— —— 1E8 ——— — — weih .; EI 6+1 E4 7, Pra fht 5 3 18 MAGX)(ved ?|-. Gekrönte Preivſchrift ns über| Guter- Arrondirung Geſchichte der Kultur und Gandivirthſchäft von Deutſchland und einer ſtatiſtiſchen Ueberſicht der Landwirthſchaft von jedem Kreiſe des Königreichs Baiern, dann zwey illuminirten Flurkarten. Von StPatoatn von HNa;::;t. Ritter des Ordens b. Sicilien, gegenwärtig Vorſtand der foniglichen Baukommiſſiva in Munchen. Münden 12x18 In Kommiſſion der Fieiſchmanw'ſchen Buchhandlung GedruFt bey Franz Seraph Hübſchmann, 4. 3€ BIBLIOTHEK D-KDAZ"1 64096 (48 411.8 A , DE: DEE'T Ra. 4.); 2 N EE H 7 SLS ZU MOEGLIN Salus publica in fundi cultura, ky 32035 dalle Dif Ser landwirthſchaftliche Verein in Baiern hat nachſichendes Programm einer Preisaufgabe über die Arrondirung der Güter bekannt gemacht, „Die beſten und volltändigſten Bemerkungew und Vorſchläge über die Arrondirung der Guter ſind bereits in dem erſten Operationsplane des land- wirthſchaftlichen Vereins für, das Jahr 1843 mit einer goldenen Denfmünze zu ehren beſtimmt, und in dem Entwurfe des jüngſten Operationsplans für das Jahr 1812 neuerdings als Gegenſtand einer Preisaufgabe, und zwar mit Verdopplung des Prei- ſes aufgenommen worden« Das General- Komite des landwirthſchaftlichen Vereins ſieht ſich durch die ausgezeichnete patriotiſche Erklärung eines ſehr verehrten Vereins- Mitgliedes X IV.' aus dem JIſarbezirke, welches den freygebigen Sinn V des Baterlandsfreundes auch noch mit der beſcheide- i Zuſe! nen Bitre, um Verſchweigung ſeines Namens aus- hung 7 ſchmückt, in den erfreulichſten Stand geſezt, dieſe vori eben ſo wichtige als ſchwierige Aufgabe eigens als Gegenſtand zweyer anſehnlicher Preiſe zu bezeichnen, 00 und die Freunde und Kenner der Landwirthſchaft und hi der Kulturgeſeßgebung zur Löſung der Frage einzu- F laden: dt » Welche Mittel und Wege führen am ſü » vortheilhafteſten und am kürzeſten zu 0 »„ der Arrondirung aller zerſtreuten Be-) 0 » ſißungen im Königreiche Baiern?“| v Der Geſichtspunkt, die Bedingungen, und die ſ Preiſe einer vollſtändigen Löſung dieſer Frage ſind, nach der Erklärung des Preisgebers, wie folgt, 4 dn Geſichtspunfkt 7 Eine Arrondirung der Güter iſt eine unb edingte| Forderung, nicht blos des rationellen, ſondern ſchon 0 eines jeden über das Allgemeine und Gemeine ſich j: erhebenden Betriebes der Landwirthſchaft, ohne der 506 auch nur eine weſentliche Verbeſſerung derſelben we-" der gedacht, noch ausgeſührt werden kann, ſhi " Dieſe Arrondirung, d. i, die Anreihung des Zerſtreuten in ein Zuſammenhängendes, die Berbin- dung und Zuründung des Vielen in Eines, kann vorzüglich auf eine zweyfache Art ſtatt haben. rtens, Alle Recker und Wieſenſchläge eines Beſißers bilden zwar nicht eine einzige zuſammenhängende Glaäche; allein die AEerſchläge bilden nach der eingefährten Rotation eben ſo. viele. einzelne, für ſich zugeründete Maſſen, und das Wieſen- land iſt gleichfalls in wenige, aber große Flä- ung der pte Cf Koſten für die Meſſung, Ab- und Zutheilung der vm feng) einzelnen Gründe, oder gar die neue Vertheilung eis ner ganzen Flur, endlich in den übrigen, ebenfalls mit Ausgaben verbundenen Geſchäfts- Verhandlun- R gen bey den Gerichts- und Verwaltungsſtellen auf- Irylf geſucht werden, With) Die allgemein in Gang geſeßten und fortſchrei- ed tenden Arbeiten der FLönigl. unmietelbarcn Steuer- Wo| end! ede, ſekt hti! dhe hey (hen, bon Ieher/ noth; (ah aſtigen end q der 9 der ng eis falls öle | auf AI Kadaſter- Kommiſſion, unſtreitig eine der größten und fruchtbarſten Unternehmungen der königl. Re- gierung, welche eben jezt in vier bedeutenden Landge- richten des Iſarkreiſes ihre erſte Vollziehung erfährt, ſind in dieſer Hinſicht von der äußerſten Wichtigkeit, indem ſie über die Lage, den Flächeninhalt, die na- türliche Beſchafenheit oder Bonität aller einzelnen Grundſtücke, und über alle hiebey eintretende Do- minikal-Verhältniſſe die offiziellen Angaben enthalten, Dieſer Stand der Sache, welcher die drey gro- ßen Seiten der Bortheile, der Hinderniſje, und der Hülfsmittel gleichzeitig vor Augen ſtellt, wird die aufgegebene Frage, als Frage der Zeit, rechtfertigen, und der landwirthſchaftliche Verein wird eine ge- lungene Löſung der Frage zu den auserleſenſten Kör- nern ſeiner Ausſaat rechnen dürfen, DZeditngungen Zur vollſtändigen Beantwortung der Frage wird erfordert: rtens. eine allgemeine Angabe und kurze Beſchrei: bung des in den verſchiedenen Kreiſen des Kd- XA nigreichs zur Zeit herrſchenden Wirth/chaftsſy- ſteines; 2tens, die Aufzählung und auszügliche Darſtellung der über Arrondirung der Güter beſtehenden Ge- ſee, und der hiernach zu beobachtenden Ge- ſchäftsformen z; 3tens. die Unterſitchung der theils in dem herrſchen- den Wirthſchaftsſyſteme, theils in der beſtehen- den Geſeßgebung etwa liegenden Hinderniſſe der Arrondirung; gtene, die Angabe der Mittel, die wirthſchaftlichen und geſeßlichen Hinderniſſe, mit Rückſicht auf die natürliche Beſchaffenheit der Hauptgegenden ves Königreiches, und mit vollkommener Siche- rung der gutsherrlichen Rechte zu beſeitigen; | Stens, der inſtruktive Entwurf für die Vollziehung einer Arrondirung, ſowohl eines einzelnen Guts- beſißers, als einer ganzen Gemeindeflur, wo- rin die Vorſchriften für die Taxation der einzel- nen Parzellen, und die Prinzivien für die Ver- theilung einer ganzen Maſſe gegeben ſeyn müſe- XIN ſen, und das Ganze mit Beyſpielen begleitet und geſchloſſen ſeyn ſoll, Vr€ 44.2: Ixtens. Für die beſte und nächſtbeſte anwendbare Beantwortung der aufgegebenen Frage ſind zwey Preiſe ausgeſeßt, ein erſter zu Cintau- ſend Gulden, ein zweyter zu Fünfhun- dert Gulden, 2tens. Zu den Preiſen können Jnländer und Aue- länder, jene mögen Mitglieder des landwirh- ſchaftlichen Vereins ſeyn oder nicht, als Mit- werber auftreten, 3tens, Der Zeitpunkt, bis zu welchem ſpäteſtens die Preisſchriften bey dem General- Komite ves landwirthſchaftlichen Vereins eingelaufen- ſeyn müſſen, iſt der 1. May 1814, atens. Die Preisſchriften müſſen lesbar, und von einer andern als des Verfaſſers Hand geſchrie- ben ſeyn, ſie werden ſtatt der Jiahmensunter- ſchrift mit einem Sinnſpruche bezeichnet, und XIV mit einem beyliegenden verſchloſſenen Zettel ver- ſchen, welcher innen den Namen des VWerfaſ- ſers, und von außen denſelben Sinnſpruch ent- hält, womit die Preisſchrift bezeichnet iſt, Die Einſendung geſchieht unter Kreuzband, und unter der Aufſchrift;: „An das General- Komite des landwirth- »„ ſchaftlichen Vereins in Baiern zu München.“ Y 5tens. Das General- Komite wird zur Prüfung der Preiswürdigkeit fünf ſachverſtändige Richter erwählen. btens. Die zuerkannten Preiſe von Eintauſend, und von Fänfhundert Gulden werden von dem Wechſelhauſe in München Gebrüder Nokfher, an die Preiſeträger, nach förmlich vom Gene- ral- Komite hierüber erhaltener Legitimation, ausbezahlt. "tens. Die Bekanntmachung des Preisurtheils und die Zutheilung der Preiſe geſchieht am Land- wirthſchaftsfeſte 1814. Jas( XY otens, Die preiswürdig erkannten Schriften ſind ein Eigenthum des Vereins, und werden in Auszügen dem Wochenblatte deſſelben einver? leibt, Sie werden zugleich beſonders abgedruckt, und das Honorar, wozu ſich ein Berleger nach Maß der übrigen Verlags- Bedingungen ver- ſiehen wird, wird den WBerfaßern neben den Preiſen zugeſtellt, gtens, Denjenigen, welchen kein Preis zuerkannt wird, ſieht es frey, die eingeſendeten Schrif- ten, wenn ſie ſich hiezu legitimiren, wieder zu- rücf zunehmen, München am 14, Jänner 1813, Das General- Komite des landwirth- ſchaftlichen Vereins in Baiern, Können gegenwärtiger ſo äußerſt wichtigen Angelegenheit des Baterlandes auch dieſe Bemühnn XVI gen etwas förderlich ſeyn, ſo iſt auf jeden Fall-- einer meiner ſehnlichſten Wünſche erreicht, Daiern, wenn es dieſe Aufgabe löſet, wird ſei- nem Kultur- oder Ackerbau- Kodex die Krone auf: ſehen, das ſchönſte Denkmahl ſich errichten, und den Dank aller Nationen ärnten;=- denn lange ſchon iſt es das Beſtreben aller Staaten, die ge- eigneteſten Mittel und Wege aufzufinden, um die Arrondirung der Güter zu bezwecken. Der ganze Gegenſtand trägt daher mit Recht den Nahmen einer dringenden europäiſchen Ange- legenheit. . Geſchrieben im Jahre 1812=- 1313, Der Verfaſſer. m| edin K ) ſeis auf: im any! M2 die ane men VIE * awer NE Ener tein Eifflerirtüuns> Sa Ware iſt es, die Fluren der Dörfer gleichen einer aus- einander geworfenen Karte, wovon die Blatter erſt müh- ſam wieder zuſammengeſucht und geordnet werden muſſen. Beynahe jeder Landmann hat ſeine Grundſtücke auf die ſonderbarſte Art in der Flur zerſtreut. Der beyge- legte Plan von dem Dorfe Freymann*) macht dieß anſchaulich. Und ſo ſind die Fluren faft alle, ja meiſt noch bunter und verwirrter. Man ſollte glauben, der Tollſinn habe die Land- wirthſchaft auf dieſe Art in Ausübung gebracht. GE M27 Das in der Vorrede voraus geſchiFte Programm des landwirthſchaftlichen Vereins in Baiern hat die Nach- theile dieſer ZerſtüFlung mit grellen Farben geſchildert. Mit Mißmuth überſchaut der Landwirih die Zerriſ- ſenheit ſeines Beſitzes. Eine Menge Wege ſind ihm noth- ») Dieſer Plan wurde vorzugsweiſe gewählt, weil er jenſeits des Kanals zugleich den Kontraſt darſtellt. Man ſieht da Kulturheim, welches vor x2 Jahren aus einer Wüſieneyp hervorgieng. Hier iſt jede Beſihung zwe>msßig arron- dirt u, ſ, w. A mean* erz wendig, um auf jedes einzelne Feld zu kommen. Wie viel Aufwand von Zeit, Menſchenhänden und Kräften des Viehes geht nicht durch dieſes Hin- und Herziehen unnuß verloren!/ Die Erfahrung lehrt, daß ein Gut, wo alls Gründe umher liegen, welches man ein arrondirtes Gut nennt, die Hälfte weniger Zeit zu den landwirthſchaftlichen Ver- richtungen, die Hälfte weniger Arbeitsleute und die Hälfte weniger vom Zugvieh erfordert, als ein Gut von gleichem Flächenraume, deſſen Gründe zerſtreut in der Dorfflur ſind. Ein ſolch zerſtükelter Beſißſtand hemmt und hindert den Landwirth in allem, was er zur Verbeſſerung ſeines Guts=- ſeiner Gründe unternehmen will. Er muß den Schlendrian der Gemeinde,=- die Dreyfelderwirthſchaft ſic) gefallen laſſen. Will er von der Brache einzelne Ae>er mit Klee oder andern Futterkräutern beſtellen, dann bleibt ihm nichts anders übrig, als dieſe Gründe mit foſtbaren Umzäunungen zu ſchüßen; außerdem ſind die Saaten verwüſtet. Nebenbey zieht er ſich Feindſchaft und Prozeſſe aller Art auf den Hals. Er mus alſo Brache halten, ſein Vieh auf die Weide ſchien und ſich und ſein Vieh erbärmlich fortſchleppen. S. 3 Daher hört man auch die Klagen über dieſe mißli- hen Verhältniſſe in jedem Dorfe. Sie ſind jezt deſ?o fühle barer, weil Menſchenhände mangeln, und dadurch die Verlegenheit des Landmanns zur Bearbeitung ſeiner Fel: der täglich ſich vergrdßert. Es iſt daher nur Ein Wunſch-- die Gründe arron- dirt zu haben. Viele Landbebauer würden die härteſten Be- dingungen ſich gefallen laſſen. Mancher hat ſich ſchon erklärt, ein di fügt; vorth Arto wi ften jiehen vnde ent, 1 Ver: Dälfte (hem uſm, (ndert ſeines 3 den oft ele ann mit die aft dhe 111 wd 3 e-- die Hälfte oder wenigſtens ein Drittheil des Flächenraums zu opfern, wenn er die übrigen Gründe in einem Stücke erhält. Manche haben bereits Verſuche dazu gemacht, ſind zum Theil zum Ziele gekommen, aber unter größtem Koſtenaufwande. Andere aber wurden durch dieſe Koſten und Schwierigkeiten zurürgeſchre>t. So harren nun alle auf den Zeitpunkt, wv dieſer gor- diſche Knoten, ohne ihn gewaltſam zu zerhauen, wohl- thätig geldſet wird. We R Dieß will auch eigentlich der landwirthſchaftliche Ver- ein durch die Löſung ſeiner Aufgabe bezwecken, indem er frägt:„Welche Mittel und Wege führen am vortheilhafteſten und am kürzeſten zu der Arrondirung aller zerſtreuten Beſitzungen im Kdnigreiche Bagiern?2“ S- 5- Vielleicht iſt die volle Löſung davon- nur dann mdg2 lich, wenn wir dieſen Uebelſtand an der Quelle auſſuchen= aufſuchen, wie der Knoten auf dieſe wunderliche Art ſich geſchürzet hat. CZ 76: Zuflucht müſſen wir alſo nehmen zu der Geſchichte der deutſchen Landwirthſchaft von dem eren Zeitpunkte an bis auf unſere Tage- Da werden wir ſehen, wie ſich alles nah und nach geformt hat. Das allein kann uns zur richtigen Beurtheilung des ganzen Gewebes führen. Dann mögen auch die Schlußfolgen für unſern Zwe ganz leicht von ſelbſt ſich enwiFeln. | id Grſter, Abſchnitt. EE Erſte Periode der deutſchen Landwirthſchaft.(m Erſte Kenntniß von Deutſchland bis zum I, 11, nach Chriſti Geburt.| N |(is; Nei02"| Rum Die Eroberungsſucht der Römer, ihr Streben nach der| M“ |" Weltherrſchaft brachte ſie auch auf deutſchen Boden. Es war gegen. das Ende des lezten Jahrhunderts vor Chriſti Geburt: in einem Zeitpunkte, wo Carthago bereits in|] der Aſche lag, Aſien, Griechenland, ſelbſt das ſtolze Ma- cedonien unterjo 18.77 in Deutſchland. Die Römer ſtellten ſich auf verſchiedenen| 0 Punkten feſt, bauten für ihre kriegeriſchen Unternehmungen Kaſtelle, BrüFen und Straſſen. Jhre Geſchichtſchreiber liefern uns die erſte Beſchreibung von Land und Leuten.**)| *) Freylich haben die Cimbrer und Teutonen ſchon früher, und zwar im xx4ten Jahre vor Chriſti Geburt mit den| Römern Kriege gehabt, nicht aber in Deutſchland.| 4 2*) Jul. Caesar, Strabo, Vellejus paterculus, Pomponius|| mela, C. Plinius Secundus, D. Cornelius Tacitus, Florus, Ptolemaeus, Dio Cassius, Seneca, Orogius,| au 5=== SE 07 Nicht günſtig== vielmehr zurüFſchre>end iſt das Bild von dem Lande. Man traf nur auf Wälder und Sümpfe; td. Himmel drückte ewiger Winter.*) SEEELO: Ganz anders fällt das Gemählde von den Bewohnern au8. Es war der ſchönſte Schlag Menſchen, den je Römer angeſtaunt. Sie nannten ſie die blauaugigten Hercule mit röthlichten Lo>en. Jeder Deutſche war we- niaſten38 um ein, wo nicht zwey Schuh hdher als die Rd- mer.**) Nicht minder ſchön nnd reizend zeigte ſich das Weibergeſchlee Feld um die Hütte konnte alle Nahrungsbedürfniſſe befriedigen: denn außer dem, was die Jaad und die Heerden lieferten, aß man nur Haber: mus(einen Breu aus Haber gekocht), und aus Gerſte wurve das Getränk= Bier zubereitet.**) Auch erfriſch- ten noch wilde Baumfrüchte. Anderes Obſt 2c. kannte man nicht. Erſt die Römer haben edlere Bäume und die Re- ben in die Gegenden des Rheins gepflanzt. Sa IG: Selbſt dieſer Plaß der Hütte, die Strecke Feldes umher waren nicht ſtätig. Man zog nach Gefallen da- von. einen andern Aufenthalt ſich wählend. Es gab auch deßwegen keine Verlegenheit; des Landes war genug übrig. Man benüzte es nach Willkühr und nac Um- ſtänden.***) *) Leges bajur, Tit. 6. C. 2. Tacit, eodem n, XV. Quo- tiens bella non ineunt, multum venatibus, plus per otium, transigunt; dediti 80mno ciboque, Fortissimus quisque ac bellicosisSimus nihil agens. Dieſe Verachtung für AFerbau als knechtiſche Arbeit Hat ſich für alle deutſen. Sie wu Die allemaniſchen und baieriſchen Geſeße ſind nach dem Muſter des ſaliſchen Geſetzes geformt, und ſtellen mehr ein Straf- als bürgerliches Geſesbuch vor, den ro- *) Severin war einer der erſten und kam vom Orient her nach Noricum zwiſchen den J. 460 und 487, in welchem Jahre er ſtarb. Er beſuchte die Ufer der Donau. SeIEDeN römiſchen Kaſtellen fanden ſich Römer und Prieſter, und in den nahen Gegenden Mönche, die zu drey und viet zu-« ſammen lebten. Sie hatten kleine hölzerne Kirchen, und ernährten ſich durc Geſchenke u. ſ. wv. Die Römer und Prieſter zogen meiſt wieder nat: denn die zehnten Theil von ihren Produkten liefern. Nebenbey hatte der Leibeigene 3 Tage für die Kirche zu arbeiten, gleichſam zu frohnen. Cs wird immer von villa=- curtis geſprochen, welches auf das Daſeyn von Höfen, nicht auf das von Ddrfern ſchließen läßt. Eigentlich mögen die erſten Wohn- ſize nun nach und nach Gränzen erhalten haben, wie aus den vorigen Hätten ſchon ordentlichere Wohnungen, nicht ſelten gemauerte Häuſer, Scheune u. dgl. hervorgingen. Meh- rere Geſetartikel handeln von Häuſern, Gebäuden u. ſ. w. Yi 422 Die Bevölkerung mußte ſich ziemlich vermehrt haben. Es war eine grdßere Zahl als die alten Wohnſitze vor- handen. Schon mögen die Akergründe nicht ſelten ſich aneinander gedrängt haben. Der ganze Titel 1x. redet von Gränzen, Zeichen an den Bäumen, Steinen und ihren Verletzungen u. ſ. w.(de terminis ruptis.% Manu ſieht daraus, wie ſich das Eigenthum zuerſt ge- ſchieden, eigentlich feſtgeſtellt hat. Dieſen erſten Zuſtand ſchildert nog ausführlicher das allemaniſche Geſetz.*) *) Lex Alemannorum 84. De his, qui de terra Sua inter 3e contendunt. Siqua contentio orta fuerit inter duas genealogias de termino terrae eorum et unus dicit, hic est noster termi- nus, alius revadit in alium locum et dicit, hic est noster terminus» Ibi praeSsens Sit comes de plebe illa et ponat Signum, ubi iste vcluerit, et ubi ille alius voluerit ter- minum et girent ipsam contentionem. FPostquam girata fuerit, veniant in medium, et praesente comite tollant de ipsa terra, quod Alemanni curffodi dicunt; et ramos de ipsis arboribus infigant in ipsam terram, quam tollunt, et illae genealogiae, quae contendunt, levent iilam terram PraeSente Gcomite et gommendent in 518 DMY; ille invol« B 2 Dadurch haben ſich eigentlich erſt ächte Beſißungen ge- gründet, die man Höfe nannte. Ein Hof ſchloß die zu einer Wohnung gehdrigen Beſitzungen an Feldgründen ein. Daher macht auch der zehnte Titel der baieriſchen Geſetze einen Unterſchied vom Hof(eurtis) und Haus(domus).*) 9.-"43: " Die Landwirthſchaft erſtre>te ſich jezt nicht bloß mehr auf Feld und Weide, nein ,- quc< Gärten, Hühnerhböfe, überhaupt Geflügel, Bienenſtd>e kommen ſchon vor. Alſo mögen die Hdfe ſchon ziemlich gut ausgeſehen haben: beynahe wie man heute in vielen Gegenden die ſoge- nannten Weiler oder Eindden antrift. Ix) vatin fanone et ponat Sigillum, et commendet fideli manu vSque ad Statutum*placitum; Tunc Spondeant inter 5e Pugnam duorum, Quando Parati Sunt ad pugnam, tunc ponant ipSsam terram in medio, et tangant ipSam cum Spatis Suis, cum quibus pugnare debent, et testificentur Deum Creato- rem, ut cujus Sit justitia, IpSiuS Sit et victoria; et pugnent., Qualis de ipsis vicerit, ipse posSideat illam contentionem; et illi alii praesumptiosl, quia proprietatem contradixe» runt, duodecim Solidos componant. Aehnlich ſpricht Lex Baj. Tit, 11, Nro. 5. *) Hof bey den Römern area» Cohors== cors== im mittlern Latein curcia, curtis== hortus havia= habuuna, hav-- bezeichnet einen Ort mit Gründen, die eine Umzäunung haben. Daher wollen Einige Hof von Hag entſtehen laſſen, wie dieß beſonders in Niederſachſen dafür genommen wird. Hag oder Haf, davon kömmt guc< Haft, haften. Ade- Tun g's Wörterbuch ad v. Hof. Der Hund, der den Hof zu bewachen hatte, hieß Ho- vauvarth, Lex Baj, Tit. 19. Nro. 9. %") Lex Baj, Tit, 21. Tit, 8. Nro. 12. Sieh das Ausführ- liche über den erſten Zuſtand der deutſchen Landwirthſchaft. (M7? le zu eit, ſehe ),) nehr "fe, vor, ms A loot: manu fer 38 onant DI Cre ugnent, Jem; (ING Lex Nety vw" 1 it), S. 44- Jagd, Wald und Weide hatten im Allgemeinen nv in den meiſten Gegenden vollen Spielraum. Das Bes dürfniß war noh nicht vorhanden, auch hier Eigenthum abzuſondern, alſo beſtanden auch keine Geſeße hierüber. Dritter Abſchnitt. Dritte Periode der deutſchen Landwirthſchaft. Vom Jahre 630. bis zum Ausgange der Karolinger im J. 911. 'S. 45- Mit dem Anfang des achten Jahrhunderts endete die Regierung der Nachkommen Klodwig's und die ober? ſten Hofbeamten der Könige, die majores domus-- die ſogenannten Karolinger, bisher ſchon mehr herrſchend, als ſelbſt die Könige, nahmen den fränkiſchen Thron ein. Sie entwickelten bald noch weit umfaſſendere Eroberungs- plane. Dazu diente ihnen vorzüglich dieen Landes zur Anſiedlung. So entſtanden uun Kirchen und Klöſier, neue Wohnſiße, neue Leute. Dieſe mußten den Prieſtern zugleich zur Sicherheit gegen die Heiden( Unbefehrte) dienen, mit denen ſie noch immer im Kampfe lagen. : SY. 48. Auch die Kriege von außen dauerten fort. Die baie- riſchen Herzoge ſchloßen ſich an die Longobarden an, die in Italien das gothiſche Reich fortgeſezt und ver-"4 größert haben.| Nn Fränkiſche Kriegsheere kamen deßwegen nach Baiern.|+ Die Prieſter hielten es heimlic) mehr mit den Franken| 0; und erleichterten die Abſichten des fränkiſchen Hofes,| 40 Baiern ganz zu einer fränkiſchen Provinz zu machen. So 156 geſcer gar mit Gewalt und Liſt ihnen genommen, 4 E| 59:6 ny WW Zu dieſem Zwee wurde beſonders von den Mdnchen ia 1| Schwärmerey und Aberglaube genährt, die Einfalt bey 0 IN jedem Schritt mit Hexen und Teufel geſchre>Xt. Die Mdn-(| Ii 34 armee ſchiedener Entfernung-- gemiſcht von den Beſikungen aller Dorfsbewohner. Die Aecker wurden ſo durch Zwi- ſchenräume von noh unfultivirten herrnloſen Pläßen, Weiden, Waldungen durchſchnitten. Dieſe unkultivirten Stre>en kamen in gemeinſchaftliche Benußung, wur- den dann Gemeine oder Gemeinde- 9 Zeiden, Gemeinde» Waldungen, oder ſolche Waldungen, die noch zum all- gemeinen freyen Genuße dienten.*) ß:"72. Die Kirchen und Klöſter, die einzelne Grundſtü>e an ſic brachten, ſie an andere unter Bedingungen wie- der überließen, vermehrten noc< das Gemiſch des Be- ſibſtandes.; All dieß legte den Grund zu deft zerſtreuten Beſitun- gen der Dorfbewohner. In verſchiedenen Gegenden wurde die auf dieſe Art entſtandene Flur von den Dorfbewohnern Anfangs gemeinſchaftlich bearbeitet und die Früchte eben ſo eingeärntet. Als man dieß nicht mehr bequem und vor- theilhaft fand, wurden die Felder durch das Los ver- theilt, wodurch auch die Beſitzungen wieder ſich zerſtreu- ten und miſchten.**) *) Sieh hierüber Joſeph Hazzi„über das Rechtliche und Gemeinnüßige bey Abtheilung der Gemeinde- Gründe. Müncen bey Strobl 1804. **) So z. B. redet auch das burgundiſche Geſet ausdrücklich vom Lande, das man im Loſe erhalten hat-- terra sor- tis titulo acquisita. Tit, 1. 6. 1. Und in mehreren Ge- genden, z. B. in Baiern, heipen die Felder und Wieſen Lüße, Loſe u, dal. 1%; dug Heine NON Dieſed dur Aeg fam wi ſhed unſe 6, u wg h Cinfal 10/7 Ten hy Zwi: lßen, bitten wur: einde; tall: Bierter Abſchnitt. Vierte Periode der deutſchen Landwirthſchaft, Vom I, 911 bis 1180, da die Grafen von Wittelsbach an die Spiße von Baiern kamen. ; S. 73- Is nun keine Karolinger mehr waren, wählten ſich die deutſchen Völker; die Franken, Baiern, Schwaben, Lo- thringer ihre Herzoge und im J. gr1. ihren gemeinſchaſt- lichen König. Er war ein Franke, Konrad mit Nahmen. Dieſes gemeinſchaftliche Intereſſe für einen König wurde durch die Gefahren erzeugt, welche die beſtändigen Kriege mit den Normänern, Slaven, Ungarn veranlaßten. S. 74 Die Baiern wählten ſich Arnulph zu ihrem Her- z0ge« Dieſer wollte Konraden nicht als deutſchen Kd- nig über ſich gelten laſſen. Sein Widerſtand fiel unglück2 lich aus. Er mußte von Land und Leuten flieven. Kon- rad ſtarb im I. 9x9. An ſeine Stelle ward Heinrich, Herzog von Sachſen, Kdnig in Deutſchland. Arnalph kam wieder nach Baiern zurück und hat im J. 929. die deut- ſche Königswürde anerkannt. Von dieſem Zeitpunkte an bis in unſere Tage hatten die deutſchen Volker Herzoge unter ſim, und alle Völker zuſammen oder die ga13x Nation einen König. S- 75- Unter Heinrich's Regierung vermehrten ſich die Einfälle der Feinde von außen, beſonders die der Slaven und Ungarn. Dieß ndthigte ihn, mit den Ungarn einen C 2 -- 3= neunjährigen Waffenſtillſtand einzugehen und während der Zeit den Kriegsdienſt zu verbeſſern. Zu mehr innerer Si- Xlich. Die Ungarn erlitten im J. 955. den x0. Auguſt am Lechfeld eine gänzliche Niederlage. Auch ganz Italien unterwarf ſich ihm, ja er wurde im J. 96x. in Rom zum Kaiſer gekrbut. Von nun an waren die deutſc17 ihn empdrte. Nun dauerten die innern Kriege auf veklichſte Art bis zu Heinrich's Tod im J. 1106. lich wie vorher, ja er mußte ſic) mancſale. Die Herzoge wech- ſelten nach der Willkühr der deutſchen Könige oder Kaiſer. Das Wahlrecht konnte nicht mehr in Ausübung gebracht werden. Die Herzoge galten nur als kaiſerliche Beamte vder Statthalter. Auch nur die Anverwandten oder großen Anhänger der Kaiſer wurden zu Herzogen befdrdert und nach Umſtänden wieder abgeſezt.*) Dieſe wechſelſeitige *) Arnulph I.(Sohn des baieriſchen Markarafen Luitpold) wird Herzog im J. 911. und ſtarb im J. 9373 Eberhard C Sohn des vorigen) wird vertrieben im J. 938; Ber: told(Bruder Arnulphs 1.) im J. 947; Heinrich 1. CBruder Kaiſer Otto's 1.) Die Regierung wird auf kurze Zeit unterbroe, ſon- dern ganze Dörfer= Städte. Die Biſchdfe und Herzoge wetteiſerten, Klöſter zu ſtiften=- Kirchen zu bauen. Dieß vermehrte dann wieder die Dörfer. Die Kriege mit den Slaven un. dgl. gaben Gelegenheit zu einer Menge Ge- fangenen, die man äls Leibeigene um die Klöſter pflanzte, wodurch die Bevölkerung und Kultur des Landes ebenfalls etwas gewann. S2 T05. Unterdeſſen die Kreuzzüge, wo alles, beſonders von Landleuten hinlief, um ſich von ſo elenden Umſtänden los- zu machen, verſezten der Bevölkerung und Kultur wieder eben ſo tiefe Wunden,--- Nicht bloß die Leibeigenen ſirdm- ten zur Kreuzfahne, ſondern ſelbſt freye Gutsbeſißer. Sie gaben ihre Güter der Kirche für geringe Summen, um Panzer und Reiſegeld zu beſtreiten. Manche ſchenk- ten ſie ganz hin, feſt vertrauend, in den paradieſiſchen Gegenden des ſogenannten heiligen Landes eine beſſere Heimath zu finden. GEILEN: Die Macht der Kirche-- des Pabſtes, der Biſchöfe, Klöſter erreichte die höchſte Stufe. Eben ſo ſtiegen Thür- me, Klöſter und Kirchen himmelan. Von Italien und Frankreich die Muſter entlehnt, baute man jezt die großen Dome, wovon der Münſter in Straßburg der erſte war. Dieſem folgten nach und nach eine Menge andere, alle die Grdße der Gottheit und der Menſchheit ausſprechend. SHTTOZ: Auch die Ritter bauten ſich auf den Höhen feſte Burge, theils für ihre Sicherheit, theils um deſio leichter Land und Leute umher zu plündern.*) Die Muſter der Burge ſind von den altrdmiſchen Grabmählern genommen. Daher die runden Thürme in zaFiger oder gefrdnter Form. SEESTOSG Das Land hatte nun eine andere Phyſiognomie. Statt der ehemahligen einzelnen einfdrmigen Höfe= ragten jezt im bunten Gemiſche bald Städte, bald Klöſter, bald Dörfer, Kirchen, Thürme und Burge hervor. GZ T009-. Eben dieſe neuen Städte und Dörfer vermiſchten guch wieder die Beſizungen, das Eigenthum. Die Be- wohner der Städte wie die der Dörfer erhielten ihre Grund- ſtü>ke immer mehr entfernt und zerſtreut. Zinſe, Zehente, Frohnen hafteten jezt beynahe allgemein auf den Gü- tern**), auf andern dann Kriegsdienſte unter abge- ſchwornem Eid der Treue. Ce> TLO- Die vielen Feldzüge nach Italien und die Kreuzzüge brachten die Deutſchen in Kennutniß anderer Gewächſe, Pflanzen, einer beſſern Garten- und AFerwirthſchaft. Dadurch gewannen dann auch die Gärten und Fluren in der Heimath. Freylich nur geringe Vortheile gegen die verlorne Freyheit!! Fünfter *) Praedones quippe, qui sub nomine equitum Superabun- dabant villas, et agros ecclesiarum invadebant, colonos domi forisque Spoliabant» Chron, Ursperg. pag« CCLXXX, 82.) Jn den Urfunden kommen nun mansos Serviles, et in- genuiles vor,= erſtere aber in großer Mehrzahl. Ei- - genes Gut hieß terra Salica«: [el der nen, Form, tat gren ſier, Ichten e Bes rund abun- kons XXX et in- ,(ü: Fünfter Abſchnitt. Fünfte Periode der deutſchen Landwirthſchaft, Vom J. 1180, bis zum Tode Kaiſer Ludwig des Baiers 1347 SEE DEI> Wu 1.00 ID gab auf einem weitern Feldzuge nach Jtalien ver Sache daſelbſt eine etwas günſtigere Wendung.= Als die Nachricht einlief, daß die Türken Jeruſalem wieder erobert haben, ließ er ſich bewegen, einen weitern Kreuz- zug zu unternehmen. Gegen 200,000 Kreuzfahrer zogen mit ihm. Er bäßte dabey im J. x19x. ſein Leben ein. Auch die Kreuzfahrer wurden größtentheils aufgerieben, jedoc) mehr durch Krankheiten als durch das Schwert. Q. 172, Heinrich Yl. machte wiederholte Züge nach Ita- lien, unterwarf ſich Sizilien, und wollte Deutſchland in ein Erbreich umſtalten.- Er wurde im J. xx96. von dem Tode überraſcht. SAGE RIGE Die Kdnigswahl unterlag einer Menge Schwierig- keiten. Es-entſianden zwey Könige, Philipp und Otto. Dieſe Zwiſte waren den Jtalienern erwünſcht. Sie haßten die Deutſchen immer mehr. Der Pabſt, deſſen Vor- fahren die römiſche Kaiſerwürde als ein Lehen der Kirche bezaupteten, forderte nun die Entſcheidung über die Recht- mäßigkeit der Wahl des einen oder des andern Königs. Von den zwey Königen wollte ſich jeder ſelbſt in Deutſch- land behaupten. JInnerliche Kriege, Mord, Raub ver- wüjieten deßwegen Deutſchland zehn Jahre durc. Die D Entleibung Philipps im J. 1208- dur< Otto von Wittelsbach endete dieſen langen unglülichen Kampf. SG 114: Otto IV. blieb Kdnig. Er unternahm ſogleich ei- net Rdmerzug, um wie gewdhnlich auch als Kaiſer ſich krdnen zu laſſen. Die Krdnung ging vor ſich, doch ent- zweyte er ſich nachher mit dem Pabſte- Der Kirchenbann war wieder die Folge davon. Dieß brachte neues Un- glüX für Deutſchland, da wieder ein zweyter Kdnig= Friedrich gewählt wurde. Otto eilte nach Deutſch- land zurük. Er fand viele Feinde und große Verwir- rung. Deſſen ungeachtet ließ er ſich in einen Krieg gegen den Kdnig Philipp von Frankreich ein. Auch dieſer fiel unglü>lic) für ihn aus. Er ſtarb im Jahre 12x8. GT ELT Friedrich 11. wurde in Rom unter der Bedingung gekrönt, einen Kreuzzug zu unternehmen. Er zögerte da- mit, bis er in den Bann kam. Dieß brachte ihn dann nach Paläſtina. Unterdeſſen war der Pabſt doch) nicht mit ihm zufrieden. Er ſuchte vielmehr alles gegen ihn aufzureizen. Der Kaiſer und der Pabſt verſöhnten ſich endlich. So kam er auch von dem Kirchenbanne los. Unruhen in der Lombar- die, in Sizilien und Deutſchland beſchäftigten ihnaufs Neue. Der lombardiſche Krieg brach in volle Flammen aus, und verſezte ihn zum zweyten Mahle in den Kirchenbann. Der Pabſt war jezt gegen Friedrich ſo entrüſtet, daß er die ganze Chriſtenheit aufzuwieln, ja einen förmlichen Kreuz- zug gegen ihn zu bewirken ſuchte. Der Kaiſer wollte ſich mit Gewalt von dem Baune losmachen und belagerte Rom. Der Pabſt entfloh nach Lyon. Von hieraus be- wirkte er, daß in Deutſchland ein neuer König, Hein- rich aus Thüringen, gewählt wurde. Friedrich ging q Sas Wh: wit egen ivſer nach Deutſchland zurück und ſah alles gegen ſich aufgebracht. Zwar ſtarb der Gegenkaiſer bald darauf; allein es kam an ſeine Stelle Graf Wilh elm von Holländ. Ein ſchte>licher Krieg dauerte in Jtälien und Deutſchland fort. In Deutſch: land wüthete attch das Fäuſtrecht noch allgeniein; Dä nun die Kaäiter nicht mehr Schuß gewähren konnten, ſchloßen 70 Städte im IJ. 1247. zur Aufrechthältung ih- rer Sicherheit und Handlung eine Vereinigung, det rheiz niſche, nächher der hanſeatiſche Bund genannt, Unter dieſen Verwirrungen ſtarb Friedrich im J,. 1250. SE 4102 Nutt ſtellte mehr der Pabſt als der Kaiſer den Herrt itt Deutſchland und in Italien vor. Wilhelm konnte nur durch ihn noch einiges Anſehen behaupten, und hatte an Konrad IV., der ſchon früher als römiſcher König erwählt war, in Jtalien und in Deutſchland einen wich- tigen Gegner. Während dieſer Kriege kam Konrad im I- 1254, und Wilhelm im IJ. 1256. ums Leben. SEELZE Nach vielen Streitigkeiten ward Richärd, Graf von Kornwäall, des Königs von England Bruder, als deut- ſcher König gewählt. Er ließ vieles Geld bey den Wahl? fürſten, jezt Churfürſten genannt, ſich koſten. Eine an- dere Partey wählte den Kdnig Alphons von Kaſtilien, der ebenfalls viel Geld na- lich geltend zu machen. Die Churfürſten wählten daher im IJ. 1273. den Grafen Rudolph von Habsburg*) zum Kdnig-. Er ſuchte die Churfürſten dadurch) zu ge- winnen und feſier an ſic) zu knüpfen, daß er ſeine ſechs Töchter an ſie verheirathete. SH TT02 Rudolph war nun bemüht, zuerſt die innere Ruhe und Ordnung in Deutſchland herzuſtellen, und hielt einen Reichstag zu Nürnberg. Er zog dann gegen den Konig von Böhmen zu Felde, der die deutſche Oberherrſchaft nicht mehr anerkennen wollte. Im Innern von Deutſch- land kam ein Landfriede=- Stillſtand des Fauſtrechts auf fünf Jahre zu Stande. Zum Vollzuge reiste Rudolph ſelbſt überall in dem Reiche herum und ſaß zu Gericht.= In die italieniſchen Angelegenheiten hatte er nicht Luſt, ſic) zu miſchen, unternahm auch keinen Römerzug und ward daher auch nicht als rdmiſcher Kaiſer gekrönt. Da- für genoß aber Deutſchland mehr Ruhe und innere Si- Jerheit. Er ſtarb im J. 1291. ST120: Nun fiel die Königswahl auf den Grafen Adolph von Naſſau. Die Bürger von Frankfurt wollten ihn lange nicht abziehen laſſen, weil er die Krdnungsunkoſten nicht bezahlen konnte. Adolph erweiterte den Landfrieden auf drey Jahre, Er hatte für Geld in ein Bündniß mit dem König von England gegen Frankreich ſich eingelaſſen. Adolph ſchite dann dem König Philipp von Frank- *) Stammvater des heutigen vſterreichiſhen Kaiſerhauſes. ww Vor vf tit, lein, Min Zu 64 Y ' | Dein (nn: Ih ab Auf m (0 0 Am, Arte haupt; Sein 5 uoch rid: daher uy?) u yt Ruhe /t einen fbnig ſhaft ij ſch: uf Tph f, Uf, ) umd TD = Gz 2 I reich einen Fehdebrief. Jezt trat der Pabſt in's Mittel und warf ſich zum Schiedsrichter auf. Adolph bekam bald verſchiedene Händel mit mehreren deutſchen Fürſten. Albrecht, der Sohn Nudolph's, zog gegen ihn zu Felde. Die Churfürſten entſezten ihn dann, und wählten den Albrecht zum Konig. Unter den Beſchuldiaungen war die die ardßte, daß Adolph von einem geringern als er== nämlich von dem Kdnig von England Sold ge- nommen u. ſ- w. Adolph blieb in einem Treſſen vor Worms im IJ. 1298+ L2T- Bald zerfiel auch Albrecht mit den Fürſten und dem Pabſte, obſchon erſtere ſeine Wahl nocbare Verwüſtungen an. Sie wa- ren zwar bald zurückgetrieben: allein darauf verband ſich der Herzog von Niederbaieru mit Ottokar gegen ſeinen Bruder. Ein neuer Krieg brach gegen den Kaiſer und Herzog Lud wig aus. Dieſer Krieg gab in der Folge zu mehrern Anlaß: denn Ru dolph entwarf dabey den Plan, Böhmen nnd Oeſterreichs Länder, vorher von Baiern ab» geriſſen, an ſich zu bringen, und ſo ſeine Macht in Deutſch- land fär immer feſtzuſtellen,*) QTET200 Die zwey Sdhne Ludwig's-- Rudolph 25, und . Ludwig der Baier 7 Jahre alt--- kamen na des Vas Suinnenwewer'rmanmnenveare *? Wav er und ſeine Rachfsiger auch glüflich erreichten. NE! Auctet Necho M NI zugt der bal Unglüc hn di wb ſmt Bah Folge Wer 14 m ters Tod ſogleich in Händel, weil für leztern die Mutter Mechtildse die Mitregentſchaft behauptete. Zum Trotz ergriff dann Rudolph die Partey des Kaiſers Adolph und nahm eine Tochter von ihm zur Frau. Die Mutter flüchtete mit dem kleinen Ludwig zu ihrem Bruder dem Herzog Albrecht. Dieſer trachtete nach dem Kaiſer- thron und erlangte ihn, nachdem er Adolphen in einem Zweykampf erlegt hatte. G4. TZ: Rudolph war dadurch) in Baiern und am Rhein in Kriege verwickelt. Ludwig ſuchte mit den Waffen in der Hand ſein Erbe von Rudolph zurü> zu fordern. Kaiſer Albrecht trat als Vermittler auf und that im J. 1301. den Ausſpruch, daß die zwey Brüder gemeinſchaft- lich regieren ſollten. Rudolph hbrte jedoch nicht auf, damit unzufrieden zu ſeyn, und ſeine Rache der Mutter und ſeinem Bruder fühlen zu laſſen. Die Brüder mach- ten bald wieder eine Landestheilung unter ſich: allein neue Fehden und Unruhen brachen darüber aus. Sie ſtellten dann wieder eine gemeinſchaftliche Regierung her. G5 1227 j Noc<4 in wichtigere Händel geriethen die Her- zvge von Niederbaiern mit Oeſterreich, beſonders Otto, der bald offene Fehde ankündigte, und Steyermark eroberte. Unglücklicher war für den Herzog von Niederbaiern, daß ihn die Großen von Ungarn zum Kdnig wählten. Er wurde auch wirklich im Jahre 1305. gekrönt. Dieß ent- flammte Kaiſer Albrecht's Rache vollends gegen Otto. Bald war eine volle Verwüſtung Niederbaierns die traurige Folge davon. Otto kam in Gefangenſchaft, wußte ſich aver wieder loszumachen. Der Krieg mit Oeſterreich ſezte fich mitj aller Wuth fort. Ganz Niederbaiern ſtand zezt auf, ſeine Herzoge zu unterſtüßen, und Rache gegen Oeſterreich zu nehmen. Die Fortſchritte waren zwar glük* lich, doch ſezten Hungersnoth und Seuchen dem weitern Krieg ein Ziel. C+."723. Otto wollte nun wieder einen Feldzug nach Ungarn unternehmen. Er brauchte dazu vorzüglim< Geld. Er ver- fiel auf den ſonderbaren Gedanken, an 70 adeliche Fa- milien und 90 Bürgergemeinden den Gerichtszwang zu verkaufen, das iſt, die Ausübung der Gerichtsbarkeit über ihre ſogenannten Grundunterthanen. Dieſe Urkunde heißt die Ottomaniſche Handveſte d. d. xZx1.= Während der Rüſtung ſtarb Otto im J. xZ12. S., 4I24-. Kdnig Otto ſezte die Herzoge von Oberbaiern zu Vormünder ſeiner Kinder ein. Die Adelichen von Unter- baiern waren darauf eiferſüchtig und fanden an dem Her- zog von Oeſterreich einen Beſchüßer. Sie erklärten ihn zum Vormünder von Niederbaiern. Nichts angenehmers war für Friedrich als dieſer Antrag. Daraus ent- ſpann ſich ſogleich Krieg zwiſchen ihm und Ludwig dem Baier. Friedrich brachte ein zahlreiches Heer von Oeſterreichern, Ungarn, Slaven zuſammen. Weniger zahlreich war das des Herzogs der Baiern. Die Schlacht zu Gamelſtorf entſchied ſic) jedoc< ganz zum Vortheile Ludwig's. Dieſer Sieg verſchafte ihm auch die Gunſt der meiſten Fürſten in Deutſchland, und beſtimmte ſie, ihn zum Kaiſer zu wählen. Die Minderzahl wählte den Friedrich. Wie ſchon erwähnt iſt, bewirkte die Schlacht von Mähldorf dem Ludwig den Alleinbeſiß des Kaiſer- throns. gegen "olüde veitern Naam | bels eFu WEN eit über ? jeißt 10 der vn zu Wnier: m Der on Ihn mers entz den hn ige acht heile unſ . Ww! ew qt fals ewe SR 9...- 6 S- I35- Eine der erſten Handlungen Lu dwig's war, einen Reichstag zu Nürnberg zu halten, wo ein allge- meiner Landfriede hergeſtellt und alle Zölle abgeſchaft wur- den. Erſterer kam jedoch weniger in Ausübung. Lud- wig zerfiel bald mit dem Pabſte. Dieſer wollte den Kd- nig von Frankreich auf den Kaiſerthron ſetzen, und legte den Kdnig Ludwig in den Kirchenbann. Leopold von Oeſterreich, Bruder des gefangenen Herzogs Friedrich, kam den Wünſchen des Pabſies entgegen. Er zvg gegen Ludwig zu Feld. Ludwig verſdhnte ſic) dann mit vem Herzog Friedri.e athmend. S- 143 Die Adelichen oder Ritter hatten allein das Recht, Waffen oder Gewehrgehänge zu tragen, allen Andern war es, wie ſchon oben erwähnt, verbothen. ZZ D5 Sieber- faßten deßwegen für ſich Geſchlechtsregiſter, verzeichneten alle die, welche zu Ritterſpielen gehörten, und machten alles für und unter ſich erblih. Von all andern Be- wohnern ſichtrenend hoben ſie alle Gemeinſchaft damit auf, ſelbſt mit ſolchen zu bethen war unedel. S- 144. Zu obigen Orden kamen noch andere, die der Bettel- mönche. Dominikus Guzmann in Spanien ſtiftete im J. 1206. den Dominikaner- Orden, und Franzis- Fus aus Aſſiſien im J. 1208. den Franziskaner- Orden. Dazu geſellten ſich bald die der Auguſtiner, Karmeliter u. dgl. Es wurde ein Schwarm der bunteſten Inſekten für die Blumen der Landwirthſchaft daraus. S. 145. Die Unſicherheit des Landes vermehrte nocd immer das Städte- Bauen. In dieſen Städten kam Induſtrie, *) Die Nähmlichen, die bis in unſere Tage beſtehen. *) Dhlenſ<. legten dew Grund zum Handel auf dem baltiſchen Meere. Die Kreuze zäge bereicherten die Städte Italiens, und erbfſneten neue Handlungsquellen für Deutſchland. Die Städte Ita- liens mußten die Produkte in Deutſchland hohlen*), die zu ihrer Scifffahrt nothwendig waren, Hanf, Ei- ſen, Leinwand u. dgl. Dieß machte einen wechſelſei- tigen Verkehr und brachte vorzüglich die ſüddeuſchen Städte in's Blühen. Aus Italien kamen viele Handwerker, be- ſonders Tuchmacher. Die Städte ließen ſich Privilegien geben, Juden halten zu dürfen.**) Nach dem Beyſpiele ver italieniſchen Städte ahmte man die Zünfte, die Mu- nizipal- oder Magiſtrats- Verfaſſung nach. Die Städte wurden immer reicher und mächtiger, dachten auf eigene Vertheidigung, waren den Kaiſern und Herzogen in den Kriegen ſehr nüßlich, erhielten daher allerley Freyheiten und bildeten ſo den dritten Landſtand, doch in beſchränkter Form. Geiſtlichkeit machte den erſten, die Adelichen den zweyten, und die Bürger, eigentlich alle Städte zuſammen den dritten. 6. 7 146. Es ſchien beynahe Alles der Landwirthſchaft ſich zu entziehen und auf Unkoſten derſelben ſich zu ſchwingen. Die Bürger waren in den Städten eingeſchloſſen, und die Ritter ſaßen auf den Burgen. Das Land umher war der leztern ſtäte Beute. Das Fauſtrecht entſchied Alies. Selbſt das Geſes erlaubte das Befehden, wenn man es -. *) Deutſchland befand ſich damals in der Kategorie mit Ita- lien, wie heute Rußland mit England. 5%) Sieh Avetim's B. Chriſtoph Geſchiern von Geſten. 71) umb über aevren über Zävvn. 72) umb pantzävvn. 73) umb ſchaden mit der Tzvvigült. 74) der ein ſein gewonnens holz oder hevv hinfürt. 75) der Holz abhavvt vder mäet oder ſneit im ſein graß ab. 76) der mar<- paum havvet oder panholz- 77) was panholß iſt. 78) vom prugkhain. 79) umb ſcheflävvt. 80) umb hunt und pern haymiſche. 81) der ainen ſein Viech ſlueg. 82) umb vieh eintun pey der naung ' der des Landmanns. Denn dieſe Handveſte dehnte ſich nach- 1 zu her auf das ganze Land aus: das ganze Land wurde zu umb nuß und gevver vvelcherlay gut das iſt. 199) umb unß echte und gevver ains gueß. 200) umb aigen des ainer ze ant- Ünzt vvurt kumbh. 201) umb aigen verkauſſfen wie man das ineht vvern ſol. 202) Nuß und Gevver aygens und lehens. ititg, 203) umb lehen da ainer zu antvvurt humbt. 204) Nuß AO, und gevver aygens und lehens. 205) Aygen und lehen ) unh vil oder wienig den die erben irren wellend. 206) umb wege, entvvern aigens und lehens. 207) umb entvvern aigens ) umb und lehens an re gelegt von Franz v. Krenor. Münden 1805. in 18. Bänden, Zur Vollſtändigkeit der Geſchichte wäre zu wünſchen, daß dieſes verdienſtliche Werk als Fundgrube der baieriſchen Geſchichte geendet, ſohin die Landtage vom T. 1302 bis 1429. nocen, Dörfer, Weiler .oder Eindden, Herrſchaften und Hofmarken ſtanden ſchon. Die Fle>en wurden jezt durch die Anſiedlung an die Bur- ge, aus vergrößerten Dörfern gebildet. Ueberall waren ſchon die Burge, Schloßer, die Thürme, Kirchen und Klöſter. Auch die Fluren zeigten ſich ſchon ſo vermiſcht, ſo zerſtreut, wie ſie heut zu Tage ſich darſtellen. Sechster Abſchnitt. Sechste Periode der deutſchen Landwirthſchaft. Vom Jahre 1347. bis zum weſiphäliſchen Frieden im Jahre 1648, GTZ TOL: K arl IV. hatte an Baiern und andern Fürſten auch nach Ludwig's Tode hartnäckige Gegner. Sie wählten den König Eduard von England zum Kaiſer, und als dieſer die Kaiſerkrone ausſchlug, den Grafen Günther von Schwarzburg. Karl ſchafte ſich dieſen durch glü>liche Hei- rath vom Halſe. Nicht ſo glücklich war ſein Krieg mit der Schweiz.=- Er ließ ſich zwar in Rom krönen, miſchte ſich aber gar nicht in die italieniſchen. Angelegenheiten, wg mehr incognito, als Kaiſer daſelbſt. Unter ihm kam die für Deutſchland wichtige Urkunde=- die goldene Bul- le=- zu Stande, wodurch die Kaiſerwahl feſte Beſtim-| jm) mungen erhielt. op S2 162. jb im Unter Karl's Regierung gab es viele Plagen für Deutſchland: die Befehdungen dauerten fort 3; Jahre des G Mißwachſes und des Mangels traten ein;7 den 25.,-Iu7 Gbf nuar 1348. hatte ein heftiges Erdbeben ganze Städte, ma Schlöſſer und Klöſter zerſtbrt 3; die Peſt, die zu Ende des Foe Jahres 1347. aus der Levante nach Jtalien gekommen ſollt war, breitete ſich im J. 1349. auch in Deutſchland aus, ihr) und rafte meiſtens den dritten Theil der Einwohner wegs) miſcht! ſelbſt eine ſchreliche Judenverfolgung ging wieder vor alojt ſich. Tyrol veranlaßte einen neuen Krieg zwiſchen Baiern Yu! und Deſterreih. Karl unternahm einen zweyten Feld- ue zug nach Jtalien, doch ohne ſonderlichen Erfolg. Dar- af auf erhob ſich der braunſchweig- lüneburgiſche Succeſſions- ef krieg. Karl ſtarb im J. 1378, nachdem er ſich zu- Cait vor noc< alle Mühe gegeben hatte, die Kaiſerkrone auf mt,| ſein Haus erblich zu bringen, Auf S. 163. fahren, Sein Sohn Wenzel ſuchte vergebens den Land- frieden handzuhaben. Es entſpann ſich ein blutiger Krieg 1 zwiſchen den Fürſten und den Städten. Unter ihm ent- bey jd ſtand ein SchisEma in der Kirche, als der Pabſtim J. POT fiche: nac) Rom zurückkehrte; denn es gab jezt immer zwey Werl Päbſte, der eine zu Rom, der andere zu Avignon ge- ww wählt. Wenzel zog ſich die Unzufriedenheit der dentſchen Fürſten zu, und wurde im J. 1409. des Reichs entſezt. EE| *) Pütter's deutſhe Reichsgeſchihte. S, 329. Chit Dm fap he Yyl Yeſtimz . - jen für te des 3, Ms tdte, M des Fommen 0 aus, eg;*) er vor Zaiern Feld- Dat: ſſi0ns; 1) zu ne auf ſand: Frieg M 1377« zwey ji ow (ſchen 78 == 77 C+: X64. Churfärſt Ruprecht von der Pfalz ward an ſeine Stelle gewählt. Er konnte aber auch weder die Ange- legenheiten in Italien nor in Deutſchland beſſern, und ſtarb im J. 14x0. S2 1165 Es gab wieder zwey Kaiſer= Sigmund, und Jo bſt aus Mähren. Zum Glü> ſtarb der leztere bald. Unter Sigmund kam das Konzilium von Koſtnitß und Konkordate für Deutſchland zu Stande. Das Konzilium ſollte ſowohl das Schisma wegen der Päbſte, als auch über die verſchiedenen Religionslehren und Spaltungen entſct. Im J. 1453. eroberten die Türken Konſtantinopel. Der Pabſt und der Kaiſer ſuchten in aller Eile einen Kreuzzug zu bewirken. Die Unterhandlungen auf den Reichstägen da- zu wurden aber meiſt durch Rangſtreitigkeiten oder Spißs- findigkeiten vereitelt. Dazu kam noch, daß in Deutſch- land wegen der Stadt Donauwdrth ein Krieg ausbrach, der Baiern und Pfalz verheerte. Auch der Biſchofsſtuhl von Mainz verwickelte die Pfalz in einen neuen Krieg. So beſehdeten ſich die Fürſten im Jnnern auf allen Sei- ten, und vergaßen darüber die Türken. Der Kaiſer ſelbſt bekam einen Krieg mit ſeinem Bruder Herzog Albrecht von Oeſterreich und dem Herzog Lud wig von Baiern. Dieſe Gegenden waren dadurch der Berwüſtung aller Art preisgegeben. GEHEEOS: Die Türken wagten ihre Einfälle ſchon bis Krain. Auch jezt gingen die vielen Reichstäge fruchtlos aus. Auf einem davon zu Regensburg wurde Pfalzgraf Frie- drich in die Acht erklärt. Am Rhein veranlaßte Herzog Karl von Burgund einen neuen Krieg. Bey ſeinem Tode ſuchten der König von Frankreich, und der Kaiſer die burgundiſche Prinzeſſin mit ihren Sdhnen zu verhei- ratyen, und ſo dieſes Land an ihre Häuſer zu bringen. Mar, der Sohn Friedrich's, wurde wirklich der Ge- mahl der burgundiſchen Prinzeſſin Maria. Die Tür- ken bedrohten ſchon Salzburg. Noch rüſtete man ſich nicht gegen ſie, MEI ur Opt nw Fried! Gh 7 aw R Jah Reich! funf) wN Prlgg beſt uh wn hee zu em rel) v0 Auſſer 5 nt ſid= day und Vel In R, . Mi edric - Eit- m J, Pabſt Ug zu en dq: uſch: on), oföſiuhl Ärteg, | Gel: ſelbſt recht auen, (ex Itt 107105 aus, vie ez 117 iſe hel: 1Ze0 Gee Wr x ſc) 16,17 196. Friedrich richtete vielmehr ſein. Augenmerk auf Ungarn, um dieſes Königreich an ſich zn bringen- Auf den Reichstägen kam ein ewiger Landfriede immer mehr zur Sprache, ſo auch Reichskammergerichte. Das rdz miſche Recht drang wie ein Strom in alle Angelegenheiten. Friedrich brachte die rdvmiſche Kdnigswahl für ſeinen, Sohn Max im IJ. x486- glü&lich zu. Stande, ſo auch eine Reichshülfe zu einem Feldzuge gegen den König Mathias von Ungarn. Ein großer Theil des deutſchen Reichs begab ſich zur Sicherheit und Ordnung in eine Konfodderation unter dem Nahmen des ſtädtiſchen Bundes. Als Max, der römiſche König, von den Bürgern von Brügg gefangen wurde, mußte das gegen die Türken beſtimmte Heer nah Flandern aufbrechen, um Maxen zu befreyen. Der König von Ungarn ſtarb. Dieſer Thron war nun erledigt, und Max führte das deutſche Kriegs? heer aus Flandern nach Ungarn, um ſic) dieſen Thron zu erobern. Max ſah auch einen neuen Krieg mit Frank- reich vor der Thüre, Unterdeſſen ſtarb ſein Vater, der Kaiſer Friedrich, im J. 1.403,*) S2 111705 Unter Max 1. entſtand ein neuer Feind von Deutſch- land=- Frankreich. Dieſe Macht vergrößerte ſich jeden Tag und ſtrebte nach einem Uebergewicht in den Händeln der Welt. Der Schre>en davon wurde allgemein, als Kdnig Karl VU1. von Frankreich den erſten Feldzug nach *) Die von ihm zu Stand gebrachte ſogenannte burgundiſche Heirath bewirkte die Hauptvergrößerung Oeſterreichs. Da- durch ward jedoch der Zankapfel zwiſchen Frankreich und Deuitſc) Da wurde der Grund gelegt zu allen Steuern. Anfangs wurden derley Beyträge bittweiſe erhohlt, daher ſie Bethen hießen, Der NReichsabſhied vom TJ. i543. erlaubte erſt den Reichs- ſtänden die Reichsſteuer von ihren Unterthanen als eine Schuldigkeit zu erheben, das dann immer mehr erweitert wurde. Ju Baiern kam die erſte derley Steuer unter Wilhelm lV. auf. Sieh hierüber I50psephos oder der ausgemittelte Kalkful zur Grundſteuer eines Staats nebſt der Geſchier abfreſſe, zu verjagen. Auch die Wälder, die nicht an Privatperſonen verkauft worden, ſollten Jes dem zu ſeinem Gebrauche, ſo viel er zum Brennen und Bauet ndthig habe, dienen u. f. w. Site beſchwerten ſich der Dienſte halben, welche von Tag zu Tag gemehrt wer- den, täglich zunehmen u. dgl. Ferner heißt es„, zum eylf- ten wollen wir den Brauch genant den Todfall= Handlohn *) Sieh hierüber die äliche Dinge in Deutſchland getrieben. C. 180. Die Gefahr von Seite der Türken wurde auch immer grdßer.- Konig Ludwig von Ungarn fiel in einem Tref- fen, worauf ſogar Ofen den ſiegenden Türken die Thore dſſnete-. Das Königreich Ungarn kam nun zum Hauſe Deſterreih. Die Türken belagerten Wien. Karl eilte, die Angelegenheiten in Jtalien zu berichtigen, ließ den 24. Februar 1530. in Bononien ſich krönen und kam auf den ausgeſchriebenen Reichstag nach Augsburg. Davon datirt ſich die ſogenannte augsburgiſche Konfeſſion. 3 In der Hauptſache wurde in Religions- Gegenſtänden nichts entſchieden, ſondern alles auf ein nächſtes Konzilium verſchoben. VZ LST: Karl bewirkte ,. daß ſein Bruder Ferdinand im TIT. 1531. zum römiſchen Kdnig gewählt wurde. Die pro- teſtantiſchen Fürſten ſchloßen unter ſic) zu Schmalkalden einen Bund. Die Gefahr wegen der Türken wurde immer größer. Dieß verurſachte, daß man Friedens- Unterhands lungen mit den proteſtantiſchen Fürſten anknüpfte, um wenigſtens die Ruhe in Deutſchland zu ſichern. Durch die Nachgiebigkeit. Karl's wurde dieſe Ruhe auch erhalten, und er verj|. Nun erklärte ſich auch der neue Churfürſt von Sachſen,„Moriz, gegen Karl. „Der Krieg brach auf allen Seiten los, Er hatte die Folge, daß zu Paſſau ein Vergleich bewirkt wurde, be- ſonders weil die Türken immer grdßere Fortſchritte mach- ten. Eine neue Fehde begann in Deutſchland von Seiten des Markgrafen Albrecht von Brandenburg- Kulmba.h. Karl war mit einem Krieg gegen Frankreich beſchäftigt, Ferdinand brachte endlich im Nahmen des Kaiſers einen Religionsfrieden zu Augsburg zu Stande, Karl entſagte im J. x556. freywillig aller Regierungsgeſchäfte ſowohl von Spanien als Deutſchland, und ging in ein Kloſter,==== Crihut auf den im 30 y Ma) den| Aueh jemalß| (ſat, EG war ehr dolph den häu Sieg 1 Whit De Aar! ſanti: aufen Nur Nun | Aus, Karl wir "Land: 19 zu „die ium (8: niht - aber ) der arl, die ) he: ad) 0) ah. gt, ſers ar väf! 10h Q:11825. Die Annerkennung Ferdinand's 1. hatte zwor Anfangs einige Schwierigkeiten, doch erfolgte ſie. Nur der Pabſt wollte noM Hinderniſſe in den Weg legen. Sie verſbhnten ſich endlim?, und es kam ein neues Konzilium zu Trient zur Sprache., Dieſes wurde im JI. 1562. erdfſfuet. Ferdinand ſezte für ſeinen Soyn Max die rdmiſcen über die Ruſſen, da die Liefländer Hülfe da- gegen von Deutſchland nachſuchten. Der Kaiſer ſtarb im Jahre 1576. Da Rudolph den Kaiſerthron beſtieg, griſſen die Unruhen in Niederlanden weit um ſi.„Die Gährung wurde allgemein, als man da die Inquiſition auf ſpa- niſche Art einführen und alle Religionsabtrünnige verbren- nen wollte. Das ganze Land gerieth in Aufſtand. Der Kaiſer ward in einen neuen Türkenkrieg verflochten, Die Religions- Unruhen zeigten ſich auch wieder heftiger in Deutſchland, zu Straßburg u. ſ. w. Der Türkenkrieg fors derte immer mehr Anſtrenzung, da die Türken weiter vor- rückten, ſelbſt Raab eroberten. ST 198: In Deutſchland gab bald ein Tumult zu Donauwdrth bey Gelegenheit einer Prozeſſion das Loſungswort zu noch größern Thätlichkeiten. Der lezte Reichstag zu Regens- bura ging gleichſam von ſelbſt auseinander. Die Protes- ſtanren brachten unter ſich eine Berbindung unter dem Nahmen Union zu Stande. Das Haupt davon wav der Churfürſt Friedrich von der Pfalz. Auch in Böhmen wurden die Stände kühner. Die Jülichiſche Erbfolge ver- anlaßte kriegeriſche Auftritte, worein auch Frankreich ſich miſchte. Obige Union hatte die Folge, daß auch die katholiſhen Fürſten enger zuſammen ſich ſchloſſen, und zu Würzburg einen Bund(Ligue) unterſchrieben. Au die Spitze wurde Herzog Max von Baiern geſtellt, Unterdeſſen kamen die böhmiſchen Unruhen auf einen ſol- gen Standyunkt, daß Rudolyh ſich gendthigt ſah, der Krone Böhmen zu entſagen, Rudolpyh ſtarb im Jahre 1612, SETO: Mathias, Rudolph's Bruder, beſtieg nun den RKaiferthron, Die Türken verurſachten wieder die Zuſam- 1-4 We ME 19] " zu ud m amen „- ww! vd 400 1 Bm "ER „ fal mV Regie liche Au feen, wü, hm de Tun 1 y Weit I Wfa au Diem| mit Dem Mar vet Weil an! 31 Ohne Net ber ft," Aroue, Wyion 41 fett die hrung | ſpa: renz Der Die er in fürs R omg S9 Daa menberuſung eines Neichstags nach Regensburg. Hier logte ſich eine förmliche Trennung der unirten und übri- gen Fürſten an Tag. Unterdeſſen konnte der Waffenſtill- ſtand mit den Türken noch verlängert werden, Unruhen brachen wieder am Niederrhein los, worein die Spanier und Holländer ſich miſchten. Chen ſo verwirrt ſah es in Böhmen aus. Jm Jahre 1618. den 232. May hatte man zu Prag die Fahne des Aufruhrs qausgeſte>kt; die faiſerlichen Statthalter wurden zum Fenſter hinausgewor- fen, die Jeſuiten vertrieben, die Stände übernahmen die Regierung, und Niles ſezte ſich in Waffen, Das kaiſer- liche Kriegsheer ſuchte nun die vorige Ordnung wieder her- zuſtellen. Unterdeſſen waren die Fürſten der Union be- mäht, die Krone Böhmens dem Churfürſten Friedrich von der Pfalz zu verſchaffen. Mathias ſtarb im Jahre 1619; SEUD 16107 Ferdinand 11. wurde rdmiſcher Kaiſer, die Bbh- men wählten aber den Churfüirſten Friedrich von der Pfalz zu ihrem König, und kamen wiederholt bis vor Wien. Ferdinand brachte nun ein eigenes Bündniß mit dem Herzog Maximilian von Baiern zuwege. M ax verſprach als Chef der Ligue den thaätigſten An- theil an dem Krieg gegen Böhmen und gegen die Union zu nehmen. Damit begann der Zojährige Religionskrieg, der über Deutſchland ſo viel Jammer und Elend brachte. S. 45105 Die Prager- Schlacht, von Maximilian ange- führt, eroberte dem Kaiſer Ferdinand die böhmiſche Krone, Friedrich ward in die Acht erklärt, und die Union aufgeldst. Graf Ernſt von Mannsfeld ſammelte die Trümmer der geſchlagenen Armee und durchzog damit Deutſchland. Mehrere Fürſten geſellten ſich nach und nach zu ihm. Die Kriegsflamme brach in allen EXen von Deutſchland lvs, beſonders als Ferdinand die Churwürde von der Pfalz an Maximilian von Baiern übertrug. Se:4-103: Der baieriſche General Tilly befehligte die Haupt- armee. Ein kaiſerl. Offizier, Wallenſtein mit Nah- men, erboth ſich, eine eigene Armee zu erſchaffen. Es gelang ihm; er wurde dann Anführer davon. Unterdeſſen hatte der König von Dänemark die Partey der Protee ſtanten ergrifſen und ein Kriegsheer in Deutſchland vor- rücken laſſen. Glücklich waren faſt immer Tilly und Wallenſtein.*) Deſto unglücklicher ging es dem Kd- nig von Dänemark, Mannsfelden u. a. Wallen- ſtein erwarb ſich durch ſeine Siege den Herzogshut, Dä- nemark mußte endlich Friede machen, STELOT: Dieſes Gliüc> der kaiſerl, Waffen gab zu andern Schrit- ten Anlaß. Man verfuhr ſtrenger gegen die Proteſtanten, und glaubte ſie ſchon ſo unterdrückt, daß man eine Armee nach Italienzund eine nach Pohlen ziehen ließ. Leztere ſollte die Pohlen gegen den König Guſtav von Schweden ver- theidigen. Man achtete auch nicht mehr auf Wallen- ftein, und nahm ihm das Kommando, *) Sieh Shiller's Geſchichte des dreißigjährigen Kriegs; Breyer's Geſchichte des dreißigjährigen Kriegs u. dgl. WW! gut biet Wade Wor mit Auſh Geaubeld MI Gyſin nah ds fuld a nag Iam 18 Ouſtab Ceden NO Wit den ÄArope h0 woet, mmer ſchland, zu ihm. tſ die Schweden und ihre Alliirten=- die Franzoſen, über- haupt die unirten Fürſten. Den 25. Dezember 1641. ka- men dann die Präliminarien zu einem Friedens- Kongreſſe in den Städten Münſter und Os8nabrüu> zu Stande. Der Kongreß ward auch den 25. März 1642. erdfſnet. SG 2208 Unterdeſſen dauerte der Krieg no auf allen Seiten fort, ja man kämpfte noh: hartnäckiger als vorher. Di = t Schweden, die unter ihren verſchiedenen Generalen ebe Fay und? nm voll zwa zh 3 des Ie Del 24 Zyt Verfaſſut bem er) Ktan mn 5 ſeul N 2. ') 2 A Gauch: Prager 1 ihren Auch drohten "miſche y, und ds In, Völker vahren ige: euch: Aſehe: j, 1013, - Jie : fats Gli übers 11, fs uſt ) Der ſo tapfer wie vorhin unter ihrem Guſtav fochten, ſez- ten ſich in Böhmen und Mähren feſt, bedrohten Ungarn, ja ſelbſt Wien. Die Franzoſen waren dieſſeits des Rheins. Sie litten durch die kaiſerlich- baieriſche Armee zu Tutt- lingen/ wo ſie überfallen wurden, einen ſehr großen Berz luſt. Die Schweden entzweyten ſich mit Danemark und nahmen Holſtein weg, gewannen die Schlacht bey Jan- kau und kamen ſelbſt wieder nach Baiern, das ſich mittelſt eines Waſſenſtillſtandes aus der außerſien Verlegenheit zog. C. 202: Mit abwechſelndem Glücke kämpften die Franzoſen am Rhein und in Schwaben. Mit dieſen vereinigten ſig die Schweden und drangen wieder auf Baiern los, das nun vollends ein Raub der wüthenden Feinde wurde, und zwar wegen des Vorwurfes, daß es den Waſfenſtillſtand gebrochen hatte. 47 202% Zugleich waren die Schweden in Böhmen ſo glücklich, daß ſie ſchon die Hälfte von Prag erobert hatten. Nun den 24. Oktober 1648. traf auf einmal, wie vom Himmel gefallen, die Nachricht ein, daß zu Münſter und Osna- brü> der Friede unterzeichnet worden. Die Unterhand- lungen hätten gegen ſieben Jahre gedauert. S7 204 Durch dieſen Frieden bekam Deutſchland eine andere Verfaſſung.*) Die lutheriſche und proteſtantiſche Re- ligion erhielt mit der katholiſchen gleiche Rechte. Was die Lutheraner und Proteſtanten oder Reformirten an Bisthüs- mern„Klöſtern, und derley aeiſtl. Gütern beſaßen, wurde ſäkulariſirt. Die Reichsſtände erlangten beynahe die volle €) Die bis in unſere Tage dauerte. Landeshoheit. Sie blieben nur dur) den Reichstag und die Reichsgerichte mit dem Kaiſer und Reich im Zuſammen- hange. Deutſchland ſtellte in Anſehung des Oberhaupts ein Wahlreic vor. Uebrigens hatte Deutſchland an Frank- reic) Elſaß, Metz, Tull, Verdun und Lothringen, und an Schweden Pommern, Rügen, Wismar, Bremen und Verden abgetreten. Die Schweiz und Holland trennten ſich von Deutſchland, und wurden ſelbſtſtändig. SE 2052 In Baiern ſah es während der ganzen Zeit ganz beſou- ders unruhig und verwirrt aus. Obſchon Kaiſer Lud wig eine weitere ZerſtüFklung des Landes zu verhindern ſuchte, theilten ſich do) ſeine ſechs Sdhne wieder darein.*) Nach- her ward Baiern in einen Krieg wegen Tyrol verwickelt, der ſich nicht vortheilhaft endete. Die Erbſchaft des lez- ten Herzogs in Straubing- Holland erregte unter den vier Herzogen Lud wig im Bart, Heinrich von Lands- hut, Ernſt von München, und Wilhelm neue Strei- tigkeiten und Unruhen. Sie theilten dann die verſchie- denen Aemter oder Landesdiſtrikte unter ſich. S. 206. Bey dem Tode Herzogs Friedrich's von Baiern- Landshut kam es wieder zu einer verderblichen Fehde unter *) Stephan ſtarb im J. 13753 Johann ſtarb im J. 1397; Ernſt I. führte mit Wilhelm die Regierung gemein- ſchaftlich. Erſterer ſiarb im J. 1438, lezterer im J. 1435. Albert Ill. ſtarb im J. 14603 Albert IV. ſtarb im J. 1538; Wilhelm IV. ſtarry im JT 15505" Albert V- ſtarb 15793 Wilhelm V. übergab im J. 1596. die Re- gierung ſeinem Sohn Max. Maximilian 1. ſtarb im T. 1651. fa iW fein' wa ſud) ged 14%| 00) gemein! full| Zube hutt? NT EN Wh foph, wllw biz, dit vm Gel ging dat bert Iv vierung hut Aivnan WE !) Ei ſh? NE tag un ſammen: thaupts Franl- 1, und het und venten mp beſen: udwig ' ſuchte, ) Nach- vifelt, des(ez: fer den mv Ladie ve Gitt: erſchie Bale 6 wnier J 1395 gete M 4.1435» VENEN vert) die M: 1, fut i0 den Herzogen, beſonders mit Stephan 11. von Ingol- ſtadt. Eben ſo entſtand ein verwüſtender Krieg bey dem Tyde Herzog Johann's von Baiern- München. Lud- wig der Gebartete ſezte noch lange Zeit die Unruhen fort und kam in den Kirchenbann, Wider ihn empörte ſich zu- lezt ſein eigener Sohn Ludwig der Höerichte. Lud- wig der Gebartete ſtarb im I. x447.. im Gefängniſſe. Ludwig von Landshut führte Kriege mit dem Kaiſer Friedrich 11. und gewann gegen iha den 19. Julius 1462. eine Hauptſchlaſale der evangeliſchen Lehre in uod durch Baiern bewirkt. Landshut 1809. Desſelben Geſchichte der baieriſcte BuchdruFerkunſt, dann durch die aufgekommenen Univerſitäten, als Prag Wien, KdlUn, Baſel, Ingolſtadt, Leipzig, Erfurt befdrdert.*) SA 2122 Auch auf dem baltiſczen Meere blühte die Sciff- fahrt=- der Handel-- durch die Hanſe geſtärkt, Deutſch- *) Sieh Aretiu's B. Chr. Geſchichte von den Sitefien Den? mählern der BuchdruFerkunſt in Baiern, G land behauptete damals den erſten Rang in dem See- handel. Nicht minder war der innere Handel ſehr lebhaft. Die Städte vergrößerten ſich täglich, kounten den reiſens den Handelsleuten gegen das Fauſtrecht und andere Un- ruhen ſicheres Geleit verſchaffen, und ſo ſich und die ganze Gegend in Achtung erhalten. GET ZEA Schon drohte aber auch dieſem gliXlichen Empor- ſtreben wieder der Verfall. Die EntdeFXung von Amerika hat dem Welthandel eine andere Richtung gegeben, den levantiſchen Handel nach und nah unterdrü>t. Auch der innere Verkehr wurde auf allen Seiten gehindert. Die Fürſten und Ritter konnten die herumziehenden Handels- leute fauſtrechtmäßig nicht mehr plündern, ſie legten da- her auf allen Seiten Zölle an, und ließen ſich darüber ſelbſt kaiſerxl. Privilegien geben. Bey jedem Schritte ſtieß man nun auf Schrankbäume. Die nähmlichen Zölle wure- den der Waſſerfahrt ſehr nachtheilig. Auf den Flüßen, 3. B. Rhein, Main, Near, Donau hatte man immer mit ſolchen Zöllen zu kämpfen.*) CH Z5 Die Geiſtlichkeit ſtand auf der höchſten Stufe von Aus ſehen, Macht und Reichthum. Fauſtrecht und Kreuzzüge haben, wie wir ſahen, ihre Güter und Einkünfte ſehr ver- mehrt. Biſchdfe und Aebte gingen entweder ſelbſt auf Bes fehdungen aus, oder die Landleute mußten gegen andere Anfälle ihren Schuß ſuchen, zu allerley ihrer Perſon und ihren Gütern nachtheiligen Verhältniſſen ſich verſtehen. Mancher Ritter, der nach Paläſtina zog, ſchenkte noch 2) Ja bis=- und no< in unſern Tagen. vs! NN" auh Ait! Dyfem ?, er, fortway (ſitt 1 Gee ebhaft, leiſenz ve Un- Gänze mot werf en, dn 1) der Die dels 4 das über e ſtieß (& wut Füßen, 111117 Aus [züge t vel: j Yes nere und eh, . 0) vorhin ſeine Burg, ſeine Beſizungen dem nahen Kloſter, um ſich im voraus den Segen des Himmels zu erwerben. Dieß that auch manch anderer Kreuzfahrer.= Teufel, Zauberer und Hexen beängſtigten überdieß allenthalben Ritter und Volk. Auch deßwegen lief man wieder mit Opfern zu den Prieſtern=- Hülfe ſuchend. Dieß vermehrte fortwährend die Schätze der Kirchen, die Reichthümer der Klöſter. Immer größer und prächtiger wurden die Ge- bäude der Abteyen- Alles glänzte bey deu Feſien der Kirchen dem ſchauluſtigen Volk entgegen. SETE 2167 Auf der andern Seite mögen dieſe Reichthümer auf manche Abwege geführt haben. Nicht mehr Unterricht des Volis ſproß aus den Zellen 3; man ſchwelgte darin glei) Bachanten.= Dieß brachte auf die Prieſter viele Vorwürfe, die beſonders bey den Religionsunruhen ſehr laut wurden. Dieſe Vorwürfe trafen auch die Pabſte, die durch Abläße, Dispenſationen und allerley Taxen vieles Geld aus Deutſchland ſchleppten. G. ZL. Die Staatsverfaſſung war bereits in einer andern Geſtalt. Immer beſchränkter erſchien die Gewalt des Kai- ſers. Die Italieniſchen, die Türken- und Religions- Kriege, beſonders die durch die Feuergewehre veränderte und koſtſpieligere Art des Kriegführens ndthigte die Kai- ſer ſortwährend, Hülfe bey den Großen des Reichs zu ſuchen. Es bildeten ſich die Reichsſtände immer mehr aus. In der erſten Klaſſe davon waren die Chur- oder Wahl»- fürſten, in der zweyten die Fürſten und Grafen, in der dritten die Städte, Alle wichtige Handlungen wurde G 2 <==. 109== nun auf den Reichstägen berathen und entſchieden. Es galt das allgemeine Sprichwort von der Stände Seite in Deutſchland: „wo wir nit rathen,“ „Rlſo ſolln wir auch nicht mit thaten.“ 7 21:27 Wie es bey dem Kaiſer ging, ging es auch bey den einzelnen Fürſten. Jeder z0g aus der nähmlichen Urſache in Angelegenheiten der Kriegs- oder Geldhülſe die Großen ſeines Landes, die Aebte, den mittlern Adel, die Städte bey. So vermehrten ſich die Landräge. Das Anſehen und die Macht der Stände wuchs immer mehr, beſonders da dieſe immer ihre Privilegien zu erweitern wußten. SG.+ 219. Kaum kömmt im Reiche der gemeine Pfennig als Auf- lage für Unterhalt der Kriegsheere auf, ſo erhielten auch in jedem einzelnen Lande die Steuern ihr Daſeyn. Die Stände zählten ſich nun vom Kriegvödienſte, weil das Lehen- Heer außer Uebung war, und von den Steuern frey.== S. 220. Die Adelichen und Klöſter ließen ſich immer mehr die Jurisdiktionen auf ihren Gütern und über jene Bewohner ertheilen, auf deren Gründe ſie Forderungen hatten. Un- ter dieſem Titel drangen ſie ihnen neue Frohnen und ans dere Bürden auf. Dieſe Grandpflichtigen wurden fdrmlich ihre Unterthanen,. GS. 221. Das rdmiſche Recht hatte ſchon in alle Verhältniſſe ſich eingeſchlichen. Die den Reichern günſtigen Rechtsges lehrten wußten alle Forderungen gegen die ſogenannten armen Leute in geſetzliche Formen zu gießen. Römiſche quit 1) N| IM 1:4(0 1,00) M v NE ve deut (rage 0! verſe und Eu Outz er| et 6 8 Geir bey den Urſache Großen ( Gtädte Inſeben ſonders Sten, 13 Aufe m auh ww Die 18 Qehen: Fergennd ehr die vohner 1, Un nd(ws M0) (ſſe tog? 10601100 Wenige 7 IOX eran Nahmen und Leiſte erhielten die älteren, oft nur gutwil- ligen Zahlungen. Und zufällige Benüßzungen hießen ſo- gleich Servituten- Die Emphyteuſis!, für römiſche Skla- ven erſchafſen, breitete ſich unter allerley Abarten über die deutſchen Bauerngüter aus- Eine Menge Gutsver- träge wurden zu Tag gefördert. Man beſchrieb nun dieſe dienſtpflichtigen Güter in ſogenannten Urbarien oder Grund- und Saalbüchern, und hatte natürlich freye Hände dabey. Q2.002222 Neue Geſeßbücher im rvmiſchen Zuſchnitt erſchienen, beſonders Gerichtsordnungen. Jezt ſchied man ſchon das Privat- oder. Landrecht ſowohl von der Gerichtsordnung als von dem Polizey- und Kriminalrecht ab. SI P222: Lezteres erhielt beſonders unter Karl YV. ein ſirenges Geſeßbuch.= Es heißet die Karolingiſche Halsgerichts- Ordnung vom J. 1532. So äußerſt ſelten in den ältern Geſe3ſammlungen die Todesſtrafe war, ſo ſehr kam ſie jezt mit Zuſätzen von allerley Martern zur TageLordnung. Man ſchreibt dieſe Strenge den Räuberbanden zu, die durch die Landesknechte ſich vervielfältigt haben. Dieſe waren nur auf unbeſtimmte Zeit in Sold, dann wieder verabſchiedet z; meiſt wurden alſo Räuber daraus. Auch ging es jezt derbe über die armen Hexen her. Jedes alte Weib mußte beynahe eine Hexe ſeyn. Sie wurden aller Orten in Menge verbrannt. SJ: 112245 Die Verhältniſſe der Landwirthſchaft zeigten ſich unter ſolMen Umſtänden immer verwirrter, drückender. Di? Güter waren entweder in das Joch der Leibeigenſcen der Walder und Weiden wurden kleiner; man dachte auf ihre Begränzungen zwiſchen den Gemeinden. Die Strei- tigkeiten wurden meiſt durch Schiedsrichter beygelegt, und die Marken; hiernach geſezt. Auch die Vieh-, beſonders Schafzucht kam immer mehr in Aufnahm, weil die Tuch- machereyen immer zahlreicher wurden. Der überall auf- geſchloſſene Bergſegen gab in den Gebirgen neuen Städ- ten und Dörfern das Daſeyn. RT22220- Immer mehr verſchönert wurden ſo Dörfer und Flu- ren. Da zogg ein Gewitter heran, ſo ſchre>lich noch Augen ub! eid An hö ſeht: ver fa NM zw ny ein Ieſidt (ud)| Net Nuß: von dem ew Ein Wemien, ett ſich, hegen: (eſter ex zungen Rahmen tbeſtande: Gerichtä: em Yot- u Fattten er Fürſt hm der vinthſchaft », Duff, 1 Inbqu Streden hte auf e Etrele gt, und ſonders j je Tul)? 0 auf: Städ un au iq ue nie die Welt eines ſah= es drohte allgemeine Zerſtdrung, und beynahe iſt es eingetroffen. Es war der dreyßigjährige Religionskrieg. Gleich als wären die Furien der Holle los, raubte und verbrannte man Kirchen, Klöſter, Schloſſer, Städte nnd Ddrfer. Man mordete untereinander, gleich als hätte die Gottheit die AuSsrottung des Menſchenges ſchlechts zum unerbittlichen Geſeße gemacht. Ganze Län- der ſahen einer allgemeinen Brandſtätte gleich. Als die Gemäther über das, was ſie von dem Himmel glauben wollten, ſich verglichen haben, waren die meiſten Stadte, Dörfer zerſtört. Viele davon haben bis in unſere Tage ſich nicht mehr erhohlt; viele kennt man nur noch dem Nahmen nach. An ihre Stelle ſind wieder wüſte Wälder, Heiden, dde Stre>en oder Moräſte getreten. GE 2..227% Von dieſer Zeit an ſchieden ſich auch die Deutſchen nach ihren Religionsmeinungen;= es wurzelte beynahe ein bleibender Haß. Ernſteren Charakter haben die Pro- teſtanten angenommen, ſich dadurch kenntlich gemacht; auch ſtengere Sitten bezeichnen ſie. Ein größerer Trieb zur Arbeitſamkeit iſt in ihnen erwacht: durch ſie bekam die deutſche Induſtrie erſt jenen Schwung, der ihre Fa- brifate in alle Welttheile brachte. ST222 Selbſt die Landwirthſchaft gewann bey ihnen ein erwei- tertes Feld: ſie gewann die Kapitalien, die ſonſt Frömmig- keit und Aberglaube den Kirchen, Kldſtern und Wallfahrten ſpendeten. Was noch das Beträchtlichſte iſt, ſie gewant in jedem Jahre ein Drittheil der Arbeit, die ſonſt dic vielen Feyertage verſchlämmten,==- S.+.“ 229% Baiern hat vorzüglich durch die Kreuzzüge ſich ge- ſc- vollere Gebäude gaben dem Ganzen einen holdern Anbli. SEU2208 Als ſich die' neue NReligionslehre in Baiern verbreiten wollte, wurde ihr durch Cinführung der Jeſuiten ein Damm geſezt. Die erſten in Deutſchland kamen im Jahre 1541. nac Ingolſtadt. Bald hatten ſie in Baiern wie in Deutſchland'die ſchönſten Gebäude; ſie errichteten Schulen und Erziehungshäuſer. Die Gelehrſamkeit bekam großen Schwung; die Talente wurden im Staube geſucht und empor gehoben. Auch andere Klöſter erwachten durd) ſie vom Schwelgen und von der Schlafſucht, und ſo ent- ſtand manch edler Wetteifer für die Erziehung des Volks. Die Beybehaltung der katholiſchen Religion hat dem Volke die Munterkeitj bewahrt, die Anlagen zur Muſik und Mahlerey mehr entwi>elt. Der Glaube an Wunder gebahr noch immer mand) neue Wallfahrt--- neue Kirchen, eine Menge frommer Stiftangen für die leidende Menſchheit, und neue Anſiedlungen. Dieſes Wallfahrten hin und her vermehrte die Märkte=- Volksverſammlungen, Volks- feſte, innern Verfehr. SET228 Den alten Glauben zu ſchützen wafnete ſich der Baier am mathigſten zum Kampfe, Nicht mehr die Lehenmiliz--- NENE Jheict hten pt hus fam Fus Bey (WWG e Bald: fande | wirt Ie gut! gend| gelder getauf Ginat Gaulbi ſich ge: und 09 bergen Verhält lichter, Mlan- Imad: Iublid, breiten en ein en im Baiern (teten thefam e geſucht fen bur ſv etz Volks, ft dem ſit und gebahr 1, eine pet, hd ver Bolts oy Dau! mi -- 105= nein, der Landleute Jünglinge alle zogen aus und bildeten das Kriegsheer. Oft waren ſie Sieger, oft unterlagen ſie der Uebermacht und am Ende dem Weltgeſchi>e. Dar- über ward Baiern zur allgemeinen Brandſtäite. Nie war vielleicht die Menſchheit größerem Jammer vid Grauſams- keiten preisgegeben als zu dieſer Zeit. Dazu kam auch oft Hungersnoth und Elend aller Art. Es iſt da keine Stadt, kein Fleden, fein Dorf, das nicht dieſe Schre>niſſe und Verwüſtung noch an der Stirne trägt. Viele Fle&en, Kldſter und Dörfer ſind davon bis zur Stunde unter Wäldern, Heiden und Moräſten begraben. Selbſt die großen Wälder um München zeugen durch die noch ſicht- lichen Furchen, daß an ihrer jezt wüſten Stelle ehedem freundliche Dörfer und Fluren hausten. Man zählte im Lande Tauſende von dden Höfen,*) GEWE2227 No andere Dinge ſchlugen unter der Zeit der Land- wirthſchaft tiefe Wunden, noM bis zur Stunde blutend. Die Laſten, fielen alle auf den Feldbebauer=- die Bauern. Für den Kriegsdienſt mußten ſie nun allein die Ju- gend liefern,=- durc; übernommene Bürden auf die Felder habenſ ſie doM ehedem vom Kriegsdienſte ſich los- gekauft!!=- Seit 15x15. wurden auc die NeFXer für den Staat jährlich beſteuert. In den ſogenannten Urbarien, Saalbüchern oder Beſchreibungen der grundherrlichen For- derungen trat nebenbey eine große Willkühr ein, die dann zu Rechten erwuchs.**) Durch die immer mehr er: *) Sieh hierüber v. Hellersb erg kurzen Auszug aus den Jahrbüchern des baieriſchen Volks. Landshut 1812. **) Sieh hierüber Kleber, über Laudemial- Mißbräuche in Baiern, Leipzig 1801. bey Gröſſe; Bemerkungen über Lat!- -- 106= weiterten Jurisdiktionen( Hofmarks- Gerechtigkeiten) kas men endlich Leute und Fluren ganz unter die Macht der Gerichts- und Grundherrn. Frohnen ohne Ziel und Maß ward zugleich der neue Antheil des Landmanns.*) Zwangs- rechte aller Art entſtanden für ihn. Was er trank, aß, alle ſeine Bedürfniſſe waren von dem Gerichtsherrn als wahren Zwingherrn abhängig.**) 559 12324 7079 Wie die Herzoge die Erſigeburt einführten, thaten dies auch die Adelichen auf ihren Gütern. Man errich- tete Fidei- Kommiſſe. Dieß wirkte wieder nachtheilig auf die Felder der Unterthanen. Sie wurden nun gleichſam ewig unzertrennlich an das Gut gefeſſelt, ſo wie das Gut an die Herrſchaft; nichts am Gut, nichts am Feld durfte mehr veräußert, vertauſcht, verändert werden; über2ll hieß es, das Fidei- Kommiß wäre dadurch verlezt. ! S4 224 Ueber alle dieſe Rechte und Unrecht?, Gewohnheiten und Mißbräuche wußten die Juriſten aus den Folianten der Pandekten Sprüche, Leiſte und Formeln aufzufinden. Geheiligt ward nun dadurch- all dieß Handeln und ein neues Geſeßzbu) daraus gebildet. Die baieriſche Gerichts- Ordnung datirt ſich vom J. 1520, die neue Erklärung der Landesfreyheit vom J. T5x6, das gemeine Landpot oder die Polizeyordnung auc vom IJ. 1516, die Reformation demial- und andere grundherrliche Nechte in Baiern; die zehn Gebothe.; Kopf, die Grundherrlichfeit in den ältern Beſtiandtheilen des Königreichs Baiern, Landshut 1809. *) Sieh Beyträge zur Geſchichte der Frohnen in Baiern. Natürll nannten Nachher Sentatio« rebellig- für wel: fügten, ven Det ſchüßen, 1 Ju „ſv ord: aft, daß Otten da JU Sot: als im man dan fürfom: auf dent war wie egen vd 4 debe) |, Unfeiz der Wes Formel x) Tu aß vo 12,(M Lehner oder Sdldner 8, ein Sdldner ohne Feld oder ein Achtler 4 Schafe halten darf. Der achte Artikel des zwölften Titels der Polizeyordnung verbiethet ſogar die Auf- richtung neuer Sdldnerhäuſer und die Zertrennung der Gü- ter oder Höfe, ſelbſt wenn es zu Gunſten der Svldner geſchehen würde. Weitwendig iſt nom im Landrecht die Lehre von den Serv:.:uten und Präſcriptionen abgehandelt, die bey der Landwirthſchaft alle vorige gute oder üble Gewohnheiten zu ſtrengen Rechten prägend, ein weites Feld zu ſtäten Prozeſſen erdffneten. ST1237% Die Erklärung ider Landsfreyheit enthält nicht die Rechte der Freyheit der Nation, ſondern die Vorzüge der Stände und ihre Rechte über die Freyheit ihrer Mitbürger. Sie räumt den Ständen die Exempto fori ein, daß ſie nicht vor gewdhnlichem Richter geklagt werden können u. ſ. w. 3 ſie redet von ihrer Hofmarks- Obrigkeit, Edel- mannsfreyheiten, und Scharwerken, von Waidwerk u.ſ. f. S."238. Die nun erſchaffenen Forſt- und Gejaid- Ordnungen zielen: auf Vermehrung'des Wald- und Wildſtandes. Auch durch dieſe kam nun ein verkehrtes Syſtem gegen die Vorzeit zu Tag. Förſter und Jäger wurden neue Herrn im Lande und bereiteten der Landwirthſchaft neue Feſſeln zu.*) Do hat die Forſtordnung ein Verdienſt-- daß ſie mehr Geregeltes in die Fdrſte brachte. Sie ſuchte die Waldungen zu vermarken, diejenigen, die bisher Nußen davon zogen, unter dem Nahmen Holz- oder Weidrechtler in ?) Sieh hierüber Rottmanner's Werk über Forſt- und Iggdweſen in Bajern, München bey Strobel 1778. GI 182.0) D= Beſchreibungen zu bringen. Sie ſtellte Mißbräuche in Anſehung der Waldweide ab, ordnete den Holzſchlag u. dgl. Allein ſie ſprach auch ein ſchre>Xliches Wort aus, daß nun- mehr zwiſchen Wald und Feld eine ewige Scheidewand gezogen ſey: alles Roden wurde eingeſtellt. Der Za2ſte Artikel ſagt: ,, was geſtalt das Reuten gleichfalls die Auffeng und Bränt in den Gehülzen abgeſchafft.“ Cs: 12207 Die alte Lieblings- Leidenſchaft der Deutſchen fand in der Gejaidsordnung volle Nahrung=- volle Stüge. Freylich war die Jagdluſt nur mehr ein qusſchließendes Recht der Prälaten und des Adels!: Dem Bauer blieb das Scharwerken, das Fahren, Treiben und Klopfen da- zu: Der Artikel 18. handelt daher,„, wie die Bauern ihre Hundt brügeln oder anlegen ſollen, auch von Anzahl ſolcher Hundt.“ Der Artikel 20. erklärt, ,, was geſtallt dem Bauersman ſeine Felder vor dem Wildt zu verfriden vergundt und geſtattet werden ſolle.“ Eine Vergreifung an dem Wild von ſeiner Seite ward male- fiziſM= mit dem Zuchthaus, ſſelbſt mit dem Galgen geſtraft!! Siebenter Abſchnitt. Siebente Periode der deutſchen Landwirthſchaft. nn Vom Jahre 1648. bis zur neueſten Zeit. ST 24.07 Rach dem weſtphäliſchen Frieden hatte Deutſchland et- was Ruhe, die ſchreX&lihen Wunden zu heilen. Man peſb 7. „wG u Jai wuhlen M Nu fene an Yul ein I 20 Jah fanden dn, fd 4 N wig 1 ww... ") In rauche [9 1, yl daß nun: eidewand Der 32ſie falls die W (hen fand Ie Gtüße, Wließendes auer blieb opfen da- e Bauern 1 Inzahl 8 geſiallt , Aefeiden u“ Ein var malt 1 Galgen -= IL= beſchäftigte ſich jezt mit dem Vollzug der Friedensartikel. Unterdeſſen kämpften die Franzoſen mit den Spaniern, und die Schweden mit den Pohlen fort. Schon wollte der Kaiſer auch in leztern Krieg ſic) miſchen und de Pohlen beyſtehen, als ihn den 23. May 3657. der 299 überraſchte. ST424T, Nun ward allgemein ein Bemühen rege, die Kaiſer- krone von dem Hauſe Oeſterreich wegzubringen, doch es gelang nilich mitgenommen. Im J. 1674. ward der veuiſche Reichskrieg förmlich gegen Frankreich erklärt. Die Friedensſchlüße zu Nimwegen in den IJ. x678 und 1679. machten endlich dieſen allſeitigen Kriegen wieder ein Ende. S- 244. Bald zeigte Frankreich neue Feindſeligkeiten am Rhein, und überfiel Straßburg, eben ſo Caſale im Herzogthume Montferat. Der deutſche Reichstag ordnete den Kriegs- fuß in Beziehung der Kreiſe, wie viel jeder Reichsſtand Mann zu Pferd und zu Fuß zu leiſten hatte. Frankreich wußte den Churfürſten von Brandenburz zu ſeinem Alliir- ten zu machen. Der Kaiſer und das übrige Reich ver- banden ſich aber enger gegen Ludwig X1Y. Mittler- weile brachen Unruhen in Ungarn aus. Die Türken benüzten dieſe, unterſtüzten die Ungarn und rückten gleich einem Waldſirom bis vor die Thore von Wien. Der Kaiſer hatte unterdeſſen ein Bündniß mit Pohlen, Sachſen und Baiern geſchloſſen, die zu rechter Zeit zu Hülfe kamen. Der König Johann-Sobiesky von Pohlen und der Churfürſt Maximilian von Baiern führten ihre Trup- pen Rit jimob ve Gam pbfem ud.160 BN vn Y unf 0] Churfi Tom u fen eint ig u ſhon in nahe eb te endl wieder€ Def Cy iu Wt Ah, dend, 7 i4 jp "de, dam Reich dae jranfig, die Jem uf der hwenburg, fürſt von nzöſiſcher m Chur wit Fronf- Hhätiger für den Frais ward der , und 1679, ein Ende, (m Khein, erzogthumt m Artege: eichöſiand autre em Allitt Reid) ver Mittl je Zicfen "rm dei er Kaiſet <ſen un (fe Fame yu Dr ihre uu Ni -- IIZ> pen dahin. Die Türken wurden den 12. September 1683. geſchlagen und gänzlich. in die Flucht getrieben. Cine un- ermeßliche Beute kam in der Sieger Hände. SCHAF: Mit Ludwig XIV., durc) die Entſezung von Wien etwas herabgeſtimmt, wurde ein Waffenſtillſtand von 29 Jahren geſchloſſen. Den Türkenkrieg konnte man nun mit groößerm Erfolge fortſezen. JIu den Jahren 1687, T69x und 1697. unterlagen die Türken in drey Hauptſchlachten und verloren ihre vorigen Eroberungen. Maximilian von Baiern nahm ſelbſt Belgrad mit ſtürmender Hand. Frankreich fand wegen einer ſtreitigen Wahl zu Kölln und einiger Güter der Herzogin von Orleans, die der Churfürſt von der Pfalz an ſich gezogen hätte, Anlaß, alle Gegenden am Rhein mit Kriegsvdlkern zu überſchwem- men und in eine Wüſie zu verwandeln. Cs wurde Reichs- hülfe nachgeſucht. Lange verzögerte ſie ſich Ceremoniel- Streitigkeiten halber. Der Churfürſt von Brandenburg ſchloß dann einen Bund mit dem Kaiſer. Zu Augsburg kam zwiſchen dem Kaiſer, den Kreiſen und andern Mäch- ten eine Ligue zu Stande, um Deutſchland gegen Frankz- reich zu ſichern. Unterdeſſen drangen die Franzoſen ſchon in Schwaben und Franken vor, und führten bey- nahe einen Zerſtbrungskrieg. Das deutſche Reich ſtell- te endlich ſeine Heere auf; Mainz und Bonn wurden wieder erobert, und Ludwig mußte aus der Offenſive zur Defenſive übergehen. Nachher im ZJ. x690. gab der Sieg zu Fleury den Franzoſen wieder das Uebergewicht. Auch der Herzog von Savoyen nahm Antheil an dem Krieg, mit Deutſchland gegen Frankreich ſic) verbin- dend. Dieß veranlaßte, daß der Krieg auch nach Italien ſi ſpielte, Der Türkenkrieg dauerte immer. fort» Die 9 Geneigtheit der Türken zum Frieden wurde immer durch franzöſiſche Geſandte umgeſtimmt., Q25 524.02 Der Kaiſer, Spanien, England, die Generalſtaaten, der Herzog von Savvyen und mehrere Chur- und andere Fürſten des Reichs verbanden ſich im J. 1695, um Frankreich zu aunehmlichern Friedensvorſchlägen zu ndthigeun. Das- ſelbe vermehrte ſeine Streitkräfte in Italien, um den Her- zog von Savoyen vom Bund loszubringen; welches auch gelang. Es wurde nun ein Friede zu Ryswick. eingeleitet, der den 29. Oktober 1697. zwiſchen Frankreich und Deutſch- land geſchloſſen wurde. Der Hauptgewinn für Frankreich war die Stadt Straßburg. Der Friede mit den Türken erfolgte den 26. Januar 1699. zu Carlowiß, und zwar auf 25 Jahre. SEL 1247 Die ſpaniſche Succeſſion verſezte Europa bald wieder in neue Kriege. Kaiſer Leopold wollte das Königreich Spanien auf den Erzherzog Karl, und Ludwig XI1Y. quf ſeinen Enkel Philipp von Anjou bringen. Unter- deſſen erhielt der Churprinz von Baiern den Vorzug. Die- ſer ſtarb aber den 6. Februar 3699. unvermuthet zu Brüſſel, da er auf dem Weg war, nach Madrid abzugehen. Der Kdnig von Spanien erklärte nun Philipp zum Uni- verſalerben der ſpaniſchen Monarchie, und ſtarb den x. No-- vember 1709. S.- 248. Philipp kam au wirkli) in den Beſiß von Spa- nien, und ward von Holland, England und den italieni- ſchen Staaten als Konig anerkannt. Der Kaiſer erdff- nete den Krieg in Italien mit alüklichem Erfolge. Jezt traten England und Holland guf ſeine Seite. Im Sep- tanb wi M jep NU jm NI wh 13,30 ZA hehe fiat) 11 Näh de, y fumſe Ni 1 vi her du (ſtaaten, "d andere jnfreich y, Dies? 1 den Ders (hes auch eſte, ") Deutſch: Frankreich yn Zirfen zwar auf a wieder Adnizteich wig AIN, 1, Untere zug. Dit: u Brüſſel, hen, Der zum Uni- den 1,0: on Spt: |(olien): ſer af (9: vu Om Gp - 11I5= tember 1702« ward ſelbſt ein Reichskrieg gegen Frank- reich beſchloſſen. In Italien, am Rhein und in den Nie- derlanden war nun das Kriegstheater. Auf einmal lenkte der Churfärſt von Baiern ſich auf franzvöſiſche Seite, über- rumpelte Ulm und Schwaben, um mit der franzoſiſchen Armee ſich zu vereinigen. Er bewirkte es, wie mehrere glückliche Treffenz allein der Sieg, den die engliſch- dſter- reichiſche Armee unter Marlborugh und Cugen am 13. Auguſt 1704. bey Blindheim umveit Höchſtädt über die Baiern und Franzoſen erfoclich und Sie- ger in Niederlanden, Italien und Ungarn, und ſtarb im Jahre:: S; 250 Auch im Norden wüthete eit Krieg, da zwey große Manner aufgetreten wären, Karl XU. König von Shwe- den, und Peter 1. von Rußland. Das Glü> des er- ſtern ſcheiterte durch die Niederlage von Pultawa den 22. Ju- nius 1709. Deſto mehr ſticg das des Peter, nachhin der Große genannt.*) G.. 2515 Nach Joſeph wurde ſein Brüder Karl VU. rdmi- ſcher Kaiſer. Frankreich wußte ſich zezt wieder mehr gel- tend zu machen, und brächte den 7. September 1714. mit dem Kaiſer und Reich den Badtier- Frieden zu Stande. *) Und Stifter des ungeheuteit ruſſiſchen Rei Maria Thereſia behielt von allen den Mächten, die vorhin die pragmatiſc)e Sanktion garantirt hatten, nur mehr den König von Englaud auf ihrer Seite. KarlVIl. zog mit Baiern und Franzoſen nach Oeſterreich und Böh- men. Es wurde ihm da den 19. Dezember 1741. als bdh- miſcher Kdnig gehuldiget. Unterdeſſen fand Maria Thereſia große Unterſtüßung von den Ungarn, und Geldhülfe bey den Seemächten. Die vſterreichiſche Armee drang in Baiern vor, beſezte ſelbſt München, und Karl VI. mußte ſeine Interims- Reſidenz zu Frankfurt aufſchlagen. Baiern kam unter dſterreichiſche Adminiſtration. Sieg- reich war wiederhohlt der König von Preußen zu Czaslau. Maria Thereſia ſchloß nun mit ihm den 28. Julius 1742. Frieden, ihm den größten Theil von Schleſien ab- tretend, SET 255: Baiern ward auf eine ſchre>kliche Art der“ Kriegs- ſchauplat. Den 22. März 1744. kam zwiſchen Fran?k- reich, Preußen, Churpfalz und Heſſen- Kaſſel eine neue Union zu Stande, den Kaiſer zu unterſtüßen. Nicht unter günſtigen Ausſichten ſtarb der Kaiſer den 20. Ja- nuar 17435. Sein Sohn, Churfürſt Max. Joſeph, ſchloß dann den 22. April 1745. einen Frieden zu Füſſen, zn welchem er aller Anſprüche auf die oſtierreichiſche Mo- narchie ſich begab, und zur Kaiſerwahl Franzens mit- zuwirken verſprach. Dieſe ging auch den x3. September 1745. vor ſich. Den 25. Dezember 1743. machte Maria Thereſia auch mit.dem König von Preußen wieder Friede und endlich den 18.«Oktober x748, mit den übriz gen Mächten zu Achen. De II8 ee S2" 256. Im Geheimen gährte eine Rache aegen Preußen, die endlich im J. 3756. in einen neuen Krieg ausbrach. Der Konig von Preußen wollte dem Anfalle, wie ſein Manifeſt lautet, zuvorkommen, und rückte unvermuthet in Sachſen ein. Den 17. Januar 1757. ward nin ein Reichs- Ereku- tionskrieg gegen Preußen beſchloſſen. Unter abwechſeln- dem Glüce dauerte dieſer Krieg ſieben Jahre, Beſonders die nvrdlichen Gegenden Deutſchlands litten dadurch unz- gemein. Frankreich, der Kaiſer und das Reich, endlich -«uch Rußland waren gegen den König von Preußen, Fredrid) 11., nachhin der Große genaunt, bewaffnet. Ihm ſtand allein England bey. Dieſem ſchre>klichen Kriege machte der Friede von Hubertsburg im J. 1763. ein Ende. Der Kaiſer Franz ſiarb den 18. Auguſt 1765. S2 252 Ihm folgte ſein Sohn Joſeph 11. Als Churfürſt Max. Joſeph von Baiern den 30. Dezember 1777. mit Tode abging und Baiern auf die pfälziſche oder Rudolphi- niſche Linie fiel, ſuchte Oeſterreich Anſprüche auf Nieder- baiern und andere Reichslehen geltend zu machen, und den Churfürſt Karl Theodor zu einem für Baiern äußerſt nachtheiligen Vergleich zu bereden. Oeſterreichiſche Trup- pen beſezten Niederbaiern. Der Kdnig von Preußen nahm ſich des Herzogs von Zweyhrüden an, der dann als er- ſter Agnat obigem Vergleiche ſich widerſezte.*) Es kam *) Bey dieſer Unterhandlung hatten große Verdienſte der Graf von Görz, die Herzogin M. Anna von Baiern, auch Hr. von Andre, Sieh comte de Goertz, wemoire historique de. 1a negociation en 1778. pour la SuccesSion de Baviere, UBelt, die am. Der Manifeſt nCahſen 3: Crefy: wechſeln Beſonders Wurd) uns Ih, dl Preußen, hetvaffnet, en Arlege ein Ende, 4 » Chufürt - 1777, Mi Nudolyhi f Nieder- „unden 0" äußerſt he Tuup- A NWESG 6 fam » der On ew u: noe a SycepiM zu einem Krieg zwiſchen Preußen und Oeſierreich, Im folgenden Jahre 1779. endete der Friede zu Teſchen dieſen Zwiſt. Baiern verlor dabey einen kleinen Strich Landes nnter dem Nahmen Junviertel. S4 2582 Deutſchland hatte nun Ruhe. Oeſterreich führte ei? nen Krieg in den Niederlanden wegen der Schelde und dann mit den Türken. Imnnere Unruhen brachen in der dſterreichiſchen Monarchie aus. Kaiſer Joſeph ſtarb den 20. Februar 3799. CG. 250: An ſeine Stekle ward ſein Bruder Leopold, Groß- herzog von Toskana, Kaiſer. Eines der größten Ereigniſſe in"der Geſchichte erſchien=- die franzdſiſche Revolution. Die Convention zu Bilnitz d. d. 25. Auguſt 179x. bewaff- nete alle Mächte dagegen. Kaiſer Leopold ſtarb den 1. März 1792 3 ihm folgte Franz 1. als römiſcher Kaiſer, S. 260. Deutſchland führte nun dieſen Revolutionskrieg mit Frankreich unter allerley Geſtalten und Zwiſchenräumen bis in unſere Tage. CHs„ZOL Im IJ. x806. nach dem Preßburger Frieden*) hörte das römiſche Reich auf, indem Kaiſer Franz den 6. Anguſt x806. Verzicht darauf leiſtete. Baiern wird nebſt Würtemberg ein ſelbſtſtändiges Königreich. Mehrere Fürſten Deutſchlands ſchließen den x2. Julius 1866. zu Paris unter ſich einen Bund, genannt Rheinbund. Sie erfennen davon den Kaiſer von Frankreich als Protektor. „Eine neue Ordnung der Dinge beginnt in Deutſchland. *) Der Preßburger- Friede wurde geſchloſſen den 26. Dez» 1895+ CG. 262. Baiern hatte nac dem weſtphäliſchen Frieden an Churfürſten Ferdinand Maria einen Färſten, der wohl fühlte, wie ſehr das Land Rahe nöthig habe. Er wollte weder die angebothene Kaiſerkrone annehmen, noch nachher mit Oeſterreich gegen Frankreich ſich verbinden. Er ſtarb im J. 2679. SY 202: Sein Nachfolger Max Emanuel ſtand dem Kaiſer gegen die Türken bey, half Wien entſeßen, gewann meh- rere Schlachten und eroberte Belgrad. Er wurde auch mit dem Kaiſer in einen Krieg gegen Frankreich verflochten. Jezt eröſſnerete ſich ſeinem Ruhme eine neue Laufbahn: König Karl 11. von Spanien, ſein Anverwandter, ſezte ſeinen Sohn zum künftigen Thronerben ein. Dieß ver- wickelte ihn nachher in den ſpaniſchen Succeſſionskrieg. M ax überfiel Ulm. Dieß war für den Kaiſer Beweggrund, zwey Heere gegen Baiern vorrücken zu laſſen. Anfangs war Max auf allen Seiten glüFlich; nur mißlang der Zug nach Tyrol.-- Endlich die Schlacht bey Blindheim veränderte alle Verhältniſſe: Baiern kam in öſterreichiſche Adminiſtration, und der Churfärſt in die Reichsacht. In mehreren Gegenden ſtanden die Bauern auf, die Oeſterrei- cher zu verjagen; ſie unterlagen aber in einer Schlacht bey Sendling in der Nähe von München. Der Friede gab auf vorzügliche Verwendung Frankreichs dem Churfürſten das Verlorne wieder. Er ſtarb im Jahre 1726. Sa 2645 Karl, ſein Sohn, nachher Kaiſer unter dem Nah- men Karl YVil., hatte in dem Kriege mit Oeſterreich wegen der pragmatiſchen Succeſſion beynahe die nähmlichen (an (Ai den an en, der ve, Er h, nech binden, wAeiſer anmwmhe aud) mit fochten, fbahn; '„ ſezte ß ver nöfrieg, aun, Anfangs ng der ndhelm (iſche |, Tu wert: ht bey abauf y dab 4 Reh frem) 10.8 aner 121 5 Schi>ſale, wie ſein' Vater Max Emanuel. Baiern litt wieder, wie im dreyßigjährigen Kriege. SIT 2057 Unter Max Joſeph trat für das Land Ruhe ein. Es gab nur zum ſiebenjährigen Kriege das treffende Reichs- kontingent. Max Joſeph ſtarb 1777« S. 266. Die Ruhe dauerte unter der Regierung Karl Theo- dor's bis zum Ausbruche des franzöſiſchen Revolutions- Frieges fort. Er ſiarb im J. 1799. GQ. 2072 Ihm folgte Max Joſeph-- der nach dem Preß- burger- Frieden, wie wir ſchon hörten, den Kdönigstitel annahm. Es heißt in dieſer Proklamation des Konig- thums d. d. x. Januar 1806:„Dur die unerſchütter- liX- baue ſehr empor. Den Handel ſtörten etwas die von allen Fürſten immer mehr eingefährten Zölle und Mauthen. S. 269. Auch auf den Aerbau wirkten dieſe Mauthen und Zölle, beſonders die Maßrezel ſehr drüFeud, daß, um wohlfeile Getreidpreiſe zu erzwingen, dfter Getreidausfuhrverbothe entſtanden. Nicht mehr der Heerbann-- nicht mehr die Lehenmiliz, ſondern aus den AFerleuten=- freywillig ges worbene oder durch Zwang zuſammen getriebene Södldlinge ſtellten die Kriegsheere vor, und entzogen dem AFerbau immer mehr die. Hände, beſonders da die Kriegsheere jezt ſtehend waren. Die Feſſeln, welhe die Grundherrlich- keiten, Frohnen um ihn legten, wurden ebenfalls immer drückender, die Willkühr der Grund- und Jurisdiktions- Herrn über den Landmann immer ausgebreiteter, und dem Wohlſtande des Landes ſtats nachtheiliger- Dazu kam auch Jagd- nnd Forſt- Deſpotismus u. ſ. w. 6712702 Die Macht des Reichs ſank allmählig ſo wie des Reichstags Anſehen. Die Religionszwiſjie, Titel- und *) Merkwürdig iſt, daß die Fabriken des Herzvathums Berg== die wichtigſten von ganz Deutſchland= das Aufolühen dem Churfärſten Kar l Theodor verdanken, eigenilich, daß er da gar nicht regierte, ſondern Ailes der freyen Thätig- Feit, der vollen Gewerbo- und Haudelsfreyheit überließ. I laissa iaire,=> NONE (mw [7 vB ive N win Eul am) 10 ben In 00 ele wört Cure rt Dlihtn ögewan; nd ſich ten die Ube: " allen then, ZU, wel verbot nehr die Wig 9: (dlnge Ferbau ee heli): 5 imme! Neon: (10 deim u fam vie Des |;(un ve ey dem 4, dy „Zhi ve LEUT HAI 1 05 SENE 2 Rangſkreitigkeiten, Reichsprozeſſe bildeten die Häupt- beſchäftigung des leztern. Die einzelnen Fürſten ach- teten wenig den Kaiſer und Reichstag, noch weniger die Reichen des Landes, Weideplätzen u. dgl. eine Art Finanzſpekulation getrieben wurde. Man ver- kaufte ſie häufig StüFweiſe, als ein dem Staate gehds riges Eigenthum.*) Man zwang ſogar die Unterthaneun, ſte zu kaufen. Die Beſitzungen der Bauern wurden alſo auch dadurd) wieder mannigfaltiger und zerſtreuter. S. 274 Auf der andern Seite machte die Jagd ſonderbare Anſprüche geltend=- nämlich den Ritterſporn.=- Das Feld, Wieſe oder Weide, wenn Holzpflanzen darauf ſich zeigten, und zwar ſo, daß der Anflug bis zum Sporn des Reiters reichte, wurde zagd- und forſtmäßig erklärt. Dieſe Fel- der vder Wieſen waren für den Pflug verloren, und das Gras durfte nur unſchädlich dem Holze gemäht wer- den.**)--- Die Wälder vergroößerten ſich dadurch, wäh- rend das fruchtbare Land ſich minderte,= S. 275» Die Jagd war allgemeine Beſchäftigung des Adels, und zwar deſto umgreifender, als ſie ſelbſt am Hofe, be- ſonders unter Max Joſeph,-- ſo viele Verdienſte dieſer Fürſt ſouſt für Baiern hatte, bis zur Leidenſchaft getrieben wurde. Die Jäger machten den glänzendſten Stand aus; man ſah beynahe lieber Wild als Men- ſchen***)=- Bürger und Landmann erarmten und jam- merten unter den Wäldern.= S4270. Cine weitere Plage des Landes war die der vielen Bettelmöne ſoll vorzüglich auf die nahgelegenen Leerhäusler Rückſicht ge- nommen werden; 6) was die Polizeyordnung wegen des Schafhaltens verfügt, ſoll ferners gelten; 7) die Bienen- zucht wurde angelegendſt empfohlen; 8) eben ſo die Her- ſtellung lebendiger Zäune; 9) für jede geſchlagene Ciche mußte man drey neue ſeßen; x0) um die Wälder von den HolzſtvFXen zu reinigen, mußte jeder für ein erhal- tenes Klafter Holz eine Anzahl. Std>e ausreuten; 1x) man verfiel ſogar auf die Maulbeer- Bäume, ihre Pflan- zung wurde ermuntert. Einige Monathe ſpäter erſchien wieder eine Kulturs- Ordnung, da wurde x) die Nacht- weide abgeſiellt; 2) eben ſo die Weide ohne Häther;z 2) die in der Brache angebauten Gründe durften nicht beſchädigt werden.(Es kömmt auch viertens noch der wich- tige Artikel vor in den AusdrüFen?„gleich wie nun zur bequem und beßern Landeskultur vieles beyträgt, wan die grvößern Felder, Wieſen und Waldungen nicht mit ſo viel fremd und einſchichtigen kleinen StreFen untermiſcht ſind, ſo wollen und gebiethen wir hiemit, daß jene ſo viel im- mer möglich und thunlid) iſt, erganzt und beſchloſſen, mite hin dieſe entweder durch ſelbſt gutwillig Einverſtändniß der Intereſſenten gegen einander ausgewechſelt oder faks ſie ſich nicht mit einander auf ein aequivalent in re vel pretio vergleichen könnten, die Sache ad intimum ein- berichtet werde, um dem Befund nach ex ofücio das Ge- hvrige vornehmen zu können.“ Zur Beförderung der Kulz2 tur entſtand eine eigene Landkulturs- Deputation. bringen unden ew als ein ie ſoll ſicht ges eqen des Vienen- die Der Rt voy ein erhal; 11,908) e Wan erſchien . Recht: Hüther) ve m ) der wih: [911118111] „wandie t jo viel dt find, viene fen, mi ſandig ver ja08 nre va um Uw vas Ot! der au (10m Der Brach- Anbau wurde jedoch in dem nähmlichen Tahre wieder beſchränkt, vielmehr ganz vereitelt.== Eine Verordnung ſagt, wo Schäfereyen das Jus Pascend1 ha: ben, ſollen die Brachfelder ungebaut liegen bleiben. GEZ2e74 Eine Verordnung vom Jahre 1763. lärmt gegen die liederlichen Hauswirthe und Gutsabſchwender, ſich aus- drü>end„unter den vielen H nderniſſen, welche ſich bey dem Landverbeſſerungsweſen in den Weg legen, iſt nicht die geringſte, daß man ſich gegen liederliche Haushaälter, Gutsabſchwender und Schuldner, wovon das Land voll iſt, allzu milde erzeigt.“ Unter die Gutsabſchwendungen wurde hauptſächlich auch der Abſchleif an den Zaunſtätten gerechnet, und man konnte alſo deßwegen von Haus und Hof gejagt werden!= S..282: Das Jahr 1764. erneuerte wieder die allgemeine Holz- ſperre, das iſt, das Verboth der Holzausfuhr.= Noch nachtheiliger wirkte auf die Landwirthſchaft die im Jahre 1765. ergangene allgemeine Mauthordnung. Der Handel mit den Produkten der Landwirthſchaft, beſonders mit Ge- treid wurde immer in engere Feſſeln gelegt. JS. 289« Das Jahr 1770, gebahr eine Verordnung über die Landgaärtnerey. Sie wollte den Feldbau mit der Gärt- nerey vergleichen und bezwe&en, daß die Felder auch mit andern Früchten beſäet werden, als mit Erdapfel u. f. w. Mit dem Jahre 177x. trat allgemeiner Miß wachs und Getreidmangel ein 3; die Getreidausfuhr wurde bey Todesſtrafe verbothen. Das Jahr 1772-+ befahl Ma? gazine anzulegen 3 Jeder mußte ſein Getreid dahin bringen? & 4 2 vw Es wurden zugleich gegen allen Auf- und Vorkauf des Ge- treides Maßregeln getroffen. Das nähmliche Jahr brachte das wohlthätige Geſetz der abgeſchaften Feyertage hervor. Auch erſchienen zwey Kultursmandate, das eine will, das die Brachfelder mit allerley Sommerfrüchten und Erd- gewächſen bepflanzt werden; das andere befiehlt, alie dde Höfe zu bemayern. Die zu großen Hdfe ſoliten in mehrere Theile oder Mayerſchaften zerſchlagen werden. Zubaugüter, oder nebit ſeinem Gut noch ein anderes zu beſißen, wurde wiederhohlt verbothen. Die vorhande- nen ſollte man bemayern. Dieſen neuen Gutsmavern ver- ſprach man Vorſchüße zum Häuſerbau, auch denjenigen Prämien, die ſich in der Bemayerung hervorthun. Vor- züglich auch den Beamten, die ſich hiebey auszeichnen, wur- den Belohnungen zugeſichert. Das Kultursmandat vom IT. 1773. befiehlt, daß in Sachen, worüber die Kulturs- Verordnungen bereits entſchieden haben, gar kein Prozeß zu geſtatten wöre, 3. B. ob eine Wieſe zweymädig ge- macht werden könnte. Uebrigens wurde die kürzeſie, nähmlich mündliche Prozeßform für alle Kultursſtreitigs keiten vorgeſchrieben, auch nur zwey Inſtanzen angewieſen. Das Jahr 1774. empfahl wiederhohlt die Schafzucht in Aufnahm zu bringen. Aud) wurde in dieſem Jahre den Sperlingen der Krieg erklärt: der Beſitzer eines ganzen Hofes mußte jährlich x2, ein Dreyviertler 9, ein Zwey- drittler 8, ein Halber 6, ein Drittler 4, ein Viertler 2 alle andere jeder 2 Sperling- Köpfe liefern. S. 290. Die Verordnung vom IJ. 1775. beſtimmt wieder Prä- nien für die, welche ſich in der Kultur auszeichnen, als Möſer und dde Gründe urbar gemacht, viele Eichen ge: pflanzt, lebendige Zäune hergeſtellt, die Schaf- und | | ud AAN 6100 A06h) juin! vat unte = M AEN kund zit wh Ue Apendund Wt And wia) 0 fe 0 Wnnfie uſb! We f des Qe; ' brachis e hervor, il, deg nd(id, „Anderes Whande: ern ber: neigen . Vors 1, Wurz at vom Jultur: 1 Prozeß adig fe: Fitzefie, fireltigs wieſel, ucht in te den ganzen | Zwe DE x Pri: 0, hen w fs Bienenzucht befvrdert haben u. ſ. w. Bey der Kultur bder Griinde ſollten die den Vorzug erhalten, welche darauf die Weide ausgeübt hatten. Nach dieſen erſt kämen die Ei- genthümer derſelben Gründe. Wollten auch dieſe die Kultur nicht unternehmen, dann wären dieſe Gründe jedem Frem- den ,- Kulturluſtigen einzuräumen. Wiederhohlt wurde angewieſen, in Kulturgegenſtänden keine Prozeſſe zu geſtat- ten und Summaris5ime= in kürzeſter Form zu verfahren. GIE 207: Die neue Regierung hat im J. 1778. mit Abſtellung ver zu großen Hegung des Wildes und der Jäger- Exzeſſe tobatirt. Cs heißt in dieſer Verordnung„Unſre Mei- nung iſt zwar gar nicht, das Wild in unſern und andern Waldungen in ſolchem Uebermaß hegen zu laſſen ,. daß ſich deen der Bauer und Landmann ſchwer, oder gar nicht mer zu erwehren vermochte u. ſ. w.“=- Gegen die Jäger- tyranney wird darin ein großes Sündenregiſter aufge- zählt.=- Merkwürdig bleibt das Jahr 1779. für die Land- wirthſchaft. Hier wurden alle Grundbarkeiten. in Erbrecht umgewandelt, alle Laudemien in jährliche Geldabgaben, ſogenannte Mayrsſchaftsfriſten, für immer beſtimmt, und alle andere Forderungen abgeſtellt, ſo daß alſo die Güter gleichſam jährlich nur eine beſtimmte Geldſumme zu zahlen hatten. Wohlthätig war dieſe Verfügung. Schade, daß es die Regierung nicht wagte, ſte allgemein zu machen, und ſie nur auf die landesherrlich- grundbaren Unterthanen beſchränke. In dem nähmlichen Jahre wurde bey Kultur dder Gründe Freyheit von allen Abgaben, ſelbſt vom Ze- hent, auf zehn Jahre zugeſtanden. S... 292. Das Jahr 1781-=- vielmehr die Weidenſchaft=- brachte eine allgemeine Viehſeuche hervor, worüber allerley An- ſtalten getroffen werden mußten. Von dem nähmlichen Ihre datirt ſich wieder eine allgemeine Chehalten- und Tagwerker- Ordnung. Das Jahr 1782. will uun auf einmal alle Möſer und Pfüßen getro>net haben, weil die Krankheiten des Viehes darin den Urſprung hätten. Eben dieſes Jahr verhängt ſtrenge Strafen gegen die Baumfrevler; doch iſt das Handabhauen in Zuchthaus- ſtrafe abgeändert. In dieſem Jahre wurden auc alle Leib- güter der Kirchen in Erbrecht umgewandelt, und zwar ganz nac< dem Mandate vom Jahre 1779. Das Jahr 1782. beſchäftigt ſich vorzüglich mit der Seidenzucht, vermehrte die Plantagen der Maulbeerbäume, führte ei- gene Direktionen dabey ein, und ermunterte die lieben Un- terthanen, Bäume bey ſelben abzunehmen, und ſich ſo auf die Seidenzucht zu verlegen. Das nähmliche Jahr ſchärft das Verboth, ohne. landesherrlichen Konſens ein Tagwerker oder Leerhaus zu erbauen. Auch erfolgte ein weiteres Kulturmandat, bezielend, daß beſonders die Prozeſſe abz gekürzt werden, daß die Fatalien zur Appellation nicht länger als x4 Tage dauern, und Weidrechtler auf dde Gründe fein Widerſpruchsrec, STAX:== ihre Beutel aus. die neueſten Geſeße ſtempelten all dieſes als wohl hergebrachte Gewohnheiten.=- Wenn auch in der neuern Zeit Gelehrte und Staat8männer die Land- wirthſchaft=- die Bauern in Schuß nahmen, ſelbſt bey der Regierung manch zwe>mäßige Vorſchläge geltend machten, ſo verfehlten ſie doM ihre Wirkungen: die alten Uebel waren zu eingewurzelt. Dieſe Uebel waren ſchon mit der Verfaſſung verkettet, und von den Stän- den mächtig geſchüzt; es bedurfte einer Radikal- Cur gleich der Reinigung von Augeas Stall.= S- 305- Der Landwirth ſchleppte ſim fort, gepeinigt, bee laſtet, gedrückt auf allen Seiten; er bebaute mehr oder weniger ſeine Felder, in hundert StüFen in der Flur zer- ſtreut 3; war bey jeder beſſern Vorkehrung gelähmt, ge- bunden, und ließ es alſo lieber beym Alten; er ſäete in das Winter- und Sommerfeld; der übrige, oft größte Theil der Gründe blieb brach; er jagte ſein Vieh am frühen Morgen aus dem Stalle, das nun gleichwohl ſehen konnte, wo es den lieben Tag Futter fand; er und ſein Vieh kümmerten in dieſer Erbärmlichkeit ſeit Jahrhun- derten fort, S. 306. Wenn alſo die Landwirthſchaft in der erſten Epoche, bey der Kenntniß von Deutſchland, in der Wiege lag, ſo iſt ſie noc< nicht weiter vorgerüt, als in den Stand der Barbarey, in das Alter des wilden Jünglings, der in den Feſſeln, ihm von der Feodalität feſt geſchlagen, ſic) reibt und tobt, dem man ſie alſo wohl weiſe löſen muß.==-= SG. 207. Nun iſt noch die neueſte Zeit= oder das Bild der Gegenwart, vereinzelt auf alle Kreiſe von Baiern, ei- genlich ein ſtatiſtiſcher Umriß der Landwirthſchaft jedes Kreiſes aufzuſtellen.=- Dieſes verlangt auch das Pro- gramm des landwirthſchaftlichen Vereins in der erſten Be- dingung ſeiner Forderungen,„nämlich eine Angabe und kurze Beſchreibung des in den verſchiedenen Kreiſen des Königsreichs zur Zeit herrſchenden Wirthſchaftsſyſtems.“ , das Meiſte eilt mit allem Gewäſſer dem- ſchwarzen Meere zu, dem Grabe dieſes Landes; denn das Meer iſt das Grab der alten Länder, und die Wiege der neuen. So hat auf diejem Planeten die Natur ihrew ewigen Prozeß entfaltet. S... 260. Der Boden iſt außer den Gebirgen im Bezirke Weik« heim meiſtens Sumpf und Filz*);= die Unterlage Thon oder Kalkkies 3=- der dritte Theil des Flächenraums kuls tivirt. Um Weilheim und Polling erſcheint der Boden etwas beſſer, der Thon verwitterter und durc< Dünger Fräftiger gemacht. Im Bezirke T dlz zeigt ſich als Unter: lage der ſce mit Sumpf und Verwüſtung gefüllt. Dieſe verſchiedenen Verhältniſſe mdgen ein Drittheil als kultivirt gelten laſſen. Auch im Bezirke Aich a iſt der rotye Sand vorherrſchend und die Dammerde wenig; doh hat dem Le<, Acha und Paar zu mehr Lehm ſich beygemiſcht. Rauher iſt Alles der Glon zu und hat guch wieder den Nahmen des Holzlandes« K 2 2 T48.= Im Ganzen wird der dritte Theil kultivirt ſeyn. Der rothe Sand ſezt ſich, in der ſanften Abdachung dem Do- naumoos zu, im Bezirke Schrobenhauſen fort. Hier kann man die Hälfte als kultivirt annehmen. Eben ſo im Bezirke Pfaffenhofen. In den Thälern, beſon- ders im Ilmthal zeigt ſich mehr Dammerde mit Lehm ge- miſcht. Die Hälfte des Bodens kann hier als kaltivirt gelten. Im Bezirke Freyſing erſcheint wieder der Kalk- fies. Im Glonthal hat der Boden viel Lehm und Damm- erde; auch außer Freyſing auf dem Gehügel Moosburg zu ſezt ſich dieſer Lehm fort, und bewirkt etwas fetten Vo2- den. Ein Drittheil des Ganzen mag kultivirt ſeyn. Im Bezirke Moo sburg gibt es wieder Moos oder Sumpf der Menge. Jm Ammerthale und um Moozsburg iſt der Boden etwas beſſer, oft Mergelgrund;=- dem Gehügel zu in der ſogenannten Hollathau deſto ſchlechter: magerer Sand, wenig Dammerde. Die Hälfte mag als kultivirt gelten. Im Bezirke Erding hat der Diſtrikt oben zwiſchen der Sempt und Dorfen magern Lehm mit grobem ſteinigen Sand und nebenher viel Moos; der Boden iſt kalt und naß. Weiter herab über Aufhauſen, Erding zu gibt es mehr Dammerde; man darf aber nicht zu tief aFern, ſonſt erſcheint die todte Kalkerde( der weiße Alm genannt) und der Boden wird ganz unfruchtbar.=- Nebenher, Freyſing zu, fällt ein ungeheures Moos in die Augen. Der dritte Diſtrikt zwiſchen der Sempt und Strogen iſt mit ſchwes rer ſct und ſehr fruchtbar. Rechts das Gehügel hinan heißt es das Holzland,-- iſt Lehms boden, bald mehr, bald weniger mit Dammerde gemengt. Nur den vierten Theil des ganzen Bezirks kann man fultivirt nennen, das Uebrige iſt Moos, Weide, Wald. Im Bezirke Lands hut gegen Rottenburg hin iſt fetter Zh! mal NICH ve 7 Die! hib! fehn! erde Then vy) da! eſe? Jud! 0m Der!) ml! uns gen da! zuren wirdy (uf); Dant find ein ſey, Dp | deim Dy, et, Gier Ehen ſo R, beſon ehm qe: der Rall magerer nx AIDE 1 ſeinigen / falt und nt) und Frepfing er Drtioe rſs Jects Fehn menge wm a Md D"dw pet iſi = 5.= Thon, ſehr viel mit Dammerde gemiſcht.= Im Iſaro thale ſelbſt erſcheint links und rechts meiſt Sumpf. Jens ſeits TeisbacH zu zeigen fich die Gehügel lehmigt und nach der Miſchung mit Dammerde mehr oder weniger fruchtbar. Die Hälfte kann kultivirt heißen. Im Bezirke Vils- biburg beſiehen die Hügel aus rothem Sand, meiſt zu Lehm verwittert, der bald mit mehr oder weniger Damme erde geſchwängert, ziemlich fruchtbar iſt. Nur der fünfte Theil kann als unkultivirt gelten. Im Bezirke Mühl- dorf bleibt an den Anhöhen von Haag her noch der un- dankbare Kies. Auf einmal um Ampfing= Mühldorf zu erſcheint wieder eine wohlthätige Fläche von Mergelerde. Auch im Roththale iſt der Boden lehmigter= fetter. An Innufern erſchrit man wieder ob ſo mancher Verheerung. Der dritte Theil kann als kultivirt angenommen werden. Im Bezirke Trosburg trift man auf lauter Sümpfe und Seen, gleich als wenn die Hauptgewäſſer erſt abe gelaufen und die Erde geſchaffen wäre. Der Alz zu iſe das Gehügel rothſandigt,= oft in den Thälern der Sand zureichend zu Lehm verwittert. Das Drittheil des Ganzen wird kultivirt ſeyn. Im Bezirke Waſſerburg ſtbßt man auf einzelne Sümpfe; Kies iſt die zu nahe Unterlage der Dammerde. Attel und Roth zu, auch gegen die Iſen hin findet ſich jedo<) mehr Lehm, fetterer Boden. Man kau ein Drittheil als kultivirt annehmen. CG. ZI2. De 0 15 0 D:d5ET Sie darf man nicht ſuchen in den Gebirgen, alſo auh nicht in denen des Geri= um Weilheim. Im Ganzen herrſcht die Dreyfelderwirthe- ſhaft. Man trift Flachs, Hanf und: etwas Erdäöpfel an. Im Durchſchnitt erhält man. nur den dritten oder vierten Samen. Daran trägt theils die ungünſtige Lage Schuld,-- viel aber auch, daß die Felder wenig bearbeitet, wenig gedüngt werden. Jm Tölziſchen findet man ſelbſt im Gebirge an den Ufern der Ris und I(41.==> Felder. Meiſt beſteht in dieſen Gegenden Wechſehwirth2 ſchaft: das Feld wird im dritten Jahre wieder zur Wieſe x und dann dieſe im.dritten Jahre wieder zu jenem. Das Getreid, meiſt Gerſte und Haber, erſcheint voll Unkraut, muß gereinigt werden, und beurkundet die zu wenig ange wandte Mühe in des AFers Zubereitung. Höchſtens wird nur der vierte bis ſechste Same vergolten. Etwas beſſer ſehen die Felder um Benedikrbaiern aus und geben zwey Samen mehr. Jn den Gebirgen Gerichts Miesbach hauſet gar kein Pflug. Jn den Vorbergen baut man Som- mergetreid in Wechſelwirthſchaft mit Wieſen und Fel: dern; nur einmal, höchſtens zweymal wird gea>ert,=- daher Unfraut in Menge; auch erhält man nur den drit- ten oder vierten Samen. Um Peiß ſind beſſere Felder. Der Poſthalter Eſtermann zeichnet ſich als guter Oeko» nom. aus, ſeine Felder ſind am fleißigſten bearbeitet, ſeine Grände arrondirt; daher ſeine„Felder große Beete mit ſchönen Saaten darſtellen. Ex bekfömmt von Korn und Gerſte 8= 10 Samen. Mit Vortheil baut er auch Federhaber, Rohrdorfer- Weizen u. dgl. An der Mang- fall, Götting und Weſterham zu ſtehen ſchöne Weizenfelder zu acht- bis zehnfacher Aernte, Im Bezirke Roſen- heim trägt ſelbit das Gebirg Felder am Junufer. Man ficht yier in Ober- und Riederaudorf ſchöne Oekonomien, welche die Bowobner ett itigſt arrondirt haben; es gibt keine Brache, ſondern Wechyjelwirthſchaft und Sommexr- m rei ſcho!) ber) und; felderwirth: 5 Er dapfel "ten oder nge Lage bearbeite 4, Ug man d.Sſqt-4 WOſehwirihe WM Vieſe, mm. Unfa, vennig ange ſens wird vas beſſer eben zwey 1ebhah wan En: und Fel: adelt,= - den diitz e Felde, er Deids arbeitt, ße Dette 00 fu ter aud “ Mang: eufelder Roſen: , Man Quoi 8 gi Gon . I53x= getreid zu 6, 8 und xo Samen vergolten. Weiter her- aus, am Waſen genannt, ſieht man auch Wintergetreid, doch) mehr Sommerbau== zu 4=6 Samen» Vorzüglich wird in der Gegend viel Dreuer oder Miſchling gebaut,= aud) viel Flachs, der dem Gebirge zu beſſer geräth. Ueber: haupt ſind die Felder nicht gut zugerichtet; auch wird ſo? gar Brache gehalten. Um Roſenheim hört ſie wieder auf, und iſt mehr Fleiß ſichtbar. Hier erhält man den ſechs? ten bis achten Samen. Mit Erfolge iſt nocd) immer der bekannte Rohrdorfer Weizen in Anwendung. Schade, daß die Felder am Inn hin und neben andern Bächen ſo großen Verheerungen immer ausgeſezt bleiben. Eine rich- tige Direktion des Flußes könnte viel Land gewinnen ma? hen. Im Bezirke Wolfrathshauſen herrſcht wenig Fleiß für die Felder: ſie werden ein- oder zweymal ge- äckert und dann dem lieben Gott überlaſſen. Meiſt ſieht man nur Sommerbau,= auch etwas Korn, gegen das Gebirg hin viel Flachs. Die Aernten vom Getreide ſind im Durchſchnitte vier- und fünffach. Der Ritterſporn treibt in der Gegend ſein Weſen, und hat dem A>erbau ſchon viele Nachtheile zugefügt. Im Bezirke Stahrem- berg baut man wohl etwas Korn,= meiſt aber Gerſie und Haber, hat wie gewohnlich drey Felder und erzielt den vier- bis fünffachen Samen. Gegen die Starzel zu gibt es Weizenfelder, auch zu Juning. Der Flachs ge* räth im Ganzen gut. Einzelne, wie 3. B. der Poſthalter Reinbold zu Jnning haben die Brache bereits aufge- hoben; allein Prozeſſe wegen des Brachzehents, Beſchä- digung ihrer Brachfelder, und die zu wenige Unterſtüzung von Seite der Gerichteſtellen ſind hier wie in ändern Orten die Urſache, daß man ihn wieder unterließ!= Im Bezirke Ebersberg wird meiſt Korn und Haber 188< 2x . 152== in 4==6 Samen erworben. Im Holzland Gräfing, Zin- nenberg zu, hat der Kleebau die Brache verdrängt. Gegen die Sempt hin gibt es ſchöne Weizen- und Gerſtenfelder zu acht- bis zehnfachen Samen. Nebenbey ſieht man Überall viel Hanf und Flachs, Zu Zorneding iſt die Oekoc Homie des Poſthalters Grandquer hervorſtechend: die Felder ſind meiſt arrondirt, beſſer gedüngt uud bearbeitet; Statt Bifange erſcheinen Beete; auch wird vorzüglich viel Kleeſamen errungen, der den Kleebau in der Gegend ſchon ſehr empor gebracht hat. Im Bezirke Münc en iſt der Gerſten-, überhaupt der Sommerbau die Hauptſache; man erhält 4-- 6 Samen. Schöne Weizenfelder findet man allein zu Lochhauſen, Laufzorn und Berg am Laim. Im Gefiel ſtdßt man auf 39-- 15 jährige Brache, auch ſo. um Garching, Freyſing zu. Schdn und mühſam zu- gerichtete Felder bemerkt man bey Hrn.-Baron v. Hart- mann in Jsmaning„, bey Hrn. Grafen Yrſch in Frey- Ham und zu Schleisheim: die Bifange ſind da verbannt: es wird dfter geackert; man findet neue verbeſſerte Aker- inſtrumente; vorzüglich ſieht man viel Klee und Erdöpfel. Ehade, daß zu Schleisheim die zu vielen Felder auch die, Brache hervorbringen. Dadurch wird eben kein gutes - Beyſpiel gegeben. Ein noch bböſeres Beyſpiel für die Kul- tur beſteht in der Gegend von München der Georgenſchwaig zu, daß man ſtatt die Felder zu verbeſſern, ſie Tagwerkzs weiſe um. einige Gulden zur Abſchur verkauft, das iſt, Jemanden überläßt, alle Dammerde abzuräumen, ſo daß Stre&enweiſe der Kies zu Tage liegt, und bald eine große Steppe umher ſich ausbreiter, Einzelne ſchdne Oekonomien im Dorf? Schwabing. Yucy zu Freymann beginnt eine ſol;he. Mada:ne Aibert3hat hier den Kleebau einge- fährt, und ſucht mit aker Mühe die Gindernijje zu aber: win I: pw] men; oth vi F nh* Land: gen, Hier! ſpor' ſeits) (ege man fj Vald, die F1 zem! es a) wird) Vifa1h Jernty fünf Brache halten Zu Key Defons ſu denz ſvw.€ men, hat'9) aim| MW den ifing, Zin: Nat, Gegen erſienfolder ſieht man | die Defoc hend; die bearbeitet: glich viel (Wd ſcho1 hen ſide auptjache; Ier findet am Laim, de, auch ham zu: ', Dart: m Frehe verbannt; erte Netz Eidöpfel, er(uch in qutes dieful: nhwaig Tagwert: das If, „(vß te qoßt mowien yt en vy Un eä =. 153 e== winden, die ſich ihrem Arrondirungsplane entgegenſetzen. Im Bezirke Dachau wird Korn, Haber zu 4=-6 Sa- men gebaut; im Glonthale Weizen, Gerſte zu 6=-9 Sa- men; im Maiſachthal ebenfalls zu 5=-7z eben ſo der Roth und Starzl zu mit 8-- xo Samen. Sonſt gibt es noh viel Flachs, Erdäpfel; der Kleebau ſängt an. Es beſieht no< Brache und kein beſonderer Oekonomieſfleiß- Im Landsbergiſchen findet man vorzüglich Feſen, Rog- gen, Haber zu 5-- 6 Samen; auch Klee und Erdäpfel. Hier an der Ammer und Windach hat bisher der Ritter- ſporn der Landwirthſchaft allen Muth genommen. Jen- ſeits der Chauſſee an dem Lechrain zeigt ſich in Alem das Gegentheil: die Felder werden mit allem Fleiße zugerichtet; man ſticht Raine, Raſen an den Einfaſſungen der Felder, Walder u. dgl. ab, ſucht überall Erde zu gewinnen, um die Felder damit zu überführen, zu mergeln, zu ſchmal: zen, wie man ſagt. Schon um 3 Uhr des Morgens geht es an die Arbeit bis ſpäte Nacht;-- vier- bis fünfmal wird das Feld-- und zwar tief gea>ert, und ſehr ſchmale Bifange gemacht; zehn- bis zwanzigfacher Samen iſt die Aernte an Feſen, an Roggen acht bis zehn-, an Haber fünf- bis ſe und Grapp. Die Felder werden ſehr fleißig zugerichtet, ſtets mit Erdeauffähren verbeſſert. Auch in dem Gehügel Gei- ſenhauſen zu iſt der Feldbau gut, beſonders zu Korn z überall wird der achte bis zehnte Samen vergolten, in den Weizenfeldern jenſeits der zehnte bis vierzehnte. Aber überall iſt die Dreyfelderwirthſchaft. Die Ausnahme da- von macht die Oekonomie des berühmten Rothmanner zu Aſt. Hier ſieht man im ganzen dkonomiſchen Ume- fange eine Muſterlandwirthſchaft. Im Bezirke Vils- biburg zeichnet ſich der AFXerbau wenigſtens darin aus, daß man Hügel und Raſen abſtiht, um die Felder fetter zu machen. Sie werden drey- bis viermal ge- aFert. und ſcert und 6== 7 Samen an Korn, Haber u. dgl. er- Bey! ſeni zwe aun dreyn'6 ſpriß gefar ſem 06 Wiem jezt! Jufu ſhe Ehqa! oft dir ztichn), bau 03 ſiens 4 funde. ſe, bi Sup gärtet( die ns Yeis) [tvh, chtet, feh ehügel Gei: zu form; ulten in nte, Aber Snahme da: (manner When Ums zw Lils: 16 dam dvb, die Felde viermal ges 1, Gerſte, bau fängt he zan) zu fenzärten, ſchtnt un jed dfter de: Gamen ber mehr Rory 1 Junufer bis ſechs- . ver Hauf 3 zu Neu - Um Ir ps zwölf: weide man eden vet? jW glet, fger Ww" (is vim wps zielt. Jm Bezirke Waſſerburg iſt beynahe das näm- liche Verhältniß; Korn, Haber, etwas Weizen, Gerſte zu 4== 6 Samen. Man begegnet auc) etwas Hanf, Flachs, Erdäpfel. Nur der Jſen zu ſind die Aernten an Korn, Weizen wieder acht- bis zehnfach. S- Z3I3- Dae Wr 07170 Sie zeigen ſich beynahe allgemein vernachläßigt. Im Bezirke Weilheiu ſind die Wieſen wenig,= mei- ſtens einmähdig, und nur an den Flüßen und Bächen zweymähdig. Nahe am Hauſe wird einzeln eine Wieſe-- auch Anger genannt, gedüngt, gegipst, und daher oft dreymähdig gemacht. Das Wieſenwäſſern, das Aus- ſpritzen der Jauche iſt beynahe nirgends in Uebung, kaum gekannt. Man trift viele einzelne Eichen auf den Wie- ſean an, die ihnen nicht viel zuträglich ſind. Künſtliche Wieſen mit Klee u. dgl. gibt es ſehr wenig. Sie kommen jezt um Polling, Weilheim, Rieden, Murnau mehr in Aufnahme. Nicht viel beſſer ſteht es damit im Tblzi- ſchen. Um jedes Haus befindet ſich ein Wieſenplagz, Ehgarten genannt, dem man Dünger ſpendet, der daher oft dreymähdig iſt. Die Oekonomie von Benedikbaiern zeichnet ſic) auch in Behandlung der Wieſen-- im Futter- bau oder künſtlichen Wieſen aus. Alle übrige Wieſen, mei- ſtens einmähdig, befinden ſich in einem erbärmlichen Zu- ſtande. Im Bezirke Miesbac gibt es wohl viele Wies ſen, beſonders in den Gebirgsgegenden, aber ohne alle Kultur. Die Gebirgsleute haben auch ſogenannte Eh- gärten wie im Tölziſchen. In den äußern Diſtrikten ſind die wenigen Wieſen meiſtens nur einmähdig, und außer Peis und Falley wenig Klee zu ſehen. Im Bezirke R o- ſenheim gilt ganz das Nähmliche, Roſenheim ausgee yommen, das von ſchönen zwey- und dreymähdigen Wie- ſen umrungen iſt. Von dem Bezirke Wol*frathshau- ſen muß das Nähmliche wiederhohlt werden: die Wieſen- Faltur liegt no<4 überall in der Wiege. Die Oekonomie zu Dietramszell macht davon eine Ansnahme.! Vom Stahrembergiſchen kann man auch nur den ſchlech- ten Zuſtand der Wieſen bemerken. Einige Oekonomien am See, z. B. Barenried, Seefeld, Jnning wiſſen die Wieſen, den Futterbau mehr zu würdigen. Im Bezirke Ebersberg weiß man auch dieſe Würdigung mehr, als um Schwaben, im Ebrachthal-- zu Zorneding, zu -Gräfing und im Holzland, Zinnenberg oder der Glon zU. Man trift überall auf zwey-, auch dreymähdige Wieſen, ſchöne Klee- und Erdäpfelfelder. Im Bezirke München verdienen die Aenger um München vorzügliche Erwähnung, ſo auch die Kleefelder zu Schleisheim, zu Schwäbing, zu Kultwr5Sheim, Lappen, Jsmaning, Freyham u. ſ. w. Das Gipſen der Wieſen iſt viel in Uebung, und von un- gemeinem Nutzen, aber das Wäſſern, der Gebrauch der Jauche (Gauche) noch wenig zu finden. Hr. Hutter kultivirt außer München ſchöne Wieſen und hat ſich eine Scwaige etablirt, die wegen der bequemen Gebäude, reinlicher ſchdner Ställe geſehen werden darf. Er erhalt vorzüge- lich gute Milhy, Für vierzig bis fünfzig Stu> Vieh braucht er nur zwey Dienſtbothen. Er füttert tro- &en=- Heu und Grummet. Einfach und ſchdn iſt das Ganze. Im Dahauiſchen iſt die Wieſenkultur wie- der weit zurüf, wenn man die ſchinen Aenger um Da- aus- nimmt. Jm Gerichte Land sberg um die Windach er- ſcheinen wohi viele Wieſen=- Forſtwieſen genannt; ſie ſind 14] füt! Jur d dige% ur de Mehr geben ye Geze Im und Faum und di ſen noc (nige Qiwaht lig 1% mehr, zu in fands ühdigen 31, rath8hau die Wieſene e Sefonomie m,(Dom den ſchlech: Defonomien ) wiſſen die m Zezirke diqund wehr, Zorneding, zu der(fon zu, 19e Wieſen, München Erwähnung, Ghwäbing, AWORREN „und von iin u der Jau ter Fuſtioivt 1e Gihwaige , Peinlicher alt vorzige Stü Vieh füttert dvs hn 15 das Ayltue wit x um Dar oW, va voruf vs Pda gewan ſind aber nur einmähdig und zum Theil mit einzelnen Ei- chen u. dgl. bewachſen. Auch jenſeits im Lande der Ceres hat man den künſilichen Wieſen noch nicht gehuldigt. Nur dem Lech zu trift man einzelne zwey- und dreymäahe- dige Wieſen an. Im Bezirke Friedberg hat die Kul- tur der wüſten Stre>en. am Lech hin für Mährching, Mehring, Friedberg ſchöne Wieſen gebohren. Vorzüglich geben die neuen Kolonien zu Lechhauſen, Siebenbrunn U. ſ. w. hierüber ein ſchönes Beyſpiel. In den übrigen Gegenden ſind die Wieſen wie die Kleefelder unbedeutend. Im Bezirke Aicha findet man nur an der Archa, Paar und Weilach ordentliche Wieſen. Selbſt der Kleebau iſt kaum des Erwähnens werth. Im Schrobenhauſi- ſc< en mangeln die Wieſen beynahe ganz, ſelbſt der Fut- terbau iſt nicht viel in Uebung. So ſieht es auch im Pfaffenhofiſchen. Das Ilmthal, vorzüglid) Pfaf«- fenhofen und Geiſenfeld ausgenommen. Im Freyſin- giſchen begegnet man ſchönen Wieſen im Glonthal und zu Freyſing, viele ſind deren auch im Ammer- und Mo- ſachthale, aber meiſt vernachläßigt, daher cinmähdig und ſauer. Im MooSsburgiſchen-=- das Ammerthal und die Gegend von Moosburg abgerechnet, ſieht man keine Wie- ſen, ſelbſt wenig Klee, außer zu Mauern, Au und Moos- burg. Im Erdingiſchen bemerkt man im erſien, zweyten und dritten Diſtrikte, Erding ausgenommen, weder Wie- ſen noch Futterbau. Jeder Bauer beſitzt im großen Mooſe einige hundert Tagwerk Wieſen, ſie werden oft gar nicht gemäht; man kann ein Tagwerk um 2-- 3 fl. eigenthüm- lic kaufen. Im lezten Diſtrikte fängt der Futterbau mehr an. Im Landshutiſc en ſieht man Rottenburg zu in den. Thälern etwas Wieſen=- vorzralich aber um Landshut.,== Weiter fort im Mooſe gibt es viele einmäh- FF. M8 7,0% NA «z + Y "m | kz y YL NO -- 160“= dige= ſogenannte Mooswieſen, die freylich von den an- dern in der Hauptſache nicht anders verſchieden ſind, als daß ſie keine Kultur an ſich tragen, alſo wenig oder nichts einbringen. In den übrigen Gegenden fängt der Klee- und Erdäpfelbau etwas an. Im Vilsbiburgiſchen ſind die Wieſen außer den Thälern wenig. Doch regt ſich der Fleiß dafür überall. Der Kleebau nimmt immer mehr zu, man reibt und ſträubt ſich gegen die alten Feſ- ſeln der Dreyfelderwirthſchaft, der Gebundenheit und des Zerſtreutſeyn der Gründe in der Dorfflur. Im Muühldor- fiſchen ſieht es mit den Wieſen ziemlich gut aus: ſie werden beſonders um Meermoſen gegipst, und wo es mdg- lich iſt, gewäſſert. Auch um Mäuhldorf gibt es ſchöne und fette Wieſen, und überall, beſonders um Neumarkt einzelne Klee- und Erdäpfelfelder, Im Trosburgi- ſchen ſind wieder die Wieſen wenig und vernachläßiget, ſo auch der Kleebau, Nicht viel beſſer geht es im Waſ- ſerburgiſchen. S. 314. Die Garten Darf man weder im Bezirke Weilheim noch Tdlz ſuchen. Im Miesbaciſcen iſt es ſchon freund- licher: immer umgibt ein kleiner Garten, Kirſchen- und Weichjelbäume die reinlich muntere Wohnung; die ganze äußere Gegend bildet nur einen Garten. Im blühenden Zuſtande iſt die Obſtbaumpflanzung am Fuße der Gebirge zu Lißzldorf, Feilenbach, Au, Lipertskirchen und Fagen. Man wandelt hier in einem immerwährenden Garten: Wohlgerüche duften, und alle Arten des beßten Obſtes prangen umher. Der Hauptſiß der Obſtkultur iſt zu Lis pertskirhen. Selbſt alle Vorberge ober den vorhin ge- nannten no 4 [58 ME jr je find 3“ pon 8 vieler ſchbirs Beh aul zie DEN beyn S Gts ſee 9: im 5( eſs! Oy, vi NQ fonig vm EF die 63 ſich? Vogre Das Hund gn did Ga, nung Fein; „Von Den dy en find, al | oder nichts | der Alee- Utgiſchen Iech regt mimt immer | alten Ff: WW und des 1 Rühlder: gut aus; ſy ) wo es mög: 868 ſpöne 1 Neumarkt 06burgi- nachläßiget, z im Val: eim nod) hon freunde ſchen und die gay! 1 Olipenden zt Gebirge 1d Fag» 1 Garten; en Iſs eiſe 4 vorhin nas ==="ZOR- nannten Dörfern ſind mit einzelnen Wohnungen be- ſezt, auf die freundlichſte Art von einer Menge Kirſchen- und Weichſel- Bäumen umrungen. Yuch im Rdſen- heimiſchen iſt die Obſtbaum- Kultur zu Hauſe: man ſieht überall eigene Plantagen 3; die Hängen am Inn ſind alle mit Obſibäumen augsgeſiattet.: Nußdorf erbte von den vielen Nüßen den Nahmen.=- Man findet viele einzelne Gärten, beſonders zu Roſenheim; die ſchönſten ſind zu Brannenberg und Maxlrhain. Um Bruting herum äußert ſich viel Fleiß: man gewahrt hier auf allen Seiten die Ha>kenwirthſchaft, türkiſchen Wei- z'n, Bohnen, Kraut, große Pflanzungen von Obſtbäumen u. dcl. Jm Wolfrathshauſiſch en vermißt man aber beynahe die Garten- und Obſtbaumkultur ganz. So auch im Stahrembergiſchen, außer einigen Orten am Würm- ſee, Seefeld und Jnning. Ctwas beſſer ſteht es damit im Ebersbergiſ, ſonſt beynahe nirz gends. Im Landsbergiſchen gibt es um die Win- dach viele wilde Obſtbäume, wenig edle, beynahe keine Gärten. Eben ſo iſt es jenſeits. Es hat wohl jede Woh- nung einen kleinen Plaz zum Garten, aber es wird gar keine Sorgfalt darauf gewandt. In kleinen Beeten zieht 8 -- 162= Jeder das ndthige Kraut. Im Friedbergiſchen ſieht es etwas beſſer aus: in Mehring trift man auf Baums ſchulen. Mehring, Marching und Friedberg gewinnen viele Gemüſe, auch gibt es da Hopfengärten. In den übrigen Gegenden iſt die Gdttin Flora nicht mehr anzus trefen. Auch nicht im Aicha, Affing ausgenommen. Doh haben Aichach und die übrigen Fle>en Hopfengärten. Im Schrobenhauſiſchen ſucht man wieder vergebens nach Gärten und Obſtbäumen. Im Freyſingiſchen iſt zu Freyſing eine kdnigl. Obſiplantage, auch einzelne bey Andexn, und ſchöne Hopfengarten; aber außer dem Um- kreiſe von Freyſing trift man davon nichts weiter an. Im MoosSburgiſcten ſich ehedem weiter hinab dies- und jenſeits im Iſarthale. Jezt ve«lieren ſie immer mehr Terrain. Die Gegend ſcheint rauher geworden zu ſeyn; der Wein bleibt ſauer, auch beſteht wenig Pflege und Kunde für den Weinbau. I 2022115027020 Den grdßtren Theil der oben bemerkten unkultivirten Strecken nehmen die Wälder ein. Sie gehdren überall in dieſe Reihe, weil ſie beynahe gar keine Kultur an ſich tra- gen, den erſten Zuſtand des Landes verrathen. So iſk es im Weilheimiſchen: die Fichten und Buchen zeigen ſich als die herrſchenden Holzarten; einzelne Cichen trift man auf den vielen Weiden und Wieſen an. Die Wal- dungen leiden viel durch Weiden, Streurechen, Gemein- heiten und Mißhandlungen aller Art. Wäre der dritte Theil von den beſtehenden Waldungen gut beſorgt, er reichte zu, und würde mehr Ausbeute geben als die ißigen großen Diſtrikte. Im Tdlziſchen gewahrt das Auge noc< mehr Wälder von der nähmlichen Art. Die. allgemeine Abtheilung läßt für die Zukunft eine beſſere Wirthſchaft erwarten. Dieſe Gebirge an der Iſar wie die an der Loiſach ſind übrigens das Hauptholzmagazin für die zu großen Oefen und zu großen Dachſtühle von Müns- einen erbärinlichen Anbli>X, weil die Bäume geſtümmelt werden, um Streu für das Vieh. zu erhalten. Buchen, auf Schlagholz gezogen, würden dafür mehr leiſten. Im Ro- ſenheimiſchen ſieht es mit den Gebirgswaldungen eben ſo aus. Sie ſind noch übler zugerichtet, weil die vielen Gewerbe und der Handel am Jun mehr Holz- ver- ſchlingen, und für Ordnung und Nachwuchs bisher nichts geſchah. Im Wolfrathshauſiſchen iſt Wald über Wald. Die Diſtrikte davon gehdren entweder dem Staat, den Gemeinden oder Privaten. Leztere ſehen allgemein am beßten aus. Die vorzüglichſten Holzgattungen ſind Fichten, Föhren, Buchen und Eichen. Die Wäldsr bie- then freye Weidpläte und Zuflucht für Streuſcharren dar. Das nähmliche Verhältniß iſt im Stahrember giſchen: da trifft man vom Würmſee her auf den Forſtenrieder- Forſt, in einer Waldesſtrec>e von 20,000 Tagwerken, den melankoliſchen Reiſegefährten bis beynahe an die Thore der Hauptſtadt vorſtellend. ImEbersbe rgiſchen umringen Einen ähnliche Waldketten von Fichten, Tannen, Buchen und Eichen, durch Mißhandeln aller Art, Weidenſchaft und Streu in einen ſchlechten, wüſten Zuſtand gebracht. Daß zu viel Holz iſt, erkennt man ſchon dadurch, weil nirgends ein Sto> herausgenommen wird, vieles Holz überall umher- liegt und verfault, ja gar keine Sorgfalt, keine Kultur erſcheint; überall könnte man die Hälfte des Holzbodens entbehren. Dieß würde dann erſt Kultur erzeugen. Im Bezirke München iſt es niht anders: wo nan von München hin will= empfangen Einen ſogleich die wil- den Waldesſtre>en rechts und links, beſonders jenſeits der Jſar; auch Unterbru>, Schleisheim zu erſcheint das nähmliche wilde Weſen. Der Grünwalder- Forſt umfaßt allein mehrere Tauſend Tagwerk im jämmerlichen Zuſtande. dun, Dei der gen den geſtimmt: Zuchen, auf Ii Ro: "weldungen t, weil die Zel vere öher nichts Vald über An iat, jen Wapwein tungen fin Wälder bie Jarren dat, voiſden: eniedete verfen, de je Thore der vw umringen ei, Juche ſaft und |, Daß zu vgends ein all umher me Auſtr Yolzbodens qe ZU pian von die wil: jenſeits het dy | unſe y Zuſa =. 1.0505= zm Dachauiſchen gibt es nicht minder der Waldun- gen genug. Fichten und Tannen ſind die herrſchenden Holzarten, Fürſtenfeldbruck zu die Buchen. Die Wal- dungen leiden wie beynahe noch überall durch Auslichten, Weide und Streurechen.= Auch im Landsbergiſchen der Windach, dem Ammerſee zu ſicht man nur Waldun- agen, von Fichten, Tannen, Buchen,=- und Cichen auf den Wieſen und Feldern. Sie ſind zugleich Weide- und Streuplätze. Jenſeits iſt die Gegend ſanfter: Statt der ſcäten Waldungen begegnet man ſchbnen Fluren; kleinere Diſtrikte erſcheinen abwechſelnd mit Buchen, Eſchen, Lin- den und Eichen bewachſen. Im Bezirke Friedberg iſt wieder von Friedberg weg Holz über Holz und lauter Schwarzwälder, nähmlich von Fichten, Tannen, Föhren, zugleich den Tummelplatz für das Vieh, und das Streuma- gazin vorſtellend. Das Nähmliche gilt beynahe vom A i- < äae nicht gewürdigt. Im Pfaffenhofiſchen wie- der nichts als Schwarzwälder von Fichten, Föhren und Tannen; ſie ſind zugleich Weide- und Streupläße. Nir- gends Waldkultur 3; aber wozu? Das Holz hat noch keinen Werth. Zwemäßiges Ausrotten wäre noch überall die ächte Maßregel. Erſt dann bekämen die übrig gebliebe- nen Diſtrikte mehr Werth, mehr Pflege-- alſo erſt Kul- tur. Im Freyſingiſchen findet ſich der nähmliche Zu- ſtand. In dieſen und in vorigen Gegenden verurſachen auch die Pechler den Waldungen vielen Schaven. Im Moo08- == 166= burgiſchen beſtehen die Waldungen aus Fichten, Tan- nen, Birien, einzelnen ſchlechten Eichen und wilden Obſi- bäumen. Die Waldungen ſehen alle ſchlecht aus, und leiden durM Weide, Streurechen und Miesſcharren. Jm Erdingiſchen zeigen ſich die Waldungen auch nicht viel beſſer,-- es iſt wilder Zuſtand. Im Landshuti- ſchen ſind Rothenburg zu die Föhren, Fichten, Birken, Buchen und Eichen vorherrſchend. Die Waldungen füm- mern auch hier ſehr ob der Weidenſchaft, Etreu, Mies- ſcharren und Pecheln. So iſt es nicht minder um Lands- hut herum. Das ehemals hier beſtandene berühmte Wild- meiſieramt hat die Waldungen oder den wilden Zuſtand zu ſehr gehegt; da konute weder eine andere= noch die Waldkultur aufkommen. Im Vilsbiburgiſchen gab es ſeit langer Zeit weder Jäger-- noch Förſter; die Wal- dungen gehören alle den Bauern an, deßwegen ſind ſie nicht zu groß, haben mehr Werth und ſehen beſſer aus. Man kann ſagen, daß nur hier Holzkultur zu Hauſe ſey. Die Holzgattungen ſind die Föhren, Fichten und Birken. Die abgergumten Plätze zeigen die ſchönſten Anflüge und Alles beurkundet Ordnung und Feiß und zugleich den Be- weis, daß man ächte Forſtkultur nur im P-ivateigenthum zu ſuchen habe. Im Bezirke Mühldorf ſind auch der Waldungen no zu viele. Sie beſtehen aus Tannen, Fdhren und Fichten, und leiden durc) Streuhohlen und Weiden ungemein. Im Tr dsburgiſchet--- am-- auch wie wüſte!!=- Die meiſten Waldungen haben die Fichten, Tannen und Föhren zu ihren Bewchnern; man ſieht etwas Eichen, Buchen, Erlen und Weiden. Die Walbungen müſſen Weidenſchaft, Streu- und Miesſchar- ren eitragen. Lezteres dient zugleich, Erde auf die Fel: der zu führen. Im Bezirke Waſſerburg geht es in ichen, Zy, ) wilde m Oh; dt aus, un) ar, Im 1 aud nicht andöhuti- en, Birken, ungen füm: 4'"„Mies- der um Sands rühmte Wild den Zuſtand == noch die (ſcheu gab [1 die Lal- gen ſind fe 1 veſſer auß, "P) Hauſe ſeh, und Birfen, Ynflige und id den Ber eigenthum 1d qu) der 6 Tannen, hohlen 110 1-0“ „hahn die nen; man idem Mv Miel 4) << FEIO7 4.7 den vielen Waldungen von Fichten, Föhren, Tannen und Erlen nicht anders zu? vieles Holz verfault; nirgends, ja in allen vorigen Bezirken nicht== werden die Std>e rausgenommen;z frey läuft das Vieh herum; willführ- Pecheln, Streurechen und Scarren ſogar mit ei- fornen Rechen und Schaufeln wagen ſtäte Anfälle. Lau- tor Beweiſe, daß die Waldungen noch in keinem Verhaält- niſſe zum bebauten Lande ſtehen, daß das Holz nod) kei- nen Werth hat; meiſtens koſtet das Klafter Holz nicht über einen Gulden auf dem Stamme, in dem Gebirge gar nur einige Kreuzer,= ſelbſt das Klaſter Buchenholz gilt im Walde beynahe nirgends über 2 fl.. Beweis genug alſo, das die Waldungen zum unfkultivirten=- oeden Lan- de gehdren. C.: 317% 98 En tiiDd: 0:1 Sie machen beynahe in allen Bezirken die Haupt- ſache aus, und zwar theils auf den Brachfeldern, theils in den Wäldern, Mooſen und Weidepläen. Leztere ſind zwar ſeit der Hauptkultursperiode in Baiern=- meiſt ver- ſchwunden und kuültivirt; allein die Brachfelder, die Wälder, die großen Mooſe 2c. biethen noch der alten Gewohnheit die Zuflacht dar. Freylich hatte man zur Zeit des Kulturs- Enthuſiasmus auf allen Seiten angefangen, die Brache anzubauen; allein es waren meiſtens nur Einzelne, die es wagten, weil die Regierung dieſe Unternehmungen fraf- tigſt unterſtüzte. Unterdeſſen gab es bald eine Menge Prozeſſe wegen des Brachzehents, wegen Beſchädigungen durc) das Weidevieh, und die Unterſtüzung, der Schuß ließ die Zügel fallen. Dieß ermüdete die Unternehmer, oder ſezte ſie in die Notwendigkeit, koſtbare Verzuu- m. LOS. mem uungen um die einzelnen Felder ihres Brachanbaues her- zuſtellen, und Prozeſſe zu führen; der Brachanbau hat ſich wieder gemindert. Die Dreyfelderwirthſchaft, oder daß die Felder nicht arrondirt ſind, iſt das Haupthinder- niß, daß beynahe der dritte Theil des Landes ungebaut bleibt. Dieſe Brachen veranlaſſen ferner, daß oft das Vieh frey ohne Hirten herumläuft,= daher auch die gewöhnlichen Saaten, ſelbſt die Ddrfer durch Verzäunun- gen geſchüzt werden müſſen. Dieſe Verzäunungen ſind beynahe noh überall ſichtbar und vermehren den häßlichen, ja barbariſchen Anbli> einer Gegend. 0 DES 15:2 Vr eh nan Dd. Im Bezirke Weilheim ſieht man nur kleine abgö- kümmerte Pferde und derley Ochſen in geringer Anzahl, auch wenig Kühe; doch trift man davon bey den einzelnen Höfen=- Eindden mehrere und beſſere an. Die. Zahl der Shafe und Schweine iſt unbedeutend. Im Ganzen erſcheint der Viehſtand als ſchlec 173=. und. die Ställe ſind nicht beſſer als in den vorigen Bes zirfen. Haupterwerbs-Artikel, G.2 22107 Im Weilheimiſcerbau und gute Viehzucht vereint, daun kann der größere Wohlſtand nicht fehlen. Wo Jeder mit ſeinen Gründen: arrondirt iſt, wie am Fuße der Gebirge und zum Theil auch in den Gebirgen, wo mehrere ſolche Riederſchaften zu x, 2 und 3 Woh- nungen erſcheinen, da bemerkt man auch überall einen beſſern Zuſtand.=- Dieß iſt auffallender im Trosburgi- ſchen== Oetting zu, wo man mehr vereinzelte Höfe ans trift= alle ihre Gründe um die Wohnung=- durch einen lebendigen Zaun umſchloſſen.= Immer ſchlechter ſteht Al- les in den größern Dörfern 3 weil die zerſtreuten Felder== die Gemeinheit= jedes Beſſere hindern, Alles einander ſort- ſchleppt. Einzelnes Beſtreben, ſich: zu arrondiren, die Brache zu bebauen, iſt auf allen Seiten rege.= Die ſchlechten Wege in allen Bezirken, ſelbſt in den Dörfern=- bringen der Landwirthſchaft auch viele Nachtheile 3 mehr Zeit und Koſtenaufwand auf Sten, kahlen Felſengipfel, zwiſchen welchen ſich ſchauerliche Ab- gründe mit donnernden Waſſerſtürzen vertieſen, oder mei- lenweite Eisfelder ausbreiten, dort Gletſcher, hier Ferner genannt. Die Eislähnen oder Lawinen ſind eben ſo ge- fährlich, eben ſo die Stein- und Sandlähnen=- Maurn genannt. Der Oertles=- an der weſtſüdlichen Spißze des Kreiſes iſt nach dem Montblanc der hd<<ſte Berg in Eu- ropa und 14,406 Fuß über die Meeresfläche 3; das. Kreuz» joch 7603 Fuß; der Greiner 8800 Fuß z; die Gerloswand 662x Fußz der Außereedens 6199 Fuß;. der Solſtein 9106 Fuß; der Sorles 7733 Fuß z der Roßkopf 7758 Fuß z *) Sieh hierüber MicF, 7) Telfs, 8) Silz, 9) Imſt, xo) Lan- deX, xx) Ried, 12) Zell am Ziller, 13) Taufers, x4) Kaſtelruth, 15) Mühlbach, 1x6) Brunnegg, 17) En- neberg, x8) Welsberg, 19) Nauders, 209) Glurus, 21) Schlanders, 22) Meran*), 23) Lana, 24) Paſ- 8) Hier im Etſcen; denn die Ge- birge, im Herbſte ſchon frühzeitig mit Schnee be- det, und die vielen Bäche, Flüße und Seen erzeugen häufige Dünſte, ſtäte Nebel im Frühjahre=- und vie- len Regen im Sommer.-- Der anhaltende Herbſt iſt die ſchönſte Jahrszeit. Jm Sommer brennt die Hiße in den offenen Thälern ſo ſehr, daß es kaum zu ertragen iſt. C. 323. VB 0 de ne Das Ganze iſt eine Maſſe von Flokgebirgen: meiſt geht Kalk zu Tage aus, die Haupterdart vorſtellend z die Dammerde ſizt auf dem Gebirge ſehr ſcz- liche Mazeſtät= eine große Schönheit der Natur. S- 324 Di€ TF e 120.207: Im Ganzen darf man den AFerbau hier nicht ſuchen.*) Die wenigen Felder finden ſich im Innthal: in den Be- zirken Kufſtein, Rattenberg, Shwaß, Telfs, Imſt u. ſ. w. Einige ſind auch im Werthenfelſi- ſchen; die beſſern im Bezirke Sterzing, Brixen, Kaſtlruth, Klauſen,= dann in den Bezirken des Puſterthals und Etſchthals; in den übrigen Thälern er- ſcheinen ſie unbedeutend. Die Ae>er werden aber mit außerordentlicher Mühe beſtellt, mit Pferden vfter ge- pflügt, dann noch mit der Ha>e gelo>kert und geebnet. Man nimmt viel Same;=- und ſorgfältig wird gejätet. Von den hohen Almenhütten kömmt der Dünger herab, ihn auf die Felder zu benützen. Auch auf nahe ſteile An- hdhen errichtet der fleißige Tyroler= Felder und trägt Erde und Dünger auf dem Rü>en hin. Unverdroſſen beginnt er dieſe ſchwere Arbeit auf's Neue, wenn ſchnelle Fluthen ſein ganzes Werk weggejchwemmt haben. *) Und doch zählt Tyrol 43,360 einzelne Höfe, auf 427 Qus- dratineilen 515,,000 Seelen, alſo 1206 Seelen auf eine Quadratmeile. Sommergetreid, türkiſcher Weizen, Buchweizen und die Plente ſind die Hauptausſaaten. Man ſieht auch Rog- gen, Hirſe, Rüben, Hülſenfrüchte, Flachs, Hanf, Kar- tofeln. Das Sommergetreid gibt acht- bis zwölffach;= der türkiſche Weizen zwanzig- bis fünfzigfach. Der Haupt- ſitz des Getreides iſt im Pinzgau, Puſterthal und Ster- zinger- Diſtrikte; der des Heidekorns im Ober- Jnnthal, und der der Plente im Ciſa>- und Etſchthale=- vorzüg- lich in den Bezirken Meran, Schlanders, Glu«- rus Uu. ſ, w. Auch das Zillerthal iſt gut bebaut, ſieht ſchvn und freundlich aus; die Gebirge ſind bis zur Hälfte Hivan fruchtbar gemacht. Nicht bloß der Pflug, auch die Haue wird gebraucer ſind in Tagbau getheilt, was man mit 4 Pferden des Tags ackern kann. Die Frucht wird geſchnitten, geſchöbert und in der Luft getroFnet; zum Dreſct. S- 325- DIe 1.25 Leſte? Dieſe ſind der Hauptzielpunkt der Wirtbſchaft dieſes Kreiſes. In den Thälern zeigen ſie ſich in Menge; auch auf den Mitterbergen. Sy weit es hinan mbalich iſt, wer» den ſie hergerichtet, Dünger, Gips hingebracht, und Wäſſerungs- Anſtalten getroffen, ſie zwey-, auch drey- mähdig zu machen. Die Wieſen gleichen überall einem ausgebreiteten Teppich, ſo blumenreich, ſo munter las chen ſie entgegen. Auf den Kanten der Gebirge unter- halt man ſogenannte Bergwieſen. Die Gewinnung des Heus iſt ſo gefährlich, daß man zum Mähen Fußeiſen braucht oder in Stricken ſich befeſtigen muß. Das alles geſchieht, das Vieh den Winter durch gut füttern zu kön- nen. Die natürlichen Wieſen ſind theils durch ſich, theils durch obige Anſtalten ſo gut, daß ſie die künſtlichen Wie- ſen entbehrlich machen. Garten Im Jnunthale= Kuſſtein, Rattenberg, Jnnsbru>k trift man auc) wohl um die Wohnungen kleine Garten? fle>e=- einzelne Kirſchen- und Weichſelbäume an. Die Hauptgärten= oder eigentlich nur Ein Garten iſt das Etſchthal==“ das ſüdliche Tyrol; man ſieht da die ſchön: ZI 184 kawoa ſten Früchte=- Citronen, Granaten, Oliven, Feigen; auf den Bergen Kaſtanien, auc alle andere Obſtarten von vorzüglicher Güte. S. 327. Weinberge Gibt es im ſüdlichen Tyrol auf allen Seiten. Der Wein wird beſonders gut um Brixen und Kollman; in der Gegend von Steinach und Meran iſt der Hochuüter berühmt. Die Felder, das Türkiſchkorn*), die Plente benehmen den Weingärten immer mehr den Raum. S. 328. Die Walder. Die ſind wohl in Menge hier zu Hauſe: ſie bede&en im ndrdlichen Tyrol die Gebirge, aber es beſteht keine Wirth- ſchaft dabey, ſo daß in den Wäldern=- Holzmangel herrſcht; wenigſtens kommen die Salzpfannen„ überhaupt der Bergbau darüber in Verlegenheit. Die herrſchenden Holz- arten ſind Fichten, Tannen, Ahorn, Buchen und Lerchen. „Das Klafter gilt im Walde einige Kreuzer bis zum Gulz- den, oft auch darüber; aber großtentheils hat es gar keinen Werth. Das AusSbringen iſt das ſchwierigſte und koſtſpieligſte; die Waldungen leiden am meiſten dadurd, weil größtentheils kein Eigenthum abgeſchieden iſt: alles in Gemeinheiten beſteht: Jeder nur nimmt=- Keiner *) Nichts kann mehr empfohlen werden, als der Anbau von Zärfiſchforn oder Weizen: keine Getreidart gibt reichlicher zuri&; auc biethet ſie zugleich die geſändeſte Nahrung dar. Der Unterſchied in Tyrol iſt auffallend bey der Menſchen: raco? diejenige, die ſich größtentheils yom Türfenmus nghrt, iſt(Zdner; fräftiger u, ſ. w. e Doſtarten Ww) Mart ,"*% zutt Rauty, ededen im eint Wirth- gel herſcht; ahmt der henden Holz: um eren, 5 zum Gul at es gar erigſte und nr Anbau 10 x gaht wn dy, OL ms 185 aan pflegt. Man hat einzelne Schläge angelegt,=- aber ſo ungeſchit, daß die Gebirge ganz kahl wurden; daher zieht man wieder das Ausſpiegeln oder Auslichten vor. Im Ganzen vermißt man Orduung. S. 329. ORT E26) 1601E M: Schon vom Jahre 1768. datirt ſic) das Geſetz, alle Weiden zu vertheilen und in urbaren Stand zu bringen. Nur einzelne Sümpfe blieben übrig, die erſt jezt kulti- virt werden. Seit ſelber Zeit beſteht allgemein die Stall- fäütterung. Das Vieh darf nicht einmal mehr zu Früh- lings- und Herbſtzeit auf Wieſen und Felder zur Abatzung getrieben werden. Nur zur Herbſtzeit iſt es jedem Cin- zelnen erlaubt, auf ſein beſchränktes Cigenthum unter guter Aufſicht ſein Vieh zur ſogenannten Herbſtätze(Stop- pelweide) zu laſſen. S- 339- Alpenwirthſk, Innichen, Welsberg und Meran. Die Tep- piche kommen größtentheils aus dem Puſterthale; auch die Oelſchlagereyen daher; man nimmt Alpenkräuter dazu. Im Auslande wird ihnen große Wunderkraft zugeſchrieben; und die Tyroler wiſſen ſie gut als Medizine zu verkaufen. Die Zucht der Kanarienvogel= die einzige in Europa=- ſindet ſich vorzüglich im Zillerthale= zu Arzl u. ſ. w. Im Werthenfelſiſchen=- zu Mitterwald iſt die Holzarbeit zu Hauſe: man macht Inſtrumente, Geigen u. dgl. Sonſt beſchäftigen auch der Bergbau, das Salz, die Jagd, vor- züglich auf Gemſen=- Federwildpret u. dgl. und mehrere Fabriken viele Menſchen. Man kann im Ganzen die Be- wohner als ſehr induſirivs annehmen. S- 332 Allgemeine Bemerkungen. Bienenenzucht verdient auch hier kaum des Erwähe- nens. Die Wohnungen ſind nicht ſo ſchön und reinlich wie im Miesbachiſchen, doch ordentlih-. Man rrift auf ZS I 38 Sue viele große Dörfer in den Thälern; in den Hängen ſtehen die Höfe vereinzelnt; die Häuſer ſind unten meiſtens ge- mauert; die Ställe können nicht gelobt werden. Man iſt in dieſen Gegenden nicht reich, aber auch nicht arm;-- und lebt munter und froh. Die Menſchenrace iſt kräftig und ſchön anzuſehen, auch alle bewohnten Thäler. Die Feoda!- Verfaſſung herrſcht noch am meiſten in den lezt 59n Baiern abgetretenen drey Landgerichten Kufſtein, Gartenberg, Kilzbichel: da ſind Hofmarke, Erb- und Leibrechte, Scharwerke u. ſ, w. Das nähmliche Verhält- niß beynaye iſt im Werthenfelſiſchen. Die übrigen Güter ſind meiſt Lehen oder libelli und zahlen wenig. Doch be- ſtund bey dieſen Gütern im ndrdlichen Tyrol die Gebun- denheit, überhaupt härtere Verhältniſſe als im ſüdlichen. Die Laudemien hat der Bauernkrieg*) vertilgt, oder ſie *) Merkwürdig ſind die Artikel, welche damals die aufrühri- ſchen Tyrolerbauern bekannt machten. Die Epoche iſt die nähmliche des allgemeinen Bauernauſſtandes im Jahre 1525. Und ſo ſehr man den Tyrolern Religioſität im hö dacht ſich mittels Vorgebirge, wozu beſonders der HausruF gehdrt, Salzburg und dem Atter- ſee zu ab, ſo daß ſi das übrige Land in fanften Ge- hügeln darſtellt. Auch von dieſen Gebirgen ſind einige ewig beſchneyt, mit unvergänglichem Eiſe bede>te Glät- ſcher. Sie ſtehen da wie Pfeiler himmelan, die Erde gegen das Meer hin zu ſchäßen; auch die ächte Scheide- wand des Gefälles feſthaltend zwiſchen den Gewäſſern des ſchwarzen Meeres und der adriatiſchen See. Die hdchſien Gebirge heißen der Großglo>ner an der Gränze von Jliyprien, der Kdnig aller Berge dieſes Kreiſes, 11,988 Tuß über die Meeresfläche; das Wiesbachhorn 11,009 Fuß; der hohe Narr 10,633 Fuß 3; die übergoſſene Alp 90050 Fuß z die höchſte Kuppe von Goldberg in Rauris 8850 Fuß; die Saalfelder- Scharte 7000 Fuß; der hohe Staufen -*) Tauern heißen, über die man mittels eines Fußſteiges kommen kaun, 5408 Fuß; der hohe Gbhl 782 Fuß; der Schafberg 5377 Fuß, der Untersberg 5516 Fuß; der Schmiedenſtein 4800 Fuß z; der Gaisberg 40712 Fuß; die Weſtſpiße des Tannengebirges 6633 Fuß; der hohe Thron 7245 Fußz der Faulkogel 71x08 Fuß; der Rathhausberg 8806 Fuß z der Kantenbrunn 8909 Fuß; der Ankogel 9500 Fuß; die Schlappnerebene 90009 Fuß; der Hochgailing 89090 Fußz die Windsfeldhdrner 8052 Fuß; die Schilerhdhe 6484 Fuß z der Waßmann 9150 Fuß; das Mählſtürzhorn 7000 Fußz dann no< mehr andere minder hohe. Der Hauptfluß dieſes Kreiſes iſt die Salzach.=- Sie wird bey Hallein ſchiffbar. Weitere Flüße ſind noch der Raurisfluß, Ga- ſiein, Großarl und Kleinarl, Lammer, Achen oder Alben, Enns, Mattig, Saale, Achen, Mur, Vd>l, Inn, Alz und Traun. In dieſem Kreiſe erſcheinen die meiſten Seen, aus der nähmlichen Urſache wie im Innkreiſe. Der Chiem- ſee, er hat 5 Stunden in der Länge und 3 in der Breite, ſeine größte Tiefe mißt 249 Schuh; Königs- oder Bar- tholomeusſee, 2 Stunden lang und 42 breit; dann der Tau- X, Mauerkire kommt der Bauer über das Feld, es mehr zu lokern. Im Frühjahre werden die Dorfſchaften mittelſt einer Glocke an das Reifbrennen oder Reifheizen erinnert, um nähmlich ge- meinſchaftlich durch große Feuer die gefährlichen Reife un- ſchädlich zu machen.=- Man baut Weizen, Korn, Gerſte, doch mehr Haber. Das Getreid wird geſchnitten und in ſogenannte Hifler(Stangen) aufgerichtet, es vollends zu reifen. Ein Hifler halt x5 Garben und 4 Hifler machen einen Schober. Die Stoppeln werden noch beſonders ſehr glatt gemäht, und zum Futter verwendet, weil viel Gras mitgemiſcht iſt. Nebenbey ſieht man ſehr viel Klee, etwas Flachs, Hauf= Kohl. Im Pangau oder in den Bezirken Radſtadt, Hofgaſtein, Abtenau, St. Johann und Werfen ſind die Felder ebenfalls unbes- deutend, doH mühſam zugerichtet. Es gibt in der Re2 gel nur Sommerbau zu 4=- 6 Samen; oft wird das Gez N 2 ---“ 196= treid gar nicht reif. Brache kennt man nicht. Das Beßte iſt der Haber- und der Flachsbau.=- Um Goldbe> ſieht es etwas rkeſſer aus: die Berghängen ſind weit hine an bebaut; der daſige Weizen iſt als ein vortrefliches Mundwehl berühmt. Bey Radſtadt geht es mit dem Akers bau wieder deſto ſchlechter: man niuß ſich mit 2=- 3 Samen begnügen. Um St. Johann wird Korn, Weizen, Haber und Gerſte zu 4= 6 Samen gebaut, auch Flachs und Hauf. Um Wagrain fieh: der A>erbau wieder ſchlecht== zu 3= 4 Samen. Eben ſo zu Großarl, doch erhält man hier etwas Winterkorn und Winterweizen. Zu Gaſtein ſieht man Felder am Abhange mit drey-, vier- und fünf- fachen Samen vergolten, als von Korn, Haber, Gerſte, Bohnen, Flachs, Rüben. Im Lungau oder in den Be- zirken Mauterndorf und Tamsweg iſt der Ader- bau auch kaum des Bemerkens werth; er wird groößten- theils vom Schnee überraſcht. Um St. Michael ſieht man Roggen, Bohnen, Miſchling( Gemiſch von Haber und Gerſte); die Ausbeute iſt 3=- 4 Samen. Auch der Flachs bleibt ſehr kurz. Die AeFer wechſeln jährlich ab: das erſte Jahr Bohnen, das zweyte Roggen oder Weizen, das dritte Jahr Gerſte, das vierte Jahr wieder Bohnen oder Haber u. ſ. f. Das Stroh dient wie überall im Ge- birge zum Futter. Auch in den Bezirken KiWbichel und Hopfgarten iſt der A>kerbau noch unbedeutend, doch wird hier viel und guter Flachs erzielt. Ju den Be- zirken Salzburg und Hallein geht es auch noch etwas karg damit, doch beſſer Reichenhall zu. Man begegnet Winter- und Sommergetreid, türkiſczem Weizen, Flachs, Hanf und viel Gemüſen-- zugleich in kurzen Räumen dreyerley Wirthſchaftsſyſtemen=- gleichſam wie Muſtere landwirrhſchaften beyſammen. Der eine Diſtrikt hat Ehes Rie fommt'S (ami zw I7 [NLA Jr ds ſu zu ziefe IH wenig> wen. I Echa m zen, m gebau än herrſchts? ſl me Kleeſctts) vom Moly fred Im hy Meizeſtit' birge(31 ſene (FAUN erſchtirei auch ed 1 1 deyes ſen geCx 10 Vr de M wie 198 vergl 1, der= ht, Das Beſt Um Goldhey ſind weit hitte 1 vortreflicheg mit dem Actors 2-3 Eqmen eizen, Haber V Flachs und Qt ſhlecht= dom ha man 1, Zu Gaſtein erz und fünf aber, Verſe, tin den Be if der Adfer- wird größten: Michel ficht (eh von Dabt! Ju jährlich ab: oder Weizen, jeder Bohnen berall im Ge- | Kißbicel ), . ud Ie uch noc) etwas Nan begegnt (zen, Flat, zen Raum! a wie Muſt gift har es ED 0 IGI IIEI gärten. Die Flur iſt in drey Schüre getheilt: in die eine fommt Korn; in die- andere Weizen, Haber, Gerſte, Gemüſe= die dritte iſt zu Gräſerey beſtimmt. Der ans dere Diſtrikt hat ſogenannte Mayergründe oder Peunten,. Alle Jahre wird umgeaFert zum Getreidbau oder Klee. Der dritte beſteht in der Dreyfelderwirthſchaft.'Die- ſer zeigt augenfällig ſchlechtern Ertrag.= Jm Be- zirke Thalgau tragen die ſandigen Felder auc) no< wenig,=- Haber, etwas Korn= Gerſie zu 3-4 Sa- men. Reife und Schloſſen verurſachen jährlich vielen Schaden. Im Bezirke Reichenhall wird etwas Wei- zen, Korn, Haber, jedoch grbßtentheils Sommerweizen gebaut und der fünfte bis ſiebente Same gewonnen. Es herrſcht keine Brache, ſondern Doppelwirtſchaft=- Wech- ſel mit Getreid und Futterkräutern. Die Erdäpfel und Kleeſaaten werden immer zahlreicher. Das Nähmliche gilt vom Bezirke Bercert mit einem Doppelpflug. Es zeigen ſich überdieß Bohnen, Klee, Flachs. Lezterer erſcheint im Mieſenthal vorzüglich ſchön und fein; er wird auch gut behandelt, nicht auf gewöhnliche Art geröſtet. In den Bezirken Teiſendorf, Tittmoning, Lau- fen gewahrt man alle Getreidarten. Die Aernte iſt um 10 Tage früher als im Gebirge. Man ſieht viel Hanf, doch noh meiſt die Brache-- aus Mangel an Dünger, wie ſie ſagen. Der ſechste, achte bis zehnte Same wird vergolten. Im Bezirke Burghauſen gibt es meiſt Haz ber= Korn, Heidekorn zum dritten bis ſünſien Samen, -i aten 108 22mm und nebenbey die Dreyſelderwirthſchaft. Klee und Erd- äpfel verbreiten ſic) immer mehr. Im Bezirke Oet- ting iſt der Kornbau die Hauptſache. Die Felder wer? den dfrer, drey- und viermahl gea>ert, ſehr fleißig zu- gerichtet; man führt viel Dünger und Erde darauf, und erzielt den zehnten bis fünfzehnten Samen. Das Brod aus dieſem Korn wird ſehr ſchma>zgaft. Nebenbey gibt es noch Weizen, Haber und Gerſte. Um Altendtting und Diſtling herum prangen die reichſten Weizenfelder. Die Brache fängt immer mehr an, mit Flachs, Erdäpfeln, Rüben und Klee benuzt zu werden. Auf leztern wendet man vorzügliche Sorgfalt, beſonders durch Gipſen. Man trift hier auf ſchön arrondirte Höfe: alle Gründe umher ſind mit einem lebendigen Zaun umfangen. Die ganze Wirthſchaft ſieht ſehr gut aus 3; man hält auch Stall- fütterung, keine Brache, und Alles äußert mehr Ordnung und Wohlſtand, Auffallend ſind die ſogenannten Krein- zen, Schirme oder hohe Dämme gegen den ſonſt ſchädlichen Weſtwind. Bey jedem Hofe beobachtet man ſie. Jen- ſeits von der Salzach weg, in den Bezirken N eumarkt, Mattighofen, Vdcklabru> gibt es alle Getreid- arten, aber nur zum vierten bis ſechsten Samen vergol- ten, Jn den Bezirken Haag, Grieskircer- grund wenigſtens um die Hälfte theuerer als in der äußern Gegend=- wo er 109--203 fl. gilt. Jm Bezirke Berch- tesgaden koſtet er noch um ein, alſo um drey Viertel mehr, iſt folglich am theuerſten, Die Alpen werden ſo angeſchla- = 5. GD (>Y 2 Ds. ..7 2 > ſ Ale und nb 1 Dezirle Det, eit Felder wer; „führ feißig zus de Vanuf, und 1, Dab Bird Nebenbey gibt Wendtting und ſtet, Die 16, Eripfeln, leztery werdet ypfen. Aan jide umer Die ganze ah Stall: nehr Ordnung qunten Krein: uuf Seadlichen nan de Jen R eumartt, alle Getteids unn vergl: hen, Ried y bis zehnten GGehligel im Nau 10-11 ) viele Des erge Ader: „der außer) ele Ber! Bertel men, p(0 angeſhs =. gon, daß ein Kuhgras zu 4 bis 6 fl., ein Pferdgras zu 6-- 10 fl. in Anſatz kommt.-=- Dieß ſind die Prozente, alſo ein Stü> a 150, 209 fl. 1. ſ- f-= Eine Alm wird ſo nach Stücken Vieh berechnet. M tenen S. 337- Gy den Bezirken des Pinzgaus leiden ſie auch durch das Verſumpfen: das Heu wird ſauer, do) lieben es die Vferde- Es gibt Kleefelder und viele Bergwieſen, die ſo mühſam, wie im Innkreiſe gemäht werden. Auch in den Bezirken des Pangaus und Lungaus ſieht man viele iedere Bergwieſen, doch eben nicht mit beſonderm Fleiße M handelt. Beſſer ſteht es mit den Wieſen in den Be- zirken Kißbichel, Hopfgarten, Hallein und be- ſonders Salzburg, wo viele dreymähdig erſcheinen. Deſto ſchlechter iſt es wieder damit in den Bezirken Thal: gau, Neumarkt, Mattighofen und Vb>&labrude. Doch beKeißt man ſich auf Klee=- noh mehr aber in den Be- zirken Haag, Mauerkirchen, Grieskiren und Kirſchen-- woraus viel Kirſchenbranntwein erzeugt wird, aber im Ganzen weder Gärten noc< Obſtbaumfultur. Noch weniger iſt dieß der Fall im Pangau, wo außer ei- nigen Kirſchbäumen beynahe nichts von Gärten und Obſt- bäumen anzutreffen iſt. Eben ſo geht es im Lungau z auch nicht viel beſſer in Hopfgarten, Kißzbichel und Hallein. Im Bezirke Salzburg, vielmehr um Salzburg ſelbſt, herrſcot ſchon wieder mehr Fleiß für Obſtbäume und Gärten, wahrſcheinlich durdy die fürſtz lichen Gärten veranlaßt.=- Schlecht geht es wieder Obſtbäumen und Gärten in den Bezirken Tha lgau und Neumarkt, etwas beſſer in den Bezirken Mattig ho- fen, BölabruFX, Mauerkirchen, Haag; Grieskirlabru>., Sanfter wird es in den Bezirken Mauer- kirh Vieh verlor, iſt dann kein freudiger Einzug geſtattet: weder der Stier( Jodel) uoch die Kühe ſind geſcmütt. Es glei gibt es auc noh überall Weidepläge, Weide in den Mooſen, Waldungen und auf den Brachen. Herrſchend iſt ſie auch noch in den Bezirken Haag, Grieskir Vieh verzehren. In den Bezirken Hopfgarten und Kitzbichel trift man wie im Zillerthale ſchdnes Melkvieh an. Jn den Bezirten, Hallein, Reichenhall und Ber und Mauerkirchen. Jn den Bezirken Haag, Grieskir „ wertauf: yd Der“ d das bt: au Dit) M7 auch Weber, Maurer", und gehen mit dieſen Gewerben den Sommer durch außer Land. Auch gibt es hier Holz- und Bergbau- Arbeit. In den Bezirken Hopfgarten Kißbichel iſt wieder der Vieh- und Schmalzverkauf der Haupterwerb, dann Flachs, Hanf und Leinwand. In den Bezirken Salzburg, Reichenhall, Hal- lein Vieh- und Schmalzverkauf, dann Holzarbeiten, etwas Flachs, Leinwand, Salzführen und Obſt. Im Bezirke Ber- labrud>&, beynahe wie vor, doh etwas mehr Getreid. In der Gegend von VödFlabruX werden viele Siebe und Schachteln verfertigt. In den Bezirken Mauerkir- hen, Haag, Grieskirliche Wüſte, als der Tummelplatz der wilden Beſtien, als die Lagerſtätte von ſcheußlichen Ungeheuern= vasta solitudo, quae paulo ante fuerat Salius ferarum et cubile draconum etc. beſchrieben. Die Religion, die zum Aufleben dieſer Gegend Alles bey- trug, hat auch manches Uebel veranlaßt. So wurde in Mitte des ſiehenzehnten Jahrhunderts mit Feuer und Schwert gegen die Hexen und Zauberer gewüthet; im J. 71678. wurden allein 97 Hexen hingerichtet.**) Eben ſo haben die Ketzerverfolgungen der Kapuziner im J. 1732. gegen 39,050 Einwohner auswandern gemacht. Dadurch leiden die Thaler noch, ſo 3. B. könnten das Pinzgau und Pangau um die Hälfte, wo nicht um zwey Drittheil Bewohner mehr nähren, und dadurch eine größere Kultur veranlaſſen. Dieſe Kultur hemmen aud) die vielen Grunde herr- *) Sieh hierüber... de ecclesiae Berchtesgade funda- tione.&c. Hund. I[, 106. 8**) Sonderbar iſt, daß zur nähmlichen Zeit die Mirakel- Geſchichten im größten Flor waren, auf allen Seiten wuns derthätige Bilder, Wallfahrten u. dgl. entſtanden. Z. B-. Maria Plain, Maria auf dem Büchel bey Laufen, Marig Etal, der heil. Anton in Sdltheim u. ſ. w. fwd (6 fi (eſch Gif etre Weih aw ſin „V Das die( verſe Bau Ve Bei und ſchot ſoles ſiube! am) licher Bezit zum, Yrob/ qm di; Laude gema abea die 2 n N zum Nory- M. N Wpoſiel Ru: ſie aus ihren [die Gegend, Erctung der t Zummilpla 0 ſcheußlichen 0 ante ſuerat beſchrieben, 1d Alles bey- Sy wurde in it Feuer und wüthets imd 4)(ehen ſy rit Jo 1732 dt, Dadurd das Pinzgau ey Dritheil voßere Kultur vielen Grun» Wen piesgrfe[ande die Mattl 1 Seiten vim anden 3, gaufen I I, herrlichfeiten, die zu großen Höfe, die Gebundenheit der“ Gäter, und das Zerſtreutſeyn der Gründe. Die Güter ſind alle Erbrecht, Freyſtift, Leibgeding und Beutellehen, Es finden ſich auch viele Leibeigene. Hierüber beſteht kein Geſetz: Alles richtet ſic) nach dem Herkommen und heißt: es iſt Urbars- Gebrauch, Die Abgaben ſind Geldſtifte, Getreid, Vieh, Laudemien( Anlait); ſie heißen auch Weihſteuer, Herrn-, Antritts- Anlait, Kaufs-, Ueber- gabs-, Todfalls- Anlait u. dgl. Es gibt ſerners bes ſtimmre Anlaite, z. B. x2=-20 ſl-“alle x0=r12 Jahre. In jedem Orte finden ſich eine Menge Grundherrſchaften, 3. B. in dem kleinem Raum von Wagrain ſind allein 9.-- Das Lungau, beynahe keinen AFerbau beſigend, muß an die Grundherrſchaften= ohne Zehent= 16'999 Meßen verſchiedenen Getreids als Gülten liefern. Beynahe jeder Bauer hat 9-=- x0 Grundherrſchaften. Wenn er oder ſein Weib ſtirbt, kommen ſicher vier verſchiedene Herrſcafts- Beamte zuſammen; jeder inventirt, jeder macht Taxen und Forderungen für die Herrſchaft. Dieſe Grundherr- ſchaften ſind auch die Urſachen, daß die Wohnungen meiſt ſchlecht= von Holz ſich darſtellen, nur ſogenannte Rauch- ſtuben, ein Mittelding zwiſchen Stube und Küche ſind. Im Pinzgau allein zeigen ſich die Wohnungen etwas rein- liher(obſchon auch von Holz) und geräumiger- Im Bezirke Berchtesgaden waren Anfangs alle Unterthanen zum Kloſter leibeigen. Ueble Haushaltung ndthigte den Probſt Ulrich im Jahre 1377. die Freyheit der Güter an die Unterthanen zu verkaufen. Dieſe geben ſtatt der Laudemien bey einer Veränderung nur mehr 35 kr.( Reich genannt). Auch die Frohnen ſind in eine geringe Geld- abgabe umgewandelt. Jn den übrigen Bezirken genießen die Bewohner des dſterreichiſchen Innviertels in Anſehung O EK TrEi00 210 Es der Grundherrlichkeiten beſſere Verhältniſſe, weil die vom Kaiſer Joſeph gemachten Reformen auf ſie übergingen.=- Der grdßere Wohlſtand iſt augenfällig. Die Güter haben im ganzen Kreiſe eine Art Hoffuß unter verſchiedenen Nah- men, als Aufſchläge, ganze, halbe Lehen, ganze Höfe 2c. Die Bauerngemeinden find in Obmannſchaften, Schran- nen, Rotten, Zechen, Kreuztracend, beginnt in ſanft anſteigenden Gehängen, gleich einem entfernten aränenden Walle, ein zweites über 200 Stunden langes Gebirg, der Jurassus der Römer. Als ein jüngerer Bruder des geſchaf- fenen, ſtrebt er weder zu der Hohe der Alven, noh mißt ſich ſeine Breite nach 8 Längengraden, ſondern nur nach Stun- den. Zwiſchen den Erhabenheiten dieſer beiden Gebirge, in der Richtung zwiſchen W. S. W. na O. N. O. liegt ein weiter oſſener ,/ faſt ebener Thalgrund, und auf dieſer Fläche Memmingen mit;ſeiner Umgebung. Von Ulm== am Fuße des Jura( der ſogenanuten ſchwäbiſchen Alb)== bis Sonthofen= am Abhange der ſteilen Alpen, berechnet ſich die Breite der in Frage ſiehenden Ebene, Sie beträgt gegen 20 Stunden, und Memmingen iſt faßt in der Mitte „ derſelben gelegen. Es inklinirt dieſe Fläche da, wo nicht kleine örtliche Hinderniſſe eintreten, von S. O. na< N. 2. Der vermuthli< in unergründlihen Tiefen ſich wei iterhin in der Ebene hinaus erſtre>&ende Fuß der Alpen macht uns dieſe Inklination begreiflich, vielleiht, daß ſelbſt noch die O2 EE 312 re Iller=- im Süden des Kreiſes gebohren, der Stillbac, Trebach, OſtraM, Argen, YitraM, At, bede>t Fern, ab)angy die Oberfläche des Thalgrundes. Das Wann und, Wie die- +. ſtier, ſer Thatſache erklärt ſich durch die Zuſammenſtellung evtf- denter Wahrnehmungen, und es ſpricht ſich: Wie es ſo ge- gefommen? ohne eine Hypotheſe zu wagen, von ſelbſt aus. Die Geſchihte des Menſchen zählt freylich blos Tage in Vergleichung gegen die Geſchichte des feſten Erdkörpers, und doh wird ſie, dieſe Geſchihte, die weder Leiden- ſchaft no< Eigennuß entſtellt, wit den Denkmählern, die Feine Unwahrheit ausſprechen, bald konſtanter ſeyn, als die Geſchichte der hinfälligen Menſchheit. I< will den Verſu< machen, die zuvor ausgeſprochene geognoſiiſche That- uögedehnten (der und die uns; iſt es eyd verweh: bare Behſel [pen Qat 59 "n? entgegen ehung duth fugen 19 ſache über den Körperinhalt unſeres Thalgrundes in einer u verengen kurzen Erklärung nachzuweiſen, Im gemeinen Leben ſind urden die die Begriffe von nichts noh ſo ungeläutert und, daß ich(0 uns fehn ſage, noch in ihrer Kindheit, als gerade in dieſem Zweige h Wnjie, des menſchlihen Wiſſens, und da dieſer Aufſas zunächſt für oben 38 0 Sinkel, Bregenzer- Ah, Mindel, Hungerbach, Weſter- nach, Günz, Kamlach, Zuſam, Biber, Roth, und ein größeres Publikum beſtimmt iſt, fo muß ich ſchon etwas weiters hohlen, als es ſonſt ndthig ſeyn würde. Jun einem Zeitraume, der freylih unſere Begriffe von Zeit bey wei- tem überſteigt, rinnt alles Gewäſſer, auf der Höhe der Alpen geſammelt und aus dem Dunſtkreiſe angezogen, in dieſen Thalgrund. Vor dem=- wer weiß im Laufe vieler Jahrhunderte-- ehe noch das allgemeine Gewäſſer ſich auf tiefere Punkte zurückzog, war dieſe aroße weite Vertiefung nur eine See, das ſchwäbiſche Meer-- das ſih nac< und nach mit dem lezten Gewäſſer in das Been des Boden- ſees zurükzog. Ruhig geleitet nun das im Gebirge die erſten Quellen ſchöpfende Waſſer in den Thalgrund, ſam- melt ſich immer; denn die Mündung, der Keſſel iſt durch brochen, und ergießt ſich durch die nivellirten Rinnen der Flüße in die noch beſtehenden Meere. Aber ehe dieß ge- ſchah, waren, dieſen jezigen Beſtand zu vollenden, die Elemente im Kampfe. Hoch an die Alpen angeſpannte Ge- wäſſer peitſchten mit heſtiger Fluth die Felſenwände, un- geheure Steinmaſſen, untergraben und ausgeſpühlt, ſtürzten hinab in die wogende Strömung; immer mehr und mehr drängt die Schwere, die Gewalt des Waſſers den Rand der Umgebung, es überwältigte der Druck die Kraft der widerſirebendea Mändung, und es ſtürzte ein Meer, ein ganzes auf einmahl allgewaltig in den abwärts gelegenen leeren Raum. So geleitete über unſern Thalgrund die Fluth. Aber nicht bloß das Waſſer allein überfluthete alſo den Thal- grund, es führte auch mit ſic) einen ungeheuren Schub von Steinen, die Trümmer einer hakben Welt, auszu: füllen den tiefen Graben, ihn ebnend zu der flachen Ge- gend; in der wir und auf der wir nun leben, Zahllos iſt die Menge dieſer dyr< die Neibuag unter fich und durch die Dewalt des Waſſers zu- und abgerundeter Bruchſtüge, won ZS= ", Weſtet: zum Theil der Rhein.**) Der Bodenſee oder Rhein , Roth, und nimmt die einen Gefälle auf, und der Lech, oder die y[him etwas der Geſchiebe, die im gemeinen Leben ganz unrichtig Kie- 3 H einem ſelſceine genannt werden. Die tiefſcen Einſchnitte der Flüße Zeit bey wei: und die Arbeit der Menſchen hat die Mächtigkeit dieſer der Jöhe der Schuttanhäufung noch nirgends erſunken. Ein jedes Ge- Wupt ogen, in ſchiebe, was wir aufheben, iſt ein Bruchſtü> aus den Al- iW Ute vieler yen, wären uns auch ihre Steingebilde unbekannt, wir ewa dd af würden ſie aus dieſen Trümmern erfennen 3; auch finden eite Vertiefung wir noch jezt in dem Innern derſelben alle die Steinarten ſid nach und der Geſchiebe an noch unentrüdäter Stelle in ungeheuren 1 des Boden: Gebirgsmaſſen. Aber wie vieles iſt niht den Alpen an Gebirge die ihrer Größe und Höhe entrückt worden? welch ein uner- grund, fam: meßlicher Schutt aus dieſem Gebäude! Und doch, wie ſel if dutch: groß ſtehen ſie noch da, dieſe Ruinen der Vorzeit! Da 1 Rinnen der unter den Steingebilden der Alpen die Alpkalkfſtein- For- | ehe dieß zt: mation unſern Gegenden am nächſten liegt, ſv iſt es ſehr begreiflich, daß der bey weitem größere Theil unſerer Ge- ſchiebe aus Alpkalkſtein beſtehe; auch Hornſiein, Feuerſtein, ſelbſt Jaspis, Steinarien, die dort in untergeordneten Lagern einbrechen, finden ſich häufig, nur ſind ſie ſelten ſo ganz zugerundet, wie die Kalkſteine, da ſie an ſich härter der allgemeinen Reibung mehr Widerſtand leiſten könnten. Als eine Ausnahme werden je zuweilen auch Geſchiebe von Klingſtein in der Schuttanhäufung unſerer Gegend bemertt, da do< meines Wiſſens au der Nordſeite der Alpen ſich keine Trapy- Formation befindet; vielleiht hat der Zahn vollenden, die hlt, fürzten x und mehr [8 den Rand 16 Kraft der ny Reet, ein xy riß gelegenen » Die AUF, ful der Zeit dieſe oft in einem kleinen Umfange vorkommende jen Gh) Erzeugniß ganz aufgezehrt, und uns nur noch dieſe Spu- It, öl: ren hinterlaſſen 3 auch iſt es allerdings merkwürdig, DUBS gachen 6: bey der großen Entfernung der Lrgebirge, ſich deFgen ohn» „etl ij erachtet bey uns noch ſo viele Geſchiebe uranfänglicher Ge- a hehe birgsarten vorfinden. Dieſes Faktum beweiſet offenbar, zu welch einer erſtaunlichen Höhe der vormaylige Stand x Buſe) I ZXO we= Donau die andern, ſie in die entgegengeſezten Meere bringend. Dann gibt es uoch mehrere Baſſins oder des Gewäſſers ſi) erhoben habe, ehe es ſien wechſelt, oft aber bleibt ſich dasſelbe für größere Bezirke immerhin dasſelbe; wo ich aber eine Ortſchaft weit zurück- ſtehen ſah in ihrem Anbau oder in ihren Erträgniſſen, da fand ich auch immex auf ihren Gründen die Dammerde uns mitteibar auf den Scutttheilen aufliegen. Noch mehr... ſelbſt eine kleine, gewiß ganz außer Acht gelaſſene Modas lität der Abſezung dieſer Gerdlle hat da, wo nähmiich die Dammerde anmirtelbar quf derſelben raht, für die Frucht: barfeit von Grand und Boden einen bedeutenden Einfluß, TUV REDEN 3 AMER: 2 (ſezten Meat =."D 7 7 Boing. Seen, als x) der Bodenſee von 7 Meilen Länge und [, 3 Meilen Breite. Nur ein kleiner Theil im Oſten ge- .-- n rhheeen 330. ſich gar nichts als dieſe Geſchiebe( wie man zu ſagen be pflegt, ein ganz reiner Kies) gleich unter der Dammerde 55 20 hi: gbaeſezt befindet, bilden die einzelnen loſen Steine in ih- win dorthet rem Aufeingaaderliegen ſehr viele, wenn gleich faum bes vt gat nicht merkbar?, leexe Räume. Ein ſolcnen, nahrungsloſen Grund am men, das eheſten zu vertragen 3; ſie ſind zwar in ihrem Wachsthume om Öiteden länger zurü&gehalten, aber ähre Geſundheit erhält ſi doch I“ Peirce immer, und wenn auch das reinſte Gerölle unterlagert; weit zurüd Laubholz hingegen gedeiht platterdings nicht auf dieſer Lo- igen, 8 Falitgt, und mir ſind auch wirklich keine ſolche Waldungen mer uns auf derſelben bekannt, Da wo hingegen das Gerölle mit [9943 etwas Letten, Mergel oder auch nur mit Sand gemengt iſt, mithin keine leeren Räume darbiethen, auch ſchon an ſich we- nigſtens einige nährende Theile und auch) mehr Feuctigfeit enthält, da iſt für Kultivirun des Landes und den allge- meinen beſſern Wachstyum ein Großes gewonnen» I< ) met= ye Rods (mac die vie Frucht: von GIfh w=-e 218 aan hdrt zu dieſem Kreiſe. 2) Der Wageerſee am Fuße des Scſiht genommen. Dieſes Bindemittel iſt nähmlich bald Sandſtein-, bald Kalkſtein» artig oder auc) Quarzicht. Die Nagelfiue mit dem erſt- gedachten Bindemittel zerfällt ni) da ey) Gulzberg; ener gleichen gibt es auch er politiſchen , 6 1) Mey: 3) Feldlirh, , 7) Tmnerbrt ) Immenſiedt, 13) Oberdorf, * Ditobenten, ) Echongau, 23) Schwab: ,%) Wo des Side), Himmel it hrt= jem n Tlertha! flima, 10) nd Füfen der ni det Zit oin zu große! 8 dann 10! Ferfahe ſpe und 0) Mett EE 221 EN an den Thälern der Wertach und des Lech fort, wie auch die Gehügel immer ſanfter ſich abdachen. Am Bodens ſee hin iſt durch die Schluchten ein etwas italieniſcher Himmel gedffnet. Die höchſten Berge tragen ewigen Schnee, und machen alſo auch die umliegenden ſehr kalt. Es verhält ſich da Alles, wie in den Gebirgen des Jnnz kreiſes. Selbſt in Kempten, Füſſen 2c. wird man erſt im May des Schnees los, und im Herbſte eilt ſchnell die Kalte wieder heran. Nach Beobachtungen iſt zu Memmingen der gewdhnliche Stand des Thermometers im Frühzjahre zwiz- ſchen 6--xo Grad über den Gefrierpunkt nac) Reaumur, im Sommer zwiſchen 25=- 30 Grad, im Winter 6--8 Grad unter dem Gefrierpunkt. Um die Blüthenzeit triſt oft pldzlicher Froſt und Reife ein. Der Herbſt zeigt ſi) hingegen meiſt ſt. Die Thäler, wo viel Thon und Dammerde ſich zuſammenſchwemmt, ſind ſammt ihren Gehängen reicher an fetter Erde-- alſo fruchtbarer. Sehr rieſelig z. B. iſt die Gegend von Memmingen, daher auch die große Menge von Quellwaſſer und Bächen. Auch an der Iller. 3 B. bey Egelſee, LautraMm, Eitrach, Guttenzell und Woringen zeigt ſic) dieß, In der Gegend von Mem- mingen= it der ſogenannten neuen Welt-- findet ſich jene todte Erde, die um Erding herum Alb, hier Weißert (weiße Erde) heißt; um dieſe todte Erde nicht mit dem Pflug zu berühren, hat die landwirthſchaftliche Klugheit darauf Wieſen angelegt; daher dieſer Diſtrikt auch die Grünenfurth heißt.=- Zwiſchen Bons und.Oſterberg ſizt ein Sumpf=- Ried genaunt=< ein großes Torf- lager.== Die Hälfte dieſes Bezirkes iſt kultivirt. In erfluße, Di t, daß ſie ſeh, y naſſen Som: Gebirgen im ot man überall denſeeß Iſt des ehr Damm: (8 auh in des endorf un ahles Gebin, Vezirfen Dt- mmingen hin und Kalt ft: lige zu Taſt Dammerde ht; Dammerde fh jehängen reid! defelig 3» B. ih ud die große qu der Thlr, juttenzell und d von Mett +== findet fi „hier Weigert nicht mit dem „ide Alughel! friſt quch dl ..- 223== ven Bezirken Obergünzburg, Kaufbeuren und Schongau ſieht man, beſonders von Schongau her, jenes grieſige, thonichte und ſumpfige filzige Terrain, wie es in den benachbarten Bezirken des Jſarkreiſes vorkommt. Maaer liegt die Dammerde auf. Ein noch magerer und beſonders ſteiniger Terrain zieht ſich von Kaufbeuren=- Kempten zu. Der dritte oder vierte Theil mag als kultie- virter Boden gelten; das Uebrige-- Waldungen, Süm- pſe und dde Pläße. Etwas mehr Lehm und Dammerde findet ſich in den Bezirken Buchloe, Mindelheim, Türkheim, Schwabmünchen und Ursberg, aber auch noh viele Waldungen und dde Plätze, beſonders an den Ufern der Wertach und am ſogenannten Lechfeld hin, wo aber auch die Dammerde ſehr ſcen der Erde hat das weib- lime Geſchlecht über ſich: die Madchen folgen dem Pfiug und verſehen es ſehr fleißig im Schweiße ihres Ange- ſichts= die guten Kinder! Die Ausſaat war vor 33 Jah- ren nur Haber zu 4=-5 Samen, und Flachs; jezt, ſeit die Vereinddnungen eingeführt ſind, Korn und Dinkel zu 6-- 10 Samen. Das Feld trägt jedes Jahr und wechſelt mit reichem Futter, oder Wieſen. Nebenbey gibt es viele Erdäpfel und Flachs. In den Bezirken Oberdorf und Kaufbeuren hat man zur Ausſaat auch Korn, Dinkel und erhält 5=-8 Samen. Man ſieht auß au (ij qu Db elf Ott [1] 225 auch Klee hier, wie in den vorigen Bezirken durch das Gipſen in Aufnahme gebracht; dann fehlt es auch nicht an Erdäpfeln. Das Vereinvden iſt beſonders im Bezirke DWINSEE 4 dt Oberdorf= und Kaufbeuren eingeführt, daher 4MDET meiſt Wechſelwirthſchaft== wenig Brache. Im Bezirke j m Ottobeuren, beſonders in der Gegend von Me m- (ſen, Ii mingen tragen die Felder, unter ſichtlich großem ERG Fleiße= Korn, Dinkel, Haber, Gerſte, Flachs zu 6, Beſen] 89-10 Samen, dann viele Erdäpfel und Hülſenfrüchte; et, vn fm nebenbey prangen reiche Kleeſaaten und die ſchönſten H0- hr Felder feh pfengärten. Auch in den Diſtrikten des Bezirks Ottodeu- ſee In den Zu ren hat das Vereindden wohlrhätig um ſich gegriffen. Die 9 Veiler, Produktion vom Jahre 1810.*) von der Stadt Memmingen Haber Wir- z. B. iſt auf folgende Art angegeben: Auf 1667 3a [|t 6--8 Ga: werk**) war- die Ausſaat Korn 67, Aernte 14.7 Aus- [der triſt mat ſaat Dinkel 313, Aernte 3208; Ausſaat Gerſie 145, < und Dber Aernte 13053 Ausſaat Haber 358, Aernte 592- Auf emen? es wn 793 Tagwerk Wieſen ſammt Brachklee 23,920 Zentner 8 Erde mt Futter; auf 20x Tagwerk Hopfengärten 275 Zentner. jfüg darauf vet: Schade, daß die Brache in dieſem Bezirke noch nicht ganz yglicher zu bil: verſchwunden iſt und die Felder nicht alle arrondirt liegen. hat das wei: Im Bezirke Schongau gibt es um Schongau und Peitin- zen dem Pfity gen etwas Feſen, Korn, dann Gerſte, Haber von 4.=6 , Ihres Any! Samen, etwas Flachs, Erdäpfel;== gegen der Ammer ar vor 30.00), und Hohenſchwangau zu nur Sommerbau, da iſt das :, jut, felt it Zintel») Sieh über die Gegend von Memmingen, phyſiſch- me- diziniſen, Holz- und Raſen- Verbrennen ſtäts ver- beſſert. Unten um Scongan beſteht die Drey- Felder- wirthſchaft=- hieroben die Wechſelwirthſchaft. Auffal- lend beſſer ſtellen ſich die obern Felder dar. Jn den Bezir*- ken Buchloe, Mindelheim, Türkheim, Schwabs- münchen und Ursberg ſind die Felder mit Korn, in den Thälern, beſonders im Mindelthale auch mit Feſen, dann Haber, wenig Gerſten, viel Flachs, Erdäpfeln u. dgl. beſäet; ſie bringen das ſechste, achte bis zehnte- Korn. Duchgehends bemerkt man die Dreyfelderwirth2 ſchaft=- drey Oeſchen wie man ſagt. Die Felder eines jeden Eigenthümers ſind ungemein in der Flur zerſtreut, worüber man die Klagen allgemein hdrt. Einige haben deßwegen ſchon das Vereindden unternommen. Der Klee- bau hat noch nicht Shwung bekommen.--- Theils Pferde, theils Ochſen, theils Kühe und Stiere führen den Pflug. Das Pferchen wird immer mehr eingeführt; es verbeſſert den Boden ungemein; man kennt ſogleich die Saaten, wo gepferce. Schon hat er ſich auch ſchönes Vieh angekauft, und für überflüßiges Futter geſorgt. Bald wird ſeine Oekonomie ein Muſter der Gegend werden. Mehrere ſeines Dorfes und der Gegend wünſchen laut, ſic) auch zu ar- rondiren. Im Bezirke Babenhauſen baut man Fe- ſen, Korn, Gerſte, Haber, Wicken, Flachs, Klee, Erd- äpfel und Rebs. Es beſteht die Dreyfelderwirthſchaft; doch hat der Fleiß in Bearbeitung der Felder und der dden Gründe ſehr zugenommen. In den ältern Gültregiſtern der Herrſchaft findet man nur Roggendienſte, ein Beweis, daß ehedem noch kein Feſen gebaut wurde, der jezt hauz fig= mehr als Korn anzutreffen iſt. Die Aernten geben das ſechste, achte bis zehnte Korn. Den nähmlichen An- bau bemerkt man im Bezirke JIllertieſſen zum ach- ten bis zwölften Samen, beſonders an den Gehügeln der Illex, die Dünger verſenkenden Pläße, Hißigret genantt, ausgeommen. Am reichſten ſicht es aus im Bezirke Roggenburg=- in der Gegend von Weißenhorn oder im Roththale, das Gerſtenland genannt,= für dieſe Gegend, da ſonſt im Kreiſe die Gerſte nur kärglich fortkommt., ein großer Vorzug. Man ſieht nebenbey alle übrige Getreid- Sorten, auch Flachs.==. Das achte bis zehnte Korn wird vergolten; ja in dem Roth- thale der zehnte, fünfzehnte, auch achtzehnte Samen von Feſen, Korn u. dgl. Leider beſteht aus bekannten Urſachen no überall die Dreyfelderwirthſchaft, weßwegen nur etwas Klee und Erdäpfel erſcheinen. Im ſchönen ſo fruchtbaren Roththale iſt keine andere Urſache der Drey- felderwirthſchaft, als die ungeheuren großen Höfe, wels t man ſchöne Wieſen und Kleefelder; beſonders aber in den Bezirken Kempten, Grönnenbac und Obergünzburg. Vor Einführung der Vereinddungen waren die Wieſen meiſt Sämpfe, alſo das Heu ſauer, ſchlecht. Die Vermiſchung der Grundſtike verhinderte ſelbſt das Gräbenziehen. Dieſer fatale Zuſtand führte zuerſt auf die Idee des Vereinddens, Arrondirens. Es geſchah: Jeder zog um ſeine Gründe-- Gräben, vmd bald ſtanden die blühendſten Wieſen und Felder da: das ſüßeſte Futter gedeihte in Menge; und Vieh und Leute waren bald in beſſern Verhältniſſen. Der Fleiß geht hier oft ſo weit, daß zur Waſſerableitung tiefe Gräben gezogen, dieſe mit Kies, dann mit Erde überde>t werden, um den Zwe der Entwäſſerung zu erreichen und nichts vom Boden zu vers lieren. Die Ställe ſind auch ſo eingerichtet, daß die Jauche geſammelt, und dann auf die Wieſe benuzt wird; uptſache= "nenberg, Imerbre: D Reut: » Einzelne " wn wih MWn Wey wi mw WM Vereinddung das Deu ſau, Ee verhindert md führte zuerß .(Gögeſcah: » hald fanden vw ß(feſte| Futtt n, dieſe mit en Zwe dt Zee Ns pret, daß! ſe benz! we ==. 229= dazu kommt dann das Gipſen und Düngen mit Torfaſche; auch dem Klee reicht man mit jenem Hilfe, und ſo wächst Futkter in ungeheurer Menge. Die Wieſen ſind daher meiſt dreymähdig, in immerwährender Kultur mit den Feldern wechſelnd.*) So bringen alle Gründe jedes Jahr reichlich. In den Bezirken Oberdorf, Kaufbeuren und Otto- beuren ſieht es mit den Wieſen außer den vereinddeten Diſtrikten ſchon wieder mißlicher aus: in den Thälern gibt es wohl Wieſen, und auch einzelne Kleefelder; aber im Ganzen nicht zureichend, auch nicht fleißig genug zuge- richtet. Unterdeſſen iſt do< das Gipſen=- und einzeln das Wäſſern in Uebung. Die Gegend von Memmin- gen zeichnet ſich dabey aus: die Wieſenkultur, beſonders auch durch Wäſſern, iſt in einem guten Zuſtande, wie obige Angabe(S. 225.) bewährt. Doch ſieht man auf- “ dem obern Ried nom Sumpf= und Sumpf um Mem- mingen ſelbſt. Bey eingeführter Arrondirung würde voll- ends die Brache verſchwinden, und die vollkommenſte Kultur ſich darſtellen. Im Bezirke Schongau ſind die Wieſen wieder mehr Sümpfe und Filzen; nur im Ammerthale ſieht man wieder mehrere und beſſere Wieſen. Obſchon in der Gegend von Hohenſchwangau Wechſelwirthſchaft beſteht, ſo kdnnen die Wieſen=- wegen ſchlechter Kultur= doch nur meiſt einmahl gemäht werden. Die ſogenannten Che- gärten am Lech hin ſehen etwas beſſer aus und werden zweymahl gemäht.=- Um Schongau=- außer am Lech-- *) Die Erfahrung hat hier bey dieſen Gründen gezeigt, daß es am beßten iſt, 6 Jahre bey den Feldern mit allerley Früchten nach einander zu wechſeln, und dann den Grund wieder 6 Jahre als Wieſen zu benüßen z nach dieſen 6 Jah“ ren ihn wieder zu Feldern zu machen, „me. 039. zz ſind die Wieſen unbedeutend;= nur zu VYeitingen trift wan auf Kleefluren. Ueberhaupt iſt in dieſem Bezirke die Wieſenkultur weit zurüF. Nicht viel beſer geht es dieße- falls in den Bezirken Buchloe, Mindelheim, Türk- heim, Shwabmünden und Ursberg. Wohl trift man auf Wieſen an den Flüßen und Bächen; aber ſie ſind ohne alle Kultur.„Habe ich nicht genug Dün- ger auf die Felder, heißt es, wie ſollte ich die Wieſen düngen.“ Selbſt die ſchdnen Wieſen im Mindel- und Kamlachthale zeigen ſich vernachläßigt, meiſtens ſumpfig. Dieſe Wieſen ſind zweymähdig, andere, beſonders die ſo- genannten Holzwieſen einmähdig. Die Kleefelder kbnnen noch unzureichend genannt werden, Im Bezirke Babens- hauſen ſind die Wieſen auch noch zurü>k, Man hält die Günz-zu kalt, ſie zum Wäſſern zu gebrauchen. Da- zu iſt der Memminger- Bach, die Ach genannt, gün- ſtiger. Die Brache läßt auch den Klee- und Winter- Feldern noch nicht vollen Schwung,*) In der Topo- graphie des ehemahligen Färſtenthyms Babenhauſen vom Jahre 1807. kommen 532 Häuſer, 494 Tagwerk Gärten, 4334 Tagwerk AFergrund, 66 Tagwerk Holz und x17x Tagwerk Weidgrund-- aber keine Wieſen vor; ſie wer- den wahrſcheinlich in den Gärten ſte&en. Dazu ſind 2759 Seelen angerechnet; darunter 33 ganze Bauern, 44 halbe, 52 Viertelbauern, 379 Sdldner, 29 Gnaden- häusler, 66 Beyſaſſen, dann noch 92 männliche und 123 weibliche Leibgedingleute, Im Bezirke Jllertieſſen, und beſonders Roggenburg, iſt man mit den Wies *) Veber Babenhauſen beſticht gych eine eigene topographiſche Beſchreibung, freylic< meiſt in mediziniſcher Hinſicht, von N- Anton Sruber, Memmingen 1897, ſe! aud der [91] " " eigen trk em Bezirfo de geht es dieß: eim, Türk 74. Doll Bächen; aber Di: die Wieſen 1 Audi: und ijiens fumpfig, ſonders die ſv: felder Fnnen tte Babe May hält uche Ds nannt ün: yd Wyle: 6 Ur Zul obenbauſen vo vowert Garte, ol und 177 1 vor; ie wet Zazu fid ame Dauern, 20(Dna0ens [iche un) 723 „etieſſen, jt den Wiſs Fepographiſd! HWI vy --= 2X= ſen und Kleefeldern wieder zufriedener. Doch mangelt auch das Futter noh; es bedürfte der vollen Aufhebung der Brache, und Arrondirung, dann würde eine vollkom- mene Landwirthſchaft ſich bilden. S. 349 Geze bt 10.06 Gärten und Obſtbäume ſind außer einigem Steinobſt beynahe eine Nulle in den Bezirken Montafon, Son- nenberg; doch im Bregenziſchen, Feldkirchi- ſchen und Lindauiſchen bemerät man in den äußern Hängen, beſonders an den Uſern des Rheins und des Bodenſees, viele Gärten und Obſtbäume. Wenig oder gar keine ſind wieder in den Bezirken Junerbregen- zerwald, Weiler-=- außer in der äußern Gegend,== dann Immenſtadt, Sonthofen, Reutte und Füſſen. Nur muß man die einzelnen Kirſchenbäume wieder ausnehmen. Den Bäumen ſchaden die Nordoſt- winde; an dagegen geſchüzten Pläßen würden ſie rehr gee deihen. Obſchon unter dem Abte Rupertus die Obſt- baumzucht im Kemptiſchen, alſo in den Bezirken Kemp- ten, Grdnnenbach und Obergünzburg eingeführt und ermuntert wurde, ſo iſt ſie doch jezt wieder beynahe ganz vernachläßigt. Auch in den Bezirken Oberdorf, Kaufbeuren, doh Kaufbeuren ſelbſt ausSgenommen, und Ottobeuren darf dieſe Kultur kaum erwähnt werz- den; um Memmingen kann man ſagen, daß ſie im Be- ginnen iſt; im Bezirke Shongau aber nicht einmahl im Entſtehen. In den+Bezirken Buchloe, Mindel- heim, Tärkheim, Schwabmünchen und Urs- berg iſt ſie auch unbedeutend; nicht minder im Bezirke Babenhauſen außer dem ſchdnen fürſtlichen Garten“ In den Bezirken Illertieſſen und Roggenburg geht es nicht viel beſſer. Im Ganzen iſt auch die Bie- nenzucht eine Nulle. Wenn man die zu abwechſelnde Witterung, die ſpäten Fröſte der Obſtbaumzucht entges genſezt, ſo kann dieß nur auf einzelne Obſtarten Bezug haben. Fleiß, Spekulation und Ermunterung würden ge- wiß alle Hinderniſſe beſiegen; die erſten Bäume warden ſicher in ein rauheres Deutſchland geſezt. 4 250. Be tneb er ad.e Deren gibt es an den Hängen am Rhein in den Be- zirken Feldkire und viele Stämme ver: faulen; es iſt wie eine Verwäſtung, oder gleicht einem - Verhaue. Die Holzarten ſind Tannen, Fichten, Ler- Hen, Ahorn, Erlen, Buchen;=- die Eichen bey Wage> unweit Kempten gelten als eine Seltenheit. Torf wird in einigen Gegenden, beſonders denen des Weinbaus, im Bezirk Geldfir< zur Feurung benüzt. Die Waldungen ſiellen den Tummelplatz des Viehs vor; zugleich hohlt man Streu aus denjelben; ſie ſind übrigens voll Sümpfe und Bäche. 09genbu aud) die Bit | abwechſelnde mucht entge fiarten Bezug 19 wiirden 9: une wurden in iu den Ber an den Üfert - oft ſauer; v Er wacht md - aber größten += welch ein je, aber in den 1 Raub ausgts Etämme vet pe aleidt einen zig, Zu „bey Legit Torf wird in Ww, im Bezi wungen feht! ple man Git! jpfe und Di" Der Ruin der Waldungen wird den Gemeinheiten=“ dem Mitgehaue, den nahe und fremde Dörfer gemeinſchaftlich haben, und alſo nur auf die bequemſte Art nehmen, und nicht pflegen, zugeſchrieben. Deßwegen heißen auch viele Waldungen Freyberge- Nur die Abſvnderungen und Ab- theilungen können hier Kultur moglich machen. Das- durch gewinnen die Alpenweiden mehr Platz, und der für Waldkultur bleibende=- wird ſelbſt bey der Hälfte des geminderten Flächen- Raums mehr Holz- Aernte ab- werfen. Das Klafter Holz kommt im Gebirge auf ei- nige Kreuzer bis zum- Gulden, das harte Holz um die Hälfte mehr. Auch in den äußern Gegenden gibt es über- all Schwarzwaldungen in Menge, noch zu viel Raum da- für 3 daher werden ſie weder geſchont, in Anſehung aller Angrifſe von Weide, Streuhohlen, Pecheln,= noh da- bey auf Nachzucht, auf Kultur gedacht. Ein Klafter weichen Holzes gilt hier gewöhnlich 1=- 2(12 Hartes 2=- 3 fl. Es herrſcht im Ganzen noch wilder Zuſtand. Etwas beſſer ſieht es im Günzthale aus=- wo in den lichtern Ge- genden von Jllertieſſen und Roggenburg das Laubholz vor- ſchlägt. Es erſcheint in kleinern Partien; die Walder werden auf Schlag- und Buſchholz benuzt, welches in jeder Hinſicht mehr Vortheile bringt.*) S. 352- NB..0 14022020 Iſt im Gebirge im vollen Schwunge, theils auf den Ll1- pen, theils gibt es noch jedem Dorfe nahgelegene Weiden. Wichtige Ausnahme davon machen die Bezirke Kemp- *) Sieh den Kultur- Katehiemus von Joſeph H R 334 zwev- ten Theil. München bey Lindauet 18506. ten, Grönnenbach und Obergänzburg. Seit die Vereinddungen vor ſich gegangen, ſind auch die nahen Weiden kulrivirt: jeder Bauer füttert im Stalle und ſchickt kein Stü mehr auf die Weide, ſelbſt wenig auf die Al- pen; er findet ſich bey der Stallfütterung weit beſſer. Nur auf die abgeräuimten Felder und Wieſen wird das Vieh getrieden, das iſt, im Spätherbſt einige Wochen. In den übrigen Bezirken ſind zwar auch durch die baieriſchen Kultursgeſetze beynahe alle ſogenannte Weideplätze zur Kul- tur gebracht, aver das Vieh wird noc< auf die Brache und in die Wider gejagt;= und ſo iſt beynahe noch überall,=- nar einzelne, beſonders die vereinddeten Di- ſtrikte ausgenommen, Weide an der Tagsordnung. Sa.+353s Alpenwirthſchaft. Die Alpen-- Almen fangen am Rhein an, und hv- ren an der Ammer auf.= Man rechnet, daß ſich im Sommer gegen 49,900 Stü>k da zur Weide finden, nicht ſo fajt Vieh, das den Bewohnern gehdrt, ſondern das in Beſtand genommen wird. Es gibt hohe und niedere Als pen. Sie ſind den Ochſen am gedeihlichſten, dann dem jungen Hornvieh, auch Pferden und Geiſen; gar nicht den Schafen, auch nicht viel den Kühen; daher ſind nicht zu viele Kuh- Almenplätze vorhanden. Die Hirten halten einzeln Schweine. Viele Alpen ſind ſelbſt den Winter durch von den Hirten bewohnt; auch haben ſie noch vieles Bieh dey fich. Nicht freundlihe Käſer oder Almhütten vder ſchöne Senzerinnen trift man hier, ſondern elende ſozenannte Hirtenunterſtände für die Hirten oder Senne- und Zuſenne. Die UAlmzeit dauert vom Ende Junius bis 2% September. Um Magdalena, als in der Hälfte der ta Yy Ve und und eben eine Et war die der an un qu ty, Gei uh die nah alle und(pid: 19 auf die Ale eit beſſer, Nut ird das Vieh Rechen, Ju die baieriſche plage zur Aul auf die Bratt bepnahe m) WETEN 3) einödeten Dt: qu, und hb- daß ſich in s finden, midi yer das I ) niedere Als 1, dann dem gar nict den find mt zu irten Dart den Mintel » noc vieles - Almhütten adern eln | der Gei! ps (er Der der a & Jun Zeit iſt Nachſicht, bey vielen auch alle Monathe, wo dann die Kuh gemolken wird, und nach dieſem Verhältniß ſo viel mehr Butter und Käſe geliefert werden muß. In An- ſehung der Wirthſchaft beſtehen eigene Kontrakte: der Senne oder die Sennerin hat das hinaufgetriebene Vieh gleichſam im Pacht; wenn die Kuh 3. B. beym Auftrieb des Tags x0 Maß Milch gibt, ſo erhält der Bauer für die ganze Almzeit 25 Pfund Butter und eben ſo viel Käſe. Bey Andern, wie geſagt, wird das Verhältniß der Lie- ferung alle Monathe hergeſtellt. Bey dem Beſtandvieh zahlt ein altes Pferd x fl.=-x fl. 30 kr., und ein zwey- jähriges 30 kr.= fl., ein Ot, das Ganze ziem- lim= gut geordnet. Dieſes Vieh-- Kühe, Pferde, OdHſen und Stiere=- zeichnen ſich auch auf dem großen Markt zu Sonthofen aus: man hält es für eine veredelte Viehrace unter dem Nahmen YAülgäuer- Vieh; allein die Veredlung hat nur die Stallfätterung, das gute Futter und die beſſere Pflege bewirkt. Dieß iſt die wahre Ver- edlung der Viehracen, und der Erfolg iſt ſicherer, als wenn man in andern Ländern die vorzüglichſten Viehgat- tungen ankauft, ſie zu Hauſe wieder auf die Weide ſchi>t, in ſchlechte Ställe bringt, und ihre Pflege vernachläßigt. Bald wird wieder die unedelſte=- elendeſte Viehrace daraus. Den Pflug führen in dieſen Bezirken meiſtens die Pferde. Um Kaufbeuren gibt es viele=- gemeine Schafe. Im Bezirke Ottobeuren iſt der Viehſtand wieder unbedeu- tend und ſchlecht; denn es mangeln die Alpen, das Futter und die Pflege: man ſieht kleines kümmerndes Weidvich in geringer Zahl. Die vereinbdeten Oerter machen auch hiebey eine Ausnahme. Die ſchdnen Wieſen, der Klee- van um. Memmingen hat auch hier einen größern Viehſtand hervorgebracht. Zu obiger Angabe der Gründe CS. 225.) gehört folgendes Verzeichniß der Viehzahl; Prerde 285, Ochſen 104, Stiere 3, Kühe, 492, junges Vieh Ga hat 9) Ze 60 ſicher| mera! ven; 7 (8 fei gen€ bedeu den? Gw nicht! Yſerde Plus, bereit E<; bergi| Conde Cafe in den als ein ſchäfer berühn Viehſt Gründ Dhſen Nicht Tile wenig ſv wi "ten, Gh berdorf Ctalfütterum th gebaut= apt Dinter en ſich auch di? ziemlich rein: Imäßige Rid, 6 Gy vem: Rühe, Ferdt, uf dem großtt r eine veredelt eh; allein die 8 gute Futter ie wahre Yer: | ſicherer, als yften Viehgat: e Beide hin, » pernacläBig ebrace daraus, n8 die Pferde, Schafe, Im jeder unbeden: 4, das Zu ndes Beidpir) + maden(1) ſen, der Alet: (inen größe 'e der Grün! vet Viehzan: " ! 492, Jac Vieh und Kälber 36, alte Schafe 953, Lämmer 200, Schweine 52, und Ziegen 5. Eine veredelte Schafzucht hat Hr. Baron von Bobenhauſen eingeführt; ſeine Herde beläuft ſic) auf mehrere Tauſende. Im Bezirke S man viel ote Zt H0 . 110 Fuß 10) =, je Waben 9 hdlzerne Geſchirre, Freundlich ſieht es im Rheinthale und Innerbregenzerwaid aus, wo den Svmmer dur< die Mäd- hen vor den Häuſern auf Monſſeline ſüclen: ſie ſti>en ſehr fein, bekommen den Mouſjelin aus ver Schweiz und ſchien ihn verfertigt wieder zurü>k. Den Winter durch geſchehen in der Stube dieſe Arbeiten. Sie zeugen von ungemei- nem Fleiße und Geſchi>klichkeit, Für x2 Halstücher mit ordinarer Stierey werden 4 fl.= für ein Stü> Mouſ- ſeline von 12 Wiener- Ellen=- wenn Blümchen darauf kommen-- 3 fl. 26 kr, u. ſ. w. bezahlt. In der Ge- gend von Immenſtadt ſind viele Steinhauer, StuFaturer, Maurer und Zimmerleute: ſie gehen um Lichtmeß außer Land und kommen erſt im Spätherbſte nam Hauſe. Unr Fnßven werden viele Muſik- Inſtrumente u. dgl. verfertigt, dann in der Gegend von Kaufbeuren viel Barchent. In den Bezirken Kempten, Grdnnenbach, Oberſgünz- burg, Kaufbeuren und Oberdorf Vieh, Schmalz, Holz, Holzarbeiten, Getreid, Leinwand und Flachs. Cs wird mit allem Fleiße geſponnen und gewebt. Auch ge- hen viele zunge Leute als Arbeiter den Sommer durch in andere Gegenden. Im Bezirke Ottobeuren-- Vieh, Getreid, Holz und Leinwand,= zu Memmingen Ho»- pfen ,= zu Frikenhauſen viele Tdpferarbeiten. Im Be- zirfe Schongau= Vieh, Holz, Getreid, Flachs, Leinwand; auf den Schweigen=- Käſe und Butter. Die freundliche Gegend von Oberamergau beſchäftigt ſich mit ſchönen Holzwaaren gleich den bekannten Berchtesgadner- Artikeln; die von Unteramergau mit Wetſteinen und Marmor. Jn der Gegend von Hohenſchwangau iſt ein und Ruder. Würde der Rheinfall um etwas gereinigt, ſo wäre die Schiffahrt in's deutſche Meer gedffnet FT 2 49 er großer Holzhandel am Halblech 3 dann gibt es eine Menge Maurer und Zimmerleute? ſie wandern um Joſephi fort in Arbeit bis naen-- die Bekeyrung vollen? dete. In das achte Jahrhundert fallen bekannt die meiſien Kloſtererrichtungen.*) Die Mönche haben die Wälder gelichtet, die Kultur der Menſchen wie des Landes be- fördert. Der merkwürdigſte Mann darunter war gedachter St. Maanus;: von ihm erzählt die Legende, daß er mit ſeinen Schülern die Gegend( Allgäu) zuerſt anbaute, mit ſeiner Keule oder ſeinem Stabe den Drachen oder Lindwurm tddere und alles Ungeziefer im Allgäu ausrote- tete. Von dieſer Keule bewahrt das Kloſter zu Füſſen noch ein StüF Holz, welches der Stankt- Magnusſtab heißet, und als die heiligſte Reliquie verehrt wird. Man traut ihm die Kraft zu, Trotz allen Nattenfängern,=- Rat- ten, Mäuſe, Heuſchre>en und anders den Feldfrüchten ſchädliche Ungeziefer zu vertreiben. Feſt glaubt man, alles Ungeziefer ſterbe oder weiche aus der Gegend, wenn *) Sieh hierüber denen, beſonders auch im Spätherbſte. Man ſollte keine Raine ſtehen laſſen, wohl aber überall einzelyue Bäume für die Naubvögel. Notch- . wendig iſt auch im Spätherbſte und Frühjahre das Rau- pen=- Reinigen der Bäume und Pflanzen von Würmern und Raupen gemeinſchaftlich angeordnet u.ſ,w. Pfa hören lichen (reſet engel herab Pur hac! Mic) Eben men tiagn Rat na) riaze Paf fenho roth, eine 9 deff, ent Air! wie di ne Aud Geel Geel 710 Moo - Daher reiz) 18 dieſem Gtahe Wend Muſe «wit Vrozeſſion, lache man nicht ? eine Iehrreiche ymuth verräth wen Thieren en damalh in Det 1 geweſen fen, (Dt Dem Job: Rang der Göt: ven und Raus t. Nagnus eter werden, mit Recht alf! iwd Vohlthäht bleiben imme! Pehre gebend, y den Feldern obern Rultut lebhafter als n ſeiner Phy- ahrten und die naezjefet Au “ms oftete ders auc im a laſen, wol yon Birnen! edwet wh" Ruinen der Ritterburgen auf den Höhen zu ſHhauen. Noch beſteht meiſtens die erſte Eintheilung des Landes nach Gauer, 3. B. Allgäu, Burgau u. ſ. f., dann nach Kirchſpielen oder Pfarren. Von einer Menge Reliquien und Mirakelbilder hdrt man, 3. B. vom hl. Blut zu Weingarten, einen jährs- lichen Blutritt auf Felder veranlaßend u. dgl., von der heil. Creſcentia zu Kaufbeuren u. ſ. w. Sogar der heil. Erz- engel Michael wagte einmahl einen Flug in dieſes Land herab und verlor dabey eine Feder? dieſe wirite große Wunder am Michaelsberg, und dieſe Huld des heil. Mi- en hießen ſonſt Alleman- den.*) Es oab mehrere kbnigliche Mayrhöfe in Schwa- ben, z. B. Ulm, Heilbronn, von woaus, beſonders un- ter Karl dem Großen, die Kenntniſſe der Landwirchſchaft ſich verbreiteten. Die vielen Orte Sachſenhauſen, Sach- ſenheim, Sachſenried, Sachſenweiler zeigen ferner, daß auch hier von Karl dem Großen ſächſiſche Kolonien angelegt wurden. Große Revolutionen bewirkte der Ab- gang der herzoglichen Hohenſtaufer- Linie, wo Städte und Ritter ſich. frey machten; daher die freyen Reichs- ritterſchaften, die Reichsſtädte, freye Wälder, freye Weide, freyes Fiſchen, freye Päürſchen u. ſ. w.-- und dann die Reformation. Dadurch regte ſich ein freyerer Sinns; es entwickelte ſim eine hdhere Induſtrie, auf die Kultur des Landes mit wohlthätigem Einfluße.= Endlich eine Hauptrevolution verurſachte der ſogenannte Bauernkrieg: beſonders im Kempter- Lande und Allgäu am weiteſten um ſich greifend. Noch ſieht man überall Ruinen von Schlöſſern und Klöſtern, die ſich von der- ſelben Volkswuth, auch vom dreyßigjährigen Kriege und von den Schweden datiren. Der Bauernkrieg war ein eigentliches Anſtreben gegen das Feodalreich, bey den ent- *) Sieh Anton's Geſchichte der deutſch. Landwirthſchaft. Th. 1. S. 375. Almenden(Allemenden), Gemeingut, Geineinweide in Schwaben und anderwärts. Es kommt nicht, wie einige meinten von dem lateiniſchen Alimentum(Nahrung) her, ſondern von All und Mann== gllermänniglich, wo Jeder- mann ein Recht hat. urn DAI I ", dadurch b, Inpfe am 3 wielten größern Staatsbediürfniſſen eine Vertheidigung orie Am Tub vor alten deutſchen Güterfreyheit. Die Folge davon zog „ Wendchher y; - ne wirklich meiſt ein gemildertes Verhältniß der Feodalyerhält- DIEBURG niſſe nach ſich. So 3. B. hieß es in mehreren Orten=- die ee Luft macht leibeigen:== es war ſo im Allgäu-- im Kempter? 1168 lande. Merkwürdig ſind die ſtäten Kämpfe hier zwiſchen ENE der Herrſchaft=- dem Fürſtabte= und ſeinen Untextha- |. 10,0 nen.*) Jezt zeigen ſich die grundherrlichen Verhältniſſe ſehr zm ſine daß Vibe Aoloniey ewirfte der Jhs *) Im fünfzehnten Jahrhunderte zeigten ſich die erſten Be- wegungen gegen die immer erweiterten Fevdalforderungeun / iwo Grädt und zugleich neu entſtandenen Abgaben des Landes. Es (3) Reichs: kam zu Unruhen und blutigen Fehden zwiſchen den Herrn und alder, free Unterthanen oder ſogenanten armen Leuten. So ſagt 3. B. ſ. Ww.= und der Vertrag vom Jabre 1492:„Zwiſchen dem Abte von Hempten und ſeines Gottshaus armen Leute merklich Ir» zung und Spenn erhebt“z daun der erſte Artikel:„,nacen, Särch, und Haylthum, auch Roß, Bieh und Viſch entweunt, und weg getragen, die Kirc 4'- 7; „even Cin: Schranken. Dieſe leichtern Verhältniſſe beſtehen hier in ind; ZU| 8 33 Ind im engen allen Gebirgögegenden die Güter ſind entweder freye, EEE RE EEE RETAIET TETEN wen Vertrage daj der At (0 dieſen Ver: Veſchwerden: ngen beige: BU ENSE erieg Wwütbete iy t im Attifel 3; len Oottöhauß ad, Convent, er Ihr gethan abzeſallen und pit wet. fi! Leben und zu ebündert di namlichen Dau h, Meßgewan) uy, und Zibe: m,(ud NS, die Kiten, und verdeth: TRENN d undiſliget loſer Zieben: yerg und inge , andaimans, y geblündett/ und zerſh: tlg We eehen Bof! "9.1. gen, und des Gotshus hdlzer verwieſt, Büchſen und. Bul- fer und ander zugehördtgeſchüß weggefürt und ſonderlich ihr Guad mit etlichen des Convents Rät und Hofgeſind über viel gnedig Erbieten, und fürgeſchlagen Mitl das Schloß Liebenthan abgetrenigt, und bendthiat zu übergeben zu gelupten gedrungen und jämerlich ausgetrieben,, den Kanßler und etlich ander Hofgeſind geſchößt, auch alle Baarſchaft gold und gelt, Sytbergeſchirr, Sarc<, Mon» ſtranzen und Haylthum Gefaß und alles ander darin fun- den, den Gottshus und vertrauten oder froömden Perſonen zugehorig, gerapt und weagenormen und am lezten Wolkfen- berg und Liebenthan gar aufgebrent, und alſo alles des, ſein Gnad, Convent und Goßhus gehapt, entſept 2. 02 e Dieſen Vertrag= eigentlich Vergleich-- haben Eberhart von Wayler zur Altenburg, Endres von Hochene> zu Bilse> Pfleger zu Nötenberg, Jdrg von Werdenſtain,- zu Werdenſtain, und Jörg von Langenegk zu Langenegk als unterthädinger) Cgewählte Schiedsmänuer) zu Stande gebracht. Die ſiebenzehn Vergleichsartikel betreffen die Zu- rüätretung zum Gehorſam als Unterthauen, die Bezahlung der Steuer. Beſchränfungen, eigentlich Erleichterungen für die Unterthanen geſchahen wegen der Raiſſen und Raiſt- Steuer, wegen der Miterbſchaft der Herrſchaft bey Todfällen der Unterthauen z; auf eine kleine Geldſumme wurde das ſogenannte HaupfrecX für Jeden zu ſammeln, damit ſich dann bey entferntern Gründenvom Dorfe Je- der ſein Haus in ihrer Mitte bauen konnte. Die Regie- rung durch einzelne Beyſpiele von den Vortheilen belehrt, beförderte und unterſtäzte dieſes Unternehmen. Ohne darüber Geſetze zu haben, beobachtete man folgende For- men: 1) Wenn ſich zwey Drittheile eines Dorfes oder einer Gemeinde zum Vereindden erklärten, wurde die Vereinbdung als allgemein angenommen gehalten,= Da der Nußen im die: igel: muß hatt deſſen Nur Bosh Geld wun Ma über form! pital zuſam went näht iſt- it vet nan ſonde war= einig nan Quat zent tmf feſte und bar an erle mo, Urt niſſe bey wd drüden Fein it fich immer nd Rechte zu erfwürdig dis große Jdee= ft dusging= RuFiegt, vy ſtatte vorſteht) eue Daus nil ner Gründe 1 mißliche Ver hr und zwar allen von de umpſigen Ter , wh wegn benziehen 4) den Gemein! ſcheit, und Dv einigen Jap mächtig ind! ſem Beyſpielt; fich zu Verein" ven zu ame vom Dorfe Se , Die Regits pellen Aeleht!, hm I) folgend WÜ vrfeh ader ae Bertin Da der Zu R 251 LEE immer evidenter wurde, konnten ſpäter zehn aus einem Dorfe die Vereinddung bewirken, und. noch ſpäter gar ein Ein- ziger. Die Gemeinde, wenn ſie ſich entgegenſeßen wollte, mußte einen eben ſo evidenten Gegenbeweis führen, und hatte beym Unterliegen alle Unkoſten zu tragen. Unter- deſſen kennt man keinen Fall einer ordentlichen Oppoſition. Nur Einige machten ſie Anfangs aus Gewinnſucht oder Bogheit, um beym Vereinvden für ihren Beytritt ein Stück Geld, oder günſtigere Bedingungen zu erringen. 2) Cs wurden alle Gründe geſchäzt, und dazu zwey erfahrne Männer als Räthe beygezogen. Die Scäßung ſelbſt übernahmen. drey fremde Landleute, mit obigen zweyen förmlich beeidigt. 3) Nac<4 dem Schaßzzungs- Ka- pital wurden nun Jedem die Gründe in einem Stüce zuſammen gemeſſen und zugegeben, ſo daß er mehr oder weniger Flächenraum nun haben konnte: Jeder mußte nähmlich. ſein Schäßzungs-Kapital erhalten, das ijt= waren z. B. ſeine Gründe auf tauſend Thaler ta- xirt, mußte er wieder um tauſend Thaler Gründe in ei- nem Stü> zuſammen haben.=- Für die Feldwege nahm man eine Breite von 8 Fuß, für großere Fahrwege, be- ſonders wo der Viehtrieb zur Herbſtweide nothwendig war=- x6 Fuß. 4.) Für das Hinausbauen erhielt Jeder einige. Prozeute, nach Verſchiedenheit der Kontrakte, 3. B- man gab ihm im Ganzen 205-=-300-fl. Jeder trug nun ein Quantum nad) ſeiner Grundſteuer ,- 3. B. 210= 35 Pro- zent bey, damit obige Summe ſich ergänzte. Dieſen Bau- ten kam aber ein altes Herkommen zu ſtatten== die Bau- feſte oder das Aufrichten. Wenn Einer ein Haus bauet, und der Dachſtuhl!aufgerichtet iſt, werden alle Nach- barn geladen: Jeder bringt vor oder nach einen Beytrag an Materialien oder Geld ,: ſo daß das Bauen ſich ſehr erleichtert. Ein ſolcher Hinausbauer gewann auch durch awans 252 Dapeads den Verkauf des Platzes und Gartens im Dorfe, welche ſehr hoch an Mann gebracht werden konnten. 5) Wenn die verſchiedenen Güterſchäßzungen publizirt wurden, hatte Jeder das Recht, inner acht Tagen zu appelliren.- Bey der Zutheilung ſelbſt war nur mehr eine Appellation zu- läßig, wenn nähmlich das vorige Verhältniß zwiſchen Wieſen und Feldern-- eigentlich die Qualität zu ſehr beleidigt war. Ju der Regel wurden alle Gründe in einem Stü>e gegeben, alſo nur eine Abtheilung gemacht; ſehr ſelten gab es zwey-- einen Plas für die Felder, einen be- ſonders für die Wieſen. 6) Man nahm zur Grundlage der Bereinddung an, daß die kleinſten Güterbeſiker ihre Gründe zunächſt am Dorfe bekamen: an ſie ſollten die mittlern ſich reihen; die größten wären dann auf die ent- fernteſten Gründe zu verweiſen; ſie mußten hinaus bauen, “und thaten es auch immer am liebſten. Man denke daher nicht, daß dadurch; die Dörfer ſich auflds- ten;=- ſie blieben, wie ſie waren. Im Durchſchnitt kann man nach den bisherigen Erfahrungen annehmen, daß 3. B. auf ein Dorf von 60 Häuſern acht bis zehn das Hinausbauen traf, und dieſe haben immer ſich ſelbſt an- gebothen.=- Nach ſechs Jahren einer ſolchen Vereinddung waren die Wirkungen wunderbar: ein Bauer konnte jezt Schmalz verkaufen, woran er vorher nicht dachte; ſtatt ſeines ſchlechten Haberbaus ſah er ſich jezt im Stande, Korn, ſelbſt Feſen zu erzielen; ſtatt 3-- 4 Samen=- ſand er ſeine Aernte auf das Sechs- bis Achtfache ver- mehrt; ſtatt ſeines ſauern Moosheues lachten ihm jezt die Wieſen durch gezogene Gräben im bunteſten Gewande entgegen, und überſchütteten ihn mit dem fetteſten Graſe, ſo, daß er es kaum unterzubringen wußte; ſtatt ſeines vorig elenden magern Weidviehs=- glaubte er jezt dasſelbe, im Stalle gehalten= ganz umgezaubert, groß, ſtark, ſett Qebel und| wude Sempt nach beuren es wu fand feiten gen wiſſe! predig Fahr) das Y ene anſch Dorfe, wely 1, 5) Ven wurden, hatte (Wirten, Bey ppellation zu viſchen Wieſen ſehr beleidigt Une Gide ts Sehr ſelten der, einen b!- zur Grundloy Ferbeſiher ihr? je ſollten die auf die ent- maus Hauen, Man den? . fich muſſe 1 Durcſhnit en aneh, + h/8 zehn das id ſelbſt an: Vereinddung » Fonnte jez! achte; ſtat! im Grandy, Game= vefache vet 1 ihm jezt y Gewande ſten raſt, ſeines vor) zt daoſent, groß, fut) fett und ſchdn; ſiatt ſeines vorhin elenden kümmerlichen Lebens überzeugte er ſich jeden Tag mehr, daß Glück und Segen bey ihm eingekehrt ſeyen- Das Vereindden wurde bald zum allgemeinen Loſunasworr 3 das ganze Kempterland ging ſo in Vereinddung über*); auch bez- nachbarte Gegenden, als im Bezirke Oberdorf, Kauf- beuren, ja ganz Schwaben kam darüber in Bewegung; es wurde in verſchiedenen Diſtrikten vereinddet.**) Doch fand man in den äußern Gegenden weit mehr Schwierig- keiten, theils wegen zu ungleichen Terrains, theils we- gen der grundherrlichen Verhältniſſe. Daß auc viele un- wiſſende Gegner aufſtanden, die laut dagegen ſchrien und predigten, läßt ſich denken. Erſt am Ende des vorigen Jahrhunders erſchien von der kemptiſchen Regierung über das Vereindden eine Verordnung, die man als das gedie- gene Reſultat einer mehr als hundertjährigen Erfahrung anſehen kann.***) In einer Abhandlung darüber, von einem *) Und doc iſt kein ökonomiſches=- vder anderes Werk be- fannt, wo dieſes wohlthätige=“ große Wirken gehdrig be- merkt worden wäre, obſchon es die Aufmerkſamkeit der ganzen öfonomiſchen Welt verdient. *%) Vereindden iſt auch in Sachſen, beſonders im Erzgebirge, einzeln unter dem Nahmen Abbau mit beßtem Erfolge vorgenommen worden z nicht minder im Preußiſchen beym Orte Oderbruch, von Friedrich 11. ſijammend, bekannt 2c,. 8 x*) Man ſieht daraus, daß die Vereinddungen alle durch zwey Kommiſſäre=- einen von der Regierung und einen von der Hofkammer geleitet wurden. Die meiſten Verdienſte ere warben ſich dabey der ehemahlige Hofrath und jeßige Kreis- direktor Hr. von Reus, und Hr. Hoffammerrath Hör- mann. In dieſer Verordnung iſt das Verfahren der Kommiſſion mehr auseinander geſezt. Die übrigen Grund- ſäße waren ſchon bey der Regierung und Hofkammer als ö ENTE 254 er Manne, der ſelbſt mehrere Vereinddungen leitete und in Bollzug ſezte*), ſind alle die Vortheile, welche aus gez dachter Verordnung, vielmehr dem Vereindden fließen, anſchaulich entwickelt, als?„x) Freyer Gebrauch und uneingeſchränktes Recht zur Benutzung der Güter iſt dem durch die Feſſeln der Gemeindheit beſchränkten Nußungs- rechte auf jeden Fall vorzuziehen, welches allein das Ver- eindden bewirkt. 2) Je näher und zuſammen hängender Ae>er, Wieſen, Gärten, Weiden, alſo alle Theile eines Guts ſind, wie es das Vereindden erzielt, deſto leichter, öfter, beſſer und mit geringern Koſten können ſolche be- arbeitet werden. 3) Aus dieſem folgt von ſelbſt die Ver- mehrung des Viehſtands, als die vorzüglichſte Verbeſſe- rung des A>ker- und Getreidbaues. 4) Erſparung an Zeit und Koſten in Bearbeitung der Gründe zeigt ſich auf allen Seiten. Dieß bewirkt Vermehrung des Ertrags oder Erhdhung des reinen Gewinns. 5) Ein beyſammen lie gendes Gut gewährt Sicherheit des Eigenthums, erleich- tert die Aufſicht auf das Geſinde und vermindert die Ge- legenheit zu Gränzſtreitigkeiten u. ſ. w.“== Es wird dann noch näher gezeigt, wie alle Servituten von ſelbſt hin- wegfallen; alle Klagen über Schmälerungen und Ueber- vortheilungen aufhören; wie mehr Fleiß, Nachdenken und Nachahmen bey dem Landmann erweckt und ex ſo zu befanut angenommen, gleihſam durch das Herfommen--- von ſiäten Erfahrungen ausgebildet, zum Geſet erhoben, Sieh die Verordnung in der Beylage 6. *) Es iſt Herr Aman, Vermeſſungs- Direktor zu Dillin- gen 2c. Die Abhandlung heißt: Vortheilhafte und nüßliche Behandlung der Bauerngüter im Algdw oder die Konſoli- dation, Arrondirung oder Vereinddung, Kempten bey Dan- heimer 1804, Perl die 2 hy? weiten ſubſt nn 0! Nuzen für die ten M Port) Landy „weil fommt, Umſicht werden ſteigen Porth das T und d der Ve „Die' üdeten zeigen, hinaus Ginde whon im Fet Berg bach- (59 Folge zu Be leitete indy weide aus ae Inden fließen, Gebrauch und iiter iE dem ten Nubunge: lein das Ders wen hängender WU Theile eines , deſie leichter, nnen folde lt, felbſt die eu hſte Verbeſſe Erſparung au zeit ſieh auf 6 Ertrags ode 1 veyſammen[1 thums, erleid: mindert die Ot: (Es wird dan von ſelbſt hin: ny und Ueber: , Rachdenke und er ſo zu Gerfommen= Geſeh erhoben, tot zu Niki 'e und müßli?! ex die Konſe ypten hey Zu Verbeſſerung der Landwirthſchaft geführt wird; wie dann die Brache von ſelbſt verſchwindet; wie Zeit und Koſien bey Beſtellung der Felder erſpart werden, und alle zu weiten und ſchlechten Wege nun nicht mehr exiſtiren; wie ſelbſt der Weide, wenn ſie ein Landmann auf ſei- nen Gründen no< nach Umſtänden ausüben will, wahrer Nußen zugeht; und ſo in jeder Hinſicht nur Gewinnſte für die Landwirthſchaft ſich an den Tag legen. Im zwey- ten Abſchnitt dieſer Abhandlung werden noc< mehr die Vortheile beleuchtet, die durch das Vereindden=- die Landwirthſchaft, ſelbſt Guts- und Zehentlerrn erlangen, „„ weil man dadurch erſt zur wahren Kenntniß der Güter kömmt, weil nur dadurch die Gefälle für ſelbe in voller Umſicht=- auf die einfachſte und leichteſte Art erhoben werden können und für immer ſicher geſtellt ſind; ja durch den ſteigenden Wohlſtand des Landmanns augenfällig auch die Vortheile für ſie vermehrt werden.“ DemHaupteinwürfüber das Vereindden, daß dadurch die Dörfer zerſtört werden und die Moralität der Menſchen leiden könnte, begegnete der Verfaſſer auf folgende, das Gegentheil zeigende Art: „Die Aufzählung wirklicher Fälle bey mehreren verein- vdeten Oertern kann wohl den beßten Aufſchluß geben und zeigen, wie viele Häuſer auf abgelegenen Einvden eines Orts hinausgebaut und vom Dorfe abgeſondert werden mußten, Güindels im Pflegamte Sonthofen beſteht aus 9 Häuſern, wovon hinausgebaut werden mußten 2 Häuſer. Willofs im Kemptiſchen zählt 34 Häuſer, und hinausgebaute 5. Bergwang hat 63 Häuſer== hinausgebaut 7. Ebers- bach=- 90 Häuſer, hinausgebaute 9. Ebenhofen-=- 65 Häuſer, und hinausgebaute 5. Hieraus ergibt ſich die Folge, daß zu Gündels der fünfte, zu Willoſs der ſiebente, zu Bergwang der neunte, zu Ebersbach der zehnte, und zu Ebenhofen der dreyzehnte Gutsbeſiter hinausbäuen mußte, daß alſo ze grdßer das Dorf iſt, deſto weniger hinausbauen dürfen, und man im Durchſchnitt nur den zehnten Gutsbeſitßer annehmen könne, und daß ſelbſt dieſe Hinauebauungen in nicht zu entfernter Lage vom Dorfe geſchehen*;=- er ſagt daher( VF. 49.)?„Die Beſorgniß, daß durch das Vereindden die Dörfer auseinander geriſſen, die Häuſer ſehr weit von einander getrennt und eben das durc) der 3 7) Oettingen- 3349 7) Oettingen- 601 8) Lauingen- 3248 8) Günzburg- 547 ober 9) Dillingen- zu18 9) Neumarit- 531 Fattillen oder 10) Neumarkt 2865 10) Weiſſenburg 518 ift in Wfgt 11) Günzburg- 2842 11) Dillingen- 466 hten Mönezs: 712) Roth
  • 1470 319) Wertingen 263 "8 20) Wertingen 1337 20) Roth: 252 6 un 21) Leipheim: 1298 21) Leipheim< 251 SEN 22) Monheim 1266 22) SPa12" 72 259 BEE 23) Ellingen- 1232 23) Yappenheim 219 : Gelen und 24) Berching- 1113 24) Monheim- 219 einander: 25) Hilpoltſtein 1125 25) Abenberg- 199 Sauſerade 26) Abenberg- 1063 26) Ellingen= 196 101059 27) Rain|= 965 27) Rain-| 195 HEN) 28) Beilngries 920 28) Greding=: 2.68 % 29) Greding- 823 29) Beilngries 166 7 0 30) Heide&- 818 39) Freyſiadt- 159 ! 4 31) Freiſtadt. 697 31) Heide&«€ 153 4 32) Neuulm=- 134 32) Neuulm- 32 R 2 -- 260= thale kann man daraus erkennen, daß man das Reich der Nachtigallen hier findet.= Ihre himmliſchen Kon- zerte ſind zahllos an den Ufern der Donau=- beſonders um Dillingen, Neuburg und Ingolſtadt. Schon um Augöburg hdrt man einzelne. Der Weſtwind bringt auch hier Regen und Gewitter. S. 359- Boden. Im Allgemeinen beſteht in dieſem Kreiſe die Unter- lage des Bodens aus einem fortgeſezten Kalkfivt der:zun- gern Formation. Es iſt in einigen Gegenden ziemiich verwittert, und bildet Mergellehm bald mehr bald minder mit Dammerde vermiſcht. Lezteres iſt häufiger der Fall in den Thälern, weil der fette Schlamm zuſammgeſchwemmt iſt, als in Schmutter-, Zuſamm-, Mandel-, Kamlach-, Gunz-, Biber-, Noth- ,. Brenz-, Werniz- und Donau- thale. Kieſigt- ſteinigt zeigen ſic) das Lechfeld und zum Die beyölkertſten Städte ſind demnac< Augsburg, ws 1042 Seelen=- Roth wo 94 Seelen== Pappenheim wo 8x Seelen, Eichſtädt wo 7%, Neuburg wo 7, Dillingen wo 64 Seelen auf ein Haus kommen, Am wenigſtien ſind bevdl- kert, Wemding, Hilpoltſtein, Berching, Neuaulm, Frey- ſtadt, Laningen' u. ſ. f. wo nur 4 Seelen oder etwas da- rüber auf ein Haus treffen« Nach den ältern-Länderein- theilungen, waren die Bewohner des Kreiſes Baiern, Franken und Schwaben; wel Summa 15 8.1823 Bs Landgerichte. Beilngties-- 3 e: 12|--| 12 Burgau----- 17 1(518 Dillingen----- 15|==| 15 Donauwörth---- 2 17|-=| 17 Eichſtädt->--- 22|--| 22 Göggingen: 2--- 25|--|'25 Greding 2 iert Lak 05 42.45 MUSLOEIBET:(EZ1 Günzburg:: 2:- 30 6| 36 Heidenheim----- 258726“| 322 Hiltpoltſtein-- 2: I3 1(514 Höchſtädt=-=:: 17 1| 18 Ingolſtadt-:- 2: 19 1--| 19 Kipfeuberg:---- 18|--| 18 Lauingen--- 2- 12 472|514 Monheim---- 12 1.1230 Neuburg B----| 33 1.(834 Reumartt.>. EEE 903504 BE 3 Latus=|]316| 48 1364 -=- 262= Altmühl durchfließt ein bald mehr bald weniger enges=- im wilden Gehügel von Kalkflötzlagen gebrochenes Thal. Nördlich ſtre>en ſich die Sandlager der nächſten Gegen- den des Rezatkreiſes herein, die De&en des Diſtrikts Mödnchsroth, Aufkirchen, des Bezirkes Weiſſenburg, des größten Theils des Bezirkes von Pleinfeld und Hilpoltſtein ZZ= Zahl Name der Pfarreyen. der Z ZIE TCE KEIT Polizeybehörde Land- und Untergerichts. S!|Z1!1iZ =| 2158 | Transport-| 316| 48|364 Nördlingen= 2--- 3 1-10. E13 Pleinfeld:»-: B 6 7[RT3 Da+=- 2 28 104 32 1225 Zl15-= 1X28 Weiſſenburg-:--- 3| II[E14 Wertingen---- B 2--| 26 Zusmarshauſen MU HERZ UD 11 206 1021829 Summa|| 408] 76|484 €. 3. Mediat- Untergerichte. GT Auffir-: 3 rn 4 4 Bißingen 24.200254 SC SES Aelineg|E 7 Glott;---:- 6|-- 6 Harburg 2 EEE:-||--| 8 8 Maihingen:: 2-- EZ 7|:1o Mönchsroth 3-> z- 1 I 2 Nordendorf-- 2-- 1|-- I Oettingen, Stadt- z:- I 118-2 Dettingen diesſeits- 2- 8 4| 12 Dettingen jenſeits der Wörniß B 2 4 13-3 Pappenheim--::-- 9| 9 Wallerſtein- 3: e- 3 318.60 Summa C-| 2012 41[870 : B-|:4408| 76|484 <; A? ZU WENG 8| 23 Summarium 11432|125|577 bild Vo! 177.0 vit heim und| aim ader das lieg Ei TU nau den very erde lei la4 ein fett Hin jene Im Vil ſon' dieſ Niger enges= ebrodjenes Thal nächſten(Gegen. em des Diſtrifts Zeiſſenburg, dei und Zilpoltſtein GREEN EE 34 ) der Vfattehen, ZS 263 ZEE bildend, dann von einer Strecke des Bezirks Neumarkt. Von Mineralien zeigt ſich nicmts Vorzügliches. Ciſengru- ben finden ſich bey Pfraunfeld, Raitenbuch, im Landge- richt Lauingen bey Zorſchingen, und im Landgericht Mon- heim bey Daiting-. Das dort brechende bohnenthonige und ſonſtige Eiſenerz wird auf der Eiſenhütte zu Ober- eichſtädt und den Eiſenhämmern zu Altendorf und Hagens- ader verarbeitet. 300 Pf. Bohnenerz liefern 36 Pf-, das Sanderz 18 Pf. Roheiſen. Gelber Marmorſchiefer liegt in ſehenöwerthen Brüchen bey Solnhofen. Gute Steinbrüche ſind bey Mdrnsheim und Mühlheim; guter Tdypferthon und Kalkſtein bey Heidenheim; der ſoges nannte baieriſche Muſchelmarmor bey Berg. Außer den vielen und feinen Thonarten, welche von den Töpfern verarbeitet werden, findet man auch ziemlich reine Alaun« erde, Trippel, und einen Bolus, der dem armeniſchen gleichfömmt.*). Im Donaumooſe ſind ungeheure Torf- lager;== auch in andern» Bezirken, 3. B. Günzburg, einzeln. Im Bezirke Gdggingen herrſcht ziemlich ſetter Thon in den Thälern, mit Dammerde gut gemiſcht. Hingegen an dem Lech hin, ſtbßt aus dem vorigen Kreiſe jener Kies her, auf dem ſehr flach die Dammerde ſizt.= Im breiten Feld bey Gerſthofen iſt es etwas ſandigt.== Beſonders am Lech hin erſcheinen noh viele dde Strecken; ſonſt nur einzeln. Die Hügel ſte>en noch voll Waldungen; dieſe drängen ſich von einer Seite vom Lech her beynahe an die Thore von Augsburg, während da nur ſchöne Wieſen oder Gartenanlagen prangen ſollten. Es kann nur die Hälfte als kultivirt angenommen werden. Ganz *) Zu Solnhofen im Altmühlthale holt man die Schieferplsa: ten zu dem berühmten SteindruF, SH 264. Kaen das nähmliche Verhältnis iſt beynahe im Bezirke Zus- marshauſen und Burgau. Mit einem Schlamm von dunkelbrauner Erde überſchwemmt, erſcheint das Terrain im Bezirke Günzburg und Wertingen, und zwey Dritttheile ſind hier im Kulturſtand. Noch reicher zeigt ſich dieſer Schlamm im Bezirke Dillin- gen. Hier mögen vier Fünftheile Terrain fultivirt heiz ßen.=- Dieſes üppige Land dauert auch im Bezirke Lauingen fort= doch) wird es über Gundelfingen hinaus magerer, und bey Elchingen an der Donau erx- ſtreckt ſich ein Sumpf hin. Der fette Schlamm zieht ſich hingegen in den Bezirken Höchſtädt und Donau- wdrth fort; doch ſieht“ man auch hier: an der Donay jenſeits von Dillingen gegen Höchſtädt einen Sumpf, der aber nun größtentheils in Kultur übergeht. In dieſen Bezirken mögen drey Viertheile fultivirt ſeyn. Von dieſem fetten, ſcen Sandes, wie im benachbarten. Bezirke Aichach. Zwey Dritttheile können zur Kultur gehd- ren. Der Bezirk Ingolſtadt hat wieder den fet- ten Schlamm an den Ufern der Donau, alſo viel Damme erde auf Thon gebreitet- Die Hälfte des Bodens mag kultivirt heißen. Die Bezirke Weiſſenburg, Hil- poltſtein und Pleiuſeld ſind von. Flugſand über- ſiromt.„Hier.mag die Hälfte bis zwey Dritttheile zur Kultur ſich zählen.==> Die Bezirke oder die Gehrgel von Cichſtädt, Kipfenberg, Beilngries, Gres ding, Neumarkt, ſind grbßtentheils ſo von rothem Sand oder magern Lehm überſäet„“daß kaum ein Diitt- theil fultivirt heißen kann. S2 2200: DT. 0.% 201.400. 1 Sind im Bezirke Göggingen ziemlich fleißig zu- gerichtet=- werden gewöhnlich“ zweymal geackert und in Furchen gelegt. Der Ausbau beſteht in Feſen, auch Weitzen, Korn, Gerſie, Haber zu 8=-- ro Samen, Korn und Gerſte 6=- 7. Man ſieht etwas Flachs, dann Erdäpfel; in den Brachfeldern auch Klee. Ueberhaupt herrſcht viel Spekulation durch den thatigen Hru, Land:- emm Reiſateſten, fleißigſten Landwirthen ſeines Bezirks eigene Selb) ſchaft „ wm gelder Heſiehu wie vor Zumal ſieht m (80, tigkeit " zu verb Dillenburg ei ey Gerſthofer „nit Lumpen, Roggen, de t wird, Dh und Neyſes, Wehnen fan, ? Neue Sbee 3u alt ber Ruht: efanmtimacun Ihen Vereins ber 1813 Miet ngen des Itt andwirthh! ſe der feſihd! au weldem| Neiber i! in z Mitglit: ft verfamme) zu huüldiget, (hte Obgpigt 19 Ginpugiepen jethaftticen gemeimnühig! uh die 0! 37 Geme! it 014! 1 que den Bezie -“ 267== Selbſt die Juden beſchäftigen ſich hier mit der Landwirth- ſchaft.= Das. ſchlechtere Feld zeigt ſich dem Lech zu, wo man mit 4= 6 Samen ſich begnügen muß. Viele Felder um Augsburg ſind mit Runkelrüben bedeXt. Die Beſtellung und Güte der Felder verhalten ſich beynahe wie vor im Bezirke Zusmarshauſen; doch iſt das Zusmarthal noch fruchtbarer von xo zu x2 Samen; auch ſieht man da viel TabaX. Das nähmliche gilt vou B urz- gau, Günzburg, Wertingen; überall viel Thä- tigkeit, und ſo viel Anbau von Futterkräutern, Erbſen, Kulturaufſeher in Beziehung auf Flurbau, Obſtbau, Vieh: zucht und Bienenzucht ausgewählt und verpflihtet. Sie beobachten, ob aller Boden zwe>mäßig begailt, gehörig ge- a>kert, und zur rechter Zeit mit gutem Samen angebaut, ſomit auch) die Brache zu Futterkräutern ordentlich benu- zet werde. Sie haben für die Erhaltung und die Ge: ſundheit des Gemeind2?- Viehes und deſſen Veredlung Sorge zu tragen, den Weidetrieb, die Flurſchüßen und die Hirten deshalb zu beobachten, die neuzubeſtellenden Individuen vorzuſchlagen, und die beſtellten zu leiten, Sie bemühen ſich die nachläßigen Landwirthe durch Beleh- rung und eignes Beyſpiel zu ermuntern, und zeigen die Widerſäzliheu dem Landgerichte an." Durch ſie wird die Obſtbaumzucht verbreitet, die Veredlung der Sorten theils perſönlich betrieben, theils geſchi&teu Händen anvertraut, und endlich die Bienenzucht durc< Unterricht und praktiſche Anleitung befördert. Durch die Kulturaufſeher werden die Kulturs- Verordnungen den Bauern bekannt gemacht und erläutert, dem Landgerichte Vorſchläge zur Beförderung landwirthſchaftliher Verbeſſerungen oder zur Beſeitigung ihrer Hinderniſſe vorgetragen, und lezteren au Ort und Stelle entgegen gegrbeitet. <= 268 TER Wicken, Erdäpfel, Flachs, daß die Brache bald eine Nulle iſt.*) Man ſieht auc< Hopfen, beſonders zu Leipheim, um Burgau, Wertingen. Einzeln wird angefangen, Vermiſchungen des Dängers mit Erde zu *) Man wird dann auch von dieſer Gegend bald das ſagen fFönnen, was jüngſt ein öffentliches Blatt ſo wahr als ſchön über das benaen, Adlerbohnen, Erbſen, Linſen, Welſchkorn, Hirſe, verſchiedene Arten von Rüben, Karto- feln, Kohl, Mohnſamen, Rübſamen, Flachs, Hauf.= Und das bunte Gemiſche von Pflanzen gewährt dem Auge ein ſchönes anziehendes Bild, ſo wie dem Verſtand die Vorſtellung von ungewöhnlicher Fruchtbarkeit. und Fülle. Ebenſo rege iſt allgemein der Fleiß für die Obſtbaumzucht. Obſtbäume prangen auf den Straſſen wie in den Gärten, furz, auf allen Seiten. Bricht alles== iſt Mißwachs-= Weinumſchlag, dann bleibt dem Landmann der Obſtbaum. Oft gibt ein einziger Obfibagum ſo viel Ertrag, als ein Morgen Aer einbringt. Dieſer Staat erſcheint uns daher als einer der-geſegnteiten.. Der Regierung iſt recht klar und beſtimmt das Axiom vor Augen geſtellt, daß das öf- fentliche und Privatwohl, auf der Grundfeſte der Landes- fultur gebaut, und dieſe leztere in. allen Operationen unz verwandt berüdſichtigt und pianmäpig gefördert werden müſſe.“ weſt ſeit) Ainde! Df nehmen enworbe der Fry nahen halten 2'= dann Erday ſchönet wirthſd (us de! ohn ten Don auge meiſien iſe hier geſagt, hie in im Kj iſt bey Diſtrikt den 75 mi G feln, Gehü; men, im T Brache bald zy 1, WWſnbers 4 Eijeln wit 13 mit Erde zu bald das ſaet [6 wahr als ſohn .„weh et Unie im 18 der Anbau di! weit zuttüglict hene Ruhe, enthalben dy vate Manniyg- jühen und tei: tAufet, Sot: en, Unſet, Rüben, Satt: 108, Hanf,= äbrt dem Int Verſtand di t und Filt, bſebaumzudt, den Garten, Rihs= er Obſtbaum, og, 8 ein yt uus daher je recht. flat daß das df: der Landes: eafionen Ws ert wer 1 SINE IEIEEE IEEE H SE eS SED 24.7 269 ea rreffen, und damit die Felder zu überführen. Das Zer- ſtreutſeyn der Felder== zum Theil die, zu großen Güter hindern die grdßern Fortſchritte zur vollen Aufhebung der Dreyfelderwirthſchaft. Im Durchſchnitt kann man an- nehmen ,' daß überall der 10== T2 Samen auch mehr erworben wird. Der Bezirk Dillingen trägt die Krone der Fruchtbarkeit des obern Donauthales-. Man ſieht bey- nahe nichts als Feſen und Gerſte; dieſe Getreidarten er- halten wegen ihrer Güte und Schwere überall Nachſrage; 12'= 15 Samen, oft noh mehr, gibt die Aernte; daun vorzüglich ſchönen Flachs und Futterkräuter, aud) Erdäpfel, Hirſen, Erbſen und Linſen. Es iſt dieſem ſchönen Diſtrikt nur die volle Aufhebung der Dreyfeldexr- wirthſchaft zu wünſchen. Dann würden auch die Felder aus den Furchen zu großen breiten Betten übergehen, und noch ein reicheres Anſehen gewinnen== einen vollen Garz ten darſtellen. Die Bezirke Lauingen, Hdhſtädt, Donäuwdrth, die ſumpfigen Stre>ken an: der Donau ausgenommen, haben nicht minder fruchtbare Felder, meiſtens Feſen, nur ein Same allenfalls geringer. Auch iſt hier der Anbau aller Art in der Brache groß, und wie geſagt, es bedarf nur des lezten Stoſſes, dann iſt Ceres hier in ihren vollem Reiche. Im Bezirke Ndrdlingen, im Ries mit Einſchluß von Oettingen und. Wallerſtein, iſt beynahe die Fruchtbarkeit noch größer; wenigſt im Diſtrikte von Meitingen gegen Nördlingen erlangt man den 18. Samen von Feſen=- groößtentheils allein mit Gerſte, Hirſe, Erbſen, Linſen, Bohnen, Karto- feln, Flachs, Hanf und Klee abwechſelnd.=- Auf den Gehügeln gibt es mehr Roggen, Haber zu 6=- 8 Sa? men. Ganz iſt die Bräche noch nicht verſchwunden, doch im Thale grdßtentheils. Im Bezirke Griesba< zei- - 270= gen ſic die Felder ſchon wieder magerer, aber fleißig zugerichtet, dreymal gea>ert, und allerley Erdarten daräuf- geführt. Die Ausfaat iſt Korn, Gerſte, Haber, in den Thälern auch Feſen zu 6== 8 Samen, um Rennerz- hofen Weizen zu 8-- xo Samen. Dann ſieht man noch Klee, Erdäpfel, Kraut, Zwiebel, auch etwas Hopfen. Im Bezirke Heidenheim baut man Weiten; Dinkel, Korn, Gerſte, Haber, Erdäpfel, Klee, erßere zu 8== 19== 12 Samen, die übrigen zu 6= 8.- Die Drey- felderwirthſchaft hauſet zwar noch; aber ſie ſieht ihrem Sturze entgegen. Im Bezirke Neuburg Korn, Ha- ber, auch etwas Feſen und Weißen, Gerſte, alles zu 56=8 Samen. Eine ſchöne Oekonomie wird von Seiner kdnigl Hoheit der verwitweten Frau Kurfürſtin zu Stepperg geführt. Hier liegt auch das berühmte Do- naumoos, und ſtbßt beynahe an die Thore von Neuburg. Es hat im Umfange 20 Stunden, oder in der Breite bey- nahe 4 Quadratmeilen. Ehedem war hier ein See, wie es die ſanften Hügel als Geſtade umher bezeichnen. Wahr- ſcheinlich hat ſich dieſer See von Poötmeß her bis Köſching und Lenting(' vom Anlanden) erſtre&t.. Im Donaumoos liegt der Torf 4, 5, oft 18 Fuß tief. Jezt iſt die Haupttro>kenlegung hergeſtellt; mehrere Kolonien finden ſich da. Man baut alles Getreid zu 6-- 8== 10 Sa- men. Die Gartengewächſe erhalten eine ungemeine Grdß-. Auch der Futterbau wird ſtark betrieben. Man kennt hier feine Brache, keine Weide und die Gründe ſind ar- rondirt. Dieſer Diſtrikt verdiente nur einer größern Auf- merkſamkeit der Regierung, noch wie vorhin einer eigenen Pflege, um dieſem großen Unternehmen, der Troenle- gung eines ſo ungeheuren Sumpfes vollends die Krone aufzu nit f Gamen Bezie Guſt die Hau um Ra golſta qm Y auch€ Weiße wirthſ; Mani trähtlic Fipfe marit Korn, ſicht| und zi ſtein, » Wer fehn derten darauj Jaber, in Dey um Renner): ſeht wan"“ fwas Dopfe, en, Dink, Rete zu 9=> . Me Dey: ſie Sieht ihren 9 Fm, hu fie, alles 4 [€ wird von Wurfürſin zu rühmte Der on Neuburg, x Breite diy ein Ste, m! men, Baht: „bis Köſchint - Donqutmo Text ift dit onien finden =. 10 Ey meine 0,0, Mar feutt nde find at? dern Auf: wer eigent e Tode die Fe! eee<= arne FEES m SINE AIRE EE aufzufeßen.*) Im Bezirke Rain wird auf den eben nicht fleißig zugerichteten Feldern Korn, Gerſte zu 6=- 8 Samen erzielt;=- von Gempfingen, dem'neuburgiſchen Bezirke zu, wird Weißen zu 8== ro Samen gewonnen. Sonſt bemerkt man in einigen Tiefen=- Feſenz; aber die Hauptſache iſt Korn, Gerſte, dann Flachs, Erdäpfel, um Rain herum Hopfen, etwas Klee. Im Bezirke JFn- golſtadt herrſXbau im Bezirke NON bei Roth u. ſ. ſ+ ſehr verbreitet. R 2201: M 2. 45.0420.202 0 Sind viele im Bezirke Gdggingen, doch nicht hinreichend;= die beſſern zeigen ſic) um Augsburg-- dannim Schmutterthale.=- Man fängt an, ſie zu düngen, zu gipſen, zu wäſſern, alſo dreymähdig zu machen. Mehrere Dörfer haben ihre Wieſen eine oder zwey Stunden ent- fernt= am. Lechfeld=- in der Gegend von Haunſiättenz allein ſie ſind ſehr ſchleht=- einmahdig. Die künſtlichen Wieſen=- der Kleebau== erlangen immer mehr Schwung. Beſonders iſt dieß auch der Fall in den Bezirken Zu 5- maröShauſen, Burgau und Günzburg. Ju den Thälern trift man auf ſchdne= oft dreymähdige Wie- ſen, auch im Ganzen auf viel Klee. Doch dieſer Lirtikei-- die Wieſenkuültur= die der natürlichen und künſtlichen-- ſollte noch mehr Aufmerkſamkeit erhalten. Im Bezitke Wer- tingen zeigen ſich auch ſchone Wieſen in den Thälern, nur nicht im Lechthale:=- da iſt viel Sumpf=- viel ſür den : Fleiß zu thun. Einigen Erſaßz geben die Wien, die. zum Fuiter zweymahl gemäht werden. Das Gipſen hilft in dieſen Gegenden den Futterbau immer mehr auf; die. Be- nußung der- Jauche iſt aber noF) wenig in Anwendung. „Im ſchönen Bezirke Dillingen ſtehen die Wieſen auch nicht auf der nbthigen Stuſe der Ausdehnung und Kultur, “als ſoude! Meiſt zwey ſen be freylid Funfi Grei beſen mog fehlt Wieſe im It es abt Auen moos ſerve ſonde def beßten q0113 9 ſelbſt d pſt:= Jusng (us de Gif; mart Ech ſelbſ: noc Wei )= jp Cldittt, li, Dorp: ' Spalterhopfn Dieſes Städt: fl gewinn, feld hei Net) En; Do) nit 1 Nygöburg- ſie zu dingen, hen, Mehrere Stunden eyt- wehr Schwitz Bezitfen 318 170101 ähdige Dir eſer Artifel- Fünſtlichen Yezitke Wer 1 Thalerh, mu . piel für den fen die zum pſen hilft i1 uf;„de Anwendun) Wieſen au) z und Sultty u als es ſeyn könnte und ſollte. In den Bezirken Laufn- gen; Höchſtädt und Donauwvrth bemerkt man be- ſonders im Donauthale viele Wieſen, doch auch Sümpfe. Meiſtens ſind jene mit Weiden bepflanzt und gewöhnlich zweymähdig. Im Bezirke Nördlingen ſtehen die Wie: ſen beſſer,= ſind meiſt dreymähdig im Wörnizthale 3 freylic) mangeln ſie wieder auf den Gehigeln, und die künſtlichen Wieſen leiſten noMy zu wenig. Im Bezirke Greisba äußert ſich viele Sorgfalt für die Wieſen, beſonders um Wemding? man düngt und wäſſert ſie wie mvbglich auf allen Seiten. Jm Bezirke Heidenheint fehlt es auch nicht an dieſer Aufmerkſamkeit.=- Schöne Wieſen== zwey- und dreymähdig== fallen in die Augen im Altmühlthale u. ſ. w. Im Bezirke Neuburg ſieht es aber wieder ſchlecht mit ihrer Kultur aus: in den Auen ſizt Sumpf und man läßt ihn ſo;= im Donau? moos, wo die ganze Gegend gleichſam die Wieſen- Re- ſerve hat, werden ſie nicht gedüngt, und bleiben alſo, be- ſonders im tronen Sommer, nur einmähdig. Die Wieſen der Kolonien ſind aber ſchdn= meiſt dreymähdig und vom beßten Graſe. Im Bezirke Rain erſcheint die Wieſenkultur ganz vernachläßigt. Eben ſo im Bezirke Ingolſtadt-- ſelbſt die an der Donau ſind meiſt wilde Auen oder Stim? pſe.= Hr. Weinzierl von Mdring macht davon eine Ausgnahme, und ſein Beyſpiel wird bald ſeine Nachbarn aus dem Schlafe we>en. In den Bezirken Eichſtädt, Kipfenberg, Beilngries, Greding und Neus markt zeigt das Altmühl-, Anlanter-, Laber- und Schwarzach- Thal ziemlich ſchöne Wieſen=- zum Theil ſelbſi dreymähdig; aber die übrigen künſtlichen Wieſen ſind noch unzureichend.=-- In den Bezirken Hilpoltſtein, Weiſjenburg und Pleinfeld bemerkt man wieder vz S LIEH SELENE TUE RE 2. aal TSE 07 =, Ade,<= beſondern Fleiß für natürliche und künſtliche Wieſen: erſtere ſind ſce voll Obſtkdrner, um ſie wo einzulegen. Keine Birn, kein Apfel u. dgl. wird gegeſſen, ohne nicht begierig nach den Körnern zu ſehen und ſie zu ſich zu ſte>en; die Landleute haben auch beynahe volle Kenntniß vom Okuliren, Kopuliren u. dgl. Dieſe Obſtbaumzucht iſt noch etwas in den Bezirken Nördlingen und Greisha< verbreitet,= Im lezterin trift man ſie be- ſonders zu Greisbach, Lechsgemünd, Marxheim und Ber- tolsheim. Weniger iſt ſie wieder fühlbär in den Bezirken Hendenh einm Iemburg Ramm Zugl: ſtadt. Im Bezirke Eichſtädt iſt zu Rebdorf eine be- trächtliche Obſtbäaumzucht, und man ſucht ſie von da aus in der Gegend in Aufnahme zu bringen. Dieß geſchieht vorzüglich auch zu Pappenheim. Noch iſt aber im Uebri- gent zu wenig Ermunterung dazu, däher die Wirkung nicht groß. Man muß Obſtibaumzucht und Gärten hingegen vernächläßigt anſchen in den Bezirken Kipfenberg, Beilngries, Greding tnd Neumarkt. Beſſer geht es damit in den Nepiekel Hilpoltſtein, Weiſ- ſenburg und Pleinfeld; aber es bedarf auch hier nod) eines größern Schwunges. Wie mit den Obſtbäumen und Gärten= ſo ſieht es auch im ganzen Kreiſe mit der Biettenzucht: ſie iſt wohl überall einzeln== im Kleinetz, uber im Ganzen unbeträchtlich. V- 2024 BeInvn an Ehedem waren Weinberge am jeuſeitigen Donau- ufer von Leitheim bis Neuburg; jezt ſind ſie verſchwundett. Der Leitheimer- Wein kam dem Ne>arwein gleich. S 2 85 2604: Dale Wl dier. Deren gibt es zu viele im Bezirke Gdggingens ſie ſind meiſt von Fichten, Tannen, Birken und etwas Buchen beſtellt. Die Wälder dienen dem Vieh zum Tume melplas; auch wird Streu daraus gehohlt. Im Ganzen kann man keine Forſtfultür hier ſuchen. Im Walde ko- ſtet ein Klafter Fichtenholz 2, das Birken= 3, das Bu- chen=- 4 fl. oder überall etwas darüber. Das Nähm- liche iſt beynahe von den Bezirken Zusmarshauſen und Burgau zu ſagen, doch wird es immer etwas lich- ter: man ſieht mehr Laubholz. Dieſes wird endlich ganz vorherrſchend in den Bezirken Günzbu rq. W eir- „tingen, Dillingen, Lauingen, Hd<4HIſtädt und Donauwdrth. Die Holzarten ſind Birken, Aſpen, Buchen, Eichen, Erlen und Fichten. In dieſen Gegen- den gilt das Klafter Buchenholz 6--8, und Buſchholz 4-5 fl. Auf Schlag- oder Buſchholz zum Umtrieb von x17=-29 Jahren wird die meiſte Waldwirthſchaft zweck- mäßig geführt. In den Bezirken Ndrdlin gen und Greisba iſt auch viel Laubholz, als Buchen, Eichen, Aeſchen, Linden; dann Fichten, Tannen, und obige Wirthſchaft.= Auf den Hdhen erſcheinen wieder die Schwarzwaldungen. Ein Klafter Fichten- oder Tannen-- auch Fdhrenholz gilt 2--3 fl.=- das von Buchen das Dop- pelte u. ſ. w. Man hohlt auch Streu und ſieht Weide in den Waldungen. Zu Sollnhofen und Konſtein ſind Glashüten. Im Bezirke Heidenheim finden ſich die gewdhnlichen Holzarten alle; man bemerkt aber mehr Kuls fur und Ordnung in den ehemahlig ansbachiſchen Wale dungen. Das Streuhohlen iſt ſehr beſchränkt, und die Viehweide verbannt. Im Bezirke Neubu rg gibt es SEEEEEI wi Dq Ho Ba lch Wei Ett Den von gel ehe Fiq und hit. en gri Fü! ge die ini ihre Ve ſche! un im her wer ſeht er! na in VW y)9(ingen: 1 Und efwaß x Ganzen Aröhauſen or etwas Iich: wird endlich rq, Wer h ſtadt und m, Men, eſen Gegen: ) Buſchhol Umtrieb von ſhaft zwed; ingen un "1, Eichen, und obige vieder die Tannen 7! n das Dope ſieht Weide nein fd 1 ſich die mehr Fuls yen Val , unddie ) gibt(| = 277:>5 wieder der Waldungen viele, und keine Ordnung dabey. Das Klafter Fichtenholz koſtet 2= 3, daun das harte Holz 4-5 fl. Im Bezirke Rain ſtehen beträchtliche Waldungen= Thierhaupten und Pdtmeß zu.= Im Uebrigen ſicht man Auen mit Geſiräuchholz. Durch die Weiden leiden dieſe Waldungen viel,= fo auch durch Streuſcharren. Im Bezirke Jugolſtadt ſind an der Donau hin wriſte Auen, den Tummelplaßs für Weidevieh vorſtellend, und auch ſonſt der Waldungen in Fülle: der Köſchinger- Forſt zählt allein 18,000 Tagwerk; er war ehedem Eichen- und Buchenwald, jezt erſcheinen meiſt nur Fichten. Selbſt das harte Holz gilt nicht mehr als1=-2fl. und das weiche 40 kr. bis x fl.= Das Vieh läuft überall hin und her, alles Laub u dgl. wird zur Streu gehohlt. In den Bezirken Eichſtädt, Kipfenberö, Beiln: gries, Greding und Neumarkt-- Wälder dex Fülle aller Art, doch mehr von Tannen und Fichten. Es geht ihnen aber wie in den vorigen Bezirken; auch ſind die Holzpreiſe nicht höher. Eine Menge Staatsfvorſte ſind in dieſen Gegenden, und beurkunden ſchon im Voraus ihre Armuth.=- In den Bezirken Hilpoltſtein, Weiſſenburg nnd Pleinfeld iſt die Föhre vorherr- ſchend; es gibt aber auch Buchen,=- Eichen beſonders um Weiſſenburg, im großen Weiſſenburger- Walde, und im Rezatthale. Die Preiſe des Holzes ſtehen doppelt hd- her als in den vorbemerkten Gegenden z auch iſt die Auf- merkſamkeit größer auf die Waldungen.=- Unterdeſſen ſieht man den Waldſtand nirgends auf einer Kultarſtufe: er nähert ſich derſelben in den obern Gegenden der Do- nau und in dem ehemahlig ansbachiſchen Diſirikte, aber in den übrigeniſt er noch weit entfernt= meiſt nur wildes Weſen. Nirgends ſonſt kommen Std>e heraus, nirgends Were 2:78= bemerkt man beſondere Pflege und Haughalt. Daß noch das Bieh in den Wald kommt, beweiſet all dieß ſchon zur Genüge.=- Die zu geringen Holzpreiſe beweiſen aber ferner, daß die Kultur noch nicht ſich verlohnt, zu viel Raum für die Waldungen beſteht. S+ 365- 00...0.10.4.078. Das Bieh wird beynahe überall im Bezirke Gd gs gingen ausgetrieben-- in dis Wälder und auf die Bra- chen;=- die vorigen Weideplätze ſind jedoch großtentheils zur Kuitur gebracht, Die Weidenſchaft wird immer mehr verdrängt in den Bezirken Zusmarshauſen, Bur- gau u. jf. w., theils, weil die Brachen viel bebaut ſind, rheils in den Waldungen immer mehr Hinderniſſe ent- gegengeſtellt werden. In den Bezirken Gs nzburg:, Wertingen, Dillingen, Lauingen, Höchſtädt iſt bereits aus obigen Urſachen die Stallfütterung beynahe allgemein geworden? nur zur Herbſtzeit kommt das Vieh noch einige Zeit auf die abgeräumten Felder und Wieſen. In den Bezirken Donauwdrth und Nvordlingen biethen allein die Waldungen und einzelne Brachen noch Ge- legenheit zum Viehaustrieb dar. Das Weiden hat wieder mehr Schwung in den Bezirken Greisbach, die Ge- gend von Weinding qausgenommen, und Neuburg. Doch iſt es auf dem Donaumoos verbothen.= In den Bezirken Rain und Ingolſtadt iſt Weide die Hauptz- ſache in den Auen, Wäldern und auf den Brachen; ſelbſt die Schafe trift man in den Auen und Waldungen an, 31 den Bezirken Eichſtädt, Kipfenberg, Beiln- gyies, Greding und Neumarkt erſchallt überall mit frägeſtem Morgen das Horn des Hirten, das Vie 4 dem u! gem! pol! hate! Frei ein ya git ſich Gig einz den Vel heit ve V ſi m he (+1; NEI ' 205 oh 1 vt dieß ſcho) beweiſen aber pal 5 WIN zu viel ) Immer mehr ſen, Byr vebaut find, dermiſſe ent: ünzburg, Hochſtadt wg beynaht mf das Jie und Wieſen, jrdlingen en nod) Ges hat wieder y, die Gt: Neuburg, -- ud" die Daupt? pen; ſelbſt ungen am ! Beil Wx übern? ven, me 279 emm Vieh aus dem Stalle jagend; es läuft dann in die Wälder, auf die Brachen, und einzelne dde Pläße. Bey den Forſtadminiſtrationen zählt man ſogar die Weidegelder zu einer Forſteinnahme!: Weniger geſchieht dieſes all- gemeine Weiden in den Bezirken Heidenheim, Hil- poltſtein, Weiſſenburg und Pleinfeld. Die baieriſchen Kulturgeſeße haben auch in die Gegenden dieſes Kreiſes= in das vormahlige Schwaben und Franken=- eine wohlthätige Revolution gebracht: die vden Weide- plätze ſind grdßtentheils verſchwunden; der Hirtenſtand iſt überall im Gedränge z größtentheils fühlt man ſchon die mächtige Wirkungen der Stallfütterung, das Unge- eignete der Weide,= Es bedarf nur noch eines ähnlich elektriſchen Schlages, und das häßliche Horn des Hirten wird nicht mehr einbrüllen in die zauberiſchen Melodien der Nachtigallen. SE 22007 B40CHhH(.0-0.0. Es findet ſich Vieh aller Art in dem Bezirke Gd g- gingen, aber wenig und mittelmäßig. Es verbeſſert ſich von Tag zu Tag, je mehr man Futter baut und die Stallfätterung einführt 7 wie zu Wöllenburg und andern einzelnen Orten. Theils Pferde, theils Ochſen führen den Yflug- Die Ställe ſind aber durc Bezirke Ingolſtadt aus, Die Chros niken ſtroßen von Aufzeichnungen der Jahre, in denen die Viehſeuchen ganze Herden zur Beute der Schinder machten, Und doch ſind die Augen noch nicht geöffnet! Dieß iſt deſto auffallender, weil Fr. Weeim zierlzu Möring ein ſo ſ, Holz, Flachs, Leinwand, auch Obſt.= Da in dieſem Kreiſe auch mehrere Fabrikſtädte und Handelspläe ſind, als Augsburg, Nördlingen, Göggingen, Roth, Allersberg, Weiſſenburg, Günzburg u. ſ. 4., ſo iſt natürlich, daß dieſe Gewerbe und Handel Guch den Landleuten umher manchen Verdienſt ſpenden. S. 368- Allgemeine Bemerfungen. In dieſem Kreiſe finden wir eine der erſten und wid)- tigſten deutſchen Städte= Augsburg= Augusta vin- delicorum.*) Scdon der Nahme beurkundet ſein Ent- ſtehen als rbmiſches Kaſtell und Kolonie. Von hier ging diee hinderte. Dieſen widrigen Verhältniſſen und den Weidepläten kamen die baieriſchen Kulturgeſeßze ſehr zu Statten. Die Weideplätze ſind grdßtentheils zur Kul- tur gebracht, und das Güterzertrümmern iſt an der Tä- geSordnung, auch einzeln das Vereindden. Dieſes findet jedoch hier zu viele Schwierigkeiten.= In dem ehma- lig ueuburgiſch-=- eichſtädtiſch- und oberpfälziſch--- dann baieriſchen Aemtern beſtehen die grundherrlichen Ver- hältniſſe, wie ſie im Iſarkreiſe beſchrieben worden: der ganze Troß von allerley Gütern, Willkühr an Laudemien, Frohnen und Taxen aller Art. Unter allen Gegenden dieſes Kreiſes zeichnet ſich das ehmalige Landgericht Wem- ding= der Diſtri/t von Wemding aus.„, Hier=- heißt es in der ſtatiſtiſchen Beſchreibung davon--»„ hauſen weder Adel, uoch Grund- und Lehenherrſchaften=- alſo ger von Diedenheim ſeyn, Ulm, 1795. Daun Wolfgang Adam Schöpf von Fall und Schupflehen in Schwaben. *) Zu mehrerer Yeberſiht möchte die beygefügte. Tabelle Lit, II, diegen, ME 286 25 keine Scharwerke, kein Bier-, Brod- und Mühlzwang u. ſ. w. Es gibt zwar Geldſtifter und Getreidgälten, ſie ſind aber als bloße Zinſe an Geld und Getreiv zu bes trachten, und fließen dem Spital, Kaſtenamt oder den Kirchen zu. Ferner ſind da keine Laudemien, feine grund herrlihen Consense ad alienandum oder hypothecan- dum, fein Hoffuß oder Gebundenheit der Güter; jedes Grundſtück iſt eigen und frey, kann verfauft werden, wann und wie man will. Was Wunder alſo, daß dieſer kleine Strich Landes reicher, bevdlkerter und glücklicher iſt, als viele andere 2?“ Fünfzehnter Abſchnitt. Statiſtiſcher Umriß der Landwirthſchaft des Rezat- Kreiſes. S- 369 Dieſer Kreis umfaßt ein ſanftes Gehügel mit öſtlich, ſüddbſtlich, und ſüdlicher Abdachung. Es wechſeln alſo hier nur Gehiügel und Thäler, von den vielen Flüſſen aus2 geſpült. Die Redniz,*) bey Dettenheim entſprin- gend, durchſchvemmt den Kreis in der ganzen Länge. Darein ergießen ſich die Pegniz, Mittelaurach, Bibert, Zenn, Gründlach, Aurach, Schwarzach, größere Schwo- *) Die Redniz hieß im vorigen Kreiſe Rezat, und wie ſie die Pegniz aufnimmt, erhält ſie den Namen Regniz. Sie wird zu Forchheim ſchiſſbar. Donan ſich au nan€ theilut zenha! Feu Einſ; 7): War? ſiadt( 16) 7 Heils dorf, 26) A 3 Regen haben Mor; vert, nd YN, hfywan Öetreidg: fn Getreid zu hy amt oder dy » feine grun) hypothecan Güter jedes duft werden MU, daß dieſer Und gliche Ih des Neat [ mit öfilich wechſeln alf 41 Füſſen aus eim entſpr anzen Lange: „ach, Bibert, ßere Gw und wie! bach, Wieſent, Aiſch, Ehe, Weiſach und Haslac in der Gegend von Kadolzburg, Windsbach, Schwabach, Erlangen, Nürnberg, Gunzenhauſen, Baiersdorf, Dennenlohe und Ansbach. In Anſehung des Flachſes behauptet man, daß er nicht geräth. Es gibt einzeln Hanf, Der Flachs wird gegen die Pegniz hinan etwas mehr gebaut. Ho- pfen ſicht man überall= am meiſten um Schwabach, Neuſtadt und Gunzenhauſen=- beſonders um Langenzenn. Dieſen hält man ſo gut, als den Spalter. Und doch beſteht im Ganzen die Dreyfelderwirthſchaft.*) Der Brachanbay liegt ſtets noch im Kampfe mit den Schafe? weiden, obſchon die Geſetze gegen alle Weide abgeſpro- e heraus? kommen. Eine Klafter Stdc>e Foſter 1.40.45 Er.4- Dave wird ein Gulden für das Graben gegeben, alſo doch 45 kr. Gewinn. Ein noch weit größerer iſt, daß dieſes Holz do ſch! die, vom! Eichen 30. 3f Anob Ehn ſud gen aug liche Freiſe verd fy das 7 Wald tſig ſich a Vieh zeh vie N jein, Sphefet, 19 und Neyſhy ? Namen Bir, er Iſt Der ſlec: 1d Wnöbach et einträgliche, fen, Zan, *treden Mals 00 Taqwerk 13 und Schw: 1 1500. Uy Baldungen we ſchönſten Fihy dgerict Ou ſoauhdlz, di! dem Rhein, en frifft maß Weide iſt x, wein die hier die Vale t theils das bds heraus“ fr. Davor ſo doch 451 ; dieſes DM doch benüzt, der Schlag abgeräumt, und der Boden zum ſchnellen Holzauflug fähiger gemacht wird. Sonſt ſind die Holzpreiſe gewdhnlich=- verſieht ſich im Walde a) vom harten Holz: Buchen pr. Klafter 5fl. 295 kr.= 5 fl. Eichen 5 fl.= 5fl. 30kfr- b). Vom weichen: Fichten 2.fl.== 3 fl. 30 kr., Tannen und Föhren 2 fl. 30 kr.= Z fl.. Alles dieſes beſchränkt ſich nur auf die ehemahls Ansbachiſche Aemter. In der Gegend der Pegniz und Schwarzac, wo die grdößern Waldesſtre>en liegen, ſind. die Holzpreiſe geringer, auch weniger Ordnung wes gen Weiden und Streuholen. Cs wird kein StoX her- ausgegraben, und überhaupt zeigt ſich beynahe der näm2 liche wilde Zuſtand, wie in den Waldungen des Iſar: Freiſes«. SN I270: l+. Lell Skin 1 NIG 6E) I -. Bey den, meiſt durch die baieriſchen Kulturgeſeize veranlaßten Abtheilungen der Gemeindegründe, iſt häus- ſig die Stallfütterung eingeführt, beſonders weil auch das Feld der Brache immer beſchränkter wird, und die Waldungen geſchloſſen ſind. Der ſonſt beträchtliche Hir- tenſtand mindert ſic) alſo jedes Jahr. Dadurch verbeſſert ſich aber auch jedes Jahr der der Landwirthſchaft und des Viehes. Nur in den Gegenden der Pegniz und Schwarz zach ſieht es dießfalls noch wilder aus.== Da treibt die Weide noch ihr Weſen. S. 377- Viehſtand. Erſcheint ſchön und beträchtlich,-- weil es viele Wieſen gibt; könnte aber noch beträchtlicher ſeyn. Un- terdeſſen geſchah für ſeine Veredlung vieles. Markaraf Alexander hat Beſchälſtationen und Fohlenhdfe angelegt, auch die beſten engliſchen und Holſteinerhengſte dazu an- gekauft.*) Die ſchönſten Pferde, noch von dieſer Anſtalt ſich her datirend, ſieht man im Ansbacher und Schwa- bacher Bezirk. Auch die Rindviehzucht erhielt zur nähm- lichen Zeit eine Veredlung. Durch die Schweizerey in Triesdorf ging nach und nach im Lande eine Schweizer2- race hervor. Die Kühe ſind fleckig oder rothbraun, ſehr ſtark und dauerhaft. Man hält auch eine Menge Och- ſen, die meiſt den Pflug führen, und häufig gemäſtet werden. Die bedeutendſte Rindvieh- und Pferdezucht findet ſic) in den Bezirken Ansbach, Gunzenhauſen, Herrieden und Leuteröhauſen. Vorzüglich zeichnet ſich der ſogenannte Brünſtergrund durch großes und ſchönes Nind- viel) aus. Ehedem zählte man allein im Ansbachiſchen 16,000 Pferde, 40,747 Ochſen, 49,626 Kühe, 42,261 Stü> Jungvieh, 20,463 Kälber und x2=- 15 tauſend StüFX Maſtvieh.= Selbſt die Schafe wurden bey den Anſtalten zur Verbeſſerung des Viehſtandes nicht ver- geſſen. 1789 kamen ächte Merinowidder und Mut- terſ aus; die Häuſer zur Hälfte von Holz, zur Hälfte von Stein; die Wohnzimmer groß, reinlich und gebretert= aber die Ställe==-leider no ſchlec ung der Stände, und die Reformation. Der Bauernkrieg hatte die Folge, daß ailgemein die Leibei- genſchaft aufgehoben wurde. Durch die Unterdrückung der Stände im ſechzehnten Jahrhundert verlor ſich der Adel in dieſem Lande, und alle gutsherrlichen Verhält: niſſe milderten ſich. Die meiſten Güter ſind Erb- Erb- zins- und Lehengüter, einzelne Freybauern. Es gibt auch eine Menge eigene-+ walzende Stüe. In dem Diz ſtrikte des ehemaligen Fürſtentyums Bamberg und der Oberpfalz u. ſ. f. ſind freylicß die gutsherrlichen Rechte drüFender. Im übrigen geben die Erbzinsgüter, oder Leyen, nur Gilten an Getreid und Geld. Es beſteht kein Heimfall. Die Laudemien heißen Handlohn, zum Theil. iſt auc) Beſthaupt mit verbunden; aber glles ſchr be- ſchränkt. Die Frohnen ſind' meijt gemeſſen, wenig un- gemeſſen, im Ganzen unbedeutend. Die Frohnen verur: ſachten jedoch, daß man immer genau auf Gebundenheit der Gürer hielt; ob man ſchon ſonſt allgemein die Noth- wendigkeit ihrer Aufldsbarkeit fühlte; denn die meiſten Höfe ſind zu groß. Zugleich herrſcht auch eine Art Hofs ſuß. Die Bauern haben ihn unter ſich wegen der Kriegss bürden erſchaffen. Mehrer? Bauern zuſammen machen einen Stationshof, und nac) den Stationöhdfen wurden giſo dieſe Laſten ausgeſchlagen. Die Reformation hat ſow und NE ließ, uli Die y ſie de tiömu gent ta yy die q talie gllen turge ten, loſ den deſiv ---- +) 5 it Ufte mehr bs, ie Aultur un fer jmd groß, ir Halfte voy imer groß, - leider noch e Undwirth- eg, die Un: han, Der In die Seibel; Interdridun ot ſich der n Verhält- Erh- Erh- s qibt auch 1 dem Di: 9 und der hem Rechte güter, ode beſteht fein zum Theil ö ſchr be: wenig un: nen verur: bundenheit die Noth- je meiſten Art Hofs 1 Kriegbe 1 machen m wurden ation ht ſowohl dadurch, daß ſie die vielen Feyertage unterdrückte, und der Kultur und Induſtrie viele Arbeitstage verſchafſte, als auch dadurch, daß ſie viele nüzliche Bürger einwandern ließ, und mehr Regſamkeit verbreitete, zum Beſtien der Kultur und Wohlſtand des Landes mächtig beygetragen. Die preußiſche Regierung that auch dadurch vieles, daß ſie den ehemals ſchre>lichen Wildſtand und Jagddeſpo- tiSmus vernichtete. Freylich ließ ſie ſich dafür eine ei- gene Abgabe,-- Wildpretſteuer= oder Wildpretsab- trags- Gelder bezahlen. Nicht minder war die preußiſche Hypotheken-Ordnung für die Landwirthſchaft wohlthätig, die grundherrlichen Konſenſe verdrängend, und mehr Kapi- talien in die Hände der Landwirthſchaft legend.*) Bey allen dieſen Umſtänden, beſonders da die baieriſchen Kul- turgeſeßze nun ſchon grvßtentheils die Weidpläße vertheil- ren, iſt nur einziges=- dringendes Bedürfnis die Auf- loſung der Gebundenheit=- das Arrondiren 3; denn bey den meiſt großen Ddörſern leidet die Landwirthſchaft nur deſtv fühlbarer durch das Zerſtreutſeyn der Gründe. *) Freylich ſind manchmal Exeſſe dabey vorgegangen. Davon trug aber nicht die Hypothefenordnuna, ſondern die Nach- läßigkeit der Beamten die Schuld. Sieh hierüber Maga- zin für die Handlung, Handels8geſezgebung und Finanz- verwaltung Frankreichs, von F, y. Fahnenberg und SG eprgius, 3. Heft 1813. ama 208 am Sechzehnter Abſchnitt, Statiſtiſcher Umriß der Landwirthſchaft des Main- kreiſes.*) S. 386. Oeſer Kreis gehört eigentlich zum Gebieth des Thüringer- Waldes; der grdßte Theil davon iſt daher Gebirg, welches ſich weſtlich und ſüdlich in ſanfte Hügel verflächt. In der Mitte thront das Fichtelgebirg, das 6 Meilen im Um- fange hat, und mit zu den höchſten Gebirgen in Deutſch- land gehdrt. Es biethet viele, große, auffallende, wilde, zum Theil ungemein ſchöne und reizende Partien dar. Wildniſſe, Stein- Klippen und hoch thürmende Felſen wechſeln in einigen Gegenden mit den ſchönſten Wieſen- thälern und ſanften mit. Wald begränzten Abhängen; in- Deſſen finden ſich auch ſumpfige Gegenden und unzugängige Schluchten. Ein Theil iſt beſtändig bis tief in den Som- mer hinein, und mehrere Schluchten das ganze Jahr durch mit Schnee bedeXt. Der Schneeberg iſt 3682 Fuß über die Meeresfläche erhoben; der Ochſenkopf 3621 Fuß z die Kdßeine bey Waltershof, der Weiſſenſtein]und hohe Farn- *) Nimm zu dieſer Ueberſiht der Kreiſe die Karte--- die baieriſche Monarchie, entworfen in zwey Blättern von Kon- rad Mannert 1810, Nürnberg bey Homanns Erben,-- Hätte im noch Zeit gehabt, ſv wäre hiernach eine eigene agronomiſche Karte uach Art, wie ſie Arthur Young über Frankreich lieferte, beygefügt worden. itt, des Maity 08 Ihininger birg, welche; tflächt, In len im Um in Deuiſch: nde, wilde, Partien dar, mende Felſet yſten Wieſen [bhängen; iv ) unzugau in den So e Jahr dur) 92 Fuß üht 21 Fuß; dt 1d hohe Jau Garte di! ern von Kon ns Erben,= » eine eigen! hur You keiten 33x26 Fuß. Unter die hohen Gebirge zählt man auch noch den Armansberg unweit Kulmain und Kemnath, vie Neuebärg im Landgerichte Weiſſenfeld, den Ddbraberg bey Schwarzenbach am Walde, deſſen Gipfel faſt immer mit Schnee bede>t iſt, den Spißberg, den rauhen Kulmen bey Neuſtadt. Das Fichtelgebirg bildete von jeher die Scheide- wand zwiſchen Nord- und Süddeutſchland. Merkwürdig iſt auch, daß hier eine Gefäll- Scheidung nach den vier Weltgegenden erſcheint. Es entſpringt darauf der Main*), der dem Norden zuſtrömt 3; die Nab, die ſüdlich abläuft, bis ſie die Donau erreicht, und damit dem ſchwarzen Meere ſich zuwälzt; die Eger, die dſilich forteilt, bis ſie die Elbe empfängt, und damit in's deutſche Meer fällt; die Saale, die nvrdlich ſich fortſtürzt, dann in die E!- be ſich werfend. Der Main=- aus vem rothen und wei! ſen Main zuſammengeſezt= ſtellt den Hauptfluß dici Kreiſes vor. Darein ergießen ſich die Roda, Kronach, Haslach, Gaſt, Steinach; Lauter, Scheßlis, Is, Bau- nach, Ebrach, Regnis und Aurach.- Daun ſinden ſich noch die Saale, Pegnitz, Selbitz, Eger, Selb, Wan- dreb, Nab, Waldnab, böhmiſche Nab und die Heid- nab, Wieſent, Rdsla, Puttbach und Creuſen. Der Bach zu Berne> enthält Perlenmuſcheln: man bekommt manchmahl Perlen= den orientaliſchen gleih. Cs gibt zwar auch Seen; aber ſie ſind nicht beträchtlich: als Clenauerſee, Weiſſenſtädter- See, Biberacher- See, Brei- tenau, Neuſee, Hammerſee bey Lichtenfels, und der große Biſchofsweiher bey Dechſendorf. Der vormals be- rühmte Fichtelſee hat bereits bewährt, was von den Seen allgemein bemerkt wurde: er iſt abgelaufen und ſiellt GG nm *) Er trägt zu Bamberg Schiffe zu 700 bis 800 Zentner. ==... 3200'== einen bloßen Sumpf vor; er würde mittelſt Kultur bald ganz verſchwinden. Nebenbey ſieht man mehrere Teiche, beſonders in den obern Gegenden. Die politiſche Ein- theilung dieſes Kreiſes zählt 33 Landgerichte: I) Burg2 ebrace fort weißer Flugſand; in den übrigen iſt Thon und Sand mehr verwittert und viel mit! Damm- erde gemiſcht, beſonders in den langen und breiten Thä- lern. Wälder gibt es im Gebirge in Menge=- auch Sümpfe und einzelne dde Stre>Xen. Hier mag man nur ein Drittheil zum kultivirten Boden rechnen, hingegen unten in den Gegenden des Mains und der Regnitz drey Tunftheile. FS. 383. Dt 07 Se[dex Sind ſchön und werden auch gepflegt in den Bezirken Burgebra<, Bamberg 1. und 1l., Hallſtädt, S, Erdäpfel, *) Das beßte und reichſte Eiſen des Königreichs findet ſich unweit dem Arzberg aun RüSslgflave, Hanf, Flachs, Klee und zwar dieſen beſonders im Ize thaie, Der ſchönſte Hanf: wächst in der Gegend von Weißmain. Auch in den Bezirken Weiſchenfeld, Ebermannſtadt, Pottenſtein und Pegnitz gibt es Getreid aller Art, doch ſind die Yernten nicht ſo er- giebig=- zu 6, 8 bis xo Samen. Auch ſteht man Hüls ſenfrüchte, Hanf u. dgl. Jn den Bezirken Kronach, Teuſhnit und Lauenſtein iſt ſchon der Haberbau herrſchend; aber-- unverzeihli)= auch hier Brache! Cben ſo in den Bezirken Stadt ſteina<; doch wird hier mehr Gerſte erzielt. Im Ganzen erhält man da den vierten bis ſecererbſen, 60) Kör- bel, 61) Paragum, 62) Kümmerlingskraut, 63) Häün- leinsfraut, 64) Majoran, 65) Schafmäuleinsſalat, 66) Saurampfer, 67) Schnittlauch, 68) Erdäpfel oder PotaFen, und 69) ſpaniſche Grundbirn. Außer dieſen Samen werden jährlich viele Hundert Futter Gemüſe in alle Gegenden verſchi>t. Es wird auch Saffran erzielt, der aber nicht ſo gut iſt wie der dſterreichiſche;=- vor- züglich aber wird vieles Süßholz gebaut, ja viele Hun- dert Zentner gewonnen, und in ganz Europa herum verz ſendet. er gend tent Zap wit in bad Dy nd Ban gleid hend wurd PT » Und damit el der Gy x) Ani, graecum, ) Spargel, 19) Meer Peterſilie, ly 25) Vir: Rohlrüben, 1, 30) gelbt 32) Räſe: Kernkraut, ünen Kohl, 42) YPaſti: 4) Faſelen, - ſchwarz), 1, 49) Ot t, 52) Rt: enfopffalt, 57) Dl: 1, 60) It - 63) Git uleinöſat, edäpfel eds Yußer dieſet (Gemüſe i! pan erzielt, 027200 viele Zu 3 herum 900 ſendel- wenn 305 v-=-e ſendet.*) Obſt= gutes, ſchönes= iſt iir den untertt Gegenden faſt überall in ſo großer Menge zu finden, das es friſch vder gedbrrt, auch als Obſteſſig weit und breit ausgefährt wird; eben ſo. kommen die Obſtbäume in die weite Welt, Die vorzüglichſten Obſigatkungen ſind Yepfel, Birn, Nüße, Zwetſchken, Pflaumen, Weichſel, Kirſchen U. Gio Die Gemeinden deſeßeit zur größern Aufnahme der Obſtkultur ihre Gemeindeplätze und die Landſtraſſen mit jungen Obſtbäumen. Man trift auch vieles ſogenanntes Wild- oder Feldobſt an, da die Raine an den Aeckern und die Aenger mit Birn- und Aepfelbäumen prangen, die Obſt in Menge tragen, und die Cigenthümer berei- X und Hopfen, ſo auch um Cleusdorf u. ſ. w. Viel Hopfen wird erzielt um Stadtſteinach, Maine>, Krona und Burgebrach. Den Hopfenbau hat in dem ehemahlig Bambergiſchen erſt die Verordnung vom Jahre 1797. gleichſam aus Nichts hervorgebracht, und in einen blü- henden Zuſtand geſezt, nähmlich, daß Prämien vertheilt wurden. Jeder, der 12 Zentner Hopfen baute, bekam 30 Thaler; jedes Feld, auf Hopfen benüzt, war x5 Jahre *) Sowohl die Pflege desſelben, als die Ausgrabung erfor- dert eine beſondere Kunſt, daher muß ein Gärtner, wenn er das Meiſterrecht erhälten will, zum Beweiſe ſeiner Ge- ſchiklichfeit, eine ganze Wurzel von Süſholz ohne alle Be- ſchädigung gusgraben, u <--> 300<<< ſteuer- und zehentfrey. Dieß verurſachte, daß die Ein- fuhr des fremden Hopfens bald unbedeutend wurde. Iu Anſehung der baireuthiſchen Aemter ſieht man Gärten und Obſt um Culmbachz alles Uebrige iſt unbedeutend. Hopfen gibt es ebenfalls um Culmbach, Pegnitz, Lichten- berg und Baireuth-=- auch etwas in den übrigen Yemtern. S. 386 56.0) AEn aba nu Findet ſiM an der weſtlihen Seite von Bamberg, dann im Bezirke Hallſtadt, und an der dſtlichen Seite des Banzbergs. Der Horſchdorfer rothe Wein bey Staf- felſtein, Löwenthaler genannt, iſt berühmt.=- UAlle übrige Weine taugen nicht viel; daher müſſen die Wein- berge immer mehr den Getreidfeldern und Obſtbäumen weichen. S2 287: Ward er Beſiehen aus Föhren, Tannen, Fichten, Eichen, Buchen, Birken, Eſpen, Linden, Ahorn, Ilmen, Er- len u. ſ. f. Aud) hat man angefangen, Lerchen zu ſäen. die großen Fortgang zeigen. Da das Holz eine gute Ver- werthung. hat, iſt mehr Sorge für die Waldungen'ver- wendet. Selbſt viel Holzſame wird geſammelt und damit Handel getrieben. Eine Menge Kommerzial- und Floß- holz kommt jährlich nach Frankfurt und Holland. Die ſchönen Tannen liefern die Maſtbäume für die holländi- ſchen Schiffe. Die Gegend um Kronach nennt ſich der Wald, weil von da aus der Haupthandel geſchieht, Die beträchtlihen Waldungen heißen: TI) der Ebracer-, 2) der Steinwieſen- Forſt, jeder von 15,900 Tagwerk; aß die Ein wurde, N nan(Gärten nbedeuten), 8, Lichten: 1 Aemtery, 1 Bamberg, ichen Ceite n bey Etaf: wz ee die Wein- Dhſibäumen 1, Eiche, Tlmen, hen zu ſatt 1e gute Dit: dungen vw [t und damit ; und Floß land, Die ie holland!- nt ſich dit jieht, D! brache?) 2 Tagwer; Z) der Teuſchnißer- Wald von 12,000 Tagwerk; der Büächelberger- Wald von 10,700, und der Grünhunder- Wald von x0,4009 Tagwerk. Auch in den übrigen Bezirken haben Eiſenhämmer, Glas- und andere Fabriken mehr Aufmerkſamkeit auf die Wälder veranlaßt; doch iſt Wald- weide und Streuhohlen noch nicht ganz verdrängt. Die Holzpreiſe ſind im Durchſchnitt: a) vom harten Holze-=- Buchen pr. Klafter 4 fl. 30 kr. bis 4 fl. 45 kr.= Eichen 4 fl. 12 fr. bis 4 fl. 45 kr. 3; b) vom weichen Holze=- Fichten 2 fl. 42 kr. bis 2 fl. 56 kr.= Tannen und Fbh- ren 2 fl. bis 2 fl. 24 kr. S. 388- ME X DE 10-1208 Treibet noh überall ſein Weſen auf einzelnen dden Plätzen, Gemeindegründen, Brachen und Waldungen, nur iſt die Gegend um Bamberg und der Jhgrund davon gusgenommen. In jedem Dorfe ſind der Hirt, oft zwey bis drey Hirten, und der Nachbar Abde>er die Hauptperſonen. Ehedem gehdrte in Deutſchlands Städten und Fle>en der Galgen und der Scharfrichter nor dazu. Glücklich nur jene Gegenden, wo man dieſe Nahmen wenig kennt. Unter den Gewerben der baireuthiſchen Aemter ſind allein 78x Hirtenfamilien aufgezählt, und ebenfalls viele Abde>er, auch Waſen- oder Fallmeiſter genannt. Wenn es große Viehſeuchen gab=- wie nicht ſelten=- da hatten die ihre JAernten= ihre Feſte. In der Topographie des ehemah- ligen Bamberg kommt bey jedem Dorfe ein Jäger, Hirt, Schäfer, AbdeXer=- oft auch ein Eremit= eine Wall- fahrt, z. B. von Mariaſchmerz= Fünfwunden== vier- zehn Nothhelfern u. dgl. vor. U 2 -- 308 Fe -S. 389. Wt, 0 he 6 dot„bs * Das ſchönſte Vieh ſieht man im Izthale, weil da Stallfütterung beſteht. Der Unterſchied iſt ſo auffallend, daß in den andern Gegenden, z« B.. um Kronach, eit Stü> von zwey Jahren nicht Färker iſt, als im Ißgrunde ein halbjähriges. Man zählte ehedem im bambergiſchen Ländchen 21,900 Kühe, 22,662 Zugochſen, und 1588 Zug- pferde. Die Ochſen werden gemäſtet und in ferne Gegens den verfauft. Fir die Pferdezucht geſchah in vorigen Zeiten viel durc) vorzügliche Hengſte, die man anfaufte und in Stationen, als Beſchälplätze, vertheilte. Schäfereyen gibt es viele, beſonders im Gebirge, auch da viele Geiſe. In den Gegenden von Staſſelſtein, Banz, Scheßlig, Burgkunſtadt, Stadtſteinach und Kronach findet ſich eine beträchtliche Schweinzucht. In den baireuthiſchen Aeme tern ſammt deren Unterlande zählte man vorhin 42,240 StüFX Ochſen, darunter 4000 zur Maſt, 39,320 Kühe, 52,951 St. Jungvieh, 10x,000 Schafe, 33,500 St. Schwei- ne. Die Pferde wurden auch da durch angeſchafte vorzuügz- liche Hengſte, nicht minder die Schafe durch ſpaniſche ver- edelt; allein die Weide, das ſchlechte Futter im Winter2c. haben ſie bald wieder verunedelt. In den übrigen Be- zirken iſt gleiches Verhältniß= viele Ochſen, wenig Pferde, etwas Kühe, Schweine, Schafe=- im Ganzen ſchlecht, wie es von der Weide, ſchlechter Pflege, ſchlech- ten Ställen zu erwarten iſt. Man hdrt von einigen Guts- beſizern Klagen, daß wegen der durch die baieriſchen Kulturs geſetze= beſchränkten Weide die Schafzucht zu Grunde ge- hen müſſe. Wenn einzelne ſchlechte Schäfereyen dabey in die Klemme kommen== iſt wogl nicht viel Schade, wen! Yort m| hoher giſchen Krona alle Fr beſond ſe, ſn - 2 Baum treid, Getr treid treid treid, N"ufng Aleeſa Nf, vnY Forby werde! Haber thenth von hier| Wur 76 '„ Weil dy Uffallend, 190), eit JBgrunde vergiſchen 1528 Ng me Gegens 'gen Zeiten fte und in hafereyen '|e Geiſe, Zheßlk, - ſich eine hen Aete in 42,240 320 Ait, t. Schwit: te vorzig niſche vet Wintern, eigen De 1, wenig 1 Ganzen „ ſchlech? 1 Outs- | Kultuts unde ge? 1 dabey Scale, SLIT wenigſt hält er keinen Vergleich aus mit den übrige Vortheilen der Kultur. Yuch die edlere Schafzucht findet nur in der Kültur, Futterbau und guten„Pflege den hdhern Schwung. Die Bienenzucht muß in dem Bamber- giſmen ehedem ſehr in Auſnahme gewejen jeyun: denn zu Kronach war ein ſogenanntes Triebelgericht. Hier wurden alle Frevel gegen die Bienenzucht gerügt. Man ſieht auch, beſonders in den Gebirgsgegenden, noch überall Bienen» ſtvXe. Es bedürfte nur einiger Aufmunterung, um die- ſen wichtigen Zweig derLandwirthſchaft wieder zu heben.*) S. 390. Haupterwerbs-Artikel. Die Gegend von Bamberg verkauft Getreid, Obſt, Bäume, Gäartnerey- Produkte. Die von Hallſtadt Ge- treid, Obſt, Vieh, etwas Wein. Die von Rattelsdorf Getreid, Vieh, etwas Wein. Die von Dyringſiadt Ge- treid'; Vieh, Holz, Kleeſamen. Die von Cleusdorf Ge- treid, Vieh, Kleeſamen, Hopfen. Die von Banz Ge- freid, Vieh. Die BViehzucht hat hier deswegen mehr Aufnahme gefunden., weil die Schafhut abgeſtellt wurde z Kleeſamen, Obſt„> Holz. Die von Lichtenfels, Getreid, Obſt, Kleeſamen, Nußbäume zu Flintenſchäften. Die von Burgkunſtadt Getreid, Vieh. Hier verſchafft auch die Korbmacherarbeit einen großen Verdienſt. Die Körbe werden in ferne Gegenden verſchi>t. Die von Kronach Haber, Vieh, Holzarbeit, Floßhandel. Die von Ro- thenfirchen und Teuſchnitz Haber, Flachs, Leinwand. Die von Nordhalben Getreid, Erdäpfel, Holz; es werden auch hier viele hölzerne Waaren verfertigt, als: Schüßſeln, 3 etwas Ge- Wurſſchaufeln u. ſ- f. Die von Watleufels *) Steh Hofmanns Bambergiſche Annalen. Ere ZIO-=e treid, Vieh, Flachs, Holz. Es werden hier viele Flin- tenſteine, Wezſteine, Serpentinſteine, verkauft. Die von Wartenfels Getreid, Vieh, Baumwollenſpinnerey. Die von Enchenreut etwas Getreid, Hyls. Flachs:, Baumwollenſpinnerey. Die von Kuvferberg und Mark- ſchorgaſt etwas Getreid, Flachs, Holz, Bergbau. Die von Stadtſteinach Getreidv, Flac Getreid, Hopfen, Vieh, Holz- ſamen, Die von Weißmayn Getreid, Hanf, Obſt, Bieh, Wollenweberey. Die von Langheim Getreid, Hanf, Flachs, Hopfen, Obi, Holz. Die von Staffel- ſtein Getreid, Wein, Vieh, Obſt, Wollenweberey., Die von Scheßlitz Getreid, Hanf, Flachs, Obſt, Holz. Die von Zapfendorf Getreid, Vieh, DbſUZ Hdl." Die: von Memeldorf Getreid, Holz. Die von Hollfeld, Weiſchen- feld und Bodenſtein Getreid, Vieh. Die. von Gdßwein- ſtein Getreid, Vieh. Die von Ebermannſtadt Getreid, Hanf, Obſt, Marmor. Die von Schlüßelau' Getreid, Hirſe, Obſt, Vieh. Die von Burgebrach-Getreid, Vieh, Holz. Hopfen. Jn den Baireutiſchen Aemtern Viel, Holz, etwas Getreid, Flachs, Hanf, etwas Ho»- pfen, Wolle, etwas Obſt; um Culmbach Erdäpfel, Kraut, Kohlrüben. Man ſpinnt und webt hier allgemein. Der Bergbau, die Marmorbräüche und die Fabriken ge- ben dann auch manchen Verdienſt. In den übrigen eh- mals oberpfälziſchen Bezirken etwas Getreid, Holz, Vieh, Flachs„ Erdäpfel, Hopfen, Hanf. Ueberhaupt wird hier viel geſponnen und gewebt im: 52 6. Im Be zirke Eſchenbac< und andern Gegenden haben auch die Fiſche aus den Teichen ſonſt vielen Handel ver- urſacht; dann die vielen Eiſenhämmer Hände be- ſch NT! wer! hutt! hier, Fal| yon hat Wen zur€ ſich die vill heu aus Clat Güte ſelde oder Ritt aud tung Vrh Gel ſin dde in viele Fly: uft, Di nſpinnery, - Flachs, und Matt gba, Die - Hopfen, iſches ver; ieh, Holz- anf, Df, n Oetreid, n Staffel: rey, Die jolz. Die Die von Weiſchen- | Oofßwein: dt Getreid, qu Getreid, < Oetreid, jen Aemter" etwas Hv ) Erdäpfel, x allgemein Frabrifen gt übrigen ehe lz, Vieh, upt wird Im De- ben auß) audel vet- hände bt: ſchäftigt. Im Bezirke Kemnath geben die Scen noch voll Moraſt. Jedes Dorf hat in der Weitte einen hohen entaſteten Tannenbaum, um welchen am Kirchweihfeſt getanzt wird. Die Bauern heißen Maperbauern( die größten im Dorfe) Sdldner, Tropf- häuslex, Beſtändner oder Pächter, ganze, halbe, viertel V IN; Die größten Hdfe- zählen meiſt nur 509=- 4.0== 329 Tagwerk; aber auch dieſe ſind in der Flur zerſtreut, aijo in IE üblen Verhältniſſen. Zugleich zeigen ſich die gründherrlichen Forderungen ſehr groß, denn hier waren nicht wie im Ansbachiſchen die Stände aufgehoben, vielmehr hatten ſie: immer ſehr großen Einfluß; es gab eine zahlreiche Nitterſchaft, und viele Vorrechte und Sorzüge für. ſte. Die Bauerngüter. haben zwar meiſt GEGNERN vder Lehen, aber die Handldhner ſind fedr vervielfacht, nebenbey Beſtihaupt mit verbunden und die Scharwerte meiſt ungemeſſen, Mit den Zehenten greift man eben ſo ſehr um ſich. Es gibt nicht bloß den gewohnlichen Getreidzehent, ſondern auch den Schmal- jaat= Zehenten, z. B. an Erdäpfeln, Kraut, Rüben, Flachs, Hauf; A 2IE== auf den neukultivirten Gründen, Heun, Obſt, Blutzehent u, ſ.:w. In Anſe: bung der Leibeigenſchaft, ſo andern Feodalverhältniſſen, veſteht vom Kaiſer Napoleon ad, Madrid vom x2. Dez. x808. ein Dekret, nach welchem in dieſen Gegenden die Leibeigenſchaft mit allen Yitributen, ſelbſt die Frohnen, ohne glie Eniſchädigung aufgehoben wurden. Nicht viel leich: D.. wt birgs, wälde der Dona vnd Hau der 5 neuern Zu froh; oder | 1798 be 0genanntey „nicht auch 1'de, denn f in der 1 welchen n heißen 1, Lroyf: ve, viertel = jo zerſtreut, igen fich enn hiex fgehoben, » 6 gab echte und war meiſt ohner ſind nden un Zehenten icht bloß Edhmal? Rüben, Weipirtert in Anſe: niſſen, 2, Deh. den die en, ohne iel leis mum Zr3> ter ſind die grundherrlichen Verhältniſſe in den übrigen Bezirken Kemnath, Waldſaſſen u. ſ. w.3 zur allgemeinen Speiſe.dient nur Haberbrod und Erdäpfel. Eben ſo ſchlecht iſe die Kleidung« Meiſtens trägt der Mann weder Strümpfe noch“Schuh u. ſ. w« Schon ſeit 3796. war im Baireus- thiſchen die Zerſchlagung der großen Güter angeordnet, aber ohne Erfolg. Ein neues Haus zu bauen war ſtets verbothen. Die 1770 angeordnete Landesdkonomie-Depus- tation zu Baireuth gab ſich alle Mühe, die Vorurtheile bey der Landwirthſchaft zu bekämpfen, nuüzte vieles, konute. aber doch die Hauptübel nicht heilen. So viel Fleiß und Induſtrie übrigens in dieſem Kreiſe herrſcht, ſo kömmt er doch dem Rezatkreiſe weder an Bevölkerung, noch viel weniger am Wohlſtand der Bewohner gleich. Siebenzehnter Abſchnitt. Statiſtiſcher Umriß der Landwirthſchaft des NRegen- freiſes. S2.392, Dieſer Kreis umſchlingt noch Vorberge des Fichtelge- birgs, dann die weſtlichen Gebirgsgehänge des Bdhmer- waldes, endlich die Gehügel, die ſich dieß- und jenſeits der Donau zu verllächen. Eine große Ebene erſcheint im Donauthale von Regensburg gegen Straubing zu, ehdem von den zuſammgedrängten Gewäſſern ausgeſpält.*) Die Hauptgebirge dieſes Kreiſes heißen die zwey Oſſen, dann der Hohenbogen und die Oed, Der große Oſſa hat 4493, 1:5) Sieh ſtatiſtiſche Beſchreibung der Oberpfalz, Sulzbach 1807 von. Joſeph v. Destou, Schwan- dorf 3; die beträchtlichſten ſind der Pfreindsweiher, der Rotelweiher und der Klardorferweiher. Nach der politiſchen Eintheilung zählt dieſer Kreis 20 Landgerichte; als x) Abenvberg, 2) Pfaffenberg, 3) Stadt am Hof 4.) Kellheim, 5) Riedenburg, 6) Hemau, 7) Parsberg, 8) Pfaſſenhofen, 9) Amberg, 10) Sulzbach, xx) Vo- henſtraus, 12) Nabburg, 13) Burglengenfeld, T4.) Regenſtauf, 15) Wörth, 16) Wetterfeld, x7) Neuburg vorm Wald, 18) Waldmünchen, x9) Kam, 20) Kdzz- ting. *) Von Amberg gehen kleine Schiffe nach Regensburg. Sie bringen Eiſenerz für die in den untern Gegenden gelege- nen Eiſenhämmern, z. B. die im Altmäühlthale, und keh« ren mit Salz beladen zurück, Pal freum heſemn des| Deſio der 7 Der do Ae Am Yu mil loſen ſteine ſchaf viele Eta, bare mn ſeen Ful meh ſia wil t die Mete, des Böhmer während die worfene Ma Gebirge, ei; Foin andere n, der die! fentheils it Väche be- ſich mächtig hl, Scham: eit faber, ldnab und ") 5 Lau: tigens gibt eine große , Schwan veiher, det er politiſchen te; Wr) Hof, 4) Parsber), „ 11) Dr feld, 14) ) Neubur) 20) Abh: pug. Sit den gelegt! » und feb DI Z15 ml G.393: Klima Vom Fichtelberge herab iſt das Klima der vielen Waldungen und Teiche wegen erwas veränderlich und un- freundlich. Rauher, winterichter wird es Kam zu= und beſonders im Landgericht Koößting, wo am Hintergrund des weißen Regens beynahe ewiger Schnee hauſet. Deſto ſanfter erſcheint der Himmel aber an den Gefilden der Donau, beſonders von Regensburg nac< Straubing. Der Weſtwind hat überall Gewitter oder Regen zur Folge. S. 395- Boden Die ehemals oberpfälziſchen und pfalzneuburgiſchen Aemter, als: Hemau, Parsberg, Pfaſfenhoſen, Amberg, Sulzbach, Vohenſtraus, Nabburg, Burglengenfeld, Neuburg vorm Wald und Wald- münchen, haben beynah einerley Boden, theils mit loſen Quarzſand überſchüttet, theils ragen nate Felſen- ſteine hervor. Im Ganzen iſt es ein für die Landwirth- ſchaft ſehr undankbares Land. Es begegnen einem daher viele ungebaute Stre>en, eine Menge Waldungen, meiſt Staatsfdrſte. Um Heimburg erſcheint ein ganz undank- barer Sand, und alles voll Unkraut. Im Bezirke Wald«- münchen und in den Thälern findet man Lehm, und alſo beſ- ſeren Zuſtand. Ein Dritttheil des Ganzen wird unter Kultur liegen. Etwas verwitterter iſt der Sand, etwas mehr mit Dammerde gemiſcht in den Bezirken Regen- ſtauf, Wdrth, Wetterfeld, Kam. Aber wieder wilder erſcheint allos im Gericht Kböstingz; gleich „allg 376 cr als hätte es die loſen Felſenſteine hergeregnet. Hier Fann nur der vierte Theil als kultivirt gelten, Sezt man aber bey Regensburg über die Donau, da befindet man ſich im Bezirke Stadt am Hof oder Bärbling, und wel) anderer Zuſtand des Bodens!=== Ausge- breitet iſt hier ein Schlamm mit ſchwarzgrauem Thon gemiſcht, und einer Menge Dammerde, und nicht ein einziger Stein trifft“ ſih da. Man- nennt dieſe Gegend den Dunkelboden. Der ſechste Theil davon mag Wald vder Sumpf ſeyn. Von Sinching--- Schdönach zu=== zieht ſich wieder Sand und Gries, Im Bezirke Pfaf«- fenberg gehbrt die Gegend von Zaizkofen, Eggmühl, Sdierling beynahe noch ganz zu obigen Dunkelboden, Die Erde iſt lehmigt, beynahe ganz mergelartig. Auch an der Kleinlaber von Mallersdorf nach Geißelhdring iſt der Boden noch fett, lehmigt und gut. Gegen den Schwingbach und Rothenburg hin, und in der übrigen Ges gend erſcheint er aber ſchon wieder magerer, rothſandigt; bald mehr, bald weniger zu Lehm verwittert„ und mit Damm«- erde gemiſcht. Es gibt in dieſer leztern Gegend viel Wald, vde Plätze und Sümpfe. Vom ganzen Bezirke trägt die Hälfte Kultur an ſich. Jm Bezirke A bensberg findet man im Abensthal nur Flugſand., der ſich Offenſtetten zu hinbreitet. Um Puellach, Rohr, Biburg, iſt aber fete ter Mergelgrund. Auch um Elſendorf, Razenhofen, gibt es guten Lehmboden. Die Hälfte des Bezirks darf man als kultivirt annehmen. Im Bezirke Kellheim iſt dießſeits der Donau bis Abbach hin Lehmboden= ziemz lich gut, jenſeits aber erſcheint das Land rothſandig, voll Schieferſtein; auch mangeln eine weite Strecke fort, gez gen Pointen und Heimaa, die Quellen. Man muß ſich daher mit Ziſternen behelfen, Der vielen Wälder wegen mag het, Hit ten, Cet da befindet * Bärbling, = Ausge- wem Thon nicht ein ſe Gegend waz Wald nad zu- rte Pfaf: Eggmühl, mfelboden, ig+ Auch hdring if Gegen den übrigen Ges othſandigt; mlt Damme viel Wald, fe trägt di! erg findet ffenſtetten ſt aber fete ofen, gib! ; darf matt heim iſt - zem: dig, voll fort, 90: | muß fi vegen m) er nur die Hälfte Land kultivirt gelten. Den Bezirk NRie- denburg bede&t ebenfalls rother Sand und Lehm mit grau bemoosten Felſen beſpikt. Der öden Plätze und Waldungen gibt es viele.= Die Hälfte des Raums wird man zum kultivirten Boden rechnen können. KF S. 395+ DEU CHEST GE DL. 0Es In den oben bemerkten pfälziſchen. Diſtrikten werden die Felder wohl ſehr mühſam zugerichtet= oft mit Kalk übertüne und der Raſen in kleine Haufen gebracht, getro>net und verbrannt=- nun darauf gea>ert, und ein Feld zubereitet. Es kommt Korn, auch Hirſe darein=- im zweyten Jahre dann Haber oder Erd- äpfel, und im dritten Jahre fliegen von ſelbſt die Birken an, die in x7 bis 20 Jahren ſchlagbares Holz liefern. Dann fängt Obiges wieder yon neuem an. Im Bezirke Stadt am Hof oder Barbling ſind die Felder das erſte Jahr mit Weizen, das zweyte mit Gerſte beſäet, im dritten Jahre herrſcht Brache. Jn einigen Gegenden baut man alle Jahre Weizen darauf. Selten wird gedüngt, denn der Boden iſt von ſelbſt ſchon fett genug=- und wirft I2= 24 Samen, oft noc? mehr, ab. Die Brache iſt meiſt wegen der zu großen Hdfe, zu vielen Gründe und wegen Mangels an Dienſtbothen nothwendig. In dem Sand von Sinching=- Schdnach zu, gibt es nur Korn, Gerſte und Haber zu 6--8 Samen. Jn obigen Dunkel- boden trift man auc) Widen als Futter für Pferde, dann Hanf und Rüben-- auch Hopfen an. Um Pfater und Aholfing ſieht man eine Art kleiner Rüben, baieri- ſche Rüben genannt, die ſchmakhaft ſind, und weit ver- ſchickt werden. Im Dunkelboden herrſcht viel Fleiß in Zubereitung des Feldes, doch ſieht man keine Beete- ſen wi! gro pie! Flo! die Barey muß may n Steiney wern, un d die Er); Benühung rge, auc Nan heißt 3 ſeräunt, ſen in feine nun darauf forn, aud) ' oder Erde, die Virken dlz liefern, jm Bezirke Felder das erſte beſatt, on Gegenden ird gedüngt - und wirf » Brache iſ runde u 1. Ii den nur Aon, Jen Dunkel: jr Pferde, Um Pfate! en, baier!- ) weit vet“ el Fleiß i1 ime Deli! ſondern leine Furchen. Wegen des zu feiten Bodens wird oft andere Erde damit gemiſct, bis wieder ein Wald entſtand. 3) Auch die adelichen Bräuhäuſer reihten ſich als natürliche Feinde davon an, und ſuchten auf alle mogz= liche Art die Weinberge, ſelbſt die Obſtbäume zu verz drängen.= Nun ſieht man dafür wüſte Wälder an den Gehügeln mit der ſc *) Oft enthalten die königl. Waldungen beynahe die Hälfte des ganzen Flähenraums eines Bezirkes 3 hingegen findew ſih auf einer Quadrat meile 1300=- 1600 Menſchen, in einigen noch weniger, z- B. Pſaffen hofen 1216, Sulz- b ah 1420, im ehemahligen Landgeeichte Pleyſtein(jezt bey Voheunſiraus) nut 670. *+“) Daß die Staatswaldungen weniger als nichts tragen, ſieh Ioſ. H az zi's ete Anſichten d, Waldungen 16 München 1825- X 2 jezt ohne Ordnung. Das Beßte geſchieht noch mit den Birkenbergen, wogegen das Forſtweſen immer kämpft. Einige Glashutten ziehen auch etwas Holzverwerthung und Kultur nach ſich; ſie ſollten aber möglichſt vermehrt werden; allein da iſt auch wieder das Forweſen entgegen. Im Bezirke Stadt am Hof oder Barbing beſtehen die wenigen Waldungen aus Eichen und Birken, um Sins berg herrſchen in den Waldungen die Fbhren, Fichten, Birken, Buchen und Eichen. Auch hier leiden die Wal- dungen ſehr durch die Weidenſchafren, EStreuſammeln und Scharren, dann Pecheln. Unterdeſſen hat das Holz noch wenig werth, 1--2 fl. das Klafter im Walde. Die nähmlichen Holzarten und Verhältniſſe finden ſich im Be- zirke Abenöberg. Im Bezirke Kellheim ſind Fich- ten und Tannen vorſchlagend. Der Hienheimer- Forſt von 60929 Morgen hat meiſtens vorzüglich ſcen in Felder umgeſchaffen worden; auch ging es ſo mehreren Teichen. Die Weide verhält ſich auf die nähmliche Art in den Bezirken Regenſtauf, Wörth, Kam und Kdzting. Veberall kein Futter fär das Vieh zu Hauſe: es wird daher vom frühen Morgen bis ſpäten Abend auf die erbärniliche Weide gejagt. Selbſt die Ochſen, müde von harter Tagsarbeit, müſen Mit- tags= ſelbſt Abends beym Ausſpannen auf die Wei- de,= und die Nacht durch das Futter ſic) ſucyen. Da ſind dann auch die Felder nicht ſicher. Wirklich iſt das noch das Schlimmſte, daß in den meiſten Bezirken vieles Vieh frey=- beſonders Nachtszeit herumläuſt. Da gibt es Feldſchäden ohne Zahl=- und keine Gerechtigkeit dafür. Ueberhaupt kennt- man Feldpolizey kaum dem Nahmen nach. Im Bezirke Stadt am Hof oder Bar- bing hat man wenig Hornvieh, und auch das kommt auſ die Brachfelder oder in die Wälder. Für die Pferde zeigt man mehr Aufmerkſamkeit 3; für dieſe wird gutes Wicenfurter gebaut, auch beſteht zu Hauſe gute Pflege. Im Bezirke Pfaffenberg iſt die Weide in den Wäldern, auf den Brachen, und ſonſt einzelnen dden Plätzen wieder allge- mein herrſchend. Eben ſo in den Bezirken Abensberg, Kellheim und Riedenburg. Es verſieht ſic), daß neben den Hirten auch überall Abdecker, ſogenannte Schyin- der, hauſen; ſie bildeten von jeher einen wichtigen Stand, begünſtigt und unterſtüzt vom Oberſtjägermeiſteramt, ih- rer Oberherrſchaft. Selbſt in dem kleinen Raum der ober- pfälziſchen Aemrer zählt man 82 Schinder. Die freuen ſich dann über die vielen Viehſeuchen, die in einem oder dem andern Jahre ſicher eintreſfen. Einzelne Orte haben freylich die Brache durch allerley Anbau beſchränkt, und zum Theil oder ganz die Stallfütterung eingeführt. Die Weide iſt auch durch die Kultur der dden Gründe ſehr 922 mindert worden; allein ſo lange die Weidenſchaft noch Zuflucht in den Wäldern und Brachen findet, kann der lei- dige Hirtenſtab nicht ganz gebrochen werden. So erzeugt ein Uebel das andere. SE JO: BD 6. 0000 06.0 Iſt ſchlemäßiger Pflege in den Ställen beſſer gedeihen, als im wilden Weidezuſtande. Gegen Main- burg zu finden ſich ebenfalls viele Schweine. Zum Theil bauen Ochſen, zum Theil mittelmäßige Pferde das Feld. Im Bezirke Kellheim und Riedenburg iſt kein an- derer Unterſchied, als daß wieder häufiger die Ochſen den Pflug führen. SS 402. Haupterwerbs-Artikel. In den oberpfälziſchen Aemteru ſind die O<- ſen, Leinwand, Zwirn, Flachs, etwas Holz und Hanf, dann der Verdienſt bey den Eiſen- und Hammerwerken die Hauptgewinnſte. Auch wird mit den vielen Fiſchen aus den Teichen Handel getrieben. In einigen Orten ver- kauft man auch Getreid, Erdäpfel, Hopfen. Ein dem böhmiſchen gleicher Hopfen wird in dem Lautera cherthale gebaut. Perlenfiſchereyen gibt es im Bezirke Neuburg; im Bezirke Waldmünchen zwey Glasfabriken. Ueberhaupt muß in dieſen Gegenden viel gewebt, geſponnen, und gearbeitet werden, um ſich mit elenden Haberbrod im Schweiße des Angeſichts und unter äußerſt ſchlechter Kleidung durchs Leben zu bringen. Ctwas bejjer geht =. 328 er wean es in den Bezirken Regenſtauf, Wdrth, Wetter- feld. Hier fann auch Holz, einiges Getreid, nedſt den Ochſen zu Markt gebracht werden. Im Kamiſchen iſt wieder der Ochſen- Flachs- und Leinwand- Verkauf die Hauptſache. In dieſem Bezirke ſind allein weit über tauſend Weber. Es wird auch etwas Getreid und Holz verwerthet. Im Ködttingiſchen Ochſen, Flachs, Leinwand und Holz. Lezteres kömmt als Schneidwaare auf dem Regen nach Regenslurg. Holzarbeiten, Aſchen- bremen, die Glaghütten, verſchaffen vielen Verdienſt. Auf den ſogenannten Helmhöfen findet ſich das einzige Kalklager in der ganzen Waldgegend, weßwegen dieſer Kal? weit umher verführt wird. Im Bezirke Stadt am Hof, Barbing hauſet der wichtige Getreidverkauf. Auch machen die ſogenannten baieriſchen Rüben einen Er- werb. Jm Bezirke Pfaffenberg Getreid, Vieh, Holz, Im Bezirke Abensberg Getreid, Holz, Flachs, Schweine, beſonders gegen Mainburg zu; ſie werden halbgewachſen( Friſchling genannt) verkauft, dann Schafe, Pferde u. ſf w. und etwas Obſt. Auch wird da mit Kalk Handel getrieben. Im Bezirke Kell- h eim jenſeits der Donau Holz, Ochſen, etwas Getreid. Dießſeits Getreid und Heu von den Altmühl- und Do- nauwieſen, vder ſogenannten Wöhren. Man baut auch hier Schiſſe, Kellheimerinen genannt. Nebenbey verſchaf- fen die Sieinhauereyen in den Marmorbrüchen von Welten- burg und andern Sandſteinen; ferner die Verfertigung der ſogenannten Kellheimerplatten(Bodenſteine für Kir- dien) einigen Verdienſt. Es finden ſich auch hier viele Fiſcher. Die großen Ultmühlkrebſe bringen im ganzen Thale ebenfalls einigen Erwerb, Im Bezirke Rieden- hu / ? Yemt Wett Holz zun erſd Mi ande! Gelb vm Art, den Vil ſien, gf überg Hquy bene ippi, ſchen Wetter - Nebſt dey amiſchen d- Verkauf | weit über und Holz Flachs, waare auf 1, Mhen: Verdienſ, as einzige yen dieſer » Etadt dverkauf, einen Er- d, Vieh, dd, Holz, cg zu; ſe verkauft, bſt. Aue rfe Kell: 5 Getreid, und Dy: baut auch y verſchaf: n Welten? fertigung für Kir- er viele 1 ganzen Rieden: burg verkauft man etwas Holz, Getreid, Heu und Ochſen, dann etwas Hopfen. CS: 403» Allgemeine Bemerkungen. Die Wohnungen, Dörfer ſind in den pfälziſchen Aemtern, dann in den Bezirken Regenſtauf, Wörth, Wetterfeld, Cham, Kötzting außerſt ſchlecht= meiſt von Holz und klein, auch die in den übrigen Bezirken, ein- zelne Ote ausgenommen, nicht viel beſſer. Die Dörfer erſcheinen nebenbey vol Moraſt und Schmut. Mit Mühe kann man durchfommen. Um von einem Ort zum andern zu gelangen, iſt Leib und Leben in Gefahr. Selbſt in den armen oberpfälziſchen. Aemtern wimmelt es von Grund- und Zehentherrſchaſten, Forderungen alier Art, Laudemien, Scharwerke. Noch mehr iſt dieß in den übrigen Bezirken der Fall. Da gibt es gegen die Willkühr und Uebergriffe der Herrſchaften die langwierig- ſten, koſtſpieligſten Prozeſſe. Ueberall ſind die Hdfe zu groß, ſo auch die Dörfer, beſonders die im Dunkelboden, überall die Gründe zerſtreut. Ueberall dieß mit eines der Haupthinderniſſe, daß ſich die Landwirthſchaft nic, Tauſchenbach, wird die Perlenmuſchel gefiſcht. So auch im Keſſelbach und Ran- zenbergerbach bey Schärding und Münzkirchen. Einzelne Perlen geben den orientaliſchen nichts nach. **) S,. ſtatitiſtiſche Aufſchlüſſe über das Herzogtrhum Baiern "as vvn Füftpn Hazzi, Snes 1801. “- M9 Sm es hier nicht» Auf dem Hochgebirge weht bey der ardß- ten Hißze des Sommers ein kühler Wind; an den Ter- raſſen, in den Thälern und Gräfren aber iſt die Hißze ſehr drüXend.| Der Winter und die Schneegeſdber fan- gen in der Mitte des Novembers an, und dauern bis in Mitre April8. Der SchneedruF> und die Spätfrdſte ſcha- den den Friichten und Obſtbäumen ſehr. Die herrſchen- den Winde ſind der Nordweſiwind, und. der Nordwind. Dieſer brauſet beynaye beFXändig in den Gebirgen von Zwieſel. Für Menſchen, mit geſchwächter Bruſt, iſt hier kein Bleiben. Kaum ſind ein paar Sommermonathe, in denen ſelbſt nocerſand. Von den innern Schäßen hat man zur Zeit, nichts weiter aufgefunden als Shwefelkies, woraus zu Boden- mais Vitriol und Schwefel erzeugt wird. In ältern Zei- ten beſtanden"Anbrüche auf Silber, Kupfer, Bley, Ei- ſen u: ſ- f.;'in den Bächen"am" Regen- u.€'w.:'viele Goldwaſchereyen, ſo wie in der Donau und Iſar. Blen- dend ſchön ſind die zu Tag ausgehenden Quarzlager und die Glimmer mit eingeſprengten carmeſinrothen Grana- ten. Am Fuße der Gebirge, in Gruben und Thälern und ſanften Abhängen findet ſich die meiſte Dammerde, aber nie über 5 Zoll tief. Sie iſt ein Gemiſch von verwitter- ten Feldſpath und Quarz, Thon- und Holzerde, Unter ihr liegt weißlichgelber Thon mit 3 Viertel Granit oder Quarzſand vermengt. Schärft man über 12 Schuh tief ſo kommt wieder der EiſenoFXerſand zum Vorſchein. Die Hälfte des Flächenraums kann überall als Faltivirt gel- ten. Das übrige iſt Wald, dde, oder Sumpf. Der Bezirk Regen macht eine Ausnahme. Wegen der un- geheuern Zwislerwaldungen kann hier nur der vierte Theil M x 4D I als fkultivirt angeſehen werden. Der Bezirk Paſſau hat an der Jlz hin die vorigen Verhältniſſe; gegen Schär- ding zu gibt es Thon, aber auch da nimmt der Neubur- ger Wald beynahe allen Flächenraum ein. Dex dritte Theil mag zum kultivirten Land gehdren. Im Bezirke Vilshofen iſt jenſeits der Donau der obenbemerkte Zuſtand. Da darf man auch nur die Hälfte, wohingegen dießſeits zwey Dritttheile zum kultivirten Boden zählen. Hier, ſowohl in dem Vilsthale, als nach Oſterhofen hin, erſcheint fetter, ſchwarzer Boden, reichlich mit Damme- erde vermengt. Im Bezirke Deggendorf gilt vom Amphitheater; denn alle dieſe Gebirge des baieriſchen Waldes ſtellen ſich ſo dar, jenſeits das vorige, und der dritte Theil kann kultivirt ſeyn. Schade, daß ſich am Fuß der Gebirge, am Ufer der Donau, vom Gericht Mitterfels gegen Metten ein beynahe 3 Stunden langer Sumpf herzieht.. Dießſeits um Natternberg, Plattling zu, iſt alles Gartenerde, aber doch gibt es Weideplätze und Auen, ſo daß auch nur die Hälfte kultivirt genannt werden kann. Der Bezirk Mitterfels liegt ganz jenſeits der Donauz alſo hat er mit obigen Bezirken alles gemein. Der dritte Theil des Ganzen iſt kultivirt. Im Bezirke Straubing beſieht der nähmliche Dunkelboden, wie er im Bezirke Stadt am Hof beſchrieben wurde. Schade, daß in dieſem ſo fruchtbaren Baſſin auch noch etwas Sümpfe, Weiden,'und Waldungen ſich finden, die den vier- ten Theil betragen mögen. Im Bezirke Landau dauert von Straubing her im Iſarthale auch die vorige fette Erde fort bis Pilſting und Köllnbach: dann wird das breite Jjartyal meiſt von Sumpf und wüſten Auen auss gefüllt. Die Gehuügel jenſeits der Jſar zur Vils und Kolbbach hin ſind ſchwerer Thon== der bald mehr=- bes jo! ge gel von gem Eun Bez vit, fette NV Ty Jet ber) hend Dan dieſ FE Paſſa gen Schät: 'r Neubut: Dey dritte m Voz; M nit Damme f gilt vom baieriſchen , und der ß ſich am m Gericht den lange! , Kattlinz deplaße un annt werdet es gemein ym Bezith noch etwas je den viel au dauert ige fette wird das [en qusy Vils um hr bes ſonders in den Thälern=- bald weniger mit Dammerde geſchwängert iſt. Die Hälfte mag im Ganzen kultiv gelten. Im Bezirke Eggenfelden ſind alle Gehivel von Lehm, bald mehr= bald weniger mit' Dai gemiſcht. Der dritte Theil davon iſt Wald, Weide vdr Sumpf. Magerer wird obiger Lehm in den Gevugein des Bezirks Pfarrkirchen. Die Hälfte davon 7 Futri- virt. Dagegen kommt im Bezirke Griesbac überall fetter Mergel zu Tag, die StreXe am Inn hin, die j. g. Pockinger Heide ausgevommen, die nur Sand enthält, Im Ganzen ſind 3 Viertheile dieſes Bezirkes kult.virt. Jenſeits des Inns in den Bezirken Schärding, Obern- berg, Waizenkirchen und Viechtenſiein herrſcht durchze- hends ſchwerer Thon, bald mehr, bald weniger mit Dammerde und Mergel gemengt.= Zwey Dritttheile dieſer Gehügel ſind kultivirt zu nennen, ST 1.07: Sr ee Suede: Sind ziemlich fleißig bearbeitet im Bezirke Vieh- tabalgig. Die Aernte gibt gewohn- lich 3 bis 4facenbach, Teißnach u.|. w. Winter- und Sommerweißen fallen meiſtens brandig aus, das Stroh iſt kurz, die Aehre et- was über 3 Zoll lang, das Körnlein di>balgig. Die Aernte kommt auf den 3=-- 5 Samen. Eben ſo geht es mit der Gerſte. Deſtomehr ſieht man überall Kar- tofſeln und Flachs. Lezterer wird 2 bis 22 Schuh hoch, auf dem Felde geröſtet, und zeigt ſich ziemlich feinartig. s beſtehr beynahe durchgehends Brache; außer den Pferdlinſen wird kein Fatterkraut gebaut. Die Birken- berge oder das Riedern iſt allgemein im Schwunge. Die nähmlichen Verhältniſſe treffen ſich beynahe im Bezirke Regen, außer daß um Regen die Bearbeitung der Fel- der fleißiger geſchieht, und 6= 7 Samen erzielt wer- den. Um Zwieſel gibt der Haber 7=- 8fachen Samen, und das Roggenſtroh wird mannshocter Ozkonom und thätiger Bür- ger, Kammermeyer mit Nahmen, gab die Veran- laſſung dazu. Zweymahl entſtand die Viehſeuche. Alle verloren immer ihr Vieh, nur Kammermeyer kein einziges Stü>k, weil er ſeit Jahren die Stallfütterung hatte. Dieſer zu überzeugende Beweis bewog dann die übrigen zur Nachahmung. Jm Bezirke Grafenau be- lohnt die Aernte den vielen Fleiß nur mit dem 4-- 5 Samen von Korn und Haber. Reicher iſt die Aernte von Erdäpfel und Flachs. Der Kleehau fängt an. Hier und da wird auc) um Johanni Haber geſget, welcher als Ao! hau hau Ty NN fet 1 Rieden, 1 ſechöten 1) und in "nußberg, adenbach, Ben Fallen Aehre et: gig. Die 4 ſo geht ver Kar: Schuh hoh, ) feinartig, außer den ie Birken: nge. Die im Bezie nz der Fl: erzielt wer hen Samen höher. Zi allfütten) ätiger Biſt die Vera! euche. VV meyer feil tallfürterun 9 dant dit fenau dt“ "NUNBGES die Aemit tan. Di et, welde! aß als Futter dient. Am Fuße der Berge Rachel und Lu- ſen befinden“ ſich noch große Strecken mit Sümpfen und Filzen bede>t u. ſ. w. Die nähmlichen Verhältniſſe des Anbaues“ finden ſich in den Bezirken- Wolfsſtein und Wegſcheid. Ebenſo im Bezirke Paſſau, nur daß Ortenburg zu ſchon gute Felder zu 8=- 10 Samen aller Art. erſcheinen. Im Bezirke Vilsho fen hat die Ge: gend jenſeits alles mit dem der obigen Bezirke des ſoge- nannten baieriſchen Waldes gemein. Man bemerkt aber ungemeinen Fleißz' die Felder ſind gleichſam den ſteilen Häugen abgetrozte" Dießſeits ſieht man Weizen und Korn zu 6-=8 Samen. Man adert dreymahl und führt Koth und Mergel auf die Felder. Ju der Nähe der Bräu- häuſer zeigt ſich Hopfen« Um Pleinting herum werden häufig die ſogenannten Kardeln( Kardendiſtel) für die Tuchmacher zum Handel nach Oeſtreich gebaut, ſie reifen erſt im zweyten Jahre auf Weißenboden. Um Oſterho- fen gibt'es Felder, die x0 bis 15 Jahre keines Düngers bedürfen. Die Ausſaat beſieht in Weißen, Gerſte, Korn, Haber; die Aernte iſt meiſt 10=- 12fach. Man ſieht auch Klee, Flachs, Hirſe, Linſen', Rüben=- und doch beynahe überall die Dreyfelderwirthſchaft. Im Be- zirke Deggendorf iſt die Gegend jenſeits der Donau wie die von' Viechtach. Man erlangt von Korn, Haber den 4-= 5 Samen, dann hat man Flachs, Erdapfel, Hirſe.* In-Schwarzach führte der vorige Landrichier von Rüdt'" eine muſterhafte Oekonomie, die Brache und Weide abſtellend, erzielte er den 12ten bis x4ten Samen, und ſein Stall war voll des ſchönſten Viehes. Die wohl? thätigen Folgen davon dauern für Schwarzach fort. Um Hengersberg gegen die"Donau heraus gerathen Hanf und Hirſe ungemein. An einzelne Orten wurde deßwegen, y =, 888= und wegen des eingefährten Kleebaus, die Brache abge» ſiellt. Dießſeits der Donau um Natternberq gewahrt man alle Gattungen Getreid zu 8, 10-- 12 Samen. Futz terfräuter nur wenig; alſo die Dreyfelderwirthſchaft. Int Bezirke Mitterfels iſt tiefer in den Gehängen nur Korn- und Haberbau zu 4=“ 6 Samen, dann auch das Riedern in Uebung. Gegen die Donau hin gibt es Gerſte, Weizen zu 8==- 10 Samen. Einzelne haben feine Brache mehr, und der Kleebau iſt in vollem Schwung. So tritt man wieder in das goldene Land== in den Bezirk von Straubing, oder den Dunkelboden hinüber. Hier wechſelt Weizen mit Korn und Gerſte-- leider dann die Brache. In mehrern Orten wird aber ein Jahr.ins! an- dere bloß Weizen gebaut. Es lohnt der 12. bis 24."'Sa- men vom Weizen, der 10=- 35. vom Korn und Gerſte. Erſt alle 6 bis 9 Jahre wird an einigen Orten gedtungt. Außer obigen Anbau ſieht man auch Linſen als Pferde- futter; im Sommerfeld, Rüben, Hopfen. Im Bezirke Landau dauert der vorige Zuſtand bis Pilſting berau, dann ſioßt man im Jjerthale meiſt auf unkultivirtes Land. Jenſeits der Iſar trift man alle Getreidarten mit der gewohnlichen Dreyfelderwirthſchaft. Um Landau herum vermehrt ſich der Same 4-=- 6fach=- an der Vils 8= Tofacerbau in vollem Flor; aber mait läßt es auch an kei- ewahrt may ner Mähe fehlen... Vorzüglich ſucht man die Felder mit 0 aut: allerley Erde zu überführen, und zu mergeln. Jeder Land- Haft, In wirth hat dazu eine. eigene Mergelgrube und eine ein- Yängen nu fache Maſchine, den Mergel herauszuyeben. Die Haupt- 11 auch das ausſaat iſt Weizen und Gerſte« Korn wird mur zur Noth- es Gerſte, durft gebaut, ſo auch Flachs, Kraut, Rüben; bey den ine Brache Märkten eder Flecken= Hopfen. Unter die Gerſie . Eo tritt kömmt auc) Röchling, oder Wien und Linſen, ein Vezit von gutes Pferdefatter gebend, Der Same vervielfacht ſich iber, Hier 10, 12= 15fach, auch darüber. Um Pocking herum muß man ſich mit 5=- 0 Samen begnügen. Seit ältern Zeiten war hier ſchon der Bau des ſpaniſchen Klees im Schwung, und hat grdßtentheils die Brache verdrängt. Man ſieht überall die ſchönſten reichſten Kieefelder, und wird überaus zufrieden mit dieſer Landwirthſchaft. In den Bezirken jenſeits des Inns ſind auch die Felder ziemlich gut beſtellt, fie bringen alle Getreidarten von 6== x9 Sa? men= auch Klee, Flachs u. ſ. w« 'er dann die ahr ins) an: [s 24. Eq- yd Gerſie, en gedüngt, als Pferde Jm Bezirk [ſting heran, oirtes Ran), g : AOL: tein mit. Wieſect« ndau he . Vils= Gibt es viele im Bezirke Viechtach: ſie werden findet aus) meiſt gewäſſert, wie im Bezirke Kdtzting- Unterdeſſen m Bezitl verſtehen das Wäſſern nur Wenige» Sie machen meiſt zu tiefe Gruben, wodurch das Waſſer den Grasboden unters it Form ue gräbt und Mies und Moos erzeugt wird. Die Ablaufe .* gebaut, haben auch oft den Fehler, daß ſie das Waſſer nicht ſo erall leidet viel als mdglich ausbreiten.- Von Düngen der Wieſen ſelbe Ber weiß man nichts- Wie ſollte es auch, da der Dünger Anders nicht für die Felder zureicht. Jm Bezirke Regen ſieht da iſdn man viele ſchöne Wieſen==“ 2 bis Zmähdige= meiſt gut 2 2 = 340= gewäſſert, um Zwieſel ſchdne Kleefelder. Im Bezirke Grafenau äußert ſich ebenfalls viele Mühe, die Wieſen zu wäſſern, den Kleebau einzuführen. Man baut auch, wie ſchon vben vorfdömmt, den Johänni Ha- ber zum Futter: Nicht minder iſt in den Bezirken Wolf- ſtein, Wegſcheid, Paſſau"das VWieſenwäſſern im Gebrauch.'Etrwas Klee zeigt ſich ebenfalls. Im Bezirke Vilshofen gilt von der Gegend jenſeits der Donau das Obige. Dießſeits gewahrt man wenige Wie- ſen, außer an der Vils und Wolfach, und die ſind nch ſelbſt überlaſſen. Die Kleefelder verdienen im Al gemei- nen kaum der Erwähnung. Jm Bezirke Deggendorf wieder von der Gegend jenſeits der“ Donau das Borige. Man muß aber die ſchönen Wieſen und Kleefelder von Schwarzach wiederholt anr8hmen. Deſto vernachlößigater ſind die Wieſen um Niederalteich, voll Sumpf. Selbſt in der ſchönen Fläche um Natternberg, Plattling vermißt man alle Wieſenkultur; die ſchöne Dekonomie des Hru. Grafen Preißing von Moos ausgenommen. Jm Be- zirke Mitterfels mangeln die Wieſen ſehr, ausge- nommen im Gebirge Engelmeier. Von Oberalteich an der Donau hin erſcheinen viele Wieſen, und überall et- was Kleefelder. Im Bezirke Straubing ſind natiür- liche und künſtliche Wieſen beynahe eine Nulle. Man be- gegnet ſelbſt Sümpfen um Straubing herum. Im Be- PArfe Ländau ſieht man nur Wieſen an der Vils und etwas an der Kolber; aber auch die ſind ſich ſelbſt über- laſſen; die Kleefelder noch: unzureichend. Die ſchönſten trejfen ſich im Dorfe Köllnbach. Eine ſchöne Oekonomie hat Herr Baron Tettenborn, Beſizer von Thürn- tenning. Im Bezirke Eggenfelden mangeln die Wie- ſen ſehr, auch der Kleebay iſt nicht qusgebreitet genug. Do Ed ſat! muß hin( bieth werd fluret Va) Wie ; kleine wilde Eta Erm Doſt damit baum die Pr Ranz und L bracht überal thell4 Ganz in det Freyl Anla, wähn &; Vitt Betich Mm,; „WÜhe die H NYer ren, May vm' vohannt Da ien Wolf Neſonmen ejenwäſſern Falls 04 NWUD+„it jenſeits der wine Mie ) die ſind ich 'ggendorf 25 Vorige. efelder von achläßiater Selb|F in ng vermißt 1e des Hei, 1. Jm By hr, Auge eralteich 1 überall(ei: ſind natit“ Man bi“ 5 Fur Du x Vils un ſelbſt über! e ſchönſten Oekonomie 1 Thür n die Wie- ter genug: Doh kommt das Gypſen der Felder immer mehr in Schwung. Ganze Ladungen Gypsfäſſer ſchwimmen ſtäts auf der Iſar herab. Im Bezirke Pfarrkir ten.. Im Bezirke Mitterfels hervſchen in den außern Gehängen Fichten, Föhren und Tannen, weiter in das Gebirg Birken, Ahorn und Buchen. Weidenſchaft und Streuhohlen laſſen den Wäldern einen wilden Anblick zu- rück.. Das Klafter Holz koſtet 50 kr. bis x fl. Im'Be- zirke Straubing gibt es, wie billig, nur etwas Wa in den entfernteſten Gehügeln. Im Bezirke Landau beſtehen die Waldungen aus Fichten, Fohren, und ſehen wegen Weide, Streuſammeln u. dgl. meiſtens ſchlecht aus. So ſieht es auch. in den Bezirken Eggenfelden und Pfarrkire kommen nirgends heraus. G 1E27 0. ce 1.0. en Weide iſt noch die Lieblingsſache im Bezirke Vieh- tach: das iſt, der Menſchen=- nicht des Viehes. Es iret den Tag durch auf den Brachen=- dden Plätzen und in den Waldungen herum. Selbſt die armen Ochſen, von der ſauern Tagsarbeit ermattet, müſſen ſich beym Ausſpannen, beſonders die Nacht durch, im Freyen das Futrer ſuchen. Jm Bezirke Regen gilt das Obige: das Vieh läaft herum, wie auf einer wilden Junſel. Auch in den Bezirken Grafenau, Wolfſtein, Wegſc bah-- Getreid, Vieh, beſonders Pferde. Das orhen der Pferde zu den Salzzügen bringt auch ei- eu Verdienſt, dann Obſt,.- In den Bezirken. jenſeits ves Inn=- Getreid, Vieh, Holz und Topferarbeiten. SE 14112 Allgemeine Bemerkungen. Auch in dieſen Gegenden iſt die ehedem blühende Bienenzucht vernichtet: ſie war im großen Schwunge in ven Gebirgsgegenden. Die Vorliebe zum Methtrinken ,„ die ehedem häufigen ſogenannten Lebzeltner(Lebküchner) moch- ten es bezeugen. Auch fieht man noch einzeln viele Bienen- cv&e, beſonders um Hals u. ſ.w. Eben ſo viele Spuren »ioſe5 ehedem belebten Zweiges der Landwirthſchaft finden ch in den Bezirken Landau, Eggenfelden u. ſ.f. 1cberall fallen die ſchlechten hölzernen Wohnungen, die ſ Z3Z3I emmnnem Herſtellung ordentlicher Wohnungen zurüFſchre>kten. Man kann leicht denken, wie erſt die Ställe ſeyn müſſen, wenn die Wohnungen der Menſchen Bärenhöhlen gleichen! Da man in den Dörfern im Moraſte waten muß, ſo läßt ſich ein Begriff machen, wie es mit den Kommu- nikarionswegen ſtehr, einzelne ausgenommen, welche die nezern Geſege bewirkten 3: um von einem Orte zum andern zu kommen, risquirt man: nicht allein ſeinen Wagen, ſondern Leib und Leben. Dieß hat natürlich auf die Land- wirthſchaft die übelſten Rü>wirkungen. Ein einziger Be- zir?=- der von Pfarrkir oder Spatfrdſte, 2) Schauer, 3) Feuersbrünſte, 4) Mäuſefraß, 5) Viehſeuche, 6) zum Theil auch Wildſchaden, 7) Feldſchäden, 8) Ka- pitalienmangel, 9) Bettler aller Art, Diebe und Geſindel, r0) Mangel an Dienſtbothen und ihre Zügelloſigkeit, 11) Hofmarkiſch. Ad x und 2: die vielen Waldungen, Sümpfe tragen daran die Hauptſchuld. Ein Beamter iſt diesfalls auf einen guten Einfall gerathen: er hat die Kreuze der Kirc die Raubvogel ver- trieben. Die Mäuſe nehmen'oft'auc< überhand, weil man en Zuſtan utter, auh in's Qebey 0 viele Yi arten, auf freuen und Randou Rem Vils? en. Weher- Plagen der tfröſte, 2) Viehſeuche, ch, g) Ra- nd Geſindel, gelloſigfeit, Valdungen, | Beamteriſ ; eb hath ndern laſſen davon vi je Schaut nd einfa Sümpfe zt Mangel an dg meißt ine an den hrung der q bis Nat? zu ſeyei; boogel ve and, weil man <=. 13935= man der Jagd wegen die Füchſe vertilgt. Ad 5: ſchlechte Pätege und die Weidenſchaften ſind die einzigen Urſachen da? von. Dafür findet ſich nun keine andere Anſtalt, als die der Schinder, auch AbdeFer, Waſenmeiſter genannt*). Er ſpielt überall die Hauptperſon. Wie ſich auch die Teufel freuen, kann er nur die Freude an großen Viehſeuchen haben.> Lächerlich iſt zugleicd, daß die Schinder, oder Scharfrichter noh beinahe die Hauptviel- Aerzte des Rei- hes vorſtellen**). Ad 6; Häufig hauſet auch noch viele Jagdliebhaberey; ſie iſt gegen die Landwirthſchaft allge- mein begünſtigt, während ſte einen ganz untergeordneten, eigentlich gar entgegengeſezten ZweFX haben ſoll, Ad 7: Da beynahe nirgends Feldpolizey herrſcht, oft noch das Vieh frey herumläuft, oder ſchlechten Hirten= Kindern, anvertraut wird, auch es keine Flurſchüßen, oder nach- drü&liche Strafen gibt; ſo müſſen die Feldſchäden, und andere Frevel zahllos ſeyn, und neben den ungerechten Brachzehenten vom Anbau der Brache, Pflanzungen der Obſtbäume und Gartenſelder zurückſchrefeun. Ad 8: Allge- mein hdrt man, daß jeder lieber ſein Geld im Strohſa> verſte&t, als auf Zinſen legt»== Die Antwort auf die Frage iſt ſehr natürlich= weil keine Hypothekenordnung, feine Sicherheit und wenig Juſtiz beſteht. Da nun jezt auch die Kirchen, milden Stiftungen und Pupillen ihre Kapitalien nicht mehr den Landleuten leihen, ſo befindet ſich die Land- Ivennmmnn *) Jn andern Läudern, 3. B. am Rhein, in den Nieder: landen, Frankreich, Italien kennt man dieſe Klaſſe Men- ſchen wenig oder gar nicht. 39) Freylich beſteht eine ſchöne Veterinär-Anſtalt in Münden, aber ſie konnte noch nicht zureichend wirkten, ſo viel Ehre guch dem Chef und allen andern dieſer Anſialt gebührt, 3 WEER 1: EE ar „wirthſchaft beynahe ohne alle Betriebs- Kapitalien. Dieß iſt ein ſehr großes Uebel. Nebenbey klovft man von allen Eeiten mehr Abgaben heraus, daß beynahe die Fabel des zu belaſteten Eſels eintreffen mdchte. Ad 9:2 Dieſer Mangel an Polizey iſt ſehr traurig, wahrſcheinlich wird ihm jezt die Gendarmerie abhelfen. Ad 10: Die Schuld davon möchte an zu geringer Bevölkerung, zu vielen Solda- ten und zu wenig Ordnung liegen. Ad 1x: Obſchon über die gerichtiſchen Unterthanen auch die Willkühr der Laudemien, große Getreidgülten, Zehenten, Konſenſe drü>end walten, ſo ſind ſie doch weit beſſer daran, von hundert Placker- reyen-- von den ſo läſtigen Sharwerken u. ſ. w. befreyt. Wegen dieſer leztern hört man in den reichern Gegenden von nichts, als zahlloſen vieljährigen Prozeßen. Der hof- markiſche Gerichts;wang iſt übrigens nichts anders, als ein erhdhter Feudalismus, und gibt zu hundert Exceſſen, will- führlichen Veränderungen der Gutskontrakte, Rechte u. ſ- w. Anlaß; wenigſt krazt jeder Bauer hinter den Ohren, hörend, das er hofmarkiſch iſt=- oder wird. Zu dieſen Uebeln der Landwirthſchaft muß man auch noch die vielen, obſchon abgeſchaften, doch gehaltenen Feyertage rechnen. Ein ungemeiner Verluſt!! Die ſchon bemerkten Rex formen des Kaiſers Joſeph, haben auf die Bezirke jenſeits des Juns ſichtbar wohlthätige Wirkungen zu- rüFgelaſſen. Es herrſcht allgemein mehr Wohlſtand, wehr Zufriedenheit, weniger Prozeße. Die baieriſchen Kulturgeſetze kamen dieſen Gegenden, wegen Abtheilung der Gemeindgründe, ebenfalls zu ſtatten, und ſo iſt ein großer Schwung der Landwirthſchaft vorbereitet. In den Waldgegenden findet man freylich nur kleine Dhr- fer von 2= 6 Hiaſer; ader auh da herrſcht die Ver- miſchtheit der Gründe, und hem.nt die Kultur, Dieß ==. 2551.= ein, Dieß von alley Fabel dez iſt noFH mehr der Fall in dem reichen Donäuthale, bey den meiſt großen Dbrfern= großen Höfen. Dadurch iſt die höhere Kultur des Landes, und Bevdlkerung un- 2 Dieſe gemein gehindert. Soiſt es auch im Vils 2 und Kolberthale. nich wird Im Gehügel zwiſchen dieſen Thäalern== beſonders im 'e Schuld Bezirke Eggenfelden, triſſt man hingegen größrenz 1 Soldas theils nur Eindden, Weiler an. Jeder Hof gleicht einer 1 ber die Curtis von der erſten Epoche Deutſchlands. So ein Hof Wmien, iſt groß, von Stein gebaut; und im weitem Naume nd walken, mit einer hohen Mauer umſchloſſen. Die Gründe lagern 4 Plader: alle umher. Man ſollte alſo gläuben, hier ware », befreyt, ſchon die vollkommene Landwirthſchaft erreicht, das, was Gegenden die Arrondirungen mühſant bewirken ſollen, ſchon be- Der hof: zwe>t. Wahr iſt es= die Hauptſache== die Arrondi- 3, lb ein rung= liegt vor Augen. Deßwegen ſehen auch dieſe ſen, will Höfe beſſer, als die der Dörfer aus, und es zeigt ſich Rechte 1, mehr Wohlſtand; aber demungeachtet ſind noch nicht en Ohren, alle wohlthätigen Folgew der Arrondirung vorhanden. Zu dieſen Fürs erſte ſind dieſe Höfe zu größ; beſien weit zu viele die viele, Gründe, daher können ſie nicht alle bebaut werden. Es & recitv beſteht Brache. Die Grundbarkeit hinderte bis jezt auch Eten Aus die Zerſchlagung ſolcher Höfe. Cin zweytes Uebel dabey iſt, daß dieſe einzelnen Höfe alle zu weit voneinander entfernt, durch Waldungen abgeſchnitten, und die Kome- munikationen zu erſchwert ſind. Dieſer Mangel der Kommunikationen läßt den Werth der Produkte zu ge- ring, und das zu große Entferntſeyn der Höfe den Werth der Gründe zu nieder, hindert auch die Theis lungen, die Anſiedlungen u. ſ. w. Eine Menge ndthi- ger, wohlthätiger Anſtalten, die das Näherwohnen mehs rerer veranlaßt, ſind edenfalls dadurch verloren. Deßwegen verhält alles ſich weit beſſer im Bezirke Griesbac, obſchon 32 » Bezitſ ngen zu 3ohlſtand, aieriſcheit htheilung d ſo iſt bereitet, ine Ddr? die Ver Dieß auch hier meiſt die Hdfe wegen dex Grundbarkeiten noch zu groß ſind; aber die einzelnen Höfe ſtehen näher anein- ander, nur Felder=- nicht Waldungen gränzen ſich. Schon in den älteſten Zeiten muß hier ein weiſer Zufall die Arrondirungen eingeführt haben; denn die meiſten G1s- ter ſind arrondirt. Man hat Beweiſe, daß die Land- Jeute aus den Dörfern nach und nach auf ihre arrondirte Gründe ſich hinausgebaut, und ſo mit den Beſißungen ein- ander ſich angereiht haben. Das lebendige Beyſpiel der Wirkungen der Arrondirung ſtellt ſich hier vor Augen, daß die Felder weit beſſer bebaut ſind, beynahe keine Brache mehr erſcheint, dafür neben reichen Aehren, ſaf- tige Futterkräuter prangen, Menſchen und Vieh ſich dar- über freuen, alles mehr Leben und Wohlſtand athmet,== CS. 416 Dieſe Bilder machen uns nun den ganzen Zuſtand der Landwirthſchaft anſchaulich, zeigen uns das Haupte- Hinderniß des Aufſchwungs=- und zwar in wem beſte- hend? Antwort in dem Mangel der Arrondirung der Gründe eines Gutes. Deßwegen fordert auch das oftbe- merkte Programm des landwirthſchaftlichen Vereins, was folgt. 55 183570) 155 titen nod (ber ane Inzen fich, Neunzehnter Abſchnitt. ſer Zufall.. NEN Ue 3 Die Aufzählung und auszügliche Darſtellung der die zuin über Arrondirung der Güter beſtehenden Geſeke und pW der hiernach zu beobachtenden "gen einz Formen. ſpl der or Auztn, ahe feine Sans ren, ſafe Das bigherige Gewebe der deutſchen Verfaſſungen er- ſich dar: laubte nicht einmal, Geſetze über Güter- Arrondirung thmet,= geltend zu machen. Das einzelne Gut des Bauers war ſo in der ganzen Staatsmaſchine verkettet, daß jede einzelne Berührung das Ganze erſchüttert hätte.=- Das Lehenſyſtem, die Feodalität iſt es, die alles ſo ſeſt durch en Zuſtand ſchlungen und geknüpft hat. as Daupt: wen beſt: CG. 418. (2DD Jede Veränderung eines einzelnen Grundſtückes er? das ofiht j I;>? Me 4 regte ein Geſchrey über Eingriffe der grundherrlichen eino, WW Rechte.== Alle Fideikommiß- Prätendenten, ſelbſt die noc< Ungebohrnen kamen in Aufruhr dagegen. Die Finanz-, Kriegskammern und die Landſtände geſellten ſich zu dieſem Aufruhr, mit dem Geſchrey, daß bey ſolch mindeſter Abänderung, der Hoffuß=- die Maßſtäbe der Abgaben in Verwirrung=- die ganze Verfaſſung des Landes ,=- der Familien-, alſo auch der Soldatenſtand in Abbruch kämen u. ſ. w. Der lieben Bequemlichkeit we? gen ließ man daher immer wieder die Sache beym Als m 4900 7 ten.== Unterdeſſen fühlte man die Mängel dabey oft nur zu ſehr,== g STATO: Deßwegen findet ſich ſchon in der bgieriſchen Verord- nung vom Jahre 1762 der Artikel wegen Gutszertrüm- merungen. Sie wurden erlaubt, doch dürfte jeder An- theil davon nicht geringer ſeyn als ein Achtel. In dem nähmlichen Jahr, einige Monathe ſpäter, wurde ſchon von der Arrondirung geſprommäßig verfügte? ,„, weil die Nakus | ralsſcharwerk die größte Schwierigkeit macht, ſo ſoll fie in eine Geldpräſtation umgewandelt werden.“ n Verord: S- 422. özertrim Auch die Stände von Neuburg brachten einzeln die eder An: Zertheilung der großen Hofe dfter in Auregung. Es kam darüber und über die Steuerrektifikation u.|. f. den iN ſchon 5. Oktober 1799 ein merkwürdiger Landtagerezeß zu Stande« en ellten Die Sprache darin iſt ſchön, und dem großen Zwecke aus willig ver- paſſend*). der Fall daß ſol: 5. 423: ichteten, In Deutſchland iſt keine Regierung bekannt, die für rdnungen den ſo wichtigen Gegenſtand der Arrondirung Sinn hatte, und wirklich was hervorbrachte. Auch kein anderer ten ſelbſt Staat von Europa that für Landwirthſchaft und Arrondi- *) Auszug aus dem Neuburgiſchen Deputatious- Abſchied ad. München den 5. Oktober 1799. Es fommeu darin vollte wit: die Ausdrü>e vor?„, Indeſſen müſſen aber die grund- | | 0 herrlichen Präſtationen bey der Steuerrektifikation nach ; einem gere in eine beſtimmte, jährlige, nicht nd wieder zu höhernde und alle Willkühr für die Zukunft eutz fernende Präſtation umgelegt werden,“ Daun weiters chtöſtelen nen, umd unten:„, Wir heben demnach nach vollendeter Steuerrek- her ents tifikation den bisher beſtandenen Hoffuß ,* und die Gebun- denheit der Güter auf, und hoffen, es werde alsdauu eine ſchi>lihe Theilung, und Arrondiruug der Güter, vie Auf= hebung der Brache und Weidenſchaft, die Einfährung eincr 16 eigent den Lofalumſtändeun anpaſſendeu Stallfätterung, bald fre? wfldöt, villigen Eingang finden 1 ſ« W- rung ſv viel, als Toskana unter dem weiſen Leopold*). Wenig andere Staaten leiſteten hierüber etwas= beſon- ders in Anſehung der Arrondirungen, obſchon das Be- dürfniß überall gleich groß ſich zeigt, und das Curopai- ſche genannt werden kann**). Kaiſer Joſeph 11. war der einzige deutſche Färſt=- ein zweyter Henri IV. von Frankreich, der die Uebel der Staatswirthſchaft an der Quelle kannte, ein neuer Schöpfer ſeines Reichs= ein Wohlthäter der Menſchheit ſeyn wollte. Er hob die Leibeigenſchaft auf, und wies die grundherrlichen Forde- rungen in angemeſſene Schranken. Er verwandelte 17705 die Frohnen in eine mäßige Geldpräſta tion. Die Ver- ordnungen von 1772, 1775 und 178x zeichnen ſich beſonders als eine weiſe Reform der barbariſchen Geſeze aus***), Sie beſchränkten jede Willkühr von adelicher oder obrig- Feitlicher Anforderung, oder anderer drückender Behand- lung, mit der Tendenz, daß in ſolchem Falle, wie auch bey Prozeßen, die Unterthanen gegen ihre Obrig- keit von den Kreisämtern geſchüzt wurden, und ſogar von dem Fiskal unentgeldlich vertreten werden mußten. Noc< merkwürdiger ſind ſeine Berordnungen von 1795 über Steuerrektifikation, die Grundſäge auffſtel- lend, daß alle Dominikalforderungen in Geld um- zuwandeln ſeyen, und nie mehr=- in Natura geforz dert werden dürfren. Auch die Rohboten( Frohnen) fielen weg. Von jeden Fatirten 100 Gulden des rohen Ertrags( Brutto), das iſt des Erirags in Natura= ohne Abzug der daraufgewandten Koſten, ſoll dem Lands- *) Sieh Beylage Nr. 1. **) Sieh Beylage Nro. 2. *7) Statiſtik von Mähren von Joſeph Hazzi, Nürnberg 1807. Leopold», EE beſoy: 1 das Be ZUropdi: ph IL, war 1 IV, von ft an der 8-- ein hb die jen Farde- beſonders 116„SAE), der obrigs t Behand: Falle, wie hre Dhriz: und ſogt 1 mußten, von 1793 e quffis Geld um ura gefot ( Frohnen) des rohen Natura 1 Lands: berg 1807 75001:= herrn an Kontribution oder Grundſteuer 12 fl. 135 kr. dem Grundherrn aber an Urbarialſchuldigkeit 17 fl. 465 kr., im Ganzen alſo 30 vom Hundert entrichtet werden. Unter der nachfolgenden Regierung unterblieb all dieß wieder*). S- 424. China weiß allein die Landwirthſchaft=- als die Quelle alles Reichthums und Wohlſtandes, als die Grund- feſte der Staatswirthſchaft=- am beſten zu würdigen**). Es mdchte niX darſtellt, und. dabey genau beſchrieben iſt, wie groß er ſeyn muß. Dieſer BambusſtoFX ſcheint freylich da der Talismann=- das Triebrad aller Thätigkeit zu ſeyn.=- Unter ihm ſteht der Miniſter wie der Bauer. Keiner entgeht leicht ſeinen Streichen.= Dieſe orientaliſche Sitte abgerechnet, ſteht dom?) in der Geſetzgebung auf allen Seiten der feſte Grundſaß ausgeſprochen, daß dem Staat am meiſten daran liege, daß alles Land=- und zwar auf möglichſte Art=- bebaut werde, daß die Landwirthſchaft immer in voller Sicherheit, Be- quemlichfeit und blühenden Zuſtand ſich befinden müſſe. Aus diefen mittelbaren Zwangsmitteln gehen die Wirkungen von ſelbſt hervor, daß kein Landmann mehr Gründe übernimmt oder behält, als er bebauen kann, *) Hiſtoriſche Entwieklung der deutſchen Steuerverfaſſung von Heinrich Lang. Berlin bey Nikolai 1793. %**) China hält als das größte Feſt des Kaiſerhvfes und des Jahres= das des Aterbaues,= Das baieriſche Oktober- feſt iſt eine edle Nachahmung davon. ZEE Z6 2"7 daß er kein Stü> ſeiner Grände unkultivirt oder gar ru- hen(brach) läßt, und daß alle dden Stre>en Eigen- thümer finden, ſie in Kultur zu ſezen. Die Landgüter werden ſic) ſo von ſelbſt zertrümmern, keine Brache, keine vde Gründe ſeyn.= S. 425. Nach dieſen Geſetzen wird jede Verletzung oder Dieb- ſtahl an Früchten oder Obſt u. ſ. f. abgeſchäzt, und zwar nach dem Werth als die Früchte, der Baum dem Cigentyümer hätte ertragen können.-=- Nebſt dieſer Er- ſaßzleijtung drohen ſo einem Frevler oder Dieb 50 Strei- *). Dieſe Strafe ver- *) Code penal de 1a Chine traduit par Felix Renouard Sec- tion 275. Toute personne, qui volera une espece de grains quelconques; de fruits, de legumes et de plantes Sur pied, dans des champs ouverts, et qu'on n'aura pas coutume de garder, ou de toute autre manidre, gera puni d'apres la valeur de la production, qu'elle aura prise, comme dans le cas des vols furtifs ordinaires, exCcepte qu'elle ne Sera point Sujette 4 la marque, Cette punition est 50 COUPS« Le delit en question est puni plus 5ev&rement; s*il Sera commis dans les champs ordinairement gardeds od zurveil- ICEs par leurs proprietairs, la punition 5era 109 Coups et banni pour trois ans, Toute personne, qui, Sans y&ire autorisee enlevera de pierres des arbres du du möme bois» qui» quoique trauve&s dans les lieux incultes, ont&t& amonceles, Coupes, ou rasambles de manidre 2 indiquer Vintention de s'en Servir Seta puni ainsi qu'il vient etre dit. Nun kommt der Artikel über Beſichtigung der Wege, Flur, Straſſen, Brä>en. Es heißt dann Section 436. les magistrats Cites, qui en out 1a responsabiliteg, Subiront la oder Od tü Een Eite doppelt ſich, wenn die Frevel in den bewachten Fluren vor ſich gingen. Es gibt da xo0 Streiche: Cigne Ma- Hen giſirate müſſen von Zeit zu Zeit die Wege 5 Fluren, Straſ- ſen und Brücken beſichtigen. Die Unterlaſſung davon zieht jedem 39 Streiche zu. Findet ſic) im Reiche ein Grundſtü>, das nicht in dem Kulturſtande iſt, in welchem es ſeyn könnte, ſo bekömmt der Eigenthümer davon 20 oer Dieb: bis 80 Streiche und eben ſo viel die ordentliche Obrig- zan, und keit=- nur immer nm 2 Grade minder. Zeigt ſic) wo Zum dem eine ganz unkultivirte StreXe, da wird der Eigenthümer It dieſer Er und ſeine Obrigkeit auf vorige Art mit 20 bis 100 Strei- b 50 Ett:e im moglichſt kultivirten Zuſtande ſich befände. Dieſes war ſicher eine weiſe Maßregel, die die vollſte Wirkung nicht verfehlen konnte. enouard Sec dce de grain ntes Sur pied, pas coutum-- a puni Dapra punition de 30 Coups« Fetner Tit. 1. 97. dans tout » Comme dan Empire, quand les biens fonds etc, etc. ne Seront pas welle ne St! cultives, ainsi qu'ils devraientl'etre Sans cause telle qu'une est 50 cows inondation ec, l'habitant principal du district en deviendra ent, vin responsable, et Sera puni Suivant V'etendue du terrain mal 5 ol) zurvelb cultiv&, Si Ja portion de terce ainsi negligte est le di- 00 Coups xieme de 1a totalite, cethabitant Subira 20 Coups et un , Sans y(itt degres de plus jusqu* 4% 80 pour chaque dixieme, Le meme bols) Magistrat ec. Sera punisable de meme, mais de deuz den s, ont>| gres de moins, quel|'habitant principal. Le proprietaire, » 4 indique! qui laissera 5a terre inculte ou qui negligera Ses plant8- vient ett? tions etc, Sera puni de la meme manitre, La terre s8c' 2 der Weg? en Suite impos€ en proportion du revenü, gu'on 1a jugera on 436, 18 capable de rapporter, et 1a. contribution Sera levee ea „ubiroat 1 CONSEqUENCE GtC, EtGs S. 426. Kehren wir nun wieder nach Baiern zurüX, um zu ſehen, was in der neueſten Zeit über Arrondirung geſchah. Wir finden da ſchon Verordnungen, die dem Ziele näher rückten, und ſich durch die Feodalität durcen in Kultur verwandelt, eine Menge neuer Anſiedlungen, neue Häuſer ſtanden da, viele Brachen wurden angebaut, einmädige Wieſeu 2-- zmädig ge- macht, Waldplätze ausgereutet, Obſtbäume gepflanzt, die Verzäunungen, Fallthore niedergeſtürzt, die Straſ- ſen und das Land von den vielen Waldungen gelichtet, die Weiden, Mooſe, Sümpfe verbannt, der Stab des wilden Hirtenſtandes gebrochen, und ein großer blühens- der Wohlſtand dem Lande vorbereitet. Bald hätte man ausrufen können,= dieß iſt nicht mehr=- das wüſte„ finſtere Land== das Ganze nur ein lachender Garten-- mit frohen muntern Menſchen bevpdlkert!!== S. 428. Dieß alles trug nicht wenig dazu bey, daß das Land die lezten Kriege aushalten konnte; denn auch Tage- ldhner und Kleingütler theilten ſich gleich als Mitglieder der Gemeinde in der Gemeinde dde Pläße. Dieß war eben das wohlthätigſte. Die Kleingütler und Tagldhner ſegteu am erſten Hand an, ſie eroberten ſich Land, das diene Staal Wirkt trim Das allen erleic! zu auf den! iſt, ſcha betr, jedes Umſt führ! ten befia Ne Sm 3 fie ndthig hatten, konnten es beſſer bebauen und reizten mid, U y» e» D ; 6 ſo auch die übrigen zur Kultur*). ng geſch), | Ziele näht! S. 429. IrOzuwinden Gelehrte und Staatsmänner bekennen einſtimmig, daß die neuen baieriſchen Kulturgeſeße ein Muſter für alle andere Staaten darſtellen. Sie ſind zugleich durch die vollſien Wirkungen und zwe&maßigſten Erfahrungen bewährt. 4(Wt weg Eigtothunz, S. 430. ingen ginge Dieſe Kulturgeſeße erſtre>en ſich auc) auf das Zer- ite Theil dt frümmern der Hdfe=- auf das Arrondiren der Gründe**). Nenge neut Das Zerträmmern und Arrondiren wurde 1803 auf ele Brachen allen Seiten ermuntert und durc folgende Vorſchriften Zmädig gt: erleichtert. x)„„Sollen alle Abgaben, die auf ſo einem e gepflantt, zu zertrümmernden Gat haften, zuſammen geworfen, und „ die Sti auf den Flächenraum nach Tagwerken ausgemittelt wer- en gelichtt, den, ſo daß künftig bey jedem Grunde ſogleich zu erſehen ver Stab ds iſt, wie viel davon die Abgaben an die Landesherr- roßer Mühe» ſchaft, und wie viel die Forderungen des Grundherrn Id hätte mi betragen. Dieß ſoll zugleim die Folge haben, daß jedes Grundſtü> auf dieſe Art walzend, oder nacli - das wiſt, “ ie Umſtänden veräußerlich gemacht werde. 2) Die will- '* führliche Zahlungen, als Laudemien, Leibrechte, müßs= ten in einen beſtimmten Zuſtand und Anſchlag, in eine beſtändige Geldzahlung( Mayerſchaftsfriſt) übergehen. aß das Lat Die gegenwärtigen Gutsbeſitzer ſind lebenslänglich von auch Toy: neee fe< L400: Mitglie v73 Sieh hierüber das Ausführliche in dem Katechismus der Dieß 0 baieriſchen Landes- SIHMUCSCIEE von Joſeph Hazziy CM erſter und zweyter Theil. München bey Strobel 1804. d Tagehput 2.) Sieh obigen Katechismus c, 8. dann die Regierungsblät2 ) Land, ter 8,, 15. und 25. Stück von 18923» LE Z6 Öö= der Mayerſchaftsfriſt befreyt, da ſie das Laudemium ſchon bezahlt haben. 3) Für die ganze Zertrümmerung durfte nur ein einziger Kauf- und Veränderungs- Brief verfaßt und bezahlt werden; zeder der ein oder mehrere Grund- ſtü>ke an ſich brachte, bekdnmt dann von dieſem Briefe einen Extrakt oder eine Abſchrift. 4) Bis zur gänzlichen Abänderang des Hoffußes werden alle dieſe Gründe noc) unter dem vorigen Hausnummer und Hoffuß vorgetragen, und müſſen im Lagerbuch beſonders beſchrieben und die Abänderungen von Zeit zu Zeit bemerkt ſeyn. 5) Es iſt gleichviel, aus einem Hofe mehrere kleinere Güter oder walzende Grundſtü>e zu machen, wodurd) eben das Ar- rondiren erleichtert wird. 6). Jeder kann ſo eine Guts- zertrümmerung vornehmen. Wenn alles eingeleitet iſt, und ſich Käufer finden, braucht er den Fall nur bey ſeiner Obrigkeit und Grundherrſchaft anzuzeigen, und die Sache wird zur höhern Genehmigung, ehedem Landesdirektion, jezt Kreis- oder General- Kommiſſariat, eingeſchickt, welches, wenn obige Punkte beobachtet ſind, die Beſts- tigung nicht verſagen kann. 7) Auch andere können ſolche Gutszertrümmerungen vornehmen.““ Nur den Ja- den war es verbothen, weil ſie zu viele Mißbräuche da- bey ausübten. Doh machte man auch Ausnahmen dabey. S- 432 Das Jahr 1804 brachte wieder eine hieher einſchläe gige Verordnung hervor. Das Gäterzertrümmern nahm immermehr zu. Manche zu große Hdfe wurden in meh- reie Gäter vertheilt. Dieß hatte die wohlthätige Folge, das der eine bey ſeinem Gute, das bey der Grdße ſeines Umfangs und Mangei an Kapitalien ihm eine niederdriüs den auf! brad) gen! lunge Gtall zet des pft! neh theile! run verth Very ſüd ; in Ih nem€ zu be dirun May demium ſy terung diſe Zrief verfaßt rere Grunt: eſem Brief I“ gänzlichen 3ründe noh vtgefragen, Wen wd die 1 31 Gif e Gitter ode ben das Ir: ) eine Guts: geleitet if, ur bey ſeine nd die Sach webdireftim, eingeſchiät, die Rs d, die Dell: Vp dere fn Nur den ju ißbrauche dv Ausnahmn her einſchlt mern nah eit in meh tige Folge, ude ſeins e niederdiis Fende Laſt war, ſich durch Anlaſſung eines Theils wieder aufhelfen konnte, und dieſes einen andern zu Grundſtücke brachte.= Die Verlegenheit bey ſolchen Zertrümmerun- gen war der Mangel an Wohngebäuden, Scheunen, Stal- lungen. Jezt erlaubte man auch die Wohngebäude, Stallungen und Scheunen abzutheilen und gleichſam zu zertrümmern. S. 432 Im Jahr 1805 wurde anbefohlen, zur Beförderung des Güterzertrümmerns und der Bevblkerung ſtatt der vft unerſchwinglickt durc zweck- a lüdtgene mäßige und deutliche Vorſchriften, unter der gegenwärti? nn Oemeind gen Regierung voraneilte, und dieß die von Zeit zu Zeit em u. ſi dieſen Vorſchwung untertüßende geſetzliche Normen, dann grundbare verſchiedene Bekanntmachungen der höchſten Zufriedenheit Sr. K. Durchlaucht im Regierungsblatte veranlaßte; ſo wollten nun, nach der Ausſchreibung vom 20. May, Sr. K. Durchlaucht von dem Detail dieſer Kulturvorſchritte, , und auc . Ww. beleg! Es durſt fn ſeit Höchſidero Regierungsantritte von 1799 an bis Ende echt gele) Junius 1803 unterrichtet ſeyn; theils um daraus die weitere Reſultate aufſtellen, theils die ſich ausgezeichneten Individuen dffentlich bemerken zu können. Sämmtliche EEE Ep Landesſtellen haben bereits dieſem höchſten Auftrage mit Ueberſendung aller aktenmäßigen Anzeigen genügt, und die daraus verfaßte und hier angeführte Ueberſicht biether wirklich die angenehmſten und frdhlichſten Reſultate dar.= In einem Zeitraume von 4 Jahren, und meiſt während den lehnt! h Beytrig! fe Hingegen 1d Anbau H ES. EIE EE ;. eines verwüſtenden Krieges im Lande, wurden allein im rderungiw.. EIE er 2 Herzogthume Bagiern im beſchränkten Flachenraum von '[(1)"4,- ce 2, -" 514 Quadratmeilen 92x Abtheilungen dder Gemeindes e Yemen!» | mmen wer; oy auöth*) Sieh überall dieß den zweyten Theil des Kulturkatechisz dzug aub mus und die einſchlagende Regierungsblättes vom Jahr "". 1804 und 1805. V Aga gründe vorgenommen, worunter 397 vom Walde, und 524. von Weiden waren. Und ſv gingen x1x566 Tagwerke bereits in Kultur über. Begriſſen in der Einleitung zur Kultur befanden ſich 56x Abtheilungen von 224675 Tag- werken. Uebrig ohne getroffene Einleitung zur Kultur ſind no< 1607 Abtheilungen zu 147342 Tagwerken. Ferner wurden 11,236 Tagwerk bisher einmähdige Wie- ſen zweymähdig: gemacht, und eine Menge Berbeſſerungen bey den bisher vernachläßigten Wieſen vorgenommen. Neben einer beſtimmt angegebenen Zahl von 9142 Tag- werke der neu mit Futterkräutern angebauten Brachen kommen noch mehrere Dörfer, FleXen, Städte und ein- zelne Unterthanen vor, die bereits die Brache aufhoben und den Futterbau einführten. 379 Güter wurden theils der unverhältnißmäßigen Größe wegen, theils zum Vor- theile ſonſt zu Grunde gegangener Familien zertrümmert. 701 neue gemauerte Häuſer gingen hervor, und x13 Ar- rondirungen der Gründe. Dadbey iſt die große Operation im Donaumooſe nicht einmahl eingerehnet. Welche Staatsgeſchihte hat je ſo eineu ſchnellen Kulturauf- ſchwung aufweiſen können 2 Welche unzuberechnende Vortheile verſchaffen nicht dieſe Unternehmungen dem Lande und der Menſchheit!=- Wenn nun ſchon in 4 Jahren=- aus dden Strecken= nach Luſt mißhandelten Waldungen, und unüberſehbaren Moräſten 336,23x Tag- werk in blühende Fluren umgewandelt ſind, der wilde Hirtenſtand bald ganz aus dem Lande verbannt iſt, und ſo die noM übrige 141,342 Tagwerke dder Gründe eben ſo ſchnell neuen Kultaren und Anſiedlungen Platz ma- mäßiger Fatterbau dige Wie-; und Früchtenwechſel verſchiedener Art auch von Oehl- und ... 54 Handlungspflänzen auf den Gründen einfreten, dadurch 9142 Tag jede Aernte vergrvbßert, ſelbſt der Viehſtand Eine wichtige 1. Me Veredlung IEH ie ſich auch nach und nach verz LERE mehren. Die Gäterzertrümmerungen und Arrondirungen > ſind bereits an der Tagesordnung, und werden bald ih- PE ren großen Vortheil auf die ganze Landwirthſchaft aus- De TAe0E breiten.= 70x neue Häuſer, und darunter einzelne Ko- 947 Bors lonien wurden in 4 Jahren hergeſtellt,=- welche ſrohe ZUMIN Ausſicht für die bisher ſo zurückgebliebene Bevölkerung d 113 un gewährt das wohl nicht!!=- Wenn nun jezt auch die Operation Kultur der Fruchtbäume hinzukdmmt, wenn bald die Ge- Velche meinheiten bey den übrigen Waldungen durch die Purifi- fulturauf: kationen ganz aufhdren, und ſo ächte Forſtkultur bezweckt vechnende wird, die auch, wie die übrige Landeskaltur nur unter 1gen den dem Schuße der zwey Zauberworte freyes Eigen»? hon in 4 thum und freye Kultur gedeiht, welche Erhdhung handelten des Nationalreichthums wird nicht bald die wohlthyätigſte „23x Toy! Folge von allem dieſen ſeyn!== Wie werden aile Judus der wilde ſtriezweige bey ſo einem großen und reichen Markte aller iſt, und Produkte nicht neues Leben empfangen, und ſo alles inde eben mehr Wohlſtand= eine veredletere Geſtalt gewinnen? laß md Mehrere Pfarrer haben durc< Unterricht und Beypicl die Auf thätigſt mitgewirkt, und ſie und die meiſten Beamten, d verbrei! ſelbſt mehrere Rechtsanwälte, haben ſich durch den hier (anden, gezeigten Eifer die ſchönſten und bleibenſten Denſmöhler Nqga2 geſezt.=- Auch für die Zukunft ſind ſie noch aufgerufen, ihren Eifer nicht erkalten zu laſſen, und den ſo landesvä- terlihen Wünſchen Sr. K. Durchlaucht mit aller Anz ſtrengung entgegen zu kommen.= Es iſt in dieſem Fache noch viel zu thun; aber bey den ſo einfachen und Flaren Kulturgeſeßen wird es leicht ſeyn, alle weitere Anſtände zu heben; wie auch ſeit einiger Zeit von mehre» ren Beamten ſogleich alle Abtheilungen durch Vergleiche bey der erſten Zuſammenkunft berichtigt worden. Big Ende Dezember laufenden Jahres werden von den Lan» Deöſtellen gleiche Kulturanzeigen gefordert. Sr. FK. Durch- laucht erwarten, daß Hden im Lande nichts mehr zu thun übrig bleibe.““ Rmnmneen»en=eneeneenznnzezeeneeunzzuenzen Zwanzigſter Abſchnitt. Unterſuchung der theils in dem herrſchenden Wirth- ſchafts- Syſtem, theils in der beſtehenden Geſekz- gebung etwa liegenden Hinderniſſe der Arrondirung, X ein Haupthinderniß der Arrondirung dara ſtellen. Jeder Landmann hat ſeine Felder gemeinſchafts. lic) mit der. ganzen Gemeinde in der dreyfach getheilten Stur, Sein Vieh lguft unter dem gemeinſchaftlihen Hirs Ou ER R3 163 ISE i Arrondirete ken zur Weide, auf die Brache u. ſ. f. SUREN 118“GG€ S2 würde daher ihn großtentheils von der Geſe ZH ?,. HA. s-- i ſchließen. Oder er kbnnte ſich höchſtens in drey fgerufen, Qndeöns ler Ans = MMinfoy- Orad=- ! dieſen mit ſeinen Feldern in Sommer-, DRG 26 den und felder arrondiren, das kaum die Mühe, die Ko weitere Iohnte. 11 mehre ON S.- 439- 00. Unterdeſſen aus dem bisher Erzählten. geht hervo? Ww Bis nter Ulgemein ſind, den ys daß der Drang und das Beſtreben beynahe a'g+10 f1, Durhy- von dieſer Dreyſelderwirthſchaft=- von-- 2 friedens Gemeinſchaft fich loszureißen. Der IT ite Vor- von den meiſten Landleuten gewünſcht. Das a n vnd is i ſcge Crbfälle erlaubt, folglich nur eigenihümiige Coder ZUodial-, lud eigeue) Güter fengt. theile davon.*) Bey ändern Staaten, die nach dem neuen 113b fiſchen Syſtem-eine andere Konſtitution oder das franzöſiſche women?) Geſetzbuch annahmen, ſind einige Modifikationen einge- | getreten, z. B. in Holland=- den neuen Departements eſitvn für der Lippe, Weſer und Elbemündungen. Hier wurde nod) | ſind das der Zehent beybehalten, auch für die Frohnen eine Ab- findung mit Geld geſtattet. Das Nähmliche geſchah im Kdnigreiche Weſtphalen. Im Großherzogthume Berg kam dieſer Gegenſtand noh deutlicher zur Sprache: alle "When gutsherrliche Kontrakte, wobey ein Dominium abgetheilt alle Dou iſt,=- in Dominium directum et utile, und wo alſo nicht ein reiner Zeitpacht auf wenige Jahre, wie bey au- rte reelle dern Miethen u. dgl. beſtimmt vorliegt, wurden, in glei- ceux quimäßigen Hypotheken-Ords- nung. S. 456. Das Geſetz, das nun einmahl die Ablbsbarkeit aus- geſprochen hat, muß jezt auch die Art und Weiſe dazu näher beſtimmen. Es läßt ſich nicht erwarten, daß ſo viele Tauſend Fälle durch gemeinſchaftliche Vereinigung oder Vergleiche der beyden Parteyen berichtigt werden. Es müſſen geſetzliche Maßſtäbe vorliegen, und zwar Tx) wie das als Gülte zuliefernde Getreid pr. Schaff in Geldanſchlag zu bringen fey; auch muß das Getreidmaß„, auſ alle Kreiſe paſſend, genau ausgedrückt, und jo der <= 2Q 7 3564 ) Geldanſchlag nach mittleren billigen Preiſen feſtgeſezt wer? en Haupt: den. Dahin gehdren alle andere Gegenſtände, die in Na- gehoben, tura geliefert werden mußten. 2) Bey der Gülte an Geld VN EHS ANBEI I44 IE,-. Lie Mr oder Stift bedarf es keiner weitern Beſtimmung, außer ſchem Aus: wie überhaupt jede Geldrente zum Kapital zu erheben der'Ablis ſey. 3) Ein wichtiger Punkt iſt, die Laudemien oder " geſeh Havdlohue in gleich mittlerem Anſchlage, von vorherge- ditung ens gangenen derley Fällen entnommen, auf eine beſtimmte ot Zaubers Geldſumme zurüFzuführen. Um weitere Anſtände über Ihn ts die verſchiedenen Gutsgerechtigkeiten, als Leibrecht, Herrn- gunſt u. dgl. zu beſeitigen, ſollten die Laudemien bey ſol- ===e und Gebäude, kurz auf den ganzen Beſilz des grundherrlichen Gutes, vertheilt. Es iſt am zwe>mäßig- ſten, wenn man die Vertheilung auf die Grundſtüke von Feidern„Wieſen, Holz ü ff pr. Tagwerk macht. ; S. 458- Jezt iſt alſo die geſeßliche Aufldſung von der Feuda- lität und Gebundenheit bey jedem Grundſtick und Ge- bäude geſchehen; den Beſißer hindert nichts mehr, damit frey zu handeln, zu verkaufen, zu tauſchen, alſo nach Gefallen mit allen andern ſich zu arrondiren. S. 459 Zur Sicherung des Grundeigenthums der gutsherr- kichen Rechte, und zwar Aufrechthaltung, oder Beförde- rung des Kredits für die Kapitalien der Landwirthſchaft-- iſt nun ein zwe&mäßiges Hypothekenbuc erſtes Bedürfniß. S2 160.! Es muß in jedem Diſtrikte, z. B. Landgericht oder Rentamt, 1) eine eigene Hypotheken- Bewahrung ſeyn. 2) Die Hypotheken- Bücher ſollen mit den Kadaſtern und Flurkarten ganz übereinſtimmen und in beſtändiger Har- monie bleiben; 3) nach Fluren ihre Eintheilung, und für jedes Grundſtü> ein eigenes Folium(Blatt) haben. 4.) Hiex wird nun als erſte Hypothek-- ,. die oben be- ſtimmte gutsherrliche Rente= zum Kapital angeſchlagen, aufgeführt. Nachher kommen die übrigen Hypotheken. 5) Die verſchiedenen Beſiveränderungen müſſen ſogleich angezeigt und eingetragen werden. Nur von dieſer Ans zeige und Eintragung an ſollten die Verträge u. dgl. Gultigkeit haben, und ſonſt bey den Gerichtsſtellen nicht angenommen werden dürfen.=- Das Amalgam der franzde- ſiſchen und preußiſchen Geſetze mben haben, ihre Gefälle nach und nach herauszuklopfen.=- Gutsherrn und Grundholden müſſen ſich in dieſem jäm- merlichen Zuſtande kümmerlich fortſchleppen*), während *) In andern Gegenden am Rhein, in den Niederlanden, in Frankreich und in Italien haben die Adelichen guch Guü- == obige Operation einen neuen Geldumlauf, neuen Krez dit-- erſchafft, die Maſſe des Geldes-- den allſeitigen Wohlſtand augenfällig vermehrt.= Was würde erſt dieſe Operation in den Händen eines klugen Finanzminiſters für Wunder wirken können!=-= Drey und zwanzigſter Abſchnitt, Erleichterungen für die Arrondirungen« S- 4064. Die Haupterleichterung zum Uebertrag aller Abgaben auf die Theile, alſo auch zum Arrondiren, hat die Regie- rung ſchon vorbereitet durch die allgemeine Vermeſſung=- durc< das Grundſteuer- Kadaſter. Es iſt das ſchönſte Un- ternehmen, ein bleibendes Denkmahl. Dadurch liegt Al- les vor Augen, was die Arrondirungen ſogleich in's Werk ſetzen kann. Meiſterlich ſind die Anordnungen zur Ver- mejjung und Kadaſter getroffen. S- 465. Wenn etwas dabey bemerkt werden dürfte, mdchte es nur die Taxation=- oder Unterſuchung der Bonität der Gründe betreffen,=- wozu man eine Menge Unterſu- mäßige Abſcheidung der Fluren. < liegt It E.<7 468: 0 in's Wel en zur Dir Die Fluren ſollen meiſt nach natürlichen Gränzen== ö 1] Thälern, Gehügeln und Bergen= beſtimmt ſeyu. Ju zedem Falle müſſen ſie genaue Gränzen haben durch Steine oder Gräben,== um ewig zu bleiben. Cine große te, möcht! Erleichterung wäre dieß für die Plane, Kadaſter und Hy- er Bonität pothefenbücher, kurz für alle politiſche Operationen,== qe Unterſu Ci? 469: 407 Alaſet Durch die Flurkarte= durch den Plan, den die Ver- aufwand= meſſungsdirektion jedem einzelnen Grundbeſitzer von ſeinen führt Gründen, und allen Bewohnern eines Dorfes in die Hände weigdiftione liefert, wie wirklich geſchieht, iſt ſcon die Arrondirung Bauern zu. jöhere an):*) Oder der ausgemittelte Kalful zur Grundſteuer eines [, bey Bitz Staats; ferner der Nachtrag dazu von Joſ, Ha z z i- Mütta und befinde?'Hen bey Lentner 1804, Bb x: - 386= eingeleitet,=- vollends erleichtert. Jeder ſieht den miß- lichen Zuſtand ſeiner zerſtreuten Beſizungen, entwirft hundert Vorſchläge, wie er zuſammen tauſchen, wie er auf verſchiedenen Wegen zur Arrondirung kommen will. Er kennt den verſchiedenen 8.450 der Gründe und kann Alles ſelbſt leicht berechnen S- 4702: Auf die Bonität oder Taxation wird er nicht viel achten. Dazu haben die Landleute immer einen eigenen Anſchlag, der meiſt den ämtlichen entgegengeſezt iſt. Sie wiſſen, daß ein ſchlechter Grund gut gedringt, bald gut gemacht werden kann, und. ein näher gelegener ſchlech- ter= den weiter entſernten allerdings aufwiegt u. dgl. S. 471. Die zweyte Erleichterung muß geſchehen, daß bey Arrondirungen keine beſondere Zahlungen gefordert wer- den. Wenn man für ſolche Tauſche u. dgl. immer neue Kontrakt-, Hypothek- und andere Gebühren entrichten müßte, würde Jeder beym erſten Schritt zurükgeſchrect werden. Jn Frankreich, wo alle Feodalrechte aufgehoben, auch die Vermeſſung und Kadaſtrirung vor ſich ging, war das Arrondiren anfangs/ganz an der Tagsordnung. Allein als nachher die Notariate, Enregiſtrements*) und Hy- potheken- Ordnungen ohne Unterſchied bey allen dieſen Veränderungen, und ohne mindeſte Rüſicht, ihre Ges bühren forderten, unterblieb das zu koſtbare Arrondiren 3== 8) Dieſe mit den Droits r&unis, auch allgemein ruins ges genannt, ſind die allein ſchädlichen=- verderblihen Ab- gaben Frankreihs, Die Douane*,,d Taba>sregie möch» ten auch dazu gehören. es| ru! = 0.2080... f den Miß es kam aber wieder ſehr lebhaft bey Verfaſſung des Code- rural zur Sprache.*) |, wie er+ men wil, S- 472. nde und Die baieriſchen Kultursverordnungen haben“ bereits fetgeſezt, daß im Falle des Arrondirens von den Stel- len weder Taxen noch andere Gebühren gefordert werden dürfen. Arrondirt ſich ein ganzes Dorf, ſo darf nur eine volle Umſchreibung eintreten. Bey einzelnen Arrondirunz- gen geſchieht es auf die nähmliche Weiſe. Jm Ganzen braucht ein derley Gutsbeſißer nur einen Auszug( Ex- traft) aus den Kadaſter- und Hypotheken- Büchern. Werden beſondere Kontrakte geſchloſſen, bedarf er auch nicht viel m Upenen geſezt iſi gt, bal or ſchlech: tw Dgl, hierüber nur einen Auszug oder Abſchrift. Bey wirklichen Arrondirungen ſollten nie mehr als die Schreibgebühren, daß he) auch nicht einmahl Stempeltaxen gefordert werden. "dert wer C. 473» rb Im Falle ſim nur Wenige eines Dorfes zu arrondi- ve ren äußern, müſſen ſie ſich ſelbſt die Mittel und Wege 8 dazu eröffnen; har aber die Mehrheit einer Dorfs- gehoben, ge neinde, und zwar nicht bloß an der Zahl der Glie- ng, is der, ſondern auch der Gründe den Beſchluß dazu ge- , Wein faßt, dann muß von der einſchlägigen Stelle die wei- und ye tere Prozedur erdffnet werden,**) en dieſen ihre Oe: nD irn;*) Sieh Beylage 3+ 2*) Es ſteht dahin== ob bey fo einer ſowohl für den Staat gls die Gemeinde offenbar wohlthätige Sachen= nicht wie uines ges bey Vereinddungen angenommen werden könnte, daß ein hen Ibs Drittheil der Stimmen der Gemeindeglieder-- gie mod zum Vollzuge der Arryndirung zureicht. Vb 2 1 S08 7 S.- 474. Es muß vorzüglich die Frage quomodo-- oder wie die Arrondirung am zwekmäßigſten vor ſich gehen kann, in Ueberlegung kommen. Die Frage wie-- wird wieder in zwey andere Fragen zerfallen, und zwar a) wie in Anſehung der Oertlichkeit oder nach wie viel Seiten,=- welches alſo das Syſtem der Lokalitäts-Arrondirung bezeichnet, dann b)) in welchem Verhältniſſe zwiſchen dem Xlä- hHenraume und derGüte der einzelnenGrund«» ſgüde--(oder nac) welchen Schäßungs- Maß» ſiäben??= S. 475- Ad a: Weit gefehlt wäre, wenn man glaubte, das Arrondiren wollte für Jeden=- alle Gründe in einem Srüe befaſſen. Dieß bliebe meiſtens unausführbar. Wieſen und Waldungen haben größtentheils eine eigene Oertlichkeit. Erſtere ſind an Flüßen, Bächen, Quellen oder ſonſt tiefen Lagen: ſie kdnnen alſo mit den Feldern nicht in einen Topf geworfen werden. Das Nahmliche gilt bey den Waldungen; ſie ſind meiſt entfernter=- auf Höhen u. dgl. S. 476. Selbſt die Felder tragen oft eine ſolche Verſchieden» heit an ſich, daß ſie nicht alle in gleiche Linie geſtellt werden können: die einen ſind weit entfernt, die anderen näher 3; die einen ſind zu vernachläßigt, vder von Natur weniger begünſtigt, 3. B. zu ſteinig== in kälterer hd- herer Lage u. ſ. f., daß ſie alſo auch nicht mit andern wohl zu miſchen find;=- daher muß nun entſchieden wers den: nac< wie viel Seiten oder Pläßen zu ar- rondiren iſt, daß alſo Jeder auf dem beſtimmten Plas. ſeinen Antheil erhält u. ſ, w. JAGRREEEE= 2 IEEE S?-4775 do= er Ad b: Wichtig iſt dann auch, das Verhältniß zwi- r fich gehen ſchen Flähenraum und Güte der Grundſiü>e aus- vie= wird zugleichen. Dieß kann durch Zugabe von grdßerm und zwar Tlächenräaum oder Geld= überhaupt Geldſcter Leitung des Beamten läßt ſich er- ne eigent warten, daß die Gemeinde gütlich über alle Punkte ſich , Quellet vereinigt, und Alles die umfaſſende Beſtimmung erhält. t Feldern Sind aber einige Puukte auf dieſe Art nicht zu verglei- 'Ihmlichet, iſt allein Geſes. Dieſe vder ihre gewählten. Schiedsrichter müſſen alſo zuerſt den Vorſchlag zur Arrondirung machen== nach wie viel Seiten oder Unterabtheilungen, z. B. Wald-, Wieſen-, Feld- und Gartenplätzen die Arrondirung vor ſich gehen ſoll,= Wer mehrere Fluren beobachtet und unterſucht hat, findet dieß F nicht ſo ſchwer, als es ſcheinen möchte: Wald und Wieſen Haben meiſt, wie geſagt, von ſelbſt den von der Natur bezeich- neten Pia3 3 auh die Dreyfeiderabtheilungen unterſcheiden ſich oft= der Lage, Entfernung oder einzelnen Umſtänden nach=- ſehr auffallend. Meiſt ſind die entfernten Felder ſchlechter, meiſt iſt ein Streifen von Lage undanfbarex u, dgl. Daher heißt es ſchon fim Allgemeinen, der Ater im Oberfeld gilt das Doppelte des Unterfeldes. Der Ver- faſſer 3. B. hat ſich erſt jüngſt mit ſeinem-Eigenthum in einem Dorfe arrondirt, welches unten in einer Fläche eine dlur, und eine auf der Anhöhe beſſjzt. Da er ſich unten antiedein wollte, war die Sache bald berichtigt; indem man unten die Zelder um die Hälfte ſchlechter hielt, als die der obern' Lage, Er bekam alſo fär jedes aulaſſende Tag- wer? der obern Reovier zwey in der untern, Doch, wie fehon bemerit== dieſer ganze erſce Vorſchlag zur Arrondi« - des Arrondirens ab, ſondern von den Geſeß- und Prozeß Normen dazu, alles Andere iſt nur Nebenſache und bleibt dem ailein fompetenten Richter daräber--- der Gemeinde ſelbſt anheim geſtellt, Die ſämtlichen Landrichter Baierns, mit denen dex Verfaſſer die erſten Kulturs- und Abtheis Lungsgeſchäfte machte, werden ſich noch erinnern, wie ſchwer die Sachen aufangs gingen, bis man die Handgriſfe dazu, die ESchiedsrihter, die„Prozeßformen fand, bis endlich je Ioyrmen dazu kurz, ſicher und deutlic) ſih machten. ZSezt war Alles wie umgezaubert: ſchnell wurde übergail ab- getheilt und kultiviet. Der Verfaſſer hält nach dieſer Sache Fenntuiß uud tauſendfahen Erfahrung ſich überzeugt,?daß mit den hier vorgeſchlagenen Geſeß s und Prozeßnormen die Zrrondirungen int ganzen Reiche eben ſo ſchnell und untrüglich ſich ergeben werden. Jede Regierung kann ganz zeicken. S. 489. Dieſe; Begnehmigung ſollte nur die Verbeſſerung der Landwirthſchaftsgebaäude bezielen. ZEIGER IDEEN GERE IONEN. Ge piel die ent mif hen Sr 405% Die Lanvwirthſchaftegebäude ſind ein ſehr wichtiger Gegenſtand; ihre zwe>mäßige Cinrichtung 3. B. kann Uh fo wes viele Hände=- viele Dienſibothen erſparen. Sie ſiellen fahre her, die Maſchinen bey Fabriken vor, wodurdy viele Arbeiter er Gebun: entübrigt, alſo die Fabrikate wohlfeiler errungen werden, ' zettrüm: t wurden, QS: 490 Wie Zahl Baiern hat im Oberlande ſchon mehrere zwe>mäßige irung wach Wirthſchaftsgebäude, die beynahe zum Muſter dienen e Numen könnten. Die Vortheile bey ſo einem Wirthſchaftsge- bäude ſollen ſeyn: a) Daß die Cin- und Ausfahrt in das Haus ober den Stallungen auf die Scheune angebracht iſt. Dieß gibt doppelten Nußen: zum Ybleeren braucht |, daß man nur den Wagen abzuraumenz; das Futter darf nicht m bleibt, weiter getragen werden,-- durd) Oeſſnungen fällt es de größe in die Stallungen hinab.=- b) Die Stallungen ſol- Nachbar len, beſonders die für Pferde, Kühe und Ochſen, hoch, 1 Uſo fey rein und mit Luftzügen verſehen ſeyn, auch unten Oeff- fen, ver: nungen haben. Hier läuft die Jauche auf eigenen Plätzen ab, und ſammelt ſich an einem beſtimmten Ort, wo ſie dann zu beſonderm Gebrauch, zum Beyſpiele auf Wieſen, den un: zu verwenden iſt.= Yu der Dünger kann dur ge- dachte Oeſſnungen geſchoben werden. Das Waſſer ſoll G ven. nung be zugleich in Stall und Küche laufen, und ohne weiters der Dis Tragen überall zum Gebrauche dienen u, ſ. f. c) Eben ſo zwe>mäßig müſſen die Düngerſtätte und andere Bes dürfniſſe, z. B. Aufenthalt der Hühner, mit dem Haupt- gebäude verbunden werden. Die Düngerſtätten ſollen nie den yung de! Anblick. eines Hauſes. oder die Gaſſen, der Dörfer entſiellen. d) Müſſen die ndthigen Vorſichtsmaßregeln gegen Feuer- geſährlichkeit genommen werden.€) Endlich mochte nicht bloß das Vieh einen luftigen und veinen Aufenthalt ge» gen Morgen bedürfen, ſondern auch die Menſchen;--- ſie ſollen ordentlich, geſund und bequem wohnen.--- Dieß erregt zugleich mehr Frohſinn= bringt ein freunde licheres, edleres Geſchlecht hervor. f) Soll eben deßwegen auch für einen Raum neben dem Hauſe zu einem Garten und Obſtbäumen Vorkehrung geſchehen. S. 492. Der landwirthſchaftliche Verein ſcheint wirklich mit dem Gegenſiand der Verbeſſerung der Landwirthſchafts- Ge- bäude ſich zu beſchäftigen. Verdienſtlih wird es ſeyn, mehrere Plane und Anſichten verſchiedener zwe&mäßiger Wirthſchaftsgebände den Landleuten als Muſter in die Hände zu liefern. S. 493- Jeder ſollte nun ungehindert in ſeinem arrondirten Bezirke ſeine Wirthſchaft nach Gefallen treiben können, und hat mit der Gemeinde wegen Hirten, Weide u. dgl. nicht die mindeſte Gemeinſchaft mehr. Auch iſt er zu Feiner Verzäunung verbunden, außer er will für ſein Vieh eine Weide augüben, z. B. einen kleinen Park für junge Pferde ſich bilden, wie im Mecklenburgiſchen u. gdl. Man iſt wegen aller anderer Viehgattungen zur Ueberzeugung gekommen, daß die Weide Nachtheile bringt, daß das Vieh-- Reinlichkeit und gutes Futter zur beſtimmten Zeit ge- reicht-- eben ſo liebt, wie der Menſd); daß das Vieh nur unter dieſen Umſtänden gedeiht und ſich vereredelt;*) ») Selbſt die edlern Schafe werden nicht durc< die Weiden: ſchaft gezogen. Sieh die neueſten Werke über die ſpas- niſcze Schafzucht; z. B. eines Laſteyrie u, a. daf rer Eif Lat ron enthalt 96 nſchen;- ohnen,= in freund, 1 deßwegen m Garten Wik mit haſth„Ot: es ſeyn, edmäßiget jer in die trondirten 1 fonnen, ide 11, dgl, iſt er zu ſein Vieh ür junge dl, May vzeugung 9 Vieh- Zeit ge: das Vieh edelt;*) , Beiden: - die ſps Ge ROI daß endlich Weide nur wilden Zuſtand== die Landwirthe ſchaft in der Wiege vorſtellt. S- 494- Zur Sicherung der Fluren wäre dann die Anſtalt der Flurſchüßen nothwendig, die in andern Ländern ſo wohlthätig wirkt, das Triebrad einer guten Felds polizey iſt. Mit guten Flurſchüßzen läßt ſich allein jede Verbeſſerung in der Landwirthſchaft, die Obſibaum- zucht, und grdßere Gärtnerey in Aufnahm bringen.= Nichts ſcken haben, um das, was wegen Arrondirungen geſchehen, in den Regierungsblättern dffentlich bekannt zu machen; auch die Beamte, Pfarrer, Anwälte, Schullehrer und KLandleute dffentlich anrühmen, ſie auszeichnen zu können. Q> 5071. Von den Landrichtern, die ſim dur<) eine Menge grdßerer zwe>mäßiger Arrondirungen hervorgethan haben, ſollen die erſten drey den Civil- Verdienſtorden erhalten. Eben ſo Pfarrer, Anwälte, Geometer, Schullehrer und Landleute Verdienſimedaillen und Prämien u. ſ. w. S..:502% Es bleibt keinem Zweifel unterworfen, daß, da hier von ſolchem für Land uud Leute=- für den Staat gemein? aüßigen Wirken und bleibenden wohlthätigen Handlungen die Rede iſt, dieſe Auszeichnungen allerdings verdient werden, S- 503- Nile drey Jahr ſollte nun dieſe Revue vor ſich ges hen, und bald wird ſich zeigen, daß die Regierung wie bey den dden Stre>en des Landes ſich ausdr'icken könne„ daß nichts mehr zu thun übrig bleibe, der Hirtenſtab gebrochen, alle dde Stre>en kultivirt, und alle Lands» wirrhſchaften zwe>maßig arrondirt ſeyen.== SE 15042 Zu weitern Ermunterungen und als Sporne zu den Arrondirungen möchte dienen, etwas aus derorbaugeſezgebung zu entlehnen: nähmlich bey allen den Gründen Steuerbeyſcmäßigere Häuſer, Gärten, Obſtbaum- alleen und allgemeinen, mannigfaltigern Anbau ungemein gewinnt, und man wird ausrufen müſſen, wirklich in dieſen Arrondirungen iſt der Stein der Weiſen für Land und Leute gefunden; ſie werden das Kdnigreich Baiern, ſo wie jedes andere Land, in den ſchönſten Garten, in vollen Wohlſtand umſtalten,= ich, was » Aron: Faire, Fünf und zwanzigſter Abſchnitt, mt) ſid -. Einwürfe gegen das Arrondiren im Ah be Allgemeinen. für ſein-..- yt mehr Wüttert YZ 1SX0: m ts Bier mdglichen Einwürfen möchte noch zu begegnen N mit ſeyn a) daß die allgemeine Aufldjung der Grundſtä>ke langerer von dem Gutsverbande, alſo ihre Walzbarkeit zu ch beſjet viele kleine Güter erſchafſſen dürfte. b) Die Einſamm- m zählen lung der gutöherrlichen Gefälle würde dabey kaum mdg- e Hinſicht lic), wenigſt ſehr erſchwert, ſohin die gutsherrliche all dieß, Rechte in dieſer Hinſicht nicht zureichend geſichert ſeyn. 8 Landes c) Auch die Gefälle für den Staat wären den nähmlichen bſibaum: Schwierigkeiten unterworfen, es bliebe gar kein MasSſiab ungemein unter den Gütern mehr übrig. d) Selbſt auf die Sta- tlic) in tiſtik des Landes hätte dieß einen widrigen Einfluß. Es ür Land würde dies Dörfer zerſtvren, welche zur Kultur des Volks Baiern, weſentlich beytragen. (en, m SE51T- Ad a: Man hat ſchon viel geſchrieben, Preisfragen aufgegeben, ob kleine Güter oder große dem Staate zu- träglicher ſeyen*). Die Erfahrung ſpricht aber gerade- *) Beynahe alle Regierungen glaubten ſich verpflichtet gegen zu fleine Güter Maßregel zu nehmen, ſie ſezten deßwegen ein Minimum, wie klein nähmlich ein Gut ſeyn darf. Unterdeſſen iſt guch ein Staat bekannt, wo das Gegen- C62 +15 nte IN IPT 2727 = 0 u.= hin aus, daß ſich die kleinen Bauern beſſer ſtehen als die großen. Kleine Güter ſind auch für die Bevölkerung vortheilhafter- Yber heißt es, die vielen Kleinen eſſen theil geſchah,= wo zu großen Gütern ein Maxi» mum geſezt wurde.=- Dieß iſt Flandern, wo die hd- here Landwirthſchaft für Frankreich, Engeland, Deutſch» land== beynahe für ganz Europa ausging. Hören wir einen Schriftſteller dieſes Landes Mons, Legras de Sti. Germain»; l'art de trouver des tr&sors rdels dans les Cam- Pagnes, Bruxelles 1811. P+ 16:64 Les esprits Sont depuis longtems diviss Sur Y'importante question de Savoir Si les petites fermes Sont preferables aux grandes pour une bonne culture, L'on dit que 1a division des proprictes est une des causes de 1a prosperite territoriale, et on cite entre autres exemples le pays de Wo2es, dont Nous avons deja parle, On ajoute que dans une petite ferme, chaque partie immediatement Soumise 2% 1a Surveil- lance du maitre ,recoit le genre de culture qui lui est propre; que, les bras du fermier et de ses enfans pouvant Suffire aux trayaux Journaliers, il m'est pas obligs d'avoir v recours a des laboureurs 2 gages, qui, Sans interets% 1a recolte, m'en doivent prendre aucun 2 la culture, On fait valoir les avantages qu'a retire 1a flandre de l'adoption de ce sySteme, Enfin on assure que ces avantages frap- perent les provinces voiSines avec tant d'fvidence que les Etäts de Hainaut, en 17605 limiterent ld&tendue des ſermes par. une loi qui ne permit plus qu'elles excd 1 als die ihre Produkte ſelbſt wieder auf. Wenn das wäre, könn- dIferung ten ſie ja ihre andere Bedürfniſſe nicht beſtreiten!! Sie en eſſen produciren viel mehr in einem weit höheren Grade, le- gen ſich auf noch andere Induſtriezweige, und vergrößern ſo ihren und den allgemeinen Wohlſtand.=- Sehe man Maxis nur ein kleines Gut anz wie gut iſt es nicht bebaut! die hs Nicht nur gepflügt, ſondern ſelbſt mit der Ha>e, wie Deutſche ein Gartenbett wird es bearbeitet, ſohin jedes Grundſtück ten wir auf den hd<ſtmdglichen Grad der Kultur gebracht. Jn vd Ländern wo die Landwirthſchaft im hd<ſten Flor war, 2 beſtanden immer nur kleine Güter. Anfangs hatte bey ME den Nömern eine Familie nur zwey Jugera=- dieſe EE Summe ſtieg in Folge der Zeit auf 5, und durch das li- DIEL ziniſche Geſez auf 7, den edelſten und zahlreichſten Fami- lien ſie nur zulegend. Die Römer waren auch bemüht, ritoriale, ihr kleines Land immer in Thätigkeit zu erhalten; jeder BR GS<== ===- GG z= GEIE ener areemmer GGG es, dont ne petite Schuh Landes wurde auf das ſorgfältigſte bearbeitet, be- 4 Surveil- nüzt wie von einem fleißigen Gärtner, der von ſeinem EEE Gartenbette 3= 5fache Aernte zu ziehen weiß, Die USED Erde mußte jeden Zuſammenhalt aufgeben, der Bo- 0 den ganz lo>er ſich machen. Dieß kann nicht genug GE empfohlen werden. Oefters Bearbeiten gilt glei) dem App guten Düngen. Man muß dfter ackern und mit der Haue ves frap- noch über den Boden kommen, dann braucht man dünn que les zu ſäen, und erhält doch die größte VWerntez während 5 5 fermes andere bey ſchlechtem Bearbeiten der Gründe dicht ſäen,"4 edassent und doch von noch ſo viel Land keine ſo große Aernte jich I ation de verſchaffen.== Die rdmiſche Geſchichte liefert uns hier-'| es effets über eine hieher ſehr paſſende, rührende Scene. Cin|| ME 9:0 arbeitſamer Rdmer hatte nur ein kleines Landgut; 9007 aber ſo ungemein reiche Aerute bringend. daß es all- na? gemeine Bewunderung erregte. Man konnte all dieß 2265- nicht begreifen, und beſchuldigte ihn der Zauberey. Ex wurde nun formlich angeklagt und zur Verantwortung gerufen. Ex erſchien und brachte alle ſeine Ac>erwerk- zeuge mit. Sie beſtanden in einer geſunden Tochter von ſtarken Gliedmaſſen; auf den Achſeln trug er eine ſchwere Hake, und hinter ſich hatte er ein paar wohle gefütterte Ochſen, einem ſchweren, ſtarken Pflug füh» rend.= Seht her ihr Rdmer, ſpra er, dieß. ſind meine Hexenkünſte, die mein Ländchen ſo fruchtbar, mei- nen Garten ſo blühend und meine Scheune ſo voll machten! Menn ich euch dann erſt meine ſaure Arbeit, meinen "Schweiß, meine Sorgfalt und Wachen Tag und Nacht vor Augen legen könnte, dann würdet ihr erſt vollends begreifen, wie ich meine Zauberey verrichte. Das Volk jauchzte Beyfall zu, und die&ichter entließen ihn mit gleicher Rührung und Freude.= In der Geſchichte der Juden findet man auch die Anzahl der Felder immer ge- ring, und ſie mußten dod) Millionen nähren; aber die Ju- den hatten ungemeinen Fleiß in ihrer Bearbeitung. Gleiche Beweiſe von den Vortheilen der kleinen Güter liefern uns zum Theil Engeland, Schweden, Toskana, die Ge- genden am Rhein, und zum Theil auch Franken z end- lic) wie ſchon bemerit vorzüglich Flandern. SE 15128 Einige Schriftſteller und Staatsmänner hatten gar die lächerliche Furcht, daß bey Auflbdſung aller Gebun- denheit der Güter einzelne Reiche alle Gründe zuſammen- kaufen und ſo das Land entvdlkern würden. Cs iſt wahr, es gab. in Engeland wie in andern Ländern einzelne Bey- ſpiele davon; aber die Strafe folgte ſobald auf. dieſe Rurzjichtigkeit, daß kein Rachtzyeil dadurch. entjiand 5 als 22 and; al bau nüzlich ſeyn, 08 daß der Beutel dieſer großen Unternehmer ſich entvolkerte, "wortung in kurzer Zeit die Verkäufer neben dem Geld auc ihre 'derwert: Gründe wieder erhielten, und den großen Oekonom auss- Tochtei lachten..== Die Natur übt immer ihr Gleichgewicht aus. 3 er eine Dieß ſieht man nirgends mehr als bey einer OSefonomie. ar wohl: 9WBie man da etwas über die Kräfte thun will, folgt der ug führ Nachtheil= die Strafe auf der Ferſe- Wer zu viele jeß find Felder hat, wird ſie immer ſchlecht bearbeiten= nicht N, meis alles überſehen können. Seine Beutelrechnung wird ihm aßen! fo lang Vorwürfe machen, bis er ſeine Oekonomie kleiner , wenn macht, oder zu Grunde geht. Tägliche Erfahrung lehret nd Nacht das. Bey dem Landbau kann das Vorbild der Fabriken vollends nicht angewandt werden, wo die Maſchinen die Men- das Volf ſchenhände erſparen. Ganz das Gegentheil. Bey dem ihn mit Land- und Gartenbau verſchlechtern die Maſchinen jichte der die Arbeit. Nur die Menſchenhände wirken Wunder. nme gw LL, Alle die eingeführte Maſchinen ſind nur Nothbehelfe für y die Jur größere Oekonomien, wenigſt Anbau und Saen zu leiche erzwingen. All dieß kann den Vergleich nicht aushalten ! liefern mit der Hälfte Flächenraum, der mit Menſchenhänden=“* die Ge- mit der Hacke fleißig bearbeitet iſt*)+ n; end- IE„?' Deßwegen haben große Oekonomien immer wieder| den Sina geändert, in kleinere Theile=- für mehrere(|| eten gar Familien=- mehrere Menſc konnen das Ganze nicht überſehen, und finden am Ende bey den Aernten immer weniger die Rechnung. Sie bemerken zugleich, daß die Kleinen ſtäts mehr ſic) ſchwingen, daß iyre Felder alle auf das Beſte bebaut und gedüngt ſind, und gegen den ihrigen doppelte Aerate bringen;=- daß bey dieſen der Wohlſtand zufehrt, ſie keine Brache, keine Weide brauchen, und in Allem beſſer daran ſind. Daher iſt es auch Sprichwort in jedem Dorfe--„die Kleinen Hauſen ſich beſſer, und wo noch Geld zu finden iſt, muß man es da ſuchen.“. S. 515. Die kleinen Güter ſind alſo dem Staate nicht nach- theilig, ſendern vortheilhaft, ſie erhohen in jeder Hinz ſicht den Nationalwohlſtand.=- t C; STO Ad b: Die erſte Wuth bey Anfang der franzöſiſchen Revolution ſah die liſtigen Prieſter, die Räuber im Fäuſtrechte vor ſich, die für die Landwirthſchaft, für die Landleute und die Felder, die Ketten ſchmiedeten, mit denen ſie unter dem Nahmen Feodalität bisher ſo ſchwer belaſtet waren. Mit Einem wurden ſie daher zerriſſen. Selbſt die Gemäßigtern fanden dieß gerecht. Sie er- kannten daran uſurpirte Rechte der Geſellſchaft=- des Staats. Sie folgerten, daß die Rechte der Freyheit an- gebohren und unveräußerlich ſind, daß nur dem Staat ſel then, zu iſſen das zur Beſtreitung der Staatsausgaben Auflagen zukommen, daß alle gutsherrliche und Zehentforderungen in ihrem Ur- ſprung ſolche, nähmlich Staatsauflagen waren, daß, nach- mit Zeit| dem die Gutöherrn nicht mehr Schuz leiſten können, ſondern "hindert,| ſelbſt nur Bürger vorſtellen, ihnen für obigen Schuz auch Stde bey| nichts mehr gebühre, endlich, daß, wenn man die Landleute vemerfeny| oder den größten Theil der Einwohner, eigentlic) die daßihre| producirende alſo nüßzlichſte Klaſſe= zum Frommen der Ari- nd, und ſtokraten nicht erdrücken wolite, alle dieſe gutsherrlichen Wiby| Forderungen mit dem Starze des Feodalwejens zuſam- 'e, fn men fallen müßten.== - Daher S",% » Kleinen SITZ iſt, muß Nach ſtrengen Staatsrechten iſt alles dieß wahr s allein nicht der Billigkeit gemäß. Gegenwärtig hat man nicht mehr mit den erſten ſchlauen Prieſtern, ritterlichen Räubern zu thun, ſondern mit Leuten, die ihre Schldſſer Dt nahe| und die gutsherrlichen Befagniſſe, wie eine andere Waare der Dit?.| oder durc) Kauf vder Erbſchaft an ſich brachten, denen man den größten Theil des Vermögens nimmt, die mei- ſten zu Bettler macht, wenn man ihnen dieſe Forderungen entzieht.= Deßwegen nahmen zwar andere Staaten öſiſchen das franzöſiſche Syſtem an, aber ſie ließen wegen dieſen ber im Forderungen mildernde Maßregel eintreten. Sie ha- für die ben die Mißbräuche=-- alle Willkühr dabey=- als mit 1, mit einer guten Geſezgebung von ſelbſt unverträglich, abge- „ſchwer ſiellt, und für die übrige Beſugniſſe loskäufliche Eut- iſe ſchädigungen feſigeſezt. “ 5| S. 518 -- des"“ eit an: Dadurch iſt allein Billigkeit bezwe>t. Alle, die Staat ſole und können alſo wie vor-- jezt nur deſto beſtimmter=- ihre Gefälle erhohlen. Die Grundherrn hatten auch bisher meiſt mehrere Unterthanen== mußten den Zehent bey allen Grundſtü>en heben, alſo kömmt es auf eins hinaus. Zudem ſind ſchon mehrere Höfe zertrümmert, Grüt ben| meh! Bert € bemer! haft il den ten lan pita die( beſiau oden die R ſg gan; die( 'Gſe Gründe arrondirk worden, und alle Schwierigkeiten ha- 79€ eat ben ſich beſeitigt. Man hdrt keine Klage dabey. Viel- Gr mehr zeigt die Erfahrung das Gegentheil, 3z« B, bey den N Vereinddungen im Illerkreiſe u. ſ. w. Bten ange: SE 05212 Endlich erhöhen die Grundherrn, wie ſchon oben bemerkt wurde, durch die Loskaufs- Kapitalien wahr- vminf det haft ihren Wohlſtand. Man könnte übrigens bey nd ewe edie den Gülten Loder Gerreiddonnenſ en 3eNenz Leben zuf ten uy.|. f. die Einſammlung in Natura ſo 8 hingaben, lang beſtehen laſſen, bis die Loskaufs-Ka- von mehr pitalien heimbezahlt ſind, 1 Anſehun; erhalten,= S+. 522: So wären alſo gewiß alle Anſtände auf die billigſte Art berichtigt, die Einſammlung der grundherrlichen Ge- falle auf alle mbgliche Weiſe erleichtert, und mehr als geſichert, beſonders da ſie vom Tag der Eintragung in das Hypothekenbuch bis zur Heimzahlung die erſte Hypo- thef genießen. iche haben, ſcellen, ſt hfeiten bey ), unver: ) an einen SE 523: den; jez! Ad c: Auch für den Staat iſt die Schwierigkeit zur „in meh: Crhohlung der Auflagen bey ſo zerſtü>eltem Beſilßſtand x dieß zut nur ſcheinbar. Jezt hat man auf eine ſehr irrige Weiſe ſadaſterdi die Gutsbeſißer ohne Kenntniß und Rückſicht ihres Guts- ſuide und beſtandes zur Zahlung aufgebothen. Künftig beſizt man er= ihre ordentliche Heberollen aus den Kadaſtern und macht jedem ich bisher die Rechnung zur Zahlung nach ſeinem Beſizſtand. Dieß n Zehent iſt gewiß weit zweckmaßiger- Man frägt nach keinem , auf eind ganzen, halben Bauern u. ſ. f. mehr. Die Konſtitution= Feümmert/ die Geſetze erkennen keinen Unterſchied der Stande, ſon- .- 412= dern nur Bürger=- alle gleich vor dem Geſez=- alle gleich) verbindlich nac ihren Verhältniſſen zu den Bex dürfniſſen der Geſellſchaſt=- des Staats beyzutragen. Der Staat wird künftig die Verhältniſſe und Kräfte eines Jeden nur nach dem Beſitzſtand meſſen, ob in dieſer Hin- ſicht der eine mehr oder weniger Auflagen bezahlt. Die- ſer Maßſtab, der meiſt, oder minder belegten(1es plus Imposes) iſt der eigentliche /und weit ſicherer als alle ältere Klaſſifikationen des Hoffußes-, Steuerfußes-, Kriegslieferungs-, Einquartirungs- Regiſtern u. ſ. w. Hiernac berechnen ſich auch am leichteſten als Beyſchläge zur Grundſteuer u.[. f. andere Beyträge zu Gemeinde» bedürfniſſen u. ſ. w. S. 524 Ad d: Die Dörfer hatten, wie wir ſahen, zur Kul- tur der Menſchen weſentlich beygetragen.- Durch das Zuſammendrängen der Menſchen wurden ihre Bedürfniſſe vermehrt, ſie konnten und mußten ſich einander beyſte- hen, ſie formten ſich alſo geſelliger. Die erhdhten Bediürfs- niſſe weten immer mehr Thätigkeit und Erfindungsgeiſt, es gingen alle Anlagen des Menſchen entwickelter hervor. Die Städte als vergrößerte Dörfer haben dann vollends die hohere Bildung herbeygeſührt: Jezt ſteht der Staat auf einen ſo hohen Grad der Ausbildung, daß ihm wenig daran liegen kann, ob ein Dorf, wenn bey Ar- rondirungen einzelne Bewohner auf ihre Gründe ſich hinaus- bauen, kleiner wird oder nicht= und ob die Starijtik um ein Dorf mehr oder weniger zählt. Unterdeſſen es geht ſicher kein Dorf deßwegen verlohren. Die Dörfer können ſich nur vergrößern, weil alle, die auf ihre Gründe ſich hinausſtedlen, auch noh zum Oorf gehdren= nicht! in ih baud? Reich)! Di gramm es= el 1 den Be: »zutragen, äfte eine ieſer Hit: It, Dies (Tes plus als alle wußes 3 WR Ww. Beyſchäze Gemeinde , zur Ful: Durch das Zedürfniſe der beyſit: „1 Bedirf: ungögeiſt, ey(jervor, 1 vollends er Staat daß hm 1 bey It: h hinaus Statiſtik deſſen je Dörfet auf ihr! gehdren nicht weit davon entfernt ſind*), Nur kultivirte Gründe=- in ihrer Mitte freundſchaftlihe Landwirthſchaitsge- bäude werden künftig aneinander gränzen=- das ganze Reich nur ein Dorf=- nur Eine Stadt vorſiellen**). 8. 525- Die Reihe fährt nun zum weitern Punkt des Pro- gramms. Sechs und zwanzigſter Abſchnitt. TInſtruktiver Entwurf für die Vollziehung einer Ar- rondirung, ſowohl eines einzelnen Gutsbeſikßers, als einer ganzen Gemeindeflur, worin die Vor- ſchriften für die Taxation der einzelnen Parzellen, and die Principien für die Vertheilung einer "ganzen Maſſe gegeben ſeyn müſſen, und das Ganze mit Beyſpielen begleitet und geſchloſſen ſeyn ſoll. STE5260, Es muß vorausgeſezt werden, daß die Regierung die nach der Konſtitution und Edikten über die, gutsherrlichen Rechte verſprochene Beſtimmungen der Anſchläge gedach- *) Die Erfahrung hat zureichend darüber abgeſprochen. Man betrae al reitung det „fart find, nähmlich! : nicht ade 1, auch die 1 Anſehunz der der aus ricpts wegs S. 533- Im erſten Fall kbnnen Einzelne ſelbſt fär ſich die Verſuche machen, ihren Plan auszuführen, Cs gibt da- zu für jeden Einzelnen hundert Mittel und Wege, ſeine Nachbarn zu gewinnen, daß ſie mit ihm zum Tauſchen ſic) verſtehen. Oft macht er kleine Daraufgaben, oft leiſtet er andere Dienſte und Vortheile. Kurz, er kömmt zum Ziel, wie ſchon viele auf ſolcs mäßigſte vorbereitet, was die Beförderung der Arrondi- rungen verlangt» Nichts als Rühmliches läßt ſich über dieſes große== nükzlihe Werk ſagen, Nur muß man hier "terten, Obiges der Fluren wegen wiederhohlen. Richtige=- ſi- emeinde chere Flurkarten= ſind die Grundlagen des Steuerkada- Rechts: ſters= der Hypotheken- Bücher und der Arrondirungss obigen plane= kurz die Achſe, um welche die ganze Staatswirths el noch ſchaft ſich dreht. lich zu S.- 539 19 ſind 1) Die Flurkarten ſollen general und ſpezial ſeyn. veftion Jede Gegend könnte in Hauptfluren getheilt werden. y Ler- Der geographiſche Anbli> eines Landes biethet dazu ſchon doeh die zwe>kmäßigen Anlagen dar. Ein Land beſchränkt ſich ſchehen, a) auf Thäler; b) große ehemahlige Waſſerbehältniſſe, ar dieſe Ebene oder Flächen; c) Gehügel; d) Gebirge. Die zen das Flüße, Gebirgsrüken oder Gefällſcheidungen, Seen, e Voll: Bäche geben dazu die Einfaſſungen=- das iſt, natürliche niß des Gränzen. Z. B. das Iſarthal bildet eine Hauptflur, und ere Ber hat bis zum Eintritt in die Donau mehrere Sektions- uß über Fluren. Von jeder Sektion wäre dann die Flur eines in'Gi Dorfes== eines Weilers eine Spezial- Flur- und der Plan davon eine Spezial- Flurkarte. 2) Es verſteht ſich von ſelbſt, daß ſowohl die Hauptflur- als Sektionsflurz BEHN- Karten auf- die beſtehende Eintheilung der Kreiſe und Landgerichte paſſen müſſen, daß alſo ein Kreis in meh rere Hauptfluren, und ein Landgericht in mehrere Sek- tionsfluren zerfällt. Vielleicht möchte dieß auch Anlaß Fart geben, nac< den Sektionsfluren die Munizipalitäten zu vrganiſiren, daß alſo mehrere Dorfgemeinden eine Munix zipalität vorſtellen, welches für alle dffentliche Anſtalten nüßlicher wäre. 3) Jn eine Sektionsflur gehdrten dana Steuer alle Spezial- Flurkarten der Städte, Fle>en, Dörfer, 5 wes Weiler oder Einddhdfe- 4) In eine Spezial- Flurkarte Arrondt- müßen die anſtoſſenden Staats- oder andere Gründe der ſich über Gutsherrn mit aufgenommen werden, Sie kommen dazu, wan hie wohin ſie am ſchilichſten paſſen. 5) Die Weſenheit aller dieſer Karten iſt, daß ſowohl die Haupt- als Sektions- und Spezialfluren, ſo viel möglich, nagtürliche*) oder ſonſt ſichere-- und bleibende Gränzen erhalten, damit nie mehr Irrungen entſtehen können. Es müſſen alſo die verſchiedenen Oertlichkeiten wohl zu Rath gezogen oder künſtliche Gränzen gemach: werden. 6) Die Vermeſſungs- Direktion erheilt auf Anſuchen einem Geometer den Auf- trag, wegen eines Arrondirungs- Planes aun einen Ort ſic) zu begeben. 7) Hier muß der Geometer zuerſt, wenn die Spezial- Flurkarte no< nicht vorhanden iſt, von der Grundbeſchreibungs- Direktion, wahrſcheinlich Dem Rentamt, die legale Grundbeſchreibung abfordern. 8) Nach dieſer ſtellt er nun die Spezial- Flurkarte über den Flächenraum aller einzelner, Gemeinde-, Herrſchafts- und ſo anderer Gründe her, damit die ganze Flur genau ausgefüllt und detaillirt iſt=- und zwar nach der allge- meinen Inſtruktion der Steuer- Vermeſſungs- Kommiſſion. 9) Von der Gemeinde werden zwey erfahrne Männer zur Planaufnahme ihm beygegeben. 10) Zu dieſem Spezial- Plane für die Arrondirung hat der Geometer nur jeune Grände der Gemeinde, Herrſchaft und ſo andere zuſammenzufügen, die einen Körper bilden, Oft haben einzelne Glieder der Gemeinde noch entfernte Gründe, 3! B. beſigen die Bewohner der Dörfer um München Wieſen in der Nähe von Dachau. Dieſe gehdren natür- lich zu einer andern Spezial- Flur. x3) Die ganze Spezial- Flur muß förmlich und für immer dauerhaft mit *) Auch dieſe müſſen wegen der Abweichungen der Flußbeete und Zurüctreten der Seen noch andere feſte Puunkie erhal: ten, z» B. Felſenſteine, gemauerte Pfeiler u. dgl. aas 423== eit alle Gräben= Gruben oder Steinen verwahrt werden.==> 15: und 32) Auf dem Plan ſelbſt ſollten die Gründe jedes Eine er ſonſt zelnen nach dem beygefügten Muſter*) eine andere Farbe ' damit haben; weil dieß zur Ueberſicht und für die Arrondirungs- en alſy plane vortheilhaſter iſt. 13) Mit der Taxation der 8 oder Gründe hat ſich der Geometer nicht abzugeben, weil dieß ſſungs- weit füglicher die Sache der Gemeinde vder ihrer Schieds- 1 Auf: richter iſt. Er ſammelt ſic) nur im Allgemeinen über die " Ort Verſchiedenheit der Gründe die ndthigen Erkundigungen und zf, Erfahrungen. Er muß dazu alle ihm auſſtoſſende Oertz den if, lichfeiten genau aufzeichnen und ſich ſo vorbereiten, daß Heinlich er bey der Kommiſſion verſchiedene zwe>maßige Arronu- ordern, dirungsplane nach ſeinen Anſichten vorlegen und alles er- te über läutern kann. ſchafts- IEM | genau ue] Neun und zwanzigſier Abſchnitt. Männer Hauptgrundſäße für die Ausführung der Arrondi- dieſent rungen: 'ometer andere S. 549 - haben 26 1) Wenn der Kirchhof no< im Dorfe iſt, muß ein anden Raum dafür außer demſelben ausgeſte>t werden. 2) Je- 0 des Haus ſoll zunächſt wenigſt ein Tagwerk zum Garten ganze erhalten. Jſt dieß nicht als Umgebung für jedes Haus ft mit möglich, dann wird eine Linie außer dem Dorfe die Reihe der Gärten bezeichnen. Dagegen ſind dann die Pläße der Krautgärten einzuziehen. Jeder kaun jezt ſein Gemüſe [ußbeete € erhal *) Na< dem Plan yon Freymanu Nr. x. in ſeinem Garten pflanzen, und mit den Gartenbeeten mißlicher wechſeln. 3) Die Anlage der Tyeile muß fo geſchehen, daß man auf einer einzigen Straſſe zu ähnen kommen kann. 4) Dieſe Straſſe erhält in der Regel 30 Schuh in der Breite=-- nähmlich 18 Schuh zur Straſſe und auf jeder Seite 6 Schuh zu Obſtbaum- Alleen und Gräben. 5) Dieſe Obſtbaum- Allee darf nie unterlaſſen werden, da ſie die Obſtbaumzucht befdrdert, und der Flur noh andere Vortheile bringt. 6) So- wohl von der Straſſenherſtellung und bleibender Ausbeſſe- Lung als von der Pflanzung und Unterhaltung der Obſt- bäume iſt Jedem der treffende Theil auszumitteln und für immer als Verbindlichkeit zuzuſchreiben.*) Der Flächen- raum für den Straſſenbedarf kann von den vielen Wegen, Gemeindegründen u. ſ. f. zureihend Erſatz finden. 7) Die Gemeinde oder das Schiedsgericht hat bereits beſtimmt, Hach wie viel Seiten die Anlage der Theile geſchehen ſoll. Gewdhnlich wird man für Wieſen=- für Waldungen ei- gene Seiten haben. Meiſt mögen auch die Felder zwey Abtheilungen erhalten=- in nahe und weite, oder ſchlech- kere, kalte u. ſ.w. Nach dieſem Ausſpruche muß nun Der Geometer ſeinen weitern Plan einrichten. So auch, falls etwa Vereinddungen beſchloſſen worden u. ſ. f. oder die Arrondirung nach der Schätzung geſchehen ſoll.**) :*) Es wäre eben nicht nothwendig, lauter Obſtbäume zu pflan- zen: man könnte auch z. B. Lerchen, Achazien, Vogelbeer- bäume, wilde Kaſtanien und andere derley darunter gelten laſſeu. 3») Zu dieſem Behufe habe ich in der Beylage 7. einen Aus- zug aus einem Vereinddungs- Aft ſammt Formulgarien bey- geſügt, wonach ſich dann gerichtet werden kann, Ee 425 Fe Fenbeeten 8) Er muß die Aufmerkſamkeit dahin richten, daß die 0 muß Theile eher breit als zu lang und zu ſchmal werden. Er 'aſſe zu Xann ſich dabey durch eine oder zwey Kreuzſtraſſen u. ſ. f- in der helfen. Seine Geſchilichkeit wird ſich in dieſer zwe>k- ) Echuh mäßigen Anlage zeigen. 9) Um für die Zukunft alle ſibaum: weitere üble Folgen zu beſeitigen, iſt der Geometer ver- darf nie hunden, ſeinen Arrondirungs- Vollzugsplan, vielmehr den fördert, Entwurf davon, zur Vermeſſungs- Direktion der Geneh- 6) Eo- migung wegen einzuſchien. Es verſteht jich, daß da Aniheſſe ſolche Vorkehrungen getroffen ſind, daß das Arrondirungs- der Diſt: Geſchäft keine Verzdgerung dadurch leidet. 30) Die | und für Wieſen werden meiſtens nahe am Fluß= am Bach ihre Flächen: Anlage erhalten. Dieß kann aber nur für die geſchehen, Wegen, die vorhin wirklich hier einige Wieſen beſeſſen haben, oder 7) Die ſonſt ähnliche Aenger mit in die Maſſe werfen. Es kön- eſtimmt, nen aber durch Kauf oder Tauſch der Einzelnen ſowohl ehen ſoll, in dieſen als nachſtehenden Punkten andere Verhältniſſe ngen eis Hervorgebracht werden. Ix) Eben ſo kommen auch der zwey bey den Waldpläten nur die vorigen Eigenthümer zur y ſchlech: Theilung. 32) Das Nähmliche gilt für die Felder. uß nun Sind dieſe zweyfach== in nahe und weite zur Theilung v auch, beſtimmt, dann iſt es natürlich, daß Jeder vie Hälfte „f. oder ſeiner treffenden Zahl in den nahen und weiten Feld em- ſoll, 7") pfängt. Kleine Eigenthümer wird man immer im nahen Feld u.ſ.f. befriedigen müſſen. 33) Wer mehr Güter im Dorfe beſizt, braucht nur eine Numer. zupflan- 434.) Unterdeſſen ſind alle dieſe Beſtimmungen hier nur gelbeet: Beyſpiel- und Anleitungsweiſe angeführt: ſie hängen ganz x gelten von den Verträgen und dem Vergleiche der Gemeinde und Einzelnen, oder von dem Ausſpruche des Schied richts m a). Dadurch allein werden alle individuellen Verhaltniſſe ; und fünſtige Verbindlichkeiten feſtgeſezt. Dreyßigſter Abſchnitt. Anwendung der Arrondirungs- Grundſäße auf einen beſondern Fall= als Muſter aufgeſtellt, S- 54 Um nun alles dieß anſchaulich zu machen, nehmen wir den beygefügten Plan von Freymann Nr. x. vor uns: die Oerte- lichkeit und die Natur der Sache zeigen, daß die Gründe an den Kanal hin am zwe&mäßigſten zu Wieſen geeignet ſind. Sie konnen ſogar durch den Kanal gewäſſert wer- den, und haben durc die vielen ſich zeigenden Quellen ohnehin immer feucht, was gute Wieſen fordern. Hier - wäre alſo unwiderſprechlich der künftige Wieſenplaß, ob- ſchon, jezt meiſt Felder da ſtehen,*) ST542: Die Häuſer ſind ſo gelagert, daß jedes== den an- ſtoſſenden Garten hinter den Wohngebäuden erhalten kann. Es mdbhte zwe>maßig ſeyn, den großen Gutsbeſißern, als„ganzen und halben Höfen, zwey Tagwerk Garten- grund anzureihen, die ſie mit lebendigen Zäunen umfaſſen ſollten, wie es in andern Gegenden geſchieht. Was nicht als Garten benuzt werden will, kann noch als Anger *) Deßwegen folgt noh nicht, daß künftig hier iminer Wie- ſen ſeyn ſollten. Der künftige Eigenthümer kann ſowohl hier als bey den Waldungen dargus machen, was er will: man nimmt nur jezt Entſchädigungs- Beſtimmungen an, Juſia theile foſe, / die 1 wur ſale wurdi dert lung nn Har! Eu, mit Obſtbäumen beſezt dienen. Die untern Krautgärten fielen dann hinweg, und kämen zur Maſſe der Wieſen. S- 543+ auf einen Bey der Seite der Waldung leidet es ohnehin keinen lt Anſtand: da müßten ſich die bisherigen Beſitzer darein theilen, doh erhielten ſie die Theile arrondirt nach dem Loſe.= S- 544 jen wit ben Die Felder zeigen eine auffallend? Verſchiedenheihs » NC Dirh die nahen am Dorfe ſind beſſer, weil ſie immer gedüngt ie Grände wurden; man kann auch ſagen, wie entfernter=- Wie 4 00 ſchlechter, weil die ſeltner bebaut, ſeltner=- gedüngt PE wurden. Die ſogenannten Hartwieſen waren auch Fel- aſſert wer der: man ſieht einige noch gemiſcht darunter. Die Abthei- en Duellen: Z457> ; lung möchte daher füglich zweyfach geſchehen können-- ein, Hit in nahe Felder und in entfernte,=- womit ſich auch alle play, obs Hartwieſen vereinigen. S. 545- Jezt wären noch 76 Tagwerk Gemeindegründe übrig, - den am: die konnte man auf dieſe Art anwenden: a) Ein Tag- lten Fann, werk für den Kirchhof außer dem Dorfe;=- bey grvßern öbeſihern, Dörfern müßte man zwey Tagwerk u. ſ. f. nehmen. Dex F Garten: Kirc angelegt, alſo in vier Haupt- n umfaſſen beeten. Die vier Wege ſollten mit Bäumen, Trauerwei- as nicht den oder Achazien u. dgl. bepflanzt ſeyn, und in der Mitte 15 Anger ein runder Plas, mit Raſenbänken verſehen u. f. f. b) Fär die Straſſen der Flur*) könnte man 32 Tags mer Wie“: es; ann ſowohl 9 Wenn ſo in jeder Flur die Straſſen hergeſtellt werden, 48 er wil: erhält das Land auf einmahl vorireflihe Kommunikations: nde ab wege, Welch große Vortheile für jeden einzelnen Land- =. 428 Su werke verwenden, und nach Umſtänden die Straſſen noch breiter machen, als es vorgeſchrieben iſt, weil es für künftige Hinausbauung der Häuſer vortheilhafter wäre. c) Acht Tagwerk blieben der Gemeinde übrig. Man könnte ſie als einen Begattungs- und Tummelplatz für das Vieh verwenden. Zur Verſchönerung ſollte man den Platz mit Bäumen bepflanzen. dd) Vier Tagwerke erhalten die Schule und Obſtbaum- Plantage, wenn auch wirklich gegenwärtig noch feine Schule vorhanden iſt.€) Der bisherige Hirt oder ein Anderer ſollte in einen ordentlichen Flurſchüßen umgewandelt werden. Er befäme 6 Tagwerk Dienſtgründe. Dann€) träfe noch Jedem von den 15 Intereſſenten 3 Tagwerk Zulage, macht 45 Tagwerk. S. 546. Es müßte nun ſowohl wegen der Wieſen als Wal- dungen und Felder beſonders geloſet werden. Die Ge- meinde oder das Schiedsgericht hätte zuvor ſchon zu be- ſtimmen gehabt, auf welchem Punkte die Losnumern im- mer anfangen. S.- 547 Seßze man nun, daß alles dieß vorausgegangen, und alle Beſtimmungen wegen der grundherrlihen Ver- hältniſſe u. ſ. a. getroffen wären, ſo ergäbe ſich dann die Flurkarte Nr. 2.*) bebauer, wie viel gewinnt er dadur< ,au Zeit, Schiff und Geſchirr?== Und wel<"' unendliche Vortheile fär das Land! Betrachtet man jezt die Wege== man glaubt no< unter Barbaren zu ſeyn! *) Sieh wegen der Grundſteuer u. ſ. a. die Beylage 5. von geſiel ſpiel zen d werd! etwa! zu, teſt =."429 Straſſen wh g GS. 549 weil es ij;,; jafrer i: Sie iſt nicht ganz nach der eigentlichen Flurkarte a, e; ig. von Freymann gefaßt, ſondern als reguläre Figur vor- wlpla“ geſtellt, daher mehr Jdeal*)=- im Allgemeinen als Bey- (- e: 0. Ne R ſpiel und Muſter zu dienen. Unterdeſſen könnte im Gan- Ta- zen die Figur in der Flurkarte Nr. 1. eben ſo geordnet M werden 3 die Straſſe vom Dorfe in die Flur käme nur ige, went e nthauden erer Welte in verden, Ex ) träfe noh S. 549 et Zuloy, Dieſe Flurkarte macht anſchaulich, wie jeder:/>orfs- bewohner Wieſen, Wald und Feldgründe arrondiet hat, wie er überall auf eine leichte und bequeme Art zu ſei- nen Gründen kommt, und daß er alle die Wohlthaten etwas ſchiefer, dem Wald oder der Ingolſtädter- Chauſſee zu: Auch wären noch andere kleine Abänderungen zu treffen u. dgl. en als Wil:|; Die Gt: genießt, die eine arrondirte Landwirthſchaft gewähren Syumern im: S. 550- Wahrſc ABZ 25 Landwirthſchafts- Produkten, endlich auf volle Freyheit der Kultur, Arrondirungen u. ſ. f. hinzuarbeiten. Tos- kana wurde ſo bald das Muſter eines wohlgeordneten Staars, und des allgemeinen Wohlſtandes.*) Bewag Le Was andere Staaten über den Gegenſtand der Ar- rondirung leiſteten, finden wir aufgezählt in dem dritten 'Tome-- Observations des Commissions consultatives Sur le»rojet de Code-rurale. Paris 1311. de l'im- Primerie Imperiale. pag. 5: Il ne peut etre indifferent, dit le magistrat, de connaitre le resultat des lois et reglemens ex1s- tans chez les antres peuples, Sur le ſait des echanges et des reunions libres ou forcees-. Nous allons voir figurer en premiere ligne, ce pays que l'im- mortel auteur de VEsprit des lois appellait le pays des lois Sages. La Suisse et le canton de Berne re- Presentes par Son grand conseil s'expriment ains12 » Afin que tous et chacun de nos Sujets connaisSent, combien nous avons a coeur de procurer le bien et Pavantage qui leur reviendront du present etablisse- ment les echanges), et pour que chaque particulier Pulsse d*autant plus aisgementramasser Ses pres disper- SCS, pour en faire de masses dignes d'etre fermees, ei faisant des echanges les uns avec les autres; nous avons bien voulu declarer que nous affranchissons du Sceau (droit de lots et de ventes), tous les changes qui Se *) Crome= die Staatsverwaltung von Toskang unter Le 02 pold 11, Leipzig 1795. 4Y,. Abſchnitt u,|f cel Y GE EP SE EBÜÜREEN feront dans la vue d'agrandir chacun s0n pre 11, Ty; Se ier 8 17 Sr ir Chacun Pre eko. 3% eordneten Les memoires de la Societe&conomique deBernepre-' Sentent beaucoup d'autres dispositions'Sürle meme Sy= jet, ou les päturages communs, Jes champs vuverts, Sont regardes comme tres prejudiceiäbles a-Vagrienls ture causant la diSette des bois, formaht obstatle a Ta der Ar- Population, au desScchement des marais etc. On'cCon- 1 dritten nait les bills du parlement d'Angleterre les'cl6<' Watives tures qui 5e font dans les communes par des Cchanges ds Yim- forces; Putilite en est S1 reconnue, que Je parlement d'Angleterre vient de dimunuer les droits“de ces bills, ; dont on avait fait une reSource pour les finances. Le 1ag1Sträi,.:. : hill rendü en Ecosse, en 1095, est bien plusremarqgquable, ens ex13-: ZuE EE MUND EDT : Par ce bill celebre, un Seul interesse' peut cter tous echanges 2; 1 les autres devant le lord de SesSion, pour ohtenmr 15 allow- SE 1; un nouveau partaze de terres; et Ceux- Cl Sont aufe- ue IM. N" FN L.4.4; . riSes a le prononcer,'ou a commetire les Sheriffs, t ie payi. WII py les intendans, les baillis ruraux: Sur leur rapport, le pyne 16 2 AIRES ESALES Be 4,0 lord de Session prononce definitivement.'Ceite 101 ans1;; CEE. er M. celehre a merite la reconnaisSance de toute PEcöSse. na15Sent, En Suede, le roi rendit, en 1769, une ordonnante e bien& par laquelle il est dit, que toutes les fois qu une por- etablize- tion de terrain appartenant a Jacques, Se iwouverait articulie! enclavde dans la possession de Jean, Pun au Pautre €s disper- aurait le droit de demander un partage qui Serait fait pmees, el par larpenteur du heu, et par lequel chacun aurait jus avons Ja meme quantite de terrain qu'il avait auparavant, du Sceau mais tellement SCparce, que chacun put enclore 54 nges qu Portion, et la culüver a Son gre. En cas Poppost- 5: tion Vintendant staituerait et prononcerait Vechange | malgre Popposant. Je ne rapporterait point! Jes dis- unter 800 Positions faites a ce Sujet en Danemarck, Pparce- Ee qu'elles Somt peu applicables 3 la France, et qu'elles Uennent au| regime feodal: elles Sont curieuses;'on les trouverei developpees dans. un memoire de Mr. BouRGoING, ministre de France a la cour de Dane- mark« Je nne. häte d'arriver a la Prusse, et je ne Puis me refuser a faire parler ic1 Frederic-le- Grand Jui meme:» Tout gouvernement monarchique qui imite Jes u'sages. iniroduits dans les republiques, ne merite par d'etre accuse de despotisme.« On imita donc un 51 louable exemple; on envoya des commis- 9aires d'e justice et d'economie, pour sCparer les patu- rages ou les arpens qui etalent meles ou en commun. Dans les commencemens, cela eprouva de grandes "diflicultes, parceque la coütume, reine du monde, regne im]€rieusement Sur les esprits bornes: mais quelques€'xemples de pareils partages, ex&cutes a la satifaction des proprietaires, firent impression sur Ie public, et bientöt cela fut introduit gentralemen: dans toute s les provinces. Aiinsi Putzilite des Cchanges et des reu nions des. terres est aujourd'hui une opi- nion pres jue europeene. En France meme, Plusieurs commune 5 de la Bourgogne et de la Lorraine ont volontair( 3zment adopte des rdunions et des echanges generaux, et ces communes sont florissantes. Des Particulie rs ont fait adopter a des communes entivres de pareil!; exemples, en faisant le Sacrifice volontaire des droit 8 quils avaient gur les objets&changes En- fin 83 M ajeste l'Empereur a rendu un ddcret, Par lequel tous les echanges operes par un meme acie, entre un grand nombre de Pproprietaires, n'ont ete assujettis qu'au droit fixe dun frane. Apres de tels exemples, de telles autorites, ont ne peut plus douter qu" del: dene Bedi! f0de) Stel Die ſind' Obse proj! 1811 die! Tov font echa prop fore Nos, nobl No, Nou Cette; pren T10y Le, un| Sien Cdr ZUNE IDD. » Weils qu'il ne Soit dans la pensde du legislateur Frangais Ne de favoriser, de multiplier les e«changes et les reunions. de Mr, Dane.; t je ne Beta ett Grand Frankreich, nachdem es bereits in jedem Fache mo- 440 derne Geſetzbücher ſich verſchafte, fühlte gleich dringendes 77.208 Bedürfnis, einen Code rüral=- einen Lanwirthſchafts- vu Kodex=- zu beſizen. Alle Verwaltungs- und Juſtiz- INM083 Stellen wurden dazu um ihre Vorſchläge aufgerufen.= es patu« Dieſe Vorſchläge ſammt den Beſchlüßen des Staatsraths 00m ſind in drey Bänden geſammelt= unter dem Titel: grandes. DObservations des commissions consultatives gur le monde, Projet de code rural. Paris de'imprimerie imperiale 5: mals 1811. Es möchte nüßlich ſeyn, die Geſeßartikel über tes a a die Arrondirungen zu kennen. Tome 111. pag. 203: 1on Sur Toutes les commissions consultatives, en göntral, alemen: font Sentir vivement le besoin de ſavoriger les changes Cchanges ainsi que les reunions des portions€parses de ne 0p1- Proprietes; plusieurs meme votent pour les changes 1S1eUrs forces(voir Sur tout Besancon No. 17, Bruxelles ne ont Nos. 12 et 13, Colmar No. 10, Dijon No. 17, Gre- hanges noble No. 64, Limoges Nos. 19 et 20, et Nana S6 Des No. 21. etc.) D'apres les observations qui Precedent, nteres nous ayons pense qu"ll conviendrait de former Sur ontaire cette matiere trois chapitres, au lieu d'un Seul. Le ; En- Premier 5e bornerait a traiter des Cchanges, et des , par moyens d'encourager ou de faciliter ces Sortes d'actes. ace, Le Second instituerait, dans certains cas favorables, ont ete un droit de preemption ou de retrait. Enfin le troi- de tels Steme organiserait en quelque Sorte des moyens Jouter d'ordre public, a'eflet&'optrer autant que poszible Ee 2 - ne RE= neil EEE GEERT EEE CZ AMGERÜ BREN Bohlen nung mr et pour Vavantage commun" des proprittaires, la reunion des proprietes rurales morcelees, dans chaque finage ou territoire. Ces irois chapitres pourraient etre intitules et rediges de 1a maniere zuivante;:, De Ila Faveur due aux echan ges. Art. 1. A dater de Ja publication de la presente 101, les actes de echange des Pproprietes rurales, lors- qu'ils auront pour objet la reunion d'un ou plusieurs heritages contigus a la propriete de l'une des parties contractantes, ne Seront assujetis, qu'au droit fixe d'un franc d'enregistrement. S'il y a un retour, le droit proportionel d'enregistrement continuera d'en Etre percu comme pour les actes de vente. Art. 2. Les actes d'ecchange contiendront la declaration de Ja faveur de chaque objet echanke, aint que l'indi- Cation des bases d'apres lesquelles cette valeur aura ete determinee, Dans le cas ou la regie de V'enre- gistrement pretendrait que evaluation est erronte ou frauduleuse, elle pourra demander une nouvelle ex- Pertise. S1] resulte de la nouvelle expertise la dif- ſerence d'un huitieme au moins entre les deux esti- mations, celle declarce par les copermutans Sera rejette; et 11s Seront Solidairement responsables jus- qua concurrence du montant de la difference de va- Jeur, Soit envers la regie, Soit envers les creanciers hypothecaires. Art. 3. Les experts prendront en con- Sideration la valeur reele et effective des heritages respectivement Cchanges, Sans avoir egard aux con= venances ou a l'avantage particulier que l'tchanges Peut procurer a V'une ou a l'autre des parties con- racianites. Art. 4, Lorsqu"un des biens&changes ow tous C0NV raus couse N'op echan mem! pour (aires later Yhyi celle ment! prop zur 1 ancig a m men! ſere N'anc eehal de 1% 1003 02 ]a ch; ſorm du m de 1) quel: Sero rea l'aut Mum NIT= ves, h tous deux seront greves d'hypotheques Speciales ou Chaque conventionnelles, les copermutans ne pourront faire 1Praient transferer hypotheque d'un bien Sur l'autre Sans le 3. consentement des creanciers hypoihecaires. Art. 5. Si Phypotheque est legale ou judiciaire et 51 les biens CEchanges Ssont Situes dans l'arrondissement de la vegente meme conservation, le transport de hypotheque „lors- pourra s'operer Sans le consentement des hypothE- WSeu?s Caires 3; a la charge par les copermutans de faire con, Paros Stater contradictoirement que les biens sur lesquels Dit'fixd Vhypotheque est transferce, 5ont d"une valeur egale a our, 18 celle des biens sur lesquels'hypotheque etaitprimitive- 20den nent etablie. Art. 6. Dans le cas oule nouveau gage 466.0 propose Serait d'une valeur inferieure a celle du bien Kenn Sur lequel Phypotheque generale etait etablie, le cre- M ancier pourra s'opposer au transport delhypothequez al a moins qu'il ne consente a recevoir le rembourse- „aa ment d'une partie de 54 crtance, en raison de la dif- Ein jerence de valeur entre le nouveau gage propos€ et FM VPancien. Art. 7. Siy au contraire, le bien recu en ade dchange elait d'une valeur Superieure au montan et de Vhypotheque, Je debiteur pourra en faire pro“ m noncer la reduction conformement aux articles 2101, j [es ZUR 2102, 2103, 21604 et 2105 du Code Napoleon, et a Je Ja charge de 5e conformer, Suivant les cas, aux LE formes prescrits par les articles 2143, 2144 et 2145 „000g du meme Code. Art, 8. L"echange ei le transport 5 36 de Vhypotheque etant consommes, les biens sur les- 99057 quels hypotheque e&tait primitivement etablie, en| en Seront enticrement degreves. Art. 9."Tous les ſraix j4 hangs reatufs au transport de'hypotheque d'un bien 5ur[]] Pp Pautre, dans les cas des articles precedens, Seront jj 1908 0u 7.468 5 a la charge de ceux dont les biens en diaient greves avant Vechange. Art. 19. Tout acte d'echange, lors- qu'il y aura des inscrintions a la charge d'un des heritages echanges, devra&tre nCcesSairement iranscrit au bureau des hypotheques de leur Situation; ceite wanscription Sera faite Sans autre droit que le Sa- Jaire du conservateur. Art. 11. Dans les Partages des Successions qui S'ouvriront a V'avenir, les Pro- Prietes rurales au- dessous d'un minimum diter« mine de Superſicie ne seront plus Susceptibles de di- viSION, et devront etre licittes conformement a l'ar- ticle 827. du code Napoleon, Art. 12. La quotite da minimum Sera fixee ious les 10 ans Par les prefets, Sur Ja proposition des conseils generaux de departe- ment, d'apres avis des conseils d'arrondissement ei geluit des conseils mnnicipaux; cette quotite ne Pourra ,' en aucun cas, Ctre au-dessous dun dixieme d'hectare.: Art. 13. Seront exceptees les proprietes qui peuvent Sans inconvenient&tre divisdes en tr6s petites portions, comme les jardins, les vergers ef autres terrains voilsins des habitations, qui peuvent ötre utiles pour les constructions ou pour les usages domestiques et journaliers. Dru retrait de convenance. Art. 1. En cas, de vente volontaire d'une pro- priete.enclayge dans les heritages d*un tiers, 5ans autre ac62s ni iSS1E que Sur Ces mümes heritages, le Propriciaire enclayant aura le droit de Preemption ou de retrait pendent 51x mois, Seulement a dater du jour de la transcription du contract de vente. Il Pourra, en COnSzCquUENCE, SC faire delaisger la pro- prt pri les! vent P'acq qu 1 088) Sus| tenit du! pre en S0u! taird (as 18 Spree: €, lor3. 'un des "anger » Ceite 54. artages S Ppro- (eter 3 R dis ta Par otite du preſets, parte gement tite ne dixieme oprietes en tres gers ef jeuvent uSaZes ne pro- , Sans 965, 1e mpuvon a dater nte Ü la pro- 5 SEA39. 6 priete enclavde, en remboursant a Vacquereur Ie prix principal de la vente, avec un dixzieme en Sus, outre les fraix et loyaux couts du contrat. Art. 2. Si Ta vente comprenait d'autres biens que celui enclave, V'acquereur pourra obliger le proprietaire enclavant qui veut exercer Ie retrait, a retrer le tout; auquel cas, 1 n'y aura pas lieu a'indemnite du dixieme en 5us dont il vient d'etre parle. Si acquereur veut re- tenir les autres biens non enclaves, 31 Sera rembourse du montant de Vestimation proportionnelle de Ila propriete enclavcee, a dire d'experts, avec le dixieme 6 208 Art 3 Lameme faculte de retrait aura lieu, 5085 les mömes conditions, en faveur du proprie- taire d'un fonds greve de la Servitude de pasSsage, en cas de vente de l'hcritage dominant. L1acquereur pourra ndannmoins€carter le retrait en consentant que la Servitude Soit rachetee a dire d'experts, ou en y renongant. Art. 4. Dans Je cas des trois articles precedens, Pacte de vetrait ne Sera Sujet qu'au droit fixe dun franc pour Penregistrement, en ce gui con» cerne la propriete enclayce, ou celle assujetie a la Servitude de paSSag€C. De Ia reunion des proprietes rurales mor celees. Art. 1. Lorsque dans un finage ou territoire les propricies rurales d'une meme nature, ou SuSCCP- übles d'une männe culture, Seront morceltes et entre- meldes, il pourra etre procede a une division plus convenable de ces terrains pour l'avantage commun des differens proprietaires, a la charge de 86 co1n- former aux dispositions Suivanles Art. 2. La nou- velle divieion ni3 pourra Cire ordonnde que Sur la Mob Adel= hi. iE ee ag MIL E3 aut m SCEE ZE gf-i NWS BEN Peteritieg ee winbinen ZEI= .. do. demande. des, dex tiers. au moins des proprictiaires INtEres8Es, en calculant cette majorite d'apres V'eien- due des Proprietes veSpectives dans le finage. Seront „toujours exceptes les terrains bätis, les Jardins et clos Y attenant, ains1.que les-censes, ou fermes d'un Seul contenu. Art, 3.. Laa..demande en nouvelle division .deyra GCire presenite au juge de paix du canton. Elle Sera accompagnee ou Suivie du plan cadastral gur le- quel chaque Propriete gera indiquee Par 5a nature, SON etendue et le nom de 5on POSSesSeur, Art. 4. Le Plan du finage, cComprenant toutes les Proprietes qui doivent entrer dans 1a nouvelle division, restera de- P9S€ avec la. demande, au greife de la justice de 'Palx pendant un mois. Les Parties interessces Seronf INVÜERES- Par affiches, 3 venir. en prendre connais- 2ance,..et. aufournir dans la. huitaine guivänte leurs Obzervations ou dehats, zur Papier libre et Sans fraix. Art. 5. Apres V'accomplissement de ces formalites, 21 Sera formed un Jury d'equite, compost de neuf membres nommes par le Prefet, et choisis tant parmi Jes Proprietaires voisins que parmi les personnes no- tables des environs, qu? Seront Presumes avoir les CONNAaISANCES NnECESSAIrES pour donner un avis mo- ive“ Sur TVobjei de"1a demände Art. 6. Le jury d'equite, aprp0s avoir fait veriſier les lieux Par deux de 5es membres, declarera, ür leur rapport, 53] y a lier ou nonde proceder. a.da nouvelle.division de terrains demandte, Art: 7, 8i la d&libdration du jury est ailirmative, elle.deyvra.&tre SOUumisge al'homologation dutribunalde premiere instance, quistatuera 5ans appel apres avoir entendu le minisiäre public. Le tribunal Pourra ioujours ordonner prealablement les nou- N elle: Art; finag cede par( dies, nomn (eS841 des| Tes| comp etqui bien 2 VISION Je pr po3es Paix, ce de matio, Apres divigl Sou mötar dun doub au ar parti Pour Vaut Dp u AU IE mme "DM velles verifcations qu"ll croirait necessäaires ou utiles. | l'eten. Art. 3. Lorsque la nouvelle division des terres d'un Seront finage aura ete definitivement arrttee, 1] y Sera pro et clos: cede par trois experts, dont deux Seront nommes an, Seul? par tous les proprittaires reunis ou par leur syn- 1viSion dies, ou d'oflice par le tribunal; le tiers- expert 5era 1, Elle| nomme par le prefe, Un de trois experts Sera ne- Sur Je| CesSairement pris parmi1 les arpenteurs geometres« ature,|„Art. 9. Les experts feront la distribution la plus re&- | Le| guliere des terrains, pour la commodite respective es qm| des proprietaires, Suivant les circonstances locales. era des| Tes terres Susceptibles de la meme culiure Seront tice de| comprises dans des handes d'une longeur convenable, Seront| et qui aboutissent, autant que possible, a des Chemins nna1s-; bien alignes; chaque bande aura, dans le plan du di- e leurs| viSion, un numero particulier. Art. 10. Le plan et IS fraix, Je proces- verbal de nouvelle division resteront de- nalites, PosCs, pendant un mois, au greßffe de la justice de e neuf Paix. Les proprietaires interessts Seront avertis de | parmi ce depot, par des aſliches; et sil Survient des recla-| es 100- mations, 11 y Sera statue par le jury dequite. Art. 11. ir les Apres que le plan et le proces-verbal de la nouvelle 5 m0- division auront et6 approuvts par le jury, ils Seront e jury Soumis a Phomologation du tribunal de premiere - deux instance, laquelle Sera idonnte Sur les conclusions| „eily du ministrere public. Is devrons etre rediges en ou de double minute. Une de ces minutes restera,deposte iryest au greffie du tribunal, ou il en 5era delivre a toutes /auon parties requerantes des extraits SIanes du greßier, „appel Pour Jeur Servir de nouveaux titres de Proprietes; 'bunal Vautre Sera depost au bureau du conservateur des ji0- hypoiheques de Varrondissementn| Art. 12. Les Gs mömes experis procederont ensuite en prezence des parties, ou elles düment appelces, au bornage de chaque propriet d'apres la nouvelle division operee. Le proces verbal de ce bornage Sera annexe a celui de la uouvelle division depose au greffe du tribunal. Art. 13. Tous les fraix faits pour parvenir a une nouvelle division de terrains, Seront Supportes par tous les contenanciers du finage a proportion de PVeiendue de chaque propriete. Neanmoins ceux quLl Cleveraient des contestations malfondtes en Seront PerSonellement responsables. Art» 14. Les hypo- theques et droits reels de toute espece, qui affectatent Jes anciennes portions d'immeubles de chaque'pro- prietaire avant la nouvelle division, Seront transpor- tes d'oflice zur les nouvelles portions de terrains qui lui Sont cchues. A cet eſlfet, le conservateur des hypotheques fera toute radiation necessaire; et les anciens biens zur les quels les hypotheques avaient EtE 1usScCrites, en Seront degreves deplein droit. Be? 9:40.0:.450 31% Im Jilerfreiſe iſt zureichend beleuchtet worden, daß- Voreindden oder Arrondiren die Dörfer nicht zerſtbrt. Man kann vielmehr behaupten, daß das Arrondiren die Dörfer vergrößert, die Fluren freundlicher macht, wäh- rend vas Vereindden immer zu große einzelne Höfe läßt= wahrhaft Eindden erſchaft. Eben deßwegen mdchte das Avrondixen einen großen Vorzug vor dem Vereindden haben.= Bey dem Arrondiren iſt Anfangs gar kein Hinausbauen nothwendig. Es wird nac< und nach, und zwar auf mannigfaltigere Art und in größerer Zahl von | | | ſelbſi eite! xen 1! ſich len 1 folgen des:% Aero jm D wird (uh ſamb vorge weit u tigere einm tige| die€ tes, reide m| 10.0, ſelbſt BIE EIGENE manche Dertliche [opel Feiten die VEN DAG DORADE mit dem Arrondi- Fi n ren wohlthätig machen. Cs iſt dann gut, wenn es ge- i. celui ſchieht. Man darf dabey nur den aufgezählten Beyſpie- ibunal len und Vorſchriften im Kempterlande oder Jlerkreiſe 05 folgen. Es iſt bereits bemerkt worden, daß das Bild rs par des- Voreinddens in dem Bezirke Eggenfelden und das des "ton de| Arrondirens in dem Bezirke Griesbach, zum Theil auch un| im Bezirke Miesbach ſich lebendig ausſprimt. Immer 0 rot| wird das lezte mehr gefallen; die Wirkungen dabey ſind 8 hype| auch größer und anſchaulicher. Alles zeigt da mehr Reg- ffectaient| ſamkeit, Munterkeit und Wohlſtand. Das Reſultat des que pr0-| vorgeſchlagenen Lokalitäts- Arrondirens iſt weit wichtiger, ranspor| weit umfaſſender.= Es geſchieht ein grbßerer, wohlthä- terrains| tigerer Zauberſchlag. Die größern Fluren werden auf ateur des einmahl in mehr kleinere Beſitzungen aufgeldst, die künf- ve; et les tige neue Wirthſchaftsge baude oder Hinausbauungen auf ; avalent die Gründe näher aneinander gereiht; nicht ein getrenn- it tes, ſondern ein vergrößertes Dorf== eine buntere=- | reichere Flur entſteht.--; | | den, daß| Beylage V. zerſädet-( Sieh unten Tabelle Lit, 1,) diren die ht, währ; (+ laßt ue BD enytage.N1 epeinoden Vorſchrift gar fein was bey künftig vorzunehmenden Vereinddungen die hiezu auf- nach, und geſiellte holichfeit, und Nußbar- keit aller Eindden abhanzet, dieſemnach hat dann auch Regula Ztia« Commissio deu ernſtlichen Bedacht zu nehmen, daß die Hinausbauenden in hinlänglicher Anzahl und ihre Güter in angemeſſener Größe, dabey aber eben nicht lau- ter Gottshaushuber ſeyen, ſondern ohne Rückſicht, ob ſolche leibfällig, oder eigen, ſolche zum Hinausbauen ausgezeichngt werden, welche ceteris parihus die ſchlech- teſte, und baufälligſte Häuſer, welche beſonders noch wegen der engen Situation immer einer Feuersgefahr ausgeſeßt ſind, beſißen, Regula gta, Hat Commissio beſonders zu invigiliren, daß die Hinausbauende ihre alte verlaſſene Häuſer durchaus ab- brechen, und alſo feine Eingehäufe ſtehen laſſen, als wodurch nur zum Laſt der Unterrhanen, und der Herr- ſchaft elende Bettelhätten, und zu ſchädliche Bevdlkerung entſtehen. ( dac!| zubai! nähert mange das Mauer machen über 1 C vorſieht im Int Umlag tem( Schäß Gebih Rechny dieſem Feldme 21. zu ver! auch( ws.| Verlan Cidlig gwiſ 27% FEE:-- zr der Rom:| Regula 5ta, M Solle bey den Hinagusbauenden nicht weniger Be- "m, den| dacht genommen werden, daß die Eingehäuſe an den neu- der ver: zubauenden Häuſern wegen längerer Dauer, Abwendung werden, näherer Feuers8gefahr, und zu Menagirung des ohnehin er billige mangeln wollenden Bauholzes entwoder ganz bis unter eſſenheit| das Dach, oder doc wenigſtens der erſte- Sto>X„von die auf:| Mauer, und auch wo immer möglich, mit Ziegeldächern W leich| machen. Iſi nun nad) vorſiehenden Vorſchriften alles 18 der Ge- über den Punkt des Hinausbauens berichtiget, ſo hat 1 Haupt:; Nußbat-| Regula 6ta. m auch Commiss10 vor die Hingausbauende nach Reflexion vorſtehender Umſtänden billige Bauſchillinge mit denen | im Orte verbleibenden zu akkordiren, und die Auf- und men, daß Umlage nicht nur dieſer Bauſchillinge, ſondern aller wei- und ihre tern Eindbdungskoſten, dieſe mdgen in Kommiſſions-, nicht lau- Schäßungs-, Vermäſſungs-, Zbhrungs-, oder andern Rüdficht Gebühren beſiehen, auszumitteln, und über ſelbe die aushauen| Rechnungen zu führen, und ad Acta zu nehmen. Mit ie ſce, 3. B. Wieſen, Bainden, Möſer =. M8= u. ſ. f. berichtiget, jedoch aber derley Vorbehaltungen weil ſie die zu verfertigende Eindden nur ungeſchickt, und zerſtüFlend machen, ſo viel möglich eingeſchränkt, oder gar nicht erlaubt werden. Sind nun vorſtehende Präliminarien in Ordnung gebracht, ſo kommt das Eins ddungsgeſchäft zu wirklichen Einſchäßung der Grund- ſtücken, und ſollen hiebey Regula Svas Die beeidigte Schägleute' ganz unvpartheyiſce) und gewiſſenmäßig zu Werke gehen, bey jedem Grundſtü> all ſich vorfindende Umſtände wohlbeherzigen, und die Schäßzung dergeſtalt gewiſſenmäßig einrichten, daß dieſe nicht nur jeder Reviſion unterworfen, ſondern der ganzen unpartheyiſchen Welt, und auch jedem vereinddeten Ju- tereſſenten ſelbſten vorgelegt werden könne. Nach dieſer Schägung haben auch die Feldmeſſer die Einſchäßungs-, Forderungs- und Zutheilungs- Rapularien zu machen, ſo fort der aufgeſtellten Kommiſſion"mittels VBorlegung dieſer das ganze Schäßungsweſeun zur Einſicht und Ge- nehmigung zu übergeben. JIſt nun die Einſchäßung'von aufgejieilter Kommiſſion ganz genehmiget 3 ſo ſind: Regula 912, Durch die Feldmeſſere alle Eindden nach dem in Re- gula z2da. vorgeſchriebenen Plan zu'projectiren“ und zu entwerfen, und hiebey ſchon alle Trieb, Fahrten, Weeg u. ſ. w. in dem neuern Plan anzuzeigen, dabey aber in ieſem Entwurf alles zu verhüten, wodurch'gnädigſte Herrichaft entweder in, oder an einer ſolchen vereindden- den Bemeinde liegenden Güthere, Wäldern, Möſern u. ſf. w. mit Fahrten, Verzäunungen, Trieb und. Fraſunz- 4 gen gen! mehr von| dieſe den, Yustl mert! S (ende dem werd weiter welch oder! zehen kam ſein) 7 hen| Oryn Unte Irie Zi nom wo fan haltunget geſchit, ſchränkt, tſtehende das Eins Grund yiſc) und Grundſts - und die daß dieſe er ganzen deten Ju: tach dieſet häßungs-, 1. maden, Vorlegung : und Ge: kung von ſind: en in Re- „ und zu ten, Weeg ey aber in - gnädigſte vereindden- Möſern ad. Fraſun: gen 449 gen u. ſ. f. beeinträchtiget würde und iſt dieſer Entwurf mehrmalen der Kommiſſion zur"Einſicht vorzulegen, und von ſelber die weitere Genehmigung zu erhalren. Nach dieſem und ſo bald der vorgelegte Plan genehimiget wor- deit, ſo kommt das: Einddungsgeſchäft zur wirklichen Austheil- und Ausſte>ung ſelbt, und iſt. hiebey zu bes merkten„daß Regula 10ma. Alle ausgeſte>te Einddenen nach einem auszuwäh: lenden Maßſtab geometriſch aufgetragen, ſofort nebſt dem gehdrigen Beſchrieb ein ſolcher Brouillon verfertiget werde, welcher nicht nur die ganze Einvde ,. ſondern ire weiters nvthige Abtheilungen weiſet; nemlich od und welches Grunditi> der gemachten Eindde, altfemptiſch oder ritterſchaftlih, Grund, oder eigen, Lehen, leibfällig, zehendbar, oder nicht ſey, damit die hochfürſtiliche Hof- kammer und Lehnhof, auch jeder dem daran gelegen, ſein wahres Eigenthum wiſſe und kenne. „Regula: 11ma. Bey und noch vor wirklicher Ausſie&ung der Einddes nen iſt wohl zu merken, daß zu Meuagierung des yröareit Grund und Bodens, auch deren der Herrſchaft-wie..der Unterthanen ſo läſtigen-Zäunungen. ſo wenig als mögli? Trieb gemacht werde. Regula 12m3. - Wo und an welchen Enden und Orten unumgänglich Zäunungen erfordert werden, ſolle der ernſte Bedacht vn nommen werden, daß. zu Menagierüng ves Zaunholzes wo es immer thunlich“ IC UND anſonſt, unſchädlich ſeyn kann, lebendige Häge von Laubholz'Fugelegt, nicht" über öf ZECs ARGSFER Benet Srl EEEN SIEREN 23 mmm= %4 oder 3 Schuh hoch gemacht, und jederzeit wohl in der Scheer gehalten werden. Endlich "Regula. 13tia. - Dürfte bey derley vereinddenden Gemeinden wo nicht gär unter den Gemeinds- Leuten päktirt; doch weniaſtens auf was immer für thunliche Art zu ihrem eigenen Nüßet und Vortheil aufgemuntert werden., daß ſie an End und Ort wo es unſchädlich ſeyn kann die lebendigen Häge, Viehwaiden, und andere noch nicht kultivirte Plätze auch größere Straſſen und Chauſſeen u. ſ. w. mit fruchtbaren Bäumen, die in hieſiger Landſchaft am leichteſten fort- fommen, und andern harten und gutem Laubholz bepflan- zen. Sind lezlich alle vorſtehende Regeln wirklich beob- achtet zu Jedermanns Vergnügen in Erfüllung gebracht, und nach dieſen der Einddungs- Beſchrieb und Plan gänzlich hergeſtellt; ſo ſoll Regula T4to« Dieſer Einddungs* Beſchrieb und Plan in quadruplo verfertiget, einer zur hochfürſtlichen Kammeral- Buch- Haltung, einer zum hohfürſtlichen Archiv, einer zum vorgeſeßten Pflegamt, und einer bey der vereinddeten Gemeinde ſeldſten“hinterlegt, und ſomit die Cinddungs- Kommiſſion beſchloſſen werden.; 3.3 Vorſtehende von der hochfürſtlihen Regierung und Hofkammer verfaßt, und zur höchſten Ratifikation einge: reichten Bereinddungs- Regeln, werden hiemit von Sei- ner Hocfürſtlichen Gnaden vollkommen genehmiget, welche bey all künftigen, vorkommenden Bereinddungen genat ordnt 44. a“s wohl in 00 micht iaftens Nuzen 10 21/7 Re, be auh htbaren nn forte jeyflan: h beob- bracht, d Plan druplo Buch: 1 zu nodeten dungs? hq und einge m Geis hmiget, dungen A EIC DSE genau befolgt, und beobachtet Höchſtſelbe gnädigſt ver? ordnet haben wollen. Schloß Wagegg den 27. Julii x79x. Rupert. Beylage Vl; 6 us8zug aus den Vereinddungs- Acten des Dorfes Ebenhofen dd, 9. Julit 1803. Die Gemeinde war mit der Vereinddung verſtanden,. und aus 65 Hausbeſißern haben 5 vereinddet, weil es für mehrere nicht zuläßig war; dieſe 5 bekamen die entfern2 teſie Pläze. Für das ganze Geſchäft ſind 3 Hauptactenz ſtüFe und 2 Pläne vorhanden. Das erſte Hauptacten- ſiu> iſt das Vermeſſungs- und Anſchlagsregie ſer, das zweyte das Forderungasbucd, das dritte das Zutheilungsbuch.-- Von den zwey Plänen iſt der erſte die Aufnahme der Gründe, mit dem Vermeſ- ungsbuch übereinſtimmend,=- der zweyte die ausge- wieſene Vertheilung der Gründe, mit dem Zutheilungs- buch harmonirend. Ad 1; Das Vermeſſungs- und Anſchlagsregiſter iſt in folgende gedruckte Tabelle gefaßt, :“Sfa Z* EE+ TE-1-4l20000 SZ SPEE GEE DRE Entert wollten Nro. der Grund- ſtücke. Namen der Beſitzer, Grund- buch Fol. Ruthen Summa. Tax per kr; Tax per. ree in Summa. | Flächen- 1 Werth nach inhalt 1 bn Schägung. T-] VW.| R.] ft.|-kr.| hl. mu Titl. Hexx Pfarrex“ Joſ. Seifrieds Wittwe T9 Ebenhofer Feldlage in der Ob'genannt. 1544 9 15 6133 23172 So geht es fort. Es kommen x260 Nummern der Grundſtüde heraus. 45 Nummern der Gemeindegründe und 75 für die Krautgärten an. - TO2; 13] 4 38| 37| 4 Daran reihen ſich noh IS SETLEELTEN| FH id zw 2? Wv?26. 13430265|-“-AUNAage | Iv ? u1"323 334 AVT | *3IJV AU r -„u3Pv1V a ud 445 1 Y N„ / En "0& „" -4- 4- -'N 3 62) | Dieſes Buch iſt zugleich wegen den Anſchlägen=- von 6 Schäßleuten unterzeichnet. Am Ende ergibt ſich folgende Summe. An Feldern und Wieſen 946 Tzw. 3 V. 13 R. Werth 68077 fl. 49 kr. 4 hl. An Gemeindegründe ee EN EE 12 R EIN IE MSE WOS. 150 AS AGREHN 29 BANGE DEP An Krautgaärten 1100 42.4 0385 120 LED Z 2...407 70 8 3209- TD 2 00412 68€ 02735. 232 2.6- Ad 2: Das For derungsbuch iſt nach den Hausnum- mern in der Reihe gefaßt, alſo jedem ſein Beſiß ausge= ſprochen, welcher mit den Nummern der Grundſtrc>ke des Vermeſſungsregiſtier korreſpondirt. Es hat folgendes ge- dructes Formular Tat, A. Sieh S. 454-. So iſt ſein ganzer Beſikß aufgetragen, und dann folgt die Hausnummer 2, und ſo geht es fort bis alle Haus- beſißer beſchrieben ſind. Am CEnde kommen auch die Auswärtige, die Gründe in der Flur haben. * Die Summen ſind als dem Anſchlagsregiſter gleich== ausgewieſen. Ad 3: Das Zutheilungs'- iſt wie] das Forderungs- buch geſtellt. Cs führt die Beſißer nach den Hausnum- mern auf, ſezt voraus das Guthaben oder die Forderung, und weiſet in der Zutheilung die richtige Zahlung aus=- das iſt nach dem Schäßungs-Kapital. Das Buch fängt alſo mit Joſeph Anton Hofer wieder an. Der Kürze wegen habe ich den Nro. 23 ausgewählt um ihn als Beyſpiel hier Lat, B. zu gebrauchen, Sieh S« 455+ Tat. A. (TED bf mr ee lt- 5| Namen der Beſißer'|8| 2 Flächeninhalt. Werth. er und Sf = ann Sage| VE VEVRONeZ 51" 1SBSDeN" feld.| S| denen Gründe ſeines| 2 fl.| Er, hl. =- Beſißes.[SPITE 5 8 I.|V|R iI.|V| R Hausgnummexr 1, Joſeph Anton Hofer, beſizt eigene Be- hauſung, Hofſtatt Zugemüßgärtchen und Eben: ; hofen x ein halb Krautſtran- vf gen ſammt der Ge- Haus- ; 402: Nro. 1. meindsgerehtigkeit. Eigen Acerfeld. 223] Hinter dem Dorf 2/11| 0 47 2301 5 Daſelbt 5, 2/11 Dr Z 26 785] Hinterm Verg. 2/82[103] 15 37; I Ti ſ Nro. der Grundſtücke. | 00) RO IEEE Lit“B>: = Iuhalt Werth z nhalt. rth. =| Hausnummer].-=? =: S Z GA 2 und S|E] Gras-| Ater-| I 3 < Beſißer. ZUE DYDEn: 145 fü(Erh S; Z|„7“ E Sal 531[3 = J.[V| R.[5.2| R. 23. Müller Joſeph fodertt aerſel e. 1! 8554195/201 6 Krautſtrangen 1 halb 107 4-1=> 7 2 Gemeindstheil (war fär jeden gleich)|:| ZEN 11.08.82| 83412341. L= 3631311] Empfängt: KE 597132 1361 Bes Alois, hievon hat| ZI Ant. 43 Nuth. 36 it.; ee- Neſt hieher mit+ I=1t2l|=!== dimm(ELSA 22|39|= 137] Frey Georg, hievon 5 Merz x V. 46 3110, 2Ltt,| ien"pieher mit Eb] 5 I L|== 102628 961201==> 142]: Müllet?Sohanni 4. iii|= 22 20 18939 143 ZEIEIEE Georg„11|=- I| 21 431.40,39| 4 144] Müler Franz, davon hat Merz 1 V, 88 R, 39 fl. 3 Us DN 30 000 MON NLCNEL es 2 Me EE EIE 127: 85,254: 41513517 91] Stephangau hievon beymHaus erhalten j=“|153 21.3| M ATT 30812710: GanzerEmpfangi=(= DEN 1 200 5479 4 Forderung| rf lm] m hom il> 4597) Z2i> Erſaß fär den Zaun|||| 2,17j 9 „EN| 1 16.740.208 uu „1 ] | | j GEZ Baia arg wen HABO 26 Zr Man ſieht daraus, das die Verhandlung ganz ein: fach-“und auch ganz zweämäßig iſts=Sie-konnte hier ſo einfach ſeyn, weil die grundherrlichen und Steuerver- hältniſſe meiſt gleich waren. Deßwegen wurden dieſe Punkte hier übergangen, die aber bey andern Fluren die Hauptſchwierigkeiten verurſachen, wenn ſie nicht vorher Beſtimmungen haben. Daher konnten ſich die Verein- Ddungen außer dem Kemoterlande und Nachbarſchaft nicht verbreiten, ſo viele Wünſche von Seite der Gemeinden auch darüber an den Tag gelegt wurden. Unterdeſſen es gehdren zum' Vermeſſungs- und Anj hlagsregiſter, dann Forderungshach aur. noch wie bey den neuen Steuerkada» Fern die drey Rubriken-- Zehent-Herrlichkeit= Dominikal- Verhältniſſe-- Grundſteuer, Es ift dann auszuwerfen C vorausgeſezt daß die geſeß- lie Maßſtäbe exiſtiren) was auf, jedes Tagwerk--- vielmehr auf die Ruthe trifft; und bey zedem eine Rub- rik, wo obige Renten zum Kapital. erhoben ſind; dann die„Summe.=. Die Schäßung jedes Grundſtückes, muß als eigen, nach der natärlichen Beſchaffenheit vow ven Schäßmännern bemeſſen und angeſezt werden., wie es in gegenwärtigem Regiſter wirklich ſo geſchehen;= vdige erſien zwey Rubriken als Renten zum Kapital an- geſchlagen, ſind dann als ein Minus, Abſchlag oder E hnld des Grundſtäückwerthes zu betrachten und in Abzug zu bringen, wonach. dann die verſchiedenen Werthe der Gründſiücke ſich ſeſtſeßen.== Iſt die Steuer nicht gleich, ſondern zu ſehr verſchieden, ſo iſt auch da- mit auf die nähmliche Art zu verfahren;= Das Ver- weſſungs= und Anſchlagsregiſtex, dann Forderungsbuch « werden wie auf obige Art die volle Ueberſicht darſtellen, nem 22m eien. und ohn Wen kung rien. ten: Hy! the Yen meſy Zat)) brau 1100) Verh Rente von, werde die) eigen fey Inſe rit Haus Umſt heut olles lige noh und Proz 23ſie " fin:' und das Zutheilungsbuch Fann darauf gegründet werden „bier fo vhne daß: es,„eine Abänderung zu:„leiden“ hat.= erver: Benn eine Gemeinde die. Arrondirung nach der Schä 1 dieſe ßung der Gründe beſchloſſen hat, können dieſe=397 „Vier und zwanzigſter Abſch nitt. Exmunterungen zu den Arrondirungen. 397--403 Fünf und zwanzigſter- Abſchnitt. Einwärfe gegen das Arrondiren im Allgemeinen. 403=413 Se- Günzburg. Haunſtietterba Körner- Ertr( Komplexe - Sie des Aer: der ICE Grage; NIET trift anjährlicher i; Laudemial- Verhältniſſe 8 ſcimmen mit denen|| landes. in. Belaſtung* Her Ausfäaat. Ee tLandgerichte überein,„2=(121 SUN alb 1-2 S|s==<- S||in ſchwerer,|| ZS haben S|=|== 2|2= halb=z .=|=|<=. 2.2 2|| inleichter| ZS oft nur andere Siße, u| 5 : 8 Prozente Bezirken UE TE 0 /| Z2006| Beilngries.--|94] 6) Roggen, Weizen,||==|5-7| 5] Hauslohnbar mit 63 Proz. in Veränderungs-| 6|| x|=-|==1| x| 6 Gerſte, Haber. fällen unter Lebenden, 5 Proz. in Sterbfällen. Burgau r4|80| 6] Roggen, Dinkel,| 8=20|/5=7|1 5 Erbrechtsweiſe Grundbarfeit, mit x0. Prozent[15] x| 3=| 21 Gerſte, Haber. Laudemium z einige leibfällig. Dillingen. 38156i 6 Wie vor. 10--15|5--7| 5] Beſtandbar, meiſt mit 10 Proz. in allen Fällen;'|12| 2] 2:--|| 2.42 . auch mit 4 Prozent und mit 25 Prozent. Viele Güter ſind zwey-leibfällig, d« h. ſie || geben den Herrnfall. Donauwdrth.|20'66]14| Wie vor. 89-121 5-=-7|4=-5|| Beſtandbar(erbrechtig) mit 309 Prozent in[2411 rt| 2,=|| 1,54 | allen Fällen. Eichſtädt. 10 84| 6|| Roggen, Weizen, 915--21 5) 63 Proz. handlohnbar im Fall unter Lebenden, jx2|| x| x| 3)* 35 Gerſte, Haber. 5 Proz. im Srerbfall.- Göggingen. 42 48|10/| Wie vor, und auch|| 8--x1|5-==7|3>5 Erbrechtsweiſe Grundbarkeit, nach xo Prozent[=| Z=|>|| 31 : Dinkel. Laudemien die Regel. Greding--“-(3360| 7211 Roggen;"Weizen:||“ 8=10-5-=27i 5 Im ehemahligen Amte Stauff Handlohnbar-|x2|| x(==|>|| 7X? Gerſte Haber. keit, mit 62 in Lebens-, 3% in Todesfällen.|=-|=j=||| 248 Im ehemahl. Amte Raitenbuch nach 65 und||(| 4 52 Prozent«||| j| (Pappenheim) 10/90]10| Wie vor. j OLE TIMES 1 En M di u 8 vac x| zi-e x|25 Rentamts- Saaiti'Dur<ſc= Z jal 2 oft nur andere Siße.| 1) DS Lee 5[[.inleichter|| ZS 2: 1- S Frucht DD [Prozente zir Es Ex 3 I; B€ ZU t Fe n er.|M|V.|[S.]| fl.[kr. : 17 IEM Es.| IM Mn JD ULI“ts:[40|50120| Roggen, Dinkel, Fin-j| 8--1215--7/3--5|| Theils leibfällig, theils erbrechtig nach ver- vg) I EEE 1133] SEINER ue==| forn, Gerſte, Haber|== 15--7|13--5|| ſchiedenen Normen des Laudemiums. 5 Heidenheim. 25154 2x Roggen, Weiz., Din-'| 8=-12/5--7|4==5|| Handlohnbarkeit in allen Fällen 62" Prozent,|30|| x| x| 21! 3156 tel, Gerſte, Haber, auch xo Prozent. 12/11 321--I--157 Hilpoltſtein. 123/42|35| Roggen, Weizen, 8=x015=7|3>5|| Handlohnbarkeit.mit 68 Prozent, auch 62% und jix6| x1=-| 21 1124 Haber, Gerſte.| 32 Prozent, auch zu 5 Prozen.: Höchſtädt.-|32155,x3] Roggen, Dinkel,|| 8--12 5=714=-5|ji Handlohnbarkeit.zu 5 und 65 Prozent, auch jir5|| 2| 31--|| 2|-- Gerſie, Haber, zu 70 Prozent in Fällen der Lebendigen und 135] x| 31--|| 2|20 in Todesfällen. &, Ingolſtadt..|23:671r0| Roggen, Weizen, 8=1015--714>-5|] Erbrechtsweiſe Grundbarkeit nach baier. Ge-|!x8| x| 21-41 3148 | Gerſte, Haver, ſeen, Laudemium iſt 5 Prozent Anſtand in ! allen Fällen; die abfährtigen Güter geben 23 Prozent weiter Abfahrt. Mpeg**||x5165j20 Wie vor.:| 8=915--7/4--5|| Handlohnbar nach 63 und 52 Prozent. jx2] x| x| 3) x]38 Lauingen..[38156] 6) Noggen, Gerſte,|10--12|5=-714--5|] Erbrechtsweiſe Grundbarkeit nach xo Prozent xs! 31=41==/ 3|15 Dinkel, Haber. Laudemium. Monheim..* jſx7i661|x7| Roggen: Weizen,|| 8=10|5--9/3--5|| Erbrecht oder Handlohnbarkeit nach verſchiede-.||1811=| 3) x|| x] 7 (Bezirk Sreisbach)| zu el, Gerſte,| Normen; faudemium zu 62 und 532 Pro- 4 Rader. zent, zu x0 und zu 5 Prozent.: 3[ s. Neuburg..„(r21761x23. Wie vor. 8--915--713--54 Handlohnbar nach 63 Prozent, zugleich 30 fl.|| 81-1 31 2 21 ||| Hauptrecht in Sterdfälen. Pe)|| Seengen epnarmene ml Rentamt s-|Bonſtäts- Durchſchnitt eta Laub Bezirke. Abi fanen ſ des der gen 0 EIE grundbaren Guts- ver: Körner- Ertra.„Komplexe Ze des Aer der gs al“8. trift an jährlicher | Landgerichte überein,)|=|S S| S|> Pataturatgin=: haben SIZE S"foan|S ſm ſehwerer, 2: oft nur andere Sigße.|LIT1T SIZ| S| TBLUME 55 7 Prozente Bezirken; er.[M8] BIST(ir, SEIEN ZZ<<< mm II ae a Rm RS RIN WRE RER EVE Nb 2 22 jz Neumarkt..| 4190) 6) Roggen, Weizen, 8|5--7/4--5| Handldhne meiſt nach 5 Prozent, auch naß|=|=!=|-1|=- 45] Gerſte, Haber.: 65 Prozent„ nach 5 und 23 Prozent, nach“ :- j 6* und 53 Prozent. 4 Nbrdlingen.|52143 5|[Roggen, Dinkel, Ger-||'8--38|5--714--5|| Erbrechtsweiſe Grundbarkeit. /24]| 21--| 21] 2132[ ſte, Weizen, Haber.;? ns 4 f:32 Dettingen..|x0]75115]| Wie' vor. g= 1115--7/3--5)|“Erbrechtsweiſe Grundbarkeit(Laudem. xo Prz:) 1861 xj--| 31) x140 WES EE Pleinfeld.-..| 914x 50j|' Roggen, Weizen,| 8--10|5--7|3=-5 Theils die Eichſtädtiſche Handlohnbarfeit,"4 8ji==1 31-211 xj Gerſte, Haber, wie Beilngries und Eichſtädt, theils in dem||.| ehemahligen Ansbachiſcer 7= Ix kr. in mittleren Gegenden auf. ein Simplum, deren gegenwärtig fünf erhoben werden. In ge: ringern Gegenden treffen 3== 7 fr., in beſſern+T= 209 bie Bey den belaſteten kann angenommen werden, daß wegen x fl. Dominikal- Laſt, das Steuerſimplum um 2 Kreuzer nie- driger ſey. Geldanſchlag des Getreides? Weizen-- per Metzen 2 fl.= kr. Kok+ ee z F TL vr 20.2 Gerſte=: z I-7 ie Z Dinkel und Haber-== 71.40- un Ein Meßen halb leichte, halb“ſchwere Frucht iſt angenommen zy einem Gulden,: 7 1: 8 4 Tabelle 111.: EE<< SCHINEN 4 9 Tabe Ele EIT > Auszug aus dem liquidirten Definitiv- Grundſteuer- Kadaſier des Steuerdiſtrikts Freymann vom J. 1811 DI =.|Verhältniß-| Belegung Z T lä dd en?= Zahl als KN.; MUHEN DID IE IRE Zehent«- Dominikal- ZDG egen ſr and Ta un inGanzen| einjäa7e =< und Steuer. Herrlichkeit:| Verhältniſſ& === 1- 5| Dezimalen:- (ID Tagw. Dez.| Zz fl.| Pie3 1.0 nem aaa 2008 uemememmenmennmmen EEE EI RIEIIEI IRIS STEI T| Haus2:%: 5 25 44| 77 1,3= je Ee: 2 Die verſchiedenen Die. verſchiedenen Anger 85--= 186| T 10577 ZIERT SCD!; rundherrlichen Haf- I ehenten' find wohl| SIONEN zel Yecker: 5. 47 91 A 76.7 TE USLO 1221: 3eh: ſ en tungen ſind wohl be- Krautgäxten..„4| 39:|: 3 TÖ--| 1| 5] aufgezählt, aber in| merkt, aber noh kein Wieſen= 3% 72-1 87|»Y“ 104.4 T M4 1 314€; Maßſtab aufgeführt - feinen Auſchlag ge- AUT DEE Holz:. 5 45 DZ 302.5= F340N 4 ſchlag 5 welches auch zur Zeit j bracht. nicht mdglich war. Summe. 8 1137.24 120 216.2 SEILE Es kommen eine Menge Gefälle vor, die :: theils auf Grundbar- it(die gr ils 2:1 HAUS 2 008 Iz 53 2.2|+ wp 1 2 Fei CHE HRN ;> Freyſtife iſt), tyeils Aecer. TOE GAO SI 63.8 T 3:0 BISL EEG E Krautgär;-. ED auch auf Jurisdiftion, SN SER EE GE WER RTE 761 ERGEE S7 Leibeigenſchaft, Land- de| 3 Fe IE 4er EE 204 De frohnen u. Kriegsweſen Bezug haben. Dabey müßte zuerſt eine Puri» Summe. 32| 64 86.0 LT. 1426|= fikation vor ſich gehen. Bey dieſer Muſierung 3| Haus E e--| 39|& 285 wd rf dürften. einige hinweg- Yecter:. 58: 03 1 ue 303.5„1.[42-14 fallen, dann Caen ert Krautgärten..-=- 4.9 Z 2.0-- 2|-- die weiteren in An- Wieſen... 05 51-1481 58:61|= 0 0021| ſchlag. Ie EEE EREN ISLES 28. pP 37|5 56,8|==| 56| 6 Summe;| L39| 60|| 224.0| 2| 44.| 6 325 2060 AKKUS- ASHER: Z 2 Verhältniß-| Belegung. » SIE SU„20 4 Zehent«- Dominikal- SZ| Gegenſtand Inhalt. ve in Ganzen einfache;:;" I S- 2 und Steuer. Herrlichfeit, Verhältniſſe d=].< <<= E-------| Z| Dezimalen. Fd Tagw.| Dez.|= ſl.| kr.| 91. aI-==== 4| Haus.--| 76 3. 6.8--| 6| 6 AeXer.< 1071-82- 20 DAU GEIDIENEN Krautgaärten« GEE AT 1.-| 1|4 S; 56% Wieſen. 168 55| A 233.4 3'5313 Wie vor, Wie vor, Holz- 22: 41205:7 44:6|=| 44 45 ) Summe| 299| 83 469.0 7 1.48| 7 5| Haus E00... 4.8 51214 11.16 Ae>er. M0 03 94-3 I| 34|5 Krautgarten. 4 ZEUL1: 1:3--| 1|3 Wieſen 43 21 54.187 5 52.4= 4552(0 Holz EO. 248050220 328. 31: 70.15.27.10 | Summe| 4091 QE 190.6 3130|5 6| Haus m 001.25 0.5=|=| Ae>er. GE LEIME 43.3--|:43| 3> Wieſen. 4 1.04 02 4.6-| 414 Krautgärten.--| 19|" 0.8--|--| 6 |... Summe[* 56 1146 49.2- 149|-T 4: Recker". AIDE 24 I.4--| 1|3 Wieſen S DEE OSI 8.2-| 8| 2 Krautgärten.--"| o4| 7 0.2- j-| 2 EE SSUmMMEes 2.10.25 10.0-+-| 1016 8| Haus E06. 4 0.6--|-| 5 ReFer.. 7[SLI 2 7:5 5 224 17 E57 GE EN-) Krautgarten.. EE 1016) 2(55 0.8-=“|-|6 Wieſen DEE ADEN 27:5== ZTEN IE Summe« 35| 38 36.4[= 4 901 5 --Gd . EEE GEL NTEHNEEET HUREN wl Z.|Verhältniß-| Belegung = ächen-=; . SI-< Zahl 4 a Zehent- Dominikal- 2| Gegenſtand.| Inhalt. 5| inGanzen| einfache. - 2 Und Steuer, Herrlichkeit. Verhältniſſe. <<=; 2----|'Z| Dezimalen.|= & Tag.| Dez.[75] fl.| kr.| ht. 9| Haus. 20018 08 T.0 EEE ER INR Reer. 17.1601< 29-4--| 29| 23 Wieſen ECL28 I A 13.9--| 1 7... Krautgärten«=-| 2X1|1»- 0.8 a ee| Wie vor. Wie vor« | Summe 710) I IN OE 31510 168) Wing lS(585 E50 10| Haus Zel 43 10 4 3.9 pi 2 SALE Ae>er. 21 10-12 4:747:--| 47| 7 Krautgarten. 432.1€ 1.3 ZR PA E 402 Wieſe- 4 2,0(M 11:2--| 1x| 2 | Summe 26-122 1 11 20645 L4|424952; II| Haus-.-|69|, 2:9-| 4|- 3 24 Ae>er- 2 47 1-08 1 5 105.L 1144| 6- Krautgärten.-= 42318 091-|-! 7 Eu Wieſen; 20-1661* 61.6 Tr| 4 j Holz 7 HSE UU SEI BE HEHE BR emrbit SER I ES | Summe O2. 1 EE 1 1 ASI 219176| 12| Häus- 5=== 21.702 177 3-|-| 31 3) Reer.. Kim: 8635)| IN T11.6 Tol 52.14 3 4 Frautgärten,.- j3 17 1.5--| 1| 4 4 Wieſen. 4 O2. 1. 12(477 74.9 X| 131-5 Holz 5 8.2 127112042. 1- 30.5=zU539.4..5 a ZS umme 1361 03.111. 28.| 31421 1201 1 99qUv: L. 4 00-12 64|=| 6| 3 Ae>er+ PULOF GHT 1108 202.7 ZEI USE |: Kraurgärten.....+5|: P55.b.05 224,4. 21.1 Wieſen. 3 122| 49 ä 145.4 2125351 2 | Holz 40:34 1192 1: 36.4--| 36| 3 Summe-| 250,| 54|(.- 203:4 6133| 2| GE LEE| 4 3“4 Z.|Verhältniß-| Belegung 3 . FS en E Zahl:. 4 Zehent- Dominikal-| S-| Gegenſtand.| Dyhalt, S| inGanzen| einfache; 3][| ver| 4 2 aub Steuer, Herrlichkeit.| Verh altniſgſe = GEE HET Z Dezimalen. iE ZD| Tagw.| Dez.< fl| pr:| hl; TEEN ZIZZZ-T-wAMBE-“Z Z=T=<=<< TN<<---<| zn| YAeFer. 4.122|+ 452;= 1 4.4152|| Wieſen. TE 1.05|E T24.L ZE[BENI 55-7 0| Krautgarteu--|35|-« LA EE DISE: iE| | Summe[26 E58 EI 320,07 1.1 2112861156"| 39-47|: Haus und Garten+=|.=| 64]: S4] SICH PU EI SION"| R Summa Summarum| 1729| 11|| 29029,2 HETASS SIDE EE] 4| Die Bonitäts- Klaſſen ſind nur nach Durchſchnittszahlen aufgeführt. Die Verhältnißzahl entſteht durc< die Mul-“jj-||| tiplikation des Flähenraums mit der Bonitäts- Klaſſe unter Abzug von 2 Dezimalen- Ein Ganzes vder x iſt[| 4== x Kreuzer als Steuerſimplum angenommen; eben ſo die erſte oder geringſte Bonitäts- Klaſſe mit Abzug derAus-||| 4 ſaat= 4 Scehäffel Korn oder= x fl. Alſo die achte Klaſſe== x Schäffel= 8 fl. u. ſ. f«(| | | NO: WIE Die ganze Flur hat 7x4 Numern, oder 744 vereinzelte Stücke.== 48 fl. 29 kr. iſt alſo die einfache Steuer-|; 4 belegung der ganzen Flur, die fünffach erhoben wird. Es trift bey gleicher Vertheilung im Durchſchnitt auf ein Tagwerk 7 pf. 2c. oder nach fünffachen Anſchlag 9 kr. Wären die geſetzlichen Maßſtäbe für die Grundbarkeit oder Dominikal- Verhältniſſe ac. vorhanden, ſo kdunte man auch auswerfen, was auf jeden Morgen davon teaſe. Mo: uu. ME 7-97:007*- fd 4 FARNEN WED ONO WEREEINENN aug >„ EIN 1AbHL Aecker| 13| 92) 9 j/| 2>» Taro Deo le 1-4 7|25 9|- 1Abt1u/ Aecker.| 571|34 | 57134 N2| --|14 | Garten | Wresern | 1AbHA Aocker 2 detto Wald 2 8 8 |S 23 and. Neuer Besitz-St 0 m, 2| Zerzun 3[5 | Garten |Wreeen |2 Abthl, Acker |2 detto| 14 12) ö [9 14 | 29155 aga Dre Zu “4 | | | 1 |a0 i 2 Br iii Liq De 9 1 Abthy Aecker. . A1|45 41|031 zal N? vd u1|45 8 79 21 20|Gemeinde varlen| 8 Pirtbaumdrlage|+ 22/Furschützens| Dientgrund| 6|? TaywDec Joes BSA 140.30 Wäadldtkherle “1 Ax u gdb 20. 8. Hr 9,36. 20 = UN > 2 das Des Load N? gelte ZN |--|39 8|Haus|7 4| Haus NE|Garten 50 | 6j- 8||Weeren 3|-|6 | 33|45|12|1Abth( Aedter 11|30| 6| 59|46|12 2 dettw.....|11130| 6 28|37| 4| be 142.66. 38.17 "To tal Summa 172 312g%/yDec. 35.64. 3 2 2 Gi 2 2 9 der Fader < te| 1217: erlun 9 .“ vr menen GZT »/der y € 4biheilurg der EF te = 4 7 | 95.56 „neee Ez om 7 <| 28 3 * Weer Theile y- iM 1. Um wegen Garten und Wieclh 2 InAnschung der Accker ud 2 gl 2 iE.& ZE. Zz EE Z&(+ t Zz 2|. Z E< 1 KE EBER HE HEBER BETETE IT LF Fo Fe Fr auch die 3 Tagwerke vor: des 3. Neben dem Schulgarten w 4. Alle Anfä ngs Purete der dern alle, wie ie vorher Dei > uE SIE<<< legt, Bey den Wreien fängt der Haus» Besitzer vort 4% we rden auf 2br9e Art bertimamet, und gowohl für die Wierer, ads Aecteer wund Wald Theile eine ugne Verlogrung vorgenommen. 5. Die der ganzen Flur angewäßerund Steier mut fl 29. 8ad np, zt auf atte Gruügede gleich, zach der Tägqwerkes Zahl ausgeworftn wor den. Daher zahlt künftig jedes Tagwerk gleich 2X“. Dieſs hat die Gemeinde emstimmeg b 6. Die grundherrt Forderun; SE 177:;/ H 3 Wierer Gründe, weil drere WE| "FSIORPE SW <= Gemeinde und Schiedsgerichts Schluſs. zum Arrondivur"4 1978 Vollz ug «- 2229472 /0M 53 422279 ,7 4272 Lrenpunfgg PF (2,7272 7 427) b1e1172944 H "5 mit dem Loos 7 aar, zwerl er zich verbindlich gemacht bat, die Pfützen einzufüllert» und der Wayterteif Kerbel. 1. 1228,25 Gescheher Freimann der/ May 1813. WEG 110 I 0 SEMLE:| VM 43400909 - g, bpequemer wund billiger dem Haus-Berrtzer waren, auf die reuer--] K Es.> in h ß 5 9:; MCH 5; EEN HI; j Ep 7 SEIEN Gründe übernommen vad por Tagwerk ausgerchlagen Jedoch grind davon ausgeschlofien die Antheile der Gemeurd Grunde, weil dre dre Ergerschaft der Ludeigerheit und / Argrengs- Thile für die vorige Werdensrchayt zm EKnglwehen Garter, und alo auch Kultur Gründe vorstellen.;. EE 55) 124 (u u BEI e Loala v0H 4000 Ir /J. & | echtes Verhaltnis„u/; Ii] Er SE 7 u 15 9'- 3 ed NE 4/ 5. 7 4 j 27] ufiurlellen ue“, TEIIEEHE worden, von der m der 3“"Pubriſg steherdern W Legen; zahl ein Achtel gelten zu Zaren» und den Ret zu den Acckern zu Schlager, wodurc]s vrch obige Bertimmungenr ergaben, mituicksrcht, dafs"Jeder Besttzer 1 Tagw.Gartengrund erhatten 5oll wogegen dro Kt Fautgartenr wegfallen, herlun- p* 9 LT: J 83 9- ATARI EI M 5ige: 7 5 2 Z.- 4 EI x vs nge velizbt. wrde. Drgenigen dae über 90 Tagw, un emer Abtheilung besrtzer, erhalten die Linren verlängert bu zum Ende adler Abtherlurg urd zugleich zu Verb. ndung mit dern Nummern der 2'& Abther 119g. Daran hliefsern ich immer drs kür zern Hachmraume. Boy jeden Grund-Beseer und eund. Grunden beigefügt TL SP AI ILI DEIIEET: j 3..- 10 Äntherle mat 5 Tivund 3 Tag. ange 6 wander„Dadurch end auch alle wetern Ans/ande auf immer berertrget. 8 Zependfreyheit haber, 50 auch die neuen 22247, 140922244 Besrtzetand, ar Z?|:. CO) Vums| Gebäude;| Aerger| decker 22 Wiegen| Holz NV ſumma Inmerkungen ars Cr Tag.|Dec.| Tagw.|Dec. ago.|Deo,| Tag Deo.|Zwgw.| Dev.| Tugro. Deo.| 790. Der. 86 Y 47187 ---|39| 12|87| 15 23| 137 4.) Vor den vredert Feldern 4 461 13 99 --| 261 9 69 werden mur dee näherge: legerer bebaut Voberhap bleiber ie 3.4. 8 Jahre DRE ö8| 93 ---|49| 3511| 48 28 66 brach, 2,„Die denger ur Wreser 6 Ee UTD 11282 ---| 41] 168| 55| 29 83 heits dem Schleiwhewnerk: nal zu, 17 491531.131| 4393| 54f 18 SERER UTE VETOLBALDF WOU DE 2008 81 SBubrik haft man die Hartwreserr, oder um Hart. Hort oder trockene Wies ern zum Untersrchred der ge- ger den Haral zu, der qu- << WZ 2 1997 Terz oder nafien Wreser, Dae Hartwriesen werder nam einmal im August SEG) FMN 19 27 gemaht- Geben per Tag, einern halben Hagen ei. Diese Hartwieren waren ----| 21 2128 Frier cher bewerwer, aro)» moch erge Felder 1m Matte 10 zerstrerd orch zeigen. Se konnen also als vornach: [5] =--| 22] 39)66 4 Läfsrgte Felder oder Wie. dern Feltew Sie deenen wie die Bracherr, mert 21 Sf HR ATEU NZE) Werde. Drere prelt 1m garzer die Heeaupt Aolter. Daher urbedeuteruler <<< 1:53: 8' 7224 40 18 Schlechter Viehrtand, „Mar: as Fitter, dr Drnger. Daker elende Schaft au der 2" Racbrik befinden S2zch theils um des Wohnungen n 3, Die Wriesert irr der X“oder| pedem Felder, wrerhrel. er bärmtlrehe Lardmerik- Veberruht vor Munchen erlegen, 3 des Bestitzetardesr vom Dorfe Fr ey mann Landy. Murer, 1/2 Stunde oder Vieh tand Berwrerkurgernr Pferde|0Ochrer[Sttindo.| Sthagfe % Flachen ZS| Zahale jW S Tag Dec. D =] dj 1113113012 2 32| 69| 3| 139| 66] 15 4 299 8311 5 112| 81 11% 6 16| 16 1146 7 2 1? 1-82 8 35| 18 127 9 1“ 39 18 10 26| 22| 1-5 11 9q2| 571|2% 12| 186| 03| 4 19 1 25016411 4| 352| 97 1%1 19.41 28 16 16| 54 Farbe, oder SEILER UHER Unterscheitunrgs Zeichen| Tauf und| Haus- Geschlechts.Name| Name blau Jah. Mawr Pforfeor; blau matrother Kugel Kath, Schatzl.| Kean gelb Katp. Simpl| Simpel zweſt Er, Albert Scherer, rellgrün voriger Graemar hellgrin„ntrother Kugel| Xav. Strumpf. Blasr--- gelb marother Kriegel Tas. Denwoun| Schulter werß mat rathem Kreuz Szm. Deschler| hm, gelb mt rothem kreuz Korb. Schreiber Kurbl blau mutrothen Kreuz FF. Lochner Whmtabaur gelb mit grünen Sterw Math Brandstetter|, yall Adunkelroth wo Math-Kolhingep| Wermer- dunkelgrün& Adam Leitner| gatmar hellroth ader Zregelfarb Math. Amann| Warth-- K7rehe. graa Gemeinde-' FEMNR F7: Fr Üchnier 1 4. E] LIEH 6 4 6 14 7 1 4 6 0: 2 4 4 4 5 1 8,| 2 4 4 2 9 2 Is 6 N) 2 13= el 14 10 PESR a 7 os „änlich / 25 re MN 5: a 17 | WR 167 — 7 — Magenta ———