Univ.-Bibi., [Siessen ffmn,ᷓ — 8— 3.*————— 2. 6 1 .„ 8* 2 2 4 2 V kenne DOE Waren wt EH EI i/7 5 7 F 4 ER| S 4 ed E Ö T/o- ABRISS DER CANERAL BAUWISSENSCHAFT ZU VORLESUNGEN ENT WOREFEN VON WEGELIN: KöüxIGL. Paguss, GEHSINEN ÖBzH- BAURASH, u AAA [4 1 Y« » LO 0 NYDE EIC I ANDLUNG TRR NE Sana khn En (---= 2> ' NE 3| +'p j| x= Zz; .; 4 ?] nN | Zwe .-. Der vorliegende Abriſs iſt dazu befiimmt, die in dem weiten Umfange der Cameral- Bauwiſſenſchaft liegenden Gegenſtände in derjenigen zweckmäſſigen Kürze, welche die Natur eines zu Vorleſungen entworfenen Leitfadens mit ſich bringt, zu umfaſſen. Sich in irgend einem der Haupttheile der ökono- miſchen Baukunſt gründliche Kenntniſſe und Erfahrung zu erwerben, erfordert für den künftigen Baumeiſier ſo viel Zeit, Studium und Gelegenheit, wirklichen Bauausführun- gen beyzuwohnen, daſs es vielleicht nützlich wäre, wenn überall, ſelbfi der Landbau und der Waſſerbau von einander abgeſondert würden, und jeder dieſer einzelnen Theile der allgemeinen Baukunſt, ſeinen eigenen Mann beſchäftigen könnte. Um ſo weniger wird die Erlangung ganz genauer Kenntniſſe in allen "Theilen des Bauwelens von demjenigen er- wartet werden können, dellen Hauptaugen- merk auf die Vorbereitung zu andern eben- falls ſehr weitläuftigen Belchäftigungen oder Aemtern in der Staatsökonomie gerichtetilt. Die Bewerbung um eine allgemeine Kenntnils und Ueberlicht einiger Theile der damit lo oft verbundenen Bauwiſflenſchatft CEV 5.0 dürfte ihnen indeflen weder zu viel Zeit rau ben, noch für hie überflülsig ſeyn. Die Mittheilung ſolcher allgemeinen Be- griffe und einer DEE des CHE Bau- welens ifi die Abſicht derjenigen Vorleſungen, wozu diele Blätter den Leitfaden Znthalten Die Materien lollen, nachdem fie für den Zweck w Ichtiger, neuer oder brauchbarer als andere lind, in den Vorleſ lungen ſelbſt vor- züglicher und auſfserdem hinlänglich erwei- tert, auch durch vorzulegende Zeichnungen und Modelle erkläret werden. Billig hätten bey Jeder Materie mehrere darüber vorhandene Schriften hier angezeigt werden ſollen; wenn aber 7 eglitz Ency= klopädie der Baukuntft, als ein ſchätzba- res Handbuch beym Studium der Baukunft überhaupt empfohlen werden kann, und darin bey jedem Artikel die Litteratur Ferda- hin SchO 3n Schritten mehrentheils voll- fiändig angezeigt ilt, fo würde es in dielem ABLE eine m Wiederholung gewelen leyn. Indeſſen fd: in Rückſicht 4 eigent- lichen wirthichaftlichen Baukunfi als vorzüg- lich brauchbar anzumerken: NFÄANGFRE LL OKONOMLICAHe Bauwiſſen» EN ANSE EZ UE UR LFernleH ür den TE AU GUNZE: LANGENS zufällige Gedanken über die EIE 603 PA DU DEM IS Bauart auf Jem Lande. SE I ENGELEN Nan mA IE C W-<) F. MEixeaRT's landwirthſchaftliche Bauwilſenſchaft. BoRurkrk's Landbaukunft. COLBERGS Abhandlung von der GROLSEUnd.„Anlage. der bäurer> lichen Gebäude. PASTORFFS“Anteitung“40s"der gege- benen Grölse des Ackers, der Wie- fem und der Gurte Deider, die Größfßse der Landgebäaude zu be- ſtimmen. LL ANGSDORFF's Entwurf zu Vorleſun- gen über mehrere dem Camexra- liſten und Technologen wichtige Gegenſtände. Auch kommen in KRüniTz ökonomi- Icher Encyklopädie die Gegenſtände der Baukunft überhaupt, in alphabetiſcher Folge, jedoch wegen der Weitläuftigkeit des Werks, ſehr zerſireut vor. In Hvra's allgemeinem Magazin für die Baukunſt ſind ebenfalls verſchie- dene hieher gehörige gute Auflätze an- zutreffen. Diejenigen, welche fich in den Preuſsi- Ichen Staaten beſonders dem Bauweſen wid- men, etrhalten bey der von Sr. Kö Nnig- lichen Majeſtät geſiüfteten Akademie der Baukunfi den für ſie gehörigen ausführliche- ERT SIT PROE SE„z' 22:00 2 EEE x HACEHN (M I ren Unterricht von mehreren, in jedem der einzelnen Theile der Baukunfti vorzüglich er- fahrnen Lehrern. Die angehenden Baumeiſter werden in- deſſen aus dieſem Abrifle den grofsen Um- fang ihrer erweiterten Studien erlehen kön- nen. Denen, welchen es ein wahrer Ernfi ift, fich ſelbſt geſchickt und für den Staat recht brauchbar zu machen, wird ſolches hoffentlich zu einem Antriebe dienen, weder Zeit noch Fleiſs zu ſparen, um einſt ihrer Beſtimmung möglichfi vollkommen zu ent- ſprechen, Die Königliche Akademie der Baukunft hat anſser dem Zwek, die theoretiſch- prak- tiſchen Vorſchriften in Abſicht der Dauer- haftigkeit und der bequemen Einrichtung der Gebäude ausführlich zu lehren, auch die Ab- ſicht, ihre Zöglinge mit den Regeln des guten. Geſchmacks in der Baukunſt bekannt zu machen, Dies kann nur durch beſonderen Unter- richt und viele Uebungen geſchehen, weshalb davon in dieſen Blättern nur wenig geſagt worden; auch wird diefer Gegenſtand in den Vorleſungen ſelbſt nur oberflächlich berührt werden. Es würde aber ein Irthum ſeyn, wenn man glauben wolite, dals die Aeuſserung des gu- ten Celſchmacks in einer angemeſſenen Ver- zierung der Gebäude nur bey eigentlichen ESSE AIST SEELER n Winl2-- D-16942 E NI 79 Prachtgäuden oder bey den Faſſaden der Gebäude in den Refidenz-und Hauptfiädten alleinihrenWirkungskreis inde, aberbeyden gemeinern, DE ADAC bey den Landgebäu- den gänzlich aus der Acht gelaſlen werden könnte. Dem geringſien Gebäude kann viel- mehr, auch ohne die Baukoſien zu erhöhen, ein gutes, SEHN es Anlehen gegeben wer- den, und auch da, wo eigentliche Verzierung verlangt wird, iſt der gebildete Baumeiſier mel Telten Du Stande, ſolches mit wenige- rem Koſtenaufwande zu bewirken, als wenn Unkundige es ſich beyfallen laſſen, die Ge- bäude mit allerley abgeſchmackten vermeint- lichen Zierrathen zu überladen, die für den Kenner, eben ſo widrig find, als eine gänz- liche Vernachläſſigung der Symmetrie und einer zwar ſimplen, jedoch regelmäſſigen Anordnung, feinen gerechten Tadel erre- gen muls. In lo fern allo das gute Anſehen der Ge- bäude mehr durch die Geſchicklichkeit des Baumeiſiers, als durch überflülzige Koſten er- halten w GERE kann, dürſte die Beobachtung und Anwendung des dahin Gehörenden wohl für Jedermann wünſchenswerth ſeyn. Werden nun unſere angehenden Bau- meiſter mit Eifer dahin ftreben, ſich dieſe Ge- ſchicklichkeit mit den übrigen Wiſlenſchat- ten zu eigen zu machen, fo wird gewils allge- meiner Beyfall, Zutrauen, Wohlwollen, ge- hörige Würdigung ihrerſelbſi und ihrerKunſi, €. ry und davon abhangende angemeſſene Beloh- nung die Frucht ihres Fleilses ſeyn. Anderen aber, welche fich auch nur all- gemeine Kenntniſſe vom Bauweſen zu ver- ſchaffen bemüht find, wird es nicht an Gele- genheiten fehlen, nützliche Anwendungen davon zu machen, ſollten ſie auch nur darin beſiehen, ſich mit einem Baumeiſier über einen zu unternehmenden Bau defio leichter zu verſtändigen, die Vorſchläge des, nach geprüften reellen Verbeflerungen ſirebenden Mannes einzuſehen und anzunehmen, und hingegen die Einwendungen derjenigen ge- hörig zu würdigen, welche bloſs durch Un- wiſſenheit geleitet und nicht ſelten vom Ei- genſinne belebt find, aber nichts defioweni- ger am erſten Gehör zu finden pflegen. Eiſter Ee M>> EE ud Erſier Hauptabſlchnitt. Von der LA NDEBDAVEUNS ET, Sig Erſte Abtheilung. Von den zu den Landbauten gehörigen Bau- materialien,(wovon einige auch eben lowohl zum Waſſerbau gebraucht werden). Die Baumaterialien find: 1. Steine, und zwar ſolche, die in ihrem natürlichen Zuſtande, ohne Veränderung der Be- Nandtheile gebraucht, und nur bearbeitet werden, d. 1. die erforderliche Geſialt erhalten dürfen, als Kalkſteine, Sand- oder Bruchſfteine, Feldſieine, Schiefer u.[ſ. w. Steine, welche von Menſchen Händen aus weichen Materialien, der Ablicht. gemäſs ver- ſchiedentlich geformt, und entweder bloſs an der Luft und Sonne getrocknet, oder durchs Feuer feli gebrannt werden. X CG 210) 2. Holz, und zwar Eichen, Lerchenbaum, Kiehnen oder Kiefern, Tannen, Fichten oder ſogenannte Rothtannen, Buchen, Elſen und an- dere Holzſorten mehr. 3. Verbindungsmaterialien der Stei- ne, als Kalk, Gyps, Thon; Lehm, Sand oder andere Surrogate deſſelben, und allerley zuſam- mengeſetzte Kitte, auch eiſerne Anker, Klam- mern und Dübel, ſo hierzu gebraucht werden. 4- Metalle, als Eiſen, Bley, Zinn, Kupfer, Meſsing u. ſ. w. bB. Erben, Glas. Rohr. Stiol uſw Qa 2 1. Zu den Steinen, welche der Maſſe nach von der Natur erzeugt, und entweder ſo ge- braucht, oder nur bearbeitet werden dürfen, C= hören: die Kalkſteine, die Sand- oder Bruchſſeine; in den Provinzen, wo der weite Transport ſie zu koſt- bar und ſelten macht, werden ſie nur zu Haupt- wallerbauten gebraucht; an anderen Orten, in der Nähe der Steinbrüche, aber ganze Gebäude damit aufgeführt; die Feldſteine; davon werden die kleinern zum Straſſenpflaſter gebraucht; die gröſsern aber, entweder ganz, oder indem ſie durchs Abſchlagen der Ecken, mit groſgen Hämmern, brauchbar ge- macht worden, oder wenn man ſelbige in eben dieſer Abſicht durch Erhitzung und Anſchla- gung mit groſsen Hämmern zerſtückt, oder mit Pulver geſprengt hat, zum Mauerwerk genommen. .„» SE ONE RR GREEN RN INR I EIEELEIIGNE SEE ERIN TTTIR NEIN SEISER ESE BETH AIRES TEENIE EESTI ETI EINEIN ILTEESEININENDERSE EINNE DUE EO Die ganz grofsen Feldſteine können durch eiſerne Keile zerſtückt werden, indem eine Rinne darin ausgehauen wird, worin man eiſerne Blech- Nücke, und zwiſchen dieſe eiſerne Keile ſtellt, auf welche mit ſtarken eilernen Hämmern geC- ſchlagen wird. Der gröſfste Feldſiein wird da- durch gemeiniglich in zwey Stücke mit ſehr ebe- nen Flächen getheilt, welche als Deckſteine, an- Natt der Gewölbe, auf kleinen Brücken, von vier bis fechs Fuſs Oeffnung, dienen. Auch können die Feldſteine mit Meiſſe] und Hammer zu Mühlſieinen, Fundamentſtei- nen, Radabweiſern und dergleichen bearbeitet werden. (Von ſteinernen Bänken, die zugleich als Wegweiſer die- nen,[. Sammlung nützlicher Auffätze die Baukunſt be- treffend, 13 Stück, Jahrg. 179g.) 8. 3: 2. Diejenigen Steine, welche yon Men- ſchen Händen aus weichen Materien geformt, und entweder bloſs getrocknet, oder durchs Feuer feſt gebrannt werden, ſind: die Lehmziegel, Luftziegel, die Lehmpatzen, 'die geſtampften oder Piſe-Steine, die gebrannten Ziegel; dabey iſt zu be- merken, daſs der Thon oder Lehm zum Ziegel- brennen nicht zu fett, aber auch nicht zu mager, auch rein, d. i. ohne Gemiſch von kleinen Stei- nen, beſonders yon Kalkſteinen und Mergelerde befreit ſeyn muſs. A? AEG enu+ TIREI (3. 06: 9 Die Beſchaffenheit deſſelben wird durch vor- heriges Ausgraben, und indem man die Erde we- nigſlens einen Herbſt und Winter hindurch, den Kinwirkungen der Luft ausſetzt, verbeſſert; hier- nächſt wird ſolches auch durch das Einſumpfen oderErweichen im Waſſer, vorzüglich aber durchs Reinigen und Bleiſsiges Durchtreten, bewirkt. Dann folgt das Formen der Ziegel, fo wie das Trocknen derſelben, und zwar in Ziegel- ſcheunen. Dieſe können gegen die bisher übli- chen, durch übereinander angebrachten Gerüſte oder Stellagen, um die Ziegel übereinander zu Nellen, eniweder weit ſparſamer, oder doch ver- kleinert erbauet werden. Auch können die Ziegel. unter leichten Schuppen, oder auch wohl ohne ſelbige, ganz im Freien getrocknet werden. Beym Einſetzen der Ziegel in den Ofen müſ- ſen ſelbige vollkommen von der Luft getrocknet ſeyn, auch nicht zu dicht aneinander geſtellt werden; beyde Fehler werden gewöhnlich von den Zieglern begangen. In Abſicht der Beſchaffenheit der Ziegelöfen, ſo müſſen ſelbige auf einem trocknen Platze er- baut werden. Jedoch iſi bey einer Ziegeley- An- lage dahin zu ſehen, daſs Waſſer in der Nähe vorhanden ſey, oder es müſſen dazu Brunnen angefertiget werden. Die Ziegelöfen müſſen eine verhältniſsmäſsi- ge Breite und Höhe haben, um das Holz oder den Torf bis an das Ende der Schirrlöcher brin- gen zu können, auch damit die Hitze die obern Ziegel gehörig erreiche. Zehn. bis zwölf Fuſs ZE. Edel d rinne. Fir 7, I 28 breite und vierzehn Fuſs hohe Ziegelöfen ſind dieſen Abſichten gemäſs eingerichtet.= Sie kön- nen übrigens zugewölbt, oder oben offen ſeyn. Die Feuerſtellen oder ſogenannten Schirrlö- cher und Bänke müſſen ebenfalls ihr beſſimmtes Maaſs haben, und erſtere bey Torfziegelöfen, mit eiſernen, beſſer aber mit thönernen gebrannten Roſten verſehen ſeyn. (CL W- Gilly Beſchreibung des Torfziegelofens bey Li- num. Berlin 1788. 2te Auflage.) Die Mauern aller Ziegelöfen können, anſtatt der gebrannten Steine, ohne Nachtheil mit ge- trockneten, oder mit Luftſteinen aufgeführet wer- den. Esiſft auch gut, die Ziegelöfen mit einem Schuppen vder Dach zu verſehen; das Holzwerk muſs aber dem Feuer nicht zu nahe ſtehen. Das Brennen der Ziegel kann auch in der Art geſchehen, daſs der Ziegelofen von den zu brennenden Steinen ſelbſt aufgeſetzt wird, wel- ches man Ziegel in Feldöſen, oder nach Lückerarit zu brennen, nennt; dieſes Ver- fahren gewährt ungemein grofse Vortheile, in- dem ſolches öfters nahe an der Bauſtelle und ohne eigene Gebäude geſchehen kann, indem dabey auch anſtatt der Trockenſcheunen nur ganz leichte Schoppen von Stroh, oder auch wohl gar keine gemacht, und die Steine etwa nur mit Matten bedeckt werden. Die Vollkommenheit der Ziegel wird aller- dings auch durchs gehörige Brennen bewirkt; es wird folches mit Holz, mit Torf oder mit Stein- kohlen bewerkfſlelliget, A: 3 es GNT DER+ TSAEED, EG Bevor die gebrannten Steine aus dem Ziegel- ofen genommen werden, muſs ſelbiger erſt abge- kühlt ſeyn. Die Güte der Gege beruht auf der Feſtigkeit und Reinheit der gebrannten Maſſe und keines- weges auf der Farbe der Ziegel; beſonders müſ- ſen ſich keine weiſſen Kalktheile darin zeigen, welches vorzüglich bey den Dachziegeln nach- theilig iſt. Die verſchiedenen Sorten der gebrannten Zie gel find. gewöhnliche Mauerſileine, welche von ver- ſchiedener Gröſse ſeyn können, jedoch muſs die Breite gegen ihre Länge dergeſtalt proportionirt werden, daſs die Breite zweyer Steine, mit Inbe- griff einer Kalkfuge von etwa einem halben Zoll, die Länge eines Ziegelſteins ausmacht; die Dicke iſt ohngefähr der halben Breite SIENCH Gewölbe- Brunnen. Keſſelteine, Geſimsſteine werden nach beſondern Formen verfertiget. Die Flieſen ſind quädratiſch und etwa ZWEy Zoll dick. Die gewöhnlichen flachen Dachziegel werden auch Biberſchwänze genannt. (An manchen Orten find noch gebogene, ſogenannte Dach» pfannen üblich; vorgenannte flache Dachziegel ſind aber beſſer.) Die Hohlfteine dienen zur Eindeckung der Kanten oder Förſte der Dächer. (Man hat auch verſchiedentlich verſucht, den Dachziegeln durch Anftreichen oder Glaſüren mehrere Dauer zu ver= ſchaffen, welches aber etwas Koſtbar iſt.) R Gn HREN 0... a H UERIRIEZE Labe ie Knin„The a SINE„er na 7 Fr Wä S5 eee or DI 1 4 2. Bauholz. Die beym Bauen gebräuchlichſten Holzſorten find bereits 8. 1. genannt worden. Das Eichenholz kann wegen ſeiner Selten- heit kaum mehr zu den Hauptſtücken bey Schleu- ſen und Mühlenbauten gegeben werden. Mit geringem Verluſt in Abſicht der Güte, kann man fich aber auch an deſſen Stelle des guten Kkieh- nichten Holzes bedienen, und es wird daher das Kiehnenholz überhaupt am mehrſten zum Bauen gebraucht. An einigen Orten, beſonders in Preuſsen, iſt aber auch Tannenholz vorhanden. Beyde Sorten werden nach der Gröſse und dem Ge- brauch deſſelben eingetheilt, in Sägeblöcke, welche zu Brettern und Latten geſchnitten werdenz Darkes EDE wobey anſtatt des kleinen rkes-.: mel Holzes, das Auffſchneiden des ſtar- ELG . ken zu den ſchwächern Bauſftücken klein- zu empfehlen 1ſt. Bohlſtämme, deren ſonſtiger Gebrauch zur Belegung der Böden oder zu Bewährungen un-' terſagt iſt; Lattſtämme, welche zu Latten auf Stroh und Rohrdächern gebraucht werden. Es ilt aber bef- ſer anflatt der Lattlämme, die im guten Wachs- thum ſtehen, die Latten aus Sägeblöcken oder ſlfarken Bauholz zu ſchneiden. Rindſchälige Bäume gebraucht man zu Schin- dein, zu Lehmſlaken und zu Dachſlöcken. A 4 C+ 8.5 Aus der Beſchaffenheit des Bodens kann man einigermaſsen auf die Güte des Holzes ſchlieſsen. Schwämme und Aſllöcher ſind zuweilen äuſszer- lich zu entdecken.' Das Bauholz kann zu jeder Jahreszeit gefället werden, jedoch iſt es in vieler Rückſicht beſſer, den Winter dazu zu wählen. Der Einfluſs des Mondes dabey beruht bloſs auf Aberglauben. Das Holz mnſs nach dem Fällen von der Borke befreit werden; Je trockner man es alsdann wer- den laſſen kann, deſto beſſer iſt es. Wenn ſchon gefälltes, auch wohl in Flöſsen transportirtes Holz, gekauft wird, ſo iſt dahin zu Tehen, daſs ſolches nicht bläuliche Flecke oder Streifen habe, 8. 5: 3. Verbindüngsmaterialiehn. Kalk iſt das gewöhnlichſte Verbindungsmit- tel der Steine. Die rohen Materialien, woraus Kalk gebrannt werden kann, find: Kalkſteine, welche theils in der Erde in groſsen zuſammen- hängenden Lagern gebrochen werden. (Der vorzüglichſte Kalkſteinbruch in der Mark und in der Nähe Pommerns, iſt der zu Rüdersdorf. Dieſe Kalkſtei- ne werden weit verfahren und Kalk daraus gebrannt.) Theils findet man kleine runde Kalkſteine in und auch auf der Oberfläche der Erde, welche Leſeſleine genannt werden. Auch aus Mergelerde kann Kalk gebrannt werden, wenn ſelbige wenigſtens 3 Kalktheile “ad "ID: 25 und nicht über 3 Mergelerde enthält, welches vorher leicht zu unterſuchen ilt. (Desgleichen wird aus Muſchelſchaalen Kalk gebrannt, wo ſie häufig ünd, als in Holland u. ſ. w.) Alle Steine, Erdarten und Materien, woraus Kalk gebrannt werden kann, find daran zu erken- nen, daſs ſe mit Scheidewaſſer oder andern ſtar- ken Säuren aufbrauſen und ſich auflöſen. ( Daher aus eigentlichem Marmor der beſte Kalk gebrannt werden kann.) Der Kalk wird in qazu, auf verſchiedene Art und nach den Brennmaterialien, als Holz, Torf oder Steinkohlen, eingerichteten Oefen, gebrannt, Der gebrannte Kalk wird gebrannter oder lebendiger Kalk genannt. Nach dem Brennen wird derſelbe mit Waſſer gelöſcht, und entweder gleich gebraucht, oder in Gruben aufbewahrt; wobey zu bemerken, daſs es ein bisher ſtatt gefundener Wahn itt, daſs lange in dergleichen Gruben aufbewahrter Kalk beſſer ſeyn ſoll, als der friſch gelöſchte, welches von letzterm gilt.; Kalk kann ohne Beymiſchung von Sand, oder demſelben ähnliche Materien, als zerſtoſſenen Bruchſfteinen, feſtgebrannten Ziegeln(Ziegel- mehl), Hammerſchlag und dergleichen, kein Verbindungsmittel des Mauerwerks ſeyn. Gewöhnlich wird indeſſen Sand gebrauchtsz es muſs ſelbiger aber grobkörnicht und dabey rein, d. 1. ohne ganz kleine Körner oder Staub ſeyn. A 5 GE 10:5 Auch kann der Meerſand nicht gebraucht werden. Auf die gehörige Durcharbeitung des mit Sand zu vermiſchenden Kalks kommt vieles an. Der alſo mit Sand vermiſchte Kalk wird M ör- tel oder auch wohl Maueitſpeiſe genannt. Es kommt demnächſt gar nicht darauf an, vielen Mörtel in oder zwiſchen den Fugen der Steine zu gebräuchen, ſondern es muls ſogar nur io viel davon genommen werden, daſs die Steine in allen Puncten der mit Kalk zu verbindenden Flächen davon berührt werden, oder welches ei- nerley iſt, das Mauerwerk muſs möglichſt ſchwa- che Kalkfugen bekommen. Ciment wird zu Waſſerbauten gebraucht. Es beſteht ſelbiger aus Kalk, welcher anſtatt des Sandes mit einem getrockneten, pulveriüſirten, po- röſen und. zerreiblichen Stein, welcher Traſs genannt witd, vermiſcht if. Der Traſs wird unter andern in einigen Gegenden am Rhein ge- funden, nach Holland gebracht, daſelbſt klein gemahlen und unter dem uneigentlichen Namen von Ciment verkauf. Es giebt aber auch Traſs im Magdeburgiſchen. Kalk mit geſtoſſenen feſten Ziegeln, oder Zie- gelmehl, blols vermiſcht, giebt einen recht gu- ten Ciment zu Waſſermauern. Der Gyps wird aus ſogenanntem Gypsſtein, Alabaſter oder Frauenglas gebrannt. Die Gyps- Deine brauſen mit Säuren nicht auf. Der Gyps wird ohne Vermiſchung mit Sand gebraucht. Er hat die Eigenſchaft, Ichnell zu wocknen und zu binden, verliert aber an feuch-« ht Tete GC 16.) ten Orten feine bindende Kraft; dieſerhalb, und weil derſelbe in hießigen Gegenden theuer iſt, wird ſolcher nicht zum Mauern, ſondern nur zu Zier- tathen, und zur Vermiſchung mit dem Kalkmör: tel, bey Geſimſen und zum Abputz der Decken gebraucht, um ſolche ſchnell haltbar und trocken zu erhalten. Der Lehm wird bey Brandmaüern, Schorn- ſteinen, Backöfen und allen der Feuerhitze aus- geſetzten Mauerwerk, vorzugsweiſe vor dem Kal- ke, gebraucht, weil letzterer der Hitze nicht wi- derſteht, der Lehm hingegen deſto feſter davon wird. Der Lehm kann auch allenfalls zur Er- ſparung der Koſten, zu anderm Mauerwerk, und ſelbſt zu Fundamenten, jedoch nur bey ganz leich: ten und ſchlechten, auf ſehr trocknem Grunde ſtehenden Gebäuden, gebraucht werden. Lehm mit Kalk vermiſcht, oder ſogenannter Spaarkalk, taugt aber gar nicht, ſondern der bloſse Lehm behält von ſelbſt den Vorzug. . 4. Metalle. Davon wird beym Bauen vox- züglich das Eiſen gebraucht. Das in der Mark und Pommern, aus Wieſenerz gemachte Eiſen, oder das ſogenannte Landeiſen, iſt ſpröde und brüchig, und dient daher nur zu grofsen Bau- ſtücken, als Ankern, Klammern u. dergl. auch zu den eiſernen Guſswaaren, als Oefen, Gra- pen, Pfannen, Munitionen u. ſ. w. Das ſchleſiſche Eiſen iſt geſchmeidiger und elaſtiſcher als das vorgedachte Landeiſen; € 22 3 und wird. daher zu Nägeln, Schlöſſer- Arbeiten, Schrauben u. dergl. kleinern, auch beweglichen Stücken beym Bauen gebraucht. (Das ſchwedrſche Eiſen iſt zwar vorzüglich gut; allein das , wovon man auſser dem gewohnlichen, noch eine verbeſſerte Art hat, giebt ihm in der Güte nichts nach, weshalb denn auch der Eingang des erſteren unter ſagt ilt.) Das Blech wird ebenfalls ans Eiſen geſchla- gen. Es giebt ſchwächere. und Kleinere, aber auch gröſfsere und Rärkere Sorten deſſelben; fer- ner hat man unverzinntes oder ſchwarzes und verzinntes oder ſogenanntes weiſſes Blech. Das ſlarke ſchwarze Blech wird zu eiſernen Ofenthüren, Bratöfen, Rauchröhren u. dergl, gebraucht. Das welille, vorzugsweiſe aber das grofse und ſtarke weiſſe Blech, wird zuweilen zur Bedeckung der Dächer und Thurmkuppeln und.deren Wetterböden, mehr aber zu Regen- rinnen und Abfallröbren an den Gebäuden, des- gleichen zur Kindeckung der Kehlen und Dach- fenſter u. ſ. w. verbraucht. Zur Conſervation muſs es aber zweymal mit Oehlfarbe angeſtrichen wer- den; wozu jedoch nicht rothe, ſondern ſchwarze Farbe von Ruſs zu nehmen iſt, weil erſfiere das Blech durchfriſst. Nägel ſollten von dem geſchmeidigſien Eiſen gemacht werden, weil ſie zum öftern umgebogen oder umgeniethet werden müſſen. Sie ſind übrigens in der Gröſfse und Form ſehr verſchieden, und erhalten nach ihrem Zweck verſchiedene Benennungen, als Knaggen, Hat. Bias Gale Ve WbE Ra«5 TRIES WERBER...- Et AnnE> Ci 200. KR BEZIE IETI TE uo ZG„en 5 dd S2 Wal 5o. 220g , (3 “7-7 (BE 124008), tem, ganze"und halbe Brettnägel, Schloſsnä- SEHNEN; Drath wird ebenfalls in verſchiedenen Sor- ten von Eiſen angefertiget Der ſtärkere wird zu Fenſergitter und Darrflaken, der dünnere aber zum Berohren der hölzernen Wände und Decken gebraucht- Bley wird überhaupt in ſehr ſeltenen Fällen zum Decken ganzer Dächer, der Wetterböden auf den Thürmen und der Hohlkehlen angewandt, und ift auch dazu nicht ſehr. dauerhaft; nächit- dem wird davon das Fenſterbley verfertiget. Zinn dient zum Löthen der Blecharbeiten und des Fenſterbleyes und auch zu einem ganz dünnen Ueberzuge der Schlöſfſerarbeiten. (Das Anſtreicher der letztern mit Oehlfarbe iſt aber beſſer.) Kupfer wird beym gewöhnlichen Bauweſen nur zu Brau- und Brennereygeräthſchaften ge- DraIICHE (Zum Decken iſt es zwar das beſie Materiale, aber äuſzerſt kofibar, daher es ſelbſt bey wichtigen Bauten nur ſelten dazu gebraucht wird.) Meſſing wird als Blech zuweilen gebraucht, um die Kaſten der Thürſchlöfßſer damit zu über- ziehen; es werden auch wohl ganze Beſchläge davon gemacht, allein es iſt koſtbar und kommt bey ordinairen Bauten ſelten vor. 9. 7- 5. Farben, deren man ſich beym Bauen bedient, ſind mehrentheils Erdfarben, und wer- "os ErtRag a WDR, 5 IS AEI ZD SRE R..." Wik Ed 35037). Tah ( 14) den entweder mit Leimwaſſer oder mit Firniſs, welcher von Oehl gekocht iſt, zubereitet. Glas; das Jafel- oder Scheibenglas zum Verglafen der Fenſter iſt von verſchiedener Gröſfse zu bekommen und, der Beſchaffenheit nach weiſſes oder Kreideglas, und dunkeles oder fogenanntes grünes Scheibenglas. Rohr hat zur Bedeckung der Landgebäude einen groſsen Vorzug vor dem Stroh; das Rohr wird auch zum Berohren der Holzwände und Decken gebraucht. Stroh, und zwar Roggenſtroh, iſt das ge- wöhnlichſie Material zur Bedeckung der Landge- bäude; des Weizenſtrohes bedient man ſich nur im Nothfalle. Zweyte Abtheilung, E84 Von den einzelnen Theilen der Gebäude. Der Grund, worauf man ein Gebäude ſetzen will, muſs eine, deſſen Gröſse und Schwere, an- gemeſſene Feſtigkeit haben. Die Ausmittelung der hinreichenden Fefſtig- keit iſt eine der wichtigſten, aber auch der miſs- lichten Verrichtungen eines Baumeiſiers. Zam feſten Grunde rechnet man: Felſengrund und die demſelben ähnlichen Gründe, grobkörnichten und mit Lehm vermiſchten Sand. €: 09 Selbſt feiner Sand iſt feſter Baugrund, wenn derſeibe auf grofsen Strecken fortgeht, desgleichen Lehmgrund, wenn derſelbe nicht durchnäſst iſt. oder nicht abwechſelnd trocken und naſs werden kann. Schlechter Baugrund ift erweichter Lehm. grund oder Letten, ſtark mit Waſſer durchzoge- ner Sand oder Triebſand;»naſser Wieſengrund, Torfgrund und weicher Moraſt, 9-7 Die Fundamente müſſen auf einen feſen Grund gelegt werden. Wird derſelbe alfo gleich oder bald unter der Oberfläche der Erde angetrof- ten, ſo bedarf es Keiner tiefen Fundamente, feht aber der feſie Grund erſt in mehrerer Tiefe, ſo muſs mit dem Fundamente bis auf ſelbigen hinab gegangen werden. Die Tiefe der Fundamente wird alſo lediglich durch die Lage des feſten Grundes beſtimmt; in- deſſen befimmt die Höhe der Souterrain- und der Kellermauern, welche zugleich die Stelle der Fundamente vertreten, die Tiefe derſelben. Wenn der feſte Grund ſehr tief iteht, und alſo um denſelben zu erreichen. zu hohe Fundament- mauern erforderlich ſeyn würden, ſo kömmt es darauf an, ob der bis dahin befindliche zwar wei- che Grund, dennoch von einiger Confiftenz und einer Zuſammendrückung fähig ſey; alsdann wer- den Balken oder Bohlen, oder ein ſogenannter liegender oder geſtreckter dayon verbun- dener Roſt gelegt, und die Fundamentmauern darauf aufgeführt; ißt aber der Grund ganz weich, (46) ſo daſs derſelbe nicht durch eine Laſt zufſammen- gedrückt werden kann, ſondern ſeitwärts aus- weicht, als ſchwimmender Moder, ſo müſlen zu- vor Pfähle eingerammt und auf dieſe Balken und Bohlen gelegt werden, welches ein Pfahl- roſt oder eine Pilotage hbeilst. Beydes, und vorzüglich die letztere iſt ſehr koſtbar, daher man dergleichen Bauſtellen ſo viel als möglich zu vermeiden ſucht. Bey gewöhnlichen Fundamenten ohne der- gleichen Roſte iſt anzumerken, daſs ſolche etwas ſtärker oder breiter werden, als die darauf zu ſetzende Mauer, und daſs man ſie noch überdem durch Abſätze, wovon der unterſie das Banquet heiſst, nach unten zu verbreitet, wodurch ſie ſich nicht ſo tief eindrücken, auch einen feſtiern Stand erhalten. Ein jedes Fundament, und ſelbſt unter höl- zernen Gebäuden, muſs wenigſlens einen und einen halben Fuſs über der Erde aufgeführt wer- den, um die Erdfeuchtigkeit und das Regenwaſ- ſer von den Fuſsboden und den Schwellen ab- zuhalten. Oeſters werden aber die Fundamente noch höher über der Erde aufgeführt, um den in den Souterrains anzulegenden Kellern Trockenheit, mehr Luft, und den daſelbſt anzubringenden Wohnungen mehr Licht zu verſchaffen, Der Theil des Fundaments über der Erde, wird die Plinte genannt. Zuweilen wird dieſe Benennung aber nur von dem Abſatze verſtanden, welchen die Fundamentmauer gegen die darauf ſtehende Etagenmaner macht. Die GC: 49-2 Die in den Souterrains anzulegenden Keller mit Balkendecken oder mit gelehmten Staackwerk zwiſchen den Balken zu verſehen, iſt wegen der baldigen Fäulniſs des Holzes an ſolchen feuchten Orten nicht rathſam; auch ſind die, über den mit ſolchen Decken verſehenen Kellern, befind- lichen Wohnzimmer faſl nicht zu erheitzen. Es iſt daher beſſer die Keller zu überwöl- ben. Ueber heitzbare Wohnzimmer in den Souterrains, deren Decken 5 bis 6 Fuſs über der Erde erhöht find, können jedoch Balken ge- legt und dazwiſchen Staackwerk oder Windelbo- den, ſtatt finden. Die Keller werden mit, nach einem halben Zirkel, oder einem gedruckten Bogen gebildeten, ſogenannten Kuffen- oder Yonnengewölbe Überwölbt. Beſſer ſind aber die neueren Kappenge- wölbe, welche an den Seiten gerade Räume und einen beſſern Kinfall des Lichts verſlatten, Quadratiſche Räume in den Kellern, auch ſonſt in den Ktagen, als bey Brau- und Brenne- reyen, von etwa 16 Fuſs, werden mit einem ſo- genannten Kreutzgewölbe überwölbt, Bey gröſsern Plätzen aber werden in der Mitte ein oder mehrere Pfeiler aufgeführt, und von dieſen Pfeilern gegen die Seitenwände, mehrere einzelne Kreutzgewölbe, welche zuſammen ein Ganzes ausmachen, angefertiget. Die Wölbung der Souterrains, der Keller und ſonſtiger Plätze in einem Gebäude, muſs nicht eher geſchehen, als bis das Dach eingedeckt iſt, . B .(vm ſt -'| ; 26 7 e200d0 mum m 3 meien Donn ü (180 1) weil ſie ſonſt von der darauf fallenden Näſſe zu ſehr leiden würden. 0 1:0: Von den Mauern und Wänden der Gebäude iſt zuvörderſt anzumerken, daſs unter Mauern dasjenige Bauwerk verſlanden wird, was von Luft- oder von gebrannten Ziegeln, von Feldſteinen, Bruchſteinen, Lehmpatzen, oder mit geſtampfter Erde, aufgeführt iß, und welches überhaupt unter der Benennung von maſſiv, bekannt iſt. Die Wände hingegen find mit Holz verbunden. Ferner erhalten die Mauern und Wände in Abſicht ihrer Lage und Stellungen, folgende Be- nennungen: Die äuſsern oder die Umfangsmauern, oder Umfangswände ſind die vordern, hin- tern und Giebelmauern und Wände eines Gebäudes, wobey die Giebelmauern vom Fundament bis an die Dachbalken, und die ei- gentlichen Dachgiebel, zu unterſcheiden ſind.- Die Scheidemauern oder Scheide- wände, und zwar diejenigen, welche queer oder nach der Tiefe des Gebäudes gehen, heiſzen die Queerwände, diejenige aber, welche gemei- niglich in der Mitte nach der Länge des Gebäudes geht, die Mittelwand; wenn aber ein Gang oder ſogenannter Corridor, nach der Länge des Gebäudes angebracht Iſt, ſo entſtehen Zwey ſolche Mittelwände, welchen man auch wohl die Be- nennung von Corridorwänden zu geben pflegt. Die Brand- und Vorgelege- Mauern. Den in hießigen Gegenden gebräuchlichen und |Q Lai 07 u ==reemmeezager zzg enen dä, E 29) zu den Mauern anwendbaren Materialien nach, glebt es folgende Arten von Mauern: von gebrannten Steinen oder Ziegeln, von Feldfleinen(auch wohl zuweilen yon Bruch- und Kalkſieinen); von Lehm, und zwar von ſogenannter Wellerarbeit, von Lutfttziegeln, von Lehmpatzen, von geſlampfter Erde oder ſogenanntem Piſe, Die hölzernen Wände, und zwar von aufeinander gelegten Balken oder Bohlen, alfo ganz von Ho]1z; mit Schwellen, Stiel und Riegelwerk yerbundene Bretterwände, Verſchläge von Latten, mit maſſiven Pfeilern und dazwiſchen eingeleg- ten Bohlen. (Man ltindet Jedoch öſters, daſs in einem Gebäude die Um- fangsmauern von gebrannten Steinen, die Scheidewände aber von Lufiſteinen oder von Holz find, oder es ilt auch wohl nur die Vorderfronte maſſiv, beſonders in kleinen Städten, das übrige aber von Holz.) Wars In Abſicht der Dauerhaftigkeit dürfie folgende Claſſification ſlatt finden. Mauern von Feldſteinen ſind die dauer- hafteſten von allen; allein nicht wohl zu Woh- nungen für Menſchen brauchbar, weil ſie faſt im- mer feucht ſind. Dieſen folgen die Mauern von Bruchſtei- nen, welche aber jene Unbequemlichkeit nicht 21x(1cH) haben. B 2 €. 202) Mauern von Kalkſteinen haben den Nach- theil, daſs wenn ſie bey einem entſiehenden Brande Dark erhitzt werden, die Steine in Stücken zerfallen und die Mauern alfo nicht wieder bey- behalien werden können. Mauern von gebrannten Ziegeln haben eine ſehr lange Dauer. Bey den innern Wänden kömmt es nicht einmal auf eine vorzügliche Güte derſelben an, und es Können ſogar bey nicht zu ſehr zu belaſtenden Gebäuden von einem bis zwey Stockwerken aufser der, die Balken tragenden Mittelwand von gebrannten Steinen, die übrigen Scheidewände von Luſtſleinen aufgeführt werden. In Brandmauern und Schornfteinen ſind die Luſft- fleine ſogar vorzugsweiſe für die gebrannten Zie- gel zu gebrauchen. (Bey dem"Gebrauch der Luftfieine zu Scheidewänden iſt es gut, noch einen Fuſs über dem Fuſsboden der Zimmer von gebrannten Steinen zu mauern, damit keine auf dem Fußboden entſtehende Feuchtigkeit die Lufiſteine erreichen kann.) Die Lehmmauern haben ebenfalls, wie vieljährige Erfahrungen lehren, eine lange Dauer, ſind dabey feuerſicher, auch trocken und geſund; es ill auch ein nicht geringer Vortheil(vorausge- ſetzt, daſs die Lehmziegel oder Lehmpatzen vor- her wohl ausgetrocknet ſind,) daſs die Austrock- nung der Wände ſogleich nach deren Aufführung erfolgt, ſo daſs ein ſolches Gebäude ſogleich be- wohnt werden kann. Mauern yon geſitampftem Lehm, oder die fogenannten Piſemauern, find die ſeſteſten St ibbRe. 5 TIER M päd knn 3“ Ta VEEN LAME 27 ENWG IREANE 4 EG SCHRL 09mm 20ER zu EE:-/" C 596... I die von Lehm gemacht werden können; die Con- ſtrudion derſelben iſt aber etwas weitläuftig. Dieſen folgen die Mauern von Lehmpatzen; alsdann die Mauern von Luftſteinen, denen man zuweilen eine äuſsere Blendung von gebrann- ten Steinen giebt, welches aber nicht ſo vortheil- haft zu ſeyn ſcheint, als man denkt; denn die durch den Regen anſchlagende Näſſe zieht ſich hinter die gebrannten Steine, und die Mauer trocknet weit langſamer wieder ab, als wenn fie ganz von Lehmpatzen aufgeführt und mit Kalk be- rappt iſt. Die ſogenannten Wellermauern ſtehen ſowohl in Abſicht ihrer Bauart, als wegen ihrer geringeren Dauer, und weil auch das Ungeziefer ſich leicht darin einniſten kann, mit Recht in der letzten Claſſe der Lehmmauern. Die hölzernen Wände überhaupt ſind holz- verſchwenderiſch, undauerhaft und daher ſo oft Reparaturen ausgeſetzt; ſie ſchützen nicht hin- reichend vor Froft und Kälte, und ſind einer leichten Entzündung und der gänzlichen Ein- äſcherung ſo leicht ausgeſetzt. Erſigedachte nachtheilige Eigenſchaft haben vorzüglich die ganz von Holz oder von aufeinan- der gelegten Balken oder Bohlen angefertigten Gebäude oder Blockhäufer und Wände, welchen man in Preuſsen den ſonderbaren Namen Geher- ſaſs giebt. Sie ſind auch für die Folge verboten und abgeſtellt. Bretterwände müſſen bisweilen im Innern der Gebäude als Verkleidungen oder zu leichten Abtheilungen geduldet werden; dahingegen find B 3 "es Grie WIRR„5 PGL (: 29.5 lie bey Königlichen Bauten, zu Zäunen oder Be- währungen unterſagt. Die Wände mit. gemauerten Pfei- lern und dazwiſchengelegten Bohlen erfordern ebenfalls vieles Holz und find nicht dauerhaft. S. 225 Aus dem angeführten ergiebt ſich die ver- nünfuge Wahl der Mauern in Abſicht der Dauer- haitdgkeit von ſelbſt; indeſſen hängt es zum öſftern von Localumſtänden ab, in wiefern man dieſe oder jene Baumaterialien leichter bekommen kann als andere; hieraus ergeben ſich auch die mehrern oder mindern Koſten. Mehrentheils iſt aber wohl der Lehm am leichteſten zu haben: folglich dürfte dieſe Bau- art faſt in allen Fällen, wenigſtens bey Land- gebäuden, und wie gedacht, vorzugsweiſe der- Bau mit Lehmpatzen, der anwendbarſte feyn, wie denn damit auch ſchon gute Fortſchritte gemacht worden. Die Ziegel oder gebrannten Steine ſind an den mehreſten Orten im hohen Preiſe; auſzerdem müſſen ſie mit Kalk, der öfters auch koſtbar iſt, zuſfammengemauert werden, da- hingegen würde es ſogar undauerhaft ſeyn, ſol- chen bey den Lehmpatzen zum mauern zu ge- brauchen, und es bedarf dazu nur Lehm; ferner lind faſt alle Verrichtungen bey dieſer Bauart von den kunſftloſen Händen gemeiner Tagelöhner aus- führbar. Ohnfehlbar wird alſo hier die Koſtenberech- nung zum Vortheil der Mauern von Lehmpatzen ausfallen. Das Bauholz zu hölzernen Wänden iſi “SEEG 1. BEARS Une 2< 24 TREE."ITIL> ARGE REHER. E03 ege"I | Amas »“ OD €. 25: 7 in den mehreſten Gegenden auch ſchon ſelten und theuer, und der Lehmpatzenbau wird alſo unter dieſen Umſtänden wenigſtens nicht theurer ſeyn, als der Fachwerksbau; da hingegen dürſte da, wo noch Holz im Veberfluſſe iſt, allerdings, beſonders wegen der ſchmalen Fundamente, wel- che die hölzernen Wände nur erfordern, die Bau- art in Fachwerk, die wohlfeilere, aber doch immer die ſchlechteſte ſeyn. SIE Bey der Aufführung oder Conſtrudion dieſer verſchiedenen Mauern und Wände, iſt folgendes anzumerken: Die Mauern von gebrannten Ziegeln müſſen vorzüglich im gehörigen Verband, d. 1L durch verwechſelte Lage der Steine, dergeſlalt aufgeführt werden, daſs von den lothrechten Fu- gen nicht eine auf die andere trifft; daſs die Fu- gen ſo dünne als möglich gemacht, oder daſs nur wenig Kalk darin gebracht werden ſolle, iſt be- reits erinnert worden. Die Fugen müſſen aber auch nach auſsen zu offen bleiben, damit der An- wurf oder Abputz deſto feſter darin ſitze. Daſs die Mauern gerade oder lothrecht aufge- führt werden müſſen, verſſeht ſich von ſelbſt. Bey Gebäuden von einem Stockwerk müſſen die äuſsern Mauern einen und einen halben Stein dick oder ſtark ſeyn, nur in feltnen Fällen bey ganz leichten Gebäuden dürfte eine Mauer von einem Stein ſtark Natt inden können. Bey zweyſtöckigen Gebäuden wird das untere Stockwerk zwey und das obere ein und einen hal- ben Stein dick.- Bey dreyſltöckigen muſs das B 4 Did Wp DMR, 5 TE KEI (94) obere ein und einen halben Stein, das zweyte ZWwey, und das dritte zwey und einen halben Stein dick ſeyn; allenfalls iſt es hinreichend, die untere Mauer zwey, und die der beyden folgenden Eta- gen nur ein und einen halben Stein dick zu ma- chen. Die Giebelmauer bis an die Balken braucht aber durch beyde Stockwerke nur ein und einen halben Stein dick zu ſeyn; bey dreyſiöckigen Ge- bäuden iſt für die untere Mauer ein halber Stein zuzugeben. Die Scheidewände werden durch zwey bis drey Stockwerke, nur einen Stein ſtark aufgeführt; in- deſſen ſollte vorzüglich bey tiefen oder ſehr be- laſteten Gebäuden die Mittelmauer ſtärker gemacht werden, weil die Balken und Decken mit ihren Aärkſten Laſtpunkten darauf ruhen, auch die Schornſteine gemeinhin von der Miitelmauer zum Theil getragen werden. Die Mauern der maſſiven Gebäude von ZWEey und mehreren Stockwerken bekommen auch ihre Haltung zum Theil durch eiſerne, an den Balken beſeſligte Anker. In maſſiven Gebäuden müſſen die über Keller und Souterrains, und in den obern Etagen befind. lichen Scheidemauern jederzeit auf eine ſchon unten vorhandene Mauer geſetzt werden. In be- fondern Fällen, wo die maſſiven Manern keine volle Mauer unter ſich haben, weiſs man fich durch Gewölbe zu helfen; denn ſelbige können überhaupt grofse Laſſen tragen 3; dahingegen darf kein Mauerwerk auf hölzerne Wände, und am wenigſten auf Balken geſetzt werden.: MfG R>... IIR MED EE; Tak RIEN R INE EEE EEE INE WERE 15 us IHE Es Fü Ls Winnie=. 2.200 |“ 0<< wenge genenane=eng unddie, 6.556.) Die Mauern zwiſchen den Fenſtern, oder die ſogenannten Schäfte müſſen nicht zu ſchwach, oder zu ſchmal, fondern wenigſtens ſo breit als die Fenſter ſeyn, wobey es gut iſt, den Eckpfei- lern noch etwas mehr Stärke zu geben. (Zu viele Fenſter ind überhaupt unnütz, und in Rückſicht des Anſehens, ſolche laternenmäſsig durchlöcherte Mau- ern unangenehm.) Die Fenſier müſſen oben überwölbt ſeyn; ein gleiches gilt von den Thüröffnungen, worin jedoch bey ſchwachen Mauern und auch wohl bey ſtärke- ren, fogenannte Blockzargen eingeſetzt werden. In den Fenſteröffnungen müſſen aber Keine ſolche Blockzargen, wie man ſie in alten Gebäu- den ündet, und noch in einigen Gegenden üblich ind, eingeſetzt, ſondern ein ſogenannter An- ſchlag gemauert werden, gegen welchen ein Fen- errahm geſetzt wird, worin die Fenſterflügel einwärts aufgehen, anſtatt daſs fie ſich bey den vorgedachten Blockzargen auswärts öffnen. Es iſt auch keinesweges nöthig, mit Zeit- und Mate- rialien-Verluſft die Seiten an den Fenſtereinſchnit- ten ſchräg zu mauern oder zu ſchmiegen, ſondern beſſer, ſolche winkelrecht mit der Linie der Mauer, zu machen. Die obern oder Dachgiebel müſſen dergeſtalt ausgemauert werden, daſs das darin befindliche Holzwerk einen halben Stein dick, von auſsen ganz bedeckt oder vermauert ſey. (Der Nutzen dieſer maſſiven oder ſogenannten Brandgie- bel iſt bey Feuersgefahren ſo bekannt als einleuchtend; gleichwohl fieht man mit Bedanern, daſs deren Aufführung B; € 26:5 noch ſo oft bey den in kleinen Städten gegen einander Wtehenden Häufern, wo fie am noöthigſten ſeyn würden, wvernachläſgiget wird, und daſs hölzerne Giebel gegen einander ſfioffen,) Endlich iſl es beſſer, maſſive Gebäude auch mit dergleichen Hauptgeſimſen, anſtatt hölzer- ner, wie es noch an vielen Orten geſchieht, zu verſehen. Bey den Mauern von Feldſteinen läſst ſich wegen Ungleichheit der Steine, ein ſo ge- nauer Verband nicht erreichen, als bey den Mauern von Ziegelſieinen; indeſſen wiſſen geüb- te ASDeiter den Steinen leh zweckmalsige 1.a- gen zu geben. Die Fugen müſſen hier, weil ſie fo ſchwach nicht gehalten, werden können, mit kleinen Stücken von Feld- und Mauerſteinen gut ausgeſchlagen and gehörig mit Kalkmörtel ausge- füllt werden. Die Feldfteinmauern ſind nicht füglich unter zwey Fuls dick aufzuführen, weshalb man ſie zur Schonung des Raumes ſelten als innere oder Scheidemauern gebraucht. Es iſt gut, die Ecken an dieſen Gebäuden, imgleichen an den Fenſtern und Thüren mit gU- ten gebrannten Mauerſteinen zu mauern. Bey den Lehmmauern ift zu bemerken, und zwar von den ſogenannten Wellermauern, daſs, da dieſe von naſſem Lehm, mit unter- miſchtem langen Stroh aufgeführt werden, ſie ſchwer oder erſt ſpät, kaum nach einigen Jahren, oder wohl gar nicht ganz austrocknen; ferner dN IHR+ 9 TIES SRI I»... MIEREN ESI I» id 0 T i'2< 27 TE eff» a> üer dr ARIEN ME 59 3er*"I, 10 Zehden“>20 (CC 20 I fetzen ſich dergleichen Mauern und berſten, Ilaſ- ſen auch viele Höhlungen in ſich, ſo daſs dieſe Bauart verwerflich iſt. In Abſicht der Mauern von Luftziegeln oder von Lehmpatzen Iſt ein für allemal anzu- merken, daſs vor der Aufführung derſelben, das Fundament ein und einen halben Fuſs von Feld- oder Mauerſteinen über der Erde aufge- führt werden muſs, und daſs es gut iſt, ſolches im erſtern Fall mit einigen Schichten von ge- brannten Ziegeln abzugleichen 3; das Offenlaſſen der äuſsern Fugen iſt wegen beſſerer Haltung des Abzuges hierbey beſonders zu beobachten. Die obern oder Dachgiebel können aber bey diefer Bauart nicht füglich von Luftſteinen oder von Lehmpatzen gemauert werden, ſondern das verbundene Holzwerk muſs ausgemauert oder ge Daackt und gelehmt werden, wobey Regenhbretter an den Giebelbalken anzubringen ſind; auch dürfte es nicht ſchädlich ſeyn, die Ecken dieſer Gebäude, und die Thüren- und Fenſteröffnun- gen mit gebrannten Mauerſteinen einzufaſſen, damit ſie ſich nicht ſo leicht abſtoſfſen. In den Thüren werden ebenfalls Blockzargen eingeſetzt, welche bey dieſen Gebäuden auch wohl in den Fenſtern Iatt inden können. Die Mauern von Piſe werden in der Art conſtruirt, daſs man auf dem zuvörderſt eben- falls 18 Zoll über der Erde gelegten Fundamen- te, Formen von Bohlen in der Breite der Mauer aufftellt, zwiſchen welchen man lagenweiſe Lehm ere<<<.€ | j jy SSER SSE RT EIER 27 ENIE C+ 887-3 oder fette Erde feſitampft, ſo daſs alſo die ganze Mauer ohne Fugen nur ein Stück ausmacht, (Der franzöſiſche Baumeiſter, Franz Cointerausx, der dieſe, Nur in einigen Provinzen Frankreichs ſeit langer Zeit bekannte und von den alten Römern herrührende Bauart, zuerſt vor einigen Jahren beſchrieb, fand indeſſen nach- her ſelbſt, bey dem Auſſtellen und Abnehmen der For- Men, viele Schwierigkeiten, weshalb er in einer folgen- den Schrift vorſchlug, eimzelne grofse Steine in Formen zu ſtampfen und damit wie gewöhnlich zu mauern. Das Umftändlichere hiervon findet man in meinem Handbuche der Landbaukunſft, 1r Theil, und Proben von dieſer Bauart an einem Gebaude, ohnweit Berlin. Man wird gewiſs die Feſtigkeit diefer Mauern bewundern. Unter andern hat der Freyherr von Le/tewitz in Groſs- Tſchirne in'Schlefien, viele Gebäude mit Beyfall in der Art erbauen Jaſſen.) Bey den hölzernen Wänden kann, nach dem, was vorher angeführt worden, nur die Rede von denjenigen ſeyn, welche Schwel- len, Stiehle, Riegel und Bänder haben. Die Schwellen find weſentliche Stücke dieſer Bauart, und nicht, wie andere vorgeben, entbehrlich; denn die ohne Schwellen auf die Fundament- mauern gefſiellten Stiehle verſchieben ſich leicht; nicht zu gedenken, daſs bey gebrauchten ſchlech- ten Mauerſteinen zu Fundamenten, wie es ſo oft der Fall iſt, folche an einigen Stellen von den Stiehlen zerdrückt oder zerquetſcht werden, wodurch die Wand und mit derſelben die Bal- ken und das Dach ſinken muſs. Es iſt daher erforderlich, ſelbſt anſiatt alter verfaulter Schwel- Jen wiederum neue unterzubringen. Die Stiehle abzuſchneiden und bloſs bis an den erſten Rie- (“:2Q:.. I gel zu untermauern, iſt eine undauerhafte Ar- beit, wovon der Beweis an wirklichen Beylpie- len nicht weit aufgeſucht werden dürfte; allein es iſt nicht nöthig, daſs die Schwellen, wie vie- le andere wähnen, aus den ftärkſten Stücken Holz beſtehen müſſen; fondern eine dreyzöllige Bohle, oder ein aufgeſchnittenes Stück Holz von 3 bis 4 Zoll(welches jedoch 10 bis 13 Zoll breit ſeyn muls), iſt als Schwelle hinreichend, zu- gleich aber ſchlechterdings nothwendig, um die Wandſtiehle mit einem Zapfen darin einzuſtellen, und dadurch einen gleichförmigen Druck und das Geradeitehen der Wand zu erhalten. In dergleichen hölzerneu Wänden brauchen ferner die Stiehle nicht ſo nahe aneinander zu flehen, als man es gemeiniglich findet. Sollen die Fächer ausgemauert werden, ſo können die Stiehle 4 Fuſs, bey Lehmfächern aber 5 bis 6 Fuſs auseinander ſtehen, und alfo hierdurch Holzer- ſparung bewirkt werden. Eben ſo lind die ſchräg geſtellten ſogenannten Sturmbänder nur an den Ecken der Gebäude er- forderlich. Hölzerne Wände von 8 Fuſs Höhe werden einmal, höhere aber zweymal verriegelt. Beym Ausmauern des Fachwerks mit ge- rannten Ziegelſſeinen iſt dahin zu ſehen, daſs die Steine gehörig in den Stiehlen verzwickt wer- den, auch daſs bey gelehmten Fächern die Staa- ken gehörig mit Lehmſtroh umwunden, und der Lehm nicht bloſs angekleckt werde. Es iſt eine übel verſtandene undauerhafte und daher ſchädliche Zierde bei den hölzernen Wänden, die Riegel einzuziehen und ſelbige mit C 3305 Dachſteinen zu verkleiden, oder das Holzwerk auſserhalb zu berohren und zu putzen. Bey den innern Scheidewänden» in ordentlichen Zimmern, iſt ſolches aber einigermaſsen nothwendig. Be- rechnet man nun die Koſten, beſonders, wenn das Berohren auf beyden Seiten der Scheidewand geſchehen muſs, ſo wird man finden, daſs eine maſſive Mauer von einem Stein dick, bey meh- rerer Feſtigkeit nicht mehr koſer, 1 es iſl alſo keine Erſparung dabey, in Gebäuden mit maſli- ven Umfangsmauern, hölzerne Scheidewände, anſtatt maſſiver zu wählen, Die hölzernen Scheidewände haben inzwi- ſchen den Vortheil gegen die maſſiven, daſs ſie auf ebenfalls hölzerne Wände und ſelbſt auf Balken, die von unten nicht unterſtützt ſind, geſtellt wer- den können, indem man ſie mit Streben verbin- det, welche der Wand eine Feſtigkeit in ſich ſelbſt verſchaffen, ſo daſs ſie keinen Druck unter fich oder auf den Balken bewirkt. SE 14: Die ſchickliche und zweckmäſsige Anlage der Feuerungen muſs das vorzüglichſte Au- genmerk eines Baumeiſters ſeyn. Als Hauptregel iſt dabey zu beobachten: daſs die Feuerungen und Küchen, die Eingeheize der Oefen und anderer Feuer- ſellen, ſo viel als möglich in der Mitte der Gebäude(ihrer Breite nach) ange- bracht werden, damit die Schornſteine, ſo weilt es angeht, gerade, und aus der Mitte des Daches hinausgeführt werden können. NA Db na<> FR AER H"Pike kkrrn eI“Di EEE 4 IE Sie a ann ii iu Giite> 5+ ZE.» M5 30 a Man. 208 G ZEI 57 Denn es iſt ein irriger Wahn, die Schorn- ſeinröhren wegen beſſerer Abführung des Rauchs zu ziehen oder zu ſchleppen, viel- mehr müſſen ſie mit in dieſer Rückſicht, und wegen ihres feſtern Standes gerade aufgeführt werden. Geht dies nicht überall an, ſo müſſen, um die Schornſteine, wie es jederzeit ſeyn ſollte, aus der Mitte des Dachs hinauszu- führen, die Röhren nicht auf Holz oder Unterlagen von Bohlen dahin gezogen, ſondern zuſammengewölbt werden. Zur Verhütung des Einrauchens gehört, daſs jede Schornſfteinröhre für ſich“ aus dem Dache hinausgeführt und nicht in eine andere hinein- gezogen werde; auch trägt eine grofse Weite der Schornfteinröhren nichts dazu bey, den Rauch beſſer abzuführen, vielmehr iſt die mög- lichte Verengung der Schornſleinröhren die- ſer Abſicht zuträglich. Die Weite muſs indeſ- (ENT COCH VON| der FATERSCKHRL Wals(die ROH- ren von den Schornſfleinfegern erſtiegen wer- den können. Die Schornſteinröhren ſind ferner ſo zu füh- ren, daſs ſie unmittelbar kein Holz in den Bal- kenlagen oder im Dache berühren, ſondern es muls die äuſfsere Seite der Schornſteinröhren noch ſechs Zoll von allem Holzwerk entfernt bleiben. Die Rauchfänge über Feuerheerden und an- deren Feuerungen müſſen nicht zu flach feyn, oder die Röhren nicht gleich über dem Feuer verengt werden. CC 52) In den Küchen und vor den Einheiz-Vorge- legen iſt für gehörige Pflaſterung der Fuſsböden zu ſorgen. Eben ſo müſſen die Kamine nicht auf Balken oder bretterne Fuſsböden, ſondern auf maſſiven Grund geſetzt werden. Bey ganz hölzernen Gebäuden, oder ſolchen, deren Scheidewände nur aus Holz beſtehen, iſt dahin zu ſchen, daſs dieſe Wände ſich nicht den Einheizelöchern und andern Feuerungen zu ſehr nähern, ſondern gehörig davon entfernt bleiben. (Bey dem Gebrauch der ſo wenig Koſienden und mit ſo vie. ler Dauer und Sicherheit, im Brand- und Feuermauern zu gebrauchenden Luttziegeln, kann dies nicht nur um ſo eher erfüllt, ſondern auf eine die Feuerſicherheit noch mehr bewirkende Art, im übrigens hölzernen Häu- fern, doch die Küchen oder ſonſüge darin befindliche Feuerſtellen, ganz mit Nauern von Luſiziegeln umgeben werden.) OEG 5. Von den Balkenlagen und Dächern it der Abſicht dieſer Schrift gemäſs, und für diejenige Art von Gebäuden, wovon hier nur die Rede ilt, folgendes zu bemerken: Die Weite In der die Balken auseinander ge- legt werden, und wodurch zugleich die An- zahl derſelben beſtimmt wird, richtet ſich eines Theils nach der Gröſse der Belaſtung, womit ein Gebäude beſchweret werden ſoll, indem viele Balken mehr tragen können als wenigere, andern Theils nach der Art der Decken, welche man anbringen will. Bey ' hzud fe oder€ 6. € 355.3 Bey Ställen, Schuppen und dergleichen Ge. bäuden, welche nur einen Dielenboden haben, oder wo nur Schlethſtangen über die Balken ge- legt werden, können die Balken 5 Fuls und wei- ter auseinander liegen. Bey Kornböden müllen ſie aber nicht über 3 Fuſs, und wenn gewöhn- liche Windelböden angebracht werden ſollen, nicht über 4 Fuſs auseinander gelegt werden. Da aber letzteres bey gemeinen Gebäuden einen grolsen Holzanſfwand erfordert, fo kann man fich einer andern Art von Decken bedienen, welche bald näher beſchrieben werden ſollen, wobey die Balken weiter aus einander liegen dürfen. Die Balken können, wenn fie, wie gewöhn- lich, nicht ganz viereckigt find, auf die Ichmale Seite, oder auf die Kante gelegt, weit mehr tra- gen, als wenn fie auf der breiten Seite liegen. Man legt jedoch die Balken ſelten in er- lerer Art, ZuUden SCWOHNICHE Decken, auf beyden Seiten ausgeptalzt wer- den müſſen, um die Deckenſlaaken hinein zu legen, wodurch die Balken, wenn folches an den ſchmaten Seiten derſelben geſchehen müfste, zu ſehr würden geſchwächt werden. Es find dem.- nach auch aus diefem Grunde andere Decken, als die gewöhnlichen ſchweren Windelboden, Fatiant Die Balken haben ferner die gröſfste Neigung zum Herunterbiegen in ihrer Mitte; hier müſ- ſen ſie daher ſehr wohl unterſtützt werden. In Wohnhäufern geſchieht ſolches durch gute Mit- telwände; in Ställen, Scheunen, Schuppen oder CG ier= Gas- <= Re ee= EEN EE] € 34) andern Gebäuden, welche keine eigentliche Mit- telwände haben, als bey Kornmagazinen, durch ſogenannte Unterzüge. Man verſteht hierunter ein unter die Balken gezogenes Holz, ein Räh m- Nückoder Träger genannt, welches durch un- tergeſtellte Stiehle oderStänder getragen wird. (In ſeltenen Fällen werden die Balken an und für ſich, und um ſelbſt auch wohl andere darauf zu ſtellende Laſten ohne Unterſtützung zu tragen, dadurch verſtärkt, daſs man zwey Balken mit fſägetormigen Einſchnitten auf ein- ander verbindet, und mit eiſernen Bolzen befeitiget, wel- che verzahnte Träger oder verzahnte Balken heiſſen.) Man iſt nicht jederzeit auf den ſoliden Bau der Mittelwände und der gedachten Unterzüge, beſonders durch gehörige Untermauerung derfſel- ben, aufmerkſam genug, da ſie doch das Mehreſte tragen müſſen; von dieſer Unterlaſſung rührt mehrentheils der Ruin der Gebäude her. Es muſs alſo als eine Hauptregel angenom- men werden, daſs kein Balken, oder ein ande- res horizontal liegendes Holz auf weiter als 16 Fuſs ununterſtützt liege. Hieraus folgt, daſs Ge- bäude, bis zu 32 Fuſs tief, einen, und daſs Gebäude von mehrerer und bis zu 48 Fuſs Tiefe, zwey Unterzüge haben müſſen; ferner, daſs wiederum das Rähmſtück oder der Träger, alle 16 Fuſs höchſtens, durch einen ſtarken und be- londers gehörig untermauerten Ständer, unter- Mützt werden müſſe, wobey noch Stützbänder an« zubringen ſind. (Bey ſehr belaſteten Gebäuden, als bey Kornmagazinen und dergleichen, müſſen die Ständer noch näher beyſammen THE..."Deed Änneren 2 24 WE IDE k2 GETESTET 337 6 355 JI ſtehen; auch iſt es gut, zwey derſelben gegen eimander zu verbiniden, welches aber ohne Zeichnung nicht deutlich gemacht werden kann.) Bey ſolchen Gebäuden, die Ihrer Beſtimmung nach ganz hohl bleiben müſſen, und wo alſo we- der Unterzüge noch Mittelwände angebracht wer- den können, als in Reithäufern, Kirchen und dergl. wurden die Balken, welche bei einer viel- leicht zugleich grofsen Breite und Tiefe des Ge- bäudes, fich nicht ohne Unterſtützung erhalten könnten, ſondern ſchon von ihrer eigenen Laſt herunterſinken würden, bisher durch fogenannte Hänge- und Sprengwerke befeſtiget, die aber ſehr koſlbar ind. Eine zwar alte, aber doch nur in neuern Zeiten bekannt gewordene Erfindung, wovon weiter hin ein mehreres vorkommen wird, macht dergleichen Hänge-und Sprengewerke faſt ganz entbehrlich. Da das Holz der Bäume und folglich auch der Balken an dem untern oder Stammende ſchwe- rer ilt, als an den Spitzen derſelben, fo werden ſie, um die Laſt der Balkenlagen gleichförmig zu machen, abwechſelnd einer um den andern mit den Stamm- und mit den Zopfenden, auf die vordere und auf der hintern Seite des Gebäu- des, auf die Mauer gelegt. Bey maſſiven Gebäuden ſind die Balkenlagen auf ſogenannten Mauerlatten verbunden, wel- che vorher auf der Mauer geſtreckt werden. Sie müſſen ſo wie die in der Mauer liegenden Köpfe der Balken, vor der, fie fonſt bald ergreifenden Fäulniſs bewahret werden, welches am beſten dadurch geſchieht, wenn man die an ſelbige ſtoſ- C12 AKalune NDEN+> 15. 502 QI [wp] un fenden Steine mit Lehm und nicht mit Kalk ver- mauert, weil der Lehm nicht die ätzende Eigen- fenalt des Kalks hat. Die über den Pfeilern zwiſchen den Fenſfiern liegenden Balken werden bey zwey- und mehrftöckigen Gebäuden, zur Haltung"der Mauer mitjeilernen Ankern/ ver- ſehen. Bey hölzernen Gebäuden find die Balken auf das Rähmſtück der Wände aufgekämmt und tra- gen in der Art mit zur Haltung dieſer Wände bey. Oefters können nicht alle Balken nach der ganzen Breite des Gebäudes in einem Stücke durchgehen, ſondern ſie müſſen wegen der Trep- penöffnungen, Schornſleinröhren u.[. w. ausge- Ichnitten werden, welches Austrumpfen oder Vertrumpfen genannt wird. In den Balkenlagen über den Stockwerken iſt das Austrumpfen einiger auch ſelbſt neben- einander liegender Balken eben nicht nachthei-« j495 Dachbalkenlagen, daher die Treppen nicht queer wohl aber unter gewiſſen Umſtänden in den durch die Balken, fondern zwiſchen zwey derfſel- ben gelegt werden müſſen, damit nicht viele Dachbalken ausgetrumpft werden dürfen. Unter den ökonomiſchen Gebäuden erfordern hauptſächlich die Scheunen das Ausſchneiden oder Vertrumpfen faſt aller Balken; es müſſen Jedoch nicht mehr als drey gegeneinander lie- gende, wenn ihre Entfernung von einander fünf bis fünf und einen halben Fuls beträgt, ausge- ſchnitten werden, aus Gründen, die nur durch. eine Zeichnung zu erklären ſind, Sheen 6.- PEE WEIT KE. Laun igen vb| TERE> 206. KHR: 74885=1 3 gek"3 1m MR Z< TE HEF C+ 58 79 Das Verhältniſs der Höhe der vorgedachten Dächer ilt diefes, daſs die halbe Breite oder Tiefe des Gebäudes, zur Höhe des Daches von dem Dachboden bis an die Spitze des Daches, an- genommen wird. Es kommt auch beynahe auf eins heraus, wenn die Sparren drey Viertel von der Tiefe des Gebäudes zu ihrer Länge erhalten. (Man hält die durch dieſe Conſtruction erhaltene Schräge oder Abhang der Dachfläche zweckmaſsig für die ſchnelle Ableitung des Regens und des ſchmelzenden Schneewaſ- fers; bey doppelt und gut eingedeckten Ziegeldächern könnien aber die Dächer etwas flächer ſeyn, d. 1. die Höhe nur ein Drittel der Breite des Gebäudes betragen. Auſser einiger Erſparung an Holz, Latten und Liegel, gewunt dadurch das gute Anſehen der Gebäude.) Dächer, welche in der Mitte gebrochen, oder gleichſam zwey übereinander ſtehende Dächer ausmachen, ſind unter der Benennung von 9€- brochenten oder Manfaäarde-Däichern be- kannt. Einige und beſonders Manger in ſeinen Bauſchriften, will dieſen Dächern kein gutes Anſehen zuſchreiben, welches wohl nicht ganz einzuräumen iſt; allein der beabſichtigte Vor- theil, daſs man nach der Länge ſolcher Dächer, oder an den Fronten Dachſtuben darunter anle- gen Kann, iſi wenigſlens mit andern Unbequem- lichkeiten verknüpft. Sie eriordern nemlich einen grofsen Holz- aufwand und beſtändige Reparaturen an den Dachfenſtern; die Zimmer ſind dabey, wegen der zurück liegenden Wände, finſter, und zur Heizung derſelben werden öfters in Ecken und «SS REEE R 3»... IRE RE A Z 22 547= wn«E27 BAD. SRE KUHNE:> 48505> Dale. 2. 17 Zintl.>> € 39 3 dunkeln Winkeln Anlagen gemacht, die nicht ſo ganz feuerſicher ſind. Dieſe Dächer ſind alſo in keiner Rückſicht empfehlungswerth, viel- mehr iſt anzurathen, zur Gewinnung des Gelaſ- ſes, lieber noch eine, allenfalls nur niedrige Etage zu bauen. Wenn ſowohl die geraden als die Man- ſarde-Dächer nur nach einer Seite oder Fron- te des Gebäudes, einen Abhang, auf der andern aber eine gerade aufgehende Wand haben, ſo heiſſen ſie Pultdächer. Die Conſtruction der Dächer betreffend, ſo erhalten ſchmale, oder ſolche Gebäude, die nur etwa 20 Fuſs breit ſind, bloſs ein Paar gegen ein- ander geſlellter Sparren und einen ſogenannten Kehlbalken. Zur Verbindung des Sparrwerks nach der Länge ſolcher Gebäude werden NN EAS rispen oder Klinken über den Sparren ein- gelaſſen. Gebäude von 20 bis 30 Fuſs erhalten aber zur Verbindung nach der Länge einen Dach- ſtuhl; dieſer beſteht aus einem unter die Kehl- balken gezogenen Rähmſtück, welches durch Stützen oder Stiehle, die etwa bey Jedem vierten Sparren, untergeſtellt ſind, getragen wird, und dieſe Stiehle heiſſen Dachſtuhlſäulen. Sie erhalten nach der Länge des Gebäudes Bänder, um den Dachſiuhlrähm noch mehr zu unter- Nützen. Gebäude von 20 bis 24 Fuſs haben nur einen ſolchen Dachſtuhl in der Mitte; tiefere Gebäude aber erfordern deren zwey an den En- C 4 E20) den der Kehlbalken, und dieſe Vorrichtung heiſst alzdann ein doppelter Dachſtuhl. (Bey Wohngebäuden, die auch nicht breit ſind, muſs kein einfacher Dachſiuhl, ſondern Jedesmal ein doppelter ſtatt finden,"weil der Dachſtuhlrähm leicht zu weit in- den in die Nitte des Daches beflndlichen Schornſtein engel egt werden und dadurch Feuersgefahr entſtehen könnte.) Dieſe Dachſtühle erhalten zuweilen, jedoch ſelten, eine Schwelle, worauf die Dachſtuhlſäu- Jen Rfchen, alsdann heiſst es ein verſch well. ter lehender Dachſtulkil. Um einen freyen Bodenraum zu erhalten, auch weil man in dem Wahn geſtanden, da- durch mehrere Feligkeit zu bewirken, legte man Rarke Dachſtuhlſäulen unter die Sparren, wobey allemal eine ebenfalls ſtarke Dachſtuhl- Tchwelle, und auſser den logenannten Kehlbal- ken, noch ein Spannriegel und Bänder nach der Breite des Daches erforderlich waren. Dieſe Dächer erfordern aber viel Holz und auch mehrere Arbeit, welches mit dem dadurch beabſichtigten Vortheil in keinem Verhältniſs Neht.: Es werden alfo dergleichen Dächer mit liegenden Dachſtühlen ſelten mehr angefertiget. Jedes zufammengeſtellte Paar Sparren bey el- nem Dache wird ein Gebind, und diejenigen derſelben, unter welchen ſich Dachſtuhlſiülen befinden, Binder SCHEN: Die Entfernung der Sparren von einander richtet ſich nach der Eindeckung. Bey Ziegel. dächern können die Sparren nicht weiter als drey bis-drey.und einen halben Fuſs weit von'einans der geſtellt werden. Bey Rohr, Stroh oder an- [eng 5 dif führ Wire len wel Cazjj Bai Von dem Aufy C HW-,2 dern leichien Bedeckungen aber fünf bis fünf und einen halben Fuſs. Schon vor länger als 200 Jahren erfand ein franzöliſcher Baumeiſter Philibert de Orme eine Conſtruction der Dächer von doppelt zuſam- mengeſchlagenen kurzen Brettſtücken, nach Art der Kränze der Mühlenräder. Dadurch werden bogenförmige Sparren formirt, und ſelbige von beyden Seiten zuſammengeſtellt, ſo daſs ein ſol- ches Dach einem gothiſchen, ſogenannten Spitz- gewölbe gleicht. Man kann dieſe Sparren ſo lang machen als man will, mithin ſehr breite Ge- bäude damit überbauen. Sie ſchicken ſich be- fonders zu ganz runden Kuppeln, zu Gebäuden, welche ihrer Beſtimmung nach inwendig ganz frey oder hohl ſeyn müſſen, und die auch we- der Balken noch Dachboden erfordern; allein auch in dieſem Falle geben dieſe Bohlen- dächer wegen der bogenförmigen Geſtalt der Sparren, einen gröſsern Raum als andere Dä- cher. Sie find daher bey Scheunen und an- dern Gebäuden, wo dieſer Raum gebraucht wer- den kann, ſehr nützlich. Da auch dieſe Dä- cber keinen weitern innern Verband oder Dach- Mühle, und kein langes oder flarkes Holz, ſon- dern nur allerlei kleine, zu Brettern aufgeſchnit- tene Stücke von 6 bis 8 Fuſs lang erfordern, welche ſogar krumm ſeyn können: ſo können dazu die ſchicklichſten Stücke, aus ſonſt zum Bauen unbrauchbaren Bäumen, auch Enden von vorgedachter Länge, die man in auſser- dem ſchadhaften Bäumen wohl antrifft, zum Auſſchneiden genommen werden, und es ex- E- MARL Ns DERS> 7 TP GEI Z SEEN. AES DIE. E 42110 giebt ſich daraus ſehr leicht, daſs dieſe Dächer äuſserſt holzerſparend ſind. (Bis vor etwa 18 Jahren war dieſe Erfindung ſelbſt in Frankreich weder bekannt genug, noch nachgeahmt; nachdem 1ſt fie es aber dort und auch bey uns gewor- den, und wird Jetzt vielfältig bey grofsen und kleinen Gebäuden in Ausübung gebracht. Man ſehe ein mehreres in meiner Abhandlung über Erfindung, Yortheile und Conſtruction der Boklen- dächer. Berlin 1799, und im 2ten Theile des Zand- buchs der Landbaukun/ft.) Die von dem ſächſiſchen Baumeiſter Krub- ſacius beſchriebenen Dächer haben eigentlich keine Sparren, ſondern es find Hölzer nach der Länge des Gebäudes auf die am Ende des Gebäudes befindlichen, oder auf Mittel- Giebel gelegt, worauf dünne Sparren und Latten gena- gelt werden. Eine Hauptſache bey den Dächern über- haupt beſteht darin, die ſogenannten Knasg- gen oder Aufſchieblinge nicht zu kurz zu machen, damit fie mit den Sparren nicht eine Vertiefung oder einen ſogenannten Waſſerſack machen, wo das Waſſer leicht durchdringt. Bey Stroh- und Rohrdächern iſt es auch beſf- ſer die Auſſchieblinge über die Balken weggehen zu laſſen, als fie darauf aufzuſetzen. 55716. Die Bedeckung oder Eindeckung der Dächer mit flachen Ziegeln, oder fogenannten C 4 ) [GX] Biberſchwän zen, geſchieht auf dreyerley Artz; als 1. Wird ſieben Zoll weit gelattet, die Ziegel aufgehangen, und unter die Fugen kleine oder dünne Splieſſe untergelegt. Ein ſolches Dach heiſst ein einfaches Dach, und ge- währt nicht viel Trockenheit oder Dichtig- keit; die obern und untern Reihen Latten werden doppelt mit Ziegeln behängt. 2. Die Latten werden nur fünf bis fünf und einen halben Zoll weit auseinander gena- gelt, und auf jede Latte eine Reihe Ziegel gehängt; man nennt ſolches ein doppel- tes Dach. Dieſes hält wegen der weite- ren VUeberdeckung der Fugen durch die Ziegel ſelbſt, alſo ohne untergelegte Splieſſe, allerdings gegen Regen und Schnee dichter, als die zuerſt gedachte Eindeckung. 3. Giebt es noch eine zweyte Art des doppel- ten Daches, welche zum Unterſchied von der erſtern, das Kronendach genannt wird. Die Latten werden 310 bis 11 Zoll weit auseinander genagelt, und auf jede Latte zwey Reihen Ziegel gehängt. Ein ſolches Dach hält ebenfalls ſchr dicht, und ift leichter zu repariren, als das vorher er- wähnte doppelte Dach. Die Hohlſieine auf den Dachforſten werden in Kalk gelegt, diejenigen auf den ſchrägen Kan- ten der Walmdächer, müſſen aber angenagelt werden. Wegen des Verſtreichens der Ziegeldächer giebt es verſchiedene Vorſchläge; man ſollie R Sika> THEIS C 44) aber das Verſtreichen der Ziegel gegen die Kö- pfe derſelben nur mit wenigerm und dünnerm Kalk, auch: mit mehrerer Auſmerkſamkeit-vor- nehmen, als es gewöhnlich geſchieht; denn der zu dick angetragene Kalk fallt gemeiniglich wieder ab. Veberhaupt müſste das Eindecken der Zie- geldächer mit beſonderer Sorgfalt geſchehen, und dabey mehr auf die Wahl der Dachziegel gele- hen werden, d. i., ohne auf den, doch im Ver. hältniſs mit dem groſßsen Bedürfniſſe ein gutes Dach zu haben, nur geringen Verluft zu ach- ten, die krummen oder ſonſt ſchlechten Dach- ziegel ausgeworfen und nicht mit aufgedeckt werden. Wenn auch die Fugen der Dachſteine gleich bey dem Legen derſelben mit Kalk beſirichen werden ,' ſo erhält man ſehr dichte Dächer. Zu- weilen wird in der Beurtheilung neuer Dächer. geirrt, wenn man nemlich dafür hält, daſs bloſs ſchlechte Arbeit an dem etwanigen anfänglichen Durchlaſſen des Waſſers ſchuld ſey.-- HKslicgt ſolches mit darin, daſs die Fugen noch nicht mit Staub, Spinnegewebe und dergleichen angefüllt md. wodurch in der Folge alles verſtopft wird. Alte Dächer halten aber öfters dichter als ganz neue. Die an einigen Orten, ſonderlich in Preuſ- fen, gebräuchliche Bedeckung der Dächer mit ſogenannten Pfannen, erfordert, wenn die Dächer dicht halten ſollen, eine vorherige Be- Tchaalung derſelben mit Brettern. Auſser dem dadurch zu verurſachenden Holzaufwand, iſi ſol- 6.208. 5 ches bey Feuersgefahr äufserſt nachitheilich, und daher ſollte diefe Art von Bedeckung gänzlich abgeſchafft werden. Die auf dem Lande gewöhnlichen Rohr- und Stroh dächer müſſen feſt SCHU EDN ae und eben gedeckt, beſonders aber die Forfie gu eingedeckt, und dabey yo SCH: die ſo El freſſenden als ſchädlichen ſogenannten Han ge- klötze oder Rundklötze abgeſchafft werden, unter welchen das Dach verfault; eine Verſor- ſtung mit von auſfsen aufgenagelten Jatten if die befie. (mE ITP DD eil? des Handbuchs dB. R.) Die Förſte mit einigen Reihen von Ziegeln ECKEN Hal ZWAR GCM a aD EN Daz cherley andere Mängel an lich, als das öltere Ausbeſſern derfelben nach Sturmwinden und > x| 1 1 andere Re Ho0lungen paraturen; auch entſtehen zwiſchen den Ziegeln und dem Strolid Die Rohrdächer haven WE Dauer einen grolsen Vorzug vor den Strohdaä- chern. Rohr 1ifi aber in den mehreſßlen Gegen- den ſeltener als Stroh. Beyde Bedeckungsarten find bekanntermaſsen äuſserft feuerunfſicher. Wenn aber Patt der ge- wöhnlichen Bedeckung mit bloſsem Stroh, ſoge- nannte Lehmſchindeln, oder Tafeln von Stroh, die auf derjenigen Seite, womit ſie aufs Dach zu liegen kommen, mit Lehm eingeſtri- chen(ind, angefertigt, und die DWächer gut da- mit gedeckt werden, ſo erhält man feuerabhal- tende, trockene und dauerhafte Dächer. Der Einwand, daſs ſie ſchwerer wären, als ve andere Dächer, iſt ohne Grund, und es läſst der S ſich überhaupt mit Recht gegen dieſe Dächer jchW gar nichts=- zu ihrem Lobe aber mit Wahrheit der 9 alles lagen-- ler Og; e1/1/L: (m. ſ. meine Beſchreibung der feuerabhaltenden Lehm- ſchindeldächer. Berlin 1794.) Die Splieſs- und Schindeldächer find& als ein bloſser Nothbebhelf anzuſehen, ſollten oeh M aber billig gar nicht geduldet werden; denn ein k Ee in Brand gerathenes Haus mit einem ſolchen„= Dache, iſtnicht ſelten die Urſache der Einäſche- 4 |. e1103 rung ganzer Dörfer und Städte geweſen. Die Dachfenſter werden verſchiedent- 0 j. lich geſtaltet. Die beſten find die ſogenannten| ſchwalbenſchwanzförmigen, weil fie ich 4 mit allen Deckmaterialien am beſten eindecken Vo Im laſſen. Alle auf andere Art verbundene Dach a0208L fenſter halten ſelten dicht, und erfordern beſtän-' Erg dige Flickereyen. Baß 7 Ein gleiches gilt von den fogenannten Erk- dern nern und Frontiſpicen, welche Winkel und 2152116 Kehlen in den Dächern verurſachen, die man dabey 3 alſo vermeiden muſs. len 2 6 Schon in dem Fall, wenn Gebäude mit den, I einem oder zwey Flügeln zuſammenſttoſſen,[chr 8 nd das Dach: wach der Kimſiſprache,"eine fekt cg Wiederkehr bildet, iſt es beſchwerlich, die| dadurch entſtehenden Hohlkehlen gehörig ein- Ki ZUWECKeN.| 59 Man hat auch zur Bedeckung der Dächer, olnel zuerſt in Schweden, die ſogenannte Steinpap- 16] j GESSI SS NEN ST IERT R ACE I 45,“ GM 7 ERR»."EME Im; KEI u Lil een We MEL> ür> AR NEEER:=iäkiE245 Face"X-17 Mieth"4.> 220g € 47 IJ pe erfunden. Hier find damit noch nicht ſon. derliche Fortſchritte gemacht worden, ſo wün- ſchenswerth ſolches auch it.(Es wird indeſſen dergleichen Steinpappe in Breglau fabrizirt; al- lein Proben von der in Thorn durch Jemand erfundenen, übertreffen dieſe bey weiten.) SIE GEFZUM INE AUSDAUER CG ED de gehören zuvörderſt die Decken. Diejenigen Decken, wobey die Balkenfſä- cher aus Brettern beſtehen, welche in die Balken eingeſchoben ſind, find zwar leicht, allein we- gen des Aufwandes an Brettern werden ſie bey Königlichen Bauten nicht gut gethan. Die ſogenannten ganzen Windelboden, wo nemlich Staakhölzer in die, in den Balken ausgehauenen Falzen eingeſchoben, mit Lehm- Aroh umwunden, und nach unten zu, alles den Balken gleich, mit Lehm angetragen, auch oben der übrige Raum, bis zur Balkenhölie mit Schutt ausgefüllt wird, find ſehr ſchwer, und erfordern daher nicht nur ſlarke Balken, ſondern ſie müſ- ſen auch ziemlich nahe aneinander gelegt wer- den. Nächſtdem trocknen dergleichen Decken ſehr langſam aus, und der Abputz ſitzt nie recht feſt daran. Die beſen Decken in ordentlichen Gebäuden ſind alfo diejenigen, wo zwar auch Staakhölzer oder allerley ſchlechte Brettflücke oder Schaalen ohne umwundenes Lehmſtiroh, zwiſchen die Bal ken eingeſchoben, und nachdem die Fugen mit 5% I= > Ver kurz gehacktem Stroh und Lehm verſtrichen, durch€ oben bis zur Gleiche der Balken mit Schutt über-| ung bf tagen, ſodann aber von unten verſchaalt wer- N den; d. 1 an die Balken werden dünne Bretter vs genagelt, und dieſe Breiter alsdann berohrt; oder bind mit Rohr, welches durch Drath und kleine Nä-| gel befeſtiget wird, überzogen, und daran der iC mit etwas Gyps vermiſchte Kalk angetragen. mert,' giebt, 1 Dergleichen Decken ſind leichter als die er- Dl lern, und trocknen ſehr bald aus. ſolle, Weil aber dieſe letzgedachten Decken in werder bäuerlichen und andern gemeinen Gebäuden zu Eichen koſtbar ſeyn würden, die vorhin erwähnten gan- von M zen Windelböden aber ſtarke Balken und eine beſten 1 zu nahe Aneinanderlegung derſelben, mithin Neigung viel Holz erfordern, ſo find die beſien Decken| den, in in dergleichen Gebäuden diejenigen, wo geklöb- bringen te mitlangem Lehmſiroh umwickeltie Bohlſtämme den mmi :(wozu allenfalls Elſen und anderes Holz genom-(Wit men werden kann) über die Balken gelegt| M" und dieſe Decken oben mit einem Lehmetlirich|. übertragen werden. Man nennt dergleichen De-| anzu cken geſtreckte DeCK eim. Die Balken dür- Die fen bey dieſen Decken allenfalls nur aus aufsge- as| 3 I aas Ie ſchnittenem oder Halbholze aus ſtarken Bäu- Ue 8 men, oder wohl gar nur aus vierzölligen Bohlen ichen beſtehen, wenn beydes auf die hohe Kante ge-| ſtellt wird. Dabey können dieſe Balken 6 Fuſs 4 weit auseinander liegen, welches den Vortheil Cerlic hat, daſs dieſe Balkenweite zugleich mit der angel Auseinanderſtellung der Sparren zu Strol- und T Rohrdächern, übereinſtimmt, und es kann alfo mögl durch| Tutte | | Ine hin cen 0b- ime ,0M- aT1og legt rich EC. 209*/) durch dieſe Decken eine anſehnliche Holzerfpa- rung bewirkt werden. (Bey dieſen Decken ſtehen zwar die Balken faſt um ihre ganze Dicke unten vor; es kommt aber bey dieſen Ge- bäuden nicht aufs Anfehen an.) Von den Treppen wird hier nur ange- merkt, daſs es innere und äuſſere Treppen giebt, welche letztere Freytreppen genannt werden. Da letztere ſelten, wie es zwar ſeyn ſollte, von Sand- oder Feldſteinen angeſertiget werden Können, ſo ift anzurathen, wenigſtens Eichenholz dazu zu gebrauchen, denn Stufen von Mauerſteinen halten gar nicht lange. Am beiten wäre es, die hölzernen Treppen zur Er- ſteigung der Plinte oder der Höhe der Fuſsbö- den, im Hauſe ſelbſt, und alſo dergeſtalt anzu- bringen, daſs fie überdeckt wären, welches in den mehrcften thunlich iſt. (Müſſen die Treppen vor den Häufern angelegt werden,[5 iſt nöthig, ſo weit als die Freytreppen gehen, eine ble- cherne Rinne am Dache und ein Abfallrohr an der Seite anzubringen.) Die innern Treppen müſſen ſo gelegt werden, daſs ſie ins Auge fallen und Licht haben, auch die Stufen eine zum Auffleigen bequeme und ſichere Breite und Höhe haben. Bey hohen Etagen, wo viele Stufen erſor- derlich ſind, werden Ruheplätze oder Podeſie angelest. Die gewundenen Stufen ſollten ſo viel als möglich verhütet werden, weil ſie ſtets unſichere Tritte geben. Oefters erfordert aber ſreylich D SENI SEIS 5 SEHEN SEE REDIE UCH. SWEIR EEN IEN nn Eh (€ 569.) der eingeſchränkte Raum die Anwendung der- ſelben. Zu den Fuſsböden werden'wegen der Holzerſparung in bäuerlichen und andern der- gleichen gemeinen Gebäuden, keine Bretter ver- abfolst, ſondern Lehmeſriche gemacht. Zu an- dern Königlichen Gebäuden ſollen aus eben dem vorhin gedachten Grunde, nur zu den vorzüg- lichſten Zimmern, die zu den Fuſsböden erforder- lichen Bretter verabfolgt werden; die andern Fuſsböden aber mit Flieſen oder mit Mauerſitel- nen in Sand gelegt, und mit Kalk vergoſſen, ge- pflaſtert werden. An den Orten, wo der Gyps leicht zu haben iſt, macht man Gypfſeſtriche. Die durch Spund und Nuthe zuſammen ge- fügten bretternen Fuſsböden werden in den un- tern Etagen auf eingelegte Unterlagen, in den obern Stockwerken und auf dem Boden aber auf die Balken genagelt. Erſtere werden gehobelf, Jeiztere aber gemeiniglich rauh gelaſſen. Daſs man zu den Fuſsboden ſoviel als möglich, die trockenſten Bretter nehmen ſollte, verſteht ſich von ſelbſt; allzubreite Bretter ſind hingegen nicht die beſten, weil ſie ſich leicht werten. (Verdoppelte, eingefalste und andere zierliche Fuſsböden gehoren nicht hierher; wohl aber die Bemerkung, dals die hölzernen Fuſsböden oft dem Verderben durch Schwammgewächſe ausgeſetzt find, welche lich 15 gar den übrigen Theilen der Gebäude mittheilen. Es fehlt nicht an Vorſchlägen zul Verhütung dieſes Uebels, nur find fie mehrentheils weitläuftig und koſibar; die gehörige Austrocknung der Fundamente ſcheimt eines der vorzüglichſten Nattel zu feyn, um den Schwamm bey ZZ den „ dais durch ch 10 1. I" 0 452 I neuen Gebäuden zu vertilgen, und um ſelbigen bey alten Gebäuden auszurotten, Luftkanäle unier den Fuſcboden, Man fehe den 2ten Theil meines Handbuchs der Lands, baukunſt, 8. 248.) In Abſicht des innern Abputzes iſt an- zumerken, daſs die Lehmfächer der Decken und Wände in gemeinen Gebäuden bloſs mit Kalk ab- geweiſst werden, Das Mauerwerk wird dabey bloſs beräppt, d. 1. die Unebenheiten der Mauer mit Kalkmör- tel übertragen, ſonſt aber auch glatt gerieben und fodann zweymal überweiſst. (Unter den Kalk zum Abweiſſen witd Lackmuſs genommen weir er ſonſt ins Gelbliche fällt.) An den äuſfsern Mauern wird der Kalkmörtel öfters bloſs angetragen, oder die Mauer bloſs be 1appt und nicht abgerieben, welches ſehr dauer- haft iſt.! Das Stiehl. und Riegelwerk der in- nern hölzernen Wände müſs in nichf ganz gemeinen Gebäuden zuvor berohrt werden, ehe der Mörtel angetragen werden kann: weil ſelbiger auf dem Holze nicht feſtfitzt, am we- nigſten bey den Decken: daher man bey Win- delboden auch die Balken zu berohren pflegt. Allein der übrige Putz auf den zwiſchen den Balken befindlichen Lehmfächern ſitzt doch nicht recht feſt: Die Lehmdecken aber ganz zu be- rohren, würde ſehr lange Nägel erfordern und felbige doch nicht einmal alle in die Lehmſia- ken faſſen. Wenn man daher gute Decken ha- ben will, ſo müſſen ſelbige, wie bereits erwähnt D 32 (82.9 worden, mit dünnen Brettern verſchaalt und dann erft darauf gerohrt werden; hierzu find ebenfalls nicht ſehr breite Bretter zu nehmen. (Für die beffere Haltbarkeit und das baldige Trocknen des Deckenpuizes it es gut, unter den Kalkmörtel etwas Gyps zu nehmen. Unter dem Mörtel zum Abzuge iſt ſolches aber eben nicht nöthig, nur muſs der Sand etwas feiner feyn als unter dem Mörtel zum Mauern,) Man pflegt auch wohl zur Zierde in den vor- züglichfien Zimmern kleine Geſimſe,(Decken- geſimſe) an den Decken, herum zu ziehen, wel- ches aber bey gewöhnlichen Gebäuden und faſt überall unnöthig iſt. Zu den Thüren, Fenſtern und andern Tiſchler- Arbeiten muſs vorzüglich gutes, rei- nes und trockenes Holz genommen werden. Das Lichenholz iſi zu Thüren faſt zu ſchwer; zu Fenſflerzargen, Fenſterrähmen und Flügeln aber brauchbar und vorzüglicher als das Kieh- nenholz. Die Stall- und Scheunenthore beſtehen aus geſpundeten Brettern, welche durch aufgenagelte Leiſten zuſammengehalten werden, Bey den Haus- und Scheunthoren iſt es beſ- ſer, dieſe Leiſten auf der inwendigen Seite anzu- bringen. Die groſsen Thüren und Thorwege werden gemeiniglich verdoppelt angefertigt, d. i. über die zuſammengefügten Bretter, andere in ſchrä- ger Richtung mit groſsen Kopfnägeln befeſtigt. Die Haus- Stuben- und Kammerthüren in gemeinen Häuſern beſtehen aus zuſfſammenge- leimten Brettern, die durch eingelaſſene Leiſten e*=s € 53 zuſammengehalten werden; ſie heiſſen geleim- te Thüren mit eingeſchobenen Leiſten. Eine beſſere Art ſind die eingefaſsten Thü- ren, welche aus zuſfammengeſetzten Rähmen von etwas ſlärkern, und dazwiſchen angebrachten Fül- lungen, von ſchwächern Brettern beſtehen. Es giebt einfache und doppelte, dL mit zZwey Flügeln verſehene Stubenthüren; welches letzte re bey den Wohngebäuden auf dem Lande, ge- meiniglich nur von den Hausthüren gilt. Dieſe ſogenannten eingefaſsten Thüren find wie- derum auf einer oder auf beyden Seiten rechts; im erſtern Fall ſehen nemlich die Fül- lungen auf einer Seite vor, im andern Fall aber ſind ſie auf beyden Seiten vertielt. (Hierbey iſt der Unterſchied zwiſchen aufgeleimten Leiſten auf den Füllungen und dem Kehlſtoſs in der Nuthe zu bemerken, welches zwar ohne eine Ab- bildung nicht wohl zu erklären iſt; man merke aber nur an, daſs die letztere Zuſammenſügung der Thüren, beſ- ſer und dauerhafter iſt, als die erſtere, und daſs daher dieſe Art der Zuſammenfügung den Tiſchlern zur Bedin- gung gemacht werden muſs.) Nächſidem ſind bey gemeinen Häuſern die Vausthürſtiehle an den Thüren ſelbſt, bey mall- ven Gebäuden aber die eingeſetzten ſogenannten Blockzargen ausgepfalzt, damit die Thüren darin einſchlagen. Bey beſſern Gebäuden wird aber ſowohl bey hölzernen Wänden, als bey maſſiven in der Blockzarge noch ein beſonderes Futter eingeſetzt, worin die Thüre einſchlägt, dann aber noch eine Verkleidung herum an- gebracht. D 3 - SRE. € 384.5 Die Fenſterrähme unterſcheiden ſich in Haſerähme.. d.1, diejenigen, welche in Bley verglaſet werden, und in Sproſſenfenſter, in welchen die Scheiben mit Kitt eingeſetzt werden. In hölzernen Gebäuden werden die mit ei- nem Pfoſllen, wenn das Fenſter zweyſlüge- licht, oder mit einem Kreuz, wenn ſelbiges vierflüglicht iſt, verſehenen FENSRerzargen in die in der Wand befindlichen Fenſteröffnun: gen eingeſetzt, wobey die Fenſterrähme auswärts aufgehen. Bey maſſiven Gebäuden muſs dies äber nicht ſatt finden, ſondern ein ſogenannter Anſchlag gemauert werden, und das Fenſter aus einem bloſſen ſchwachen Rahm beſtehen, worin die mit Wetterſchenkeln verſehenen Fenſlerflügel einwärts aufgehen. ( Das auf der Brufimauer der Fenſteröffnungen, in maſſiven Gebäuden, zu legende Brett, heiſst das Latteybrett: die Benennung von Latteybrett oder Latteyholz, erhält auch dasjenige Brett oder Holz zwiſchen einer Hansthüröffnung und dem darüber befindlichen Fenſter.) Die Fenſterladen müſſen bey maſſiven Ge- bäuden nicht auswärts, ſondern einwärts ange- bracht werden, weil fie aufſerhalb nicht gut zu befeſtigen, auch bey hohen Fundamenten un- bequem auf und zuzumachen ſind, Die Mauern ſind gewöhnlich ſo dick, daſs jeder Flügel der Fenſterladen in zwey Theile getheilt, vermittelſt Wirbelheſpen gegen die Seite der Fenſteröffnung gelegt werden kann, (Die inwendigen Fenſterladen werden durch inwendig queer vorgebrachte Hölzer vor nächtlichen Einbrüchen mehr gelichert, als durch Schubriegel und dergleichen.) WIRE 0>. Aal WOHER. 244884 57.»"zwar"2 15 ZREDS ( 55) Zum Beſchlaßen der Ferſter und Thü- ren ſind mannigfaltige Arten von Haken; Bän- dern, Drückern, Wirbeln u- ſ. w- erforderlich, deren Beſchreibungen und Benennungen hier auseinatider zu fetzen, zu weitläuftg ſeyn wür- de; es wird daher nur in Abſicht der Schlöſ- ſer angemerkt, daſs es hauptſächlich deut ſche und wiederum fhanzöllftehe Schl6öſ- ſer giebt, wovon erkere mit einem Kaſien be- deckt und werdeckte, oder offen ſind und als- denn Kam merſchlöſſer.;genanntwexden. Die deutſchen Schlöfſer haben die Eigenſchaft, nur ſo lange offen zu bleiben, als man die darin befindliche Feder mit dem Schlüſſel zurück hält, und daſs auch ein ſolches Schloſs nicht mit dem Schlüſſel wieder zugeſchloſſen werden kann, ſon- dern es geſchieht ſolches durch Abdrückung der ſogenannten a HNE: Bey den FZ a lil hem SCHI0LLeErN DV- ne Man aber das] ScCHNOLS durch zweymaliges Herumdrehen des Schlüſſels, und verſfchlieſfst es auch wiederum durch zweymaliges Zurückdre- hen deſſelben. Die franzöſiſchen Schlöſſer haben daher el- nen Vorzug vor den deutſchen Schlöſſern, allein ße find auch etwas theuer, beſonders, wenn es ſogenannte eingeſleckte Schlöſfer ſind; deren gänzes Eingerichte in der Thürein-« faſſung Neckt, f0 daſs kein ſonft vorſtehender Schloſskaſten vorhanden iſt, welches allerdings bequem und von gutem Anſehn iſt. Das Verglaſen der Fenſter in geringen Gebäuden geſchieht mit ordinairem Bley D 4 RL INR„5 IP LEI 2,0 6 E53 und auswärts dagegen gelöthetem ſogenannten Windeiſen. Beſſer, aber etwas theurer werden die Fen- Der mit ſogenanntem Karniesbley verglaſet. Dieſes Bley iſt breiter als das ſonſt gewöhnliche, und anſtatt der Windeiſen, ſteckt in ſelbiges ein ſlarker eiſerner Draht, der alſo nicht, wie die Windeiſen ſichtbar iſl. Die beſte Art der Verglaſung iſt aber in Sproſſen, wo die etwas gröſſeren Scheiben als fonſt, mit Kitt und kleinen eiſernen Stiften Se gen die hölzernen Sproſſen befeſligt werden. Die Stubenöfen beſtehen der Materie nach, gemeiniglich aus Kacheln von gebrann- tem Thon, aus gegoſſenem Eiſen, oder aus ſtar- ken eiſernen Blechtafeln. Die thönernen Ka- cheln ſind entweder auf der äuſſern Seite glaſurt, oder ſie bleiben. roh und werden mit dünnen Leimfarben angeſtrichen. Die glaſurten Kacheln ſind zwar etwas dauer- hafter als die unglaſurten, allein auch weit koſt. barer, daher erſlere gewöhnlich in gemeinen Häuſern, und öfters ſelbſt Stubenöfen bloſs von gewöhnlichen Mauerſteinen geſetzt werden. Da indeſſen die unglaſurten Kacheln eben die Dauer leiſten als die glaſurten, ihr Anſehen auch, wenn ſie mit ſchwacher Leimfarbe gemahlt Ind, angenehmer iſt als das der ſelten, beſon- ders bey weiſſen Oefen ganz gleich gerathenen Glaſur, ſo verdienen ſie auch in den beſſern Ge- bäuden den Vorzug vor den glaſurten Oefen; vorzüglich aber wären allen Oefen auch beſſere Sh Gi 5 was fü en<< BELZ= (+55 I Formen und weniger abgeſchmackte Zierrathen zu wünſchen, als man gewöhnlich antrifft. Die eiſernen Oefen ſind entweder ganz von Eiſen gegoſſen, oder ganz von ſtarkem Eiſen- blech angefertigt, oder es it auch nur der Feuer- kallen von gegoſſenem Eiſen, oder von Kiſen- blech und ein Auſſatz von gebranntem Thon darauf gefellt. Die Oefen werden nächſidem von auſſen oder von innen geheitzt, und letztere werden Windöfen genannt. Dieſe laſſen ſich an al- len Orten ſehr bequem anbringen und ſind bey gehöriger Behandlung, wegen der dadurch in den Zimmern entfſlehenden Reinigung der Luft, der Geſundheit zuträglich; ſie können aber auch bey zu früher Verſchliefſung der Rauchröhre den Tod verurſachen, daher fie in Schlafzimmern nicht anzurathen find. In Abficht der innern Structur giebt es eine unendliche Menge mannigfaltiger Einrichtun- gen und Erfindungen, welche auf die Erſparung des Brennmaterials abzwecken, wovon man bey vielen dieſen Erfolg zwar nicht ableugnen kann, allein es gehört dazu nicht nur recht trocknes Holz, oder anderes Brennmaterial, ſondern es muſs auch damit beym Einheizen ordnungsmäſlig umgegangen und verlahren werden. Da aber beydes, die Bereithaltung des trock- nen Holzes und die vorſichtige Behandlung beym Einheizen, bey dem grofsen Haufen ſel- ten voraus zu ſetzen iſt; ſo dürften dergleichen Holzſparöfen in den Wohnungen deſſelben nicht leicht ſtatt finden können, jedoch dürfte in je- 6 D; € 58 9 dem Fall auf den Vortheil eines Roſtes, der an- ſtatt von Eiſen, von gebranntem Thon ſeyn kann, und auf einige Züge im Ofen gehalten werden können; wie denn die Holzſparöfen überhaupt nicht zu ſehr gekünſtelt, d. i. nicht gar viele Züge hin und wieder geführt werden dürfen, wie es da- mit bey einigen Erfindungen bis zur Spielerey geht, und wo der dadurch etwa erlangte Vortheil der Holzerſparung wieder durch viele andere Unbequemlichkeiten und öſtere Reparaturen der Oefen vereitelt wird. Sonſt ſind die horizontal- oder liegend- gezo- genen Züge beſſer als die vertical- oder aufrecht- gehenden; auch iſt es vortheilbaft in den Oeien der gemeinen Leute oder bey wirthſchafilichen Zimmern eine kupferne Blaſe im Ofen anzubrin- Sen um Warmes Waßſler zu haben. (Wegen leichterer Erwärmung der Oefen iſt überhaupt an- zumerken, daſs es-auch ſehr auf die Stelle des Ofens und die Gröſfse der zu heizenden Zimmer ankommt; indem nicht ſelten verlangt wird, daſs ein Ofen zwey Zimmer zugleich heizen ſoll, die wohl noch dazu ziemlich grofs find. Es taugt aber das Heizen zweyer Zimmer aus einem Ofen übeihaupt nicht, weil viele Hitze in die dazwiſchen befindliche Mauer einzieht. Sind ferner die Oefen zu nahe an die Fenſter oder Ihüren geitellt, ſo können ſe auch nicht ſo gut ein Zimmer erwärmen, als wenn fe fich an einer nicht mit Thüren und Fenſtern durchbro- eHhenen Wand befinden. Kann man den Ofen an einer folchen Wand dergeſtalt ſtellen, daſs defſen Stand zu- gleich die Mitte des Zimmers iſt, fo wird dies der vor- +heilhaſfteſte Platz für den Ofen ſeyn. Gememiglich aber iſt man freylich genöthiget, die Oefen in den Ecken der Zimmer anzubringen. Diejenigen Zimmer, unter wel ehen fich andere mit gewöhnlichen( nicht gewölbten) ens CFEn it. 35 el 2 59 7 Decken befinden, und in welchen nicht geheizt wird, oder bey Fuſsböden, unter welchen wohl gar eine ſtarke Zugluft ſtreicht, als bey Flahren, Durchfahrien und der- gleichen, werden niemals, beſonders nahe am Fuſsboden, hinlängliche Hitze erhalten.) Das Anſtreichen der Fenſter und Thüren mit Leimſfarbe iſt auſserhalb gar nicht, innerhalb aber auch nicht ſehr dauerhaft; geſchieht das An- ſtreichen aber mit Oelfarbe, ſo wird das Holz- werk ſehr conſervirt. S- E84 7. In Abficht des äuſſern Abpützes der Gebäude, erhält das Holzwerk der hölzernen Gebäude durch das Anſtreichen mit Oelfarbe al- lerdings mehrere Dauer. Der ſogenannte Steinkohlentheer hat zwar ein nicht angenehmes dunkelrothes Anſe- hen, aber diefer Anſtrich iſt äufserſt wohlfeil und dauerhaft, und ſchickt ſich daher wenigſtens zum Anſtreichen der Scheunen, Stallthüren, Be- währungen und alles Holzwerks. Einen wohlfeilen und auf Holz haltbaren Abputz erhält man auch dadurch, wenn man Kalk oder ſtatt defflen Erdfarben mit Milch und ſogenannter Wadeke abreibt. (Vor dem Berohren des Holzwerks an den äuſsern Seiten der Wände iſt bereits gewarnt worden.) Die mit Kalk geputzten Mauern müſſen hin- gegen nicht mit Oelfarben, ſondern bloſs mit Waſſerfarben abgeputzt werden. Die Oelfarbe iſt zwar auch dabiey dauerhaft, allein der Glanz derſelben auf ſolchen groſsen Flächen iſt widrig, C 66.) und die Sache koſtbar; auch fallen die Oelfarben zu ſchr ins Dunkle, welches ſelbſt bey dem Ab- putz der Mauern mit Waſſerfarben verhütet wer- den muſs, ſondern es müſſen die gewählten Far- ben nur ganz blaſs aufgetragen werden; dabey ſind diejenigen Farben, die einer natürlichen Steinfarbe ähnlich find, als Blaſsgrau, ins bräun- liche fallendes Gelb,'die beſten für das Aeuſsere der Gebäude, und hingegen nichts widriger als fark aufgetragenes brennendes Roth, Grün und Blau, oder gar eine elende Nachäffung einfärbi- ger und bunter Marmoxrarten. Dritte Abtheilung. S. 39- Von der innern Einrichtung und Gröſse der ökonomiſchen und anderen auf dem Lande hingehörigen Gebäude. Zuvörderſt iſt ſowohl über die innere Ein- richtung und Gröfſfe der Gebäude, als auch wegen des äuſſern Anſehens derfelben zu bemerken, daſs hierunter nur wenige ganz be- ſtimmte Regeln oder Grundſätze ſtatt finden. Bey jeder beſondern Abſicht oder jedem beſonderen Gebrauch, zu welchem Gebäude aufgeführt oder beſtimmt werden, treten ſo mannigfaltige Um- ſände ein, welche Ausnahmen von den Regeln und Aenderungen erheiſchen, ſo daſs man bey der gröſfsten Mannigfaltigkeit angenommener Beyſpiele von allerley dergleichen Vorfällen, G 6m.) dennoch immer wieder auf Urſachen ſtoſſen wür- de, die für ſpecielle Fälle, eine andere Einrich- tung erfordern. Solche Urſachen find Zz. B. die Lage der Gebäude, die Verbindung derſelben mit andern ſchon vorhandenen, allerley mit dem Bau in Verbindung ſtehende wirthſchaftliche Rückſichten, und dergleichen mehr. Oefters fol- len auch Theile eines alten abgebrochenen Ge- bäudes bey dem neuen wieder beybehalten wer- den, als Fundamente, Mauern, Keller und der- gleichen, wornach ſich die Einrichtung des neuen Gebäudes richten muls. Es werden alſo hier nur im Kurzen allge- meine Grundſätze, nach Maaſsgabe der in den mehreſten Preuſsiſchen Provinzen üblichen Wirthſchaftsarten, mitgetheilt werden, auſser de- ren Beobachtung die Zuziehung eines verſtändi- gen Ockonomen bey dem Entwurf wirthſchaftli- cher Gebäude, zu empfehlen iſt. Bey Befolgung der von einem ſolchen Mann in Abſicht der innern Einrichtung diefer Gebäu- de. zu erwartenden Ideen, muſs aber doch auch Jjmmer darauf Rückſicht genommen werden, ob die gewünſchte Dispoſition zugleich mit einer auf Grundſätzen und Erfahrungen beruhenden, auf Feſtigkeit und Solidität, abzweckenden Cowu- ſtruction, beſtehen Kann. Denn die beſte innere Einrichtung eines Gebäudes in Abſficht der zweckmäſsigen Lage der Zimmer, oder der Ver-« theilung des Raums, würde keine Vollkommen- heit gewähren, wenn nicht zugleich die Dauer- haftigkeit, Feuerſicherheit und andere, durch die Conſtruction zu erreichende Nothwendigkei« CC 62. 3 ten zugleich damit verbunden wären. Wenn alfo der Baumeiſter bey dem Entwurf der inne- ren Einrichtung eines ökonomiſchen Gebäudes die empfehlenswerthe und nützliche Beſcheiden- heit beobachtet, ſelbigen in Vorbindung mit dem Rathe eines verſländigen Oekonomen zu entwerfen, ſo muſs doch zugleich die Anwen- dung der beſten Conſtrucktionsmethode des Bau- meiſters vorzüglichftes Augenwerk ſeyn, und kein Vorſchlag, Kein Wunſch eines andern, mit Zurückſetzung deſſen befolgt werden, was die Dauerhaftigkeit und die Feuerſicherheit des Ge- bäudes, und was andere, aufser der bloſs innern Einrichtung liegende nothwendige Rückſichten auf eine regelmäſsige Bauart, erfordern. Zur Anordnung der Faſſaden gewöhn- licher Landgebäude gehört, die Beobachtung der Symmetrie, d. i. der Gleichheit aus der Mitte des Gebäudes, in Abſicht der Anzahl der Fenſter und Thüren, und ihrer Form nächſt der Gleichheit der Zwiſchenräume der Fenſter, welche nicht zu ſchmal und wenigſtens nie ſchmäler als die Breite der Fenſter ſeyn ſollten. Das ſogenannte Hauptgeſims an den Gebäu- den iſt aus Nothwendigkeit vorhanden, um nem- lich das vom Dache ablaufende Waſſer, vom Fuſs des Gebäudes zu entfernen. Dies wird deſto mehr bewirkt, jemehr das Geſims hervorragt, oder Vorladung hat. Das Geſims an lich und deſſen proportionirte Glieder, nebſt einer etwas ſtarken Vorladung, welche durch beſonders dazu geformte Ziegel leicht bewirkt werden kann, ge- währt zugleich eine Hauptzierde eines Gebäudes; GC. 02.) daher es ſehr wohl erlaubt ift, theilweiſe, am Hauptgeſims, oder durchweg, noch Verſchöne. rungen deſſelben anzubringen, als logenannte Modillons oder Balkenköpfe. Die kleinen Verdachungen über den Fen- Rern, wovon aber nur die geraden, höchſtens die giebelfſörmigen, aber nie die bogenförmigen zu wählen ſind, erwecken neben ihrem guten Anſehen, den Gedanken von Nothwendigkeit, um nemlich die Fenſter vor dem oben ablaüfen- den Waſſer zu ſchützen.=-- BEben gdieſcs leiſen die ſogenannten Sohlbänke unter den Fenſtern, daher fie ebenfalls zugleich als eine Zierde ange- bracht werden können. Bey Gebäuden von zwey Stockwerken kann das ſogenannte Gurt- oder Bandgeſims eben ſo wohl ſtatt inden; Quadern oder Ruſßiguen kön- nen ebenſlalls an den Ecken und. an den Vor- ſprüngen oder an der ganzen Faſſade angebracht werden. Sie ſcheinen das Mauerwerk zu verſſär- ken. Es 101 aber beiſſer, qie Hugen deſſelben nur blofs im Putzkalk einzureifſlen. Sollen aber dergleichen Quadern mehr vorſpringen, oder die Fugen vertiefter ſeyn, iſo müſſen ſie nicht bloſs mit Kalk angetragen, ſondern wirklich bey Aufführung der Mauern durch Vorlegen und Zurückſetzen der Steine gebildet werden; denn bloſs von Kalk angetragen ſind ſie nicht dauerhaft. Die Fentter- und Thürenöffnungen müſſen nicht bogenförmig überwölbt werden, ſondern gerade Sturze bekommen, noch weniger dürfen einige Fenſter oben rund und andere gerade, C65 I oder die Fenſter gerade und nur allein die Thür- ren rund ſeyn. Hingegen ſind hin und wieder groſse, als ein Cirkelausſchnitt geſtaltete Fen- ſter zur Erleuchtung der Eingänge oder anderer grofser Plätze, beſonders der Giebelſiuben bey freyltehenden Gebäuden, dem guten Geſchmack nicht entgegen; ſie dienen vielmehr zu einer mit den andern Fenſtern abwechſelnden Zierde und erhellen das Innere ungemein. Gerade Fenſftereinfaſſungen haben weder Zweck noch Nutzen, und Können daher wegtal- len. In der Form von Quadern dürften ße eher als eine Nachahmung der Fenſftereinfaſſungen, da, wo man mit Bruchfteinen verſehen iſt, gel- ten können. Kleine Vorſprünge in der Mitte oder an den Ecken der Gebäude unterbrechen die ſonſt öf. ters zu grofsen einförmigen Mauerſflächen, und ,. ſcheinen nicht nur die Feſligkeit zu befördern, fondern ſie geben öfters und beſonders an den Ecken freyſtehender Gebäude, den Mauern wirk- lich mehr Standhaftigkeit, daher deren Anbrin- gung ſehr zuläſsig if. Nur müſſen dergleichen Vorſprünge nicht zu oft oder deren mehrere aufeinander und eben ſo wenig viele weder vorſpringende Tafeln, oder einziehende Fel- der angebracht werden. Erſtere hindern bey der Eindeckung der Dachtraufe, und letztere find weder von Nutzen noch dauerhaft. Veberhaupt muſs Simplicität der Charakter der Landgebäude ſeyn. Man ſollte ſich alſo da- bey mit den vorgedachten architektoniſchen Ver- zierungen begnügen, € 05-3 1. Wohngebäude. Landhäuſer In ſofern darunter die Woh- nungen bemittelter Gutsbeſitzer verſlanden wer- den, läſst ſich über die Größse, Einrichtung und Verzierung derſelben am wenigllen etwas be- ſMtimmtes anführen, ſondern es hängt ſolches alles von dem Vermögen oder dem Willen und dem Geſchmack der Gutsbeſitzer ab, welche Ausdehnungen lie ihren Wohnungen, auch an- dern, theils zum Nutzen, theils zum Vergnü. gen dienenden Gebäuden, geben wollen. * Amthäuſer, oder die Wohnungen der Beamten. Ihre Gröſse und Anlage richtet ſich zwar ebenfalls nach der Gröfse und Wichtigkeit des Amts, der damit verknüpften Geſchäfte und den dazu nöthigen Perſonen, auch aufzu-« nehmenden Commiſſarien; jedoch ſoll dabey al- ler Veberfluſs an Gelaſs vermieden werden. Zwu- weilen ſind die ökonomiſchen Bedürfniſle zu- gleich mit in einem Amthauſe angebracht, auch wohl die Amts-Expeditions-Stube, die Gerichts tube, Regiſtratur und dergleichen. Ocefters ſind dieſe aber auch getrennt und beſondere Ge- richts häuſer vorhanden, worin fich die Woh- nung des Juftitiarius und Actuarius nebſt dem gehörigen Expeditionsg- Archiy- und Caſſen-Zim.- mer befinden. Bey der Wohnung des Vogts müſſen zugleich die nöthigen Gefängniſſe vor- handen ſeyn. Diejenigen Gefängniſſe, worin nur die Bauern durch Arreſt befiraft werden, brau- chen nicht ſo verſichert zu werden, als die CG ri- E, ( 66) minalgefängniſſe, worin Miſſethäter wäh- rend des Inquiſitionsprozeſles gefänglich aufbe- . wahrt werden. Die beſte Einrichtung zur Verhin- derung des Ausbrechens iſt, daſs ſowohl der Fuſs- boden als auch die Decken, von dicht aneinan- der gelegtem Holze gemacht und die Wände mit ſtarken Bohlen bekleidet werden; auch müſſen in den Schornfteinröhren eiſerne Kreutze einge- mauert und vor den Oefen ſlarke eiſerne ver- ſchloſſene Thüren angebracht werden. Unterir- diſche Gefängniſſe, oder in Souterrains angeleg- te, ſind nicht die ſicherſten und der Geſundheit nachtheilig. Die Vorwerkshäufer oder Wohnun- SIEM MEN MOnwerk ee BA TCHUVUCT mile Jene folche Lage haben, daſs daraus und beſonders aus des Pächters Wohn- oder Sdchlafftube der ganze Wirthſchaftshof überſehen werden kann; auch ſollte nach der erforderlichen Lage der übrigen Wirthſchaftsgebäude in Rückſicht auf die Himmelsgegend, die Fronte des Wirthſchafts- hauſes gegen Oſten befindlich ſeyn. Es iſt auch ſehr rathſam, bey dieſen Gebäuden Souterrains anzulegen, um darin allerley Wirthſchaftsange- legenbheiten(inſonderheit die Molkerey, wenn dazu nicht ein beſonderes Gebäude anfgeführt werden Kann) anzubringen. Demnächſt gehört in das Souterrain eine grofse Wirthſchaſtsküche zum Waſchen, Schlachten und dergleichen, die in kleinen Wirthſchaften auch wohl zum Brauen und Brannteweinbrennen gebraucht wird; hin- gegen iſt es ſchr unbequem, wenn die gewöhn- liche Küche zum Kochen, fich im Souterrain be- C 80 I findet; denn einer Wirthin, die fleiſsig nach der Wirthſchaft ſieht, wird das öfiere Treppenſiel- gen zu läſtig, und fie kann überdem nicht gehö- rig überſchen was inſonderheit in der Küche vorgeht. Es mujßs alſo auch oben eine geräumi- ge Küche und Speiſekammer, letztere jedoch nicht, wie es oft geſchieht, neben einer Brand- mauer, oder mit den Fenſtern gegen Nüttag an- gebracht werden 3; weil eine ſolche Speiſckammer zu ſehr erwärmt wird. Eben ſo muſs das weib- liche Geſinde oben und nur einige männliche Dienſiboten im Souterrain placirt werden; die Stube für das weibliche Geſinde muſs durch eine zu eröffnende Thüre, mit der gewönlichen Wohnſtube des Pächters in Verbindung ſichen, um das Spinnen, Weben und dergleichen Ver- richtungen gehörig überſehen zu können. Bey der Anlage eines ſolchen Gebäudes iſt fer- ner dahin zu ſehen, dafs neben den erfoiderli- chen Stuben jederzeit Kammern fich befindensz denn dieſe find überhaupt, vorzüglich aber in wirthſchaftlichen Gebäuden ſehr nützlich und bequem. Es müſſen auch nicht zu viele Ausgänge, weder aus dem Souterrain noch- aus dem Haufe ſelbſt, angebracht werden. Ein geräumiger Fluhr iſt in vieler Rückſicht und vorzüglich dann in ſolchen Gebäuden nütz- lich, wenn in der Enrndtezeit viel Geſinde zu ſpeiſen iſt, welches auf einem ſolchen Fluhr ge- ſchehen kann. Alle dergleichen Läandgebände ſollten nur von einem Stockwerke erbaut werden. Daſs E 2 68«9 aber die maſſive Bauart jederzeit die beſte iſt, verſieht ſich von ſelbſt. Das Dach kann, vorausgeſetzt, daſs es, wie bey ſolchen Wohnhäuſern jederzeit geſchehen ſollte, mit Ziegeln gedeckt wird, halbe Wallme bekommen; in den Giebel? aber find Stuben oder Vorrathskammern anzubringen. Ganze Wall- me müſſen durchaus bey keinem Landgebäude Natt nden. Unter dem Dache ift auch'eine: gute und feuerſichere Rauchkammer anzulegen. Wirthshäuſer oder Krüge werdens in Abſicht ihrer Gröfse nach dem mehrern oder mindern Verkehr angel2gt;: nur ſollte doch in dem geringſten Kruge, aufser der allgemeinen Gaſiſtube, wenigſtens noch eine für ordentliche Reiſende vorhanden ſeyn; nächſidem müſste es auch nicht an einer guten Küche und an einem kühlen Keller fehlen, der unter einer Kammer mit erhöhtem Fuſsboden angebracht werden kann. Eben ſo wünſchenswerth ifi dabey ein guter Brunnen. Nächſt dem Wohnhauſfe ſind die nöthigen Wagenremiſen und Pferdeſtälle an- zubringen und im erſtern für eine gute EKin- und Ausfahrt zu ſorgen. BEN Le UN Zen oder anderer Kigen- thümer Wohngebäude erhalten die benö- thigte wirthſchaftliche und bequeme Einrichtung nach eigenem Gefallen, da fie mehrentheils auf Ihre alleinige Koſten bauen. Dahingegen Kann die Einrichtung der Bauerhäuſer, wegen des freyen Holzes, das dazu verabreicht wird, und anderer Bauhülfe € 69 den Bewohnern nicht allein überlaſſen werden. Jede ſparſame und dennoch bequeme und wiuirth- ſchaftliche Einrichtung derſelben muſs ATOMICHEt nur dem gröſfstentheils unbemittelten Landmann lieb ſeyn, ſondern auch jeder Gutsbefſitzer, der zum Bau der Bauernhäuſer beytragen muſs, wird hierunter ſeinen Vortheil nicht verkennen. Be- ſonders aber iſt in der landesherrlichen Oekono- mie der Kinfluſs einer möglichſt ſparſamen, da- bey aber doch hinreichenden und zugleich feuer- ſichern Einrichtung der Bauerhäufer, in.Rück- ſicht auf die grofse Anzahl ſolcher Gebäude, welche jährlich bey Verabreichung des freyen Bauholzes aus den Königlichen Forſten aufge- führt werden müſſen, ein Gegenſtand'von STOLSer Wichtigkeit. Die erſte Regel bey der Anlage bäuerlicher Gebäude iſt alſo, eine überſflüſszige Gröſse derſel- ben zu vermeiden; jedoch es an dem unumgäng- lich nöthigen Raum nicht fehlen zu laſſen. Die Stube des Bauern muſs etwas geräumig ſeyn d. 1. 300 bis 324 Quadratfuſs enthalten, indem auch auf vorfallende Einquartierung und dergleichen zu rechnen it. Die Höhe ſollte nicht unter 8 Fuſs ſeyn. Am beſten ſchicken ſich in dieſen Gebäuden die Seite 48 beſchriebenen, geſirecK- ten Windeldecken, wodurch die Stube noch etwas erhöht wird. Die Balken über der Stube müſſen aber auch bey dieſer Art Decken, wegen des darüber anzubringenden Kornbodens, nicht über 5 Fuſs auseinanderliegen, auch die Stube eher ſchmal und lang, als zu tief ſeyn. Der Gie- bel. muſs nach der Dorffſtraſse und in ſelbigen der E 3 Eingang zum Hauſe, angebracht werden. Ne. ben der Stube Iſi die Schlafkammer als ein offe- ner Alcoyen anzulegen, nächſidem eine geräu- mige Küche, eine Speiſekammer, eine Kammer fürs weibliche Geſinde und noch eine, auch wohl zwey Hauskammern. Der Kamin muſs bloſs zur Erleuchtung mit Kiehn dienen, alſo ſehr klein ſeyn, um ſo viel als möglich das Ko- chen darin, oder wohl gar das Waſchen in der Stube, zu yerhüten, wozu die Küche zu be: nutzen iſi; weil erſteres, der Geſundheit nach- theilige Unreinlichkeit hervorbringt] Ein klei- ner Keller It auch in der geringſten Wirthſchaft erforderlich. In vielen Dörfern, und billig ſollte es in allen geſchehen, wird in den Bauerhäuſfſern zu- gleich für den Altfitz oder die Wohnung des Bauern, der die Wirthſchaft aufgegeben hat, geſorgt; und dieſerhalb eine kleine Stube und eine Kammer angebracht. Im Fall, daſs kein alter Wirth yorhanden, iſt eine ſolche Stube den Kranken zu vergönnen. Uebertriebene Erſpa- rungsfſücht muſs nicht das Nothwendige, was der Menſchheit zukommt, verdrängen. Der in einigen Provinzen herrſchenden Ge- wohnheit, die Wohnung der Bauern, die Ställe und ſelbſt die Scheunen zuſammen in ein Gebäude zu bringen, fehlt es unter dem Vorgeben mancher damit verknüpſten Be- quemlichkeiten, nicht an Vertheidigern, und man wird es dort wohl bey dem ländlich ſitt- lichen bewenden laſſen müſſen. In den mehre- ſien Provinzen iſt aber aus gewiſs erheblich guten NE=) Wm ie 6. 78.. 35 Gründen angenommen worden, daſs das Bauer- haus für ſich allein, die Pferde, Rindviehſtälle aber in einem zweyten und die Scheune in einem dritten ſeparirten Gebäude auzubringen find. So wenig bey dieſer Einrichtung die beſſere Conſervation eines Wohnhauſes, die mehrere Reinlichkeit in und bey demſelben, und meh- rere Vortheile nicht verkannt werden können, wenn keine Stallungen bey dem Wohnhauſe be- findlich ſind, ſo gereieht es doch zur Bequem- lichkeit, wenn der Pferdeſtall nebſt der Kammer für den Knecht mit im Wohnhauſe befindlich ift, wobey zugleich eine ſolche Einrichtung getroffen werden kann, daſs der Bauer, vermittelſt eines, in ſeiner Schlafkammer angebrachten kleinen Fenſlers, den Pferdeſlall überſehen, denſelben auch dadurch erforderlichen Falls mit Licht er- Vence kam One dars In gen Sial eib Licht kommen darf. (Dieſe und dergleichen Einrichtungen überhaupt können am beſten aus vorzulegenden Zeichnungen, verſtändlich gemacht werden.) Die zu beobachtende Feuerſicherheit be- treffend, ſo hat man dazu die leichteſten, ein- ſachſten und wohlfeilßen Mittel in Händen,=- nemlich den Gebrauch des Lehms; dieſes(118 den Landbau+ſo. vortrefliche Materal,. ift, faſt „Iller Orten zu finden. Die Bauart mit Lehm- Daatzen, Oder mit Luftziegeln und die Lehmſchindeldächer, leiſten alles was) in Abſicht der Feuerſicherheit wünſchenswerth iſt. ( Eine Feuerlicherheitsmaſsregel iſt es auch, dahin zu ſchen, daſs, weil die Oefen in dergleichen nedrigen Gebäuden E 4 GE 723 faſt bis an die Decke reichen, Keine die Oſendecke faſt berührende Wangrähme, noch ein.Unterzug darüber weggehen müſſen.) Die Wohnhäuſer der Coſſäthen ſoll- ten billig eben die Einrichtung erhalten, als die der Bauern. Bey den Häuſern der Coloniſten, die nur einige Morgen Land haben, wird gemeiniglich der Stall und die Scheune mit dem Hanſe zuſam- men oder unter einem Dache gebaut Die Scheu- ne darf aber nicht höher als das Haus ſeyn. Das Ausdreſchen des wenigen Getreides kann dem- ohngeachtet auf einem kleinen Scheunſluhr, über welchem der Balken ausgeſchnitten iſt, ge- Tchehen. Findet die Anlage einer ſolchen Co- lonie dergeſtalt ſtatt, daſs die Wohnungen zweyer Coloniſten zuſammen, oder unter ein Dach kom-- men können, ſo iſt es alsdann beſſer, die Scheu: nen und Ställe zweyer Wirthe ebenfalls in eli- nem ſeparaten Gebäude zuſammen zu bauen. Coloniftenhäuſfer, deren Bewohner bloſs als Tagelöhner angeſetzt ſind, Büdner- und dergleichen Wohnungen, für Familien, welche kein Land haben, beſtehen gemeiniglich nur in einer Stube, einer Kammer und der nöthigen Ge- legenheit zum Kochen, nebſt einem kleinen Stall für etwa ein Schwein oder ein Paar Gänſe, ſo Ihnen zu halten erlaubt ſind. Zur Erſparung der ſonſt nöthigen vielen Giebelwände, können mehrere dergleichen Wohnungen in ein Gebäu- de oder unter ein Dach gebracht werden. Je- doch iſt anzurathen, nicht mehr als die Woh- nungen für vier Familien in ein Haus beyſam- mwErGEEr= <> Fa GE= ZUTs C. 45 7 men zu bringen, weil ſonſt dergleichen Gebäude zu lang werden, wodurch mancherley Unbe- quemlichkeiten entflehen. Ferner ſollte jeder Be- wohner ſeinen eigenen Fluhr und ſeine eigne Ge- legenheit zum Kochen haben, und nicht je zwey und zwey, oder wohl gar viere einen gemein- ſchaftlichen Fluhr und Küche erhalten. Letz- teres wird gemeiniglich der Fall, wenn nach vorn und auch nach hinten zu Stuben und Kam« mern angebracht werden. Es iſt daher beſfer, die Stuben ſämmtlich in die Vorderfronte, die Kammern aber nach hinten zu legen, dabey auch zugleich jeder Familie ihre eigenen Feuerungen und Flühr zu geben. Auch würde es gut ſeyn, die Ställe nicht mit im Hauſe anzubringen, weil die Gebäude darunter ſehr leiden, und es müſſen daher lieber auf eine leichte Art kleine Ställe hinter dem Hauſe erbauet werden. Die Dorfſchmiede muſs auf einem freyen Platz oder am Ende des Dorfes, von andern Ge- bäuden entfernt, Yan"ich feuerither, dd= maſſiv oder mit Lehmmauern gebaut und mit einem Ziegeldache verſehen, auch eine Kohlen- kammer dabey angelegt werden. Zuweilen iſt die Wohnung des Schmidts zugleich dabey ange- bracht, zuweilen iſt dieſe ſeparat. Diie' Schäferhbäufer ſollten auſser"der Wohnſtube und Kammer, eine beſonders vom Rauch entfernte geräumige, reinliche Kammer und einen beſondern Keller zur Milch und zum Käſe haben. Zu'den" Wohnungen der'Forſtbe- dienten ſind vom Königlichen General- Forſt E 5 CG EI departement ſechs verſchiedene Normalzeich- nungen approbirt und in Kupfer geſlochen wor- den, deren Einrichtung den verſchiedenen Gra- den der Forſtbedienten und des daher mehr oder weniger benöthigten Gelaſſes, ängemeſſen iſt. Die dabey nöthigen Wirthſchaftsgebäude werden in jedem Fall nach dem Viehſftand, Acker und Wieſen, welches die Beſtallung beſtimmt, be- rechnet. Auch muſs bey einigen Förſftereyen für den nöthigen Bodenraum zum Gelaſs der Kiehnäpfel geſorgt werden, ſo wie auch bey an- dern, Kiehnäpfeldarren vorhanden ſind, worin die Kiehnäpfel entweder durch Feuer oder durch die Sonnenhitze getrocknet oder gedörrt werden. Tn den Bredigerhäufern, aut dea Lande muſs aufser einer Wohnſinübe, einer Schlaffitube, einer Kinderſtube, einer Fremden- Aube, und einer Studierſtube, welche unters Dach im Giebel anzubringen iſt, auch die übri- ge wirthſchaftliche Gelegenheit, als Küche, Kel- ler, Geſlindeftube und Vorrathskammer, vorhan- den ſeyn; bey den Oberpfarrftellen iſt auch wohl noch ein geräumiges Zimmer zur Verſammlung der andern Prediger erforderlich. Bey den Küfſter- und Schulhäuſern ifi zu bemerken, daſs die Schulſtuben. auſser der erforderlichen Gröſfse nach der Anzahl der in die Schule gehenden Kinder, jederzeit an der langen Seite des Gebäudes angelegt werden müſſen, um derſelben hinlängliches Licht zu geben; auch iſt der Fluhr nicht allzu klein anzuordnen. Eine Schulſtube muſs 10, wenigſtens g9 Fuſs hoch im Lichten ſeyn. Zollhäuſer oder andere Wohnungen für dergleichen Oſficianten erhalten nach Beſchaffen. heit der Umſtände, zwar einen eingeſchränkten, jedoch den nöthigen Bedarf an Stuben, Küche, Keller und dergleichen. 9. Die Dorfkirchen betreffend, ſo iſt die maſſive Erbauung derſelben, in einer länglich- ten viereckten Form, ohne viele Anbaue und Ecken, vorzüglich anzurathen. Die Gröſse der- ſelben richtet ſich allerdings nach der Anzahl der Einwohner. Die ſonſtige Gröſse Könnte merklich vermindert werden, wenn nicht, wie es in vielen Dörfern üblich iſt, nur die Knechte auf das Chor gingen. Es iſt ſolches daher gemel- niglich an einer Giebelſeite der Kirche ange- bracht. Dieſes Chors wegen muſs nun die Kir- che doch ſchon eine dazu angemeſſene Höhe er- halten. Würden nun aber auch an den langen Seiten der Kirche, Chöre angebracht, worauf die jüngſten Bauern oder die Coſfſäthen ihre Anweli- ſung erhielten, ſo könnte nicht nur die Anlage der Kirchen verkleinert, ſondern auch in Abſicht der Conſtruction dabey gewonnen werden; denn wenn keine Chöre an den langen Seiten vorhan- den find, ſo bleibt derjenige Theil der Balken- lage, von dem am Giebel angebrachten Chor bis an den andern Giebel, ohne Unterſtützung von unten, welches durch die, an beyden Seiten an- zubringenden Chorſäulen bewirkt werden könnte. Ohne das iſt, wenn man ſicher bauen will, bey der geringſten Kirche, die etwa nur 30 Fuſs Breite hat, ein Hängewerk im Dache erforderlich, welches viel Holz und Koſten erfordert, die als ECE 76.7 dann zum Theil erſpart würden, weil es nur eines gewöhnlichen Dachſtuhls bedarf. Auch könnten die Dorfkirchen ohne Nach- theil der Bequemlichkeit und mit Erſparungen, mehr eine quadratiſche oder eine runde Form, als eine länglicht viereckige erhalten. Altar und Kanzel find mit Erſparung des Platzes ſchicklich in eins zuſammen zu bringen. Die Thürme richten ſich in Abſicht ihres mehrern oder mindern Anſehens hauptſächlich nach der Grölſse des Dorfs, noch mehr aber nach den Fonds zum Bauen derſelben. In allen Fällen wäre zu wünſchen, daſs nicht auf hohe und aus mehreren ſogenannten Durchſichten oder gleich- ſam auf Stelzen übereinanderſtehenden kleinen Kuppeln: bey den Ahürmen.,. ein. ſ0..5groſser Werth geſetzt werden möchte. Ihre Unterhal- tung und die vielen dabey vorfallenden Repara- turen bleiben immer ein läſtig zu verzinſendes Capital. Thürme mit geraden Abdachungen, oder mit einer Kuppel, mit Blech oder mit klei- nen auf Dachſieinart angefertigten eichenen Spähnen bedeckt, werden, wo nicht überhaupt, doch bey den Dorfkirchen, die beſten ſeyn. Bethhäuſer, welche eben den Zweck ha- ben als die Kirchen, erhalten jedoch keine Thür- me, Chöre oder eine Kanzel. Es kömmt alfo da- bey nur auf die verhältniſsmäſsige Gröſfse derſel- ben an. Dergleichen Bethhäuſer oder auch wohl kleine Kirchen können von zwey Stockwerken erbaut, und im untern die Schule und des EE 77227 Schulhalters Wohnung, oben aber das Bethzim- Mer angebracht werden. (Ein Beyſpiel hiervon findet man auf den ſogenannten Bz» ſchofsberge bey Danzig.) 8. 24. 3. higentaene OKkomomlenle der Wüirthſchafshäuſfer. Ein Brauhaus ſoll der Regel nach, mit der Vorderfronte gegen Mitternacht, alfo nach der vorhin bemerkten Lage des Amt- oder Pächterhaufes, demfelben zur Rechten, und nicht weit davon entfernt ſeyn, jedoch den an- dern mit Stroh gedeckten Gebäuden nicht zu nahe flehen. Ein Brauhaus, muſs ferner auf die für daſſelbe beſtimmte Stelle, leicht durch Pum- pen, beſſer aber durch Röhrleitungen mit gu- tem Waſſer verſorgt werden können. Die Dauerhaftigkeit, und vorzüglich die Feuerſicherheit erfordert, daſs ein ſolches Ge- bäude maſſiv und mit Ziegeln gedeckt ſeyn muſs. Der EFuſszboden wird' über die Erde erhöht, ge- pflaſtert und mit Abzugsrinnen verſehen. Die Höhe eines Brauhauies ſollte nie unter zwölf Fuſs betragen. Das Wölben der eigentlichen Brauſftelle ift der Feuerſicherheit wegen eben nicht nöthig, ſondern damit der Quaim oder Dunft fich nicht an die Balken und den darüber liegenden Brettern anhängen und folche, auch wohl das darauf liegende Getreide, nicht verderben könne. GC. 138.) Weil der Dachboden zur Aufbewahrung des Getreides und des vorräthigen Malzes dient, ſo muſs das Dach, beſonders wenn ein Theil des Bodens zur Zubereitung des ſogenannter Luſt- malzes dienen ſoll, mit vielen Dachlucken ver- ſeben werden. Um dieſe zu vermeiden, auch um mehreren Bodenraum zu gewinnen, würde es daher beſler ſeyn, eine zweyte niedrige Etage auf die Brauhäuſer aufzuſetzen, und die eigent- liche Brauftäte durch ſelbige durchgehen zu laſ- fen, wodurch ſie zweckmäſsig mehrere Höhe er- hielte, und es könnte ſo dann das Ueberwölben derſelben allenfalls unterlaſſen werden. Die im Braubaufe befindliche Darrkam.- mer muſs hingegen Jederzeit überwölbt ſeyn. Die Brauftelle muſs queer durch das Gebäu- de durchgehen, um durch gegenüberſtehende Fenſter- oder Lukenöffnungen einen ſNlarken Luftzug darin zu erhalten. Neben der Brauſftelle iſi der Malzplatz in verhältniſsmäſsiger Gröfßse des darauf auszu- breitenden Getreides, anzulegen, und ebenfalls durch gegenüberſlehende Fenſier- oder Luken- öffnungen für einen guten Luttzug zu ſorgen. Der Malzplaz braucht hingegen nicht über 7 Fuſs hoch zu ſeyn, und es kann daher ein über die Erde erhöheter luftiger Keller unter demſelben angebracht werden, im welchem bey ermangelndem Raum, das Malzen zum Theil vorgenommen werden Kann. Auf dem Malzplatz befindet ſich der Quell- bottich(Weich- oder Begieſsbottich), eruneeneuegee SNNNSENENNENNNENNEN CDM... oder eine ausgemauerte Vertiefung, worin das Getreide eingeweicht wird. In die Brauftäte gehören folgende Geräth. ſchaften: die Braupfanne, oder anſtatt derſel- ben ein Braukeſſel, worin zuvörderſt Waſſer und demnächft das Bier gekocht wird. Ein H op- fenkeſſel, worin der Hopfen gekocht wird, welches indeſſen zuweilen auch ohne denſelben, in der Pfanne geſchieht. Ferner iſt der ſoge- naunte Meiſchbottich erforderlich, in wel- chem das Malz eingeweicht und durch Umrüh- ren zubereitet wird. Neben dieſem Meiſchbot- tich befindet ſich am gewöhnlichſten der ſoge- nannte Abzapfbottich(Veberſchlagbot- tich), in welchen das eingeweichte Malz aus dem Meiſchbottich gebracht, und in letzterm mit ſiedendem Waſſer“begoſſen wird. Um die da- durch entſtehende ſogenannte Würze rein und klar abzüziehen, wird der Boden des Abzapfbot- tichs mit Stroh belegt, oder ſelbiger mit einem aus durchlöcherten Brettern beſtehenden ſoge- nannten Stellboden verſehen,(weshalb der Ab- zapfbottich zuweilen uneigentlich der Stellbottich genannt wird). Beyde vorgedachte Gefäſſe, beſonders aber der Abzapfbottich, müſſen der Braupfanne oder dem Braukeſfſel nahe ſtehen, damit fie leicht aus ſelbigen mit Waſſer verſehen, auch die Würze wiederum leicht in die Braupfanne oder den Braukeſſel geſchöpft werden könne. Das gekochte Bier kommt hiernächſt in die ſogenannten Kühlbottiche, um darin ſo bald als möglich abzukühlen, weshalb dieſe Gefäſſe (Mog CH d Nj(G.801) |) bey den Fenſteröffnungea geſtellt werden müſſen. |,| In einigen Brauereyen iſt auch in gedachter Ab- | jj ſicht ein auf einem erhöheten Geſell angebrach- [|| tes länglicht viereckigtes Gefäſs, oder ſogenann- | tes Kühlſchiff vorhanden, worin das Bier nur 8 bis 10 Zoll hoch ſehet, und alſo deſto eher verkühlen kann. Das ſogenannte Stellen oder Abgähren des Biers nach der Abkühlung, wird entweder in dem zuerſßi genannten. Meiſchbottich, zweckmäſsiger aber in einem eigenen dazu be- 11.9000) Dimmten Stell- oder Gährungsbottich ver- ) richtet.' Es gereicht zwar zu gröſfserer Bequemlich» keit, wenn der Bierkeller ſich„unter der Brau- ſtelle befindet, um das gebrauete Bier durch Röhren gleich in den Keller zu ſchaffen; allein da die Gewölbe wegen der beſtändigen Näſſe in der Brauſftäte beſchädiget werden können, ſo iſt es beſſer, den Bierkeller nicht unter die Brauſftäte, jedoch in der Nähe derſelben anzubringen. Die Erheizung der Braupfanne oder des Keſſels geſchieht entweder mit Holz, oder mit Torf, oder mit Steinkohlen. Mit Recht wird 111 jeder Art eine zweckmälsige und beſonders eine das Feuermaterial erſparende Anlage der Feuerun« gen gefordert. Es fehlt auch dazu an Vorſchlä- ge und Erfindungen nicht, die jedoch nur durch Zeichnungen gehörig verlanden werden können. Hier wird alfo nur anzumerken ſeyn, daſs nac der älteren Weiſe,„die Braupfanne oder ider Braukeſſel unter: einen weiten Schornſtein ſelbfi, geſtellet wird, um-durch denſelben zugleich den Dunſfi Dunſt indem Walle kann Prauf ſeyn, Vorge 16, gel einen gehra Breit führ 1 Malz welter Jufüge gew] gEDU gen? WOV dur Ind, breite der 3 das M (onde wut heit get Dey dieſ derr / D 7 J *% R 4 m = Z79 I) Z g= pi 4- my p.-.-.„-„ BWB es-. 5- X OISCICSTES„, QUECEI EIMWATLTS. QÜUET Zus QErI BTAaunlia- 2 77 bir Z0U- OITICDTIUDNG TCN OUCEenN€TiOTQ an CFEWONNDCAHHen DEeULe7alt HCI: C CEr 10- O ("82 I Rauch von Torf und Steinkohlen dem Malze einen üblen Geſchmack beybringen würde, Die Rauchdarren ſind in Abſicht ihrer Con- ſtruction nicht künſtlich, und es iſt bekannt, daſs die Hitze vermittelfi eines mit vielen Oefinungen zwiſchen den Steinen, gemauerten Kanals oder ſogenannten Wolis unter die Darrſlacken gefüh- ret iſt, oder es find an deſſen Stelle zur Leitung der Hitze, Röhren von Eiſenblech vorhanden. Die andere Art der Darren, wobey man ſich nur der Hitze bedient, um das Malz zu trocknen, der Rauch aber durch die Schornfteinröhre abge- führet wird ,: ind vorzüglich der Gegenſtand vie- ler Erfindungen und Vorſchläge in Abſicht ihrer Conſtruction, theils uin mehrere Zweckmälsig- keit für das Geſchäft des Darrens ſelbſt, durch die gleichſörmige Verbreitung des erforderlichen Grades von Hitze, als auch die möglichſle Er- ſparung der Feuerungsmaterialien dabey zu be- wirken. Unftreitig iſt dieſe Abſicht von manchen erreicht worden; einige find aber auch zu ſehr ins Künftliche verfallen, fo daſs die aufwerkſa« me und vorſchriftmäſsige Behandlung nicht je- derzeit zu erwarten(ehet. (Der Feuerbauinſpector Jachtmann in Berlin hat fich ſo wie überhaupt wegen zwei kmälsiger und die Feuerungs- materialien erſparender Anlagen, alfo auch im Ablicht der Conſtruction der Darren, verdient gemacht, und die von ihm aufgeſtellten Beyſpiele ind nachahmungswerth; gleichwohl ſcheint diejenige auſserdem bekannte Art von Darren, ſehr zweckmäſlsig und wenig umffändlich zu ſeyn, wobey nemtich ſich in einem unten befindlichen, mit Mauerwerk und einer eiſetinen Thüre eingeſchloſſenen Mena lich) ien dur? ) Dutt elne 3 [elbe' ſen in, eG (Brey ünd, hend lch Küh onl? kühl, plcht 08 die werth; rt von 1 16Y1y 1. mit ſenen 6.86 7 Raum, ein oder zwey Oefen befinden, wodurch diefs Kammer dergeſtalt erheizt wird, dals auf die oben auf dem Boden, in einer geringen Erhöhung angebrachien Darrhorden, das Darren verrichtet wird. Man wendet freylich ein, dals, da das Mauerwerk bekanntermalien ein ſtarker Ableiter der Hitze iſt, viel davon durch die Mauern der Heizkammern verloren ginge; allein es ſcheint, als wenn fich dagegen noch wohl ein Mittel! n- den lieſſe. Dies find eigentlich in der Hauptſache die engtl:- ſchen Darren; nur liegen letztere mit dem Fuſsboden des Daches gleich, und man bedient fich dabey anſtatt der Horden, Decken von Pferdehaaren.) Die Branntweinbrennerey(an einigen Orten das Brannthaus genannt) wird mehren- theils mit der Bierbrauerey in einem Gebäude verbunden, und erfordert im Ganzen genom- men, eben die Anlage als die Brauftelle, nem- lich durchftreichenden Luftzug, einen erhöhe- ten mit Abzügen verſehenen Fuſsboden, und durchaus eine Ueberwölbung. An Geräthſchaften ſind erforderlich der Ouellbottich, worin das Malz erweicht wirds eine Anzahl von Meiſchtonnen, worin daſ. felbe umgerührt und durch den Zuſatz der He- fen in Gährung gebracht wird. Diefes fogenann- te Gut kommt ſodann in die Meiſchblaſfe (Brennblafe), deren auch wohl einige vorhanden find. Eine ſolche Blaſe iſt mit dem dabey ſte- henden Kühlfaſfs vermittelſt des darin befind- lichen Schlangenrohrs verbunden. In die Kühltonne wird durch die von der Pumpe oder ſonſt dahin geführten Rinnen, und den in dem Kühlfaſs angebrachten fogenannten Wolf be- F 32 ( 84) fändig kaltes Waſſer erhalten, indem das warm gewordene“abläuf. Nachdem der ſogenannte Laiter aus der Meiſchblaſe durch das in dem Kühlfais befindliche Schlangenrohr in die Vor- lage abgetrieben worden, wird die in der Blaſe zurückgebliebene Schlempe vermittelſt eines un« ten in den Blaſen angebrachten meſſingenen Hahns und durch eine Rinne in die Schlemp- grube zum Mäſten des Viehes abgelaſſen, wes- halb die Maſtiſtälle für Ochſen und Schweine, wo nicht unmittelbar an die Brennerey, doch in der Nähe derſelben anzulegen find. Der vorhingedachte Lutter wird nun in die ſo- genannte Lutterblaſe(Läuter- oder Wien- blaſe) gethan und aus derſelben zuerſt der ſo- genannte Vorſprung und dann der eigentliche Branntwein, vermittelſt eines wiederum durch das neben dieſer Blaſe befindliche Kühlfaſs ge- hende Schlangenrohr, abgezogen. (In ganz kleinen Branntweinbrennereyen wird das letztere auch wohl durch die Meiſchblaſe verrichtet, nachdem ſolche vorher gereiniget worden, ſo daſs diele allo zu beyden Endzwecken dienen muls.) Es verſteht ich von ſelbſt, daſs die ſowohl zur Brauerey als zur Branntweinbrennerey gehö- rigen Geräthſchaften und der damit in Verbin- dung ſtehende Malzplatz, nebſt der Darre, eine der von beyden Getränken auf einmal anzufer« tügenden Quantität angemeſſene und unter ſich Proportionirte Gröfse haben müſſen, und daſs ſich hieraus und aus dem erforderlichen Raum zu den übrigen Handtierungen, die Gröſse des Gebäudes ſelbſt ergeben mülle. " porüo au521 viel! und' nem 170, zu kle yens pme 10m lich yon Brau Meth 16, Dd; gen| de » Kul tztere hdem lo zu ohl :hö- Ws eine ate 1 fich 1 daſs Raum ;e des (€ 85) Wenn man nun, um dieſe Gröſfse und Proz: portion der Braugefäſse nach Erfahrungsfätzen auszumitteln, von der Angabe ausgehet, von wie viel Scheffeln Getreide auf einmal gebrauet wird, und man dabey annimmt, daſs von ein und el. nem halben Scheffel Eine Tonne Bier gezogen wird, ſo dürfte die Gröſse der Gefäſse darnach zu klein beſßimmt werden, denn dieſer Satz iſt weniglſlens bey den Brauereyen auf dem Lande nicht zuverläſsig, und es erfolgt aus der ange- nommenen Quantität von Getreide, Jedoch ziem lich unbeſtimmt, ein etwas gröſseres Quantum von Bier- Hierzu kommt noch, daſs bey dem Brauen ſelbſt verſchiedene Modificationen oder Methoden ſtatt inden, welche bald etwas gröſfse- re, bald etwas kleinere Gefäſse, auch bey einl- gen ſo gar wenigere derſelben erfordern, als bey ZUL GENT Nach verſchiedenen angeſtellten Verglei chungen könnten indeſſen folgende Sätze ange nommen werden. Bey dem ſogenannten Meiſchbottich in einer Brauerey für jede Tonne des zu brauenden Biers 7 Kubik Fuſs. Der Abzapfbottich kann wegen des darin an- zubringenden Zapfbodens etwa 5 grÖlser ſeyn. Die Pfanne oder der Braukefſel würde den vierten Theil des Kubikinhalts des Meiſchkufens enthalten müſſen.; Der Quellbottich zum Malz muſs um die Hälfte gröſser ſeyn, als der Kubikinhalt des darin einzuweichenden Getreides. 5 G 55.5 Ferner find auf einen Winſpel Malz 2 bis 4 Quadratruthen Malzplaz zu rechnen. Auf einen Scheffel Malz können 10 Quadrat- fuſs Raum auf der Darre angenommen werden. Das Tonnen- und Scheffelmaaſs kann nun leicht in Kubikmaaſs reducirt und nach der An- zahl derſeiben und der mit dem Gebrauch der Gefäſse verhältniſsmäſszigen Höhe oder Tiefe, die Grundflächen und mithin auch ger Raum, den ſie einnehmen, gefunden werden, wozu der übrige nöthige Platz um und neben den Gefäſ- fen zu rechnen iſt, welcher in Jedem Fall eher etwas zu groſs als zu klein angenommen werden mals. Die Gröſse der zum Branntweinbrennen er- forderlichen Gefäſse iſt leicht nach anderen VvOor- handenen auszumitteln, und anzumerken, daſs die Anzahl der Meiſchtonnen ſich nach dem ſelt- nern oder öftern Brennen richtet. Bey der Brau- und Brennerey muls vorzüg- lich auf eine hinlänglich groſse Holzremiſe Be- dacht genommen werden, um beſtändig Vorrath an trocknem Holze zu haben. Kornhäuſfer oder Kornmagazine wer- den bey grofsen Wirthichaflen befonders er- bauet, weil ſtarke Kornſchüttunigen über den Wohngebäuden, für ſelbige nachtheilig find, indem die ſchon an ſich ſchweren und nicht für den vorgedachten Zweck genugſam unterſtützten Decken dadurch verſacken, die Böden über den Ställen aber nicht immer für den Kornvorrath zureichen. Gel bis 1 aa en, nun An. der die den der fal. Fall Men 'er- el» den (nd, t für tzten “den rah (35-7200' Der untere ebenſalls zu beſchüttende Boden der Kornhäufer muſs gehörig durch das Funda- ment erhöht und mit Lufizügen verſehen wer- den; vorzüglich müſſen auch die Böden nach Beſchaffenheit der Tiefe des Gebäudes, mit einem oder mit zwey tüchtigen Unterzügen ver- ſchen werden. Da die Böden nur 7 Fuſs hoch zu ſeyn brauchen, fo kann ein ſolches Kornhaus 3 Stockwerk hoch ſeyn, und alfo mit Inbegriff des eigentlichen Daches 4 Böden beſchüttet wer- den, deren Gröſfse, ſo wie die des ganzen Ge- bäudes nach der Menge des aufzuſchüttenden Getreides berechnet wird. (Ein Winſpel bat 42 Kubikfuſs. Dieſe Zahl kann man um (o leichter merken, da ein Winſpel 24 Scheffel hat und man alſo die 24 nur umkehren oder die 4 vorn ſetzen darf, um die Zahl 42 immer gegenwärtg zu haben. Soll alfo zum Beyſpiel der Kornboden 2 Fuſs hoch beſchüttet werden, ſo erſordert ein Winſpel 21 Quadratfuſs Raum.) Bey dieſen Gebäuden iſi ein gutes doppeltes Ziegeldach oder ein gegen“ Regen und Schnee noch dichter haltendes Lehmſchindelndach vor- züglich erforderlich. Molkenhäuſer werden bey groſsen Kuh- pächtereyen entweder zugleich an den Kuh- ſtällen, oder unweit derſelben erbaut. Sie er- halten nebſt des Kuhpächters Wohnung und dem Gelaſs des zur Wartung und Behandlung des Molkenviehes, auch des Butter- und Käſema- chens nöthigen Geſindes, eine beſonders ge- räumige Küche, einen guten kühlen Keller, eine Butter- und Käſekammer mit einem des Ab- laufes des Waſſers wegen abhängigen und ge- E 4 € 882) pflaſterten Fuſsboden, nebſt einem Brunnen in der Nähe des Hauſes oder im Hauſe ſelbſt. OS. 22. 4. Viehſälle, Die Kuhſtälle müſſen zwar trocken, aber nicht zu warm ſeyn. Sie werden entweder ſo angelegt, daſs das Vieh in ſo vielen Abtheilun- gen, als nöthig ſind, um in jeder zwey Reihen Kühe nach der Breite oder Tiefe des Gebäu- des ſtellen zu können, zu ſtehen kommt, oder man Dellet ſie dergeſtallt, daſs ſämmtliches Vieh in zwey, drey bis vier Reihen nach der Län» ge des Gebäudes ſteht. Erſigedachte Art hat den Vortheil, daſs das Vieh mehr ſeparirt iſt, leichter ein und ausge= hen kann, und daſs die hölzernen Gebäude ver- mittelſt der Querwände mehrere Feſtigkeit erhal- ten. Es 1ſt dabey gut, die obern Fächer in den Scheidewänden offen zu laſſen, damit die Luft deſto beſſer durch den ganzen Stall ſtreichen könne. Viele Landwirthe geben indeſſen den Ställen, worin das Vieh nach der Länge des Gebäudes ſteht, den Vorzug, indem alles leichter zu über- ſehen, abzufuttern und im Stalle zu tränken a zu welchem Ende es gut iſt, wenn im Stalle felbſt Pumpen angebracht werden. In erſftgedachter Art, oder bey der Stellung nach der Tiefe des Gebäudes, ſteht das Vieh mit den Köpfen gegen die in der Mitte ange- brachten Krippen oder Futterdielen; im zweyten Fall befinden ſich Krippen und Rauffen an den 1 17 Lung viel 105€- ylen den LC 89-3 Auſsenwänden, oder es iſl mitten durch den Stall ein erhöhter, 4 bis 53 Fuſs breiter Futter- gang vorhanden, an deſſen Seiten hölzerne, von Bohlen angefertigte oder von dazu geformten Ziegeln gemauerte Krippen befindlich ſind. (Wie das Vieh dergeſtalt einzubinden, daſs es bey entſte- hender Feuersgefahr leicht loſsgemacht werden kann, läſst ſich nicht füglich ohne Zeichnung deutlich ma chen.) Zur Ausbohlung der Viehſtälle wird kein Holz verabfolst, weshalb die Ställe bloſs mit Sand ausgefüllt oder allenfalls gepflaßtert wer- den, wobey zugleich für den nöthigen Abzug der flüſsigen Unreinlichkeiten zu ſorgen iſt. Die Höhe der Kuhfſftälle iſt zu 8 bis g Fuſs anzunehmen; bey den Kuhſftällen der Bauern oder bey kleimem Vieh wird 35, ſonſt aber an 4 Fuſs zur Breite für eine Kuh und 8 Fuſs zur Länge derſelben, alfo zu einem doppelten Stall 16 bis 18 Fuſs, mit Futterdielen aber 20 Fuſs angenommen. Ställe nur auf zwey Reihen Kühe, nach der Länge des Gebäudes,(fo daſs in der Mitte ein Fuitergang vorhanden, woran das Vieh mit den Köpfen ſteht) müſſen ſehr lans ſeyn, und dürfen dabey nur ſchmal werden, mithin iſi dieſe Bau- art nicht ſparſam. Ställe auf drey Reihen, wel- che dergeſtalt eingerichtet ſind, daſs zwey Rei- hen Kühe gegen einen ohngefähr in der Mitte des Stalles befindlichen Futtergang, die dritte Reihe aber an eine gegen eine der Frontwände befindlichen Futterdiehle zu ſtehen kommt, wür- den zwar in Abſicht des Baues und der gewöhn- F 5 Cg. I lichen Länge des Balkenholzes die angemeſſenſte Breite haben, allein die Lintheilung mit den Unterzug- Ständern iſt einigermaſsen irregulair und die Stiehle unterſtützen die Balken auch nicht an den gehörigen Stellen. Ställe auf vier Reihen, welche dieſen Fehler zwar nicht an fich haben, erfordern wiederum eine zu groſfse Brei- te und nebſt zu hohen Dächern lange Balken und Sparren. Man wählt daher gemeiniglich die dreyreihigen Kuhſtälle. Es könnten aber auch die Kuhſtälle zweyrel- hig gebauet werden; um ſelbigen aber doch mit Nutzen mehrere Breite zu geben, müßſsten die in jedem Fall erforderlichen Ställe für das Jungvieh, die Hexelkammer und die Kammer für Klee und anderes grünes Futter und dergleli- chen, der Länge nach, an der Vorderfronte des Stalls angebracht werden, anſtatt dieſe Gele- genheiten nach der Breite des Gebäudes an- zuordnen. Bey grofsen Kuhſtällen und der Stallfutte- rung, iſt auch eine Kammer, worin ein-ſfeuer- ſicher angebrachter Keſſel vorhanden, imglel- chen eine Schlafſkammer für etliche Mädchen, erſorderlich. Die Balkenfächer in den Kuhſtällen bloſs mit Schlethen zu belegen, verurſacht das Verderben des darauf liegenden Heues durch die himeinzie- henden Ausdünftungen des Viehes; ſo wie das Heu ſelbſt dem Viehe, wegen des herabfallenden Kräuterſtaubes, ſehr nachtheilig wird; ſelbige mit Brettern zu belegen erfordert zu viel Holz; fie müllen alſo ausgellakt und oben mit etwas Lehm Eq I übertragen werden; auch ſind die nöthigen Eſſen oder Dunſtabzüge als Schornſteine von Brettern, anzufertigen. Es 1fi auch gut, auſser den benö- thigten Ein- und Ausgangs-Thüren noch einige Thüren nach dem Felde, oder allenfalls in den Garten, anzubringen, welche aber nur bey ent- liehender Feuersgefahr zu öffnen ſind, um das Vieh bald aus dem Stalle zu ſchaffen.; Bey den Kuhſftällen ſind die ſogenannten ge- ſenkten Balkenlagen von grofsem Nutzen, um mehr Rauhfutter auf dem Boden laſſen- zu können. Bohlendächer würden zu dieſer Ab- Ücht noch zweckmäſsiger ſeyn"Zum Aufbrins gen des Heues lind die nöthigen Heuluken, und in den Stallwänden ebenfalls Luken anzubringen, um friſche Luft in den Stall zu ſchaffen, (Bey den geſenkten Balkenlagen werden die Mauern oder Wände 12 Fuſs hoch aufgeführt und die Balken um 4 Fuſs heruntergelegt» Bey hölzernen Gebäuden müſſen ſe aber nicht bloſs auf den Riegeln hegen, oder mit einem gewönhchen Zapfen, ſondern mit einem halben Schwalbenſchwanz eingelaſſen werden. Die Ochſenſtälle haben in Abſicht ihrer Einrichtung das mehreſte mit den Kuhſtällen ge- mein; fie werden in beſondern Gebäuden, oder bey den Kuhſftällen, oder zugleich an den Brau- und Brennhäuſern angebaut, um die Schlempe durch anzubringende Rinnen leicht in die Ställe für das Maſtvieh, ſchaffen zu können. Für einen Ochſen werden 4 bis 4Z Fuſs in die Breite, und 7 Fuſs in die Länge, ohne die Krippe und ohne den Gang hinter ſelbigen, ge- rechnet, Uebrigens können Bohlendächer oder (02.7 die vorgedachten geſenkten Balkenlagen ange- bracht werden, um mehr Raum fürs Futter zu erhalten. Die Pferdeſtälle werden gemeiniglich nach der Breite der Gebäude, in Abtheilungen von zwey Reihen, auch wohl ebenfalls in zwey Reihen, nach der Länge der Gebäude, ange- ordnet, wobey, um den Gebäuden im letztern Fall mehrere Breite geben zu können, die bey jedem Pferdeſtall nöthigen Futter-, Knechte- und Schirrckammern, auch Fohlenſftälle, eben- falls nach der Länge an der vordern Fronte, an- gebracht werden Könnten. Auf ein Bauer- oder anderes kleines Pferd, ſind 4 Fuſs in der Breite, und für einen Stall von zwey Reihen, 20 Fuſs hinreichend. Bey Kutſchpferden müſſen aber zur Breite an der Krippe 5 Fuſs, und für einen doppelten Stall, 25 bis 26 Euſs in der Breite, gerechnet werden. Zur Ausboblung der Pferde- ſalle wird weiter kein Holz gegeben, als bey Ställen für Kutſch- und Cavalleriepferde, eine Bohle worauf die Pferde mit den Vorderfüſsen ſtehen. Bey ſchlechten Acker- oder Bauerpter- den iſt eine Ausfüllung mit Sande hinreichend z ſonſt werden die Pferdeſtände nebſt dem Gange mit kleinen Feldſteinen, beſſer aber, die Pferde- Rände, oder beydes mit guten feſigebrannten Klinkern gepflaſtert und die nöthigen Abzüge an- gebracht. Die Eingangsthüren zu den Plerde- Nällen, müſſen wo möglich nicht gegen Mittag befindlich ſeyn, weil fie ſonft im Sommer zu warm ſind; auch iſt für Luken zu ſorgen, um die friſche Luft einzulaſſen, und bey grofsen 2 Dex ame EIE 6.85. 7 Pferdeſtällen ſind ebenfalls Dunſlabzüge nöthig, Wenn ein Brunnen im Pferdeſlall ſeyn kann, ſo gereicht ſolches zu groſzer Bequemlichkeit, Die Krippen müſſen nicht von ausgehauenen Bäu- men, fondern von geſchnittenen Bohlen angefer- tüget werden, welche bey muthigen Pferden an den obern Kanten mit Blech zu beſchlagen ſind. Man hat auch für Jedes Pferd allein, eiſerne Krippen und Raufien, es ſind ſolche aber etwas koſtbar In ſchlechten Pferdeſällen ſind die Stände der Pferde nicht ſeparirt, ſonſt aber Bret- terwände oder ſogenannte Lattierbäume und un- ter den Krippen die Streuklappen angebracht. Da gemeiniglich Kornböden über den EFfer- deſtälten angebracht werden, ſo müſſen ſie ganze Windelböden erhalten, über welche der ge- dachte Kornboden gelegt wird. (Weber die Pierdeſtälle ſ. m. ökonomiſch- veteraniſche Hefte vorn Gebäuden, Zucht und Wartung der vorzüglick/ter Haus- und Nutzthiere, pon Riem u.[, W. Leipzig 179g. 15 Heft. Die Anlage der Pferdeſtälle iſt aber nach den beygefügten Kupfern viel zu Koſtbar.) Die Schaaf- und Hammelſtäile müſſen in Abſicht der aufzuſtellenden Tröge und Rauſ- fen, oder der fogenannten Bände, die beſlimm- te Breite von 36 Fuſs im Lichten erhalten. Da ſie hauptſächlich warm ſeyn ſollen, ſo iſt es rath- ſam, ſelbige vorzüglich maſſiv zu erbauen. Es können ſodann auch die in hölzernen Ställen n&- thigen Strebewände, welche eben nicht ſehr, aber doch einigermaaſsen hinderlich ſind, weg- fallen. In beyden Fällen erhalten ſie aber ZWEY gut unterſtützte Unterzüge, und würde auch hier GC M I ein Bohlendach, wegen mehreren Futtergelaſſes, rathſam ſeyn. Die Höhe der Schaafftälle muſs an der obern Kante des Fundaments bis unter die Balken 93 Fuſs betragen; die Gröſse derſelben ift zu berechnen, indem man 65 bis 7 Quadrat- fuſs Raum für ein Schaaf oder für einen Hammel "annimmt. Die Balken bloſs mit Schlethen oder Stangen zu belegen, iſt deshalb nicht hinreichend, weil im Frühjahr, wenn das Futter mehrentheils von den Böden herunter iſt, und die Lammzeit ein- tritt, die Ställe zu kalt ſeyn würden. Es müſſen die Schaaffſfälle daher mit halben Windelböden verſehen werden, Einige Wirthe ſind der Meynung, daſs Dunſt- fänge in den Schaaſſtällen nicht nöthig ſeyen, lon- dern, daſs kleine Oeffnungen in den Wänden hinreichend die Dienſte leiſten, welche man von jenen beabſichtiget. ' Die Schweinſtälle find nahe bey dem Brau- und Brennhaufe anzubringen, um ver- mittelſt der Rinnen die Träbern in die Schlamm- srube zu ſchaffen. Die Schweinſtälle müſſen für. die Zuchtſäue, Ferkel und Schweine abge- beilt und eine mit Boblen belegte Futter- diele darin, auch eine dergleichen vor dem Stalle angebracht ſeyn. Lehmwände ſchicken ſich nicht zu den Schweinſlällen, weil ſie folche einwühlen, daher auch die maſſiven Mauern mit Bohlen zu bekleiden ſind. Am beſten find die Schweinſtallwände ganz von Bohlen zu erbauen; auch müſſen ſie auf einem erhöhten Fundamente ſiehen, damit die Gauche zwiſchen den Bohlen, om? ablat kein meh? bey| (u) TBL LDäee (95 I womit der Fuſsboden zu belegen iſt, gehörig ablaufen kann; denn die Schweine lieben die Reiwlichkeit und Trockenheit in ihren Ställen mehr, als man denken ſollte, und gedeihen da- bey vorzüglich. (Einige Vorſchläge zur Verbeſſerung der Schweinſtälle fin- det man im extriien Bande des eilten Jahrganges der Sammlungen nützlicher Auſſätze, die Bjäus Kunfi betreffend.) Auf 50 Stück Schweine mit Inbegriff von 3 bis 4 Zuchtſauen, kann man 700 Quadratfuſs für Stallraum und Futterdiele im Stall, rechnen, und darnach die Gröſlse der Schweinſtälle be- ſtimmen. Die Federviehſtälle könnten in den meh- reſten Fallen in andern Gebäuden, in beſondern Räumen. auf den Giebeln, Jedoch nicht nahe an den Pferdeſlällen, oder über den Schweinſtällen angebracht werden. Nicht ſelten werden aber zum Ueberfluſs eigene Gebäude dazu veran- ſchlagt. Eben ſo würden die Tauben leicht ihren Aufenthalt in dem obern Giebel cines Ge- bäudes finden, allein auch für dieſe baut man zuweilen eigene Taubenhäuſer, unter welchen ſich Ställe für anderes Federvieh und über ſelbi- gen die Gelegenheit zum Trocknen der Käſe fin- det. Sie ſind in dieſem Fall mitten auf die Höfe zu ſtellen und die untern Stiehle oder Wände mit Blech zu beſchlagen, um Marder und Iltiſſe ab- zuhalten. 5. Die Scheunen dienen entweder und dann am gewöhnlichſten, zur Aufbewahrung des unausgedroſchenen Getreides, und auch dazu, um dieſe Verrichtung darin vorzunehmen, oder zur Aufbewahrung des Heues, oder auch wohl des Tabacks. In den Getreide- Scheunen iſt das Winterkorn von dem Sommerkorn in den ver- ſchiedenen Taſſen getrennt, oder es ſind in groſsen Wirthſchaften für beydes beſondere Scheunen, unter der Benennung der Winter- und der Sommer- Scheune vorhanden. Bey maſ- ſiven Scheunen müſſen die Mauern wenigfiens 9 Fuſs ſtark ſeyn, weil ſie nicht nur wie andere Gebäude, den ſenkrechten Druck des Daches, ſondern auch einen ſarken Seitendruck von dem unausgedroſchenen Getreide erleiden müſſen. Die Scheunen werden 12 bis 153 Fuſs hoch. Die Tennen oder Scheunenfluhre zum Einfah- ren und Ausdreſchen des Getreides gehen in hießigen Gegenden und gemeiniglich auch am vortheilhafteten quer durch die Scheunen, und ſind an beyden Enden mit grofsen Thüren ver- ſehen; ſie müſſen eine Breite von 15 Fuſs er- halten. An andern Orten pflegt man'aber auch die Scheunenfluhre der Länge nach, entweder mitten durch, oder an eine Seite der Scheune zu legen. Im erſten Fall erfordern ſie eine zu grofse Breite, im andern aber können ſie keinen ſichern Verband erhalten. Dieſe Anlage findet aber doch in wirthſchaftlicher Rückſicht viele Vertheidiger. Bey den querdurchgehenden Scheunenfluh- ren iſt, ſowohl zur Einbringung des Getreides, als auch in Abſicht des Verbandes des Daches, eine Breite von 30 Fuſs die angemeſſenſle; da- bey als (30) dere Des, dem Nen, ch, ſah« 1 In am und ver- 5 el uch der ne zu Den ndet viele nfluh- "eldes, acdes o; di- bey / (07) bey geht ein Balken mitten durch den Taſs, und zwey dazwiſchenliegende ſind ausgetrumpft, wo- durch die Wechſel, worin die abgetrumpſften Balken ſtecken, nicht zu lang werden, welches ſonſt ein grofser Fehler iſt. Die Scheunenfluhre werden mit gutem Lehm, der mit Theergalle, oder mit Rinderblut ange- macht iſt, ausgeſchlagen. Zu Scheunen ſchicken ſich die Bohlendächer am vorzüglichſten, weil ſie einen grofsen hohlen Raum geben. Die Lage der Scheunen ſoll mit ei- ner Fronte gegen Often und mit der andern gegen Weſten gerichtet ſeyn, wegen der in diefer Rich- tung am meiſten vorfallenden Zugwinde, wodurch das Getreide beym Dreſchen gereiniget wird. Die Gröſze der Scheunen wird nach dem hinein zu bringenden Einſchnitt beſtimmt, und zwar werden für eine Mandel Weizen 8o bis go, für eine Mandel Hafer 70 bis 75, für eine Man- del Gerſte 60, und für ein Fuder Erbſen oder Wicken 320 Cubikfuſs, Raum gerechnet. Wegen der Scheunenthore iſt beyläufig anzu- merken, daſs der Beſchlag derſelben, ſo wie bey allen dergleichen grofsen und ſchweren Thorſlü- geln, beſſer iſt, wenn die Thore unten in Pfan- nen gehen und oben durch ein Halsband gehal. ten werden, als wenn Bänder und Haken ange- bracht werden. Die Heu- und Tabacks-Scheunen find eben ſo wie die Getreide- Scheunen conſtuirt. (Bey ermangelndem Raum, in fehr gefegneten Erndten, wird das Getreide öfters in ſogenannten D eimen Kkegel- förmig aufgeſetzt, wo es nur von oben durch eine höher G (5108 7 und niedriger zu ſtellende Bedachung geſchützt wird. Es muſs ſo geſetzt werden, daſs inwendig noch eine i1öh- lung zum Lutizuge bleibt. Das Getreide bedarf an den Seiten eben Keiner ganz dichten Beſchützung gegen naſſe Watterung; vielmehr (ind Oeffnungen zur Zugluſt gut, weshalb in den Mau- ein und Wänden der Scheunen auch Zuglöcher anzu- bringen find. Aus dieſem Grunde iſt die zwar armſelige Bauart der Poliiſchen Scheunen, deren Wände nur mit Strauch ausgeflochten ind, doch nicht ganz verwerflich.) So Zel SEEWEN EU BCN UIT BT AC DEr werden zuweilen, jederzeit aber ſchr zweck- mäſsig, beſonders erbaut, wenn dazu nicht zu- gleich eine gute Gelegenheit in andern Wohnge- banden vorhanden il Weber die Einnichtüng derſelben läſst ich im allgemeinen weiter nichts ſagen, als daſs ſie vorzüglich ſeuerſicher und die Backöfen nach guten Muſiern, mit welchen zu- gleich die Holzerſparung verknüpft iſi, auch die Keſſel mit dergleichen holzerſparenden Feuerun- gen, angelegt werden müſſen. (Zu dergleichen Anlagen geben die bekannten Jacht- mandniſchen Schriften die beſten Anleitungen.) Nächſidem ſind bey groſsen Wüirthſchaften erforderlich: Wagen- NW ww mGreK anbnunſen e 1d ELO DE Men FLSTCWELden mehrentheils R 0 EE CHA UC EN FI a SEHLACHES oder es lind eigene Gebäude dazu aufzuführen. Die ſo- genannten Schirrkammern, worin Wagenzeug und Ackergeräthſchaften angefertigt werden, müſen nichtnuran fich fenerficher feyD, 161 gem werd Werde yon d von( dhe inde, Tarb lang den wen; dene 179, E; ie 0h- leX ganz 1elme hr 1 May- anzu 1Lelige 1! mit hich,) ufer weck. t ZU- 109€- tung 1Chts 1 die 0 ZU. h die erun- 1Cht- < 0 7) dern es darf auch darin wegen der trocknen und daher leicht entzündbaren Spähne kein Licht oder Tabackrauchen geduldet werden. WVierte A htreilume: So B5- Nebenfftücke auſſer den Gebäuden. 1. Bewährungen oder Einzäunungen. Der Regel nach ſollen ſe von Holz zur Scho- nung deſſelben in keinerley Art geduldet wer- den; indeſſen verlangt die Nothwendigkeit zu- weilen eine Ausnahme. Alsdann find die aus- gSepialzten Pioſffen| 8 bis 112 Euſs auseinander zuſetzen, und die Bretter einzulegen, welches beſſer iſt, als fie ſenkrecht anzunageln. Die Pfoſten müſſen aber alsdann oben beholmt und unten angebrannt, auch mit Theer und darin gemiſchtem rothen Bolus tüchtig angeſtrichen werden, welcbes von Zeit zu Zeit wiederholt werden ſollte. Noch beſſer würde ein Anſtrich von Steinkohlen- Theer ſeyn. Ein gleiches gilt von den Staketen oder Lattenzäunen, wenn ſol- che in beſondern Fällen geſſattet werden müſſen, indem dieſer Anſtrich beſſer ift als der mir Oel farbe, welche in der freyen Witterung nicht lange ausdauert. Zu geringen, bloſs gegen das Vieh ſchützen- den Verzäunungen iſt diejenige die beſte, und wenig holzfrefſend, wo zwiſchen den eingegra- benen und durchgelochten, oder zwiſchen ZWEY GEZ p | jj << zg = x == Y ':. 0 3 3 (1 1/0095 Y gegen einander geſtellten ſchwachen Pfählen, zwey Latten oder geklöbte Bohlſtämme gelegt, und dieſe mit langen Spliſſen oder mit Strauch durchgeflochten ſind. Die von Feldſteinen ;n Moos aufgeſetzten Bewährungen find aller- dings da, wo man die Steine im Veberſluſs hat, die beſten, und es müſſen ihnen in Abſicht der Dauer, die von Ziegeln aufgeführten Einſchlieſ- fſungsmauern nachſtehen, da inſonderheit an der Bedachung der letzteren, beſtändige Reparatu- ven vorfallen, es mag dieſe Bedachung aus Dach- ſeinen oder aus eigentlich geſformien SpitzRei- nen beſtehen. Lcehmmauern find faſt aller Orten wohl- veil zu haben, und auf einem Von der Erde et- was erhabenen Fundament, bey einer mit ihrer Höhe proportionirten Dicke, dauerhaft. Die von Piſte oder geſlampfter Erde würden die be- ſten ſeyn, ſonſt aber können ſelbige auch von Lehmpatzen, mit einer kleinen Böſchung zu beyden Seiten aufgeführt werden. Die Be- deckung kann aus grofsen Stücken Raſen beſe- hen; allenfalls auch Dachſteine dazu angewandt werden. Die Bewährungen aus allerley gepflanztem lebendigen Holz, gewähren nach einiger Zeit viel Dichtigkeit,(0 daſs ſie wenigſlens ge- gen den Durchgang des Viebes hinlänglich DNcherns De erfordern 11 der Folge keine Unter- haltung und ſind daher, wie es auch genugſam geſchehen iſt, ſehr zu empfehlen, allein ihre Darſtellung iſt erwas mühſam, und wegen des öf- dy iern Nachpflanzens langwierig» Sie lind auch in hlen, elegt, rauch nen a Dach« tzſlel- voll € et ihrer Die 6 be h von 19 zu e Be- belle“ vandt vztem 4N1ger 105 8€- anglich , Untet- nugſan oin Ihre 1] des 01 auch ik GSEH Latine= € 1208-5 den erſten Zeiten ihres Entſlehens dem Anlauf des Viehes ſehr unterworfen. Einigermaſsen kann ſolches durch Graben abgehalten werden, beſſer aber würde vor den lebendigen Hecken eine leichte Verzäunung von Holz ſeyn, bis die Pflanzung einige Vollkommenheit erreicht hätte. Zuweilen macht ein Graben und der Auswurf der Erde auf einer Seite, in den Feldern die ganze Bewährung aus. Die Mauern von Feldſteinen, Ziegeln oder von Lehm, erhalten maſſive Thorwegspfeiler, wobey es beffer iſt, die Thorwegsflügel unten mit Zapfen in Pfannenſteinen gehen zu laſſen, 31s Mauerhaken einzumauern und Heſpen anzu- bringen, welches nicht lange haltbar ſt. SE BEFUNDEN Pum De Waſſerleitun- g en. Das Ausſchürzen der Brunnen mit Holz iſt wegen Erſparung deſſelben gänzlich unterſagt, und die Brunnen müſſen entweder mit Feld- Deinen oder mit Mauerſteinen eingeſälst werden. Erſteres iſt aber bey tiefen Brunnen, wenigſtens, wenn ſie nicht von recht geſchickten Leuten gemacht werden, und beſonders in der Folge bey vorſfallenden Reparaturen ſehr gefähr- lich; auch erfordern dieſe Brunnen, ſo wie die hölzernen, daſs bey ihrer Anfertigung die Erde in einem grofsen Umkreiſe um ſelbige herum aufgegraben und wieder gefüllt werde, worauf man ſich aber in der Folge mit Keinem Bau wa- gen darf. Dagegen können die Brunnen von Mauerſleinen in Lehm und Moos gelegt, in jedem engen Winkel des Ge- höftes oder der Gebäude, ohne weiteres Aufgra- G 3 G& 1026) ben der Erde um ſelbige herum, geſenkt werden. Daſs dazu vorzüglich gute Mauerſteine zu wäh- len ſind, verſieht ſich von ſelbſt. Die gemeinen Brunnen haben zum Aufzie- hen des Waſſers einen Stiehl mit einem Schwen- gel, woran die Zugſtange nebſt dem Eimer be- feſtiget it. Die Oeffnung des Brunnens muſs mit einer Einfaſſung verſehen fſevn; allein auch dazu ſoll kein Holz mehr verabreicht werden, und dieſe Brunnen- Einfaſſungen müſſen alſo von Mauer- oder von Feldſteinen aufgeſetzt wer- den. Hiernächſt giebt es beſſere mit einer Be- dachung verſehene Ziehbrunnen, mit Rollen und Ketten; am beßſen ſind aber in einer ordent- Uchen Wirthſchaft die Pumpen, weil die Brunnen dabey be- deckt ſind; vorzüglich aber, weil die Pumpen- röhren aller Orten bey und in den Gebäuden, auf ganze Strecken von dem eigentlichen Brun- nen ab, geſetzt werden können, indem das Waſ- fer aus dem Brunnen durch Röhren an den Ort hingeleitet wird, wo die Pumpenröhre ſtehen foll, welches die Brunnenmacher eine Verle- gung nennen, Zu den Röhrleitungen des lebendigen Spring- oder Quellwaſſers,(welche Anſalten, wenn ſich die Gelegenheit darbietet, groſsen Vortheil ge- währen) bedient man ſich gewöhnlich hölzerner Röhren, die mit eiſernen Buchſen zuſammenge- fügt werden. Man kann aber auch Röhren von gebranntem Thon, die nicht viel koſten, ge- brauchen. | nel Geſt mel die( ben ein 8 ſee ew N| rden, wäh. fzle. Wen be. ls 10 G- fich | ge erner 115“ 0 von 1, ge KER TIG CC 103) Röhren von Eiſen oder Bley ſind in den mehreſten Fällen zu koſlbar, letztere auch der Geſundheit nachtheilig. 2 Viehtränken und Pferdeſchwem- men müſſen, wenn nicht ein See oder ein Fluſs die Gelegenheit dazu darbietet, ſo tieſ ausgegra- ben werden, daſs das Vieh bis übers Kreuz hin- ein gehen kann. Sie ind demnächſt mit Feld- feinen einzufaſſen und zu pflaſſern, auch mit einigen Reihen ſchattiger Bäume zu umgeben. 4. Hexel- und Dreſchmaſchinen, de- ren es in Abſicht ihrer Conſtruction eine unend- liche Menge von Erfindungen giebt, worüber hier ein mehreres anzuführen zu weitläuftg ſeyn würde, werden mehrentheils in ſchon vorhande- nen Gebäuden angebracht. Zur Schonung des Platzes geräth aber dabey öfters der Hebelarm, woran das Zugvieh zur Bewegung dieſer Maſchi- nen angeſpannt wird, zu kurz. HPs wird alfo beſſer ſeyn, eigene Gebäude dazu aufzuführen, wenigſlens den nöthigen Raum für den Umgang des Zugviehes anzuwenden. Be Eisgruben find bey einer grofsen Wirth3 ſchaft zur Erhaltung des friſchen Fleiſches, in- ſonderheit der Butter ſchr nützlich. Sie können ſowohl mit Steinen, die nicht mit Kalk oder Lehm zuſammen gemauert, ſondern mit dazwi- ſchen gelegtem Mo05, oder auch mit Holz, ein- geſalſst werden, welches letztere beſſer als Mauer- 1 eule M- 1 SIE müſſen: JU ener Anhöhe im tro- ckenen Grunde angelegt, mit einem bis auf die Erde hinabgehenden Rohr- beſſer aber mit ei- nem Lehmſchindelndache verſehen ſeyn und der G 4 Eingang auf der Nordſeite angebracht werden* wie es denn auch gut iſt, die Eisgrube mit ſchat- tügen Bäumen zu EE Die nöthigen Feuergeräthſchaften, als eine mittelmäſsige, auf Rädern ſtehende Schlauch2 ſpritze, Feuerkuffen, Feuereymer, Feuerleitern und Haken, müſſen auf Aemtern und Vorwer- ken vorhanden feyn; auch in den Dörfern ſoll jeder Bauer mit einer Handſpritze, mit einem Pumpflock und mit einem ledernen Feuereymer verſehen ſeyn. Fiſchbehälter und Fiſchteiche. Exr- ſlere, ind entweder bloſs ins Waſſer geſtellte, GUrChButEie Kaſten, oder ausgegrabene und ein- geſaſste Behälter. Die Fiſchteiche für Karpfen, Karauſchen und Forellen beſtehen in Streich und Brut- teichen, in welchen die Fiſche laichen. Dieſe Teiche find nur flach, oder es wird dazu nur ein flaches Terrain ſelbſt unter Waſſer gehalten. In die ſogenannten Streichteiche wird die einjährige Brut eingeſetzt, damit ſie darin wachſe. Dieſe ſind weit tiefer als jene. Aus dem Haupt- oder Beſetzteiche, welcher groſs und tief ſeyn kann, wird gefiſcht. Die Win- terteiche find mit einem Damm eingeſaſst, und der Grund mit Graben durchzogen, um das Waſſer abzulaſſen, wenn der Teich mit Fi- ichen unbeſetzt, dahingegen Getreide, auch wohl Gras tragen ſoll, welches alle ſechs Jahr zu geichehen pflegt. Die Teiche müſſen Oeſſnun- gen zum Ein- und Abfluſs des Waſſers haben, vor? Te kü Zar d ſo tellte, eil chen ruf. Dieſe 1 nur alten, die an lem rols 10 falsty um ut Fb auch ahr zu -ſſnu0- habe; GE Latte> E. LB05; I vor welchen Rechen geſtellt, oder wenn die Teiche hintereinander liegen, Archen oder Rohr- Ränder( Mönche) gelegt werden. ERIN Ee Nbtbreilung SE2.02 Zalammenſfiellung der Wohn- und Wirth- ſchaftsgebäude. Zu einem Amts- oder Vorwerksgehöfte. Die Anlage eines ſolchen Wirthſchaftshofes muſs auf keiner groſsen Anhöhe oder auf Bergen Ratt finden, ſondern eine Ebene, die jedoch nicht feucht, oder wohl gar den Veberſchwem- mungen ausgeſetzt iſt, dazu gewählt werden. Ift ein flieſzendes Waſſer dabey vorhanden, ſo hat ſolches viel Vortheile. Befindet ſich das Vor- werk bey einem Dorfe, ſo liegt es am Beſten am Ende deſſelben. Iſt das Vorwerk aber iſolirt, ſo muſs es ſo viel als möglich in der Mitte der dazu gehörigen Grundſtücke und vorzüglich nahe an der Hüthung liegen. Ein länglichtes Viereck iſt die ſchicklichſte Form für einen Wirthſchaftshof, weil ſich alle Gebäude leicht überſehen laſſen. Das Wohnhaus muſs mit der Hauptfronte nach dem Hofe ſtehen, und nach Often gerich- tet feyn. Rechts, zunächſt bey dem Hauſe, fin: det das Brau- und Brennereygebäude ſeine Stelle, ſodann der Maſiſtall, der Stall für das Molkenyieh G 5 (1 7061) und die Pferdeſtälle, ſo daſs die Fronte derfſel- Ni ben gegen Mitternacht ſteht.| ||| W| Links dem Wohnhauſe ſollen die übrigen bäu 44) Vieh- und die Schaafftälle, und; dem Hauſe ge- gel ; 194) genüber die Scheunen befindlich ſeyn, ſo daſs wo - M 41 ſie mit einer Fronte gegen Weſten und mit der te,! € BUNU andern gegen Oſten gerichtet ind. Der Wirth- hauſe h.)| ſchaftshof muſs wegen des Viehes und des auf hinte En| demſelben erforderlichen Miſtplatzes, eber zu Die 3| py] geräumig als zu enge ſeyn. Dadurch kommen dals [40| auch die Gebäude nicht zu nabe aneinander zu m. OMEN| ſtechen; welches wegen Feuersgefahr ſehr nütz- fer “M') lich iſt. In einiger Entfernung an den Hinter- Aul 830 ſeiten der Gebäude Bäume zu pflanzen, ge- En währt Schutz vor den Sturmwinden. nebl) Die Brunnen und Pumpen müſſen ſo nahe nüt als möglich an demjenigen Ort angebracht wer- av | der, wo das Waſſer gebraucht wird."4 | Auſzer einem Platze vor dem Wohnhauſfe% ||) muſs um die Hofgebäude, beſonders um die Stall-“ gebäude herum, eine Ruthe breit gepflaſtert wer- den, um einen trocknen Gang zu haben. Auch ;ſts in dieſer Abſicht gut, die Gebäude etliche 11] Fuſs zu überbauen, oder die Balken um ſo viel Zulg wvorßiehen zu laſſen, wobey an den Wänden al- 1,18 fit c:.. 8 1 3)» lerley Ackergeräthe im Trockenen aufgehängt] 10 J€| ENDEN werden Kann. Be 18]|).... - UNG Wie die Gehege und Bewährungen, Waſſer- un 18.0:3/ 0 3 4.: . 0044 4 ableitungen und ſo weiter anzubringen(NC, De- jen 2| Kan] Timmt die jedesmalige Localität. Cr "5 MORNE(Die Feuerſpritze muls an einem Ort aufbewahret werden,' 1121 ||||! wo kein Unrath und beſonders keine Federn vom Feder- m | vieh hineinfallen können.) e fn (men 1 ZU QZULZ« (er erden, Feder BEN der ziuifiammnien( ennog ed er FG bäude zu einem Bauer- oder Koſſäthen- gehöfte muſs das Wohnhaus mit dem Giebel, worin Jederzeit der Kingang befindlich ſeyn ſoll- te, nach der Straſfse gerichtet ſeyn. Dem Wohn- hauſe gegenüber ift der Viehtltall, und quer hinten auf dem Hofe die Scheune zu ſtellen. Die Einfahrt kann ſo weit überbauet werden, daſs ein Wagen und einiges Ackergeräth trocken darunter ſtehen können, auch iſt darin eine Bau- kammer oder ein Raum zur Anfertigung und Aufbewahrung des Ackergeräths nothwendig; und ein Veberbau der Dächer nach dem Hofe nebſt einem gepflaſterten Gange unter ſelbigem nützlich. Die Bauerhöfe müſſen nächſtdem ebenfalls nicht zu enge ſeyn, damit auſser dem nöthigen Miſiplatze, das Vieh noch hinlängli- chen Raum auf ſelbigem habe. Der Brunnen Mt zwiſchen dem Haufe und Stall anzubringen. 022,8: Zulammenſiellung der Wirthſchaftshöfe zu ganzen Dörfern und Colonien. In Rückſicht der einzelnen wirthſchaftlichen Bequemlichkeiten und zur Verhütung groſfser um fich greiflender Feuersbrünſfte, ſind wohl die- jenigen Einrichtungen, wo jeder Bauer ſeine Grundſtücke um das Gehöfte hat, oder die ſoge- nannten Holländer-(Hauländer-) Etabliſſe- ments die beften; allein dergleichen Anlagen finden wegen der abwechſelnden Ungleichheit C 408:..) des Ackers, und des Zuſammenhangs der Wie- ſen und Hüthungen nur ſelten ſatt. Der Fall ganz neue Dörfer anzulegen, dürſte überhaupt wohl nur zu den ſeltenen gehören; indeſſen können folgende Regeln, die dabey zu beobachten ſeyn würden, bey dem öfters eintre- tenden Fall, daſs ganz oder zum Theil abge- brannte Dorfer, wieder aufgebaut werden müſſen, eben ſo wohl dabey möglichſt beobachtet werden. Es iſt nemlich gut, wenn ein Dorf nur eine gerade Dorfftraſse HAU die Alber FHHICHE WINTEC 10 Ruthen breit ſeyn und mit Bäumen beſetzt feyn muſs. Auſsger der Annehmlichkeit, welche ſolche für Menſchen und Vieh gewähren, ſchützen hohe Bäume bey Feuersgefahren ſehr vor dem Flugfeuer. Die Bauergehöfte lege man ſo weit auseinan- der, als ſich ſolches thun laſſen will, und ſo, daſs fich mit Bäumen bepflanzte Gärten dazwi- ſchen befinden. Die Kirche, Pfarre und das Schulgebäude finden am beſten in der Mitte des Dorfs ihre Stelle, wohin auch ein eigenes Spritzenhaus und das Feuerleiterſchauer gehört, wenn nemlich, wie es zu wünſchen wäre, in Jedem Dorfe allen- falls auf Koſten der Kirche und der Gemeine, eine kleine Druckſpritze, die auf Rädern Reht, angeſchafft würde. Das Amt und Vorwerk gehört, wie bereits gedacht worden, an ein, der Krug aber an das andere Ende des Dorfs hin. ! Wie dürft 1Ören; Ey zu intre- abge- iſlen, den, eine unter veſetzt elche bren, ſehr Ihre und (ich, NMen- 1610, ſteht, hereils an dz KE CER EE 109 Die Förſterey, falls fich ſolche nicht, wie es wohl beſſer ſeyn würde, im Walde ſelbſt befin- det, muſs an dem dahin führenden Hauptwege ihre Stelle erhalten. Die Backöfen ſollten nicht in den Dörr. fern geduldet, ſondern in einigen Entfernungen vor denſelben erbaut werden. (Es fehlt auch dieſerhalb nicht an Verordnungen und Be- fehlen, allein man findet ſie nicht überall befolgt.) Einzelne Backöfen müſſen mit einem Vorge- lege und Schornſtein angelegt und mit Ziegeln gedeckt ſeyn. Gemeine Backöfen oder Backhäuſer ſind ebenfalls vielfälig empfohlen und der Nutzen davon, in Abücht der mehrern Feuer- ſicherheit und der Holzerſparung erwieſen, al- Jein anderer Seits hat die Sache doch manche Unbequemlichkeiten. (In dem Dorfe Biesdorf, eme Meile von Berlin, wird gegenwärtig eim Hholzſparender Gemeinde- Backofen, nach Angabe des Feuerbauimſpectors Jachtmann, erbaut.) Bey Colonien oder Colonitlten- Eta- bliſſements, wo die Belitzer nur wenig Äcker oder Wieſen, auch wohl nur allein Gärten ha- ben, können die Gebäude auf eines jedem Grund. Nücke gebaut, und dadurch die grofsen Feuer- ſchäden abgewendet werden. 10(00048) Pj) || Sechste Abtheilung. |) || 100 9- 29. FN Einzelne Gebäude und Anlagen. “im 4" ANT COEN 29€ NÖORen:D HAO en11 ->BInD den Kiehnwäldern, gemeiniglich mit der dabey M|)| befindlichen Wohnung des Theerbrenners. Die- "2| ſe Oefen haben meiſtens eine coniſche Form. uE HZ Es kann aber auch der Theer in ausgemauerten 4 1)' Gruben geſchweelt werden. 0!(y Kiehnruſsbrennöſfen beſlehen aus einem Mi halbkugelförmigen Ofen mit den nöthigen 1000 Schirrlöchern und Zugröhren; dabey iſt die „| y! h) Rauchkammer, in welcher in einem vorgehäng- - 41| ten Sack ſich der feine und an den Wänden die- :|) j ſer Kammer der gröbere Rahm anſetzt. +0 110 ZUE EIE vie Darüber iſt das Nähere M 10003| ſchon vorgekommen, desgleichen über die 14|h KEIUREDNE NUNC LL EYLe: . jh Zuweilen werden auch Schäfereyen und ANNE beſonders Hammelſtälle auf den vom Dorfe 404|| oder Vorwerke, wegen Hinſchaffung des Dün- 2 y 111] gers zu weit entlegenen Feldern, nebſt der Schä- ferwohnung erbaut. 144"| Glashütten. Darin befindet ſich der Glas- AOE ofen, Schmelzofen oder Werkofen, worin M0) das Glasgemenge geſchmolzen wird; der Kühl- 4||| ofen oder Temperirofen, worin die verfer- 8) 00 tigten Glaswaaren nach und nach erkalten; auch | 0 wird derſelbe bey Hütten, die grünes Glas ver- | j|| fertigen, der Aſchenoſfen genannt, weil man 14900 in dieſem Ofen die Aſche und den Sand calci- 15090 1| AN Gir E Ra«> TRE 61, n 1n abe y Die- 01, erten nem 11gen die E Hmm» nirt. Zum Tafelglas gehört noch ein beſonderer Kühlofen, insbeſondere der Streckofen IeC- nannt, deſſen Heerd mit feuerfelten Werkſlücken belegt iſt. Nächſidem ift ein Ofen zum Trocknen des in lange Stücke geſpaltenen Holzes vorhan- den, allein nicht unumgänglich nothwendig. Alle dieſe Oefen müſſen aus feuerfeſten Bruch- ſieinen oder von Ziegeln erbaut werden, die mit eingemiſchtem feuerfeſten Thon geſtrichen ſind. Die eigentlichen Glashütten ſind leicht von Holz gebaut und auf den Latten groſ;e Spliſse, nicht aufgenagelt, ſondern nur mit langen höl- zernen Nägeln aufgehängt, um ſolche b« Y eINer entſtehenden Entzündung mit langen Stangen vom Dache herunterſtoſsen zu können, 3ey den Glashütten befinden ſich auſgzerdem die nöthigen Wohnungen für die Fabrikanten, Vorrathsmagazine und dergleichen. Die Pottaſchenhütte enthält auſzger der Wohnung des Pottaſchenſieders, eine Siedekam- mer Worin der ASCH oder Netzkaſten der NNTAENL ERTE NENE Ade S Ve Meran e Fare 120 Siem pF an me und der Galeiniroſfen beind Hehtündt Salzwerkefsalinen ad dls Zur Zube reitung des Küchen oder Kochſalzes nötliigen Anlagen, als Behälter zur Sonnengradi- Fang Wder-Priiſch en oder Dachsrädiruns und die logenannten Gradirhäuſer zur Dorn- oder Tröpfelgradirung. Die weſentlichſten Theile eines Gradirhaufes find ein Behälter oder Drog, in welchen die Soole vermittelſ Pumpenwerke gebracht wird. Eine Dornen- .|/ Geor) jy (| wand, über welche die Soole aus dem erwähn- ""(44 ten Troge herabträufelt; und ein Baſſin unter der |(148) Dornenwand, worin die von derſelben herab- | träufelnde gradirte Soole aufgefangen wird. NOMEN In Abſicht der Lage der Gradirhäuſfer iſt zu bemerken, daſs fie in gewiſſer Entfernung von | einander erbaut werden müſſen, damit nicht et- - MENEN wa eins dem andern die Luft und den Wind be- 3 nimmt. Die bey den Gradirhäufern nöthigen 119] Pumpenwerke werden durch Kunſtwerke und Maſchinen in Bewegung geſetzt. Von den übri- (1004) gen Gebäuden iſt nur kürzlich anzuführen, dals | 9 4)) ſolche in dem eigentlichen Salzbrunnen nebſt Brunnensgebaude den Sortebehäaern, 4 den Siedehäufſfen der Droickenkammer, | den Salzmagazinen, den Wohnungen der 10,8 Officianten und der Arbeiter u.[. w. beſtehen. Eiſenhammer, auch Eiſenſpaltereyen EU MEE werden an Mefſenden Gewäſſern erbaut. | Zum Schmelzen des Eiſenſleins iſt der ſoge- nannte Hoheofen erforderlich; diejenigen Stel- (000) ne, welche den Heerd deſſelben ausmachen, heiſ- j ſen die Geſtelleine; deren[nd 135 SücCK, | wovon einer der Formſtein genannt wird. Das EM Feuer wird durch doppelte Blaſebälge, auch wohl (4 14h 1) durch Cylinder unterhalten. 10] Bey dem Hohenofen wird ein Pochwerk, !|(0| worin die vorher geröfßteten Kiſenſteine zerſloſlen | und gewaſchen werden, die Wäſche genannt, 19 gebraucht« Das Pochen der Eiſenſteine geſchieht | jedoch öfters unter Schwanzhämmern, und die ||j Pochwäſchen ſind nur da nöthig, wo die Eiſen- || Minern ſtrengen Letten u. ſw, enthalten. Aehn- | 1)| liche LE M DeR, rs SP AEI SREET:- wähn. er der herab. dt zu von € ef 1 bes Sen und 1 Übrl- , daſs | nebſt ern, mer, 1 der 1. eyen 7 foge- 1 Stel heil ück, Tt 1)as wohl v€ Ds ſtoſſen nannt ſchzteht md die » Biler- Ach liche € 115) Uche Pochwerke werden aber zum Pochen der Schlacken gebraucht. (Eüuppe nfeuer werden diejenigen Anſtalten genannt, wo “5: Eiſen nur in Löchern geſchmolzen ward, die un der Erde eingegraben find, wodurch aber viele Kohlen und Eilen ve ſe hwender werden.) Blauöfen ſind diejenigen, wo das Eiſen, wie in den Hohenöfen, geſchmolzen, aber nicht immer abgeſtochen, ſondern tkeils auf den gan- zen Guſs zum Herausheben, theils auf den Stich betrieben werden. In letzterem Fall kann man ſelbige auch als halbe Hoheöfſen anſehen. Die Hohenöſfen bleiben DENA im Gange; welches vierzig bis fechzig Wochen auch wohl mehrere Jahre zu dauern pflegt, je nachdem die Geſelle ausghalten. Von dem in Hohenöfen geſchmolzenen Et- ſen werden bey demſelben nicht nur die Eiſen- guſswaaren verfertügt, TEE es befinden ſich dabey gewöhnlich auch die Sta Db Da IN DIE ZUE Verfertigung des Stangen- oder Stab Elenss Auch können die Blechhammer, BEiſfen- drathzüge und die Stablhütten zugleich bey den Holien öfen befindlich ſeyn; jedoch trifft man dies ſelten beyſammen zial Ds aus den Oefen kommende Biſen kann aber als ein rohes Product, wenn 8Ie16Z zu allen Guſswaaren taug- lich, nicht gleich geſchmiedet werden, weshalb es MO ene auf den Fr 1 heerd kommt; in der Eriſcheſſe geſchmolzen wird, und dann Y unter den Stabh ammer und andere Ham- „A € | mer gebracht wird, welche verſchiedene Benen- nungen haben; als Platinenhammer, Stab- H 1» amen<<< En menen een W| | Kammer, Blech- Zain Beckham- mer u ſw. Veberhaupt aber werden ſelbige in zwey Hauptgattungen, nemlich Aufwurtf- und Schwanzhammer, eingetheilet. Diejenigen Gebäude, worin ſolche Hammer- werke vorhanden, und beſonders die Geſtelle oder ſogenannte Hammergerüſte ſelbſt, mül- ſen wegen der grofsen Erſchütterung, von ſehr ſtarkem Holze, kunſimäſsig erbaut werden. Blechhammer und zwar Eifſenblech- hammer find diejenigen Anſlalten, wo das Ei- ſen vermittelſt grofser Hammer, welche durchs Waſſer getrieben werden, zu Blech geſchlagen wird, und wovon einiges auf der Hütte verzinnt wird. Man theilet ſelbige daher in weiſſe und ſchwarze Blechhammer ein. Jene verfer- tigen alle zur Verzinnung beſtimmte, dieſe aber alle ſonſtige Modell- und Bleche von willkürll- chen Maalſsen. In den Meſſingwerken und auf den Meſſinghammern wird aus dieſem aus Ku- pfer und Zink beſtehenden Metall, Meſſingblech, Lattun genannt, und Me ſſingdrath verſfer- gt.„uch hat man Pfannenhammer, wo die Geſchirre nach Maaſs und Gewicht ausgetieft werden. Die Brennöfen find in den Meſſingwer- ken das wichtigſte. Sie ſehen in der Erde und ragen hur ein wenig hervor. Ar den KK uPDLernammern wird das Kupfer, vermittelſt groſser, vom Waſſer getrie- bener ſogenannter Breit- Und Werf ammer, zum Behuf der nachfolgenden Handarbeiten, aus dem Gröbſften verarbeitet, In ſolchen Hütten men Baut und! ier am- Ibige urf. mer- 1]€ 11178 ehr 1 ber Url den Ku- ch, fer Wo eit etrle- men I, aus ütten Ci ime= € i15) ſind hauptſächlich die Schmelz- und Wärm- eſſe, das Hammerwerk nebſt andern Vor- richtungen, vorhanden. Die Bleymiten zur Scheidung des Silbers vom Kupfer u. ſ. w., die Gifrhütten,; Salpeterliütten, Salmiaäcks fabriken, Vitriolwerke und dergleichen Anſtalten kommen hier nur dem Namen nach vor. Sie gehören auch ſo, wie die vorhin ge- dachten Eifen- Meſſing- und Kupferzubereitungs- anſtalten, nicht zum Reſſort der Kammern, ſon- dern unter das Bergwerks- und Hütrtendeparte- ment. Die Beſorgung der dabey vorkommenden Bauten aber für die bey demſclben angeſtellten und in dieſen Fabrikations- Geſchäften ſelbſt un- terrichteten Bau-Officianten. SINE DIE UE ACHENSEE UFS: 8. 30. Von den Stadtbauten. In Abſicht der Anlage einer ganz neuen Stadt, obgleich dergleichen nur ſelten vorkom- men dürfte, iſt folgendes hauptſächlich anzumer- ken, indem doch, fo viel als die Lage, Gegend und andere Umſtände es zulaſſen, beym Wie- deraufbau ganz Oder zum heil absge- hrannter Städte, wenigſlens einiges davon in Ausübung gebracht werden könnte. Der Nutzen, welchen ſchiffbares oder ſonſt Dieſfſendes Waſſer mit hinlänglichem Gefälle, um H 2 GE 19:08-) Mühlen, Maſchinen in Fabriken und derglei- ? [ chen in Bewegung zu ſetzen, bey einer Stadt ge- währt, oder der Vortheil von Canälen, wodurch NANA Fer nach einer Stadti geſchafft wird, u zu evident, als daſs es nöthig wäre, viel darüber zu fagen. Es gehört ſolches aber, fo wie die Wahl der beſen Lage einer Stadt auf einem ebe- nem» nicht zu hohen aber auch nicht zu niedri- gen und Ueberſchwemmungen ausgeſeizten Ter- rain, Mmehrentheils nur zu den wünſchenswer- then aber nach den Local-Umſländen nicht im- Mer zu befriedigenden Bedürfniſſen. Dahingegen findet die Anlage gerader, ſich nicht in zu Kumpfen und ſpitzen Winkeln durch- ſchneidender Straſsen und eine hinlängliche Brei- te derſelben, ein gutes Steinpflaſter mit dem nö- thigen Gefälle, zum Abfluſs des Rinnſteinwaſſers, die Anlage grofser freyer Marktplätze und auch wohl angenehmer Promenaden in den mehrelſien Fällen ſtatt; die Vermeidung der, die Paſſage an al | IEEE 11 <>-- nn ond 17 NEZ ZE08. A“7 den HRäuſfern hemmenden Kellerhälfſe, Appa- reilien und zu“ weit vorliegenden Freytreppen, gewährt aber Bequemlichkeiten und Vortheile, die man in vorkommenden Fällen ſo viel als möglich vor Augen haben ſollte. - Es iſt freylich ſchwer, bey abgebrannten Städten, die vorher krumm oder ſchmal ange- legten Siraſsen in gerade oder breitere umzu- ſchaffen, weil ſolches eine Veränderung der ehe- - jp: Fas]| ES WSI, maligen Plätze der Einwohner vorausietzt, WO- gegen theils erhebliche, theils aber und welt 1 mehr unerhebliche, oder durch Eigenſinn unter- SE Eat“ EE WE 7 Nützte Widerſprüche erhoben werden. Sollte nun gleich aus dieſer Urſfach die ere Vorſchrift < Wegen beſſerer Richtungen der Straſsen, und viel- leicht noch eine oder die andere derſelben nicht zur Ausführung gebracht werden können, ſo giebt es doch auſserdem noch verſchiedene An- ordnungen, welche durch Polizeygeſetze gültig gemacht werden dürfen; oder die durch Vor- Nellung des daraus entſtehenden allgemeinen und ſelbſt des Privatnutzens, Eingang ünden, und gutwillig befolgt werden möchten; 2. B. die mit ſo vielen Vortheilen verknüpfte und durch ſo viele bekannte Hülfsmittel, leicht ausführbare maſſive Wicederauibauung der abgebrannten Gebäude, anſtatt des unſeligen Holzbaues. Die Aufführung ganz maſſiver Brandgiebel muſs aber in beyden Fällen be- folgt werden. Da, wo die Privat- oder Bürger- Häuſer ſchmale Fronten gehabt, und die Giebel nach der Strafse geftanden haben, würden zwey bis drey ſolcher Häufer, mit nach der Strafse und hinterwärts herabgehenden Dachflächen, in ei- ner Fronte gebaut und dadurch die fonſft nach der Straſse gekehrten Giebel und die dazwi- ſchen gelegenen, fo unbequemen als gefährli- chen hölzernen Rinnen abgeſchafft, und ein beſſeres Anſehen der Gebäude bewirkt werden. 5 müſſen aber nicht zu viele, oder wohl gar die Häuſer: ganzer Strafsen, in einerley Höhe und unter einem(zwar in Jedem Fall, durch Brandgiebel zu trennenden) Dache fort- Jauſfen, denn eine ſolche Kinförmigkeit il un- Bl -- ran: TE 222222 iui= M.“ €-K385.) angenehm, und es ſollten daher die Gebäude oder die Fronten, in Abſicht ihrer Höhe und der Verzierungen, abwechſeln. Der noch vielfältige Hang zum Bau“ der Manſarde- Dächer könnte durch die Vorfſftel- lung, daſs dieſe Dächer ſehr holzfrefſend, und daſs die darin anzulegenden Zimmer doch nur unbequem, finſter, und durch die in dunkeln Winkeln anzubringenden Vorgelege feuerun- ſicher ſind abgefſtellt, und den Bauenden an- gerathen werden, lieber noch ein Stockwerk aufzuführen. Eben ſo nachtheilig iſt die vermeintliche Verzierung der Faſſaden mit ſogenannten At- tüquen, weil dadurch die Balken und Sparren verfaulen. Ferner würde jedem Bauenden zur Anlage gewölbter Keller, und mit den Fundamenten in gehöriger Höhe über das Straſsenpflaſter zu gehen, anzurathen ſeyn, damit nicht eine ge- gentheilige Ausführung bey entſtehenden Sto- ckungen und ſich einſtellenden ſo höchſt ver- derblichen Schwammgewächſen zu ſpät bereuet werden darf, Es iſl auch in Rückſicht dieſes Vebels eine nöthige Vorſicht, alte Kellergewölbe, welche wiederum beybehalten werden ſollen, ſogleich durch leichte Schauer zu überdecken, damit die darauf liegende, vielleicht eine Zeitlang dem Regen ausgeſetzte Erde und Schutt nicht zu ſehr durchnäſſe. (Eine havptfächliche Vorſicht gegen den Schwamm be- Kehet darin: die mit Kalk gemauerten Fundamente ge- C 1159) 3 « hörig austrocknen zu laſſen. fie demnächſt auch mit tockenem Sande oder Erde, und wenn es ſeyn kann, dieſe mit Kohlen vermiſcht, auszufüllen. Einige warnen vor altem Bauſchutt zum Ausfüllen; wenn derſelbe aber nur trocken iſt, ſo findet kein ver- nünfüger Grund ſtatt, warum derſelbe den Schwamm erzeugen ſollte.) Auf die feuerlichere Anlage der Malzdar- ren in den Privathäuſern iſt zwar die Polizey zu halten berechtigt, allein es würde noch beſſer ſeyn, wenn eine Bürgerſchaft fich zur Anlage eines beſondern, von andern Ge- bäuden entfernten publiken Darrhauſfes ent- ſchlöſſe. Die nach richtigen Bauregeln ſeuerſichere Aufführung aller übrigen ſtarken Feueranlagen, als in Apotheken oder in andern Laboratorien, in Fabriken, bey Töpier- und Bäckeröfen, Braue- reyen, Branntweinbrennereyen u. ſ. f. muſs der öffentlichen Anordnung und Auflicht anver- uauet werden; inſonderheit ſollten die Maurer- und Zimmermeiſer felbſt, und nicht ihre Geſel- len, wegen der begangenen Unachtſamkeit in Abſicht der vernachläſsigten feuerſichern Anlage der Gebäude, verantwortlich gemacht werden, wenn nicht ein Baumeiſter zugezogen worden. Die innere LBinrichtung der Gebäude kann zwar eines Jeden Kigenthümers eigenem Gutbe- finden überlaſſen werden, indeſſen dürfte demſel- ben anzurathen ſeyn, dieſerhalb vorher mit ge- höriger Veberlegung zu Werke zu gehen, und nicht während des Baues allerley Veränderungen vorzunehmen, weil dadurch gewöhnlich der ſo- liden Conſtruction am meiſten geſchadet wird. H 4 MUND ; MUM - Bin JEU 1240 11) jh uE j zs 1I98!! | u 0| 4 MIN AUM - PRE jh 800 ;.. MAMUBN 8. 40100) - JANERNIK -- S TSHEIZ € 420: Gaſthöfe, Fabriken oder ſolche Ge bäude, worin eine anſehnliche Menge von Waa- ren zugleich bereitet wird, müſſen ihrer Beſtim mung gemäſs eingerichtet, und bey einigen we- gen farker Erſchütterung vorzüglich auf Feſtig- keit, bey andern beſonders auf Feuerſicherheit und bey einigen dahin geſehen werden, daſs ſie am Waſſer liegen u. ſ. f.,'worüber ſich im allge» meinen nichts yoerſchreiben läſst. SO etab Von den öffentlichen Gebäuden dürfte anzu- merken ſeyn, daſs die Kirchen nebſt den Thürmen, in Abſficht der Gröfse und ihres Umfanges, fich nach der Volksmenge, und in Rückſicht der innern Einrichtung, nach der Re- ligionsparthey richten, für welche die Kirche be- Nimmt iſt. Hin Veberdluſs von Verzierungen muſs da- bey, ſo wohl an den Faſſaden als im Innern, yer- mieden werden, weil der Charakter dieſer Ge- bäude einfach und ernſthaft ſeyn foll. Ein läng- lichtes Viereck iſt die ſchicklichſte Form einer Kirche, wobey die Kanzel an einer der langen Seiten anzubringen iſt; es muſs aber die Kirche alsdenn nicht zu länglicht ſeyn, fondern bey we- niger Länge mehr Breite erhalten. Der Thurm kann ſehr ſchicklich an der der Kanzel entgegen- geſetzten langen Seite angebracht werden und ein Haupteingang zur Kirche unter ſelbigem ſtatt fin- den, wodurch eine angenehme Symmetrie exr- halten wird. Die Thürme werden ſehr yerſchie- dentlich decorirt; fie ſollten aber billig nicht „See- ein 4. er m SE TEEN E- m24:..) allzuhoch und dabey zu ſchlank erbauet werden. Mälſsig hohe Thürme mit einer Kuppel en Döme, würden ſowohl fürs Anſehen, als wegen der mindern Gefahr bey den Wirkungen des Blitzes und'der geringern Unterhaltung, die Beſen feyn.» Eis" kann übrigens dabey, fo wie bey den Kirchdächern die Conſtruction mit zuſam- mengeſchlagenen Bohlen vorzüglich Anwen- dung finden. Die Kirchhöfe aus den Städten zu bringen, aft längſt als mützlich und nothwendig erwiefen, und eben ſo die Erbauung beſonderer 1 eichenhäuſer; allein es ſiehen der Ausführung viele Schwierigkeiten im Wege, die lich indeſſen bey gutem Wiallen und lebhaftem Intereſſe für das Wohl der Menſchheit heben laien.); Die Prediger- und Schulhäuſer müſſen eine verhältniſsmaſsige Gröſse bekommen, und Iſt von letztern nur noch anzumerken, daſs die Schulftuben gehöriges Licht erhalten und daher mehr der Länge nach an den Fronten dzs Gebäu- des, als nach der Tiefe deſſelben angelegt wer:- den ſollten. In grofsen Schulen iſt aufser den Schul- Klaſſen-Stuben, ein geräumiger Saal zu Schul- prüfungen oder Redeübungen, ein Zimmer zur Bibliothek und zur Aufbewahrung mathemati- ſcher Inſtrumente, ein eigenes Zimmer zu phy- ſikaliſchen Verſuchen und dergleichen erforder- lich, welches ſich Jedoch alles nach dem Local und den beſondern Erforderniſſen richtet. Collegiengebäude für Kammern und Regierungen, Landſchaftshäuſer, Zoll- und Acciſe-Directionsgebäude und dexr- H> | | gleichen, müſſen nach der vielfältigen Abſicht, auch wohl nach der Lage des Bauplatzes ſehr ver- ſchieden eingerichtet werden, weshalb ſich keine allgemeine Regeln darüber angeben laſſen. Die Invalidenhäufer, Armenhäuſer, Mo ſpitäaler Wayſenk äuſerntu. ſow erfordern, auſser der angemeſſenen Anzahl von Zimmern für die darin aufzunehmenden Per- fonen nebſt den benöthigten Officianten, ei- nen allgemeinen Speiſe- und Bet-Saal, die nö- thigen Vorrathskeller und Kammern, Küchen zum Kochen und zum Waſchen, nebſt andern Bequemlichkeiten, welche ſich nach dem, in . Jedem Fall vorkommenden beſondern Umſtänden richten. Im Allgemeinen iſt für alles, was die Reinlichkeit befördern kann, ſo wie dafür zu ſor- gen, daſs dieſe Gebäude der freyen Luft ausge- ſetzt, und nicht zwiſchen andern Gebäuden ein- geſchloſſen werden. Dergleichen Gebäude wer- den am gewöhnlichften mit einem Corridor, oder einem in die Mitte längſt durchgehenden Gang und zu beyden Seiten deſſelben befindli- chen Zimmern, angelegt. Dieſe Eintheilung iſt aber nicht vortheilhaft, denn die gröſfsern all- gemeinen Schlaf- und Arbeitsſfäle werden da- durch zu ſchmal. Wollte man aber mit Beybe- haltung eines Corridors die Zimmer verbreiten, ſo würde ſolches eine über 530 Fuſs betragende Tiefe des Gebäudes erfordern. Es iſt daher beſſer im dergleichen Gebäuden anſtatt des Corri- dors einige geräumige Fluhre mit den darauf be- findlichen Treppen, quer durch das Gebäude zu legen, die gewöhnlichen Zimmer durch eine C 2250.05 Mittelwand von einander zu ſcheiden, die gröſseren allgemeinen Schlaf- und Arbeitsſäle aber nach der ganzen Tiefe des Gebäudes von etwa 44 Fuſs, durchgehen zu laſſen, wobey dieſe alſo an beyden Seiten Fenſter erhalten, und zu Zeiten durch deren Kröffnung ein guter Luftzug zur Vertreibung der Dünſfte, zu Wege gebracht werden kann. (m. f. über dergleichen Anlagen des Grafen v. Rumſort Schriften, ing]. im 1. Stück des Jahrgangs 1799 dei Samml, mitzl. Aufi€ BK betreffend.) Bey der Anlage der Zuchthäuſer und Gefängniſſe würde in der Hauptſache eine gleiche Einrichtung ſtatt finden können, nur muſs dabey für die gehörige Sicherheit, jedoch auch zugleich für die Geſundheit ſelbſt groſser Verbrecher geſorgt werden, wesghalb auch dieſe nicht in dumpfige unterirdiſche Gefängniſſe ein- geſperrt werden ſollten. Die Bekleidung der Wände und Decken mit Bohlen, nächſt ſtarken verſchlofſenen eiſernen Thüren vor den Oefen, und übers Kreutz gelegte Eiſen in den Schorn- ſeinröhren ſind, wie bereits angeführt worden, die Ücherſten Mittel zur Verhütung der Deſertion. (Dergleichen Gebäude ſollten auch auf freyen und geräu- migen Stellen erbauet, mit eimer Mauer eingeſchloſſen, am Innern aber einige freye Plätze zur Erhohlung für die darm befindlichen Menſchen vorhanden ſeyn. Auch würde die Anbringung einer Waſſerhe- bungsmaſchine, durch welche das Waſſer vermittelſt einer von einigen Menſchen umzudrehenden Kurbel auf eine leichte Art bis in das zweite und dritte Stockwerk ge- bracht werden Kann, von groſsem Nutzen ſeyn, fo wohl pr. "* (] 1 y || "- | ſl "| h 414 „DNN FN' 1199'8)| PEE 3 . NBEND WUNDE 41:79 4: 4%2)0| 141)) -- NEUN MINN( E iW BTA FU -"JEDEN| . j| 044 10000 210008) um Waſſer zum gewöhnlichen Gebrauch als auch bey Feuersgefahren, bey der Hand zu haben. Dergleichen Maſchinen find in England erfunden worden, und werden Jetzt in Berlin von den Spritzen- Commuiullarms Seeling ſehr gut verfertiget.) Die groſsen Korn- und Mehlmagazine können füglich von vier Stockwerken erbauet werden. Da aber die Mauern ſehr ſtark ſeyn müſſen, mithin zu groſse Koſten erfordern wür- den, ſo wird gewöhnlich nur das untere Stock- werk maſſiv, die übrigen aber von ausgemauer- tem Fachwerk aufgeführt. Das untere Stockwerk wird 10 bis 11 Fuſs, die übrigen aber nur 7 bis 8 Fuſs hoch. Die Breite oder Tiefe ſolcher Gebäude iſt von 44 bis 46 Fuſs, wobey zwey Unterzüge mit doppelt verſchränkten Träger- ſiehlen anzubringen ſind. Die Balken in dieſen Gebäuden müſſen ſtark feyn und nicht über 3 Fuſs von Mitte zu Mitte, auch die Trägerſtiehle nicht über 12 Fuſs von einander entfernt und dabey noch mit Stützbän- dern verſehen werden; auch ſollten dieſe Träger- iehle nicht einzelne, fondern durch Gewölbe mit einander verbundene, breite Fundament- Pfeiler, oder beſfler, ganz durchlauffende Fun- damentmauern erhalten. Nächſtidem müſsten der- gleichen Magazine auf freyen Plätzen ſtehen und mit vielen bis nahe auf den Fuſsboden herabge- henden Luken verſehen ſeyn, um dadurch ſtar- ken Luftzug zu bewirken. Einige Winden ſind nöthige Nebenſftücke in dieſen Gebäuden. Wenn man 3 Fuſs als die gewöhnlichſte höchſte Schüttung des Getreides und für einen h er den en €) )) Winſpel 43 Kubikfuſs annimmt, ſo erfordert ein Winſpel in gedachter Höhe 14 Quadratfuſs Raum, wornach mit Inbegriff der nöthigen Gän- ge an den Seiten, die Gröſse eines Magazins für eine beſimmie Anzahl von Getreide leicht zu finden iſt, und eben ſo für das Mehllager, indem die Tonnen, wovon Jede 6 Scheffel hält, in der untern Ktrage vierfach(zuweilen auch wohl noch. in der zweyten Ktage dreyſfach) übereinander ge- ſchichtet werden. Wägehauſfer, Morfchreiber, Zoll häuſer und dergleichen, ſind leicht ihrer Be- fimmung gemäſs einzurichten. Die Schach iur muſſen, des wblen Geruchs wegen, in möglichſter Entfernung von andern Gebäuden, auſserhalb der Stadt, und zwar auf Pfählen über einem fMeſſenden Waſſer angelegt, und im Fuſsboden Oeffnungen zum Abfluſs der Unreinigkeiten angebracht werden. Die Caſernen ſind entweder für Cavallerie oder für Infanterie beſlimmt. Bey erſtern iſt es nicht rathſam, die Wohnun- gen der Soldaten über den dabey nöthigen Pfer- deftällen anzubringen, weil die Balken und De- cken von den Ausdünſfiungen der Pferde beſchä- diget werden, auch die Vorgelege und Brand- mauern nicht gehörig unterſtützt werden können, ſodann auch der Dachboden nicht füglich zur Aufbewahrung des Futters dienen kann. Ks iſt daher beſſer, die Pferdeſtälle beſonders, und in zwey Reihen zu erbauen, die Wohnun- gen für die Cavalleriſten aber, ſo wie die für die Infanterie in einem eigenen Gebäude von 3 bis <<<-.-----= - eL RIEE- E 150 7 4 Etagen, jede zu 8 Fuſs hoch im Lichten anzu- bringen. Die gewöhnliche Einrichtung der Ca- ſernen iſt ſo beſchaffen, daſs lich in der Mitte ein Corridor oder Gang befindet, der in dieſen Ge- bäuden wegen des vielen Ein- und Ausgehens zweckmäſsig ilt; zu beyden Seiten des Corridors ſind ſodann die Stuben und Kammern angebracht. In jeder Stube wird ein Beweibter und in die dabey befindliche Kammer vier unverheirathete Soldaten einquartiert. In dieſen Gebäuden muſs vorzüglich für eine hinreichende Anzahl, wo möglich maſſiver Treppen, imgleichen auſser den Vorgelegen oder den Oefen, worin gekocht wird, für eine allge- meine Waſchküche gelorgt werden. Nicht ſelten iſt die Anbringung der Abtritte bey dergleichen Gebäuden der ſchlimmſte Um- ſtand, beſonders wenn kein Dliefßſendes Waſſer in der Näbe vorhanden iſt, wohin fie ſich am beſien ſchicken. Die bey den Cavallerie- Caſernen oder in de- ren Garniſonen erforderlichen Reitbahnen, find am beſten mit Bohlendächern zu erbauen. Die Cadettenhäufer oder Cadetten- ſchulen erhalten ebenfalls zweckmäſsig einen Corridor in der Mitte; und zu beyden Seiten werden die nöthigen Stuben und Kammern für die Cadetts und deren Lehrer angelegt. Auſserdem müſſen die grofsen Lehr- Speiſe- und andere geräumige Zimmer auch die erfor- derlichen Wohnungen für den Chef, für die übrigen Officianten und den Traiteur, auch Kü- E 223. 5 chen, Keller- und Vorrathskammern zweck. mäſsig angeordnet werden. Die Wachhäuſer werden gewöhnlich an der vordern Seite mit einem ÜUeberbau des Da- ches aufgeführt; es iſt aber beſſer ſolchen mit gemauerten Arkaden als mit hölzernen Pfeilern oder Säulen, zu unterſtützen. Die Gröſfze der Wachen hängt davon ab, ob ſie Haupt- oder Thor- und Nebenwachen ſind, und auf wie viel Mann, auſser der Offizier- und einer Arreſtan- tenſtube, die Wachfiuübe einzurichten it Ein ZWEYtEes Sihekaerk der Hauptwache könnte füg- lich zur Montir ungskammer gebraucht werden. Die GE SI 107 müſſen ſo viel als möglich yon. der Stadt und von andern Gebäu. Hg entfernt auf einem trocknen Platz erbaut werden; auch nur aus hölzernen leichten Wän- den beſiehen, wodurch die Gefahr bey einer etwa erfolgenden Exploſion unſchädlicher wird, als wenn ſtarke Mauern yom Pulver auseinanderge- ſprengt werden. Auch ſind bey den SAELISGEN gazinen, Blitzableiter vorzüglich nöthig. Endlich ſollte eine jede Stadt verhältniſs- mäſsis mit den gehörigen Feüerlöſchungs- GEE tbhſchaften, und den benöthigten Rer ſen zur Aufhebung derſelben, 5 HU ſeyn. Dieſe Remiſen re ten in GE Tiden befidatich feyn, von welchen die Feuergeräthſchaften leicht jeden Theil der Stadt, oder wenn mehrere dergleichen Auſbewahrungshäuſfer erforderlich ſeyn ſollten, in jeden Theil eines Reviers der "e m p= (" j-+ fund (9) A Stadt, geſchafft werden können, weshalb Ein- und Ausfahrten baben, auch nicht zu nahe bey ſolchen Gebäuden angebracht werden müſſen. wo fie ſelbſt einer Feuersgefahr leicht ausgeſetzt ſeyn EIA Zu den Feuerlöſchungs Geräihſchaften ſelbſt gehören, gute mit einem Windkeſſel verſehene, auf Rädern ſehende F EIE AR ZETT mit Standröhren., beſffer aber mit ledernen oder hanfenen Schlauchen, wovon erſtere den Vorzug zu behaupten ſcheinen. 1555 wo ein Fluſs oder Kanal durch eine Stadt oder neben ihr vorbeyflieſst, find inſonderheit die Prahmſpritzen zu empfehlen. (Mie Beſchreibung derſelben nebf dem Koffenanſct 1 det man im 2ten Stück des Jahrgangs 1798 der Samml. nützlicher Auff. d. B. K. betrefiend.) Kann mit dergleichen| Feuer- ſelbſt nicht erreicht werden, ſo dienen ſie Waſſerzubringer, deren es aber auch 1 8. “SIG giebt, welche an die andern Spriizen angeſchroben werden können. Vermittelft ſol-« cher Saugwerke Kann das Waſſer auf ganze Stre- cken in die Feuerſpritzen ge-ſchafit werden. ; 4 Ferner find Sturmfäſſer erforderlich, wel- che gewöhnlich auf Schlittenbäumen ſiehen. die aber auf eine beſſere Art auf einem Geſtell mit zwey Rädern dergeſtalt angebracht werden Kkön- nen, daſs das Faſs bey den unebenen Bewegungen des Fuhrwerks doch Immer EDEN bleibt, und das Waſſer nicht ſo leicht wie jene verſchüttet. Auſserdem werden Tragekübel, Feuer- eimer, Feuerleitern(deren man Jeizt 111 Wi m C- m: 3 Berlin ſehr muſterhafte hat) Feuerhaken;, La. ternen und dergleichen erfordert. Es verdient angemerkt zu werden, daſs man vielfältig verſucht hat, das zum+«Feuerloſchen benöthigte Waſſer, durch Zuſatz von verſchiede- nen Maierien, als Alaun, Vitriol, geſchlemm- tem Lehm, Rothſlein oder anſfiatt deſſen, mit Colcothar, zu vorgedachtem Endzweck brauchs= barer zu machen, welcher Zweck auch in der Art erreicht worden, daſs das mit dergleichen Waſſer beſpritzte Holz mit einer Kruſie überzo- gen worden, welche wenigſiens das ſchnelle An- brennen verhindert hat; allein man wird leicht einſehen, daſs es vorzüglich beſchwerlich ſeyn würde, eine grofse Menge von dergleichen prä- Parirtem Waſſer immer vorräthig zu haben; in- deſſen kann ſolches doch in einzelnen Fällen vont Nutzen ſeyn. Der bekannte Gelehrte van Ma- rum hat auch kürzlich Verſuche gemacht, mit einer ſehr geringen Quantität gemeinen Waſſers, ohne allen Zuſatz bey gehöriger Anwendung deſ- ſelben, das Feuer leicht zu löſchen. (m.[. hiervon ein mehreres im 2ten Theil des Jahrgangs 1798 der vorhin gedachten Sammlungen.) Die Feuerlöſchuüngsanſtalten ſind, ſo wie Verhütung alles deſſen, was zum Ausbruch eines Feuers Veranlaſſung geben könnte, das Werk einer guten Polizey, worüber hier ein mehreres anzuführen zu weitläuftig ſeyn, auch nicht zum eigentlichen Zweck dieſer Schrift ge- hören würde. (m. f. indeſſen darüber vorzüglich: Yo///iindiges Syſtem der Feuerpolizey wiſſenſchaft von I, HE Krüge ſſtein, E CC d370 5 Leipzig 1798; und Veberficht der Sicherungsmittel ge- gern Feuwersgefahr und Feuersbrünſfte, von Auguſt Nie- mann, Kiel 1796.) In ſo fern aber Feuersgefahr auch unbezweli- felt durch die Gewitter- oder Blitzableiter abgewandt werden kann, gehört die Darſtellung derſelben dem Bauweſen zu; hier wird dieſfer- halb nur kürzlich angemerkt, daſs einzelne auf- gerichtete, zwar mit einer Ableitung verſehe- ne eiſerne Stangen mit einer vergoldeten Auf. fangeſpitze Keinesweges hinreichend ſind, ſon- dern es müſſen vielmehr alle in der Höhe vorzüg- lich hervorragende Theile eines Gebäudes mit Ableitungen von Metall verbunden ſeyn, und dieſe an einer Stelle, in einen Brunnen oder in Feuchte Erde geleitet werden. Es beſteht dem- pach ein Gewitterableiter aus den Auffange- fangen undiiden Zuleitungen, welches Metallſtreifen ind, die von den Autfangeſtan- gen und von den vorzüglichfſlen Hervorragungen des Gebäudes abgehen, und ſich entweder auf dem Dachforſt, am Geſimſe, oder an irgend el- nem andern Orte des Gebäudes vereinigen. Die Ableitung, welche alle Zuleitungen verbin. det, geht am Gebäude herunter in das nächſte Waſſer. (m. ſ. Kurze Anleitung, auf welche Art Blitzableiter an Gebäuden anzulegen find, Berlin 1798.) “ an SHE Swan Zweyter Hauptabſchnitt, Von der WASS ERBATKUNGST S- 33 Erſte Abtheilung: Entwäßerung und Bewäſſerung der niedrig- gelegenen Wieſen oder brachartigen Gegenden. 15 durch Quellen oder durch Regenwaſſer aufgeſchwemmten oder ſumpfigten Gegenden wird der Abfluſs des Waſſers nach niedrigern Oeritern durch zu ziehende Graben verſchafft, in ſo fern letztere ſo Selegen) nar daſs Ne nur durch allzu tiefe oder zu weit zu führende Gra- ben zu erreichen nd.(0 daſs die dafür anzu- wendenden Koſen den zu erwartenden Nutzen Überſteigen, welches zuvor durch Ausmeſ- fen und Nivelliren oder Waſſe PWAISGeEN Zu erforſchen iſt; denn durch letzteres wird nicht nur das Gefälle Überhaupt, ſondern auch die Tiefe der Graben, auf jeder der unebenen d. 1. 12 G 1572-5 bald hohen, bald tiefen Stellen, eines zu durch- grabenden Erdreichs, ausgemittelt. (m. ſ2 Praktiſche Abhandlungen vom Nivelliren oder Waſ- Serwägen, von G. C. Müller, Göttungen 1799. Ingleichen meime Anleitung zum Nivelliren oder Waf- ſferwägen, in den bey der Landeskultur vorkommenden gewöhnlichſten Fällen, welche bereits gedruckt ward.) Bey Abtrocknung eines niedrigen Terrains müſſen auſser den eigentlichen Ableitungsgra- ben von dieſem Terrain bis an den Ort, wohin das Waſſer abgeleitet werden ſoll, in der Nie- derung ſelbſt, mitten und quer durch ſelbige, Graben gezogen werden; beſonders muſs folches am Rande umher, und um ſo eher geſchehen, wenn das Bruch von hohem Lande oder Bergen begrenzt wird, weil an dem Fuſs derſelben, ich viele, Eiſenwaſſer enthaltende, für den Gras- wuchs ſchädliche Quellen zu finden pflegen. Um durch erfigedachte Graben bey einem kleinen Revier nicht viel Terrain zu verlieren, kann man ſogenannte Siekergraben ziehen. (m.[. hierüber das erſie und zweyte Stück des Jahrgangs 1797 der Sammlung nützlicher Auffätze die Baukunft betreffend.) Auch hat man die Erfindung gemacht, die- jenigen Brücher und niedrigen Gegenden, wo man kein Gefälle hat, um das Waſſer durch Gra- ben abzuleiten, vermittelſt des Durchbohrens der darunter befindlichen feſten Erdlagen mit Erdbohrern zu entwäſſern. (Hierüber Jo hn Johnſons Abkandl. über das Aus- trocknen der Sümpfe; aus dem Engliſchen vom Grafen von Podewills; Berlin 1799«) | ch[| € 455 I urch. Die an Mühlenflieſgen unter Waſſer ſtehen- den Brücher und Wieſen werden ölters durch er Wal. die zu bohe Lage der Mühlen überſchwemmt. ' Die Ablaſſung des die Ueberſchwemmung ver- 7 Wa- urſachenden Waſſers kann öfters, ohne jedoch LIEN den Mühlen nachtheilig zu werden, durch Ab- 7 leitungen um die Mühle herum, bewerkſtelligt rains werden, und dies iſt dem allgemeinen Vorſluths- GSI Edicte gemäſs. wohn Die bloſſe Entwäſſerung einer niedrigen x Nie- Gegend würde nicht hinreichend, Ja eine zu eige, ſtarke Abzapfung des Waſſers und Austrocknung olches der Gründe, ſogar der Fruchtbarkeit nachtheilig ehen, ſeyn. Man muſs daher darauf bedacht ſeyn, ergen folche, durch Aufflauung oder Aufhaltung des , lich Waſſers wieder zur rechten Zeit bewäſſern zu (rras- können. 1, Dies geſchieht durch die in den Graben an- einem zulegenden Stau- Schleuſen. Es muſs aber "]1eren, nicht durch Aufftauwaſſer, ſondern durch Ue- berſliepern des Waſſers, über die, durch das Aut hr7angs lauen angefüllte Graben, bewäſſert werden. ukunft (Hierüber ein Mehreres im 1ſten und 2ten Stück des Jahrg« 1798. des oben angeiührien Journals für die Baukunſt.) , die- wo. 208 ZEWLEHUGE Ahtheilung- 4 Gra- ohrens E34. en mi| Strohmbau.| Jas Aus Der natürliche Lauf der Ströhme verurſacht 0; 1 Glalen durch die leichte Beweglichkeit ihrer aus Erde, 13 = EISI "HLS Kee ef DE IEE 5 "es Spalten NDR<> TENZ SEREREE R... WEREREERE WED ICES> 3 6“ Lu-<-.w.--= (€'CZ4- 9 Sand, oder kleinen Steinen beſtehenden Uſer und Fluſsbetten ÜUnordnungen, welche theils in Rückſicht auf die Cultur der an den Ströhmen liegenden Ländereyen, theils aber der Schiffahrt nachtheilig ind. Deshalb muſs, wenn in bey- derley Rückſichten eine zweckdienliche Verbeſſe: rung, bey ſolchen Ströhmen, welche bis dahin der Natur überlaſſen geweſen, nicht nur mit Haupt- Bauwerken angefangen, ſondern ben? ſelt bigen, ſo wie bey den bereits durch die Kunſt re- gulirten Ströhmen, faſt immer fortgeſahren wer- den, der Natur zu Hülfe zukommen, das iſt, die- Jenigen Wirkungen der Stroöhme, welche ſchäd- lich werden können, müſſen abgeändert und dem öfters vortheilhaft einſchlagenden Wege des Waſſers, die gehörige Richtung gegeben werden. Die Verwilderungen oder Unordnungen der Ströhme beſehen vorzüglich darin, daſs der Hauptzug des Waſſers, oder der ſogenannte Sirohmfirich, vermöge des krummen Laufs der Ströhme überhaupt ſich einem Ufer mehr als dem andern. nähert, und alſo durch das Abbrechen des berührenden Ufers immer gröſsere Krüm- mungen der Strohmbahn und zugleich auf einer Seite tiefe Buchten und ſteiles oder Schaart- Ufer entſtehen, wodurch öfters die darauf zu nahe ſtehenden Gebäude, oder die zur Deckung der Ländereyen gegen Veberſchwemmungen an folchen Ufern befindlichen Deiche, in Gefahr geſetzt werden. Nächſidem wird die Erde oder der Sand von den abgebrochenen Ufern bis an ſolche Stellen fortgeführt, wo das Waſſer einen ruhigen Gang 1 Uſer els in öhmen fahrt ] bey. beſſe. lahin mit vick DR x 0 Wer (|, die. ſchäd. 1 dem des orden, n der s der jannte 1ſ5 der 5 dem chen rm ner Lar uf zu ckung en an Gefahr 1d von telle (:a0s SHE fai (7 DIN 2 hat; dadurch entſtehen ſchädliche: Sandhäger oder Inſeln, welche den Strohm entweder durch ihie Anhäufungen zu ſeicht machen oder den- ſelben nöthigen, ſich in mehrere Arme zu thei=- len, wodurch ebenfalls Untiefen und Watßſler- mangel für die Schiffahrt entfeben. Ferner fin- det ſich da, wo zwey Arme zuſammenſlieſsen, faſt immer. eine Verſandung, und andere der: gleichen Hinderniſſe für die Schiffahrt. Der Waſſerbau an Ströhmen bat alſo zur Abſicht, die im Abbruch liegenden Vier zu decken oder den Strohm davon abzuweiſen und ihn zuweilen zugleich auf ſchädliche Sandhäger hinzulenken, um ſelbige fortzuſchaffen; fo wie gegenſeitig geſucht und dahin gearbeitet wird, diejenigen Sandhäger, welche eine, In man- cherley Rückſicht vortheilhaſte Lage erhalten ha- ben, durch Bepflanzungen an ihren Stellen zu erhalten, zu erhöhen oder auch wohl durch An- hägerungen zu vergröfsern. Ferner müſſen öfters, die, das Waſſer zu ſehr vertheilenden Neben- oder After-Strohmarme abgeſchnitten oder coupirt werden. Auch gehört hieher die zu- weilen nöthige Durchſtechung der zu grofsen oder ſchon zu ſehr verwilderten Krümmungen (Serpentinen) der Strohmbahn, oder die Anfer- tigung neuer Durchſüche und Kanäle an folchen Stellen. Zu dieſen, an ſich gewiſs nicht unwichtigen Bauwerken, bedient man ſich gegenwärüg nicht mehr, wie es ſonſt mit mehrern Koſen und doch mit wenigem Erfolg geſchah, grofser, Narker Pfahl- und Steinwerke; ſondern bloſs der L1 4 (2"BZS8-I ! Faſchinen;(Reisbündel) der Erde und klei|" ner Prahike.) WG Die Baue ſelbſt mit Faſchinen ſind nach den|"u mancherley Zwecken verſchieden, und werden a überhaupt eingetheilt in- Päckwerke(Kribwerke), worunter man alle diejenigen Baue verſteht, bey deren Aufüh- rung Faſchinen übereinander Sepackt werden, Unter den Packwerken ſind begriffen: ] Deckwerke,(Bleſswerke, Uferdeckungen, 0 Landfeſten, Grundbetten, Grubenwerke), wel-- ches ſolche Faſchinenwerke ſind, die durchgän-" gig an-den- Ufern anſchlieſsen und zur Be- 308 ſchützung eines abbrüchigen Ufers, längs dem- ve ſelben, in dem Strohme erbaut werden."" Buhnen,(Flügel, Kribben, Abweiſer, fenl Schlachten, Schlengen, Haken) unterſcheiden 0 fich von den Deckwerken dadurch, daſs fie vom TU: Ufer ab, in den Strohm hinein erbaut ſind, und 17 eigentlich einen Faſchinendamm bilden, der 7: | nur an dem einen Ende mit dem Lande zuſam- Eln | menhängt. 7. jh Die Buhnen ſelbſt werden noch eingetheilt 7 in Schützbuhnen, Abweiſebuhnen, wenn Wü lie nur beſtimmt ſind, ein Ufer gegen den Ab- m 19061) bruch deſſelben zu ſchützen, den Strohm aus Ge | Buchten abzuweiſen und an den abbrüchigen jh|| Ufern Verlandung zu bewirken. N |) Treibbuhnen, wenn es vorzüglich dar- M auf ankömmt gegenüber liegende Ufer, Inſeln) ei oder Sandfelder wegzutrelben.' ter q ||] 2 a aannanaannnnnn mn Z<== * >I> TE HEIZ SEEG. Fed u WEICH E TNEI 3 m BE.-<.-- klei, 1 den "erden man Th eiſer, eiden vom und der [all CE 457 3 Schöpfbuhnen, welche beſtimmt ſind, den Strohm aufzufangen, um denſelben in einen Strohmarm oder Canal zu leiten. Rauſchbuhnen oder eigentlich Kribben, wovon immer zwey zugleich einander gegenüber liegend, an beyden Strohm- Ufern angelegt wer- den, um bey einem ſeichten Fahrwaſſer die Brei- te deſſelben zu vermindern und die Tiefe in dex Mitte zu vermehren. Fangbuhnen,(Coupirungen, Zukribbun:? gen, Enclarirungs-Kribben, Kluſftdämme) ſind Faſchinendämme, die von einem Strohm-Uſfer bis zum gegenüberſtehenden reichen. Sie ſind dazu beſtimmt, einen Strohmarm oder Durch- bruch aufzufangen oder abzuſchneiden. Sie be- Dehen gemeiniglich aus zwey gegeneinanderlau- fenden Packwerken und einem dazwiſchen SC ſchütteten Erddamm. Ihr Bau wird von beyden Üfern des Strohms zugleich angefangen; die Zu- fammenſchlieſsung oder der Schluſs iſt aber öſf- ters bey rapiden Ströhmen ſehr miſslich und ge. fährlich. Veberfälle, welche mit den Coupirungen ganz übereinkommen; ausgenommen, daſs fie wegen des überſtürzenden Waſſers, gewöhnlich niedriger als die Coupirungen erbaut werden, Sie vertreten die Stelle der Wehre. Buhnenköptfte(Triangelköpfe)' find ange- fangene Buhnen, die mit ihrer längſten Seite an das Ufer anſchlieſsen und von oben angeſehen, ein Dreyeck bilden. Eigentlich gehören ſie un- ter die Deckwerke. T 5 TIT - 7 I Die obere Breite oder Krone einer Buhne üchtet ſich nach der Stärke, mit welcher der Strohm an die Buhne anfällt; fie beträgt 12 bis 18 Fuſs. Die untere Breite hängt von der Kro- nenbreite und den Doſſfirungen ab, wel- che gewöhnlich ſo beſchaffen ſind, daſs auf Jje- den Fuſs Höhe, ein Fuſs Anlage kömmt. Die Buhnen müſſeri demnächſt nvicht zu hoch über dem Waſſerſpiegel liegen. Die gewöohnlichſte Norm]m iſt, einen Fuſs hoch über dem kleinſten Sommerwaſſer, Die Schütz- und Treibbuhpen werden gemeipiglich ſo angelegt, daſs fie mit dem Strohmſirich eine ſchräge Richtung oder einen OQumpfen Winkel machen; oder ſie formiren auch'wohl einen rechten, Winkel. Erſiere heiſfsen! deklinante,| letztere» PerPendice us; laire Buhnen. Auſser den Packwerken kommen noch bey dem Faſchinenbau vor: Vernätherungen. Dieſe werden einge- tmheilt in Spreitlagen(Spreulagen), welche a1s Decken auf den Packwerken angebracht ad, um das Begrünen des Werks zu befördern. DC ehre die ſowohl zur Deckung abbrüchiger Ufer, als auch bey ſolchen Buhnen, beſonders bey Fangbuhnen und Veberfällen, wo ein ſtarker Anfall des Strohms und Eilfes zu befürchten iſt, als Decken angebracht werden. Y- 35- Ferner wird zum Faſchinenbau die Anlegung der Pflanzungen, die Zuziehunsg vieler "SGES finan: GE. 2301 7 NNTET MEN FUNC[9 MIE LIT Ee Verſertigung der Schlickzäune und die Umzäu nung der Packwerke und Pflanzungen gerechnet. Die Faſchinen werden am beſten von Weiden und Pappeln, ſonſt aber auch von Na- delholz, von Ellern und Birken und allenfalls von anderm Laubholz, 9 bis 10 Fuſs 1205,17 der Mitte etwa 8 Zoll dick, zweymal mit Wei- denbändern gebunden. Die ſogenannten Würſte,(Waſen, W 1ip- pen) ſind dünne, gewöhnlich von Weiden oder Pappeln, auch Elſen oder Birken, bis» Ruthen lange, etwa-4 bis 5 Zoll dicke, und von S Zoll zu 8 Zoll zuſammengebundene Faſchinen. Die Pfähle,(Spickpfähle) ſind 4 bis 5 Fuſs lange bis 2 Zoll ſtarke Pfähle von kiehnem oder anderm ſpaltigen Holze. Zu den Spreitlagen und Rauchwehren wer- den Pfähle von friſchen Weidenzweigen gGenom- men, damit fie ausſchlagen. Der grofse Nutzen der Pflanzungen be- ſteht nicht allein darin, daſs dadurch ein Vor. rath von Weiden und Pappelnſtrauch erhalten wird, ſondern, daſs durch die Bepflanzung der Sandhäger, oft groſse. Buhnen und Deckwerke entbehrlich gemacht werden. Zwiſchen den ge- pflanzten Strauch ſetzt ſich auch Schlick, ſo daſs auf dem bepflanzten Sandhäger Gras wächſt und derſelbe mit der.Zeit zu einer Wieſe wird. Bey den Pflanzungen unterſcheidet man Kopf- und Strauchweiden. ſind an Dämmen zu pflanzen. ei eee We I A “ f" 9. ZIER«m TP HEZ € 140») Die Pflanzungen müllen im Frühjahr und TEE ds 1 VOR Ider Mitte Septembers bis zur Mitte Aprils, auch allenfalls von der Mitte des Julius bis Auguſt geſchehen. In hieſßigen Gege den wird mit ſogenannten Neſtern gepflanzt; nemlich die Setzlinge wers den in"'Grubenwon 2“KEuſs Durchmeſſer, die 4 bis 5 Fuſs Entlernung von einander haben, herxr- um geſtellt. In den eben ſo weit entfernten pa- rale len Reihen muſs immer eine Grube auf die Zwiſchenweite der vorherigen zutreffen. Dieſe Strauchweiden können alle 2 bis 3 Jahre gehauen und zu Faſchinen gebraucht werden. Ob und wo nun Deckwerke, Buhnen, Pflan- zungen 1.[. W. anzulegen, ingleichen die Be- ſfimmung ihrer eigentlichen Lage oder Richtung „om Ufer ab, oder die Gröſfse des Winkels, den die Buhnen mit dem Strohmftrich machen ſollen, dies alles hängt von ſehr vielen örtlichen Rück- fichten ab, welche hier auseinander zu ſetzen zu weitläuſtg feyn würde Hinlängliche Local- kenntniſs, Erfahrungen von dem Steigen und Tallen des Strohms und der Eisgänge bey dem- ſelben, auch eine, nach Maſsgabe des mittlern Waſſerlandes, aufgenommene Strohm- Charte müſſen auch hierunter vorzüglich die Entwürfe des Waſſerbaumeiſters leiten, (m. ſ. übrigens Practiſche Anweiſung zur Conftruction der Faſchinenwerke und der dazu gehörigen Anlagen ar Flüſſen und Ströhmert, nebſt einer Anleitung zur PVer- anſchlagung dieſer Baue von J. A Eitelwein, Ber- hin 1799.) =«Ska MEIER TEE< 2.2554.= Em IERT TEENIE (inf KTI OE.210% Bey Schiffbarmachung inſonderheit kleiner Flüſſe müſſen aufser den nöthigen Faſchinen- Bauten und Grabenarbeiten zur Regulirung des Laufs eines ſolchen Strohms, zu deſßien Vertie- fung, oder Einſchränkung ſeiner Uſer, auch öf- ters grofse Feldſieine aus der Fahrbahn geſchafft und mit Pulver geſprengt werden, welches ſelbit etliche Fuſs unter Waſſer geſchehen kann. (m. 1. hierüber eme genaue Anweiſung im 2ten Theil des Jahrgangs 1798 der Sammlung nüizlicher Auſſätze die Baukunft betreffend.) Die tlefer unter Waſſer liegenden Steine wer- den mit fogenannten Yeufelsklauen, oder einer ſtarken eiſernen Zange gefaſst, und durch eine mechaniſche Kinrichtung aus dem Waſſer gehoben, altes Holzwerk und Stubben aber durch Erdwinden auf die Uſer geſchafft. L| Dritte Abrhbeiuung SETE Vom Deichbau. Zur Beſchützung der an den Ströhmen bele« genen Niederungen von groſsem Umfange gegen Veberſchwemmung durch das austretende Waſ- ſer der Ströhme, werden Deiche(welche man in einigen Gegenden auch wohl uneigentlich Wälle und Dämme nennt.) indem unter erſte- rem Worte die Veſlungswälle, und unter dem zweyten nur Fahrdämme verſtanden werden ſoll. € 1420 ten) von Erde in der Art aufgeführt, daſs fie nach der Strohmſeite eine in der dreyſfachen Höhe des Deichs, einwärts aber eine in der zweyſfachen Höhe deſſelben, auslaufende Doſfi- rung erhalten ſollten. Der Deich wird dadurch unten anſehnlich breiter als oben. Die Ober- breite wird die Krone, die uniere Breite aber der Fuſs oder die Anlage des Deichs genannt. Die Lage oder die fortlaufende Strecke der meh- rentheils zu beyden Seiten der Ströhme anzule- genden Deiche, richtet fich nach der Normal- breite des Strohms und der Schätzung des zwi- ſchen den Deichen abzuführenden hohen Waſ- ſers. wonach auch die Höhe der Deiche nach Erfahrungen beſtimmt wird. Die Deiche ſollten abe; in keinem Fall zu nahe an die Strohmufer gelegt werden, ſondern zu ihrem eigenen Schutz ein eigenes Vorland behalten, weiches bepflanzt werden muſs, und ſelbſt die Doſlirungen der Deiche, für welche der Wellenſchlag bey bochſiehendem Waſſer der ge- fährlichſte Feind ilt, werden dadurch geſchützt. Kine Kleyerde oder ſchwarzer Acker iſt die belle Erdal Zur Schüttung eines'Meichs, und ſelbft noch beſſer als der Thon“ Sand ilt nicht gut, Torf aber die ſchlechteſte Erde. Bevor ein Deich geſchüttet wird, muſs die Erde da, wo die Grundfläche zu liegen kommt, aufgegraben, damit ſich der natürliche Boden mit der geſchütteten Erde verbindet, Zum Deich muſs lauter reine Erde genom- men, und kein Strauchwerk, Stöcke oder Stub- ben darin befindlich ſeyn; die Erde muſs in eini- Kn IE €: 345.3 ger Entfernung des Deichs vor und niemals hinter demſelben genommen werden. Die Dei- che erfordern eine beſtändige Unterhaltupg und Ausbeſſerung, weshalb jährlich im Frühjahr und Herbſt nach Maalſlsgabe der nach allgemeinen Grundſätzen der Hydrotechnick und den beſon- deren Lokal- Umiiänden einer eingedeichten Ge- Send, vorhandenen Dierich id i0ierord nungen, von den Deich- Officianten, wovon der erſte den Titel eines Deich- Hauptmanns führt, die anderen aber Deich-Inſpectoren heiſſen. gewiſſe Beſichtigungen oder Deichſchäauen gehalten werden. Bey hohem Waſſer ift vorzüglich bey Tag und Nacht, theils durch die Officianten, theils durch die Deichwachen eine ununterbrochne Aufficht erforderlich, um Durchbrüchen ſo viel als möglich zuvor zu kommen, in welcher Ab- cht diftanzenweiſe, oder auf ſchon an ſich be- denklichen Stellen, Erde, Miſt, Pfähle und dergleichen, im Vorrath ſeyn müſſen. Zur Strohmpolizey gehört, daſs in dieſer und in mancher andern Rückſicht, in Fuſse und Zolle eingetheilte Marqueurs, an verſchiedenen Orten des Strohms übereinſtimmend geſetzt wer- den, um das Steigen und Fallen des Waſſers daran zu bemerken, wovon die oberhalb jiegen- den Intereſſenten die unterhalb liegenden zur Zeit der Gefahr ohne Verzug, benachrichtigen um ihre Maſsregeln darnach nehmen zu können. Nichts ift gefährlicher als Kisftopiungen zwi- ſchen den Deichen, wodurch das Waſſer öfters zu einer ſolchen Höhe anſtauet, daſs es über die DEER?>r SEHE Su BRRG EU3:. MEERE WEINEN» 2 Mga wm (5 18% 3 Deiche läuft, wogegen ſelten Vorkehrungen hinreichen»- Wenn eine Eindeichung ein Re- Vier ganz einſchlieſst, oder vom hohen Lande anfängt und auch wieder bis an daſſelbe hinan- geht, ſo wird ſolches ein Polder genannt, Zur Ablaſſung des'in einem ſolchen Polder vom Regen und Schnee ſich fſammelnden ſoge- naumnten Bimnmenwallers, werden Kleine Schleu- ſen oder ſogenannte Kiuipenr Siele oder Schlengen durch die Deiche gelegt, welche ſo lange verſchloſſen bleiben, als das äuſzere Waſſer höher ſteht wie das Binnenwaſſer, dann aber zum Ablauf deſſelben geöffnet werden, wenn nemlich das äuſfsere Waſſer fällt und nie- driger wird; oder es wird durch ſogenannte Aus- mahlmühlen, die am beſien durch Wind, ſonſt aber auch durch Pferde getrieben werden, und an welchen Schöpfräder oder Schnecken ange- bracht ind, hinausgeſchaffit. Wenn eine Deichſtrecke längs einem Strohm, unterwärts nicht an das hohe Land hinangeht, und alſo die untere uneingeſchloſſene Gegend dem Rückſtau des Waſſers ausgeſetzt ift, ſo wmuls eine ſolche, dadurch den Veberſchwem- mungen ausgeletzte Gegend, nur nicht als Saat- Jand,(ſondern zu Wieſen und Hüthungen be- nutzt werden; denn in dieſer Rückſicht erfolgt die Abtrocknung des Stauwaſſers mit dem Falle des Strohms zur rechten Zeit. Man kann aber auch ſogenannte Sommerdeiche vorlegen, welche kleiner oder niedriger ſind als die Haupt- deiche und nur dazu dienen, eine Veberſchwem- mung (€ 145) ngen u mung bey einem mittelmäſsigen Anwnuchs deg 155 Sirohms, beſonders zur Sommerzeit, abzuhalten. DEN Weil man aber auch felbſt bey den ſtärkſten Hauptdeichen, doch nicht gänzlich gegen Durch- brüche und Veberſchwemmungen geſichert 1 older welche öfters die traurigſten Folgen haben, auch [0g€- die Unterhaltung ſolcher Deiche viel koſtet; ſo ey würde es überhaupt am beften ſeyn, bloſs die, : in dergleichen Brüchern befindlichen Anhöhen elchs oder ſogenannten Werder zu bebauen und groſse ulzere Kuhmelkereyen darauf anzulegen, ſo daſs die dann Grundſtücke bloſs als Wieſen und Hüthung, erden, nicht aber als Kornland genutzt werden. 1 nie Aus-*. a M BEILCE AB therlang, jan S442:865 ange- Frey-Archen, Wehre, Schleuſen, Brücken (im und Häfen. geht, Bey den Pfählen, welche zu dergleichen end Waſſerbauten gebraucht werden, unterſcheidet ſo man die Spitzpfähle und dieſe ſtehen zum em Theil in, zum Theil über der Erde, oder ſie 7 find ganz in die Erde eingetrieben und heiſgen be ſodann Grundpfähle. Spundpfähle ſind Folst diejenigen Pfähle, welche durch Federn und Falle Nutbhen in einandergefügt und wenn ſie elnge- 1 aber rammt worden, eine waſſerdichte ſogenannte Jegen, Spundwand bilden. Andßſatt ſtarker Pfähle Jaupt- ſpundet man aber auch zuweilen bloſs Bohlen „pe zuſammen. nung H m MACS ECH EREN D TIR,.-SFIfetetE ( 836) Zum Einſchlagen oder Einrammen der Pfähle bedient man ſich der Rammmaſchinen oder Rammen. Man hat vielfältig auf Erfindungen gedacht, dieſe Maſchinen durch mechaniſche Einrichtungen dergeſtalt einzurichten, daſs weni- ger Kraft zum Aufziehen des ſogenannten Rammklotzesoder Rammbären nöthig ſeyn ſollte, als bey den gewöhnlichen Rammen, wo das Seil nur über eine Scheibe geht, an deſſen einem Ende die Arbeiter den Rammbären aufziehen und an deſſen anderm Ende derſelbe befeſtigt if. Allein eines Theils geht das, was bey einer ſolchen mehr zufſammengeſetzteren Maſchine an Kraft gewonnen wird, wieder an Zeit verloren, anderntheils ſind Maſchinen mit vielem zuſammengeſetzten Räderwerk, dem leich. ten Zerbrechen, mithin öfteren Reparaturen aus geſetzt, wodurch ebenfalls Zeitverluſt entſteht. Es muſs aber bey einem Waſſerbau alles ſo eingerichtet werden, daſs jede Verrichtung in der möglichſt kürzeſten Zeit geſchehen kann, in- dem der wahre Vortheil darin beſteht, DEN ESU: tem Wetter und wenn die Gewäſſer am niedrig- ſten ſind, im Waſſer zu bauen, und dies iſt nur in einigen Monaten des Jahrs zu erwarten. Die vorgenannten Waſſerbauten erfordern ge- meiniglich, daſs ihre Grundwerke oder der Bo- den derſelben noch unter dem Spiegel des nie- drigſten Waſſerſtandes des ſich auf der Bauſtelle Indenden Grundwaſſers, oder des durch die Erde dringenden Waſſerftandes der zuweilen unweit derſelben vorbey gehenden oder ſtehenden Ge- wäſſer, zu liegen kommen müſſen. So tief und Dies Galle Wi IhERN»> IHE SÜDEN». MICE EELS WERSE" TEE DIENE Z- a.= SEEN ETIENNE Pfihle n oder Lungen iſche Wenl. nnten [eyn ) WO bellen Jären erſelbe S5, Was zteren er an 1 mit leich. 1 JUS» cht, les[0 1 SC. Bo- ; NIE: ſtelle „Erde nwel 1(e- * und - er. -= n fen. Auch bekommen die Bollwerke, nach Ver- velähr: hältniſs ihrer Höbe, ſogenannte Anker, wel , Ches auf eingerammten Pfählen befeſtigte und [9 bal] durch eiſerne Bolzen mit dem Bollwerk verbun- jet ilt dene Streben ſind, um dem Bollwerke mehr WL JE; derſtand gegen den Druck der dahinter liegen» Mn den Erde zu geben.|-: ps Die BON erR 2016 müſſen, ſo wie alle der- Ik gleichen Pfähle, auf welchen keine Laſt ruht, HNE und die alſo vom Eiſe ausgehoben werden könn- 0 is ten, mit dem dicken oder dem Stammende des iE Baums, nach unten gekehrt, eingeſchlagen wer- ergleb den.'So widerſprechend dies auch in Abſicht erWar- des leichteren Einrammens dieſer Pfähle ſchel- el als nen dürfte, ſo geht ſolches doch beſſer von Q[lat- ten, als wenn das dünne oder das Zopfende des elen- Baums, woraus Pfähle gemacht werden, unter- 018: wärts eingerammmt WIER | der„Zu den Euttermaäuern gewelche in Jeder erum Bückfſicht beſſer als die hölzernen Bollwerke, aber „uch weit koſtbarer find, findet man nicht leicht emen an nch hinlänglich dICHtEN Grund, um ſelbige unmittelbar darauf aufführen zu können; l0- wenigſlens würde das Unterwaſchen des Grun- 10. des zu beſorgen ſeyn. 'an- Es muſs alfo ein? Bol gazu 111 der+Breitei oder welche die Grundmauer habey ſoll, angefertiget, d. i. einige Reihen Pfähle, die unter ſich etwa Dan wier Fuſs Abſand haben, eingeſchlagen und Wal- darauf Schwellen und Zangen gelegt werden, auf 11[0- welchen man Bohlen annagelt. Dieſer Boden diele muſs etliche Fuſs tief unter den niedrigſten Waſ- Bolt ſerſtand reichen, damit derſelbe«zu. keiner Zeit Kk. 3 € 1560) vom Waſſer entblöſst werde. Denn es iſt ein für allemal anzumerken, daſs eine Jede Holzforte, ſobald ſie beffändig unterm Waſſer iſt, ſich auſser- ordentlich lange erhält, hingegen das Holz nir- gend eher vergänglich wird, als an dem Orte, wo es bald naſs bald trocken wird, welches Schick- ſal leider alle, diefen Umſländen ausgeſetzten Bauwerke, als Bollwerke, Brückenpfähle, hö6öl- zerne Archen und Schleuſenwände und mehrere dergleichen haben. Ein ſehr erheblicher Grund, um den maſſiven Bau ſolcher Werke, ſo viel nur Immer möglich, überall einzuführen; denn auch hierzu giebt es, wo nicht leichte, doch auch nicht zu koſihare Mittel, wenn man fie nur anwenden will,--- Der vorgedachte Roſt, follte auch in jedem Fall, an der äuſsern oder Waſſerſeite mit Spund- bohlen eingefſaſst ſeyn, um das Auswaſchen des Grundes zwiſchen den Roſtpfählen zu verhüten, beſonders aber muſs nicht unterlaſſen werden; das Fundament mit jedem an oder in einem Iir- gend rapiden Waſſer ſehenden Mauerwerke, be- ſonders wenn der Grund nicht äuſserſt feſt iſk mit Spundbohlen einzufaſſen. Die Futtermanuern werden von grofsen ge- brochenen Kalkſteinen, beſſer aber von Bruch- ſeinen, und am beften von guten feſtgebrannten Ziegeln oder ſogenannten Klinkern, aufgeführt. Kann man ſelbigen eine Bekleidung von be- hanenen Feldſteinen oder von feſten Quadern geben, ſo würde dies um ſo beſſer ſeyn; allein unter einer ſolchen Bekleidung müſſen nicht bloſs vorgeſetzte Tafeln von ſolchen Steinen, ein für lzſorte, aulzer. z nir. [e, wa bick. tzten höl. tere und, ) viel denn doch € nur dem und. 1 des Üten, rden; m 1[* bes NA g€- Ch nven ahrt, | bes dern lein nicht 1060) "mene CG 459 I» fondern ein gehöriger Verband derfclben durch Läufer und Bindes, mit gehöriger«Fugen wechſelung verſlanden werden. Dies kann in- deſſen nur durch eine Zeichnung deutlich ge- macht werden. Die Beſlimmung der, den Futtermauern, nach Verhältniſs ihrer Höhe zu gebenden Dicke oder Stärke, iſt ein, ſo wie manche andere, weder durch Theorie noch durch Erfahrung, bis jetzt noch nicht ganz aufs Reine gebrachter Gegen- ſtand, woran die unendliche Verſchiedenheit der Güte der anzuwendenden Baumaterialien und des ſtärkern oder geringern Seitendrucks, der hinter dergleichen Futtermauern liegenden Er- de, nach ihrer eigenthümlichen Beſchaffenheit, Schuld ift. So viel iſt indeſſen bekannt, daſs Lehm, Thon und andere feſte Erdarten(wenn ſie im feuchten Zuſtande bleiben, wie es hier der Fall ſeyn würde) am weniglten, hingegen angenäſster feiner Sand, beynahe den Seiten- druck des angeſpannten bloſsen Waſſers und alfo den gröfsten Druck ausübt. Man thut wohl, wenn man jederzeit auf die- ſen ſchlimmſten Fall caleutirt, und der Eutter- mauer daher unten eine Dicke giebt, die einem Drittheil der Mauerhöhe gleich iſt. Oben darf ße aber pur etwa ein Viertel dieſer Dicke erhal- ten. Die Mauer bekömmt dadurch zugleich. eine Doſſirung vach auſsen, welche dem Seitendruck ungemein widerſteht, beſonders, wenn die Lage der Steine in der Mauer winkel- „recht auf die ſchräge. Doſſirungslinie gerichtet wird. K 4 -«SD= 8 52 KER NELE NENNE“ WI DN EEE I € 152) Die Mühlen- und Freyarchen dienen dazu, um das Gefälle eines Strohms, zum Be- trieb der Mühlen und anderer ähnlichen Werke, welche durch Waſſerräder in Bewegung geſetzt werden, aufzuſlauen und einen Waſſerfall oder Waſſerſtoſs auf die Räder hervorzubringen. In den ſogenannten Gerönnen der Müh- len- Archen befinden ſich demnach die Waſſer- räder, dahingegen die Fre Yarchen, nächſt dem Auſffſlauen des Waſſers, auch die Wegſchaf- fung der ſich einſtellenden Fluthen bewirken. Zuweilen ſind die Mühlen und Freyarchen mit Semanderd verbunden. x Fs af..2ber beſier, die Freyarche in einiger Entfernung von der Mühlenarche zu GEDAWEN Bachs Men Anflug oder den Untergraben der erſlern, ſo weit als möglich unterhalb in den Mühlengraben zu füh.« ren, um den Rückſtau des Waſſers mehr zu verhüten. Der weſentlichſte Theil einer Mühlen- oder Freyarche iſt der logenannte Fachbau nN dDTes iſt nemlich dasjenige ſtarke Stück Holz, auf dem die ſogenannten Grieſsſäulen ſtehen, an wel- Bent, die; Thüren“oder Schützen geſtellt, auch auf und niedergelaſſen werden. Der Fachbaum nebſt dem feſigeſetzten dar- über zu haltenden Waſſerſtande, normirt dieje- nige Höhe, in welcher das Waſſer überhaupt, um den oberhalb der Mühle liegenden Gründen, nicht nachtheilig zu werden, oder ohne ſchid. liche VUeberſchwemmungen anzurichten, gehal- ten werden qarf, +75. 23-52 (7465"9 ve Der Era CD a m muſs alſo bey neuen Anla- Werds gen ſelir genau nach einer dürchs Nivelliren ſo- 7 wohl, als auch nach anderen Gründen erforſch- 16 ten Ausmittelung gelegt werden. Alte ſchon 2 vorhandene Fachbäume dürfen aber den Ge- ſetzen gemäſs, nicht erhöht werden; indeſſen Müh. iſt erlaubt, bey einem neu anzubringenden Fach- er. baum, denſelben einen Zoll höher als den al- acht ten zu legen, weil das Waſſer in einem langen ſchaf. Zeitraum das Holz wohl um ſo viel abzehren 1, Kann, daher denn auch dieſe Erhöhung der jchen Zeb rzoll genannt wird. 7 Die einmal feſtgeſetzte Lage des Fachbaums 1! und zugleich die Höhe des über demſelben zu 4 haltenden Waſſerſtandes ſollen auch bey jeder Zu Mühle oder anderen durchs Waſſer betriebenen zu Werken durch einen ſehr feſt eingerammten, füh oben mit einer kupfernen Platte bedeckten, ſo- Tzu genannten Merkpfahl, bezeichnet ſeyn. Die aui dem Fachbaum ſtehenden vorhinge- oder j nannten Grieſsſäulen, ſammt dem qarauflie- Dies| genden Holm, heiſsen zuſammen das Grieſs- lem| werk. Es muſs ſelbiges zum Theil durch die el. MW dahinter befindlichen Archenwände, zur Ab- Ut,; theilung der Gerönne, oder durch Streben, ge- 4 gen den ſtarken Druck des Waſſers verſichert dar- iX werden. (ejE€ Das Aufziehen und Niederlaſſen der Schützen ph N geſchieht entweder durch bloſses Aufwuchten mit den,' einem Hebebaum oder durch Wellen und Hebel. IT j Der Theil der Arche hinter dem Grieſswerk NEN heiſst der Abſchuſsboden, welcher nie- mals zu kurz ſeyn muſs, und der vor jenem K 5 Dies Grakalung NpPIRCRWS» 5 € 154.5 befindliche Theil, der Aufſchufsboden. Nächſidem findet man die Seitenwände der Arche und zuweilen bey ſehr breiten Archen, die Mit- telwände, welche die Arche in Gerönne abtheli- len. Sie find entweder wie eine gewöhnliche Wand mit einer Schwelle, oder mit Stiehlen und Bändern verbunden, oder beſſer, es beſtehen ſol- che aus eingerammten Pfählen. Sie werden in nerhalb mit Brettern bekleidet, und an den äuſsern Wänden liegt das Bollwerksholz. Auch die Ar- chenwände ſollten billig maſſiv ſeyn, woran aber mehrentheils die Koſtbarkeit der Sache hindert. Der Grundbau einer Arche beſteht in einer Spundwand unter dem Fachbaum; an den Seiten der Arche reicht ſolche eine Strecke bis an das Terrain hinauf, welches die Landtlüs gelder Arche ausmacht. Dieſe verhindern den Durchbruch des Waſſers an der Seite der Arche. Die Vorflügel ſind diejenigen, welche an dem Aufſchuſsboden befindlich ſind, und ſich nach vorn zu erweitern. Einige machen ſel- bige von Spundpfählen, welches aber nicht nö- thig iſt, ſondern es find bekleidete Spitzpfähle hinreichend. Auſser der vorgedachten Spundwand muſs noch eine dergleichen, etwa 10 bis 12 Fuſs hin- ter dem Fachbaum, imgleichen eine vor dem Vorheerd, vorhanden ſeyn. Hinten, oder am Ende der Arche, wie man, es zuweilen findet, ilt eine Spundwand ganz überſlüſsig, und daſelbſt ein, um etwas unter den Archenboden greifendes und vor demſelben den, Arche € Mit bthel. Uiche | und | ſo]. 1 101» SEIN 2 Är. | aber € 455 J vorgehendes Packwerk von Faſchinen., ungleich beſſer, um das Auswaſchen des Grundes zu verhüten. Auſser den gedachten Spundwänden werden reihenweiſe Grundpfähle eingeſchlagen, auf wel- chen die Grundbalken liegen, und auf dieſen ſind die Grundbohlen genagelt. Beyde, ſowohl die Grundbalken als auch die Bohlen müſſen nach gewiſſen Methoden äuſserſt gut befeſtigt werden; indem die unter derglei- chen Boden befindlichen Quellen und Springe eine auſserordentliche Kraft äufsern, um die Boden anfzuheben; die Quellen und Springe äuſſern dieſe Wirkung, wenn gleich, wie es ſeyn muſs, der Grund aufs feſteſte mit Schutt oder feſter Erde ausgefüllt oder ausgeſtampft worden, welches vorzüglich in dem Theil zwi- ſchen der mittlern und der, unter dem Fach- baum befindlichen Spundwand geſchehen muſs. Dieſer Theil des Grundes ſollte eigentlich aus- gemauert ſeyn. Endlich werden über dem Abſchuſsboden der Arche die ſogenannten Spannbalken gelegt, um-fowohl die mittlern als die Seitenwände in der geraden Stellung zu erhalten, woraus letztere durch den Druck der dagegen liegenden Erde leicht gebracht werden und überweichen können. Vor dem Grieſswerke befindet ſich eine Lauf. oder auch wohl eine Fahrbrücke, von wel. cher zugleich die Schützen aufgezogen werden. Daſs es gut ſeyn würde, das über dem Grund Lervorragende Holzwerk, ſowohl der Freyarchen CC. 286! 3 als der Bollwerke, und überhaupt alle hölzerne Bauwerke tüchtig abzutheeren, verſteht ich: von ſelbſt. Unter den Freyarchen und Schleuſen ent- ſtehen gemeiniglich Vertiefungen oder Kölke, weshalb die Ufer daſelbſt weiter als im übrigen Theil des Untergrabens auseinander ſeyn und mit Faſchinen eingefaſst werden müſſen. Die Floſs- und Stauarchen find kleinere Archen. Erſtere dienen um in Flöſsgraben das Waſſer aufzuhalten, letztere aber, um das Waſ- “ Ser zur Bewäſſerung der Wieſen auſzuhalten, ſol- ches aber auch wieder abzulaſſen. Sie bedürfen nur einer Spundwand unter dem Fachbaum; aus- genommen, wenn Floſsarchen bey oberſchläch- ügen Mühlen, oder da angelegt werden, wo ein hohes oder ſlarkes Gefälle vorhanden ift. Man hat bey ſolchen Gelegenheiten auch wohl Floſs archen mit doppelten Schützen- oder Kaſten- Schleuſen eingerichtet, welches aber nur durch eine vorzulegende Zeichnung deutlich gemacht werden kann, 7 Schleusgen, örele oder Kruilper find theils hölzerne, theils maſſive Archen, welche in den Deichen liegen zur Abhaltung des vor denſelben höher ſtehenden Waſſers, demnächſt aber, wenn das äuſfſsere Waſſer wieder fällt, um das Brunnenwaſſer wieder abzulaſſen, angebracht ſgnd. Die Thüren ſind daher ſo eingerichtet, daſs das davor ſtehende Waſſer ſelbige von ſelbſt verſchlieſst, und das nach dem Fallen des äufsern Waſſers höher ſtehende Binnenwaſſer ſelbige wiederum eröffnet. CC. 252.3 zerne S. 40 4 363 Die Wehre und UVeberfälle leiſten eigent- M7 Lich dasjenige, was die Freyarchen bewirken, zol, nemlich die Aufftauung des. Waſſers, zum Be- 30 huf der neben ſelbige zu legenden, durch Waſ- und ſerräder zu betreibenden Mühlen- und Kunſt werke. Zuweilen ſind ſie ebenſalls mit Schützen nere verſehen. Mechrentheils normirt aber bey h6l- n das zernen Wehren oder Ueberfällen der bedielte Wal Boden, oder bey maſſiven, der mit ſtarken Bruch-| ,(ol. ſteinen bekleidete Rücken derſelben, die Höhe) Ein des beſtimmten Aufſtaues. Wenn das Waſſer h6&-! "Zug her anwächſt als dieſe Norm, ſo muſs es gleich' NEE über die Veberfälle und Wehre uunweglauffen.|; 408)(Man hat auch Ueberfälle von Faſchinen.)' ß Man So wohl die hölzernen, als die maſſiven| Nie Wehre müſien ein Grundwerk von drey durch- ÜS gehenden Spundwänden und die NO NISCH SPItZ- ICh pfähle zur Befeſtigung der Roſt- oder Fluthboh- acht len im Vor- und Abſchuſsboden erhalten. Die maſſiven Wehre erfordern anſtatt der hölzernen Böden die vorgedachte Bekleidung von Werk- ind Nücken, wid ne nd dieſerhatlb ſchr koſbar. che Man pflegt alfo auch wohl das Grundwerk in Se: vor wiſſen Abtheilungen mit Spundwänden einzufaſ- cht ſen und dieſe bloſs mit Feldſteinen auszufüllen. um racht SCHIEN hte Wenn ein natürlicher oder ein durch den lelb? Aufflau einer Mühle und dergleichen entſlande- 6 ner Waſſerfall, nicht zu ſtark iſt, ſo werden bey 01896 ſolchen Mühlen, zum leichtern Auf- und Ab. EEE aaa N.*< mun 1 ER lI DUREL AEa SEE R LIE 5ADETIIEE € 1538 3 wärts Fahren der Schiffe, bloſs Freyarchen, be- ſondere Gerönne oder Durchläſſe angebracht, wodurch die Schiffe mit Hülfe angebrachter Win- den hinauf gezogen und hinunter gelaſſen wer- den; wenn aber der Waſſerfall drey, vier und mehrere Fuſs beträgt, ſo müſſen Schuffs- Schleuſen erbaut werden. (Sehr uneigentlich werden öſters auch die Archen und Ueber- falle Schleuſen genannt.) Die eigentlichen Schleuſen beſtehen aus einem Kaſlen oder der ſogenannten Kammer, bey welcher oben und unten, wenn die Kammer nach Verhältniſs der durchgehenden Schiffsge- fäſse nur ſchmal iſt, einflügelichte oder gerade, ſonſt aber zweyflügelichte, unter einem Numpien Winkel gegen das Waſſer zuſammenſchlagende Thore, angebracht ſind, welche geöffnet und verſchloſſen werden können. Der Boden der Schleuſenkammer muſs ſo tief liegen, daſs das Unterwaſſer in einer für be- Jadene Schiffe erforderlichen Höhe, d. 1. an 4 Fuſs von unten in die Kammer hinein und eben ſo hoch über dem Boden derſelben ſteht; ſo tief geht auch das Unterthor hinab, oder die Kammer kann ſo tief geöffnet und verſchlofſen werden. Der obere Theil der Schleuſe, da wo das obere Thor befindlich iſt, hat eine ſolche er- höhte Lage gegen den Boden des Schleufenka- ſtens, daſs das Oberthor wenigſtens 4 Fuſs und nach Befinden der Umſtände noch weiter, in das Oberwaſſer hinabreicht, ſo daſs ein Schiff über 1, b& bracht, er Win. 1 wen tr und 11ffs: VUeber- n aus 1m er mmer ÜSge- rade, 1pfen ende und ls ſo 1 be- 10 4 ben tief mer 8 ) das he ex ſenka- ; und 0 das über € 154.) das Schwellwerk, woran das Oberthor anſchlägt, mit dem Oberwaſſer hinwegfahren kann. Die Höhe, ſo wohl des obern als deg un tern Schleuſethors, und zugleich die Höhe der Schleuſenkammer muſs noch etwas mehr als die Höhe des Oberwaſſers betragen. Soll nun ein Schiff aus-dem Oberwaſſer ins Unterwaſſer gebracht oder überhaupt durch die Schleuſe herunterwärts gehen, ſo wird das Unterithor der Schleuſe verſchloſſen(zuge- macht), indem das obere ebenfalls ſchon ver- ſchloſſen iſt. Vermittelſt Eröffnung der in dem obern Thore befindlichen mit Schützen gelchloſſenen/ Oeffnungen, wird nun ſo viel Waſſer in die, durch das Unterthor verſchlofſf- fene Schleuſenkammer hineingelaſſen, bis ſol- ches in dem Schleuſenkaſten mit dem obern Ka- nal gleich iſt und folglich ganz MIL Reht, als- dann wird das Oberthor ganz geöllnet, indem es nemlich zu beyden Seiten zurückgezogen wird, undi das FSCHWN Fahrt Fm die Schleuſe hinein. Nunwmehr öffnet man die in dem Unterthore ebenfalls befindlichen Schützen, und das Waſ- Jer wird dadurch allmahlig aüs der Schleuſen. kammer bis auf den Spiegel des Unterwaſſers abgelaſſen, wobey zugleich das Schiff eben ſo weit hinabſinkt. Sobald das Waſſer aus der Kam- mer bis auf das Unterwaſſer abgeläauffen iſt, wird das untere Schleuſenthor geöffnet, und das Schiff fährt in den untern Kanal. Soll im andern Fall ein Schiff aus dem Un- terwaſſer in das Oberwaſſer oder überhaupt hin EEB ved Wer Ee. 9- IEEE ails- Whip-4007, rennen A ,„ kt is Y (€..1602) aufwärts gebracht werden, ſo fährt ſolches zu- vörderſt mit dem unteren Waſſerſtand in die Schleuſenkammer; alsdenn wird das untere Thor, ſammt den darin befindlichen Schützen verſchloſſen, die Schützen in dem noch geſchloſ- fenen oberen Thor aber geöffnet, wodurch die Schleuſenkammer bis zur Höhe des oberen Waſſerſpiegels und Kanals, angefüllet, und das Schiff zugleich bis zu dieſer Höhe, vom Waſſer gehoben wird; alsdenn wird das obere Thor geöffnet und das Schiff fährt in den oberen Wanal: Die vorbeſchriebenen Schleuſen ſind nun entweder einfache oder doppelte Die Grenzen des möglichen Widerſtandes eines Schleuſenthores gegen den Druck des davor ſte- henden Waſſers beſlimmen, ob man bey einem Waſſerfall mit einer einfachen Schleuſe auskom- men kann, oder ob eine doppelte, oder ob auf eine beſſere Art, anſtatt einer doppelten Schleu- ſe, zwey einfache gewählt werden müſſen. Der höchſte Druck dem ein Schleufenthor zu widerſtehen vermag, wird auf 12 Fuls ange- nommen. Bey einem ſolchen Gefälle kann alſo, jedoch bey einer ſehr vorſichtigen Bauart, eine einfache Schleuſe ſtatt inden. Bey höhe- rem Gefälle müſſen die vorhin gedachten Mittel gewählt werden. Die doppelten Schleuſen beſlehen aus zwey aneinanderliegenden Schleuſenkammern, und ſind mit drey Thoren verſchen, wovon das mittlere die Stelle des Unterthors für die obere Schleu- zm], Iches zu. in die Untere chützen eſchloſ. odurch »beren nd das Waſſer e Thor oberen d nun Die eines vor te einem u3K0m- ob auf chleu- 0! ZU 1119€- kann ua höhe- Mittel en aus 1MEeIN, 'on das obere chleu- Menn m IS (€ 11.612) Schleuſenkammer, und zugleich die Stelle des Oberthors, für die untere Schleuſenkammer, vertritt. (Wenn bey dergleichen doppelten Schleuſen ſich auf irgend eine Art eine Communication des Oberwaſſers mit dem Unterwaſſer, unter oder neben der Schleuſe ereignen ſoll- te, ſo würde ſolches wegen des ſtarken Gefälles ſehr ge- fährlich ſeyn, weshalb man die doppelten Schleuſen gerne vermeidet, und heber mehrere einzelne bauet. Auf dem berühmten Kanal von Languedoc in Frank Teich find zwar an einer Stelle 8 Schleuſen in der Art mit einander verbunden, welche zuſammen einen Fall von 68 Fuſs haben. Es 1ft aber ein ſehr feſier Grund und ein Veberfuſs von Bruchſteinen zu itarkem und ſolidem Mauerwerk daſelbſt vorhanden.) Bey den Schleuſen kommen folgende Benen- nungen der einzelnen Theile derſelben vor: Die Mauern oder die hölzernen Wände, wel- che die Schleuſenkammer einſchlieſsen, heiſsen, die Kammermäuern oder die Kammerwän- de. Derjenige Theil diefer Mauern, wo ſich die Thore befinden und die Mauern vor dem Ober- und hinter dem Unterthore, werden die Häupter der Schleulte, und zwar das Ob er- ünhnd das Unterhaupt genannt. Unter beyden Thoren befindet ſich ein auf der Spundwand befeſligter Fachbaum, mit dem die ſchrägen Schlagſchwellen, an wel- chen die Thore anſchlagen, verbunden ſind. Der Verband der Schlagſchwellen und des Fachbaums mit einem Mittelſtück; heiſst der Drempel; und ſo giebts einen Obex- und «inen Unter-Drempel. L CE 102) Da erſlerer eine höhere Lage hat als der Bo- den der Schleuſenkammer, ſo wird vom Drem- pel bis auf den Schleuſenboden ein ſchräger Fallboden angelegt. (Einige Baumeiſter laſſen dieſen Fallboden auch ſenkrecht hivnabgehen.) 024,28 Die Gröſfzge der Schiffsſchleuſen richtet ſich nach der Gröfßse und der Anzahl der Schiffe, welche zugleich durch die Schleuſe gehen(ollen. Sie ſind demnach entweder auf ein, zwey bis drey Schiffe eingerichtet, und.dieſe Schleuſen werden Kammer- oder Kaſftenſchleuſen ge- nännt.- Wenn aber zwiſchen dem Ober- und dem Unterhaupte ein ausgegrabener oder ein na- türlicher Waſſerbehälter(etwa ein kleiner See) vorhanden iſt, in welchem mehrere-Schiffe lie- gen können, ſo heiſsen dergleichen Schleuſen, Keſſel-oder Baſſinſchleuſen. 8. 43- In Abſicht der Bauart find die Schleuſen entweder maſſiv, und die Mauern beftehen vor- ne aus gehauenen mit Bindern und Läuffern verbundenen Sandfſleinen oder Werkſtücken, wel- che hinterwärts, mit Mauerſteinen, Kalkfteinen, Bruchſteinen oder geſprengten Feldſteinen hin- termauert ſind; oder die Schleuſenmauern find bloſs von guten feſlen Ziegeln oder Klinkern auf- geführt, und nur die Ecken derfelben mit Werk- ſtücken eingeſfaſst; auch beſtehen dieſe Mauern wohl nur bloſs aus Kalkſteinen, wovon die vor- er Bo: Drem.- räger nkrecht 012 See) e lie- den, ulen vor- dern wel 1nen, hin- 1 find 1 auf: „ASt Verk- Sehe fhnane4 (C 2603 7 deren behauen ſind. Die Kalkſteinmanuern ſind aber bey weiten nicht fo dauerhaft als die vor- gedachten. Mauern von behauenen Feldſleinen würden allerdings die dauerhatteiten von allen ſeyn. Nächſidem giebt es ganz hölzerne Schleuſen 1d auch wohl ſolche. w".:die Kammeryu: ünd auch wohl folche, wo nur die Kammerwände die Häupter aber als Hauptſtücke, Ferner, Schleuſen deren Häupter maſſiv oder von Holz ſind, wobei die Kammexr- einfaſßſung aus Faſchinen beſtehet, welche abe vieles Waſſer einziehen und dabey nicht ſehr dauerhaft ſind, weil die Faſchinen nicht beſtin« dig im Waüier liegen, wodurch ſie lich allerdings Ie ſondern bald naſs; bald trocken und dadurch vergänglich werden. icht fehr lange erhalten, Man ſollte ſich daher der Faſchinen nur bey Schleuſen he rimiltiſich« 1 vorzunehmenden H dienen, welche der auf eine Zeitlang die- EE Was nen ſollen, um bey Wptreparaturen (0 3 der vorhandenen Schleuien, die nicht zu hemmen.) Weil den maſſiven Schleuſenmauern keine ſtarke Doſflirung gegeben werden kann, ſo müſſen lle ihre! halbe Höhe zur Dicke erhalten> oder bey minderer Dicke, Strebepfeiler angebracht werden. Die hölzernen Wände, welche nur'in ſelmen Fällen, ſo wie die Archenwände, mit Spannbal- ken. abgeſteift werden können, ſind vorzüglich mit Erdankern zu verſehen. Eine jede. der vorgedachten Bauarten der Schleuſen erfordert einen Grund> oder PfalL bau, und zwar muſs fich unter jedem Fach- D52 zi Ble DERE.<. Zs Zaieneäiing Nen 8 7 NN 6" WS S8 KERN«+5 III Mir 0< 7,0 50, 65 Zitelbelfiite,"inedn-. 1 mmlenn u- (€ 164) baum eine Spundwand, und wiederum eine vor und eine hinter demſelben befinden. Da nun dies fowochl bey dem Ober- als bey dem Unter- haupte Katt Andet, ſo ſind bey einer jeden Schleuſe fechs quer durchgehende Spundwände, auſserdem aber auch dergleichen unter den Schlag- ſchwellen erforderlich. Die maſliven Schleuſen erhalten einwärts vor- längs den Mauern, Spundwände, ſo wie auch die nöthigen Roſipfähle, um dieMauern darauf zu ſetzen. -4ulser den gedachten Spundwänden, wird der Grund mit den nöthigen Spitzpfählen ausge- rammt, qCarauf die Grundbalken gelegt, und auf diefen die Grundbohlen genagelt. (Wenn durch irgend eimen Zufall Waſſer aus dem oberen Kanal unter den Schleufenboden durchdringen Könnte, iſo wurde es nach hydroftatiſchen Geſetzen, einen. fo fiarken Druck von unten gegen den Schleuſen- boden ausüben, daſs derſeibe dadurch auſgehoben oder geſprengt werden könnte. Der Profeffor S tapf, zu In- golftadt, hat demnach neuerlich in einer Schrift Vor- ſchläge gethan, um, bey lich ereignendem Fall, den Höhbedruck unfchädlich zu machen. So finnreich aber auch diefe Vorſchläge an ſich ſeyn mögen, ſo dürite doch deren würkliche Ausführung bey dem Praktiker noch wohl manche Bedenklichkeit erregen.) In den Schleufenmauern bey den Häuptern werden Linſchnitte angebracht, um Füllhölzer darin einzulegen und dadurch das Waſſer bey vorkommenden Reparaturen abzufangen. Die Schleufenthore müſſen von Eichenholz ſehr genau verbunden und beſonders gut ver- Nrebt werden, damit ſie nicht yerſacken können. € vor 1 nun Unter. Jeden ände, 1lag. VOL. ch ara wird U89€- und beren nne, einen euſen- 1 oder zu In Vor- den aber loch 1och dern ölzer bey holz val“ NEU. NEE fmanerennn € 265 I Sie ind demnächt öfters zu betheeren. Unten gehen die Thore mit einem runden Zapfen. in einer eben ſo geſtalteten eiſernen Pfanne, oben haben fe Zapfen, Bügel und ſogenannte Hals- eiſen, welches alles jedoch verſchiedentlich ge- Wacht wird: Bey nicht ſehr breiten Schleuſen werden die "Thorflügel durch einen oben an ſelbigen ange- brächten Schwengel, ſonſt aber durch Zugſtan- gen, gröſfsere Schleuſenthore aber durch Win- den geölfinet. Die in den Thoren befindlichen Kleinen Schützen werden verimittelf einer Lochſtange, Vorſtecker und eines Druckbaums, ſfonft aber auch wohl durch ein Gewinde, auigezogen. (Beyläufig können einige vorzüglich im Auslande bey den Schleuſen übliche Methoden und Eriindungen angemerkt Werden, Bey einigen maſliven Schleuſen find nemlich anſtatt der Schützen in den Schleuſenthoren kleine Kanäle oder ſoge nannte Umläufſer in den Schleuſenmauern angebracht, wodurch die Schleuſenkammer mit Watſfer angefüllt wird.) Der berühmte Franzöſiſche Baumeilter P er- ronet hat Schleuſen auſser einigen quer durch- gehenden Spundwänden, ohne allen Piahlbau, mit ganz maſſiven, in Form eines umgekehrten Gewölbes geſtalteten Boden, projektirk Eine Methode, die auch bey uns, bey iellem Grunde, mit grofser Erſparung des Holzes in Ausübung gebracht werden könnte. In Holland giebt es ſo groſse, breite und tief gelegte Schleuſen, daſs grofse Seeſchiffe durch ſelbige gehen Können, vr Auf dem Schleſswigſchen Kanal trift man Schleuſen von ähnlicher Gröſfse und zu ähnlichen Zwecken an, weshalb dieſer in unſerer Nähe be- findliche Kanal ſehr merkwürdig iſt, In Schweden ſind Schleuſen mit ſehr grofsem Gefälle in Felſen geſprengt worden. In England iſt der Vorſchlag gemacht, neben den Schleuſen, Baſſins anzulegen, worin dasjenige Waſſer, womit die Schleuſenkammer angefüllt war, wider zurück tritt, um zu eben dem Behuf mehrmals gebraucht zu werden, wenn Mangel an Waſſer im Kanal iſt. Auch iſt daſelbſt die Erfindung gemacht wor- den, anſtatt der Schleuſen ein Planum Inca: tum, oder eine ſchräge Fläche von Eiſen anzu- bringen, worauf die mit eiſernen Rollen oder Rädern verſehenen Ge fäſsze, worin die Waaren geladen find, hinauf und hinab gelaſſen werden. Man hat auch Maſchinen mit Gegengewichten erfunden, um dergleichen Gefäſse, bey einem Waſſerfall, ſenkrecht in die Höhe zu heben, und hinunterzulaſſen. Eine ähnliche mechaniſche Einrichtung be- findet ſich auf dem neuen Kanal bey Leipzig. Alle dieſe letztern Eründungen finden aber nur bey kleinen und nicht ſehr ſtark beladenen Gefäſsen[att., (Ein mehreres über die merkwürdigſten Kanäle, inſon- derheit 10 England,“nndet mana Hogrewe Beſchrei- bung aller Kanäle in England etc. Hannover 1770. 410» mit luminirten Kupfern.) E- WT.) m j ' an Se 44. chen: Je 7; he be Was die Anwendung der Schleuſen betrifft, TO ÜCHTCHENIE bereits angemerkt worden, da erforderlich, wo die Schiffe einen natürlichen, l5em oder einen durch die Anlage von Mühlen oder anderer durch das Waſſer betiebenen Werke, Her- vorgebrachten Waſſerfall von vier und mehrere cht, in Fuſs, paſliren ſollen. wnet Sollten alfo vorhandene Strohme oder eben Flüſse ſchiffbar gemacht werden, we Iche bereits rden, mit dergleichen Werken be ſetzt ſind, öder auf welchen fich natürliche Waſſerfalle befinden, ſ6 ; muſs, um ſolches zu bewerkſielligen, zur Erbauung 1 der Schleuſen an dieſen Stellen geſchritten werden. M Oefters ſollen aber nicht blos ſchon vorhan 50l dene Ströhme oder Flüſse ſchiſſbar gemacht, ſon- oder dern zwey derſelben durch anzulegende ſchiff- aren bare Kanäle mit einander verbunden werden. en, Iſt nun die Lage der zu verbindenden Flüſse ten und das dazwiſchen befindliche Terrain nicht von der Beſchaffenheit, oder ſo eben, daſs der Kanal- 10d zug ohne Waſſergefälle geleitet werden könnte, ſo TOL dert derſelbe ebenlalls SCHICUTeH, um die Schiffe Über die hoheren und niedrigen Stellen 2]:| Hinüber zu ſchaffen, auch zugleich um das Waſ- ſer, während der Zeit, daſs keine Schiffe durch ber die Schleuſen gehen, aufzuhalten. nen 8. 45» ſon- Tn Abſicht der Kanäle ſelbſt iſt das Terrain [rei zwiſchen zwey durch einen Kanal zu verbinden- 4 den Flüſsen, entweder von. der Beſchaffenheit, 174 Ka REISE iB LIIE2<. HE 5 ER aD NR€ 8 I Bür WS SEEN Ee SE aN 5-0 | 149 33) j "4 1] | ] ü| | E 181 5 daſs das Waſſer aus dem einen höher liegenden Fiuſs in den andern geleitet werden kann, oder das Terrain iſt dergeſtalt ſteigend oder fallend, daſs das Waſſer aus den Flüſsen ſelbſt den Kanal nicht mit Waſſer verſorgen,(oder wie man ſich auszudrücken pflegt, denſelben nicht ſpeiſen kann); alsdann muſs anderes vorhandenes oder in Seen, Teichen und Reſervoirs geſammletes Waſſer durch Nebenleitungen(Speiſekanäle) nach dem höchſten Punkt des Terrains geſchaft wer- den, welches beym Durchſchleuſen der Schiffe nach beyden Strohmen hinuntergeleitet, aufserdem aber aufgehalten wird. Dieſer höchſte oder der Vertheilungspunkt, muſs jedoch wiederum niedriger ſeyn, als die in der Gegend vorhandenen Gewäſſer, um ſelbige da- hin leiten zu können. (Der Friedrich Wilhelms- oder der Mühlrofer Kanal wird Di derArt aus einem"See; der Finowe Kanal AUTCHLAdie Finow und aus einem See hinter Liebenwalde; der Brom- berger Kanal hingegen durch einen aus dem Netz» Strohm geleiteten Arm, mit Waſſer verſehen.) Ein Schiffahrtskanal erfordert nicht nur das nöthige Waſſer zur Durchſchleuſung der Schiffe, jondern es muſs dabey auch auf das Durchfiepern des Waſſers bey den Schleuſen und ihren Thoren, auf das Einziehen deſſelben in die Ufer, imglei- chen auf das Verdunſien des Waſſers ſelbſt,[24:5 rechnet werden. « Wenn man abwärts ſchleuſet, ſo können mit einer Schleuſe voll Waſſer alle Schleuſen paſſirt werden, wofern ſolche alle von einerley Gröſse ſNind; denn ſobald die eine abläuft, läuft die an- C 169 J "den dere voll, und ſo die dritte, vierte und näch. ler folgenden. Schleuſfet man hingegen aufwärts, ſo dent, muſs bey jeder Schleuſe friſches Waſſer nachge- "B ſchickt werden. Die Anzahl der Schleuſen auf 1 lic ut einem Kanal wird durch das demſelben zu SC- [en bende Gefälle belimmt. Gut würde es ſeyn, der wenn ſie alle einerley Gefälle haben, auch gleich Ctes weit auseinander liegen könnten. Dies geht aber 13Ch Ttelten an; denn man muſs dabey zugleich auf wet, die Beſchaffenheit des Grundes ſehen, um die der Schleuſen mit Sicherheit bauen zu können. Der; eiteh, Kanal ſollte eigentlich ſo breit ſeyn, daſs ſich zwey Schiffe bequem ausweichen Können; iſt dies 10kt, aber, aus mancherley Urſachen nicht Jederzeit 6 IN möglich, ſo müllen Einſchnitte oder Buchten 2/03. ausgegraben werden, damit hierdurch der vorbe- nannte Endzweck erreicht werde. WE Zuweilen erfordert die Lage eines Terrains, h die die Kanäle ziemlich tief durch Anhöhen zu gra- Brom- ben, oder auch den Kanal über Niederungen weg, Netz» mit Dämmen einzufaſſen; in letzterer Art iſt Zz. B. auf ganze Strecken der Mühlroſfer Kanal das zwiſchen Sanddämmen geführt worden. ffe, Man muſs Jedoch in beyden Fällen nicht zu em weit gehen, weil zu hohe Ufer ſchwerlich zu be- ren, feſtigen ſind, und Dämme, zwiſchen welchen das olel- Waſſer ſehr hoch geſpannt iſt, nicht völlig halt- M7 bar ſeyn würden. ;(Im Auslande und infonderheit in Frankreich und England, 1 mi wo esnicht ſo ſehr an Bruchſteinen und andern Hülfsmitteln allurt fehlt, auch die Schiffahrt theils wichtiger iſt, als bey uns, röße hat man verſchiedentlich Kanäle durch Berge durchgear- A) beitet und gewölbt, auch ift der berühmte Kanal des Her- L; ? 7 TEE WEER een<< IeIIELIIEN -a € me 7 zoss von Bridaewater in England vermittelſt einer Bogen» clluvng über Thaler und andere Flüſse weggeführt worden. | 1 T Cmd 4 Laſer Grit 1 N ie doartigen-Kanale ind aber Reblt inten Öchleulen meh- 4 rentheils weit kleiner als die unfügen und nur für Bote 4 11 L eingerichtet, welche zur Schiffbarmachung kleiner Flüſse 1> KORR E R: 3 3!- N auch hier mehr nachgeahmt werden lollten. Bey Weallenhiurg in Schleien ait eim unierirdiſcher Kanal vorhanden, um die Sieinkohlen. auszufahren; er At 3300 Fuſs, lang.: auf 1300 Fuſs gewölbt, der Ubige Theil durch Felſen und Steinkohlenflöze gehauen. Saale Die Brücken ſind entweder maſſiv oder von [9] Holz, und zwar theils ganz maſſiv, mit gemauer- ten Pfeilern und Gewölben, oder die Pfeiler ſind nur gemauert, und Balken und Bohlen darüber gelegt. Bey den hölzernen Brücken ſtehen die Pfahl- reihen oder ſogenannten Joche, entweder nur ſo weit auseinander, daſs bloſs ſlarke Balken von einem Joche zum andern ſich erhalten und die darüber zu transportirenden Laſten tragen Kön- nen; oder die Joche lind zum beſſern Durchfluſs des Waſſers und Eiſes weiter auseinander geſtellt, alsdann aber Hänge- und Sprengewerke an- gebracht, d. h. es ſind ſolche Veranſtaltungen in der Verbindung gemacht, daſs die Balken theils durch angebrachte Streben von unten unterſtützt, oder an oben angebrachten Säulen, die durch Streben gehalten werden, angenängt find. 7 (Beyſpiele von dergleichen Verbindungen laſſen fich nur durch Zeichnungen erklären.) Die Brückenpfähle müſſen wenigſtens ſo tief "eingerammt werden, als fie in und über dem (RE 2710 120887) “ Bopens.. Wen Waſſer ehen, oder als die übrige Länge über 11 meh dem Grund, ausmacht. für B'i Man pflegt aber auch wohl, noch etwas unter u dem kleinſten Waſierlande, Grundpfähle ein- difler zurammen, Schwellen darauf zu ſirecken und auf HE dieſen, bis anter die Brückenbalken Wände zu übrige verbinden; eine Bauart die wenigſtens bey Repa- ) raturen ſehr zweckmäaſsig Il, weil man die alten verlaulten Pfähle ſoweit abſchneiden kann. Die Balken und der Belag müſſen ſo hoch er von liegen, daſs ſelbige nicht vom höchſten Waſſer er- 1AQUEer- reicht werden können. 1 lind Die Enden oder ſogenanten Stirnen der h6l- rüber zernen Brücken, find durch Steinmauern, oder durch Bollwerke, in geringen Fällen auch wohl ahl nur durch Packwerke von Faſchinen, dergeſialt 3500088 zu verſichern, daſs das Waſſer nicht UMwesg rn laafen und die Abfahrten oder Appareillen der aha Brücke wegreiſsen kann. vn Wenn, wie vorgedacht, die Brücken-Joche fuß bis zu 30 Fuſs auseinander geſtellt werden, Kkön- Jellt nen die Balken auf eine fehr einfache Art durch un an den Seiten der Brücke angebrachte krumme IA Bäume oder fogenannte Hange trahme erhal- 1, ten werden, an welchen die Balken durch eiſer- NG ne Bolzen angehängt find.;' Üb 5 FEE 1: Weitere Entfernungen der Joche würden urch ſchon künſftichere Vorrichtungen erfordern, wo- | aan! he T Ing: zu vieles Holz und grofse Koſten gehören. ch iur(m. LG hierüber einige Bemerkungen im 1. Band des Jahr- gangs 1799 der oftgedachten Samm]. die B. K. betreffend.) 9 tiel Der Belag der hölzernen Brücken beſteht Jan entweder aus halben oder einmal aufgeſchnitte: | | | |. | === nem Holze oder aus Bohlen, und einem doppel- ten Belag in der Mitte zum Fahrweg. Jede Brücke ſollte mit Geländern verſehen, und dieſe zur mehrern Conſervation des Holzes tüchtig betheert ſeyn, ſolches auch Gſters wie- derhoiet werden. (Sepbr wahrſcheinlich wird es dahin kommen, ziemlich weit geſpannte hölzerne Brücken nach Art der Bohlendächer zu erbauen. M. f[. hierüber einen Auſſatz in den eben gedachten Sammlungen.) Unter den malſiven Brücken dürften zwar die kleinen Feldbrücken von 4 bis 6 Fuſs Oeffnung, als die unbedeutendſlen erſcheinen. Da aber ihre Seitenmauern nur aus Feldſteinen und die Bedeckung derſelben, anſtatt gewölbter Bogen, aus geſpaltenen Feldſteinen beſtehen dür. fen, ſo iſt ihre Erbauung ſebr leicht, ihre Ein- führung aber eine vorzügliche Holzerſparnils. Denn ſo geringe die Quantität des Holzes zu einer ſolchen Brücke iſt, Io muls man doch auf die groſse Menge derſelben, welche im ganzen Lande zu erbauen und zu unterhalten find, ſe- hen, und berechnen, daſs alſo dazu eine groſfse Menge Holz gehört. - Größzere maſſive Brücken beſtehen entweder aus einem Bogen, oder aus mehrern. Sie ha- ben alsdann an den Enden Pfeiler, oder ſoge- nannte Widerlager und Mittelpfeiler, wovon be- fonders die erſtern ſehr ſtark ſeyn müſſen, um dem Seitendruck der Gewölbe zu widerſtehen. Dieſer Seitendruck iſt, wie bey allen Gewöl- ben, verhältniſsmäſsig gröfser, je weiter und ſfla- cher die Bogen ſind, oder um ſo geringer, Je hö- EG: 095.2 34 her die Bogen find. Da auf den Mlittelpieilern ehen, ZWEY RO R EN TCN 50 und 1 DE SEgEN- 301286 fcitiger Druck SIE aufhebt, er ein Gleich 5: WI gewicht zwiſchen der Kraft und dem Widerfſlande entſtehet, ſo dürfen ſie nicht ſehr Hark ſeyn. | Um die Fundamente der Brückenpfeiler zu De legen, werden um ſelbige herum, Fangdämme Dd von Spundpfählen geſchlagen, das Waſſer aus- geſchöpft, der Roſi darauf geſtreckt, und auf ſel- Kn bigen die Brückenpfeiler ZIELE Ful Zum Mauern der Bogen KRiellet man hölzerne ; A Lehrbogen auf, welche nach vollendetem Bau "DIB weggenommen werden. 210en Das dauerhafteſfte ilt, wenn die Pfeiler ſowohl, 'bter als die Gewölbebogen der Brücken, von Werk- „Mr: lücken ſeyn können, ſonſt aber kann man fich AE auch gut gebrannter Mauerſteine bedienen; nur rms. wäre zu wünſchen, daſs die Pfeiler, fo weit 3, das Waſſer ſteigt, jederzeit mit Werkſlücken be- h auf kleidet werden könnten. 111ZEN E- x ſ(In andern Ländern, wo ein Ueberfluſs an grofßen Bruch- DE ſteinen iſt, Cehlt es nicht an ſehr groſßsen und maſſive einen Ut, enlti es DICH an 1e0eDXY SFOLSCH UNG malliven ole Brücken, wovon die durch Perronet bey Neuilly ohnweit Paris erbauete Brücke eine der vorzüglichſien 1ſt, oder und von der eine fo umſtändliche, mit typograptuſcher „Je Pracht ausgeſtattete Beſchreibung herausgegeben 1ft.) [09€- In England giebt es auch ſehr weit geſpann- 1. be- te Brücken yon gegoſſenem Eiſen, die bey uns un im kleinen nachgeahmt ſind, und wovon ſelbt 11 in Berlin ein Beyipiel zu ſehen iſt. ewöl-(Die Franzoſen wollen jetzt die Engländer übertroffen, und da| leicht transportable Brücken von geſchmiedetem Ei- ebi: ſen eriunden haben.) är Fr-- SP: ame. 2%? 8.-. Kd 22 vor 770% zieller,"emen nein m m EIE.. Damit Schiffe mit hoher Ladung oder mit y ihren Maſſen durch die Brücken gehen können, müſſen Oeſinungen in ſelbigen angelegt werden. Die ſogenannten Aufzugbrücken, wobey eine, oder bey einem erforderlichen Durchgang für ſehr breite Schiffe, zwey Klappen aufgezogen werden, ſind gei fihrlich. weil das obere Gerüſt öfters unvermuthet ſchadhaft wird und herunter- bricht. Es ili daber beffer, dergleichen Klappen 1 1 Er ET!] 7 N tc EnrI( fa X a[7 1 ES CUÜUFEI Pau, GEILE Drachit 4XxU1PEC GQder ſonſt durch eine mechaniſche Vorrichtung auf- zuheben, und wieder niederzulaſſen. Man hat auch ſogenannte Drehebrücken, wobey die bewegliche Fahrbahn der Brücke, ſeit- wärts weggedärenet werden kann. ],)»[1] BIS ZIEE""-") Du p-- 7»] IE ID€ ſch AQISUNSEN: anm: den DREIECKE auren: I EEE NER ZUSE EIES GE 120 IES NE IE] J1Sgang aul rapiden DOELONITNEen ZUEVeCr Naer?n, werden ſogenannte Eisbrecher vor I gelegt, die aber bey hölzernen Brücken nicht mit den Brücken-Jochen zuſammenhängen, ſfon- dern etwas von ielbigen entfernt ſtehen müſſen. DIe SCHNTDE 3 ken befiehen aus flachen Fahrzeugen oder ſogenannten Pontons, welche in einigen Entfernungen unter fich, über dem Strohm mit einander verbunden und mit Balken und Bohlen belegt jind. Man bedient ſich derſelben auf ſehr breiten 7 i i und rapiden Ströhmen, bey welchen der Bau der hölzernen oder der maſſiven Brücken zu koſtbar, auch wohl gefährlich ſeyn würde. Weberdies hat man bey den Schiffbrücken den LEE ſie bey grofsen Flutchen und Eisgängen weg- führen zu können, wodurch freilich der IGI SE ane E 155...) theil entfleht;" daſs die Paſſage eine Zeitlang. un: terbrochen Iſt. (Die[. g. fliegenden Brücken und Fähren gehören auch hieher.) 8. 47- DerHafenbau hat zur Abſicht, die in das Meer flieſsenden Ströhme über die vorlängſt dem Ufer deſſelben befindlichen Sandflächen oder ſ. g. Platen, mit Hafenwänden oder Molen einzuſfaſſen; dies geſchieht um den Ströhmen da- durch mehrern Zug zu verſchaffen, und dürch denſelben den Sand, welchen die Ströhme mit ſich führen, bis auf die tieferen Stellen des Meeres zu führen; da aber dieſer Zug des Waſſers ſelten ſtark genug und alfo dazu nicht hinreichend ift, ſo die- nen die Haſenwände auch dazu, um zwiſchen elbigen, den Sand und andere die Fahrt ver- fenen) Nächende Anhäufungen vermittelſt der ſogenann- ten Baggermaſchinen auszuheben oder aus- zubaggern; vorzüglich wird aber auch den einlaufenden Schiffen, zwiſchen den Hafenwän- den, Sicherheit gegen Stürme verſchafft. Die Bauart der Hafenwände beſtehet entwe- der aus Packwerken von Faſchinen, welche oben mit Feldſteinen beſchwert ſind, oder es werden nur im Grundg Faſchinen gelegt und auf dieſen Balken und Bohlen geſtreckt, worauf Feldſteine gepackt werden. (Eritere Bauart iſt bey dem Swienemäünder und die andere bey dem'E/binger Hafen anzutreffen,) Die Hafenwände befiehen aber auch aus ſo- genannten Steinkaſten, welche von ſtarkem 2<5= ZZ ZS amm, v' =? 144( M6) Zimmerholz verbunden, mit Eiſen befeſtiget, umher und in der Mitte mit Pfählen berammt, und mit Steinen angeiüllt find. y](In der Art find die Hafenwände bey dem Colberger, .<, NADN Rügenwalder und Danziger Hafen gebauet.- Aus- iin h wärug giebt es auch wohl ganz maſſive Hafenwände, theils 7%|(!) von auf einander geworfenen Steimen( Jettdes de pierres), oder von zugehauenen und genörig verbundenen Steinen. | Man ſehe die von mir aus dem Franzöſiſchen überſetzte y und mit Anmerkungen begleitete: Yergleichung der ver- -„Mm ſchiedenen Bauarten der Hafenwände oder(ſogenannten | j h|) Molen, von J. F. v. Creutz, Berlin 1796.) A jj Die vorgedachten Baggermaſchinen zur Aus- 1 tiefung der Häfen ſind verſchiedentlich eingerich- BU, tet; die kleinern beliehen aus Fahrzeugen oder va Böten, auf weichen eine Art von Keſchern HANN durch Winden dergeſtalt dirigirt wird, dais fie in vy den Grund eingreifen und beym Heraufwinden WiN| den Sand und Moder mit heraufbringen, welcher M durch andere Böte an die Ufer geſchatt wird. ; jj) Bey den gröſseren Bagger- Maſchinen wird ver- pa) mittelfi einer mechaniſchen Vorrichtung ein ver- || 4134 tikales Rad durch Pferde in Bewegung geſetzt. 0 An der Stirne diefes Rades ſind Eymer beſfelliget, 2 M welche in den Grund eingreiffen, und den aus- 1:4 j| zubaggernden Sand etc. heraufbringen. (00 Bey den Häfen triſt man übrigens Obſer- | j. vatoria, oder eine Art von LThürmen an, von wel- ; MANN chen die ankommenden Schiffe mit Fernröhren M 1, entdeckt werden. || 40 Auch ſind erhöhete eiſerne Feuerkörbe oder I| ſogenannte Backen erforderlich, in welchen 144 JN Scaliüen ||| zur Nachizeit Feuer unterhalten wird, um den ] | teltiget, rammt, Tolhere -Olderer, -- Äut- ; e, theils erres), teen verſetzte der Ver= enannten x Aus. gerich- n oder ſchern 3 ſie in vinden elcher t wird, [d ver- 111 Vel» efetzt ſlget, aus bſer- u wel: röhren )e oder elchen 10m den "dien (- 455. 5 Schiffen zu einem Signal zu dienen, oder es in& Leuchtthürme erbauet, auf welchen ebenfalls brennendes Feuer oder eine Erleuchtung mit Lampen unterhalten wird. (Man findet eine Beſchreibung des neuerlich bey dem Ha- fen zu Memel erbauten Leuchtthurms, im 1. Bande des Jahrgangs 1799. der Sammlungen nützl. Auff. die B. K. betreffend.) Die gemeiniglich bey einigen Häfen vorlängs dem Seeſtrande befindlichen Sanddühnen ſind ſehr nachtheilig, indem der Wind den Sand in das Fahrwaſſer treibt, auch werden öſters die hin-« ter den Dühnen befidlichen fruchtbaren Lände- reyen dadurch verdorben. Dergleichen Sand- dühnen müſſen alſo mit niedrigen Zäunen beſetzt, oder bepflanzt werden, um das Treiben des San- des möglichſt zu verhüten. (M.[. hierüber den 2ten Band des Jahrgangs 1798. der ebetz gedachten Sammlungen, Von den grofsen und wichtigen Häten derjenigen Na- vonen, welche einen ausgebreiteten Randel führen, ift hier weiter nicht die Rede; ich erwähne nur, daſs öfters Meeres- Buchten eingefaſst werden, und den Schiffern zu einem Zufluchtsorte dienen» auch lind zuweilen zur Ver- theidigung ſolcher Häfen Forts und Batterien angelegt. Unter andern merkwürdigen Bauten hatte man ange= fangen den Hafen von Cherbourg an der franzößſchen Küſte, mii großen hölzernen mit Steinen angefüllten Ke- geln oder Conen eimzufaſſen; allein die erſteren Kegel wurden von den Wellen zettrümmelrt, und die fernere „Ausführung iſt unterblieben. Bey dergleichen grofsen Häfen ind mehrentheils auch Schifsdocken oder eingefaſste Baſſins vorhanden, welche mit Waſſer angefüllt, aber auch wieder davon beſrevet werden können, theuys um neue Schaffe im M 57 EE(0084 Trocknen darin zu bauen, oder alte zu repariren, und 3 ſelbige hiernächſt wieder zum Herausfahren ſchwimmend LO zu machen, vi: I'm Fünite Ahtheilung.; 8777 9. 48- 5 VE NN KE RUE 6 12 DE 2000 X Die Mühlen haben ſehr verſchiedene Beſtim- Nn mungen und es giebt alfo, hauptſächlich Mahl-„ oder Getraidemühlen, Stampfmühlen,(4 vermittelſt welcher allerley Produkte als Ochl, E Lohe, Leder, Zeuge, Tuch, Papiermaſſe u. dgl.'E durch Stampfen oder Hammer, gelſtoſsen und zu- TE bereitet werden; ferner, Säge- oder Schheli-| demühlen, worauf Holz zu Brettern und Lat-"E ten, auf einigen auch wohl Steine zerſchnitten"BD werden; Poliermühlen, Bohrmühlen wor-[19 auf Flintenläufe, auch wohl gröſfsere eiſerne Cy- FE linder ausgebohrt werden; Drathmühdlen, n 3 Mwabacksemmhlen, He Üjau xelmühlen, und andere mehr.| dal Wag Die Kräfte, deren man ſich am gewöhnlich-* ſten zum Betrieb der Mühlen bedient, ſind Waſ- ul ſer und Wind; es können aber auch Mühlen obe und andere Maſchinen durch Pferde und Ochſen j. in Bewegung geſetzt werden, und zwar entweder| Hh und am gewöhnlichſten durch das Ziehen derſel-| uß ben an einem horizontalen Rade, wodurch die| Bewegung der übrigen entfteht, oder durch ein N ſchieil liegendes Pretrad, welches blos durch" die Laſl der Thiere in Bewegung geſetzt wird. CH (en, und wummend ehm Mahl. hlen, Oehl, U, dgl, 1d ZuU- WARZE 19112 nitten 1 Wor ne Cy- len, He- lich» N al- hlen cbſen weder derſel- ch die ch ein durc 1 d, BE nn me ( mo) Da wo häufig Steinkohlen vorhanden ſind, als vorzüglich in Knsgland, werden Mühlen und Maſchinen durch die ſogenannten Feuer- oder Dampfmaſchinen in Bewegung geſetzt (In Schleſien bedient man fich bereits der Feuermaſchinen zwar nicht bey den Mühlen, Jedoch bey verſchiedenen andern Gelegenheiten. Auch hier in Berlin ſind bey der Porzellan- Manufaktur und bey der Sieburgſchen Kattun- Fabnike Feuermaſchinen angewandt.) Die Waſſermühlen ſind theils feſtſtehende in Gebäuden angebrachte, oder Schiffmühr- len, welche von einem Ort zum andern geführt werden können. Die erſlere Art yon Mühlen ſind entweder; Oberſchlächtige, wo nemlich das Waſſer von einer gewiſſen Höhe oben auf das Waſſerrad und in die an demſelben unter einem Winkel ge- Nellten, oder aus demWaſſer-undKropfbrette zulſammengefſetzten, auch von unten verkleideten Schauffeln fällt, ſo daſs mithin das Waſſerrad theils durch den Stoſs, theils durch das Gewicht des in die Schauffeln fallenden Waſſers, in Be- wegung geſetzt wird; oder die Mühlen ſind unterſchlächtige; dasiſt, wenn dasWaſſer unten am Waſſerrade, an die zwiſchen den Rin- gen oder ſ. g. Kranzen des Waſſerrades befind lichen breiten und offenen Schauffeln anſtöſst, ſo daſs däs Rad bloſs durch den Stoſs des Waſſerg umgetrieben wird. Die oberſchlächtigen Waſſermühlen erfordern daher weit weniger Waſſer als die unterſchlächti- gen, dahingegen aber ein gröſseres oder höheres Gefälle.; M 2 | ( NY 5|| << IS = DAZ E50 5 Nächſt vorgedachten Mühlen giebt es halb unterſchlächtige, bey welchen nemlich das Waſſer ungefähr in die Mitte des mit unterwärts bekleideten Schauffeln verſehenen Waſſſerrades fällt, und die alſo theils durch den Stoſs, theils durch das Gewicht des Waſſers bewegt werden. Auch hat man Mühlen die ober- und un- terſchlächtig zugleich ſind; das Waſſer fällt dabey von oben auf's Rad, welches umher mit einer Verkleidung oder mit einem ſogenannten Mantel verſehen iſt; dieſer verurſacht, daſs das Waſſer beym Herumdrehen des Waſſerrades, nicht aus den Schauffeln herausfallen kann, ſondern unterwärts noch einen Stoſs gegen das Waſſerrad ausüben muſs. Man nennt dergleichen Waſſer- räder auch wohl Sackräder. (Es giebt auch Mühlen mit horizontalen Waſſer- rädern.) Die Waſſerräder ſind von verſchiedener Beſchaffenheit, und die Mühlen erhalten davon verſchledentliche Benennungen; als Staber- mühlen, welches die gewöhnlichſten find; da- bey befinden fich die Schauffelbretter des Waſſer- rades zwiſchen den Kränzen, oder den runden Scheiben des Rades. Die Straubermühlen haben Waſſerräder, bey welchen die Schauffeln oben oder auf der Stirne eines Kranzes befeſüget find. Panitermühlen werden diejenigen Müh- len genannt, bey welchen die Waſſerräder ſammt ihren Wellen bey hohem Waſſer in die Höhe ge- bracht werden können, & h21h nlich dag nterwärts Terrades , theils den, 1d un. ler fällt her mit Nannten daſs das 25, nicht ſondern Merrad Waſſer- Vaſſer ledener davon aber- |; das 'aler- nden "TÄdEer, af der Müh- ſammt he ge En eme ZZGL-; * 05 ( 4866 JZ Berechnungen ausgemittelt, ſo wie auch die Höhe und Breite der Waſſerräder beſfiimmt, wornach dann die Lage des Fachbaums und der Bau der Mühlenarche angeordnet werden muſs. Die Panſterräder ſind gemeiniglich 8 bis 12 Eufs breituad 16:18:20 kEufs hoch.» Es befin- den ſich zwey bis drey derſelben hintereinander in einem Gerinne, Bey den gewöhnlichen unterſchlächtigen Mühlen hängt aber jedes Waſſerrad in einem be- ſondern Gerinne, und vor demſelben iſt eine ſ.g. Kröpfung angebracht, weshalb man dergleichen Räder auch Kropſräder zu nennen pflegt. (Veber eime vortheilhafte Einrichtung dabey ſ. m. den aten Band des Jahrgangs 1798 der Samml. nützl. Auſſätze die B. K. betreffend.) Die Höhe der oberſchlächtigen Walſſer- räder iſt ſehr verſchieden; es giebt deren die nur acht Fuſs hoch ſind, welche aber dagegen deſto breiter feyn müſſen, und alſo einer Walze ähn- lich ſind, weshalb fie auch wohl Walzenräder | genannt werden. (Es iſt aber beſler anſfiatt derſelben halb ober- und halb unterſchlächtige Waſſerräder zu nehmen.) Man hat auch oberſchlächtige Mühlen mit 30 Fuſs hohen Waſſerrädern, welche daher un- gemein wenig Waſſer gebrauchen. (m. ſ. hievon eim Beyſpiel im 1. Bande von 1797 der eben gedachien Samm].) S- 51. In den Graupenmühlen ift nur ein einzi- ger Mühlſlein, der mit dem Lauft, welcher in- 1e Höhe WOrbach a 3) Dau der bis 19 befin. 1ander hüven em be. ime, g, eichen t, len 9ten [atze die Vaſſer- 1e ur n deſto 6 ahn- räder er eben 1 ei herr LITE € 686 5 wendig miteinem Blech, welches einem Reibeiſent ähnlich, gefüttert iſt, umgeben wird; zwiſchen die: ſem und dem Umfange des Mühlenſteins, welcher rauh iſt, wird die Gerſte rund gerieben. Dem- nächſt fallen die Graupen auf die, durch eine me- chaniſche Vorrichtung hin- und hergezogenen Siebe,; So 52: Die Windmühlen find entweder Bock- windmühlen, bey welchen das ganze Gebäude gedreht und die Flügel nach dem Winde geſtellt werden können, oder holländiſche Wind- mühlen, bey welchen nur der obere Theil oder der ſogenannte Kopf(oder die Haube) umge- drehet werden kann. Die Kinrichtung einer Bockwindmühle iſt folgende: Der Fuſs derſelben beſteht aus doppelten Kreutzſchwellen, auf welchen der Ständer, in der obern Schwelle mit einem mit eiſernen Schienen verſehenen Zapfen ſlehet, und durch Streben befeſtigtiſt. Da, woſie ſich endigen, liegt der Sattel, auf welchem die Mühle vermittelſt des Sterzes unten gedrehet wird."An der et- was ſchräg liegenden Welle find auſserhalb die Flügel, innerhalb aber ein Kammrad befindlich, welches unterwärts in das an dem Mühleiſen an- gekeilte Getriebe eingreift, und es ſammt dem Mühlſtein herumtreibt. Die Windmühlen ha- ben zwey Mühlſlieineiſen; eins oben, eins un- ten. Die aus krummgewachſenen Hölzern nach der Peripherie des Kammrades ausgearbeitete C- 2881-J Preſſe dient; um die Mühle zum Stillftand zu bringen.; An den Flügeln ſind die ſogenannten Thü- ren von Spliſsen, auch die Feld- und die Hausruthe zu bemerken, auch daſs die Welle vorn auf einem Lager von einem glatten Stein geht, und daſs ſie daſelbſt mit eiſernen Schienen beſchlagen 11. 8. 53» Die holländiſchen Windmühlen zum Mahlen des Getreides haben einen maſſiven Un- terbau, worauf fe als ein Yhurm verbunden ſind. ' Die Welle mit den Windſlügeln geht, ſo wie bey den Bockwindmühlen, aus dem Dache hervor. Damit aber die Flügel fich bequem mit dem Dache oder der Haube drehen laſſen, gehen ſie auf metallnen Walzen oder auf Gleifklötzen. Nächſtdem iſt eine Vorrichtung vorhanden, um auf der um die Mühle befindlichen Gallerie oder Gang, die Haube herumzudrehen, welches aber auch innerhalb geſchehen kann, Anſtatt der vor- gedachten Thüren von Spliſſen, können bey die- fen Mühlen, Seegel von ſtarker Leinwand ange- bracht werden. Gewöhnlich ſind in den holländiſchen Müh- len zwey Mahlgänge, und auch noch wohl Stampf- -werke angebracht, 9. 54 DerRoſsmühdlen giebt es zweyerley Arten. Es befindet ſich nemlich an einer ſtehenden Welle, oben ein groſses Kammrad, welches durch Pferde land zu 1 Thi. Dd die Welle Stein 1enen n zum en Un. 0[ind, 16 bey ELVOr, dem en ſie tzen, 01, Um e oder 5 aber r vol ' die- 109€» Müh» ampf- Arten, Welle, Dferde €: 280. 5 in Bewegung geſetzt wird, die an einem Zugarme, der unter der Welle des Kammrades befeſtigt iſt, angeſpannt ind. Das Kammtrad ſetzt einen Dreh- ling in Bewegung, an deſſen horizontaler Welle ein kleines Kammrad ſitzt, wodurch ein Getriebe umgedrehet wird, welches an der Axe des Mühl. ſeins befeſtiget ik, und dadurch den Müblſfein umdrehet.. Die zweyte Art iſt einfacher. Der Zugarm an dem die Pferde angeſpannt ſind, iſt in einer ſte- henden Welle befeſtigt, woran ſich oben ein Stürnrad befindet, welches ſogleich in ein Ge- triebe eingreift, defſfen Axe den Mühlſtein um- dreht. Der Zugarm, an dem die Pferde ange» ſpannt ſind, ſollte niemals unter 15 Fuſs lang ſeyn. Die Tretmühlen haben ein groſzes, unter einem Winkel von 15 bis 20 Grad, mit dem Ho- rizont, geneigtes oder ſchiefliegendes Tretrad, auf welchem ein oder zwey Ochſen hinanſteigen, und dadurch das Rad oder vielmehr die Scheibs in Bewegung ſetzen. An der Welle des Tret- rades ilt ein Kammrad befeſtigt, welches einea Drehling und die übrigen Theile der Mühle in Bewegung ſetzt. (Die Treträder Können auch durch Menſchen bewegt wer- den, indem fie durch das Hinauſſteigen derſelben das Bad in Umſchwung bringen; dieſe Art der Bewegung ſchickt ſich aber beſſer, um bloſse Laſten in die Höhe zu brin-= gen, als, Mühlen die einen gleichförmigen Gang haben müſſen, zu betreiben.) Von den Handmahlmühdlen iſt beyläufig zu bemerken, dals ſolche nus yon den Truppen CC t901 7 im Felde mitgeführt werden, oder in Feſtungen vorhanden ſind, um ſich derſelben im Nothſalle bedienen zu können. Ein mäſsiges Kammrad wird nemlich durch eine Kurbel in Bewegung ge- fetzt, und greift in ein Getriebe, welches den Mühlſtein bewegt. ( Auf den hiefigen Magazinen find Handmühlen von Eiſen vorhanden, welche an eimen Baum oder feſtlſiehenden Pfahl- angeſchroben werden können, und die nach Art der Kaffeemühlen eingerichtet lind, ſo daſs das Korn darin zerquetſcht oder geſchrotet wird.) Der Stampfmühlen giebt es, wie vorhin bereits gedacht worden, verſchiedene Arten, und dieſe Mühlen haben entweder Stämpfer oder Hammer.; Die Stämpfer ſind lothrecht ſehende Höl- zer, unter welchen in einer ſtarken Schwelle, der Grubenſtock genannt, Gruben oder Vertie- fungen befindlich ſind, worin die Ingredienzien liegen, welche von den zerſtoſsen werden ſollen. | An der Welle des Waſſerrades iſt ein Kamm- rad befindlich, welches in den Drehling, der mit dem Hebedaumen beſetzten Daumwelle eingreift.* An den Stampfern befinden ſich die Hebezapfen oder Hebelatten, welche von den Daumen ergriffen und in die Höhe gehoben werden, wenn aber der Hebedaumen bis an das Ende des Zapfens gekommen, die Stampfer wie- Ver fallen laſſen. Die Daumen find alſo geſtellt, daſs dieſes Aufheben und Fallen der Stampfer, abwechſelnd vor ſich geht, etungen Vothlalle (anmad SUNG ge. 1es den on Eiſen tehenden Dach Art Orn dam vorhin 10, und 1 oder e Hbl. e, der Verte- LENZIEN rftoſsen (amm- er mit elle h die € von hoben an das fer WiE- dieſes blelnd TC. 1008 5 CDie Daumen müſſen nach einer gewiſſen krummen Linie ausgearbeitet, Jeyn, damit das Heben gleichſormig-ge- ſchieht.) In den Oehlmühlen wird der Lein- oder Rübſaamen in den Gruben zu einem Teige ge- ſtampft und hieraus das Oehl gepreſst. Die Theile einer Oehlmühle ſind folgende: LIN, an der Welle des Waſſerrades, befindliches Kammtrad oder Stirnrad, fetzt die Daumenwelle, an'welcher rings umher die Hebedaumen ange- bracht find, durch-einen an dieſer Welle befind- lichen Dr hin in Bewegung. Die Danmwelle muls ſo eingerichtet ſeyn, daſs ſie bey Jedem Um- gange die;Stampfen dreymal aufhebt. Das Stampfgerüft'beſieht aus den Docken, SOIT ENT en YFOder"SCHerCelLatfen, und"den Stampfen, deren immer ein Paar neben einan- der ſtehen. Sie ſind unten rund und mit Eiſen beſchuht, auch mit groſsköpfigen Nägeln be- ſchlagen. Tn" dem Sam D BEO gFOder Grüpbenſock befinden fich die Grüben, in welchen die Siam- pfer den Saamen klein und zu einem Teige zu- fammenſßoſsen. Hiernächſt wird derſelbe in die Oehllade oderden Preſsblock gethan, worin das Ochl ausgepreſst wird. In dem Preſsblock befinden fich nemlich zwey Löcher; in dieſe wird der zerſloſsene, in Haartüchern eingeſchlagene Saamen, eingeſetzt und zwar in einem viereckig- ten hölzernen Napf, der mit einem Deckel(Kern genannt) bedeckt wird, deſſen untere Seite erha ben id; damit 302 in den Napf hineinge- preſst werden kann. Dieſe Näpfe werden mit C-- 892-7 I Keilen zufammengepreſst, wovon der eine der Schleif- oder Löſekeil, der andere aber der Preſs- oder Treibekeilheiſst, und der durch den Oehlſchlägel mit Gewalt eingetrieben "wird. Das Schlägelzeug iſt die Vorrichtung, welche aus dem Oehlſchlägel, dem Schlä- gelarme und der Schlägelwelle beſiehet und zum Eintreiben des Preſskeils dient. In einer Ochlmühle muſs auch ein Wärme- ofen befindlich ſeyn, um den Saamen yorher warm zu machen. CDie Oehlmühlen Können auch anſtatt des Waſſers, durch Pferde in Betrieb geſetzt werden. Es giebt auch Oehl- mühlen, bey welchen an einer ſtehenden Welle Arme befeſtiget ſind, an deren Enden lich grofse Mühlſteine vertikal oder auf der Kanie ſtehend befinden, welche durch ihren Umlauf auf einer ſteinernen runden Bahn, den Leinſaamen zerquetſchen.) Die Lohmühlen haben eine mit Daumen beſetzte Daumenwelle, welche durch ein Waſſer- rad oder durch Zugvieh bewegt wird. Die Daumen heben die mit ſcharfen Eiſen beſchlagenen Stam- pfer in die Höhe, welche in die, im Grubenſtock befindlichen und auf dem Boden ait Eiſen aus- gefüllten Löcher, fallen. In den Pulyermühlen findet man faſt eine gleiche Vorrichtung, um die Miſchung von Sal- peter, Kohlen und Schwefel, woraus das Pulver gemacht wird, zu ſtampfen und durch einander zu arbeiten, jedoch müſſen die Kohlen ſchon vor- her zerſtoſszen und ſorgfältig geſiebt werden. Die Stampfer nd unten mit Meſſing beſchlagen, je- doch DZ En eine der : Wer der ler durch getrieben chtung, Schl. veſiehet Värme. 1 yorher 18, durch ch Oehl- ]le Arme [üblſteine , welche en Bahn, Jaumen Waſſer- Jaumen Stam- nllock 11 aus- ſt eine on Sal. Pulver nander 100 VOI“ , Die en, doch € 795 3 doch ſo,"daſs das Holz unten hervorragt; auch find die Löcher mit hartem und glattem Holze gefüttert. DENT waback mühlen in welchen der Schnupftaback präparirt wird, haben Stämptfer, mit ſcharfen Eiſen oder Meſſern beſchlagen, welche paarweiſe in Kübeln auf die Tabacksblät- ter wirken. In jedem Kübelſtock wird unten eine eiſerne Pfanne gelegt. S- 55 Die Papiermühlen find anſtatt der Stim. pfer mit vielen Hammern verſehen, welche durch die an einer Welle befindlichen Daumen geho-« ben werden, um die Lumpen, woraus Papier g9e2- macht wird, zu zermalmen. Die durch die Hammer zerſtampften Lumpen werden der Zeug genannt; dieſer kommt in den fogenannien Holländer, welches eine Walze iſt, die durch Räderwerk in einem verſchloſſenen Kaſten herümgedreht wird, und deren Umfang mit ſcharfen eiſernen Schienen beſetzt iſt Der Zeug, welcher ſich zwiſchen dieſen Meſſern und den darunter angebrachten Schienen, vielfältig durchbewegen muſs, wird dadurch in noch fei- nere Beſtandtheile aufgelöſet. Aus dem Hollän- der wird der Zeug in einen langen Kaſten SEC= than, in ſelbigem mit Waſſer aufgelöſet und mit- telſt des Rechens durchgearbeitet; hierauf wird die Maſſe in die B ütte gethan, und das Papier daraus geformt. Das Waſſerrad bewegt eine Welle, an welcher ein Stirnrad befindlich it, welches in den Drek. IEEE 35-0 PETE SESIS Kee> TP HEI.) SERIEN FIENE SETERE KZ“ Es.. € 2053. J) kann. Der Grund ſolcher nicht gänzlich abzu- 1 L uf an trocknenden Wege muſs ſodann ſchlechterdings Ehn..*... beſſe. bloſs mit trockner Erde oder mit Sand ausgefüllt örderſt und als eine Hauptregel angenommen werden, € und daſs eine Jede Wegebeſſerung mit Holz oder [elbe Strauchwerk untauglich ſey. er 10 Allzutiefe und faſt grundloſe Stellen erfor- chäd. dern indeſſen zuweilen zur Ausfüllung eine zu 8 Berge groſse und zu weit herbeyzuſchaffende Menge Leden von Erde oder Sand, und in dieſem Fall müſſen +; oder ſchon Faſchinen zur Unterlage dienen. Sie 20 0M- ſollten aber mit einem zwey bis drey Fuſs hohen | y/ N] Erddamm überſchüttet, auch nicht, ſo wie in den Packwerken, mit Pfählen genagelt, ſondern nur 5 der 2 SIRENE 7 gung nach der Breite des Weges dicht neben einander Heil hingelegt werden, weil die eingeſchlagenen Uu 77 SE. EF I : Pfähle, beym etwanigen Durchtreten der Pferde r die 4 Y? | denſelben nachtheilig werden können. kön- S ] Die ſogenannten Knüppeldämme müſſen aber dere'; I theils wegen des dazu erforderlichen groſfsen ).;: Holzaufwandes, theils wegen ihrer Unbequem- : Sg 1 lich lichkeit gänzlich abgeſchafft werden. em- Da wo Feldſteine vorhanden find, iſt aller- Ge- dings eine Pflaſterung oder die Legung eines eſer Steindamms über die nicht hinlänglich abzutrock- OO ner nenden Wege, ein, wenn gleich nicht mit An- SE» 8 ken- nehmlichkeit doch mit beſfſerm Fortkommen ver- egen bundenes Hülfsmittel. h zu Wenn Steindämme in niedrigen oder aus 1108 weichen moraſtigen Gründen beſtehenden Gegen- Seite den angelegt werden ſollen, ſo muſs zuvörderfſt ami die Ausfüllung bloſs mit Erde geſchehen und nely dabey wenigſlens oberwärts, zur Unterlage des (.“ 204.) Steinpflaſters, nicht feiner Sand, ſondern eigent: licher Kies oder Grand geſchüttet werden. Faſchinen find dabey gar nicht zu gebrau- chen, indem fie ſich zu ſehr zuſammen drücken würden. Jat man aber auch für eine Anfangs hinrei- chende Ausfüllung eines folchen Grundes mit Erde geſorgt, fo wird dennoch hie und da eine Verſackung des darauf gelegten Steindammes um fo ener erfolgen, wenn derſelbe ſogleich auf die Ausfüllung gelegt wird, weshalb ſolches erſt nach einiger Zeit, wenn die Erde compacter ge- worden, geſchehen muſs. Bey hochliegendem lehmigen oder thonarti- gen Boden iſt man vor dergleichen Verſackungen mehr geſichert, und die Steindämme können nach geſchehener Aufhöhung des Grundes mit trockner Erde, ſchon eher gelegt werden. Ue- brigens müſſen die Steindämme in der Mitte mit einer Erhöhung angelegt und vor dem Aus- weichen des Steinpflaſiers an den Seiten, Stein- Drecken von gut gelagerten und verbundenen gröſsern Feldſteinen angefertigt werden. Erlaubt die Localität neben dem Steinpflaſter einen mit Kies oder Grand gehörig befahr- nen beſondern Sommerwesg anzulegen, ſo SgeC- reicht ſolcher allerdings zur Bequemlichkeit und Schonung des Steinpilaers. Die Steindämme und die Weze ſollten billig eine zum ſichern Aus- weichen, für wenigſtens zwey ſich begegnende Vv Fuhrwerke hinreichende Breite haben, denn es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daſs nichts &- 208 8 210ent, 07. 7 unangenehmer und gefährlicher ſey als zu ſchmale Dämme und Wege. ebran.|.. 2 2 EIIIE 4; Von den Brücken ift bereits das Nöthige rücke | vorgekommen. 10 10(Im 2ten Bande des Jahrgangs 1797 der Samml. nützlicher DEL Auffätze, die B. K. betreffend, habe ich einen Vorſchlag mt gethan, wie den zur Frühjahrszeit oder bey ftarken Re- eine gengülsen weit austretenden kleinen Flüſsen und Bächen, 3 Um durch einen ſimpeln Bau mit Feldſteinen, hwmlängliche 07: Durchfluſsöffnung verſchafft werden könne.) lie Nn 8.1627 1 58 Zu den Eigenſchaften einer eigentlichen mad(Gnablee alu arms WaczL nea|T: 100 ſßf chere und bequeme Fahrt, ſondern auch Z?:; [Den ſelbſt das leichte Fortkommen aller und mit- M hin auch der ſchwerſten und beladenfien Fuhr- Ve werke auf derſelben. ſitte Zur Anlage einer Chauſſee iſt zuvörderſti Aus. vorzüglich die richtige Aufnahme einer Karte ein und eines Nivellements nebſt einer genauen 'en Kenntniſs der Gegend erforderlich. Die erſte Rückſicht muſs ſodann auf die Ab- ter leitung des Waſſers vorlängs und zuweilen quer | unter der Chauffee genommen werden, in wel- cher letztern Hinficht ſolide, maſſive Brücken 50. 5- AG: "7 anzulegen ſind, welche aber bey nöthigen weiten "me Durchfluſsöffnungen(grofse Flüſse und Ströhme 4 ausgenommen) aus mehrern kleinen Bögen be- US- Z WEISS, 4 ue 6 ſtehen können, weil einzelne oder gröfßsere Bö- 0 5 n.- 5- r gen fich zu fehr über die Fläche des Weges, er- bG;: zu lange Aparielllen erfordern würde: ' heben und zu lange Aparielillen erlordern würden. us „ir BETE R Bil jf 25 0040 ZI WE«IEEE ads I. Tand Öl et anielädne. Onlin mmnierr= 000 € 206;) Eine Chaufſee muſs demnächſt ſelbſt auf ebe- nem und trocknem Boden etliche Fuſs hoch über demſelben geſchüttet werden, damit das Waſſer von dem Rücken des Chauſſee beſtändig zu den Seiten abfſlieſse. Es iſt keineswegs nöthig, auch faſt nicht aus- führbar, die Fahrbahn einer Chauſſee nach ihrer Länge vollkommen horizontal anzulegen, ſon- dern es kann ſelbige ſleigend und fallend gehen, nurmüſſen die Abhänge, weder im Ganzen, noch in einzelnen Diſtanzen von der Art ſeyn, daſs dadurch das Hinauffahren beſchwerlich und das Hinabfahren gefährlich wird. In bergichten Gegenden müſſen demnach die groſsen Anhöhen ſo weit abgetragen und wie- derum zu tiefe Stellen ſo hoch ausgefüllt werden, daſs die zuſammenſtoſgenden ſchiefen Ebenen ſanfte Abhänge erhalten; d. h. daſs auf 18 Fuſs Länge nicht mehr als ein Fuſs Fall ſey. Nach dieſen Beſtimmungen wird der erſte Grunddamm von Sand oder Erde geſchüttet und die Chauſffee- Wölbung,(wozu ein mit etwas Lehm- Erde vermiſchter Kies oder Grand am beſten ſeyn würde,) wenn die Breite zwiſchen den Banquets 20 Fuſs beträgt, bis zu einer Erhöhung von 16 Zoll, in der Mitte aufgefahren. Dieſe Erde wird von den zu beyden Seiten liegenden Banquets durch eingegrabene 15 bis 18 Zoll hohe Bordſteine geſchieden, die alſo beym Ein- ſetzen nur 6 Zoll über dem erſten Grunddamm hervorragen, Alsdann wird der Grunddamm von der Mitte bis zu den Bordſfteinen noch um 2 Zoll abgerün- uf ebe. hoch Ut das ltändig 1! QUs. Ihrer ſon« ehen, noch , daſs d das h die WIE rden, enen Fuſs erſte und twas am den uns nele iden n0be Ein- amm Mitte of Ul C 207: I det, ſo daſs ſolcher nur 8 Zoll über der Grund- Näche hervorragt. Die auf der abgerundeten Grunddammfläche zu legende Steinwölbung ſollte aus zwey über der Grundlage zu ſchichtenden Lagen von mittel- mäſsigen Steinen und dann aus der Bedeckung mit kleinen oder zerſchlagenen Steinen beſiehen; die zuletzt noch mit Grand oder groben Sand überſchüttet werden müſſen. Es iſt ebenfalls ſehr gut, wenn eine Chauſſee mit Sommerwegen verſehen werden Kann, we- nigſtens müſſen zu beiden Seiten gute Fuſsfteige angelegt werden. Bey günſtiger Lage des Terrains, natürlicher Feſtigkeit des Bodens und vorzüglich guter Be- ſchaffenheit der zum Grunddamm zu nehmenden Erde, können alle äuſseren Befeſtigungen unter- bleiben, wenn man auf jeden Fuſs Höhe einen Fuſs Böſchung giebt; ſonſt aber müſſen die Bö- ſchungen vergröfsert, mit Raſen bedeckt oder mit Faſchinen eingefaſst werden. BFuttermauern würden allerdings beſſer, aber auch in den meh- reſten Fällen ſehr koſtbar ſeyn. 0-03: Die Bepflanzung der Chauſſcen, Straſsen und Wege mit Bäumen, wird von einigen getadelt, unter dem Vorgeben, daſs dadurch die Austrock- nung der Wege verhindert würde. In naſſem Boden mag dies einigen Grund ha- ben, weshalb daſelbſt hochſlämmige Bäume zu ſetzen ſind; an trockenen Orien hingegen iſt hier- von nicht ſo viel zu beſorgen, weshalb die An- (' 208) nehmlichkeit und ſelbſt der Vortheil in dunklen Nächten und bey Schneetreiben dadurch vor der Geſahr die Wege leicht zu verfehlen, geſichert zu ſeyn, deshalb hintenan geſetzt werden ſollte. Der Werth der Baumpflanzungen an den We- gen Kann dadurch noch erhöht werden, wenn man Obſibäume dazu wählt; auſfſserdem ſchicken ſich dazu Linden, Kaſtanien, Platanus und Pap- peln, wovon wie bekannt dieſe am geſchwindeſien in die Höhe gehen. Die Meilenzeiger gereichen zu mancherley Bequemlichkeiten; die hinreichende Beſetzung der Wege mit Wegweiſern erfordert aber die Nothwendigkeit. Die aus Holz mit Handzeigern find nicht von langer Dauer und es würden da- her ſteinerne zugleich in Form einer Bank für den ermüdeten Wanderer, die beflen ſeyn. (MN. ſ. die Trielvignette des eriten Bandes des Jahrgangs 1799 der Samm]. nützl. Auiſfätze die B. K. betreffend.) Bey Einrichtung der Schlagbäume ſollte da-« für geſorgt werden, daſs ſie hoch genug auſgehen, damit die am höchſien beladenen Fuhrwerke un- gehindert durchfahren könnten. ( Unter den mancherley, fo gewagten als koſibaren Brücken und Wegen im Auslande, deren die Geſchichte und Reiſebeſchreibungen erwähnen, ift wohl die Jetzt im Werk ſeyende Unternehmung in England, unweit Lon- don, einen zirkelförmig gewölbten Weg('eng]. Tonnel genannt) unter der Temle wegzuſführen, die merkwuür- digite. Zwey in England über diefen Gegenſtand heraus- gekommene Abhandlungen geben nebſt den dazu gehörigen Kupfern einen Begriff davon.) LZweyte dunklen vor der geſichert n ſollte, en We. Wenn hicken dPap- ndeßen cherley P] ſetzung der die zEIgern den da- mk für rücken ve und jetzt 1m ait Lon- 1 onnel Ie ES EC 2001) Zweyte Abtheilung. Verſchiedene das Cameral-Bauweſen be- treffende Bemerkungen, 8. 64» Die Bauzeichnungen müſſen jederzeit aus einem Grundriſs der Keller oder des Souterrains, einem von den darüber befindlichen Etagen, der Dachbalkenlage, und wenigſtens aus einem Quer- profil beſtehen, um die Höhen der Stockwerke, der innern Thüren u. dergl. daraus erſchen zu konnen; und ob zwar auch in den Grundriſſen alles genau nach dem verjüngten Maaſsſtab aufgetragen feyn ſollte, ſo ilt es doch erforderlich, die Maalſse der Länge und Breite der Zimmer einzuſchreiben. Auſserdem find in devpjenigen Riſſen, die den Handwerkern zur Ausführung der Arbeit gegeben werden, die Stärke der Mauern und die Weite der Fenſter, von einer Mitte derſelben bis zur andern, nach Fuſzen und Zollen, zu bemerken. Die Bauzeichnungen müſſen auch nicht nach einem zu kleinen Maaſsſlab angefertigt werden. Am beſten wäre es, wenn feſgeſetzt würde, daſs die ſämmiulichen Bauriſse, fo wie es bey den Vermeſſungs Planen üblich iſt, nach einem be- ſtimmten gleichen Maaſsſtab aufgetragen werden ſollten. (Wenn man emen Bauplan zu Händen bekommt, ſo ilt dahin zu ſehen, ob der Maaſßsſtab m Abſicht der Zahlen, wie es oftmals der Fall iſt, unrecht bezeichnet worden. Es mülſien nemlich die, vorn auf dem Maalsſtabe einzeln abgetheilten 10 Fuſse nicht mit der Zahl 10 bezeichnet werden, fondern die 10 erlt da ſtehen, wo die erſten zu- OÖ (20075 3)| ſammengeſchlagenen 10 Fuſs durch einen Strich bemerkt worden ſind; dieſer 10 folgen ſodann die Bezeichnungen 20, 30, Us 1. w: Durch das Gegentheil von diefem Ver« fahren können leicht Verſehen vortfallen.) S« 65.| Der Bauanſchlag weiſet die Quantität der Bau- materialien, die einzelnen anzulertigenden Ar- beiten und die Preiſe derſelben rach. Es muſs demſelben eine umſländliche Beſchreibung des Baues in Abſicht des Grundes und anderer Local- umſtände vorangeſchickt ſeyn; demnächſt aber das erforderliche Holz nicht im Ganzen, ſondern mit Nachweiſung der zu jedem Stück erforder- lichen Fuſze Holz, Bretter und Latten ſpezifizirt, auch die Gröſfse der Mauerſteine, das Maaſs der Kalktonnen, die Weite der Anſfuhren, die ge- rechnete Anzahl von Cubicfuſsen auf ein Fuder u. ſ. w. angegeben, und inſonderheit die anzuſer- tügenden Töpfer- Tiſchler- Schlöſser- Glaſer- und andere Arbeiten genau beſchrieben, auch von der Schmiedearbeit die Gröfse und das Gewicht beſtimmt werden. (Theils zur Beobachtung dieſer Ordnung, theils zur Be quemlichkeit der Bau- Oficdianten, find Schemata zu| Bauanſchlägen von Wohnhäuſern, Scheunen, Ställen,| die entweder aus Holz, Steinen oder Lehmpatzen aui- geführt werden ſollen, gedruckt worden.) Bey neu aufzuführenden Gebäuden kann die| Berechnung der erforderlichen Materialien, Iin- gleichen die Beilimmung des Arbeitslohns, nach Flächen oder Cubicmaaſs, mit Genauigkeit ge- 7 u ſchehen, dahingegen die Bauanſchläge von Re- Paraturen aus leicht einzuſehenden Urlachen un- Ich bemerke ze muncen dMrelem Yes Ter Bau: len Ar. Rs muſs Uns des er Local. hſt aber ſondern erforder» 'ezIÜZI, aals der die ge- 1 Fuder anzuſfer- ſer- und ich yon Gewcht Zen aui- ann die en, IN- keit gE N von ail: ben ul“ € 211. Dw gewiſſer ausfallen, Indem beym Aufreiſsen ſehr häufßs ſich mehr Beſchädigungen finden, als man vermuthet hat. Eine noch größsere Unge- wiſsheit it bey den Anſchlägen zu den Waſſer- bauten unvermeidlich, daher ſowohl dieſe Bau- ten, als auch Reparaturen an den Gebäuden nicht in Entrepriſe ausgeführt werden ſollten. Die Preiſe der Materialien ſind überall ſehr verſchieden und unbeſtimmt. Eben ſo verhält es ſich auch zum theil mit dem Arbeitslohn; es ſind dieſerhalb zwar verſchiedentlich Bau- taxen entworfen worden" allein fie können nicht zur genauen Richtſchnur dienen, indem von Zeit zu Zeit auf verſchiedene Localumſitände Rückſicht zu nehmen iſt, als z. E. auf die Gröſse des Orts, auf die Koſtbarkeit der Bedürfniſſe der Handwerker und ihrer Geſellen u.ſ. w. 3. 66. Die beſten Bauentwürfe und Anſchläge die- nen aber zu nichts, wenn die Ausführung der- ſelben nicht ſolide und tüchtig bewerkſtelligt wird. Hierzu iſt aber auch der gute Wille des Baumeiſters nicht allein hinreichend, fondern er muſs nächſt guten Baumaterialien fich auch ge- ſchickter Handwerker bedienen können; für beydes iſt aber leider nicht an allen Orten ge- hörig geſorgt, und daher miſsräth ſo manche Bauausführung. Dies iſt auch der Fall, wenn die Bauten allzu gewinnſüchtigen EBntrepren- neurs im Ganzen überlaſſen werden. Dieſe ſuchen die wohlfeilßen Materialiein anzuſchaf- fen, unbekümmert ob dieſe auch"die beſen O 2 (9151. 3 ſind. Eben dies gilt vielleicht bey wenigen Aus- nahmen nicht minder von der Wahl der zu SeC- brauchenden Handwerker. Kann nun der Bauoffiziant wegen ſeiner übri- gen vielfachen Geſchäfte den Bau nicht oft genug während der Ausführung unterſuchen, um we- nigſtens die gröbſten Misbräuche zu verhindern, fo wird der Bau nicht leicht erwünſcht ausfallen. Bey der bloſs anzuſtellenden Reviſion nach der Vollendung eines Baues, ſind die mehrſien Fehler verſteckt oder dem Auge entzogen, und dasjenige wird für gut anerkannt, wovon ſich erſt in der Folge das Gegentheil zeigt, Geſetzt aber auch, daſs dergleichen Fehler ſchon bey der Abnahme eines Baues entdeckt würden, was bleibt übrig?-- Nichts anders als, dem Entreprenneur weniger zu bezahlen, wo- durch aber der fehlerhafte Bau nicht wieder gut gemacht werden kann.= Es müſſen daher dergleichen Entrepriſebauten wenigſtens unter der beſtändigen Aufficht eines ſchon geübten Bau- Conducteurs ausgeführt werden. Die Bauten ganz auf Rechnung auszuführen, iſt allerdings mit mancherley Schwierigkeiten, vielen Weitläuftgkeiten in Abſicht der ordnungs- mäſsigen Rechnungsführung, und nichtſelten mit Zeitverluſt verknüpft. Die beſte Art der Ausführung ſcheint daher diejenige zu ſeyn, wobey gute und tüchtige Ma- terlalien durch mehrere Entreprenneurs geliefert, und wobey mit jedem der Handwerker, über die von demſelben zu verfertigenden Arbeiten nach vorhergemächten Probearbeiten, als von Thüren, “ Fenſtern, Oefen und dergleichen, bündige Ver- dinge geſchloſſen und durch eine ſtrenge Auf- 8 8 ſicht, auf deren Erfüllung gehalten wird. Von ner übrl. nn> 7 Np den übrigen vorher unzubeſtimmenden Vorfäl- ' genug len, können dann beſondere Rechnungen ge- ap 17; führt werden, er en" Aber auch dies muſs nur vom Bau der Häu- In nach ſer und anderer Gegenſtände gelten, wobey alles nehrlen durch die Zeichnung beſtimmt, und nach Kkör- en, und perlichen oder Flächeninhalt berechnet werden ſich erf kann, und wobey man ſo ziemlich geſichert iſt, daſs nicht Umſtände eintreten dürften, welche Fehler Abweichungen von dem einmal feſigeſetzten Plan deckt und Anſchlage nothwendig machen könnten. anders Da dies aber bey den Waſſerbauten nicht der en, 0. Fall iſt, ſondern wie bereits im vorhergehenden der gut L gedacht worden, bey ſelbigen ſo viel unvorher- | daher zuſehende Zufälligkeiten eintreten können, wel- ; unter che, vielleicht einen weit geringern Aufwand on Bau- von Materialien und Arbeitslohn, aber auch wohl ein weit mehreres von beyden erfordern ihren, können, als im Anſchlage berechnet worden, Ja eiten, ſelbſt vielleicht Abänderungen in einzelnen Stiü- ungs- cken und wohl zuweilen im ganzen Plan noth- en m wendig ſeyn können, ſo müſſen dergleichen Waſſerbauten niemals an Entreprenneurs über- daher laſien werden, weil dabey nicht nur alles zu DIVE: unbeſtimmt iſt, ſondern auch begangene Fehler, jjefert ſie mögen aus Unwiſſenheit oder aus Gewinnſucht eilte des Entreprenneurs entſtanden ſeyn, bey derglei- 0) chen Bauten von weit nachtheiligern Folgen als ren bey andern ſind. Die Waſſerbauten müſſen da- O3 SEE R 8 4. li hie DORE»... ZEian M EISENS INN WIE SEEING SIP IPNS 205 ZWILSSCSI OR INNE“ WEER, REI 7 SEITIGE TZ (€ 214) her unter guter und beſtändiger Aufficht, auf Rechnung ausgeführt werden, SE 0077» Unterhaltung und Reparatur der Gebäude. So wie überhaupt die vernünftige Sparſamkeit verlangt, eine jede Sache vor Beſchädigungen zu bewahren, die aber jedoch entſtehenden Män- gel ſogleich wieder herzuſtellen, um deren Ver- gröſserung zu verhüten, ſo iſt ſolches vorzüglich bey den Gebäuden nöthig, indem alle Theile eines Gebäudes ein zuſammenhängendes Ganzes ausmachen, und die Beſchädigung eines Theils leicht den Verfall der andern nach ſich ziehen kann; ſo wird z. E. eine verſaulte Schwelle die Verſackung der Wand, der Balken und des Da- ches nach ſich ziehen u. ſ. w. Vorzüglich ſind die Wände und Dächer den beſländigen Kinwir- kungen der Näſse und der Luft ausgefetzt, und es ilt daher leicht aubzunehmen welcher Nach- theil daraus entſtehen muſs, wenn ſich in den Dächern und Wänden Oeffnungen befinden, durch welche dieſe Näſse ſowohl zum Verderben der Gebäude als der darin befindlichen Sachen, eindringen kann. (Das leidige Gegentheil eimer ſorgfältigen Unterhaltung der Gebäude, welches man ſo olt gewahr wird, verleitet mich, hier die treffende Stelle eimes grofsen Dichters einzuſchalten: „Denn was wäre das Haus, was wäre die Stadt, wenn niCht immer „» Jeder gedächte mit Luſt zu erhalten und zu erneuern? »„ Sieht man am Hauſe doch gleich ſo deutlich, wes Sin- nes der Herr fey; cht, auf ebäude, "Tamkeit gungen 1 Män. en Ver rzüglich Theile Ganzes 3 Theils ziehen elle die des Da- ch ſind Einwit- zt, und " Nach- 10 den finden, [erben chen, tung der verleitet Dichter fj, wenn euern? wes dur (€ 205000) „» Wie man, das Städtchen betretend, die Obrigkeiten beurtheilt. „»„ Denn wo die Thürme verfallen und Mauern, wo in den Gräben », Unrath fich häufet und Unrath auf allen Gaſſen herum liegt, 3 WO der Stein aus der Fuge fich rückt und nicht wieder geſetzt wird, », Wo der Balke verfault und das Haus vergeblich die neue » Unterſtützung erwartet; der Ort iſt übel regieret. », Denn wo nicht immer von oben die Ordnung und Rein- lichkeit würket, »» Da gewöhnet ſich leicht der Bürger zu ſchmutzigem Saumfal, », Wie der Beitler fich auch an lumpige Kleider ges wöhnet.-= Götke.) Die Unterhaltung der Gebäude, wie man ſich auszudrücken pflegt, in Dach und Fach, ift demnach zuerſt eine Hauptangelegenheit. Den Beamten und Pächtern der Königl. Do« mainengüter, wird dieſerhalb bey ihren Pacht- contrakten die Ausbeſſerung der Ziegeldächer, (aufserordentliche Beſchädigungen durch grofse Sturmwinde ausgenommen) auf eigene Koſten, zur Bedingung gemacht; ein Gleiches gilt von den Siroh- und Rohrdächern, wovon auſserdem Jährlich, etwa der zwanzigſte Theil der wyor- handenen, neu gedeckt werden ſoll, weil man die Dauer eines ſolchen Daches etwa auf ſo lange Zeit annimmt. Auſserdem müſszen die Pächter alie vorfallende kleine, unter 10 Thaler betragende Rcparaturen aus eigenen Mitteln be- Üreiten, Kalt Np DRE: E 316 J) Da aber letzteres zu manchen ſchwankenden Auslegungen, zum Vortheil oder Nachtheil des Pachtenden oder Verpachtenden, Gelegenheit geben kann, FOLWwurde es beſſer ſeyn gewiſſe Stücke feſizuſetzen, welche von erſterem unter- halten werden müſſen, und wofür, wenn ſolche einmal von guter Beſchaffenheit überliefert wer- den, niemals etwas in den Anſchlägen von Haupt- reparaturen angeſetzt werden mülste, Jene Stücke, welche der Beamie oder Pächter aus eigenen Mitteln unterhalten und dereinſt im brauchbaren Stande wieder abzuliefern hätte, dürften etwa folgende ſeyn: Die Back- und Kachelöfen, Fenſter, Schlöſ- ſer undd Schüſſel, Thüren ung Thorwege an den Gehöften, Wohnhäuſern, Scheunen wad Stallien: ſimmtliche Brau- und Brandteweinbrennerey Ge- räthſchaften, bis ſolche bey aller Unterhaltung ohne Verſchulden des Pächters in einen ſolchen Zuſtand geriethen, daſs Keine Reparatur mehr dabey anwendbar Iſt; ferner(immiliche Funda- mente unter den Schwellen und die Plinten der maſſiven Gebäude; die ausgemauerten und ge- Jehmten Fächer in den Wänden, die Bewährun- gen um Höfe und Gärten, ingleichen die Feld- brücken und Gräben. Werden aber die Gebäude etwa durch eine fehlerhafte Bauart derſelben,(welches zwar nicht ſeyn ſollte) oder durch heftige Sturmwinde ſchad- haft, oder dadurch, daſs die Schwellen und das Holzwerk in den Wänden verfault, ſo müſſen dergleichen Hauptreparaturen aus den öflent- lichen Fonds wieder hergefßtellt werden. € 2159 9 vankenden 8: 6:8»' "htheil des Die Beurtheilung, ob und in welcher Art, elegenheit eine Hauptreparatur an einem Gebäude vorzuneh- men ſey und durch welche Mittel daſſelbe öfters Ee . 62 noch eine lange Zeit erhalten werden könne, ge- 1 dolche hört bey weiten zu den ſchwierigſten Auflöſungen (Een der Bauwiſſenſchaft; denn es kommt dabey nicht nHaupt- nur auf wiſſenſchaftliche Einſichten an um Zz BB diejenigen Theile zu unterſcheiden, welche laſten DO PICHE und die, welche tragen, welche nach einer vertica- aufs len und welche auch nach einer ſchiefen Richtung 1887 wirker, und die dagegen vortheilhaſt anzubrin- ;) genden Unterſtützungen oder Gegenſirebungen zu beſtimmen, ſondern man muſs auch gründliche t, Schlöf: praktiſche Kenntniſſe von der Conſiruction, vor- ge an den züglich der Maurer- und Zimmerarbeit beſitzen. vd Ställen; Es ſollte dahero dies Geſchäft hauptſächlich nerey 66 dem geübteſten Baumeiſter überlaſſen werden, terhaltun indem zur Belehrung anderer in dieſer Partie en ſolchen nur ſehr allgemeine Geſichtspunkte angegeben atur melt werden können. 1e Funda Es bedarf aber wohl keiner weitläuſtigen Er- inten der örterung, wie viel durch die möglichſt lange und ge: Erhaltung der Gebäude gewonnen und im Ge- währun» gentheil durch zu frühe Abbrechung derſelben die Peld- und Aufführung neuer an deren Stelle, ver- loren wird, urch eine Im allgemeinen dürſte folgendes bey Un- zwar nicht terſuchung alter ſchadhaften Gebäude und de- nde ſchat- ren Wiederherſtellung, zur Richtſchnur dienen 1 und 03 können. ſo müſen Die Fäulniſs an Schwellen und Stielwerk ift en fert nicht ſchwer zu entdecken und bekannt, daſs P Ka Bh 2 bz Bin BREN.> Ns Z Iki.* 50 EÜR.- IE TATE*e- 2ER Diete DIDNIE- 2,4, Kie 54. Flas SE RT GIII EI R PIS M mut«ZI ÜR um€ NES 2a 2 DD er Wribeee Genn merr nn m0 (210-5 durchn deren Wiederherſtellung und zugleicli | durch das Aufſſchrauben der verſäckten Wände, ein Gebäude wieder herzuſtellen ift. INGEN muis ſich aber die Unterſuchung auch auf die in den Mauern liegenden Bulkenköpfe und die darauf ſtehenden Sparren erſtrecken, indem es öfters angeht, die verſfaulten Enden der Balken abzuſchneiden und ſogenannte Wechſel und neue Stichbalken anzubringen; auch die ange. faulten Sparren, ſo weit die Fäulniſs daran geht; abzuſchneiden und friſches Holz daran anzu- ſchuhen. Zu fache Auſſchieblinge oder Knaggen, im: gleichen eine fehlerhafte Conſtruction und Ein- deckung der Dachfenſter verurſachen das Ein- regnen, welchem durch Verbeſſerung der ge« nannten Stücke yorgebeugt werden kann. Die Urſach verſackter Balkenlagen und Decken muſs nicht ſowohl in den Frontenmauern und Wänden, als vielmehr bey den ſogenannten Unterzügen und Mittelwänden aufgeſucht wer- den. Es'wird fich gemeiniglich IE: daſs die Mittelwände zu ſchwach ind, oder daſs die Un- terzugsſfänder zu weit aui: Geige und dais beyde oftmals kein gehöriges Fundament ha- beni, ſo daſs die NÜLGAnde und Unterzüge durch den fortwährenden Druck der Balken als einer ruhenden Laſt, heruntergedrückt werden. BDergleichen Schäden können öfters durch Aufſchrauben, Unterſtellung mehrerer Unter- zugsſitänder 23 beſonders durch eine tüchtige De mauerung derfelben und der noch-vor- handen, wieder abgeſtellt werden. RG N.DNER«> IEA EN I BEDUEEES wäg ar. AI ! zugleich (en Wände 4, Auſerdem ch auf die e und die 1ndem es 1 Balken aſel und U € W8e. aan geht, an anzy. gen, um: und Ein. das Ein- der 08: 3 en und nmauern nannten "ht wer: daſs die lie Uh- , und nt ha erzüge ken als erden, durch Unter- üchtige 1 "1"VOI € 289: 9 Zuweilen: ſind auch zu ſehr geſchleppte Schornfleinröhren die Urſachen der Verſackung der“ CGebälke rund!) Decken. Seit dem man die ſymmetr ſche Stellung der Schornft einröhren nicht mehr als eibe nothwendige Zierde des Hauſes an- ſieht, iſt dem gedachten Uebel ebenfalls durch Abtragung ſolcher Schornſteine und durch eine mehr gerade Aufführung derſelben leichter ab- zuhelfen. Wenn in einem verticalen Mauerwerk, Riſse oder Borſten entfilanden, ſo wird man aus dem Umſtand, ob nemlich die Borſten unterwärts ent- ſpringen und ſich nach oben zu erweitern, oder ob der umgekehrte Fall ſatt findet, nemlich daſs die Borſten oben kleiner ſind, oder hier ihren Anfang nehmen und fich nach unten zu erwel- tern, mit ziemlicher Gewiſsheit auf die Urſachen der Trennung der Mauer ſchlieſsen können; nem- Iich daſs folche im erſten Fall in dem Sinken oder Nachgeben des Fundaments ihren Grund hat; 1m zweyten Fall aber, daſs oberwärts ein Druck oder Schub, die Urſache davon iſl. Dergleichen fehlerhafte Fundamente können, wenn das Verſehen nur ſtellenweiſe vorgegangen, zuweilen durch das ſogenannte Unterfahren verbeſſert weiden. Es wird nemlich ein kleiner Theil des ſchadhaften Fundaments nach dem an- dern herausgenommen und das neue tiefer zu legende in möglichfier Geſchwindigkeit unter- mauert Hierzu gehören aber geſchickte, dreiſie und doch dabey vorlichtige Maurer. Das Ueberweichen der Mauern kann auch durch den Druck der daran geſleliten Streben ode € 220 JJ von Gewölbbögen entſtehen, denen die Mauern als Widerlagen dienen, dazu aber zu ſchwach an- gelegt worden. Hierbey muſs man zu Strebe- pfeilern ſeine Zuflucht nehmen, ſo wie die An- bringung der ſogenannten Triebladen das Mit- tel it, wodurch überhängende Wände, inſonder- heit dergleichen Giebel, vor dem Kinſturz, we- nigſtens eine Zeitlang, wenn die Baufonds nicht gleich eine vollſtändige Reparatur erlauben, exr- halten werden können. Der Raum erlaubt nicht, ein Mehreres über dieſe Materie hier anzuführen. S. 69. Bey ſolchen königlichen Gebäuden, welche nur zur Betreibung der Dienſigeſchäfte vorhan- den ſind, oder bey andern öffentlichen Gebäu- den, deren Unterhaltung den Offizianten nicht zuzumuthen iſt, müſſen die entſtehenden Beſchä- digungen an den Gebäuden bald angezeigt und die Wiederinſtandſetzung wenigſtens nicht länger verſchoben werden, als es ein eingeführter, ord- nungsmäſsiger Geſchaäaftsgang nothwendig macht. Da aber nichts nachtheiliger iſt, als wenn Oeffnungen in den Dächern auch nur eine kurze Zeit offen bleiben, ſo hat die Erfahrung gelehrt, daſs dieſem Uebel dadurch am ficherſten zuvor zu kommen iſt, wenn die Unterhaltung der Zie- geldächer der öffentlichen Gebäude in einer Stadt, mit einem Mauermeiſter in der Art verdungen wird, daſs derſelbe gegen ein beſtimmtes jähr- liches Quantum, die entſtehenden kleinen Be- ſchädigungen ſogleich herſtellen muſs. EC. 2206. 15 Tie Mauern chwach N* S. 70. | Vim eine genaue Veberſicht yon dem Zuſtande 084 der königl. Gebäude zu erhalten, auch DBE DEN nee Mir neuen Verpachtungen die Uebergabe der Gebäude fands. und die hierauf einft erfolgende Abnahme derſel- ; ben ordnungsmäſsig vornehmen zu können, müſſen WZ, we. genaue Beſchreibungen oder Inventarien von den m nicht Gebäuden, Bewährungen, Gräben, Brücken u.ſ.w. üben, er aufgenommen und denſelben wenigſtens die Grundriſse der Gebäude, beygefügtwerden, wozu eres Über auch noch ein Situationsplan von der ganzen Hoflage gehöret, um darnach, bey dem Aufbau neuer Gebäude, denſelben eine regulaire oder zweckmäſsigere Lage, falls fie ſolche vorher nicht » welche gehabt haben, geben zu können. vorhan. O2 71: 1 Gebäu- Zur Schlichtung der entſtehenden Gränz- en nicht oder anderer Bauſtreitigkeiten, in den Städ- 1 Beſchä- ten, And gemeiniglich eigene Baugerichte bey eigt und den Magiſträten angeordnet, welche nach den an 1t Länger einigen Orten recipirten beſonderen Baugeſetzen er, ord: und Befugniſſen, ſouſt aber wohl in den mehre- nacht, Den Fällen, nach Maaſsgabe des allgemeinen ; WEnn Landrechts erkennen. 2 kurze Die Landesgeſetze erſlrecken ſich auſserdem gelehrt, auch auf dasjenige, was allgemein bey Ströhmen, | Zuvor Kanälen, Mühlen und bey andern Waſſerbauten, der Zie- bey der Anlage von Brücken und Wegen u.[ſ. w. er Stadt, Rechtens iſt, wornach dergleichen Anlagen regu rdungen irt, entlehende Streitigkeiten aber nach dem Ur- es jähr- theile der Juſtitzbehörden, unter Zuziehung bau. nen Be- verſtändiger Männer geſchlichtet und entſchieden ' werden. <<<< 5 Druckfehler. Seite 5. Zeile 7. v.unt. lies, anſtatt von Stroh-- von Strauch -- dna EE a SII Dm Emm- 17 19 44 56 93 131 141 142 150 165 167 181 14. V- Oben- 14==>= 8 v. unt.= 1--.- 1 inder Anmerk. 8 u. 9 von Urit«= 3 m ZS BIE IM ERL EIE WAN IDE 10: 05 von ſelbſt-- vor ſelbigen werden mit nach einem-- wer- den mit einem, nach einem verbundene Breiterwände,= verbundene, Bretierwände halten aber-- hälten daher. wären allen--- wären bey allen veteraniſche-- vetermaäriſche daſs fie nur durch allzu--- daſs fie nicht durch allzu fallt nach dem Worte nennt, das) weg. auſgegraben=- aufgegraben werden, das Fundament mit= das Fundament eines Umläuffer-- Umläuffe ohne Wafſſfergefäalle-- ohne ſtarkes Gefälle In den Mühlengebäuden-- In den Mahlmühlen auch gen — wer- Ch einem 1de,— tterwände daher. bey allen närlſche u— daf zu te nennt, gegraben — das uffe . ohne Dden— len V V V dran eensgehong IiliLe EMmnm 1!’' h” n MI nnan Oem 1 2 7 8 9 10 4 Soſour& Grey Sorntrol Shart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta ————— Black