——— —— Univ.-Bibl. Siessen b 1 1 b 3,-- (77 Ear 8 Ne 00 M(I | RE» in ſyſtematiſcher Ordnung, vom Verfaſſer der Hausmukter: Fünfter und leßter Band.. Leipzig bey Johann Friedrich Junius. 1786. Deutſchlands Ocfkfonomen and unter dieſen vorzüglich den Schäfereyherren . gewidmet vom Berfaſſer. y! 2 88 3; LE 0.4.0 101 4 ku| fs || WO 1imM5 5| Nch |(js nte un M Pi Wr || WE WESEL TER|| eſt 15 GM WOG|| DuE || M 1: Piltz "73 a Vie Wotirg EN Vorrede, aben wir nach unſrer gegenwärtigen Lage in Deutſchland,uns eine der angelegentlich- ſten Wirthſchaftsſorgen. in vollem Ernſt vorzu- legen, ſo iſt es gewiß dieſe: wie wird es mit der Nachwelt, vieler Orten'aber auch um uns ſelbſt ſchon ausſehen, wern der Holzmangel immer mehr bey uns einreiſſen ſollte? Eine Frage, die uns aus einem längen Schlummer gleichſam er- wecken, und jedem Oekonomen die Cultur der Waldbäume höchſt intereſſant„.machen muß. Auch der geringſte Stadt- und Landwirth, der nur Beſiker eines kleinen“ Erdraums, nur. eines ſonſt zu wenig oder gar nichts zu gebrauchenden Winkels gleichſam iſt, ſollte ihn doch als anwend» bar zur Bepflanzung mit einem oder dem andern Waldbaume anſehen, und es ſich zum Verdienſt um Welt und Nachwelt anrechnen, wenn er in Beziehung auf Zahl oder Beſchaffenheit der Bäume unter den Baumpflanzern auch nur den unterſten Plat einnimmt, falls es ihmeinen hd- a 3 hern Nn fs auer I 9 LME an M ane AE IR IENE SEENE DE MEAN 0 EO KE RIET 18500 FUE WEER ENEIR RSE Yi Borrede. hern zu erlangen, ſeinen Umſtänden nach nicht möglich iſt, Nicht jeder Waldbaum wächſet an jedem Orte mit gleich gutem Fortgange, daß in ſol: mak a AUE XII Borrede. dert werden konnte, daß nicht einige 49 Stück“ ein Opfer des Todes geworden wären. Meinen 4; großartigen Schafen iſt dergleichen nie begegnet, obſie. auch ſchon nach der Wollſchur Froſtwetter| cr auf der. Weide, und zwar nicht im Schauer, im. Walde, ſondern auf freyem Felde ausſtehen müſſen. Man kann:auch aus dieſem Umſtande p92 ſehen; warum ich in'der' Theorie meiner neuen“ Scaafzucht die zum Grunde gelegten“ drey jmY Hauptpunkte derſelben ein Ganzes nenne, deren ld kein Theil oder Hauptpunkt ohne den andern be-(9 A ſtehen känn; Man kann aber auch aus eben R dieſem Umſtande ſehen, weßhalb Schäfer und p€ Schäfereyherren ſo ſehr auf warme Ställe bis- I her haben halten müſſen: Ihre Schaafe ſind, beſonders zu Ausgange des Winters verhunger-" te, nur;faſt noch aus Knochen und Haut ällein"0 beſiehende Thiere, welche, beſonders gleich nach CM) der Wollſchur, bey mäßiger Kälte erſtarren. ü> '(3S In Frankreich iſt es eine bekannte. Sache, tunit daß das Kirchſpiel Villedieu;gerade dieſchwäch- de R ſte und elendeſte Schaafraſſe in'der Provinz 139 Berry habe. Dahin reiſte alſo Hr. d'Jsjonval min ſelbſt, um damit im nächſten Winter ein neues fg Ervperiment zu machen. Er langte mit 170(IE Stück, die zum allergrößten Theil aus Mutter- Gl ſchaafen beſtanden, inden erſten Tagen des De- fen cembermonaths an, welche gleich darauf erſt nihs vom Reiſ, und dann auch vom Schnee über- Dieb fallen wurden, welche das Vorſpiel zu einem mene harten Winter machten, der in Frankreich noch de€ lange Vorrede, XIII lange merkwürdig bleiben wird. Da es nun in der Nacht zwiſchen dem 3 1ſten December 1783 und dem 1ſten Januar 1784 quf.9 Zoll tief geſchneyet hatte, ſo fand ſich am folgenden Morgen, daß die Schäferey unſichtbar gewor- den(mit Schnee bedect) war, ohne daß ein ein- ziges Stück dabey mißvergnügt oder krank ge» worden wäre. Hr. d'Isjonval hatte unter die- ſen vonihm ſelbſt abgehohlten Schaafen vorſek- lich 20 Stück mitgenommen, welche ihm kränk- lich vorgekommen waren, indem ſie Miene mach- ten, faul zu werden, öder an der Lüngenſucht zu ſterben,“ Drey Viertel davon wurden ge- ſund; aber 5 Mutterſchaafe giengen drauf, Ein drittes Experiment ward von dem Hrn. d'Isjonval in dem nächſt darauf folgenden Win- ter gemacht. Der Erzbiſchof von Bourges, der die Ausbreitung phyſikaliſch wahrer Grund- ſätze ineinemgroßen Lande für wichtig genug er- kennt, um die Bemühung ſeiner Prälatenwür- de nicht für unanſtändig zu achten, läßt ſeit 3 Jahren die Experimente des Hrn. Daubenton mit eben ſo viel Sorgfalt, als glücklichem Er- folge nachmachen, Aus der zahlreichen Schäfe- rey dieſes Prälaten nahm Hr. d'Isjonval 165 Stück)“dieſamt und ſonders mit der hartnäckig- ſten“ Räüde behäftet waren, welches von dem unüberlegten Ankauf einiger Böcke herrührte, Die mehreſten dieſer Stücke beſtanden in Läm- mern'von 8 bis 9 Monathen alt, wurden aber doch in die Nähe von Paris gebracht, wo die ] Hälfte EE REK EE ANS KR STIEGEN-6' SEH AUEDHNSRSESSIC IRT IERT EÜ IE HE SGN FIRE 75 SEEN SI EE ERIN a EEN RN GÜTE NIET RIPIERE SIEREN EEA neee CI II€ 7m BAIT K1IV Vorrede,| | Hälfte dieſer Heerde im Januar und Februar ganz fahl wurde, weil den Thieren von der Räude, mit der ſie über und über behaftet wa- ren, die Wolle ausgieng; ſie mußten alſo bey Hra,« d'Isjonvai in dieſem Zuſtande unvermeid- lich den Regen und Schnee des Jahres 1785 qaushalten, warenaber dennoch nach der Zeit ge- ſund) ſtark, und eben ſo gut bey Leibe, als bey Woile. Hr. d'Jsjonval nahm den Entſchluſty Dieje kleine Heerde den Frühling und Sommer Über beyſammen zübehalten, damit jedermann in Paris ſehen möchte, daß das Lebenin freyer Luft zu allen Jahreszeiten ſowohl für die Geſundheit des Schaafs, als für die Veredlung ſeiner Wolle, das bejte Mittel ſey,=- Man ſiehet nun, wie weit es dem Hrt, d'Isjonvalgeglückt ſey, ſeit 4 Jahren die Schag- fe auc über Winter im freyen Felde zu erhalten) ſo wie ſolchein Spanien und England gleichfalls Feine andere Decke, als den freyen Himmel ha- ben.: Er irret ſich aber, wenn er durch das Le- ben der Schaafe in freyer Luft die Räude ge- heilet zu haben vermeinet, Es hatte-ein Oeko- nom hiewider in dem Leipz. Int, Bl, v. I. 1785. S. 432, gleich erinnert, daß es wohl möglich geweſen ſeyn kdnne, durch ſolche Ver- fahrungsart die Leberfäule geheilet zu habenz aber an der Heilung der Räude zweifelt ex mit Recht, weil Hr. d'Isjonval ſelbſt. geſteßet, daß ſeine Schaafe die Wolle verlohren haben, wels ches befanntlich bey allen räudigen Schgafen ge- ſchiehet), | SETE RE NENNE KN EN IREEN Borrede, XV ſchiehet, welche nicht auf gehdrige Weiſe beſorgt werden, ſo wie die Räude auch nicht eher wie- der kömmt, als bis die Wolle von neuem etwas gewachſen iſt. Am Ende der neuen Schaafzuchtsthedrie habe ich von meinen Schaafen geſagt, daß ſie von der Anſteckung der Räude nicht frey geblie» ben ſind, und daß ich ſolche durch einen äußer2 lich aufgeſchmierten Tobacksſyrup habe müſſen heiten.“ Nur in dem Stück nahmen ſich dieſe angeſteckten Schaafe vor andern, den kurzleibi- gen oder kleinartigen nämlich, aus, daß ſie nicht, wie dieſe, von der Räude entkräftet oder gar aufs= gerieben wurden, Sie blieben ſich vielmehr, in Anſehung der übrigen Geſundheit und Leibes- ſtärke, immer gleich, ob ich ſie ſ Malia 1 mare Sh anm De REI at RET 205 EB LIEREN AE 8 E07 4 5 Wi EEE) L= in GA CDSEHMR R. R XVIIE Vorrede,| In dieſer Verſammlung nun bin ich theils S Vorleſer, und zwar meiſtens eines intereſſanten ſhe Artikels aus des Hrn, D. Krünit dkonomiſch- ſpaten technologiſcher Encyklopddie, theils Lehrer nach ſen fd Socratiſcher Artin Fragen und Unterredungen, mein) Ih bin aber auch in gewiſſer Abſicht Lehrling. den 3! Es giebt auch Denker unter den Bauern, Zum| Mi öftern empfehle ich ihnen dieſes oder jenes zu bes|en! Die Waldbäume, 3 lo&en: warum neue, durch das Nichtbewohnen ganz in Verfall kommende Häuſer, unbewohnt da- ſtehen? N Mir ſind in hieſigen Gegenden Dorfichaften be- fannt, neben welchen ſeit 40 bis 50 Jahren, Tage- löhner vder Häuſeler, ſich in ſolcher Menge aus cige- nen Mitteln kleine Häuſer erbauet haben, daß ihre Meiuge der Hälftre, oder der Anzahl der alten Dorfs- einwohner völlig gleich kömmt. Und dieſes ſind Dörfer, welchen es nicht an Holz fehlet, und wo die anbauenden Häuſeler, ſolches in der Nähe, und im erträglichen Preiſe haben können. Denn beydes Nahe und mäßiger Preis müſſen beyſammen ſeyn. Wäre das Holz etwa ein paar Meilen vom Wohnorte her- zuhohlen, ſo würde es dem Häuſeler, wenn er es ſchon an Ork und Stelle nicht heuer ſinder, doch um der Fuhre willen, die er bezahlen muß, ſchon zu theuer, Und eben bey obgedachten Dörfern bemerke ich die ſolideſte Volksvermehrung, womit dem Staate am meiſten geholfen iſt, Cin Bauer kann unter mehrern Kindern, nur ein einziges auf ſeinem Bauerhofe er- halten, wenn er von der Wirthſchaft abgehet. Die übrigen müſſen ſehen, wo ſie bleiben. Finden ſie feine Häuſer, um eigene Familien haben zu kön- nen, ſo werden ſie zu alt über dem Warten darauf. Was verliert aber in ſolchem Falle nicht der Staat, wenn die:Bauerkinder über 30 Jahr alt werden, be- vor ſie zur Heyrath kommen? Was gewinnt er aber nicht bey frühern Chen an der Volkemenge, wenn das Landvolk ro Jahr eher oder wenig ſpäter mittelſt der Ehen, zum Kinderzeugen gelanget? Und die Ehen worden allein dadurch erleichtert, wenn das junge mannbare Volk einen eignen Heerd haben kann. Denn aufs Cinmiethen auf dem platten Lande iſt we- nig zu rechnen. Dazu ſind die Bauerhäuſer nicht 4-2 ein- 4 Erſtes Kapitel, eingerichtet, und die Bauerwirthſchaft verträgt ſich auch nicht mit Miethsleuten, weil ſelbige auf dem ganzen Hofe Blöße hat, und nicht ins Enge, oder unter dem Schloſſe, gleich den Bürgerwirrsſchaften in Scädten gehalten werden kann. Sind alſo Dorſ- wirthſchaften, in dexen Jtahe das Bau- und Drer.n- holzin mäßigem Preiſe zu daben iſt, ſo bauet der Bauer ſeinem Sohne oder Tochter ein Häuslein, ſo bald ſie Fuſt zum Heyrathen befommen, und dieſe meldet ſich - bald an, wenn ſie nur wiſſen, wo ſie ihre bieibende Stäte haben können, und daher nicht als Mieths» leute in Sorge ſeyn dürfen, bald hie bald dorthin umher getrieben zu werden. Cin Staat aiſo, und beſonders ein militäriſcher, muß die Chen des Land- volks erleichtern. Und hierzu hat er fein gewiſſeres Mittel, als die durchgängige Beförderung des Holz- wuchſes. Vom Verfalle der Manufakturen und Fa- brifen durch den Holzmangel will ich) jeßt Richts ge- denken. Sollte jemand 17 mehr Beweis hievon ver- langen, daß die Wohlfeilheit des Bau- und'Brenn- holzes die Volksmenge ſehr begünſtige, der denke nur an die Wenden in der Lausnis, W eſtphälinger und Niederſachſen., Die Wenden gehen im Som- mer, beſonders gegen die Aerndte, gleichſam in Hee- reszügen aus ihrem Baterlande bis nach Thuringen hin, um durch Feldarbeit Verdienſt in den reichen Kornläandern zu haben, und kehren mit ſelbigem ge- gen den Winter in ihre Heymach zurük. Warum iſt ihnen ihr mageres kornarmes Vaterland lieber, ' und warum ziehen fie nicht mit Weib und Kindern in jene fette kornreiche Länder hin, wo ſie fein ſchwar- zes Brod, wie zu Hauſe eſſen, auch des Winters noch Arbeit finden könnten? Sie wollen Weib und Kinder im Winter nicht frieren laſſen. Mit den Weit 7 y '| Jas k faut 1 Ga| NE weht! (hos wl (ne mda ln (aſe! m mf De jum] Rim ht Jin)€ anden hie ſit en( T y darüber wohl Runte gt ſich f dem , Oder haften Dorf: renn: Bauer ald ſie et ſich bende ieths» rthin , Und Lande ſeres Holz- d Fa- ts ges 1 vet Zrenn- denke linger Som- n Hee: eingen reichen em ge“ Zarum lieber, indern mann gab 1769(S. Grund- ſäße der teutſchen Landwirthſchaft 9. 232) mit fol» genden Worten den Wink zur Erhaltung und Anbau- ung der Holzungen? Der Mangel des unentbehrlis» t, und gegen die Kälte geſchü- ket. 12 Erſtes Kapitel. ßet. Auf hohen gebürgigten Gegenden iſt die Cultur der Wintereichen vorzüglich anzurathen, weil ſie wegen des ſpater ausſchlagenden Laaubes, hieſclbit von der länger fortdauernden Kalte nichts leiden,: hinge- gen die früher treibenden Gommereichen daſelbit zu Gründe gehn. So iſt auch die Anpflanzu ung dieſer Hauptvecanderung unſrer 2andeSeiche auf ver 4 bene, wenigjiens zum vierkeit Theile aus dem Grunde ge- gen vie Gommereiche gerechnet, anz UBE weil WUNDEN an den Sommereichen von den ſpäten May- fedſten, Blatter. und Blumen, folglich die ganze Maſt verlieren, da unterbeijen die Wintereichen 1. oder nichts leiden, und wenn der Herbit einſch lägt, ſehr gute Maſt tragen können.-“ es denn auc) erfah- rungsmäßig iſt, daß die Wititereichen, welche auf dem Stamme noch nicht zu an geworden, oder noch nicht ganz aus LEIN heraus ſind, ebta ſo gutes zabes, und noch wohl feſteres ſteinhartes Hokz haben, welches dem Holze der Sommereiche in Anſehung dieſer Cigenſchaft wohl noch vorzuziehen iſt. Und um dieſer Eigenſchaft willen führen dergleichen Ei- en. Eine Urſach, weshalb in man- chen Forſten nichts rechts aus den Schweinen werden will. 14 Erſtes Kapitel, will. Denn zuerſt an die beſſern Früchte gewohnt, laufen ſie, wenn dieſe ſparſam geworden ſind, überall unther, ſuchen die Ueberbleibſel hie und da zuſam» men, daß ſie darüber ſehr abſchlagen. Kommen fie. aber aus dem Refiere der Sommereicheln ganz hin- weg, ſo können ſie keinen Unterſchied zwiſchen beſſern und ſchlechtern Eicheln töglich mehr machen, und ſind daher genöthiget, das allein zu freſſen, was ihnen Feine Auswahl verſtattet. Iſt aber vorher die mehr oder weniger helle Farbe der Blätter, als ein Unterſcheidungszeichen der bey» den Hauptveränderungen unſrer Landeiche angegeben worden, ſo iſt ſolche Farbe doch nebſt andern Geſtalten der Blätter im Anfange an dem jungen Triebe, und “hernach an dem Laube ſehr veränderlich, daß alle Kenn» - zeichen der Blätter zuweilen ſich äydern, und letßtere eine ganz fremde Geſtalt annehmen, zumal an den Samentrieben, welche dem morgenländiſchen und an- Hern fremden Cichenlaube nicht ſelten ähnlich, und gegen einander ſehr unkenntlich werden.- Mit dem - ſpät qusbrechenden Laube kommt die gelbliche Bläthe ver Eiche, und manchmal bey uns noch in oder gar nach der Mitte des Maymonaths/ welche von den Bienen ſtark beſucher wird, und ihnen mehr als ir- gend eine andere ſtärfend, dabey auch zugleich ſehr nah- rend iſt, nachdem ſie von dem Beſuche der mancher- ley Obſtblüchen ſehr mate, und mit einem Durchlaufe befallen worden. Jc< habe daher ſeit langen Jah- ven bemerket, daß die Bienen an denjenigen Or- ten am munterſten ſind, und die früheiten Schwärme bringen, wo ſie Cichen in der Nähe haben, und ihre Blüthen benußen können, Dieſerhalb gönne ich auch um meiner Bienen willen den Eichen gernihren Platz längſt dem Gehege des Gartens, und ich leite die Haupturſach des ungleich geringern Honiggewinnſtes 207 zu KEITEN EEEIGÄEE I hn, erall ſam» on ſie hine ſiern » ſind Ihnen carbe bey» eben ten und nnz tere den dan- und dem (äthe t gar | den [8 ir- -näh- cher- (aufe Jah- Or- arme ihre auch Pleß » die nſtes zu Die Waldbäume. 15 zu unſern Zeiten, in Vergleichung mit den Zeiten unſrer Vorfahren, von den zu jehr vauninderten, vder ganzlich abgegangenen Eichen in den meiſten Ge- genden her. Die phyſikaliſche Urſach aber von der Gedeihlichkeit der Cichenblüche für die Bienen iſt dieſe, daß ſelbige zuſammenziehende Krafte hat, und ſolche an den Eingeweiden der Bienen aufs Beſte be- weiſet, und zwar in der Zeit, da ſelbige die Baum- blüthe nebſt den A>er- und Wieſenblumen ſehr frühe in den Morgenſtunden, wenn ſoiche noch zu kalt oder mit Reif und Eis. wohl gar noh belegt ſind, nicht unbeſucht laſſen, und von dem eingeſogenen Safe eine Erkältung der Cingeweide, hiemit aber eine Erſchlafſung derſelben, und folgends den Durchlauf ſich zuziehen, als wovon ſie ſich ſehr ſpät wieder er- hohlen: beym Genuſſe eines Gegenmittels aber, wie die Eichenbaumblüche wirklich iſt, bald wieder her- geſtellet werden. Dieſer einzige Nuten der Eichbäu- me wäre ſchon hinreichend, Stadt- und Dorfgemeinden aufzumuntern, Eichen um ſich her auf den bequem- ſten Pläßen anzubauen. Cines noch ſtärfern. Auf- munterungsgrundes zum Anbau der Cichen, da ſie, ſich als Gewitterableiter beweiſen, und Städte und Dörfer wider das Einſchlagen des Blißes beſchüßen, wenn ſie am rechten Orte ſtehen, werde unten ge- denfen. Hat aber die Wintereiche kleine und mehr runde als lange Eicheln ohne Stiele, welche vom Ge- ſchmace ſchlechter und etwas bitterer ſind, auch da- her von den Schweinen, wenn ſie, wie kurz zuvor geſagt worden, die Wahl haben können, zurücge- ſeßet werden; ſo hat die Sommereiche große, oder doch allezeit größere und ſüßere- Früchte vor jener, auf langen Stielen. Die erſtern pflegt man Berg- RKlunch- Harz 5 oder Trufeicheln, die eben aber 16 Erſtes Kapitel, aber Dachs oder lange Eicheln, wegen ihres) 6% laygen Stiels, Stieleicheln, und als. die beſten„B Wiaſt- oder Ferkeleicheln zu nennen. ts Man will bemerkt haben, daß die Wintereiche|(ut in einem fetten Waſſerboden zwar geſchwinde wäachſet,| vols “aber ſchlechteres Holz und mehr bitter ſchme>ende ma ' Eicheln giebt.(Bey mir finde das Holz auf einem| fs feuchten Boden nur ſchlecht, wenn die Wintereichen,|| we wie ſchon vorhin berührt, nicht mehr jung ſind.) OM Ueberhaupt hat aber doch die Wintereiche einen lang-| Aut) ſamern Wuchs; als die Sommereiche, einen niedri-|„ih gen, aber ſtärfern Stamm, denn ihr Wachsthum| 4% richtet ſich überail nach der Länge und Strenge des| js: Winters. Hingegen behaupten die Forſtbediente, daß(yB; im troänen ſandigen Boden, die Sommereichen nicht(eth! gut fortfommen, man ſolle daher daſelbſt Winterei-(ns: nem ſandigen Boden ſtehendenSommereichen| iin nur noch hinzu, daß die Früchte derſelben hieſclbſt| in kurz und ſchmal werden. Vielleicht iſt hieran der|„“s Uebergang der Sommereiche in die Wintereiche ent»| Y* ſtanden, daß jene auf zu dürrem und nahrloſem San-|(P: de nach und nah immer kleiner und fürzer geworden,| ph bis ſie endlich ganz die Form der Wintereichen ange-| nil nommen. Cs iſt daher ferner muthmaßlich, daß| biß wir die Winrtereichen nach und nacy durch wieder- DM)(Et hohlte Generation auf einem guten Boden, wieder|"/ zu der erſten Gattung zurücf führen können, weil 40 wir, wie Anfangs gedacht worden, ſo viele Abän-| 4L derungen der Früchte finden.| a] Aus der Menge der Blütrhe laßt ſich nicht im- A mer ſicher aufs volle Maaß ſchließen. Außer dem||. ND Froſt- und JInſectenſchaden können auch anhaltende| y 6! Regen das Blumenmehl, ſo wie beym Obſie, und Ums Ge-(SS :| ves reg ſten iche ſet, nde nem hen, nd.) nge drls Die Waldbäume, 27 Getreide geſchiehet, beſtändig abſpülen, daß wenig oder nichts aus den Früchten werden kann. Man rech- net daher unter 4 bis 5 Jahren, der darinn befindlichen haufigen Blüthe ungeachtet, nur auf eine gute und volle Maſt. Die Sommereichel wird in heißen Some- mern um die Mirte, in gemeinen Jahren aber vom Ausgange des Septembers, bis den October hin- durd;, bey uns reif, worauf die Wintereichel folget. In manchen Jahren und auf manchen Bäumen iſt die Frucht nur einzeln, aber ſehr groß und vollkommen, wie unter andern bey der Sprengmaſt. Jn andern Jahren, Gegenden, und aufeinzelnen Böumen, welche halbe oder auch eine volle Maſt zeigen, ſist ſie ſehr häufig; alsdenn iſt ſie aber auch kleiner, daß man öſters einen"Baum in den andern gerechnet, oder von einem einzelnen'"Daume im guten maſtigen Grunde, wohl 2 bis 3 Scheffel erhalten kann. Wo aber die Sicmhenbäuttie außerhalb des Waldes auf Feldern, Viehtriften u. ſ.f. vor ſich allein ſtehen, und ſich mit ihren Zweigen überall umher, jo weit ſie kommen können, ungehindert verbreitet haben, hat man in fruchtbaren Jahren von einer einzigen Ciche wohl über 2 Winſpel Cicheln auflejen können. Jn einigen fruchtbaren Gegenden, giebt es unter der Menge der anſehnlichſten Eichen hin und wieder einzelne Stücke, - deren Früchte eine 3 und 4 fache Größe, und einen beſſern Kern haben. Und dieſe Früchte ſind es vor- züglich werth, daß ſie beſonders zum Saen aufgele- ſen und angewendet werden, um hievon ſtark treibende Stämme, und eben ſo große Eicheln zu gewinnen. Ja, in leßterer Abſicht wäre es zu verſuchen, daß man junge Eichen mit den beſten Sorten beimpfete, um hievon die möglich größten Früchte zur Saat zu befommen, weil es uns um die Frucht doch eben ſo ſehr, als um das Holz zu thun ſeyn ſoll, Denn da 59818vgier V,. Dand. B in ('.“ün. “J Ss "u n.. ET, Du. 4 elt 257 "ux Ke ß "*z 2 > ey “ De “ | 4 (4 „Pe, Ze 74 "2:W (2,5S : x Pn / 18 Erſies Kapitel. in manchen Jahren, wie ſo eben geſagt worden, nicht volle Maſt werden kann, jo würde man nichts verlieren, wenn die dafür nur einzeln angewachſenen Früchte noch einmal jo groß, als gewöhnlich ſind, welches, wie bey andern Fruchtbäumen, höchſtwagrſcheinlich durch das Impfen zu erlangen ſeyn würde. Fortes ſortibus ercantur. Großer Same bringt große Fruche, große Sameneicheln alſo größere Bäume und größer Früchte, Die Inſecten, welche uns die Hoffnung Maſt zu bekommen, in den meiſten Jahren vereiteln, ſind die Raupen und U7aykäfer. Die Cichenraupe iſt eine Geſpinnſtraupe, deren Puppen an den Spißen der Zweige ſehr in die Augen fallen. Wenn die Eichen noch von mittlerer Höhe ſind, ſo können ſie leicht, wie an den Obſtbäumen, abgemacht, aufgeleſen und verbrannt werden. Man muß dieſes Abraupen an den jungen Eichbäumen überhaupt als feine gleichgültige Sache anſehen, wenn man ſchon nicht auf ihre Früchte ſehen will. Sie wachſen noch einmal ſo geſchwinde, wenn das Abraupen jährlich geſchiehet. Denn die Eichenraupe iſt unter allen Baumraupen die häufigſte und gefrä- Bigſte, welche die Cichen in kurzer Zeit in Beſenrei- ſer verwandelt. Nichts hält aber den Wachschum - der jungen Cichbäume mehr zurü&, als wenn ſie vom Raupenfraße, ein Jahr nach dem andern entblättert werden. Man darf ſich daher gar nicht wundern, wenn ſo viele Holzliebhaber über den ſo langſamen Wachsthum ihrer Cichen klagen. Sie ſind ſelbſt Schuld daran. Wenn ein Guthsbeſißer oder eine Commune einen Planteur hält, vder andre dazu ab. gerichtete Leute an der Hand hat, ſo macht es nur ge- ringe Koſten, eine anſehnliche Eichenplantage im Herbſte und Winter abzuraupen. Die darauf ge- wandte Mühe und Koſten werden durch den ſo ſehr ver- Nag UND x UP): 7 WES OE nicht eren, noh € bey h) das (ibus große Pere nung iteln, eren 1gen öhe nen, Nan men hen, will. das aupe efia: nel: tyum vom attert dern, men ſelbſt eine 1 ab: v ge eim f ge „ſehr ver“ Die Waldbäume, 19 vermehrten Wachsthum und Fruchtertrag, falls die Eichen bereits tragbar ſind, aufs reichlichſte erſeßet. Die meiſten Raupenneſter findet man in Plantagen und Gehölzen an dem Rande, oder der Sommerſeite. derſelben, von wannen die Raupen immer weiter in das Gehölze oder Plantage hineingehen, und ihre Verheerungen fortſeen. Es ſind geſellſchafiliche Rau- pen, die zu Heereszügen fortwandern, und falls beym Abraupen was. verſaumet worden, immer noch leicht zu tilgen ſind, wenn ſie auf der Erde oder an den Stämmen weiter wandern. Die Maykäfer kommen nicht alle Jahre, und auch nicht in gleich großer Menge, und ſind nicht immer allein im Maymonathe, ſondern nach Be-" ſchaffenheit des Jahrganges, oft erſt im Brachmo- nathe gegenwärtig. Eine zweyte Generation kömmt bisweilen noch erſt zu Ausgang des Auguſts. Wenn ſie häufig ſind, ſo können ſie die Eichen noch geſchwin- der, als die Raupen, kahl machen. Sie ſind dage- gen leichter zu tilgen, und ihre Vertilgung kann dem Federviehe zum Unterhalte ſo dienen, daß es dabey alles andern Futters entrathen, und völlig davon fett werden kann. Enten und Trutßühner freſſen dieſe Kafer lieber, als Korn. Man darf ſie nur unter die ECichbaume hinführen, und die Käfer beym Sonnen- ſcheine adſchücteln. Sie leſen die, als tod vom Schüt- teln zur Erde gefallene Käfer, begierigſt auf, und lere nen bald den Schittelnven auf dem Fuße nachfolgen, um von ſeinen"Bemühungen die g'; izliche Sättigung zu erwarten. Hak man eine groß„Plc ntage, jo muß man auch die gemeinen Hälhner damit fett machen, und ſie ſodann zum Verkauf in die Städte ſchien, Zu dem Zwe müſſen Hühnereyer von Truthühnern ausgebrütet, und die jungen Hühner von ſolchen auch geführet werden, Hievon werden die gemeinen Hüh- 25.72 ner 20 Erſtes Kapitel. ner ſo zahm, daß ſie den Truthühnern auch noch im nächſtfolgenden Jahre, ohne Scheu oder fliegend zu ſeyn, überall im Felde zu Fuße nachfolgen. Nur muß fein jähriger Hühnerhahn, wenn er ſchon vor- dem Truthühner zu Brutmürtern uid Führerianen „gehabt hat, mit unter die GeAügelheerde kommen, weil er ſich mit den alten Truthühnern kämpfet, zur Flucht gezwungen, und hiemit die Hühner ſeines Ge- ſchlechts ihm zur Nachſolge und Zerſtreuung gerei- zet werden. Das Abſchürteln der Maykäfer iſt die leichteſte und luſtigſte Sache, weil dazu kein Klettern, keine Leitern erfordert werden. Der Putenhüter oder Hüte- rinn, führet bey ſich eine lange leichte, oben am En- de mit einem eiſernen Haen verſehene Stange, an welcher er, wenn es Noth thut, noch eine zwegte lange Stange anbindet, um den Gipfel damit, wenn er zu hoch wäre, erreichen zu können. Denn dieſen ergreift er zuerſt mit dem Haken, und ſchüttelt ihn, damit die abfallenden Kafer von den untern Zweigen nach der Ordnung von oben herab abgeſchüttelt wer- den, und feiner auf den untern Zweigen liegen blei- be. Je heller und wärmer der Tag iſt, deſto beſſer fallen ſie. Jm Kühlen, beſonders gegen die Abend- zeit, fliegen jie davon. Hätte man aber kein Geflü- gel zum Auffreſſen der Käfer bey ſich, ſo müßen ſie in einem Sake aufgeleſen, und zu Hauſe den Enten oder Hühnern vorgeworfen, oder in einem Loche mit einer Keule todtgeſtampfet oder verbrannt werden. Scharret oder gräbt man ſie ein, ſo kriechen ſie aus der Erde wieder hervor, „Die Ciche erreichet unter allen unſern Bäumen das höchſte Alter, und man nimmt gemeiniglich an, daß ſie 3 bis 400 Jahr im Wachsthum ſtehe, und nach- ) im d zu Nur vor- ien nen, , zur 3 Oe: eres teſte eine ler Cn- an ehe venn jieſen ihn, eigen wer- - beſſer bend? Veſt en ſie Fnten 'e mit pden, 0 aus umen dh) an, und nach - Die Waldbäume. 2x nachher noch einmal ſo alt werden könne. Und da ihr an der Dicke, gleichfalls keine andre Baume gleich fommen, ſo findet man Beyjpieie von außerordent- lich 5ohen und dien Eichen aufgezeichnet. Gott? ſDdeo erwäahnet vn Fiore Praflica, S. 213. einer bey SWelau in dem Dorfe Oppen geſtandenen Ciche, de- ren Umfang 27 Ellen, im Durchſchnitte alſo unge- fehr 18 Fuß betrug. Dtürt beſchreibt in ſeiner Naturgeſchichte von Oxford eine Tiche, deren Aeſte, vom Stamme angerechnet, 54 Schuh hoch waren, und 304 Reuter, oder 4374 Fußgänger mit ihren Schatten bede>ten. Ralm hat in England eine gemeſſen, deren Stamm einige Fuß über der Erde 15 Ellen, und die Breite der Aeſte von Abend nach Morgen zu, 58 Ellen geweſen. Es iſt daher leicht abzunehmen, warum der Eichbaum nöchſt ſeiner Fruchtbarkeit bey den alten Griechen und Römern, vem Vater der Götter gewidmet, und ein Gegenſtand der Ehrerbietung bey den Alten geweſen, ſo wie un- ſre alten Deutſchen unter demſelben ihre Opfer dar- brachten, auch unter dem Schatten derſelben ihre Verſammlungen und Gerichte hielten. Als der hei- lige Bonifacius, der bekannte Apoſicl der Deutſchen, in Heſſen bey Grismao eine ungeheure große Eiche, worunter die Deutſchen ihren Gottheiten opferten, an- traf, ſo legte. er felbſt mit einigen andern Hand an, dieſen Baum umzuhauen. Sobald das Landvolf davon hörete, verſammlete es ſich in großer Anzav!: nicht nur, um die Beleidigung zu rächen, die ſei- nem Gottesdienſte zugefüget wurde; ſondern aud), weil es gewiß erwartete, daß der Donnergott ſelbſt die ihn geheiligte Ciche ſchäßen, und den Bonifa- cius mit ſeinen Gehülfen verzehren würde, Das Zerfallen der angehauenen Eiche in Stücken machte aber die Zuſchauer ſo beſtürzt, daß ſie alsbald vom B 3 Chri- 49 PI? eit 1A NE x > EE NEE - ZIE VERSEE -... „ . 8 Ps 5 | 22 Erſies Kapitel.| Chriſtenthume anfingen ſich höhere Gedanken zu ma vE hen, und. ihm geneigter wurden.-"SE .- Moch können wir in unſern Tagen dieſen Baum mw in gewiſſer Abſicht zum Gegenſtande unſrer Achtung| ,.., machen, weil wir nur durch ihn, als Pflanzer, un-| NIE ſer Andenken bis auf die ſpäteſte Nachwelt bringen| wh können, und ſolche als Pyramiden gleichſam anſehn,| vis: die ſo viele Jahrhunderte nach uns unſern Namen| M auf die ſpate Nachwelt bringen fönnen, ohne daß uns|"WP ſolche Stiftung unſers Andenkens. große Mühe und| /D Koſten verurſachet. Jch kenne noch hin und wieder zZ im Preußiſchen Abkömmlinge ſolcher Vorältern, wer theils des Mittel- theils des gemeinen Standes, wel-"K - he öfters ihren Kindern und Freunden, die Cichbäu-|- iW me zeigen, welche ihre Vorfahren unter der Regie-| ju24 rung Friedrichs des erſten Königs in Preußen ange-| vv pflanzet haben, da es unter ihm Geſeß war, daß die| X Heyratyenden ohne Baumpflanzung nicht in die Ehe| mü treten ſollten, Jch ſelbſt habe mit einem vor einigen aan 20 Jahren bereits verſtorbenen Beamten, oftmals|(SW einen Spaziergang des Sommers nach ein Paar von| MG ſeinem Wohnorte nicht allzuweit entlegenen Eichen an-| ens ſtellen müſſen, welche ſein Vater bey ſeiner Ver-| M heyrathung angepflanzet hatte. Gemeiniglich nahm ap er jeine Kinder zum öftern auch mit zu dieſen Eichen, i94 um unter dem Schatten dieſer Bäume gleichſam fun - die Schatten ihrer Großältern zu ehren, und darun- ſm ter eine tleine Collation zu halten. Das Feyerliche vs dieſer Familien hatte ſolche Wirkung auf Enkel und dm) Enfelinnen, daß ſie Daumpflanzungen ſich zu einem nug tieblingsgeſchäfte machten, und ſomit um ſich her, we) Nacheiferung erwecken konnten. v. Die Vermehrung der Cichen geſchiehet entweder Ne H durch Beſäung eines ſchi>lichen Plaßes mit dem Saa- D: men, auf weichem Plaße ſie ohne Verſesung bleiben, we 0dei Die Waldbäume. 23 oder durch Verpflanzung derſelben aus eigenen Baum- ſchulen, die man gemeiniglich Eichenfampe zu nen- nen pfleget. Herr Hofrath Sledirſch erkläret ſic) vor den erſten Ort, und ſagt: warum will man von der natürlichen Vermehrung der Walder, und beſon- ders der Eichen abgehen, und erſt ſaen, hernach die jungen Pflanzen wieder herausnehmen, an ihren SBurzeln verleben, und endlich wieder zum Wachs- eGuime uach beſondern Ein- und Abſichten verpflan- zen? Das heißt, durch doppelte Koſten und Arbeit die jungen, zum Pflanzen am geſchiteſten, Eichen von 2, 3, 4 Jahren in ihrem Wachsthume zurük- ſeßen. Die Lange der Pfahlwurzel iſt an ſolchen jungen Pflanzen wohl nicht umſonſt ſo anſehnlich 3 ſie zeiget eine gewiſſe Vorbereitung zu einer anſehnlichen Höhe, und einem nachfolgenden ſtarken Triebe, den man beym wilden Holze nicht ſtören muß, wenn man anders anſehnliche Stämme daraus zu erhalten wün- ſchet. Nicht alle Bäume haben eine Pfahlwurze!, und daher können auch einige beſſer als die andern verpflanzet werden. Dieſe iſt bey den Cichen, die ohn- gefahr 4 bis 5 Zoll die ſind, auf 43 Fuß lang, und an jungen 6 bis 8 Zoll hohen Saateichen, wird man in loferm Grunde, ſelbige ſchon x bis 13 Fuß lang finden, und.muß auch, wenn das Ausheben auch noch ſo behutſam geſchiehet, nothwendig beſchädiget wer- den. Herrn du Hamels Vorſchlag, die Cicheln außer der Erde keimen zu laſſen, und den hervorgefomme- nen Keim abzuſchneiden, und dadurch den Austried der Pfahlwurzel zu verhindern, iſt theils mühſam, theils ſehr mißlich, allemal aber widernatürlich, da die Eiche dergleichen haben ſoll. So gut dieſe angeführten Gründe auch ſeyn kön- nen, ſo finden ſich doch ſehr viele Fälle, bey welchen / 4 die 108 KIEK EINE GE; ALIEN 24 Erſtes Kapitel. die Anpflanzung der Beſzung vorzuziehen ſeyn muß. Es darf nur ein mäßiger Wildſtand wo ſeyn, ſo wird di: Beſaung ſehr zu widerrathen ſeyn müſen. Denn Haſen, Rehe und Hirſche verbeißen die jungen zarten aujgegangenen Pflanzen, daß üe entweder nach abge- biſjezer Epiße vergehn, welches in tronen Som- mern ohnfehlbar geſchiehet, oder fahren fort, den Wiederaus|chlag abzufreſſen, daß, wenn ja die Ei- 26 Erſtes Kapitel. alſo: Es wird vings um denſelben ein tiefer Graben gemacht, ſo, daß die Crde einwärts auf den Plat geworfen, und hiedurch um ſelbigen herum eine Er- höhung gemacht wird. Auf dieſer Er"höhung.0G tiget man einen dichten Zaun, ſo daß man eichene Pfahle 4 Zuß von einander in die Erde ſtößt, an denſelben 3 Reihen von Stangen befeſtiget, an die- ſen Stangen aber Dornen und anderes Gebüſche, welches man zugleich mit dem unterſten Ende in die Erde ſto>et, fett bindet. Das Ausſaeon der Eicheln geſchießet, in Anſehung ihrer Weite von einander, verſchiedentlich. Cinige ſäen ſie nur:ſo dünne, daß auf dem Plaße eines Fuſ- ſes ins Gevierte, 4 bis 5 Stück zu liegen kommen, und ſodann zugeeget werden. Andre ſäen ſie noch dier aus, damit ſie in der Folge die krummen oder ſperrhaft wachſen wollenden Pflanzen ausziehen, oder auch die geraden, wo ſie allzudi>e ſtehn, anders wo- hin verpflanzen können, Auf bergigen Gegenden, die keine gar zu ſchwere und thonigte, oder feine mit feſtem und in einander gewachſenem Raſen bezogene Erde enthalten, können die Cicheln gleich ohne vorhergegangenes Umhaden in die Erde gebracht werden. Es werden nämlich die zum Cinlegen der Saateicheln verordneten Leute mit Beuteln oder weiten Taſchen verſehen, und hän- gen ſie an ihro linke Seite, Mit der rechten Hand ergreifen oder führen ſie eine Spiß- oder Breithacke. Bey jedem Hiebe, den ſie damit thun, und womit ſie die Erde 1 höchſtens 2 Zoll dick aufgeben, laſſen ſie eine von den aus dem Beutel genommenen Eicheln in die gehauene Spalte fallen, und ziehen alsdann die Hacke zurüF und heraus. Solchergeſtalt bringen ſie le Eicheln nach der Lage der ODerter ſtreifenweiſe, und eine von der andern ungefähr 4 x Fuß entfernt, in die Erde. E! el imat mat zu! (Af das det In Zun furl ml beſſer Ww) Ys, 4 den her ß Habo wied, (Ry ZU ju diE wird nad Drain liner Wehl von de fallen: kUl 6 NEN Die: Waldbäume. 2 Erde. Dieſe Methode iſt in ſolchen Fällen, wenn es in lebendigen Hauen an Cichenaufſchlag fedlt, und man dergleichen darinn mit erziehen will, oder wenn man unter Kiefern- oder Tannenaufſchlag, Cichen zu miſchen Urſache hat, die beſte. He. v. Srocken, welcher die Vermehrung der Eichen durch das Pflanzen, der Vermehrung durch das Säen vorziehet, preiſet folgende Methode, die zu den Eichelfämpen beitimmten Pläße vorzurichten, an: Im Frühjahre wird das zu Eichelfämpen beſtimmte Terrain, mit einem ſtarken Holzpfluge, Furche an Furche übers Kreuz zum erſtenmal gepflüget, wenn man nicht lieber mit der Spade, als welches freylich beſſer ijt, das Land umarbeiten will. Hierauf wird der Rajen mit ſchweren Egen in Stücken zerriſſen. Das Pflügen wird im Julius in der Länge, und endlich im September, ingleichen das Egen bey je- dem Male wiederholet. Im folgenden Jahre wird der Plas zur Haberſaat zugerichtet, und ſodann der Haber HNGefaeT Nach der Abärndtung des Habers, wird das Land wieder gepflüget und gerade geeget;z alsdann mit einer Harke gerade 4 Zoll tiefe, und 6 Zoll breite, 3 Fuß von einander laufende Furchen ge- zogen, worinn zu Ende des Octobers die Eicheln ſo dic, als möglich, geworfen, und die Furchen darauf wieder zugezogen werden. Der Hr. v. Broken braucht nacy dieſer Ärt auf einen Morgen von 180 Qua- draccuthen(vermutzlich rheiniändiſch Maaß) 1 2 Ber- liner Scheffel, ode“ 20 Drſchw. Himbten. Die Saa- meneicheln werden ſeiner Anweiſung zu Folge alsdann von den Baumen geſchlagen, wenn ſie anfangen zu fallen; und werden zu Erlangung der Nachreire, noch 8 Tage auf einen Boden dünn aus einander gebreitet. So bald das Gras und Krauf auf dieſem Kam- pe zu wachſen anfangt, werden die 3 Fuß breiten Gän- ge 28 Erſies Kapitel. ge zwiſchen den Linien, wenn es ein Sandboden iſt, mit einem Schiebeiſen, dergleichen die Girtner ge- brauchen, ausgeſchoben; iſt aber der Boden ſteinig und chwer, ſo wird ſolcher mit Hafen umgehauen, damit Gras und Kraut, welches die Cichen an ihrem Wachsthume hindern, vertilget werde.; Um die Koiten des Reinhaltens zu erſparen, er- Fand Hr. v. BroFen dieſen Vortheil: Er eriaubte den Hirten, Häuslern und ſeinen Hausvögten, daß ſie in der Mitte ver 3 Juß breiten Gänge eine Reihe Ertüffeln pflanzen Bft Sie nahmen dieſes mit Dank an, und warfen unter jede Ertüffel etwas fur- zen Miſt. Dieſe wurden behac>ket und rein gehalten. Cs foſtete ihm alſo dieſes nichts, und er erhielt da- durch den Vortheil, daß das Land locker gehalten wurde, und daß der Regen an die Wurzeln fommen konnte. Die Ertüffeln gaben den jungen Eichen Schuß. Wie die Erwüſſeln ausgegraben wurden, war es ſo gut, als wenn das Land noch einmal wäre umgegraben worden.--- Bey dieſer aus der Forſtwiſſenſchaft und Beant- wortung einer Preisfrage, des Hrn. Verf. im Aus- zuge beygebrachten Methode bemerke dreyerley. 1) Die ſo öftere Umarbeitung des Plaßes, ijt, wie oben ge- lehret' worden, nach Beſchaffenheit des Bodens nicht überall nöthig. Und wo der Boden auch ein mehre- res Pflügen erfordert, da kann er vielmals ſchon, nachdem das Aufreiſſen im Frühlinge, das Wenden im Sommer, und das Pflügen zur Saat zu Ende des Septembers geſehen, ohne vorgängige» Beſtel- - lung mit Haber oder 0048 gleich im erſten Jahre mit Eicheln beſäet werden, ohne daß ſelbige ein Jahr weiter hinaus verſpätet 1308 2) Das Einbrin- gen der Saateicheln in die Erde muß nicht über 2 Zoll tief[NZ weil ſie, genauen Beobachtungen ge- mäß, mi vi de m, eid 61 98 au H 7] uff Ory Om winn zum ; Ww ve! (mw ben, naß! uy ver) dh (ind Jen) en) bis 4 fut Ihm Vie Dh forder Ty Unter fn en iſt, er ge- ieinig auen, ihrem nete "iaubte |, daß Reihe '5 mit 3 fur- alten, lt da- jalten nmen Fichen urden, [| ware deank- Aus- 1) Die yen qe: 3 nicht nehre- ſchon, enden Ende Zeſtele Jahre Jahr nbrin- iber 2 en ge mäß, Die Waldbäume. 29 mäß, nicht nur überall beſſer aufgehen, ſondern auch beſſer wachſen. Die Eichel hat das Eigene an ſich, daß ſie mit izren Wurzeln mehr als alle andre Bau- me, gleich in die Tiefe hinabgehec. Wenn die Saat- eichel daher noch höher zu liegen kommt, ſo cen werden könnte, unter und mit den Sandeicheln Haber ausſäen, damit ſelbiger den jun= gen aufgenenven Eichen wider die austrocnende Son» nenhiße zum Schirm und Schatten dienen möge. Es muß aber der Haber mit hohen Stoppeln abgemä- het werden, damit die jungen Eichenpflanzen von der Senſe nicht getroffen werden. Cs kann aber bey der Abärndtung des Habers ſchlechterdings nicht vermie- den werden, daß von den Arbeitsleuten und Abfah- - ren des Habers von ſeinem Orte nicht viele Eich« pflanzen zertreten, wohl gar eingeknit und ganzlich verdorben werden. Manche Forſtbediente rathen dieß Verfahren ihren Herrſchaften aus Eigennus, um nur aufeinen gut zubereiteten Plaße den Korngewinnſt zu bekommen, wohin auch das Verfahren zielet, wenn der Cichelfamp, der nach der vom Frühjahre an ges habten Beſtellung in ven verſchiedenen Pflugarten im Herbſte mit Roggen, oder im folgenden Frühling? erſt nach ſolchen Bearbeitungen mit dem Pfluge, mit Haber beſäet wird, da doch, wie oben geſagt worden, ſchon im Herbſte die Cichelſaat härte mit Nußen kön= nen vorgenommen werden,. Auf tronen, mit Moos und Heide überzogenen Höhen, kann man die Eicheln ganz flach, nur ein- fährig, d. i. ohne daß der Plaß eine Zeit zuvor wä» re umgeriſjen geweſen, unterpflügen Birfenſaamen - ſodann überherſtreuen, nachdem man die uwmngekchrte . Leichte Ege darüber gehn laſſen. Der Birkenſaaq- men gehet leicht auf, die jungen Stämme wachſen ſchnell heran, geben den Cichen Schatten, und ver- tilgen Moos und Gras. Und da die Birken mit ih- ren Wurzeln auf der Oberfläche der Erde hinlaufen, werden ath, Dd. der jollte, t den 1 Jün- Son- möge, gemäe n der '" der "mte- fah: Sich» zlich dieß um zunſt wenn nge nm linge „mit vden, | fon: zeuen ' eine - war umnen chrte jag: neten Aeſte oder Stangen von ſolchen jungen Eichen ge- brauchen. Sie können in der Erde ein halbes Jahr- hundert fortdauren, welches wir uns von keinem an- * derm jungen Landholze verſprechen dürfen. Mankann zu ſolchem Zwe die Aeſte nach der Mitte des Au- guſts etwa eine halbe Elle weit vom Stamme, oder noch weiter abhauen laſſen, um das Laub zur Vieh- fütterung noch mitzunehmen. Wo knappe Viehwei- de iſt, da wird ſolches Laub, wenn es auch noch im vollen Safte iſt, von Kühen und Schafen nicht un- gern gefreſſen. Es wird von vielen behauptet, daß hohe Ge- genden ein feſteres Holz liefern, als tief gelegene naſſe Oerter, woſelbſt die Eiche zwar ſtark treibe, allein bald faule, und zum Bauen und Feuern ſchlechtes Holz gebe. Dieſe Behauptung aber känn nicht für alle Gegenden gelten. Denn in den ſogenannken Buſchdörfern des Chur- Sächſiſchen Amts Belzig iſt ein Strich Ellernwald, einige Meilen lang, der ſehr tief bruchigt, und nicht in allen Jahren in den Sommermonathen einmal austrocknet, Hier ſiehet HZgauzvgter V. Band. C man 34 Erſtes Kapitel. man die älteſten und ſtärkſten Eichbäume, die ſehr feſtes und der Art ſehr widerſtrehendes Holz haben. Das Alter dieſer Eichen gehet weit über 4 bis 500 Jahre hinaus. Es muß aljo eine beſondere Beich4f- - fenheit des Bodens noch hinzufommen, wenn jene . Behauptung ſtatt finden ſoll,„Du Roi verſichert Sleichfalls, und nennet einige Gegenden, wo in Thä- lern, welche einen Theil des Jahres hindurch ſehr naß ſind, die feſteſten Cichen zu Kniehölzern und Schiffsrettern gefunden werden, Man kann es noch jeßt bemerken, wie die Saat- eicheln in Ellernbrüchern, die den größten Theil des Jahres hindurch nicht tro>en ſind, doch. aufgehen und beſtehen können. Die Ellern haben nämlich um ſich her einen Hügel, welcher mit der Länge der Zeit aus den abgehauenen Stämmen oder Stangen derſel- ben, wovon ein Theil in Vermoderung übergegan- gen, und mit zarter Lauberde bedet iſt. Hier ſie- ber man immer noch die von Vögeln, auch Eichkaten und Mäuſen, auf gedachte Hügel ausgeſtreueten Ci- en eingebracht worden, ganz naß werden. Jn dieſem Zuſtande werden ſie täglich ein-,bis zweymal umgeſchüppet, oder mit der Harfe tüchtig„durchgearbeitet, weil ſie ſonſt leicht ſtocken, ſchwarz werden, und der Keim zum Wach- ſen untüchtig wird; oder aber, wenn ſie auf der Erde oder auf einem Lehmboden liegen, leicht ausfeimen. Um feine madichte und daher zum Aufgehen un- tüchtige Saateicheln zu haben, kann man ſie vor dem Ausſäen in ein Faß mit Waſſer ſchütten, welches unten einen Zapfen hat, um das Waſſer davon wie- „der ablaufen zu laſſen. Die oben ſchwimmenden Ei- nen und ſandichten Boden., hauptſächlich nachgehen. Denn wenn man auf ſelbigem im Fruüh- jahre erſt die Ausſaat unternehmen wollte, und es erfolgte eine tro>ne Witterung, ſo können viele, oder gar die meiſten Cicheln ſo zurückbleiben, daß ſie ent- weder nicht aufgehn, oder nach dem Aufgehn nur kümmerlich fortwachſen. Hat man aber einen Bo- den zu. beſaen, der das Gegentheil von dem obbe- ſagten iſt, kann man die Ausſaat wohl bis in den Frühling, aber ſo, verſparen, daß man damit nicht zu lange warte, bis die Winterfeuchtigkeit den Bo- den ſchon verlaſſen hat. Denn man muß immer be- ſorgen, daß eine auf die Saatzeit folgen könnende Dürre das Ausfkeimen des Saamens zurücſeßen könne. Um die Saateicheln zur Frühlingsſaat gut auf- zubewahren, kaun man ſich folgender Methode bedie- nen: Man nüumt ein Faß oder einen Kaſten, bringt unten eine etwas ſtarke Lage troEnen Sandes in den- ſelben, darauf eine Lage Eicheln, hierüber wieder ein? tage Sand, und ſo weiter fort, doch ſo, daß die= C 3 e 38 Erſtes Kapitel, ſte Lage ebenfalls, wie die unterſte, viel Sand wird. Der troEne Sand verhindert,- daß die Eicheln ſich nicht erhißen und keimen; zugleich ſind ſie hiermit vor den Mäuſen geſichert. E. Das Verpflanzen der jungen Eichen. Vieler Orten hat man nur Triften und Hüchungs- pläße; auf welchen man nicht anders, als mit aus- gepflanzten jungen Cichen auffommen kann, Der vor einiger Zeit vecſtorbene Sächſiſche Förſter Rröhne, welcher ſich. ſo ſehr um ſein Vaterland verdient ge- macht, hat eine aus eigner Erfahrung beſtätigte Me- thode bekanntgemacht, wie die jungen Cichen zu ver- pflanzen und fortzubringen ſind, die. den Holzliebha- bern bekannt gemacht zu werden verdienet. Hier iſt ſie,- 1. Wie muß der Erdboden zum beſten Wachs- thum der Cichen beſchaffen ſyn? Cin lehmigter, mit ſchwarzer Lauberde und Sand melirter Boden- iſt der vorzüglichſte. Denn, ob ſie zwar in einem ſchwarzen fetten Boden ſtärker wachſen,- ſo findet man doch an dem Holze nicht. die Dauer- haftigfeit, die der vorher beſchriebene Boden zuwege bringt. Feuchter Boden giebt ſchöne Stämme, wenn die Eichen von Jugend auf,(nämlich aus dem Saa- men gezeugt) gleich daran gewöhnt ſind; ſumpfigter und allzunaſſer Boden aber taugt gar nicht zu ihrem Anbau. Wenn man alſo Eichen, die ein gedeihli- ches EREN 4 geben ſollen, an einem Orte anbau- en will, ſo iſt ferner nöthig, den“Boden an einigen Orten 4 bis 5 Fuß tief zu unterſuchen, ob ſich etwan in ſolcher Tiefe Steine, oder harter Kiesſand finden z denn alsdenn müſſen die Löcher, worinn die Stämme ger I nie vid NEM ug qe 2 hw)| fs (s " (407) Ns MN pa wein ufd beittg Ns mitm ud; ben 7 (USE his y d wird, eln ſich hiermit ichen, 1thungs nit aus: Der vor röhne, ient ge- te Me- zu vet- zliebha- . Hier Wachs- Ww Sand m, 00 ſie walhſen, e Dauer“ n zuwege 16, wenn em Sac- umpfigte zu ihrem gedeihli: ie anbau- n einigen ich etwan d finden; Stamm, ge Die Waldbäume. 39 gepflauzt werden ſollen, 4 bis 5 Fuß tief gemacht werden. 2. Wie ſtark müſſen die Eichen im Durchſchnitt ſeyn, wenn ſie auf Hütungen und Trifften ge- pflanzet werden ſollen? Diejenigen Pflanzen, welche 8 bis 12 Fuß hoch, 1x bis 3 Zoll im Durchſchnitt ſtark und wohl gewach- ſen ſind, ſind die beſten zu dieſem Behuf. 3. Was iſt für Vorſicht beym Ausroden der jun- gen Pflänzlinge anzuwenden? Daß 1. ihre Thau- und Nahrungswurzeln, die meiſtentheils in der Oberfläche der Erde liegen, ſo vicl als mögli) unbeſchädigt herausgebracht werden 3 und 2. ihre Pfahl-« oder Befeſtigungswurzel nicht ab- geriſſen, oder ſonſt verderbet werde, weil-auf dieſen beyden Stücken das gute Gedeihen des Waumes beruhet. 4. Wie iſt dieſes zu bewirfen? Wenn man einen Eichelgarten oder ſogenannten Eichelkamp hat, wo die jungen Abkömmlinge in Menge beyſammen ſtehen, ſo laßt man 3 Fuß breit, und eben ſo tief einen Graben machen, ſo, daß die Pflänzlinge ,. die man: ausheben will, noch 2 Fuß weit vom Graben abſtehen 3 die Exde wird rückwärts auf eine Seite geworfen. Nun hat jeder meiner Ar- beiter einen von hartem Holze gemachten ſpißigen Pfahl, der 4 Fuß lang, und 2 Zoll di ſeyn kannz mit dieſem wird die Erde unter dem Raſen durchbohrt, und loer gemacht, Lie ſodann in den gemachten Gra- ben fällt, und mit einem Grabſcheide rückwärts her- ausgeworfen wird. Auf dieſe Art wird fortgeſahren, bis man ganz an die Stämme und an die Pfahlwur- C4 zeln 40...| Erſtes Kopitel, zeln kommt. Nun ſind auf ſolche Art an der Seite des Grabens, alle Thauwurzeln frey gemacht, und durch den ſpißigen Pfahl ganz unbeſchädiget geblie- ben, und weil der Graben auch auf 3 Fuß tief iſt, ſo greifen, je nachdem die Eichen groß ſind, 2. 3. oder 4, Arbeiter ,- eine junge Ciche nach der andern ganz unten an der Erde an, ziehen ſie herein nach dem Graben; und wenn ſie auf der gegenüberſtehenden Seite noch ſtarfe Thauwurzeln haben ſollten, ſo ſticht einer von den Arbeitern mit einem. ſcharfen Spaten ſolche 2 Fuß lang vom Stamme durch, oder wenn .-. man ſie ſehen kann, ſchneidet man ſolche mit einem : ſcharfen Meſſer ab. Cin Mann muß wenigſtens alle- mal dichte am Stamme neben der Herzwurzel beym Ausziehen mit unter die Wurzeln greifen, damit ſie alle ganz gut herausgebrächt werden; und auf ſolche Art ziehen ſie die Pflänze, ohne die Herzwurzel im mindeſten zu verleßen, recht gut aus der Erde heraus. Alle dieſe aufgehobenen Pflanzen werden ſodann gleich ohne Verzug rückwärts wieder in lockere Erde einge- ſchlagen, weil ſonſt, wenn die kleinen Thauwurzeln - nur eine Stunde an der freyen Märzluft liegen ſoll- ten, ſie ſogleich austro>nen, und zum gedeihlichen Einwachſen untüchtig gemacht werden würden. 5. Wie viel Pflanzen muß man auf einmal aus- roden? 7. Man darf nicht mehr Pflänzlinge auf einmal ausheben, als man- weiß, daß in demſelben Tage auch noch wieder eingepflanzt werden können. Denn wenn man ſie auch noch ſo gut wieder in die Erde ein- ſchlägt, ſo iſt doch im Frühjahre der Witterung nicht «allemal zu trauen 3 und ich habe es mit Schaden er- fahren, daß“ dergleichen ausgehobene, und recht aut eingeſchlagene Pflanzen, nachdem im März gyoch Froſt und un KO “H Die Waldbäume. 41| 2> ! Geite und großer Schnee gefallen, wohl 14 Tage haben| t, und- liegen müſſen, da ſie denn nach dem Verpflanzen ve geblie-- länge nicht ſo gut, als die friſch ausgehobenen gedie-: fiſt, ſo hen ſind. Seit dieſer Zeit, hebe ich Vormittags 3. oder ſo viel aus, als ich dieſen Tag wieder einpflanzen m ganz kann 3; dieſe. transportire ich ſogleich nicht auf einem 9 dem Wagen, ſondern ſie werden durch meine Leute an ehenden Ort und Stelle getragen, an den Ort, wo ſie einge- ſo ſticht pflanzt werden ſollen, und da laſſe ich gleich wieder Opaten eine mäßige Anzahl in die zum Pflanzen fertigen L8- wenner ma- ; Fen, damit dieſe die ſalzigen Theile davon beſſer an- ' nehmen könne, und dadurch zum gedeihlichen Wachs- al aus?„thume der-Pflanzen vorbereitet werde. “6. Wie groß und tief müſſen die Löcher ausgegra- einmal'-„ben werden? 1 Lage Man muß ſich nach der Größe der Stämme rich- Denn ten, die man zu pflanzen hat? und da hat man denn 158 zu Eichen, die 2 bis 3 Zoll im Durchſchnitte halten, g nicht Söcher von 4 bis 5 Fuß breit, und wenigſtens 3 Fuß UE tief nöthig. Zu den kleinern aber ſind ſie von 3 Fuß 4 it“breit, und. 2 Fuß tief, groß genug. ) C 5 7. und MBE 1 Erſtes Kapitel, 7. Was ſind beym Pflanzen für Vortheile zu be- obachten. 1. fege' ich den Raſen insgeſammt umgekehrt, ſo daß die Wurzeln oben kommen, zu unterſt in das ausgegrabene 2o<, 2. bede>e ich dieſen Raſen mit gutor lo>erer Erde, undzwar ſo weit, daß das och noch 1 Fuß tief leer bleibt. Dieſe Arbeit kann, wenn die Löcher im vorherigen Jahre gemacht worden, noch im Herbſte, odec zeitig im Frühjahre geſchehen 3 denn man kommt ſovann mit dem Pflanzen ſelbſt deſto geſchwinder fort: Der Plankeur darf mit keinem Fuße in das Loch kreten, weil die Erde ganz lo>er liegen bleiben muß. Nun nehme ich eine von meinen in der Nähe eingeſchlagenen Pflanzen, ich beſehe ihre Wurzeln, und ſchneide die erwan abgeſtoßeneu, oder bey dem Ausziehen ſonſt beſchädigten, mit einem ſcharfen Meſſer von unten herauf ſchief ab, daß der ſchiefe Schnitt unten auf dem Boden zu liegen kommtz weil der Schnitt auf dieſe Art beſſer verwachſet, und ſich ſogleich im erſten Jahre daran die ſchönſten Thau- wurzeln anſeßen, und ſolcher mehrentheils mit junger Rinde überläuft, und daher den Stamm vor Fäul- niß bewahret. Nach dieſem beſehe ich den Stamm oben, ich putze ihn von unten hinauf aus, und laſſe ihm an der Krone ſo viel Aeſte, als er in Werhalt- niß ſeiner Wurzeln zu Einſaugung dernöthigen Nah» rungsſäfte gebrauchet, den Hauptſchuß oder Gipfel aber verfürze ich niemals, weil ſolcher den künftigen Baum in die Höhe führen muß. Bey dem Abſchnei- den der unnöthigen Aeſte wird man an jedem Zwei- ge nahe am Stamme, einen von der Natur ſelbſt ge- bildeten Ring ſehen, der uns die Anweiſung giebt, daß wir den Zweig nahe über demſelben wegſchneiden ſollen, da denn der Schnitt binnen x bis 2 Jahren,-- - durch dieſen Ring ſogleich mit Rinde überläuft, und- die jipfel tigen hnei- Zwei ſt ge“ ziebt, eiden hren, und die Die Waldbäume. 43 die Wunde völlig zuheilet, ſie laßt auch. keine Fäuls- niß in. den künftigen Baum eindringen. Wenn die- ſes'alles genau beobachtet worden, ſo nehme ich den Stamm, oder die Pflanze, und ſeße ihn in gerader finie mitten in das Loch auf die loFere Erde. Iſt ſeine Pfahlwurzel lang, ſo qrabe ich mit dem Spa- ten ſo tief hinein, daß ſolche ſenkrecht darinne zu ſte- hen Plaß genug hat, und breite ſodann alle Thau- oder Nahrungswurzeln gehörig aus, damit jede in ihre ordentliche Lage fomme, und meine Handarbeiter werfen mir die beſte lo>ere Erde zu, die ich, als Planteur, mit.den Händen ganz behutſam an und unter die Wurzeln bringe, wobey ich die Pflanze immer in die Höhe ziehe, damit die kleinen Wurzeln ganz oben in die gute Thauerde gelangen, und darin- nen fortgehen können. Wenn alle Wurzeln mit gu- ter klarer Erde bedeckt ſind, ſo wird, nach der Größe der Pflanze, ein ganzer oder halber Cimer(6 bis 12 dresdner Kannen) Waſſer ganz behutſam an die Pflanze gegoſſen, immer lockere Crde zugeworfen, und der Stamin ſo lange bewegt und in die Höhe gezogen, bis das Waſſer alle Wurzeln mit feiner klarer Erde völlig-angeſchlammet hat,„und ei dadurch ziemlich befeſtiget worden iſt. Sodann wird die unten aus dem koche gegrabene ſchlechte Erde vollends lo>er über und um den Stamm herum angeworfen; und wenn man nicht in der Näheherum'gute loFere Erde genug hat, ſo muß ein Mann mit einer Brettkarre'(Rade- berge) x bis 2 Karren voll von weitem herbey holen, - wovon an die Pflanze ein kegelförmiger Haufe, 2 Fuß hoch, und unten ſo breit als das Loch geweſen, ganz loc>er gemacht, und nur mit dem Spaten, oder Gra- beſcheide, etwas glatt und rund gemacht, der aber niemals mit dem Fuße feſte oder derb getreten wer- den darf. Hat 44 Erſtes Kapitel. Hak man alle dieſe in der Erfahrung gur befun- - dene Vortheile und Handgriffe ganz genau beobachtet, ſo hat man ſich auch das gedeihlichſte Wachsthum ſeiner Anlagen gewiß zu verſprechen 3; und ich kann deutlich zeigen, daß ich bey dieſem Verfahren auf je- des 100 Stüc PAanzlinge, kaum 1 bis 2 Stü verloßcen habe.;| -g. Wie viel Leute muß ein Planteur bey und um - fich haben, wenn er vortheilhaft pflanzen will? "Wenn die Löcher, wie oben angeführt worden, das Jahr vorder, oder im letzten Herbſt gemacht ſind, ſo hat der Planteur nur noch 3 bis 4 Leute nöthig, weil ihm mehrere nur hinderlich ſeyn würden. Der Planteur hat Zenug zu thun, die Eiche an Wurzeln und Zweigen vorzurichten, einzuſeßen, alle Wurzeln in ihre Lage zu bringen, ſie gerade in die Linie ein- zuhalten und dann, wenn ſie mit Waſſer gut einge- ſchlämmt und mit klarer Erde gut beworfen iſt, zu ſehen, daß ſie feſte ſteher; aisdenn gehet er von die- ſer Pflanze ab, nimmt eine. andere vor ſich, die er einſtweilen an Wurzeln und Zweigen vorbereitet, da indeſſen ſeine Arbeiter den Haufen an die Pflanze ver- fertigen, und einer davon mit der Radeberge Erde Ferzu führet. 9. Wiezviel Eichen können 4 Leute in einem Tage pflanzen, wenn die Stämme 8 bis 12 Fuß 'hoch ſind? Wenn die Löcher völlig fertig gemacht ſind, kön- nen 4 Perſonen in einem Tage mehr nicht vortheil- - haft und gedeihlich einpflanzen, als 40 zum aller- - höchſten 50 Stü, und lektere nur in dem Fall, wenn „die Pflanzen aus der Baumſchule nicht allzuweit hin zur Plantage zu tragen ſind, oder wenn ſolche klei- ner Die Waldbsume, 45 ner waren, als hier geſagt worden. Wer mehr in einem Tage verpflanzen will, dem ſage ich frey heraus, daß feine Pflanzungen ſchlecht gedeihen werden, und daß er in künftigen Jahren mit doppelten Koſten viel nachzupflanzen haben wird, ohne den Schaden zu be- rechnen, wodurch er vie jungen Pflänzlinge ganz muthwillig ums Leben und Wachsthum bringet. 30. Wie tief ſind die Eichen einzupflanzen? Da in der Obe-flache der Erde allemal der' beſte Boden iſt; ſo müſſen alle Thauwurzeln in ſolcher oben- hin gehen, weil dieſe dem Baume die mehreſte und beſte Nahrung zuführen; hingegen verſchaffet die Herz- oder Befeſtigungswurzel dem Baume, bey er- mangelnder Feuchtigkeit, die Säfte aus der Tiefe, und beſchüßet ſolchen im Sturm und Wetter, x1. Jſt es unumgänglich nöthig, daß man Pfähle an die Cichen ſeße?| Wo man Pfähle aus jungen 30 jährigen Stan- gendi>ungen, namlich von Schwarzholze, nehmen fann, und ſolche wegen des Transports nicht zu viele Koſten verurſachen, kann man ſolche mit Nußen da- zu anwenden 3. nur rathe ich, daß ſolche abgeſchält, und alle daran befindliche Aeſte rein abgepußt werden, der Pfahl auch wenigſtens x 2 Fuß lang ſey, und je- -derzeit' an die Abendſeite, hinter die Pflanze eingeſeßt werde, da denn der Stamm, 3 bis 4 mal mit jungen Weiden feſt angebunden wird 3; wodurch auch das Rei- ben am Pfahle verhütet werden kann, welches den Baum ſonſt ganz unfehlbar verderben würde. 12. Bo aber keine dergleichen Pfähle zu haben, wie kann man ſich behelfen? Hat ERES y| “ 7 x2 HZ; -. AT- Zrt (HIE EA PE 0522“13 N PE 4,42 H 7 005 2] - 5) = 546„Erſies Kapitel. Hat. man junge Birken, Weißbuchen, oder Erlen in ſeinem Refier, die in der Größ den Eichen- pflanzen gleich kommen, ſo thut man wo9l, wenn man an jede lange, ſchwache, ſich ſeldtt noch nicht vor Wind und Wetter beſchüßende Eiche, eine derglei»- t ſind, alsdenn erſt wird die Birke 2c. ganz flach oben darüber geſekt, die Wurzeln in Ordnung gebracht, mit klarer Erde beworfen, mit - Waſſer nochmals eingeſchlämmt, und der kegelförmi- ge Haufen daran gebracht, die beyden Pflanzen auch ſodann mit jungen Weiden einigemal zuſammenge- bunden.. Ws man aber dergleichen junge Birken 2c« nicht haben kann, ſo iſt ſchon der kegelförmige Hau- fen ein großer Schuß für den jungen Pflänzling, - denn er erhält x. die durch das Einſchlammen ihm zugeführte Feuchtigkeit lange in der Oberfläche der Erde; er-beſchüßt ihn 2. vor ſtarken Sturmwinden, “indem die klare Erde ſich immer wieder an den Stamm - anſeßt, daß, wenn auch gleich der Wind den Stamm oben lo&er machen ſollte, er ihm dennoch keinen Scha- den durch Austro>nung verurſachen kann, und 3. zie- - het dieſe loFere Erde beſtändig die ſalzigen Theile aus der Luft an ſich, die dem Baume zugeführt wer- den, da denn nach 2 bis'3 Jahren ſich der Haufen - ſo geſeßt hat, daß er völlig der Erde gleich gewor- den iſt.- Unter dieſer Zeit hat ſich nun der Baum mit ſeinen Wurzeln feſtgeſeßt, daß er Wind und Wetter Troß biethen kann, LZ. oder "(chene wein » nicht erglei 1 ſtatt e Eiche in die ſte ſich ht eher vollig pd die urzeln 1, mit forme 1 auch nenge: fen e Dall njling, n ihm he der )den, Stamm Stamm 1 Scha ) 3. zit: Thee vt wer ſaufen! gewor“ Baum nd und 17: Die Waldbäume. 47 13. Welches iſt die beſte Zeit, Eichen zu pflan- zen? Die Monate Febr. März und April, ſind alle- mal vorzüglicher, als die Herbſtmonate hierzu zu er- wählen. Die Gründe, weswegen die im Frühlinge - unternommene Anpflanzung den Vorzug behält, be- ſtehen darinne, daß die im Herbſt und zu Anfange „des Winters, da man erſt.mit Pflanzen aufhören müßte, gleich darauf einfallenden ſtarken Fröſte ven Boden nebſt der Pflanze in die Höhe ziehen, den . Jungen zarten Wurzeln. leicht ſchaden, und ihnen bey . verdicktem Safte nicht Zeit laſſen, ſich gehörig ein- und anzuſaugen, und dagegen der Frühling bey ver- dünntem aufſteigendem Safte, und der zu ſolcher Zeit mit Feuchtigkeit genug angefüllten Erde der Pflanze „allen Nußken darbiethet. 14. Wie weit müſſen die Eichen auf Huctungen und Trifften von einander gepflanzet werden? Hierbey kommt viel auf die Beſchaffenheit des Bodens und eines jeden Willführ an. Jch pflanze ſolche x Ruthe, oder 7 Ellen x 4 Zoll weit aus einan- der, und verfahre damit alſo: J< nehme eine Meß- kette, die 5 Ruthen hält, mit dieſer meſſe ich ein regulaires Viere> ab, und ſtecke bey dem Ende jeder Ruthe ein kleines Stäbchen in die Erde; und da ein ſolches Viere> gerade 25 Ruthen im Quädrat hart, ſo kommen auf dieſes auch 25 Stäbchen zu ſtehen, denn 5 lang 5 breit thut 25 Quadradruthen. Habe ich einmal dieſe 5 Linien, ſo darf ich nur mit der Kette in jeder gerade fortgehen, und bey jeder Ruthe ein Stäbchen einſte>en, ſo müſſen dieſe Stäbchen auf allen Seiten in Linien und Alleen einſpielen, wel- t, - und der Stamm alsdann beym Pflanzen an dieſes Stäbchen angehalten, ſo wird er, wenn alles regel- mäßig behandelt, ganz unfehlbar in gerade tinien ein- ſpielen. Durch dieſes Verfahren fällt auch das Vor- - urtheil von ſelbſt weg, das ehedem angenommen war, daß gepflanzte Eichen weiter nichts als Maſt- und gar feine Bau- oder Nußeichen werden könnten. Denn nach 13 bis 25 Jahren ſind ſie mir ihren Ae- ſten völlig zuſammen gewachſen; und da ſich ſolche alsdenn durch die Natur von ſelbſt reinigen, ſo trei- ben ſie deſto beſſer in die Höhe, und geben mit der Zeit die ſchönſten Bauſtämme. x 5. Wenn mon Birken oder Erlen 2c. daran ge- - pflanzet hat, müſſen ſolche beſtändig daran ſte- hen bleiben? Nach x0 bis x5 Jahren der Verpflanzung hat ſich die Eiche, wenn ſie in den vor ſie ſchilichen Boe den verſeßt worden, ſchon, in ihren Wurzeln und Stamme ſo verſtärkt, daß ſie Sturm und Schnee- bruch ausſtehen kann 3 ſie kann auch mit ihrem Gip- fel eine anſehnliche Höhe erlangt haben, daß ſie ihren bisherigen Schußgefährten entbehren kann. Man kann daher dergleichen Stämme, die ſchon ziemliche Stangen ſeyn können, als die erſte Forſteinnahme aus der Pflanzung heraus hauen, und zur herrſchaft= lichen Forſtkaſſe berechnen. Den Einwurf, den viel- | GEE“leicht Oſem enge wenn , daß n ſey, Dig 1d das eſie>t, dieſes regel- nN eins Nor- wär, - und nten. 1 Ats ſolche 0 trele it der n ge: n ſie- 19 hat n Doe 1 und en iſt, erſtern Falls der Stamm, wenn zu- lig 0 vörderſt die oberſte Narbe abgeſtochen, auf dem Erd-](dh: boden, leßtern Falls aber in ein nach Proportion des vit] Stammes gegrabenes Loch von 2 bis 3 Fuß im Durch- 10 ſchnitt, und etwa 2 Fuß tief, geſeßer, gute lockere wf Erde dabey gebracht, beym Einſeßen der Stamm öf: ie ters gerüttelt, und die Erde feſt getreten 7 und end- Wie I lich, wenn die Erde ſo hoch iſt, daß der Stamm bis verſch+ an die Stelle, ſo weit er vorhin ia der Erde geſtan-| Mig den hat, damit bedecet, eine Reihe Raſen, wovon' ſony das Grüne unten zu liegen kommt, von weitem her- Jet Wir umgelegt, zwiſchen dieſe, wo ſich noch Deffnungen ſed vd finden, wieder loſe Erde geſtreut3 alles mit dem Watog. Spaten|"voſs , das län: erſet ſeiwer loßge: Ihſter | het- Erde dern So- ſon- rleßt emit mmt, [t ge: der ben. eucht In zu 1Crd- n des urh- odere m of: - n bis ſtan 0von | her- ngen dem paten Die Waldbäume. 51 Spaten feſt angeſchlagen, und mit Belegung 2 bis. 3 Maſen ſo lange continuiret, bis ein kleiner Berg um den Stamm befindlich iſt. Zulekt werden Dor- nen, wovon die Spißen unterwärts ſtehen müſſen, herum gebunden. Pfähle ſind hierbey gar nicht nö- thig, ſondern es hat der Stamm ohnehin Feſtigkeit genug, und kann von dem Viehe niemals beſchädiget werden, ſo lange als die etwa«auf 4 Fuß hoch erfor- derlichen Dornen darum conſervirt werden. Hierbey habe ich zu bemerken, daß die Königli- chen Planteurs zu Potsdam, welche meiſtens aus dem Herzogthum Cleve dahin berufen worden, bey Beſchneidung der zu verſeßenden Eichen. die Form ei- ner» Pyramide überall erwählen. Die Eichen ſind meiſtens im Schafte eines Arms die, und die zur Krone beſtimmten unterſten Aeſte werden x bis 3 Elle lang verſtußet, worauf die folgenden Aeſte nach Pro- portion immer fürzer verſtußet werden, bis die Form einer Pyramide, oder Spikſäaule, herausfommt. Dieſe Form iſt nicht nur dem Auge, beſonders in Alleen und an den Seiten der Straßen und Wege ſehr ge- fallig, ſondern auch zur Leitung des Wachsthums ſehr natürlich, da die Eichen mit ihren Aeſten nicht breit und ſperrhaft wachſen, ſondern mehr in die Höhe tehen ſollen. Die Gipfel werden nur wenig und ſo zerſtußet, daß die erſten Triebe davon gerade in die Höhe gehen müſſen. Auch iſt dieſe Form für unge- Fste junge Cichen ſehr geſchi>t, dem Winde zu wi- derſtehen. Würde ſie oben buſchicht oder rund ge- laſſen, ſo würde ſie theils dem Winde weniger wider- ſtehen, theils vom Regen und Schnee mehrbeläſti- get, und ſomit frumm gebogen, und hiemit ſchief wach- ſend gemacht werden. Man muß übrigens dieſen Planteurs das Lob widerfahren laſſen, daß ſie ihre angepflanzte Cichen ſehr gut fortbringen. Site neh- 2 men «€: u A „d& „DIE . > : ; AE ' r ) Ly 1108 Erſtes Kapitel. men ſolche aus Wäldern gemeiniglich, wo junger Auſſchlag gefunden wird. Die Verpflanzung gej/te- hei meiſientheils im Herbſte, wozu die Löcher bereits im Frühjahre, oder noch vor Winters gemacht wer- den. Das Verfahren beym Einpflanzen iſt mit obbe- ſchriebener Holländiſcher Manier meiſt einerley, nur daß ſie um den Stamm her eine Vertiefung, oder Keſſel, laſſen, damit Schnee- und Regenwaſſer nicht überweglaufen, ſondern zuſammengehalten, und hier mit gezwungen werden, die Wurzeln anzufeuchten. Dieſes iſt um ſo nöchiger, da das Erdreich in eini- gen Gegenden bey Potsdam ſehr hoch, troc>en und mager iſt, auch inden Wäldern daſelbſt ſehr bergichte Gegenden geſehen werden, über welche das Regen- waſſer hinwegſchießen, und das-Erdreich ganz un- durchdrungen laſſen würde. G. Andre Methoden, die Eichen zu ver- pflanzen und zu vermehren, Es iſt oben die Methode des Hrn. von Brocken, das, zu den Eichelkämpen beſtimmte, Terrain zur Cinſaat der Eichel geſchit zu machen, beſchrieben worden. Chben derſelbe will die jungen Cichen nach 4 Jahren aus der Samenſchule heraus und in die Baumſchule geſeßt haben. Dieſe muß ſechsmal ſo groß, als erſtere ſeyn, Der hierzu beſtimmte Raum ſoll eben ſo, wie der Eichelfamp, zubereitet werden. Die jungen Bäume werden nämlich in 3 Fuß breite, und eben ſo tiefe Reihen gepflanzet. Die Pfahlwur- zel wird ihm auf 3 Finger breit abgeſchnitten, und um den Stamm mit den übrig bleibenden wenigen Faſerwurzeln in ein Verhältniß zu bringen, wird dieſer bis auf x Fuß lang abgeſtußt. Die ſorgfalti-. ge Reinigung vom Unkraute ſoll noch ſo lange fortge- ſest Junger jeja, it: vereitg t wer: ( obbe: h, Nur ; dder r nicht nd hie: chten. 1 eini: 1 und gichte egen- Z Un: | ver: ofen, n zur rieben 1 nach in die nal ſo Raum erden, reite, [wur- und nigen wird falti- ortge- ſeht Die Waldbäume. 53 ſeßt werden, bis die Eichen ſtark genug ſind, das Gras unter ſich zu vertilgen. Zwey Jahre kann noch der Ertüffelbau dazu behülflich ſeyn, alsdann aber qmmß ſolches erpreß verrichtet werden. Das Früh- jahr nach der Verpflanzung werden die Eichen dicht an der Erde abgeſchnitten 3 die darauf getriebenen Lo- den bleiben bis nach dem zweyten Schuß 3 alsdann verden ſolche bis auf die beſten abgeſchnitten. Auf dieſe Weiſe ſollen die Eichen außerordentlich ſtark wachſen, und nach 14 Jahren ſchon 13 Zoll im Durch- ſchnitt haben, und zum Verpflanzen tüchtig genug werden, welche Stärke man bey denjenigen Eichen, welche der Natur überlaſſen, oder welche auf die ge- meine Art gezogen worden ſind, nicht in 339 Jahren erhalten ſoll. Die Verpflanzung aus dex Baum ſchule ins Freye der ſolchergeſtalt angezogenen Cichen foll im. x4ten. Jahre ihres Alters geſchehen. Vier Jahre vor der Verpflanzung müſſen ſie nach und nach bis zu 7 ader 8 Fuß hoch ausgeſchneitelt werden, ſs daß es in den 3. erſtern geſchieht, und das 4te zu einem Ruheſtande, die Verwundungen auszuheilen oder zu verwachſen dienet.. Das VWerpflanzen aber ſoll in hin- känglich großen Gruben, und mit Beybehaltung' des erſten Standes der jungen Cichen nach der Himmels- gegend, und zwar im Herbſte geſchehen, nachdem die zöcher ſchon im Frühjahre gemacht worden ſind. Sie ſollen. mit voller Erde herausgenommen, und auf den Verband nicht weiter, als 10 bis x 2 Fuß von einander geſeßet, auch die Krone der Bäume ſcharf beſchnitten werden. Bey dieſer nicht unbeurtheilt gebliebenen Metho- de des Hrn von Drocken, die meiſtens derjenigen, welche bey der Obſt-Baumcultur gewöhnlich iſt, bey- kommt, habe nur zu erinnern, daß das Herausneh- 3 men € 4V| 550 Ee IE LIEIT . 22:24, 4 [ird (PELTK Lm 2; EN EAS CEI 2 a. * Y [Dy 54 Erſtes Kapitel, men der Cichen mit voller Erde aus der Baumſchule, freylicy) das Wachsthum der Eichen hauptſächlich be- ſchleuniger, wenn es nur überall geſchehen könnte. Denn es kann nur da bequem geſchehen, wo die Baumſchule von dem Orte, wo die Eichen einge? pflanzet werden ſollen, nicht weit entſerne iſt, Nach der im J. 1758 in Schweden gedruckten Beſchreibung einer bequemen?lrt Eichen zu pflanzen, deren Ueberſeßung in Schrebers neuer Sammlung 2c. 1c. V. Thl, S. 140. fgg. befindlich iſt, laſſen ſich auf eine leichte verſuchte Weiſe Eiche plantagen auf den mit Wachholderſträuchen dicht be- wachſenen Gegenden zu Stande bringen. Man wirft nämlich in jeden dieſer Büſche eine Cichel, bringt ſie vermittelſt eines Stackens, dicht an den Wachholder- ſtamm, und bedeckt ſie mit Moos, oder dem Unrathe, welcher unter dieſen Büſchen zu liegen pflegt. Die Eichel faſſet Wurzeln und breitet ſich aus. Der Wachholderſtrauch aber ſchüßt ſie für Kälte und dem Zahne des Viehes, daher ſie ohne weitere Wartung zur ziemlichen Dauerhaftigkeit gelanget, und allmäh- lich' ſowohl in der Wurzel als der Die zunimmt, daß der Wachholderſtrauch, welcher ihr vorher Schuß gab, der Eiche nach und nach Raum macht, und bisweilen vertrofne,=+ An Orten, wo man nicht ganze Pläße zu ver- hägen Gelegenheit hat, fann man die Eicheln zwi- ſchen Dornſträuche einſte>en, und ſolchergeſtalt jun- ge Eichen auſziehen. Der Planteur im Churfreiſe, Ulr. Kähnlein, meldet in No. 42. des Leipz. Jnt. Blattes v. J. 1766, daß er ſich zu dieſem Beßufe «von dem Schloſſermeiſter Dobe zu Herzberg ein be- ſonderes Inſtrument zum Cichelſte>ken gabe vorfer«- gen ſen jung] 33 dud fn nſchule, hlich be- fönnte, wo die | einge? | drudten hen 3 S8-Neyer findlich e Eiche ht be- nwirft ngt ſie jolder- wathe, . Die Der 10 dem grtung llmäh- Ummt, Schuß |, und u ver- 1 zwi- It jun- Freiſe, Mh ;chufe ji ber pferti- gen Die Waldbäume.“48 gen laſſen, welches etwas über 2 Ellen lang, und an einem Ende wie eine Schippe, an dem andern aber wie ein Löſſel gemacht iſt. Es iſt ſchon oben gele- gentlich bemerfet worden, daß die jungen Eichen, weit ſie-wider das Vieh unter und zwiſchen den Dor- nen eine gute Befriedigung haben, auffommen. Man durchreiſet öfters weitlauftige Gegenden, 3. B. den Sächſiſchen Fläming, wo man keinen Eichenauf- ſchlag, als allein unter den Dornen gewahr wird. Nur muß hiebey beobachtet werden, daß man die ſich durchdrängenden jungen Cichen nicht ihnen ſelbſt überlaſſe, ſondern, um ihr Schief- und Krumm- wachſen zu verhindern, ihnen mit einer geraden Lei- tung zu Hülfe komme, und allenfalls ihnen Pfädle beyſtefe, und ſie an ſolche anbinde. Auch muß man ſie aufſchneiteln, oder die am Stamme zur Seite ausſchlagenden Zweige abnehmen, daß ſie einen glat- ten Stamm und gute Krone bekommen, damit ſie nicht zu buſchicht wachſen, und dereinſt gutes Bau- holz abgeben mögen. In den Cllernbüſchen kann man, als wovon gleichfalls ſchon oben erwähnet worden„ eben ſo verfahren, weil ſie auf den empor- ſtehenden Hügeln derſelben gut aufwachſen, und zwiſchen den hervorſtrebenden Stangen eine Befriedi- gung wider das Weidevieh haben. Wenn dieſe Stangen zu ſeiner Zeit abgeholzet werden, laßt man die jungen Cichen ſtehen, und ſie allein fortwachſen. Auch die als Schlagholz behandelt werdenden Haſel- ſträucher können auf gleiche Weiſe zur Aufziehung junger Cichen behandelt werdem Der oben belobte Förſter Rröhne hat in No. 33. des Leipz. Jnt. Bl. v. J. 1774 gelehret, wie durch das Abſenken der Eichen gute Baueichen erzogen werden können, Man erwähtlet zu dieſer Ab- D 4 ſicht 56 Erſtes Kapitel. ſicht junge Eichen, die in ihrem Durchmeſſer 4, 6, bis 8 Zoll haben. Dieſe ſchneidet man mit der Sage ganz nahe über der Erde ab, und bede>et den Stol vor dem Austronen ver Sonne und Luft, mit etwas Erde, damit er aus ſeinen Wurzeln junge Schößlinge „treibe, Das zweyte Jahr hernach gräbt man das Erdreich 13 Ellen im Durchſchnitt um den Stock herum, wohl auf, damit es zu guter locrer Erde werde, die man auch erfordernden Falls, mit x Elle hoch aufzuſchüttender andrerErde erhöhen kann. Wenn die jungen Schößlinge(Loden) 2 Jahre alt, und 2 -- bis 3 Ellen hoch herangewachſen ſind, werden die beſten davon im Frühjahre, wenn ſie ihr völliges Saub haben, ſv nahe als möglich am Stamme her- unter gebogen, und mit einem ſcharfen Meſſer, gleich einem Nelkenſenker eingeſchnitten, auch 4 bis 6 Zoll tief in die Erde mit einem Haken befeſtige, und an 'ein dabey zu ſteFendes Pfählchen wohl angebunden, da ſie denn an dem Einſchnitte ſo gleich im erſten Jahre die ſchönſten Wurzeln anſeßen, welcher Ein- ſchnitt auch binnen 2 Jahren ſo verwächſt, daß die jungen Eichen geſund und ohne allen Schaden fort- wachſen. Im zweyten Jahre verfährt man mit den nachgewachſenen Loden auf gleiche Art, bis alles abgeſenfet iſt. Und weil ihnen ſowohl vom Mutter- ſtoke, als den neuen jungen Wurzeln, doppelter Saft“ und Nahrung zugeführt wird; ſo wachſen derglei- 5 77 2508 265% DI +| M) -* [8 5 KEH 58 Kapitel, 30 Fuß breit abgetheilet, und zwiſchen jedem Felde ein Graben, von etwa 6 Fuß breit, und 2, 3, bis 4 Fuß tief, nachdem viel oder wenig Waſſer vorhan- den iſt, gezogen. Die Erde aus ſolchen Gräben wird auf die Felder gebracht, damit dieſe dadurch er- höhet, und von dem Waſſer befreyet werden. 2) Als- „denn nimmt man Eichenſchößlinge, welche man von den ſogenannteii rauhen wäſſerigen Graseichen ſchnei- def, und etwa 3 Fuß lang, und x Daumen di> ſind, beuger folehe ein wenig krumm, und drückt ſie mit „der Krumme auf den zubereiteten Feldern in die Er- de, jo, daß die beyden Enden, jedes etwa 3 Fuß herausſtehen. Auf deren Mitte, welche gar nicht tief in die Erde kommt, wird eine Grasſode(Raſen- ſtück) geleget 3 alsdenn bewurzelt ſolcher Stock in die Erde, und man hat gleich davon 2 St3mme. 3) Dieſe Stämme werden alle 3 Jahre abgekappet, fo, daß nur bloß die Wurzel zu ſehen bleibt, welche durch die Länge der Zeit,(maßen ein ſolches Eichfeld über 53 und mehr Jahre, ohne daß im geringſten was daran zu repariren oder zuzupflanzen nöthig iſt, genußt werden kann,) ziemlich ſtark in der Erde wird. Dieſe Cichfelder ſind auch gut zum Gehege für die kleine Jagd. Denn es haben nicht allein die Haſen, Reb- hühner und Krammetsvögel ſowohl Schuß als Nah- rung darinn, ſondern auch die Schnepfen und wil- den Enten, welche leßtere ſogar darinn hefen. Die Gräben aber können mit Karpfen und Karauſchen beſeßt, mithin zur Fiſcherey vortrefflich genußt werden, Felde , bis rhan- jräben th er- ) Als» Mn von ſchnei- E find, ie mit e Er- Juß nicht aſen- n die dieſe , daß < die “50 aran nußt dieſe eine Reb- Nah- wil: Die ſchen nut ege Die Waldbanme. 59 H. Pflege und Wartung der jungen (PIN 5 7 Wem es um die Beſchleunigung des Wachs- thums der jungen Cichen zu thun iſt, der muß ſelbige ihnen nicht ſelbſt überlaſſen, ſondern alle mögliche Pflege ihnen angedeihen laſſen. 1) Die Vertilgung der Raupen und Maykäfer nimmt hier den erſten Plaß ein, und es muß jedem Baumliebhaber aus der Obſtbaumcultur nicht unbe- kannt ſeyn, wie ſehr die jungen Bäume von dem Fraße gedachter Jnſecten in ihrem Wachsthume nicht nur zurückgeſeßet, ſondern ſogar in tro>nen Sommern und auf tro>nem Boden zum Vertroknen gebracht werden können. Die Art und Weiſe die jungen Ei- t werden dürfen, kömmt man am erſten zum Zwe, weil man kheils mit ihrem Einſtecken am geſchtvindeſien fertig wird, theils aber mit ihren Anpflanzungen in geraden Linien fortgehen fann, wenn die jungen Eichen ebenfalls Linienweije gepflan- zet worden; da die Wurzeln der Weide weder rief in die Erde gehn, noch ſich weit ausbreiten, ſo laſten ſie den Eichen die ſchönſte Freyheit nicht nur, ſon- dern verſtatten auch dem Weideviehe, wenn es in der Folge dahin getrieben werden ſoll, mehrern Graswuchs, als wenn Bäume, die ein breites Laub, wie Linden, Haſeln, Pappeln u. ſ. f. haben, und ſehr ſtark ſömmern, zum Unterholze erwählet worden. Hat man aber keine Rückſicht auf Gras und Weide zu nehmen, ſo kann das meiſte Laubholz zum Unter- holze dienen, und man giebr nur Acht, daß es den Eichen mit der Zeit nicht nachtheilig werde, weßhatb es alle 12 Jahre, oder wenigſtens ehe es höher wird, als die Cichen ſind, gefället werden muß, damit die leßtern von der Luft, dem Regen, Sonnenwärme und dem Thaue, immer den mehreſten Vortheil er- halten mögen, und fein Herabcröpfeln der Feuchtig- keit von höhern Bäumen den niedrigern Wipfeln der jungen Eichbäume ſchaden möge. 7) Wenn man bereits groß und ſtark gewordene Eichen, die unordentlich gewachſen ſind, vor ſich har, und ſie durch Abnehmung ſtarker Seitenäſte in eine beliebige Form bringen will, ſo iſt es gefährlich, ſol- ' dhe dicht am Stamme abzuhauen, weil ihre Saft- röhren ſchon zu weit ſind, und die beſtändigen Zu- flüſſe des Saftes zu hefiig geworden. Er fließt alſo aus der gemachten Wunde vergebens heraus, oder er treibt in der Gegend dieſer Wünde neue Seitenſpröf- ſinge; 64 Erſies Kapitel. linge 3; oder er bringt den Baumirgenbswo zum Ber» ſten, oder es entſieht gar eine Stockung des Saftes. Nun wollen ſich einige dadurch helfen, daß ſie ents weder die Wunde verſchmieren, hiedurch aber ma- 974 GY FEEL N vr Tak 3 653: Erſtes Kapitel. da hingegen das Ellernholz im dritten Jahre, wenn es auch aus den größten Kloben oder Scheiten beſte- het, weit über die Hälfte ſeiner Feuerungskraft, die Rinde und Wellbunde aber ſchon im 2ten Jahre die ihrige völlig verlohren haben, ſo, daß ſie faſt nur noch dem Strohe gleich zu achten. Und eben ſo iſt es mit den meiſten übrigen Holzarten nach Propore- tion. Ferner iſt dieß ein Vortheil vom Cichenſchlag- holze, daß, wie oben geſagt worden, aus den Stan- gen das dauerhafteſte Nuß- und Geſchirrholz kann genommen werden. Endlich können auch den ſchlan- ken Cichenholzſtangen die Ninden abgezogen, und mit großem Vortheil für die Lohmuühlen abgeſeßet werden, nachdem in den meiſten Gegenden die Eichenrinde aus Mangel alter Eichen eine jehr theure Waare ge- worden iſt, und jährlich immer mehr wird. Wie alt müſſen aber die Eichen ſeyn, wenn ſie als Schlagholz genußet werden ſollen, da es bekannt iſt, daß nur junge und feine alte Eichen wieder aus- - ſchlagen? Man kann ſo eigentlich die Jahre ihres “Alters nicht angeben, weil ſie nach Beſchaffenheit ihrer Pflege und Wartung ſowohl, als des Bodens, 'worinn ſie ſtehen, hauptſächlich beurtheilet werden müſſen. Hr. Kröhne ließ ſeine junge Eichen, um davon Ableger zu machen, abſägen, wenn ſie in ih- rem Durchmeſſer 4, 6 bis 8 Zoll hatten, und viel ſtörker wird man ſie zu Schlagholz an den meiſten Oertern nicht dürfen wachſen laſſen. Site können in einen feuchten Boden, wie ich ſolches hie herum an manchen jungen Cichen wahrzunehmen Gelegenheit „gehabt habe, einige Zoll mehr als zuvor angegeben worden, genommen werden. Iſt aber der Boden hoch oder trocken, ſo müſſen ſie weniger ſtark abge- hauen werden, damit ihr Wiederaustreiben deſto ge- wiſſer » Wenn n beſtpe oft, die hre die faſt nur m jo iſt Propore enſhlag: n Stay: 1; fann (| ſcen von Eichen ziehen laſſen, welche ſehr dauerhaſt und ſchön ſind, wenn ſte in gu- rem Grunde angelegt, und gleich vom Anfange durc den Schnitt in Ordnung gehalten werden, meldet Herr* D. Krüniß in ſeiner Encyclopädie, und ſaget, daß ſich einige in der Mark Brandenburg fin- den, die vor mehr als 1 50 Jahren gepflanzt worden, und noch unterhalten werden. Dergleichen ſind theils fürs Auge, theils zu mancherley anderm Nußen. Die jungen Blätter haben ein ſehr angenehmes Grün bis gegen den Sommer hin, welches vielen ſo ſehr gefällt, daß ſie blos deßhalb in Eichwäldern fahren oder waßieren, um ihre Augen im Frühjahre daran „zu. weiden, welches deſto mehr abſticht, wenn andre „Zäume in der Nähe ſind. Noch mehrere ſind, wel- "He ſich an dem Geruche des Eichenlaubes, welches, zumal in den Frühſtunden, ſehr herzſtärkend iſt, und darian von keinem andern unſrer Landlaubhölzer außer denen Birken übertroffen wird, erquicken. Zu ſol- chem Genuſſe des Laubes nun ſind die Cichenhe>en. am geſchickteſten, um neben ihnen hergehen zu fön- nen. Es ſind aber die Eichenhe>en ſehr gut, einen Plaß damit einzuſchließen, den han wider Kalte C 4 und „2 Erſtes Kopitel, und rauhe Luft beſchüßen will. Gedenkt man aber einen Plaß tief in den Winter hinein ſo zu ſichern, oder eine Aus- und Durchſicht zu verſchließen, ſo würden die Wintereichen, die ihre Blätter den Win- ter hindurch meiſtens behalten, hierzu am dienlich- ſien ſeyn. Wollte man aber von ſolchen Hecken im Frühlinge das eben ausbrechende zarte Laub, den Pferden unter ihr Futter mengen, wie ſolches ſtatt einer Frühlingscur ſchon in ältern Zeiten von unſern Vorfahren geſchehen, ſv würden die Sommereichen, weil ſie einige Wochen eher ausſchlagen, vorzuziehen ſcyn. Jc H „= ls-- 52- zz, 55-- Ww"„00 S--e---=>» eenma 445 han aber ! ſichern, ßen, ſo en Win- dienlich eden im wb, den Iches ſtatt on unſern ereichen, zuziehen gefannt, beſißern ers ge- eſchafte Aufore- Ufſchlags ren une gedienet gangen, enannte fommen 8 jungen 1e Haus: ingenbes her den | Kropf, vem ZU ich ſeyn r< Er- heln in ing der „ unter a jun“ ; inſel: der Die Waldbäume, 73 en iſt endlich auch dieſer, daß die vom Schnitte derſelben auf- geleſenen, und in Bündlein geſammleten zarten Reiſer, den kohgerbern verfauft werden können. Denn die in den 2öhmühlen zerſtoßenen Reiſer haben mit der Rinde zum Gerben des Leders einerley Wirkung, wie ſolches hin und wieder bereits ſattſam erprobet worden, 1. Ruhen und Gebrauch der Eichbäume und ihrer Theile, Das Eichbaumholz iſt unſer koſtbarſtes und brauchvarſtes Holz über und unter der Erde, ſo wie die Frucht der Eichen, die Eicheln oder EFern, zur Majiung der Schweine und andrer Hausthjiere be- Fkanntlichermaßen vom größten Nußen ſind. Nach unſrer gegenwärtigen Lage achten wir in den meiſten Gegenden das Eichenholz zur Feuerung zu koſtbar, und nehmen nur dasjenige dazu, welches zu einem beſſern Gebrauche untüchtig iſt. Beym Brennen macht es zwar keine ſo ſchnell flüchtige Hiße, wie Büchen, Ellern, Birken u. ſ. f. oder wie die andern weichen und Tangelhölzer. Es fängt beym Brennen gemach mit der Hiße an, continuirt und dauert aber auch in einer gleichen Hiße bis zu Ende. Man kann aber, wie vorhin erwähnet worden, auch die Reiſer oder kleinern Zacken des Schneitel- holzes mit Reiſern vom weichen Holze vermengen, und hiemit eine ſchnellere Hiße zuwege bringen, und ſolche auch zugleich auf ſolche Weiſe verſtärken. Die alten Stöcke oder Wurzeln, welche ausgerodet und. Flein geſpalten werden, ſind zur Feuerung in dem Ka- "8:5 chel- 74 Erſics Kapitel, en namlich ihr Zimmerholz in das Waſſer, wodurch das Reißen und Spalten des Holzes gar ſehr verhätet wird. Auch halten ſie das Schiffholz wohl 3 Jahre unter Waſſer. In England aber ge- her man einen fürzern Weg damit. Wenn die Ciche in'Stücfe und Bretter zerſchnitten iſt, ſenker man ſie ohngefahr 14 Tage lang in Flußwaſſer nach Herrn Mangers» Anweiſung(S,.B..V3. Th. 1. S. 277) oder 4 Wochen, alsdann nimmt man das Holz heraus, und läßt es an einem fühlen luftigen Orte trocknen, nimint es für Sonne und Wind in Acht, läßt aber der Luſt einen freyen Durchgang. Wenn man feinen eigenen Schuppen oder Gebäude in unſern Gegenden zum Trocknen des Holzes hat, ſo legt man es auf Unterlagen im Freyen wohin, und macht ein leichtes Dach von Bretern, oder ein mit Stroh Weir (6) de aus) fey die! By Verf beſt) Y [eſ mi,] || W "Wt, Die Waldbäume. 56 Stroh bede>tes Gerüſte darüber, daß Sonne und Wind von dem Holze abgehalten werden. Eine geſpaltene Ciche reißt nicht ſo leicht, als eine ganze. Runde Stücke reißen auch viel leichter, als viere>ige. Durchgebohrte Stücke reißen auch nicht leicht. Ueberhaupt, je mehr man die Eiche rem natärlichen Zuſiande überläßr, deſto mehr iſt ſie dem Aufreißen unterworfen, je mehr ſie aber be- hauen und bearbeitet wird, Deſto weniger iſt ſoiches zu befürchten. In Gebäuden bedienen wir uns hs Eichenhol- zes zu Pfeilern und Saulen, Trägern, RNiegeln, Schwellen, Fußböden, Thür- und Fenſterrahmen, Rinnen, Trogen, Kuh- und Pferdekrippen u. ſ. w. „Auch werden aus Ei chen alle Arten von Palliſaden gehauen. Bey ſolchen und. andern Stämmen, de- ren unterer Theil, wie 3. B. bey den Thorſaäulen, in die Erde kommen ſoll, DED, man ſich der Vor- ſicht, daß man ſie ſo weit unbehauen laßt, und ſie über einem gelinden lodernden. Feuer ſo lange röſtet, bis die außere Fläche beynahe zu einer Kohle wird. Cs iſt aber auch zugleich nöthig, daß ein ſolches Ei- we ſie es tauch ſolche <ſenen "hac: Sdant! 5 nur ahlet foßen nicht ent: wenn , weil hiſſen Bey ol; zu uſen, nN R unter 9 dals aſſer an aſſer Harte Y all: n wie achte f der Die Die Waldbäume,"9 Die ſtarken Eichbäume werden bey den Wind- mühlen zu Wellen, wodurch die Mühlruthen oder die Windflügel kommen, und welche inwendig die Zunge treiben, wie nicht weniger bey allen übrigen Arten von Wellen in Del- Papier- und andern Ninh- zr len, in Ham merhüteten, Pochwerket u. ſ. f. gebrau- eae Eiche vor ſich hat, ſo“muß der Holzſchläger die Aeſte derſelben beurtheilen, wo er am bequemſten ſeinen Stand nehmen kann. Cs iſt wohlgethan, den Zopf, oder nach Befinden die ganze Hälfte ves Stammes, auch noch wohl darunter, der- geſtalt wegzunehmen, daß es dicht oder nahe über ei- nem ſeitwärts herausgehenden Aſt geſchehe; worauf auch der Hauer ſtehen, und den Umfall des abzuhau-,. enden Theils, nach der bequemſten und für ihn ſicherſten Seite hinrichten muß, Verſtattet esirgends Hausvater V. Band. F nur 82 Erſtes Kapitel. nur die Gelegenheit, ſo wird das Abkaypy-n da am beſten angebracht, wo, wie bereits vorhin bemerkt worden, das Holz grün, und noch nicht ganz tro» >en iſt, Der Holzhauer muß auf der Seite, wo der Baum hinfallen ſoll, eine ſtarke Kerbe einhauen, da- mit der herunterfallende Theil in den ſtehen bleibenden nicht einreiße, oder wenigſtens deſſen Rinde losſpalte, und durch eine ſo unſchiliche Verwundung ein Nach- tronen der Eiche verurſache. Es fann auch der Holzhauer ein langes mittelmäßig dickes Seil bey ſich führen, ſolches an dem Gipfel des Baumes befeſtigen, nachher, wenn er tief genug gehauen zu haben ver- meinet, herunter ſteiget, und den Zopf gar leicht da- hin ziehen kann, wo er hinfallen ſoll. Jſt dieſes ge- ſchehen, muß der Holzſchläger den Stamm oben mit ſeinem Beile ganz glatt und eben machen; ſo wird der Ort, dafern anders im Grünen, und nicht im Trocknen gehauen worden, bald zuheilen. Wird es hingegen oben ungleich gelaſſen, ſo ſekt ſich das Regenwaſſer in den Höhlungen, und kann den Bäu- men eine Stoung oder den Schwamm zuziehen, weßhalb es nöthig iſt, daß der Hieb etwas ſchief ge- führer werde, um das Ablaufen des Waſſers deſto gewiſſer zu befördern. Den gekfappten Eichen müſ- ſen nothwendig Aeſte und Zweige gelaſſen werden; ſo wie es, obbeſchriebener Maßen, ſeinen quten Grund zur Erhaltung und Verjüngung des Baumes hat, daß das Abhauen ganz nahe über einem geſunden Aſte geſchehen müſſe. Wollte jemand mit alten Ei- ung aber, bleibt der Riß beſtändig offen. Dergleichen ſchad- hafte Bäume kann man gar deutlich wahrnehmen, weil dieſe Aufjeßung des neuen Holzes und der Baſtrinde, auf einem ſolcyeun Waldriſſe wie ein erhö- heter Ryü>en liegt. Die inwendigen und verborge- nen Waldriſſe oder Eisfkiüfte aber betriegen den Käu- fer gar öfters. Wenn er etwa davon"Bretter, Dielen, Pfſoiten u. d. gl. daraus zu machen-gedenfet 3 ſo geht ihm, wo der Waldriß iſt, ein ziemliches von dem Nußen ab. Zuweilen gehen auch mehrere Waldriſſe durch den Baum, übers Kreuz, auch ſchief über ein- ander weg; da iſt ein ſolcher Baum vollends zu ge- dachten Stücken ganz und gar unbrauchbar, beſonders bemerkt man an ſehr vielen dieſer Waldriſſe, daß ſie, wie der Diameter eines ganzen Zirfels, gerade quer durch des Baumes Centrum dringen. Findet man nun beym Abkappen des Zopfes gedachte Beſchaffen heit, fo öffnet man dem Regen ſo ſehr das Cin- und Herabdringen in das Innere des Eichbaums, daß dadurch ſein Abnehmen und Entkraſcen noch mehr beſchleuniget wird. Dieſerhalb müſſen dergleichen Bäume entweder nur gleich, oder nicht lange nachher ganz abgehauen, und zu ſolcher Abſicht bemerket wer- den. Wollte man ja aus beſondern Urſachen eine ſolche eisflüftige Ciche doch ſtehen laſſen, ſo müßte man mit einem kleinen Löſſelbohrer von Diſtanz zu Diſtanz einbohren, um zu ſehen, wie dasjenige be- ſchaffen iſt, was derſelbe herausbringt, ſodann aber ſolche ſo weit abzufappen, als geſundes Holz gefun- den wird.| Daß (077) ve 86 Erſtes Kapitel, Daß die Rinde der Eichen nebſt den zarten Rei- ſern derſelben, wenn ſie zerſchnitten, und in einer Mühle klein gemacht werden, zur ſogenannten Gär- berlohe zur Zubereitung des Leders gebraucht werde, iſt ſchon oben bemerker worden. Die Lohe von die- ſen Rinden wird auch zu Ballen gemacht, welche nachher getro>net, und unter dem Namen Lohballen, 2ohfuchen oder Lohkäſe verkauft und zur Feuerung ſehr gut gebraucht werden. Man pflegt auch wohl in den Blumengärten die Steige damit zu beſtreuen, und da- mit eine Zeitlang das Grünwerden oder Aufſchlagen des Graſes zu verhindern. Auch hat man in neuern Zeiten den Sägeſtaub des Eichenholzes zur Bereitung des Kalbleders eben ſo gut, als die bisher dazu ge- brauchte Eichenrinde gefunden. Es iſt nicht zu läugnen, daß, um Garberlohe zu haben, hin und wieder unſre beſten Eichenwälder ſehr dünne geworden und es immer noch mehr werden. Es iſt dieſerhalb im 4ten Bande dieſes Syſtems 5. DV. S. 352. ff. der Vorſchlag geſchehen, die jungen Cichen auf dem Stamme, wie ſolches mit Obſrbäu-- men glücklich verſuchet worden, abzuſchälen, um von ihnen alſo zweymal, das erſtemal auf dem Stamme, und zuleßt noch einmal beym endlichen Abhauen des Baums, Rinde, dis eine der couranteſten Waaren bey uns geworden iſt, zu gewinnen. I< ermuntere alſo die Cichenbeſißer zu dieſem Verſuche hiemit, und erſuche ſie, um des gemeinen Beſtens willen, den Cefolg davon öffentlich bekannt zu machen. Es ſind Gegenden, wo, weil die Fütterung bey ihnen knapp iſt, die Eichen alle 5 bis 6 Jahre, zu Ende des Auguſtmonathes, oder, wenn es Steinei- annehmen mögen, welches geſchehen könnte, wenn die mit ei- nem Stoßeiſen zerſtoßenen Eicheln ihr alleiniges Fut- ter ausmachen ſollten. Auch hat man gefunden, daß die Eicheln den Schaafen zur Lammzeit ſehr zur Stärkung gedienet haben. Unter dem Hausgeflügel ſind es Gänſe, Trut- hühner, auch Enten, welche in den Eichwäldern die ganzen Eicheln begierig verſchlucken, und davon ſehr fett werden. Man kann ihnen aber auch die ge- ſammelten Cicheln auf dem Hofe und im Stalle vor- 5.5 wer 90 Erſtes Kapitel. werfen, nur muß man darauf ſehen, daß ihnen da- bey Waſſer vollauf gegeben werde, weil ſie dabey, als einem mehr hißigen Futter, ſehr durſtig werden, Auch die Hühner können mit den getrockneten. Eicheln erhalten werden, wenn ſie klein geſchroten, ihnen in einem Troge, mit Spreu oder Kaff mir Waſſer angeſprengt, und zuſammengerühret, vors gegeben werden. Ob Tauben mit Eicheln gefüttert werden können?. ſolches iſt von mir und andern Oekonomen, ſo viel ich deren kenne, noch nicht verſuchet. worden. Da ſie aber ſich mit gefochten klein geſchnittenen Ertüffeln gut ernähren laſſen, ſo iſt kein Zwei- fel, daß ſie auch die klein geſtoßenen Ertüffeln gern annehmen würden. Um ſie daran zu gewöhnen, dyrf- te man nur in einem Troge auf dem Taubenſchlage Hirſe oder Leinſaamen darunter mengen, nachdem ſolches Gemengſjel mit Waſſer angeſprenget und un- ter einander gerühret worden. Denw man kann es nicht erwarten, daß die Tauben die ganzen Eicheln verſchlingen ſollten, obſchon Hr. Jacobi glaubt, daß die im Herbſte gemachte Ausſaat der Eicheln wegen der wilden Tauben ſ-hv unſicher ſey, Hr, Beckmann verſichert dagegen, daß er bey ſeinem vieljährigen Holzſäen auch nicht ein einzigesmal be- merken können, daß die wilden Tauben den Eicheln nachgeſtellet hätten. Jh habe es gleichfalls niemals geſehen, daß die Feldrauben, wenn im ſpäten Herb- ſte, da ſie doch wegen der auf dem Felde ihnen ſehr abgehenden Aeſung äußerſt heißhungrig ſind, auf dem Hofe den Truchühnern Eicheln vorgeſtreuet wor- den, ſolche nur hatten anrühren wollen, ob ſie ſchon un- tey ſolchen umhergegangen, und auf demStreuplaße im Hofe Heft bliebt ben, unds achtet gleicy hinzu vorge gewe) ſtr! few- 0) |(mU non feinſt We ſeh ode beiße In ſei) Eihn Wen (us, inden her O fen en da- y, als In Äneten toten, ff mit „ vors nen? viel Da enen wel- gern „dyrf: chlage hdem d Un: in es eln (aubt, iheln Hr, nem 11 be- (peln mals zerb- ſehr auf wor q un: beim Hofe Die Waldbäume. or Hofe die Getraideförner, oder die davon ekwa übrig ge- bliebenen kleinen Sämereyen, zufammen ge/eſen ha- ben. Nicht einmal haben die gemeinen Hofhühner und Kapphähne die Eicheln anrühren wollen, ohnge- achtet die Truthühner und Gänſe ihnen Nacheiferung gleichſam hätten erregen können. Jc< muß aber auch hinzuſeßen, daß die dem Federviehe auf dem Hofe vorgeſtreueten Eicheln niemals von der kleinſten Art geweſen. Denn von dieſer Art ſind die Eicheln nicht ſtärker oder dier, als die ſogenannten Pferde- Fut- ter- oder Feldbohnen, welche von den dazu gewöhn- ten Tauben gern gefreſſen werden. Cs würde daher noch erſt zu verſuchen ſeyn, ob die Tauben diefe aller- kleinſten Eicheln annehmen wollen, als in welcher Abſicht man ſie freylich eingeſperret Halten, und ſie ſehr hungerig müßte werden laſſen. Denn bey oder neben anderm Futter werden ſie ſchwerlich an- beißen. K. Der größfe Nuten der Eichbäutne. Die Cichen können als die allernüßlichſten Bäu- me aus dem Grunde geachtet werden, weil ſie die Gewitter ableiten, und daher unſre Wohnörter, wenn ſie an der rechten Stelle ſtehen, wider das Einſchla- gen der Gewitter ſicher ſtellen. Hr. D, Krüniß ſchreibt in ſeiner Encyclopädie B. 10. S. 214. alſo: Die Eichen dunſten nebſt den walſchen Nußbäumen, vor allen andern Arten von Bäumen, ungemein ſtark aus. Dieſe Dünſte dienen der elektriſchen Materie in den Donnerwolken zu Ableitern, und werden ſol- en der vvoern"Blatter, erhebet ſich das elektriſche flüſſi- ge Weſen ganz ſanfte, und wird aufwärts nach der negativen Wolfe gezogen, in deren Annäherung ſich endlich der elektriſche Stral ober Bliß erzeu- get. Eine ſolche Ausdünſtung nach aufwärts bewei- ſen die aufgerichteten Stangen, die Thurmſpißen, die metalliſchen Spißen ouf den Geländern mancher Thürme, aus denen man vielmals zur Nachtzeit Lichtbuſchel herausfahren ſieht, Und ich zweifle nicht, man dürfte auf den naſſen Spißen der obern Blätz2 ter auf hohen großlaubigten Bäumen, zumal in Wäldern, dergleichen Scheine ebenfalls vorfinden. Denn eben dieſe zu ſtarfe Anhäufung der elektriſchen Flüſſigkeit in dem Baume aus der Erde, und die Annäherung derſelben gegen unelektriſche Wolken, ſind Urſache, daß der Blitß gemeiniglich durch ſolche hohe Baume in die Erde ſchlägt; zugleich aber auch mit den Baum trifft, und ihn vielfach zerſchellet. Wilſon gedenket in der Abhandlung vom Bewahren der großen Gebäude vor dem Bliße(Pniloſophic. Tranzact. Vol, 54. Art, 55.) eines Briefes vom Ca- pitain oli!) jm eltern We Fit ſet) ja( fin) vy er nem pa eder beſeelt fip ift vr(rde: ſefot eid (fte (zm Di Wit AEI ausfeön us WK am(uo) jeſt, Yerinl wun ſhit, Nau fahrung vb fed (ih unte Ja dena deter bo Kuſh Cp Muſe, ji) Ww| Vittenh. liche mit Einſchla- ſtalle auf n Oetrel: ſet; ſb as fiſche » daßent: aubichten negative über el: ven, zu n Spi: n Een e flüſſi- ah der aherung 6 erzeh: 5 bewel: nſpißen, nancher tachtzeit fe nicht, en Biäts umal in vefinden, fieiſchen und die Polfen, h ſolche er auch ſchellet, wahren ſophie, 0m Ca- pitain Die Waldbäume. 93 pitain Dibden aus Virginien v. J. 1763, worinnen er ihm meldet, daß der Dliß in den amerikaniſchen Wälvern am häufigſten die Cichen treffe, wenn gleich die Fichten daſelbſt viel höher, als die erſtern wuch- ſen, ja er habe angemerker, daß in ſolchen Waiduns- gen, wo derſelbe irgend noh in Fichten geſchlagen, er niemals eine Ciche unter den Fichten angetroffen habe. Er glaubet, die balſamige und ölichte Mate- rie der Fichte widerſtehe dem Einſchlagen; over beſſer zu ſagen, der harzigte Saft der Fichten ijt an ſich elektriſch. Es kann daher die Fichte von der aus der Erde in den Baum eintretenden elektriſchen Flüſ- ſigkeit nicht ſo angehäufer werden, als ein andrer un- elektriſcher Baum, dergleichen die übrigen waſſerſaf- tigen Bäume alle ſind, und vornehmlich die groß» blätterigen, als durch welche die angehäufte Mate- rie nicht nur in größerer Quantität nach aufwärts ausſtrömen kann, ſondern auch der Bliß durch die aus Waſſerröhren beſtehende Rinde dieſer Bäume am ſchnelleſten wieder abwärts läuft, und ſie meiſtens zetſtöhret, ohne eben die Holzfaſern anzugreifen. Die nämliche Urſach iſt, warum auch der Blitß faſt niemals in Bienentkörbe und in Bienenhütten ein- ſchlägt.= Man muß aber die Eichbäume vielfaltigen Er- fahrungen nach als Ableiter der Gewitter ſo anſehen, daß ſie auch nach Beſchaffenheit der Localität wirk- lich unſre Wohnörter wider das Einſchlagen ſchüßen, ja ſogenannte Wetterſcheiden abgeben können. Obge- dachter berühmter Naturforſcher ſchreibt von ſolchen Wetterſcheiden im Wittenb. Wochenbl, v. J. 1776. S. 343+|f. alſo: Das Gewitter pfleget ſich in die an Häuſer, Thürme u. ſ. w. angebrachten Metallſpi- ßen, die in die Crde oder Waſſer geleitet werden, zu ent 17 DOES Erſtes Kapitel, entladen. Hr. Gude, der hievon einen ſchönen Trac- tat geſchrieben, zweifelt aber dauvan, ob dieſe Ver- richtungen von Ableitern die gewiſſeſten und ſicherſten Dienſte in Entladung der Gewitter rhun, iſt aber gegentheils doch in der Gewißheit, daß dieſe metal- lene Spißen, wenn ſie gleich den Ort unter gewiſſen Umſtänden nicht ſchüzen, doch auch ſicherlich den Wetterſiraßl nicht herbey ziehen. Die Natur har inzwiſchen viele dergleichen Ableiter, die für den Erd» boden ſehr nüßlich ſind. Alte Gebirge und hohe Ge- genden leiten den Bliß an ſich; ſie zertheilen oftmals das Gewitter, aber fie nehmen auch die erſten Schlä- ge deſſelben auf. Rile Holzungen, alle Gewäſſer, alle weite ſumpfnigte Strecken u. f. w. ſind mit ihren überliegenden Dünſten und Dampfſeulen ſolche Ab- leiter, in welche die Clektricität der Gewitter entwe- der ſtill übertritt, oder ſich mit Blißen an ihm aus- ladet. Und hieraus entſteht der Begriff von Wet- terſcheiden, welches ſolche Derter auf der Erde ſind, welche die Gewitter abweiſen. Die Gewitter ſchüt- ten das Uebermaaß ihrer Eiektricität bey ſolcher Ge- gend entweder aus, und vergehen ganz; oder ſie ſpal- ten ſich über und an ihnen, und gehen ſeitwärts vor- bey, ſeßen ſich aber durch die an dieſen Stollen in ihnen vorgehende Veränderung wieder mit dem Aether der anliegenden Luft, und folglich mit ihrer Elefrri- cität ins Gleichgewicht. Denn dahin gehen alle Aus- ladungen der Gewitter durch Blige, und alle ſtille Ableitungen. Das Abſtoßen der Gewitter geſchie- het an dieſem Orte dadurch, daß über und um ihm eine oft unmerfliche Dampfſfäule von gleichartiger Elektricität mit der Wolke ſich befindet, und in die- ſem Falle geht das Gewitter vorbey, wird getrennet, oder ſeitwärts abgetrieben. Oder aber, die Dampf- ſaule hat mit der Wolke entgegen geſeßte Elektrici- tät, NI Quit ſhelde [leber aber€ [9 dy und NO halten umher wit ſu el a] Oenpatt ndas, hahn fö De one hu mt Gul he nen Tras dieſe Ver: ) ſicherſten , iſt aber ſe metal- (gewiſſen erlich den Natur hat ' den Cd hohe Or: 1 oftmals n Ehlä- Jewäſſer, it ihren [che Ab- y entwe: ihm aus- von Wet: rde ſind, fer ſchüt“ en hän« Jang Zigud „ſt gay m ewa de ewas 1 meialen ſen jen iſtes Art nN der vert hende G qu Ep Welge m ven Ku ſimptn 2 Ufern: de, zum ſolches| m werden Wav hauph welde auch€ ſhiigten 4 Mello hommen [| Grid! Ie( (ofs(f UnS die 1 ſhiopn| Sano) bauung er alten " fängt der Ky- en, und worden NG rableiter Ihe, ſd n Bliß, as haf Unters ht gut r muß 5 Dorf inRts NÖ, um hat fen das ht, ein unſern vas et“ 0ß das tden 4 vreymal n Dör- 1, oder e nicht kirchen nan fie zu ſol“ uerhaf“ ern be- hoden han Die Waldbäume, 97 hängen, maſſif, oben in einem gemeinen deutſchen Ziegeldache ſich endigend, und darüber, auf der Mit- te deſſelben, der dünne, in eine Spiße zulaufende, ganz mit Schieierſieinen gedeckte Thurm, welcher etwa den dritten Theil der ganzen Thurmhöhe, oder etwas weniger gemeiniglich ausmacht. Ueber den mecollenen Knopf läßt man noch eine Spitze von Ei- ſen hervorragen, und je länger diefe iſt, deſto veſſer iſt es. Gemeiniglich haben die alten Thürme dieſer Art über den Knopf, zur Zierde ein Kreuz, woran der vierte Theil deſſelben, die gerade in die Höhe ge= hende Spize auSsmacht. Es ſind aber doch. gen Spigzen über den Thurmfknöpfen vor rzuziehen, welche mit Stuſen, die immer mehr€ ber den Knopfen hinausgehen, und ſich zulest in einer ſimpeln proportionirten Spitze endigen« Zuvor hatte ich geſagt, daß das Gewitter zu unſern Zeiten weit häufiger, als ehedem auf dem Lan= de, zum Theil auch in den Serädten einſchlage, wie ſolches beſonders aus der Zuſammenhaltung der neu- ern und ältern Stadt- und Crey8geſchichte erwieſen werden kann. Und hievon müſſen wir, außerdem, was von Tyürmen ſo eben geſagt worden, die Schuld hauptſächli< auf ven"gang der Cichbäume legen, welche in ältern Zeiten die meiſten Dörfer, zum Theil auch Städte, wider das Einſchl agen. Gewitrer ſchüßten. I< habe ſeit 30 Jahren einen Bezirk von 4 Meilen um mich herum, mir zum AUE IIING ge: WEN gehabt, und zähle ſeit ſolcher Zeit darinn 4 Städte und 10 Dörfer, welche nac) dem Abgange ihrer Eichbäume von der Wetterſeite her beſonvers (dieſes iſt bey uns die Abendſeite, von welcher bey uns die meiſten Gewitter herkommen) durch das Eitte ſchlagen Feuersbrünſte erlitcen haben, wovon ihre 53808vgier V. 25900. G Wor» 68 Erſies Kapitel. Vorfahren ganz frey geweſen waren. Unter ſolchen Dertern ſind ſo gar einige, die ſeit 30 Jahren drey- und mehrmal vom Einſchlagen zu leiden gehabt ha- ben, und es fönnen in dem beſagten Bezirke manche Oerter ſeyn, die meiner Aufmerkſamkeit entgangen ſind, weil der Bliß nicht gezündet, over beym Zin den fein großer Schade, der viel Aufſehens oder Re- dens davon hätte machen können, geſchehen iſt. Fällt manchem bey dieſem oder jenem Orte, der in unſern Tagen dem Einſchlagen mehr als vordem ausgeſeke iſt, ein, daß er doch noch hie und da einige Eichen habe, dder daß bereits junge nachgepflänzer worden; ſo muß ich dagegen ſagen, daß dieß eben das Unglück ſolcher Derter ſey, daß die Eichbäume niche mehr in der Menge und Mähe beyſammen, nur noch hie und da einzeln, und. in zu großer Entfernung von einan» der, oder vom Orte ſelbſt ſtehen, und, die jungen nachgepflanzten Eichen noch zu ſchwach und niedrig ſind, um bereits tüchtige Werterableiter abgeben zu konnen. Müſſen uns nun ſolche Beobachtungen belehren, den Eichen unter allen Bäumen den Worzug einzu räumen, und ihre Anpflanzung aufs moöglichſte zu beſorgen; ſo iſt die Frage, wie wir ſelbige ſo in der Nähe unſrer Wohnörter ſetzen ſollen, daß ſie uns zur Schußwehre wieder die Gewitter dienen können? Will es die Lage eines Orts irgends verſtatten, ſo iſt es ſehr zu rathen, ſolchen ganz umher mit Ei- ble Die Waldbäume. rr [Pte de ſind, ſo verbeſſert werden, daß Dorffüſter, 2660 die ſich auf die Baumzucht legen, und ſich in vel) den Stunden, in welchen ſie nicht Schule hal- Ff10s ten, darinn hervorthun, eine Zulage ihres Ge- et es echielten. Ein Mittel, die Waumzucht ei- nes Landes. geſchwindeſte eben ſo en.»or zu bringen, als folches, wie es am Tage iſt, in+ dice vielen Ländern mit dem Seidenbaue ſehr glück- ehyal) lich geſchehen iſt. Die Methode, wie ſolches f den am bequemſten anzufangen, ließe ſich gar leicht )UPf::an die Hand geben, wenn es der Raum hieſelbſt ligen verſratken wollte. Man begnüget ſich daran, ) ſchr hier nur den Winf dazu gegeben zu haben, Die rolels Anſe: h) Hat ein Ort einen eigenen Holzplanteur, der Es die Pflanzungen auf den gemeinen Pläßen, Hü- 1 und tungen oder Vichtriſten, neben den Heerſiraßen ungen, u. ſ7 f. beſorger, ſo werden viele Wirthe, die | vel theils ihrer Aec>er- und Hausgeſchäfte, theils 1d ge: ihrer Unerfahrenheit halber, davon abgehalten ndern worden, gern mit dem Holzplanteur übereinfoms= htung men, daß“er ihre INE und was erden, ſelbigen anhängig iſt, ihrem'eigenen Grund n Oe: und Boden mit ANNE Es hat z. B. das » yon Allerleichteſte in der Baumzucht, das Weiden- 15 und Pappelnpflanzen, an den meiſten Dertern af zur Zeit noch gar ſchlechten Fortgang, weil die iger meiſten Acterburger und Dorfwirthe es nicht recht, Sils oder zu unrechter Zeit verrichten. Ein Planteur, niger der was dabey zu VELTACHEN: hat, vder nach der h ar Anzahl der ſortgehenden Weiden und Pappeln 563 bezahlet wird, würde bald Weiden-und Pappel- m pflanzungen' in erwünſchter Menge in Beſtand 0% bringen, das Abkfappen und das Mate | aufs de 112 Erſtes Kapitel, aufs beſte beſorgen, Kauſmannsguth ausmit- teln und dergl. id i) Jn Anſehung der Eichenpflanzungen hätte eine wi Commune, wenn ſie zum geſchwindeſten in die M Höhe gebracht werden ſoll, von ihrem Holzplan- M teur wohl das Gewiſſeſte zu erwarten. Jn der joy vorhergehenden Theorie über bie Cultur der Ei«. chen iſt nämlich geſagt worden, daß das Abrau- di) pen der jungen Eichen, wenn es unterlaſſen wird, a der Beſchleunigung ihres Wachsthums aufs Jun äußerſte zuwider ſey. Wird man es nun wohl vy 1 von Communen erwarten können, daß das 2,b- Off raupen ſo geſchehe, als es die Vorſchrift darzu Ja mir ſich bringet? Wird es wohl, wie es bisher wh immer geweſen, wohl nicht gänzlich unterblei- vin ben? Wird es aber nicht gewiß und auch recht|. 08 "geſchehen, wenn dieß Geſchäfte dem Planteur woid zur Pflicht gemacht worden iſt? Jcet, theils aber ähm ein aufgelocerter Boden verſchaffet werde. In dem darauf folgenden Winter wurden die Bäume bis auf den 1oten oder x5ten Theil gefället, und unter ähnen vorzüglich diejenigen, welche ſehr ſtarke Kronev und ausgebreitete Aeſte hatten, und dadurch den Zu- gang der Sonne, des. Regens, des Thaues und der Zuft merklich hinderten. Dieſes einzelne Anhauen wur» de auch im 2ten, und in allen bis zum 1o0ten oder 1 5ten Jahre folgenden Wintern, nach eben dem Ver- hältniß fortgeſeßt, ſo daß nach Verfließung dieſer Jahre, der ganze Plaß mit Samenpanzen hinläng= lic bedet ſeyn fonnte, und durch das Abhauen der hohen Bäume, ihnen zum guten Wuchſe alle Frey- Heit und der erforderliche Raum geſtattet war, Da aber nicht ſelten ein Frühjahr erſcheint, in welchem der junge Büchenaufſchlag im April oder May zu Grunde gerichtet wird, ſo ward in einem ſo ſtrengen Frühjahre das Aushauen des Holzes ſo lange einge- ſtellet, bis bey abermal einfallender Buchmaſt hin länglicher Same gefallen war, u: 9 den ſich nach und nach geäußerten Blößen gute Gelegenheit zum Nach» wuchſe gegeben wird. Die Erfahrung zeigte auch, daß auf dieſe Art, und weil in dergleichen Revieren weder Gras noc Moos aufzuſchlagen die Freyheit hats te, von den ſonſt dem Samen ſo ſchädlichen Mäuſen wenig oder nichts zu befürchten war, welche theils den Samen verzehren, theils die jungen Wurzeln abs beiſien. Die jungen noch zarten Pflanzen behielten in den erſten Jahren, gegen ſtarke Fröſte und ſcharfe Winde, und gegen die breunenve Sonnenhiße, noch H 4 gute 120 Erſies Kapitel.| gute Bedeckung; die ſtärkern hingegen bekamen durch das einzelne Aushauen mehr Raum und Luft, und nach vollendeten Hauungsjahren war zugleich: dem- weitern Fortfommen des nunmehr gleichſam Ganz neu erſchaſſenen Orts nichts weiter im Wege. Cs zeigte ſich zwar noch wohl nach und nach verſchiedenes ſrem- des Holz darunter vermiſcht; dieſes konnte aber nebſt ſolchen Büchenſtämmen, welche von ſtärtern entwe- der unterdrückt oder untauglich gewachſen waren, nach Verfließung von 15 bis 20 Jahren ſchon wieder weg- genommen werden, weil es das 2ohn bezahlte, Und eben dieſes in Niederſachſen ſo genannte Durchbin- den war in ſolchen zukünftig einfallenden Zeiten ſo lange fortzuſeßen, als ſich verdumpftes Holz vorfand, wodurch man in 40 bis 50 Jahren, wenigſtens auf einen im Wuchſe völlig gleichen, geſunden und unta: 'delhaften Büchenwald rechnen könnte. Man fand aber doch in der Folge, daß die Na- tur einige Beyhülfe verlange, und daß in gegenwär- tigem Falle, die von dem Oberbaume mehrentheils ſenkrecht herabfallenden Samenkörner nicht hinrei= e eingetheilet wurde, und man die daraus entſtehenden vielen Kreuzlinien, auf einen Fuß breit, mit Hacken„umarbeiten, und nach- her mit Samen beſäen ließ. Die Wurzeln der jun- gen Büchenſtämme können in. ſolchem lockern Boden ſogleich unter und neben ſich greifen, welches ihren Wuchs gleich im erſten Jahre ſehr befördert. Die leer gebliebenen Vierecke werden nach einigen Jahren von den ſich ausbreitenden Aeſten völlig. bedeckt, ſo wie ſie, nach abgemähetem Graſe, mit Birkenſa- men, der auf dem bloßen Boden zu Pflanzen aufkei- met, beſaet werden können. Endlich hat man bey einer no< neuern Metho- de ſich dem Ziele der Sparſamkeit noch mehr genähert, die eine Anzahl zehn- bis zwölfjähriger Kinder ins Werk richtet, wenn ein jedes unter ihnen mit einer zu- geſpikten, und mit einem furzen Stiele verſehenen Hacke, nebſt einer Schürze von Buchkörnern, verſe- hen wird. Bey der Arbeit ſelbſt werden ſie auf fol« gende Weiſe in einem formlichen Gliede aufgeſtellet, daß ſie ziemlich geſchloſſen links ab, und Fuß vor Fuß gehen; bey jedem Fußtritt mit der rechten Hand eine Oeffnung in den Boden vermittelſt der Hacke hauen, in dieſe mit der linfen einige Buchkörner wer- fen, und fo in einer Richtung fortfahren müſſen, bis alle Bloßen, oder ſonſt mangelhaſte Derter, mit dem nöthigen Samen hinlänglich verſorget ſind. Die Pflanzen werden ſolcher Geſtalt ungefähr 6 Zoll hori- zontal, und 1:8 Zoll perpendikulair, aus einander kommen. Nur iſt hierbey zu merken, daß die Kin- der ſv dicht neben einander ſiehen, daß diejenige ODef- 25 nung, 122 Erſtes Kapitel, nung, welche das zur linken Hand befindliche neben ſeinem rechten Fuße einhauer, von ſeinem Nachbar Durch den linken Fuß beym Fortſchreiten auch wieder zugetreten wird. Jſt der Same" vorher durch das Werfen mit der Schaufel, mit dem Winde, oder durch eine Waſſerprobe ausgeſucht worden, daß nicht leicht einige taubhülſige oder ſonſt ſchadhafte Körner zu- rückbleiben; ſo werden ſie deſto gewiſſer aufgehen, daß bey dieſem Handgriffe nichts weiter, als die gewöhn- liche Furcht wider die ſpäten Fröſte übrig bleibt, welchen man aber ein Gegenmittel entgegen ſoßef, welches vielleicht noch nicht hinlänglich iſt, und wo- von unten mehr die Rede ſeyn wird. Die Koſtenberechnung dieſer beyden Arten der Beſamung wird«auf folgende Art in Vergleichung geſtellet, Die bey der erſtern Methode angeführten Quer- linien werden, zu. einer halben rheinländiſchen Ru- the im Quadrat von einander, einen Fuß breit und einen Spatenſtich tief ausgegraben, und zwar ſo, daß der oben abgeſtochene Raſen in die Tiefe, und die untere Erde oben zu liegen komme. Von jeder Luadratruche werden alſo 36 Fuß, und folglich von jedem Morgen nur 64 Ruthen und 80 Fuß umgegra- ben; es bleibt denn noch ein leerex Zwiſchenraum von rx5 Ruthen und 30 Fuß. Da ein Arbeiter, der fleißig iſt, alle Tage 2 Ruthen bearbeiten Fann; ſo können in 3 Tagen, um die Sache geſchwinder zu beendigen, 11 Tagelöhner die angegebenen 64 Ru- trhen und 80 Fuß umgraben, und wenn man die Ru- the, wie gewöhnlich, zu 3 Gr. bezahlet, ſo koſtet der Morgen gegraben, ungefähr 8 Rehl. 3 Gr. ohn. Bey dem Einhauen hingegen werden 12 Knaben genommen, deren Erhaltung täglich auf 1 Thl. für jeden (yt biſt On V heben (achbax Wieder th das €, der ß nicht One zur jen, daß gewöhne bleibt, 1 ſoßet, nd w0- ten der leicjung n Dutt en Nus eit und ver ſo, fe, und dn jeder lic) von myegtt: um.vont er, der m; 0 der zu 4 Ru je Nus tet der 1" neben hl, für jeden r Die Waldbäume,- 23 jeden alſo 2 gr. kommen. Die Einſammlung des Samens kann nicht vor dem November geſchehen, weil er ſodann gemeiniglich ecſt in ſeiner rechten Reife iſt, Bey den alsdaun ſchon ſo kalten als furzen Ta- gen, in welchen öfters kaltes Regenwetter einzufallen pfieget, muß den Kindern erlaubt ſeyn, ſich an ei- nem angemachten Feuer zu erquicken 3 man kann alſo nicht ſo ſchnell damit, als ſonſt fertig werden. MRech- ner man nun gute und ſchlechte Tage gegen einander, ſv hat die Erfahrung gelehret, daß für einen ſolchen Morgen Landes von 180 rheinl. Ruthen 4 Tage er- fordert werden; mithin der Morgen 4 Rehlr,, und alſo 4 Thlr. weniger.; a) Die Anlegung eines neuen Büchen: waldes mittelſt-Beſäung des da- zu beſtimmten Plages. Es wird hiebey voraus geſeßet, daß der dazu gewidmete Ort entweder ein ſolcher ſey, der ehmals Wald geweſen, auf welchem nur noch hie und da ein- zelne faule Stämme oberhalb der Erde, in derſelben aber viele alte Wurzeln zu finden ſind. In Anſe- hung der Größe des Plaßes kann der Unternehmer, wenn er z- B. 590 Morgen anbauen wollte, hievon alle Jahre etwa den 10ten oder 20ten Theil vorneh- men, und damit alle Jahre ſo lange fortfahren, bis der beſtimmte Raum vollig und gut be- ſet iſt. Machen Wurzeln und Steine dem Pflügen und Egen feine Hinderniß, ſo kann der Same am leich- teſten untergebracht, auch«Roggen, Haber oder eine Gragsart zugleich mit geläet werden. Leidet aber die Beſchaffenheit des Bodens das Pflügen nicht, ſo läßt 124 Erſtes Kapitel. läßt ſich die vorhin angegebene Methode mit Kreuzli- „nien, oder wenn dieſe zu foſtbar iſt, das gleichfalls zuvor. beſchriebene Cinhauen des Samens anbringen, Mur muß darauf Bedacht genommen werden, daß die Samenkörner nicht tiefer, als etwa die Bohnen unter die Erde fommen. Man fann die Zeit für alle und jede Jahre der Samenreiſe nicht angeben, Sie iſt da, wann dieſel- bigen anfangen abzufallen, welches gegen das Ende des Octobers over im Anfange des Jiovembers ſeyn kann. Wer die Buche>er bis auf das Frühjahr hin aufheben will, muß ſie nothwendig, ſo viel als mög- lich, gegen das Rustrocknen und den Fraß der Mäuſe, die ihnen ſehr nachgehen, verwahren. Nach dü Ha- mels und andrer Anrathen, ſoll das Einpacken in nicht zu trocknen Sand, das Aufbewahren aber an einem weder zu warmen noch zu kalten Orte geſchehen,* 38(l man im Herbſte die Ausſaat verrichten, ſo iſt das Ende des Novembers am beſten darzu, und zwar lieber bey trocknem als naſſem Werter. Man ſchlägt'wider den Mäuſe raß der eingeſäeten Körner das. Einweichen derſeiben in Miſiwaſſer vor. Es kann folches Mittel bey einer Menge von Mäuſen wohl nichts helfen. Denn wir ſehen, daß der mit Kalk und Miſtjaunche eingebeizte Waizenſamen, in Mauſejahren nicht unangetaſtet bleibe, Iſt ein Maäuſejahr vorhanden, oder man verſptret viele Mäuſe an dem zu beſöenden Orke, ſo wird das Säen nad dem Pfluge ſehr mißlich ſeyn, Denn die Mäuſe gehen der geraden Linie der Furchen nach, und ma- chen ſodann die weiteſten Blößen, d, i. Oerter, wo fein Same, nachdem er aufgefreſſen worden, aufge- hen fann. Jn ſolchem Falle würde das Einhacken ves Samens mit der Haue wohl vorzuziehen ſeyn, weil EZZ ZT TT GZ ZEI TTTTIOTSR VBS SSS SNN IZT TIS mmm um meme qe 1 Jungäl Gun mi man ph beſch - nied) Häu (zog hehe Yu vm, des| ſit WE ſheet ht ju jan WW fh Wegen EN ſad 6 ei (falls ngen, 1, daß dehnen are der n dieſel: 5 Ene "5 ſeyn hr hin . mOg: Nauſe, 1 Hq- (en in er an ſehen," jem, 11, und Ran Korner "EG Mäuſen ver mit en, in ſt ein ; viele Saen Nauſe 1d ma 1, vo aufgt- hacen feyn, weil Die Waldbäume, 1.25: weil nach dieſer Art kein Zuſammenliegen des Sqa- mens in der Erde ſiatt findet, Ueber den mir Buch- eckern beſäeten Platz ſoll man noch im Frühlinge leich-“ tern Getraidejamen, als Haber, Roggen, ſchmales Gras u. dergl. nur ſo dünne ausſäen, daß der'Buch« ſame davon nicht ertiit, ſondern nur beſchattet wer, - de: Hr. v. BDüſſon will, daß man in diejem Folle der Jiatur folgen ſolle, als welner Sommer, ſo hätte man g2won- nen gehabt. Und bey dieſer Frühlingsſaat könnte das von manchen angerathene Einweichen der Sa- menecfern nüßlich ſeyn, um ihr Auskeimen deſto eher zu befördern, ſo wie wir es im Frühlinge mit manchen Gartenſämereyen, als Erbſen, Bohnen und dergl. zu thun gewohnt ſind. Im ſym mi VA feln, pielet ſelbig einin umi mj bis pril) gen, 1 fi 0 Naht why zum| junge den, „Werder fel der qm 1 de, unn wird“ Im d er ni in der Näf a (ſeln 1 jeih wh 1775 j- Die Waidbäume, 127 19,5 BEIDEN Im dritten Jahre werden die jungen Bäume pe ſchon auſgeſchneitelt, worauf ſie ſich in ver Folge "ehald ganz allein überlaſſen werden, weil ſie von ſelbſt ges (ſte ſo rave in die Höhe gehen. Cs will beſagtes Aufſchneis NI en feln, oder Abnehmen der unterſten Seitenäſte zwar Nigjen, vielen Holzliebhabern nicht gefallen, und wird von em ves ſelbigen als ſchädlich geachtet. Cs muß aber nur „weile einmal um vorbeſagte Zeit, und ſehr mäßig geſchehen, wird, um den Bäumen die 2eitung des Wuchſes im Stams en Froſt me zu geben. Jc< habe ſeibſt in meinem Garten, m Aufs blos um des Werſuches willen, die jungen Büchen, eile des weil die untern Zweige zu ſperrhaft aus einander gins= t rde gen, und zu viel Raum einnehmen wollten, beſchnit« welche ten, ohne daß ſolches den Stämmen den geringſten tödtet, Nachtheil gebracht hätte. Diejenigen aber, welche at der das Aufſchneiteln nicht geſtatten wollen, nehmen dies re De zum Grunde, daß die dichte bey einander ſiehenden wnenden jungen Büchen von ſelbſt einen geraden Stamm ma- me nadnet, ward in ſeinem Laufe gehemmet; es entſtand hier- aus bald die eine, bald die andere Kranfheit, die nach und nach den ganzen Körper einnahm, Wider ſolches Uebel ſichert man nun den jun- gen Sekling durch die Stellung des Pfahls ge- gen Mittag, der daher allezeit größer und ſtär» ker ſeyn muß, als der von ihm zu beſchüßende Baum. Ein gleiches Uebel entſtehet aus der unndthigen Sorgfalt, die Bäume von den jun- gen Reiſern im erſten und andern Jahre der Ver- pflanzung zu ſäubern. Man hatte ehedem das Vorurcheil, die noch ſchwache Wurzeln können zu ſo vielen Sproſſen nicht Nahrung genug geben, die untern entzogen den nothigen Saft, und 2 hin« Erſtes Kapitel, hinderten alſo ſeinen Trieb; man glaubte, die Menge der Blätter erſchöpfe den noch zarten Baum. Da wir aber nun aus Erfahrung ge- leitet annehmen, daß die Blatter bey den Pflan- zen gleichſam die Stelle der Lunge vertreten, den Nahrungsſaft reinigen, verdünnen, und deſſen Umlauf befördern; ſo laſſen wir aus ſolchem Grunde die jungen Reiſer ſtehen, die man ſonſt hinweggenommen hat. Der Saft, der beym Verſeßen im Stamme geblieben, würde ſeiner Zähigkeit halber zum Triebe nicht tüch- “tig ſeyn, wenn er nicht durch den, ſo die junger Blätter an ſich ziehen und einſaugen, erfriſchet und verdünnet' würde, Jm andern Jahre müſſen Dieſe Reiſer im Herbſt abgehauen werden, wenn der Saft zurücktritt, oder, welches für dienli« elt der Planteur den gonzen Schaft, von der Erde bis zur Krone hin, mit Moos, welches mit zartem Baſte von ſo genann- ten Kaufmannsmatten, worinn die ſeewärts hertom- menden Kaufmannsgüter emballirt werden, beſeſti- get wird, welche Einwictelung denn, die einige Jahre am Baume feſt hält, ſeibigen, nachdem er aus ei- nem ſchattigten Walde genommen worden, wider die Sonnenhiße ſchüßen, und das Austrocknen ſeines Saftes verhindern muß. Das Einwickeln in Stroh iſt weniger mühſam, es muß aber nur an Orten ge- ſchehen, wo man Sicherheit hat, daß es nicht von diebiſchen Händen entwendet werde. Jn ſehr trock» nen Jahren wird der Schaft ſehr erquicet, wenn von oben herab Waſſer aufs Stroh oder den Moos gegeſ- ſen wird, wodurch der Schaft auf viele Tage feucht erhalten wird. Es iſt ſchon oben der Abnußung eines angeſäe- ten Buchwaldes. in etwas gedacht worden, und es hat gleiche Beſchoffenheit mit den angepflanzten, da Zu: ſolche 336 Erſtes Kapitel. ſolche Abnußung, obwohl im Kleinen, doch ſchon mit dem 1 5ten Jahre, auch noch wohl früher mittelſt des ſo genannten Durchbindens ihren Anfang nimmt. Dieſe Art des Abnußens geht ſodann von 10 zu:0 Jahren gewiß fort, und vermehret ſic) in ihrem Werthe dadurch merklich, daß ſich in der Foige im- mer weniger unnüßes Strauchwert vorfinder, hinge Sen nun nach und nach. Stangen, Latten, Röhren, Sparren und Balken, ingleichen ſchöne reine Kluft= holzer aus-ſolchen Bäumen zu nehmen ſind, die zur Auslichtung. oder deßwegen in gewiſſem Zeitraume heräusgenommen werden müſſen, weil ſie von ihren Machbaren gedruckt werden. Eine ſolche»Behands c lung fann. denn füglich bis dahin ausreichen, das SG) U) . nach Verfließung von etwa 150 Jahren die beſchrie bene Wirthſchaft von neuem wieder angefangen wer- Den fonne.. Jioch iſt dieſer Abnüßung die Buchmaſt, die man gemeiniglich alle 3 bis 3 Jahre zu genießen hat, mit einzuſchalten, welche zwar erſt nach dem 2often Jahre eines beſtandenen Büchenwaldes ange- her, aber-von. da an mie jeder Dekade bis zum hun vorten Jahre hin ſich verdoppelt, hierauf aber bis zum 15 oſten Jahre hin gleich bleibt, Eine Abnu- ßung, die nach Beſchaffenheit der Gegend, und wenn ſie bis zu Ende eines: Büchenwaldes hin zuſammen= jummiret wird, den Preis des verfauften Holzes ent= weder überſteiget, oder ihm gleich iſt. Man nehme ein ganz fleines Revier an, auf welchem am Ende der oben geſeßten 150 Jahre zum Abholzen 100 Bij cen ſtehen. Man nehme fernep an; daß dieſe Bü- hen: 120 Jahr Maſt getragen haben, und ſchlage den Baum in Anſehung des Majttragens, jährlich Nur zu 1 gr. an, ſo hat der Baum am Ende 5 Thlr,, nimmt. man aber 12 gr. an, 7 Thlr. 12 gr. an Buch« eFern zur Maſt eingebracht. Dieſes iſt aber eine NDIS ſehr ) ſhon mittelſt nimmt, 0110 1 Ihrem QiQe Im , hing: Nehren, e Kluft: Die zu raum n ihren vehands ie deß eſchries en wer: c ſind, bedienen känn, iſt, daß man "lies dieſelben vierefig behaue, und zugleich die Fugen für Balken, Getäfele, Kaminleiſten, Zwerge Ot- balfen u, d. gl, im voraus fertig mache, ſie als |, als denn der zänge nach hinlege, und an jeglichem n fan, Ende unterſtüße, ſo, daß 4, 5 bis 6 ſolche Manfen, Balken eben und dicht an einander, 1 Schuh ih es'hoch oder noch höher von der Erde liegen fönnen. iG: Alsdenn leget man Stroh, Hobelſpäne, naſſe rauchet Reiſer, Blätter, 117-D; gl, darunter, zundet es el an, und beräuchert damit die Balken auf ollen fer fib Seiten, bis ſie eine dunne ſchwarze Seite be: 46 is. kommen, Dieſes macht das Holz dermaſſen bit« | ter, und bratet den Saft dermaßen aus, daß | diem die Würmer ſehr wenig Luſt bekommen werden, 1% daſelbſt ihre Wohnung zu ſuchen, it Neal c) Die dritfe Weiſe iſt, daß man, anſtatt die« R ſen Baum im Winter zu fällen, wie bisher ges Boden, wöhnlich geweſen, ihn etwa zu Ende des May- 05 monaths fälle, da der Saft im Stamme am Dreſch dünneſten iſt, und ſich ſtark in die Aeſte, Blät- Deß' ter und Früchte ergoſſen hat, da er von dex aſſer in Sonnenhiße weit eher ausgetronet wird. oft aus mer et d) Die vierte und beſte Weiſe iſt, wenn man den Unit, Baum im Safte hauet, denſelben ſo bald er ge- 0 den hauen iſt, zu Balken zimmern oder in Breter bald ſägen, dieſe 4 bis 6 Wochen im Waſſer liegen, legen und alsdenn, wie oben gezeiget worden iſt, räu- Nüllerer beyſammen, ſondern bleibt auch ſo an die 7 bis 8 Jahre lang, da hinge: gen das Stroh weit eher dumpfig und hart wird, Eo bettet man ſich in der Schweiz und Dauphine, wo man eine ſiarke Kühlung Tavon vegſpuret. In Eng- Balken Müller Venholz Shhotns und hart hunach m Zande anderm 1 Anſe er Kits fann, nh, in Zhwi: rlieret, in der derglei , wenn gebraus ) Ihnen Zurzeln Edlit: (6 Zeit, et und att des es die ſt nicht ndern hinge wird, 1yhine, ; Tu Cuy: Die Waldbäume. 143 England aber werden die getro>neten Blätter entwe- der in die bey uns ſo genannten Etrohſäcke der Bete ten geſteckt, oder gar in Inletten, gleich den Matra- ßen vernähetr oder geſteppet, um ſolche den Unterbets ten zur Unterlage in der Bettſtelle zu geben, welches Verfahren auch um der Reinlichkeit willen vorzuzie« hen iſt, da beym Bettemachen keine Blätter in den Schlafkammern herausgeriſien und verſireuet werden, da hingegen jenes Verfahren, da nur eine bloße Mas traße oder Tuch über die Blätter ausgebreitet wird, ein weicheres Lager verſchaffen muß, wenn ſelbige von Zeit zu Zeit aufgerühret und hiemit auſgelo- >ert werden, d. Die Frucht der Büchen, Bucheckern. Wenn die Bucheckern bey dem Plinius glans fagi dulcſſlima heißen, ſo melder er aus der Geſchich- te, daß Menſchen ſich ohne Schaden davon ernähret haben. Galenus ſchreibt, daß die Bucheicheln eben ſo geſund und nahrhaft, als die Speiſen aus Korn- früchten ſeyn. Cs wird zwar von Einigen behauptet, daß ſie, roh gegeſſen, den Kopf dumm, ja betrunken machen, ſie ſchreiben aber auch dabey, daß ſie durch das Röſten dieſe dumm machende Kraft verlieren, wie ſie denn wirklich in manchen Gegenden beym Brodmangel unter das Kornmehl genommen werden. Und diejenigen, welche gedachte Klage führen, ha- ben vielleicht unreife oder ſchimmlichte, verdumpfte, zu alte Früchte genoſſen gehabt, Man muß alſo da- hin ſehen, daß man die guten reifen Früchte von dem- ſelben Jahre, da ſie gewachſen ſind, ſammle, Die guten ſind gar leicht zu erkennen; denn ſie ſind ſchwe- rer, härter, heller an Farbe und glänzend, onſtatt daß die vorjährigen leichter, etwas welt, und weich eiite 144 Erſies Kapitel, einzudrüfen, auch dunkler, ſchwarzfle>ig und gar nicht ſo glänzend ſind. Will man Vorräthe ſamms len und aufbewahren, muß man ſie auf eben die Art, wie die Eicheln, wovon oben geredet worden, in Ache zu nehmen ſuchen, Es giebt 2 Wege, das Mehl daraus zu machen. Erſt!lich kann man die Bucheichein roh abſchälen, ſos dann eine Zeitlang in recht warmem Waſſer weichen laſſen, hierauf die inwendige, den Kern bekleidende Haut abziehen, alsdenn erſt klein ſchneiden, rrockne und zuleßt im Backofen gut nachtrocknen laſſen. Hier- durch werden die überflüſſigen öligen Theile verjaget, welche ſonſt hindern würden, es zu einem weichen lockern. Mehle mahlen zu können; und überdem wür- de das davon gebackene Brod auch zu feſt und waſ- ſerſtreifig werden. Die zweyte und geſchwindeſte Weiſe dieſe Früchte zu bereiten iſt, daß man ſie mit ſammt ihren Schalen im Backofen, wenn man das Brodt herausgenommen hat, wohl röſtet. Man muß ſie im Backofen, zumal, wenn man viele auf einmal einſchüctet, öfters umrühren, damit ſie alle gleich gut getröſtet werden, Hierdurch verlieren ſie ihr noch zu erweiſendes narcotiſches oder dumm ma- ausfiele, Herge? 59R18vRater Va Rnd, K gen v 146 Erſtes Kapitel, gen altes, übel gepreßtes und ſchlecht verwahrtes Buchnußol, wird ranzicht, ſchwer, und ſegßt ſich an die Gefäße; ſo wie dieſes altes Baumöl auch thut. Indeſſen läßt ſich Buchnußöl lange Zeit friſch erhal- ten, wenn nur bey deſſen Zubereitung die erforderli» ne Mark, fülle ihn mit neuen Buchnüſſen an, und arbeitet wie vorher. Dieſe Arc das Buchöl zu preſſen, iſt derjeni- gen weit vorzuziehen, da man die Bucheckern focher, das Del durch die Hiße heraustreibet, es vom ſie denden Waſſer, worauf es ſchwimmt, abſchöpfet, und ſolcher Geſtalt in Gefäßen ſammlet. Derglei» hen Del iſt lange nicht ſo fein und rein, als das Ge= preßte, und wird auch viel eher ranzig, Auch laſſen ſich. vermittelſt des Ausfochens die 3 Oelarten nicht ſo gut, wie durchs Preſſen abſondern, und das Mark iſt weniger brauchbar, weil es nicht roh und natür» lich bleiber, Die Vortheile des ausgepreßten Markes ſind für die Haushaltung gleich wichtig. Es iſt das vor« trefflichſte Maſifutier für alles Geflügel, Schweine und Rindvieh, welches die bloßen Bucheckern, ſo lange'ſie ihr Del noch bey ſich haben, in ſolcher Kraft nicht ſind. Dos Mark in Mulden und große Näpfe gethan,-ausgebreiter und an der Luft getrocknet, kann nachher gemahlen, gebeutelt, und zu feinem Mehle gemachet werden, welches ein gutes eßbares Brod giebt; auch ſv gar, wenn man es allein, ohne Zua ſas mit Kornmehl bat. Denn es iſt wohlſchmes Fend, io 11] yr fen) Jus | fat | dezu | fer! | läßt | ſow Prag | pre wem | daw | veſt | De | Zu | Sf | wö ett | zel | gießt Jur | ſin | Ziber ( fen | mehrt | nacht! (fn fühyt ſein, Ge huh das fer uh: rauf wird d(ay die tſet ugs [ein auff [ nech dite tſe, 16 ite heraus 918 den füllt ih1 vorher, [ derjent n focht, vom ſie: Oſchopfet, Dergleb ; das Oe ch laſſen ten nicht 8 Mark nd nati 8 ſind fit das vols Schweine fon, fd ww Kreft je Näpfe et, fan | Mehls ß Brod hne Zu Aſhmt- dend) Die Waldbäume; 149. >>end, ſieht ſhon weiß aus, und iſt auf keine Weiſe ungeſund. Aus eben dieſem Mehle, mit ilch und Cyern verſeßt, laſſen ſich auch allerley Kuchen berei- ten, die ſelbſt für Leermäuler ſchmachaft ſeyn ſolien.. Auch ſoll man aus dieſem Marke eine Art Käſe ver= fertigen fonnen. Man. gießt nämlich etwas Milch Dazu, ſalzet es gehörig, thut auch wohi Gewürziräu- ter 11, ſ. w, hinein, formt. die Maſſe zu Kajen, und läßt ſie ſolchergeſtalt trocknen. CS werden aber eben ſo wohlſchme&ende Käſe, als in Boucgogne und de Franche- Comte aus dem Marte ver zu Oel ausge= preßten gemeinen Haſſelnüſſe zubereitet, und auf vor- nehme Tafeln geſeßzet. Zu geſchweigen, daß ſich daraus eine gute Starke und.»Zaarpuder ebenfalls verfertigen läßt. Man kann nun aus dieſer in Frankreich üblichen Verfahrungsart erſehen, woher es kommt, daß unſre »Buchnußole theils ſchlechtſc ſelbſt, die ſehr ſchnell aufwachſen, und binnen gedachter Zeit ſehr ſtarke Stangen zu Brenn- und Kohlenholz auf» ſeben. In manchen Jahren leiden die jungen Lohden, auch ſelbjt noch die Stangen, von MäuſeniScha- den, wie die neuern Schriftſteller des Forſtweſens anmerken. Die in lichten Holzungen zu Schlag- ' holz gezogenen pflege man Kopfhainbüchen zu nennen, fäße 156 Erſtes Kapitel, Fkäßt man den Stamm zum Standbaume in die Höhe gehen, ſo findet man ihn öfters nur 10 bis 15 Fuß lang, aber auf gutem Boden als einen mittel- mäßigen Bauſtamm von 30 bis 40 Fuß hoch, und dabey 16, 168, 20 bis 22 Zoll ſtark, in geſchloſſe= nem Holze. Will man ihn mit Vortheil hauen, ſo muß er nicht zu tief, ſondern wenigſtens ecliche Fuß hoch über der Erde weggehauen werden, Soll aber ein Stamm, welcher einen recht ſchönen und geraden Wuchs hat, behauen werden, ſo verfährt man damit ſo, wie mit den Birken. Man nimmt nämlich die Aeſte von unten auf am Stamme nach und nach glatt Hinweg, ohne den Stamm zu köpfen, 3) Die Bermehrung der Weisbüchen. Man kann dieſen Baum ſowohl durch Pflanz büchen, als durch Beſäung des Plaßes vermehren. Die Pflanzbüchen werden auf mehr denn eine Art erhalten, je nachdem es die Gelegenheit und der Ort des Pflanzeirs veorſtattet,. Der noch nicht zu alte Baum wird gezwungen, häufig Ausſchößlinge auszutreiben, wenn er dicht an der Erde abgehauen wird. Steht die Hainbüche wider das Vieh im Gehege ſicher, ſo treibt ſie, da ſie mit ihren Wurzeln weit in der Oberfläche der Er- de fortgeht, von ſelbſt hie und da junge Lohden her- vor. Will man aber den Wurzelwuchs noch mehr be= fördern, ſo laſſe man nur alten Büchen die Wurzeln hie und da entblößen, und in die ſtarken Wurzeln einige Hiebe thun, alsdann nur wenige, und etwa nur 1 Finger hoch,' wieder Erde darauf werfen, ſo ſchlagen junge genug davon wieder aus. Auf offenen Pläßen, und wo Viehweide iſt, vermehren ſie ſich ſo wenig | ſym einel nu! elne wv j' un (ede „ih | On hey) und| bicho | Hain MAlany u (u); ne in die 015 en Mittl 9, und geſhloſſe: hun, (de Zu Goll aher d geraden an damit mlich die ad) glatt het), ) Mathe ehren, enn elne und der ywungen, er dict Jainbüche t ſie, da e der ts den her mehr be Burzeln Burzeln 1d etwa fen, ſo offenen e ſch p weng Die Waldbäume, I57 wenig aus dem Anfluge, als aus der Wurzel. In den Gehegen aber nimnit man die Lohden, wenn ſie- die Dicke eines guten Beſenſtiels erlangt haben, her- aus, beſchneidet ihnen die Wurzeln, und hauet die - Krone davon, ſo, daß nur eines Fingers lange Stümpfel, oder gar nichts daran bleibt, und vers pflanzt ſie wie die Cichen. Die gepflanzten:Bäume werden,. wie die Eichen, wider den Anlauf des Viehes, mit Dornen bebunden, Im dritren Jahre nach der Pflanzung werden alle getriebene 2ohden am Kopfe bis auf ein Auge abgeſchnitten, das von oben aber tro>en gewordene Holz bis auf die erſte Fkohde mit einem ſcharfen Beile abgehauen, damit der Stamm wieder überwachſe, Wird dieſes unter- laſſen, ſo iſt es um die Büchen geſchehen, weil ſie denn von oben herab tronen, Eine ſehr ſichere Art der Büchenpflanzung auf einem eingefriedeten Plaße iſt auch dieſe, daß man nur noch ſo junge Bäume erwählet, welche wie ein kleiner Finger dick, oder noch darunter ſind. Man ſchneider dieſe Lohden einen Fuß hoch von der Erde ab, und nimmt ihnen alle Seitenäſte 3; alsdann pflan- zet man ſie einen Fuß weit aus einander, in Gräben, und ſchneidet ſie im folgenden Frühjahre dicht an der Erde ab. Die ausgeſchoſſenen Lohden werden um Johannis bis auf die beſten abgeſchnitten, und die Gänge dazwiſchen vom Graſe rein gehalten. Sols en. Es muß aber von beyden nicht viel auf den Samen kommen, damit er nicht er ſticke. Wenn er in den Hölzern abflieget, ſo fällt ' ſolcher auf die platte Erde, über dieſen aber das ab- fallende Laub, worunter er aufgehet. Man hält es daher am beſten, wenn man den Samen mit den Füßen j machen, Zit des 0 Jehte " Samen 1, Und ihn (et. Yet veil ſolche nicht tals " Gamen bis zehn: den Dol- y föpfen, eve gb anzen ef man die € die zum mpfligen, Fede feſt ut durch mige er | pflügen) nigen, ſ et worden, nn vr en einſatt), „mit. went: von beyden er nict et [, ſd falt x das ab. m hält es 4 mit der Füßen Die Waldbäume, 159 Füßen in die Erde tritt, und alsdenn das Moos, wel- ken; Saäcteln, Kumme- ten; und iſt als ein ſehr gutes, ſtarkes Schirrholz in gemeinem Gebrauche. Das Herz, oder der Kern von reifen, geſunden, völlig ausgewachſenen Eräms men, und beſonders den Stammenden iſt, nach Er- Hausvater V, Band: 2 fah- u 157 GE EE II '-..-7X 45% 162- Erſtes Kopitel, fahrung der Tiſchler, in der Härte und Bearbeitung dem ſchwarzen Ebenholze gleich. So rar als es aber, wie mehrere andere Holzarten, in vielen Gegenden, als Schirrholz geworden iſt, ſo ſuchet es doch der Bauer und Dröſcher zu Flegelkeulen immer noch auf, und bezahlet an manchen Orten für eine bereits zurecht geſchnittene Keul? gern 2 bis 3 Groſchen, und legt ſich ſolche vor dem Gebrauche, wie es vorhin geſagt worden, noch eine Zeitlang in dem Schornſteine hin, damit ſie vom Rauche zur möglichſten Härte und Dauer gebracht werden möge. Was ſoll:e nun wohi mehr zur Empfehlung dieſer Holzart geſagt wer- den fönnen? EE Noch muß ich eines gemeinen Provincialaus- druFs hieſiger Gegenden gedenken,-da man von einemz Menſchen, der unbiegſam und von nicht allzufeinen Manieren iſt, ſagt: Er iſt ein rechter hahnbüchs ner Rerl, Dies ſoll wohl eigentlich ein hainbüch= ner oder hagenbüchner Kerl, von der Hain- oder Hagebüche, heißen. Ein Bild von dieſer Holzart, welche man bey Haus- und Schirrgeräthen als die al- lerfeſteſto befindet, Vielleicht der Name: 38Jeſtolz, gleichen Urſprungs. 3. Ahorn, Ahornbaunt. Dieſe Geſchlechtsbenennung, bey den Preußen Leinbaum, bey den Schleſiern Urle, oder Urlen- baum, gehöret denjenigen Bäumen zu, deren Blät- ter je zwey und zwey allemal von einander ſtehen, wovon die meiſten mehr oder weniger tief eingeſchnit ten, bisweilen geferbt, und nach Beſchaffenheit der Gattungen, größer oder kleiner ſind. Die in unſern Ländern befindlichen 3 Gattungen dienen ſowohl zu Bau- und Werkholze, als zum Brennholze und an« vern erbe 8 es aber, Gegenden 3 de) der e wh af, reits zucht 1 welt orhin geſe ZUG ſten Da 3 ſollte mu jeſagt Mets nelalauße von einem aAufeinen gonbuch! 1 hoinbüc ain: Ode t Holzart, (8 die als „oſol) N Preuße oder Urlew eren Bl: der ſtehen) eingeſchnits fenheit der » in unver ſowohl zu nN und an! hem Die„Waldbäume, 163 dern wirhſchoftlichen Abſichten, Die B!umen bey den Ahornbäumen kommen zu Ende des Aprils zum Vorſchein, und haben gemeiniglich nur eine beynahe grasartige oder grünliche Farbe, Die Frucht beſtes ber aus+, felten 3 unferwärts mit einander verwache ſenen Kapſeln, deren jede einen Flügel hat, welcher. bis zur Reife der Fruch! forkwächlet, und jede Kapſel enthölt einen länglich rundlichen Gamen, In Deut'te Lappen ausgetheilet, davon die 2 hinterſten klei« ner, als die vorderſten, auf der obern Seite dun- -. Felgrün, auf der unter weißgrün, und mit einer zarten Wolle bede>tz fallen im Herbſte leicht ab. Die grüngelbichten Blumen ſind traubenförmig geſtellet, und treiben im April und May,-Die Rinde des Baums iſt glatt und weißlich, das Holz ebenfalls weiß und zähe, die jungen Schüſſe aber von hellrother Farbe. c) Spiziger Ahorn, Lehne, Löhne, Lien- baum, Breitlöbern, Breitblatt, großer Wilchbaum, deutſcher Salacbaum, deut/ ſcher Zuckerahorn, Leinghre u. ſ. f. Acer platanoides Linn. Wächſt in den Wäldern, doch häufiger an niedrigen feuchten Stellen und um die Bäche, Man pflanzer ihn wegen ſeines uten Anſehens gern in Alleen, und wird auch in >- SS PIRLS NESSE EN SSI SLES IESE IIESIE ENI PE 6 SE det, Bey nen ſits nern Arten 1 Gelten fe er Ahoy, €) Beit: iy Mil Ier Data, do- Plata, n auf Ber: Kaum hat zu einem ugen ſal: an langen em Weit: ausgeznfte erſten Fle Zelte dun und mit n erbſe men(ind im April 8 iſt glatt ; und zähe, x Farde- ve, Lien - grofie m Deut; „f, Acer Balder, ellen: und jn ſeines ird aud) 1 Die Waldbäume, 165 in einigen Gegenden Gänſebaum genannt, weil deſſen fünſfach gezä>ten Blätter den Gänſefüßen gleichen 3 wegen ſeiner breiten Blatter nennet man ihn aber, beſonders in der Mark, Breit- löber, Breit- und Weinblatt. Salatvaum ' Heißt er deßhalb, weil das junge Laub, gleich nach dem Aufbrechen, weich und wohlſchmeckend iſt, wie Hr. Gleditſch ſaget, und den beſten -Frühlingsſalat abgiebt. Du Hamel will dieſe Art aus dem Grunde lieber zu Alleen gebräaiücht wiſſen, als die vorhergehende, weil ſolche das Laub zu zeitig verliert, und die Blätter faſt beſtändig von dem'Ungezieſer angefreſſen werden. Das Laub dieſes ſpikigen oder ZuFerahorns iſt glätter, viel feiner und ſpißgezackter, auch anfänglich weicher, ſüßer, eßbarer, dabey adrig und nicht wenig anſehnlich. Junge Triebe und 2oub geben beym Zerſchneiden eine ſüßliche - Milch, der Stamm aber erlanget nicht in allem Grunde die Höhe und Stärke des erſtern; jedoch in manchen ohne Unterſchied.. Das junge Holz iſt meiſtens ſehr weiß, aber etwas weit und grob- driger, als das des vorhergehenden, daß es zu Reſonanzbodens in Clavieren und Viöslinen nicht tauget- Das ältere Holz. iſt gelblich und härter dabey gekiepert, und ſpielet ins Seidenhafte- Es muß alsdenn ſehr oft die Stelle des Eſchenholzes zu Wagen- und Kutk- ſchenbäumen, zu Beilen und Hammerſtielen vertreten.; DE EE 23) Die x66 Erſtes Kapitel. aa) Die Vermehrung des Ahorns. Die Ahornbäume können leicht aus vem Samen gezogen werden. Wenn man ſie in;ciner Baumſchu- . Ie ziehet, nennef man ſie&hornväume aus dem Samen, und ſchäßet ſolche höher, als diejenigen, welche von ſelbſt in Wäldern au' gewachſen find, In der witden"Baumſchule hält man die jungen Bäu- me ſo, daß ſie 2 Schah weit von einand«r,'in 3 Schuh weit von einander entfernten Reizen verſeßet werden. Haben ſie hier 3 bis 4 Jahr gejianden, und ſind groß genug geworden, ſo werden ſie dahin ges ſeßer, wo ſie beſtändig bleiben ſollen. Die jungen Bäume kommen ſehr leicht fort beym Verſeßen, und es iſt ſogar unnüß, wenn man - die Erde an den Wurzeln läßt.- Beym Pfianzen- muß man niemals den Baum koppen. Es gebr auch an, die AÄhornbäume durch Abtenker, oder vermit= kelſt des 2egens, und ſogar durch junge Sproſſen fortzupflanzen, Denn es treiben aus der Wurzel viel E chöpiinge /“ wie denn auch dieſe Bäume zu dem Schlagholze gehören, weil der abgehauene Stof wie- der auszuſchlagen pfleget. Man ſäet die Samen mit ihren Kapſeln im Herbſte, Da aber die Mäuſe ſehr begierig darnach ſind, auch der im Frühling zeitig hervortreibende Keim gar leicht von den Nachtfröſten Schaden leidet, fhur man beſſer, wenn man den Samen mit trocknem Sande lagenwei'e vermiſcher, aufhebet, und ſolchen erſt im Frühjahre ſäet. Wenn er nicht zu tief in die Erde gebracht wird, geher er bald auf, Es wird aber der Same von der zweiten und dritten Art nicht alle Jahre vollkommen reif, daher er von Manchen alsdenn aus warmen Gegenden, als Jtalien, ver- ſchrieben wird. Die NMordoſtwinde ſind dem aufe EEE; gehene . eier Gian hops, dem Gamen ! Vaumſhue | aus dem 16 Diejenigen, waehſen find, Jungen Vi nde, in (hen verſcht ianden, un je dahin 96 ſeicht fort wenn man m Pfanzen Cs geht auch oder vernitf qe Eyproſſen Butzel viel me zu dem e Stes wit- Kapſeln im jetig darnach wortelbendt aden leidet, mit roden und ſolchen m tief in die jon Art nich! „1 Manchen folien, vel id dem au gejen Die Waldbäume. 167 gehenden Samen ſowohl, als den noch jungen zat- ten Bäumen überhaupt ſchädlich. bb)%ugen des Ahorns. Man kann von der erſten Art des Ahorns ſchr ſchöne He>en erziehen, welche an ſolchen Orten, wo die Hagebüchen nicht recht fortkommen, ſehr gut ge- deihen- Es giebt aber auch gewiſſe Orte von ſchlechtem Boden, wo der Ahornbaum nicht ſo gut fortfommt, wie die Hagebüche. Wo vemnach der Ort für die Hagebüche allzuſcharf, trocken und kieſig iſt, da kann man Ahornbäume hinbringen. Daß der Ahornbaum ver zweyten und dritten Art eine Pracht unſrer Alleen ſey, iſt ſchon vorhin geſagt worden, und ſeine Blumen geben viel Honig» ſaft den Bienen. Man findet von der zweyten Art ſelten ganze oder beſondere Waldungen, auch. nicht überall Stammholz, daß man ſie vielmehr im Unterholze wegen geſchwinden und ſtarken Wuchſes, alle 15 bis 20 Jahre hauen kann, da ſie aisdann Stangen, Reiß- und Kohlenholz geben. Wegen Feſtigkeit und mehrerer Härte ziehet man das Ahornholz aus ſolchen Standörtern dem übrigen weit vor, in welchen. es langſamer wächſet, ohne zu leichte oder lo&er zu ſeyn, da es denn auch eine beſſere Politur annimmt, So- gehören auch die ſtarken geſunden Ahornſtamme vor allerley Hand- werker; es werden nämlich daraus zwey- drey- vier- zöllige Bohlen zu Tiſchen, Waſchrollen, duc) Wal- zen und Mandelkeulen, Bretter zu Spinden und Bänken, Queves zu Billardſpielen u. f: Ff. geſchnit- ten, Man beizet guch das ſchöne ſinnige und maſſe: 2 4 rige 168 Erſtes Kapitel. rige Ahornholz, wendet es zu mancherley einzulegen» der Tiſchlerärbeit, auch zu ſoubern Büchſen- und Piſtolenſchäften an. Wie es denn wegen der Härte und Reinligfeit allerhand Drechslerwaaren abgiebt, und ſich zu überaus dünnen und feinen Spabnen und Brettern, wie das Büchenholz, verarbeiten läßt, wo» mit hin und wieder vor die Buchbinder und Inſtiu- mentenmacher u. ſ. f. ein Handel getrieben wird. Von der Lähne, Breitlsber, Spiß- oder Zuk. Ferahorn treffen die Hauptumſtäude und die Jiußung mir dem vorhergehenden Ahornbaum überein. Die voliwüchſigen Stämme von 12 bis r8 Zoll, geben nach einem harten Froſke, und wenn die Wurzeln recht mit Schnee belegt ſind, bey heiterm und recht ſtren- gem falren Wetter aber, bis zum Ende des Decem- bers und noy< weiter hinaus, alle 24 Stunden etwa zwiſchen 7 und 10 Quart eines recht zukerreichen Waſ- ſers, auch in manchen Jahren und Grunde noch mehr. Man bohret ſie zu dem Ende mit einem halbzölligen Bohrer etwa einen hälben Fuß hoch über der Erde, und faſt einen halben Fuß rief, Bey gelinder oder näſſer Wieterung wird dieſer Saft, als weniger ſüße, nicht gezapft. Das Zapfen geſchiehet etwa bis auf 30 Tage, auch bey. der Kälte noch wohl 14 Tage län- ger, aber des alsdenn kommenden fräutigen Neben- geſcer 3 ja man foll.1 Pfund Zucker aus 5 Kannen Waſ- ſer erhalten haben, aber dieſes war von Bäumen, ſo auf hohem und bergichtem Lande gewachſen. Der| Baum nimmt nach dem Abzapfen keinen Schaden. Der gute Zuer ſoll hart, von brauner Farbe, eto 'was durchſichtig, von angenehmen Geruch, und ſehr ſüße auf der Zunge ſeyn, Zuweilen iſt er locker, wie Mehl oder Muscovadzucker/ meiſtens aber ſiät er in 6 Eleir "6| ji] + Va ver „' Des< Ev Gen Ne- . Or ZZ "A70 Erſtes Kapikel. Fleinern oder größern Klumpen bey einander. Gö meiniälich wird er in kleinen,„Querhände breiten, Kuchen nach England geſandt. Dieſer Ahornzu&er zergeht nicht ſo geſchwind, als der gemeine Zuer 3 dafür verſüßet er aber auch nau dem Maaße ſeiner Größe nicht ſo ſtark, als der ordentliche. Dagegen häle man ihn für geſünder als den gewöhnlichen, und ſonderlich bey Bruſtkrankheiten für ſehr nüßlich. Nach den in Deutſchland gemachten Verſuchen „geben die zwo erſten Ahornarten auch ZuFerwaſſer, aber weit weniger, als die dritte Art, nämlich der Spiß- oder Zu>erahorn. Mit den mehrern Arten dieſes Baums in Nordamerika hat es gleiche Be- wandniß. Noch iſt zu gedenken, daß der Ahornzucker ſchö» ner und lieblicher gemacht werden Fönne, wenn er mit Eyweiß abgefläret wird. Läßt man ihn zu ſtark einſieden, ſo bekommt er einen groben ZuFerſyrupge- ſchma>. Auch iſt wohl zu bemerken, daß das Cin» "ſieden des Zuckerwaſſers auf langſamem Feuer, auf Kohlen geſchehen müſſe, damit der Zu&>er keinen brannſtichen Geſchma> bekomme.“ Um aber das Anbrennen im Keſſel oder in der Pfanne zu verhüten, .. muß der Liquor, wenn ex anfängt di> zu werden, mit einem hölzernen Stabe fleißig umgerühret werden, als wodurch auch das Abdunſten'der wäſſerichten Theile befördert wird. Har endlich aber, wenn die-. ſes alles beobachtet worden, der Zu>er dennoch kei- nen feinen, reinen Geſchmack; ſo hat es an dem Baumſafte gelegen, daß man ſelbigen vielleicht zu ſpät oder zu lange aus den Bäumen gezogen hat, in- dem, wie oben bemerket worden, der ſchlechte Kraut over Grasgeſchmac> aus dem leßtern Umſtande ent» ſtehe. Wie denn auch noch auszumachen iſt, ob vas wnn (8 3 beh! he ling intv ſole Ueber braun % ws won hend und. tog hig m un de | Zu € ji Ny (13) huh "det,(Ob: de breiten, ahenzufer ine Zucers (aße feiner Wiegen ewÖhnlihen, pr nüßlih, 1 Verſuche ucerwaſſet, jamlich de rern Arten leiche Des zuer ſchö e, went ihn zu ſtatt Eerſyrupge 6 das Eiw Feuer, auf fer feinen 1 aber des zu verhin werden, mv ret werden) wöſſerichten p, vonn ve bennod) fel ; es an dem vielleicht zt gen hat, in achte Staub yſcande ent en ſt, Nn vw Die Waldbäume. 171 das zu Anfange des Winters, oder zu Ende deſſel- ben abgezapfte Waſſer den zum beſten ſchme>enden Zuer giebt, oder nicht. Da man an mehrern Tagen Waſſer von den Ahornocvmen ſammlet, ſo muß man ſich der in den Schwed. Abhandl, v. J. 1754, deutſch. Ueberſez, S.- 6. beſchriebenen Methode bedienen, da O. J. Dalmann den Verſuch zu allererſt machte, Zucker ous dem Safte Schwediſcher Ahornen zu ſieden, Er l:eß nämlich im Frühjahre mit einem Bohrer ein Loch Mief, ein halb Viertel tief, in 8 Ahornbäume unten am Stamme bohren, darunter keiner jünger, als 30 Jahr war. Jn jeden ward nur ein, 2och ge- bohret. Jn das Loch ſchraubete man gewöhnliche hölzerne Hähne, damit der Baum nicht öfter und länger flöſſe, als man wollte. Das erſtemal wurden innerhalb 4 Tagen. 20 Können abgezapfet 3 man ſotte ſolche 7 Stunden lang über Kohlenfeuer, und als das Veberbliebene ſich geſeßet hafte, gab es 2x Pfund braunen Zucker. Das zweytemaol floſſen aus eben den 8 Ahornbäumen in 3 Tagen 15 Kannen Saft, wor2 gus man, nachdem folcher einige Zeit war geſotten worden, erſtlich ein halbes Pfund Syrup, nachge« hHends ein Pfund eben ſolchen Zu>er, wie vorigen, und zuleßt 8 2oth. Pulverzucker bekam, Haben wir nun an den Mohrrübenſafte ein Sur» xogat des Zuckers bey warmen Speiſen, wo der Ho» nig nicht gebraucht werden kann, ſo hätten wir nun an dem Ahornzuker das Surrogat des gewöhnlichen Zuckers, wo wir uns deſſen im tronen Zuſtande, Z. ET. zum Aufſtreuen über Geba&enem, beym Kaffee u.| w. zu gebrauchen haben, und alſo Geld für ein auswaärtiges Produft erſparet werden kann. Man Hat jogar gefunden, daß der Ahornzuer ſv gut, als der“ 172 Erſtes Kapitel. der gemeine, allerley Eingemachtes daraus zu ma- nem Boden erſt im zwey» ten Frühjahre zum. Vorſchein kommt. Wer ſich die Mühbe nimmt, und den Saamen aus- ſeiner feſten hornichten Schale, welche dem frühern Auskeimen hinderlich iſt, abſondert, der befödert das frühere Aufgehen deſſelben, ſo wie man es in der Gärtnerey mit einigen zum fräühern Auſgehn verlangten Baum- ſamen, z. EC. mit Mispeln u. dergl. auch zu thun pflegt. Jc< habe es ſchon verſucht, den Saamen wie er von Natur in ſeiner Hülle iſt, über Winter, in mit Erde angetülleten Geſchirren in einer temperirten Kammer aufzubewahren, um ſein jrüheres Aufge-* ben rr 174. Erſtes Kapitel, hen zu befördern, ohne daß ſolches,. bey. einem er- folgten tronen Frühjahr, nachdem der Same in die- Saatſchule gebracht worden, erfolget wäre. Die Verfüche, junge Bäume aus Zweigen zu erziehen, ſind auch gelungen. Es liebet dieſer Baum eine leichte gute Erde, die mehr feucht als tro>en iſt. Iſt der Boden ader mehr naß als feucht zu nennen, ſo beſteht der Baum auch daſetbſt ſehr gut: das Holz aber iſt weniger feſt und biegſam. Auf einem trocknen Boden wird das Holz noch ſpröder. Auf einem weißen freidig on Grunde ſoil er auch außerordentlich gut fortfommen, wovon ich mich aver als keinen Augenzeugen angeben Fann. Jm feuchten Lehme, welcher kalt und!+ſte i't, gedeiher die Eſche ſo wenig, als auf einem hoyen tro>nen Sandboden. Eine halbe Stunde von mir iſt eine Gegend, wo dieſe Holzart recht zu Hauſe gehöret, und wo man überall die Eſche von den durch den Wind um» hergeſtreuten Samen aufgehen, und weit geſchwin- der, als anderswo aufwachſen ſieht. Der Boden iſt oherhaib gute ſchwarze Moorerde, mehr feucht als trocfen, der unter ſich kaum eines Spadens, 6 bis 8 Zoll tief, von einem ganz weißen Sande abze- wechſelt wird, worunter hin und wieder auch ein weißer Sandmergel angetroffen wird. Man ſiehet in dieſer Gegend Bauergärten, ganz der Natur über» laſſen, in welchen dieſelbe unter den Aepfel» und Birnbäumen, welche von der Hand des Eigenthü« mers angepfianzet ſind, ſo viel Eſchen aus den Sa»- men hervorbringer, daß im Sommer eine angenehme Tinſterniß darin herrſchetr, und mich zuweilen anreie zet, hineinzugehen, und mich an dem Werke der Mut- “ter Natur zu ergößen, Die zuſammengedrängten Eſchen Gy un. 13, Hoh tt, finde tms mn ger? wie| undi (ws. (ebe Wiſch a u! hab] Ve went) hahe di (vj NE 1 (ls H und) neg) dam) Wt m,; Viele ton Deny ſey( ), Ölhettt dps 00) In die Ww, die ju eejehn, gute Erhs Boden ehe der Daun iſt went Boden wit 1 Freidig'on efommen, en angeben nd iſte 0, nem hohen ne egen), t, und w Wind um it geſchwine Jer Buden mehr feucht dens, 60) Sande abit der auch ei Man ſieht Natur übt Vepfel: un) 3 Eienthi us den Gs angenehm wellen antel! +, der Mut gedröngm Eu Die Waldbäume, T75 Eſchen preſſen ſich mit einem ſchnur gerade, reinen und gänzlich von Seitenäſten befreyten Stamme, der. 12, 16 bis 20 Ellen lang und darüber iſt, ſo in die Höhe, daß ſich oben im Gipfel nur eine mäßige, ſich von Luft, Thau, Regen und Sonne nährende Krone bee findet, Dergl. wilde Gärten haben gemeiniglich öf ter Obſt als die andern, welche von wilden Bäu- men rein gehalten werden. Sie haben nämlich wenis ger Raupenfraß: Jh will eben nicht ſagen, daß, wie man glaubt, da die Blätter der Eſchen Ottern und Schlangen zuwider ſeyn, die Raupen gleichfalls aus Antipathie hieſelbſt von den Obſtbäumen weg» bleiben ſollten, Der Scharten iſt wohl vielmehr die Urſache, daß die Schmetterlinge ihre Eyer nicht da anlegen, wo es an Sonne mangelt, ſeibige früh oder gut auszudräten. Die Bauern ſolcher Gärten haben außer ihrem öftern Obſigewinnſte noch den Vortheil, daß ſie Jahr für Jahr die jungen Eſchen, wenn ſie die Dicke eines tüchtigen Leiterbaums erlangt haben, an die Stellmacher verkaufen, welche davon das Gerüſte zu den Kornſenſen, oder den Hacken dar« an verfertigen, indem ſich keine andere Holzart ſo gut als dieſe, darzu gebrauchen läßr. “ Eswächſet dieſer Baum eben ſo gut in Wäldern, äls wenn er frey ſtehet, und auf allen Seiten Wind und Wetter ertragen muß, und wird jest, wegen ſeines ſo guten Anſehens auch in den Alleen bey Pots- dam unter den übrigen Bäumen mit angepflanzet. JIc ſtehen, herausziehet, oder lieber be hutſam aufgräbt, und ſolche anderswohin verſeßet, Andere ſäen zugleich auch Haber mit dem Eſchenſa- men, und laſſen, wenn ſie jenen. zur gehörigen Zeit eingeärndtet haben, dieſe unter dem Schatten und Schuße der Stoppein frey wachſen. Nirgends muß man die zum Zimmerholze be- ſtimmten Eſchen, über 50 Jahr alt werden laſſen. Denn ſie fangen von ſolcher Zeit an, inwendig ein-- zugehen, d. i. faul zu werden, wenn ihnen ſolches ſchon von außen nicht anzuſehen iſt, und ſie noch am äußer- lichen Umfange ſo gar zunehmen. Eine ausgewach- ſene Eſche aber, kommt zu einet ſehr anſehnlichen Höhe, In England hat man dergleichen, wie Roy verſichert, von 133 Fuß Länge gehabt, Wegen der weichen ſaftigen Spißen ihrer Zwei- ge iſt das Wild, auch zahme Biel;, abſonderlich im Frühjahre, den Lohden ſehr gefährlich, ja, wenn ſie auch zu einer Höhe von 6, 8 bis 10 Fuß erwach- ſen ſind, ſuchen ſie dennoch die Hirſche, um die Zeit, wenn ſie fegen, vor allen andern aus, und ſchlagen die Gipfel herunter, ſo daß in ſtarken Wildbahnen dieſes Holz ſo gut, als ausgerottet, anzuſehen iſt, Man muß daher die jungen Eſchen nicht nur gegen das Verbeißen und Abſchälen, mit Dornhecken ver- wahren, föndern auch, wo viele und ſtarke Hirſche ſind", bey jedem Stamme einen ziemlich hohen Pfahl ; ſtecken, | y ſeit pere ( zum? ben di.h gebräu hin f- ben, wiſt aus 10 ee abe jeg wh. Fp hm, 1 Bau . umßal verſpur' | fommet Foppe (nw) Hur ben ven beſtä vet) h (hm| zun N mehr | qed" def m | ſutſ 1 Orund dh. ie gemein Vicht darin pepfüge, und fe, wem Inet, dr, NV der lieber by ohin verſegt vem ſhi) ehorigen Zu Schatten 1) merholze bt erden laſſen wendig ei SolGes ſchu < am uft: 1 QuSgewad: anſehnlich! n, wie Ky m ihrer Zu , bſonderli) I, ja wen Juf erwar) „um die Zeh jmd ſchlagt! Dildbahn! mzuſchen ſ he nur gege nheden ve aufe Hitſ! hope PN ſtel Die Waldhaäunte. 179 ſtecken, um das Abſchlagen, ſo viel als möglich, zu vermeiden. j Soll der Eſchenbaum nicht zum Fällen d. i,. zum Abhauen bis unten an die Erde, wie. ſolches beym Schlagholze geſchieht, ſondern zum Kappen, d. i. zum Abhauen der Zweigs, wie bey den Weiden gebräuchlich iſt, genußer werden, ſo muß man das hin ſehen, daß alle ſeine Zweige eine ſolche Höhe ha- ben, daß das Vieh nicht hineinreichen kann, Er wächſt geſchwinder als andre Bäume, daher er denn auch weit öfter gefappet werden muß, Hievon wird er aber auch eher hohl, als viele andre Arten, giebt zuleßt weniger Zweige zum Kappen, und bringt ſie auch langſamer hervor. Dieſerhalb muß man zu Kappeſchen immer eine Baumſchule zur Hand ha- ben, um damit den Plaß der in Verfall kommenden Bäume zu erſeßen, Man muß aber den alten Baum umbauen, ſobald man einige Zeichen des. Werfalles verſpüret, um davon noh gutes Zimmerholz zu be= fommen, als der Baum an ſich hat. Bäume zum Kappen ſollte man billig regulär, und zwar allezeit einen jungen zwiſchen zween alten pflanzen, und die Wurzeln der lebten müßten beym Abhauen ausgegra- ben werden, daß die jungen Freyheit hätten, die ih» rigen völlig auszubreiten. Auf dieſe Art kann man beſtändig fortfahren, und allemal einen friſchen Vor- rath haben. JIm Hildesheimſchen ſind dieſe Kapp- eſchen ſehr gebräuchlich, weil das Eſchenlaub daſelbſt zum Biehfutter getrocknet wird, wie ſoiches unten mehr geſaget werden ſoll, Wenn man an freyſtehenden Eſchen einen recht geraden und möglichſt hohen Stamm haben will, ſo darf man ihnen nur, wenn ſie gleich ſchon ziemlich ſtark ſind, die Seitenzweige dicht am Stamme abſä- M 5 gen, L80 Erſtes Kapitel, gen, welches ihnen nichts ſchadet. Dagegen muß die Spiße niemals beſchnitten werden. Denn wenn ſolche einmal verleßet iſt, wird man niemals recht gutes,.untadelhaftes Zimmerholz befommen. Wär xe daher die Spike durch einen Zufall beſchädiget wor- ven, ſo iſt es am beſten, den Baum bis auf den Grund niederzuhauen, und ihn zu Stangen, oder in einer größern Höhe zum Kappen ſtehen zu laſſen, Der geſchwinde und reguläre Wuchs der Eſchen macht es, daß man ſelbige gern in Hecken hat, wo man ſie denn, nach ſo eben geſagter Art, ſo hoch mit« telſt des Abſägen? der Seitenäſte hinaufziehen ſoll, daß die dartnter ſtehenden Bäume von dem Abfalle der Regentropfra von den. Eſchen am wenigſten zu leiden haben, In Luſtwäldern, um eine angenehme Abwechſelung der Blätter zu haben, kann man nach einem jeden dritten Baume eine Eſche ſeßen, und zwar ſo, daß ſie 9 Fuß von einander ſtehen. Har man äber einen Wald von dieſer einzigen Holzart, um Zinmmerholz davon zu haben, läßt man ſie über« all 8 Fuß von einander ſtehen. In den Hecken läßt NE ſie an die 30 bis 40 Fuß von einander entfernt ſtehen. Die Eſche iſt ein ſo nußbarer Baum, daß man ganz ſicher rechnen kann, ſie bringe dem Cigenthuüs mer nach 30 oder 40 Jahren eben ſo viel ein, als eine Eiche in 60 vder 70 Jahren, weil jene alsdenn eben ſo theuer verkauft wird, als die ſchönſte Ciche. Wenn daher ein noch junger Landmann noch bey ſei« nen Zebzeiten aus ſeinen Holzpflanzungen Geld ma- „Den will, ſo iſt ihm keine andere, als die Eſchen- pflanzung anzurachen, wenn er anders einen guten Grund darzu hat,' Legt er einen Eſchenwald an, ſo wie oben davon die Methode beſchrieben worden, ſo fann für€ mv abyeſc) 6 oder gen P Tell Zeit| merhol y das Of au) m qluich di daher m wel dag € Dyefet fo ſchr tums 1] Ley Feu Yehey hohna) Qrinen fichen,| (es voy genheit v, dergl, fen auf) nung ger ir in) das eing] und den ade ande; lich auſs egen muß Vt went jana recht mw, Ba Didi wp 1f den Grund Ver in Op N, der Ehn mn hat, m 0 hoch mh jiehen ſel em Abfall migſten zi angenehme | man nd ſeßen, und hen Det nh Holzatt, 1 ſie über« eden läßt er entfernt , daß man -Eigenths (el ei vB ne alöden nſte Eich» q) bey ſee (eld md- je(ſchee ven gute 908 orden,? fan Die Waldbäume, IBr Fann er ſehr frühzeitig ein jährliches Einkommen da- von haben. Denn das Unterholz, welches von den abgeſchnittenen Schoſſen hervorwächſt, kann alle 6 over 7 Jahre abgehauen werden, ſo daß in gro= ßen Pflanzungen alle Jahre der ſechſte oder ſiebente Theil davon abgehauen werden kann, während der Zeit, das die dazu ausgeſonderten Bäume zum Zims- merholze heranwachſen. Unter allen Arten grün gehauener Hölzer brenne das Eſchenholz nicht nur am leichteſten, ſondern giebt auch mehr Hiße, als das Erlenholz, und dünſtet zu- gleich einen angenehmen und geſunden Geruch aus, daher man ſich deſſen gern in den Kaminen bedienet, wie es denn auch faſt alle andre Holzarten an Güte der Kohlen übertrifft. Es iſt nicht wohl anzurathen, die Eſchen in den Dörfern um und neben den Häuſern anzupflanzen, ſo ſehr auch ſelbige wegen des geſchwindern Wachs- rhums und ſchönen Anſehens ſich empfehlen. Denn bey Feuersbrünſten ſind ſie weit weniger geſchit, die Verbreitung der Flamme zu verhindern, als andere hochwachſende großblätterichte Bäume, weil fie im grünem Zuſtande am wenigſten dem Feuer wider- ſiehen, und leichter in Brand gerathen, wie ich ſol» hes vor einigen Jahren an einem Orte zu ſehen Gele- genheit gehabt habe. Birnbäume, Linden, Rüſtern u. dergl. ſind die beſten Schußbäume bey Feuersbrün- ſten auf den Dörfern, da man vielfältig die Erfah- rung gemacht, daß z- B- ein einziger Rüſter, wel: en iſt, Es wächſet alſo dieſer Baum, und welches ſeinen Werth ſp ſehr unter uns erheben muß, an tiefen Dertern, wo kein anderes Holz, *« | weil( er gl! | ſhmf oj je weit au) qm, nen Ora wa lem ew leid werde Yeh hie Fe ſen fen| miſe wos ſe zu Vid vy welt mit| mf; uf Yael He | hinge Indo "nden ein Wem ver fUiefen alle „WSpepreße ß man eie mit der Gu: Baſſer einz ' In welt 8 aber, mit enn es ſhon Die Rindt ? Art hält ene Art u hf es niht 7 De(0 ;(het wird jen fandid) Wachethun 1 auf naſſen au allen Quund mit «lh dieſe! e unter 1 (| ander Ah Die Waldbäume. 187 Holz, außer etwa Weiden, fortfommen. Die Wur- zeln gehen in einem. lockern, ſchwammichten Boden weit UMD und ſaugen das Waſſer ſtark ein, daß auch Moräſte nach und nach, wenn ſie nicht beſtändi- gen Zuſluß haben, davon ausgetrocknet werdea kön» nen. Dex Grund wird dadurch feſte gemacht, daß Gras darauf zu einer ziemlich guten Viehweide er- wachſen kann. Wenn an den Ufern einige Reißen El- lern gepflanzet werden, können dadurch reiſſende Bä- he und Flüſſe ziemlich zuſammengehalten, auch der- gleichen, zumai die fleinen Waſſer, krebsreich gemacht werden. Denn die Krebſe haben am liebſten ihre Wohnung unter den Wurzeln ſolcher Ellern, weil die von der Erde im Waſſer entblößten Wurzeln den Krebſen zu ſtillen, ſichern Raubneſtern dienen, denen ſie jedoch gut widerſtehen, daß es nicht weiter einrei- ßen Fann, daß ſie ſich aufs ſtärkſte vermehren. Nur müſſen dergleichen Uferellern wenigſtens alle 19 Jah- re als Schlagholz abgehauen werden, weil, wenn man ſie zu hohen Bäumen erwachſen läſſet, ſelbige vom IBinde leicht umgeworfen, und hiemit gefährliche ODef- nungen im Ufer gemacht werden können, indem die weit umher greifenden. Wurzeln das weiche Erdreich mit ſich in die Höhe nehmen. Die Erfahrung lehret, daß die Ellern, die ſonſt am freudigſten in Sümpfen und Brüchern wachſen, gar fein rechtes Gedeihen haben, wenn das Waſſer, weil es Zuſluß hat, ſelten oder gar nicht im Som- mer abtro>net. Bey mir wird'an der Heerſtraße ein Theil eines Ellernbuſches geſehen, der von jeher vie ſchönſten Bäume gezeiget. Gegenwärtig hat dieſer Buſch ſehr langſam wachſendes, mit lauter Moos be hangenes Ellernholz, welches ſo zu ſagen, den Greis in der Jugend vorſtellet, indem die ſchwachen kurzen Etan- 188 Erſtes Kapitel, Stangen auf eben dem Orte nicht in die Höhe gehen wollen, wo man-no, ein andrer Pflug wirft die aufgepfiügte Furche wieder 31, daß olſo die erſte Furche und, das darein Geſäets einiger Maßen bedecket wird.(Der ſehr zarte Same muß gar nicht tief, faum eines Wiertelzolles tief un ter die Erde zu liegen kommen,) Daneben zwo Pflugs- ſcharen breit davon, wird noch eine Furche gepflüger, und ſo weiter dur) das ganze zum Pflanzen beſtimmte Feld. Das Jahr darauf wird gleich viel Feld dar- zu genommen, und damit eben ſo verfahren, bis man viele Jahre nach einander jährlich immer eben ſo viel Feld, als im erſten Jahre genommen hat. Wenn man nun zuleßt ſiehet, daß die Pflanzung des erſten Jahres ſo viel Wachschum und Höhe erreicht haf, daß ſie mit Nußen gehauen werden kann, ſo fälle man alles aufgewachſene Gehölz dicht an der Erde und ſchief überzwer7, Man behauptet daſelbſt, wenn der Baum ſo abgehauen iſt, kämen die neuen Schößlinge beſſer aus der Wurzel hervor; hernach hat man jedes Jahr eine gleiche Aerndte von den übri- gen Pflanzungen der ſpätern Jahre, ſo daß, wenn man die leßte abgehauen hat, die Pflanzung des er- ſien Jahres wieder ſo zugewachſen iſt, daß ſie von neuem das zweyte Jahr kann gehauen werden, mit dem Unterſchiede, daß ſie da viel häuſiger iſt, als das erſte Mal, und ſo immer fort, Daß Sumpfe und Brücher, wenn ſie zu naß ſind, nicht beſget werden können, bedarf keiner Erin- nerung« 190 Exſtes Kapitel, nerung. Man muß ſie zuvor erſt mit Gräben durch- ſchneiden, damit ſich das Waſjer dahin einziehen, und ein freyes Erdreich gewonnen werden könne. Die Erde aus den ausgeworfenen Gräben fann ſo fort bes ſaet, die übrigen Pläße aber, falls der Grund noch zu weich iſt, daß man mit dem Pfluge nicht arbeiten fann, mit Seßlingen beſeßet und ſomit in Beſtand gebracht werden, da ſonſt das Ausſäen im Herbſte vas beſte iſt, wenn die Gegenden zur Herbſt- und Winterzeit nämlich keiner Ueberſchwemmung ausge- ſeßet ſind. Herr von Drocke giebt in dieſer Abſicht den Rath, im Juli und Auguſt ſechs Fuß breite Graben, auf 8 Fuß von einander enkfernet, in glei- cher Linie zu ziehen, und aus der ausgegrabenen Er- de zwiſchen beyden Graben einen ſo hohen Damm aufzuwerfen, welcher nicht überſchwemmt werden kann, und dieſen im Herbſie zu beſäen, die darauf erwach- ſenen Stämme aber in der Folge zu Bepflanzung ei- nes naſſen Plaßes anzuwenden. Die Vermehrung durch die Aeſte oder Seklinge wird von vorgedachtem Forſtwiſſenſchaftslehrer als ſv gelehret: män ſchneidet die Seklinge im März, ehe das Laub ausſchlägt, von den Lohden, oder de- nen, an alten Stämmen ausgetriebenen Seitenäſten, und zwar einen Zoll tief unter dem Ringe, den die Erle vor drey Jahren angeſeßet hat, ſchräge wie einen Rehfuß ab; das über dieſem dreyjährigen Ringe be- findliche zweyjährige Holz behält man ganz, reiniget es von allen Seitenzweigen, und kürzet endlich den ganzen Sekling einen Zoll lang über dem einjährigen Ringe, ſo, vaß noch x Zoli lang jähriges Holz übrig bleibt.(Im vorigen Jahre habe ich geſehen, daß ein Waſſermüller hieſiger Gegend die Ufer ſeines Mühleubaches mit ſoichen Reiſern, deren Spißen gar gar(| fen (inſel mit d jahrig gegen jährig außer Jahr Matz damit werden; ge auf! Wiebe dine m (ih fi den,|; mehrt) 1 m Gi ven vie fue, "mE N in") G / 4 | Erlmby | v'ah | ſü ſh; | Mie ij je, i; | weil des Ye: en ard): hen, und nn, Re 1[6 fert bbs Grund neh it arbeite in Beſi) im Zeſt Derbſt- un) 19 ausy: ſer Abſicht Zuß breit €, in Obb wenen Er en Dan erden fan vauf erwog; oflanzung et Seki) feölehrer dw 8 im Mh on, De Seitenafeh nge de dl age we einen 4 Ninge bi nz einig! + endlich det einjährige! ; Nl übel ehen, du Ufer JW? Die Waidbäume. IOI gar nicht abgeſchnitten oder verfürze? werden, beſtes der hafte, welche ſehr gut fortgegangen ſind.) Das Einſeßen geſchieht alſo, daß der dreyjährige Ring, mit dem Zoll langen, ſchräg abgeſchnittenen, drey« jährigen Holze unter dieſem Ringe in die Erde, hin- gegen der zweyjährige Ring, oder 3 bis 4 Zoll zwey- jähriges und das einen Zoll lange jährige, Holz außer der Erde zu ſtehen komme. Haben ſolche ein Jahr über geſtanden, werden ſie im Februar oder März einen Fingerlang über der Erde abgeßauen, damit ſie mehrere Schüſſ? treiben, und buſchicht werden. Hr. v+ Brocke verſichert, daß dieſe Seßlin- ge auf feine andere Art gedeihen wollen, Da jeder Trieb eines Aſtes, wo der Jahrwuchs zu Ende iſt, einen merklichen Ring zurücläßt, wird man leichts lich ſinden können, wo dergleicyen Aeſte abzuſchnei- den, Jn Frankreich iſt djeſe Art, die Cllern zu ver- mehren, ſehr gemein, Du Hamel giebt den Rath, abgehauene Stöcke mit Erde zu bedecken, da denn ſolche in 3 bis 3 Jah« ren vleie junge Brut hervortreiben. Man kann auch ſolche einen Mann hoch von der Erde abköpfen, da ein Stamm zehn und mehrere yervortreiben wird, Jn Holland machet man Hecken daraus um Kohl» und Obſtgärten, und hält ſie unter der Scheere. Ani don Teichen oder Fiſchhältern ſoll man keine Erlenbäume oder Gebüſche dulden, weil das abfallen= de kaub, wenn es zur Fäulung kommt, das klare Waſ: ſer ſchwarz, unrein und ſtinkend zu machen pflegt, Auch iſt es gleichfalls nicht am Rande der Flachgrd- then, in welchen das Flachs geröſtet wird, zu dulden, weil das Flachs ſchwarze Fle>en bekömmt, die dem Bleichen ſehr hinderlich ſind. Cin 192 Erſtes Kapitel. Ein Erlenreis kann in einer Zeit von 30 bis 40 Jahren auf einem naſſen Boden zu einem ſolchen ſtar- ken Baum erwachſen, der ſür ſchlagbar zu achten iſt, Vieler Orten verſtattet man hiezu nur eine Zeit von 30 Jahren, und wenn man nur auf Stangenholz ſieher, ſo wird ſolches einiger Orten alle x0 oder 12 Jahre wieder abgeholzet. Da aber die jungen, aus den alten Stämmen wieder ausſchlagenden Lohden von dem Weidevieh ſehr abgefreſſen werden, ſo müſſen dergleichen abgeholzte Pläße einige Jahre hindurch mit den Viehtriften verſchonet werden, bis die jun« gen Lohden ſo lang geworden ſind, daß ſie von dem Weideviehe nicht mehr an den Spißen verbiſſen wer- den konnen. J< habe Koppelweiden in Ellernoüs- ſchen geſehen, anf welchen das Ellernholz gänzlich ausgegangen war, weil im erſten Sommer nach dem Abholzen ein trocknes Jahr eingefallen war, in wel- chem die verbiſſenen jungen Lohden ſo vertrockneten, daß von ihnen das Trocknen bis in die uralten Stämme herabgieng, und dieſe ſamt den Wurzeln vertrockneten. . Wenn das im Winter abgehauene Erlenholz den Sommer über in freyer Luft trocken geworden, ſo Hat man daran im nächſten Herbſte und Winter ein Brennholz, welches dem Büchenholze in Anſehung der Hiße und erwärmenden Kohle nicht viel nachgiebt; wenigſtens ſteht es mit dem Birkenholze in einerley Werthe, wo es demſelben nicht gar vorzuziehen iſt, Vornämlich wird es in Kaminen, beſonders aber der Küche auf dem Heerde ſehr geachtet, weil es gar- keine Beſchwerde mit Plaßen, Dunſten und Raus hen verurſachet, ſondern ganz gelinde brennet, und eine ziemliche Gluth hinter" ſich läßt, Zum folnes, ven mi frieget auf vi es zwe iſt ſcho gegen nur ſondern, Jarteſter het nun) du ſe hn! wird, may d) nad) u bung Dif hell did Halm] dete My Mehr zo bis 40 ven ſtate tm if, 1e Zt vm fangen 10(df 12 UnGen, aus Lohden von ſo miſe ' hindurch 8. die jun: von dem iſſen wer« Ellernole gänzlich na dem ce, in web Frodneten, je uralten Vurzeln enhol) den vorden,| Winter ein | Unſchung nachge; in eineni) ziehen ders abt eil es gat und Na vt und Zun Die Waldbäume, 193 Zum Bratenmachen an Spießen, kann man ſich daher kein beſſeres Holz wünſchen. Unter allem weichen geſchlagenen Holze iſt faſt keines, deſſen Tüchtigkeit zum Hißen mit den Jah- ren mehr abnimmt, als das Ellernyolz. Man be- trieget ſich alſo; wenn man Vorräche zum Brennen auf viele Jahre ſammlet und aufhewahret. Wenn es zwey Sommer in freyer Luft überſtanden hat, ſ9 iſt ſchon die Hälfte ſeiner Brennkraft verlohren. Das gegen kann man Vorräche vau ſolchem Holze nicht nur vor der Abnahme ſeiner Brennkräft verwahren; ſondern ſolche ſogar ſo ſehr verſtärken; daß es dem hartejten Solze gleich fommen fänn. Dieſes geſchies het nun, wenn man die Gelegenheit dazu haben kant oder ſich machen will, daß das klein gehauene Ellern- holz in Gruben gelegt; und mit Erde wieder bede>t wird. Da es unter der Erde unverweslich ijt; kann man die eingelegten Ellernholzvorräthe zu ſeiner Zeit nach und nach wieder herausnehmen, und zur Feus- rung verbrauchen: VWielmals kann man mit Bor- theil eine Menge dieſes Holzes einkaufen. Cin Holzmagazin unter der Erde wird es ſogar Jahrhun- derte nicht nur ohne Schaden, ſondern auch mit Wers mehrung ſeiner Kraft, Werthes und Preiſes erhalten: Man macht aus dem Ellernholze aus verſchiede- ner Abſicht harte und ſchwere Kohlen; und zwar aus halbtro>enem Holze, und weiche oder leichte, aus einem Holze, welches ein Jahr zuvor gehauen und recht troc>en geworden. Wo es an anderm Holze fehlet, nimmt man die Kohlen zu Verfertigung des Schießpulvers- Aus dem Stammende ſtarfec Ellern aber werden ſehr dauerhafte Felgen von den Radema- dern genommen« +„Aausvater V. Band. N Das 194 Erſtes Kapitel. Das maßrige Holz brauchen die Tiſchler zu aus» gelegrer Arbeit, indem es ſich ſchön ſchwarz beizen läßt, und alsdann etwas dem Ebenholze gleichet. Auch werden aus den ſtarken feſten Ellern ſchöne Bret- ter, die wegen ihrer Leichtigkeit zu Spinden und Bild« hauerarbeit geliebet werden. Nur Schade, daß kei- ne Art Holz ſo wurmſtichigt wird als dieſes. Man muß daher die Oberfläche dieſes Holzes von Zeit zu deit mit Wachs, worunter bittere Sachen gemiſcht worden, beſtreichen, und ſodann mit einem wollenen tappen bis zum Glänzen reiben. Gemeiniglich laßt man die Rinde zu lange an den Brettern oder Brett« ſiäammen, von welcher die Würmer ſich weiter ins Holz hineinarbeiten, und vermehren. Vielleicht fann auch der Wurmſtich vom Holze in den Hausge- vathen zurücfgehalten werden, wenn die Rinde im Trühjahre von dem ſtehenden Baume abgezogen, und ſolcher das Jahr darauf erſt abgehauen wird. Denn es iſt ſchon oben geſagt worden, daß unſre Bauern ſich dieſes Holz auf ſolche Arr zu Nuß- oder Schirrholze vorbereiten. Auch pflegen die Bauern ihre hölzernen Schuhe aus dieſem Holze, wenn es noch grün und daher leichter zu bearbeiten iſt, zu machen, und ſie ſodann im Rauche zu dörren, und ſomit wi- der den Wurmſtich zu ſichern, das Holz aber hiedurch zugleich härter und dauerhafter zu machen. Es iſt höchſt wahrſcheinlich, daß das Ellernholz, wenn es gleich dem Eichen- und Büchenholze im Waſſer aus- gelauget würde, mehr gehärtet und ſomit auch wider den Wurmſtich geſichert werden könnte. Jm Waſſer iſt, wie es vorhin geſagt worden, das CErlenholz, unverweslich, und wird darian eiſen- hart. Man kann es daher ſehr gut zum Grundbaue 2„auchen, und man ſagt, daß BWenedigs Grund Ellern (pr hraud ſid, ve, m Röhre gebra! 4 (Ellert Wei fe(al) den, Wt vitet, undrich worden, Chet ſiande zu mi müde! ſer ſech Verſch UN gem, R zu vor ſollten, „E und Oe wider d Vettſtel man ben von Fie ſchr fier beh de rl Wer zu aus "etz belzen 13 liche, [hene Beet mun Bilde We deft ejes, Mat von Zeit hen gemiſht em wolln niglich Ieh Oder Bett |) weiter ins Vielleicht en Daus Rinde(1) abgezogen quen wir) daß unſ Nuß- ode! e Dauern nnes noh u machen) d ſomit wl ver hiedur) m Gif ), wen Baſſer aus: - aud) wide gf wordt winn eiſen punt 5 Orund (eller Die Waldbäume, 195 Ellern ſeyn ſollen. Hier zu Lande wenigſtens ge- braucht man ſich der Ellern, wenn ſie lang und ſtark ſind, ſeit langer Zeit im naſſen und weichem Grune de, um Gebäude und Mauern darauf zu ſeßen. Zu Röhren bey Waſſerleirungen werden ſie gleichfalls gebrauchet. In vielen ökonomiſchen Büchern werden die Ellern, weil ſie am wohiſfeilſten zu haben ſind, zu Weinpfählen, Hopfen- und Bohnenſtangen empfoh- len. Sie. tauchen hierzu aber durchaus nicht, weil ſie bald mürbe, über, und faul, unter der Erde wer- den, und ein Sturmwind große Werwüſtungen an- richtet, wenn er ſie, wie es niemals unterbleibet, umbricht, nachdem ſie kaum ein paar Jahre gebraucht worden. Auch habe ich es verſucht gehabt, einige Schoc> Bohnenſtangen von Erlen, im grünen Zu- ſtande im Feuer gebähet, oder geröſtet, dauerhafter zu machen, aber gefunden, daß ſie dennoch bald mürbe werden, und Stangen von Fichten oder Kie- fern ſechsmal länger dauern. Noch iſt aber dieſer Verſuch zu machen, ob die Stangen, nachdem ſie einige Jahre im oder beſſer unter dem Waſſer gele gen, oder auch nur unter feuchter Erde, nicht hieran zu vorbeſagtem Gebrauche feſt und dauerhaft werden ſollten. - Sonſt will man noch behaupten, daß Bettläden und Getäfel von Ellernholze ein zuverläßiges Mittel wider die Wanzen ſeyn ſollen. Nur muß an den Bettſtellen gar kein anderes, als Erlenholz ſeyn, weil man bemerket, daß die Bodenbreter, oder Deel, von Fichten- oder Cichenholze, dem, den Menſchen ſo ſehr beunruhigenden Inſekt, gar ſehr das Duar- tier begünſtiget haben. Vielleicht könnte der, aus den Erlenblättern ausgepreßte Saft, wenn andre „z Qaſs- 44 196 Erjtes Kapitel, Holzarten damit beſtrichen werden, das Ungeziefer verjagen. Mehr bekannt iſt der Gebrauch der fri- ſchen Erlenzweige, welche zur Zeit der Aerndte in den Tüſſen gelegt werden, um Mäuſe und Ratten zu vertreiben, weil ihnen der Geruch zuwider iſt. Die grünen recht klebrichten Blätter werden hin und wieder in den Frühſtunden auf dem Lande in die Stuben und Schlaffammern ausgeſtreuet, und gegen die Mittagszeit wieder ausgekehret. Die Flöhe, die an den fetten Blättern kleben bleiben, oder deren Füße von dem klebrichten Safte eingeſchmieret, und hievon zum Fortſpringen untüchtig werden, können damit aufs gewiſſeſte vertilger werden, ſo wie derglei- - net, und unter einem Dache verwahret werden, wo es troden bleiben fann ,. weil es ſonſt leicht moderr. Den Schafen muß es eher als andres Laabfutter ge- geben werden. Denn wenn ſie ein beſſeres geſchmeckt haben, wollen ſie nicht wieder anbeißen. Cs muß aber das Abſtreifen der Blätter nicht früher, als es der Knospen halber ſeyn ſoll, auch nicht viele Jahre- hinter einander geſchehen, weil ſonſt die Erlenbüſche löicht Schaden nehmen könnten. Das gemeine Landvolk bedienet ſich der grünen Rinde häufig, um das leitnzene Kleidungsgeräthe da- mit ſchwarz zu färben, ſo wie die Färber und Hut- macher ſich ebenfalls der Rinde ſtatt der Galläpfel zum Schwarzfärben bedienen.. Die Schuſter aber Vebe aet an andern Blume! dp inden deri , Wiedi meinen | fiebrid ) wh hat a) ſchnity und 1 Bollet | lidt, „die N qe Fat 1 New deſelſt Y Augeſtel die die geb Ungeziehe der fül- Verndte in ud Ketten m] (der if, fier werden em ande volte, un Die Fiſt, oder den never, un m, füh wie Dergin on ſehr qi Beſtreuen 4 der Fls Ellerylau) m Wett, hl getr! erden, W Ot modi abfutte je 6 geſe - Gini her, 6 viele Jaht! Erlenbiſet der grün geathe WW „und Dur ( Ga(apfy uſter abt! in Die Waldbautne, 1097 vermiſchen die Rinde mit altem Eiſen, und gebrau- te Cin- ſchnitte; die Oberfläche iſt dunfelgrün und glatt, und nach Hallers Wahrnehmung mit einer weißen Wolle überzogen 3 die untere iſt weißgrün und wol- licht, mit erhabenen weißlichten Adern überzogen. - Die Rinde des Stammes iſt glatt und weiß, glei- wird.| Jn unſern Ländern gedeihet die Birke beſſer auf einem kalten, als warmen Boden, wie ich ſolches aus untrüglichen Erfahrungen herausgebracht habe. Der hieſige Ort, am Fuße des Flämmingebürges; hat einen ſehr warmen Boden, ſo wie der Fläming einen ſehr kalten Lehmboden hat. Auf dieſem findet man vie Birken als das beſtwachſende Holz ſehr häufig. Bey mir, wo ſonſt ſehr vielerley Arten von Hölzern gut wachſen, ſiehet man keine einzige Birke in Wat- dern und He>en. Ich habe Birkenſamen auf einem guten, nicht naſſen Boden ausgeſäet, um Baume zur Gewinnung des Birkenwaſſers und der Beſenrei- ſer, die hie herum immer theurer werden, zu befom: men. Die auſgegangenen Birken aber haben in einer Zeit von 12 Jahren kaum die Höhe von 2 Ellen errei- ', und ward 1760 nebſt Maulbeerbaumen, die kaum die Dicke eines Daumens hatten, vor mei nem Wohnhauſe Schattens und Zierde wegen hinge“ N 4 ſeßet, 200 Erſtes Kapitel, ſebet. Dieſe Birke iſt nun kaum zweymal dicker ge- worden, als jie beym VWerpflanzen'war, ohngeach- ket jie nur ein einzigesmal vor 3. Jahren abgezapfet worden. Dagegen die ein Jahr um das andere be- ſtändig abgelaubren Maulbeerbäume 3 bis 4 mal dier ſind. Cine andre zu gleicher Zeit am Ende des Gartens gepflanzte Birke, die nur eines kleinen Fingers diE war, iſt in ihrem Wachsthume noch viel weiter zurück. Denn ſie hat gegenwärtig kaum die Die eines mäßigen Spaßierſto>s. Und die übri- gen ſind nicht viel weiter, ob ſie ſchon ganz frey für ſich allein, ohne Vermiſchung mit anderen Bäumen ſtehen. Dieſe Wahrnehmung dienet nun überhaupt dazu, daß man vey der vorhabenden Cuitur dieſer oder je- ner Holzart Grund und Boden geprüfet haben, und nur diejenige anbauen müſſe, von welcher man die Proven hat, daß ſie ſich unter allen ihres geſchwindern Wachsthums halber am meiſten empfehle. Es zeiget aber die nahmliche Wahrnehmung auch, daß man auf einem mehr wärmen, als kalten Boden nicht Birkenſamen ausſäen, ſondern, wenn man Birken daſelbjt yaben will, junge, bereits ſehr ſtarfe Bau- me anpflanzen müſſe, Jn Anſehung der übrigen Beſchaffenheit des Bodens nimmt die Birke mit einem jeden, wenn er nur nicht allzunaß iſt, fürlieb.' Man ſiehet ſie auf hohem und fettem Boden eben ſowohl, als auf ſandi- gen, oder ſonſt unfruchtbaren, oder zum A>erbau - unbrauchbar gehaltenen Stellen, Die Birken nie- driger Gegenden ſind gemeiniglich vom Holze hart, windſchief, und daher ſchwer zu ſpalten: aber auch zu ſolch?1 Sachen, die zuöhes und feſtes Holz erfor- dern, vorzüglich. Die Birken hoher und fetter Plä- 6d eee enen jeſt Holz/ am b fen nicht uf undi zubr' ſund, (ehm (vn Rull vorhai Fieſe (inem! heke Qu ſy m einfa y edu! war! ten) nied) fon| heil) Weſte aus, Jungo teſte, Unge wn, nm ed: dier Ob: Ungeach: pepe andere hee Dis 4 mil- tam nte nes Fleine 1e noch) ] faum)it die übt: 3 frey füt Daumen zupft da oe oder ſt aben, un) yx man di ſchwindet (5 zelget daß man den nigt n, wand epo ſie u ; uf ſandt 1 Aderoal Yirfen nit ohe hach „her auch Oalz erfor jet Ar kt Die Waldbäume. vor ße ſpalten gemeiniglich leiht, und haben ſpröder Holz, daher ſie ſich zu leichten und ſchönen Sachen am beſten verarbeiten laſſen." Daß ſich aber die Bir» ken mit einem magern Boden behelfen, muß man nicht blos und allein daraus ſchließen, wenn man ſie auf dem Flugſande in gutem Wachsthume ſichetk, und daher folgern ſie überall, wo nur Sand iſt, fort- zubringen. Siehet man ſie auf dem Flugſande ge- ſund, und im beſten Wachsthume, ſo liegt entweder Ffehm, oder eine ſchwarze andre gute Crde doc) im Grunde, die vom Flugſande nur bedecer worden. Iſt aber im Grunde des Flugjandes dergleichen nicht vorhanden, ſo wird man beſſer thun, Fichten oder Kiefern hinzuſäen, weil jolche eher und länger auf einem, im Grunde durchgängig loſen, Flugſande beſtehen.' Wenn ein mit Tangelholz beſtandener Flugſand dieſer Art ſich in ſich ſelbſt verbeſjert hat, ſo werden die Birken mit der Zeit daſelbſt auch einſchlagen. Man pfleget unſre gemeine Birken in Waſßers oder Rorbbirken, bey welchen die Aeſte mehr auf- wärts ſtehen, und in Hangel? oder Tijutterbirz ken, deren Aeſte gleich der Babyloniſchen Weide niederwärts hängen, auch in Früh- oder Spatdir- ken einzutheilen, und zu unterſcheiden. Dieſe Ein- theilung iſt zufällig, und das Herunterhängen der Aeſte bey der Hangelbirke machet feine beſondere Art aus. Ih ließ vor 4 Jahren vom Flämmige 12 St junge Waſſer- oder Rothbirken kommen, und pflanz- te ſie auf einem hohen Walle, womit eine Plantage umgeden iſt. Nur diejenigen blieben, was ſie wa- ren, welche einen muntern Fortgang yatten. Dieje- nigen, denen es daran fehlte, wurden Hangelbirken. Und eben ſv liade ich es unter den von mir geſaeten, N 5 Dex Ste E72 4: “4(Th“ 'E 1 4 T Ga eh EHS ix Bo= IGER 5 3 “202 Erſtes Kapitel, Der Same war von einer Hangelbirke, Einige die? ſer geſäeten aber, die den munterſten Fortgang hat- fen, ſind Rothbirken, die übrigen aber Hangelbir» ken geworden. Die Brockenbirtke aber, Betula DU»| mila Rroccembergenis C. B. P. iſt eine Abänderung unſrer gemeinen Birke, und ein nicht viel über 2 Fuß hoher Strauch, der ſo bleibt, wenn er auch von denx Brocken in andere Gegenden verſeßet wird. Der Schaft einer ausgewachſenen Birke, int geſchloſſenen Holze und guten Grunde, iſt gerade, glatt, und 70, 80 bis go Juß hoch, dabey wohl I 5 bis 18 Zoll did. Ex endiget ſeinen Wachsthum höchſtens in 55-bis 65 Jahren; wird aber ſchon in 4oſten, auch noch wohl eher, in den Tangelhölzer zu einem Mittelſtammholze haubar. Hernach wird er abſtändig. Das Kennzeichen des Abſterbens iſt, wenn die Rinde am unterſten Theile des Stammes aufborſtet, und der Stamm oben im Kopfe buſchig wird. Alsdenn iſt es Zeit, die Birken zu fällen, weil ihr Kern faul wird. Dieſes Abſtändigwerden der Birken leidet aber nach Beſchaffenheit des Bo- dens ſeine Ausnahme, Denn an dem einen Orte treibt das Holz geſchwinder, als an dem andern 3; es ſeßt ſein Wachsthum länger fort, oder endiget es früher, wird alſo zeitiger abſtändig, oder hält ſich im Holze ſehr lange gut. Man muß alſo ſich nach dieſen Umſtänden zu richten wiſſen. Iſt der Boden, auf welchem die Birken ſtehen, nicht ſehr naß, ſo muß man ſie ſo niedrig, als mög- lich abhauen. Sie werden alsdenn auch weit vom Sramme aus den Wurzeln, die ſich unter der Ober= fläche hinziehen, häufig ausſchlagen. Jm Unterz Delze wird die Birke alle 10 bis 15 Jahre zu Reis, WU! guten Stangen, Brenn- und Kohlenholze hinge- ger ll 5 Zeter gen fen, Oſs (itf, en zeln etws Val hint! derſpu | ſean | vr peg T arm tem erfan gen a! wen wchn ſt, eing: zu ſü ganze haue fnqu davon man der Y ſen ef Werde N aa ih die Zang hefe Nanbite Det DI bändetung bet 2 pu h von den | . ire, in ſt gerad), bey wol achsthum ſchon im elhölzern ah wird chens ib Ztamines e buſchig u fälle), gwerden des Dd» nen Zet wern; es ndiget(8 v hält ſich ) ſc nah en ſtehet) als mög yelt vont et Det 1 Unter» Die Waldbäume, 203 gen erſt in 20, 30, bis 35 Jahren gehauen. Bive2 ken, die im Freyen ſtehen, haben feſteres Nuß- oder Geſchirrhoölz, als die im dichten Walde. Die Wurzel der Birke gehet nicht ſonderlich tief. Ihre Saat oder Aufſchlag iſt daher jungen Ei- und ſo flach, als möglich, untergebracht wird. In dem erſten Jahre ſind die Pflanzen ſo klein, daß man ſie nur mit einem geub= ten Auge als Birken erkennen kann. Jm zweyten Jahre aber zeigen ſie ſich deutlicher und ſtärker. Der- gleichen ausgeſäete Birkenpflanzen können nach Becks manns Verſicherüng ſchon in Zeit von xo Jahren gute und brauchbare Reifſtäbe abgeben: Will man lebendige Birkenzäyne aus dem Samen ziehen, ſo macht man eine Furche, eine Queerhand tief, und ſaet den Samen auf vorher be- ſchriebene Weiſe. Iſe das Erdreich mulmig oder ſandig; ſo keimt der Same leicht; iſt er aber lettig; ſo leg: man vorher Reiſig im die Furchen, und zun- det es an; da denn der Same im folgenden Jahre längſt der Furche häufig hervorkommt. Stehen die aufgegangenen Pflanzen zu dice, ſo werden die über Anſſigen behutſam ausgezogen. Sollen die ſtehenge bliebenen aber dicht und zu einer anſehnlichen Hecke werden, ſo werden ſie, nachdem ſie etwas ſtark ges worden, gepußet und beſchnitten, Das Verpflanzen der Birken geſchiehet auf einem hoßen tro&nen Boden mitmehrerm Fortgange lieber im Herbſte, als im Frühjahre. Man nimmt ſie hierzu, ſo vald ſie eines kleinen Fingers ſtark find, d. i, vom 5ten bis ins 1ote Jähr ihres Alters. Man thut am beſten, wenn man ſolche, die nur 5jäh- rig ſind, nach der Schnur, 2 Ellen weit von einan- der pflanzet, und 3 Zoll über der Erde aben befeſtiget, oder nur in der Mitte mit Erdſchol- len bede>et. Dieſes Werfahren, welches man Kni- >en nennt, und welches geſchehen muß, wenn das kaub anfängt auszuſchlagen, oder mehrentheils ſchon heraus iſt, dienet darzu, damit alle, an dem nie- dergebogenen Stamme befindlichen und auch die neu- austreibenden Reiſer, gerade über ſich wachſen, und der ganze Wall mit einer feſten grünen Hecke be- Fleidet werde. Die niedergebogenen Stämme ſollen hindern, daß kein Vieh überſpringen könne. I< muß bey ſolchen und dergleichen Befriedi- gungsheen wider das Weidevieh nur noch bemer- ken, daß faſt alles nur auf die Höhe und Steilheit des Walles ankomme, wenn das Vieh nicht durch- brechen ſoll. Denn man muß nicht denken, vaß das bittere Laub das Hornvieh zurückhalten ſolle, Nein! ich “„“- „“ 208- Erſies Kapitel, ich habe eine dergleichen Hecke von Weiden, die noch bitterer Holz und Laub haben, als die Birken. Dem- ohngeachtet ſehe ich alle Frühlinge und Herbſte, daß die Ochſen bey knapper Weide die Zweige abfreſen, auch durchbrechen, wo der Wall nachgefallen, oder nicht ſteil genug zur Verhinderung des Ueberſteigens iſt. Jh bin daher immer in der Nothwendigteit, in der Mitte der Weidenhecken einige Reihen von Querſtangen anbinden zu laſſen, und das Durchbre- en im obgedachten Falle nicht ſcho- nen Jh habe dergleichen Anführer von Ochſen ge- ſehen, welche, nachdem ſie den Plaß ausgewittert, die Augen zumachten, und ſodann, alles Scechens der Dornen und Verwundung angeachtet, die ſtärkſten Dornhecken durchbrachen, und kiemit ihren Nach» folgern Muth machten, ein Gleiches zu hun. Mat kann nun hieraus ſchlicßen, was von Befriedigungs- hecten von Flieder oder Hollunder zu Halten, wovon ſo viele Schriftſteller einer dem andern nachſchreiben, daß das 2aub dem Hornviehe zuwider ſey. Zur Ber- Qert ff age 6 nn hege c haum ' den f Jahre das% ded ſagt 0 Many! Yue! verrate Y weht a mand Vufid den 6 teipſchn | Wutveld e>: === T> 2.2 025.29 22 RE ===€... = ! die nh 1, Dem: ſt, daß | feen, en, ade berfeigeng wendige, Neihen von Durchiie 1 meln eln: halt,|) [ad auf ſe 5 wenn It iſt, ſo, verſamm: er Heerde x dem an: geſchiftet, envieh erf in Freſſeh der Zeer- dem An- venn Wal Reiß- und » nicht hv „Ochſen ge '! klaundß eiedigungs! Die Waldbäume, 209 Veränderung wird aber däs Laub aych von ſelbigen gefreſſen, wie man ſolches bey mir im Sommer alle Tage auf der Straße ſehen kann, da das vor mei- nem Hauſe vorbeykreibende Vieh die über einem Ge- hege in einer langen Reihe hervorragenden Flieder- bäume ſv abfrißt, daß die Zweige, ſo weit ſole verſchloſſen, und ſodann mic Thon oder Harz verſchmieret werden,. nachdem der Pflock dem Stamme gleich, wo er etwa heraus- ſteher, gerade abgeſchnitten worden. So muß man auch, wenn das Abzapfen in mehrern Ta- gen verrichtet wird, allemal einen Pflock ins Bohrloch ſtecken, damit, wenn kein Gefäß dar- unter ſteht, der Saft niche unnüß verlaufe. Das Anbohren aber muß allemal auf einer und eben | Vemitelſ Ne lauf, Om mit ey Ainein- die uf et Gegen die einen Fedee „ Und Leit ene eſt, viel wert ſelbſt ant ) bey dieſe n fein Je fahr. nan Inne je Baſſet Jewict des on beträgt, | dem Dau daher man Zaume be nehr abzie Birken 9e- Holzart 91 ſen naß 9 inem(öhe! m mit Yo nachdem dit ewa Hebaus“ Eo m jehterm Ue Pfad ins (pefaß dat“ 6 verlauf? einer un) ehe Die Waldbäume. DPA eben derſelben Seite geſchehen, weil ſonſt, wenn man rund umher bohret, derBaum ausgeht. Und wenn man in jedem Jahre ſich mit einem mäßi- gen Safte, der dem Baume zur Nahrung und Wachsthume dienet, begnügen läßt, und ihn im übrigen nach nurbeſagter Weiſe behandelt, ſo wird er alle Jahre ſeinem Eigenthümer zu ſol- et, die alsdenn gar bald voll Saft laufen. Man muß aber dieſe Enden mit Harz nach dem Gebrauche verſchmieren. Da aber an den naſſen Zweigen das Harz nicht gut haftet, ſo iſt es am ſicherſten, wenn die Enden der Zweige über ein Kohlbe&en gehalten werden, daß ſie eintrocknen, und keinen Saft mehr durc- laſſen. Man kann aber hieraus erſehen, daß es am beſten ſey, fremden Leuten das Abzapfen des Waſſers nicht zu verſtatten, weil ſie ſcen, mit Schwämmen beſchlagen,“ und von ſeiner Güte verlieren ſoll,* „Das Birkenholz findet ſich in einigen Gegenden, bey ſeiner Zähigkeit, oft viel weicher, als in andern; in den nördlichen Ländern und hoch erhabenen kalten, rauhen, weit härter. Das untere Stammende aber iſt allezeit, an und vor ſich, härter und ſchwerer ge- gen das Zopfende hin 3; es läßt ſich auch viel ſchwerer ſpalten, als jenes. Alter und Grund geben ihm, bey uns vornämlich,' die rothe oder weiße Farbe, ſeine Härte und Schwere, Es ſtocket, wenn es auf dem Stamme ſich überſtanden hat ſowohl, als nach- dem es im geſunden Zuſtande abgehauen worden, in der freyen Witterung, oder in naſſen Orten; denn es behält ſeine innere Feuchtigkeit ſehr lange bey ſich, ziehet auch dergleichen leicht wieder ein, wenn es ſchon tro>en geweſen. Dieſes zilt nun, wie vom Brennholze, alſo auch vom Nutßholze. Ob nun ſchon das Rüſtern, Haſeln, Aeſchen- und Weiden- holz zu einigen Geräthſchaften, beſonders in feuch- ken Orten, bey der Hauswirthſchaft etwas länger dauern, ſo nimmt man doch die Birken, ihrer Zä- higfeit und mäßigen Härte wegen, auch ſehr gern da- zu? als unter andern zu Reif- und andern großen Bottichſtäben, in lufrigen Wein- und Bierkellern, auch in Brauhäuſern. Sieb- und Korbmacher, Drechsler und Tiſchler verarbeiten ſammtlich das PE Bir- Mt aus weld En tand Eh Wo die mai (el ve at Zeitz! Zan ve Regt Vx nich) ſeicht lich" fende (ng dy GE( daß) Elle] gew; fehm! gan! Jahr| welchn (ſſd lingf: war Euft Ne "en den Ruy [ehen eit, Dif jn der fen Jep, iy 1 Itt, wohn frähenfun 8 nict Aud on ſeine Oly igen egen als in aub jabenen fil amen nd ſOwen; <) viel ſmt nd geben In x weiße ju) oE, Wen vohl, als m) jen worden 1 Yrten; dm lange b|) ein, wm ß hun, 80 jjb 0) 0 - und Ddr nders In fu! + etwas langt für Ihe 30 h fhe gem de andern große! db Dorfehett ! „mmi Ni Wi Die Waldbäume, 217 Birkenholz überaus gern.. Die Rademacher machen aus den Stammenden bey uns die meiſten Falgen, welche eben ſo dauerhaft faſt ſind, als die aus dem Stammende alter, feſter Ellern genommenen. Der Landmann macht ſich von Birken ſeine Leiterbaume, Schlittenkufen, Joche, Stühle, Mulden u. ſ. f. Wo es an Waldung fehler, bauen einige Bauern die Wirchſchaftsgebäude von Birkenholz, wie man denn in Finnland Heuſcheunen von Birken, Erlen und Aeſpen antrift. Wenn ſolche Gebäu- de gute Dächer haben, ſtehen ſie eine ziemliche Zeitz; aber doch nicht ſo lange, als Fichten- oder Tannenhäuſer. Denn das Birkenholz hält ſich lan- ge unter Dach, wird aber in der freyen Luft durch Regen u. ſ. f. leicht zerſtöret. Cs würde aber im Trocknen auch länger dauern, wenn es mit der Zeit nicht, wie das Ellernholz, von der Menge der Wurme- ſtiche märbe, und gleichſam ganz zermülmet, folg- lich zerbrechlich würde."Cs ware aber mit dem Bir- Fenholze auch noch zu verſuchen, ob es nicht, wie einige andre Holzarten durch Auslaugen, Räuchern und Bähen wider den Wurmfraß zu ſichern wäre. So viel habe ich in manchen Bauerhäuſern gefunden, daß man bey Fachwerk die Stafken von Birken- oder Cllernholze gebraucht gehabt, um welche der Lehm gewunden oder angeſchlagen wird. Dergleichen mit kehm bekleidete Birken- oder Ellernſtafen bleiben ganz frey vom Wurmſtiche, wenn ſie auch viel 100 Jahre darinn geweſen. Ein mäßiger Ueberſtrich, welcher den Zugang der freyen Luft abhält, würde alſo dieſe und dergleichen Holzarten in Gebäuden aufs längſte dauerhaft machen. Und hierzu würde Theer oder Pech, mit Sand vermengt, am dienlichſten ſeyn. Sonſt machen einige Bauern auch zur Zierde ihre Milchbutten von Wachholder- und Birkenholz, und O5 zwar 218| Erſtes Kapitel. zwar ſo, daß ein Stab-Wachholder» und. einer voa Birkenholz immer abwechſeln, weldyes ein gutes An- ſehen giebt. Zu Radezähnen und Trillingen bedie- nen ſich die Muller, in Ermangriung harter Holzar- ten, des tronen und zähen Birfenholzes, welches, ehe man es einſeßt, gut warm gemacht, und mit heißem Talg eingetränket wird, wodurch es der Ab- nußung länger widerſteht, Der Ruß vom Birkenholze wird zur Buchdru- Ferfarbe für den beſten gehalten. Die auf dem Heer- de und in dem Ofen geſammelte Aſche iſt zur Ver- fertigung der Pottaſche eben ſo gut, als die von an= derm harten Holze. Dunkle, und ſonderlich von Röſter auch angelaufene Fenſterſcheiben, laſſen ſich am beſten mit tro>ner Birkenaſche rein ſcheuern. Von Birkenaſche läßt ſich auch nebſt andern Jngre- Ddienzien eine zum Bleichen beſonders dienliche Seife machen, und dadurch viel Talg, der ſonſt genom- men wird, erſparen. Die ſogenannte TMaſerbirke, welche von der Wurzel an, einige Ellen hoch eine grobe und hseri- ge Rinde hat, und auf hochliegenden Hügeln, ohne Schatten für die Sonnenſtrahlen wächſt, iſt von mancherley Nußen. Je länger man ſie unter Dach tronen laßt, deſto feſter und dauerhafter wird ſie, daher man ſie mit beſtem Nußen bey Hammerwerken zu Hammerſchäften, Drücern- und Hebearmen, des- gleichen zu allerley Räderwerk in Mühlen u. d. gl. gebrauchet, Den 7 aſer ſelbſt unterſcheidet man in den von Wurzeln, Stämmen und Aeſten. Der von der Wurzel wird für den gröbſten, vom Stamme für den ſtärkſten, und von den Zweigen für den ſchön=" ſten gehalten. Dieſer leßtere iſt aber auch ſelten, - und | und wms Guch ſern, fnopf! ewa werde fleine ſelbſt, Verl! Ninde [enbety 6,38; FU (mE der dah WR ſmY ſcheint Guß( an der Aſhe Cre: ben 0 wilden Ctoß. ſedann fahrun, her B, Und H; ſhalet€ de, int Rand, Aul un nV Ahe von au An: qm Medie: ee Aehiar: > Wi, „Wd es der Wh: -Buchdiy dem Het | zur Ver: [e von att: erlich von aſſen ſich ſcheuern, m Jute iche Seife ſt genome e von der d höfe ein, oh „iſtvn inter Daß oe wird ſo merwerten emen, deb? nw da (4 Dem von yon der umme für en ſhi: h ſelten) Die Waldbäume. 219 und nur auf großen Aeſten ſehr alter Bäume in klej- nen Knäueln. Von dieſem Maſer macht man nur Büchſen- und Piſtolenſchäfte, Handgriffe zu Meſ- ſern, Pokale, Löffel, Doſen, Stock- und Pfeifen- tnöpfe Uf. f. An einigen Birken findet man jo große Gewächſe, daß die größten Gefäße daraus gemacht werden können; und oft ſind ſolche Auswüchſe an kleinen Stämmen 4 bis 5 mal dicker, als der Stamm ſelbſt. Man vermuthet, daß dieſe Auswüchſe von Verleßung gewiſſer Inſecten, die ihre Cyer in die Rinde legen, entſtehen. Denn ſo erzählt es Strah- lenberg in ſeiner Beſchreibung des Ruſſiſchen Reichs, SOS. 385, daß man ihm geſagt habe, die Birken- auswüchſe kämen von einer Made, welche ſich zwi- ſchen Stamm und Rinde ein Loch bereitete, da denn der dahin fließende Saft das Gewächs hervorbrächte, die Made nähme aber hernach ihre Wohnung in die- ſem Auswuchſe. Sollte es aber wohl nicht wahr- ſcheinlicher ſeyn, daß ſolcher Auswuchs von einem Stoß oder Verleßung der Rinde herkomme? Unten an der Wurzel kann ſolches von Schweinen und Hirſchen, oberwärts an den Aeſten aber, durch Spechte, Stoßvögel, die ihre Schnäbel daran we- ßen, oder daſelbſt ihren Raub verzehren, Eichfaßen, wilden Kaßen u, ſ. f,, oder durch einen Abfall oder Stoß von benachbarten Bäumen geſchehen, und ſodann beyläufig die Made dazu kommen. Die Er- fahrung bey uns iſt nicht dawider. Denn wenn man- ne. Jſt aber der Pfropfſtamm etwas groß, ſo darf man die Birkenrinde nicht um den ganzen Stamm, ſondern nur um das Pfropfreis ſelbſt her» umrollen. Es ſind auch dergleichen Rindenrollen von der Wurzel an bis in die Höhe ſehr gur im Wine- ter vor Raßen, welche, wo ſie häufig ſind, die jun- gen Däume in Baumſchulen ringsherum abzuſchä- len und die zarte Rinde zu freſſen pflegen, In Sibirien werden aus der äußerſten Birken- rinde Geſaße gemacht, worin der Boden aus Fich- tenholz geſeßt iſt, weiche keine Feuchtigkeit durch- laſſen, lyſe Zur ( tand! pjnde keder land verg und, wel) dem| Haan tm, ihrem! undy Hau und] und. an ſr] (applis Beſos Ch, ' Nebe d aſche und H | ne ly der al) Wel Fiſche| lechter nh Dien an ſeht; iſe ame e Syfiug ih, t wider des nn man den it herunge uß zwey angebunden reifen qutt 1 ſie habi o rollen ſe geſtalt um en bleiben, nen ſe ſich (ang fißen Didfe zuzu 1 man eint Wurzel bis n, ſe daß en bleiben, » ein wenig feels nit etwas 9108 den ganjen s ſelbſt het Nindentolen gutim Witt N„de Jue 1 abzuſchö* ' m Ditfen- aus Fi fait Dur) (aſſet) Die Waldbäume. 223 laſſen, ſo daß man darin Gurken einmacht, und Bier ſtehen läßt. Die innere ſchwärzere Rinde gebrauchet der tandmann in Preußen und Pohlen, wie die Eichen- rinde, zu dem Gerben der Häute, nur ſoll ſie das teder bräuner und weniger dichter machen. Die Lapp- länder verfahren mit ihrem Ledergerben alſo: Sie vergraben die Häute in einem Winkel ihrer Hütte, und laſſen ſie in der Erde, bis ſich die Haare löſen, welche ſie alsdann mit einem bequemen Eiſen abſon- dern. Einige ſchaben, um Zeit zu gewinnen, die Haare ſofort mit einem Meſſer von den rohen Häu- ten, fochen alsdann die zermalmte Birkenrinde mit ihrem Baſte in reinem Waſſer, ungefähr x Stunde, und wenn die Lauge nur noch lau iſt, tauchen ſie die Häute in dieſelbe. Das Aufkochen derſelben Lauge, und das Cinweichen des Leders, wird den andern und. dritten Tag wiederholt, und ſodann das Leder an freyer Luft, jedoch im Schatten getrocknet." Die Lappländer glauben, daß das alſo bereitete Leder das Beſte unter allen ſey, weil es dem Waſſer und der Stoung am ſtärkſten widerſtände. Die Rinde dienet auch zum Färben der Fiſcher- neße, zu welchem Zwe man ſie mic etwas Birfken- aſche und Theer kocht. Wenn man Tannenzapfen und Tannenrinve mitfochte, möchte das Fiſcherzeug noch länger dem Sto>en widerſtehen. Den Borzug der alſo gefärbten Fiſcherneße vor den ungefärbten, beweijet die Erfahrung; denn theils laſſen ſich die Fiſche wegen der wenigeen Scheinbarkeit im Waßter leichter beziehen, theils weichen ſie auch im Waſſer nicht ſo bald auf. Jn Smoland aber färben die Bauerweiber ihre Oſtereyer mit Birkenrinde gelb. Der 224 Erjies Kapitel, Der Baſt, oder das Jnnere.der Birkenrinde die- net den Fiſchern zu Schwimmklößen und Senkbeu- teln ihrer Nee, wodurch ſie aufſtehend erhalten wer- den, und doch den Grund ſuchen. Und damit ſie den Fiſchen deſto weniger ſcheinbar werden, farben ſie die Schwimmklöße ſowohl, als die Senkbeutel, worein Steine gelegt werden, in eben der Lauge, der- vorhin zum Färben der Neße gedacht worden. Die weiße Haut außen auf der Rinde läßt ſich am beſten abſondern, wenn der Birkenſaft zu laufen aufhört. Tritt die Kälte ein, ehe die Birke den Saft aus der Erde bekommen hat, ſo giebt ſie wenig oder gar keine Haut, ſo wie ſie im entgegengeſekßten Falle vergleichen reichlich giebt. Cs wächſt aber die Haut der Birke dreymal wieder, daher man ſie mehr als einmal abziehen kann. Man legt und trocknet dieſe Haut Bündelweiſe. Die Lappen und Finnen wiſſen der- Birke die Haut in ſchmalen, mehr als klafterlangen Riemen ſehr behende abzuziehen, und aus dieſen bandähnlichen Striefen machen und flech- ten ſie ſich Schuhe, Körbe, Speiſeſace u,|. f. wel- en gehen können, Die Hirten machen ſich davon ſtarkſchallende Hörner, wo- mit ſie ihr Vieh zuſammenrufen. Auch wird in die Abſaße dey Schuhe der Bauern öfters viel Birfen- haut zu Erſparung des keders gefleibet, wie ſich denn die die der| pau ſes neh nen trit gez gew dur jd rere Ede! verl auch Om! | | ih, WE ſan fidy Eh fön der jo; hefe der' 10707 zh, fen| delfü ſche) kpl vn! " (Ati dite d Cepfhoy- Phan wer nd dant ſe den, fachen Genfbeut), er dange der rden, de läßt ſh fü zu laufen Birke den x ſie wenig gengeſeten hſt aber di tan ſie mehr und trod „und Flut 1, inehr as jiehen, un 1 und flech uff. wel he, Aud utterbuhſ) Doſen 1.) ben; ja, Wl (fen und At wahren, in) "wt Volke nN! 0 Unver ps firmen Di „Förnes 0 ymidindt viel Bft pie ſeh de NE Die Waldbäume.“ 225 die Bauern in ihren Schuhen und Stiefeln, zwiſchen der ordentlichen und Branvſohle auch wohl Birken- haut legen", weil ſie aus Erfahrung wiſſen, daß die- ſes warm hältz ein Mittel, deſſen jich auch die Lor- nehmen um ihrer Geſundyeit willen ebenfalls bedie- nen könnten, weil viele Krankheiten, beſonders ar- thritiſche, von der Verkältung der Fußſohle herbey- gezogen oder verſtärfet werden. Won der zu einem gewiſſen Grade gebrannten Birkenhaut wiſſen Einige, durch das Käuen, einen, zur Leimung z?rbrochenex ircdener Gefäße ſehr dienlichen Leim zu machen. Meh- rerer Dauer wegen pflegt man auch wohl in die Scherben Löcher zu bohren, und mit Bindfaden zu verbinden, welches denn mit dieſem Leim, der ſich auch im heißeſten Waſſer nicht auflöſet, überſtri- - nete fängt ebenfalls leicht Feuer, und kann im Fall der Noth als Zunder gebraucht werden. 3) ZDir- ForiforE, Buletus[uberofus, iſt weich, weiß und zähe. Von demſelben macht man die beſten Floßfkno- ten zu Angelruthen, man gebraucht ihn auch zu Na- delköſſen, und es laſſen ſich auch allerley Zinngießer- ſachen darin abformen. Es iſt bekannt, daß die Lappländer ſich aus dem Birkenkork kleine Stücke von der Größe der Zuererbſen ſchneiden, oder auch „3ausvater V. Band, P eewas v €> EEEEEIEETAEEEIEDESGEINEN Eh Na. ER IEF a CE AE BEGHZESEACH we 3 3. .“ 1CHMFE MP; 226 Erſtes Kapitel. etwas größer, und heben ſie auf, um ſich ihrer in vielen Krankheiten, beſonders wider Kopf- und Zahn- ſchmerzen, Seitenjtehen, Kolik, Rückenſchmerzen U. ſ- f. bedienen zu können. Sie legen den Kork auf - den kranfen Ort, zünden ihn an, und laſſen ihn gänzlich verbrennen. Dieſes verurſacht zwar an- fänglich Schmerzen, hilft aber recht oft. Wird ſich Jemand unter uns wohl ſolchen Feuerproben unterwer- fen wollen? Jn der Vieharzneykunſt könnte aber doch bey manchen Zufällen davon Gebrauch gemacht wer- den. Die gepülverten Birkenſchwämme ſollen, in Wunden geſtreuer, oder in die Naſe gezogen, augen- bliclich das Blut ſtillen. Aus tronen Birkenreiſern brennen die Frauens- perſonen an einigen Orten ein Oel, womit ſie die Finger beſtreichen, wenn ſie ſich dieſelben wund ge- ſponnen haben. Dieſes. Del hilft auch bey aufge- ſprungenen Brüſten. Nach Hrn. Orts Berichte bedienet man ſich in der Schweiz zum Gelbfärben der Blätter und der jungen Zweige, womit man daſelbſt zugleich Schafe und Ziegen füttert. Auch die getro>neten Blätter ſind im Winter ein herrliches Futter für die Schafe. Werden aber die Blätter mit etwas Scharte, verra- tula arvenſis, und Alaune geſotten, geben ſie eine viel dauerhaftere gelbe- Farbe. Man erhält auch aus den Blättern das ſogenannte Schürtgelb. Man focht nämlich junges und zartes Birkenlaub in einem Keſſel, x Stunde lang und darüber; alsdenn thutman zerſtoßne Kreide und etwas Alaune dazu, läßt es noch etwas kochen, und ſich ſodann ſeßen."Der Bo- venſaß iſt die verlangte Farbe, welche man trennet. Läßt man die Kreide weg, ſo bekommt man das Schürtgrün der Mahler, Noch - | J (ande oder€ haben zerhac ſelbe a blättet mitze! ſer dat | Farbe | zuweit | Oelte 9 | ktman: | win Y ſn Om ſollen d | der Zau | ber das | kalge dat Haury ſcheeer | Einige | je | bm F | finlaub | verliere | materie | Birfent jW erhalt (Gem |Birfen ſ in Gim iegen) 4 hee) in Wd Zahy: meien d unt d[eſſen hn JENEN ' Vid|) ven Untere: ite aber di jemacht it: e ſollen, y gen, AUM: die Frauenk omit fie M n wund ye ) bey aufg: mant ſich it er und der ih Schafe ten latte vie Schaft aufe, Ner hen ſe(int erhält au) tnelb, Da aub in einen enn eum u pt 1, Der De 8 19110 das jet Die Waldbäume, 227 Moch iſt es'ein bey vielen Hausmüttern auf dem 2ande übliches Verfahren, um ihre wollene Zeuge oder Garn tkheils gelb, theils pomeranzenfärbig- zu haben. Cs wird Teufelsabbiß( 5cabioia ſuccita) zerhackt, und auf den Boden des Keſſels, auf daſ- ſelbe aber eine Schicht im May geſammelter Birken- blätter geſtreuet, auf dieſe die Wolle gelegt, leßtere mit zerhacktem Teufelsabbißkraute bedeckt, kalt Waſ- ſer darauf gegoſſen, welches bis zur Abnahme der Farbe kocher, und zugedeckt abkühlen, dabey aber zuweilen umgerühret werden muß. Soll aber das Gelbe hoch und pomeranzenfärbig werden, ſo ſpüh- let man das wollene Garn zuerſt in Lauge, und nach« her in Waſſer. Kräßige Hände und Körper in Waſſer, wel- , ſo, daß es manche Leu- te vom Stande, wenn ſie es immer haben könnten, mit feinem andern Getränke vertauſchen würden. Es wird daher von Vielen in Kellern zu einem Labe- franf bis zur Aerndtezeit aufgehoben; es wird- aber bis- | pio! nehm ein 0! vnſh hauf; in ſol berh« reini zurüd lichen muß 1 lang) vm fan Me nah WU | / 9 | miſchtw (6 auf 30 ew le un ha,| nach? ven hi man€ gießt€ erhalt, Wehe (uh zj uh, 1 nm ZUfet on anno neden ih , ſit W auc Viſihn 1 Cup, ni an dik Fh gelinde Ytr emit D ſparung 1 d Hühn| ter damith 1 Birkhüßnn ntheils an lten, woD ſie ſic) in 10 um gen wi) Zirfenfnog daran,(ſh es als Flein! n unbeſcha) demn. Dif (8 mit and Und vn tet wid, an ſich vnde befinden fer abet ei a mana vabn fonte hen würden „einen(abt es wird aw bil: Die Waldbäume, 229 bisweilen ſäuerlich. Zur Arzney wird aber von Vor- nehmen, im Frühlinge jeden Morgen ein Glas, als ein beſonderes Mittel wieder Stein- Kolik- und Mie- venſchmerzen, getrunken. Da es aber den Urin ſo häufig treibet, kann ſolches leicht ſchaden, wenn es in ſolchem Falle nicht mäßig getrunken wird. Ue- berhaupt aber ſoll das Birkenwaſſer eine gute Blut- reinigung ſeyn. empfiehlt es, um zurückgetretene Kräße, mit Beyhülfe einiger außer- lichen Mittel, wieder herzuſtellen. In dieſer Abſicht muß man das Birkenwaſſer einen ganzen Monath lang, Morgens und Nachmittags ,. jedesmal zu ei- nem Quart trinken, Er hat nebſt andern Beobach- tern gefunden, daß es anfänglich gelinde purgiret, nachher aber durch den Schweiß gewirkfet, und alle, von dem zurücgetretenen Ausſchlage übrig gebliebe- ne, Uebel glülich vertrieben habe, Andere, welche an dem GeſchmaFe des unver- miſchten Birkenwaſſers nicht genug haben, verbeſſern es auf eine oder die andere Weiſe: z. C. man kocht 3 bis 4 Nößel(1x bis 2 Quart oder Kannen) mit etwa 1 Pfund Honig, und thut etwas Citronenſcha- le und Nelken dazu. Wenn es eine Stunde gefocht haf, und gehörig geſchäumt worden, ſtelier man es, nach dem Erkalten, mit 3 Löffel voll Hefen zum Gah- ren hin, So bald ſich der Gäſcht geſeßt hat, zieht man es, wie andern Wein auf Bouteillen, und gießt etwas Dehl darauf, da es ſich denn lange gut erhalt. Dieſes Getränk iſt geiſtreich und von einem herzhaften Geſchma>. Statt des Honigs kann man auch zu 4 Nößel, 1 Pfund Zucker nehmen, oder auch, um einen köſtlichen Roſinenwein zu erhalten, ihn mit Roſinen ſüß machen. Beym Gebrauche des Zuckers zum Birkenſafte hat man nun den genann ; P, 3 ten R 230 Erſtes Kapitel. ten Birkenwein; die Bereitung deſſelben aber mit Honig, giebt den irkenmerh. Die ſchönſte Art des Meths in Litthauen, den man Lippiß nennet, iſt aus dem weißeſten Honige mit dem Safte der Bir» Fenbaume, anſtatt des gemeinen Waſſers, gefocht. Im!V. 5.0. 5. 113. S. 201 iſt gezeiget worden, wie Champagner Wein aus dem Birkwaſſer zemacht werden kann, wo auch die mehr ſimple Art der Ver- beſſerung des gedachten Waſſers gelehret wird, da man nämlich dem Birkenwaſſer Weißbierhefen zuſe- ' Bet, ſelbiges hernach in die Sonne ſtellet, es gäh- ren läßt, und es darauf abzieht,- Der Rüſter, oder Ulmenbaum. Bey uns iſt der Name Rüſter gebräuchlicher als der Ulmen- oder Jimenbaum, und es iſt von dieſer Holzart bereits unter den von mir ſogenannten Hopfenbäumen im 4ten Bande des 9. V. S. 237 ge das Hauptſächlichſte geſagt worden, weshalb ich mich Kürze halber darauf beziehen kann. Die Rüſter kömmt in verſchiedenem Erdreiche fort, nur nicht in zu leichtem, ganz tro&nem Sande. Man findet ſolche ſowohl in den niedern fruchtbaren Auen und Laubhölzern, auch in tiefen feuchten Tha- lern, als auf trocknen Hügeln und in Gebirgen. Nach dieſen verſchiedenen Sandörtern nimmt der Baum zufällige Geſtalten und Eigenſchaften an. Was ſich aber für ein Boden für die Rüſter ſchie, oder nicht, kann man gleich aus ihrem Wachsthu- me erfennen. Wachſen ſie hoch und gerade, ſo iſt das Erdreich ſchiflich; wachſen ſie krumm, niedrig und langſam, ſo iſt der Boden nicht recht tauglich für ſie. Wir 44 3 704 Sa SIRENE Die Waldbaunte. 231 GE bh abe mit: 9' 4 [nfs Jet Wir haben mehr als eine Art von Rüſtern, 3 6 et n weil ſich ſolche, durch den Samen fortgepflanzt, im- 7] ſw"wN mer gleich bleiben. Die Herren Miller, dü Roi, 444 u, feht Gleditſch und andere nehmen mehr Arten an, als|(5 igt worden Finnäus, der nur auf dreyen beſtehet, DE aſſer zemht 3) Die gemeine breitblätterichte Rüſter Art der Dye oder Ulme, die weiße Ruſter, die Ilme, et wird, iz Epenbolz, Leimbaum, FSliegenbaum, erhefen zuſe Raychlinde 2c- Ulmus campeſtris Linn. et et, es gäh: Mill. Die Wurzel breitet ſich weit aus, und die Pfahlwurzel geht ſo tief in den Boden, ais ſie keinen Widerſtand findet. Der Stamm u wächſt langſam, erreichet aber mit der Zeit eine | anſehnliche Höhe und Stärke, iſt/etwas knor- hruuchlihet richt, und mit einer dicken, ſchwammigten, rauhen undriſſigen Rinde verſehen. Die Blüth- des iſt von;:; s büſchel kommen vor den Blättern im März und NED April hervor, und werden von den Bienen, da " ig mi um ſolche Zeit wenig Blumen gefunden werden, ) aufs ſtärkſte beſuche. Der Same, welcher ſchon zu Ende des May oder Anfange des Ju- em Erdreich! nius reif iſt, muß, da er leicht ausfällt, um &nem Sand ſolche Zeit geſammlet, auch ſogleich wieder aus- en fruchtbare geſäet werden, da denn die jungen Pflänzet und eben machet. Wobey aber dü Roi erinnert, wie Ddasjenige, was in andern Ländern möglich ſey, nicht immer auch bey uns ſtatt finde, und wie die Wurzeln in den offen gebliebenen Gruben ganz gewiß bey ſtarkerm Froſte verderben wür- den. Jmmittelſt könnte dieſes leßtere bey uns doch allenfalls wohl verhindert werden, wenn ge- dachie Gruben im ſpäten Herbſte mit den von Waldbäumen abgefallenen Blättern, Mos, oder andern leichten Sachen ausgefüllet, und im nachſten Frühjahre wieder aufgeräayumet würden. Man macher ohne Grund eine beſondere Gat- kung aus dieſem Baume, wenn man ihn Leim- oder Fliegenbaum darum nennen will, weil die ſonſt runden, jungen und glatten Zweige zuwei- ler =„14auvY>>-net zur Viehfütterung zu gebrauchen. Gegen Ende des Sommers ſind zu dieſem Zwe die Blätter nur erſt wieder zu gebrauchen. b) Engliſche breitblätterichte Rüſter,, Ul- mus Folio Jatilſimo ſcabro, du Hame!, Ul mus ſcabra Mill. und du Roi. Die Blätter ſind unter den Rüſterarten die größten, ohngefähr 6 Zoll lang und 4 Zoll breit, ſonſt aber der vor- hergehenden Art ganz ähnlich. Vielleicht iſt dieſe Rüſter nur eine Abart von jener, und ihr nur um des Laubes willen, wenn es zur Fütte- rung gebraucht werden ſoll, vorzuziehen. Da- gegen verdienet das Holz, welches bey beyden weiß und großaderigt iſt, der erſten Art den Vorzug, da übrigens beyde Holzarten in der Näſſe nicht allzulange dauern wollen. c) RKleinblätterichte Rüſter oder Ulme, Ro- the Rüſter, auch von einigen Zwergulime ge- nannt. Sie iſt auch unter dem franzöſiſchen Namen Ypreau befannt.. Ulmus ſativa Mill. et du Roi» Sie wächſt auch wild in Deutſch- P 5 lan“ 234 Erſtes Kapitel, fand und hat eine Ninde, die dunkler, rauher, aufgeborſten, und ſehr riſſigt iſt, als wodurch ſich dieſer Baum von den vorhergehenden Arten Fenntlich macht, Auch ſind die Blätter viel klei- ner, die größten nur 2 Zoll lang und 1x Zoll breit. Sie ſind auch heller, und weniger rauh und dife. Die Samenhbüſchel ſind locker, ab- hängend, mehr traubenartig, und die Blaſen eyförmig und tiefer eingeſchnitten, als bey der erſten Rüſter. Das zu einem hohen Baume an- wachſende Holz iſt röthlicht, gefle>t, aderreich, nnd den vorhergehenden Arten ſehr vorzuziehen, da es in der Feſtigkeit dem Eichenholze faſt gleich Ffommt. In England wird es beym Schiffbaue gern genommen, weil es durch die Stückfugeln nicht ſo leicht zerſplittert werden ſoll. Die Ra- demacher verfertigen davon dauerhafte Felgen der Räder, Kutſchbäume und dergleichen. Zu Waſſerrädern und Wellen iſt es nach dem Ler- e gebrauchen, weil er an Zähigkeit und Feſthalten alle andere Baſtarten übertrifft. Sie wickeln die abgezogenen Baſi- ſtreifen in Rollen, tronen ſie, und hängen ſie zum Gebrauche an einen tronen Ort hin, wo ſie als Vorrath, die längſte Zeit dauern. Zum jedesmaligen Gebrauche, wird Tages zuvor ſo viel 235 ... SEEN k 7 SEE 105 RE IEEE Y, aI Fee 0.04% . ERES Cm"2<> 236„Erſtes Kapitel, viel davon ins Waſſer geleget/ unt den Baſt recht geſchmeidig. zu machen, weil er ſonſt gar nicht hanthierbar ſeyn würde. Am liebſten bedie- nen wir uns in hieſiger Gegend dieſes Baſtes beym Flechten der ſtrohernen Bienenkörbe, weil er aufs geſchwindeſte nach den Einweichen im Waſſer, in ſchinale und dünne Riemen zu ſol- hem Behuf gezogen werden kann, und alſo weit weniger Vorbereitung, als weidene oder andere Ruthen, erfordert, auch in der Folge nicht ſpringer, wenn die Birkenkörbe, wie es auf den Heiden vielmals geſchiehet, naß und wieder tro>en werden, M4) 4 Uebrigens iſt noch bey ſämmtlichen Rüſterar- fen zu bemerken, daß ſie eben ſo einer großen Ungewißheit und Undeutlichfeit, als Roſen und Weiden unterworfen ſind. Hr. v. Münchhau- ſen verſichert z. B. Hausvater V. Theil 349. S. aus Erfahrung daß, wenn man wildgewachſene ſchmalblätterichte Rüſtern aushebe, und in den Garten pflanze, ſolche große Blätter erhielten, die Blätter aber von der breitblätterichten, mit dem zunehmenden Alter der Stämme immer klei- ner und ſchmäler würden. Noch mehr Schwie- rigfeit macht die Bemerkung einer und der an- dern Sorte mit gewiſſen deutſchen Namen. Z. E. Ilme ſoll, nach einigen, eine an Quellen wachſende Rüſter ſeyn, da andere darunter eine Rüſter verſtehen, die weißes Holz hat, und da- her auch Weißrüſter genannt wird. Rüſter, Rüßbaum, Ruſche, ſoll eine Rüſter mit ſcharfen Blättern und" rothem Holze ſeyn. Zaſtilme oder Lindbaſt ſol ebenfalls eine an- dre Sorte ſeyn, worunter ohne Zweifel, die zu- leßt | 1 S (inn 0ev de, d mitte | ethalt wut b nurh wicht Dtl viele ir [ vin Vſ " ſnſt ar bien fedie: es Biſte focht, wal Weihen im men u fb , und ſp eidene ode der Fol 'e, wie es naß und 4 | Rüſterat- ner großen Roſen und Münchau eil 349,6, gewachſene und in den er erhielten, „ihten, ve immer e neht Gh und der at: Ram 3 6 an Zwolle varunte hat, und Nr ), Kuſt) , Jüſier mii folje[em falls eine am ae, die pv leh! Die Waidbäume, 237 leßt beſchriebene ſchmal- und glattblätterichte Rüſter zu verſiehen ſeyn wird.| 9)- Die Linde. Wir haben nur zwey Arten von Linden, welche Zinnäus unter dem Iamen der ZEutopgiſchyen Lin- de vereiniget. a); Die großblätterichte Linde, Sommers Linde, ZSollsndiſche Linde, Waſſer- Lin? de, Tilia Europaea Mill. Sie iſt unter uns zu ſehr bekannt, als daß ihre Kennzeichen be- ſchrieben werden dürften. b) Die kleinblättcrichte Winter- Linde, Stein- Linde, Waid- Linde, Sand- Linde, Tilia cordata Mill. Sie wird von jener am leichteſten durch dienocer iſt ſie aber nicht anzurathen,; weil ſie durch die, von Sturmwinden und Plaßregen, Glatteis und Schneeleicht abbrechenden, kleinen und großen Zweige gar ſehr ſolche verunreinigen. Um die- ſer Urſach willen habe ich 2 von meinen Vorfahren vorgefundene, den ſtärkſten Eichen gleichfommende Bruchweiden, an der Abendſeite meines Gartens müſſen weghauen laſſen, ohngeachtet ich ſie um des Bienenſtandes willen gern erhaltengehabt hätte, weil ſie von ihren Blürhen mehr Tracht, als von den übri- gen Arten erhohlen; 7) Purpurrothe Bandweide mit wech: ſelsweiſe und einander gegenüber geſtellten Blättern, gemeine rothe Weide, rothe Bandrreide, rothe oder zähe Weide u, ſf. Salix rubra mitiime fragilis, Fol. longo anguſto Bauh. Salix purpurea Linn: Die Zweige ſind ganz glatt, ungemein zähe, und im Frühlinge, wenn ſie nicht mehr ganz jung ſind, ſchön bluchroth. Die Blätter haben gelbe Adern, ſind glatt, lanzetförmig, ausgezahnet, länger als bey der folgenden, und ſte- hen auf gelben Stielen, am untern Theile der Zwei- ge einander gegenüber, am obern aber wechſelsweiſe: Die innere Rinde iſt ſchwefelgelb. Die Blätter bre- OQO 2 qhen „ 53% ap ER ZIEL IEEE < KFEES WEBSITE ... en 244- Erſies Kapitel, - Zagen- Sand» Roſenweide, die kleine oder niedrige Strauch- weide. Salix roſea vulgo, Salix helix Linn, Sie ' wächſt an Gröben, Bächen und Teichen ſtrauchartig, und nicht viel über 4 Fuß hoch. Die Zweige ſind meiſtens eicht, dünne und biegſam; die Rinde an den jungen iſt gelblicht, oder auch grünröthlich und glatt, bey ältern aber rauch und an Farbe dunkler. Die Blätter ſind länglicht, laufen in eine gerundete Spiße aus, und ſind daſelbſt am breiteſten, hinter- warts aber am ſchmäleſten. Die Kätzchen ſind klein, mehrentheils frumm gebogen, ihre Schuppen braun und haaricht, daher das Käßchen ſchwärzlich wollicht erſcheint. Die Frucht iſt ungemein wollicht, und mit feinen ſilbernen Haaren bede>et. Die Schup- pen des Fruchtzapfens, die beym Heraustreten der Wolle vorh waren, werden hernach ſchwarz. Dieſe Ark iſt mit der vorhergehenden nahe verwandt. 9) Dabploniſche Weide. Zalix babyloni- ca Liun, Dieſe iſt aus dem Morgenlande zu unſern Zeiten hergefommen, und unterſcheidet ſich durch die dünnen, biegſamen, nach der Erde zu abhngenden Zweige, wie ſolches auch an einigen unſrer Goldwei- den, wie vorhin bemerket worden, geſehen wird, B. Mit tert rau um rita cap ſc! Fel mol Flat went | Unte ſpigt Ap Vallg hide hy, Unte ſup vm In Die mViſſeim wern Whee 1d Seng: ſe und is und wy 17 Gay) Strand: Liun, Ey rauchartiy, weige ſind Rinde ay thlich und ve dunflen, € gerundet en, hint | ſind Flein, pen braun id welſcht (icht, und die Schu: uötreten de az. Diſ wandt, ix babylon“ deju unferh iq durc di Oh0n genden x Ooldwel: 1 wird, p, M Die Waldbäume, 245 B. Mit rauchen, oöllig ganzen Bläkkern. 10) Salbeyweide mit wollichten Blät- tern und nierenförmigen Anſätzen, kleiner rauch- und rundblätrerichrer Werft, Feld» und Sandwerfr, geöbrte Weide. Salix an- rita Linn. Dieſe Art kann leicht mit der Salix caprea: verwechſelt werden, und iſt ein niedriger ſchwacher Strauch auf den Rinnen, zwiſchen naſſen Feldern und an den Sandhügeln, wo er ſich unge- mein vermehret. Am Fuße der nördlichen Seite des Flämmings iſt ſie den Feldern ſehr beſchwerlich, weit, wenn man ihnen beym Pflügen zu nahe kommt, die Pflüge in den Wurzeln leicht zerbrochen werden, 11) Sandweide mit Blöttern, welche oberwärts haaricht, und unterwärts wollicht und mit eyförmig zugeſpirzten Anſätzen ver- ſehen ſind, krieczende Erd- oder Angerweiz de, Salix arevaria Linn. wächſt auf ſandigen Triſff- ten, auf denen die Feld- und Winterwaſſer langer ſtehen, auch um die Haiden an niedrigen, unfrucht- baren oder naſſen Oertern, wo ſie im April blühet. Sie wird ſelten einen Fuß hoch, hat eine austauſen- de Wurzel und geſtreckte, ſehr zähe gelbliche Zweige, Wir brauchen ſie und die folgende gern friſch zu Reiſern in den Spinnhütten der Seidenwürmer, we- gen ihrer feinern Zweige, ohne ihnen die Blatter eben abgeſtreift zu haben. 12) Wattenweide mit lanzetförmigen; unterwärts wollichten Blättern und zuge- ſpirzten Blattanſärzen, kleine Feld 5 Antjer? Roppelweide, kleine Silberweide u, f| Salix incubacea Linn. Man findet ſiein.naſſem Sand- boden, auch zwiſchen den Aeern, Wieſen und Bä- nen Win- ve, den Sekling ausdörren; welches nun ſo mehr geſchehen muß, wenn der Boden, der mehr tro>en als feucht iſt, in ſolcher Zeit dem Seklinge keine Feuchtigkeit zuführen kann, daß er, wenn er gleich ſchon Sproſſen getrieben hat, auf einmal oder nach und nach eingehen„muß. Sogar kann dieſes noch im 2ten oder 3ten Jahre den Seklingen nach ihrem Einpflanzen noch begegnen. Es ſind zwey Mittel vorhanden, wodurch manin den ungünſtigſten Früh- lingen und Sommern dennoch alle Seklinge fortbrin- gen kann. Das erſte Mittel iſt, daß man den ganzen Schaft der Saßweide, von unten bis oben, wo die Krone an- gehen ſoll, mit Stroh oder Moos bewinde, und hie- mit das Ausdörren des Saftes verhindere. Könnte man denn in mißlichen Sommern jeder jungen Wei- de mit Begießen zu Hülfe kommen, welches etwa alle 8 Tage bey Regenmangel nur geſchehen dürfte, ſo würde ihr Gedeihen aufs beſte befördert werden. Das andere, noch gewiſſere Mittel iſt dies, daß man in Garten, oder in einem eingefriedeten Orte, ohnweit des Wohnhauſes einen kleinen Plaß zu einer Baumſchule beſtimme, und hieſelbſt die Seß- linge einige Jahre pflege, bis ſie, gleich andern Schulbäumen, gute Wurzeln bekommen haben. Haben On Defeng ) wh nicht (m, weil m wnn CN IN: ſes ſhi: enfeßen naß ſondert: Enen Dir un ſo mh ehr trod inge Fein! m er gleih | oder nah dieſes noh nach ihrem vey Rite oſten Früh: ge fortbrin: zen Schaft eKronear- de, undhir r0, Som jungen De welches ewt ehen dirft) vert Werden ul if dit (ngefriedetn (1848 eG NN andern vs habt" Hab Die Waldbäutne. 251 Haben ſie ſolche, ſo werden ſie auf hohen Dertern im Herbſie, auf niedrigen aber im Frühlinge verpflan- zel. Dies Verfahren iſt freylich nicht ſo furz, als das unmittelbar na) dem Abhauen vom Mutterſtam- me geſchehene Cinſte>en der Seklinge an den Ort, wo ſie ihren beſtändigen Plaß haben ſollen z aber au- ßerdem, daß dergleichen bewurzelte Weiden deſto ge- wiſſer fortgehen, wachſen ſie auch noch einmal ſo ge- ſchwinde, und erſeßen hiemit die Mühe und Zeit, die ihre ſchulmäßige Behandlung erfordert gehabt. Bey dieſer Methode iſt aber noch zu bemerken, daß man den Schulweiden im erſten Jahre alle Sproſſen am Stamme laſſe, als welches zur Verſtärkung der Wurzeln dienet, und nur diejenigen Knospen, die ganz unten ſtehen, etwa eine Elle hoch von der Erde angerechnet, mit der Hand abſtreife. Im folgenden Frühjahre, etwa im März oder April, muß man allen jungen Wuchs beſchneiden, und nur x Zoll lang davon ſtehen laſſen. Hiedurch macht man, daß ſie no< einmal ſo ſtarke Triebe machen werden, als wenn die ſchwachen Neiſer wären ſtehen geblieben. Zu- gleich werden diejenigen Reiſer, die zu viel und un- nüße ſind, ganz hinweggenommen, damit theils die Krone deſto zierlicher werde, theils die Wurzeln nicht genöthiget werden, ihren zuzuführenden Saft nicht allzuſehr zu vertheilen. Auf dieſe Art kann auch mit den nach gemeiner Art eingeſte>ten Seklingen ver- fahren werden. Noch iſt dies auch die Urſach, daß öfters die Sekßlinge nicht fortgehen, wenn in den erſten drey Jahren die Raupen nicht von ſelbigen gehalten wer- den, die doch von den noch ſehr kurzen Reiſern leicht abgenommen werden könnten. Sobald die Rauben, beſonders im erſten Jahre, den Sekling entblättern, geht Sia 5 335 1.1 dE ... * 2-1 M0, 5» AES, ZU a 4,0354 NGZIITE aid >>: WINNI E65 3 RL GABEN WEC "Ee -] 1-80 Erſtes Kapitel, geht er ohnfehlbar au2, es müßte denn ein ſehr naſe: ſes Jahr ſeyn. Wenn die Seklinge nicht in der Nahe alter Weiden ſtehen, daß die Raupen von ſol- en umgefehret wird, hauptſächlich nachdem man ſie im Waſſer eine Zeitlang in der Sonne gleichſam braten laſſen. Man kann es gar eigentlich an den Jungen verkehrt eingeſteckten Seglingen ſehen, wie die unrechte Seite zuerſt abſtirbet, und von ſolcher an das Verderben umhergreift. Man muß ſich die Sommerſeite beym Abhauen der Seklinge von den Mutterſtämmen zeichnen, um ſie mit ſolcher nach der vorigen Seite ſo wohl zu ſte>en, als auch eben ſo, wenn ſolches nicht gleich nach dem Abhauen ge- ſchieht, zuvor ins Waſſer zu legen, es wäre denn, daß ſie hieſelbſt im Schatten zu liegen kämen, und von der Sonne nicht berühret werden könnten. Endlich ſind auch dieſes noch 2 Urſachen des nicht fortgehenden Weidenſeßlings, wenn er auf oder neben BViehtrifften ſo frey ſtehet, daß entweder das Weidevieh ſich daran reiben, oder die jungen Sproſ- ſen abfreſſen kann, Im erſten Falle werden die Stämme wackelnd, ſchief, und die Wurzeln in der Erde verderben; im leßtern aber mit den Sproſſen gemeiniglich ein Theil des Baſtes von den; Rindviehe losgeriſſen, daß die Sonne nebſt dem Winde ins Holz greifen und dürre Stellen machen, von welchen das Verderben immer weiter um ſich greift, WBey= ; des 16] [en vt den des ziehen von dl ſir Pläße / Yyl | den er) | darauf | Ru| | Quincy Due 0611 welten ſcarfer | Weide | dm |(ow, und vy Chat En ſhe mj ät I Der NENN N nb„wf Äogeien ch, en, benin, frechen dy | fortgehen ite beym Oy nachdem my hne glad nid m n ſehen, wt 1d von ſhe | muß ſic dt ſinge von di f ſolcher nad (8 aud) eben (hhauen ge ; ware denn famen, un Annen, Urſachen dis eau anweden ds jungen Sp [1 worden(it ureln in Di! Ep oy Nindviehe y Winde ins yon wt let ufs Py NN/ Die Waldbäutte, 253 ves nun zu verhüten, müſſen die Seklinge mit Pfäh- len und zugleich mit Dornen ſo ſtarf bewunden wer- den, daß vas Viely ſich ſo wenig daran reiben, als die Sproſſen abfreſſen, oder gar die ganze Haut ab- ziehen kann, wie ſolches von manchen Hornthie- ren eben ſo gut, als von Ziegen und Schafen ge- ſchiehet. Eigene, mit Weidenbäumen allein beſeßte Plaße, pflegt man Weidichte(Laliceta) zu nennen. -Bey ihrer Anleguug müſſen ſie eingefriedet, und in den erjten Jahren mit der Hütung verſchonet, das darauf wachſende Gras aber abgemähet werden. Man ſeket hieſelbſt die Weiden in quincuncem. Quincunx bedeutet die Figur eines Fünfers auf einem Würfel nach dieſer Steilung:+: Man kann ſie 10 bis 12 Fuß weit aus einanderſeßen, weil ſie in einem weitern Raume ſich deſto mehr ausbreiten, und deſto ſtarkere Aeſte treiben können, wenn auf dieſe beym Weidenbaue vornämlich abgeſehen ſeyn ſoll. An dem Graſe in den Weidichten wird am wenigſten ver- loren, weil es unter den Bäumen recht gut wächſet, und in tronen Sommern am beſten unter dem Schatten der Bäume beſtehet. Die Weiden, welchen man alle 4 bis 5 Jahre die Stangen abhauet, oder köpfet, werden Ropf- Pott» Kalb- oder Krapjweiden genennet, Das Köpfen geſchiehet auf mancherley Weiſe, und am beſten im Frühjahre. Einige hauen die Stangen alleſammt auf ein- mal dicht am Stamme weg. Andre, und welches beſſer iſt, hauen alle Aeſte auf einmal ſo ab, daß von jedem unten 3 bis 4 Zoll auf dem Kopfe übrig bleiben, Aus dieſen Sturzeln werden mit der Zeit ; die 254 Erſies Kapitel, die geradeſten und ſtärkſten Stangen, und die Wei- den dauern dabey am längſten, beſonders wenn bey jedesmaligem neuenKöpfen immer neue Sturzeln über den alten gelaſſen werden, indem die Sproſſen aus dem jüngern Holz'deſto leichter hervorbrechen kön- nen. Denn man ſiehet alte Weidenbäume, die noch nicht ſehr alt ſind, häufig deshalb eingehen, weil ſie dichte am Stamme abgeköpfet werden, und die Sproſſen aus dem alten Holze nicht durchbrechen können, oder wenn ſolches ja geſchehen iſt, wegen der Klemmung, da das alte Holz ſich nicht weit ge- nug von einander thun kann, nicht fortwachſen. Daher ſieher man überall alte Weiden mittlern Alters, die nach) dem Kappen ein und mehrere Jahre getrie- - ben haben, auf einmal ganz mit ihren jungen Rei- ſern tro>en geworden, und abgeſtorben darſtehen, daß ſie ſodann ganz abgehauen oder ausgeradet wer- den müſſen= Einige verfahren ſo bey dem Köpfen, daß ſie den Kopf nicht von allen Zweigen entledigen, und einen Theil derſelben ſtehen laſſen. Hr. von Münch- hauſen hat ſolches im 5ten:B. des Hausvaters S. 5 4 und 298. widerrathen. Er ſagt nämlich alſo: „Wenn ſich der Saft in die übrig gebliebenen Stan- gen vertheiler, ſo ſchlagen nur dieſe aus; der alte Kopf wird nach gerade trofen, und alle Stellen, welche vorhin abgehauen worden, trocknen und fau- len. Bloß wenn man gezwungen iſt, die Weiden im vollen Safte zu köpfen, ſo iſt die Regel, daß man alsdenn nicht alle Zweige abhauen, und einige ſtehen laſſen müſſe, weil der ſonſt in großer Menge zuſchießende und gar keinen Ausgang findende Saft veranlaſſen möchte, daß der Stamm plakekt, oder in ſeinem eignen Safte erſti>ket. Uebrigens iſt noch beym fet u eid figen ve zäh |(m Zahl den, befom ſonder, auf jed gen hit 3 fle Ra Chatt Nan b Hz wund und die Bij: es Wenn Gey Ciuntlnüber Epreſſn aus brechen fn ume, dend) ngehen, wi en, unh durcen von Werft und andern Weiden im San- de veranſtalten, ſo kann man dazu Gräben ziehen, dieſe 4 bis 5 Fuß rief machen, die Weidenſträucher einlegen, die Gräben wieder zufüllen, und oberwärts ein wenig anhäufeln. Die Gräben müſſen von auſ“ ſen her den Anlauf des Viehes abkehren. Iſt aber der Sand nicht allzutrocen, ſo darf man nur mik einem harten Stoke vorbohren, und in die nach der Tiefe zu ſchräg gemachten Löcher die Zweige ſo hinein- ſtecken, fieden ne Yu ' lenfo gem di ver ei die&: zu ve! um el von4 ſo zi Eahlw Oe gut ſolche 1 (elf geh ſhlicßu frach) gn mand) nur a vielen 4 machen) ſhneda Quögel mitih! gema endet) dech m ſenden, oben 9 Men in hen bef hs ahh ID der ver Nit Hau ih" dawon u (ſn, Und 01 mR man fen Sty welde de wenden,(w die nur aw ne ſelbt her en laßt ma ber fürzen Zeitzu Zeit aum als ge weden fann, ſolches von wbleibenden Eun die Etröme hren, Die ty als die vil, ſchn von 3 Shir (ef, und etws ndiegepfan) de, Wilma den im Gat Haben zip) eider und oberwart nuſſen vo uy m Ma " man dim mi indie mah dl vie! pine ſpd) ; Die Waldbäume,:.. ſtecken, daß etwa das obere Ende derſelben, nur ei- ne Querhand über der Erde hervorſteht. Man kann allenfalls etwas von Waſen oder Erde, dießjeits ge- gen die Sonne zu, vor dem hervorſtehenden Ende der eingelegten Zweige legen, um ihnen hiemit wider die Sonne Schatten zu geben, und ihr Antrocknen zu verhindern. Dü Roi har von der Saiix triendra um einen Krautgarten bey Helmſtädt niedrige HeFen. von 4 Fuß Höhe geſehen, vie ſtark beſchnitten, und ſo ziemlich dicht waren. Dagegen hat er mit der Sahlweide, coprea, auch Verſuche angeſtellet, wel- en doch fichrer, wenn man darzu die ſtrauchartigen Weiden erwählet. Gemeiniglich pfle- gen, nach der Bemerkung des Hrn. v. Münchhauſen, manche hochſtammige zu He>en angewandte Weiden nur an der Spiße des Stammes einen Buſch von vielen geraden, aber keine beſondere Nebenzweige zu machen, und nur Aeſte auszutreiben, welche das Be- ſchneiden nicht wohl vertragen, ſondern gerne davon ausgehen, nachdem ſie zuvor kahl geworden, und mit ihrem trocknen Holze einen Uebelſtand und tücen gemacht haben. Wo es aber auf das Abhalten des eindringenden Weideviehes abgeſehen iſt, thut man doch wohl, ſich zu Hecken der Seklinge von hochwach- ſenden Weiden zu bedienen, weil, wie ich bereits oben geſagt habe, man an den ſtarken Weidenſtäm- men innerhalb der Hee Querſtangen von 2 bis 3 Rei- hen befeſtigen kann, welche das Eindringen des Vie- hes abhalten. Sodann iſt nichts leichter, als einen neuen Weidenſeßling neben demjenigen einzuſte>en, der vertrocknen und ausgehen will. Das leichteſte Mittel alſo, eine ſolche Weidenhee überall grün zu Hausvater V. Band. R erhal: 258. Erſtes Kapitel. erdalten und tronen Stellen und Uebelſtand veran» lajjenven Lüen zuvorzukommen. Hiernächſt kann man auh, um der Stangen von anderm tronen Hol- ze zu erjpären, dergleichen von lebendigem Weiden- volze ſich alſo bereiten: man läßt nämlich, von Raum zu Raum, aus der Hee Weidenſtangen un- beſchnitten in die Höhe gehen, und ſie recht lang » und jrarf wachſen, Wenn ſolches geſchehen, werden ſie einige Fuß hoch über der Erde am Stammende mit.einem Beite, bis etwas über die Häiſte einge» hauen oder eingefnicet, daß ſie ſich gerade nieder- beugen laſſen. Hiemit vertreten ſie die Stellen der Queerſtangen, bleiben lebendig, und es begegnen ih- nen von der Seite gegenüber andere dergleichen, wel» en, weil aus der eingefnickten und geſtreckt liegenden lebendi- | gen Stange die Reiſer gerade in die Höhe gehn. So | kann man auch, wenn die Hecke wo Lücken befömmt, 000| oder irgendswo nicht dick genug iſt, nur von dem I|| nächſten Stamme, wie es mit dem Weinſto>e ge- | ſchiehet, ein Reiß, nachdem mit der Spade die Cr- de aufgeworfen worden, in das Loch hineinbeugen, und die Erde wieder daranf legen, daß es aljo nur wenig Mühe erfordert, die Hecke überall dice und feſt zu erhalten, als worzu gar teine fünſtliche Hand und noc) weniger Mühe und langes Warten, wie y| bey andern Hecken, die man kaum in 20 Jahren 1] und darüber zu der verlangten Hohe hinaufwachjend |. JD machen fann, erfordert werden, Es ( even eher hinlät enfer bm doch! und Daun nicht hie um | mando ben mu Jahr zu wohlfel ſheht gilt an) (je die den mi die(7( ey fragen n galten hältniſ dens ſolchen die Art leicht,( langen| Kund veran "öf fam än Hel. gem eden: ali, von En ſtagen Uhr Ie vet Ing hen, werden Gtammut elfte(ing 'ade nieder: Stellen der egegnen ih- ichen, web wf der Er en nächſten den Niet (dte lang ſie die.hie den, weil en[ebendi- gehn, Gd vbefamm), x von Den enſiode ze ade die Cr: meinde es allo mur 10 die un) ide Dand arten, vi 20 Jahren wachen) G - Die Waldbäume." 259 Es ſind Gegenden, z. B. längſt der Elbe, an deren Ufern die ſogenannte Elb- oder Hägerweidein Ueberfluß wachſen, und damit ſie die Nachbarſchaft hinlänglich verſorgen können. Es ſind aber mehr entfernte Gegenden, denen es an Reiſern fehlet, und ob man ſchon hochſtäammigte Weiden har, ſolche doch nicht in erforderlicher Menge zujammenbringen, und ſie nicht ohne Mühe und Gefahr von den hohen Bäumen herunterſchneiden kann, da ſie überdem nicht alle zu gebrauchen, und daher von den Bäumen hie und da hervorzuſuchen ſind. Dieſerhalb, da man doch allerley Korbwerk faſt in jedem Hauſe ha- ben muß, werden dergleichen Geräthſchaften von Jahr zu Jahr theurer. Sie würden unter der Hälfte wohlfeiler ſeyn, wenn es nicht an den meiſten Oercern, ſo ſehr an Weidenreiſern mangelte, Z. B. bey mir gilt anjeßt eine ſogenannte Kiepe, oder Korb, wel- ye die Frauensperſonen auf dem Lande auf dem Rü- >en mittelſt 2 über die Schultern nach hinten und die Kiepe zugehenden breitenSeilen oder Trageriemen, tragen, an die 8 bis 9 Groſchen; vor 30 Jahren galt ſie nur 3 bis 4 Groſchen. Undin ſolchem Ver- hältniſſe iſt es auch mit den Hand- Wagen- und an- dern Körben, Fiſchreiſen u. ſ; w. Es kann daher ſolchen Gegenden gar ſehr gedienet ſeyn, wenn ſie die Art und Weiſe wiſſen, wie ſie zum Korbflechten leicht, geſchwind und wohlfeil zu Weidenruthen ge- langen können. Hr, Hofj. und Oberförſter Kluge zu Cronſpiß hat uns ſolche aufs ausführlichſte beſchrie- ben. J< will daher ſeinen Unterricht, wie er in dem Leipz. Intell. Bl. v. J. 1785. S. 328. ff. ge- funden wird, hier einrücken. Ob zwar, ſchreibt er, Be&mann in ſeiner Be- ſchreibung des Forſtkalenders, die Weiden als eine | R 3 ſchlechte . 2605 Erſtes Kapitel, ſchlechte Art des Holzes und von geringem Nußen an- geben will, da er ſagt: Es wäre unverantwortlich, wenn man auf gutem Boden, wo beſſeres Holz wach- ſen könnte, Weiden pflanzte; ſo lehrt doch der Au- genſchein und Nußen auf Cronſpißer Refier das Ge- gentheil, Dieſer Boden, in gedachtem Reſier, wor- auf ſich Weiden befinden, iſt meiſtentheils einer der beſten, wie denn auch Eichen, Linden, Erlen und - Kirſchbäume mit darunter ſtehen. Deſſen Größe im Umfange iſt ohngefähr gegen 30 Acker, eher weni- ger, als mehr, wovon beynahe die Hälfte, oder doch wenigſtens der dritte Theil noch mit andern Hölzern beſtanden iſt. Die herrſchaftl. Nußung die- ſec Weiden beträgt jährlich über 100 Thl. und ein ſolcher angebaueter Plaß, wenn er durch Schneiden nicht verwahrloſet wird, dauert beſtändig fort, und. wird ein Jahr wie das andere genußt. Die hieſigen Unterthanen, ſo insgeſammt Churfürſtlich ſind, ver- fertigen aus dieſen Weiden, Wagenflechten, Fiſch- reuſen, ſchwarze und weiße Körbe, von verſchiede- nen Arten, und andere Arbeit mehr, womit ſie nicht allein den neuſtädter Creiß, ſondern auch andere an- gränzende Städte und Ortſchaften belegen, und da- mit ihr Brod und die herrſchaftl. Gefälle verdienen, daß alſo dieſe kleine Gegend hierinnen einen ganz be-, ſondern Vorzug hat. Was nun aber für Sorten Weiden zu beſagter Arbeit tüchtig ſind, wie ſolche angelegt, wann ſol- e in Tax geſeßt werden; ſolches zeiget die nachſtehende ausführliche Be- ſchreibung, 1. Was Die Waldbäume. 261 "un„I. Was für Sorten Weiden zu obiger Arbeit MG tüchtig ſind?' WE Nicht alle Arten Weiden taugen zu dieſer Ar- feeds Ge beit, ſondern es können deren nur fünferley gebraucht M werden, wovon aber immer eine beſſer, als die an- Wt dere iſt, als: ils Ainet dy RIE a) Die gelbe Weide, welche auch die Engkernigte Emy eſſen" genennet wird, ſiehet, wenn ſie auf dem Stam- „ehe wen me ſtehet, grün iſt ſolche abgeſchnitten und dür- iſfie, ody re geworden, ſieher ſie wie gelbes Wachs, und nit andern wachſt in einem Jahre, auf gutem Boden 3 ung die Elle, auf ſchlechterm 13 Elle, und iſt die beſte Ms von allen Arten, Schneiden b) Die Weiße, oder Bruchweide, ſiehet, wenn „fort, und ſie auf dem Stamme ſtehet, grün und weißlich, die hieſigen wenn ſolche geſchnitten, etwas graulicht, wächſt h find, ver höchſtens 3 Ellen, und kommt der Gelben an (en, iſe Güte ziemlich bey. verſchiede c) Die Krebsweide ſiehet beynahe wie die Saal- nit fe nit weide, iſt- unten grün und oben an den Spißen andere a- weiß, wächſt auf gutem Boden jährlich 5 Ellen 1, undd lang, iſt aber nicht ſo gut, wie die zwey erſten € verdiene) Sorten. u ue 9) Die rothe Weide ſiehet auf dem Stamme roth, wenn ſoiche aber geſchnitten wird, ſiehet ſie : ſchwarz, und wird lediglich nur zur Berferti- zu beſt gung ſchwarzer Körbe gebraucht, wächſt jährlich !“0, 4 Ellen hoch.| Yvon AU ; werden) e) Die braune Weide ſiehet erſtlich braun, her- vice De nach, wenn ſie dürre wird, ſiehet ſolche ſchwarz, taugt ebenfalls nur zu ſchwarzen Körben, und wächſt gleichfalls 4 Clien hoc. [Bu R 3 H. Wie 262 Erſtes Kapitel, II. Wie ſolche Weiden angelegt werden? Auf raſigtem Boden wird folgender Geſtalt ver- fahren; es wird ein Graben 3 Elle weit und eben ſo tief in gerader Linie, mit einem Grabeſcheit geſto- hen, und die Erde hiervon herausgeworfen, als- dann, wo es ſeyn kann, dreyjährige Weiden, wel- daraus, Dieſe Weiden werden hernach noch in dieſem Herbſt, oder kommendes Frühjaßr darauf, zum Gebrauch geſchnitten, Das Anlegen abec ge- ſchier ſhi) wil | werde 2 dieſen werde pur | gema | fc ih Wann! lang ge! (naue cſive verſen ſolhe1 für ganjlid Weiden hoh de zeh me hy nad) y Pleß 9 jetiefer ſto lan durch 0 er Fle ſollt eit denzeher zu elne! eichen Ahlagen Nit n? Öffalt vet: it ud eben het ffe orf, als: eiden, wel; ſind die by 1", fe mi Ichs abfa beyfommt, 5 6 Etid dieſen auf ng dieſel: Erdreich bey laßt , Wödann Erdreich ung gelaf 1 feine vob wird wie is endlich 1 auserhe | vierefig te Weiden und Hlelben hr find ſe hapty vs ohe freu „(ede ve voß ſi) A dritte an zunder M nh " darauf ab gy ſO6 Die Waldbäume,.'263 er im Frühjahre, meiſtentheils zu Ende des Aprils. 7 1!. Wann und wie ſole gemacht werden, weil ſonſt vas folgen- de Jahr drauf, da ſie höher ausſchlagen ,' auch im- mer höher geſchnitten werven muß, die hohen StöFe nach und nach ausfaulen, und endlich ein ſolcher -Plaß gänzlich wieder neu angelegt werden muß. Denn je tiefer ſie vom Erdboden abgeſchnitten werden, de- ſto länger und beſſer wachſen ſolche 3 da hingegen ſie durch das hohe Abſchneiden klein bleiben.. Cin ſol- e der Weidenzehendbundhölzer geſeßet, und der Herr- ſchaft berechnet. Ein dergleichen Scho wird von den immediaten Unterchanen mit 8 gr. und von den Adelichen und Auslandern mit 10 gr. excl. der-Die- nergebuzdren bezahlt, Bey meinem Antritte des Dienſtes wurden 199 Scoc> verrechnet, und im Jahre 1782 ſind bereits 299 Sc, und alſo 100 Scho> mehr berechnet worden. Cs können auch durch mehrere angelegte leine Plaße die Einfünfte vermehret werden, wenn dergleichen nicht von Zeit zu Zeit von dem Clſter- ſtrom wieder weggeriſſen würden. Enblich iſt noch zu gedenken, daß die Einwohner der drey Dörfer, Veitsberg, Wünſchendorſ und Cronſpiß, die freye Gräſerey in dieſen Weidichten haben. Bey dieſem Unterrichte iſt noch zu bemerken, daß der Aer in der Cronſpiger Gegend 165 acht- ellichte Quadratruthen enthalte. Wenn auch in eben dieſem Unterrichte Litt. b. der weißen oder"Bruchwei- de gedacht wird, ſo iſt darunter keine andre Weide, als die Saiix vulg. alba arborescens C. B. P. oder Sa lix alba Linn. zu verſtehen, als welche oben Nr. 16.. beſchrieben worden. Denn die andre ſogenannte Bruchweide, Salix fragilis Linn. Nr. 6. iſt durch- aus nicht in ihren Zweigen ſv brauchbar, daß das geringſte Korbwerk daraus ſollte können verfertiget werden. Die Krebsweide, Salix vimivalis linn. iſt die Nr. 15. beſchriebene Weide. Die rothe Wei- de aber iſt Salix purpurea Lian. Nr. 7. Unter der Kühn- Uttlion de t Werden zu nun ſelhe gu Indie Sh Und der A) od vie) m Und pot N tel, dee Jh vurden 199 ſind bereits re berechnet € angelegt? "den, wenn dem Elſter lic iſt nod rey Dorfe, 6, die fröft | bemerfe) * d 1609 aft. auc) in ebe x Druc" nde Wald) 3, P, oder du ven Nr, 16 ) ſogenannt 3 iſt dur p; voß dus verfertigt! (nlis 1.1100, roche Dor Unter dt führ Wie Waldbäume, 265 Kühnſchen braunen Weide aber iſt vielleicht Salix amygdalina Linn, Nr. 5. zu verſtehen, und es iſt kein Zweifel, daß nicht unter den ſo vielen Sorten noch mehrere gefunden werden ſollten, mit welchen ein ſolcher Weidicht zu Korb- und MOE ver- mehret werden könnte. Der Nußen der Weiden iſt gar mannichfaltig. Außer den Reiſern zum Korbwerke werden die jungen Stangen nach Abgange der mehrſten andern Holz- arten von den Böttchern zu Bändern und Reifen um die Gefße gebrauchet. Laßt man die Weiden un- geſtußt aufwachſen, ſo kann man, ſonderlich aus den weißen, Bretter ſchneiden, welche im Trocknen zu- mancherley Gebrauche dienen. Denn bey abwech- ſelnder Näſſe und Troenheit reißt das Holz leicht. Es läßt ſich aber bey ſeiner weißen Farbe leicht glät- ten, wie man denn auch die Meſſer, wenn man ſie darauf ſtreichet, ſv ſchärfen und ſchneidend machen kann, wie mit einem Webſteine. Das Holz von der weißen Weide wird, wie Hr. Gmelin in der Fl. Sibir. meldet, zu Kähnen gebrauchet, und wegen der Leich- tigkeit, und weil es in der Sonne keine Riſſe erhält, allen andern vorgezogen. Zur Feurung wird dies Holz aber da gebrauchet, wo kein anderes mehr zu haben iſt, ob es ſchon feine rechte Flamme und we- nig Hiße gleich dem Espenholze giebt, und daher am beſten mit andern Holzarten vermengt im Ofen gebraucht werden muß..Der Engländer Hanbury empfiehlt die weiße Weide, als das beſte Holz zu den Kaminen für zärtliche Perſonen, theils weil es in einem fort brennt, theils weil es ſehr wenigen und wenig beſchwerlichen Rauch giebt. Zu Zäunen kann man ſich fein beſſer Holz als dieſes wünſchen, weil ſie wegen Biegſamkeit der Rei- R 5 ſer 266 Erſtes Kapitel. ſer ungemein feſt und di>e gemacht werden. Es iſt aber wohlgethan, die weidenen Zaunreiſer vor dem Gebrauche erſt faſt troFen werden zu laſſen, und ſie Hierauf ins Waſſer zu legen, und ſie wieder biegſam werden zu laſſen. Sie ziehen ſodann nichtnur beſſer an, ſondern dauern auch weit länger, als wenn ſie gleich friſch eingeflochten werden, Will man Weiden zur Laubfütterung haben, ſo muß man ſich die Lorbeerweiden hauptſachlich em» pfohlen ſeyn laſſen. Für die Schafe iſt ſolches Laub eines der,geſundeſten, und man kann auch im Früh- linge den Lämmern bereits die grünen Zweige in die Raufen ſteen, und ihnen hiemit eine angenehme Fukterveränderung machen, boſonders wenn man bey ſich die Stallfürterung eingeführet hat, oder noch einführen wollte, zumal wenn man den Lämmern kein ander grünes Futter, als Klee, geben wollte, womit ſie aber billig verſchynet werden ſollten, Die Rinde von den 3 und gjährigen Aeſten der Salix caprea empfiehlt Hr. Gleditſch zum Lohgerben und zur Lederſchwärze. Man will auch behaupten, daß die ſogenannten braunen Däniſchen Handſchuhe mit der Rinde von- dieſer Weide[zubereitet und gs» gerbet werden, Vermengt man dieſe Rinde mit. Er- lenrinde, ſo kann man damit das leinene Garn ſchwarz färben. Andere Arten geben eine andere Farbe, Die Rinde von der weißen Weide farbt Wolle und Seide zimmtfarbig; wenn man ſie aber mit Lauge in einem Fupfernen Gefaße kochet, erhalt man dayon eine rothe Farbe, Die Wurzel der Salix. tragilic, wenn ſie lange. gefocht wird, giebt eine purpurrothe Farbe, womit die Bauern in Schweden ihre Eyer zu färben pflegen. Die getroFneten Blätter von der Peytan- dra geben eine ſchöne glänzende Farbe, Man . Gi Wot dem Vun f6 " biefem ur beſer Wenn fe aben,| lich ems hes Jaub 1 Früh e in die enehme in man der ne< ernten 0, womit (eſten der ohgerben haupten,, mdſchuhe | und 96 » mit Er en war) aube, Die md Gei! »(m enn) eine mt wenn We Y arb ju farvon y Pentall“ May Die Waldbäume,' 267 Man hat verſucht, die Wolle von der Lorbeer- weide in Vermiſchung mit der Baumwolle zu nußen, ohne die gehofften Vortheile dabey zu finden. Da- gegen iſt ſie ſehr gut in Matrakßen und Küſſen, und ſtatt der Warte in Kleidungsſtücen zu gebrauchen. Die Rinde dieſer Weide aber, nebſt der von der pentan- dra, caprea, alba und fragili haben einige Aerzte der Chinarinde ſubſtituiren wollen. Dü Clos hat 32 Perſonen an dem täglichen und dreytägigen Fieber und Stone mehr als 50 Perſonen, welche mit Wech- ſelfiebern behaftet waren, die zu Pulver geſtoßene Rinde der weißen Weide, ohne alle Vorbereitung des Kranken, mit dem boſten Nugen gegeben; und ſie hat allemal geholfen, außer in etlichen wenigen Herbſt- und viertägigen Fiebern. Dex Aufguß mit Eiſig widerſteht der Fäulniß. Das.in einem ſtar= ken Abſud gelegte Fleiſch faulete erſt nach 4 bis 5 Wochen, 10) Der Pappelbaum. Wir laſſen den Pappelbaum hier gleich auf die Weide folgen, mit welcher er viel Verwandſchaft hat, ob ſich gleich nicht nur in den Blättern, ſon- dern auch in der Blüthe einiger Unterſchied zeiget. a) Der ſchwarze Pappelbaum, Pappel- weide, ſchwarz Alborbaum, Wollen- baum, FSelbaum u. ſ, f. Populus nigra Linn. Am beſten wächſet dieſer Baum in einem guten fetten Moorgrunde, welcher im Sommer auf einer gewiſſen Tiefe trocken wird, jedoch auch in einem geringern Boden, wenn er nur nicht zu troen iſt.* Die vielen, ſtarken, weit um, ſich gehenden Wurzeln dringen ziemlich tief in die Erde. Es entſtehen aber aus den entblöß- fen 268 Erſtes Kopitel, ken Thauwurzeln viele Sproſſen, Der ſehr ſchnell wachſende Baum giebt in wenig Jahren ſtarke Stangen, und der Stamm erreichet leicht im 4ten Jahre eine Höhe von 20 Fuß, nebſt der Die eines Mannesſchenfel 8, und wird ſehr alt. Die Rinde des Stammes ifi glatt, weiß oder aſchgrau, und wird mit der Zeit rauch und dunfel. Die Blatterfnospen ſind dicke, zuge- ſpit, klehrigt, von einem nicht unangenehmen Geruch. Die Biuatter ſind faſt ein Dreye>, welches hinterwärts mehr gerundet iſt, und vor- - worts in eine lange Spiße ausläuftz der Rand iſt rundlich ausgezahnt, beyde Flächen ſind glatt, die obere iſt beſonders glänzend, und auf der un- - tern das Adergöwebe merflich. Die Blüthe bricht eher, als das Laub hervor. Die mann- lichen Kaßchen fallen im May ab, und der Same iſt ſchon im Junius reif, Der Stamm kann, wie die Weiden, alle 4 oder 5 Jahre, oder auch jährlich gekröpfet werden, wovon er zwar nach und nach ſeinen Kern verlieret, aber demohngeachtet noch gut. - treibet. Die abgeſchnittenen Aeſte ſo wohl, als die aus der Wurzel treibenden Sproſſen geben ein nüßliches Reißig zu Faſchinen beym Waſſer- . bau ab. Das ſehr weiche Holz iſt etwas beſſer zur Feuerung, als das von Weiden, giebt viel Rauch und wenig Flamme. Jn Schweden werden aus der Rinde Strike zu Fiſcherneßen verfertiget. Aus den friſchen Knospen wird in den Apotyeken eine ſHmerzlindernde Salbe, Un- guentum populeum bereitet, welche bey der blinden güldnen Ader, bey Flechten, Brand- ſchäden, und zu Erweichung der unfuget, und die Blätter oberwärts dun- Felgrün, und unten mit einer ſilberfarbigen, feſt- aufſißenden, dichten Wolle bekleidet, der Ge- ſtalt nach rundliche, in 3 bis 5 kieine Ein- ſchnitte getheilet, und am Rande augsgezahnet. Im Herbſte iſt gemeiniglich die obere Fläche der Blatter mit braungelblichten Flecken bezeichnet, An alten Bäumen iſt das Laub kleiner. In einem guten, oder doch mittelmäßig feuch«e ken Boden, treibt dieſer Baum einen geraden und hohen Stamm, welcher oft nach 12 bis 16 Jahren die Dicke eines ſtarken Mannes errei- elin ſoll. Da aber das Holz von alten Pappeln eine mehr braune Farbe erhält, und in Braband häufig zur Vertäfelung der Zimmer und Schrän- fe gebraucher wird, ſo muß es wohl an dem Grund und Boden liegen, wenn einige Pappeln den feinen Hobel annehmen, andre aber nicht. Die Wurzel giebt zuweilen ein überaus ſchönes maſerichtes, gefraustes Holz, welches die Kunſt- tiſcher zu Käſtchen verarbeiten, und mit einem gelben Firniß überziehen. Es läßt ſich auch das weiße Holz ſchön ſchwarz beizen. Die ge- fröpften Stamme geben viel Reißholz, und der Stamm in 18 bis 20 Jahren Scheicholz, wel- Hes langſam austronet, und zwar zu dem ge- ringen Brennholzarten gehöret, aber doch für beſſer, als das Weidengolz zu halten iſt. 6) Sitter- - Erſtes Kapitel, c) Zitterpappelbaum, Aſpe, Eſche, Slit- cer- Zitter- Nattels Patrelz Beber- Flüt- tereſche, der Ratteler, Raſſeler,«Zeiſe. Populus tremula L. Jſt von den beyden vorher- gehenden Arten geſagt worden, daß ihre Wur- zelbrut ſehr umherläuft, ſo muß von dieſer ge- ſagt werden, daß es von ihr wenigſtens 2 mal mehr geſchehe. Sie wächſt auf gutem und ſchlechtem Boden. Auf einem naſſen Boden iſt ihr Wachsthum der ſchnellſte, und dauert 30 bis 35 Jahre, worauf der Stamm kernfaul und mulmicht wird, ob er ſchon noch bis ins 5oſte Jahr aushalten kann. Die Dauer der Haupt- wurzel gebet alsdenn zu Ende, der Stamm ver- liert den Wipfel, geht aus, und verwandelt ſich in gihem loern Boden gleichſam in Str ach- werk, in einem feſten Boden aber vertronet er ganz, ohne Wurzelſprojſen auszutreiben. Da die Unterſcheidungszeichen der vorhergehenden Arten bemerket worden, ſo iſt es unnöthig, von dieſer dergleichen anzugeben. Die Vermehrung geſchiehet wie bey den vorigen Arten. Site kommt ſo gar im Flugſande gut fort, und da ſie, beſonders nach dem Hiebe, auf 30 bis 49 Fuß weit vom Stamme ausſchweifend mit ih- ren kriechenden Wurzeln durch die Brut weit hin- auslätift, ſo iſt ſie bey ganz entblößten Stellen und Wüſten ſehr nüßlich anzubringen. Ob auch ſchon ein beſſerer Aufſchlag des Holzes in den Wäldern durch dieſe Cspe unterdrücket wird, ſo wird ſie doch um des Wildſtandes willen gern geſehen. Denn Hirſche und Rehe nähren ſich in harten und ſchneeichten Wintern von dem jungen Triebe und Knoſpen des jungen Aufſchla- ges nicht nür, ſondern die Förſter laſſen„0 woh h') Ait bers its tt, wf, den verher: ihre Dy On Dieſer ds ſtens 2 ml gutem und 1 Boden ij dauert 30 nfaul und ins joſe ver Haupt tamm vet“ verwandelt nStr uche verteoänt reiben, jergehenden nötig von ermehring ten, Ol! t, und f 30 bis 40 fend mit 1) ut weith Sten Gruft "."% au] ole(1 0 nde ws ; willen ger nagen(0 u von de a Auſſie (aſe Ou vy) Dausvgter V. Dand. 1 Die Waldbäume.“*„273 wohl zu ſolcher Zeit die hohen Espen ihnen zu Gefallen umgehauen, damit ihr Wildpret den Winter hindurch davon zu leben haben möge. Der rothe Hirſch hat ſolche Liebe zu dieſem Bau- me, daß er in in den Waldern hervorjucht, um ſich daran zu fegen, und wovon man das Ge- merke den Bäumen zu aller Zeit anſehen kann. Eben dieſer Baum iſt nicht allein die. liebſte und beſte Nahrung des Bivers, ſondern auch Pferde, Schafe, Ziegen und Kühe freſſen ſehr gern die Dlätrter und jungen Triebe. Da der Wind den Samen, der ſchon im April und May reif iſt, weit umher wirft, und davon in den He>en und Gebegen.bald junge Pflanzen aufgehen, ſo muß man ſolche in Zeiten herausnehmen, wenn die He&en und Gehege nicht damit überzogen wer- den ſollen. Das Brennholz der Espen iſtleicht und weich, und verlodert geſchwinde, weßhalb die Menge den ſchnellen Abgang bey der Feuerung erſeßen miß. Da aber das Holz weiß, glatt, etwas zähe und gewäſſert iſt, läßt es ſich naß und tro- &en zu allerhand Drechslerwaare, als Weifen,- Spinnrädern, Tellern, Büchſen, Löffeln und dergleichen gut verarbeiten. Auch werden dar- aus Holzſchuhe und Stühle verfertiget, und die Bildhauer gebrauchen es zu Rahmen und kaub- werk. Im Wetter hat es wenig Dauer. Jun- ge Stämme von 20 bis 25 Jahren, welche nicht kernfaul ſind, geben Bauholz, das ſich nicht wirft, im Troknen zu gebrauchen. Jc< habe * Bretter geſehen, welche ſehr alt und innerhalb, eines Hauſes zu einem Verſchlage dieneten, hie- bey aber ſo feſt, faſt wie Eichenbretter waren, S daß 214 den Erſtes Kapitel. daß man Mühe hatte, die Nägel mit der Zange herauszuziehen. Dü Roi merket als etwas be- ſonders an, daß die Ziegel, wenn ſie mit friſch gehauenem Eſpenholze gebrannt werden, eine bläulichte Glaſur und eine mehrere Feſtigkeit er- halten. Die Rinde brennt mit einer hellen Flam- me, und wird daher öfters zu Lichtſpähnen oder Schleißen angewende, 40, Der Ebereſchenbaum. Wir haben von dieſem Geſchlechte 2 Arten, wilden und zahmen Cbereſchenbaum, 3) Der wilde Ebereſchenbaum, Sorbus au- cuparia L. Cs hat dieſer Baum über 20 deut- ſche Namen, die wir übergehn. Von dem zahmen Cbereſchenbaum iſt er dadurch zu unter- ſcheiden, daß ſeine zerriebene Blätter einen wi- "derlichen Geruch haben, der bey der leßtgedach- ten Art nicht anzutreffen iſt. Auch ſind die Blattanſäße verſchieden, und erſcheinen bey der erſten Art als ein halber gezahnter Zirkel, bey der zwoten aber mehr länglicht, Die Beeren ſind zuweilen ſchwärzlich; ſelbige aber ſind ver- dorben, und zeigen ſich gemeiniglich alsdenn, wenn die Bäume zu feuchte ſtehen, und an den Warzeln faulen, welche gemeiniglich ſebr tief zu gehen pflegen. Es wächſt ſonſt dieſer Baum bey uns und in andern kalten Gegenden Europens in Hecken und Holzungen, aber auch auf dem Berge Libanon. Er vermehrt ſich ſelbſt und ſtark durch die Samen, welche die Vögel über- all umhertragen 3 daher man leicht junge Stäm- me haben, und ſolche hinpflanzen kann, wo man es verlanget, Man pflanzet aber gern die- ſen er Zange Us tag fz fe nitfeſh verden, ne ff ar hellen ame ſpähen ebe |, 8 2 Artty, Sorbus au v 20 deut: Von dem : es einen vj lehtgeda): h ſind die jon bey der irfel, bey die Beeten er ſind vet Im alödent und an det NNACH jeſer Daum nEuropens (0) auf dem ſoft und Gaye über ge Gan um m „gem die ſat Die Waldbäume. 275 ſen Baum um die Häuſer und Gärten auf dem Lande, um keinen Mangel an Beeren zu haben, mit welchen wir unſre Krammetsvögel fangen. Man pflanzet auch von dieſen Bäumen gern Al« leen in und außerhalb der Dörfer, weil ſie un-. ter allen Bäumen am erſten grün werden, und ihr taub von Nachtfröſten nicht verdorben wird. Auch machen die rothen Beeren an den grünen Bäumen in den Alleen ein ſchönes Anſehn. Man kann auch dieſe Beeren Kühen und Schafen un- ter das Futter mengen. Sie ſind ihnen ſehr geſund, ſo auch die Hühner daran zu gewöhnen ſind, weil ſie daran ein Verwahrungsmittel wi- der den Pips haben. Der eingekochte Saft iſt der Theriak vieler Bauernz er iſt ſcharf, bitter ſchweißtreibend, und würfet noch ſtärker als der Holundermuß. Man kann auch Brandtwein aus den Beeren brennen. Die braune geſtip- pelte Rinde iſt bitter, balſamiſch und zuſam- menziehend, und giebt im Frühlinge ein. kräftig deſtillirtes Waſſer. In einigen Ländern hat man ſolche ſtatt der Tamariſcenrinde in den Apothe- ken eingeführet, Mit den Beeren pflegen die Goldſchmiede in Norwegen das alte Sitber auf- zufochen, um ihm einen neuen Glanz zu geben. Das Holz wird von Tiſchlern, Drechslern und Büchſenſchäftern verarbeitet, und läßt ſich gut poliren und lafiren. Die beſte Zeit den Baum zu fällen iſt im November 3; alsdann iſt das Holz gleichſam lau- ter Herz und auch dauerhafter, und man muß ihn nicht viel über 40 Jahr laſſen alt werden. Denn wenn er 50 bis 60 Jahr geſtanden hat,. wird ſein Kern hohl, die oberſten Aeſte werden S 2 dürres Erſtes Kapitel. Y dürre, und der Baum geht endlich ganz ein. Das Holz von 10, 12 bis z5 Zöglingen geſunden. Stämmen iſt zah und nicht ſchwer, und zu Acergeſchirren und allerley Fuhrwerke, vom Schubkarren an bis zur Kutſche dienlich. Es giebt zur Wirthſchaft kleine Faßdauben, Stü» >e zu Modellen und Formen bey Manufacturen, zu Walzen, Mandeln, Spindeln, kleinen Ra- defammen, Schrauben, Keltern,'Preſſen, auch allerley Stielen, Handgriffen und Einfaſſun-- gen, und zu Hobeln und vielerley Werkzeuge. Endlich giebt auch dieſes Holz Stangen und Schafte zu Pieken, Spießen, Jagd- und an- dern feinen Reifen, die beſten Nägel für die Mühlenräder, zähe Spießgerten u. ſ. w. Das Holz von alten Bäumen giebt auch ein recht gutes Brenn- und Kohlenholz ab. Es iſt dauerhaft, und giebtfeinen unangenehmen Rauch von ſich. Aus den jungen Stämmen dieſes Baumes laſſen ſich auch ſchöne Spatzierſtäbe ziehen. Es werden nämlich mit einem ſcharfen, dabey etwas ſchweren Meſſer in einen jungen gerade gewachſenen Stamm, ſo di> man ſolche haben will, im May oder Junius, durch die Rinde bis an das Holz, rundumher, entweder quer oder ſchräg, von der Erde an 5 Fuß hoch hin- auf, Wunden gehacket. Dieſe eingeſchnittenen Wunden laßt man, ohne ſie zu verbinden, ganz frey ſtehen, und ſie bis aufs künfrige Jahr fo fortwachſen. Alsdann ſchneidet man den Stock im Herbſte oder Winter ab, ziehet im Feuer die Rinde davon, beizet ihn mit Scheidewaſſer, wenn er ganz tro>en geworden iſt, über dem - Feuer pe SED+2 Su ZEE l A) ein, MACunden. ,| zu it, WWW ih, 6 ben, Ctp Ufactutn, einen Nee fen, auß Infſſun: erfzeuge, gen und und an: | für die ), (auch ein , Gif vn Kau Baumes € Achen 1, dabey en gerad! che haben die Nin eder quel hod) Ait Anitteiten 0, Jan jahr 1] u Stof uwe die oſe, her dem jut Die Waldbäume, 277 Feuer braun, und beſtreicht ihn, damit ihn das Scheidewaſſer nicht zerfreſſe, ſogleich mit Lein- öl. Will man ihn ſchwarz haben, ſo wird er mit der Solation von Silber, und darauf mit feinöl beſtrichen, alsdann mit Tripel oder Schachtelhalm poliret. Sobald die Rinde ab iſt, wird man ſehen, wie die Wunden, welche hineingehauen ſind, Erhöhungen und Wühljte von Holz aufgeſeßet haben, beſonders, wenn ein ſolcher Stamm noch 2 Jahre nach dem Ein- ſchneiden geſtanden hat, da denn dieſe Erhöhun- gen wie eines Strohhalms dick herausgetreten, und noch feſter wie das andere Holz geworden ſind. Wenn man auc) einen ſolchen eingeſchnit- tenen Stamm ſtehen läßt, wachſt er doch ferner fort, und trägt ſeine Früchte, Hierbey iſt noch zu gedenfen, daß die Einſchnitre von oben her, etwas unterwärts geſchehen müſſen, und daß man auf ſolche Weiſe allerley Figuren darein ſchneiden könne. Zulekt iſt noch zu gedenken, daß auch Bir- nen auf Ebereſchenſtämmen geimpfet werden können, welche aber einen herben Geſchmack be- kommen. Man will ſagen,.daß ſich der Ge- ſchmack verbeſſere, wenn dergleichen Birnreiſer auf Eberoſchen umgeimpfet werden. So viel iſt gewiß, daß die Ebereſchenſtämme am beſten ſind, Miſpeln darauf zu pfropfen, welche im Geſchmacke ganz und gar feinen Tadel haben. Endlich iſt auch das allgemeine Vorurtheil nicht zu übergehen, welches darinn beſtehet: es könne dieſer Baum ſchwerlich oder gar nicht aus Samen gezogen werden, wenn nicht die Vögel vorher die Kerne eingeſchlu>t, und mit S3 ihrem Erſtes Kapitel. ihrem Miſte wieder von ſich gegeben haben. Es iſt ein ſicheres Mittel, wenn man die Beere zer- Fnirſcht, in Waſſer auswäſcht, und zu Ausgan- ge des Octobers oder im Anfange des Novem- bers reihenweiſe an einem in Schatten liegenden Orte ausſäet, und mit einem Zoll Erde bedeet. Man muß aber Geduld haben; wenn er im er- ſten Jahre nicht aufgehet, ſo geſchiehet es doch üm andern; man halte nur das Beet vom Un- Fraute rein. Wenn die jungen Aufſchößlinge ein paar Jahre geſtanden haben, können ſie ent- der in Baumſchulen verpflanzet werden; oder man kann ſie 3 bis 4 Jahre ſtehen laſſen, und zu geraden Bäumen ziehen, um ſie hernach an den Garten, vor den Häuſern und an Rändern, in Eremitagen und Alleen u. ſ: w. zu verpflan- zen. Jn Alleen laſſen ſie am beſten, wenn wechſelsweiſe ein Ebereſchenbaum und Linde eines ums andre gepflanzet werden. Beym Verpflan- zen muß man die Wurzeln kurz abſtußen; auch müſſen die Aeſte in der Krone kurz verſchnitten werden. Solcher Geſtalt werden die Bäume beſſer friſch Holz treiben, und man kann dieſel- ben durch nochmaliges Stußen, welches erſt im Dritten Jahre nach ihrer Verpflanzung geſchehen muß, zu einer feinen kugelrunden Geſtalt ziehen. In det Wäldern kann man dieſe Bäume auch zu Schlag- oder Unterholz gebrauchen. Wenn ſie jung verhauen werden, ſchlagen ſie am Stam- me, oder dem abgehauenen Stoke wieder aus. Viele kann man auch zu Oberbäumen ſtehen Laſſen, denn ſie verdünnen nicht das geringſte unter ſich, benehmen auch dem andern jungen Holze, welches dadey ſtehet, keinen Nahrungs- ſaft, weil ihre Wurzeln nach der Tiefe geben. Man NEE GSGENTUNERGHREEBEENGGISERG we ew ji Athen 5 Rehe de bedecftt, Ner I ts et es dh f vom Übe ſhößlinge en ſieent- en; oder ſen, und nach an ändert, verpflatv 0, wenn (ndeeines Verpa ßen; auh rſchnitten e Biume ann diefe hes erſt im 3 eſhehen balt zieht ume au) em Dient am Gans viedey as nen feht 4 eringſe m Jungen ahrungs: ſt gehen, Ny Die Waldbäume. 274 Man kann es auch nicht ohne Bewunderung ſe- hen, da dieſer Baum auf alten Mauern, und oft auf hohen ſteinigen Felſen wächſt, wie er ſeine Wurzeln in den Zwiſchenräumen fortflech- tet, und aus weniger Erde, auch auf Mauren aus mürbem Kalke ſeinen Nahrungsſaft zieht. Kann er gleich an ſolchen Orten nicht ſonderlich ſtark und groß werden, ſo tragt er doch fleißig Beeren. Cben dieſe ſeine Eigenſchaft viele Früchte zu bringen, verurſachet auch, daß der- ſelbe nicht ſtark in Seitenaäſte oder Holz treibet. Wenn auch ſchon die alten Bäume nicht mehr an den veralteten Aeſten rechte Früchte bringen wollen,(wie denn überhaupt die alten Aeſte die ſchlechteſten und magerſten Beeren bringen,) ſo darf man nur die alten Aeſte abbrechen, dur wg Mit den Kühen iſt es eben ſo, wenn ſie ihnen Geptenhe z; 8 FEN Jo, 1054) ende 4 unter den Hechſel gemenget werden. Noch beſ- fbiſ M ſer aber iſt es, wenn man die Beeren unter den dendi in. geſtoßenen Kohl oder andere grüne Sachen men- ' M get, die man zur Winterfätterung vieler Orten m zum für die Kühe einzumachen pfleget. Beym Tro>- Veen M]- nen der Beeren auf Böden und an der Lufc hat jeho feibe man aber darauf zu ſehen, daß ſie nicht ſchwarz Men ſlch und ſchimmelig werden, in welchem Fall die auf die 1- Hühner beſonders ſiexgar nicht annehmen, auch wir Ope dt allen Thieren überhaupt nicht dienlich ſeyu wür- inge in Dh den. Bey Einſammlung der Beeren aber muß metSvögel); man fich bey freyſtehenden Bäumen nicht ver- Beeren übk ſpäten, weil die Herbſiwinde in wenig Stunden eden, Fut alle Beeren abreißen können, es wäre denn auf , Wilm oder neben dem Gehöfte, wo Hühner und Enten 1 beſten Ot. die auf der Erde liegenden Beeren aufleſen nur mit da können. fett werde ehrauche auf b) Der zahme Lbereſchenbaum, Spier- ſtigen Zdu baum, Sorbus domeſtica Linn. Dieſer Baum gt, und ma) wächſt zwar in den mehr wärmern Gegenden Eu- wuſammenge ropens, jedoch auch hin und wieder bey uns in den ff Deutſchland. Die Früchte ſind bald rund, bald damit aft: längliche, von der Größe einer kleinen Musca- "7 an moj. tellerbirne, gelb mit roth vermiſchet. Der Ge- uſer zu ſchmack iſt herbe und zuſammenziehend, wer- md eihnt den aber, wie die Miſpeln, weich, und alsdann ve 1 der) eßbar. Die Vermehrung dieſes Baums geſchie- Gofeignen het durch) den Samen, durch Auslaufer und wt E45;: ainfuete Jmpfen auf wilde Ebereſchenſtämme,. deſen jmd; / GS 5 12. Der 282 Erſtes Kapitel, x2. Der gemeine Roß- oder wilde Ka- Gif ſKameinbaum." v en Dieſer aller Orten bekannte Baum war ehemals iM mehr in Anſehen, da er wegen ſeines regulairen 5 auß | Wuchſes und anſe9nlichen Blütchen beſonders in Al- Foſtan leen angepflanzet ward, und man ihn wegen ſcines| fevitif früh abfallenden Laubes daraus nun verbannen will.| din Der Landwirth ſollte ihn aber doch wegen ſeiner bey| 7 der Viehzucht ſehr brauchbaren Früchte wieder hervor-" M" ſuchen, und wenn es ihm an andern Pläßen fehlet,; ſolchen an Wegen und Abörtern pflanzen. Er erlangt geſiedr eine ziemliche Die, undyHr. von Münchhauſen mel- einem gu det von ſeinem diſten Stamme, daß er an der Wur- hoc dän zel beynahe 11 Schuh im Umkreiſe habe, Er kann |(Hellboy an 100 Jahre alt werden.| 67 Das Holz iſt zart, weich und faſericht, verfau-(AN let auch leicht in der Näſſe, daher es nurim Trocknen des Ve brauchbar iſt. Die Bildhauer machen davon Ge-| Miler| brauch, und die Tiſchler verfertigen davon ſchöne folgende Tiſchblätter. Zur Feuerung wird das vor ſich allein ſym cht gebrauchte Holz, weil es ſchwer brennet, am beſten ſehe | mit andern Holzarten angewendet; die Aſche aber Huhſt /| giebt eine gute Lauge. Das Laub wird yon Scha- |) fen, Ziegen und Hornvieh, wie auch von Hirſchen, Di |- nicht ungern gefreſſen, ſo wie leßtere auch den Früch- gemach ten nachgehen, und ſie mit Begierde verzehren. 4 an Die Früchte hat man zur Viehfükterung hin und| ve wieder zu gebrauchen angefangen. Das Rindvieh'G 4 | muß, da die Kaſtanien ſehr bitter ſind, nach und 1 nach darzu gewöhnet werden, wenn ihnen ſelbige zer- fit| | ſtoßen auf das gewöhnliche kurze Futter anfänglich in| u | kleinen Portionen gegeben, und ſolche hernach ver-"00 größert werden. Was mit dieſer Frucht bey den| M. Scha- pur hi ſü: Wer Quuls 68 Nöplaiean ſonders m Wegen ſend ebannen vil n ſeiner by jeder herby: laßen fehlit Er erlanzt hauſen mel: nder Bur: , Er fan iht, verfäl eim Trocfne n davon Ov davon ſchön! ot ſch allein |, am beſt! 0 Wh d von CH von Airſhe) uc den Früh: vet eh ung hin 6 Rid ), uh 17 Die Waldbäume, 283 Schafen ausgerichtet werden könne, werde ich im Ka“ pitel von der Schafzucht mit mehrerm berühren, zu welchem Zwe ſie auf einem luftigen Boden getro>- net und hernach aufbewahret werden. Bekannt iſt es auch, daß die Türken ihre Pferde zum Freſſen der Kaſtanien angewöhnen, um davon ſowohl ein Prä- ſervatif als Cur des Kropfes und der Lungengebre- teLappen getheilet 3 die bey- den hinterſten ſtehen weit aus einander geſverret, ober- wärts ſind ſie hellgrün und glänzend, unterwä“ts et- was wolliche. Die Blumen erſcheinen mit wollich- ten Stielen auf den.Spißen der Aeſte in großen Büſcheln. Die Biumenblätter ſind weiß. Die im September veifenden Beeren ſind länglichtrund., ha- ben oberwärts einen Nabel, braunroth und ſind mit einer glänzenden Haut umgeden, welche weiße Punkte zeigek. braun und hat ger, al den, G und and! gen Zwei fer wer falen, 4) haber, « zt ne“ VD W| Eamen/ bet man d Y ſchlägt er 1: | Wi jen folgen Er hat 1 Wlp- Ih daim,| daCs av Os mit dem dien Za | W Miihe (en Chaun "oden Tay ' Wowchn Impfe ind chem: und Daf, de veidet weh, Jer in feln Ku ) gewöhnlie den, Ziey aden ſelbigy er vermieda Vaſſer fte , | m, he Raimen ey Elrigty f Crataegu aufen Dod et, und elt hlichte Bi) a Veſte ſeu: latter fid lang, 330 u, Geller; Die M gfperttt di unter em mit wel je in aro30 aß, Dem Wund, I ) m) ſu) NN wege Putt JOges Die Woldbäume,. 285 zeiget. In dem herben Fleiſche liegen den Birnen- firnen ähnliche Samen. Die zuſammenziehenden &rüchte werden im October gleich den Mitpeln von vem gemeinen Manne gegeſſen, uad dienen als ein Hausmittel wider den Durchfall. Das Holz iſt hart und weiß, doch auch öfcers braunroch mit ſchwarzen breiten Stre'fen durchzogen, und hat die be;onvere Eigenſchaft, daß es ſich weni ger, als anveres Holz, wirſt, und daher zu Fußbö- den, Schrinken, Linealen, Spindeln, Bildhauer- und andrer Arbeit gebraucht wird. Von den jun- gen Zweigen können Flöten unb Zwergpfeifen verfer- iger werden. Da vie Biatter zeitig im Herbſte ab- falien, pflanzt man den Baum ſelten in Allcenz lie- ber aber an ſolche Oerter, wo man im ſpäten Herbſte nocd) Bögel durch ſeine Früchte lo>en will.' Die Erziehung geſchiehet am beſten durch den Samen, und im Schatten und tiefen Erdreiche fin- „det man die höchſten und di>ſien Bäume. Wird der Stamm in Zeiten abgeßauen, ſo ſchlägt er auch aus dem EStoce wieder aus. 14. Der Traubenkirſchbaum. Wir laſſen dieſen Baum auf den vorhergehen- den folgen, weil er mit ſolchem öfters verwechſelt wird. Er hat über 40 deutſche Namen, z. B. Bütchel- Zlp- Abl:»zobi- Kiriche, Stimnkbaum, ZIaulz baum, Lslen, ELiſenbeer, Parſcherpen u. ſ. f. Padus avium Mill. Auch wird dieſer Baum ſo gar öfter8 mit dem Faulbaume verwechſelt, von wel- ern Erdreichs, bald zu einem Strauche, Er dienet auch die Ufer an reißenden Strömen zu befeſtigen, weit er ſie ſtark durchwurzelt. Hat man zu niedriges unß daher zu feuchtes, oder gar Ueberſchwemmungen zu Zeiten ausgeſeßtes Land, auf welchem man ſonſt kei- ne Obſtbäume fortbringen kann, jo muß man dieſen jungen Baum darzu erwählen, um die beſten Kirſch- ſorten darauf zu ſeen. Einige bedienen ſich ohnehin ſchon im mäßig feuchten Boden gern dieſes Baums, den ſie aus ihren Wäldern in die Gärten pflanzen, - um ſüße Kirſchen darauf zu impfen, 45. Der & 288 Erſtes Kapitel, 3 15. Der Faulbaam. Der FSaulbaum, ſchwarze Schießbeere, ſchwarze Erle, Alnus nigra oder Franyula, hat außer vorangeführten Namen noch viele andere, wel- &net. Denn vas Laub iſt von allen Zeiten ein bekanntes Viehfut- ter, welches vie Milch vermehret, die Säfte reiniget und den Urin treibet. In manchen miſitairijchen Reichen iſt dieſer Baum bisher zu Verfertigung des Schicßpulvers ſo ſehr aufgeſucher worten, daß er darüber faſt wenig mehr zu ſehen iſt. Dieſerhalb iſt ver Anbau ſehr zu rachen, um ein Holz zu haben, : das Seantneciiäe ite 6 das/ gen k gebet ver 2 man Vaſ ge, 7 Beer Beſte ve zu fonlau! vie De fig aus, q [2 Imſel | wird 0 Giraud diener in welert dm Vi ionen eine an tage lo telmaßi bey uns ven D felt; Wem jed (digt, Winde Y Ahne, jehendee H3087 , Schif (auh, het e anden wel 9 mit ander Votanifer ak anderm Du ſtern enth amen. Die herzförmig, m erhaben, - fene an: im Septem 1 ſchattigen ern Gege miſhet,(fr nd gleidfals iſt aſchfarlg fen Defledd) u beſonders hte, dieſe werlihe Nh tFein beſett 17 auß M neeife Den tigen Dit yet, Zu ns Dif Zöfte veimgt nliairhhe vartlgung De? wu dos feat "4 ha04) NM Die Waldbäume. 289 das ſich ſv gewiß und recht theuer an den Mann brin- gen läßt. Das hellrothe Holz kann zum Fourniren gebraucht werden, es artet aber die helle Farbe mit der Zeit in eine dunkle aus. In Schweden braucht man die feiſche Rinde zum Gelbfärben, wenn ſie mit Waſſer oyne Salz und Lauge gekocht wird 3; mit Lau- ge, oder troen, giebt ſie eine braune Farbe. Die Beereti purgiren; werden.aber ſelten gebrauchet, Beſſer bedienet man ſich derſelben, wollene und ande- ve Zeuge grün zu farben, wenn ſie zuvor durch..Bir- fenlaub eine grüne Farbe erhalten haben. Durch die Beeren ſaet, ſich dieſer Baum. von ſelbſt häu- fig aus.| 16. Der Kreuzdorn. ov Kreuz» Puyrgir- Stech- Zirſch- Amſeibeerdorn 1 ſ f. Rhamnus catharticus L, wird bey uas in He>en und Feldbüſchen als ein Strauch ſowohl; als ein Baum gefunden, und. ver- diener in unſern Pflanzungen vornämlich einen Plaß, weil er eine Menge von Beeren träget, welche bis in den Winter ſien bleiben, und den Wögeln, wenn ionen bey tiefem Schnee andre Mahbrung fehlt, eine angenehme Speiſe geben, und ſolche in die Plan- tage locfen. Der Stamm erhält die Höhe eines mit- teimaßigen Pflaumenbaums, und man findet ihn bey uns im Umfange ſeiner Dicke über 2 bis 3 Span- nein. Die Frucht hat mit dem Faulbaume viel Aehn- lichfeit3 dieſer aber iſt ohne Stacheln, da ſich bey jenem jeder Trieb der Aeſte mit einem ſpißigen Dorne endiget. Die im September ſchwarz und reif wer- vende Beere von der Größe einer Erbſe enthält ein grünes, im Geſchmace bitterliches und zuſammen- ziehendes Mark, nebſt 4 Samen. Die Droſſeln AZ3u8vgrer V, Dand. T und 290| Erſtes Kapitel. und Krammetsvögel gehen dieſen Beeren ſehr. nach, daher man ſich auch ihrer als eine Lockſpeiſe auf Vo- gelheerden bedienet. Das Holz nimmt eine Politur an, und iſt bey eingelegter Arbeit zu gebrauchen; die Wurzeln nebſt den Maſern ſind beſonders ſchön. Die Rinde könnte als ein Brechmittel gebrauche - werden, man bedienet ſich ihrer aber nur zum Fär- benz die friſche färbet gelb, die getrocknete dunfel- braun. Das junge Laub hat eine reinigende Kraft, und wird von allem Vieh gern gefreſſen. Die Aerzte verfertigen aus den friſchen Beeren einen Syrup, und verordnen ihn bis zu 2 Unzen, Man nennet ihn gemeiniglich Syrupus domelticus, und ſoll nach Sy- denhams Bemerkung einen Durſt erregen, zumal wenn ſoicher allein genommen wird. Nach Chomels Rathe ſoll man dieſes Mittel ven Waſſerſüchtigen verordnen. Da der Syrup aber widerlich und un- angenehm ſchme>t, ſoll man lieber aus dem Safte der Beeren ein Muß oder Roob kochen, und ſolches als Pillen gebrauchen. In der Färbekunſt haben die Beeren einen noch wichtigern Nußen. Mix den unreifen färber man gelb, mit den reifen aber braun- roth. Für die Mahlerey wird aus den gehörig reifen Beeren das bekannte Saftgrün bereitet, Es wer- den nämlich ſolche mit Zuſaß von Alaun zerſtoßen, der Saft ausgepreſſet, dieſer in Schweinsblaſen an einem tronen Orte aufgehängt und getrocknetz da- her auch dieſe Farbe Blaſengrün genennet wird, Man hat auch gelernet, die aus den Beeren gezogene Jarbe feſt und beſtändig zu machen. Die unreifen im Juli und Auguſt geſammelten und getrockneten Beeren werden ausgekochet, und dieſe Farbenlauge mit Weinſtein und in Aqua Regis aufgelößten Zin- ne vermiſchet, und hierdurch das wollene Geſpinnſte dauer- ſige Hirn) wb. mittel | Juzieh eſo Veere vj,| ſm, ; he nh Nit auf Dy M An plitue rain be NUnders Kin, [el Arat mie zum Ihe nete Dnbh (gende Ae , Die Jery nen Eyny, n nenne ihn oll nach Eye gen, zumal ch Chomel; ferfüchtigen jd) und u: 5 dem Erſt , und ſoldes efunſt habt 1, Mit de aber braut hdrig reife t, Comet un jerfupt) einSbloſen at trod; nennt wi aren gejegen! Die unver getrof Parbenlaagt lopten Zh „Oopinnft dap Die Waldbäume, 291 dauerhaft gelb gefarbet. Der gelbe Saffian, Ma« roquin, erhalt dadurcen bey uns gebrauchet. Wo aber das Vieh den Anlauf hat, da wird das junge Laub und die jungen Sproſſen von ſolchem ſehr verbiſſen. Das Holz an ſtärkern Stämmen wird an Härte dem Buchsbaume gleich geachtet, und daher als ein vortreffliches Ge- ſchirrholz, in manchen Gegenden aber beſonders zu Wageachſen, wie ſolches oben bemerket worden, ges- nußet. Um das Holz zu der erforderten Stärke zu- bringen, muß man die Wurzelſproſſen fleißig weg- räumen, um einen einzeln gerade ſtehenden Stamm zu ziehen, und ſeinen Wachsthum zu befördern. Die eyförmige, runde, rothe, mehlig fiebrichte,.trocne Beere mit einem ſchwarzen Nabel wird im October reif, und von Bögeln, auch wohl von armen Men- ſchen, gegeſſen. Wo ſie häufig ſind, werden auch EE IERS. Schweis- 292 Erſtes Kapitel, Schweine damit gemäſtet.| In der Schweiz wird daraus ein, dem Biere ähnliches, Getränke, auch hin und wieder Cſſig und Brantewein bereitet. Ehe- dem bedienten ſich die Aerzte dieſer Beeren wider den Durchfall. Cine. ſehr gute Anweiſung zu Anlegung feſter lebendiger Hecken von Weißdorn hat im Haus- vater Hr. v. Münchhauſen im 111. Theile, S. 71. ff. gegeben,- 18. Der Mehlbeerenbaum. Dieſer Bäum, der auch(7ählbaum, Weigß- taub, Weißlauben, LMehlfäßergen, Weer- kirſchbaum, Arlasbaum, Oxelbaum in Schwes den u. f. f. Crataegus aria L. heißt, wird 30 bis 40 Fuß hoch, und ſchießt pyramidenförmig in die Höhe. Die wechſelsweiſe geſtellten Blätter ſind dem Erlenlaube ziemlich ähnlich, doch mehr länglicht, ungleich gezahnt, oberwärts glänzend grün, unter- wärs gleichſam mit Mehl beſtreuet. Sie erhalten ſich bis in den ſpäten Herbſt. Wegen dieſes artigen Anſehens und langen Dauer der Blätter ſchi>t er ſich gut in unſern Pflanzungen, beſonders zu Alleen, die man nicht zu hoch und zu ſchattig ziehen will. Die kleinen weißen Blumen kommen in großen brei- ten- Büſcheln, im May und Junius am Ende der Aeſte, und haben einen ſüßlichten Geruch. Ihnen folgen ovale, rothe, ſüße, eßbare Beeren mit 2 oder 3 Kernen. Gemeiniglich gelanget nur eine zur Reife, welches im October geſchieher. Die fleiſchichen rundlichen Beeren ſind ſchön roth gefärbet, und ent- halten 2, 3 bis 4 länglichte Samen. Das Fleiſch der Beeren iſt gelb und mehlicht, und werden in Schweden, wenn ſie der Froſt angegriffen, gegeſſen. Auch geben ſie durch eineGährung einen guten Brandt- wein, , | | | | we! arte nn war dan ehe | wel uy daG die.au! hand“ vun ziehe! vieh ſo wi herde! Veden mii bean ten lad! ben a Hefe uz um vt | ſtiedig derfun Frey! und 7 Ueber ſan Onez vird , uh Met, Eher wide vn ju Ünlyung jet im Haus c 6. " E, 71,| N, nN, Weiße , Merz in Chwe wird 30 yformig in Zatter ſind hrlänglicht vun, untöt: ie erhalten ſes artigen x[hiät> 8 zu Net) jiehen wil großen bie: m Endedt id, hm eten mit? nur elne zt je felſen 4 und ent Dus Feiſy | perden in " gegeſſen ay Deandt wil Die Waldbäume, 293 wein. Das Holz iſt unter unſern deutſchen Baum- arten faſt das härteſte, daher es ſonderlich zu Zäh- nen an die Mühlräder gebraucht wird. Der Baum wächſt faſt in jedem Boden, nur nicht allzugut in dem ganz tronen. Die Samen liegen etwas lange, ehe ſie auffeimen. 19. Der Schlcen um die Graben, Straßen, Dämme und niedrigen Laubwälder, wo man ihn nach Belie- ben auslaufen läßt, und daher doch recht die, feſte Hecken macht. Man hauet hieſelvſt ſodann von Zeit zu Zeit die diſten, alten Sträucher heraus, theils um von den Zweigen todte Werzaunungen oder Be-- friedigungen umgepflanzter He>en oder eine Be- deckung gemeiner Zäune zu machen, theils auch im Freyen ausgeſeßte junge Bäume wider das Reiben und Bonagen des Weideviehes damit zu bewinden, Ueberdem wird auch das ausgehauene Dolz oder Rei- ſig in den. Backöfen auf den„Dörfern ſehr nügklich 253 ver 0. Erſtes Kapitel. verbraucher, Die wilden Heen des Schwarzdorns dienen überdem auf waldloſen Feldern Haſen und Rebhühnern zu Zufluchtsörtern, um ſich darunter zu verbergen, es Die Rinde von dem Stamme und Aeſten wird einiger Orten von dem Landmanne zu beſſerer Aufbe- haltung der Käſe genirßet, von einigen aber ſtatt der Chinarinde bey Wechſelfiebern gebrauchet, auch daraus mit Lauge eine rothe Farbe für das wollene Garn bereitet. Die jungen, gelinde geröſteten Blät- ter geben einen ſehr guten Thee ab. Die Blüthen werden friſch, oder getronet, mit Waſſer oder Milch. abgefochet, als ein gufes Laxirmittel verordnet, Dieſes ſchickt ſich ſonderlich für Kinder, die von ürmern geplaget werden. Zu einer blutreinigen- den Frühlingscur wird dergleichen Trank einige Tage gebrauchet, und ſolcher nur gelinde eingerichtet, da- mit nicht zu häufige Oeffnungen erfolgen. Die un- reife Frucht giebt mit Vitriol eine beſtändige ſchwarze Farbe und eine beſſere Tinte, als die mit Galläpfeln verfertigte. Sie iſt zwar anfangs weniger ſchwarz; wenn aber das Geſchriebene einige Tage an der Luft> lieget, wird es vollkommen und dauerhaft ſchwarz. Die getrockneten Beeren farben roth, und dieſe Far- be wird durch die Seife beym Waſchen in ein dauer- haftes blaſſes Blau verändert. Die reife Frucht- oder Schlehe, wird, wenn ſie der Froſt gerühret, oder mehr moll und weich geworden, weniger unan- genehm im Geſchmacke, und wird yon Fiebhabern ſowohl friſch, als getroner, geſpeiſet. Einige neh- men von den gefrocfneten Schlehen einen Theil unter die gebackenen Pflaumen ſtatt der Quitten, Es kann dieſe Frucht als ſtärkend angeſehen und zu gelinder Stopfung bey Bauchflüſſen, wo keine Unreinigfeit mehr / v ] | j mh Gaſt Weit Yon vel) eg daß wein) Pu; mit ſed" gefoci ſo viell gähtert ſs un) hen 1) und 2) ſolny drin, breitet; te ſind Wehr ey Untern (erw Weißen nete Aſt und iO Varnnter Veſte nit ever Nufbu 1 aber fat uchet, au) as wollen; teten Blät- e Blüthen oder Milch. verordnet, , die von utrenigen einige Tage richtet, da: , Dieu ge ſchwarze Galläpfeln er ſhwarz; an der wuſt* aft ſwat), d dieſe Fut nein Dat reife Fut oſt gerühte) niger una (iebhabett (inge nee Ga unter , Gann M gelinder nutigfet mh Die Waldbäume. 2935 mehr zurü iſt, nüßlich angewendet werden, Der Saft davon erhält und kläret den trüben Eſſig. und Wein ſehr gut3 man machet auch einen Eſſig davon. Von dem Einmachen dieſer Frucht ingleichen der Be- reitung des Schlehenweins muß die 55. L]). zu Ra- the gezogen werden. Hier iſt nur noch zu bemerken, daß auch im Schonna ein ſchmackhafter Schlehen- wein auf andere Art bereitet, und hierzu die vom Froſte etwas durchdrungenen, abgepflückten Früchte" mit den Steinen klein geſtoßen, und kochendes Waſ- ſer darauf gegoſſen, beydes ein wenig mit einander gefochet, die Waſſerbrühe abgegoſſen und durch eben ſo viel Franzwein erſeßet wird, mit welchem alies gähren muß; und nachdem es einige Zeit geſtanden, iſt es zum Gebrauche fertig. Mancher Pontac bey uns iſt auf dieſe oder andere Weiſe auch von Schle- hen bereitet, Hr, Gleditſch hat die unreifen Früchte und Rinde von dex Wurzel zum Fkohgerben vorge- ſchlagen, 20. Die Hedkenfkirſche. 'Die wollichte vHe>enkirſche,' LOalports- may, Walpurgis- May- Jaun- Ahl- unds- kirſche, Zweck- Röhr- Schießbeer- Teufels? marter» Tabacksröhrchenholz, Saßpicpen, Läusbaum, 1. ſ. w. Chamaeceralus dumetorum, Lonicera Xyloſteum L. wächſt bey uns hin und wie- dor in Hecken zu der Höhe"von 6 bis 7 Schah, und breitet ſich mitihren Aeſten weit umher. Dic Blat- ter ſind gegen einander übergeſtellet, rundlich, oder mehr eyförmig, völlig ganz, oberwarts hellgrün, unterwärts mehr weißlichtgrün, an beyden Flächen aber wollicht anzufühlen. Die kleinen ſchmut!g weißen, langgeſtielten Blumen erſcheinen im Many, 24 und 296 Exſtes Kapitel; und es erfolgen im Auguſt reife, rothe, kleine Bee- ren, deren jede 3 bis 6 zuſammengedrückte Samen enthält, Aus dem weißen und feſten Holze der Ae- ſte werden Tobacsröhre gemacht. Die Beeren erre- gen Stuhlgang und Erbrechen, werden aber nicht gebrauchet. Die Vögel freſſen ſie begierig. Der Strauch erfordert einen feuchten Boden, und ver- trägt das Beſchneiden gerne, Er kann daher zu nie- drigen Hecken in Gärten dienen, und hierzu entweder junge Stämme aus den Holzungen ausgehoben, oder Samen ausgeſtreuer, oder auch Ableger gemacht werden, welche leicht Wurzeln ſchlagen, 21. Die Rheinweide. Dieſer holzichte Strauch hat bey den Deut- ſchen über 30 Namen, z. B. Hartriegel, ungäch- ter oder weißer Zaunriegel, grüner FSautl- baum, Spaniſche Weide u. ſ. w. Linguſtrum Er kann 10 bis 12 Schuh hoch gezogen werden, bleibt aber vor ſich viel niedriger. Die Frucht iſt. eine kugelförmige, glatte, ſchwarze, ſelten weiße Beere, die am Ende des Septembers reif wird, und den Winter über an den Sträuchern hängen bleibt. Die Vermehvung geſchiehet durch den Samen und Wurzelſprojſen; am geſchwindeſten durch Einſte>en der Ruthen oder Stäbe, wie bey den gemeinen Wei- den. Man ziehet davon ſchöne unter der Scheere ge- haltene Hecken in die Hö9e, von 8 bis 10 Schuh, welche ſich ſo in einander verwachſen, daß ſich die ganze Hecke beuget oder umlegt, wenn man überſtei- gen will. Jn manchen Jahren werden ſolche Hecken mit den ſpaniſchen Fliegen befallen, und Fahl ge- macht. Wo ſie gegen die Stürme frey und offen fte hen, muß man ſolche dagegen mit Stangen befeſti- , gen. qe! wer arb Kol ger! ze? zu( ne) ſe Aut Di eine! duß eine] ſev. den het niht weig, De en, Wd ver daher zu 10 eezy enen ehoben, M leger gemach: v ' y den Jau ege, ung ner Sau Linguſirm gen werden, je Frucht if ſelten weißt if wird, un) angen bleibt Samen un) eh Einſtwält emeinen Dt er Gh js 10 Gh) de ſh W man überſ 1 folhe Defi und fays 9 und offen Is gen befeh" git Die Waldbäume, 297 gen. Die jungen Zweige, da ſie ſehr zähe, ſind, werden von den Korbmachern zu feinen Arbeiten ver- arbeitet. Die aus dem ſehr harten Holze gebranincen Kohlen werden bey Verfertigung des Shießpulvers gerühmet, weßhalb, wo es an anderm tüchtigen Hol- ze darzu fehlet, der ſo leichte Anbau dieſes Strauchs zu empfehlen ſeyn könnte, Die rothen ſauren Wei- ne werden zuweilen mit den Beeren gefärbet, wovon ſie aber noch dunfler und zugleich herber werden. Auch dienen ſie zur Verfertigung einer ſchwarzen Dinte. Vermiſcht man den Saft der Beeren mit einem ſauern Salze, ſo erhält man eine ſchwarze, durc< das. Glauberſche Salz urd den Salmiacgeiſt eine rothe, durch Urin purpurartige, und durch Ei- ſenvitriol eine grüne Farbe, 22. Rothblätterichkter Cornelbaum. Man nennet dieſen bey uns wildwachſenden Strauch auch den wilden Cornelbaum, R5- thern, Särtern, HSartriegel, Seckenbaum, Aundsbeer, Teufelsmettern, Rürbeeren, Rothbeüholz, Rotbgerten, vu. ſ.|| Coruus foemina, Cornus Sanguinea 1.. Die Höhe dieſes Strauchs geht an die 8 bis 10 Fuß, und kann we- gen ſeiner weit auslaufenden Wurzeln und Schößlin- - ge zur Vermehrung der Gehege dienen. Außer der Fortpflanzung aus den Samen kann auch ſolche durch Ableger und bewurzelte Schößlinge leicht geſchehen. Die lang treibenden. Aeſte erſcheinen, wenn ſie älter werden, nebſt den Blättern im Herbſte ganz roth. Die weißen Blumen erſcheinen im May, öfters auch nochmals im Herbſte bey mehrerer Wärme. Die im Herbſte reifenden Beeren ſind klein, rund, ſchwarz, und enthalten ein grünlichtes ſaftiges Weſen, welches DE bitter, 208 Erſtes Kapitel.“ bitter, widerlich und zuſammenziehend ſchmecket, Der Strauch wächſet in jedem Erdreiche, wena es nur nicht zu naßiſt. Das harte und zahe Holz wird von den Büchſenſchäften vorzüglich zu Ladeſtö>en gebrauchet. 23. Der Schwelgenbaum. Der Scen thun ſie gute Dienſte, und müſſen alsdann wenig geſchnitten wer- den, wenn ſie recht viel Früchte tragen ſollen; nur muß man alle Jahre die an den Warzeln auslaufen- den Schößlinge abſtoßen und wegreißen, ſonſt wird die Hefe zu die von Holze.| Wenn man dieſe Ze- &>en der Hervorbringung des Brandes in dem dane- ben ſtehenden Korne beſchuldiget, ſo müßte man ſol- ches von Hefen und Einfriedungen allerley Art eben- faus behaupten, Die 309 Erſtes Kapitel, Die Erziehung dieſer Staude kann auf mehr denn einerley Art geſchehen. 1) Durch Ablöſung der Beyſchößlinge mit ihren Wurzeln, welche eben nicht groß ſeyn dürfen, und in einen guten Boden, 1acnet worden. Jm. Marz oder April wird ſelbiger etwas dünne in Rei- hen geſäet, und mit x Zoll guter Erde bedeciet. Nach 4 bis 6 Wochen wird man ihn heyyorkommen ſehen, und die Pflanze wächſt in ſelbigem Jahre etwa 8 bis 9 Zoll hoch. Im folgenden Jahre kann man ſie weit aus einander ſeßen, ſo werden ſte beſſer wachſen 3 doch' nicht zu tief in die Erde, ſonſt erſtien ſie. Man muß 5 bis 6 Jahr länger warten, ehe man von ge-' ſaeten Pflanzen Beeren zu ſehen bekömmt, als von Beyſchößlingen und Steczweigen: Die Früchte von Samenpflanzen werden auch nicht ſo groß, wenn man ſelbige nicht mehrmal verpflanzet, pfropfet: oder oculiret.; An dieſem zur Zeit noch nicht überall genug 92- achtetem Strrauche iſt kein Theil für die Haushaltung unbeträchtlich. Die Blatter haben einen herben weinſauerlichen Geſchma>, weicher,-wenn ſie noch jung und zart ſind, dem Sauerampfer faſt gleich kömmt, daher ſie auch in Holland zum Salat ge- braucht, und ſelbſt in Suppen und ans Fleiſch ge- kocht werden. Die Wurzeln rühmet Hr. Ehrhardt als ein bitteres kaxiermittel, und will daraus die an-. gege: ten, ſobet men) ley 7 | fen, Do Cale ſen if hat; 1 und vet ſin! Yi| vollfy er nid Nau) Garbi ſy, d Eten | inden gefich | Cie | 2 Ve Bear! 6 Ye | Becht tmr [57D JIN OU | Day den| 1 auf meh y Ulu Wile en vem Dey, Wh Mete en Erſa je 0 In die ry Im Zi Wander y: dem Gaſt nachdem e eden, Im me in Ke det, Nah men ſeht) » etwa 8 hi man fe wt ſens dn ſe, Mat jan von gt Mx, als vu die Fri ) gs 11191] +; Muri alt genug Dy Ppushaitun (inen herd! am ſe 10) ' ff qu n Galat gt ;Alaſh 30 „pfa! wu die ar "ed Die Waldbäume. 201 - gegebene Kraft in der Gelbſucht herleiten. Die grüne Rinde wird von Cluſius und ESwieten zu Ausfüh- rung des Waſſers in der Waſſerſucht bey den Waſ:- ſerſüchtigen angeprieſen. Die mittlere gelbe Rinde vom Stamme wird, mit Wein over Waſſer abgeſok- ten, zur Mundfäule und Befeſtigung ber Zähne ge- lobet; Die Kerne öder Samen haben eine zuſam- menzioehende oder ſtvpfende Kraft, dabey ſie zu aller- ley Bauchflüſſen können gebraucht werden. Geſto- ßen, und pflaſterweiſe übergelegt; ziehen ſie Pfeile, Dornen, Stückchen Knochen, und andere dergieichen Sachen aus den Wunden und Fleiſche. Zum Roh- eſſen iſt die Frucht zu ſauer; eben dieſe Säure aber hat, wenn fie durch Kochen mit Zucker aufgelöſer und vermiſchet wird, etwas angenehmes, und iſt al- ſv in hißigen Krankheiten erfriſchend und ſtärkend. Der ſaure Saft kann bey Speiſen und Getränfen vollfommen die Stelle der Cicronen vertreten, weil er nicht nur geſünder, ſondern auch wohlfeiler iſt. Man hat durch öftere Verſüche befunden, daß der Barbisſaft bey dem Punſche hauptſächlich heilſam ſey, da beſonders diejenigen, die vom Scorbut und Stein geplagt ſind, ſich darauf ſehr wohl befinden, indem der Stein davon auſgelöſet, und der Gries ab- geführet wird. Die Verfertigung iſt wie mit dem Citronenſafte. Man nimmt nämlich 1 Theil Satt, 2 Theile Zu>er, 3 Theile Franz- oder Rheiniſchen Brandtwein, Arrak oder Himbeerenwein, und 6 Theile Waſſer. Der Saft iſt leicht aus den Berberisberen zu' preſſen. Iſt er äusgepreßt, ſo läßt man ihn ſtehen, daß er ſich ſeße und klar werbe, gießt ihn hernach in Flaſchen, und verwahret ſolche mit guten Korkſtöpſeln, gießt auch wohl ein wenig Baunöl oben darauf, und ſtellet ihn in den Keller, da er ſich viele Jahre erhält, In 302 Erſtes Kapitel, In der Färberey giebt der Berberisſaft mit Allaun eine ſchöne rothe Farbe, Die mittlere gelbe Rinde vom Stamme, beſonders aber von der Wur» zel färvet gelb, und ſoll auch vorzüglich zum Saffian- farben gebraucht werden, auch in Waſſer gekocht eine ſchöne gelbe Farbe geben, mit der man allerley hölzernes Geraty2 anſtreichen, und als mit einem Firaiſſe überziehen kann. Das Holz können auch die Tiſchler zu eingelegter Arbeit gebrauchen. 25. Der Spindelbauni. Das vierblüthigte gemeine Pfaffenhör- dien, Pfaffenmüze, Spilibaum, Zweck- Pinn- Aniß- Pfeſferholz, Razenpfötchen, ZSähnenbuütlein u. f. fi Evonymus Europzus Linn, iſt bey uns ein fleiner Baum oder Strauch, der häufig in HeFen und Büſchen wächſt, und im gufen Boden wohl an die 20 Fuß Höhe erlanget. Die jungen Aeſte haben eine grüne, mit 4 röthlichen Finien bezeichnete Schale, und da dieſe der Länge nach herunterlaufen, ſcheinen die Zweige viereckicht zu ſeyn; die ältern haben eine graue Rinde. Die vierefichte gegen den Herbſt rothe Frucht iſt etwas breiter, als lang', und die Een ragen etwas über den mittlern Theil hervor. Dieſe Geſtalt hat denn auch den Namen Pfaffenhütlein veranlaſſet. Aus dem bleichgelben feſten Holze macht man Spindeln, Zahnſtocher, Zwecken, oder Nägel für die Schuſter; auch die Jnſtrumentenmacher gebrauchen ſolches; auch giebt os die feinſte Reißkohle, deren Bereitung dü Hamel beſchreiber. Die Früchte wollen einige für giftig anſehen, obſchon einige Vögel ſolche lie- ven, und die Dorfkinder gemeiniglich in ihren Spren- teln ſolche als eine Lockſpeiſe der Rothkehichen ge, brau- vnde Werde) und( Weger | treibt niht Herbf |(aub d | Dohar Uns jh fahl 4 ſüd, eſe Richt man dere [8 mit dnn fönnen au Ihen, 1, faffenhöt - zwe pfotchtn, Europzy er Giraud ve und in Ohe erlangt t gröclign ſe der Zany ge vierefig Kinde. It ght iſt etws m etwas übt ſtalt hat laſſet. iu jan Gpnda die Suſe gin f19: von Derain wollen 21019! pu flie üb ANE epiden 35 hw Die Waldbäume, 303 brauchen. Die Drechsler behaupten, daß ſie beym Drehen des Holzes einige Ueblichfeit, Neigung zu Brechen, und ſelbſt das Brechen zuweilen empſüne den hätten. So viel iſt gewiß, daß eine kleine An- zahl der Früchte ein heftiges Purgiren und Erbres den erregen. Die getrodnete und zu Pulver gerie- bene außerliche Schale der Frucht tödtet die tauſe. Zu Trient ſoll das gemeine Volk aus dem Saamen ein Lampenöl preſſen. Nach Hrn. v. Linn“ Bemer- Fung foli das Rind- und Schafvieh, nicht aber die Prerde, die Frucht freſſen. Es habenaaber ſchon äl- tere Schriftſieller angemerket, daß ſolche den Thie- ren ſchadlich ſey. Von den Schafen ſollte ich es faſt ungezweifelt annehmen müſſen. Denn ſo oft die mei- nigen in einer der hieſigen Gegenden weiden, wo der- gleichen Bäume ſtehen, kömmt mehrmalen eins zu- rü, welches an der fallenden Sucht leidet, Bey dem eben daſelbſt weidenden Rindviehe aber iſt mir dergleichen Bemerkung noch nicht vorgekommen. Die Vermehrung dieſes Holzes geſchieht häufig von den Samen, die durch die Vögel umhergetragen werden. Sie kann aber auch leicht durch Einleger und Schößlinge bewerkſtelliger werden. Daß ſich wegen der vielen Seitenäſte, welche der Stamm treibt, lebendige Hecken davon ziehen laſſen, iſt wohl nicht zu bezweifeln, wenn nur nicht das ſonſt im Herbſt ſpät abfallende, und im May ausſchlagenve 2aub dem Raupenfraße mehr als alle unſre andere Holzarten ausgeſeßet wären. Denn man ſieher bey uns in den meiſten Jahren, daß dieſe Bäume ganz kahl und mit lauter Raupengeſvinniten eingewebet ſind, 26, Der EN 304 Erſies Kapitel, - 26. Der Robinien- oder Acacienbaum. Gemeiniglicd) wird dieſer Baum, aber mit nicht genugſamem Grunde, Acacienbaum genennet. Eigent- lich ſollte er heißen der ſtachlichte Robinienbaum mit weißen ZAlumenähren, Unächter oder Virginicher Scotendorn,; uUnüchter caci- enbaumy Robinia Pleudo- Acacia Lipa. Er iſt aus Penſylvanien und andern nvrdamerikaniſchen Gegenden nach Frankreich, und denn auch nach Deutſchland gefömmen; ſo daß wenig Pflanzungen und Gärten bey uns ſind, in welchen er nicht geſehen werden ſollte, weßhalber, da er nun bey uns einhei- miſch geworden, und unſre Winter ſo gut ausdauert, hier nicht übergangen werden kann; Er wird eben ſo leicht durch die bewurzelten Schößlinge, als den Sainen vermehret. Der Trieb der aus den Samen erzogenen Stämme iſt gleich in den erſten Jahren ſehr anſehnlich, da hingegen die aus den Schößlin- gen erzogenen Stämme nicht ſo hoch aufwachſen, auch beſtandig aus der Wurzel wieder Schößlinge treiben. nung von mehr als 20 Fuß vom Stamme Schöß- linge aus der Wurzel getrieben. Dieſergalb muß man dergleichen nicht in den Gärten, füglicher aber, in offenen Pläßen unterhalten, wo die hervorgefrie- benen Reiſer eher nüßlich, als ſchädlich ſeyn können. Er nimmt mit jedem Boden vorlieb, wächſet aber im guten, etwas feuchten Boden am ſtärkſten. In Frankreich wird er hauptſächlich häufig gepflanzet, um davon recht dauerhafte Weinpfahle zu erhalten. Zu ſolchem Zwe ſoil man den Stamm alle 3 Jahre dichte an der Erde abhauen, weil die aus der Wur- zel erwachſenen Pfähle beſſer, als die vom Stamme ' oder Aeſten ſind, auch in ſolen verarbeitet werden. Die Blat- ker werden zur Zeit bey uns noch nicht von Inſe- cten angefallen. Als man vor 20 bis 30 Jahren anfing, dieſen „Baum unter uns ſo ſehr anzupreiſen, ſo urtheilte der berühmte Hr. D. Böhmer im neuen Schauplaße der Natur, B. 1. S., 160. gleich alſo: wir wollen den Empfehlungen dieſes Baums nicht widerſprechen, glauben aber dom, daß man von den einheimiſchen die nämlichen Vortheile ziehen könne, wenn man nur darauf einigen Fleiß und Wartung verwenden wollte. Meine eigene Erfahrungen beſtätigen dies Urtheil vollkommen. Jn einerley Grunde und nicht weit von einander habe ich junge Eichen und Acacien- gepflanzet. Von jenen ſind die Zehnjährigen ſchon höher und ſtärker, als dieſe von x 5 Jahren, weil die jungen Eichen von mir ſo gewartet werden, ais oben Nr. 1. gelehret worden. Und wenn es auf Wein- 5S81u8vgater V. Band. U pfähle 306" Erſtes Kapitel, pfähle von'der längſten Dauer abgeſehen ſey ſoll, ſo darf man nur diejüngern Eichen an der Erde weg- hauen, um von den ſchnell aufſchießenden Schstlin- gen Weinpfähle zu bekommen, oder die zu ſolchem Zweck abgehauenen jungen Stämme ſelbt, wie es mit dem Fichtenholze geſchiehet, trennen, welches je- doch mehr Arbeit koſtet. Uebrigens ſtehet auch der Ro- binienbaum unſern meiſten andern Holzarten darinn nach, daß folcner, ſteinichter und kieſichter Boden, wenn nur etwas Leim- oder Dammerde dazwi- ſchen gemenget iſt, nicht aber ein zu ſandichter, noch weniger ein ſchwarzer und lettichter Boden, iſt ihm zuträglich.* In dem lesten Erdreiche wächſt er zwar ſchnell in die Höhe, das Holz- iſt aber mürbe, weniger harzicht, roth und in der Mitte angefaulet.. Die Fortpflanzung geſchiehet durch den Sa- men«„Die Zapfen werden vom December an bis zum März eingeſammelt, und der Same im Frühjahre und April ausgeſäet, undes iſt beſſer, daß er lieber etwas reichlich, als zu dün- ne ausgeſtreuet werde. Der auffeimende Same zeiget gemeiniglich g Nadeln, welche von den Hülſen einige Zeit bede>t bleiben, im zweyten Jahre treiben ſie oberwärts kleine ſtachlichte Na- deln, im dritten Jahre iſt der Wuchs ſtärker, und kreibet oben ein Aeſthen, und im vierten und fünften gehen ſie merklich in die Höhe, Die . Stämme reinigen ſich durch das Abwerfen der untern Aeſte ſehr bald, man ſoll dieſes der Na- tur überlaſſen. Man kann auch die Stämme, wenn ſie nicht zu hoch und zu alt ſind, im Früh- jahre verpflanzen. Site haben eine kurze Pfahl- wurzel, und die Nebenwurzeln gehen nicht in (EW U 5 die 314 Erſtes Kapitel, die Tiefe, ſondern breiten ſich flach unter der Oberfläche des Bodens aus. b) Die Fichte mit einzelnen, vierſeitigen, auf der Rinde fortlaufenden Zlättern, und unterwärts bhangenden Zapfen, die | weiße TL Tordamerikaniſche Fichte, Pinus Canadenſis Lion, und dü Roi, iſt in Canada gar gemein, ſeltner in den übrigen Nordameri- kaniſchen Provinzen, weil ſie die kalten Gegens venliebt, und nach Süden zu ganz verſchwindet. Die Nadeln ſind bey dieſer heller, und die Rin= ve weißer, als bey der nachſtehenden Art, daher. fie auch den Namen der weißen Fichte erhals ten hat. Das Erdreich, welches ſich für unſre gemeine Fichte ſchifet, wird auch vieſe Art füg-. lich annehmen. Sie rreibt hurtig, und aile - Jahre faſt auf 2 Fuß hoch, deßwegen ſie auch. mif der Weymuthbstfiefer für das nußbarſte Jiorvamerikaniſche Nadelholz gehalten wird. &) Die Fichte mit einzelnen vierſeitigen. Zlättern und darunter befindlichen Llar- ben, auch unterwäres hängenden Zapfen, die ſchwarze L7ordamerikaniſche Fichte, Pinus Mariana du Roi, haf mit der vorigen gleiches Vaterland, bleibt aber niedriger, und, verdient daher wenig Achtung. d) Die mit einzeln eingeferbten Blättern und aufremann be- hauptet, daß ſie in einem dichten Gehaue in 13 Jahren Mavneshoch wachſe, und ihre Höhe in 20 Jahren ſchon über 13 Ellen betrage. Hr. du Roi meldet, daß die, auf trocknem ſteinich- ten Gründe geſzeten Tannen, ohngefähr nach 40 Jahren meiſtentheils 55 Fuß Höhe, und im Durchmeſſer 9 Fuß Dicke erhalten. Nach 20 Jahren pflegt ſich dieſe Tanne von ihren un- nöthigen Aeſten ſelbſt zu reinigen, und ſodann in der Höhe gar merklich zu wachſen; doch wird ſie ſelten vor dem dreyßigſten Jahre tüchtigen Samen tragen, und der ver ſolcher Zeit gefun- dene dienet nicht zur Ausſaat, weil er faſt ohne Kerne, und nur mit flüßigem Harze erfüllet iſt. Da die Wurzel ſtärker iſt und tiefer unter ſich geht als die Rothtanne, ſo hältſie ihren Stamm auch feſter gegen die Sturmwinde. Man fangt an, die Tanne, da wo ſie ſonſt nicht geſehen worden, anzubauen, welches durch den Samen geſchiehet. Dieſer ſoll zur Herbſtzeit geſaet werden, da er denn im folgenden Früh- jahre gut aufgehen wird. Der Boden muß weder zu ſandig noch zu naß ſeyn. Man darf den Samen nur auswerfen, nicht aber bede>en, das in demſelben befindliche Harz verwahretihn gegen den Froſt, Er. keimet in 8 langen, plat- ien, ſtrahlenweiſe aus einander gebreiteten Blat- tern.. Von der Nustbarkeit dieſes Holzes beym Schiff- und Hausbauen, zu Pfählen im Waſ- ſer, zum Tragen wegen ſeiner Zähigkeit faſt. er 316 Erſtes Kapitel. ſer wie das Eichenholz, zu manchen Hausge- räthen, als Eimern, Zobern, Leitern u. LF; indem es weißer und leichter iſt, als Fichten- und Kiefernholz, zu vielen muſikaliſchen Jnſtru- menten u. dergl. iſt hier nichts zu ſagen, weil es auch da beliebt iſt, wo es nicht wächſet, und die Geräthſchaften davon aus der Ferne herge- bracht werden. Die jungen friſchen Zapfen werden, wie die von Fichten, mit Zucker einge- kochet, und als eine heilende und ſtärkende Arz- ney wider den Samenfluß angerathen. In den Beulen oder Blaſen an der Rinde des Stammes, die man Tannenblattern zu nen- nen pfleget, iſt ein heller Terpentin befindlich, welchen dü Hamel für beſſer hält, als den Ter- penkitt aus Lerhenbäumen. e) Die mit einzeln, uneingebkerbten 2Blät- tern und ayfrechtſtehenden Zapfen beſer? te Sichte, die Gileadſche ZBalſan:tanne, Pinus balſamea. Der Baum, urſprünglich aus Birginien und Canada, hält unſre Winter aus, und wächſt in einem mittelmäßig guten Boden in den erſten Jahren ziemlich fort, in den folgenden aber weniger, und bleibt niedri- ger. In der Borke bemerkt man viele kleine hervorſtehende Beulen,. welche ein häufiges Flares, riechendes Harz enthalten, welches in England gemeiniglich für den Balſam aus Gi- lead verfauft wird. Die Nadeln dieſer Tanne ſind fürzer, als die der vorhergehenden, und ſtehen mehr ſperrhaft rund um die Zweige. Der größte Unterſchied beſteht in den Zapfen, wel- auf, ſo bekömmt man auch (0 abe/ man auch auf nter, dem ſchlechteſten Boden gerade und hohe Bäume, ven geol welche ſich unter einander ſo beſchatten, daß der "5 ' den Gu Boden ſobald nicht von Sonne und Luft zum n jiemlih Beſten. des Wachschums kann ausgetrocknet, bet eine die jungen in der Folge aber ſich einander zunahe le ſchlech: ſtehenden Bäume nach und nach können ausge- ſammeln hauen werden, welches Geſchäfte man das Aus- [l, Die lichten zu nennen pfleget. Die untern Zweige geblühet, vertrocknen mit der Zeit von ſelbſt und fallen ab, d. Ih- daß man alſo dies Reinigen der Natur allein em zwey: überlaſſen muß."Denn das Aushauen der Zwei- Ot fennt: ge iſt auch bey dieſer Art des Nadelholzes äußerſt gen Jah: ſchädlich, und hemmetr den Fortwuchs. ebſte ihre Will man den Samen zur Saat aus den eit an den 20 heraus haben, ſo werden lekßtere in den 1- Man Stuben, oder in geheizten Treibhäuſern, zum habende: Aufplaßen gebracht. Einige pflegen die Zapfen zumEin- ein paar Tage zu ſolchem Zweck in Waſſer zu 6 Arbeit weichen, daß das Aufplaßen dadurch beſchleu- ] niget werden möge. Jn den Ofen aber die Za- pfen zu trocknen iſt gefährlich, weil der Same u beſiey von der zu ſtarken Hike leicht zerſtöret, und zum ar, Nat Keimen untüchtig gemacht wird. Sonſt kann ; überhet- man auch die Zapfen beym Sonnenſchein, wenn ß der Gr“ ſelbiger darzu ſtark genug iſt, im Freyen auf ei- chen wird„nem Tuche auf Haufen legen, und wenn ſie ober- gung des- wärts aufgeplaßet ſind, umkehren, daß die un» mne und terſten oben zu liegen kommen. GSäet man nun Falle di ſolchen Samen auf einen feſten Boden, ſo wird Denn| er zuvor durch Pflügen und Eggen locer ge- den auf macht, auch gemeiniglich der Same mit Sand geht BRuSYRZer V, Band. L ver Erſte3 Köpitel, vermiſchet, damit er nicht allzuvicht ausfalle. Kann man mit dem Pfluge nicht überall antoem- men, ſo ijt das Umhacken an allen Orten auch in kleinen leeren Plätzen, in alten Holzungen am beſten anzubringen. Dieſes muß alſo ge- ſchehen, daß man mit einer breiten Hate Fur- chen, 15 bis 2 Fuß breit, 2 bis 3 Ruthen lang, nach Beſchaffenheit des Bodens tief, und, ſo- viel nach) dem Augenmaße möglich iſt, wagerecht machet, alsdenn ein paar Fuß ſtehen läßt, aber- mal eine Furche zieht, wiederum ein paar Fuß lang Erde oder Raſen unaufgehauen ſtehen laßt, und ſo fortfaährt, bis der ganze Ort auf ſolche Weiſe umgearbeitet iſt. Die Erde muß nie- mals tiefer, als höchſtens 2 Querhände auyge- Hauen werden, um nicht ohne Noth den wüiden untern Boden, der den Samen nicht gern an- nimmt, in die Höhe zu bringen, die: Furchen aber dürfen aus vem Grunde nicht zu ſjchmahl ſeyn, damit ſie ſich nicht zu bald mit Kraut und Gras überziehen. Dieſes zu vermeiden, legt man auch wohl, wo ſehr verraſeter Boden iſt, den Raſen dergeſcalt an die Mitternacht- oder Morgenſeite, daß die obere Fläche unten zu lie- gen fömmt, damit Kraut und Gras nicht ſo- bald wieder Oberhand nehmen, auch die zarten Keime vor den rauhen und dürren Nord- und Oſfiwinden einiger Maßen geſchüßet werden. Andere, welche das Pflügen erwählen, pflügen dergeſialt, daß zwiſchen jeder aufgepflügten Fur- die eine nicht aufgepAügte liegen bleibe, und unternehmen auc) wohl in leichtem Boden dieſe Art zu pflügen, damit die aufgeworfene Furche dem Samen Schuß wider den Weſtwind und Sonne geben möge. Hat 18falle, mee n auch zungen Mſd qt ie Fur: nan, nd, ſd gerecht abet: v Fuß n laßt, ſolche ß nie- auſge: wiiden en an: jurchen maß! ut und 1, legt en iſt, -(der zu lie icht ſoy e zarten d- jtd merden, n dieſe Furche d und Hat Die Waldbäume. 323 Hat man große, ganz von Holzungen entblöß- te Orte in Bejiand zu bringen, die wegen allzu- dürren Bodens, oder rauher Gegend den Holze ſamen nicht annehmen wollen, da wird man am beſten jivichweite, von Nordweſten gegen Süd- oſten das"Beſaen anfangen, als wodurch der ganze Oet mit der Zeit gegen die rauhe Wittes rung Schuß bekömmt, und ſich zu Annehmung des Holzes verbeſſert. Denn ſobald das junge Holz zu einiger Höhe fömmt, folgert Gras und Kraut, welches, nebjt den bereits erwachſenen jungen Stämmen den Boden gegen die brennen- de Sonnenjzjiße de&et, die rauhen; tronenden Winde einiger Maßen abhält, und durch die jährlich verrotteten Theile den Boden verbeſſert und fruchtbar macht. Dergleichen rauhe Orte ſind ehedem 20, 39, und mehr Jahre vergeblich bejaet, oder mir Laubholz bepflanzet. Endlich aber hat man wahrgenommen, daß ſie ſich vom Urafange her, welcher mit Holz beſtandenen Or- ten begranzet, nach und nach gegen die Mitte mit jungem Anwuchs zugezogen haben. Noch hat man beym erſten Anfange eines zu- beſäenden Flugſandes kein anderes Mittel vor ſich, als ſchmahle lange Striche, oder kleine Plaße, dicht, einige Fuß hoch zu umzäunen, auch allenfalls etwas ſchwerere Erde nur einige Zoll tief unter den Sand zu bringen, und den Iavelholzſamen hineinzuſaen. Auf dieſe Weiſe ziehen ſich die angränzenden Orte nach und nach zu. Je langſamer aber dieſes von ſtatten geht, und je mehr es Koſten verurſacht, deſto mehr hat man Urſach zu verhüten, daß ſolche gefährliche Orte, welche alle benachbarte unter 2 dem Erſies Kapitel. "dem Wiride liegende verſanden können, nie ganz - vom Holze entblößet werden.- Das Abtreiben (Abholzen) muß daher in jnen. Die junge Kiefer erſcheint bey dem Auffeinien mit 4 oder 5 Nadeln. Jm erſten Jahre iſt der Wuchs geringe, im andern kömmt der Haupt- ſchuß, und im dritten zeigen ſich Aeſte, und ſo wird der Trieb nach und nach ſtärker und ſchnel- ler. Und da dieſe Art unter allen Nadelhölzern am geſchwindeſten wächſet, ſo ſollte man ihren Samen nicht mit Fichten- und Weißtannenſa- men vermiſcht ausſaen, weil dieſe Arten durch ſie unterdrücket werden. So lange ein ange- ſäeter Drt dem Viehe nicht völlig entwachſen iſt, muß feine Viehtrift darauf geſtattet werden. Eine Räupe, deren Schmetterling die Ph-1xoa "Tinea Ketinella Linn, iſt, verurſachet öfters, daß Die Waldbäume, 325 | gat daß die obern Aeſte an Kiefern und Fichten ver- täben derben, und das übrige grün bleibt, worauf ehe eine Beule von Harz an dem abgeſtorbenen Aſte he den erſcheinet,. n Vite|; 2 302);:( iche Die rote vder SHottiſche Rieferfichte, Pinus rubra Mill. ift nach dü Roi für eine Spiel- - aet zu Halten, Die 1690 ſind kürzer, dier, 1 M-geſtreifet, und mehr jetadonſarbig. :, nebſ b) Die 2weyblättrite, krummwachſende Rie- ) wiede"ferfichte, der ZRrummboizbaum, die kleine at may 1 Alpenkiefer u. ff. Pinus Montana Mill. er Dind und dü Roi. Sie wird von Hallern gleich- x legen. falls nur für eine Spielart der gemeinen Kie- der von ferfichte angenommen, und wird auf den Ges 1 darun: birgen in Ungarn, auf den Alpen auch im ind den. Schwarzwalde angetroffen. Der beſondere die jun: Wuchs beſteht darinne, daß Stamm und Aeſte ern dat: nicht gerade in die Höhe gehen, ſondern auf der Erde unordentlich, oft creußweiſe dur< einan- der hinlaufen, weßhalb ihr Anbau bey uns nicht feinel anzuraten, Der Balſfamus Hungaricus, oder „0 iſt der das Rrummbholzö5! wird daraus verfertiget. ' Haupt c) Die fünfblätterichte, glatte Zirbelnuß- „ und) fichte, die Zirbelnußkiefer, die Ruſſiſche 2d ſmd“ oder Sidiriſche Riefer u.“ſ. f. Pinus Cem- elhöljem bra Linn. Sie wächſt nicht nur in Sibirien an ihre- ſondern auch auf den Alpen in der Schweiz und Ennen auf den Tyroliſchen und Carpathiſchen Gebirgen. vn dur: Die jungen Bäuchen leiden bey unſern: harten in ange Wintern nicht. Sie wachſen in Sibirien zu ei- hen ifb ner anſehnlichen Höhe und Stärke. Eben da- werden ſelbſt werden ihre Früchte, oder Rüſſe, gejamm- Ph-lz03 let, nach Rußland verhandelt, und entweder t öfters, DE; roh dep 326- Erſtes Kapitel, roh gegeſſen, oder das daraus gepreßte Oel in. der Faſtenzeit zu Fiſchen und zum Gebaenen gebrauchet. Nach Schrebers Berichte ſoll das Holz die Motten abhalten, und deswegen die BIE daraus verfertigten Schränke beliebt ſeyn.|' d) Die fünfolätterichte, eingeferbte Wey-|? mouthsfichte, die LDevmouchsfiefer, Pinus| E Strobis Linn. Cord Weymouth hat auf ſeinem|€ Landſiße dieſe aus Amerika herſtammende Kiefer vo : zuerſt am häufigſten angepflanzet, weßhalb ihr|(m Mame davon herrühret. In Amerika wächſt|"ni - der glänzend bräunlichte, glatte Stamm gerade| bes über 100 Fuß hoch. Die Nadeln ſind, wie bey| ſt, der Zirbelnußfichte, dreyjeitig. und dieſen völlig| Ki ähnlich, nur von heller Farbe, feiner und am"« Rande eingeferbet. Die Zapfen ſind etwa 6 Zoll| 4% lang, und 1'Zoll im Durchmeſſer ſtark; die| je Schuppen. braun, flach, gecundet, locker und glatt, wie man ſolche in den Nordamerikaniſchen| ;„Küſten erhält, von dem ausgefloſſenen, nicht| vß | unangenehm riechenden Harze überzogen, durch| Ve ) welches ſchmußige Weiß ſie ſich von allen übri-| ten (00 gen unterſcheiden. Die geflügelten Samen ſind| N im Herdſte reif, und müſſen alsdenn bereits ge-| de ſammelt werden, weil die Zapfen bey geringer| ſh Wärme ſich öffnen, und den Samen ausfallen| laſſen, Sie keimen mit 3 Nadeln in einer mit|| | Sand vermiſchten Erde wohl auf, und die jun-|" || gen Stämme können im dritten Jahre, da ſie| au | niemals von unſern kälteſten Wintern das Ge- ee ringſteleiden, an ihre beſtimmte Pläße verpflan- 6; zet werden. Unter allen Amerikaniſchen Nadel-" | Holzarten verdienet dieſe den Vorzug bey uns." 31.. Der 4 [1 e Del it Wadenen ſell das egen die ſeyn, te Wiy, fer, Piny uf ſein nde Kieſe fhalb ix fa wech m gerade , wie be). ſen völliz v unden wa 6 Zl ſtart; die [oder und (kaniſchen en, nidt on, dur) (len übrt amen ſin) bepeits ger ) Geringe! ausfallen einer mit d die jun 4, da ſi 1 das Ot: verpflan 4 Nadel: 'y UNS, iv 0, Die Waldbäume. 327 31. Der Lerchenbaum. Da dieſer Baum, Pinus Larix Linn. den Win- ter über kahl iſt, und jedes Frühjahr neue Nadeln hervorbringt, ſo geht Hr. D. Böhmer mit gutem Grunde von den andern Botanikern, welche dieſen Baum mit der Fichte und Tanne vereinigen, ab. Es wächſet aber der Lerchenbaum in Böhmen, Schleſien, Ungarn, Tyrol, der Schweiz, Fränk- reich, Sibirien u. ſ. f. auferhabenen Gegenden, ſel- ten in der Ebene, und iſt eben ſo ſchnellwüchſig, als Fichten und Tannen, indem er nach Beſchaffenheit des Bodens in einem Jahre öfters 4 bis 5 Fuß wäch- ſet. Das harte, braunrothe Holz iſt ſchwerer; als Fichten- und Kiefernholz. Die Fruchtzapfen werden nach dem September erſt reif, und fallen nicht alle Jahre'ab, indem man an den-Aeſten alte und junge, jene leer, dieſe mit Samen angefüllet findet. Der Same kömmt iu allerley Erdreiche fort; ſo daß die daraus erzogenen Stämme ohne ſonderliche Wartung gedeihlich wachſen, jedoch in einem thonich- ten, fkaltgründigen, ſonderlich in naſſem Boden ſchlechter, als in einem warmen, leichten, mit San- de vermiſchten, auch ſteinigten Erdreiche. Der gute, ſchwere und reife Same wird im Frühjahre binnen 4 bis 5 Wochen aufgehen. Im erſten Sommer ge- hen die jungen Bäumchen 4 bis 5 Zoll in die Höhe, und behalten in dem erſten Winter ihre, nod) nicht zur Vollkommenheit gelangte, Nadeln. Dieſe vertra- gen die Kälte, und bedürfen keiner Bede>ung« Sollten ja die Stämmchen durch einen ſtarken Froſt in die Höhe gezogen, und die Wurzeln losgemacht worden ſeyn, muß man ſolche mit den Fingern wieder nieder- und das Erdreich feſt andrüFen. Will man X 4 dieſe 328 Erſtes Kapitel. dieſe Bäumchen verpflanzen, ſo werden ſie zu Ende des Märzmonathes, oder mit Anfange des Aprils, im dritten Frühjahre ausgehoben, als zu welcher Zeit ſie ſchon an die 3 Fuß Höhe erreichet haben können. Man ſchonet der Wurzel ſorgfältig, und ſeßt die Stämme ſo ein, daß das Erdreich umher erhöhet wird; damit Schnee und" Waſſer ſich nicht dabey ſammien fönnen, Vielleicht iſt es dienlich, die Ver- ſeßung zu wiederholen, Das erſtemal fönnen die Bäumchen ohngefähr x oder 2 Fuß von einander ge» pflanzet werden, damit ſie ſich durch ihren engen Stand gegen Wind und Werter ſelbſt ſchüßen, und die Seitenäſte deſto gerader in die Höhe wachſen kön- nen. Bey dem zweyten Verpflanzen, etwa im fünf- fen Jahre, brächte man ſelbige wenigſtens 4 Fuß weit von einander. Sonſt treibt der Lerchenbaum ſeine Warzeln tief in das Erdreich, und wird daher nicht leicht vom Winde umgeworfen. Das Wachs- thum der jungen Stämme wird durch das Wegneh- men der untern eſte bis auf die Hälfte des Schaf- fes vermehret, welches aber nicht vor dem zehnten oder zwölften Jahre, auch nur im Winter geſchehen muß, damit die harzichten Beſtandtheile nicht aus- laufen und den Wuchs verhindern. Da die ſchon im ſiebenten oder achten Jahre Bilüthen treibenden Bäume ſehr davon entkräftet werden, ſo hat dü Noi angeratzen, ſolche, ſonderlich die weiblichen, oder fleinen Zapfen, mit Behurſamkeit abzubrechen, und verſichert, daß ſich der Wuchs ſolcher alſo behandel» ten Bäume gar ſehr hervorthüe. Einige Schriftſteller haben den Anbau. des Lerx- -ern Erdboden un- terhalten wird, macht ihn wenige Pflege zu einem ziemlichen Strauche, und endlich zu einem ſolchen. Baume ,- der ein überaus hohes Alter erreichet. Man findet Sträucher von 3, 6 bis 8 Fuß, und Bäume von 18 bis 20 Fuß Höhe. Die Höhe von 30 Fuß iſt die allerſeltenſte. Wir haben davon ſehr hohe, dichte und ſchöne Pyramiden hey uns, und Hr. Gmelin hat in Rußland ſo ſtarke Bäume geſe- hen, daß daraus Breter geſchnitten werden können. Sonſt wächſt der Wachholder in ven elendeſten Orten, wo kaum die Kiefer fortfömmt. Auch findet man ihn öfters in flachen und hüglichten, wüſten Landſtri- beygebracht werden, als vom Rauche des Wachhol- dexholzes, weßhalb blos in dieſex Abſicht allein der tandmann den Anbau der Wachholdern ſich empfoh- len laſſen ſeyn ſollte, um nue für einige Wochen Rau- herholz für ſein Dauerſleiſch zu erhalten. Zielet man aber mit allerley Geräuchertem auf den Ver- tauf, ſo wird man bald damit dem mit gemeinen ""> Dolze dle Z ier Holy!| 100 D jeder lewiey€ inen> zu verjd zu 01408 reinigen meren) bur) der löſe, die Vlayunge " Catar veget, und her hey d Pringäng ſonen fön Oige im er haben "4 Y ſes Beſen (he ganz ſer darau jet man| velchen/ 1 vi | nh wird d Ind iſt au ſr Deore) 126 f, ſin Mis 9 feiner Ke ver(| diey veifen Gegen e Ded: Jichtee langer; ; 4 db vr jh, Vlt irmern 5 dem jams, eslich. olicht ſauber Iſchler döffeln erholt, Dauet, ehmert. | Gem: fand » ind chendes d Mat: Dan „HJ Piri ſhmatf ano pi det mph 1 Kaur Zielet Vorr jenen Hole Die Waldbäume, 335 Holze geräucherten Fleiſche Nang und Preis abge- winnen. Die Boeren werden von Etmüllern das Gewür- ze der Deurjchen genannt, und in der Küche an vie- lerley Speijen aufs nüßlichſte gebrauchet, nicht nur ihnen einen bejondera und angenehmen Geſchmack zu verichaffen, ſondern auch die Verdauung derje ben zu veföedern. Sie löſen kräftig auf, zertheilen und "reinigen die Säfte, ſtärken die fejten Theile, ver* mehren die innerliche Wärme; beſonders wird da- durc) der angehäufte Schleim in' dem ZNagen aufge- löſet, die Berdauang befördert, die Erzeugung der Blädungen verzindert, und ihr Ausgang erleichtert z bey Catarrhen der Auswurf befördert, Schweiß er- reget, und vie Abſonderung des Urins vermehret, da- her bey der Waſſerſucht nüßlich gebrauchet, auch die Uringänge vorzüglich: gereiniget. tur ſolchen Per- ſonen können die Beeren ſchädlich ſeyn, welche viel Hiße im Blate verſpüren, und einen trocknen Kör- per haben. Doch itt in ſelbigen der, harzigte und dlichte Beſtandtheil dur< ein beygemiſchtes gummös- ſes Weſen verändert und geſchwächet. Man ißtſol- - lichſte. iſt, ſo wachſen ſie doch am beſten, wo der Bo- den unter der obern Lage eine ſteinartige Schicht hat. Will man die jungen Stöcke verpflanzen, ſo ſoll dieſes nicht.eher, als im dritten Jahre geſchehen. Ein Guthsbeſißer, der magere Gegenden haf, und ein Liebhaber von Krammetsvogeln iſt, ſollte blos in dieſer Abſicht allein ſelbige mit Wachholdern beſaen, um theils recht niedlich ſHmecendes Wild- pret, theils aber ſolches auch im ſpäteſten Winter annoch zu haben. Vögel, welche ſich von Wachhol- derbeeren nähren, haben einen weit angenehmern Ge- ſchma>, als diejenigen, welche ſich von andern Bee- ren unterhalten müſſen. Der Krammersvogel ſtreicht im Herbſte aus unſern Gegenden hinweg, und man wünſchte doch ſehr, ſolche den ganzen Winter hin- durch haben zu können. Ein Wachholderwald iſt das einzige Mittel, ihn des Winters bey ſich zu be- halten, theils weil der Vogel zu aller Zeit unter und RuSPRIer V. Dand, Y auf 338 Erſtes Kapitel. auf den Wachholderbäumen Beer«1 zur Speiſe findet, und nur deshalb von uns ziehet, weilihm das Geäſe abgehet, theils auch unter den dicken finſtern Zweigen ſich wider Froſt und Schnee bergen kann. Mitten im Winter noch Krammergvögel in Schlingen fan- gen zu können, weicher erwünſchter Zeitvertreib für Vogelfänger? Was für eine Einnahme läßt ſich aber nicht aus dieſem Vogel in großen Städten machen, wo'der Liebhaber nac Weyhnachten öfters das Stu> mit 3 bis- 4 gr. bezahlet? Und wie lange dauert: nicht das Wildpret im Wiuter, und wie weit kann es auch nicht ſeinem guten Geſchmacke unbeſchavet nach den größten Städten hin, und wo die beſten Käufer ſind, geſandt werden? Ein Wachholderwald| dienet aber auch größern Bögeln nicht nur, ſondern auch Haſen, Rehen u. ſ. f. zu einem beſtändigen Gehege. b) Spaniſcher Wachholder, großer Wach- bolder mit bräunlichen Beeren, der Oxyces drus oder Cederwachhbolder, Juniperus Ooxy- cedrus Linn. Dieſe Art wächſt in Spanien und den ſüdlichen Provinzen von Frankreich. Der Stamm wird gegen 12 Fuß hoch und darüber, auch zuweilen Mannes die, treibt der ganzen Länge nach Zweige, und den Blättern nnd der Blüche nach der gemeinen Art ganz ähnlich. Die Beeren ſollen die Größe einer Haſelnuß erreichen. DOb dieſer Baum mit dem erſten gleichen Nußen haben dürfce, iſt noch nicht ausgemacht, Er iſt gegen die Kälte unem- pfindlich, verlanget aber eher einen guten als ſchlech- ten Boden, und ſoll ſich durch die Einſenkung der Zweige vermehren laſſen. Cinige Gärtner nennen ihn ganz irrig die Sclavoniſche Ceder, c) Vir/ ein| Zelt fine werd Eh! gebr hi) findet, 8 Vedſe Zweigen Mitten ven Fane treib für ſich aber machen, as Stud 16 dauert eit Fann eſchabet ie beſten derwald ſondern Handige Wach! Oxyey Us 0%): ien un) , Ir ver, aud) ungen neh ſollen die yx Bau „ſine 91119 Sſchledy ung de nennen c) Vir! Die Waldbäume, 339 c) Virginiſcher Wachholder mit drey bey einander ſtehenden, theils über einander ges legten, theils abſtehenden Blättern, rothe Virginiſche Ceder, Juniperus virginiana Linn. Im nördlichen Amerika wächſet dieſe Art gemeinig- lich auf den Anhöhen, neben den Flüſſen, im dürren und magern Boden, und Kalm hat Wäume davon in Neujerſey in der Höhe und Die der höchſten Tannen auf dürren Heiden, und gegen Canada zu in den Klüften der Berge angetroffen. Man hat da- von den Samen aus Amerika kommen laſſen, und wahrgenommen, daß zehnjährige Stamme in weitem Stande 10 Fuß Höhe und unten 3 Fuß Dice erhal- ten. Die jungen Bäumchen halten im freyenLande bey uns aus, ohne alle BedeXung z; doch werden die Blatter von der Kalte purpurfärbig; beynahe violet, und erhalten erſt gegen das Frühjahr ihre grüne Fax- be wieder. Der Same geht gleichfalls erſt im zwey» ten Jahre auf; man muß ſolchen dichte ſäen. Das Verſeßen hat auch bey jungen Bäumen ſtatt; nur muß man ſich-wohl in Acht nehmen, damit die Wurzeln ſo wenig als möglich beſchädiget werden. Das Holz wird aus Amerika zu uns unter dem Na- men Cedernbolz gebracht, und für das allerdauer- hafteſte gehalten. Die Reichen in Europa laſſen da- mit die Wände, der Zimmer austäfeln. So lange es friſch iſt, giebt es einen angenehmen und geſunden Geruch von ſich, und hat wegen der rothen Farbe ein ſchönes Anſehn. Die Farbe wird aber mit der Zeit immer ſchwächer, wenn man das Holznichtmit einem dünnen Firniß überzieht. Hin und wieder werden auch aus dem Holze in Deutſchland Tiſche, Schränke u. dergleichen verfertiget, und in England gebraucher man es zu dem Futter der Bleyſtiſte, da- her man auch die Güte derſelben aus dem Geruche Y 2 des. "4 340 Erſies Kapitel, des Holzes erfennet. Die friſchen Spähne ſollen die Motten vertreiben. Da dieſe Art des Wachhol- ders bereits hin und wieder in Deutſchland guren Fortgang gezeiget, und vor allen andern große Vor- theile hat, ſo ſollte ihre Cultur unter uns vorzüglich ausgebreiteter werden, d) Weyrauchswachbolder mit Blättern, welche in vier Reihen neſieller und ſpirzig ſind, Juniperus thurilera Linu, Dieſe Art iſt in Spanien und Portugal, dauret aber bey uns auch im freyen Lande, und erfordert einen guten Boden. Der Baum erreicht eine Höhe von 39 Schuhen, und treibt viele Aeſte, welche ſich pyramidenförmig auf- richten. Alle Blätter ſind ſpißig, und liegen in 4 Reihen, wie Dachziegel über einander, wodurch die Aeſte viere>icht erſcheinen. Die Beere iſt ſchwarz, und größer als bey der gemeinen Art. 34. Der Taxbautm. Der Carbaum, Eibe, Bibenbaum, TW" “Jbe, u. ff. Taxus baccifera Liuv. gehöret gleich- falis unter die Nadeltragenden immergrünenden Bäu- me oder Stiräuche, die hin and wieder im nördlichen Deutſchland in Wäldern und zwiſchen den Gebirgen unter dem Nadel- und kaubholze wild angetroffen wer- den. Die Gartner pflegen ſelbigen in den Jetalieni- 9 g G ſchen und Deutſchen zu unterſcheiden. Dieſer leßtere ſoll aus Pommern abſtammen, und iſt etwas breit- blätterichrer, auch dauerhafter als jener, der im Win- ter leicht verfrieret, ob er ſchon ſtärfer zu wachſen pfleget. Der erſtere iſt nur dann dem Er vieren. un- terworfen, wenn er zu ſtark beſchnitten wird. Che dem bildete man daraus in den Ziergarten ſchöne Py- ramiden, +. Je pan ni) tus ter ten im wo! zwe ra wig |(ilt | fie wid zwar un zu? Der | big) | md) Gla vw uon vor als) man für kalte Füh freſſe Auge die wor Vie be, ſollen Ohol- duten : Vor- jugich NIC ſpizig tiſtin 15 auh oden, ", und ig auf: ning ech die war), ,N leich: n Dau Phliden eb(rgen fen wet alien leßtert ; breit: n Wi- Jen en un Ehe nePyr miden) y Die Waldbäume, 341 ramiden, Kugeln, He>en und dergl. die aber nun nicht mehr geachtet werden. Man erzieht den Ta-- xus aus den Samen und Zweigen. So bald erſte rer im Herbſte reif iſt, wird er mit ſeinem fleiſchich- ten Weſen lieber flach, als tief eingeſaet, und läuft im. erſten, gemeiniglich aber erſt im zweyten, auch wohl im dritten Frühjahre auf. Am Stamme ſind zweyerley Aeſte anzutreffen 3 als einige, welche ge- rade über ſich aufſtehend wachſen 3 andere zur Seite wachſend und kraus wie Federn, daher man ſie auch Federn zu nennen pfleget. Dieſe leßtern ſollen zum Einlegen für He>en und andere Bekleidungen, er- ſiere aber zu Pyramiden gebraucht werden, weil ſie wieder gerade Schüſſe treiben. Das Holz wächſet zwar ſehr langſam, es iſt aber ſehr feſt, rothbraun, und nicht harzicht wie anderes Nadelholz, und wird zu Tiſchen, Stühlen, Schränken und allerley an- derm Hausgeräthe angewendet. Es iſt überaus biegſam und dauerhaft; die natürliche ſchöne Farbe macht es angenehm, und durch die ſtarke glänzende Gläcte, welche es beym Poliren ohne allen Fir- niß annimmt, unterſcheidet fich ſolches von den übrigen einheimiſchen Laubhölzern. Es nimmt auch vor ihnen allen die ſchwarze Farbe an, und gileichet alsdenn dem Ebenholze. In den Gehägen leHet man den Tarbaum gerne wegen ſeiner ſüßen"Beeren für die Ziemer und Schnarren 3 welche ſich auch bey kalter Witterung gern darin verdergen. Pferde, Kühe und Ziegen ſterben, wenn ſie das Laub davon freſſen. In Anſehung der Kühe bin ich einſt ein Augenzeuge auf einem Hofe geweſen, deſſen Gärtner die abgeſchnittenen Zweige auf den Miſthof hinge- worfen, und ſolche den Kühen hatte auffreſſen laſſen. Die Beeren, welche eine ſchöne glänzende rothe Far- be, aber nur einen ſchleimichten Geſchma* haven, Y 3 ſind 342 Erſtes Kapitel, ſind öfters von Kindern ohne alle ſchädliche Wirkung verſchluft worden. Ob aber ſolche in Menge ge- noſſen unſchädlich ſeyn, iſt noch nicht ausgemacht. 35. Der Sadebgum. Sadebanm, Sagebaum, Sevenbaum, u. Cf. Sabina, Juniperus Sabina Linn. Dieſer im- mergrünende Baum iſt in Anſehung anderer ein niedriger Baum, und wird bey uns ſeiten über 7 Fuß hoch. Er wächſt gern und gemeiniglich nach einer Seite hin, weßhalb er durch beygeſtec>te Stan- gen gerade erhalten werden muß. Man unterhält - ihn um der Pferdezucht willen gern in Garten, weil ſeine Blätter, oder die damit bede>ten Aeſte ein wirk- ſames Mittel wider die Würmer ſind. Als Men- ſchenarzeney gebraucht, können die Folgen ſowohl nüßlich als ſchädlich ſeyn. Galen, und viele andere, auch Ludwig halten den Gebrauch für ſchädlich, indem dadurch bey Frauensperſonen gar leicht eine unzeitige Geburt befördert, auch Blutſpeyen und andere Zu- fälle erregt werden könnten; Rajus, Haller, und an- dere hingegen behaupten, ſonderlich in Anſehungdes Triebes nach der Mutter, das Gegentheil, und Sco- poli hat alles angewandt, durch den Gebrauch des Sädebaums einen Blutfluß durch die Mutter zu be- fördern, es iſt aber keiner erfolgt.. Man geht am ſicherſten, wenn man den innerlichen Gebrauch ent- weder ganz und gar oder voch wenigſtensybey ſolchen Perſonen unterl:ßt, welche aus einer verſtärften Be- wegung des Blurs leicht Schaden leiden dürften. Sichexer und gewiſſer iſt der außerliche Gebrauch des Pulvers, oder abgefochten Tranfes von den Blät- fern wider den böſen Grind, Beinfaß und bößarti- ge, faulende Geſchwüre, Da Fung e qr ht, jm, v, ſer im: ver ih über 7 » nach Etan- erhalt , weil nwirf- Metv ſowohl andere, indem zeitige re Zu- nd an: unge d Scr uch des e zu be: jeht an ch ent ſolchen en Der ürften, uch des Blät- ßarti- Da Die Waldbäume.' 343 Da der Sadebaum die härteſten Winter bey uns im freyen Lande aushält, ſo bedarf er Feiner-beſon- dern Wartung, Im Schatten wächſt er beſſer als in der Sonne, Die Vermehrung geſchiehet dur< Ableger beſſer, als' dur Schnittlinge. Die Dee- ren werden am beſten im Herbſte ausgeſäet. 36 4% Ze Ze A Ip R 25 Bu Re Re ki Re Rh H Me H Re Hh Kapitel, Die Pferdezuchk. Ier Sandwirth im Mittelſtande erzieht entweder 3" ſeine Pferde ſelbſt, oder faufet ſie, und wenn er ſie erziehet, ſo hat er entweder den eigenen Gebrauch oder den Verkauf zur Abſicht; und in al- len Fällen muß er die Achtung der Pferde nach ihrem 'Vaterlande,(Race) ingleichen nach ihrer Farbe yver- ſtehn, als wornach idr verſchiedentlicher Werti) ve. ſtimmt wird. Bin ich z. E. Käufer oder Verkäu- fer eines Pferdes von dieſer oder jener Race, ſo muß ich mehr oder weniger Geld ausgeben oder bekommen, und in Anſehung der Farbe muß ich einen Apfelblau- ſchimmel tyeurer, als einen Rothſchimmel bezahlen oder verkaufen, falls beyde von gleicher Größe und Geſchilichfeit ſind. Und wenn mon auch fein Land- wirth iſt, nur Stadtmann, und Reit- oder Kutſch- pferde halt, ſo iſt man doch gern mit obgedachter Achtung der Race u1.d Farbe bekannt; ja wenn bey- des, derkand- und Stadtmann, nur eine einzige Na- ce und Farbe von Pferden hat, ſo redet er, oder h9- 450-4 ret 344 Zweytes Kapitel. - ref er doch gern von ihnen allen reden. Kurz, es ſind Feine Hausthiere, von welchen wir lieber reden, in- dem ſie uns unter allen die liebſten ſind, weil wir bey wenig andern Thieren einen ſo großen Grad von Gelehrigfeit, Aufmerkſamkeit, Eifer, Ey9rgeiz und Zuneigung gegen den Menſchen finden, als bey dem Pferde. Es iſt eins von den Geſchöpfen, ſagt der Graf Büſfon, die ſich ſelbſt verleugnen, um blos dem Willen eines Andern gehorſam zu ſeyn. Beſtän- dig folgjam, bey allen Eindrücken, die es von ihm erhalt, läuft es bald ſchnell, bald langſam, bald ſteht es ſtille, wie es der Wink ſeines Herrn zu for- dern ſcheint. Es iſt gerade ſo fühlbar, als man es wünſchet, und leiſtet nicht mehr, als man verlanget. Indem es ohne Ausnahme ſich zu allen möglichen „Dienſten bereit finden läßt, ſtrengt es alle Krafte zum Dienſte ſeines Herrn an, und überſchreitet oft ſo ſehr das Maaß ſeiner Kräfte, daß es aus allzugroſ: ſem Gehorſam zuweilen des Todes iſt, A. Die Verſchiedenheit der Pferde nach den LandcSsarten. Wi- haben nur eine einzige Gatktung Pferde in Her Welt. Da ſich aver dieſe Thiere in allen Welt- theilen häufig ausgebreitet haben, ſo findet man in. Anſehung der Größe, des Wachſes und andrer Ei- genſchaften mancherley Verſchiedenheiten derſelben, 1. Die Arabiſchen Pferde. Unter allen Pferden in der ganzen Welt behau- - pfen die Arabiſchen wegen ihrer Schönheit und anderer vorzüglic;en Cigen“ichaften den Rang, und werden am theuerſten bezahlet, Es iſt aber auch fein j, 08 ſind den, is Weil wir Ore) ven gel und. S bey dem ) ſagt de um blos , Deſtin: von ihm am, bah en zu für [8 man 4 verlange, möglichen (le Kräfte reitet alljugtof Y nad << REZ Te Pferdein len Welt ef may it ndrer Gb erſelben, . (! behau jeit und ng, un) ver aus) feln baume dem Käufer eines ſolchen Die Pferdezucht. 345 kein Land in der Welt, wo man ſo viel Sorgfalt auf die Wartung dieſer Thiere wendet, und das Begatten guter Pferde mit ſchlechten ſo ſehr zu verhindern ſu« het, Die Araber unterſcheiden dreyerley Klaſſen von Pferden, nämlich die edle, mittlere und ſchiere Klaſſe. Die Pferde der erſten Klaſſe, nämlich die edlen Pferde, welche ſich von vaterlicher und mütterlicher Seite in einer unvermiſchten und reinen Art erhalten,* 'und ſich eines alten Herfommens zu rühmen haben, führen ihr ordentliches Geſchlechtsregiſter, wie bey uns die vornehmſten Familien, und vermöge der von den Arabern gebrauchten Vorſicht, kann man von den Ahnen ihrer Pferde mehr Zuverläßiges wiſſen, als von den Ahnen unſerer vornehmen Mitbürger. Denn die Araber geben nicht nür ihren Pferden ge- wiſſe Namen, welche nebſt dem Haare und der Zeich- nung genau aufgeſchrieben werden; ſondern ſie haben auch die Gewohnheit, keine Stute von der edlen Klaſſe ohne die Gegenwart eines Secretairs des Emirs oder anderer glaubwürdigen Zeugen belegen zu laſſen. Dieſe müſſen hernach ein unterſchriebenes und beſie- geltes Zeugniß ausſtellen, worinnen der Name des Hengſts und der Stute, nebſt beyder Ahnenregiſter, ingleichen der Tag, an welchem die Beſchelung ge- ſchehen, aufgezeichnet wird. Sobald eine ſolche edle Stute ein Füllen zur Welt bringt, muß der Secre- tair des Emirs, oder eine andere in öffentlichen Aem- tern ſtehende Perſon wieder gegenwärtig ſeyn, und den Tag der Gedurt, den neuen Namen des Füllen und ſeiner Aoltern aufſchreiben, Dieſer gerichtliche Edhein, wodurch man beweiſe, daß es fein unter- geſchobenes Füllen iſt, muß allezeit nebſt dem Stamm- Pferdes überant- ) 5 worter 346 Zweytes Kapitel. -worket werden, Das ſchlechteſte Pferd. von. dieſer mein Klaſſe wird ſelten unter 500, viele aber 1000 bis hah! 1500 Thaler verkauft.;"4 Zur zweyten Klaſſe rechnen die Araber diejeni- haart gen Pferde, welche zwar alte gute Ahnen, aber nicht| M6 von beyden Seiten in einer ununterbrochenen Ord-| zm] nung zädlen können, es ſey nun, daß entweder ein-" mal ein edler Hengſt ſich mit einer Stute, die nicht<4 zur erſten Klaſſe gehöret, oder eine edle Stute ſich( mit einem gemeinen Hengſie begattet habe.| in 5| Zur dritten Klaſſe werden alle diejenigen Pferde| Nati gerechnet, die nicht von-Familie ſind, oder von de-| ud nen man weder von väterlicher, noch von mütterlicher merſch Seite ein Geſchlechesregiſter aufweiſen kann z daher| lehrigt man ſie für ſehr geringe Preiſe zu verkaufen pAeget,| tmY geſeßt auch, daß ſie ſonſt feinen Fehler haben, der ihn bey uns die Pferde wohlfeil machet,; mit dj | und| 1 | 2) Die Pferde aus der Barbarey. 1560 || ie) |: Dieſe Pferde haben gleich den erſten Rang nach| vonne den Arabiſchen, und beſonders diejenigen, die man| in | aus dem Königreiche Marokko erhält. Site ſind| ſs | meiſtentheils grau und faſt eben ſo ſchön gebauet,| Has | aber nicht ſo groß und völlig, wie die Arabiſchen.„158 tig,| Der Vorzug beyder Arten beſteht in einem dünnen=|| H Halſe, und einer dünnen, aus dem Vorderroſſe zier-- 12] lich hervorgewachſenen Mähne, in einem ſchönen klei-| nen, gemeiniglich etwas frauſen Kopfe, in ſchönen|[4:-D wohlgeſtalten Ohren, leichten und platten Shultern, den y in einem dünnen und recht erhabenen Vorderroß, in| langen Furzen und geraden Nieren in Flanken und Ribben,| bind die zwar eine zierliche Rundung, aber doch feinen|-T% j Bauch bilden, in wohlverſteckten Hüften, einem ge-| Duſ mel», m u dieſer ) bis jejenle t niht HUR| ew ein: niht te ſi) Yferde [7] de ſicher daher (eget, 1, ver ) nach » man e ſind baut, (ehen, gun e zit: n flat yonen (tert) ß, 1 hben, einen 19.5 mel Die Pferdezucht. 347 meiniglich gedehnten Kreuz und etwas hoch ange- brachten Schwanze, in wohlgebildeten, ſelten plat- ten Oberſchenkeln, ſchönen, wohlgebaueten, unbe- haarten Unterſchenfeln, in gehörig entblößten Ner- ven, wohlgemachten Füßen, aber 5 etwas lan»- gen Feſſel, ;. Die Türkiſchen Pferde. Es giebt unter dieſem Namen wegen des ſo weit- läuftigen Ottomanniſchen Reichs ſehr verſchiedene Racen. Die Pferde aus Theſſalien ſind die beſten, und waren ſchon zur Zeit der alten Griechen und Rö- ,. mer ſehr berühmt. Man rühmet ſie wegen ihrer Ge-. lehrigfeit, da ſieſich allerley angewöhnen laſſen, und dem Menſchen ſehr zugethan ſind. Dies wird aber anihnen getadelt, daß ſie ſich nicht kurz wenden laſſen, mit einem langen und ſtarren Halſe laufen, und hart und langſam aufzuhalten ſind. Die harten, ſtei- nichten und ſumpfichten Wege ſtehen ihnen nicht an. Die Perſianiſchen Pferde werden auch Türkiſche ge- nennet, weil ſie aus Perſien durch die Türkey zu uns ' konunen. Sie haben alle Tugenden eines Krieges- roſſes, ſind raſch, freudig, ſtark, arbeitſam, forne etwas ſchmal, aber überhaupt ſehr lebhaft und fiüch- tig, hingegen etwas untreu und beißig im Stalle. 4. Die Spaniſchen Pferde. Dieſe Gattung iſt unter den Curopäiſchen Pfer- den die geachtetſte. Sie haben gemeiniglich einen - langen, ſtarfen Hals, dicke Mähnen, einen großen, bisweilen krauſen Kopf, lange aber wohlgeſtaltete Ob- ren, feurige Augen, eine edle, ſtolze Miene, breite (8408 und faſt unbehaarte Füße, Man rühmetüber- demn 348 Zweytes Kapitel, dem noch an ihnen den Much, Gehorſam und eine geſchmeidige Biegſamkeit aller Glieder, weßhalb ſie zur Pracht und zur Reitbahn ſo ſehr vorgezogen werden, p 5. Die Engliſchen Pferde. Man eignet billig den Engliſchen Pferden, die man gemeinhin Engländer zu nennen pfleget, den zweyten Rang zu. Die ſchönſten haben in Anſehung der Bildung oiel Aehnlichkeit mit den Arabiſchen und Barbariſchen, als von welchen ſie guch abſtammen, ſo wie man immer noch fortfährer, die beſten Arabi- ſchen Hengſte von Zeit zu Zeit anzukaufen, als wor- zu der Engländer freylich das meiſte Geld hat. Sonſt unterſcheiden ſich die Cngliſchen Pferde von ihrer Ab- ſtammung vorzüglich durch einen größern Kopf und durch etwas längere Ohren. Sie ſind ſtark, muthig und geſchickt, die größten Beſchwerden zu ertragen. Wegen dieſer Eigenſchaften und wegen ihrer Ge- hwindigfeit ziehen ſie die Liebhaber der Jagd und des Pferderennens faſt allen Pferden vor. Hr. Den- nant, Verfaſſer der Brittiſchen Zoologie, gedenket eines damals noch wirklich vorhandenen Pferdes, welches in einer Minute einen Raum von 1090 Fuß durchlaufen konnte. Aber nicht nur die Geſchwin- digkeit empfiehlt dieſe Pferde, ſondern auch der ſanf- te, ſittſame und ſichre Gang derſelben macht ſie, be- ſonders dem Frauenzimmer, zum Reiten vorzüglich werth. Jr ſittſamer und ſanfter Gang kann nicht boſſer gewünſchet werden, 6. Die holitan | fen&0 Iii, a Vandes | jugebet linien ver Ypul) | fier! We | mäßige jw ſ Genet brau Jahre ſchen| | gehorſ jeder€ | | | N | ere | die pe | Indein . NR 1d eine alb ſie Neven den, die et, den ſchu) en und mmen, Arabi: [8 Yon Sonſt rer ſb: opf un) muthiy fragen, er Gtr ad und vt, Dew dente Nferdes, 0031 ſchwin er ſu ſie, bw zzüglic pn nigt Die Pferdezucht, 349 6. Die Franzöſiſchen Pferde. Von dieſen Pferden iſt wenig zu ſagen, weit man bisher die Pferdezucht zu ſehr in Frankreich vernachläßiget hat, daß faſt alle Remontepferde für die Reiterey in Deutſchland aufgekauft werden müſſen. 7, Oie TJtalieniſchen Pferde. Unter den Jtalieniſchen Pferden ſtehen die Nea- politaner oben an. Sie haben zwar einen etwas gro- ßen Kopf und dien Hals, ſind auch etwas ungeleh- rig, aber wegen ihres ſchönen Wuchſes und fiolzen Ganges ſehr geſchi>t, Paradepferde für Kutſchen ab= zugeben. Ein Pferd, welches den Brand auf der linken Seite hat, kommt aus Calabrien, das auf ver rechten Seite aber gebrannte aus Apulien. Die Apuliſchen Pferde ſind ſehr groß, und werden Cor- fieri, genannt. Die Genen dei Regno ſind mittels mäßige Pferde von Spaniſcher Race, ſind aber et- was ſtärker als die Spaniſchen Pferde, die man Geverten nennet, und werden ſv ſpät zur Arbeit ge- braucht, daß man ſie noch im ſiebenden oder achten Jahre Polledri d. i. Füllen nennet. Die Mantuani- ſchen und Florentiniſchen Pferde ſind ſehr geledrig, gehorſam, ſchön und zart, und fallen von Türkiſchen oder Spaniſchen Beſchälern. 8. Die Däniſchen Pferde.*. Dieſe haben, gleich den vorhergehenden, ſelten eine regelmäßige Bildung, da man bey den meiſten die Fehler eines dicken Halſes, zu großer Schultern und eines allzuſchmalen Kreuzes antrifft 3-doch ſind ſie wegen 350 Zweytes Kapitel, wegett ihrer Stärke und Gelehrigkeit nicht nur zu Ge« ſpaanen, ſondern auch im Kriege. vortrefflich. zu ges brauchen. Es giebt darunter ſehr häufig Sche>en und Tiegerpferde, Die»Z5ollſteiniſchen Pferde ſind unter den Daniſchen mit zu verſtehen 3 wenn man ſie aber von lestern unterſcheidet, ſo weiß man, daß ſie etwas größer, als die Däniſchen ausfallen. Die meiſten ſind Rappen, ſtark von Knochen und geſund, und die ſchwere Reiterey der Preußett hat von jeher faſt alle Holiſteiner. 9. Die Frießländiſchen Pferde. Man nimmt dieſe Pferde wegen ihrer Größe und Stärfe gern zu Kufſchpferden. Sie haben einen großen; dien Körper, einen kurzen Hals, einen großen Kopf, einen breiten Rücken und ſehr haarich- te Füße. Oefters werden die Holländiſchen, Fl&mi- ſchen, Weſtphäliſchen und Geldriſchen Pfer- de unter dem Namen der Frießländer mit begrif- fen, weil ſie wenig von einander unterſchieden ſind. Nur will man von vielen derſelben behaupten, daß, wenn ſie anfangs unſre harte, friſche Waſſer trinken, ihnen ſolches gern.in die Füße ſchlage, daß ſie davon flüſſig werden, Mauken und Löcher an den Schenkeln und Feſſeln bekommen, daher man ihnen anfänglich laulichtes, mit Kleyen vermiſchtes Waſſer geben ſolle.? 10. Die Deutſchen Pferde. Nach Beſchaffenheit der deutſchen Länder haben vir verſchiedene Gattungen, je nachdem die gebrauch- ' ten | | SENAT ER (em inf der deſt Gat ten, ind Par fönn bur | fn | zum? | pF | depfer | ſindy | ſ, welcher auf der Stirn etwas herausgeht, ſo nennet man es einen Stern, oder ein Sternceyen. JIſt ſolcher Fle> aber-nicht mehr rund, ſondern erſtrecket ſich in die tänge, und geht ganz am Kopfe herunter, wird er eine Bläſſe, Dläſſer, oder eine Blaſſe genennet. Die Pferdeliebhaber ſind darüber eins, daß die bl“ſſichten Rappen nebſt den Weißfüßen den Vorzug vor denen haben ſollen, die es nicht ſind, weil jene eben nicht einer melancholiſchen Complexion ſind, und in der Munterkeit ſich mehr hervorthun. So viel iſt gewiß, daß die bläſſichten Rappen weit weniger Augenſchäden unterworfen, auch weniger gb(nd; indem ihre Augen weiter ſehen. Man hat aber auch ſich darüber vereiniget, eine gewiſſe Art voa Bläſſen für ſchön zu halten, andere äber nicht, ſo daß die von der leßtern Art weit nie- driger im Preiſe auf den Roßmärkten gehalten wer- den, und gar ſehr dem Tadel unterworfen ſind. Man hat alſo ſchöne und häßliche Bläſſen. rx) Bläſſen, die von der Stirw an ganz breit bis zu den Augen, und faſt über die Naſe weglaufen, ſind häßlich. 2) Gehen einige von der Stirn bis zur Naſe, hören daſelbſt auf, und fangen furz dar- M wieder an, ſo ſhe ſie auch nicht ſchön, 3) Sind; 4.7 eint- 358 Zweytes Kapitel. einige, welche von der Stirn an ganz breit, und bis auf die Naſe in eine Linie ſhmahl zulaufen; ſolche laſſen nicht übel, 4) Laufen wiederum einige von der Stirne an, bis zum Ende der Naſe, ganz ſchmahl herunter, welche auch nicht unanſehnlich ſind. 5) Findet man welche, ſo aber aus einem Sterne beſte- hen; auf der Naſe aber kommt wieder ein gewiſſer Fleck hervor; ſolche gehen auch noch mit. Ueber- haupt wird für eine ſchöne Bläſſe gehalten, wenn ſie nicht breit, ſondern ſhmahl und gerade iſt, als wenn ſie mit einem Lineal gezogen wäre, die von oben herabgeht, und eine gute Queerhand über der Naſe aufhöret. Hat ein Pferd, welches dergleichen Stern oder Bläſſe vor der Stirn hat, hinten 2 weiße Füße, ſo ſeßen einige einen großen Werth darauf. Es iſt vorhin geſagt worden, daß die Bläſſen nicht nur an den Rappen, ſondern auch an andern dunkeln Farben, beſonders den kaſtanienbraunen Pferden geſchäßet werden. In Anſehung der Reit- pferde aber:äßt man auch die größten und irregulair- ſten Bläſſen paſſiren, wie man beſonders an den Engländern öfters dergleichen ſiehet. Nur in Anſe- hung der Kutſchpferde.iſt man mehr eigen, und ſicht bey ihnen auf ſchöne und ſich gleiche Bläaſſen. Sind ſolche in Anſehung der obbeſchriebenen ſchönen Form, zu groß, und den meiſten Theil der Stirn bede>end, ſo pflegt man dergleichen auch wohl Laternen zu nennen, weil dergleichen große Bläſſen in der Finſter- nißund Ferne ſehr hervorleuchtend ſind. Man pflegt daher von einem ſchönen Rappen oder kaſtanienbrau- nen Pferde zu ſagen: es hätte keinen Fehler, wenn es die Laterne nicht hätte.- „Halt man aber ſo viel auf ſchöne Bläſſen bey dunkeln Farben, ſo nehmen die Pferdehändler die Ru! gebt iel (ang ſnſ tilen ns laßt und wird Dey hen€ bleibe d bis ſeihe e vn ymahl . 5) e beſte: eiſe Heber wenn ſt, als noben Noſe Stern Füße, Bläſſet andern round y Nett: aula an det n Anſe nd ſicht , Gind 1 Form) weden) vnn zu Finſiet* m pflegt enbrau“ , wenn ſen be) (er die Fur Die Pferdezucht. 359 Kunſt zu Hülfe, um ungezeichneten Pferden das zu geben, was ihnen die Natur verſagt hat. Man ſchlißet nämlich ven Pferden die Stirne auf, nach der Fänge, und ſo groß, als das Zeichen oder die Bläſ- ſen ſeyn ſoll, hebet alsdann die Haut mit einem ſub- tilen Jaſtrumente auf, und leget ein dünngeſchlage»- nes Bley darein, ſo groß als der Stern ſeyn ſoll, läßt es 2 over 3 Tage liegen, nimmt es hernach heraus, und drückt die Haut mit der Hand wieder hinan, ſo wird das alte Haar ausfallen und weißes wachſen. Dergleichen künſtliche Sterne oder Bläſſen aber ha- ben eine ſo weiße Haare, als die natürlichen, und bleiben in der Mitte mehrentheils ganz kahl. 2. Die braune Farbe. Die zwote Hauptfarbe iſt die braune. Die Pferde dieſer Farbe ſind dauerhaft, beherzt und freu- dig. An Geſchwindigkeit thut es ihnen keine Farbe zuvor, ſo wie ſie zu allen Pferdeſchulen vorzüglich fahig ſind. Man theilet die braune Farbe in die lichtvrauneund dunkelbraune. Die lichtbraune Farbe wird wieder abgethei- let 1) in die weiße und große Abzeichnungen; 2) in die zobelhärige; 3) in die rechte lichtbraune. Die beſten Farben ſind die, welche auf Dunkel fallen, die ſchlechteſten aber, die ſich auf die Bleiche neigen. a) Die Licht- und Goldbraunen(Zellbraus- nen,) ſind die hurtigſten Pferde, ſonderlich aber ſind ſie hißig, raſch, falſch und ungetreu, aber dauerhaft, je mehr die Farbe auf Kuhhaare zie- let. Von der edelſten Natur ſind ſie; wenn ſie einen fohlſchwarzen Schweif, ſchwarze Mähne und dergleichen Extremitäten haben. 34 02127+) 2018 360 Zweytes Kapitel, -.b) Die rechtfarbigen ſind ſehr munter und dauerhaft, wenn ſie mit ſchwarzen Flammen angeſtreuet ſind 3 dabey ſchön. Ohne Zeichnung werden ſie für faul gehalten. Die dunkelbraune Farbe laßt fich abtheilen, x) in die ſchwarzbraune; 2) in die recht dunfelbrau- ne; 3) in die kirſchbraune; 4) in die fkaſtanien- braune. Noch bemerket man bey den dunkelbraunen Pferden einen zwiefachen Unterſchied. a) Die geſpiegelten Braunen, wie die Apfel- grauen, ſo daß man die Spiegel aus der andern Farbe, die etwas dunkler iſt, unterſchiedlich erfennen fann, ſonderlich wenn das Pferd gut bey Leibe iſt. b) Den andern Unterſchied machen diejenigen aus, welche um die Schenkel, hinten beym Geſchrö- te, an den fördern Füßen, auch in den Flan- ken, und um das Maul und die Augen lichtbraun ſind. Man hält ſolche für gute Pferde, diejeni- gen aber, welche an den vorbemerkten Stellen fahlicht ſehen, werden gemeiniglich für faule und matte Pferde gehalten. 2) Die ſchwarzbraunen Pferde ſind von ſol- en gleicher Größe, und die mit ſolchen rothen oder vielmehr braunen Flecken. m) Porcelainfarbene Pferde, mit rother oder auch blauer Miſchung, gehören für große Her- ren. Sie werden auch unter den Senner Wild- fängen angetroffen, die faſt ſtets ihr wildes We- ſen an ſich behalten, aber im größten Alter noch immer ſchön bleiben.-; n) Saltenfärbige Pferde ſind neu und beliebt, aber zur Zeit noch ſehr ſelten. In Anſehung aller vermengten Farben nimmt man noch die allgemeine Regel an: welche Farbe vor der andern an den Pferden herrſchet, dieſer Art und Complexion ſind ſie auch zugethan. CC." Regeln beym Katif und Tauſch der Pferde.; Wenn man nicht ſelbſt Pferde ziehet, ſo kauft ' man ſelbige entweder auf den Roß- oder Pferdemärk- fen, oder aus dem Stalie. Lebteres heißt ſo viel, im in! zu Df wel mitt Ried ande wiſſe heil ſieh b Ide des [heres| wiſe |Y 91 vieh und 7 DY, w ede ſ Die Pferdezucht. 365 + in Dörfern oder in Stütereyen Pferde"einkaufen.. Ra Zuweilen tauſchet man auch. auf den Pferdemärkten Di Pfekd gegen Pferd, und muß entweder was zugeben;. AN welches der gemeinſte Fall iſtz oder man bekömmet ? onder mit dem ausgetauſchten Pferde noc) Geld dazu. In Wuerhaft Niederſachſen haben daher die Pferdehändler feinen andern Namen, als Roßtäuſcher. Man muß aber nan wiſſen, daß beym Lauſchen gemeiniglic) der Wor- re Eiger theil auf Seiten der Roßkämmer oder Pferdehändler oder mi ſich befindet, indem ſie gemeiniglich von der Begier- venn ſit de des Beſißers eines Pferdes, ſolches gegen ein an- e“ Kopf deres los zu werden, gar meiſterlich zu profitiren ven ſind wiſſen. zen Fle: zs. n rothen Der Pferdekauf oder Werth der Pferde richtet ſich 1) nach dem Alter; 2) nach der Stärke, 3) oder ther ode vielmehr nach vem Geſchi>; auch 4) dem Anſehen ße Her und Farbe; oder auch 5) nach andern Umſtänden, z. er Wild- B. wenn das Pferd etwa ſehr abgetrieben, Schäden ves We: oder ſonſtige größere oder geringere Mängel an ſich (ter noh hat. Auch die Zeit hat Einfluß auf den Werth der . Thiere. Vor Winters fann man allerley Hauschie- ) belicht re, alſo auch die Pferde, ziemlich wohlfeiler, als , nach dem Winter haben. In militairiſchen und ih- m nimmt nen angränzenden Reichen, pflegen die Pferde gleich Fache ver um ein Viertheil wenigſtens aufzuſchlagen, ſovald "het ud- ein Krieg vor der Thür iſt, und eben ſo ſehr fällt der Preis, wenn der Krieg zu Ende iſt, weil ſodann keine Rationen auf die Pferde mehr denjenigen zum „dr Militair gehörigen Perſonen gereichet werden, wel- ſ che in Friedenszeiten keine Dienſt- oder Pack- Zug“ und Sattelpferde halten dürfen, ..» E. a. Das 4 366 Zweytes Kapitel. 3, Das Alter der Pferde. Wer Geld hat, muß ſolches lieber an junge, als alte Pferde wenden, weil man ſchlechte Hofſnung hat, daß alte Pferde das angewandte Kapital nebſt der Zinfe und Unfoſten wieder einbringen werden. Denn, wenn man ſich nicht zu der Klaſſe derjenigen- rechnen kann, welche Pferde bloß zum Vergnügen allein, oder zur Pracht(zum Staar) halten können und wollen, ſo gebietet uns eine wohlverſtandene Oe- konomie, die Pferde ſo zu nußen, daß ſie 1) das Futter und andere Koſten bezahlen, 2) das Kaufgeld verzinſen; und weil das Kapital mit den Pferden dahin fälle, ſo muß überdem noch das Kapital mit ihnen erworben werden; Wenn es glücklich geht und das Pferd gut einſchlägt, kann man über die Unfoſten ſein Geld mehr als doppelt wieder bekom- men z gehts aber ſchlecht, ſo daß unter 2 bis 3 Pfer- den feines einſchlägt, ſo muß man Schaden und Zu- buße tragen. Abgenußte, alte Pferde alſo, welche nicht gleich den übrigen Thieren im Alter eben ſo gut, als wenn ſie jung ſind, verkauft oder abgeſchlachtet werden können, muß man ſich nie, wenn nicht be- ſondere Umſtände eintreten, auf den Hals ſchlagen. Das Alter der Pferde zu erkennen, hat man fein ſicherer Mittel als die Zähne, welche man alſo unter- ſcheidet: 1) die vörderſten, nämlich 6 unten und eben ſo viel oben 3; 2) die Hacken oder Hundszähne, an je- der Seite, oben und unten, einen; 3) die Mahl-- oder Backenzähne. Das Füllen, welches mit den 12 vördern Zähnen gebohren wird, behält ſolche nicht, ſondern es verwechſelt ſie in gewiſſen Perioden mit andern, welche die gewiſjen Anzeigen des Alters abgeben. In dieſer Abſicht ſagt man, das Pferd . hat noch nicht geſchoben 3;(die Zähne abgewechſelt;) . es NY hatt ſatt ſeine heute! noh anf! ihm| | und? | hieb | biegli | Zhne | fir ät | Jahre dena wg| | nicht: | bey at |Ctuto md 'Orib das Orih dente jnach, ka au jein by; verliſ Otdny nämlid dewnd Werden dam| NEN IETER EE un kas Junge, als Yepung pal nebf werden, derjenigen Vergnign en fön ndene ie 1) dy Raufgeh 1 Pferden apttal mi! iich geht n über die der befor: bis 3 Mt: en und Iſo, wih! eben ſo zu) geſchlht 90180 3 ſhlagtt hatma fe 1 alſo untit fopundet 0044 ) die Naeht h“s mitde td ſät m Perioden ves Alters das Ne? wf) d Die Pferdezucht; 367 es fangt an zu ſchieben 3 es hat abgeſchoben, d, i, es hat nun alle alte Vorderzähne abgeworfen, und hat ſtatt der ehmaligen 12 Füllenzähne, nunmehr alle ſeine x 2 Vorderzähne, die es nun nicht weiter mit neuen verwechſelt. 180 Woenn das Pferd drey“Jahr alt, und zuweilen noch etwas darunter iſt,(denn einige fangen ſchon an zu ſchieben, wenn ſie 2x Jahr alt ſind,) ſo fallen ihm die mittelſten vordern Zähne, nämlich 2 unten und 2 oben aus; wenn es vier Jahr alt wird, ſo ſchiebet es wieder eben ſo viel unten und oben. De- triegliche Roßtäuſcher ſchlagen oft den Pferden die Zähne aus, die noch nicht geſchoben haben, um ſie für älter auszugeben, als ſie ſind. Im fünfren Jahre verliert das Pferd die äußerſten, oder die jo genannten Eckzähne, ſo daß nun alle Milchzähne weg ſind. Auf die Ha>en darf man ſich ſo genau nicht verlaſſen, weil ſie bey manchen Pferden früher, bey andern ſpäter hervorfommen. Die wenigſten Stuten over Mutterpferde bekommen dergleichen. In den wiederum gewachſenen Zähnen ſind tiefe 'Grüblein mit ſchwarzen Punkten, welche ſie bis in das achte oder neunte Jahr behalten. Dieſes Grüblein iſt anfangs ſo tief, daß man faſt ein Wi- &>enforn hineinlegen könnte, und wächſet nach und nach, in der Ordnung, wie die Zähne, nach einan- der aus, daß ſie oben gleich werden, und nur noch ein brauner Fle zu ſehen iſt. Dieſer braune Fle> verlöſchet nun gleichfalls nach und nah in eben der Ordnung, wie die jungen Zähne abgeſchoben werden, nämlich in den mittelſten zuerſt, ſodann in den bey- dewnächſten, und ſodann in den EFKzähnen. Sie werden alſo zuleßt oben ganz weiß, und man hatk ſo dann feine Kennung, wie man im gemeinen Leben zu y 368 Zweytes Kapitel, zu ſagen pflegt, nach dem achten oder neunten Jahr| mehr an den Zähnen.|" Von nun an geht es mit der Angabe des Alters herei ſehr aufs Ungewiſſe, indeſſen bemerket man noch Fol- ven| gendes: im zwölfren Jahre ſollen die Pferde eine| ungewöhnliche Schärfe an den Zähnen haben. Nach 4, dem jiebenzehnten Jahre pflegen die Pferde Gru- ſage! ben an den Schläfen zu bekommen; die Augenbraue mit nen werden grau, die Stirne ſiehet traurig, der 176) - Hals hänget, die Augen ſtarren, es kommen Run- weil! „ zeln an den Lefzen. Die dunkelbraunen Pferde wer-| wſd den gräulich, ſowie die Rappen, einige früher, einige| dentht ſpater, um den Kopf eben ſo werden; die apfelgrauen| finn aber weiß. Ueber dieſes ändert ſich auch die Gejialt|| beſtim der Zähne. Sehr lange Zähne verrathen ein hohes| tecde Alter, und wenn ſie von dem zehnren Jahxe an begin- hart nen immer gelber zu werden, ſo werden ſie im höch- 7 ſten Alter deſto weißer, das Zahnfleiſch aber tritt(6, immer. mehr zurück,||| voſſen 1 Auf dieſe Frage: wie lange kann ein Pferd die-[87 nen? läßt ſich nicht ſo geradezu antworten. Je mehr 8 es in der Jugend geſchonet, und je ſpäter es mit p ſtarker Arbeit im Zuge oder Reiten angegriffen wor- ford. den, deſto länger kann es dienen. Wer alſo ſeine Oref eigene Pferde ſich erziehet; muß ſich dieſe Hauptregel FAM bemerken, wenn er ſolche noch in einem Alter von hett 24 Jahren brauchbar haben will. Er kann ſie im ul dritten Jahre ſchon zur Arbeit angewöhnen, aber es| jeie muß damit bis zum ſechſten Jahre hin gleichſam bene] nur noch Spielwerk ſeyn. Hierbey wird aber vor-[Bite - ausgeſeßet, daß man keine ungetreuon Knechte oder ewa Kutſcher habe, und daß die Pferde nach dem ſechſten Sue Jahre nicht durch unmäßige Anſtrengung in der Ar- R ja beit vor der Zeit untüchtig gemacht, oder in der Pfle-" 4 Jahr 3 trg no Ful: ede(in n, Nah ede Ory Genbra ig, de en Nun: 7De Wels t, einige elgrauen e Geſüalt In hohes anbegin: e im hic) aber trit Nerd die Jem er es mit fen wot alſo ſeine Jauptregd Alter von nn fie Im 1, aber gleichſam her vor hte oder 1 ſechſten 1 der Nr ver Pfle NY Die Pferdezucht. 369 ge verwahrloſet werden. Nach unſrer faſt allgemei« nen Weiſe aber, da wir die Pferde ſchon im dritten Jahre ohne Schonung arbeiten laſſen, müſſen ſie bereits im funfzehnten Jahre unbrauchbare Mäh- ren ſeyn. 8 Man darf nicht denfen, daß die Angabe von 24 Jahren übertrieben, oder ſolche nur auf Hören- ſagen angenommen worden ſey. Man weiß es bey mir in der ganzen Nachbarſchaft, daß ich im Herbſte 1785 ein Pferd von 27 Jahren verkaufen müſſen, weil es über alle Zäune, Schläge und Gräben hin- wegſeßte, und die übrigen Weidepferde zum Scha- denthun in den Fruchtfeldern mit verleitete. Dies kam nun daher, daß das Pferd, da es zum Reiten“ beſtimmt war, vor dem ſechſten Jahre nicht oft un" ter den Saktel kam, nachgehends aber, weil es zu hartmäulich war, als Wagenpferd gebraucht ward. Das allerhöchſte Alter eines Pferdes kann, wenn es, wie vorbeſaget worden, einer guten Jugend ge- noſſen, an 40 bis 50 Jahre reichen. In der all gemeinen Haushaltungs- und Landwiſſenſchaft von einer öofon. Geſellſch. in England lieſet man folgen- des: Dr. Plat gedenfet in ſeiner Geſchichte von Or- ford K. V1!. S. 37. dreyer Pferde, die er in dieſer Grafſchaft geſehen hat, und die gegen 40 Jahr alt waren; und der verſtorbene Herzog von Montague hatte eines, von welchem man zuverläßig erzählte, daß es nicht weniger als 50 Jahr alt. Jn hieſiger Nachbarſchaft unterhielt der vor einiger Zeit verſtor« bene Präſident von Ribbeck zu Kroppſtädt, ohnweit Wittenberg, gleichfalls 2 Pferde, die über 45 Jahr alt waren, und ließ ſie mit Kleyen und geſchrotenem Korne füttern, damit das Futkter ihren Zähnen nicht zu hart ſeyn möchte. Sie hielten ſich hiebey ſehr gut, und ſahen ganz unverfallen aus, SEI BDRauSDarer VV, dorNd, A a- 2 IK 370 Kapitel. Iſt oben die Regel gegeben worden, lieber jun- ge, als alte Pferde zu kaufen, ſo können nach Be- „Haſfenheit der Arbeit, worzu man ſie brauchen will, :oc< Ausnhmen ſtatt finden. Cs können Arbeiten Yeyn, bey welchen die Pferde vor dem ſechſten Jahre icht ausdanern. Ein vor kurzem verſtorbener Poſt- meiſter veriohr in den erſten Jahren ſeines Dienſtes, wobey- er an die 16 Pferde gemeiniglich unterhielt, Jahr für Jahr ſeine beſten Pferde, bis er merkte, daß junge Pferde,( die Jugend der Pferde geht bis zu Ende des fünften Jahres ,) im Poſiwagen noh zu weichlich ſeyn., Sein Pferdeverluſt endigre fich gleich, als er anfing Feineandere Pferde, denn ſolche, die ſechs- bis achtjahrig waren, einzukaufen, Es fönnen in der Landwirthſchaft ebenfalls anhaltende Pferdearbeiten, z. B. Bau- Holz- Erdverbeſjerungs- fuhren u. dergl. obwalten, bey welchen junge Pferde nichr aushalten können. Jn Kriegszeiten iſt es eben ſo, da keine Pferde unter 6 Jahren bey der Ar- tillerie und Bagage oder als Packpferd lange Dauer haben können,' b.- Ein ſchönes Pferd. ſind über dem, was zur Schönheit eines Pferdes gehöret, von jeher einig geweſen. Auf die mehrere oder mindere Schönheit des Pferdes be- kühe nächſt dem Alter ſein Werth. Man muß ſie dahjer nach allen Theilen des Pferdes kennen, weil die gute Bildung derſelben, wenn ſie in einem wohl- geordneten Ebenmäaße zuſammenſtimmen, nichtnur dem Auge gefällt, ſondern auch das Vorurtheil erre- get, daß das ſo wohlgebildete Pferd zu den verlang- fen Geſchäften vorzüglich geſchickt ſeyn werve. Zm- mittelſt muß man Grade der Pferdeſchönheit anneh- EE men. und ſ derdel N berjun ah Der juni, Ürheiten 1 Jahr ner Peſe Dienſtes, nterhidt, - merft, geht biz noh zu igte ſich ſolche, nn G haltend ſFerungt: e Pferd! n iſt 6 y der Vr je Dau ferdes be muß ſe in, well mwohr nihtnut heil erte verlauf , it t anneh mel Die Pferdezucht, 371 men. Im höhern Grade muß ſie das Reit- oder - Paradepferd, im geringern das Kutſchpferd, und noch geringerm das Arbeits- oder ſchlechthin das ſogenannte Wagenpferd haben. Da die einzelnen Theile des Pferdes ihre gute Bildung haben müſſen, und aus ihnen zuſammengenommen in Uebereinſtim- mung die Schönheit entſteht, ſo wollen wir die Pfer- deſchönheit nach der Ordnung der drey Haupttheile, des Kopfes, des Leibes, und der Füße beſchreiben. aa. Der Kopf des Pferdes. Der Ropf myß klein oder fein und dürre ſeyn, ſo daß man gleichſam die Adern und Beine daran ſehen und zihlen kann.| Die Stirn erhaben(Rammefkopf, wohlgeram- ſet, wie ihn ein Spanijcher Schafbo>, oder ſoge- nannter Ramm hat.) Kommt eine gute Zeichnung (Stern oder Blaſſe) bey der dunkeln Farbe hinzu, ſo iſt es deſto beſſer. Das LTTaſebein krumm und ſchmal, dürr und rund z die L7aſelöcher weit und wohlgeöffnet, als welches nicht nur ſchön ausſiehet, ſondern auch das Athemholen erleichtert. Ein weder allzugroßes noch allzufleines tT9aul, dunne, geſchloſſene, oder gleich zuſammengeſchloſe fete Lefzen, fleine Zunge, und magere Rachen, ſind nicht nur ſchön, ſondern machen auch/ daß das Pferd den Kopf nicht niederhängend tragen darf, 'zelches geſchehen muß, wenn vorgedachte Theile groß und fleiſchicht, und daher wegen ihrer Schwere nie- derdrückend ſind.! Aa 2 Mit» 372 Zweytes Kapitel. Mittelmäßig große, einfärbigte, ein wenig hervorſtechende, helle, klare, freudige und nicht fal- ſche 2iugen, Magere, dünne, aber weite Rinnbacken ver- mindern gar nicht die Schönheit des Kopfes, und verſtatten dabey dem Schlunde und der Luftröhre Raum genug, daß ihm das Schlucken und Athem- hohlen nicht beſchweret wird. Die Obren ſollen ſpißig, eng, und nicht alle zulang und gerade aufgehend, dabey aber gelenkſam, wechſelnd und von ſchneller Bewegung ſeyn. Der Hals muß ſich von den dünnen Schultern, wenn man beſonders aufs Reitpferd ſiehet, in einer halben zirfelmäßigen Figur erheben, weil ſich dar- aus auf einen leichten Gang ſchließen laßt. Oben am Kopfe muß er dünne, und unten gegen die Bruſt zunehmend dicke ſeyn. Der Mähnenkamm muß da- her ferner gewölbet ſeyn. . Die Mähne, die di> und hart anzufühlen iſt, und ſich von Natur wellenförmig leger, zieret nicht nur den Hals, ſondern zeiger auch ein ſtarkes, ge- ſundes und edles Thier an, ob ſchon lekteres ſich eher bey einem Hengſte, als einer Stute zeiget. bb. Der Leib. Eine breite und erhabene Bruſt nebſt dünnen und“ magern Schulterblättern ſtehen ſchön, und verhindern das öftere Bugverrenken. Ein Pferd mit dien Schultern und einer breiten Bruſt, die fleiſchigt iſt, und etwas vorhängt, ſchickt ſich beſſer zum Wagen- als Reitpferde, weil es AEN Starke RR Wihig ht fal: en ver: 8, und ufteöhre Achen it all nffam, ultern, n einer (< dar Aen ie Buſi muß dt hlen if et nit fes, hw ſich eh din 11, und | pj ſt, dit » beſſe! t große Stark! - Die. Pferdezucht. 373 Stärke andeutet, ſo wie das mit dünnen Schultern und einer ebenen Bruſt ſich beſſer zum Sattel ſchiet, Ein geſtre>ter und gerader, oder wenigſtens nur ſanft eingehender Rückgrad, der nicht krumm über ſich gebogen, aber auch nicht merklich tief eingee ſenkt iſt, ziert das Pferd. Hiebey muß der Rücken fürs Reitpferd beſonders breit ſern. Denn wenn er ſchmal iſt, wird der Sattel das Pferd immer drü- &>en und wund machen.: Die Rippen müſſen wohl auswärts gebogen ſeyn. Flache Rippen preſſen die funge zuſammen, und erſchweren das Athemholen. Ein Pferd, wel- <- Aa 4 lich- 376 Zweytes Kapitel. lichkeit. Man will zwar dieſem Jehler damit abhel- fen, daß man oben am Kopfe zwiſchen den Ohren einen Streifen Haut etwa eines Daumensbreit her- ausſchneidet, die Wunden wieder zuſammen heftet und wieder zuheilet 3 aber dieſes ſieher hernach faſt noch ſchlechter aus, weil die Ohren zu ſtarr in die Höhe ſtehen, auch nicht ſpielen. - Sdwarze, blaue und kleine Augen ſind zum Blindwerden geneigt, ſo wie ein fleiſchichter Kopf das nämliche drohet. Graue Augen und" weiße Glasaugen ſind bey hellen Farben der Haare des Pferdes eben nicht zu radeln, Tiefe Augen ſtehen nicht nur übel, ſondern werden nur für ein Merk- mal der Untreue und Trägheit gehalten. Findet man zwiſchen den Rieferbeinen, wel- Sleiſch, ſo iſt das Pferd ebenfalls zu böſen Augen geneigt. Die Zälſe werden eingetheilet in die Schaf- Schweine- Hirſch- und Schwanenhälſe, 0 Ein langer, dünner Schafhals nach innen im Kamm eingebogen macht eine ſchlechte Figur, und iſt ein Zeichen des Unvermögens. -Die Schweinehälſe ſind eher zu dulden, ſie ſind kurz, breit und vorausgeſtre>t, ſte>en den Kopf zu weit vorwärts weg, laſſew ihn auch zu ſehr ſinfen. Sonſt deuten dergleichen Hälſe auf Dauer-' haftigfeit und Stärke bis ins hohe Alter, arten aber leicht in einen ſogenannten Speckhals aus, da der Kamm ſchief auf eine Seite herunterhänget, Die Zirſchhälſe ſehen, da ſie den Kopf über fich tragen, in die Höhe, weil der Kopf durch den Hals, der über die Proportion unten dider, als oben ; t abhel: (Ohren tet Der: en heftet ud jj ae Indie ſind zun te Fey 10 weiße dare des 1 ſtehen 1 Rette 0 wb 18 ela ſo iſt des e Ch< Wh inn te Figu (den, ſt ofen ben zu ſeht f Dautt- vten.abt aus, Vd naeh opf über ur< den ew als obe weren emepameenmogemen"ougen 8-77 >- ure- Die Pferdezucht, iel oben iſt, unterſtüßet und verhindert wird, daß er vor ſich ſelbſt nicht herabhängen kann. Sie find zwar ſehr geſchit zum ſchnellen Laufen und Berg- anreiten, dagegen unvermögend über einen Schlage- baum oder eine andre Höhe zu ſpringen, indem der Hintertheil dey ihnen allemal ſchwerer iſt, als der - Vordertheil. Uebrigens werden dergleichen Pferde für dauerhaft gehalten. IE Die Schwayenbälſe ſind ſchon vorhin ge- prieſen worden, und ſind eine Hauptſchönheit des Pferdes. Der Hals iſt weder oben noch unten zu di, ſanft gebogen, lieber zu lang, als zu furz, dabey aber hoch gewachſen, als welches nicht nur das Anſehen des Pferdes ſo vorzüglich vermehret, ſondern auch dem Kopf nicht nachgiebt, daß er ſich abwärts auf das Mundſtück legen, oder darauf ru» hen kann. Gemeiniglich finder man dieſe Pferde ei- nes rechten, weder zu hißigen noch zu faltſinnigey Temperaments, die ſich ſehr leicht abrichten und re- gieren laſſen. Eine mit zu dünnen, zarten, wolligten und fur- zen Haaren beſeßte U58hne ſtehet nicht nur übel, ſondern deutet auch öfters auf Unvermögen.- bb. Der Leib. Schmale, ſpizige Bruſt nebſt ſchmalen Schultern, ingleichen Schultern, welche niedri- ger ſind, als das Kreuz Höhe hält, werden unter die Fehler gerechnet, wiewohl von den leßtern die wenigſten Pferde ganz frey ſind. Ein Pferd, wel- sbeinig genannt wird?| Pferde mit groben Schenkeln, die noch über- dem mit langen Haaren bewachſen( behangen) ſind, machen eine ſchlechte Figur, und die langen, gemei- niglich mit Kothklunkern beſeßten und nicht gut tro- den werden fönnenden, Haare veranlaſſen gern die Mauke.' Ein von Natur unbehangenes Pferd hat, in und oberhalb der Feſſel nur wenige und weiche Haare. Man kann aber nicht ſagen, daß rauhe behangene Füße von einer naſſen Weide herrühren, wie einige vermeinen. Deftern Bemerkungen zu Fol- ge entſtehen Fuße nur beſchriebener Art, wenn die Füllen im Hervſte allzulange auf der Weide gehalten werden. Nimmt man die Füllen, oder junge Pfer- „Do, 335. Zweytes Kapitel. de, um Michael, bevor Reif und Froſt einfallen, in denStall, ſo werden ſie reine Füße behalten, wenn"| ſie anders von einem reinen Stamme-ſind,-| kange Feſſel(Köthen), bey welchen das Pferd vid , mit dem zweyten Gliede faſt die Erde berühret, und dieſerwegen auch Bärenfüße genannt werden, ſehen woll - nicht allzuwohl aus. In kurzen Feſſeln oder Köthen ſeher haben die Pferde mehr Starke; die langen machen lehri bald-müde, und machen das Pferd auch leichter fal- 4 IE lend. Dagegen gehen die langförhigen Pferde ge-'den, meiniglich ſehr ſanft zum Reiten, und- müſſen von paar! ſolehen-gewahlet werden, deren körperliche Beſchafe ſtünde fenheit nichts Unſanftes vertragen kann,| hebg Schmale„5ufe nennet man Eſelshüfe, und| q; ſind das Gegentheil von den wohlgeſtalten, runden ſr und breiten Hufen.!(Mp Sind ſie hoch, hohl und ſchmal, fo ſchwinden Kern und Leben gär leicht, und ſind zu Hornklüften geneiget. Auch ſind die Reife und Ringlein nach der(M) Breite um den Huf von ſchlimmen Folgen. Die- | Fäden müſſen daher noch vor dem: Saume der Länge Rite | nach herabgehen. Denn was der Breite nach herum hij | 6“ geht, ſpringt leichtlich hinweg; was aber von oben und | herabgeht, iſt feſt und ſtark. fs | Weiße Hufe paſſen nicht zu Pferden, deren eis Füße keine weiße Haare haben. Scheckige, oder ge-- Mun ſtreifte Hufe ſind ſelten ganz gut, und nicht ſo ge-| 5% ſchmeidig, wie die einfarbigen, indem ſie leicht aus- Call brechen. Sthwarze Huſe find bärtigen die Pi.) 1 die aſchgrauen mittelmäßig, und die weißen die ſchlech- ſher| oſten. Es gilt aber dieſes nur bey geſunden Hufen. Wprel Denn einen kranken ſchwarzen Huf kann man wohl nN: ( nicht fär beſſer halten, als einen geſunden weißen. Die SES IREEN EEE un einfallen, Wenn f 3 das Nach hrt, und eden, ſeh der chin en mah eichter ſel Pferde de üſſen vor j Beſe of: fe, un) 1, vunden ſchwindet Joryflifte in nocd gen, I e der Linh! nach hetun x von abd ven det 19/4.08 icht fo 92 eicht aus“ die beſiuh viel hen Dufen man wo) neigen Die Die Pferdezucht, 387 Die Sohle des Hufs, die weder zu lang noch zu furz, und rund der beſte iſt, muß di> und-nicht zu hohl, der Strahl aber nicht gar zu breit, wei), aber nicht ſhwammicht ſeyn. „gare über den Leib, die lang, dicke, weich, wollicht und ſtrablich ſind, machen ein ſchlechtes An- ſehen, und deuten auf ein träges und faules, unge- kehriges und weichliches Thier. Auch äußern ſich eis nige Kennzeichen gewiſſer Krankheiten vornämlich an * den Haaren. Z. CT. wenn die Pſerde ihre Winter- Haare nicht verlieren, ſo ſind ſie in keinen guten Um- ſtänden, und können bald umfallen, wenn ihnen nicht bald geholfen wird.| , TCTemperamentsfebhler ſind endlich, wenn das Pferd falſch, boshaft, beißend, ſcheu; kollricht, ſtä- . tig, hartmäulich, tölpiſch, ungeſchit u. ſ. f. iſt, D. Der Pferdekauf. Ob ſchon die Roßtäuſcher ungern daran wollen, ihre Pferde im Stalle zu beſehen, ſv muß man doch Mictel ſuchen, ſolches zu bewerkſtelligen. Denn 'hieſelbſt findet man die Pferde ihnen ſelbſt überlaſſen, und ſie ſind nicht durch Peitſche, Sporen und Zäu- mung in eine ihnen eigene Stellung verſeßet, da ſonſt die trägſten Pferde durch gedachte Jnſtrumente in Munterkeit und Feuer geſeßet werden können, nach- dem ſie zum öftern dazu angeübet worden. Im Stealle ſtelle man alſo folgende Beobachtungen über ein zu kaufendes Pferd an, welches man ſich doch aber nicht vom Verkäufer hat müſſen ausſuchen und anpreiſen laſſen, weil ſolches den Verdacht erwecken muß, daß das Pferd einen heimlichen Fehler habe, und der Roßtäuſcher es gern los ſeyn wolle, aa) Sb 82. Zweytes Kapitel, aa) Oh das von Sattel und Decke entblößte Pferd| überali ohne Schaden und Merkzeichen ſey, daß|( 'es irgendsw» falſch geheilet, oder in der Arbeit zu ſtark angegriffen geweſen. WEIT 4,8%; bb) Ob es auf ſeinen 4 Füßen gleich und feſte( ſtehen bleibe, ſonderlich auf den vorderr, und ob' es auch eine Weile ſtehen bleibe, die Füßernicht ſ abwechſele, und bald den einen, bald den an» ad dern vorjeße, weil es in ſolchen Fällen an den; Muskeln oder Nerven Noth leider. Wenn es 170 mit den hintern Füßen eng jteht, ſo ſtreift es ſich, ju wenn esS'müde wird. Wenn es mit den Vorder- ee) - füßen fitſchet, iſt es ein Zeichen, daß es Schmer- MEL) zen an dem Hufwerke leidet3 wenn es an der| un Seite aufziehet, ſo feblt es an den Lungen. dig /"Auch fann man dem-Pferde in die Kniebüge Ww ſtoßen, um zu erforſchen, ob es nachgiebt oder ſ ſtark auf den Füßen ſteher. zu cc) Frißt das Pferd hurtig, ſo zeigt es eine gute je Natur an, welches auch daraus abzunehmen iſt, iſt wenn ſolches, ohne ſeine Menſur zu verrücken, und ſh; hurtig ſtallet. Bey der Krippe erforſchet man fi) auch, ob man keinen Krippenſezer, d. i. ein th ſolches Pferd vor ſich hat, welches das Maul m voll Haber oder kurzes Futter nimmt, ſodann ſu das Maul auf den Rand der Krippe ſeßet, da- w bey kröchzet oder gar brüllet, und das Futter auf a die Erde fallen läßt. Hengſte und Wallache ge- Y wöhnen ſich das Krippenſeßen eher und ſtärker 9! an, als die Stuten. Dieſer Fehler nun iſt| be nicht abzuändern. Ein Rrippenveißer iſt eher ſh auszuſtehen, da das Pferd an der Krippe na-"M get und fkauet, bis große Stücke aus der de Wand derſelben herausgeriſſen ſind. Diefer W Fehler iſt meiſtens ein Muthwillen der jungen nN ; Pferde,| I. Die Pferdezucht. 353 ji Pfd Pferde, wowider Rath zu finden iſt. Man fey, daß/ fannaber auch vie Pferde zu Krippenbeißern mae abtblindes Pferd zu bekommen, man muß auch feines nehmen, das bald blind werden Fann, als welches an obbeygebrachten Kennzei- am Zahne, wenn derſels be feine Grube hat, iſt für das Alter nichts Ent- - ſcheidendes; was der Roßtäuſcher auch zum Ue- berreden des Käufers ſagen wil. Wenn die Pferde vor Alter lange Zähne haben, pfiegen ungeſcyiete Betrügerihnen die Zähne abzujägen; oder abzufeilen: Andere, welche klüger ſind; feilen dieſelben vorne; wie ein Mundſt"> an ei- ner-Flöte, um den Vorſprung hinwegzubringen; und laſſen ſie obenher unberührt: Was die Erſtern betrifft; iſt der Betrug leicht zu erken- nen; wenn das Pferd das Maul verſchloſien halt; Denn alsdenn finder man, daß die obern und untern Zägne einander nicht berühren, weil die':Sackzahne, welche man niemals abnehmen kann, ſie daran hindern. Bey den leßtern wird das Herz, oder der Kern des Zahns, wahrgenom men; indem derſelbe, weil er durch die Feile entblößt worden, brauner, und der Zahn ges wölbt erſcheinet. 10507 Die das Alter anzeigenden Haare um die Au- gen pflegen die Roßtäuſcher auszureißen.. Es iſt aber beym genauen Nachſehen voch zu merken, nur aber dieſes nicht, wenn ſie mit der Fars be, welche das übrige Haar hat, angeſtrichen worden. j Die künſtlichen Bläſſen, oder Sterne, nebſt ver übrigen Anfärbung eines Pferdes bringt das Scriegeln bald hinweg, weil die Farbe das Haar nicht durchdringen kann. Eine falſche Blaßſe, oder dergleichen Stern» wird daran er- Bb 2 fannt, 388 Zweytes Kapitel, fannt, daß die weißen Haare viel länger ſind, als die andern, und ſich gemeiniglich in der Mit- te der Bläſſe ein Kaum ohne, Haare findet, hh) An dem«Zalje unter ven Ohren, zwiſchen den untern Kinnba>en, muß man nach venen dajelbſt befindlichen Drüſen fühlen, welche los und klein ſeyn müſſen. Denn wen ſie aufſikßen und geſchwollen ſeyn, ſo muß ſich das Pferd verfältet haben, und man iſt keine Stunde ſicher, daß es nicht einen Abfluß durch die Naſe oder inflammirte Augen bekomme. Die Weide- pferde, wenn ſie zu früh oder zu ſpät in kalten Mächten auf der Weide gehalten werden, ſind gemeiniglich vorgedachtem Zufalle, den man den Kropf in Niederſachſen, die Drüſen aber in Oberſachſen zu nennen pfleger, ſehr unterworfen, ſv daß, wenn im erſten Jahre des Zufalles die Natur ſich mittelſt eines Abfluſſes aus der Naſe oder ausgefloſſenen Eyters aus den aufgebrochen geweſenen Beulen ſich nicht genug gereiniget hat, die Krankheit alle Jahre wieder zu kommen, und ſehr ſchlimme Folgen öfters zu veranlaſſen pfleget. 11) Mun kömmt die Ordnung an die Füße. Sollten ſie voller Koth ſeyn,(vielmals werden „ſie mit Fleiß mit Koth beworfen, um die Fehler zu verbergen) muß man ſie reinigen laſſen. Zwi- ſchen den Knien und Feſſeln ſuchet nian die Ue- berbeine 3; fleinere und auf einem Beine auf- ſißende haben nicht viel zu bedeuten, größere aber, die an den Flechſen wachſen, ſind ein gro- ßer Fehler. Bey den Kniebeugen kann man am beſten die Rappen und Struppen entdecken 3 da ſie aber vielmals unter den langen Haaren ver- borgen ſind, muß man mit den Fingern die Haare Die Pferdezucht. 389 ger ſind, EE 12000 Haare aus einander machen. Der Spaat, iſt it, gemeiniglich die Folge übermäßig harter Arbeit, ) Wicben und wird an den hintern Füßen, inwendig an der 10 denen Kniekehle, entdeckt. Jjt der„Zuf hübſch breit welche es und flach, und nicht hö&ericht, ſo beſorget man (e gufſken nicht ,„. daß das Pferd verſchlagen hat, oder das Pad überricten iſt. Man unterſuchet aber, ob die deſh Hornklüfte nicht verſchmiecret worden. Noſe+ kk) Noch dienet es zur Unterſuchung des Pfer- e Weide des, daß man den Schwanz aufgebetz; wenn in falten es ſolchen ſchnell, wie mit einer Federkraft, wie- en, ſind der zwiſchen die Lenden ziehet, ſo iſt es ein Zei- Won denerm Zügel. Dadurch wird es ſorgenlos werden, und es wird ſich bald entde>en, wenn es anſtößt, vor- nemlic), wenn der Weg, worauf er reitet, et- was uneben iſt.„Das beſte Pferd zwar kann anjioßen;(ein junges wird es oft chun aus keb« haftigfeit, oder weil ſein Geiſt noch nicht gehö- rig gebrochen iſt, und doch kann es, wenn es auf. dem Gebiſſe hurtig fortgeht, und die Schen- Fel gut auswirft, ein ſehr gutes Neitpferd wer- - denz) allein wenn es, indem es anſtößt, aus TJurcht vor der Ruthe oder den Sporen ausſprin- get, ſo iſt es zuverläßig ein alter Sünder, weil man gemeiniglich den Pferden beym Anſtoßen einen Denfzettel zu geben pflegt, obwohl ein Pferd wegen des Anſtoßens und Scheuſeyns nie- mais beſtraft werden ſollte, indem es durch die Furcht vor der Strafe ſchlimmer gemacht wird, m") Mach dieſem laſſe man einen Andern auf: ſißen, da das Selbſtreiten nur den ſichern und ſanfcen Gang erforſchen ſollen, und ſiehet, ob es friſch und hoch die Schenkel aufzebet und herz- ' haft wieder niedertriet. Dieſes zu betrachten, muß man in einer geraden Linie mit und vor dem Pſerde ſtehen, welches auch eben ſo hinter vem Pferde geſchehen muß, wenn das Pferd auf den nämlichen Wege zurücgehet. "Wonn das Pferd furze Schritte thut, und die Spiben ſeines Hufs in die Erde ſest, ſo iſt es ein Zeichen, daß es knicken will. Im Schritt muß es die Füße nicht über ein ander ſchrenfen, weil es leicht ſtolpert, ne NT Ct SSEN Die Pferdezucht. 301 .."De in beſtändiger Gefahr iſt, mit ihm zu he Ein Pferd, das im Gange die vordern Füße fem nicht gerade, und etwas frey von der Erde auf- nde 5% nimmt, ſondern dieſelben gleichjam tanzend ot, vor auswärts oder gar einwärts wirft, als wie in diet,| einem halden Cirfel, iſt zum Fallen geneigt, var füm und ihm iſt mit dem Beſchlagen nicht zu helfen, | QuSQchs kann auch leicht ſteif werden. cht geh Je weiter ein Pferd mit den hintern Füßen weng- eng, und mit den vordern weit gehet, deſto beſſer e Schen iſt es, weil es ſich auf die Weiſe nicht ſtreift. ord wet:“ Wenn es aber im Gange ſtreift, ſo ſtolpert esz Gt, aus geht es vorn enge, hinten aber allzuenge, ſo uSſprine ſtreichet es ſich, d. i. ein Fuß beſchädigt den an- er, weil dern; geht es zu weit, wackelt es; tritt es mit Nnſtoßen den Hinterfüßen ganz in oder über die Spur des wohl ei Vorderfußes, ſo hauet(tritt) es ſich ſelbſt zu eyns nie vieler Gefahr in die Vordereiſen. Jn einem dur die guten und gerechten Gange muß die Spur des Zweytes Kapitel. ganzes Spann Pferde, wenn ſie noch jung find, mit einem einzigen ſtätigen Pferde verderben, daß ſie in Geſellſchaft des hinzufommenden ſtär tigen Pferdes ebenfalls ſtätig werden. Beſſer geht es mit ſtätigen Reitpferden, welche in der Reihe mit andern Reitpferden meiſtens fortge- Hen, ohne ſtehen zu bleiben, aber nicht vonihrer Geſellſchaft wegzubringen ſind, wenn ſie vor ſich allein fortgehen ſollen. rr) Noch iſt zu erinnern, daß man die Pferde, wenn man ſie nicht ſelbſt reiten kann und will, wenigſtens ſich ſolche mittelſt eines gemeinen Daums ſollte vorreiten laſſen, indem manche Pferdeh ndler bey tragen oder fehlerhaften Pfer- den Zäume mit kieinen Mundſtüken gebrauchen, deren Stangen ſehr lang ſind, um damit den Kopf der Pferde in die Höhe zu halten. Auch iſt iynen nicht zu trauen, wenn ſie durch einen ihrer Knechte ein warm gerittenes Pferd in die Kuppel nachbringen laſſen. Denn wenn ein Pferd vom Verfangen( von der Rähe) ſteife Schenkel hat, ſo pflegen die Pferdehändler ſol- I. Die Pferdezucht.«"305 | 1%| hen will, das Pferd Mine macht, ſich zu wider- Wm für ſeßen, indem es den Schwanz rühret, und den Biſe Kopf dreht, ais wenn es beißen wollte. Auch inder: dies gehöret noch unter die Künſteleyen der Pfexr- firtze dehändler, daß ſie ihren Pfeeden, die ein tro>- niht nes Maul haben, das Gebiß mit ſcharfen Spee ved cereyen reiben„ um Schaum heraus zu bringen. 4- BVielmals läßt ſich ſolches daran erkennen, wenn Pfady, man dem gemeiniglich zu ſehr ſchäumenden Pfer- 0: De einen andern Zaum aufleger, und an dem ab- M genommenen Gebiſſe den eigenen gewürzhaften Geruch bemerkfet. mande tt) Man wird wider die Ausünbung ſo vieler der 1 Pfer vorhergehenden Vorſichtsregeln einwenden, daß en, fie in der Theorie richtig, aber in der Praxis it den nicht ausführbar ſind. Freylich wird ſich am Auch Tage des Roßmarkts kein Reßtäuſcher ein Pferd h einen aus der Kuppel wegnehmen, und geſchehen laſ- m di ſen wollen, damit einige Stunden vor dem Tho- enn ein re umherzureiten. Cs kann aber, da ſie ſchon „Wr am Tage vor dem Markte meiſtens zugegen ſind, er ſel alsdenn geſchehen, wenn man darüber mit ihm eiten zu eins werden kann. Nocy füglicher kann es ge- mit die ſchehen, wenn man großen Pferdehändlern an verieben ihrem Wohnorte zuſpricht, und daſelbſt nach al- ler Bequemlichkeit ſich Pferde auswählet und geren'verſuchet. Jn der Mittelmark, beſonders im |e Epd- Havelländiſchen Kreyſe, wo viel große Roßtäu- ; las ſcher ihren Aufenthalt haben, laſſen ſich die Edel=. va leute diejenigen, mit welchen ſie ihren Verkehr Zyt haben, nebſt einer Anzahl von Pferden zu ſich duch hinfommen, und ſuchen ſich die anſtändigen ame Pferde aus, behalten ſolche einige Tage bey ſich, utdes und falls fie ihnen nicht gefallen, ſo ſchien ſie ih zite ſeibige den Pferdehaändlern wieder zu, und laſſen m ſich 396- Zweytes Kapitel, ſich an ihrer Statt andere kommen. Eben die- ſe auf ſolche Art mit Edel- und Amtleuten in Connexion ſtehende Pferdehändler werden von . ihren Kanden auch wohl auf den nächſt gelegenen Roßmärkten aufgeſuchet, und leßtere nehmen auf 'guten Glauben von erſtern auch hiet Pferde, un- ter der Bedingung, daß dieſe die in der Folge etwa mißfällig werden könnenden Pferde wieder annehmen und dagegen ſich andere dafür wieder nehmen laſſen. Dergleichen Pferdehändlor aber ſind unter die großen, d. i. ſolche zu rechnen, welche in ihren Kuppeln ſehr viele, und ſämtlich ſchön und groß, haben. Denn mit kleinen Pferdehändlern, die wenig, oder gute und böſe, unter einander haben, läßt ſich auf vorgedachtem Fuße gar nicht handeln, E. Die Erziehung der Pferde. - Ob ich ſchon hier nicht für eigentlich ſogenannte Stutereyen ſchreibe, ſo will ich doh, da bey der Pferdezucht der Hengſt die Hauptſach? ausmacht, und von häßlichen Stuten gemeiniglich ſchöne Füllen fals ien, wenn nur der Hengſt ſchön geweſen, nur beſon- vers die Erforderniſſe eines ſchönen Hengſtes, wie ſolche von dem Engelländer, Hrn. Robertſon, angege- ben werden, herſeßen, damit diejenigen, welche ſchö- ne Füllen verlangen, ſich nach ſchönen Beſchälern umſehen, oder dergleichen, wenn ſie das Vermögen dazu haben, anfaufen, wie es denn z. B. in dem ſo- genannten Elburger Werder in Preußen nicht an Bauern ſogar fehlet, welche an einem ſchönen Heng- Te, um gute Nachzucht zu haben, vile hundert Tha- lex zu wenden pflegen. Ein Än mrn anner Bi | ſink de |Ch | und | || 757 en die: Wen in den von e(egenen menu erde, u Fein 6 wieder v wiede! Ver abe vechnen, ſamtlich fleinen 1d böſe, achtem 6, enannt bey det ht, und- allen füh ur beſon tes, wi „angege (che ſ<>- eſchalern ermogen dem ſe: nicht an 1 Deny: et Thie Ein - Die Pferdezucht.. 8.103077 Ein Beſchäler, ſagt vorgedachter Engländer, von dem man eine gute Zucht erwartet, muß weder innerliche-noch äußerliche Gebrechen haben; beſonders müſſen die Augen gut und nicht flüßig ſeyn, wiewohl ein Fehler an den Augen, welcher durch einen Zufall von außen entſtanden iſt, nichts ſchadet, Kurzer Athem, Dampfigkeit, Verleßung der Lunge und L2e- ber, bey einem ſonſt ſchönen Hengſte, verſprechen keine geſunde Füllen.- Flußgallen, Spatten, Stollbeu- len, Steingallen erben die Füllen von ihrem Vater fo gut, als das Podagra, Lange Feſſeln ſtehen einem Beſchaler auch nicht an, weil ein lang gefeſſeltes Pferd niemals dauer- hafte Knochen har. Der Huf muß rein und ohne Schaden, wohlgebildet, rund, frey von Hornſpals- ten und Steingallen ſeyn. Cin magerer Kopf, Hals und Schultern, welche doh breit und nicht zu eng ſeyn müſſen, wie auch ein lang geſtrecktes Kreuz müſe ſen nicht fehlen. Die Farbe kömmt auf Mode und fiebhaberey an. Cs giebt gute und ſchlechte Pferde von allen Farben.=-| In den Herzogrhümern Schleßwig und Holſtein müſſen zur Aufnahme der Pferdezucht und Verhütung ihrer Ausartung die zu ſolchem Zweck approbirten und gezeichneten Hengſte folgende geſeßliche Tigenſchaften an ſich haben!"| 1) Muß ein ſolcher Hengſt wohlgeſtaltet und re- gelmäßig gebauet ſeyn, wozu vornämlich gehöret: a) daß er einen fleinen magern Kopf und nicht ſtarke Kinnbacken habe, auch der Kopf nicht unter der Stirne eingebogen, ſondern daſelbſt nach Art der Schafsnaſen erhoben ſey: b) daß die Ohren klein, und weder zu lang noch zu breit ſeyn, auch nicht am Kopfe, 398 Zweytes Kapitel, | Kopfe; wo ſie ſich anſeßen; zu weit von-eittandet N ſeyn, oder unterwärts hängen, ſondern wohlgerichtete| ſ! und gerade ſtehen 3; c) daß die Augen nichr zu klein yo ſeyn, noch zu tief im Kopfe liegen, ſondern mit dem- üb ſelben gleich ſtehen, auch groß und helle ſeyn; ſollte“. aber ein ſolcher Hengſt durch irgend einen äußerlichen| Zufall ein Auge verlohren, oder eine Verleßung das vw ran erlitten haben, ſo darf er darum nicht verworfen G werden; d) daß der Hals nicht zu kurz, ſondern wohl:€ gerichtet, nicht unterwärts wie ein Hirſchhals gebo-" gen; noch oben an der Mähne nach der Seite han: gend öder ein Speckhäls ſey, ſondern in einer ebenen|< Dis Krümmung von dem Widerruſt, oder den Schultern, ji N nach dem Kopfe gehe, obenzu immer jen weder eingebogen;| is noch ſcharf oder frumm aufgebogen, auch nicht vorne'| niedriger, als hinten, ſondern gerade ſey, die Schul-|[7 ter aber, oder ſogenannte Widerruſt, hoch und ſcharf|/ n j; ſey; 8) daß das Kreuz weder niederhangend noch| | ſcharf ſey, und die Hüften nicht hoch ſtehen oder vor-| ſub | ragen; b) daß der Schweif nicht zu niedrig ſize, und 24 | der Hengſt wohl bey Leibe und ja nicht dünne und auf:| ſin |" geſchürzet ſey 3; 1) daß die Füße weder ein- noch aus| fe ' wärts gewandt ſeyn, av< der Huf von allem, was| fe platt- voll- oder engfüßig genannt wird, frey ſeyz| een) k) daß die Vorderbeine gerade ſtehen; und weder ein- 00 ME wärts gegen einander gebogen, noch vor- oder rück-| ücht | wärts gefrümmet; auch dabey ſtark und nicht gar zu Njecde | fein und dünne ſeynz 1) daß inſonderheit auch die Hin-|(M | terbeine gut; auch die Lenden breit ſeyn, der Schen- iht kel, oder Hinterbiegel, nicht zu weit hinten ausſtehe;| Henzi und die Kniefehlen weder ein= noch auswär:s geben; Cut als inande gerichtet zu fein mitdem: 0 felt Berio Bing di: ewe ermwt als gebt eite han: er eben hultety, x werd), en endi: dernim e gehört 19200481); ht vor je Schul: nd ſchaf end nd oder vu ſive un) und auf no aus em, vs ſry fey) eder eit der müde pt gar u died ' Cen öſt S gege gls Die Pferdezucht, 3099 als welches das Pferd kuhhäßig macht; wobey daſ: ſelbe von allen Arten des Spats, von der Galle und vort Haßbein frey ſeyn muß, auch die Hinterbeine überhaupt nicht fein und lang gefeſſelt ſeyn dürfen, 2) Iſt es nothwendig, daß ein zu dieſem Gee brauche beſtimmtes Pferd von allen Krankheiten und Schwachheiten, als ſogenannter Düſigkeit, Koller, Engbrüſtigkeit u. ſ. w. frey ſey, weil ſolche auf die - Abkömmlinge fortgepflanzet werden, 3) Es iſt am beſten, mit einem jungen Hengſte zum Beſchalen zu warten, bis er das dritte Jazr zurüccgeleget hat,(es iſt doch beſſer, gleich den Engl'n- dern, den Heigſt bis zum ſechſten Jahre hin mit dem Beſchälen zu verſchonen) weil in der jh vlichen Wei- ſe, die Hengſte eher zum Bede>en zuzulaßen, die vornehmſte Urſach zu ſuchen iſt, warum ſo vicle Pferde früh veralten und untauglich werden. Iſe ein Pferd über 15 Jar alt; ſo kann es zum Bee ſchalen nicht mehr jür tüchtig geachtet werden. 4) Wenn die zur Pferdezucht beſtimmten Heng- ſte beſagter Maaßen regelmäßig gebauer, geſund und des gehörigen Alters ſind, ſo iſt auf keine be- ſtimmte Höhe derſelben zu ſehen, ſondern dieſe nach der allgemeinen Größe der Pferdeart eines jeden Orts oder Diſtricts zu beurtheilenz; und kann alſo ein Hengſt, wie vielihm auch an der vollkommenen Höbe von 5 bis 2 Zoll Däniſchen Anlegemaaßes fehlen möchte, nach Beſchaffenheit des Falls approbirt werden.=- Eine State, die auf Stutereyen vornämlich zur Zucht dienen ſoll, muß eben ſo geſund ſeyn, als der Hengſt, weil ein geſunder Hengſt und eine kranke Stute nur ein halbgeſundes oder garj ganz krankes Suül- 400 Zweytes Kopitel. Füllen erzeugen können. Ja es iſt faſt nöthiger, daß eine Stute recht geſund ſey, als der Hengſt, weil von dieſem nur was Weniges zu dem ganzen Füllen beygetragen, ſolches aber eine ſo lange Zeit von der Seute ernährer wird, und ihren ganzen Körper be- kömmt, ſo, daß in Anſehung der Geſundheit, eher ein franfer Hengſt mit einer geſunden Stute, als ein geſunder Hengſt mit einer kranken Stute ein ge- ſundes Füllen erzeugen kann. Neben dieſen muß eine Stute ſchön und weitleibig ſeyn, damit das Füllen Raum zum Wachſen habe. Auch muß ſie ſtill und gelaſſen, nicht falſch oder tückiſch ſeyn, weil die Fül-. len ohnfehlbar an ſolchem Fehler Theil nehmen. Sind nun Stute und Hengſt zugleich ſchön, ſo haf man am gewiſſeſten etwas Gutes zu hoffen, Ehedem hatte matt auf vielen Stutereyen den Gebrauch, und hat ihn theils noch, daß man aus- ländiſche Stuten zur Zucht nahm, die entweder aus Spanien oder Neapel ſeyn mußten. Da aber die Spaniſchen Stuten nicht mehr ſo leicht zu bekommen, unddie Neapolitaner nicht mehr ſo ſchön und groß ſind, ſo können nicht wohl beſſere Stuten, als die Engliſchen genommen werden, wenn man einen ſchö- nen Hengſt dazu bekommt, als z. E. einen Spanier, Barbaren,. Araber oder Türken, wovon man eben nicht die größeſten ausloſen muß. Denn es iſt beſier, wenn der Hengſt klein und die Stute groß iſt, wenn man wöhlproportionirte Reitpferde ziehen will. Kutſchpferde müſſen freylich von beyden Seiten etwas- ſtärker ſeyn. In England hatte man ſonſt dieſe Meynung in Anſehung des Hengſtes, daß er nach ſeinem beſondern Dienſte ſv zu wählen ſey: der Türkiſche vder Spani- ſche iſt zu einem Pferde ungemein gut, das man im ; Kriege - IIUR ZI ERES SI Fi WE rau WID 5 eur Wb ur ÜS GE 1 rä 5 Deſ K"i wird, tig 0 belegt ten.ja wan ſ ben w Zieht! zwölf und 1 lange! maine laßt, 4 30 E 4 zuſam bis 31 Nitz gefun Inm Yeiye hinau: Wenn| qehrad eich hen auf Hat je, de | weil n Fillen vm der ep be ät, hit hit, Ute ein de: muß in as Fülle ſtill und [die Fil nn, Eind mann eym den man aus Weder aus 1 aber di! efommy) und gu 1, als einen 9) | Epanlty an eben iſi beſit) (ft, wen hen pi aten ens veptiung in peſondern er pant z man iu Krieg! Die Pferdezucht, 40t Kriege gebrauchen will; der Barbariſche iſt am beſten zum Klepper 3 der beſte für ein Jagdpferd i(t der un- ächte Barbar, der von einem Engliſchen Pferde ge- fallen iſt; der beſte zu Kutjchpferden iſt der Flandri- ſch? Hengſt, uno der bejie zum Läufen, zum Ziehen oder Laiten zu tragen, ijt der Engländer, Vor dem ſechſten Jahre ſollce kein Zenetſt zum Beoſch:len gebraucht werden, theils weil er ſonſt ſeine Kräfte zu früh verliert, und vor der Zeit untüchtig wird, theils auch weil die Stuten nicht allemal träch- tig bleiben, wenn ſie von einem allzujungen Hengſt belegt werden. Die Siute ſoll auch vor dem vier- ten Jahre nicht zum Beſjchaler gelaſſen werden, wenn man ſie nicht ruiniren und keine ſchwache Füllen ha- ben will. Alsdenn fann ſie, wenn ſie zugleich zum Ziehen gebraucht wird, zum Murtterpferde bis ins zwölfte Jahr dienen 3 falls ſie aber nicht ziehen darf, und nur allein zur Zucht gebräucht wird, noch weit länger. Jn England herrſchet der Gebrauch, daß man einer Stute gleich nach dem Beſchälen zur Ader läßt, und behauptet hiedurch zu erhalten, daß unter 30 Stuten kaum eine fehl gehet. Die beſte Jahreszeit, den Hengſt mit der Stute zuſammen zu laſſen, ijt von der Mitte des Märzes bis zur Mitte des Aprils hin. Die Füllen, die im März und April fallen, hat man allemal dauerhafter gefunden, als diejenigen, die ſpäter im Jahre fallen. In manchen Gegenden, wo man die Stuten auf der Weide halt, ſeßet man jedoch das Beziehen ſpäter hinaus, damit die Mutterpferde mit ihren Füllen, wenn leßtere zur Welt kommen, gleich ins volle Gras gebracht werden können. Und wenn die Stuten zu- gleich Wagenpferde ſind, muß man ſie ein paar Wo- et haf, und eine willige Stute dann ſofort zweymal hinter einander mit ihm begattet wird, ſolche feuchtbar zu feyn pflegen. Cben ſo glaubt man, es ſey von guter Wirkung bey einer Stute, die nicht bleiben, d. i. befruchtet werden will, wenn man zwey Hengſte jofort hinter einander zu derſelben läßt. Der gemeine Mann will es noch his und da für eine Beherung halten, wenn ein Hengſt auf die Stute fallt, und ſich mit ihr nicht einlaſſen will, und dann die hervorgebrachte Ruthe vorne an der Eichel, wie etwa die Mündung einer Trompete, breit wird. Allein es iſt dieſes ein Zeichen einer großen Entkräf- Ce 2 tung 404 Ziwegkes Kapitel. tung des Hengſtes, den man erſt Ruhe laſſen und gat pflegen muß, indem er gewiß vor den nächſten 24 Stunden nicht fruchtbar ſeyn kann. In hieſigen Gegenden ijt es hergebracht, daß die Hengſtmanner, wenn ſte eine Stute bejpringen laſſen, welches gegen Abend einmal, und den folgen- den Tag abermal geſchiehet, x Scheffel Haber, nebſt einer Porcion Hexel und Heu dazu bekommen. Auch befömmt der Hengſtmann des Abends und Mittags bey dem Geſinde eine Mahlzeit. Wenn in der Folge die Stute nicht beſtanden iſt, und abermal beſprun- gen wird, ſo befömmt er und ſein Hengſt abermals den gedachten Gehalt. Wenn endlich ein Füllen zur Welt kommt, ſo erhält der Hengſtimann einen Thaler 3; im Fall aber kein Füllen erfolget, gar nichts An andern Orten bekömmt der Hengſtmann für je- den Sprung 8 Groſchen, und weiter nichts. Jene Einrichtung aber iſt ſichrer, weil der Hengſtmann ſeinen Hengſt gut pflegen, und öfters zum Probiren der Stuten von ſelbſt zurückfommen muß, um ſeinen Thaler zu«gewinnen.; Jn den erſten 5 Monathen werden trächtige Stuten andern Zugpferden in der Arbeit gleich ge- halten, nur müſſen ſie mit unmäßigem Jagen und kaufen verſchonet werden. Mit dem ſechſten Mona- the aber muß man ſie vor Stößen, Schlagen und furzen Wendungen im Stall und beym Anſpannen hüten, auch ſie nur zu mäßigen und langſamen Ar- beiten, und gar nicht zum Reiten mehr gebrauchen. Es iſt gar ne. Tenn dieſes geſchiehet zum alleröfterſten, vaß man die C: [aa v.* -".€ 4 Lg Eb t 5 4: zugen 408 Zweytes Kapitel, Füllen im Neße todt findet, wenn keiner bey der Ge- burch zur Hand geweſen iſt. Die Navelſchnur wird etwa in einer Breite von 4 Fingern vom Leibe ab- warts mit einem ſtarken Faden feſte zugebunden, und außerhalb dieſer Verbindung mit einer Scheere abgeſchnitten. Die Unterlaſſung dieſer Abſchnei- dung der Nabelſchnur könnte, wenn ſie zahe iſt, machen, vaß ſolche beym Aufſtehen des Pferdes ab--. reißt, und ſomit dem Füllen die Gedärme aus dem Leibe geriſſen werden, daß es„ſich zu Tode bluten kann,-Gienge es auch ohne ſolche Gefahr ab, daß die Nabelſchnur ganz nahe am Leibe des Füllens ab- geriſſen wird, daß ſie nur eben noch kann verbunden werden, ſo bekömmt das Füllen leicht einen Nabel- bruch davon, oder wenigſtens an diejer Stelle ein Gewächs in der Größe eines Hühnereyes. Kömmt?t nach aufgeſchnittener Blaſe das Füllen in ſeiner natürlichen Lage zum Vorſchein, ſo ſtreckt es die Vorderfüße, auf welchen das Maul lieget, voraus. An dieſen Füßen läßt man einen geſchi>- ten Menſchen: anfaſſen, um dem Füllen in einem ſchnurgeraden Zuge hervorzuhelfen. Er muß es aber durchaus nicht zu weit abwörrs ziehen, damit die Nabelſchnur nicht an einer unrechten Stelle ab reiße. Sollte aber das Füllen verkehrt mit den Hin- terfüßen zur Geburch ſtehen, ſo muß es in ſolcher Läge abgenommen werden, da es denn der Stute de- ſio ſchwerer wird, und man will ſagen, daß das Füllen alsvenn hängende Ohren, oder ſogenannte Schulohren bekomme. Bey ſchweren Geburthen hilft man ſich ſo, daß den Stuten der Bauch mit einem Ellen breiten Tu- die feſt gegürtet, und das Pferd bey der Naſe feſt gehalten wird, wodurch ſelbiges mehr Kraft ve Nach- (NS pid, nhten pylte Wfters€ vie Oebu mühe) Raſa fet, um hat iw| Fillen 11 das 2agel duch die - fa: ſolchen 7 ſh'>t 46 greifen, und ſelb It zu wenn Damm des Fülle mn in de > Wm jur und es Da "ejuplche hin de | ſednders Noch (benfen, Pl hre ß | vs Der; 'y der Os. nur wird kee ahr Uebunden, er Chery ; ihn ſie 3ihe|| Pferdes ch: ne aus Dem Code blut prob, dy Füllens aks 1 verbunden inen Nah: | das Fill , ſe ſnd| Raul Tiegth en geſe: in Om ie mus en, dan! Stelle ab it den Hit 5 in fold! „Stute dt „ daß das ſogenannte Of vs reiten Zr Juſcfeſ jrafe.und Nac Die Pferdezucht, 409 Nachdru>k auf die Geburch anzawenden gezwungen wird. Auch muß man in ſolchem Falle das Ge- mächte mit Baum- oder Leinöl ſchmieren, Wieder- hohlte Klyſtire ſind in dieſem Falle vortrefflich, weil öfters eine verhärtete Deffnung in dem Maſtdarme die Geburth ſchwer machen kann, ſo wie durch die mäßige Warme, welche durch das Klyſtiren in den Maſtdarm gebracht wird, die Geburthsglieder erwei- tert, und zum Austreiben gereizet werden. Man hat aber hieran nur die dienlichen Mitrel, wenn das Füllen in ſeinem rechten Lager, welches das gewöhn- liche iſt, zur Welt gebracht werden kann. Jſt aber das Lager ſo beſchaffen, daß das Fällen darinn nicht durch die Geburthsglieder der Stute hervorkommen kaun,- ſo muß man einen Geburthshel fer d. i. einen ſolchen Mann zu Hülfe nehmen, der beherzt und ge- ſchit genug iſt, das Füllen im Mutterleibe anzu- greifen, um es in ein bequemes Lager zu wenden, und ſelbiges mit Vortheil und Gewalt ans Tages- licht zu ziehen, ja es in Stücken wegzunehmen, wenn es nicht möglich iſt, ſolches ganz zu bekommen. Wenn man mit der Hand nicht recht zukommen, oder das Füllen nicht geſchickt genug faſſen kann, ſo iſt man in der Nothwendigkeit, ein dunnes Strick um den zur Geburth bequemſten Theil herumzuſchlingen, und es daran entweder ganz, oder in Stücken her- vorzuziehen. Eine ſo behandelte Stute kann den- no) in der Zukunft lebendige Füllen gebähren, wenn- ſie anders bey und nach ſolcher Geburth nicht gar zu ſehr ruiniret worden. Noch muß ich des ſogenannten Mutterkuchens gedenfen. Dieſer iſt rund, im Durchmeſſer etwa 3 Zoll breit, eines Fingers dis, und in der Geſtalt des Vordertheils einer abgeſchnittenen Füllen- oder Cc 5 Kalber- 410 Zweytes Kapitel, Kolberzunge anzuſehen. Man vermeinet, daß das Hinunterjchiu>en dieſes Nahrungskachens dem Fül- len nicht dienlich ſey. Es iſt mchr zu vermuthen, daß telbiger gar leicht unter das Geblüt und Gewirx- re der Jt.chgeburth gerathen könne, Will man ſeol- en könne, beſtreuet es auch wohl mit Salz, welches dem Pferde nicht ungedeihlich iſt, Einige geben auch wohl dem Füllen, wenn es zur Welt gekommen iſt, ein Paar Löſſel voll Leinöl ein, um ihm den Leib zu öffnen, da es gar leicht ver- ſiopft ſeyn kann. Man wiederhohlet dieſe Cur in der Folge, ſo oft man ſiehet, daß das Füllen nicht maſien kann, als welches daran erkannt wird, wenn fich ſelbiges zum Maſten ſehr zwinget, ohne daß ſel- biges den Koth hervorbringen kann. Denn viele Fohlen gewöanen fich daran, Lehm von den Wänden over eh fp JD ber fü (wei) Beden f (6, ve mi ter gfh all der wild fem [mf ſpannen, nm iw, Et Y le gehal Weide dgene 7 zuraunet hen fan) bunden fi immer in R Weder, (omm fuſe ſe jahe 7 (Or land h deß das dm Fl Weuthen, und Ouyiye W| man ſel n, fuß mn, Welly ird, Dy 1d gepilyer nſchen un) wohl mh (NKU elſchnur| ; zum Ver em Knote! fie die her „Zähnen hiemit din aßen get < ruhend! o, beſtreut Pferde ni n, wenn [ voll(eint ar leidtva ieſe Cur it Fillen nid wird, wenn pne daß 16 Dem vide m Bande? ov“ Die Pferdezucht. art oder wohl gar Pferdemiſt zu freſſen 3 wovon ſie leicht verſtopft werden können. Das Füllen verſucht bald aufzuſtehen, fällt aber öfters nieder. Dieſerhalb muß überall die Ctreu ſo weich und di> ſeyn, daß es nirgends zu hart zu Boden fallen könne. Man kann ihm helfen, und es, wenn es ſaugen ſoll, hinführen und halten, da- mit es theils nicht umfalle, theils nicht von der Mut- ter geſchlagen werde. Sollte dieſe, wie es öfters der Fall der zum erſtenmale fohlenden Stuten iſt, zu wild ſeyn, und ſich des Schlagens nicht begeben wol- len, ſo muß man die Mutter mit einem Seile ſo ſpannen, wie oben geſagt worden, daß ſolches in ei- nigen Gegenden mit den, dem Beſchäler vorgeführ- ten, Stuten geſchehe.. Wenn die Stuten noch eine Zeitlang im Stal- le gehalten werven, ehe ſie mit vem Füllen auf die Weide gehen können, iſt es ſehr dienlich, ihr eine eigene Bucht(eingehegtes Quartier,) im Stalle ein- zuräumen, worinn ſie unangebunden frey umherge- hen kann. Wenn die Stuten an ver Krippe ange- bunden ſtehen, ſo kann es leicht geſchehen, daß die immer in Bewegung ſtehenden Füllen ſich in den Half- terfetten verwi>eln, ſich darin verwunden oder gar erdroſſeln, als welches auch bey andern alten Pferden geſchehen kann, wenn ſie ohne Einhegung frey unter ſelbigen umher laufen können. Man muß darauf Acht haben, daß das Neß, oder der Hamen der Stuten, ſo bald er abfällt, weg- genommen werde. Demnn ſie ſind ſehr begierig, ihn aufzufreſſen, womit ſie ſich aber ſchaden, indem das ſo zähe Weſen ihnen wegen ſeiner Unyerdaulichfeit ſehr lange im Magen liegen bleibet. Zuwe?- 412 Zweytes Kapitel, Zuweilen geſchiehet es, daß ein Füllen ſeine Mutter verlieret, und eine Mutter ihr Füllen. In ſolchem Falle muß man das mutterloſe Füllen einer ſolchen kindesloſen Murter unterbringen. Sie wird das fremde Füllen durch den Geruch unterſcheiden, und es beißen und ſchlagen. Legteres verhindert man durch das Feſſel: eines Hinker« und Vorder- fußes mit. einem Seile, erſteres aber durch das Halten des Kopfs am Zügel. Wenn das Fül- len ſich ſatt geſogen hat, wird es immer in eine eigene Bucht wiedergebracht, bis die Stute das unterge- ſchodene Füllen gern annimmt, welches meiſtens in 4 bis 5 Tagen geſchiezet. Einige hauen dem geſtor- benen Füllen ven Schwanz ab, und beſtreichen damit öfters die Haut des untergeſchobenen Füliens, um ihm die Witterung des rechten Füllens beyzubringen. Da die Stute von der Geburthsarveit ſehr heiß und voller Schweiß iſt, ſo muß man verhüten, daß ſie nicht ein Gefaß mit kaltem Waſſer, als wornach ſie ſehr trachten, zum Schaden ihrer Goſundheit er- reiche. Hat ſie glüklich geworfen, als welches in einer halben Viertelſtunde vorbey iſt, ſo ſpringt ſie gar bald auf, und eilet nach der Krippe zum Futter, welches man aus ein paar Handvoll Haber, oder einem Stück geröſteten Brods hier zu Lande beſtehen läßt. Sollte die Stute innerhalb 10 Minuten nach der Geburth nicht von ſelbſt aufſtehen, ſo müßte mau ſie dazu zwingen, damit ſie zu ihrem Schaden nicht zu früh auf die Nachgeburth arbeiten möge. Hat man aber das Füllen etwa der Stute 6 bis 8 Minuten leen, liegen oder ſchon ſaugen laſſen, ſo. nehme man das Füllen zurü&. Gemeiniglich legt ſich die Mutter ſodann nieder, und arbeitet die Nache geburt)(vas Nets) weg. Sollte es aber geſchehen, daß vas Meß oder der Hamen nicht abfallen wollte, (einige (any c mu man ni Bah Au) zes Mit Giunden nit auf€ fohlen 3) fehr nat) Riepe a llehr) m Etalle| mitregld Haden ade der beſſern damit jen gen Dran aud) das( Ind vhnhelt, wiede habe Werder Gt udn Dür ub ſhönen Rand win E meſten, ſ Guitd vie 1 Chwan | mhm, Ww, GW 14% Melini eim Zin Fulen ſei vile, Jh Zu(Wan diner . Citi) Unterſcheiden, es verhindet und Jeder er dur bes nn des Zu in eine dien das unterge 5 meiſt ih en dem eſt treichen dant [Wiens umi zubringen, ebeit ſehr 33 ver hit, vy » als worn Hoſundhelt (s wels in ſo ſpringt fe ve zum Zu Haber, et ande beſtehe Miauten nad n, ſe mißt ven Gad! heiten 109% fue 6 bis 1 laſſen, einiglic) 199! „et die Fac) N geſche) en ien wollts (einigt Die Pferdezucht, 413 (einige Stuten kragen ſich einige Tage damit,) ſo muß man dem Pferde Leinol eingeben, oder ſelbiges mit Waſſer, worinn Leinkuchen(Del- oder Preßtfu- zu legen, welches ſich nicht zuziehen und würgen kann. Noch beſſer iſt es, das Füllen in einem bejondern Behältniffe, wo es frey umhergeht, und ſich nicht beſchädigen kann, einzuſperren. Ge- ſchieher ſoiches in Geſellſchaft noch eines vder mehre rer Füllen, ſo werden ſie deſto ruhiger bleiben. In den erſten 4 Wochen aber müſſen Stuten und Füllen nicht länger, als 3 Stunden getrennet ſeyn. Nach und nach kann ihre Trennung länger, und zuleßt wohl 6 Stunden dauern, wenn nämlich die Füllen zum Zeitvertreib anfangen, Heu oder Gras zu freſ* ſen. Dagegen muß man in den erſten 2 Monatthen dieſes beobachten, daß ein von der Mutter abweſend gehaltenes Füllen nicht eher zum Saugen gelaſſen werde, als bis aus jeder Ziße ein Paar Löffel voll Milch, die zu ſehr erhißet iſt, und unter dem Theer zu Wagenſchmier verbraucht werden kann, ausge- - molfen werden. Auch muß das Füllen, nachdem es zu ſaugen angefangen, einigemal davon ab- und zit rügezogen werden. Denn wenn es zu viel Milch auf einmal genießt, ſo kann es ſich leicht verfangen, (die Rehe bekommen,) oder einen gefährlichen Durch- fall bekommen. Jn hieſiger Gegend läßt man die Füllen bey der Arbeit der Stuten, welche aber im Aafange nur maßig iſt, und erſt angehet, wenn das Süllen 6 bis 8 Tage alt geworden iſt, nebenhergehen, wel- M( mhle q' Bert ſch das Pagen| (es folger dunof| ſep Jim Yz fürdie 4 die Gru gelafen, ſelf werd fr wild qm R hien, Fillen 1 vepe Defi Hofe alle! jungen Wh Chaden 1 (fiets deh0 jutoſhen ujepieße enen D |" Band| jn anprel Velde arp werden, ht mitgehen im Anfange ju hej und"age falt, vj . Gonk! noten icht zujihn das Füh h meg) vereen Ü mh bleiben, Jt n und Fila ſen, Jod , und zich ch die Fil Gras ufa 2 Montt ter abw) gen geſt ar Üfl er dem ZW ann, auge » naten 1 ab unt u vie Ni At verfangen ehen Dur? ape man M Ide abe! in f, wenn das enhergepn wl Die Pferdezucht, 415 welches aber, wenn die Mukter in der Mitte andrer mitziehenden Pferde gehen muß, im Anfange man= von Kopf und Hals ſeyn, und grobe Kno- hen, auch allerhand Beſchwerlichfeiten in den Au- gen haben wird, welchem gemeiniglich diejenigen Pfer- de unterworfen ſind, die fleiſchichte Köpfe haben. Da hingegen die anderen glatte Haare und zierlichen Kopf, Hals und Füße, und nichts wenigers, als Flüſſe in den Augen und anderswo haben werden. Dieſemnach muß man den Stand der Füllen nicht nur täglich, oder öfters, ausmiſten, ſondern ihn auch unausbleiblich. alle Tage friſches Stroh, ſollte es auch zweymal des Tages geſchehen, unter- ſtreuen, weil ſie weit mehr, als die alten Pferde liegen. Und wenn man vermeinet, daß die Strie- gel im erſten Jahre der zarten Haut der Füllen zu hart fallen könne, ſo muß wenigſtens Bürſte und Kamm zum Herausbringen des Staubs und allerley Unraths aus den Haaren gebraucht werden. Es iſt nicht nöthig, daß die Füllen täglich aus dem Stralle gelaſſen werden. Esiſt genug, daß ſol- yes wöchentlich ein Paarmal bey gutem Wetter ge- ſchehe, und mar läßt ſelbige, ohne ſie zu führen, frey umher laufen. Nur muß man daraufſehen, daßſie, wenn ſie ſtark herumgelaufen haben, nicht gleich zum ;.“= Falten fet af ter 3 alten wiede! wb Oplege den ih vm Gt jalbe 7 ſe nicht Welden Vieren aße ſ die Fil frodnet ſomit de ve feen geſunde Werden, - Gnlſſch: Weofütt mn hab ſyn, mit gew: mit gute wentlid beſten jd nich Wunder, den ſol: beleg db niht / ſhraht Ind leih glu"a < der 9: jen, das und pfle rühjahn „ ſonden obe Kp 1 den Ii igen fe fe habe zierlichen gers, verden, er Fillt ſonden ß ESt), 1 Unltt 1 Pfad! ie Efie Fuller zt ürſie un) 0 alerley , lich aus „deß ſw Nwttr gt ven Ne daß ſity eich zum faliel Die Pferdezucht. qu kalten Waſſer kommen, wenn ſie wieder in den Seall gelaſſen werden. Denn junge Pferde ſind weit leich- ter zum Verfangen, oder Verſchlagen, als die alten geneigt.. Nach dem erſten Winter kommen die Füllen wieder auf die Weide, und man wartet damit ſo lan- ge, bis warme Nachte eingefallen ſind. Will es die Gelegenheit leiden, ſo werden ſie in den erſten Wo- chen ihres Graſens im Frühjahre noch alle Nachte in den Stall genommen, und ihnen noch darinn das halbe Futter gegeben. Dies hat den Nußen, daß ſie nicht auf einmal zu ſehr abnehmen, und ſich gleich “bleiben mögen. Denn das junge Gras macht den- Thieren einen anhaltenden Durchlauf, welcher macht, daß ſie zu ſehr abſchlagen. Hier wäre noch die Frage zu erörtern, ob nicht die Füllen einzig und allein mit Kleeheu, 3 B. ge- trocneter Fkucerne ul f. im Winter aufzubringen, und ſomit der Haber zu erſparen ſey? Es wird die Lucer- ne freylich gut anſchlagen 3 ob aber die jungen Thiere geſunde Säfte und leichte nochen dabey bekommen werden, iſt eine andere Frage. Man hat es bey Stallſchäfereyen erfahren, daß die Lämmer bey der Kleefütterung das ſogenannte rothe Waſſer bekom- men haben, welches ihnen nicht würde wiederfahren ſeyn, wenn ſie nur ſelten, und meiſtens allein nur mit gewöhnlichen guten Gräſern, im Winter aber mit gutem Wieſenheu wären gefüttert worden. Die eigentlich ſogenannten Gräſer, und zwar wenn die beſten derſelben vor ſich allein gebauet werden, ſind nicht weniger nahrhaft, als der Klee ugd weit geſunder. 8 Dd 3 Vor 422 Zweytes Kapitel, Vor dem vierten Jahre ſollte, da vor ſolcher Zeit die Knochen noch weich ſind, das junge Pferd nod) zu nichts'gebrauch: werden, außer daß man es am Zügel führen, eder, neben Reitpferden, aul) Wagenpferden ledig angebunden, mitgehen läßt. Haben aber die Pferde das vierte Jahr erreichet, ſo muß man immer'noch gelinde mit ihnen verfahren, wenn ſie nicht Spatten oder Fußgallen bekommen ſollen. GEE Noch iſt in Anſehung der Stallung zu gedenken, daß die Krippe der Fohlen nicht zu hoch geſtellet ſeyn müſſe, als woraus, wie ſchon oben geſagt worden, dies entſtehen fann, daß die Pferde einen ſogenann- ten Senfrücken bekommen. Was aber den Fußbo- den ſelbſt anbelanget, ſo wird, wie in den allgemei- nen Pferdeſtällen, vorne eine die Bohle 18 Zoll breit eingeſenfet, ſo daß die Pferde mit den Vorderfüßen etwa 6 Zoll höher ſtehen als mit den Hinterſüßen. Höher muß dieſe Bohle niemals ſeyn, weil es den Pferden, beſonders trächtigen Stuten beym Auffſte- hen beſchwerlich, oder gar ſchädlich ſeyn würde. Die Krippe muß ehr zu breit, als zu ſchmal ſeyn, damit theils der Brodem der Pferde vom Freſ- ſen leicht verfliegen, und das Futter nicht erhißen, theils aber das Heu von der Raufe nicht über die Krippe hinaus zur Erden fallen, und vertreten wer- den möge. Die gewöhnliche ſchräge Stellung der Raufen vat 2 ſchlimme Fehler; den einen, daß ven Pferden die Mähnen voller Unreinigkeit werden 3 den andern aber, Baß von den Heuhälmern den Pferden was in die&ugen fällt, und ſolche ſchadhafte machet. Man laſſe alſo die Heuraufe nicht ſchräg nach den Pferden zu h NN and muſſen ( fen Ww Ringe; pubinde mw m, FN fab gar(eim uid erſt fein (id) zee gende; man la Oröße) des Et die dur den nn, (e ſtets 4; enauf) (m fany, t ſolcher yt Pferd ß maneg det, uh ehen laßt redet„ſ verfahrt, befommm 1 edenfih, efiellet ſon gt werden | fogenand: en Zußhe 0 allge 8 Zol brit orderfue nterpen eil es M m Yuſſe urde, zu Omi ? s vm Xx erhige € ber dit Feten wi er Rauf yn Pferden an andern en was in „Man Pferden zu y Die Pferdezucht. 423 zu überlehnen, ſondern ſenfrecht über der äußerſten Wand der Krippe hängen. Die Stabe der Raufe müſſen 3 Zoll von einander ſeyn. beſſer, ſtatt der in der Krippe eingebohr- ten Löcher ſtarke, in einer Krampe fic) bewegende, Ringe zu haben, um den Zügel der Haiſter hinein- zubinden. Der Zügel muß ſo lang ſeyn, daß ſich das an der Krippe gebundene Pfeed bequem niederlegen könne. Iſt. ſolcher aber mit dem außerſten Ende ein- gebunden, ſo hänget derſelbe dem Pferde in einem halben Bogen vor ver Bruſt, weßhalb das Pferd gar leicht mit einem oder beyden Füßen übertreten, und ſich ſchaden kann. Bey deu Fülien hat man vor- erſt keine Ketten an den Halftern 3 aber ſie gewöhnen ſich gern das Abknauen der Stri>e an, weßhalb fol- gende Art des Anbindens. den Vorzug verdienet* man läßt ein Paar hölzerne Kugeln drehen, in der Größe zwoer gebaltten Fäuſte, oder ein anderes run- des Stück Holz alſo zurichten, und ein Loch Fingers die durchbohren. Sollen nun die Pferde angebun- den eyn, ſo leite man den Zügel der Halfter durch den Ring in der Krippe, und dann durchs koch in der Kugel, und ſchlage einen Knoten vor. Es iſt aber dienlicher, daß man ſolche Halftern ſtets alſo an der Krippe feſtlaſſe, und dem Pferde beym Aus- führen eine andere anlege. Das Striegeln der Pferde iſt ein Hauptpuntt bey der Pferdezucht, und wird vielmais gar nicht recht verſtanden. Die beſſere Art von Striegelnäjt die-' jenige, die vier gezahnte und drey glatte Stege-hat. Die Striegel aber müſſen recht geführer werden- daß ſie ſtets zugleich mit allen Stegen wirfet/ und ſomit allen auf der Haut liegenden zähen Unrat) hervorbrin- gen kann. Was auf den Haaren bleiber, wird mit Dd 4 ver 424 Zweytes Kopitel. der Bürſte(Kartetſche) abgebürſtet, und hierauf das Haar init einem wollenen Wiſchlappen glatt gemacht. Am Kopfe und unter dem Bauch muß nur allein die' Bürſte und jodann der Wiſchlappen gebraucht wer- den. Wird die Striegel ſo gebraucht, daß nur die vorderſten Stege wirken, ſo ſneten Kudſchwanz, womit aber der Staub mehr in die Haare hinein- als herausgepeit- ſchert wird. Die Mähne wird mit einem eigenen weitzähnichten Kamme, der allenfalls von Holz ſeyn fann, wie auch der Schopf ausgefäammet. Der Schweif wird gleichfalls gefämmet, und darauf mit der Bürſte vollends in Ordnung gebracht. Die Bei- ne werden erſt mit einem Strohwiſche und hierauf mit der Kartätſche gereiniget, Beſonders, werden die Feſſel mit dem Stroywiſche wohl ausgerieben. Es iſt niemals anzurathen, daß die Pferde, wenn ſie mit kothichten Füßen aus der Arbeit fom- men, in die Schwemme, oder ins kalte Waſſer zur“ Abkühlung und Reinigung geführet werden, wovurch den Thieren großer Schade an der Geſundheit ge- ſchiehet. Cs iſt beſſer, die Pferde trocken zu pußen, oder die Füße mir warmem Waſſer abzuwaſchen. Sind ſie ſehr von der Arbeit, Reiten oder Fahren erhißet, kann man die Füße mit warmem Eiſig oder warmem Spnülwaſſer abwaſchen. Wäre das Pferd über- mäßig in der Arbeit angegriffen worden, ſo wird von dem engliſchen Bereuter und Pferdearzt, Hrn. Ro- bertſon, angerathen, nach obbeſagtem Abwaſchen den Huf mit folgender Salbe wohl einzuſchmieren, und (10 da pöſert je Wt wird 11 ſqmolze nißtet, Pferd in Older| niht fl (0! Gugdpfe ſhes H ſaufen la zufomm Dlutſte ficht bef 6 Gtun damit 0; wieder e wird es) der Jagd er ſolch Rachtim weil durc und geſch! den) dave vem Falte niglich zit Viſſer if Net, y Wem, 4 hw ri füßeneg) Wade ny Veran des gmacht, (ur ein die braucht wer: daß urde den Fady 1 handſhu eiden wollen einen Nuhn Viſchlappuy nit aber herausomit inem dpn von Aol m nme, Ie d daran ht. Db und hie) nders Sgericht, die Ni) Arbeit fet e Woſz! den, wou) eundjet je Fen zu PUR) aſche, Ein hren erhikt der war Pfurd 00 ſo wird vo / Om. Iv Ahwaſchtt uſcmiet" und Die Pferdezucht, 425 und darauf mit warmer Kleye einzuſchlagen; unge- wäſſerte Butter 1 Pfund, Baſilienſatbe, Theer, ro- her Terpenthin,'von jedem ein halb Pfund. Dieſes wird in einem Tiegel über Kohlen unter einander ge ſchmolzen, ſodann vom Feuer genommen, und ge- rühret, bis es falt iſt. Den andern Tag muß das Pferd im Schritt ausgeritten werden, damit ſeine Glieder wieder in Bewegung kommen, und das Pferd nicht ſteif oder rehe werde. Gedachter Pferdearzt giebt in Anſehung der Jagdpferde den Rath, daß man, wie es ein gefähr- liches Vorurtheil iſt, ſelbige ſich nicht vol Waſſers ſaufen laſſen ſolle, um dem künftigen Durſte zuvey- zukommen, indem öfters davon Dämpfigke“ und Blukſtallen entſtehen können.(Es iſt in dieſer Ab- ſicht beſſer, den Jagdpferden vor dem Jagen, 4 bis 6 Stunden zuvor, ſatt Waſſer gegeben zu haben, damit es ſich unter der Zeit mittelſt des Urins davon wieder entlediget haben könne.) Eben ſo ſchädlich wird es von vorgedachtem Schriftſteller gehalten, von der Jagd kommenden Pferden kalt Waſſer zu geben, oder ſolche, zur Verhütung des Steifwerdens über Nacht im Koth oder in der Miſtpfüße ſtehen zu laſſen, weil durch dieſes Verfahren der Magen erkältet wird, und geſchwollene Drüſen und Verſchlagen(Rehewer- den) davon die Folgen ſind; ſo wie man gleich nach dem kalten Trinken bemerket, daß die Pferde gemei- niglich zittern, als wenn ſie einen Fieberfroſt härten, Beſſer iſt es daher, wenn das Jagdpferd ſauber ge- pußet, und ihm, ſobald es in den Stall kommt, warme, di> angemachte Kleye gegeben wird, wor- unter 1 2oth Schwefelblüche und 1x Loth klein ge- ſtoßenes Antimonium gemiſcht worden, worauf dem Pferde nur weniges Heu, und nach 2 Stunden: lau- Dd 5 lich- 426| Ziweytes Kapitel, lichtes Mehlwaſſer zu ſaufen gegeben wird. Nach dieſem allen kann man ihm ſein ordinaires Futter reichen. Mir iſi ein Landedelmann bekannt geweſen, wel her ſeinem Pferde", wenn er es zum Haſenheßen ges braucht: hatte, ſo begegnete. Er ritt mit ſelbigem eine. ganze Stunde im Schritt langſam nach Hauſe, und machte damit, daß es ſich von ſeiner Erhißung erhohlen konnte. Auf dieſe Weiſe kam es nicht mehr zu warm in den Stall, und ihm ward zuerſt etwas. Heu gegeben, ſodann eine Portion des gewöhnlichen furzen Futters, worunter ausgeſiebte. Aſche gemen- get ward. Sovann ward dem Pferde laulichtes Waſſer ſo gegeben, daß es ſich nicht auf einmal.ſatt ſaufen durfte:"alle halbe Stunden etwas, bis es nichts mehr wollte. Gedachter Kavalier harte dieſe Weiſe von jeher beobachtet, und ſagte, ihm ſey niemals ein Jagdpferd, verſchlagen oder ſteif geworden, und er 'hielt die unter das Futter gemiſchte Aſche für ein ſehr hewährtes Mittel wider das Werfangen. Man ſollte mit den Wagen- oder Reiſepferden eben fo verfahren, und. ſie die leßte halbe Stunde nur langſam gehen laſſen, damit ſie nicht erhißt in. den Stall kommen, weil man ſichnicht immer auf die Kutſcher oder Knech- te darauf verlaſſen kann, daß ſie mit erhißten Pfer- den, die, wenn ſie noch jung ſind, am erſten Scha- den nehmen, die rechte Diät halten; ſo wie es in gleicher Abſicht ſehr gut iſt, mit Pferden, die zumal noch jung ſind, gleich ſchnell abzufahren 3 und in der Folge muß das Schnellfahren nach und nach erſt ver-- ſtärker werden. Iſt man Übrigens nicht auf der Jagd, und reiſet zu Pferde, ſo daß man nur ge- mäßigt reitet, kann man ſein Pferd unterwegens überall trinfen laſſen, um es ſtets damit zu IE 3 E“/ [17:4 uſt d jn wel Wlbet, 1 (erſchrei ſn um eine h0,0e fahrt mat ſv zent wenn ind ves Md - gee(id Vie Inſchung hat fem durch Nr ebenfalls ſen, entf Eattel, 1 den, undd; Vm worden Gattel verd man breitet vm Abfatte nit eint NivenY Iman gen hilfen 34 Onaufgele kymde Ha 6 n, Wel 0, Nac ee Futter weſen, wi enheßen de mit ſelbigen nah Du er Crhihun eS nictmth „zuerſt ews gewöhrlin Aſche gema de(aul f einm „ois 8 08 0 dieſe Df y nieman den, ur 16 für enh - Malt ſo verſah) naſa tall Femin) vod Fu „gißten Me „erſin he ſo wien y, diem 1; u int WOLLEN dt auf dt gan mur znterwegen? 4 30 y Die Pferdezucht, 427 Iſt das Pferd aber allzulange ohne Waſſer geweſen, und. iſt dabey fehr heiß, ſo muß man, wenn man ſchon weiter reitet, und das Pferd in Bewseguns bleibet, mit kaltem Waſier doch auch das Maaß nicht überſchreiten. Zween oder drey Züge können genug ſeyn, um ſein Maul abzukühlen, und wenn man eine halbe oder ganze Stunde weiter geritten iſt, ver- fähret man eben ſo. Je jünger die Pferde ſind, de- ſto genauer muß man ſich an dieſe Vorſchrift halten, wenn man nicht Gefahr laufen will, ein junges ſch0- nes Pferd auf immer ſteif zu machen, oder es wohl gar zu tödten. Wie man obbeoſagte Diät mit den Pferden in Anſehung des Saufens und Futters zu beobachten hat, ſo muß man den Sattelpferden keine Erkältung durc Abnehmung des Sattels zuziehen, als wodurd) ebenfalls Fieber, Verfangungen nnd Kropf, oder Dr1;- ſen, entſtehen können. Entweder man läßt den Sattel, nachdem die Steigbügel in die Höhe gezo“ gen, und das Pferd mit dem Kopfe ſy hoch angebun- den worden, daß es ſich nicht niederlegen und den Sattel yerderben kann, eine Weile noch liegen, oder man breitet die unter dem Sattel liegende Dee nach dem Abſatteln über den Rücken aus, und ſchnallet ſic mittelſt eines eigenen Riemens um den Leib feſte. Mit den Wagenpferden kann man es eben ſo machen, da man gemeiniglich ihnen auch im Stalle"Decken ZU halten pflegt, weil ſie nach dem Pußen von ſol- e mit den Zügeln thun; bis es gehorchet. Die Pferde ſind ſo ſehr gewohnt; indem ſie vorwärts ge- hen, auf dem Zügel zu liegen, daß ihnen der Muth vergeht, wenn der Reiter ihnen ſolches nicht zulaſ- ſen will.? Ein ſchlapphälſiges Pferd wird den Kopf beſtän- dig in die Höhe werfen,-wenn es von dem Reiter be- ſtändig im Zügel gehalten wird. Jn dieſen Umſtän- den wird von ihm die Stirne des Pferdes geſehen, und er kann keine Gewalt über daſſelbe gewinnen. Wenn nun ein Pferd ſolches thut, ſo muß man die Hand ſinken, und den Zügel ſpielen laſſen; alsdenn wird das Pferd den Kopf gleich wieder in die gehörige Richtung bringen. Indem es nun den Kopf herab- ſenfet, muß man zum zweytenmal einen gelinden Zug thun, und alsdenn wird man ſein Maul wieder im of ſs fa uy (in mite es m wird aud) wird 65 74 trage damit Net iim da ſehen| darf jeho,| loſety fein Mu ihm der, halten, 1 ſe Be ufdem Nan vas Per gegen die ner zu, gt, in (m Hals ive ſhled man| ber my Kh und Die Pferdezucht. 435 icht, j Gebiß fühlen. Mit einer geringen Uebung iſt die: ſ 6 ſes faſt im Augenblick geſchehen, und auf eben dieſe faſe das Art wird man in der Entfernung von wenigen Ruthen tde Kehter ein Pf? rd aufgalten können, da daſſelbe im Gegentheil ed hirt an ait einem andern Reiter durchge! den wird; welcher e das Pfr) es init aller Macht aufzuhalten ſ: ht. Fäſt ein jeder "Macht hi wird bemerket haben; daß, wenn ein Pferd ällezeit, | Kopfich) auch wenn es ordentlich geht, im Zügel gehalten b vorne vi wird; es oft das] jenige, was ein Zeichen ſeyn ſollte; jeſen bera es aufzuhalten; für ein Zeichen hält; das Gebiß zu f frey uhr tragen und ſchneller zu gehen; inem Dry Man halte dem Pferde den Kopf i in die Höhe; an(ir damit es den Hals und die Mähne hoch tragen möge. n zu ſint Mat ſpiele ein wenig mit dem Zügel, und bewege JI ihm das Gebiß im Maule, damit es nicht auf dem= M ſeiben beſtändig und anhaltend ruhen möge, Man 84401) darf nicht ſorgen; daß man ihm den Kopf zu hoch erhphle ziehe, denn es wird geneigt ſeyn, ihn wieder herab zu Eu laſſen; und die Arme des Reiters zu ermüden, ſobald MEN ſein Muth im geringſten nachläßt. Merkt man, daß voran ihm der Kopf zu ſchwer wird, ſo muß man es auf- n der halten, und einige Schritte zurüc gehen laſſen. Auf 3 nigt zi: dieſe Weiſe wird man nach und nach ſeine Neigung ; auf dem Gebiß zu liegen brechen fönnen, On Man muß kein Vergnügen daran finden, wenn. om Keitel das Pferd einen runden Hals macht, und den Kopf erf gegen die Bruſt einwärts ziehet. Man laſſe viel- ves mehr zu, daß das Pferd den Kopf i in vollem Zügel 10400 tragt inſonderheit wenn es denſelben hoch trägt, und vuß mand 7 Hals gefrümmet aufrichtet. Das Pferd macht en; un eine ſchlechte Figur, wenn es den Hals niederbeuget, We und man hat es ſodann nicht in ſeiner Gewalt. Wenn Kopf et" es aber nur gelinde auf dem Zügel lieget, ſo geht es (en ſichrer und angenehmer/ und alsdenn kann man es (wieder E& 2 allein Ot << Ie REZLICRRE elne in Mein BI GI m dnenle R PA emen 0)-- LIT, 436 Zweytes Kapitel.- allein mit dem Gelenke in der Hand regieren. Wenn es den Kopf niederhängen, und dem Reiter die Schwe- re ſeines Kopfes und Halſes rragen läßt, und das Gewicht auf die Vorderfüße bringt,(welches auf der Buge gehen heißt) ſo wird es mit ven Zehen gegen den"Boden ſtoßen und ſtolpern. Sollte das Pferd anhalten, ſchwer im Zügel zu liegen, fo binde maa es alle Tage eine oder ein paar Stunden mit dem Schwanze nach der Krippe zu, und ziede ihm mit den Riemen, die an beyven Pfo- ſten ſeines Standes befeſtigt ſind, und welche durch " beyde Ringe ver Trenſe gezogen werden, den Kopf ſo voc, als er fich will heben laſſen. Die Stallfnechte ſind ſehr geneigt, den Pfer- den die Köpfe herunter zu gewöhnen, weil ſie meynen, vaß ſie keinen Siß haben, wenn ſie ſich nicht ſtark am Zügel halten, und wenden daher die rechte Mühe nicht an; da der Hals einen Bogen ausmachen ſoll, ſolchen Bogen in die Höhe zu zwingen. Hat man nun die Abſicht, den Kopf zu erhöhen, ſo muß der Hals auswärts gewöhnet, und dabey der Kopf ein- wärts gehalten werden. Denn eben zu der Zeit, da die Hand des Reiters mit dem Zügel ſich beſtändig mit dem Gebiß in gerader Linie hält, ſo kann die Naſe des Pferdes entweder eingezogen, oder ausge- laſſen werden, nachdem man den Hals entweder er- höhet oder herabläſſet. Wenn im Gegentheil ein Pferd ſeinen Kopf oder vielmehr ſeine Naſe gar zu hoch trägt, ſo erſeßt es gemeiniglich dieſen Fehler dadurch, daß es ſeine Schultern leicht bewegt, und ſicher geht. Man muß dieUrſach dieſes Fehlers auf- ſuchen. Cinige Pferde haben den Hals ſd niedrig an den Schultern angeſeßt, daß ſie ibn, gleich den Hirſchen, auf- und niederwärts biegen. Bey eini- gen NI andi Wf Doge dem! Vir ſeten, ſelb] feine) Unte ſich de Salen ein eid fein quf zun heſchw Merde fan),| daß es Chaun Ji (hlapph; (nuven de Sat und ob t jm; un m allen Wird, Es eid als ve Weſel M dieſen Witze,| I en ER 1 Die Pferdezucht. 437 (75 gen iſt die Oberlinie des Halſes, von den Ohren bis ' hs an die Wiederyorſt, zu kurz. Ein Kopf dieſer „08 Art kann gar nicht eingebogen werden, und einen AM Bogen bilden, weil die Halswirbel zu kurz ſind, in- Zehen age dem bey Pferden mik langen Hälſen die Anzahl der Wirbelbeine eben ſo groß iſt, als bey den kurzgehal- im Zig ſeten. Bey einigen iſt der Kinnbacen ſs vi, daß der dn pay ſelbiger mit dem Halſe zuſammenkommt, und 10 „Si' feinen Raum hat ſich zu biegen. Bey andern ift di bepden Ir Unterlinie von der Kinnlave zur Beuſt ſo furz, va welche dus ſich der Hals nicht erheben kann. In allen dieſen , day Falten nun fann man durch eine geſchite Hand und ein leichtes Gebiß viel gewinnen 3 aber keine Kinnkette, kein Zwangriemen oder andrer gewaltſamer Kunſt: , dn Ke griff wird ein Pferd lehren, ſeinen Kopf oder Hals Il fie me zu einer Richtung zu gewöhnen, die ihm von Natur ct fam boſchwerlich iſt. Wenn man verjucht, die Naſe des rechte Nit Pferdes tiefer einzubeugen, als es folches vertragen amade kann, wird man die Natur verunſtalten und machen, Hat mut daß es die Naſe beſtändig in die Höhe wirft, und den ſomit Schaum über den Reiter ſprenget. er Fyſ Die Regel in Anſehung des Zureitens der- | deg n ſchlapphälſigen Pferde wird auch bey weichmäuligen ſch veſt) anzuwenden ſeyn. Nur muß man unterſuchen, ob ſo fm der Sattel oder die Gurten das Pferd nicht drücen, 00 063; und ob das Gebiß ihm nicht zu hoch im Maule lie- entweder gen, und ihm ſomit die Lippen beſchädigen, weil es egen in allen dieſen Fällen den Kopf nicht thatig tragen Naſe u wird. ME Es iſt fehlerhaft, beſtändig am Zügel zu rücken, MD gleich als ob man damit den Muth des Pferdes oder M die Geſchicklichkeit des Reiters wollte ſch en laſſen. ( 1047 In dieſem Falle iſt es"eine ſehr falſche Abrichtung der dais) du Pferde, daß ſie den Kopf niedrig halten, und damit Be) eim Ee 3 ſo m 43H: 1 Zweytes Kopirel, ſo ziehen müſſen, daß ſie den Neiter aufheben, wel- Her in den Steigbügeln, ſelbſt im gelindeſten Galop zu ſtehen pflegt. PWBey einem beſſer abgerichteten Pferde werden wir gleich ſagen fönnen: es hebt ſich ſchön, weil wir das Leichte und Angenehme in dieſer Bewegung empfinden Die Roßtäuſcher oder Pferdehändler haben die Gewohnheit, an ihren Pferden beſtändig zu zerren, da ſie ihnen den Sporn immer in die Seite halten, und zu eben der Zeit beſtändig den Zügel zurücen. Hiedurch werden die Pferde gezwungen, Sprünge zu machen und aufs Gebiß zu beißen, daß ihre Wuch daher das Anſehen des Muths gewinnen ſoll. Sie reiten mit ausgebreiteten Armen, und halten dieſel- ben ſehr niedrig an die Schultern ihrer Pferde. Die- ſe Gewohnheit macht, daß ſie die Hälſe ausſtre>en, und giebt ihrer Vorhand ein beſſeres Anſehen. Sie verbirgt auch einen difen Kinnbacken, wodurch das Pferd beym Aufheben des Kopfes würde verhindert werden, dem Zügel nachzugeben. Sie verbirgt auch den Schafhals, der ſich ſonſt würde ſehen laſſen. Muß man ein Pferd nehmen, das ſich ungern im Dügel führen laßt, und von Natur einen ſchweren Kopf hak, oder es trägt die Naſe halsſtarrig in der Luft, ſo muß man ſein Maul finden, wie man kann, und ſo gut als möglich mit ihm fertig zu werden ſuchen.: Das Scheuen des Pferdes vor gewiſſen Gegen- ſtänden muß man alſo bezwingen: wenn es ſich vor einem Gegenſtande zur linfen Seite ſcheuer, ſo halte man ihm den Kopf hoch, und führe es gerade in der Straße fort, indem man es von dem Anblick des Gegenſtandes, den es ſcheuet ,* ein wenig abziehet, Dabey drücke man ihm mit dem rechten Beine hart in > - ICE in)! NT| pm fit, fä [edes 2 Diellel genſtan Scl dem DY untl? der Za Yuge a! man das Alif ein! | Bertel ufa; fich für ſyn,| eines Y) vo) wo) unde| uur Zelt, ht wit Want, ne Y Werd mit - hyide Cillte m vemmel Weſent vpe beſy ht gan vas geh, niht leide hen, - DP.-«aal. EZZ. u...--- Die Pferdezucht, 439 ww wil: in die Seite gegen die Flanke zu, al8dann wird es m alep gerade in der Straße fortgehen."Auf dieſe Art, und UE wenn man ihm deu Kopf noch etwas mehr hinumdre- S hebt ſch het, kann man es zwingen, ſich mit dem Hinterthei- ve In ieſe le des Leibes da hinauszuwenden, wo es ſich ſcheuet. Vielleicht iſt dieſe Regel, ein Pferd vor ſeinem Ge- genſtande des Scheuens über zu führen, bey einem Ouben v Schulpferde etwas unrichtig, als welches allemal Zu zee dem Beine des Reiters gehorchen wird. Aber man 0 el unterlaſſe nicht, eben ein ſolches Pferd, wenn es in | Jurüf der That ſcheu und nicht widerſpenſtig iſt, mit dem „Epriny Auge abwärts zu lenken; es, möchte ſonſt ſeyn, daß ihre Vu) man das Pferd beſonders gewöhnen wollte, den An- foll G: blick eines gewiſſen Gegenſtandes zu ertragen. Die lten diej! Vorſtellung, daß es nöthig ſey ein Pferd. unmittelbar erde, Ze auf alle Gegenſtände los. zu treiben, vor welchen es wſd ſich fürchtet, ſcheint überhaupt zu weit getrieben zu ehen, Ct ſeyn. Es iſt eine ſehe bewährte Manier, die Furcht odurc vy eines Pferdes zu beſiegen, wenn es im Stalle, auch verbind! noch wohl ehe es unter den Sattel kommt, das Rüh- wbirgt au) ren der Trommel, oder vorerſt außerhalb. deſſelben, hen loſt zur. Zeit, da es ſein Futter befömms, anzuhören ge-' ungern in wohnt wird. Dies macht ihm nicht allein den kärm 4 ſchwer hefannt, ſondern iſt ihm ſogar angenehm, weil er vrig in dt ihm ein Verbote ſeines Futters iſt. Wollte man das man fan), Pferd mit Schlägen an die Trommeln herantreiven, zu werde ſo, wird es ſich Zeitlebens vielleicht davor ſcheuen. Sollte man von ſolcher Erfahrung in Anſehung der ) Trommel nicht auf andre Fälle, wenn ein Pfer> wo- ſe Oe vor ſcheu?t, die Anwendung machen können? Cs muß j 9. daher beſter im Anfange feyn» wenn das Pferd. nur e foam nicht ganz umgefehrt gebet, ſelbiges. ein wenig ab- de| wärts gehen zu laſſen, und, einen Gegenſtand,, den es, (eblie nicht leiden mag, zu vermeiden/ und ſomit anzu- ehjee gewöhnen, daß hier nichts ſey, das ihm 2eid thun eine hat!: Ee 4 wolle; jh 440- Zweytes Kapitel,* wolle; als es zu ſtrafen, mit ihm zu zanken, und ihm am Ende dennoch vielleicht nachzugeben, indem man darauf beſtehet, ſeine Furcht in einem Augen- blick zu überwinden. Sobald es eben denſelben Ge- - Genſtand von neuem ſieht, bey welchem es ſo große Gewalt oder Strafe ausſtehen müſſen, wird es ſich daran wieder erinnern, und deſto widerſtrebender werden, Ein Pferd ſcheuert aus dem angebohrnen Triebe ſich zu erhalten. Wenn es daher einen beladenen Wagen z. B. ſcheuer, ſo kömmt ihm dabey vor, als wenn die überſtehende Laſt auf daſſelbe zu fallen dro- her. Jn einem ſolchen Falle kann feine Regel allge- meiner ſeyn, als wenn man ihm zeiger, daß es Raum genug habe, ohne Gefahr vorbeyzugehen. Dieſes ge- ſchieht nur, wenn, wie zuvor geſagt iſt, man ihm den Kopf nur ganz wenig von dem Wagen abkfehrt, und das Bein an der andern Seite ein wenig andrü- &et. Würde das Pferd, wenn man ihm den Kopf gegen den Wagen gerade gefehret hat, wohl ſolches für ein Zeichen anſehen ,' daß es neben dem Magen vorbeygehen ſoll? Ungeachtet dieſer Anweiſung aver muß man doch, wenn man in einem engen Weg» ci- nem Wagen begegnet, und befürchtet, daß das Pferd davor ſcheuen dürfte, entſchloſſen bleiben, und das Pferd antreiben, wenn man ihm das ihm angewöhn- te Zeichen(dieſes iſt aber das beſte, das mit einem Schalle der Stimme geſchiehet,) gegeben hat, daß es vorüber ſoll, beſonders wenn ein Theil des Wa- gens ſchon vorüber iſt. Denn wenn das Pferd im Schrec>en gewohnr iſt zurücf zu gehen, oder gar, wenn der Raum fehlet, ſich auf die Hinterfüße in die Höhe zu heben, und ſich umzuwenden, als wel- c 452 Zweytes Kapitel. Fehler höchſt ſelten, oder gar nicht, verbeſſert wer-- ven fann., wia Das Sceatigwerden kann leicht entſtehen, wenn bey jungen Pferden Stangenzäume gleich zu Anfan- ge gebraucht werden. Entweder. ſpringen die durch die Stangen gekniffenen jungen Pferde, wenn ſie an- ziehen ſollen, gerade in die Höhe, als welches die erſte Anlage zum Stätigwerden iſt, vder ſie thun ſolches, wenn ſie zum Umkehren gelenket, und da- durch an einer weitläuftigen Beugung gehindert wer- den. Noch übler iſt es, wenn ſodann der Kutſcher, oder Knecht, mit der Peitſche hinter ihnen her iſt, und ſie ſchlägt. Muß man ja beſorgen, daß die jungen Pferde ſich nicht werden durch ein gemeines Gebiß zwingen laſſen, ſo thue man ihnen eine Tren- ſe an, oder ſchnalle den Zügel an dem Gebiſſe ſo hoch, -daß die Kinnkette gar nicht drüfen kann, als auf welche Weiſe die Pferde ſich werden willig herumzie- hen laſſen, bis ſie wiſſen, was man von ihnen verlanget. Ich glaube, es ſey die ſicherſte Art, junge Pfer- de einzufahren, wenn man ſich desjenigen Zaumes, der beſonders im Herzogthum Bremen beym Fahren und Pflügen gebräuchlich iſt, vorerſt bedienen wollte. Anſtatt eines Gebiſſes im Maule umgiebt eine an vem Hauptgeſtelle befeſtigte, von Hanf hart gedre- hete und mit einigen Knoten verſehene Schlinge die Naſe des Pferdes; die Zügel ſind beyde auſ eine ein- fache Art angefüget, und alles ſieht einer Engliſchen Reithalfter ſehr ähnlich. Auch das härteſte Pferd kann damit bezwungen werden. Im ordentlichen Gebrauche hat das Pferd- nicht die geringſte Unbe- quemlichfeit, und außer dem ſcharfen Gebrauche em- pfängt es durch den Zügel nur einen Unterricht was es | || habet Wage jedes führen Vige zu ben als 2 ( beydet voy de denn ql feweöni vm Werdet oſe Duſche MEME eſſt weg hm, hum 9 zu Anfor gen die duch wenn ſe" 3 welches de dder fe Hin et, und de ehindert ww der Kutſhr, ihnen her) en, Duſt ein gemes ven einer ebiſſe ſe(10) ann, da Illig hetuny) mn von im 6 junge igen Zaun beym Fah! dienen wh giebt ein d! nf hart ga Cline dt o auf eine dt 1er Engl autre Pfl ordentlichen Aingfie Und hrauch m (erich ws j Die Pferdezucht. 453 es thun ſoll. Manche Pferde nehmen die Unart an, daß ſie das Gebiß zwiſchen die Zahne nehmen, und unaufhaltbar. durt, ſo bekommt das ſtärkere Pferd das fkürze- ſte Erde, und nimmt dem ſchwächern den vierten Theil der Laſt ab. Dergleichen Loch nennet der ge- meine Mann das Lichtloch, und man kann derglei- er. Das hißige Pferd nen Gc iſt, wo es wegen ſeiner Größe möglich, allezeit zur welchen dz Hand zu ſpannen.= Fon, daß! Eindſey Das Pferdegeſchirr beſteht entweder aus ſoge- vegen der j1 nannten Sielen(Sielzeuge) oder aus Kummeten. unde Gm Jene müſſen nicht zu groß und zu weit ſeyn, damit ſie dem Pferde, welches davon buglahm werden kann, vor der Bruſt herunter fallen 3 auch müſſen ſie nicht ude unde zu enge ſeyn, damit dem Pferde nicht das Odemhoh- ogeime len erſchweret, und ſolches hiemit odemlos oder fraft-“ fragt vi) los gemacht werde. Cs müſſen in jeder E>e ſoge- Ziehe dit nannte Eckriemen ſeyn, womit die Siele nach Erfor- idw dern, theils enger, theils weiter geſchnallet werden. Ff 4 Der 456 Zweytes Kapitel. Der Schwanzriemen muß nicht zu furz angeſchnallet werden. Wenn er nicht locker liegt, wird das Pferd "unter dem Schwanze wund. Die Kummete ſind in allem Betracht den Sie- len weit vorzuziehen, weil ſie 1) nicht dem Pferde, wie die Siele, den Hals preſſen und das Odemhoh- len erſchweren; 2) wenn ſie recht gemacht ſind, das Pferd nicht wund machen, wie ſolches leicht bey ſtarker Arbeit von den Sielen geſchiehet, daß die Pferde unheilbare Schäden vor der Bruſt bekommen; 3) das Ziehen gar ſehr erleichtern, indem das Pferd „im Siele mit der Bruſt, im Kummet aber mehr mit den Schultern, und folglich mit mehrerer Kraft arbeiten kann. Die Engliſchen Kummete ſind den Deutſchen aus dem Grunde vorzuziehen, weil ſie leichter ſind, jedem Pferde nach Bedürfniß vom Kutſcher oder Knechte ungeſaumt erweitert, oder verengert werden können, auch wegen ihres manier- - lichen Anſehens ein Pferd eben ſo ſehr zieren, als die Deutſchen Kammete es verunſtalten. Man fangt daher hier zu Lande an, die Kutſchpferde, die zu Rei- ſen gebraucht werden, in Engliſchen Kummeten ge: hen zu laſſen, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Sie werden in Potsdam ſehr geſchit gemacht, und ich habe vorm Jahre das Paar mit 18 Thlr. mit Jubegriff der Leinen bezahlet, und glaube, daß ſie für Liebhaber, wenn ſie mehrere zugleich nehmen oder beſtellen, um einen geringern Preis zu haben- ſeyn werden, Soll den Zugpferden das Ziehen des Wagens leichter werden, ſo müſſen die Stränge kurz, und nur ſo lang ſeyn, daß das Pferd ſo eben und ohne Anſtoßen an dem Ortſcheite frey weggehen kann. Dagegen vor dem Pfluge und der Egge müſſen die Strän- ſpann höher Gian ſide, Wide JUeſhnall wird das Prad tracht den Gi. en bleiben; am beſten iſt es, wenn die Räder nicht größer ſind, und nicht viel kleiner, als die vor dem Wagen ge- ſpannten Pferde. Große Räder, wenn die Achſe höher fömmt, als die Höhe der Pferde iſt, da die Stränge in das Kummet eingezogen, ſind nicht gut, ſondern der Wagen wird öfters, wenn beſonders die Pferde etwas tief gehen, mit Gewalt in den Koth ge- Tf 5 drückt. 458 Zweytes Kapitel. 'drücft. Will man hohe Räder machen, und hak nie- drige Pferde, ſo müßte man die Waage und Deich- ſel auch niedrig unter die Achſe bringen; furz, es muß die Dryſt der Pferde nur etwas höher als die Achſe ſeyn. Da bey den Choiſen die Vor- derräder wegen des Umwendens niedrig ſeyn müſſen; ſo iſt es gut, daß die Pferde ſo kurz, als es ſich will thun laſſen, geſpannet werden, damit ſie zugleich dieſe kleinen Räder etwas fküften. Die Vorderpferde können länger geſpannt werden. In Anſehung der Achſen aber urtheilt der Ver- Faſſer vorgedachter Abhandlung ebenfalls vollkommen : recht, wenn er ſagt, daß bey zu dicken Achſen die Räder ſehr ſchwer herumgehen. Je dünner und ſchwächer alſo eine Achſe ſeyn kann, deſto leichter ge- - Hetein Rad, vorausgeſekßt, daß ſie von ſolchem Holze, (dergleichen im erſten Kapitel dieſes Bandes gedacht worden) ſey, daß es zähe genug ſey, um eine Gewalt auszuſtehen und nicht leicht zu brechen. Coniſch ge- machte Achſen ſind für weniger gut zu halten, weil, wenn das Rad wegen des ungleichen Geleiſes und Bodens ſich hin und herſchieben muß, die Räder bey di> gewordener Schmiere ſich gleichſam ankeilen, ſonderlich auf der Seite, wo der Wagen hinhängtz auch hält die Schmiere nicht gut, ſondern läuft bald an dem niedrigen Ende hervor. Doch hat man ein Mittel durch eigene fürgeſchraubte Büchſen erfunden, welche dieſes Ablaufen der Schmiere an den Kutſch- rädern ſowohl, als das Cindringen des Koths und Staubes verhindern.. Jſt aber die Achſe vorn und hinten gleich ſtark, ſo iſt die vordere Die umſonſt, und der Wagen gehet ſchwer. Iſt die Nabe zu kurz, wie es ſonder- lich in allen den Gegenden geſehen wird, wo ein ſchma- ſmal! als um unglei genſpu fums muß d vieh lobten jenige! welche dig ei nagel d müßte| den, ausfieh hem, Äh ſchieht winfli leiche ctiony Aſe belegen ſichtsvo den ſtär Etarfe| vn Vorl vſe fe (en de. Yb j ren -“ Wann mu Die Pferdezücht. 4509 m ſchmales Geleiſe iſt,„und aus dieſer Urſach ſowohl, in. als um der Beſchwerlichkeit willen, wenn man mit v We ungleich) geleiſeren Wagen in weitere oder engere Wa- : WH. genſpuren fommt, zum Beſten des reiſenden Publi- (00 kums in Deutſchland abgeſchaft werden ſollte, ſo hen; muß das Rad und die Achſe viel ausſtehen und kommt es nil viel Unreinigkeit dazu. Es wird daher von nur be- [ie jueih lobtem Defonomen die Meinung geäußert, daß die- ordepſeh jenigen Achſen und Naben weit dauerhafrer wären, welche inwendig 2 Abſäße hätten, der Nabe inwen- (t der Yet: dig entgegen, damit die Achſe vorn beym Vorſteck- vollkom nagel dünne käme, aber hinten nach dem Wagen zu, 1 Ahſmtt müßte ſie von der ordentlichen Stärke gemacht wer- We den, weil ſie doch an dieſem Orte die meiſte Gewalt ) leihterye: ausſtehen muß, Das Rad würde immer gleich ge- hemd hen, ſich auch, wenn es nothig, leicht hin und her-' des dt ſchieben fönnen, und die Achje würde immer gleich- eine Oenzt winklich in der Nabe bleiben. Auch iſt zu glauben, Cait- Daß es wegen der Friftion gut ſeyn würde, wenn die Achſe ein wenig oval, nach der Form eines Eyes ge- Iten, 0: I macht würde. Jeleiſes 1 „0 SEE ERLE. die. Da endlich alle Mechanici hiexinn eius ſind, daß* -.! gleiche Arten von Holz oder Metall, die größte Fri- 1 hinang; ction verurſachen, und daher die Gewohnheit, ſowohl n laufe m) Achſe als Nabe inwendig mit gleich hartem Eiſen zu at mann belegen, ganz falſch ſeyn muß z ſo ſchlägt der ſo ein- en eu ſichtsvolle Verfaſſer des obigen Aufſaßes noch vor, den Fu den ſtarfern Theil der Achſe, als welcher vermöge der Fuchs un Starke noch einmal ſo viel Friction, als der gegen den Worſtecknagel nur halb ſo ſtarke Theil verurſacht, „6 fu dieſen ſtarken Theil mit eiſernem Bleche zu belegen z oan allein der in der Nabe befindliche Ring, oder die n 4 Büchſe, müßte härter ſeyn. Und da hielte er es ". ei! für ſehr wohl gethan, wenn eine dergleichen Büchſe |, ſhe in 460 Zweytes Kapitel. in eine eiſerne Patrone gegoſſen, und in die Nabe eingemacht würde... Solche könnte, um ſie gut be- feſtigen zu können, auswendig achteicht ſeyn. Bey dieſer würde ſich etwa die Friction wie 3x zur Laſt ver halten, da ſie ſich bey einerley Metalle wie 4 zur Laſt verhält. Ein Vorſchlag, welcher ſeines ſo unge- mein großen Nußens halber wohl werth iſt, daß Landescollegia zur Berichtigung und bewährten Aus- führung Sachverſtändige Männer durch Prämien, wie man hiezu zur Aufnahme des Nahrungsſtandes in allen ſeinen Zweigen in vielen Ländern ſo löblich angefangen hat, ermuntern ſollten! Um endlich in der Theorie von der Abrichtung der Wagenpferde nichts zurüFzulaſſen, gedenke ich noh des Durchgehens der Pferde, wie theils ſelbi- gem zuvorgekommen, theils die Gefährlichkeit deſ- . ſelben zu mindern ſey, Bey eigener Pferdezucht kömmt es auf die oben angegebene Regel in Anſehung des Temperaments der Mutterpferde hauptſächlich an, daß dazu ſolche gewählet werden ſollen, welche nicht wild, bögartig, widerſpenſtig oder kollericht ſind, weil die Kinder hierinn der Mutter ſehr nacharten. Ferner folge man dem flugen Beyſpiele jenes klugen Bauers, welcher die Füllen von ihrer Geburt an ſo zahm und umgänglich machen ließ, daß man mit ihnen ma«- cer- oder Pflug- pferden ſo roh angelegt würde. Es kann aber die äußere Seite(nicht die inwendige, weil ſont die Knoten nicht in die Naſe eingreifen würden,) durch ein breites ſchwarzes Leder verkleidet, daneben auch den Pferden ihre gewöhnliche Zäume dennoch, nur zum Schein, angelegt werden. Wenn Pferde einmal durchgegangen ſind, ſo vermeide man ſo lange Berge mit ihnen zu befahren, bis ihnen die ganze Sache in Vergeſſenheit gekom- men iſt. Auf dem Wege von hier nach Potsdam iſt mir ſolches vor vielen Jahren begegnet, daß die Pfer- de in der Heide einen ſteilen Berg herabgehend durch- giengen. Da gleich darauf ein andrer ſteiler Berg folgte, ſo hatte ſolches nichts zu ſagen, weil fie an. der Mitte deſſelben von ſelbſt aufhören mußten zu lau- fen. Aber länger, als nach Jahresfriſt, hatten ſie das Andenken davon behalten. Denn da ich des We- ges an ſolchen Ort wieder hinkam, fiengen ſie an mit den Schwänzen zu drehen, ihre Ercremente von ſich zu geben, und Mine zu machen, abermals durch- zugehen. Jch griff aber gleich ſelbſt nach der Leine, um den Pferden keinen Vorſprung gewinnen zu laſſen, und 4 ud den Zeh H ſen, Wege, pollen di ſeln ede ihnet den eib Bedient! man nid lange aus j|, De und wwf hm Kar veſen Fi giengen d ſtarb glei be, die F Maun ha (eien, Ro Itt verſe die uns( Werde d auf den! werfen f "1X dem Pag (m Falle unh nn eine Rhin in Sppavg M Die Pferdezuchk. 465 nd Jomit Mit: und brachte ſie hiemit dahin, daß ſie ganz langſam (An Kat den Berg herab gehen mußten. 4 ! vhs Hat mon Urſach gegen ſeine Pferve mißtrauiſch 54 nuß, de zu ſeyn, ſv ſey man es am meiſten zur Froſtzeit auf D ingen nt Wegen, die bergab gehen, weit das freywillige Heraba may rdllen des Wagens nebſt dem ungewöhnlichen Raſ- nn, dy ſeln oder Polrern deſſelben auf dem harten Wege, da et ham ihnen vorkommt, als wolle der Wagen ihnen über halfter bey den Zeib herfallen, die Pferde leicht außzer ſich bringef. (nict nh! Bedienet man ſich einer fremden Equipage, mit der oder Muy man nicht befannt genug iſt, ſo ſteige man lieber ſo m abit) lange aus dem Wagen, bis ſelbiger den Berg hinab eil ſuf iſt. Die Erfahrung von Anderh muß uns vorſichtig ven) u machen. Vor wenig Jahren fuhr bey ſolcher Zeit aneben u und auf ſolchem Wege ohnweit Pot8dam ein Prinzli- nnd, er Kammermuſtcus nebſt dem Hofapothefer und veſſen Frau mit gelehnter Equipage. Die Pferde giengen durch, warfen die Kutſche um, dey Muſicus en fid) ſtarb gleich von dem harten Falle auf die gefrorne Er- zu beſit) de, die Frau einige Zeit darauf gleichfalls, und der aheit gem Mann hatte lange Zeit an ſeinen Contuſionen zu Potter! heilen. u Noch n;uß man ſich auf Wegen obbeſchriebener u Art vorſehen, ob auch nicht andre Wagen nachfolgen; fle 23 die uns eben ſo gefährlich werden können, wenn ihre „wn Pferde durchgehen, weil ſie ſodann ganz blindlings uten ila auf den vorderſten Wagen zu laufen, und. ihn ums ( jun werfen können, beſonders wenn der Weg zugleich ids hohl. iſt, daß die durchgehenden Pferde vor dem vor- 0.06 dern Wagen nicht vorbey kommen fönnten, In dies venere vt ſem Falle befand ich mich auf dem Wege von Span-= us dur dau nach Potsdam vor einigen 20 Jahren. Jh ſaß (der 2 neben einem Königl. Preuß, Beamten und, deſſen mulah) Tochter in einem ganzen Wagen, und wir waren auf m) 5ausvater V. 2öRNd: Gg ver S-ugget Eg SRL DIE SSI AA AED===wmwaeh. Eder än ini m 0 de met veeT=nrnnwDmeneeaeugeEnn< DR R wanne wenn 466 Zweytes Kapitel, ver Hälfte des ſteilherabgehenden hohlen Weges, als wir einen zweyten Wagen in vollem Carriere mit durchgehenden Pferden hinter uns darein kommen ſa- ben. Unſre Pferde giengen langſam und hielten ih- ren Wagen ſehr gut auf, ſo daß ich ohne Gefahr wohl hätte aus dem Wagen herausfommen können. Aber für meinen Geſellſchafter, der zugleich mein Schwiegervater war, und deſſen Tochter, wäre dazu nicht Zeit übrig geweſeyr, Unſre ganze Kutſche ward umgeworfen, da die hinter uns drein kommenden Pferde theils auf den Kutſchenhimmel mit den Vor- derfüßen heraufſprangen, theils ſich mit ſelbigen in. unſre Hinterräder verwickelten, Die Deichſel ward über eine halbe Elle lang in den Rücken unſrer Kut«- “ ſche hineingetrieben, und falls wir uns nicht in Zei- ten zurückgebogen gehabt hätten, ſo wäre einer von uns zerſchmettert worden. Wir kamen übrigens alle mit dem Schreck und einer ganz zerſtörten Kutſche davon. Als wir wieder in Ordnung waren, unter» ſuchten wir den Wagen der durchgegangenen Pferde, und fanden deſſen Deichſel zu kurz, daß die Pferde den ihnen auf den Leib ſchießenden Wagen nicht aufe halten können. Nach geänderter Deichſel giengen - dieſe Pferde, die einem unſrer Bekannten angehörten; in der Folge nicht mehr durch. Jc< habe aber auch zu einer andern Zeit einen Wagen mit durchgehenden Pferden auf einer weiten Straße vor einem vorauſſah- renden ſo vorbeyrennen geſehen, daß jener dieſen auf der linken Seite dergeſtalt untergriff, daß das un= terſte zu dben gefehret, und die darin ſikende Perſon am Kopfe ſehr beſchädigt ward. Das Herausſpringen aus einer Kutſche, wenn die Pferde durchgehen, iſt ſelten glücklich, und es muß ein ungemein wohlgeübter Springer ſeyn, der ohne Ny€ jimet ge iht wird; fam patgen Gd müſ! Way! hen 1! Antlieh lus Ed mer wi Y blait, hangs leſſen, ſp lang; beijen, er ih bald dn ſehr hi ſie dam wenn| oder[it ina de die Df intwedel ſch inh f prin ve Dfer Nuit De Wen, PEE wem aT Rn ST RR 2 AT CT TTT OETT-ve09=omnerr epn 2 pb, M" x 3: Die Pferdezucht, 467 E * “| ohne Schaden davon kommen ſollte. Einem Fräuen- 4 NY zimmer ober iſt es am allerwenigſten anzurathen, wes;4 ji' genääihrer Kleidung, welche leicht vom-Rade ergriffen 147 ' Git, wird, einen Sprung wagen. Unter zehn Fällen iſt R: „ faum einer gut gerachen« Es iſt daher allemal ge- x en Än racyener, in der Kutſche ſtille zu ſißen, und ſein IEE leih il Schtjal abzuwärten. Die Fenſter der Kutſche 8 Ware bay müſſen gleich niedergelaſſen werden, weil, wenn ver urſhy wa Wagen umwirft, oder gegen Aeſte der Bäume getries Eommerty ben wird, ſeyr gefährliche Verwundungen daraus (it den Din entitehen können. Das Frauenzimmer muß ſich als ſelbigu 4„les Schreyens enthalten, weil die Pferde davon imz= eiche! m) mer wilder werden, unſe Sh icht in 36 Wenn der Kutſcher auf dem Bote nur feſt ſiken be elne M bleibt, ſv iſt immer noch Hoſfnang eines guten AuSz brigen dd gangs vorhanden. Er muß nur die Leine etwas nache rien Ru! laſſen, und ſie darauf wieder anziehen, oder hiemitk Ae, Ui ſo lange warten, bis die Pferde nicht mehr ins Gebiß hen Dey beißen, und daher von Zeit zu Zeir Verſuche macheny ; die Ih) ob er ihr Maul und Gefähl wieder gewinnen könne; on niht bald änrüen, bald loslaſſen; Er muß ſich hiebey ſel gin! ſehr hüten, nur an der einen Leitte zu ziehen, weil er 1 anger ſie damit aus dem Weg heraus bringen würde. Denn be abt in) wenn die Pferde, beſonders in einem Walde rechts uehgehendet vder links bineinbeugen, ſo iſt alles verlohren. Werz 1 wf mag der Kurſcher hier noch etwas, ſo ſehe er zu, daß + deſu Die Pferde ſo einen Baum zwiſchen ſich nehmen, daß gf ds 1 entweder die Deichſel darauf zufährt, vder die Pſerde ade Dj ſich in ihrem Zeuge verwickeln. Denn auf dieſe Weis ſe ſpringt entweder Deichſel oder Waage, oder die Pferde ſtürzen und verwirren ſich, und es wird (bu, be hiemit der Zeitpunkt ergriffen, eiligſt den Wagen zu 4, ud verlaſſen:, fe Gz 2 Ges om SE Bg ES ZEE ALA BEAST ALIUD.---=<11 ehh SEI Eins=> e Gee 1 egen„m bine. AS RDD 20 468 Zweytes Kapitel, Gehen die Pferde auf freyem Felde durch, und man hat keinen Wald, Brücken oder Gräben vor= wärts zu beſorgen, 0 ſey man immer ruhig, wenn die Pferde auf der Straße bleiben.. Hat. man aber auf der Folge der Straße eine der obgedachten Gefaß- ren zu beſorgen, ſo betrachte man das Feld, ob nicht die Pferde ſo linker Hand wohin zu lenken ſind, daß / ſie Raum haben, ſich müde zu laufen, Iſt eine ſati= dichte Strece zu finden, ſo werden ſie darinn bald- müde werden. Iſt wo ein Berg in der Gegend, man laſſe ſie herauflaufen, ſie werden, ehe ſie herauf ſind, müde werden, Hat man weiche Wieſen oder Mo« räſte um ſich, man trachte ſie zu gewinnen. Sobald die Pferde bis an ven Bauch hineintreten, haf ihr 2aufen ein Ende; ſie werden niederfallen. In Seen oder Flüſſe, wenn ſie zumal tiefe Ufer haben, die Pferde laufen zu laſſen, iſt höchſt gefährlich, weit ſie entweder von einem hohen Ufer herab den Wagen umſtürzen, oder wenn ſte ins Waſſer, hineinſchwim= men, ſich in ihrem Geſchirre verwickeln, zu Grunde gehn, und den Wagen nach ſich ziehen können. - Man muß es nicht zugeben, daß Kutſcher, wenn ſie um ihrer Nothdurft willen abſteigen, dis Seine an den Bo binden, und hinter den Wagen gehen. Entweder müſſen ſie ſich vor den Pferden Hinſtellen, oder Jemanden im Wagen die Leine über« geben, daß er ſo lange die Pferde halten möge, So Zieng es mir in meinen jüngern Jahren einſt noch glücklich genug, daß in der finſtern Abendzeit der Kutſcher abgeſtiegen, beyſeits gegangen war, und die 2eine angebunden hatte, ſv daß die Pferde ſtill ſtanden, Es flog von einem in der Nähe ſtehenden Baume aus den Zweigen ein großer Vogel mit Ge« - räuſche hinweg; die Pferde ſprungen an, die Leine gieng guy(' auf get und ſen, 1 daß ic gel erg ; Pferde ſelbſt Gb in dem ziglih funft, Kiemen huſten qu lx (etal in Oe funden (rfindy Vejle, vw 4 1767, mandy ein Ni .. Init Y Anjicht fiele, od Zug die Inſrege (falt j mig], "hob u Die Pferdezucht, 469 4 in) gieng los, und die Pferde liefen ein Paar Stunden " Ot auf geradem Wege fort, bis ſie. endlich auswichen, ), denn und nahe an einem Dorfe auf eine Bohlwand zulie- man he fen, wo ſie ſtußten, und mit einmal ſtill ſtanden, On Gfk daß ich ſofort abſteigen, und das Leinepferd beym ZU- 1"dt gel ergreifen, und wieder einlenken konnte. WENN ni Man hat ein Mittel erfunden, durchgehende darin be) Pferde in der Kutſche loszuſpannen, und die Kutſche Gegend, nn ſelbſt aufzuhalten. Die Erfindung des geſchickten erf jp Schloſſermeiſters Dobe zu Herzberg in Sachſen wird m dw in dem Leipz. Intelligenzbl. v. J. 1773. S. 28. vor« en Ch züglich angerühmet, und es iſt freylich die beſte Aus- kunft, wenn Jemand in der Kutſche mittelſt eines :" 98 Riemens nach Befinden der Umſtände ohne Zeitver- ehh n luſt einen Zug thun, und die Deichſel kann abjprin- Apel, M gen laſſen. Denn es iſt beſſer die Pferde auf ein 6 den Zu Gerathewohl laufen zu laſſen, als daß ſich Menſchen hindihen in Gefahr ſeßen, wo nicht ihr Feben, doch ihre ge- 00 ſunden Gliedmaßen zu verlieren, Modelle ſolcher 1,008 Erfindung werden im Intelligenzcomtoir zu Leipzig Nn'gezeiget, aß Aud) In nur gedachtem Leipz. Intelligenzbl. v. Is abſagen, 1 1767. S. 373. hat Jemand angefraget ob Nie- den Zet mand wiſſe, kollerichte und durchgehende Pferde durch den Prick ein Riem- oder Strickwerk, welches an der Bruſt je dele Ih mit Bley gefüttert ſeyn fönnte, und welches durch mis Ö Anziehung eines Riems den Pferden in die Beine einf fiele, oder durch eine Schleife, die ihnen durch einen Whertpt M Zug die Vorderbeine feſſelte, zu bändigen, Dieſe nm Anfrage iſt unbeantwortet geblieben, weil die Mog- fr fil lichfeit zur Ausführung des Vorſchlags nicht abzuſe- Mn hen iſt. Ich wollte dagegen die Anfrage thun: ob . WG zicht oben am Kopfe ein, Rouleau von Tuch anzubrin- gum gen wäre, welches mittelſt eines in die Hand des ' y( In6 ' vie Ni j WESEL üblen en dn Bem Ia Re men 3 amin nI eng iegen= ee 4 I aus us KEEN 470 Zweytes Fapitel. Kurſchers gehenden oder en den Loinen durch Bänder oder Schleiten angeleiteten Riemens aui den Jiochfall ſo3leich loSgezogen werden könnte, daß das Tuch dem Pferde ſoforr über die Augen berunterfiele, und ihm alles Sehen benähme? Denn ein Pferd wird >» Hleich muthlos und ruhig, ſobald ihm pivklich die Ausficht benommen worden.„Das ſchnelle Herab- fallen der Rideaur muß durch an- oder eingenähetes Bley am unterſten Saume auf den drey Seiten des Kopſs erhalten werden, Oberwärts am Obergeſtelle des Zaums würden die Rideaux angeſchnallet oder an- gebacfet, um ſolche vom Zaume beym Auf- und Ab- zäumen leicht abzunehmen und wieder anzumachen. Die aufgewickelten Rideauxr aber würden mittrelyt eis nes Stifts, Hackens oder einer Springfeder zuſam= mengehalten, an ſelbigen aber der Zugriemen befe= ſtiger, welcher durch den Ring des Schulterküſſens vor ſich vurchzienge, von hieran aber, wie zuvor geſagt worden, an der inwendigen Seite mittelſt angenäheter lederner Schleifen fortgeführer werden müßte, bis er endlich an die Hand des Kutſchers heranfäme, vor welcher er loſ? herabhienge, und, ſobald es Noth thut, ergriffen, und zum Heradblaſſen der Rideaur angezo= gen würde, Hiemit würden nun auch zugleich die Pferde gerettet, als welche na der Dohenſchen und Andrer Erſindung vor ihm, wenn ſie abgeſpannet. worden, ſich gar leicht tödlich beſchädigen können, Hienächſt könnten auch dieſe ſo zu nennende Scheutü- der zu Vermehrung der Pracht einer Equipage mittelſt Seickereyen, Behängung mit Guirlanden von aller- ley Farbe dienen, ſo wie eine rothe, blaue, gelbe oder weiße Farbe des in ein Rouleau gelegten Tuches zur Erhebung der Schönheit des Pferdekopfes und der Couleur des Pferdes oder der Equipage überhaupt gereichen, Zur Hauptſache gehörete aber dies, daß das pus ZU (" auf mit das blen leicht 9 de) wi de id verſuch vie wiirden Zager telſt eit ſc! vonbung le! ( Rennt ver Ma wüßte, dearzfen ten nid mm NSN SSEN<= mee H.. 7 Ie Hr 2 INI| EEE GEEIG en NEN SIDE EIT GIEREN N IT ii-- mmm geg enen y'- :“g" ZEE ELER 46207 Die Pferdezucht, 471; h Bindep vas Tuch ſowohl brei> S 4 Juha q8 Tu) ſowo[) breit, als lang genug, und vorwärts“ Wdh bis auf oder über die Naſe herabhängend wäre, da-« et eh mit das ſpringende Pferd durchaus fein Tageslicht er- 484 Wiel me blicken wüßte, als welches bey zu furzem Tuche(2 ih leicht geſchehen könnte, Hätte ich noch ſo ſcheue Pfer- Z Ae doh de, wie in meinen erſten Wirthſchaftsjahren, ſo wür= NA de ich dieſe vorgeſchlagene Pferdeblenden am erſten Si verſucht gaben, da es höchſt wahrſcheinlich iſt, daß Oha die Pferde das Durchgehen ſich gänzlich abgewöhnen 14.07 würden, wenn ſie ſich damit ein und das andremal des pip" Tageslichts beraubet und gelernet haben, daß ſie mit- 1): und Wh telſt eines Verſuchs zum Durc Onjumg ſich zu befreyen verfehlen, und ſcheuen, ſich eine Be- | mit raubung des Lichts zuzuziehen« (eder zuſon temen 1: H, Pferdekrankheiten und Mittel Dultertipn dawider« zuvor 400 ngen Es ſollte billig kein Landwirch ſeyn, der nicht mige, 4 Kenntniß der gemeinſten Krankheiten und Zufälle WE der Pferde hätte, und auch die beſten Mittel dawider ; Nehty wüßte. Denn es werfen ſich überall Leute zu Pfer- oaur 0 deärzten auf, die theils die Kennzeichen der Krankfhei- ugld ten nicht wiſſen, und daher ſolche entweder gar nicht, anm m) over falſch, oder gar todt curiren, theils aber mit chun Heilung der Krankheiten lange Zeit zubringen, um on Um deſto mehr Arzrlohn zu verdienen, oder vielmehr for 9 Gat dern zu können,|;: en- Ih will die Leſer hier allein belehren, wie ſie Wee die gewöhnlichſten Krankheiten der Pferde fennen, im a und am leichteſten heilen konnen, ſo wie ich/ diejeni- 3“ gen Heilungsmittel angehen werde, Tie am wenigſten .. h zuſammengeſeßt, größtentheils aber ſolche ſind, de- 1060 ren Ingredienzien nicht zu theuer und überall leicht Lain zu bekommen ſind. bie, do G 34 1. AUt- 6 GE Ae AN SEE KEL DEA NS IAA IE.>=.-<09%-2 dhl AEI E Ei- urin m meme eee eignen mne IUR Wah I. - a. en<= eee ae--.-. 472 Zweyties Kapitel, I."'Augenfelle. Sobald man ein Triefen der Augen gewahr wird, muß man nachſehen, ob nicht&liegen, Spreu oder Heuhälmer darin zu finden, um ſolche mitrelſt des Aufyebens der Augenlieder behende herauszu.« nehmen. Hat ſich ein Fell angeſeßet, ſo wird mittelſt ei- . ter ſubtilen Feder Baums! ins Auge geſtrichen. Sollte hievon das Auge nicht wieder hergeſtellet wer- den, muß aus der Apotheke folgendes, auch bey Menſchen bewährteſtes, Augenpuiver gebraucht wer- „den, Rcp, Sacchari albi, Boli albi vel rubri, Cremor. Tartari, ana: M. F. pulv. fobtiliff. Dieſes ſehr wohlfeile Pulver wird, ohne zu blaſen, ohne allen Reiz, ganz behutſam, früh und Abends zu einer Erb= ſe groß, ins Auge gethan. Dies Mittel hilf gez wiß, ſo viel nur ein Mittel helfen. fann, wenn'niche der ganze„Augapfel verdorben iſt. Um es noch wirk. ſamer zu machen, darf man nur weniger oder mehr von der Tutia Pracparata zuſeßen, 2. Krankheiten des Mundes. Manche Pferde, beſonders die jungen, befom- men oben im Rachen, neben den ſpißigen Zähnen Sleiſchyewächſe, welche über die Zähne hervor- wachſen, und ſo ſchmerzen, daß das Pferd zu freſſen aufhörer, und ganz mager wird. Die Cur iſt dieſe, daß ſol= ES wen 17€.- amen ät zu dE EEN Ha. 2 40mm oerl 6. IC mau[kme 476 Zweytes Kapitel, Hr, v. Salleiſel hat angerathen, dem Pferde alle Tage 4 Loth geſtoßenes Hepar Antimonij un. ter Kleyen zu geben, und damit ſo-lange anzuhalten, bis das Pferd ſich gebeſſert. Andere-geben dem Pfer«- de räglich geſtoßenen lebendigen Schwefel aufs Fut- ker zu freſſen. Vor vielen kühlenden Mitreln muß man ſich) bey der fließenden Strengel hüten, damit das Pferd nicht erſtiet werde, auch läßt man ihm nicht gern zur Ader, ſv lange die Krankheit währet. Wenn die Feuchtigkeiten aus der Naſe hervorſließen, ſo iſt meiſtens gewonnen Spiel. Haben ſich aber - am Kopfe, der Kehle, oder ſoaſt wo Beulen zuſam- mengezogen, ſo müſſen ſie durch Erweichungsmittel aufgezogen werden 3 dergleichen ſind, zergangene war» me Batter, Haſenfett, Honig mit. Mehl vermiſchte 1. ff. Man fann auch die Beulen mit einer dans cette offnen, um die Materie herauszulaſſen. Iſe die Wunde oſſen, ſo muß man- verhücen, daß. ſie ſich nicht allzubald zuſchließt, weil alsdann die großte Gefahr iſt, daß entweder die Strengel jährlich wie: derfommen, oder gar der Koß daraus entſtehen kann. Dieſerhalb wird ein Stücklein Speck in das Geſchwür Hineingeſteckt, welches das zu frühe Verſchließen hin= dert. Hat ſich die Geſchwulſt ovllig geſeßet, ſo kann man' die Wunde vollig zufallen laſſen, und ſie mie laulichtem Eſfig und Salz zuleßt auswaſchen, ſodann aber mit zart zerſtoßenem eingeſtreueten Bleyweiß zuheilen«, Geſchwollene Mandeln, werden gemeinig- lich mit der Strengel verwechſelt, und ſollten nur allein Drüſen genannnt werden. Zuweilen kann die Materie von übel curirter Strengel, oder ein Theil derſelben, zurückbleiben, ſich hieſelbſt anſeßen, und die Geſchwulſt. der Mandeln verurſachen.-* Krank=- Gutfpd (uy, eiet) hie We Nachts Kennzel if troffen! dem Gc bey ein Pferde| hangt, beit gän; mere,| während venſten Wieder| Pferde fut, ſ vergenon fröfiet N hin bey auf ſeh das M Man m fen und zurüdtref en das| Ih mach bt Oſe Grngel' - wir mm Bde TIVEN...- E m. aue-. anom moor BIEGE IEEE> Y 1 Die Pferdezucht, 495 1 Ieh Krankheit entſtehet aber gemeiniglich von Verkält y DD: tung, wenn ein Pferd im Reiten oder Ziehen ſtark “u 0 erhißet, und darauf kalt getränket worden? Auch R 1 die Weidepferde bekommen den Zufall, wenn ſie des Mik y Jiachts von Thau und Reif erkältet worden,- Die mj Kennzeichen der Krankheit ſind folgende: das Pferd hüten, vend iſt ſehr maxt, hat keinen Appetit zum Freſſen,“einen aft mm im tro>enen Huſten, trübe Augen, eine Geſchwulſt bey nee mi dem Schlund auf'einer“oder beyden Seiten, auch das heroin bey ein Fieber, weldes oft ſo heftig iſt, daß dem aben ſd dis Pferde die Zunge braunroth zu dem Munde'herauss Deuten jm hängt,| In dieſem Zuſtande muß das Pferd mit Ars veichungan] beit gänzlich verſchonet werden, Jh habe öſters. be= Cangene Na merfer, daß die Pferde der Bauern, wenn ſie ſolche Nehl vent währender Krankheit in herrſchaftlichen Vorſpann mit eno dienſten gebrauchet, plogtich geſtorben, oder nie recht zulaſſen, wieder curiret worven. Ban läßt gemeinizlich dem viien, vj Pferde die Halsader,.' Iſt aber das Fieber zu ann Dep ſtarf, ſo mvyß ſolches Aderlaſſen mit Behutſamkeit ol jählbs vorgenommen werden, vamit das Pferd richt ents entſichwim Fräfiet werde, 1 das Geſpet| rler Mw"Man bediene ſich innerlich gleichfalls der vor- ſeat,[im Hin bey der Strengel gebachten Mittel, und muß dar» , und ſem auf ſehen, daß die Drüſengeſchwulſt zertheilt, und ihn ſeum das Pferd, ohne Eyter auszuwerfen, curiret werde. ten Dou Man muß daher eilen, daß das Geſchwür zum Ey tern und Aufbrechen gebracht werde, weil ſonſt der zurücktretende Ejjter, wie auch das ſchwere Achemhoh- ven une) len das Fieber vermehren, und die Krankheit gefähr= allen du lich machen,' Man verfähret daher mit der Defnung ) im dl der Geſchwüre und ihrer Heilung, wie'bey 0; M Strrengel gezeiget worden, E71 11:8 un) u: ir di 300. pr„Fg v' u;| 5. Die 478 Kapitel. 5. Die Rähfrankheit, das Verfangrn. Dieſe Krankheit entſteht aus einer ploßlich un- ferdrückten Ausdünſtung durch eine plößliche Erkäle tung, z. E. wenn ſich das Pferd durch eine ſtarke Arbeit erhißt har, und ſogleich in einer falten Zufe, kaltem ſtarken Winde, ſtill ſteht, oder ins Wajier geritten wird, oder. ſogleich trinfet, oder zwar in eis nem warmett Stalle ſteht, aber ein ſtarker Luſtzug darinn gemacht wird, oder wenn es ſtark gegen den Wind geritten wird. DOft iſt ein Fieber dabey, das im Anfange leicht iſt, aber den Tod bringen kann. Die ſicherſte Cur iſt, die unterdrückte Ausdunſtung wieder herzuſtellen, es bald wieder warm zu reiten, und es, in einem warmen. Stalle ſo lange mit. einem Strohwiſche zu reiben, bis ſich der Schweiß geleget hat; oder man ſtelle es in einen warmen Stall, be- hänge es mit Decken, gebe ihm 2 bis ein 2oth Bibers geileſſenz(Eflent, Caſtor,) mit etwas Wein ein, und verhüte; daß es ſich nicht erkältet, Meiſtens iſt auch das Aderlaſſen zum Anfang der Heilung gut. Sind ſchon von den, in die Füße geſenkten, Feuchtigkei ten um den Huf herum erhabene Reifen, ſo rühre man> Pfund Bohnenmehl mit Loröl, ſo viel als gez nug iſt, zu einem dicken Brey, rhue ein Löffel voll Weingeiſt dazu, miſche es wohl, und laſſe es über dem Feuer bis zu einem diFen Brey kochen, ſchlage es ſiedendheiß in den Huf ein; einen andern Theil davon aber laſſe man ſo kalt werden, daß man eben die Hand darinn leiden kann, und um die Krone des Hufs ſchlagen, und ein Tuch darum binden. Dies ehut man täglich 4 bis 5 Tage lang, Dieſe Curyiſt in Herrn Prof. Erxlebens pract. Unterricht in der Vieharzneykunſt S. 248. ff. angerathen worden.. Herr Prof- Schreber hat in den neueſten Beyträgen zur ND guns dy ange Merde| WJusdin| iſt, alſo der pl ungeſah Kanu) wannen pfüße dd Rule el ſhwißen Pferd in der falle want bis unt! den Hi geweſen füpren 0! wehſelter werde, d ſen und fungen| worden, das Ye Man nin bet, völ ficht in Deed zu WW Fand m meh in auch (hr, 7 Witt Die Pferdezucht. 479 4 fun zur Haushaltungsfunde ſowohl. ein Vorwahrungss " Nhl u als ein Heilungsmittel für das Erhitzen der Pfeorz ih Gi de angegeben. Er ſagt, daß einem verſchlagenen vi Prerde, oder einem ſolchen, das von unterdrückter 4 u Ww Ausdünjtung an Entzündungen und Krämpfen krank ; ve iſt, alſo zu heifen ſey: man giebt dem Pferde von n a der tſlentia Calltorei ungefähr 1 bis IX Quintlein AW ungeſäahr in einem halben Maaße,( Quart oder ſtarte uy Konne) laulichten Weines ein, bedeckt es wohl mit arf 09m M warmen Decken, und bringt es hernach in eine Miſt- et debe, M pfüße oder ins„Waſſer, läßt es darinn bis an dies. Oringen fü Knie eine ſtarke Viertelſtunde ſiehen und tüchtig b Ausdinfiy ſchwißen, indem es ſo anzuſehen iſt,, dls wenn das oem u ti Pferd in einem Schwigbade wäare«(Da ſolches in nge mit der falten Jahreszeit mden hindurchgedrungen, womit das Pferd bedeckt Bein(1) geweſen iſt; hernach läßt man es ein wenig herum eſte(u führen oder reiten, und continuiret damit'in abge- 19. gib. wechſelten Stunden, damit es im Schweiß erhalten 1, Fuhhpb werde; giebt ihm auch denſelben Tag wenig zu freſ» fen, fo 0 ſen und zu ſaufen. Dies Mittel hat nie ſeine Wira WEN kungen verſagt, wenn es auf friſcher That gebrauche ein apa worden,-- Die erhißten Pferde aber werden wider » loſe 4 das Verſchlagen oder Berfangen alſo verwahret fohm( man nimmt x Roßſchwefel und 2 ARGEAEN Salpes aben ter, reibt beydes zuſammen zu einem P Pulver; und vf mut giebt einem erhißten Pferde einen Eßlöffel voll auf vie fro Brod zu freſſen 3 ſie lernen es auch oyne Brod aus ww DW der Hand freſſen. Bey ſehr erhisten Pferden giebt Dj Car man mehr als'einen Eßlöffel voll; man kann es ih« nen auch nah einer furzen Zwiſchenzeit wiederholt ui e geben. Der Schwefel reſolviret und unterhält die ( air Ausdünſtung; der Salpeter aber mäßiger den allzu- (| hefti? 480 Zweytes Kapitel, heftigen Umlauf des Bluts und kühler. Man kann dies Pulver auch brauchen, wenn ein Pferd aus an« dern Urſachen, als.“ von übertriebener Arbeit, von innerlicher Hike krank iſt, Man exfkennet es, wenn dem franfen Pferde etwas Blut- abgelaſſen wird, und das Blut mit einer Spechaut(Crulla inſlam- matoria) überzogen iſt. ſollte von die- ſem temperirenden Pulver beſtändig ein Vorrath in einer Schachtel, in den Ställen oder auf Reiſen ge» halten werden, um den Pferden nach Bedürſniß das von ſogleich geben zu können,| 6. Die Darmgicht, Colik, Hr. D. Ehrmann in Straßburg hat die Heilart dieſer Krankheit in einer beſondern Abhandlung aufs beſte angegeben. Das Pferd läuft beym Nabel auf, hohle ſchnell Athem, wälzt ſich auf der Erde, zieht, auf dem Rücken. liegend, die Füße an den Bauch, ſtößt ſie mit Gewalt wieder von ſich, ſpringt zitternd auf/ zieht den Schweif ein, ſekt ſich zuſammen, rd«= 1 de * vx 482 Zweytes Kapitel. iſt, je mehr übel verdauetes Futter in den Därmen iſt. Man ſchütte nichts ein, als einen Einfluß von Oel, verhüte aber das Ueberſüttern, z. E, reiche nad) einem lange Ritte dem müden Pferde, beſon- ders dem gefräßigen, auf einmal ganz wenig Haber mit etwas Salz vermengt, aber oft, bis es die ge« hörige Portion hat: man gebe dem Pferde keine un- eingeweichte, oder nicht aufzeſchwellte Gerſte u. ſ. f. und laſſe es noch weniger glezzy darauf ſaufen, ſonſt kann es zerplaßen.(Dieſen Zufall habe ich noch vor wenigen Jahren bey einem benachbarten Freunde er- lever, da ſelbiger ſeinem Knechte auſgetragen batte, Gerſte einem Brauer hinzufahren. Der Knecht entwandte einen Scheſſel Gerſte, und gab davon 2 jungen Pferden ſo viel, daß ihnen der Magen mit einem großen Knall zerplaßte,) 4) Die vierte Ur- ſach iſt die Entzündung des Magens oder der Där- me, da man des Pferdes geſpannten Bauch ohne deſſen großen Schmerzen nicht anrühren kann, das Pferd ſich nicht iegt, die Ohren kalt und der Urin roth und brennend iſt. Man laſſe reichlich Blut aus der Hals- oder Sporader, gebe erweichende Clyſtiere von Malven- oder Pappelblättern mit Oel, oder von Milch, Honig und Oelz ſchütte auch dem Pferde warm ein: Altheenwurzel 4 Toth Leinſaamen 3 Lothz mit 4 Pfund= zu 2 Pfund eingekocht, durch ein Tuch geſeigt, Salpeter 3 Loth, Honig 8 Loth darzu gethan; ſein Futter ſey warme Kleyen mit Hexel. 5) Winde, die aus einem unvollkommen verordneten Futter entſtehen, vermehren die Darm» gic=.--- 200 momo mn epwüdm====--5> 4 Vman: Die Pferdezucht, 483 Enfuß von 1» Ehe mit den hintern Füßen gegen den Bauch, richtet die tv We Augen rücwäres gegen den Bauch; reibe ſich mit wig Ade dem Hintern am Stande, ziehet bisweilen den After 84%' aus und ein, ver ain Rande eine„aterie wie weißen 4 hi Käſe hatz oft findet man Würmer im Miſte, Man laſſe 12 bis 14 Tropfen Steinol auf 1 Loch Wein- ſteinſalz tropfen, miſche dazu 3 Loch mit Schwefel adgeriebenes Queckſilber, mache es mit Honig zu Kugeln, und ſchiebe ſolche durch ein Maulgitter den Pferden ein. Oder man mache aus 5 2oth Aloe, Gi 2 2oth mit Schwefel abgeriebenem Queckſilber, x Loch u. Knee Weinſteinſalz, 1 Loth gelbem Ingwer mit Honig ad daven; Pillen, und gebe Morgens und Abends ein Stück, erſte wh, aufen, ſenf (6) nod) vu Freunde 6 ragen hatt) Mogen nt 2 Quentlein ſchwer, durch den Maulgitter ein, 7) abi de Ofr kriegt die Stute nach dem Beſchälen die Darm er der Ur"gicht. Man dee ſie warm zu, und gebe ihr Sau- Dau zu erteig im Waſſer zu trinken, 8) Entſteht die Darm» 1 fam, gicht, wenn das Pſerd eine Feder verſchluckt hat, und de en ſs binde man ein in Oel getauchtes Schwämmlein ich Aut an einen Farrenſchwanz,(dieſes iſt die aufgetrocnete nde Cite! männliche Ruthe eines Ochſen, oder Bullen, dio (, oden biegftam iſt, und ſonſt zum Hauen oder Peitſchen dem Ad mit 2eder von den Riemern überzogen, in Niederſachs amen 3 wn ſen aber Peſerick genannt wird;z) ſtecke es in den focht, dir) Echlund, und ſuche die Feder heraus-zu bringen. danjg 8 1) 8) Kann das Pferd nicht ſtallen, oder-ſtallet, wenn Glatt m es dumpfigien Haber gefreſſen hat, lauter, es läufe npodfomme in der Gegend der Hornblaſe auf, die Geburthsglie=' nher LL, der regen ſich; ſo ſchiere man den After mit Fett, gerandet Dt fahre ſachte hinein, drücfe langſam auf die harte Mur ad! Blaſe; ſiede eine Hand voll geſtoßene Lorbeeren und bſc Ingwer, und ſchütte es mit laulichtem Wein ein. "Bedien 10) Jſt ein Pferd angewachſen, ſo ſchmiere man die (plagt 5 Geſchwulſt mit einer Salbe von Terpentin und "Cf Bauimol. HH 3". Dia" 484 Zweytes Kapitel, 7« Die Dämpfigleit, Athenifeuchen, bder Srhlagbäurhen. Dieſe Krankheit iſt ohne Fieber, und wird au den Hinderniſſen des Arhemhohlens erkannt. Das Pterd ſchnaubet durch Maul und Naſe, hebt beyte Seiten, hat nach ſcharfem Reiten oder Traben"Beängs ſtigung, Mattigkeit und kalte Ohren. BVPBizweilen iſt die Krankheit periodiſch, bizweilen anhaltend; in jenem athmen ſie ieiche vor, und näch dem Zuſall; in dieſem röcheln ſte und athmen immer ſchwer, Die troc>ne Dämpfitbeit entſteht blos von Win- den in' den Gedärmen, und die Lunge iſt dabey qe ſund; die feuchte iſt, wenn vas Pferd beym Caus fen flockenweiſe eine zähe ſchleimigte Materie aus by» den Naſenlöchern auswirft, Hier iſt ein Fehler in der Zunge, der deſto größer iſt, wenn die Naſe beſtändig fließt. Fehler des Magens und verdorbene Verdau- ung erregen die Kranfheit ſehr oft, Auch wird die Dämpfigkeit verurſachet, durch ollzüſchnelle Tränke auf Verhißungen, ſaures, moderiges Heuz fettes Grummer, ſchlechte Pflege; übermäßiges Heufüttern, wenn Jagdpferde vor dem Reiten zur Gnüge Waſs ſer zu ſaufen bekommen“Kleeſutter, Steine in der Zunge; Anwachſen derſelben 3 Anwachſen des Felles an den fleinen Rippen; bögsärtige oder übel curirte Strengel) hißige Fieber3'gählinge Abwechslung des - Fütters; Herzgewächs 3 Stich» oder Schußwunden; Harte Geburchen großer Füllen 3; Reiten des Pferdes außer Athemz Wolileibigkeitz heftiges Anſtrengen im Ziehen; Verſtopfung der Leber und im Unterleibe, wenn ſich die Galle nicht in den Magen ergießen kanns ailzuhißige und ſtarke Purgiertränke: zurückgetriebe: ner Ausſchlag der Haurz allzuhäufiges Beſchälen ei- nes Hengſtes; übermäßiges Bluten 3 Rehekranfheitz unvor- „ud wt Ier zu Baum worden hey det figen« verifipt dor) jet - mit Ch pluen fi Mayn! Deinteh N werden| Durchfal gleid) im Noppen, unter geh wird,€ um den De vers bey lgt, der (1 0 uf des 9 Up geri ev ſi City und WAR DREES KN ET Edin DCI BOE DWT n er“..---.-<> Die Pferdezucht. 485 ehen unvorſichtiges Niederwerfen; Stürzen. Der Rath / des Hrn, D. Ehrmanns geht dahin, dem Pferde Ader zu laſſen, ein Larier von Weinſteinpulver und Baumöl, wie zuvor bey der Darmgicht angezeigetk worden; bey der tronen Dämpfigkeit aber Honig, bey der feuchten hingegen fäglich zweymol unter mä» ßigen Haber und Hexel von Aſphaltpulver und pul- veriſirtem Spießglas, unter einander gemiſcht 13 (I ) het bey ab R aben"Öfen Hefen koch jedesmal zu geben. Die Eingeweide ſtärke man api* mit Clyſtiren von Cichenlohe, und gebe alle 8 Tage Ve einen kühlenden Trank von Anis, Fenchel, etwas nme je Alaun und Rebaſche.(Aſche von verbrannten 1.“ Yo-. Weinreben,) ſt dab 3 ) beym Cy 8. Der Durchlauf. y+ ns kh“ ebe aub Gele hy Nach einem ſehr heißen Sommer im Herbſte, Naſe bifin) werden die Pferde bisweilen von einem gefährlichen bene Det Durchfalle angegriffen. Man gebe ihnen(nicht Auch wir? gleich im Anfange, ſondern erſt nach einigen Tagen) hnelle ul Roggen, der in einer eiſernen Pfanne geröſtet, und Heu; fes unter gleichviel ungeröſtetem Haber vermiſcht gegeben 4 Hufiht wird. Selten braucht man es zweymal zu geben, Onüge D4 um den Durchfall zu fFopfen Steine m m des ZUS 9. Der Satteldruck, v oel(uri vehelung d8 Der Satteldruck entſtehet, wenn man, beſon- ders bey dünnhälſichten Pferden, einen Sattel auf ves Mes legt, der im Holze weit, aber nicht wohl ausgefüt- uſt I tert iſt. Er wird verhütet, wenn 1) der Sottel recht „ Uneldbs auf des Pferdes Rücken paſſet. Iſt: man ein Paar, ven fan) Tage geritten, ſo ſehe man, indem Jemand auf dem MONTE Pferde ſißet, ob man mit 2 Fingern zwiſchen den aher Sattel und Schultern komnien kann, als in welchem n quien! Oh 3 Salle ' 486 Zweytes Kapitel. Jalle der Sattel nicht drücket. Der Sattel ſoll nicht zu hoch ſißen, nicht im Holze zu enge, oder vorne zu vice gefüttert ſeyn; er ſoll weitſißig ſeyn, beſonders für eine große dicke Perſon, und wenn das Pſerd noch jung iſt. 2) Auf einer langen Reiſe Flopfe und wiſche iman alle Abende aus der Fütterung des Satfels den Schweiß und Staub aus; 3) was ſche alle Abende des Pferdes Rücken mit kaltem Waſs ſer, worinn Klaun aufgelößt iſt; 4) kühle auch Mit- tags den Rücken ab, nehme alſo den Sattel qs, und bedece nach der Jahreszeit mehr oder weniger den Mücken mit einfachem wollenen Tuche, ſo lange der Sattel nicht aufliegt. Wird der Sattel noch, eb alles zu ſehr wund worden, verändert, ſo vormiſche man 8 Loth rectificir- ken Weingeiſt mit 12% Loch Campher, und lege ſol» denbeine hinterwärts,' nicht weit unter der Knies der der I ſcheibe. /wan Ad I Z Die Cur iſt dieſe: man ſchneidet die Haare ſo zeit ſauber als möglich von den Knoten oder Auswüch- „440 ſen ab, reiber ſie mit dem Hammerſtiele ſy lange bis EN in ſie weich werden, und ſchmieret ihn alle 12 Stun- (1413 lado j' 905,84? den 490 Zweytes Kapitel, den mit dem dritten Theile dieſer Salbe. Pulveri- ſirt Euphocbiam 4 24, Sublimirt Queckſilber I 2oth, Spaniſche Fliegen 13 Loth, Vitriolöi 40 Tropfen, Steinöl 2 2otch, Doſtenöl x Loth. Was ſich verſtoßen läßt, macht man zu einem ſehr ſeinen Pulver, und dieſes mit dem Uebrigen zu einer Sal- be, Bey jedesmaligem Schmieren muß man die Knoten ausdrücken, ſo wird man gelbes Waſſer her- vorfommen ſehen, Das Pferd muß hoch aufgebun- den werden, daß es die ihm nicht dienlich ſeyn fön« nende Salbe nicht able>e, Wird nach vorgeſchriobe ner Weiſe verfahren, ſo werden Splint und Spaae binnen 3 Tagen curiret ſeyn. Nach dem Gebrauch dieſer ſcharfen, Salbe kann man den Ort, wo ein Knoten geweſen, noch etliche Tage mit Gänſefett oder ungeſalzener Butter ſchmieren, damit die Ru- - Fen deſio lieber abfallen. TI3. Die Mauke. Wenn in den Feſſeln Schuppen ſind, und ein gelblichtes ſcharfes Waſſer herſür fließe, ſo macht ſolches dem Pferde Schmerzen, die Haare kommen weg, und wenn der Schaden lange anhält, ſo frißt er ſich tiefer bis in den Huf hinab, daß ſolcher unter» föticht oder innerlich voller Materie wird, und zuleßt dem Hufe die größte Gefahr bringet. IſE der Schaden bey jungen Pferden nicht ſehr um ſich freſſend, ſo ſiehet man den Ausfluß des Waſ- ſers als eine Reinigung der Natur an. Wird aber der Schaden ausgebreitet, und drohet dem Hufe, ſo wird ſolcher mit ſtarker Lauge und zerlaſſener Seife täglich zweymal gewaſchen, oder wohl gar Kalfmehl eingeſtreuet, Geſtoßener weißer Vitris! wird auch gerüh- geignet ae wm y Chr? ab Kraut) in 0 |) ſieden einmal| mif, ſel Blu iſi) w Ce gen aufgef u öff beurthel genz| Ww g ſen, ut nien und 0 ſes ma, ſywe; fötene hnd die Wn den, ler verle verlieren fm IRRT TEE SST SI VST Te ISS GENI TRITTE „wm women moewe mm ekg u Die Pferdezucht, 491 u gerühmet, wie nicht weniger Grünſpan mit Salmi» VM J am vermiſcht. th, 1: fr fn Allgemeine Regeln. .. 04 Manche Dekonomen pflegen ihren Pferden alle RINNE Jahre im April die Ader zu laſſen. Es geſchehe nun EIR aber ſolches zur Präſervation jährlich, oder bey ape Krankheiten zur Cur, ſo muß man dabey folgendes NE in Acht nehmen: 4. Cy Die Roßaärzte überſchreiten das Maaß, wenn m. Org ſie den Pferden 2, 3, bisweilen 4 Quart Blut auf ef, einmal weglaſſen, als welches der Cur ganz entge- nit Dini gen iſt, und das Pferd zu ſehr ſhwächet. Ein Nöſ- mich ſel Blut,(daferne es nicht ſehr die und ſehr heiß iſt) würde hinlänglic< ſeyn. Um nun der Sa- 06, I WEH.=<=->20 06DR eb Ait rm ll„Al DEWI R OD»- ZEPTER 492 Zweytes Kapitel, Die Pferdezucht. ein Blutstropfen zurückbleibe. Man merke ferner, je höher man nach dem Kopfe zu am Halſe Ader läßt, deſto beſſer thut man. Die Ader wird nicht ſo leicht in einen Knoten auſſchwellen, als wenn man tiefer läßt. Zur Stillung des Bluts bedienet man ſich des aufge» trof neren Boviſts,(Leucoperdon) wovon der Staub in die Wunde gethan wird. Wenn Pferden Arzney, beſonders zum Purgi- pen, eingegeben wird, muß ihnen verſchlagenes, und fein falres Waſſer gegeben werden, weil lekßteres ſchlimme Zufälle, z. E. Darmgicht, veranlaſſen kann, Spießglas dienet in vielen Krankheiten, macht Zuſt zum Freſſen, und macht, daß ſolches bald gut anſchlägt. Es würket durch Ausdünſtung und durch den Urin. Man fann die Pferde dabey ſtehen laſſen, oder mit ihnen. arbeiten oder reiſen. Kranke Pfer- de läßt man die ganze Nacht ohne Futter ſtehen. Morgens früh giebt man ihnen 1 Loth unter x Maaß ihres Futters, oder 2 Loch unter 2 Maaßen, und wenn das Pferd es verzehret hat, bindet man es von der Krippe weg, nimmt ihm auch alle Sereue, die es ſonſt frißt, und läßt es yon da an bis Mittag alle Stunden ſo viel laulichtes Waſſer trin» ken, als es will. Mittags giebt man ihm nichts, als ein wenig Haber, oder etwas Heu, daß es ſich nicht überfrißt. Sehr kranken Pferden giebt man das Spießglas, oder Antimonium, einen jeden drit- ten oder fünften, oder ſiebenden, oder achten Tag. Einige vermengen das rohe. Antimonium mit dem fünften Theil Salpeter, z. E. 4 Loth Spießglas und x 2ofh Salpeter. Geſundes Vieh, das gemäſtet wer» den foll, befommt das Spießglas ohne Salpeter. Drit- Y,; gen 20 in Deu zuwider diſe Y eien verun lebige' alle ndl und ge mor get zur Zuch daher au Werden, 16 0i8 1 das ſh( länge! 3 bey mit jegen,& he, De iſſen, j die Weid Chäfete eigen m Wemals€ ben die( Wim TN NE nd“NTI DIEN Ne== u..=-.-- DEE LIN vt, 493 0 ferne,„em ur kb iN Zn Biken SENEN eer läft ' lädt in; I|(fe(ft,|[ hp Drittes Kapitel, be"Ciu):| Die Schaafzucht. zum Pury; NM Poyfitatiſche Gründe ließen mich bereits vor eini« YONG gen 20 Jahren einſehen, daß die Jide SW - in Deutſchland dem Naturleben der Schaafe gänz eiten, muß zuwider ſey, weßhalb ich ſofort Verſuche machte, hes hid> dieſe Thiere na) dem Winke der Mutter Natur zu ng und dur erziehen und zu pflegen.- Dieſe nun nach den Anfor- ſtehen ly derungen der Natur erzogene Echäafe nenne ich lant? drauf) Np lebige im Gegenſaß der kurzlebigen. Leßtere ſind Futte! ſen alle Ha der gemeinen Art in Deutſchland s gezogene aj“. 1 und gehaltene Schaafe, die, wenn ſie etva 4 täm- ; Pub ner getragen und das ſiebende Jahr erreichet haben, finde 0m zur Zucht und zum fernern Leben untüchtig ſind, und, 6] daher 24058 d. i, zur Echlachtbank veſtimmer "dal werdet Die(anglebigen Schaafe tragen bey mir Baſe ti 16 bis 18 2ämmer, und ich hobe Urſach zu glauben, daß ſie anverwo, nach meiner Merhode erzogen, noch ihm va länget zur Zucht täugzlich ſeyn müſſen. Sie werden „wen bey mir ſchon wenn ſie 8 bis 9 Monath alt ſind, be» 1 ge nu zogen, weil ich am hieſigen Orte gar keine Gelegenheit 1 ſehe di habe, den Bo> von den Schaofen zu trennen. Sie dw müſſen, junge und alte, unter der Schweineherde auf m mie die Weide geben. Es hac hier niemals eine ſtehende jehgles u Schäferey können gehalten werde n, weil auf der nie« möſe wa drigen mit vielen Gräben durchſchnittenen Weide ſich pt: niemals Schaafe haben halten wollen, Deſerhalb has ben die ehmaligen Gutsbeſiker nur allein die Weide Pe für a 494"Drittes Kapitel. für Ferchammel genußer, wobey denn auch das Königl. Vorwerk allhier verblieben iſt. Könnte nun der Bock von den Schaafen, wie anderswo, abgehalten werden, ſo, daß fie vor dem zweyten Jahre nich! bes ſprungea werden, ſo müßten ſie natürlicher Weiſe noch dauerhafter und zur Zucht noch länger tauglich werden, Eben dieſe langlebige Schaafe nenne ich zugleich großartige, im Gegenfaß der gemeinen Fleinarciz geit. Das nach meiner Methode erzogene Lamm iſt, wenn es einjährig iſt, ſchon größer, als vas vier» jährige Schaaf oder Hammel anderswo iſt. Hievon iſt der Schlächter der richtigſte Beurtheiler Er haf mir immer ungefordert den zweyjährigen Hame- mei mit 5 Thlr. bezahlet, wogegen er den gemeinen Hammel von 4 bis 6 Jahren nur mit 2 Thlr. bezah- let. Even hieraus läßt ſich auch der Schluß auf den - mehrern Wollgewinnſt von den großartigen Schaa- fen leicht machen. Bey den nach meiner Methode erzogenen Schaa- fen iſt faſt alles Simplicität, wie ſolches der Gang der Natur überall iſtz wenig oder gar keine Künſke» ley; alles leicht, nichts zu viel, nichts zu wenig. Hieraus ergiebt ſich nun eine ſehr kurze Theorie der Schaafzucht, die nur drey Hauptſtücke enthält, deren Feines von dem andern getrennet, und alſo, in Ver« bindung unter ſich, als ein Ganzes genommen wer» den muß. Dieſe Hauptſtiüe ſind nun? 1) die Wer« wandelung der furzlebigen und kleinartigen Raſe in die langlebige und zugleich großartigez 2) vollkom- men reichiiche Winterfütterung 3 3) Stallung, welche das 2eben der Schaafe in freyer, friſcher Luſt in jeder Jahreszeit nicht verhindert. O4 1. Die Y Cha niht ſi ſieren von 17 te, Ih ſha, ſition, frepet M Chmle maßen? indem| ICM ſhmin den, ſ tym€ venniehe fe, ſollen,| nähm| Ochaſet mehr dl mid) ab Nie, ut Cafe dauerhaf vm Vi wöſügel have ich mid fold Daan CPR TSS SSER ESSE TS VRS. SET TNENEEITEI RWE SEITE AI EIE TEI ÄNÜÜI TT PIII GEIL IN TIR CE DND Die Schaafzucht, 495 ws Ge,.; ER I. Die Verwandelung der kurzlebigen » hen und fleinartigen Raſſe in die lang- et v lebige und großartige. ehe Hf Als ich mir ſürgenommen hatte, langlebige Ong tap ji Schaafe, und zwar ſolche, zu erziehen, die auch dann nicht ſterben, wenn an den meiſten Orten ein Schaaf- ſterben von einem naſſen Jahrgange„ wie 5; E. der ne iO zuolid von 1771 und 1785, herrſchend geworden ſeyn könn« ien Eleinann te, ließ ich meine erſte Sorge dieſe ſeyn, Stamm- LiOgene zum ſchaaſe zu erlangen, die von der Anlage, oder Dispoe- dls Dihhly ſition, zum Faulwerden, oder zur Lungenſucht be- iſt. Amm freyetr wären, Jh brachte ein= und zweyſchürige rhei| Schaafe von ſolchen Orten zuſammen, wo ich muth- brigen Dim maßen konnte, daß die Raiſe recht geſund ſeyn könne, den gem indem ich mich von dem Gedanken leiten ließ? wie hlt, bes unter den Menſchen ſchwindfüchtige Kinder von dluß auf 1 ſchwindſüchtigen eltern gemeiniglich gezeuget wer= digen Giw+ den, f auch Lungenfüchtige Lämmer von lungenſüchs ' tigen Schaafmüttern. Es konnte aber doch nicht vermieven werden, daß mir keine andre Muctärſchage nan Cp fe, ols nur ſolche, nicht in die Hände hätten gerathen 08 der Om ſollen, die ganz unverdächtig geweſen wären, I<< feine Siro nahm ſogar in der Folge alte Sc haft HD fon werden) 14, vnd allen Wintern, vom December bis in den März hin- eit nit ein,"nicht vom Hofe, auf welchen ſie des Tages ſo» „Chafetty dann zweymal ,- nämlich Wormittags einmal und „Ordnung Nachmittags auch jedesmal eine halbe Viertelſtunde „a Si 2 herum ſeh Au EA DAL IEEE 5 2 BEASHTA 1-5 22000=100MM AREALEN en nn 0 R IE EE wn 500 Drittes Kapitel. herumgehen, um aus dem gemeinen Waſſertroge ſaufen zu können. Jm EStalle bekommen ſie drey- bis viermal Heu in ſolchen Portionen, die ſie ganz auſſreſſen, und nichts liegen laſſen, oder umbringen, Sommerſtroh wird ihnen gar nicht gegeben. Heu iſt und bleibt ihr einziges Futter, HDiebey bleiben ſie ſich völlig gleich, ſo gut als wenn ſie immer auf der Weide wären, Wie wäre es ſonſt möglich, daß die Schaafmütter ſo gut ihre um Lichtmeß gefätiene- Lämmer ſäugen könnten, daß ſie in Zeit von 8 Wo- chen boreits ſo groß und wohlleibigt ſind, ais anders» wo die Jährlinge?: Wie fläglich ſieht es aber nicht nur in dieſem Punkte faſt überall mit ven kurzleibigen oder kleinar- tigen Schaafen aus! Cs darf nur ein etwas langer, oder ein nicht langer, aber|hneereicher, Winter ſeyn, daß die Schaafe an der Weide kein Surrogotfutter haben, ſo ſind ſie hagere, dürre, kraftloſe Gerippe, hiervon aber ſo ſchwächliche Thiere, daß die geringſte Mißlichkeit der Wieterung, oder jede verdächtige Weide auf ſie Eindruck, und ſie hiemit vor der Zeit ſv hinfällig macht, Thiere, welche ſo: ſchwächliche, zu gleichen Zufällen diſponirte Lämmer aufbringen, die gleich ihren Müttern ſeht bald verhütet werden Fönnen. Und woher dieſe gewaltchätige unnatürliche Behandlung der Schaafe, die der Gefahr der Hun« gerfütterung im Winter blosgeſtellet ſind? Woher anders, als aus der verjäßrten Mißrechnung der Schäfer oder Schäfereybeſizer, die ihren Reichthum nach der ſteigenden Zahl der Schaafe berechnen, und mit der Steigerung ihrer Anzahl ihr Glück zu ſtei« gern ſuchen, da es ihnen denn über kurz oder lang nach dem gemeinen Sprichworte zu zehen pflegt: wer hoch ſteigt, der fällt clef. Denn das EU ers furhet 118 u“« (m, dem| (eſer! fehrt, yon d wohl! Pals meine (ge vergröß fall mt ſen faf deſi Ha, ward, ben, Zelt 9! für-15t ein u ſel 8 Es ſel nendeg ſen, Hen, derben "ur ht dem ſü Wgeme N tg/ ds Th Viſſattay Nn€ Dep ve ſy gat Unte, eh, Du ebe baihe fie Im dy möglih) vj meß wefalen je von s Du 3 8 undo wur in din 1 oder En (was loh Winte[m Z urtogatftt loſe Oetiy die gering) » yerdächty tvor der x - Kwan 0 aufbringt) rhitet werdn e unnotirld! ehr ve Dw ind? Dit frednung X en Neidpu genen u Old zu fw ' wer[an ofen vt dis Gao ſi “Wa IEE EAI NSSÄRE GIE WET. UWIRE WEESEN ENEN Ze lil Die Schaafzucht, FOL ſterben entſteht nicht, wie das diesjährige, allein von einem naſſen vorhergegangenen Jahrgange, ſondern auch aus Futtermangel in langen ſchneereichen Win- tern, wie ſolches ſehr vielen Schäfereyen nur noch in dem ſpäten Winter 1785 wiederfuhr. Alſo, meine Zeſer! nur gleich hier in Gedanken die Sache umge- fehrt, und ſo geurtheilt? wenn z. E. 1500 Schaafe von dcr langlebigen und großartigen Raſſe ſo- viel und wohl mehr an Dünger, Wolle und Fleiſch, oder Verkauf an die Schlächter, einbringen, als die ge- meine Raſſe von 3000 Schaafenz ſo iſt dies die rich- tige Rechnung, die ſich immer gleich bleiber, ja ſich vergrößert 3 weil um Langlebigkeit willen kein Aus fall mehr entſtehet. Die großartigen Schaafe freſ: ſen faſt noch einmal ſoviel, als die fleinartigenz aber dafür bringen ſie in aller Abſicht mehr ein. Das Heu, welches ehedem für 3000 Schaafe aufgefahren ward, und wobey ſie öfters doch) hungern, oder ſter- ben, wenigſtens ſchwächlich und hinfällig vor der Zeit gemacht werden, ſoll in der Zukunft nun nur für 1500 Schaafe beſtimmt ſeyn. Und wenn. einſt ein guter Winter einfällt, daß Heu übrig bleibet, ſo ſoll es nicht verkauft, nicht'unnüße verthan werden. Es ſoll liegen bleiben, immer för ein eintreten föne- nendes Mißjahr ein kleines Heumagazin vorhanden ſeyn, Denn nach dem. alten Sprichworte ſind es Heu, Haber und Hopfen, welche keinen Wirth ver- derben laſſen, d. i. gedachte Producte laſſen ſich nicht nur ohne Schaden oder Verderb aufbewahren, ſon- dern ſie können in Mißjahren auch der Wirchſchaft ungemeinen Vortheil bringen. Noc des 1 Onoſiitm Jahres x Stein Wolle. Seit einigen Jahren hält le endl zu der jeßige Beſißer nur 700 Stü, und befömmet ? Erbſen by) von 6 bis 7 Stück auch einen Stein. Welcher Vor» Derbſtzelt al theil, wenig Vieh, aber gur gefüttert, zu haben! nami Jen 3. Die Stallung« | und Nett mit der Aab Die Lebengart der Schaafe in feſt verſchloſſenen Sache da Ställen, um ſie recht warm zu halten, iſt ihrer Na- „völlig gli) tur und Inſtinete durchaus zuwider, Die Natur hat. viere von| ihnen einen ſehr wärmenden Pelz gegeben. Was Dehlleibh will dies ſagen? Dieſe Thiere ſollen in der freyen, uns . überall) verſchloſſenen Luft leben. IEH einen ſelfy Man findet, daß fein Thier in einem, dem Zur tallfättrug gange der freyen zuſt verſchloſſenen, Stalle mehr 1 Ahle ſchwißet, oder ausdünſtet, als das Wollvieh.„Kön« nſt 1 nen Menſchen wohl lange geſund bleiben, wenn ſie var heiß ihre eigene Ausvünſtungen, geſchweige anderer, ein- vo 1 achmen müſſen? Har uns nicht die neueſte Krieges- e nac man geſchichte ſattſam überführer, daß die Sterblichfeit leeren ZU oder AnſteFung der Armieen da immer am ſtärkſten habet) u geweſen, wo die Soldaten in Häuſern zu enge bey- WF Berber ſammen liegen müſſen? Sterben nicht aus gleicher ei Dippe Urſach die Kinder in Wayſenhäuſern am meiſten? fen vijt 31 Es ſey daher nur ein einziges lungenſüchtiges, räudi» ges, pockichtes Schaaf u.[. f. in einem feſt verſchloſs 34:4 ſenen 4 ZEA ELSA HE(EITE" m M" ACHE naden ur ir Be WL dau> Zam lieh lh SILA AE HR= u kik mie 2 m= amet ie zt IE 524 Drittes Kapitel. ſonen Stalle, wird deſſen Nusdünſtung nicht ſofort die ganze Heerde in ſolchem Staile unfehlbar anſteen müſſen? Von jeher ſind meins Schaafs in einem geräus migen und foldom Stall gehalten worden, daß eine ſrey durchſkreichende Luft alle Ausdünſtung derſelben ſo ausführen können, daß maa beym Hineingehen oder Deffnen der Stallthüre es gar nicht riechen kön- nen: es fey hier ein Schaafſtall, Zu gleicher Zeit iſt ihnen, beſonders im Sommer, da ihr Miſt vom Grafe feuchter und ſtärfer riechend iſt, ſo ſtark einges ſireuer worden, daß alle Au=dünſtung davon gänzlich unterdrücke wordenz ein Umſtand, woran es beſon» ders die Bauern gemeiniglich des Sommers fürname lich aus Mangel ſatrjamen Streuſtrohes gar ſehr ſehs len laſſen, E j Nichts iſt leichter in großen Schäfereyen, als die alten Ställe auf allen 4 Seiten in den Wänden ſo zu öffnen, daß überall die Luſr unaufgehalten durch: ſtreichen, und die Schaafe ſomit im Sommer ſowohl als im Winter der freyen und friſchen 2uft genießen fönnen. Hiewider fehlen nun alle unſre Schafer, welche alle Löcher ſorgſältig in den Wänden verſtopfen, um ihr Vieh ja recht warm zu halten, Fürchtet man ſich bey gemachten Deffnungen der Schaafſtälle für das nächtliche Einſteigen der Diebe, um Schaafe wegzuſtehlen, ſo kann ſolche Furcht nicht größer ſeyn, als beym Hordenſchlage des Sommers im freyen Felde, Es können ja allenfalls in den Deff nungen dev Schaaſſtälle ſtarke hölzerne Riegel einges feitiget werden, zwiſchen welchen kein Dieb hindurch Friechen, oder ſolche ohne ſtarfes Geräuſch ausbre- hen oder einhauen kann, ſo daß es die Hunde der in den " min nung ſolch! Win den( nur| heit und faul Reat ber 2 ſe (het jähr die fm, gend Fecht! hahe daß fen; gege Zeug hm gem aich den( ſhläch M, Wd ql ße ti “z-2 Tz»= wi 1 eln IE VERTE ISIT R M Sr UAEER E GEE fee SE EISE INNIGES LERINSG NE I darben SEIEN EE- Die Schaafzucht. 5or W ſie den Ställen liegenden Schäferknechte nicht gleich an- a u meiden ſollten. So könnten. auch vor ſolchen Deff» nungen Thüren oder Laden angebracht werden, um nN aer ſolche auf der Seite zuzuſchließen, wo der ſtark gehende en, Nuß dy Wind den Regen oder Schnee zu Zeiten allzuſtark in ung beöby den Stall hineinrreiben ſollten. Die Hauptſache bleibe | Dwenghn nur immer, den Schaafen zur Erhaltung ihrer Geſund» Tien Fi heit und Dauerhaftigkeit in ihren Ställen der freyen 3 und friſchen zufe genießen zu laſſen. Eingeſchloſſene - Nun faulende Luft iſt geöffnete Thür und Thor zu vielen fo fi a Krankheiten der Schaafe und ihrem Sterben vor Mn 144 der Zeit, 095 eu Hier i& nun die ganze Theorie der Schaafzucht, ſo einfach und kunſt!o8, als ſie nur' immer gewüne gar ſeh ſchet werden kannz eine Theorie, die nun durch viele jährige Erfahrungen ſattſam bewährt iſt. Noch in farmen, dieſem Frühjahre haben mir die Schlächter ſagen laſs vm Wila ſen, daß ſie von allen Schaafen aus der ganzen Ge- halten di gend hie herum beym Schlachten kein einziges ohne nun fond Fehler an Lunge und Leber gefunden hätten, Jc< uſt geni habe ihnen darauf zur Antwart zurü ſagen laſſen, are GR daß ich, wie ehedem zu aller Zeit, alſo auch i im ſpä- .. ten Herbſte des vergangenen und im Frühjahre des en NN gegenwärtigen Jahres, und wobey ich mich auf das Zeugzniß der hieſigen Haus- oder Dorfſchlächter bezie» fuge ds hen könnte, fein einziges der ältern ſowohl als jün- jon der Dich gern geſchlachteten Schaafe gefunden hatte, bey dem ; Judt if auch nur die allergeringſte Spur eines Mangels an vos Comm den Eingeweiden zu ſehen geweſen. Die Stadte 3 in dn Of ſchlächter ſind daher bey dem Argwohn ſtehen geblie- ipl ben, daß meine Schaafe durch ein geheimes Kunſt- A) jiur) ſtüF allein gerettet würden. Wie ich aber den Allein- uf much beſiß-einer ſolchen geheimen Kunſt der Denkart eines j gedit Patrioten unwürdig achte, ſo könnte ich ja dayon bey Ji 5 einer ERM ZEE TE SRISKL ALIEN 1m ndr ELE SEE EN FENN SSS SIS SSS GS CLL 807 BE 200 506 Drittes Kapitel, einer unedlen Geſinnung nicht den Nußen ziehen, den die Beſißer großer Schäfereyen ſich zu eigen machen Fönnen, indem ich meinen hieſigen Umſtänden nach, meine kleine Heerde in Anſehung der Zahl nicht ver» größern kann. Und daß ich, da hier niemals eine ſtehende Schäferey wegen der allzuniedrigen Weide, auf welcher ſo viele AFergräben den ganzen Sommer Hindurch voll ſtehenden nnd faulen Waſſers ſind, zu Stande kommen können, mich doch aufs Schaafhal- ten legte, kam einzig und allein bey mir aus der Be- gierde gemeinnüßiger zu ſeyn, und aus der Jder her, daß anhaltendes Forſchen und Beobachten öfters durch den glücklichſten Erfolg belohnet werde, Es darf nun nur Jedermann den gezeigten ſv leichten Weg betreten, ſo wird.das dem ſtädtiſchen Gewerbe, den Wollfabrifen ſowohl, als dem Landmanne ſelbſt ſo nachtheilige Schaaſſterben in Deutſchlands Gränzen bald ein Ende haben, und unſer Vaterland in der Zukunft mit langlebigen und großartigen Schaafen zur mehrern Auſnahme des ganzen Landes in kurzer Zeit angefüllt ſeyn. Um endlich nichts von meiner Schaafgeſchichte zurück zu laſſen, muß ich noch melden, daß ich meinen Schaaſen niemals Salz gegeben habe, und ſolches auch in der Zukunft nicht hun werde, da ich ohne Salz die langlebigen Schaafe ſo lange Zeit hindurch bisher gehabt habe. Ob aber Schaafen, die daran gewöhnt ſind, das Salz zu enkfziehen ſey, ſolches iſt eine andere Frage«- Es iſt wahrſcheinlich, daß es ohne Nachtheil ihrer Geſundheit nicht geſchehen könne. Iſt aber unter mehrern von mir verſuchten Ver- wahrungsmitteln der Schaafe wiver manche Krank- heiten noch eins übrig, dem ich vor allen andern den Vor«- v- 3 do lim pien/ Kraul Gir f mit an Freſſen den MN jn vie! ſuda ſolchen Chad gedach! Verſiy ſeher, Gelbfud der Za wenige! Cafe ſe eme ſt gew 0 ſoy „ber au hem, ( wah Derbou Otofe Supblay - WEN EEE EESTI VES STINE TTT EREN TCHE EEE IEEE DE etpmennmmnnen 2 gg eee Nemrut in Dl Die Schaafzucht, 507 8 Achen den AEN 1 2RE Giraläe 3 HRE 3 iM mhm orzug wider die ſogenannte ge franfheit einräus-- nden mh ms, ais voran ſie DU 2REINGEN Deiden öfters ſehr j? Moik ſte: en, fo iſt es der Knoblauch, es ſey der wilde, 1 Wen fen ID in Gärten gebauete, weil beyde einerley 2 igen Bel"Wirkung haven, W en Comme Die Egeln, Egelſchne>en, Ehlen u, ſ. f.(hiru- 3 ſers ſud, do limacis&c.) ſind fleine Würmer, die in allen Süm- BEE 8 Cch pfen, Grädven und Vertiefungen an den Blättern der - aus der Dp Kränter und Gräſer, wie auch an Steinen hängen. der Jere) Sie kommen beym Saufen ſowohl von ſolchem da- achten Fus mit angejüllten Water, als auch hauptſächlich vom werde, 6 Freſſen der damit behangenen Kräuter und Gräſer in leichten Dy den Magen der Schaafe und durch den Gallengang werbe, in die Leber, und zernagen ſie, wie ſolches aufs of- nne feht| Fenbarſte theils an den geſchlachteten., rheils an den an ds Gräun ſolchem Zufalle geſtorbenen, und darauf geöffneten MI Schaafen geſehen wird. Es entſtehen aber von den 1 Ch gedachten Inſeccen ſtarke Entzündungen der Leber, Verſtopfungen und zuleßt tödliche Geſchwüre an der Seber, Mit dieſer Leberentzündung iſt öfters die Gelbſucht, die an der gelben Farbe der Augen und es in furzt aafgeſchien in den Hals Yaw ſtecke, IR EISE RRE ERSA WET SUE REESE HERE UN UE ETRRUE NREE 2-00 3<= emmeetältilgi kite zue me Banu«er Wil lin ki fendt. AI DOB IIM- AEDCERR wu md Ä 5os Drittes Kapitel, ſte>e, wiewohl man die Schaafe gewöhnen fann, den Knoblauch freywillig und gern zu frejjenz; er iſt ihnen nicht zuwider. Wenigſiens folite man die jungen täm- mer daran gewöhnen, als welche bey mir erſt noch Walpurgis mit auf die Weide kommen, und in Ab- weſenheit der Mättter ſich im Stalle die Zeit mit Heufreſſen vertreiben. Man kann aber bey großen Heerden noch leichter zum Zwecke kommen, wonn ei» nige Morgen enilegener nur geringerer Aecker mit Knohlauchstaamen, und zwar von der wilden Art nur, beſäet wrden. Noch gekchwinder aber verſchafik man ſich Knoblauch, der von Schaufen abgeweidet werden kann, menn zu jeder Jäahreszeit, da man ackern fann., von dem wilden Knobiauch die Häwptke lein oder Zehen auf dem ungepflügten AF.r ausge22 ſäet und eingeegget werden. Dieſe laſſen im Frühe jahre a!sbald ihre. Stängel hervorſchießen, daß ſol» t geweſen. Hiewider iſt nichts jen, jo vi) gebraucht worden,„und kein Serek davon, wie ſolches en fönn bey den gedachten eFerchämmeln ſehr geſchehen, vas angenehm)! ran geſtorben. Sogenannte Dreher» nämlich die finden ſs es voliromiven geweſen, ſind yie zum Vorſchein gee agent Si kommen. zWar ein Antaß bey einigen wenigen dazug . 00 ſold! ſo ſound man ſie verſtopfet.- Der harte Koth ward ſige: Nah durchs Zugreifen nach und nach. aus dem After here | dcn vorgebracht, worauf die Thiere, ohne je Rückfälle N jan wieder zu bekommen, wieder hergeſtellet waren; Ne, 0; Auch geſchieher es zuweilen, daß ein oder das'ane (4 hn dere Schaaf bey mir einen wäſſerichten Geſchwulſt ' vn um den Kopf bekommt, welches davon herleiten muß, je vob daß die Jungens, wenn ſie mit dem Hüten Feyera- m j bend mächen, die Schweine aus dem weiten Felde e, u im ſtärkſten Laufe von ſich entlaſſen. Die Schaafe Wt vs halten gleichen 2auf, und wollen auch nicht die lekten huet» ſeyn 3 hiepon erhißen ſie ſich gar ſchr, und kommen ja 3 auch SILAS REENR I TEN WEER AIR ER 0 ZIER ſo zu vermindern, daß ſie das. Ziel ihres längern Lebens tennoch errei chen können. Sollte ein Schäfereybeſißer nun ſeinen Schäfer von der alten Erziehungsart der Schaafe nicht abbrin-- gen fönnen, oder, wie. es allemal bey Neuerungen geſchiehet, zu viel Schwierigkeiten von ihm gemacht oder erdacht werden, weil er vorausſieht, daß zur Erhaltung der großartigen Raſſe, nun. die Anzahl der Schaafe und mit ihnen auch die Anzahl der Schä- fer] verringert werden müſſe; ſo wußte ich feinen beſe ſern Rach zur augenſcheinlichen Ueberführung(pro demonſtratione ad oculum) zu geben, als einem vom Schäfer unabhängigen Häuſeler, Büdner, Gärtner, oder wie dergleichen Leute heißen können, ein Dus ßend tüchtige Schaafe mit ihren Lämmern zu überge- ben, die von den. Kindern derſelben beſonders. auf dem Ks gehütet, nach meiner Methode eingeſtal» let, I wurden. ungleich weniger wagen 3 wegtes. der ſind Komme nen ZU« ren den) aus Der gebracht| die lang!e uns Deut ſo verſieht ſohn) Zahl ed de iſt rung tel nigt Fry erſin 33 jener Dre Fleiſch,( haben? | Defe du em Ande ds > I im ird mit 0% 0 It dirh - WEER IEE derſelben Ai: lud)(ahd nnerhab bi UNN pF aber bia venn ſeo] n ſud, M (chen Zufck und iht ſolches mit Vermindun noch erh m Echafe iht aborin Neuerung hm gemaß! , daf u die Unzahl der Gül ) feiner bel rung(10 einen) von j Qmtne) , dv Dir zu(erge ſonders ay angefel 4 Die Schaafzucht., SIT let, und mit reichlicher Winterfütterung verſehen werden. Unzählige ſol< I=. Viertes Kapitel, Die Bienenzucht. Si. der ſechſten und ſiebenten Dekade dieſes Jahre hunderts wäre es der Bienenzucht beynahe eben ſo, wie der Schaafzucht ergangen, und ihre Simpli- cität durch mancherley Künſteleyen ganz verdrängetr worden:„War die Bienenzucht vorhin meiſiens nur das Geſchaffte des gemeinen Mannes ouf dem Lande und in den Städten geweſen, ſo. gerieth ſie nun unter die Hände des Mittelmannes, mit der Jdee, daß nach- der Worſpiegelung mancher Bienenſchriſtſteliep. ein neues Peru: bey.den Bienen zu finden ſey. Dies Ideal des Reichwerdens errichtete nun bey vielen Cdel- und. Amtleuten, ſtatt der Hürten der Armuth, faſt Bienenpalläſte„-(ich ſahe einſt im Vorbeyreiſen ein Bienenhaus, welches an die 800 Thlr. gekoſtet, und wobey ſich der Herr an dem einen, Flügel ein eignes Bienenobſervatorium mit anbauen iaſſen,) die mit lermenden' Pomp errichtet, und nach Vorlauf von etwa 15 Jahren ſonder Geräuſch wieder abgebrochen wurden. Man hatte ſich hiebey nicht die vorläufige Hauptfrage beantwörtet oder beantworten laſſen, ob auch Nahrung genug für einen verſtärkten Bienenſtand des Orts werde zu finden ſeyn. Denn aus dieſem Mangel ſowohl an hinreichender Nahrung, äls den gar nicht zum Zweck führenden angeprieſenen Bienen* Fünſteleyen mußten binnen weniger Zeit die ſo gro» ßen Bienenſtandsanlagen bald in ein Nichts zu» vüffallen» Hr, H Churfre (er uns geführet meint! hen der iſt, vat weiſun nend Flaſche ſen, weh wollen, 6, y Birnen der Doge Ainlänglid wöhnliche allein wol von Biet anzuſehen und Die werden, Vienenſts ju ſtatt ſe geweide Wrauf ge, vmerfe fj ien eln, Metgeng worden,/ Dlume(nd ÖRu80 DIE SNN IN IEE EDIN 0, erm<> 72-07 Udo EHE ETEILEREE“TONN EÜR . 8 SE SENSEI>= IE Diertes Kapitel. Die Bienenzucht, 553 Hr. M. Spigtzner zu Trebis, im ſächſiſchen | Churkreiſe, hat das Verdienſt, die Bienenzucht un- "„, ter uns zu ihrer vorigen Einfachheit nicht nur zurück- geführet, ſondern ſolche auch mit manchen neuen, ges : meinnüßigen Zuſäßen, dergleichen z. B. das Abtrei« ben der Bienenſchwärme einer der hauptſächlichſten iſt, vermehret zu haben. Seine practiſche An- € dieſes Tit weiſung zur natürlichen und glücklichen Bie- beynehe dy nenzucht in Körben muß ich als ein vollkommen ihre Cinyl Flaſſiſches Werk in dieſer Art allen denjenigen anprei- nz verbringe ſen, welche die Bienenzucht recht gründlich erlernen | Meiſen wollen. auf dem ku)!- fie mun I, Grundregel bey der Anlage eines Jie Bienenſtandes. nen chriffen eien. Das erſte bey der Anlage und Vermehrung des 6y vielen Cy Bienenſtandes iſt die Beurtheilung des Orts oder (emu, j der Gegend ihres Standes, ob für die Bienen auch hipreiſtt d'nlängliche Nahrung„gefunden werde. Die ge- foſt, 1 wohnlichen Jeld- und Wieſenblumen an und vor ſich IAN| allein wollen es ſelten ausmachen, weil ſie nicht alle pete je von Bienen beſucht werden, oder als Honigblumen en) M 4 anzuſehen ſind. Die nichte große Menge der Feld- Beruf 1 und Wieſenblumen muß ferner gar nicht ſo angeſehen 4 ge werden, als vb ſie unerſchöpflich ſey; es kann der die vi Bienenſtand gar leicht an einem Orte überſeßet, oder jen eſ,! zu ſtark ſeyn, eben ſo wie eine Weide zu einer Hun y Bierft gerweide gemacht werden kann, wenn allzuvieles Vieh 19 aus dirM darauf geweidet wird, Ber Beobachter ſeyn will, ung 4 bemerke ſich z. B. des Frühjahrs in ſeinem Bluymen-« fore Diener garten eine einfache Hyacinthe oder Primel, die des "UA Morgens vor ſeinen Augen von einer Biene beſuchet Ni worden. Kommen nach der erſten Biene auf ſolche Blume andere nachgeflogen, ſo werden ſie ſchnell wie h ÖRuSvRTer Ve, 25and, Kk der n 2 ET<=-. EIR I 10 ps-- 2- we dire Am ADE- c= mda mn eat Ere» TETATTRES IREEN. 220 amn SE SLAKIE€- enb kh AEI EA

e ſeyn- nenfand 301) Bienenkörbe, die nicht allzugroß ſind, müſſen h iabf den größern vorgezogen werden ,/ weil die Bienen in finn. Kk 4 einem ladi ne me 2. wem ie ze at il M+ IIR eius AETR RE M-- WEC-.-. Ff 20 Viertes Kapitel./ einem zu großen Raume weniger arbeiten und ſpäter ſchwärmen, in welcher Abſicht die Körbe auch nur ein Flugloch haben dürfen. Sind die Körbe nicht über 3 Elle hoch und im Durchſchnitte eben ſo weit, ſo werden ſie in der beſten Proportion ſeyn. Zu je dem Korbe werden 2 Ringe oder Unterſäße gemacht, um nach Bedürfniß mit der Zeit- Wenn der Korb ge= fülle iſt, mehr Raum den arbeitenden Bienen zu ver- ſchaſfſen. Dieſe Unterſäße können äußerlich mit Ffleis« nen eiſernen leicht einzuſte>enden und wieder heraus- zuziehenden Klammern ſo befeſtiget werden, daß ſie ſich beym Verfahren nichr verſchieben können, nach- dem ſie mit Lehm verſtrichen worden, und nirgends Riten oder Oeffnungen zu laſſen. In Anſehung der Form ſind die oben mit einer ſtumpfen Spiße auslau- fenden Körbe den oberhalb plattrunden oder flachen aus dem Grunde vorzuziehen, weil feine Näſſe von Regen oder Schnee darauf ſtehen bleibt, und die Bie« nen in ſpißigen Körben überall vom Anfange an den Bau darin unternehmen, da ſie in oberwärts mehr platten Körben gemeiniglich nur auf einer Seite den Bau anfangen, und die andere Seite leer laſſen. Damit aber zwiſchen dem unterſten Rande des Koxr- bes, und dem Brette, worauf der Korb ſtehet, feine ſremde Bienen, Weſpen oder Ameiſen durchfriechen, bedienet man ſich der ſogenannten Sahlleiſten oder Anſchrote vom Tuche, die man von Schneidern über- all vbefommen Fann, um ſolche um den untern Rand des Korbes zu ſchlagen, ſo, daß nichts unten am Korbe hinein und. herausfriechen fann. Auf dieſe "Beiſe bedarf es des Zufleibens mit 2ehm nicht, und man fann jederzeit ſodann den Korb aufheben, um die Bienen zu beſehen, zu reinigen u. ſ.f. Da die zur Verwahrung des in der Mitte des Korbes befindlichen Siuglochs vor einiger Zeit erfunz denen ur gimme<< ZNUEE vw dl jn) ſe angegebe jenes? eingeſio fönnend ein Fly und etw in an Bit hangen, durh fel die Köl tung in€ den ſelle! muedie' Yeber 1 blaues blendun die Dia dd) nid iſt, wel Mün ſj Vorſchi werden zur Vet geleimt wird de gar eint auffallen dB. 1 ute mR Pd Veet Re SEES INA ATEN SST CS nden IE SEILER>» Die Bietzenzucht. 52 vnd ſps e denen blechernen Scheiben nicht recht zwemäßig ride ſind, ſo hat Hr. M. Spißnor ein einfacheres Mittel hin bet angegeben, C5 wird von dem Korbmacher ein höl» "EN, zernes Fukkeral zu einem Schieber am Slugloch mit . 04 eingeflochten, und die am Rande etwa geblieben ſeyn ver Fus; fönnende fücke mit 2ehm verſtrichen. Dieſes mocht mn. ein Siugloch von nicht gar einem Zolle in die Höhe, O7 und etwa 2x Zoll in die Breite. Hierzu ſind 2 ver: MOIEG ſchiedne in das Holz einzuſchiebende Vorſchieber, die, vi"r an Bindfaden befeſtiget,„an der Seite des Korbes pt“ hangen. Der eine hat kleine Löcher over Rißen, wo- '!: durch feine Biene kann, und wird gebraucht, wenn die Körbe verfahen, oder des Winters zur Aufbehal- tung in einer verſchloſſenen Kammer fortgetragen wer» piße auchn den ſollen. Der andere hat größere Löcher, wodurch oder fiahn nur die Biene heraus, aber keine Maugs hinein kann. 12 Näſſe m Ueber dieſem iſt ein Kartenblatt, oder ein Stückchen und nigen Anſehung uad die Do blaues Zuckerpapier frumm gebogen, als eine Ver- fange ant blendung an beyden Enden angeleimt, daß darunter erwärts m die Bienen zwar oben und unten heraus können, aber er Geite ty doch nichts von dem eigentlichen Flugloche zu ſehen e(eer laſſt iſt, welches durch das Papier ganz bedeckt wird. de des Äi Man ſchneidet das Kartenblatt ſo weit aus, als der ſtehet, fal Vorſchieber breit iſt, damit es füglich gufgeleimet dyrchfrieht) werden kann. Jn der Mitte behält es ſeine Breite Olleiſten. ds zur Verblendung des Flugloches und wird nur ſo auf- meide ibi geleimt, daß es einen Schwibbogen macht. Dieſer untern Aa) wird des Winters gebraucht, daß feine Maus oder tg unf gar eine Wieſcl zum Fiugloche hineingehe, und die , MW auffallende Sonne die Bienen nicht zur Unzeit heraus- m niht, locen, und im Frühjahre ſo lange, bis der etwanige heben, 1 Anfall von Räubern vorüber, und die volle Tracht f das ganze Flugloch erfordertz alsdann wird es ohne a Mitte dis Vorſchieber frey gelafſen, u Zl af venen Kk 5 Die -= r rr ET EEE IKL ZEE SZ IRA ESA ICH Zunge be SLA EHRE wwe=. Ga Biindifnel ment"26..A Z- 522 Viertes Kapitel. FX Die Bienenhürte kann ſo ſimpel ſeyn als mög- lim, wie man dergleichen auf gallen Dörſern, wo Bienen ſind, bey den Bauern findetz wenn ſie nur ſo feſt ſteht, daß ſie der Wind nicht umreißen Fann, auch ſo geräumig iſt, daß die Bienenkörbe 4x Elle von einander ſtehen, damit ſich die Bienen nicht in die benachbarten Körbe verfliegen, und darin ge» tödtet werden. So oft Unbekannte bey mir einſprechen, und meine Bienenhütte gleich beym Herausgehen aus der Hinterthüre des Wohnhauſes auf dem Hofe erblicken, fragen ſie meiſtens, warum ich ihr feinen andern' Stand angewieſen, da die Bienen darin erſt gegen 11 Uhr die Sonne bekommen. Jen der Stiehle oder Pfoſten ei- nen Fuß hoch in die Höhe fiettern, und Meme aue Brett * | ut? "W För zu A? nach der Th feine non we die nor ſchaf| Denn, ach V; ſhe,( fommt, (hes von ' daß die angeht ne und - ſchießen zieht| fit wied ne geblid außen( hier y niemals ſtet wor? ven, d Rachen tene m oder 39 friehen| men 0; wv! deden Ea das beſte dit an den Unter wh m aa VAGEEEG IDI S2 VE IEEE Et de SUE BEES NIE GHIA INIST SITO Smaug Die Bienenzucht, 523 NAS Ind 6 vf, Brett der unkerſten Reihe gelangen, wo ſie ferner an vm ſü die Körbe ſich bis nahe ans Flugloch erheben, und € Wen zur Abend» noch mehr aber zur Nachtzeit eine Biene enenfiche 1 nach der andern an ſich ziehen, wie ich ſie öfters über Bienen niht der That ertappet. Sie ſchnappen nicht, wie es von d dai ferne ſcheinet, mit dem Maule unmittelbar die Bie- nen weg, ſondern ſie bedienen ſich dazu ihrer Zunge, die noch faſt länger iſt, als ihr Leib, Man muß ehem, un) ſcharf ſehen, um ihren Fang recht zu bemerken. ehen aude Deun, ungeachtet die Kröte von dex Biene noch ole erblich, nach Verhältniß ſehr entfernt iſt, und die Kröte ſtille inen anden ſißet, auch ihr ganzer Körper nicht von der Stelle n erſt qe kömmt, iſt die Biene ihnen ſchon ins Maul, wel= uß nm ches von Manchen als eine Wirkung von Antipathie, es nit a' daß die Biene der Kröte ins Maul von ſelbſt flöge, en Walden angeſehen worden. Die Kröte läßt ihre lange, dün- der Daum ne und runde Zunge wie ein Bliß auf die Biene zu- inden, ſchießen 3 umwielt ſie damit eben ſo geſchwind, und md zur H ziehet ſie mit einer ganz unglaublichen Geſchwindige- oben herd feit wieder zurück, daß man nicht weiß, wo die Bie- ot, ſo bt ne geblieben iſt, So iſt ein ſo unbewegſames, den feiner Zu äußern Gliedmaßen nach plumpes und ungeſchicktes ie ſo ſri) Thier von der Natur doch zum höchſt ſchnellen und intern Alt niemals verfehlenden Fange ſeines Raubes ausgerüs- Som ho ſtet worden. Jc< habe ſchon große Kröten ſo geſchla- Wien auen gen, daß über 20 Bienen vom Schlage aus.dem ellen Ait Rachen wieder herausgetrieben worden. Nun über- im(ai) rechne man die Summe des Raubes, wenn etwa 20 oder 39 Kröten(denn aus der ganzen Nachbarſchaft kriechen dieſe Thiere des Nachts an die Hütte zuſam- fe zu oge men wie, man ſolches bey Mondenſchein leicht ent- ſe Gian decken kann;) vom Bienenranhe leben. Hiewider iſ? env das beſte Mittel, daß das unrerſte Bienenbrett nicht Poſen W dichte an die Seilen oder Pfoſten herangehe, und auf jem uf den Unterlagen Mauerſteine oder Klöße liegen, über Gel wels: ESR SIS PIER IC TTE 5 Mrd ETAT SSI mrn Eemget Einäiien De dndilie SE MEL ed ag Dw Id] 524 Biertes Kapitel. welche das Brett hervorraget, daß die Kröten nir- gends Gelegenheit haben, von unten herauf irgends woran aufs Brett hinauf zu klettern. Da aber von eben diejen Kröten ſowohl als den Fröſchen, die ſich des Tages um die Hütte herum verbergen, die nie derſallenden Bienen gleich) weggehaſcht werden, muß der Plas um die Hütte öfters umgegraben, und von allem Graſe und Geſträuche, worunter das Ungeziee fer auflauert) gereiniget werden. Wenn man zur Schwarmzeit dieſen gereinigten Plaß mit weißem . Sande beſtreuer, ſo kann man deſto beſſer ſchen, wenn etwa der Weiſer beym Schwärmen nieder- gefallen ſeyn fann, um ihn ſeinen Bienen zuzugeſellen. Wer einen Bienenſtand zuerſt anlegen will, dem öſt zu rachen, die Bienen von einem fremden Orte her anzufaufen, und ſolche nicht an ſeinem Orte zu nehmen, weil ſie, des Flugs gewohnt, lange Zeit dahin zurückfehren, und'ſich dadurch vermindern könnten. In ſolchem Falle müßte er auch nicht mit zu wenig Bienen anfangen, weil er damit nicht wohl in die Höhe kommen würde. Denn die andern Bie- nen des Orts liegen den wenigen immer auf dem Hal- ſe, daß ſie, um ſich ſolche abzufehren, ſich nicht ſtark aus ihren Körben herausmachen können, Boeſekt man aber ſeine Hütte gleich Anfangs mit nicht wenig Körben, ſo müſſen ſich die anfallenden ſremden Bie» nen deſto mehr zertheilen. Man findet daher durch» gängig in den Dörfern, daß die ſtärkſte Bienenhütte die Oberhand behälr, und ſich bey gebührender Pfl- ge immer gleich bleibet. “de D > (ZU 4 Y Berme gieht ei der bef Vach) N um Jv vor 0 his Im mat,| loche gi men wol man I ſe loſſen ſonſt, da ſie ſi iſt, y man na ſonſt ſt mehr iſt ewa um Ingleichet und ſchn; ju ſchlief dn ſchw; -- WRITE ST ZZ EEE ET TIES VSE TINI EIIRREAISEEELIREE TCETNT TIERT BEITRGE GER BEEG TESTI NUO RED Die Bienenzucht, j25 Ae ni vf wants 3. Das Schwärmen der Bienen. N j8.0 Aus den Schwärmen der Bienen entſteht ihre N. Vermehrung. In guten Gegenden und Jahren ahl N giebt ein Korb mehrere Schwärme, deren erſter, als „40 der beſte, der Vorſchwarm, die folgenden aber | ſchwgär en. as Unis LTachſchwärme, genennet werden Wf ju Ja hieſigen Gegenden pflegt die Schwärmzeit . vhm um Johannis anzugehen. Die Schwärme 14 Tage eſer hn, vor Johannis ſind die beſien 3 je ſpäter nach Johan- non nis immer ſchlechter, weil die beſte Zeit zur Honig» JUzugeſlen tracht, je ſpäter je mehr vorbey iſt, n wil, ve Auf das Schwärmen muß man von 9 bis 3 Uhr emden I Acht haben, wiewohl auch manche Schwärme frü- em Het! ju her oder ſpäter kommen. lange Zi verminden! Das ſtarke Vorliegen der Bienen vor dem Flug- h nicht mi loche giebt die Muthmaßung, daß ſie bald ſchwär- nicht woh men wollen, beſonders wenn die größern Bienen, die ndern Bis man Drohnen nennet, beginnen auszufliegen. Die- f dem 4) ſe laſſen ſich an den Schwärmtogen, öfters eher als ) nicht ful ſonſt, oft ſchon früh um x0 Uhr am Flugloche ſehen, 1. Dll da ſie ſich ſonſt Vormittags, wenn es nicht ſehr heiß nicht wanig iſt, wenig oder gar nicht ſehen laſſen. Bemerket omben Div man nach vorhergegangener ſchwüler Nacht, daß ein daher huh ſonſt ſtark vorgelegener Korb des Morgens es niche Bienenhitl mehr iſt, ſo iſt das Schwärmen nahe, Findet man vonder Ds etwa um 8 Uhr wenige Bienen aus- und einfliegen, ingleichen daß ſich Bienen am Fluglohe umſehen, und ſchnell wieder in den Korb hineingehen, ſo iſt zu ſchließen, daß der Korb binnen einigen Stun« den ſchwärmen werde. Der eH R I Be Ak di 0.= m abe SLAC SEABEN Go ilfe we ameri dne vm nt HE Zl AE bn igt M wi ed I BINE 526 Viertes Kapitel. Der erſte Nachſchwärm pflegt am ſiebenten oder heunfen Tage zu kommen. Erfolgt aber eine ungün- ſtige Witterung, ſo muß man wohl 14 Tage oder noc) länger darauf warten, Den dritten Tag nach dem Machſchwarme pflegt der dritte, und darauf wohl mehrere zu kommen, welches man an dem ſo- genannten Düten der Weiſel, wenn man das Ohr an den Korb leger, höten kann. Wird ſolches nicht mehr gehöret, ſo hat das Schwärmen ein Ende. Biele Nachſchärme aber ſind der Ruin der Muts terförbe; So bald die Bienen ſich an einem Zweige ängös- legt haben, nimmt man einen leeren Korb, hält ihn dichte darunter, und ſchürrelt die Bienen herein. Iſt der Weiſel mit eingeſchlagen, ſo folgen die zurückge: bliebenen Bienen ihm bald nach. Mahn ſeßer dem- nach den Korb etwa ouf eine Bank, oder Tiſch nicht weit vom Orte des Anflugs hin, bedeckt ihn mit grüz nen Zweigen, wenn er in der heißen Sonne ſtehet muß, ſchüttelt noch einigemal an dem Zweige, oder legt Wermuth daßin, daß. dis Bienen ſolchen verlaſe ſen und ihren Weiſel auſſuchen müſſen. Hat ſich der Schwarm an Dornen oder Hecken, oder jontt wo angelegt; daß man mit Abſchütteln oder Einfehren der Bienen nicht zum Zweck kommen fann; ſo muß man ſie mit grünem Wermuth an eis nen bequemen Ort hintreiben; bis man ihrer mäch« tig werden kann. Denn mie dieſem Kräute laſſen ſie ſich mehr und überall ſichrer, als mit Rauch vers jagen. Jſt aber der Schwarm an einem unbeweg- ſamen Orte eines Baumes angezogen, ſo muß man ſie mit dem Flederwiſche behende in den untergehaltes nen Korb hineinkehren. Iſt man bekannt genug mit den Bienen, ſo rührer man mit dem Finger ein we? nig -„ud zumde fem N gleich 9 mit eint den.€ Biene i daß ein) mittelſt( gebunden Kor) hi! Garn ſoße!) V ſomit gen Bequenl fh eng um auf und ſj d Dieſes 91 ei ſind, nidt, zm muß, und von ſeinen Nie I Di Nit Mühe,| bey jh h von der A Kob hine Aetaus, 0) "denden 5 te Thei möge ahber et, um(| gem Dienen .. WER N 26 NIE ESS VKS ET ee SEEWETTER ENT | Die Bienenzucht. 527 Veen Oba 048 niz in den Bienenklumpen, um den Ort des Weiſels | Upd er zu entdecken. Iſt fotcher gefunden, ſo wird von ſol- 1 Up nhichte Brettlein halte, „Tiſh itt um äuf ſolche die einge'hlagenen Schwärme zu ſeßen; und ſie damit ſolgends in die Hütte hineinzufrägen. Dieſes geſchießet, ſo bald die Wienen alle beyſam« men ſind,(Um einige wenige bekümmert“ man ſich nicht, zumal wenn man mehrere Schwärme erwarien H mit ge üne ſteht ige; ode 63(+ 200 muß, und es wird der neye Schwarm etwas entfernt von ſeinem Muttertkorbe hingeſtellet, damit ſie ſich vet Defi, nicht in dieſen wieder hinein verirren.) Abſchütteln Mit den Nachſchwärmen hat man öſters viel d Fommen Mühe, weil ſie gemeiniglich mehr als einen Weiſel nut an bey ſich baben. Iſt der Ort ihres Anſißens nicht jrer mad) von der Art, daß die Bienen auf einmal alle in den aute laſen Kord hineinkommen, ſo ziehen ſie entweder wieder Rau vet heraus, oder es bleibe ein Theil mit dem noch bey ſich | uhh habenden Weiſel feſt ſiven. Bleibt der erſte einge: muß man faßte Theil im Korbe, ſd„hoöler man einen oder fergpalts mehr andere Körbe, und ſchlägt den Reſt beſonders gung mit ein, um ihn darauf gegen die Nacht mit den übri» en gen Bienen in eins zuſammen zu bringen. (yy E ind See ME GE AT I GRIS ARIE 0= x geb KALA DESIREE modi mtu er 2 auer kiel 2 ze gt DED WE«iI gde mailt At Verde 528 Biertes Kapitel. Sind hohe Bäume in der Nähe des Bienen» ſtandes vorhanden, daß man mit beitern nicht zu ih- nen gelangen kann, ſo werden 2 Perſonen erfordert, deren die eine den Korb mittelſt einer leichten langen Stange unter die Bienen hält, die andere aber mit» telſt eines Hackens den Zweig ſchnell und ſtark anzie- her, daß die Bienen in den unfergehaltenen Korb hineinfallen müſſen. Man ſießet aus dem Allen, daß die Handthierung mit ſtehenden Körben beym Schwärmen allen andern'Bienenbehältniſſen den Preis abgewinnet. ESie iſt einfach, leicht und lu» ſtig, und es wird mit den Körben geübten Bienen- vätern ſelten oder gar nicht fehlen, vaß ſie ſich nicht nach Wunſche des Bienenſchwarmes bemächtigen . ſollten. Bey einem ſtarken Bienenſtande iſt es nichts Seltenes, daß 3 Schwärme zugleich fommen und zuſammenziehen. Jn dieſem Falle iſt der beſte Rach, ſie zu laſſen wie ſie ſind, und zu dem Zweck größere Körbe für dergleichen Doppelſchwärme in Bereit ſchaft zu halten. Geſchiehet es, daß bald nach einem eingeſchlagenen Schwarme ein andrer hintendrein kommt, ſo wird der erſte mir einem Tuche verdeckt, Fielen die leßtern Bienen dennoch auf den verdeckten Korb, ſo wird ein leerer für dieſe nachgefommenen oben drauf geſeßt, damit ſie in ſolchen hinauſgehn. Daß zuweilen die Bienen in einem Korbe durch- aus nicht bleiben wollen, kömmt daher, daß Mäuſe, Wieſel, Katen oder Hunde ihre Wietkerung von La« ger und Urin darin zurückgelaſſen baben. Man hänz« ge daher ſeine Körbe an einem hellen, veinlichen, und "beſagten Thieren unzugänglichem Orte bis zum Ges brauch hin. Einige haben die Gewohnheit, die Keuzhölzer noch vor dem Einſchlagen der Bienen in den vr Aörf nden hunt 1a (nige in ſe werder nicht eine breit, yn hindurch heradzeht gegen da: Hol; wo men, daß| Dis inwon den Kräut mit Honig Die niht vol! Cdhwarm Maaße vet vem völlige lißt man ſ& in der Bier Man ohne Frey ſe, wenn' Wieder aus Sorb mit ej gendswa ſcher Korh "wd dem F; jeep (met. Dey nn j ÖABDgier vs Viet nnt; u ihr in Wet, eh da, dere em 1d fief Wie alten Fe 18 diy hy Körben kn Dältniſen da leicht und 1 übten Bit aß ſie ſich niht 3 bemähign € Iſt es niht ) fommen 1) ver beſte Nah, Zwe größe 6 in Deu [d nach eln x hinten! Juche verdett den verde Chgefommen inaufgehw 11 Korbe dut! , doß Nah erung vom Ww , NM hi eiligen, u bis um Or huet" ver Dion N (ww -- WR IE TT Die Bienenzucht, 529 den Körben zu befeſtigen, Andre thun ſolches, erſt nachdem die Bienen angebauet haben, und richten ſich damit nach der inwendigen Bouart der Bienen, da einige in die Quere, andere in die Länge bauen. Dies ſe werden von weichem Ellern- oder r Fichtenholze noch nicht eines kleinen Fingers di, aber noch einmal ſo breit, und vorerſt nur das oberſte Holz von oußen her hindurch geſteck:, mir der Zeit, da der Bau weiter herabzeht, auch durch die Mirte noch ein dergleichen, gegen das Ende aber noch ein ſehr dünnes einzelnes Holz, worauf die Tafeln in die Quere zu ſtehen foms men, daß jolche beym Wer fahren nicht wanken Fönnen. Das inwendige Ausroiven ter Körbe mit woblriechen- den Kräutern iſt eine über fuſfige, das Beſtre ichel mit Honig aver eine ſchädliche Arbeit. Die Nachſchwärme ſind meiſtens vor ſich allein nicht vo!freich genug, und nicht iwerch, daß ſie Schwärme heißen, Man muß ſie daher in der M(aaße vereinigen, daß der gereinigte Schwarm ei» vem völligen Vorſchwarme ganz gleich ſey. Untere läßt man ſolches, j9 bleibt man immer ein Stümper in der Bienenzucht. Man faßt daher ſchwache Schwärme in Körbe ohne Kreuzhölzer, und ſalls man vermuthet, daß ſie, wenn zumal mehr als ein Weiſel darunt er iF, wieder auszicehen möchten, ſo binder man ſolchen Korb mit einem Tuche zu, und ſtellt ihn im Schatten irgend8wo auf dem Kopfe hin. Wegen Abend wird ſolcher Korb wieder umzgefehret, damit die Bienen nach dem Kopfe zu in die Höhe gehen, auch das vor- hin verſtopft oder zugebunden geweſene Flugloch ges öffnet. Denn gegen die Nacht halten ſich die Bie- nen ruhig im Korbe. Sind nun die Bienen im Da3usvgRier V. Band." 4 Kopfe 530 Viertes K apitel, Kopfe des Korbes, ſo wird ein Loch nach der Weite des Korbes in die Erde gegraben, der Korb darüber geſtellet, und mie den Händen ſo ſtark auf einmal ge- ſchlagen, daß die Bienen ſämmtlich herab ins 2och fallen. Gleich wird der andre Korb, der vermehret werden ſoll, darauf geſeßet, und die ausgeſchlagenen Bienen gehen in die Höhe, und vereinigen ſich zu eis nem Wolke. mit denen des aufgeſeßten Korbes, an deſſen Rande Erde angeſcharret worden, daß feine ausgeſchlagene Bienen vorbey kommen können. Bin- nen einer guten Viertelſtunde werden die vereinigten Bienen ruhig ſeyn, welches gleich gehört werden kann, da man ſie venn an den Ort des aufgeſeßt geweſenen Korbes in der Hürre wieder hinſtelle. Defters muß man von den Machſchwärmen wohl 3 bis 4 zuſom« menſchlagen, ehe ein gehöriges ſtarkes Volk daraus wird. Man nimmt nicht gern Bienen zum Zuſom- menſchlagen aus einem und eben demſelben Mutter- korbe, weil Gefahr dabey iſt, daß ſie ſich entweder unter einander umbringen, oder noch einmal ſchwär» men. Hot man Mutterſchwärme, welche durch zu vie= les Schwärmen auf die Neige gerathen ſind, ſo wird ihnen durch das Zuſchlagen eines oder mehrerer Nach ſchwärme wieder aufgeholfen. Zuweilen ſind Körbe, weiche mit ihren Schwärmen zu lange ausbleiben, daß bey ſolcher Verſpätung nichts aus ihnen werden kann, Gemeine Bienenväter dieſer Gegend ſeßen ihnen ſo- dann einen Ring nach dem andern unter, weil gemei= niglich die Bienen nicht eher ſchwärmen, als bis ih- nen der Raum zu enge iſt. Dieſes Unterſeßen der Ringe hilfe, wenn keine junge Weiſel noch nicht aus- gelaufen, oder zum Ausbrüten in ihren Zellen ange- ſet geweſen. Im leßtern Falle müſſen ſolche Weiſel- zellen ausgebrochen und weggenommen werden. Y: € (heil de worden, monath verſah! Heide die Di her in! ſpäten A Vienen| Bienen a „nw Koh tan,|! haltendet für einen Aineinoll lo) mit Chieber| home, Zuche feſt Detgleich dem Kop gen beym EG; iſi gut |ind, daß der Mitte den fo bre voll gebay Verfahren hiwaum j an War mN KEENE ESS VEIT Teenen die Bienen, ſem Imm Es iſt gut, wenn die leinenen Tücher ganz loſe gewebet " wil zend; ſind, daß Luft durchgehen tönne. Manche haben in en, dl hs der Mitte der Tücher ein Drathgitter, 4 Zoll lang und Unterha Ww eben ſo breit, eingenähet- Sind die Körbe ſchon zu mod niht voll gebauer, ſo giebt man ihnen einige Tage vor dem den ai Verfahren einen Unterſaß oder Ring, um den Bienen 1 Zh ſüuſcraum zu verſchaffen, Werde ;(12 Das M ) y,D Se NE ZEI MII RET SIE. 1= a eb ALACIEIE RG ndiäft mite m 07 2 aueh Zz EÜ SENE FEE«I ART ZD wii MU> MIS ZT DE Viertes Kapitel, Das Einpacken der Bienen geſchiehet auf einem Erndtewagen alſo: ehe der Wagenkorb auf den Wa- gen geſeßet wird, werden 3 ſeſt verbundene Wülſte von Stroh, einer in der Mirte, der andre am En- de, und der dritte vorne, am Anfange des Wagen- Forbes, aufs Wagenbrett hingeleger, und ſodann der Korb darauf geſeßet. Dieſe untergelegte Wülſte ver» hindern nun, daß kein Wagenſtoß oder Schlag die Bienenkörbe erſchüttern kann. Der Wagenkorb wird auf dem Boden mit frummem Strohe belegt und zwi- ſchen jedem Korbe dergleichen Stroh recht feſt ein- geſropfer, daß die Körbe ſich nicht bewegen, und nicht zuſammen ſtoßen können. Oberhalb der Tü cher der auf dem Kopfe ſiehenden Körbe aber kömmt Fein Strohz3 dieſe bleiben frey, damit die Bienen nicht erſtien, oder die von ven Bienen entſtehende große Hike die Tafeln nicht zuſammenſchmelzen, und die Bienen hievon ſterben. Auf ſolche Art werden die Körbe an die vier Meilen öfters und wohl weiter verfahren. Jn der Heide findet man entweder ſchon " Fertige Hütten, oder es n:crden Bretter mitgenom- men, die theils zu Standbrettern, die Körbe darauf zu ſtellen, theils zur Bede>ung der Körbe dienen müſſen. In guten Jahren muß man gemeiniglich den Bienen noc< Unterſäße auf der Heide geben. Der Bienenwärter verrichtet ſolches an den meiſten Orten, weßhalb hierzu hiniängliche Ringe in Bereitſchaft ſeyn müſſen. Es iſt alſo das Fortbringen der Bienen weder ſo gefährlich noch beſchwerlich, als e8 Unwiſſende ſich vorſtellen; höchſt nüßlich aber, wenn feine ſchwache Körbe auf die Heide gebracht werden, denn dieſe ſchaffen entweder zu wenig oder gar keinen Honig, oder werden ein Raub der ſtärkern- Hr. M. Spikß- : ner 1 rh 71.18 ſfufiet fü (ſen fat verbunde feldes“ Det i9m zt allen vie! Yeberfu) vem Dor damit er! [aden ſeht die Erde 1 ſe uſs€ Wd,= daß die Z Bienen verſehenen Dieben ax ; N978 Das jenige bey| mdigter H Das gen Biene ndert, ma fein. "ſen Eaß WW, die m viemals übe jenigen gew bi,(nd g ve Wer En| - Wan me EEE EST TTS VEST RIE Die Bienenzucht. 433 ve ins I: 0% ner hat die allerleichteſte Art, ohne Gefahr die Bie« nde Di nen hin und her zu fahren, alſo beſchrieben: man (iW I. ſchaffet ſich viereckichte Tücher an, die man am Korbe laſſen kann, daß ſie beym Abhohlen nicht aufs neue verbunden werden dürſen, und ſte>et durch jeden Zi- pfel de3 Tuches ein hölzernes ſpißiges Pflöcchen, dre« e des Chhy Ind(bann Dy Wr het idn zuſammen, und befeſtiget damit das Tuch an NW allen-vier Enden am Korbe; unten bindet man zum His Ueberfluſſe noch einen Bindfaden darum. Hinker OU WO zah vem Worſchieber ſtet man ebenfalls ein Pflöchen, rect(4 damit er im Fahren nicht zurücweiche. Beym Ab- dewegtn, W laden ſeßt man die Bienen vorher einige Zeit noch auf, erhald de die Erde umgekehrt, damit ſie ſich etwas lagern, ehe ' over fin ſie aufs Scandbrett geſtellet und viele zerquerſchet it die Jim werden,== Hiebey wird nun freylich vorausgeſeßet, nen entſepnd daß die Bienen nicht, wie es hin und wieder iſt, ohne omelzen, Bienenwärter ſeyn, weil ſonſt die mit ſolchen Tüchern de Vet met verſehenen Körbe, ihrer Bequemlichfeit halber, von nd wohl vm Dieben am erſien ergriſſen werden würden, entweder ſh ver mitn 5. Die Einwinkerung der Bienen. , Körbe(eu - Förbe dit Das Einwintern der Bäenen nenne ich alles das» an gemein) jenige bey der Bienenzucht, was im Herbſte, nach ge- ide cd I! endigter Honigtracht, geſchehen muß. DI meiſien Di Das erſte Geſchäfte byſteht darin, daß diejent- in But gen Bienen, welche zur Zucht dienen ſollen, ausge- ſondert, und in die Hütte hingeſtellet werden. Iſt man fein Anfänger mehr, ſo hat man ſchon ſeinen ge- wiſien Saß, oder gewiſſe Anzahl von Stammbie- Ziemen wehr;|: ENTEN Uniſet! nen, die man durchwintert. Bey mier iſt dieſer Saß fei(Anal! niemals über 26 bis 28 Körbe, Hiezu müſſen die» iN vw jenigen gewählt werden, die gewiß ihren Ausſtand ha- er Zh ben, und gar nicht gefüttert werdem dürfen, Wä- 0. Ep) re aber ein ſchlechtes Jahr geweſen, daß die Bienen i."&l 3 ohne 634 Viertes Kapitel, ohne Fütterung nicht würden durchkommen können, ſo' muß ihnen noch im September, je früher je beſſer, alle Abende hinter einander nach und nach Honiz gege ben werden, daß ſie ſolchen Honig in ihre Zellen hin auftragen, und leßtere verſtreichen können. Aus Uebung erlangt man durch das Aufheben der Körbe das Gewicht, woraus man urtheilet, ob ſie ſchwer gez nug durch ſolchen Zuſaß des Honigs geworden. ſind, um im Frühjahr keiner Nachhülfe mehr nöthig zu haben. Das Füttern der Bienen im Winter und Frühjahre macht die Bienenzucht ſo läſtig als gefähr- lich. Wer ſich Raubbienen anlocken will, der darf nur ſeine Bienen in leßtbenantten Jahregzeiten füt tern. Solchenfalls iſt der Bienenwirth der alleinige Urheber der Raubbienen. Um nun eine leichte und ſichre Bienenzucht zu haben, muß man allemal ſo viel Honig von guten Jahren her in Vorrath halten, daß man im Nothfalle gegen den Herbſt ſeine Bienen damit vollfommex fann eingewintert haben. Die eingewinterten Bienen müſſen vom Deceme ber an einen ruhigen Stand haben. Wer die Bie- nenhütte ſo verſchließen kann, daß kein Tageglicht hineinfälle, beſorget die Bienen aufs beſte. Es fönnen aber die Bienen auch in den Wintermonathen in eine ganz finſtre Kammer hingeſeßt werden, bey oder unter weicher eben ſo wenig Geräuſche gemacht, als wenig von unten herauf, wenn die Kammer ober» wärts iſt, aus einer geheißten Stube Wärme hinauf dringen kann. Finſterniß, ununterbrochene Ruhe und Kälte der Kammer erhalten die Bienen in der Stille, und machen, daß ſie deſto weniger einzehren, Nach vergangenem Wintex und Schnee werden die verſchloſſen geweſenen Hütten wieder geöffnet, oder aus ihren Winterfammern wieder in die Hütte und und vat (AHA On die Varſd gewintert, eic oder getdtet, GStaen 1 den, Die Flugloche ſehende A über geſeße bampfe get der Matt,| de Stuben Wie Bienen - fes, als 0 jnder gewi! meiſte Bac ben laſſen, (at, es ſp (|. gefl dazu herfon nen, Wo geödtete B Auch die(inzumwit ſhnitten we fenheit der vt man ſo| Wilten, TD, WW, enn x Vim Beſt JOmalen als << WeieE EE TR SITTE SZ eTTTTTTTTETTETITTETE <."“eewa-.- TERR, Die Bienenzucht, 535 M find, n und zwar ein jeder Korb auf ſeine alte Stelle hin- et|! vſe, geſeßet. ) DON de DE;; " Nn In hieſiger Gegend werden meiſtens nur allein Iv die Vorſchwärme des Jahres als Stammdienen ein- nne, wy en da Fyj gewintert, die alten aber, nebſt allen, die nicht volk- "W reich oder nicht ſcr, der am WEU Flugloche verſtopfte Bienenkorb, deſſen auf der Erde ig ol(wp ſtehende Rand auch mit Erde wohl belegt wird, dar- vil, vet über geſeßet, und ſomit die Bienen vom Schweſel- regelt| dampfe getödtet. So verfahren wir im Churkreiſe, h. der alli der Mark, in Pommern und Niederſachſen von jeher, ne leichte 1 der Stubenwirth mag dagegen reden, was er will. nan alen) Alle Bienen leben zu laſſen, iſt im Grunde nichts an- Zorrath ahh ders, als ohne Nußen Bienen halten. Vorgedachte ſt ſein? Aim Länder gewinnen von jeher den meiſten Honig und das jaben, meiſte Wachs. Wer ſagt, man ſolle alle Bienen leben laſſen, der ſagt eben ſo viel, als wenn er ver- n vom I langt, es ſolle kein Kalb, Schaaf oder Schwein u, Wer dv% ſ. f. geſchlachtet werden. Wo ſoll aber das Futter fein alt dazu herkommen? Nicht anders iſt es mit den Bie- ſs beſt, 6 nen. Wo ſollte in. Mißjahrrn das Futter für alle un» Dintermu! getödtete Bienen herkommen? br de WE Auch iſt es in hieſiger Gegend gebräuchlich, daß uſche pws die einzuwinternden Bienen im Herbſte gar nicht be- Sammet ſchnitten werden. Dies geſchieht erſt nal Beſchafe- Warm Wm fenheit der Witterung um Marien, und dann beſchnei- brochen! M det man ſo mäßig, daß die Bienen vollauf Honig be- Bienen m halten. Denn Noth müſen ſie durchaus nicht lei» nige in den, wenn was aus ihrem Schwärmen werden ſoll. mee werten Beym Beſchneiden ſelbſt muß man ſich eines mehr , 17 ſchmalen als breiten Meſſers bedienen, weil das leß- in de zu el 4 tere NN Se NM E E II ERSIN 3 RID...=- anf. hah BEA ain uote M SA RaR it met ST- enmeetäätlitakzäit ne. zent Bare m"BB----- zZ EZM ub zan a Zig uuf fr geſehel und(! jahren Bin weh muß, hrauch ) nah: fochen, nach de felt ver a L beſchm wöſſert Tuch zum€ ſer Honi den, je (uf Fl niageſd Bier: und ſel fomme meſſe| nigſten ht das Chraul M. 1 1. An NEE TES VLSS TURNIERE THUNE ERR III INIIEIE SER TITS ENRUtnw TNT ZEH Die Bienenzucht, 537 MOE 2:.: V Honig wieder angefüllet, mit Papier verbunden, und '.„» "wehe auf tro>nen Boden, Kammern oder in Kiſien wege geſeßet: Der Honig dauert 20 Jahr und DOEUDENN oni und es muß immer ſo viel Vorrach ſeyn, daß in Miß« % jahren die Bienen damit gefüttert werden können. n Ao ej Binnen Jahresfriſt wird der Honig hart und körnigt, und vim» weßhalb er am Feuer erwärmet und aufgelöſer werden ide W muß, DE er verfüttert oder an falten Speiſen ge» nd reh ij braucht werden ſoll. ledige Jutz Manche Bienenwirthe werfen die ausgeſchnitte- pf geworfen nen Honigtafeln in einen Keſſel und laſſen ſoiche ſtark le, ode Yih kochen. Dergleichen Honig aber iſt unächt, wei! er opf ans Zur nach dem Maaße der ausgeſtandenen Hike ſeine Süßig- ) ſo, die keit verlieret, . My Die übriggebliebenen Hülſen und alle mit Honig licher, m beſchmierte Geräthſchaften werden einige Tage ausge- jen Neuen, 3 wäſſer?, das davon ſüß gewordene Waſſer durch ein und der Tuch geſeihet, und in ein Gefäß gelaſſen, welches ' Selle gel zum ÜCſſigwerden in den Keller gebracht wird. Die- Hülſen iv ſer Honigeſſig wird deſto eher abgähren und ſauer wer- ß gethan! den, je mehr er in der Wärme ſteht. Je länger er Arbei by auf Flaſchen ſteht, deſto mehr verliert er ſeinen Ho- Aonig wid! niageſchmac, und ſtehet in der Mitte zwiſchen dem Bier- und Weineſſig in Anſehung ſeines Geſchmacks und ſeiner Güte. Die ausgewäſſerten Hülſen aber honig, kommen unter das Wachs zum Auspreſſen. mengewnt:: fahren, 7. Das Auspreſſen des Wachſes. is ew . 4| Wer viel Bienen hat, muß ſich eine Schrauben- von Aer preſſe| halten, weil man annimmt, daß zum we- nigſten das fünſte Pfund Wachs bey der gemeinen „mme u Art das Wachs zu preſſen verlohren gebr. Die + glue Schraubenpreſien EE nicht zu klein ſeyn, wenig- H, 5 jun ee ſahſen 2 | en davon find nicht anzurathen, 207 F> Verfahrn p: 1 2 3 IEE o; N Verwüſtungsarten der Birkenwaldungen, 20 AF. Bir- fim hn fenzweigein den Wohnzimmern dienen zur Geſundheik; bd. it Epun 2009 f. das Anbohren der Birken zur Gewinnung des 333 an Saftes, 211 ff. Das Beſenreisfchneiden- wenn und > f. ta Ei wie es geſchehen ſoll, 213. Nutzung der Birken, 215. "4"A ff. Unterſchied des Holzes, 210. Geräthſchaften da- om rihinan von, ebd. f. Wirthſchaftsgebäude davon, 217. wie | un] das Holz wider den Wurmfraß zu ſichern, ebd. wie die ' 302[bai Müller das Holz zu Radezähnen und Trillingen feſt m die Zelindy machen, 218. [ſchaffen ey ZBirkenaſche, ihr Nußen, 218. erſparet Talg beym Sei- fekochen, ebd. 1 533 ful Ivirkenblätter, ein Futter für Schaafe und Ziegen, 226« Jütte mH geben eine dauerhafte gelbe Farbe, ebd. f. das davon wie fie im Zu abgefochte Waſſer wider die Kräße, 227- Saft der- Coden duſch! ſelben wider die Käſemaden, ebd. wider den Unfall der € beſchnitty 1) Fliegen auf die Pferde im Sommer, ebd. Birkenknoſpen, Thee davon wider die Gelbſucht, 228- getroc>net, ein Futter des Hausgeflügels, ebd. ſind die Lieblingsfoſt der Birkhühuer /9d. Birkentork, giebt die beſten Floßknoten zu Angelruthen, 225. wird bey den Lappen äußerlich in vielen Krank heiten gebraucht, 229. Birkenſchwaimm, fängt leichter Feuer als der Eichen- ſchwammy, 225» Birkenrinde, wird in Schweden zur Deckung der Häuſer gebrauchet, 229 f. Degenöl zu Veefertigung der Juch- Fackein davon in der Schweiz, wel? 519 f, Dip ſeyn 520,0 gend, ed. Ih Geſchieht m 18 aud) in dy) ,(df; ſelben, ebd. ien davoity 221. Wong Dee DON 67 Ai or = e-=- SI DI GRIEE PEE AA IEEE IEE I SSW ESTER IIIS GS GORGE Ge<< de. AID Regiſter, ij.' 448 Büchenlaub, Matraßen davon, 142 f. Inlette davon ins M" werden den Strohſäcken unter den Betten in England vorgezogen, 143« pn C. .f, li Ceder von Zibanon 331 f. Beſchaffenheit der Aeſte, ſen an Nw Nadeln und Zapfen, ebd. wie die Zapfen zu öffnen, y Natſicdy 331. wie und wenn der Saame zu ſäen, ebd. Wachs- del AEN thum der jungen Bäume, 332. Der ſchicklichſte Bo- een Oman den-für ſie, ebd. vorzügliche Güte des Holzes, ebd. f. j Cedernholz, kömmt zu uns aus Amerika, und iſt Virgini- f, hit il ſcher Wach!) older, 339- wird für das allerdauerhafteſte Urſah bim gehalten, ebd. Geruch und Farbe deſſelben, ebd. Fut» bd, f, Py; ter der Bleyſtifte davon in England, ebd. Gebrauch 115. vom; bey den Kunſttiſchern, ebd. die Cultur dieſes Holzes Gili: für Deutſchland empfohlen, 340. des Zucht)„|E AI Lbereſchenbaum, 374 ff. der wilde hat über 20 Namett, legung iw ebd. wo er wächſet, ebd. vermehrt ſich durch den von iG: 4 den Böogeln umhergetragenen Samen, ebd.. wird zum 00. Krammeisvogelfang um Häüſer und Gärten gepflanzek, ARIEN 275. hat das erſte, dem Verfrieren nur ſelten unter- erdim worfene Laub, ebd. macht ein gutes Anſehen in Alleen, 8 Unpfan) ebd. Die Beeren ein gutes Futter für Schaafe, Kü- eplnge 13 he und Hühner, ebd. der eingekochte Saft im Bauern- ie mit furl theriaf, ebd. Die Rinde iſt in einigen Ländern ſtatt der gung, 135f Tamarisfkenrinde eingeführet, ebd. Gebrauch der Bee- en ds Zü ren beym alten Silber zur Wiederherſtellung des Glan- en zum Chf zes, ebd. Gebrauch des Holzes, ebd. Beſte Zeit und Alter 1 Deyn) den Baum zu fällen, ebd. f. gutes Brenn- undKohlenholz davon, 276. wie ſchöne Spaßierſtäbe von den jungen erf Stämmen, zu ziehen, ebd. f. Impfen der Birnen und Mi»- f. Dit dvon ſpeln auf ſelbige, 277. Vermehrung aus den Samen,ebd. er ſpeſ 19 FF. BVerpflanzung, 278. Schlag- und Unterholz davon, gemadt mid ebd. wie alte Bäume wieder fruchtbar gemacht werden, Teh 173 279. mit welcher Vorſicht die Beerentrauben abzubre- on, 149.(It hen, ebd. Truthühner mit den Beeren gen;äſtet, be- 149. Neth Fommen einen h-rrlichen Geſchmack, 280. wie ſolche in Gdmabt den andern Hausthieren verfüttert, eingeſammelt und ufo in getrocknet werden, ebd. ff. deem At Kiche, oder Cichbaum, 8 ff. wie ihr Anbau in Holland befördert worden, 8, haben auf einem guten Boden kei- Büchen Mm 5 nn R SPREE ION WOS AUEN BEP AIER Regiſter. nen langſamen Wuchs, 9ff. die Wintereiche, 10 ff. die Sommereiche, 12 ff. die Blüthe der Eichen iſt den Bienen ſehr zuträglich, 14 f. die Wintereiche wächſt langſamer als die Sommereiche, 16. Alter der Eichen, 20. ihre Dicke, 21 f. ein Gegenſtand unſerer Achtung, 22. ihre Verpflanzung von Gleditſchen widerrathen, 23. Zübereitung der mit Eicheln zu beſäenden Plätze, 25 ff: der ſchicklichſte Boden dazu, 31 ff. wo Eichen nur als Schlagholz zu behandeln, 33. auch in tiefen und naſſen Gegenden können Eichen ein feſtes Holz has ben, 33 f. das Verpflanzen der jungen Eichen, 38 ff.. Holländiſche Art zu verpflanzen, 50 ff. Andre Metho- ven, die Eichen zu verpflanzen und zu vermehren, 52 - ff. Pflege und Wartung der jungen Eichen, 59|f. wie ſie als Schneidehols zu behandeln, 65 ff. als le- bendiges Schlagholz, 67 ff. Nußen und Gebrauch der Eichbäume und ihrer Theile, 73|f. wie ſie zur Feue- rung zu gebrauchen, ebd. f. Vorbereitung zu Zimmer- holz, 74. f. Wagner- oder Stellmadhjerholz, 75 f. zu Mühlen und Hammerhütten, 79 f. GStabholz, 802. wie alte Eichen zu verjüngen, 81 ff. der Nuten da- von, 83 f. Vorſchlag den jungen Eichen die Rinde zur Lohe abzuzießen, 86. größter Nußen der Eichbäume zum Wetterableiten, 91 ff. Eicheln, welche zur Saat zu wählen, 17 f. Sammlung und Aufbewahrung derſelben dazu, 35 f. Zelt der Aus- ſaat, 37 ff. Futter derſelben für Pferde, 88 f. Horn- und Schaafvich, 89. Hausgeflügel, ebd. f. Lichenlaub, wie folches zum Dünger zu gebrauchen, 37- - Eicbenraupe, verhindert den. Wachsthum junger Cichen, 18. ſoll vertilget werden, ebd.: Eichwglder, wo ihre und andrer Holzungen Hauungen anzufangen, 8L. Elſebeerbaum, 384 ſſ. liebt einen guten, ſtarfen Boden, ebd. Beſchafſenheit ſeiner Beeren, ebd. ſind ein Haus- mittel wider ven Durchfall, 285. Gebraud) des Hol- zes, ebd. wird dahin geſeßet, wo man die Vogel im ſpäten Herbſte hinlocken wil), ebd. die Erziehung aus dem Samen, ebd. wo die ſchönſten und höchſten Büu- me zu finden. ebd. Echlagholz davon, ebd. Erle, Elſe, Eller, wie ihr Holz wider den Wurmfraß zu ſichern, 77. f. wo ſie am liebſten wächſet, 186|f. Vermehrung aus dem Samen, 188 ff. durch ehe oder gj Gus auh Zz m von Reg NER ER Een BR RAS ZT IIEN SE 09 a ufs 0 II Sg LE ins< IE 2ER? => hv 10; Oden ien hf der Chm, Acht, ide eech den 0 Hiho wo Cihan dh in Wfa tes Dol; ha hm 33. dre Melhh Wehr 52 hem 50 fo dl brauch di je zur Jib zu Zim 751% 1 abhol)" Nuß dw e Rinden Eichbäun! Sammy) (t der Aus: 8 f. Zo aude 37 ger Ott Haug fen Zube" ein Du ZIE MS NEP ETEG TES NSE IN EAU EIE GENEN 1 ZE ESER. Regiſter. oder Seßlinge, 190- f in Holland Heen davon, 191. warum ſie nicht an Teichen und Fiſchhältern zu dulden, ebd. wie vft fie als Schlaghol; zu behandeln, 192. WWPerth des Brennholzes davon, ebd. wie das Übneh- men der Feuerungskraft des Holzes zu verhindern, 193. Koh en davon, ebd. Gebrauch des Holzes zu allerley Geräthe, 194. Vorſchläge zum Abhalten des Wurm- ſtichs, ebd. Unverweßlichfeit im Waſſer, ebd. f. die Stangen taugen nicht zu Weinpfählen, Hopfen- und Bohnenſtangen, 195. das Holz iſt den Wanſchen zue wider, ebd.-f. Die Blätter wider die Flöhe, 1906. Gebrauch derſelben zum Schaffutter, ebd. Rinde zum Schwarzfärben, ebd. zur Schuſterſchvärze, 197« die reifen Früchte zur Dinte, ebd. die Bläche iſt eine der erſten Biene! nnahrungen im Frühlinge, ebd. Erle, Nordiſche weiße, 197 f. verdienet wegen ihres ſchneltern Wuchſes bey uns angebauet zu werden, ebd. der Same wird aus Nocwegen erhalien, ebd. die in- nere rothe Rinde wird zur rothen Farbe der Felle und des Leders von den Lapven SN MNG 198. Vorzug d's Holzes zu den Milchgefäßen der Nordländer, ebd. die Sprößlinge im Frühjahre ein Mittel wider die Waſſerſucht dee Schaafe, ebd. Eſche, 173 F. wenn ſolche ihren Wachsthum vollendet, GRR FER GSIES IOD WERE ebd. Reife und Ausfaat des Samens, ebd. wo die Eſche am beſien gedeihet, 174 f. läßt ſich ſehr leicht verpflanzen, 176. braucht die wenigſte Pfleae, ebd. lebendiges Hols davon, ebd. Exfenntniß des Ulters. ebd. Behandlung eines. Eſchenwaldes, 177. Unle- gung ein?2 ſo'» Regiſter: UN EN ID PHE': ZUM Blüthe giebt den beſten Honig, Lindenhonig, 238. Er- te 11, ziehung aus dem Gann, ebd. wie Aleger zu machen, des 239. der beſte Boden für die Linde, ebd.- wenn ſie vm. pfianzrecht, ebd. Gebrauch des Holzes, ebd. Zweige hd., und Laub ein Lammjatter, 249- Lindeublüihwa ſer, deſ» bm ſen Nuten, ebd. Früchte, zerſtoßene, ein Mittel wider ed drs den Durchfall, ebd. der aus dem Gkamme abgezapfte 0 Saft wird wider das böſe Weſen nützlich gehalten; ebd, undK Trank aus den Yeſten wider die Waſſerſucht, ebd. 3 u |. die aug Fein. fielen di P78nner, wilde, was ſie ſind, 255. ihre Behandlung, ehim) ebend. f. ; Waſerbirke, 218 ff. wird durchs Trocknen feſter und j1 Deſhs dauerhafter, ebend. ihr Gebrauc bey Hammertverkenys GER und Räderwerk in Mühlen, ebend. Unterſchied der die Bop! Maſer, ebend. f- ihre Entſtehung 219. f. wie unſre Höhe vs Bauern ſich Maſerholz machen, evend. er Krams P3aſt, Eichelmaſt, die volle folgt nicht immer auf die 290, di Menge der Blüthe, 16. wie oft darauf zu rechnen, 17. „ein Bich- aſt, von Buchedern, 151 ff wird für jedes 4te Jahr vob wide nur angenommen, ebd. woraus im Herbſte zuvor auf die dauerhaft Maſt des künfrigen Jahres zu ſchließen, 152. wenn ſie durc) din von den Schweinen am biebſten gefreſſen wird» ebd. was an dieſer Maſt zu tadeln, ebend. wie die(Speck- Biehn ſeiten aus ſolcher mehr dauerhaft zu mächen, ebd, fö HPlaytsfer, ihr Schaden an den Eichen, 19. wie ſie:zu vertilgen, ebend. f. zliebibeerenbaum, wird 30 bis 40 Fuß hoh, 292. ſchicft ; ſich gut zu Alleen, ebd. die Beeren werden gegeſſen und ift ſm geben einen guten Brandtwein, ebd. f, die grüne Rin- | welchen de wider die Waſſerſucht angeprieſen, 301. die mittlere bd. zv Rinde wider die Mundſäule, ebd. Arzneykräfte der um) Kerne, ebd. Saft der Beeren wird ſiatt der Citronen ' faſt ß und zum Punſch gebrauchet, ebd. Saft der Beeren augen nebſt der Rinde Färbemittel, 302. Gebrauch des Hol- 14900» 3ze8, ebd. ird ni DP. wir) y Pappelbanm, 267 ff. ſchwarzer ebd. ſein Heſter Boden, fb ebend. ſchneller Wuchs, 263. kann alle 4 oder 5 Jahe | re gefröpfet werden, ebd. Reißig zu Faſchinen beym 19 Waſſerbau, ebd. das Holz iſt zur Feuerung etwas 46 !“fer - JEIASIELN 5 wn SEESEN<== 5 SEE MES 2 MIESES ES GRETE SI SOD NEST IUS ESE AES SON 522222000007 85.0508 8 S0 EEIAAGERZ AN EN 4 WIEARE IUGEER Regiſter. ſer als weidenes, ebd. ſchmerzlindernde Salbe aus den Knospen, ebend. f. Vermehrung derſelben, 269. Ita- lieniſche Pappel, eine Abart der erſten, ebd. warun ſie dieſer nicht mehr vorgezogen wird, ebd. weißer Pappel» baum, ebd. ff. ſchneller Wuchs im mittelmäßig feuche ten Boden, 270. wo er nicht hinzuſeßen, ebd. Ver- mehrung, ebd. f. Brekter davon zum Austäfeln der Zimmer und Fußböden, 271. Geräthſchaften davon, ebd. die Wurzel wird von Kunſtiſchern gebraucht, ebd. Zitterpappelbaum, 272 ff. wächſt auf gutem und ſchlech» . fem Boden, ebd. iſt im Flugſande bey entblöoßten Szel- len gut anzubringen,“ebd. warum ſie in Wäldern bepyin Wildſtande ſo gern geſehen wird, ebd. f. Blätter und junge Triebe eine Lieblingskoſt der Pferde, Schaafe und Küde, 273. Gebrauch des Holzes, ebd. feſte Bretter * davon, ebd. f. mit friſchgehauenem Espenholze ge- brannte Ziegel befommen eine bläulichte Glaſur und mehrere Feſtigfeit, 274. Pferde, braune, 359 ff. Eintheilung derſelben, ebd. lichtbraune, ebd. beſte Farbe derſelben, ebd. licht- und goldbraune(hellbraune) ebd. rechtfarbige, 360. dunkelbraune, ebend. f. geſpiegelte braune, ebd. ſchvarzbraune, ebd. kaſtanienbraune, ebend. wurden nebſt den Apfelſchimmeln von den alten Rmern ſchr geachtet, 361. Pferde, Erziehung derſelben, 396 ff. Hengſt oder Be» ſchäler ebd. Geſundheit der Stute iſt nsthiger als die des Hengſtes, 400. die beſien Stuten in Unſchung der Race, ebd. Pferde, fuchsfarbige, Süchſe, 361 f. ihre Eigen“ Regiſter, Pferde, verſchiedene nach der Farbe, 355 f. ſchwarze, oder Rappen, ebd. gute und ſchlechte Eigenſchaften, ebd. lichtfarbene, 357. mauſegraue, ebd. warum auf ſchwarze Pferde zu halten, ebd. Weißfüße werden als Reitpferde vorgezogen, ebd? bläßichte, ebd. f.+ Pferde, verſchiedene nach den LandeLarten, 344 ſſ. Ara- biſche, ebd. f. Eintheilung derſelben in 3 Klaſſen, 345. aus der Barbarey, 346 f. Türkiſche, 347- Spani- niſche, ebd. f. Engliſche, 348. Franzöſiſche, 349. Ita- lieniſche, ebd. Däniſche, ebd. Hollſteiniſche, 350. Frießländiſche, Holländiſche, Fläntiſche, Weſtphäliſche, Geldriſche, ebd. Deutſche, ebd. ff. die vorzüglichſten darunter, 351. die allerfleinſien können als die beſten Läufer unter der Hußarencavallerie gebraucht werden; ebd. f. Preußiſche Pferde, 353. werden von Königen zu Kutſchpferden geliebet, 353. ihre kriegeriſchen Ei« genſchaften, ebd. Ungariſche Pferde, 353 f. Vorzug derſelben vor andern.in Anſchung des Laufens, ebend. "Siebenbürger, ebd. Moldauer, 354. Polniſche, ebd. Ufrainiſche, ebend. Tartariſche, ebend. MSF ING ebend. Dferde, weiße, oder Schimmel, 362. drey Klaſſen der- ſelben, ebd. ſchneeweiße, ebd. milch- oder perlfarbene, ebd. f. mauLsfalbe mit ſchwarzen Mähnen und Schweif, 363. blaue Apfelſchimmel, ebd. rothe Apfelſchimmel, ebd. Blauſchimmel, ebd. Mohrenköpfe, ebd. Grau» ſchimmel, ebd. Fliegenſchimmel, ebd. f. Schwarz- ſchimmel, 364. Schecken, ebd. porcelainfarbene Pfer» de; ebd. falfenfärbige, ebd. Pferdekauf und Tauſch, Regeln dabey, 364 ff. wor» nach ſich der Käuf oder Werth der Pferde richtet, 365; warum und wie an junge Pferde lieber als an alte Geld geleget werden ſoll, 366. in welchen Fällen junge Pferde den alten nicht vorgezogen werden ſollen, 370. nächſt dem Alter beruhet ihr Werth auf der Schönheit, 372. Beobachtungen über ein zu kaufendes Pferd-im Stalle, 381 ff. Leib und Füße, 382. Krippenſeizer und Beiſ- ſer, ebd. f. Kopfhänger, 383. Gebrauch der Peitſche» ebd. an der Ställtbüre, ebend. f. Augen, ebend. f. Zähne, 384. Roßtäuſcherkünſteleyen an denſelben, 385 ff. Maaß des Pferdes, ebd. f. Unterſuchung des I e : Ge 2 IRRT EG ETI S2 MSIE EN I SW ES STEG GENÜGE GE SUTNE Rl WaR Regiſter, Nw ſes und der Füße, 388 ff. des Schwanzes, 389. hw Aufſitzen aufs Pferd, 390 ff.„Reiten im Trab und je Gallop, 391. Athem, 392. Roß, ein Hauptmangeh, “"t ng ebd. f. Stätigkeit desgleichen, 393 f. Zaum beym 4 VBorreiten eines Pferdes, 394. Roßtäuſcherfünſteley 344 f. Ih ein Pferd gegen die Sporen empfindlich zu machen, ebd. Klaſs f. eine betondere in der Mittelmark gebräuchliche Vor» 47: Ob ſichtsregel, 395 f. ', 340.3 Pferdekrankfheiten und Wittel dawider, 471 ff. Augen« ſhe felle, 4723. Mundkfranfheiten, 472 ff. Feifel, 474 f. Veſphh Strengel, 475 f. Mandeln, geſchwollene, 476 f. Rä- VOrüglihin hefrankheit, Verfangen, 478 ff. Darmgicht, Colif, als die bn 480 ff. Dämpfigkeit, Athemkeuchen, Schlagbäuchen; aucht wehen 484 ff. Durchläuf, 485. Satteldruck, ebd. f. Beuys bon Fini len von der Hiße, 487. Verrenkungen, ebd, ff. Spline egeriſchen Gu und Spaak, 489 ff. Maufke, 499. Aligemeine Rea 3 f, Bory geln beym Aderlaſſen, Purgiren u. ſ. f. 491 f. Pferdeſiele und Rummete, 455 ff. Vorzug der leßtertt, 1fens, eben) . 456. Engliſche, als die beſten, ebd. Aniſchy>) (Ethauiſi);? ) vn Pferdezucht, 343 ff. Einfluß der Race und Farbe dep Pferde auf ihren Kauf und Verkauf, ebd. f. find des ) Alaſſen dv Menſchen liebſte Hausthiere, 344. 40 Platanus, Nordamerikaniſcher, 308. verdient ſtärker an: ' 4| gebaut zu werden, ebd. Stärke deſſelben in Penſylvas t jeh nien, 309. Vermehrung durch eingeſteckte Zweige, ebd. dd 3,8 das Pkaub von Inſecten nicht angegriffen, ebd, die ED Ausdünſtungen ſollen die Luft reinigen; ebd, f, ||") 64f. w BG: vichth 9 NC GEE I an alte) Reitet, allgemeine Regeln daz, 420 ff. junge gi Robinig; unbewehrte, Sibiriſcher Erbſenbätm; 356 ff. 370 mf wo er wächſt und nicht wächſt, 307. die Nußung des Ones 37 Samens davon iſt übertrieben angeprieſen worden, ebd. EIn f: der Gebrauch der Blätter ſtatt des Indigo bezweis er 6) felt, 398. de m Roß- vder wilder Kaſtanienbaum, 283 ff. wird zur Ans 08 pflanzung empfohlen, ebd. Gebrauch des Holzes, ebd: u es die Früchte zur Viehfütterung, ebd, f. wie Kühe dara [0 4 Nn 2 zu --- m-.. ESN STOTTERN E77 ME INSIDE DIE, 1-2 ANG NEG ZENDRR H- EN I Regiſter. „ zu gewöhnen, ebd. ſind bey der Schaaf- und Pferde- zucht Arzney, ebd. f. die Vermehrung des Baums, 233. eehl zum Kieiſter für die Buchbinder empfohlen, ebd. der Kern iſt zur Neinigung der Wäſche dienſam, ebd. f. Rüſter, Ulmetrbaum, 2309 ff. ſchicklicher Boden datu, ebd. breitblättericht? Rüſter, 231 ff. wo ihr beſtes Gedei- ßen, ebd. Schlag- oder Unterholz davon, 232. Ver- pflanzungsmethode nach du Hamel, ebd. warum ſie Fliegenbaum heißt, 233. Engliſche Rüſter, 233. klein- blätterichte Rüſter, ebd. f. Holländiſche Rüſter, 224 f. glatt- und breitblätterichte weiße, 235. ſchmal- und glattblätterichte, ebd. Baſt davon, ebd. Ungewißheit und Undeutlichfeit ſämmtlicher Rüſterarten, 236. S. Sgadebaum, 342. feine Höhe ebd. muß durch beygeſteck- te Stangen gerade erhalten werden, ebd. die Blätter ein Mittel wider die Würmer der Pferde, ebd der Gebrauch für Menſchen kann nüßlich und ſchädlich ſeyn, ebd. äußerlicher Gebrauch wider den Grind, Geſchwü- ve und Beinfraß iſt ſicherer, ebd. Die Vermehrung des Baums, 343- er wächſt beſſer im Schatten, als in der Sonne, ebd. Saftgräün, Blaſengrün, Bereitung deſſelben, 390. Schaafe, obihnen das Salz unentbehrlich ſey, 508. was für ein Mittel wider die Egelnfranfheit bewährt gefun- den, 507. wie ſolches Mittel überall zu erlangen, 503. die Heilung des Grindes, 509 f. Schaafe, reichliche Winterfütterung derſelben, 499 ff. Mangel derſelben verurſacht Krankheiten und Abſter- ben der Schaafe, 500. wie ſolcher Mangel am gründ«- lichſten abzuwenden, 501. wie die Winterfükterung aufs vortheilhafteſte einzurichten; ebd. f. Schaafmilcnete Scale der y Unge Frucht tpdtet Läuſe, ebd. die Frucht ſchadet den Schaa- VEN 230, fen, ebd. Vermehrnng des Holzes, ebd. Sptint. des Eichenholzes, dem Wurmfraße unterworfen, 76. wie ſolches abzuwenden, ebd. f. Stallung der Schaafe, 503 ff. ihnen iſt darinn das Le» urch bepefed ben in friſcher, freyer Luft zu verſchaffen, ebd. ihre d.„die Alte Krankheiten und Sterben aus dem Mangel der freyen dy, ebd v Luft, ebd. wie überall die alten Ställe dazu einzuriche d ſchädlich(m MUSCLE: 4 rind, Geſchw) Sterne der Pferde, 357. künſtliche, 358 f. ' 208 Stränge der Pferde, wie lang ſie ſeyn ſollen, 456 f. Gatten, Striegeln der Pferde, wie es geſchehen ſoll, 423- : Stut2, in welchem Alter ſolche belegt werden ſoll, 401. en 3: in welcher Jahreszeit, ebd. woran ihr Begehren nach ſey, 508: I dem Hengſte zu erkennen, 402. wie ſolche demſelben bewährt offt zuzuführen ebd. f. Pflege der Stute während ihrer erlangen 58 Trächtigkeit, 404 f. wie. lange ſie trächtig geht, 425 f. geſchwollenes Euter derſelben, 406. Kennzeichen ſelben, 907 des herannahenden Füllens, 497. Geburth, 408 f- ſt 6 das Löſen des Füllens, 410. Wegnehmen des Neßes 06 oder Hamens, 41 1. ſernere Verpflegung nach der Ge- Mei burth, 412 f. f Schwefelregen, wovon er herrühret, 319 gend) T, gibi Tabbert, ein Spottname des weiblichen Kopfputes, deſ- ung der umd ſen Ableitung, 221. TEM Rn 3 Tan- ("" d=.: Ed STEER E77 75 Regiſter, Tanne, Weiß- auch Edeltanne, 314 ff. wo ſie zu finden, ebd. f. wächſt auf gutem Boden ziemlich ſchnell, 315. wenn ſie tüchtigen Samen frägt, ebd. Vermehrung durch den Samen, ebd. Gebrauch des Holzes, 316. Arzneyfräfte der jungen eingemachten Zapfen, ebd. Tannenterpentin beſſer als der vom Lerchenbaum, ebd. Tarbaum, Eibenbaum, u. ſ. f. 340 ff. wird in Deutſche land wild gefunden, ebd. wird von den Gärtnern in den Jtalieniſchen und Deutſchen eingetheilt, ebd. dies ſer iſt nicht wie jener dem Exfrieren unterworfen, ebd. wird in den Gärten nicht mehr geachtet, ebd. Erziee bung aus den Samen und Zweigen, 341. Güte und Gebrauch des Holzes, ebd. Die Beeren eine Lockſpeiſe der Ziemer und Schnarren, ebd. das Laub den Pferden, Kühen und Ziegen tödlich, ebd. die Beeren ſind öfters von Kindern ohne Schaden verſchluckt worden, 342. Traubenfirſchbaum, wird öfters mit dem Elſebeerbaumnz und dem Faulbaume verwechſelt, 285. wo er zu fine den, ebd. Kennzeichen deſſelben, 286. Die Frucht von armen Kindern bey uns, den Lappen und Kamte ſchadalen gegeſſen, ebd. ſind ein Hausmittel wider den Durchfall, ebd. Vögel ſind damit ins Refier zu locken, ebd. prächtiges Anſehen des Baums in Plantagen und Luſtwäldern, ebd. wenn er hoch wächſet, 287. die Ver« mehrung, ebd. Gebrauch des Holzes, ebd. welchen Gegenden der Baum zu empfehlen, ebd. ſüße Kirſchen darauf zu impfen, ebd. iE W. Waagen, Beurtheilung dev beweglichen und unbewegli- dien, 454 f. Wachholder, 333 ff. ſeine Höhe auf gutem Boden, ebd. Brettſtämme davon in Rußland, ebd. wächſt auch in den elendeſten Orten, ebd. Cintheilung des Wachhol«- ders bey den Alten, 334. Güte und Gebrauch des 2Iolzes, ebd. beſtes Kanimholz davon, ebd. iſt zum Räuchern des Fleiſches vorkrefflich, ebd. die Beeren ein Gewürz, 235. ihre Arzneykräfte, ebd. Wache voldermuß, ebd.|. Getränke davon für den gemeinen Mann in Frankreich und Schweden, 336. Fortpflan- zung jut) ga hiſſen Mitt zube ypachh empf ſicher Wachh 339 0087 von) Wagen! des 31 Waldriſ den Bq - iſche Wachs, , MWeide,2 241 ff j temfor Fu fa; 25 f. R | mw, | hohes i dine Holzart | MWſiep bereitet | fm26 | hen, eb die Wo brauche iſtvon / dy cht / Widenar bf n IN AIRE DIINI fR SOE ESF END 2 fis WE NEHER ENGNG ARGH EIR NI Auf Regiſter vo fi INE: ich Fn, zung durch den Samen, ebd. f. in wiefern Kieferfa- hd. Verm, men darunter zu ſäen, 337. wo die Wachholdern am des Bols 4 beſten wachſen, ebd. ein Wachholderwald, als ein tn If; Mittel den Krammetsvogel in jeder Jahreszeit bey fich kerhenbam. zu behalten, und zu fangen, ebd. f. y',- e ird inDy Wachholder, Spaniſcher, 338. iſt gegen die Kälte un- das Gitt empfindlich, ebd. große Beeren deſſelben, ebd. ſchick- teilt in licher Boden für ihn, ebd. ron, Wachholder, Virginiſcher, rothe Virginiſche Ceder, fet, ebd, 6, 339 f. wo er wächſet, ebd. deſſen Wachsthum bey 341, Gihy uns, ebd. das Verſetzen, ebd. das Cedernholz iſt m eine Cody von dieſem Baume, ebd. uh den Pfk Wagenräder, ihre rechte Beſchaffenheit zur Erleichterung eren ſind yz des Ziehens, 457 ſſ. orden, 3u Waldriſſe, oder, Eisflüfte,- was ſie ſind, 84 f. machen 1 Elſcheethay den Baum zu Nugholz unbrauchbar, 85. verſchiedene Wo er zu fü Beſchaffenheit derſelben, ebd. ), Die Fruſt Wachs, deſſen Auspreſſen, 537 ff. Preſſen dazu, ebd. f. en und Iam Weide, 240. vier Ordnungen derſelben nach dem Linnäus, etol wider by 241 ff- Vermehrung durch Seßlinge oder Saßweiden, efer zu lod 248 ff. Mittel die Seßlinge auch in ungünſtigen Jah- Wantagen un) ren fortzubringen, 250 f. Entledigung derſelben von 287, die Ven Raupen, 251 f. Sommerſeite der Seßlinge zu bemer- 06. welchen ken, 252. wie ſie auf Vichtriften zu verwahren, ebd. ſüße Sieſchen f. Kopfweiden, 253|f. wie das Köpfen vorzuneho inen, ebd. ff. beſſere Methode, 255. Gebrauch des Holzes, 265 f. Bretter davon, ebd. Webßſteine da- von, ebd. Kähne, ebd. ſoll zur Feuerung mit andern Holzarten vermengt werden, ebd. Kaminholz für zärt- 1 unbung) liche Perſonen, ebd. wie das Zaunholz davon vorzu- bereiten, ebd. f. Laubfütterung für Schaafe angeprie- ſen, 266. Die Rinde dient zum Lohgerben und Fäpo 1 Hoden, 1) ben, ebd. Wurzel und Blätter ſind Färbemittel, ebd. jächſt auh die Wolle der Lorbeerweide, wozu ſie am beſten zu ges es Wach) brauchen, 267. Die Rinde dieſer und der Bruchweide jebrauc)!' iſt von einigen Aerzten der Chinarinde ſubſtityiret wor- hd. ſy den, ebd. dieZ Weidenarten, Anbau der kleinen niedrigbleibenden, 256 ed Dh ff. Hecken um Krautgärten davon, 257. wie ſolche en gem feſter zu machen, ebd. f. Fort Wei- ju) ASCHE FER SIRBUES I SOD WERSE AUEN WTE AES NEE 2. ZEE EIER) KRISE CUIGES AN EE 8 TT BEE II VEEN Regiſter. Weidichte, wie ſolche anzulegen, 253. Weiß- Hain- dder Sagebuche, 154 ff. äußerliche Be ſchaffenheit des Stammes, ebd. anſtändiger Boden, 155. iſt gut im Schlag- oder Unterholze, ebd. Kopf- hainbüchen, ebd. Art zu hauen, 156. Vermehrung der Weißbüchen, ebd. ff. Beförderung des Wurzel» wuchſes, ebd. f. Methode junge Büchen zu pflanzen, 157 f. Erziehung aus dem Saamen, 158 ff. Vor- züge der Wände davon, 159. Nutzen des Hainebü- <