; ſv wird der unausſprechliche Ruhm des Schöpfers mehr verherrlicht als verdunkelt, RIV“ ; ; «Mm +5 3 E| m Z ar le | | ] 228"03 Me 0 Re ReNo Re--He-Ie-Ie Re He-Hhm I Re-Riemrlie Rr Rer Fim 4 00| riedrich Haſſelquiſt. Von den Kräften der Pflanzen, O5: 443 on jeher ſind die Secten der Aerzte bemühr geweſen, 97 die Krafte der Pflanzen zu erforſchen. Die Empiri- fer waren die erſten, ſie gründeten ihre Lehrſäte blos quf Erfahrungen, Zu ihnen gehört Dioscorides und alle die Aerzte und Kräuterfenner, welche vor Herſtellung der Wiſſenſchaften gelebt haben. Allein nachdem die Wiſſen- ſchaften aus ihrer Nacht und Vergeſſenheit wieder hervorge- zogen worden waren: ſo ſuchten die Aerzte kürzere Wege in dieſer Sache zu finden.- a) Zuerſt traten die Aſtrologen auf; ſie behaupteten den Cinfluß der Geſtirne auf die Pflanzen, und glaubten, Daß dieſes Einfluſſes wegen, die Pflanzen auf denjenigen Theil des Körpers wirke, der mit der Pflanze unter einerley Geſtirn ſtand. Sie träumten ſich z, C. gewiſſe Sterne, wels ehe das Herz beherrſchten; die PAanze alſo, welche mit dem Herz unter einerley Herrſchaft ſtünden, ſollten ihm heilſam und nükßlich ſeyn u. ſ: w. Zu dieſen Aſtrologen gehört vor- nehmlich Bodenſtein, Pappen, Turnitſer 2c.*). Darauf folgten 8) die, welche aus der auſſyrlichen Ge- ſtalt der Blumen, ihre Kräfte beſtimmen wollten. Jvnen war es eine ausgemachte Sache, daß z. C. gelbe Pflanzen, als Safran, Curkumey, Rhabarber, Schöllfraut in der Gelbſucht mit Nußen gebraucht würden. So meinten ſie, die Ruhr werde durch rothe Arzeneymittel geheilt, als durc) *» S, Bibl, bot. Yuv tur) Pal Yyindwur), du goſes itnach ih! h E, der/ gen ſeine?! gen die N fuupts(ind Meinung 1 Kabrieius (ndlic je Maze war ihn wolen be! vd, dik Ye der! Quantität! Quit, air haben ſiW'/ ben, undi: ſtehende 4; Edu h aris, 1 egen, zu Nifung rühmen eber Qminqlei winſhtm dawn ſi-Buyi Vios ein Eyſiem! n unver] NN *) S. Clall. plant wörinn hinteit zu Ende Fragmenta Meth, Nat. entdalten find, TIE:=.7: 4 50-47> IEE En 5 VE cen 0-77< 25IEIEIEI I. BETRETEN Zi BEET. RERE re E 2 EREN 292 XIV. Von den Kräften der Pflattzeit. „Vidlengeruch. Die Milch der Kühe wird von Pilzen e>ek haft, bey den Ziegen wird;ſie vom Scamonienharz und der Euphorbie purgirend. Zroiebeln und Lauch befommt in Gothland dig Milch und Butter einen Knoblauchgeſchmack.'Vom LVermutrh wird bey Säugammen die Milch bittey und vom Gnadenkraut (Gratiola) purgirend.. Die Haaſen, welche man in Häu- ſern mit] Kohl jfürtert„. bekommen ſehr unangenehm ſchme- Fendes, hingegen die Schaafe in Montpellier vom Rosmga- xin, und in Engelland von den Rüben ein wohlſchmecken- des Fleiſch. Die gebratene Krammetsvögel, die im Herbſtmit denBeeren des purgirendenKreuzdorn gefättert worden, pur» gieren, und die Wachteln werden in Jtalien vom Llies- wurzſaamen giftig. Die Schnepfel werden in Jralien von den Feigen ſehr wohlſchmeckend, in Schweden, wo es kei- ne Feigen auf dem Feld gibt, ſind ſie es nicht. Die Schaa- fe, welche mit Wermuth gefüttert werden, befommen Fleiſch, das kaum zu eſſen iſt. Die Ochſen, welche in Ja- maica die Petiverie(Petiveria) freſſen, werden nicht ge- achtet, weil ſie kaum genoſſen werden können.(*) Die Sieberrinde behält ihre Bitterkeit, ſie mag noch ſo lange gefocht werden, und theilt ſie den feſten Theilen des Körpers und den Faſern der Muſkeln in hohem Grad mit. Da alle bittere Dinge ſtärfen? ſo thut auch dies Mittel ſolche Wir- kung auf alle feſte Theile; und weil ſeine Kraft lang fortdau- ert, ſo iſt es um ſo viel wirkſamer, als andere Mittel. Ein gewiſſer Thebaner, welcher nichts als Ziegenfleiſch aß, roch ſehr heßlich wie ein Bock,( Athenaeus) Wenn bey den Färbern die Schweine das Abgeſonderte von der Rörhefreſ- ſen, ſo macht es ihre Knochen roth. Der Harn wird von der Jndianiſcyen Seite(Cactus opuntia) roth, von der 'Rh«abarber gelb, von dem Liebſtöckel Saamen ſchwarz. Gepülverten Tabacf in Geſchwüre geſtreuet, verurſachet ein Erbreczen. Ein Knoblauchpflaſier auf die Fußſohlen ge- legt, "DB AQ, Holm; 1744. P. 287. Von Lachenknoblauch,- Ky tv mad pm allen| ider ae ſehr% jm dem 9 eindringa Dent ſmiſen 0 Bie lden Miteluſtat uft ode u ſehr ver NSE ſoſungen( heiten nid Dey einer feſten Wal dieſe Yell er digt) Seit zu h enbar if, haben? Ww Ait! (eKranh Qengeſeßt wwſn, wiſemtt ſur din Duff Adele| bebt yy bende R Dewet dieſe very „NAYGE Wen, XIV. Von den Kräften der Pflanzen. 293 Pilzen legt, macht daß der Odem nach Knoblauch rie bt) wel wirr) „nun md wel Jymh en | ſhung d war, d theile md vermißte dem R | fengatt! |(Carlin | dem Ca, | bey der (die Fry ſmtliche“ (mw hf (it, vnd M7 mhh lO Gian Mut fem, hb ' Came ſig und Hy dere Bity en nihthab e Kreſt vy, den räfiny uf dier Wh veſtimmiegy m Maas ſls (nen Lil d den Duft| gröſſere Oyp madchen; it ne noh gif hy einerley Dy (aas der Ip dere Wichy agen geſchit Brunnen die Säſtez Forer ſhy Jatur bey jn onen Pfiat ehabt zu) nin Zuſa e Dinge t, damit 107 ndzwec en und lar en Gtuplyi) Benn wr een, vy! Ww XIV. Von den Kraften der Pflanzen. 297 - die Natur ſelbſt dieſes Mittels bedient und in eine einzige Pflanze verſchiedene Kräfte gelegt hat, um mehrere Endzwee >e zu erreichen; daß wiralſo oft der Mühe einey Vermiſchung und Zuſammenſeßung überhoben ſeyn können, S. 5. F. B. 6. 336. Cin Botaniſt muß als Botaniſt die „Kräfte der Pflanzen aus den Befruchtungstheilen beurthei- „len, doch muß er dabey den Geſchmack, Geruch und zuroei- „len die Farbe zu Rath ziehen, 9. 337. Diejenige Pflan- zen, welche im Geſchlecht übereinfommen, kommen auch „in ihrer Kraft überein; welche in Einer natürlichen Ord- „nung ſtehen, kommen auch einander in der Wirkungnahez und welche zu Einer natürlichen Rlaſſe gehören, haben »zauch einigermaſſen gleiche Kräfte. Nachdem fich die Botaniſten lange und viel mit Erfor ſchung der Pflanzen beſchäftigt haben: ſo nahmen ſie endlich wahr, daßes keine Pflanzengattung gebe, welcher die Frucht- theile mangelten, daß man hingegen oft andere Theile daran verinißte; z. E, bey dem Miſtel( Viscum) der Ylle(Ulva) dem Meergras( Fucus) die YWurzelz" bey einigen Flech- tengattungen, bey der Diſtel(Fl. 8. 656.) der Cberwurzel (Carlina) den Stamm s bey der Flachsſeide(Cuscuta) dem Cactus und einigen Euphorbiengattungen die Blätter z bey der Blätterblume(Phyllanchus) den Blumenitiel. Die Fruchttheile alſo ſind bey allen Pflanzen der einzige we ſentliche Theil. Schon vorlängſt haben die Botaniſien nach einer ſyſtematiſchen Eintheilung des Gewächsreiches getrach- tet, und zu dem Ende verſchiedene Theile der Pflanzen ge- prüft. Einige haben die Cintheilung nach der Wurzel g2- macht, deren Bemühung aber am allerwenigſien glücken woll te. Andern gefiel es beſſer, die Pflanzen in Anſehung des Scammes in Kräuter, Stauden, Geſiräucher und Bäu- me zu theilen; und dieſe Eintheilung hat man lange beybehal- zen, bis man die Indianiſche und Americanijſche Pflanzen & 2 3 zu TE AAIIAIEAEI amm mme mmer Gg Ii Eu 1 GT EDR IEEE oem eren 7 FERRE: wine ag EAI TTA KA8 55 es R en HTE AL= 298 XIV. Bon den Kräften der Pflanzen. zu unkerſuchen anfieng. Dieſe zeigten, daß dieſes Syſtem 'nichts taugte. Die Zaſilie(Oeymum) iſt bey uns ein Sommerkraut, bey den Zeyloniern aber ein fortdaurendes Geſträuch; die Rornelle(Cornus) iſt ein Baum, bey uns aber wächſt dies Pflanzengeſchlecht als ein Kraut.(Fl. S. 132.) Ein vortreflicher Grund zur Eintheilung ſchienen die Blärter abzugeb en, bis TCournefort um d.7 Pflanzen willen die orientaliſchen Länder beſuchte, und andere Kräuter- Fenner Pflanzen von andern Dertern brachten. Da wurden der Storchſchnabel(Geranium) mit dem Sturmhurblatt, dem Malvenblatt, dem Eibiſchblatt, dem Paſtinaken, Be» tönien, Sinau, Flachsſeiden und Stachelbeerblatt 2c.'be= Fannt, und ſo giena es auch bey andern Pflanzen; daß man alſo auch hier nicht feſten Fuß ſeen Fonnte, ſondern zu den Fruchttheilen fortſchreiten mußte, Da aber hier nicht alle Meinungen übereintreffen, weil Einige ven Saanen, an- dere die Srucht, noch andere die Blume zum Grund ihres Syſtems feſtſeßten: ſo koſtete es ſie erſt viele Zeit und Ar- beit, bis ſie einfahen, daß alle Befruchtungstheile zuſammen harmoniren müſſen, wenn man einen gewiſſen Grund bey ei- nem von den Befruchtungstheilen hergenommenen Syſiem feſtſeßen will. Allein jeßk, da wir uns aus dieſem Labyrinth heraus gearbeitet haben: haben wir es zur Regel gemacht: die Pflanzen find gleiches- Geſchlechts, welche in der Blume und Frucht überein fommen; die Pflanzen gleiches Geſchlechts ſind mif einander verwandt: die verwande Pflanzen haben gleiche Kv«fte; dergeſtalt, daß man ſchon einigermaſſen a prio« ri die Wirkung einer Pflanze beſtimmen kann. Wenn mir z. E. jemand ein kleines Jndianiſches Blümchen zeigt, wel- ches fünf Blumenblätter, fünf Staubfäden, zween Stempel, eine Frucht unter dem Boden und zween nackte Saamen be- beſißt: ſg will ich, ob ich gleich die Pflanze niemals geſehen habe, ſagen, daß ihre Blätter nicht gegeneinander über, ſon- Dern wechſelweiſe ſtehen, und u ſie niemals zu einem hohen Baum anwächſt„“ auch die Wurzel und hauptſ ſachlich der Saame- gut. riechen und ſchmecken. Wenn mir. temand eine Pfian- 4 X | Mazel lein beſte naftes | das Ort vienfön und ft Plum fan Zum davon jW | Game, nem zu land wäre des ſie€ ver überſ | beundg fiſt der Def geſiellt1 einen Y die Net nethttt und 1 In deter ATATA A jl, R ſ“« di(En eine vat gren, Und ſy Geſchl Zu brin; wach an is „u XIV. Von den Kräften der Pflanzen. 299 d[es Sy» e, 850» e Of Pflanze überreicht, deren Kelch aus einem zweyſpelzigen Bälge lein beſtehet, vabey drey Staubfäden, zween Stempel, ein nacktes Saamenkorn hat: ſo kann ich ſicher behaupten, daß ſt bey Uns 9p | Tottdaurey Ray Been j das Gewachs, davon die Blume genommen iſt, beynahe lie- 37 200 nienförmige Blätter, einen in Abſäße getheilten Halm habe, ung it und ſein Saamen mehlig und eßbar ſey. Wenn mir eine de? Kap Blume mit einblättrigem Kelch, einer unregelmäßig gebilde- ere tie- fen Blume mit Einem Blumenblatt, mit vier Staubfäden, ) Law davon zween länger ſind als die andere, mit einem einfachen turm Stempel, geſpaltener Narbe und vier nackten Saamenkör- ſünaken, J nern zu Geſicht kommt, und wenn auch Japan ihr Vater- erblatt 1,4 land wäre: ſo will ich doch ohne Anſtand den Ausſpruch thun, zen; dag m daß ſie einen viereckigen, abgeſeßbten Stamm, gegen einan- ſondern zun der überſtehende, einfache Blätter, einen ſtarken Geruch ha- pier nig be und gar nicht giftig ſey. Das bleibt, und wenn auc) kau- amen, ſend ſolcher Gewächſe in der Welt ſind, bey allen wahr. Jn 1 Orund ih der Befruchtung alſo wird uns das Weſen der Pflanzen dar- Zeit und?! geſtellt und aufgedeckt, aus deſſen Betrachtung wir, als aus ile zuſamm einem Buch, die Kennzeichen lernen, womit der Schöpfer rund bey) die Natur, den Wuchs und die Kräfte jeder Pflanze bezeich- enen Erfin net hat: zwar ſind dieſe Charaktere zuweilen ſchwer zu finden ſem Labyt) und nicht immer ſo leicht wie bey der Hyacinthe des Ovids, gel gem in deren Honigbehältniß mit lateiniſchen Buchſtaben das Wort in der Im AITAIA ſieher, welches das Seufzen eines Menſchen ausdrüs- os eſchitt>dn ſoll, welcher dieſe giftige Ritterſporn genoſſen hat! fanzen hi 55.7 maſſen a pu H 25 Senn ml Man ſieher alſo, daß es natürliche, von dem Schöpfer „zeigt, wi ſelbſt geordnete Klaſſen gibt; zugleich aber ſiehet man, daß en Stempth die Schranken der natürlichen Geſchlechter, wenn man ſie in eine natürliche Klaſſe zuſammenlieſt, ſo nahe an einander grenzen, daß auch die größten Botaniker die meiſte Mühe und faſt unüberwindliche Arbeit dabey gefunden haben, die Saamen nals geſeht! je Geſchlechts- Charaktere der natürlichen Klaſſen in Ordnung tähtich d! zu bringen, z. E. bey den Doldenbluüi zigen, den ver- a Waschſenen(Syogeniſtae) den Sternpflanzen und 1 Pf Scharf- 300 XIV. Von den Kräften der Pflanzen. Scharfolsrttrieren des Ray, oder bey der 12 und r3ten Klaſſe. Dieſe ganz beſondere Aehnlichfeit, ob ſie gleich mit der größten Unähnlichfeit verbunden iſt, verdienet unſere gan- ze Aufmerkſamkeit, Das Haſenöhrchen(Bupleurum) welches einen durch die Blatter gehenden Stamm hat, die Viannstreue(Eryngium) mit ihren Diſtelartigen ſtache- lichen Blättern und diſtelartigen dien Köpfen, der Lieb- ftöcvel(Leviſticum) mit zuſammengeſeßten Blättern, ho- hem Stamm und groſſer Krone, der Waſſernabel(Hy- drocatyle) mit ſchildformigen Blattern ohne ſonderliche Dol» den, und die ALöhre(Daucus) mit ihrer ſehr groſſen Wur- zel ſind ſich unter einander ſo ſehr unähnlich, daß man ohne botaniſche Kenntniſſe zu haben, ſchwören ſollte, ſie ſeyen gar nicht mit einander verwandt, und könnten in keinerley Abſicht der Natur nach übereinkommen. Allein wenn man ſie mit botaniſchen Angen anſieht; und die Blumentbheile un- terſucht: ſo zeigt ſichs, daß ſie nach den oben angeführten Regeln zu einer natüriichen Klaſſe gehören. Wenn mannun Hierauf das ganze Heer von Doldenblumen nach ihrer Ver- wandſchaſt ordner, ſo wird ſich die größte Schwierigkeit äuſ- ſern, dieſe dem Anſehen nach ſo ſehr verſchiedene Geſchlechter an einem einzigen gewiſſen Zeichen ſo zu unterſcheiden, daß ſie nicht mit einander verwechſelt werden können, 6:“8.. Wir behaupten alſo, daß die Kräfte der Pflanzen am ſicherſten aus ihren natürlichen Klaſſen beſtimmt werden kön» nen; wenn wir uns nur vorher die Krafte einer oder der an- dern aus einer gewiſſen Klaſſe durch die Erfahrung recht be- fannt machen. Denn wenn dieſe Kenntnißß mangelt: ſo wird man auch von dieſem Hülfsmittel nichts zu hoffen ha- ben. Indeſſen empfielt ſich dieſe Methode dur ihren ſehr groſſen Nußen, ja durch ihre Unentbehrlichfeit. Denn wenn nian ſolchergeſtalt nur eine Pflanze z. C. aus der Klaſſe mit zween längeren Staubfäden und Saamendeken( Didynam, angioſp.) oder aus der Klaſſe mit zweyfach verorüderten Staub» fäden | ſendes+ gender ni ni |(mfih),| Dieb Iam) nung her tis de | newahr | fh wohn] men glüdlid , gewiſſen (uw tafund lide 0 fehlt, Geſchl? ſen Em dm Kr0 1 dfn, bkh Ay Qt "1 KA)| anten, 2 Und 134 0b ſie gleihn] lenet unſeren (Bupleuryy amm het.) artigen ſehe en, der Vik „Blätton, ernabel kh onderlice dy e groſſen Yy daß manch! ollte, fie fon fen in Feinely [ein Wenn lumenthähs en angeführt Benn mann ach ihrer% wierigfeita ve Geſchlea! rſcheiden, '" ve Pflanzen mt werden or oder Der al vung recht W mangelt:| ju hoffen vc ihren fü! Denn win er Klaſſe! n(Didyna derten Stv" ja KIV. Vott dein Kräften der Pflanzen. 301 fäden( Diadelph,) oder von den Doldenblümigen u, ſ, w. unterſucht hat: ſofannman ſehr gut auf mehrere andere ſchlicſ- ſen, ſollten es auch hundert Gattungen ſeyn, deren beſondere Eigenſchaften entweder ganz unbekannt härten bleiben, oder durch mißliche Verſuche erforſcht werden müſſen. Cin trefe fendes Beyſpiel haben wir an einer Wurzel, welche die Ene gelländer rhe Katcle- Snakeroot( Klapperſchlangenwurzel) nennen. Dies war das Geheimnis der Wilden in Virgi- nien, gegen den Biß der Klapperſchlange, gegen den Sei- tenſtich, Lungenentzündung und andere hißige Fieber. Cs blieb lange Zeit verbergen, und konnte durch feine Beloh- nung heraus gebracht werden, Endlich entdeckte Tennen» rius die Pflanze, und man ſahe nun, daß dieſe Wurzel eis ne wahre Gattung der Rreuzblume(Polygala) ſey. Hier- auf haben die Pariſer Aerzte unſere ganz ungebräuchliche, und vorher in Apotheken nicht einmal aufgenommene Kreuzblu- menwurzel, in ſolchen hißigen Fiebern, mit dem nehmlichen glücklichen Erfolg verordnet, ob ſie gleich an Kräften ſchwä- en und riecdyen nicht übel; jind aber eine wahre 9iachtſchats tfengattung, daher man leicht ſchließen fann, daß jiv erwas verdächtiges bey ſich führen, obgieich wenig, Indeſſen ver- urſachet dies wenige doch, durch den öfteren Genuß, EScha- den, und diejenigen, welche ſich deren in America zur rägli- F. B. 8. 345.»»Die markigen Früchte der Klaſſe „mit zwanzig: Staubfäden(1coſandria): ſind eßbar. „Die 36. 37-38. und 39ſie natürl, Ordnung.“ Hierher gehört der Cactus, der Jambuſenbaum, (Eugenia) der Cyj«vabaun,(Pfidium) der Grangt- apfelbaum,(Punica) der Kirſchbaum;( Ceraſus) der KRirſchlorbeerbaum( Prunus Lauroceraſus) in unſerer Gegend, der Hagedorn,( Crategus) der Sperberbaum, (Sorbus) der Nliſpelbaum,(Meſpilus) der Birnbaum, (Pyrus) die Roſe,(Rola) die Himbeere,(Rubus) die Erdbeer,(Fragaria) welche alle eßbar ſind.“ Ju dieſer ganzen Klaſſe iſt keine einzige giſtige Frucht und ſchwerlich eine giftige Pflanze. Ob der Kirſchlorbeerbaum, den die Engländer für giftig halten, es wirklich iſt, daran. zweifelt man noch.(S. Hort. Cliti, p. 185.) 84 18. F. B. 6,346. Die Klaſſe mit vielen Staubfäden - piſt mehrentheils giftig. 23ſte natürl, Ordnung.“ Etwas widriges für unſere Natur haben: die Seero- ſe,(Nymphaea) der ſtachliche Nlobn,( Argemone) der lohn,(Papaver) das Schöllfraut,(Chelidonium) das Schwarzkraut,(Ataca) die Bocconie,(Bocconia) der Gummitutitbaum,(Cambogia) die Eyphorbie, (Eupnorbia) die Ritrerſporn Stephanskörner,(Delphi nium Staphis agriae) der Sturmhut,( Aconitum) der Schwarzkümmel,(Nigella) die Akeley,( Aquilegiae) die Küchenſchelle,( Anemone Pulſarilla) die YDaldre- be,( Clematis) der Sahnenfuß,(Ranunculus) die Dot- terbiuime,( Caltha) die Chieswurz,(Helleborus), Von den übrigen ſind die Kräfte noc) meiſtentheils unbefannt. Die Pfinaſtroſe(Paconia) wirkt heftig, der friſche Thee iſt mit Vorſicht zu trinken, Die Gewürznelken ſind ſehr gewürzhaft und ſehr freſſend. Vom Giſtcheil(Athora) . behau- feh) des ſe! qs( 9.00 un vo! ij( gethu dn,! wurm! Yfunjf (eſam heftige niht€ bt ye „9m oi" V einzig doji0e EEE m EY„A SEE Ene meme mr 8 WD Geen än E mpHmwweee-EeeÖre:eewenmweeenweewz.weeneezeegeeeen N 7-. a zae u TSE: mona IIIa = N<< RE a FICHTE mem weng My, ' KIV. Von ven Kräften der Pflanzeit. 309 de Alp ee 34 0 4 es JURA Pe 5422075 ): fid"| 56 Dr gi igen Sturm! ats jey, we er 7 m gle: (409 1071/09 hes Geſchlechts iſt. Allein Cluſtus, J- Zauhin und K.0belits haben die Giftheilwurzel für verdächtig gehalten, buſenbam und Soler ſagt, daß ein Stückchen davon einer Bohne der Grenze groß über ſich und unter ſich purgire. So viel iſt gewiß, daß (Cenſus) y dieſe Gattung weniger Fiſtig iſt, als die übrigen Sturmhutk- 18) in unſe gattungen, ſie kann folglich in kleiner Doſis gebraucht wer= erberbaun den, und in Ausſchlagsfiebern dienlich ſeyn. Denn alle e Dienbaun wurmtreibende und den Ausſchlag befördernde Mittel aus dem >(Rubus) 1 Pflanzenreich haben etwas giftiges, wie man an dem Afe- Ju leyſaamen ſiehet. Bey der Gifcheilwurzel kommt noch die „und furl) heftige Bitterfeit und Schärfe hinzu, weswegen man ſie baum, My nicht anders, als in einem Biſſen einnehmen kann. Der ; bloſe Geſchmack alſo zeigt, daß ſie freſſend und ſcharf iſt. dann wih "36 6. 19. F. B. 6. 347+»»Die Pflanzen mit zween langen und Ztaubfeh„»zween kurzen Staubfäden mit nacktem Saamen, ſind wohl- nun.»ſchmeckend, hauptſtärkend und auflöſend. Die Kraft ſte>t W:„in den Blättern. 5 8ſte natürl. Ordnung.“ ed WE Die Kraft liegt in den Blättern, daher iſt von feiner Chelidom einzigen Pfianze dieſer Klaſſe die Wurzel gebräuchlich oder ie,(Boca) officinell. Der Stamm riecht nicht ſtark, iſt holzig und FEyphottt ſaſtlos, daher die meiſten von ihnen bey den Alten Stauden X(Deh genennt werden. Die Kelche ſind noch ſaftloſer. Der Saa- Mas 4 me wird ſelten von Aerzten gebraucht, ſondern nur. die Blat- 17360| ter. Die Blätter ohne Stengel beym Ratgenkraut(Ma- 7 rum) ſind ſo ſtark riechend, daß ihnen nichts im ganzen Ge- ie Nn wächsreich gleich kommt, nicht einmal der Drachenkopf 06] 17(Dracocepbalum) mit. dreyfachen Blättern. Keine Pflan- 900 ze in dieſer Klaſſe iſt giſtig. (he Thee! 41..C42,20, fen ſud)? F.|B."G. 348.»»Die Klaſſe mit vier langen und eil(Arbor»»zween kurzen Staubfäden iſt antiſcorbutiſch, wäſſerig und w; UÜ 5„ſcharf uübet 12 Zu RaR I SERRETGHIPT TEE Tween nea ET m GE ER AA EE 1 DERNRER<| GEE RIET, 310 KRIV. Von den Kräften der Pflanzen, „ſcharf, durch das Austrocknen gehet die Kraft. verlohren. 5», Die 5 7ſte natürl. Ordnung,“ Die meiſten Kräfte beſißet unter dieſen Pflanzen die Reeſſe,( Lepidium) das Löffelkraut,(Cochlearia) der. Rettig,(Kophanus) die Bergkreſſe,(Cardamine) der "Senf,(Svapis) das Barbenkraut Hederich,(Ery- linam Barbarea) die Raute.( Slymbrium) Die übrigen - Haben einen ähnlichen wiewohl ſchwächeren Geſchmack. Ge- ruch haben die wenigſten von ihnen; die Kraft ſteckt alſo in den wäſſerichen und ſcharfen Theilen, daher gehet durch das Austrocknen die meiſte Kraft verlohren, weil ihre Wirkſam- keit im Saft liegt. Niemand wird auch leicht das Löffel» kraut, den Kohl, die Rübe oder Kreſſe trocken verſchreiben. Keine giftige Pflanze giebt es unter ihnen. G 21 F.B. 6. 349.»3Die Pflanzen der Klaſſe mit vielen, „techt verbrüderten Staubfäden ſind ſchleimig und „zerweichend. Die 34ſte natürl. Ordn,“ Sie beſißen alle, einem jeden Anfänger bekannte er- weichende Kraft, daß wer den Eibiſch( Altheae) und Vialve(Malva) fennt, auch die Kraft von allen andern weiß. Dieſe Kraft nun ſteckt in allen Theilen der Pflanze, und feine einzige darunter iſt giſtig. CG: 22% F. B. 9. 350% Die Blätter aus der Rlaſſe mit „»albverbrüderten Staubfäden( Diadelphia) werden 33von den Thieren mit Pferdegebiß(1umeatis) und von den »ywiederfauenden( pecoribus) gefreſſen. Der Saame dient „den andern Thieren zur Speiſe, iſt aufblähend und mehlig, 5» Die 7 5ſte natürliche Ordnung,“ Die Bauern ſäen daher den Süßklee,(Hedyſarum) den SchnecPkenklee,( Medicago) das Z0ckshorn,(Tri- gonella) den Alee,( Trifol,) die Richer,( Cicer) die Wicke -[fnet fi ) Wicke ſit das Oferde, dient ſen die Gau darn Magen feige fi Jur 0% nig gi x. vm „vy „mf (0) de Zu lima) (Pe (Pyre Wert cm) fenthei findet m tim) ti „hinz eh (Mai Pier (toe neG (Bell /s vam "" ane, N„“ 2 Wii y Obs 1 Pflanzen 5 FF zum ki|| Zd 1. „OcCn fana Nin LEH einein yy deri, Erm: A» we Noe ;«(Ir UN ey ch WINdG, H 7 TE “+ 2444 t Hieft alf gehe durch) SCHELL COCO 6 (500) ipre Virkſm ht Rag IM ds en verfüg ſe mit vidtt cleimig y CE 1.6:» vw verant! < NDS USA "". KUV. Von den Kräften der Pflanzen, ZI YOicke,(Vicia) für das Vieh. Die Linſen ſind das angenehmſte Futter für Pferde, doch freſſen ſie auch Erbſenſtengen. Der Saamen dient den Thieren hauptſächlich gefocht zur Speiſe„ doch freſ- ſen die Hüner nicht leicht Bohnen und Feigbohnen. Daß der Saame der Saubohne und Crbſe mehlig und aufblähend ſey, daran zweifelt niemand. Datyer dürfen Zeute mit ſhwachem Magen niemals Erbſenſuppen eſjen, wenn ſie nicht durc anger! 4 e find fenen) het das Phi jeh Unter en) auch der Gem n hinüber ni iſt das Pehy damit dy oh en flüctyn Hb ein Un hh enwarh n bededt 1),) dem Obehunm [esträgt dez) Wenn wir zu t dadlitch de Wenndarly 8, was ſont! , Der Orſen: Flüchtiges bo" zj.€, riedt! hmad nich, Pferde j- GW ſehr ſchädlid v führt den Ce fräßte der Qu" ihr Ihe Bir (,d, Mv XIV, Von den Kräften der Pflanzen, 319 weil ſie der Geruch und Geſchmack davon abhält, Das Rind»- vieh hingegen frißt ihn ohne Schaden, weil es der nehmliche Geruch und Geſchmac anlo>t.(It. Weltg. p. 6.) Es verdient angemerkt zu werden, auf. welche Weiſe der Schö- pfer gewiſſe Pflanzen, für gewiſſe Thiere zum Futter be- ſtimmt hat. Damit eine Gattungder andern nicht alle Nahrung wegnehme: ſo hat er in verſchiedene Pflanzen für einige Thiere ein Gift gelegt, daß ſie ſolche nicht ohne die här=. teſte Strafe berühren dürfen, und damit keines aus Unwiſ- ſenheit dieſes Geſees von ohngefähr des Todes ſey: ſo hat er jedem den Geruch und Geſchmack zugetheilt, der mit dieſem Endzweck übereinſtimmt. Cben ſo merkwürdig iſt es, daß ſich der Geſchmack den verſchiedenen Umſtänden nach ändert. In Faulfiebern, kann man weder den Geruch noch Geſchmack von gebratenem Fleiſch leiden, ſaure Dinge hingegen behagen uns alsdann ſehr.„Jn der Bleichſucht und bey Magenſäu- re der Kinder, ſnen ſtärker, A, d- Ue. 20,) verlieren» - e eine fu? ß comm 1 BEG 1 ARTERN=ewni 2 mama eeaeaEnEIIR= E EE 7 IARE* RIE A n aH 5 *% 322 XIV. Vonden Kräften der Pflanzett- verlieren endlich, wenn ſie in Apotheken zulange aufbewahrt werden, ihren Geruch und Geſchmack, und werden deswegen von Aerkten bey der jährlichen Viſitation verworfen. S9. 39- F. B. 6 359.»»Die wohlſchme>ende und wohlriechen- „de Pflanzen ſind heilſam; Die übelriechende ſind ſchäd- lich, die ekelhaften ſind purgirend, erbrechend und giftig.“ Dies haben wir ſchon oben als den diätetiſchen Grundſaß aller Thiere angegeben, und der Menſch ſelbſt wählet bey Tiſch das Gerücht, welches ihm am beſten ſchmeckt. Auch der Affe prüfet ſeine Speiſe, ehe er ſie iſſet, zuerſt durch Riechen und Schmecken. Auf eben ſolche Weiſe nun auf weiche ein Ding in die Geruch- und Geſchmacknerven wirkt, wirkt es auch auf die Nerven des ganzen Körpers; doch ſind hiervon die Mineralien ausgenommen, Auch wollen wir es bey den Pflanzen nicht für allgemein wahr ausgeben, ſondern halten dafür, daß man auch die verwandte Pflanzen dabey zu Rath ziehen müſſe. Wenn uns nun die Erfahrung leh- ret, daß die Verwanden einer gewiſſen Pflanze unſchädlich ſind, ſo können wir, nachdem wir ſie durc Geruch und Ge- ſchmack geprüft haben, Gebrauch davon machen." Worzüge- liche wohlriechende ſind das Hirſchenuras,( Milium,) die Schmele,(Aira,) der Waldmeiſter,(Aſperula.) der Steinkleg,( Trifol. Melilortus.) der Welſche Jaſ- min,(Philadelphus.) der Jaſmin,(Iaſminum,) die Lilie, die Tuberoſe,(Polianches.) die Citrone,(Ci- trus) die Saubohne,(Vicia faba) der Oleander, ( Nerium,) der Safran, die Viole, die Linde. Bey die- ſen geben beſonders die Blumen den angenehmſten Geruch von ſich. Uebelriechende ſchädliche ſind: die Schwämme, derZundsdill,(Cotula) derZollynder,(Sambucus) das Schwarzkraut,(Axa). der Sturmbhut,(Aco- nitum) die Ljieswur3,(Helleborus) die Weiſſenies- wurz,(Yeratrum) die Saſelwurz,(Al: un) die... ze x ald Ra (Narciftus in>b (Stapelia) der Das tun) Der okyanus) (ala)( Doronicun hiantet( / aun,( Mohn Wehofte 102) und (ndetsy Viowut ter, Gl 6) undi Zur e Dinge 1 ee meiſten ſſt)(yl nt iſe NN Zehe bas verlangen! Erit fly ter gaht „Jh dt, Daniel We; XIV. Von den Kräften der Pflanzen. 323 hoe bh|; 6: 4 eg zel der Kaiſerkrone,(Coroo, Imperial.) der Viarciſſe, 65 ON(Narciſſus) der Prachtlilie,(Glorioſa) die Blätter des M Stinckbaums,(Avnagyris) die Stapelien- Blume, (Stapelia) einige Gänſefuß- Gattungen(Chenopodium) der Llachrſchatten,(Solanum) der Steckapfel,(Da- nd Wohl tura) der Cabacb,(Nicotiana) das Bilſenkraut,(Hy- ende ſud ſed olcyamus) das Gn«denkraut,(Gratiola). die Cajtie, nd und 93(Callia) der Roßpoley,(Stachys) die Gemswurz, ſchen(u(Doronicum) die Coloquinten,(Colocynthis) der C9- (bſt wähl rianTer,(Coriandrum) die Raute,(Ruta) der Zuchs- melt, 1 baum,(Buxus) die Hundszunge,(Cynogloſſum) ty zue in) der 7ohnſaſt,(Opium) die Wallnuß,(Iuglans.) Efkelhafte purgirende ſind: die Baldrianwurzel,(Vale- riana) und ÜTayenblumenwurzel, die Rinde des Hol- lunders, die Zaſelwurz, das Gnadenkraut, die Yiieswurz, Aloe, Coloquinten, und Sennesblät- ter. Schmerzſtillend ſind die Sagmmetblume,(Tage- Weiſe mm ay ane m, pers; ben 1) 0 wms 18ge0e, ſud Pflanz diy tes) und der Dill,( Anethum,) Erfah) anze unſ) 6.2405 Jeruch ub . 5 4, PIEG',,-> e 2 " ird(adftringentia), Der Grund ihrer Miſchung iſt die Saure; 4100 jemehr ſie dabey mit erdigten Theilen vermiſcht ſind, deſto ge heftiger wirken ſie als herhe Mittel, Von dieſer Art ſind alie zurräglig, unreife Früchte, ehe ſie zur Säure gelangen und durch die an ſie zu 07 der Granatbaum,(Punica) der Äcacienſafr, die ſhwicn/ Sclehen, die rorhe Roſen, der Ampfer,(Ru- d) efwas 5 X 3 mex) v .*5 (4 EY /“ A vw ZEIIEAEEEE 0 EERET APPT 7 IT AEH TEG E63 ie uE EE= WW: 326 XIV. Von den Kräften der Pflanzen, mex) die Tamariſfen,(Tamarix) der Miſpel, die Quitten. 9. 43 Der Geruch führt am nächſten zum Sis des Lebens und der Seele, daher ſtellt ein geiſtiges Mittel am geſchwindeſten die Kräfte her. Hyſteriſche und in Ohnmacht liegende Per- fonen, werden durc einen ſpiritusſen Durſt in einer Minute erwecket.(*) Denn die weiche Subſtanz des Gehirns, weiche auf dem ſiebförmigen Bein liegt, gibt viele Nerven in die Naſe, ſo daß daſelbſt das Gehirn ſo gut als blos liegt. Die ſc an, die gel be Bitterfeit, die grüne Unreife, die blaſſe Unſchma>- haftigkeit, die weiſſe Süſſigfeit. Daß. die rothe Farbe Säure anzeigt, erhellet aus den Zeidelbeeren, den 1008- beeren,(Oxycoccos) den Sauerachbeeren, den Jo- hannisbeeren, den Kirſchen und Pflanzen. Die ale lerſauerſte Aepfel ſind roth, die ſüſſen hingegen weiß. Die Blätter des Sperberbaums und Stauerampfers wer- den im Alter roth, weil ſie Säure bey ſich führen; wie denn alle rothwerdende Blätter von einer in der Pflanze befindli» . Die Bläſſe zeigt Unſchmackhaftigkeit an Der Spargel, der Kohl, die Cichorie, der S.öwenzahn, der Salat, v. ſ. w. haben im Frühjahr, wenn ſie noch zart ſind, kei ne Bitterkeitz allein wenn ſie grün geworden ſind, werden ſie nicht leicht in die Küchen der LeFermäuler aufgenommen, CG: 45 EF. B. 6. 365.»5Die ſchwarzgelbe Farbe(luridus) der 95»Blume, und das traurige Anſehen der ganzen Pflanze, „macht ihr einen übeln Verdacht. »): Der« 1». LBZ Zzz= 7w wn=== <<=>> ZZ 1Z4 7 h JZ zZZZz> | ZZ SS SPDRUYA 2>[ le ZS-“ Zi L= j<> ES zz 3 E 774 IN! v a, k| DO LPI SP LESLIE SS TEG ZZ EBE FZD 5+ SONY NYNAANSONNED"7 8 pe?" F> me 0 1 TEILES LE nd 5 ads Ä NE CODE neg EAIEITD EIE Eg A 95 mn ver H, uam+. 27emme numme Wt FEE SENSEI 8 PERE T“ür Mw N' MIN u SU ZM Linne Ab handf/“- 7 << A erm 7 = ZENDE DD S2 8 IZ ZZ 2: 77 1 <<<. 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