W Univ.-Bibi. Giessen 54 71 ); p/ y) R Ueber; zemalige und jeßige Behandlung fru. 8 Livländiſchen Hakens und die verſchiedenen Hafkenreviſionen, Von Heinrich v. Hagemeiſter, zu Alt- Droſtenhoff. 13% za 56 BEBEL OT job G ] VARNA 1CTEE A; ACADEMEN DES-LANDB AL 1S) Z,U MOEGLIN === DIFTFEFFETFFEFTEFTFEFFFFHFFEFFTHFFHNFFFFHHEHTFHRTFEHLHhFLFhFhh beh hhed an 000000 Dorpat, 1827: Gedruckt bei I. C. Schünmann- Der Dru dieſes Buches iſt geſtattet, mit der Iln- weiſung, daß vor dem Verkaufe deſſelben, in Folge des Ge- ' ſeßes, ſieben Eremplare an die Dorpatiſc, den man eben ſo wie das Wort uncus, durch„Ha; ken“ überſeßt hat=- erwähnt, und ſeine Größe zu 30 Morgen angiebt. Noch das Privilegium Sigis? mundi Auguſti vom 28, November 1561 nennt den hie; 1 N ſigen Landhaken: mm an 88 Antunes Teri, und mit vieler Wahrſcheinlichkeit läßt ſich die Ausdeh- nung der beackerungsfähigen Länder, die zu einem ſols = Der Hägerhufe ſollte, nach einer Urkunde vom Jahre 1260, dreizig Seile lang und eben ſo breit ſeyn, das zum Feldmeſſen gebräuchliche Seil äbeeas Ruthen, jede zu 8 alten kurzen Ellen(nach ißigem Maaße 14 Fuß 10 Zoll rheinländiſch) enthalten, woraus denn hervorgeht: daß der alt- pommerſche Morgen 1500 []Ruthen umfaßte, Vergleicht man dieſe Angaben mit der alt; livländiſchen Land Elle, derſelben, die wir ißt unter dem Namen der ſchwediſchen Elle kennen, ſo wird erſichtlich: daß ein ſolcher Morgen 6 unſerer Tonnſtellen(zu 14000[|]Ellen) der Landhufe, oder" Mmanusus theutonicus alſo 180 derſelben betrug, ein Ver? hältniß, auf welches noch ſpäter verwieſen werden wird. Mogte nun gleich ein alt! hergebrachtes Recht auch - für Livland beſtimmt haben, was zu einem fröhnenden Dakenpfluge oder Haken gehöre, ſo iſt es doch begreif; lich: daß in einem Zeitalter, wo bloß das Recht des Stärkeren galt, und dex Bauer im ſtrengſten Sinne des Wortes leibeigen war, er ſich auch mit dem Lande begnügen mußte, welches ſein Herr ihm zur Nukßung anwieß, und dafür zu leiſten gehalten war, was diefer begehrte. Von einem Rechtszuſtande konnte nicht mehr die Rede ſeyn, ſeit jeder Widerſtand gebrochen, und der 7 einzelne Zwingherr, in ſo fern es das Verfahren gegen ſeine Bauern betraf, durch keine höhere Gewalt gezü/ gelt ward. Je nachdem„Billigkeit den Grundherrn leitete, oder die mehrere oder mindere Urbarkeit des Bodens dem Bauer Erweiterung geſtattete, ſcheint alſo der Zufall den Begriff eines Haken; Landes größer oder kleiner geſtaltet zu haben, und ſo kannte man denn zu Anfange des zyten Jahrhunderts in unſerer Provinz: herrmeiſterliche Haken von 177 Tonnen Land, Plet;: tenbergiſche von 96 Tonnen, Erzbiſchöfliche von 66 Tonnen vigiſch, polniſche große Haken zu 120, und teutſche kleine von 30 Tonnen. Schaßzungsfrei waren früher die Beſißungen des Adels geweſen, und es bes durfte keines Maaßſtabes zur Beurtheilung ihrer gegen? ſeitigen Größe3 aber Vorſicht erheiſchte das neue Ver! hältniß, welches mit Auflöſung der Ordensherrſchaft begann, und daher wohl findet ſich in dem Privilegio Sigismundi Auguſti vom 28. November 156x der Ge halt eines livländiſchen Hakens beſtimmt, Dev x3te Punkt dieſer Urkunde enthält: daß der mansus oder uncus,„welcher gewöhnlich Haken genannt wird," nach alt-hergebrachter Gewohnheit zu 66 Stricken oder Baſten, deven jeder 66 Faden lang iſt, berechnet wer? den ſolle. Nehmen wir den Faden, wie es noch itt hier üblich iſt, zu 3 Ellen an, ſo enthält die[]Baſte == wahrſcheinlich von dem Baſt; Stricke, deſſen man ſich zum Meſſen bediente, ſo genannt== etwa 39000 []Ellen; und 66 ſolcher Baſten betrugen 180 Tonnen? ſtellen= zu 14000[]Ellen=<+ Hieraus geht her: vor: daß der in jenem Privilegio bezeichnete Haken der größere ſogenannte herrmeiſcerliche ſei, und dem pommet?: "ſchen Landhufen odey mansus theutonicus,(der gleich dem von Arndt erwähnten, 30 Morgen enthielt) völlig gleich kam, eine Uebereinſtimmung, die folgern läßt: daß ſo viel und nicht minder, urſprünglich zu einem Haken Land gehörte, und jede ſpätere Beſchränkung dieſes Inhaltes mißbräuchlich geſchehen ſei. Kurz und ſtürmiſch war die Periode der polniſchen Beherrſchungs; Zeit, und nicht gedeihlich für Feſtſeßun: gen, deren Ausführung innere und äußere Ruhe heiſchs ten. So hatte denn auch jene Haken: Beſtimmung keinen weitern Erfolg, und noch in der am 28. Mai 2665 abgefaßten Antwort auf die von dem ſchwediſchen Erbfürſten(nachherigen Könige Carl TX.) gemachten Vorſchläge, führt die Ritterſchaft an: ,,daß der Roßs dienſt von gewiſſen Haken geleiſtet worden, deren etli; er und Buſchländer nach ihrer Güte in vier Grade getheilt, und eine Tonnſtelle Acker oder zwei Tonnſtellen Buſchland vom erſten Grade, gleich 1X Tonnſtellen Aker oder 22 Tonnſiellen Buſchland vom aten Grade, eben ſo wie 1x Tonnſtellen Aer oder 3 Tonnſtellen Buſchland vom zten Grade, gleich 2 Tonne ſtellen Acker oder 4 Tonnſtellen Buſchland vom ten Grade; zu einem Thaler Speeies angeſchlagen werden ſollten, und der Bauer für eben ſo viel Thaler Land nach dieſer Schälung erhalten müſſe, als ſeine Leiſtun; gen und Abgaben nach der oben angeführten betragen, Die Tonnſtelle ſolle zu 18000 ſchwediſchen[]Ellen ges rechnet werden, und ſollte bei den an der polniſchen und ruſſiſchen Grenze belegenen Gütern, nach den Um? ſtänden, mit mehrerer Gelindigkeit verfahren werden, als bei den übrigen im Innern des Landes, damit die Bauern nicht zum Entweichen veranlaßt würden; auf Privat; Gütern ſei es ferner nicht nörhig, den Betrag 16 und die Güte des Bauerlandes zu berückſichtigen, dä der Gutsherr für die von ſeiner Bauerſchaft, nach de; ven Haken: Anſchlag zu leiſtenden öffentlichen Abgaben, ohnehin haften miſſ 3 So ward denn nun eine Hakenberechnung geſchafs fen, welche ſich nicht bloß auf den Flächen/ Inhalt, ſondern auch auf die Güte des Bodens gründen ſollte, Indeſſen war es nicht Humanität, nicht Mitleid mit dem ärmlichen Zuſtande des Bauern, dem die übrigens billige Landtaxe ihre Entſtehung verdankte,"Ware ſie aus der Ueberzeugung entſprungen, daß ein gerechtes Berhältniß zwiſchen den Leiſtungen des Bauern und dem von ihm benulßten Grund und Boden ſtatt finden müſſe, dann hätte ſie== wie in ſpäteren Zeiten geſches hen=- allgemein geltend, auch bei Privat: Gütern Anwendung finden müſſen. Hier haftete der Grund? herr aber ohnehin für die auf die geſteigerte Hakenzahl laſtenden Abgaben; der Zweck wurde erreicht, und mehr beabſichtigte man nicht, Wahrhaft thätige Fürſorge für das Wohl der Unterthanen blieb den Machthabern ſremd. Fünf Sechstheile der Provinz waren um dieſe Zeit durch Reductions?!, Liquidations? und Obſervationss Commiſſionen Domaine der Krone geworden, und da die Pachtſumme, für welche man einen Theil dieſer T7 Güter ihren frühern Beſitzern aus beſonderer Gnade zur Arrende überließ, nach der Hakenzahl beſtimmt wurde, ſo mußte jedes Mittel willkommen ſeyn, wel; Mes zur Steigerung derſelben führen konnte. Wohl mogte ſich die Reviſions! Commiſſion im Verfolge ih/ ves Geſchäfts überzeugen: daß, wenn die Lände dex nunmehrigen Kronsbauern wirklich nach den gegebenen Beſtimmungen veranſchlagt werden ſollten, eine viel geringere als die erwartete Hakenzahl hervorgehen wür; de, dieſein aber ward vorgebeugt durch eine am 1oten Marz 1690 erlaſſene Vorſchrift, welche verordnet: daß für eine Tonnſtelle, nicht wie früher beſtimmt worden 18050, ſondern nur 14000[]Ellen gerechnet werden ſollten. Hierdurch wurde nun der Anſchläg der Bauer? länder in dem Verhältniſſe von 7: 9 erhöhet, und nach eben dieſem Maaßſtabe die Hakenzahl, mit ihr aber auch die Arrende der Krons/Güter(d. i. von 5 Sechs? theilen der Provinz) um mehr denn 28 prCt. geſtei: gert, wobei das in gewiſſen Fällen zugeſicherte Gnas den: Tertial faſt gänzlich entſ befindlichen Meſs ſungs; Reviſions Kommiſſion. Durch ſie entſchwand jede Unbeſtimmtheit, die hinſichtlich dev Bauerleiſtuns gen und Länder bisher noch ſtatt fand, und wenn gleich die Regulirung der Bauerverhältniſſe, ſammt den Meſ? ſungen, Deputationen, Committenten und Commiſſios nen, den Privat» Gütern des Landes binnen 20 Jahs- ven eine Million und hundert tauſend Rubel S, M, ge? koſtet hat, ſo darf doch dieſe Ausgabe nicht als frucht? los betrachtet und bedauert werden, da ihr Reſultat eine völlig gleichmäßige und genaue Schäkßung faſt 23 ſammtlicher Bauerhöfe der Provinz war, uud bei der indeſſen erfolgten Auſhebung der Grundpflichtigkeit den ſicherſten Maaßſtab desjenigen, was auch bei dem neu beginnenden Verhältniſſe mit Billigkeit von dem Ges ſindes s Inhaber verlangt werden konnte, gewährte. Jene 14jährigen Arbeiten der Meſſungs 1 Reviſionss Commiſſion, und die von der in Riga, zur Einfüh: rung der neuen Bauer/ Verordnung Allerhöchſt verords neten Commiſſion ſpäter geſchehene Fortſelßzung derſel: ben erwieſen: daß Livland am uſten-Januar 1827 ent? hielt: 1) Beſißungen der Krone a) gemeſſene 9 s 17528 Haken. b) ungemeſſene, auf das Wackenbuch von 1757 berechnete;: 67425== 2) Privatbeſißungen a) gemeſſene 9; 6508- b) ungemeſſene, auf das Wackenbuch von 1757 berechnete 9; 6722== c) durch Vereinbarung mit den Bauern beſtimmte 20133=- Zuſammen alſo 762755 Haken, “. Im Ganzen genommen, iſt ein ſolcher Haken hinſichtlich der Leiſtungen noch ißt, das was er vor Jahrhunderten war, denn es beſtehen ſelbige aus zwei Sommexr/Fußarbeitern und zwei Arbeitern mit Pferden durch das ganze Jahr, die in jeder Woche fünf Tage fröhnen, und mit denen zuſammen'20 Loofſtellen im Winterfelde und eben ſo viel im Sommerfelde des Hos fes beſtellt werden dürfen. Die verhältnißmäßig bes rechnete Hülfs/ Arbeit reicht zur Heu! und Korn:Erndte, Verwändlung und Verführung derſelben, und zur Ans fuhr des nothwendigen Bedarf8 an Baumaterialien Hin. Gewiß iſt es: daß ungeachtet der geſteigerten Hakenzahl, jeder Haken durchſchnittlich ikt von 70 Mens ſchen== jedes Alters und Geſchlechts= bewohnt wird, und wann wir dieſe Verhältniſſe mit der Haken: zahl vom Jahre 1641, und der 40 Jahre ſpäter von der Ritterſchaft angeführten durchſchnittlichen Bevölkes rung eines Hakens verglichen, ſo ergiebt ſich: daß ſeit 185 Jahren die Volksmenge in dem Verhältniſſe von “x zu 4, der Anbau des Landes aber in dem von 4 zu 7 zugenommen habe.. Nach allem bisher Angeführten iſt es einleuchtend: daß es in Livland vielleicht nicht zwei Bauerhaken giebt, die völlig gleichen Flächen- Inhalt umfaſſen, indem die imm mere een 25 Quantität des Bodens durch deſſen Güte und Gattung bedingt wird. Wollte man indeſſen einen ungefähren Maaßſtab haben, um ſich den Raum, den ein ſolcher Haken bei dem im lettiſchen Diſtrikte am häufigſten vorkom- menden Mittel: Boden einnehmen mögte, einigerma ßen zu verſinnlichen, ſo wäre die Rechnung mit Be- rücſichtigung des Verhältniſſes, in welchem jede Land/ gattung angetroffen zu werden pflegt, folgende: 2 Tonnſtellen Garten im erſten Grade betragen x Ihlr.= Gr. 36====- Feld im zten Grade 24=== 36=== Feld im 4ten Grade 18=== 4838=== Buſcland im zten Gr. 10= 60= 96=“-=- Buſclandim4ten Gr. 16===- 100===-=- Heuſchlag im zten Gr. 9= 332=- 318 Tonnſtellen, im Anſchlage zu 80 Thlr. 33 Gr. Erwägt man, daß= wie früher berührt worden =- bei den ältern Meſſungen die unbewachſenen Buſch! länder in keinen Betracht kamen, und in der Regel doppelt ſo viel als die bewachſenen betrügen, ſo ergiebt ſic) deutlich: daß auch der frühere durch Meſſung bes ſtimmte Haken am nußbaren Lande denſelben Flächen: Inhalt enthieit, Was ſonſt Billigkeit gewährte, for; 26 derte ſpäter das Geſel 3 die Sache blieb dieſelbe, die Form nur anders. Wiederholt muß es werden, daß Hofraume, bewachſene Niederungen, Moräſte und Hai? den als keiner Schäßung unterworfen, den Bauern, in deren Gränzen ſie belegen ſind, zinsfrei verblieben« Dieſe mögen in der.Regel halb ſo viel als das nußbare Land betragen, daher denn der ganze Flächenraum cines Bauerhakens durchſchnittlich etwa zu 2||Werſte, oder den 24ſten Theil einer teutſchen[]Meile angenommen wer; den darf. Unverkennbar würkten dieſe Beſtimmungen auf den Bauernſtand im Allgemeinen. Die Bauerverord? nung von 1804, das erſte in den Volksſprachen pros mulgirte Geſel, ſchuf aus Leibeigenen Grundpflichtige, ertheilte ihnen Rechte, und um dieſe zu ſichern, auch Richter ihres Standes. Feſt begründet, ſchienen fortan die Verhältniſſe des Landmannes, aber der Kundige erkannte in ihnen dennoch nur den Uebergang zur Wie- derherſtellung natürlicher Rechte, ſah in ihnen die Vors bereitung zu einem neuen Seyn, und vertraute dec Weisheit des Herrſchers. Da erhoben ſich im Jahre 1817, aus der Mitte des Adels ſelbſt, Stimmen, wels