3 — Univ.- Sibi. Giesses . 5 —— — .-⸗ XAA⸗ 3 ————— 8— „—-—————.—ꝗʒ — — —— ſyſtematiſcher Ordnung, vom|: „Verfaſſer der Hausmutter, BI(049 D D.1 ENGE A "ADE IE DEST ANDBAT ZU MOEGLIN -==zzaugigliiänenee u Zweyter Band, Leipzig bey Johann Friedrich Junius. 1784- “er Eh ie"einene 6“ GEST riet NE Beri ASE SE fee wn ze be RR EN R RE FANG Dem Hochwohlgebohrnen und gnädigen Herrn, HERAN Friedrich Wilhelm von Rohdich, S5 Seiner Königlichen Maſeſtät von Preuſſew hochbeſtallten Generalmajor von der Infanterie; Chef eines Bataillons Königl, Leibgrenadier- garde, Inſpector der Potsdammer Garniſon und andrer Infanterieregimenter, Commendan-- ten der Reſidenzſtadt Potsdam 2c, Meinen gnädigen Herrn. und Höchſtzuverehrenden GLünner, Ho Zw X= Vorrede, MET des vor einiger Zeit bereits bekannt gemachten Entwurfs zu dieſem ſyſtema- tiſchen Hausvater, muß nun das Kapitel vom Saen das erſte in gegenwärtigem Bande ſeyn; welcher den eigentlichen Kornbau in ſeinem gan- zen Umfange darſtellet. Mit der Anweiſung, wie der beſte Saame jeder Getraydeart zur Aus- ſaai ausgewählet, und für jeden die ſchickliche Zeit des Ausſäens beobächtet werden ſolle, wird die wichtige Theorie des Säens ſelbſt verbunden, Das Freimdſeyn in ſolcher Theorie iſt auch dem Landwirthe des Mittelſtandes ſo unanſtändig, als nachtheilig, wenn er ſchon nicht ſelber der Säacmann ſeyn kann oder will, wie ſolches doch manche ſchr begüterte und im Anſchen ſtehende abliche Wirthe ſo gern ſind, weil ſie Pünktlich» ßeit und Ordnung überall ſuchen und wollen, dabey <<-“ wd 2 SSEN NSN SNN NS SSS SSS EE EEN ; eee R rf M M SI SEI SEEREISE SERS WSC TE DEIN ÜS 55 GA IG IMEI UNGER 75% m/ |< 4 <“"K SIE Vorrede. dabey aber glauben müſſen, daß ihnen in der Ers reichung derſelben keiner ihrer Untergebenen wer? ve gleichkommen können. Das Ohr des Tonkünſtlers muß ſich durch unharmoniſche Töne weit weniger, als das Auge des leidenſchaftlichen Oekonoms beleidiget finden, wenn dieſes auf grünenden Saatſfluren ſo zu nen- nende unharmoniſche Saaten erblicken, und ſich Im Genuje des Schönen eimes Saatfeldes un- terbrechen laſſen muß, Zc< halte den für einen Wirth ohne Geſchma>, der ohne geheimen Un- willen die Spuren der Unſchicklichfeit eines Säe- mannes auf dem Felde anſehen kann, wenn die- ſer theils durch Nichtzuſammenwerfung des Saas mens heßliche Leeren gelaſſen, theils den Saq» men bald zu dicke, bald zn dünne, ausgeſtreuet Hat. Und was ſoll man von dem Schaden ſa- 'gen, der dem Eigenthümer da erwachſen muß, wo der Säemann entweder nichts, oder theils zu viel, theils zu wenig Saamen hingeworfen hat? Jeder Landwirth muß daher mit der Theo» rie dieſes Kapitels bekannt ſeyn, um das Unange- nehme und Nachtheilige ſeiner Saatfelder zugleich verhüten zu können. Der Zwiſchenraum zwiſchen Saat und Zierndte iſt eine Stufenleiter,- wovon die junge vder aufgehende Saat die unterſte, und die Reife derſelben zur Aerndte, die oberſte iſt, Wedex die Mittelſtufe, noch die höchſte Stufe fönnten ohne die erſte, als den Grund der übri- genz. ſtatt finden, Die Saatpflanze hat auf jeder Stufe ES WET TKSZ PRINTS E WK ERT TEEN IT WEER aN LEGATEN TUE ü SNES TERE WR ETS ASSI SRS ZEILE Vorrede, RY Stufe Kennzeichen eines guten Fortkommens zu einer guten Aerndte, und man hat viel Hoffnung zu ſelbiger, je beſſer ſie ſich ſchon auf den untern Stufen anläßt. In Anſehung ſelbiger iſt es bey den Landwirthen, wenn ſie vott fremden oder entlegenen Dertern wo zuſammenkommen, immer eine der erſten und angelegentlichſten Frage, wie die Saat ſtehe, oder ſich anlaſſe? Herr v. Münchhauſen hat uns die Kennzeichen einer mehr oder weniger guten Aerndte angegeben, wel- 2"ſte1n, 27 bis zu Ende des Mondenmonaths, alſo bis wiee der zum Neumond, Es mag ſeyn, ſeßt Wolf hinzu, daß die Regel auf dem Meere eintrifft, wo die Winde nicht, wie auf dem trocknen Lande, gehindert werden, und dort ihre ordentliche Ab- wechslungen haben, die ſich wie Ebbe und Fluch mit dem Lauf des Mondes zuſammenreimen.== Wollte nun ein Gutsherr dieſe Beobachtung ſei- nem Windmüller, dem Schäfer eine andre, z E, was für Wetter erfslge oder nicht, wenn es um Lichtmeß nach dem Zulianiſchen Kalender heller Sonnenſchein iſt, dem Jäger wieder eine andre Obſervation, einem Ausſchuß der Ackerwirthe ſeines: Orts noch andere und mehrere aufgeben, und al= Dif dd DIL Eika au Wa IE en HENN TIME DEER ET ET IIIS KIT= ISI GRESTG HOT LAÄRAEEEE = pr Vorprede.&XVIH und die Reſultate davon verzeichnen, ſo würde 4 er ſich um ſeine 3 Nachwelt, vielleicht ſchon Mit- welt, viel Werdienſte erwerben. Won denjent- 08 gen Herren, welche mich zur Ausarbeitung die- 0 fes zweyten Kapitels vom Einfluſſe der Witte- G rung auf die Gewächſe vermocht haben, darf ichs % mir wohl zur Gegenerkenntlichfeit gleichſam vers “% ſprechen, daß bey ihnen mein Wünſchen und 'N Bitten nicht vergeb lich ſeyn werde. Um ader den 0 Leſern deſto mehr zu gnügen, habe ich in gedach- 0 tem Kapitel das Hauptſächlichſte aus der Witte- teit rungsprognoſtik eines Toalds und Lüders hin- Dh zugefüget, und mit dem Unterrichte vom rechten ind Gebrauch der meteorologiſchen Inſtrumente ge- 0 ſchloſſen. 00 Die Aerndte iſt das Hauptziel aller Be- mühungen des Ackersmannes/ und erfordert gar lf mancherley Geſchäfte, welche ohne den offenbar- : ſten Nachtheil eben ſv ivenig verſpätet, als wenig 6 uneben verrichtet werden müſſen. Die Regeln (b- Hiezu werden im dritten Kapitel, diejenigen aber, th welche das Ausdreſchemdes ein; geär ndteten Getray» f. des in der Scheune betreffen, im folgenden vier- ve fen Kapitel vorgetragen. E Der Landwirth kann und ſoll nicht ſeine m| Korner unmittelbar näch dem Ausvreſchen ver- (ex brauchen oder verkaufen. Ex muß ſie in beyder- re ley Abſt rFZ300.20.00 Z"5 ere 7.- 825 dJ:. HAIE zl 4 WRT Sex a 6 20 1 ZEE SERRE RIP REGES SRZ B FZ BE RE A IE nD NEBST| === zr ==> ===» zr====. Z=T=D->=z=z=z= zz -<=Z- Vorrede. XIX So lange man die wahren Urſachen dieſes Ue bels nicht weiß, oder wiſſen kann, iſt man auch auſſer Stande, ſolches zu verhüten, oder die rechten Mittel dawider zu wählen, Cs iſt da- her ein ſehr intereſſantes Problem in der Wirth- ſchaft wie der Brand abzuwenden ſey? Glau- be ich nun ſelbiges, nach Gegeneinanderſtellung - der Theorien bewährter Naturforſcher und Wirth= ſchaftslehrer vom Brande, aufgeldſet zu haben, ſo wird ſolches gegenwärtigem Bande doch zu einiger Empfehlung gereichen müſſen, wenns ihm an andern mangeln ſollte. Da ich hier kein Kompendium ſchreibe, ſd würde dem Werke den Vorwurf der Unvollſtän- digkeit zugezogen haben, wenn darinn nur der Unterricht von den gemeinen Kornarten, nicht aber von den theils mehr, theils weniger, bes kannten Varietäten derſelben gefunden würde, Der Leſer muß es wiſſen, wie weit man mit der Cultur fremder Korngeſame gekommen ſey, und was die bisherigen Verſuche zum Beybehalten, oder Weglaſſen derſelben, ausgewieſen haben, Man iſt in Anſehung der meiſten unter ihnen noch lange nicht ſo weit, daß man ſagen könne; ihr Anbau ſey überall, und in aller Abſicht, zu wi- derrathen.. Was war die amerikaniſche Frucht, die Ertüffeln, nur noch vor 30 bis 40 Jahren unter uns? Hin und wieder die Seltenheiten eie nes Gartens, oder. die Speije einer dunfeln Haushaltung, Was iſt nun in Deutſchland b 2 über- XX'. Borkrede. überall daraus geworden? Es kann mit mancher, bisöher zu wenig unter uns geachteter, Kornfrucht auch noch wohl j9 weit kommen, Ich darf nur den einzigen Mays oder türkiſchen Waizen nen- nen, der im nördlichen Deutſchland faſt gar keiner Aufmerkjamkeit gewürdiget, bis hieher nur am Rheinſtrome, am meiſten aber in Steyermark angebauet wird, Im lektern Lande iſt, beion- ders in Unterjſteyermark gegewärtig der Mays der vorzüglichſte Nahrungszweig der daſigen Landwirthſchaft. Waizen und Roggen tragen auf dem nür mittelmäſſigen Boden in Unter- ſteyermark, erſterer ſieben- oder achtfältig, lekte- rer aber etwas mehr.“ Der dort aber ausgeſge- te Mays bringt, ein Jahr ins andre gerechnet; das vierzigſie Korn, und laut eines beſondern dſſentlich bekannt gemachten Berichts iſt der jähr liche Eingewinnſt vom Mays an die vier Millio nen Centner in Körnern, Hiervon conſumiren die Unterſteyermärkiſchen Bürger und Bauern mit ihrem Geſinde,(530,1.00 ander Zahl,) et- was mehr, als die Hälfte; ein Viertheil wird zur Fütterung, oder zur Maſtung des Geflü- gels, der Hornthiere, der Pferde, und ver Schtwei- ne verwendet... Jedes Schwein erhält, ehe es als fett verfauft wird, 13 Centner Mayskörner, Das legte Viertheil des Maysgewinnſtes aber wird theils zur Fünftigen Ausſaat aufbewahret, theils den Oberſteyermärkern und. Kärthnern ver- Faufet, oder auch. in wohlfeilen Jahren zurückbe- Halten, und in heyren Jahren nach dem Litorale TZS.* und 4.4 NE earn un enzg kai d.“2u.d ZU KM AIs„». Borrede. XXI und Italien verführet; Dieſe Hauptfrucht des dortigen Landes nun ward erit zu Anfange des jekigen Jahrhunderts daſelbſt bekannt, aber jühr eher a lgenwin, als bis Karl der ſcchste im Jahr 1733 das Haupthinderniß des auszubrei- tenden Anbaues dieter Fruch: hinwegnahm, i inden er ſie zehentfrey erklärte. Es ijk nicht nur in Anſehung dieſer, ſon: dern auch einiger ändrer Früchte bey der B€ ſchreibung ihrer Cultur der Wink für kleine Leu- te, die nur ein Pgar Morgen, oder nur eine: Garten, beſißen, gegeben worden, daß ſie durch den Anbau ſolcher Früchte ihren kleinen Raum auf der Erde zur hochſten Nußung bringen md- gen. Sie werden dieſe Schrift dee nicht in die Häude bekommen, Allein der LF ejer de„u ben vom Mittelſtande ſollte ſich doch ein Ver- dienſt daraus machen, den Geringen im Volke mit den ihnen hierinn ertheilten Räthen an die Hand zu gehen, und ſonach den Nahrungsſtand durchgängig blühender werden zu laſten, Wie ſehr ſchäße ich den Biographen des be- rühmten Brenfenbofs, daß er uns ſeinen Hel- den von einer ſchr EI URDE Seite, in ſei- ner Neigung, auch kleinen Leuten zu nüßen,.ſe- hen läßt. Brenken1i hof, ſaget er, verſchrieb eini- ge Wenden, und gab ihnen Befehl, Gurken, ro- the Rüben(Runkeirüben, zu deren Anbau nur neulich Hr. Hofer. Schubart den Landwirthen die beſten Regeln gegeben hat,) Rettiche und Erd. Spfel zu pflanzen, Dieſe Früchte geriethen vor- b 3 trefflich EIE SI SNCF SCH A ZE: 3 29*F 7' iE ride lk ALZ EE BRI NAN EE ze AN R FI EE SRS ARE 902 2 IRRT KXI1L Borrede.. trefflich auf ſeinem lockern ſchwarzen Boden im Netbruche. Er gewann Rettiche zu 15 bis 18 Pfund, uud Erdäpfel, die zu 1x Pfund wogen. Ja er brachte 1777 eine rothe Rübe als eiue Seltenheit nach Berlin, die nahe an die:9 Pf. 109g,= Daß dieß alles, ſchreibt der Biograph ferner, doch Idiemanden als eine Kleinigkeit ver- ächtlich ſcheine!! Niemand über Brenkenhoren ſpotte, weil der Königl, geh. Rath ſich um Rü- ben, der Bevolkerer ganzer Provinzen um Erd- äpfel(Ertüyfeln) bekümmerte! Eben darinn, daß er nichts unverſucht ließ, keine Art von Früchten unter ſeiner Aufmerkſamkeit fand, liegt einer der ſchönſten Züge ſeines Karakters. Er wußte gar wohl, das eine ſolche Kleinigkeit ihn weder rei- > > -; 'G - Luv DZ EE vv 2-2 253272“ 32 ZT DZ.= Zz.= ZIF Erſtes Kapitel, Das Säen, A. Das Sgamengetreyde., 47 der Gärtnerey glaubt man nur erſt die Hälfte ſeiner Sorgen berichtiget zu haben, wenn das Fand gut gedünget und bearbeitet worden. Die andre Hälfte der Sorgen erſtreckt ſich auf den Saamen, um ihn von der möglich beſten Güte zu haben, weil man richtige Erfahrungen hat, daß auf einem noch ſo gut beſtellten Gartenlande doch nur ſchlechte Hartenfrüchte erbauet. werden, wenn es an gutem Saamen gefeh- let hat.| Man hat es durchgängig für bekannt bereits angenommen, daß der Feldb..u deſkomehr ſich der Voll- kommenheit nähere, je mehr er dem Gartenbaue ge- nähert werden kann. Jy Anſehung des erſten Punkts iſt die Induſtrie unter uns faſt durchgängig jeßt mehr als jemals rege geworden; was aber den zweyren am betrifſt, nämlich die Beſorgung des beſten Saamens, »3ausvgater IL Band, A darinn 2? Erſtes Kapitel. darinn iſt man an den meiſten Oertern noch ſo ſehr zu- rüF, daß man es immer noch beym Alten bewenden läßt, und den Saamen nimmt, wie er jedem in die Hand kömmt. Eine Nachläſſigkeit, die ſich ſelber beſtrafet, 3) Das Saamengetreyde muß ſchon im Felde, wenn es noch auf dem Halme ſtehet, aus- gewählet werden. Wenn man den Saamen von eigenem Gewinnſte, und nich: von ande'nDertern hernehmen will, ſo wird er bereits im Felde zu dem Zweck ausgeſuchet, daß er in der Scheune für ſich allein zu liegen fomme, um“ ihn unvermengt mit dem übrigen Getreyde beſonders ausdröſchen zu laſſen, Man ſucht aber auf dem Felde dasjenige Getrey- de zum Saamen aus, welches theils am wenigſten mit Unkrautsſämereyen vermenget iſt, theils aber die reifſten und vollſtändigſten Körner hat. Wenn in der Aerndtezeit die regnichte Witterung die herrſchende iſt, fo wendet man die meiſte Sorge auf das ausgewählte Saamengetrayde, um es ſo trocken, als möglich, in die Scheune zu bringen. Naß einge- brachtes Korn kann, theils gar ſehr an ſeiner Kraft tüchtig zu keimen und hervor zu wachſen, verlohren haben, theils aber hierauf in der Scheune ſo weit her- unter kommen, daß ein Theil deſſelben gar nicht zum Ausfeimen und Aufgehen gelangen kann. In hieſigen Gegenden macht ſich der auf gedüng- ten Aeckern auszuſäende Saame am meiſten bewährt, welcher auf einem nicht gedüngten Boden erwachſen iſt, nachdem man wahrgenommen, daß der Saame von geilen überiviebenen Saatſtö>en gar merflich zurüc- bleibt, Zu: nden | die lber Ide, "ſte, vird ß er um ers ey- en ie Das Säen, 3 blieb, wenn er nicht auf einem eben ſo fetten Boden, als die Muttererde war, wieder ausgeſäet wird. Aufmerkſame Aerwirthe haben gefunden, daß bey ihnen derjenige Saame am beſten einſchlägt, wel- richten Wins» tern beſſer, als der nicht bärtige, durchgekommen, 2) Es iſt ſehr vortheilhaft, von dem zur Saat gedroſchenen Getreyde nur allein den Vor- ſprung zum Saamen auszuwählen. - Diejenigen Körner, welche beym Werfen oder Wurfeln zum Reinemachen in der Scheune am weis feſten fliegen, werden der Vorſprung, oder Forder« wurf, genennt. Sie ſind dieſerhalb die allerſchwer- ſten und vollſtändigſten, weßhalb ſie auch zum Kei- men und Beſto>en die meiſte Kraſt beſiven. So iſt auch der Vorſprung reiner, als der Hinterwurf, ob ex es ſchon nicht in der Maaſſe iſt, daß nicht die ſchwer- ſten Unkrautsfaamen auch mit die förderſten ſeyn ſoll ten. Jmmitteeſt ſind ſie doch die wenigſten, da die meiſten,derſelben im Hinterwurfe bleiben. In gleicher Abſicht iſt es gar nicht übel gethan, daß manche auf Genauigkeit haltende AFerwirthe vor- erſt EE a ii 2 2 „it Z Das Saen, g erſt die Garben in der Scheune nur obenhin vorſchla- gen, und ſie nach der Zeit einſt völlig erſt augdrä- ſchen laſſen. Man nennet die von ſolchem erſtern Dröſchen erhaltene Körner den Dordruſch, um ſich deſſelben nur allein zur Saat zu bedienen. Die Drö- ſcher ſind nicht wohl an dieſe Arbeit zu gewöhnen, weil ſie ihnen mehr Mühe macht, da ſie vie Garben von dem Scheuneflure oder Tenne wieder wegnehmen, eintaſſen oder einpa>en, und dereinſt zum völligen Ausdröſchen abermals zur Hand nehmen müſſen. Der Hausvater aber muß ſo billig ſeyn, und ihnen ihre, bey dieſem Berfahren vermehrte, Mühe vergüten. Denn auſſer dem großen Vortheil, daß er vom Vor- druſche beſſere Aerndten erhält, hat er noch dieſen, daß er wenigſtens den ſechsten Theil der Körner in der Ausſaat evſparet, weil die Körner des Vordruſches ihrer Vollſtändigkeit halber alle aufgehen, wogegen die, nac< dem gewöhnlichem Dröſchen erhaltenen, Körner, gute und geringe unter einander, nicht alle aufgehen, oder weniger Halme treiben. So richtig ader dieſes nach vielfältig erprobten Erfahrungen iſt, ſo muß man ſich noch aus dem Grun- de den Vordruſch des Waizens empfohlen ſeyn laſſen, weil er wider den Brand ſichert, wie ſolend in) macht, ſs fann man doh dieſes Unfrautsgeſäme nicht Wu unter dem Getreyde laſſen, weil es theils beym Ver-|| ve fauf dem Tadel und Herabſeßung des Preiſes unterwor'-"A fen iſt, theils aber beym Ausſäen ſich noch mehr unter m dem Saatkorne vermehren würde, Dieſerhalb muß G die, EEE EIC STI SER SAE IO ERT TEEN TENE M SIRI RL KANN ENTERT GT ANNU SEI IITIRRKN ST S HABER EH SBTCS SCG DGEFIIZAR WE zf - vd u 8" W- uU- Ww TO%W<-- Di 58 Das Söett.„4 die, im Herbſte auf den Saatäckern mit aufgegangene ſehr fennbare, Radenpflanze im April, bevor das Ge- krayde in die Höhe geht, ausgeſtochen werden. Man ſtellet nämlich auf einem AFerſtücke eine ſolche Anzahl von Leuten an, daß ſie das Ausſtechen in einem einzi- gen Gange auf dem Stücke von oben bis unten hin vollenden können. Sie haben lange, unten breit und ſcharf zugeſchnittene Stäbe in der Hand, womit ſie die Radenpflanze abſtechen. Dieſes geht ſehr hurtig- und leicht von ſtatten, indem beſagte Unfrautspflanze gleich an dem Orte, wo die Blätter über der Erde aufg abgeſtochen wird. Die in der Erde blei- bende jährige Wurzel ſnrbt gleich ab, ohne neue Blät- ter zu treiben, Fehlt es an Zeit und Leuten, auf nur beſagter Art das ganze Feld von Raden zu reinigen, ſo kann es doch auf ſo viel Beeten oder AFerſtücken geſchehen, welche hinreichend ſind, das Saamenge- treyde fünftig auszugeben, Der Hederichsſaame iſt ungleich kleiner, als die Körner des Sommergetreydes, weßwegen er durch Siebe und Fegen gut davon geſchieden werden fann, Dagegen bleiben die'ſo genannten Hederichsknoten, die Kapſeln oder Behältniſſe des Hederichsſaamens, de- ſto gewiſſer unter dem Sommerkorne, da ſie es an der känge und Dicke übertreffen.“ Wenn daher Gerſte und Haber kurz vor dem Säen in einem mit Waſſer angefüllten Gefäße geſchwemmet und ejnigemal umge- rühret werden, ſo kommen die Knoten zum Abnehmen in die Höhe. Wiederhohlet man dieſes Verfahren ein Paarmal, ſo wird man alle Hederichsknoten nebſt an- dern Unfrautsgeſame z. B, dem Dol< oder Lolch U. ſ. f. können abgenommen haben. Hierauf läßt man das Waſſer von dem Saatgetreyde abiriefen, um es ſofort einzuſäen, A 4- 4) Die 8 Erſtes- Kapitel. 4) Die Erneuerung des Säamens, Wenn der Saame von fremden Oertern herge- nommen, und ſtatt des ſelbſt erbaueten, ausgeſäet wirv, ſo heißt dieſes in der Landwirthſchaft die Er- neuerung des Saamens. , Bey dieſer Erneuerung des Saamens hat man nicht nur den Zweck, reineren Saamen zu bekommen, ſondern auch hauptſächlich davon mehr und beſſeres Getreyde zu erbauen. Auſſerdem wird auch in man= ads mir Bo fen: am 1en Ure if. ein ger, vf ſet. [u gel woa| Das Saen. Ö 5) Ob alter Saame dem jüngern öder dießjäh: rigen vorzuziehen jey? Es find mir ganze Provinzen bekannt, in wels hen beſtändig alter Waizen ausgeſäet wird, um hie» mit den Brand darunter zu verhüten. Auch finden ſich hin und wieder Ackerwirthe, welche ihren Roggen« ſaamen vom vorjährigen Korne nehmen. > Zur Abwendung des Brandes unter dem Waizet iſt es nicht ſchlechterdings nothwendig, alten zur Saat zu gebrauchen. Wenn, wie kurz zuvor gelehrt wor» den, der Vordruſch von Garben, welche noch nicht geſchwißet haben, und von dieſen der Vorſprung, welcher auf dem Boden wohl getrocknet worden, ges nommen, dieſer aber, welches doch ſodann überflüſſig ſeyn fann, eingelauget wird, wie ſolches in der Folge mir mehreren beſagt werden wird, ſo hat man alles gethau, was ein! Wirth thun kan, dev das übrige nun einer günſtigen Witterung überlaſſen muß. Es iſt gefährlich, den Waizen auf einem Boden überlie» gen zu laſen, wo ſich) der Kornwurm einmal eingenie- ftet hat, indem man ihn ſehr ſchwer wieder vertreiben kann, da er ſich in dem Waizen mehr, als in andern Getreydearten, halt und vermehret. Und wie ein mehreyxes Maaß wird, wenn Würmer in dem Saat- waizen geweſen ſind, nicht erfordert, um dem damit zu beſäenden Acker ein Genüge zu thun? Weraſlten Roggen zur Saat dem neuen vorziehet, der gründet ſich gemeiniglich in der Meinung, daß die Saat beſſere oder ſtärkere Stängel treibe. Dieſes kann ſeyn. Es kömmt aber daher, daß die Saat vom al- ten Roggen weit dünner, als die vom neuen, zu ſte- hen kömmt, und daher natürlicher Weiſe mehr wach« ſen muß, Es iſt gewiß, daß kaum der dritte Theil des überjährigen- Roggens aufgehet, beſonders wenn 5 er I0 Crſtes Kapitel. er auf dem Boden nicht dünne und lüftig genug-gele- gen hat. Hat man aber frautartige Ländereyen vor ſich, auf welchen zur Unterdrüung des Unfrauts das Diekeſäen ſchlechterdings nothwendig iſt, ſo kann man ſtarke Einbuße mit altem Roggen leiden, wenn er hies ſelbſt, da er zu dünne aufgeht, und vom Unkraute übermannet wird, ausgeſäet wird. Es iſt doch auf alle Weiſe beſſer lieber friſchen Roggenſaamen, als alten, zu wählen. Jener hat auſſer Zweifel mehr Wachsthumsfraft als dieſer, welches daraus offenbar wird, daß erſterer weit eher aufgeht. Auf großen Güthern aber, wo man meiſtens vor Martini kaum mit vem Squen fertig werden kann, iſt dieſes kein une wichtiger Umſtand, wenn der ſo ſpät geſaete Saame je geſchwinder je beſſer aufgeht, und nicht von frühen. Fröſten in der Milc< übereilet und verdorben wird., Und wo die Beſchaffenheit des Ackers das Dünneſäen verſtattet, da muß der Sämann ſich ſo mit friſchem ESaamen einzurichten wiſſen, daß er ihn nicht zu die Ce ausſtreue, mithin.eben ſo ſtarkes Korn erbauet wer- de, dergleichen man von altem Saamen irgendswo ge= wahr geworden, und ſeinen einzigen Grund in dem Dünneſtehen der Saat auf einem vom Unkraut reinern, oder nicht dazu geneigten, Acer gehabt hat. Man kann aber z. ECE. nach Mißwachsjahren, Froſt- oder Hagelſchaden u. ſ. f. in die-Verlegenheit Fommen, daß man aus der Ferne altes Korn zur Saat hohlen oder fommen laſſen muß. Dieſes kann nun zu alt feyn, daß man nicht weiß, was, oder der wie- vielſte Theil davon, wird aufgehen können. Es iſt da- her nöthig, dergleichen ungewiſjes Saatforn vor dem Ausſäen zu. probiren. Man nimt gezählte z. B. 100 Körner, legt ſie in die Erde im Garten, oder noch beſſer in einen Kübel oder Sk LL BER R ZE Br ZE SINO DE AR ad ma hl a ZE Nan ba Beet mmm EEE IETI T den Das Säen, IT oder in Blumentöpfe, wartet ihrer mit Begieſſen, und ſieht, wie viel Körner davon aufgehen. Finder es ſich nun, daß die Hälfte, der dritte oder vierte Theil nur, hervorkömmt, ſo hat man ſich im Säen darnach zu richten. Man kann auch Reichbards Probe vornehmen, welcher will, man ſolle eine Zahl Körner anfeuchten, ſie mit naſſer Erde vermengen, und darauf beydes zuſammen in einen leinenen Lap- pez einbinden, und hinter dem Ofen anhängen. Man muß ihn aber hierauf wieder einigemal ins Waſſer ſte- &en, und ſodann nachſehen, wie viel Körner gekei- met haben.| Als vor 10 Jahren die überflüſſige'Näſſe die Aerndten verdarb, und ſo viele Aerwirthe in der Mothwendigkeit waren, aus entfernten Ländern Brod und Saatkorn ſic) fommen zu laſſen, ſo verunglückten ſie damit dermaſſen, daß kaum die Hälfte der Aus- ſaat davon aufgieng. Wielen ward vermiſchte Ger- ſte, große und kleine, in die Hände geſpielet, welche weder zu gleicher Zeit aufgehen noch reif werden konn- te. Hätten nun dieſe betrogenen Wirthe eine der vor» gedachten Proben des Saamens vorgenommen, oder davon gewußt, ſo hätten ſie damit einem großen, aus untüchtigem Saamen entſtandenen, Verluſt zuvorkom» men fönnen, B. Die Sqaatzeit. Es liegt ſehr viel daran, daß, wenn das Getray- de nach"Wunſche gerathen ſoll, jede Getraydeart zu rechter Zeit eingoſäet werde. Nun kann man wohl nach dem Kalender dieſe Zeit nicht für jede Gegend pünktlich anſeßen, weil der Witterungslauf dabey mit zu Rathe gezogen werden muß; immittelſt hat man doch in Niederdeutſchland vornehmlich das Ohngeſähre der 0
er vergruſen, und“ es wird ſodann nichts rechts aus dem Waizen. Man muß ſodann bey einer ſtarken Ausſaat ſehr eilen, um nö: vor dem Eintritt des Froſtes fertig zu were IEEE ETNIES, SSE 1 222 de ZL Ai 2 Ei glg ner eS “ZE lten werden. Denn wenn der Saame in der Milch Zeſte vom Froſte berühret wird, ſo verdirbt er, und daß geht nicht auf. Sollte es daher geſchehen, daß eis um Galli bereits Wintertage ſich einſtelleten, ſo „bes iſt es faſt ſicherer, einen Theil der“Waizenauss (gene ſaat bis in den November ſo zu verſparen, daß er mal ſo eben bey offenem Wetter in die Erde gebracht the werde, und, ohne in die Milch zu treten, den ganzen Winter hindurch ruhig liegen könne. So 1ſf- geſchahe es z. B. im Herbſte 1739, als der frü- Ihen he und ſogenannte harte Winter eintrat. Der Is in der Milch befindliche Waizen erfror durcſal der Derter, welche „Veberſchwemmungen vom Winterwaſſer unterwor« fen ſind, und daher fein Winterkorn erbauen kön- nen, JJ kenne aber auch niedrige Gegenden, die eben feinen Ueberſchwemmungen ausggeſeßt „find, aber gewiſſer in ihren Ae>ern eingewucher- ter Unfräuter halber feinen Winterroggen, der davon überzogen und verzehret wird, erbauen kön- nen. So iſt mir ein Dorf bekannt, welches mehr niedrigen als hohen Acker hat, und auf welchem das Töſchelkfraut, Klaffter, Klapper, Burla Pa- Doris oflic. zu Hauſe iſt. Wärd ja der Winter- roggen hieſelbſt noch. gut in die Höhe kommen, ſo verdirbt der Saame dieſes Unkrauts doch ſs ſehr den Roggen, daß das. davon gebac>ene Brod davon ſehr ſchwer und übelſchme>end wird. Dies ſerhalb unterläßt man hier den Bau des Winter- roggens, nnd ſaet. dafür erſt im April Sommere- ;-". Yoggen. hb) Sdmmerrübſaat, Sommerrübſen, wird auf feuchten niedrigen Aeckern erſt im May und An- - fange des Junius geſaet. ») Gerſte rheilen wir in Winter- Früh- und Som- mergerſte ein, Die Winterterſte wird ſchon um Michaelis, aufs ſpäteſte aber 1 4 Tnge nach Michaelis geſäet, weil ſie, wenn ſie ſpäter geſäet wird, ſich nicht vor Winters beſto>en und ſtark genug werden Fann, den Zufällen, des Winters zu widerſtehen. Die Srüblingegerſte, die auch große Ger- ſte genennt wird, hat ſehr verſchiedene S aezeiten, da fie in manchen Ländern im März, in andern im | |E] D p [' --nen Frühjah- re, ſo wird man es ſelten oder gar nicht verfehlen, 2. wenn dieſe Gerſte ſo ſpät als möglich ausgeſäet "gig wird.. Denn da man von der kleinen Gerſte (ht, ſagt: Neun Wochen aus und in den Sa, und then, hiemit gedeutet wird, daß zum Reiſwerden die- ei] ſo ſer Feldfrucht nur neun Wochen, oder wenig chte, darüber, erfordert werden, ſo ſieht man daraus, Feen daß die zum ſpäteſten geſäete Sommergerſte noch 7 vor Michaelis eingearndtet werden könne. ii: k) Die Haberſaatzeit iſt entweder eine frühe oder j ſpäte. Jene iſt im Anfange des Märzmonaths, weßhalb auch der ſo früh geſäete Haber, Vlärz« gen Haber, genannt wird. Die ſpäte Saatzeit iſt im ſte, Anfange des Maymonaths, und wird faſt nir- Bes'geads bis nach der Mitte deſſelben hin verſchoben. zu Der Märzhaber wird in ſolchen Gegenden ge- ſtate ſäet, wo der Acker nur einmal gepflüget wird, ien. daher man dieſen Haber auch wohl einführigen Re zu nennen pfleget. Woenn die erſten Monathe ob» naß und kalt find, ſo wird er gern roth und Ae- ſchlägt um. Kälte ohne Näſſe kann er eher ver- en, tragen. In Schleſien wird meiſtentheils nur orts Märzhaber gefunden. ded Der Mayhaber erfordert einen Aer, welcher ſie zwey- bis dreymal gepflüget worden. Wenn die aine Aeker krautartig ſind, ſs muß der Haber ſchlech- pes terdings dreyführig geſäet werden, und man muß hre zuſehen, daß man mit dieſer Sagt nicht zu ſpät aus B 2 komme. 20 Erſies Kapitel, fomme.«Denn! wenn der Aer ſeine Winter- feuchtigfeit in trocknen Frühjahren verlohren, ſo geht er nicht nur nicht gut auf, ſondern der auf- gegangene macht auch einen Stillſtand im Wach» ſen, und wird vort“ Unfräutern überzogen.. 1) Die Erbſen theilet man in Srüh- und Spat- erbſen. Jene werden im März und Anfange des Aprils geſäet/ dieſe hingegen nach der Hälf- te des Aprils. Die Früherbſen ſind in ver Mark und in Sachſen in den meiſten Gegenden belieb- ter, weil ſie abblühen,. bevor die Mehlthaue ein- fallen, welche keiner Feldfrucht ſo ſehr, als dieſer, verderblich ſind.* mm) Wicken ſäen wir ſpäter als die Erbſen, weil ſie die Kälte weniger vertragen. Man wartet alſo damit bis zu Ausgange des Märzmonaths Hin. Hatt man aber niedrige und feuchte, da- mit zu beſäende, Aec>ker, ſo wird die Saatzeit bis in die andre Hälfte des Aprils verſchoben. Sie kommen auf Aeern dieſer Art nicht fort, wenn nicht wärmere Tage und Nächte ſich einfinden. Grünes XVickfutter nennet man Wicken, welche theils vor ſich allein, theils mit andern Saamen, als Erbſen, Haber u. ſ. f. in Vermi- ſchung ausgeſäet werden, um ſie bey gehöriger känge grün abzuſchneiden und zu verfüttern, und ſie hierauf wieder nachwachſen zu laſſen. Der Nachwuchs wird ein- oder zweymal lieber auch grün verfüttert, als zum Saamen tragen ſtehen gelaſſen, weil man mehr Saamen erhält, wenn ſelbiger von den. Wicken genommen. wrd, die nicht abgeſchnitten oder geſchröpfet worden. Von dieſem grünen Wicfutter nun kann vom April bis in den Auguſt hinein alle Monathe hin- j/ durch Py Das Säen.[H 4 durch geſäet werden, weil man daran ein ſehr ge- veihliches Viehfutter hat, n) Die Linſen müſſen im“ April geſäet werden. Nicht zu früh; indem ſie gegen den Froſt auch empfindlicher als die Erbſen ſind. Nicht zu ſpät; damit ſte in Zeiten aufgehen,"und das Land be- decfen, bevor die Wärmees austrocnen kann. Sie lieben mehr einen mit"Feuchtigkeiten noch verſe- henen Böden, äls einen ſolchen, der daran Man- gel leidet und äusgetvöcfnet iſt. 0) Das Heidekorn'öoder Buchwaizen muß vor dem Mäymonath“nicht geſäet werden,"weil es Feine Kälte vertragen“ kann. Män ſäet aber ge- meiniglich nicht alles Heidekorn auf: einmal, und macht davon wohl an die drey Saatzeiten frü- here, mittlere, und ſpäte, damit, wenn der eine Theil nicht einſchlägt," doch der andre geräthen m0ge.| So genanntes HZeidekornfutter ſäet man auf Höhen, wo das grüne Futter und Weide knapp ſind, und wird auch wohl mit Wicken vermenget/ Jn manchen Gegenden des Flämings wird dieſes Futs- ter ſo ſpät geſaet, daß es von dem Zugvieh zu Ende des Sommers, wenn die Gräſereyen auf der Weide mangeln, in der Saakzeit des Winter»- gefraydes abgeweidet werden könne. Pp) Hirſen iſt gegen den Froſt eben ſo empfindlich als das Heidekforn, und muß daher gleichfalls erſt im Maymonath geſäet werden. Man be- obachtet nur eine einzige Säezeit damit, und ſie iſt gemeiniglich noch vor der Mitte des nur ge- dachten Monaths vollendet. 9 Mohn iſt nicht ſo zärtlich wie der Hirſen, und kann ſchon um die Hälfte des Aprils ausgeſäet werden. Man fann ihn aber aud noch mit der 3-4 Hirſe Erſtes Kapitel. Hirſe zugleich ſäen, wie es denn in Gegenden, wo leßtere Frucht ſtark gebauet wird, ſehr ge- bräuchlich iſt, die Ränder der Hirſeländer mit - Mohn zu beſäen. r) Der Lein wird bey mir in den erſten Tagen des - Aprils, zu Zeiten wohl. ſchon zu Ende des Mär- zes, auf dem benachbarten hohen Fläming aber erſt, wenn die Eichen ausſchlagen, in andern Gegenden noch ſpäter, erſt im Maymonathe ge- ſäet. Wird der Leinſaame bey mir ſpäter geſäet,. ſo fömmt der davon gezeugte Flachs dem frühge» ſäten nicht gleich. Jede Gegend muß durch Ver- ſuche die beſte Säezeit bewahret haben. Einſchle- ſiſcher Landwirth ſagt von den ſo verſchiede- nen Säzeiten des Leins in ſeiner Einleitung zu einer vernünftigen Sparſamkeit in derLandwirth- ſchaft S. 34. alſo: Der Lein wird an einigen Or- ten zeitig; an andern aber wieder ganz ſpäte ge? ſäet. Die frühe Saat geſchiehet von vielen ſchon im Marz, von den meiſten aber im April. Das leßte ſaeinet das ſicherſte zu ſeyn, weil der im März geſäete Lein gar leicht vom Froſt Schaden leiden kann. Das det zeitig geſäete Leinaber am be- ſten einſchläget, lehret nicht allein die Erfahrung, ſondern es iſt auch deßhalb ganz natürlich, weil ihm die Winterfeuchtigkeit mehr, als dem ſpäten zu ſtatten fommen kann. Jnzwiſchen ſäet man In verſchiedenen Gegenden in Schleſien, z. E, im Franfenſteiniſchen, den Lein erſt auf Petronelli d.|« In den leßtex Tagen des Maymonaths. Der ſpäte Flachs ſchlägt auch daſelbſt beſſer, als der frühe ein. Man kann, meines Erachtens, davon eine doppelte Urſach angeben. Zufsrderſt trifft man an dieſen Orten einen gelinden, friſchen und - ſetten Boden an, in welchem der ausgeſireute Saa- Das Säen<) 23 Saame nicht ſo leicht von der Dürre angefochten werden kann. Demnächſt aber hat der Flachs, der ſo nahe vor Johannis geſaet worden, eben ſo wie die ſpäte Gerſte, die nac Johannis häufiger fallende Regen zu erwarten, und alſo auch aus die- ſem Grunde nicht ſoviel von troEnem Wetter aus- zuſtehen. Der Lein, den män auch bisweilen an andern Orten in Schleſien; zu dieſer Zeit'aus- ſaet, geräth ebenfalls öfters ganz wohl.'Allein der davon erzeugte Flachs iſt lange nicht ſv haa- rigt, ſondern fällt im Brechen'vtelmehr, als der zeitige geſäete, weg. Man thut alſo ambeſten, daß man hier unter ſich nicht nach Vorurtheilen, ſon- dern nach Beſchaffenheit des Bodens vichket.=- 5) Der Hanf wird nicht eher geſaet, als wenn die warme Witterung, etwa um“ öder nac der Mitte des Aprils, ſich eingeſtellet. Sollte die Kälte zu lange anhalten, ſowird es nicht zu ſpät ſeyn; wenn der Hanf erſt nac) Walpurgis. geſäet wird. 0) Die weißen Zeldrüben'theilet man gemeinig- lich in Sommer- und Herbſtrüben, und ſiehet bey dieſer Eintheilung auf die Zeit ihrer Zeitigung,' da ſie aus der Erde genommen werden, Die Som» merrüben, große oder kleine, oder wie man ſte ſonſt auch unterſcheidet, lange, runde und Ste(- rüben, müſſen bereits zu Anfange des Aprils ge- ſäet werden, damit ſie gegen Johannis reif feyu, Wenn ſie länger als x1 Wochen in der Erde ſte Hen, und nach ſolcher Zeiterſt ausgenommen wer- den, ſo werden ſte bald. madicht, Die Herbſt- rüben werden in einigen Gegenden auf Margare- then, in andern noch etwas früher, auf Kilian, in den meiſten Gegenden aber erſt um Jacobi gefäct, B x C: Das r En u 20100) ie 2 257. ZÖBEL TES€ team wirr rn Seer ZfE Enga ep 200HIK."425420, 24 Exvſtes Kapitel. C. Das Säen. „Man irret ſich, wenn man glaubt, daß zum Säen einjeder bey der Aerwirthſchaft hergekommene Menſch ohne. Unterſchied gebraucht werden könne.-. Ein ge- ſchickten. Sämann„muß. ſowohl geſunden: Verſtand oder gute. Beurtheilungskraft, als auch gewiſſe kör- perliche. Eigenſchaften beſißen, ſo, daß man von ihm die möglich: beſte Beſäung; des Aers erwarten kann. Ein; ungeſchiter Sämann kann ſeinemz-Herrn aller vorhergegangenenguten Beſtellung des-Ac>ers unge- achtet„großen. Schaden anrichten... Ehe ich.mich aber in. das Beſondere des Säens einlaſſe, will ich die Le- ſer überen.„Bald halten ſie die Finger gar zu genau zuſammen, bald dehnen ſie ſolche zu weit Qus.,“Wenn der ,Saame hervorwächſt, ſo kann man dieſe-Fehler/ und zwar den lektern, daran erkennen, indem, die Saat durc ausfallen, ſolche von Diſtanz zu Diſtanz da- ſelbſt abgeſeßet werden, damit der Sämann, wenn er eine Quantität ausgeſäet hat, nicht weit zur Wiederanfüllung ſeines Sätuchs umherlaufen, und ſich verſäumen dürfe. Bb) Der auszuſäende Saamen wird entweder in bes ſondern Sätüchern, oder Säcken, vom Sä- manne an oder auf dem Leibe fortgetragen. Je- ne find im Brandenburgiſchen und Sachſen, die- fe in Miederſachſen gebräuchlich. Die Sätt- -HDer ſind vier>ichte leinene Tücher, und an den Dipfeln ſo zufammengebunden, daß fie über den Schul- ZEPT 0084«RO: 206 m= GEE=< WG 7 0- Das Saen, 27 Schultern herabhängen. Sie müſſen ſo hängen, daß, wenn der Sämann mit der rechten Hand ſäet, die Laſt meiſtens nach der linken Seite des Feibes hin ruhe; mehr über den linfen als rechten Tuß. Irn dieſer Lage des Sätuchs hat der Sä« mann den rechten Arm völlig frey, ſo wohl zum bequemen Hineingreifen zum Saamen, als Um«- herwerfen deſſelben vor ſich hin. Um den linfen. Arm iſt das Sätuch herumgeſchlagen, um ſo- wohl mittelſt deſſelben das Tuch zum freyen Hin- eingreifen von einander zu halten, als au) das Tuch weiter aufzuwiceln, wenn der Saame ad- nimmt oder weniger im Tuche wird. Dieſes Weiteraufwieln des Tuches bey weniger werden dem Saamen dienef dazu, daß das Hineingreifen der rechten Hand nicht aufgehalten, und Tritk und Wurf zugleich, auch) beyde gegen das Ende eben ſo geſchwinde, als im Anfange, geſchehen mögen. Wo man aber aus dem Sace ſäet, da wird er auf den Rücken genommen, die Oeffnung des Saks an einen feiner Zipfel gebunden, da- mit er nicht abſchurren kann. Es wird ſodann von dem Saamen etwas vorne in die Oeffnung über die Schulter geſchüttet, daß man bequem hinein faſſen könne, und hiemit fortgefahren, bis alles aus dem SaFe heraus iſt. c) Das Säen geſchiehet entweder auf zwey Zeie nen, oder auf einem Beine. Jenes geſchiehet von dem Sämanne, wenn er einen Wurf thut, ſo oft er mit einem Beine einen Schritt weiter thut. Das Säen auf einem Beine aber geſchie- het, wenn der Sämann wirft, indem er mit dem rechten Fuße zutritt, und währenden Tretens mit dem linken Fuße eine neue Hand voll Saamen herausgreift. Wer auf zwey Beinen ſäet, muß lang« 28 Erſtes Kapitel. ""fangſam gehen, um jedesmal erft in'das Sätuch greifen zu können. Wer aber auf einem Beine ſäet, der hat einen gewiſſern W-rf und känn ge- ſchwinder gehen. Es iſt bequemer, bey dem Tritte mit dem linken Fuß die Hand zu füllen, und ſie bey dem darauf unnntteibar folgenden Tritte des rech en Fußes zum"uswerfen des Saamens auszuſtre>en. Ein geübter€ ämann „wird“ an ſein ſo zu nennendes Tempohalten er- kannt, indem Tritt und Wurf dürchaus lab] verrichtet werden müſen."" = „30 Hand und Finger des Sämanns müſſen voll ſtändig ſeyn... Cs muß fein Glied eines Fingers, geſchweige ein oder der-andre Finger gar fehlen, und ſämmtliche Finger, mujen. ſich gehörig bewe- gen, öffnen. und ſchlieſſen können. Geſeßt alſo z+. B. es fehlete nur das erſte.(Glied des zweyten Fingers, ſo würde die.davon entſtehende Oeſſnung der geſchloſſenen Hand.den: Saamen hervorſchieſ- ſen ſen, und hievon..ein zu. dicker überflüſſiger Strich„in. der Saat bemerket:;werden, - 6) Wenn der Sämann die Hand mit Saamet fül- let. muß er alle Singer ſchlieſſen, den Daumen dicht an denZeittefinger legen, und nichts her- vorſchieſſen laſſen, bis er den Wurf thut. Hat er die Hand mit Eaamen gefüllet, ſo hebt er ſie in die Höhe, öffnet und breitet die"Singet ſodann alle zugleich, und wirft von der rechten zur linken Seite,- Dioſer Zug der Hand zerkheilet nun die zwiſchen den geöffneten Fingern hervorgehenden Saif überall gleich von einander, und läßt nach der einen Seite eben ſo viel Körner/ als nag) der andern, hinfliegen, t) Der Das Sqen,? 29 Sätuch€) Der Sämann muß ſich angewöhnet haben, mit Beine der Hand jedesmal. gliche Zuge zu thun. Denn INN er wenn er bald fürzere bald längere Züge beſchrei- hy dem bet, ſo entſteht daraus ein) ungleicher Wurf, ſo füllen, wie es an manchen Saleuten bemerket wird, daß genden fie, beſonders bey abnehmender Schwere der Laſt "1 des des vor ſich habenden Saamens, nachlaſſen, mik mann 3 dem Arme eben ſoweit, als vorhin, auszuhohlen. en et: Dieſes-aber begegnet ſonderlich) denjenigen, wel- gleichet ohngefehr acht Fuß in der Brei- 701 te-des Ackers! In der Läntze. aber muß, ein Hat Wurf ohngefähr ſo viel bedecken, als der. Sä- fie mann mit zwey Schritten abſchreitet. Soll er "8„alſo dicke ſäen, ſo muß er kurze Schritce (Fem machen.:' WE die i) Wenn der Sämann auf einem Stücke ein-zwey- deal oder mehrmal herunter gehen muß, ſo ſagt man, er ät beſaet das Stü in einem, zwey oder mehrern alf Gängen. j) 4 4 k) Wird ein Beet oder Acerſtück ſchmäler, ſv wirft der Sämann ſeinen Saamen weniger breit "er und Erſtes Kapitel, und macht weitere Schritte. Nimmt aber die Breite des Aerſtücks zu, ſo macht er kürzere Schritte, und wirft den Saamen mehr in die Breite. Er muß daher ſich ein richtiges Augen- maaß angewöhnen, um es ſo zu treffen, wie weik er nach jeder Seite hin werfen ſolle, damit kein Fleck doppelt beſtreuet werde. 1) Soll der Saamen untergepflüget werden, ſo muß der Mittelrücfen unbeſtreuet gelaſſen wer« den, weil hieſelbſt die Furchen zuſammengepflüget werden. Beſtreuet man dieſe Furche, ſo kömmt die Saat darauf allzu die zu ſtehen. m) Von vielen Säleuten wird der Aer zum zwey» dn baebelien 8-0 edu) mar-Elhh amm ZIEIN EIEIEE tenmale nachgeſäet. Dieſes geſchiehet ſo, daß ſie zwiſchen den beyden Gängen, wo ſie hervauf- und heruntergegangen ſind, noc-rmit dem erſten Wurfe noch kein Gnüge geſchehen ſeyn könne. 2) Wenn man mit dem Hanndv. Zausvater an- nimmt, daß ein geſchiter Sämann in einer Stunde ohngefähr fünf bis ſechs Himten ausſäen könne; ſo fann man annehmen, daß ein ſolcher ün der angegebenen Zeit drey Berliner Scheffel bey uns ausſäen könne. Läßt man ihm alſo Vor- mittags vier Stunden, und Nachmittags eben ſo lange ſäen, ſo wird er des Tages einen Win- ſpel ausſtreuen. Da ihm die Arme von der ſte- ten Bewegung ermüden, ſo wird man ſchwerlich Mehr, als zehen Stunden lang Arbeit pon ihm er wars Das Säen. ZI aber die erwarten können. Mancher Orten wird das Säen Fürzen Winſpelweiſ? den Sämännern verdungen, und * indie für den Winſpel acht Groſchen bezahlet. Jm Auger: Brandenburgiſchen ſind die ſo genannten Meyer vie weit die Sämänner, und wenn die Ausſaat eines Gy- nit fein thes ſtark iſt, ſo werden ihm unter den Koſſäthen diejenigen zugeordnet, welche des Orts am beſten en, fo mit Säen umzugehen wiſſen. In Schleſien iſt en Wet es meiſtens das Goſchäſte der ſo genannten Dröſche epflügt gärtner. Wenn es dieſe aber alle oder nach der nmt die Reihe thun müſſen, ſo wäre doch die Einrichtung beſſer, wenn unter ſelbigen einer oder mehrere auss 71 weh: geſucht würden, welche die meiſte Geſchicklichkeit 0, daß und Erfahrnng beſiten,; herauf: 0) Mit feinen Saamen, als Hirſe, Mohn, Klee, gehen, Rüben u. ſ. w. verfähret der Sämann anders, n, den als mit den gröbern. Cinigepflegen Aſche, Säge» Dies ſpäne, Kleyen, Sand u. dergl. darunter zu mis unge ſchen, und dieſe Miſchung mit voller Hand ause hHt ge zuſtreuen. Es iſt aber mit ſolcher Miſchung doch ; ſind, nicht recht getroffen. Der Sand fällt gern im itbem Sace zu Grunde, und die andern leichtern Mac n ſeyn terien bleiben gern oben. Cs iſt daher dieſer Handgriff beſſer, wenn die feinen Saamen zwie ſchen den oberſten Gliedern der drey erſten Finger ter ane; dne genommen, und damit ausgeſtreuet werden, 1gſäen Mehr geübte Säleute nehmen von dieſen feinen ſolcher Saamen zwar auch die Hand voll, allein beym effel Anfange eines Wurfs öffnen ſie den Daumen und ) Vor- Zeigefinger. Dieſer wird gerade ſodann ausges id ſtre>t, und muß währenden Zuges mit der Hand EE den mäſſig hervorſchieſſenden Saamen von eina ien- der theilen und zerſtreuen. Dieſe leßtere Art, den verlich feinen Saamen zu ſäen, iſt den beyden vorherge- 16m Henden vorzuziehen, weil theils der ausgeſtreckte eiQ6a erwat- 2 5 32 Erſtes Kapitel. - 1 Zeigefinger' den Saamen mehr zertheilet“, theils yt 4. mehr Bequemlichkeit dabey 4ſt, indem man aus| fi - einer Hand voll Saamen viele Würye thun, und|(em nicht jedesmal in den Sa hineingreifen darf.| fel p) Wenn Saamen verſchiedener Art unter einander"X geſäet werden ſollen, ſo fann man ſie, wenn die| Körner von gleicher Schwere ſind, unter einan- 114057 der miſchen. Z. B. in der Schweiz ſäet man. Wh . 7: y hin und wieder Roggen und Waizen, damit dieſer m nicht ſo umfallen und ſich an jenem ſtüßen ſolle, ww “ unter einander, da män denn dieſe beyderley Ar-| << ten von Körnern: zugleich vermiſcht ausſtreuet. mi 1..."So kann ein Gleiches mit Gerſte und Haber ge- an ſchehen. Säet man. aber Haber und Erbſen oder| ker '""Wicken zuſammen, ſo wird die Saat nicht über-| mi all recht gleich, weil die Erbſen. und Wien um fin) “ein Drictheil ſchwerer ſind, und weiter im-Aus- 4 „werfen fliegen weßhalb es ſchon beſſer iſt, den Juf - Haber vor ſich allein, und die Erbſen oder Wi- pic &en auch beſonders auf dem nämlichen Aerſtüe| 169 >e auszuſäen..- Schlechterdings aber iſt es noth- i" wendig, die feinern Saamen vor ſich allein aus- 4; zuſäen, und ſolche nicht im Sacke oder Sätuche|"We mit den gröbern zu vermiſchen. Man muß alſo| vie z+ B. wenn Gerſte und Klee zugleich auf ein Stü,| bi „!. Acfer kommen. ſollen, die Gerſte zuerſt und hier-| W 2:* 1quf den Klee befonders ſäen, ſo wie die Gerſte| 1% „74termaaß erfordert wird,| Man Mer "6:06 ſagt[4 theils m aus 1, und rf. nander nn die einam- € man dieſer t ſolle, y Ar, treyet, er ge n oder über- 1 um Muße den Wie erſtile noth- QU ituche ; alſ0d Stüd hier- jerſte nicht Das Säen, 33 ſagt z- B. auf einen Morgen ſind in hieſiger Gegend ſo und ſo viel Meken Einfall 1N, oder die Ausſaat auf einen-Morgen hieſigen Ackers iſt ſo und ſo viel. Man fragt gemeiniglich: Wie ſtark iſt hieſelbſt der Einfall oder die Ausfaat auf den Morgen? Auf dieſe Frage kann man in einer kleinen Pro- vinz, geſchweige in einem ganzen Lande, nicht ſo ge- rade zu antworten, oder ein für alle und jede AeFer überall paſſendes Maaß angeben. Es ſind Wirthſchaftslehrer, welche das Ausſaats: maaß ſo gemein hin feſt ſeßen, welches, wenn es zur gemeinen Norm angenommen wird, einem Guthsbeſi- ßer auf zweyerley Weiſe nachtheilig ſeyn kann. Ein- mal, daß er ſeine AeFer überſäen, und hernach von ſeinen Wirthſchaftsaufſehern betrogen werden fann, wenn ſie ihm nach dem angenommenen Maaße dis Ausſaat in Nechnung bringen, ohne daß der Einfall würklich damit übereinkömmt. J< will hier unter den Wirtkhſchaftslehrern den einzigen Eckhart anfüh- ren, welcher im fünften Kapitel des Vorberichts zu ſeiner Experimentalöfonomie 6. 1. ff alſo ſagt! Aller Aker muß zur Beſtellung jährlich drey- bis viermal gepflüget, und nach Beſchaffenheit alle fünf bis ſechs Jahr ſtark gedünget und gebraacht werden, Auf einen ſolchen wohl zugerichteten Aker, wenn der Boden ſkatk und put iſt, werden auf einen Morgen von hundert und achtzig Quadratruthen, zwey Schef- fel(Berliner) entweder Waizen oder Roggen, in die erſte Art geſäet(ein Berliner Scheffel Waizen wie- get neunzig, und ein Scheffel Roggen achßig Pfund). --- In ſolchen Acer wird auch Winter- und Soni- merrübſaat geſäet, zwey Meßen auf einen Morgen, welches der ſechszehnde Theil von einem Scheffel'iſt: -- WMikttelmäſſiczer Böden; wenn ſolcher ebenfalls 53g18vgter 11, Band. C drey» 13 | [X | E 24 Erſtes Kapitel, Dreymal gepflüget und recht gut gedünget worden; Hiervor wird auch ein Morgen von hundert und achkzig Quadratruthen mitzweyen Scheffeln, entweder VOgi= zen oder Rotttgen beſäet,== Heichter und etwas ſandichrer Boden wird nach behöriger Pflügung und Düngung ebenfalls mit zweyen guten Scheffeln Rog» gen beſäet, weil ſelbiger feinen Waizen träget.== Auf ſtarken, ſchweren und wohlgedüngten Bo- den, welcher in der erſten Art Waizen und Roggen ge- tragen, wird in die zweyte, auch wenn der Acker recht gut iſt, in die dritte Art, Gerſte, und zwar auf einen Morgen zwey Scheffel geſäet. Auf mittelmäſſigen, jedoch wohlgedüngten, Boden wird in die zweyte Ark, dD. i. das andre Jahr nach der Düngung, auch Gerſte, und zwar zwey Scheffel auf einen Morgen geſäet,== In leichten. nnd ſanditggten Boden kann keine Ger« ſte in die zweyte und dritte Art, ſondern nur Haber, und zwar zwey Scheffel auf einen Morgen, gehäuftes Maaß, geſäet werden.== FFrbſen werden meiſten» theils in die dritte Art, oder in die Braache, geſäet, ein Scheffel auf einen Morgen.=- Hirſe wird in die zweyte Art mülbigen Bodens geſäet, ſechs Meßen auf einen Morgen,--=-: Hier ſehen vie Leſer, wie der Einfall des Saa- mens durchgängig auf einen Leiſten, wie man ſagt, geſchlagen wird. So iſt es auch bekannt, daß ſonſt wohl ganze Länder eben dieſe, oder eine andre durch« gängig gleiche, Norm gebraucht, und die Kauf- und Pachtanſchläge der Güther darnach reguliret haben, welches denn den Intereſſenten theils Schaden, theils Vortheil bringen müſſen. Man geht daher weit richtiger zu Werke, wenn in Anſehung der Ausſaat die Aecker nach ihrer innern Güte tlaſſiſfieiret werden, Unterſtheidet man nun die AeFer IN aT IE > Werden; d achtzig tr Wai: 10 etwas ung und [n Rog: get,= en By: ,Sgen ges ter recht uf einen äſſicgen, te Art, Gerſte, def,= 1e Ger: aber, häuftes neiſten- geſaet, wird in -Meßen 8 Eaa- mn ſagt, 1ß ſonſt » durche uf- und haben, , theils , wenn " innern nun die Aeker TA Das Säen. 35 "AeFer auf ſolche. Weiſe, und ſieht zugleich mit auf den verſchiedenen Düngungszuſtand derſelben, ſo exr- giebt es ſich, daß in einem Morgen der erſten Klaſſe, wenn er friſch gedünget iſt, mehr einfallen. müſſe, als wenn er zum dritten oder fünften male trägt(in die dritte oder fünfte Art geſäet wird) und ſo bey den übri- gen Klaſſen, Dieſes ſo gründliche Principium herrſchet auch in den betitelten revidirxen und verbeſſerten Ge- neraltarprincipien zur Abſchärzung der Güther in der Chur- und L7eumark. Nach ſelbigen müſ- ſen die Boniteurs der Mark Brandenburg folgende auf die innere Güte des Bodens zu gründende, Acker- klaſſen vor Augen haben. rzte Rlaſſe, ſtarkes Waizenland, welches in rſter und 3ter Tracht Waizen, in 2ter und 4ter aber Gerſte trägt. 2te Rlaſſe, ſchwaches Waizenland, welches blos in der 1ſten Trach! Waizen, in der 3ten Roggen, in. der 2ten und 4ten aber Gerſte bringe. 'zte Klaſſe, ſtarkes Herſtenland, welches in 1ſter und 3ter Tracht Roggen, in der 2ten und 4ten Gerſte trägt. „ate Klaſſe, ſchwaches Gerſtenland, welches in rter und 3ter mit Roggen, in der zweyten mik Gerſte, und in der 4ten mit Haber beſäet wird. gte Klaſſe, ſtarkes Haberland, welches in der iſten und 3zten Tracht Roggen, in der 2ten und aten aber Haber tragt. Ste Rlaſſe, ſchwaches Haberland, welches in der oſten und 3ten Tracht Roggen, und in der aten Haber trägt, nach der zten Tracht aber 2 Jahr ruhet,: C 2 768 36 Erſtes Kapitel, 7te Klaſſe, dreyjährieges Roggenland, wenn es ohne Düngung x Jahr Roggen trägt, und dann 2 Jahr ruhet, jedoch aber, wenn es gedünget würde, Sommerung tragen könnte. 8te Klaſſe, ſechsjähriges Rotgzttenland, welches nach 5 jähriger Ruhe einmal Roggen trägt. Das neunjährige Land wird nur als Schaafs weide gerechnet. Nun will ich einige Veranſchlagun- gen der Ausſaat herſeßen,| 1. Altemark, Hier wird auf jeden Morgen(in der Mark wird| ; gegenwärtig der Magdeburgiſche Morgen zu 180| Rheinländiſchen€] R, angenommen) ausgeſäet, und| zwar Berliner Maaß.| | A. Waizen. x. Im erſten Waizenlande 22 Meßen 2.== zweyten 20== B. Rotten. 1. Im zweyten Waizenlande 18 Meßen 2.== erſten Gerſtlande 4: ann| - 3.== zweyten 16->| 4.== gelben Haberlande Enie| 5.== bunten I2==| 6.=- Rauch; 8=| 7-== dreyjährigen und ſchlechten| Lande: Se| |( C. Gerſte.:| x. Im beſten Waizenlande 22 Meken| 2:=> minder guten Waizenlande 20= 3.„Jm Än 2 GS<2 en Das Säen. 37 3.„jm erſten Gerſtlande 29 Meßen 4.==> zweyten Gerſtlande I8= D. Haber. - 1. Im zweyten Gerſtlande- 18 Meßen 2.-=- erſten Haberlande 16-- 3.= bunten Haberlande I2= 4.= Rauchhäberlande IO= Wo das Land faltgründig iſt, und zur leßten der 4 Hauptaerklaſſen gehöret, wird auf den Morgen beym Roggen 1 Meße Einfall mehr gerechnet, II. Prigniß. Am Getraydeeinfall wird für den Morgen 98 rechnet; „Im Waizenlande erſter Klaſſe Waizen 23 Meßen Gerſte 23-- Im Waizenlande zweyter Klaſſe Waizen 25 Meken- Roggen 18-=- Gerſte 230=- Im Gerſtlande erſter Klaſſe Roggen 18 Meßen Gerſte 20= es Im Gerſtlande zweyter Güte « Roggen 16 Meßen Gerſte 18= Im weiſſen Haberlande Roggen 12 bis 14 Meßen Haber 136bis 18= € 3 Amt 3- Crſtes Kapitel. Im dreyjährigen Roggenlande Roggen 8 bis ro Meßen Bunter Haber 10 bis 14=== Im ſechsjährigen Roggenlande Roggen 8 Meßen Rauchhaber 10== Buchwaizen 4= II1. Ruppinſcher Kreis in der Mittelmark. Die Ausſaat richtet ſich nicht allein nach der Gü- fe des Afers, ſondern auch nach der Düngung, die dem- ſelben gegeben werden kann, dergeſtalt, daß an den Or- ten, wo excl. des dreyjährigen 2andes, ſämmtlicher Aer nur alle neun oder ſechs Jahr gedünget wird, ſowohl an Ausſaat, als am Körnerertrag weniger, als an Or-, ten, wo excl. des dreyjährigen Landes, alle drey Jahr ſämmtlicher Aer gedünget wird, zu rechnen iſt. Da man hieſelbſt den Boden in ſchlechten und tuten eintheilet, ſo will ich jenen mit dem Buchſta- Raben b, dieſen aber mit dem Buchſtaben a bezeichnen, A. Zey neunjähriger Düntzuntt. Waizen' Roggen im Waizenboden| =“= guten Gerſtlande MD b 16 Meßen 2| SI EEE EETEp. -=== ſchlechten Gerſtlande b 14== 2 LOG" veni : Roe Zol) » "Das|'Sden.) 39 Rotten im Haberlande 1. Klaſſe MG: Kais b 12: Meßen 3 14= 2%--- b it-- kt. a: 13"=» -=“%- dreyjähr. Roggenl, ;"SIE EGLE + DAD 5 fe Gerſte im Waizengeer.. ---== guten Gerſtlande 18== IGE a.-39-- 1=m =.== ſchlechten Gerſtlande 0 E 2.. b 16= E a I8== Haber im Gerſtlande, 2. Kl. und- -=„= Haberland x. Klaſſe Wua bb“ 14= MATEO“<= --== Haberland 2, Klaſſe b 12== a 14=> B. ep ſechsjäbriger Düngung. Waizen EEG b---»> 284,20"= Rotſtzen im Waizenboden 8. KIRIN guten Gerſtlande WEISST,| 3 18 EE C4 Roti« 40 Erſtes Kapitel, Rotſtten im ſchlechten Gerſtlande a a == z- Haberlande 1. Klaſſe ; b 2 -=. zT Haberlande 2. Kl. b a -“"=- dreyjährigen Rog- -„Henlande b 3 Gerſte im Waizena>er ===- guten Gerſtlande ; b ===...==- ſchlechten Gerſtlande t:) Haber im Gerſtlande 2. Klaſſe -. Haberland x, Klaſſe ““ Haberland 2. Klaſſe, b ex me€ a €. Bey dreyjähriger Düngung. Waizen. v 15 Meßen 17-=-- 14-= 19== 13== 227 IO== IO== 20== I9= 20== 16.-=> I7"== 16== I8== .EAEUBERFIG 16== Su Zt ZIE SAEED EEE Das Säen: 4L Rotten im Waizenboden.“'22 Meßen -=== guten Gerſtenlande b-- 3/! 2 e=*=== ſchlechten Gerſtlande=+- =>== Haberlande 1. Kl. b 16-=, 2 47== TT= dreyjähr, Roggenl. Er 3 44:5 48D- 4.0 ; 2:49;=>- Gerſte im Waizenacker 1 PEEL MERLE TT== Kufen Gerſtlande“ ;.b 20 3. >= ſchlechten Gerſtlande..--- Faber im Gerſtlande 2. Klaſſe ;- und NIN' 77.77 Haberland. 1. 3 b T8 SS BET 232 20== > Haberland 2.--- Anmerkunten. a) Man ſiehet nun aus dieſen Ausſaatsberechnun-' gen, daß in den erſten ſechs Klaſſen auf einen Morgen in Winter- und Sommerſaat nicht über -*-Schfl, 6 Mz, und nicht unter 1 4 Mz. Einfall angenommen, in.den beyden- leßten Ktaſſen aber nur höchſtens 30 Mz. Einfall für den Morgen gerechnet werden. Y bp) Es iſt ferner aus dieſen muſterhaften Berech- vungen zu erlernen, wie nächſt der Güte des 74 C5 A&ers y | |; | NN | 34% 156 8: x “. Erſtes Kapitel, : Acfers auch der Düngungszuſtand deſſelben mit in Anſchlag zu bringen ſey."So iſt z. B. aus der Ruppinſchen Ausſaatsberechnung zu erſehen, daß in früöchgedüngtem gutem&cfor auf den Mor- gen x Schfi. 6 Miz. bey ſechsjähriger Düngung aber nur 1 Schſi. 4 Mz. Waizen, ſo wie Rog- gen in friſchem Miſte ju den Morgen x Eer Not: der allermeiſten Derter doh ſe'ten einerley Be- zung ſchaffenheit haben. Es ſeyn nun z. B, faltgrüne og: dige oder frautartige Aecker neben mehr gutarti- hf. gen ,- oder Berge und Anhöhen auf einem Felde Mz. vorhanden. Es ſey hier ferner richtig, daß man noh auf gutartigen Acerſtücken, und denen, die bey Dieſe Bergen und Anhöhen gegen die Sonne liegen, rün: mit 1 Schfl. 6 M3. Ausſaat auf den Morgen mehr ausfomme; ſo wird man doch) auf den nicht gutar- Sdde tigen Aeckern des Orts wohl an die 6 Mz. mehr | ſich gebrauchen, weil auf falten Gründen mehr Saa- he men ausgeht; inkrautartigen Aeckern aber zur Un- 744 terdrücfung des Unfrauts mehr dice geſäet werden Bie muß, und die Mitternachtſeiten der Berge und Anhöhen, aus Mangel der Wärme, ihre Saat weniger zum Beſto>en und Ausbreiten gelangen ve laſſen, Damit nun auf dergleichen Aeckern die hi Saat nicht zu dünne ſtehen möge, muß hieſelbſt 199) dicker, als ander8wo, g-ſäet werden.- Hat man | ge nun aber nur ein einziges Einfallmaaß für eine ders gewiſſe Gegend, oder Ackferklaſſe/ angenommen, agen ſo werden die mit unterlaufenden,“einer mehrern . die Ausſaat bedürfenden, Ae&er ljiemit von andern für übertragen. leich gG) Wenn man in der Nothwendigkeit iſt, ſehr ſpat und zu ſäen, ſo muß man mehr Saamen, als bey 'then der Frühſaat, gebrauegen. So giebt es z. B. ege Gegenden, welche niedrige und zugleich fehr fraut- als artige Waizenäcker haben 3 die, wenn ſie gleich weil andern vor Michael zuſäen wollten, ſo viel Un- n der kraut und Gräſereyen ſich zuziehen würden, daß nung aus dem Waizen wenig oder gar nichts werden, auch Man der begruſete Aer zur folgenden Sommerſaat hat ſchr Erſtes Kapitel. ſehr verdorben und unartig gemacht werden: wür- de. Dergleichen Gegenden müſſen nun nothwen- dig erſt in der andern Hälfte des Septembers bis in den October hinein die Waizenſaat antangen. Da aber dieſe ſo ſpäte Waizenſaat ſich vor Win- ters nicht beſtauden, und überdem nod) von der Winterwitterung ſehr leiden kann, ſo muß hie- - ſelbſt auf den Morgen faſt 1 Chfl. 8 Mz. Saa- [+] men, alſo einige Meßen mehr als ander5wo, ge- vehnet werden. ) In ſehr troFenen und ſehr naſſen Jahren kann das Getrayde weniger großförnigt, als ſonſt aus- fallen.„Ja dieſem Falle wird die Zahl der Kör- ner für ein gegebenes Maaß größer, und dieſes Fann ſo weit gehen, daß man 1== 2 Meßen we- niger zur Ausſaat auf ven Morgen nehmen muß, damit der Aker nicht überſaet werde, oder die Saat zu di> zu ſtehen komme.. f) Da die Leſer in vorhin beygebrachten Ausſaats- "berechnungen'nicht Erbſen, Wien, Linſen, Hir- ſe u. ſ. f. angegeben finden, ſo will, um in An- ſehung des Einfallmaaßes nichts zurück zu-laſſen, ſelbige hier auch angeben. ZJ< nehme hierbey gleichfalls das Mark Brandenburgiſche Acer- maaß, den Morgen zu 180 Rheinl. Quadrakru- then gerechnet, an, und beziehe mich. gleichfalls auf vorſtehende Ac>erklaſſen, ohne ſie beſonders hier aufzuführen, da jeder die Proportionirung ſelbſt ausfinden kann, wenn ich) überhaupt ſage, daß von dem Saamen der Schotentgewächſe die Hälfte der Ausſaat anzunehmen Z. E. wo I Schfl. 4 Mz. Winterkorn ausfällt, daſelbſt (da der Brandenburgiſche Scheffel 16 Mz. hält) werden 10 Mz. Erbſen, Wien u. ſ. f. ausgeſäet. Vom Leinſagmen der vierte Theil der Ausſaat obi- dBu Üben AFC M ZR Za wür: Yve: 's bis ngen, Win n der hib Sqq: . M: fann aus» Kör- j(eſes | We: uß, die f8- it» An: ſen, 'bey fer“ tu: [18 18 47 Das Säen, 45. obiger Beree wie erſtere wird, und die kleinen Steckrüben, kleis nen Märkſche Rüben. Der Saame von. der er- ſien Sorte iſt auf x Morgen 8 Pfund, wenn man die Rüben bey der Stallfütterung, wie ſie anwachſen, verziehet, und vom Acker nach und nach verbrauchet. Sollten ſie aber nicht verzo» gen, ſondern ſämmtlich im ſpäten Herbſte erſt reif werden, ſo kann man mit 5 Pfund reichlich ausfommen. Sollen aber die Rüben, wie- der weiße Kohl, in krautartigen Ländern behakt und hiemit vom Unkraut frey gehalten werden, ſo wird man mit 4 Pfund Saamen zureichen. Von der mittlern Sorte Rüben wird man an die 8 Pfund nehmen fönnen. Won dem Märkſchen Rüben- ſaamen ader, wenn ſie fein, und nicht ſehr in die Die wachſen ſolien, 102 Pfund. Will man aber dieſe Rüben weniger klein haben, ſo nimmt man g Pf. da ſie dern weiter auseinander zu ſtehen kommen, und alſo mehr Raum zum Dickerwer- Veri Erſtes Kapitel. den erhalten... Hat man aber zur Abſicht, dieſe Rüben, da ſie im. Anfange mehr, als zuleßt, gelten, ehe die Zeit ihrer Reife da iſt, zu verkau- fen, und ſienach und nach zu verziehen, oder die "größten allmählich aus dem Acker auszuziehen, ſo kann man wohl an 11 Pfund Saamen aus- ' ſtreuen. Gelbe Rüben, Mohrrüben, die zur Veehfütterung auf den Feldern gebauet werden, erfordern, wenn ſie recht dicke werden, und in die Winterung geſchlagen werden ſollen, 2 Pfund Saamen auf den Morgenz an die 3 Pfund aber, wenn ſie zum Verkauf oder Viehfütterung vor der Zeit nach und nach verzogen werden ſollen. PPa- ſtinaken oder Paſtinatwurzeln zur Viehfütterung eben ſo viel,-Von andern Gewächſen, die zur Speiſe für Menſchen und Viehfätterung, als Ertüffeln, rothe Rüben, Kohlrüben u.[. f. ange- bauet werden, gedenke hier nichts, weil ſie auf den AeFern ausgepflanzet werden. g) Das Ausſaatsmaaß der Getraydeſaamen, wels? ches bisher berechnet worden, iſt.blos vom neuen, „und nicht vom alten Saamen zu verſtehen, da des leßtern mehr erfordert wird, wie ſchon oben erwähnet worden. Von dieſem läßt ſich aber Fein ſo verhältnißmäſſiges Maaß überall angeben, weil die Pflege deſſelben auf den Kornböden, nebſt dem Mangel der Kornwürmer auf ſelbigen, ei- „ne große Verſchiedenheit ausmachen. Die ölichs ten Saamen, als Lein» Rübſen- und Rübenſäa» men, aber bleiben ſich einige Jahre hindurch nicht nur gleich. ſondern der Leinſaamen, welcher ein Jahr alt iſt, thut es auc) dem friſchen bey der Einſaat zuvor.| Hk) Im erſten Bande des SS. V. S. 27 ff wird die Führung eines Saat- und Aerndteregijters ange» rathen, FRS TSEGENNGEN HEEDE Das Saen, 47 iv rathen. Wo nun ein ſolches auf einem'Guthe en oder bey der Wirthſchaft noch nicht iſt, da muß it vi es noc) eingeführet werden, um in Anſehung der j Ausſaat beſonders aufs Gewiſſe zu kommen. (ehen, Wird es ſo geführet, wie es'an beſagtem“Orte y:049 verlanget wird, ſo wird man in jeder einzelnen e zu Aerwirthſchaft auſs Genaueſte kommen; und erden, beurtheilen können, ob und wo in dem Maaße der In die Ausſaat eines jeden Ackerſtücks noch was zu viel Pfund' oder zu wenigiſt; ob das Dicker- oder Dünnerſäen, aber,„7 und unter welchen, Umſtänden, vortheilhafter or der ſey? Pa- 4) Die mehr als gemeine Leſer werden noch meine erung Meynung über die in unſern Tagen rege gewor- ie zur denen Sämaſchinen wiſſen wollen, da es ihr , als Wunſch iſt, den Acker ſo zu beſäen, daß der Saa- ange me überall aufs richtigſte vertheilet, folglich'auch ' auf. biedurch Saatkorn erſparet werde. Unter den be- Fanntgewordenen Sämaſchinen iſt diejenige die wels beſte, die Tull erfunden, du Saml aber verbeſ- euen, ſert hat. Da es aber eine der erſten Grundregeln 1, da des Ackerbaues iſt, daß die Aerinſtrumente ſim- oben pel, aufs wenigſte koſtbar und recht dauerhaft aber ſeyn ſollen, gedachte Maſchine aber eben ſo wenig geben,- fimpel, als wohlſeil, da ſie über 30 Thaler ko- „nebſt ſtet, auch nicht dauerhaft genug iſt, und oft was 7,(je daran mitten im Gebrauche derſelben zu ändern, oliche oder mit Unterbrechung der Arbeit wieder herzu- on ſda ſtellen vorkömmt; ſo iſt ihr die Hand eines geüb- nicht« fen Sämannes ſchlechterdings vorzuziehen. Hie- or ein mit ſtimmet. ein Kenner dieſes Werkzeugs, der y der berühmte Verfaſſer des eehrbegriffs ſämmtlicher .„öfonomiſcher und Cameralwiſſenſchaften"Th. 1 „9 die B. 1. 6. 79. nicht nur überein, ſondern ſeßet auch ange noch folgendes hinzu; Der Aer, den Hr, Tſchif- ehen fei! Eyſtes Kapitel. feli(bey dieſem hatte er den Gebrauch dieſer Max» ſchine geſehen) beſtßet, iſt fett und warm, ja ei- ner der beſten Aecker in der Schweiz; wie wäre es, wenn ich dieſe Maſchine in kalten und naſſen Aeckern brauchen wollte? Der kalte A>er erfor- -. dert bekanntermaßen eine ſtärfere Ausſaat als der warme, weil viele Körner erfrieren, verſauren oder ſonſt umkommen können. Der magere . Aker bedarf auch einer ſtärferen Ausſaat, als der fette, ſo ſehr auch dieſe Regel von der alten Leier abweicht. Denn die Saat beſtaudet ſich in fetten Aeern, in magerem Lande aber liefert ein Korn ſelten mehr als eine Aehre.(Hierin ſtim» „me ich dem Hrn, Verfaſſer des Lehrbegriffs nur zum Theile bey. Richtig iſt es, daß ein mage- "rer nicht vom Dünger unterſtüßter Acer ſeine Saat wenig oder gar nicht zum Beſtauden trei- ben kann, ſolcher Acer auch wohl vieler Orten zu dünne beſaet werde. Wird er aber zu dicke be- ſäet, ſo wird wenig aus dem Kornez nur ſo ge- nannte Fliegenföpfe, d. i. Aehren, die auſſeror- dentlich klein ſind, und nur ein Paar Körner ent» halten, ſo wie das Stroh zu kurz und dünnhal- migt iſt; welches denn daher kömmt, daß ſolcher Acker zu wenig Kräfte hatte, ſo viele Kornpflan- ' zen zu ernähren,'wie ſolches jedem erfahrnen A&ersmanne nicht unbekannt ſeyn muß). Da nun mein Säpflug von dieſer Verſchiedenheit fei “ne Erkenntniß hat, ſondern nach den Geſeßen der -geſchwinden oder langſamen Bewegung die Saar menförner vertheilet, ohne auf die"Bedürfniß des Ackers Betracht zu nehmen, ſo iſt er ſchwerlich in allen Aeckern brauchbar, wenn man auch in Falten Aecern, Ochſen, die ſich langſam und gleichförmig bewegen, in fetten aber Pferde, die ; einen Das Squen,' 49 einen ſtärfern Schritt haben, vorſpannen wollte, ian müßte dannenhero zu jeder Acferart eine, der Beſchaffenheit jedes Landes angemeſſene Ma- ſchine vorrächig haben. So lange wir damit nicht verſehen, müſſen wir uns ſchon des bisher übli- e gegeben haben. Auſſer den mehrern Körnern würde alſo auch mehr Stroh gewonnen ſeyn. Iſis nicht aber auch guter Gewinnſt, wenn man auch das Erroh zur Viehfütterung ſeines Orts eben ſo nöthig nicht bedürfte, daß man deſto mehr zur Vermehrung des Düngers einſtreuen, oder ein Strohmagazin an- legen, und es in theuren Jahren verkaufen könnte? Ich kann mich hiebey auf einen berühmten Wirth- ſchaftslehrer berufen, welcher in ſeiner Einleitung zu einer vernünftigen Sparſamkeit S. 5 f. alſo ſchreibet, nachdem er zuvor von der Unſicherheit des Dünneſäens vor Winters geredet, da man es auf die gute Beſto2 &ung des Korns anlegt, die aber bey nicht.voraus- zuſehender mißlicher.Winterwitterung ſehr fehlſchla- gen kann. Wenn auch alles endlich mit dem Dünne- ſäen glücklich abliefe, und die vorerzählten Umſtände den aufgegangenen Getraydepflanzen in ihrer Beſtaus dung nicht hinderlich ſeyn könnten; ſo iſt und bleibt es doch eine ausgemachte Wahrheit,'daß ein nach richtigem Verhältniß des Akers di> beſäetes Feld mehr Stroh und Körner, als:ein dünne beſäetes brin- ge. Jcer und ihres Düngungsſtandes gelehret worden, haben ſie folgende Regeln, wenn dünner geſäet werden Fann, noch zu bemerken, 1) Es iſt oben geſagt worden, daß krautartige Aecker dicker, als die von entgegengeſeßter Eigenſchaft beſäet werden müſſen, damit den Unkräutern nicht Raum zur Gewinnung der Oberhand gelaſſen werde. Sind aber krautartige Ae>er, wie es in manchen Ge- genden, beſonders bey mir, ſehr geſchiehet, zum Flachs und Hirſe tragen gegraben, und ſodann gewie- tet oder gejätet worden, ſo ſind ſie hiedurch für die zwey folgenden Trachten wider die gewöhnlichen Unkräuter Des Feldes ziemlich geſichert. Man wird nur wenig davon auf ſolchen Aeckern erblicken. Es ſey nun alſo in der Braache Flachs, Hirſe, Mahn, Ertüffeln oder auch Erbſen, und leßtere nur nach dem Pfluge gefäet worden, weil ſie das Unkraut wenig unter und neben ſic) auffommen laſſen, und es erblüſchen; fo wird man von der darauf folgenden Waizen- oder Roggenſaat, und hierauf im Jahre hernach kommenden Gerſten» ſaat was erſparen können. Erfodert z. B. der Mor- gen ſonſt x Schl. 6 Mz. Ausſaat, ſo werden vorge- dachte Aecker für den Morgen etwa nur x Sene Sommer einfallen, in welchen die Unfrautswurzeln, beſonders die Que- fen, Päthen, mit der Eggo ſo ſehr herausgezogen, D 3 und | 54 Erſtes Kapitel, und verilget werden können, daß inr folgenden Jahre om nur wenig Unkraut auf den beſtellten Ae>ern zu ſehen| huf wird. In ſolcer können im Herbſte ein 1 ih| wenig dünner beſäet werden, welchen man die hißigen|"4 | Dünger, dergleichen Schaaf- und Pferdemiſt ſind,| hn zngetheilet hat, und daher, wenn fie ſonſt nicht kalt-|| Wh gründig ſind, natürlicher Weiſe bereirs im Herbſte-| hh nicht nur mehr treiben, ſondern die Saat auch den Win-| ker hindurch mehr warn, und wider das ſogenannte Ö Ausſauren von Näſſe, erhalten können.| uty - 4) Es iſt bereits oben geſagt wordcn, da von| hin | der Tüchtigkeit und Auswahl des Saamens die Rede|" j war, daß man von den vollſtändigſten Saamenkoör-| nid nern, die man von vorgedroſchenen Garben und vom| deer Vorſprunge erhält, erwarten könne, daß ſie nicht nur- nch! "" wohl aufgehen, ſondern fich auch ſehr wohl beſtocken enen fönnen. Man wird alſo von ſo tüchtigem Saamen/ Din auch etwas weniger, als nach der gemeinen Arc, da|„Wyn, / man| 11198 iden iner ein igen ſind, falt- vbſte Bin: nte von ede för- om nur >den nen da nan 'Das Säen. 55 man feine Auswahl der Saamenkörner atiſtellet, ge» brauchen. 5) Ob ſchon das Einſäen auf feſten und niedris gen Aeckern bey naſſer Witterung, wenn's irgends möglich iſt, vermieden werden ſoll, ſo können doch ſehr leichte, hohe und ſandichte AeFer eine Ausrahme machen, indem es ihnen ſehr gut iſt, wenn ſie ſogar auch von recht vielem Regen geſättiget, und davon fe- ſter gemacht werden. Man ſieht es ſolchen Aeckern in der Folge ſehr an, daß ihnen die Näſſe in der Saat- zeit faſt mehr, als der Dünger helfe. Kein Saamen- korn bleibt denn zurück; ſo wie bey trockner. Saatzeit wohl der dritte Theil des Roggens zurückbleiben kann, In dieſem Falle nun kann ſchon an ver Ausſaat auch was erſparet werden, da es ſonſt ſchlechterdings nöthig iſt, dergleichen Ae>er bey troner Witterung dicker zu beſaen. Mit der kleinen Gerſte( Sommergerſte) iſts eben ſo. Hat man bey trockner Witterung kein Gerſtland von der erſten Klaſſe, nur Mittelland, vor ſich, ſo darf man, da nicht alle Körner zum Aufgehen fommen, von der gewöhnlichen Ausſaat nicht abbre- oenen Witterung ungeachtet befördert. Es iſt'bey den ES cdhotengewächſen aber wohl in Acht zu nehmen, daß ſie auch im angegebenen Falle nicht zu die geſäer werden. Sollten ſie bey einer diern Ausſaat in der Fo!ge alle aufgehen, ſo würde man zwar viel Stroh, - äber wenig Körner erhalten. Auch würden die Ran- Fen zu dünne und ſchwach werden, mit der Zeit zur Er- de ſinken, und anfaulen. Leinſaamen aber, wovon man zartes Spinneflachs haben will, muß gar nicht dünne geſcet werden, damit ſelbiges fein und weichhar- lic), wie man ſagt, werden möge. Dünne ſtehender Sein bringt hartſtöFfrichtes ſehr grobes Flachs, wovon Fein recht feiner Faden kann geſponnen werden. Da- gegen iſt es ſehr anzurathen, den Lein, wovon man künftig den Saamen gebrauchen will, nur dünne zu ſäen, weil der Saame ſodann deſto tüchtiger und brauchs barer wird. YV F. Ob der Saamen unterzupflügen oder oben aufzuſäen ſey? . Die mehr oder weniger feſte Beſchaffenheit des Bodens muß es entſcheiden, ob das Unterpflügen des Saamens geſchehen ſolle oder nicht? Hat man einen ſehr bindenden ſehm- oder Thon boden vor ſich, ſo wird es nicht rathſam ſeyn, den Saamen unterzupflügen, weil ihm hiedurch das Auf- „gehen erſchweret wrden würde. Hier wird alſo das Obenaufſäen, beſonders zur Winterſaat, nüklicher ſeyn z müßt, “ Dey Jorgen, finden, 1 fte 'ey den 1, daß geſaet in der Otroh, Rane: ur Er: wovon nicht ern, die mürbe und nicht feſte ſind, ſäet man hin und wieder Frühgerſte, große Gerſte, ſo bald das Land nach vergangenem Winter in etwas abgetrocknet iſt, und ſäet dieſe Gerſte oben auf. Man muß aber in dieſer Jah- reszeit ſolche Ae&er mit bindenden Lehmäckern in eine Klaſſe ſeen, weit ſie wegen der Winternäſſe noch ſchwer und zuſammenhaltend find, auch wes gen ihrer niedrigen Lage den ganzen Sommer hHindurd) ſich friſch erhalten.. Wenn aber die Frühlingsmonathe ohne Regen ſind, und mit öf- tern das Land ſehr austro>nenden Oſtwinden be- gleitet werden, ſo leider doch die daſelbſt auf mehr höhern Aeckern oben aufgeſäete Frühgerſte gar ſehr. Man ſahe dieſes im Frühjahre 1783, da die mei- ſten AFerwirthe auf Mooräckern durchgängig nach Ds ihrer FP +3 Erſtes Kapitel. ihrer bisherigen Gewohnheit die große Gerſte im März oben aufgeſäet hatten, Wo nun dieſe Ae- &er ein wenig höher lagen, da fehlte es nicht nur am Beſtauden dieſer Saat, ob ſchon alle Körner recht gut aufgegangen waren, daß daher die Ger- ſte nicht nur ſehr dünne zu ſtehen fam, ſondern ſie blieb auch ganz furz am Stroh, und hatte kaum halbe Aehren. Cinige wenige AFerwirthe dagegen, welche ein tro>nes Frühjahr vermuthe- ten, hatten auf ſolchen höhern Aeckern den Saa= men untergepflüget. Dieſe untergepflügte Gerſte gerieth nun eben ſo nac) Wunſche, als diein den 'Niedrigungen, die, wie gewöhnlich, oben auf ge- ſäet worden war. Dieſe Begebenheit lehret aber . nun, daß das Unterpflügen und Obenautſäen des Saamens dem Ackersmanne nicht gleichgültig ſeyn, und die innere Beſchaffenheit des Ackers und der herrſchenden Witterung zugleich in Betracht gezogen werden müſſen. Jn Anſehung der leß- tern kann es daher in ſehr naſſen Frühjahren auf . vielen Feldern, wo man ſonſt immer den Saa- men des Saamengetraydes unterzupflügen ge- wohnt iſt, gerathner ſeyn, den Saamen oben auf zu ſäen. b) In manchen leichten und ſandichten Feldern, die zum Habertragen zu ſchlecht ſind, ſäet man im ſpäten Herbſte Roggen, den man Stoppelroggen zu nennen pflegt. Er heißt ſo, weil der Acker dazu, der in even dem Jahre Roggen getragen, nicht geſtürzet, geſtoppelt oder gewendet, ſondern, nachdem er einmal umgepflüget worden, ſofort mit Roggen beſäet wird. Wenn.dergleichen Aet etwas Gruſe, und eben daher eine zuſammenhän- gende Schwarte, hat, ſo wird der Saamen nicht un- fergepflüget, weil er nicht wohl durch ſolche Schwar- Das Saäaett., 59 Schwarte hervordringen würde. Aecker dieſer Art, weil ſie um dieſer Schwarte willen nicht loſe ſind, widerſtehen den Winden, und laſſen die Eaatwurzeln nicht blos werden. Sie halten ſich auch in darauf folgenden dürren Sommern fri- ſcher, als zwey- bis dreymal gepflügte Aeker des Winterfeldes von beſſerer Beſchaffenheit, wie man dergleichen im Sommer 1783 geſehen. Denn nur beſchriebener Stoppelroggen, auch den nicht ausgenommen, der erſt in der andern Hälfte des Wintermonaths geſäet worden, war zweymal beſ- ſer, als der des Winterfeldes. Er hatte weit kängeres Stroh und längere Aehren, c) Auf Aeern nur beſagter Art verfähret man in ſol- dien Gegenden ebenfalls alſo mif dem Sommer- roggen, der bereits um Lichtmeß eingeſäet wird. Sind aber die Aecker allzuleicht, daß wenig Gru- ſe und Feſtigkeit auf der Oberfläche iſt, ſo pflügek man den Saamen dieſes Roggens unter. Cin glei- dyes geſchiehet, wenn der Acer bereits im Herbſte zuvor gewendet geweſen, und a'!ſo hievon deſto wenit- ger Zuſammenhang mehr hat. Auf dieſe Arr hatte ich im Herbſte 1782 ein Stück AXer von 2 Schfl. Ausſaat, welches im Sommer des nämlichen Jahres Winterroggen getragen hatte, zugerichtet, um es auf Lichtmeß, zu Anfang des Februars, mit Sommerroggen zu beſtellen. Da ich es dem hieſigen Felde längſt angemerkt, daß ihm mehr geholfen iſt, wenn der aufzulegends Miſt, der an- der8wo mit einmal aufgelegt wird, um ſich tür mehrere Jahre würkſam zu beweiſen, vertheilet, und davon der Ausſaat eines jeden Jahres ein Theil gegeben wird; ſo ließ das Stück gegen ve- ſagte Zeit mit Miſt befahren, um ihn ſodann un terzupflügen, und hintendrein zu ſäen. Erſteres geſchar 60C 08."TNT, Erſtes Kapitel. geſchabe 3 das lektere aber nicht, weil Schnee und Fröſte ſich wieder einſtelleten.: ZJ hatte aber nicht eigentlich ſogenannten Sommerroggen zur Hand, und daher nur den gewöhnlichen Winter- roggen zur Saat beſtimmetr, da bereits 1773 ei- nen glücklichen Verſuch damit gemacht, und hic» mit die Theorie des Hrn. Prof. Becmanns,-(ſies he deſſen Grundſäße der deutſchen Landwirthſchaft S. 78.) richtig beijunden, daß Winterroggen und Sommerroggen nur Abarten ſeyn. Worbeſagter| Hinderniß halver kam ich nun erſt in der andern Hälfte des Februars zur Einſaat, worauf der Gaamen um wiederfommender Fröſte halber noch einige Wochen. in der Erde lag, bevor er hervor» ſtechen konnte. Hierauf mangelte dieſer Saak an die ſechs Wochen der Regen, und ſielag lange Zeit platt auf der Erde, ehe ſie ſchoſſen, oder in die Höhe gehen wollte, ſo daß ich) beſorgete, ſie würde für dießmal wegen des ſo ſehr verſpäteten Aufgehens triegen, und nichts daraus werden. - Endlich fing ſie aber doch an in die Höhe zu gehen, . nachdem der darneben ſtehende, und im Herbſte zuvor ausgeſäet geweſene Winterroggen, bereits völlig die Aehren ausgetrieben hatte. Meines Roggens Wachsthum geſchahe aber von nun att deſto geſchwinder, und er hohlete der Nachbaren ihren ſo bald ein, daß er um acht Tage ſpäter in die Blüche trat. Daneben trieb er recht viele Nebenpflanzen, welche ſämmtlich mit in die H6- He giengen, da ſonſt dieſe, die man auch May- "pflanzen heißt, bey ver Dürre, oder zu ſchnel ſem Wachsthum der Hauptpflanzen, zurückblei- ben, und feine Aehren bekommen. Hiervon nun kam er weit dier zu ſtehen und gab noch einmal ſo viele Mandeln, äls der benachbarte "Witte u GEP SEEHEEN vL ae ZE 7 KT== „<< amoi» CHES“===< Ene nee und te» aber jen zur Bite: 772(ei: Ind hi6 5,(fits hſchaſt en und eſagter andern uf der rt noh jetbor- Saat lange er in +: ſie teten rden. ehen, roſie vert eines n an aren ater viele Hö (ay nels leis von 10) arte Zie Das Squett."HÖr :"Winterroggen, ſo wie er auch längeres Stroh und länger? Aehren hatte, Dieſes muß ich aber wohl hauptſächlich dem Dünger, daran es den Nachbaren fehlte, und auch“dem Umſtande zu- ſchreiben, daß dieſer Roggen keine ſo zu nennende Winterkrankheit, dergleichen damals durchgängig dem Noggen begegnet, und; wovon die mäſſige Aerndte mehr, als von der Dürre des Sommers herzuleiten war, hatte ausſtehen dürfen."Daß aber dieſer Spatroggen in feinem ſo ſchnellen Wachsthum auch dem eigentlichen auf friſch bemi- ſteten Aecern hieſelbſt befindlichen Gommerrog- gen auch noch zuvor kam, ſolches iſt wohl ſeiner erſten Ausſaat/ zuzuſchreiben, da jede Kornart erſt in den folgenden Generationen mehr und mehr von ihrem Urſprunge abweichet,und ich gewiß glaue- ben muß ,- daß der Saamen dieſes Spätroggens, falls ihn im Frühjahre abermals, als Sommetrog- gen, ausſäenwürde, ſchon langſamere Fortſchritte zum wachſen machen würde.: Da nun auch dieſcr Spätroggen beſſer als der gewöhnliche Somerrog- gen ſcheffelt, ſo konten mehrereA>erwirthe wohl den Verſuch erſt im Kleinen bey ſich auch nachmachen, beſonders auf Aeckern, welche der Auswinterung, oder Verderb von der Näſſe des Winters, ausgeſe- ket ſind. Nur dieſes bleibt mir bey meinem wohl- gerathenen Verſuche noch übrig zu erfahren: 1x) ob ſolcher Spätroggen in ungedüngten Aeckern den ſo ſchnellen Wachsthum auch werde erlangen können; 2) ob er auch auf niedrigen, kalten! und im Winter ſehr naß, oder überſchwemmt'geweſe- nen Aeckern einſchlagen werde. Meine zweyma- ligen Verſuche waren auf hohen, ſandichten und warmen„ friſch. gedüngten Aeckern. So wäre „auch endlich dieſes Vortheils noch bey. ſolchem Späte Erſkes Kapitel, Spätroggen zu:gedenken,"daß:man dabey zu rei- nem Saamen. gelangen könne. Denn ich. ſäete einen Noggenſaamen(weil ich auch dieß daneben mit verſuchen wollte) deſſen ſechster Theil aus Ra- den, die ſich in unſern Ae>kern, deren größter - Theil niedrig und zur Hervorbringung dieſes Un- Frautsſaamens ſehr aufgelegt iſt, häufig finden, völlig beſtand.. Dieſe giengen, weil ſie eine ſo dice hornartige Hülſe haben, wohl erſt vier Wo» "chen nach dem Roggen auf, blieben zurü ,. und wurden in der Maaße von ihm. unterdrückt, daß ) kaum der zehnte Theil zum Blühen kam. Die zur Blüthe gekommenen Radenpflanzen hatten aber bey der Abärndtung des Roggens ſehr unvolikom- mene;und fleine Körner, die ſich mittelſt der Korn- fegen oder Siebe ſehr leicht vom Roggen trennen laſſen, da ſonſt die vecht reifgewordenen Körner dieſes Unfrauts dicker, als die Roggenkörner wer- den, und dieſerhalb nicht wohl auch bey der aller- genaueſten Reinigung des Korns hinwegzubrin- gen ſind. Ich bin nicht Willens, den Saamen dieſes Spätroggens im Frühjahre'als Sommer- roggen 5 ſondern im Herbſte,'als Winterroggen auszuſäen, um zu ſehen, wie er ſich von dem ge- - wöhnlichem. Eaamen unterſcheiden wird. 3 Ich will ihn aber aufs allerſpäteſte erſt ausſäen, weil ich vermuthe, er werde die früheſte Saat noch im Herbſte wieder" einhohlen. CEollte dieſe Vermu- thung, die mir ſehr wahrſcheinlich iſt, zutreffen, ſo harte man davon in der Zukunft einen Saamen, den.man noch ausſtreuen kann„] wenn man ſich mit der Herbſtſaat, etwa weil es noch am Dün-- ger fehlete, und man doch ſein ganzes Feld, oder einen gewiſſen Theil deſſelben durcern geſäet wird, va, kann Bachs: eben ſo verfahren werden. Hiebey gedenke ich 1, wel: nur noch an die unvortheilhafte Einrichtung auf | erhab manchen Landgüthern, wenn die Dienſtptiichrigen rv vidt ein gewiſſes, von Alters her übliches oder geſeß- n feſten lich gewordenes, Tagewerk übernehmen, und ſol- rhe ſti: dhes nach einem gewiſſen Maaße beſtellen müſſen. It nache Hier iſt es nun ſolcher Leute Wortheil, daß ſie uhelfen vecht breite Fahren halten, um bald und leicht da- Sum von zu kommen, Aud dann muß man ſich eine 18 mit eben ſo falſche A>erbeſtellung beſorgen, wenn ptſache. man ſelbige Morgenweiſe, oder nach Scheffel- *bmale maaß in der Ausſaat, verdungen hat. Man ve Aer kann aber auch mit eigenem Geſpanne und Dienſte „gleich pflichtigen, die gewiſſe Stunden des Tages mit eſtellet ihren Spanndienſten"aushalten müſſen, in den jſprite nämlichen Fehler fallen, wenn man ſeinen Wirth- vii ſchaftsaufſehern aufgiebt, daß ſie, laut der, bis- , des her beym Guthe gehaltenen, Wirthſchaftsbücher ſchaft ein bisher gewöhnliches Tagewerk vollenden müſ- nglei- ſen, und- die breiten Furchen, dabey zum 53.6) Grunde geleget haben. Cs ſollte niemals beym . Aer Pflügen darauf angelegt werden, daß ſo vieles gleiche AFermaaß, als nur.möglich, des Tages umge- leh arbeitet werde. Cs muß uns Akerwirthen angele- 5.4 gen ſeyn, wie gut und tüchtig der Acker beſtellek 4“ werden könne. Und wenn wir ſodann unſre Ae- fpfii: Fer aufs beſte beſtellet haben, ſv muß Hiernach En erſt in den Wirthſchaftsbüchern bemerket werden,: d. ihn was wir von unſern Leuten, nach Beſchaffenheit SINE der Witterung, täglich fordern können. NE f) Noc< muß ich den Leſern erklären, was das pn heiße 3 in die Auftrift ſäen, weil ſolches nur in je wenigen Gegenden, gebräuchlich. iſt. Es. wird , und aber nur Sommergetrayde in die Auftrift geſäet, 4 auf SBgausgvatrer IL, Band. E und feudy Erſtes Kapitel. und beſteht darin, daß vor Winters der Aer aufgepflüget und umgeegget gelaſſen, ſodann aber, nach vergangenem Winter, eingeſäet werde. Nach Beſchaſſenheit des A>ers kann dieſe Art den'A>er zu beſtellen nicht unvortheilhaft ſeyn, und es kömmt nur darauf an, daß der aufgepflügte Acker Feſtigkeit genug habe, ſeine aufgepflügte Furchen nicht verfallen, oder von Näſſe zuſammenflieſſen zu laſſen, weil ſolchenfalls der Saame nicht[9 gut eingeegget werden fönnte. g) Noch kann endlich die Frage ſeyn, wie viel Zeit zwiſchen dem leßten Pflügen des A>ers und der darauf vorzunehmenden Einſaat verflieſſen ſolle« Hr. von Münchhauſen ſeßet zehn bis vierzehn Ta- ge ani, und füget hinzu, es ſey nöthig, daß-das Land, ehe es beſäet wird, vorher ſich recht ſeßen müſſe. Er ſagt ferner; je feſter der Boden wird, deſto beſſer iſt es; ſollte er auch nach dem Pflügen vom Regen ganz platt werden, und, wie man es zu vergleichen pfleget, ſo feſt wie eine Dreſchten- ne. Dieſes ſchadet nicht. Die Egge lockert den Boden genugſam auf, der Saame kömmt leicht tief genug, und die Krume bleibt nah) dem öftern Umarbeiten locker genug für Winterkorn.(Hier iſt die Theorie zu ändern. Cs würde der Saa- me, weny er nicht untergepflügt würde, zu we- -„niig mit der bloſſen Egge untergebracht, der mei- ſte ein Raub der Vögel werden, nachdem er ein- mal die höchſte Feſtigkeit angenommen hätte, So iſt auch die Regel nur fürs Lokale. Leichte oder ſandichte Aecer können wohl drey Wochen und etwas mehr, wenn kein Regen ein Dichtwerden verürſachet, vor der Einſaat noch liegen bleiben, ghe ſie ſich wieder recht ſeßen,) Beym Sommer- 4% forne EE<<€ ſtehend, wo man nämlich die Eggen aufziehen und reinigen würde, gemacht werden müßte. Hiernächſt wäre es viel zu ſpät, das Hervorziehen des Unkrauts noch zuleßt aufs Eineggen des Saamens ankommen laſſen zu wol- fen, und es iſt der Erfahrung völlig zuwider, daß das Unkraut im Winter vergehen ſolle. Nicht vom Froſte; welchen die meiſten Unfrauter bes Fanntermaaßen eher, als das Wintergertayde E 2 auS en Bee pe EIE 68 Erſtes Kapitel, aushalten. Nicht von der Dürre; da, wenn es auch gleich nicht regnet, die langen Herbſtnächte ſchon ſo viel Feuchtigkeit den Gewächſen zufüh- ren, daß die theils etwas, theils gar nicht lo8ge- riſſenen Unfrautswurzeln doch beſtehen fönnen. Was wäre dieſes für ein Glü> für krautartige Aecker beſonders, auf welchen man den Waizen nicht ſpät genug ſäen kann, weil die Egae zulekt bey der Saatbeſtellung die angerühmte Würkung nicht mehr thun kann. Es iſt aber zu glauben, daß die bisherige Theorie nicht aus der Feder ei- nes ſo erfahrnen Münchhauſens, ſondern ſeines “ Gehülfens, den er bey ſeinem Hausvater befannt- 'lich gehabt, herrühren müſſe.) Der Roggen muß, wenn er geſäet wird, klingen undin die Hs- he ſpringen.(Und dieſes würde von einem be- grünten Aer eben nicht zu erwarten ſeyn.) Man hat eine alte Regel, daß man den Roggen in Staub, den Waizen aber in Koth ſäen ſolle. Cs wird aber am beſten ſeyn, beydes intro>nes2and zu ſäen.== G. Bermehrtes Fruchtbringen des Sag- mens durch Düngerlaugen. In vielen Wirthſchaftsbüchern, beſonders den älteren, wird viel Aufhebens von Anſchwängerung des Saamens mit gewiſſen Compoſitionen oder künſt» lichen Zuſäßen gemacht. Auch in unſern Tagen ha- ben manche Wirthſchaftslehrer, der berufenen Düng?» ſalße von Frankfurth und Creuzburg hier nicht zu ge- venfen, den Einweichungen des Saamens zu ſeiner mehrern Tüchtigmachung mit gewiſſen Düngermate- rien zu viel 2obeserhebungen beygeleget- Jh will hier nur den einzigen Mr. Bertrand anführen, der den Nu- ken venn ex ſinächtt ufüh €(0890: fönnen, ufärtige Waizen € zulekt ürfung lauben, eder(je 1 ſeines vefannt, Roggen die Dö em be Man gen in le, Es es2and Say rs den jerung künſt» en hq: Dünge zu 9 ſeiner pmatt- ll hier 1 Nu- ßen Das Säen, 69 ken einer Cinlaygung des Waizens in ſeinen Elemens d'Agriculture alſo anpreiſet: Es ſcheinet, daß der Saa- men, wenn man ihn zu lange vor dem Ausſäen im Waſſer läßt, um die Körner deſto eher hiedurch in der Erde äufgehend zu machen, von ſeiner Kraft verliehre, wie es der Geſchmac> und Geruch des Waſſers, den es von den eingeweichten Körnern annimmt, beweiſen. Aber die Compoſition, dieich anrathe,(dieſe iſt diehier zu Lande eben ſo ſehr befannte, als übliche zur Ver- hütung des Brandes im Waizen, beſtehend aus Miſt- jauche, Kalch und Aſche,) iſt mehr ölicht als wäſſe- richt, und ihre Würkung iſt nach der Erfahrung, daß fie 1) das Korn wider den Anfraß der Inſecten, die es nicht anrühren, verwahret.(Die Vögel, als Krähen, Kraniche, Tauben u.ſ. f. freſſen dagegen ſehr begierig dieſen fo eingelaugten Waizen,) 2) Sie er- ſparet den achten Theil des'Saamens, und ſogar ei« nen Theil des Düngers. 3) Sie giebt dem Saa- men“, indem ſie ihn allmählich durcen."7) Endlich, da die Saatpflanze von der Kindheit an eine ſtarke Natur erhält, ſo be- hält ſie ſolche in ihrem ganzen Leben, wie ein Kind, welches mit guter Muttermilch wohl genähret worden.-- Es wäre nun nichts herrlichers, als wenn man mit dieſer und dergleichen Compoſitionen alles Angerühm- te ausrichten, und ſogär einen Theil des Düngers damit erſparen könnte. Da ich an die dreyßig Jahre mich derſelben beym Waizenbau wider den Brand, E 3 und wieder weitläuftig vorgeſchriebene Regeln ſolcher Saas u. Erſtes Kapitel, und wowider ſionicht allemal ſichert, wie ich in der Fol» ge zeigen werde, bedienet; ſo: kann ich nicht ſagen, daß ſte dem damit«eingelaugten„mehrern Trieb, als dem. nicht eingelaugtin gegeben.- Cine Haupturſach, weßhalb auch. manche AFerwirthe hieſi- ger Gegend ſie niemals gebrauchen wollen, da ſie dur. eine ſo langwierige Erfahrung, erlernet haben ,- daß gut gedüngter und-wohlgepflügter Acer, wenn er gu- ten Saamen empfängt, und keine ungedeihliche Witz terung dazu fömmt, die Hoffnung des Sämannes nicht unerfüller laſſe, Und damit ich ſo manchen un- erfahrnen Oekonomen das ſo g:oße Vertrauen auf die Anſchwängerung der Saamen noch mehr benehmen, und ſie eben hiemit deſto ſorgfältiger zu tüchtiger A>ers beſtellung, als deren Mängeln man gemeiniglich mit ſo leichten Hülfsmitteln abzuhelfen gedenket, machen möge, will.ich die auf eigene Erfahrung gegründete Urtheile des Hrn. Hagemanns noch hinzufügen, dex in ſeinem 1ändwirthſchaftiichen HSaushalter S. 432: ſeine Loſer hierüber a'ſs unterrichtet; I< miiß noch meine Meynung eröffnen, welche ich von der Cin- weichung des-Saatforns h2g8, wovon in vielenkändern ſo viel Lerm geblaſen, und vorgegeben wird, wie dieſer von guter Düngung geſchwängerte Saamen das. Ges fraide ſehr vermehre, und wo nicht hundert, doch ſehr vielfältige Früchte bringe;- und-man ſogar der. ſonſt gewöhnlichen. Düngung atberhoben ſeyn könne.„Es wäre dieſes frenylich eine ſchöne Sache, wenn ſie Grund Härte, und in der Ausübung die großen Vortheile an- zufreffen wären, welche Unertahrne blos in ihrem Gez Hirn ausgehet, und nachährer Einbildungsfraft vor ganz richtig angenommen haben. J< habe ſowohl im Winterfelde mit Roggen, als im Sommerfelde mit Gerſte, die Probe angeſtellet, und alle hin und mene EEE ammer Ee, LE ehe 2 er Tol, ſagen, Nehren Cine e hieſt- iedurh |„der er qu » Wit: nannes en Un: uf die ehmen, ' Ufers < mit tachen indete „, des vr S, muß x Cin ndert dieſer s Ob h ſchr ſonſi Es vund e an Oe t vor vohl felde und Sa: men Das Säen, 71 menbeſchwängerung dabey in Acht genommen. Aus der Folge aber habe gefunden, daß das Land, worin der eingeweichte beſchwängerte Saamen geſäet worden, ihm ſeine-mitgebrachte wenige Kraft: bald abgenom- men, und denſelben in ſeinen dürftigen Zuſtand ver- ſeßet habe.. Man macht dieſer Saat gleichſam erſt ein Hochzeitfeſt, und bewirthet es am erſten Tage aus einer guten Küche und Keller aufs beſte. Am andern und übrigen Tagen hingegen zieht man die Hand ab, und läßt ſie. hungern; Däs- Land ,- welches. dieſem Saamen dieigebührende Nahrung geben-ſollte, ſauget ihmſtatt deſſen ſeine mitgebrachte Kräfte vollends aus, dergeſtalt, daß, wenn überdem ein Regen erfolget, er von allem ſeinen ſo ſehr gerühmten Vorrathernicht das geringſte übrig behält.«Dieſer amſelige Zuſtand ver- urſacht, daß er nicht einmal ſo viel Kräfte hat, zu rechter Zeit hervorzuwachſen; ſondern dieſe zuvor. ge- mäſtete Saat erſcheinet nach und/nach, und zwar öf» kers zwey Tage ſpäter, als diejenige, welche nichtein» geweicht, oder mit einer guten Mahlzeit zuvor verſor get worden iſt. Man wird älſo wohl bey der alten Gewohnheit verbleiben,„und das Land mit gewöhnlicher Düngung verſehen müſſen. Wenn das Land im Stan- de iſt, das Sqgatforn, wie die Mutter das Kind, zu ernähren, ſo gehet alles gut. Wenn aber der Saas men, als das Kind, die Mutter ernähren ſoll, ſo ſicht es. elend aus. Mandbetrachte nur die Umſtände des Saatforns, welches ein fetter wöhlgedüngter AFer Hervorgebracht; es 1ſt dieſes herrlich und ſchön, und mit gufer natürlicher Kraft begabet, Was'hilft aber alles dieſes, wenn es in ein hungriges Land gebracht wird? Es erſcheinet zur Aerndtezeit die Frucht davon zu einer armſeligen Geſtalt, und viele Körner von ſei- ner Art, als ſeine Mitbrüder, ſind unterwegens ge» lieben, und bereits zur Ruhe gegangen, Die Saa- € 4 men . 72 Erſtes Kapitel. menärzte müſſen dieſes ſelbſt nicht läugnen, daher leicht zu urtheilen iſt, wie viel.von dem Einweichen des Ge- traydes, welches in die Felder geſäet werden ſoll, zu halten ſey. Ein ganz anderes aber iſt es, wenn man - das Getrayde zu dem Ende einweicher,(beſſer ſollte es heiſſen einſchwemmet, weil der Saamen vom Waſſer, ais welches nur ſeine Kräfte ausziehet, nicht erweichet werden ſoll) daß man die oben ſchwimmenden tauben und zur Saat untauglichen Körner abnehmen und zur Fütterung gebrauchen will.(Wenn, wie oben geleh- rer worden, der Vorſprung zum Saamen genommen wird, ſo können keine tauben Gerſtkörner, als welche wegen ihrer Leichtigkeit im Hinterwurfe bleiben, dar- unter ſeyn.): Dieſes Unternehmen iſt nicht zu verwer- fen, ſondern bey der Sonimerſaat, inſonderheit bey dex fleinen Gerſte, öfters höchſt nöthig. Denn weil unter.dieſer vieimals vieles Hederichsknoten(Saamen- behältniſſe des Hederichs) wilder Haver und andrer Unfräutsſaamen ſich befindet, ſo muß man dieſe Ger- ſie ein Paar Tage vor der Ausſaat in einem Faſſe ein» weichen, und mit geſtriten Fiſchkeſchern, Durch» ſchlägen oder"Sieben alles„' was oben ſchwimmt, ſo fort abnehmen, und die Gerſte fleiſſig umrühren, da- mit ſie das untaugliche nicht unterdrücken und zurü- halten möge;| Man ſchüttet vom Saatkorne jedesmal nur drey oder vier Scheffel ins Faß, damit man ſie deſto beſſer und genauer von ihrer Unart reinigen kön« ne. Eine ziemliche Anzahl von Säen muß man in Bereitſchaft haben, damit man das Untaugliche in eis nige, und die nunmehr gereinigte in andre bringen, das Waſſer nach und nach ablaufen, und ſowohl das Taugliche, als Untaugliche, zum Abtrocknen auf den Böden bringen laſſen könne. Beydes aber muß dün- ne ausgebreitet und öfters umgerühret werden, damit es nicht ausfeime.== Hatte mmm uiii zer leicht des Oe, ſoll„Ww nn man ſollte es Waſſt, rweichet „tauben und zur n geleh 10mmen welche n, dar: verwen eit beh n weil 1amett andrer ſe Ger: ſſe ein: Durch mt, ſd 1; dis zurü desmal jan ſie h fön ian in in ei: ingen, ( das uf ven 3 düne damit Hätte Das Säen. 73 Hätte dem ohngeachtet doch jemand Luſt zu einer Beize, weil ſie ihm zu ſehr angerühmet worden, dent iſt anzurathen, daß er den Saamen, ihrer ſcharfen Ingredienzien halber, ja nicht darin ſchwemme oder bade, ſondern damit nur allein beſprenge oder ans feuchte, und ſodann mit der Schaufel gut untereinan- der menge. Kann eine bloße Infuſion aus Kräutertt und Saamen die gummichten, geiſtigen und reſinöſen Theile ausziehen,- beſonders wenn das Waſſer Salz- theile u. ſ. f. wie z. EC, ein cauſtiſches Kalkwaſſer iſt, in ſich hält; ſo müſſen nothwendig viele zu ſehr mit der Beize eingetränkfte Körner entweder gar nicht auf- gehen oder eine ſehr ſhwächliche Pflanze hervorbrin- gen. Eo gieng es vor wenigen Jahren einem meiner Freunde, dem ein alter umherirrender Chymiker eine fruchtbarmachen ſollende Beize angerühmet und berei« tet hatte. Jn der Meynung nun, daß man des Gu- ten nicht zuviel thun könne, hatte er ſeinen Saamen Tag und Nacht in der Compoſition eingequellt gehabt. Der Erfolg war, daß kaum der vierte Theil des Saa- mens, ohngeachtet es eine ſehr regnichte Witterung war, zum Aufgehen kam, H. Das Eineggen der Saat. Der beſäete Acker wird mit Eggen zur Unterbrine gung des Saamens ſowohl, als zur Ebnung der Er- de bezogen. Dieſes muß in der Länge und Breite ge- ſchehen, und kein Plat, beſonders an den Scheidelin- gen, Scheidfurchen, Reinen, ungeegget bleiben, da- mit hieſelbſt fein Saame bloß und unnuüße gelaſſen, und den Vögeln zu Theile werde. Hat man ein feſtes bindendes Erdreich zu beeggen, ſo läßt man die Egge wohl an die ſechsmal über den Aer gehen. Erſtlich in die Breite hin und wieder E 5 zurü, 74 Erſtes Kapitel. zurü, darnach in die Länge auf und nieder, utid zu- leßt wieder in die Breite over Queere, hin und wieder. Iſt: ver Acer aber weniger ſchwer und. bindend, ſo wird ein-viermaliges Ueberiahren mit der Egge genug ſeyn, nämlich-zuerſt in-die Breite, hin und wieder zurück, ſodann einmal in die Länge, und hierauf noch einmal' än die Queere.:-- Auf den leichteſten Feldern kann man mit. zwey- bis dreymaligem Uebereggen weg*fommen. 3) Wenn die Ackerſtüken zum Eggen in die Queere 4 zu ſchmal ſind, ſo muß man ſehen, ob ſie nicht -"Schlangenweiſe, oder im Ziza>, zu eggen find. ZA 8 2) Iſt in friſchen Miſt geſäet worden, ſo muß der Knecht die Eggen zum öftern aufheben, und nicht die Miſtkflumpen, die ſich an den Eggenzähnen „Feſt ſeßen, ganze Strecen hindurch fortſchleppen, ändem dadurch der Aer nicht nur verunebnet, ſondern auch der Saamen zuſammengeſchleppet wird.. Ziehen ſich noch Duecken oder Päthen her= - vor, ſo iſt das Nämliche zu beobachten. Werden aber einige Geſpann Pferde zugleich hinter einan- der in die Eggen geſpannet, ſo iſt es das Ge» ſchäfte des Knechts, den die hinterſten Pferde gehören, die Eggen ſowohl aufzuheben und zu rei- nigen, als auch die Pferde von hinten her anzu: treiben und in Ordnung zu halten. 3) Naß und beſchmiert eingeeggete Saat iſt dem '-Mißrathen gar ſehr und weit mehr unterworfen, “ als recht trofen untergebrachter Saamen, Iſt - dieſer untergepflüget worden, und es fallen ſodann ſtarke anhaltende Regen ein, ſo ſchiebet man das Eggen ſo lange auf, bis es wieder. trocken wird. Sollte das Regenwetter gar nicht aufhören, und binnen 6== 8 Tagen feine trockene Stunde ein« fallen, ÄT ENEN EEE IEEE INGEN Zane eer Zemie m I-II SEED EGS ZZ uibuuii., Das Säett;:? 75S A zus- vp fallen, daß man! daß. Land«mit der leichten"Eage dieder, überlaufen könnte; ſo kann das Winterkorn allen- 0 wird" vfalls lieber gar uneingeegget bleiben» Har mon ſeyn,*.v aber einen feſten Boden, auf welchem“ der. Saa- urid,"> men oben. aufgeſäet wird,-und die Zeit leidet 8 inmal' nicht, bey anhaltender naſſer Wittekung) diezCin- 1 man- ſaat länger hinauszuſeßen, ſo egge: man bey ſol» nen, Her Näſſe nur fürserſte, mit der leichten Egge ei- ven--? migemal in die,Länge auf'und-ab;: und“ nicht in nicht die Rundung und OQueere,."BD- 16h 9gen 4) Es iſt eben ſo ſchädlich nicht, daß be) der-Wins '.. ferſaat Klöße, wenn ſie nur. nicht zu groß ſind, ß der. Saamen verdecken, und am Auſgehen hindern, nicht.“) von der Egge zurückgelaſſen werden, weil ſie von nen« Froſt, Schnee und Regen den Winter hindurch ven, 5 1 äerflieſſen und getrennet werden,„Der Sannsv, nef,-„Haugvater ſagt, daß bey ihm der Bauer fage: et 7.;. Der. Klumpen-ſey des Roggens Ofen, und. ſeek her„Hinzu, daß die. im Winter abflieſſende Erde ſich vel an die Wurzeln der jungen Pflanzen ſeße, daß ſie an- c-» darnach deſto feſter, ſtehen. 4 494 0 (Ves 5) Es ſind Aecker, welche von vielem: Regen nach erde-- vollendeter Saatbeſtellung eine ſoFeſte Kruſte oder reis Rinde bekommen können, daß dex Saamen nicht Zus zum Hervorſtechen durch die Oberfläche kommen. 9“ Xann, und daher in.der Erde verfaulen muß. 6.„I< habe ſchon einigemal dieſen Zufall in hieſigen M Gegenden erlebet, daß, da hier um der Krautar- N| tigkeit des Akers willen der Waizen. evft in der T andern Hälfte des Octobers eingeſäet werden müß, . ſrüher Schneeſchla>en den Waizenacker ſv feſt N- machte, daß keine Saat hervordringen konnte, “ In ſolchem Falke nun iſt os ſchlechterdings noch» M“ wendig, daß man dem Acker mit der leichen eg übers ip' 76 Crſtes Kapitel. | überziehe/* um der Saat das Hervorſtechen aus der Erde zu erleichtern.| 6) Gerſte und Haber dürfen nur erſt etliche Tage nach dem PAügen eingeegget werden.' Die Egge bringt ſodann die ſchon gefeimten jungen Pflan- zen des'Unfrauts, und“ vornehmlich des Hede- richs, heraus. Ja es kann zur gänzlichen Ver- tilgung des Hederichs''das' Eggen wiederhohlet werden; wenn“nach der"Zeit noh welcher ſich zei- get. Da die Egge ebennicht tief eingreifen darf, .. ſo nimmt man dazu feine ſchwere. Denn der ' Hederich vertrocknet ſchon allein davon, wenn ſei- ne zarte Blätter nur ein wenig zerriſſen oder an- "gefnirſchet werden. Der Haber verträgt das Eg» gen noch, wenn er auch ſchon Fingersläng iſt. Es Fann aber auch ohne Rückſicht auf zu vertilgenden Hederich das abermalige Eggen der bejtellten Sommerſaat um deßwillen, wie bey der Winter- ſaat, nöthig ſeyn, wenn die Oberfläche hart ge- worden, und dem Hervorſtechen der Saat hinder- lich würde. Dieſes geſchiehet aber vornehmlich, wenn der Srühline; naß iſt, und Rälre und Wärme abwechſeln. Es muß aber dieſes Ueberfahren mit der leichten Egge an einem tro- Eenen Tage, und wenn der Aer trocken iſt, ge« ſchehen. Herrfeher eine trofene Witterung im ſpätern Frühling, ſo muß das Eggen gegen Abend verrichtet werden. 1. Das Walzen nach dem Eggen. ! Es ſind leimigte und thonigte Aecker, deren Erd- Iv flöße durch die Eggen allein nicht zermalmet werden können, weßhalb die Wa!ze zu Hülfe genommen wird, um das Erdreich klar und fein zu machen, G. FC. 129. 1) Cs 804... vormült 20 ZERS R a2 0 Dos Saen 77 hen aus 3) Es dienet die ſogenannte Stachelwalze, deren ben gedacht worden, vortrefflich auf den bündig- he Tage ſten. Aeern, indem ſie durch und.durch mit 5 Zoll ie Egge langen eiſernen Zinken verſehen iſt, weßhalb ſie | Pflav die feſteſten Schollen und Klöße leichter zerbrechen 8 Hedv kann. Die andre Art Walzen, oder Wendel- Vet: bock, die an der Fläche ganz rund und-glatt iſt, erhohlet wird auf feſten Aeckern vor und nach der Beſäung fich eie gebrauchet, um die Klöße ſowohl zu zerbrechen, en darf, und das Land zu ebnen, als auch den Boden zu enn der beſſerer Bewurzelung der Kornpflanze mehr zu be- enn ſel: feſtigen, und das Saamenkorn beſſer zu bedecken. der an: Es iſt auch wohl hin und wieder gebräuchlich, ſtatt das Eq- der Walze die ſtarken Klöße mit einem langſtie- iſt, Es lichten hölzernen Hammer zu zerſchlagen. Im genden erſten Bande des H, V. iſt die Walze nach der ſtellten Beſäung auch für leichte, ſandichte Felder ange- Zinter- rathen worden, um ihnen damit zum gewiſſeſten et ges Nußen der Saat mehr Feſtigkeit. zu geben. Denn hindet- eben darum tragen dergleichen Felder ſo ſchlecht, mlich, weil ſie von Natur zu wenig ſteif und feſte ſind, | A 2) In manchen Gegenden, die feſte lehmichte Ae- >er haben, entbehret man der Walze durch ge- i ii doppelte Eggen, ſchwere und leichte.. Die ſchwe 54? M re Egge, die von zwey bis drey Pferden gezogen Tond werden muß, gebet zuerſt über den Aker. Hier- auf folgen die leichten Eggen gleichfalls mit eiſer» nen Zinken verſehen, und jede derſelben wird von einem Pferde gezogen. Der Enke oder Mittel* p fnecht reitet auf dem erſten Pferde, deren zwey bis „Erde drey ihm folgen, in vollem Trabe, Die Geſchwin» digkeit dieſes Eggens macht es nun, daßalle Klöſ- 1865 ſe, deren Zermalmung die ſchwere Egge unvol- / 4 lendet gelaſſen, nun klein werden müſſen, ;“ 3) Das 78 Erſtes. Kapitel, 3) Das Walzen muß, ſoviel möglich, auf einem tronen Boden unternommen werden,' Iſt der Ader ſcmiericht und naß, ſo kleben die Erdſchol- len an'der Walze, machen ſie uneben, und das Ziehen äuſſerſt ſchwer.* Es ſchadet auch das "Walzen auf naſſem Boden dem Saamen, daß er nicht'aufgehen kann. Auch bey trockner Wittee rung muß das Walzen nicht in den Frühſtunden, ſo lange der Thau noh nicht abgetrocknet iſt, ge- „ſchehen; weil. ſich das Erdreich ebenfalls gleich an die Walzen anlegt.“Dieſes leßtere geſchiehet ſo- gar'in dem leichteſten Sande, weßhalb auch hie- ſelbſt nach abgetrocknetem Thaue erſt gewalzet -."werden muß. 15 4) Wenn der Acker etwas feſte iſt, ſo kann auch die glatte Walze gebraucht werden, ihn, wenn der Hederich aufgehet, damit zu überfahren, und die zarten Hederichsblätter zu zerknirſchen, al8:wovon Stiel und Wurzel vergehen, K. Abzüge des Waſſers von den beſäeten IC LEIHE Aeckern. Wenn das Waſſer in den Wintermonathen auch ohne Froſt nur einige Tage auf der Saat ſtehen ſollte, ſo würde'ſie heils davon ausgehen, welches man das- Auswintern''oder Ausſauren zu nennen pflegt, theils, falls ſie beſtände, ſehr ſchwächlich werden, und unvoll» Fommene Hälme und Körner bringen. Man veran- ſtaltet daher'gleich nach der Einſaat Abzüge mancher« -. fey Art, welche'die überflüſſige Näſſe einnehmen und fortführen können. G. C. 136, 3) AFerbeete, die wenigſtens an den Seiten unter Waſſer kömmen können, müſſen ſelbiges in die Scheidſähren oder Reine abflieſſen laſſen. Kön- .. nen EE SEESEN Öde, Das Sten. 79 f einem nen dieſe beym Eggen, wo nicht ganz, doch hin und Oſt der wieder mit Erde angefüllet ſeyn, ſo müſſen ſie Erdſchol: nach dem Eggen wieder aufgepflüget und hiemit und das zur Einnehmung des Waſſers vom Ackerbeete wh das tüchtig gemacht werden; eine Sache, welche an , daß&* den meiſten Oertern unterlaſſen wird, beſonders Witte da, wo man denkt, wer weiß, ob ein naſſer Win« ſtunden, ter kommen werde. Und wenn er nun gefom- iſt, ge men iſt, wie kann alsdenn der davon entſtandene 8 gleich Schaden erſeßet werden? Um nun nichts aufs jehet ſy Ungewiſſe anfommen zu laſſen, muß man, nach uch hie: völliger Beſaung des ganzen Feldes, einen Pflü- gerwalzet ger die, des Waſſerabzugs bedürftigen, Aecker “noch einmal mit dem Pfluge beziehen, und die auch die Scheidfahren recht tief aufpflügen laſſen. Woeig enn der may aus Erfahrung, daß, nach Beſchaffenheit ud die der tiefern Lage und mehrern Zufluſſes von andern wovon höher gelegenen Aerſtüken,- irgendswo tiefere Fahren, als die gewöhnlichen,.nöchig ſeyn kön» nen; ſo laſſe man. daſelbſt. den Pflug zum zwey= 3eten tenmal in die erſte Fahre noch gehen, um dieſe | recht tief zu bekommen. Man kann hierauf noch hin und wieder mit dem Spaten den Rand dieſer 1 auc|- Waſſerfahre, gegen die Saat zu, einſtechen laſ- ſollte, ſen, damit das Waſſer zu ſeiner Zeit aufs gc Y"' das ſchwindeſte mittelſt dieſer Einſchnitte ſich abziehen Heils,,| SUD hvoll 2) Es iſt vielmals nicht genung, vorbeſchriebene eran» Abzugsfahren an den Seiten der Acerſtücken zu chers haben, ſondern man muß nach Beſchaffenheit der | unh„Zanzen Lage eines Feldes auch wohl mitten durch die Saat Waſſerfurchen pflügen, um das Waſ- ſer dahin zu führen, wo es mitteiſt des Abhangs unter- eines Feldes hinſchieſſen kann und muß, In An- um- dieſer queer über die Acferbeete geführren Kön; Sa: nen , 80 Erſtes Kapitel. Waſſerfurchen wird eben dasjenige erinnert, was ſo eben von den Scheidfahren Nr. 1. angerathen worden.'; 3) Sind irgendswo Feldgräben zum Waſſerabzie- hen vorhanden, ſo wird vorausgeſeßet, daß ſie be- reits im Sommer gehoben oder geräumet ſeyn müſſen. Kannes aber bey der Saatbeſtellung geſchehen ſeyn, daß ſie irgendswo nachgefallen, oder mit Erde verfüllet, hiemit aber ein Aufſtaus en, die mit Spinneweben übergezogen ſcheinen, ſich länger, als der übrige Schnee, halten, hiemit aber der Eaat ſchädlich werden. Man muß dergleichen Schneefle>en, nachdem die übrige Saat ſchon wieder ſichrbar geworden, zerſtören, welches ent» weder geſchiehet, wenn ſie mit Spreu oder Cafſf beſtreuet, oder am gewiſſeſten mit einer Harke von einander geriſſen werden. L. Die Kenntniß einer ſich gut anlaſſen- den Sagt. Es iſtnichts gewöhnlichers unter den Oefonomen, als daß ſie fich unter einander befragen, wie die Saat ihres Orts ſtehe, oder wie ſie ſich anlaſſe? Es iſt frey- lich an dem, daß die Saat den ganzen Winter und Sommer hindurch vielen Gefahren unterworfen iſt, und ſo leicht umſchlagen, als wohl geräthen kann. „Immittelſt iſt es doch gleichfalls richtig, daß einevom „Anfange an ſich ſchlecht anlaſſende Winterſaat beſons ' ders wenig Hoffnung gebe, indem. ſie den Unfällen der Winterwitterung weniger gur widerſtehen kann, als diejenige, welche alle Kennzeichen der Lebhaftigkeit an fich hat. Auf dieſe läßt es nun ſich ſchon eher rech» nen.“ Und da es einem Oekonomen ſehr daran gele gen iſt, in Anſehung ſeiner künftigen Aerndte frühzei- tige Speculationen machen zu können, ſo muß er's wiſſen, worauf er ſelbige gründen ſoll. Herr von Münchhauſen hat die Kennzeichen einer ſich: wohl gnlaſſenden Saat unter allen Wirthſchaftslehrern am N; genaue- Saat ſeht hin und - die mit h länger, aber der tgleichen at ſchon hes ent, der Caf er Harkt Laſſen: onomen, ie Saat iſt frey: ter und fen iſt, 1 Fann, Inevom beſon» len der |, als eit an - reche gele Ühzeie ß er's 'y von wohl n am naut Das Säen.: 83 genatteſten angegeben.- Je<) will ſeiner Ordnung hier nachgehen, und das Nöthige ſowohl in mehreres Licht ſeßen, als. auch das Fehlende hinzuthun. Cs hat aber nur gedachter Schriftſteller zwar nur die Roggen- ſaat eigentlich zum Muſter angenommen, die ſeiner Vorſchrift gemäs gut beſtellet worden; es läßt ſich - aber das meiſte davon auch auf die übrigen Getrayde» forten anwenden. Jh werde ſeine eigenen Worte vor angehen, und meine Erläuterungen und Zuſaße in. Parentheſen eingeſchloſſen folgen laſſen» x) Der auf vorgeſchriebene Art beſtellte Roggen muß voraus haben, daß er lange in der Erde lie» get, ehe er feimet.(Dieſes'ömmt eigentlich auf den Umſtand an, daß der Saame bey trocke- ner Witterung in die Erde gebracht ſeyn ſolle, Hiernächſt beruhet es auf die mehrere oder mina dere innerliche Feuchtigkeit des äckers, auf die Temperatur der Witterung, und auf die, nach der Saatzeit einfallen könnende, Regen, daß der Saamen einige Tage früher oder ſpäter keimet) 2) Er bildet. erſt eine ſtarke Wurzel, ehe der Keim in die Höhe ſteiget.(Eigentlich nennt man den Anfang und die Anlage eines aus dem Eaamen entſtehenden Gewächſes, nach ſeinem Blatt, Sten- gel und Wurzel, den Reim, weicher zwey Thei- le haf. Der einfache glatte und unterwarts wach- ſende, wird die Wurzel; der ſchuppichte nach oben zu ſchieſſende Theil aber giebt den Stengel und das Blatt, woraus nach und nach das voll -* ſtändig? Gewächs ſich hervorbildet. Die ſoge- nannten Herzblärter fommen zur Seite des Keims Hervor, vertrocknen, und fallen ab, nachdem ſie dem Keime zur erſten Nahrung und“ev in der€ aarbeſtellung allein die früheſte Säe- zeit haben ſollen, weil dergleichen. Aecker ſo gar geringe Kräfte haben, ihre Saat lebhaft genug ' zu treiben, und durch die allerfrüheſte Saatbeſtel» lung erſt Zeit gewinnen ſollen, die Saat gegen die Zufälle der Winterwitterung ſtark und belegt genug werden zu laſſen.)“. * 5) Der heyvortreibende Keim iſt dunkelbraun, und behält lange Zeit die Farbe, wenn anderer, zu gleicher Zeit geſäeter, Roggen längſtens grün wird.(Dieſes iſt ein ſehr richtiges Merkmal eis» ner geſunden und lebhaften Koggenſaatpflanze. Beym Waizen iſt dieſe Farbe mehr helle. Je mehr bey G rſte und Haber aber die Farbe ſich - aufs Gelbe zieht, deſto mehr hat man daran das Kennzeichen einer ſchwachen oder kränflichen Saat- pflanze. Mit den Schotengewächſen, Lein und andern Sommergewächſen iſi es eben ſo.) 6) Das Das Säaeit, 87 rid 6) Das erſte Saamenblatt muß furz, breit, dick, n vn fleiſchicht, oben ſtumpf feyn, ſteif in die Höhe ges | Je hen und ſich umfrüllfen. Es tauget nicht, wenn ue| die Saamenblätter lang, ſpiß, dünne, weichlicht, erſt 6. hellgrün und an der Erde wohl gar gelblicht ſind, „B 7 und ſich zur Seite legen(Wenn der gemeine ' über: Mann hier zu Lande- von der jungen Saat ſagt: ; Ueber ſie ſteht ſo ſpiz, ſo faſſyt er hiemit alles zuſam- Cin für men, was ihn wegen des' Wohlgerathens ſeiner Bon Saat in Bekümmerniß ſeßet. Dagegen bedeu- gen auf tet er mitdem einzigen Worte ſeine gute Hoffnung er Weile“ in Anſehung der jungen Saak, wenn er ſagt: ſie h müßte Präuſelr ſich; das heißt dieerſten Saamenblätter nn. gut ſtehen, oder liegen nicht flach, ſondern ſie haben 1, nache ſich von der Spitze an, je mehr je beſſer, etwa Princi wie ein Bohrer, umgedrehet. Wenn die jungen en Aw Saamenblätter an der Erde gelblich ſind, und ſich e Säte zur Seite legen, ſo iſt ſolches eine der allers jo gar ſchlimmſten Vorbedeutungen, es wäre denn, daß genug ſelbiges von zu vieler Näſſe oder Dürre herrühres tbeſtels te. Denn wenn ſelbige bald ihre Endſchaft.er- gegen reichen, ſo kann ſich die Saat wohl wieder erhoh- belegt ken, wiewohl ſeltener nach der Näſſe, als nach der Dürre Nur muß man in Anſehung der , und Näſſe den Waizen ausnehmen, als welcher ſich ju eher von überflüſſiger Näſſe, als alle andre Ges grün fraydearten, nebſt der ſogenannten Blattgerſte al eie wieder erhohlen kann.) ane 7) Der Keim muß unten an der Wurzel einen di« Je>en Knoten machen. > ſich' 8) Dieſer Knoten muß aufberſten, und zur Seite |: das mehrere Schüſſe treiben. Man nennet dieſes auf Zaatl“ Niederſächſiſch Wrienz; das Korn wrier gut. „und(In Oberſachſen ſagt:man hiervon überhaupt: das Korn treibt L7(ebenſproſſen, Nebenſtau?den.) Das 54 9) Als: Erſtes Kapitel, 9) Alsdenn- müſſen alle Schüſſe-ſich niederlegen und platt auf der Erde ausbreiten, dieß heiſſet man . das Zeſtauden. ege 10) Rüe erſten Blätter müſſen breit.,- kurz, dun- teigrün und umgefrüllet bleiben, die Pflanze trei- bet wenig Blätter, und dieſe gehen nicht ia die Höhe, ſondern breiten. ſich in die Erde aus.(Soll- ten die Blätter in die Höhe gehen, ſo müßte auch" der Stengel es gleichfalls thun.- Dieſes wäre aber ein völliges Ueberwachſen der Saat beſage Nr. 4.) Da ich in einer Recenſion des Naturkalenders vom Hrn, Grafen von Mantuſchka, S. Wittenbg. Wochenbl. vom Jahre 1773. Nr. 43. die Veränderungsſtufen der Roggenſaat angegeben, ſo will hier ſolche überſchreiben. Wenn geſagt wird, das Korn feimet,- ſo verſteht gedachter Hr. Graf darunter den Zuſtand des Korns, da es über der Erde hervorgeht,- und ſichtbar wird. Wir dagegen in hieſigen Gegenden nehmen das Keimen des Korns-in einem engern Verſtande, ſo wie ſolches auch vom Hrn. von Münchhauſen geſchehen, und verſtehen nichts weiter darunter, als- dasjenige, was-mit dem Saamenkorne unter der Erde vorgeht, und von den Landleuten allhier als das erſte äuſſerliche Zeichen des Lebens ei- nes Saamenforns. angeſehen wird. So erfriert dieſer Keim öſters in der Erde, wenn das Korn noch in dex Milch iſt, und der Froſt ſo weit Hin- eindringet. Kömmt der Keim ſo weit über die Erde hervor, daß er nun geſehen werden kann, fo nennen wir dieſes: die Saat ſticht hervor. Und von dieſer Zeit vergehen bey gedeihlicher Wit- terung kaum 4 Wochen, daß die, einige Wochen vor Michaelis in die Erde gebrachte, KE beſtaäu- zen und et man 3, dun: 13e frei: in die (eau 5 ware beſage lenders ttenbg, , die geben, geſagt er Hr, da es wird. 1 das (ande, auſen unter, unter lIhier 5 ei: riert 'Das Säett, 89 beſtaudet, welches bey ſpäterer Ausſäat erſt im Frühling, etwa im April, geſchieht.= Die erſtzn 2 Wochen, nachdem die Saat hervorge- ſtochen, ſteht ſie gerade in die Höhe, und.der Roggen hat eine braune Farbe. Hierauf nimmt er die grüne Farbe,( die dunkelgrüne, wenn er recht lebhaft iſt) an, und leget ſich nieder, wel« und ſtark ſeyn, breite, fet tige, GEN NFN» 92 Erſtes Käpitel, tige, dunfele Blätter, und diefe holzichte Knoten hä- ben.(Dieſes hat ſeinen Grund in Nr. 12.: und ich füge hiebey noch hinzu, daß die Schüſſe, das Stroh zwiſchen den Krioten, oder Gelenken, recht di ſeyn müſſen, welches man gemeiniglich dickes, . oder ſtar>es Stroh zu nennen pflegt.)“ x 4) Das Korn'muß am Ende, gegen die Blüth» zeit, auf einmal in die Höhe ſchieſſen, wiewohl ſpäter als anderes Korn 3 dabey aber höher und ſtärker werden, völlig lange, und durchaus mit Saamen angefüllete Aehren haben.(Es kann den beſten Kornpflanzen begegnen, daß ſie, ob ſie ſchon die längſten Aehren ausgetrieben, dennod) nicht. alle Fächer mit Körnern beſeßt haben, in welchem Fall man ſagt: das Korn iſt ſcharticht, weil an der Aehre Vertiefungen, wie an einem ſchartichten Meſſer, erſcheinen. Dieſer Zufall entſteht in der Blüthzeit, entweder, wenn es in ſelbiger zu windicht iſt, und viele Blüthen abgeriſſen, oder durch das Aneinanderſtoßen die Kornähren abgerieben werden 3 oder es regnet in der Blüthzeit zu ſehr, oder ein Honig- thau befällt die Blüthen, daß der Saamenſtaub davon verdorben, und die Befruchtung der Blü- then gehindert wird. Dieſes hat aber denn doch die ſchartichte Aehre einer lebhaften Getrayde- pflanze voraus, daß ſie die übrigen in der Aehre " befindlichen Körner deſto größer werden läßt. ' Dieſe, der Zahl nach verminderten, Körner ſiehen ſodann gar ſehr aus ihren Aehren hervor, und fallen in der Aorndte auf dem Felde mehr, als an- dere aus, we8halb der Verluſt hiervon noch) mehr vergrößert wird. In Jahren alſo, da man der- gleichen ſchartichtes Korn einzuärndten hat, muß man hierauf eine beſondere Aufmerkſamkeit rich» ten Das Säen. 93 fen h6.- fen, umes nicht auf dem Halme zu reif werden 2. und zu laſſen.) 72" WER | recht 75) Korn von dieſer Art wird ſich vor der Blüche dies,“. nicht leicht legen, noch weniger vom Honig- oder Mebhlthau angegriffen werden. Die Halme müſs Zlüth: ſen recht ſteif ſeyn, ſo, daß man, nach der ge« iewohl gemeinen Redensart, ein.Wagenrad daran lehnen r: und könne.(Wenn ſich das Korn bereits vor der 5 mit Blüthzeit leget, oder wie man anderswo ſaget, 3 Fann zu Lager geht, ſo hat man leere Aehren, ohne Kör- ob ſi ner, einzuärndten. Wenn es aber nach vollende- nnod ter Blüthe ſich lagert, ſo beſtimmt die frühere en, in oder ſpätere Zeit des Lagerns den mehrern oder ticht, mindern Verluſt. Der. lektere iſt da, wenn das einem Korn ſich erſt lagert, nachdem es völlig geſeket, Zufall d. i. die Körner ganz und vollkommen in der Ache 05 in re ausgebildet ſind. Man muß aber das Lagern ithen von dem Krummſeyn, oder der Beugung des ßen Korns, unterſcheiden. Imleßtern Falle beſchreibt » es der Halm etwa einen Dreyviertelbogen, im er- nige ſtern aber liegt es platt weg, iſt auch wohl unter N ſtaub einander verwirret, und wird bey naſſer Witte- Ble rung, da, wo es die Erde berühret, leicht anfau» doch len, Wenn aber das Korn gebogen ſteht, ſo iſt de: ſolches ein gutes Zeichen." das Zeichen der. Kör- ehre nerſchwere, oder eines guten Körnerertrags, äßt. Steht aber der Halm,„beſonders die Aehren, ehen ganz aufrechts in die Höhe, ſo hat man daran 48 das: Zeichen der keere in den Aehren, und das 4a Zandvolk pflegt in einigen Ländern dergleichen ganz mehr gerade in die Höhe gerichtete Aehren gegen die 6 Aerndtezeit Sungerähren zu nennen, weil ſie pub wenig oder gar nichts von Körnern enthalten, und, riche wenn viele oder die allermeiſten Aehren in den Fel- ten dern - Erſtes Kapitel. - dern ſo beſchaffen ſind, theure Zeit»und Hungers noth entſtehen fann, Es läßt ſich eben nicht ſo'gerade zu ſagen, daß eine wohl cultivirte Roggenpflanze vom Mehl- thaue gar nicht berühret werden ſolle, Cs hat Jahre gegeben, da die Vegetabilien,'vom höch» ſten Baume an, bis auf die kleinſte Pflan- ze, nicht frey geblieben ſind, Nur ſo. viel läßt ſich mit Gewißheit ſagen, daß überhaupt der Roggen weniger als die andern Getraydejor- ten vom Honigthaue leide. Daher kommt es auch, daß die Schweizer ſo ſehr auf ein Mang- Forn, da ſie Roggen und Waizen zuſammen ſäen, halten, weil ſie die Erfahrung vor ſich haben wollen, daß dieſes Mangkorn, welches, im Pais de Vaud, metail genannt wird, vom Mehlthaue befreyet bleibe, da ſonſt der Waizen daſeidſt gar ſehr davon leidet. Bleibt aber dieſes Mangkorn frey vom Waizen, ſo muß ſolches wohl dem Rog2 gen zuzuſchreiben ſeyn 3 vielleicht hauptſächlich der frühern Einſaat dieſes Mangkorns, Denn es iſt bekannt, daß bey uns der Honigthau mehr die ſpäter reifenden Feldfrüchte, als die frühzei- tigern, befalle, oder in der Blüthzeit am mei- ſten ſchade. Daher finden wir hier zu Lande, daß die Früherbſen, welche an die 3 bis 4 Wochen wenigſtens früher blühen, als die Spaterbſen, in allen ſoler unter Waſſer geſeßet hatte. Die allermeiſten Ackerbürger hatten die Seiten ihrer Saatäcker, nachdem das Waſſer vergangen war, wieder auf- geegget, und Wicken eingeſäet, die vorfrefftich anzuſehen waren. Noch ſahe man einige wenige? Aecker, denen eben ſo aufmerkſame Ackerbürger gemangelt, und die fahl gewordene Seiten Wet Feve- (14NE "ww" 96 Erſtes Kapitel. Acerſtücfen ſo unverändert liegen laſſen, und mit - Windhalm oder andern Unkräutern bewachſen waren. Daß nun aber die nachgeſäeten Wicken ſo wohlgerathen waren, kam allein von der Dürre dieſes Jahres her. Denn es iſt bekannt, daß keine Feldſrucht weniger Näſſe, oder naſſen Grund ausſtehen könne, als die Wien, welche bey der Näſſe gleich gelbe Blätter bekommen, aufhören zu wachſen, und wenn die Näſſe zu ſtark wird, ausfaulen. Was beweiſet nun eine ſolche Cr- - ſcheinung dieſes Jahres auf obgedachten und meh- „rern Feldern? Dieſes, daß bey überflüſſiger Näſ- . ſe der Standort die Getraydepflanzen allerley Art, ſie ſeyn mehr oder weniger gut cultiviret worden, allein erhalten könne. War's doch in den naſſen Jahren 1770 und 1771 auch ſo. Auf den Mit- telrücken, die höher als die Seiten oder Fahren ſind, war das Korn wider die Näſſe damals al- lein beſtanden.) 37) Einige ſtarke Hiße im Sommer ſchadet eben ſo wenig darauf, weil der die Saft nicht leicht verflieget, und häufig genung darinn iſt, um die Pflanze ohne weiter, zu kommende Feuchtigkeit - eine Zeitlang zu erhalten.-(Ueberhaupt iſt von den Getraydepflanzen anzunehmen, daß ſie unter allen Pflanzen am meiſten ſtarke Hiße aushalten können, und es iſt aus der Erfahrung bekannt, daß die Dürre, oder der Mangel. des Regens, - ſehr anhaltend ſeyn müſſe, bevor beſonders das Wintergetrayde, und unter dem Sommergetray- de das fehr frühzeitige, Schaden nehmen ſoll. Wir haben immer eher und gewiſſer Mißwachs und Theurung von der Näſſe, ſelten von der Dür- re, zu beſorgen. Hierauf zieler jener Reim der Alten. Geräth das Getrayde auf'm Sande, ſo - entz- Das Sqaen, 97 und mj ved entſteht Theurung im Landes Nämlich überflüſz | Wien ſige Näſſe kann dem Getrayde quf dem Sande er Diry eher nüßlich, als ſchädlich ſeyn. Sie wird ein nt, dj Wobhlgerathen der Feldfrucht auf hohen Sande n Grun äcern, welche die überfi ülfige Feuchtigkeiten durch= ban be ſikern laſſen, zuwegebringen. Dagegen verder- aufhim ben die Feldfrüchte auf gutem 2ande von über- “ flüſſiger Näſſe. Und da die guten Aecker, Weil lbs. ſie ſonſt, als die ergiebigſten» 0as meiſte zur Er- wipe Haltung eines andes fhun müſſen, zurückbleiben, je M und von allzuvieler Näſſe im Herbſte, Winter (ey und Sommer unfruchtbar werden, ſo müſſen ſie Hd einen Kornmangel verurſachen. Coen dayer iſt . hafn es auch unter den gemeinen 2andleuten ein Spriche on Mit wort: Kothjahr ein L?othjahr, d. i. ein naſ« „=(054] ſes Jahr, ein theures Jahr,) Jahre 718) Der Saamen muß recht groß, vollſtändig, jals al und wie der gemeine Mann es nennet-, geiſter ſeyn. Ermußnämlich wie Glas ſich von einander et eben brechen laſſen, das Mehl wird leichter von den t leicht Hülſen getrennetz; dergleichen Korn läſſet ſich da« um die her leichter mahlen, und giebt mehr, auch beſſer ptigfeit und weiſſer Mehl.(Hiebey muß mit vorausge- (yx von ſeßet werden, daß man, wie es oben gelehret wor» e unter den, die beſten Körner, der Vorſprung, ausge« palten ſäet gehabt habe, Wer hiervon noc< nicht über- fannt, zeuget iſt, der nehme nur bey ſeiner nächſten Erb» gens, ſenausſaat im Felde ein paar Hände voll Stabele s das oder Gartenerbſen, welche geſtängelt geweſen, und etray noch einmal ſo di>, als die gewöhnlichen Felds 1 ſoll erbſen ſind, und ſäe ſie auf einen beſondern Ort wachs des Felderbſenbeetes neben den Felderbſen. aus, Dür Hier wird ſich gleich der Unterſchied offenbaren« n det Auf einem und eben demſelben Aker werden die e, Stabelerbſen größere Blätter und wenigſtens um ent: 5Zausvgter 11. Band. G ein 98 Erſtes Kapitel, ein Drittheil längere Ranken bekommen, Die Erbſenkörner dieſer Stabelerbſen werden auch in größeren Schoten faſt noch einmal ſd groß ſeyn, als die Körner der danebenſiebenden gemeinen oder Felderbſen. Hier wird man's nun ſehr au- genſcheinlich finden, daß ein und eben derſelbe Boden größere Pflanzen und Körner hervorbrin- - ge, nachdem die Saamenkörner größer geweſen, Es macht es die gute Zurichtung des Erdreichs alſo nicht allein aus. Fäahret man aber fort, dex» gleichen Stkabelerbſen, die auf dem Felde neben den gemeinen Erbſen geſaet geweſen, in der zwey- ten, vritten Generation u.[. f. auszuſäen, ſo wer- den ſie mit jeder Generation abnehmen und klei- ner werden, bis ſie endlich den Felderbſen völlig gleich geworden ſind. Ein Beweiß alſo, daß größern Saamenförnern die davonentſtehende Kör- ner der nächſten Aerndte nacharten.; Wenn ferner die Körner gelſter ſeyn und ſich leichter mahlen laſſen ſollen, ſo machen naſſe Aerndten eine Ausnahme von dieſer Regel. Sehr nüßlich wäre es, wenn man naß eingebrachtes Korn auf eine Darre abtrocknen könnte. Wenigs- ſtens muß man dergleichen nicht recht troFen ein- gebrachtes Korn ſo in der Scheune einzupacken ſuchen, daß es nicht völlig verderbe, oder in Fäul- niß, Schimmel oder'wenigſtens nicht in mehre- 'xes Auswachſen übergehe, ſondern ſo viel mög- lich noch ausdünſten könne. Den Rath, den eini» ge Wirthſchaftslehrer ertheilen, daß man derglei- „ Das Sqgen, 99 M ſchen läßt. Man wartet daher gern damit ſo lan* ß ſen, ge, bis Froſtivetter einfällt,„da ſich dann derglei= Meinen90 0 2...08 au Das Saen. 10P |[angſan daß er ſeiner Seits gethan, was er geſollt und paarwej: gefonnt.) ihlet man 22) Wir pflegen die Güte unſrer Aerndte nach der vr auch ny Einſaat zu beurtheilen. Wir vergleichen nämlich, in Fehle, wie viel Himten( Scheffel) wir ausgeſäet, und tiffen, wie viel wir einärndten. Wir ſagen ſodann: it, wenn Man habe das vierte, fünfte, achte oder zwölfte n will, Korn geärndtet, nachdem wir aus der Ausſaak vier« fünf acht- zehn- oder zwölffältige Frucht erlangen. aus den Die mehreſten Werſuche pflegen nur darinn zu ſie müſſe beſtehen, daß man von der Einſaat etwas erſpa- ſondern ren will, und alſo, wenn man, da auf einen en, Jf Morgen bisher zwey Himten ausgeſäet worden, m, ſo iſt ießt nur einen Himten nimmt, ſagen kann, Art habe, man habe ſtatt. des vorhin erhaltenen ſechsten ) muß der Korns, das zwölfte Korn erhalten. Dereſleiedewn eiben laf: Vortheile beſtehen allemal in der Kinbil« theit der dung; denn man aärndtet von ſeinem Felde nicht daß das mehr wie vorhin. Es iſt zwar allemal ein Vor- Ear: kheil, wonn man etwas an der Saat erſparetz pelte un: man ſoll ſich nur in Acht nehmen, daß das Er- theil by ſparen nicht etwa mit weit größern Unfoſien ge- ſchiehet. Die Hauptſache beſteht dariun 2) daß ich auf meinem Acker alle mögliche Halmen wach- leis das ſen mache, ſo viel neben einander ſtehen fönnen. Vorziige 2) Daß jede Aehre ſo groß ſey, und ſo viel voll- veilhaf- Fommene Körner enthalte, als man nach der Pi- Mann te des Bodens von ihm erwarten kann. So ha- jreylich be ich auf einem magern, loſen, ſandichten Fel» 1gehen, de, welches kaum das dritte Korn brachte, und - damit welches daher Niemand in Beſtellung nehmen könn, wollte, zuwege gebracht, daß der ausgeſäete Rogs he ſeint gen das ſiebente bis achte Korn gebracht hat, füllung Die reichſte Aerndte, welche ich exlebet habe, veg zur war in Winterrübeſaamen z. da von einer halben, | dleſet, G; 5Met ke diß EN 102 Erſtes Kapitel. Meße Einſaat, oder dem ſechsten Theile eines Himtens, von ohngefahr zwey Morgen Landes 6 Malter reiner Sacomen aufgemeſſen ward, ohne was davon in der Aerndte veriſreuet; und von Bögeln verzehret war; dies war alſo zweyhun- dert und ſech5zehnfä'tige Frucht, und klinget prächtig. Rechnet man aber, daß von einem Mergen nur 18 Himten erfolget ſind, daß ſol- dhe zu ziehen auſſerorventlicher Fleiß und der ve- ſte Dünger angewendet werden müſſen; daß der RKübefaamen das Land ſehr ausſauget, und daß man das Stroh) nicht nußen kann z ſo iſt die Rech» nung richtig, daß eine zwölf- und auch nur zehn- fältige Zerndte von Roggen, wenn man das Etroh mit rechnet, vortheilhafter iſt, als jene zweyhundert und ſechszehnfäaltige Aerndte von Rübeſaanien. Wenigſtens wird die Anbauung des Rübeſaamens im Großen, in wenig Gegen- den ſo vortheilhaft feyn, wie man ſie zu halten pfleget.(Es iſt ſchon oben Litt. E. geſagt wor» den, wie man zwiſchen Dicke- und Dünneſäen die Mittelſtraße in der Ausſaat halten ſolle. Es iſt allemal eine höchſt fal> - Ein- ndert, )-D. rayde neret: (, ſo ver? Das Sin. 103 verliehre ich ſchon, wenn ich zwar noch 8 Schfl. von dieſem Morgen dröſche, aber nur 4 Mandeln Einſchnitt gehabt habe. Denn der Strohverluſt muß auch in Anſchlag kommen. Cs würde aber in angegebenem Falls bey verminderter Ausſaatk wohl mehr am Einſchnitt und Körnerertrage ver- miſſet werden. Man kann ſich alſo bey angera- thenem oder ſelbſt beliebtem Duünnerſäen nicht ge- nung vorſehen, da Hr. v. Münchhauſen ſchon zu ſeiner Zeit klagen müſſen, daß die mehreſten Ber- ſuche nur darinn zu beſtehen pflegen, daß man von der Einſaat was erſparen well. Wenn er aber ſeine Theorie auf das Widerrathen der An- bauung des Rübeſaamens im Großen anwenden will, ſo muß ſie billig nur auf Güther oder Land- wirthſchaften eingeſchränfet werden, wo das Vieh- furter knapp iſt. Denn dieſe Feldfrucht paßt ſehr wohl in manche Aerſyſteme, die im 1ſten Ban- de des ſyſtematiſchen Hausvaters beſchrieben ſind, ſo wie es beſonders einer eben daſelbſt angegebe- nen Aerregel gemäß iſt, alle Früchte, die auf unſerm Boden gut gerathen können, zu erbauen, weil in Mißwachsjahren doch nicht alle Gewächſe, oder nur höchſt ſelten, umſchlagen, und daher -die-mißgerathenen Früchte eines Jahres von den gutgerathenen übertragen werden müſſen. Cine Hauptregel für Bauerwirthſchaften beſonders, die ſonſt in Mißwachjahren ſehe bald auf die Nei- ge kommen. Iſt es ferner. wahr, daß die Ab- wechſelung mit Früchten verſchiedener Art jeder derſelben ungemein gedeihlich ſey, ſo muß man den Rübeſaamen, oder Rübſen, Raps, immer hin ſeinen Plaß in der Abwechslung mit den übri- gen laſſen. Nicht zu gedenken, daß der Anbau dieſes. Saamens im Großen ſich damit beſonders G 4 empfeh: 104 Erſtes Kapitel, empfehle, daß man in wohlfeilen Kornjahren weit beſſer und geſchwinder dieſen Saamen in kornreichen Provinzen abſeßen und zu Gelde ma- cen könne, als das Korn ſclbſt, weil die Con« ſumtion des Rübſensies im Lande ſehr ſtark iſt, und eher zu- als abnimmt. Thüringen und meh- rere angränzende dänder können zum Beyſpiel dienen. Cndlich muß man auch nicht das Räv- fenſtroh als ganz unnüße anſehen. Es fann in eines der Düngermagazine, dergleichen im 1ſten Bande des ſyjt.& V. angegeben worden, ſo gut, als viete andre Materialien, gebraucht werden.) 93) Ob übrigens das Mezzl weißes oder ſchwärzliches Brod gebe, iieget viel an dem Grund und Boten. Umm ein vecht weißes Brod zu geben, wird ein ſeis nes, wohl verarbei'eces, und mit gnugſam aufge- löſetem Salz und Schwefeltheilchen vermiſchtes Erdreich erfordert. Ein trocner heißer Sandbo« den wird ſchwärzeres Brod geben; doch kann man ähn durch Vermiſchung mit einer feinen, mit Salz und Schwefel eingefleideten, Erde verbeſz ſern.- Die Witterung trägt auch vieles dazu bey 3 DeSwegen giebt das Korn von dem nämlichen, und einmal wie das andere verpflegten Boden, ein Jahr beſſer Mehl und weißer Brod, wie das andere.- Jun naſſen Jahren wird das Salz zu ſehr aufe gelöſet, und Fann nicht zur Wirkſamkeit kommen. Die in den Körnern ſich anſeßende ſchwefelichte Mehltheilchen werden mit zu vielem Waſſer ver- miſcht; deswegen pflegt das davon gebackene Brod nicht aufzugehen.(Ein hoher Boden, der etwa aus 3 Theilen Sand, und einem Theile Lehm oder Thon beftehet, pflegt in hieſigen Gegenden das BE ST A<< TTST ESE PELZES vue galt hjahren men in de Mg: . Cone art iſt, d meh. eyſpiel Rib: aun ih | 1ſten ſo gut, den,) liches Zoben, in fel: aufge: ſchtes ndbd: man mit erbeſa bey; hen, , ein das aufs 10, net worden, leiche angeht, und mit dem davonentſtehenden Geruche bas Uns geziefer von weiten anloet,"ſeinen Aufenthalt dar= in zu nehmen, und DE ſelbſt zu vermehren.) 5 Zwei 106|; 6 SSHHSSHHISSSSSSHSHEHE OS ku ſy ds ZIEEG R Zweytes Kapitel, ur Einfluß der Witterung auf die Gewächſe| 4 nebſt den daraus entſiehenden Vermu- N thungen eines fruchtbaren oder un- fil fruchtbaren Jahres.|' (Eiſ ſchon vorhin beyläufig geſagt worden, daß) w- die gute Beſtellung des Ackers noch allein nicht Bo Hinreiche, daß Saat und Getrayde die Wünſche des: Ackermannes befriedigen mögen; und daß die Witte- y rung hinzufommen müſſe, wenn der zum beſten beſtell- 0 fe Aker nicht triegen ſoll, da man geradezu ſagen. Fann: ohne Witterung iſt kein Wachsthum. H Dieſes Kapitel gehörte aber nicht zu meinem Plan, W welchen ich in dem vor einiger Zeit ausgegebenen Aver- m Liſſement bekannt gemacht, Jc< hatte mid) jedoch h darinn anheiſchig gemacht, auf Verlangen der Wirth-| ſchaftsliebhaber noch diejenigen Materien darinn auf- q zunedmen, wenn mir in Zeiten davon Nachricht gege-| ben werden würde. Vor einigen Wochen geſchahe es N nun, daß zwey angeſehene Landwirthe in Anſehung ge- eſ Ddachter Materie den Wunſch äuſſerten, daß ſelbige in Y dem ſypſtemat, SG. V. nicht ausgelaſſen werden möch- ſu ten. Die Meynung des einen gieng aber dahin, daß( ich die mit ſo' vielem Beyfalle aufgenommene Theorie des Hrn. Abts Toaldo über den Einfluß der Witte- rung auf den Wachsthum der Pflanzen, eine von der| ſe Königl. Socierät der Wiſſenſchaften zu Montpellier 87 gekrönte Preisſchrift, eben ſo dem SH. DV. mit einwe-| 9 ben| |:|| S08 vächſ! mi: Un: 1, deß n nicht he des Witte beſtell: ſagen Plan, Aver- edoch irh „ aufe Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 107 ben möchte, als ſelbiges mit den berühmteſten Acker- ſyſtemen im erſten Bande dieſer Schrift geſchehen. Dieſemnach verſtehe iſt es ſo, daß das Weſentliche nur belobter Theorie, in ſofern es auch auf unſern Himmelsſtrich anwendbar iſt, berühret werden ſolle. Man wird es alſo hiebey von mir nicht verlangen, daß ich'mich in die Unterſuchung und Widerlegung eini- ger beſonderer Hypotheſen des Herrn Abts einlaſſen ſolle. JIc< ſoll hier Wirthſchaftslehrer eigentlich und nicht Naturlehrer ſeyn. Als erſterer darf ich den un- gelehrten Wirth, dem mit dergleichen Unterſuchungen eben nicht gedienet ſeyn Fann, nicht aus den Augen laſſen; und der gelehrte Dekonome hat ſchon ſeine Par- thie genommen, oder weiß, woran er ſich zu halten hat. Der zweyte vorerwehnter Landwirthe aber wollte, daß ich die hin und wieder in unſern Ländern bereits bekannte Witterungsanzeigen, welche ein fruchtbares" oder unfruchtbares Jahr voraus vermuthen laſſen, durchgehen und muſtern möchte, weil faſt ein jeder Land- wirth, oder jede Provinz, gewiſſe Regeln angenoms- men habe, und ſich darnach zu richten pflege. So' habe man z. B. in manchen Meklenburgiſchen Gegen- den dieſe Richtſchnur angenommen: Wenn die Faſten gut ſind, ſo gerachen die Erbſen-wöhl. In andern Ländern: Wenn der Kuckuck lange nach Johannis ruft, ſo folgt heure Zeit; ingleichen: Wenn die Fröſche im erſten Frühlinge ihren Laich nicht in die Bäche und Waſſer,(wird die Tiefe der Waſſer zu verſtehen ſeyn) ſondern an den äuſſerſten Theil des Geſtades werfen,- jo bedeutet es ein Anlaufen des Waſſers 2c. Jch werde dergleichen Regeln, wie ſie mir theils ſelbſt bekannt ſind, theils in manchen Wirthſchafts- büchern geleſen. werden, nach den Jahreszeiten und Monathen zuſammenordnen, und hin und EE mit eur- xoß8 Zweyntes Kapitel, Beurtheilungen begleit!n. Die eben zuvor angeführ- ken und mir zum Crempel vorgelegten Regeln gehören beſonders unter diejenigen, die einer Erklärung und Einſchränfung bedürfen, und ich würde ihrer und ih- res gleichen vielleichtnicht gedacht haben, wenn ſie mir nicht als Richtſchnure ganzer Provinzen wären belo- Het worden. Denn die erſtere iſt nicht genau und be- ſrmmet genung, und die andern ſind nur als Folgen einer beſondern Witterung, aus denen wieder andre gefolgert werden, anzuſehen. Jc< will aber vorerſt dem Herrn Abt Toaldso Fuß für Fuß folgen, und mei«- ne Zuſäße in Parentheſen einſchlieſſen, welches auch in Anſehung der in Deutſchland unter den gemeinen Acfersleuten bekannten Fruchtbarkeits- oder Unfrucht« Harfeitsfolgerungen aus der Witterung geſchehen ſoll. A. Theorie des Witterungseinfluſſes auf den Wachsthum der Pflanzen. Herr Abt Toaldo verſtehet unter der Witterung nicht allein dasjenige, was ſich in der Luft erzeugt, den Regen, Winde, Nebel, ſondern auch das Ele- ment der Luft ſelbſt mit allen ihren Haupteigenſchaf- ten, Veränderungen, Eindrücken und Ausflüſſen, die ihr vom Himmel kommen können, wie die Wärme von der Sonne 26. Ohne dieſe würde die Erde nichts lebendiges hervorbringen können, und es kann die wechſelsweiſe Gemeinſchaft zwiſchen der Erde und dem Zftkreiſe nicht geleugnet werden, 3) Einfluß des Luftkreiſes auf den Wachsthum vermöge ſeiner Haupteigenſchaften, - Hievon übergehe faſt alles, weil ſchon im erſten Bände des ſyſtem. H, DV, hin und wieder das Pau Ä j ſa A ngefüht, gehören ung und und ih: | ſie mir Nn beld« und bes Folgen * andre vorerſt nd mels '8 auh meinen frucht: 1 ſoll, 3 Auf erung zeugt, ; Ele- ſchafe 1, die arme ichts die dem um ſten upta äche Einfluß der Witterung auf die Gewächſe?c, 199 ſächlichſte eingeſtreuet worden, und die Theorie eis nes deutſchen Wirthſchaftslehrers in der Folge eingea« ſchaltet werden ſoll, Nur folgendes überſchreibe mit den eigenen Worten des Verfaſſers: Nach Beobach- tung der Pflanzenkundigen iſt dem Wachsthum nichts günſtiger, als eine feuchte XWärme 3; die Feuchtigkeit giebt die Materie, die Wärme die Bewegung. Cine ſolche Beſchaffenheit findet bey trübem, veränderlichem, regnichtem und ungeſtüniem Wetter ſtatt, weil bey ſols des Dunſt» kreiſes geſchiehet, alſo erfläret: Der Druck und die Schnellkraft muß vieles zur Bewegung der Pflanzen- ſäfte beytragen. Aber die Wärme und Kälte, die ſo- wohl in der Luſt, als auch in den Säften ſelbſt eine wechſelsweiſe Verdünnung und Verdi>ung hervorbrin- gen, müſſen hierinn noch weit mehr bewürfeu, Die« ſe Abwechſelung bereitet die Säfte in der Erde; der ſchwammichte Körper der Wurzeln ſaugt ſie an, die Wärme des Tages verdünnet ſie, und hebt ſie dadurc) in die Höhe; die Kälte der Nacht verdie: ſie, und macht dadurch friſchen Säften Plaß. Endlich ſo ent» ſteht durch die gleiche Abwechſelung von Ausdehnen und Zuſammenziehen in den Gefäßen, eine Art von wurmförmiger Bewegung, oder doch eine Syſtole und Diaſtole, welche den Fort!auf und vielleicht auch den Rreislguyf derSsfte durch den ganzen Körper NE 31er x10 Fie Zweytes Kapitel. -(Hier ſinden die Leſer eine der. Hypotheſen. ja ſchon nach dem Verfaſſer, was mehreres, da er in ei» ner Note die Circulation der Säfte in den Pflanzen als ſchon erwieſen annehmen will, wowider aver fein deutſcher Ueberſeßer mit Recht erinnert, daß jolcher Kreislauf noch nicht völlig erwieſen ſey.) Cs iſt beſonders merkwürdig, daß ſelbſt das Wäſſern und Begieſſen den Feldern und Wieſen bey ſolcher veränderlichen und unbeſtändigen Wirterung weit wirkſamer und vortheilhafter iſt, als zu jeder an- dern Zeit. Und es iſt ſonderbar, daß auch ſelbſt die Waſſerpflanzen, die beſtändig unter Waſſer ſtehen, den wohlthätigen Einfluß des Regens empfinden, Man kann dieſe zwey Erſcheinungen nicht anders als mit Hülfe des elektriſchen Feuers erklären, welches das Waſſer durchdringt und belebt, und ſich bey regnich= ter Witterung mit größerer Kraft ausbreitet.=“ (Auch dieſes iſt unſern hieſigen Erfahrungen vsl- lig gemäß, und die Gärtner in und bey großen Städ- ten laſſen die übrigen, von zu wenig Beobachtungs- geiſt geleiteten, Gärtner mitihren Gewächſen ſchr hin- ter ſich zurü, die nur beym Mangel des Regens zur Giesfanne oder zum Sprengfaſſe greifen.„Jene brin= gen ihre Gartengewächſe nicht nur eher zur Reife oder Bollkommenheit, ſondern erſeßen auch damit die Duan- tität des Düngers. Daher kömmt es dann auch, daß ſo wirthſchaftende Gärtner nur einen ſehr kleinen Plaß brauchen, um ſich darauf zu nähren, und beſtändig zu beſchäftigen. Weil ſie das Begieſſen auch boy(rü» ber, jeuchter oder regnichter Wicterung nicht unterlaſ- ſen, und, wie geſagt, ihre Früchte hiedurch ſehr bald ſo weit bringen, daß ſie zum Verkauf tüchtig ſind, ſo laſſen ſie auf die erſte Sorte von Gartenfrüchten gleich, wieder eine andre folgen, ſo daß ein und eben derſelbe Plaß | fache eſen, jq 1 et In efs Pflanzen ader jein 1ß ſolcher [bſt das eſen bey itterung eder an: elbſt die ſtehen, pfinden, ders als hes das regnich: n vol: Städ- Wngs- hr hin- ns zur e brine 0 oder Juan- / daß Plas iq zu )(ra erlaſf: bald d, ſo leih, ſelbe Paß Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 3. IX5 Plaß in einem Jahre wohl drey bis vier verſchiedene Eorten vo.) Pflanzen hat tragen müſſen. Das Wäſſern der Wieſen, ingleichen das Aufs fahren der Miſtjauche und ſogenannter Schweizergülle auf die Wieſen und Graspläße, und wovon der Uns» - terricht im erſten Bande des H. D. geſunden wird, hat gleichſalls den meiſten Nußen zu obveſchriebener Zeit. Hat man aber zwey oder mehr ſchürichte Wieſen, ſo hat man feinen beſſern Nachwuchs des Graſes als zu eben ſolcher Zeit zu hoffen. Sind aber die Grummet- wieſen zur Zeit der Dürre und des Regenmangels aba gemähet worden, ſo wird ein ſehr ſchlechter Nach« wuchs des Graſes, und vielmals in der Maaße entsz ſtehen, daß wohl die Hälfte des Grummets, oder, wie man in Niederſachſen ſagt, der Nachmathe fehlen wird, wenn ſchon einige Wochen nach dem erſten Hau ſich haufige Regen einfinden ſollten. Man wird es ſo- gar noch im folgenden Jahre darauf verſpüren, was für ein Unterſchied im Graswuchſe nach Beſchaffen«- heit der zur Zeit des Abmähens geweſenen Witterung obwalte.) 2) Die Winde, Die Winde bringen dem Felde Nußen oder Scha- den nac< der Werſchiedenheit ihrer Natur, Gewalt, Dauer, der Jahreszeit und andern Umſtänden, ſie bringen gute oder ſchädliche Luft und Dünſte mir, die ſie entweder ſelbſt erzeugt oder unterwegs angetroffen haben. Mian kann die Beſchaffenheit der Winde, in ſv fern ſie von einer gewiſſen Himmelsgegend fommen, nicht beſtimmen, als nur in Rückſicht auf ein jedes 2and insbeſondre. Der Nordwind, der in der 2om- bardey ſchönes Wetter, Kälte und Trockenheit mit- bringt, bringt in Holland trübes Wetter und Regen, Ein „m ee Zweytes Kapitel, Ein jeder Landmann muß in ſeinem Lande die Natur und Beſchaffenheit, die Dauer und andre Eigenſchaf- fen der verſchiedenen Winde kennen: Ventos et varios Coeli praediſcere mores. Die Winde haben die Eigenſchaft zu tronen, und die Feuchtigkeit aus den Körpern mit ſich wegzuneh- menz ſie tronen daher noch mehr als die Sonne, "Aver eben deswegen müſſen ſie anderswo Feuchrigkeit hinbringen, mit der ſie ſich unterwegs beladen. Wenn ſie fauſtiſche Materien, falzigte und freſſende Geiſter mit ſich führen, ſo verbrennen ſie die zarte Pflanzen, Keime, Blumen und Früchte. Die ſtürmiſchen Märzs winde 1769, die von Oſten kamen, ließen einen ſal- zigen Ueberzug auf den Weinreben; ſie ſind auch den rhieriſcFe er ſikßt, und wie er die Luft in Bewe- gung ſeßt. Denn wie die Luft an ſich iſt, ſo iſt auch ähre Würkung, wenn ſie den Wind bewegt, gleich viel, woher er bläſet. Daher kann der Wind aus milden EFen doch Schärfe, und aus ſcharfen Milde und ein leidliches Weſen bringen. Hat. ſchon der Nordweſtwind nichts als Gift.und Bitterkeit: ſo füh» xet doch bisweilen der Wind) aus öſttichen- Theilen in der Luftbewegung etwas unſchädliches und günſiiges, Geht der Wind im Frühling viel aus. den ſüdlichen' Gegenden, ſo iſt. die Luft gern warm dabey; bläßt er aus. den öſtlichen, ſo,iſt ſie nicht fo mildez.und„wenn er ſeinen: Stand in Vlordweſt erwählt„5 ſo iſt.das Herbe und Schädliche da, und je länger das: bey. ei- - ner Trocenheitanhält, deſto. widriger iſt der Erfolg. Allein das fommt nicht vornehmlich von der Gegend her, aus welcher der Wind- kommt:, denn man. finder oft, 3. E.. im Winter, daß von Süden einyſo' kalter Zuftzug hervorbricht, als aus andern Gegenden, Der milde und ſcharfe Luftzug wird oft in gewiſſen. Land» ſtrichen beybehalten, und vom, Winde nur-hin und hergeführet. Z- EC, der Wind hat. ſeinen«Stand- in Süden, und die Luft hat. eine reine milde Art; Er dreht ſich, und beſucht auf eine kurze Zeit die nord» weſtliche Gegend, Alsdann-bricht: von daher nicht die gewöhnliche Scharfe, ſondern es kommt mitdem Win» de von dayer eine Milderung hervor. Hingegen wenn der Wind zur erſten Frühlingszeit in Nordweſt wohs net, und die Luft ſcharf iſt; ſo iſt, wenn er ſich gleich nach Süden dreher, keine Milderung zu hoffen, weil 2 er „m“ 116 Ziveytes Kapitel, er die an ſich kalte Luft zurück treibt/ Und damit den eingeſchränkten Landesſtrich zu beunrußfkgen fortfahren muß. Er offenbarer ſich alſo jährlich im Frühling ein aus unbekannten Urſachen herrührenbes Lufrtreſerz. So, wie nun dieſes der Schärfe und Milde nach iſt, Darnach äuſſert ſie) auc) die Würkung auf'den Lande ſtrichen unſrer Erdkugel, Daher kommt es, wenn än einem Strich eine milde, im andern eine ſchärfere Witterungsart herrſchet. Geht bey trockenem Wes ter der Windaus Süd oder Weſt, jevoch trocken; ſs verſchönert ſich das Gras, die Kraft der Felder iſt recht anmuthig und lebhaft, es fällt ein ſchöner herr» licher Thau, es giebt im Frühling keine ſchädliche Gewitter, im Sommer aber ordentliche und fruchts Hare Donnerwetter, 156) 2) Der Wind kann einen" gewiſſen Stand in Eiter von den Himmels8gegepöen auf eine Zeitlang ans nehmen, oder nicht. Jm Frühling kann er ſich nach Beſchaffenheit der Hauptwitterung einen Stand ers wählen, worinn er ſich am meiſten auſhalten will; (Man nimmt zwo Hauptgaktungen der Witterung an: die ordentliche, welche in ihrem angefangenen Laufe nicht von Donnerwettern unterbrochen wird, und die: jenige, welche von Dönnerwettern unterbrochen wird. Dieſe beyden aber begreifen 3 Arten unter ſich, da die Witterung entweder rrocken, oder feucht, oder vermiſcht iſt.) Im Sommer, der zur Feuchte ges neigt iſt, zu welcher ein feuchter Wind aus milden Weltgegenden die nächſte Gelegenheit geben muß, iſt er veränderlicher, und gemeiniglich in ſüdlichen und weſtlichen Gegenden, nicht oft anderwärts. Im - Winter richtet er ſich nach dem erwählten Grad der Ecdhärfe, und kömmt vornehmlich aus den kalten Ges genden oder der Gelindigkeit, und Hat ſeinen Sis in | den mit den ttfahren TÜbling Tteſeg, ach iſt, n Sande wenn harfere Weta nN; ſd [der iſ te hers ädliche frucht nd in 19 qlis ) nach nd ets will; ngan; Laufe d die: wird, Einfluß der Witterung duf die Gewächſe 16, ir den milden Tcken,(Himmelsgsgenden.) Aus ſeinem Stande läßt ſich auf ſaine Wärkung, d. i. auf Tro Eene oder Feuchte, auf Schärfe. oder Milde ſchlieſſen s „man muß aber die eben bemerkte Beſchaffenheit der Luft, welche er in Bewegung ſest, dabey vor Augen. haben. Erwählt er um die Zeit der Tag- und Nacht» gleiche Feinen bleibenden Stand, und iſt die Witte» rung vermiſcht, ſo behält er-dieſe Gewohnheit; ſo wie man hingegen in der trockenen oder feuchten Witte« rung ſagen fanh: er wird in Zukunft aus dieſer oder - jener Gegend eine Zeitlang ſich bören laſſen. Bey der feuchten Witterung, beſonders im Sommer, wenn Hier oder anderswo ſchwere Donnerwetter waren, iſt ver Wind in den ſüdlichen oder weſtlichen Gegenden. „Je nachdem der"Wind vorzüglich in einer Eke wohnt, Fann Nordweſt eben ſowohl als Südweſt Regen geben. Die öſtlichen Theile, die mehr zum Trockenen geneigt ſind, geben, beſonders im Sommer, Waſſer zu allen Zeiten, und das, was fie geben wollen, auf einmal, wiſſen aber auch nach ihrer Gewohnheit wieder aufzu- hören. Der Regen ans ſüdlichen Theilen in Gemeina ſchaft mit den weſtlichen iſt nach ven Umſtänden ohne Donner ſehr ſchön, mit Donner bisweilen ſehr. ſchwer, auch wohl ſchädlich, Eüdoſt liebt das Sanfte und das Anhalten im Regnein Die oſt- und. nördliche C>e iſt im Sommer eben ſo, aber im erſten Frühling- und Herbſt mit einiger Strenge vermiſcht. Nordweſt giebt ſelten, auſjer im Sommer, einen Regen von freundlicher Art. Uebrigens. kann der Wind den Re gen auf verſchiedene Weiſe geben in Anſehung der Menge und des Fallens, Der Wind kann rück- und vorwärts laufen, und ſich mit der Sonne drehen, ſowohl bey troFener als feuchter Zeit, welches alles keine Veränderung anzeigt, wenn uicht andre Zeichen mit übereinſtimmen, b) Der Wind kann ſtark vor H 3 dent, enn gg T 1470) 1718.- Zweytes Kapitel. dem Retyen, nach und ohne ſelbigen wehen.<) Er kann als ein Gegenwind dev Gewitterwolke entgegen weben, und den Donner reizen 3 er kann als ein Mit- wind von hintenher ſie forttreiben. Die d) Wür»- Fung des Windes iſt hauptſächlich nach der Hauptart zu beurcheilen, nach welcher er auch eine Würkungsge- wohnheit annimmt,-+-) 165 3) Einfluß des Regens. Od man gleich dem Helmont und andern Natur» fündigern nicht einräumen Fann, daß ſich die Pflanzen vom bloſſen reinen Waſſer nähren; ſo muß man doch auf der andern Seite bekennen, daß das Waſſer, ſo- wohl als Hülfsmittel,(Vehifulum) als auch als Ma- terie, vieles zu ihrer Nahrung beytrage. Nun trin- fen die Pflanzen kein ander Waſſer als dasjenige, was der Erde durch die Lufterſcheinungen zugeführet wird. Der berühmte Hr. Direcktor Marggraf in Ber- lin diſtillirte mit vieler Behutſamkbeit eine Menge Res genwaſſer, underhielt am Ende eine anſehnliche Quan»- tität von Kalferde, Salperer, gemeines Küchenſalz c. Theile alſo, welche die Erde fruchtbar machen.== Der Regen enthält alſo alles, was zum Wachsthum der Pflanzen erforderlich iſt, feſte Theile, geiſtige Theile und das Vehikulnm, und ſo zu ſagen den Leim dieſer beyden Elemente, nämlich das Waſſer. (Gewitterregen ſind nur fruchtbar, wenn ſie zu rechter Zeit, nicht aber im März und April kommen.) 4) Der Thau. Die Dünſte ſind die Materie aller naſſen und feuch- ken Witterung, Diejenigen, die des Abends wenig er- hoben ſind, oder fich des Nachts noh erheben, werden von das) dew Muy beſeiht Gal, New ww) pet won Uu ned ww; 7; Od (iw) ſibi nag mah Roſt verſte dunſtg e) Ee entgegen ein Mit- 1) Wir: Hauptatt Tungöge | Natut- Pflanzen nan doh ſſe, ſb als Ma: un teiw ige, was twird, n Bets nge Res e Quan nſalz en= hsthum geiſtige n Zeint ſie zu nnen) ) feuche eniger' werden von -dunſten dienen. 8 Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe:c, 119 von der Kälte des Dunſtkreiſes überfallen, vereinigen ſich allenfalls auch mit den Ausdünſtungen der Kräuter und Pflanzen, verdicken ſich, fallen, und indem ſie fich an die Oberfläche anhängen, forntiren ſie die Tro- pfen des Thaues, welches in ſtillen und heitern Näch- ten geſchiehet. Am meiſten aber geſchiehet es in nies „ drigen, feuchten und eingeſchloſſenen Gegenden; wes nig oder gar nicht in hohen freyen Gegenden; niemals in windichten oder wolkichten Nächten 3; ſelten des Sommers, wenn die Luft auch die Nächte durch noc< warm bleibt; aber im Frühjahr-und gegen den Herbſt . iſt der Thau am häufigſten. Der Thau iſt eben ſo wenig reines Waſſer als das Regenwaſſer 3 er enthält viele fremdartige Theile, die von allen Körpern, hauptſächlich aber von den Pflanzen ausdunſten. Nach Muſchenbrö> gab der Ddoſtillirte Thau auſſer dem Waſſer und Erde, noch Salz, Gel und Schwefel, und nach. einem andern Naturkundiger(lob. Eck, Iourn, de Rozier 1771.) zwey Arten von Säuren, die Salzſäure und dieSal- peterſäure, aus welchen das Königswaſſer beſtehet, womit man das Gold auflöſet.- Hiervon wird der Thau freſſend: in der That bleicht er Wachs und Lei- newand; verzehrt die Farben der Tücher; verbrennt, oder zerfrißt vielmehr, Schuh und Pelzwerk; erweicht und reiniget die Körper nicht nur, ſondern verurſacht auch dem Vieh tödtliche Bauchflüſſe. Auch verbrennt er die Keime und zarte Pflanzen entweder durch ſeine ſalzige Schärfe, oder durch die darauf fallende Son- nenhiße. Wenn er auf den Blättern trocknet, ſo macht er den Honigthau, eine Art ſehr ſchädlichen Roſts, weil er theils zerfrißt, theils die Luftlöcher verſtopft, welche der Pflanze zum Einſaugen und Aus- H 4- Natut- jW"jj, Haran ſien, oder werden ihre fremdartigen Theile von 1326 Zweytes Kapitel, (Naktur» und Wirthſchaftslehrer haben über den - Prſprung des Honigthaues ſehr verſchiedene Meynun- gen. Wollte man aber, wir Hr. v. Münchhauſen ges than, Brand- Roſt- Mehl- und Honigthau, in An- ſehung der Urſach für einerley halten, ſo müßte man doch vornehmlich Honigthau und Mehlthau von einan- der ſcheiden, da der Honigthauin einer an den Fingern klebenden Fettigfeit beſtebet, wenn man die Pflanzen angreijt; dee Mehlthau hingegen iſt ein weißlichtes ſiaubichtes Weſen) Dieſe Schädlichfeiten-abgerechnet, ergreift der Thau, der ölichte geiſtige und hauptſächlich vegetabilie- ſche Theile bey ſich führet, die Pflanzen nicht nur, ſons dern giebt ihnen auch Nahrung, wie ſchon oben erin- nert worden. Und mit eben dieſen Beſtandtheilen macht er die Erde fruchtbar.(Jn einigen Erdgegen- den vertritt er die Stelle des Regens.) Dies iſt einer von den Hauprvortheilen beym Umarbeiten der Erde: gleba foecundo rore marita, Der Thau iſt frucht barer als der Regen, ſo wie der Regen fruchtbarer iſt eis gemeines Waſſer, 5) Der Nebel, Nebel ſind nichts anders, als niedrige Wolfen, Sie haben, wie der Thau, neben dem Waſſer viele andre Dünſte in ſich, daher fie bisweilen ſtinken, Sie befruchten alſo die Erde wie Aſche und andrer Dünger. Man kann daher keine beſſere Zeit zum Ackern und Säen treffen, als einen mit diem und triefendem Ne bel bede&ten Morgen, der die Erde ſanft befeuchtet und erwarme, Hängen ſich aber im May und Junius die Nebel ans Getrayde an, bleiben ſie aus Mangel des Windes einem Über diy Meynut: Jauſen(6 1, in Nys Üßte ma On eina 'F ingen Pflanzen eißlichts veift de egetabill hur, ſon ben erin: ndtheilen pdgegen: Iſt einet er Erde! F frucht: ares if Wolfen, er pelt n, Sit Jünger, rn und em Ne ſeuchtt 6 Nebe Windes oj[e von einen Einflyß der Witterung anf die Gewächſete. r2x einem brennenden Winde oder Sonnenhiße überfallen, wovon ſie in Gährung kommen; ſo entſteht der ſo ſchädliche Mehlthau. PMluratori beſchreibt in den Annalen von Jtalien einen ſolchen im Jahr 1735. Er entſtand von einem dien Nebel den 14, Junius g. I. es ſolgte ihm ſogleid) die Sonne und ein bren- nender Wind nac), und darauf entſtand Theurung und Hunger in der Lombardey, Etwas Nebel hilſt im Herbſte zum Reiſwerden der Trauben; fallen aber die Nebel zu häufig, und ſind ohne Wind, ſo faulen die Trauben. 6) Der Schnee. Die Dünſte gefrieren, wenn ein gewiſſer Grad von Kälte mit einey Art von ſalzigem Weſen nach Ver- ſchiedenheit der Jahreszeiten zuſammentrifft. Dex Thau wird Reif, der Nebel L7ebelreif,(Rauhreif,) der Regen Schnee oder Hattel. Das Gefrieren ents ſteht nicht allein von der Kälte, ſondern vielmehr von ſalzigten Geiſtern, die entweder das Waſſer ſelbſt ver« dien, oder ihm das elektriſche Feuer entziehen, wo- durch es ſich flüſſig erhielt. Dergleichen ſalzige Gei- ſler ſind das Salpeterſaure und das Kochſalzſaure. Wenn eine Wolke anfängt ſic) zu ergieſſen, und ein gewiſſer Grad von Kälte und ſalzigem Weſen zuſam« mentritt; ſo geſvrieren die kleinen Tropfen, oder auch die Dünſte ſelbſt, ehe ſie ſich in Tropfen vereinigen, beſonders wenn ein wenig Windidazu kömmt 3. ſie fügen fich zuſammen, und formiren die Schneeflocken, Man findet im Schneewaſſer mehr Kochſalzſaus« ves und weniget Kalkerde; im Regenwaſſer aber ein Sqalpeterſaures und vieh Kalferde. Das Schneewaß, ſer: hat alfo eine abführende, ja ſelbſt äßende und aufs- köfende Kraft. Getrunken ſchadet es daher denz Ma= H5 gen 122 Zweytes Kapitel, gen und Eingeweiden, und macht, wie das Meerwaſ« ſer, Ruhren, Koliken 2c.3 iſt aber ſehr geſchickt, die Felder fruchtbar zu machen. Deswegen werden die Pflanzenblätter unter dem Schnee ſoba1d wieder grün, und es pflegen auf ſchneereiche Winter gemeiniglich reiche Aerndten zu folgen. Der Schnee beſchüßet Saamen und Pflanzen vor Kälte und Froſt, Wenn viel Schnee vor der Kälte fällt, ſo haben die Pflan- zenwurzeln nichts zu beſorgen.(In hieſigen Erdge- genden halten wir es doch beſſer, wenn;der Erdboden zuerſt hart gefroren, und ſodann der Schnee darauf erfolget.) Er hält auch die Erde warm, die auch im Winter eine gewiſſe Wärme ausdampfe, die der Schnee zurück hält, daß ſie ſich nicht zerſtreuet, 7) Der Hagel. Der Hattel iſt ein gefrorner Regen. Die Tro- pfen gefrieren, wie bey Entſtehung des Schnees, und jedes Hagelkorn enthält ein Schneeforn. Im Som- mer ſtehen die Wolken weit höher, als in einer kältern Zuft 3 daher werden die Tropfen, wenn ſie anfangen zu fallen, in Eis verwandelt. Vornehmlich würkt dabey das elektriſche Feuer der Luft. Dieſes ſtreicht vom Wolke zu Wolke, raubt der einen die Wärme, und giebt ſie der andern; vielleicht findet auch eine Er- gieſſung ſalzigter Geiſter dabey ſtatt. Kömmt, wie es bey Stürmen geſchiehet, eine negativelektriſirte mit einer poſitivelektriſirten Regenwolke zuſammen z ſo bewirkt ſie das Gefrieren der Tropfen. Im Fallen begegnen ſich die Körner, hängen ſich durch Gewalt der Winde zuſammen,(denn es giebt ſelten Hagel ohne Wind) und werden oft auſſerordentlich groß. Die Würxkungen des Hagels ſind bekannt. Er iſt ein Ge» miſche von gefrornem Waſſer, flüchtigem und feſtem '(Salz | Hä Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 123 Sälz und Schwefel. Er hat ſaure Geiſter bey ſich, nnd verurſacht den größten Schaden durch eine Art - von Gift, den er über die Gewächſe verbreitet. Denn er ſeljadet weniger, wenn es zugleich mit regnet, oder hinlänglicher Regen nächfolget. der dieſe Peſt abwäſcht. Indeſſen haf er auch ſeinen Nußen', und macht die Erde in gewiſſem Verſtande, wie der Schnee, frucht- bar. Denn folgt Regen auf Hagel, ſo wird das gan- ze Feld grün, und die Erde loer. Türkiſcher Wai- zen und andre Kornarten nach dem Hagel geſäet, ge rathen beſſer als gewöhnlich.' 8) Der Reif. -“ Reif iſt ein gefrorner Thau und dem Schnee ſehr ähnlich. Er brennt, d. i.-er thut viel Schaden, wenn er'auf Pflanzen fällt, die ſchon getrieben haben, z. E. im April, da er ſie als Froſt beſchädigt, und durch ſeine beygemiſchte freſſende Materie, beſonders wenn die Sonne darauf ſcheinek.? Zur andern Zeit kann er nüßen, wenn er die zu geil wachſenden Pflanzen und Getrayde welk macht. Er kann überhaupt gutes würfen, ſo wie Thau, Scnee und Froſt,(Nur bis in den Marz hinein kann der Reif unſchädlich ſeyn. Er iſt es ſchon weni? ger, wenn dieſer Monath ungewöhnliche Wärme ſchon gehabt haben ſollte. Am allerſchädlichſten aber iſt ex bey uns im May und Junius.) 9) Der Nebelreif,, Der Nebei, wenn er gefrieret, hängt ſich an die Bäume, an ihre Aeſte, an Kräuter, an Haare der Menſchen und Thiere, und formirt ganze Büſchel. Häuft er ſich zu ſehr an, ſo biegt ex durch ſein 15 '« wicht “J 41 AS 2-8 124 Zweytes Kapitel. wicht die Aeſte, bricht ſie auch öfters ab.(An den Obſtbäumen thut er zu Zeiten bey uns durch'ſeine An- Häufung an den Zweigen großen Schaden, die, wenn nur ein mäſſiger Wind ſich aufmacht, auch öfters oh- ne ſelbigen„ ein- und abbrechen. Man muß daher * ſeinen Bäumen in den Frühſtunden zu Hülfe kommen, und den-zu di> angehängten Rauhreif abſchütteln. Dieſes geſchieht mittelſt eines Hafens, welcher an ei- ner dünnen langen und leicht zu regierenden Stange befeſtiget wird, womit man denn mit ſehr leichter Mü« he den überflüſſigen Reif abſchüttelu kann. Geſeßkt aber auch, daß manche Bäume nicht brächen, ſo fön» nen fie doch von der. Laſt.des Rauhreifs zu ſehr aus ih- rer Form kommen, und davon ſperrhafte Zweige be- Halten, wenn-er; wie. es in trüben und windſtillen Tao gen geſchiehet, zulange die Aeſte beſchweren ſollte,) Es haf aber der Reif eben den Nugen, als Nebel, Thau, Reif und Schnee haben, tödtet auch die Eyer der JInſecken durch ſeine durchdringende kalte Näſſe. Nach Wintern, die viele Rauhreife hatten, und ſehr Falt waren, ſieht man wenig Raupen im Frühjahre. (Au habe ich bemerfet, daß die Feidmäuſe, wenn ſie in den Saatäckern Verwüſtungen zy machen angefana gen haben, in Wintern, die vielen Rauhreif haben, ſehr aufgerieben worden. Denn wein ſie aus ihren Söchern hervorfommen, um ſich von dev Saat zu ſät- tigen, hängt ſich der|Rauhreif an ihre Haares, wo» mit ſie in ihre Hohlen zurückkehren, davon erkranken und ſterben.)! - 10)'Der Froſt. „Der Froſt kann ſowohl nüßen als ſchaben. Ex AÜG, indem er die Eröſchollen beſſer, als alle Ars Geir zertheilet, Das gefrierende Waſſer dehnt ſich ſo fehr An bes eine Ahe e, wenn ters oh ; daher Ommen, jutteln, ' an ej: Stange er Mit Geſekt ſo fönz aus ihr ige be en Ts ſollt,) Nebel, Eyer Näſſe, ) ſehr jahre, in ſie jefane aben, Ihren ſät: 10 fen G& Ars )ſo ehr c Einfluß der Witterung auf die Gewächſe2c. 125 ſehr aus, daß es ſogar metallene Kanonen zerſptengt, und Steine zu Pulver macht, Aber eben dieſes ködtet zuweilen die Pflanzen, wenn ſie der Froſt noch im Saſte, oder wenn ſie naß ſind, überfälle,(Wenn der Froſt gelinde iſt, und ſtufenweiſe allmählig zu- nimmt, ſo vermindert er nad) und nach die Pflanzen - ſäfte, daß ſie ſodann recht ſtarfe Fröſte ausſtehen kötia nen. Wenn äber der erſte Froſi nicht nur anhält, ſon»* dern auch mit einmal ſtark wird, ſo erfolgt der Tod der Pflanzen. So war es im Jahre 1740, da der Froſt ſehr früh, in einem Anhalten, und ſo ſtark kam, daß die Winterſaat, beſonders der Waizen, ev? fror, und eine große Theurunz davon entſtand,) Die gefrierende Feuchtigfeiten und Säfte der - Pflanzen zerſprengen die Fiebern,"Gefäße und Rinde, beſonders wenn die Pflanzen- zart und ſaftreich ſind, z. E, Weiden, Nußbäume, Feigen, Weinſtöcke, und alle Pflanzen in feuchten Gegenden, die der Nord- und Oſtwind treſſen kann. Cs" iſt ſchlimm, wenn es ſchnell wieder auſthaut; denn langſames Aufthauen ſchadet nicht; noch ſchlimmer iſts, wenn aufs Aufe thauen ein neuer Froſt oder Glatteis folgt. Wenn beym Aufchauen des Schnees, gefrornen Nebels oder vorhergegangenen Froſts das. Waſſer nicht Zeit hat abzulaufen und' abzutro>nen, und es gefriert wieder aufs neue, ſo iſt alles verdorben. Dieſem Uebel ſind Zweige und Pflanzen mehr unterworfen, die gegen Morgen und Mittag ſtehen, (Nach des Hrn, Regierungsrath Medikus Erfah rungen, beſage ſeiner Beytrige zur ſchönen Gartenkunſt, leidet ein, in vollem Safte ſtehender, Baum oder Staude Schaden, wenn ſie von einem ſchnellen Froſtie überfallen werden, ſo daß auch der ausdaurendſte Baum nicht widerſtehen kann, Er fagt uit von einen 126- Zweytes Kapitel. ſeinen ausländiſchen Bäumen, die. er mit ſo vielem Glück an unſern Himmelsſtrich zu gewöhnen ſucht, - daß ihnen ein freyer Plaß, wo ſie den Bewegungen der Zuft ausgeſeßet ſind, viel zuträglicher ſey ,- als wenn man ſie in.der Nachbarſchaft der Gartenmauer, oder gar an ein Geländer zum Anbinden ſeßt. Man ſchließe nun vom Größern aufs Kleinere, von Bäu» men auf die Getraydepflanzen, ſo wird man die vorher- gehende Theorie des Hrn. Toaldo völlig beſtätiget ſin» den.=. Eben ſo ſehr iſt es meinen eigenen Erfahrungen gemäß, daß Saaten eher dem Froſte widerſtehen, welche auf mißlichen. AFerſtücken mit hißigem Dünz ger z. E. Pferdemiſt ſtark gedünget worden, ſo wie Hr. Meditus in vorbelobten Beyträgen ſagt, daß er ſeine ſehr zärtlichen Bäume dadurch wider den Wins- terfroſt erhalten, wenn er über ihre Wurzeln einen Umſaß von Dung vor Winters gemacht hat, um das Eindringen der Kälte zu verhindern.) 11) Dey Bliß. Blizz und andre feurige Lufterſcheinungen-verſteht man nun nach Entdeckung der elektriſchen Kraft ex recht.“ Dieſe Kraft iſt die Urſache der: Ausdünſtuns gen, Winde, Stürme, Erdbeben, Nordlichter und der Bliße, Lebtere ſind ſtarke Ausgüſſe des elektris ſchen Feuers, welches, wenn es in der Luft oder in der Erde concentriet iſt, die widerſtehende Körper zets ſprengt, um ſich in ableitende Körper zu werfen, und ſo das Gleichgewicht zwiſchen zwey Orten wieder her- zuſtellen. Das Elektriſche und das Feuer des Blißes folgt vorzüglich gern den Metallen und dem Waſſer, und wenn dieſe nicht weiter fortgehen, ſchießt es da und dorfen hinaus, und verwüſtet nach ſeiner Menge und Wuth. Gebaude, in welchen viele Metalle ſind, Thiere, eee== eee ) vielem n ſucht, egungen ey, als mau, - Man 1 Bay | vorhey (get fit hrungey erſtehen, n Düy ſow , daßer n. Win In eine um das verſieht aft erß ünſtun er und eleftris der in 'et zeve 1, und x here Zlikes Baſſer, es dy Menge e ſind, Thier, Einfluß der Witterung auf die Gewächſe2c, 127 Thiere, Bäume, die viel wäßrichte Säfte in ihren Geſäßen und feſte Membranen haben, triſſt der Blit ſehr, z. CE. Pappeln, Maulbeerbäume, Nußböume z nicht ſo ſehr die Bäume, die viele harzigte Theile has ben, z. E, Lorbeerbäume, Delbäume, Fichtenarten2c, Dieſes ſind die merklichen Bliße. Es giebt aber auch weniger merkliche, weniger ungeſtüme Ausbrüche des elektriſchen Feuer8, da es ſich nicht zuſammenge», ballt mit Heftigkeit ausſchleudert, ſondern weniger . dicht und heftig„ mehr zertheilt, wie z. E. bey Irr» lichtern,. Wetterabkühlen, Feuerzeichen, Sternpußen, Nordlicht 2c. ſind, ohne Knall oder Schlag oder Zer- ſchmetterung in Baumäſte, in einem Strich Wieſe oder Getrayde entladen, und fähig ſind einen Baum, oder ganzen Strich Pflanzen, oder Blätter und Zweis ge auszutro>nen und zu verbrennen. (Dieſe Erſcheinung iſt bey uns auch nicht ſelten, und der gemeine Landmann ſchreibt ſie meiſtens dem Honigthaue oder einem Nebel zu, Da aber derglei- jen verbrannte Wieſen und Getraydepläße noch vor wenig Stunden grün geſehen worden, ſo kann man die Urſach ihres Verbrennens, oder ſo plößlichen Weißwerdens, wohl in nichs anders als in unmerk-= lichen Blitzen ſeßen. Vielleicht erregen dieſe Bliße auch eine Art Nebel.); z Die guten Würkungen des Blißes ſind, daß das Wachſen nie ſtärker iſt, als bey regnichtem unſtetem und ſtürmiſchem Wetter wegen des häufigen elektri» ſchen Feuers. Dies belebende flüſſige Weſen circulirt zwar zwiſchen Himmel und Erde, hat aber ſeine vor- zügliche Quelle in der Erde, die deſſen beraubt bliebe, wenn es ihr die Bliße und andre Meteoren nicht wie» der gäben. Die Bliße und das Wetterleuchten elektri» ſiren die Pflanzen, und bringen andere ableitende und aufs 128| j Zweytes Kapttel, aufhaltende Dinge mit ſich. Die Bliße alſo und die feurigen Lufterſcheinungen unkerhalten die Circulation Her Elemente, die zur Fortdauer der Zeugung auf unſrer Erde ſo nothig iſt. Erdbeben mögen von uns terirdiſcher Cntzündung oder elektriſchen Stößen hers kommen, eröffnen neue Adern von Ausdünſrungen, oder verſchlieſſen alte, verändern alſo die Beſchaffen- Heit des Dunſtkfreiſes, und was davor abhängt, vor- nehmlich den Zuſtand der Thiere und Pflanzen, Seit dem Erdbeben 1692 iſt in Jamaica der Himmel wes niger heiter, und der Boden weniger fruchtbar, Nach dem Erdbeben 1687 dauerte in Peru die Unfruchtbar- - Feit 40 Jahr. Vielleicht hat das Erdbeben zu Liſſa« bon 1755, das ſo lange gedauert, und ſich ſo weit ausgebreitet, die auſſerordentliche Witterung und Un- fruchtbarfeit erregt, die ganz Curopa hernach erfuhr, 12) Jahrgang des meteorologiſchen Feldjahres, Theophraſt hat uns ein von unſern Erfahrungen Überall beſtätigtes Sprichwort hinterlaſſen: Annus fudificat, von terra 3 d. i das Gedeihen der Feld- früchte hängt nicht ſowohl von der Erde, ihrer Bear- beitung und Bedüngung, als vielmehr von der richti gen Temperatur der Jahreszeiten ab, von der Beſchaf fenheit des Luftkreiſes, Wärme, Feuchtigkeiten, Winden U. f. ſe.%: Ein Jahreant iſt überhaupt zu ſagen guk, wenn der Winter ſehr falt iſt, viel Schnee hat, und-übris - gens trocken iſtz(Je weniger Regen des Winters ein= fallen, deſto beſſer iſt es, weil der Schnee ſchon hins länglich das 2and erfriſchet;) wenn der Frühling zeit= ' lich eintritt mit warmen Regen und ſanften Windenz (wenn die Frühlingsmonathe kalt und winteriſch find, ſo iſt es bey uns ſchon ein böſes Vorzeichen;) wenn. der (nz Eon feu 7 Ww. warn ſei 89 Yu Cy wf 10) Ne fe Hel, Zl (nf mene fön find! E N 1783, da ein Wiſi Hy Zit fid,| here |) her Dy Hat Und die ulation ng auf von un: jen het; Zungen, haffen: If, vor« . Seit Del wer | Nach tba: u Üſſy ſo weit md Uns erfuhr, hre, ungen Annus ' Fold: Beat: richti: eſchaf eiten, wenn übris 8 ein: | hin« zeit: nden; find, weng der Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 129 der Sommer ſehr warm mit nöthigem Regen darzwi- ſchen, und der Herbſt temperirt, mehr trocken als naß iſt Iſt der Winter feucht und gelinde, der Früh- ling feucht, falt und ſpät, mit Reif und Nebel, der ESommer falt oder tro>en, der Herbſt regnicht und feucht, ſo erfolgen ſchlechte Aerndten,. - 13) Die Herbſt-und Winterſaak. Das FSeldjahr fängt mit der Ausſaat im Herbſte an. In kalten Boden ſät man früher;, mit einem warmen eilt man nicht. Ueberhaupt iſts am beſten früh zu ſäen, aber in eine gut umgearbeitete Erde. Es gehen alle Körner auf, und man erſparet an der Ausſaat. Die Saat hat Zeit zu wurzeln, und Schoſſe anzuſeßen; ſie hat die Kälte weniger zu fürch» tenz ſchießt im Frühling früher in Halmen und Aeh- ren, und iſt ſicherer vor Reif, Roſt'und Honigthauz reift früher, und entgeht deſto mehr der Gefahr des Hagels. Die ſpätere Saat kömmt nur durch einen Zufall gut durch, worauf man nicht rechnen kann. (In feuchten und gelinden Wintern, welche der ge- meine Landmann weiche Winter zu nennen pflegt, fömmt die allerſpäteſte Saat auf Sandjeldern am bes ſten durch, weil ſie keine Krankheiten auszuſtehen hat. So habe ich, wie es bereits oben geſagt, im Jahre t 783 davon den zweyten glüflichen Verſuch gemacht, da ein Stück Aker nach Lichtmeß mit Winterroggen beſaete. DOhyngeachtet der hierſelbſt herrſchenden Dür- re, da vom May bis in den Julius hinein, bis zur Zeit des Abmähens nür ein einzigesmal Regen ein- fiel, gab dieſe ſo ſp te Saat mehr Mandeln und Kör: nerertrag, als die jrühe und ſpäte Herbſtſaat,) Nie ſäe man in naſſe Erde.(Sehr hochgelege« ner dürrer Sand kann mit Vörtheil, wenn er auch HSgausvgrer IL Bund. 4| auſs 139 Kapitel. aufs näſſeſte iſt, beſäet werden.) Iſt aber die Erde ſehr locker, und es fömmt währendem Eggen und Söen ein feuchter Nebel oder Thau darzwiſchen, der blos den Staub anfeuchtetz; ſo hängt ſich das Saa» menforn leicht an die Erde an, keimt geſchwinder, und wird nicht ſo leicht von Vögeln gefreſſen.(Ein mit Staube umwiceices Korn, wenn es auch blos liegt, wird von den Vögeln verkannt, und als Erde ange- ſehen, alſo nicht aufgeſucht und gefreſſen. Ju der &ombardey, worauf ſich Toaldo beziehet, iſt ein ſehr bindender fruchtbarer Lehmboden,) Iſt der Saamen in der Erde, ſv iſt im October und November mäßiger Reigen zu wünſchen.(Bey uns ſrüher. Denn in der Lombardey ſäet man, weil- dort ſpäter Winter wird, erſt im October, Tarello, ein Wirthſchaftslehrer des ſech8zehnten Jahrhunderts in der 2ombardey fekte die beſte Saatzeit für ſein Vas terland feſte, wenn die Blätter abfallen.) Zu viel Regen erſäuft die Körner, macht die Erde feſt; die auſgegangene Saat welkt, fault, wird von Würmern gefreſſen, oder wächſt zu ſehr ins Kraut, wird leicht vom Mebel verdorben, oder von der Kälte aufge« rieben, wenn ſie gar in Halmen ſchöſſe. Zu viele Trockenheit macht, daß die Saat nicht aufgeht, nicht Wurzeln ſchlägt, keine Schoſſen treibt, nicht, wie es ſeyn ſollte, vor Winters zu Kräften kömmt. 14) Der Winter. Der Winter iſt die Zeit der Ruhe für die Erde, und des Schlafs für die Pflanzen. Während dem, daß ſie gar nicht oder ſehr wenig wachſen, bereiten ſich die Säſte in der Erde, Daher wünſcht man ei- nen kalten und trocenen auch ungeſtümen Winter mik vielem Schnee und Eis. Iſt die Kälte nicht auſſer- orden af dy die M nag wa! 1] 6 m '(nw die Ey ggen un dien, der das Eig: nder, und Ein mit 08 liegt, de ange: NA der ein ſchr Octohe .(Dy an, weil Tarell), hunderts ſein Va: Zy viel eſt; die urmern d leicht aufge Zy viel! t, nict wies » Erde, d del, verelten zan ele ter mit auſſer ordent: Einfluß der Witterung auf die Gewächſe?c, 13x ordentlich ſtark, um die Pflanzen zu tödken, welches ſelten iſt; ſo haben die Getraydewurzeln nichts zu be- ſorgen, wenn ſie anders nicht zu fach und blos liegen. (Wenn ſtarker Blachfroſt iſt, d, i. ſtarker Froſt ohne Schnee auf dem Felde, und es kommen reiſſende Sturmwinde, ſo entblöſſen ſie die Wurzeln der, ob- gleich untergepfügt geweſenen, Saat auf leichten Sandſfeldern, und bringen ſie damit zum Verderb. Auch werden von naſſen Fröſten die Wurzeln der Saat auf leichten Feldern ſehr in die Höhe gezogen, wel- ung und eine Art von Erſtifung. Jſt ver Regen zu. häufig, ſo wird das Getrayde gelb und waſſerſüchtiz, oder ſonſten franf. Regen zur Blüthzeit ſchadet allen Früchten gar ſehr. Er wäſcht den Saamenſtaub ab, oder verdickt ihn, daß die Cyerſtö>e abortiren. Daher iſt gegen Ende de38 May, wenn das Getrayde blüht, trocken Wetter mit tronen Abendwinden, oder in der 2om- bardey mit Nordweſtwinden, zu wünſchen, welche den Thau abſchütteln, und die ſtoFende Feuchtigkeit mit- nehmen. AÄlsdenn ſeßt das Korn und die Früchte gut an, und folgt; wenn das übrige übereinſtimmt, eine reiche Acrndte. Nach dem Maaß der Wärme, die im Frühling regieret, iſt die Aerndte früher oder ſpäter. Um Pa- ris herum, wo man in der Mitte des Auguſts ärndtet, iſt der Unterſchied zuweilen' einen Monathz. in der &ombardey, wo man im flachen Felde im Junius, ge- gen Johannis ärndtet, nur eine Woche; einige un- glüfliche Jahrgänge ausgenommen, in denen man wegen allzufrühem Reifwerden des Getraydes, weldes von Nebel oder allzugroßer Dürre herfam, vor der Hälfte des Junius ärndtete. Das Reifwerden des Getraydes hängt dort von der Wärme des Mayes und den erſten Tagen des Junius ab. Dieſe Wärme be- ſtimmt man dureh den Stand des Thermometers, wie weit die Wärme im Durchſchnitt übers Temperirte geht. Kömmt ſie nicht zum Temperirten, ſo ſind die Aerndten auſſerordentlich ſpat. Ueberhaupt hängt das gute oder ſchlechte Jahr vom Frühling ab, Jſt dieſer temperirt, ſp erſeßt er, was 3 der 7? 134 Zweytes Kapitel, der Winter verdarb. Iſt er kalt und regnicht, ſo verdirbt er alles, was die andern Jahreszeiten gut gemacht hatten.. Im April iſt der Reif(bey uns mehr im May) den„Früchten ſehr ſchädlich, beſonders wenn die Son- ne ſchnell darauf kömmt. Nebel ſind zu fürchten, be- ſonders wenn ſie di> und ſtinkend ſind. Sticht die Sonne gleich auf den Thau, ſo entſteht Honighau, (Dieſer kömmt bey uns gemeiniglich erſt im Junius.) Regen, Kälte und Nebel gegen das Ende des Früh- jahrs geben Roſt und andre Krankheiten des Getraydes. 16) Der Sommer, Wärme belebt;' Feuchtigkeit nährt; aber beyde. müſſen in rechter Maaße ſeyn. Zu große Hiße dör- ret Erde und Pflanzen aus: Kälte zieht ſie zuſammen, Zu viel Näſſe macht ſie waſſerfücht:g, und im folgen- den Winter erfrieren die Pflanzen leicht, die vom vor- bergehenden Regen voller Waſſer ſind. Uebermäßige“ Hiße und Näſſe macht Fäulnis. Wärme und Feuch» tigfeit, die etwas mehr, als das gewöhnliche Maaß iſt, ſind, geben Ueberfluß. Kälte und Näſſe beyſammen iſt das ſchlimmſte, und für alle Erdfrüchte unfrucht- bar. Dieſe naßkalte Witterung ſcheint in den jekt« laufenden Jahren zu regieren, in welchen man kaum den Sommer merkt, einige Schwülhiße ausgenom- men. Das Jahr 1753 war warm und trocken, das Getrayde, das der Dürre hinlänglich widerſtand, ſeß- - fe wenige,«aber ſchöne Aehren an. Die natürliche Eigenſchaft des Winters iſ« Kälte, des Sommers Warme. Der Winter ſey heiter, der Sommer habe öftern Regen, beſonders in der Lombardey, wo Maiz allzuviel gebauet wird, welcher einen ſehr markichten und ſererz ſchlecht bearbeitete aber verhärtet ſie, wenn nämlich der Boden nicht ſandicht, ſondern feſt'und leimicht iſt. Sie vertrocknet die Wurzeln des Unkrauts, vielleicht auch die Jnfecten.(Die Unfkrautswurzeln vertro>- nen denn, wenn ſie mittelſt des Umpflügens auf die Oberfläche der Erde hervorgebracht worden, JInſecten können nur dann von der Hiße ſterben, wenn ſie noch in Puppen ſind, und ſodann von der Hiße oder Luft, falls-ſie mittelſt des Pflügens zu Tage gebracht wor- den, vertrocknen, daß ſie ſich nicht weiter verwandeln können: Wenn die Juſecten ſchon im Stande ihrer Vollkommenheit ſind, ſo begeben ſie ſich tiefer in die Crde herab, falls fie der 0500 zum Zeben bedür« 34 fen. 136 Zweytes Kapitel. fen. Z. B. der Regenwurm geht deſto tiefer hinun- ter, je trockner die Oberfläche der Erde wird. Dieſer» halb nimmt ſodann der Maulwurf, der ihnen nach» ſpüret und ſich von ihnen äſer, auch tiefere Fahrten, und durchwühlet alsdenn nicht mehr, wie vorhin, die Oberfläche.) Gegen das Ende des Frühlings und im Sommor hat man Hagel zu fürchten; gegen Ende des Sommers Wirbel- und Stu:mwinde.( Bey uns können ſchon im April ſehr ſtarke Hagel kommen„. die zwar die- Eaat, weil ſie noch kurz iſt, nicht zerſchlagen, aber doch ihre Fruchtbarkeit vermindern können, wenn es nicht unmittelbar darauf regnet. Auch haben wir hier zu Lande ſchon in der Mitte des Sommers Sturm- winde zu fürchten, die vielmals ſo ſtark gehen, daß ſie den noch nicht völlig reifen Waizen aus. den Aehren ausſch!agen können.); Hagel und Sturmwinde greifen nicht allzuweit um ſich, machen auch nie eine allgemeine Theurung. Dürre und Nebel ſind im Sommer die zwo großen Geißeln des Feldes. 17) Der Herbſt.(Sept. Octbr. Novbr.) Im Herbſte geht es ſtufenweiſe vom Warmen ins Kalte; er iſt daher ſehr wichtig für die Hülfen- früchte, Weinleſe und Herbſtobſt. Nach hinlängli- dem Auguſtregen, der dieſen Herbſtfrüchten noch die beſten Säfte giebt, ſollte der September heiter, ohne Thau, ohne Reif, und noch ziemlich warm ſeyn. Man fammelt die Hülſenfrüchte, Maiz und Frühtrauben ein, und fängt an zu ſäen den Roggen, vermiſchtes Getrayde für das Vieh, und endlich den Waizen.(Unſre «Hülſenfrüchte in Niederdeutſchland ſind meiſtens im Auguſt ſchon. eingeſammelt, auſſer die Bohnen, die .“aber er hinun Dieſet» nen nach, Fahrten, rhin, die Somma 5ommers en ſchon zwar die en, aber wenn es 1 wir hier Sturm: jen, daß 1 Aehren alſzuweit jeurung, großen vbr.) Barmen Hulfen- längli- och die , ohne Man rauben niſchtes (Unſre ens im „ aber Einfluß der Witterung auf die Gewächſe:c. 137 aber ſhon vor dem September ihre Vollkommenheit ers reicht haben, weßhalb die Herbſtwitterung keinen Ein» fluß auf ihr Gedeihen mehr hat, es müßte denn ſehr naß ſeyn,- daß hiedur; ihr Einſammeln verhindert würde. Spätes vermiſchtes Getrayde zum grünen Futter fürs Vieh wird zur Zeit bey uns noch zu we- nig geſaet. Dieſes ſollre aber beſonders durchgängig alsdenn geſchehen, wenn ein dürrer Sommer vorher- gegangen, und nicht viel Rauchfutter fürs Vieh ein- genommen worden. Maiz, oder Türkiſcher Waizen ſollte bey uns auc) mehr gebauet werden, weil er bey uns dem Mißwachſe weniger, als die übrigen Getray- dearten unterworfen iſt. Er ſollte vornehmlich von Gartnern und ſolchen Koloniſten gebauet werden, die - nur wenige Morgen beſißen, und darauf kein Spann halten können. Denn nach dem Graben geräth er hier zu Lande weit beſſer, als nach dem Pflügen.) - Im Octkober iſt etwas Regen für die Einſaat qut, für die Weinleſe aber wünſcht man gut Wetter. Der November mag immer Regen, Nebel, Reif und E ſind zwar kurz,„aber auch ſo lehrreich und Se'< zugleich 138. Zweytes Kapitel, zugleich für unſere Gegenden ſo paſſend, daß ſie hier ebenfalls noch einen Plaß verdienen. Im Winter erfrieren die WeinſtöFe manchmal, doch nie ihre Wurzeln.(Ware dieſes unſern Win- zern und Weinbergebeſißern vor dem Jahre 1740 befannt geweſen, ſo hätten ſie nicht ſv viele Weinber- ge nach beſagtem Jahre eingehen laſſen. Dern al's än dem harten Winter des gedachten Jahres das Weinholz inunſern Gegenden in den Weinbergen durch» gängig-'oren war, ſo gab man allos verlohren, ſo, Daß rthyeils viele Weinberge eingingen, und in Acfera feld verwandelt wurden, theils aber die übrigen nach und nach wieder mit neuen Weinſröcken beflanzer wur» Den, und darüber ſo viel Jahre hingingen, ehe die BPeinberge wieder tragbares Holz bekommen konnten. Unter mehr als fechszig Winzern einer gewiſſen Ge- gend verfiel nur ein einziger darauf, im Frühjahre nachzugraben, und die Wurzein zu betrachten. Da er ſie noch lebendig fand, ſo räumte er überall zu den Wurzeln auf, ſchnitt das todte Holz darüber weg- und vettets durch dieſes Verfahren ſeinem Herrn den gan- zen Weinberg, worauf nach der Zeit, nach ähnlichen Harten Wintern, dieſes Beyſpiel mehrmal befolget ward. Im ZSrühlint, beſonders im April, find die “SPeinſtöfe in Gefahr, von Fröſten oder Reifen ? welche ihre Augen zerreiſſen, beſchädiget zu werden. Der Regen zur Blürhzeit gegen die Mitte des Junius verhindert Beeren anzuſeßen. Bey allzunaſſem over trocknem Sommer fallen viele Beeren abz aber ihre gefährlichſte Krankheit iſt 'der Mehlthau, der entſteht, wenn nac) einer großen . Naäſſe ſtarke Hiße einfällt, welche vie von Saft ſiro- Henden Gefäße zuſammenzieht, worauf dieſer ſtoFende Saft verdirbt, Blätter und Beere eintro>nen, ganze ; Trayu* Einl Moſtu Viele my ſie hiet Omal, | Wit 1746 oinbets "n als '5 das durche Nn, ſo, y Aft 1 nach of Wilts he die unten, n Oe: hjahre Da u den 3 und gan- lichen folget d die elfen, rden. nius allen tiſt oßen ſiro- ende anze rau“ Einfluß der Witterung auf die Gewächſe:c, x39 Trauben abfallen, und was überbleibt, ſchlechten Moſt und herben Wein giebt. Im Auguſt hat der Weinſto> reichlichen Safe nöthig zur Nahrung der Traube und für die Frucht- augen, die er fürs folgende Jahr anſeßt. Hernach braucht er Sonne. Denn iſt die Wirterung kalt und feucht, ſo reift die Traube nicht oder verdirbt. So - gehts auch bey andern Früchten, bey großer Näſſe fau»- len ſte; ohne Wärme und Sonne bleiben ſie unſchmack- - haft.(Bey uns machen anhaltende Regen das, der Reife ſich nähernde, Steinobſt beſonders aufberſtend, daß es entweder abfällt, oder an'den Bäumen verfau» let. Cinigen Birnenarten begegnet das Nämliche. - Viele derſelben erlangen ohne Wärme und Sonne eis nen unangenehmen Geſchmack, den man den gruſich« ten zu nennen pflegt.) Im Julius und Auguſt ſeßen Weinſts>e und Fruchtbäume ihre Fruchtaugen fürs künftige Jahr an. Kenner wiſſen aus der Dicke dieſer Augen vorherzu- ſagen, ob der Herbſt des künſtigen reich oder mager ſeyn werder. Dies könnte beym Beſchneiden zur Res gel dienen; nur hängt dieſes noch von der Beſchaffen«- Heit der Witterung mit ab. Jſt es zu naß, ſo feßen ſie nur Holzaugen an z iſt es zu trocken, ſo werden die Augen flein und ſchleht. Die Fruchtaugen over Blüthknospen werden im October fertig; kömmt Kals te darzu, ſo bleiben ſie unvollfommen, ſchwach, und werden den Winter darauf leicht vollends auſgeriebenz mit einem Wort, es giebt einen ſchlechten Wein- und Obſtherbſt, und die Verſtändigen ſehen ihn voraus. (Noch iſt auf das Anſehen vieler und vollſtändiger Blütchknoſpen vom Auguſt bis in den October kein untrüglicher, nur ein wahrſcheinlicher, Schluß zu mas en, Denn die Frühlingsfröſts können uns die Blüa “M 140 Zweytes Kapitel. the, in der Folge aber Raupen, Kefer, Hagel nebſt zu großer Dürre 2c. die bereits angeſeßten Früchte noch verderben.) B. Alte Bemerkungen des deutſchen Landvolks. Es haben unſre Vorfahren ſowohl auf die Witte- rung ſelbſt, als auf ihre zolgen in Anſehung der dar- aus entſtehenden Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit Acht gehabt, und uns ihre Bemerkungen dergeſtalt überliefert, daß man ihnen annoc<4 bald mehr bald weniger'anhänget, nachdem man gefunden, daß ſie entweder durchgängig anwendbar ſind, oder nur dann und wann zutreffen können. Der gelehrte Naturforſcher hat es ſeit einiger Zeit der Mühe werth gehalten, unſre alte ſogenannte Bauer- regeln, welche die zukünftige Witterung betreffen, an- zunehmen, und zu beobachten, ob und wie fern ſie als Witterungsregeln in der Zukunft beybehakten werden können oder nicht. Denn es iſt alle Vermuthung vor- handen, daß aus langer Obſervation der Witterung, durch Hülfe richtiger meteorologiſcher Werkzeuge, ſich die Witterung mit der Zeit einige Wochen wenigſtens werde voraus ſagen laſſen. TMiennander, ein Pro- feſſor zu Abo, hat vor vielen Jahren eine beſondre Scrift herausgegeben, worinnen er zeigt, wie die Einwohner in Karelien Jahr aus Jahr ein ihr Wet- ter aus gewiſſen Kennzeichen, die er alle angiebt und unterſuchet, vorherſagen können, und worunter viele ſind, die ihren guten Grund haben, und zu einigen Lichtigen Worherſagungen Anlaß geben können. Was aber die Vorherſagungeun der Fruchtbarkeit oder Unfrüchtbarfeit eines Jahres anbelanget, und welche Eiſl! wilde (a 7 nimmt, de h uoſtret ſowöhl Dent nig ſeine | vorrit) aufzu möhren die 9! oder ium (ſwat ſhmnz1? der Zü hn, und zu ih ſe Orb migen Which! votu mei dur y unſ der Va gel neh | Grün ſchen [e Witts der dan htbarff er geſtal! ehr bald daß ſe nur dank iger Zeit Bauer: en, alt ſie als werden ing vow tterung, 198 ſid nigſtens n Pro oſondtt vie die Wet: bt und x viell pinigen harfelt ; und welche Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe 2c. 141 welche größtentheils ſehr richtig ſind, ſo hat der gee lehrte Beobachter, wenn man den Abt Toaldo aus? nimmt, bisher ſolche unter uns auf ihrem Werthe oder Unwerthe immer noerwirthe ſehr darauf beruhet. Denn wein man vorherſichet, ob man viel oder we- 'nig werde einzuärndten haben, ſo kann man in Zeiten ſeine Einrichtungen darnach machen. Der Landwirth z. B. nimmt daher den Wink, ſeine bisherigen Korn- vorräthe entweder loszuſchlagen, oder ſie noch länger aufzubewahren, ſeinen Viehſtand entweder zu ver« mehren oder zu verringern, gewiſſe Unternehmungen,, „die Geld und Brodt koſten, entweder auszuführen, oder ſolche bis auf beſſere Zeiten zu verſparen, und was dergleichen ſehr viele Speculationen mehr ſeyn können, Ich will daher die gewöhnlichen und bekannte- ſten Vorherſagungen des gemeinen Landmannes in Ans- ſehung des zufünftigen Gedeihens oder Nichtgedeihens' dex Früchte nach den Jahreszeiten und Monathen ord=| nen, Anmerkungen und Berichtigungen hinzufügen, und zuleßt von den Alten eine Anwendung auf das Jahr 1783 machen, damit die 2eſer ſofort ſehen, wie ſie Gebrauch von den Vorherſagungsſäßen der Alten. machen können. Und da Toaldo den Anfang eines. Feldjahres in der Herbſtſaat ſeßet, ſo will ich ein glei- yes thun, weil man von da an ſchon die erſten Bes merfungen machen muß, und damitvimmer weiter durch die folgenden Jahreszeiten hindurch ſchreiter,- und ſo mit ſich dem Ende eines ſolchen Feldjahres, der Aerndte, nähert, A. A. Der“ H"'j" 142 Zweytes Kapitel, A. A. Der Herbſt. I, Ein warmer Herbſt, der zugleich hell und klar iſt, macht Hoffnung zu einem guten Korn- und Wein» fahre. Ein naſſer Herbſt aber bringt eben ſo, wie ein fa ter, Unfruchtbarkeit, die Trauben können nicht zeitigen, und die Gartenfrüchte werden nicht voll- Fommen. ( Dieſer Vorherſagungsſaß hat völligen Grund, wenn dabey vorausgeſeßet wird, daß in Anſehung der Eqzeit Witterung und Acker nicht ſo trocken ſeyn, daß das Aufgehen des Saamens nicht verhindert werde, dder daß bald nach der Einſaat ſo viel Regen erſolge, daß der Eaainen hervorkommen könne, Ein naſſer Herbſt iſt von übler Bedeutung, wie ſolches von Toaldo vorhin Litt. A. Nr. 13. gleichfalls bemerfet worden. Geſeßt die Saat käme noch ſo an und vor ſich ſelbſt ohne gelb und faul zu werden durch, ſo erzeuget die überflüſſige Näſſe doch fo vielerley Un= Fräuter, welche den Saatpflanzen die Nahrung ent- ziehen, und ſie in der Folge überwältigen und ver mindern fönnen. Der Wein leidet befanntermaſſen beſonders in hie- figen Gegenden innaſſen Herbſten gar ſehr; wird ſauer und wäſſericht.' Cine gleiche Beſchaffenheit hat es zmit dem Herbſt- und Winterobſte, Cben dieſes und die Küchengewächſe allerley Art, Kohl und Wurzel- werf, die mata die Winte: ung bringet, haben kei- ne Dauer, und verfaulen gar bald. Dieſerhalb muß man ſich mit lekterm in naſſen Herbſten wohl in Acht nehmen, daß man ihren Untergang in zu feuchten Keltern nicht beſchleunige. Wer daher Rüben, Er- eiffeln u,ſ. fs in naſſen Herbſien unmittelbar aus der ; Erde >if | (ewei Mond! ſamma Haden wd inde vy | Vim | mn | hin | mt nem men Nigg (? Were mh hupt niht, für ei wen |"ſe ſl, Wiigy m | Vi | lt H | lih m | Wegen (andi | überſc | 159 „und für nd Weiy | ſo, my nen nid) ht vol: - Ory), hung de en, da et werde, erfolg) ng, wit eichfall | ſo ay 3 dur (ey Un ng ent nd vi d ſauet haf es s und urzel n fel: muß Acht chten & s de Cre Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe. 143 Erde in' die Keller bringe, dem kann nach einigen Monathen bereits die Hälfte verfaulet ſeyn, Dies ſemnach muß man die Wurzelgewächſe auf luftigen Böden oder Kammern erſt einige Wochen liegen und abtro>nen, wohl gar anweiken laſſen, bevor man ſie in die feuchte Behältniſſe bringet, Man kann auch wohl lieber gar einen Theil dieſer Wurzelgewächſe, die am längſten dauern ſollen, in rxocknen Kammern, wenn man ſie wider den Froſt ſicher jiellen kann, aufs bewahren. Teltauer, oder bey den Ausländern ſoge nannte Märkiſche, Rüben werden am beſten in Tons nen mit trocknem Sande oder Herel vermiſcht, in Kam« mern erhalten.) 3. Auf einen warmen feuchten Herbſt folget gemei- niglich ein langer Winter, der viel Futter frißt. (Dieſe Witterungsregel trifft zwar nicht immer, aber doc) öfters zu, und ſie kann den Landmann aufe merkſam machen, daß er das Geſinde, wie es über« haupt niemals ſeyn ſoll, mit den Futtervorräthen ja nicht verſchwenderiſch umgehen laſſe. Jc< achte es für eines der übelſten Schickſale eines Landmannes, wenn er bey langen Wintern noch zuleßt in Futter- mangel, und hiemit in die Nothwendigkeit gerathen ſollte, dann noch Stroh oder Heu zu kaufen, wenn wenig mehr zu finden iſt, und daher zwey- bis viere mal theuer als im Herbſte zuvor gehalten wird. Jh will eine andre Beobachtung von dem berühmten Canz- ler Baco aus England beyfügen, welche zwar eigenta lich anch eine Witterungsregel nur iſt, aber doch auc wegen eines zu vermuthenden ſpäten Graswuchſes dem 2andmanne den Wink giebt, ſeine Futtervorräthe zu überſchlagen, und hinreichend ſeyn zu laſſen, ſo wie eben 444. 7 Ziweytes Kapitel. - eben dieſe Baconſche Regel hinweiſet, was in Anſe- hung der Saat zu beſorgen iſt. Sie iſt dieſe. Ein heiſſer und troFener Sommer und Herbſ?, wenn ſich beſonders die warme und trofene Witterung ſehr weit in den Herbſtmonarh(September) hinein erſtrecket, iſt ein Zeichen, daß der Winter im Anſan» ge gelinde und ohne Froſt iſt. Aber. es erfolgt gern Kälte gegen das Ende des Winters, und im Anfange des Frühlings.| 3- ."Wenn es ſpäte im Herbſte donnert, ſo folget gern Theurung. Donnert es aber am St, Michaelistag, ſo ſoll viel Getrayde, aber wenig Obſt, und ſiarfe Winride folgen. (Auf den Donner einzig und allein Vorausſa- gungen bauen zu wollen, hat wohl feinen Grund. Man muß die übrige Witterung mit dazu nehmen, Unter meinen eigenen Wemerkungen befindet ſich ein ſpäter Herbſtdonner, oder Gewitter, im December 4770. Es war dieſes Jahr bereits Theurung vom Märzſchnee entſtanden. Und die Thourung des Jah- res 1771 ward noch größer, welche von der überflüſſi- gen Näſſe dieſes Jahres herrührete. Der Herbſt des erſtern Jahres war an und vor ſich bereits ſehr naß; Die Näſſe des Septembers enthielt ſchon 5 Zoll, 28 Grade. Der November 3Z. 1 2. 18Gr. Der De- cember 4 Z. 1& 20 Gr. Dieſe ſo viele Näſſe ge dachter Herbſtmonathe gab nun gleich eine der ſchlimm- ſien Ausſichten fürs folgende Jahr. Und da der dar» auf folgende Frühling und Sommer die Krankheit der Saaten durch ihre gleichfalls überfiülſige Näſſe ver» mehreten, ſo entſtand hiervon das allertheuerſte Jahr für unſer gegenwärtiges und bisheriges Zeitalter.) 4. Zu 4 n Anſe ſe, Herb, itterung t) hinein 1 Anſaw [gt gert Anfange [get gen elistag, nd ſiarke Ioraus ſt Grund, nehmen, ſid) ein ecember ng von es Jah: berflüſſi: erbſt des ehr naß; oll, 28 Der Dee aſſe ge: uc> ſich bey Zeiten ſehen läßt, ſo folget darauf im- mer gern ein heißer Sommer. Der deutſche Weid» mann aber vermuthet einen harten Winter, wenn die Bögel im Herbſte feiſt ſind,) 6. Ein ſchöner Herbſt bringt einen windichten, ein warmer und dabey feuchter Herbſt aber einen langs wierigen Winter.| ?(In Anſehung der Saat folgert man dann aus einem heitern Herbſte dieſes Uebel, daß theils ſelbige auf Sandäckern im Winter an der Wurzel entblößer, theils aber überall vom Schnee nicht genung bedeckt und geſchüßet werden fönne, indem der Wind den Schnee in die Niedrigungen, oder weiter fortführet, und wo nicht die ganzen Acerbeete, doch die Mittel- rücken derſelben entblößer, und hieſelbſt der Geſahr ves (if wV | Jed undd fann, ber 6 | En (in regu ter der) 4 veoh Qa | mand 0! | Wut | my) | In | fm, | Unte | Emul med | Trichi fe; in noh gSregel, inAc: eigenes Ommin ſeltenen eitzum haben, 1, und |; wels in das igen ſie eit des Herbſt ſind ſe or Ky: uf ime Weld» nn die n, ein lang» 1 aus (bige Oe) edeft den ihret, tele eſahr bes Einfluß der Witterung auf die Gewächſe, 147 des Verderbens blos ſiellet, ſo wie die Saat in den Niedrizungen erſaufen muß, wenn Thauwetter fömmt,. und das Waſſer ſich uicht ſchnell genung einziehen kann. Der Kanzler 23aco hat gleichfalls uns hierü- ber eine Beobachtung überliefert. Nämlich dieſe: Ein heiterer Herbſt ziehet einen windichten Winter, ein windichter Winter einen regnichten Frühling, ein regnichter Frühling einen heitern Sommer, ein hei- terer Sommer einen windichten Herbſt nach ſich. ſo, daß die Zuft nach einem richtigen Gleichgewichte ſelten ſich ſebſt was ſchuldig bleibt; ſo wie auch die Jah- reszeiten nicht zwey Jahre hinter einander in einerley Verfaſſung auf einander folgen, Te: Wenn es im September noch donnert, erwartet man ein gutes und fruchtbares Jahr anallen Früchten. (Wie der ganz ſpäte. Herbſtdonner, wie vorhin geſagt worven, Theurung vorbedeuten ſoll, ſo erwartet man vom Donner im September das Gegentheil. Aber die übrigen Umſtände müſſen darnach beſchaffen ſeyn. Im September, wenn er warm iſt, und mit unter Gewitter hat, werden die Gewitterregen den Scatä>ern Fruchtbarkeit beybringen; ſo wie die Wär» me dieſes Monaths es machen kann, daß ſich die Fruchcaugen der Bäume und des Weinſtocks zur Voll- fommenheit ausbilden,). 8- Jſt das Wetter um Egidii gut, ſo bringt es ei- wen guten Herbſt und guten Wein. Iſt es aber um. Matthäi ſchön, ſo folgt im künftigen Jahre vieler" und guter Wein, Ka Unſere “M's 148 Kapitel. (Unſere Vorfahren richteten ſich ſehr nach' dem kirchlichen Kalender und vereinigten ihre Beobac)tun- gen gern mit den Feſttagen, oder Tagen der Heiligen. Ihre Beobachtungen müſſen daher zugleich von uns auf die Zeit des alten Julianiſchen Kalenders verlegt werden. Dieſerhalb gehöret z. B. der Matthäustag nicht in unſern heutigen Septembar; ſondern in den October, und iſt der zweyte Tag deſſelben. Eqgidius- tag der Alten iſt unſer 12ter September. Jehlt es um dieſe Zeit an warmem und trocknem Werter, ſo ſcha- det es dem Weine. Und wenn um Matthäi, nach dem alten Kalender, noc) warmes Wetter iſt, ſo kön- nen die Weinreben wohl zeitigen, und alſo dem Win» fer deſto beſſer widerſtehen,) I. Wenn es zu Ende des Septembers viele Zweyfal- ter(Schmetterlinge) giebt, ſo werden im folgenden Jahre die Bäume und andre Gewächſe große Noth. von den Raupen haben. (Dieſe Regel erkläret ſich ſelbſt. Da wir aber ei- ne große Menge von Raupenarten haben, ſo fallen ihe re Verwandelungen in Schmetterlinge in ſehr verſchie' dene Zeiten. So giebt es auch Schmetterlinge, wels- he Cyer anlegen, wovon die junge Brut binnen wenk- gen Wochen von der Sonnenwärme ausgebrütet wird, und ſofort die Gewächſe benagt. So iſt es z. B. mit den Schmetterlingen der Kohlraupe. Sieht man er- ſtere im Auguſt, oder, nach Beſchaffenheit eines tro>- nen und warmen Sommers, bereits zu Ende des Ju- lius Sahand um den Kohl fliegen, ſo kann man alsbald auf große Verwüſtungen des Kohls durch die Raupen ſchlieſſen, und zur Abwendung derſelben ſofort Anſtalt machen, indem man den untern Theil der Blat» ter eint Wil Wit ſeid wend ſd vi ih das H, Ya "2 ad) den dachtun: eiligen, von uns verlegt Däustag | In den gidins: Fehlt es ſo ſcha: 1, nach , ſo fön: m Wipp weyfah (genden e Roth, aber(jv allen ihr verſchit: e, wel: n wenk t wird, 3, mit ian et“ 3(rof: os„jur n ma rh di! 1 ſofort Blat fey Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 149 ter des grünen und weißen Kohls, wo der Saame an- gelegt iſt, mit einem Stecken umfehren, und den da- mit belegten Fle, mittelſt eines Meſſers, ausſchnei- den, die Abſchnittſel aber in feuchte Erde tief eingra- ben, zerquetſchen, oder gar verbrennen läßt.) Y 10. Wenn der Mond im Weinmonathe(October) in einer ſchönen Zeit neu wird, ſo kann man eine ſchöne Weinleſe hoffen.| (Dieſes iſt ſo zu verſtehen, daß, wie eine regnichte Gitterung die Weintrauben, oder ihren Saft, wäſ- ſericht macht, ſo hat man ſolches nicht zu beſorgen, wenn warme und trockne Witterung zur Zeit der Wein- leſe herrſchet- Dieſe Wierterungsregel trifft zum öfter- ſten zu. Warum aber nicht immer? So darf man bey faſt allen Wettervorherſagungen fragen. Dieß iſt zur Zeit die Unvollkommenheit unſrer Wetterpro- gnoſtik immer noch, daß wir die Regeln unſrer Vorfah- ren haben, aber nicht die Erceptionen 3 oder, daß wir nod) nicht ſo weit gekommen ſind, die Ausnahmen der Regeln, wie bey andern Wiſſenſchaften, zu erfinden, oder angeben zu können.).. LT, Wenn die Eicheln und Buchekern wohlgerathen, foll ein langer und ſchwerer Winter mit vielem Schnee erfolgen. Eben dergleichen beſorget man, wenn das kaub in dieſem und folgendem Monathe nicht gern von den Bäumen fället. (Auch in England hält man auf dieſe Regek. Denn Hr. Worlidtze daſelbſt macht dieſe Anmerkung: Wenn die Eicheln viele Maſt tragen, ſo.iſt dieſes ei- ne Vorbedeutung eines langen und harten Winters, K 3 ſs 150 Zweytes Kapitel. ſo wie man eben dergleichen au den Hanbutten und dem Weißdorn wahrgenommen.== Seit der Zeit ich dieſer Regel bey uns nachgeſpü- rek, habe ich gefunden, daß nicht allemal harter Froſt, mehrmals frühzeitiger Eet, Cine - ſolnete Pflanze ſauget im Winter, wenn er nicht zu warm iſt, weniger Feuchtigkeiten ein, und hält nach) obangeregter Vorbereitung länger aus, wenn ſie im Winter ein-oder mehrmal unter Waſſer gera- then ſollte,) B. B. Der Winter. I. Wenn die Saat im Winter bey harter Kälte une bede>t bleibetz ſo kann ſie ſchwerlich ohne Schaden dauern. Iſt aber die Saat zu rechter Zeit, nachdent der Erdboden nun überfroren iſt, mit Scnee bede>et, ſo, daß er auswär!s durch keine Güſſe, ſondern nach. und nah. von den Sonnenſtrahlen verſchmelzet, und von der Erde gleichſam verſchlungen wird; ſo deutetk dieſes auf ein gutes Jahr, (Es iſt allerdings Erfahrungsmäſſig, daß Win- ter nur beſchriebener Art den Saaten ungemein erſpries» lich ſind, und ks mit ihnen am beſten ansſieht, wenn der gemeine Landmann ſagt: Der Schnee iſt auf dem Felde weggefommen, daß man nicht weiß, wo er ge- blieben iſt. Dagegen giebt es keine gute Jusſicht, wenn der Schnee jählings ſchmelzet ,. oder mit dem jählingen Zerſchmelzen des Schnees ſogar ein Regen verbunden iſt, daß die Saat hiervon, wenigſtens diein K5 den 154 Zweytes Kapitel, den Fahren und Niederungen, unter Waſſer kömmt. Noch gefährlicher ſieht es dann mit der Saat aus, wenn dieſes zergangene Schneewaſſer anfrieret, bevor es ſich eingezogen oder verlaufen hat, oder die Saak» äcfer nicht Zeit gehabt haben, wiedee ab- und auszu- tronen, wie dieſes der ſogleich folgende bewährte Vov- herſagungsſaß belehret.) 2. Schneewaſſer erquit zwar die Erde recht gutz wo aber Regen und Froſt dazu kommen, ſo ift es ſchädlich, weil das Cis, womit die Saat überzogen wird, die Wurzeln zugleich mit aus der Erde ziehet, 3. Ein warmer und naſſer Winter iſt ungeſund, und verdirbt die Winterſaat. (Wenn der ganze Winter dieſe Beſchaffenheit hat, ſo muß man allerdings das nur beſagre Uebel befürch- ten. Wenn aber nur ein Theil des Winters ſo beſchaf: fen iſt, ſo hat man weniger zu beſorgen. Jn Anſe« hnng dieſes leßten Punkts halt man in England viel auf folgende Beobachtungen: Wenn es im Wein- und Wintermonathbe viel Froſt und Schnee ſeßt, ſo iſt im Jänner und Hornung gelindes, laulichtes Wet- ter zu vermuthen. Wenn es gegen das Ende des Weinmonaths, und im Anfange des XWintermo- naths meiſtentheils warm und regnicht iſt, ſodann wird der Jänner und Hornung ziemlich froſtig und kalt ſeyn; es wäre dann zuvor ein ſehr troFener Som- mer geweſen. Dieſe Wietterungsprognoſtif iſt aber. nach dem alten Julianiſchen Kalender zu verſtehen.) 4. Went Ef pv] fact ( fert, pad aby auf abet; eine? wet mer imm ſtens mond vebß van bi dim In Einfluß der Witterung auf die Gewächſe:c. 155 4. Wenn es nicht allzuviel ſchneiet, ſo machet es fruchtbare Felder. (Es trifft dieſer, uns von unſern Vätern überlie- ferte, Vorherfagungsſaß noch immer mit unſern Be- obachtungen überein, und er wird eigentlich mehr ſo - abgefaßt werden müſſen: Wenn der Schnee allzulange auf der Saat liegt, ſo kann er ſie verderben. Es kann aber auch, um dem alten Saße näher zn treten, auch eine Verlängerung des Schnees davon"ape ke wenn es in wiederhohlten Abſäßen von Zeit zu Zeit im- mer mehr ſchneiet, ſo daß der alte Schnee bleibt, und immer vermehret wird.. Schnee, der nur vier, höch- ſtens ſechs Wochen, von der leßten Hälfte des Chriſt« monaths bis gegen Lichtmeß, liegt, dann ſortgeht, oh- ne daß aufs neue Wiederhohlungen einfallen, iſt mei- nen bisherigen Beobachtungen gemäß den Fruchtfel-- dern immer am gedeihlichſten geweſen.) 5. Iſt im December die Milchſtraße, oder Jacobs- ſtraße,(via lactea, galaxia, derjenige weißliche Stkreif, welcher um den ganzen Himmel von Südweſten über unſern Scheitel geht, und aus einer unzählichen Men- ge von Sternen beſteht,) klar ſchimmernd und hell leuchtend, ſo bedeutet es ein bevorſtehendes fruchtbas res Jahr.' (Die phyſikaliſche Urſach hiervon iſt, daß ein troener und falter Chriſtmonath der Saat ſehr ge: deihlich iſt. Denn ze trockner und kälter es it, deſto beſſer fällt die Milchſtraße in die Augen,) 6. Wenn vor Woyhnachten viel naſſes Wetter oin- fallt, ſo iſt die Saat in feiner ſonderlichen Gefahrz aber nach Wephnachten iſt die Gefahr größer. (Es 156 Zweytes Kapitel. (Cs iſt nicht zu glauben, daß unſre alten Beob- achter dieſen Saß ſo, wie er lautet, und in vielen Wirthſchaftsbüchern ſo geleſen wird, abgeſaſſet haben. Denn er ſieht im Widerſpruch mit vielen andern alten Beobachtungsſäßen ſowohl, als mit den'"Beobachtun- gen unſets Zeitalters. Vielleicht iſt er unter den Hän- den eines Stubenwirths verunſtal'et, und von andern ſo nachgeſchrieben worden. Jh) berichtige ihn dieſer- Halb al's: Wenn vor Weyhnachien viel naſſes Wet- ter einjällt, ſo iſt es für die Saat gefährlich; noch mehr aber, wenn dergleichen nac) Weyhnachten einjallt,) T Iſt kein Vorwinter, ſo kömmt gern ein Nach- winter 3 d. i. gelindes Werter um Weyhnadhten iſt ein Vorbote, daß die Kälte lange hinaus währen werde. j 8. Grüne Weyhnachten und weiße Oſtern bedeuten fein gutes Kornjahr. (Auch in England hat man die nämliche Beobach- tung, und Hr, Claridge hat uns die Beobachtungen ſeiner alten Vorfahren in Enaland über die Winter- nionathe ſowohl, als die Frühlingsmonathe, nach dem alten Styl, mitgetheilet, welche mit denen, die unſre alten Deutſchen uns hinterlaſſen haben, ſehr überein- fommen. Hier ſind ſie: Wenn das Gras wächſt im Januar, So wächſt es deſts ſchlimmer durch's ganze Jahr. Der Welſche ſieht lieber die Mutter auf der Bahr, Als ſchönes Wetter im Februar. WMlärzwind und UTärzſonn' Macht Wäſche weiß, und Mädchen braun, | j | eins Din mH (unde) (brin n uy ihn! Nh als) deny; ſoy fut n Bech, n vielen & haben, ern alt" bachtun en Aar 1 andery 1 dieſet 6 Det ; nd achten 1 Nec hten iſt währen edeuten eobach fungen Bintet dy dem ; unſre verein: Jaht Daht, Went Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe%. 157 Wenn der April bläßt ſein Horn, So iſt es gut für Heu und Korn, Eine Aprilfluch ' Führt den*roſch weg mit der Brut. Maymonatb fühl und windig Macht die Scheune voll und fündig. Ein Schwarm Bienen im Liay Iſt ſo viel werth, als ein Fuder Heu. Aber ein Schwarm im July Belohnt nicht einmal die Müh. 9. Ein warmer Winter ohne Froſt iſt ein Vorbote eines heiſſen und troFnen Sommers. Denn die Dünſte verwandeln ſich in Winterregen. Da hinge« gen Kälte und Froſt ſie zurück hält, undfie bis in das Erde des Frühlings und den folgenden Sommer hin- einbringt. (Dieſe Beobachtung iſt von dem Kanzler Daco, und viele vornehme deutſche 2andwirthe nehmen daher ihre Vimuthungen beſonders für das Wohl- oder Mißgerathen der Sommerfrüchte, weil dieſe mehr, äls das Wintergetrayde von Hiße und Dürre zu lei» den pflegen, ſo wie ſie auf der andern Seite nicht um- ſchlagen, wenn es ihnen nebſt der Wärme nicht am Re- gen fehlet.)|: 10. 6 Wenn es im Jänner oft regnet, ſo kann keine rechte Fruchtbarkeit darauf erfolgen. IT. Wenn die Flüſſe und Gewäſſer im Jänner ab- nehmen oder flein werden, ſo halten die alten Win- zer „m ſterben, 158„Zweytes Kapitel, - zer dafür, daß ein gutes Weinjahr darauf erfolget, gls woraus das bekannte Sprichwort entſtanden: Wenig Waſſer im Jenner, viel Weinz Viel Waſſer, wenig Wein. (Der Grund hiervon iſt, daß viel Näſſe und Re- gen, welche dem Weinfto> um dieſe Zeit nicht allzu- gedeihlich ſind, die Füſſe anſchwellend und am Waſ- 'ſer zunehmend machen. Eo ſieht man auch hiemit auf einen ſpäten Nachwinter, der ſich gern einfindet, wenn es den Wintermonathen am Froſt gemangelt hat, und von ſpätern Fröſten leidet gemeiniglich der Wein- ſto gar ſehr. Ein Jenner, der troen und kalt iſt, macht, daß die Flüſſe in Anſehung ihres Waſſers abnehmen,) L 2.; .- Iſt der Hornung(Februar) ohne Froſt, ſo beſor get man ein faltes und der Saat ſchädliches Frühjahr. IZ. Mücenſpielen im Hornung bedeutet Schaaf« ( Weil das Frühjahr gemeiniglich nach einem warmen Februar noch Kälte und Schnee im Marz, oder wohl gar im April, bringer; ſo müſſen die Scaafe, die alsdenn kein Gras drauſſen finden, oder gar nicht aus dem Stalle auf die Weide kommen kön- nen, wenn zumal das Heu ſchon fehlet, ſierven, als welches am meiſten den Säaugemüttern und kämmern ſodann zu begegnen pfleget.)) IT 4. Wenn es auf Lichtmeßtag"nad dem alten Kalen- der) hell und ſchön iſt; ſo bleivt der Dachs im 2oche. (Der nf "+ (2 daß vo ſolchem "X feinen 1 bebe! mitt then, - deßh Edu ? hat ſi dem 7 welche gem) Ua a auS) qihan) herb? Fiu erfolge den: und Re t alli m Weh ) hiemit nfindet, elt hat, e Weits falt if, Baſſet ) beſot« ihjahr, (haſs einen Mary, ſen die , oder n fön mern dale ohe, (De Einfluß der Witterung auf die Gewächſe:c. 159 (Der Dachs ſoll in ſeinem Loche ſodann ſpüren, daß noch Winterkälte vorhanden ſey; wenn aber an ſolchem Tage das Wetter ungeſtüm, und mit Schnee and Regen vermenget iſt, ſo ſoll er hervorkriechen, und feinen Winter mehr fürchten, Auch die Schäfer pflegen den Lichtmeßrag gern zu beobachten, und wenn derſelbe, ſonderlich des Vor mittags, hell iſt, ein ſtarken Nachwinter zu vermu- then, daher bey ihnen das Eprichwort entſtanden, daß ſie viel lieber an ſelbigem Tage den Wolf im -Schaafſtalle, als die Sonne Vormittags darinn ſehen. Bey der Ueberlieferung dieſer Worherſehungsſäte Hat ſich dey den Jägern und Schäfern wohl etwas von - dem Aberglauben der alten katholiſchen Chriſtenheit, welchen die Marientage zu feyerlich geweſen, mit einz gemenget. Sie hätten auf die Mitte des Hornungs überhaupt, die Tage vor und nach Lichtmeß, die Ne- gel ausdehnen ſollen, ſo wie die Engländer es noch mehr gethan haben, wenn ſie ſagen: Der Welſche ſieht lie« ber die Mutter auf der Bahr, als ſchönes Wetter im Februar. Der deutſche Bauer ſtimmt dem Verſtan- de nach damit überein, wenn er ſagt: Er wolle im Hornang lieber einen hungerigen Wolf, als einen Mann im Hemde(der um der Wärme willen im Hem- de gehen muß) auf dem Felde arbeiten ſehen. Ordentlicher Weiſe muß im Hornung noch ſtarke Kälte ſeyn, ſo, daß ſie gegen das Ende dieſes Mo- naths allgemach nachläſſet, weßhalb das alte Sprich- wort entſtanden: Auf Lichtmeß iſt der Winter gewiß. Das allmählige Abnehmen der Winterkälte aber gegen das Ende des Monaths bezeichnen die Märkiſchen Bauern mit dem, von ihren Vorfahten angenomme- nen Reime: Auf Matthieſe(Matthiastag) geiht des Toß(Fuchs) vom Zeſe;(Eiſe) ſo wie die hochdeut- ſchen 160 Zweytes Kapitel. ſchen Bauern zu ſagen pflegen: Auf Mattheis geht der Fuchs vom Cis; find't er, kein's, ſo macht er ein?s; d. i. weun kein Eis im Hornung geweſen, ſv iſt im März Froſt zu beſorgen. Ich will das Bishergeſagte mit Wahrnehmungen vom Jahr 1770 erläutern, als welches Jahr ein groſ- ſes Mißwachsjahr war, und wozu der Grund im Februar gelegt ward. Wenn die alte Schäferregel in Anſehung des Lichtmeßtag?s Grund gehabt hätie, ſo wären die Aus- ſichten von dieſem Tage allein die beſten geweſen. Denn der 13te d. M. als welcher Tag Altlichtmeſß war, und auf welchen die obberegte Scäferregel hin zielöt, war gar fein heller oder klarer Tag. VWormittags war Nebel, und den Nachmittag war es ganz trübe, alſo den ganzen Tag keine Sonne zu ſehen. Die Tempe» ratur war Vormittags 29, und Nachmittags 35 Fah- renheitſche Grade. Der Schäfer ſagte ſich von ſol- und Obſtbäume ſchon ſtark zu vegetiren angefangen haben, und daher von ſpäten Nordwinden leicht beſchädiges werden können. Ein gleiches kann aber bereits im März geſchehen, wenn die Wärme die Säfte der Gewächſe ſchon zu ſehr in Bewegung geſeßt gehabt, und die Nordwinde darauf angehen. Unter den Winterſaaten leidet der Waizen von den Nordwinden mehr, als der Roggen, ob erſte- rer ſonſt ſchon mehr, als dieſer, Näſſe und Abwechfe- lungen des Froſtes und des Thauwetters ausſiehen- kann.) C.C. Der Frühling. Der Frühling iſt diejenige Jahreszeit, und wor- unter wir bey dem angenommenen Feldjahre, den Marz,“ April und May begreifen, welche manchen Schaden, den die Winterſaaten im Herbſte und Win»- ter erlitten haben, wieder herſtellen kann. Zugleich kommt der Landmann mit ſeinen Vorherſagungen auch in dieſer Jahreszeit eher und mehr zum Ziel, je mehr ſich die Saaten dem Schoſſen, oder- Eintreten in die Halme, nähern. Es betreffen aber die gewöhnlichen Vorherſagungsſäße entweder den Frühling überhaupt, oder jeden Fkühlingsmonath insbeſondere, als in wel- . 3. Ein “mW 164' Kapitel. Zi Ein Frühling, der meiſtens pkalt und froſtig iſt, giebt ſchlechte Hoffnung zu einer reichen Korn« und Obſtärndte. | 4. Späte Reife und Fröſte verderben die zarten Ge» wächſe und Blüthe, die eine frühzeitige Wärme her vorgebracht gehabt. 5. Glatteis im Frühjahre thut der Saat großen Schaden. 6. Wenn die Frühlingsgewächſe und Saaten über- flüſſiger und frecher, als ſonſt gewöhnlich, wachſen; ſo vermuthet man viele Garben in der Scheune, und wenig Körner im Sacke, (Wenn die Saaten gleich in den erſten Gewächs» monathen auſſerordentlich geil! wachſen, ſo geht der- Wachsthum zu ſehr ins Stroh, und weniger in die Körner. Es entſteht auch hieraus gern ein Umfallen öder Zulagergehen des Getraydes bey mäſſigen Winden und Regen, ehe das Korn abgeblüher oder Frucht an- geſeßet hat, wovon leere, d. i. wenig oder gar nichts von Körnern in ſich haltende Aehren, oder in ſelbigen taube Körner, entſtehen.) , 7. Trockene Saatzeit, nicht überflüſſiges Obſt und nicht allzu viele Fiſche deuten auf einen fruchtbaren Sommer und Herbſt. (Das erſte dieſer Vorherſagung, nämlich trone Saatzeit bezweifelt Niemand, In Anſehung des Ob- , ſies / wh dive dau) | ve Wt mit wir Ru für des ſea froſtig 1 Kork rien Ob me hen großen n über achſen; e, und währ eht der .die mfallen Binden ht aw nichts Ibigen t und baren rode 5 Ob- ſies Einfluß der Witterungauf die Gewächſe 26. 2165 ſtes giebt es die Erfahrung, daß meiſtens nur ſchlechte oder mittelmäſſige Kornjahre mit einem Ueberfluſſe vom Obſt verbunden ſind, wovon der phyſifaliſche Grund, den man aber zu bemerken oder aufzuſuchen ſich bisher nicht die Mühe gegeben hat, vorhanden ſeyn muß. Im Jahre 1782 war eine ganz mittelmäſſige, vieler Orten gar nur eine ſchlechte, Kornärndte,"aber eine der allerreichſten Obſtärndten, wovon, da die Sache - noch in friſchem Andenken iſt, der Landmann den Grund am erſten wird entde>en können. Im gedachten Ja» hre kam gegen die gewöhnliche Aufblühezeit der Aepfel Birnen- Kirſchen- und Pflaumenknoſpen Kälte, wel- en des Getraydes, aber nicht den jungen Obſtſrüchten ſchadete, vielmehr in ſo fern noh vortheilhaft war, daß, da ohnehin wenig oder gar keine Neftraupen aus dem vorhergegangenem Jahre zu ſehen waren, auch die übrigen Raupenarten aus Mangel genugſamer Wärme, nicht ſonderlich auskommen, oder die ausge- kommenen nicht wohl fortfommen, mithin den Obſt- ertrag nicht mindern konnten. Obgedachte Kälte aber nebſt dem darauf folgenden harten Luſtzuge hatte, wie geſagt, das Beſtocken der Saat gänzlich verhindert. Aus einer Winterpflanze kamen nicht ſonderlich meh- 172 486 rore Y86.% Zweytes Kapitel. rere zum Vorſchein; die Saat blieb alſs dünne. Die- ſerhalb konnte kein ſtarker Einſchnitt, nur wenig Man- dein oder Scho>e, entſtehen. Wir hatten aber ſo, überflüſſiges Obſt in dem Jahre/ daß die Bäume brachen. In manchen andern Jahren hatte Näſſe und Käite, bald nach der Obſtblüche, die Saaten kränk- lich gemacht. Das Obſt hatte aber bereits angeſeßet, und erhielt ſich bey der Näſſe eher; ſo- wie auch die Raupen in naſſen Frühjahren nicht allzuwshl for:kom- men, und ſovann ihrenthalber der Obſtertrag nicht ſonderlich vermindert werden kann. ZJc< will aus der altern Wettergeſchichte noch ein Beyſpiel eines ſehr- reichen Obſtjahres, welches ein ſehr ſchlechtes Korn» jahr war, anführen.| In der Belziger Chronik S. 4320 lieſet man die- ſe8: Ao. 1571 iſt das Getrayde ſo hoch geſtiegen, daß man 1 Scheffel Korn um 3 Gülden, Waizen um 3 Gülden und 6 Gr. Gerſte um 3 Gülden uns 6 Gr. und den Haber um x Gülden 4 Gr. bezahlen müſſen, weßhalb die Armuth große Noth erlitten. Jn eben demſelben Jahre aber hat der Höchſte den Mangel des Korns mit Obſt erſeßet, da daſſelbe ſowohl gerathen; daß man im Herbſt x Scheffel Borsdorfer Aepfel.um 3 Gr. 6 Pf. Birnen um 2 Gr. 6 Pf. u. ſ. f. haben Fönnen, daher die armen Leute Obſt unters Mehl ge- würfet, und unters Brodt gebacken. Aus einem Scheſſel Mehl und einem Scheffel Obſt, unter einan- der vermiſchr, haben ſie ſo viel Brodt bekommen, als ſonſt aus anderthalb Scheffel Mehl.== Es iſt Scha- de, daß dieſe Chronik nicht die Urſach der Korntheu- rung, wiees ſonſt in den mehreſten Fällen geſchehen, angegeben. Jc< will nur noch dieſes hinzufügen, daß, da ich zuvor der Näſſe gedacht, welche einen Ueberfluß vom Obſt nicht verhindern, aber einen Kornmangel er regen kann, das Jahr 1771 das Beyſpiel unſe's zeit: Ei! Zeil Gum ginge! daß 1 Aepf: ver) wat, bez) her, many lein! inde Jh ben! ? (md: [1118 hui Ww 7 ſumy bri aber eind ſen Dh Nau ad We , Die ) Man aber ſ Bäume ſſe ut) fränt: eſche, id) die tif: ) nit jus der es ſeht Koi on dies Tegen, en um 6Or, üſſen) 1 even zel des athen, fel.um haben hl 6 einem eina 1, als ZSdha- atheu- Jehen, 5 daß, erfuß gel ebs une Zul Einfluß der Witterung äuf die Gewächſe ec. 167 Zeitalters ſey. DOhngeachtet in dem damaligen naſſen "Sommer in niedrigen Gärten fat alle Obſtbäume aus- gingen, war doch ein ſolcher Ueberfluß vom Obſte, daß um Weyhnachten uocy der Scheffel Borsdorfer Aopfol in Wittenberg für 16 Gr. gefauft ward, ſo wie ver Roggen zu gleicher Zeit ſchon ſo hoch» im Preiſe war, daß der Scheffel damals bereits 3 Rthlr. 12 Gr. bezahle ward, und von da an monathlich immer hs- - her, zuleßt bis auf 5 bis 6 Thlr.-ſtieg. Der Korne mangel rührete aber in diefem Jahre einzig und als lein von der Näſſe des Sommers her, wie ich ſolcnes Jahr geweſen, und das Maaß des Regens darinn nicht über 14 Zoll gekommen. Weil es aber in dem ganzen Jahre eine Menge von dicken Nebeln geweſen, ſo ſey die Aerndte überaus reichlich gewe ſen. Denn die Nebel können den Gewächſen eben ſo- viel und wohl mehr Gedeihen, als die Regen ver- ſHaſfen.==>) xg, Die Regen, die in die Blüthe einfallen, erträn- Fen ſie mit allzuvieler Näſſe. (Toaldo hat eben dieſes beobachtet, Auch bey veiſſenden Sturmwinden iſt das Nämliche zu Agen Uu Einſt lid p je ſd LT der G ſoll,| Ef ſ Inſg) wenig viel ſchreyet, die Störche viel klappern, und die wilden Enten ſich ſtark ſehen laſſen; ſo pflegen ſie einen warmen Frühling anzufündigen. (G<:4.4.N. 5. 27. Der März iſt der Lämmer Scherz, aber der April weibt ſie wieder in die Ställe, (Hie (in ( nehm auſſer lauſa! und| wied! wirk en,) ſo gilt yde aut ) ſhadt 1 unſ auc) qb t noſſy ndigusg ie alten 1 Es f Don 190 Näſ en, wen des M et, die en ſich rüpling v Yori (Div / Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 1c. 375 (Hiemit ſoll geſagt ſeyn, daß ein warmer angea nehmer März es machen kann, daß man die Lämmer auſſerhalb des Stalles im Freyen ſcherzen und umher laufen läßt. Es folgt aber gern ein falter, rauher und ſrvoſtiger April darauf, weßhalb man die Lämmer wieder im Stalle einhalten muß,) 28. Der März, Hält den Pflug bey dem ESterz. Darnach kömmt der April, Der hält ihn wieder ſtill. (Dieſer Reim der Alten ſoll gleiche Bedeutung, wie der vorhergehende Saß, haben,) 29 So viel es Nebel im Marz giebt, ſo viel ſoll es auch das Jahr über große Schlagregen und Gewäſſer geben. (Dieſe Witterungsregel der Bauern kann einiges mal zugetroffen ſeyn, oder noch zutreffen. Es wird nicht viel darauf zu bauen ſeyn, Die folgende aber habe mehrmals eingetroffen geſehen, 39. j Wenn der März viel Winde, und der April dar- auf viel Regen hat, ſo folger ein ſchöner May. Auf folgende beyde Regeln habe gleichfalls Acht gegeben, und die erſte mehr, als die andere, zutreffend bes funden. ZIT, Auf Märzregen ſoll ein dürrer Sommer folgen. 32, Wie „mv 176 Ziveytes Kapitel, „ 32. Wie es im März regnet, ſoll es im Brachmo- nath, oder im Junius wieder regnen, 33. In der Reihe der alter Bemerkungen lieſet man auch dieſe von den Meklenburgiſchen Bauern von dem wieder ankommenden Storcen, wo dieſes ge- ſchah, ſahen ſie überaus grün aus. Am Anfange des Märzens war es kalt, und darauf regnicht und ſtür- miſch. April war trocken und ſchön. May, Jnnius und Julius kalt und regnicht, Auguſt überaus kro» >en. Die Hiße und tro>ne Witterung hemmte das Wachschum der Weintrauben, und machte, daß ſie verdorreten. Der Sommerwaizen wurde kleinför- nicht, weil er zu ſchnell bey der Dürre reifte. Der Winterwaizen ſowohl allein, als mit Roggen ver- miſcht, gab nicht viel, als er gedroſchen ward, und eben auch ſo in der Mühle« Alle Obſtarten fielen von der Dürre ab. Aus Mangel am Graſe und Waſſer verloren die Kühe alle ihre Mil<, Die Gartenge- wäſche verbranaten alle, und wurden von Würmern gefreſſen, ſo, daß es erbärmlich ausſahe,== x Wenn die Schwalbe kömmt, darf man auf war» me Zeit hoffen, zuvor aber nicht. Hausvater 11, Band, M 35, Wenn Einfluß der Witterungauf die Gewächſe 2c. 177 98. Zweytes Kapitel. 35* Wenn der Weisdorn ſtark ausgeſchlagen iſt, be- fürc hervorſproſſet, ſo folgt meiſtens ein gutes Jahr, beſonders guter Wein. D (Dieſer Vogel läßt ſich mit ſeinem Geſange nicht leichtlich hören, wenn nicht anhaltende gute Witte- rung vorhanden iſt. Er ſingt noch nicht gleich, wenn er da iſt. Schon im Märziſt er bey uns, und ſcheut nicht Kälte und Schnee. Iſt aber frühe anhaltende Wärme, ſo macht er ſein Neſt in Grasſchlägen und Vorhölzern, fängt denn auch ſeinen Geſang an/ und läßt ſich alſo ſodann zeitig hören.) M 3 49. Der 222- aa nere === 182 Zweytes Kapitel. 49+ Der Mayen kühl und Braachmonath naß; Füllet uns Scheunen und Faß, Den Mayen voll Wind Begehrt das Bauergeſind. -(Dieſe Sprichwörter der Alten, ſo wie ſie in En- gelland, wie oben ſchon beygebracht iſt, auch gelten, deuten auf diejenige gute Beſchaffenheit des Maymo- narhs, wenn ſeine Witterung mittelmäſſige Wärme, mittelmäſſige Näſſe, und mittelmäſſige Trockenheit at; ? Der Saat ſowohl, als dem Weine ſind May» fröſte und Kälte, oder ein harter Lftzug ſehr zuwi« Hey, und hindern ſowohl den Wachsthum, als auch das mehrere Beſtauden des Korns, als wovon das gute Mandekn oder Schoen des Getraydes abhänget, Ueberflüſſige Näſſe hindert gleichfalls das Beſtauden der Saar, und verdünnet ſie, Ein gleiches. geſchies, het von der Dürre dieſes Monaths, Hiernächſt hat es die Erfahrung beſtätiget, daß auf einen Maymonath von obangezeigter guter Bez ſchaffenheit gemeiniglich ein warmer mit Regen ver- miſchter Braachmonath erfolget, welcher Feld- und Gartengewächſen ſo ſehr erſprieslich iſt. * Iſt dagegen dev May trocken und warm, ſo folgt meiſt ns ein kalter und zugleich naſſer Braachmonath, welcher den meiſten Feld» und Gartenfrüchten äuſſerſt. nachtheilig iſt. Auch werden in einem ſolchen Braach» monathe die Beeren der Weinſtö>e entweder ganz und gar abfallen, oder ſehr dünne werden, daß nichtsrechts 'vom Weine wird,| 5% ... Mayenfröfte[nach Serratiltag find die allerge- fährlichſten, (Vor dig 1e in Ey h gelt Mayms Wärn, oden d Mäy- hr zuwi: als auß von des hänget, ſtaudey geſchie: t, deß ter Bes en vet (d- un) ſo fol! ont), uſſerſ raach- nz und recht lage Ww Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c- 183 (Vor der Hälfte des Monaths ſind die Mayfrö- ſte auch nicht ohne Gefahr. In der andern Hälfte aber freylich am meiſten. Wer hat es nicht unfer uns erlebet, daß Wein, Hopfen, Obſtblöchen, Flachs und Korn von ſolchen Fröſten verdorben worden? Trifft der Froſt die Roggenblüthe, ſo iſt ein totaler Miß- wachs im Roggen vorhanden, und kömmt kein Korn in die Aehren. Man erinnere ſich an das Jahr 1781, da die Mayfröſte in ſo vielen Ländern die Roggenblü- the in einer einzigen Nacht ſo zu Grunde richteten, daß gar nichts heraus gedroſchen werden konnte. Da auch das Roggenſtroh auf dem Halme weiß und troen ward, ſo konnte es ſofort abgemähet und eingebracht werden; welches auch in ſolchen traurigen Fällen allemal das ſchilichſte iſt, um alsbald nach abgebrachtem Rog- gen Sommerkorn, als Haber, Gerſte, Buchwaizen u. ſ. f. einzuſäen. Wenn unmittelbar auf Mayfröſte, die meiſtens des Nachts einfallen, ein Regen, oder ſtarker Nebel erfolget, ſo wird ſolcher Froſt ohne Schaden abgehen, weil die Näſſe die Kälte wieder ausziehek, dergleichen etwa an gefrornen Aepfeln oder Rüben zu ſehen iſt, wenn ſie gefroren ſind, und ins Waſſer gelegt werden. Iſt es aber ein Nachtfroſt geweſen, bey welchem der Wind gehet, und eine trone Luft macht; oder es folgt des Morgens trocknes Wetter und Sonnenſchein, ſo kann man des Schadens auf vem Felde ſchon des erſten Ta-| ges gewiß ſeyn, ohne darauf zu warten, was der Aus genſchein nach einiger Zeit erſt mit ſich bringen wird. 57. Vor Serratii kann man ſich keine gewiſſen beſtän- vigen Sommertage verſichern. M 4-(Es 41) 184 Zweytes Kapitel. (So iſt es gemeiniglich, daß die erſte Hälfte des Maymonaths aus Abwechſelungen von kalten und warmen Tagen beſtehet. Sind erſtere nur nicht zu kalt, fo werden die Gewächſe dabey doch noch beſtehen fönnen. Sind aber die Tage in den Abwechſelungen zu kalt, ſo richten ſie alle die Schäden an, die oben bemerfet worden.)| 5 2: Dep Nordwind, welcher mit den Weſt- und Südwinden im 9ay abwechſelt, bringt oft noch das leßte Winterwetter mit Schnee und Froſt, welches 3 bis 2 Tage währet; oder er. machet heitere Luft und ſtarte Nachtfröſte, welche Witterung länger anhält, Suweilen aber bringt er guch trüben Himmel und kal- tes Regenwetter, 5 3. Viele Gewitter. im May ſind Vorboten eines fruchtbaren Jahres, 545... Noſſ: Pfingſten bringen fette Weyhnachten. (Dieſer Sos iſt in Anſehung der Zeit zu wenig beſtimmt, da die Pfingſten balt um einige Wochen im Jahre früher, bald ſpäter einfallen, Man zielet damit eigentlich auf die Gerſte; wenn ſie Regen zu der Zeit befömmt, wenn ſie die Achren aus den Schoß bälgen hervortreiben ſoll, ſo geräth ſie gut, daß ge gen Weyhnachten ſo viel damit ausgerichtet werden Fann, daß man die Schweine, welche am meiſten mit Gerſte von jeher gemäſtet werden, fett machet, Bleibt aber der Regen qus, daß die Aehren in den Schoß- dälgen ſteFen bleiben, und nur zum Theil hervorfome men ur (ey mn! nt "El ſelt: au) ein (ny fic pfl u" e des ind ht ju ſtehen NI oy : un) ) das js tun) hält, ) fals ine Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe?c. 185 men können, ſo macht ſolcher Mißwachs, daß man nicht ſo viel auf die Schweine wenden, und ſie weni» ger fett mäſten Fann.) 55. F Reife Erdbeeren um Pfingſten werden als die Vorboten einer guten Weinleſe gehaiten, (Iſt abermals in Anſehung der Zeit zu wenig bes - ſtimmt, und würde ſo richtiger gegeben; Je früher man im Jahre bey warmer, und zugleich nicht tro>k- ner, Witterung reife Erdbeeren hat, deſto mehr ſchlieſs ſet man auf ein gutes Weinjahr.) 56. Schönes Wetter am St, Urbanstage bringt eine gute Weinleſe. (Da manche Winzer und Weinhändler dieſe Re» gel oft im Munde führen, und ſich auch danach rich ten wollen, ſo muß ſie wohl, ihrer Ausnahmen unge» rechner, weiter als auf den einzigen Tag ausgedehnet, und ſverfläret werden: Wenn es zu Ende des Maymo- naths bis zur Biüthe des Weins, und während ders ſelben, ſchönes Wetter iſt, ſo können die Beeren gut anſeßen. Fällt aber um ſolche Zeit naſſes Wetter ein, ſo können die Trauben wenig Beeren bekommen, langſam wachſen, und nicht viel ausgeben,) 57: Wenn der Roggen im Maymonath(hauptſöh- lich in der leßten Hälfte deſſelben) dünne ſteht, ſo pflegt er gemeiniglich im Werthe zu ſteigen und dünne zu werden; 136 Kapitel,| 58. Auf Orben(Urbani) iſt das Getrayde weder ges rathen noch verdorben, (Dieſer Saß, wenn er allgemein verſtanden wird, äſt völlig falſch, und z. B. dem vorhergehenden völlig zuwider. Urbanustag nach dem alten Kalender iſt unſer 5ter Tag im Junius. Schon in der andern Hälfte des Maymonaths können wir aus dem Dün- neſtehen des Roggens von dem Nichtgerathen deſſel- ben den offenbarſten Augenſchein haben. Denn wenn die Roggenſaat alsdenn dünne geſehen wird, und doch bereits in den Aehren ſich befindet, ſs kann keine ſo- genannte Maypflanze mehr nachkommen. Das Be- ftauden des Roggens, woraus die Maypflanzen und folglich das Dickeſiehen des Roggens entſtehen, muß in unſerm April, ſpäteſtens in den erſten Tagen des Maymonaths geſchehen ſeyn. So muß man auch ſchon beym Anfange der andern Hälfte des Maymo- naths ſehen können, wie lang der Roggen am Strohe ſowohl, als an Aehren, welche nun zur Blüthe kom- men, geworden ſey, daß alſo Urbanustag auch nach dem neuen Kalender, am unſern 2 5ten des Maymo- naths hierüber keine Norm mehr ſeyn kann, Freylich iſt vom alten Urbanustage an das Ge- frayde noc) manchem Unfalle unterworfen. Hätte der Roggenineinem ſehr ſpäten Frühjahre dann noch nicht abgeblühet, ſo könnten Regen, Kälte, Hike, reiſſen- de Winde, Honigthau die Blürhe verderben; Hagelo- „ſchlag, Heuſchreckenfraß, Dürre u. ſ. f. könnten noch unſere Hoffnung vernichten 3; allein wir haben doch ſchon, wie eben geſagt worden, ſchon lange zuvor auch viele Anſichten des Verderbens, welche aus ſrü- Hern Zeiten herrühren. Jh würde daher den Zaß ſo ändern: Auf Orben iſt das Getrayde entweder halb gera» x Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 187 gerathen, oder halb verdorben. Verpachter und Kovn«- käufer bleiben aber gern bey dem alten Saße, wenn Pächter und Kornverkäufer im Maymonathe öder noch früher flagen, daß Ausſichten zu einor ſchlechten Korns ärndte vorhanden ſeyn, Jene, die Verpächter, hö- ren ungern von etwanigen Remiſſionen, und die Korn» käufer wollen lieber die Kornpreiſe fallend, als ſteix. ' gend wiſſen.) 60, Naſſer April, klarer Braachmonath. Naſſer May, warmer Heumonath.,: (Oefters erfolget die Witterung in dieſer Ordnung, die Ausnahmen von dieſer Regel ſind aber auch) noch zu erfinden.) D. D. Der Sommev, Lo/ In ſehr naſſen Sommern faulen die Gartenge« wächſe und Früchte, und es wächſet viel Unkraut. (Werin dergleichen Sommern das, ſo häufig un- fer die Gartengewächſe wachſende, Unkraut nicht in Zeiten ausziehen, ſondern es ſtehen und den Saamen ausfallen läßt, der wird auch im folgenden allertro- Eenſten Jahre ſeine Gärten überfüllet ſehen müſſen.) ZD. y Das Geflügel pfleger weder zu Hauſe, noch im Felde und Walde in naſſen Sommern zu gedeihen. (Auch nicht die vierfüſſigen Thiere auf der Weiz de, Das Gras hat weniger Kraft zu nähren.) 3 Naſſe Sommer geben wenig Honig. | 4. Ein NV 188 Zweytes Kapitel, 4. Ein allzu dürrer oder heiſſer Sommer macht, daß die Körner entweder taub und klein werden, oder die Aehren des Sommergetraydes in den Schoßbälgen (Scheiden) ſtecken bleiben, und nicht herausfommen fönnen.: 8. Wenn die Nordwinde im Sommer oft und ſtark gehen, ſo ſind ſie die Vorboten eines unſruchtbaren ahres. -(Wenn aber die TTordwinde im Zraachmona- the nicht ſonderlich ſcharf oder falt ſind 3 ſv ſind ſie im ganzen Jahre nicht ſo nüßlich, als in dieſem Mo- nathe, als wovon das Sprichwort entſtanden: Der Nordwind wehet Korn ins Land.) 6. Wenn um Urbani(nach dem verbeſſerten Kalen- der um den'5ten Junii) gutes Wetter iſt, und es um Viti(iſt nach unſerm Kalender um den 26ſten Junii) regnet, ſo hat man daran das Zeichen eines fruchtba- ren Jahres. (Die Regen dieſes Monaths müſſen nur nicht kalt ſeyn, wenn ſie recht fruchtbar ſeyn ſollen,) 7. Wenn der Wein vor Viti abblühet, ſo iſt ein gu- tes Weinjahr zu hoffen, wenn ſchon der Herbſt nicht ſonderlich ſc<ön und warm wäre, „(Zur Zeit der Blüche iſt es dem Wein zuträglich, wenn es mehr warm und trocken, als naß iſt. Nach der Blüthe aber kömmt ihm ein warmer Regen ſehr zu ſtatten z wie man denn auch hierüber folgende ED ung fehl le) mel Ve: | Juin ht, def Ww oder ſalzen omen d ſtat Thtbaten DZ 1110N: | ſind ſi im Mo 3; Det dale 128 um juni) vuhtba- ht Falt in qU- nicht aglid) Nach "ſeht [nme fung folgen. Einfluß der Witterung anf die Gewächſe:c. 181 fung der Alten hat: Ein kalter und naſſer Braachmo»- naty iſt allen Gewächſen hinderlich, dem blühenden Weinſto> aber höchſt ſchädlich.)| 8. Regnet es am Johannis des Täufers Tage, ſo ſol- ſen die Nüſſe mißrathen, und eine naſſe Aerndte (Beſſer ſo: Wenn es um Johannis, um die Zeit des 5ten Julii nach unſerm heutigen Kalender, viel regnet, ſo ſollen 2c. In Anſehung der Nüſſe wird dieſer Saß ſelten fehl ſchlagen, da ſie theils noch eine zu weiche Schaa« le haben, welche von der Näſſe verdirbet, theils ge- meiniglich madicht werden, und vor der Zeit abfallen. Was aber die naſſe Aerndte anbelanger, ſo ſind die Ausnahmen von der Regel auch nod) aufzuſuchen.) 9. Donnert es viel im Braachmonath, ſo bedeutet es einen trüben Sommer. (Auch hiebey gielt die eben vorhergehende An-| merkung.) 10, Läßt ſich der Kuckuck lange nac) Johannis hören, ſo ſoll es tyeure Zeit bedeuten. kee (Dieſe Bedeutung hat eine natürliche Urſache zum Grunde. Der Kuckuck ruft von da an, als ſich Männlein und Weiblein zuſammenhalten. Dieſes Zuſammenhalten der Vögel, oder der Anfang zum Paaren, geht erſt an, wenn ſie völlige Nahrung fin- den, als welches von der jedesmaligen Witterung des Frühjahres abhänget. Ein ſpät angehender Frühling, oder eine ſpäte warme Witterung macht, daß die Ge» wachſe 190 Zweytes Kapitel, wächſe oder Inſecten, die ſich von Gewächſen nähren, eine ſpätere Nahrung den Vögeln darbieten, ſo wie ſich der Kuckuck meiſtens im Frühjahre nur allein von Raupen nähret. Je ſpäter abe: der Kuckuck ſeinen Ruf anfängt, deſto ſpäter hinaus muß auch derſelbe dauern. Späte Frühjahre aber bringen höchſtſelten wohlfeile Zeiten.„Jn dem gegenwärtigen Mißwachs» jahre 1783 hat man den Kuckuck noch bis um den 24ſten Julii rufen gehöret.„Zm Jahr 1782 gleiche falls,) IT, Der Mehlthau fällt im Heumonath(Julius), pvelcher, wenn er durch keinen bald folgenden Regen abgewaſchen wird, den Garten- und Feldfrüchten und der Viehweide ſchadet. (In dieſem Saße wird, wie es ſchon oben erin» nert worden, die Würkung nicht von der Urſach unter« ſchieden. Der Honigthau iſt die Urſach des Mehl- thaues. Wird jener vom Regen abgewaſchen, ſo er- folgt fein Mehlchau.„Iſt dieſer einmal vorhanden, ſo bleiben die Gewächſe verdorben, wenn ſchon die Re- gen ihn wieder abwaſchen ſollten.) LA. Wenn es um Jacobi(nach der alten Zeit) oder drey Tage zuvor regnet(Überhaupt um Jacobi, vor- und nachher) ſo pflegen die Eicheln gern abzufallen. (Man hat an ihrer äuſſerlichen Geſkalt ſchon um Johannis davon ein Zeichen, daß die Eicheln nicht gerathen werden, wenn ſie nämlich aus den Hütiein oder Näpflein,.wie ſie der gemeine Mann nennet, wie Zapfen länglicht heraus ſtehen. Wenn ſie aber um ſolche Zeit kurz in ihren Hütlein ſteFen, ſo nummt es ver näht, ſo wi! ein ven derſel ſelten wach um den gleiy lis), Regen en und h ett unfebe Mehle ſv et- anden, je Nee ) oder bote en, n um nicht ütlein |, wi r um mts der Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe:c, 191 der Forſtmann als ein Zeichen des Wohlgerathens der. Cicheln an.) 13, Guter Sonnenſchein im Auguſt befsrdert die Reiſe fung des Weins, nach dem bekannten Sprichwort: Was Julius und Auguſt am Wein nicht kochen, das kann der September ſchwerlich zurechte bringen. (Die Winzer geben gern Acht auf die 2 leßten Tage des Auguſts und die 2 erſten Tage des Herbſt» monaths, und wollen daraus, wenn ſie ſchön ſind, ei» nen guten Weinherbſt folgern.) 14.' Wenn die Reizker, eine Art von Erdſchwämmen, die ſchr gern gegeſſen werden, noch vor den Hunds- tagen wachſen, ſo hat man ſauren Wein zu befürchten, (Dieſe Schwämme kommen ſrüher, als ſonſt zum Vorſchein, wenn'viele Näſſe herrſchet, welche aber der Reifung des Weines beſage Nr. 13 ſchadet,) I5. Findet man um Bartholomäi(nach der alten Zeit) bereits reife Weintrauben, ſo hat man ſüſſen Wein zu hoffen, 16,' Wenn die Tage um Laurentii und Bartholomäi (auch nach der alten Zeit) ſchönes Wetter haben, ſo hoffen die Bauern einen guten und ſchönen Herbſt, Fallen aber um ſolche bereits Reife ein, ſo ziehen ſie die ſpäte Saat( das ſpätere Säen) der frühen vor, weil ſie noch warmes Wetter wieder erwarten, 17. u Auf einen frühen Herbſt und einen gelinden Win- ter folgt gemeiniglich ein trocfner und kalter Frühling, der 192 Zweytes Kapitel. der das Wachsthum ſehr zurükhält. So war es im Jahr 1741. (Dieſe Bemerkung iſt von Dühamel, und ſie iſt in der Folge mehrmals beſtätiget worden. Die fol- genden ſind von Toaldo, und ſind gleichfalls bey uns öfters richtig zugetrofſen. f IS. Iſt der Winter kroen, ſo wird das Frühjahr feucht ſeyn z auf einen naſſen Frühling und Commer folgt ein heitrer Herbſt; auf einem heitern Herbſt ein naſſes Frühjahr; mit einem Wort, die Witterun- gen der Jahreszeiten alterniren und vergelten ſich) wech» ſelsweiſe ihre Abweichungen vom Gewöhnlichen. (Mit dieſer Obſervation müſſen die Leſer diejenis« gen vereinen, welche oben vom Canzler Haco ange- führer worden. Jc< füge nur noch hinzu, daß wir, nach meinen Beobachtungen, auf einen ſchönen kla- ren Herbſt vielmals bey uns einen windichten Win- ter, und auf einen warmen feuchten Herbſt einen lange wierigen Winter gehabt haben.) 19. Wenn die Blätter im Herbſt ſpät abfallen, ſo be deutet es einen naſſen und rauhen Winter(ſo war es im Jahr 1774, wo Anfangs das Wetter ſo rauh ein» fiel, nachher aber wieder gelinde wurde,) vermuthlich . wegen der Südwinde, durch welche die Feuchtigkeit und die Wärme länger anhalt; wogegen im Winter der Nordwind regieren muß, der Kälte mitbringt, die deſto empfindlicher und lebhafter iſt, je mehr ſite noch Feuchtigkeit vom Herbſte vorfindet. So war's in den drey harten Wintern, die jeder 30 Jahr von einan- ber abſtehen, 1709, 17408 und 1779, Baco (it ſ m'e ſevid harte Em man dieſe pe nige| no den; Früh trody ( ſen, dut Hihy ſhmt d(eg| [49] Janne Yu It eg" nd ſie jj Die ſy beu übjeh > Om bſt el Efeu Weh en, diefen ) anf ß wit, n flgs Wine (ang: Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 26, 153 Baco von Verulam merkt an, und auch die Bau- ern ſelbſt, daß, wenn der Weisdorn und die wilde Ro» ſe viele Früchte anſeßen, ſo drohe ein grauſamer und harter Winter; weil dieſes ein Zeichen iſt, daß der Sommer naß und wenig warm war.| (Mit dieſer Bemerkung des Toaldo vergleiche man gleichſalls eine unſrer alten'Bauerregeln, die in dieſer Beziehung oben beygebracht worden. Jm Jah- re 1783 harten wir in hieſigen Gegenden eben ſo we- nige große Gartenhambutten oder Roſenäpfel, als noch wenigere Feldhambutten, oder Früchte von wil« den Roſenſträuchern, nachdem die erſte Hälfte des Frühlings kalt und trocken, die andre aber noch mehr trocken geweſen war.) | 209.; Laſſen ſich die Strichvögel frühzeitig im Herbſte ſehen, wie im Jahre 1765, 1766 und 1774, ſo be- deutet dieſes ficher einen kalten Winter, weil es ein Zeichen iſt, daß die Kälte in den nordlichen Gegenden ſchon eingefallen i ſt. (Auch an dieſer Bemerkung des Coaldo findet man eine Beſtätigung derjenigen, die vorlängſt von Baco gemacht, und oben angeführet worden.) . 21.| Donnert es- im November oder December, ſo glaubt der. gemeine Mann insgemein, daß man noch gutes und warmes Wetter hoffen könne.(Dieß traf im Jahr 1974 nicht zu.) Aber wenn es ſehr früh donnert, ehe die Bäume im rühjahre noch Blätter haben, ſo darf man immer noch Kälte erwarten, Ties trug ſich 1765 in der Schweiz zu, da es im Jänner donnerte, und 1770 in der Lombardey- 5Saugvrgter 11. Band. N(Auch „mv'| "Ww 194 Ziveytes Kapitel. (Auch dieſe Bemerkung des Toaldo hat ihre Be- währung unter den Bauern in Brandenburg und Sache ſen, welche ſagen, daß der Donner, der über die kah- len Bäume im Frühjahre geht, nichts Gutes bringe. Aber auch im April, wenn ſchon das Laub ausgebro- e(Himmelsgegend) er ſigt, und wie er die Luftin Bewegung ſeßt. Denn wie die Luft an ſich iſt, ſo iſt anch ihre Würkung, wenn ſie der Wind bewegt, gleichviel, woher er bläſet. Daher kann der Wind aus milden Een Schärfe, und aus ſcharfen E>Xen Milde und ein „leidliches Weſen bringen. Hat ſchon der Nord- weſtwind nichts als Gift und Bitterkeit, ſo führt doch bisweilen der Wind aus öſtlichen Theilen in der Luftbewegung etwas Günſtiges und Un- ſchädliches. ER: Geht der Wind im Frühling viel aus den ſüd» lichen Gegenden, ſo iſt die Luft gern warm dabey z; bläßt er aus den öſtlichen, ſo iſt ſie nicht ſo mil» dez; und, wenn er ſeinen Stand in Nordweſt er- wählt, ſo iſt das Herbe und Schädliche da; und je länger das bey einer Trockenheit anhält, deſto widriger iſt der Erfolg. Allein das kommt nicht N ß votrv 2062 Zweytes Kapitel. vornehmlich von der Gegend her, aus welcher der Wind kommt; denn man findet oft, z E. im Win- ter, daß von Süden ein ſo kalter Luftzug hervor- bricht, als aus andern Gegenden. Der milde und ſcharfe Luftzug wird oft in gewiſſen Landſtri» dhen beybehalten, und vom"Winde nur hin und her geführet. Z. CE. der Wind hat ſeinen Stand in Süden, und die Luft har eine reine milde Art. Er dreht ſich, und beſucht au eine kurze Zeit die norvweſtliche Gegend.- Alsdenn bricht von daher nicht die gewöhnliche Schärfe, ſondern es fömmt mit dem Winde von daher: eine Mitderung her» vor. Hingegen wenn der Wind in der erſten Frühblings5zeit im Nordweſt wohner, und die Luft ſcharf iſt; ſo iſt, wenn er ſich gleich nach Süden drehet, keine Milderung zu hoffen, weil er die an ſich falte 2uft zurücktreibt, und damit den einge- ſchränften Landſtrich zu beunruhigen fortfahren muß. Es offendart ſich alſo im Frühling jähr- lich ein aus unvefannten Urſachen herrührendes Luftgeſez. So, wie nun dieſes der Schärfe und Milde nach iſt, darnach äuſſert ſich auch die Würkung auf den Landſtrichen unſrer Erdkugel. Daher kommt es, wenn in einem Sirich eine mil- de, in einem andern eine ſchärfere Witterungsart herrſchet. Geht bey tfroFfenem Wetter der Wind aus Süd oder Weſt, jedoch tro>enz ſo verſchönert ſich das Gras, die Kraft der Felder iſt recht an- muthig und lebhaft, es fällt ein ſchöner herrli- en. Aus ſeinem Etande läßt ſich auf ſeine ZWurkung, d. i. auf Trockne oder Feuchte, auf Schärfe oder Mitde ſchlieſſen; man muß gber dabey die eben berührte Beſchaffenheit der Luft, welche er in&ewegung ſeßet, vor Augen haben. Erwählt er um di Zeit der Tag« und Nachtglei- che feinen bleibenden Stand, und iſt die Witterung vermiſcht, ſo behält er dieſe Gewohnheit; ſo wie man h'ngegen in der trocknen oder feuchten Wit» kerung ſagen fann 3; er wird in Zufunft aus dieſer oder jener Gegend eine Zeitlang ſich hören laſſen. Bey der feuchten Witterung, beſonders im Esmmexy, wenn hier oder anderwärts in Süden ſchwere Donnerwetter waren, iſt der Wind in ſüdlichen oder weſtlichen Gegenden. Je nachdem im Frühling der Wind vorzüglich in einer E>e wohnt, kann Nordweſt eben ſowohl, als Süd- weſt Regen geben. Die öſtlichen Theils, die mehr zum Trocknen geneigt ſind, geben, beſon- ders im Sommer, Waſſer zu allen Zeiten, und das, was ſie geben wollen, auf einmal, wiſſen aber auch nach ihrer Gewohnheit wieder aufzuhö« een. Der Regen aus ſüdlichen Theilen in Ge- meinſchaft mit den weſtlichen iſt nach den Umſtän» den ohne Donner ſehr ſchön, mit Donner biswei- fen ſehr ſchwer, auch wohl ſchädlich. Süboſt lieber | | Einfluß der Witterung auf die Gewächſe26, 255 AEN liebet das Sanfte und das Anhalten im Regnen. Mie; j Die oſt- und nordliche Ecke iſt im Sommer eben vs 4 ſv, aber im erſten Frühling und Herbſt mit eini« jh 9 ger Strenge vermiſcht. Nordweſt giebt ſelten, n 8 auſſer im Sommer, einen Regen von freundli» | 4 M her Art. Uebrigens kann der Wind den Regert ew auf verſchiedene Weiſe geben in Anſehung des en mißdo Menge und des Fallens.== „auf ſen- ec) Der Retzen nimmt auf eine Zeitlang Gewohn« Ie heiten an im Fallen, ob er ſtark oder mäſſig, ſtille muß ahn oder mit Ungeſtüm, in großen oder kleinen Tro- | der uf-pfen fallen will; desgleichen auch) aus was für Een en oben, der Wind ihn herführet, wie eben bey dem Win» Nachtglis de gedacht worden. Bitterung Wenn bey den erſten zwey auſſteigenden Gewit= t; ſomit terwolkenſammlungen und Donner an einem Orte fett Wife fein, wenig, viel Regen fällt, und wie er fälltz 118 dieſer- ſo verhält es ſich mit der Menge des Regens und (laſſen,- des Art des Fallens den Frühling und Sommer | über. ders im Sewirterregen ſind nur fruchtbar, wenn ſie 11 Süden zu rechter Zeit(nicht aber im März und Aprit) Wind it-. und in rechter Ordnung kommen. nechden Auch die Sonnenblicke nehmen gewiſſe Ges ner Ee wohnheiten an, Die Sonne kann den ganzen 8 Eid Tag ſcheinen, oder der Sonnenſchein in der More (le, dit genftunde da ſeyn, oder erſt nach 10 Uhr More ', beſt gens erfolgen, oder gar nicht wahrgenommen in, un- werden, Sie kann Morgens und Abends fret 1 wiſſen- und rein auf- und untergehen.“ Wie ſich hierinn auſzuhö des Tages Wetterlauf endet, ſo will er wieder den „in Gv andern Tag ſeinen Anfang nehmen.' Umſiäte d) Hieher gehöret auch der, gewiſſen Jahreszei- bignii ten und WMonatben eigene,-Hantg und natürliche Gif Lreigung- Sv iſt die erſte Frühlingszeit ihrer Nia- liebt| 5. j << 2 TAZ UM UMINEN(M, 206 Zweytes Kapitel. kur nach mehr naß a!s troFen, die lezte aber mehr trocken als feucht; der Sommer aber, oder die Zeit nac) Johannis iſt geneigter zum Feuchten, als zum Trocknen. So hat jeder Srühlingsmonath ſeinen nach der natürlichen Ordnung ihm beywohnenden, Grad der Kälte und Wärme, und der Natur nach ſoll allemal jene ab- und dieſe zunehmen, Bey den Herbſimonarben iſt das Gegentheil. Darinn muß allmählig die Wärme ab- und die Käle te zunehmen. W18 hierinn die natürliche Ordnung über'hreitet und ihr zuwider iſt, zieht widrige Folgen nach ſich. So bringen Donner, wenn ſie in den er- ſten Frühlingsmonathen, März und April, worinn nach der natürlichen D-dnung ein gewiſſer Grad von Kalte herrſchen muß, ſich mit einmiſchen, große Un» ordnung in den ordentlichen Witterungslauf. Jeder Donner überſchreitet vor ſeiner Entwitke- lung die Stufen der Wärme; er iſt mit einer, zu der Zeit übertriebenen, Wärme verbunden. Die loket den Wind nach den ſüdlichen Theilen, Bleibt er da ſtehen 3; ſo kommen gern wiederhohlte Donner, und widrige heftige Waſſergüſſe mit iönen. Streiten aber Kälte und Wärme mit einander," ſo wird gemeinig- lich die Witterung unordentlich und ſchlecht.- Ge- ſchiehts im April, ſo verkriecht ſich die Kälte, aber nur auf eine Zeitlang, und bricht hernach, wenn der Donner vorüber iſt, deſto ſtärker wieder hervor. Je öfter es nun donnert, deſto ſchädlicher ſind die Nach» wehen in Nachrfröſten; ja es ſind, wenn's im April donnert, ſtarke anhaltende Nach'fröſte bis in den Ju- nius hinein zu vermuthen - Uebrigens iſt noch zu merfen, daß, wenn eine Jahrszeit, die an ſich tro>en zu ſeyn pflegt, feucht; und eine andere, die gern feucht ſeyn will, trocken wird, ſolche | | Ei) ſid Fung gund licht ſich" At beny dieſs boſe zw 9m, um unt), -- ber te KM ber mh t die Zeit , Ws jun n nad by Grad dy allem jegenthal ) die Fh Ordnuy ge Folgen In den es , worn rad vo roße Uw Fntwiche '; zu der ee lodet bt er da et, un) eiten abet Jemeinig: Or fe, ahn enn de '".. Je ) Noche 1 Apri en u hn ein feucht n wit), ſole Einfluß der Witterung anf die Gewächſe:c. 207 ſolche zur ungewöhnlichen Zeit eintretende Wiktte« rungsgewohnheit, welche wider die natürliche Nei- gung der Jahrszeit ihren Lauf einrichtet, deſto bedenk- licher ſey, eine Hartnäckigkeit gleichſam habe, und ſich nicht wohl verändern laſſe. Wobey man doch noch Acht zu geven hat: ob und was für würfende und Ne«-' benurſachen ſich dabey einſiellen. 2) Alle dieſe Gewohnbeiten erlernt man, wenn dieſe Regel zum Grunde gelegt wird: Was in den, beſonders Nr. I. 2. angezeigten Zeitpunkten ein- oder zweymal geſchiehet, das ſoll zur Gewohnheit werden.= IIL.. Die trockene Witterung fängt an, - 2) ſich zur Veränderung in die feuchte zu nei» gen, indem ſie gewiſſe Vorſpiele vorangehen läßt. Der Schein der Sonne wird, beſonders bey ih- rem Untergange, vermindert; ſie geht nicht rein unter. -- War die nördliche Seite des Himmels währen« der trockner Witterung blank, d. i. hell und glänzend, rein von Wolken, und hatte die röthliche Farbe gern die Oberhand, ſo verliehrt ſich nunmehr dieſe nördli- cle Blänke in ein ſchwarzes Wolkengewebe, Die YWDolken, welche zuvor hoh gingen und aſch» grau und weißlicht waren, fangen an niedriger zu ge- hen, ihre Farbe ändert ſich merklich, und erſcheint|. nunmehr ſchwarz und blaß. Der Wind, nimmt einen andern Stand, und hat vor, die Veränderung durch ſeine Beyhülfe zu unter- ſtüßen. Ie plößlicher nun der Wind ſeinen Stand in einer gegenſeitigen E>e nimmt, und auf eine ſchwülige Hiße ein ſchweres Gewitter erfolgt, deſto näher iſt die Witterungsveränderung vorhanden. Die würkliche Anderung geſchieht nun durch ein Gewitter. Man kehre ſich alſo an nichts, ſo lange man nicht gewiß aus den unten beym Donner vore om» [] 6, M" 208 Ztveytes Kapitel, kommenden Merkmalen ſagen fann: jeßt kommt ein Gewitter. , Iſt der Himmel des Abends im Frühling und Sommer wolkenfreyp; ſo fällt gewiß in 3 Tagen kein Regen, auſſer die Luſt ſey ſchwül, da eine abgeriſſene Donnerwoike herüber getrieben werden, und Regen geben fann. Iſt der Himmel wolkicht und bedeckt, ſo darf man der Gewohnheit trauen, daß es auf morgen tro» fen bleibt, auſſer es ſey die Luft ſcung im Norden droht nichts, indem ſie in der trocknen Zeit nichts Bergichtes bey ſich führet. Jn der trocknen Zeit iſt alles gut, in der feuchten alles ſchlecht, in der vermiſchten alles zweifelhaft. b) Die feuchte Witterung, welche off 1) und zwar gemeiniglich im Sommeriayfe, nach einer langwie- rigen Dürre, mit einem ſtarken all;emeinen Donner« wetter, 2) oft aber auch, nämlich im Srühling und Herbſt, auch ohne Donner entſteht, und lang an- Hält, hat ihre Vlerkmale, Dieſe ſind, ſo lange ſie da iſt, folgende: 1) Der Wind iſt, beſonders im Sommer, wenn hier oder da ſchwere Gewitter im Süden waren, in den ſüdlichen oder weſtlichen Ecken oft mit untermiſchten Donnerbewegungen, wie denn oft ein Streifdonner ſich mitder bereits eingeriſſenen Feuchtigkeit vereiniget und ſie vermehret. S, Nr.11. 1. Der Windkann mit der Sonne laufen, und es kann doch regnen. 2) Die Sonne geht nie rein unter. Je früher ſie morgens ſcheinet, deſto unſichrer hofft man beſſer Wetter. Unter Morgen-und Abendglanz ſteckt falſche Hoſſnung verborgen. Hausvater Il, Band,- V) 3) Zuk NN W| 4 210 Zweyntes Kapitel, 3) Zur Abendzeit erſcheint im L7orden eine ver» dickte Abbildung, d. i. ſchwarze und blaſſe Wolken- bildungen.(Wolkenſammlungen.) Der Wolkengang wird niedrig. Zur Abendzeit ſpiegelt ſich am Hime melsrande die Geſtalt der Wolken höckericht und ber- gicht, auch feurig ab. Die ſchwarze und ſchwarzblaſſe Farbe der Wolken nimmt überhand; die feurigen Stri- -e. Z. EC. gienge viele, ſogar ſchwulige Hiße vorher; hörte man einige leichte Gewitter ohne Veränderung, die ſich mit einem allgemei- nen ſchweren Gewitter endigten: ſo kann die feuch- te Witterung ſo lange, als die Vorſpiele, dauern. Sonſt ſind die zuerſt angenommenen Gewohnhei- ten der Witterung der Grund dieſes Urtheils«» Ein ordentliches allgemeines Donnerwetter zieht gern eine allgemeine und langwierige Feuch» tigfeit nach ſichz3 ein beſonderes aber bringt wohl ſtrichweiſe einige Tage lang einen Windbraus . Regen, aber hernach klärt es ſich wieder auf,: cc) Bald E | nN eine viv| ſe Wolly| Velen ) am Aw It und iy| war rigen Ey Ätigfeitd uthen ten Dh Johne "teljahr u) eiſe; ſo bb erſten Eiv folgenden x) eint orhergehen x Feuchtip x ſOwily te Gewittt 1 allgem m die feu) Ne, dau jewohnht" new ige Fru! ring u) Pindbras ich md 6c) Zul) Einfluß der Witterung aufdie Gewächſe 2c. 21x cc) Bald reinittt ein Sturm den. Himmel, bald endigrt ſich die feuchte Witrerung mit einem ſu/we- ren Waſſerfall, oder der Wind verändert ſeinen Stand im Ernſt. Wenn dergleichen etwas ge- ſchieht, ſo hat ſich alles am Himmel verändert, C); Unter den Vorboten der Veränderung ſind 1) berrüglich, wenn zwar der Wird anfängt - mit der Sonne zu laufen, aber doch die e5onne da- bey nicht vein untergeht, die nordliche Gegend nicht wolfenfrey werden, und das HöFerichte in den Wol- ken ſich nicht verliehren will,| Oder, wenn es aufhellet, und die Sonne frey un- forgehr, aber die blaue Himmelsfarbe niht rem und durchſichtig iſt, der Himmeler3nd verkrochen und ſich nebelmäſſig abbildet, und die Sterne groß und dabey blaß erſcheinen. 2) Wahrſcheinliche gute Vorboten ſind: aa) Wenn der Wind aus ſeiner gewöhn ichen Waſ- * ſerecfe in eine gegenſeitige E>? wechſelt; bb) Wolken, die ſonſt viel Woſſir geben, merk- lich weniger geben, die höFerichte LWoikenab- bildung zur Abendzeit abzunehmen ſcheint, die ſchwarzblaſſe Wolk-nfarbe abnimmt, und die aſchgraue und weißlichte Farbe dagegen zunimmt, ec) Ein mit dunfler Luft verknüpfter ſtarker Waſe ſerguß zur: Nachtzeit: dd) Wenn die Witterung, obſchon in Verſuchen von kurzer Dauer, ihre Gewohnheiten durch den Wechſel des Windes u. ſ. w. ſucht abzulegen. 3) Gewiſſere gute Vorboten ſind? 23) Wenn der Wind plößs ich aus der angewöhn- ten Waſſerecke in eine gegenſeitige C>e wechſelt, und nicht wieder ſoba!d in die alie zurüktchrtz O2 over 212- Zweytes Kapitel. oder wenn er mit der Sonne umläuft, und noch folgende günſtige Zeichen hinzukommen. bb) Eine rein untergehende Sonne. ec) Cine reinere Himmelsfarbe.| dd Cine höhere Zufr, d. i. eine reine ungehinderte Durchſicht nach oben hinauf. ee) Die Erſcheinung der nordlichen Blänke, die aber, wennnicht die andern guten Anzeigen zugleich da ſind, nichts verſpricht. ff) Ein ebner ſchwarz- jedoch aſchgrauer und weiß- licher Sinmneisrand. (Dieſes iſt ſo zu verſtehen, daß der Himmels- rand mehr aſchgrau als ſchwarzgrau ſich zeige.) gg) Eine aſchgraue und weißliche Farbe in den Wolken.|/ (No kann man, wenn einige der nur benann- fen günſtigen Anzeigen zugegen ſind, einen ſtar- ken Nebel in der Sommerzeit vornehmlich unter bie Vorboten des Uebergangs zum trocknen Wet- ter, mit rechnen, wenn er nämlich nach einer lan- gen Mäſſe des Nachts ſich erhebet, und einige Stunden nach Sonnenaufgang fortwähret, aber dabey auch nicht in die Höhe geht, ſondern gän- lich niederfällt. Woer nicht in den Frühſtunden während ſolches Nebels ausgehen will oder kann, um ſich von dem zur Erdeſinken des Nebels im Graſe zu überzeugen, der darf nur zu dem erſten “dem beſten Baum in der Nähe hingehen, um deſs» ſen Blätter anzuſehen oder anzufühlen, ob ſie naß geworden ſind, oder noch werden. Dieſes Merk- mal des fallenden Nebels iſt von mir in Vereini- gung mit der Lüdersſchen Theorie nun ſchon in fünf Sommern richitg befunden worden.) c) Die vermiſchte Witterung iſt von verſchie dener Art. Sie kann 1) ihren 2auf einrichten 23) in “ Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 213 un) W| aa)-in ſtiller Ordnung, ohne Donner, und iſt | dem Landbau überaus vortheilhaft, wenn ſie in |- und nach der Saat einfällt:, | bb). Oder ſie hat bey ſich ſtreifende Donner, und gehinbey treibt die Fruchtbarkeit noch höher; doch iſt ſie ſante N| mit Donner nur gut nad) der Pflugzeit und vor 594 der Aerndte 3 mehr ſchädlich aber als nüßlich in n zuglah der Säezeit und Kornärndke: / cc) Oder ſie hat eine untermiſchte Windeebewe?- 0 gung, webey man ſich nicht zu beſchweren Ur» Himmt ſach hat, M Sie kann 2) die Gewohnheit annehmen, daß es- EIN alle Tage regnet, und gleichwohl die Sonne dabey ſcheinet, oder nach einigen ſchönen Tagen erſt ein DA Regen fällt. nen ſtats Sie kann 3) guter aber auch ſchlechter Art ſeyn. d) unter Guter Art, freundlich und fruchtbar iſt ſie, wenn die nm Bet Luft gut und milde iſt, d. i. ihre Reinigkeit und Wär- ie lan: me der Jahreszeit gemaß iſt, ſo, daß ſie ihre Stu- d einige fen nicht übertrite, mithin ordentlich iſt. Es iſt we- vet, abet der ſchädliche Kälte, noch ſchwülige Hiße dabey. dern jaw Alsdenn macht ein öfterer Wechſel von Regen iOſftundir und Sonnenſchein, mit oder ohne Donner, das frucht- vet far, barſte Wetter. Der Wind iſt meiſtens im Südweſt, „bels M und wenn er ſchon in eine andre E>e fladert, ſo be- neren hält doch die Luft ohne merkliche Veränderung ihre (deb Milde und Lieblichkeit. ie naß(Von dieſer Art war die Witterung im Frühjah- 5 Mert: re bis an die Mitte des Auguſts im Jahre 1750, und Vereint die daraus entſtehende Fruchtbarkeit der Erde war in on in der Mark undin Sachſen ſo groß, daß dieſe einzige Jah- resärndte zwey andern Aerndten gleich kam, weßhalb die Bauern feinen Plaß ia ihren Scheunen und Heu- böden hatten, ſondern im 27 ſogenannte Miethen verſchit n /, 23)|) 3 oder. == idr - egmaanemmne- GGS GEBE GEE TGL GGC mE ene RE II mm HERE 10545 GIE. enen ie <- [] ; 047 00 M OWIE„" 214- Kapitel,- oder Schober aufſeßen mußten. Ein einziger Bie« nenforb harte'o viel Honig, als zwey andre in guten Jahren. Dieſe vermiſchte Witterung guter Art, wel- t untergeht: bb) Die Abſchilderungen vom Regen am Himmel von mäſſiger und gelinder Art ſind, ſich zwar des Abends im Süden und Weſten erböhete Wolken ſehen laſſen, aber ihre Sarbe nicht ſchwarz blaß iſt, ſondern mehr ins Aſchgraue fällt, wie denn bey feiner andern Witterung mehrere weiß- und gelbliche Wolken von dieſer Farbe ſind. cc) Nach der in dieſer Zeit herrſchenden Gewohn- heit geht oft kein Wind 3 oft weht derjenige, det in einer feſtgeſeßten Ecke zur Mode geworden« 2) In Abſicht auf die oben angeſührte beſonde xe Arten der vermiſchten Witterung giebt es dieſe Merkmale. TJſt 2) ein ſtreifender Donner von guter Att die Urſach der vermiſchten Witterung; ſo zeigt es einen morgen fallenden Regen an, wenn, wie es gemeinig» lich geſchiehet, einemäſſige Abbildung davon beym Un- Lergehen der Sonne zu ſehen iſt. Doch i ſt dieſer Streife donner von kurzer Dauer, und deſſen Vorbereitung und Abbildung oft eben fo goſchwind. Er hält gern aus Süden und Weſten über die Gegenden, die er bes rühret, einen geraden Zug. db) Wechſeln Sonnen- ſchein und Regen ohne Donner ab; ſo zeigen zur Abendzeit im Süden und Weſten einen Regen auf Morgen gern vorher einige Merkmale, 3. E. mäſſige zugeſpißte Wolkenerhöhungen, an. Wechſelt 23) Regen und Sonnenſchein rägzlich ab, ſo zielt die Wolfenbildung zur Abendzeit im Süd und Weſt immer auf Regen. b) Fällt erſt nach eini tzen Tattien ein Regen, ſo ſind die vermiſchten Kenn zeichen des Trosknen häufiger da, als des Feuchten. O4 Bey 216 Ziwveytes Kapitel.- Bey der zutarrieten vermiſchten Witterung iſt der Strand des Windes ſchon angezeiget wordem, Sind ſtreifende Gewitter dabey,, ſo ſieht man derſelben ge- wöhnliche Merkmale oft Abends vorher im Südweſt, oft Yurz vorher. Iſt kein Donner dabey, ſo iſt dieuft rein und flar.. Aber wenn.ein Regen kommen will, zeigen ſich gern Abends vorher im Südweſt einige ber«- gichte Erhöhungen der Wolfen. Den Erfolg. davon bcurtheilt man nach der in dieſem Stück zuerſt ange nommenen Gewohnheit,| Bey der ſchlechtartigen vermiſchten Witterung iſt oben der YWind und die Luft ſchon angezeigt worden. Das Feuchte wird vorbedeutet, indem die Sonne ſelten rein untergeht, der Himmel des Abends-nie recht- frey' von bergichten Wolkenerböbungen wird, und die Farbe der, in ziemlicher Menge herumtreibenden, Wolken mehr als gewöhnlich ins Wäſſerichte fällt. Eine trockne Abwechſelung erfolgt, wenn die Luftordnung untermiſchter Weiſe ein gutes Anſehen. gewinnt; die Sonne bisweilen gut untergeht, und die Wo!fen häufig blaßweiß,- mit dem Aſchgrauen ver» miſcht, erſcheinen. d) Der Donner hat auch ſeine Merkmale. 7) Die Vorbereitungen darzu ſind folgende: 22) Gruf:nmäſſige Wolkenberge, die ſich als ent- fernt vorſtellen. Nehmen an. einander hängende ſchwarzblaſße Wolken, die wie ein verbundenes Gewebe ausſehen, den Rand des Himmels im Südweſt ein, ſo folgt;ein ordentlicher. Donner. Dergleichen Wolfen in allen andern Himmelsge- genden bedeuton nichts. bb) TJſt die Luft zur Abendzeit ſc. Der ſtreifende Donner giebt ſich gern zu er- kennen durch eine ſchwarzblaſſe Abſpiegelung aber '::2 gon fleinerer Art, welche bisweilen mit der uns tergehenden Sonne Abends vorher, oft erſt des' Morgens, jä auch erſt Mittags erſcheint, wenn - der Donner gegen- Abend erfolgen ſoll. 2) Der ordentliche Donner nimmt ſich Zeit, die“ exforderliche Nähryng, d. i. den Donneranſaß zu ſamm«- lenz; er ſchildert ſich dur>, und bey übrigem klarem Himmel in der blauen Farbe das Waſſerreiche vermiſcht; ſo darfman nicht auf 12 Stunden vor Regen ſicher ſeyn, j Man hält die ſchywarzblaſſe Wolken ſär weich, d. i. waſſerhaitend und gebend; die'«ſchggrauen aber und weißlichen für hart, d. i. troFen, wiewohl dieſe ebeit ſowohl als jene in feuchter Witterung Waſſer ge=' ben, da ſodann die Feuchtigkeit ihren höchſten Grad' erreichet hat. H - 2) In Abſicht auf die Geſtalt deuten die ſtufen- mäſſigen Erhöhungen oder dergleichen bergichte und' dabey ſchwarzblaſſe Wolken im Südweſt auf ein Gez. witter. Je mehr in der feuchten Witterung ſchwarze? und blaſſe, aber zugeſpißte Wolfenſammlungen ans: Rande des Himmels im Süd und Weſt zur Abendzeit: find, deſto gewiſſer dauert das feuchte Wetter. Ragt ein ſtufenmäſſiges bergichtes Wolkengebäude hervor5? ſo ſteckt, wenn die Witterung eine donuermäſſige Ge- wohnheit angenommen hat, bisweilen ein Donner darinn, zuweilen aber ein heftiger Wind; am gewiſs feſten bleibt Regen und fällt mit Ungeſtüum« Sind die hervorragenden ſchwarzblaſſen Welken gleichſam kes 'gel= und ſtrumpfmäſſig; ſo bringen ſit gern heftige und plaßende Regengüſſe, beſonders wean in ſolchen zus" geſpißten Wolkenbi!dungen das Röchliche und Gelblis- he mit unterläuſt, da ſodann die Wuth des Gewitters wohl aufs höchſte ſteigt. dn --- Ueberhaupt deuten bergichte, zugeſpißte ſchwarze blaſſe Wolken auf Wind, Regen und Donner; die glatte, zugleich aſchgraue und weißlichte aber trocknes Wetter Fallen ſie ins Dunkelblaſſe und Gelbkichte, oder ſchildern ſie fich in der Ferne nord- und öſtlich in gleich) ähnlichen, jedoch mäſſig gethürmten, Bilduns EE gen „'"% yp) 220 Zweytes Kapitel,'; Hen ab; ſo zielen ſie im Frühling und auch ſonſt auf Falte Luft, geben bisweilen auch wohl ein wenig Ha- gel und Regen; weiter bedeuten ſie nichts. So lange dieſe ſich abbilden; hat.die Luft feine Milderung zu Hoffen.; - 3) Je nachdem die Wolken an einem Orte des Himmels ſind, iſt auch ihre Bedeutung verſchieden, Sie können a) am Rande, b) weiter oben, c) in Nor- den, Südweſt u. ſ. w, ſeyn. Das erſiehet man aus, dem vorhergehenden. Z. EC. ſo bedeuten Donnerab- bildungen nirgends etwas, als im Südweſt; und ſo, deuten Wolken. im Norden beſonders auf ſchlecht Wet- ter.; So iſt die-Geſtalt der Wolken am Rande des. Himmels von. wunderlicher Art, bey der. tronen glatt. Berczichte Erhöhungen zur Abendzeit in dey weſtlichen Ecken laſſen Regen, dergleichen in 6ſtli- chen Een unluſtige Kälte beſorgen. IL. Man muß bey der Deutung dieſer Witte» rungszeichen die Hauptgewohnheit der Witterung, ob ſie feucht, troFen, vermiſcht ſey, immer vor Augen Haben.- Es Fann eine gleiche Bildung.und Farbe der Wolken einen widrigen Erfolg annehmen, wenn eine Klaſſe der Witterung in die andre, z. E. die trockne in die feuchte übertritt. 111. Je riefer zur Abendzeit und ſonſt die Wolkene bildungen ſtecken, deſto langſamer iſt der Erfolg. Je höher ſie ſich aber am Himmel zeigen, deſto ge ſchwinder iſt auch ihre XWürkung, Gemeiniglich muß aus den ſiufenmäſſig bergicht hervorragenden Wolken innerhalh 1 2. Stunden das Ungewitter her- einbrechen. -D. Die Entdeckung der Witterung. 1. Bey der Aufſuchung der künftigen Witterung Hes Jahres geht man. ſo zu Werke, daß man x) erſt« jede% beſchaf uf den Welches| Mu Imme Mann 0 ind zu d vorneh Donn aus de Dette ien Au 1 k, Funpal 9) Nach Mär Dieſe folgend ) ſonſt uy weni, 3% (Eo any ier; N " Orte by ver ſchien 'c) in Nu |: Man(yy Donner ſt; undj lecenfraß u. f. w. leiden kann, da un» tordeſſen alle andre Gegenden ſehr gutke Aerndten haben können. So. war es z. B. mit den Mayſröſten im Jahre 1781. Dieſe giengen nur ſtrichweiſe von Sach» ſen durch Brandenburg dis in Pommern und Pohblen hinein. Der in dieſem Jahre durch die Nacht- fröſte verdorbene Roggen konnte vor ſeinem Unfalle nicht beſſer gewünſcht werden. Ohne dieſe Nachtfrö- ſte hätten die Gegenden unter dem Froſtſftriche in-ei- ner Periode von 10 Jahren ihre allerreichſte Aerndte . gehabt, ſo wie ſie es auch würklich in allen den Gegen- den war, welche der Froſtſtrich nicht berühret hatte,) Man muß die Quartale, d. i. die vierten Tage ſowohl vor, als nach dem Neu- und Vollmond, be- obachten. Beſonders iſt der vierte Catz des Mondes be- deutend, und Virgil nennt ihn einen ſichern Pro pheren. Wenn der Mond an dieſem Tage ſeine Hör- ner flar und deutlich zeigt; ſo iſt es ein Zeichen, daß keine dide Dünſte in der Luft ſind; daraus kann man auf gutes Wetter bis auf den vierten Tag vor dem Vollmond, und zuweilen auch auf den ganzen Monath ſchlieſſen. Das Gegentheil iſt zu befürcnes Wetter, oder Nord- und Oſt« wind, im andern aber Regen, oder Süd- und/Weſt« wind erwarten kann. Noch mehr aber nußen die Ba= rometer, wenn man die wohl verſtandenen und in ſei» nem eigenen Lande beobachteten, Bewegungen deſſele ben mit den Beobachtungen der Winde und andern befannten Zeichen, wie ſolches im Wittenbergiſchen Wochenblatte vom Hrn. Titius rühmlichſt'geſchiehet, vergleicht, und ſodann an ihnen noch gewiſſere Anzeie gen für die Veränderung ſowohl des guten, als des ſchlechten Wetters, haben fann, Es ſollte aber der gemeine Mann von dem Stei- gen und Fallen des Queckſilbers lernen, was ſchwere und leichte Luſt iſt.- Denn es iſt nicht wahr, wie ex immer noch glaubt, daß die Luft bey einem wolkichten, feuchten und regnichten Dunſtkreiſe ſchwerer ſey 3 ſie iſt vielmehr alsdenn, die Urſachy ſey anch welche ſie wolle, leich [ | | | | 238 Zweytes Kapitel, leichter. Es würfkt aber die leichtere Luft, welche "durch das Fallen des Barometers angezeiget wird;- „weit ſtärker auf fiüſſige Körper, wie man z. EC. auf den Gebürgen, wo die Luft leichter iſt, wahrgenommen, Haß das Waſſer bey einem geringen Grad von Wär« me ſiedet. Kömmt nun eine verhältnißmäſſige Luſt« wärme zu ihrer Leichtigkeit hinzu, ſo hat man daran ſofort die Anzeige einer fruchtbaren Witterung, wie fürs Pflanzenreich überhaupt, alſo auch beſonders für eine gewiſſe Zeitperiode, innerhalb welcher man das Gedeihen dieſer oder jener Frucht blos aus dem Wet» ferglaſe beurtheilen kann, nachdem man weiß, was eis ne gedeihliche Witterung bey der Saat, ihrem Auf« gange, Beſtauden, Schoſſen, Blühen u. ſ. w., ver- möge. - Esiſt am beſten, wenn der Barometer in der Freyen Luft, und vor Regen geſichert hängen kann, weil er in eingeheizten Zimmern nicht genau die Luft- ſchwere zeiget. Wenn die Wettergläſer auſſerhalb eis ner abend- oder mitternächtigen Seite der Wand. hän« gen, ſo kann hieſelbſt die Luft mik ihrer Schwere ſatt- ſam auf ſie würken. Noch iſt in Anſehung der Leiter, oder Scale, welche nichts anders, als eine Abtheilung nach Zols- len und Linien eines befannten Fußes iſt, zu wiſſen, daß die mehreſten, beſonders die Gelehrten, den Pa- viſer Fuß, ſeiner ä&llgemeinheit wegen, vorziehen. Man hat aber um mehrerer Richtigkeit willen dieſe Leitern lieber vom Metall. meiſt:ns vom Meſſing, mit einem Schieber, oder einer andern eingetheilten, be- weglichen Platte welche die kleinern Eintheilungen, ( beym Par'ſer Zolle Decimaltheile einer Linie) anzu- geben, an die größere Scale gebracht iſt, und dieman vom Erfinder Peter Nunnez, einem Spanier, einen Ronius zu.nennen pflegt. Cin ſo eingerichtetes Ba- rome wum mtemuieirmemnmiige.itmmunemeeenezzen Einf romel fih dv jiemlid folge! " wb biſa vnd) ſelt (8 her laſſn mern Grähl ecf NN hot( 8 im fm Y ſich d far p ft, wih get win |C auſty Neno " von hy läſſige ly (man dw Crung„W ſonders ſit ]: many d dem Dh DIB, Ws H rem Ih 19.97) ter in gen fan) pt die uſs yerhalb 4 “ Wand. hi were feb ver Erd) | na 3 zu wiſe , den Po vorzieht jen die fung; m lten, Ds Oeilurgty nie) aj! nd diem er, ei fes De "NN Einfluß der Witterung auf die Gewächſe 2c. 235 rometer iſt alsdenn mit anden genau verfertigten völ» lig harmoniſeh; und man hat ſodann das Vergnüg:n, ſeine Wahraehmungen an demſelben mit andern ihren zu vergleichen. Bey den Obſervationen muß man die mittlere ZSbe ſeines Orts fleiſſig zu finden ſuchen, welches ſich aus vieljährigen Obſervationen ergiebt. In und eis nige Meilen um Wittenberg kömmt die mittlere Hs» he ſchwerlich über 27 Zoll, 10 Linien, wie ſelbige be- ſage Wittenb. Wochenb. v. JI. 1772, Nr. 48. durch die mehr als vierzigjährige Weidlerſche und folgende Beobachtungen herausgebracht worden iſt, Hat man nun freylich nicht ganz entſcheidend rich- tige Regeln zur Entdeckung der künftigen Witterung „mittelſt des Barometers anzugeben, ſo verläßt man ſich doch zur Zeit auf folgende. allgemeine Regeln ſo ziemlich. da ſie ſeit langer Zeit von den Meteorologen. befolget werden. In Anſehung der Jahreszeiten iſt erſtlic) überhaupt annoch zu merken, daß im Win- ter das Barometer ſich oft der größten Höhe nähert, beſonders wenn harter Froſt mit klarer 2Wft eintritt, und der Wind zwiſchan Süden und Oſien ſtehet.„In ſolcher Höhe bleibt es zuweilen einige Tage, und wenn es hernach anfängt zu falien, ſo wird der Froſt nach- laſſen und der Himmel bewölkt werden. Im Som- mer wird es gar ſelten zu ſol Zandluuh S cht brauj) ; doch nit 4 Beziehun mn in Av * Gedepytt x die ſd 4% ich heutig3 oder jah Fi 1105 1 Zub M Eiyfluß, der Witterung auf die Gewächſe 243 fungen für das Wittonb, Wochenbl. Fahrenheits Ther- mometer aus dem Grunde erwählet, weil er es für die doutſhen Loſer bekannter achtet, und ſel biges, ſo wie Römer, Börhaave, und ſelbſt Fahrenheit E S9 es ſorgfältig berichtiget hat, in unſerm K Klima alle Dienſte leiſtet, die man von genausy Beobachtung der Wärme nur immer hoffen kann: Man kann aber in der Wochenblattsoppedition zu Wittenberg Thermome- ter Reaumürſcher, Fahrenheitſcher oder LiSliſcher Ein« richtung von der kleinen Eorte für 1 Thlr. 8 Gr. gröſ- u“'e, da die feiter 18 Zolle und darüber beitage“ für 2 Thlr. r8 Gr. bekommen. Nur gedachter berühmter Meteorologe bat aber Vorſählaäg: zu Einrichtun 9 eines Thermometers für den Landmann und deſſen Gebrauche gethan, wovon das Weſentliche dieſes iſts Er hält Fahrenheits Thermometer unter den bes- Fannteſten zur Cinrichtung. fär den ökonomiſchen Ge« brauch für das allerbeſte. Er väch aber auch zugleich, daß man die Leiter deſſelben halbire, und ſtatt 212 nur 156 nehme, Der Fandwirch findet ſich beſſer, wenn Zahlen und Cintheilung klein ſind, und behält ſie auch leichter, und die Gelehrten wiſſen dabey gleich- wohl allemal, was die Grade dieſer balbirten Leiter anzeigen,! Die ganze ökonomiſche Einrichfung eines ſolchen Fahrenheitſchen Thermometers kömmt nun vornehm= lich auf den Unterricht an, den man dem Landwirche in Den verſchiedenen Stufen der Wärme und Kälte er2 theilet, damit er darnach ſeine landwirthſhaftlic>en Beſchäftigungen unternehmen fönne. Dieſes geht am leichteſten an, wenn man die Fahrenhoitſche Grade leiter mit allerley ganz furzen Wahrnehmungen be- gleitet, die zum öfonomiſchen Gebrauche ſchon exfün den ſind, oder noh erfunden werden können, Dieſs j O2 warg EF NENN= dd 244 Zwegtes Kapitel. wäre denn eine ökonomiſche Gradleiter des Ther» mometers. Würde ſeibige für die Röhre des Inſtry« ments zu lang und zu weitläuftig, ſo könnte bey jedem Glaſe ein Zettel gedruckt werden, der dieſe ökonomi« ſche Gradleiter für das Fahrenheitiſche Thermogetey enthält, worinnen der Beſißer bey jeglicher Verände» erung nachſehen und erfahren kann, welcher Grad von Temperatur ſeinen wirthſchaftlichen Unternehmungen am zufräglichſten iſt. Hier iſt der Entwurf einer ſol» zaus zum Gahren der G-tränke, zum Ausſahnen der Milch, zum Aufgehen des Brodts, für die Obſtkammer zur Haltung und davon abhängen- der Dauer auch gutem Geſchmacke des Obſtes den Grad der Kühle und Abwendung des Froſtes bemer- Fen, welcyes gleichfalls in Anſehung der in der Win» ferung befindlichen Küchengewächſe dienlich'iſt. Der. fandwirth kann mittelſt des Thermometers än Anſehung der Feldſrüchte im Winter ausfinden, bey welchem Grab der Kälte ſie noch ausdauern oder erſterben? wie viel der Schnee die Kälte von dem Erd= - boden abhalte, und wie hoch er liegen müſſe, um die Saatfelder vor dem ſtrengen Froſte ſicher zu ſtellen? welcher Grad der Kälte bey ven ſo genannten Nacht- fröften im April und May für den Saaten gefährlich fey? bey welchem Grade ver Kälte die Blüthe ſeis ver manchzerley Arten von Obfibäumen, die Maulbeer- baugty (inf) (umb (fan da Fot ſten 9 ſowiei miſche oder anhalten (ntheils Werde,( (nö Tuſeeht ihnen Qu zum falt ' Whofol (ide Dunſt Ch af Vel Ii d ſelbiy Jul; jun Ne Nuhn veinige Die auf | der Jh "nge dj dM | ein In, uh beid by be. eſ " jährl 117770) |, ww für Detränft, 5 Diedtd, abhangen Moftes ds ſies bett der Yip hf, 011011. 1:11, jen eh dem , un Ww if! oha! 1 q Nag fag üpe fü M 0040) Einfluß der Witterung auf die Gewächſete. 247 baumblätter bey dem Seideabaue verderben? u. ſ,. f. Er kann erforſchen, da unſre Hoffnung in Anſehung der Korn- und Obſtärndren durch ſo mancherley Jn- ſecten ganz, oder zum Theil, vernichtet werden fann, ſo wie im Jahre 1783 hin und wieder von dei einhei- miſchen Heuſchrecken oder Spranfen und Neitwärmern oder Erdfrebſen geſchehen; von was für einem Grade anhaltender Wärme die junge Brut gaz, oder größ- kentheils, ausgebrütet und zum Vorſchein gebracht werde, oder Gegentheils, was für ein Grad von Käl- fe nöthig ſey, wenn die Eyer nur gedachter und andrer Inſecten größtentheils getödtet werden, und dazzer von ähnen wenig oder nichts zu befürchten ſey? u. ſ.f. Es iſt übrigens gut ſo eingerichtete Thermometer zu haben, wie auch würklich dergleichen gemacht wer- den, die in allerley Liqueurs können geſeßt werden, oh- ne daß Zeichnung und Glas leiden. Denn wenn man 3. B. in einem der oben angegebenen Fälle bey der Gäh» rung ſeines Bieres aut eine beſtändig mathematiſche Gewißheit kommen wollte, wenn man es ſtellen oder die Hefen zuſetzen ſolle, da von dem rechten Zeitpunkte das Wohl oder Uebelgerathen des Biers ſowohl, als das Gewinnen deſſelben in einem, fich beſtändig glei» djen, Geſchriſächs abhänget; ſo iſt ein Thermometer Pier: Art ſchlecßterdings nothwendig: ſo wie ſie auch ſo dauerhaft und DANE geniacht werden können, Daß ſie mit einer guten Einfaſſung entweder in einem hölzernen Fukteral für Kugel und Röhren, zuweilen auch nur für die Kugel allein, oder Einſeßung des aan- zen Glaſes in ein anderes wider allerley äufiere Zu- fälle geſichert werden, Nod) wäre ein Hauptverſuch mittelſt des Thermo» neters zu berichtigen, daß man die Wärme in der Erde auf einige Tiefe zur beſſern Pflegs mancher! ey 24 Pfg? 8644"| py 248 Zweytes Kapitel, Pflanzen beſtimmter angeben könne, Ich ſehe hiermit nicht blos auf manche zärtliche Gartengewächſe, ſon- dern auch auf die Feldfrüchte. Wem unter erfahrnen Zandleuten iſt nicht bekannt, daß man z. B. mit der Fleinen Gerſte, wenn ſchon die allgemein gewöhnliche Saezeit, nämlich die erſten Tage des Braachmonaths genommen werden, doch zur Unzeit komme, wenn zwar die Luft nicht an den Säetagen mehr rauh iſt, aber vod) innerlich in der Erde noch der rechte Grad der Wärme mangelt; ſo wird, wenn dieſer da iſt, mit der Einſaat vor dem gewöhnlichen Termine der Säe« zeit mit Vortheil verfahren werden können.. Endlich muß ich noch hinzuthun, daß man an dem Thermometer, wenn er ſtark ſteigert, die Anzeige eines nahen Regens habe, weil eine ſchnelle Hiße das Zeichen einer großen Ausdänftung iſt, G. Beobachtung nach dem Hygrometer. Der Hygrometer gehöret gleichfalls unter die Jn- ſtrumente, welche ſowohl zur Erforſchung der Feuch« figfeit der Luft, als auch der bevorſtehenden Wetter- veränderung dienen, Man kann auf die Anzeige dies fes Inſtruments alſo auch ſchlieſſen, ob die gegenwär-. tige Witterung unſern Feldfrüchten Vortheil oder Schaden bringen werde. Es werden aber die Hygrometer nicht von einer» ley Art gefunden. Vor Alters bediente man ſich fol» ner ſeyn, weil ſonſt die daran gelegten Garben die Feuchtigkeit anziehen, und verderben würden. Wenn an der Tenne oder, wie man bier herum. fagt, an dem Scheuneflure, was auszubeſiern iſi, over ſelbige ſo ſchadhaft iſt, daß ſie umgearbeitet und aufs neue angelegt werden ſoll; ſo muß man 8-- 19 Wochen vor der Aexudto damit anfangen, damit die Tenne von Grund aus ſv trocken werde, daß ſie Pferde und Wagen beym Einfahren des Getraydes aushal- ken, und von ihnen feine Spur gemacht werden konn, Man 1! [j ö."3 N feſter mant Uſe Jahr a ſe,( eint Gul auſ das hieſ | ahſhiny Ohaſla | his edu! | Diſch | wird, die Wt ku uf me | miſt, hum? vſe € wiel des 5 ſy.! | hren |G |D wehen ſiv beſon! zu tv feucht int <=> ! wie 0 ſind vwohl 1 den "ds d if, ingen H wet "4 ſchw Dach ungen nJaq: Stroh wohl ſoll Bats was aßſie ſonft ehen, “um | if, und - 19 : die erde el: Das Aetrndten, 263 Man wird finden, daß die Tennen an keinem Or- fe öfterer und meßr wandelbar werden, als neben den ſo, genannten Tennewänden, d. i. neben den Wänden der Täſſe oder Stadel, ſo daß ſie hieſelbſt faſt alle 4=- 6 Jahr aufgela>t, und wieder ausgebeſſert werden müſe ſen. Es kömmt aber dieſes von den Mäuſen ber, wele nen, daß es Er mehr |,(00| Nd der Ne Ten: Mider- ) Orüny veſchfles nun de Beutel| ne redt en mt: ehr hd (1987 2-15 Füſſe oE: achdem , und eiteten vorauf fgetre (ic ih, Füſſen funden| en wes 0 biet Hier- Leute achen, (aueln uma „und and) den[0 ; nit mehr Das Aerndten. 265 mehr an einem hölzernen Werkzeuge HAGEN bleibt. Nach dieſer beſtimmten Zeit müſſen dieſe Leute mit ordentlichen DreſchÄiegeln die Tenne Schlag bey Schlag eine ganze Stunde brav vichte klopfen, und alſo 24 Stunden ruhen laſſen. Alsdann beginnet dieſer Thon einzutrocknen und zu berſten, worauf ſogleich die keute wie» derum eine Stunde tüchtig mit Flegeln zuſchlagen müſs fen, bis alle Rißen feft werden. Wenn nun die Ten- ne bey ſolchem Schlagen immer feſter auch trockner wird, ſo müſſen wenigſtens 4 Eymer Rindsblut von den Schlächtern über die ganze neue Tenne gegoſſen, und mit einem Beſen egal geſtrichen werden, weiches ſich binnen 2=-3 Tagen einziehen, und in die unter ſolcher Zeit zart aufgeſprungenen Risgen verkriechen wird, Alsdenn wird ein Schubkarren voll Hammer- ſchlag aus etlichen Schmieden geſammlet, und über das noh zähe Blut geſtreuet, und darauf getranmpelt, folgende Tage aber, alle 24 Stunden eine Stunde lang mit Dreſchflegeln Strich bey Strich gedroſchen, bis-alles recht hart, und in etlichen Tagen nicht das allerzarteſte Rißgen weiter zu ſehen iſt. Soiche Dreſchtenne iſt ſo gut als von Eiſen, und wird wegen ihrer Feſtigkeit und Widerſtandes den armen Dreſchern nicht halb ſo ſauer, als auf dem vor igen alten Pelzſacke, Es fann auch eine ſolche Tenne 59 Jahr, ja länger, dauren, und dem Hausherrn dieſe wenigen Koſten tauſendfaltig wieder einbringen. Hr. Suckow macht hiebey die Anmerkung,„mn der Gebrauch der Dreſchflegel die une der Ten- ne ſchwerlich vecht eben machen könne. Er har Recht, Nach dem Gebrauch der Flegel bedienet man ſich hiep zu Lande eines eigenen ſehr ſtarken glatten Pritſchlols zes, womit man zuleßt der Tenne die verla!'gte Cbes ne giedt. Eben dieſer Hr. Suckow giebt eine andre R 5 Art 266 Drittes Kapitel, Art M0 gute Tennen anzulegen: Man grabe, ſagt etz den Boden der Tenne etwas über einen Fuß tief, eben aus, und erfülle ihn mit kleinen Kieſeln, die eben ge» rechet,(geharfet) und möglichſt zuſammengeſtoſſen werden. Ueber dieſe bringe man'4 Zoll hoc) trockes nen, fetten, und flein geſchlagenen Thon, und fiam» pfe auch dieſen feſte. Dieſen Boden überſchütte man nach und nach mit dänne gemachten, uind mit Waſ- ſer vermengiem Thone, Die Feuchtigfeit wird ſich nach und nach in den untren trocknen Thon ziehen, und den obern leicht erharſchen. Hier entſtehen Riſſe und Sprünge, die, wie der V. ſehret, mit Bleueln müſſen zuſammen geſchlagen werden 3 und dieſe Arbeit iſt die unentbehrlichſte. Iſſt die Tenne endlich eben, ohne Riſſe, und ziemlich tro>en, ſo überziehe man dies fe Dberfläche mit Rindsblut, welches mit noch einmal ſo vielem Waſſer und mit dem feinſten Thone vermiſcht worden, vermittelſt eines Mauerpinlels, und wenn Dieſes trocen geworden, wiederkhohle man ein ſolches Neberſtreichen noch etliche mal. Beobachtet man nun bey vem Einfahren des Getraydes nur dieſes, daß an den Oertkern der Tenne, wo die Räder des Wagens kommen, Bretter gelegt werden, damit die Radenä- gel die Tenne nicht verderbenz ſo wird ſelbige ſehr lan- ge dauerhaft bleiben,=-- Es iſt noch nicht genug, daß die Räder nicht in Die Tenne einſchneiden, ſondern man hat von beſchla- geiten Pfert den noch mehr zu beſorgen, die auch in die feſioſie Tenne einhauen können. Soiſt es auch nicht zu vermeiden, daß nicht ein oder das anvre Pyerd, wenn es ſich angewöhner hat, nach dem Ziehen beym Stils leſtehen zu uriniren, die Tenne erwvichen ſollte, wenn ſchon die Pferde bald abgeſpannet und aus der Scheune 'Heraus geführt werden, Um daher ſo wohl das Einhauen '„der / ( wm he feſten, wu verw 1 Rinds | Gewo) jein ihn (m„y | tingl [79 | hm | Nich (Nit [78 fw |(Num Aben| ün wm | man einig | den? tip logen | em Wiel |V | fny (lm (hel bf of „ ben Oe ſtoſſen todes ) fia te mah Web ed ſich ziehen, 1 Niſſe eyeln Arbeit ) eben, an dies Inmal miſcht went (Mes nun ß an agens dende e lah! tin las 1 die niht vent ztils vent aune er der Das Aerndten, 267 der Pferde mit den Füſſen, als auch das Aufweichen der Trenne vom Pferdeharn zu vermeiden, iſt es am beſien, vor dem Einfahren ſo dicke Stroh auf die Ten- Re zu werfen, daß beyderley Schaden damit abgewen- det werden fann, Auſſer obgedaen geworden ſeyn. Unter allen Arten die Täſſe oder Banſen zu unterſt zu belegen, gefallt mir diejenige am beſten, da man mäſſige hölzerne Schwellen ſtreckt, und dieſe mit Stan- gen belegt, auf welche die Garben gelegt werden. Die Stangen müſſen nach Beſchaffenheit des mehr oder weniger feuchten Bodens einen Fuß hoch, oder darun- ter, über die Erde erhaben ſeyn. Dieſe Erhabenheit macht'3 denn, daß die Garben in der Unterlage weder faulen noch ſchimmeln können. Die Hauptſache aber iſt, daß in Mäuſejahren den Katen, Wieſeln, Mar» dern und TJltiſſen Gelegenheit verſchafft wird, unten auf dem Grunde der Garben frey umher zu gehen; und die Einquartirung der Mäuſe zu verhindern. Denn es iſt bekannt, daß die Mäuſe in manchen Jahren, beſonders in naſſen, fehr häufig, und mehr denn ſonſt, in den Feldern gefunden werden, welche zuleßt gar ſehr den Scheunen zulaufen, und daſelbſt mit dem Eigen- thümer um die Wette gleichſam von ſeinen Vorräthen zehren. Um 279"Drittes Kapitel. Um aber obbeſagten Feinden der Mäuſe den Ein- gang unter die Täſſe zu verſchaffen, ſo muß man ent- weder unter- oder oberhalb der Scheuneſchwellen Löche anlegen, wodurd) ſie aus- und einkfriechen können. Die Schwellen des Noſtes aber, worauf die Stangen inner- halb der Täſſe ruhen, müſſen entweder Ein- oder Aug» ſchnitte haben, wodurch die Fangthiere aus dem Res fiere der einen Schwelle in das der andern kommen können; oder dieſe Schwellen müſſen nicht in einem Stücke weg ganz ſeyn, und nicht ſo enge zuſammenge- ſtoſſen werven, daß kein raumiger Durchgang für dieſe Thiet€ übrig ſeyn ſollte. Nur iſt hievey die Vorſicht nöchig, daß keine Stangen nber oder ſo nahe gelegt werden, damit ſie nicht in die Zwiſchenräume der Schwellen herabfallen, und ſie hiemit verengern oder gar verſchlieſſen. Sind die Schwellen unter den Stangen ſehr weit aus einander, ſo müſſen dieſe ſehr dicke ſeyn, damit ſie ihre Laſt tragen können. Sind aber die Lagen nicht weit auseinander, ſo können dafür- die Stangen deſto dünner ſeyu. Am Stammende der Stangen können die Schwellen am weiteſten von ein- ander abſtehen, weil die Stangen hieſelbſt ihre meiſte Dicke haben, und daher mehr tragen können, als am Zapfende, wo ſie ſehr dünne men Die Stan- gen vom Nadelholze dauren länger, als die vom Laub- holze, Sie müſſen aber abgeſchälet werden, weil ſie ſonſt bald wurmſtichicht und mürbe werden, welches den Stangen vom Laubholze amerſten begegnet. Nach dem Abſchalen aber muß man die Stangen von dev Luſt oder Sonne wohl austrocknen laſſen. Würden ſie grün untergelegt, ſo würden ſie ſo fort vonz Schwamme ergriffen, und dieſer den Garden zuges führet werden, h Unt Perf w ) abpbh y gegen Enſe (6! einige ft zuhroät fearbelt neun€ miſen ſem,! Aer eu || nat ſey | Grüße 0 | füft, 0 || Dzs| Vin Ctihe Mitd Ante ſengen jen, | bym [500 ng Gm En ſehn, | denn m Elt an ent n Uher m, Die en Enes der Vuh dem Ru omm nenn| Nene| für die! Vorſit| Ye gelegt ume de nn ode fer den eſe ſeht CEind n dafür nde der von eine o meiſt als am ) State 1 aub weil ſe velches Nach on dep Zürden t von 1) zuge Das Aerndten, 271 3) Das Aerndtegeräthe, Unter Aerndtegeräthe verſteht mau alle diejenigen Werkzeuge, welche erfordert werden, das Getrayde abzubringen, zu ſammeln und einzufahren, Hierzu gehören nun füchtige Wogen, Aerndteleitern, Harken, Senſen oder Sicheln u, ſ, fb Es iſt ſehr gut, wenn von dieſen Geräthſchaften einige gedoppelt vorhanden ſind, damit, wenn eines zerbrochen oder unfüchtig wird, man nicht in der Aernd- tearbeit durch Verfertigung oder Anſchaffung eines neuen Stücks aufgehalten und verſäumet werde, So müſſen z. B. doppelte Harken gegen die Aerndte da ſeyn, weil ſie ſehr leicht zerbrochen werden können. “der auch von ſtärkern Gersthſcha; ten muß Uebervor- rach ſeyn. Wie leicht zerbricht eine Aerndteleiter, Stüße oder Stähne derſelben, entweder von der Laſt ſelbſt, oder wenn der Wagen nach Beſchaffenheit des Weges ſchief geht, oder gar umgeworfen wird, Der Wagen muß gleich ſtille ſtehen, wenn keine Leitern oder Stüßen auſſer den zerbrochenen vorhanden wären. Mit den Senſen iſt es eben ſo. Es kann eine Klinge entzwey gehen. Es fann ein Senſenbaum, oder Seu» ſengerüſte zerbrochen werden, Es wäre nicht zu ver= zeiben, wenn nun der Schirrmeiſter oder Meyer, der beym Mähen gebraucht wird, nach Hauſe gehen, und erſt wieder neue Geräthe anfertigen, oder anders wo- hin geſchict werden ſollte, um dergleichen zu erfaufen. Es muß daher der Hausvater bereits im Maymonath alle ſeine Geräthſchaften durchſehen, den Abgang er- ſeßen, und ſich zugleich mit einem Uebervorrath von ven mancherley Werkzeugen verſehen. 4) Stroh» [| || || | | |) | y h|| ji" j BETETE 274 Drittes Kapitel. 4), Strohſeile, - Anwenigen Dertern werden die Seile oder Bän- dor noch im Felve auf der Stelle geſchürzet, um da- mit die Garben einzubinden, Wo aber noh dieſe Ge- wohnheit herrſcher, da ſollte man billig davon abgehen. Denn man verliehret Zeit und Körner dabey. Denn man verliehret Zeit und Körner dabey, Unter der Zeit, da der Garbenbinder das Seil macht, könnte er ſchon, wenn die Seile zu Hauſe wären angefertiget geweſen, eine Garbe zugebunden haben, woraus der große Zeitverluſt bey der Einſammlung der Feldfrüch«- te erſehen werden kann. Hiernächſt, entſteht auch Ver- luſt an Körnern, indem der Knoten am Aehrenende des Strohes gemacht werden muß, wodurch die mei» ſten Körner aus de.? Aehren herausgetrieben werden, und verlohren gehen, Das Bandſtroh muß beym Dreſchen ausgeſone dert, das längſte genommen, und auf Stangen in die Höhe gelegt werden, damit es die Mäuſe nicht zerſreſ» ſen. Man kann hierauf im May und Junius die Seile oder Bänder an Regentagen etwa ſchürzen laſ- fen, an welchen drauſſen im Freyen eben feine Arbeit verrichtet werden kann, Die verfertigten Bänder aber werden richtig abgezählet, und meiſtens 5 Man- deln in ein Bund ſo verſeſtiget, daß, nachdem jedes Seil ſo zuſammengeſchlagen worden, daß die Knoten vor ſich allein das eine Ende, und die Sturzeln das andre Ende ausmachen, ſämmtliche Seile mit ihren Knoten in ihrem Bunde, welches oben und in der Mitte verbunden wird, oben ſeyn. Auf ſolche. Art überzählt man leicht, wie viel Scho>, oder Dreiſſiger, (d. i. 30 Mandeln) zur Aerndteetwa erfordert werden« Man muß Sorge tragen, daß die Strohſeile rüchtig gemacht, d. i. in den Knoten[0 verſchürzt 46 were anmememenmenieneneinmen» vu- | ed)! Wunder ver fallen (uſt, 08 ſmind Seile zt nig Ett Qu des Halt man on [et gehab zu verſett dadient Jemdt urſecet Jur€ den, die feſter fin) muß ta! jm twnte und aw dag an) ſchoben wird ju ber Zug yon and l m Eziſt Out: wird, Öſtery Geile Wehn€ Yay ' Ban: um das eſe Ge: abgehen, Dimm nter des , fünne| jefertigt raus des| e(dfrüch u Vit hrenenht die mh werden, 18geſotte nin die zerſreſe jus die zen laß e Arbeit Bander 5 Man m jedes Knoten [1 das t ihren in der Bänder weniger des Tages fertig wer» den, dieſe wenigern aber dafür deſto brauchbarer und feſter ſind. Eckhart ſagt? Ein Taglöhner kann und muß täglich 28 Scho> recht feſte Strohbänder ſchürs zen oder knüpfen können, welches eine ſchon längſt be- kannte Sache iſt. Nur muß man das allerlängſte „und auggeſchürtelte Roggenſtroh darzu gebrauchen; das andre längſte Stroh wird zu ſo genannten Stroh»- ſchobern zum Dachdeen ausgemittelt, und das übrige wird zum Herelſchneiden verbraucht.== Hiebey ſekt dieſer Wirthſchaftslehrer voraus, daß der Taglöhner, der die Bänder ſchürzen ſoll, bereits von andern ausgeſchütteltes Stroh vor ſich finden ſol- le, um mit der angegebenen Zahl fertig zu werden. Es iſt daher übertrieben, wenn in dem ſorgfältigen Saus- und Wirthſchafisverwalter angenommen wird, daß eine Perſon in langen Tagen, nämlid) von Oſtern an, in einem halben Tage gar füglich 26 Scho Seile ſchürzen könne, Es har der Taglöhner zu thun, wenn er vom früheſten Morgen an bis zu Sonnenun“ Haugvgter U, Band. S tore NN 11 en] 274- Drittes Kapitel.- -tergang hin in langen Tagen nach"Ec>harts Angabe die 28 Schock hergusbringen will, Sind die verfertigten Strohßſeile in Bunde. zu ''5 Mandeln, oder in Schocke, jegliches verbunden, ſv müſſen ſte nicht wie Korngarben, oder Stroh, einge- packt, ſondern am liebſten beſonders in der Höhe auf Balken und Stangen neben einander ſo hingeſeßet wer« den, daß die Sturzenden unten, und die Knotenenden gerade in Höhe ſtehen. Anders läuft man Gefahr, daß ſie von den Mäuſen zerfreſſen und unbrauchbar ge« macht. werden. Damit die Strohſeile in der Aerndte halten, und recht feſt gefnebelt werden können; ſo läßt man alle Morgen ſo viel Schock oder Bunde mit Waſſer, wel- hes über die Knoten ausgegoſſen wird, nachdem die Bunde gerade in die Höhe wogegen geſtellet- worden, begieſſen. Wird dieſes unterlaſſen, ſo zerſpringt.das ſpröde Stroh, oder er kann feine Garbe damit feſt gebunden werden.| In Gegenden, wo das Stroh knapp iſt, bedienet nian ſich auch wohl des Schilfs, um davon Seile zu machen. Wenn ſienicht zu dünne ſind, und mit Waſ:- ſer gegen die Zeitihres Gebrauchs angefeuchtet werden, ſo halten ſie recht gur. Sie ſpringen aber gern, wenn die Garben lange im Felde ſiehen, und mit der ver- lohrnen Feuchtigkeit ihre Zähheit verliehren, zumal wenn die Korngarben ſtark und ſehr ſchwer ſind. 5) Das Aerndtevolk. Für jeden Landwirth muß es allemal eine ver Hauprſorgen ſeyn, daß es ihm nicht an hinlänglichen Arbeitern in der Aerndte fehlen möge, Das eigene Geſinde reicht in den wenigſten Landwirthſchaften zu, weßhalb 7 wo es an Hofedienſien oder Fröhnern feh- ; uilet, | SALER ber Vr ZIG (1, dat jh det anders i NA hat, ſien| bem ſi finde | Not) | ui | zib | ung der ſü ſehen | dewiy | ſin Oj (nn went wh jehl! m ( Wf ſ wl (ege vhm ſinn ſh) ſin auh Hern bolieh Ange| Zünd u nden, ſ| )- nge| Döhe uf| bet Mit Denen| Gefahr, bar gu (fen, un) man alk er, wil: dem die worden, ngt.das nit feſt ediene Zeile zu it Waſ: werden, 1, wenn Der Ders zumäl , 6 ver lichen| eigent (EU fh| let, Das Aerndten, 275 ſet, der Hausvater ſich nach Taglöhnern umſehen, und ſich derſelben in Zeiten verſichern muß, bevor ſie ſich anders8wo verſagt oder vermiethet haben, Der Landwirth iſt ſehr übel daran, wenn er, wie es nun leider die allgemeine Klage iſt, rohes Geſinde hat, welches in der Zeit, wo es am allerunentbehrlich- ſten iſt, es recht darauf anlegt, der Herrſchaft das Les ben ſauer zu machen. Iſt dieſe nicht mit Zwangge- ſinde oder Hofedienern verſehen, ſo iſt ſie leider in der Nothwendigkeit, zur Aerndtezeit, wo alles Wolk ſehr rar iſt, dem Geſinde Muthwillen und Faullenzereyen zu Überſehen, weil durch Vorſtellungen und Vermah- nungen öfters nur übel ärger gemacht wird. VBefin- det ſich nun der Hausvater in einer ſo übeln Lage, ſo ſtehen ihm nur zwey Auswege offen, ſein Uebel leidli« der zu machen; entweder alte verſtändige Tagelöhner ſich in der Aerndte zu halten, und dieſe unter das ro- he Geſinde ſo zu ſtellen, daß die geflieſſentliche Ver- einbarung zum Wehethun der Herrſchaft geſiöret oder vermindert werde; oder die Aerndte lieber an Taglöh- ner ſo zu verdingen, daß ſie um Geld, oder eine An« zahl von Garben abgebracht iRO als welches leßere am rathſamſten iſt, In Schleſien iſt es vieler Of ſehr gebräuchlich, daß ſogenannte Gärtner, bey uns Einlieger, Häuſeler oder Coſſäthen, die Aerndtearbeit auf dem Felde um eine gewiſſe Anzahl von Mandeln oder Schocken über« nehmen, worauſ, wenn das Korn abgeſchnitten, ge- ſammlet, und in Mandeln aufgeſeßet worden, der Herr fich die ſeinigen abzählet, und die der Unternehmer ab- ſondert. Cs muß aber ſo eingerichtet werden, wie auch beym Zehendgeben gebräuchlich iſt, daß dem Herrn. frey ſtehe, das Zählen anzufangen, wo es ihm beliebet, weil ſonſt, wenn den Unternehmern der An- S2 fang Ee ,/ T 276 Drittes Kapitel, fang des Zählens bekanntwäre, ſelbige die ihnen zukom- mende Mandeln größer und beſſer, als die übrigen, machen fönnten. H Es fann aber nicht ein allgemeiner Saß ange- nommen werden, um die wievielſte Mandel der Wer- ding mit den Unternehmern gemacht werden ſolle; obs die zehente, zwölfte u, ſ. f. ſeyn» ſolle? Cs kömmt hie- bey auf die Ergiebigkeit der Mandeln des Orts, oder ber Gegend, an, ſo wie es mit den Dröſchern eben 10 iſt, da hier um den zehnten, dort um den zwölften bis ſechszehnten Scheffel gedroſchen wird. Dieſe Art nun die Aerndtearbeit zu verdingen er» leichtert gar ſehr die Landwirthſchaft da, wo das Ge- ſinde roh und üppig, wenig oder gar keine Dorfpoli- cey, iſt, und Lohn und Geſindeſpeiſung ſeit 30 Jah- ren um die Hälfte zu Gunſten der Dienſtboten erhöhet und verbeſſert worden; wenn das Korn keinen hohen Preis hat, und nach Beſchaffenheit des Landes nicht erreichen kann; und wenn män um Dröſcher und Tage? löhner zu haben, ihnen Häuſer hat erbauen müſſen, worinn ſie nicht bleiben würden, wenn es ihnen an Ar» beit und Verdienſt fehlen ſollte. Hiernächſt hat die Herrſchaft den Vortheil, daß ſie kein baares Geld' „ausgeben darf, da das Aerndten mit Inbegriff der Speiſung in Haushaltungen,- die keinen Hofedienſt haben,.meiſtens den vierten Theil des Einkommens davon hinwegnehmen kann, ſo wie die Aerndtearbeit auh faſt halb mal geſchwinder von ſtatten goht, wenn Unternehmer ihr Intereſſe mit dem ganzen Geſchäfte zuſammenhängend wiſſen.. Man darf nicht ſorgen, daß, wo dieſe Art, die Aerndtearbeit zu verdingen, nöch nichtgebränhlich iſi, damit nicht werde aufzukommen ſeyn. Man kennek ſich und den Menſchen überhaupt nicht, wenn man in dieſer SS EN ME ve Hf per Unt 4) allema mant denför gewin hes iſi gw der 7 und 1 es far by 9 deln 0 hates nen! fals,| ih für: (mh! hei un| Git Wh! veran Hand! art als well hit, (EM ei fenen (MN lohn zufom- brigen,| er Vip le; ot| NA ode eben) ten bis en ers as Oe: rfpoll: ) Jah rhöhet hohen nicht Tage üſſen, anAr» at die (Veld ff der dienſt nens rbeit venn haſt , die if, nne nin eſer Ms | Das Aerndten, 277 dieſer Abſicht zweifelte, ſeinen Mann zu finden, Denn die Hoffnung des Gewinnſtes iſt die große Triebfeder der Unternehmungen, und zwar eine ſolche, die uns den Gewinnſt größer vorſpiegelt, als er in der That allemal ſeyn kann und wird, oder ſo beſchaffen iſt, daß man von vorne her nicht den.reinen Erfolg erſehen und denfen kann: So und ſo viel iſt das wenigſte, was ich gewinnen kann es iſt aber möglich, und es iſt ſchon eher geſchehen, daß noch einmal ſoviel als das erſte, iſt gewonnen worden. Bey: dem Tagelohne- kann der Arbeiter voraus ſeinen ganzen Gewinnſt berechnen und überſehen, und hiebey denken; ſo viel iſt es, und es kann nichts, oder nicht viel mehr werden. Aber bey Naturalien, dergleichen ſeine Anzahl von. Man- deln auf dem Felde ſind, führen.ihn ſchon weiter. Er' hat es gehöret oder erlebet, daß das Korn einſt: zu ei- nem ſehr hohen Preiſe aufgeſtiegen, das Strohgleicy)- falls. Da lot und hebt ihn der Gedankfe:, Wie wenn ich für mein Korn und Stroh in dieſem Jahre ſo viel einnehmen und reicher werden könnte? Oder. dieſor Ar- beiter denkt; er könne ſich eine Kuh mitſeinem Strohe und etwas Körnern davon'.auswintern, ein junges Stück Vieh zuziehen, Buttter und Käſe verkaufen u. ſw. Hoffnungen, welche ihn ſehr weit führen und vergnügen, ſo wie es.mit faſt. allen armen Bauern und Handwerkern iſt, welche nicht ſo. gut bey ihrer Lebens- art aushalten würden, wenn ſie nicht von der Hoffnung, ihre Umſtände einſt verbeſſern zu fönnen ,.. empor ge» halten würden. Man gebe dem Cicero Recht, wenn er 5 44. in Vercem ſagt: Ipla-ratio arandi ſpe magis et jiucunditate quadam, quam frudu et emolumento tenetur, Ich beſinne mich einſt bey einem Wirthſchaftsleh-' rer geleſen zu haben, es ſey vortheilhafter, um Tagze- lohn hauen und arbeiten zu laſſen, als die Aerndte S 3 Ader- 278 Drittes Kapitel. Ackerweiſe, Morgenweiſe, oder nach bem Maaß der Ausſgat zu verdingen. Man brauche zwar bey ver- dungener Aetrndre um den Fleiß der Arbeiter eben nicht ſonderlich befümmert zu ſeyn, weil ſie ſich wohl an» ſtrengen, damit ſie nur fertig werden 3; aber dieſes ſey auch ausgemacht, daß durch ſolchen übereilten Fleiß wenig Taugliches verrichtet werde. Es werde weder die Zeit der Reife, noch die Witterung, noch ſonſt bey einiger anderer Arbeit die geringſte Ordnung be- obachtet; wenn es nur fertig ſey, ſo ſey es ſchon gut, es möge für die Herrſehaft Vortheil oder Schaden dabey- ſeyn. Es ſey mit einem Worte nur halbe nnd dazu ſchlech« te Arbeit. Boy der Lohnarbeit gehe dahingegen alles or- dentlich zu; denn obwohl die Lohnarbeiter ſich nicht gern zu überarbeiten pflegen, ſo machen ſie es doch viel eigener, und wenigſkens wie man es haben wolle 3 und dieſes ſey an ſich ſelbſt ſchon genügend genug für den Lohnherrn. Ich- känn dieſen Urtheilen meinen Beyfall gar nicht verſagen, wenn man mit ſolchen Leuten zu thun bar, welche wegen ihrer in die Augen fallenden Betrü- - Sereyen wenig oder nichts zu befür- nen, und macht hiemit, daß ſein Vieh- das Stroh nicht gern freſſen will, oder ſo es der Hunger da- zu zwinget, ſelbiges ein ſehr ungedeihliches kraft- loſes Futter fürs Vieh werden muß, welches der Viehzucht, im Ganzen betrachtet, allerdings ſehr nachtheilig iſt, da bekanntermaſſen in den meiſten Gegenden der Bauer beſonders das Strohfutter, als den größten Theil ſeines Wieuntexhalts, an- ſehen muß, weil ſein Heugewinnſt kaum den drit- ten oder vierten Theil ſeines Viehſutters quS2 macht. Eben hiervon kömmt es auch meines Bedün- Fens, daß. die Gewitter ſo haufig in unſern Ta- gen in die Scheunen einſchlagen, weil das Ge- trayde nicht trocken genug eingefahren wird, und- wovon der Naturforſcher die phyſikaliſche Urſach ſofort einſehen muß. Woher kömmts nun aber, daß Unterobrigkeiten, da ſie ja alte Geſeße in ihren Landesverordnungen, Dorf- und Fleenordnungen, oder wie ſie ſonſt immer Namen haben können, vor ſich haben, welche das une befugte Aehrenleſen unterſagen, den eingeriſſenen Un- ſug nicht abſtellen? Es ſind einige Gerichtsobrigfei» ten, welche ſich wohl auf ihven eignen Feldern mittelſt der Vögte vder Pfänder, die ſie an ihrem Orte halten, vom Zeibe halten. Dieſes iſt nun aber noch nichts Allgemeines im Lande, wie es doch billig ſeyn ſollte. Denn wo Unterobrigfeiten ihres Orts das Aehrenle- !- ſen 4 ſu nil! ha (inſel rf wel d bringe! N um de alten | Ort für j und wi [hw Na | mfall | Vhnl | Limle | falt |(ra NR vlietet 1 des wa, fönne, WON bto Etroh je! dier Froſt es der 8 ſeht Neiſten futter, , lt: h deit: QU: Dine Tq- (es und ſach fen, jen, ner itte | | Das Aerndten, 283 ſen nicht verſkatten, von da laufen die Leute in die be- nachbarten Derter Rottenweiſe umher, und machen Einfälle in die Felder, wo keine Gerichtsdiener ſeyn, . dder keine eigene Feldpfänder gehalten werden können, weil die meiſten Dörfer hierzu nicht die Koſten auf« bringen können. Was müſſen aber Landesregierungen hiebey thun, um das Wohl dev Landwirthſchaft zu ſichern, und die alten Geſeße wieder gangbar zu machen, da es kein Ort für fich allein erzwingen kann, wenn, wie ichs hin und wieder sft geſehen oder gehöret, ganze Rotten aus der Nachbarſchaft ihnen über den Hals kommen, und allenfalls Gewalt mit Gewalt vertreiben, ſo wie die Aehrenleſende Einwohner des Orts, ſo bald fremde Aehrenleſer erſcheinen, ſich nicht in Schranken mehr Halten laſſen, ſondern gfeichfalls zufallen, um nicht leer auszugehen? Meiner Meynung nach müßte nun folgendes ges ſchehen: 2) Es müßten von den Regierungen allgemeine Verordnungen ins ganze Land erkaſſen werden, daß das Aehrenleſcn bey namhafter Strafe im Win« terfelde nicht eher ſtatt finden ſolle, als bis alle Mandeln ohne Unterſchied aus dem Felde hieraus ſeyn. Ein gleiches müßte in Auſehung des Hüs- tens mit dem Viehe verordnet werden, daß ſolches gleichfalls nicht eher, als bis alle Mandeln aus dem Felde ſind, verſtattet ſeyn ſolle, weil aus dem Hüten auf den Hufſchlägen und zwiſchen oder auf den Ackerſtücken das nämliche Uebel, wie aus vem unzeitigen Aehrenleſen, entſtehet. Da aber keine Verordnung zu Stande kömmt, oder von langer Wahrung iſt, wenn nicht davü- ber nachgefragt oder geforſchet wird, ſo müßten b) Fras« 1, 2 +91 254 Zweytes Kapitel. b) Fragetabellen jährlich-nach geendigter Aerndte im Lande herumgehen, und darinn in Ackerſtädten von einer Magiſtratsperjon und Stadtverordneten, in den Dörfern aber von den Schulzen und Schöp- pen, allenfalls. auch von den Dorfgeiſtlichen, auf articulirte Fragen geantwortet werden: x) Ob das. Aehvenleſen und Viehhüten in den Fruchtfeldern, ſo lange als Früchte oder Mandeln. darinn vor» banden, eingeſtellet worden? 2) Ob und wie. die Contravenienten des Orts geſtrafet oder ausge- pfändet worden? 3) Ob Contravenienten von ſremden Orten her den Obrigfkeiten ihres Orts zur Beſtrafung angezeiget worden, und ob ſolche auch und wie? erfolget? 4) Qb das Achrenleſen und Viehhüten in den Fruchtfeldern. an den benachbar- ten Orten, und namentlich) wo? annoch verſtattet werde? B. Das Abbringen des Korns. In hieſigen Gegenden bedienet man ſich der Sen- ſen zum Abbringen der Getraydefrüchte, vieler Orten aber der Sicheln., In Anſehung dieſer werde zuleßt das Nöthige erwehnen. Unter den Wirthſchaftslehrern iſt dasjenige, was der Hausvater beym Abmähen des Korns zu beobachten hat, vom Hrn, HGattedorn im Landwirthſchaft. Hausv, in be- ſter Ordnung gelehret worden, weßha!b ich ſeine Regeln berſeßen, erläutern, und mit Zuſäßen begleiten will. T. Die Mäher oder Hauer ſollen mit guten tüchtigen Senſen erſcheinen, ſo daß Klingen und Geſtelle(Sen- ſeitjerüte; Bozeug) ohne Tadel ſeyn. Wenn die Senſenklingen nichts taugen, ſo wird das Mähen den Arbeitern ſehr ſauer, oder ſie mähen nicht | ) ) | )|| Orfaht y] nt N (0 ſqmal? he D willm wo ni med her vie Senſe: ſo wo) | hrauch | ſeinen |L alßau | nel | narbe | Conſe ja| Wi" N vw ß Dihn derſel ſehe! | Euſ; Wann Deiſ | ſhiht |(iw | Hin (| Yet ) Iich 1 En jn), Vetndy| ſtädten| neten, dCchdp he, auf ) Oh das| | feldern,|! inn hon wie.die ; QUögte| ten von Orts zu (je au ſen 11) achbat (ſtalt Sey Orten zuieht vasder "hat, inbe- (egeltt ((, tigen Zen: wird hen icht Das Aerndten. 285 nicht reine, oder ſchieben die Schuld auf die Senſen« klinge, wenn ſie nicht weit genug aushohlen und zu ſchmale Schwaden hauen. Wielmals iſt das männli- er wird. Nun iſt von allen, auch den Meſſerklin« gen, befannt, daß ſie, ihrer Schärfe ungeachtet, faſt gar nicht ſchneiden, wenn ſie an der Schneide ſehr di> ſind, und daß der Schnitt mehr und mehr erleichtert wird, je dünner die Klinge um die Gegend der Schnei- de iſt. Nicht weniger iſt bekannt, daß die gehäm- merten Metalle, weil ſie derb zuſammenceſchlagen wer- den, weit härter, als auſſerdem, ſeyn. Dieſe Abſichten zu erlangen, pflegt man die Senſenklingen mit einem Hame« mer, 288 Drittes Kapitel. mer,(ZRlopfhammer, Dengelhammer) auf der Bille oder dem Dentzelſtock, Dölrgen, welches nichts anders, als ein kleiner Amboß iſt, zu klopfen. Wenn man eine neue Senſe hat, und vermittelſt des Schleiſſteins diejenigen Stellen bemerkt hat, wo dieſelbe weicher,«ls anderswo, iſtz ſo muß man ein Zei- ne Ham»- mer dem Werkzeuge allemal ein wenig ſeine Härte be- nimmt, indem ein jeder Schlag den Theil des Eiſens, welcher davon getroffen wird, erhißet, und die Härte deſſelben mindert: da hingegen, wenn der Hammer und Amboß mit kaltem Waſſer beneßet werden, ein jeder Schlag, welchen man mit dem Hammer thut, den . davon berührten Theil befeſtiget, ihm eine mehrere Härte beybringt, und das Werkzeug zum Schneiden „geſchifter machet. Um ſolcſtelligen, müße- es man einen Hammer haben, deſſen Vordertheil, oder Kopf, viereckigt wäre, und unten etwas rund zugin» ge, wie Hämmer der Kupferſchmiede zu ſeyn pflegen, - auch müßte derſelbe ſowohl, wie der kleine Ambo, ' aus ous ute [evt y| hie Mäh nden( dent der CE! ſe madd, (uuter mauf [deröen, 1 auf ded Kom vt aub) auf eind de ange | het undy pen una frunm 4 192.060 Ania: Ny vs Sin nag geführt Hintert war gl! dem,( verichto den,| Wurd Qenißt, gunz y gema 3 ey Mer Eloi; Hal, auf der Siche v mitt hat, m) vein Ze friemen, oled, eſchöſti ſt, dn| ſen der enſelben | ſichte Figur der Haken endigt ſich 13 Zoll y dieſſeits des lesßten, oder dritten, Riegels, und ahmet von da der Geſtalt der Klinge nach, ſo, daß der Rü-' cfen des Hakens, wo er. bey dem Riegel anfängt, meiſt eines Zolles'Dicke hat, und die.Schneide, die ganz ründlich oder ſtumpf iſt, vom Nücken auf beyden Seis ten immer ſchmäler abläuft, beyde aber allgemach bis ans Ende oder Spiße des Hakens hin ſchwächer werden. Die Einzapfung des erſten Hakens geſchichet, im. Baume 9 Zoll weit von der Mitte des Griffs, oder Knebels, an zu reichten, in der Rundung vorſtellet. Weil aber dieſer dritte Rie- gel nicht, wie die vorhergehenden, im Senſenbaume befeſtiget iſt, und daher weniger Feſtigkeit hat, ſo ge- Het zwiſchen den zwey erſten Riegeln von jedem Ha- ken ein Drathband bis oberhalb des dritten Riegels, zuſammen, alſo drey ſtarke"Bänder von verflochtenem, Drath hindurch, welche die Haken in ihrer Form und Teſtigkeit erhalten müſſen. Aber eben dieſe Drath- bänder dienen auch dazu, daß die Haken nach Erfor- dern, mehr oder weniger nach inwärts zu geſpannet, oder gezogen, werden können. Zu dieſem Zweck ſind an den Een der Haken Kerbe eingeſchnitten, worinn die Drathbänder eingreifen. Das Fort- oder Zurück rücken in dieſe Kerbe alſo befördert die Veränderung der Hakenſtellungen. Noch müſſen dieſe Drathbän- der auch dazu dienen, daß das Getrayde ins Schwad geleget werden könne, Denn ſie verhindern, daß ſel- biges nicht in die Beugung der Haken hineinfalle, und darinn liegen bleibe. Noch iſt zu bemerken, daß die Riegel, wo ſie in die Haken hineingehen, nicht glatt abgeſchnitten werden, ſondern um einige Zoll hervor- vagen. Dieſes-dienet dazu, daß die Haken von DE | er ve mh ſ urid h! gemä werden, ſalle, 11 En zeuge m nicht gl meiſten ſer bey! abſchn! ſammle hinſall ragen d dis fi fo einan | bann der Qu welt why wun y ſhieda ſchreib doc al he 8 ſat| 'r[ini „Unge: fethung Ww Meh» nd feht gel ſind tt Nh varale, en, Ww| ung det ) derſel: 198, in fen in te Rihs baum ſo 96: 1 Das egels, tenem m und Drathe Erfow anne of ſind vorinn urüf: erung hän « zeuge noch zu wiſſen, daß die Haken mit der Klinge nicht gleiche Länge haben. Sie ſind an die 6 Zoll meiſtens kürzer als die Klinge, damit dieſe deſto beſ- ſer beym Einhauen das Getrayde vorwegfaſſen, und abſchneiden, die Haken es aber ſodann annehmen, ſammlen, und ordentlich in die Schwade zur Crde hinfallen laſſen. Beſonders iſt aber dieſes Hervor» ragen der Senſenſpiße bey ſtarkem Getrayde gut, wel- des ſich gelagert hat, oder vom Wind und Regen un» ter einander verworren worden. Die Spißte kann ſo- dann dergleichen Getrayde beſſer hervorlangen, wel- ches weit ſchwerer und unordentlicher aus ſeinem Lager, oder Verwirrungen, heraus gobracht werden würde, wenn die Haken mit der Senſe gleiche Länge hätten. I< habe oben geſagt, daß die Senſen ſehr ver? ſchieden ſind. Es wird den Leſern eben nicht mit Bes ſchreibung aller derſelben gedient ſeyn. Ich will aber doch aus dem Muſeumruſt. et commerc. die von rn, de[* Jsle angeprieſene Kornſenſe beſchreiben, und ſie ſofoxt beurtheilen. Nur gedachter del* Jsle hatte einen nachvenkenden Mayer, dem es übel gefiel, daß die Hafen des Sen- ſengerüſtes theils das Stroh zerrieſſen, theils gay die Aehren abrieſſen, viele kurze Halmen aber, die in den tiefon Furchen ſtanden, gar nicht ergrieffen, oder ſonſt das Mähen beſchwerlich machten.- Um allen dieſen Uebeln abzuhelfen, verſuchte er,'an ſtatt der Spieſ« fe, Bügel einzuführen. Die Senſe, deren ey ſich) be- Ia dienfe, 296 Drittes Kapitel, diente, war an der Klinge oder am Senſenblatte wenig= ſtens 6 Zoll kürzer, als an der ſonſt gewöhnlichen Sen» ſe, An ſtatt des Senſengerüſtes ſteckte"er zwo weide- ne,-halbrund gebogene Ruthen in die ,' an dem Sen- ſenbaum aus dieſer Urſache nahe an-der Klinge ge» machten Löcher, und zwar dergeſtalt, daß ver'eine Halbzirkei den andern durchſchnitt, oder. queer über demſelben weaging« Der Senſfenbaum hat 8 Fuß Länge, vom unterſten Ende bis zum Griff 5, und von da bis zum oberſten Ende, wo die Kiinge befeſtiget ſt, 3 Fuß, Die Klinge hat vom hinterſten Theiie bis -. zur Spike 3 Fuß(faſt eben die Länge unſrer hieſigen Kceruſenſen) undiſt 2 x Zoll breit.(Dieſes wird vom Hinterſten Theile zu nehmen ſeyn, da die Breite, nach vorne zu immer mehr abnehmen muß. Cs rhut aber die größere oder fleinere Breite zum leichtern over meh- rern Mähen nichts, auſſer daß eine breitere Klinge Deſto länger gegenhält, va eine ſchmälere deſtoeher ab- genußet wird.) Wena die Senſe des-de l*Jsle ange: ſtochen iſt, macher ſie von der Spike der Klinge an, bis an das Ende des langen Baums oder Schafts, einen Winkel von 7 Fuß.(Dieſes Maaß iſt bey der Hieſigen Senſe fatt eben ſo) EE Das Verfahren mit dieſer Senſe iſt eben ſo. Wenn giner anfangen will; ein Gewende Haber zu hauen, ſtellet er ſich ſo, daß ihm das Getrayde zur rechten Hand ſteht, daher die. Schwaden von der Senſe 4n8- geſammte auf die linfe zu fallen. Wer. aber Waizen hauet, geher von der Auſſenſeite nach der inwendigen; ſo; daß das Getrayde, welches er hauen ſoll, ihm al- lemal:zur Linfen ſteht, Was er gehauen hat, und was hernach durch den Bügel zuſammengenommen wird; lehnr ſich ein wenig ſchief an das, varneven ſte- hende noch nicht: umgehauene, Getrayde,- Dazu“ Kimme man einen Helfer, welches ein Knabe von 12 Das Aerndten, 297; (e Wenig,| bis 15 Jahren, oder ein altes Weib, ſeyn kann. Diea jen Sem ſer folgt dem Mäher in einer Entfernung von 4 oder ed weide 5 Schritt mit einem ſogenannten Aerndte- oder Stan- em Ceh genhafen. Mit dieſem fährt er zwiſchen das ſchief Wing 04 angelehnte Korn, welches abgehauen iſt, und zwiſchen Ver eint das noch ſtehende; nimmt das erſie weg, und giebt Mer übt den Strohſpißen einen oder zwey Streiche auf den Bo» Ny 00 den, damit er es in der Hand zuſammen ſtoſſen kann, hy 1) und legt es zu ſeiner Rechten nieder. Dieſes muß 11.0 veſeſiigt ſehr vehend geſchehen, weil hinter einem ſolchen Aufz| Ceilhi heber, wie er genannt wird, ein andrer Mäher kömm?,. 114 hieſigen Cs muß ferner mit Geſchilichfeit Zeſchehen, immaaſ-" z wird von ſen darauf eine größere oder kleinere Menge zur Nach- NR utwnd leſe beruhet,- Es müſſen ſo viel Aufheber, oder, wie 11 8 hut abet ſie auch heiſſen, Binder ſeyn, als man Mäher hat.("4 der meh: Die Stellung des Mahers hjiebey iſt ein Umſtand von NUDE Nlinge Wichtigkeit. Wenn Gras und Haber gehauen wird,„18 cher ab: ſo geht der Mäher alſo, daß ſeine Füße, die ſich eis 1:41 le ange: wer um den andern bey jedem Hiebe wit der Senſe bss 14419 nge an) wegen, eine Parallellinie ausmachen. jm Waizen 14.190 Zhaſts, hingegen muß der Mäher ſeinen Weg auf einer einzel» 311.014 bey der 2 nen 2inie nehmen, ſo, daß ſein rechter;7uß, welcen. Dem Mayer jammerte der junge Menſch, und bat den Herrn, er.möchte ihn ihm hinterher folgen, und allein thun laſſen, was er könnte. Auch dieſe Vorbitte ward abgeſchlagen. Der Jüngling hielt ein Paar Tage gut aus. Um die Mitte des dritten Taa ges hatte er ſchon die Geſtalt einer Leiche, und die blaſſe Todtenfarbe ſeines Angeſichts hätte ihn bey ei- nem minder grauſamen Herrn vertreten, und ſein bes ſter Anwald ſeyn ſollen, Der Abend dieſes Tages war- das Ende ſeiner Kräfte und Erhohlung. Er verfiel in Auszehrung, ſtarb nach einigen Jahren, und zur Schande der Menſchheit mußte die Mutter obendrein ihren Bauerhof an einen Fremden abtreten, Wenn Menſchengefeße den Mangel des Mitleidens nicht rä- er mit ſtarken Steinen beſäet iſt. Dieſe ſollten aber nicht darauf gelitten, ſondern abgeräumet werden. Sie ſind ohnehin dem Pfluge und Eggen im Wege. 5. So viel möglich, ſollen die Mäher alle zugleich : den Hau verrichten, ſo, daß man allezeit einen gleich» Ftimmenden Laut aller Senſen zugleich vernehmen fann. Unter den Mähern giebt es faule Schelme, welche ſich im Hauen ſehr ſchonen, nicht tief einhauen, und mit der Senſe ſich nicht genungſam ausbreiten, daher ihr Schwad allezeit dünner und geringer befunden wird. Ein aufmerkſamer Landwirth beſucht daher öſters ſeine Maher, beſichtiget die Schwade, und lernt die faus len boshaften Tagediebe bald kennen, nimmt auch bey dieſer Gelegenheit wahr, ob ihre Senſen etwa ſtreuen, - oder ſonſt ſich andre Unrichtigfeiten finden können, 6. Will der Landwirth die Faullenzer beym Mähen erkennen, ſo kann er nur auf diejenigen Acht haben, welche ohne Unterlaß ihre“Senſen weben. Dieſe we- ßen nicht, wenn es die Senſe bedarf, ſondern, wenn ihnen die Luſt ankömm?, müſſig zu ſeyn. Sie weßen nicht allein bey Endigung ihres Schwads, an 1 efe, Orly, 10 beſurgen 6 am dem a ſunpf 3 wiederhd Man kd noh eh? brauch 4 anfang! alle dem yynötht| Be nod ein! gane Di uubringe Werle john (weſen, wd,= Y: ein gan doc) bo gewiſſen (EWR [maße den Nejeniger hha ume fommin Denne möglich kepfam Was den, Er yy| de wk| [1, die jW Stopp ſſen, ſie ho! (er mit ber niht 1. Ei ze. ' zugleih m gleiche en Fant, Ihe ſich und mit aher ihr en wird, ters ſeine die fals auch bey ſtreuen, hen, Mähen haben, [eſe Wer 1, wenn » weßen an dent Orte, Das Aerndten.: 305 Orke, wo ſie zu mähen aufgehöret haben, ſondern ſie beſorgen auch, daß die Senſe unterweges, bevor ſie ant dem andern Ende wieder anfangen ſollen, mödte ſtumpf geworden ſeyn, daher ſie ihr Weßen abermals wiederhohlen, um nur deſtomehr Zeit hinzubringen, Man könnte dieſes unnöthige Wetßen und Schärfen noch eher hingehen laſſen, wenn nicht der böſe Ge- brauch eingeriſſen wäre, daß, ſobald nur ein einziger anfängt ſeinen Wekſtein hervorzuſuchen, die andern alle dem Faullenzer nachfolgen, und ein ſehr öfteres unnöthiges Geweße erheben, T» Wenn viele Mäher beyſammen ſeyn, und nur noch einige Schwaden zu hauen ſind, ſo pflegt oft der ganze Haufe dabey zu verharren, und die Zeit müſſig zuzubringen. Daher ſoll der Landwirth das kleine Ueberbleibſel von einer, oder zwey, Perſonen vollends abhauen laſſen, den übrigen aber ſo fort einander Stü anweiſen, damit die Zeit nicht vergeblich verbracht werde.== Wenn aufeinem ſehr langen AFerſtüFe etwa noch ein ganzes Schwad zu mähen übrig bliebe, ſo iſt es doch beſſer, die Leute ſo einzutheilen, daß jeder einen gewiſſen Strich vor ſich abzumähen hätte. Man hät- te z. B. 12 Mäher, ſo theilte man nach dem Augen- maße den Strich in 12 Theile ein, dergeſtalt, daß diejenigen, welche am weiteſten zu ihrem Fle> hinzu- gehen haben, dafür eine geringere Abtheilung hätten, um die Leute zu rechter Zeit wieder zuſammen zu bes kommen, daß keiner auf den andern warten dürfe. Denn es iſt in der Aerndte ein Hauptvortheil, ſoviel möglich die Arbeiter nicht zu vereinzeln, ſondern ſie beyſammen zu halten, weil ſie dann beſſer arbeiten, 5R6US8VRLer 11. Band, U oder * 306 Drittes Kapitei, oder von ihren Auſſehern mehr getrieben werden, Kont- men daher einige Mäher auf ein Stück erſt an, auf welchem die übrigen bereits ſehr voraus ſind, ſo be- halten iene'alle Freyheit, zu thun was ſie wollen, I| aber ein Hausvater, oder ſein Stellvertreter, gegenwärtig, und er hat unter ſeinen Mähern einige, die.er Urſach hat zu ſc)onen, und ihnen die Laſt erleich tern will; ſo hat er bey kleinen Ueberbleibſeln eines Getraydeſtücks eiye gute Gelegenheit, ſie aus dem Gliede herauszunehmen, und ihnen die Nacharbeit aufzutragen, damit ſie fich dabey wieder erhohlen können. 45. 8, Cs trifft ſich öfters, daß ein oder der andere Mä- her an ſeine Senſe einen Haken, oder Spieß, zer- bricht, oder das Senſengeſtelle auf andre Art Schaden nimmt; da dann die übrigen Mäher insgeſammt ſo lange Zuſchauer abzugeben pflegen, bis die oft ſehr langwierige Verbeſſerung ihr Ende erreichet. Ein Z&andwirth ſoll dieſe Unordnung nicht verſtatten, ſon- dern den Verbeſſerer ſo fort aus der Reihe heraus tre- ten, und die übrigen fort mähen laſſen; es wäre dann daß die Ausbeſſerung ohne ſonderlichen Zeitverluſt vollbracht werden könnte, 9. - Den Mähern muß nicht verſtattet werden, bey ihrem Hauen gar zu kurze Gänge und Zurückkehrun- gungoön zu nehmen; ſondern ſie ſind ſchuldig, zum wenigſten tauſend Schritt auf langen Stücken vor der Rückkehr fortzuhauen. Durch gar zu kurze Rückkehre - wird zu-viel Zeit verfplittert.- Iſt die Zahl der Mä- her 770 ven 0 jemeh 0 Ei: es ge Mäh viele auge einen her mid )] beſelht ſm; |(m; dt (nder ſpäte iſt| Mor det, Sw M an, Wf| nd, N br wollen, fellvertn hern eini, aſt alo Oſeln din; € aus dm| Raa er erhohly ndere Nw Pleß, ze: : Schaden ſammt ſo toſt ſehr et, Ein (ten, ſon heraus ft wäredann Zeitverluf den, be) efehrun (9, zum "1 vor der Küfer bier(qe her Das Aerndten. 307 her groß, ſo muß bey dem Einhauen einer auf den an dern warten 3 und je mehr Rückfehrungen geſchehen, je mehr Zeit erfordern ſie,| TO Man muß ſorgen, daß das Gefrayde nach dem Strich oder Hange abgemähet werde. Wollte man es gegen den Strich abmähen, ſo würde ſolches den Mähern theils ungleich mühſamer ſeyn, theils aber viele Acehren abgeriſſen, oder die Körner zu ſehr her- ausgeſchlagen werden. Hat daher z. B. das Korn ſeinen Hang nach den Mittag, ſo müſſen es die Mä- her gleichſam im Nacken hauen, und von Mitternacht mit dem Anhau den Anfang machen, IT, Mitten in der Roggenärndte, oder vielmehr vor derſelben, pflegen die Körner beym Abhauen, bey heiſ- ſem Sonnenſcheine, ſonderlich um die Mittagszeit aus ihren Aehren herauszuſpringen, Sobald dieſes der kandwirth vermerket, ſo muß er die Mäher an einen andern Ort, etwa in die Niederung, oder wo das Korn ſpäter geſäet, oder ſelbiges nicht ſo ſchwer und quick iſt, hinführen, mit dem erſterm aber bis Abends oder Morgens anſtehen, wenn ſich der Thau einfindek. 12. Die Mäher pflegen täglich auf dem Felde drey Mahlzeiten zu halten.- Die erſtere nennen ſis das Frühſtyck, die zweyts das Mittagsbrod, und das drif- te das Halbachtern. Dieſes gönnet man ihnen bey ih- rer ſauern Arbeit.zwar wohl, aber ich- habe angemer- ker, daß ſie dieſer Zeiten zu ſehr mißbrauchen, und an ſtatt ſie-zum Frühſtäc und Halbachtern nur jedesmal U 2 eins 308 Drittes Kapitel. eine halbe Stunde, und beym Mittagseſſen eine ganze Seunde anwenden ſollten, vielmals ſo unverſchämt ſind, daß ſie über die gebührende Zeit viele Stunden faullenzen, ja wohl gar einſchlafen, und die ihnen ob« liegende Arbeit verabſaumen. Dieſe Unordnung muß daher der Landwirth abſtellen, IZ» Auch muß der Landwirth der Zeit halber, wenn die Mäher früh morgens anfangen und des Abends wiederum aufhören ſollen, was Gewiſſes nach Bil- ligkeit beſtimmen und feſt ſeen. Ein jedes Land, ja faſt jeder Ort, hat zwar ſeine eigne Gewohnheit, wel- che aber oft gemißbraucht wird. Und von dem Miß- brauche iſt hier eigentlich die Rede, Wer für baare Bezahlung ſein Getrayde abmäahen laſſen muß, der hat um ſo mehr Urſach, ſich die erwähnten Erinnerungen zu Nuße zu machen. Auch der Landwirth, welcher durch Hofedienſte das Getrayde abmähen läßt, kann auch davon Gebrauch machen. j I 4. Er handelt aber beſſer, wenn er ſich mit den Un- terthanen dahin vereiniget, daß ſie ihm in gewiſſen, dazu beſtimmten, Tagen ſein Getrayde abhauen, und ſodann auf eine gewiſſe, dazu feſt zu ſeßende, Zeit vom Hofedienſte frey ſeyen ſollen. GSolchenfalls ver- liehrt ſich der Müſſiggang; der Landwirth hat weiter Feine Sorge, als daß er nur dahin ſiehet, daß ordentlich gemähet wird. Inzwiſchen darf er gewiſſe Rechnung darauf machen, daß ihm die Hofediener ſein Korn viel eher herunter hauen wetden, als wenn ihnen hierzu feine g:wiqe Zeit beſtimmet worden. Es kömmt auch dergleichen Vergleich den armen Unterthanen ſelbſt Np ; woh Hm. Ann ten mt ; werd! beym uſe vater ſyn! Yugi ſoviel | mißt | dwsN0 | dam vam huhu qu werd dery der h | Oeſ hauen Mitt Eß nt feht Ihe (uft Um ' ganze ſchämt tunden nen Obs ing muß „ Wenn Abends q) Dil and, jd it, web 1 Miß: r baare ver hat ungen jelcher fann n Ue viſſet, „ und Zeit pets eiter tlic nung viel jetzy auch ſchr voh! Das" Aerndten, 309 wohl zu Nuße, indem fie ſolchenfalls ihr eigenes Ge- trayde deſto eher und vortheilhafter beſorgen föne nen.=- Nachdem ich den vorhergehenden Mäherregeln des Hrn. Hagemanns, wo es nöthig geweſen,„Zuſäße oder Anmerkungen angefüger, ſo will nun über die vier leß- ten noch auf einander das Nämliche thun. Wenn viel Korn von wenig Leuten abgemähek werden ſoll, ſo kann es, wenn zumal heiſſes Wetter beym Mähen einfällt, bald kommen, daß die Körner "zu ſehr ausſpringenz in welchem Fall aber der Haus- vater ſo mit ſeinen ſämmtlichen Ackerſtüken bekannt ſeyn muß, daß er die Vorſchrift der 11ten Regel in Ausübung bringen kann, um ſeinen Körnerverluſt, ſo viel möglich, zu vermindern, Kann man ſeine Einrichtung darnach:machen, ſo muß man in den Morgen- und Abendſtunden beſon- ders das dünnſtehende Korn abhauen laſſen, weil ſoo dann die Senſe beſſer ſchneidet, und dem Korne als- dann die wenigſte Gewalt angethan. wird. In der heißen Mitragszeit kann auſſer dem, in der: x 1ten Re- gel benannten, Getrayde auch.dasjenige genommen werden, welches zu Lager gegangen, oder unter einane der verworren worden, indem es ſich leichter auseinan» der bringen läßt, wenn es troen iſt. Waizen und Gerſte, wenn ſie nicht unter ihrer gänzlichen Reife geo hauen werden, vertragen am allerwenigſten die heiße Mittagszeit. Iſt der Waizen zu reif, ſo will die Senſe in das ſo dann mehr harte und zähe Stroh nicht wohl einſchneiden, ſo wie die Gerſte in der Hi- ße beym Abmähen ſehr bricht, nachdem der obere Theil ihres Halms unter der Aehre zu troFen geworden iſt. In Anſehung der Witterung wird der Landwirh auf das vorhergehende zweyte Kapitel zurück gewieſen, um nach den beygebrachten Witterungszeichen das Ab- U 3 mähen “310 Drittes Kopitel,. mähen dieſer oder jener Feldfrucht anzufangen oder zu “vnterlaſſen. - Man kann ohne Bedenken das Abmähen des Korns beym Regen anfangen, da man das Trockenwerden deſ- ſelben auf dem Schwade ja, beym Aufhören des Re- gens, natürlicher Weiſe hoffen darf. Eswächſet weit weniger bey anhaltendem Regen aus, als wenn es äuf dem Scwade liegt, trocken geworden, und ſodann wie- der beregnet wird.. M In hieſiger Gegend ſorgen wir ſehr; daß der Waizen nicht ſo lange auf dem Halme ſtehe, bis ſeine “Körner hart geworden ſind. Die Bäcker. kaufen ihn ungern oder gar nicht, wenn er auf dem Halme zu bart geworden iſt. Er giebt ſodann fein recht weißes, fen- dern ein mehr graues Mehl. Wenn wir ibn daher "mähen, wenn ſeine Körner zwar inwendig weißes Mehl haben,'aber ſich leichtlich annoch einvrüFen laſ- ſen, und, unter die Zähnen genommen, nech nicht ſpröde ſind," oder wie Glas zerſpringen, ſo wächſet er auch nicht leicht aus, wenn er währenden Regens. ab» gemähet wird. Sind aber'die'Körner des Waizens vor dem Abmähen auf deim Halme hart geworden, ſo Fann er auf ſelbigem ſogar wohl ſchon bey anhaltendem Regenwetter auswachſen. Liegt er auf dem Schwade mit hart gewordenen Körnern, ſo wird'er/- wenn Re- gen und Sonnenſchein zumal mit einander abwechſeln, ſehr bald auswachſen, auch ſeine“ gewöhnliche Farbe "verlieren. So wird auch der Waizen, welcher viele Näſſe, nachdem ſeine"Körner"auf dem Halme oder Schwade hart geworden'ſind, ausgeſtanden bat, wenn er wieder trocken wird, ſeine Körner, bey ver gering- ſten Bewegung unter der Harke ," Binden, Cinſeßen in die Mandeln, und Aufläden auf dem Wagen un- gemein fehr ausfallen laſſen.| In cv mjt Ve Zt abm ofen if ſind, ſy ve Kön Vi traydeſ! beiter 1 ſo wiej Daizen de Pi fonnen, traydew! ime den. wirds 46 Deu), qnßus RU Rit y gm| Gturn fe gens eiteb' M alien dunn 4 hahn ſim oder| 0 hat Nit! bh oder zu 2:5 Rey [eden Uf I des Re| fet weit| m edu Cann He |: daß der | bis ſeine fen ihn (ne zu hatt Bes, ſett On daher weißes Em laſ: nicht ahſet er (gens, ab Waizens orden, ſo jaltendem Schwadt enn Ke vechfeln, 1e Farbe er viele me oder (6, wenn| : gering! Finſeben gm un ] Das Aerndtet" 311 Inu Anſehung der Hülſenfrüchte hat: man noch mehr Vorſicht anzuwenden, daß man ſie zu ſolcher Zeit abmähe, wenn einige Tage lang“ gut Wetter zu hoffen iſt.: Denn die Schoten, wenn ſie-eingetrocknet ſind, ſpringen bey mäſſigem Regen auf, und laſſen ih» re Körner auslaufen. VWielmals kann es der Fall ſeyn, daß mehrere Ge- traydeſorten zugleich reif werden, zu welchen die Ar- beiter in der Aorndte nicht hinreichend ſeyn könnenz ſo wie z. B. in hieſigen Gegenden, große Gerſte und, Waizen gebauet werden, welche, nach Beſchaffenheit der Witterung, mit dem Roggen zugleich reif werden ' können. Jn dieſem Falle wählet man diejenige Ge- traydeart zuerſt, deren längeres Stehen auf dem Hal- me den meiſten Verluſt an, Körnern zuwege bringen würde. Iſt Roggen und Gerſte alſo zugleich reif. ge- worden, ſo giebt man der Gerſte im Abbringen, den Vorzug, weil, wenn ſie überſtändig geworden iſt, all- großen Körnerverluſt bringen würde. Nach Verhälts- niß verliert man am Roggen, der.reif iſt, nicht ſo viel, Mit dem Waizen iſt es eben ſo, er muß dem Rog- gen, ſo hald er reif iſt, vorgehen. Vielmals entſteht Sturmwind, bevor der Waizen ſich der völligen Ret- fe genähert hat. Man iſt ſodann in der Nothwendige- Feit ebenfalls den Roggen ſtehen, oder liegen zu laſſen, weil der ſtark gehende Wind die Körner. aus den Waizenähren gänzlich ausſchlagen kann. Und bey ſo- dann gehenden Sturmwinden greift. man am, erſten nach denjenigen Acerſtücken„, die. denſelben am. mei« ſten ausgeſeßt ſind. Geht der Wind gegen den Strich oder Hang der Aehren, oder es iſt gelagerter Waizen, ſo hat man vom Winde etwas weniger zu, beſorgen Mit der Gerſte, Haber und Hirſe hat man ein Gleis dies bey ſtarfen Winden zu beobachten, U 4 4 DU 186410) 312 Drittes Kapitil, In gnkon Ländern, die man von ſchlechten und mittelmäſſigen unterſcheivet, finden mehr Mahls- zeiken, als die bey Hrn. Hagemann gewöhnlichen, ſtatt. Das erſte Frühſtü> des Morgens um 4 Uhr im Hauſe; das zweyte im Felde um 7 Uhr, ſo ihnen herausgetragen wird; die Mittagsmahlzeit zu Hau- ſe; das Halbachtern, welches ſich die Mäher in Ko«- bern gemeiniglic< mitnehmen um 5 Uhr im Feldez das Abendbrod um 8 oder y Uhr zu Hauſe. Daßin guten Ländern, auch wohl in manchen Mit- telländern, die Mäher öfter und beſſer eſſen, hat ſeinen Grund darinn, daß ſie mit Sonnenaufgang und Un- fergang anfangen und aufhören zu arbeiten, und daß das Mähen des mehr ſtarfen Getraydes auch mehr Kräfte erfordert. Jmmittelſt iſt es freylich wohl in den meiſten Gegenden ein Mißbrauch, der ſchwer ab- zuſtellen iſt, daß die Mäher im Felde Stundenlange Mahlzeiten machen, Wenn ſie in guten Ländern Vor- mittags zwiſchen 11 und 12 Uhr aufhören, und zur Mittagsmahlzeit nach Hauſe gehen, pflegen ſie wohl bis 2 Uhr Nachmittags zu feyern oder Ruhe zu hal- ten, nachdem ſie ihre Senſen gedengelt oder geflopfet aben.: ? Der Vorſchlag, ſich mit den Hofedienern ſo zu ſeen, daß ſie in gewiſſen, zu beſtimmten, Tagen das ſämmtliche Getrayde der Herrſchaft abhauen, verdie- net alle Aufmerkſamkeit, indem beyde Theile dabey ih- re Rechnung finden, Den Unterthanen, die alle Ta- ge ſonſt zu Hofe dienen müſſen, iſt beſonders ſehr ge- holfen, wenn ſie durch ſolchen Vergleich einige Tage „vor ſich gewinnen, an welchen ſie frey und unabgehal- ten ihren eigenen Aerndtegeſchäften obliegen, und ihre Zeit dazu in ihrer Gewalt haben können. Solche Frey- heit macht, daß ſie ihres Lebens gleichſam mehr froh werden fönnen, C. Zwey- | Oten un)| ii" Mahl, 04 Whelichen Pum 4 Uhr »[0 ihne ſt zu Hau Oer in Au Lim Jep| [, n heey nehr fro) (€. Zw Das Aerndten, 313 C. Zweyerley Art des Mähens. Das Mähen des Getraydes geſchiehet in Deutſch- land nicht auf einerley Art. Deny es wird daſſelbe entweder mit der Senſe angehauen, oder aufs Schwad mit der Senſe geworfen. Das Änhauen geſchieht ſo, daß das mit der Sen- ſe avgemähete Getrayde an das noch ſtehende, auf der linfen, Ceite, angelehnet, von einem, dem Mäher auf dem Fuße nachfolgenden, Abraffer aber zuſam- men genommen und in ordentliche agen oder Samm» lungen gehracht wird. Die zweytke Art des Mähens geſchieht aufs Schwad, da der Mäder das bey jedem Hiebe abge- mähete Korn neben ſich zur linken Hand auf das ſchon bloße Feld in eln Schwad hinwirft, Bey dem Anhauen iſt es auf Körnererſparung allein abgeſehen; es leidet dabey das Getrayde weni- ger Gewait, weßhalb auch weniger Körner, als beym Hauen ins Schwad, verloren gehen, Es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß ſold)es Anhauen des Getraydes nur in ſtarkem Boden, der ſtarkes und dickſtehendes Getrayde hat, ſtatt finden könne. Denn in leichtem Boden, der nur kurzes und dünne ſtehendes Korn trägt, geht das Anlehnen des angehauenen Korns an das noch ſtehende nicht an, weil. dieſes zu kurz, ſchwach und dünne iſt, und jenes würde hindurch und zur Er- de zerſtreut fallen laſſen. Man muß die Entſcheidung, welche Art des Mähens in ſtarkem Boden, als worinn das Anhauen auch nicht überall gebräuchlich iſt, den meiſten Vor- theil bringe, jedem Landwirthe ſelbſt überlaſſen. Das Anhauen erfordert mehr Zeit und Leute, und man hat vieler Orten bey einem weitläuftigen A>erbaue Ur« ſach, ſehr eilfertig zu ſeyn, indem, wenn übel Wetter U 5 eit fleins ſcharſe Zähne; in andern nur glatte Schneiden, 314 Drittes Kapitel. einfällt, die Erſparung der Körner mittelſt des An» Hauens den Schaden lange nicht erſeßen kana, wenn das Korn, um das Auswachſen zu verhüten, ſo oſt gewendet oder aufgezogen werden ſollte, oder bald in der Folge reifwerdende andre Getraydeſorten die höch- ſts Eilfertigkeit anrachen, um an ihnen nichts einzu- büßen. Cs fömmt nur darauf an, daß immer nach vbſtehender Vorſchrift wohl ausgeprüfte ſcharfe Sen- ſenklingen gehalten, und das Senſengerüſte ſo geſtellet ſey, daß die Haken, und befonders der unterſte/ mit der Klinge parallel gerichtet ſey, damit keine Körner ausgeſchlagen, oder Halme ausgeriſſen werden. So wie auch, wie gleichfalls oben. gelehret worden, das Mähen nach dem Striche genau beobachtet werden muß, nämlich ſich mit dem Mähen, wo das Korn hinhängt, ſchlechterdrings zu richten, es mag dieſer Etrich des Getraydes in die Länge, oder die Queere des Akerſtücks, gehen. Wird alles dieſes vom Haus* vater wohl in Acht genommen, ſo wird der Körner» verluſt beym Mähen ins Sct, Fann auch, wenn ſie von gutem Zeuge iſt, an die vier Jahre ohne alles Schär- fen dauern. Wenn der Schnitter das Getrayde mit der linken Hand ergriſfen hat, ſo ſchneidet. er's mit der rechten ab, legt es hinter ſich in eine ſogenannte Glethe.( Gelegte) oder Leyde. Wenn dieſe voll iſt, legt der Schnitter, dergleichen auch) Weibs5perſonen ſeyn können, eine neue an. Die glatte Kornſichel iſtin Thüringen, beſonders im Weimarſchen, gebräuchlich, ſo, daß jeder Schnit- ter einen Abraffer hinter ſich hat. Dieſe Sichel muß alle Woche wenigſtens zweymal geklopfet oder gedengelt, -auch faſt alle halbe Stunden geweßet werden. Da ſie nun hiedurch von ihrem Zeuge ſehr verlierer, ſo kann ſie nicht viel länger als zwey Jahr dauern. Man nimmt an, daß im ſtarfen Getrayde zwo Perſonen des Tages 1 Aer von 128 Ruthen, im, ſchwachen aber, wohl 14% bis 11 Acker abſchneiden können, Man pflegt, wenn man mehrere Schnitter haben muß, durch eigends dazu verpflichtete Jahnmeiſter or- dentliche ſogenannte Jahtie,(Gänge) anlegen zu laſ- ſen, welche nach dem Hange des Getraydes abgeſchnit- ten, und, nach dem Unterſchiede der Anlage, entwe- der Geizjahne„ oder Seſanuntjahne, genannt werden; Geizjahn heißt, wenn einem jeden Schnittermit ſeinem Abraffer eine Kabel, oder ſogenannte Zabtel, angewieſen wird, da denn jedes ſolches Paar Arbeiter in der Arbeit forteilet, um deſio mehr zu verdienen, und | | ' |' || ; | 00| 316 Drittes Kapitel. ; M und alſo ſein Taglohn gleichſam ergeize. Es wired| vn aber bey dieſer übereilten Arbeit gemeiniglich ſelten| jet, was recht gutes zuwege gebracht.| Der Geſammtrjahn iſt dagegen für den Feldei«-| genfhümer ungleich vortheilhafter, da alle Schnitter| vadie paare auf einem und eben demſelben Stücfe ſchneide,| verbind! Wenn biebey ein guter Aufſeher zugegen iſt, ſo wird. hm die Arbeit ordentlicher und doch mit gehörigem JFleiße| Chnitt verrichtet. FEE| ſonder: In der Niederlauſiß werden auf einen Jahn nür-| Epiiſi 5 Schnitter gerechnet 3 und wenn auch noch ſo viel-| 30m Mann hinter einander ſind, ſo muß doch der erſte von|[nim fünfen allemal zugleich mit den andern Jähnern zur| perſonen gleich einzuſchneiden anfangen.|| weden Es entſteht nun hier auch die Frage, ob es rath-„my | 14) ſamer ſey, das Korn zu ſchneiden, oder zu mähen.|„M | Unſtreitig iſt es, daß bey der Sichel mehr Kör-| Remy 111104] ner, als bey der Senſe erſparet werden. Uebertrieben| n und) | würde aber doch der Unterſchied angegeben, weunnman| Ei m | ſagen wollte, daß eine abgeſichelte Mandel wenigſtens hehe, 14h 4 Meßken mehr Korn, als eine abgemähete, ergebe. 107 jW Denn die Senſen, wie es kurz zuvor berühret wor- Wi 1.4 den, ſcharf und recht geſtellet ſind, ſo möchte der Un- wird, ah 1 terſchied auf die Mandel kaum eine halbe Megße betra- Mine | gen, vorausgeſeßt aber, wie es billig ſeyn ſoll, daß in. 4 das Korn nicht überſtändig, oder zu trocken auf dent | Halme, geworden ſy. Ehn! 94 Hiernächſt muß man betrachten, ob, wie es bey anis ENE dem Anhauen des Getraydes auc die Hauptfrage war,|: Einh NE man nicht bey vielem Gekrayde, und mancherley Sor-| Lat (0041008 ten deſſelben, Urſach habe, mit dem Aerndten zu ei-| he; 19 len, um je eher je lieber mit dem Getrayde aus vem DW 4 | Felde zu kommen. Denn wie ſehr das Schneiden des| b. |" Korns die Aerndtearbeit verlängere, kann man daraus 1.7 ev ( y Senſen gegen fünf Sicheln in| mals | erſehen, daß man zwey ges Frank» EN SIE NEIGE EE In Es win ch ſelten den Feldeh » Chnitty, € ſhnidy, 1, ſo wir) (gem Jeife | Jahn my nod) fo vi er ebſte Den Jähnen zu ob es tath mähen.| nehr Köh| bertriehen venn man venigſtens 8 ergeht| Ühref ot te der Ut teße betti: ſoll, da | auf de je es bey vage wit) vley Go fen zu ür| aus Dem| eiden dis n daraus (geln Im Franf Das Aerndter, 317 Frankreich rechnet. Bey uns können wir ſechſe auf zwey rechnen, oder ſagen, daß eine Senſe ſo viel ab-. bringe, als drey Sicheln. Dem oghngeachtet fann es rathſam ſeyn, auch da da die Sicheln einzuführen, oder mit der Senſe zu- verbinden, wo kein Mangel an Firbeitern vorhanden, und man ſeines Orts auch ſinden kann, daß drey Schnitter, wenn die Koſt mit eingerechnet wird, nicht ſonderlich. mehr, als ein Mäher koſten. Denn die Speiſung der Mäher koſtet in manchen Gegenden wohl zweymal mehr, als das Taglohn. Nur Männer köne nen mähen. Das Schneiden kann aber von Weibs- perſonen und etwas. erwachſenen Kindera verrichtet werden, die um ein Drittheil wohlfeiler arbeiten tön- nen. Man hätte hiemit das Mittel zur Hand genoma - men, das zu hoch geſtiegene Taglohn der Mäher, neb' ihrer zu koſtbaren Speiſung und Tränfung, zu mäſſie gen und herabzuſeßen,- Auch wäre in dem„Falle die Sichel mit der Senſe zu.verbinden, wern man Laget- forn hat, und ſolches der Sichel überließe, welche leße tere das Tagerforn leichter, als die Eenſe, weiche öf- ters nicht darinn fortfommen fann, voder zerbrochen wird, abbringen kann. Hagemaun ſagt hierüber alſo: Meines Erachtens ſind die Schnitter nicht zu verwero fen. Durch ihr Schneiden wird das Getrayde nicht zerſtreuet, ſondern in Ordnung gebracht; auch erſpa- ret man dabey das Mäher- Harker- und Binderlohn. (Da nämlich, wo man das Getrayde nicht auf dem Ec hwade liegen und trocknen läßt, ſondern es gleich, wenn kein grünes Gras oder Unkraut darunter iſt, ein- bindet, und in Mandeln aufſeßer,) PBeokrachtet man ein Land, welches nicht geſchnitten, ſondern mit der Senſe abgemaher und geharfet worden, ſo findet man oftmals(dann liegt aber die ganze Schuld an der un- ;' tüch- 318 Drittes Kapitel, tüchtigen, oder falſch geſtellten, Senſe) auf dem be- reits geharften 2ande mehr liebes Getrayde zerjtreuet, als das Schnitterlohn würde äusgetragen haben. Sel- ten iſt eine Feldmark, welche nicht ebenfalls gutes ſtarkes Wintergetrayde hervorbringen ſollte. Minde- ſtens iſt dergleichen in dem gehordeten, oder auf andre Art wohl gedüngten Lande anzutreffen. Daher man fich bey dieſem ſtarken Getrayde der Schnitter wohl bedienen könnte. Man bleibt äber gern bey der alten Gewohnheit, und wenn man was Neues anfangen, und einführen will, ſo iſt die allgemeine Eniſchuldi- gung der Leute dieſe: Jc< verſtehe die neue Art nicht, ich habe fie nicht gelernt u. ſ. w. Inzwiſchen han- delt ein Landwirth nicht übel, wenn er ſich an ſolche Entſchuldigung nicht fehret, und, ſo bald er ſeinen oſſenbaren Vortheil bey der Neuerung ſiehet, ſolche einzuführen ſuchet,=- E. Das Einſammeln des abgemäheten Getraydes. Es ſind Gegenden, in welchen das ins Schwad gehauene Korn gleich hinter der Senſe zuſammenge- harfet, und äufgebunden wird. Jeder Mäher hat ei- ne, ihm auf dem Fußenachfolgende, Magd hinter ſich, die das Schwad deſſelben zuſammenharkt, und die Bunde verfertiget.| Dieſe Art das Getrayde zu ſammeln hat dieſen Vortheil, daß mit einmal die Aorndtearbeit bis aufs Einfahren vollendet iſt. Es kann aber dieſes Verfahren nur da ſtatt ha- ben, wo das Korn vom Graſe und allerley Kräutern -befreyet iſt. Denn wo dieſes iſt, da würden Gras und Kräuter nicht in den eingebundenen Garber recht ' trocknen, folglich auch das Kora nicht tro>en in die E cheu» EN En Get Rutter pd Lie) fönne gleich daß( „meh ringt | troyd | Ran | ud) . with , mf | melde | gm Zu | uf dem by e jſtteuet m, Sel: ol duty (6, Minds er auf andy Dähr my nit m ey der dein 3 Anfange, Cniſchuls e Art niht, iſchen har < an ſeh (der ſeiten vet, fp e| äheten 8 Schw)| ammerge äher hat ) hinter) |, undd har dieſe € bis auf a ſtatt hiv Keautett rden Ones eben recht| for im die Chew Das Aerndten. 319 Scheune grbracht werden könen. Es würde das Futtergras unter dem Korne faulen, oder ſchimmeln, bnd daher entweder ein ſehr ungeſundes Futter fürs Vieh ſeyn, oder vom ſelbigem nicht geſreſſen worden fönnen. Ueberdem wird bey ſolcher Art das Korn, gleich hinter der Senſe ,- aufzubinden, vorausgeſeßet, daß es ſehr reif ſey, daher es dann beym Abmähen ' mehr ausfalit, als dasjenige, deſſen Körner einen ge- ringern Orad der Härte erlanget haben, und auf dem EScwade erſt völlig hart und crofen werden ſollen. Es ſind in Anſehung des Cinſammlens des Ge- traydes dur Harken, Binden und Einſegen in die Mandeln oder Haufen mancherley Regeln zu wiſſen. und zu beobachten nöchig, welche der, bey der Land- wirthſchaft alt und grau gewordene, Hr. Hagemann, nach ſeiner Art, ordentlich zuſammengefaſſet hat, und welche ich hier ebenfals überſchreiben, und mit nöthie gen Zuſäßen und Erläuterungen verſehen will. I, Ein kandwirth, welcher nicht hinlängliche Hofe- leute(Fröhner) hat, muß ſich vor der Aerndte nach Harfern umſehen, weil es in der Aerndte, da ſchon alle Leute verſagt oder verdungen ſind, mehrentheils zu ſpät itt.; 2. Er muß ſorgen, das er tüchtige Lerte, und keine Kinder, zum Harken und Binden befomme,== Aud) abgelebte Leute gehören unter die untüchtigen, weil ſie den jüngern nicht folgen, dieſe aber, da ſie js ner ihr Schwad nicht mitnehmen wollen, ſodann nach- laſſen, und weniger thun. Daß aber Kinder vom Har- ken ausgeſchloſſen werden, das macht ihre 5 if, 320 Drittes Kapitel. beit, indem ſie zwar mit Erwachſenen forteilen wol- len, aber weder ordentliche Lagen zum Einbinden ma- liegenden SE verſehen, wel- bet, undh| chen er unter dem zuſammen genommenen Bande tehen mij faſt halb hineinſtet, und es einigemal ſo umdrehet, i gebracht werden; Auch taugt das Verfahren des Harkers nicht, wenn er eine Sammlung zuſammengeharften Getraydes geras He vor ſich hin zur Erde wirft; um ſich nur nicht zu büden. Alle Bewegungen und Handgriſfe müſſen leiſe, und in dieſer Abſicht auf das Hauptgetes hinge» richtet werden, allen Körnerverluſt aufs möglichſte zu wermeiden. F. Das Binden der Garben. m zweyten Theile des ſchleſiſchen Haus- und Wirthſchaftsverwalters S. 102 lieſet man dieſes? Man bedienet ſich hier in Schleſien zu dem Binden ei- nes hölzernen Knebels, womit die Enden der Seile allerdings viel ſtärfer zuſammen gewunden, und nach- Her mit mehrerer Bequemlichkeit untergeſtecet werden Fönnen. Inzwiſchen bindet man im Brandenburgi- ſchen eben ſo große und fette Garben, ohne ſichades Knebels dabey zu bedienen. Ja was das ſeltſamſte ft, ſo wird dieſe Arbeit daſelbſt meiſtens nur von 5Mägden verrichtet 3 an ſtatt daß man hier in Schle- ſien die ſtärkſten und. geſundeſten Manns8vperſonen dazu nimmt. Mati ſieht daraus, wie verſchieden die Ge- | wohne GES EIN SC SSOF NEN Suti EID emit ug ph yd qe yo! muß, Irhe uf“ | Ed! | wenn | NO | fund dend | Rä | ſtat ſieht ji"(j und | dart jiſi | we? en die oda auf "0 | alm | bfu W| hh das Rh gen pit den Füh| 120 muß ' df vie gen[hh Id Der Auf nd gleiß: 2 man ein ? ſo mß Unterhalb Gegrifn, 1, werden, Jt, wenn dos gets | nicht zu [' müſſen 5 hinge» hfte zu aus uid | dieſs: Winden eb ee Gale| 10 nache werden nburgt ſic)„des (eſamſte uur von Ec en Dajy ve Oe woh Das Aerndfken, 333 wohnheit und Gebräuche der verſchiedenen Länder ſind, und daß man inſonderheit in der Wirthſchaft eine Sax ende Knecht, und die ladende Magd, wenn ſie von mäſſiger förper- licher Stärke ſind, ſich an den ſchweren. Garben ver- brechen, und davon franf werden können, welches in 336'Orittes Kapitel. in der nöthigſten Zeit der Herrſchaft doch nicht gleich» gültig ſeyn kann. 4) Was endlich das Mehraufla- den im Felde anbelanget, ſo darf ja ſolches eben nicht von der Zahl der Garben abhängig ſeyn. Wenn auf einem Wagen ſonſt mit ſtarken Pferden 6 Mandeln vom Felde abgefahren worden, ſo wird es auf eins Heraus fommen, wenn ſtatt dieſer 9 Mandeln von mittelmäſſigen Garben gezogen werden. Cin geſchick- ter Lader muß dieſe ſo zu laden wiſſen, daß das Fu- der weder breiter noch höher, als jenes, erſcheine.- Das Binden der Garben auf dem Felde muß ſo geſchehen: Wenn das Strohſeil mit dem Knebel ſeſt- gefnüpfet worden, ſo wird. die Garbe behende umge- Fehret, um die etwa nicht mitgefaßten noch geraden Halme aufzunehmen, und ſelbige der nächſt zu binden- den Garbe beyzufügen. Auch müſſen die etwa ober- oder unterwärts hervorſtehende Halme, welche vom Bande nicht feſtgehalten find, gleichfalls abgezogen, und ebenfalls zur nächſt zu bindenden Garbe zugelegt werden. Die Binderinnen oder Binder haben jeder ein ganzes Bund Bände zur Hand, welches ſie mite eolſt eines Strohſeils hinter ſich herſchleppen, um ſich die zu verbrauchenden Bände nac) und nad heraus- zuziehen. Werden die Bände ins Feld gefahren, und die Äckerſtücken ſind ſehr lang, ſo iſt es beſſer, daß die Bände gleich naeh dem Augenmaaße dahin verlegt werden, wo etwa die erſten können verbraucht ſeyn. Es hält zu ſehr auf, wenn die Binder von ihrer Ar» heit ablaſſen, zurückgehen und ſich neue Bände heran tragen ſollen, Manche Lanbwirthe befördern die Arbeit des Gar- benbindens ſehr, wenn ſie eine beſondere Perſon an ſtellen, welche hinter ven Harkern her auf jede zu bin- Hende Garbe das Strohſeil hinlegen muß, daß die Bis I= Skar Nicht leih rah ), eben niht ! Ben yy 96 Mandy "6 auf fi „andeln by In geſhi 3 das Ju ieſcheint,| demußh Rebel Inde ungs| "; geraden| 7? zu bindit:| etwa obw. eſche von abgezogen, '1e zugelegt| ben jeder 8 ſie mit vy um ſim ch heraus 1, und „ du vin verlegt|| ucht ſem|| ihrer Iv| de hera| des Omb| epſon aws|| 0 zu iM des vw Div|| 'Das Aerndten. 337 Binder daher gar nicht nöthig haben, ihr Band Strohſeile hinter ſich herzuſchieppen, und daraus die Seilehervorzuziehen. Dieſes Vertheilen der Stroh- ſeile iſt keine ſchwere Arbeit.- Es darf daher hierzu eben feine erwachſene Perſon gebraucht wenden. Zu- weilen macht ſich mancher Herr ſelbſt das, Vergnügen, die Strohſeile zu vertheilen, um ſo wohl. Aufſeher oder Zuſchauer, als zugleich Mitarbeiter zu-ſeyn. Nicht allenthalben pflegen die Binder die gebun« denen Garben zugleich in Mandeln zuſammen zu ſeßen. Es geht an, wo die Garben von der allerkleinſten Art ſind. Wenn aber die Mägde allein und keine Manns» „Perſonen, binden, und die Garben mittelnzäſſige, oder gar von der größten Art, ſind, da würden die Binde- rinnen zu ſehr zurückbleiben, und den Harkern nicht Folgen können. Und wenn es ein für allemal die Einrichtung iſt, daß die Harker bey der Harke, die Binder beym. Binden und Mandeln aufſeßen bleiben „ſollen, ſo.werden jen? zu wenig thun, oder völlig feyern „und ſo lange Stillſtand machen, bis die Binder. wies „der. an ſie heran, und fertig ſind. Dder, falls die Harker„nicht feyern, ſondern. ihr aufgeharktes Acker- ſtück verlaſſen,- und zu einem neuen fortgehen, ſo werden die Leute im Felde zerſtreuet, ein Theil ohne Aufſicht gelaſſen, der Hausmutter aber doppelte Müs- he gemacht, wenn ſie, ſtatt das ſammtliche Aerndie« „geſinde. beyſammen ſeine Feidmahlzeiten thun- ſollte, „für zwey oder mehr Haufen das Cſſen eintheilen, an- „richten, und eben ſo viel Boten oder Träger halten ſoll, die jedem Haufen beſonders das Tſſen und. Trin- „Fen zutragen ſollen.„5< habe daher folgende Ein- „richtung bey mir für die bequemſte gefunden. Das Getrayde wird, wenn es in den Schwaden trocfen genug geworden, geharket, und den Harkern Hausvates I, Band, Y bey 338 Drittes Kapitel, beyderley- Geſchlechts Mägde, als Binderinnen,/; zu- weilen auch wohl Knechte; zugegeben, Die Binde rinnen müſſen ſich befleiſſigen, den Harkern auf dem Fuße nachzufolgen, ohne Garben zum Einſeken zu- ſammen zu“tragen, oder nachzuharfen. Geſchähe es, daß die Harker mit dem Zuſammenharken auf einem Stücke eher fertig wären, bevor die Binder an ſie heranfommen fönnen, ſo müſſen gleich. einige zur Stelle anfangen zu binden, und den zurückgebliebenen Mäagden, wenn ſie noch) zu weit entfernt ſind, entge« gen arbeiten. Sind ſie aber nicht weit von einander, ſo geſellen ſic) jene ihnen zu, um ſie ans Ende heran- zuhelfen. Die Knechte, oder Taglöhner, fangen zu- gleich an die Garben zufammen zu tragen, und in Mandeln zu ſesen, Alle übrigen müſſen nachharken. Unter dieſe gehören nun auch die Mägde, ſobald ſie mit dem Einbinden der Garben fertig ſind. Hier« nächſt müſſen auch die Mägde, ſobald ſie das Nach» 'geharfte an einer Mandel mit den andern Harkern Herangebracht haben, einbinden, weil es ſich einge- bunden beſſer mit aufläden läßt. Es macht überdem mehr und neue Zerſtreuungen, auch*Mühe, wenn es „der Knecht uneingebunden findet, und ſolches ſo aufs ſtefen und ſich zuſammenharken ſoll."In ſolcher Ord» nung nun kommen ſämmtliche Aerndteleute, da ſie fonſt, ohne etwas zu thun, zurückgegangen waren, auf ihren Schritten mit Nachharken und Aufmandeln dahin zurück, wo ſie am Anfange des Getraydeſtücks mit Harfen und Binden angefangen hatten. Keins Perſon hat fepern und auf die andre warten müſſen. Sie ſind unzertrennt beyſammen, und gehen nun ſo zu andern Acferſiücken fort, und arbeiten allemal mit mehr Luſt, wenn ſie beſtändig in ihrem ganzen Hau- fen alles zugleich anfangen und vollenden fönnen« "Denn-ich'hade es bereits oben als eine der beſten Aernd- tevegelt : zu ST Za am re ueh " viel ſeute Jeet CG: S ' den, ine geſhi ganz; Vern ſuß fine Jhd (Orb ſm? von es die? geſe deln Das Aerndfem- 339 teregeln feſtgeſeßer, daß der Landwirth in der Aerndte, ſo viel ſich nur immer will thun laſſen, ſeine Aerndtes leute nicht vereinzeln ſolle, weil auf ſolche Weiſe die Arbeit ſchneller, auch nie ohne Aufſicht, geſchiehet, G, Das Aufſeßen der Garben in kleine Haufen nach einer gewiſſen Anzahl. Daß die Garben, nachdem ſie eingebunden wor- den, nicht nach Willkühr zuſammengebracht, ſondern in einer gewiſſen Form und Zahl hingeſetßt werden, geſchiehet deßwegen, daß der Feldeigenthümer ſeinen ganzen Aerndtegewinnſt wiſſen„ berechnen und ins Aerndteregiſter übertragen, auch die, in einer gewiſs ſen Form zuſammengeſeßte, Garben. wider. einfallen Fönnende Regen gedeckt werden mögen. 5=... Die Anzahl-:der: in Haufen zuſammengeſeßten. Garben iſt nicht allenthalben einerley."An den mei= ſten Orten ſind es x 5 Garben, welche man Ttandeln nennet, An einigen Orten ſind es 20 Garben, wel- . Erbſen aber ſeßt man in ſogenannte Hörpen(Haufen) Y 2„In 340 Drittes. Kapitel, In hieſigen Ländern bringt man 15 Garben zu- ſammen, die, wie vorhin geſagt worden, eine Mandel heiſſen. Das Zuſammentragen dazu nennet man das Zin- oder Zuſammenmandeln. WED GTH FSTE Die Mandeln ſind entweder ſogenannte Satger- oder Strandmandeln. Jene aber entweder ZRlut« oder Rlumpmandeln, oder Rrenzmandeln. Bey jenen legt man die Garben gerade ſo aufeinander, daß die folgende Lage immer ein Paar Garben weniger ent- hält, bis zuleßt die oberſte Lage von einer einzigen Garbe gedeckt und beſchloſſen iſt. Dieſe Art von - Mandeln iſi aber mehr beym Sommer- als Winter- getrayde gebräuthlich, und die Aehren ſind mehr, als bey folgenden, dem Durchdringen des Regens aus- geſeßet. Rreuzmandeln heiſſen ſo, weil die Garben völ- lig ſo ins Kreuz gelegt werden, daß die Sturzenden auswärts, die Aehrenenden aber einwärts zu liegen kommen.| Da drey Garben über einander kommen, und das Kreuz formiren, ſo werden die 12 ins Kreuz zuſammengelegte Garben oberhalb von 3 Garben ge- ſchloſſen, und bedeckt. Erſt zwey, und in der Mit- fe über dieſen eine, als die höchſte und leßte, Die Garben müſſen von den Einmandelnden genau und ge- rade gelegt werden; ſonſt fallen ſie ein, oder werden vom geringſten Winde umgeſtoſſen. Und da die mei- ſten Winde und Gewitter von der Abendſeite herkome- men, ſo werden die drey oberſten Garben mit ihren Aehrenenden gegen ſolche Seite hingelegt. Da dieſe Aehrenenden ſich niederwärts neigen, ſo macht der Wind hieſelbſt einen geringern Anſtoß, und lauft von unten nach oben zu ſchräge über die Mandeln weg. Sind aber dieſe oberſten Garben mit den Sturzenden, die höher, breiter und leichter ſind, dem Winde zuge- Fehret, ſo werden ſie von einem leichten Windſtoße her- . unter- "erben JU 4 Rande| | man das| te Napet: der Rl| In M| "nder, deg SCNIGer 1 einjion ; Art jj| 8 Dintw- | mehr a 'vens AU eben vob (urzenden jy Viegent fommen, 8 Kreu Jarben Ar der Mit kt Di au unde| er weden 4 diem pe herfonw mit Ihe Da dieſe| nacht det lauftvon| eln weh| Urzenden nde zuge joße het| NI Das Aerndten, 341 untergeworfen, und die Mandeln müſſen ſodann, wenn Regen kömmt, wie man ſagt, eingeregnet werden. Es hat aber auch die nur beſchriebene Richtung der Aehrenenden der drey oberſten Garben in der Mandel, gegen die Windſeite, den Nußen, daß der. aufgefal- lene Regen vom Winde hieſelbſt am erſten wieder hin- WWEggeNO Nunn„. und die Näſſe abgetrocknet werden ann. ' Standmandeln unterſcheiden ſich von den Lager- mandeln darinn, daß dieſe liegen, oder gelagert ſind, jene aber ſtehen. Die Garben werden auf den Sturz» enden in der Rundung neben einander ſo hingeſtellet, daß ſie gleichſam ein Zelt formiren, und in der Mitte alſo eine Höhlung haben, daß ſie daher von der Zuft und Winde durchſtrichen werden können. Sie finden da Plaß, wo recht langes und ſtarkes Stroh erwäch- ſet. Denn kurzes und dünnhalmigtes Getrayde iſt nicht ſteif genug, daß Garbe gegen Garbe, die etwas ſchief ſtehen müſſen, ſtreben könne; wozu noch fömmt, daß zu Standmandeln' keine dicke Garben gebunden werden müſſen. Man hat bey dieſer Art Mandeln den Vortheil, daß das in Schwaden liegende Getrayde frühzeitiger, wenn es noch nicht recht durchgetrocknet iſt, aufge? harft werden kann, indem die ſtehenden Garben in der Stellung ſind, daß ſie, da ſie zumal, wie ſo eben gelehret worden, nicht dicke ſeyn müſſen, von Sonne und Luft bald durchſtrichen und troXen werden, Es haben ferner dieſe Mandeln vor den Lagerman- deln noch den Vorzug, daß ſie, wenn jene nach ſtar» kem anhaltendem Regen durchnäſſet ſind, und“daher aus einander genommen, aufgeſtaucht, und wohl gar wieder losgebunden werden müſſen, welches auſſer der vielen Arbeit ohne, Körnerverluſt nicht abgehen kann, d- 108 können 342 Drittes Kapitel. können ſtehen bleiben„. wie ſie ſind; oder-allenfalls, wenn man bald einfahren will, nur umgeſeßet werden Dürfen, daß nämlich die mehr naſſen Seiten nach aus- wärts zugefehvet werden, j In einigen Gegenden pflegt man den Standman- deln, wenn ſie beſonders lange drauſſen im Felde ge laſſen werden ſollen, ſo genannte Hüte oder Kappen auſzuſeßen. Es wird eine Garbe, welche zwey-bis dreymatſo dicke, als die ſtehenden, iſt,--mit aller Macht von zween ſich dagegen ſtemmenden Derſonen, mittelſteines verdoppelten und verlängerten Strobſeils, zuſammen gezogen und beſeſtiget. Wenn man dieſe Hutgarbe ſich in drey Theile. der Länge nach gedenfet, ſo kömme dieſes Seil zu Anfange des dritten Theils, oben nach den Aehren zu zu ſiken. Nun wird die Gardve,mit. den Aehrenenden aus einander geſchlagen, die»Spißen der Standmandel damit überdeckt, die Stoppelenden aber über den Band des Huths herun- ker.ringsherum gebogen, und damit die ganze Man- del bedeckt, daß alſo der Regen vom Hute auf die Seis kenwände der äuſſerſten Garben herablaufen muß. Ei- nige ſeßen dieſen Hut verkehrt auf, ſo; daß die Stop- - Ppelenden ringsherum hängen, die kürzere Aehrenenden über über den Band gleichfalls rings8herum gebogen werden, und leicht in der Luſt, der ſie frey ſtehen, wie- Der tvoFen werden können, Zu gleichem Endzwe> pflegt man auch wohl Lager- garben von Gerſte und Haber mit Hürenzu verſehen, und fi) dazu folgender Bauart zu bedienen; Zwo Gar- ben werden, als die Grundlage, zu erſt neben einan- der, dieſen aber zwo andere, ebenfalls neben einander liegende, gelegt, und zwar mit den Aehven entgegen, und hernach erſt kommen zwo andere, auch mit den Aehren entgegen liegende Garben, über's Kreuz.. dieſe PAG; pypelt anigege den au vn 4 (Garbe undſ breitet davon dien das( die) ſehr h derb Maud pn (lenfalls, e& Werden ' nag QS Shand Felde" er Som zwr ch| mit de Perſon Otrohſeils, "man dieſe ) gedenkt) en Weil, / wird die efehlagen, edt, die 5 hetuns je Man- [dieSel: nuß, Els die Etop hrenenden 1 gebogen N0911:200 (Lagers jen, und v0 Gat 1 eina| onande | negegen| mit den | | Sas Aetndtett, 342 dieſe Grundlage fertig, ſo legt man erſtlich rüber die doppelt: liegende Garben allemal eine Garbe der andern entgegen, dergleichen man dann auf die einfach liegen- den auch thut, Hierauf folgt noch eine. Kreuzſchicht von 4 Garben. Hierauf folgt dann der Hut, oder die Garbe, welche nach obbeſchriebener Art gebunden, und-ſo über das Kreuz der Mandel eintheilet und ver- breitet wird, daß die Achrenenden der Kreuzmandel davon gut bedeckt ſeyn können, Man erwählet aber die nur beſchriebene Bauart hievey dieſerwegen, weil das Stroh der Sommerfrüchte etwas furz iſt, und die Mandeln fowohl mehr gegründet, als auch nicht ſehr hoch geſtellet werden ſollen. Man ſieht ſchon aus der bloßen Beſchreibung, daß die Errichtung der Mandeln mit Hüten weit mehr Zeit, als die gemeis nen Mandeln ohne Hüte hinwegnehmen müſſe. H, Das Einbringen des Getraydes..- Das Einbringen, oder Einfahren des Getray- des iſt nach dem Mähen oder Schneiden und Harken das leßte Aerndtegeſchäfte, welches eben ſo viel Auf-. mertſamfeit des Landwirths, als die vorhergehenden erfordert. G. 8. 139. Gute Aerndtewatien müſſen bereits vor der Aerndte beſorge ſeyn, daß man ſich auf ihre und des ganzen Geſchirres Feſtigkeit oder Tüchtigkeit wohl ver- läſſen könne, und aus Mangel derſelben feine Ver« Ffäumniſſe entſtehen inögen. Die Structur der Aerndtewagen iſt in verſchie«. denen Ländern ſehr verſchieden, und man muß wiſſen, welche Art der andern«vorzuziehen fey, Das meiſte bey den Aerndtewagen kömmt auf die Leitern än,-die vott den gemeinen Zeitern, deren man fich auſſer der Aerndte zum. Fuhrwerk bedienet, un- ) 4 fer= ERHSHT EREN LESE: 8 344 Drittes Kapitel. kerſchieden ſind; und da dieſe ſodann abgenommen und bey Seite geſeßet werden, im vorzüglichen Ver- ſtande Aerndreleitern heiſſen. In nicht guten Kornländern haben die Bauern meiſtens ſehr kurze und gerade Leitern, weil, wenn ſie ja mittelmäſſige Garben machen, nicht viel über 4 Mandeln, oder wenn ſie klein und leicht ſind, höchſtens 6-7 Mandeln aufzuladen pflegen, weil ſie, und mei- ſtens, wo ſie mit ihrem Geſpanne Hof oder Frohndien« * ſie verrichten müſſen, faſt durchgängig nur geringes Zugvieh haben. Eine gemeine Folge entweder des Hofedienſtes ſelbſt, um deſſintwillen die Pferde der Bauern nicht zu Kräften kommen können» oder der Schafereyen der Gachsherrſchaften, welche den Wei- depferden der Bauern die Weide ſehr mager und knapp machen.|' Een: In guten Ländern findet man vie Aerndtewagen der Bauern ſchon größer, weil ſie beſſeres Geſpann halten, Wenn ſie.daher, wie die Guthsherrſchaften, an die 12 Ellen länge Aerndteleitern haben, welche an beyden Enden mit Inbegriff ber Bauern 2 Ellen ho< ſind, ſo können ſie gut an die 8 Mandeln Garfe oder die Garben aufladen. Es giebt Gegenden, in welchen die Aerndtelei- kern 23 Ellen fürzer, als die vorigen, aber an die 3 Ellen höher, und nicht allein in der Mitte eingebogen, ſondern auch ziemlich ausgeſchweift ſind, als wovon das Fuder ſtarke Bäuche bekömmt. Und da die Wa- genſchemel. viel weiter ausgeſpannt ſind, ſo ſtehen die Zeitern auch weiter auseinander, weßhalb die Räder ſelbſt weiter auswärts gebogen, und die Achſen ſo ge- richtet ſind,-.daß die Räder im Geleiſe enge, und oben weit gehen Auf einem ſolchen-Wagen können an die 12 Mandeln geladen werden, ? Ober» Ot m(pid am oin habt die gew gw 7 ſich die hingeyt beitern weßhel ſenodt D ſemi hervor Fern au Dieſe et mand hherchet vj fun ſwf ment; Em ſhoff dem; frelg verlöh fini wv dite Zu ſofa mad man hen Dey je Bauen| ), wen fe| Viel übe | hicOftee | und; Frohndim|| : gering|| weder dis|! Pferde des / oder de|| ' den Wel:||| und frapy|' it Mewogen Geſpann| (haften,| welchem 1 (mhh| abe ob 11, enndfele an dies| jehogen, wovon| je Ws| hen die Räder n ſog? nd oben an die =< RIU Obers| Das Aerndten: 345 Oberwärts in-geraber. Linie forfgehende Leiterbäu- me ſchicken ſich nicht wohl zu ſtarken Aexrndteladungen, am ollerwenigſten diejenigen, welche in der. Mitte exz=, haben ſind, oder einen hohen Bogen vorſiellen; wie die gewöhnlichen Leitern der Frachtwagen zu ſeyn pfle2s, gen. Auf in der Mitte vertieften Aerndteleitern ſenkt. ſich die Laſt der Garben in der Mitte zuſammen z da, hingegen auf geraden, oder in der Mitte erhahenen,, Zeitern feine feſte Schlußlage gemacht werden kann,. weßhalb das halbe Fuder, bey dem geringſten Anſtoſs ſen oder Schiefgehen des Wagens, herabſtürzen muß.- Die Sproſſen oder Schwingen, d.i. breite Sproſ- - ſen müſſen in einer Spiße über den obern Leiterbaum, hervorragen, damit die Garben, welche über die Lei- tern ausgeladen werden, darinn eingedrückt werden. Dieſe erſte Lage der Garben über die Leitern nennet män die Leiterſchicht. Auf die Haltung derſelben berühet die Haltung der darauf folgenden obern Schich- te. Jſt die Leiterſchicht nicht feſte, welches von zu kurzen Spißen der Sproſſen herkommen würde, ſo ſchießt ſie herüber über Leitern, und, als das Funda- ment der obern Schichten, nimmt ſie dieſe mit fort, Es müſſen daher die Spiken der Sproſſen noch Be- ſchaffenheit der Wagengröße an die 5---6 Zoll über dem L2eiterbaume hervorſtehen. Sollte es ſich daher ereignen, daß eine oder mehrere Sproſſen ihre Spiken verlöhren, ſo müſſen ſie ſofort nur eingeſeßet, oder die hiemit fehlerhaft gewordene Leitern mit neuen erſeßet werden. Denn wenn nur eine einzige Garbe aus der 2eiterſchier kann viel Körner aus den Garben auf dem Felde verſtreuen, wenn er die Garben nicht mit aller Schonung aufjticht. Wenn die Garben gegen, oder auf den Leiterbaum, mit der Hand, oder der Forke, Gabel, geworfen werden, ſo fliegen die Körner aus den Aehren hervor, als wenn geſäet würde. Der Langer(Zulanger) muß daher die Garben dem Lader oder der Laderinn behandſam zureichenz nicht die Garben ganz gerad2 einſpieſſen, ſondern ſie ſchief einſtechen, und ſie unübereilt dem L2a- der zureichen, daß er ſolche mit einer Hand:an den Sturzen, mit der ändern aber an den Aehren, über- nehmen fönne. Nicht zu ſtarfe Garben, die oben an- gerathen worden, ſind in dieſer- Abſicht ſehr dienlich. Sind ſie zu ſtark, ſo eilt der Knecht oder Langer, ſole cen ſoll, 3798 Die Arten das Getrayde zu laden ſind nicht einera ley. Die gemeinſten ſind, daß die Fuder hinten und vorne gleich hoch, oder wie ein runder Berg, oder faſt wie eine Schiſſmühle geladen werden. Man findet vondieſen Arten zu laden in einigen Wirthſchaftsbüchern ſehr genaue und ordentliche Beſchreibungen, welche ünerfahrnen Leſern zu Gefallen gleichfalls mittheilen will, eH Bis - Die erſte Beſchribung eines oben gerade gelade- nen Fuders geht auf eine Gegend, welche langes Korn und mittelmäſſige Bunde har, und wo das Fuder aus '8 Mandeln oder 4 Scho>en beſtehet. Wo Abwei- Garben bis an die Leitern voll ſeyn. Nun wird auf den vorderſten und hinterſten Spieſ« ſen, welche länger und ſtärker, als die übrigen auf den Leitern ſeyn müſſen, die Schlußlage angefangen. Es; wird nämlich jeden der beyden vordern Spieße. eine Garbe mit den Sturzen auswärt38, der Länge nach, ins Mittel zwiſchen den beyden vordern Schluße garben eingedrücket. Wo nun die Aehren dieſer Garbe aufhören, wird ihr eine andere, verkehrt entgegen ge- legt; und wenn das Getrayde kurz iſt, noch eine hin- ter drein, bis ins Mittel. Hernach wird auf eben dies, ſe Art gquch hinten die Schlußlage gemacht«-Alsdenn werden die Schlußlagen.auf beyden Seiten, von bey- den Enden, durch den ganzen Wagen continuiret; die aufangs in die Länge gelegten Garbon aber ceſtiren im, ver Mitte, daß der Lader ſtehen könne. Dieſe erſte Queerlage wird die Leiterſchicht genaent, und muß wieder ein halbes Scho> betragen. In ſolcher wer- den die Garben dergeſtalt auf die Spieße eingedrückt, daß noch alle Bände innevhab der Spieße bleiben, die Aehren aber tief, und die Sturzen ſchief« hoch zu lie- gen kommer; Nachher wird die andre Schicht auf eben vie Art angeſangen und vollführet, nur daß die Garben wit den Wänden über die Spieße herausgole- get werden, ſelbige aber allerſeits horizontal, die vor- derſten und hinterſien Längegarben aber ebenfalls eks was weiter hinausliegen müſſen. Dieſe Schicht be- trägt wieder ein halbes Schock; Endlich wird zugeladen, oder die Schlußſchicht angefangen. Jn derſelben werden die Garben eben- falis horizontal, aber ſchief, mit den Aeblzten einwärts geleget, auch etwas mit den Sturzen eingezogen, daß »98u8vgrex Ü. Band.= 3 e3 354 Drittes Kapitel, es recht wölbe. In den Schluß kommen ebenfalls wieder drey Garben. Endlich wird das Mittelloch,- wo der Lader geſtanden, mit einigen Garben dergeſtalt eingedrückt, daß dadurch'in der Mitte des Wagens einige Böſchung entſteht, welches hernach die Balance für das Schwanken halten hilft. Da nun der Schluß“ wieder ein halbes: Scho> beträgt, ſo ſind die zwey' Schoc> voll.' (Von dieſer Art.zu laden geht diejenige ab, wenn die Leiterſchicht nach gewöhnlicher Weiſe nicht in der Länge fortgeht, ſondern mittelſt derſelben eine oval» runde Form angelegt, die folgende Schicht in ſol- erer Hinwerfung eine große Scheu- ne mit wenigen Früchten bald voll wird, und die Rat- ten und Mäuſe Jagden und Läger darinn anſtellen köns nen; ſondern es muß ein wohl erſahrner, ſtarker, ge- ſunder und hurtiger Mann vom Oekonom und Ver- walter wohl unterrichtet werden, in welche Banſen (Täſfe) dieſe oder jene Frucht gebanſet, und belehret werden, wie es hauswirthlich gemacht werden ſoll.== Es muß alſo der Banſemeiſter(Banſer, Taſſer, Taß- meiſter,) wenn unten auf dem Boden der Scheune zu- förderſt eine Schicht Stroh dichte geleget worden, ane fangen, eine Garbe nach der andern, mit den Stur- „zen an die Wand der Scheune zu legen, und zwar ſo, daß, wenn er eine Garbe geleget, die andre nur eine „Spanne weit davon komme. Er tritt mit dem Fuße davor, und drückt in dieſe Mitte die dritte Garbe mit dem Knie ſo feſte und vollig hinein, als wenn es mit einer Preſſe zuſammengzeſchoben worden. Mit ſolchem Zwiſchendrücken und Aufknien fähret der Banſenmeiso ſter fort, bis eine Banſe nach der andern voll i ſt. Auf ſolche Weiſe können viel eher zwey tauſend Sc - Garben in einer Scheune liegen, als auf die loderich» te nachläſſige Art zwey hundert Scho, Es iſt auch bey ſo geſtalten Sachen keine Ratte und Maus ſo gleich) im Stande, in und unter den Garben umher zu laus ſen.= 37 Zur Ergänzung dieſes Unkerrichts von dem mög- lich föſteſten Cinbanſen des Getraydes in der Scheune muß noch dieſes hinzuthun, daß das Niederlegen der Bodenſchicht in einer Scheune nicht anzurathen ſey, welche auf niedrigem feuchtem Erdreiche ſtehet. Denn hieſelbſt würde die Unterlage, oder erſte Garbenſchicht, wenn ſchon Stroh oder Reiſer auf dem Boden liegen, ſehr verdorbene Körner, die ſich überdem ſehr ſchwer vom Dreſchflegel ausſchlagen laſen, bekommen, Dieſe 2:3 Kö 358 Drittes Kapitel. Körner bekommen ſodann den ſogenannten multerich- ten Geſchmack, welcher ſich denen aus den Oberla- gen, wenn ſie damit vermenget werden, völlig auch mittheilet. Die Brandtweinbrenner und Bäcker ſind daher übel daran, wenn ſie Noggen und Waizen aus feuchten Unterlagen befommen. Brandtwein und Semmeln bekommen davon einen, ſehr übeln mit nichts zu vertreibenden, Geſchma. Dieſerhalb muß in Scheunen gedachter Beſchaffenheit das Banſen ſo an- gefangen werden, daß die Garben mit den Sturzen auf den Boden, und den Aehren über ſich, ſenkrecht geſtellt werden Auf dieſe Grundlage, die von matn- et. Die Schober oder Miethen, welche nach nur bes ſchriebener Art eingelegt ſind, können ohne Schaden nicht allzulange im Freyen ſtehen. Der, kandwirth-- muß ſie daher eher, als das Getrayde in der ; 34'Schemw 360 Drittes Kapitel, Scheune, ausdreſchen laſſen. Leidet es aber die ganze Einrichtung der Wirthſchaft nicht, daß unter dem auszudreſ 6 CS teim 364 Drittes Kapitel, Stein gehauener, Pfeiler" Dieſes äber ſällt in un- ſern Gegenden füglich weg, wo wir mit Scheunen ver- ſorgt ſind, und wo nicht alljährlich der reiche Zuwachs die Soßung der Schober nothwendig macht. Man darf auch nicht fürchten, daß das Holzwerk, welches zum Grundbau eines Schobers verſchnitten wird, für die fernere Nußung“ in künftigen Zeiten: verloren ſey, Die Säulen behalten ſtets, der-Schober möge groß oder klein ausfallen, einerley Höhe und. Entfernung ' von einanderz3 mithin bleiben auch die Riegel, welche auf den Säulen zuſammengeſioſſen werden, unverän- dert. Dem Gebälke aber kann eine überflüſſige Län- ge gelaſſen werden; denn hier kömmt es nicht darauf an, wenn gleich die Kopfenden Über die Riegel hin- ausgehen und vorſtehen. Erfahrungen beſtätigen es, daß in einem, auf vorbeſchriebene Art geſeßten, Scho- Her das Getrayde ſich etliche Jahre hindurch unbeſchä- digt aufbewahren läßt.: -(Ob ſchon bisher unſre Dörfer und AFerſtüe Hier ſattſam, dort nur ſo nochdürftig mit Scheunen verſehen ſind, ſo könnte es do in manchen Gegenden - Deutſchrands über kurz oder lang, bey dem zu. ſehr eingeriſſenen Bauholzmangel, wohl ſo weit kommen, daß manche arme Bauern und Aerbürger, zumal ttach erlittenem Brandſchaden, ſich nicht aus Geld- mangel neue Scheunen erbauen können, und froß ſeyn müſſen, wenn ſie nur ſo fümmerlich im Wohngebäude für Menſchen, und Ställe fürs Vieh erbauen, oder in baulichem Weſen unterhalten können: In dieſem Falle nun kann die engliſche Wirthſchaft mit Korn- „ſchobern noch wohl die einzige und leßte Ausfkunft ge- Hen, ſo daß der Scheuneflur, zum Ansdreſchen des Getrandes, am Ende der Wohngebäude oder Bieh» ſtälle angebracht, und mit ſelbigen unter einem Da- be und Fäche wäre, wenigſtens ſo lange, bis Geld- und und 901 na gem nfo Es dem Ve ſett wet mi ſo Yaſs 9 ſch am! geomett ſpiel fat dienen, | |f. 9 | Merle 2 | ſelher) | bm | die zin | 100 | kin? | mon! | mult -| vm 5 | vis 1; ait in Un: NUN Dep he Zuvechs . Am Xt, Welches en wird, für veto fy möge an| Efe (gel,"4 M, UN| fige is nicht danaf Kegel hiv eſatigen 4, kt, Chr d) unbeſche: Nferſtüce n Gegendtt em zu fet ait Foie 00, umd 6 aus Oel) 1d froh ſem ohngebiu ae od In dieſi mit Rer, u8funft p veſchen du) oder Vip elnam Do dis Oetb-| un) Das Aerndten. 365 und Holzarme.Acersleute ſich einſt wieder Scheunen nad) gemeiner Art mit. Bequemlichkeit wieder erriche ten fönnten.) Es iſt hierbey auch ein wichtiger Umſtand, nach dem Vorrathe. der Garben, die in einen Schober ge ſetzt werden ſollen, die untere Peripherie zu beſtim- men, ſo, daß das oben anempfohlne Werhältniß der Baſis gegen. die Höhe unverleßt bleibe. Dieſes läßt ſich am leichteſten durch die Aowendung einer leichten geometriſchen"Berechnung finden, 7 Folgendes Bey ſpiel kann in allen vf wennen Fällen zum Muſter dienen. Man hat angemerkt, vaß 1 Schock Shmi? und Wintergetrayde im Durchſchnitt, 49 Kubitfellen Raum einnehme. Mun ſoße man den Fall, daß 514 Schock Getrayde in einen Schober geſeßt werden ſoll. Man nehme an, daß der Diameter der Peri- pherie 20 Ellen lang ſey, und mache den Verſuch, ob ſolcher zu groß oder zu klein gegen die Anzahl der Gar« ben ausfalle, Um dieſes nun zu finden, muß man erſt die Lange des Umkreiſes nach der bekannten Analogie 100: 314 dus dem Diameter finden, und mit dem aten Theile des leßtern erſtere mulriplieiren, damit man den Flächeninhalt der Baſis bekomme. Dieſen multiplicirt man mit der Höhe des Schobers, welche dem Diameter gleich ſeyn ſoll, und dividirt endlich dies Fadum mit 3, weil ein Kegel der 3te Theil ei- nes Cylinders von gleicher Höhe und Baſis iſt. Dic ſemnach läßt ſich folgende Berechnung anlegen, jedoch - mit Weglaſſung unerheblicher Brüche. 1601314= 20 Ellen: 1470 2= Ellen der Peripherie 62 Cllen 4-= 310(7) Ellen dent Flächeninhalt der Peripherie 22E2= 2266 Kubikellen. Es SGGG 366 Drittes Kapitil, Es ſollten 515 Schoc> Garben in' den Schober geſeßt werden. Wenn man das Volumen derſelben mit 40 in Kubikellen beſtimmt, ſo erhält man 2065 Ellen. Demnach wäre quam proxime der Durche ſchnitt von dem untern Umfreiſe des Schobers gefün- den, nämlich, daß ſolcher in dieſem Fall: 26 Ellen känge enthalte:' Hierbey iſt noch zu erinnern, daß man verſchiedene Verſuche und Berechnungen machen muß, ehe man die rechte Dimenſion des anzunehmen« den-Diameters trifft." Hätte man unter obigen Ums |änden derſelben 18 Ellen lang angenommen, und darnach die Berechnung angelegt, ſo würde der Scho- ber die Garben nicht alle haben faſſen- können 3"hatte man aber den Durchſchnitt 21 Ellen lang feſtgeſeßt, ſo. würden die Garben nicht hingereicht haben, den Schober zu ſchließen. Folglich muß dem, aufs un- gefähr gewählten Diameter ſo lange zugeſeßt, oder ab» "genommen, werden, bis man durch wiederhohlte Ver- ſuche und. Berechnungen endlich die ſchilichſte Länge deſſelben findet. 1) Die obenangenommene Erfahrung, daß 1 Scho> Sommer- und.Wintergetrayde 45 Kubikellen Raum einnehme, fann zwar, im Ganzen genommen, alle Richtigkeit haben; bey einzelnen und beſtimmten Fäl» len ſteht jedoch noch immer zu befürchten, daß es nicht tllemal zutreffe. Woil es aber bey Anlegung eines Scobers darauf ankömmt, daß man ſo genau als möglich wiſſe, wie viel Raum 1 Scho> Garben er- fordere;' ſo iſt es am ſicherſten, wenn man zur Probe 12 Garben, oder lieber ſo viel Bunde Stroh, ſechs- mal ſchichtweiſe übev einander leget, ſo, daß in jeder Reihe die Stoppelenden mit einander abwechſeln, und alsdenn den Haufen ausmißt, und kubiſch berech« NERZ' Zur Zun der es guſdem gh. die* alſo der henden| durhſch heſchrieb aber aud einer we ſo wird und ſed lehnung der die | und Re | Haupt ! Ibeß die | auf dem | defung "0, | Grund | bers vi ſe, ä | blos de ſem,| | gleich 1 | Bretter (beſſe, liegt, wird,| Iſen füt || ſplchen Ende, un) de Guß | | a derſelben| na 2069| ee Dur| bers Off:| (l 20 Un nern, dy gen mh| und bigen Uy men, in| der Chv nen; hätt| feiger, aben, diy „aufs uw , oder ab- hlte Vet» ſte Läng! g1Eht (len Raum minen, al nmten Füh aß es nid gung eins| genau aß| Narben zur Preh! ob, ſa u in je| hſeln, und| < beh Zu Das Aerndten.. 367 Zuweilen kann's die größte Bequemlichfeit ſeyn, oder es mangelt an einem andern und mehrern Plaße auf dem Hofe, den Schober neben dem Sccheunthore an die Wand der Scheune anzulegen.» Hi,r würde alſo der Schober die vollkommene Häifte eines freyſte- henden runden Schobers,- der gleichſam in der Mitte durchſchnitten iſt, vorſtellen, und nach einer der vor. beſchriebenen Bauarten aufgeführet werden. Litte es aber auch hier der Raum nicht, vonder Wand mit einer weiten Ausrundung des Schobers hervorzugehen, ſo würde der Een werde, als in ſonſt gewöhnlich guten Jahren, Wenn's aber zum Aerndten ſelbſt kömmt, und, wenn er ſonſt in vorigen Jahren Aerndteregiſter gehalten hat, oder Falls er ein Anfänger in der Wirthſchaft iſt, der- gleichen von ſeinen Vorfahren vor ſich findet, muß er gleich an der Mandelzahl ver erſten AFerſtücke den Ueber ſchlag ſeines mehrern Eingewinnſtes machen kön«= nen. Finder er nun, daß 1) ſeine erſten aufgeharkten Stücken ein Drittheil, oder gar die Hältte, mehr Mandeln oder Schocke geben, als gewöhnlich; 2) das Stroh des Roggens auch länger, als ſonſt, geworden, als welches die Scheunen gleichfalls mehr füllet, und den Raum mehr einnimmt; 3) das Sommergetrayde, wovon zwar noch nichts eingearndtet worden, um der früchtharen Witterung willen dif und lang gewachſen Hausvarer I, Band. Ag iſtz <== ET WINE 1 | 6| NENNE 487 ]|| an] || (1.09.10 11104/ || | 1] ] j ||| Kh; k R j Drittes Kapitel, iſt; ſo muß ohne Anſtand ein Theil des Roggens in 3792 Schober, geſeßet werden, um nicht, um vorhin gedachter Gründe willen, ganz zulekßt in die Moth- wendigfeit zu gerathen,, ſeinem Sommergetrayde, be- ſonders aber dem Haber, welcher den Schuß der Aerndte macht, und unter allen Getraydearten ſic) am wenigſten zum Einſchobern ſchit, ſeinen Plat im Freyen zuzueignen. Und wenn bey der Wirthihaft recht ausführliche Feld- Acker» und Aerndteregiſter ges halten worden, ſo müſſen ſie zugleich anweiſen, wie viel Mandeln oder Schocke, wenn auf dem oder dem Stücke ſo und ſoviel Mandeln geweſen, oder von ſo und ſo viel Scheffeln Auſſaat eingewonnen worden, in der Scheune ſovonn nicht Plaß gehabt, ſondern in Schobern oder Miethen unter freyem Himmel ha- ben müſſen: gelaſſen werden. K. Sollte wohl die Aerndte nicht erleichtert und' beſchleuniget werden, wenn die Arbeit bey hellen Nächten um Mitternacht angefangen würde? Hr. Veergraf hat in ſeiner Derbeſſerunt ei- ites Staats den Vorſchlag gethan, daß man bey hel len Nächten um Mitternacht ſchneiden, harfen und einfahren ſollte, indem alsdenn, wenn die Erde vom Thzau feucht iſt, der Halm auch leichter abzuſchneiden, und das Gras beſſer zu mähen ſey, überhaupt in der Kühblo alle Arbeit rait leichterer und halber Mühe ver- richter werden könnte, das Vieh verſchont bliebe, u. ſ, W« Man könnte von 1x2 Uhr der Mitternacht an, bis 8 Uhr, ganzer 7 Stunden, im Kühlen arbeitenz als- denn 8 bis 10 Uhr gefüttert; hierguf zu Mittage ge- geſſen, und ſich um 11 oder gegen, 12 Uhr des Mikt- tags alles ſchlafen geſegt, und bis 4 Uhr geſchlafen 3 alsdenn trochmals bis 6 Uhr Avends gefürtert; ſodann bein A y | einge z„ wel) (inden, und die a Bieh in und mit Abends Vieh vo! und ſau 12 Uhr dern Ta hene M man be t ſey, damit Pferde und Wagenräder ihn nicht verder« ben oder uneben machen, ſo läßt man ſelbigen doch nicht, wenn vieles Getrayde einzuſahren iſt, zu ſehr ſich anhäufen, ſondern den meiſten Theil aufbinden, und mit einbanſen, oder an einem beſondern Orte wo? Hin legen. Nach geendigtem Einfahren der Getray- deart läßt man nun entweder dieſen Abfall ausdreſchen, oder verſparet dieſes Geſchäfte bis zu einer andern Zeit, und läßt von ſelbigem, was ſich noch davon auf der Tenne findet, auch alles abharken, ausſchütteln, ein= binden, und weglegen, da man denn den darunter be-- findlichen Ausfall zuſammenbringet, und reinemachen läßt. Leidet es aber die Zeit, ſo läßt man an wohl den Abfall insgeſammt ausdreſchen, und deſſen Kör- ner ſodann mit dem Ausfall vereinigen, welches ge- meiniglich von den Bauern geſchiehet, um davon ihr erſtes Mahl oder Futterkorn zu haben; wenn es ivnen daran mangelt, Aa 4 Da, 376 Drittes Kapitel. Da, wie zuvor geſagt worden, dev Ausfall aus den beſten Körnern beſtehet, ſo verwahren ihn einige Wirthe zur Saat, welches, meiner Meynung nach, auch am beſten gethan iſt. Jn einigen Ländern z. E, in Schleſien iſt es der Gebrauch, daß der Ausfall des nen Frauen und Kindern des Hauſes zur Ergößlich- Foit überlaſſen werde, wowider aber der ſchleſiſche Zau“v. und Wirthſchafsverwalter ſeine Unzu- ſriedengeit mit diefen Worten bezeuget: Es iſt in eis nigen adelichen Wirthſchaften eingeführet, daß der A1sfall der Frau oder Kindern des Eigenthümers zu einer Ergöglichkeit gelaſſen wird. So unſchuldig auch dieſe Gewohnheit und das Wergnügen, welches ein &andwirth damit den Seinigen zu-machen gedenket, an und vor ſich ſelber iſt3 ſo taugt es doc<ß deßhalb nicht, weil es dem Geſinde Gelegenheit zu allerley Uns terſhleifen giebt. Ein jeder, der in der Scheune mit dem Auf- und Abladen des Geträydes zu thun hat, ſuchet den Ausfall auf allerley Art zu vermehren, um ſich bey der Hausfrau, oder Kindern, in Gewogen- Hei“ zu ſeßen, und ſelbſpdiejenigen, welche in der Aernd- te zur Aufſicht auf die Seunen beſtelle! ſind, müſſen Dazu ſtille ſchweigen, wenn ſie ſich nicht ſcheele Ge- ſichter und allerhand Verdrüßlichfeiten zuziehen wol- len.„Ja einige Frauen, welche ihren und ihres Man- nes Nußen als zwey von einander abgeſonderte Dinge anſehen, pflegen wohl gar ſs weit zu gehen, daß ſie die Ablader in den Scheunen mit Geld und Getran- Le gleichſam beſtechen, und hiemit auf ihre Seite zu bringen ſuchen, damit der ihnen überlaſſene Ausfall recht anſehnlich werden möger Durch dvergleihen Wirthſchaft kömmt der Herr um die beſten und voll- Fommenſten Körner 3 der Hausfrau oder Kindern aber hilft ſolches wenig, weil ſie dieſe meiſt beſchädigten Körtner für das halbe Geld verfaufen müſſen, und das 02 (e/ind Wnſchy ſyafts Baye aber 1 haltut deft! hey d (eta M. (fall auß 90 einige ng nah, wern, 8 VuSfallhs Ergilih ſchleſiſche ine Un| IE nh: , daßhn|| jümers|| uldigeuh|| velces en 11 h gedenfet,|! h deſhalb|. Lerley Un: voune mit hun haf,| ven, um| Jewbogene er Jernd-| ), müſen) heels Ou 1 ehen wol:| tes Män“ „ie Dinge (Gettans Seite zu , Ausfel y veleichen j und vol dern abt hadigten (yd das Oe: Nuff Das Aernöten. 277. Geſinde lernet dabey auch nicht viel Gutes.= Jn Anſehung der beſchädigten Körner ſeßet dieſer Wirth- ſchaftslehrer voraus, daß ſie von den Pferdefüſſen und Wazgenrädern zerquetſchet ſeyn können, Dieſes ift aber nicht zu beſorgen, wenn die Tenne um ihrer Er» haltung willen beym Einfahren mit etwas Scroh be- deckt worden und worzu man ſich allenfalls zuerſt einiger bey den Mandeln auf dem Felde zuſammengebundener Getraydereſte bedienen kann,;| M. Abwendung der Scheundiebereyen. Die Scheunen ſind währenden Einfahrens ſo wohl, als nach demſelben, in beſtändiger Gefahr, von frem» den ſo wohl, als eigenen Leuten, und von dieſen mehr als von jenen, beſtohlen zu werden, weßhalb der Land« wirth alle Aufmerkſamkeit anwenden muß, um, wie man's nennt, die Scheundiebereyen abzuwenden, In dieſer Abſicht hat der Landwirth nun folgendes zu bemerken,' a) Da ſein Getrayde, ehe er es in ſeinem Scheu- nebeſchluſſe hat, ihm ſchon beſtohlen werden fann, ſo muß er ſelbſt, oder durc< getrene Nachgeſeß- ten, Aufſicht haben, daß alle auf dem Felde bes findliche Mandeln, oder Schoke, richtig eingefah- ren werden. Hatzedornertheilet in ſeinem lands wirthſchaftiichen Haushalter mit folgenden Wor- ten dieſen Rath: Cs giebt heutiges Tages unter den Knechten ehrvergeſſene Schelme, welche mit ihren im Dorje wohnenden Gevattern und Saufs brüdern unter einer Decke ſtecken, und an ſtatt, daß ſie ihres Herrn Getrayde in die hervſchaftli- e jevor Knecht, oder Bauer, eingefahren habe. So bald dieſe Leute von dieſer Ordnung Nachricht erlangen, ſo werden ſie auf» richtiger; und ſodann dienet auch dieſe gute Wev- anſtaltung anno darzu, daß man wiſſe, wie viel Mandeln oder Schyoc>e von jedem Getrayde in dieſ? oder jene Scheune eingefahren worden.-- Es müßte das ganze Dorf es nicht mehr treu meinen, wenn es der Herrſchaft ſo grobe Diebe- reyön nicht anzeigen ſollte, wie diejenigen ſind, die durchs Einfahren in fremde Seheunen geſche- Hen, und am Tage( zur Nachtzeit freylich nicht) von allen oder doch von vielen geſehen werden. Zudem müßte im Felde, oder in der Scheune, weder Ordnung noch Rufficht ſeyn, wonn ein Knecht oder Hofediener mit ſeiner Fuhre unter den übrigen fahrenden nicht alsbald vermißt wer- den ſollte. Aber dieß kann geſchehen, daß zur Abendzeit, wenn es finſter iſt, einer dei eigenen Knechte ſogar ſeine Fuhre einem Bauer oder Coſſäthen zufähret, ſeinen ledigen Wagen nimmt, und geſchwinde von den nächſten Acferſtücken eis ne andre Fuhre hereinhohlet, und in die herrſchaft» liche Scheune hineinfähret, oder auf dem Hofe ſtehen läßt, damit ſie am frühen Morgen abge» laden werde. Würde ja der Wagen erkann*, ſo würde der Dieb etwa ſagen: es ſey ihm an ſei- nem Wagen was EH gegangen; er habe eine Stah- orfehen m Amt | mehren Ablede| ſchne) IM Ttvie 4) 0 Dau In dieſe ſiem te Dw| | wien JIN hi,= Ihr fw 4 Dioht: 10 Ji), Weſche nicht) jeden, MUN, nnen ve unte JIM paß zu ge "yo nimm fon eb „efs 1 Hef! 1 abye m,| an ſe 0 ein (0 Das Nerndten 379 Etähne oder Stüße verloren gehabt, weßhalb er ſich) einen andern Wagen geleynet, und ſeinen dafür ſtehen laſſen u. ſ. f. Auf gleiche Weiſe können auch die einfahrenden Knechte der Herr- ſchaft, nebſt den Knechten der auch zu Hofe ein- fahrenden Bauer, unter ſich) eins werden, um ein gemeinſchaſtliches Sauf- und Spielgeld für einen der nächſten Sonntag? herauszubringen, viele ganze oder halbe Mandeln des Abends auf - der Herrſchaſt Ertücken ſteßen laſſen, ſie für voll oder geladen auf ihren Wagen angeben, und in der Finſterniß ihren Abnehmer, einen Bauer, Coſſäthen, Schenken oder Krüger das Liegenge- laſſene ſich hereinhohlen laſſen. Dder einer der Hofefnechte muß in der finſtern Abendzeit, unter dem Vorwande, ſeinem Brodtherren, nach geen- digtem Hofedienſte, noch eine Fuhre hereinzuhoh- len, wieder ins Feld fahren, und von den Man- deln oder Schoen der Herrſchaft eine oder meh- rere Fuder wegladen. Eine Dorfherrſchaſt muß daber das Einfahren bey der Finſterniß gar nicht geſiatten, oder zur ſpäten Abendzeit noch einen treuen Menſchen im Felde patroulliren laſſen. Denn wenn ſchon, am Schluſſe des Cinfahrens, die Kerbſtockfe verglichen, oder die Aerndteregi- ſter, ihrer Beſchreibung nach auf dem Felde, in Anſehung der daſelbſt gezählt geweſenen Mans- deln nachgeſehen, und mit der Angabe des Ban, ſers, wenn er ein ehrlicher Kerl iſt, zuſammen nicht übereinſtimmenz wo und bey wem ſoll ſodann der Mangel geſucht und gefunden werden? Und wenn nun nach einer der vorbeſchriebenen Diebereyea die gezählten und zur Scheune gebrachten Fuder gar nicht vollſtändig geweſen wären; was hülſe ſodann die richtige Angabe des Banſers, der nur „die | ( ", 10 380 Drittes Kapitel. die Fuüder, aber nicht die Garben derſelben auf den Kerbſtock bringen könne? b) Beym Einfahren bedienen ſich die Pferdeknech- te mancher Gelegenheit, Garben wegzupraktiſi- ren. Sie werfen in der Geſchwindigkeit einige Garben an einen beſondern Ort ab, oder laſſen, wenn es finſter beym Abladen wird, falls bey Wechſelwagen kein beſtändiger Ablader ges halten wird, welche auf dem Wagen liegen, und nehmen ſie ſodann mit fort. Es muß daher, wenn die Knechte einfahren, wie bey Hofedienſten mei- ſtens zu geſchehen pflegt, ein getreuer Anfſeher zu- ſehen, daß der Herrſchaft auf dieſe Art nichts ent- wendet werde, da zumal die friſchen Körner den - Pferden, wenn ſie ſolche bekommen, leicht ſcha- den fönnen, c) Beym Abhohlen des Strohes und des ſogenann- ten Scheunefutters, welches aus den Kurzbun- den, Aehren vom Reinmachen und Afterkorn das bey beſteht, ſind die meiſten Diebereyen zu beſor- gen. Statt des ausgedroſchenen Strohes neh- men die Knechte entweder pure Garben, oder ſie zertheilen ſelbige, und binden ſie in der Mitte - der Strohbunde ein, daß der Diebſtahl äuſſerlich nicht bemerfet werden ſollte. Es muß daher der Herr, oder ſein Nachgeſekter, kein Stroh an- ders, als in ſeiner Gegenwart abhohlen laſſen. Gelegenheit macht Diebe, und es kann ein fonſt untreu geweſener Knecht, wenn er in der Scheu- ne machen kann was er will, gar leicht in die Vev- ſuchung gerathen, zu nehmen, was ev nicht neh- men ſollte Man könnte wohl die Dreſcher da- zu beſtellen, daß ſie, wenn die Knechte Stroh aus der Scheune hohlen, ihm keine Garben ſollen ver- abfol- den auf| def.| Wptftiſe Jit einige t leſſen 1, fülß ider db In, ud| 0, Wehn Den m| Seher zu ts ent Ener den Y' ſt der 382 Drittes Kapitel. der Herr jemand mit, wenn er nicht ſelbſt zuge gen ſeyn kann. Und dieſes muß in Anſehung der Mägde, welche bey der Rindviehfütterung das meiſte Sommerſtroh gemeiniglich zu verfüttern haben, eben ſo ſehr, als bey den Knechten beobach« tet werden. Demnn ſie ſind entweder mit den Knechten eins, und legen ihm Garben an einen verabredeten Ort hin, wo ſie ſolche in der Fin» ſierniß abhohlen können 3; oder legen dem Rind»- viehe unäusgedroſchenen Haber vor; oder die Schweinemagd, ſtatt Stroh zu nehmen, bedienes- ſich der'Garben, um damit die Schweineſtäile zu ſtreuen. Sie thun dieſes deſto lieber, weil ſie, wenn die Sehweine dazu gewöhnet ſind, keine Mühe haben, ſelbige in die Ställe zu treiben. Sie kommen auf einen einzigen Ruf der Magd, ſo bald ſie nur an der Stallthür ſteht, ſelbige zu öffnen. Und eben hieran hat die Herr« ſchaft ein Kennzeichen, daß, falls die Schweine nicht ihren Trog im“Stalle haben, und daſelbſt gefüttert, oder ihnen nicht Gartengewächſe in den Stall geworfen werden, ihnen, ſtatt der Streue, Garben vorgeworſen, o8er das Stroh von den Dreſchern nicht rein ausgedroſchen worden. e) Des Abends muß öfters nachgeſehen werden, ob auch die Verſchlieſſung der Scheunen nicht nur in der Aerndte, ſondern auch beym Dreſchen rich« tig geſchehen ſey. Nicht ſelten, ſchreibt Zatge- dorn, ſtecken auch die Dreſcher mit dem Geſin- de unter einer Dee, Dieſe hängen zum Schein das Schloß vor die Scheune, den Bolzen neh- men ſie mit nach Hauſe, oder ſie faſſen niit dem Schloſſe nur die ſogenannte Kramme, und das übrige breibt frey; oder die Kramme iſt von ih- nen lo8gezogen, und kann leicht ausgezogen, und wWiee nenen t JU Tiſchung Ng das Utfütteng Nebe| Amit dy| In einen 197 Fim| i l Rinde eder die Dedio „NIUNEN A eil ſü, NN, feine y reiben, "hf de 1 ficht, 1 Derks Vhwelne waſh fin den Gt, oon den (1, verden, bien vn wih: Dll | Oeſite Schein en neh je den nd das von ih 1, ud Wii Das Aerndten, 383 wieder eingeſte>t werden; und wer kann alle ihre Argliſtigfeit ergründen? Jnzwiſchen lehrt die lei- dige Erſahrung, daß die Herrſchaft durch jener Bosheit oft ſehr hintergangen werde,== xt) Damit auch das Cinſteigen durch Wände undb- Dächer abgewendet werde, muß der Landwirtly fieiſſig Obacht haben, daß nirgends Löcher wo ge- funden werden, und wo kleinere vorhanden ſind, die vergrößert werden können, in Zeiten vermacht werden. Am meiſten iſt es nöthig, auf die, mit Brettern oberwärts verſcylagene Giebel Acht zu haben, weil, wenn nur ein Nagel wo fehlet, das Brett aufgehoben werden, und zum Cinfriechen Raum verſtatten kann. g) Manche Hausväter ſehen ihren Knechten durch die Finger bey Beſtiehlung der Scheunen, und ſagen: wenn's nur ihr Vieh bekomme, ſo ſey es wohl zu erfragen. Allein es verdienet der ſchleſiſche Saus- und Wirthſchafteverwals« Ter völligen Beyſall, wenn er alſo ſagt: Ich will jedem 2anbwirth, dem die Erhaltung oder der Verluſt ſeines Getraydes nicht gleichgültig iſt, wohlneinend rathen, daß er die Diebereyen, die von dem Geſinde in den Scheunen verübet. zu wer- den pflegen, niche als eine Kleinigkeit anſchen, ſondern, vielmehr auf deren Abjiellung mit al« lem Ernſt und Nachdruk bedacht ſeyn msge. Er wird ſonſt nicht nur einen reellen Verluſt davon in ſeiner Wirthſchaft leiden, ſondern auch ſein Geſinde durch eine unzeitige Nachſicht dergeſtalt zum Stehlen angewöhnen, daß er ihnen zuleßt nicht das geringſte mehr wird anvertrauen können. N. Das 284 Dziertes Kapitel, “N. Das Aufbewahren der Aerndtegeräthe. Es iſt eine ſehr unordentliche Haushaltung, wenn die Wirthſchaftsgeräthe nach ihrem Gebrauche nicht geſammelt, und an einem gewiſſen Orte aufbewahret werden. Denn man weiß ſodann nicht, was man Hat oder haben ſoll; es wird vieles geſtohlen, oder es verdirbt durch das Umherliegen auf dem Hofe unter freyem Himmel. Man weiß auch nicht, welches un- ter den Geräthſchaften als untüchtig zum Abgang kom- me, und nach und nach, um es nicht bis auf die lekte Stunde zu verſparen, mit Bequemlichkeit wieder an» geſchaffet werden ſolle, Cs muß daher der Landwirth nach geendigter Aerndte die ſämmtlichen Aerndtege»| räthe ſeinen Leuten wieder abfordern, ſo wie ſie in ſeinem Hofinvenkario verzeichnet ſind, und ſich da» bey bemerken, welche als Abgang darinn nun aufzu- führen, und mit neuen zu erſeßen ſind. Dieſe Aernd- tegerathe ſind nun die Aerndteleitern nebſt den Wagen- brettern, Leiſten oder eiſernen Spannketten, Sträh- nen und ihre eiſernen Klammern, Bindeſtrike, Auf- ſteckegabeln oder Forken, Harken u, f. f. Dieſe und dergleichen Geräthſchaften werden nun in einem eige ven Behaltniſſe zum Beſchluß genommen, damit bey Fünftigem Gebrauche feines derſelben fehlen möge, GE EIR IE DI I I 2 2 SSPE ASTE TOTE Viertes Kapitel, - Das. Dreſchen. IYever ich die beſondern Geſchäfte des Dreſchens darſtelle, iſt nöch die vorläufige Frage auszuma»- een, ob es beſſer ſey, durch ſeine eigene Dienſtboten, oder durch Dreſcher, dieſe aber um Koſt und&hn, vder um Echeſfelzahl, dreſchen zu laſſen? | Will Bil (aſſen! jd fin Mferb nichts zu ſo fommt feb beſiat! Vieberepen Gin gum das Kam her Cho jachen ſe her ſow! fen, als nd nicht 08 abe ferm gehn der Def mal hd. Za nan ſie Väter ſit hald bet Oetrayd Jahren |, und fahren 3 gewinn gema wiſſe A ſie bere fe die, wiauf Hau: gewath Ning, Weh Nahe Nh Py ufbewah we|| 3 Wwaß iy Oh, de( 1 Dofe wie| elches wp| ] SING Zif die ih 1 Wieden Unbuit) Alete wie 4| 0 ſich da 3 aufw )» Vernd Wagen: 1, Gtäh, Ee, Auf: dieſe und [nem eige & damit be) [1 mög 1EY | Dreſches| auSjum| jenſchot| und | | W DZ Das Dreſchen.. 385 Will und kann man durch ſein Geſinde dreſchen laſſen, ſo wird vorausgeſeßet, daß man keinen ſtar» fen Acferbau zu betreiben, oder ſonſt für ſeine Leute" nichts zu thun habe. Findet dieſes leßtere nun ſtatt, ſo(0m darauf an, daß ſie rx) rein dreſchen: 2) uns ter beſtändiger Aufſicht ſeyn, damit ſie keine Scheun- diebereyen ausüben fönnen, Scwerlich wird auch in kleinen AI SUED: wo um vorgedachter Urſachen willen mit eigenen Leuten das Korn gedroſchen wird, der Landwirth immer in der Scheune ſeyn können. Dieſerhalb wird ihm zu rafhen ſeyn, daß er doch einen Dreſcher halte, wels her ſowodl das Geſinde in Fleiß und Ordnung erhal- ten, al Sauch t dafür ſtehen muß, daß rein gedroſchen, und-nichts entfernet werde. Noch. unmmgänglicher iſt es aber einen Dreſcher zu halten, weon mit Hofedie- nern gedroſchen wird, es wäre denn, daß der Meyer oder Hofmeiſter, wie er ander8swo' genannt wird, ih- nen als Aufſeher, Mit« und Vorarbeiter zugegeben werde. Hat man Dreſcher, ſo thut man am beſten, wenn, man ſie um Scheffelzahl dreſchen läßt.» Cinige Haus«- väter ſind in dieſem Stücke veränderlich, und laſſen bald bey Koſt und 2ohn,„ bald um Scheffel zahl ihr Gietrayde ausdreſchen. Jenes erwählen ſte in ſolcyen Jahren gern, wenn das Getraypde ſchr hoch im Preiſe Ms und welches gemeiniglich in ſtarken Mißwachs- jahren zu geſchehen pfleget, da ſie ihren geringen Ein- gewinnſt betrachten, und ſolchen noch mehr zu verrin- gern glauben, wenn ſie den: Dreſchern noch. eine. ges wiſſe Anzahl von Scheffel n davon abgeben ſollten 3 oder ſie berechnen die Summe, welche heraus fömmt, wenn ſie die, den Dreſchern ſonſt zukommenden, Scheff«l verfgufen und das Geld dafür einſtecken können. 538u5vgater IL, Band, Bb Es KRIEG= 386 Biertes Kapiti!, Es iſt aber nur ein eingebildeter Proſit bey ſolcher Art zu dreſchen; mehr Verluſt als Gewinnſt, Woll- te man in theuren Jahren den Dreſchern Koſt und Lohn geben, ſo würden ſie weit mehr bey Tiſche verzehren, als der Herrſchaft ihr verkaufter Scheffel einbringe. Das Eigene der theuren Jahre iſt überdem noch die- ſes, daß man dannmit dem gewöhnlichen Brodtkorne nicht ausfömmt, Die Leute eſſen ſodann eben da- rum mehr, weil das Korn ſo theuer iſt; faſt wie es ihre Herrſchaften wohl auch zuthun gewohnt ſind, wel- <e an, die in der zum Dreſchen beſtimmten Zeit des Jahrs abzudreſchen ſind. Dieſemmnach findet man, daß vieler Orten zwey, an andern drey, und wieder auder5wo vier Dreſcher in einer Scheune zuſammen ſeyn. Zwey Dreſcher werden gemeiniglich nur da ge- braucht, wo das Getrayde nur einen mittelmäſſigen| Wuchs hat, auch eine ſelbigen zugeeignete Scheune von ihnen zu rechter Zeit ausgedroſchen werden kann. Es müſſen aber dieſe zwey Dreſcher ſtarf und mann- haft genug ſeyn, um rein dreſchen zu können. Jhre "IT ſchwerer und(anigſatner, als die der mehrern. Bey der Lanaſamfeit ihrer Arbeir aber findet man auch noh, daß die Proportion der Zeit nicht herausfömmt. Dm es findet ſich,"daß drey Drefcher in 2 Stunden die Arbeit zu Stande bringen, wozu zwey Dreſcher € Stunden gebrauchen. da man doc<ß denken ſollt Zb s daß 394 Viertes Kapitel, daß dieſe nach eigentlichem Verhältniß hiezu nur 3 Stunden haben ſollten. Und in ſolchem Verhält» niß der Zeit können auch vier Dreſcher mehr, als drey Dreſcher, abdreſchen. Es ſind aber die Dreſcher, wenn ſie feine freywillige, ſondern Erbdreſcher ſind, die nämlich deßhalb in eigenen kleinen Häuſern dazu angeſeßet ſind, daß ſie von Dreſchen ihr Brodt haben ſollen, ſchwer dahin zu bringen, daß man inen einen oder zwey Gehülfen zugeſelle. Mit freywilligen Dre«- ſchern aber kann man, wenn man eine VWemehrung der Dreſchenden nöthig findet, hiermit zum Zweck kommen, Man Andet in manchen Gegenden, wo ſtarkes Stroh iſt, vielmals nur zwey Dreſcher, von wel- eer niedrig gelegen ſind, wächſet langes Stroß, und die Körner varinn ſind nur mittelmäſſig, ſteon ſehr tief in den Ächren, und-gehen deßhalb unter den: Dreſchfe3el ſchr ſchwer beran8. Auch hieſelbſt iſt es hauptſachiich nsthig, daß mehr als zwey Dreſcher neben einandor angeſiel- for werden. Cs EG Bitte niht al ſe Folg' niht wt daß ma nehmen Cdeyr Edhpf Feu bens[0 niht ſo ertrage Rittel zy 10€ hur 3 aber 1 | eo Getun), ) De thb T js ſie us auf |. (legen! varinn ehren, ſchwer oth, gefiel G | Das Dreſchen. 395 Es kommen zuweilen Jahre, in welchen bie naſs» ſe Witterung die herrſchende iſt, ſo, daß die Garben nicht allzutrocken eingebracht werden können. Die ey- ſie Folge hievon iſt ſodann dieſe, daß die Körner auch nicht wohl aus dem Stroh heraus geben, es wäre denn, daß man mit dem Droſchen bis zur Froſtzeit Anſtand nehmen fönnte, Da dieſes aver ſelten, in großen Scheunen aber am wenigſten ſich immer thun läßt, ſo erfordern der gleichen Jahre ebenfails mehr als zwey Dreſcher auf einer Tenne, Um aber die Anzahl der Dreſcher dem ganzen jähr- lichen Korngewinnſte anzumeſſen, hat man drey Auss- wege, nämlich nach Hufen- Morgen oder Ackerzahlz nach Scheffelausſaat; und nac) deim Matrtdeln- oder SchpFertrage ven Fölber: Bey der Huſen- und Schefs ſelausſaatzahl läßt ſich, da die Fruchtbarkeit des Boy dens ſo ſehr verſchieden iſt, die Anzahl der Dreſcher nicht ſo genau, als nach dem Mandeln» oder Scho>en» ertrage beſtimmen, welchen leßtexn man am beſten in - Mitteljahren zu nehmen pflegt, und annimmt, daß zu 109 bis 159, oder wohl gar 200 Scho> Garben nur 3 Dreſcher erforderlich ſeyn. Zu 309 ScE> aber werden erfordert 3 Dreſcher; zu 400, 4; zu 6907 6; zu 800 Scho> 8 bis 9 Dreſcher; und ſo immer auf jedes 100 Scho> mehr, auch 1 Dreſcher mehr, jedoch zu ordentlichen Kameradſchaften eingetheilet, Um einen ungefähren Peberſchlag zu nrachen, wie viel etwa in einem Tage, nachdem ſolcnet iſt, als es binnen einigen Monathen nach der Aerndte ſeyn kanns: ſo muß man wenigſtens eine halbe Meße, wd nicht gar darunter, auf den künftigen Abdruſch für jeden Scheffel weniger re| an|Schütten| Wirrſtr, NEE at UNNAN Garben|'Körnern.|(Bunde)|(Krumm-|( Kaff)|Uebexr- Nen; Stroh.| bund) kehr. Aim 9 vom Waizen 123 Schfl.[36Schüt.| 223 Bund.(2X Schfl. 4 W"== Roggen 12== 139= fis=|= lohnge um== Gerſte 13== 166== 134'== 12== ſ[fähr |-- Haber+45 5, 120==" 120.2 j24== 5 ate), un) GEN ES WEICIS DEU IMEN LIGIEBES SUITES) ZUZU ib binnen Da dieſe Tabelle nur gute und mittlere Jahre 1 y fann; zum Grunde legt, und die ſchlechten fehlen; Py, wd ſo muß man eine ſolche Tabelle, wenn rich- 900g tige Dreſchregiſter gehalten worden, von 10. mi) oder 12 Jahren, worunter alſo auch ſchlechte ES enn Jahre mit begriffen ſind, ausmitteln„ welches Syd geſchieht, wenn man den ganzen Eingewinnſt nebſt fi du dem Körnerertrage davon von allen ſolchen 10 197, Un oder 12 Jahren zuſammenaddiret, und mittelſt 14(ehen der gewöhnlichen Fraction das Mittel herausge- 16h ut bracht hat. muſſchit: e 3.(aſſy D. Das Anlegen der Garben. onen ee Ju E- | Die erſte Dreſcherarbeit in der Scheune iſt dieſe, jurh>„daß die Garben in gewiſſer Zahl und Ordnung auf der agen Tenne, oder dem Scheuneflure, hingelegt, und überge- bd droſchen werden« Mar V| 4.Q2- Biertes Kapitel, Man fann nicht die Zahl der anzülegenven Gar- ben durchgängig gleich beſtimmen, weil die Tennen nicht überall von einerley Größe ſind, auch die Gar- ben von verſchiedener Stärke oder Dicke ſind. Cs Fönen daher in ſchr großen Scheunen wohl an die 30 Garben, ſv wie in den kleinern, 6, 8, 10, 12 hi8 4 6 Garben angelegt werden,"Man muß den Dres ſchern hierinn nicht ganz ihren Willen allein laſſen, die gemeiniglich lieber zu viel, als zu wenig anlegen, Und wenn man einmal ſeines Orts durch beſtätigte Pro- ben beym Wintergetraydy gefunden hat, mi viel Gar» 'ben zum tüchtigen Durchödreſchen auf einer Anlage ge- nug ſeyn, dabey läßt man es ein für allemal bewen- Den; es wäre denn, daß immer oder beſonders in Mißwachsjahren Bunde, die kürzer und kleiner als "die gewöhnlichen ſind, mit unterlaufen, und wovon unten nod) zu ſagen ſeyn wird. Dieſerhalb muß der Landwirth, wenn ihm die Scheundreſcher verdachtig Find, bey jeder neuen Anlage nachſehen, ob die feſtge- ſeßte Zahl der Garben genommen worden? Denn. wenn das Worſchlagen der Garben geendigt, und fel- Hige aufgebunden und ausgebreitet worden, ſo läßt ſic) nicht mehr ſehen, wie viel der Garben in der Än-| lage geweſen ſeya. Denn wenn man ja das Stroh nach dem Ausbreiten zu dick findet, ſo machen betrüg- liche Dreſcher« gleich die Ausrede, daß ſie für dießmal auf ſtärkere Garben gerathen ſeyn. Damit das Gejrröhde nach vorgeſchlagenen und qaufgebundenen Garben nicht zu di> zu liegen fomme, ſo nimmt man gemeiniglich zur Hauptregel an, daß das Stroh in der Anlage nirgends die Höhe von 8 Zoll überſteige. Hat man nur zwey Dreſcher, oder, wean es Hofediener ſind, Erwach/ene und Unerwachſene, auch Weibsperſonen ,/ zum Dreſen, ſ0 kann man den Maaßjtab wohl bis auf 5 Zoll verringern, wenv zumal 2tinäinuiiiatniäiiemmlin nnn. mmm unt D niht vol ſen ſi! N viel Ga ven, 1 viel auf einmal hie übri Indeſſen ten Ga der leß' bey die Hervo! in die doc je en, al anſen payer as N wah ehe ſie den, Nach von di iel S vgeh; wied Erſa qems nim In Oy| + Um Didie Oy: Eid(6 Ml am K), 12 hl - 170 KL laſſe, PElanleh, Mate Pv El Opp Plage 96 Es bein Ede in wer dl WE wovon W1yß der Whächtig 1Ö feſtge 18 Denn I(md ſel 4: ſo läßt gde ah Gti) H bettige (qq veßmal Hen und on, J., daß 31 830 | ewe ace, 10.00 EU zumal Das Dreſchen, 401 zumal das Wintergetraydenicht allzutroen, oder noch nicht völlig reif eingebracht worden, oder beym Dre- ſchen feuchte Witterung eingefallen iſt. Auf manchen Höfen iſt die Gewohnheit, daß ſo- viel Garben, als nur immer beyſammen liegen kön- nen, mit einmal vorgeſchlagen, hierauf. aber nur ſo viel aufgebunden und ausgebreitet werden, als-es. die einmal feſtgeſeßte Zahl mit ſich bringet 3 da man dann die übrigen Garben, die Hälfte, zwey Drittel u. ſf. indeſſen bey Seite ſeßet, bis die erſtern ausgebreite- ten Garben wieder aufgebunden, und an die Stelle der leßtern hingelegt oder geſeßt werden. Man hat bey dieſer Einrichtung die Abſicht, daß Zeit, bey dem Hervor- und Wiederwegbringen der Garben aus und in die Banſen, erſparet werden ſolle. Es iſt aber doch jene Einrichtung vorzuziehen, da nicht mehr Gar- ben, als zur Anlage gehören, auf die Tenne aus dent Banſen auf einmal hervorgebracht werden. Das Ge- trayde wird ſodann leichter und reiner ausgedroſchen. Das Vorſchlagen bringt die meiſten Körner auf ein- mal heraus, und wenn deren zu viel vorhanden ſind, - ehe ſie an den ſogenannten Kamm herangeſtoſſen wer- den, ſo kann der Dreſchflegel nicht mit genugſamen Nachdrucke durchſchlagen. Nicht zu gedenken, daß von den vorgeſchlagenen und beyſeitegeſesten Garben viel Halme verfallen, ſo daß von iber Stäte wieder aogeharft werden muß, welches, nebſt dem Hin- und Wiedertragen der Garben auf der Tenne die geſuchte Erſparniß der Zeit mittelſt des mehrern Hervorbrin- gens der Garben aus den Banſen doch wieder weg- nimmt. Es iſt diegewöhnlichſte Art, die Garben auf bey- den Seiten ſo anzulegen, daß die Stürzel an die ſo- genannte Tennewand zu liegen kommen, damit das Stroh beym Abdreſchen weniger in Verwirrung kom- Bausvgter IL, 25gand. Cc mn 4022 Viertes Kapitel. men möge. Es8iſt aber dd<< dieſe Ark der Atilage beſ- ſer, wenn die vorzudreſchenden Garben in der Mitte des Scheuneflurs ſo gelegt werden, daß die Aehrenen- den beyder Schichte der Garben gegen einänder liegen, indem dadurch das Ausdreſchen der Aehren leichter 'wird. Es wird aber hiebey vorausgeſeßet, daß auf der Mitte der Tenno kein Kamm, d. i. der kleine*Berg ausgedroſchener Körner. welcher nach dem Aufnehmen einer Anlage zuſammengeſtoſſen wird, vorhanden ſey, da in vielen Scheunen die Gewohnheit iſt, dergleichen Kämme des Tages nur ein Paarmal nach dem hintern Theil der Tenne zum großen Kornhaufen hinzubringen, E. Das Borſchlagen der Garben,. Sobald eine Anlage von Garben gemacht worden, werden ſie unaufgebunden zweymal überdroſchen. Wenn daher die obere Seite von forne ver Scheune an bis nach hinten zu überdroſchen iſt, ſo fangen hieſelbſt die Dreſcher an, wieder vückwärts nach vorne zu zu dre- ſchen, und ſtoſſen die Garben, ſo wie ſie fortrücken, „mit dem Fuße um, daß die obere Seite derſelben zu unterſt fomme, und hiemit die andre Seite der Gar- ben auch überdroſchen werde, Und dieſe Arbeit nen- net man das Vordreſchen oder Vorſchlagen, in manchen Gegenden aber Vorſcheln. F. Das Abdreſchen der vorgeſchlagenen Garben. . Die vorgeſchlagenen Garben werden auſgebunden, ihre Sturzenden an die Tennewand gelegt, und ſo or- dentlich aus einander gebreitet, daß das Geſtröhde auf - beyden Seiten überall gerade und gleich hoch zu liegen komme. Hierauf wird dieſes Geſtröhde mittelſt zwey- mali» malige! fen) di ves Nl die Kl p, iſt.n0 ein Y ſonſt oder| ; eſt Yebei Ache der a Wehr | rein d geräut die h liegen Eh EG hig Vor hoch deſſe Bey mal 3 ela! bj Rode Mitt H Nehtenen, Side lüzen AUA) wt, dſa „ fleineBey M nſtehnm ? handen ſy / I derglocn DA dem hint Eonjubeingn 2 B hi) Ih wody,. 40)en. Ven hSne an bi nap efelbſt dy D6 zu zu de 9) otti deſeo 3(6 der Ow 4 Arbeit nw Clay, 1 dN 49000 uſgebun ud| eon a vd) zu 178 vitelft zu) ma| Das Dreſchen. 403 maligen Umwendens Strich bey Strich durer, ſo iſt das Umwenden deſſelben zum abermaligen Uebeordreſchen nothwendig. Bey feuchtem Wetter aber kann wohl gar e'n mehr» maliges Umwenden und Ueberdreſchen des Winterge- traydes und Habers nöthig ſeyn, wenn alie Körner rein herausgebracht werden ſollen. Nicht durchgängig iſt es eingeführet, daß nach geſchehenem Vorſchlagen die Körner mit Schippen zu- ſammengebracht, und am Ende der Tenne'aufgehäu- fet werden, Ehart eifert wider dieſe Gewohnheit, Cc 2 und 404 Viertes. Kapitel. und ſagt, daß, wenn. die vielen Körner unter den Gar- ben ſo, liegen blieben, der Schlag des Dreſchfegels bey dem fernern Dreſchen verhindert werde, und das Dreſchen nicht anders klinge, als wenn die Flegel ouf einen. Wollſack klappten.. Eben daher komnie es, daß in Ermanglung dieſes Handgriffs die Dreſcher oſt ven ganzen Tag über ein Scho Garben zubringen, ſich müde ſchlagen, und dennoc< mehr, als den Saamen, im Stroh laſſen. Wenn. die Mitte der Tenne von Körnern geſäubert worden, ſo ſollen erſt die Stroh- bänder gelöſet, die Garben nusgebreitet, und vermit» felſt zweymaligen Umwendens dergeſtalt durchgedro- ſchen werden, daß kein Zoll lang an einen Halme un- geſchlagen, und älſo kein Korn in den Aehren bleibe, Nach vem Aufbinden des abgedroſchenen Geſtröhdes ſolle, ſagt'er weiter, das ausgedroſchene Korn zum vorigen Haufen am Ende der Tenne ganz reine hinge- ſchippet, und wieder eben ſo viel friſche Garben ange- leget, und mit Dreſchen fortgefahren werden, bis der am Ende der Tenne befindliche Haufen von einer ſol» en und Einbinden der Garben in der känftigen Aerndte ausſuchen, und ſol- ches an einem beſondern Orte hinlegen. Iſt es aber in manchen Gegenden der Gebrauch, daß den Dreſchern, die eine Kuh oder anderes Vieh halten, wöchentlich ein oder mehrere Bunde aus der herrſchaftlichen Scheune verabfolget werden, und wel- ches gemeiniglich nach jedesmaligem Reinmachen odex Aufmeſſen geſchieht; ſo muß es ihnen durchaus nicht eingeräumet werden, ſich die Bunde ſelbſt aus den Banſen atiszuſuchen und hervorzulangen. Sie wür den ſich diejenigen ausgezeichnet haben, worinn ſie das meiſte Stroh eingepreßt hätten; ich will nicht ſa- gen, daß ſie wohl gar ungedroſchenes Stroh in der Cc 5 Mitte, 410 Viertes Kapitel, Mitte, oder wenigſtens nicht rein ausgeſchütkteltes, verborgen haben. könnten. Es muß daher der Herr, oder ſcin Nachgeſekter die Bunde Stroh ſelbſt bezeich nen, welche die Dreſcher unter ſeinen Augen nehmen und nach Hauſe tragen folien, Wenn mehr als zween Dreſcher zur.Kamerad- ſchaft in einer Scheune gehalten werden, und es find deren 3. B, drey beyſammen, ſo rdeiten ſie ſich, unter; einander zuleßt in der Arbeit, daß, wenn zwey mit dem Aufbirden beſchäftiget ſind, der dritte die Kör» ner unter den Lagen hervorbringe, und ſie, wenn ſie abgefledert worden, an den Kamm heranbringt oder,' falis die Kameraden noch nicht fertig ſind, ſo ſchiebt er den Kamm mir der umgefehrten Harke an den groß, ſen Haufen nach hinten zu heran. Dasjenige, was von den Körnern dur das ſoge» vannte Ueberfledern abgeſondert wird, nennet man die Abkehrung, Ueberbehr, auch Riefing, und.beſieht größtentheils aus den, durch das Dreſchen abgeſchla- genen, Aehren, Stürzeln und Hülſen. Jn manchen Scheunen wird dieſe Abfehrung ausgeſiebet, damit die darunter befindlichen Körner herausfallen, und zu den Getraydehaufen kommen mögen. In den meiſten Scheunen aber begnüget man ſich, dieſe Abkehrung mit der Harke ſo aufzureiſeln, daß die meiſten Körner "MIBARNE müſſen. Mitr den hierauf noch darinn ſeibenden Körnern nimmt man es aber an ſoſchen Hertern am wenigſten ſo genau, wenn dieſe Abkebrung den Kneten ſtart des reinen Futterforns vom Boden zum Pferdefutter zugeeignet wird, In Anſehung dieſes Ueberkehrs nun ſchreibt Ha“ etedorn folgende ſehr gute Wirthſchaftsregel vor. Cs: iſt hefannt, daß die Dreſcher nach gedroſchener Anlage tas Stroh aufſchütteln,- die abgeſchlagenen Aehren und und G! hake, wiſch a pollend fehr]| ſoll ein en, verſch! vorige bey 7 dm 8 yeſlur allem ſein! ter fü den 4 hündl! | füm; hem. | unter pan bſe lic vom ynd oder Art bere( wner me bei ſon ſen ſpa vet >! rt. herads 19M1s ſin) '? Unte 1/09 1P:d7 (Omiegt bla mhm 5a vie hehuden güte Mun NG ) zim | | | | | | | Das Dreſen. ALT und Stürzel abſondern, das kleine Geſtröhde mit der Harke, ſo oft es Noth iſt, abharken, mit dem Stroh- wiſch an der Harke aufröſen, und mit dem Flederwiſch vollends abfehren, Weil es nun hiebey viel Ueber«, fehr, Abraspel, Roßvünder und dergleichen giebt, ſo ſoll ein verſtändiger Landwirth die Veranſkaltung ma- cen, daß dieſe gute Fütterung nicht von dem Geſinde verſchleppt, ſondern zue Fütterung der Pferde und des üorigen Viehes nüßlich angewendet werde. Wer hier» bey nechwund vortheilhaft verfahren will, der kann je- dem Knechte zu Fütterung ſeiner Pferde einen Scheu- neflur, wo zwey oder mehr Perſonen dreſchen, oin vor allemal anweiſen. Hier muß er, ſtatt daß er ſonſt ſein reines Korn vom Kornboden empfängt, ſein Fut- ter ſuchen, er erhalt von den Dreſchern nicht allein den Abraspel und Ueberkehr, ſondern auch die R68- bändlein und Krummbänder, deSzleichen auc) das After» forn 3;( dasjenige Korn, welches, als das geringſte beym Reinmachen zurüdleibt;) alles dieſes muß er unter den Herei ſchneiden und mengen. Wöoßſern er nun alles fein zu Rathe hält, ſo hat er ſolchergeſtalt boJer Futter und meße Körner, als wenn er wöchentke lich anderthalb Scheffel reinen Roggen oder Haber vom Boden befömmt. Ein Knecht, der ehrlich iſt, und nicht Luſt hat, mit reinem Getrayde Praftiquen, oder Unterſchleifzu machen, der nimmt die obgedachte Art zu füttern gerne an. Ein anderer hingegen, der bereits gewohnt iſt, aus ſeinem reinen Futterkorne unerlaubte Vortheile zu ſuchen, der murret und brum»- met hierüber, iſt auch ſchwer an dieſe Fütterung zu bringen. Man muß ſic) aber hieran nicht fehren, ſondern jedem Knecht im Winter eine Scheune anwei- ſen, und dadurch etliche Winspel veines-Getrayde ere ſparen. Sobald aber der Dreſcher den Knecht zu Ges vatter bittet, oder dieſer von des Dreſchers Tochter : ein 412 Viertes Kapitel, ein Brautigam wird, ſo iſt dieſe Ar u. GefBe I, ſo iſt dieſe Art von Fütterung Es it nur gedachte Einrichtung freylich bey der Einigkeit der Dreſcher und Knechte, wie Hogedorn lehret, ſehr gefährlich, indem die Dreſcher ungemein vieles Korn in die Abkehrung hinveinbringen können." Es wird aber die Ueberkehr gleichfalls eingebunden, und man nennet ſie denn hier zu Lande Kurzbunde. Denn da unter der Ueberfehr Aehren und Strohge- mülme iſt, ſo kann um diefes leßtern willen ſFlc Me „M Das Dreſchen. 413 che ſogenannte Scheunefutter, als Kurzbunde, After- korn und Aehren, vom Werfen und Reinmachen des Korns, hingelegt, und aufbewahret wird. Und hie- „ſelbſt macht der Herr beliebige Einrichtungen, wenn, was, und wie viel? er ſelbſt von ſolchem Scheunfut- ter herausgeben will.: Auf manchen großen Höfen wird es damit ſo. gehalten, daß dieſes Scheunefutter größtentheils erſt zu Ausgange des Winters angegrif»- fen, und falls ſehr ſtiarfe Pferde gehalten werden, die täglich ſchwere Arbeit thun müſſen, mit Haber, oder einem Mengſel von allerley Körnern vermehret wird, welches leßrere manche Herrſchaften um deßwillen be- lieben, daß ihr Futterkorn, falls es von untreuen Leu» ten verkauft würde, überall gleich als ein Diebſtahl erkannt, und in Anſpruch genommen werden möge.| In Anſehung der Gerſte iſt noch.dieſes Boſonde- rezu merken, daß, wenn eine oder mehrere Anlagen ab- gedroſchen werden, ſolche gefürzet oder gepoltert, wie es anderswo heißt, werden müſſe, Es werden näm- lich die ſogenannten Kämme, bevor ſie an den großen Haufen herangeſtoſſen werden, aus einander gebreitet, und ſodann übergedroſchen, damit die Ageln oder Spißen von den Gerſtieförnern getrennet werden. Wenn ſie nicht wohl gefürzet wird, ſo hat der Verkäufer Vor- theil, der Käufer aber Verluſt, Noch iſt in Anſehung aller Getraydearten beym Dreſchen zu wiſſen, daß die Dreſcher jede abgedroſche- ne und hiemit vollendete Anlage einen Abdruſch, oder Stroh, zu nennen pflegen. Sie ſagen daher, wir haben heute ſo und ſo viel Stroh gemacht, oder ſo viel Abdruſche; oder wir haben zwey- drey» oder mehrmal abgedroſchen. H. Das 414 Viertes Kapitel, H. Das Reinmachen md Aufmeſſen eder Aufheben. Wenn der jämmtliche Abdruſch einige Tage hin- durch von den Kämmen auf dem MHintertheile der Tenne in einen Haufen geſammelt worden, und für dieſen Haufen nicht mehr Raum gefunden werden kann, ſo muß, wenn nur zween Dreſcher in der Scheune ge- “halten werden, alle Wochen einmal, und gemeinig- lic fa wien 8:48 Biertes Kapitel, man denn alle Jahre von Radeln befreyetes Saatforn aufs gewiſſeſte haben kann, Mit dem Saatroggen Fann man es eben ſo machen. Trespenſaamen wird man beym Werfen wenig un- ter dem Vorſprunge finden. Der darinn zurückgeblie- bene aber läßt ſich mittelſt flachgeſtellter Kornfegen, deren Drath nicht viereckicht verflochten ift, ſondern in geraden horizontalen Queerlinien fortgeht, recht gut aus dem Waizen herausbringen, weil die Waizenkörner viel dier ſind, und nicht durch Fegeblätter nur beſchrie bener Art mit durchfallen, als welches bey dem Rog- gen auch) angeht, wenn man ſchon den größten Theil deſſelben mit durch die Fege muß fallen laſſen, worauf man ihn zum Vermahlen oder Brandtweinbrennen ge- NOOR Fann, indem die Trespenkörner auch Mehl geben. Bogelwitcken ſind ſchwer, und fliegen mit unter den Vorſprung beym Werfen. Um ſie von den guten Körnern zu trennen, muß man ein Blatt in die Fege ſw>en, deſſen Drath viereckichte Löcher hat, als wo»- durch die Wien durchfallen, weit weniger aber Wai« zen und Roggen, deren Körner länglicht ſind. Hederichſaamen muß die Fege völlig vom Som mergetrayde ſcheiden. Die Knoten aber, oder Saa- menbehältniſſe des Hederichs, müſſen durch öſteres und genaues Abfledern beym Werfen hinweggeſchafft wer den. Die aber zurückbleiben, kann keine Fege ſchei den. Abey beym Säen kann man dieſe Knoten von dem guten Saamen ſcheiden, wenn man die Gerſte in ein mit Waſſer angefülites geräumiges Gefäß ſchüt- ter, ſolche fleiſſig umrühret, und die ſodann oben aufſchwimmende Hederichsknoten abnimmt. Man erſiehet aber aus dem bisher geſagten, daß man in einer Scheune nur eine einzige Kornfege hal- ten darf, und. mehrere ſogenannte Blätter, 3 ( eſe | | efnur pen ſoe (eſeſtige frautsſ0 Es handen! worfenet zuleht ſ den Sel verſtatte ſieht hinwer| unter fomme m ji aufſam ausgeſe: quny, yhter d Beine y 98, da und de Werte Etaul ſolche/ der ode zeh Und ve ſelben ſämer Man ute! (cher ) Maron 1 l0dgen 1% Inden | Nai UF Veſt Em At |(Wün yl | FP wu | Aft | 99) Nl (In N Uhföt (M Ab guten |(1 Feze fs We 31 Deh || 11 Gm Br Ga ) Que) aff we Ry ſel 5 en volt Jäderſtein Das Dreſchen. 419 Oeffnungen von verſchiedener Größe ſeyn müſſen, has ben ſolle, welche in die Fege eingefuget, und darinn befeſtiget werden können, um die ſo mancherley Un- frautsſämereyen von vem guten Saamen zu ſcheiden, Es iſt vorhin geſagt worden, daß bey nicht vor» handenem ſtarkem Winde noch vieler Staub in dem ges worfenen Getrayde zurückbleibe, welchen die Kornfegen zuleßt ſcheiden müſſen. Man nenner. diejen Staub den Sezeſtaub, und man muß es den Dreoſchern nicht verſtatten, daß ſie ihn, wie es ſaſt durchgängig ges ſchiehet, aus Bequemlichkeicsliebe vors Scheunchor hinwerſen, indem die feinſten Unfrautsjämereyen dar- unter ſind, welche mit vem Miſte wieder auf den Acker kommen. Ein vorſichtiger Landwirth läß“ daher ſol erſparetz andern Theils aber hat das Getrayde, wenn man ſich eines ganzen Scheffels zum Ausmeſſen bedienet, mehreve Zeit ſich zu verlaufen, und: zu ſeßen, und iſt folglich Feine ſo ſtarfe Cinmaaße, 1aks ſich bey dem Aufheben, welches mit Vierteln geſchiehet, öfters zu ereignen pfle- get, zu befürchten.= Bey dem Einſchaufeln muß der Scheffel oder Viertel feſt und. gerade ſtehen, das Einſchaufeln ſelbſt in freyer Luft geſchehen, und das Maaß weder'mit der Schaufel, noch ſonſten mit ete was berühret und angeſtoſſen werden, indem widrigen» Falls, wie es die Crfahrung lehret, das Getrayde ſich zu ſehr zufammenſeßet, und folglich kein richtiges Maaß herauskommt. Bey dem Einmeſſen desjenigen Getraydes, welches auf den herrſchaftlichen Boden fommt, hat man ſich dergleichen von den Dreſchern gar nicht zu beſorgen, deftomehr aber bey ihrer Hebe Dd 3 darauf v 422 Viertes Kapitel. darauf Achtung zn geben, weil ſolches mit zu ihren Kunſtgriffen gehöret, deren ſte ſich, zur ungebührlichen Vergrößerung ihres Antheils, zu bedienen pflegen.== Weil das Cinſchaufeln gemeiniglich von zwey Dre» ſchern geſchiehet, ſo hat man dahin zu ſehen, daß nicht zwey Schaufeln voll zugleich/ ſondern nur Schaufel um Schaufel.in das Meßviertel geworfen werde. Ge- ſchicht das erſtere, ſo kann ſich in einem kleinen Maaß- gefäſſe das Getrayde nicht verlaufen, ſondern es blei: ben darinn verſchiedene Cavicäten,(Höhlen) woraus denn, wenn man das Getrayde wieder von dem Bos ven herunter meſſen muß, nothwendig'ein Einmaaß entſtehen:muß. Man mache'nur einmal die Probe, und laſſe ein ſolches, mit'dergleichen Uebereilung ein- geſchau*eltes,- Viertel eine Weile-unberühret ſtehen, ſo wird man ganz augenſcheinlich wahrnehmen ,: wie in demſeiben das Getrayde einſinfet, und ſeinen vorigen Stand verläßt.== Man ſieht aus dieſer ſehr richti- gen Bemerkung zugleich, was die ſogenannten Höfer, oder Aufkäufer, in den Städten gewinnen, wenn ſie Ec heffelweiſe einfaufen, Meßenweiſe aber wieder ver- kaufen. Manche Bauern verſtehen ſich auch gut auf dieſen Vortheil, wenn ſie manche Producte lieber mit der Meße, als dem Scheffel, den Käufern zumeſſen. Noch gedenke hierbey der verſchiedenen Scheffel,'da ſie entweder weit und floch, oder enge und hoch, ſind. Dieſe leßtern“verhalten ſich faſt gegen erſtere, wie die Wiertel des ſchleſiſchen Bemerkers, und wenn ein Kamm'oder gar Haufmaaß gegeben wird, ſo. hat der weite und flache Scheffel mehr Inhalt, a!s ver letztere, Noch verdienen in Anſehung der Dreſcher eini- ge Vorſchriften des Hrn, Hagedorns hier ihren Plaß« Er ſagt: ich will dem Landwirth rathen, daß er den Drefchern keinen gehauften Scheffel einräume,„al ern EEE GZ IESE aa Gian numen“ einen Zniäinmmmnemennnn genen. ſheffel nicht a die Di dom ſy niemal! fel, mv trägt, ducha Meißel ſtomeh alten? und ge darauf, welcher (ind eng fen lieg mine heit ſe ligten ſchäm einzur den& einand herniet derben ſältig lmY ſie tü Ortz ſen be Gach: „X um Ihrem JIM lihen [Uw=» 2]() Fs "ehh Betei ) Tide,"hy M Tob 01: 048 330 wern avm Y 119 Eimmaj Wi "yn dr aO EN MNvotigen eite mh H, „wwampenn fi 7 Judee vet "109708 SENNE 34 zuſt Y(fl, Gr) ſi) 9) weht jewei Oy pot de 3) eth Thi 207 fee ft JW, 1 him Das Dreſchett, 423 dern bey dem Aufmeſſen das Korn vom Scheffel, ſo» wöhl ſein eigenes, als auch der Dreſcher, reine abſtrei- Garben 409 Viertelſcheffel,| beit vder 100 ganze Scheffel, alſo 4 Winſpel und 4 Schef-| für fel Korn verloren. Man muß aber dieſes Korn als Den wirklichen Verluſt anſehen, wenn ſchon der größte die „Theil davon nicht zum Unterſtreuen des Wiehes im für Stalle in den Miſt käme, ſondern verfüttert würde, ſind, Das Rindvieh hat keinen Nußen von den im Strohe Io zurückgebliebenen Körnern, weil ſie von ihm unver- dauet wieder fortgehen, und auf die Pferde muß in Dieſer Hinſicht auch nicht gerechnet werden, weil doch 4 ſeh Hen Knechten ein gewiſſes Futterkorn täglich goreichet| by werden muß, und es wäre eine ſehr liederliche Wirth- Sn AE ION ſchaft, wenn man die Pferdeknechte auf das unreinge-| 0004 Droſchene Stroh mit anweiſen, folglich die Untreue und un | Bosheit derDreſcher ſomit begünſtigen und fördern woll» ſun 174) te. Um nun die Dreſcher in Zucht und Ordnung zu hal-| ede | 1' ten, laſſen die Herrſchaften nach dem Aufmeſſen, wenn die(in Wle 1500 Tenne leer und ledig iſt, einige Mandeln abgedroſche 11,30: nen Strohes von Zeit zu Zeit nachdreſchen, um zu| 22 "0 ſehen, ob und wie viel Korn darinn gelaſſen ſey?- 9 ||| Das Verfahren bey dem Nachdreſchen iſt nicht die IE durc Stroh, nur 3 Mäßchen paſ= ſiret. Um den Nachdruſch gehörig zu unterſuchen, ges braucht man ein accurates Mäßchen, theilet ſolches genau in 8 Theile, und macht mit einem Pfriemen zu beyden Seiten Löcher durch das hölzerne Mäßchen. Zum Nachdruſch nimmt man vom Wintergetrayde 2 Schütten(Bunde von geradem Stroh, Richtſtroh) und 1 Gebund Stroh;(1 bey uns ſo genanntes Krumm? bund;) von der Sommerung, 3 Gebünde. Daſern nun 430 Viertes Kapitel. vun der Nachdruſch hier 8 Mäßchen angiebt, ſo wird ſolcher mit 10 multiplicirt, und gefunden, daß von 1 Schoc> Gerayde nachgedroſchen und gefunden worden 74 Mäßchen Dann wird das paſſirende abgezogen 3===- verbleibt zur Beſtrafung 43 Mäßchen. Thut bey 25 Scho Getrayde, ſo gedroſchen wor» den: 1 Scheffel, 3 Wiertel, x Mäßchen z ſo nach dem Marktpreiſe zu vergüten iſt, In Schleſien aber, beſonders um Breßlau herum, wird es in Anſehung des Nachdruſches ſo gehalten, Der Wirthſchaſtsbeamte läßt von jedem Scho Winter- und Sommergekrayde,+ Schoc> Stroh inelulf. 6 Wirrbündel,(Krummbund,) machen, und jede Sorte in eine Banſe beſonders legen, damit zum Nachdreſchen Plaß werde. Er ſteiget ſodann ſelbſt in die Banſe, und wirft von den ſtärkſten Gebünden, die ihm verdächtig vorkommen, 5 ordinaire und€ Wirrbund auf den geräumten Plaß heraus, Selbi» ge werden ganz dünn ausgebreiter, und durch unpar- rheyiſche Dreſcher, im Beyſeyn des Wormahders ze. zu langſamen Schritten dreymal hinter+ und zwey Giänge rückwärts gedroſchen. Das Stroh wird hier» auf umgewendet, und zweymal hinter- und einmal rückwärts gedroſchen, Das gedroſchene Stroh wird Handvollweiſe mübßſam durchgeſchüttelt und zuſam- mengebunden. Die Körner werden gewurft, und über die Fege gelaſſen 3; worauf der Beamte ſolche mit dem bey ſich habenden ganzen oder halben Quartmaaße mißt, davon, 7 ganze Quart auf 1 Meße gerechnet werden. Nach königlicher Verordnung wird einem Dreſcher aufs Schoc> Getrayde, oder aufs halbe Sco> Stroh, x Meße paſſiret; was ſich hingegen darite B0CH WC) 100), und 109* zur met Oden, ipod 1 |„Apdbb Aena je 30050 18) ji) 1) hie jean 1 wit) Geiſa jem und 4 vw mit wah gm Fe m :"(al "M harht Das Dreſchen. 4a darüber befindet, wird nicht an der Hebe, ſondern am Gelde, bey nächſter Abrechnung der Dreſcher geftraft, und folgendergeſtalt verfahren. Wenn ſich z.€. aus 5 Gebänden Stroh+ Meße Körner, oder 24 Quart Nachdruſch findetz ſo wird X Meße paſſiret, dagegen aber 2 Meße oder 15 Quart zur Beſtrafung angeſchries ben, wornach alſo die Strafe von 1 Scho> Getrayde, 1 Meße ausfällt. Gekßt nun, das Nachdreſchen ge: ſchiehet in der Mitte ves Monaths; ſo wird im Dreſch? regiſter nachgeſehen, wie viel von allen Sorten ges droſchen worden, als: Viertel. Medke, 3 Sho Waizen AE 3 2== Winterroggen-.. 2 13=- Gerſte--- L 5-=-- Haber--- K 2= Erbſen, von jedem TIB EIMafe== 9. 5375 Sho8 Summa 1 Schfl. 2 Viertel 1 Mß- Dieſer Auswurf wird nach leßterm Martfkpreiſe zu Gelde angeſeßt, und den Dreſchern abgerechnet,==" Man muß ſich nicht wundern, daß in Ländern, wo Erbdreſcher, wie in Schleſien, ſind, geſeßliche kandesverordnungen und allgemeine Obſervanzen in Anſehung des unreinen Dreſchens vorhanden ſind. Die Erbdreſcher würden, da ihre Betrügereyen vom Vater und Sohn gleichſam forterben, mit den Herr ſchaften in der Scheune machen, was ſie wollten. Wo man aber freywillige Dreſcher hat, da giebt man ihnen lieber gar den Abſchied, wenn ſie ein- und das andermal auf der That ertappt, oder einer Treuloſig* feit überführt werden, es ſey denn, daß man in ei- ner Gegend ſich befinde, wo es an Arbeitsleuten man- gelt, "| 432 Viertes Kapitel, gelt, und daher leider viel nachgeſehen werden muß. Und dieſes muß beſonders da geſchehen, wo große Städto oder Fabriquen in der Nähe ſind, welchen die Handarbeiter ſehr zulaufen, wenn ſie daſelbſt beſſer und bequemer leben können. Jn gleichen Duldungen wird der Landwirt hingehalten, wenn ſich alles in den Dorfſſchaften auf Flachsſpinnerey legt. Denn der Dreſcher glaubt bald, er ſey ein Narre, wenn er in der Scheune ſauer Arbeit verrichten, und nicht lieber bey dem warmen Ofen am Spinnrade ſißen, und gery» higer und weichlicher leben ſolie, K. Ueberſchlag des Dreſcherlohns. Zu Anfange dieſes Kapitels iſt geſagt worden, daß es in mancherley Abſicht beſſer ſeyn könne, wenn nicht FILE Umſtände odwalten, lieber um den Scheffel, als um Geld dreſchen zu laſſen. Es iſt auch ferner beriüthret worden, daß man nicht für alle Gegenden und Oerter ein allgemeines Scheffeimaaß, welches den Dreſchern zu ihrem Antheil gebühre„ bes ſerimmen könne, und daß für jeden Ort die Menc ge ves auszudreſchenven Kornes und deſſen Schüttens oder Sceffelns in Anſchlag kommen müſſe, wobey aber vorausſeßet wird, daß man es mit feinen ſogenann- ten Erddreſchern zu thun habe, welche dazu angeſcket worden, das ſie ſich von dem Dreſchen allein ernäh- ren, und um einen gewiſſen geſeßlichen Scheffel beſtändig dreſchen ſollen, wobey es denn immer ſein Bewenden haven muß.. Hat man aber fre'ywillige Dreſcher, ſo wird es für Herrſchaft und Dreſcher im- mer ver Unterſuchung 20 ſeyn, ob auch die Mittel- ſtraſſe in Anſehung des Dreſcherlohns beobachtet wers de, und fein Theil dabey zu furz fomme, Es |(eh geben qm ]|"| |W |; Juöl | wov0 19 mud )"große „die || vſe S< Nini JI ih |, unde DNN | JA(hy 14) diem | 034 | ddp ) 167), vom | 1907 den | 1 M5 if | he alle Anu, 11962, bi PENN Üb(ht 0) dat MES ea Laboe Jhg endg 1 MN mire(en | goil BD hit in ) Dit 15 110 Das Dreſchen.! 433 Es hat ſich ein einſichtsvollor Landwirth die Mühe ge geben, bierüber einen eigenen Zuſſaß ſeinen Mitwir- then in dem Wirtenbg. Wochenbl. v. JI. 1773 S. 403 f,. mitzu'heilen, woriyn die hier zu Lande üblichen Auslohnungen der Dreſcher überſchlagen werden, und wovon das Weſentliche auf folgenden beruhet: Wenn ums Lohn gedroſchen wird, ſo hat man auſ- ſerhalb der Mark dreyerley Arten, ſelbiges zu beſtim- men: nach dem Tage, nach dem ESchocke, und unt den Scheffel, Die Preiſe ſind nicht überall gleich. Wer nach dem Schocke dreſchen läßt, der bezah» let für Winterfrucht das Scho> mit 10 Gr, für Com merfrucht 8 Or, Das Reinmachen wird beſonde: s' bezahlet; und wenn zween Leute 5 Tage gedroſchen ha- ben, ſo machen fie gewiß den ſechsten Tag hindurch rein, Jſt das Lohn nach dem Tage, ſo ſind aile Sor« ten Getrayde glei), und gewöhrilich erhält der Dres ſcher den Tag 5 Gr. Er muß dabey früh um 6 Uhr anfangen, hat eine Stunde Mittag, und höret Adends um 6 Uhr auf. Es vollenden zween Männer" des Ta- ges in Winterfrucht 3 Mandeln 3(wenn die Garben nämlich ſehr ſtark ſind; ſind ſie es aber nicht, ſo müſs» ſen ſie 4 Mandeln abdreſchen;) in Sommerfrucht: 4 Mandeln. Das Reinmachen wird, wie bey dem vo- rigen, allein bezahlet. Nun kömmt es darauf an, wie viel Getrayde aufgehoben(auſgemeſſen) werden fönne, und wie hoch das Dreſcherlohn bey beyden kömmt. Von SchoEbreſchern> vollenden in fünf Tagen, denn der ſechste iſt zum Reinemachen, zwey Mann. vier Scho>; eben ſo viel die Tagedreſcher. Jene ers halten x Thlr 16 Gr. fürs"Dreſchen, und fürs Aufs „Aausvgrer Il, Band, Ce| heben 434 Biertes Kapitel, heben 8 Gr. alſo 2.Thlr.- Die Tagedreſcher, deron auch zween ſind, jeder des Tages 5 Gr. machet in fünf Tagen 2 Thlr. 2 Gr. das Reinemachen 8 Gr. alſo zu- ſammen 2 Thlr. 10 Gr. die ganze Woche. Man ſieht hieraus, wenn auf beyden Wegen gleich reine gedro- ſchen wird, daß die Schockdreſcher den Vorzug haben. Die dritte. Gattung driſchet um den Scheffel, und je beſſer das Scho> ſchüttet, je beſſer iſt ihr Lohn z denn bey den vorigen kam die Ausbeute nicht mit in Rechnung. Cs werden alſo wiederum zween Dreſcher angeſtellet 3 ſie dreſchen in einer Woche 4 Scho> aus, und fürs Reinmachen befommen ſie nichts. Dieſe vier Scho> Korn ſchütten 8 Scheffel Dresd, Maaß, oder 16 Wittenbg. Scheffel. Denn von jedem Scho»- fe kann man ins Mittel zween Dresdner Scheffel rech nen. Der Dreſcher um den Scheffel wird aber be- Fannter Maaßen nicht überall gleich bezahlt. Laſſet uns den beſſen Lohn des Dreſchers annehmen: näm- lich er dreſche um den txten Scheffel, ſo erhalten die zween Männer von 4 Scho> zum Lohne 2 Scheffel, oder 1155 Meßen. Wenn nun der Dresdner Schefe fel zum Mittelpreiſe x Thlr. 18 Gr. und alſo die Me- ße 2 Gr. 8 Pf. gilt, ſo bekommen die Dreſcher wöchent- lich 1 Thir. 7 Gr.& Pf. Es iſt ſchon geſagt, daß die Anzahl der Scheffel nicht gleich iſt, um welche gedroſchen wird; ſie ſteigt von I1 zu 12, 14 bis 16ten Scheffel. Man will nicht jeden einzelnen Fall berechnen, ſondern ſogleich eine Tabelle ſowohl vom Winter- als Sommergetray- de machen. Roggen giebt alſo das Scho> 2 Schef- fel; Waizen 2x; Gerſte 3; Haber, der gute nämlich, 3X3 denn der Pacht- oder Rauchhaber wird nicht ge- ' achtet, achtet, (ohn 1 Neg oder Habe oder beträ 100 ſchen, bend? weil fönn Aus eine ( | 156 vom. verl drepn M4, det| NE in fünf (AUEN Mulch ZS 0 Sith hehn, 7 Tefl |] Fh(y; NEt mit 1 0 Duſty "Plifux Bi diy Stuf fm Cy Inefil wh M aber bb np(aſtt 1000: ät 3(tn die + 10h, aan Ch ) 6) die Mo 18: wih 3 4 46 EAR! häefe fe! On wil m(gli) [NUNG HB 2 Chf ' namiid 4108 | au " a Das Dreſchen,| 435 achtet, Heidekorn 3 Scheffel. Die Dreſcher um Lohn und um den Scheffel dreſchen die Woche vom Roggen 4 Scho> oder 8 Scheſſel, Waizen 4 Scho> oder 10 Scheffel, Gerſte 5 Schock oder 15.Scheffel, Haber 5 Scho>oder 174 Scheffel, Heidekorn 5 Scho oder 15 Scheſfel. Das Lohn der Dreſcher ums Geld beträgt, nach den Tagen gerechnet, wöchentlich) 2 Thlr. 10 Or, ſie mögen Winter- oder Sommergetrayde dre» ſchen. Die nach dem Schocke dreſchen, empfangen beydes bey Winter- und Sommerfrucht 2 Thlr. Denn weil ſie Sommerfrucht an einem Tage mehr dreſchen können, ſo bezahlte man das Schock- auch' geringer. Aus dieſem allen ergiebt ſich nachſtehende Tabelle auf eine Woche, Wenn der Mittelpreiß vom Roggen 1 Thſr. x8 Gr. vom Waizen 2 Thlr. von Gerſte x Thlr. 8 Gr. vom Haber 22 Gr. Heidekorn 1 Thlr, ſteht: ſo wird der Lohndreſcher eben ſo viel verdienen, als wenn alles dreymal theuer iſt, Ee 3;„Es | Viertes Kapitel, 436 8 Ob 2. > =< %s dreſchen und verdienen die Woche Die| 2 Dreſcher CSE Smd Waizen 4 Shock, erhalten vom oder 8 Scheffel.| oder 10 Sn Gerſte 4 Scho>, oder 15 Scheffel. Heidek. 5 Sho>, Haber 5 Scho>, (108 15 Scheffel. nach d. Schock.| oder 17x Scheffel | a'SchA. 10 und. Die ganze| Woche 5 Tage[dreſchen der ſechs| te! zum Reinma-[97 2. Zhlr. Sgr.:: Ma 3242 24| 4 nach dem Tat! FISünf Tagedre| ſchen, den 6ten| reine machen,| die gauze Woche| 2 Thlr. 10 gr. 10gr. 3 59x.||| nach dem Sc= nm raten GFB ND= 4ER ET 1072 178 101. 0003[20“ Y 1: 3,0.1175 1 1.- 185 zum 16teit 1 8 I= 21 4 16 4 6-15 0 1 8- G=li75| 3=I 115[== 226 Aus dieſer Tabelle nun kann ein Landwirthz leicht finden, bey welcher Art zu dreſchen er ſeine Rechnung finden kan, ſo wie er nach derſelben zugleich berechnen fann, wie viel ihm ſein ganzer Cingewinnſt auszudreſchen koſtet. doch ein Beyſpiel herſeßen. Cswerdenin die Scheune gebracht und ausgedroſchen Ich will aber ge“ koſtet zu| Roggen 300Scho>| Waizen 60 Schock Gerſte 30 Scho>| Haber 70 Schock| Heidek, 25 Sc| 125 Thlr, 25 Thlr, 26 Th(r. 16 gr. 23 Thlr, 8 gt. 8 Thl, 83x. 7 an nach d.-Tage|"131 Thlr. 6 pf."| 36 Thl. 6 pf. 1]: 48 Thlr." 8 gr.“| 4 Thlr. 7 gr."]15 Thlr. 2 gr. 75,8 GQ nach d. Schfl,| S, Ms.| Thl.gr.pf.| S. Ms. Thl.gr.pf.|S. Ms.| Thl.gr.pf.| S. Ms.| Thl.gr.pf.| S. Ms.| Thl.gr.pf. ; often 66. 10F 1115.16 9|16. 108 33. 8. 26. 102195. 13.4] 27. 35: 1/24.22. 921 8:54| 9. 8.= T1tenS 15.4: 8 e| 9617-35| 13. 10325| 27. 6, 4%| 21. 1355| 27. 26. 2| 22. 4%] 20. 9. 10[ 6. 13-+1%. 19.74 Ä 12ten|50.=[91.16.10|12, 8| 25.===-| 20. 6| 26.16.=| 20, 68| 13, 17:04[26:54 1265.4.=> 6 taten| 42. 134[76, 4. 68| 10. 11F|21, 7.9[87022| 22. 10.-=| 17. 8|r1s. FIBE 55| EE EEE Zun 137« 8 166,16,==| 9. 6[18,.18.==[15, 4.4 129. w-=1|15, 5|14,10, zl 4, AI| 4, 16,6 w EI es Oreſchben UaDO verdienen Die XDocbe refcher| Roggen 4 Sch,| Baizen 4 Schor 1-1.>T- 4Scho>PFT,|Haber 5 Scho>,1 Heibel.< SG mmfitene fere Meltin tren I 5 2 438 Viertes Kapitel, Läßt ſich nun hieraus erſehen, wie ſich ein Jeder zu verhalten habe; und wie viel er geben ſolle, um den Armen nicht zu drücken, ſo können auch diejenigen aus dieſem mittlern Anſchlage den geringen Landmann oder Bauer beurtheilen, welche bisher geglaubt haben, er habe alles umſonſt, da er doch 6öſters, zumal bey geringem Preiſe ſeines Getraydes, mehr Koſten ha- ben kann, wenn er alles rechnet, als bey der gänzen Wirthſchaft herausfömmt, Ferner läßt ſich hieraus ſogleich berechnen, wer beſſer geht, wenn zween Wir- the um verſchiedene Anzahl von Scheffeln dreſchen laſ- ſen. Geſeßt, der Scheffel gilt 8 Thlr. und Cajus läßt um ven 14ten, Sempronius um den 16ten Schef- fel dreſchen z fo iſt klar, daß der erſtere um T gegen den andern zu furz kömmt, wenn ſie beyde gleich viel Aus- druſch erhalten; Cajus wird aber obenein noch mehr verlieren fönnen, wenn er nicht auf ſeine Dreſcher ſehr genau Acht giebt; ſie werden nämlich das Stroh „nicht ſo rein machen, als des leßtern ſeines. Denn wenn der Dreſcher, welcher um den 16ten Scheffel driſcht, erſtlich 1 Scheffel hat; ſo hat der erſtere ſchon 1 Scheffel 2 Metzen. Er wird daher eilen, vieles im Strohe laſſen, und dem Eigenthümer der Scheune Schaden zufügen.= In Anſehung obiger Tabellen iſt no< zu bemer- fen, daß, da der Dresdner Scheffel darinn zum Grun- de gelegt worden, ein Jeder ſelbigen auf das ſeines Orts gebräuchliche Kornmaaß zurückführen müſſe. Ein Dresdner Scheffel iſt nach Berliner Maaße 1 Scheffel 15 Mekßen, nach Wittenbergiſchem aber 2 Scheffel, L.. Die Or ginn NE biens ) Men Wir 4 Mhm I) Cy USE „DC egen den DMd/el Vys th mdr eſer JOGtroh (el) Denn en BO „aſm. ges im 91 Chun i j . H bent up Orn: Py ſeines 98 miſe 14) Macht 11 NO 49) Us ds Das Dreſchen.- 439 L. Die Dreſchmaſchinen. Man wird ans dem, was bisher geſagt worden, erſehen haben, daß die gewöhnliche Art mit Handfle- - geln zu dreſchen viel Zeit hinwegnehme, den Landwir- then aber, wie aus obſteßender Tabelle erhellet, große Koſten verurſache, und noch oben drein von treuloſen Dreſchern hintergangen, und durch unreines Dreſchen derſelben einen ſtarken Verluſt an Körnern erleiden könne. Es iſt daher der Wunſch und das Beſtreben nachdenfender Köpfe längſt geweſen, das Korn mit ge- ringerer Mühe, Koſten und Gefahr aus dem Stroh zu bringen. Es ſind dieſerhalb verſchiedene ſogenann- te Dreſchmaſchinen hier und da erfunden, und in Be» wegung geſeßt worden, welche theils mehr, theils weniger ſich zu einer allgemeinen. Brauchbarkeit emo pfohlen haben, je nachdem ſie mehr oder weniger zu- ſammengeſeßt und Kraft zu ihrer Bewegung erfordert haben. Es würde mich zu ſehr von meinem Zwe enk- fernen, wenn ich mich in Beſchreibung und Beurthei- lung der vielen verſchiedenen bisher erfundenen Dreſch maſchinen hier einlaſſen ſollte, da bisher die meiſten zu koſtbar für den geringen Landmann geweſen, und| ihm zur Verkürzung und Erleichterung ſeiner Arbeit nicht wohl angeprieſen werden können. Man darf nicht denken, daß eine Dreſchmaſchi- ne von algemeiner Brauchbarkeit einem Staate unwill» kommen und ihm ſchädlich werden ſollte. Man haf ſv wenig in Anſehung der Bauern, als wenig in An- ſehung der Taglöhner, die bisher-das Dreſchen verrich- tet haben, zu fürchten, daß eine Dreſchmaſchine erſiern vielmehr nüßlich, den Taglöhnern aber nicht nachthei- lig geachtet. werden kann. Ce 4 23- = 442 Viertes. Kapitel, In Anſehung der Bauern hätte man einzuwen- den, vaß ihnen vermittelſt einer Dreſchmaſchine, in ſofern ſie nebſt ihrem Geſinde das Dreſchen mit der Hand ſelbit perrichten, die Arbeit zu ſehr vermindert, und ihnen eine Zeere von Arbeit im Winter beſonders zugezogen werden könnte, die ſie mit keiner andern aus» juüen, und dieſerhalb zum Müſſiggange und zur Weich» lichfeit-hinfinfen könnten, Dieſer Einwurf aber iſt mehr ſcheinbar als gründ» lich, und der erſte Band des ſyſtematiſchen Hausva- fers muß ihn völlig widerlegen. Dieſer beſaget, was der geringe Landmann überall zur Ackerverbeſſerung now für Schritte, und an den meiſten Orten auf Jahr- Hunerte hindurch, zurüFzulegen habe, wozu er ſeine ZURee une größtentheils ſehr bequem anwenden Geſeßt aber, daß manches Winterwetter dem Bauer an Ackerverbeſſerungen hinderlich ſeyn könnte, ſo wird er als ein fleiſſiger Hauswirth, die Hände da- bey zar nicht in den Schooß legen, und viele häußli« und Wohlſtand. In dieſer Abſicht habe ich auch gefunden, daß nur ſolche Bauern, wo die Rede von Aufhebung der Gemeinheiten geweſen iſt, am we- nigſten Widerwillen dawider bezeiget haben, ſo wie diejenigen, die die meiſten herangewachſenen Kinder hatten, da, wo eben dieſe Aufhebung der Gemeinhei- ten zu Stande gekommen iſt, ſich am beſten dabey bes funden haben. Beweiſe alſo, daß noch gar kein Ue- berfluß von Menſchen vorhanden, um derentwillen die Dreſcher keine Arbeit finden könnten, - Was ſoll alſo nun aus den Dreſchern werden, wel- dhe bisher einen großen Theil. ihres Verdienſtes aus den Scheunen gehabt haben? Sind es frrywillige Dre- ſcher, ſo müſſen ſie biegſamer und billiger werden, um mit allerley andrer Handarbeit den Landleuten zur Hand zu gehen, Werden ſie dieſes geworden ſeyn, ſo wird es leßtern nicht mehr ſchwer ankommen, ſie gern und oft anzunehmen, und ihnen auf mancherley Art ihr Brodt verdienen zu laſſen. Hiernächſt müſſen ſie hauptſächlich, wenn es an Handarbeiten bey den kandwirthen ermangelt, fich ebenfalls mit Spinnen beſchäftigen, da ohnehin ſelbiges ſo vielen mehr als das Dreſchen beliebt iſt, um damit einer ſchwerern Arbeit aus dem Wege zu kommen.| Das Stilleſißen bey dem Spinnrade macht überdem, daß ſie weniger eſſen, und folglich Brodt erſparen, indem der Dreſchflegel, wie das gemeine Sprichwort es mit ſich bringer, ſtark zehret. ei Sind es aber ſogenannnte Erbdreſcher, welche bey großen Güthern als ſolche angeſeßet-ſind, ſo müß- ten die Herrſchaften ſelbige entweder ſie ſo laſſen, was und wie ſie ſind, oder ſie müßten ſolchen Erbdreſchern ein Paar Morgen Aer- oder Gartenland zulegen, damit ſie von der Cultur derſelben ihren nothdürfti- gen gm Ur arbeite mn ihnen ben hier tätig nun| Geite ſien? Bew von dieb ten| | land | vorſ | ſim | ware | Kn | den wel nen | ret tr Das Dreſchen. 443| vi gen Unterhalt haben, wenn ſie daneben andre Hand» : 0“ arbeiten und Taglöhnerverdienſte mit zu Hülfe neh- | L“ men. Csiſt ſehr anlo>end für dergleichen doute, wenn '"' ihnen einige Morgen Landes zum Eigenthum überge- Mihe ben werden, um dabey igre Induſtrie, wie man es.- 4" hier zu Lande ſo vielfältig zu ſehen Gelegenheit hat, DE thätig werden zu laſſen, Dergleichen Einrichtungen | 4'k! nun können Herrſchaften und Koloniſten auf beyden Y deny Seiten ſehr erſprieslich ſeyn, und man ſindet im ex- ſten Bande des ſyſtematiſchen Hausvaters hiervon den ' Dy Beweiß an den rühmlichen Beyſpielen eines Grafen 14 IM von Podewills und Borke zu Guſow und Storgard, NIED M j Mes die bereits die Nacheiferung mehrerer Guthsherrſchafs| | Ms ten aufs beſte erreget haben,| H An| hn) Im vorigen Winter erzählte mir ein in Deutſch"yy CHE land reiſender Gelehrter aus Curland, daß er furz 14! |! 190 vor ſeiner Abreiſe eine ſehr rührende Scene mit ange« 01 ( Vf ſehen habe. Eine große Anzahl Curländiſcher Bauern Mn | Jhſe waren gekommen, und hatten ihrem Herzoge auf den 4] E10 Knieen ihren unterthänigſten Dank geſagt, daß er jes 4,1] 1 Im dem Dorfe eine„Dreſchmaſchine geſchenket, mittelſt 0) 18/3 welcher ſie in kurzer Zeit ihr Korn ausdreſchen kön« NOIUB ENEN nen. Nach der Beſchreibung dieſes Reiſenden gehö: 0008 j Tem ret dieſe Maſchine zu den ſimpelſten unter den bisher"y | Mu) erfundenen z; darf nicht in der Scheune befeſtiget wer« jy | Wpyvi! den, ſondern iſt wandernd, und geht von einem Bayer- NE 971 hofe zum andern, ſo wie die Bauer eines Orts darü- yy ber unter ſich einverſtanden ſind, und jeder, nach ſeinex jj] 1 Ale Zeit und Bequemlichkeit, ſolche brauchen fann und"] mu will. Sie ſoll, wo das Holz theuer iſt, nicht ſonder?| Jm| lich über 20 Thlr. koſten, welches dann für eine gan- W| 18411 ze Dorſgemeide ſo was geringes iſt, daß fie ſich man- y| vp und halten, ſondern ſie auch ſelbſt, wenn es nur ein; I ' mälſig €) cher wohlhabender Baurer nicht nur ſelbſt anſchaffen|| | 444 Viertes Kapitel. mäſſig mechaniſcher Kopf iſt, ſich anfertigen kann. Sie kann in der Scheune von einem einzigen guten Pferde gezogen werden, und das Getrayde wird in der Mitte der Tenne nach gewöhnlicher Art angeleget, daß ſie alſo das Einemal die Tenne herauf, und hernach wie- der herunter gezogen wird. Sie muß nach der Be- ſchreibung dieſes Curländers nicht ſchwer zu ziehen, aber zum Ausdreſchen doch ſchwer genug ſeyn. Es iſt / ein hölzerner Cylinder, der an jedem Ende ein ſehr Hohes leicht gearbeitetes Rad, oder Bogen in der Form eines Rades, in der Mitte aber auch eines hat, Dieſe Räder werden durch aufgenagelte mäſſige Lat- ten, auf welche Bretter befeſtiget ſind, zur gleichen Rundung und Umwalzung zu einem einzigen Körper verbunden, Aeuſſerlich über die aufgenagelten Brek«- ker ſind wieder Latten in gewiſſer Entfernung von ein» ander, der Länge nach, befeſtiget, welche dazu die» nen müſſen, daß das Korn aus den Achren herausge- He, daß man alſo die ganze fertige Maſchine nun als einen Cylinder mit ſogenannten Remmeln(einen vemm- lichen Cylinder) anzuſehen hat, Aus dieſer Beſchrei- bung ſieht ein jeder die ſimple Bauart der Maſchine ſo fort ein, die ſith wegen ihrer Höhe, ihrer Remmeln ungeachtet, leicht muß umwalzen laſſen, ſo wie be- kannt iſt, daß die ſogenannten einſpännigen Kärrner deßhalb an ihren Karren diehöchſten Räder haben, da- mit ſie deſto leichter gehen mögen. Die inwendigen, unker ſich zuſammen verbundenen, Räder der Maſchi- ne haben breite, aber nicht ſonderlich di>e/ Felgen, und 3 Speichen. Der inwendige runde Baum oder Cylinder, der von den Rädern getragen wird, fann von Kiefern- oder Fichtenholze ſeyn, welches überall keicht zu haben iſt, Dieſer gelehrte Curländer, welcher, wie ich nachher vernommen, ſich eine Zeit ſang im Würtenbergiſchen aufgehalten, hatte einen Abriß Weiß, und m pen| jn der ausfu! ein 9 iger, reſſed inn dieſer | niht ven! ſchine ,|Mt | jeinen | unſ | offenb (unter Beſch anden m Win her deut wert |(tm? ſtau |ſhmi Bed Mit | ven ( wen | mü neh (ing vw (if 1 [M7 3, NN Wil 10007 ut 17 iw Nhfs pal NO Wen Aim meln ebb ee „We 911) ſy) jen) oder fan) 0 now, its Won "ß Das Dreſchen, 445. Abriß zu dieſer Maſchine bey ſich, und wozu es ihm und mir an der Zeit fehlte, ſolchen zu copiren oder co2 piren zu laſſen, da er ohnehin von dem Urheber nur in der Eil an Ort und Stelle gemacht, und noch nicht ausführlich genug war. Er verſprach aber darnach ein Modell machen zu laſſen, und ſelbiges in dem 2eip- ziger Intelligenzcomtoir bey ſeiner vorhabenden Durchs reiſe durch Leipzig abzugeben. Sollte ſein Weg abcr ihn nicht dahin gebracht haben, ſo iſt zu hoffen, daß dieſer parriotiſche Mann, ein Deutſcher von Geburt“, nicht werde unterlaſſen haben, an. einem oder vem an- dern Orte ſeine 2andsleute mit einer ſo nüßlichen Mia- ſchine bekannt zu machen, ſo wie man allenfalls auc) Mittel und Wege finden wird, die Maſchine ſich in einem Modelle aus Cutland ſelbſt kommen zu lajſen, um ſie, da ſie nun bereits einige Jahre daſelbſt von offenbarer Gemeinnüßigfeit befunden worden, auch unter uns einzuführen. Denn aus der ohngefähren Beſchreibung derſelben und ihrer Vergleichung mit andern bereits bekannten Dreſchmaſchinen 1ſt ſicher zu ſchlieſſen, daß an einem Tage weit über einem Winſpel Korn damit ausgewalzet werden könne, wel- Wai« zengarben angelegt, ſo daß die Achren in die Höhe zu ſtehen kommen. Gleich vorn beym Cingange, oder auch am Ende der Tenne, werden zuerſt 2 oder 3 Gat» ben unaufgebunden queer über gelegt; auf ſelbige breis tet man die erſte Lage Schwadenweiſe aus einander, mit den Aehren auf die Garben, damit ſie hoch liegen, Die folgenden Lagen, welche auf dieſe zu liegen kom» men, werden ebenfalls Schwadenweiſe, ſo hoh als möglich angeleget, die Aehren auf die Garben, damit ſie hoch liegen. Die folgenden Lagen, welche auf die ſe zu liegen kommen, werden ebenfalls Schwadenwei« ſe, ſo hoh als möglich, angeleget, die Aehren oben dicht an einander, queer über die Tenne, bis ans En» de derſelben. An beyden Seiten der Tenne wird Ans fangs, etwa 1x Fuß breit, Raum- gelaſſen, hernach die Garben auch Schwadenweiſe ausgebreitet, und ſo angeleget, daß das Stoppelende an die Wand, und die Aehren aufs Lager kominen, damit die Pferde alle Aehren wohl treffen können.| "Es kann aber das Ausreiten mit 2, 3, 4, 5 und 6 Pferden geſchehem Der Knecht ſikt auf einem Pferde, und läßt, wenn er mit zweyen reiter, das an« dere zur rechten Hand, mit der Halſter oder Zaume an das Sattelpferd kurz angebunden, neben fich her» gehen. Reitet er mit dreyen, ſo bindet ep das dritte an | vs punit ß pon reite dern hi ſen fan mit ſec ſe 3 die übt! [gehängt Jung ge jaysge0! Form den S jandern 1.'€ den des (9er nid hergehe (der an mR En 17 Nj fome aß "M h dis (ws 4) ev (0); Cy 4) Ih ved 1.10 jd (, und vale 6 un einen as(M Zaum "1,7 Nd 0) Das„Dreſchen, 449 an das Handpferd nebenan, und-zwar„ebenfalls kurz, damit ſie nahe an einander treten. Wenn er mit vic- ren reitet, ſo gehen zwey vor weg, und die beyben an» dern hinter.den erſten furz angebunden her. Mit fün- fen kann er nach Gefallen, drey vor, oder zwey vor; mit ſechſen, drey. vor und drey hinten nachgehen laſ- ſen. Das hintere Sattelpferd wird an das- vordere, die übrigen zwey aber neben dieſem kurz an einander gehängt; wie. ſie ſich denn gar bald zu dieſer BVerrich» tung gewöhnen. Sodann reitet der Knecht auf dem ausgebreiteten Getrayde Schlangenweiſe,„oder in der Form einer 8, im Schritte herum; zuweilen auch an den Seitenwänden dicht an einer hinauf, und an der andern herunter, - Eine oder zwo Perſonen haben mit dem Umwen- den des Getraydes zu thun. Wenn nämlich das 2a- ger niedergetreten iſt, wenden ſie, hinter den Pferden hergebend, eine Perſon auf der einen, die andere auf der andern Seite, währendem Reiten das Getrayde mit Miſt- oder beſonders dazu verfertigten Gabeln um; welche leßtere zwo weit von einander ſtehend2, vor» wärts krumm gebogene und glatte Zinken haben, mit welchen es ſich leichter wenden läßt u Wenn die Arbeit ordentlich und fleiſſig verrichtet wird, kann in zwey Stunden eine Lage von 6 Mans deln Waizen, oder 2x bis 3 Scho> Gerſte öder Ha- ber, ausgeritten werden. EEE G: - Wenn die Pferde miſten, ſo miß der Knecht hals fen, damit der Miſt auf eineni Haufen zu liegen föim- me, und mit einer hölzernen Kornſchaufel gleich weg- geſchafft werden könne, Wenn aber ein Pferd ſtal- len will, ſo muß es alſo bald heraus vor die Tenne geführet, oder ihm ein Geſchirre untergehalten werden; worauf die hinterhergehenden Perſonen Ächtung geben müſſen, 2 IE Hausvater I Bands Ff Hat 455 Viertes Kapitel. Hat man zwo oder drey Tennen, ſo wird, wäh- render Zeit, da auf der erſten ausgeritten wird, auf der andern-angelegt. Iſt nun der Knetht auf der er- ſien fertig, ſo begiebt er ſich mit den Pferden fogleich auf die folgende Tenne, wo angeleget iſt, und ver- richtet daſelbſt ſeine Arbeit auch binnen zwo Stunden, Unterdeſſen wird auf der erſten das Stroh aufgebun- den und weggebracht, das ausgedroſcheneGetrayde auf die Seite geſchoben, und von neuem wieder an- gelegt. Dieſes geht immer fo fort, bis man glaubt, einen genugſamen Aufhub des Getraydes ausgerit ten zu haben. Dieſes Augreiten des Getraides aber iſt in unſern Ländern deßhalb nicht allgemein geworden, weil, wenn Waizen und Roggen in naſſen Jahren nicht recht trs- >en. eingebracht worden, oder beſonders in der Dreſch- zeit feuchtes Wetter einfällt, ſolche Getraydeart mit dem Flegel reiner aus dem Stroh gebracht werden kann, weil es ſodann dünner angelegt, auch öfter überge- droſcheun wird... Es könnte aber dieſes auch beym Aus- reiten beobachtet werden.; man hat aber hauptſächlich wohl deßhalb es bisher an den meiſten Oertern unter- laſſen ,. weil das Stroh ſehr in Unordnung kömmt, und von dem„Ausgreiten nicht ſo gut das Richtſiroh, als von dem Handflegel erhalten werden kann, Wenn aber auch dieſes in Anſehung des größten Theiles vom Wintergetrayde nicht geachtet würde, ſo könnte es vielen Landwirthen am Raum in der Scheune zum Unterbringen der Krumm- oder Wirr- bunde fehlen, indem ſie mehr Plaß, als das gerade Stroh einnehmen, Dagegen iſt, wie vorhin geſagt worden, das Aus- reiten des Habers auf großen Landgüthern hin und wieder unter uns üblich geblieben, weil das Haber- ſtroh, roh, Bir ht d (et m Gerſi wie€ Ee Dent trayd faum | fehle tage! | ſed wenn gen | das% | bis ju | vir 3% | töten |(ent | für das wor tray | das | viels | dder | ſpan! Rich ſrid das ſen, daß für[9 | | | | | | dd, W| ind, x wuſte 197 9 unh Shit,| Ou| UNIE Died 4 „ium zeil, M AUM 10070 Mart mi Gnfann ſbiberg fn Aus al 5 vo 4 fm echtſtt) er fu | gröjte 5 wir) m „Bir | e3 mt nas Ni hit un) „Dab ſuo),| | Das Dreſchen. 451 ſtroh, wenn'auch) vom Ausreiten alles in Krumm- oder Wirrbund verwandelt wird, dem Viehe auf olche Art doch in die Raufen geſteckt werden kann, Ach+ tet man aber. auch nicht auf gerades Stro bey der Gerſte, ſo kann ſie ebenfalls ausgeritren'werden z. ſs wie ein gleiches mit Vortheil bey allen Hüifen- oder Schotenſrüchten und dem Heidekorne geſchehen kann: Denn es fann in ein Paar Stunden ſchou ſo viel Ges trayde ausgeritten werden/ als durch drey Dreſcher: faum in zween Tagen ausgedroſchen werden mag. Bey ſchlechten: Wetter oder manchen unbequemen Winter- tagen iſt für die Pferde im Freyen nichts zu thun, und: ſie dürfen ſodann ihr Futter nicht umſonſt freſſen, wenn ſie in der Scheune gebraucht werden:. Dey Re. genwetter will der Haber aber eben ſo wenig gut„ als! das Wintergetrayde ausgehen. Man kann' ihn aber bis zu hellem oder Froftwetter verſparen, und unter. der Zeit' Gerſte, Heidokorn und Schotenfrüchte aus reiten laſſen. Aber geſest, daß das Stroh der. mei- ſten dieſer Getraydearten, ſonderlich bey Froſtwetter, furz und klein getreten wird, ſo erſparet' man dabey das Horxelſchneiden. Und da, wie ſo eben geſagt worden, dieſerhalb beſonders das Ausreiten des Ge« traydes Feinen durchgängigen Beyfall gefunden, weil das davon entſtehende Krumm- oder Wirrgebund zu vielen. Plaß in der Scheune hinweggenommen hat, oder deſſen feſtes Einpacken in der Scheune zur Er- ſparung des Raums ungleich ſchwerer, als die des Richtſtrohes iſt; ſo kann zum Ausreiten derSommter» früchte diejenige Zeit beſonders genommen werden, da das Vieh nicht mehr auf der Weide geht, und zu def ſen Fütterung täglich Stroh verbraucht werden muß, daß man alſo alsdenn daſſelbe in geringerer Quanti- tät einbanſen und aufbewahren darf, Ff 2 R | 18 ", 452 Viertes Kapitel. Im Leipz. Intelligenzbl..v. I. 1766; S. 4 und 189; wird gemeldet, daß einige Wirthe im Leip» ziger und Meißniſchen Kreiſe auch angefangen ha- ben,-ibren Haber mit Pferden ausreiten zu laſs ſen. Von 8 Pferden ſind täglich 3 Schock Garben ſehr rein ausgebracht worden und, wie hinzugeſckt wird, hat man bemerkt, daßdas Rindvieh. beſonders dergleichen ausgerittenes Haberſtroh am liebſien ſvißt, theils weibies.eine angenehme Witterung vom Zei: tres ten hat, theils weil es viel weicher, als ausgedroſche- nes Strohiſt. Daß aber zertretenes oder gequetſch» tes Stroh dem Rindviehe eine angenehme Witterung verurſache, ſolches iſt auch an dem Heue zu bemerken. Denn wenn es mit einem ſogenannten hölzernen Heu» hafen aus der Mitte des Heuhaufens herausgezogen wird, ſo wird es von dem Rindvieh weit begieriger angenommen ,“ als wenn es von oben herab, wo es ganz loſe liegt, genommen und ihm vorgelegt wird. Das Hervorziehen des Heues aber mit einem Haken macht, daß es ſehr angeriſſen wird, wodurdc es einen angenehmern Geruch bekömmt, der auch von Men- ſchen empfunden wird. Auſſer den Pferden bedienet man ſich auch noch in einigen europäiſchen Ländern dev Ochſen zum Austre»- ten der Körner, und pflegt ihnen an einigen Dertern noch wohl breite hölzerne Trittſchuhe anzulegen, w0- mit auch der Zweck beſſer erreichet wird, M. Das Dreſchregiſier. Wie in ordentlichen Haushaltungen über jede Art der Einnahme und Ausgabe Rechnung gehalten wer- den muß; ſo.wird auch der Ausdruſch von jeder Ges raydeart Woche ſür Woche in ein Buch eingeſchrie- ben, ſo, vaß die Zahl der abgedroſchenen Garben ne- ben wi dh LEM JT fo 1:07 ua 08 vs Jhd, pte 3(hi y, M im 310 ee "M 0) NN Das Dreſchen. 452 ben dem Aufhube davon, und dem davon gefällig ge- weſenen und abgegebenen Dreſcherſcheffel, wenn darum gedroſchen wird, und das Datum gleichfalls, bemer- fet wird. Dergleichen Scheun- und Dreſchregiſter weiſen nut: aus, theils was man währenden Dreſchens noch von unausgedroſchenem Korne vor ſich-in der Ecdheune habe, und wie viel Zeit zum Ausdreſchen deſ- ſelben noch erfordert werden könne; theils aber am En- de, wie hoch ſich der geſammte Körnerertrag belau* fen 3 daß alſo die ordentliche Rechnung daraus formis- ret, und erſehen werden kann, was der ganze Feldbau des„Jahres eingebracht have, Viele Herrſchaften haben die Weranſtaltung ge- troffen, daß ihre Wirthſchaftsaufſeher, oder Verwal- ter, mit ihren Dreſchern Kerbhölzer oder Kerbſtöc>e halten müſſen. Bey jedem Aufmeſſen oder Auyheben wird auf der einen Kante dieſer Hölzer die Anzahl der Mandeln, oder Schoce, auf der andern aber. die Scheffel, oder das Körnermaaß angeſchnitten. Dieſe Kerbſtöe werden mit vem-Dreſchregiſter der Verwal- ter collationiret, und hiemit als Belege aller Aufhe- ben angeſehen; daß alſo hiemit die Richtigkeit des Dreſchregiſters beglaubiget wird. SIG EEE SSE DIF SIIS Fünftes Kapitel, Aufvewahrung und Berwendung der man- qhjerley Körner zur eigenen Confumtion und Berfkauf. I): das ausgedrofchene Korn nach und nach theils in der Wirthſchaft verbraucht, theils verkauft wird; ſo müſſen eigene Behältniſſe- vorhanden ſeyn, - Öf 3 worinn 454 Fünftes Kapitel. worinn ſelbiges gut aufbewahret werden kann. Man nennet ſie Rorn- oder Schüttboden, Rornipei« cher, und wenn das Gebäude zur Aufbewahrung ei- nes anſchnlichen Kornvorrachs groß iſt, Roruma- tgazine“, Rornhänfer. Nichts iſt dex Dauer des Korns mehr zuwider, als Feuchtigkeit. Dieſerhalb erwählet man äm lieb» ſt:1n die höhern Vehältniſſe, als die tro>enſten eines Gebäudes, zur Aufbewahrung des Korns. Der ge» ringſte Landmann ſchüttet ſ:in Korn auf die Böden, und von ihrer guten Beſchaffenheit ſowohl, als der Behandlung des Korns auf ſelbigen, hängt es ab, daß die Früchte des ländlichen Fleißes und großer Mühe nicht verderben. Man findet hierüber die nöthigſten Regeln in gedrungener Kürze in Hatzedorns lande wirchſchaft!ichem Haushalter beyſammen. J< will ſie herſeßen, und mit ausführlichen Bemerkungen begleiten, X. Der Kornboden ſoll an ſolchen Orten angeferti- get werden, wo er vor Feuersgefahr, garſtigem Ge- ſtank, und Feuchtigkeit geſichert iſt.== a)"Der geringe Landmann kann ſeinen Kornboden nirgends anders wo, als im Umfange ſeiney Wirthſchaftsgebäude, oder Wohnhauſes, haben, und ſo wie dieſe vor Feuers8gefahr geſichert ſind, ſo ſind es auch ſeine Kornböven, b) Es fann alſo dieſe Regel für Guthsherrſchaften, die ihre Kornſpeicher in einer hinlänglichen Ent- fernung von allen übrigen Gebäuden erbauen kön- non, anwendbar ſeyn, damit ſolche bey entſtehen- "den Feuersbrünſten auſſer der Gemeinſchaft mit andern brennen könnenden Gebäuden ſeyn De enn Cehifen 0 lan)» W/B 17.000 fu m Op 5100| " ſ <3 = -= Aufbewahrung und Verwendungder?c. 455 Denn es wäre nicht nur der Schade- zu groß, wenn die von einigen Jahren her aufgeſchütteten 'Kornvorräthe ein Raub der Flamme werden müßs» ten, ſondern es bringt auch ein brennender Korn- boden dem ganzen Orte Gefahr, indem die bren- nenden Körner umberfliegen, und andre. Gebäu- de in Brand bringen können. 2027 c) Eine reine Luft auf dem Kornboden dienek ſehr zur Dauer des Korns. Wenn daher z. B. die Ausdünſtungen einer in der Nähe befindlichen ſtinkenden Miſtpfüße in die Defſnungen des Korn- bodens eindringen könnten, ſo hatte man das Korn gar ſehr in die Gefahr eines frühzeitigen Verder- bens geſeßet.| 2. Der Kornboden muß nicht über die Viehſtälle gebauet werden. Dieſchlimmen Ausdünſtungen vom Vieh und Miſt verurſachen bey warmer Witterung allerhand Ungeziefer. Das diebiſche Geſinde verſteht ſich auch darauf„ von unten herauf durch den Boden- zu bohren, und durch dieſe das herrſchaftliche Korn in ſeine Diebesſäce zu bringen,=- a) Wenn der Bauer in geringen und Mittellän- dern in ſeinem Wohnhauſe nicht Gelaß genug hat, ſo muß er doch ſeinen Kornboden über den Bieh- ſtällen haben. In dieſem Falle aber iſt es, wie bey allen Kornböden gut, wenn ſie doppelte Die- len, oder einen guten Eſtrich haben. Bey Bauern dieſer Länder kann ohnehin das Korn nicht allzu- lange auf dem Boden bleiben. Sie müſſen aus Noth bald verkaufen, und im Sommer iſt er mei- ſtens leer, nachdem ſie ihr leßtes Brodtkorn be- reits'gegen Johannis, oder noch eher, vermah- len haben. gr.- Ff 4a by Wenn 456 Fünftes Kapitel, b) Wenn der Kornböden über den“ Pferdeſtällen iſt, ſv pflegen die diebiſchen Knechte gs vurch»- zu bohren. Wenn aber das Korn daſetbſt nur ſo dünne liegt, wie es ſeyn muß, ſo ſieht man gleich die Spur, wo es eingeſunken oder verſchwun- ven iſt, Z. - Ehe Getrayde aufgeſchüttet wird, muß der Korns boden, damit nicht Rezen oder Ungeziefer eindringen, in Dach und Fach wohl yerwahret werden.=- 2) Es iſt ſchon zuvor bemerkt worden, daß Näſſe und Feuchtigfeit das Verderben ves Korns auf | dem Boden verurſachen. Das Dach muß-daher j ſo wohl verwahret ſeyn, daß weder Regen noch - Shnee durchdringen können, b) Wenn das Korn ein Ziegeldach zum unmittelba- 4 1.4107- ren Obdache haben muß, ſo iſt ſolches weit unbe- "Ww quemer, als ein Dach von Rohr oder Stroh, Denn wenn ſchon ein einfaches Ziegeldach nod) : ſo ſorgfältig verwahret oder verſtrichen wird, ſo ent- ſtehen doch bald hie und da Riten oder Löcher; und "9 wenn die Steine nicht von guter Maſſe und wohl )| gebrannt ſind, ſo hat man immer daran zu flicken, 1 | me a 9 Ein doppeltes Ziegeldach iſt daher beſſer, aber 14] es haf mit jenem doch den großen Fehler gemeinz 4 daß zur Sommerszeit eine zu große Hiße von - der Sonne darunter entſteht, ſo, daß man darun- ter faſt wie in einer Badſtube nicht aushalten Fann. Je kühler aber der Kornboden iſt, deſto h länger dauert das Korn, ſo wie unter dem bren- " jy nenden Ziegelvache die Kornwürmer faſt nicht ab- |) zuhalten ſind, (4&) Die Aufbewahrung und Verwendung der?c, 457 file c) Die Verwahrung eines Kornbodens im Fache [ dur» beſaget dieſes, vaß in den Wänden keine Riten (ſ oder Löcher ſeyn ſollen, "mich eu; 4. Der Kornboden muß vor dem Aufſchütten des Getraydes, vom Staube und allem Unrath gereiniget, "M und zu dem Ende ſo lange mit tüchtigen Beſen über- "m Fehret werden, bis nicht das geringſte davon mehr zu win finden iſt,| LL 5 iT bj 10.404 420 15 AMEN Alle Nißen und Oeſſnungen müſſen mit in altes nn., Z Ee- ZEN 2087 280 05 Del eingetunktem Flachſe oder errig feſt verſtopfet IN nv) werden. | 6. wiie Der Boden muß zur Verhütung der Kornwür- „ZUE mer mit ſcharfem Eſſig oder Salzwaſſer beſprenget OE o, werden,=-: ED! vn 2) Die angerathene Verfiopfung nach der 5fen Re-'(0 49 j E- 9 gel würde allenfalls fär arme Bauern gelten, die MDB Em ader doch beſſer hun, wenn ſie die Mauerkelle MIN | ah oder Lehm bey den Wänden, auf dem Boden aber 1, u uf" einen Kütt gebrauchen, um nirgends Rißen zu Ny jh M |. laſſen, indem das Beſprengen mit ſcharfen Feuch-„0| 6| em tigfeiten nicht hinreicht, die in den Niten dev"u "M Dielen verkrochyene Kornwürmer fortzuſchaffen.. X JG Da dieſe aber ſaſt nicht verhütet werden können,||| D= Sal ſo haben manche Herrſchaften die Böden ihrer 008 IB Kornhäuſer nicht mit Dielen, ſondern nach der WM jem bew Anweiſung eines E>harts mit Eſtrich belegen laſs|| 7 „tb ſen, und leiten davon ihre Sicherheit wider die|| Kornwürmer her, Denn Kühle und Troenheit 144 Zt„IB ſind|S 458 Fünftes Kapitel. ſind dieſem Inſect zuwider, und wenn Wände und Decken der Kornböden ſo mit Kal überzo- gen ſind, daß nirgends eine Riße gefunden wird, wo ſich der Wurm verbergen kann, ſo finder er bey nicht unterlaſſenem fleiſſigem Umſtechen des Korns keinen Aufenthalt. Ein feſter Eſtrich fühlet aber zugleich weit mehr als Holz, daß al- ſo das Korn auf ſolchem Eſtrich höher liegen kann als auf Brettern und Dielen, ohne ſich ſobald zu erhißen. Ohne Wärme kann aber der Saamen des Kornwurms nicht ausfommen. Um daher das Korn an einem recht kühlen Orte aufzubewah- ren, hat man bereits in den ältefien Zeiten die Kornmagazine unter der Erde angelegt, ſo wie dergleichen noch jeßt in Spanien, Jtalien, Ruß- land, auch einigen Gegenden Deutſchlands ge» brauchlich ſind.- Da ich aber zuvor der Ekhartiſchen Anwei- ſung zur Anlegung eines Kornmagazins gedacht Habe, ſo will ſelbige hier überſchreiben: Es werden 60005 Quadratellen Bodenplaß an- genommen, und das Gebäude wird, wenn drey Boden über einander kommen ſollen, 20 Ellen breit und r00 Ellen lang. Alsdenn ſind 60009 Quadratellen Bodenplas vorhanden, nämlich auf jedem Boden 2000 Quadratellen gerechnet. Da aber der oberſte oder dritte Boden, des Da- ches wegen, auf beyden Seiten ein merkliches ver- lieret, und zu zwey Winden, welche das Getray»- de herauſziehen ſollen, ebenfalls einiger Plaß n0s- fhig iſt; ſo muß unter dem Dache, drey Ellen hoch vom dritten Boden, annoch ein Boden ge- - macht werden, damit ſowohl die zum Getraydela- ger beſtimmte 6209 Quadrätellen bleiben, als auch [4- Auſbewahrung und Verwendung der?c. 459 N | p“ auch an den Wänden herum, und in der Mitte, "4 ein Gang auf dem oberſten Boven könne erhalten 8. werden, um an beyden Giebein eine Winde an- jv| zubringen, die Säcke hinauf zu wi und her- " unter zu laſſen,| IN Wegen der zu tragenden Laſt iſt zu rathen, d'e- Nl fmn ſes Gebäude liever auf einer Anhöhe, oder wo das Ü N Erdreich am höchſten iſt, und wo man alſo feſten „me Grund har, anzulegen. Die Grundmauer rings vr herum wird nicht allein 1 Elle tief in die Erde, Um) F Elle breit, und 2x Elle hoch über die Erde auf- e wv geführet; ſondern es müſſen auch in der Mitte, Ah vt- zwey Reihen hindurch, eben ſo hohe vierekichte Wf| Peiler, wenizſtens x Elle ins Gepierte, aufges M je mauert werden, worauf die Balken ruhen, und worauf durch alle Etagen hölzerne Ständer mit | Wl Strembändern zu ſtehen kommen, Wenn nun „aht der Grund in der Erde gelegt, und alſo mit L der Erde wagrecht iſt, werden auf die lange Sei- te, nach dem Hofe zu, drey Thüren, zwey Clien pg; I“ breit, ſo hoch die Mauer gehen ſoll, nämlich ze 23 Eile boch, gelaſſen; hingegen auf der andern JEM Seite den drey Thüren gegen über, werden 2 El- yy» len hoch über der Erde, Löcher, 1 Fuß hoch und „lid 2 Ellen lang, abgemeſſen, und ſogleich eiſerne d vet, Stäbe, ein Zoll ins Gewierte, durchaus eine ; du Handbreit von einander aufgerichtet, mit einges ve mauret,, damit nur Licht hineinfallen, und dies Sy fuft durchſtreichen fönne, Da nun das Ge- ab HIER Ellen lang, 20 Ellen breit iſt, und en| 3 Thüren forne hereingehen; ſo werden, wenn 47 zwey Schieds8wände dadurch gefüh:'et werden, drey fe beſondere Behältniſſe, jedes im Lichten 33 Ellen Eu| Fang, und 20 Ellen tief, oder breit, und 34 Ellen 4| ho). . 460 Fünftes Kapitel. hoh. In dieſen kann alles leere Gefäße, als Bjer- und Brandtweintonnen, wenn fie vein gee macht worden, da es beſonders hier ſo kühl wie in einem Keller iſt, verwahret, die übrigen beſon- dern Behältniſſe aber können zu viel hundert nüß- lichen Dingen z. B. zur Erhaltung der Küchenge- wächſe oder Gartenfrüchte gebraucht werden, weil der Frot durch die dicke Mauer ſo leicht: nicht drinzet. Hierüber nun liegen die Balken und Schwellen zum Kornmagazine, da denn der Bo- den von fünfzolligen geſchnittenen Balken neben einander hergelegt, und ein rechter ächter Gyps- boden, zwey Zoll dicke, darüber gegoſſen wird. Von auſſen in der einen Giebelſeite geht eine Trep» pe, 2 Ellen breit, und 2X Ellen hoch hinauf, allwo dann eine, von recht ſtarken eichenen Boh- len gemachte Thüre, 2 Ellen breit, und 3 Ellen hoch, recht Schloßſeſte ſeyn muß. Dieſe Etage nun, und die, ſo annoch darüber gebauet werden muß, wird von geſchnittenem Eichenholze 10 Zoll ins Gevierte, Felderweiſe aufgeführet,„Jede Etage alſo wird nur 35 Elle hoch, im fichten ges macht, Die Felder werden mit geſtreckten Mauer- ſteinen, welche juſt 10 Zoll, wie die Ständer und Riegel ſtark ſind, Dicke haben, mit gutem dalfe ausgemauret 3; dann werden die Saum- ſchwellen zum Dache, und zu den Balken auſge- legt, welches alſs der dritte Boden von eben der Größe wird, der ebenfalls mit Gyps begoſjen wer- ven muß. Wonn nun die Sparren und alles Jn- nerlice, als Ständer, Riegel und Holzwerk auf- gerichtet iſtz ſo wird' auf beyden langen Seiten vom Gypsboden an gerechnet, 4 Ellen weit von einander, allezeit eine Fenſtereröſſnung, x Eile hoc) und 15 Clle breitgelaſſen, allwo nicht akein Drath» - BE-SEE-- mlt m 2 ZEI ZE AES ZID.= DISE ENIE=== WUSTY Wt, als lain Ob Ly wie NN „M | ht Py, wl DN At iht fn m) 8 de: Ln 3! Ops Nn vj, CNN Y hinuf 1 Df 1) Cl Y Einge erden oz| N W JG 34 Matt EM NY Juen EAU € uſs wm de ) amwt 1/(18,0 uf wb " Set yet bo „tit „audit Dull IAufbewahrungund Wertwenduug der?e. 4581 Drathfenſter, ſondern auch wegen Regen und Echnee, bretterne Fenſterladen vorfommen, Die Giebel werden an dieſem Gebäude gera- de aufgeſühret, in einer jeden Etage abcr in bey- den Giebeln eine Thüre 2 Ellen breit und 3 Tilen hoch, gelaſſen, ſo, daß alſo an jedem Giebel 4 Thüren juſt über einander fommen. Ruf dent oberſten oder vierten'Boben wird an einem jeven Giebel eine Ständerwinde geſeßt, über der Thür aber ein, in einem ſtar*en Balken gehender, Klo« ben befeſtiget, wodurc) ein Armdickes Ceil, wor? an forne ein eiſerner Haken iſt, gehet, weiches von der Winde an bis herunter auf die Erde rei- het, damit das Getrayde unten von den Wagen hinauf auf alle Böden gezogen, aud) vin den'Bö- den nachgehents wieder herunter gleich auf die alls da haltende Wagen gelaſſen werden kann, da denn bey ſolcher Einrichtung eher 50 Säcke mit Getray- de auf den vierten Boden gebracht, als 3 Säcke voll hinauf getragen werden können, Das Dad) muß mit Stroh gedoppclt gedeckt, auch im Dache auf beyden Seiten, wo dev vierte Boden iſt, wenigſtens alle 6 Ellen ein Dachfen« ſter gelaſſen werden, damit ſie bey trocknem Wets ker geöffnet werden, und die Zuſt hindurch ſtreis chen fönne. Zicgelvächer taugen nichts, da die ſirengen Nordwinde im Winter mit dem kleinen Grrieſelſchnee baid Riten finden, das Getrayde beſireichen, und in Stockung verſeßen. - Aufeinem jeden Boden müſſen ſeyn ein eigt- ner Scheffel, ein Viertel, eine Meße, 6 hölzerne Hohlſchüppen, 6 Beſen, und ein kleiner Wa- gen, 3 Elle breit, 3 Ellen langen Die MRadcr dieſes Wagens werden von einem runden Stücke Holz 14 462- Fünftes Kapitel. Holz abgeſchnitten, wie ein kleiner Tellor groß, welche auf der Kante mit Pfundleder benagelt ſind, und wo auf den Achſen gleichſam eine, nur 3 Ellen lange ausgeſchweifte, Schrotleiter ange» nagelt iſt. Cin ſehr wohlfeiles und doch ſehr us- thiges Geräthe, indem, wenn ein Dreyſcheſfel- ſack mit Getrayde herauf gewunden wird, und vor der Thür hänget, man nur hinausgreifen, den Sack herein und gleich auf dieſen Schleppwagen niederlaſſen darf, mit welchem eine Perſon in ei- nem Augenblicke 30=- 50 Ellen weit, bis an den Haufen, wo ausgeſchüttet werden ſoll, aanz füglich hinlaufen kann, und von dar auch die Sä- de mit den Früchten, bis an die Giebelthüre, |„bey dem Herunterſchaffen gefahren werden können. | Wenn nun dieſes alles beſorgt iſt, fo wird eine Vierteltonnedeinsöl mit etwa 3 Pfund Silberglät- te, 2 Pfund Umbra und 2 Pfund weiſſen Vitriol in einem großen Keſſel vorſichtig gekocht, Holz, h] Etänder und Riegel auf allen 4 Wänden damit (0 überſtrichen, und mit ſteifen Pinſeln tüchtig ein- | (0 gebürſtet, wodurch das eichene Holz ſo verwahrekt | wird, daß weder Wind noch Wetter daran haften kann. ZJInſonderheit muß mit dieſem Firniß der Ort, rov ein Balkenfopf herausgeht, tüchtig und |. wohl zweymal überſtrichen werden, in Ermange- lung deſſen, an ſolchen Orten, durch den, wie in einen Schwamm eindringenden, Regen die Ges h, bäude am. erſten Noth leiden, und in Stockung gerathen, 0--b) Man ſieht nach dieſer Einrichtung hin und wie» ; der Kornhäuſer, die nicht ſo lang und nur von 2 Etagen ſind, worunter die Wagen» und Holze remiſen ſw) befinden, da die des Orts aufzuſchüts tenden Kornvorrähe nicht mehr Plas erfordern, 0,1] c) Wenn + a SELE M € EIE| ) ' gioß, "gelt 090 Uto 2(wb Ld hd Y, W Do " iW Wt 90 hs jj Dy WDC Dh, OM On, 10) ait Slate Priol MN,| Mani 1 Ig dw ht| 171707) 07,007 : UM 170 Oe "Ww ) un) jd mb NEE 4, Di yn Z m 10) ' Aufbewahrung und Verwendung der2c. 463 c) Wenn es die Gelegenheit leiden will, ſo läßt man die Richtung der Kornhäuſer gegen die tro- >enſte Himmelsgegend gehen, mit dem einen Gie- bel gegen Mitternacht, und mit dem andern g= 'gen Mittag. «4 d) Man muß vielmals den Ploß zum Kornhauſe nehmen, wo und wie er iſt, und wohl ſo, daß auf der einen Seite Berge, Walder oder hohe Ge- bäude, auf der andern aber die Sonnenwärme das Gebäude beherrſchen. Zn dieſem Falle muß man ſich damit helfen, daß rings umher Bäume zum Schattengeben gepflanzet, und die Wärme dadurch gerzindert werde. Man findet, daß ge» meiniglich Linden dazu erwählet werden.(Cs wäre aber doch für ein Kornmagazin beſſer, wenn rings herum in einem Abſtande etwa von 6--8 Ellen, damit Wagen dichte herankommen Fönnen, Fichten oder Kiefern angeſäet werden, deren Anflug vorerſt mit einem leichten Zaun ge- ſichert wird. Die Einfaſſung mit ſolchem Na- delholze aber darf nicht ſonderlich breit ſeyn. Die beſtändige ſtark riechende Ausdünſtung dieſes Hol- zes iſt den Kornwürmern nicht nur zuwider, ſon- dern hat auch einen eigenen Einfluß auf die beſſe- re Erhaltung des Korns, indem ſie mittelſt der durchſtreichenden Luft in das Innere des Kornbo- dens hineindringet, und die darinn befindliche faule Luft verbeſſert, und die Körner gleichſam da- wider in Schuß nimmt. - e) Es ſey der Kornboden aber von welcher Lage und Größe er immer ſeyn kann, ſo achte man zur Er- haltung der Trockenheit der Wände und des Bo» dens, auch theils zur Vertreibung der Kornwür- mer nichts dienlicHer, als dichte an den Fußbs- den, 454 Fünftes Kapitel.; ein, an zween entgegengeſeßten Wänden einige Zoli hoe, doch lange Deſſyungen zu machen, und dieſe mit Gattern von Drath, damit keine Mäu- ſe und Bögel hineinfommen, ingleichen mit höl- zernen Schiebern zu verſeßen.-DOejſnet man die« ſe Löcher, ſo entſteht ein ſcn-tiſt, auf den Schüttboden kömint, ſo muß es höchſtens nur einen Schuh hoch zu liegen fommen, damit die darinn befindl.net worden, in Faſs ſern aufzubehalten, hk) Da Ee aa a IE IE ISE gde SIE SSE AIRE REN Buß- >= - X- 25<< WHA AID AUNS ."Z-=i“DB, «ry x| My: h NNihd Os 094' Why WE EM whk Aen (De hm 08 dom 46/5 Fim, :Q ah AMMuſd 10 fein nuf de 1 Poſten Fem 0m, ds Janſec anden „ns 19h Aen 19 bj SEND NNEN 4 pluſchub "gs iet 9m u |(wt[iw mf +| WW ' 2 5 Aufbewahrung und Verwendung der?c. 47? h) Da oben eine eigene Vorſchrift zur Haltung des Bodenregiſters gegeben worden, ſo muß dar- inn beſonders verzeichnet werden, von welchem Jahre das Korn dieſes oder jenes Bodens oder Orts auf ſelbigem ſey, um das älteſte Korn, oder Hdasjenige, von welchem man glauben kann, daß es nicht die längſte Dauer haben könne, am er- ſten zu verbrauchen oder zu verkaufen. Es iſt in dieſer Abſicht auch dienlich, daß. man älteres Korn nicht mit jüngerem vermiſche, um nur be- ſchriebene Ordnung im Verbrauch und Verkauf deobachten zu können. 3) Es iſt immer die Frage unter den Oefonomen, wo kommen die Kornwürmer her, wenn ſie vor- hin noch nicht im Hauſe, oder auf. dem Boden, geweſen ſind? Entweder werden die Kornwürmer von dem Geruche des übelgewarteten und erhiß- ten Korns angelo>t, aus der Ferne herzufom- men;(denn von vielen Inſecten iſt es ausgemacht, wie z. B. von den Fliegen, daß ſie vom Geruch, oder der Witterung, ſehr weit aus der Ferne her» beygezogen werden können;) oder der Saame die- ſer Würmer kann bereits in den Körnern auf dem Halme angelegt geweſen ſeyn. Dieſes leßtere ha- be nach der Aerndte 1783 zu bemerken Gelegen- ' Heit gehabt. Von dem Roggen, welcher bald nach der Mitte des Julius war eingebracht wor- den, ließ zu Anfange des Septembers zur Saak dreſchen. Beyz;vem Aufmeſſen fand ſchon einen ziemlichen Theil der Roggenkörner ausgehöhlet, wie ſolches auf den Kornböden von den Kornwürs mern zu geſchehen pflegt. Die große Hißze dieſes Jahres auf dem Felde hatte es aber gemacht, daß der eingelegte Wurmſaamen ſchon im Freyen aus- gekonnten wav, der ſonſt in'weniger warmen Jah- Gg34 ren, == E EAT Zi >-“ <=. === ume LIEDS HES Kinmenamionen denen eg d-AEeE EEE au 472 Fünftes Kapitel. yen, aus Mangel des:erforderten Grades der Wär« me nicht auf dem Felde ,- ſondern erſt auf; dem WBoden von der Kornerhißung würde ausgebrütet worden ſeyn.„J< habe die von Würmern aus» gehöhlten Körner in dem nämlichen- Jahre bey einem andern Wirthe, beym Auſmeſſen in der Ecdheune, ebenfalls angetroffen. HSHieraus er- giebt ſich zugleich die Nothwendigfeit des Umſte- en.- Man kann ihren Saamen vom Felde ſchon in die Scheune mit genommen haben, der ohnfehlbar ausfrieht, wenn der erforderliche Grad der Wäxme auf dem Boden da;u kömmt. Es kann aber nicht be- ſtimmt werden, wie lange ein Wurtmey gut, oder zum Auskommen fähig, bleiben könne, da ſich bisher no fein Naturforſcher darauf gelegt hat darüber Verſuche anzuſtellen. Wermuthlich- bleis ben dieſe Wurmeyer wenigſtens ein ganzes. Jahr lang gut, ſo wie man weiß, daß die Raupeneyer eben ſo lange freit ihrer Legung, ja noch wohl läne ger, gut find, k) Nach der gemeinen Eintheilung haben wir den weißen und ſchwarzen Kornwurm. Der weiße Rornwurm, oder Wolf, wie er bey einigen heißt, Phalaena granella Linn, gehöret; nach der Klaſſification der neuern Natur» forſcher, unter die Aſtermotten. Er iſt anfang» lich eine fleine gelbweißliche Raupe, faſt von der Zange eines halben Zolles3 hat 16 jüße, und vorne am Kopfe zween kleine rothe Zähne, wo» Mit er:nicht nur die Getraydeförner,„ſondern ſo“ gar ve- 3 JD 1 bem „Jn AB Anh iA(y L JU8 ft R] Um 7 1 1%6 met eu bim hn WOH NY. ENE NENE 05/977 AW obe a ſch doh hat Jh) 106 jeht Bet Hod(it| '"ü, 30 Lin, pueda j„unfan V vn JEM 4 Ww 19.0 [4 M 791867]| = Aufbewahrung und Verwendung der:c. 473 gar auch das Ho!z durchbeiſſen kann. Er hat unter dem Kopfe ein Werkzeug, woraus er be- ſtändig einen zarten Seidenfaden ſpinnt, womit er 4--8 Körner zuſammen hängt. Zwiſchen die- ſen Körnern hat er ſeinen&ufenthalt, und ſrißk eins nach dem andern aus. Gegen den Herbſt kriecht dieſe Raupe an den Wänden der Korn- böden hinauf, frißt ſich in das Holz der Dielen, Balken, und des Sparrwerks ein ,- wo er gemei- niglich überwintert, und im May oder Junius des folgenden Jahres zum Schmetterling, als ein Nachtvogel, wird. Die Flügel, die er in Form eines Dachs trägt, und unten viel breiter als oben ſind, haben eine weißgraue Farbe mit Silberglanz. Da dieſe Raupe, wie ſo eben ge- ſagt worden, ſich zum Winteraufenthalte in dem Holze einfrißt, ſo ſind die, nach EFharts oben beygebrachter, Vorſchrift angefertigten Böden am meiſten darwider geſichert, weil ſie fein Holz auf dem Fußboden haben, auch an den Wänden und Decken mit Kalk überzogen ſind. Wenn ein Boden aber mit dieſer Art von Af- termotten einmal angeſteckt iſt, ſo tödtet man ſie am beſten mit Schwefeldampf. Cs werden alle Oeffnungen des Bodens genau verſtopfet, Schwes felfäden auf einem Ciſenbleche, oder in einem darauf geſtellten Kohlbe>en angezündet, wovon dieſes Inſect ſterben muß. Der ſchwarze Rornwurm, dem man aber den rothen beyſügen muß, Curculio fruymen- tarius et granarius Lian, gehöret unter das Ge- ſchlecht der Rüſſelkäfer. Dieſer, der rothe, har anfänglich eine weiße Farbe, wird aber mit der Zeit immer röther, Ex bohret ein Loch Gg 5 in 4.74 Fünftes Kapitel, in die Körner, legt in jedes derſelben nur ein Ey, deſſen ausfriech'nde Jungen ſich ſo lange darinn nähren, und bis zu ihrer Werwandelung auch da- ſelbſt verbleiben. Der ſchwarze Kornwurm iſt gemeiniglich nicht ganz ſchwärz, ſondern ſchmus ßig aſcten Kornhaufen von Zeit zu Zeit et- A gb uigemal darüber laufen, worauf ſelbiger täglich Weir bey ſtarkem Luftzuge umgeſtohen werden muß. 149 vo Der Anſtoß ſolcher Klapperfege an die Körner 190 fol macht es, daß die in den Hütſen noch verſteckten (- Würmer ihre Behältniſſe verlaſſen oder hervor- ) iM gehen. Man kann auch mit ſolcher Klapperfege 5 die bekannte Windfege verbinden. ENG““ cc) Wider den weiſſen Kornwurm wird in den X fein neuern ökonomiſchen Schriften dieſes Mittel vor js Come andern angerühmt? Man nimmt 4 Hände voll 96"ud Knoblauch, ohngefähr 8 Hände voll Hopfen, eben | Hptung, ſo viel Wermuthkraut, und 10 Pfund Vitriol; "eichen gieſſet über dieſe Species, wenn der Wermuth jen Anbi- vorher wohl zerſchnitten, xx Eymer Waſſer, und Fis dm läßt ſie eine halbe Stunde in einem Keſſel kochen; uh worauf man alles dur< ein Tuch ringet, damit EF, ds die Kraft recht herausgezogen werde. Mit die- ANE: ſem ausgepreßten Waſſer nun werden mittelſt EC eines Maurerpinſels oder Bürſte, ſo wohl die NACH W än» 476 Fünftes Kapitel. Wände, als der Fußboden, und die Decke des Kornbodens angeſtrichen, Jeden Anſtrich läßt man vorher abtrocknen, ehe der andre und dritte geſchiehet. Auf eben dieſe Weiſe wird verfahren, wenn der Wurm ſchon im Getrayde iſt. Doch nimmt man dabey noch dieſes in Obacht, daß beym Umſtechen des Getraydes die Schaufel, ſo oft ſie trocken iſt, in dieſes Waſſer getunket, das Umſtechen auch dreymal widerhohlet, und ſo län» ge damit fortgefahren werde, bis ſich ver Wurm gänzlich verlohren. Dieſes Mittel iſt nicht allein| untrüglich, ſondern auch ſicher und ohne aller Bee ſorgniß einer Schädlichkeit zu gebrauchen, weil die dazu genommenen Species weder Vieh noch Menſchen gefährlich ſind 3 dagegen kommen die Kornwürmer davon gleich oben auf den Kornhau- fen hervor, werden welf, und ſterben.. An den Wänden aber, und der Decke, kann kein Wurm Haften, wenn ſie mit dieſem Waſſer beſtrichen werden. Die Schapfe des Witriols zerfrißt ſo- gar das, aus zähem Schleim dieſes Ungeziefers . beſtehende, Gewebe, und tödtet auch Ameiſen und Spinnen. dd) Man fann auch einen Inſectenkrieg gleichſam auf dem Kornboden veranſtalten, mittelſt deſſen es mir bereits vor vielen Jahren geglückt hat, einen angeſteckten Kornboden wieder zu reinigen, Man läßt Ameiſen aus Wäldern, oder Feldern, in Säcken hohlen, und öffnet ſie auf dem Boden, worauf die Ameiſen, aus Mangel andrer"Nah- rung, ſich über die Kornwürmer hermachen, umd ſie verzehren. Hierzuiſt die ſchwarze mittlere Ameiſe (Formica media nigro colore ſplendens. Raji hiſt.) am beſten.“ Eben dieſe Ameiſe iſt es; wel- Küch- - lein mit ihren Glukhennen, und daneben noch wohl einige zwanzig alte Hüner, eingeſperret, welche ſich von den Kornwürmern nähren mußten. Sowohl die alten Hühner als die Küchlein gien- gen lieber auf die Würmer, als auf die vorge- ſtreuten Körner los, ſo oft eine Magd, mit ei- nem ſogenannten Rauhkopfe, die Würmer von der Decke und Wänden abkehrete, daß ſie zu Bo- den 4:78„Fünftes Kapitel, den fallen mußten. Auf dem andern Boden hatte '.er ein Paar Dußend alte eingefangene Wachteln, „eben ſo viel Meiſen, Sperlinge, Grünzlinge und mehrere Arten kleiner, von JInſecten lebender, Wöogel, weiche, auſſer den auf der Erde bleiben» den Wachteln die Würmer von der Decke, den Wänden, und aus ihren Rißen, ſich abjuchen mußten. Und damit es den Hühnern und Vs- geln nicht vor der Zeit an Würmern fehlen, oder die, auf Koſien des Eigenthümers lebendig ge- wordenen, Würmer fortgehen möchten, hatte er än den 4 Winkeln der beyden Böden einige Schef- fel Korn liegen laſſen, welche ſo verdeckt waren, daß zwar die Kornwürmer aus- und eingehen, aber weder Hühner noch Vögel zufommen fkonn-' ten. Dieſes Korn in den Winkeln ward von Zeik zu Zeit aufgerühret, damit die Würmer hervor» Fommen, und ihren„Feinden entgegen gehen- möchten, . 88) In Björnſtähls Brisfen auf ſeinen ausländi- ſchen Reifen 1V. Th. S. 200 findet man dieſes Mittel wider die Kornwürmer: Man wirft lebea- ige oder todte Krebſe auf den Kornhauten. Die» ſe vertreiben die Würmer, fo, daß ſie binnen einigen Stunden die Flucht nehmen, und nach 2 oder 3 Tagen kein einziger mehr unter dem Korne zu finden iſt. In der Gazette d' Igricnlture ſo» wohl, als in dem Jtaliäniſchen Journal: Scelta di opufculi intereflanti&c. Milano 1776. wird dieſes Mittel als ein untrügliches angegeben; ſd wie man todte Krebſe auch in den Obſtbäumen aufzuhängen anrath, um damit allerley Ungezie» fer, als Raupen, Käfer, Baumwanzen, Möue ſe u, ſ. f- zu vertreiben. Wenn die Krebſe ihren Geruch verlieren, ſo müſſen ſie mit friſchen erſe- bet A ſü Be IESE. gr vii Nh 199)j 3 Nehm, won AO jl jr L ) NNZ "90 ums Who 38 Di iA in td) 2 196.00 03 ſv Ipmcein iG wid 91] Zum Aufbewahrung und Verwendung der?c. 475 ßet werden. Manchen wird dieß Mittel ſchlima- mer, als das Uebel, bedünfen, indem die Krebſe den unleidlichſten Geſtank verurſachen, und das Umherwandeln unter ben damit behangenen Bäua men widerlich machen, J< habe dieſes Mittel noch nicht ſelbſt verſucht;. ich weiß aber aus mei» ner Nachbarſchaft, wo der ſtärkſie Weißkohlbau des ganzen Churfreijes iſt, daß einige Kohlbauens» de das Geheimniß vor ſich allein beſizen, und. im Auguſt, wenn die Schmetterlinge umherfliea gen, ihren Saamen an die Kohlblätter anzulegen, todte Krebſe auf. ihre- Kohlländer umherwerfen, wodurc) ſie ſowohl die Echmetterlinge, als be- reits ausgefrochene Raupen verſcheucyen, und' ih. ren Kohl erhalten. tt) Man ſiebet friſch gebrannten und fein gemahls- nen Kalch auf den Boden, kehrt ihn mit einem alten ſtumpfen Beſen zwiſchen die;jugen und Ris= ßen derbe ein, überſtreicht alles übrige Holzwerk zweymal mit eingemachtem Kalch, ſtreicht die Ri- ßen aus mit Haarfalch, und übergeht alle Wän«- de und Deen glatt mit eingemachtem Kalc..„„. A) von pme Dtn H uh Allis, D0)) vw IND ) 1) unt: 1930, vy 1: Fil: iE 1N0y/fiht Fp Fors 00! bs vp jm oe mſi 10 ſind, JA, Dawa 12 ye ENE |. 0. (000 pian di 9; Diſt amd 4) Dede 110 De gu beſtellt " ſpe DENA) Lets | PolG lau Dy," Aufbewahrung und Verwendung der?c. 481 laufen können. Weil aber die Rinnen, wenn der Kornwurm bequem einlaufen ſoll, etwas tiefer, als die oberſte Fläche des Kornhaufens, zu liegen kommen muß, folglich auch mandje gute und brauchbare Körner mit hineinfallen z ſo werden die in der Kanne geſammelten Würmer nicht eher verbrannt, oder weggeſchüttet, bis vorher die das mit vermiſchten Körner ausgeſtiebet worden. Noch - iſt dieſes hiebey zu beobachten, daß die Rinnen nicht im Hellen, ſondern wo das Getrayde im. Finſtern lieget, eingegraben werden müſſen, Wenn die Würmer durch das Umrühren des Kerns ges ſivret werden, ſo nehmen ſie natürlicher Weiſe ihre Zuflucht zu Dertern, wo ſie ſich am beſten verbergen können. Der geringe 2andmann gräbt hin und wieder, ſtatt ſolcher Rinnen, Keſjulng glaſurte Geſchirre, Gläſer und zerbrochene"Bous teillen ins Korn, um damit die Würmer einz zufangen:"“" Wen AR 257 Habe ich aber vorhin von, den Körnböden ges, ſagt,'daß diejenigen, deren Fußboden von Gyps ſind, das Getrayde.am beſten wider das Cinniſten der Korns, würmer verwahren, und der Ergreifung nur beſchrie- bener Mittel alſo zuvor kommen könnenz ſv würde „man nod) dieß dawider einzuwenden haben, daß in manchen Gegenden, wo der Gyps nicht zu haben oder ſehr theuer.iſt, ein ausgedielter„Boden doh wohlfeis ler zu haben ſey. Es ſey ſo! Man rechne aber dages gen die kurze Dauer der Dielen, die faſt durcwerken, ſondern auch in den unterſten Stuben über den Kellerbalken - gefunden; da man nun ſolche:mit Aexten hat aufhauen laſſen, zeigte ſich, daß die Balken von» Eichenholze, DRETEMN.. 28 2528 Tamm f ert Win Kam G'; Oypk VV, dawn Ee Nip | De niht M4 inn Mm Aw M 1 mb EN Meden gb ml aMmdht lin ſc 106,00(u (7), 9 Zupk Lade 03 050 aud Jia pft at oeh ht galhooden 3 ſondern Bebit 1 1fhau Je /(omm! Frehm Aufbewahrung und Verwendung der?c. 483 ſammt-den Stahlen(Stafen) noch ganz geſund waren; doch weil die Eichenbäalken, wie bekannt, ihre eigene Laſt nicht tragen können, ſich in der Mitte x bis 2 Zoll geſenfet hatten, alſo der Eſtrich nur an den Enden auf«- lag, in der Mitte aber 1 bis 2 Zoll hoch. über den Balken„ſchwebte. Gleichwie das Cis auf großen Pfüßen ſich zwiſchen die Ufer ſpannet, wenn unter demſelben das Waſſer ſich ſenker und wegfrieret, ſo fann vas Cis, wenn es dick iſt, nach Proporkion ſei» ner Stärke, noch ein ziemliches Gewicht ertragen, wo es nicht durch einen Stoß oder Aufwerfung eines ſchweren Gewichts zum Brechen genöthiget wird; eben ſo iſts mit dem Gypsboden beſchaffen. Hierzu aber gehöret noch ein merkwürdiger Um- ſtand, welcher von vielen nicht iſt bemerkt worden. x) Als ich zum Verſuch eine Gypstafel in eino hierzu gemachten Kaſten von dünnen Brettern goß, wurde ich gewahr, daß dieſer Eſtrich im leßten Binden ſich zwiſchen den Wänden ausge- dehnet, und zu beyden Seiten die Bretter etwas ausgeſchoben hatte. Wenn man dieſe Würkung eines neuen Eſtrichs mit demjenigen, was man, wie furz zuvor geſagt, beym Aufvrechen der alten, Eſtriche gefunden hat; zuſammen hält; ſo wird ein jeder leicht urtheilen können, daß die Laſt eines Fußbodens von Gyps, indem er ſich alſo zwiſchen den Wänden feſt geſpannet hat, nicht in der-Mite te auf das Gebälke, ſondern hauptſächlich an den Enden auf die Wände drücket. Wenn nun dieſe mit dem gehörigen Fundamente- verſehen ſind, ſo kann auch das Gewicht des Eſtrichs einem Gee bäude nicht ſchaden; vielinehr verwehret ein ſole "her harter Eſtrich die nicht fleiſſig verbundenen hölzernen Gebäude, daß ſie von heftigen Sturme Hb 23 winden x 484 Fünftes Kapitel.|; winden nicht können verſchoben werten. Ws| man aber, wie dergleichen an einigen alten höl«- zernen Gebäuden befindlich iſt, die äuſſerſten Wän- de nur ſchlecht untermauren, die Sceidewände| aber nur ein wenig mit Steinen ausſtopfen woll- te; ſo könnte es auch nicht anders ſeyn, als daß die Fußböden an einem Orte mehr, als an dem. andern, ſinken, brechen und auch das Gebäulfe drücfen müßten 3 wie ſolches der Augenſchein an vielen alten Häuſern beweiſet, 2) Die Fußböden von Gyps werden gemißhandelt, wenn man mit Eiſen oder dergleichen harten Werk- zeugen darauf kraßet;(ingleichen wenn Knechte 4,9 und Dreſcher, deren Schuhe unten mit eiſernen WEN, Zwecken beſchlagen ſind, darauf umher gehen;)| 110.097;- eder wenn dieſelben oft mit ſcharfem Sande ge-| M4 ſchäuert, und dadurch die geglättete und feſt ge-| M riebene Oberſläche beſchädiget wird. Denn wenn PE|- Dieſe feſte Kruſte weggeſchliffen iſt, ſo wird der | |/| Eſtrich vielmals ſtaubicht, weil er inwendig nicht ME ſo ſeſt, ſondern porös iſt, weßhalb ſeine innern 1.11.10.108„Theile nicht ſo zuſammenhaltend ſeyn können als || die geglättete Oberfläche. Noch mehr werden die "n|. Fußböden von Gyps gemißhandelt, wenn man ei- "- ne ſchwere 2aſt, oder Gewicht, darauf nieder- u wirft. Denn wenn.ein Cſtrich oder Gypsboden " an den Wänden, wo er ſich feſt geſpannet hat, Wp]| mehr auflieget, als in der Mitte, allwo er, wenn AK„ſich ein Gebälke von Eichenholz, oder welches ſonſt 4) ſchrach iſt, durc< das Gewicht des dazwiſchen be 1 findlichen Leimens(Lehms).ein wenig geſenket hat, wie ſchon geſagt worden, mehrentheils ſchwebend iſt; ſo kann es nicht anders ſeyn, als daß er durch gjinen heftigen Stoß einen Bruch oder Riß be- 3 E Fommt, '. Aufbewahrung und Verwendung dere. 485 „ ».« kömmt, weil er nicht, wie eine Holz, biegſam iſt LIM- und nachgeben kann.(Die Dreſcher haben viel« ; in mals die Unart an ſich, daß ſie beym Auftragen (Evil, Des Korns aus der Scheune auf die Kornböden, „Ih Ww um de“ Laſt von dem Rücken bald los zu werden, In N die Kornſäcke, ſo bald ſie an den Kornhaufen kom« Beit men, wo ausgeſchüttet werden. ſoll, niederwer« 8 fen, daß das ganze Gebäude von dem Falle der "JF" A Laſt erſchüttert wird; welches ihnen nicht einmal. | auf einem gedielten Boden, geſchweige auf einem „Z Gypsboden, verſtattet werden muß. Entweder Mh müſſen ſie das Korn aus den losgemachten Säs 19, en über die Schulter herüber gemach auslaufen weht laſſen; oder es müſſen Bänke, die von einer firm Manneshöhe ſind; und unten auf einem flachen. m) Brette ſtehen, damit fie nicht einſchneiden, vors Ye Handen ſeyn, auf welche der, das Korn auftra- JIM 96 gende, Dreſcher, oder Knecht, ſeinen KornſaE 0m mit aller Bequemlichkeit von dem Rücken abſeßen, ey We ahn hierauf öffnen, und das darinn befindliche 9. Korn nach und nach kaun auslaufen laſſen.) 1j9) nom; N m Wie ein Fußboden mit Gyps zu begieſſen ſey; 1m äſt erfahrnen Maurern bekannt. Nur diefes iſt 19000 noh zu erinnern, daß vorher ein Unterzug von up ie Seimen,(2ehm) und nicht von Sand, nach dev 10170 Seßkwage gemacht werden müſſe, Einige pflegen: EE zwar auf Sand zu gieſſen, aber'es taugt nicht. ga wm Denn. die Schwere des Gypſes verſchiebet den- PR Sand im Ausgieſſfen, wodurch die zuvop gemach» 4 bb te Vergleichung ganz in Unordnung kömmt, und gh daraus eine ſchlechte Arbeit erfolgen muß. An zw) dem Schlagen. und. endlichen Abreiben iſt aber gh- auch nicht wenig gelegen, daß ſolches zu rechter n lv Zeit geſchehe: das Schlagen namlich, wenn der jm Hh. 3 Gypys 436'- Fünftes Kapitel,+|. vw Gyps ſeine behörige Bindung zum erſten und zwey- dy tenmale erzeigetz; das-/Reiben und Glatten aber ſe am leßten, und zu. der Zeit, da ſich die obern in Theile noch zuſommen reiben laſſen,==|; R Da aber jeder Landwirth, dem es umeinen gu-| ten dauerhaften Gypsboden zu thun iſt, die gute An-|! fertigung deſſelben ſelbſt verſtehen, und ſich nicht dem Maurer, der vielmals es doch nicht recht verſteht, over,| p wenn er's ja verſteht, um nur bald wegzukommen,| 2 Schluderarbeit macht, überlaſſen ſoll, ſo will noc| N mit Exfharts Worten die erforderte Eigenſchaft des|? Gypſes, und deſſen Verbrauch oder Anwendung zum„58 b Begieſſen eines Bodens, beſchröiben.=; (344; "0 Ein Hauptfehler beym. Gypſe iſt dieſer, daß den|| | Ziegelbrennern alle Steine gleich gut ſind. Weil.der-|( 11007 gleichen poröſe, und inwendig, mit vielerley fremden| 06 | Materien verſehene, Steine ſtarf gebrannt werden FE müſſen;„ſo werden die, in deh Steinen ſehr wenige 159 41ER gute Gypstbeilchen zu Tode gebrannt. Wenn denn 0 11) nachgehends ein„Boden, oder Saal, mit dieſem ge»| |, ſt mahlnen Gypſe, worunter die Maurer oft ſehr wenis 10) SEE gen geringen ſtaubichten Sand.nehmen, gegoſſen wird; VAE ſv.iſt es eine pure Unmögfichkeit, daß derſelbe Froſt h| und Hiße,„Waſſer und Gewalt ausſtehen kann.„Ja 04 es ergiebet ſich, daß nach einigen Wochen ein ſolcher( iy gegoſſener. Fußboden ſich von ſelbſt aufdläſet, und N 4 Jue Blaſen einen ZUß hod), und woh! oſt zwey bis drey| pe 094 Ellen breit-auſtieibet, endlich Riſſe hekömmt, und| 1 Suückweiſe liegen bleidt. Ty)ie Weni. ſten wiſſen aber,| 14,01 worinn der Fehler beruhe, daher habe man auf dieſe| FEIN Stücke Achtung:| 11 ID x) Man mittele die allerfeſteſten Gypsſteine aus,[174 11:1 die nur.zu finden ſind. Alle Arten Steine, wele|| j 00,ke anfangen, und zwar ſo hurtig, als ihm möglich Uſt, einen Plaß zwey Zoll hoch gieſſen, und mit einer Pritſche fein egal und Wagerecht dreſchen. Unter die- fer Zeit wird wieder ſo vieles angerühret, und juſt da- neben gegoſſen, und alſo fortgefahren, bis der Boden vollig gegoſſen iſt. Immittelſt muß Niemand binnen 4 bis 6 Tagen darauf treten. Der Gyps muß anzie« Hen, und in ſeiner Bindung nicht geſtöret pte S 8 an“ au.har- ten, daß der Sand in der Unterlage ſich überall gleich bleiben, und nirgend38wo ausweichen kann. Es ſind aber dergleichen Gypsböden auch zugleich die beſte Schußwehr wider das Cinniſieln der Ratten und Mäuſe, als welche ſonſt unter den Dielen und Brettern, wie bekannt, ihre Wohnungen zu machen pflegen. Dieſe Thiere können ſich durch ſolchen Gyps8- eſtrich nicht durchbeiſſen, oder durchfraßen, wie ſie es durc) Holß und Lehm können, um ſich überall Gange und Höhlen zu bereiten./ Sind aber auch zuvor die Kornböden über den Viehſtäklen widerrathen worden, ſo machen hier die Gypsböden eine völlige Ausnahme. Unter ihnen kann es ſo feuchte ſeyn als es immer will; es kann davon nichts durch das Eſtrich ans Korn hindurch dringen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Ställe Fundament genug haben müſſen, um die von Eſtrich ſchwerere Bö- den tragen zu können." Man ſieht jeßt hin und wieder, daß die Wände der Viehſtälle von großen Feldſteinen oder ſogenannten Wacken, wo ſie bisher unnüße und zum Schaden auf den Aec>ern gelegen haben, ſehr gründlich und dauerhaft erbauet werden, Wo dieſes geſchehen iſt oder noch geſchehen kann, da laſſen ſich Kornböden von Gypseſtrich aufs beſte anlegen, x) Verwendung des Korns zum Selbſtgebrauch. Ein Theil des ,- auf die Kornböden geſchütteten, Korns kömmt zum Selbſtgebrauch des Eigenthümers, ſo wie der übrige zum Verkauf, und es iſt nicht nö» : thig, uf hig» Y zueigen qus de! wie viel ſumtio! lemal 0 gefom" zur(äd Wl NE Eu) ho mehr "Jb MUN 190) 1 M Den Inv! die vibrant nv (040 “4 wn 01120 120,00 ZAC 4018 u) 6 ft LES 4 ſc 1:! ju YU) 3 ims tb Wi) Aufbewahrung und Verwendung der:c, 491 thig, jenem einen beſondern Plalß auf dem Boden zu- zueignen, wenn man ein richtiges Bodenregiſter häit, aus dem Haus- und Wirthſchaſtsbuche aber weiß, wie viel jährlich zur Beſtreitung der haußlichen Con- ſumtion erfordert wird. Das Bodenregiſter muß al- lemal ausweiſen, wie v'el Korn herauf, und herunter gefommen, folglich wie viel zum Hausgebrauch bis zur nächſten Aerndte vorräthig ſey. Jeder Landwirth ſollte ſich beſtreben, daß der zum Hausgebrauch) erforderte Kornvorrath auf 2 Jahr auf dem Boden vorhanden ſey, damit er nie in die Nothwendigkeit gerathe, bey erfolgter Mißärndte ſeie nes Orts den Ausfall theurer aufzukaufen, als er. ihn ſich ſelbſt durch nur belobten Uebervorrath erſeßen könnte, Denn welcher Landwirth kann dafür"Bürge ſeyn, daß nicht Froſt, Dürre, Näſſe, Hagel u. ſ. f. die erſte oder zwote Aerndte nach der lelßten ihmzum Theil, over gänzlich, verderben können? Nur dann würde der klu- ge Landwoirth ſich eine Ausnahme von dieſer Wirthe- ſchaftsregel zu machen haben, wenn das Korn im geo genwaäartigen Jahre zu ſo einem hohen oder höchſten reiſe gekommen iſt, daß man zu glauven Urſach hat,' g) vat, der Kornpreiß müſſe im nächſten Jahre fallen, und falls er ſeines Orts ja einen Ausfall in der künftigen Aerndte durch dieſen oder jenen beſondern Unglücks= fall erleiden könnte, doch mit dem offenbarften Vor- theil das ihm fehlende Korn aus der Nachbarſchaft werde anfaufen können. Es wäre 3. B. der Fall, daß der Scheffel Roggen im gegenwärtigen Jahre zwey Thaler gälte; ſo würde der Landwirth nicht Uebervor- rath auf zwey Jahr, nur ſein Ausfommen bis zur nächſten Aerndte, behalten müſſen. Schlüge dieſe ihm durch lofaliſche Unglücksfälle fehl, ſo würde er, wenn nun der Roggen einen Thaler gilt, ſeinen Auss« fall 4.92 Fünftes Kapitel, fall mit dieſem Sinfpreiſe ſich übertragen. Er hatte die völlige Aerndte des zweyten Jahres durch den Ver« kauf ſeines gewöhnlichen Uebervorraths ſchon ein Jahr zuvor in ſeiner Taſche, Das zur Reſerve aufgeſchüt- tete Saatkorn aber muß beſonders auf dem Boden allein liegen. Denn es ſoll unſern Grundſäßen gemaß im- Her der Vorſprung ſeyn, der jährlich mit friſchem zu erſeßen iſt, 2) Verkauf des Korns. So nüßlich es iſt, wenn der Landwirth auf zwey Fahre ſeinen Uebervorrath vom Korne auf dem Bo- den haben kann, ſo nüßlich iſt es ihm auch, wenn er ſeinen Ueberſchuß nicht um den niedrigſten Preiß ver» Faufen darf, ſondern ihn ſo lange überliegen laſſen kann, bis er entweder auf den Mittelpreiß, oder darü- ber, gefommenii ſt. Denn er muß niemals mit Scha« den verkaufen. Es muß ihm aber auch darum zu thun ſeyn, nicht nur ohne Schaden zuverkaufen, ſondern er muß auch mit Vortheil verfaufen. Woran iſt es aber zu wiſſen, wenn der Landmann ſeine Producten ohne: Schaden, oder mit Vortheil zum Verkauf ausbringet? Er muß x) die Intereſſen von ſeinem Kapital rechnen, welches in ſeinem Grund und Boden, worauf ſeine Feldproducte erwachſen ſind, ſteet: 2) Alle Arbeitsfoſten und Auslagen u.ſ. f. als Kapital darzuſchlagen, und die Intereſſen davon rech- nen. Denn dieſe Kapitalien nebſt ihren Jutereſſen machen den Aufwand aus, welcher auf die Summe der erzielten Foldfrüchte hat aufgehen müſſen. JIſt- nun dev Kornpreiß von der Beſchaffenheit, daß dieter Aufwand wieder heraus kömmt, ſo verkauft der Lands wirth ohne Schaden, indem er mit ſeinem obgedach- en Kapital die jährliche Intereſſen herausgebrach 48714 Au Vid( aud) n0 pital b durch verfau )) iſt We feine die Se d feithei Korn gehen len d Rogg ficht hinab hen ſy al wan 90, ſolch übe, mi un jen H Mte EEN gil uf 0 Eth 9 höhe jau)(hun (opndecn „g9fdman ieee Moſe im R „u rund Aufbewahrung und Verwendung der:c, 493 Wird aber jener Aufwand nicht nur bezahlet, ſondern aud) noch, wenn man dieſen Aufwand wieder als Ka» pital betrachtet, hiervon der jährliche Zins gleichfalls durch den Verkauf erlanget, ſo iſt mit Vortheil| -'verfauft worden. Man muß ferner wiſſen, was iſt Theurung, was iſt Wohlfeilheit? Man hat im gemeinen Leben hiervon keine feſten Begriffe, und es wird hier der Ort ſeyny die Sache zu berichtigen, Wenn man von Graden der Theurung oder Wohl» feilhbeit reden will, ſo muß zuerſt der Mittelpreiß des Korns, als der Maaßſtab der darüber oder darunter gehenden Abweichungen, beſtimmt werden. Wir wols- len die in Niederdeutſchland gemeinſte Kornart, den Roggen, zum Beyſpiel nehmen, deſſen Mittelpreiß nicht in allen Provinzen einerley iſt. Man nehme ihn aber, wie er in Veranſchlagung der Güther oder ihren Verpachtungen der Gegend gebräuchlich iſt. Es ſey alſo der Mittelpreiß 1 Thlr. ein Mittelpreiß, den man als den höchſten anſehen kann, da er hie und da 20, 18, 16 Gr. u. ſ.f. ſeyn fann. Was nun über ſolchen Mittelpreiß geht, iſt rheuer, ſehr theuer, übermäßig theuer, je nachdem die Grade von ein» ander abſtehen können, Faſt eben ſo iſt es nach Un- terſchied der Grade wobhlfeil, ſehr wodhlfeil, ſpott2 woblfeil oder unwerth, was unter dem Mittelpreiſe herabſtieht, Esmuß jedemnach der Abſtand vom Mit« telpreiſe anſehnlich ſeyn, Denn wenn er nur geringe iſt, ſo kann man den Roggen weder theuer nod) wohl- ſeil nennen. Iſt das Korn X über den Mittelpreiß, ſo iſt der Preiß theuer oder hoc); iſt es x darüber, ſehr theuer 3; iſt es aber 3 darüber, ſo muß man's über- mäſſig theuer nennen. Wenn daher, um bey dem Roggen zu bleiben, ſein Preiß x Thlr. 6 Gr, iſt, 10 iſis 484| Fünftes Kapitel, iſts ein hoher Preiß; 1 Thlr. 12 Gr. ein ſehr then- rer, 1 Thir 18 Gr. ein übermäſſig theurer. Bey dem wohlfeilen Preiſe geht es ein wenig anders. Denn da gewöhnlicher Weiſe die Preiſe nach und nach in die Höhe gehen, ſo ſeßt man die Gränzen der Theurung immer eiwas weiter, als die der Wohlfeilheit, hin» aus. Stehen daher zwey Preiſe vom Mittel gleich weit ab 3 ſo wird der eine ener wohlfeil, als der andre theuer genannt. Iſt alſo z. B. der Mittelpreiß des Roggens 1 Thlr. ſo hält man 20 Gr. wohlfeil, 28 Gr, -aber nod) nicht theuer. Man kann daher fagen: Der Preiß iſt theuer, welcher um einen gewiſſen Theil vom Mittelpreite auſwärts abſiehet, der aber iſt wohlreil, der nur um die Hälfte deſſelben Theils vom Miittel« preiſe niederwärts abſtehet. Jſt es daher bey dem an- genommenen Mitteipreiſe des Roggens zu x Thr. ein theurer Preiß, wenn er 1 Thir- 6 Gr, gilt, ſo iſt deſ- ſen. Preiß, wenn er 21 Gr, gilt, eben ſo wohlfeil, Soli nian nun etwas mehr oder weniger als 3 zum Martelpreiß ſeßen, wenn der Preiß hoc ſeyn ſoll, ſo muß die nur erwähnte Proportion zur Norm der zy ſchätßenden wohlſeilen Preiſe angenommen werden. Die Mittelpreiſe können aber, wie oben geſagt wor«- den, nach Werſchiedenheit der Länder und Derter ver- ſchieden ſeyn; die Beſtimmung aus dem Mittelpreiſe muß jedemnadh überall einerley bleiben, ob ſchon die Ordnung der Preißerhöhung nicht aller Orten einer- ley ſeyn, und hier für wohlſeil gehalten werden kann, was man dort ſchon theuer hält; ſo wie es mit der Seit auch ſv ſeyn kann, da jekt was theuer und wohl- feil ſeyn kann, was es zu andrer Zeit nicht iſt. Nun wird man, meines Dafürhaltens, die Frage recht beurtheilen können, ob ein Landwirth mit jeinem aufgeſchütteten Korne auf theure Zeit halten könne oder nicht, 1 nicht, : ieri! walte ſheid vern! gens zum' . Y Waizen, Gerſte und Haber 532= x Waizen, Roggen Gerſte und Haber 5x-- L Roggen allein 3-20 2,4.-8 Roggen und Gerſte 415== 5 Roggen und Haber 524= 1 Roggen, Gerſte und Habe 433== x Gerſte allein 354> 7 Gerſte und Haber 55> I Haber allein IX= L Wenn man alſo nur eine oder die andere Korn- ſorte zu ſeinem Handel erwählt,(oder als Landwirth eingewinnet, und zum künftigeu klugen Verkauf auf- ſchüttet,) ſo fährt man beym Waizen und Haber am beſten, die im der Abwechslung ihrer Preiſe am weite ſien ausſchweifen. Mit Roggen und Gerſte hat man nicht ſo viel Hoffnung zu gewinnen, als mit jenen zweyen, welche man nicht ſo häufig bauet, Der „Handel mit Waizen und Haber verlöhre ſich anz, „ML 3“went FO0o2; Fünftes Kapitel. wenn nicht um ſo mehr Gewinnungsfälle dabey wären, in je geringerer Menge man ſie ärndtet. Dies wird alſo auch an andern Orten gelten von den Kornſorten, die man theils häufiger, theils weniger bauet, c) Die Anzahl der Steig- Sink- und Gleichblei« bungsfälle von einem Monathe in den andern zu wiſ- en, iſt auch ſehr nüßlich, um die Grade der Wahr» anf von einem Monathe in ven andern zu finden.' Z. E. Wer im October einfauft, hat 4mal mehr Hoffnung, daß er im nächſtfolgenden Monathe „mit Profit odex ohne Schaden wieder verkaufen fön» ne, als daß er dabey Verluſt leiden werde, Die größte Hoffnung auf den nächſtfolgenden Monath iſt im Octo- ber, November, December, Januarius, Februarius und März. Hingegen würde in der Abſicht, den fol- genden Monath gleich wieder zu verkaufen, der Cin«- kauf im April bis September ſchädlich ſeyn, Will man nicht ſehr bald wieder verkaufen, ſo muß män andre Maaßregeln nehmen. Z. E. Jemand bekömmt eine Quantität Korn zu einer gewiſſen Zeit, z. E. im Januar, und will, oder muß ſie binnen 3, 4 26. Monathen wieder losſchlagen, um mit dem Gele de etwa eine gewiſſe Schuld abzutragenz ſo ſuche man unter den folgenden 3, 4 ff. Monathen denjenigen zum Zosſchlagen aus, in welchem die Steigfälle am häufig- ſten ſind. Z. EC. in obigem Falle würde der April der ſicherſte Monath ſeyn, weil in den folgenden Mo»- nathen die Fälle des Steigens ſchon wieder abnehmen. Man findet zwar in der Ungerſchen Liſte, daß die Fäle, le des Steigens und Gleichbleibens zuſammen genom» men, die Fälle des Sinkens noch bis in den Monath Julius übertreffen. Mithin könnte man es wagen, etwa bis in den May noch einen höhern Preiß abzn- wartenz allein da in vorbeſagten Liſten vom April bis Ww häten, | Y' COM 480 Dehn Dem 3 vam nol y füh ah 0 1770 1797) Ü(ih h , 0 Jn R, m ml Nhe ma Nn Ju Aufg e Il „I 1,10 Ww ww Ju|- oh| Ohe| "UE " j | || 2 y Aufbewahrung und Vertvendung der 2c, 503 in den May ſchon 21 Sinkfälle gegen r6 Steigſälls vorhanden ſind;(denn an den Fällen des Gleichblei- bens iſt hier nichts gelegen, und man läßt fie alſo weg) ſo iſt das ſicherſte, im April loszuſchlagen, auſs ſer man habe offenbare Kennzeichen des Gegentheils, z. E. man könne aus dem ſchlechten Anſchein der nächs. ſten Aerndte das künftige Steigen der Preiſe hand« greiflich ſchlieſſen. Hieraus kann man zugleich ſehen, ob Jemand, der als Commiſſionair oder Verwalter uU. ſ« f. eines Andern Getrayde zu verkaufen hat, vers ſtändig und redlich handelt. Das Gegentheil iſt zu ſchlieſſen, wenn er die im November eingenommene Körner ohne Noth im December verfauft; oder wenn er den Auftrag hat, die im März noch vorräthigs Körner binnen 3 Monathen aufs kheuerſte zu verkau- fen, und er verfauft ſie alle im April, wenn ihm die Preißliſten anweiſen, daß doch bey ihm das Korn vom Motiath März in den April g1mal, im May 93mal, und im Junius 85mal geſtiegen. d) Die Fälle des Sinkens und Gleichbleibens zuſammen genommen ſind immer ſtärker an der Zahl, als die Fälle des Steigens allein. Wer ſich alſo in dem einen Monathe nicht mit Vorrath verſehen köne nen, kann eher hoffen, daß er im folgendem Monaths noch ohne Schaden, gegen den vorigen zu rechnen, werde einkaufen können. e) Die Fälle, beſonders Steigſälle des VOat- zens und des Habers, ſchweifen über die andern Fruchtſorten am weiteſten aus. Beym Roggen. dif feriren die Fälle des Steigens und Fallens. nicht fd ſehr von einander, als bey Waizen, Gerſte und Has ber. Zaber wechſelt vom Januar an bis in den Aus guſt und September ſehr ſchnell ab, weil mau ihn nicht gern allzulange liegen läßt, wndena man an ſeis Ji vem 504 Fünftes Kapitel: nom: Maaße wegen des Abſpißens und Einkro>nens - gar zu viel verliert, Es gehört aber zum Gewinnen nigt nur die Mehr Heit der Steigfälle, ſondern auch noch die Größe jedes Stuſe, alſo die übertreffende Größe jener Fälle, 2. E. wenn ich gewiſſe Hoffnung habe, 6mal zu ge- winnen, gegen rmal zu verlieren, ich kann aber dieſe 6njal zuſammen genommen höchſtens nur 20 gewin nen, hingegen das einemal 24 verlieren 3; ſo hat meine Hoffnung zum Gewinn, durch die Mehrheit der Fälle allein, gar nichts zu bedeuten, r) Man ziehe alſo von allen Jahren die Mittel- preiſe ver gleichnamigen Monathe im Dürchſchnitte Heraus, So machte es Hr. Unter mit der Hanns- verſchen Liſte von 55 Jahren, und fand folgendes: 2) Keins von den vorgedachten 4 Fruchtſorten ſtieg, von einem Monathe2 gegen den andern zu rechnen, in 50 Jahren durch die Bank über 2 Mariengro- ſchen, Ahaizen und Haber. auf 2, die übrigen nur duf 1 Mariengr. b) Waizen war im October am niedrigſten, ſtieg ſodann. allmälig bis in den Julius am höchſten, und fiel von da wieder Stufenweiſe bis in den October. Rotigen ſtund am niedrigſten im Aue guſt, ſtieg bis in ben May aufs höchſte, und fiel von dar wieder nach und naH in den Auguſt.- Getſte war im September am niedrigſten, ſtieg bis in ven Julius äufs höchſte, und fiel bis in den September, Haber ſtund im September am - niedrigſten, ſtund bis in den Julius, und fiel von da an wieder bis in den September. Anmere nend Teh Rde R,| (Uy M"| beh|, 0 iM| Wm| ve ah | Mi| hi| | Dans| 08; 0 fil, hne, NOG Vig 0, fü 1,8 jide (mhh ud fi "gif, „füg| him| wera| "fs| 11.3 | h | | ] 4 14 Aufbewahrung und Verwehdung der 2c, 505 Anmerkunten. So iſt8 um Hannover, wo das Geträyde 3 bis 4 Wochen eher reif wird, als in manchen an- dern Gegenden z. E.i11 Einbeck, da alſo der Land» mann ſeinen Vorrath eher ausdreſchen, und zu Markte bringen fann. Wo man 4 Wochen alſs ſpäter arndtet, da fallt auch der niedrigſte Preiß um ſv viel ſpater, z. C. in vem November, und hiernach richtet ſich auch die Zeit des höchſien Preiſes. Es erfolgt alſo jene Ordnung in ver- ſchiedenen Gegenden nur einige Wochen früher oder ſpäter; im Uebrigen iſt die Ordnung einerley. Die Zeit ds niedrigſten Preiſes fällt alſo allemal in dem Monath, in welchem man dieſe Fruchtſorte am häuftgſten zu Markte bringt, und dieſe Zeit beſtimmen: a) Die Zeit der Aerndte,“ b) Die Zeit der vom Landmanne zu enkrichtenden öſſentlichen Abgaben, der Zahlungsquartale der Pächter, die Auslohnungstermine des Geſindes entweder an dem gewöhnlichen Schluſſe ihres Dienſtjahres, oder zur Zeit gewiſſer Jahrmärkte in der, Provinz, welche vom ſammtlichen Geſinde beſucht, und dieſerhalb mit Gelde dazu von ven Herrſchaften muß verſehen werden. c) Die Geſchäfte nach der Aerndte, um derentwil- ten der Landmann nicht dreſchen kann, z. E. das Miſtfahren und Pflügen zur Winterſaat, das Stürzen und Wenden der Stoppelfelder vor Win- ters, um im nächſten Frühlinge die Sommer- früchte darauf einzuſäen u. dergl. 9) Endlich auch die Woge und Witterung, die auf die Zufuhr vielen Einfluß hat, 1.5 3) Um 506 Fünftes Kapitel, 2) Um nun den Gewivn oder Verluſt beym Ver- kauf nach den verſchiedenen Jahreszeiten zu berech- nen, ſo merfe man 2 2) Daß man nicht verfaufen werde, wenn um Oſtern die Fruchtpreiſe niedrig, und die künſtige Aerndte noch zweifelhaft iſt; ingleichen, wenn die Preiſe mittelmäſſig, und alle Vorboten einer ſchlechten Aerndte, wenigſtens im Winterfelde, vorhanden ſind, daß man in dieſem leßten Fälle auch nicht kurz vor der Aerndte, wo nicht auch im nächſtfolgenden- October, nicht einfaufen. werde. b) Man ziehe alſo nur aus allen Jahrgängen der Üſte, die Mittelpreiſe in Durc<ſchnitten heraus für die Monathe Auguſt, September, October, May„ Julius. Hierdurch fand Hr. Untter, daß in Hannover gegen den Einkauf um Martini gar leicht würde zu profitiren geweſen ſeyn, bey jedem Himten am Waizen 4, 18 Mgr, oder 17 Procent, am Roggen, 4, 19 oder 24 Procent, an Gerſte, 3, 49 oder 27 Procent, am Haber, 3, 44 eder 43 Procent. Hiervon muß man aber das Eintrocknen und Abgang auf dem Boden, Führ- Zährungs- und andere Koſten abziehen. 3) Man kann auch, wie man es bey der Zahl der Steig- und Sinkfälle gemacht, die Differenzen der Mittelpreiſe von einem jeden Monath in den ana dern herausziehen 3 man kann ferner nur von x0 zu 20 Jahren die Mittelpreiſe alker gleichnamigen Mo nathe im Durchſchnitt herausziehen, und die Propor- tion, die bey jedem Monathe in den andern heraus kömrat, bemerfen. Durch das leßtere fand Hv. Un- Ger, daß im May bis Julius die Preiſe am höchſten, in Geytember bis. Nevember aber am niedrigſten ſte- hens ( uf je, 9 went m nimmt 1.0 (ere| ih u wn (Any fn Opp| neh| [707] (Ot ud| 1 19| m 10.778 Ortho Une, Kartin 1, bih Wf WO feh, nun dbr vi [0 NE went wn | Ltufbewahrung und Verwendung der x. 507 ßen. Hieraus nun fann man den Gewinn berechnen, wenn man inimer drey dieſer Monathe zuſammen nimmt. Anmerkungen, 2) Dieſe Theorie des Hrn. Ungers, und welche ſd überſchrieben iſt, wie ſie in des Hrn. Prof. Spren»- gers vollſtändigen Anfangsgründen des Feldbaues geleſen wird, zielet zwar eigentlich auf den Korns handel, wie er in Städten getrieben wird; aber fie iſt auch, wie es ſchon berühret worden, dem kandwirthe, der von ſeinen Kornvorräthen aufs ſchütten kann, eben ſo bräuchbar, da er ſich ais einen Kornhändler in Anſehung ſeiner mancher« ley Kornarten anſehen muß. Und derjenige Land» wirth, welcher in der Nothwendigkeit iſt, ſein Korn nicht bis auf mehrere Jahre überliegen laſ- ſen zu können, findet doch dieſe Theorie für ſich in Anſehung der Monathe und Jahreszeiten, in welchen er verkaufen ſoll, brauchbar. b) Cs ſind Gegenden in Deutſchland, welche mite- telſt ſ pen vite went die 1980 mt, daß ven, und. nes Diek Walze Imm Fer I' "15/8 W' Aufbewahrung und:Verwendung der:c. 511 ren wenigſtens einmal ein hoher Preiß eintrete, Hr. Unger läßt aus ſeinen angenommenen Frucht« liſten erſehen, daß die Preiſe nie 6, Jahre hinter einander gefallen, doch fand ſich eine einzige Aus- nahme, da im Hannöverſchen z. E. der mittlere Roggenpreiß 6 Jahr hinter einander gleich blieb, ob ſchon der Preiß vorher fcweichung von den Konpreiſen der Ürten, als der Tliiß- wachs an der mw|ern Güte des Korns, der in verſchiedenen Jahren nicht viel beträgt. Die allgemeine Proportion der Preiſe veremigt ſich wieder vurch die Vielheit der Jahre, und hebt je- ne Abweichungen auf.=- 4) Juduſtrieverwendung der mancherley Kornarten. Der Landwirth kann in der Lage ſeyn, daß er durch Veredlung ſeiner Körner ihnen mehr Vortheile abgewinnet, als wenn er ſie ſo roh, wie er ſie aus der Scheune bringt, verfauft. Man nennet dieſes die Jauduftrieverwendung ſeines Korns, indem eine Art des Kunſtſleiſſes, ſo weit ſelbiger auf dem plattenan-| de in Deutſchland, nach den beſondern Rechten und Gewohnheiten jedes Orts, ſonder Beeinträchtigung der ſtädtiſchen Gewerbe, betrieben weyden kann, dar« auf verwendet, und damit verurſacht wird, daß ſie zu einem höhern Vortheil ausgebracht werden. Z. E. Gerſte kann in Graupen verwandelt werden, wodurc< der Scheffel Gerſte weit höher ausgebracht wird, als wenn er ſo roh verfauſt würde, wie ſolen, und zu Remes ſey ihnen durch einen Parlamentsſchluß vom 28 Febr. 1752 befohlen, zweymal ſo viel ſc fel noch auszuwerfen, da deſſen Werhäliniß zuvor an= gegeben worden, weßhalb der Leſer ſie gar leicht ſich ſelbſt machen kann, Mehlhandel mit Roggen. 1) Das Korn darf hiezu nicht allzureine qusge- mahlen werden, damit das Mehl nicht zu grob werde, 2) Muß auch etwas fein Mehl der Nachfrage halber. ausgezogen werden, Dieſes feine Mehl nen- net man in einigen Landern den Duſt, und man muß mit dem Muller überein kommen, wie viel Duſt er je« desmal von einem Scheffel aus ziehen ſolle. Iſt we- nig Nachfrage darnach, ſo läßt man's an zwo Meßken für den Scheffel genug ſeyn, Geht aber das feine Mehl ſtark ab, ſo werden wohl an die 6 Metzen pra I Schfl, ausgezogei. 3) Auf dieſe Art erhält man nun vom Scheffel, nach Abzug der Mahlmeße, 1 Viertel 2 Megßen fein Mehl geſtrichen, 1 Sdheffel Brodtmehl dito, 1 Vier tel 3. Meße Kleyen, dito. 4) Das ſeine Mehl iſt anzuſchlagen, die Meße 23 Gr. 6 Pf. Das Brodtmehl 2 Gr. dito. Die- Kleyen 9 Pf. dito, jede geſtrichene Meße, Steheß alſo: 6 Meßen fein Mehl a 2x Gr. thut g Gr, 16 Meßen Brodtmehl a 2 Or, hut 1 Thlr, 8 Or, 45 Meße Kleyen 3 9 Pf, thut 3 Gr. 4% Pf. Summa 1 Thlr. 20 Gr. 4x Pf, ſt alſo im Mehlhandel gee gen den rohen Verfauf des Roggens plus 8 Gr. 43 Pf. 3) Zus 528 Fünftes Köpitel. 3) Zur Fütterung des Viehes. Dann und wann findet der Roggen keinen Ab- gang der Haber hingegen deſto mehr. Zu ſolcher Zeit fann man ſtatt“des Habers Roggen füttern, und 2a 40258 man nur die Hälfte. Der Roggen a 1 , Der Haber a 20 Gr, ſtehet alſo: 1 Thir. 12 Gr, 4 I Sdfiä Roggen. 1 Thlr. 16 Gr. an 2 Schfl. Haber. Bringet die Vergleichung an dem dür den Roggen erſparten Haber, auf jeden Scheffel Roggen plus 4 Gr. Dieſe.Rubrikiſtoben unter der Nr. 5 von der Sub- ſtitution der verſchiedenen Kornarten in ein mehreres Licht geſeßet, und beſonders angerathen worden, das Gewicht neben dem.gangbaren Preiſe mit in Anſchlag zu bringen. 4) Zum Brandtweinbrennen. x) Hier wird pures Korn zum Brennen gerech« net, ob man wohl ſonſt ander Getrayde z. E, Waizen und Gerſte u. ſ..f. mit dazu nimmt, 2) Ob ſolches roh oder gemälzet geſchroten wird, läuft auf eins hinaus 3 denn x Schfl. Roggen giebt 5 Viertel Malß. 3) Das Malzen ſelbſt kömmt in keine Conſidera- tion, weil es on ſich ſelbſt ſchon mit zum Abbrennen gehöret. 4) Das Brandteweinzeug Jebott zum Invenka» rium; die Erhaltungsreparaturen deſſelben und andere Unfoſten ſind auf die Fuhren zu compenſiren, die man ſonſt bey Verführung des rohen Korns hätte, 5) Es werden 2 große Blaſen mit Zubehör vor- ausgeſeßt, in deren jeder man nad) einander x Schfl, Brandtweinſchrot abbrennen kann, 6) Die- | X dy W- 4 Achte H, un? man > 1, 2 EM, Bale das JS Jom Cit Ei! D IQ), dis Bln ay umzu: „Biz De vit, Fm git 000000 97100) Annbene A) andere die 00) 1 cj vo 10:7 6) Div Aufbewahrung und Verwendung der? 529 6) Divſes Brennen muß ohne Unterlaß getries ben werden, dergeſtalt, daß man immer im Vorrathe von Schrot und Meeſch bleibet. 7) Auf. ſolche Art wird jede Blaſe die Woche über 2 Thlr, Brandtweinſchrot, folglich beyde 4 Thlr. aufs wenigſte abbrennen. 8) Auf die Brandtweinsmagd(Brennerinn) wä- ven 10 M. Fl, Lohn, und 20 M, Fl. Koſt zu rechnenz da denn, wenn dieſe M. Fl. unter 208 Schi. verthei- let werden, auf jeden Scheffel ohngejähr 3 Gr.+ Pf. kömmt,(In manchen Gegenden, wo die'Manufactu- ven viele Hände auf dem Lande mit Spinnereyen be ſchäftigen, wirds zu wenig ſeyn, ſtate 30 Gülden ſo viel Thaler für eine Brennerinn anzuſesen, 15 bis 20 Thlr. Lohn und nach- Proportion die Koſt auch höher. 9) Hefen, wenn ſienur gut, obgleichnur ſchwarze Bottighefen ſind, können auf 1 Schl. 12 Meßtannen zureichen, 3/4 Pf.- 10) Mit 1 Klaſter-Holz' kann man in einer Flei- ken Blaſe zu x Schl. wohl 16-Brände thun, zu ei- ner Schfl. Blaſe wird man freylich ein b-trächtliches mehr gebrauchen, doch nicht even dis Hälfte, ſondern bey einer continuirlichen Brennerey iſt genug gerechnet, auf 1 Schfl. Brandt, 25 Klatiter hart Holz, davon jede Klafter, ſonderlich eichenes, incl. Fuhrlohns, auch daſſelbe klein zu machen, auf 1 Thlr, zu ſtehen kömmt. 1x) Landacciſe vom S bekomme, Der gemeine Mann nämlich ſagt von dem, aus purem Roggen gebrandten, Brandtweine, woruwter kein Gerſtenmalz iſt: er ſchmeike zu geil, öder verurſache beym Aufſtoſſen einen ſolchen Geſchmac>. Um nun den Abgang eines Brandtweins zu fördern, wird Gerſtenmalz zugeſeßet. - Zu t Winſpel Brandtweinsſchrot wird erfordert 1 Winſpel Roggen Berliner Maaßes a 1 Thlr. macht 24 Thlr. uud 5 Schfl. 4 Meten Gerſtenmalz a 14 Gr. macht 3 Thlr. 1 Gr. Summa 27 Thlr, 1 Gr. Die Mahlnieße wird vom Müller nicht in natura genom» men, ſondern ihm mit 1 Thlr. 10 Gr. bezahlet, 1x Klafter Ho!z 1 Thlr. Dieſes anzuführen und klein zuhauen,-9 Gr, Brennerlohn 2 Thlr. Böttcherlohn 12 Gr. Summa des Aufwandes, 32 Thlr. 8 Gr, Won 1 Winſpel werden gezogen 366 Quart Brandt- wein a 3 Gr, macht 45 Thlr. 18 Gr. Iſt plus ge ge den Vorkauf der obgedachten Quantität Roggen und Gerſte 13 Thlr. 10 Gr, Nach Oresd, | 1 1 Faß nen, ol nm, pichnet [15:9 vfleger und| werde Z zwein dn€ zurich 4 ner hoyfe zU in8ge filpre R bar ſihr 1; Rünn Fefe | Wed " b.19 . i; 1 Dl, 20 39 Vanden Ahe iy | Dropin bini I eie Agb ) ine Man beant, 1907; ün einen ARCH gehe, d(ard 411. mat jam, I, N 2(Won je 13 "d fen| pl gh|“ Nopgun u Anfbetwahrung und Verwendung der?c. 53 1- Nach dieſem Anſchlage iſt der Brandtwein wohl» feiler, als nach dem vorhergehenden, ob ſchon in bey- den das Maaß nur 3 Gr. berechnet wird: Denn 1 Berliner Maaß oder Quart hält 57 Pariſer Cubic». zoll, 1 Dresdner Maaß aber nur 48. Folglich hält eine Dresdner Kanne bey nahe Itel weniger, als die Berliner, daher jene als theurer anzuſehen iſt. B. Gerſte. Die Gerſte wird landüblich angeſchlagen, der Dresd. Scheſſel x Thlr, 1) Bierbratten. 1) Nach Churſächſ, Fandesgeſeßen bürfen auf 1 Faß Bier Dresd. Gebindes von 54 Eymer. 24 Kan- nen, oder 7 Scho> Kannen, oder 420 Dresd. Kan- nen, mehr nicht als 2 Dresdner Scheffel Schutt gee rechnet werden, 2) Der Guß iſt nicht einerley. In Städten pflegen 30, auch wohl 32 Schfl, zu 1 Bier gegeben, und davon 12. auc< wohl 16 Faß abgebrauet zu werden, 3) Auf brauberechtigten Landgüthern pfleget mau zu einem Brauen 12 Schfl, Gerſte zu ſchütten, und. den Guß auf 6 Faß, oder 12 Viertel Bier ein- zurichten, 4) Der Hopfen iſt verſchiedener Art, verſchiede» ner Güte, und ſehr verſchiedenen Preiſes. Guter kand- bopfen gielt manchmal(in Zahren des Mißwachſes) 5 Th(r. und darüber, zuweilen 12 Gr. und darunter; in8gemein zwiſchen x Thlr. und 36 Gr, folglich Mitk- telpreiß 20 Gr,: (12 5) Der Ko I EE EEE TI 632| Fünftes Kapitel. -5) Der gewöhnliche Beyſaß des Hopfens auf dem kande iſt 23 Mete auf 1 Shfl. Gerſte, mithin auf x zwölf ſchefflicht Gebräude ohnfähr 13 Scheffel Hopfen, 4 6) Mälzerlohn, von jedem Z ans nehme, oder.davon umſchlage; oder verderbe,) - 14) x Scho Reifen, jeden a 4 Pf. thut 10 Gr, zu jedem Gebräude,,+ EEE: 15) Die Unterhaltung des Braugefäßes uns Geräthes gehöret zum Jnventario« 16) Das Stellſtroh kömmt wieder inden Dünger: 17) Ein 12 ſcheffliht. Gebräude giebt 6 Faß Braundier 3 54 Thlr. 18) Desgleichen 6 Faß Koſent 3 12 Gr, 19) Hefen(Bärme) giebt es dreyerley: a) Bot- -tich- oder ſchwarze Hefen 33 Tonne, jede 2 1 ZIhlr. oder die Kanne 3 4 Pf. b) Göhr- oder weiße Hefen, nach Zurückbehaltung der künftigen Stellhefen an 4, 6 8 Kannen, giebt es 3 Tonne 3 3 Thlr oder die Kanne 6, 8, 9 Pf. oder 1 Gr. gerechnet, hier aber nur nach dem Mittel 8 Pf.<) Faß- oder Saßzhefen ſind um deßwillen hier nicht zu rechnen, weil ſie mit. dem verkauften Biere zugleich bezahlet werden. 20) Treber giebt es vom 1 Gebräude 15 Zoberz ſolcher Treber gilt 2 alte Schocke, oder x Thlr, x 6 Gr, folglich fommt auf jeden Zober 2 Gr. f. GEHEN - 34) Tranfkſteuer, 1 Thlr. vom Faſſe. Haupke rechnung von einem zwöl; ſchefflichten Gebräude. Ein- nahme von allen obberührten Nußungen: 33. Thlr. für 6 Faß Bier 3 54 Thlr. 3 Thlr, für 6 Faß Kofent 3 12 Gr. x Thlr. 12 Gr. für 1+ Tonne Bottichhefen« 3 Thlr. für eine Tonne weiße Hefen- x Thlr. 26 Gr» für 15 Zober Treber. Summa 42 Ihlr. 4 Gr.. Hier- von: 12 Thlr. vor 12 Schfl. Gerſte 3 1 Thlr. 1. Thlr. 36 Gr. für 2 Schfl. Hopfen a 20 Gr. 18 Gr. Mals- Led --e zerlohu« 5a Fünftes Kapitel, zerlohn. 18 Gr, für x Klafter hart Hölz zum Darren. 12 Gr, Malzſchrotgeld. x Thlr. 8 Gr. für 1 Klaf« ter weich Holz zum Brauen. 18 Gr, Brauerlohn. 18 Gr. für das Aufpichen. x 3 G. 9 Pf, für 12 Stein Pech 3 9 Gr. 6 Pf. 10 Gr. für 12 Schs> Reifen ä 4 Pf. 6 Thlr, Trankſteuer. Summa 25 Thlr, 11 Gr, 9 Pf. Werbleibt jedem Gebräude Profit x6 Thlr, 16 83r.-3 Pf, ESpecialrechnung von einem 12 ſchefflichten Ges bräude, ws ein jeder Scheffel Gerſte zu obigen Nu- Gu. gon boyträgt, thut in ver Einnahme in Summa. 3 Thir. 12 Gr. 4 Pf. Die Ausgabe oder Auſwands« oſten aber in Summ 1 Thlr. 2 Gr. 11+5Pf. Iſt alſo der"Werch eines jeden zum Brauen verwendeten Sen: Aber auch dieſes kann beym Bierverkauf geſchehen, wenn der Brauer keinen Gegenſchreiber oder Aufſeher dabey hat. Er kann mehr brauen, und weniger berechnen.) Ausgabe. Gerſte, 84 Winſpel 10 Sc! 36 Bund. 3 1 Thlr. 6 Gr.== 6 Thlr. 21x Gr. insgemein:--Für Säce und Licht, auf 1 Winſp, 3 Gr,==,+o Thlr. 10 Gr, Sauna der ganzen Ausgabe: 45441Thlr. StA 6 Gr. 536? 1""Fünftes Kapitel» 150 6 Gr, 4 Pf. Einnahme. Bier: VWon«85- Winſp: Malz 864 Faß ZORN 13 Thlr.6 Gr.:=2805 „Shiri Von 1'6 Winſp.-x 2 ScRel > 3 IDE €52.C >» rr ,72“' 5 22) 2 | » Ginſp, Wal! 80; 114 3cß : nm iht, dn vw" 140%| ! 160 Sy Zb Naam Ep Ver Auteck eib Du | mul| Nied zuſt| anden ff ndrder, "0 Zea| Jew d vp meh deg dai| 117008 vdo Gum nw ſodann| 866 ſuſe ſchon| h " | Wgefehet p ae ENG| is Mö 1771108 fey 98 ) Gilt Aufbewahrung und Vertvendüng der, 537 2) Graupen, iar 3) Ein Scheffel Gerſte giebt x Schfl. ganze Grau- pen, 3 Schl. Mehl, und 5x Mete Kieyen, aM 2) Wenn die Kanne Graupen, deren'7..in“eine, Meße gehen, 8 Pf. koſtet, ſo fommet die Mete 4 Gr. g Pf. H. 5.44-dd . 2UDie Mee„Gerſtenmehl gilt durch. einander x Gr.-9. Pf. Stehet alſo: 8 Meßen Graupen 8 4 Or. 8.Pf.. thun x Thlr. x 3 Gr. 4 Pf. 3 Meten Mehl 8 rt. Or..9 Pf. thun-14 Gr. 54 Meße Kleyen 3 9 Pf. thun 4 Gr. 15 Pf.„Summa 2 Ihlr, 7 Gr. 5x Pf. Hſt alſo by der Verwendung der Gerſte zu Graupen, gegen den rohen Verkauf derſelben auf jeden Scheffel pius 3 Thlr. 7 Gr, 5:,Pf. 506 3) Zur Brödtung des Geſindes. .- 1) Zur Geſindebrödtung wird' halb Korn und halb Gerſte genommen, 5.20 „111:2) Aus 1 Schart, ſey auf dem plat» ten Lande viel zu verdienen, indem, wie er hinzu« ſeßet, ſelbige faſt nirgends, als in Nürnberg und Holland, gemacht werden können. Er ſagt fer- ner: Es geben ſich zwar viele Müller die Mühe, ſolche nachzufünſteln, es will aber doch mit ihnen nicht gehen, dieſe Waare egal und glatt von Kör- nern, in behöriger Quantität, aus einem Schef« fel Gerſte zu machen. Denn die groben und ſchwes ren Mühlſteme zerquetſchen viele kieine Graupen ' zu Mehl, welches zwar unter das Viehfutter kömmt, aber doch im Gewicht den Graupen ab- gehet. Nächſtdem iſt auch nicht möglich,' daß ein ſolcher grober Stein eine zarte Peorlgraupe in eine accurate Rundung bringen kann, weßwegen Hamburg mein Zeuge ſeyn ſoll, daß: viele tau- ſend Säcke, ä 200 Pfund Perlgraupen, alle Jahre v von 542. Fünftes Kapitel,; von Holland kommen, in Hamburg verfauft, und weiter im Lande verfahren werden. Ueberdas muß 2eipzig mein Zeuge ſeyn, wie viel 1000. feine Perlengraupen alle Meſſen von Nürnberg dahin kommen, wo ein jedes Pfund für 3 Gr. verkauft wird. Wenn eine ſolche Maſchine(Grau- penmühle) angelegt wird, wo kein Stein nöthig iſt, und wobey kein einziges Korn zermalmet wer- den kann, mithin alle Sorten Sraupen egal rund und fein glatt werden, ſo können Sorten, ws 36 Pfund Graupen von x Scheffel Gerſte, wel- cher 60 Pfund gewogen, auch eine Sotte, wo 24 Pfund von 1 Scheffel, und eine Sorte, wo 36 Pfund von einem Scheffel Gerſte gefallen, gemacht werden. Von der gröbſten Sorte wer- ven 100 Pſund für 2 Thlr. auf der Stelle ver- kauft, die mittlere Sorte 109 Pfund für 4 Thlr. und die feinen Perlgraupen 100 Pfund für 8 Ihlr. en gros, woraus denn mehr, als die Gerſte gekoſtst, heraus kömmt, und aller Ab- gang, zur Viehmaſtung, Profit bleibez« Alle Graupen werden in roße Leinwandſäcke, ſo juſt 200 Pfund halten, nebſt 2 Pfund Uebergrwichte eingefaſſet, mit Bindfaden feſt zugenehet, und dann, was feine Waare iſt, in Matten emballiret. Dieſe Waare giebt auch keinen Rabatt, und wird als die-allercouranteſte überall geſucht. Hierbey iſt zu erinnen, daß diejenige Gerſte, welche lange im Regenwettee auf den Schwaden gelegen hak, ud grau geworden iſt, ſich gar nicht zum Grau- enmaden ſchicfet, weil ſie ſhwammigt und mür- 2 geworden. Dagegen hat die weyig oder gar nicht beregnete Gerſte Körner, welche gelb, glän- zend-und hart ſind, und ſich nie zum Graupen- machen,'alſoauch zu Malz, zum Bierbrauen und Brandt- Bu. BAM Ei.„uummr=u0 im FIDE<> FRED<| |, Lf, „das IM 4, nba M3, 1 Ott Apihhy 1:5 WENNS +A eu) 197, 1 19, 104 DS; 1) Sv | Shelly DS) wi 1D ve „Ü.vt. u0 für hab 4(Wb WW EU gen| om, id 09 ?„win |. ewt) In! Aufbewahrung und Verwendurg derc, 543 Brandtweinbrennen- allein ſchien, weil alle Kör» ner gewiß wachſen. b) Nur belobter Wirthſchaftslehrer hat ganz recht, wenn er behauptet, daß die ſchweren Mühlſtei- ne zu viele Körner beym Graupenmachen zerquet- ſchen, und ſelbiges daher minder vortheilhaft mae Reifen. 9 Or. Trankſteuer- Summa 32 Thlr. 18 Gr. Verbleibt Profitz 15 Thlr. 4Ör, Balauce beyder Gebräude; 16 Thlr. 16 Gr. 3 Pſ- Profit vom Gebräude Braunhier. 15 Thlr. 4 Gr. Profit vom Gebräude Weißbier. 1 Thir. 12 Gr. 3 Pf. Unterſchied, womit alſo das Bräunbiervrauen bas Weißbierbrauen im Gewinn Überjteiget. Die Viue ßung jeden Schefſels Waize beym Brauen wirs alg "Nm TZ gt jane 548- Fünftes Kapitel, geſunden: 15 Thlr. 4 Gr. verbliebene Nußung von einem 12 ſcheffelichten Gebrcude Breyhahn, thun zu+ des Schuttes 10 Thlr. 2 Gr. 8 Pf, auf 8 Snen und bis in den Winter verſparen. Die hiedurch verbeſſerte Viehzucht kann nach. der Viels Heit des Stärkemachens den Äcker zugleich mittelſt des vermehrten Düngers ſo verbeſſern, daß er ſeinem Ci- genthümer zwey- bis dreymat mehr eintragen kann. Eckhart hatte im J. 174x in der fürſtl.. Reſidenzſtadt Cöthen eine ſo anſehnliche Sctärfkenfabrique angeleget, daß er dazu alle Woche u6 Scheffel Waizen verbrauch» te, deren Feine und Güte, wie es.damals ganz Cöchen bezeugen konnte, von den Hamburger Kaufleuten ver* ſchrieben, und von ihnen über See in fremde känder verſeadet ward. Dieſer in vieler Abſicht große Wirth hat nicht nur ſeine muſterhafte Stärkenfabrique, und welche in einem der folgenden Bände dieſes Werks einen eigenen Plaß verdienet, beſchrieben, ſondern Mw3- auch: 550 Fünftes Kapitel, auch denAnſchlag und Ertrag einer weißen Stärkenfa- brique mitgetheilet, in welchem er für 48 Wochen, wö- erbau ſind, verſtatten, weil jedem Scheſſel Waiſzen, wenn er aud) nicht ſelbſt gewonnen, ſondern angetauſt wird, ſo nicht ſen,| welch! Nüſe S fann vnn hiezu hinka tungs Nürn deln d beh. € hem lichet ' ben 1 im J Cper n/hm ud wies "ſchee mehl doch le fa zeug dig 0 ie IVO: *, Ur, 8"jw Zihne 1907 alp mt m Di D wn: NB LENIN ZUN 1,3) 81; ü 4 M futher IO) ader dal, 18:(0 9:04 50 Kw 4 Eu 40 vd Aol mit NG 00: pw jh (00,18 *' ' [| uf pu |, wenn | ſ' 0) 0 + Aufbewahrung und Verwendung der? 55! ſo viel abgewonnen, und der Mehrgewinnſt von Aus- ländern bezahlet wird. Wenn d'r Waizen zum Stär- femachen geſchrotet wird, ſo geht das Geſchäfte beſſer von ſtatten, als wenn er ungeſchroten eingequellef, und ſodann ausgetreten ober ausgepreſſet werden ſoll. Will oder kann man die Stärke, als Stärke, nicht verkaufen, ſo wird ſie klein gerieben oder zerſtoſ- ſen, da man denn das ſogenannte Kraftmehl erhält, welches zu den allerfeinſten Backwerken, Klößen und Müſern genommen wird. Will man in der Induſtrie noch weiter gehen, ſo fann man an dem Kraftmebl durchs Nudelmachen da- von noch mehr verdienen. I< muß meine Landsleute hiezu ermuntern, nachdem es Eckhart, der, wo er hinfam, alles mit einem vielumfaſſenden Beobache tungsgeiſte anſah, vergeblich gethan, weßhalb die dürnberger bisher unter uns Deutſchen mit den Nu- deln den Alleinhandel ſo lange in Händen gehabt ha- ben. Er fchreibt nämlic) von dem Nudelmachen alſo: Es muß vom Waizen ſuperfeines Mehl, inglei- hen Gries für die Herrſchaft gemacht, und auf rein- lichen Böden zuförderſt wohl getrocknet und aufgeh0o- - ben werden: Hiervon muß die Hofamtsverwalterinn im Frühjahre, etwa 14 Tage nach Oſtern, wenn die CEyer am wohlfeilſten ſind, wenigſtens 390 Pfund nehmen, zu jedem Pfunde Mehl 3 Eyer ſchlagen, „und ſo viel Waſſer zugieſſen, bis ein ganz dünner Teig wie Brey geworde1.(Dieſem von dem Wirthſchaſts- " lehrer verlangten ſuperfeinen Mehl iſt aber das Kraft- mehl völlig gleich, wo nicht vorzuziehen, indem es doch.an der Feine und Weiße von keinem andern Meh- le fann übertroffen werden.) Dann wird ein Werk- zeug von hartem Holze, anderthalb Elle lang, inwen- dig aber ſechs Zoll über den Diameter weit ausae- | Mm 4 boh- 552 Fünftes Kopitel, Hovret, und nicht allein mit einem feſte einpaſſenden Seöpfel, wie bey einer Spritze, ſondern auch unten mit einer faſt halb Fingers dicken meſſingenen Platte „verſehen, welche ganz nahe bey einander voll kleiner Zöcher, wie ein kleines Senſkorn groß gebohret iſt, Dieſes wird auf ein feſtes Geſtelle, wie ein Tiſchge= ſtelle, zwey Ellen hoch über der Erde, feſt gemacht, oben aver.am Ende des Stöpſels, ein Queerholz darü- ber eingezahnt, undijan deſſen jedem Ende eine ſrarks deine gebunden, welche auf einer Winde, die im Zapfen mit einer Wrange gehet, beſeſtiget worden. Hierbey iſt in Acht zu nehmen, daß die Löcher in dex meſſingenen Platte inwendig in der Spiße, noch ein« mal. ſo weit, als auſſerhalb ſeyn, damit die Maſſe de- ſto gutwilliger eindringe, und dann von der Preſſung am Ausgange dennoch in einen dünnen, aber recht com pacten Faden herauskömmt. Nun wird vieſe Spriße mit dem vünnen Teige, oder dicken Brey meiſtens voll gefüllet, der Stöpſel eingepaſſer, die Fenſter und Stu- benthür aufgemacht, und dann angefangen zu winden; ſo wird die Maſſe wie ein Drath in etliche 100 Strah- len heruntergehen; und weil die Luft durchſtreicht, und auch wohl ein großes Kohlfeuer von ferne, nach der . Thüre zu, geſchet werden kann; ſo werden die Fäden ba!d trocken, ehe ſolche den Boden berühren. Weil nun diejes Winden ganz langſam geſchiehet, ſo muß Jemand die ſämmtlichen Fäden, wenn ſelbige bald auf den Boden reichen, in ein Sieb faſſen, und mit zwo Händen, ohne vieles Drücken beginnen in einen runs- den Ringel, zwey Spannen weit, zu legen, und damit fortzufahren, bis die Spriße ausgoleeret iſt. Dann wird die Sprite wieder gefülle!, dieſes Sieb auf die Seite geſeßt, und wieder ein leeres an die Stelle ge- ſtellt, und ſo fortgefahren, bis alle Maſſe durchgepreſ« fet iſt, So bald nun dieſe Ningel tro>en geworden, werz werde! zuged ſchen heia) meh! Rud dyn, 8 0 Rut gG zent fuch Den unte liom! (heil geſ mw lan Ha hal fü den geſi her 19 NR ih 4 M. 4 Moſi on Miig Ml Cw fWden; WEth Eo u fand de 30! jam 4 Dil 9 ſm taldauf pt WW jen CU y) damit » Da u' 11.24| 1.00) aba| ih 2 Aufbewahrung und Verwendung der?c, 553 werden ſich vorſichtiglich in Fäſſer eingepackt, wohl zugedeckt und verwahret. Dieſes ſind die Nürnbergi- ſchen EEE ae das Pfundmit 4 bis 6 Groſchen - bezahlt wird. Nun die Balance: 30 Pfund Kraft» meß! fommenaus 1 S Syeor 3 8 Gr. erfordect wer- den. Aufwand" a ICH SWaizen 1ſpeiſe, als das Korn auf dem Boden iſt, z.B. gebratener Spek, fein Mehl, Mohn u.ſf, enthalten müſſen, Damit aber Katen und Mäuſe» fallen deſtomehr ausrichten, muß rings herum man einen ſreyen Gang, etwa 2 Fuß breit von den Wänden, abſtehen laſſen. Dieſes vienet auch dazu, daß man ſchen könne, wo die Mäuſe ihre 2öcher haben. Dieſe 411 10 züſſen, ſo bald man ſie gewahr wrd, verſchmiret pi werden. Iſt der Boden Eſtrich, ſo verſtreicht man 0 die döcher mit der Materie, woraus der Eſtrich beſteht, (ANER indem es den Mäuſen ſchwer fällt, ſich da durchzuar- 111000 beiten. Man kann aber lieber auf jedem"Boden die SONS Mäuſe: cher mit ſolgender Maſſe vermachen. Man ſj,|,| giebt den-Knechten ein altes Getäß, worinn ſie den 11 100690 Theer, welchen ſie von den Wagenaxen abnehmen, NNN ſammeln müſſen. Hiervon wird nach Nothdurft in | 200 einer aiten Pfanne über Koölen etwas zerlaſſen, und | mit Sand vermenget, ſodann aber, wenn dte Maſſe | noch warm und weich iſt, jedes Loc< damit zugeſtri- 47 hen. Dicſe, nach dem Erkalten hart werdende, Maſſe H 01304 widerſteht Ratten und Mäuſen, daß, wenn man oh- "8| ne Auſtand jedes neues Loch damit verſtopfet, ſie end- 0) fic murblos werden, und das Geväude verlaſſen. "| Vielie:cht könmr dies daher, daß ſie, weil ſie ſich durch- | beiſſen wollen, die Zähne ſtumpf und unbrauchbar ma- /| hen. Valleichtiſt ihnen auch der Theergeruch zuwider, 1:00' Wenn fm u abg! Hofe gan) ſharts Unterſcheidung des Nn 2 gels EINSER ISIS mam mim wueeipm R ez R a zz 22<<< 2 re- =<====...-- mm dae-- 564 Sechstes Kapitel, gelben Waizens von dem weißen, zu erfonnen ſey, weil er alſo ſchreibt: Die Anzeige des Verf, 6. 59. daß der Winterwaizen zweyerley Art ſey, den er den weißen und den gelben nennet, iſt wir wenigſtens gar nicht deutlich. Botaniſche Abſchilderungen der - verſchiedenen Getraydearten dürften wohl annoch den mehreſten Dekonomen als eine ſehr gelehrte überflüſſige Sache vorkommen.= Eckhart aber Hatte ſo geſagt? es giebt zweyerley Art Winter« waizen, und zwar weißen und gelben: der erſte iſt edler und reicher am Mehl, und alſo der beſte. --- Der gemeine Oekonom achtet freylich nicht auf botaniſche Unterſcheidungen, in Anſehung des Waizens iſt es ihm aber auch nicht nöthig, weil, wenn man weißen gegen gelben halt, der Unter- ſchied zu ſehr in die Augen fällt, Es wird aber der weiße Waizen am meiſten im. Magdeburgi- ſchen, zum Theil auch im Anhaltiſchen gebauet, und ich weiß ein Ritterguth jenſeits Berlin, wel- ches ſeit einigen Jahren den gelben Waizen ab= geſchafft, und dagegen den weißen nicht nur ein- geführet, ſondern ſich auch hiemit bey den Berli- tiſchen Bäckern ſtärkern Abſabß denn zuvor bey dem gelben verſchaffet hat. Man muß ſich den Saamen aus Gegenden, wo er der einzige iſt, herfommen laſſen. Denn die Abartung geſchie» het ſchneller, wenn er nur mit wenigem gelben vermiſcht iſt, welches faſt nicht vermiedeu werden Fann, wenn beyde Arten auf einem Felde. erzielet, oder wohl gar zugleich in eine Scheune gebracht werden. Zum Weißbierbrauen ziehen Bauern, die auf die gelbe Farbe achten, den gelben Waisz zen vor, indem die Farbe der Hülſen vom Waſe- ſer ausgezogen wird, 2) Das <<< bb zm " n ſe), "0.59, Nieden Oſteneae SN ver 4 amd F gelehrt N dart che S Vitt Zder eſ! Dir beſt 4 ih niht 1 PIE 1 Into: aÜe) abet Whurgt aue, Fu, vel: 0(nah: Jin Ant an Del fn by| NEC zugeh| 4 geol hy gelben ij, werde Serjelth NE JÖ|| DÜ Pal:|? m Dp| ) WW|| M ungs| Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 565 2) Das Pflügen und Säen. Uober das Pflügen des Waizena>ers und Be- ſäon deſſelben darf hier nichts Beſonders eben mehr geſagt werden, nachdem hiervon ſchon an ſeinem Orte alles berühret worden. Es wird nämlich der Waizen- acfer an den meiſten Orten, wenn das PAäugen zur Saat mitgerechnet wird, viermal gepflüget und geeg- get, oder in feſtem Boden nach Bedürfniß gewaizer. Cs ſind doch aber auch hin und wieder Gegenden, in' welchen ein ſv öfteres Pfügen, nach Beſchaffenheit ihres Akers und der Witterung, das Lkand allzumür- be machen würde, es wäre denn, daß man nach der Einſaat ſelbiges wieder bewalzen, und hiemit wieder feſt machen wollte. So kann man z.€: anf Aec>ern mancher Gegenden, die unmittelbar zuvdr Toba, Ertüſfeln, Hanf, Flachs u, ſ. f. getragen haben, und in Anſehung des Flachſes mit der Spade umgearbeis» tot worden, wohl an-dreymaligem Pflügen genug ha- ben, da die Erfahrung gewieſen, daß näch öſterem- PAugen dergleichen Aecter ſchlechtern Waizen hervor- gebracht haben. Ein kandwirth muß Selbſtbeobach- - ter ſeyn, und bemerken, in wie weit er allgemeine Re- "geln zu befolgen oder Ausnahmen davon ſeines Orts zu machen habe. Nach dem, im erſten Bande des H. V. befindlichen Füdersſchen AFerſyſtem aber ſollte doch in manchen Jahren, auch auf mürven Aeckern die leichte Egge nach der Einſaat gebraucht werden, wenn ſtavke Regen vor oder bey dem Aufgehen der jungen Saat die Aec>er feſt gemacht, und mit einer Kruſte überzo“ gen haben. Denn ich habe es einigemal geſehen, daf auf ſolchen Avern nichts geworden, und die Sproſ- ſen der jungen Saat ſich in Cirfel unter der Eide zu- ſarimen gedvehet, nicht durchbrechen, und zuleßt bey hinzufommendem gefrornem Boden in der Erde haben I; in 3 V9Us | ' 566 Kapitel, verfommen müſſen. Auch würde es die Beſchaffen» Heif des Bodens nach vergangenem Winter ausweiſen, ob hie und da der Acker mit der leichten Egge auſge- lo&Fert, oder mit der Walze niedergedrückt werden müßte, Cs giebt Erdarten, welche vom Froſte im Winter mer als andre aus einander getrieben werden, womit aber die Wurzeln. der Saat wo nicht an bie freye 2uifr gebracht, doch auſſer Zuſammenhang mit 4ährer Muttererde ſind, und daher hieſelbſt mit der 5Balze wieder eingedrüct werden ſollten. Auch) iſt oven, im Kapitel von der Säezeit, ge- ſagt wordeu, daß ſelbige für alle Gegenden„nicht eis nerley ſey. Cs ſind niedrige und zugleich ſehr krauts artige Möoorä>er, welche erſt um und nach ver Mitte des Octobers beſäet werden. Cine frühere Saat läßt ſonſt bey noch warmer Witterung zu viele Unkräuter Hervorfommen, welche den Waizen in der Folge über- waltigen und mißgerathen laſſen würden. Wey ſol- dier A>Ferbeſchaffenheit iſt man zufrieden, wettn der Waizen nur noch vor dem Froſte aus der Milch her» aus iſt, und mit ſeinen Spißen über der Erde her- vorſticht. Man hat aber Felder, welche tiefer und höher liegende Waizenacker zugleich haben» und wo man nur eine eine einzige Säczeit beobachtet, itzdem man ſich damit blos und allein nach der größern Zahl der einen oder der andern Art richtet, Es bringt aber doc) mehr ein, in ſolcher Säezeit Abſäße zu machen, wenn auch der eine Theil obgedachter Aecker noch) ſo geringe ſeyn ſollte. An ſolcer früher, auf die niedrigen ſpä- fer. Werden die Accor erſter Art z. B. ſpäte beſäek, ſo ſchlagen ſie bey trocknem Sommen völlig fehl, und die niedrigen zu ſrüh beſäeten Aecker werden in naſſen Herbfien mehr Unkraut, als Waizen, bringen. In froces oden heſaet wat) einfiel zun Man dieje Uu ſo werd Rat ſaen der | zder ge; | gem | men I: werden, DN qn die Il ng mit Quit dy Stif, db LANE Ct fiat & Nit ) vat lift | Araufer 'ß über ay ſls we (8 4 hw 8" hö 9/0 un 2110007 indem „1 Za EN ; ache, Hi)(0 gan[iw 3 jen[pi ) beſart, N un) „1 moſt 181 |(to === Y Behandl. jeder Feldfr. beſonders 567 o>enen Herbſten können dieſe Aeocker etwas früher beſäet werden. Denn in einem Herbſte, wie der 1783 war, da die erſten Regen in der Martiniwoch? erſt einfielen, war es ſo tro&en, daß kaum ver ſpäte Wai- zen, geſchweige Unfrautſaamen hatte aufgehen wollen. Man konnte daher'ohne Gefahr die niedrigen und zu- gieich frautartigen Aecer früher, als ſonſt beſäen, Ob der Saamen unkerzupflügen, oder oben auf zu ſäen ſey, verdienet noch Erörterung.(Die Leſe? worden ſich's erinnern, daß Obenauſſäen ſo viel ſey? Nach dem allerleßten Pflügen allererſt in vie Furchen ſaen, und ſodann den Saamen eineggen, oder mit der Eage bedecken.) Cs iſt befannkt, daß im ſtarfen öder feſten Boden nur oben aufgefäet werde. Da- gegeit wird der Waizenſaame in minderfeſtem Boden gemeiniglich untergepflüäget, und zur Urſach angenom men, daß Taben und Krähen nicht den Saamen auf» freſſen ſollen. Erſtere ſollten aber billig währender Saate zeit, wie ſolches bereits hin und wieder geſchieher, einge- ſperret, und leßtere mit Schießgewehr, wenn ſie Scaa- venweiſe einfallen, verſchüchtert werden. Da das Un- „ ferpflügen nur flad) geſchehen muß, ſo ſollte es doch nur bey ſehr troFner Witterung, und wenn der Re>er ſehr mürbeiſt, ſtatt finden.- Im entgegengeſeßten Zus ſtande geht der unrergepflügte Saame weniger reine und ungehindert auf. Man hat es zum öfterfien et- lebot, daß der, in regnichten Herbſten nicht unterge» pfiügte, Waizen ungleich beſſer, als der nntergepfügte gerathen iſt.' 9» 3) Der Brand im Waizen und deſſen Abwendung. Die gemeinen Landwirthy unterſcheiden den Vrand hefannter maaſſen in den Spiß-. und Staubbrand. 22-Ru 4; Jener + 368- Sechstes Kapitel. Jener geht nicht tief ins Korn hinein, und iſt von auſ- ſen an der Spike des Korns ſichtbar; Der+Staub»- brand hingegen hat das ganze Korn-mit eineni ſchwar- zen unbrauchbaren Staube. angefüllet. Der Spitz- bränd hingegen macht das Korn gar nicht unbrauch- bar. Der Bäcker zwar nimmt ihn nicht, weil das Mohl davon dunkel und grau wird. Dagegen iſt der ſpißbrandichte Waizen ſehr gut zum Brandtweinbren- nen und Brodtbacken.<,mmittolſt iſt er doch dem Tadel der Käufer ſehr unterworfen, als welche ihn dem 2andmanne zum Nachtheil in wohlfeilen Jahren zu ſehr im Preiſe herunterzuſeßen pflegen. Er 1ſt von geringerm Gewichte 6der Mehlinha!lte, gemeiniglich aber richt ſo ſehr, als er auf den Kornmärkten her- abgewürdert wird. Der Staubbrand hingegen, wenn er häuſig iſt, bringt dem2andwirthe noch weit größern Verluſt. Wenn er ſeinen ſpisbrandigen Waizen nicht los werden kann, ſo darf er nur damit bey der Vieh- maſt, oder Fütterung, zur Subſtitution ſchreiten, ſo,, daß er dabey nichts verlieren darf, Anders iſt es bey dem Staubbrande, welcher feinen Kern hat. Wenn er ihn nicht los werden kann, und ihn bey der Vieh- - zucht einer andern Getraydeart ſubſtituiret; ſo betrie- get er nach) dem Scheſfeimaaße, wenn der Dreſchfle- gel noch viele Körner ganz gslaſſen hat, doch zu ſehr ſein Vieh. Nicht zu gedenken, daß deſſen Verfütte- rung in großer Moaße auch wohl dem Viehe gar ſchädlich werden, und ſelbigem Krankheiten zuziehen Fann. In dieſem Falle iſt kein beſſerer Rath, als ſolchen Waizen in Wannen mit Waſſer, bis ſelbiges überſteht,; zu begieſſen, und. den, wegen ſeiner Leich- gigkeit oben aufſchwimmenden, Brandwaizen mit Sie- ben oder Durchſchlägen abzunehmen. Man gießt ſo lange Waſſer auf und ab, bis aus dem jedegmal ums- gerührten Waizen kein Brandkorn mehr in n Höhe Ommt, fö! durd nigt tet, dan "vmeuß | Staub 1[1000| t Epiße 17 Wah 3) wi diba Oiſe| vein 1 doc bin velhe i'| naht ten| iw Ihn| „mehiglid | vito het: NEM) 1171 (! großer wn nicht lr Viehs him, fd, ht es bey |; Yum Ie Dith | ſo betris | Duft Du ft „Baſit|, | icht gar [aich 1)/ als 3 ſelbiges yt heid mit Gib „ait h aind! IMs ve fim) x» 7 Behandl. jeder Feldfe. beſonders, 569 fömmt, und das abzugieſſende Waſſer ganz klar und durchſichtig geworden iſt. Hierauf wird der ſo gereis nigte Waizen auf dem Boden ganz dünne aufgeſchütk« tet, täglich umgeharfet und getrocknet, worauf er dann zum Verkauf, Vermahlen, oder andern Gebrau- < MAnniele Y ned n ſuch n die F alle« Raſſ gen; inJ den| IE? | einm | hem! "1 n0fſe,| yungeh Twen ih en, vue 3 Männe end und die Urſache dieſer Peſt. 2) Die blos angeſchwärzten oder an der Spi 66 gefleften Saamenkörne?(der Spißbrand) zeugen wentis | [t haben, ht an| u de Nd echt| hrung| b Zei| „UN Dier, vy 25108/7G Olnet un) Nhe, m Jewerth Gi), oed Zur des jm 3Ora- beſteht A, We (mn| de Dh 4m zh 9101 Old)| ny Zraub pyr der 970020 mn | Felgen uft aus; „oder M de dif MIG 0) um en Vide| Behandl, jeder Feldfr, beſonders, 573 wenige, und die ganz brandichten viel brandichte Stän= gel, wenn man ſie ausſaet. 3) Selbſt der Miſt vom brandichten Stroh iſt anſteend, und wo und auf was Art dieſes Gift hinkömmt, da entſteher wieder der Brand. 4) Der gebärtete Waizen(Bartwaizen) iſt vor dem Steinbrande nicht ſicher, wohl aber der Tur- kiſche mit der dicken folrigten Aehre.. 5) Die Gerſte iſt dem dritten nicht aber dem zweyten Grad des Bran- des ſehr unterworfen. Auch der Haber iſt vom zwey» ten frey.= - Hiewider ſchlägt nun Hr. Ciller folgende Ver- wahrungsmittel vor. 3 Wenn das auszuſgcende Saamenkorn von aller ſchwarzen Beflec>kung frey iſt, ſo darf man daſſelbe nur in nachbeſchriebener Lauge waſchen, Iſt hinge- gen dieſes Korn mit Brand angeſtet, ſo muß man es zu wiederhohltenmalen in Regen- oder Flußwaſſer waſchen, und es nicht eher durch die Lauge? gehen laſſen, bis nichts ſchwarzes mehr an demſelben zu ſehen iſt. Zu dieſer Lauge nimmt man Kſche von neuem Holze, d. i, welches nicht geflöſſet worden iſt 3; davou füllet man eine Kute bis auf 3 an, und gieſſet eine hinlängliche Quantität Waſſer darüber. Das Waſs ſer zur Lauge, welche für das Betrayde beſtimmet iſt, ſoll 2 Pinten Pariſer Maaß, oder 4 Pfund Waſſer, auf 1 Pfund Aſche, halten, wovon eine ziemlic) ſtär- ke 2auge wird. Nachdem ſie durchgeſeiget worden, muß man ſie wärmen, und ſo viel ungelöſchten Kalch darinn zergehen laſſen, bis ſie davon milcen werde- Den Korb füller man wieder mit Waizen, taucht ihn. wie vorher, in die Kufe, deren Bodenſaß man beſtändig mit einem Sta- be aufrühren muß; und ſo fährt man ſort, bis die 60 Scheffel fſämmtlich eingeweicht worden. In eben dieſer Abhandlung wird auch das Mikt«- tel des Herrn Oberſter Plummer mitgetheilet. Man wäſcht den Saatwaizen in einer großen Küpe 3 dis amal, vührt ihn um, und nimmt die obenauf ſchwim« menden Körner hinweg; bereitet alsdenn von gemei- nem Salze eine ſo ſtarke Sole, daß ein Ey darauf ſchwimmen fann, ſeßer 2 bis 3 Pfund fein geſtoſſenen Alaun dazu, und rühret es umz bringer hierauf das Saatgetrayde in Körben in dieſe Sole, läßt es 30 bis 40 Stunden darinnen, und den Tag vor der Saat nimmt man es beraifs, und ſiebet Kalch varauf, wel- Her die Körner ſchleunig trocknet, und ſäet ſie. Dies ſe Sole kann man immerfort brauchen, wenn man iur, ſo wie ſie abnimmt, immer Salz und Alaun zu- ſeßet,=/ | Ur jeden | ih fs| 0(ht: Atman, Anſhu NE Eg 3 Em hut Sen Ah 9. Vieh Ahn Dm She he 8) ſweat cw Jhdt man Din die 111679 | vs Me 1] His Mit H, on Die 306 Ps f ſin: zu ged p4)) darm Zſtoſſee Arauf das y 88 300)| je Gad g(uf, Maun jp Npemel dy Behandl; jeder Feldfr. beſonders 575 iu AnmerFuntden. a) Auſſer den, in der Preißſchriſt des Hrn. Tillets bemerften Wetraydearten iſt auch die Hirſe noc) ſehr dem. Brande, und nächſt dem Waizen mehr, als alle übrigen, unterworfen, und zwar.dem zweyten Grade des Brandes, wie ihn der Verf. abſtuſet. Wenn die Körner dieſes 2ten Grades Zeit genug haven, auf dem Felde mehr trocken zu werden, ſo verliehren ſie von ihrer Fettigkeit, und üblen Geruhe, welcher dem von verfaulten He- ringen gleic) fömmt. Wird der Waizen auf dem Schwaden beregner, ſo zergehen die mehr getroc>« neten Brandkörner, und machen alie geſunde Aeh= ren nebſt ähren Körnern ſchwarz. Hb) Der bey uns ſogenannte Bartwaizen, welcher lange Grannen, oder Hacheln, an den A-hren hat, und in mancher Abſicht dem Waizen ohne Hacheln . vorzuziehen iſt, iſt meinen Erfahrungen gemäß dem Brande weit mehr, als dieſer, unterworfen. c) Der bey uns ſogenannte türkiſche Waizen, Mais, oder Maizkorn, iſt das einige, welches vom Bran« ve befreyer bleibt. Ueber vorhergehende und die= . ſe Wahrnehmung ſoll nachher mehr geſagt werden, a) Das Anſte>en des Brandes iſt auch unter uns Wirthen in Deutſchland eine längſt bekannte Sa» ye geweſen. Nur das Wie? iſt uns Hr. Tilies ſchuldig geblieben. Die wahrſcheinlichjte Hypg- theſe hierüber wird hernach folgen. e) Das Einbeizen des Saamens auf dem naſſet - Wege wird bey uns weniger mühſam verrichtet, wie ſolches bald gelehret werden ſoll, €)„In Ns 2 52 CHE / 576 Sechstes Kapitel. Ff) In dem zweyten Verwahrungsmittel des Saa» mens wider ven Brand kömmr Alaune vor, die gänzlich als überflüſſig nicht nur, ſondern ſogar als ſchädlich zu halten iſt, indem ſie die Säure der Erde, die doch, wie bald gelehret werden wird, eher vermindert als vermehret werden ſoll, unterhalten hilft, Hr. Bertrand lehret in ſeinen bekannten Ele- mens d'Agriculture vom Brande S, 50, da er jeinen Pachter redend einführet, alſo: J< habe bemerket, daß ein Feld, durch welches der Wind nicht frey hin- durchſtreichen kann, fähig iſt, den Brand hervorfom- men zu laſſen; und S. 92. Seit langer Zeit ſind meine Felder vom Brande befreyet, bis auf ein einziges, 'wo er noch bisweilen zum Vorſchein kömmt, Aber ich bab? Nachbaren, die öfters Brand haben, Jcermaos in der Schweiz) zu beſäen habt, Zehn Eymerz. B. worinn ein halber Eymer voll Aſche, und eben ſo viel Miſt von den vorbenannten Jungredienzien kommen. Rüh- vet ſelbige von Zeit zu Zeit 5 oder 6 Tage hindurch unter einander. Sie werden ſich von ſelbſt erhißen, welches man ein Gähren nennet, wie der Teig vom Sauerteige in Gährung kömmt, oder der Mott in ſei- nem Gefäße, Wenn die Gährung vorbey iſt, fo wird eine fettigte Materie vorhanden ſeyn. Man nimmt nun davon einen Eymer voll, und bringt es in einem Topfe oder Keſſel zum Feuer, und wenn es 5 oder 6 Minuten im Auſfochen geweſen iſt, ſo wird es vom Feuer genommen, ein Stücf ungelöſchter Kalch, welches 2 Fäus ſte dik iſt, hinzugechan, und unter einander gerühret, bis der Kal) wohl aufgelöſet, und klein geworden ilt. Man hat alle dieſe Ingredienzien auf dem Hofe, und. wenn's an einerfehlet, ſo erſeßet man ſie-mit einer an» ern, die ihr am nächſten fömmt, DOfenruß: und Lau- ge von der Wäſche oder vom Seiſekochen können die Stelle der Aſche vertreten. Man kann- Miſtjauche und Miſt zugleich nehmen, Pferdemiſt ſtatt. Tauben- und Hühnermiſt,. Kalch kann aber niemals wegge- laſſen werden.; Sollte es an lebendigem(ungelöſchtem) Kal- he fehlen, ſo kann man den, der von der Luſt zerfallen vder mit-Waſſer gelöſchet worden, gebrauchen... Man Darf ihn nur aufs neue im Feuer brennen, oder. darinn glüend werden laſſen, Hievon wird er ſo Traftig,. als er vor dem Löſchen geweſen iſt, Jym ſey. aber wie er wolle, die Compöſition muß eine dicke, fette, vlichte Materie ausmachen, als wovon ein Eymer- voll hin reichen wird, ſo viel Saamen zu befeuchten, als zu einem Juchart erforderlich iſt, Es wird die nur bes ſchrie ſeid mit de arbeit deel | ſo mi | his€! | des a | gee | aber | tägli | man | zu | und man | geid |(0 | ſuch | haf! | bis? | üzj | au | mn | den den ner Ea 4 2] | (4 Emy| Broß in| DB, vom|! j viel"NN Dr. 1 S hinz)| FP(hin| JMG"W| Yoſi in 49.(oy) S 1 imm I|(1 0117 D5(1 HC om Zu M's 2 ne, 10708 ie, un ENEN 708M Jin jau) |) Zube DENN Ein) 8 E jet iu I er dain "1110 Nj 1707 49 471008 | yp Behandl, jeder Feldfy: heſonders, 573 ſchriebene Miſchung darüber gegoſſen, und die Körner mit der Schüppe oder Schaufel ſo unter einander ge- arbeitet, daß alle Körner davon angefeuchtet oder- bes decker worden. Sollten einige Körner tro>en bleiben, ſo müßie man aus der Kufe noch ſo viel nachzieſſen, bis es genug iſt. Dieſer ſo zubereitete Saamen kann des andern Tages, oder. no< an vem nämlichen Taa ge der Zubereitung ausgeſäet werden. Sollte. man aber daran verhindert werden, ſo maß. der Waizen. täglich umgeſchüppet werden, Auf ſolche Weiſe kann man ihnen 72 bis 14 Tage ohne Schaden erhaiten. Im Fall man keine Zeit hätte, dieſe Zubereitung zu machen, ſo kann man ſich begnügen, Aſchenlauge und lebendigen Kalch zu nehmen; zu welchem Zweck man den Saamen mittelſt eines in die Miſchung ein«= getauchten Beſens verſchiedenemal beſprenget, und un? ter einander ſchüppet, bis alle Körner ſaitſam ange» feuchtet ſind. Hierauf wird Kalch- auf. den Waizen- haufen geſiebet, und ſelbiger ſo lange umgeſchüppet, bis der Waizen trocken, und hiemit zum Ausſaen fers tig iſt, Noch muß man den Waizen vor dem Dreſchen ausſuchen, wenn man auch nur wenigen Brand dar2 unter gehabt hätte, aus Furcht, daß nicht die geſunz den Körner vom Staube des Brandes angeſte>et wera den. Ihr habt, ſpricht der Herr zum Verwalter fer- ner, wohl gethan, daß ihr eure Waizenkörnet zur Saat auf dem Tiſche von euern Leuten verleſen laſſet, wie nicht weniger, daß ihr eurem Saamen ein gutes, ſtarkes und geſundes Land beſtimmet, den Saamen wohl reif werden laſſet, und ihn trocfen in die Scheu- ne bringet. Jmmittelſt will ich) euch den männlichen Saanen von dem weiblichen unterſcheiden lehren Hier ſind zwo Händevoll Waizenkörner, was iſt daran zu unterſcheiden? Dieſes, daß der eine Theil ſtärkere, || ab 2 5 EE ILIEHEN f1är 580 Sechstes Kapitel. flärere und gleichſam durchſcheinende Körner hat, dev andere aber niht. Wäget nun beyde Theile mit der Wage. Hier, ſagt nm der Verwalter, betrieget der Schein nicht; der ſchönſte Waizen iſt der wichtigſte und befie, Sollte man aber, ſragt er, alle weibli» darf ſchreibt: Meine Untergebenen ſäeten imo imer recht reifen und den allerſchwereſten Waizen, der beym Reinemachen in der Scheune vorweggenommen worden.(Den Vorſprung,) Dieſer ward in recht fett gedüngte Braache vom ſtarken Boden eingeſaet, und davon immer Waizen ohne Brand erhalten, Die Haupturſache des Brandes ſteckt in dem kleinen noch nicht reif genüg gewordenen Saamen.“ Denn der Waizen hat die kleine Untugend an ſich,'daß die mit- teiſten Hauptähren von einem Stoc>k öfters 8 Tage eher reif werden, als die Aehren auf den Nebenhals men. Auf dieſe kann man aber nicht warten, bis ſie auch reif geworden wären, Man muß ſich nach den meiſten und reifſten Aehren mit dem Abörndten' richten, und damit eilen, bevor ſie die Körner ausfale leu laſſen, Dieſe unreifen leichten Körner aber aus- geſäet, bringen nimmermehr ein recht reifes vollſtän» diges Korn, Weil der Geiſt des Saamens zu ſchwach. geweſen, ſo wird hier die Frucht leicht und is Herr * " 3 Nat de Cat der „the Ni -Y Wb Shunt I) hyyl eli 19040 19, un) LU 1 Ww hilt d A/E Winden, 1 Abo(iw 4, der mmen humuht PENG 1 Ie Pen uh me 6 mi 199) 20ye | pyerhals 29, bis u) 9 . dtn eg "10017

. ebd. muß vollſtändige Hand und Finger haben 28. wie ſolche den Saamen ausſtreuen, ebend. muß gleiche Züge thun 29. wag er vor dem Anfangen des Säens zu beobachten? ebd. in welcher Breite und Länge zu ſäen? ebd. das Säen in | einem oder mehrern Gängen, ebd. wenn ein Beet oder 144] Ackerſtück ſchmäler wird, ebd. f. der Mittelrücken, wenn | er unbeſäet bleibt 30. das Nachſäen zum zweytenmale, ebend. wie viel in gewiſſer Zeit ausgeſäet werden kann | ebend. f. das Säen der feinern Saamen 31 f. wenn |) Saamen verſchiedener Art unter einander zu ſäen 32. | i jj] Ss8en 1|f. muß von einem geſchickten Säemann verrichtet | | | 11]) werden 24. die Kunſt zu ſäen wird ſelten recht verſtan- ||| den, ebend. das Säen auf zwey Beinen oder auf einem ' Beine 27 f. Säemaſchinen, was davon zu halten 47 ff. Uneinigfeit der Landwirthe über das Dicke» und Dün- | neſäen 49 ff. Entſcheidung darüber 50. Regeln, nach jj welchen dünner geſäet werden kann 5 3 ff. indie Auftrift IN) ſäen 65 f. wie viel Zeit zwiſchen dem lekßten Pflügen und m Säen verflieſſen ſolle 66 ff, ſoll nicht in naſſer Erde || geſchehen 129. | Senſen, der Schade, wenn ſie nichts taugen 284 f. woher hi ihre Untüchtigfeit kömmt 285. wie ſie beym Einkauf zu probiren 286 f, Klopfen derſelben 287 f. der Ham- mer dazu 288-f. wie die Senſen mit Wekſteinen zu ſchärfen 239 f. rechte Stellung derſelben 290 ff. Sen- | Senſen 295 ff. mit Bügeln zum Grasmähen 297 f. | Sichel, Abbringen des Getraydes damit 314 y Sommer, Wärme und Feuchtigkeit deſſelben, die etwas mehr, als das gewöhnliche Maaß iſt, bringen Ueberfluß 134. jj GSperlinge, wie ſie von Früchten dex Bäume und der Felder | abzuhalten 652. a jh| Strob- 41] in ![| "“ ſenbaum 291. Hafen 292 ff. verſchiedene Arten dee | 7 3/3 AIF 2 53. 1<-- 5V39 Hy 20m dis Fs FDDI, m zn Ind wd I "Regiſter, Scheune, rechte Zeit di 7 ien Uand mit der DEDHIGT WRRL I auszubeſſern 262. wann: MEER 3 des Scheunefiures anzuf y Un Aalge f. wie ein H. 0 meſiures anzufangen ebd, n uener recht dauerhaft zu mache 769 und 71 4 zerne Tennen 267 f. A SIE LE NEIEERN pole 197 en 267 f. Ansräaun I% us unn„fen 25908. 76h uSraunmung der Täſſe oder Ban- attug WW Sainoibeier AGEN NIH zu belegen 2691. j vlhndie daß alle Mandeln oder Schote vm HG 6 2178 10 "m CEA! werden, ebe: MER 29, 08 x die Garben WIE 10[eS Pfervetne m Mie IE be? in! Scheunen 380 ff.+ Verſchieſſon/, ſeine Wurzeln verfrieren nicht, wenn ſchon das Holz erfrieret 138. iſt im Frühlinge, beſonders im April in Gefahr, von Fröſten oder Reifen ſeine Augen zu ver: lieren, ebd, ſeine-Beeren fallen in zu naſſen unt zu tro>- . fnnt nen Sommern ab, ebd. leidet am meiſten in der Lom- erotdentlih| bardey vom Mehlthau, ebend. braucht im Auguſt reich: wers der| lichen Saft 139. hernach Sonne, ebend.„ſeßt im Juli 70,(ile und Auguſt die Fruchtaugen fürs fünſtige Jahr an, ebd. DI 55, aus dem Anſetzen vicler und vollſtandiger Bluthknoſpen entgehen vom Auguſt bis in den October wird auf ein gutes Wein- 531, das jahr geſchloſſen, ebend. Las zicke, Saatwicke, Futterwicke, 725 f. weiße Wie- af 723 f. ihr Nutzen, ebd. f. heiſen in Italien Piſelli E40 Romani, ebend. wird verfannt und immer vertilget 7 24 w3u f. ſchmecken ſo gut als die beiten Erbſen 725. ihr Exr- ' Macs trag 726. ſind dem Honigthaue weniger als die Erbſen. 1. ei: unterworfen, ebend. ſind den Bienen ſehr“ zuträglich enth, 727. wie ſie unter den Erbſen von ſelbſt zum Vorſchein fe beſwiee fommen können 727 f. kleine FSrüblingswicte 729. ne verden gehdret zu den beſten Gewächſen für die Schaafe, ebeid. jzes It zu gelbe Wie, ebd. f. dieſelbe mit rauchen Blumen, 2c. nhige vent 730. Zaunwie mit 4 bey einander geſtielten Blumen, Orwai3en ebb, wird gern von Schaofen gefreſſen, ebd. Dythini- inge Sff a ſche bende Widengerſte 743, ihr Vermiſchen mit der großen und flei- XYoidenpferdebohnen 744. wenn ſie zu ſagen, ebd.: Widenroggen 742 f. dienet zur Crſekung des Heumangels, ebd. Zeit des Ausſäens, ebd. Proportion der Miſchung, ebd. welche Arten von. Wicken zur Viehfütterung, und welche zum Madlkorne zu erwählen 743 Wind, Yv Regiſter. T ſche WiFe 731. Franzöſiſche Wie, ebend. f. iſi um der Bienen willen ſehr zu empfehlen, ebend. zur Verbeſſerung des Bienenſiandes nüßken die verſchiedenen SWicenarten ungleich mehr als der Klee 732. Widen 709 ff. vertragen die Fröſte weniger als die Erbſen, ebd. ſollen nicht auf zu niedrigen und naſjen Ae» &>ern gejäet werden 710. müſſen nicht zu reif werden, ebd.«wenn die Aecker davon verdorben werden Foönnen. 711. Gebrauch der Wicken zum Vichfutter, ebend. f. üble Folgen, wenn ſie unter dem Roggennichle verbacken N werden, ebd. eine Subſtitutionsſaat von Wicken innaſ- ſen Jahren 713 f. Kennzeichen ihrer Reife 714.- grü- nes Wickſutter 714 f. Widenveränderungen, die Verſuche datnit ſind zur Zeit ſchr vernachläſſiget, ebd, ff. ſind dem Klee gleich zu achten 7156. Eintheilung der Wi- >en in zwey Geſchlechter 717. große Erbfenwie,' 717. hat eine ausdaurende Wurzel, ebend. wächſet bis zur Männshöhe 718. Fann jung und mehrmals im Jah» -« re zum Verfüttern abgemäher werden, ebend große „edenwide, ebd. f. perenniret und halt harte Winter aus, ebend, klättert auf 4 Ellen hoch und kann 6 bis| 8mal abgemähet werden 719 iſt in den erſten Tagen des ubm Märzes ſchon Fingersiang erwachſen ebd. Waldwide,| ebend. Vogeiwice mit lanzetformigen Blättchen tc. y ebd. f. wird von den Bauern zum Fohlenfutter ſehr ge» liebet 720. ilt zweifelhaft, ob ſie dem Horn- und Schaaf- vich ſchädlich ſey, ebd. HJorgenländiſche Dice 720f. zwepjäbrige Wicke 721 f. wächſt unter allen am höche ſien, ebd. kann aile 2 bis 3 Wochen abgemähet werden| 725. MAengdgaliſche Wie, ebd. RER Widenbuchwaizen 744. ſoll den Heumanzgel erſeßen, ebd.|| wird avc< zur Abweoidung geſäet 745. nen Gerſte, ebd. Widenbaber 743 f. Proportion des Saamens, ebend. die Wickenkörner werden unter dem Haber eher reif, als un:| ter der kleinen Gerſte 744: Wwe r | Regiſter, j f iß| Ipind, was aus deſſen Stande zur Zeit der Tag- und Nacht? dzu) gleichen zu ſchlieſſen 117. wenn er im Sommer warm "Wegen iſt, ebd. wenn Regen darauf folget, ebd.“ kaun ſich mit 732, der Sonne drehen, ebd. kann der Gewitterwolke entge M vie| gen gehen, und den Donner reize 118 064 Winde, bringen den Feldern Nutzen öder Ghäden. 1. adm N Nordwind bringt in verſchiedenen Ländern nicht einerley mdf Wetter, ebend. Winde tronen mehr als die€ onne 112, vtbaden bringen Feuchtigkeiten, ebd. führen truſtiſche Materien eina Mit ſich, ebd.„der Oſtwind trocknet bey uns ain meiſten, 4 ebend. fann in den Wachsmonathen feine güte Vörve- u M7 deutung geben, ebd. der Nordwind kann in gewiſſen Ki 4 Monathen die Saat ſchr beſchädigen, ebd, f das Pfu- j M h gen und Beſäen der Aocker iſt bey Oſt- und Notdwinven jveM unvortheilhaft 113. Winde erfriſchen die Pfianzen, ebd. fmwite bringen Regen, ebend. geben zu jeder Art von TWit- ſet bi; terung den Ausſchlag ebd. können Vorzeichen der Un- m Nh fruchtbarkeit abgeben 114. Folgen des Windes nach Be- re ſchaffenheit der Luft 115 f. iſt im Sommer veränderli- Winw 1 der 116. wornach er ſich im Winter richtet, ebd. was 16 Wi aus ſeinem Stande zu ſchlieſſen, ebd. können einen ge- gendes wiſſen Stand auf eine Zeitlang annehmen, oder nicht wide, 223 f. wenn ſie anfangen und aufhören 232. von wel- 5 Ww. ür SE *AElio> Regiſter. uhd Öbſs tn is ſcha- ju ler Ry M Zeſha- Ie Fröſte 1. Frühlinge pe: ſchlechte Reife un arben m Srühli afzeit, ing giebt ſ<> ſpate 2 viel 8 tem im>ne Sa aten ling 164, bend. die Saga fro IE cne Abwechſe- lung derſelben- 216, künftige Witterung, wie ſie zu entdecken 220 ff. die prophetiſche Wechſelzeit ſur das folgende halb? Jahr 2 21 ſf. Deobachtung iyrer Theile und Werkzeuge 223 f- wie um des Pflügens und Säens roillen zu wiſſen, o9, ein naſſer oder trockney Wirterungstauf auf etliche Tage ober Wöchen bevorſtehe 228|f. wie aus - dex Gettalt des Himmels eine Abänderung zu ſchließen 25+ -F. die Witterung beſtimmt ſich in den Neu- und Voilmott- den. um die Nachtgleichen, zum Thetl auch um die Sotinens ' xoenden Femeiniglich für'drey an< wohl ſechs Mouatde 230... „die V3ondspunkre ändern das Wettoy 236, [3 u] 2<<. N 262% Zu ik=< Su heu nner dend. heu⸗ arauf laßt Nenet tagen TDau⸗ ſch⸗ einen arriſt dling grüͤh⸗ mein blich⸗ 993. man llben rim im to⸗ ac nde⸗ tboten . Ne ng it wechſe⸗ reung, zit für 9 Jheile Caens noslauf vie aus en?, dlmon⸗ onnen⸗ he 230. 1316 ——— ——.— * ————————— ————-————N—— —— — — —— 0 CI GOſour 8 r Sornrol Ghart aamn Blue Cyan Green Vellow Heod Magenta Wnite Grey 1 Grove Grey 3 Grey 4 Black

er ſeiner Nachbaren hatten.. Er pflügte 1) den für ven Waizen beſtimmten Acker ganz flach beym Draachen, doch-ohne ihn nur zu ſchinden ( überweg zu ſtreifen) und zwar zur Zeit, wenn die Erde weder zu hart uoch zu weich war. Wenn es Erd». - lumpen in einem feſten Boden giebt, läßt ſis nicht: Aach pflügen. 2) Den Miſt ließ ex ſo auf ben Acker führen, daß man nicht immer auf dem Acer eineriey Wegfuhre, und ſolglich dort. den Boden zu hart.mach tw. Kann man das nicht vermeiden, ſo pflüge man die Wege beſonders um, ohne den Pflug auf dem gan- zen Acker zu tief einzuſponnen, Acert man das dritfs - temal, ſo pflüge man ſo leicht, als man unter dem Miſte wegfommen kann, nur daß die Furchen ſo ots deutlich liegen, als hatte man zur Saat gepflüget. 4) Will man zur Saat adern, ſo pflüge man unter dem Miſte durch, doch daß ein Queerfinger ſtark eine Decke von Erde auf dem Grunde liegen bleibe, d. is ſo viel flächer, als gewöhnlich gepflüget wird. Man pfiüge ja nicht mit einem ſcharfen oder neuen Pflugeis ſen, weil es leicht zu tief eingreiſt. Nie pflüge man in naſſem und kothigem Wetter, weil neben andern Urſachen der Pflug alsdann zu tief: eingreiſt. B2y dieſer Behaudiung hatte er von 1747 bis 1767, da er dieſes ſchrieb, nie etwas Brand in ſeinem Waizen« Er kalchte auch vor dem Saen den Waizen ein, glau- bet aber, dieſe Cinfälchung verhüte nicht ſowoobl den Brand, als daß ſie dünge. Daher- unterließ er nicht das Cinfalchen, welches alſo geſchah: Ec fühlte eine? Waſſerzuber mit reinem, oder noch. beſſer, kit Miit- Do 4 tacdens Nennen BRE. 42507 584 Kapitel. lachenwaſſer, ließ darinn ein Sieb, durch welches der Waizen nicht fallen kann, ſchüttete ins Sieb eine Menge Waizen nach der andern, rührte den Saamen wohl, aber ſchnell im Waſſer um, hielt das Sieb unterm Wäſſer, und nahm den leichten Waizen nebſt dem Unkrautſaamen, die oben ſchwimmen, ſchnell hin- weg. Zaudert man ein wenig, ſo ſauget der Unrath and) Waſſer ein, und ſinkt zu Boden. Nun nimmt man dem Maaße nach, auf 48 Theile Waizen x Theil Kalch und 1 Theil Salz, und ſchaufelt den Waizen 4 bis 5 mal unter einander Das Kälchen macht den naſſen Waizen wieder trocken, und das Salz hält nache mals den Kalch feucht, daß er beym Säen nicht ſtäu- bet, und den Saäleuten nicht die Augen verdirbt. Anmerkungen. 2) Unter dem ſo großen Haufen ſs mancherley Mey- nungen über den Urſprung und Abwendung des Brandes habe ich nun diejenigen ausgeſuchet, welche der Sache am nächſten kommen, und wo. ſie abzugehen ſcheinen, doch wieder zu vereinigen ſind. b) I< habe ſchon oben geſagt, daß die Entdeckung des Hrn. von Münchhauſen von der Beſchaffen heit ſey, daß fich daraus alle Erſcheinungen in Anſehung des Brandes wohl erklären laſſen, weß« halb ihr allerdings der Vorzug vor allen übrigen Hypotheſen gebühret. .€) Wenn man die Würmer in den Brandähren als die erſte Urſach(cauſa primaria) des Bran«- des anfiehet, ſo iſt der Mangel des Triebes, oder hinlänglicher und aeſunder Nahrung der Waizen- pflanze, als die Nebenurſache(caula lecundaria) zu beträchten. Denn man ſiehßet es jährlich an andern I...-/y/-=-.>- 89.“ Fe3=> 3 3)= 22> Fer; ERIN EEE wie 1 eine San ), Cid Nn"ſ 2,1 Uh| nim 1: el OBaiyn Dh day Ti noh" 15 0175 "Ww ves 1.Met, mw Pm) ND) | hoffe vw y wee rigen jähen Fiat 3,000 Deh nar) (id an 10) Dt ib| Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 5835 andern Vegetabilien, daß die kranken oder ſchlecht genährten am meiſten den Jhſccten herhalten müſs ſen. Die Blattläuſe z. E. werden am häufigſten auf ſchwächlichen Bäumen, und auf Hopfenbläte tern angetroffen, deren Ranken zu wenig aus wohl» -gedüngter Erde Nahrung an ſich ziehen. Kränk« liche oder ſchwache Bäume werden gemeiniglich alle Jahre den Raupen herhalten müſſen. Sie werden eher kahl, als diejenigen, welche vollen Trieb haben. Die vollſaftigen Blätter wider- ſtehen mehr den Raupen, fie werden davon krank oder ſterben, oder gehen weiter; ſo wie die Sei- denraupe mit den Blättern des jungen Ausſchuſs ſes, weil ſie zu viel Saft oder Waſſer enthalten, getödtet werden können. Cs können daher die Brandwürmer auf einer wohl genährten Waizen« pflanze, nicht gedeihen oder fortkommen, Sie ſterben oder fliegen davon. d) Nun erkläreman ſich, warum nachdenkfende Wire the, dergleichen unter andern Kayſer auch war, die Abwendung des Brandes allein in einer beſs ſern Cultur des Ackers,«geſucht und auch gefun» den haben. Der Aefer des Kayſers hatte Zwei- fels ohne in der Tiefe eine Erdart, welche dem guten Wachsthume der Waizenpflanze zuwider war, oder ſie kränflich machte, weßhalb ſie dem Brandwurme gedeihlich, und von ihm zum Auf- enthalte und Vermehrung ſeines Geſchlechts erwähe let ward. Da ich niemals an Ort und Stelle eweſen, und die Beſchaffenheit des Kayſerſchen odens nicht anſehen können, aber, aus dem, was aus obigem Berichte erhellet, ſehr hart iſt,.und in trodner Witterung vom Pfluge in große „Klamigew aujgebrochen wird; ſo iſt daraus zu Do 5. ſchlieſs 53 Sechstes Kapitel, ſchlieſſen3 daß der Boden unter die löttichfen ode? "Iehmichten, dergleichen die meiſten in Kayſers -.. Vaterlande ſind, gehöre, Auch iſt ferner zu ſchlieſ- fen, daß ſein Aer, wie es die Art der lettichten überzaupt mit ſich bringt, ſehr mit Eiſentheilchen müſſe angefüller ſeyn. Ihr Uebermaaß verſtattet den Pflanzen feinen" lebhaften Trieb, und fann ſie bald kränklich machen, Das ſo beſchaffene Weſen dieſer Je>er wird aber durch den Kalch geändert.- Der Kalch verſüſſet die aus den Ei- ſentheilchen herrührende Säure, und umgiebet den eingekalchten Saamen mit einer folchen Des &>e, welche die anliegenden Erdtheile corrigiret, mithin der hervorgehenden zarten Wurzel ſo fork eine geſunde Nahrung verſchaffet: So ſahe Kay» ſer den Kalch blos als ein Düngungsmittel an, veil er gewahr ward, daß ſein Woizen varnach beſſer und lebhafter wuchs.+ Er fand aud) eine kro>ne Beſiellungszeit ſeines Ackers vortheilhafs« ter, Die Eiſentheilchen ſchaden weniger oder "gar nicht, wenn der Aer von Näſſe befreyet iſt. Oh aber nicht der Aker des Kayſers dod) nad) und nach mittelſt tieferes Pflügen hätte können . verbeſſert werden, ſolches unterſuche hier nicht, - da bereits im erſten Bande des H. V, hierüber Auskunft gefunden wird.: e) E>hart befreyete ſich vom Brande durch Aus- » fäung des ſchweren Waizens auf einem fetten - ſchweren Boden. Sein Waizen war alſo der - Vorſprung vom Reinmachen oder Aufheben in der Scheune. Je ſchwerer er iſt, deſto vollfom- ener iſt er, und'kreibet eine deſto- lebhaftere Pflanze hervor, welche:auf einem wohlgedüngten .. Fcweren Aken dem Brandwurme alſo ſo wenig begehr- Wihten lden NG Ind fn | hafen Nn Feld wmG umgeht jem Zh Jyrigie) No fet Se Ra hi dn Warna vein? ph [ade vu jo vd (4 finn iW nian, ((ieri h JyBs m fet (dy W ban 10 | vollfen (' afin bingen ſo we 0 puh Behandl. jeder Feldfr. beſonders, 587 begehrlich als gedeihlich ſeyn konnte, weßhalb niemals Brand in CK>harts Waizen, der überall das recht fette Düngen als ein Hauptſtück boym Ackerbau anſahe, und es wegen ſeiner ſtarken Viehmäſtereyen darinn ſehr weit trieb, zu fin» den war. €) Hr. Bertrand unkerſcheidet ſeinen Waizen ix männlichen und weiblichen. Nur jenen will er ausgeſäet und deßhalb ausgeleſen haben, Der männliche Saame iſt aber der ſchwerſte, und wenn man.mit dem Vorſprunge nicht geizen will, ſo wird. man nicht viel weibliche Körner darunter finden, die man allenfalls, wenn man Zeit und Yühe nicht achten wollte, wohl auc) heraus ſuchen fönnte, Dieſerhalb. würde man zum Zweck kom- men, wenn man z, B. bey dem Reinmachen ei- nes Winſpels i in der Scheune nur 4 bis 6 Schef- fel davon als Vorſprung zur Saat Pmegnſ hm Die meiſien Landwirthe ſind in dieſem Punkte über's Gebühr Wirthe, und nehmen von 1"Wins ſpel über 2 Theile 3 zum Vorſprunge hinweg, ohne an der buchſiä*blichen Wahrheit-des befannten Sprichworts'zu denken 3. Was der Menſch ſäet, - das wird ex ärndten, g) Feuchtigkeit gehöret zum Leben des Brand» wurms. Herr v. Münchbauſen ſahe feine Würmer mehr am Leben in trocknen Brandkför» nein. Chbenderſelbe lehret daher, daß alter Wai» zen keine Würmer fortpflanzen könne, weil keine Feuchtigkeit mehr davon befindlich iſt, und daß an friſchem Saamen, der noch nicht ansgetronet ſeyn kann, das Wurmgeniſte durch eine ſcharfe Beize zetſtöref werden müſſe. Man kann hier» aus ferner ſchlieſſyn, daß je trocfner derabgeärnd« feia | ] 588 Sechstes Kapitel, tete Waizen in die Scheune kommen und auch bey dem Ausſäen in die trockne Erde wieder kom- men kann, deſto weniger vom Brande zu befür- ten ſey. Vielleicht ſind mit mir no< mehrere Landwirthe hierauf achtſam geweſen. Zn dieſem Jahre hatten an hieſigem Orte an die 6 Wirthe vielen Brand. Bey zween war er mittelmäſſig, etwa der 1ote Theil ihres Waizens war der Brand, Zwey andre hatten etwa den vierten Theil Brand, Zwey aber hatten mehr als die Hälfte. Alle dieſe Wirthe nun hatten im Jahre 1782 ihren Waizen naß eingefahren, kurz vor der Saat ihn erſt ausgedroſchen, hatten aber zum Cinkalchen die Beize nicht ſcharf genug gemacht. Dieſes iſt aber von mir ſchon mehrmals beobachtet wor- den, weßhalb ich auf den Saatwaizen beſonders aufmerkſam geworden, um ihn recht tro>en, und wenn er dieſes auf dem Schwade geworden, nicht des Morgens oder Abends bethauet, ſondern in den mittlern Tageszeiten, einzufahren. Manz kann daher die Vorſichtsregel nicht genug anprei- ſen, den Saatwaizen in Zeiten ausdreſchen, ihn auf dem Boden recht dünne ausbreiten, fleiſſig ume wenden und troenen zu laſſen, damit das Brand» gewürme aus ſeinem Elemente, der Feuchtigkeit, herausfomme, oder vielmehr aus Mangel derſel ben zu leben aufhören müſſe, h) Hr. Bertrand hat bemerket, daß der Brand auf einem Felde zu Hauſe ſey, welches in einem? Walde eingeſchloſſen iſt, und daher vom Windo nicht genug beſtrichen werden kann. Ferner ſagt er, der Brand komme zum Vorſchein, wenn zus Zeit der Waizenblüthe, ingleichen wenn der Wai» zeu in der Milch iſt, Regen und kalte Nebel ein- fallen, (Dip „. nig DY) | Beh Q. W 93) Urt Oi M ) Diſs Oft mt ſonders 1), und Ww, nit wm j Im p wp Gm, iht gpg um 5 Dun „hiigfoh fol Dorſch Jan 1 einen 4 Yind mſd pe a vr Dab NOE JH ,Ö Behandl. jeder Feldfe. beſonders. 539 falfen. Feuchtigfeit, wie vorhin geſagt. worden, iſt das Element des Brandwurms, Die CEyer, vder der Wurm ſelbſt, können in feuchter Luft umberſchwimmen, von den Pflanzen ſclbſt, oder von ihren Aehren aufgenommen, und ſomit weit und breit umhergetragen, mit dem Regen und Irebel noch nicht angeſte&t gewefjenen Waizen- und andern Pflanzen angehänget, und ſo ausges breitet werden. Dieſes wird beſonders bemerke bar zur Blüch- und Milchzeit des Waizens, da die Würmer oder Cyer wie der Blüchſtaub, und vielleicht mit vemſelben, zugleich umhergetragen werden. Dieſes kann bald früher bald ſpäter g6« ſchehen., Wenn ſchon die Hauptpflanzen abge-' Blühet haben, und die Körner Milch beginnen, ſo können die ſpäter nacden bald feucht einggarndtet, bald„ihr Saome falſch bald gut eingebeizet worden. In Anſehung vieſes leßten Punkts wird durchgängig, beſonders von dem geringen Landmanne am meiſten gefeh« let, indem der Kalch theils zu wenig, theils zwar in gehöriger Menge, aber nicht mehr in ſeiner Kraft, genommen wird, n) Der Kal<, wie er meiſtens von den meiſten gemeinen Landloufen gebraucht wird, muß,- da ſie ihn ſeit langer Zeit als Staub und Pulver zerfal- len haben liegen laſſen, völlig auſſer Kraft ſeyn. Dieſes kömmt daher, daß ſie nicht Gelegenheit haben können, ſich mit lebendigem friſchem Kal» che gegen die Saatzeit zu verſorgen. Sie ſind auch zum Theil zu ſehr von Kalchöfen entlegen, „um ſich zu rechter Zeit die Bedürſniß anzuſchaf- fen. Es müßte ihnen daher bekannt gemacht werden, daß ſie ihren alten verlegenen Kalch, auch ven mit Waſſer abgelöſchten und in der Erde aufbewahrten, wieder lebendig machen können. Sie dürfen nur beym Brodtbacken, da die Kohlen an der einen Seite des Dfens gelaſſen werden, in der Mitte deſſelben einen ledigen Plaß machen, nnd 592 Sechstes Kapitel, und den gelöſchten Kalc< da hineinſchütten', um ihn wieder aufzubrennen, wodurch er ſeine vorige Starke völlig wieder erhält.„Könnten oder-woll-' ten ſie ihn in großen Töpfen dahinein ſeen, ſo würde das Geſchäfte no) beſſer von ſtatten gehen, 0) Wenn nach der oben beſchriebenen Methode des Anhältſchen Lanbmannes Salz zu der Kalthbeize . geſeßet wird, ſo muß ſie auch dieſerwegen Leſon- - ders zur Nachfolge angeprieſen werden, weil das Saiz wegen. ſeiner Feuchtigkeit den Kalch feſt hält, daß er dem Säemanneuicht Augenund Lun- ge verdirbt, wenn er den1 Winde oder der Luft entgegen gehen muß. Es iſt auch dem Saamen nachtheilig, wenn der Kalc) vom Winde entnom- men, und fortgeführet wird. Manche Aecker ha ben, wie ſchen zuvor erwähnet worden, viel Ci- ſentheilchen in ſich, welche dem auskeimenden Saamen eine ungeſunde Nahrung zuführen, daß die Pflanze nur ſchwach treiben, und ſomit zum Brande: geneigt werden kann, Iſt aber, wie ebenfalls zuvor geſagt worden, das Saamenkorn mit einer Kalc) als nüße lich ſind. Man macht aus dergleichen Vorſchrif« ten, die alle dergleichen genannte Species enthal» ten, wohl gar ein Gehewmniß, die ein Freund dem andern anvertrauet, wie denn Viele glauben, wenn ſie Jemands Aecker immer ohne Brand ſe» hen, ſie müßten geheime Mittel wiſſen und ges brauchenz welches alles daher kömmt, daß man mit der Theorie von Entſtehung des Brand«s zur Zeit noch zu wenig bekannt iſt. x) Einige unſrer leſenden OHekonomen haben bey ſich das Cinbeizen des Waizens auf dem tronen Wege eingeführet, ſo wie ſolcye vom Hrn.. Oiof Strand in den Abhandl. der Schwed. Akad. der Wiſſenſchaften v. I. 1741, vorgeſchrieben wore- den. Sie laſſen den in der Scheune völlig: reina gemachten Waizen, ſo viel fie davon zur Saat g2- brauchen, auf der Tenne ausbreiten. Zu jedem - Achetheile einer Tonne(eine Tonne Korn enthalt in Schweden 7386 Pariſer Cubiczoll) nimmt man alsdenn 3 Kaune gelöſchten Kalch- ſo daß zu x Tonne Waizen nur+ einer Tonne Kalch erjor- dert wird. Dieſen Kalch ſtreuet man über den ausgebreiteten Waizen, und driſcht ihn wieder mit demſelben, daß er wohl vom Kalche dur&nem Wetter geſchah, ehper noch in der Scheune erwärmt und zu ſchwißen anfing» durch zwölf Dreſcher vorgeſchlagen, und dünn auf den Boden goſchütter, auch taglich einigemal mit einem ſtumpfen hölzernen Rechen(Harke) umge» ( Pp a“> ärbei« rn Eid. abit 396 Sechstes Kapitel. arbeitet würde, bis er recht troen und zur Ause- ſaat geſchickt ward. Der Nußen dieſes Verfäh- vens mit dem Saamenwaizen aber war ſchon lane ge zuvor von einem Meißniſchen Landwirthe im 54. St. der Ockon. Nachr. Leipz. 1753. S« 412, in ſo weit verſichert worden, daß. da in ſei» ver ganzen Gegend der Winter- und Symmer- waizen überaus brandicht geworden, nur diejeni- gen damit verſchont geblieben, die ihren Waizen im vorhergehenden Jahre gleich von der Sonne weg haben dreſchen, auf den Boden dünn auf- ſchütten, auch fleiſſig umwenden laſſen. Daß meine eigenen mehrmaligen Erfahrungen noch im Jahre 1783 hiermit übereinſtimmen, yabe bereits oben erwähnet, t) Diejenigen Wirthe, welche ihren Saatwaizen im vorigen Jahre nicht trocken eingebracht, und daher, wie oben gemeldet worden, ſo auſſrorden- ſich vielen Brand bekommen hatten, ſo wie ich dagegen. auf meinen darunter zerſtreueten Aeckern ganz frey davon geblieben war, hatten ihren Saq«- men zwar eingefälcht gehabt, einige aber hatten dazu untüchtigen Kalch, andre aber tüchtigen Kalch in zu geringer Proportion genommen, Die- ſes war daher gekommen, daß fie ſeit mancher Zeit gar keinen Brand gehabt, und aus einer unzeitigen Sicherheit fortan die Sache nicht mehr ſo genau nehmen wollen, Man kann nach den vorhergehenden Vorſchriften ſo berühmter Wirth- ſchaftslehrer die Proportion nehmen, oder darinn lieber mehr als weniger thun. Denn ſtärkere Zurhaten vom Kal ſchaden, wie ich's öfters ver- ſuchet, im geringſten nicht, wenn ich in der Noth- wondigkeit war, um des herannahenden Winters willen " | 1 Nuß Pofg Pn Di vn 13, 6, Ul Inſtk Cm | Wiejenl Nai HE im uf j: dj Dd m |, bei Sui yy und (hy.Ven eid jedn m Eat | hatten ND '" Dier nander 4) Ainet emer „h den Virth- darn ftürfere (ENG „Not UCH ihn Behandl, jeder Feldfr. beſonders. 55 willen die Saatbeſtellung in nichttrocknen AeFern vorzunehmen. Hr. Prof. Schreber ſchreibt fol- gende Kalchbeize als die beſte vor. Man khut den Saatwaizen in eine Wanne, und ſchüttet zu 1 Berliner Scheffel, 2 Händevoll ungelöſchten guten Kalch, 2 Händevoll Holzaſche, und 1 Hande- voll Kürhenſalz 3 ſodann gießt man ſoviel Miſtjau- He darauf, daß der Waizen davon bedeckt wird,' Dieſe Lauge läßt man 12 bis 15 Stunden dar- auf ſtehen, rühret aber den Waizen öfters um. Hernach gießt man die Jauche völlig ab, treibet den Waizen aus, und trocknet ihn wieder, damit er bequem geſäet werden könne, woraufer baldin die Erde kommen muß. Dieſe Vorſchrift iſt ſehr gut, wenn man nach Litt. r. behandelten Saamen- waizen vor ſich hat. Iſt dieſes aber nicht, ſo geht man ſichrer, wenn man zwey- bis dreymal ſo viel Kalch, auch zweymal mehr Salz, auch nur ſo viel Miſtwaſſer nimmt, daß der Waizen ſo mäſſig darunter zu ſtehen komme, und man glauben kann, daß alles Waſſer ſich in die Kör- ner hineinziehen, und man daher des Abgieſſens alſo nicht bedürfen werd. Man wähle aber unter den beygebrachten Vor- ſchriften welche man will, ſo hüte man ſich, daß der Waizen nicht eher ausgeſäet werde, als bis derſelbe von der Beize merklich aufgequollen oder dier geworden iſt, So muß man auch darauf ſehen, daß der Waizen, wenn man ihn wieder hat tronen laſſen, nicht in Klümpern ſich zu fammen ſeße, und mit ſolchen-ausgeſäet werde. Man muß den oingebeizten Waizen daher fleiſſig mit Schüppen untereinander arbeiten. Und da man öfters fänn verhindert werden, mit dem Säen des eingebeizten Waizeus fortzufahren, ſo Pp 3 fan Gt 82 EE 598* Secchstes" Kapitel, kann man mit Miſtjauche ihn ein wenig.in dex Foige beſprengen, damit er nicht allzutro>en wer- de.„34 habe ſogar niemals bey mandyen Bau- 'ern, die ibren eingebeizten Waizen-bis zum nas hen Auswachſen auf dem Boden haben liegen laſ- ſen, wie ſolches einige mit Fleiß thun, geſehen, daß ſelbiges geſchadet hatte,+Tchaden kaun es aber doch, wenn der Keim zu ſehr hervorgegan- - gen, und beym Einfacken, Ausſchütten und An- ' greifen mit der Hond beym Säen, abgeſtoſſen, und hiemit das, ſeines Keims beraubte, Korn zum Aufgehen untüchtig gemacht wird. Man kann aber ſolchem Ausfeimen bey verzögerter Eins ſaat ſehr wohl zuvorkommen, wenn der eingebeize- te Waizen nur täglich: umgearbeitet und dünns aus einander gelaſſen wird, damit er fich nicht erhiße, und mittelſt der Wärme nicht zum Aus- Feimen gebracht werde. u) Meine Leſer haben nun, wie ich glauben kann, völiig hinreichenden, und durch die Zeugniſſe bes währter Wirchſchaftslehrer und praktiſcher nach» denkender Landwirthe beſtätigten, Unterricht, wie ſie in allen Fällen dem"Brande zuvorkommen, und ihre Aerndten wider einen allgemeinen Feind gleichſam in Sicherheit ſtellen können,- Hier iſt noch einmal dex Ueberblick der angeprieſenen Mit- tel. 1x) Recht tcocfen eingebrachter, und eben 'ſo bis zur Einſaat auf dem Boden erhaltener, Saamenwaizen. 2) Männlicher Saamen, d, i. ſolcher, der als der allerſchwerſte von den leichtern Körnern getrennet worden,'oder der Vorſprung, 3) Durch eine tüchtige Beize wohl zubereiteter Saamen. 4) Ein Acer; der ſeiner innern Na- fur nach ſowohl, als durch gutes Pflügen und Dütt- I am.„de< Sam men- Zed Ze wd lr Ges I< I(NR ZIRL IL SCH LIS -Qss€ 73 r N k Tin bes dn wers 2" Cay 44.0077 Ny: kg, Fann ) DNN Uund An Sifvſſe, S.), fen . Nit Aut En Gini I) As 19 nh UU Nur | ph fu, " ſt hu Joe noh nid vi 4/0) een Jin) 4: Dier vm Ni „und(dm 3111| wdh +(eiche peu: 10.100 vom dv jet u" Dip Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 599 Düngung geſchickt iſt, die Waizenpflanze aufs lebhafteſte zu treiben, Wer nicht gutes fettes Land hat, ſchreibt Hagedorn, der vermenge ſich nicht mit dem Waizenbau, ſondern ſäe lieber Roggen auf ſeinen Aker. Dieſer läßt ſelten Mühe, Miſt und Arbeit unbelohnt 3; da hingegen der Waizen oftmals ungetreu wird.(Ih ſeße hinzu, er wächſet nicht nur ſchlecht, ſondern wird auch nach Beſchaffenheit der Witterung leicht brandicht.) Im kalten Lande, ſonderlich wo Heidekraut wächſet, hat der Waizen kein Gedei- hen. In ſolchen Feldern hingegen, wo der Kles ſchön hervorwächſet, mag er gern ſeine Herberge haben,== 4) Das Schröpfen des Waizens. Es iſt die Gewohnheit, den Waizen im Früh-- jahre, wenn er ſo zu ſagen noch in ſeiner Kindheit iſt, abzuſchneiden oder abzumähen, damit er im Alter ges rade ſtehe, und nicht umfallen dürfe, Dieſes Ges ſchäfte nun wird das Schröpfen genennet, und es muß ſo geſchehen, daß nur die obern Blätter mit der Senſe oder Sichel abgenommen, der Halm. oder Stängel aber nicht berühret werde. Denn in dieſem? iſt die ganze Aehre in ihrer Anlage bereits vorhanden. Wenn daher zua tief geſchröpfet, und ein Theil des Stängels mit weggenommen wird, ſo fann die ganze Aehre, die Hälfse, oder ein Theil derſelben, welche nict wieder nachwachſen, mit abgeſchnitten werden."Man fiehet dergleichen zu tief geſchröpften Waizen öfters, wo die halbe Aehre, oder ein Theil derſelben feblef, welches denn einen großen Verluſt an Körnern zuwes gebringet. Man muß daher das Schröpfen des Wai- zens nur erfahrnex deuten anvertrauen, Am allerwes | Pp 4 niglien 600 Sechstes Kapitel. nigſten ſollte es, wie es einiger Orten üblich iſt, den Pferdefnechten überlaſſen werden, um ihre Pferde im Frühjahre vamit zu füttern. Denn dieſe pflegen mit dem Waizen beym Tchröp'en gar nicht ſchonend um- zugehen, ym nnr deſtomehr grönes Futter für ihre Pferde zuſammen zu bringen. Es iſt ohnehin jür ſtarf arbeitende Pferde eine bedenkliche Fütterungsart, weil ſie davon durch das'zu ſtarke anhaltende Laxiren matt werden, und wenn ſie dabey mit der Arbeit nicht verjcnes Frühjahr herrſchete, weßhalb der Waizen auch gar nicht geſchröpfet ward, in der Folge gar nicht zu Lager ging, und hierauf ei- ne recht gute Waizenärndte erfolgte, da unterdeſſen ein Mißwachs an den übrigen Getraydearten entſtand. Da aber hieſelbſt ein ſehr ſtarker Flachsbau betrieben und die Aecker dazu ſtark gedünget und mit der Spade umgegraben, im nächſten Herbjte darauf aber mit Waizen beſäet werden, ſo ſchröpfte man dieſe, ſo ſehr in der Beſſerung befindlichen, Ae>er mit Vortheil, indem ſie bey der Unterloſſung des Schröpfens unz ſireis 604 Sechstes Kapitel. ſtreitig den Waizen hätten zu Lager gehen laſſen. Alle übrigen Aecker aller ließ man, um der damals herr» ſchenden nicht allzugünſtigen Witterung willen, gänz=" lich ungeſchröpfet.; Es ſind unter den Mooräern einige, welche der gemeine Mann böll, d. i. hohl nennet. Jhr Erd» reich hat gar keinen Zuſammenhang, und das, Wal- zen will nicht ſonderlich helfen. Auf Aeckern dieſer Art geht der Waizen am erſten zu Lager, und wenn man ihn ſchröpfet, ſo fehlt es dem Acker auch bey der fruchtbarſten Witrerung an Kraft, den Waizen gut wieder in die Höhe zu bringen.„Jn Anſehung ſolcher Aeer iſt nur folgender Rath vorhanden. Ent« weder man muß ſie eine Zeitlang zu Gräſereyen oder Futterkräutern liegen laſſen; oder ihre Erde verbeſ- ſern, welches am bequemſten mit Sande, der unter- der Moorerde zu finden iſt, geſchiehet, indem man Gräben an den Seiten dieſer Ae>er-auswirft, und den davon genommenen Sand überher breitet, und mittelſt des Pflügens mit der erſten Erde gut ver- menget. Dieſe Seitengruben dienen ſodann auch zur mehrern Abtrocnung ſolcher Ae&>er, die ihnen um deſto nöthiger iſt, je mehr Eiſentheile gemeiniglich mit ihrer Erde vermenget ſind, und machen, daß die Pflanze nur einen ſehr dünnen oder ſchwachen Stiel gewinnen kann. Je mehr man aber die Näſſe aus Aeckern dieſer Art herausſchaffen kann, deſtoweniger ſchaden die darinn beſindlichen Eiſentheile dem Ge« trayde, wie bereits oben gelehret worden, In der Schweiz hält man viel auf ſo genanntes Mangforn, d. i. Waizen und Roggen zugleich unter einander auf ein Stü Acker geſäet. Den Grund hiezu giebt der berühmte Hr. Bernard damit an, gß der Noggen den Waizen unterſtüßen, und Mir ein ſein a! gleichen bezahlt| hafenb! gern hal Yaizen ) zu ſehr | ſind. Z forn, 0 Auf ein Jahre ſicht gef Brand | Hinter" | lige Ja | hatte, f | lig davo/ | geführet | [33 | voraus | ten, na | fann ba | Jahre, | terung v getrayde fang, 1 von ohng zu folgen ( « Hiße, 9 Waizent der Eon Erſchein Das Di My dies Ind win "byk Nim Af Sy fihrt 3(it Dye de D vethtf VENN 1 1 Ain 06, und "0, vd 9 Wt Du Sin un aeg ml LANE ve Geil gf us z nige 1,0 Obs p] mant „ih un n Onunt bumſt a 10 Womit fe Behandl. jeder Feldfr, beſonders 605 ſein Lagern verhüten müſſe, Bey uns würde man der- gleichen Mangkorn nicht nach ſeinem rechten Werthe bezahlt bekommen, und zum Vermahlen, um Haus- bacfenbrodt daraus zu backen, würde es auch Niemand gern haben wollen, da unter uns mehr Roggen, als Waizen gefunden wird, unſre Landleute aber einmal zu ſehr an das Brodt aus purem Roggen gewöhnt ſind. Zum Brandtweinbrennen aver iſt ſoiches PViang- forn, oder Mengekorn, vorzüglich gut zu gebrauchen, Auf einem Stä>k Aer nur beſchriebener Art habe im Jahre 1778 vergleichen Mangiorn bios in der Ab» ſicht geſäet, um zu erfahren, ob der Waizen ohne Brand bleiben würde, und welcher Waizen allein vom Hinterwurfe genommen war. Ohngeachtet das dama- lige Jahr hin und wieder am Brand keinen Mangel hatte, ſo blieb doc4 der Waizen dieſes Mangkorns vols lig davon ſrey, als wovon die Urſach bereits oben an» geführet worden, 5) Zeit der Reife des Waizens. Die Zeit des Reifwerdens kann ſo, wenig zum voraus beym Waizen, als den übrigen Getraydeſor» ten, nach den Kalendertagen angegeben werd:n, und kann bald 14 Tage früher, bald 14 Tage ſpäter im Jahre, nach Beſchaffenheit der vorhergegangen Wit« terung vom April an, einfallen. Unter dem Winter- getrayde macht der Roggen mit Reifwerden den An- fang, worauf der Waizen in einem Zwiſchenraume von ohngefähr 14 Tagen etwas darüber oder darunter, zu folgen pflegt. Kömmt nach der Roggenreife viel Hiße, oder ſtark gehende trockne Winde, ſo wird die Waizenreife, und von den Winden faſt mehr, als von der Sonne, beſchleuniget. PBeyde meteorologiſche Erſcheinungen müſſen den Landmann ſehr aufmerkſam anf 609 Sechstes Kapitel, auf ſeine Waizenärndte machen, rund ihn ſeine vorhev» gehende Aerndtearbeiten ſo einrichten lehren, daß er durch ſie nicht abgehalten werde, den Waizen, ſo bald er reif geworden, abzumähen, oder zu ſchneiden. Be» ſonders hat er den Wind wohl zu beobachten, wenn er zum anhaltenden Stürmen etwa übergehen wollte, Denn ſo bald dieſes geſchiehet,"darf der Landmann nicht einmal die gewöhnliche Reife abwarten; er muß ſo fort die Hand ans Abmähen ſeines Waizens legen, aus Furcht, der Sturmwind werde ihm die beſten und reifſten Körner ausklopfen. Wenn der Waizen hier zu Lande auf dem Halme ganz zu hart in ſeinen Körnern gewor" en iſt, wird er gern von den Bäern getadelt.. Man nennet ihn Henn glaſicht, weil er beym Aufbeiſſen mit den Zähnen zerſpringt, und glänzend gleichſam inwendig iſt. Sie lieben ihn, wenn er noch nicht zu hart in Körnern ab» gemähet worden, und, wenn er mit den Zähnen auf- gebiſſen wird, noch etwas nachgicbt, und inwendig völlig weißes Mehl hat, Man muß aljo das Mittel zwiſchen den Zuhart= und Zuweichſeyn der Körner beym Abmähen des Waizens zu treſfen ſuchen, Da der Waizen, wenn er einmal trocken gewor? ben, im Regenwetter zum Auswachſen ſ-hr geneigt iſt, ſo richtet ſich der Landmann billig ſo ein, daß er frey von allen andern Aerndtegeſchäften, ſeine einzige Sors ge auf die Wajſzenärndte richten, und ſie jo abwarten könne, daß er mit dem Waizen, ſobald ertrvocken ge? worden iſt, untets Dach komme, Daß man ſich aber nicht ſo ſehr übereilen, und die Waizenmandeln erſt, wenn der Thau abgetrocknet iſt, einfahren ſolle, ſol es iſt ſchon oben erinnert worden, da die Rede vom Brande war. Wenn es aber dem kandmanne hierinn nur allein um den Saatweizen zu hun wäre; ſo muß er er bed Yaize dern a zu vo! gen ſe darau ſchied dabey reif| auc) ausf daß! ſen 0 ſie fa Haufe | A werde Kapi EM) ſpro? chm tags Gefs der j| aun Aer dern gerin man der ner| und deſto Uw borheh| v de« > y nN hald fw, Du LINN Den nell, 1 Undmun Un een Ges lud 4 die biin Din Din Eide Mt Wen Zühn 84) 11 Ei nen ab Men aufe |(wendy 166 Mittl Een Fut gie Men gew) VENND pidaß ef FeimzigeEn ] 0 abwartt Fife ran jw | anden ih pn ſole, fe „6 Rede vn wanne He ji"/ ß ul Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 607 er bedenfen, daß dergleichen bethauet eingefahrner Waizen nicht nur in der Scheune auswachſen, ſons dern auch beym Dreſchen, wenn fein Froſtwetter das zu vorhanden iſt, nicht gut aus dem Strohe zu brin- gen ſey. Man muß nicht in Anſehung der Waizenreife darauf warten wollen, bis alle Aehren ohne Unter- ſchied reife Körner bekommen hätten. Man würde dabey mehr verlieren, als gewinnen, indem die zuerſt reif gewordenen Körner nicht nur glaſicht, ſondern auch beym Abmähen oder Aerndten überhaupt zu ſehr ausfallen würden. Cs wird ſaſt immer geſchehen, daß man nech einige graßgrüne Aehren unter den weiſs ſen oder reifen erblicket. Man muß daher das Gering? ſte fahren laſſen, und ſo zu ſagen nach dem größten Haufen greijen. Wenn beym Waizenharken die Sonnenhiße ſtark werden ſolite, ſo muß man, wie ſolches bereits im Kapitel vom Kerndten erinnert worden, ſobald man gewahr wird, daß die Aehren des von der Hiße zu ſpröde gewordenen Strohes unter der Harke abbre- richte Faſtenzeitewirterunzen nicht fürchten, wei! er im Sommer(nicht eigentlich im Sommer, im Frühlinge,) geſäet, und nach wenigen. Wochen*. ſchon wieder eingeärndtet wird. Wo Amydam oder Stärkenfabriquen vorhanden ſind, muß auf den häuſi- gen Anbau dieſer Frucht erſilich Bedacht genommen werden.== Dieſe leßte Vorſchrift hat wohl dieſes zum Grunde, daß es der Stärkenfabrique in keinem Jahre am Waizen fehlen ſolle, indem'es Winter giebt, welche, wie z. E. der im Jahre 1740, und nachher mehrere, waren, welche den Winterwaizen ganz und gar verderben können. Wenn man nun dahin zielet, ſo iſt der Anbau des Sommerwaizens nicht zu verwer- fet. Jh habe es 1772 verſucht gehabt, nod) auf Lichtmeß Winterwaizen auszuſäen, um den Abgang des, im Herbſte geſäeten damit zu erjezen. Ct 8€* rieth ſo ziemlich, aber doch nicht ſ9.gut, als ver »„ausvgter 11. Band, 2q gemei 610 Sechstes Kapitel, gemeine' Sommerwaizen, welcher mehr Mandeln oder Schocke brate. Dagegen karn ich nicht ſagen, daß ver Sommerwaizen bey mir jeimals den Winterwaizen im Scheffeln oder Schütten hatte übergetroffen gehabt, Gerade iſt von mir immer das Gegentheil bemerket worden. Auch hat bey mir der Scheffel Sommerwaio- zen immer an die 8-- 10 Pfund weniger, als ver Winterwaizen, gewogen. Jener hat diere Hülſen, und hieraus ſo wohl, als aus dem geringern Gewichte des Sommerwaizens iſt leicht zu ſchlieſſen, daß er weniger Mehl als der Winterwaizen geben müſſe. Wenn man beyderley Arten von Waizen baue, ſv muß man ſich hüten, daß der Saame dieſer Arten in der Scheune und auf dem Boden nicht unter einän- der komme. Der Winterwaizen geht unter dem ſo ſpät ausgeſäeten Sommerwaizen zwar gut auf, aber nicht in die Höhe, und bleibt ohne Aehren; der im Herbſte aber unter dem Winterwaizen geſäete Som« merwaizen geht zu ſchnell in die Höhe, und wenn er durch den Winter kömmt, ſo kömmt er dem Winter- waizen einige Wochen im Reifwerden zuvor, Es iſt ſchon in der Litt. A. vorgetragenen Theorie des Brandes berühret worden, daß der Sommerwai- zen, und am meiſten der haar- oder bartichte, demi Brande unterworfen ſey, Dieſerhalb muß alles, was zur Abwendung des Brandes daſelbſt vorgetragen worden, auch in Anſehung des Sommerwaizens, und überhaupt aller Spiei- und Abarten, beobachtet werden, B. B. Der bartige Waizen. Es iſt dieſes Waizens ſchon zuvor gedacht wor- den, wie er ſowohl unter dem glatten Winter- und Svmmerwaizen hin und wieder geſunden werde, Hier IN iſt iſt aur et, als genden Auch alſo ſ | will, | Gaat orden! tere€ | feru | vond Uhnede y daß “Weien N oheht, Knf SIN DENEN H dilſy| I Nei J: vie 2,00 2, SC Bl: Vin 4: eint eben dd Wo Wer im 1 AE fim er 1 GE id: ROM Sit 44, de NTA 190710 fan, un) vt [| gt ww 4" N un 49019 iſi | Behandl, jeder Feldfe. beſonders. Ex iſt nur noch dieſes von ihm beſonders zu bemei Fen, daß er, als Winterwaizen, dem glakten in manchen Ges genden vorzuzießen ſey, indem er weniger weichlich iſt. Auch Zagedorn giebt ihm dieſes Zeugniß, wenn er alſo ſagt: Wenn der glatte Waizen nicht gerathen will, ſo ſoll man den haarichten, oder bartigen, zur Saak erwählen. Dieſer läßt viel billiger, 818 der ordentliche glatte mit fich handeln 3; er nimmt ſchlech- tere Erde fürlieb, und kann im Winter mehr Schlae >er und Froſt vertragen, als jener. Defters hat mau von dieſem mehr Vortheil als von jenem.== Wie ich überhaupt jedem Fandwirthe bey ſo ver- ſchiedenen Theorien der Wirthſchaftslehrer, deren je- de als auſs Lokale gehend richtig ſeyu kann, den Rath geben muß, durch kleine Verſuche ihre Richtigkeit bey „ſich zu prüfen, alſo iſt es was leichtes, den Verſuch zu machen, ob der Bartwaizen dem glatten des Orts werde vorzuziehen ſeyn. Z< habe nämlich vorh'n geſagt daß unter dem glatten Waizen hin nnd wie- der auch haarichter geſehen werde, Man ſehe gegen die Aerndtezeit ſeine Waizenäcker durch, und ſammle die darunter befindlichen haarichten Aehren befonders, um den Saamen davon allein zu bekommen, und ihn im nächſten Herbſte auf mißlichen Aeckern neben dem glatten Waizen zu gleicher Zeit auszuſäen, und hier- auf zu erwarten, welche Artam beſien durch den Win- ter kommen werde. Fände man aber bey ſich keinen bartigen Waizen unker dem glatten, ſo müßte man ſich nach etwas haarichtem Sommerwaizen umthün, und ihn in Winterwaizen verwandeln. Dieſes muß aber durch Abſtufung der Säozeit erhalten werden. Die erſte Ausſaat müßte im Februar, wenn nämlid) der Acker mit dem Pflüge al8dau1n zu Zewinnet: ware, oder zu Anfange des Mä 325 wenigſtens, 8*%8 even». Qq-2 HiS ars Sechstes Kapitel. Hievon würde künftig im November, und hiervon endlich im October oder September geſäet, da man denn völlig Winterwaizen haben würde, Und falls man denn gewahr würde, daß der Bartwaizen in glat»- ten zu ſehr umariete, ſo müßte man nach nur beſchrie- bener Art immer mit vem Sommerwaizen in der Aus» ſäaezeit zurü gehen, um keinen Manzel an Bartwai- zen zu haben, nachdem man ausgefunden, daß er un- ſre mißlichen Winter beſſer, als der glatte, ausdau- re. Hr, von Halter hielt den Waizen mit Grannen für die natürliche oder Stawmart, die andern für Epielerten. Herr Cammerrath Suckow bemerkte im Sommer 1778 bey einerley Winter- und Some merwaizen, daß derjenige, welcher auf eben dem Bee» te an einem feuchten Orte ſtand, mit Grannen, der» jenige aber, welcher einen trocknen Standort bekome- men, theils ohne, theils mit fürzern. Grannen reifte. Er bemerkte dieſes bey» dem Marockaniſchen Winter- waizen, und beym Capiſchen Sommerwaizen. VWiel- leicht, ſeßt er hinzu, iſt der Grund, daß das Back- werk vom bartigen Sommerwaizen klebricht und nicht ſo vollkommen, als von andern Waizen werden ſoll. C. C. Pohlniſcher Waizen. Poblniſcher Waizen mit zweyblümichten gran» nichten Aehrchen, Lorhringiſches Rorn, Gom- mer, YWallachiſches Rorn, Triticum Polouicum Lion. wird vornehmlich) in Pohlen uad Lothringen ge- bauet. Er hat groß?! mehlreiche, und an einer Aeh- re öfters bis 50 Körner, An den Zähnen der Spin- d?l ſtehen ſteife Haarbüſchel. Er beſtaudet ſich ſehr ſtark, und die Aehre iſt eine Handbreit lang, auch länger, und beſteht aus etlichen 20 Aehrchen. Woe- gen'der ſeyr langen Grannen widerſteht dieſer Wai- zen Körn ſchwe faltig mit? wie a feine: hot, gen T, bildet, ſehr 8 arty zent uns zuvo werd arif) Th daß Qys, meh | - hierbon 34 man | flls Wal Hiſhilw Ne Nus D Dath vj ww| Viudw LN Dm für Clmily =?) Cm Un Db M Bn befon '-, M ze Winte jp» Viel: Ib hd nh m, ) u ta Go [ueh NONE jar Weh v Epi ih fer 10, au) ,. Be y Mul je ausgeſäet gehabt, Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 613 zen mehr den kleinen Vögeln, als die übrigen Arten. Er ſoll als Winterwaizen behandelt werden, indem er im Frühjahr geſäet, zuweilen nicht reif werden ſoll.| Hr. Prof. Barowſki meldet davon in ſeinem Alma- „nach für Deutſche 2andwirthe folgendes: In Schle- ſien hat man gefunden, daß er gar nicht den Winter daure, I< habe ihn 1781 zeitig im Frühjahre ge- ſäet, Er wuchs ſtark in Halmen, Blättern und Aeh- ren, die gegen die Reife ſo ſchwer wurden, daß der ſtarke Halm ſte nicht gerade erhalten konnte. Die Körner waren vollkommen reif, lang, mehlreich und ſchwer 3 und der Crtrag war wenigſtens 30 bis 50 fältig.== I< glaube den Anbau dieſes Waizens mit Recht den kandwirthen empfehlen zu können, da, wie auch viele Erfahrungen ſchon heſtätiget haben, man feine Veränderung bey ihm in vielen Jahren bemerkt hat. Hr. Schreber hat ihn in ſeinen Sammlun- gen T. VL, S, 364 vollſtändig beſchrieben und abge- bildet. Der Sibiriſche Doppelwaizen ſcheint eine ſehr ähnliche, over doch wenig verſchiedene Waizen- art zu ſeyn.== Vielleicht läßt ſich doch dieſe Wai- zenart durc Abſtufung der Säezeit mit der Zeit bey uns auch in Winterwaizen verwandeln, wie ſolches zuvor von unſerm gemeinen Sommerwaizen gelehret worden, D. D. Portugiſiſcher Waizen- Vortutiſiſcher Waizen, Triticum aeftivum ariſtatuin tetraſtichon. Beſage. der in Sachſen und Thüringen gemachten Verſuche hat man geſunden, daß von Loth, ſo man zu Anfange des Maymeonaths +. im September 6 Loth große und mehlreiche Körner wieder gewonnen worden.- Dieſe Qq 3 Spiel- 614 Scchgstes Kapitel, Epielart iſt aus Portugall, wo ſie ſehr geachtet wird, zu uns gebracht worden. E. E. Ungariſcher. Waizen, Auch dieſe Waizenart hat man in Sachſen nicht unverſucht gelaſſen, und gefunden, daß ſie nicht nur ergiebig, ſondern auch auf lehmichtem, auch melirtem und ſcern Stroh zum Vorſchein, blieben gerade ſtehen, und brachten Erbſen, die nicht ganz ſo groß waren, als die ausge- ſäeten, aber nahe daran, und ſie ſcheffelten wenigſtens um ein Viertheil mehr, als die gemeinen Felderbſen. So hielten ſte ſich faſt ebeu noch in der folgenden Aerndte, bis ſie im dritten Jahre den gemeinen Erbſen, in An- ſepung der Gjröße der Körner, und des Scheffelns oder Schüttens, mehr nahe kamen. Man hat daher an dergleichen Wahrnehmungen den Wink, wie mit vor- gedachten Waizenſorten, alſo auch mit andern Getray»- dearten, eben ſo zu verfahren, um ſie in beſſerer Güte, als nach der gemeinen Weiſe, erbauen zu fönnen, B. Dünfel, Dünkelwaizen. Dänkel, Dunkelwaizen, Corallenwaizen, Triticum ſpelta Lian. iſt ſowohl eine Winter- als Sommerfrucht, und iſt im nördlichen Deutſchland wenig, mehr aber leſenden Oekonomen bekannt, ohnge- - achtet unſer Aer eben ſo gut dazu ſeyn muß, als er es zu unſerm gewöhnlichen Waizen iſt, ſo wie beydes Dür kel und Waizen im ſüdlichen Deutſchland gleich gut gedeihen. =>hart hätte uns Niederdeutſchen Oekonomen doch längſt zum Anbau dieſer Frucht entſchloſſen ge- macht haben ſollen. Er ſchreibt davon in ſeiner Ex- perimentalöfonomie alſo:. Dieſe Frucht hat vor dem Sommer- und Win- terwaizen einen ſehr großen Vorzug, allermaaßen ihm die ungleichen Winterwitterungen nicht leicht ſchaden, uächſtdem das Mehl davon viel weißer und ſchöner wird, als vom Waizen. Daher kommt es auch, daß von Nürnberg, allwo eine eſche ene wicht Etro Wahten T WSMs| Stun 6,6 „NNN MU in My Qröchy Tae a 1 21007 6. Oitrtp 30 Oi, 18.100) y heizt, Rt: dls 2(land 0), ht: 19,4 0) bds 91) li goto fed jw Ür »() Dit „maß! „ht(eid fer un NG fund! Mien Behandl. jeder Feldfr. beſonders, 619 Menge Dünkel vermahlen wird, jährlich für viele 1.000 Thlr. ſeines Dänfelmehl, Dünkelgries, auch zarte. Dünfelperlgraupen nicht allein in Deutſchland, ſondern ſogar nac) Frankreich, England und'in die „nordiſchen Reiche zu rarem Bacwerk und Confituren verſendet werden. Ju Schwaben habe ich den aller- meiſten angetroffen; in Franken aber ſchon wenigerz in Sachſen, Brandenburg und dahin liegenden Län- dern wird fein Dünkel, ſondern Waizen, gebauet, worüber ich mich ſtets gewundert habe. Er. wächſet aller Orten, wo Waizen wächſet, und wer einmal die Probe damit gemacht, ſeine vortreſſliche Art im Wachsthum, die, Menge Garben, und das ſo köſtli- ern beſonders ſehr unangenehm iſt, weil ihre Seme meln davon platt, gleichſam wie Plinzen, werden, weßhalb ſie denn weniger einſchieben und abbackenkön»- nen, da ſie beym Platſchichtwerden noch einmal ſd viel Raum im Ofen, einnehmen. Ein wenig Dünkel- mehl unter ſolches ſehlerhafte Waizenmehl gemengt, macht, daß es im Teige erhaben bleiben, und nicht aus einander laufen muß.) 3) Die Oberdeutſchen rühmen von ihrem Dün- kel, daß er beſſer, als der Waizen auf dem Kornbo»- den zu erhalten ſey, Dieſer iſt unter allen Getrayde- arten freylich nur am ſchwerſten wider die Kornwürmer zu hüten, Sindeinntal die Kornwürmer, wo Waizen - jährlich zu liegen kömmt, vorhanden, ſo hält es ſchwer, ſie wieder los zu werden,- Vom Dünfkelwai- zen hat man dieſes weniger, oder gar nicht, zu beſov- . gen, weil, wenn er in ſeinen Hülſen over Spelzen auf vem Boden auſgeſchüttet wird, ungleich weniger Pflege gebraucht, indem er ſich ſodann in ſeinen Hül» ſen nicht erhißen, und Würmer anlocken fann. Bor- theile genug, die uns zum Anbau dieſer Frucht anrei» zen müſſen. Man hat ſowohl Winter- als Soms- merdünfel.(ENG Paar - Der Saame dieſer Frucht iſt unſerm gemeinen Waizen, dem Wachsthume nach,-bis auf die Hülſe - völlig gleich, als welche ſich in der Scheune nicht ab- dreſchen läßt, ſondern daran bleibt, und nur auf der Mühle abgeſondert werden fann; EE| Der Jie Ems 19 werdn, D enfin 421(av fs Dif ND) v VENEN | Die ob ande Fumer y Dehm hits fe Qu viſor Pwmaf DTN vun Dil 4 New 7 me . Eon: 1.108 je Zu 11] wb uft Ot / Behandl, jeder Feldfr. beſonders, 62x Der Acker muß zum Dünkel eber ſo, als zunt Waizen zugerichtet, und der Saame mit ſelbigem zu. einerley Zeit im Herbſte ausgeſäet werden. Er iſt vem Brande eben ſo ſehr, als der Waizen unterwor» fen, weßhalb in Anſehung deſſelben eben dasjenige beobachtet werden muß, was vorhin zur Abwendung; des Brandes beym Waizen vorgeſchrieben worden, - Beym ESqen muß man den Dünkel auf ſolche Aecker bringen, die nicht ſo ſehr nahe ſind, daß der Saame einer andern Getraydeart beym Säen darun ter geworfen, oder mit den Eggen darunter verſchleppt werde. Denn man kann den Dünkel ſodann ſchwer- lich wieder vom fremden Saamen reinigen, weßhalb er auch in der Scheune ſo hingelegt werden muß, daß er vom andern Getrayde entfernt bleibe. Er wird mit dem Roggen, wenn er nicht zu ſpät geſäct wore den, faſt zugleich reif, Der Sommerdünkel erfordert ebenfalls recht gis. tes, entweder friſch gedüngtes, oder noch in der Beſ- ſerung befindliches, Land, und wird.in der Mitte des Apriis zwar ſchon ausgeſaet, kömmt aber erſt mit der; kleinen Gerſte zur Reiſe- Hatzedorn ſchreibt: Wer Mehl vom Dünkel unter das Roggenmehl mengkt,- der hat ein ſchönes, geſundes, und nahrhaftes Mehl, welches zu Brodtſuppen und Gemüſen ſehr dienlich iſt, Jnuſonderheit wird er zur Graupe erwählet 3; er muß, aber, wie der Winterdünkel, in der Mühle, ſeiner dünnen Hülſe entlediget und geſtampfet werden, Cc>-; art vermeinet, daß dieſes die Wirthe vom Anbau, ves Dünfkels abgehalten haben müſſe, wei! ſie keine eigene Mühlen haben oder haben dürfen. Wo ein ſtarker Hirſenbau iſt, da hatten ſich die Bauern ei- gene Stampfen auf ihren Höjen, welcher ſie fich deni auch wohl zum Ausſpelzen oder Auskörnen des 5 ei3 622 Sechstes Kapitel. fels bedienen könnten. Es iſt aber mühſamer,,'und es wird vielleicht eiue nämliche Vorbereitung wie des Habers erfordert, wenn man ihn mit Hirſeſtampfen ſeiner Hülſen entledigen will. Das Geſchäfte geht hurtiger auf Mühlen von ſtatten, die man zu dieſem beſondern Gebrauche Gerbmühlen zu nennen pflegt. C. Roggen. Der Rogen iſt in dem nördlichen Deutſchland ſowohl, als in den ſogenannten nordiſchen Reichen die gemeinſie Kornark, woraus das den Einwohnern die- ſer Länder ſo geſunde Brodt gebacken, auch der Draſidt wein größtentheils gebrannt wird, Theilt aber der gemeine Landmann die Aecker| in ſtarkes, mittleres und leichtes 20% ſo wird das Mit» telland ſo wohl, als das leichte, dem Roggen, das ſtarke aber dem Waizen größtentheils allein zugeeignet. Kömmt er aber irgends wo auch in ſtarkes Land, ſo iſt es ſoi. <=> und (edes wf ' wh "Weſen “, ſhluß hend Dem dis and win 1. 15 Mit 1, ds 100,8 ", 0 »ytühe eſn: 1 Wen 190) werden, “ nähe ſte demn oh Bodet) oh ga u, ſ emm! uh hes man we Ve (herde eit Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 623 ein ſv leichfer Boden gern erfordert, daß nur ganz flach darauf gepflüget werde; ſo würde vieler aufgeleg- ter Miſt nicht einmal untergebracht werden können, und wie ſo ſehr leichte Felder die alljährige Umarbei- tung mit dem Pfluge, als wovon ſie immer loſer und leichter werden, nicht vertragen; ſo iſt ihnen mit Ru- he auf eine Zeitlang, oder einer Wechſelcultur zum Anbau mancherley Gräſer und Futterfräuter, mehr gedienet. Wenn man recht kurzen wohlverfaulten Miſt, Teichſchlamm, Moorerde, Lehm u, ſ. f.- aufle- gen fann, ſo ſäet man im folgenden Jahre Haber oder Stoppeltoggen. Leßterer iſt ſicherer, ats der Haber, in ſehr leichten Feldern, wenn trone Jahre einfallen, weil er vom ZWinter her ſo zu ſagen ſeinen Fuß hat, und mit der Winterfeuchtigkeit in die Hö« he gegangen iſt, bevor die Sonnenhiße den Boden aushohlen fönnen, Es iſt aber der Stoppelroggen derjenige Roggen, der im Herbſte, nach einmal nur' umgepflügten Roggenſtoppein, ſo fort eingeſaet und eingeegzet wird. In manchen Gegenden, weil der Boden zu den leichteſten gehörer, wird der Roggen auf dis noch nicht umgepflügte Stoppeln geſäet, nebſt ihnen ſodann untergepflüget, und zugeegger, welches ihm in dürrer Saatzeit wohl befömmt, indem er ſc- dann eher nnd beſſer aufgehet. Man muß ſodann lieber gegen Abend ausſäen, nm des Morgens das berhauete Land nebſt dem Roggen umpflügen zu kön- nen. Man mnß dergleichen Felder aber ausgeprüfet haben, ob man beſſer chue, wenn man auf Roggen Haber, oder Roggen auf Roggen, ſowohl Winter«- als Sommerroggen, oder Haideforn, Buchwaizen, mit Vortheil kann folgen laſſen./ Wenn man den Roggen, der auf der Höhe er- wachſen iſt, mit dem, welcher auf einem niedr!gen Bos den erzogen worden, in Vergleichung ſtellet, ſo über- fine 624- Sechstes Kvpitel. triſft dieſer zwar jenen im Stroh, als welches dier und länger iſtz dagegen ſcheffelt der Roggen von der Höhe ,- over von Sandfeldern, beſſer. Dieſer kann von der Mandel leicht 1X bis 2 Scheffel geben, dahin» gegen der aus der Niederung, welcher überdem noch ſehr mit Raden, Treſpen und andern Unfräutern ver- miſcht zu ſeyn pflegt, etwa. 1 Scheffel, und noch wohl weit darunter geben kann. Im Gewichte iſi auch ein großer Unterſchied./ Der Chefſſel Roggen vom Sande kann an die 86 Pfund und darüber, der Echeſfel Roggen aber aus der Niederung dagegen kaum 80 Pfund wiegen« Jener giebt daher nichr nur mehr, ſondern auch weißeres Mehl. Und da er ſo- wohl großförnichter, als auch reiner vom Unkfrauts- ſaamen iſt, ſo muß er zur Saat. vorgezogen werden. Wenn der Roggen. in. der Niederung zu früh geſäet, oder zu ſtark gemiſtet wird, ſo hat man allemal mehr Stroh, aber deſto weniger Körner zu hoffen, Dieſer- halb halten erfahrne Wirthe mancher Orten ſehr dar- auf, daß ihr Roggen in der Niederung aufs allerjpä- teſte erſt in die Erde kommen möge. Cs iſt denn am beſten vamit getroffen, wenn er vor dem erſten Froſte ſo eben aus der Erde hervor kommen können. Es iſt aber gefährlich, falls der Froſi.den Roggen überfiel, wenn er noch in der Milc<, und unter der Erde wäre, Er iſt denn am allerweichlichſten, und Hagedorn nen net dieſen Zuſtand des Roggens,(mit dem Waizen iſt es noch mehr eben ſo) die Milchcur, Sie iſt-vor-, bey, ſo bald die Spißen der jungen Saat hervorzu- ſtechen beginnen, und die ſo junge Saat iſt im Stan-' * y de, wie ich's öſter als oft erlebet, die Widerwärtig»- Feiten des Winters und des Märzen ohne Anſtoß zu, ertragen, während die ältere Roggenſaat auf niedri gen Aecern zu Grunde gehen. oder auf immer ſchwach und träntlich bleiben. muß» Cs läßt ſich aber ne ; fol: ſoles dem 1 ge hat, fallen daßm zutrau ter Ci ferung | gedeih) (en, 1 | Die laſſen nichte drige! tet, d ſamm da߀ wenn geweſ dreſe rechn 8 dide von der abm muh Io) wohl Sud din EG Ow, ie | Dagegen id u 1(ſhe Qnftwut Q 117.07) 1 jefäh pl mehr Dieſels NEE NUNG 1 Ni y jſt y Gif ibu 9 wit) Nf12 Beize (ſot Oe [Etat (M feh j NN (mo) NT ſWb Behandl. jeder Feldfr, beſonders. 625 ſolches Verſpäten der Ausſaat nur bey wenigen Ae» Fern in Ausübung bringen. Denn wo man die Men- ge hat, muß man eilen, um nicht vom Winter über« fallen zu werden. Es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß man es den mit Vorſaß verſpäteten Aeckern auch zutrauen könne, daß es ihnen nicht an Kraſt aus gu- ter Cultur und Düngung fehlen müſſe, un1 nach ver- gangenem Winter die Saat. genugſam treiben, und die frühzeitiger geſäete wieder einhoylen zu können. Im Frühjahre 1783 hakte, nachdem mir der Ver» juch 1772 bereits gelungen war, noch nach Lichtmeß ein Stück mit Winterroggen beſäen, und hiezu friſch düngen laſſen. Daß im nördlichen Deutſaland un- ſer Roggen im Jahr 1783 ſo ſchlecht mandelte, oder ſchockte, kam von ſeinem Dünneſiehen, dieſes aber vom Winter, und zuleßt vom März und April her, Der zu öftere Wechſel des Zroftes und Thauwetters hatte die Roggenpflanze kränklich gemacht, die Wik- terung der gedachten beyden Monathe war zu wenig gedeihlich, um ven Schaden des Winters auszuheis len, und die Pflanze zum Beſtauden, als woraus das Dickoſtehen des Korns ſich ergeben muß; gelangen zu laſſen. Mein nur gedachter ſpäteſter Roggen hatte nichts von Winterkrankheit an ſich z er hatte, der wis drigen Temperatur des Märzen und Aprils ungeach» tet, daher ſeine völlige Kraft zum'Beſtauden noch bey* ſammen. Dieſerhalb beſtaudete er ſich dermaßen, daß er über ein Drittheil mehr Mandeln gab, als er, wenn er im vorhergehenden Herbſte wäre'ausgeſaäet geweſen, geben konnte. Dieſer Tagen ließ ihn ab» dreſchen. Der Heroſtroggen gab eins ins andre ge- rechnet die Mandel nur x Scheſſel. Der Hornungs= roggen, oder der im Februar. geſäete Winterroggen aber, die Mandel 13 Scheffel. Der hieſige, von 'Natur mehr warme, als kalte, Acer nebſt dem friſch Haugvgtrer Il, Band. Rr auf» 625 Sechstes Kapitel, aufgelegten guten Dünger kam bey dem ſchnellen Nachwuchs dieſes Hornungsroggens unſtreitig mit in Anſchlag, ohne welchen das Mandeln und Scheffeln deſſelben vermuthlich geringer ausgefallen ſeyn würde. Beyläufig kann man hieraus ſehen, daß unter allen Getraydearten der Roggen die ſtärkſte Abſtufung der Säczeit, folglich die geſchwindeſte Verwandelung des Winterroggens in Sommerroggen vertrage. Ferner habe hiebey geſehen, daß eine ſolche Abſtufung der Saezeit ſehr zur Verminderung mancher Unkrautsſä- mereyen dienen könne. Mein Hornungsroggen war in der Ausſaat mit vielen Raden, die in niedrigen Feldern ſehr zu Hauſe ſind, vermiſchet. Dieſer Un- Frautsſaame gieng, weil er eine hornartige Hülſen oder Schaale hat, ſpäter als der Roggen auf. Als daher dieſer im Maymonath ſehr ſchnell in die Höhe gieng, ſo unterdrücte er den ſpäter aufgegangenen Radenſaa- men, wovon er gelblichte Blätter bekam, in der Mit« te ſeines Wachsthums ſtille ſtand, und nicht zum Blü- hen und Saamentragen kommen konnte, A. A. Sommerroggen, Daß der Sommerroatzen aus der abgeſtuften Saatzeit des Winterroggens entſtehe, und die eine Art ſich in die andre hiemit verwandeln laſſe, iſt aus ſo ehen beygebrachter Beſchreibung des Hornungrog- gens zu erſehen, wenn man es nicht ſchon aus andern mehrern Verſuchen wiſſen müßte, Man erwählet zum Sommerroggen ein mittels mäſſiges mürbes Land, und ſäet ihn vor oder nach gSchtmeß, ſobald man nur mit dem Pflug in die Erde kommen kann. Dieſes iſt aber nur von hochbelege- nen Aeckern, oder vom Sande zu verſtehen. Zn nie- drigen Ae>ern, welche noch zu viel Winternäſſe j' | ſi -> „w.-4 5 HEY===> 4-2 CE(> 0 ZD. MAMSS=„am a: 2 eugnanenermungwe= wnn R Behandl. jeder Feldfr. beſonders 627 H ſich haben, wartet man damit, bis dieſe Näſſe ſich Shen eingezogen hat, Es giebt in der Niederung belegene tn wh, ODerter, welche, um gewiſſen, unter den Winterroge dn. gen zu ſtarf befindlichen Unfräutern auszuweichen, gar nahe M Winterroggen, nur allein Sommerroggen, ' PRE T: |.--- 508 iw zuvor geſagt wordn, daß man gern da fig GAEL INN jae, wo der Winterroggen auf leich« ha tem Boden wegen des Schneewaſjers fürnamlich im on ne Winter nicht beſtehen kann. Van muß dergleichen | aj Kzecker nicht vor Winters zudüngen, ſondern damit ar bis ins Frühjahr Anſtand nehmen, damit das Waſſer bia„die ſo genannte Geilung vom Dünger nicht vor der "" Zeit wegnehme oder ausziehe, 6 det In manchon 1 Jahren ſcheffelt der Sommerroggen pe ging, beſſer, als der Winterroggen 3 z. er hat aber weniger Waden fade Gewicht, und giebt daher auch weniger Mehl, wels N.e aber, und ihres 2Lohnens odex Schockens will es nicht viel bedeuten, da der Staudenroggen auf die Mandein meiſtens x Meße, zuweilen aber nicht mehr, im Ausdruſche giebt, Nimmt man aber den ganzen Ertrag des Ackers, wie er genommen werden muß, und fragt, wie viel Mandeln odex Schocke trägt der Acker vom gemeinen Roggen, und wie viel vom Staue 'denroggen? ſo kömmt man auf den rechten Grund. J< habe gefunden, daß von jeher mein Aerregiſter auf dem nämlichen Acker, wo Staudenroggen nun ſtand, Über ein Drittheil Mandein mehr ausgewieſen hatte, folglich verkohr ich allemal ein Drittheil an Körnern und Stroh. Auf dieſe Weiſe müſſen nun andre Wir- the gleichfalls nach und nach die Verringerung ihres Korngewinnſtes beym Staudenroggen gefunden haben, weil ſie abgelaſſen haben, ihn ferner zu bauen. Auch dieſes bemerkten gar bald viele Wirthe, daß ihr Acker vom Staudenroggen mehr, als yon dem gemeinen Roggen entkräftet werds,. Defters iſt in dieſem Werke die Hauptregel gege ben worden, daß in Anſehung Rn:. eld ſtand tRege Ran 1 er Wag "wid 7 Hie unſ Scheffel | von "ndet es ) Ely Ungleiß Mn obe "5 wil! lauf die mehr Janzen ' muß, et ve (Glam (Orynd, wegiſiet m ſtand 1 hatt, Hörnern „Wit- Ihres habet) Juch vA men 19079 ng de ilt Behandl. jeder Feldfr- beſonders 631 Feldfrüchte nicht ſo allgemeine Vorſchriften ſtatt fin» den könnten, daß nicht auch Ausnahmen dabey zu mas- chen ſeyn ſollten z ſo iſt es auch beym Staudenroggen. Denn ich weiß bis dieſe Stunde noch hin und wieder Oe?onomen, welche dieſen Roggen ganz allein, und nicht unſern gemeinen, bauen, und hiebey ihre Rech- nung mehr finden wollen, Es giebt Ae>er, die ihr Korn zu ſehr umfallen laſſen, daß die Körner in den Aehren theils wenig, theils zu klein, oder ſolche werden, die man in Nie- derſachſen Schmachtkörner zu nennen pflegt. Dieſem iſt mit Staudenroggen aufgeholfen, weil ſolcher dün- ne ſtehet, ſich ſtärker und breiter umher in dem zu lo- >erm Lande einwurzelt, und ſteifer und dickeres Stroh, Hat, daß er daher nicht ſich gänzlich logern fann, ob er gleich von wegen ſeiner ſtärkern Aehren ſich beuget« Er beſchreibet aber aufs höchſte nur einen halben Cirkel, ohne alſo mit den Aehren auf die Erde zu kommen. Dagegen legt ſich der gemeine Roggen in mandhen Ländern ganz platt und gerade zur Erde hin, welches eigentlich das ſchädliche 2agern oder zu Lagergehen Heiſſet,|| Einige Ae>er ſind zum Waizen zu ſchlecht, zum Roggen aber zu gut. Daher kömmt es nun, daß der Roggen zwar hieſelbſt fark ins Stroh wächſet, aber er ſcheffelt deſto ſchlechter; die Mandel etwa x Schef- fel oder 3 Schfl. Auch ift ſolcher Roggen vom geringe ſten Gewichte, Auch hieſelbſt würde der Staudena roggen vorzuziehen ſeyn. Noch ſind Ae>er, welche dieſes oder jenes Un« fraut enthalten, welches dem gemeinen Roggen zu Kopfe gleichſam wächſt, oder ihn gar übertrifft. Auch hieſelbſt kann der Staudenroggen ſeinen Plaß verdie- nen, Bey mir find die Raden oder Radeln ſehr zu Rr 4 Hauſes 632 Kapitel, 11504) Hauſe, Sie wuchſen alſo auch eben ſo gut hieſelbſt fel 14414 unter deim Staudenroggen, als unter.dem gemeinen mn | Roggen; allein der länger wachſende Staudenroggen| 4. fem behielt ſte unter ſich, daß ſie zwar Saamen, aber ſo im Fleinförnichten trugen, daß er theils, beym Werfen(| ein des Korns in der Scheune, im Hinterwurfe blieb,|| ſen theiis durch die Fege hindurch fiel, wenn der Roggen H durchgelaſjen ward. Dagegen bleiben die Raven dem 1| m ! gemeinen Roggen in der Höhe des Wachsthums gleich,"|S und weil Feuft umd Licht mit ihm in gleichem Grade)| ge genieſſen, ſo werden die Radenkörner ſo dick, fett und R| qu | ſtarf, daß; fie theils mit in den Forderwurf kommen, H| a | theils auch gar nicht durch die Kornfegen, oder Sie-"| zu 10/14 be, hindurchfallen, und daher mit dem Roggen ver-| zu 400 miſcht-bleiben. Es kann daher der Staudenroggen," 1„zur Verminderung mancher Unkräuter, wohl manchen die JE Feldern dienlich ſeyn, die 1114 Endlich giebt es auch manche kalte und naſſe Ae-| N 100>er, in welchen der gemeine Roggen in mißlichen|| i6 11041) Wintern nicht ausdauret.- Der Staudenroggen iſt Dd 11140 weniger zärtlich, und beſteht eher, beſonders wenn M| (118 er recht früh im Sommer ausgeſäet worden, wider e|; 19„Näſſe, Kälte und öſteres Abwechſeln des Froſtes und 4| 400 des Thauwetiers,: „4 Mir iſt es gar nicht unwahrſcheinlich, ob wir nN 11:10 ſchon den Staudenroggen etwa vor 30 Jahren ur- 4| if | 4)| ſprünglich erſt aus Norwegen bekommen haben, daß Nan)| wir aus unſerm gemeinen Roggen nicht ſollten Staue |E) denroggen anziehen können. Er dürfte nur um Jo»| 1]|„JE hannis im Gartenlande weitläuftig jaus einander ge-| (60 ſteckt werden, damit er ſich recht beſto>te, oder viel 8 d 9050) Nebenpflanzen anlegte. Würde der Saamen weit- 9 M) läuftig im Felde, oder eben ſo dünne, als es beym 9 ||) Staudenroggen gebräuchlich iſt, ausgeſäet, ſo würde v ((|; ſelbſt 19 Veſelbf "meinen "wvggen | btw ſd | Deifen je bli, v den Dem 116 glei) 1; Oi Ctt ud 10117 Nie Ei NUE Nggen, Wanden vſe Ve lichen og ſt 18 wenn ), wide fte un) ob wit von als n, def Stay: um Nn der ae der viel oy Wl 5 bm wirde jf Behandl; jeder Feldfr, beſonders. 633 ſelbſt erkünſtelter Staudenroggen zum Vorſchein kom- men. Ich zweifle hieran um fo weniger, als ich die- ſen Staudenroggen in unſern gemeinen Roggen einar- fen geſehen. Es verlangten einige Bauern von mir einſt Saamen. Da aber ihr Acker in geringerer Beſ- ſerung, als der meinige, iſt, ſo erlangte er weniger Höbe als mein Staudenroggen. Dieſes mißfiel ih- nenz ſie bedienten ſich daher des davon genommenen Saamens zum Ausſäen zur gewöhnlichen Saatzeit des gemeinen Roggens, worauf er in dieſen einartete. Eo gut ein Saamen aber einarten kann) ſo gut kann er auch in ſeine Varietät durch eigne Behandlungsart zurückgeführet werden, wenn ſonſt das Klima nicht zuwider iſt,|; Noch muß ich gedenken, daß manche Wirthe dieſes Staudenroggens überdrüſſig wurden, weil ſie die Roggenärndte nicht hinter einander weg halten, und einen Abſaß zwiſchen dem gemeinen und dieſem Roggen von 8 bis 14 Tagen, um ſo viel Zeit er näm» lich bey ihnen ſpäter zu Reiſe kam, machen mußten. Dieſes kam aber wohl daher, daß ihnen Noggen, der zur Ausſaat um Johannis gewöhnt war, in die Hän- de gerieth, und daß ſie ihn im September wieder aus- ſäeten. Auch dieſes wollte manchen Wirthen, die des Roggenſtrohes aus Heumangel zu ſehr zur Viehfütte« rung bedürfen, nicht gefallen, daß das Stroh zu hart iſt, und als Hexel vom Viehe ungern gefreſſen wird, C. C. Archangeliſcher Roggen. Dieſer Roggeniſt ſchon in ältern Zeiten im Brans donburgiſchem bekannt geweſen, durch landesherrliche Befehle aber abgeſchafft worden. Der berühmte geh. Rath v. Brenkenhof führte ihn in unſern Tagen wieder ein, Er hat faſt allen Vorcheil und Nachtheil Rr 5 mit 634 Sechstes Kapitel. mit dem vorhin beſchriebenen Staudenroggen gemein, und in Anſehung des leßtern ſagt uns noc: Hr. Prof, Borowski dieſes Beſondere: Da dieſer Roggen ſehr geſchwinde und übereilt reiſt, und die Körner nicht ſo ſeſte in den Hülſen eingeſchloſſen ſiven, ſo iſt ein größerer Verluſt an Körnern unvermeidlich; überdem muß er als ein fleinförnigtes Getrayde weniger fchef- feln, als ein andres. Man hat ſeinen Ertrag zwar wohl aufs 11te bis x2te Korn beſtimmen wollen 3 allein zu Lichtenow, einem v. Brenkenhofſchen Guthe, wo man ſelten unter 200 Winſpel von gemeinem Rog» gen ausgedroſchen hat, hat der Ausdruſch des Archan- gelſchen niemals über 130 Winſpel betragen. Hr. v, Frobel giebt an, er habe davon 32 und 3X Korn gewonnen.=- Mithin ſcheint der Schaden des Ar- t. Die veränderliche Winterwitterung aber machte ſie gelb, und im erſten Frühlinge blieb ſie bey dieſer Farbe nicht nur, ſondern fie ſe auſ iL war, ſuc), 1 herige und dear terwit Wint ſieher gehob gema bers daß| lange Da 1! Inyrob [vor 1: [ſchehen jyndd | gehn bald Gerſ erſt lh mein j wart |Fort| |Dece [mach |ſieg )|W 8|V meh ich| nom Wai jen Zwe "1 Vet- dar man 's(mel nbuſe Ww ede 170000000) dne Com " Dhytoe an ſahten (a Wels neſiſet, „6 Kern fehr auf Wenige 7] Binte 11001] Nach damit x, Wi „Dv aub, verlie verſte ſydirn ſe Behandl. jeder Feldfr, beſonders. 637 ſie äuſſerte auch kein Leben, ward weiß, und verfaul- te. Da der Herbſt in dieſem Jahre 1783 ſo tro>en war, entſchloß ich mich zu einem abermaligen Wer- ſuch, und ſäete 3 Scheffel aus. Um aber meinen bis» herigen Wahrnehmungen in Anſehung des Waizens und Roggens bey mir nachzugehen, da dieſe Getray»- dearten am erſten hieſelbſt wider.die veränderliche Win» terwitterung beſtehen, wenn die kurz vor Anfang des Winters blos mit den Spißen über die Erde hervore ſtehen, und ſich noch in keine Biäkter geöffnet und gehoben haben, ſo habe es mit diefer Gerſte eben ſo gemacht. Ich ließ ſie in den lekten Tagen des Octo«- bers erſt einſäen, da der Acker noch ſo troxfen war, daß fajt befürchten mußte, der Saamen würde bey länger ausbleibendem Regen nicht aufgehen können. Da man ſonſt im Frühjahre die große Gerſte hieſelbjt nur obenauf ſäet- und ſolct ſich gar nicht dazu. Wenn aber der Boden milde, trocken, mürbe und alſo mittelmäſſt- ger Art, oder von der zweyten Klaſſe iſt, und hierinn, und zwar in die andre Art, wd nämlich etliche Wo» cen zuvor Korn davon geätndtet iſt, um Michae» lis geſäet worden, ſs wird es eine Frucht, welche wegen ihrer ſechszeiligen ſo langen Aehren mit Luſt an» zuſehen iſt. Und da ſie vfrers gleich nach Johannis oder Anfangs Julii veif wird, ſo muß man allerdings auf großen Güchern, bey we[chen Acfor gentg iſt, eie nige Stücten, oder"Breiten dazu ausmitteln,== Zum Maſzmachen, ſagt eben dieſer Wirthſchafts2 lehrer, oder etwä unter andre Gerſte zum Malzmachen zu meliren, geht dieſe Gerſte gar nicht an, hingegen zum Mahlen und Graupenmachen iſt ſie vortreffliche Die Graupen davon werden wie Reiß,== I9 der, wh ; Da von Verg hinein 3! fn Uns Diet Hero ſer vue "„num py“ zur Bek "flat abe 1] ſäen, vy) ['gen, MENT ] vortflih S pl de *) daß dik 1' Birthe | v und(els Went aber jttelmäſſt Nd Gerin, 'tlihe Din m" Michah ht, welche 11100/0000 Johannis p olerdings y iſt, de ww= ethſhaffs jen „ Dingeget " fl N Behandl, jeder Feldfr. beſonders, 6349 I< habe zwar noch nicht Gelegenheit häben kön-« nen, dieſe Wintergerſte zum Malzmachen zu verſuchen, allein ich finde nicht die geringſte Urſach, die Möglich- Feit des Malzmachens davon zu bezweiſeln, Denn jedes Korn, das Wurzeln austreibt, iſt zum Malze- macher unſtreitig fähig. Daß aber Gerſte, wenn ſie- Winterfrucht iſt, zum Malzmachrn unfähig ſey, iſt analogiſchen Gründen zuwider. Denn Winterwaizen und Winterroggen laſſen fich ſehr gut mälzen. Die- ſes iſt aber die Sache, daß die Wintergerſte in Wer- mengung mit Sommergerſte nicht zugleich Malz wird. Denn wenn dieſe bereits genugſame- Keime getrieben, und daher, um nicht in's Blatt zu ſchieſſen, auf der Darre getrocknet werden muß, ſo wird jene noch ganz geſchloſſen, und vom Keime nichts zu ſehen ſeyn. Iſis doch mit großer und kleiner Gerſie eben ſo. Wer beyde zum Malzmachen vermengetk, iſt betrogen. Die fleine Derſte keimet weit früher, und läßt die große ſehr hinter ſich zurü&. Es wird daher ein verdorbe- nes Malz, wenn beyde Arten von Gerſte zum Malz» machen vermenget worden. Jede Gerſtenart behält ſogar auch beym Malzmachen die Gewohnheit ihres Frühern oder ſpätern Aufgehens und Reifwerdens an ſich. Hieraus folget, daß die Wintergerſte noch einmal ſo- viel Zeit zum Ausfeimen und Schieſſen beym Malz- machen, als die Sommergerſte gebrauche. Jener Wirthſchaftslehrer hatte alſo von dieſer auf jener ei- nen Trugſchluß gemacht, da er geſehen, daß ſie ents weder in der Vermiſchung mit der Sommergerſte gar nicht, oder, vor ſich allein gemälzet, gleichfalls nicht in dem, bey der Sommergerſie gewöhnlichen, Zeit- raume, hatte ſchieſſen wollen, Noch wünſchte ich aus andern Gegenden belchret zu ſeyn, ob daſelbſt der Erfolg von der ausgegange- nen oder verdorbenen Wintergerſte eben ſo, wie in hieſt- EINNE am EE--- Zz 640 Sechstes Kapitel, hieſigen Gegenden, ſeyn könne. Cs ſagten mir nam- lich die alten Wirthe hieſelbſt, als ich den oberwöhne ten Verſuch mit der Wintergerſte vor 3.2 Jahren ma- ct haben, daß dieſe zum Theil auch haben anfaulen müſſen. Denn die neue Gerſtenſaat, ohngeachtet dem gewöhns- lichen Maaße der Ausſaat nichts abgebrochen worden, war zwar recht dicke aufgegangen; allein ſie ward ven Woche zu Woche dünner, und die ſtehenbleibende be- ſtockte ſich in der Folge gar nicht, ſo daß-hiervon ein Ausfall von mehr als der Hälfte Mandeln gegen ſonſt nicht nur entſtand, ſondern auch die Aehren nicht ſs lang, als gewöhnlic), wurden. Die Sommerterſte theilt man gewöhnlich ia Frühlings- oder große, und kleine Gerſte, Die Srühlines- oder große Gerſte hat daher den Namen, daß ſie theils im Frühlinge, vom März bis in den April hinein, maticher Orten wohl gar erſt im May, geſäet wird; theils aber heißt ſie deßhalb große Gerſte, weil ſie größere Körner, als die kleine Gerſte bat. Auch haf ſie dünnere Hülſen, als die kleine Gerſte, und ſie wiegt daher an die 4== 8 PV, der Scheffel mehr, als jene. Sie wird eben deßs halb der Scheffel immer einige Groſchen löher, als die kleine Gerſte, bezahlet. Daß man aber dieſe Ger» ſte vom März bis in den May hinein ſäet, kömmt des her, daß man die Austro>nung des Ackers zur Saat - erſt abwarten muß, wenn was daraus werden ſoll. Die große Gerſte iſt an den meiſten Orten die zwozeilige.(Hordeum diſlichon Linn.) Sie ar- tet aber bey mir gern in die vierzeilige, oder fleine Gerſte( Hordeum vulgare Lian.) aus. Als dieſe Gerſte hieſelbſt im Jahr 1722 eingeführet und aus der Gegend Aaken an der Elbe, im Magdeburgi»- ſchen, hergebracht worden, ijt ſie zwozeilig geweſen) nach und nach. aber vierzeilig geworden« Zu Zeiten voaugvgter I. Band, Os: aber 642 Sechstes Kapitel. aber artet ſie in ihre Stammart wieder ein, Dieſes ſahe man bey mir beſonders im Jahr 1782, da faſt der vierte Theil dieſer Gerſte als zwozeilig wieder zum Vorſchein kam, da man doch dergleichen in vielen Jahren hieſelbſt nicht geſehen hatte, Es wird'die große Gerſte meiſtens auf Aecker ge« ſaet, welche des Jahres zuvor Waizen, oder auch wohl Lein getragen haben, Bey mir wird, wenn Waizen zuvor auf dem Acker geweſen, zur großen Ger- ſte meiſtens im Frühjahre noch. gedünget, der Dün- ger untergepflüget, und der Saame hernach oben auf geſäet und eingeegget. Auf einem magern Boden, oder auf dem Sande, will ſie nicht gedeihen. Dieſe Gerſte macht aber eine ſehr beſchwerliche Aerndte, weil ſie mit dem Roggen zugleich reif wird, oder ihm wohl gar zu Zeiten zuvorkömmt. Die klei- ne Gerſte kömmt erſt im Auguſt zur Reife, wenn Rog- gen und Waizen bereits in der Scheune ſind, und ver- ſtattet dem AFersmanne daher eine Zwiſchenzeit zwi- ſchenden Aerndten der verſchiedenen Getraydearten. Eben ſo macht auch dieſe Gerſte eine beſchwerliche Pflugzeit im Herbſie. Denn der Acer dazu muß ei- nige Wochen vor Michael geſtürzet, im Octobcr aber gewendet und geegget ſeyn, daß alſs das Zugvieb in dieſer Jahre8zeit länger und mehr dabey. zu thun hat, als da, wo die kleine Gerſte geſäet wird. Aud) iſt es den Aeckern ſehr abzumerken, daß ſie von der groſ- jen Gerſte inehr, als von der kleinen, ausgeſogen wer- den.„Um dieſer Urſach willen müſſen die dazu be- ſtimmten Kecker ſtärker, d. i, von mehr innerlicher Gü- 4. te, oder, wenn es daran fehlet, deſto mehr mit Dün- - ger unterſfüßet ſeyn, wie ſolches bey mir auc geſche- hen nim. Geſchiehet nun dieſes hieſelbſt, ſo nimmt "man wahr, daß die große Gerſte allhies doch mehr, als ami M [ Dieſs ON wwe un| in wielen | | Nader ah "ed, wn| ofen Own| 3 der Div; |') oben af 31 Behy, Cn, "ſhwerlict| dpf„y Die flei jen Äoge | und vet (nt u enden, gp werlid! u mfb retober aht) Zugdieh 1 1901008 9.0" 148 mder gn eſogen je dazu| rlihrb Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 643" als die kleine, mandelt und ſcheffelt. Kann hingegen der Acker zur großen Gerſte nicht mit Dünger ſattſam hiefelbſt unterſtüßet werden, ſo thut es ihr die kleine Gerſte in Mandeln und Eheffeln zuvor. Man wür- de es daher bey mir wohl lieber mit der kleinen Gerſte hal ten, wenn man nicht wüßte, daß die große Gerſte in dürren Jahren doc) immer am beſten wegkfomme, * und in ſolchen Jahren höchſt ſelten, die kleine Garſte aber allemal dem Mißwachs unterworfen ſey. Wenn im April Schiuee, Schlacker und Fröſte unfer einander abwechſeln, ſo ſieht es ſehr mißlich mit der großen G-rſte aus, und ſierkann, winn nicht. beſot- ders gute Witterung erfolget, ſich ſchwerlic) wieder er- hohlen. Trockne Kälte im Aprit und May hinzegen ſchadet ihr ſelten, und ohngeachtet ihr im Frühjahre 1783 Regen und Wäarxine fehlten, ſo iſt ſie doc) nicht mißgerathen, wie ſolches mit der kleinen Gerſte zu ſehr geſchehen iſt, Es iſt übrigens dieſe große Gerſte mit dem H& derich eben ſo ſehr, als die fleine, geplaget. May kann ihn vermindern, wenn man die damit zu ſehr.an- gefochtenen Acker ſpäter beſaet, und den zur gewöhn- lichen Zeit hervorgewachſenen Hederich mit ſeinen brei« ten Blättern unterpfiüget, und die Gerſte zugleich ein» ſäet, welches bey der kleinen Gerſte ebenfalls geſche« hen fann, wenn man ihr Ausſäen ſpäter hinaus ſeßen, oder früher unternehmen will, Sollte der, mit großer Gerſte beſäete Acker nach der Cinſaat von Schla>er und Regen feſt werden, oder eine Rinde bekommen, ſo muß man ihn mit der leichten Egge lüften. Unterbleibt dieſe Arbeit, ſo lei- det die Gerſte Schaden, und kann ſich nicht recht bes Kauden, S8 3 Die 644 Sechstes Kapitel, Die kleine Gerſte, die man auch wohl im Ge- genſaß der Frühlingsgerſte, Sommergerſte, zu nennen pflegt, will es nicht vertragen, wenn ſie zu früh aus- geſäet wird. Man nimmt, beſonders in der Mark, gemeiniglich zu Säetagen einige Tage vor dem 4ten Julti und einige Tage nachher. Es gehen aber doch hin und wieder jene gemeinen Wirthe ſichrer, wenn ſie ' ſich nach dem natürlichen Kalender richten, weil, wenn die Erde noh nicht warm genug iſt, ſeiten aus der fleinen Gerſte was wird. Sie nehmen daher gern, wie ſolches ſchon oben im Kapitel von der Säezeit gs ſagt worden, zum Zeichen der auszuſäenden kleinen Gerſte an, wenn der Kalinkenbaum, oder auch der gemeine Fliederbaum, anhebt zu blühen, auch die klei- nen Käfer, die auf provinzialiſch Gerſtenfäſer heiſſen, auf den Aeckern ſich häufig ſehen, auch die Frö- ſche ſich ſtark, und anhaltend, hören laſſen. Dieſe Gerſte muß in mürben Aeckern ſchlechterdings unter» gepflüget werden, wenn ſie gutaufgehen ſoll.„In der- gleichen Aeckern ſowohl, als allen andern iſt es ihr ſehr erſprieslich, wenn ſie vor dem Regen bey gutem Sonnenſcheine, oder Hiße, zwey bis drey Tage in der Erde liegen, oder, nach dem Ausdruck des gemeinen Mannes, braten kann. Erfolgt aber während ihrer Ausſaat, oder gleich darauf ſtarker Regen, ſo iſt ihr ſolches leicht ſchädlich, Man muß ungeſäumt ſodann den Acker mit der leichten Egge lüften, daß ſie hervor fommen fönne, Unterläßt man dieſes, ſo gehet ſie allzudünne auf z es bleibt zu viel Saamen entweder zurück, oder geht erſt nach und nach auf, wovon die Gerſte zweywüchſigt, und in der Folge nicht zu glei net wor- den. Kein Stroh erhißet ſich mehr, wird ſchwarz, ſchimmlicht, ſtinfend und zur Fütterung untauglich, als naß eingebrachtes Gerſtenſtroh. Und geſeßr, es wäre bey naſſem Aerndtewetter nicht möglich, ſoiches gut getrönet einzubringen, ſo muß es in ſolchem Zu- ſtande auf Stangen in die Höhe glegt, und hiemit deſſen gänzlichem Verderb zuvor gekommen 3 ' ies Behandl. jeder-Feldfr: beſonders. 647 " kieget die Gerſte zu lange auf dem Schwade, und I| wird ſtark beregnet, ſo werden die Körner grauſchwarz, "4| und fallen beym Harken und Einfahren ſehr aus; aber * 0: 4 beym Malzmachen ſchadet der Verluſt des. Anſehens ww|. ſo wenig, daß die Brauer es vielmehr nicht ungern vL ſehen, der Meynung, daß die Körner ſodann deſto beſ- ed bag ſer beym Malzen ausfeimen oder ſchieſſen. Da aber, ; wie vorgedacht, Gefahr dabey iſt, wenn die Gerſte Ms ſehr beregnet wird, ſo wird ſie kein Landwirth ſo lange Coba) mit Fleiß wollen liegen laſſen, vielmehr damit unge- ehre ſäumt unter's Dach eilen, ſobald ſie troffen geworden nnjih| iſt. Diejenige Gerſte, welche auf friſchem Schaaf- WR- miſte oder Pferch erbauet worden, muß mit der übri» 4, vj gen Gerſte, die zum Malzinachen beſtimmt, oder ver- TM! kauft wird, nicht vermiſcht werden, indem jene einige ue| Tage ſpäter auskeimet, auch viele Körner gar zurück Om| bleiben. Auch muß die auf Pferch oder Schaafmiſt muß, erbauete Gerſte, wenn davon der dritte Theil, wie ge» ) Orte wöhnlich zum Breyhahn kommen ſoll, dazu nicht ge- "9| nommen werden, weil ſie den Geſchma deſſelben her- as unter ſeßt- Unter dem braunen Biere aber, beſon- ei ders wenn es, wie aufs Lager, ſehr bitter gemacht qm) wird, kann ſie wohl gebraucht werden. 1.0 Nächſt dem Erbs-Wicken- und Linſenſtroh iſt das je Ow Gerſtenſtroh zur Fütterung fürs Rindvieh das beſte, | nit und man richtet ſich gern damit ſo ein- daß das Ha-'| j wwf berſtroh vor Weyhnachten verfüttert, ſodann aver erſt WE I das Gerſtenſtroh angegriffen werde. Wh wat „ Daß die Gerſte nicht in der heiſſen Sonne gehar- fet werden ſolle, iſt ſchon oben beygebracht worden; ſo wie, im Fall ſie zu reif geworden, ſolche gleichfalls.- nicht in der Sonne, ſondern im Thaue abgemä"et wer» den ſoll. Man erkennet aber daran, wenn die Gerſte überreif wo geworden iſt, wenn beym Sennenſcheine, Ss 4 da 9. ſides m hami 7 (WW 648 Sechstes Kapitel. da die Aehren ganz trocken ſind, die Körner beym Mähen abfallen. Leßteres unterbleibt, ſo baib die Aeh« ren vom Thau befeuchtet worden. Cs kommen zuweilen Jahre, in welchen die Ger- ſte ſo ſchlecht gerät), daß ſte ganz kurzhalmicht bleibt, dergeſtalt, daß ſie ven Harkern durcern, die ihre Näſſe ſehr ſpät Wantig im Jahre verlieren, und ſie geht auf ſolchen tief "e Hilfe und naßliegenden Aeckern mit breitern und dunkel- "et Vb grünern Blättern, als die der gemeinen Gerſte, Ingehaltey auf, beſtaudet ſich ſtark, geräth wohl, und bes ! main, deckt den Boden ſehr bald. Sie wird an einigen fall iv Oertern im Mannsfeldiſchen, Halberſtädtiſchen Aiddiw und gegen den Harz hin, mit Vortheil gebauer, 1:79 NEN haf etwas kleine Körner, die aber mehlreich, (die Om dünnhülſig und ſüß find. Da ſie auf Aeckern phen hel Art erbauet wird, und unter al» len' Gerſtenarten die wenigſte Zeit zum Reif wer- | den gebrauchet, von Näſſe und nachfolgender Dür- (|, re aber am wenigſten leidet, ſo iſt ihr Anbau ſehr |' zu empfehlen, und zu verwundern, daß derſelbe richte noch nicht ausgebreiteter geworden iſt. Sie muß fchtin dem ſo berühmten Hauptwirthe Hrn, v. Bren- 1, Keen; Penbhof nie bekannt geworden ſeyn, der, da er je abe faſt fein Product unverſucht ließ, in ſeinen beur- uſe Eur barten Brüchern auch dieſe Gerſte gewiß würde 5 Mh- angebauet haben. Jh kann wenigſtens mich nicht erinnern, je geleſen over gehöret zu haben, daß /ordeum er dieſe Gerſtenart unter Händen gehabt habe, den 110 Das Stroh davon iſt zur Viehfütterung ſehr gut. Fmant| 3;| „4 B. B. Himmelsgerſte. en NENE-, Wallachiſche Gerſte, Da- (fw| vidotgerſte, vierzeilige, nackte Gerſte, Sibiriſche Em| Gerſte, Egyptiſch Rorn, Hordeum caelelle, iſt mö als eine Abänderung der gemeinen Gerſte anzuſehen. | Ss 5 Sie 65o Sechstes Kapitel. Sie zeiget lauter Zwitterblumen, aber Saamen ohne Schale. Hr. Prof. 2Borowski empfiehlet dieſe Ber- ſte vor andern Getraydearten, 1) wegen ihres ſehr reichen Ertrages, da ſie in guten Mitteljahren ſich 18 bis 24 fältig, in den be- ſten Jahren aber 40 bis 59 fältig vermehret. 2) Wegen des dabey zu erſparenden Saamens. Auf ein Stück Land, wo ſonſt 1 Scheffel Gerſte ge- ſäet wird, ſäet man nur X Scheffel, beſſer aber 4 Me» ken, nach Erfahrungen in Sleſien.(Wo aber ſehr frautartiges Land iſt, da thut man doch beſſer, bey erſtgenanntem Maaße der Auſſaat zu bleiben.) 3) Wegen ihrer ausnehmend mehlreichen Kör- ner. 1 Dreßd. Scheffel wiegt 156 bis 165 Pfund. 4) Wegen des mehrern und weißen Mehls, ds ſie am Mehl ſo ergiebig iſt, als der beſte Roggen, Der Gebrauch des Mehls iſt 1) zum Backen; man muß aber über die Hälfte am Roggenmehl dazu nehmen, ſo wird das Brodt ſchmac>haft und gut, und ſcheint nahrhafter als Rog- genbrodt zu ſeyn. 2) Zu Klößen und Suppen, wo es dem Wai- zenmehl faſt gleich fömmt. 3) Zu Graupen, diedie von der beſten Gerſte weit - übertreffen. Ein ſchleſiſches Viertel gab 13 Mäßel, da man ſonſt von der beſten Gerſte nur 10 erhält. Sie ſättigen mehr als Reiß. 4) Zu Weißbier und Breyhahn, der ohne ällen Waizen vortreffiich wird. 5) Zu Braunbier, da 3 Scheffel eben ſo ſtarkes Bier geben, als 4 Scheffel Gerſte, 6) Zu Brandtwein, der mehr und ſcke" fut, giebt, auch feine ſonderlich lange Aehren austreibt. 11). dw|| Eben ſs wird ſich auch alsdenn der Wachsthum des ichn Giraſes auf den Wieſen, die nicht gewäſſert werden 109 0088 können, oder au Strömen umd Flüſſen belegen ſind, u it verhalten, und fölglich ein Mangel am Rauchfutter 9.47 entſtehen. Fällt in den folgenden Monathen aber iſche erſt eine Dürre ein, ſo wird ſie in Anſehung des Win- " und tergetraydes meiſtens aur allein leichten Feldern fchad- hutt jich werden. Die guten Aec>er aber nehmen u - Sp NIE . 656-'Sechstes Kapitel. alsdenn nicht ſo. leicht Schaden 3 und daraus entſteht im Ganzen genommen, eben nicht Theurung. Um- gefehrt aber erfolgt ſie eher; nach dem bekannten Reim m. Vorfahren: Geräth das Genn auf dem Sande, ſo entſtezt Theurung im Lande. Der Grund hiervon iſt dieſer, daß viele anhaltende Regen in den Frü hlings- und Sommermonathen das Getrayde der guten und ſtarken Aecker verderben, deſtomehr aber das Korn auf hohen leichten Sandfeldern zum Wohl- gerathen bringen können.... Bietet ſich nun die Ausſicht einer nicht guten Aerndte dar, ſo muß ſogleich zur Subſtitutionsſaat im Lande Anſtalt gemacht werden. Und dieſe beſiün- de nun. darinn, daß ein Theil vom Braachfelde aus- gemittelt, in der Mitte des Maymonaths, und nicht viel ſpäter, nach Beſchaffenheit des A>ers jegiichen Orts, geſtürzet oder geſtoppelt, 2-3 Wochen her- nach gewendet, und 14 Tage hernach, zu Anfange des Julius, kleine Gerſte darauf eingeſäet werde, Dies «ſer Theil des Braachſebdes aber müßte nicht der ſchleche teſte, ſondern, ſo viel möglich, der beſte jedes Orts ſeyn, weil es darauf abgeſehen ſeyn ſoll, einer bevor» ſiehenden Theurung oder Mangel zuvor zu kommen.. Viele werden die Zwiſchenzeiten zur Bepflügung ' des Ackers gegen die gewöhnlichen zu kurz halten. Wenn man aber ſonſt 4=- 6 Wochen dazu einräumer, ſo muß man die gegenwärtige„Fahreszeit in Betracht ziehen, da in den ſo langen und warmen Tagen die - umgeſtürzten Stoppeln oder Raſen unter der Half fte ges ſchwinder faulen, oder ſto&en und Furz werden können, als in einer andern weniger warmen Jahreszeit, Wird die Egge beym. THON tüchtig zu Hülfe genommen, ſo kann mittelſt derſelben vollends beym Wenden aller nod) ganz gebliebener Raſen wohl, zerriſſen und Furz und [ſen lei und fl ſaat al Yu jahre auf v dem* guſt ſieht daß, ſäen, ſtärz gerüt nach wir) ynd! ) zur€ auf a Zy Kap daß turq und guti« Eh werd als nih mer ſich beſe wur ſei Behandl. jeder Feldfr. beſonders. 5657 ficht und klein gemacht werden. Da die zur Subſtitutions- 1“ ſaat auszumitteinden Ae&er im Jahre zuvor unterm "0 Pfluge geweſen, und ſelbigem nun im nächſten Früh« pn jahre abermals unterworfen ſeyn folien, ſo iſt der Ra- CA- fen leichter zu bezwingen, als wenn, wie es würflich I auf vielen ſehr gruſichten Feldern geſciyicehet, um der, Awehe dem Viehe zu laſſenden, Weide willen, erſt im Au- Or eie guſt im Braachfelde geſtoppelt oder geſtürzet wird. So H Veh ſieht nian ferner in manzhyen ſehr gruſichten Feldern, I daß, um große Rüben auf Jacobi in der Braache zu 7 quth ſäen, erſt um vie Mitte des Braachmonaths dazu ge- Shut ſtärzet, binnen 14 Tagen gewendet, 8 Tage darauf Shefiin: gerühret, beydesmal gut geegget, und 8 Tage her« Er u nach mit Ausſaung des Rübenſaamens verfahren „vnd wird. Man findet ſodann die Rübenäcker ſo klar ju und wohl, als Gartenland, zugerichtet. 90 het: Mile des Man kann aber in der Vorbereitung des Ackers Die zur Subſtitutionsſaat noth ſichrer gehen, wenn man Auch: auf allem Fall bereits im ſpäten Herbſte dazu hat ſtür- 9] it zen wollen. Es iſt im erſten Bande, und zwar im 13) beven| Kapitel der mancherley A>erſyſteme, gelehret worden, | daß man es als einen Theil einor ſehr guten Ackercul- EW tur anſehen müſſe, wenn Aocker vor Winters geſtürzet, ji und der hiemit in Furchen auſgetriebene Acer den ſo [palin gütigen Einflüſſen der Luſcſalze, des Froſtes und 3 umd Schnees geöffnet wird. Die ſo behandelten Aecker puh! werden ſehr gebeſſert, und erfordern weniger Dünger, NUM als diejenigen, welche man nach der gemeinen Ark ift RW nicht umgeſtürzt den Winter hindurch bis in den Some «1000 mer hinein liegen laßt, Wollte man nun blos in Hin»! WEN ſicht auf AFerverbeſſerung allein die beſten. Aecker, men beſonders diejenigen, welche ver Verfilzung von Gras- 1 al wurzeln, oder Begruſung ſehr unterworfen ſind, damit jmd fir ſie in der darauf folzenden Braache deſto eher gewon- und ß FRauSvgter IL, Band, Zt nen 658 Sechstes Kapitel. . nen und gleichſam bezähmet werden können, vor Win- ters ſtürzen, ſo hätte man ſich für einen Nothfall, nämlich den einer Subſtitutionsſaat, zugleich mit ge- holfen, uud die ſicherſte Cultur dazu ſchon im Voraus gegründet, Denn es kann der Fall ſeyn, daß, wenn 'es im Herbſte oder Winter zu viel regnet oder ſchlacket, die Aecker in den nächſten Frühlingsmonarhen allzufeſt „und gruficht geworden feyn können, Wer noch kein Augenzeuge des guten Erfolgs eis ner Subſtitutionsſaat geweſen iſt, der kann doch die Möglichkeit derſelben nicht bezweifeln, wenn er erwä- get, wie lange dieſe Gerſte im Felde ſtehen dürfe, um reif zu werden. Man ſagt von ihr: Zehen Wochen aus und in.den Sack, d. i. wenn man ſie vor 10 Wo» hen ausgeſäet hat, hat man ſie bereits wieder abge-" ärndtet, und wenn man fann, oder will, davon ges droſchen, und alſo in den Saf. Jſt die Wirterung mehr warm als falt, ſo kann ſie ſker nach Michaelis zu ſtür- zen, 3 Wochen hernach zu wenden, und einige Wo- hen darauf ſolche mit Wintergetrayde zu beſäen. Die- ſes würde alſo bald nach Martini geſchehen können, um welche Zeit, wo zumal ein weitläuftiger Ackerbau auf großen Güthern iſt, noch genug Korn geſäet wer- den muß. Kann aber dieſe Subſtitutionsgerſte be- reits am 1ſten Julius, oder noch früher geſäet wer- den, den, geſch! ſchon | vent wort habt gen aud) tutie ten 1 Aba und das nern ſtena halte ſtand re| (ins zur' der etw fery dem es( ſtark nur das Vie als ren Ett 8 y v(s bo Div| "ethfal, L'/ mit Of: N Voraus 4, vm- O(haet, Ea due Holes Wi 3. dech di? 1907 I A: Vehn ENTE abge | on ye Pherung p pochen "M9 aber (CNA zeec NE 1.0 Bh D'y blas Jau für 9! Do "9, Dit fönney ge iet mtb fe dü et Wile den, Behandl: jeder Feldfr, beſonders. 4659 den, ſo kömmt man mit dieſer ganzen. Anſtalt noch geſchwinder zum Ziel. Warum ſollten aber unſre Vorfahren nicht auch ſchon ſo klug geweſen ſeyn, um ſich in Mißwachsjah« ren mit Subſkitutionsärndten zu berathen*? Zu ante worte: Mancher hat vor uns eine ähnliche Jdee ge- habt, ſie aber nicht zum Verſuche oder Vorjers fehlen möge, Cine tabellariſche Anfrage und Beante- wor» wort punft erhalt belle€ ze Ci lokal raun ane gen, vorn zu h wen! ben Behandl. jeder Feldfr, beſonders, 661 ſer; 6 wortung der vorgeſchriebenen nothwendigſten Frage» nihts punfte müßte das ganze Werk in Gang bringen und I" un erhalten. Es wird daher unten ein Schema zur Ta- nie, belle angehänget, wie etwa Kameralcollegia' die gan- Waimet ze Einrichrung in Zeiten erforſchen, und hiernach die 1(Pr lofaliſchen Hinderniſſe jedes Orts aus dem Wege zu an wij: räumen ſuchen müßten. Nur muß die Sache nicht vifigg an einen vder mehrers unpatriotiſche Männer gelan- 1) Oh(gen,„die, wenn ſie in Anſehung ihrer großen Korn« vorräthe auf ihren Güthern hinſehen, und ſomit lieber nt:= WESES; Ds zu hohe als mittelmäſſige Kornpreiſe ſich wünſchen, zu (6 wenig uneigennüßig ſind, um, wie man ſagt, zu les | ben und leben zu laſſen.. |, 1| Sollte der Aker zur Zeit der Subſtitutionsgerſten- fim ausſaat zu trocken ſeyn, und es iſt mißlich, auf Re- ie gen zu warten, da, wenn es auf die Körner angeſe- ) hen ſeyn ſoll, mit der-Ausfaat nicht über die Mitte pM des Auguſis hinaus gegangen werden darf, ſo muß 3 man in den Thau ſäen. Was aber Thauſaat ſey, iſt pie ſattſam zu Anfange dieſes Bandes ſowohl, als auch (4 im erſten bereits gelehret worden.„Im„Julius, und a-- jewärmer die Tage ſind, fällt der Thau fehr reichlich, DM daßralſo das mit dem Thau untergepflügte Saatkorn EN ſehr gut auch in der Dürre ſogar- aufgehen kann. Dieſes leßtere muß ſogar denen nicht Aerbau treiben-- | den nicht unbefannt ſeyn. Sie werden es mehrmatl (jeung geſehen haben, daß die auf einem Stück Acer zur: ge- (mon wöhnlichen Zeit, nämlich zu Anfange des Junius, VG ausgeſäete Gerſte, welche wegen des in den Frühſtun- vg ven mit untergepflügten Thaues genugſame Feuchtige- EUAMIS keit anziehen können, ſolche behalten und eben daher gut vet aufgehen können. Hieneben hat bey zunehmender Tages» jada zeit und bey abgetrocknetem Thaue der übrige Theil dev 1 Gerſte nur troen in die Erde gebracht werden können, wor M 22] weßs wes 662 Sechstes Kapitel. w*ßhalb das Aufgehen der lektern ſo ſpät, ungleich, ddr wohl gar nicht erfolget iſt. Man glaubet es nicht, was man mit der Thauſaat ausrichten können, wenn man nicht ſelbſt Beobachter geweſen, oder" den Verſuci) damit in dürren Jahren ſelbſt bereits ge- macht hat. Zn dieſem Johre 1783 rieth ich einem Freunve, da der Regen ſo ſehr ausblieb, ſeine kleine Gerſte in den Thau zu ſäen, ohne auf Regen zu war» ten. Unter mehr als hundert Aerwirthen ſeines Orts, die vor, mit und nach ihm geſäet hatten, hat- te er bis zur Verwunderung ſchöne Gerſte, da aller ſeiner Mitwirthe ihre ſehr kümmerlich ausſahe, ob ſie ſchon zum Theil auf ungleich beſſern Aec>kern ſtand. Bey einer ſtarken Ausſaat, beſonders bey Hofedienſten, iſt die Einrichtung mit der Thauſaat Schwierigkeiten unterworfen, und man wird freylich, wenn man blos auf Zeit allein hinſehen will, mit der Ausſaat ſtark aufgehalten. Was kann aber die Saat ver Subſti- kutionsgerſte in den Thau wohl hindern oder erſchwe- ren, da ihrer nur ſo wenig iſt, auch wenn man mit dem Pfluge einmal im Felde iſt, damit fortgegangen, und anderswo in der Braache gepflüget werden kann, wenn die Sonne hoch kömmt, und die Aecker davon abtrocknen, Mehr Schwierigkeiten wird die Subſtitutions- ſaat in Anſeyung der Huth- und Triftgerechtigkeit, zumal wo Koppelweide iſt, unterworfen jeyyv. Man könnte es bey manchen Guthsherrſchaften, und Gott ſey Dank, daß es unſern Zeiten daran noch nicht gänzlich fehlet, von ihrem, aus Chriſtkenthum und Patriotigmus warmen, Herzen erwarten, daß ſie durch Erſchwerung einer Subſiititionsſaat in Mißwachs- jahren die allgemeine No'h nicht noh großer machen, ſondern als Engel in Menſchengeſtalt unter dem 9?n- ; ſcyen- ſcheng! Fumn permel falt Di diefe 0 piept Erhal | einm Volk went oft rub | men hiery ſag bey 9 Korn degein me, 1 dern) daß! ſich ſen, bens mit Miß undi me,| lich| ſchle bezal ger, zum ſchen un ibn eenmmeenenenmenen- wma 1 ngen Behandl. jeder Feldfr. deſonder8. 663 ['s ſchengeſchlechte ihres Zeitalters gern alles thun, was 1 Kummerloſigfeit und Volkswohlſeyn in ihrem Zirkel "506 vermehren kann. Wäre bey Vielen die Eigennübßig- M fzit die Triebfeder ihres Thuns und Laſſens, ſo ſollte 109)„diefe allein ſchon ein ſo gutes Juſtitut ihnen doch em- N fn pfehlbar machen. Sie müſſen nur erwegen, daß die Hh| Erhaltung der Menſchen, oder nur, die Sache nicht | ns| einmal ſo hoch genommen, die Wohlhabenheit ihres/| ins Volkes, das Wohl einer Heerde, die vielleicht ſehr MM wenig leiden würde, wenn ſie in Nothjahren, die ſo x| Wr| oft nicht eintreten, von den Subſtitutionsa>ern zu- D ſt rückbleiben ſollten, gar ſehr überwiege. Die Bolts- If menge iſt die ſtärkſte Stüße des Ackerbaues, indem (oſt hiervon die Producte deſſelben den geſchwindeſien Ab- Uefeiten| ſaß gewinnen. Welcher Eigennüßigso ſollte wohl nicht 0. bey ganz mäſſiger Einſicht nun nicht wollen, daß das Mefiuf| Korn im Lande nie zu theuer werde, damit jeder kane DN degeingebohrner gern bleibe, nie die Gedanken befom- be me, in wohlfeilere Länder hinzuziehen oder auszuwan- m| dern 3 vielmehr es gern ſehen, und dazu beytragen, mw| daß mehr Fremde zu uns in ein fand kommen, und. jufam, ſich bey uns niederlaſſen mögen, wo ſie ſehen und wiſ- Dm ſen, und man durchgängig auf ihren gemächlichen Le- bensunterhalt Bedacht hat. Oder, beſteht es wohl mit einerm wohlverſtandenen Cigennuße, wenn in 11003 Mißwachsjahren viel Geld zum Lande herausgeht, gf und daraus das Circuliren einer geringern Geldſum- pyan me, als zuvor, erwächſt? Muß es nicht ganz natuür- gd lich folgen, daß, je weniger Geld im kande iſt, deſto um ſchlechter werden auch dem Lkandwirthe ſeine Producte umd LZ bezahlet? Sollte nun dieſes all's ein zwar eigennüßt- uh ger, aber doch des Nachdenkens fähiger, und nicht (db zum Pöbel gehörender, kandwirth ſich wohl wün- „den ſchen wollen?!: Nu he 2.4.4 Noch 664 Sechstes Kapitel, Noch iſt ein Einwurf übrig, der aber von keiner Bedeutung iſt; nämlich daß durch Subſtitutionsäcfer im Braachfelde die Einſaat des Winterkorns auf der- gleichen Aeckern zu ſehr verſpätet, und wohl gar durch frühe Fröfie verhindert werden könne. Es ſoll ja nicht Zahr für Jahr, ſondern nur zur Zeit der Noth, eine Saat ſubſtituwet, der Aer dazu aber immer vor» her, oder mittelſt des Päügens im Herbſjie oder Früh- jahre, beſage vorhergehender Theorie, beſtimmt ſeyn« öſt aber hiemit vem Deſiker ſoicher Aecker im Grun- de etwas verlohren gegangen? Hat er doch ihre Nus Sung mittelſt der Gubſtitutionsarndte bereits antici- 'piret gehabt. Dieſe Aecker werden aber auch zur nächſten Winterſaat mehr geſchickt, als untüchtig ge- macht. Die ihm wiederfahrne Sommercuitur hat ſie ſehr mürbe gemacht; wie denn viele Wirthe deßhalb lieber fleine, als große Gerſte ſäen, weil jene das Land reiner und mürber macht, auch der Acker der kleinen Gerſie weniger erſchöpfet und hiemit im Stande iſt, nach geendigter dazwiſchen kommender Braache deſto beſſeren Roggen over Waizen hervorzubringen. In leichten Aecfern wird man nur umpjiügen, und gleich darauf Winterkorn ſäen können. Bey mir geſchichet dergleichen faſt jährlich, in der Nachbarſchaft aber beſtändig, auf einem, zum Verraſen ſehr geneigten Boden. Denn in 2ehmäckern hat es, wenn ſie nicht allzujeſt ſind, noch weniger zu ſagen. Um Jacobi wer- den, wie ſchon oben erwähnet worden, Rüben in ge« wiſſen Schlägen geſäet, auf Allerheiligen ausgenom» men, hierauf der Acker geſtürzet, oder nur einmal 92» pflüget, und ſoſort Waizen oder Roggen obenauf ge fäet und eingeegget. Bielmals gewinnet dieſe Saat, beſonders wenn der Herbſt kalt, naß, oder ſchla>kericht iſt, der übrigen des Feldes, den Rang völlig ab. End» ken Feten ee EE eb in uu m - Fener "Sep WU dep (rd gn "Ret, MEC NO " eüh Int ſep 4 Ory we Nw | ai: 30 jut Vig zb Sir hat v/phalh 15 qand einen )' if, 1. deſie |, J - flach Ahiehet ſt abet (neigten 1 niht n wt jim des won al 6 NENE "Ech deit ih (nh Behandl. jeder Feldfe. beſonders. 6565 Endlich wäre noch die Frage bey. manchen Dorf- gemeinden, die unabhängig von Hüthungsſervituk oder Koppelhüthung zu wenig Weide haben, die Fra« ge zu berichtigen, wo ſie mit ihren Heerden bleiben ſollen, wenn ihnen die auf der Braache ſonſt zu ſiat« ten kommende Weide fürs Vieh, mitteiſt der Subſtie futionsſaat, geſchmälert werden ſollte? Cs werden wenig Dörfer ſeyn, deren Vieh ſofort verhungern -Follte, wenn auf die Huſe x Morgen ver Hüthung in te. Es iſt beſſer, daß das, Vieh ſich im Sommer knapp behelfe, als wenn es gen Ende des Winters dieſem oder jenem Jahre mal entnommen werden folle gar fein Rauchfutter haben, und vor Hunger ganz oder halb ſterben ſollte. Wie würde es im Winter 1 784 vielen Dörfern ergehen, wenn im Herbſie 3783 der Winter früher eingetreten, und das ſpäte Aus treiben der Heerden verhindert hätte? Und was würde es mit manchen Dörfern und AFerſtädten werden, wenn der Winter 1784 lange anhalten, und im näh- ſten Früßjahre das Gras zu ſpät wachſen, und den Heerden nicht nothdürftige Nahrung geben ſollte? Im Jahre zuvor war bereits Futtermangel, ſo, daß das Scho> Stroh um Weyhuachten 1782, 6--30 Thlr. bezahlet ward. Da nun aus vem vorigen Jahre kein Strohvorrarh in vielen Gegenden vorhanden iſt, wäre es nun nicht auch bey der, durch eine Subſtitutions» ſaat in etwas eingeſchränkt geweſenen, Braachhütung beſſer geweſen, das Vieh im Sommer tnapp zu hal- teu, als es aus Mangel des Rauchſutters darben zu laſſen? Und was hat das geringe 2andvolf für Wor- cheile von ſeiner Viehzucht, wenn ſeine Thiere gegen Ende des Winters, wis man ſagt, auf die Knochen gefüttert, d. i: von Fleiſch und Kräften gekommen ſind? Dergleichen Vieh giebt bey dem allerbeſten Tt 5 Früh» 666 Sechstes Kapitel. Frühlinge auf guter Weide wenig, oder gar keine, Nu- ßung, wie ſolches in der Hausmurter ſattſam geleh- ret worden. Hieſelbſt iſt auch Anweiſung geſchehen, wie der geringe Landmann zur Autnahme ſeiner Wieh« - zucht ſich nach und nach ein Strohmagazin auf Man- geljahre anlegen und bereit halten ſolle, als wozu er mittelſt der Subſtitutions8ſaat auch in gukfen Jahren am geſchwindeſten gelangen kann. Cs wird ſicher nicht eher dem geringen Landmanne geholfen ſeyn, als bis er mit ſo vielem Rauchfutter ſich verſorgen kann, daß ſein Vieh im Winter nicht Noth leiden darf. Man ſieht. in den meiſten Dörfern, daß die Kühe von der Weide im Herbſte ſo mittelmäſſig in den Stall fommen. Aber man ſehe einmal zu, wie ſie wieder. aus dem Winter auf die Weide kommen. Es ſind jämmerliche Gerippe, Haut und Knochen, die ſich kaum fortſchleppen können. Dergleichen abgehunger- te Kühe erhohlen ſich ſehr ſpät auf der Weide, und die Milchnußung davon kann den ganzen, Sommer hindurch nicht ſchlechter ſeyn, Kömmt aber die Kuh bey vollen Kräften aus dem Stalle auf's Graß, ſo wird ſie ſich gleich bleiben, und ungleich beſſere Milch und Kälber geben. Und eben ſo iſt es mit allem an- dern Weidevieh, Es iſt durchgängig traurige Vieh» zucht, wo es an hinlänglicher Winterfütterung fehlet, und wenn ja in Anſehung des Weideviehes eines von beyden, Winter- oder Sommerſutter fehlen ſsll, ſo fehle es lieber an dieſem. Der Mangel am Winter futter ſchadet ungleich mehr, als der des Sommer- futters, Hiernächſt müßten ſich ſo armſelige Dörfer, de- «nen es zu ſehr an Weide gebricht, um vor einer Sub» ftitutionsſaat nicht zurück zu beben, ſich den Anbau der Behandl. jeder Fekdfr. beſonders. 667 Nu der Fuktergräſer und Futterkräuter mehr, oder die liehe Stallfütterung ſelbſt, empfohlen ſeyn laſſen. Und Um, wenn dieſe bey ihnen eingeführet wäre, ſo wür- Dich den ſie wider eine Subſtitutionsſaat am allerwenig- Nw ſten Einwendungen zu machen haben. u“ n'" Znlett wird es noch die Hauptfrage ſeyn, wo die " ß Gerſte zur Eubſtitutionsſaat herfommen ſolle? Es| vt wäre zu wenig, wenn es jedem Bauer überlaſſen ſeyn KE" ſollte, dafür vor ſich jelbſt Sorge zu haben. Die 8 Saat ſollte im Nothfall bey den meiſten wohl fehlen. wu Aber die Verfügung zu machen, daß jeder Bauer für S0 jede Hufe zu Anfang des Julius noch zwey Scheffel Nh Gerſte auf ſeinem Boden bey' namhafter Strafe noch Y ſn) weiſen müſſe, müßte gewiß zum Ziel treffen. Auch. 4 ſid würde es einerley ſeyn, ob jeder Hüfner die Gerſte (et ſelbſt, oder andre an ſeiner ſtatt, die jeine Verbind. ud lichfeit ungewiſſe Verabredungen auf fich genommen 1vNdS Hätten, nachweiſen. Cs iſt genug, wenn nur die ji 1) Summe für alle wo herausfömmt. So könnten DM z. B. ein Guthsherr, Beamter oder Pfarrer allemal mit gy.id ihren Gerſtevorräthen, wenn darnach gefragt und ge» Zs ow | ſehen wird, ihre Unterthanen oder Pfarrkiader 20 vertreten.| 0 11000 ih A Sche, 668 RNamet des Orts; Treuen: burg, eine IZminedigt: fiadt. Freuden: thal, ein!? Dorf. Ehrenfeld, ein Amt. obrigfeit. Der Ma- giſtrat. Hr. Renſchen- lieb. Der Ober- amtmanty N. N. Gerichts- Sechstes Kapitel, Schema einer Tabelle zur Einfeitung v. Erhaltung Obinjedem Brachfelde die beſte XeFerzur Subſtitutions ſagt ausgemit-[dt telt worden? Iſt vom Magiſtrat mit Zuziehung der Stadtverord- neten geſd e- hen. Det Guths- herr hat die Säche zur Zu- fviedenheit der Unterthanen berichtiget. Die Su“- ſritutionzäcker aind im ganzen! ſelbſt/ä ausgemittett worden, 31 wie viel Schef jel Ausſaat pro Hufe ſolches ge- WIEN; und- wi? e Schlage beiſſe? Auf die Hufe ſind 4 Schfl. bey großem, 1. 2Schfl. beymin- derm Mißwachſe angeſekt. Die Ae- «er heiſe die Gaän- ſemathen,u. ſchlage innaſſen Jahren ſo wobl, als in dürre, ſo leicht nicht um. Auf die Hufe 2 Zer ſchon im Herbſte zu- vor geſtürzet werden, Im ganzen Amte hat zeitiger Beamte zur Bef- ſerung der Aecker die Ver- fügung gemacht, daß die beſten im Herbjie bereits geſtürzet werden. Die Unterthanen können daher miv Beſtellung der Sub- ſtitutiongäc>er zu jeder Zeit ſehr gut fertig werden. EL. Ha' 670 Sechstes Kapitel, E. Haber. In Oberſachſen bauen wir entweder weiſſen oder rauchen Haber. Jener wird auch im Gegenſaß des leßtern glarter Hader,(avena ſativa Aba) genannt, Der rauche Haber heißt gemeiniglich Rauchha» ber, Sandhaber, Purbaber, auch Pachthaber in einigen Gegenden, Weil von Alters her eine ge» wiſſe Anzahl von Winſpeln oder Scheffeln von Dorf« ſchaften oder Bauern von ihren Ländereyen, als na- turelle Pach:, abgegeben werden muß, ſo legen ſich die Pachtgebenden mit Fleiß auf Rauchhaber, den ſie auf den ſchlechteſten Aeckern erbauen, auf welchen der glatte Haber nicht fortkömmt, oder gleich ausartet, Bey mir habe ich bemerket, daß der glatte Haber ſtark in den rauchen übergehe, wenn er früher, als ge- wöhnlich, geſäet wird. Es ſind dieſe zwo Spielar« ten alſo öfters unter einander auf einem Stück cker beyſammen, oder jede Sorte wird auf einem und eben demſelben Felde, der glatte auf beſſern/ der rauche aber auf ſchiechtern, Feldern erbauet. J< habe 5f- ters glatten Haber im März ausgeſäet gehabt; er iſt aber von nachjolgenden Fröſten übel gerathen, nach» dem er von der grünen Farbe zur röthlichen übergegan- gen; oder wenn er gut durchgefommen, faſt über die Hälfte nicht mehr glatt geblieben. Wenn ich aber im Marz Rauchhaber allein geſäet gehabt, ſo habe ihn der Kälte mehr widerſtehend, und zu ſo früher Aus- faat ſichrer gefunden... Da der gemeine Saathaber auf der Inſel Iuan Fernandez nach Chili zu wild wächſet, und daſelbſt ſchwärzliche Körner trägt, ſo hatman wohl den ſchwarzen Eaathaber für die Stamm mutter anzuſehen, unſern weißen und rauchen aber, ingleichen den rothen oder braunen, für Spielarten zu- achten,; Unſer webe „06 deg Et, Zube „then |(ine Mb Ny Deff SENFEN Naum jd 1ON Jute D gart, | Haber a ge Opfelat lde (0 eben j u Di W|: mi 7]: nahe | Jegan [gber die er) abet 40 habe ge Aus ) thaber u wild gt,| 7610111118 en abet, 10 Ynfet Behandl, jeder Feldfr. beſonders, 671 Unſer gemeiner Haber machtin den meiſten Gegen« den den Beſchluß in der Folge der Getraydearten auf ein- ander, und muß, wenn Hülſenfrüchte, Wintergetray- de oder Gerſte voraus gegangen ſind, die leßte Kraft des Ackers gleichſam ausſaugen, und ihm den Reſt geben, worauf denn der Acker aufs neue zu vorgenann» ten Getraybearten wieder gedünget, und mit neuer Kraft ausgerüſtet wird. Vieler Orten geht man aber doch mit dem Haber nicht achtſam genug um, und läßts darauf anfommen, wie es immerhin mit ihm werden könne, da er doch das zuträglichſte Futter unſrer Pferde, auch einiges Hausgeflügels, der Gänſe und Enten, iſt, und viel- mals, beſonders auf Mitrelboden mehr einbringen kann, als die Gerſte daſelbſt, indem er das 8te bis 1 2te Korn geben kannz da die Gerſte in ſolchem 2an- de kaum das 5te Korn zum Ertrag bringt. Wenn der Haber auf friſch umgebrochenen oder neugeordne« ten Fändern ausgeſäet wird, ſo übertrifft er gemeinig- lich unſre Erwartung. Will man den Haber auf niedriges Land bringen, ſo muß man ſich hüten, ihn eher dahin zu ſäen, bevor die Näſſe heraus iſt, denn dieſe läßt ihn auf ſolchen Sändern franf und gelb hervor gehen, daß ſein Wachs- thum bald ins Stecken geräth, und von Graß und Unfräutern verdränget. wird.. Säet man den Haber aber auf dem Sande in der Höhe, ſo bekömmt es ihm hieſelbſt ſehr gat, wenn er, wie der gemeine Mann ſagt, eingeſchmiert wird. Dergleichen naſſes oder beregnetes Sandland, welches zum Vergruſen, oder Krautartigkeit, nicht aufgelegt iſt, hilft ihm gut auf die Beine,; Man muß eben nicht denken, daß man dem Ha- ber ſein völliges Recht erwieſen habe, wenn er auf ei- nem Mittelboden nur einfährig geſäet wird. Er ge: rati) Ke ELSE ad KERNER 28+ &:. 672 Sechstes Kapitel, räth beſſer, wenn der Aer dazu gefiürzet, gewendet, und darauf zur Saat erſt gepflüget wird. Wey mir wird das Haberland, worauf zuvor Roggen geſtanden, im Ockober geſtoppelt oder geſtürzet, zu Anfange des '"Aprils gewendet und geegget, gegen die Mitte des Maymonaths, und wenn die Witterung wam genug 'iſt, noch eher zur Saat gepflüget. Er wird aber bey uns untergepflüget, undes befömmt ihm recht gut, wenn er erſt, nachdem er faſt Fingerslang gewachſen iſt, glatt geegget wird. Die Egge reißt den, in der Tiefe hineingewurzelten, Haber nicht aus, dagegen zerſtöret ſie den zugleich mit aufgegangenen jungen He». derich, der ſonſt ſeinem Gedeihen ſehr hinderlich iſt. „An einigen Orten, die etwas feſten und nicht fraut» artigen Lehmacker haben, wird der Haber in die Aufe trift geſäet 3 das heißt, wenn der A>er im ſpäten Herbſte geſtürzet, und hiemit die aufgetriebenen Fur- hen den Winter hindurch ſo geblieben ſind, ſo wird der Haber im Frühjahre auf ſolche Furchen geſäet, und darauf eingeegget. Da ,„ wie zuvor geſagt worden, der Rauchhaber das ſchlechteſte Land bekömmt, ſo pflegt man im Früh» jahre erſt ſelbiges zu ſtürzen, und den Haber ſofort in die friſche Furche einzu'öen und einzueggen. Es ſind aber hin und wieder Wirthe von dieſer Gewohn- Heit zu ihrem großen Vortheil abgegangen, und ha- ben gleichfalls angefangen, auch dieſen Haber in die Auftrift zu ſäen. Man thut daher wohl, daß man ſich durch kleine Verſuche ſeines Orts überführet, wel» eſäen mehr, als der Haber. Es muß aber doch damit Maaß ge- halten werden, Wenn er überſäet iſt, befömmt man ſchwache Haberpflanzen, Krautartige Aecker können allein eine Ausnahme von der Regel machen, In großem Winde muß man ſich des Haberſäens - völlig enthalten. Der Säemann kann alsdenn nicht nur keinen gewiſſen Wurf thun, ſondern der Haber kann auch, ſeiner Leichtigkeit halber, vom Winde gar hinweggeführer werden. Dieſes leßtere fann beym Rauchhaber ſogar von einem ſehr mäſſigen Winde ges ſchehen, daher dieſer bey völlig ruhiger 2uft ausgeſäet werden muß. Man hat es hier öfters geſehen, daß der Haber dann am beſten gerathen iſt, wenn der Hederich auf der Wendſahre bereits zu einer anſehnlichen Höhe er- wachſen geweſen, und faſt oder ganz zur Blüthe ge- Fommen, und ſodann mit dem darauf geſäeten Haber untergepflüget worden. gung thut, wie bey der kleinen Gerſte gleichfalls, ſo zu ſagen Wunder, und mehr, als der beſte Stallmiſt, Man hat ferner wahrgenommen, daß der ſo mit unter gepflügte Hederich bey gegenwärtiger oder nachſolgene der Dürre es zu wege gebracht hat, daß der darauf erwachſene Haber ihr gleichſam ſeine ganze Wacheszeit hindurch recht troßen können, da zugleich andrer, oh- ne Hederich untergebrachter, Haber ganz verſchmadh- ten müſſen. Man ſuchet alſo ſeinen Feind zu nußen, HAgusvgtrer IL, Band. Uu wenn Dieſe vegetabiliſche Dün« 674""Sechstes Kapitel, wenn man mit der Zubereitung des Haberlandes,; nach Beſchaſſenheit der Witterung, ſich ſo einrichten kann, daß es früh genug gewendet werde, um den Hederich recht mit Macht in'Zeiten hervorzuloen. Kann man ſolche Einrichtung nicht dürchgängig in ſeiner Ge« 'walt haben, ſo wähle man diejenigen AFerſtüce zum ſrühern Wenden aus, welche die meiſte Kraft zum Treiben beſißen/ und auf welchen der Hederich am - Meiſten zu Hauſe iſt. Iſt nun;hieſelbſt der Hederich recht geil und bis zum Blühen gewachſen, ſo laſſe man ihn mit der Senſe ſo hoch abmähen, daß die Hälfte ſeiner Länge hinweggenommen, die andre Hälſ: cs, aber zum Unterpflügen und Düngen auf ſeinem - Standorte dem darauf. auszuſäenden Haber gelaſſen - wird.- Die. obere Hälfte des ſo abgemäheten Hede- richs aber mußin Haufen zuſammen geharfet, auf ei- nen oder mehr Wagengeladen, und auf ſolche Aecker hin= gefahren, und daſelbſt mit der Hand ausgeſireuet wer» den, welche ohne Hederich ſich befinden, um ihn hies ſelbſt.als Dünger ſofort mit dem Haberſaamen unter zupflügen. Mir dieſer Arbeit muß man aber nicht ſäumen. Ze friſcher der abgemähete Hederich unter die Erde kömmt, deſto ſtärker dünget er. Je mehr er aber hät welfen müſſen, deſtomehr hat er ſchon von ſeiner Kraſt zu düngen verlohren, und in trocknem Zuſtande thut er zum Düngen äuſſerſt wenig, oder gar nichts. Man hat von dieſen Verfahren einen gedoppelten Vortheil; nämlich den vegetabiliſchen ſo ſehr akſchlagenden Dünger, und die Reinigung des Ackors von einem Unfraute, welches, wenn es noch nicht hervorgewachſen war, mittelſt des noch in der Erde ruhenden Saamens mit der Haberſaaät allererſt zugleich ans Licht kömmt, und ſelbiger hernach ſd großen Abbruch hur,; Wenn ( ) feren, muß rathe Hat fann tige dav! mai nen Hed nid) ein; um ſchr; | der matt habe Ert ihm ſich ſcho heſ aud übe gett tio Ü5>T -=-*= Behandl. jeder Feldfr- beſonders, 675 Wevxn zur Haberſaakzeit, und zwar bey der ſpä- teren, im May trones Wetter das herrſchende iſt, ſo muß man ſich, wie vorhin bey der kleinen Gerſte ange- rathen worden, die Thauſaat empfohlen ſeyn laſſen. Hat man aber friſchen Hederih unterzupflügen, ſ9 kann man jede Tageszeit erwählen, indem der vollſaf« tige Heverich ſo viel Feuchtigkeit in ſich hat, daß er davon der Erde mittheilen, und den Haber aufgehend machen fann. Immittelſt muß man ſein 2and fen. nen, und wenn es allzutrocen iſt, auch den bethaueten Hederich unterpgügen. Den rrockenſten Aeckern kann nicht beſſer geholfen werden: 4 0 die Weide knapp, oder die Stallfütterung eingeführet iſt, da pflegen Manche mit dem Haber ſo umzugehen, als es mit dem ſo genannten und oben bes ſchriebenen Quälroggen von einigen Wirthen in Nie« Derſachſen zu geſchehen pfleget. Vorausgeſeßt, daß matt Stallfütterung, und daher am Dünger Ueberfluß Habe, muß man den Quälhaber, wenn man an ſeinem Ertrage, oder Körnern nicht Einbuße leiden will, ähm guten und friſchgedüngten Acker zueignen, und ſich begnügen, dieſen Quälhaber, wenn er anfängt zu ſchoſſen, nur einmal abzumähen, Iſt trockne oder heiſſe Witterung zur Zeit ſeines Abmähens, ſo wird er auc) auf guten Aeckern Mühe haben, den Schnitt zu überwinden, es wäre denn, daß man die Einrichtung getroffen hätte, die davon zu nehmende Fütterungspor- tionen allein des Abends abmähen zu laſſen“ Bey naſſer und>kühler Witterung aber wird man mähen können laſſen, wenn man will. Hat man aber von ſol- dzjem Qualhaber vieles Vieh und auf längere Zeit zu unterhalten, ſo muß man den Quälhaber zu verſchie- venen Zeiten ausgeſäet haben, ſo, daß, wenn ein Sti> abgemähet iſt, ſic) das andre, dritte 1 ſv f. wieder Uy 2 dar- 676 Sechstes Kapitel, darbiete, und daher zum Schneiden zu rechter, Zeit heran gewachſen ſey... ZWollte man ſämmtlichen Quä'-- haber zu gleicher Zeit ausſäen, ſo würde der ſpäter zu mähende zu alt werden, auch den Schnitt langſamer, und weniger gut, ausheilen. Wenn aber Haber, oder eine andre Getraydeſorte mit Futterkräutern, oder dieſe unter jenem mit ausgeſäet werden ſollen, davon wird in der Folge im Kapitel von den Futterfräutern Unterricht gegeben werden, In friſchem und frautartigem Zande pflegt der Haber ſehr ungleich zureifen, ſo, daß man einen Theil Riſpen ſchon weiß ſieher, wenn der andre noch ganz grün iſt, Man;:pflegt dieſen Zuſtand des Habers das Mengen deſſelben zu nennen, und man muß ſich bey ſolchem Zuſtande in Anſehung des Abmähens zur Aerndtezeit nach dem meiſten Theile des Habers rich- ten. Dieſes ungleiche Reifen aber auf ſolchen Ae->ern fömmt meiſtens daher, daß man vermiſchten Saa- men, glatten und rauchen Haber zugleich, ausgeſäet. Die rauche Art iſt hieſelbſt noch nicht allzulang von Grannen, noch eine Mittelart zwiſchen ihr und der glatten, ſo, daß nach Beſchaffeuheit der mehr oder weniger warmen Witterung die eine Art immer in die andre fort» und zurückgeht. Hieraus entſteht aber der Echade, daß der, in zu wenig reifem Zuſtande mit abgemähete, Haber nicht genug marficht und ſchwer wird, folglich den Scheffel, und mit ihm das darnach zu fükternde Vieh zu ſehr betrüget. Bey nur gedach-- ter Beſchaffenheit des Ackers muß man Jahr für Jahr neuen glatten oder weißen Haber zur Saat ſich anſchaf- fen, der recht wichtig und dickförnicht iſt, Denn ſo- wohl viele Verkäufer als Ackerwirthe haven die irrige Meynung, daß man vom Haber nur den leichteſten, alſo den Hinterwurf, zum Saamen erwählen müſſe, wie / | | „eupnnenddunnrer=zaugcnggs Behandl. jeder Feldfr. beſonders 677 8 wie man es denn ſogar in manchen Wirthſchaft8bü- 1. 7netem Strohe auf dem Schwade zuſam- men gebracht und eingefahren wird.. Geſet der Ha- ber wollte unter dem Dreſchflegel nicht gut herausge- hen, ſo iſt es doch beſſer, daß er darinn bleibe, als auf dem Felde verlohren gehe. JImeerſten Falle kömmt er noch dem Viche, beſonders ven Schaafen und jun- gen Lämmern zu Nuße, welche leßiere die Körner nebſt den Riſpen wohl heraus ſuchen, und daran freſſen lernen. Man darf aber dergleichen Haber nur, nicht bey weicher oder naſſer Witterung, ſondern beym Froſte dreſchen laſſen, fo werden auch alle zu wonig zeitig ge» wordene Körner reine uydleicht ſich ausdreſchen laßen. Hätte man den Haber aber ja zu reif werden laſ- ſen, ſo muß man ihn nicht, damit ſeine Körner nicht zu ſchr ausgeſchlagen werden, anders, als im Thaue, abmähen laſſen. Auch werden die Körner, wenn er Überreif oder zu trocfen auf dem Schwade geworden iſt, beym Harken nicht nyr ſehr. ausfallen, ſondern die Riſpen wohl gar abbrechen Man muß in ſol- en hat eingebracht werden können, ſo muß er in der arben| Scheune in die Höhe auf Stangen gelegt werden, da- „7|- mit Stroh und Körner nicht ſchimmlicht und mode» > richt werden. Am beſten wäre ſolcher Haber auſſer- was halb der Scheune in Feimen oder Miethen aufbewah- die| ret, wo ihm die frey anſpielende Luft noch ausziehen Gh| kann. Die von dergleichen Hater aufgeſchütteten Gaim| Körner müſſen auf dem Boden ganz dünne ausgee- ] Ma ſchüttet, öjters gewendet, und hiemit woh! ausgetro>- Spie| ner werden, bevor ſie auf den Haufen gebracht werden, Debt|| wie ſolches auch mit jedem Haber vorerſt geſchehen fbr! muß, der nicht ſehr tro>en auch in andern Jahren hat 10| eingebracht werden können. ende| 1»| A A. Schwerer engliſcher Haber. wn Engliſcher, ſchwerer Saber, Winterhaber, 3 um Pfundhaber, Avena ſativa angl. Fann, beſage Hrn. ved,| Schrebers neuer Sammlung Tom. I11.'S, 432. hum auch als Winterfrucht gebauet werden. Eben derſel» teh iy be fand, daß ein Korn roofältig trug. In Böhs- hf men und in der Pfaiz ſoll er ſtarf gebauet, und den vw| Pferden, die davon nur die Hälfte brauchen, verfüto gtunfi tert werden. Hr. Prof. Borowski hat ſeinen Leſern Schw| von ſolchem Haber folgenden Unterricht mitgetheilet; ſangen| So bekannt dieſer Haber in der Pfalz und Böhmen fahr iſt, ſo unbekannt iſt er in andern deutſchen Landen. oda Man ſäet ihn das zweyte Jahr im Frühling in einen ſeſart Braachacker, nachdem dieſer das erſte Jahr gedünger, amt 14 und Winfergetrayde getragen, und darauf nach ver ſt Aerndte im Herbſt. gepflüget worden,. Es iſt gut, / wenn man ihn ungefahr einen Tag. über in Miſtwaſs ' ſer einweicht, und ſobald er getrocknet iſt, ihn ganz | dünn ſaet, und etwas tief einegget,(Wenn dieſer ett; UT-5 Haber 682 Sechstes Kvpitel. - Haber Tiefe verlangt, ſo wird ſie ihm wohl in nicht feſtem Acker am beſtet durch flaches Unterpfügen, und darauf folgendes Eggen, gegebett werben fönnen.) Nach 3 oder 4 Tagett der Einſaat, läßt man die Eg ge, nach Beſchaffenheit der Witterung von neuen über ihn gehen. Er liegt etwas lange in der Erde, ehe er aufgeht, ſchoſſet hernach deſto ſchneller. Er hat einen ſtarken Wuchs, die rohrartige Halme, und große Hreite Blätter, Seins Vorzüge, die ich durch ver- ſchiedene Verſuche beſiätiget gefunden habe, ſind: x) Er vermehrt ſich ſtärfer„ als anvre Haberars fen, und giebt das 15te, auch wohl 2oſie Korn. 2) Die Körner ſind weitrs3er und mehlreicher, daher giebt er weit beſſere Grüße. 5) Er iſezum Bierbrauen dienlich. Das Bier iſt ſtärker. als von Gerſte, hat einige natürliche Bik» terfeit bey. ſich, und. man braucht nur 1 Hopfen dazu, als man ſoyſt gewöhnlich: dazu nehmen würde. 4) Das Stroh iſt ein ſehr“ gutes Futter) beſon» ders für Pferde und Schaafe. Pferde freſſen es- lieber als grobes. Heut, und den Echaafen iſt es angenehmer und gedeißlicher, als einige Arten Laub. Wenn man es den Schaafböcen zur Springzeit geſchnitten giebt, ſo werden ſie dadurch viel hißiger.= B. B. Glatter ſchwarzer Haber. Dir ttlarte ſchwarze Gaber,: ichelhaber, Avena nigra'C:B. Man nimmt hiervon zwo' Arten an. Der eine iſt kohlſchwarz„"und im Auguſt reif, weßhalb man ihn auch Autgguſthaber nennt.| Sein Anbau 7“ veſihalb nicht allgemein geworden, weil er von mäſſigen Winden ausgeſchlagen wird. Man muß 104 ; Behaändl. jeder Feldfr. beſonders 683 | ihn alſo da ſäen,-wo-er Oberwind hat, d. i. der Wind, em|| beſonders der Weſtwind über ihn hinweg gehen und | 1) nicht treffen kann, als in Thälern, an den Seiten der | Wälder u. ff. DM 88 uw| Der andre Haber, der zwar auch äuſſerlich ſchwarz iW ausſieht, obſchon viele weiße Körner darunter ſind, vſt| beißt Eichelbaber, vermuthlich wegen ſeiner ziem "0 Ei lich harten Sha Er übertrifft den gemeinen Haber +58 0 an Größe und Nahrung, alte Pferde aber können ihn a.| nicht gut beiſien. Man rechnet dieſes unter ſeine be» Win ſondern Vorzüge, daß er feinen beſſern Boden, als | der gemeine Haber, und ohne ihn auszuſaugen, verlan- je,| get, vom Wilde nicht gefreſſen wird, und mehr Kör- ner, obſchon weniger Stroh, als der gemeine Haber“ 4' giebt. “ pi! Allem Anſehen nach gehöret diejenige Haberart zu "0001 einer der nur beſchriebenen, oder damit nahe verwand- M) ten, deren in dem Leben des Hrn. v. Zrenkenhof GS). 158. erwähnet wird. Hier leſe ich alſo: Er ver- ſehs ſchrieb aus dem Holſteiniſchen den ſo genannten ſchwar- der| zen ÜTanſch- oder oorbaber, ſaete ihn auf Neiße m| land aus, und-erhielt von ihm in einem Durchſchnit- man| te von 4 Jahren das 24ſie Korn. Dieſer Haber, jW| heißt es, in einer darunter ſichenden Note, wiegt um | ein anſehnliches, nämlich um 15 bis 16 Pfund ſchwe- rer,“als der gewöhnliche, und. iſt. alſo zur Fütterung um ſo viel gedeihlicher. FPrentenhof merfte bey ſei« nem Baue an, daß, da er ſehr feine Schlieſſung ha- ", be; man ihn. nicht zur völligen, Reife kommen. ſon- vt dern in der ſo genannten Gelbreife mähen, und auf wb 1 den Schwaden reiten laſſen müſſe, weil er ſonſt ſeiner Aw Schwere halber I mittelmäſſigem Winde ausfallen, 4 und auf dem Lande liegen bleiben würde.= uß G(Zea 5 14, (I X“ür 46444 === 684 Sechstes Kapitel. C. C. Türkiſcher Haber. Türkiſcher oder ungariſcher Haber, Avena orientalis. Er hat nach Hrn. Heckmanns Grund» ſätzen der deurſchen Landwirthſchaſt keine ausgebreitete Hriſpe, ſondern die Blüthen mit zweyen reifen Körnern, hängen alle an einer Seite des Halms, dicht an dem- ſetven, hovizonta! und parallel über einander, Bey uns geht dieſer Haber gern in unſern gemeinen über. - Der Acker dazu muß nicht“ ſchlecht bearbeitet ſeyn. Seine mehlreichen Körner verhalten ſich der Menge nach zu dem gemeinen Haver wie 25 zu 18. Wenn ich in dem Leben des Hrn. v. Brenkenbhofs. ES. 155 leſe: Er ließ von der Donau her ſich türkis ſchen Waizen bringen, der beynahe das 3oſte Korn trug, ſo kömmt die, in der darunter ſtehenden, Note heſindliche Beſchreibung gar nicht mit der des Hrn, Beckmanns überein. Dieſe Note heißt ſo: Er iſt, nämlich der türfiſche Haber, von dem hieſigen ganz verſchieden, hat Stacheln, gleicht auf dem Stiele mehr der egyptiſchen Gerſte 3; hat in der Schleuſe 3 bis 4 Körner, welche platt auf einander liegen, einem Gurken- oder Melonkern ähnlich, doch ſtärker und mehlreicher ſind. Dagegen entſpricht dasjenige, was in nurgedachtem Leben des Hrn. v. Brenkenhoſs vom ſo genannten engliſchen Waizenhaber geſagt wird, mehr der Beſchreibung unſers türkiſchen Habers. Man lieſet nämlich hiervon S; 158 f. al'v: Er machte mit dem ſo genanntem engliſchen Waizenhaver in den Bruchgegenden Verſuche, und fand, daß er würklich das 20ſte Kornim Durchſchnitte trage. Die&nmer- 'Fung beſchreibt nun dieſen Waizenhaber folgender Ge- ſtalt. Dieſer Haber ſieht ſaſt wie Fuchsſchwanz aus, und bringt die Körner nur auf der einen Seite.(Und dieſes iſt eben das Hauptunterſcheidungszeichen des| fürfi- > zZ ET »= er “= -.. zZ .. Behandl... jeder Feldfr. beſonders. 685 | türkiſchen Habers.) ZBrenkenhof fand von ſolchen | Stauden zu 33 Aehrenz; wovon ſelten eine unter 180 * Körnern hatte.„In Anſehung der Schwere fömmt itte er zwar dem Manſchhaber nicht gleich. doch überſteigt +47) er den gewöhnlichen Haber um 6 bis 7 Pfund. Uevri- ve. gens erfordert er eine etwas frühe Ausſaat ,- weil er, WW ſpat reift, und ſonſt=- zumal in den Druchgegens "50 den,-- durch den ſo genannten Roſt Schaden leidet.-= j60 Wenn keine Namenverwechſelung in nur erwähn- | ten Brenkenhofiſchen Haberverſchiedenheiten vorgegan« ; gen iſt, und woraus man am erſten kommen würde, neſs wenn mehr botaniſche Kennzeichen dabey angegeben | fh wären, ſo erſicht man doch, wenn auc) unſer türkiſcher Fm Haber hier nicht zu verſtehen wäre, wie ſehr es fich Not der Mühe verlohnet, alle mögliche Getraydevarietäten m| zu verſuchen. Aus dem Brenfenhofſchen Weiſuchen m- kann man noch überdem dieſes lernen, wie ſehr ſich m|- überhaupt der Haber in Bruchländern, oder in umge- pee| rodeten Ländern, die zuvor noch nicht unter dem Pflu- M) ge geweſen, und nie, oder ſehr lange nicht, Korn geo». nem tragen haben, hervorthun, Eckhart ſcheeibt ſchon rund in ſeiner Erperimentalökonomie: Wenn man Haber , wes auf neu umgeriſſenes Land ſaet, ſo kann er leicht ſo 3 vom ſtark zutragen, daß die Scheunen für ihn zu enge „mehr werden, Rat/ [06 D. D. Nackter Haber. wn dm) irklich TrTackter Zaber, Tartariſcher Grüghaber, um Avena nuda Lina. Dieſe Art muß man für feine Ov 5 Spielart unſers gemeinen Habers,. ſondern für eine 17.77.2008 würflich unterſchiedene halten.| Denn die kleinen (Und Aehrchen der Niſpe ſind dreyblümicht, beyde Spelzen ds haben Grannen au zwo Blüthen, ſo aber, daß ſelbige fürfi gänz- 636 Sechstes Kapitel, 4 gänzlich bey der dritten Blüche mangeln, auch die Spelzen mit dem Saamenfkorne nicht verwachſen ſind, vielmehr die Körner aus den Spelzen herausgehen, und dieſerhalb nacfend genannt werden. Man hat alſo an dieſem Haber eine natärliche Habergrüße, und muß ihn nicht zu reif werden laſſen, damit die Körner nicht von ſelbſt, oder bey der geringſten Berührung, ausfüllen. Dieſer Haber kömmt ſowohl im mittelmäſſigen als ſchlechten Boden gut fort, und muß nur dünne ges ſäet werden. Seine Saatzeit iſt die nämliche unſers gemeinen Hahers. Jedes Korn treibt bey einer dun» nen Saat 15 bis 16 Halme, die ziemlich. ſtark und. an. 11. Ellen hoch ſind. Wenn er ſpäte im May geſäet wird, ſo kann er doch ſchon im Auguſt eingeärndtet werden. Ohngeachtet dieſer Haber in England und Schottland ſehr geachtet wird 3; ſo hat er doch noch nicht den gleichen Beyfall unter uns gefunden, VWiel- leicht kömmt dieß daher, daß man ihn noch nicht auf Aeckern allerley Art bey früherer und ſpäterer Cultur verſuchet hat. Vielleicht hat man ihn deßhalb bis- Her ſo ſehr zurü geſeßet, daß er ſo leicht ausfällt, und fleinere Körner, als unſer gemeiner Haber, hat, und des8halb weniger ſcheſfelt oder ſchüttet, In Anſehung des erſten Punktes aber kann man ſich leicht helfen 3 daß man nämlich, wie vor geſagt worden, ihn vor ſeiner gänzlichen Reife abmähe, ihn auch nicht ſo nahe an Städte und Dörfer hinbrin- ge, daß ihn die Sperlinge nicht verwüſten. In An- ſehung des zweyten Punkts aber verfennet man ihn zu ſehr. Er wieget weit über die Hälfte unſers gemei« nen Habers. Seine kleinern Körner ſind ja purer Kern, ganz Habergrüße, da wir vom ven gemeinen Haber nach abgemahlnen Hülſen etwa nur 6 Meßen, 1 oder Behandl, jedey- Feldfr, beſonders, 687 or, wenn ſie mf zumal friſch gedünger wären, mit Erbjen geſömmert Dorfe werden, ſo wachſen die Erbſen zu ſehr ins Zrtroh, daß I 3 3+ Man Davon zu wenig Körner bekömmt, Man muß nde be: alſo einen Mittelboden zu Erbſen erwählen, Lehm mit eit ftäfe Sand vermengt iſt ein gutes Erbsland. Moorerde, tſchlaw auch ſogar Sand in der Niedrigung, laſſen das Erbs- tterung ſtroh auch zu lang wachſen, und es höret nicht auf zu jteöhdes blühen, man ſollte aber auf ſotchen Aeckern die Erbſen hfelun ſchröpfen, ſo würden ſie am beſiändigen Blhen vev« nder dl hindert, auch größere Erbſenkörner zuwege gebracht. ein Iv Die bis zur Aerndte fortdaurende Erbſeublüthe macht, daß zu viel junge unreife Erbſen zur Aorndtezeit mit y Gb abgemähet werden, welche nicht nur den Geſchn:ac>k der vAdw- Erbſen, ſondern auch ihr Anſehen mindern, Denn ie Eb in Anſehung der gekochten Felderbſen will man, daß ader zu ſie gelb, wie Wachs, auf den Tiſch kommen.„Die- ne Et ſe gelbe Farbe eines Erbſengerichts iſt zugleich"k us iinvla eie HNausygter 11, Band, Xx 690 Kapitel, kündigung ihres guten Geſchma>s., Woenn fie aber grau, oder nicht gelb auf den Tiſch kommen, ſo ver- muthet man ſofort das Gegentheil. Dieſes iſt aber nur von den Felderbſen zu verſtehen. Denn die Sta- belerbſen, die man ihrer dicken Hülſen halber durch» ſchlagen muß, haben niemals die wachsgelbe Farbe. Dieſe iſt alleitt guten Felderbſen eigen, und wenn ſie- gut heiſſen ſollen, ſo müſſen ſie theils vecht weich ko- chen, theils auch gar feine Hülfen, und alſo des Durchſchlagens nicht nöthig haben. Sind aber die Felderbſen dickhülſicht, daß ſie des Durchſchlagens auf dem Tiſche des Mitte'mannes bedürfen, ſo kön« nen ſie ſchlechterdings nicht ohne Tadel ſeyn. Die Art den Acer zur Erbſenſaar zuzubereiten, iſt, und kann auch überall, nicht einerley ſeyn. Hat man feſte bindende Aecker, ſo muß man, wenn die Erbſen in die Braache kommen ſollen, den Acker be- reits im Herbſte zuvor geſtürzet, und wenn er zu dem ſeſteſten gehöret, auch) wohl ſchon vor Winters wie- der gewendet haben, um die Erbſen in der erſten Früh» „lingszeit ausſäen zu fönnen. Hat man aber einen we- niger feſten Boden vor ſich, ſo wird der Acker erſt im Frühlinge geſtürzer oder geſtrichen, und ſofort in die friſche Furche eingeſäet. Die Ecblin gehen mit ihrer Wurzel X Elle tief in die Erde. Wo man nun mit einem feſten Boden zu thun hat, da muß zu den Erb- ſen tief geackert, und ihren Wurzeln das Eindringen biemit erleichtert werden, da ſie auf einen lockern Bo- den ohne Tiefpflügen ſich allein den Weg in den Grund hinab“ ſuchen können, Wo die Erbſen in die Braache geſäet werden, damit unmittelbar auf ihnen Wintergetrayde folgen ſolle, da tünget man meiſtens den Acker, nach deſſen Umpflügung dann die Erbſen eingeſäet werden. Hat . man man 8 „die Er pflüge "gejaet bende! beſieh ſien 2 get, tet, . und Miſt ren, ganz pur| reits 4 man| Erbs| erſeße Behandl. jeder Feldfr. beſonders.- 691 fe ahr feinen ſchweren Aer, ſo iſts wohl gethan, ;. M“| die Erbſen nicht oben auf zuſäen, ſondern ſie unteczu» MiG.|- pflügen, damit ſie, wenn ſie beſonders nicht ſepr früh " ve geſäet werden, Feuchtigkeit genug haben, bey ausblei- " M'| bendem Regen gut aufzugehen, und ſo nach auch gut zu ies|| beſtehen. Ju dieſer Abſicht wird der Acfer im ſpäre« | jl,| ſten Herbſte geſtürzet, im erſten Frühlinge glatt geege '| get, mit Miſt befahren, dieſer recht eben ausgebrei»- DN W- tet, die Erbſen überher geſäet, flach untergepflüget ' aber di|„und beegget. In manchen Gegenden wird der Noger| Miſt im Winter bereits aufs Erbsland hingefah« | 10 fürs ren, mittelſt Ausbreitung des Miſies gleichſam 0 ganz bedeckt, und das Land hiemit ausnehmend nicht Dubereifen, kur mürbe gemacht, ſondern auch geſtärfet, wie bes 5m At reits hiervon in1 erſten Bande des H. V, geſagt worden, |.""r Wo Zeumangel auf großen Gürhern iſt, da leget Ni dem| man ſich auf einen ſehr ſtarken Erbsbau, ummit dem Ei Erbsſtrohe ſolchen Heumangel bey den Schäfereyen zu jen Früh erſeßen. Es iſt auch das Erbsſiroh, wenn die Erb» (in ſen nicht vom Mehlthaue verdorben geweſen, auch (ir r nicht naß in die Scheune gekommen ſind, allen andern (MN Stroharten in der Schaaffütterung bey weitem vorzu- | H ziehen. Man rechnet ſolchen Falls gern aufs Hundert 154 Schaafe 3 Scheffel Erbſen Ausſaat in die Braache. ir). jen rb Da vorhin bey manchem Saamen geſagt worden, (dringen daß es ihnen erſprießlich ſeyn könne, ſie zu beeggen, gen Bor theils wenn ſie hervorzuſtechen beginnen, theils, wenn jn Orynd fie bereits auſgegangen ſind, um nach Beſchaffer heit des Afers und der Witterung die Erde recht offen zu | haſten, auch den Hederich zu vertilgen; ſo muß„ſol- f wen>hart beſonders Ai; aus; der; nachdem er wider„Maäncher Gewohnheit; " 8| die Erbſen in einem gewiſſen Mondswechſel auszuſäen, "" ie ſehr geeifert hatte, in Anſehung einer dreyfachen/Saats; 6 x t zeit /alſo ſpricht?“Der Hau*halter: muß ſeine Felder» Ner erhohle:zurichten„den zu einer jeden Are von Saamen; erforderlichen Boden äusmitteln,"und ſo bald es die? uf die ſrühe Jahreszeit und Witterung zuläßt, zur ſäen und zu be=; jeblühet und ſtellen anfangen, und damit fleiſſig Fortfahren."Da. ſm ſo nun aber auf einem ſehr großen Güthe ohnedem-unter 4 Haedorn 4 bis faſt 6 Wochen. nicht alles in die Erde fommen ( beſtreben, kann, ſo wird auch dieſe ſonſt ſehr-äufrichtige Regel (bon unten Man ſolle ſeinen Saamen nicht alle inreiner Zeit aus« ), Dieſe ſäenz alsdenn gewißeintreffen, indem man, wenn; wie 4 vielem gedacht, 41 bis 6 Wochen immer fort geſäet wird, Zwei2:; „S erfolgt felsohne Frühe- Mittel. und Späteſaat darunter iſt,: ettrluhe und mit Geduld-erwartet werden kann, welche am be- Au ſien gerathen-wird2:=='Nur muß ein. jeder Haus"; Halter: bey den Erbſen, wie bey denandern Früchten,« when Fil ſich: auf recht reinen und geſunden Saamen befleiſſigen,, „der um db und: keine von. Maden angefreſſene; oder: gründichte; ve Dit(eingedrückte) zuſammengeſchrumpfte!, ſondern recht Jen große ,' ſchwere, plattglänzenderhartrund weißröthlich» ,, ſo, ie 86. Erbſen; worunter nicht das geringſte. Ungeſäme'iſtz:+ uma ausſäen.==) 1000 jd vz oN üs 400970 Zaum|.. In Gegenden, wo ſehr auf Erbſen.gehalten wird; we| dalaſſen die Herrſchaften in den Winterabenden. von um Beſen* Knechten und, Jungen. die Erbſen zum“Sgaamen ver-| (eln nig leſen, um ſo wohl das Ungeſäme nicht: in die Erde „1 fan wieder zu bringen; als anch die:Saaäterbſen ſo-zu ha“ „Gu! ben, wie ſie-ſo even-beſchriebetworden: 5 1 7 und dän] Xx 3 Wr "oy *% 694 Sechstes Kapitel. Wo Wien in der Nähe des Erbsſchlages ſtehen/ da findet man, daß die auserleſenſten weißen Soms- mererbſen doch mit unter viele ſchwarze Erbſen hervor- britigen. Die Urſach kann wohl keine andre ſeyn, als daß der Slüthſtoub der blühenden Wicken in die unfern ſtehenden blühenden Crbſen herüber tritt, und“ ſie beſchwängert. Hagedorn ſagt hiervon, ohne die Urſach angegeben zu haben, folgonder Maaßen: Oft« mäls verändern ſich die Erbſen, und bringen an ſtatt der weißen Blüthe eine röthlichte hervor. Die weiße Blüche bringer weiße Erbſen. Die röthlichte hinge gen bringt ſchwarze Erbſen hervor. Anfangs, wenn ſie gedroſchen werden, benterfet man den Unterſchied nicht ſonderlich. Wenn ſie aber etliche Monathye auf dem-Bodett gelegen Haben, ſo werden ſie nach und nach ſchwarz. Wey dem Kochen thut dieſes keinen mehrern Schaden,: als daß ſie nicht ſo ſchön gelb wer- den, wie die weißen; der Geſchma> iſt gleich,(Hie« mit wollen aber feine Zungen ſchlechterdings nicht ein«- ftimmig ſeyn.) Beym Verkauf iſt der Nachrheil größer. Cin jeder Käufer glaubet nicht, das die ſchwarzen Erbſen ſo. ſchmackhaft und nahrhaft ſind, als die weißen/ daher werden jene getadelt, und meh» rentheils wohlfeiler, als dieſe, verkauft. Man muß alſs dieſe Art bey Zeiten verwechſeln, und zur Aus-. ſaat auf beſſere bedacht ſeyn,== J< habe bey ei» ner Reiſe im Braachmonathe x783 in. einer Gegend der Mitelmark, welche ſchöne weiße inwendig gelbe- Erbſen zu Markte zu bringen pflegt, geſehen, daß unfer den blühenden Erbſen Leute umhergiengen, wel- es <-r "> er || Behandl. jeder Feldfr. deſonders. 695 | CB feh,| Nußen geſtiftet werde. Wenn. der blau blühenden en Com| Erben zu viel ſeyn ſollten, ſo wird es faſt nicht zu m hern| vermeiden ſeyn, daß nicht zu viele Nanken zertreten dee fem werden ſollten.| En Der Verfaſſer der Berliniſchen Beyträge Band. feitf un 1. S. 674 merket an, wie ein Aker, wenn ſich ſolcher | auch zum Wachsthum der Erbſen recht gut ſchiFet, jen: Off| vorher aber niemals dorgleichen Frucht getragen hat, kanſt das erſte Jahr nur ſchlechten, oder doch wenigſtens die weißt ſehr mäſſigen Zuwachs davon liefern werde; daher te hings man mit den Erbſenäckern nicht ſo oft umwechſeln, 198, Wehy ſondern die einmal dazu beſtimmten, ſo viel möglich, nforſhicd beybehalten ſolle.=== Da die Erbsſchläge bey mir, nache uf meiſtens alle 3 Jähr, höchſtens in 6 Jahren herum» 10) und fommen, ſo bemerfer man, daß einige Schläge hie- j 5 Fnen felbſt immer gewiſſer und mehr lohneader Erbſen herz, "lb wot» vorbringen, als manche andre. Unter dieſen ſind )(Hie welche, die etwas zähen Thon unter der Moorerde ha- ht eit ben, und zum Waizen- und Gerſtetragen beſſer hiee, mhh ſelbſt, als dle meiſten andern ſind, doch immer die, daß ve ſchlechteſten Erbſen bringen, ohngeachtet dieſe Ae>er. nſt ſind, meiſtens alle 3 Jahr Erbſen tragen. Dagegen ſind Jndmehe hier eben ſo oft mit Erbſen beſtellte andre Aecker, die muß meiſt immer gute Erbſen bringen. Wenn aber an- 1 Aube derswo behauptet wird,'daß die Erbſen den Aer vere 1 bep.eh wildern, ſo kann es bey ihnen wohl ſo ſeyn. Bey (Heger uns iſt das Gegentheil. Sagen Andere, daß, wenn 0 gelbe zwar die Erbſen gerathen, ſo pflege der im Erbſen- , de lande erzeugte Roggen bey weitem dem andern nicht 49 wd gleich zu ſeyn, ſo finden wir bey uns dieſes auch nicht m Ve ſo. Wir haben bey uns gemeiniglich nach dem Erb- , Au| ſen Lagerkorn, und müſſen, wenn Waizen auf die fami Erbſen folgen, ſolchen eher, als andern, ſchröpfen. ſa M Nur dann erzeugen wir ſchlechteres Korn nach den Erb- ſe ne ſea, wenn. wir unſer frautartiges Land nach abgebrach- gen als Wok„Dau ' Ex. 4 fen. Nußen 695"""Sechstes Köpitel. ten Erbſen zu fänge ungeſtürzet oder"ungeſtoppelt lie“ gon laſſen,| Dann tragen. bey uns ſole Acer am ſchl-ſs'fehlt' unſerm Wittergeträyde in den Erbsäckern üicht das geringſte. Vielleicht hören die Klagen bey*denen,"die nach den-Erbten geringeres Ger trayve gewinnen, äuf, wean ſies die Erbsä>er auch je früher je lieber“ ftürzen. Denn vieler Orten verpflich" fet die ſs ſchädliche Hüchunsgsgerechtigkeit/ oder im Grunde Ungerechtigfeit, dergieichen AFerbeſißern, vaß- die beſundors uin der Schäfereyen willen ihre Erbsä- >er'möſſen' an die 4 bis 6 Wochen zur Hüthung unge» pflügt im Sommer liegen laſſen." Sodann wachſen Gras und Kräuter mit Macht, entkräften dew acer, begruſfen und verwildern ihn. Auch geht ſodann der von den Erbſen entſtandene Pflänzendünger“ verloren, und wird durnen, viele klöine Krümlein unter ſich abfallen, wels er geſtürzet."Der Bauer hirſelbſt,-der die phys fikaliſche Urſach nicht ganz einſichet, ſagt gemeiniglich, daß die Erbsſtoppeln, je länger ſie auf dem Aer uns=/ geſtürzt ſtehen, den' Aker auszehren, 1 Wenn aber end« lich Andre von ihren Oertern behaupten, daß die Wi» ->&en den Acker mehr, als die Erbſen beſſern, ſo fin- den wir auch dieſes bey uns nicht ſo. Wenn die'Wis- >en *«müden Ei . SSS SNN NSN NNN NNEN-- wean Behandl, jeder Feldfr. beſonders, 657 | . ji Een auſſerordentlich wohl ſtehen, ſo kommen, ſie nur Hei allein in ihrer guten Würfung auf die Aecker den Erb« "6 iM| ſen gleich, niemals aber zuvor. Man kann alſo aus ""6 dieſer Contraſtirung abermals erlernen, daß Wirth» 9640 ſchaftslehrer Lokalität unterſcheiden, und nicht-an den“ Amd| Wahrnehmungen ihres Orts ſofort allgemeine Regeln (gew Ou| vorſchreiben können. Tad| Auf das Reifwerden und Einbringen. der„Erbſen „verpfh; muß man beſonders Bedacht nehmen, um nicht, ſo dein zu ſagen“ im Hafen nv<“Schiffbruch zu. erleiden.. en Werden die Erbſen zu früh abgemäßet, ſo bleiben die) ! Chol: ausgedroſchenen Erbſen' grün, runzelicht,“beym Ver- Ig ubs kaufen dem Tadel und'geringern Preiſen unterworfen, 4 wechſen und ſcheffeln obenein ſehr geringe. Läßt man. aber. a dd, die Erbſen nur in erwas:zu reif werden ,. es kömmt ein Pe" de| unvermutheter Regen vnd warmer Sonnenſchein hins=-. Verloren, tendrein, ſo ſpringen die Schoten in den Schwaden 1 Dein- auf, die Erbſen laufen aus,„.und'man kannt 8 bis 12. 9/00 tde mal über vie Ausſaat ſodann auf dem Felde liegen laſ=- jW ſen. Kömmt aber auch lange anhaltender Regen Jideſcht auf die Erbſenſchwade, ſs wird das Erbsſtroh ſchwarz,: Gfor ville und zur Viehfütterung undienlich; die Erbſen wach- ieh he ſen auch wohl gar aus. Dver, falls man.die Erbſen: ft dur zu reif und zu trocken vor dem Mäßen werden läßt, geilen, ſo wird das meiſte Laub, oder“ die Blätter von den „(1 wichts Ranken abbrechen, und das Beſie des Viehfutters Zube Oſs, auf dieſe Weiſe eben ſv verloren gehen, als es mit dem |(roſen zu trö>en gewordenen Klee beym Heumachen zu geſche= Ze| hen pflegt.„Kein ökonomiſcher Schriftſteller hat ſich zigli, ſo ſehr über dieſen Punkt, als Eckhart herausgetaſs2 gefer u ſen; ſeine Worte ſind werth, daß ich ſie hier über- „bernd:+ ſchreibe.| j „ie Wb In Betracht die Erbſenſaat auf großen Güthern 4 fo fü wegen andrer Getraydebeſaamung, welche ebenfalls „Bie in derſelbigen Zeit verrichtet werden muß, unter 3... dn-% 5 ja 698 Sechstes Kapitel.| ja öfkers unter 4 Wochen nicht geendet warden kann,| dien! und alſo wian dieſe 27 bis 28 Tage mit 3 dividiret| Art werden, 9 Tage zur erſten, 9 Tage zur andern, und|| 9 Tage zur dritten Part kommen, folglich die erſte| abe Saat von der ſpäteſten um 14 Tage unterſchieden| m iſt; ſo müſſen gewiß 2 Sorten davon gut und ohne gel Ausnahme gerathen, auch Zweifelsohne einige eher- MM 27 reif werden, als die andern, Sobald nun. die NRan- der fen am Boden, wie auch die Schoten, gelb und. weiß| E zu werden anfangen, dabey aber di>, voll von großen| fei Erbſen ſind, und ſich zuſammen ſchrumpfen wollen;| die dann iſt es Zeit, daß ſolche Stücke abgemähet wer«-| ei den, wenn gleich die Ranken und Blätter noch nicht| 4 insgeſammt völlig weiß, und gelb, ſondern annoch| E [1] einige darunter grün ſind; denn auf die wenigen kann|| for | man nicht warten. Nimmt man das Abmähen bey|| fel 111) qutem, troc>nem und warmem Wetter vor, ſo kann man||. ais 0 ſich auch darauf verlaſſen, daß dieſe Erbſen binnen zie! 131) zweyen Tagen völlig troeken ſeyn werden. Zu dieſem| ſan! 47 Ende muß man des Morgens frühe, ehe die Sonne wil 14) zu heiß zu ſcheinen anfängt, ſolche Felder oder Beete| m 18 mit genugſamen Menſchen belegen, welche die Erbſen,| eg ||, ſo eilends als nur möglich iſt, zuſammen harfen, in||- pub |] ſo>ere Bunde binden, ohne Anſtand aufladen, heime|| 4 fahren, und in die oberſte Banſen, wo die Luft an-|| | NN, nch ſtreichen kann, ſchaffen. Da man nun in hohen| het || JUDE Scheunen das oberſte Gebälke oder Sto>werk, mit| wi 910) dicken Stangen zu belegen pflegt, um allerley Getray-| je 4|| ve aufbewahreu zu können, ſo ſiehet man, daß man| 44 auch füglich die Erbſen in die Höhe bringen, unten| 44" aber Haber, Wicken oder Linſen, und dergleichen v |"| banſen könne. Auf ſolche Weiſe iſt man auſſer Sor- t fei (1,4 ge und Gefähr, und wenn dieſe Erbſen gedroſchen wer-“* 1] den, dann wird es ſich zeigen, daß Niemand etwas" | daran wird ausſeßen können; ſie werden ſich gut ko- bit 1 zu thun. In jenem Fall kann die Hirſe entweder gar nicht, oder zu langſam, und bis zur unnöthigen Er- müdung der ſtampfenden Perſon, gebrochen werdenz in dieſem Fall aber wird ſie leicht zermalmet und zu Staub geſtoßen. Dieſerhalb hält ſich die rührende Perſon ein bekanntes, und einmal abgepaßtes, ge- meiniglich von geflochtenem Korbwerk gemachtes, Maaß, um ſelbiges nie zu verfehlen. Die gebrochene Hirſe kömmt nun ins Sieb, oder in die ſo genannte SAW 9e) welche von der gemei- nen Kornfege in nichs, als darinn unterſchieden iſt, daß ihr von Drath geſiochtenes Blatt, worüber die Hirſe herabläuft, enger gegittert ſeyn muß. Hiemit wird nun das Kaff„+ oder die Hülſen, von den Kör-* nern getrennet, und ſodann die geſiebte oder gefegte Hirſe zum zweytenmal unter die Stampfe genommen, und ſo lange geſtoßen, bis feine, in Hülſen noch feſt eingeſchloſſene, Körner mehr geſehen werden, Hat man eine große Quantität Hirſe vor ſich, ſo muß man den Leuten, wenn ſte zwey bis drey Tage qebro2 , auch friſches Fleiſch wie le. der die Sommerwärme erhalten. WIanetti berichtet a fib auch, daß in der 2ombardey der Waizen mit Hirſen m al vermengetk von den Kornwürmern im geringſten nicht. Tehfe angetaſtet werde. Die Hirſe kann zu ſeiner Zeit gar f leich? wieder von den Waizen mittelft der Siebe oder Kornſfegen getrennet werden. Cs ſchadet auch weder der Weiße noch innern Güte des Waizenmehles, wenn (Yet: nicht alle Hirſekörner wieder davon getrennet werden „de können. Plinius meldet es, daß man zu ſeiner Zeit m gutes und geſundes Brodt von Hirſe gebac>en habe. 1, dir;; Neg A. A. Kolbichte Hirſe, Fuchsſchwanz. gelb, Rolbichte Zirſe, Senchtzras, Semich, Suchgs In dis ſtört, Panicum gertpanicum, fine panicula Binorec, pulbe Bauh. p. 37- Dieſe Frucht wird völlig, wie die ge- mb meine Hirſe, erbauet, und fömmt auf einem feſien 17] lehmichten Boden beſſer fort, als jene, n der Man kocht dieſe Hirfe mit Milch, wie die gemei- | ſeh! ne,» und ſie ſchmeckt faſt no beſſer. Auch Iiwel- darinm hat fie einen Worzug, daß ſie vor den Vögeln ne mehr 796 Sechstes Kapitel. mehr geſichert. iſt, weßhalb ſie in den Gärten und Iähe der Dörfer recht qut auszuſäen iſt. Auch wird ſie:vom Winde nicht ſo leicht ausgeſchlagen 3 die Kör- ner ſißen feſter in den Kolben, als bey der gemeinen Hirſe: "5 AUH dieſe zu ſehr verkannte Frucht muß ich Ko- loniſten, die nur ein Paar Morgen Land, allen verunglückten Familien des Mittelſtandes, die ſich/ aus einem Garten noch unterhalten wollen, anempfeh- len. Sie können auf ein ganzes„Zahr ihr Gemüſe davon-auf feine:n großen Plaße gewinnen, und man hat es wohl eher. geſehen, daß eine Handvoll Ausſaat einen ganzen€ Heffel wieder gebracht hat. Es muß; aber dieſe Hirſe gieichſalls nur dünne« geſäet werden. B. B. Türfiſche Hirſe. || Türkiſche Sirſe, BEIDEN Holcus Sorghum Linn.“ Auch dieſer Frucht, die in unſern Tagen bes Fannt geworden iſt, muß ich erwähnen, nicht eben, um ſie gleich den. vorhergehenden Arten auzuempfeh- len, ſondern ſie um vieler eſer willen, die ſie noch nicht Fennen, fürzlid) zu. beſchreiben. Sie verlangt viel Hike, und muß auf einer guten ſchwarzen Gartenerde an der Mittagsſeite früh goſäet werden, wenn ſie reif werden ſoll. Sie zehret den Aer ſehr aus, weil ſie ſo ſtarke Wurzeln ſchlägt, die man nicht ohne große Mühe wieder ausreiſſen oder aushacken kann. Die Höhe, welche ſie erreichet, geht bis auf 5 Elien Länge; der Stängel wird eines Daumens.di>, und ſo hart wie Röhr. Jn ſchweren, kalten und tief gelegenen Aeckern fömmt ſie nicht fort, oder wird nicht reif. Der Ertrag iſt ungemein ſtark, undder geſtampfte Saa- me -X ' BRZ SS PSP SSS SEENEEEEEEEIIEIET re ve- SEESEN Behandl jeder Feldfv? beſonders. 27579 vn me muß ſehr lange köchen und quellen, Der davon "0 gemachte Gries'wird als ungemein ſchma>haft gelobet. 8| Da dioſe Frucht aber ſo eckel in Anſehung des A>ers "m|, und der Temperatur iſt, und in kalten Nächten leicht || leivet, auch die Cultur derſelben/ indem ſie gewieter hw und einigemal gehaft werden muß, ſchr mühſam iſt, Weihen ſo hat ſie bisher unter uns nicht viel Glü& machen weih können, fet 0 Earl dais pf, 242.16 GE 200% R vn„P. Schwade. 1| Schwade, Danna, oder HSimmelstglänz, M8| Feſtuca fuitans Linn. Wor wenigen„Jahren war dib 4.) muß|| c 5ER- je IN 228 15 LE| ſes mit allem Recht ſo zunennende Manna in Deutſch- | land nicht viel weiter, als bis in die Mark Branden- | burg hinein bekannt, wo es, wie in Pohlen und Preüſe- | ſen, auf niedrigen fruchten Wieſen, over Moräſten wild "8| wächſet, und um. Johannis eingeſammelt wird. a in Ws Die Körner dieſer Trucht ſind allen vorgenann- iw ten Hirſearten, ja dem Reiße ſogar in Anſehung des mp beſſern Geſchmacks ſowohl, als des'Gedeihens im K0« Ö nit'e Preiſe ſie zu haben 5SRausvgerer IL Band. Cee 337, )|. fen 590. das Mangkforn weniger und warum, ebd. f. A Regiſter, 14:8 237. tfechte Begriffe vom Steigen und Fallen des Que>- ||) ſilbers 237 f. wie er Anzeige zur feuchten Witterung giebt jh 238. wv er hängen ſoll. ebd Leiter oder Scale daran, ebd. mittlere Höhe des Queckſilbers in Wittenberg, ebd. ver» pa] +5M ſchiedene Höhe in den verſchiedenen Jahreszeiten, ebd. Fol- u gen des Fallens nach der größten Höhe im Winter, Früh- [47 linge und Herbſt, ebd. wann er Sturmwind anzeiget 240 18818) Beſondere Regein in Anſehung des Steigens und Fallens, ebend. ff. [4 Beobachtungen, v..Mairan ermuntert dazu 253 Hr, Lü- 91] ders Verdienſte hiebey gerühmet, ebd. der Staat ſollte 115 dazu eigene Männer cusrüſten 259. ein Landwirth ver- | nachläſſiger darüber ſein Hausweſen, ebend. 1143) Bewalzen der Saat 75 ff.'mit der Stachelwalze, ebd. wie iy das Walzen in manchen Gegenden durchs Eggen erſekzet 14907:“ wird, ebd. foil auf einem trocknen Boden geſchehen 78. 40, kann auch zur Vertilgung des Hederichs geſchehen, ebd. (y Slitz, woher er entſtehet 126. trifft Thiere und Bäume am j meiſten, die viel wäſſerichte Säfte in ihren Gefäßen und | feſte Menbranen haben 127 unmerkliche Bliße verſen- | gen zänze Striche von Grag und Getrayde, ebd. warum| | die Blike fruchtbar ſind, ebend.| |), Brand, deſſen“Eintheilung 555. bringt großen Verluſt an| "?- Körnern 559. verſchiedene Meynungen über den Urs|| | ſprung deſſelben 570. Tulls Meynung geprüfet 571. |"7 Zillets Meynung-572 ff. deſſen vorgeſchlagene Verwah- „xungsmittel dawider 573 ff. Prüfung 575 ff Bektrands “* Meynung 576 f. deſſen Gegenmittel 578 ff. E&harts| D | Meynung 580 ff. Hrn. v. Münchhauſens 581 ff.' ſeine| 1 Hypotheſe iſt die wahvſcheinlichſte unter allen 582. Kay«| | 10. ſers Berwahrungsmittel 532|. erſte und Nebenurſache| (10 des Brandes 584 ff!- Feuchtigkeit iſt das Element des| D |- Brandwurms 587. Brand in eingeſchloſſenen Feldern ' 588 f. Hartwaizen, warum er dem Brande unterwor» |“leichte Erflärung des bald mehr bald weniger gegenwär- p)| tigen Brandes 591. Kalch, wenn er ein unkräftiges aal!) Mittel, ebd. f. Salz iſt ein gutes Ingredienzmittel 592. | auſſer Kalch und Salz ſind andre Ingredienzien zur Ver- Y | huürung des Brandes theils unnüße theils ſchädlich 593. Ein- ||| beizen des Waizens auf dem trocknen Wege, ebd. f. Brand? 11.100 materie, ihre Unterhaltung von der Feuchtiateit iſt läng- jj.)- Pens von einigen Wirthea erkannt worden 594 ff. neue-| ſter| | Regiſter. | | Dre 3 25| ſter Beweiß davon 598. Proportion der Ingredienzien wh| zur Deize 597. kurze Ueberſicht der Verwahrun Ze Wo| wider den Brand 8 ff. "Fe:| Duchwaizen. 746. ſtarker Ertrag deſſelben, ebd. Art des et, Frie| Hodens dazu, ebd, erträgt keine Kalre, ebd. will auf war- iet 240| men Aeckern nicht wehl gorathen 747. dreyerley Säe- Fals| zeiten, ebd. muß nicht zu dick geſäet werden, ebd. Mehithau | und Wetterleuchten bey der Blüthe ſchadet, ebd. warum Sb|) nicht zu ſpät geſaet werden oll 74% Zeit des Abmäyens wt ſollte 748 f. beſſere Art den Buchwaizen einzuſammeln 749 jieth vet: ff. fann durch alte Weiber und Kinder geſchehen 751 f, bequeme Art das Heidekornſtroh zuſammen zu bringen 106, wi 752. dieſes ſoll auf Stangenzum Viehfutter aufbewah- Wb vie ret werden 753. Verfütteräng der Duchwaizenkörner, eſche ebd. f. beſondere Wahrnehmung eines Zufalls weißer [hm 78, Schweine vom Buchwaizen, ebd. f. Uebervorrath von 0,(dd. Buchwaizen, weßhalb darauf zu halten 755. Grüge und ime(in Gries davon, ebd. f. ſibiriſcher Buchwagaizen 756 f. zen und man iſt auf dem Fläminae davon abgegangen, ehd. Vor- weiſen züge deſſelben, ebd. ff. kletternder Buchwaizen 758. von|- wird von Hrn. Pallas empfohlen ,. ebd. muß geſtabelt werden 759. wie die Beltiren und Koibalen ohne Deſen| "Fa und Mühlen ihre Buchwaizengrüße bereiten, ebd. f. wie ws| ſolches von unſerm Landvolke nachzumachen 760 Ww 571,. Zerwah: D. Rhe Donner, deſjen verſchiedene Arten 196. wählt ſich an jedem ie Orte im Frühling eine befondere Bahn 199. hat eine | ſeine Merkmale 216 ff. ſeine Vorbereitungen, ebd. Folgen . Kays deſſelben 2244. des erſten im Frühlinge 225 ffe ſhe Dreſchen, ob es beſſer durch eigene Dienſtboten, oder durch mt des Koſt- Lohn- oder Scheffeldreſcher geſchehen kann 384 ff. Jtdern in wie fern das Dreſchen des Geſindes rathſam ſeyn kann feb 385. Dreſcher um Scheſfelzahl ind vorzuziehen, ebend, „df. das Probedreſchen zum Vorherwiſſen des Körnerertrags Jene 399. das Anlegen der Garben zum Dreſchen, ebd. ff. viftge bey verdächtigen Dreſchern ſoll beym Anlegen nachgeſe- 592 11 hen werden 400. wie hoch das Stroh in der Antage " Ba j ſeyn ſolle, ebd. wie die Garben anzulegen 401 f Vor» 3 Eil ſchlagen derſelben 402. das Abdreſchen, ebd. ff. das hranh? Zuſammenbringen der Körtner mit Schippen 403 f. Ab | läg? druſch oder Stroh, was darunter zu verſtehen 413. Be» [0 ſtrafung des unxeinen Dreſchens|: 429 ff, ſie Eee 2; Dreſche em id eber urn Ev lu ---=--- En äl Kom Regiſter. Preſcherlohn, Ueberſchlag deſſelben 432 ff. wenn nach dem Scho>e gedroſchen wird 433. um Tagelohn 434. um den Scheffel, ebd. Tabellen darüber 436f, Dreſchmaſchinen, ſind nüßlich 439. fönnen dem Etaate nicht nachtheilig ſeyn, ebd. Einwendungen dawieder 440, f. werden beantwortet, ebd. ff. in Curland iſt eine der ſim- pelſten Maſchinen eingeführet 443. einige Nachricht da- von, ebd. f. ihre Gemeinmachung wird, für Deutſchland gewunſchet 445: Dreſchregiſter, ſoll ordentlich geführet werden 452 f. Duüntfel, iſt eine Winter- und Sommerſrucht 618. wird an- geprieſen, ebend, ff. iſt weniger empfindlich gegen. Froft and Näſſe, als der Waizen 619. Dünkelmehl wird dem Waizenmehle vorgezogen, ebd. iſt ſehr gut auf bem Korn- boden zu erhalten 620. wie der Acker zuzurichten 621. iſt dem Brande, wie der Waizen, unterworfen, ebd. Sommerdüntel, 621. wie das Mehl davon zu ge- brauchen, ebd, f. E, Eggen, darf nur erſtlich etliche Tage nach der Einſaat der Get- ſie und des Habeys geſchehen 76. kann zur Vertilgung “ des Hederichs mit dev leichten Egge wiederhohlet werden, ebd. ingleichen zu Luftung des Erdreichs, ebend. LErbſen, wo ſie am meiſten geachtet werden 688. weßhalb ihr Anbau überall anzurathen, ebd. in welchex Ordnung ſie unter den andern Feldfrüchten zu fiehen kommen, ebd, f. beſſern das Land 689. welcher Boden für ſie der beſte, ebd. wie ſie für den Tiſch des Mittelmannes beſchaffen ſcyn ſollen, ebd. f.. Zubereitungsarten der Ae- &>er dazu, ebd. f. wie viel Scheffel Erbſenausſaat aufs Hundert Schaafe zur Fütterung mit Erbsſtroh gerech- net wird 691. Erbſenſgaat, wird nach dem Aufgehen nicht geegget, ebd, zweyerley Erbſenarten 692. Vorzüge der frühzeitigen, ebd. dreyfache Saat auf großen Gätern, und warum, ebd. f. reiner geſunder Saame 691. wie er auszumitteln, ebd. ſchwarze Erbſen, woher ſe entſte- ben 694 f. auf einigen Aeckern gerathen die Erbſen beſ- ſer 695. wenn nach dez Erbſen ſchlecht Getrayde erwäch- ſet 695 f. die Erbſen müſſen nicht auf dem Adex zu reif werden 597. Kennzeichen des Reifwerdens 699, wenn die gefochten Erbſey nicht weiß werden 769 f. wie die Erh» Regiſter. Erbſen zu mäßen, daß ſie von Sturmwinden nicht auf den Schwaden fortgeführet werden 701 f. in welchem re-< Es- Falle fie auf dem Schwade zu wetden 702 f. ſolien in Bunde eingebunden werden, edd. f. Erbsſtrob wird vor- eheilhafter zu Hexel geſchnitten, als in»die Raufen ge- fet 704. Verhältniß der Erbſen gegen andre Kornar- ten bey der Viehfutterung, ebd. f. dauren ſehr lange 705. können gemahlen und mit Roggenmehl vermiſcht zu Brodt geba&en werden, ebend. f.* graue 7956 f.* wie ſie ge: geſſen werden, ebd. die beym Autor ſpäter geſaten 9e- rathen gut, ebd. ſchmeke?n juſſer als unſre gemeine Erb- fen, ebd. engliſche, 708 f. Brenkenhof hat nie davon unter dem 12tex Korn eingeärndtet, ebd. ſchönes Anſehen und guter Geſchma> derſelben, ebead. Erbababer, 741 f. wenn Früh- oder Späterbſen unter dem Haber zu miſchen, nbd. Erfolg des Ausfäens madich- ter Erbſen, ebd. Erbaroagen, 738 F. der Ader dazu nebſt Proportion der Körner, ebd. je weniger Erbſen unter dem Nogaen ſind, deſto beſſer werden ſie 739. was zur Aerndtezeit dabey zu beobachten 749. was beym Dreſchen, ebd. f. Erdbeben, wo fie Unfruchtbarfeit angerichtet 128. S Seldjabr, fängt mit der Ausſaat im Herbſte an 129. Srof?, fann.nüßen und ſchaden 124 f. wenn er die Saat und andre Gewächſe beſchädiget 125. welche Saateu dem Froſte am beſten widerſtehen 126: Sruchtbäume, ihre der Reife fich uähernde Früchte berſten von vielen Regen 139. bekommen ohne Sonne und Wär« ze einen ſer mehr aus, als die fleine, ebend. Urſachen, warum ſie doch vorgezogen wird, ebd. f. mißtliche Witterung für ſie 643. wenn der Gerſtenſaat mit der leichten Egge zu Hulfe zu kommen, ebd. kleine Gerſte 644 ff. wird auf mürben Referw untergepflüger, ebd. was ihr bey und nach ihrer?lusſaat ſchadet und nüket, ebd. woran mati ihr'Wohlgerathen ſicher voraus wiſſen kann, ebd. f. kommt ſelten ohne einen Anſtoß weg, ebd.“wie dem He- dericy darunter zu begegnen%45 f. wie dem Windhaber darunter 646. ihre Zeitigung 646. ſoll nicht zu lange auf dem Schwaden liegen 647. wenn und wir ſie zu harfen 548. 3wozeilige kleine, ebd. ff zwo Spielax- ten derſelden, ebd. f. wo die Blattgerſte gebauet wird 649. wird am ſpäteſten unter allen Arten geſäet 6493 gerät) guf Aeckern, die tief und naß liegen, und die Näſ- ſe ſehr ſpät verlieren, ebd. wird daher für ſolche Aeckcr ſehr empfohlen, ebd.«Zimmelagerſte 649 f. bringt in Mitteljahren das 18 bis 24te Korn 650. ihr Ge- Wicht, ebend. ihre Ausſaat, ebend. die Sperlinge ſind ſehr darauf verpicht, ebend. ſoll alſo nicht in der Nahe der Dörfer geſäet werden, ebend. wie die Sperlinge ab- zuhalten 652. Reißgerſte 652 ff. wird in Frankreich und. England ſehr geachtet und im lekterm Lande der ges meinen Gerſte vorgezogen, ebd. geht nicht zu Lager, ebd. Graupe und Gries davon werden gerühmt, ebd. Zurichtung des Ackers zu dieſer Getſte, e: end. Getrayde, Einſammeln des abgemäheten 318 ff.“ Regeln da- bey 319 ff. Einbringen des geſammelten 343 f. Arten es zu laden 351 ff, Abladen in der Scheune, wie es n. [c a er 9 end, 1, w, nachn, went geſaet je bz Zwo In die "ein Abend. Veet Wm fie ) frſe 09! zu vid je be "poron ", f, "yy jabet (ange vn pelat: : wird t 649% Niſ: Id biingt x Or: ' ſind Nahe ab, frei 1907 jet, „ed, ndas [eten 412 199 = a deere mmi IEE Regiſter. ſchehen“ ſoll 356 ff. Geträydeſchober oder Feimen, wie und wenn ſie anzulegen 359 ſſ- Ausfall veſſelben its der Scheune 374 ff. Ausreiten deſſelben in der Scheune mit Pferden 448 ff. des Habers iſt hier zu Land: nicht ungebräuchlich 45 2. wenn es am betien geſchiehet 451. das ausgerittene Stroh wird vom Viehe gern gefreſſen 43/22 Gev itter, ihre Folgen im Sommer, wenn ſie mit und ohne Wind begleitet ſind 233. in welchen Jahren es nur we- nige giebt 234. welche Winde die meiſten bringen, ebd, f. einige Charaktere der Gewitterwolken 235, Gewächſe, ihr nüßliches Begieſſen oder Wäſſer bey verän- derlicher Witterung 110. Gragupen, geben dem Landwirth, der ſie ſelber machen läßt, großen Profit 544 ff.- werden von Wintergerſte wie Reiß 638 von Himmelsgerſte werden am meiſten ge- rühmet, ebd. iſt gut zum Weißbierbrauen, ebend,- die vou Reißgerſte ſollen unter allen am ſüſſeſten ſchmec>en 65 36 H: Saber, weißer und raucher 667. beyde Arten gehen gert eine in die andre über, ebd. warum;der ſchwarze Haber für die Stammmutter zu achten, ebd. wird vieler Orte zur Ungebühr nicht genuna geachter 671. Beſchaffenheit" des Ac>ers, worauf er geſäet werden ſoll, ebd. wird ein» und mehrführig geſäet, ebend. deſſen Säen in die Auf- trift 672. wie dev-Rauchhaber gewürdiger wird, ebd.|f. der Haber ſoll nicht überſäet werden 673. nicht im Win« de zu ſäen, ebd. ſoll mit Hederich gedünget werden 876 f. die Thauſaat wird empfohlew 675. Gunällbaver 675. in welchem Lande der Haber ſehr ungleich reiſet. 676. Zeichen der Reife 677. wenn der Haber zu veif- geworden 678.; Verbrauch des Haberſtrohes ,: ebd. fs Miſt vom Haberſtroh taugt nichts zu Miſtbeeten 879. wenn Haberſtroh dem Rind- und- Schaafvieh in die Rau? fen geſteckt wird, kann es leicht ſchlimme Augen bekom- men 680. wie ſie zu heiten, edd.- was zu thun/ went der Haber nicht recht trocken eingebracht werden fön» nen 681. ſchwerer engliſcher 681.| Waht. und Beſtellung des Akers dazu,-ebd. giebt das 15 bis 20te' Korn 682. das Stroh davon wird von Pferden leber gls grobes Heu gefreſſen, ebend, glatter ſchwarzer, Eee& eberjd« Regiſter. ebend. f. wird von mäſſigen Winden ausgeſchlagen, ebd. Eichelbaber, 683. ſauget den Acker nicht aus, und giebt mehr Körner, obſchon weniger Stroh als der ge- meine Haber, ebd. NTanſch- oder HToorbaber, ebd. Türkiſcher 634 f. verlangt einen nicht ſchlecht zuberei- teten Aer, ebend. ſein Ertrag, ebd. nater 683 f. iſt keine Spielart unſers gemeinen Habers, ebd. kömmt in jedem Boden fort 686. warum er weniger ſcheffelt, ebd. wiegt über die Hälfte unſers gemeinen Habers, ebd. ſeine kleinex Körner ſind eine natürliche Habergrüße, ebd. wie er gemahlen und. verbact fann werden 687. das Brodt davon ſoll ſich wider den Schimmel länger Balten 638 598gel, ſeine Entſtehung 122. was er für Geiſter bey ſid hat und damit als ein Gift den Gewächſen ſchadet 123. Regen kaun ihn unſchädlich machen, ebend. Kzach dem Hagel geſäetes Korn geräth gut, ebd. Utſachen der! ver- ſchiedenen Größe ſeiner Körner 233f. »arken, wie ſie beſchaffen ſeyn ſollen 320 ff. wie die Harker im Felde zu ordnen 324|f. Hungerharke 329 ff. "»erbſ?, für welche Früchte er wichtig iſt 136. Herbſtmonath -. fann ohne Schaden Regen, Nebel, Reif und Schnee haben 137. Zirſe 778 ſf. verſchiedene Arten derſelben, ebd. f. Boden dazu. 779. Vorbereityng der Aecker, ebd. f. das Gra- ben des Hirſelandes 780. liebt einen mehr warmen als falten Boden, ebd. Urſachen, warum ihr Anbau nicht häufiger iſt, ebd. f. Einfall derſelben 781. lagert ſich . am wenigſten unter allen Getraydearten 782. wird dün- ne geſäet, ebd. wie ſie auszuſäen, ebd. f. welche andre Früchte darunter zu ſäen oder nicht 783 f. was ihr beym Aufgehen ſchadet 783.. muß- zweymal gewietet werden 785. das Wieten ſoll nicht in frühen Stunden und reg- nichten Tagen geſchehen, ebd. das Auftrocknen des aus- gewieteten Unfrauts als eines kräftigen Winterfutters fürs Viech, ebd. Reife der Hirſe 786. Ex>kharts Regeln zum Einſammeln der Hirſe 737. ff. beſſere Art ſie einzuſam- meln 7385 f. das Reinigen der abgedroſchenen Hirſe 790. Hirſenſtroh ein ſehr qutes Viehfutter, ebd. f. Verhütung des Brandes in der Hirſe 751 f. das Stampfen derſel- ben 792 f. zweymaliges Stampfen und Reinigen 793 f. Hirſenkaff iſt ein kräftiges Viehfutter 794 f. Hirſe hat die SEE den En mn In m. SEE ES R SRO SERIE IE NN GEP 3, KU PIS ER... WU. I Hitze Half ", bd, 5, un) ber OU t,|, Whetd: 271 font ſhefft, Hahets, et, fm 687, | ähget 6% by ſh ei, 10 dein Net Wet 133f, Date | onath One 131. Beden ) Ort: ye als "ncht et ſich eb dün- » andre 19170 Werden 1909 6(us: „6 fürs 4 zum zuſat: ſe 790, tung derſel 1936 0 al di? veg ua iler Zuma: O | 25 Aber KNNEN nn me NENN NN NNN NNN ENEN--= wayne 4 ree 0| << EH erg DeR 3 Regiſter. die längſte Dauer, und kann die in ihr eingepackten Vi- etualien lange erhalten 795. Watzen mit Hirſe vermen- get widerſteht ven Kornwuürmern/ ebd. kolbichte Zir- ſe, Suchgſchwanz 795 f. iſt faſt beſſer ſchmeckend als gemeine Hirſe, ebd. kann in Garten geſäet werden, weil ſie dem Vogelfraße weniger unterworfen iſt 766. wird- nicht leicht vom Winde ausgeſchlagen, ebd. ſollte von kleinen Leuten häufiger angebauet werden, ebd. UÜFJoor- birſe, ebd. f. verlangt viel Hike, und gute ſchwarze Gartenerde, ebd. wo ſie nicht fortkömmt, ebd. Grieg davon wird gelobet 797. Zitze, in wie fern ſie gut gepflügter Erde nüßet 135. wenn Inſeceten davon getodtet werden, ebd. Hülſenfrüchte, gemengte 737 ff. Urſachen ihrer Mengung, ebd. Benennungen der damit vermiſchten Getraydear- ten, ebd. Verhältniſſe der Mengung, ebd. Zygrometer, fann anzeigen, ob die gegenwärtige Witterung unſern Feldſrüchten gedeihlich ſey 248. Beſchaffenheit deſſelben, ebd. ff. ſeine Anzeigen gehen nur auf den mitt- lern Zuſtand der Luft 250. der Beobachter kann nach ſelbigem auf Regen ſichrer ſchlieſſen, als nach dem Baro- meter 251. ein Exempel, wie der Hygrometer im May und Junius die Aerndte 1783 nur als geringe voraus ſe- hen ließ, ebd,|f. < Jahrgang, wenn er für gut oder ſchlecht zu' halten 128 f. wie darinn die vier Jahreszeiten beſchaffen ſeyn ſollen, ebd. Jahrgzeiten, ihr eigener Hang und natürliche Neigung 105 f. Induſkrie, ſchmachtet ohne Hoffnung was zu gewinnen 496, Induſkrieverwendung der mancherley Kotnarten, was ſie ift 524. des Noggens, zur Bäckerey 525 ff. Mehl- bandel 527 ff. Viehſütterung 523 f. Brandtweinbren- nen, ebd. ff. der Gerſte 531 ff. zum Bierbrauen/ebd. ff. Granpen 5 37. Brödtung des Geſindes, ebd. f. des Waizens 538 ff. zur Bäckerey, ebd. ff. Mehlhändel 549... Graupen 541 f. Brayhahnbrauen 546 ff. Stär- kemachen 549|. des Babers 533 ff. Eee 5 Kichern Regiſter. KR: Kichern 736 f. werden nicht mehr ſtarf gebauet, ebd. vp ſiennoch gebauet werden, ebd. Beſchaſſenheit des Akers dazu, ebd. man joll ſie nicht zu reif werden laſſen 737. Korn deſſen Abbringen im Felde 234 ff. ob es rathſamer, ſelbiges zu ſchneiden»oder zu mahen 316 ff. das Binden der Korngarben 326 ff. 332-ſf- Aufſetzen derſelben in kleine Haufen 335 ff. des ausgedroſchenen Aufbewahrung und Verwendung 45 3 ff... Kornmagazin, anzulegendes nach Eharts Anweiſung 458 ff. Richtung der Kornhäu- ſer gegen die trockenſte Himmels8gegend 463. wenn ſie mit Daumen zu umpflanzen ſind ebd. deſen Verwen-" dunig zum Selbſtgebrauch 490 ff. Vorrath davon ſoll auf 2 Jahr vorhanden ſeyn 491. Verkauf des Korns 492 ff. ſoll mit Vortheil: geſchehen, ebd. Mittelpreis des Korns iſt der. Maaßſtab dex.Theurung 493. theu- res und wohlfeiles Korn, ebd. f. ob mit dem aufgeſchüt- teten auf Theurung zu halten 494 ſſ- ZKornabzanz auf Schüttboden 555 ff. iſt ſtreitig zwiſchen Rechnungsführern und Abnehmern 5 55. Berechnung des mit dem Kamme aufgemeſſenen Scheffels 556 f. Ab- gang vom Mäuſefraß 558. Kornarten, deren Subſtitution 513 ff. mittelbare und un- mittelbare, ebd. f. mittelbare wie die unmittelbare im Hanndöverſchen verglichen wird 514. wie ſie gründli- her anzuſiellen, ebd. ff. muß nicht allein nach dem Ge- wichte ſondern auch nach dem laufenden Jahresprei- ſe geſchehen 518 f. Tabelle Hry. Ungers dazu 519. wie daraus güte Speculkationen zu machen 5 20, Tabelle, wel» en des Landes, ebd. das Abreiſſen der Neben- ſchößlinge, ebend Saamenbüſchel und Kolben, ebd. f. 111 die Pflanzen müſſen in einem lockern Boden wider die Winde und Regen hoch angehäuft werden 768. Aernd- in tezeit, ebd. f. Maſchinen zum Trennen der Körner 769 1] f. das Abraſpeln derſelben 770 f. das Brod davon 77 1 1 f. Kuchen und Polenta davon, ebendaſ. f. beſte | Art Brod von Maysmehl zu machen 772. Brey und » Suppen davon, ebd. amerikaniche Kraftſpeiſe von Mays 773. angenehme Maysgrüke 7 74. Maysbier und Brandt- wein, ebend. Mayoblätter ſind ein gutes Viehfutter, ebend. f. Zucker von Mays 775. Mapysſtangel zum Zäunen und Brentien, ebend. f. Mayskörner zur Vieh- fuütterung 776 ff. 4195 ATißwachs, an der Menge des Korns, deſſen ſtärkere Wür- fung zur Abweichung von dn Kornpreiſen der Arten, als der Mißwachs an dex innern Güte des Korns 524, KUES !+Fachdreſchen, geſchiehet zur Verhütung des unreinen Dre- |- ſchens 427. verſchiedenes Verfahren dabey 428. wie 4)„der Nachdruſch in der Oberlauſiß unterſucht und beſtraft 1 wird, 429 f. wie in Scleſien 431 f. 4 Tobel, was er ift 120. befeuchtet die Erde, ebd. welches der [' ßeſte'zum Ackern und Säen, ebd. wie der Mehlthau dar- | aus kommen ſolle, ebd. Muratori beſchreibt einen ſchäd- j | | 1] j | ) 7. | ] ! | 108. lichen Nebel 121, |||- hn wb 39 f, Titan kap ung | Vie gehen . Ah, die 1 fob, aus 1761, Dit enfin 9) Valart 44 7 der Gam Cr| by | der Thy hen, H Cy wi 158, Nuk 3 Riener 14 S debo 771 vf beſt 1 Dey und von Maps ) Brandt: Wiehſyuttet, (Wg zum Je ue Vieh 776 f; htfere Bit- wer Wt, jg 524 einen Is 428, Wit 0) beſiaft auſ welches det Althau dat en Mäd: 121, Pfet! Pferdebohnen 734 ff. die dazu tauglihſten Ae>er 735. das Stroh davon taugt nicht? zur Viehfütterung, ebend. Zeit ihrer Reife, ebd. wie ſie verfütterr werden, ebd. Polenta, was ſie iſt.771. wird auch in Deutſchland aus Nachahmung an fürſtlichen Höfen gegeſſen, ebd. erfor- dert gute Verdauungskräſte 77,2% R. Reif, wenn er ſchadet 134. und nüßet 123. wenn er am al- lerſchädlichſten iſt, ebd. NRauhreif kann die Aeſte der Bäus me abbrechen 124. kann nußen und ſchaden, ebd. nach Wintern, die viel Rauhreif haben, ſind wenig Raupen, ebd. tödtet die Feldmäuſe, ebend. Reinmachen des abgedroſchenen Korns 414 ff. Werfen deſ- ſelben, ebd. wie die Schaufel dabey zu führen 415|. Gebrauch des Flederſtabs 416. Vorſprung, ebd. Hin- terwurf, Afterforn 417. Unfrautsſaamen, wie ſie zu trennen, ebd. f. Fegeſtaub und Putßmühlen 419f. Regen, wenn et ſchön, ſchwer und ſchädlich 117. enthält Theile zum Fruchtbarmachen 118. Gewitterregen, went“ ſie frucht- oder unfruchtbar, ebd. iſt fruchtbarer als ge- meines Waſſer 120. warum er der Kornblüche ſchadet 133. bringt gegen das Ende des Frühlings Krankheiten des Getraydes 134. wenn er zum Wachſen wenig mehr hilft 135. die beſten Regen, ebd. die weniger guteny- ebend. der Regen nimmt auf eine Zeitlang Gewohn- heiten at 205. wenn es den folgenden Tag nicht regnet 208 f. Regenmaaß iſt ſich in einer Periode von 9 zu 9 Jahren gleich 230. wenn ſie anfangen und auſ- hören 232. wenn es öfter und mehr regnet, ebd, Roggen, was für Land dazu erfordert wird 622, wie dazu zu düngen, ebd. f. der auf der Höhe und Santdfeldern iſt dem aus der Niedrigung vorzuziehen 624. Milchcur deſſelben, ebend. Verſpäten der Ausſaat iſt nur bey we- nigen Aeckern in Ausübung zu bringen, ebend. f. Som merroggen 626 ff. ſeine Entſtehung aus Winterroggen iſt erwieſen, ebend. was für Land dazu zu erwählen, ebd f. wie zu düngen 627. hakt weniger Gewicht und Mehl, als der Winterroggen, ebend. das Süpe) wird voiit Regiſtepx., vom Viehe lieber, als das vom Winterroggen gefreſſen, ebend. Zeit ſeines Reifwerdens, ebd. im Nothfali kang man beyderley Arten des Roggets mehr, als Waizen und Gerſte reif werden laſſe, ebend. f. wenn der Rog- gen für reif zu halten 628. in der Scheune muß die Vermengung. des Winter.- und Söommerroggens verhü- tet werden 628. wie Sommerroggen in Winterroggen zu verwandeln 629. ESxaudenroggen, ebend.|f. kann um Johannis geſäet werden, ebend. ward vor 10 bis 20 Jahren mehr geachtet, ebend.. worinn ſein ehemali- ger Ruhm beſtand 630. wie die Schälung zwiſchen ihm und dem gemeinen Roggen zu finden, ebend.„iſt doch in gewiſſer Abſicht nicht zu verachten 631 ff. Zeit ſeiner Reife 633, Archangeliſcher 633. iſt im Brandenbur» „giſchen ehemals geweſen, und durch landesherrliche Befeh- le wieder abgeſchafft worden, ebd. Urſachen, ſeiner Ge- vingſchäkung 634. Wallachiſcher, ebd. Guällroggen 635 ff. ift im Hanndverſchen gebräuchlich, ebend. jeder Roggen kann eben ſo genubet werden, ebd. 4 S. Saamen, dazu foll der Vorſprung oder Forderwurf ausgewähr let werden 4 ff. der Vordruſch wird von Vielen zur 'Saat genommen, ebend. muß wohl 208 werden 5 ff. wie Raden und Hederichsſaame for zuſchaFen, ebd. ff. foll öfters erneuert werden 8. ob alter dem jürngern vder dießjährigen vorzuziehen ſey 9. Mißlichkeit des ale „ten Röggens zuin Saamen, ebend. f. wie ſolcher zu proz biren 10 f. vb der Saame unterzüpflügen vder oben aufzuſäen ſey 2 56 ff. auf bindendem Lehm- oder Thon» boden iſt das Obenaufſäen nüßlicher 56 f. in leichtem und ſandigtem Boden ift das Unteryflügen des Saamens vor» zuziehen 57« Gerſte wird*obenauf geſäet, ebd. wannes Nicht geſchtehet, ebend. wv Sroypelrogaen obenauf zu ſäen 58. deggleichen Sommerrogen, chd. vermehrtes Druchtbringen des Sgamens durch Düngerlaugen 638 ff eine angerathene Düngercompoſition 569. Hasuedory 5ält nicht: ſonderlich darauf 70 ff. zu ſehr mit Beize eine tränfte Körner können nicht aufgehen 73, wann ihm in der Erde Regen zu wünſchen c 1 30: 'S88e Sz S8 4 Regiſter, ' eſe, Sagamengeträpde, muß im Felde auf dem- Halme ausgewäh» R fan let werden 2 ff. muß trocken eingebracht werden, ebd. as Ceh|. vom un gedungten Boden, ebend, das nicht in der v0 vet Reg- Scheune zum Schivißen gefommene wird von manchen Ihe ug 4|; Ackerwirthen vorgezogen 3. das von röthlichten Korne- gens verhäs 17 ähren wird ängetühmet, ebd, Bittet! 1.; 0| Sgagt, Einfall derſelben 32. es kann nicht eit durchgängiges Wow| Maaß der Ausſaat angenommen werden 33 f. müßnach din Aenal|-„der innern Güte der Aecker klaſſificiret werden, ebd. wien Im- Klaſſification derſelben un Altmark 36 ff. Prignis MAN 37 f. 38. 4 Kreis, ebd. f. Anmerkungen über ji fine| jolche Ausſaatsbe echnungen 41 ff. Einfallgmaaß der Zrandinde; Schotengewächſe 44. der Hirſe und des Hanfs 45: Rüb= [id Dt,! ſen, ebd. weiße Rüben, ebd. f. gelbe Rüben 46. ein» vſe 6! eggen derſeiben 73 ff. wie ein feſtes Erdreich zu beeg- niſt| gen, ebend. f wie es auf leichten Aeckern geſchehen ſoll et N|| 74f. mittelmäſſige Klößer nach dem Eggen follen nicht m|| ſchaden 75. muß mit der leichten Egge überfähren wer- ;|- den, wenn ſie von einer harten Kruſte der Erde von vie- | lem Regen am Hervorſtechen gehindert wird, ebd. f, wie däs Waſſer von der Saat abzuziehen 78 ff.- wie die p Scheidſahren hiezu zubereiten, ebd. fs wie die Wahſjer- :| furchen, ebend. f. die Feldgräben auszuräumen 80.! was Woh| bey Straßen und. Wegen durch die€ aatfelder zu beobach» Dielen zu| ten,'ebend: wenn Schnee-liegt, ebend. feine Sclit- bet werden|,.. tenbahn auf der Saat zu verſtatten 80 f. mit Spinne- hafen; ed,|. weben überzogene Schneeflecken beym Aufthauen müſſen em fügen|- zerſtoret werden 81, Kenntniß einer ſich gut anlaſſenven weites bB|, Saat 82 ff. Vortheile der frühen 129, wenn dic ſpä- fia me| te gerathen fann, ebend. unmäſſiger 07 ſchadet 130. ver obel desgleichen viele Trocfenheit ebend. Dr Zagmels Un- "Thon: terricht vom gedeihlichen Wachsthum derſelben 132, gy» jdtom und te Eigenſchaften des Mätzmonaths für ſie, ebd Kälte 10718 vob mit Naſſe verbunden ſchadet ihr im Frühjahre 133. Aus(Saqtzeit| rr ff; jede Gegend bat ihre eigene 12. man ſoll omhrte; ſich Erfahrungen-ſammlen, um hiedurch die beſte ſeines mb3f Orts auszuſinden, ebd. zum Winterrübſen, ebend. Win- h v4' 9. terwnaizrn, ebd. f: Winterroggen 13 SWI (44. zen, ebend. Sommerroggen, ebend. Sommerrübſen 1 WT IPintergerſte, ebend. Frühlingsgerſte, ebend. f. A ' ,% und Mariengerſte 17. Sommergerſte 18 f. Haber 19 3% ff. Erbſen 20, Widen, ebend, Linſen 23- Heidefkorn, 3% epd, 1 BE ne dne EHEN NIA GING