Uaiv.-Bibl. Giessen uigdecrnr tn SEEG- ns eber den Gebrauch des .« Daniell'schen Hygrometers, dem meteorologischen Instrumentenmacher Johann George Greiner junior, 1/W-W er liIx “5;? ZV We LIONEN 1). KONTEN IRE MADEMIE| Zu 400 44 8eg) Dier BU KIDS. gedruckt bei Carl Aug. TWWilh. Schmidt, Brüderstraſse No. 146. S5. 1, E ist eine bekannte Erfahrung, daſs ein Gefals mit Wasser, längere Zeit offen hingestellt, Seinen Gehalt vermindert, und daſs Sich die Menge dieses Verlustes nach der Beschaffenheit der Wärme richtet. Diese Er- Scheinung Kann nicht anders erklärt werden, als: daſs Wasser in luftförmiger Gestalt Sich von der PFlüssigkeit trennt und unsichtbar in die Atmosphäre übergeht, Dem auf diese Weise verſlüchtigten Wasser geben. wir, in Seiner neuen luftförmigen Gestalt, den Namen Dunst und nennen überhaupt den Proceſs des Veberganges der Flüssigkeit von dem tropfbaten Zustande in den Iuft- förmigen, das Verdunsten der Flüssigkeit., 04727 Je höher die Temperatur des verdunstenden Was- Sers ist, desto lebhafter geschieht die Verdunstung, Zu- weilen, wenn ein merklicher Temperaturunterschied zwischen der verdunstenden Flüssigkeit und der(kälte- ren) atmosphärischen Luft Statt findet, wird ein Theil des Wasserdunstes Sichtbar und wir pflegen ihn mit dem Namen WasserdampFf zu bezeichnen. So dampft ein Kessel mit Siedendem Wasser in jeder gewöhnlichen Temperatur der Luft; aber auch das wärmere Fluſs- WaSSer Verdampft in'der kühleren Morgenluft: Selbst ne 4 DES 4403 Brunnenwasser dampft im strengen Winter, wenn es frisch aus dem Brunnen kommt u. dgl. Bei einer sehr lebhaften Verdunstung nämlich reiſst der aufsteigende Dunst, der leichter als die Atmosphäre ist, Sehr kleine Wassertheilchen blasenähnlich mit Sich in die Höhe und durch die Unzahl dieser kleinen Adrostaten wird das Licht dergestalt zerstreut, daſs die Durchbsichtigkeit der Luft und des Dunstes an diesen Stellen getrübt wird, FG. Obwohl aun die Verdunstung bei erhöhten Tempe- raturen lebhafter ist; 50 darf man nicht daran zweifeln, daſs Sie bei jeder Temperatur statt finde. Mannigfaltige Versuche haben dies auſser Zweifel gesetzt und gezeigt, daſs bei Abnahme der Temperatur nur eine Verminde- „rung in der verdunsteten Wassermenge Statt findet, daſs es aber keine Temperatur giebt, die gar keine Ver- dunstung zuläſst. Das Eis z. B. verdunstet im streng- Sten Winter, wie Sich leicht durch Abwägung bestimm- ter Eismassen im Freien darthun läſst. Daſs Wäsche auch im Winter trocknet, ist ohnehin eine bekannte Erfahrung. 5. 4. Beim Verdunsten selbst nun, nicht nur des Was- Sers, Sondern einer jeden andern Flüssigkeit, zeigt sich zunächst eine merkwürdige Erscheinung. Während näm- lich die Flüssigkeit verdunstet, verlieren die zunächst angrenzenden Theile bedeutend von ihrem Wärmege- halt, ohne daſs der entstandene Dunst an Wärme zu- nimmt. Der einfache Versuch bierüber, kann mit einem gewöhnlichen Thermometer angestellt werden. Man wickle um die Kugel desselben ein wenig Baumwolle 5 VYVVVVYNNRu und träufle Sehe flüchtigen(d. hb. rasch verdunsten- den) Schwefeläther hinauf; augenblicklich wird man ein Sinken des Thermometers bemerken, das oft bis zu 20 und mehr Graden hinabfällt. Ein sicherer Beweis, dafs durch das Verdunsten des Aethers dem Quecksilber Wärme entzogen ist. Diese Wärme ist nun verwandt worden, um den Aether in Dunst zu verwandeln und bleibt mit diesem Dunste verbunden, 30 lange dieser die Juftähnliche Gestalt behält, Dem Gefühle und am Thermo- meter iSt Sie aber durchaus nicht bemerkbar; vielmehr hat der Dunst, wenn man ihn dicht über der Oberfläche beim Aufsteigen prüft, gleiche Temperatur mit der ab- gekühlten Flüssigkeit selbst» Aus diesem Grunde hat man dieser zur Verdunstung verbrauchten und unbe- merkbar im Dunst vorhandenen Wärme den Namen der gebundenen oder latenten Wärme gegeben. Wird der Dunst auf irgend eine Weise genöthigt, in den tropfbaren Zustand zurückzukehren; 80 giebt er diesen Wärmeüberschuſs wieder ab und derselbe wird sowohl dem Gefühle, als auch am Thermometer bemerkbar. Daher die bis zur Siedhitze steigende Wärme des Was- gers in den Kühlfässern der Destillateure. An unserm eigenen Körper werden wir beide Erscheinungen unter gewissen Umständen recht auffallend gewahr, Jedem ist die widrige Empfindung der Naſskälte bekannt. Sie entsteht dadurch, daſs die auf der Haut verdunstende Flüssigkeit dem Körper die Wärme entzieht, Viele werden sich auch der Empfindung erinnern, die man hat, wenn man mit noch kühlem Körper in ein heiſses Dampfbad tritt, oder auch nur die Hand in schon et- was abgekühlte Dämpfe taucht. Es bildet Sich sogleich Sichtbare Feuchtigkeit an der Oberfläche der Haut, wobei sich diese merklich erhitzt. und vor dem Aus- 6 DTT RTE nd bruche des SENSE dem Körper eine beängstigende Spannung giebt. 9.495 In der freien Atmosphäre, die immerfort: mit Was- Ser in. Berührung ist, befinden sich zu jeder Zeit Was- Scerdünste, von deren gröſserer;oder geringerer Menge manche Veränderungen in der Luft abhängig Sind. Is ist nun der Zweck des Daniell'schen Hygrometers, den Dunstgehalt der Luft auszumitteln." Die Kinrich- tung dieses Instruments Sichert ihm den Vorzug vor allen andern Hygrometern, die einen ähnlichen Zweck baben. Es besteht dasselbe aus zwei hohlen gläsernen Kugeln, die an den Enden einer zweimal rechtwink- lich gebogenen Röhre befestigt sind.. In dem längeren Schenkel der Röhre befindet sich ein pach Fahrenheitschen Graden eingetheiltes Thermometer, dessen Kügelchen bis zu dem Mittelpunkte einer der hohlen Glaskugeln geht, die mit. einem vergoldeten, glatt, polirten Gürtel umge- ben ist.. Veber die andere Glaskugel wird ein Stückchen Movusselin, gebunden. Die ganze Vorrichtung steht ge- wöhnlich, auf einem-kleinen, Stativ, an-welchem sich ein Thermometer befindet, das dazu dienen Soll, die Temperatur der Luft gleichfalls in Fahbrenheitschen Graden zu bestimmen. Im Innery der beiden luftleeren Kugeln befindet Sich Aether, der die eine bis zur Mitte des goldenen Gürtels anfüllt. Ueber diesem| Aether muſs also natürlicher Weise Aetherdunst Sey» und den übrigen Raum des gonst luftleeren Instruments anfül- len; weil unter jeder Temperatur eine Verdunstung Statt findet,(Man vergleiche S. 3.) Ls wird also im Innern des Instruments jedesmal vor dem Anfange eines Versuches s0viel Aetherdunst- über der Flüssigkeit vor- AUVB UU handen seyu, als Sich bei diesex Temperatur in dem kleinen Raume entwickeln kann. ß. 6. Aus Dalton's Untersuchungen geht nämlich her- vor, daſs bei einer gewissen Temperatur in demselben Raume immer nur eine bestimmte Menge von Flüssig- keit verdunsten kann, Ist dieses Maximum erreicht, S0 Steht die Verdunstung still, weil der Druck des Schon vorhandenen Dunstes auf die Flüssigkeit die fer- nere Dunstentwickelung verhindert, Derselbe Physiker Dat auch gezeigt, daſs es für diese Dunstmasse im Ma- ximo. einerlei 5ey: ob die Verdunstung im leeren Rau- me, oder in einem mit trockener Juuft anrgefüllten;er- folge, In einem Kubikfuſs Luft verdunstet die Flüs- Sigkeit 80 lange, bis die Spannung des Dunstes 80 groſs iSt, wie Sie werden würde, wenn die Verdunstung im leeren Raume erfolgte, Natürlich wird dadurch die Spannung der atmosphärischen Luft(die Sich durch den Barometerdruck, zu erkennen giebt), um eben 80 viel erhöht. Sobald aber dann die Temperatur der Luft vermindert. wird ,- verwandelt sich ein Theil des Dun- Stes in tropfbare Flüssigkeit, und die Spannung des übrigbleibenden Dunstes wird ebenfalls vermindert, S. 7. Wenn man mit dem Hygrometer den Zur Stand der Atmosphäre beobachten will,, 80 Stellt man es, nachdem alle Flüssigkeit zu- vorindiemitdemwGoldringe versehene Kugel gebracht ist, ganz ins Freie, oder zum wenig- Sten in ein geöffnetes Fenster im Schatten; beobachtet zuerst den Stand des auſgeren am 8:50 VINV NEN T Gestelle befindlichen Thermometers und be- träufelt darauf; den Monusselinüberzug der einen Kugel allmählig mit gutem, flüchtigem Schwefeläther, der bei der medrigsten Temperatur noch sehr stark verdunstet. Um Sich in Dunst ver- wandeln zu können, bedarf er aber, wie oben Gg, 4- erinnert ist, der Wärme, Diese entzieht er der Glas- kugel, Dadurch wird'der in der Kugel enthaltene Aetbherdunst verdichtet und ein Theil desselben sammelt Sich in der abgekühlten Kugel als Flüssigkeit, Dies bewirkt aber eine Verminderung des Dunstes in der Röhre, also auch über dem Aether in der andern, ver- goldeten Kugel, Daher kann dieser Aether jetzt wie- der verdunsten, woran er vorber durch die Schon im Maximo über ihm vorhandene Dunstmasse verhindert wurde. Es erfolgt also an der Oberfläche lebhafte Verdunstung, Mit dieser'ist aber wieder ein Erkalten der nächsten Theile verbunden. Die der Oberfläche des Aethers zunächst liegenden Theile vermindern also ihre Temperatur, Dies hat einestheils ein Sinken des in den Aether eingetauchten Thermometers zur F 0)ge; an- derntheils aber wird auch die vergoldete Kugel be- trächtlich erkältet und besonders da, wo sie der Ober- lläche der eingeschlossenen Flüssigkeit am nächsten ist. Die Kugel ist an ihrer äauſsern Oberfläche in Berührung mit der Luft und theilt derselben in ihrer unmittelba- zen Umgebung ihre kältere Temperatur mit. Gesetzt nun; in der Luft befände Sich 80 viel Dunst, als sie bei der Temperätur, welche sie hat, nur aufnehmen kann; 50 wird bei der geringsten Erkältung ein Theil dieses Dunstes in tropfbares Wasser verwandelt wer- den, und zich also, indem das Thermometer im Innern nur eben zu Sinken anfängt, gleich in Gestalt eines 9 VUN matten Hauches um den goldenen Ring legen. Dies wäre also ein Zeichen der höchsten Feuchtigkeit in der Luft, Es kann aber auch,(und 50 ist es in den mei- Sten Fällen) die Luft nicht 30 viel Feuchtigkeit enthal- ten, als sie bei dieser Temperatur aufzunehmen im Stande ist; dann wird das innere Thermometer immer mehr und mehr sinkenz indem die Kälte des Aethers, als0 auch die der vergoldeten Kugel und ihrer unmit- telbaren Luftumgebung, immer mehr zunimmt. Hat diese Kälte nun denjenigen Grad erreicht, bei welchem die L.uft nicht mehr im Stande Seyn würde, einen Ssol- chen Wassergehalt aufzunehmen, als Sie wirklich im Augenblick der Beobachtung in Sich enthält; 30 muſs jetzt der hauchartige Ring entstehen. Man muſs al- 80, von dem Augenblick an, wo der Aether aufgeträufelt worden ist, diesen vergolde- ten Ring beobachten, und Sogleich, wenn in der Höhe der Oberfläche der innern Flüssig- keit der äuſsere goldne Ring zu beschlagen anfängt,(welches eben der Vergoldung wegen und weil es rund herum in demselben Moment geschieht, leicht bemerkt werden kann) auf den Stand des in- nern Thermometers achten, SG. 3. Die Temperatur der äuſseren Luft, die das am Gestell befindliche Thermometer angiebt, und die An- gaben des im Innern des Instruments befindlichen kleinen Thermometers, welche im Augenblick der Erschei- nung des Hauchringes beobachtet werden, geben die er- Sten zur Berechnung der Feuchtigkeit erforderlichen Data, So viel Sieht Jeder leicht ein, daſs, je gröſser der Abstand der beiden Thermometer ist, desto weniger feucht ist „40 VVN die Lufti, im Vergleich mit ihrer Temperatur. Denn die Differenz der, Angaben dieser Thermometer zeigt ja an, um wieviel Grade die Luft Sich abkühlen mülste, bis der jetzt in ihr befindliche Wasserdunst in den tropf- baren Zustand zurückzukehren anfinge. Je größzer also diese Differenz. ist, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft noch aufnehmen, um das Maximum zu- ten, welches, Sie bei der gegebenen Temperatur haben könnte, S. 97 Das Maximum an Dunstmasse, welches die atmo- SPhärische Luft aufnehmen kann, ist für alle hier denk- baren Fälle in der ersten Tafel berechnet, In ihr, fin- det man neben der Anzahl der Grade rechts das ge- Suchte Maximum durch eine Zahl ausgedrückt, welche in Preuſsischen Granen.(deren 240 auf ein/Luoth gehen) angiebt: wieviel Wasserdunst dem Gewichte nach in 100 Preuſsischen Cubikfuſs Luft enthalten ist, So z, B. zeigt Sie als Maximum. für die Temperatur von 289. Fahren» heit das Gewicht von 244. Daraus folgt, daſs bei 282 Fahrenheit die Luft in 4100 Cubikfuſs höchstens 244 Gran Wasser dunstartig aufnehmen könnte“Eben 50 findet man für 669 das Maximum 824 Gran und für 9009 1670 Gran etc, 9. 10, Wie nahe oder fern nun der wirkliche Duystgebalt der Luft jedesmal vom Maximo ist, kann aus.den An- gaben der Thermometer. des vorliegenden Instruments leicht mit Hülfe der zweiten Tafel gefunden werden. In dieser Suche man inder oberen Spalte.diejenige Zahl, welche die Fahrenheitschen Grade.des auſseren 11 KVVVKHY NUV Thermometers, wodurch die Temperatur der freien Luft gemessen wird, angiebt; oder, findet man diese Zahl nicht in der Veberschrift, 80 nehme man diejenige, welche ihr am nächsten liegt, Darauf beachte man, um wieviel Grade das innere Thermometer gegen jenes' äuſfsere gesunken 1ist, und Suche diese Zahl in der ersten: Spalte auf: JAuf der Reihe. dieser. Zahl findet man Sodann in der zuerst gefundenen Spalte eine Zahl, welche ausdrückt, wieviel Procenter oder Hunderttheile die Luft im Augenblick des Versuches, wo der Hauch- ring entsteht, von dem Maximo ,. welches Sie haben könnte, wirklich enthält,=- Gezsgetzt das äuſsere Ther- mometer zeigt 709 Fahrenheit, das innere 540 Fahren- heit, 80 ist letzteres um 169- Fahr, gesunken, Die Zahl, welche in der Columne unter 709 und in ider Reihe von 469 steht; heifst 59,- Diese zeigt also an, daſs die Luft Eb oder 59 Procent von derjenigen Dunst- masse enthält, welche sie überhaupt bei 7092 höchstens annehmen könnte.. Das Maximum bei 709 aber ist nach ' 2.2.99 Sli der ersten Tafel 930 Gran, dies mit 700 multiplicirt, giebt nahe an 549 Gran, Wir ersehben also daraus, daſs bei dem angestellten Versuche in 100 Cubikfuſs Luft 549 Gran Wasser als Dunst aufgelöst Sind,=- Wäre die äuſsere Temperatur 5892, die innere 409; 50 wäre der Unterschied 189, In der Columne unter 60,(welche Zahl der 58 am nächsten ist) und in der Reihe zu 1892 finden wir 55. Die Luft enthält als6 unter diesen Vor- aussetzungen 55 Procent vom Maximo; dieses Maximum ist aber nach der ersten Tafel für 589, 642 Gran. Der 59 Dunstgehalt von;400 Cubikfuſs I.uft ist also 700 mal 642 Gran, was etwas mehr ist, wie 353 Gran, 12 Lwiw S. 44, Wie die Anzeigen des Instruments zu benutzen Sind, um den Erfolg der Witterung danach zu beur- theilen, bedarf, wie bei allen Instrumenten dieser Art, einer sorgfältigen Prüfung. So viel ist gewiſs, und zeigt Sich auch bei allen Versuchen, daſs bei einem geringen Unterschiede beider Thermometer in der untern Luft, welche wir überhaupt nur unmittelbar mit dem Instru- mente beobachten können, der Wasserdunst dem tropf- baren Niederschlage nahe ist. Kann man aus anderen Gründen voraussetzen, daſs die Temperatur der äufse- ren Luft bald nach einem Versuche auf den Stand des innern Thermometers, oder noch weiter zurückkommen wird; 50 ist mit GewiſSheit ein Träufelregen, der in der untern“ Luft entsteht, zu vermuthen. Der meiste Re- gen wird uns. zwar durch die Wolken aus den oberen TLuftregionen zugeführt, und das Hygrometer kann uns keine unmittelbaren Anzeigen darüber geben, Wenn man aber bedenkt, daſs der Wasserdunst leichter ist als die Atmosphäre, mithin 80 weit aufsteigt, bis er eine Tuiuftschicht findet,':mit der er in Hinsicht der Schwere im Gleichgewicht istz- 80 Sicht man deutlich ein, daſs in den obern Regionen der Luft, nach langen Verdun- Stungen auf der Oberfläche des Meeres und des festen Landes, eine Sättigung mit Dunst eintreten wird, die dem Maximo nahe ist, Dadurch. wird eine Vermeb- rung der Dunstmasse in der unteren-Luft bewirkt, Die Anzeigen des Hygrometers werden also auch in diesem Falle immer mehr Feuchtigkeit, selbst in der unteren Luft zu erkennen geben, Da nun die geringste Veran- Jassung zur Abkühlung der oberen Luft, bei der da- Selbst-angehäuften und: fast im Maximo vorhandenen 13 VV VVRV Dunstmasse, einen'Niederschlag bewirken muls; 50 kann man das bevorstehende Eintreten eines Regens mittelbar auch am Hygrometer wahrnehmen: wenn nämlich die Feuchtigkeit in der Luft im langsamen Zunehmen be- griffen ist und nicht von Zeit zu Zeit wieder abnimmt, Das Letztere aber wird Statt finden, wenn die dunst- gegättigte, obere Juuft durch Winde entfernt und an- dere trockene Luft dafür uns zugeführt wird, Solche trockene Luft bringt im Sommer gewöhnlich der Nord- wind. Denn wenn dieser uns auch gesättigte Wolken- massen zuführt, 50 bringt er Sie doch aus kälteren Ge- genden, Indem Sich nun die Luftmassen hier erwär» men, 50 erhalten Sie das Vermögen, noch mehr Feuch- tigkeit aufzunehmen. ES findet also von unten hinauf .ein freieres Bewegen der Dunsttheilchen statt, Ein be- Sonders igünstiges Rezultat läſst Sich aus den Anzeigen des Hygrometers für den folgenden Tag abnehmen, wenn man am vorhergehenden Abend eine Feuchtigkeitsver- minderung in der Luft wahrnimmt, Da nämlich die Tageswärme'zur Entwickelung der Verdunstung bei- trägt, 80 ist, wenn oben die Feuchtigkeit nicht abge- führt wird, eigentlich nur eine Vermehrung zu erwar- ten, Tritt daher die entgegengesetzte Erscheinung ein, 50 iSt dies ein Zeichen, daſs der herrschende Wind uns fortdauernd nur trockene Luft zuführe, Daſs eine ge naue Beobachtung der Dunstmasse in der Luft, wie sie Daniel11's Hygrometer zuläſst, auch für barometrische Höhenmessungen von Wichtigkeit ist, ergiebt Sich Schon daraus, daſs, bei verschiedenen Feuchtigkeitszuständen unternommene Messungen Sehr abweichende Resultate gegeben haben. Auch zu Untersuchungen von Zimmern, Gewölben und Kellern, die zur Aufbewahrung Solcher Gegenstäande dienen 8ollen, die das Wasser leicht-aus 14 VVN LUG der Luft anziehen, ist das Daniell'sche Hygrometer Sehr zu empfehlen; weil unser bloſses Gefühl die An- wesenheit der Feuchtigkeit in der Luft nicht Sicher un- terScheidet, am wenigsten also die Grade derzgelben be- Stimmen kann, 9.4427 Noch ist' nöthig, einige Vorsichtsmaſsregeln bez den Beobachtungen mit dem Instrumente zu empfehlen. a) Die Zartheit Seiner Structur erfordert eine Sorgfäl- tige Behandlung. Ein kleiner Riſs im Glase läſst Luft durch und verdirbt das Instrument, b) Die Nähe von Quecksilber oder Säuren macht zuletzt den Goldüberzug blind, 50 daſs das Entstehen des Ringes nicht mehr wahr- genommen werden kann, c) Der Athem des Beobachters kann einen Ring bilden und zu falschen Schlüssen verlei- ten. Man halte also den Athem möglichst zurück, 30 lange man beobachtet, oder man halte eine Glastafel zwischen Gesicht und Kugel. d) Man beobachte das äuſsere Thermometer zuerst, nachdem das Instrument eine Zeit der freien Luft ausgesetzt gewesen ist: weil die Erwär- mung, welche die Nähe des Körpers dem Thermomes ter giebt, ebenfalls auf falsche Schlüsse leiten würde. e) Man 8ey Sehr vorsichtig bei Beobachtungen in der Nähe eines brennenden Lichtes: weil der Aetherdunst Sich leicht entzündet, und dann nicht nur das Instru- ment, Sondern auch wohl der Beobachter beschädigt werden könnte, Am besten ist in Solchem Falle die Anwendung einer Laterne,€) Bei allen Versuchen träufßle man den Aether nur Sehr langsam auf, damit nicht die Erkaltung des Aethers in der vergoldeten Kugel dem Quecksilber-Thermometer zuvoreile; in welchem Falle man. an diesem Thermometer beim Rütstelien des Hauch- 15 VVL ringes nicht die Temperatur wahrnehmen würde, wel- che der Dunst beim Tropfbarwerden wirklich hat, son- dern eine höhere, Die mathematischen Operationen zur Bestimmung der in den folgenden Tafela enthaltenen Zahlen lassen Sich ohne Schwierigkeit überschen, Dalton bat ge- zeigt, daſs bei derselben Temperatur im Jufterfüllten Raume Sich eben s0 viel Dunst entwickele, als im gleich- groſsen luftleeren, nur im ersteren langsamer, Er hat ferner durch Versuche die Expansivkraft bestimmt, wel- che der im Iuftleeren Raume entwickelte Dunst bei jeder Temperatur im Maximo ausübt. Wenn man nun unter T und t zwei verschiedene Temperaturgrade nach dem Luftthermömeter und uünter K und e die ihnen entsprechenden Daltonschen Zahlen für die XKxpan- Sivkräfte der im Maximo unter diesen Temperaturen in der J.uft oder im Leeren befindlichen Dunstmassen ver- Steht; ferner, mit M und m die Massen dieser Maxima im Raume eines Cubikfuſses bezeichnet; 50 ist klar, daſs M und m bei gleicher Temperatur Sich wie die Expansivkräfte, also wie E zu e, und bei gleicher Ex- pansivkraft Sich umgekehrt wie die Temperaturen, also wie t: T verhalten würde, Es ist also überhaupt M;:m=tE: Te. Nun ist nach Gaäy“Lüssac's bewährten Untersuchungen das Gewicht eines Preuſsi- Schen Cubikfuſses Wasgerdunst im Maximo bei der Sied- hitze 1,2485 Preuſs, Loth. Wir können also in obiger Proportion für M diesen Zahlenwerth getzen, wenn wir für T- die entsprechende Zahl des Luftthermome- ters bei der Siedhitze also 4375, und für E die dem Siedpunkt zukommende Dalton'sche Zahl, nämlich 30 16' VON getzen, Es ist also 1,2485: m== t; 30: 1375,€, dem- 1,2485, 1375.€- 1,2485. 275, e 301€“0 6:0 die Beobachtung in Fahrenheitschen Graden geschieht, ; da aber nach ist m== 50 Iist hier noch eine Reduction nöthig, Ls Sey die Zahl der Fahrenheitschen Grade, fürdie ich das Maximum 375 32) 150 159722 Mithi 2 1,924854 276.8:12+ . ithin is m=70043D0. berechnen will= f; Soistt== 1000 4(f= 1000 4- 6432): ET en 27,467. e 448+ Ff* des Maximums. Multiplicirt man dieses Resultat noch 6592, 03. e 448+€ wofür man, ohne bedeutend zu fehlen, 184 Setzen Dies giebt in Preuſsischen Lothen den Werth mit 240, um es in Gran zu erhalten; 50 is6 m= kann; da nämlich e bei Beobachtungen dieser Art selten mehr als 4, 1 nie EE als 2 beträgt, 50 kann nie der Fehler 775= is oder 55 Gran betragen, Nach dieser For- mel ist die erste NE berechnet worden. Wenn nun die Beobachtung des-D aniell"schen In- Strumentes für die äuſsere Temperatur nach Graden des Luftthermometers T und für die innere des Aethers beim Entstehen des Ringes, t angiebt, und das Maximum für. die Temperatur T wieder wie oben mit M und für t mit m bezeichnet wird; 50 sey die wirklich in 1 Cubikfulſs Luft vorhandene Masse Dunstes==/3 dann ist klar, daſs m: u=T: tz; da nämlich die Temperatur höber SL» als eie zeyn müſste, wenn die in ihr vorhandene Dunst- masse im Maximo wäre; 50 wird in dem Volumen ei- nes Cubikfuſses die Masse im Verhältniſs der Tempe- raturzunahme geringer 5eyn,. Nun verhält ich aber 17 VVVNVVVVVVV M:m='Et: e T; Setzt man beide Propotitionen 4; e zusammen, 30 erhält man M;„== Ei:e d.h. 1%. Ls giebt also der Quotient der Daltonschen Zahlen, die dem innern und äufern Thermometer entsprechen, bis zu Hunderteln berechnet, die Procente von Feuchtig- keit an, welche die Luft beim Versuche wirklich hatte, im Vergleiche zu dem Maximo derjenigen Feuchtigkeit, die Sie haben könnte. Diese Zablen Sind inder zten Tabelle 600. EX. enthalten, Weilnun das Maximum M== un TF.-(oder ge- Ee f die Luf Tin Fah nauer=7755 E53 Sp ie Lufttemperatur T in Fah- NIGE 6600, e renheitschen Graden angiebt 3; 80 ist 6== M hy 0. 77 M8: E 6592,08. (oder genauer 6 4) ein Ausdruck für die Menge des Dunstes, welcher wirklich in einem Cubikfuſs Luft vorhanden ist in Preuſsischen Granen, wenn e die Dal- tonsche Zabl für das innere Thermometer und f die Fah- renheitschen Grade des auſszeren Thermometers bezeichnet, Zu genaueren Rechnungen nach den hier angegebenen Formeln, enthält die dritte Tafel die Daltonschen Zahb- len zu den einzelnen Fahrenheitschen Graden für die denkbaren Fälle Solcher Beobachtungen, VVVYVVVVVUVU VU VU Unterzeichneter bemerkt noch, dals er Sich auf Ersuchen des meteorologischen Instrumentenmachers Herrn J.G., Greiner junior inBerlin, Friedrichs- Sgracht No. 49, nahe der Gertraudtenbrücke wohnbhaft, gern der Berechnung dieser Tafeln unterzo- 18 VXN gen hat, um dieses Sinnreiche Instrument, für desSen tech- nische Kinrichtung und Verbesserung durch die bekannte Geschicklichkeit und Sorgfalt des Herrn Greiner aufs Boste gesorgt wird, für ein gröſzeres Publikum brauch- bar zu machen. Vielleicht bietet Sich an einem anderen Orte eine Gelegenheit, noch genauere Erörterungen über das Instrument und das Resultat vieler Beobachtungeu öffentlich vorzulegen. Gründliche Belehrung über die hier angewandten Sätze und litterarische Nachweisun- gen auch dieses Instrument betreffend, findet man in dem 80 eben erschienenen ersten Bande der dritten Auflage von E. G. Fischers„Mechanische Naturlehre.“ Berlin, im Juli 1825, E."F.+August, Professor in Berlin, te T aiftils zur Bestimmung des Maximum von Wasserdunst in 100 Cubikfuſs bei jeder Temperatur von 02 dis 992 Fahrenh, nach Preuſsischen Granen. 213| 34| 296| 44| 411| 54| 567| 64| 776| 74 11048| 84| 1404] 94 1875 57 1 3.1.06 die Ezpansivkraft des Wasserdunstes im Mazimo durch QuechsilberSäulen in englischen Zollen ausgedrücht, 7 E= Ex- Ex- |Pans«. Pans. Pans. Pans. Pans. 30| 0,1864 40| 0,263] 50| 0,3751 60| 0,5244 70| 0,721 1,00| 90| 1,36 4 31| 0,1938 41|0,273] 51 10,388] 61| 0,54% 71| 0,745] 81| 1,04| 91 11,40 2 10,2003 42| 0,2831 52| 0,4013 62 1 0,560 72 10,770j 82 11,07 4 92(1,44 33| 0,2071 43|0,294] 53| 0,415] 63| 0,578) 73|0,796] 83| 4,10] 93| 1,48 34| 0,2144 44[0,305] 54| 0,429] 64| 0,5974 74|0,8231 84| 1,14] 94 11,53 J 35| 0,2211 45| 0,3161 55| 0,4431 65| 0,616] 75| 0,851] 85| 1,17 J 95| 1,58 YA 36 10,229 46| 0,328. 56| 0,4581 66| 0,635] 76 j 0,8804 86| 1,21 zj 96| 1,63 37| 0,2374 47| 0,339] 57| 0,474] 67| 0,6554 77| 0,910] 87| 1,24| 97| 14,68 38| 0,245) 48| 0,351] 58| 0,490] 68| 0,676] 78| 0,940] 88| 1,23| 98| 1,74 39 0,254) 49| 0,363] 59| 0,5071 69| 0,698 79(0,9711 89|1,32| 99|1,80 2“ Ta ße BE zur Auffindung der Procente von Wasserdunst, nach den Angaben des Hygromelters, | 60| 6. 9%| 9%| 9%| 96/9) 997/97) 97| 3|93|93/93(93|93/94|94|94|94|94|94| 94| 94| 94| 94 90| 90| 90[90| 90[90(90[91[91[91 91(91[91| 91| 86| 86| 87(87| 87| 87[87[88| 88| 88| 88| 88| 88| 88| 88| 89; 83| 83|84| 84(84| 84| 84185| 85| 85| 85| 85| 86| 86| 86| 86 ) TIB 82| 82) 32| 83|83| 8181) 8 | 778 771(778 1178| 78| 7907901 0790| 577510767) 776 1 76-1 76876747 2107301773| 73"| 7340748174 0| 711(74. 1.71| 76628 1472 en marl 67| 67| 68| 68| 68| 68| 69| 69| 69 4| 65| 65 1 65| 66| 66| 66| 67| 67 62| 63| 63| 63| 64| 64| 64| 65| 65 60| 60| 61| 6161| 62|62|62| 63 58| 58| 58| 59| 59| 60| 60| 60| 61| 61 = IE CE EI(9 22 59| 56| 56| 57| 57| 57| 58j1158'| 98|'59 37) 54 54| 55| 55| 55| 56| 56| 56| 57 52)(75211 52(753| 53.|: 53| 54854(155| 55 f52i 52 zh 8 [0 2] [aw] [0 2] > [0 9] - [9 2] => [0 2] -- [& 2] » S I S || dd 3|=2 Ww 22|1|22 | Sloßaluaiuai7 SEE FISTSTE [>] Go 10818 Noſſex 61019 1 eo OLN eedaeA