SMaa Vriv.„Bibi. 4 58e —— K Bemerkungen über den Einfluß derLuft und einiger] gaSartigen Stoffe| auf die| Keimung verſchiedner Saamenkörner, mitgetheilt„4 von den Bürgern I Ot 4.183.2 H 000 8, 4 Mitglied verſkungen ver- anlaſſen könnte; daß man von keinem einzigen ihrer Werkzeuge genau weiß, wie es beſchaffen und wozu es beſtimmt iſtz; und daß auch nicht eine einzige ihrer ..- V ihrer Wirkungen die Fackel der Beob- achtung und der Erfahrung ohne Nah- rung läßt. Das Leben eines arbeitſa- men und talentvollen Mannes würde zu kurz ſeyn, um ein einziges Geheimniß des Wachsthums zu erforſchen, und wie viele mag es deren geben! Es wäre zu wun? ſchen, daß einige philoſophiſche Bo- taniker ſich in dieſer Arbeit theilten, und ſie dann ihren Zöglingen zur Fort- ſezung vermachten; nur dann könnte man gründliche Aufſchlüße erwarten; denn man würde in den Stand ge- ſezt werden, die Verbindung zu faſſen, welche die beobachteten Thatſachen un- ter ſich verknüpft. Es macht mir daher wahre Freu- de, daß ſich mein Freund Decon- dolle mit dem Einfluße des Lichtes au We alii KNEE R REES VI auf die Pflanzen, und mit der Beob- achtung ihrer Poren und ihres rinden- artigen Netzes beſchäftiget. Die Fort- ſchritte, die er in dieſen delifaten Un- terſuchungen ſchon gemacht hat, jind eine glückliche Vorbedeutung, welche wichtige Entde>dungen er noch machen fann, wenn er dieſe intereſſanten Un- terſuchungen zur Aufflärung der Phy- ſivlogie der Pflanzen fortſetzt. Dies iſt nun auch die Abſicht, in welcher ich die Verſuche öffentlich mit- theile, die wir, mein Freund Franz Huber und ich, über die Keimung ge- macht haben, oder vielmehr, daß ich eimge Bruchſtüe aus der großen Geſchichte die/ ſer Wirkung der Natur erzähle. Ih hielt es für Schuldigkeit, einige Verſuche pon Deſauſſüre dem jüngern hinzu- zU? VII zufügen, welcher Thatſachen beobachtet hat, die uns auf eine etwas gabwei- . als wahrſcheinlich an, daß die fixe Luft ſich in den Pflanzen- ſtoffen in reine Luft verwandle. Endlich beſtätigt Morveau das, was ich in dem Dictionnaire de Chymie de VEncyclopedie methodique, TZa- fel 1. S. 100, bewieſen habe. Er| Inhaltsanzeige. Erſter Aufſaß. Ueber den Einfluß der Luft auf das Keimen verſchiedener ;Sämereyen. Seite S. Tt, Beranlaſſung zu dieſen Abhandlungen. x =- 2. Plan dieſer Abhandlungen.[4 =- 3. Verſuche über die Keimung in der Stickluft. 12 == 4. Verſuche über die Keimung in der Le- bensluft. 16 == 5. Verſuche über die Keimung in der atmoſphäriſchen Luft. 27 =- 6. Berſuche über die Keimung in einem veranderten Berhältniſſe der Stick- und - Lebensluft. 29 == 7. Beobachtete Erſcheinungen an der wie- derholten Keimung in derſelben atmo- ſphariſchen Luft. OE Zwey- Zweyter Aufſaß. Won dem Einfluße der Luft und einiger gasartigen Subſtanzen auf die Keimung verſchiedener Saamenkörner. Seite. Vorerinnerungen. 47 6. 8. Berſuche bey ber Keimung der Saa- menkörner in der Kodlenjaure.>"48 -- 9. Verſuche im Waſſerſtoffgas,(brennbare Luft) welches durd) Säure aus den Me- tallen gezogen. 50 -- 10. Verſuche in der Abſicht angeſtellt, um zu entdecken,;wie viel Lebenskraft zur Kei- mung der Saamenkörner, die ihres Ein- ' flußes bedürfen- erforderlich ſey- HL -- 11. Verſuche zur Entdeckung der Voerhält- niſſe der Stickluft, des Waſſerſtoſſgaſes und der Kohlenſäure, welche dur< Ber-; miſchung mit Lebensluft der Keimung hinderlich und gefährlich werden können, 59- == 12. Neue Verſuche an den Miſchungen des Waſſerſtoffgaſes und des Stickſtoff- gaſes mit der Lebensluft,(Sauerſtoffgas) in welchen die Saamenkörner nach eini- gen wiederholten Keimungen nicht mehr keimen wollten. 73 „= 13. Verſuche an der Keimung der Saa- menkörner, welche um zu keimen in kleine| Gefäße gelegt wurden, in welchen die at- moſphäriſche Luft erneuert werden konnte. 79 Dr fitz Drit ſuft u Zz erz ere< re rer eren nea RSIR ET IUNGSIIRG wann mh rmer GE IEEE ÄR BEETEN ZIN ZEITEN RE RZ R lg Lehr Neg SIR ZE> Kpmiriien Dritter Aufſaß. Von dem Cinfluße der Luft und einiger gasartigen Stoffe auf die Kei- mung verſchiedener Saamenkörner. Seite. 8. 14. Der Einfluß verſchiedener in der Luft verbreiteter Ausflüſſe auf die Keimung. 82" = 15. Hauptfolgerungen aus den vorherge- henden Berſuchen. 90 Bierter Aufſaß. Bon dem Einfluße der Luft und einiger gagartigen Stoffe auf die Kei- mung verſchiedener Saamenkörner. Einleitung. 107 -- 16. Von der Keimung der Erbſen unter Waſſer. 5.+, 108 = 17. Gaſ&h durch Erbſen erzeugt, die un- ter Waſſer gelegt wurden. 134 Fünfter Aufſaß. Won dem Einfluße der Luft und einiger gagartigen Stoffe auf die Kei- mung verſchiedener Saamenfkörner. == 15. Von der Keimung der Saamen*d1- ner im Waſſerſtoffgaſe. 13/Q -- 419. Berſuche bey der Keimung einiger Saamenkörner in Stickluft. I5L == 20. Berſuche bey der Keimung der Saa- menkorner im fohlenſauren Gaſe. 152 wert R Seite. s. 21. Verſuche, die mit Oel über die Kei- mung einiger Saamenkörner gemacht worden. -=- 22. Widerſprechende Erfahrungen von De- ſauſſüre. =- 23. Hypotheſe zur Erklärung dieſer Er- ſcheinungen. - Sechſter Aufſaß. Bon der Zerſeßung des Waſſers bey der Keimung, und folglich auch bey dem Wacsthume der Pflanzen. 168 et, nremagemepeene In m enen IIIa IEE NE R RUTE TGB über den Einfluß der Luft und einiger gagartigen Subſtanzen oder Stoffe auf das Keimen verſchiedener Samereyen. Erſter Aufſäß. Ueber den Einflitß der Luft auf das Keimen verfchiedener Eämereyen. MEN Berankaſſung zu dieſen Aufſäßen. Die Veranlaß ſung, welcher die in dieſen Auf- ſagen EEN Erfahrungen ihren Urſprung zu haben, iſt ein ſinnreicher Gedanke von. Huber, um die Stelle eines Luftgüte- | meſſers(eudiometre) zu erſeßen, den er nicht bey der Hand hatte. Wie oft iſt das der Fall, daß die. Auſmerkjamkeit von ohnge- | fahr durch eine ECricheinung geſpannt wird, | die man anfangs nicht geachtet hatte, ſich nun da- s EEN dabey verweilt, um ſie näher zu beſtimmen, und auf dieſe Art den erſten Anlaß zu einer Arbeit finder, die man ſich anfanglich nicht eingebildet, ja, die man zu unternehmen nicht gewagt hätte, wenn man ihren Umfang und ihre Dauer auch geahndet haben würde, Aber je mehr Hinderniſſe, deſto mehr Reiß für die Neugierde 3 je glücklicher der Fortgang, deſto größer die Hofnung zu vollenden, und ſo wird man in eine mühſame und gränzenloſe Lauf- bahn verwickelt, ohne daß es uns je eingefal- len war, ſie zu durchlaufen. Solche und ähnliche Veranlaſſungen haben meinen Freund Huber, ohngeachtet meiner Verwendung, zu Abweichungen gegen ſeine Bienen verleitet. Die Phyſiologie der Pflanzen hat. dadurch das gewonnen, was die Zoologie dabey ver- lohren hat. Doch iſt dies für die Wiſſen- ſchaft ſelbſt kein Verluſt, weil durch ſeine Probe hier eben ſo viel neue Jdeen geweckt oder aufgeklärt worden ſind. Huber wollte mitten im Monat Meſ- ſidor, des 4ten Jahres(July 1796) die Reinheit des Stickgas(Gazazote) unterſu- chen, die er zu chemiſchen Verſuchen an dem Wachſe fim.., | 1; Wachſe beſtimmt hatte: er hatte eben feinen j el cv e“> D 2 Cal; ju elner Zufcgütemeſſer, um ſich zu überzeugen, ob die- 8 ſes Gas ganz- von tebensluft(de gaz fois 8 2ER ſey. Es fiel ihm ein, wenn er , Ju Saamentörner unter einen durch Wäſſer ver- M ſchloſſenen Recipienten mit ſeinem Scickzaſo in je Berührung brächte, ſo würde er wa5rnehmen kl vy fönnen, ob mit dieſer Luſc noch Lebensluſt ver- ,v vid miſcht ſey, weil er die Erfahrung gemacht 27 harte, daß die Saamenkörner dieſer Lufc zum ER Emporfeimen bedürfen. Dieſer Verſuch brachte wm ihn auf einige andre Jdeen, worüber er mir Yen) in ſeinen Briefen einige Fragen vorlegte, die Wm ich ihm auflöſte, und ihm durch angegebne verleit, Proben vie Richtigkeit meiner Auflöſungen be- (Nu) ſtätigte. Er machte dieſe Proben mit Nußen, wm und forſchte weiter nach, daher wurden ſie Dſr auch eine Duelle neuer Unterſuchungen 4 ſin und neuer Erfahrungen. Huber theilte qi mir in ſeinen Briefen das Tagebuch ſeiner ' Arbeiten und ſeiner Gedanken darüber mit, 4 Nl: und war zufrieden, genau beobachtete Tha t-! 76)" ſachen gegen bloße Jdeen, auf welche dieſe 9.08 Thatſachen mich etwa führen könnten, mit um| mir auszutauſchen, vw“ A 23 Dieſe Dieſe Aufſaße werden alſo ein kurzer Aus- zug aus einem ſehr ſtarken Brieſwechſel ſeyn, der unſre Jdeen, unſre Grfahrungen und ihre Unterſuchung enthält, wobei ich aber bemer- fen muß, daß Huber alle Verſuche ſelbſt ge- macht hat. Man kennt ja ſchon die Fähig- keiten des Verfaſſers der neuen Beobach- tungen über die Bienen, und die Voll- fommendheit, zu welcher er die Beobachtungs- kunſt in dieſem ſchönen Werke erhoben hat. Ehe ich nun aber zur Darſtellung der Er- ſahrungen ſelbſt komme, welche dieſe Aufſäße enthalten ſollen, die ich im 3ten Theile meiner Phyſiologie der Pflanzen an- gefündigt habe, halte ich es für wichtig, zu bemerken, daß der größte Theil der Verſuche, die man im Gebiete des Pflanzenreichs macht, die genauen Rejultate noch nicht ableiten kann, welche eine ſtrenge Logik bey dem Studium der Natur glücklicherweiſe nochwendig gemacht hat. Man iſt oft genöthigt, ſich mit einer unentſchiednen Beobachtung zu begnügen, weil es unmöglich iſt, eine Pflanze ohne den Zu- ſammenfluß verſchiedner fremdartigwirfender Weſen treiben zu laſſen, die man nicht ab- ſon- ename nes 9 ſondern kann. Schrankt ſich z. B. die Beob- achtung bloß auf den Einfluß der Luft ein, ſo würde wegen der Trockenheit das Wachs- thum dabei bald aufhören; wollte man dem Saamenkorne oder der Pflanze die Wirkung des Waſſers entziehen. Derſelbe Fall tritt bei Beobachtungen ein, die ſich auf den Ein- fluß des Waſſers beziehen: das Samenkorn oder die'Pflanze verdirbt dabey durch die Verſtopfung der Luft. Endlich bedarf eine ſehr große Anzahl von Pflanzen zu ihrem Ge- deihen, noch außer den beyden Subſtanzen der Luft und des Waſſers, ganz unerläßlich der Erde, der Wärme, der Kohlenſäure,(Vacide carbonique) des Lichtes. Hieraus folgt, daß man, auch bei der genaueſten Kenntniß von dem nothwendigen Einfluß dieſer verei- nigten Subſtanzen auf das Wachsthum, doch den Umfang und die Natur ihrer einzelnen Wirkungsarten nicht genau beſtimmen kann. So habe ich die zur Keimung der Saamen- förner erforderliche Waſſermenge aus der gröſ? ſern Schwere der gekeimten Körner gar wohl berechnen, aber nicht die Menge von reinem Waljjer beſtimmen können, welche hineinge- drun- 4 v x |] i Badi ELEBENKGERE 6 n|“ inezailaniinun drungen iſt, weil ich dann auch die Maſſe von Erde, und Koylenſaäure hätte angeben müſ: ſen, welche darinnen aufgelöſt war; und man weiß doch, daß ſelbſt das abgezogene Waſſer nicht ganz rein iſt3z eben ſo bekannt iſt es, daß, wenn man Saqaamenkörner in Waſſer ſchütcet, dieſes Waſſer durch eine ſchnelle Auf- löſung der aus den Körnern geſaugten Theil- den, die ſich mit dem Waſter vermiſchen, ſedr bald verunreinigetr wird; daß dieſe Auf- löſung eine Gährung verurſacht; daß die da- durch erzeugte Kohlenſaure ſich dann mit dem Waßer vermiſchte. Auch bey öftrer und man- nichfaltig veränderter Wiederholung dieſer Ver- ſuche hat mir die Verſchiedenheit der daraus erfolgten Reſultate, die Meinung abgenöthigt, daß dieje Maſſen, unter ſich ganz ähnlich ſcheinenden Umſtänden, doch ſehr verſchieden ſind, und zwar beſonders nach dem Grade der Teuchtigkeit und der Sonnenhiße, Alle dieſe Schwierigkeiten, welche t< jedesmal gefühlt habe, wenn ich den Einfluß verſchiedner Flüſ- ſigkeiten, welche zur Keimung mitwirken, be- ſtimmen wollte, ſcheinen mir noch unüberwind- lich; doch) verzweifle ich bei allem Gefühl von Der TRIE GESA TENEET IESE EI S6 Ge] Diſs der Unzulänglichfeit meiner Hülfsmittel zur m Im Bekämpfung dieſer Schwierigkeiten, noch nicht 0 mon an einigen Erfolg, welchen geſchiftere und Uſe glücklichere Naturforſcher aus meinen Beob- 11.6 achtungen haben können, Doſt Wenn man den äußern Einfluß der Nac- le Auf: tur-Sctoſfſe(substances) nicht kennt, welche ebb die Keimung begünſtigen, ſo kennt man den nge eigentlichen Proces'der Keimung ſelbſt eben | uf| ſo wenig; man hat zwar die allgemeinen Re- Nes| ſultate beobachtet, allein die einzelnen wirkſa- ebm LL men Mittel vermuthet man mehr, als man MEN ſie in der That weiß, So kann man ſich z. e Vet B. keine beſtimmte Jdee von dem Gebrauche dars der eyweiß- und dotterartigen Subſtanz und nö der Häute machen, obgleich die hohe W Wichtig- (ni keit dieſer Organe außer allem Zweiſel iſt. Gieden| Doch ſcheue ich mich nicht, meine Unwiſſen- de der heit zu verrathen: ihr tiefes Gefühl bahnt den| ew| Weg zur wahren Einſichtz die Unruhe, die u ſie einflößt, ſpornt die Kräſte an, ihre Dun- Ju felheiten zu zerſtreuen, und weckt die Thätig- "m keit, die zu einem vollſtändigen Siege über NT ſie erfordert wird.| 1900 NEE| 9. 2. vv CG, 2: Plan dieſer Aufſgäße. Die Verſuche, welche ich hier erzählen will, ſind ſo erfolgt, als ob man noch nie ein JIdee von der Erſcheinung des Keimens ge- habt hatte, und als ob man den Einfluß habe entdecfen wollen, welchen die Luft auf die Ent- wicklung des Keimens haben kann. Jedes Erperiment iſt mehreremale und auf ver- ſchiedene Arten verändert wiederholt worden. Die analytiſche Methode, welcher ich hier folge, haben wir auch bey unſern Werſuchen ange- wendet, denn wenn ſie au) nicht ſichrer zur Wahrheit führt, als andre, ſo iſt ſie doch mit weniger Mühe und mit mehr Vergnügen ver- Fnüpfte und reich an Huülfsmitreln, jeden Feh- ler richtiger zu beurcheilen und ſeine Wirkun- gen genauer zu berechnen. Es iſt b-?annt, daß der größte Theil der Pflanzen im Trocknen nicht aufwachſen, und daß ſie zum Wachschum die Berührung der -, uft bedürfen. Homberg, Boerhave und die Mitglieder der gelehrten Geſellſchaft von Ci- mento haben es durch ihre Verſuche bewie- jen; 9 ſen; ſie haben ferner bemerkt, daß taube Saa- menföorner, ſelbjz in dieſem verdorbnen Zu- ſtande, vortrefzich keimten, wenn ſie vorher eingequellt, und dann der Luft ausgeſeßt, oder in ſeuchte Erde gelegt wurden. Inzwiſchen, da man aus Crfahrung weiß, daß die at- mvsphariſche Luſt aus Sti«-luft und Lebenslufe zujammengeſeßt iſt,- ſo müßte man ſich noch überzeugen, welche von dieſen Luftarten die Keimung eigentlich begu ittigez ob ſie dieſe nu lediglich durch ihre Verbindung her- vorbrächten, oder ob dieſe Verbindung zuträge- licher wäre, als der Cinfluß einer einzigen 2uftart, welche hierzu die wirkſamſte ſcheinen würde. Achard und verſchiedne andre Natur- forſcher haben ſchon bewieſen, daß die Saa- menförner im' Sti>gas,(gaz azote) im Waſſerſtofgas(gaz hydrogene) und in der Kohlenſaure nicht feimten; hingegen in gemeine Luft verſeßt,* gieng dies bey den Sä- mereyen vortreflich von ſtatten, die in ver- ſchiedenen Lufcarten nicht hatten keimen wollen, wenn nur dieſe Lufcarten ihre Organe nicht zerſtörer hatten; man beobachtet dies wenig- ſtens Io Gann| ſtens, wenn man ſich zu dieſen Vorſuchen der drei eben genannten Lufcarten bedient. Doch fo genau ſich auch dieſe Naturforſcher auf die Beobachtung dieſes Umſtandes eingeſchränkt haben, ſo haben uns doch nachfolgende Unter- ſuchungen nicht ganz überſfiüſſig geſchienen, Ich werde alſo die Erperimente erzählen, die Huber von den Sämereyen gemacht hat, welche verſchiedene Luftarten, den Dünſten ver- ſchiedner Subſtanzen und ihren Vermiſchun- gen ausgeſeßt waren. Jch werde zeigen, daß das allgemeine Geſeß, welches lehret, daß die Sämereyen von Natur der Lebensluſt zum Keimen bedürfen, vielleicht nicht ganz ohne Ausnahme ſey. Endlich werde ich aus beob- achteten Thatſachen einige Folgerungen ziehen, und vor allen Dingen die Meinung von der Auflöſung des Waſſers durch das Wachsthum der Pflanzen unterſuchen, wobei ich das von neuen prüfen werde, was ich im 3 ten Theile meiner Phyſiologie der Pflanzen - über dieſen Gegenſtand ſchon geſagt habe, Ob ich nun gleich hier die Reſultate von einer ſehr großen Menge von Verſuchen lie- fere, ſo iſt doch meine Abſicht dabei gar nicht, fie 4 we. 5 Sr EE a R DANE I ſie einzeln aufzuzählen z“ wer Luſt hat ſie nache zumachen, wird bey ſirenger Auſmerk/amkfeit bald geſtehen mäc=, daß ſie unendlich oft wiederholt und verändert worden ſind. Cben ſv wenig werde ich mich bemühen, dieſe Ex- perimente zu beſchreiben; die Art, ſie zu ma- chen, iſt ſo einfach, daß eine ſolche Beſchrei- bung ganz überflaſſig ſeyn würde.- Gefäße, welche durch Waſſer oder andre Mittel ſorg- - fältig verſchloſſen ſind; lufcleere wollene Zeuge, oder dergleichen angefeuchtete Schwämme z Glastafeln, mit einem feinen, durchſichtigen Zeuge bedeckt, unter welchen die Saamenför- ner gelegt werden, und ein etwas ſtarter Fa- den, der ins Waſſer taucht, und mit dem feinen, durchſichtigem Zeuge in Verbindung ſteht, um die zur Keimung nöthigen Feuch- tigfeiten zu unterhalten, machen beinahe alle unſre Zurüſtungen aus. Sehr reine Luftar- ten; ſtark gekochtes Waſſer; abgezognes Waſ- ſer 3; Kalkwaſſer bringt von ſelbſt alle die Wir- Fungen bervor, die man wünſchte. Es hat Fälle gegeben, wo ich vorſäglich, doch mit Bedauern, unbedeutende Nebendinge überſehen habe, die ſich bei den Verſuchen zeig A2 GER= zeigten; vielleicht hätte die Wißbegierde aus ihnen lernen können, allein die durch ſie ver- anlaßte Verzögerung würde die Aufmerkſam- feit zerſtreut, und den Fortgang der Haupt- unternehmung aufgehalten haben; dieſe Ne- bendinge werden auch ſeltner, und immer nur von dem kleinſten Theile der Leſer gefordert; ja, ſie werden ſogar eelhaft, wenn ſie ſich häufen. SEB Verſuche über die Keimung index Stic«luft. Die Seickluft, welche bey dieſen Verſu- hen angewendet wurde, iſt die aus der ge- meinen Luft. Man erhielt ſie, indem man der atmvsphäriſchen Luft durch eine Vermi- ſchung von pulveriſirten Schwefel und Eiſen- feilſpäanen mit Waſſer befeuchtet, ihre Lebens- luft entzog. Man ſchließt die gemeine Luſt zwei oder drei Tage mit der atmosphäriſchen, Luft unter Recipienten ein, welchen man durch Waſſer, das den Fußboden derſelben bedeckt, den Zugang der atmosphäriſchen Lufc verſagt. Ich häbe allemal das Gas, welches zurück- blieb, = N-.- wg ES TENE WI.> u m „vall aus Vel its vt: R hyr ert; ſic) ERNTEN EILE ana anen mmer nr R GE DERE ME EI UAH 2 Tem REGIE ANEu dm I 3 blieb, zu 1,97 oder zu 1, 98 verringert ge- funden, wenn ich es mit gleichen Quantitäten von:'Salpetergeiſt vermiſchte, und ich kann mir nicht anders vorſtellen, als daß, wenn die Verringerung bis zu dieſen Grad gekommen iſt, dieſe Neduction durch“ das Zuſammenſchüt- teln der Luftarten hervorgebracht worden iſt, die ſich mit dem Waſſer vermiſcht haben, welches eine kleine Quantität in dieſer Ver- miſchung enthaltnes fohlenjaures Gas auflöſt, oder welches vielleicht einige Atome von der Febensluft ſelbſt aufnimmt. Es läßt ſich dens fen, daß dieſe Lebensluft dann nicht ohne Waſerſtofſgas iſt, allein darauf kommt es bey dieſem Experimente nicht an, wie ich bei an- drer Gelegenheit zeigen will. Es iſt gewiß, daß ſie in dieſem Zuſtande ſogleich die bren- nenden Körper auflöſt, welche man hinein- taucht; die Bienen kommen auf der Stelle darin um, ob ſie gleich beinahe bis zum leß- ten kleinſten Ueberreſte Lebensluft aus der ge- meinen Luft ſaugen, wie Huber in einer At- mosphäre, die vor dem Eindringen gemeiner Luft verſchloſſen war, zu bemerken Gelegenheit hatte, wo einige Bienen das Leben verlohren. ' Ich x4 nami] I< will hier ein ſür allemal bemerken, daß wir in dieſen Auſſäen das Keimen nur in ſeinem Zuſammenhange mit: der Atmo»- ſphäre oder mic der Lujimaſie betrachten wer- den, in welche man die Saamenkorner legt, ohne eine zu ſpecielle Aufmerkſamkeit auf an- dre Nebenumſtände zu richten, welche einigen Einfluß auf ſie haben können, wie 3, B. die Wärme, die Feuchtigkeit, die Natur der Sonne 2c. Huber hat zum gewöhnlichſten Gegen- ſtande ſeiner Experimente den Salatſaamen gewählt, weil dieſer ſehr geſchwind keimt, und dies ein großer Vortheil für den iſt, der lang- wierige und zuſammenßängende Unterſuchungen über dieſen Gegenſtand anſtellen will; denn es erleichtert die Wiederho olung und Weraäan- derung der Verſuche, ſooft man ſie für nö- thig halt, gar ſehr, und verſtattet zugleich weniger bedeutende Verſuche, ohne einen foſt- baren Zeitaufwand zu machen, den man ofe weit nüklicher hätte anwenden können. Hu- ber hat bemerkt, daß der Salatſaame, der freien Luft ausgeſeßt, in einem feuchten Schwan- me, oder unter einem Recipienten von gehöd- vigen EEE IZ erFon, rigen Umfange, im Sommer gewöhnlich nach | nip 22 Stunden feimte. Doch als es darauf [eid anfam, die durch den Salatſaamen erhaltnen Mt Reſultate durch ähnliche Verſuche mit den u Saamenkörnern einiger andern Pflanzenarten f als zu beſtätigen, ſo hat er ſeine Experimente ver- nigen ändert, und ſie von neuen mit. verſchiednen , die Arten von Grasſaamen, Hülſenfrüchten und ans " dern dergl. angeſtellt. Der größte Töeil der Verſuche iſt im "" Dunkeln und im Hellen gemacht worden. "WW Der Salatſaame, in Steickluft verſeßt, und auf dem Waſſer, oder auf einem feuchten wol« ng: lenen Stücke Zeug, oder auf angefeuchtete en Schwämme, oder auf Glastafeln, die mit ei« vn nem feinen, durchſichtigen Zeuge überzogen, . uud dann unters Waſſer, in einem mit Stick- a““luft angefüllten Recipienten verſeßt waren, „T€ wollte in dieſem zwangvollen Zuſtande nach . mehreren Tagen nicht keimen, ob dies gleich in ähnlichen Recipienten, welche voll gemeiner Zuft, aber auf dieſelbe Art verſchloſſen waren, in 22 Stunden erfolgte. Er hat dieſelben Reſultate in der Stick- ; luſt gefunden, auch wenn dieſe auf verſchie- dene 46 REIEN dene Arten erzeugt worden iſt, ohne je einen Unterſchied wahrgenommen zu jaben, Man hat an der Lufcmajje weder eine auffallende Vermehrung noch Vermindrung bemerkt, doch fand ſich das Weſen der Laſt ewas veran- < dert, wie man 5 40=. wir ivd) zu ſe- miſcht, von VPU 8 vorher gar nichts enihielt. Der' größte Theil der Sämereien, die in Strickluft nicht hatten keimen wollen, haben -- nachher oft gefeimr/ wenn fie der freien Luft ' « ausgeſeßt wurden. 05.45 Verſuche rüber die Keimung der Sgaamen- forner in dex Lebensluft Man hat zu dieſen Verſuchen die Lebeons- luft; für vorzüglicher gehalten; die aus grünen PÄlanzentheilen gezogen wurde, welche der Sonne, unter Auer ausgeſeßt waren, das Kohlenſaure enthält; denn da ſie beſtimmt war, die äußerſt zarten Würzelen und Fäſer- abgeführt wor- den iſt, wo das Stück“ Kalk in den Reci- pienten gehängt wunde, ſchon angefangen, ihre Wirkung zu äußern; denn nur dann, als auch nicht das kleinſie Theilchen davon in der aus Braunſtein gezognen Lebensluft zurück war, iſt ſie zu dem erſten Werſuche angewendet werden, Die Verringerung der Lebensluft, wäh- vend des Keimes der Saamenkörner, war eine Erſcheinung,' die große Aufmerkſamkeit verdiente, weil ſie ſo betrachtlich war, und weil etwas darauf anfommet, die Urſache da- von zu entdecken. Cs ſchien uns. gleich aus- gemacht, daß die Saamenkörner ſte nicht ein« geſogen hatten, weil wir gar keinen Nußen davon abſehen konnten, und weil dieſe Ein- ſaugung ganz unzweideutige phyſiſche und dye miſche Wirkungen an ihnen hätte hervorbrin- gen müſſen, als z. B.- eine verhältnißmäßige Auf- 22 Auſſchwellung im Raume der eingeſognen Luft, oder das ſchon bemerkte Verbrennen und die Saure, von welcher man gar nichts dabei wahrnehmen konnte, In"der Folge fanden wir, bey einiger Aufmerkſamkeit auf die naä- hern Umſtände dieſer Erſcheinung, die Urſache davon ſehr bald in der Erzeugung des fkoh- lenſauren Gaſes; welches ſich aus dem Dunſt- Freiſe der Lebensluft bildete, welcher die Saqa- mentörner pn gaps ja wir hatten einen voll- ſtändigen Beweis davon, als wir die Saa- menförner unter Recipienten Fkeimen- ließen, die mit Lebensluft angefüllt, und durch Kalk- waſſer verſchloſſen waren, Sobald nämlich die Körner anſiengen aufzuſchwellen, ſo fieng «auch das Waſſer an ſich zu trüben, die Kalk- erde ſich zu precipitiren und die Maſſe der Sebensluſt ſich zu vermindern, ſo daß es uns ausgemacht ſchien, daß das fohlenſaure Gas, welches ſich während der Keimung bildete, und das ſich in dem Grade mehrte, in wel- - [uft und der Lebensluft-vergändert worden ſind. Auf die bisher beſchriebne Art wurden wir nun darauf gebracht, den Einfluß zu un- terſuchen, welchen die verſchiednen Verhältniſſe der Grundſtoffe der atmoſphäriſchen Luft auf die Keimung haben könnten. Und wahrlich, ; Dies De Gola ve re= 30 dieſes Studium iſt nicht ganz unnüß; es ſoll die Verfaſſung des Pftanzenreichs etwas auf- klären; es ſoll die vorhergegangnen Werſuche mit neuen Beweiſen untecſtüßen, und die Gränzen beſtimmen, wo die Keimung auſhys- ren könnte. Dieſe Art, die Werſuche zu wie- derholen, führt zu ſehr lehrreichen Abwechſe- lungen, auf die man vielleicht nicht gefallen wäre, wenn man ſich immer auf eine ganz ein- förmige Wiederholung eingeſchränkt haue. Aber Treilich wird man leicht begreifen, daß dieſe Verfahrungsart ſo mühſam als exr- müdend iſt, denn nur durch ſehr öfteres Be- fühlen kann man damit zu Stande kommen, und dies erfordert einen beträchtlichen Zeit- aufwand und eine heldenmüchige Geduld zum Ausharren.« Und das iſt noch nicht alles: man muß ſich auch bei dieſer Art von Un- terſuchungen gefallen laſſen, auf tauſend Ab- weichungen zu ſtoßen, die man unter eine Hauptrubrik bringen muß, weil es ſehr ſchwer iſt, zu verſchiednen Zeiten vollkommen diefel- ben Umſtände wieder zu finden. Juzwiſchen erblit man hier die Wahrheit in ihrer gan-“ zen Größe; aber eine Vorſtellung von der außer- auß! über! en, C heb riet der lich die fört Sa meh ſchö! ihre zen die luft beob ner eine gefi mut wen von 31 außerordentlichen Müße zu liefern, die Huber übernehmen mußte, um dieſes Ziel zu errei- den, iſt mir unmöglich. Ich will vor allen Dingen eine Haupt« beobachtung mittheilen, die einigen Schwie- rigkeiten vorbeugen ſoll. Der größte Theil der Saamenkörner wird in verſchiednen künſt- lichen Acmoſphären nicht feimen, in welchen die Pflanzen wachſen, welche dieſe Saamen- körner hervorbringen. Dies beweißt, daß die Saamenkörner zur Belebung der Pflänzchen mehr Kohle von ſich abzuſeßen haben, als die ſchon entwickelten Pflanzen zur Verlängerung ihres Daſeyns. Ehe Huber dieſe Verſuche anſieng, über- zeugte er ſich vorher, daß die Saamenkörner, die er dazu brauchen wollte, in reiner Scick- luft ſchlechterdings nicht feimen wollten. Dann beobachtete er: wenn er die Maſſe von gemei- ner Luft oder Lebensluft veränderte, die er mit einer andern Lufcmaſſe, die mit Stickluft an- gefüllt war, vermiſchte, ſo erfolgte die Kei- mung um ſo ſpäter, und es feimten um ſo weniger Saamenkörner, je mehr die Maſſe von Sticlufe- das Verhältniß der Miſchung die- eemermmenenmenm nnen 32 dieſer beiden Luftarten überwog, welche die atmoſphariſche Luft ausmacht. Doch waren dieſe Unterſchiede in den Miſchungen der Le- bensluft und Stickluft wenig meykbar, weil dieſe Miſchungen ziemlich verhälnißmäßig mit der Luft waren, die wir einachmen. Doch eine weit bedeutendere Veränderung dieſer Mi- ſchung ward bey Vermehrung der Sticluft ſichtbar, wobei ihr Einfluß auf die Keimung durch die Langſamkeit, mit welcher ſie erfolgte, durch die weit geringere Anzahl gefeimter Kör» ner, durch. die Hinfälligfeit der Pflänzgen und durch die kurze Dauer ihres Lebens ſehr deut- lich in die Augen fiel. Wenn die Atmoſphare, in welcher die Saamenkörner gekeimt haben, mit fohlenſauern Gas angefüllt iſt, ſo iſt es leicht zu bemerken, wie die kleine Quantität von Lebensluft, die in dieſer Miſchung enk- halten iſt, ſehr bald noch weit geringer wird, und wie alsdann der ſeltenere Fall eintritt, daß man der Lebensluft, als dem kleinern' Theile, die Langſamkeit der Keimung, die Hin- fälligfeit und das ſchnelle verdorren der ent- wickelten Pflänzchen zuſchreiben muß, Es iſt klar, wie wir das ſchon bemerkt haben, daß '- bei es b nn die 11 non he di waren “fes weil ) mit Doh 'Mi- (luft mung lat, Kö und eut: are, ben, [MZ] eifdt 313: es bei der erſten Entſtehung der Pflänzchen nöthig iſt, daß das Saamenkorn, das ſie durch die in ſeinen Artern zubereiteten Säfte nährt, ſich der überflüſſigen Kohle entlade, die es in ſich hält, um dadurch die Gahrung zu be- fördern, die zu dieſer Zubereitung der Safce nöfhig iſt; und dies macht den Pflanz-9en den Aufenthalt in einer ſo lebensluftleeren Atmo- ſphäre unertäglicher. Konnte man nun wohl äus dieſen Verſu- chen den Schluß ziehen, daß eine gröſſere Maſſe Lebensluſt, als eigentlich in der Zu- ſammenjeßung der atmoſphariſchen Luft ent- halten ijt, der Keimung zuträglicher ſey? Im erſten Augenblicke iſt man geneigt; es zu alau- ben, ja die Humboldiſchen Verſuche mit über- ſaurer Kochſalzſaure oder vollkommner Koch- ſalzſaure(Pacide muriatique oxygerie) ſcheinen ſie zu beſtätigen, allein durch unſere Erfahrungen wird ſie wenigſtens zweifelhaft. Huber hat bemerkt, daß die Säaamenkörner in einer Atmoſphare beſſer keimen, die aus dret Theilen Stiluſt oder Wäſſerſtoffgäs be- ſteht und mit einem Theile Lebensluft vermiſcht iſt, als wenn ſie aus drei Theilen tebensluft C be- Le < 34 FURTH“FIN TZDDENRT EN beſteht, die mit einem Theile Stickluft oder Waſſerſtoffgas vermiſcht iſt, und überhaupt wenn die Lebensiuft ganz rein von Kohlen- ſäure iſt. Hieraus iſt es nun einleuchtend, daß das, was wir von dem Saamenkorne in Anſehung ſeiner Keimung und der Entwicklung ſeiner Pflanze berichtet haben, nach den Werhalt- niſſen der Stick- und Lebensluft berechnet iſt, welche die actmoſpdariſche Luft ausmachen, und hauptſächlich nach der Quantität von Kohle, welche die keimenden Körner abſeßen müſſen. Die Erfahrung lehrt, daß, wenn die voll- kommne Kohlenſaure die Keimung übereilt, gewöhnlich die Pflänzchen unmittelbar darauf eingehen, wie wir das an den Saamenkör- nern geſehen haben, die in einer Atmoſphäre von reiner» Lebensluft keimten, welche aller Kohlenſaure beraubt war. Es iſt möglich, daß vollfommne Kochſalzſaure die Keimung der Saamenkörner nur deswegen übereilte, weil ſein weniger mit warme verknüpfter Le- bensſtoff zu ſtark auf die Wereinigung mit der Kohle des Saamenkornes hinwirkte, und ich werde bald Gelegenheit haben, in einem an- HEER 47 andern Werke zu zeigen, daß es dem Waſ- 4 ſerſtoffgas und der Sticluft die Kohle bei- 0 nahe auf einmal entzieht, welche ſie enthalten, die Lebensluft hingegen nur einen Theil der- 4 felben und zwar in einem ſehr langen Zeit- 4 raum abführt. iner alt: 9. 7+ "6 Beobachtete Erſcheinungen ann der wieder und holten Keimung der Saamenkörnexr in dere: ke, ſelben atmoſphätiſchen Luft. " Um dieſen Verſuchen mehr Klarheit zu Yl: geben, war die Erfahrung von großer Wich- ilt, tigfeit, ob die wiederholte Keimung der Saa- auf menköorner in derſelben Atmoſphäre die Kraft fir der gleich„anfänglich darinnen enthaltenen Le- are bensluft zur Cnrwicklung der Pflänzchen er- Jer ſchöpfen wurde.| h, Mannichfaltige und duf tauſend Arten " veränderte Verſuche haben bewieſen, daß die atmoſphäriſche Luft ihre Fähigkeit, die Kei- ke: mung der Saamenkörner zu bewirken, welche zwecmäßig in verſchloſſenen Gefäßen in ſie verſeßt wurden, in dem Grade ſchnell verliert, in welchem die Maſſe dieſer Luft geringer und C 2' die +:Ö GEIE die Zahl der ihr ausgeſeßten Saamenkörner größer iſt. Nun lehren aber die vorhergehenden Vor- ſuche, daß die in dieſer eingeſchloſſenen Luſt enthaltene Lebensluft durch die Kohle, die ſich von den Saamenkörnern losreißt, die eben feimen wollen, dann vielmehr in kohlenſaures Gas verwandelt worden iſt; dies entzieht nun dieſen Miſchungen weit ſchneller das Mittel, die Keimung neuer Säamenkörner zu begün- ſtigen, da die in ihnen enthaltene Lebensluft ſo plößlich verſchwindet, die zumal den klein- ſten Theil derſelben ausmacht. Bey dieſer Unterſuchung bemerkte Huber einen ſchwierigen Vorfall, auf deſſen Erklä- rung viel ankam: Jc< führe ihn' hier mit an, weil er uns zu einer großen Menge von Verſuchen nöthigte, welche ohne ſeine Dazwi- ſchenkunft gewiß unterblieben waren, Da Huber den Zuſtand der Saamen- förner beobachten wollte, die er in eine Akt- moſphäre gebracht hatte, in welcher die Bie- nen würden umgekommen ſeyn, weil dieſelbe, nachdem ſie die Bienen geathmet hatten, zum Cinathmen nicht mehr tauglich wür wit ein um hiet ſan WSI I Eee geen= Antreten ere << 37 würde geweſen ſeyn, ſo ließ er auf dieſe Art eine gewiſſe Anzahl unter einem Recipienten umkommen. Cs iſt meine Abſicht nicht, hier eine unter dieſem Geſichtspuncte intereſ- ſante Geſchichte dieſer Fliegenart aufzuſtel- lenz; ich überlaſſe dies vielmehr Hubern, der ohnedies dem Publifum die anziehenden Anekdoten übergeben will, die er von dieſen thäthigen Inſecten geſammelt hat, und die eine ſehr unterhaltende Fortſesung der außer- ordentlichen Creigniſſe ſeyn werden, die er ſchon an den Bienen entde>t und von ihnen bekannt gemacht hat. J< ſchranfe mich alſo nur auf die Bemerkung ein, daß “Huber durch ſeine Verſuche erfahren hat, daß die Bienen vielleicht die Thierart ſind, die der Lebensluft zur Lebensdauer am we- nigſten bedürfen, weil ſie blos in einer Todtenohnmacht gelegen haben, und fä- hig geweſen ſind, wieder aufzuleben, wenn man ſie ganz erſtarrt aus einer At- moſphäre, aus welcher ſie die Lebensluſt ge- athmet hatten, in dem Augenblike in die freie Luft verſeßte, in welchem eine Doſis je- ner Atmoſphäre mit einer Doſis Salpetergas / ver- vermiſcht, bis auf 1,97, verringert war; auch iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß die Kohlen- ſäuxe, die ſich während Eudiometriſcher Ver- ſuche in Waſſer aufgelöst hatte, dieſe Ver- minderung veranlaßt hat, ſo daß dieſe In: ſecten ein Beyſpiel von Thieren auf- ſtellten, die vielleicht im eigentlichen Sinne einige Zeit in Stickluft, oder ohne L2e- bensluft leben könnten, Wir zweifeln im geringſten nicht an dieſen Reſultaten, weil wir ſie ſehr oft wiederholt beſtätigt geſehen haben. Es war vorauszuſehen, daß die! Saamen- förrer in dieſer Luftart. nicht keimen würden, und die Erfahrung beſtätigte dieſe Vermu- thungz; aber in der freien Luft keimten dieſel- ben Saamenkörner, die in dieſer Atmoſphäre nicht feimen wollten, ganz vortreflich. Hier- auf war Huber neugierig, zu ſehen, ob die Saamenkörner in dieſer Luſtart keimen wür- den, wenn man durch Vermiſchung mit rei- ner Stikluft die Quantität Lebensluft hinzu- ſeßte, welche die vorhergehenden Verſuche als hinlänglich zur Keimung bewieſen hatten; allein auch nicht ein einziges Sgamenkorn fein: fein! haft ) durä ud len Ea die ſi) nid uns viſch GRE: Eee IIIS 39 keimte darinnen. Woher nun dieſe Unfrucht- barfeit? Wir bildeten uns anfänglich ein, daß das durch: das Cinathmen der Bienen erzeugte und mit der Stickluſt vermiſcht gebliebne koh- lenſaure Gas ein Hinderniß wäre, warum die Saamenkörner nicht keimten. Huber wuſch dieſe Luft ſorgfaltig in Kalkwaſſer, er ver- ſicherte ſich durch dieſes Mittel, daß auch nicht das- Geringſte von kohlenſauren Gas mehr darinnen enthalten fey, und nun ſeßte er dieſelbe Quantität Lebensluft hinzu, wie in dem vorhergehenden Werſuche; aber die da- mit auf eine zweckmäßige Art in Berührung gebrachten Saamenkörner keimten eben ſo wes nig. Er vermehrte hierauf einigemal und zu verſchiedenenmalen die Quantitat Lebensluft, aber auch dieſe Zuſaße waren vergebens, es erfolgte noch feine Keimung. Endlich, da er auf einmal eine ſehr beträchtliche Quantität dieſer Luftart hinzugeſebt hatte, fiengen die Körner an, in derſelben zu keimen, Das Beſondere dieſes Werſuchs nöthigte uns, ihn in einem Dunſikreiſe von atmoſpha- riſcher Luſt zu wiederholen, um zu ſehen, ob die 40 die wiederholte Keimung. der Sqaamenkörner auch in verſchloſſenen Gefäßen ſeinen Einfluß auf die glückliche Entwicklung der Saamen- förner vernichten würde. Huber machte dieſe Verſuche wie die vorigen, und er hatte in al- len Stü>en ähnliche Reſultate. Wenn die Saamenkörner, nach verſchiedenen allmählig hinter einander erfolgten Keimungen, in die- ſer Atmoſphäre zu keimen aufhörten, ſo konnte man ihr durch den Zuſaß einer Quantität at- moſphäriſcher Luft, die zur Erzeugung der zur Keimung gehörigen reinen Sticluft hinrei- hend. gewejen war, ihre Fruchtbarkeit nicht wieder geben; man mußte auf einmal und augenblicklich eine weit beträchtlichere Quanti- tat zuſeßen, Doch es würde unnüs ſeyn, hier ein Tagebuch dieſer Verſuche zu liefern, weil die Zahl der Keimungen, die man wie- derholen muß, von dem Umfange des Reci- xienten und von der Zahl und Beſchaffenheit der Saamentörner abhängt, welche man hin- einlegt, Ohne dieſe leßteren Verſuche hatte man glauben fönnen, daß das Einachmen ganz andre Wirkungen an der Stickluſt hervor- brach- << EIE 4L brächte, als die Keimung; allein nun ſcheints, als wären ſich die Wirkungen in beiden Fal- len vollfommen gleich, weil man in beiden Fällen zur Stiluft=- ſey ſie nun von den Bienen eingeathmet, oder von wiederholten Keimungen verzehrt worden=- eine zur Fä- higfeit einen Keim zu erzeugen, weit größere Quantität Lebensluft zuſeßen muß, als eigent- lich zur Miſchung mit reiner Stiluft nöchig ware, um dieſelben Keimungen hervorzubrin- get, Es würde intereſſant ſeyn, dieſen Verſuch an Thieren zu wiederholen; ich glaube gewiß, er würde eben ſo ausfallen, ja ich bin über- eugt, daß die Erklärung, die ich von dieſer Crſcheinung geben werde, ſich ganz auf die Erſcheinungen bei der Einathmung wird an- Sts weiden laſſen. Doch werden die Erſcheinun- gen ſich nach den Thierarteu abändern, die man zu dieſen Verſuchen wählte, die ich aber nicht anſtellen werde, weil ſie mir weniger gefallen. Man könnte die Verſuche an Jn- jecten machen, und müßte wenigſtens ſolche dazu nehmen, die der Lebensluft zu ihrer Fort- dauer ganz zu entbehren ſcheinen, wie z. B. eini- 43 einige von venen, die ſich in den innern Thei- len der Thiere aufhalten. Um die Aufklärung zu obiger Erſcheinung mit deſto glücklicherem Erfolg zu ſuchen, iſt es wichtig, einige beſondre Umſtände der in dieſen Dunſtkreiſen unterbliebnen Keimungen zu kennen, wo nach verſchiedenen allmählig erfolgten Keimungen, die vorher glücklich in dieſen Atmoſphären zu Stande gekommen waren, die Samenkörner nicht mehv hatten keimen wollen.. Die Saamenkörner, die in dieſer erſchöpf- cen Acmoſphäre nicht keimen wollten, keimten auch oft in der freien Luft nicht, wenn man ſie aus ihrem ſtinkenden Gefängniß brachtez ein Beweis, daß ſie darinnen gelitten harten, wie das auch ihre ſchwarze Farbe zu erken- nen gab. Auch iſt es wahrſcheinlich, daß ihre überflüſſige Kohle, welche ſich abzuſon- dern ſuchte, durch ihre Verbindung mit der Febensluft nicht von ihnen getrennt werden konnte, die ſich derſelben ſogleich bemachtiget, als ſie mit ihr in Berührung kommt; ſv, daß ſie alſo in den Saamenkörnern geblieben iſt, und dadurch die Erzeugung der Nahrung ge- hin- hin) aus Mw der das ben, ſuff geſte Wa Saq der, tn, ter€ gefat nag Auf ( woll fern nich von ſer die, lauf VESCISGEREEREEITING 43“ Tei: hindert hat,"die nöthig iſt, um den Keim aus ſeinem Schlafe(torpeur) zu locfen, oder ung die Zubereitung des Nahrungsſaftes, wenn ſ der Keim anfing ſic<ß zu entwickeln. Iſt "'" das leßtere der Fail, ſo iſt der Keim verdor- ngen ben, und hat durch den Einfluß der freien hlig duft in feuchter Erde nicht können wieder her- ) in* geſtellt werden; oder viellzicht hat auch das nen Waſſer, das auf die auflösbaren Theile des tien Saamenfornes wirkt, ſeine Zerſtörung vollen- det, Die Saamenkörner, welche noch fkeim- pf: ten, wenn ſie aus dieſem gefährlichen Behäl- ten ter kamen, hatten entweder noch gar nicht an- jan gefangen zu feimen, oder ſie waren ſtark ge- fe; nug- geweſen, dem tödlichen Einfiuß dieſes et Aufenthaltes zu widerſtehen. nN; ß| Sey aber auch die Urſache, weiche ſie n wolle, ſo viel iſt gewiß, daß die Saamen- y körner, die nach einiger Zeit in dieſer Luftart " nicht Feimen wollten, geſtört worden ſind, weil t, von einer großen Anzahl nur einige nach die- ß ſer Probe in der freien Luft keimten, und | die, welche keimten, ihr Würzelchen nach Ver- lauf einer doppelt ſo langen Zeit zeigten, als die 44 KEENE die geſunden Körner bedürfen, und ihr Wachs- thum überhaupt ſehr ſchwach war. Das Waſſer, das den Recipienten ver- ſchloß, und der Recipient ſelbſt hatten einen ſtinkenden Geruch angenommen. Das Waſ- ſer war bräunlich(rousse) geworden; alles das beweißt, daß ſich von dieſen Saamenkör- nern etwas abgeſondert hatte, das ſich im Waſſer aufgelöst, in dieſer Atmoſphäre verbreitet und an die Seiten des Necipienten angelegt hatte. Wenn man darüber nachdenkt, was in den mit Lebensluft oder atmoſphäriſcher Luft angefüllten Recipienten vorgeht, wenn man auf eine zweckmäßige Art Saamenkörner zur Keimung hineinbringt, ſo ſieht man ſich an- fänglich von einer Art von Analogie genöthigt, hierüber beinahe eben ſo zu denken, wie über die Erſcheinungen an den Saamenkörnern, welche einer Aimoſphäre von Strickluft ausgeſeßt wor- den ſind. Das kohlenſaure Gas, das ſich im erſtern Falle aus der Armoſphäre durch die Verringerung der Lebensluft bildet, giebt deut- lich zu erfennen, daß ſich von den Saamen- körnern Kohle abgeſondert hat, und daß ſie ſich mit dieſer Luft vereinigt, um die Kohlen- ſaure ſau! Yu mach Koh) wen die mut u ſue die iſ(, führ! find yer Ko um me bun juſt die Ke ner Ko neu wir an: high über elche WE EEE IESE 45 ſaure zu bilden; wäre alſo die Stickluft eine Auflöſung der Koßle, wie mir das ausge- macht ſcheint, ſo iſt es klar, daß dieſe Luft Kohle auflöſen könnte; auf dieſe Art iſt es wenigſtens wahrſcheinlich, daß in dieſem Falle die von Kohle geſattigte Stickluft, die Kei- mung der Saamenkörner nicht mit derſelben Quantität Lebensluft bewirken kann, als wenn ſie nicht ſo ſehr mit Kohle angefüllt iſt, weil die Lebensluft, die der Kohle näher verwandt. iſt, als die Stiluſt, ſie dieſer. leßteren zu- führt, um die Kohlenſäure zu bilden, die man findet 3 dann iſt ſie aber für die Keimung verloren, und weil es ſcheint, als ſey die Kohle zu wenig homogen mit der Stickluft, um ſie mit Erſolg denen Theilen des Saa- menfornes zuzuführen, mit welchen ſie ver- bunden iſt. Cben ſo, wenn man die Lebens- luft zu kleinen Doſen mit Stickluft vermiſcht, die mit Kohle geſchwängert iſt, ſo läßt die Kohlenſäure, die ſich bildet, den Saamenkör- nern nichts als eine lebensluftleere und mit Kohlenſaure angefüllte Atmoſphäre, die ein neues Hinderniß für die Keimung wird, wie wir Gelegenheit haben werden zu beobachten. Stürzt 46 mere] Stürzt man aber die Lebensluft auf einmal in großer Menge in dieſe Stickluft, ſo wer- den die Saamenkörner darinnen keimen, weil ſie dann eine hinreichende Quantität Lebens- luft enthält, um die Kohle der Stickluft zu- zuführen, und außerdem auch noch: genug übrig bleibt, um gehörig auf die Saamen- körner zu wirken, die ſie umfließt. Dieſe Erklärung ſcheint um ſo wahrſchein- licher, je mehr man, nach der Vermiſchung der Lebensluft mit dieſer, mit Kohle geſchwaän- gerten Stickluft, kohlenſaures Gas gewahr wurde, ſo ſorgfältig auch vorher beide Luft- arten in Kalkwaſſer waren gewaſchen worden. Eine Miſchung von vier Doſen dieſer mit Kohle geſättigten Stickluft mit einer Doſis Febensluft wird beinahe gar nicht verringert, wenn wan den Verſuch mit Salpetergas mach t. Es iſt eine wichtige Bemerkung, daß die Kohle durch das Waſchen von dieſer Stick- luft nicht abgeſondert werden kann, wenn ſie durch das Einathmen der Bienen oder durch das Keimen der Saanmienkörner mit ihr ver- bunden worden iſt. Dieſe beiden Subſtanzen 'ſte- V: einm ) wer weil Menge ſt We genug amen elt: hung wan: jahr zuſt: eden, mit Doſis gert, 1998 47 ſtehen in der genaueſten Verbindung, welche von einer ſimpeln Auflöſung der zuſammen verbundenen Subſtanzen oder von einem ge- wöhnlichen Zuſammenhange ſehr verſchieden iſt. Auch iſt es ſonderbar, daß die Kohle ſich nur von lebenden Pflanzen und, von athem- holenden Thieren trennet, weil dieſe organi- ſirten Körper auf einerlei Art die Kohlen- ſäure bilden, wonn ſie mit der Lebensluft in Berührung gebracht werden. GEES een< Zweiter Aufſaß. Bon dem Einfluſſe der Luft und einiger dagartigen Subſtanzen auf die Keimung verſchiedener Saamenkörner. Borerinnerungen. Der vorhergehende Aufſaß hat bewie- ſen, wie viel bey der Keimung verſchiedner Saamenkörner auf die Lebensluft ankomme, und gezeigt, wie ſie angewendet werden müſſe. Aber dieſer intereſſante Gegenſtand wäre grade dann 48 En dann unſern Augen entſchwunden, als er eben anziehend wurde, wenn wir die Unterfuchun- gen, zu denen er führt, nicht weiter getrieben hätten, 3- B- Unterfuchungen über die zur Keimung der Saamenkörner nothwendigen Verhältniſſe dieſer Lufcarten und über den Einfluß, welchen verſchiedene Subſtanzen auf dieſe bewundernswürdige Operation des Wachs- tehums haben können. Jch werde vor allen Dingen von einigen Verſuchen ſprechen, die wir mit kohlenjauern Gas und Waſſerſtoffgas gemacht haben, weil der Verfolg dieſer Unterſuchungen uns nöthi- gen wird, auf die Wirkung dieſer beiden Luftarten wieder zurückzukommen. b 6. 8. Vetſuen, wie viele Lebensluft zur Keimung der Saamenkörner erforderlich ifi, die ihres Einfluſſes bedürfen, fel: niſcht Genaue Beobachtungen liefern lichtvolle 100) Reſultate; allein dieſe Beobachtungen erfor- Mt dern allemal viel Scharfſinn, um ſie aufzu- Die D 2 faſ- 0. /ANNFEGF ITIS AkituE DID x.3 Wäh 5») faſſen, und ſind mit vielen Schwierigkeiten verbunden, wenn man ſie wirklich anſtellt. Nachdem der wichtige Einfluß der Lebensluft auf die Keimung erwieſen war, gehörte nun weſentlich die Unterſuchung dazu, welche Quan- titat dieſer Luft zur Bewirkung der Keimung auf das allergenaueſte erforderlich ſey. Dieſe Unterſuchung ſcheint zwar anfänglich nicht ſchwierig zu ſeyn, allein ſie ſest doch wenig- - ſtens eine beträgtliche Anzagl von Werſuchen voraus, und wenn man ſie auch noch ſo ſehr abzufürzen ſucht,- ſo muß man ſich doch zu einer Menge von Unterſuchungen verſtehn, welche die gewünſchte Ausfkunfc nicht eher hof- fen laſſen, bis man damit bis zur leßten ge- kommen, und durch verſchiedne Wiederholun- gen von der Richtigkeit des erhaltnen Reſul- tats überzeugt worden iſt. Um allen Einwürfen zu begegnen, muß ich hier eine Bemerkung machen: Wenn man nämlich ſagt, daß die Saamenkörner in der Tiefe der Bergwerke keimen, wo es doch nichts als Waſſerſtoffgas giebt, ſo hat man dieſe Quantität ſehr vergrößert, denn da ſie ſich entzündet, wenn man einen brennenden Kör- boite "ſtellt, nöluſt e zun Yu Imung Dieſe nicht Yehlg: jchen fehr zu ehn, hof: 1(8 lun Keſul: miß man 1 der doch man af nden Rot GRSESIEI IZ) 53 Körper hineinbringt, ſo iſt das ein Zeichen, daß ſie mit einer ſehr beträchtlichen Menge gemeiner Luft vermiſcht iſt. Es iſt zwar wahr, daß ſie ſich alsdann ſchwer einathmen läßt, aber demohngeachtet kann ſie in dieſem Zu- ſtande eine Quantität Lebensluft enthalten, die zum Wachschum einiger Pflanzen hinrei- chend ijt. Huber legte den 6ten Fruftidor 10 Sa- latſaamenkörner in einen Luftraum, der einer Maſſe von 11,46 Waſſergrammen(gram= mes d'eau)**) oder 240 Grade Grane gleich war; er hatte drei auf dieſe Art zubereitete, wohlverwahrte Phiolen dazu, und die Saq-- menförner feimten in allen. Zwei Tage darnach legte er ein Gewicht von 106,15, ein 1000Theil einer Gramme (mill grammes) oder 2 Gran von den Sa-, latſaamenförnern in denſelben Raum von Luft; da nun aber die Maſſe der Saamenkörner weit beträchtlicher war, als in dem vorher- gehenden Falle, ſo war viel Fuft herausge- drängt worden, Zwei Tage nachher hatten nur x) Ein Gramme iſt 18,341 Gran. 54 SEE nur 2 Körner gekeimt, und die andern feint- ten, als ſie der freien Luſt ausgeſest wurden. Den 12ten Feuktidor nahm Huber zehn Phiolen, die dieſelbe Quantität Lufc enhielten, wie die vorhergeyenden. Jn die erſte legte er 15 Salatſaamentörner, in die zweite 25» und vermehrte ſofort die Zahl von 10 Kör- nern bis zu der zehnten Phjiole, die alſo 105 derſelben“ enthielt. Den x3ten hatte er in einigen Phiolen etliche gefeimte Saamenkör- ner. Den x18ten hatten die gekeimten Pflan- zen nur in der erſien und zweiten Phiole Blatter.“ Das Beſondre dabei iſt, und das zugleich die größen Abweichungen" darſtellt, auf die man bei dieſen Verjuchen ſtößt, er hatte ſieben beblätterte Pflanzen von 15 in der erjten Phiole,- und 22 von 25 in der zweiten. In der dritten, vierten, fünften, ſechsten und achten Pyiole, war auch nicht eine Spur von Keimung, aber in der ſieben- ten, neunten und zehnten Phiole entdeckte man zwei bis drei Würzelchen. Dieſe Beiſpiele beweiſen, wie außerordentlich behutſam man in den Folgerungen ſeyn muß, die man aus Verſuchen zieht, und welche unerläßliche Pflicht es SEL ENSE KEGE EN EDip,|«RIE 1 Folitu Wurden, ' jehn elfen, e lee fe 25, Kör: 0.105 er in för: 55 es iſt, ſie oft zu wiederholen und auf alle Arten zu verändern. So wahrſcheinlich es auch iſt, daß bei der Zubereitung des Wer- ſuchs Luft unter den Recipienten gedrungen iſt, und daß das dabei gebrauchte Waſſer, entweder durch ſeine Quantitat oder durch ſeine natürliche Beſchaffenheit no: mehr zuführte, ſo hat man ſich doch ſehr vor dergleichen Nachläſſigkeiten zu hüten, ſelbſt wenn man mit der ängſtlichſten Auſmerkſamkeit und Ge- nauigkeit zu Werke zu gehen glaubt. Wenn man dieſe Bouteillen unker dem Waſſer öffnete, ſo bemerkte man einen leeren Raum, der durc< das eindringende Waſſer entſtanden war. Das fkohlenſaure Gas, das ſih aus der Lebensluft der atmoſphäriſchen kuft gebildet hatte, hatte ſich in dem in der Phiole enthaltenen Waſſer aufgeldst, und fehlte in der eingeſchloſſenen Luft. Alle dieſe Phiolen hatten einen fauligten Geruch ange- nommen, obgleich die Saamenkörner nur durch einen Faden mit dem Waſer in Verbindung ſtanden, um ihnen die zur Keimung nöchigen Feuchtigfeiten zuzuſühren, ohne ſie doch ſo zu be- mN EIES << ZG NETE <<= 56[Saag inen<<€] beneßen, daß dadurch ihre faulichte Gähcung befördert worden ware. Dieſen Verſuch wiederholte Huber den 5ten"Brumaire in dreißig Phiolen, die die- ſelbe Quantität Luft enthielten. Er legte in die erſte 10 Salatſaamenkörnex, in die andre 20, und vermehrte die Zahl von ro Körnern in jever der folgenden bis auf die dreißigſte, die alſo 300 faßte. Cs gab in allen Phio- len gefeimte Saamenkörner, allein ihre Zahl und die Kraft ihres Wachsthums war ſehr verſchieden? ſie waren deſto hinfälliger, je größer die Zahl der in den Phiolen enthal- tenen Saamenkörner war, und dieſer Abſtand war von der Pyiole an ſehr merklich, die 50 Saamenkörner enthielt. Jn den leßteren ent- deckte man nur einige entwickelte Würzelchen. Dieſe wiederholten und oft veränderten Verſuche haben doch nie einen ſichern Schluß ohne Ausnahme zugelaſſen, ſo daß man ſelbſt iach der Menge von. Verſuchen, die wir än- geſtellt haben, nur„Muthmaßungen entwerfen kann, und auch dieſe ſcheinen noch ſehr ge- wagt, weil die in den lekten Phiolen ange- fangenen Keimungen eine Wirkung des Ein- fluf: SHE INSIHEEG SD iE Bt> hun ! den be gle 4 andre ynern taſte, Dhio- Zahl fehr 37 fluſſes der Luft auf die Saamenkörner ſeyn können, die während ihrer VWerſesung in die eingeſchloſſene Luft keimten. Vielleicht iſts auch möglich, daß ihre innere Beſchaffenheit etwas verſchieden, z. B. ſchneller wirkſam war, und daß alſo eine beinahe augenblickliche Einwirkung der Luft dieſe geſchwinde Entwick- lung veranlaßt hatte. Dies wird noch klarer"werden, wenn man dieſes Experiment unter folgendem Geſichts- punck zergliedert: Wenn man annimmt, daß ein Salatſaamenkorn 13, 27 Miliigramme oder einen Viertelgran Wajſer verdrängt, ſo iſt es ausgemacht, daß die Luftmaſſe, die übrig bleibt, eine Waſſermaſſe von 11, 46 Gram- men, oder 210 Gran weniger 3,98 Gramme, oder 75 Gran gleich ſeyn müßte, und ſo würde eine Luftmaſie entſtanden ſeyn, die ei- ner Maſſe von 7,48 Grammen, oder. 135 Gran gleich iſt; man würde alſo in kurzer Zeit eine Luftmaſſe haben, die der Hälfte ei- nes Grans, oder 26, 13 Milligrammen Waſ- ſer“ auf jedes Saamenkorn gerechnet, gleich iſt, vorausgeſeßt, daß ſie alle gekeimt hatten. Da nun aber nur eine ſehr kleine Anzahl von Saa- Saamenkörnern ſich zu entwickeln. anfing, und die übrigen, da ſie in Gährung übergingen, eine große Quantität Lebensluſft brauchten, ſo ſcheints, als ob die Quantität Lebenslufſt, die zu der beobachteten Keimung nöthig iſt, ſehr gering geweſen ſeyn müſſe, beſonders wenn man annimmt, daß die gefeimten Saamen- körner weit ſtarker waren als die andern, und daß das erzeugte kohlenſaure Gas der Kei- mung der langſam feimenden Saamenkförner kein Hinderniß in den Weg legte. Fefevre hat in ſeinen Verſuchen an der Keimung einen weit kürzern und ſichrern Weg eingeſchlagen. Er hat die Quantität der mit Stickluft vermiſchten Lebensluft unterſucht, welche die Keimung der Rübenkörner hinderte. Er hat an einer Anzahl dieſer Körner, die er nicht beſtimmt augiebt, wenn man ſie in eine Atmoſphäre verſeßt, die aus 31"Doſen Stiluft oder Waſſerſtoffgas, und aus einer Doſis Lebensluft zuſammengeſeßt iſt, die Be- obachtung gemacht, daß einige gar nicht, die aber, welche feimten, weit mehr Zeit dazu brauchten, als die Saamentörner in der ge- meinen fZuft zu brauchen pflegen. Die Gränze S aber, Hei. AISI AEG Di BIG 59 aber, wo die Keimung aufhört, hat er eben ſo wenig gefunden, wie wir; ja wir ſind ihr ohnſtreitig näher geweſen, weil wir die Saa- menförner in dem Zeitpuncte beobachtet ha- ben, wo einige Würzelchen ſich nur entwickel» ten. Unterdeſſen leiſtet die Methode dieſes Naturforſchers etwas Beſtimmteres als die unſrige, ob wir gleich aus der Anwendung der- ſelben eben ſo wenig Nußen haben ziehen können, als er, wie man das aus dem 11,85%. ſehen wird. V3>EI% Verſuche zur Entde«ung der Verhältniſſe der Sti>kluft, des Waſſerſtoffgaſes(hiydro- gene) und der Kohlenſäure, welen, wo die Keimung in den Miſchungen der Lebensluft mit Sticklufe, Waſſerſtoſgas und Kohlen- ſaure abſolut aufhört, mußte man von der Miſchung ausgehen, die in der atmoſphäri- ſchen Luft ſtatt findet, wo man einen Theil 2ebensluft auf drei Theile Stickluft bemerkt. Um dieſe Verſuche der Sache angemeſſener zu 60: aaa Ea v zu machen, haben wir die Lebensluft der at- moſphaäriſchen Luſt, oder vielmehr die atmo- ſphäriſche Luft ſelbſt. dazu angewendet, denn da die Verhaltniſſe der Gaſe, aus denen ſie zuſammengeſekßt ijt, ſehr bekannt ſind, ſo wuß- fen wir immer. ganz genau die Quantität der Gaſe, welche der Stiluft, dem Watierſioff- gas und der Kohlenſaure zugeſeßt wurden,» um unſre Miſchungen zu machen. Ich muß hier, um die Monatstage nicht anführen zu dürfen, bemerfen, daß der größte Theil dieſer Werſuche in einem ziemlich be- ſtändig warmen Sommer gemacht worden iſt. Huber machte anfänglich eine Miſchung von einem Theile Lebensluft mit vier Theilen Sticklufe, hernach machte er eine andre von einem Theile Lebensluft und 5 Theilen Stik- luft. In der erſten Miſchung ging die Kei- mung ſehr gut von ſtatten, und die gefeim- ten Körner wuchſen kräftig; in der zweiten Miſchung erfolgte die Keimung weit langſa- mer, der Keim wuchs ſchlafriger und die Pflänzchen gingen viel eher ein. Hier- We. S RE SSS Ee I NEE I Yet df: atm 0: dent fe 0 wiß; at de rſioff: urden, nicht vfre be: iſt hung eilen von td: Kel- em veiten angſa- d di ier: 61 Hierauf miſchte er eine Doſis Lebensluft mit ſieben Doſen Stickluft. In dieſer Mi- ſchung waren nach Verlauf von 3 Tagen nur fünf Saamenkörner gefeimt, und die Würzel- ZZ Zz= 8 ' SER Ge EE Ei IE ESS I WG GS: y "2 SEESEN So ſchwierig es nun auch ſeyn mag, nach dieſen Vorſuchen die Wirkſamkeic dieſer ver- ſchiedenen Gaſe zu vergleichen,. weil wir uns die großen Veränderungen ſchlechterdings nicht verheimtichen können, die wir in unſern Reſul- taten gehabt haben, ungeachtet aller Be- mühungen ſie auf ein beſtimmtes Geſeß zurück- zuführen; ſo ſcheint es doch, wenn wir uns bey dieſen leßten Verzeichnißen verweilen, die wir nach unſern neueſten, noch in dieſem Frühjahre wiederholten Verſuchen entworfen haben, als ſey das kohlenſaure Gas das wichtigſte Hinderniß ver Keimung, wenn man es mit Lebensluft ver- miſcht; dann die Stickluft und endlich das Waßrſtoffgas, weil es nur eines Sechzehntels der 2ebensluft bedarf, um den Anfang der Keim- mung durch ſie zu befördern. Ganz beſonders aber und aller Aufmerkſamkeit würdig iſt es, daß die Blärter in jenen beiden Lufrarten hervor- brechen, wenn ſie mit derſelben Quantität Le- benslufe vermiſcht ſind. Das Waſſerſtoffgas iſt alſo vielleicht der Kohle näher verwandt, oder weit fähiger, ſogleich eine viel größere Quanti- tät derſelben aufzulöſen, daß ſie alsdann keine mehr in ſich enthalten könnte, Dies führt zu der IK y, nod ſer ver: vie uns 06 Nhe 1 Nat: vr De zurü: ns bey die Dir Uhjahre n, aß 1demiß uft ver: h das ehntel Kein ſonders ſt es, ervot- at Vs offgas oder want) 1 foll yu ju der 1 a IETI 73 der Erſcheinung, von welcher wir ſchon geſpro- ihren Wirkungskreis verſeßt. aben, S1 En Verſuche an der Keimung der Saamenksöx: Ig m ner, welche um zu keimen in kleine Gefäße t, die gelegt wurden, in welchen die atmosphäri- „wi fel ESI FE EIA ERES Ede konnte. ji| Um die obigen Verſuche, durch welche 0. wir den nothwendigen Einfluß der Lebensluft auf hen die Sh ban Dm Imre 7 89 die Keinzung beweiſen wollten, zu erganzen, muüſ- ſen wir noch darthun, daß die Keimung und das Wachsthum in ſehr kieinen Gefäßen nicht gehemmt wurde, wenn die atmosphäriſche Luft beſtändig erneuert werden konnte. - Eswarnicht leicht, die atmosphariſche Luſt - in einem ſehr kleinen Gefäße zu erneuern, denn nicht genug, daß man dem Gefäße eine Luf. beibrachte, welche die Bildung der Kohlenſaure vernichtete, ſie mußte auch dieſe Kohlenſaure und die zurückgebliebne Stickluft ganz daraus verdrängen und die ganze Atmosphäre des Ge- ſaßes durch eine andre erſeßen, Man erfand zu dieſem Cndzwecke röhrenför- „mige(tabules) Recipienten mit Deſfnungen auf der Fläche, wo das Gefäß ſtand, deſſen oberer Theil ſelbſt durchlöchert war; wir kamen ferner auf den Gedanken Blaſebälge zu applici- ren, um die Luſt dadurch zu verändern, daß wir die bisher unter den Recipienten eingeſchloſ: ſene ganz ausleerten 3 allein wir fanden das erſte Mittel unzureichend und das andre beſchwerlich, mühſam und nicht recht paſſend. Hubern fiel ein, eine kleine Büchſe von weißem Blech zu neh- GEIT SREIELTEG SI jen, mj: nehmen; zwey entgegengeſeßte Seiten derſelben Tung und wurden durchbohrt und in dieſe beiden Löcher he nicht zwey Röhren beſeſtiget, deren Deſſnungen in WEN der Büchſe auf einander paßten und ſo ge- nt, ſtellt waren, daß ſie einen Luftzug bewirkten, (he 0 wodurch die in der Büchſe enthaltene Luft Mt erneuert wurde, In dieſe Büchſe ſaete er WO nun auf naſſe Schwämme Salatſaamenköe- M ner,- die wie in der„gemeinen Luft feimten. enfin Er ſäete mehreremale nach und nach neue ne- 1.2), ben denen hinein, die ſchon gekeimt hatten, m 4,0 und die leßteren Feimten jedesmal eben ſo ge- vs Ge ſchwind/ wie die erſten; da hingegen die Kei- mung in einer gleichen Zahl von Saamen- ohrenſtt körnern nach zwey, oder drey dergleichen Ver- „Fung! ſuchen gehemmt wurde, wenn iman das Ge- d, deſi faß ganz verſchloß. Hieraus ſieht man alſo, ir Eads daß die Saamenkörner in verſchloſſenen Ge- 1 apolic faßen nach einer wiederholten Keimung einiger m, ds Saainenkörner deswegen nicht feiniten; weil ngeſchh ſie die tebensluft ihrer Atmoſphäre in kohlen- das erf! ſaures Gäs verwandelt haben: Die Kei- nul mung muß alſs in verſchloſſenen Gefäßen pe fd eben ſo ünaufhaltſam vor ſich gehen; wie in vd zu der freien Luft; wenn die in ihnen enthal: neh- F tene ME DENER mä ÄN ae== S2 30090= z& 45. = 85 gemet: Ferner hat Huber auch beobachtet, daß Y fel die Keimung nicht gänzlich fehl ſchlug, wenn e und die Saamenkörner in eine Atmoſphare ge- nfo bracht wurden, in welcher ſtark mit Kam- fen 6% pher gemiſchtes Waſſer befindlich war. Die Saamenkörner ſchwollen auf, und ihre ausge- 9 ver dehnten Würzelchen könnten ihre Hülle nicht v nicht abwerfen, ſo nahe ſie auch daran waren, her- h das vorzubrechen. Es hat alſo ganz den Anſchein, habe, als wollten die Saamenkörner nun anfangen der zu keimen, wenigſtens iſt die Atmoſphäre, in (ſt| welcher ſie liegen, in den erſten Augenblicken inge» nicht mit einer Menge kamphrichter Ausflüſſe 1 eine angefüllt, die der Keimung nachtheilig ſeyn riſcher könnten z allein die Luft iſt wahrſcheinlich dann, veſſlich wenn der Keim ſich eben entwickeln will, ſo "il mit Kampher angefüllt, daß ſie vielleicht Zil durch ihre der Fäulniß widerſtehende Kraft" n' ge(antiſceptitice) auf das Saamenkorn wirkt, Fann und den Keimungsproceß nicht vollenden läßt, dh weil ſie die Gährung unterbricht. , weil Atmo- Terpentindl unter einem durch Waſſer mpfer verſchloſſegen Recipienten mit der Luft in Verbindung gebracht, welche die Saamentör- ner 7A Zet: 86[alien ner umfließt, hindert ihre Keimung und ſie feimen auch in ſreier Luſt niche, Es iſt be- kannt, daß dieſe flüchtige Flüſſigkeit ſehr ſtark ausdünſter3 dieſe Dünſte verbreiten ſich dann in der Luft, fallen wahrſcheinlich auf die Saa- menförner zurüc und wirken ſo gewaltſam auf ihre reſindſen Theile, daß ſie davon we- ſentlich zerſtöre werden müſſen. Oder auch: dieſes Del ſaugt Lebensluft ein, es läßt Waſ- ſerſtoſgas fahren, wenn es ſich verdi>t, und entzieht auf. dieſe Art der atmoſphäriſchen Zuſt die Mittel, die Entwicklung der keimen- den Saamönfönee zu befördern, im Fall dies ja noc) möglich geweſen wäre. Lefevre hat die nat Nim Verſuche, aber mit andern Er- ſolg gemacht 3 ſeine Saamenkörner haben ge- feimt. Den Schlüſſel zur Erklärung dieſer Abweichung habe ich ſchon oben gegeben. Even ſo hinderte Aſſafoetida, wovon ein Stuck in einem NRecipienten aufgehangen wur- de, die Keimung der Saamenkörner; ja ſie erfolgte auch nicht in einer Miſchung von Luft die mit den ſtinfenden Ausdünſtungen dieſes Stoffes angefällt war, mit atrioſphäriſcher Luft; und doch habe ich bemerkt, daß das Aſſafoe- tida -- M % - 3 und. ſie Iſt Des ' ſtark )(nn je Gig: altſam m" we auch: Waß , und ſchen mens dies : hat n Er- n vw dieſet 1, nen wut ja ſie m ut dieſes erf; Wfafoe- tida BIKEN WEER SEEN ERTE tida die Reinheit der Luft, mit welcher man es ziemlich lange unter einen Recipienten ver- ſeßte, nur ſehr wenig verdarb» Dadurch könnte man auf die Vermuthung kommen, daß es einen beſondern Einfluß auf den Keim oder auf das Saamenkorn, oder auf beide zugleich habe. Leſevre hat gefunden, daß die . Saamenkörner in gemeiner Luſt, die von den Ausdünſtungen des Aſſaſoetida durchdrungen war, vortrefflich keimten. In der Art und Weiſe wie man den-Werſuch anſtellt, liegt viel- leiche die Urſache der' verſchiedenen Reſultate. Der Dunſt vom Weineſſig hat die Kei- mung ebenfalls gehindert. Cs iſt befannt, daß dieſe Säure die Auflöſung der mehlich- ten Maſſe der Körner iſt. Der Salmiak hindert die Keimung der Saamenkörner, die in einer verſchloßnen At- moſphäre liegen, in welche er ſeine Dunſte verbreiten kann; ja ſie werden ſo dadurch ver- dorben, daß ſie in der freien Luft nicht mehr keimen fönnen. Feuchte Erde in den Dunſtkreis einer kleinen Quantität eingeſchloßner Luſt verſeßt, hindert oft die Keimung wegen des großen Meber- 88 GLNRRE IEEE Veberfluſſes von Kohlenſäure, die ſowohl die Erde ausdünſtet als auch aus der Lebensluſt erzeugt wird, welche die Erde umfließt, ſo, daß beinahe nichts als Stickluft und viel koh- lenſaures Gas mit wenig Lebensluſt übrig bleibt. Die Beſchaffenheit dieſer neuen At- moſphäre ecläutert die Urſache, wodurch die Keimung der von ihr umgebnen Saamenkör- ner aufgehalten wird, Faäaulende Körper und in Fäulniß über- gegangene Theile aus dem Thier- und. Pflan- zenreiche hindern die Keimung der Saamen- förner, die man in ſie verſeßt, Vielleicht erzeugen ſie eine zu dicke Feuchtigkeit, welche die Saamenkörner nicht durchdringen kann, wie das Lefevre an dichten Pflanzenſäften er- fahren hat, in welche er vergebens Saamen- förner legte; oder vielmehr bewirken dieſe faulichten Stoffe vielleicht eine zu ſchnelle Gaährung der ihnen ausgeſeßten Saamenkör- ner, und entziehen ihnen die Lebensluft, die in der Luſt enthalten iſt, welche mit ihnen unter den Recipienten eingeſchloſſen iſt. Jch habe allemal geſehen, daß die Schminkeboh- nen und ſelbſt die Erbſen in faulen Birnen und vg GE NEE "oh! die venshuft ft, fo, id uh * Uhrig en Vt < die jenför- über- lanz nen: aht elche tann, ner me die! nelle för- , die ihnen A eboh: [pen und und Aepſeln nicht keimten, ob ſie gleich der freien Luft ausgeſest waren. So weiß man auch, daß die friſchen Champignons, die man- mit Saamenkörnern in ein verſchloßnes Behält- niß legt, die„Keimung derſelben hindern; und zwar deswegen, weil dieſe Pflanze ſehr gierig Lebensluft einſaugt und folglich dieſes Mictel einer glücklichen Keimung ſchwächt. Die Saamenkörner, welche in eine ver» ſchloßne Armoſphäre gelegt werden, die mit ungelöſchtem. Kalk in Werbindung geſtanden hat, feimen gleich; ihr Wachschum ſtockt aber bald, denn es fehlt den Pflänzchen die Nah- rung, die ſie bedürfen, nämlich die Kohlen- ſaure, die ihnen der Kalk entzieht. Wenn man endlich anſtatt des Waſſers, Merkurius nimmt, um die Gefäße, in welchen man dieſe Verſuche an der Keimung macht, zu verſchließen, ſv bemerkt man, daß ſich die Entwicklung der GSaamenkörner verzögert. Nach vielen Verſuchen, die ich angeſtellt hat- te, um die Urſache hiervon zu entdecken, wur- de mir es wahrſcheinlich, daß das durch die 90 RE die Keimung gebildete. kohlenſaure Gas ganz vermiſcht in der verſchloßnen Atmoſphäre bleibt, in welcher ſie ſich erzeugt, und wie ſehr dieſe Säure, wenn ſie. gewiſſe Gränzen überſchrei- tet, dem Wachsthume nachtheilig iſt, iſt be- reits gezeigt worden. In ähnlichen durch Waſſer verſchloſſenen Atmoſphären hingegen, wird die Kohlenſäure zum Theil aufgelößt und dadurch in der Atmoſphäre der Saamen- förner verringert. Desgleichen, wenn man den Merkurius mit einer ſehr dunnen Waſ- ſerfläche überzieht, ſo daß er davon bedet wird, ſo geht die Keimung beinahe eben ſo von ſtatten, wie in ähnlichen Gefäßen, die durch Waſſer verſchloſſen ſind, 15. Hauvptfolgerungen aus den vorhergehenden Verſuchen. Aus dieſen zahlreichen und mannichfalti- gen Berſuchen wollen wir nun einige daraus herfließende Folgerungen darſtellen. Dieſe Wiederholung wird eine Ueberſicht deſſen geben, was man in einzelnen Fällen nicht beobach- ten fannz ſie wird die vielleicht geſammelten Kennt- „y -M 4 15 gan ' bleibt, ! dieſe uh el man Woß det ny ſ , die nden alti araus Dieſe gebet) bad“ meren vent: 97 Kenntniße dem Gedächtniße tiefer einprägen, ſie wird ihre Beſchaſſenheit genauer bezeich nen, und ihre Werbindung unter ſich und mit dem Syſteme unſrer Jdeen ſichtbarer machen: ſie wird mit' einem Worte ein Ganzes darſtellen, das man bequem vor Augen haben kann, ohne es erſt mühſam ſammeln zu dürfen. Dieſe Verſuche zeigen nämlich deutlich, daß die Lebenslufe zur Keimung iner ſehr großen Anzahl Saamenkörner unerläßlich noth- wendig ſey: denn außer den-Saamenkörnern einiger Waſſerpflanzen kennen wir kaum fünf oder ſechs Arten, welche ohne den Cinfluß der Lebensluft feimen, oder vielmehr zu kei- men anfangen fönntenz ja es iſt noch ſehr zweifelhaft, ob die Saamenkörner der Waſ- ſerpflanzen gefeimt hätten, wenn nicht in dem ſie umgebenden Waſſer Lebensluft enthalten. ge- weſen wäre. Und ſo hätten wir es denn als ein allgemeines, durch die Wahrheit beſtätig- tes Geſet aufgeſtellt, deſſen Coidenz noch. nie ſo klar war, wie ſie es durch unſre Verſus en fkönn- te, auf weichen die Lebenslufi zuerſt wirkt. Es iſt durch eine fortgeſeßte Erfahrung be- kannt, daß die Lebensluft der gemeinen Luft beinahe gar keinen Einfluß auf die Saamen- förner hac, wenn ſie darinnen der freien Luft ausgeſeßt worden ſind. Da man fruchtbare Saamenkörner ſehr lange in der Luft erhal- ten konnte, ſo. iſt das ein Beweis, daß ſie nicht weſentlich von derſelben. angegriffen wer- den. Qn der n Fann, ||, als Umwng, e Eiſ: ſphar, Fohlen: gamen: je ſich 0 wird ie der (hnell amen: n man fön wirkt, q bis uſt men n wſt annehmen. zum Beweis, daß ihre gummichte, harzige: und klebrichte“ Maſſe. iſt. Wenn das Saamenkorn gekeimt hat oder wenn ſie in den Saft verwandelt worden ſind, der das Pflänzchen nähren muß, ſo kann man von dieſen Stoffen nichts mehr bemerken. Jegt wird ſich nun die Lebensluft der überflüſſigen Kohle "die„ih mit ke Wangli- ſer Ver- igte ſich ' mäßig damen: müſſen; » Kehle “infuſe Verbin z. H | Ma- ans 5 Kol- 8 dann 1. zum 6: und 1..das ſie in er. das an von 15%8 fugen Sohle Kohle bemächtigen„und dadurch ihren Einfluß auf das fkohlenſaure Gas beweiſen. Dieſe Auflöſungen und dieſe neuen Verbindungen entblößen wahrſcheinlich eine große Quantität Kohle, die ſich mit der Lebensluft der Armo- ſphäre vereinigt, und die große Maſſe von Kohlenſaure bildet, die man unter den ver- ſchloßnen Gefäßen findet, in welchen die Saa- menkörner keimen. Es könnte hier in der That einiger Un- terſchied zwiſchen der Weingaährung, die ohne den Einfluß der Luft erfolgen kann, und zwi- ſchen der Gaährung der Saamenkörner Statt finden, welche die Lebensluſt zur Keimung ſo unentbehrlich bedürfen; allein die akmoſphari- ſche Luft iſt nur ein Excipiente des kohlen- ſauren Gaſes, das ſich von dem Moſte ſon- dert, das iſt aber nicht der Fall bey den Saamenkörnern, welche weit mehr Kohle ent- halten, die alfo auch weit mehr und zwar ſehr ſchnell abſeßen müſſen; ſoll nun dies glücclich von ſtatten gehn, ſo muß es in ei- ner beſtimmten Zeit durch die Lebensluſt ge- ſchehn, die ſich mit der Kohle vereiniget, ſie als Kohlenſaure von dem Saamenkorne trennt, und 102 en und fie in die Atmoſphäre bringt, von wel- djer ſie nun ein Deſtandtheil wird, Hierbei iſt zu merken, daß die Lebenslufe die Saamenkörner, deren Pflänzchen bey der Keimäng aus Mangel dieſes Gaſes gelitten haben, nicht wieder in unverdorbuen Stand ſee, Da nämlich dieſe Wirkung der Le- bensluft nicht gleich anfänglich mit der Kei- mung in Berbindung ſtand, ſo konnte ſie hernach nicht alle die Kohle wegführen, die ſich von den Saamentörnern trennen ſollte, ſie behielten alſo eine zu große Quantität bey ſich, und dieſe überflüſſige Kohle veränderte die Quantität der Nahrungsfäſte, die zur Entwicklung des Keims unentbehrlich ſind; dieſe Säfte blieben alſo verdorben, auch wenn man ihnen zu Hülfe kam, weil ſie ſchon vor- her verdorben waren, und ihr natürlicher Zu-- 1): ſtand fkoante nicht wieder hergeſtellt werden, weil die Werkzeuge kraftlos waren, die ſie bereiten und zu fernerex Ausbildung aufneh- men ſollten. Huber hatte bemerkt, daß die Wuürzelchen der Pflänzchen, die ſich in einer Atmoſphäre entwickelt hatten, die nicht hin- ; länglich von il: Vebwähuft bey de gelittyy Etand der der der Rel: hne ſie 1, die ſollte, at hey andere je zu ) ſind; ) wenn nn vor: e Zu erden, die ſie aufneh: daß di! in eine Ot hiv langlich a EE R L.02 länglich mit Lebensluſt angefüllt war, verdar- ben, ſich nicht verlängerten, und ihr Woll- oder Sammetartiges(duvet) oder, wie ich glaube, ihre Anſaugetheile(lucoirs) die ſich nicht entwieln konnten, verlohren. Allein das ſtimmt mit den Beobachtungen an allen Pflanzen überein, bey denen die Entwicklung der Wur- zeln von der Entwicklung der Aeſte und Blät- ter abhängt; wächſt das Keimfederchen(la plumule) in dieſem Falls nur ſparſam, ſo wächſt das Würzelchen verhältnißmäßig eben ſo. Ich muß hier bemerken, daß die De- ſchaffenheit unſrer Atmoſphäre der Kei- mung der Saamentörner ganz angemeſſen iſt, denn unſre Verſuche haben bewieſen, daß ſie zu einer krafwvollen und zahlreichen Keis mung die zwecmäßigſte Mijluft und der Febensluft in der Atmoſphäre nicht ſo ge- nau abgemeſſen ſind, daß die geringſte Ver- anderang in der Miſchung, der Keimung weſentlich ſchadete: Unſre Verſuche haben gezeigt, daß eine große Werſchiedenheit die- ſer Verhältniſſe Statt finden kann, ohne daß diejer Proceß der atur zu viel dabei leidet, und damit kann man ſih bey den zufälligen Veränderungen unſcer Atmoſphäre beruhigen und gewiß verſichert ſeyn, daß die Gewächſe unter allen Umſtänden erhalten werden, wenn ſie ſich in einem natürlichen Zuſtande bes finden. Wenn man die Menge von Saamenför- nern erwägt, die in unſern Himmelsſtrichen während ſieben oder acht Monaten feimen, und die Zähl der Gewächſe, welche in die- ſem Zeitraume vegetiren und zum"Theil das ganze Jahr hindurch perenniren; wenn man die Menge von Pflanzen bedenkt, welche in dieſen früchtbaren* Gegenden, wd das Wachs- thum nie aufhört, unaufhörlich die Felder be- deen, ſo muß man über die Quantität Le- bens- ANZ me een SIG 5 wf< 5" Smet Sucre ris verfun, nd der | ſ ge ſe Ver- eiming habn (€ die: 1e daß leidet, alligen Digeh ächſe wenn » he: enfot: rien (men, die- [SS m an 6 Em EEN 105 bensluſt erſtaunen, die in jeder Secunde zur Erhaltung des Pflanzenlebens erforderlich iſt. Noch mehr muß man aber erſtaunen, wenn man die eudiometriſchen. Verſuche an der Luft in allen LEIER beobachtet, und. ſieht, wie wenig die Beſtellzeit der Felder die Rein- heit unſrer Atmoſphäre verändert. Zwar wer- den nicht alle Felder zu einer Zeit beſtellt, aber in jedem Lande werden doch große Stri- aber wir mußten auch zugeben, daß ſie nicht gleich unentbehrlich für einige Arten von Saamenkörnern ſey. Da nun dieſe Ausnahme- ſo auffallend und mit der Theorie, die“ ich in meiner Phyſiol gie der Pflanzen aufgeſtellt habe, ſo un- vereinbar war, ſo glaubten wir dieſes neue Ptyenomen genauer unterſuchen, zergliedern und mit dem Hauptgeſese verbinden zu müſſen. d Indem ich dieſe: Bemerkungen nieder- ſchrieb, fand ich, daß Scheele die Keimung der Erbſen unter dem Waſſer bemerkt hatte, ohne >) Lefevre hät in ſeinen Verſuchen über die Keimung geſehn, daß die Ruben: körner unter dem Waſſer keimten, wenn es der Luft ausgeſebt war, "ter den wh di 8, Und en hit, ment 5 be ur Rei: ntbehr- 1 aud) Ic) für Da ) mie (ole: ſo un- 3 neue liedern nu eder: (mung hatte) ohn 1 über üben wenn r.;. m“ all TI1 ohne aber weiter den Zwe> ſeiner Uennäche mungen anzugeben, Che ich nun obiges Phenomen zu ii“ ſchreiben anfange, maß ich vorher erinnern, daß hier nicht eine vollſtandige und vollendete Keimung der Saamenkörner unter dem Waſ- ſer dargeſtellt werden ſoll, die ein Blattfeder- hen und ein Würzelchen. treibt und bemerk- bar und forcgeſest wachſt. Wenn man dieſe - Saa:nenkörner ziemlich tief ins Waſiter legt, ſo keimen ſie in unzählichen Fällen, oder vielmehr man ſieht bloß das Wurzeolchen ſich der Hülle des Saamenkorns entledigen, und höchſtens 9,02. WMiilimeter d. ti. der 160C0te Theil eines Meters*) vder 4 Linien verlän- gern; dann verdirbt es mit denz Saamen- korne zugleich, welches die damit verbundne ſchnelle und gewaltſame Gährung zerſcört, und dieſe Zerſtörung erſtret ſich bis auf das . Würzelchen, das mit den Organen verſchwin- det, die zur Nahrung des Würzelchens und zur Entwicklung der übrigen Pflanze beſtimmt ſind. Dieſe *) Ein Meter iſt ohngefahr 3 Fuß x134 Linie, Riem, v | (] | + j/ 4 " T,07 48 ] Nis 3 'W 1: 148 O1! (7: 0.8 "27 44 UE 90) 3 1) EK 1279 413 117 j,| 4 4.4 1/0 M iB 191.4 man 1154 T?v2 Dieſe Keimung iſt in der That: nur ein Entwurf der Keimung, der aber bemerkens- werth"iſt, weil allemal eine Entwicklung„D Verlängerung des'Würzelchens dabei St findet, ja manchmal ſwgar eine ziem! lich zue liche. Enthüllung des Blattfederchens. Hier- aus ſcheint zu erhellen, daß die. Keimung wirklich angefangen habe; das ihre erſten.*Wir- kungen di i. die Entwicklung des Wurzelchens evident' ſind, und daß der Anfang des Lebens dem Keime'mitgetheilt worden iſt, Hört al- ſo das'Würzelchen auf, ſich zu' verlängern; zeigt“ ſich das Blattfederchen nicht" wird.die Keimüng vernichtet, ſo liegt die Schuld an einem“ phyſiſchen Hinderniſſe, das die weitre Gntwicklung des Saamenkorns, aufhält; fer- ner'an der Zerſtivrung des SE een durch die gewaltſame Cinwirkung des Waſ- fers, das es durchdringt, und endlich an der Langſamkeit, mit welcher ſich die= auf- lößt und dadurch die Nahrungsfäfte alle Au- genblicke verdirbt. Acht Erbſen(piſum latwvum) wurden in eine Flaſche gelegt, die 244, 57« Gram- men(grammes): oder acht Unzen Waſſer faß- hur ei merfons: "ng„nd el Statt ich dat Hier eimung en Wir- jelchens Qebens vrt al: gern; d.de (d an weite (5 fer "„forns Wor: nde ;(uf: (e Au wurden Oran aſſe aß: welehem GERE X13 y faßte, und erreichten ſogleich den Grund; ſie gaben einige Luſcblaſen von ſich, denen den Tag vor der Keimung noc< weit mehrere nachfolgren; ſie wurden mehr oder weniger gelb, je nachdem ſie aufquollen, und vier Ta- ge darauf hatten ſie alle gekeimt, das heißt, die geöſnete Klappe des Närbchens ließ deut- lich das hervordringende Würzelchen ſehen; dies wuchs einige Tage; das Thermometer ſtand zwiſchen 15 und 17% Dieſer Verſuch lehrte, daß die Erbſen unter dem Waſſer keimen konnten, ob ſie gleich dadurch außer Verbindung mit der Luft geſeßt wurden; da aber das dazu gebrauchte Waſſer gemeines Waſſer war, welches mehr oder weniger reine oder mit einem Tyeile at- moſphäriſcher Luft vermiſchte Febensluft ent- hält, ſo könnte es auch ſeyn, daß dieſe Le- bensluft die von Hubern beobachtete Keimung befördert härte. Um hinter die Wahrheit dieſer WVermu- thung zu kommen, mußte diejes Waſſer ſehr lange gefocht, und als es in verſchloſſenen Gefäßen wieder kalt geworden war, zur Wie- derholung dieſes Berſuchs angewendet werden, H- Hy- 114 GE KEITEGRUN ERSIN ZUTEEND Huber wiederholte alſo dieſen Vorfuch auf die Art mit gefochtem und mit gemeinem Waſ- ſer. Zwey Tage darnach waren die Erbſen in dem gefochten wie in dem gemeinen Waſ- ſer aufgeſchwollen, doch waren fie im leßteren ſtärker gequollen, ja man ſähe ſchon das Würzelchen, das ſeine Hülle durchbrach; doch hatten nach zwey andern Tagen die in das abgekochte Waſſer gelegten Erbſen eben ſo gefeimt. Aus dieſem Werſuche wurde es alſo klar, daß unſre Wermuthung von dem Eingluſſe der in dieſem Waſſer enthaltnen Lufe nicht ungegründet war, weil die Keimung in dem Waſſer, das durch das Abkochen luftleer ge- worden war, ſchneller erfolgte. Zwar wurde unſre Wermuthung dadurch einigermaaßen ent- kräftet, doch aber. nicht ganz vernichtet,-weil es immer noch möglich war, daß die kleine Quantität Luft, die das Waſſer-auch noch nach- dem Abtochen enthalten konnte, zur Kei- mung beigetragen habe. Um die Richrigkeit dieſer Vermuthung zu beurtgeilen, nahmen wir drey kleine egale Flaſchen, die einerlei Quantität Waſſer enthielten; in die erſte leg- ten auf di m Voß en Waſ: leßiumn 0" das ); doc) in das jen fo flat, füſſe niht dem vy(0: wurde en enf- „weil fleine noh v Kel: tigfeit jaomen einer! ſte by (en vA === 115 ten wir 3, in die ändre 16, und in die dritte 24 Erbſen. Die in dem gekochten Waſſer zurükgebliebne Quantität Luft mußte unſrer Meinung nach ſehr gering ſeyn, ſo daß wir glauben konnten, daß wenn ſie auch hinrei- ct waren, hatten nur einen Umfang von 9,02. Millimetern oder 4 Linienz die Würzelchen der andern Erbſen hingegen, die mit 1,13. Millimetern Waſſer bedeckt. waren, hatten einen Umfang von 2,48. Hundertthei- len, odey 11 Linienz die Würzelchen der noch übrigen Erbſen ſtanden nach der Quantität Waſſ; jet, das ſie bede>te, in einem ztemlich richtigen Verhältniß mit obigen beiden Er- tremen.: Dieſe Dae il eines och bis UE Ür her Zeit noſphie wänger: functe, er auf: eimung nderte; 1 duff: | der ſchen ecime- mfang 12 die 1, die 170 tthei- noch antitat iemlich n Dieſe enemmgnnmenmenternnmenntr Dieſe Reſultate ſchienen mir mit allen unſern bisherigen Beobachtungen und mit dem allmähligen Gange, den die Natur bei der Keimung nimmt, und der ſich bey ſeinen Fortſchritten genau nach der Hinfalligfeit des Pflänzchens richtet, das die Keimung entwi- delt, übereinſtimmend 3 der Anfang der Kei- mung iſt ſchwach wie die Organe, welche die Keimung aus einer Art von Todtenſchlaſ oder Erſtarrung(torpeur) zieht, in welcher ſie ſich befinden 3 aber ſie äußert ſich kraftvoller, je nachdem dieſe Organe. ſtärker werden; die erſten Augenblicke der Keimung bedürfen nur einer ſehr geringen Auſlöſung von Kohle, die ſich vermehren muß, und die ſich auch wirk« lich verhältnißmäßig mit den Fortſchritten des Wachsthums: vermehrt, wie man das an den Saamenkörnern bemerkt, die in der Luſt unter verſchloßnen Gefäßen durch Erzeugung der Kohlenſäure keimen; dabei wird nun das Da- ſeyn der Lebensluft immer nothwendiger, um die Abſonderung der Kohle von den Sqa- menkörnern zu erleichtern, und dadurch die Gährung zu befördern, Aus dieſen leßtern Verſuchen ſieht man, daß ſich das Waſſer mit 122 EE ERENNSIEN mit der Lebensluft der Luft ſchwängert, daß aber die Lebensluft nur in die Oberfläche des Waſſers dringt. Jc. em Vit 'merfung, wWhig es | Widen ſind, 34 Auflöſung ebenslyf ſo wird htlicher 5die iſt, 117 am ge“ x Keie hindert, widlung Miſchung ſy darf f gleiche ' Unter- | Atmo: die Erh pen wer ven m [19 GEIER IST GEGR 0 Verſuche über die Keimung einiger Sgamen- Fötxner in Sti>kluft. Tachdem wir„dieſe Verſuche an dem Waſſerſtoffgas vollendet harten, ſo mußten wir ſie nun auch an der Stickluſt mit eben den Saamenkörnern anſtellen, die in dem WajſerſtoFfgas gefeimt hatten. Die Setickluft, die Huber dazu nahm, war aus alkaliſchen Schwefel oder aus Ciſen ge- zogen, das man 8 Stunden mit dev aimo- ſphäriſchen Luft in Verbindung läßt; wenn fich nun die Luſt nach einiger Zeit zu ver« mindern auſgehört hatte, und ſich auch dann nicht mehr verminderte, wenn wir wiederholt neuen Schweſel in ihre Atmoſphäre brachten, ſo urtheilten wir mit Recht, daß nun die Febensluft von ihr geſchieden ſey. Wenn wir nun in dieſe Sticklufte wie vor- her in das Waſſerſtoſſgas Erbſen legten, ſo feimten ſie vortreſſlichz allein die Salatſaas menkörner wollten in dieſer Atmoſphäre nicht keimen und nahmen eine bräunliche Farbe an. Die 152 aaa] Die Sticktuſt, in. welcher die Erbſen feimten, enthielt nach der Keimung viel foh- lenjaures Gas, wie wir das an den Waſſerſtoff- gas merkten, das wir zu dieſen Verſuchen brauchten. Wir gaben uns Mühe zu ent- deen, ob die Stickluft ihre eigenchümliche Wirkſamkeit verlohren habe, wie das Waſſer- ſtoffgas, und ob wir gleich nicht hofcen, daß uns das ganz gelingen würde, ſo wollten wir. doch auch den einzigen Weg nicht unbetreten laſſen, der uns zu dieſer Entdeckung ſühren Fonnte. Huber wuſch alſo dieſe Stickluft, in deren Atmoſphäre mehrere wiederholte Kei- mungen erfolgt waren, eben ſo ſorgfaltig und bedächtig wie das Waſſerſtoffgas bey den vo- rigen Verſuchen in Kalkwaſſer, eben ſo wuſch er die 2ebensluft, miſchte beyde unter einan- der und brachte dieſe Miſchung mit Kalkwaſ- ſer in Verbindung in einem Recipienten, den dieſes Waſſer verſchloß, und hier glaubte er einige Spuren von Kohlenſaure wahrzuneh- men. Doch dieſer Verſuch iſt zu delikat, und wurde nicht oft genug wiederholt, als daß man dreuſt die Folgerungen daraus ziehen fönnte, auf die er führt. Hu- 45 40-0 ' Erdſy viel foh- etof. Verſuhen zu et: hümliche Vaſſer: n, daß fen wit vefteten führen t, in Kat: 4 und en vo: wuſch einan? alfwaß: 1, den bte er ezuneh- t, und (8. daß zieh u Huber glaubte nun auch Saamenkörner in eine Luft- bringen zu müſſen, die ſo viel als möglich von einer menſchlichen Bruſt ein- geathmet worden war, und ſie keimten vor- treflich darinnen. Darüber darf man ſich aber auc< nicht wundern, weil es bekannt iſt, daß die atmoſphäriſche Luft ſchon lange vor- her nicht mehr eingeathmet werden kann, ehe ſie alle ihre Lebensluft verliert. Deſſenunge- achtet iſt dieſer Verſuch nichts deſtoweniger überflüſſig, weil man ſonſt hatte vermuthen können, daß das Einathmen der atmoſjphäri- ſchen Luft einige für die Keimung nachthei- lige Einflüſſe zuführte. 62:20: Verſuche über die Keimung der Saamenkör- ner im Kohlenſauergas. Das zu dieſen Verſuchen angewendete Kohlenſauergas war durch Kreide und Schwe- felſaure, die im Waſſer verdünnt wurde,-er- zeugt worden. Wir vermieden bey unſern Verſuchen ſorgfältig das kohlenſaure Gas, von weichem wir glaubten, daß es einige kuftatome des Gefäßes enthalten könne, in wel- erſüßen Materie erzeugt. Beide ſchei- m nen einer aufmerkſamen Unterſuchung werth fehlte; zu ſeyn. htigen IWenn die Erbſen und einige andre Saaqa- be(1) menförner unter gefochtem und diſtillirtem Waſ- mie ſer, wie auch in einer Atmoſphäre von reiner nig- 170 REIEN Seicluft und Waſſerſtoffgas, ja ſelbſt in ei- nem luftleeren Raume keimen, wo ſie alſo außer aller Verbindung mit. Lebensluft ſtehen, ſo erzeugen ſie, wenn ihre Körner ſich auflö- ſen, eine unendlich größere Quantität fohlen- ſaures Gas und Waſſerſtofſgas, als die Luſt- pumpe mit ihrer größten Gewalt in den zwey erſten Tagen, in welchen“ſie unter die- ſelbe gelegt worden, auspumpen fann. Die Quantität fohlenſaures Gas iſt gewöhnlich das 27 des Waſſerſtoffgaſes, daß man bei der Auflöſung dieſer Saamenförner erhalt, wenn man das fohlenſaure Gas nicht rech- net, welches das Waſſer augenſcheinlie) ver- ſchluckt hat, das den Recipienten verſchließt; denn man findet manchmal ſogar die Kohle darinnen, welche die nicht keimenden Saa- menkförner bedeckt, und beobachtet ſie allemal mit der Steiclufe und dem Wajſerſtoſſgas combinirt, in welchen die Saamenkörner g2- feimt haben. Eben ſo verhalt es ſich mit dem in der Lebensluft und Steickluft enthal- tenen Waſſerſtoffgas, das die Saamenkörner erzeugt haben, die in dieſen beiden Gaſen oder unter dem Waſſer fkeimten. Wenn ſt in db ſie alf | ſehen, ih aufg Fohlen: die Zuſt: in den fer die: , Die hnlich m bei rhält, rech: ) ver- hließt; Kohle Say (emal ſgas v. ges mit enthal- worner Caſa MN wu awc Wenn das Waſſerſtoffgas und das koh- -lenſaure Gas, nebſt der durch die keinrenden Erbſen erzeugten Kohle, unter dieſen Gettal- ten nicht in irgend einer andern, zu dem Wer- ſuch angewendeten Materie exijticenz3 wenn die Gaſe, deren man ſich bedient, wie z. B. die Sticklufe, ſich nicht in die Gaſe verwai- deln, die man darinnen findet; wenn. das Waſſerſtoffgas und die Stiluſt ſich wahrend Keimung mit Kohle anſüllen, ſo kann man aus diejen Werſuchen folgern, daß das fohlenfaure Was und das Walſſerſiotſgas die ſich gezeigt haben, und die Kozle, mit wel- GERIET 175 Gaft in Materie; man erkennt weder die klebrichte, noch nd dur die ölichte Maſſe in dieſer Art von Emulſion Wenſaure mehr, die damit vorgegangen iſt, und anſiatt ee Sohle eines faden beinahe unſchmackhaften Geſchma>s, 1e mehr findet man einen zucerſüßen. Dies ſind die r wahr: vorzüglichſten, in die Augen fallenden Verän- jeh? un:- derungen, welche die Keimung an dieſem klei- us dem nen Rüſtzeuge hervorbringt, das nichts ähn- liches mehr von dem enthält, was es war, aß ſh ſobald das Saamenkorn zu keimen angefan- ndert, gen hat. Sollte ſich hierauf nicht die Erzeu- dtheile gung des Gaſes gründen? Sollten. die olich- Ahfung ten Theile nicht das Waſſerſtoffgas, und die efen, zuckerſüß gewordenen vegetabiliſchen Säuren ver de nicht einen Theil ihres Sauerſtoffs verlohren 0, die haben? Und ſollte in dieſen Verwandlungen nicht die Veranlaſſung liegen, daß ſich bei der Keimung kohlenſaures Gas und Waſſer- ſtoffgas erzeugten? , wenn nforns; » Kent: Dieſe Jdee iſt im erſten Augenblicke ver- et, ſiud führeriſch, ſie har mich auch verfährt; aber- ränder eben ihre auffallende Wahrſcheinlichfeit iſt ein hr aw mächtiger Antrieb, ſie aufmerkſamer zu un- mf terſuchen. Matt n Ich 476 I< muß hier einem Einwurfe begegnen: wenn die Gährung alle bey der Keimung vorfallende Weränderungen veranlaßt, wie wird ſie denn in dem luftleeren Raume, in reinem Waſſerſtoffgas und in reiner Stickluſft, unter gefochtem und diſtillirtem Waſſer be- wirkt? Doch dies macht die jeßt zu unterſu- hende Meinung nicht ſchwieriger, weil die Erfahrung lehrt, daß die Weingährung ohne den Einfluß der Luft bewirkt wird; in der That aber erfolgen dieſe Erſcheinungen etwas langſamer 3; folglich iſt vielleicht die Gährung, die alle an /den Sagamenkorne ſich ereignen- den Veränderungen hervorbringt, auch die Mutter von allen den Gaſen, die man auſ- ſer den Saamenkörnern unter Atmoſphären bemerkt, die feine Lebensluft enthalten, Um dieſe eben aufgeſtellte Meinung zu unterſtüßen, füge ich noch folgende Betrach- tungen hinzu. Fourcroy erzählt in ſeinem Syſteme des connaitisfances chimiques, ein merkwürdiges. Beyſpiel von den Wirkun- gen dieſer Auflöſungen und Zuſammenſekun- gen in den Pflanzen, um den ſüßen Ge-- ſchmac> ſite egegnen Keimung "Die aum, in Grid, äſſer be unterſy- weil die ung ohne ; im der on etwas jahrung, wegn auch. die man auf: noſphären n, ung zu Betrach: 1 ſeinem m1ques, Wirfutr nene pom Ös ſhmad* nemme 177 ſchmack hervorzubringen: er bemerkt, daß er durch das bloße Auſwallen(ebullition) ent- ſieht; daraus würde folgen, daß er nur durch Anwendung des Wärmeſtoffs hex- vorgebracht werden könnte; vielleiht kommt das daher, daß ſich die Werbindungen unter den Gaſen in einer gewiſſen Verfaſſung än» dern; vielleiMt ſind auch die Verbindungen der neuen Gaſe verſchieden, und. das iſt mir ſehr wahrſcheinlich; vielleicht ändern auch die verſchiednen Modificationen, die durch die verſchiedenen Quantitäten des Warmeſtoffes, der ſich mit ihnen vereinigt, durch die ver- ſchiedene Säurung(9xidation) der Kohle, durch ihre verſchiedene Quantität, oder durch die Quantität verſchiedener andrer Stoffe be- wirkt werden, die Umſiände durchaus, die wir an den Stoffen beobachten, auf die wir wir- fen können. Sey es was es fey, Fourcroy nimmt als ausgemacht an, daß die klebrichte und färbende Maſſe aller Saamenkörner, die aus ſolchen Maſſen beſtehen, die Gäh- rung nicht begünſtigen. So iſt es auch be- kannt, daß eine grün abgebrochne Birne ſehr ſireng und ein grün abgebrochner Apfel ſehr M ſauer 178 ſauer ſchmeckt, daß man ſie aber nur einige Tage an einen warmen Ort legen darf, um ihnen einen ſüßen Geſchmack zu geben, wenn ſie nicht zu lange vor ihrer Reiſe gepflückt wurden. Wenn':man auch mit Layoiszier an- nimmt, daß die Saamenkörner weder Oel noch Säure enthalten, ſo kann man doch wenigſiens nicht läugnen, daß ihre Grund» ſtoffe ſich in einem Gleichgewichte befinden, das nur durch zufällige Umjiände aufgehoben werden kann; dann würden,(die Kohle aus- genommen, die vielleicht mehr zur Nacur des Saamenkorns gehört,) das Waſſerſtoffgas und die 2ebensluft nur als Verſesungen des Saa- menforns angeſehen werden können, und dann würde ihr Gleichgewicht wenigſtens in'den verſchiednen Cpochen der Keimung und des Wachsthums aufgehoben werden, wie man das aus der Matur deſſen beurcheilen kann, was ſie in dieſen verſchiedenen Zeitpuncten hervorbringen. Wenn man aber annimmt, daß die ölich- ten und ſauern Stoffe ganz eigentlich zur Natur der Sgamenkörner=“ was mir auch mehr * Sa ema WES Ez-..- Rd Ire 179 ur eini- mehr mit der Beobachtung übereinzuſtimmen 0 ab ſcheint, nach welchen man wirklich dieſe Stoffe ZV 10m in den ihnen eigenthümlichen Säfcen bes e gepfütt merkt=- ſo läßt ſich leicht begreifen, wie ie die ölichten, die ſauern und die verſchiedenen 2.0 Beſtandtheile der Saamenkörner die Gaſe eder Del, bilden, welche bey unſern Werſuchen can der nan doc) Keimung ſichtbar ſind. Da es aber ausge-/ ' Grunde macht iſt, daß die Zerſtörung des Saamen- befinden, korns durch die Fäulniß dieſe Wirkung bis fgehoben zu einem gewiſſen Puncte hervorbringt, ſo le aus; kann ich ſie der Keimung allein nicht zu- u des ſchreiben. (988 und Es iſt wohl gewiß, daß ſich in den Co- des Gaq- yledonen(Saamenkuchen, Cotyiedons) ein und dann eigner Saft bildet, der zur erſten Nahrung 3 in den des Wärzchens beſtimmt iſt, der vor der An- ynd des feuchtung des Saamenkorns nicht exiſtirte, wie man deſſen Maßen ſich durch den Zuſaß des Waſ- en fannt, ſers vereinigten, und, der eine Frucht der itpuneten Wirkungen iſt, welche dieſe Verbindung mit dem Waſſer hervorbringt. Alſo ijt dieſes die vlich: G)as, das einer wahren Emulſion ähnlich iſt, entlich ju in der That aus ölichten und ſalzigen Theis valehaid. len zuſammengeſeßt, die verſchieden combinirt mehr M 2 ſind, 180 Eammmmnzmmmir] ſind ,' wie man ſie no: in der Pflanze fin- det. Das iſt nicht zu viel geſagt, weil das Pflänzchen der Krauſemünze ſchon den Geruch der erwachſenen Pflanze hat, und woher konnte ſie dieſe ölicht riechende Maſſe anders haben, als aus dem Saamentorne, aus welchem ſie entſpringt? Aber vielleicht bildet ſich das Oel, das Harz und die Säuren des Pflänzc habes:: ich habe aber doch einige Wahrſcheinlichfeiten dafür mitge- cheilt, li 1 folgen, Wicht er: Üugen es"ech Detrach: poſition nenforn en, die ber ſp ? man intel:- en zu als gerin: kebens- 8 Qu5: h gan 1, und in von 1gung t mit: ht aus er Feh- nir ſy (rhſel fel- WEESEN 187 feimen nicht; ſind ſie aber im Waſſer aufge quollen, ſo feimen ſie im Oele 3 hier findet fein andrer Unterſchied Statt, als daß die lekteren Waſſer enthalten; diejes nadet ſie und liefert durch ſeine Auiioſung die zur Gäahrung nöthige Lebensluft; indem es die Kohle aus dem Saamenkorne wie aus"dem Weine verdrängt und die Bereitung der zucker- artigen Maſſe befördert, die das Pälanzehen nährt. Darüber iſt man einſtimmig: die äußere Tebensluft kann nicht: in das Saamen- korn dringen, fie ſaugt die Kohle deſſelben ein und erleichtert dadurch die«bjonderung derſelben; es muß alſo in dieiem Falle inner- lich kebensluft enthalten feyn, oder-Stelmehr Sayerſtoſf ſelbſt, um die Veranderungen hervorzubringen, die an dem Saamenkorne erfolgen, und die die Lebensluſt vielleicht nicht einmal ſo leicht bewirten fönnte.. Wenn man aufwerten die Quantitat Le- benslufr betrachtet, die zur Crzeugung der ungeheuern Quantität kohlenſaures Gas er- forderlich iſt, die man im gefochten und diſtil- lirten Waſſer, und in den Atmoſydäaren des - Wat: Zir deu AIS Abi GE EAI IE ALG.====. GT I<=“x".--- un 5 ini SET EISTEIIEN kn Iden, M 4.265; F ee|'- r= Znitlläiee-- REEG GIE Tien aet an- zz- GESET«gn rere 5. AE.=<= iir 3 RIEDE ee de ; 183 EEE Waſſerſtoffgaſes und der Stickluft finder; wenn man bedenkt, daß, dieſes kohlenſaure Gas 0,72 Sauerſtoff enthält; wenn man die zurigte Materie bemerkt, die ſich bildet, und die den 0,64 Sauerſtoff enthält, ſo iſt es unmöglich die Quelle dieſes Stoffes ir- gendwo anders als im Waſſer zu finden. Und nicht genug, auch Stoffe von Oelen und Pflanzenſauren müſſen in dem Pflänzchen vor- handen ſeyn; denn wenn ſie in dem feimen- den Saamenkorne zerſtört würden, ſo müß- ten ſie fürdie ſich entwielnden Theile von neuem gebildet werden; würden ſie aber nicht zerſtört, ſo könnten ſie die kohlenſäure nicht liefern, die man bemerkt. Ferner, da die Keimung der Anfang des Wachsthums iſt, ſo muß ſie allemal durch dieſelben Mittel be- wirft werden, die in der»erwachſnen Pflanze- wirkffam ſind, und da ich ſchon in meiner - Phyſiologie bewieſen habe, daß die acmoſphä- riſche Luft in der Pflanze nicht circulirt, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß die Auflöſung des Waſſers den zum Wachsthume nöthigen Sauer- ſtoff erzeugt. Die Y W" W mt zw ds jw q au ity NN Alm des| w/o fies| wn ] ju) mer fim fe Ww (ie ind liſuny men ff) et; Wehn ire as wan die h biber, t, pf Offes it: | finden, elen und hen vor: foimen: y miß: le von y nicht ee nicht da die ims iſh tte] Des Pflanze meiner noſph& jirt, ſe ung des Gauen die ."< ſ EN 389 Die Gährung der Saamenkörner iſt in der That nicht daſſelbe, was die Weingäh- rung iſt, denn dieſe bringt nach den Verſu- .<<< iI-- utile, Sn SSS USE INDG wig<3; EE WebEHIEE IN=" 2 ea== een= 198 R ZZ Saamenfkorn nicht gleich anfänglich Waſſer- ſtoffgas erzeugt, ſo geſchieht das deswegen, weil ſie es zum Nußen des Pflänzchens ver- wendet, um den Zucker und die zur Nahrung gehörigen Säſte zu bereiten; und dies iſt auch ohne Zweifel die Urſache, warum die erzeug- ten Gaſe beim Anfang der Keimung ſo ſpar- ſam zum Vorſchein kommen. Wenn man aber annimmt, daß dieſe Auf- löſung des Waſſers in den Pflanzen vor ſich geht, fönnte man dann die Mittel vorherbe- ſtimmen, welche die Naur dies zu bewirken anwendet? Es würde unmöglich ſeyn, dieſe Frage zu erörtern, ohne ſich in das Land der Hypotheſen zu verirren, das oft eben ſo wüſte als unfruchtbar iſt. Man kann jedoch von Thieren und Pflanzen annehmen, daß un- ter den ſo ſonderbar verknüpften und verſchie- den modificirten Verbindungen, die unter ſo vielen verſchiedenen Stoffen Statt finden müſe ſen, einige die Auflöſung des Waſſers bewir- fen fönnen 3; beſonderzewenn man von den uns befannten Verbindungen zu ſolchen übergienge, die man zwiſchen Stoffen und Gaſen ſtiften könnte, die mit verſchiednen Quantitäten Wär- mettoff „i5 jn) mW (nt Wd (auh| (fet( mD if (wn man Guſt nue as ve den! man ſer| ollen fahry Waſſet- Wegen, en ver Nahnung -Iſtauh erzeuge ſv ſpar- ſe Auf: or ſich "herbe: virfen dieſe nd der ) wüſte h von ß un rſchie ter ſo muß bewit- n uns eng) ſeiſton Wir“ eo 195 meſtoff geſchwängert, oder ganz damit angefüllt ſind, oder die mit uns bekannten Stoffen ſo com- binirt wären, daß ihre eigenthüumliche Gewalt dadurch ſehr verſtärkt würde. Doch die Mög- lichfeit einer Wirkung iſt noch kein Beweis für ihre Wirklichkeit. Könnte man dieſen Gegenſtand niche unter einen andern Geſichtspunct bringen? Wenn man ſieht, vaß die Thiere wie die Pflanzen aus Stoſfen gebildet ſind, welche mehr oder weniger. nur vollkommne Leiter der Electricität ſind, die nicht einerlei Fähigkeit haben, dieſes Fluidum zuzuleiten, wovon einige ſäurefähige Stoffe liefern, da hingegen andre ſäurend ſind, könnte man daraus nicht vermuthen, daß in dem orga- niſircen Weſen etwas vorgehen könnte, das mit den Wirkungen der Volraiſchen Säule analog iſt, wo, wie mich dünkt, die Erd- oder Luftelectri- citäat unter einer beſondern Modification erſcheint, durch welche ſich die galvaniſchen Wirkungen von den electriſchen unterſcheiden? Auf dieſe Art kann man glauben, daß es Fälle giebt, wo das Waſ- ſer ſich auflöſen würde. So kommt man nach allen über dieſen Gegenſtand ſchon gemachten Er- fahrungen ganz natürlich auf den Gedanken z.B. den 209|! den iectriſchen Fiſch wie eine galvaniſche Säule up zu betrachten; man bemertt, das aile Pflanzen- FN theile mehr oder weniger durch ihre harzigen Rin- hahn den iſolirt ſind. Doch ich verweile mich: die? Crfahrung muß über dieſe Wermuthungen ent- ſcheiden; meine Geſchäfte haben mir nicht er» daat laubt, mich in dieſen neuen Ocean zu wagen, auf Gilt welcyem noch kein Ausweg zu finden iſt, We Ich ſchließe mit dem Wunſche, daß ſich ei--- 1 nige naturforſchende Chymiſien über dieſen ſchwe- ren Gegenſtand vereinigen mögen, um die Wahr- ſcheinlichkeit der Auflöſung des Waſſers in den Pflanzen zu beweiſen, weil ſie der Schlüſjel zu ver- ſchiednen Schwierigkeiten in der Pyyſiologie der Pflanzen iſt, die man bis ißt ohne fie nicht auf- löſen kann 3 indeſſen, ſo ſehr ich mich auch gedrun- gen fühle dieſe Auflöſung zu glauben, ſo bin ich doch überzeugt, daß man ſic) um die Phyſiolo- Böſen gie der Pflanzen ſehr verdient machen würde,. wenn man beweiſen könnte, daß die Auflöſung rit, des Waſſers nicht in den Pflanzen Start finden Inn kann, weil man dann andre Mittel aufſuchen eis würde, um die Erſcheinungen zu erklären, wel- dur! 1 wagen, a in, daß ſich ei dieſen ſchwe 1 die Waht- jers in den (fiel zu ver- iologle der >» niht aufe uh gedtun: ſo bin ich ie Phyſcele- dien wirds » Jufloſurg tatt finden ( aufſuchen (aren, wels Mein befrie -..- 0700.08 ip Litterariſche Anzeigen. Folgende empfehlungswerthe ökonomiſche und andere nüßliche Schriften ſind bey den Gebrüdern Hahn, und in allen Buchhandlungen für beigeſeste Preiſe zu haben. Leopold's I. L. G., Haus- und Landwirthſchafts- Calender für Jedermann; 8. 12 ggt. Anweiſung für die Zäumung der Pferde. 2 ggt. --“-- zu Anlegung und Wartung guter He>en aller- ley Art; gtr. 8. 5 93k. Vieſßjarzt, der ſicher und geſchwind heilende; oder An- weiſung, wie nian die Krankheiten der Pferde, des Rindviehes, der Schafe, Schweine und des Feder- viehes ertennen und auf eine wohlfeile Art bald und gründlich heilen kann. Von einem erfahrnen Vieharzte; nebſt einer Haus- Apotheke für d. Land- mann. 65. 6 ggr. Beroldingens, von, Beobachtung, Zweifel und Fragen, die Mincralogie überhaupt, und ein ng- türliches Mineralſyjrem betreffend. 2 Bde. gr 8. 3 Rthlr. 8 ggr. Böſens, J., Beſchreibung u. Abbildung einer erfun- denen Heb- Maſchiene, womit man Bäume und Wurzeln aus der Erde hehen kgnn. 8. 5 893t. BrdvE, I. A. F., der nnparteyiſche Pferdekenner 3; oder Anweiſung, wie man von gut„gevaueten Pferden eine gründliche Kenntniß erlangen tann. 8. 6 ggr. Ehrhard, Fr., Beyträge zur Naturkunde und den damit verwandten Wiſſenſchaften, beſonders der Botanik, Chemie, Haus- und Landwirthſchaft; 8 Bande"var 58. 4Rthlr. Forſicatechisgmus für Anfänger. 8. 6 ggt. Holſchers, H. C. C., practiſche Erfahrungen von der Bienenzucht, gr. 8. 6 ggr. Scxt mit Scharfſiun und Sach- Ffenntniß die Jrrthümer auf, welche darüber bey den meiſten Oekonomen noch herrſchen. Yllen Landwirthen iſt daher dies Buch ſehr zu empfehlen; und wem an gründlicher Kenntniß des Ackerbaues etwas liegt, der Landuir Vthlr.„ 1 ght. if die ver Hayj tu Ffacs J. g9l. wie ven. rfahren 1ö ggr. deß dung tmgehe und gelkene 7 ggr. . deutſc lal ud ſiher groſ⸗ twalter. 3. 10 ggk. 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