1en-38. Giessen =<=-«t beit Georg Doc>er, ISSER WEIN Vorbericht; [4 Das kleine Werfchen über die Fabrikation des Zu kers und des Syrups aus Run- Felrüben, welches ich den Theilnehmern an dieſem neuen landwirthſchaftlichen Ge- weibe hier übergebe, iſt auf Befehl des Hoch- preislichen Departements für die Ge- werbe und den Handel, im Mini- ſterio des Innern, von mir ausgearbei- fet worden, um ſolches denjenigen Lkandwir- then in die Hände zu geben, die ſich geeignet fühlen, gedachte Fabrifation des Zuckers, an die Reihe andrer landwirchſchaftlicher Ge- werbe anzuſchließen, und ſo den Staar mit einem Bedürfniß zu befriedigen, das ihnen einen lufrativen Erwerbszweig, den Bewoh- nern des Staates aber ein unentbehrliches Mittel darbietet, für welches beyden bis *X 3 jeßt bedeutend große Summen durch das Ausland entzogen wurden. Dieſes kleine Werkchen enthält feines- weges ſpekulative Anſichten, und nicht reali- ſirbare Borſchläge über einen Gegenſtand, deſſen Wichtigkeit nicht nur für den Staat, ſondern für ganz Europa anerfannt werden muß; ſondern es enthält die erprobteſten Re- ſultate meiner ſeit länger als zwölf Jahren angeſtellten, und oft im Kleinen ſo wie im Großen über jenen Gegenſtand wiederholten Arbeiten; die ſich daher auch durchaus be- währen werden; wenn Eifer für die gute Sache den Unternehmer einer ſolchen Fabri- Fation leitet, wenn dem günſtigen Erfolge derſelben, nicht-Mangel an gutem Willen entgegen arbeitet, Die Scheidung- des Zuckers aus den Runkelrüben ſowie ausandern Beeten- arten, wurde von dem verſtorbnen Marg» graf, vormals Direktor der phyſikal. Klaſſe der Königl. Akademie der Wiſſenſchaften hie- ſelbſt), bereits im Jahr 1764 zuerſt entdeckt, von dem Herrn Direktor Achard aber im Jahr 1798 wieder zur Sprache gebracht; ſie hat,- ſeit dieſem langen Zeitraume, bey - Y --“ YI== aller"Senſation die ſie Anfangs erregte, doch nur wenig Anhänger und Unternehmer ge- funden, und iſt beſonders in dem preußiſchen Staate. ſo wenig praktiſch in Ausübnng ge- ſest worden, daß man ſich billig darüber wun/ dern muß, Ich mag hier nicht die Urſachen unter- ſuchen, welche den Mangel an Bertrauen in dieſe an ſich gute Sache herbey geführt ha- ben, und eben ſo wenig diejenigen. welche - die Beranlaſſung gegeben haben, daß die we- nigen Unternehmer, die ſich damit befaſſeten, aus Mangel eines glücklichen Erfolgs, davon zurü> geſchreckt wurden: denn, mit Ausnah- me der beſtehenden Fabrik von Runfkelrüben- Zucker, welche der Herr Major von Koppy zu Krayn, und der Herr Syndikus Megen -bey Liegnit in Schleſien errichtet haben, exiſtirt jn der That im ganzen preußiſchen Staate noch feine andre. " Meine eigenen Arbeiten über dieſen Ge- genſtand ſind nicht neu, ſie fallen mit den- jenigen zuſammen, welche ich bereits im Jahr 1796 über die Fabrifation der Zuckers aus dem Safte.der Ahornbäume angeſtellet habe, und finden ſich bereits in der Geſellſchaft. "(4 VLIrL naturforſchender Freunde zu Ber, lin neuen Schriften; 2. Band 4799, S. 324. abgedruckt, Während jener Zeit habe ich keinen Win- ter entweichen laſſen, ohne meine frühern Ar- beiten über Dieſen Gegenſtand zu wiederholen, ' um ihnen denjenigen Grad der Bollfommen- heit zu ertheilen, den ſie, wie ich mir ſchmei- hein darf, jeßt beſiken, welche ihnen auch in den Händen eines jeden Ungeübten, einen glücklichen Erfolg gründen werden, Da es mir gelungen war, denſelben Ge- genſtand, bereits vor einigen Jahren,- auf Allerhöchſten: Befehl Sr. Majeſtat des Königs, einer Prüfung im Großen zu un- terwerfen,'wobey 1500 Pfund Rohzucker prodveirt wurden, der durd) ſeine Rafination in drey verſchiedenen Raſinerien-bewieß, daß er ſich dem indiſchen Rohzucker völlig gleich verhielt 3; ſo wurde ich) von der»praftiſchen Brauchbarkeit: meiner Berfahrungsart, ſo wie von der Güte des dadurch erzielten Pro- dufcs, aufs vollfommenſte überzeugt 3; und hier- auf gründete ſich die Bekanntmachung desje- nigen, was ich in meinem Archiv der Agrifultur/Chemie2c. 4. Band, Ber- lin 1810. S, 437, ſo wie in verſchiedenen | | | | hier in Berlin, durch den Königl.“ Kreis- Steuer- Einnehmer:'Herrn van der Goes zu Spot- tau in Schleſien; durch den Gutsbe- ſißer Heren von DT veskow zu Obinsf im Herzogtrhum Warſchau 3; durch Herrn Me- dizinalrath und Profeſſor Dr. Dromsvdorff in Erfurth, ſo wie durch die Kaufleute Herrn Pla&>e und. Herrn Hammer in Mag- deburg, laut den von ihnen erhaltenen Rachrichten, ohne eine andre Anleitung als djejenige, welche ſie aus meinen oben ange- * 5 EEE X„25 führten Schriften kennen gelernt haben, ſo glück- lich:ausgeführt worden iſt, daß Einige von ih» nen, ſelbſt bey der vorgenommenen Rafination des auf jenem Wege gewonnenen Runkelrüben- zuckers, das glücklichſte Reſultat erreicht ha- ben; und ſo darf ich mir denn wohl ſchmei- cheln, daß meine Berfahrungsart, auch in den Händen eines jeden Andern, ein eben ſo zuverläßiges Reſultat gewähren wird. Die gegenwärtige Scrift, welche da? zu beſtimmt iſt, die Aufmerkſamfeit der Sandwirthe auf dieſen wichrigen Zweig der vaterländiſchen Indüſtrie zu richten, enthält nicht bloß die Reſultate meiner Erfahrung Über die Scheidung des Zuckers aus den Runkelrüben, ſondern auch die über die Kul-. tur derſelben, wenn ſie zur gedachten Fa- brifation des Zuckers und des Syrups brauch- bar werden ſollen; ſie wird alſo auch ge- ſchickt ſeyn, diejenigen, welche noch nicht damit bekannt ſeyn ſollten,. mit den noth? wendigen Borſichtigkeits-Maasregeln, über die Kultur der Runfelrübe, in Rückſicht der J3ahl des Bodens, des Düngers und der Einerndtung derſelben, hinreichend bekannt und vertraut zu machen, Endlich muß ich noch erwähnen, daß meine Anleitung zur Fabrifation des Zuckers und des Syrups aus Runkfelrüben, keineswe- ges aus demjenigen entlehnt iſt, was die Her? ren Achard, Lampadins, Juch,-Gört- ling und mehrere über denſelben Gegenſtand befannt gemacht haben: ſie gehört mir viel? mehr ganz eigenthümlich zu, wie man ſich durch eine Bergleichung meiner Regeln und Borſchriften mit denjenigen, welche Andre zu dieſer Fabrifation gegeben haben, leicht wird überzeugen können. Was meine Operationgarten noch von denjenigen unterſcheidet, welche Andre dar- über bekannt gemacht haben, iſt: x. Einfach- heit und Leichtigkeiz in allen dabey vorfom- menden Arbeiten 3; 2. Einfachheit und Wohl-- feilheit in der Wahl der Hülfsmittelz; 3. ſtete Sicherheit des glücklichen Erfolgs. Ich bedarf weder der Schwefelſäure, noch des Blutes, noc des Eiweißes, noch der Kreide, welche Andre erfordern, Ma- terien, die auf dem platten Lande nicht im- mer, und wie die“ Schwefelſäure, ſtets nur zu theuren Preiſen zu haben ſind, folg- lich einen nachtheiligen Einfluß auf die Selbſtfoſten des Produfts ausüben müſſen. mmm ZH ae] Icers|| J und 4 / p Des Syvrups| aus j| den Runkelvüben und ihrer anderweitigen Benugßung.| | | | | | U| 1 N Pr 1= Einleitung, S8 15| D:. Vorſehung hat für die unentbehrlichſten Be- dürfniſſe der Menſchen unter allen Himmelsſtrichen ſehr weiſe geſorget? einen Beweis davon giebt uns der Zucker. Oſt- und Weſtindien bieten denſel- ben im Marke des ZuFerrohrs dar; Nordameri- FXa gewinnt ihn aus dem Safte der daſelbſt ſo häu- fig wachſenden Ahornbäume; Spanien und das ſüdliche Frankreich gewinnt ihn aus dem Moſte der reifen Trauben;(auh iſt er in den mei- ſten Arten der Pflaumen, ſo wie der andern ſüßen Obſtarten, enthalten, und kann daraus dar- geſtellt werden); aber ganz Europa beſißt in der ſogenannten Runkelrübe eine gedeihliche Felds frucht, die bey einer zwe>mäßigen Kultur ſo über- aus reich mit Zucker beladen erſcheint, daß ſie den Oſt= und Weſtindiſchen Plantagen des Zuer- rohrs, ſo wenig in Hinſicht der Leichtigkeit des Anbaues, als der Ergiebigkeit der Ausbeute, nachſtehen darf, Anmerkung. Zu den Europäiſchen zuckerhaltigen Pflanzen kann keinesweges, wie man allgemein ge- glaubt hat, auch der Mais, oder türkfſher ähnliches Weſen, kei- nesweges aber einen wirklichen Zucker gausmache, aS un. FEET m. 5<.- ſondern höchſtens nur als ein Stellvertreter des währen Zuckers, wie Honig, Syrup 2c. angeſehen werden könne. S: jds Der Zud&er aus'den NRunkelrüben, in ſeinem vdllig reinen Zuſtande dargeſtellt, iſt nicht nur dem indiſchen RohzuFer in allen ſeinen ,Cigenſchaften vollfommen gleich, ſondern er iſt“auch, gleichgenem, vermögend, den höchſten Grad der Naffination an- zunehmen, ohne mehr als der indiſche Zucer da- bey einzubüßen. 63. 55 Soll aber der Zu>er mit Vortheil aus: den Runkelrüben angefertigt werden, ſo kommt es vor allen Dingen darauf an, ſolchen mit Vortheil dar- aus zu ſcheiden, und frey von den übrigen ſremd- artigen Gemengtheilen darſtellen zu können, mit denen derſelbe in den Runkelrüben verbunden war; und wie dieſes veranſtaltet werden muß, ſoll fer- nerhin ausführlich gelehrt werden; nachdem vor- her von den Runkelrüben ſelbſt, und den unerläß- lichen RüFſichten bey ihrem Anbau däsjenige er- drtert worden iſt> worauf es ganz vorzüglich au- kommt, wenn die gewonnene Rübe reich mit Zuk- Fer beladen erſcheinen ſoll. Q.:705 Hiebey kann man nicht. unterlaſſen, noch die Bemerkung hinzuzufügen, daß, wie ſolers aus den 9) ie) 40557 36547. 220 Runkelrüben; dieſe Feldfrucht noch keinesweges ſo weit erſchöpft, daß nicht ſelbſt auch der nach dem Auspreſſen des Saſtes davon übrig bleibende Rückſtand, als ein nahrhaftes Futter für das Hornvieh benutzt werden könnte, SG. 7." Aber auch ſelbſt diejenigen Landwirthe, wel- he entweder feine Neigung dazu haben, oder außerdem durch örtliche Umſtände daran verhindert werden möchten, die Fabrikation des Zuckers und Syrups aus Runkelrüben zu unternehmen, ſo lu- Frativ ſie auch, vorzüglich für die jeßigen Zeitum- ſtände ſeyn muß, werden durch den Anbau der Runkelrüben überall gewinnen, da ſolcerrübe vaman 7 FTI und Runkel genannt wird, iſt eine Spielart der Mangolds(Beta), welcher an den Mee- reöufern im ſüdlichen Europa wild wächſt, zwey- jährig iſt, und eine mehr oder weniger große Rüz benähnliche Wurzel producirt, die, wenn nicht Ne- benumſtände eine Abweichung veranlagen, reich mit ZuFer beladen erſcheint. S9. 9. Die Runkelrübe(Beta altissima) iſt die größte aller Spielarten der Mangolds: ſie erreicht oft die.Grdße eines Menſchenkopfs, und zin-Ge- wicht von 10 bis x2 Pfund. Ihr Nutzen iſt zwiefach: nemlich„um ſie den milchenden Kühen als ein ſehr nährendes Futter zu reichen, das ſie ſehr gern genießen; und, um einen dem indiſchen gleichfommenden ZuFer daraus zu ſcheiden, 66. 4604 Ausgetromtmnen, daß die Runkelrübe ſchon ſelbſt eine Spielart der Mangolds iſt, läßt ſi? ſich wie- der in vier Varietäten unterſcheiden, die in Hinſicht ihrer Qualifikation zur Verfertigung des Zu&er5 ziemlic) von einander abweichen, Zu zenen vier Varietäten gehdren: a) die durchaus weiße Runkelrübe; b). die Runkelrübe mit gelver Schaale und weißem Fleiſch; c) die Runkelrübe mit rother Schaale- und weißem Fleiſch; d) die: Runkelrübe mit rother Schaale und weißem Fleiſche, das mit rothen Ringen durchwachſen iſt, j A4 übe IE Fi Außerdem finden ſich, vorzüglich unter den leßtern, einige, die aus der Erde empor wachſen, während andere dieſes nicht thun; wobey nod) genau zu unterſuchen iſt, ob jenes Emporwachſen in einem eigenen Karakter jener Beeten beſtehet, „oder als etwas Zufälliges angeſehen werden muß. Ge 570 Wird die eine oder die andere Spielart der Runkelrübe, von der äußern ſie umgebenden Schaale befreyet, ſo zeigt das Fleiſch derſelben eine gewiſſe Härte, einen farbenloſen Saft, der in- eigenen Ge- fäßen eingeſchloſſen iſt, einen überaus ſüßen Zuk- Ferartigen Geſchma>, der aber mit einer eigenen Schärfe verbunden iſt, die man lange nicht aus dem Gaumen und dem Schlünde los wird. Gat2: Wird die Runkelrübe in kleine Stü>ke zer- ſchnitten, und dieſe an warmer Luft getrocknet, ſo verliert ſie 75 bis 80 Procent am(vjewicht, wel: nen daraus entweichen. ; N:+12, Wird die Runkelrübe einer chemiſchen Zerglie- derung auf dem naſſen Wege unterworfen; ſo laſſen ſich Zu>er, Schleimzu>Xer, Pflanzenei- weiß, ein Mehlartiges Mark, mannigfaltige ſal- zige Materie und eine faſe:ige Subſtanz daraus ſcheiden, welchen Materien überdies no eine eigene rie<ßbäre und ſcharf ſEme>ende Subſtanz beywoh- net, die in der Wärme flüchtig iſt, und als. ein eigenes äßendes Prinzipium anerkannt werden muß, BETEN 9 aman G:14, Die Schaale und das Fleiſch der Runkelrübe, ſind in ihrer Grundmiſchung bedeutend verſchieden. Die Schaale ſcheint faſt ganz aus Pflanzeneiweiß und Faſerſtoff zu beſtehen, und in ihr iſt das äßende Prinzipium, mit einem dem Lakritzenſaft ähnli- e verdunſtet wird, einen füßſcmäßigen Anbau jener Feldfrucht ganz vorzüglim ankommt. NE... 2 j Jſt es blos die Abſicht, die Runkelrüben zum Viehfutter zu bauen, ſo iſt jeder Boden dazu gleichgültig, er ſey feſt oder lo>er, ſo wie eben-- falls die Wahl des Düngers hier in keinen beſon- dern Betracht kommt; und man wird immer eines mehr oder weniger reichen Ertrags ſich zu erfreuen * haben, je nachdem der. Boden höhere oder gerinz * gere Fruchtbarkeit beſißt, wenn uur der Aer tief genug gepflügt wird, und eine mäßig feuchte Jah- reszeit den Wachsthum der- Rüben begünſtigte, WA. Iſx es aber die Abſicht die Runkelrüben zu cultiviren, um mit Vorthgil ZuFXer daraus zu be- reiten, ſo ſind Boden und Dünger nicht gleichgülz wine TE eiae tig mehr„dabey„ ſondern ſie verdienen eine ganz beſondere Berückſichtigung, wenn ein glüFliches Reſultat erzielt werden ſoll, GG. 23% Wa383-die Natur des Bodens betriſt, welcher zum: Anbau der Runkelrüben, wenn ſolche auf Zu&er benußt werden ſollen, mit möglichſter Si- kerbodens muß daher, wo man ihu haben k&un, zum Anbau der Run- kelrüäbe für die Zuckerfabrikation, jedem an- 18 | dern vorgezogen. werden.. Ein lehmiger Sandboden, oder auch ein ganz ſandiges Erdreich, gewährt dagegen, ſelbſt beym reich- ſten Dünger, nur einen ſehr ärmlichen Er- trag an Runkelrüben. Zum vorzüglichſien > Gedeihen trägt ein kalkfreicher, oder mit Kalk- mergel durchſetzte Boden viel bey. 0: 54. Nicht weniger wichtig als die Natur. des Bo- dens, iſt auch die Wahl des Düngers, mit welchem derſelbe bedünget worden iſt: denn hier lehret die Erfahrung, daß: | 2)-Runkelrüben, die auf einem Boden gewach- | ſen ſind, auf dem. ehemals Schaafhorden | ſtanden, oder der mit Shaofmiſt bedüngt | worden war, wenig oder gar keinen Zuer, dagegen aber immer ſalpeterartige Salze produziren. 2) Runkelrüben, die auf einem mit Pferdemiſt friſch bedüngten Boden gewachſen ſind, lie- fern wenig Zu&er, dagegen aber viel Salz- und ſalpeterſaures Kali, 3) Runkelrüben, die auf einem mit. Hornvieh- miſt friſch gedüngten Bodeu erzielt worden | ſind, liefern zwar Zucker, ihr Saft enthält | aber viel phosphorſaures, Aepfelſaures und ſalzſaures Ammonium, nebſt ſalzſaurem Kali beygomengt, die ſchwer daraus ge- ſchieden werden kdnnen; 4) Runkelrüben, diein der dritten Frucht, oder auf Brachland gebauet worden ſind, werden im- - mer Fleiner als die auf friſchgedüngtem Boden | || |] | | „in"ARPU erzielten, ſie ſind aber reicher an Zuerge- halt, als jene,. VS..25. Endlich ſind auch die oben genaunten verſchiee ' denen Spieiarten der Runkelrüben nicht alle gleich gut in Anwendung zu ſeen,'um mit Vortheil ZuFer daraus zu fabriciren, mögen ſie auch auf einerley Boden erzielt worden ſeyn. Was die Er- fahrung darüber gelehrt hat, beſtehet in Fol- gendem? 1) Die großte Quantität Zu>er gewinnt man aus den Runkelrüben mit weißer Saale und weißem Fleiſch. 2) Eine etwas geringere Ausbeute an Zucker g winnt man aus den Runfkelrüben mit gel- ber Schaale und weißem Fleiſch, die außer- dem noch den Nachtheil haben, daß ſie oft eine holzartige Zu>erloſe Beſchaffenheit an- nehmen. 3) Eine noch geringere Ausbeute an ZuFer ge- winnt man aus den Runkelrüben mit rother Schaale und weißem Fleiſch. 4) Die geringſte Ausbeute an brauchbarem Zud&er, liefern aber die Runkelrüben mit ro- ther Schaale und weißem Fieiſch, das in- wendig mit rothen Ringeln durchwachſen iſt, 5:26. Um die Nunkelrüben anzupflanzen, muß der Boden zweymal tief gepflügt worden ſeyn, damit die Rübe mit der langen ſpizen Wurzel, die ſie bil: det, hinreichend tief eindringen kann, ohne einen wnn 15 er merllichen Widerſtand zu finden, weil ſie ſonſt einerſeits mit der Krone zu ſehr über der Erde em- por wächſt, und andernſeits eine zu ſehr verkrüppelte Geſtalt bekommt, welches auf ihre regelmäßige Ausbildung einen nachtheiligen Cinfluß hat. O+ 27. Das Anpflanzen der Runfkelrüben kann auf drey verſchievenen Wegen verrichtet werden: a) ent-= weder durch das Ausſgen, oder. b) durch das Aus- legen der einzelnen Samenkbdrner, oder c) durc das Auspflanzen der auf einem Beete gezogenen jungen Pflanzen, FG. 99/87 Soll der Same ausgeſaet werden, ſo verrich2 tet man dieſes in der Mitte oder im Ausgang des Märzmounates, oder auch) im April, nachdem der Schnee ſich verloren, und der Froſt aus der Erde entwichen iſt. Man ſtreuet den Samen in die Furchen des tiefgepflügten Landes ſehr dünn aus, ſorgt dann dafür, daß er tief genug mit Erde be- de&t wird, und wartet nun das Emporwachſen der jungen Pflanzen ab, 6. 29.10 Wenn die jungen Pflanzen, ſo weit gediehen ſind, daß die Wurzeln die Länge eines Fingers er- reicht haben, ſo werden die überflüfigen ſo weit aus- gezogen*), daß die übrigen Pflanzen auf einen *) Na< einer Erfahrung des Herrn Staatsraths Thaer findet beym Bau der Moorrüben ein großer Unterſchied ſtatt, ob die zu di ſtehenden WENGE)| Ade G bis anderthalb Fuß von einander entfernt ſtehen bleiben, wobey man Sorge tragen muß, daß die größeſten nnd geſündeſten Pflanzen ſtehen bleiben; dagegen die ausgezogenen den Kühen-verfuttert werden können. EF, OG. 130. Soll der Same ausgelegt werden, ſo bedient man ſich dazu eines hdlzernen Sre&Xers oder Grif- fels, wit welchem ein zwey Zoll tiefes Loch. in die Erde gemacht wird, in das man ein Sawenkorn legt, worauf, wenn das Land damit beſtie>kt iſt, die Oberfläche durch eine Eage geebnet wird. Hiebey iſt es ſehr zu empfehlen, die Samenkdrner nach der Schnur anderthalb Fuß von einander zu legen, damit die aufgehenden Pflanzen regelmä- ßige Reihen bilden, um dieſe ſpäterhin, gleich den Kartoffeln, mit dem Hackenpflug vom Unfkraute zu reinigen und behäufeln zu können Auch die- net das Auslegen der Samenkörner in Reihen dazu, : die jungen Pflanzen nad) dem Aufgehen beſſer zu finden, und vom Unkraute unterſcheiden zu können. CG 308 | Wahlt man das Auslegen der einzelnen Sa- 4 menkorner, ſo iſt nmſßht zu vermeiden, daß nicht hin und wieder einzelne derſelben ausbleiben ſoll- ten, daher es rathſam iſt, in jenem Fall, ſey es * in 1 kleinen Pflanzen weggehackt, oder ausgezogen wer- den. Nutr im erſtern Fall erhalt man vollſiän- diae Moorrüben. DLOb dieſes an< auf die Run- Felrüben eine Anwendung findet, verdient un- terſucht zu werden. -“ 17= . in. einem Garten, oder auf dem Aker, eine Por- tion Samen zu gleicher Zeit auszuſaen, um dieje- nigen Pflanzen, welche nach dem Steen ausge- blieben ſind, durch die zu gleicher Zeit herange- wachſenen jungen Pflanzen auf dem Samenbeete, erſetzen und nachpflanzen zu können, weil ſonſt viel Terräin verloren gehen würde, Gs 33: Will man überhaupt das Pflanzen der Run- kelrüben vorziehen, ſo iſt es zu empfehlen, in einem Garten, ja ſelbſt wohl auf einem Miſtbeete, im Monat März, ſo früh es ſich immer thun läßt, eine Partie Samen nicht zu die auszuſäen, da denn in der Mitte, oder gegen Ausgang des Mays,- die jungen Pflanzen ſo weit emporgewachſen ſind, daß ihre Wurzeln die Die einer ſtarken Federpoſe erkennen laſſen, in welchem Fall ſolche nur zum weitern Verpflanzen geeignet ſind, Ö- 33+ Um jene jungen Beeten nun zu verpflanzen, muß das dazu beſtimmte Land im Ausgang, des Mays, oder im Anfang des Junius, hinreichend tief gepflügt worden ſeyn. Man ziehet hierauf die jungen Pflanzen mit Hülfe eines Spatens derge- ſtalt aus ihrem Mutterlande aus, daß die Spitzen der Wurzeln nicht verletzt werden, wählt die grdß- - ten und geſundeſten Pflänzchen aus, ſchneidet die Blätter, ohne die Krone der Pflanze zu verletzen, bis einen halben Zoll vou derſelben entfernt ab, und pflanzt ſie nun Reihenweiſe 15 bis 18 Zoll von"einander entfernt, gleich den Kohlpflanzen, B; .. 18--- aus: wobey es rathſam iſt, das Auspflanzen ent- weder gleich nach einem ſtatt geſundenen Regen, oder zu einer ſolchen Zeit zu veranſtalten, wo man die ſichere Erwartung haben kann, daß bald dar- auf ein Regen erfolgen wird. Jm entgegengeſeß- ten Fall müſſen die jungen Pflanzen mittelſt einer Gießkanne angegoſſen werden, um gehvrig zu be- Fleiben, und ihre Begetation in dem neuen Boden fortſezen zu können,; 6. 34: Nach der Erfahrung des Herrn Staatsraths Thaer, bedient man ſich beym Verpflanzen der jungen Nunkelrüben mit vielem Vortheil eines .- Breyes aus geſchlemmten Lehm mit Miſtjauche und Waſſer bereitet,'in welchem man diz jungen Pflanzenwurzeln, ſo wie ſie ausgezogen und in Büſchel zuſammen genommen worden ſind, ein- taucht, welches eine ungemein günſtige Wirkung leiſtet, und das Angießen unndthig macht; die feinen Wurzeln werden dadurch inkruſtirt, vor der Einwirkung der Atmosphäre geſichert, und ziehen ihre erſte Nahrung daraus an, eine Verfahrungsart, die auch fär alle übrige verpflanzte Feldfrüchte mit Nutzen angewendet werden kann, S. 35+ Da indeſſen bey alledem nicht verhütet werden kann, daß nicht demohngeachtet hin und wieder einige Pflanzen nachbleiben ſokten, ſo muß auch in dieſem Fall ein Pflanzbeet vorräthig gehalten werden, aus welchem die ausgegangenen Pflanzen “zur rechter Zeit erſet werden können. 8. we DD ies +1 M8 36. Ziehet man das Auspflanzen*der Runkelrüben den übrigen Methoden vor, ſo gehet man zwar ſehr ſicher, weil man es in der Gewalt hat, nur lauter geſunde Pflanzen auswählen zu können: da äber beym Verpflanzen derſelben vom Beete in den Aer, allemal eine Periode der Krankheit eintritt, ſo bleiben die Pflanzen in der Vegetation zwar denjenigen nach,.die aus den ausgelegten Samen- Förnern emporgewachſen ſind, und man hat in dieſem Fall eine ſpätere Erndte zu gewärtigen. Dieſem Nachtheil kann aber dadurch ſehr leicht ab- geholfen werden, wenn man den Samen ſchon im Februar in ein mäßig warmes, oder auch nur in. ein kaltes Miſibeet ausſaet, wodurd) man in den Stand geſeßt wird, das Verpflanzen der jungen Rüben ſchon im Monat April veranſtalten zu kön- nen, wodurch ſie Zeit genug gewinnen, mit den erſt ſpäterhin ausgelegten Samenkdrnern emporge- wachſenen, zu gleicher Zeit ſich ansbilden zu können.. GS. 37. Da das Emporwachſen des Unkrautes zwiſchen den Runkelrüben-Pflanzen ihrem Gedeihen ſehr nachtheilig iſt, ſo müſſen ſie von Zeit zu Zeit von demſelben befreyet werden. Dieſes geſchiehet ent- weder mit einer flachen HaXe, oder dem Haden- pflug; ſo wie es ſehr empfehlungswürdig iſt, bey der mehrern Ausbildung der jungen Runkelrüben, ſolche zwey: bis dreymal zu beha>en, vorzüglich, wenn ſie ein beſonderes Beſtreben erkennen laſſen, die Krone ſtark über der Erde empor zu heben, BZ SEE 1 c WIIA 0 5: 43% « Wenn das Kkaut ſehr groß wird, und ſich bedeu: tend auszubreiten beginnet, ſo können die Rüben ohne Gefahr für den Zu>erertrag, oder ihre ſonſtige Ausbildung, ein bis zweymal abgeblatet werden, wenn man nur Sorge trägt, daß keine Verleßung der Krone, oder des Herzens, dabey begangen wird. Die Blätter gewähren ſowohl grün als ges tro&net, eine reichliche und Fraftvolle Nahrung für das Hornvieh, ſo wie ſie im getroneten Zuſtande zu einem ſchlechten RauchtabaF verarbeitet wer? den konnen, S. 39+ Da weder Erdflöhe, noch andere Feinde, bey den Runkelrüben Eingang finden, mit denen man bey den Kohlarten, ſo wie bey den weißen- oder Waſſerrüben zu kämpfen hat; ſo gewährt der An- bau der Runkelrüben faſt ſtets einen ſehr glü>- lichen Ertrag. Dritter Abſchnitt, Von der Erndte und dem Aufbewahren der Runkelrüben. , 6. DO Die Runkelrübe erreicht ihre vollkommene Aus- bildung, und mit derſelben ihre Reife, im Anfang bis zur Mitte des Octobers, oft auch erſt in der Mitte ves Novembers. Da indeſſen im Novem-- ber gemeiniglich ſchon bedeutende Nachtfröſte ein= -. 91== zutreten pflegen, ſo iſt es um ſo mehr rathſam, mit dem Einerndten der Runkelrüben ſchon gegen die Mitte des Octobers, auch wohl noch früher zu beginnen, weil einerſeits Nachtfröfte denſelben leicht ſchaden, und ſie zur Fäulniß disponiren, an- dernſeits aber für die Zuerbereitung es gar nicht nachtheilig iſt, wenn die Runkelrübe nicht ihre vollkommenſte Reife erhalten hat, weil eine län- gere Dauer in der Erde, wie ſolches die Erfahrung bewieſen hat, ihren ZuFergehalt in keinem Be- tracht vermehrt, Ge 47% Um die Runkelrüben einzuerndten, werden ſolche, gleich den Kohl= und Waſſerrüben, ſey es mittelſt Spaten, oder mittelſt HaFen, aus der Erde herausgenommen, auf Haufen geworfen, und dann eingefahren. Um aber zu verhindern, daß zu viel Erde an den Rüben kleben bleiben kann,'iſt es noth2 wendig, zu ihrem Aus8heben eine tro>ene Witte- rung auszuwählen, weil ſie ſonſt ſchwer von der anklebenden Erde zu befreyen ſind, WEF LIEN Sind die geerndteten Runkelrüben eingefah- ren, ſo werden ſie auf einer Scheuntenne, nicht zu hoch, übereinander geſchüttet, und zwar ſo, daß ſie von allen Seiten von- der Luft beſtrichen werden können, um ihre Oberfläche mäßig zu tronen, und ſie von der noch anklebenden Erde deſto leich- ter befreyen zu können. S7 432 Sind ſie hinreichend abgetronet, ſo werden ſie mittelſt einem Kraßbeſen von der daran. kle- B 3 ams 22 emen er, benden Erde nach Möglichkeit befreyet, hierauf die zarten- Wurzelnfaſern ſo wie- die Krone mit einem Meſſer abgeſchnitten, und die ganz kleinen verfrüppelten, oder wohl gar mit StofleXen durch- ſezten Stücke, zurüFgeworfen, um ſolche zuſammen dem Vieh zu verfuttern, S. 44. Um hingegen die zur Zuerfabrikation ausge» wählten und nach der beſchriebenen Weiſe gerei: nigten Runkelrüben aufzubewahren, bedient man ſich dazu entweder gut gewölbter, troner ,.lufti/- ger Kellerräume, oder wenn man dieſe nicht, we- nigſtens nicht in der erforderlichen Anzahl haben kann, macht man an tronen, nicht dem Empor» ſteigen des Grundwaſſers ausgeſeßzten Stellen, ſechs bis acht Fuß tiefe, zwdlf Fuß lange und ſechs Fuß breite Gruben in der Erde, ſchichtet die Runkel: rüben in denſelben, ohne-irgend ein Zwiſchenmit» tel, lo&er übereinander, bedeFt die Gruben erſt mit hölzernen Brettern, hierauf mit Stroh, und als2 dann mit einer zwey Fuß hohen DeFe Strohrei- , hen Pferdemiſt, unter welchen Umſtänden die »Runkelrüben ſich ſehr gut anfbewahren laſſen, und ſelbſt bey der ſtrengſten Kälte: vor dem Erfrieren geſchüßt bleiben, aaeh I Ler | | | GRETE EE TEE Anmerkung, Dieſes Aufbewahren der Runkelrüben in Gruben iſt indeſſen nur dann vorzüglich anzuwens- den, wenn es die Noth erforderlich macht, und keine hinreichende Keller zu deren Aufbewahrung vorhan- den ſind. Beſſer bleiben dazu aber immer die Kel- ler, weil beym Aufbewahren der Runkelrüben in der Erde oft eine Fäulniß derſelben eintritt. 6. 45- Was den Ertrag der Runkelrüben betrift; ſo iſt dieſer ſich nimmt immer gleich. Wer ſolche in friſch gedüngtem AFXer bauer, um ſie als Futter für's- Rindvieh zu gebrauchen, kann wenigſtens für den Magdeburger Morgen, zu 180 Rheinlän- diſchen Quadratruthen, 105 bis 120 Berliner Seſſel, auch wohl noch mehr in Anſchlag bringen. Anmerkung. Na< den Erfahrungen des Herr Staatsraths Shaer, können vorzüglich von der vo- then Runkelrübe bis 240 Centner oder Scheſfel für den Magdeburgſhen Morgen erzielt werden. Hier hat man indeſſen beſonders die gelben und die wei- ßen Runkelrüben als die tauglichſten zur Zuerfa- brikation vor Augen gehabt, welche beyde Spielartett allerdings einen geringern Ertrag liefern. 9. 46, Wer hingegen die Runkelrüben im ſandigen Lehmboden in der Brache bauet, um ſolche zu>er- reich zu-erhalten, und zur Fabrikation des Zu>ers zu benußen, der erhält zwar zu&erreichere, aber nur kleinere Rüben, und muß ſich mit 80 bis 100 Schefſel für den Magdeburger Morgen begnügen, welches, da der Berliner Scheffel jener Rüben im Durchſchnitt 1 10 Pfund zu wiegen pflegt, 80 bis 100 Centner gleich kommt. Anmerkung, Nah des Herrn Staatsrath Thaers - Erfghrung, wachſen auf eine Ouadratruthe füglich 80 Srück Runkelrüben, folglich auf einen Magdebur- ger Morgen 14,400 Stücke, welches, wenn die klei- nen Stücke im Durchſchnitt zu ein Pfund angenom- men wird, 14000 Pfund, oder auf 13x Centner be- tragen würde, man hat aber auch, hier nur die kleinfie Ausbeute annehmen wollen. B 4 | | | | --“ 24= Vierter Abſchnitt, Von den Maſchinen, Geräthſchaften und Hülfsmaterialien, zur Fabrikation des Zuk- kers aus Runkelrüben, S. 47+ Soll die Verarbeitung der Runkelrüben auf. Zu&er und Syrup begonnen werden, ſo müſſen die erforderlichen Maſchinen, Geräthſchaften und Hülfsmaterialien vorhanden ſeyn, ſo wie ein zwe- mäßiger Raum, in dem die Bearbeitung des Gan- zen veranſialtet werden kann. S- 484 Zu dem Raum, in welchem die Arbeiten ver- anſtaltet werden ſollen, muß billig ein ſolcher ge- wählt werden, in demaman beym Eintritt ſtrenger Kälte kein Erfrieren der Rüben oder des daraus gepreßten Saftes zu befürchten hat, weil ſonſt die Yrbeiten leicht unterbrochen werden, und die kur- ze dazu vorhandene Zeit, ohne Nußen verſchwen» det wird.;, 8. 49: Kann man einen gehdrig hellen gut gewölbten Kellerraum dazu in Anwendung ſeen, der auch bey einfallender ſtrenger Kälte vor derem Eindrange geſchüßt bleibt; ſo iſt dieſer am allergeſchiFteſten dazu. Im entgegengeſetzten Fall muß aber ein ſolcher Raum gewählt werden,- der eatweder durch den Betrieb anderer Gewerbe in denſelben hinrei- ers und des ' Syrups nothwendig erfordert werden, ſo gehdren - dahin: L) Der Reibe- oder Zerkleinerungs= Apparat. Seine Einrichtung ſoll fernerhin näher bes ſchrieben werden. 2) Eine Vorrichtung zum Waſchen der Rüben,. bevor ſolche zerkleinert werden können, um alle anklebende erdige Theile, vollkommen davon hinwegzuſchaffen. 3) Eine einfache Preſſe, welche geſchi>t iſt, die Quantität des Rübenbreyes in eben der Zeit gleichmäßig auszupreſſen, in der ſelbi- ger von dem Reibeapparat gewonnen wird, weil ein langes Stehen deſſelben, im nicht ausgepreßten Zuſtande, ſolchen leiht zur Saurung disponirt. 7 4) Eine Klärungspfanne, am beſten aus Kupfer gearbeitet, welche zum Klären des gewon- nenen Saftes beſtimmt iſt, 5) Zwey Abdunſtungs- Pfannen, gleichfalls von Kupfer, in welchen der geklärte Saft zum dünnen Syrup abgedunſtet wird. 6) Ein paar große Schaum- Kellen, von ver? zinntem Eiſenble<, um den geklärten Saft damit abſchäumen zu können. 7) Ein hölzerner Seigerbottich mit. doppel- tem Boden, wovon der obere durchlöchert B 5 8) wines MD: woman ift, wie man ſolchen in den Bierbrauereien anwendet, um den Schaum darauf vollends abtröpfeln zu laſſen. Mehrere hölzerne Fäſſer oder Klärungs-Bot- tiche, die die Form eines an der Spiße abge- ſchnittenen Kegels beſißen, und ſenkrecht an der äuſſern Seite herab mit hdlzernen Zapfen oder Hähnen verſehen ſind, um den in ſel? bigen geklärten Saft vom Bodenſatz klar abziehen zu können. Verſchiedene gröſſere und kleinere hölzerne Spate! zum Umrühren. Verſchiedene Seiherücher und Spitzbeutel von Leinwand und Flanell, Eine hinreichende Anzahl flache irdene Schaa- - len, um den Syrup darin zur Kriſtalliſation 12) 33) 14) zu disponiren, jede 3 Zoll tief, uud 3 5 Zoll im Durchmeſſer. 7 ZuFerhutformen mit irdenen Unterſeßge- faßen, um den gewonnenen Zu>ker darin, durch das Deen mit Thon, von dem anfkle- henden Syrup und SchleimzuFer zu befreyen, Eine Heißkammer, in der das Abdunſien ves Syrups zur Kriſtalliſation, durch gehd- rige Heizung veranſtaltet wird. Wagen und Gewichte von verſchiedener Größe. S. 51. Was die nothwendigen Hülfsmaterialien be- trift, ſo werden von ſelbigen erfordert 1) guter reiner gebrannter Kalk, oder zu Kalk gebrannte Kreide, zum Klären des Saftes. L] -. 27= 2) Abgeſanete Milch, zum Reinigen des ge- klärten Saftes. 3) Ein guter eiſenfreier magrer Thon, zum Deen des Zuckers in'den Formen. SEE Was den Klär=Keſſel betrift, ſo kann der- ſelbe in einer länglicht viereFigen kupfernen Pfanne- beſtehen, die 5 Fuß lang, 4 Fuß tief, und 3 Fu breit iſt, folglich eine Maſſe von 60 KubiFfuß Saft aufzunehmen vermag; auch kann hiezu eine jede Braupfanne oder ein anderer Keſſel, der in einer Oekonomie- Anſtalt vorräthig iſt, gebraucht wer- den, nur muß der Feuerraum dazu ſo vorgerichtet ſeyn, daß die möglichſte Erſparung im Brennma- terial ſtatt findet. Ge 53» Was die Verdunſtungs-Pfannen hbe- trift, ſo müſſen dieſe ſo flac< als möglich ſeyn. Man thuet wohl, wenn man ſich kupferne Pfannen zu dem Behuf anfertigen läßt, die 4 Fuß lang, 3 Fuß breit, aber nur 15 Zoll tief; oder auch 3 Fuß lang, 3 Fuß 9 Zoll breit, und 11 Zoll tief ſind.- Können ſolche innwendig verzinnt ſeyn, ſo iſt es doch beſſer. Bey jenen Dimenſionen gehet die Abdunſtung ſehr ſchnell von ſtatten, wenn auch das Fluidum in der Abdunſtungs- Pfanne gar nicht einmal im Kochen, ſondern was beſſer iſt, nur dem Siedepunct nahe erhalten wird. = 23= Fünfter Abſchnitt. Von der Verarbeitung der Runkelrüben auf Zucker. C.“.54. Wenn die Verarbeitung der Runkelrüben auf Zu&er, mit einem glülichen Erfolg, veranſtaltet „werden ſoll, ſo iſt vor allen Dingen in Erwägung zu ziehen, daß ſolche, gleich nach ihrer Cinerndtung, und von da an, bis hd<ſtens zum Ausgang des Januars geſchehen muß: weil die Erfahrung ge- lehrt hat, daß mit dem Eintritt des Februars, die Grundmiſchung der» Runkelrübe eine ſo wichtige Veränderung erleidet, daß der kriſtalliſirbare Zu>er darin nach und nach immer mehr vermindert, und in die Beſchaffenheit des Schleimzu>ers übergeführt wird, ſo daß man nun die Verarbeitung derſelben auf kriſtalliſirten Zu>er, nicht ohne die wiedrigſten Umſtände, und immer nur mit einem überaus precairen Reſultat unternimmt; eine auf Erfahrung gegründete Wahrheit, die demjenigen, der ſich mit der Fabrikation des Zu>kers aus den Runkelrüben beſchäftigen will, nicht ernſtlich genug an das Herz gelegt werden kann.: ; 8. 35-+ Die Verarbeitung der Runkelrüben zu Syrup und Zucker, zerfällt in mehrere einzelnen Opera- tionen, dahin gehdren 2) das Waſſen der Run- kelrüben, 2) die Verkleinerung derſelben auf dem Reibeapparat, 3) das Auspreſſen des Saftes aus dem Runkelrüben- Brey, 4) die Scheidung des =- 2= Saftes von dem Pflanzeneiweiß, 5) die Reinigung deſſelben durc gebrannten Kalk, 6) die Klärung des durch Kalk gereinigten Saftes auf dem Klär- bottich, 7) die Behandlung des klaren Saftes mit abgerahmter Mild), 8) das Abdunſten des klaren Saftes zum dünnen Syrup, 9) die Scheidung des dünnen Syrups vom Apfelſauren Kali, I0) die Abdunſtung des Syrups zu ZuFer, 21) das Fül- len des abgedunſteten Syrups auf die Zu&erhut- formen,' 22) das Abtropfen des liquiden Syrups von dem erſtarrten ZuFXer, 33) das Deen des erſtarrten Zukers mit Thon, 14) das Abdunſten des abgefloſſenen Syrups, zur neuen Kriſtalliſation, a) Das Waſchen der Runkelrübeit. VZ"50: Wer nur im Kleinen arbeitet, kann'das Wä- ſchen der Runkelrüben, um ſolche von der ankle, benden Erde und andern Unreinigkeiten zu befreien, in. einer hölzernen Wanne verrichten, indem ſie darin mit kaltem Waſſer übergoſſen, mit einem Be- ſen gut darin herumgearbeitet, und denn ſo.oft mit Waſſer abgeſpület werden, bis ſie von allen an- klebenden Unreinigkeiten befreyet ſind, wobey man Sorge trägt, die Krone vorher ſo. weit abzuſchnei- den, als ſie holzig iſt, ſo wie die etwa in den Rü- ben befindlichen StoFfleXe auszuſchneiden. Wer hingegen vim Großen arbeitet und täglich 30 bis 40 Scheffel Runkelrüben reinigen will, der kann ſich des Waſchapparates bedienen, der ſpäterhin näher beſchrieben werden wird, 309 b) Die Verkleinerung der gewaſchenen Runkelrüben, GS, 1507: Wer nicht im Beſiß eines ſchiklichen Reibeap2 parates iſt, und etwa Verſuchtweiſe, nur im Klei- nen arbeiten will, der kann ſich mit glücklichem Er- folg eines gewdhnlichen, nur im großen ausge- führten Reibeiſens von, Eiſenbley bedienen, wel- t, auf welches nun der Brey ge- bracht wird. Man bede&>t den Brey hierauf aber- . mals mit Leinwand, auf die man eine dünne Lage Srroh legt, ſeßt alsdann den Preßdec>el darauf, und verrichtet das Anspreſſen durch einen anfangs -. 32== | ganz ſcſtändige Maſſe ſo tro>en wießemöglich in dem Preßtuche zurückbleibt, 9 63+ Die Quantität des Saftes, den man äus einer gegebenen Maſſe der Runkelrüben gewinnt, iſt ſich nicht immer gleich. Zuweilen beträgt die Maſſe des Saftes für einen Centner der Runkelrüben 15, zuweilen x 8, zuweilen 20, ja zuweilen ſelbſt bis 24 Berliner Quart, das Quart dem Umfange von 2x. Pfund Waſſer gleich geſetzt: welche Differenz in der Saftausbeute, gemeiniglich von der feuchten oder tro&nen Witterung, ſo wie von der Lage des Bodens abhängig iſt. 9. 64+ Der nach dem Auspreſſen gewonnene Saft, zeichnet ſic) gemeiniglich durch eine mehr oder weniger trübe Beſchaffenheit aus, ſeine Farbe iſt graugelb, ſein Geſchma>, wenn die Runkelrüben von guter Beſchaffenheit waren, ſehr ſüß, er iſt klebrig, wenn er an den Fingern auftroFnet, und immer hinterläßt er, wenn man etwas davon ge- nießt, im Schlunde einen unangenehmen brennenz= den Reiz. 1 a) Sheidung des Saſtes vom Pflanzeneiweiß. 9%, D5. Die getrübte Beſchaffenheit des Runkelrüben- ſaftes, iſt eine Folge des natürlich darin gelbßten ; Pflan- Pflanzeneiweißes, oder des ſogenannten Eiweißſtoffes, eine dem Weißen der Hünereier ſchr analogen Subſtanz,* Um den Saft davon zu ſcheiden, iſt es hinreichend; ihn nach und nach bis zum. gelinden Sieden zu erhißen, wobey die Ei- weißartige Subſtanz gerinnt, ſich in Form eines weißgrauen' Schaumes auf die Oberfläche wirft, und nun mittelſt einer Schaumkelle, von, dem darun- " ter befindlichen ſich geklärten Safte, abgenommen werden kann, 5. 66. Jene Ausſcheidung des Pflanzeneiweißes, iſt eine ver wichtigſien Operationen für die Zuckerfabri- kation, ſo einfach ſie auch iſt, Um ſie mit gläd- lichem Erfolg zu veranſtalten, bringt man den Runkelrübenſaft, in abgemeſſener Quantität, auf den Klärkeſſel(9. 52.) erhist denſelben nach und nach bis zum Sieden, und nimmt den geronnenen Eiweißſtoff in eben dem Maaße mit der Schaum- kelle ab, als er ſich.bildet, wobey man das gelinde Sieden des Saftes ſo lange fortſetzt, bis zuletzt kein Ciweißſtoff mehr aus demſelben heraus gewor- fen wird, und der Saft eine. mehr geklärte Be- ſchaffenheit angenommen hat. Jenes Pflanzen-. eiweiß ſcheidet ſich nicht nun hiebey ſelbſt aus, ſoh- dern es reißet zugleich eine Quantität andere fremd- artige Unreinigkeiten mit ſich fort, die dem Safte beygemengt waren, und eben dieſe ſind es auch, - die dem geronnenen Weſen die graue ſcen verſchwinden, und eine vollig gleichförmige Flüſſigkeit hervorgebracht wird, welche nun mit dem kalten Safte recht gut untereinander gerührt wird. Iſt dieſes geſchehen, ſo wird nun Feuer unter den Keſſel gemacht, und der Saſt 'nach und nach zum Sieden erhißt. DNiebey er- folgt die Gerinnung der Milch, und die neue Klä- rung des Saftes, der denn durch einen Spißbeutel von Flanell oder Moltom gegoſſen wird, um ihn von den geronnenen Theilen vollkommen zu be- freyen. C4 -- 40== 6. 82. Sollte es jemanden gefällig ſeyn, den Saft, vor dem Zuſaß der Milch, erſt nod) mit Kohle zu reinigen, welches auf ſeive größere Reinheit einen entſchiedenen wohlthätigen Einfluß hat, ſo kann auch dieſes geſchehen. Man bedient ſich zu dem Behuf einer vollkommen gut ausgeglüheter Kohle, die, wenn ſie entzündet wird, nur glimmt, ohne mit einer Flamme zu brennen, im gröblich gepul= verten Zuſtande, Am beſten iſt es, eine Kohle von einem leichten Holze, z. B. Lindenholz, Pap» pelholz, Fautbaumholz 26. 2c. dazu zu wählen. Man ſeßzt dem Safte für jedes Quart 2, au< wohl :3 Loth jenes Kohlenpulvers zu, rührt ſelbiges mit dem Safte wohl untereinander, und kochet den Saft eine Stunde lang damit, worauf derſelbe durchgegoſſen wird> um ihn erkalten zu laſſen. 9. 83. Die Kohle hat die Eigenſchaft, dem Safte allen Geruch und fremdartigen Geſchma> zu ent= ziehen, wenn ſie ihm beywohnen ſollten, aber es bleiben auch zarte Stauhtheile der Kohle mit ihm verbunden, die durch kein Filtriren daraus geſchiez "den werden können. Wenn nun aber der erkaltete Saft in dem vorher(5. 81.) angegebenen Verhältniß mit der äbgerahmten Mild) gemengt, und zum Sie- den erhitzt wird, ſo werden auch die feinſten Staubtheile daraus' hinweggenommen, und der Saft bleibt vollkommen klar zurü>&, und kann nun,, mittelſt abermaligem Durchgießen, durch einen Spißtzbeutel von Flanell oder Moltom, von allen ge- ronnenen Theileu vollkommen befreyet werden, -- 41==> h) Abdunfien des durch die Milch geklärten Saſteh zum dünnen Syrup- NE 40.4827, So vorbereitet, iſt nun der Runkelrübenſaft geſchi>t, um zur Konſiſtenz eines dünnen Zuer- reichen und vollſchme&enden Syrups abgedunſtet zu werden.- Zu dem Behuf wird nun die flachere Abdunſtungspfanne(HL. 53.) bis auf den Raum von zwey Zoll von der Oefnung an, mit dem klaren Safte gefüllet,"und die Verdunſtung deſſelben ſo langſam wie möglich veranſtaltet, ſo daß der Saft nicht zum Sieden kommt, ſondern nur bey einer Temperatur von 69 bis 70 Grad Reau- müre erhalten wird. So wie der Saft allmählig verdunſtet, wird der abgedunſtete durch neu hinzu- gegoſſenen Saft erſet, und mit dieſer Arbeit ſo lange fortgefahren, bis der ganze Saft die Konſi- ſtenz eines in der Kälte ſehr dünnflüſſigen Syrups angenommen hat, GS. 85+ Um jene Konſiſtenz nicht zu überſchreiten, iſt es rathſam, mit einem Löffel von Zeit zu Zeit eine Probe des abdunſtenden Saftes aus der Pfanne heraus zu nehmen, und ihn in einer Theetaſſe er- Falten zu laſſen. Das Umrühren des Saftes muß während dem Abdunſten deſſelben möglichſt ver- hütet werden, auch muß man ſehr Sorge tragen, daß die Flüſſigkeit nie ins wirkliche Sieden kommt, weil ein gewaltſames Sieden die nacer. Ne DE 3. Um den ſo weit zubereiteten dünnen Runkel- rübenſyrup nun zum Rohzucker zu verdunſten, be- darf es.des(F. 50. 8.) gedachten Abdunſtungs- Zimmers, Hiezu kann jede gewohnliche Stube ein- gerichtet werden, nur iſt es nothwendig, darauf Rückſicht zu nehmen,. daß ſolche ſo helle als mdglich iſt, und ſo wenig wie wöglich mit Wärme leitenden Materien umgeben iſt, um mit dem möglichſt klein- ſien Aufwand von Brennmaterial, die möglichſt höchſte Temperatur darin zu veranlaſſen, und zu unterhalten. 57 0T. Am beſten bedient man ſich dazu eines maſſiven länglich viere>igen Zimmers,-daß, um die Wärme darin möglichſt zurück zu halten, inwendig mit Brettern ausgeſchlagen ſeyn kann. Der innere Raum deſſelben wird mit Realen ausgeſeßt, die bloß von ſtarken hölzernen Latten angefertiget ſind, damit die Böden der Abdunſtungs- Gefäße frey von der erwärmten Luft beſtrichen werden kdn- nen. Die Einrichtung dieſer Repoſitoria muß in- deſſen ſo angelegt werden, daß man.von allen Seiten bequem zu ſelbigen hinzukommen kann, %...02, Innerhalb des Zimmers, nicht weit vom Fuß- boden an, wird ein maſſiver heizbarer Feuerkanal an- gelegt, der aus Steinen aufgemauert, oben aber mit Platten von gegoſſenem Eiſen belegt iſt, um die Hiße durch derſelben leicht in das Zimmer zu leiten, ohngefehr in derſelben Art, wie dergleichen Feuer- Kanäle in den Treibhäuſern angelegt zu wer- den pflegen. Iſt das Zimmer ſehr groß, ſo müſſen auch wohl zwey dergleichen Feuer= Kanäle darin angebracht werden, um nie Mangel an der erfor- derlichen Temperatur zu erleiden. S. 93» Zu den Abdunſtungsgeräthſchaften bedient man ſich am beſten irdener(ß. 50. 11.) Scaalen, die im Lichten nur 23 bis 3 Zoll tief ſind, deren Durchmeſſer hingegen 12 bis 1 5 Zoll betragen kann. Sie ſind entweder von grauem Steingut gebrannt, oder man bedient ſich dazu dergleichen Schgalen von Sauitätsgut. GS. 94- Nachdem uun dieſe Schaalen auf den dazu be- ſtimmten Repoſitoriis placirt ſind, werden ſolche bis auf einen halben Zoll vom Rande mit dem fer- tigen dünnen Syrup angefüllt, und nun das Zim- mer ſo weit erhißt, daß ein in der Mitte deſſelben aufgehängter Thermometer, ziemlich) gleichförmig, beſtändig 40 Grad Reaumüre erkennen läßt. NG 05. So behandelt bleiben nun die Schaalen ſo lange fuhig ſtehen, bis man bemerkt, daß auf ihrer Ober- fläche eine die kriſtalliniſche Kruſte von Zu>er ge- bildet worden iſt; iſt dieſes der Fall, ſo wird die Rinde mittelſt einer hblzernen Spatel niedergeſtoßen, und mit dem übrigen flüſſigen Syrup recht wohl * untereinander gerührt, Wenn ſich nach einigen . Tagen eine neue ZuFerkrufte gebildet hat, ſo wird dieſe abermals niedergeſtoßen, und mit dem flüſſi- gen Syrup untereinander gerührt, und ſo fährt man mit dieſer Operation ſo, oft fort, bis die ganze Maſſe in der Schaale, einen körnigt kriſtalliniſchen Zuſtand angenommen hat. 1) Auffüllen des abgedunſtreten Syruyps auf die ZyGerhuthform« 9. 96. Sſt jenes der Fall, und zeigt eine Probe, die man herauenimmt die Eigenſchaft, in der Kalte vdllig zu erſtarren, ſo nimmt man eine Schaale nach der andern ab, ſett ſie auf die Oherfläcye des Feuer= Kanals, und unterhält ſie unter dfreren Um- rühren darüber ſo lange, bis die ganze Maſſe wieder flüſſig geworden iſt, worauf ſie in eine dazu vaſſende ZuFerhuthform(HZ. 50. 12.) ausgegoſſen wird, nachdem vorher die ſpize Oefnung der Form, mit einem dünnen Stöpfſel oder auch mir etwas Papier, zugeſtopft worden war; auch iſt es ſehr zu empfeh- len, vor dem Ausgießen der Zu>ermaſſe, etwa ein Ouentcer in die Spiße der Form zu ſtreuen, weil dadurch das Berſchließen derſelben verhütet, und das Abfließen des Syrups alsdann begünſtigt wird. 8...97.| So wie eine Form nach der andern, auf dieſe Weiſe mit dem in der Kälte erſtarrbarea Syrup an- gefüllet worden iſt, wird ſie am Fußboden des ge- heizten Zimmers ſenkrecht hingeſtellt, und ſo lange ſtehen gelaſſen, bis die ganze Zu>ermaſſe in der- ſelben erſtarret iſt, welches nach einem Zeitraum von 16 bis 24 Stunden allemal erfolgt, ß. 98- So wie die Kriſtalliſation der wieder flüſſig gemachten Zu>kermaſſe aus den Abdunſtungs- Schaalen in die Formen geſchehen iſt, werden die leeren Schaalen wieder auf den Repoſitoriis pla- cirt, aufs neue mit dem flüſſigen Syrup angefüllet, und ſodann deren Abdunſtung, ganz nach der nehm- ilchen Weiſe veranſtaltet, wie ſolches vorher angezeigt worden iſt, mit welcher Arbeit ununterbrochen fortgefahren wird. m) Abtröpfeln des noker daraus als eine hellbraune ſehr porröſe Maſſe, dagegen die noch übrigen Theile des Syrups und des Schleimzuc>kers zwiſchen den Kriſtallen hängen bleiben. Um dieſe Ausſonderung des Zucers gehörig zu begünſtigen, iſt es daher nothwendig, die mit dem kriſtalliſirten Syrup ge- füllte ZuFerformen nicht gleich an einem kalten » Ort zu bringen, weit ſonſt keine Kriſtalliſation er- folgen, ſondern alles in eine zähe klebrige Maſſe übergehen würde; dahingegen, wenn die Formen im untern Raume, der Heißkammer plazirt wer- den, deſſen Temperatur grade hinreichend iſt, die Friſtalliſirbare Ausſonderung der Zu>ertheile von dem eee 48 aun noch übrigen Syrup und Schleimzu>er zu veran- laſſen, ſo ſcheidet ſich der Zu>er,- ohne daß dieſe klebrigen Theile genau damit gemengt bleiben. CG. LOO: Werden nun die Spißen der ZuFXerhuthformen gedfnet, und die Formen ſelbſt, mit ihren Spitzen, in die dazu erforderlichen irdenen Unterſatzgefäße (FS. 50. 12.) placirtz ſo fließt ein brauner Syrup dar- aus ab, und der in den Formen zurückbleibende Zu&er, . nimmt eine immer feſtere Konſiſtenz, und eine hellere Farbe an, ſo wie auch ſein Geſchma> immer rei- ner zu werden beginnet. m) Deen des ZuFers mit Thon, S. I01. Wenn das Abfließen des braunen Syrups aus ven Formen nachläßt, oder wenn er nurnoch in gerin- gererMenge abſließt, ſo ſchreitet man nun zumDe&en des erſtarrten porrdſen Zuckers mit feuchtem Thon, Der hiezu ſchi&licde Thon muß weiß ſeyn, ſich im Feuer nicht roth brennen, und eine etwas magere Beſchaffenheit beſizen, ſo daß ſelbiger das Waſſer leicht durch ſich hindurch ziehen läßt. SR T.O02« Hat man einen ſolchen Thon zur Hand, ſo wird er mit Waſſer erweichet, von allen darin befindliz hen Steintheilen befreyet, und wenn er die Konſi- ſienz eines ziemlich ſtarken Breyes angenommen hat, der kein Waſſer mehr austropfen läßt, ſo wird nun eine anderthalb bis zwey Zoll hohe'De>e dieſes Breyes auf die Oberfläche der erſiarreten und vom maar 49 Fag vom Syrup abgetröpfelten Zu>ers getragen, nach? dem deſſen Oberfläche mit einem Meſſer gehdrig geebnet worden iſt: in welchem Zuſtande nun die Form in einen kühlern Raum gebracht wird, damit das dem Thon beywohnende Waſſer Gelegenheit findet, ſich nach und nach aus demſelben in den Zuer hineinzuziehen, den zwiſchen ſeinen Kriſtallen klebenden Syrup und Schleimzuer aufzulöſen, und in Geſta t eines dünnen Syrups, aus der ſpitzen Defnung der Form hinguszuführen. 9. 103+ In dieſem Zuſtande bleibt nun der mit dem Thonbrey gede>te Zuker, indem die Form mit ge2 döfneter Spikze in ein Unterſeßzgefäß geſtellet iſt, ſo lange ſtehen, bis die Thonde>e ſich zuſammen gez zogen hat, und ſo weit abgetro>net iſt, daß ſie nicht mehr auf der Oberfläche des Zuers klebt, und mit- der Hand davon abgenommen werden kann, 9. 104; Iſt die Thonde>e ſo weit abgetronet, ſo wird ſie abgenommen, und man findet nun die darunter liegende Fläche des ZuFers ziemlich weiß und rein von Geſce bequem abgenommen werden kany. So fährt man nun mit dem Deen des Zuers wieder- holt fort, bis der aus der Spike abfließende Syrup ganz hellgelb zu werden beginnet. D = 539= SF. 105+ Iſt die Operation ſo weit gediehen, ſo findet man nun den Zucker in der Form um den dritten Theil ſeines Umfanges vermindert, dagegen aber ſeiner vorigen braunen Farbe, und ſeines etwanigen Beygeſchmac>ks zugleich beraubt. Man läßt ihn nun uoch ſv lange in der Form ſtehen, bis aus der Spitze derſelben kein Syrup mehr abfließt, worauf der ſo gereinigte Zu>er aus ver Form heraus ge- nommen, und a s Rohzucker aufbewahrt wird, der um ſo viel reiner erſcheint, ze vfter, derſelbe mit Thon gede&Xt worden war. ß. 106. Bey jener Operation gewinnt man zwey, auch wohl drey verſchiedene Arten des abfließenden Sy»2 rxups, und zwar; erſtlich denjenigen, welcher aus dem Zuder abfließt, bevor derſelbe mit Thon Zede>t worden war; zweytens denjenigen, der nach dem erſten und zweyten Deen abfließt z drittens denjenigen, der nach dem dritten und vierten Deen abfließt. Dzg der erſtere viel un- reiner als der zweyte und der dritte iſtz ſoiſt es rathſam ſie nicht mit einander zu vermengen, ſondern jede Sorte für ſich aufzubewahren, um ſie ſpäterhin noch auf Zu>er zu benutzen, 0) Verdunſien des abgefloſſenen Syrups zu Zuex. 94'1T:073 Die nach der vorher beſchriebenen Operation zuerſt erhaltene Soite des Zucker“, iſt die beſte, und kommt dem beſten weſtindiſchen Rohzucker in allen -- 51== Stücken vollkommen gleich. Wenn aber die erhal- tenen drey Sorten des abgefloſſenen Syrups gleich- falls wieder zu Kriſtalliſation abgedunſtet werden, ſo gewinnt man noch zwey andere Sorten Rohzucker, die ſchlechter als die Erſtern ſind, und der braunen Oſtindiſchen Art gleich geſeßt werden können, 9108. Um dieſe fernere Abdunſiung zu veranſtalten, muß folgendermaßen operirt werden: Die zuerſt abgefloſſene braune Sorte des Syrups, der ohne die BedeFung mit Thon gewonnen iſt, enthält zwar noch eine bedeutende Portion kriſtalliſirbare ZuFer- theile, ſie ſind darin aber mit ſo viel nicht kriſtalliſir- barem SchleimzuFer, ſo wie mit andern Schleim= theilen, und endlic) auch mit einigen ſalzigen Materien, die den Runkelrüben beywohnten, ge- mengt, daß der Syrup davon, eine dunkelbraune Farbe, ſo wie einen widrigen Geruch und üblen BeygeſchmaF zu beſitzen pflegt, S9. 109. Um die darin befindlichen Zuertheile ſo viel wie möglich daraus abzuſcheiden, wird jener Syrup geſammelt, abermals in die Abdunſtungsſchaalen gebracht, und nun in den untern Räumen' der Ab- dunſtungsſtube, an diejenigen Stellen placirt, wo die niedrigſte Temperatur obwaltet, Cs bildet ſich ſehr bald wieder eine kriſtalliniſche Kruſte über dem- ſelben, die niedergeſtoßen wird, um einer neuen Raum zu geben, und ſo wird denn auch hier gerade - eben ſo fortgearbeitet, wie ſolches früher angegeben worden iſt, D 3 as 3. 068 6. 710; Die Zu&erkriſtalle welche ſich aus dieſem brau» nen Syrup ausſcheiden, ſind in der Regel ſehr tlein, und bilden unter der Flüſſigkeit einen feinkdrnigen ſandartigen Niederſchlag. Um dieſen von dem noch übrigen darüber ſtehenden flüſſigen Weſen zu ſcheis den, gießt man dieſes ſanft davon ab, ohne vor- her die ganze Maſſe wieder bis zur liquiden Form zu erhißen, oder die ausgeſchiedenen Zu&ertheile in dem noch übrigen Syrup zu zerlaſſen, wie ſolches früher(9. 95.) angegeben worden iſt, weil man ſonſt' aufs neue den Schleimzu>ker und die übrigen Unreinigkeiten, mit dem ausgeſchiedenen Zucker ver- mengen, und deſſen fernere Abſonderung ſehr er= ſchweren würde, V: TTT: Der nach dem Abgießen jenes liquiden Syrups übrig bleibende feinkörnige Zucker, wird nun gleich falls in ZuFerformen gebracht, und dieſe ſo länge an einem mäßig warmen Ort aufbewahret, bis ſich . der Zucker geſaet hat, worauf man die Spitzen der Formen öfnet, um die dazwiſchen befindlichen Theile des noch daran klebenden Syrups abfließen zu laſſen; alsdänn aber der übrige ZuFer in der Form zu wiederholtenmalen mit Thonbrey gede>t wird, bis ſolcher ſeine braune Farbe verliert, und eine gelbe annimmt. Er ſtellt in dieſem Zuſtande die ſchlechteſte Sorte des Zu>ers dar, der dem brau»? nen Oſtindiſchen Rohzuer gleich geſetßt werden kann. NETZ Der von jenem unreinern kriſtalliſirten Zu>er(F. T 11.) abgegoſſene, ſo wie der durch das Decendeſſels ben mit Thon abgezogene Syrup, wird jeßt Melaſſe genannt, und dienet dazu, um auf Rumartigen Branntwein verarbeiter zu werden, wodurch die et wa noch darin ſißenden Zu>ertheile gleichfalls benutzt werden, ohne daß etwas von ſelbigen verloren gehet. GEES Dagegen kann nun der nac) dem zwey- ten, ſo wie der nach dem drittren und vier» ten Deen des zuerſt geſchiedenen Zudkers G- 106.) abgefloſſenen verhältnißmäßig reinere Syrup, verdunſtet, un> abermals auf kriſtalliniſchen Zucker verarbeitet werden, nur mit dem Unter- ſchied, daß man ſich hiebey ganz derjenigen Bear- beitungsart bedient, die gleich bey der Abdunſtung des erſten dünnen Syrvps(FC. 95.) erörtert wor- den iſt, und man gewinnt daraus noh eine bedeu- tende Portion Zucker von guter Beſchaffenheit. Man wird indeſſen wohl thun, wenn man hiebey den erſten und zweyten, ſo wie den dritten und vierten Abfluß des Syrups, jeden für ſich al- lein verarbeitet, weil der Zucker aus den leßtern Ab» flüſſen allemal viel reiner, als der aus den erſte- ren abfällt.| 5. IT4« Auch der aus dieſem Syrup gewonnene Zucker muß mit Thon gede>t werden, und er wird, nach- dem mehr oder weniger oft wiederholten Deen, dem zuerſt gewonnenen Zu>er mehr oder weniger ähnli. Der bey dem Deen jenes Zu&ers mit Thon abfließende Syrup kann nun entweder ge: radezu auf Branntwein verarbeitet werden, oder D 3 man kann ſolchen auch demjenigen Syrup bey- ſetzen, der von dem erſten Zucker ohne Thonde>e abfließt, und ihn mit ſelbigen nochmals gemein ſchaftlich der Kriſtalliſation unterwerfen, G. I15+ Jenes ſind die auf Erfahrung gegründeten Re- geln und Vorſchriften, wie der Zu>ker aus denRun- kelrüben dargeſtellt werden kann. Arbeitet man ganz nach denſelben, und leitet man beſonders-die Wärme in den Kriſtalliſationsſtuben gehdrig, ſo daß die Maſſe nicht zu weit abdunſtet, weil ſie ſonſt zähe und klebrig wird ,' und den SchleimzuFer nicht gut von ſich läßt, ſo kann man auch ſtets auf einen glücklichen Erſolg rechnen, ß. 116. Wenn man vorzüglich gute Runkelrüben hat, und ſelbige vor dem Verkleinern von der äuſſern Schaale befreyen.kann, und wenn man ſich über- haupt einige Routine in dieſer Arbeit verſchaffet hat, ſo kommt man dahin, auch ohne Abdunſtung des Syrups in Schaalen, gleich dur ein unmittelba- res Eindicken deſſelben in einem Keſſel, jedoch bey nur gelinder Wärme, denſelben ſo weit zu bringen, daß er ſich in der Kälte kdrnet, und nun gleich in die Form gegoſſen werden kann, um ihn darin er- ſtarren zu laſſen. Wer Neigung hat, die Operation ſo zu veranſtalten, muß ſich nicht die Mühe ver- drießen laſſen, ſie mit kleinen Portionen' oft“ zu wiederholen, bis er ſich die gehdrige Routine darin erworben hat: denn eine genaue Vorſchrift läßt ſich dazu nicht geben, weil man die Umſtände dabey be obachten muß, die ſid) darbieten können. Jan je- “dem Fall muß man aber alsdenn dahin trachten, daß der Syrup kein ſtarkes Sieden erleidet, weil, wenn der Syrup ein paarmal. ſtark aufgeſchäumt hat, man ſich nun vergebens bemühet, ihn zur Kriſtalliſirbarfeit zu bringen, Sechster Abſchnitt. Fabrikation d:8 Runkelrüben-Syrups,. VE LE7% Es ſind bis hieher die Operationen und Mani- pulationen erörtert worden, auf welche es ankommt, wennder Zu&er aus den Rypfelrüben mit glüflichem Erfolg, auf einem einfachen Wege, und zu einem hinreichend wohlfeilen Preiſe, geſchieden werden ſoll. Soll hingegen die Nunkelrübe nicht völlig auf Zuer, ſondern bloß auf Syrup verarbeitet werden, ſo bleiben zwar die Hauptoperationes immer dieſelben, jedoch kommen auch einige andere Puncte dabey in Betrachtung, ohne deren Erwägung man ſich kei- nes glücklichen Erfolgs erfreuen darf. NG. ELLS. Wer ſich damit beſchäftigen will, die Runkel- rüben auf Syrup zu verarbeiten, der muß wohl darauf ſehen, daß das ſchleimartige dem Lakrißzen- ſafte ähnliche Weſen, welches der Schaale der Runkelrüben beywohnet, daraus hinweg geſchafft wird, weil außerdem der davon gewonnene Syrup D4 -. 56 aur einestheils einen üblen widrigen Beygeſ an- nimmt, anderntheils auch derſelbe, wenn er in Gefäßen ſtehet, ſich leiht mit Schimmel belegt,. und in Verderbniß über zu gehen pflegt, 5.“"LT9. Aus deim Grunde iſt es daher ein Hauptaugen- merk, daß die Runkelrüben von der Saale be- freyet werden müſſen, bevor man ihre Verarbeitung auf Syrup beginnet, weil in der That jene Sers, ſo wie der ſcharfen ätzenden Ma- terie ausmacht, die beyde goſchi>t ſind, den Run- kelrüben- Syrup ſo ſehr zu verderben, daß er für den Gaumen widrig und nicht genießbar wird, 6. 120. Allerdings würde dis Zu&erfabrikation aus den Runkelrüben im allgerreinen ſehr gewinnen,. wenn man eine einfache Vorrichtung ausmitteln könnte, durch welche es möglich würde, alle Runkelrüben ? vorher von der äuſſern Schaale zu befreyen, bevor ' man ſie verkleinert, und ihren Saft auf Zucker ver- arbeitet; denn man gewinnt nun einen Syrup von weit größerer Reinigkeit, der mit weniger Schleim und Schleimzu>er gemengt iſt, und beym Abdun- ſten die darin enthaltenen ZuFertheile weit leichter aus ſich abſcheiden läßt: ein Gegenſtand, der die Aufmerkſamkeit und das Nachdenken jedes mecha- niſchen Genies verdienet. NP I1: So lange wir aber noch keinen einfachen Mes Janismus kennen, die Runkelrüben zu ſchalen, und in ſo fern es eine Hauptbedingung bleibt, ih- nen die äußern Schaalen zu entziehen, wenn ſieauf guten Syrup verarbeitet werden ſollen, ſo muß man ſich begnügen, das Schälen der Nunkelrüben auf dem gewöhnlichen Wege mit den Händen zu ver- richten, welches freylich etwas umſtändlich iſt, je- doch bey einiger Uebung leicht ſo weit beſchleunigt werden kätn, daß eine Frau den Tag über 10 bis T 2 Centner Rüben fertig ſchält; ſo wie anderſeits auch das Schälen durch Kinder verrichtet werden kann. GC. 122; Sind die Runkelrüben geſchält, ſo geſchiehet nun die Verkleinerung derſelben auf dem Reibeap- parat, das Auspreſſen des Rübenbreyes, und die ' Trennung des gewonnenen Saftes von dem Pflan- zeneiweiß, ganz nach derſelben Weiſe, wie ſolches bey der Verarbeitung des Saftes zu Zucker bereits gelehrt worden iſt, daher dieſe Manipulationes hier Feiner Wiederholung bedüxfen. Immer wird man aber die Bemerkung machen, daß der aus den ge- ſchälten Runkelrüben gewonnene Saft gleich viel reiner, farbenloſer und durchſichtiger, als der aus den nicht geſchälten gewonnene iſt. A. 423. Ein zweytes Hauptaugenmerk, bey der Verar- beitung jenes Saftes zum Syrup, iſt der verhält- nißmäßige Zuſatz des Kalks. Denn ſetzt man von ſelbigem zu wenig zu, ſo wird der Saft nicht ge/ hdrig gereinigt, und wendet man zu viel von dem- ſelben an, ſo bekommt der Syrup davon einen widri- gen Geſchmas, D5 6. 124. Da ſich indeſſen bey alledem die Quantität des Kalks nicht im voraus beſtimmen läßt, welche er- fordert wird, um den Runkelrübenſaft bey einer gegebenen Quantität damit zu reinigen, und dieſes um ſo weniger, da die Runkelrüben in ihrer Grund» miſchung ſich ſelten gleich) ſind, ſondern immer bald mehr bald weniger freye Säure, ſo wie bald mehr bald weniger andere fremdartige Theile eingemengt enthalten, ſo muß auch hier das richtige Verhält- niß des Kallzuſaßes allemal vorher genau ausgemit- telt werden. Zu dieſem Behuſ iſt es rarhſam, eine geringe Portion des vorräthigen Runkelrübenſaſtes, in einem kleinen Keſſel nac) und nach mit ſo viel reinem geidſchten Kalk zu ſättigen, bis ein Stü hineingevrachtes blanes La>muspapier nur noch eben ſchwach gerdthet wird, ohne daß das Kurkume- papier davon eine bräunliche Farbe a:nimmt: denn es iſt beſſer, lieber etwas zu wenig, als zu viel Kalk in Anwendung zu ſeßen, um jede Spur von Kalkgeſcqma> im Syrup zu verhüten. CG. 125+ Iſt die Reinigung des Saftes mit dem Kalk veranſtaltet, ſo wird der Saft auf den Klärbottich gebracht, von dieſem klar abgezogen, und nun nach der(5. 82.) angezeigten Metvode, mit gepulverter Kohle behandelt, eine Operation, die bey demjenigen Runkelrübenſyrup, der als Syrup verbraucht wer- den ſoll, als unerläßlich anzuſehen iſt. Nach der Behandlung mit Kohle wird der Saft durcerreichen Geſchma>, und enthält in der Regel mehr Zu>er, als der ge- wöhnliche braune Zuker- Syrup. Erz.erſeßt daher auch die Stelle von jenem vollkommen, ſo wie man, wenn die hier angegebenen Regeln bey ſeiner Zu- bereitung genau beobachtet worden ſind, für einen ſichern Abſatz deſſelben in keinem Fall beſorgt ſeyn darf, | | ==z=z=zuu uwe.""DO wa Siebenter Abſchnitt, Bon der Ausbeute des Zuckers und Syrups ; aus den Runkelrüben. G. 128. Es iſt bis jezt die Verfahrungsart gelehret wor- den, um den Zucker und den Syrup aus den Run- kelrüben darzuſtellen; und es wird nun auch noch nothwendig ſeyn die Ausbeute zu erdrtern, die von jedem dieſer Producte erzielet werden kann, um eine Berc«er ausgeſchieden, ſo beträgt der RücFſtand an nicht kriſtalliſirbarem www; 60); zar Schleimzu>er und andern unreinen Materien, zu- ſammengenommen ohngefehr 3 Pfund, welche Theile jedoch: nicht ſo frey von beygemengtem Zucker ſind, daß ſie nicht mit Vortheil auf Rumartigen Brannts- wein verarbeitet werden könnten, G.. 134«+ Setzen wir daher das mittlere Verhältniß der Ausbeute von brauchbarem Rohzucker auf 22 Pfund, und das des nicht vorher friſtalliſirten Rücſtan2 des auf 3 Pfund, beyde Theile alſo zuſammen gez vommen auf 5 Pfund feſt, ſo folgt daraus, daß die der Runkelrübe beygewohnte Wäßrigkeit, welche beym Avdunſien des friſch gepreßten Saſtes ent- wichen iſt, mit Junbegriff des Pflanzeneiweißes, der Aepfelſäure und der anderweitigen Unreinigkeiz ten, auf 49x Pfund, angeſetzt werden kann. Cs ſind alſo der Runkelrübe bey jener Bearbeitung an wahrem unnährbaren Stoff, nur ohngefehr 7 Pfund entnommen worden, nehmlich durch 22 Pfund kriſtalliſirbaren Zu>er, 3 Pfund Schleimzucker und 1x. Pfund Eiweißſtoſſz denn ſo viel betrtägt nach einer darüber angeſtellten Unterſuchung die Quan- tität deſſelben, welche aus dem Safte von einem Centner Rüben geſchieden werden kann; welchem gemäß alſo die durchs Abdunſten entwichenen Waſ- ſertheile, auf 48. Pfund angeſchlagen werden kdunen, VG I2:56 Was nach dem Auspreſſen des'Saftes aus den Runkelrüben übrig bleibt, iſt ein Gemenge von Pflanzeneiweiß,'von Zucker, von Schleimzucker, vom mehlartigem Weſen, und von Pflanzenfaſern namen 63 mmm| mit noch einigen wäßrigen Theilen verbunden, Mik Autnahme der Pflanzenfaſer, ſind alle jene Theile als nährende Subſtanzen für das Vieh zu betrach? ten, und es iſt ein Vorurtheil wenn man glaubt, daß der Runkelrübe, wenn ſie auf Zucker oder Sy- rup verarbeitet wird, di- nährende Kraft total ent- zogen werde, weil die größte Menge des ihr Ent- zogenen nar in, Waſſertheilen veſtehet, die keines» weges als etwas Nährendes für das Vieh ange- ſehen werden können. Anmerkung. Man will hiemit keinesweges ſagen, daß nicht die ganz unveränderte Runkelrübe nahrhaf- ter als der ausgepreßte Rückſtand ſey, weil ihr mit dem Safte allerdings ein ſehr großer Theil Zuckerſtoff entzogen worden iſt, der ohnſireitig als ein ſehr nährender Beſtandtheil angeſehen werden muß, Denn wie ſehr man ſich von der nährenden Kraft des Zuckers Überzeugt halten muß, gehet daraus hervor, daß in England das Parlament ſogar den Vorſchlag. gemacht hat, Ochſen mit Zucker zu mäſten, Im obigen Pa- ragraph ſoll indeſſen nur bewieſen werden, daß jener ausgepreßre Rückſtand noh immer, als Viehfutter betrachtet, einen weſentliers und Syrups, einen ſehr bedeu- tenden Einfluß haben., 1: NUTZ38: Will man alle Abfälle in Anſchlag bringen, ſo wie die daraus darſtellbaren Fabrikate, welche bey der Verarbeitung der Runkelrüben auf Zucker und Syrup gewonnen werden, ſo gehören dahin: 1) die Blätter der Runkelrüben, ſie mdgen nun grün ver- futtert, -.* iw.. =. 05=== futtert, oder getroFnet an die Tabasfabrikanten verkauft werden ,. 2) der Branntwein, welcher aus dem rückſtändigen Schleimzu>er gezogen werden- kann, 3) der Eſſig, den man aus den ausgepreßz2 ten Rückſtänden bereiten kann, bevor ſie dem Vieh verfuttert werden, 4) der Btahmtwein der aus den abgeſchnittenen Kronen und den kleineren Wur- zelſtüFen fabricirt werden kann. a) Benußung der Blätter, G. 139: Wenn die Runkelrüben zur gehörigen Zeit abge- blatet werden, welches ohne Nachtheil für ihren Zuderertrag verrichtet werden kann, ſo gewinnt man von einem Magdeburger Morgen mit Runkel- rüben bepflanzten AFer zu 180 Rheinländiſchen Quadratruthen, wenn die Runkelrüben 18 Zoll von einander entfernt ſtehen, im Durchſchnitt 6000 Pfund grüne Blätter, welche als Futter fürs Vieh gebraucht, in der Nahrungsfähigkeit, wenn nicht dem Klee gleich, ihm doch wenigſtens nahe geſegßt werden kbnnen. Werden jene Blätter aber getrod>- net, und in dieſem Zuſtande verfuttert, ſo gewinnt man davon gegen 5 Centner, die eben ſo vielem Heu gleich geſchätzt werden kdnnen, G. 140%- Werden jene Blätter hingegen mit der Behut- - ſamkeit getroXnet, daß man ſie gleich nach dem Einſammlen auf einem Boden dünne ausſtreuet, oder auch auf Schnüren aufhängt, ſo ſind ſie nun brauchbar, um mit gemeinem Landtaba& verbun- E ==... OY) zu den, zu Rolltaba> verſponnen zu werden, und in dieſem Zuſtande wird der Centner von den Taba>s- fabriken ſehr gern mit 3 Thaler bezahlt. b) Benukung des abfallenden Schleimzu>ers auf Branntweit.- GS. 141. Der ſchwarze Syrup, welcher, vorzüglich nach der Verarbeitung der Runkelrüben auf Rohzuer, übrig bleibt, iſt, wie ſchon früher gedacht worden, ein Gemenge von Schleimzuker, von wahrem Zuer, und von ſchleimigen Theilen. Alle dieſe Theile ſind fähig, eine wenige Fermentation einzugehen, und einen brauchbaren Branntwein zu liefern, der bey gehdriger Reinigung dem Rum ſehr nahe kommt. ß. 14% Um jene Verarbeitung des Schleimzuers auf Brann.wein zu veranſtalten, wird derſelbe in zwdlf Theilen ſeines Gewichtes heißem Waſſer aufgeldßt, die Aufldſung in einem Gährungsbottich ſo weit abgekühlr, daß ſie die Temperatur von 18 bis 20 Grad Reaumür zeigt, alsdenn der ndthige Zuſaß von guter Hefe oder Bärme gegeben, alles wohl untereinander gearbeitet, und denn der Erfolg und die Beendigung der Fermentation abgewartet. GS. 143+ Die Fermentation dieſer Maſſe tritt ſpäter ein, als bey dem Getreide, und dauert in der Regel auch länger als bey jenem. Sie darf nicht eher als beendigt angeſehen werden, bevor nicht aller Schaum ſich vollkommen geſeßt, auch das Fluidum einen -» 67-=- ſäuerlich weinartigen Geruch und Geſchma> ange- nommen hat, S. 144. Iſt die Fermentation ſo weit beendigt, ſo wird das gegohrne Gut auf eine Lutterblaſe geworfen, und der Lutter davon ſo. weit abgezogen, bis das Uebergehende nur noch Wäßrigkeit iſt. Hiebey iſt indeſſen nothwendig, die Deſtillation ſo langſam wie möglich anzufangen, weil jenes gegohrne Gut, leichter als irgend ein Anderes, geeignet iſt über- zuſteigen, wodurch die Arbeit ſonſt auf eine unanz genehme Weiſe unterbrochen wird, 8. 145. Iſt ſo der Lutter von der gegohrnen Maſſe des SchleimzuFers abgezogen, ſo wird derſelbe nun auf die Weinblaſe gebracht, demſelben für jedes Berliner Quart zwey Loth gut ausgeglühete und gepulverte Holzkohle zugeſeßt, alles Kohlenpulver recht gut untergerührt, und nun der Brangtwein übergezogen. Hier gehet ſogleich) ein Branntwein über, der bey der Temperatur von 14 Grad Reau- mür., beym Einſenken des Alcoholometers*) nach der Richterſchen Skale 50 und nach der Trallesſc< en Skale 65 Procent Alcohol-Ge- Halt erkennen läßt, *) Für diejenigen Leſer dieſer kleinen Schrift, welche mit dem, was Alcohol und Alcoholometer genannt wird, noh nicht bekannt ſeyn möchten, iſt - folgendes zu bemerken: Alcohol nennt man den ſtärkſten geiſtigen Theil eines jeden Branntweins, tniähdem ihm aller Waſſergehalt entzogen worden iſc- E 2 <= 68= 6. 7146. Man thut wohl, wenn man von dieſem Brannt- wein nur ſo viel überdeſtilliren läßt, daß das ganze Product einen Gehalt von 36 Pi; ocent Alcohol(nach Richter) erkennen läßt, und den ſcer von jedem Centner Runkelrü- ben, zu 3 Pfund angeſchlagen, 2X Quart guter Branntwein, von der angegebenen Stärke, gezo- gen werden kann, ce) Veredlung dieſes Branntweins zu Rutn- S. 148«+ Jener Branntwein iſt zwar gut und ſtark; für einen Rumartigen„Branntwein kann derſelbe aber, ohne nochmalige Reinigung und Veredlung, nicht päſſiren. Soll ihm dieſe Veredlung gege- ben werden, ſo wird folgendermaßen operirt, 9. 149+ Man bringt auf das Faß, in dem der Brannt wein ſich befindet, das nur 2 damit angefüllet ſeyn“ darf, ſo viel gut ausgeglühere gepulverte Kohle, daß für jedes Berliner Quart des gedach- ten' Branntweins 6 Loth Kohlenpulver zu ſtehen Fommen, man ſeßt dem Ganzen annoch auf je- des Quart 2 Quent annimmt. S: 151. Um indeſſen aueh) denjenigen Theil des Brannt- weins nicht zu verlieren, der mitder Kohle ge- mengt auf dem Faſſe zurü> geblieben iſt; ſo wird derſelbe bey der Weinung einer neuen Vortion Lutter zugeſetzt, auf welche Weiſe gar nichts ver- loren gehen kann, und der Zuſaß der ſonſt erfor- derlich geweſenen Kohle beym Weinen des Lutters, erſpart wird, 6. 152. Auf dieſe Weiſe wird der SchleimzuFer zu Branntwein, anf-eine ſehr vortheilhafte Art benugt, ohue daß irgend etwas von den noch darin gewe= ſenen ZuFertheilen verloren gehen kann; und. der Rückſtand der nac) der Abziehung des Lutters von dem Weingahren- Gute übrig bleibt, iſt noch immer hinreichend mit Schleimtheilen gemengt, um für-Schweine und Rindvieh als ein nähren- des Getränk benußt zu werden*), ; E 4 +) Wen es rathſamer ſheinen möchte, aus der Run- kelrübe unmittelbar Branntwein zu brennen, kant ſich ganz derſelben Verfahrungsart, wie beym Bren- nen des Branntweins aus Kartoffeln, dabey bedie- nett und gewinnt auch hier einen glücklichen Erfolg. Die NRunkelrüben werden mit Waſſer, oder auch mit Dämpfen, weich gekocht, hierauf in der Kartoffel- Ouetſ<& Maſchine zum Brey verkleinert, dieſer für jeden Scheffel Runkelrüben mit einer Meße Ger-/ ſtenmalzſchrot verſeßt, mit der erforderlichen Quan- tität Waſſer angemeiſer, Schleimzu>ker, mehlartige Theile, und Eiweißſtoff. Vermdge dieſer Gemengtheile ſind ſie im Stande ſehr leicht in eine weinige, und - von da in eine ſaure Fermentation übergehen zu kdunen. Bey alle dem iſt es aber in keinem Fall rathſam, ſolche auf Branntwein zu benußen, denn die“ Ausbeute von ſelbigem, die man daraus'ge- . winnet, iſt, wenn das Auspreſſen des Rüben- breyes nur gut veranſtaltet worden war, ſo ge- ringe, daß Arbeitslohn und Feuerung dadurch kaum erſet werden, 6.2553 Empfehlungswerther iſt es hingegen, jene Rückſtände, wenn man ſie nicht geradezu als Fut- ter fürs Vieh benußen will, auf Cſſig zu verar- beiten. Zu dem Behuf iſt es hinreichend, gleich nach dein Auspreſſen derſelben, ſolche mit einem rei- nen nicht kalkhaltigen Fluß oder Brunnenwaſſer, "und wenn man es haben kann, am beſten mit Re- genwaſſer kalt anzukneten, und zwar in einem ſol- e gebrochen hinein, läßt ſolches ein paar Minuten lang mit dem Eſſig ko- hen, und ſchüttet nun-das Ganze in ein Orhoft- Faß, das bis 7 ſeines Inhalts mit dem weingah- „ren Safte der Runkelrüben angefüllet iſt. Man rühret alles wohl untereinander, und läßt nun das Faß mit gedfnetem Spunde in der Sgurungs- E 5 im EEN Stube bey r8 bis 20 Reauimür, ſo lange liegen, bis der. Eſſig die verlangte Stärke angenom- men hat, 9. 158 Jener Uebergang des weingahren Runkelrüz ben- Saftes, in die Beſchaffenheit des Cſſigs, er- folgt während einem Zeitraum von 8 bis 10 Wo- chen, auch wohl noch früher, wenn die angegebeue Temperatur der Säurungs- Stube gehdrig unter- halten wird. Hat der Eſſig ſeine Vollendung er reicht, ſo wird ſelbiger auf andere Fäſſer abgezo- gen, die damit vollkommen angefüller werden; ſie werden nun gut verſpundet, und in einem Keller auf- dem Lager auſbewahrt. ß. 159+ Damit aber die ſaure Fermentation einerſeits gehdrig beſchleunigt werde, und andernſeits der von den Fäſſern abgezogene Eſſig nicht der Verderb- niß ausgeſetzt ſeyn könne, müſſen die Fäſſer in beyden Fällen gehdrig dazu vorbereitet werden. S...160. Um jene Vorbereitung zu veranſtalten, bedie- net man ſich am liebſten ſolcher Fäſſer, auf denen vorher Wein gelegen hat. Man erhilt, 3. B. für ein Oxhoft-Faß, 10 Berliner Quart guten ſtar- fen Eſſig in einem verzinnten Keſſel bis zum Sie- den, gießt ſelbigen ſiedend heiß in das Faß hin- ein, ſpundet daſſelbe zu, und rollet es gut herum, damit der heiße Eſſig in allen Puncten' mit-dem Faſſe in Berührung komme, worauf ſolches bis zur Erkältung des Eſſigs liegen bleibt. SF. 161. Man nimmt hierauf den Cſſig aus dem Faſſe heraus, erhißt ihn abermals zum Sieden, gießt ihn zum zweytenmal ſiedend heiß in das Faß, und wiederholt dieſe Operation ſo oft, bis das Faß, wenn man die Naſe über die Spundöffnung deſſel- ben hält, einen ſtechend ſauren Geruch ausſtdßt: in welcher- Beſchaffenheit nun die Fäſſer vollkommen gut vorbereitet ſind, um mit einem glülichen Er- folg in Anwendung geſeßt werden zu können, G. 162. - Der Eſſig, welcher auf ſolHe Weiſe gewonnen wird, hält in ſeiner Güte das Mittel zwiſchen Wein- eſſig und Biereſſig. Er kann ſowohl.in der Haus- haltung, als für die Künſte und Manufacturen, z. B. für die Katrun- Drukereyen, die Bleyweiß- Fa- brifen, und alle diejenigen Gewerben überhaupt benutzt werden, wozu Eſſig erfordert wird; wel- :ene Subſtanz übrig laſſen, ſo olgt daraus, daß man gegen jede hun? de;t Pfund ſolcher Abgänge, auch hundert Pfund YWoſſer in Anwendung zu ſeen hat, weil ſie ſelbſt ſchon 80 Pfund Waſſer euthalten, das darin mit 25 Pfuno troFuer Subſtanz gemengt iſt, wodurch das Verhältniß von einem Theile tro>ener Runkel: rübe zun neun Theilen Wäßrigkeit heraus kommt, GS, 4:4 O5 Aus 100 bis 110 Pfund gedachter Abgänge, gewinnt man in der Regel 4 Berliner Quart Brannt- wein, der uach dem Richterſchen Alcoholome- ter 35, nach dem Trallesſchen hingegen'50 Procent Alcohol zu erkennen giebt, und wenn ſolcher mit Kohlen gereinigt wird, dem Branntwein aus Getreide, ſo wie dem aus Kartoffeln, in Hinſicht ſeiner Güte und Reinheit, weit vorgezogen zu wer- den verdient, 9. 166. Uebrigens bedarf es wohl kaum einer weitern Erinnerung, daß diejenigen, welche geneigt ſind die ganze Runkelrübe auf Brauntwein zu verrbeiz ten, ſich ganz derſelben Verfahrungsart davey zu bedienen haben, die vorher bey der Verarbeitung der Kronen und Nebenwurze!n erbrtert worden iſt, Werden die ganzen Runkelrüben auf Branntwe'n verarbeitet, ſo gewinnt man, nach ihrer verſchiede» nen Reichhaltigkeit an Zuckerſtoff,+5 bis 6 Quart Branntwein, von der vorher angegebenen. Starke, Neunter Abſchnikk. Ohngefährer Ueberſchlag des Ertrages, den die Fabrifation des Zuckers und des Syrups aus Runkelrüben, den En- treprenneurs darbietet. Sg. 167+ Cs kann hier nicht die Abſicht ſeyn, eine Sache anpreiſen zu wollen, deren Bearbeitung demjeni- gen, der ſich derſelben unterziehet, hinreichend loh- net, um alle die kleinen Beſchwerlichkeiten zu über- wiegen dieim Anfange derſelben, vor der Erlan- gung einer gehdrigenUebung, in den mannichſaltigen aers, Abnußung der Gefäße, Zinſen vom An- lege- Kapital, Unterhal- tung der Fabrikgebäu- de 26., für den Ertrag von jedem Centner Run= kelrüben 1% Gr., beträgt für 80 Centner+++ 44 5 7% Summa aller Koſten 43- 6 8. 1.735 Hievon werden an Ertrag gewonnen, an Pro- ducten und an brauchbaren Abfällen, zu einem ſehr mäßigen Preiſe angeſchlagen? 1) 220 Pfund Rohzucker 4 21.» 53 ORD 27 Nthlr, 12 Gr. 2) 4 Cntr. tro&ne Run- kelrüben- Blätter zum Taba> an die Taba>s- Fabriken, a Cntr. 3 Rtl. 3 I2 4 Latus 39 u v wn u 7 12- u *) Wenn bey der hier aufgeſtellten Berehnung ange“ nommen worden iſty daß der Centner froene Runs Felrüben-Blätter für die Taba>sfabriken einen Werth von 5 Rthly. beſiße, ſo iſt dieſex Preis glterdings als etwas eim S1 jiwild "Transporxrt 39 3) An Branntwein aus' dem abfallenden Schleim? zu>er, von jedem Pfunz= de 3 Quart berechnet, beträgt für die ganze Maſſe von 240 Pfund T80 Quart, die nach Abzug derBearbeitungs= Koſten das Quart zu 4 Gr. gerechnet, einen SR ENNOBET Vo!) 9 444 30. 2,0... 8 4) 4400 Pfund ausge- preßte Rückſtände, wel- che, wenn ſie dem Vieh verfuttert werden, einen Werth haben von 3 Gr. DESCCHENEH ie) eg en 50 15 mmi 7 12- - Summa: 74..- 12 Gr. Hievon abgezogen die ſämtlichen Fabrikations-, Hyſien WM une 4 4- 43..> 16- bleibt reiner Gewinn.,«+ 302- 20 Gr. etwas precaires angeſehen worden, weil er von dem Bedarf dieſer Blätter für die Abnehmer abhängt; und eben ſo, könnte man auch vielleicht ſagen, daß die 240 Ptund abfallender Schleimzuer, richt immer die angegebene Ausbeute von x80 Ouart Branntwein liefern würden. Nimmt inan aber auch an, daß der Ceuntner grüner Blätter, als Heu verfuttert, nur den Werth von x6 Gr. haben, und vom Branntwein nur die Hälfte gewonnen werden ſoll; ſo kommt doch F GS. 174. Bey dieſer Berechnung iſt nicht in Anſchlag gebracht worden, daß die Kronen und Nebenwur- zeln der verarbeiteten Runkelrüben, ſey es auf Branntwein oder als Viehfutter benußt werden können; auch nicht, daß der ausgepreßte RüFſtand der Runkelrüben, auf Eſſig benußt werden kann, ſonſt würde der Ertrag jener. Zu>ker= Fabrikation viel bedeutender ausgefallen ſeyn, Zehnter Abſchnitt, Vergleichung- der hier beſchriebenen Fabri- kation des Zuckers und Syrups aus den Runfelrüben, mit der vom Herrn Direc- tor Ah ard*) angegebenen. NG T7% Bey der vorher beſchriebenen Fabrikation des Zukkers und des Syrups aus den Runkelrüben, iſt 2 für die Blätter der Sert pg| % 4 2Rthlr. 16 Gr. I im den Branntwein MN 0547 00 002 Summa 17 7 16Gt. zu ſtehen, und es bleibt für den Magdeburger Mor- gen Land ein Gewinnſt von 13 Rthlr. 4 Gr, womit der Landwirth beſiehen kann. *) Eine nähere Beſchreibung ſeines Verfahrens, findet ſich in dem bekannten von ihm herausgegebenen gröſ? ſern Werke, ſo wie auh in einem kleinern, betittelt: Die Zu>er und Syrups- Fabrikation aus Runkelrüben 2c. mit 4 Kupferta- fett 181.05 ml NIE ums weiter nichts erforderlich, als Kalk und Milch; der Erſtere um die freye Säure des Saftes zu abſor- biren., und die Schleimtheile daraus niederzuſchla- gen; die Zweyte, um den Saft möglichſt zu klä- ren: beydes ſind Materien, die auch auf dem platten Lande, allerwärts und leicht zu haben ſind. ßS. 176. Bedeutend abweichend von jener Verfahrungs2 art iſt dagegen die Achardſche: ſie erfordert die Anwendung der Schwefelſäure(des Vitriols- 918) und aud) noch der Kreide, die nothwendig die Selbſikoſten der Produkte in gleichem Maaße vertheuren müſſen.'Um indeſſen diejenigen, die ſim, wenigſtens Vergleichungsweiſe, mit der Achardſchen Methode beſchäftigen wollen, hiezu in den Stand zu ſeen, ſoll das weſentlichſte jener Methode hier vorgetragen werden, 64 4770 Demgemäß beginnet man jene Arbeit folgen- dermaßen; Wenn die Rüben verkleinert ſind, und der Saft- ausgepreßt worden iſt, wird derſelbe in ſieinerne Töpfe gefüllet, und für jedes Berliner Quart deſſelben, ein halb Loth gute koncentrirte Schwefelſäure(Vitrioldl) zugeſeßt; und ſtark damit untereinander gerührt, worauf das ſäuerlich ſendeGemenge 24 bis 30 Stunden lang ſtehen bleibt. W+278. Nach dieſem Zeitraum hat ſich in dem Safte T 2 eine bedeutende Portion eines ſchleimigen Boden- ſatzes gebildet, über. dem der geklärte Saft ſte- het, der nun von dem darunterliegenden Magma abgegoſſen, abgezogen, oder filtrirt werden kann. S. 179» Der klare Saft zeigt noch immer einen ſaäuerli- hen Geſc, ein Beweiß, daß ihm noch freye Schwefelſäure beygemengt iſt, die nicht genug Schleimtheile und Eiweißſtoff vorfand, um ſich mit denſelben zu verbinden, und die nun durc) andere Mittel aus dem Saſte hinweg geſchaffet werden müſſen, CG... 1804 Um dieſe freye verwaltende Saure aus dem gellärten Safte hinweg zu nehmen, wird demſel- ben, unter ſtetem Umrühren, ſo lange zart gepul- verte Kreide zugeſeßt, bis aller ſaure Geſc vollkommen verſchwunden iſt, und kein Aufbrau- ſen mehr veranlaßt wird; weiche Verbindung mit ver Kreide, auch bey gelinder Wärme veranſialtet werden kann. 0. 41.81 Die Kreide bemächtiget ſich hiebey der'freyen Schweſelſaure, und erzeugt in'dieſer Verbindung Scer aus ſich niederfallen läßt, der ſich am Boden der Fäſſer lagert, und ſo gewonnen werden kann, 5 187% Der übrige Syrup kann nun entweder als ſol- er benußt wer» den; wobey aber nicht aus der Acht gelaſſen wer- den darf, daß in eben dem Maße, daß jener Sy- 'rup von den darin geldſien Zukertheilen befreyet wird, derſelbe von ſeiner vorigen Süßigkeit ver- liert, und jeßt nur uoM auf Branntwein benutzt werden kann, Eilfter Abſchnitt. Anwendung des Alauns als Klärungsmittel. 9. 188. Endlich darf nicht aus der Acht gelaſſen wer- den, daß auch der Alaun als ein vorzügliches Klä- en 55 4 rungsmittel für den Runkelrübenſaft benußt werz- den Fann,» wobey die Schwefelſäure erſpart wind. CG. 1809. Um den Alaun als Klärungsmittel in Anwen- dung zu ſetzen, iſt es hinreichend, dem friſch 3e- preßten Safte der Runkelrüben, für jedes Berliner Quart deſſelben, ein Quentchen Alaun zuzuſeßen, der vorher ini Waſſer aufgeldſt worden war, und nun den Saft gegen 24 Stunden lang ruhig ſiehen zu laſſen... Die Klärung erfolgt hiebey noch ſtärker, als mit der Schwefelſäure, und'der ſo geklärte Saft erſcheint faſt Waſſerklar. WG 200: Hat ſich der Saft vollkommen geklärt, ſo wird das klare Fluidum von dem darunter liegenden Bo- denſaß abgezogen. Es enthält noch eine geringe Portion Alaun geldſt, und beſitzt durch denſelben einen ſüßlichen zuſammenziehenden Geſchma, S. 191. Um jenen geklärten Saft von dem Alaun zu befreyen, wird derſelbe, wie vorher bemerkt wor- den, mit ſo viel gepulverter Kreide, oder an deren Stelle an der Luft zerfallenem Kalk verſeßt, bis das La>muspapier davon nicht mehr geröthet wird, welches in der Wärme verrichtet werden kann, worauf man denſelben abermals ſich klären läßt, - ihn dann gelinde zum dünnen Sytup-abdunſtet, und nachdem der aus demſelben ſich abgeſonderte Gyps ſich zu Boden geſchlagen hat, nun deſſen fernere Abdunſtung zur Kriſtalliſation veranſialtet. 54 SELN 200 GS. 292. Man hat dieſe beyden letztern Verfahrungsar- ten hier bloß aus dem Grunde mit aufgenommen, um ſolche mit der früher ausführlich beſchriebe- nen vergleichen zu können;' aber eben dieſe Ver- gleichung wird es lehren, daß ſie umſtändlicher und koſtbarer als zene ſind, und daß aus dem Grunde jener erſten in jeder Hinſicht der Vorzug eingeräumt werden muß. Zwölfter Abſchnitt. Beſchreibung des Waſchapparates, der Ver- fleinerungs- Maſchine und der Preſſe zu den Runkelrüben. 1. Beſchreibung des. Wafchapparates, zum Reinigen der Runtelrüben. Dieſer Apparat beſtehet aus zwey Hauptbeſtand- theilen, der Erſtere iſt eine Trommel, in welche die Rüben gebracht werden. Der Zweyte iſt ein viere>iger Kaſten, welcher mit Waſſer angefüllet wird. Taf. I. Fig. 1, iſt dieſer Apparat in der vordern Anſicht; Fig. 2. iſt derſelhe im Grund» riß; und Fig, 3, iſt ſolher von der Seite dar- geſtellt. j Der Umfang der Trommel beſtehet aus Lat- ten, welche 25 Zoll breit ſind, und 1 Zoll weit auSeinander ſtehen, damit das Waſſer hineintre- ten, und die abgewaſchenen Erdtheile, hinweg fließen können. =“ 380== Damit dieſe Latten, welche mit den beyden Enden in den Cinſchnitten der Böden liegen, ge- hdrig feſtgehalten werden, ſo ſind ſie mit eiſernen Ringen a a umgeben. In dem Umfange der Trommel iſt eine aus zwey Lätten beſtehende Thür b angebracht, welche gevfnet wird. wenn die Rüben hineingebracht oder heransgenommen: werden ſollen. Sie drehet ſich in Gewinden cc, und wird durc zwey an dem eiſernen Ringe befeſtigte Vorreiber d d verſchloſ- ſen. Wurd) die Mitte der Trommel gehet eine viere>ige eiſerne Welle ee, welche einen Zoll ſiark iſe, und au beyden Enden mit runden Auf- lagen und Kurbeln€ f zum Umdrehen der Trom- mel verſehen iſt. Damit die Welle in der Trommel vollkommen feſtſize, ſo ſind an den Böden flache Eiſen g be- feſtigt, durc welche die Welle hindurch gehet. Der viereXige Waſſerkaſten muß, um Waſſer- dicht und vollkommen dauerhaft. zu ſeyn, vom Böttcher gemacht, und mit eiſernen Ringen h vere ſehen werden, Er ruhet auf zwey untergelegten Hölzern 1 3, um eine bequeme Höhe zum Drehen der Trommel zu erhalten, und zugleich, nm das Waſſer abza- pſen zu können.- Das Zavyfenloch iſt bey k an- gebracht, es kann aber auch im Boden befindlich ſeyn,» in welchem Fall bey dem Ablaſſen des Waſ2 ſers die Erdtheile beſſer mit abfließen. Um die Runkelrüben nach geſchehener Reini- gung aus der Trommel wieder herauszuſchaffen, iſt es ndthig, die Trommel aus dem Waſſerkaſten heraus zu heben, und. in die Lage des punktirten F5 -- 99-=-- Kreiſes Fig. 3+ zu bringen. In dieſer Lage wird ſie durch die eiſernen Stüßzen 0 0 getragen, welche an dem Kaſten befeſtiget, und bey p mit Haken verſehen ſind, um die eiſerne Welle der Trommel aufnehmen" zu können, Die eiſernen Bügel q q dienen dazu, daß die Trommel bey dem Herein- und Herausheben nicht an den Rand des Kaſtens anſtoße und dadurch be= ſchädigt werde.,| In der eben gedachten aufgehobnen Lage, wird die Thür der Trommel aufgemacht, und Re Oef- nung nach unten gerichtet, worauf die Rüben in das untergeſeßte Gefäß r herabfallen. Für die Trommel iſt eine ſolt, um durch einen Menſchen täglich 10 bis 12 Centner Runkfelrü- ben damit zu verkleinern Bey djeſem Apparat wird das„Zerreiben der Bliger Trichter H angebracht, in welchen die Rüben gethan werden ſollen. Die obere Oefnung dieſes Trichters kann durch den Schieber E verſchloſſen werden. Zur. Auf- nahme des zerriebenen Breyes dient: dient der Schiebkaſten B. A ſt eine Klappe, welche ge- dfnet werden kann, um das Stellen und Reini- gen des Cylinders zu verrichten, IV. Beſchreibung einer Shraubenpreſſe, zum Aus- preſſen des Saftes aus den zerkleinerten Runkelrüben. Dieſe Schraubenpreſſe iſt von dem Königlichen Architekten Herr Frank angegeben worden. Die Schraubenſpindel derſelben Taf. IV. Fig. 1. a iſt aus geſchmiedetem Ciſen angefertiget, und be- ſitt 2% bis 3 Zoll im Durchmeſſer, Die Mutter derſelben iſt hingegen von Meſſing. „Zur. Umdrehung der Schraubenſpindel dient die Scheibe b Fig. 1. 2. und 5.-"Sie iſt von Gußeiſen. Der Rand derſelben iſt mit drey Ein-' ſchnitten verſehen, in welche der Schraubenſchlüſſel oder Preßhebel c hineinpaſſet, der von geſchmie- detem Eiſen angeferriget wird.' Damit dieſer Schlüſſel in der horizontalen: Lage erhalten werde, ſo wird er von einer Schnure d getragen, welche mit einem beweglichen Ringe e an dem obern Theil der Schraubenſpindel befe- ſtiger iſt,.) Mit dem untern Theil der Schraubenſpindel drückt dieſelbe auf den Preßde>el f, welcher durch “den Bügel g an der Spindel angehängt iſt. Der Preßkübel 1 iſt von gegoſſenem Eiſen angefertiget, von runder Form, und unterhalb mit einer Oefnung x zum Ablaufen des Saftes verſehen, Auf dem Boden deſſelben liegt eine durchlöcherte Scheibe von Eiſen, oder auch von verzinntem Kupfer, welche dazu dienet, daß der ausgepreßte Saft leicht abfließen kann. Der Runkelrübenbrey wird, mit einem leinenen Tuch umſchlagen, in den Preßkübel eingelegt 3 deſ/ ſen auszepreſſeter Saft in das Gefäß k abläuft. Das Geſtell dieſer Preſſe iſt von Holz, und wird, durch die Schrauben 1111 verbunden, im Fußboden und an der Dee gut beſeſtiget, da- mit es ſich nicht verſchieben kann. In dieſer Preſſe kann mit einemmal der Brey von einem- Centner Runkelrüben däusgepreſſet werden, wozu höchſtens.30 Minuten Zeit er- forderlich iſt, ſo daß in einem Taße wenigſtens 24 Centner damit ausgepreſſet werden können uad Bi a lS Shai<- a+ -- 96-- V. Beſchreibung einer einfahern Hebelpreſſe, zum Aus? preſſen des Saftes aus den Runkelrüben. Dieſe einfachere Hebelpreſſe iſt vom Kdniglichen Fabriken- Commiſſarius Herrn May angegeben worden; ſie qualificirt ſich wegen ihrer Einfach- heit und Wohlfeilheit vorzüglich für kleinere An- ſtalten, und kann von jedem Zimmermann oder Stellmacher angefertiget werden.; Jene Preſſe iſt Taf. V. Fig. 2. im Grund? riß nach dem obern Theil; und Fig. 2. im Pro- vilriß nach dem mittlern Durchſchnitt abgebildet. Die einzelnen weſentlichen Theile derſelben be- ſiehen in Folgenden: A einem abgeſtumpften run? den Blo>, der 2 Fuß 3 Zoll hoh, und 1 Fuß 3 Zoll im Durchmeſſer iſt. Ju demſelben befindet ſich der Preßraum B, der 6 Zoll hoch iſt, und 9 Zoll im Durchmeſſer beſißt.' Er iſt mit verzinntem Eiſenblech ausgelegt, welches an der Seite a in Form einer Rinne verlängert iſt, in welcher der ausgepreßte Saft abfließen kann, Der Preßdeckel C iſt ſo gearbeitet, daß er in den Preßraum genau einpaſſet, und er iſt, ſowohl unten als an den Seiten, mit verzinntem Ciſen- blech belegt. Sein oberer Theil iſt zugeſchärft, Der Preßhebel D iſt 6 Fuß lang, und ver- hältnißmäßig ſtark. Bey b iſt er mit einem ei- ſernen Band belegt, durch das ein Bolzen ge- het, an dem ſich eine Krampe befindet, mit der ein eiſerner Riegel 6 durch eine an ihm auge- brachte Krampe zuſammenhängt, In < je URS SEEN In dieſem Riegel ſind drey Löcher, wovou jedes einen Zoll im Durchmeſſer hat, und welche einen Zoll weit von einänder entfernt ſind. Ein Hebel d, welcher am Blo>X befeſtiget iſt, greift in. die: Löcher des Riegels ein, und beſtimmt ſo ſeine Haltung, Soll dieſe Vorrichtung zum Auspreſſen des Runkelrübenbreyes gebraucht werden, ſo wird die vorbereitete Subſtanz ia einem Stück grobe Leinwand eingeſchlagen, in den Preßraum ge- legt, der Preßde&el. darauf gethan, und dieſer ſodann mit dem Preßhebel, welcher bey b, mittelſt dem Riegel, deſſen unterſtes Lo) am Ha- ken hängt, befeſtiget iſt, dur< die Kraft eines Menſchen, welche an dem entgegengeſeßten En- de deſſelben bey e wirkt, niedergedrüFt, bis ſich der Preßde&el etwa zwey Zoll in den Preßraum begeben hat, worauf dann derſelbe mit einem am Fußboden befeſtigten Stri> angebunden wird, wo- bey der ausgepreßte Saft über die Rinne in ein dazu untergeſeztes Gefaß ablaufen wird. Sobald kein Saft mehr erfolgt, wird der VPreßhebel loßgebunden, und der Haken in das mittlere Loc) des Riegels eingehängt. Der Preßhebel wird dadurch zwey Zoll tiefer befe- ſtigt, und kann nun bey x von neuem nieder gez drüFt und angebunden werden.. Iſt nun zum zweytenmale aller Saft ab- gelaufen, ſo kann der Hafen in das oberſte Loch . des Riegels eingehängt, und auf die ſchon an- gezeigte Weiſe gller Saft vollend? gusgepreſſet werden, G Jene Preſſe iſt nicht nur für Arbeiten im Klei- nen, ſondern auch im Großen qualificirt, wenn ſie vergrößert ausgeführt wird, und ſie kann durch einen Zimmermann oder Stellmacher, ſo wie durch einen Schmidt oder Schloſſer, vollfom- men dargeſtellt werden. Ende. (SO 5 - 15 ZL Md erze'e 87: 4770- oo „4% 20 SB M L-“ee Se Ss 7" 5" RE [5 WETT TN NGETNMNTINEUN ZEE 7707707| Be var SK il N 3), 3A[0 SETE Leb ur Hate,(2 au| E WW / 3 WW SPRENTITENG, | m LY | f-;| iu SE = Tlf y / dam WW N Nr j Wa um Ww" V V ww] | yy|" V BIN| 0000 EN ahn WETT|S -m EE & | || = 2 I TIM -===|U Wi 2 TEE SSER 4||] JN W. A EE=| 7 I 5;«|||,& rr 721| 8/ NN hh)|( Ni | | . 4| M|) WWI WM u || f u vd)| =: MMD==| 2--- S5 1.||---| Wy„03 EE Ve M 3 R(7 7 ZT W7, 7. GA E10/ 710=.«g25.* » 1> || KT 00 M 5“ "“ | Un„ NN (ds| 1 DZ: 7: T 7 T j y md T"": I:= WS RERE S8 0 1 140,1/ AABEH S3 BRRWOMERS 51.2 5042 BASSE SEBAIIUGNIRE GU | || / | | | CF-TB elo del- | N 4 E 11] 0 zz zzz2zzz= | No ! E- MG-===== Zz ZZ /"| 7 7 7"" 4 4 iS) . Mofehene US JC | iin 2222. . 07 regfſere Ls ) 1; n 5 21 04. 13 A 6-8 2722 Wyſe 5 p 74 4. SAL 42. = 28 SULEAL 2:10 > 12224: LL eorzzre= 85. KN». 3...: nN VI077 -=| TTK: WANNE A 1) WIND d j - EE 14 7 ZZ 4 eZa2 j ED jW EE 55 865) (0900,90) NEAIE 42 290 8 900 IIR EI |; vp 2 En Bloir, :| 2; 5 42 EE o PD WO 00852 ZM Wh 19 46 ERD WB WEN 1 173 Ka 15 1988 WiS|;+= y y = 18| Ed Sn Zu ie 5 77 LL- — 2 0 — 4 X Q — G L.