4* ¹ 8 ————y———— 5 3 — 8 7—— 8————y—— 2 —— 1.—— 2— Univ-Bibl. Giessen 2——, * 1 ———.. 4 8 2 ——, 8 «> Oefonomiſches falltticon worinn alles ivas nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährteſten Oekonomen unſrer Zeit zu wiſſen nöthig iſt in alphabetiſcher Ordnung zuſammengetragen, bericht iet und mit eigenen Zuſägten begleitet wird von Chriſtian Friedr ih Germershauſen Paſtor zu Schlalach und Mitglied verſchiedener gelehrter Geſellſchaften. Bmi JEIN p.] s IO PE FEEN IM CAD? iM| DEST ASE: 0 ZU) NOEGLIN Bierter und Band. IRT SKI ZE <<< IM--<== 8 Leipzig, iw Johann Gottlob Feind. 1799. “ FIN"dr KE IST RRET<. -. en= > 0; p) F| SSBELZ x de wr nn Emmer 2. Tr: 2. - REESE RIEN. in 8 ka eing urn Tabs 55,500 ims zähe Wr LL€ : Mbeln, ſind bewegliche Sachen, welche zum bequemen"Gebrauch,- oder zur Verzierung einer Wohnung, oder eines andern Aufenthalts beſtimmt ſind. Haus- rath hingegen heißt man alle bewegliche Sachen, welche in dergleichen Orten zum gemeinen Dienſte der Einwohner beſtimme ſind. Dewettliche Sachen ſind, wel- <- zum Betriebe eines gewiſſen Geſchäff- ' tes oder Gewerkes, in oder außerhalb der Wohnung beſtimmt ſind, und werden un- ter dem Namen der Geräthbſchafrten be- griffen. Alle bewegliche Sochen, außer dem baaren Gelde und dem Capitalsver- mögen, werden unter dem allgemeinen Namen der Fffeccen begriſſen. A, 2. R, Th-1. Tir-I11, 6. 13ff, Mibhre, Daucus Tourn., ein be- kanntes Doldengeſchlecnen Wieſen und auf grünen Hügeln im Jun. und Jul. häufig. zu fin- den.' Die zahme oder Gartenmöshre, Miobhrrübe, gelbe Rübe oder gelbe Wurzel, D. ſativa, iſt der wilden Art ganz ähnlich, wegen der Cultur aber iſt die Wurzel viel größer, dicker und ſafti- ger. Die vornehmſten Eorten ſind: die Gek, Negllexicon IV, Theil, lange röchlichte gelbe Möhre, die Carotte, „und die Hoorniſche Möhre(von der Stade Hoorn in Holland, wo ſie häufig gebauet wird). Die leßtern unterſcheiden ſich be- ſonders durch ihre gelbe oder mehr ins Röcrhlichte fallende Farbe 3; gemeiniglich iſt der obere Theil röcher„' als der-untere, und werden deshalb vorgezogen, weil ſie vom Geſchmacke zärter ſeyn ſollen, als die ge« meinen Möhren. Jn hieſiger Provinz, bey Berlin, Potsdam, Brandenburg, u.|. w. haben und behalten ſelbige ihre ſchöne Farbe ir fortwährenden Generatio- nen, im ſandichten Boden; wo der Bo- den aber tief, ſchwarz und feucht iſt, da werden ſie gern bleich, weshalb man, wenn ſie nicht ausarten ſollen, mit der „Sommererziehung vorſichtig ſeyn muß. Will man dieſe Rüben in einer ſeltenen Jahreszeit, oder ſehr früh, haben: ſo müßen ſie mit andern Gewächſen auf dem Mittheete getrieben werden, Im freyen Lande geſchieht die Ausſaat vom Anfange bis zu Ende des Aprils. Geſchieht ſol- - net find, ſie im Sande an einem trocknen Orte bis im März vor dem Froſte verwah- pen. Älsdann nimmt man ſie wieder her- aus, ſchneidet ihnen das Herz weg, und gräbt ſie wieder an einem kühlen, trocknen und ſchattigen Orte ſo tief ein, daß Luft und Sonne ſie nicht treffen können. Auf ſolche Weiſe könnetr ſie ich nicht allein bis zur Zeit, da man andere has, gut erhal- tes, ſondern man kann ſie ſogar, Statt der keuen, eſſen. Denen Rüben, die I"WD. „ 1.2428 u IRINA ISETITEET HETT SET TER 7 T€ m 0. 02006 7 EEEEEPRAE 25.07 u ELBE GUES Möhre man für das Vieh aufbewaßren, oder. zur gemeinen Speiſung des Geſindes gebrau- dyen will, kann man das Herz der Blät- tex gleich abnehmen, und ſie dann iim Sande auch erhalten. Klein geftoßeite Rüben unter das kurze Futter gemengt, ſind ein vortreFliches Futter für die Kühe, um von ihnen gute Milch und recht wohls ſchmeckende Burter zu erhalten, Zur Saamenerziehung. lieſet man im Herbſte, wenn die Rüben aufgegraben werden, von jeder Sorte die belken Wups "zeln aus, nimmt ihnen nicht das Herz, ſondexn nur die Nebenblätter, ab, und vor- wahrt ſie, gleich den andern, in einer Grube bis zum Frühlinge, da fie denn etwa zu Ende des Märzes herausgenomz men, und jede Sorte für ſich; an einen auf 100 Schritte von einandee entfernten Ort, reihenweiſe in einen leichten und tie- fen Boden, auf allen Seiten, 1 F. weit aus einander geſeßt werden, Den Saa- mentſiengeln muß man, damit ſie nicht auf der*Erde liegen, Latten und Stäbe ge= ben- Der im Aug, reif gewordene Saas me wird abgenommen, einige Tage, zum Abcrocknen und Ausdünften, auf einem Tuche an die Sonne ausgebreitet, vom Unrathe-geſäubert und verwahret, Er pflegt fich, wenn er gut aufbewahret wird, 2-=-3 Jahre zu halten; allein je älter er wird, defto ſchwerer läuft er auf; daher der friſche Saame den Vorzug verdienet, Cs werden dem Saamen arzneyiſche Kräfte, beſonders dem von der wilden Art, zugeſchrieben, indem er den Magen ſtär- fen, Blähungen treiben, den Urin beför- dern, bie Werſtopfungen der Gefäße eröff« nen, und daher auc< bey der monathlichen Reinigung dientich ſeyn kann. Wenn das Bier damit abgegohren wird, ſoll es eine Stein zermalmende Kraft, und einen lie monien- 4 WESEN 3 1] tägl ic), Möhre monie nartigen Geſchma> erhalten. Es ſind aber die Wurzein doch am nüblichſten, und nicht nur als ein guces geſundes Nah- vungsmittel für Monſchen und LY Bieh zu oc KOIIE 2 -TZ(:>-i-»=» 2TT1 2 WA EIE ZEE... 2 5-4 WP ZZT yum AM€ WO WEZ ECS WP ZZ ZBT ZP» “A iich, welche aus der aufgerikten nuch ar! inn Dt Ditatlze Aicß 175 indy f Dio GSehmer- zen, ſti dle die Bewegung der Nerven, verurſacht, Schlaf, und kommet wirklich mit vem Opium I; nur ift alle die- ſe Wirkung viel gelinder. Aus der trock» nen Saamen pA egt man eine Milch zu verfertigen, u! 7d"7 als e ein berußigen- t hlaf beſördernves Tittel fp| vos und den Sd den Kindern einzugeben. Es mag abex hier wohl! beißen hilft es DIE ſo ſcha- vet es au ni- e Kör „4.447 SNES ET 8) 38: Monatsfäfer, ſind diejenigen In- ſeiten mit ganzen, harten Dectſchilden, vie nach ihrer Verwandlung nicht viel über einen oder einige Monate lebenz dagegm ſich andere vom Frühjahre an bis in den Herbſt ſehen laſſen, und auch wohl dre) Jahre und länger leben, wie z. B. die Gold- und Roßtäfer. Won jengen kolget hier eine furze Nachricht, da von dieſen die beſondern Artikel vorfommen«. Der Juninskäfer, welcher auch den Namen Zrachkäfer führet, weil er um die Brachzeit, aber nur des Abends, berum Rieget, Scarabaens ſolſtitialis Linn, iſt ohngefähr halb ſo groß und nicht ſo braun- roch, als der Maykäfer. Die Fühlbör- ner haben auch feine Blätter, wie bey dem Mayfafer, ſondern dichte Knöpfchen. Der Wurn, aus welchem dieſer Käfer entſiehet, iſt ohngefahr 3 Zoll lang und X Zoll diere, von Farbe weißlich, und an den Seiten auf jedem Abſaße mit einem geiben“ erhabenen Puncte verſehen, wo- durch die Seiten wider das-Reiben in der Erde,. welche der Aufenthalt vieſes Wurms"iſt, geſchüßet werden. Won den ſechs, mit gelben Haaren und ſpigige! Klauen beſeöten Füßen iſt immer ein Paar länger, als das andere, Der Kopf iſt y-ätt und gelb, und das Zangengebiß viel länger und ſpißiger, als bey den Maden, aus denen die Maykaäfer entſtehen. Die Puppe iſt weiß, und hat unten zwo kleine, mit Stacheln verſehene Spißen,. Dieſer Käfer benaget die Kornähren ſowohl, als andere Gewäle, und man findet ihn auch in den jungen Früchten der Aepfel- und Birnbäume, in welche er ſich bis zu dem Kernhauſe zuweilen einfrißt, daß die Frucht davon aoſallen muß. Von den Käfern, welche den Namen darein ſeine Eyer zu legen, ET NEIEETEEREIRG HECHINGEN SENE Gen 1 zien SEE m DÜRR rr drie, Fannf, die ſowohl in Anſehung der Größe, als auch) in Anſehung der Geſtaltvon ein- ander ſehr abweichen, Der kleine Juliuskäfer, Scarabaeus horticula L,, iſt noch etwas fleiner als der Juniusfäfer-, von welchem er ſich) auch in der Farbe unterſcheidet; denn er hat ei- nen ſchwarzen Unterleib, ſchwarze Füße, und caſianienbraune Flügel, die bey dem Männden gemeiniglich mit etwas Grün untermiſcht ſind, Die Schwanzſpiße iſt rund und ſtumpf, Dieſer Käfer wird nicht häufig gefunden, Hält ſich am lieb» ſten in den Gärten auf, und benaget gern die Weinbläcter, daßer er auch der Wein- bläcterFäjer genannt wird, Er pfleget fic), wie der Juniuskäfer, Pillen aus feuchter Erde oder Miſt zu machen, um Die aus den Eyern hervorfommende Made hat ein ſcheerenförmiges Maul, einen braunen Kopf, zwey gelbe harte Schildchen:am Halſe, und ſechs gelbe, mit kleinen Här- Holz, 1 F. lang, 1x Zoll diE, welches durch eine halbe Mondſcheibe von Holz geſteckt iſt, ſo, daß es ſich daran herumdrehen Fann. An beyden Enden des halben Mon- des iſt ein Stri> befeſiiger Mit Hülfe deſſin und des Queerholzes, welches durch die Walze gebet, werden die Stäbe eines Geſäßes, wenn ſolches aufgeſeßt wird, zu- Vet. Regllexicon 1V,. Theil, Moorb 9 ſammengedbrehet, daß ſie ſich zuſammen- geben. Moor, Moraſt, ein ſumpfichtes, mit Waſſer vermengtes Erdreich, welches entweder, dem Anſehen nach, eine feſte Oberfläche ohne Waſſer, hiebey aber doch ginen ſchwammichten, lockern Grund hat, oder doch zu mancher Zeit mit Waſſer be- det iſt, Moorboden, Moorerde, ein Boden, der mehr naß, als trocken iſt, und nach Ableitung der Näſſe in ſehr gu- tes Ackerland verwandelt werden kann. Die Moorerde hat eine theils ſchwarze, theils dunfelbraune Farbe, je nachdem viel oder weniger verfaulte Vegetabilien darunter ſind, Wenn ein Moorboden vom Waſſer durc<) Aushöhung oder hin- längliche Gräben entlediget und zu Ober- land gemacht wird: ſo trägt er Weizen und Gerſte, und in der Mack den beſten 2ein« Haf man Moorwieſen, die ein ſaures Gras hervorbringen: ſo muß man ſelvige durch hinlängliche Gräben entwäſ- ſern. Da aber ſolcung,, wie ſolches- viele Gewächſe ausweiſen„ die in der Erde gay nicht. odes doch) überaus langſam, ausfei- men, und außer dem Mooſe einen ſchlech» ten. Wachzthum' haben, Das aber der Moos. wirklich einige fruchtbare und nähre: hafte Feuchtigkeit enthalte, allerley. Sage men aufnehme, und die daraus- erwachſe nen Pflanzen bis zur Biuehe und Frucht zu- bringen im-Stande ſey, beweiſen un» zöhliche Verſuche,„öte ſchon., Gleditſch mit vielen fremden: Gewächlen, Zwiebel- werte, Bäumen uns andern Pflanzen un» fernommen, ugd-davurch die Unterhaltung der Gewächſe in den botaniſchen. Gärten ungemein beſördert hax Der Moos kann mit: der ganzen-darinn eingeſeßten Pflanze leicht aus dem Geſchirre aufgehobe4 oer» den, d3-man denn finder, das er überall mit Wurzeln durchwachſen, und nach eini jen Jahren: in: ein dunkles, mürbes und ſprödes erdiges Weſen verwandelt wor- den. Zeiget ſich dieſe Veränderung„ ſoll maa. das Berſeßen vornehmen, welches [] leichter als bey andern Gewächſen geſchte- het, die in. bloßer Erde ſtehen, Sh2an M 008 ſchneibet von dieſem Moosballen das än« ßerjte Meß von Wurzelfaſern mit einem ſcharfen Meſſer rundherum ab, fegt ſol« kende Feuchtigkeit nicht.abfaulen und ganz Streen mit jungem"Holze abſterben und verdorren möchten: Soll aber das Abräumen des Mooſes irgendswo geſche- hen, damit vas junge Ho!z und die mehr entblößten Wurzeln nicht durch Hiß- oder „Froſt beſchudiget werden: ſo darf auch der Moos nicht ganz und gar auf. einmal ab- geharfet werden, Und da ſelbiger in-ar- men Gegenden zum'Cinſtreuen- in"den Erräſlen over auf denz Hofe angewendet wird? ſo iſt varauf zu ſehen, daß der Moos zur Fäulniß gebracht, und nicht rol) vder trocken auy den Acker geführt wer- de; Die furzen Gattungen werden den vidwachſenden und Friecpenden allemal in Anſehung dieſes Gebrauches nachzuſeßen ſeyn. Wenn übrigens aber Wiele dafür halten, daß der Moos ver wilden Holzſaat nicht zuträglich ſey, und daß aller Saame eine friſche und entblößte Erde verlange, indem der Grund dad) rin gemacht und geackert wird: ſo haben ſie nach Belchaf- fenheit des Bedens. eben nicht Unrecht, Tft es aber ein ſeht magerer und leichter Boden: ſo kann die natürliche Saat doc) auch wohl Vorzüge haben, indem die'al- fen weitläuftigen Wälver beweiſen, was die Natur vermag. Hier ſiehet man, daß die abſliegenden Saanien in den Matelksl- zern auf dem Mooſe, ohne weiter unter- gebracht zu werden, eden ſo gut und noch beſſer ausfeimen und gedeihen, ais die'von ver künſtlichen Saat auf einein von ſeiner Moosdecke entledigten Plage, Mit dem Mooſe auf den Wieſen hat es eine andre Bewandniß. Man bedienet ſich hiebey der Eggen, um den Moos[63 M998b„XL zureißen, und auf Haufen zum Abfahren, oder Verbrennen zur Aſche, und zur Um- herſtreuung derſelben als Dünger, zu brins gen. Man verſchafft hiemit.auf den moo- ſichten, mehr feuchten als tro&nen Wie- ſen, mehrere Fruchtbarkeit,- indem Zuſe und Sonne alsdann beſſer in die Erde.ein« dringen Fönnen. Aufgelegter Mergel, Kalk, Aſche, auch auf mooſichte Wieſen nicht allzudi> aufgefahrner Sand,.dieney zur Vertilgzung des Mooſes und zur Her- vorbringung mehreren und beſſern Gra« ſes. Der Moos an den Bäumen wird vos den Gärtnern nicht gern geſehen, Am leichteſten wird ſelbiger nach einem Regen von den Bäumen mit einer Bürſte, einem 2appen oder Stroßwiſche abgerieben. Ei- nige bedienen fich auch einer ſehr dünnen Kalfmäſche, und bepinſeln damit die Bäy- me, daß»der Movs davon vergehen muß, Eonji bedienet man ſich aue) des Baum- mooſes zum Verſtopfen der Fugen zwiſchen zweyen Brettern bey einem Schleuſenbo- den oder anderswo, um dem Durchdrin- gen des Waſſers zu wehren, NER WMioosbeere, Sumpfbeere, Krä- henveere, Aſfenbeere, Winter- beere, Fennbpeere, Vaceiniun: Oxy- Coccus L., ein nicbriges, immergrünen« des Sträuczlein in Norden, aber auch bey uns hin und wieder in weichen mooſichten Boden und meraſiigen Quellen,* Die röehlicen Beeren werden im Herbſte reif, aber bey uns eben nicht geachtet, weil ſie zu ſauer ſchmerken. In Schweden macht mau ſie mit Zucker ein, oder man verfer- tigt einen Syrup und Gallert daraus, und gebraucht ſie ſodann zur Erquickung, Stil- lung des Durſies und Abwendung der Fäulniß. B 2 M v08- 1 me Po EE IIIA x 2 Mo08b MoosShbette, wird von recht trock- nem feinen Mooſe von armen Leuten, Statt der Federbetten, gemacht, Auch Vor- nehmere gebrauchen ein ſolches, Statt „des Strohſac>es, welches beſſere Dienſte thuf, als das dazu gemeiniglich gebrauch- te Stroh oder Heu, Der Moos muß aber zuvor an der Sonne getrocknet und gelin» de ausgeflopfet werden, um Sand und Erde davon zu trennen. Mittelſt eines ſolchen Moosſacks, der ein weicheres Loger als Hzu und Stroh verſchafft, kann ein Unterbette von Federn weniger Statt ſinden, Moosgmaäatter, iſt eine Mauer, wel- erſten ſind, als welche auch vorzüglich zur Anlage der Waldhücten in der Erde, auch zu Bedeckung der Erd- und Raſendächer an der Weſtnordſeite, zu ges brauchen ſind, . Unter den Morcheln oder Murcheln verſteht man oft überhaupt alle zum Eſſen raugliche Erd- ſcet, vom Schleime aber umwickelt und getödtet, Die Eyer, oder die noch in der Schale eingeſchloſſenen Schwämme pflegen die Säger und Hirten zu ſammeln, in eit Tüchlein zu wickeln, und entweder zu räu- chern, oder in der freyen Luft nach und nac) zu tronen, und als ein geilmachen- des Mittel Hunden und Pferden, nach- dem ein Theil des Cyes zu Pulver geſtoßen worden, einzugeben, 3) Undqeſchleverter orchel- ſchwamm mic freyſtchendem Hute, oder große breite tiorchel mit ei- nein zugeſpitzten, üUnterwärrs offe- nem HGütlein auf eincm hboblen Stiele, gemeine Ürorchel, Miau- rache, Phallus capiivlo cenico, fubtus atente, petiolo nudo. Dieſe Urt wird, wie die folgende, zu Markce gebracht und verſpeiſek. 4) Undgeſchleyerter DIorchel- ſchwamm mir verwachſenen) Suür- lein, Spizmorchei, Phallus capituio Modsterw 13 faſtigiato, ſubtus operculato, petiolo nu- do. Man findet dergleichen häufig in den Frühlingsmonäten, auch wohl im Herb- ſie, nach gemäßigtem Regen in den tro>- nen Wäldern, Gärten und erhabenen Wieſen. Dieſe Art wird der vorhergehen- den vorgezogen, und etwas theurer bezah- let, Schaden darf man niemals von die- ſen beyden Arten befürchten, es müßten ſich denn ſchon Inſecten darauf geſeßet, und die natürlichen Eigenſchaften verän» dert haben. Morgen, ein Morgen Landes, ein üermaaß, wodurch nan bey uns defi Inhalt des Akers auszudrücken pflegt, Cs iſt nicht überall üblich, und auch da, wo es gebräuchlich), an ber Zahl der Ru- then nicht überall gleich, Sorechnet man hie und da auf einen Morgen 120 DQua- dratruthen, jede 8 Ellen oder 16 Fuß lang. Ein Rheinländiſcher Morgen hat 600 l- » le weg, und die Lagerhölzer werden nach Ver Sekwaage aufgelegt. e; nten wird das Gerüſt an dem Mirid(haaſe verbunden 3: vorne äber ,/ vor dem Rade, ſind die Rähm: fücken„ Ständer und Kreuzbänder unter einander verbunden, vor welchen das Waſ- ſerrad liegt. Dven' auf das oberſte Rahm- ſtück fommen die Oueerbaiken zu liegen) "SE IE as Waſterbett" kommt. Rüblenpaus, das Gebäude oder Z. einer 4110M ßle, worinn der 5ans ze Mechanismus der Windmühle angg» bracht iſt, Muühlenſiein, eit grober Sandſfein; GELEN die Müller ſo'behauen und „72„ ten, daß es zum Diahien des Serxreides g braucht werden fann; Sie gebrauchen hie= zu 2 Sfeine,- einen der auf bein Böden liegt und, feſt ſißt, welcher der Dodenſtein genannk wird, und einen at dern, welcher ier Saat ſich u ber denfelben befindet, und Ier Bay L +2 VEN ZT 420) SETE ALL SEIS Ses PEERING? H fer heißt. Dieſer tit nicht[3 dart, wie et « 2 G . [V C> AST; KT ne.5 Bx GT[CAY Ser Beodenetn,.- B21De werden dur) Di- Gde 27 12000 GIES 8 as S"84 SD Fen oder Spißdammert auſ. den Dberfig- wem rau) Gfönien", damit: DE ZES 2?ter nicht gequetſcht, ſondern zerrieben werden. ---."HEIN FAT PISEE* Dieſes Dehatzett Sieine geſchieht ſo oit, als die Sietze ſich Müllera rs ablaufen und eine glatte Fläche annehmen, Mach und nach verlieren die Steine an der Höhe, und zugleich an- dem Gewichte ſy viel, daß wiederum-neue Steine angeſchafft: werden müſſen. Cin Mühlſgein wiegt ge meiniglich 18=- 20 Zentner, und dauerts WIE 8 Jahre. Der faufer" einer" Baſſjermühle pflegt 3 F- 4-- 102, im Durchmeſſer dreit, und 2 F. od. IE 12 Z. dic zu ſeyn. Steine von der sten Die nennt man Dre eyiinge; zur"Win dmühle ſind beyde Arten der Steine 44 Fuß im Durchnmießer breit; der Laufer 18, 22 biS 2:4 Zell dick, und der Bodenſtein nut 9== +2 Zoll: dict. Müblgang, der Gang des Waſſers). der ein Müblenrad treibt 3. nachdem an ets' ner Waſſermühle viel oder wenig Räder getrieben werden, SEDE hat auch die Mühle meßr oder weniger derofeichen Waſs ſergänge, die ihv Woſſer aufd die Bul Gir ds der führen. „ES NZU SB; S5«<< u GI< en WEU DTgerinne, das Gerinne ober 2 A NTEZZ EITE-, Ver Kanal, welcher Das"Waſjex auf: die es Grublrechen, ein Werk vor naße beyſam men Kebenden Pfählen am de Wa: 2EMÜ hlen, vor oder am(Erde. Mahls 3128, damit nichts: Schädiiches auf „- a vie Ri Der fa(le, 5 es Zn Muühblipagen„ ein Wagen, der das: Korn und Mehl nach und aus der„u fähre.- Die Potieey großer Städte cht darauf, daß Diete Wagen Feine beſch IQ? gene, ſondern fo enannte niedrig e Puſf- räder habe: 1, vamit das€“teinp Aoſter nicd;t [*" 2-4.“ R. jo BE vg?r- dor großen to beſchädigt wes 17 DIBA, eine Fleine Art an el- nein zuzgmmmnen * 5 Zh 39.002 NIZ 16 Müllerw Münze SE ACI JF" ws nem langen Stiele, welche die Müßlbup- ſche auf ihren Reiſen und zur Zierde zu tragen pflegen z die ihnen aber in vielen fändern, wie im Preußiſchen, beſonders jeßt, zu tragen verboten ſind, Müllerwage, Scrootwage, ein Werkzeug, womit die Gefälle des Waſſers zum Mühlenbau unterſucht und abgewogen werden. Mit dieſer Wage eht alles ſehr genau zu, und man fann ſo Elfe feinen Fehler, als mit Wagen mit Diopkern oder Wiſiren begehen, nur daß man in einem Tage nicht mehr als eine WViertelmeile abwägen kann, SRÜnze, 1) Geld, und Schauſtücke von Go!d, Silber oder Kupfer, die im Handel und Wande! ausgegeben und ance- nommen werden 3; 2) boy den Kauleuten das kleine Geld, ſp nicht hartes Gold ge- nannt wird; 3) die Münzſiqite oder Werk- ſtatt, wo die Metalle ausgepräget werden. Münze, Mentha. Die zu dieſer Pflanzengattung. gehörende Arten ſind auſ: ſerordentlich dauerhafte, gewürzhafte, per- ennirende Küchengarten- und Arzney- pflanzen, wovon einige Abänderungen in die Luſtgärten aufgenommen, und zur Vermehrung ver Mannichfaltigkeit hie und da trippelweiſe vertheilet werden. a) Mit länglichen Bliumendäbren. 1) JevrenförmigetTünze mit(äng- lichten wollichten Blättern, Roß- öder Pferdemünze, mit 22 8. hoben Stengeln, und blaßrorhen ZBiy- men, M. tylveltris. 323) Grüne oder Srauenmäünze, M. viridis Stengel; viere>ig, einfah,«ruin, Blätter: lanzectſörmig, nackt, ſägeförmig, unge- ſtielt, ſezr grün. Blumen: purpurröch- lic, Sie iſt die in Cngland in den Kü- &s unter die Salatfräuter gemiſcht, und ein ſehr geachtetes Waſſer daraus ab- gezogen."Weil dieſe Münze Haupt und Niagen ſtärkt, und die Verdauung beſör- dert; jo wird ſie immer mehr auch in Deutſchland im getrockneten Zuſtande als Thee getrunken. c) Tiir Siumenköpfchen. 6) Waſ- ſer- oder Dachmünze, M. aquatica, mif rothen Stengeln und Blättern, und fat purpurroeyen Blumen, Wird auf naſſen Wieſen, in Gruben und Sümpfen geſun- de, d) flit Dliumenquirlen. 7) Rlei- ne dicker- oder Seldmünze, M. ſativa, zahme SJiünze, hat purpurroche Sten- gel und glänzend- purpurrothe Blumen, vs) Garcen- oder rothe, oder Zalſan:- maize, Harrtenbalſam, M. gentilis, mit rochen Stengeln, und blaßpurpurro- then Blumen. 9) APermünze, M. ar- venſfis, mit blaßpurpurrothen Blumen. 10) Kleine oder glatte Münze, M. exigua, geſtreft, 1 F> lang, die Blu- met purpurroch. 11) Caradiſche L15.a13e, M. Canadeoſis, etwa 2 3. hoch. 12) Geineine oder breicblättrige Po- ley, M. pulegium, mit Friechenden Sten- geln, und purpurrochen Blumen, 13) Hirſch- Münze Hirſchmünze, M. cervins, ſchmalblät- critte, oder Zirſchpoley, mit purpur- rothen Blumen, Wenn man von dieſen Pflanzen für den Blumengarten eine außerordentliche Schön- Heit in Unſehung der a, oder der H der Blärter antriſſt: ſo ſchneide man von denſelben Zweige ab, und ſtecfe dieſe in 6 Z. langen Stücen auf eine ſchattige "Rabatte- wozu eine feuchte Witterung im May oder Jun, am beſten iſt, und pflanze dieſelben- durch Zweige, oder durch Zertheilung fo Die WEHEN ten fönnen als Arzney- mittel nüßlich gebraucht werden 3 vorzüg- lic) ſchien ſich dazu die vierte, fünfte und achte. Außerdem haben ſie, was bey der Pfeſſermünze ſchon geſagt worden, eine nervenſtärfende und zertheilende Eigen- ſchaft, und werden ſowohl äußerlich tro- Fen, oder mit Waſſer und Wein abge- focht, oder das mit Baumöl bereitete Oel, als auch innerlich als Thee, oder das da- von abgezogene kräftige Waſſer und Oel, gebrauchet. Sie ſtärken die Eingeweide, ſtillen das Erbrechen und die Colikſchmer- zen, kreiben die Bläßungen aus, und ſchi- den ſich deswegen vortrefflich bey ver Muk-: terbeſchwerung, Sie zertheilen das ſto- dende Goblüte, und werden bey äußerli- an der Reitſtange, deſſen Mitte erhaben, gewunden od«r gefröpft iſt. Wenn dieſe Mundſtücke unten bey den Laden abgeſchliſſen, und ober“ höher ſind, und die dicken Theile weiter von ein- ander ſichen: ſo heißen ſie auch Galgen- mundſtücke. Mundſtück, hohles. Ein Mund- ſtück an einer Reitſtange, welche deshalb ausgehöhlet iſt, damit es dem Pferde nicht beſchwerlich falle, weil es ziemlich ſtark iſt. Mundſiü>, maſſives, Ein Muſterb 39 Muandſtr> aus dem Vollen geſchmiedet, weit dünner, als die hohlen, und iſt nur auf eine andere Art mit den Stangen ver« einiget, Mundſtück mit Walzen, ein MundſtüE, auf deſſen Hälften mäßige Ringe oder Wälzen ſtecken. Muſchel- ein blutloſes, weiches, und mit feinen ſichtbaren Gelenken verſehenes, murmartiges Thier in einem vartſchaligen Gehäuſe, womit ſelbiges durc einen over mehrere Musfeln verbunden iſt, Wir verſchreiben alle Jahre aus Hamburg Mu- ſcheln zum Verſpeiſen; ſollten aber diejeni- gen, welche wir in unſern Flüſſen finden, nicht auch für uns eine gute Speiſe ſeyn? In dem Wirtenbergiſchen Wochen- biatte des Jahres 1798, Nr. 30 und 31. findet man eine Anweiſung, wie unſre einheimiſchen Muſcheln auſgeſucht, einge ſammelt, auf manchyerl?y Weiſe zum Spei- ſegebrauch angewendet, beſonders aber als eine delicate Dauerſpeiſe eingelegt und auf- bewahrt werden, Muſchel oder Horizontalrad, ein Rad, welches an einer ſtehenden Wel- le feſt gemacht iſt, und aus verſchiedenen ausgehöhlten Stücken beſteht, welche ei- ner Muſchel gleichen, in weiche das Waſ- ſer einſchießt, und das Rad horizontal her- umtreidt. Muſchelwerb, ein Zierrath in oder en den Häuſern aus nachgemachten Mu- ſcheln« Mußſterbäume, diejenigen Bäume in den Luſtgärten, welche entweder im Mittelpunkte, oder in die Ecken der Mu- ſier, oder an die Gänge in gewiſſer Weite geſest, oder auch, beſſern Anſehns halber, C 2? unfer emm ee NER ' beſonders bey der'"Blüche für das Geſicht 20 Mußers p = unter der Scheere gehalten, und in gewiſs ſe Figuren gebracht werden. Hierzu ſchi- den ſ> am beſten der große Buchsbaum, ZWacbolderbaum, Lebensbaum und andere dergleic zwiſchen ſelbige ſaet mani Beete Dd! nQ. über das ganze Parkerre alleriey bunt ge- füllten Mohnſaamen, Hierauf folgen erſt die Zwiebelblumen; ſs daß alles mit Hya- cinthew, Tulipanen u. 1. f. bede>t iſt. Wenn nachher die bunte Zierde der leßtern vergangen* ſo wird die grüne Zeſen des Roßmarins ſichedar, bis bald darauf die buntefarvigen Mohnarter erſcheinen. Wenn endlich auch dieſ? vorüber 7 ſo zeigt ſi ch die Bekleidung der vollen Nelken, und alſo behält ein Parterre Fets ein ſchönes Anſe» hen. Um bey der Einrichtung ſolcher Par» terre feinen Jrrtchum zu begehen: ſo muß man auf dis Beete des Grundt Tifſes, nach welchem ein Parterre angelegt vixd, die ER der Gewächſe ſc> eben mit ſols zer Austheilung, als man machen will, Falt aber der Grundriß zu enge: ſo zeiche nef man nur die St; ſen mit Zahlen oder Buchſtaben, und macht nach denſeiben ein Gegenregiſter, in welchem Fie Namen völ» lig aufgeſchrieben ſind. Einige illumini- ren auc die Beete mit blauen, rotben und andern Farben, nocene Brodt genießen, ein großey Unterſchied" zu machen ſeyn durfte, ſo wie auch in An- ſehung der Zeit, ob dergleichen Brodt ein ganze3 Jaber hindurch, oder nur einige Tage und Wochen, gegeſſen wird. Wenn aber, wie zuvor geſagt worden, das Mutz terforn gemaßlen oder geſchroten, mit gu- tem Korne vermiſcht, dem Gefiügo! oder andern Thieren ohne Echaven gefüttert werden. fann, warum wollte man ſelnen größtentbeils verloren.- Es pflegen die. Landleute einiger Gegenden die gefredneten Blätter dem, Feichenden und aufgeoblähecom Wiehe unter das Futter zu mengen. In Engländ aber»ſiege matt von dem ausgepreßten Safte einige Löſſel voll vor dem Eintritte der Wechſelfieber einzunehmen, und daher beißt auch die Pflanze bey.den Engländern Seferweww. 2) YxVoblrieezendes MuttgerFraut, M. ſuaveolens L., unterſcheidet ſich von vdenübrigen Arten durch gleichbreite Kelch« ſchuppen, zurückgeſchlagene Randblyüme- en oder zwö Spißen, womit vorg zeboh- ret wird, wenn auf. der Nabe ein Loch. QU» geſtemmet werden ſoll. Mabenlo, vie Deffuung der Nabe, worinn die Achſe läuft Nachbinden, wenn es bey einem Hauptjagen zm Sxellen erdeutiich und ge- ſchwinde zugehen ſoll, fo wird einem jeden Jäger ſeine beſondere Arbeit angewieten, da denn ſogleich, wo ſie von einander bin- den, die oberen und unteren Leinen von den Tüchern an Heftel oder Bäume ange- - bunden werden, 10 das Vorbinde) beißt; wo aber die Leinen an dem andern Ende des Tuchs 45 angebunden wer- ven," da bei ißt es Liacl Hb 4900 Nachbrunft, die Zeit der Brunfe oder Brunſt der geringern Hirſche, nach der gewöhnlichen Brunftzeit der ſtärkern. Nachbruſt, der hintere Theil der Bruſi eines geſchlachteten Rindes, zum Unterſchiede von der Vorbruſt und dem Bruſtkerne, SER En eg ee 2,€ SEOSEOENEN WENEI GENEN xX x “ SEC SSÄ na NS Üb Äh 3, Wa iE GA 38 Eitner ke und furz, Nachs Nach dem Faden, ein Wort der Holzarbeicer, wenn ſie das Holz, dor kän- ge der Saſern nach, bearbeiten, und ſolcheit folgen. Nicht alle Holzarten laſſen ſich- über Hirn und über Zwerg der Holzlagen eder Faſe rn bearbeiten, indem ſie nicht al- 0 gleich hart.und dicht R wie 3. B. das Sichten) zolz, welches ſich nicht gut über bir Hirn bearbeiten läßt, als welches, neb? mehrern dergleichen Holzarten, ver Länge nach bearbeitet und geſpaltet werden muß, Dazegen ſind die Holzfaſern des Büchen- und Cichenholzes durchgängig gleid) bich- De8wegen pm ſolches ſo gut über Hirn, als nach.dem Faden, Gegebels ten läßt.(S. Hirn.) VIachdruce, derjenize Moſt, der „durch das Keltern der Weinreben entftehet, nachdem„der Worlaß davon gefommett. Wenn jener vor ſich allein gelaſſen wird: (9 bekömme man Davon beſſern Wein, als wenn beyde, wie gemeiniglic) GIII beym Faſſen vermiſcht werden, Nachfahren, iſt bey der Jägerey 1) wein die Hunde ein Wild raſch ver» folgen; 2) wenn mit der Hand bey dem Beſuch am Hängſeil nochgegriffen, und der Hund kürzer gehalten wird; 3) wenn ein Wild fiüchtig iſt, und man es nicht recht zum Schuß haben kann: ſo wird mit angeſ Plog Gewel ehr nachgehalten; 4) wenn ein Zeug zu furz iſt, und etwas ge- ſtreckt werden muß; 5) wenn ein flüchti- ges Wild eben den 2874 nimmt, welchen das€ erſtere genommen, ſo ſagt man: ein Wild iſt dem andern nachgefahren, Tiachgeben, nachlaſſen, beiße bey den Jägern 1) dem Hunde bey den DBehangen oder Suchen mehr Seck laſſen z 2) wenn eine Schraube-:am Gewehr zu feſt ----=== Nachs feſt angezogen iſt, ſolche nachloſſen3 3) wenn die angelaſjenen Hunde das angejag- te Wild nicht mehr vorfolgen, ſo ſagt man: die Hunde haben nachIegeben. Fachagras, Graus, welches zum zweyten Ma! gehauen, und woraus der Grummet gemacht wird. Nachbarke, Nachrechen, Hun- Geriarte, eine große Harfe over Re- cen, deſjen Balken über 3 Ellen lang, mit vielen Zähnen oder Zinken beſekt, und mit einem etwas ſiärkern Stiel, als die ordentlichen Harken, verſehen iſt, Wird dieſe Harfe durch ein Pferd gezogen: ſo hac ſie einen Furzen Stiel. Es wird die- ſes Werizeug in der Aerndte zum Zuſam- „menbringen der zerſtreuet liegen gebliebe- nen, Kornhalme nach din in Mandeln oder Sco>e zuſammen gelegten Garben, ge- braucher 3 da denn dieſe Arbeit leichter und geſchwinder v.rrichtet wird, als renn die Arbeitsteute mit ihren kleinen gewöhlichen Harken jol Wochs, welches in der Mitte einen nicht allzu ſtarken Tocht hatz ſoiches wird beym Gebrauch auf einen Teller eder breites Blech geſeßt und ange» zündet, da es denn nach Verhältniß ſeinet Größe viele Nächte hindurch brennen kann. Will man ein wohlfeileres Nachte licht haben: ſo ziehe man einer wilden Cq- ſtanie die Schale ab, trocine ſie, und durchbohre ſie dl8bann: an unterſchiedlichen Steilen mit einer kleinen Pfrieme, Hiex-« auf legt man ſie wenigſtens 24 Stunden in Del, von welcher Art man will, und ziehet ein tleines Tocht durch, Endlich läßt man die Caſtanie in einem Gefäß mit Wäſſer ſchwimmen, zündet den Tocht des Abends an, und kann ſich darauf verlaſe fen, daß man bis zum andern Morgen Zgicht- haben werde. Nachtſchatten, Solanum, eines der weitläufugſten Pflanzengeſchlechter, wovon hier nur die vorzüglichſten bemerket, und unter zwo ſbeheilungen, nachdem die Pflanzen entweder Stacheln oder feine ha- ben, gebracht werden. Zu den unbewehr= fen, oder welche keine Stacheln haben, ger hören: 1) Der gemeine Ltachtſchatten, mit unterwärts hangenden weißen Plücthſträußern, Solauum nigrum L,, D 2 wächſt Nachtſ wächſt überall, und iſt in den Gärten ein beſchwerliches Unfraut. MBiätter: ey» rund, gezähnt-winklihe. MSB'umen: an den Seiten der Zweige, weiß, hinter- laſſen ſchwarze oder anders gefärbte Bee- ren, wornach die verſchiedenen Abarten zum Tyeil benennet. werden. Dieſe Pflanze beſißt eine ſchmerzſtillende oder einſchläjern- de, wohl gar ſchädliche Cigenſchaft, und wird daher unter die Gifte“gezählet. Man geht alſo am ſicherſten, wenn der innerliche Gebrauch gänzlich) vermieden, und nur die friſchen Blätter, zerquetſcht als ein Um- ſchlag, oder der ausgepreßte Saſt äußer- lich bey Entzündung, ſchmerzhafter güld- ner Ader, verhärteter Geſchwulſt und frebsartigen Geſchwüren, und überhaupt da angewendet werden, wo man etwa das Tollfraut empfiehlt, welches lektere. aber doch ſtärfer wirkt, Die Beeren ſollen Füchſe und Wölfe gern freſſen, 2) Strrauchartiger Fkletternder TTfachtſchatten mit ganzen und drey- fachen Hläctern, ſteigender L7acht- ſchatten, Buterſüße, Hinſchkraut, Aipranken, Aifranken, Liäuſeholsz, wilde Stickwurz, wild je länger je lieber, Solanum ſcandens, Solanum Dulcamara L. Väatcerl.: Deutſchland, an den Gräben und Dämmen, in feuchten Gebüſchen, auch wohl in gutem Grunde, um die lebendigen Zäune, iVurzel: hol- zicht und ſtirk, in vieie Aeſte verbreitet, und mit Zäſerchen beſekt. Stengel oder Ranken: ſtark, holzicht, dauerhaſt, Flettern mit ihren. Zweigen an allen neben- ſehenden Bäumen und Sträuchern hin- auf, und faſſen überall Wurzeln, wo ſie auf feuchtem Boden zu liegen kommen, Sie ſind anfangs grün, und befommen nach und nach eine aſchfarbene, endlich ſchwarzgraue Rinde,- Blätter; langge- Nachtſ ſtielt den Blumen gegen über geſtellt, un- terwärts an den Ranken völlig ganz, herz- förmig zugeſpißt, oberwärts aber in drey, auch nur in zween Lappen abgetheilt, und gleichſam ſpondenförmig. Der nackende, gemeinſcnen Boden ſparſam, und die Ran- ken ſteigen nicht genug in die Höhe. Die Bermehrung kann aus dem Saamen ge- NRachtſ 29 ſchehen, leichter aber durch die Schößlinge und Zweige, welche, gleich ven Weiden, in kurzer Zeit Wurzeln austreiben, wenn ſie in das: Waſſer oder in feuchten Boden geſeßt werden- Die breitblätterichten Spielartew kann man nur allein: auf dieſe Art fortpflanzen, 3): Daumartitfer immertrünen- der L7achtſchatren„ mit lanzetrför- migen ausgeſchweiften Blättern, Corallenbaum, CorallenFirſchbaum, Solanum pfeudocapfſicum L, Ein Bäum- lingen gezogenen Pflanzen nie ſo geſund und gut ſind, als Diejenigen, welche regelmäßig durch Zer« thoilung gezogen ſind, Zu den einjährigen Arten gehören fol- gende: 2 4)„Aſfricaniſche L7achtviole, H. j EE ENID ISS fen 2| Waden Sema Nadelh Africana, Die Blumen ſind in lockern Riſpen, ſehr klein, purpurröchlich, im Jun, und Jul; die Schoten ungeſtielt, und im Sept, reif, Man hat roche und gelbe Abarten. 5) Srühblintgs- oder Sranzöſiſche LTfachtwiole, H. verna, hat Blumen in einer Art von Riſpen, purpurroth oder vio- det, im Frühjahre. 6) Gezähnte, oder Sicilianiſche L7achtviole, H. dentata. Die Blue- men ſind auf den Enden aller Stengel, ſehr klein, weiß, im Sommer. Dieſe drey Pflanzen haben keine ſonder-'. liche Schönheit, bedürfen Feiner b«ſondern Cultur, gedeihen überall, und pflanzen 5 durch den ausfallenden Saamen ſelbſt orf, Nachtvogel, Phalaena, Dieſen Namen giebt man allen Schmetterlingen, wet auf der Böge ein feines Ende getrie- ben; ſo ſchneidet man im Februar, oder, wenn zu der Zeit das Wetter noch nicht offen, im März, da der ordentliche Schnitt in den Weinbergen vorgenommen wird, das alte Ho'z bis an ſolches Ende hin« weg, und verknotet dieſes auf 3= 4 Au- gen, welches ſodann dieſen Namen er- hät. Nadelholz, Tangelholz, Schwarzholz, Harzvolz, Pinus L. Dieſe Baumgattung, welche die Kiefer, die Sichte, die Tanne, die Ceder und den Lerchenbaunm unter ſich begreift, enthält EEE u SENCTENEE“ SEERENEERET | GZ SITE NR avelh enthäle eine Sammlung immergrüner Bäume, und den leßtern als einen im Winter unbelaubten Baum unter ſich, die, Statt der Blätter, ſogenannte Nadeln frazen, eine ſehr große Höhe erreichen, zum Theil mit völlig geraden Stämmen über 1060 F. hoten Zwei« gen. Sie wächſt ſehr ſchnell, hat in je- der Scheide zwey Nadein, nur die aus ih- rem Soamen hervorfommenden Pflanzen ausgenommeit, als welche einzeln ſtehen, und glattſind.. Der ausgewachſene Baum hat ſehr gutes Holz zu mancherley Zimmer- und Tiſchlerarbeiten. Auch giebt er gu- tes Brenn» und Kohlenholz, Pech, Ter- penthin und Harz. Wenn die Pflanze einmal Wurzel gefaßt hat, kommt ſie überall fort, nur nicht in einem zu tiefen, naſſen Boden, wo ſie zwar aufgehen kann, aber im Fortwaächſen ſtille ſtehet und aus- ſtirbt. 2) Schottiſche Suhre, Schotti- ſche. Riefer, P. cubra 1. Site hat kur- ze, dicke, geſtreifte Nadeln; vie Zapfen ſind rschlich und ſpißk. Der Stamm wird 50== 709 F. hoch und drüber. Man will ſie unter allen Fichtenarfen deshalb vorziee den, weil ſie überall, obgleich im Fetten, feuchten Boden, und im Thongrunde am beſten, in jeder Lage und Boden, nicht nur auf Gebirgen und Feiſen, ſondern auch ſogar da fortkömmt, wo ihre Wurzeln nur in die Rigßen der Felſen eindringen können, in ſandigem und ſteinigem Grunde und un- fruchtbaren Heiden, wo kaum etwas an- ders, als Heide und Ulex Europaeus, wachſt; auch auf kleinen, mitten in Tei- hen beſinblichen, Infeln, und auch in niedrigem feuchtem Grunde. Ihr Holz iſt ſchels breiten ſich nach allen Seiten 0 MINER roth, bisweilen gelblich, mei- - Iäſtens aber weiß, und zu Bauholze, Maſt- bäumen, Tiſchlerarbeiten, u.ſ,w. ſehr ge ſchickt 3) Tartariſche Riefer, P. Tartari« ca, gleicht der vorigen, hat aber kleine Zapfen, 4) Rrummbolzbaum, Eleine Al- penkiefer, Legforche, Bergfibhre, E Iun- Sw. B..*<* SERBIEN STINE =< 34 Nadelh Zunderbaun, Doſenbaum, P. mon- taua, hat Blätter theils zu je zwey, theils zu je drey in einer Scheide. Der Baum wachſt auf den Alpen und in Tyrol, ſchießt nicht in die Höhe, die Zweige kriechen bis 30 F+ lang auf der Erde fort, und ſchlin- gen ſid) in einander. Bey uns. ſcheint ſel- biger mehr in die Höhe wachſen zu wollen, und thut wenigſtens auch gerade Schüſſe. Er giebt das Krummholzöl.. 5) Sahme Pinus, Pignolenbaum, Pinialen 3; in der Schweiz Arben, P,. P1u6a, wächſt in Jratien, und hält bey uns feinen ftarken Froſt aus, Sie Hat di- efe„ harte, glänzende Zapfen, mit feſt aw einander ſchließenden Scuppemw, und gr ßew eßbaren Kernen, die man uns: aus Italien, als ein Gewürz, bringet, aber gar bald ranzicht, und daher verwerflich werden.. Man pflanzt den Baum bey uns- in Kaſten, da er aber keine bzſondere Schönheit har. 6) Dreyblättrige Amerikaniſche Sumpffuhre, P, paluſtris, hat die längſten Nadeln, 8-- 9-3. lang, und ſind“ von einer angenehmen grünen Farbe, Die- ſe Fuhre dient zur Ausfüllung leerer Lü- fen, ws ſonſt nichts wachſen will. Die Zapfen find lang, und dex Saame hat große, lange Flügel.„ee Die Abarten einer oder der andern Fr jeßt beſchriebenen, oder auch der dreyblätz trigen Arten werden hier übergangen, weil ſie theils wegen ihres ſchlechten Wuchtes,. theils aus Mangel des Ausdauerys in un- ſern Wintern keinen ſonderlichen: Beyfall erlangen fönnen-, - B) Sünfblätrricge Riefern. 7) Weymuthstiefer, Weymutbs- oder Tannenfuhre, P. ſtrobus, mocht einen ſchönen Baum, mit glatter, glän- zender, grünbräunlichen"Borke, und lan- v T„| EN-----7-- SS SSS SSER SIS EEN NR ez ÜS 225) SE WDE Nadelh gen, dünnen, weißgrünlichen Nadeln, Das Holz iſt brauchbar, und giebt Zim» merholz und Maſtbäume, Die Zapfen unterſcheiden ſich von allen übrigen Kie- fern; ſie ſind ganz, ſchmal, und haben lo- ſe Schuppen groß. Eie iſt jeßt die am meiſten in der Mode ſeyende ausländiſche Kiefer bey uns, ſchi>r ſich ungemein gut in immergrüne Pflanzungen, und hat in Parks oder auf freyen Pläßen einen außerordentlich gera» den Wuchs. Die Schuppen der Zapfen öfinen: ſich" von der allererſten Frühlings» ſonne, und laſſen die Saamenfkörner fal? le, weshalb die Zapfen ſchön im Winter zu famzgelhn ſind, weit man ſonſt ein gane zes Jahr verlieret, Der beſie Boden iſt ſür ſie ein ſandiger Leim, kommt aber doch - auch in' geringerm Boden fort, daß es alſo. in Anſehung des ihr anzuweiſenden Bos vens: eben feiner beſondern Auswahl bes darf. 8) Sirbelnußkiefer, Cedernfichte, Cemberbaum, Arve, Ruſſiſche oder Sibiriſche Cever, P. cembra. Ihre Blätter ſind lichter grün, als die mehreſten anderm Kiefern, fallen ſchön ins Geſicht, und machen den Baum ſchäßbar, weil die Zweige mit ihnen ringsumher dicht befleis der ſind. Er liebt einen falten Boden, und har eßbare Kerne, C) Einblättrige Sichten, a) Deren L7adeln rund an den Iweitgen umberſtehen. Fichte. 9) Sichte, gemeine oder Rotbtan- ne, Harz-, Liorwegiſche, Peche oder ſchwarze Tanne. Jn einem et» was feuchten Grunde erreicht der von une ten auf äſtige Stamm eine erſtaunliche Hohe. Die Blätter ſtehen einzeln, pfriems- ſörmig, ſehr ſchmal, ſteif geſpißt, eben, ſaſt kreuzweiſe ber einander liegend, dun-- Fels ue za en 2 wr ma 3 20 Der Saame iſt ziemlich. ESIS ' ---=--------- Ä 4 Ene nana G 7 Ie . -4e--- BESEN . Nadelßh Feſgrün, die jüngern Schüſſe ſehr dicht be- Fleidend. Dieſer ſchöne Baum giebt Pech, und ein zu Tiſchlerarbeiten belieb- tes, und ſeines Nußens wegen allgemein befanntes Holz. Je beſſer der Boden iſt, je beſſer wächſet er 3 in einem ſtarken Leim- boden nimmt er im Wachſen bis zum Er- ſtaunen zu, und liebet überhaupt ein fri- ſches, durch Beackerung noch nicht ausge- ſogenes, Land, wenn ſolches auch gleich noch ſo mager wäre, Er verkfräget nicht wohl Rauch, welcher die Farbe ſeiner Blätter in ein ſchmußiges Grün verwan» "delt, und ſein Waochschum aufhält. Alle Tannen leiden vom Rauche etwas Scha- den 3; die Rothtanne aber am meiſten. 10) Weiße L7ordamerikaniſche Sichre, Canadiſche oder weiße Ame- rifaniſche Tanne, P. Canadenlis. Der E tamm hat feinen ſo ſchnellen Wuchs als die- Rochtanne. Die Zapfen ſind vicht, Elein, faſt nicht über 1 Z. lang, durch welche ſie ſich am meiſten von der Roth- fanne unterſcheiden,.; 11) Miorgenländiſche Tanne, mit viereckigen LTadeln, P. orientalis. Die Blätter ſind ſehr kurz, beynahe viereckig z die Zapfen außerordentlich klein, mit der Spike unter ſich) gekehrt. Ein niedriger Baum, der in Luſtpflanzungen gegen die andern Arten einen herriichen Contraſt macht. b) Mit Fkammartig ſtehenden L7adeln. Tannen. 12) FLdeltanne, Weiß-, Silber-, Taxblättrige Tanne zim Reiche ſchlecht- weg Tanne genannt, oder die Tenne, P. Abies alba;(picea Linn.) Der Stamm iſt ſehr gerade, 60--70F. hoch und dar- über, nicht mit ſehr zahlreichen Aeſten; die Rinde glatt. Die Blätter ſind ein- Nadelb 35 zeln, flach, an der Spiße ausgerändert; die Oberfläche vortrefflich ſtarkgrün; die Un- terfläche mit zwey ſilberweißen, än jeder Seite der Mittelribbe entlängs lauferden, Kinien gezeichnet» Die Zapfen ſind groß, ſehr lang, aufrecht, werfen ihre Saamen ſchon beym Cintritte der warmen Witte rung aus, daß man ſie daher, wenn man Saamen verlangt, zeitig abnehmen muß, Cin edler, ſchöner, hoher Baum, der den gemeinen Terpenchin, und ein gebliches Holz giebt, welches feiner der übrigen Pinus- Arten am Werthe nachſtehet; iſt außerordentlich dauerhaft, kömme zwar Überall fort, hat jedoch in einem guten fets ten deimboden den ſtärkſten Wuchs ,- und ſchickt ſich vorzüglich in Parks und auf of- fene Pläße, weil außer ſeinem großen, ſchönen, aufrechten Wuchſe auch ſeine Madelblätter mit ihrer weiß gezeichneten 2125 einen lieblichen Effect ma« en.: 13) Dalſam- oder Gileadiſche Tanne, P, Abies balſameg. Dieſer Baum kömmt mit dem vorhergehenden im Wachschum überein, hat aber fürzere Na- deln, welche auch fammartig ſiken, jedoch dichter und in mehrern Reihen; die obere jederzeit. kürzer, als die untere, und mit den Spißen nach innen gebogen, Der größte Unterſchied beſteht in den Zapfen, welche an dieſem Baume kürzer und klei- ner, auch oben ſtumpf ſind. Wenn man die Blätter mit den Fingern zerreibt, rie- Unterſchiede der€ vr- ten baid mehr, bald weniger„- gelbe, oſt ſtrahienſörmig ausgedreitere Blumen her- vorbrechen, und zwar bey den ge füllten Sorten felten mehr als zwey oder drey, und oft ſogax nur Eine; bey den etnfachen aber mehre re, und oft ſogar 7== 8 Blu- men, welches die Mangel der einfachen erſekt. Das Honigbehältniß iſt halbkug- „fich und geferbt, und fürzer als die Blu- menbiätter 3 ſie biithen im Apr. und haben meiſtens einen feinen Wohlgeruch. Sor- fen; 1) Fleine einfache, 27:00. ein fache, 3) ſternförmige, 4) gelb- und weußblumige, 5) weißbiumige, 6) baibgefulite, 7) gefüllte wohlrie- chende, 8) große gefüllte ohne Ge- ruch. Die gefällten Sorten werden zwar am meißen geachtek; den einfachen fehlt: es jedoch) auch nicht an Schönheit, und die ſternſörn:;igen haben beſonders ein - Vebliches Anſehen; wie denn ihnen allen ihre überhangende Stellung auf dem Gi- pfel des Schaftes ein angenehmes und ge- fallendes Anſehen giebt, Der Anbaz und die Wartung aller Die Ber- mehrung geſchiehet durc) die Wurzelbrut. LPBunſchet man aber was Neues, oder neue Abänderungen: ſo muß man den reifen Saamen im Aug, ausſäen, den Winter über das Beet mit Stroh bedecken, und die jungen Zwiebelc dieſet geſitigelt ſcheine. Zwiſchen den Blumen| he fil- berfarbige, lanzettförmige Deckblätter, Die Blumen ſind geſtielt, und geben ei- nen ſchwadyen niche. unangenehmen Ge- ruh, Die Wurzel wird zwar in den Apotheken aufvehaltenz; da aber ſelbige ſo- wohl im Pulver, als im wäſſerichten Auf- guſſe und Extracte, eine ſtarke zuſammen ziehende Eigenſchaft beſit, und dadurch leicht eine[ADIEDE: Würkung haben fann, haben die neuern Kerzte den innerlichen Gebrauch gänzlich widerrathen, Aeußer- lich kann ſelbige zur Befeſtigung der Zähne dienen. Die Wurzel kann zum Lohgerben gebraucht werden. Das Vieh frißt das Nebenh 43 Kraut auf den Wieſenz doch ſollen es, wie ei ſagt, die Pferde unberührt laſ- en. ZRleine ſchntalblättrichte T7at- ferwurzel, Polygonum viviparum L. Dieſe Art wächſt auf harten Weiden au Alpen, und die Wurzel gleichet der vor- bergehenden, iſt aber kleiner und weniger gefrümmt, Die Blätter ſind lanzettför- mig, wechſelsweiſe ſiehend, die Blumen aber auf den Enden der Stengel und Zwei- ge, in langen Aehren, weißlichroth, im Jun. In manchen Gärten werden beyde Acten um der Mannichfaltigfeit willen unterhalten 3 ſie lieben einen feuchten Bö- den, und fönnen im Herbſte durc Zerthei- lung vermehrt werden, Nebengebäude, iſt ſv viel als ein Flüge, Dd. 4. die Umwendung nach einem rechten Winkl am Ende eines Hauptge- bäudes, welche ſchmäler und niedriger ſeyn kann. Der Symmetrie wegen macht man auf jeder Seite einetz, daher ſagt man, der rechte und linfe Flügel oder Nebengebäu- de. Ohne obrigkeitliche Erlaubniß dürfen- keine Nebengebäude nach der Straße ber» aus angelegt werden A. L. 3, Th, 1. Lit, V.-S.97% Neben graben, ein Graben, längs an der Seite eines Schiſſfahrtkanals, von welchem er durc) den Weg, worauf Men» ſchen oder Thiere die Fahrzeuge ziehen, ab- geſondert iſt. Auch muß ſelbiger die frem- den und wilden Waſſer einnehmen, um ſie'vom Kanal zu entfernen, damit ſelbige nicht durchſeßen, und einen Einriß in den Kanal machen mögen. Nebenherſtelleit, geſchiehet von ven Jägern, wenn vorgeſuche? oder das „Jagen verneuert wird, da deun ſogleich 8 2 dem PEER Nebenpf dem Sucher mit dem Zeuge nachgerückt, und dieſer, zumal bey einem Beſtätigungs jagen, in der Stille abgeworfen und nach- gerichtet wird.' Bey Hauptjagen ſiellet man aud) bey- oder nebenher, wenn noch von weiten? getrieben wird, Nebenpfeiler, der Pfeiler zwiſchen zwo Bogenfiellungen 3 er iſt von einem Pfeiler oder Schaft dorinn unterſchieden, daß er Krazaſieine oder Pflaſter hat; und der Schaft zwiſchen den Infer feine Veyr- zierung hat, fontern leer iſt. - Nehrzoll, Erbzoll, Zehrzell, wenn einem Mühltenbe fier erlaubt iſt, die Webrlatte einen Zoll yöher anzulegen, Neife, Dianthus, Dieſe Gattung, entlzält eine ſtarke Anzahl von krautartigen, zaſerwurzlichen, ſchönen, theils perenni- renden, theils zweyjährigen Blumenpfian- zen für die kuſigärten, wovon wir die be- Jiebteſten anführen wollen, 1) Buſchelichre Dartnelfe, ge- wöhnliche Carthäaunſerneltfe, D. bac- batus»- Ihre Wurzel treibt manche/ di- &c, mit lanzertförmigen, 5== 2Z. brei: ten Blättern beſekte, dim an ber Crde biü- ſchelweiſe liegende Senkerzweige, aus de- nen ſich„Aufrechte, ſteigende Seitenzweige 2-3 F. bohe Blumenſtengel erheben, Die zahlreichen Blumen ſtehen in ange- häuften Büſcheln auf den Cnden der Zwei- ge und des Hauptſtengels. Die Sorten laſſen ſich in zwo Claſſen, in ſ? lieben einen lockern, guten, erhabenen Wiefengrund, worinn ſich die Wurzeln recht ausbreiten können. 6) Einzeln bivhende&Sederneibke mit zerſchnicfeiten haarichren Blu- meonbilättern, D. piumarius L,, wächſet auf Sandhuüzeln und in unfruchtbarem Nelke 45 Heidelande- Die Blumenblätter ſind ſchön purpurroch, vielfach zart zerſchnitten, und an der Mündung mit einem rörhlichen Büſchel Haare beſeßet 7 wodurch man ſie vcn der vorhergehenden Art 9m beſten un- terſcheidet, uch diefe Art ſpieler mit der Farbe, und' giebt gefällte Blumen, wel- ie vie Strenge des Winters ausfiehen, und leicht durc) Ableger vermahret werden fönnen. 7) Zinblumichte Sedernelfe mit zerſchnicttenen baarichten Blumen- biärtern, Sandnätielein, Dergfe- dernelfe, D. arenarius L., wächſt fogar im Flugſande, Die Blätter ſind klein, ſtrichförmig, und die Blumen einzeln, blaßroch„ zwar von geringem Anafehen, je- do) ſeh? wohlriechend. Wenn man tieſe Art in Gärken untert ält, und Ableger da» von macht, verſchönert ſich ſeibige merk- lich» 8) Kriechende tTelke mit 3zween l«iizettförmitten Relchſchuyppen, Fletine Eriechende Gragneite, Price >etn ſchei- net. Cine frühere Ausſaat if nicht ſs ſicher, da die Stöcke von dex Apriiſaat im ſreyon Tande ben Winter über ſicher aus» halten„ auch weiter feine Müße und Wap» fung erfordern, Dieſe verpflanzt man in Ivn. oder Jul,, und ſeßt die Stäcke, wenn: man Plas genug har, einen Fuß weit aus einander, auch im Nothfalle nä her zuſammen. Um anten und vielen Saamen zu erlangen, ſoll man wi jen, daß junge Stöcke, die aus Saomen erzegen werden, nach der erſten Blüthe mehr Sage 48 Neike Saamen geben, als diejenigen, die man durchs Ablegen erhalten hat; daß man von einfachen vielen; von gefüllten viel weniger oder gar feinen Eaamen erhaite, und daß der von einfachen Blumen ge- ſammlete Saamen faſt lauter StöFe mit einfachen Blumen. hinge.en Der von ges füllten Blumen Faſt kouter gefüllte Blu» mez gebe 3 ingleichen daß der Regen, wenn ſolcher in die Blüchen fälit,"das Saamen- behaltniß leicht verderbe, und daß man dezwegen die Sts>Fe init einer'"Bedeung davor verwahren müſſe. Wegen der Far- be ijt es ungewiß. Defters wird.man die Farbe, die dix Saamenſto> gehavt, in den jungen Pflanzen wieder finden 3 doch wird die Zeichnung nicht immer einerley ſeyn, und aus Bizarden werden Picotten und Doubletten Falten da Hingegen Saa- nen von rothen nicht(eicht Stö>e mit gelben Blumen, amd umgekehrt:Saamen von gelben oder.aſchgeauen nicht leicht Stö>e mit rorhen Blumen liefern werden, wiewohl dieſes nicht allemal geſchiebet, Da gemeiniglich vielerley Sorten Blumen neben einander ſtehen, Fann leicht eine von der anveria befruchtet, und Daraus neue Farbenmiſchung hbervorgebramt„werden, Der Saame wird ſiche zu gleicher Zeit reif, Von der Mitte des Sept. bis in die Mitte des Oct. ſoll man Aeißig"nachſehen, ob ſich reife Saamenbehältniſſe finden; man erkennet ſold)es, wenn ſid) dieſes oberhald zu öffnen anfängt, doch ſindet ſich auch zuweilen in ganz verſchloſſenen reifer Saame. Reif iſt ſelbiger, wenn er ſchwarz iſt; und hat er dieſe Farve nicht, ſo tougt er auch nicht... Guter Saame fann noch nac) 3 Jahren gut ſeyn, wenn ſolcher in einem kühlen/ luftigen Orte auf- behaiten worden 3 doch iſt der friſche dem ältern vorzuziehen. Bey dem Ausfkeimen = Nelfe des Saamens erſcheinen gemoiniglich 2 Blättyen, zuweilen aber auch 3 und wohl nietvere 3; von ven leßrern Poffet man ge- wiß, gefüllte; und von den erſtern glaubt man, nur einfache Stöcke zu erhaltenz es iſt aber dieſes Zeichen ſehr betrüglich. Wer ſich begnügt, nur ſeine vorhande- nen Nelken zu erhalten und zu vermehren, bedienet ſic) des Äbleitens-«- Jn der Mitte des Jun. läßt ſich bereits abneh» men, welche Sproſſen ſpindeln, d, i. in den Stengel aufſihießen und blüßen möch- ten, daher mat ſchon zu dieſer Zeit dieje- nigen, weiche nicht ſpinde'n werden, ab- Jegt, oder auch dieſe Wermebrung ſpäter, und wenn die Biüthen auſgebrochen, vor-- nehmen Fann. Ie eher man es unter- nimmt, je eher Fann aran vie Ableger ab- nehmen. Spät gemachte Abſenker müſ- Jen öfters den Wintor über am Sto>e- 6e- hen bleiben, uad ſind Dann den Winter Über weit mehrerer Gefahr ausgeſeßt, Beyin Ablegen ſelbſt nimmt man von den nicht blühenden Zweigen die untcrſten Blätter ganz weg, und ſpaltet vie Zwei- ge mit einem ſcharfen/ Fed: rmeſſercen unſchädlich iſt, die Flor der Nelken gar merklich verlängert werde, wenn ſie mehr Schatten und Kühlung genießen, Anhaltender Regen, und überhaupt über- flüßige Näſſe, iſt den Scöcken ſehr nach- theilig. Roft, Fäulniß und Läuſe ſind gemeiniglich die Folgen davon, worauf man auch in Anſehung der Erde, womit man die Scherbel füllet, vorzüglich zu ſe- hen hat. Wohlverfaulter, und von allem beygemiſchtem Strohegereinigter Kuhmiſt, feiner Bachſand und fruchtbare Erde aus den Küchengärten unter einander gemiſcht, werden die beſte- Erde dazu abgeben. Ueberhaupt kann man diejenige Erde auch zu den Nelken wählen, worinn die Oran- gerie gutes Gedeihen hat, Andere und Ger. Regllexicon 1V, Theil, Nelke 45 mehr gefünſtelte Erde iſt ihnen öfters mehe- ſchädlich als nüßlich. Schwere und fette Erde iſt höchſt nachtheilig. Will man in die Töpfe auf den Boden etwas klare Horn- ſpäne legen: ſo wird man dadurch ſicher die Fäulniß abhalten, wie denn auch hier höchtt nöchig iſt, die Löcher an dem Boden der Töpfe oſfen zu erhalten, damit das- Waſſer gehörig ablaufen kann; auch ſoll man lieber ſchwach als ſcharf gebrannte Scherbel wählen, damit ſich die überſlüßi- ge Feuchtigkeit hineinziehen, und die Erde eher austrocfneu könne. Alte Nelkenſtöe, oder auc< die Ableger, welche man den, Winter über in Töpfen unterhalten will, können bis zum Nov. im Garten ſtehen bleiben, indem die Reife und ſchwachen Nachfröſte. ihnen nicht ſchaden; hernach fann man ſie auf einen luftigen Saal brin- gen, und daſelbſt wohl austrocknen laſſen, welches höchſt nöthig iſt, wenn man ſie im Keller aufvehalten will. Im Dec. kann man ſie in einen Keller bringen, welcher trocken ſeyn muß, daſelbſt entweder auf den Boden, oder auf hölzerne Poſtemen- te ſetzen, und die ganze Zeit, als ſie da- ſelbſt ſind, nicht bogießen, den Keller aber vor. eindringendem Froſte bewahren, Mit dem Früßlingsanfange ſchafft man die Töpfe wieder aus dem Keller, ſeßt ſol- en ſtehen laſſen, und beyde zugleich mit einander in den Keller bringen. Da aber dieſer Weg allemal unſicher und be- fchwerlich iſt: kann man lieber die Abfen- Fer von dem Stocke löſen, dieſe in den freyow Garten pflanzen, und daſelbſt auc) den Winter über ſtehen laſſen 3; man wird folche im Frühjahre in dem beſten Zuſtat- de wieder finden, und daraus ſtärkere Stö- >e erlangen, als wenn ſie im GewäcMshau- ſe oder in einer temperirten Kammer in Ts- pfen oder Käſten überwintert worden wären. Der Orte im Garten bedarf auch eben kei- ner ſonderlichen Auswahl; der in ſchattich- ten Dertern länger liegen bleibende Schnee wird ihnen meßr zum Schuße gereichen, als daß daraus Schaden entſtehen möchte, Nur tief. gelegene Beete, wo ſich das Waſſer ſammeln kann, ſind dazu nicht ge- ſchi>t, Stöcke, welche im Lande unter- halten werden, haben auch dieſes voraus, daß ſie nicht roſtig, und von keinen Läu- ſen angeſteckt werden. Im Frühjahre wird an dieſen Pflanzen öfters die Warzel mehr, als nöthig und nüßlich iſt, außer der Erde ſtehen, oder vom Froſte in die Höhe gehoben worden ſeyn, da denn die QWPurzel mit Erde zu bedecken, und an den Boden anzudrücen iſt. Je länger dieſe Pflanzen auf ihrem Orte gelaſſen werden, je ſtärker werden ſie, und je geſünder er- Halten ſie ſich; wenn ſie aber zu ſpindeln anfangen, ſoli man mit der Berſeßung nicht länger verweilen, man müßte ſie venn anch bey der Flor daſelbſt wollen ſte- hei? laſſen. Indeſſen hat ſich doch zuwet- len in ſehr kalten Wintern, die keinen, oder ſehr wenig Schnee gebracht hatten, geſun Nele den, baß dieſe Stöcke ſehr leiden; daßer man wohl thut, die Senker zu theiten, und einen Theil ins Land zu pflanzen, den andern aber in Käſten zu ſeßen, und dieſe den Winter über in einem temperirten Glashaufe zu unterhalten, Wer an einer ſchönen Nelkenälor VWer- gnäügen findet, wird ſolche durch eigenen Fleiß zu verſchönern bemühet ſeyn, Er wird die Spindeln gehörig an die beyge- ſoßten Stäbe befeſtigen, die überflüßigen Bilürhen bey Zeiten wegnehmen, den Kelch an einigen Orten öffnen, ſolchen auch nach Definden größtentheils wegs ſchneiden, um das regelmäßige Ausbrei- ten der Blumenblätter zu beſördernz uit» tex die Blumenblätter um den Keich ein rund geſchnittenes Papier oder Kartenblatt legen, und dadurch die Blumenblätter ausgebreitet erhalten; dies Ausbreiten der Blätter durch einige Hülfe mit den Fin- „ gern befördern; über die Blüthen, um ſolche länger zu erhalten, ein blechernes Hütchen, oder eine gläſerne Bedeckung. an- bringen, und vorzüglich zu verhindern ſu- und Blume von Wür- mern nicht beſchädiger werden, Die Ohr- würmer finden ſich häufig bey den blühen- den Netiken ein kriechen in die Blumen, freſſen die Blumenblätter unten an, wor- auf ſelbige in kurzer Zeit alle ausfallen, Man verhindert dieſen Beſuch, wenn man lodere:Baumwolle um die Nelken- ftengel herumwindet, über welche der. Wurm nicht hinwegkriechen kann; iſt aber diefe Wolle vom Regen naß gewor- den: ſo fann ſie nicht ferner vor den Ohyp- würmern ſchüßen. Werden kleine popier- ne Zuten an die Stäbe befeſtiget, ſeßen ſich die Ohrwürmer darein,-.daß man ſie auf ſolche Art fangen kann. Noch ſicherer iſt es, jeden Scherbel in ein mit Waſſer 61nG82 -„ I 0= vemaiil - Neſſel angefälltes Näpfchen zuſtellen, indem die Würmer nicht über das Waſſer kriechen können. Die kleinen grünen. Läuſe ſind noch ſchlimmere Gäſte. Dex ganze Stock iſt in Gefahr einzugehen, und ein Sto> ſteckt den andern leicht an. Die Gelegen- heit dazu giedt. theils bie Erde, wenn fie zu gefünſtelt, zu fett, ſchwer und naß iſt, theils das überAußige Begießea, cheils die Schwäche des StoXTs, und vielleicht nol) andere Urſachen. Die noch neue Weiden- erde enthält vielen Stoff zu Wurmern, Das beſie Mittel iſt, dergleichen Sto> aus dem Scherbel in das Land zu pflanzen, da ſich die Läuſe bald verlieren, und die Seöc>ke erholen werden. Andere Mittel wollen öfters nicht helfen. Man findet viele Nelken, die einen ſtar- fen und angenehmen Geruch haben. Die am wenigſten von Netkenliebhabern geacuh- teten, ſonderlich die vunfelrothen einfarbi- gen, übertreffen darinn faſt alle andern, und ihr Geruch iſt den Gewürznelken faſt gleich. Dieſe ſind es auch, welche man in der Arzneyfunſt zu gebrauchen pflegk, Sie ſind ein ſtärkondes Mittel, wodurch zugleich die unmerkliche Rusdünſtung be- fördert wird. Da aber die Blumenblät- rer bey dem Trocknen viel verlieren, ver- fertigt man daraus einen Syrup, Eſſig und Tincturz die beyden leßten ſind auch wegen der Säure ein vortreſſliches Mittel bey hißigen Krankheiten. Neſſel, Vrtica. Dieſe Gattung beſtehet aus dauerhaften, kraufartigen, im Jul, und Aug. an den Seiten und Enden der Stengel in Käßchen blühenden, im Herbſte reifen Saamen gebenden, und in jeder Erde fortfommenden Pflanzen, von welchen wir ſolgende anzeigen: ky Neſſel[4 A). Zu denjenigen, welche einander twegenüber geſtellrfe Dlätter haben, gehöret: 2 1) Rutſelförmitte Brennneſſel mit eyförmitt austgezackten Blättern, Ro6miſche t7eFel, U, Romana oflic, 2) KRutgelfösrmitgze Brennneſſel mit herzförmigen austgezackten BDlät- tern, U, balegrica L. 3) RuGgelſörmitge Brennneſſel mit ganzen Blättern, U, Dodartii L. Dieſe, dem Anſehen nach, mit einan- der nahe verwandte Arten find, nur die Fruchtlöpfhen ausgenommen, mit vielen ſpizigen, ſieifen Stächelchen beſest, und erregen ein heftiges Brennen, wenn man ſie unvorſichtig berührt. Das mittägige Curopa iſt ihr Vaterland. Sie laſſen ſich bey uns leicht unterhalten, und blü- hen den Spmmor über, 4) Hanfblätterichte Sibiriſche L7ieſfel, U. canuabina L.. Wächſt in Sibirien. Die Stacheln geßen leicht ab, bleiben in der Haut ſieFen, und erregen dadurd) die hefrigſte Entzündung, Ge- ſchwulſt und Schmerz. JAuch.die von folbſt auf die Erde abfallenden Stacheln bes ſchädigen leiche, wenn man mit bloßen Händen in der Erde wähle; daher man die Pflanze an einen abgelogenen Ort im - Garten ſeßen ſoll, 5) Geineine dauernde Zrennzneſ: ſel, große Dreinneſſel, U. major oflic,,"DG dicica 1: Dieſe in bey uns häufig zu finden 3 ſie dauert viele Jahre in der Wurzel, und treibt ſowoh!, wie die Stengel, im Früßhjahre nur Sproſſen aus. 6) Gemeine jährite Brennneſſel, Heiterneſſel, Eyterneſſe!l, ZSetternel- ſel, UV. minor, U. urens L. Dieſe wächſt häufig in unſern Kohlgärten, und wird G 2 durch 52 Neſſel dur den ausgefallenen Saamen ein be- ſchwerliches Unfraut, Die fäſerichte Wur- zel iſt jahrig, B) Wechſelsweiſe geſtellte Blät- ter haben: 7) Canadenſiſche breitblätterich- te Brennneſſel mit äſtichten Blürh- *ftielen, U, Canadenſis L. Die Blätter ſind herzförmigeyrund, 8) Weißwollichte Brennneſſe!, VU, nivea L, Die Blätter ſind auf der Unterfläche filzig, ſilberweiß; auf der Oberfläche hochgrün&- Da die Pflanze feine Stacheln hat: ſo verurſacht ſie auch kein Brennen. Auf ihren rechten Plaß geſiellt, verſchönert ſie nicht wenig die LZuſtgärten, verlangt aber im Winter ein Glashaus.; Ob wir gleich die: Brennneſſeln ihres Stechens wegen fliehen: ſo verdienen ſie doch nicht außer Acht gelaſſen zu werden. Die kleine jährige oder Heiterneſſel wird an vielen Orten, wenn ſie jung iſt, mit Spinak oder grünem Kohl vermiſcht, und als Zugemüſe geſpeiſet. Klein geſtoßen, und mif Grüße, oder Quarkkäſe, oder gefochten Erbſen vermiſcht, dienen ſie zur Auferziehung der jungen Truchübner, auch der gemeinen Hofyühner, vortrefflich, Auch werden ſie, wo ſie häufig zu finden ſind, gleich der großen Brennneſſel N.5., den Schweinen, nachdem ſie mit dem Stoß- oder Stampfeiſen klein geſtoßen worden, verfüttert. Chben dieſe große Meſſel wird, wo ſie häufig anzutreffen, dem Rindviehe, klein geſtoßen und mit Strohhäckſel vermiſcht, mit Nußen, roh oder gebrühet, gegeben, Getrocknet wird ſelbige geſchnitten, und im Winter eben dieſem Wiehe gegeben. Der reife geſam- melte und getrocknete Saane ſoll ven Pfer« Neſſel den ſehr dienlich ſeyn, wenn ihnen ein Löf- fel voll im Winter unter dem erſten Fut- ter des Morgens gegeben wird. Die Stengel dieſer Neſſel können auch wie Flachs geröſtet, gebrechet, gehechelt, und daraus ein zartes feines Garn geſponney werden. Die daraus gewebte Leinwand wird Neſſel- oder Netteltuch genannt, wie: wohl ſelbige heutiges Tages nicht mehr ge- arbeitet wird, ob« man gleich verſchiedene Gattungen von baumwollenem und leinenem Gewebe den Namen Neffeltuch giebt. Das Peitſchen mit Brennneſſeln kann bey ge- lähmten und unempfindlichen Gliedern von Nußen ſeyn» Auch) löſet der Saft derſel- ben die ſtockenden Säfte auf, und verbeſ- ſert ihre Miſchung; er befördert den Ab- gang des Urins, hemmet hingegen andere widernatürliche Ausleerungen, und ſtillt vorzüglich die Blurflüſſe 3 wie er denn auch ſonderlich der Bruſt zuträglich ſcheiner, Man vermiſchet im Frühjahre die jungen Pflanzen oder Sproſſen mit andern Kräu- tern, und die auſlöſende und reinigende Würkung der ausgeyreßten Kräuterſäfte wird durch ihren Zuſoß verſtärkt. Der Saft allein, beſonders von der jährigen Art, wird wider das Blutſpeyen, Naſen» bluten, den allzu häufigen Abgang der güldnen Ader, auch wider die roche Ruhr und den weißen Fluß gerühmt, Die ges trocknete Heiterneſſel wird, als Thee ge- trunken, wider die Gicht und den Stein empfohlen, Friſche oder auch getrocknete Neſſein mit Zuer eingemacht, oder nur damit vermiſchet, werden bey langwieri- gem Huſten, um den Auswurf zu beför- dern, und die Lunge zu reinigen, nicht ohne Nußken gebraucht. Taube und todre TTeſſel ſind zwar von den Brennneſſeln ſehr unterſchieden z weil ſie aber auch Neſſeln heißen, wollen wir Neſſel wir ſie, da es einerley iſt, wo ſie ſtehen, auch hier kenntlich machen. 1) Weiße raube Leſſel mit ſpitzi- en Blättern und vielblüthichten Wirteln, weiße todteLTeſſel, Wurm- neſſel, Bienenſautg, U. mortua, Lawi« vim album L., wächſt häufig auf unge- baueten Oertern, um die Gebäude, an den Mauern, Hecken, u. f.w, vornehmlich an der Mittagsſeite. Sie blühet lange, und kömmt nach dem Abſchneiden im Herb- ſte wieder, iſt auch an manchen Orcen die meiſte Zeit im Jahre in der Blüthe zu finden. Die faſerichte, dauernde Wurzel breitet ſich ſehr aus, und treibt ſeitwärts Zweige, welche aus den Knoten wieder Faſern ſchießen 3 daher dieſe Neſſel ſchwer auszurotten iſt, Sie hat, wie die meiſten andern Arten, einen ſtarken unangeneh- men Geruch, giebt ober den Bienen, wie die folgende Art, reichliche Nahrung; wie denn auch die Schaafe alle Arten gerne freſſen. Die neuern Aerzte machen feinen Gebrauch mehr von dieſer Pflanze. Von des folgenden Art gilt vas Nämliche. 2) Rothe tanbe T7eſſel mit ſpitzi- gen Blättern und wenitt blürbich- ten Wirtein, große rothe raube T7eſſel, L. purpureum non foetens; L. Jaevigatum L, Sie wächſt häufig in der Schweiz, auch hin und wieder in Deutſch- land an eben den Oerkern, wo man die er- ſte findet, iſt auch derſelben in den Blät- tern ähnlich, Der Stengel ſteht aber mehr aufgerichtet hervor, und iſt, wie die Blätter, weniger rauc;. Die Blätter bekommen durch den Froſt weiße Flecke. 3) Rothe taube LTreſſel mit ſennm- pfen, geſtielten Blättern, gemeine rothe raube T7eſſel, kieine ſtinkende,“ caube Ackerneſſel, L. purpureum foe- tidum 3; L.. purpureum L,. Dieſe findet Reſſel 53. man auf Fruchtländern, in Gärten und Feldern, auch an andern ungebaueten Oer» tern; die faſerichte Wurzel iſt jährig; der Stengel kaum 1 F,. hoch, unterwärts faſt na&tend, indem nur x oder 2 Paar Blät- ter daſelbſt zugegen; oberwärts aber ſtehen die Blätter dichter und häufiger bey ein- ander, wodurc< man dieſe Art gar leicht von der erſten unterſcheiden kann. Das Blumenblatt iſt purpurfarbig, am Rachen un) bey dem Anfange der untern Lippe ge- fle&t, Man findet auch eine Spielart mit weißen Blumen. Weil dieſe Art noch ſtärfer als die übrigen riecht, hat man ſie zu Wertreibung der Schaben und Motten empfohlen; übrigens auch in der Arzneykunſt der ältern Zeiten der erſten Art gleich geſchäßt,% 4) Rothe taube tT7eſſel mit platt anſigenden Blürhblätrern, kleine tanbe A c>kerneſſel mir Gyuder- mannsblättern, Galeopfſis folio cau- lem ambiente Riv., L. amplexicaule L., hat mit der vorigen gleiche Geburtsörter, iſt auch nur ein Sommergewächſe. Jedex Wirtel hat 10-=- 12 Blumen. Die bey- den obern Kelcheinſchnitte ſind größer, die vrey untern kleiner, ſpikßiger, feiner mit einer Granne geendiget. Son hieriun, noch mehr aber in Anſehung des Blumen»- blattes, iſt dieſe Art von der vorigen merk» lic) unterſchieden, Die Röhre des Blu- menvigites ift lang, dünne, und oberwärts nict merklich erweitert oder höckericht; die beyden Zähnchen fehlen ganz, 5) Großblumichte taube teſſel mit gefranzter Oberlippe, L. panno- Dicum Scopoli, L. orvala L., wächſt in Ungarn, Crain und Jralien. Die Pflan- ze dauert in unſern Gärten im freyen Lan- ne, und läßt ſich durch die Wurzel ver- G 3 meh- 54 Refil mehren; auc< von dem ausgefallenen Saa- men erwachſen neue Stö>e,| Noch vereinigen einige Kräuferlehrer mit vorgedachtem Geſchlechte die Galeo- plis, wovon folgende Arten zu bemerken: 1) Gelbe Hanfneßel, geibe ranbe LTeſſel, gelbe Waldneſſel, Galeopits Galeobdolondin. Dieſe findet ſich häu fig ia den Wäldern. Die Blätter ſind eyrund, geſpißt, ſügeförmig, geſtielt, paar? ' weiſe, die Blumen aber goldgelb, in ſechs biumigen Quirlen, mit einer vierblätkrigen Hülle, ia1 May und Jun. Man hat da- von eine ſehr ſchöne weißgeſcheFte Ab- At f- 2) Schlanke vodteTrteſſelmit lan- zettförmitzten Blättern, kleine rot- The falſche SGanfneſſel, ſchmalblät- fritzer Hoblz«hn,-G. ladanmm L. Die- ſe jährige Pflanze-wächſt häufig auf leich- ten mittelmäßigen Aecfern„und Feidern; Hie Stengel ſind vierectig, die Blumen aber in beträchtlich weit von einander ent- Fernten Quirlen, oth, inwendig oft gelb gefleckt, mit unbewehrten Kelhen. Max Findet eine Spielart mit Roch und DWeiß eingeſprengtem Biumenvlatte. 3) Hanfblättrige taube 4Teſſel, geſchwoliene t0drs L7eſſel, breit- bläctriner Hoblzahn, G. Tetrahit Lipa., unter den Saaten, auf feuchten Aeckern, auch unter Doenſträuchern um die Wieſen- Die viereFigen Stengel werden nas oben zu dicke. Die Dlätter ſind ſcnen laſſen, da ſich dann das-Weßiechte an den Maſchen ſo Feſt an einander ſchlingt und zuſammenhält, daß fie nicht ohne areße Mühe über die anfäng- lich verlangte Breite und. Länge ausgedehnf- werden können. Um die Neße lange gut zu erhalten, ſell man dieſelben, ſonderlich zur Sommerszeit, niemals eine Nacht im Wahr laſſen, indem“ſie gleich morſch und dünne werden 3 im Winter hingegen, wenn es nicht ſehr frieret, ſchadet es ihnen nichts, wenn ſie gleich 36 Stunden im Waſſer liegen, wenn ſie nur nachher gut getfrock- net, und-nicht an die Wand, ſondern in die Mitte eines Gehäudes auf Stangen gehangen werden, Die kleinen Neße oder Garne zum Federwild werden grün, gelb vnd braun gefärbt, damit ſich die Vögel nicht ſo ſehr davor ſcheuen, Zum Grünen nimmt man grünes Korn, ſiößt ſolches zu einenz == .-- Reb einem Saft, beſtreicht das Garn damikt, und thut es 24 Stunden mit dem Saft in eine Wanne- Zur braunen Faybe nimmt man Gerberlohe, oder die Rinde von aus- gegrabenen Nußbaumwurzeln, zerhac>t ſis, und thut das Nes 24 Stunden darein« Die gelbe Farbe erhält man, wenn man das Garn mit Schellfraut, wie mis Sei» fe, einreibet und eintronen läßt, Negtbätum?, die in der Mader feſt ſteckenden Bäume, worüber die Gerüſt- breter eines Baugerüſtes liegen, wenn ſol: ches an einem neuen Gebäude höher auf» geführet werden ſoll. Dies gen ſtüßen fich ebenfalls auf die Neß- bäume, - Negjagen, eine der älteſten Jagd- arten, die mit Neßen ohne Tücher ge» ſchiebt, Neubruch, Neureid, Rode- fand, Röder, die Holzgründe, wel- 5 Zan zw 58 ſießiv mittel 3 man wähle daher licber bas Wäſ- ferichte eder den abgefochten Trank von dieſer ZIE oder auc) dieſe in Pulver, Man muß aber nie dergleichen ohne* Dey rath eines erfahrnen Arztes NI weil traurige Erfahrungen ben dem unrechten Gebrauche befannt geworden find. Die vorzüglichſte Wirfung dieſer Wurzel aver be(ebe in Eröffnung des Leibes, Auch be- weiſet fie eine zertheilende Kraft. Wegen dieſer doppelten Wirkung iſt ſie ſonderlich bey Krankheiten nu"ali: geweſen, welche von einem ſchweren, dicken Geblüte und ſchwarzer Galle herrühren, als bey ver Melanholie, Raferey, fallender Sucht, Gicht, Waßterſucht, wider die Würmer, und auch vorzüglich wider die Werſiopfung der monathlichen Reinigung, und alle da- von abhangende Gebrechen, als der Bleich- fucht, u. ſ,f. Meußerlich gebrauchet, wir- Fot ſie fehr ſtarf. Wenn man dergleichen in ein Fontanell leger, ſoll häufiger Stuhl- gang darauf folgen; und wenn man ſie auf die bloße Haut lege, werden Blaſen davon aufgezogen, Die Viehärzte pflegen in den Seuchen dem Viehe ein Stück durd) die ICI unter dem Halſe, eder durch die Ohren zu ziehen, und wollen da- Durch eben+ Nußen erhalten, den An- dere von einem Haarſeile hoffen. Mit dem oabgefochten Trankfe kann man bey Menſchen ficher dieienigen Glieder was fchen, welche von der Kräße eingenom- men ſind. Es ſoll auch ſolcher die Läuſe gödten- Die weiße L7ießwyurzel iſt ein ganz verſchiedenes Geſchlecht, und wird auch in den Apochefen H. albus genennet, beißt gber bey den neuern Schriftſtellern Vera« wum, und im Deutſchen Wendewursz, Dolldocke, Schampanierwurzel, und Germer. Die zu dieſem Geſchlechte ges ' ſind klein und gelb, in fehr einfachen T Nießw vfen DEI ſich wegen des Ser hre Sen gefürchteten Blätter, ve: 6 ier“ ſchiedenen Arft zu blit- ßen/ ſehr gut zur VWerzierung und zur Vermehrung der Mannichfal(IE uns affen ſich en durch Zertheilung als urd) den Saamen verinehren. :) Gemeine weiße L7ießwurzei, in Ee V. album L. Die Blumen ſind in mehr als 31 4458 zuſcs mengeſckten Traaven, die Biumenkrone aufrecht ſe hend, Ee mni v veiß. 2) Dunpel oth blühende wei Liießwurzel, V. Dierum 1, Die ZD men ſind but Felroch, in zu! ammenget; ten, wenige r gefheilten Trauben, die Blu"e mentronen ſehr ablichend, 3). Gelbblühende weiße Tiicß- wurzel, V. luteum IL, Die Bitumen Trau- ben, und hinterlaſſen ſelten bey uns Saq- men, Die in den Apotheken aufbehaltene weiſe Lricßwurzei beſikt eine heftige Schärfe; wenn man ſie kauet, entzünde ef fie den Mundz in die Naſe gezogen, erre- get ſie ein faſt unſtillbares Jiueſen, und hat die ben der ſchwarzen Nießwurzel ange- merkten Kräfte in viel ftärkerm Grade, Gmelin verſichert, wie die Cinwohner Si- biriens öfters ſich den Tod zugezogen, in- dem ſie die Wurzel als Arzney gebrauche, Man ſoll ſich daher wohl vorſehen, daß man nicht, Statt der ſcywarzen, die weiße aus den Apotheken erhalte. Der weiße beſteht nur aus dem dicken knollichten Ko- pfe, von allen Zäſercen be- zeichnet; da hingegen an der ſchwarzen die Faſern noch anhangen. Die Amerikaner pflegen die weiße Wurzel im Waſſer zu fochen, und in dieſem Trank den Mays- ſaamen Niet ſaamen(Türkiſchen Waizen) einzuweichen, welchen ſie. ausſäen wollen, um davon die Bögel und andere Thiere abzuhalten, Die Krähen werden durch den Genuß derſelben gieimhtam beſoffen, und Hiedurch theils ſelbſt, theils Andere abſchreckt, das WMaystand zu beſuchen. Manche Jäger bedienen ſich eines ſchwachen Abſuds dieſer Wurzel, um die räudigen Gkieder der Hunde zu beſtreichen und damit zu hei- len. Niet, Nicte, ein kürzer eiſerner Stift an einem Meſſer, Scheere oder an- dern Sache, womit zween Theile voreini- gef worden. Nieteiſen, ein einen halben Zoll di- des und 24 Z. ins Gevierte breites Eiſen, womit der Shm!d die Hufnägel umnie- tet, und mit der Kante das Ueberflüßige abſchlägt, MNiet- oder Bankhaminer, ein Hammer, den man auf das eine Ende des einen Niets hält, wenn man das andere-En- de breit hämmert, und den Niet vernietet. Mietnagel, ein Nagel, der an einem Ende vernietet oder breit gehammert wird, Nonne, ein Ziegel unter denjenigen, die man Hohlziegel nennet, und die ihre vertiefte Seite auswärts kehren, zum Un- terſchied der Mön EEE EEEETEENGENNGGEIRTINGENBENE EAR A AERZTE Be,= vd Si fen nme Bi ren b and FN Gabi meinen Aker oder Waldmorgen ſtehen, welche, wenn der Hieb wieder an dieſes Gebaue gelanget, abgetrieben, und ange hende Bäume an ihrer Statt wieder ge- laſſen werden, -=> 2) Bey den Webern der Baum im Hintertheile des Weberſtuhls, worauf die Le veil 22 Ny es je? ee m uf die Oberb die Kette gewickelt wird; er wird ſonſt auch Garnbaum genannt. Oberbeyſtoß, ein Beyſtoß, oder ein ſchmales Bret, welches an einer Thtire ei- nes Schrankes mit den Seitenbeyſtößen mittelſt eines Zapfens an jedem Ende ver- bunden wird, und die Thüre einſchließt, Oberblatt des Geſchirres, das- jenige breite Stück Leder eines Pferdege- ſchirrs über dem Kreuze, worauf der Kammdeckel und das Kammfküſſen liegen, in welche die Bruſt- oder Luftſiruppen an- geſtochen und an den Bauchgurt ange- ſchnallt werden, Oberblattſtößel, ver Riemen mit einer Schnalle, der durd) den Ring. des Bruſtblattes an jeder Seite gezogen, und womit das Oberblatt angeſchnallet wird. Obhberxblattſtruppen, zwey Riemen, in welche das Oberbiatt eines Hinterpferde- geſchirrs eingeſchnallet wird. Oberbhlech, das obere Blech von . Eiſen, womit die Achſen der Wagen be- legt werden Oberfach, die Hälfte, oder diejeni- gen Fäden in einer Kette auf dem Weber- ſtuhl, die bey dem Weben hinauſgehen, Obergerinne, das Gerinne, wel- , und wird, wenn es nicht alsbald vertrunfen wird, zuleßk ganz ſauer. Es iſt demnach bey Privat- brauereyen auf dem Lande ſehr gut, wenn män bereits im Winter für gute HiTen ge- ſorget hat, und daher nicht fürchten darf, ſich ein verdorbenes Getränke zu bereiten, Man verfähret demnach in ſolcher Rückſicht alſo: Nachdem man gebrauet hat, werden Vie Hefen in eine Serviette, oder ein an» deres leinenes Tuch, gerhan, zuſammen- gebunten, und in ein Gefäß in Aſche ge- tegt, welche man etwas di> über vas Tuch ſtreuet, und wohl zufammendrückt. So läßt man ſie einen Tag, oder länger, lie- gen» Die Aſche zieht alle Feuchtigkeit in ſich, daß die Hefen wie ein dier Teig werden, den man nachgehends, wie kleine Glocken, oben mit einer Oeffnung formi- ret. Dieſe Glocken ſeßk man nachher auf ein Bret, damit ſie bey gelinder Wärme im Ofen, oder ſonſten trocknen z alsvann zeidrücke man ſie, und verwahrer das Fer- ment in einem leinenen Beutel. Wenn man nun Hefen gebrauchen will: ſo nimmt man eine Händvoll, mehr oder weniger, und löſer ſie im warmen Bier oder Waſ- ſer zum Gebrauche auf. Auf dieſe Wei- ſe wird man davon ſein Hausbedürfniß H 3 zun 62 Oberh zum Brauen oder Backen immer zur Hand haben fönnen, Oberholz, Stammholz, Ddasje: nig getaubholz, 1 welches hoc und zu großen Hauptſtämmen erwachſen und gezogen wor- den iſt, Oberlehre, ſo heißt in der Mahßl- mühle der Derbefſeree Fehler, wenn der Faufer auf der Haue(ſ, dieſe) unſchicklich vbder ungleich geſchwebet hat, und nun- inehr recht„genen gerichtet worden iſt. Um dD den 3 Sebler zu ex fahren, halt der Mül» ler eine Kohle gegen den obe oxn Rand des Saufers, und läßt ihn umlaufen; der Koh» Jenſtrich deutet 00160: ob ſich der käufer an einem Orte erhebe, oder hinabneige. An deim leßtern Orte ſtet«+ einen Span zwiichen den Säufer und die Haue, Oberreihe over Oberſchicht, die oberſte Reihe Dachziegel, welche auf die Unterſte geiegt wird, und vorwärt3 mit diefer gleich-ſeyn, ihre 3 Gugen T deFen, und etwas mehr Fall haben maß. Oberrücken, Ybern, Aftern, DE berflauen, die Heinet Klauen an dem Roth- Reh» und Sauwildpret.. In weichem Boden, und wo ekg in gebet, geben.die Overrücken 2 eim Jäger ein gutes Zeichen ab, den 20 von dem Thiece zu unterſcheiden;. denn der Hirſch aftert jederzeit aus-, das Thier aber einwärts, Oberſchlächtige„Rühle, eine Mühle, deren Räver durch einen Waſſer- fall getrieben werden, wenn der öluß dar- zu nicht ſtark genug wäre, Das 3 Gefälle kann von 6--- 18 5. ſeyn; daher auch die Räder 8== 18 FS, hoch gemacht werden können,; Oberſchlächtiges Waſſerrad, iſt oſtb ein ſolches,„auf welches von oben durch eine Rinne das Waſſer auf das Rad fällt, und ſelbiges in SSRI bringet. Der größte"Bortheil dieſer Räder iſt, daß man fie ſchnell oder langſam Fann laufen laſſen, nachdem? mehr oder weniger Waſſer, mit- telit des Schußbretes, angelatjen 1 5 Es können auch dieſe Räder, vermöge d Schlundes, linfs und xechts in DERUNG RI werden, je nachdem man das Waſſer von der einen oder der andern Sei- te einfallen läßt. Sie leiſten vor allen übrigen allezeit eine DEINE Bewes gung; daher.es auc Fommt, daß die. ober- ſchlächtigen Mühlen viel feineves 9 Web! lie: fern können, als die andern. Wenn die» ſe Räder rechts und links laufen, werden ſie Rehrräder genannt, Obſtbammzucht, die Wiſſenſchaft, allerley Obſibäume zu"Gewinnung ihrer In Anſehung des- Früchte zu erziehen. Saamens der Ob bibäume wird ihre 2.6 das Obſt, in Kern- und Steinobſt; Anſehung d des-Reifwerdens und der Der aber, in Sommer-, Herbſt--und Win- terobſt eingetheilet, Keine Haushaltung will auf Obſt Verzicht thun; und wenn bey ſelbigen die Gelegenheit daz vorhan den i7:“fo legt.man ſich) gern auf die Er» zi: bung der Obſtbäume ſelbſt, teils und hauptfä achlich zur Ergänz zung ſeiner eigenen )aumgärten, theils auch um vom Vere fauf der angezogene n Bäume Nußen zu ziehen- Da die Baumſchulen aber das &Gundament der Obſtbaumzucht abgeben z die rechte Verfah rungsweiſe aber SIe0ch nicht aus den Atigen c geſeßt werden muß 40 hat man dabey, und bey der darauf fole genden Verpflanzung, Pflege und War- fung. der Bäume, wie auch der abgenomme- nen Früchte, folgende Regeln zu beobachten. 1) Zur F: Obiib r) Sur Baumſchule wird ein freytet, ain der Luft und Soypne lirgender, Ort er- wählet, weil vie im Schatten und Win feln auffommenden Pffänzhen ein ſchlech- fes Gedeihen haben. Iſt der erwäh.te Plaß bisher zu Küchengewächſen genubt worden: ſo'bedarf ſelbiger keiner andern Vorbereitung, als daß er ohne Dünger, einen Spaden tief, mngegraben werde, Muß nian aber va eine Baumſchule ha- ben, wo vorhin ſchon Bäume gezogen worden waren; ſo muß der Plas 4 Spa- den tief gewendet, und dabey alte Gerber- lohe, Baumilaub, Holzerde, Deichſchlamm (die beyden leßtern müſſen zuvor eine Zeit tang an freyer Laufe gelegen, und von ihrer ſcharfen Eigenſchaft befreyef worden ſeyn), am beſten aber Gaſſenkoth mit unter dis Erde bringen 3 welches alles beſſer it, als hißige Düngerarten oder Strehmiſt, Das Umgraben kann im Auguſt, ſpäteſtens aber in den erſten Tagen des Sepf, geſchehen, damit das Erdreich ſich gehörig nod) vor dem Einlegen der Kerne ſegen kaan, Zur Beſäung des Plaßes ſammelt man allerley Obſtkoerne und Obſtſteine, von Ae- pfeln, Birnen, Kirſchen und Pflaunten. Von den beyden erſten Obftarten fammelx man hauptſächlich tie Kerne vom Soms- mer- und Herbſtooſte; zuleßt aber auch vom Winterobſte den ganzen Winker hin- durch. Steine von Kirſchen und Pflau- men kann man, wie ſie friſch aus ihrem Fleiſche kommen, oder in und mit ihrem Fleiſche einlegen 3 ſie gehen beſonders in einem hohen, trocknen Boden beſſer aufz da hingegen die getroFneten Steine öfters erſt im zweyten Jahre aufgeben, viele auch gar ausbleiben. Iſt nun die Frage, o9 es beſſer ſey, Kerne von wilden Aepfeln und Birnen, oder von zahmen auszuſäen ſo läßt es ſich nicht, wie vorgegeben wird, - auc) noch dieſen DD > fp 63 beßanpten, daß die Bännie von Kiten erſter Axt darerhafrer, als die von dees leßtern ſeyn ſolitem: UPeberdieß iſt es nicht zu kängnen, daß Bäume von Kernen eber dieſer leßtern Art ſchmackhaftere Früchte bringen, als von jener Art: Manche eda le Sorten bekommemr ihren erhabenſten Ge- ſchmac, wenn ſie auf ſolehe Setämmchet gepfropfet werden, Tie von ihrer beſondern Gattung ſind, z, E, Borsdorfer Aepfel auf Stämmchen von Kernen dieſes Apfels, Beurres gris auf Stämmchen von Kernen dieſer Birne, u ſ, f- Man wird daher ntcht unrecht bun, wenn man die Kerne jeder Sorte beſönders notiret und ausſäct, üm darauf Reiſer ihrer beſondern Mutter» arf zu pſtkopfen. Endlich) hat. man aber Vortheil von den aus zahmen Kernen gezogenen Stämmchen, daß fie, wenn fie mir zahmen Sorten der- einſt beimpft werden, ſich weit früher zum Tragen bequemen, als jene, wozu auch) nocd) dieſes kommt, daß deer Wuchs und die frühe Tragbarkeit der aus zahmen Kernen gewachſenen und nachmals geimpf- fen Bäumchen die aus wilden Kernen gar fehr übertreffen. Beym Letzten der Rerne ſelbſt werden kleine Grübchen, wie man ſie etwan zu den Gurfenfkernen macht, gezogen, welche x oder 2 Fuß von einander abſtehen. Im Ockober oder November werden die Kerne in dieſe Grübchen eingeleot. Läßt man ſig aus der Hand fallen: ſo kommt die Spi- ße, aus welcher dev- Keim hervorbricht, meiſtens obeit ouf, oder in die Höhe zu liegen. Gu iſt es, wenn die Kerne ei» nes Daumens breit aus einander zu liegen fommen 5 geſchiehet dieſes aber nicht: ſo kann man die Pflänzehen, wo ſie zu di> aufgeben, aufziehen, und anders wohin verpflanzen- Da die Mäuſe den Kernen fehr Obſtb ſehr nachgehen: ſo verhindert man ſolches, wenn man die Ahnen, die von dem He- t wird,, Dieſe aufgeſiebte Erde zieht, im Fall einige Feuchtigkeit vom Re- gen oder Begießen, wenn die Trockenheit 64 Obitb zu groß iſt, dazu komm?, den Ruſt!o- eer. Man hat ſich aber vorzuſehen, daß man das Begießen nicht beym Sonnen- ſchein verrichte, weil die Kruſte dadurch feſter wird. Die aufgegangenen Pflänz- en erfordert wird. Es können aber in dieſem Sommer die größten Stämme be- reits oculirt werden 3 auc iſt es nöthig, im Herbſt des nämlichen Jahres die obgedach- ten Schwaächlinge aus ihrer gedrängten Pflanzung herauszunehmen, und die be- ſten unter ihnen, welche meiſt eines Dau- mens dick ſeyn müſſen, in weitere Reißen, beſſer aus einander 3 die kleinen dünnen aber wieder ſo nahe neben einander zu ſeen, daß man zwiſchen 3 Stämmchen nur ſo eben mit dem Spadenſtiel durch- kommen kann, Dieſe leßtfern bleiben bis zum Herbſt 1837 ſtehen, und werden erſt ſovann weitläufiger aus einander gepflanzt; Gek. Regliexicon IV, Tyeil, Ss worauf ſelbige, nachdem ſie veredelt wor- den, als Zwergbäume ans Spalier gezo- gen werden können, weil von Jugend auf friſch und frec< wachſende Stämmchen zu Zwergbäumchen nicht zu nehmen ſind. Hätte man das Oculiven der zuerſt er- wähnten Stämmchen im Jahre 1804 un- terlaſſen 3 ſo müßten ſie im Jahre 1805 in den Spalt gepfropſt werdens wobey noch zu gedenfen, daß ſämmtliche Bäum- yen in ihrer ganzen vorigen Lebenszeit au den Seifenäſtchen und Zweigen nicht ha- ben dürfen gefappt oder beſchneivelt wer: den, ſonſt- wird das Stämmchen ſchwach bleiben, und ſeine eigene Krone nicht tra- gen können; auch darf man beym Pfro- pfen ſelbſt nicht alle Nebenzweige ſchleche terdings wegſchneiden. Jſt das aufgeſeß« te Reis erſt in vollem Triebe: ſo iſt es im Stande, den zugeführten vielen Saft'sl- lein aufzufaſſen, Um die Aexrndtezeit die ſes Jahres hat man die hoch oufgeſchoſſe- nen Pfropfreiſe wider heftige Sturmwin»- de zu ſichern. Man ſchlage an den beyden Enden der bepfropften Baumreiße, auch (wenn die Reihe ſehr lang iſt) in der Mit- te, haltbare Pfähle ein; befeltige an ihnen in die Queere, längs der Baumreihe, fe- ſie tatten, und an-dieſe Latten binde man laängshin die jungen Triebe an, wobey das Strohband alſy umgelegt werden muß, daß zwiſchen dem Baume und der Latte ein Creuzſchlag geſchehe, als wodurſ) das Reiben des Baums, woraus leicht Krebs und Brand exeſtehen können, verhindert wird, Jm darauf folgenden Jahre laſſe man alles an den, Jahrs zuvor bepfropften, Bäumen, wie es ausſchlägt, fortwachſen; auch ſogar kann man das unter der Pfropf- ſtelle ausſchlagende wilde Holz ſtehen laſ« ſen, damit die Dicke des Stammes ZUs nehme; im LHeröſt deſſelben Jahres aber J fann 66 Obſtb kann alles unſchicklich Gewachſene wegge- ſchnitten werden 3 nur des edlen Reiſes G)ipfel ſtuße man nicht, Cs wird alles am Stamme glatt weggeſchnitten, was wegzuſchneiden iſt; und wenn der Schnitt ſchon etwas ſtark war, klebe man Baum- wachs darüber. Im Jahre 1807 werden vie Bäumchen, wenn um Pfingſten ein Regen gefallen iſt, mittelſt eines groben tappens von allem Moos und aller Unrei- nigfeit abgeſcheuert. In eben dieſem jebt genannten Jahre werden die meiſten dieſer geimpftfen Bäume, von der Erde bis zur Krone, 3 Cllen meſſen, als welches die beſte Höhe der homſtämmigen Bäume iſt, Langſam wachſende, z. E. der Borſtorfer- Aepfelbaum, werden noc) ekwas zurü> ſeyn. Dieſen muß man noch ein Jahr Ruhe laſſen 3; dahingegen erſtere im Herbſt auszuheben, zu verpflanzen, oder an An dere zu verkaufen ſind. Wo vieles Kern- und Steinobſt aus dem Saamen erzogen wird, werden. ſich unter den aufgegangenen Wildlingen eini- ge zeigen, welche nicht, wie gewöhnlich, ſtochlichtes Holz und kleine ſpißige Blät- ter, ſondern ſchönes glattes Holz mit dis >en Trieben haben. Dieſe laſſe man auf gut Glück ſtehen 3 ſie geben oft neue, noch nicht vorhandene, Fruchtarten. MWober wären auch ſonſt viele gute Arten, die wir jeßt haben, entſtanden? Geſeßt, man hätte ſich, wie es auch wohl geſchiehet, be- frogen/ und der ſich vortrefflich anlaſſende Wildling brächte zu ſeiner Zeit herbe Frucht: ſo iſt für die Haushaltung dabey eben nichts verloren. Man kann derglei- net anfommen: ſo lege man fie, vor dem Einſcßen, der Länge nach, auf die Erde an eine ſchattige Stelle, einen neben dem andern; hierauf werfe man kla« res Erdreich auf ſie, bis daß ſie über und über bedeckt ſind; dann bringe man die Erde durch ſanftes Angießen zum Anſchließen: und ſo laſſe man es 6=-40 Tage liegen, vis Wurzeln, Schaft und Zweige wieder ganz lebendig geworden ſind, ehe man ſie pflanzet, 3) Zu den Wartunttsretteln der Obſtbäume gehören folgende: 1) Eini- gen Bäumen iſt es gut, wenn ſie geſchröpft werden, Die Anzeige davon iſt, wenn der Ueberfluß des Safes die Rinde des Stammes ſo aufreißt, daß er gleichſam hin und wieder zu berſten ſcheintz imglei- hen wenn der Baum zwar an Alter und Größe der Krone, aber nicht an Stärke und Umfang des Stammes, zunimme. Hiedurc< fann der Baum gar leicht in Verderben und Fäulniß gerathen, wodurch ſodann auch leiche Maden, oder ſoge« nannte Schrokwürmer, angelockt werden, welche ſich unvermerkt innerlich in den Baum hineinfreſſen, und ihn umbringen. Es geſchiehet aber das Schröpfen alſo; Man nimmt die Klinge eines recht ſpiki- GQ 3 23 gen 8 Obfib gen Meſſerchens alſo zwiſchen ein Paar Finger, daß nur ſo viel von der Meſer- ſpiße herausguckt, als die Dicke der zu ſchröpfenden Rinde eines Bäumchens be- trägt» Mit dieſer Spike ſeßt man gleich unter der Krone deſFelben ein, und fährt gerade herunter, ſo daß man des Meſſers Spiße in beſtändiger Gleiche, aus den Fingern hervorſtehend, feſt häl?3 denn wofern man nachließe, würde die Spiße eritweder nicht völlig. durch die Rinde gs- Hen, oder, wenn man die Spike zu lang hervorſtehen ließe, würde ſie gar zu tief eindringen, und das Holz treffen, welches, beſonders beym Steinobſt, dem alle Wer» wundungen anz ſchädlichſten ſind, des Baumes Untergang verurſachen würde, Man ſchröpfe daher lieber zu feicht, als zu tief... Auch Aeſie können auf dieſe Art ge- ſchröpfet werden. Die beſte Zeit zun Schröpfen iſt der May. Sollten die Steinobſtbäume Harz auslaufen laſſen: ſo Halte maw ihnen das Schröpfen für am dienlichſten. Man macht aber die Opera- tion an allen Bäumen an ihrer Mitcer- nachtsſeite, weil dieſe von der Sonne nicht boſchienen, folglich auch von leßte- rex die geſchröpfte Rinde nicht krumm ge- zogen wird, 2) Da es den Bäumen, beſonders aber zarten, oder früh treiben- den Zwergarten, fehr nachtheilig iſt, wenn der im Winker zuweilen auf ſie fallende Schnee bey Tage an ihnen aufthauet, und des Abends wieder anfrieret, wodurch ſie gleichſam gläſern ausſehen: fo muß man den Schnee von ihnen mit einem" Fledex- wiſch abfehren, wodurch er wider das Glatteis geſichert wird, Es iſt aber die- fes Glatteis um deſto ſchädlicher, wenn zu der Zeit, wo ſichs anſeßt, am Tage heller Sonnenſchein, des Nachts wieder Froſt einfalle, Bey allen Wintergewächſen, Rük fn nnn Db Pee ius wa 8 di SE NN NR A Eiermann d Obſis folglich auch bey den Bäumen, kommt es nie leichter zum Erfrieren, ols wenn die vurch den Itachtfreft verdickten Säfte des Gewächſes alsbald am Morgen durch den- Sonnenjchein jählings wiever aufgethavuet werden 3; als welches die. Saftgefäße zer- ſprengt, und hierauf dürre macht, Kommet aber im Gegentheil die Morgenſonne nicht darzu+ ſo kommen die verdickten Säfte des Gewächſes, durch die am Tage gelin» dere 8ufk, von ſclbſt almälig in Bewes gung, und leiden nichts, 3) Cs kommen zuweilen alte Bäume kurz vor ihvem Tode noch ungemein ftarf zum Tragen 5 nimmt p] man ihnen die überflüßigen Blürhen, und ſtußt dabey das Holz etwas* fs werden ſi? neue Zweige treiben, und eine etwas l61n- gere Zeit noch erhalten werden, 4) Im Herbſte muß das Land, beſonders wo der Boden hart, oder leimig, öder begrujet iſs, um die Bäums herum aufgehact werden, damit die kräftige Wincerfeuch- fung bineindringen könne; es müſſen aber hiebey die Wurzeln nicht entblößt werden. Im magern Boden kann einiger Dünger angebracht, und mit der Erde wieder be- det werden; es kann auch Miſtiauche, over Blut von geſchlachteten Thiexen aufe gegoßen werden- Jn einem magern Gras- boden habe ich immer um die Bäume her? um die, vom Schwingen des Flachſes ab- gebenden, Schäben legen laſſen, Unter dieſer Bedefung vergehen Gras und Kräuter 3 die modernden Schäben düngen, und der Doden behält immer, auch bey der Sommerdürre, eine anhaltende mäßi- ge Feuchtigkeit von dem herabfallenden Re- gen, welcher fonſt bey dex Dürre des Sommers gar bald von Sand und Winde dem Erdboden entzogen wird, 5) Im Frühjahre muß auch das bey der Baum» ſchule empfohlene Abreiben des Mooſes be- 9bach» er Obſt gbach?et werden. LCinige bepinſeln vie mooſichten Bäume mit einer dunnen Kalk- „wäſche, wovur) Moos, und manche dem bloßen Auge unſichtbare Raupeneyer in den Klinſen der alten Rinde getödtet wer- den. In leßterer Abächt iſt es auch ſehr dienlich, wenn, mit einer Farfen langſtie- ligen Bürſte, Stamm und Zweige abge- buürſtee, und hiemit die Eyer der Wickel raupe herunter geſchaft werden,, Man legt Tücher unfer den Baum, um die in dem Moote abfallenden Eyerchen zu ver- brennen, oder recht tief einzugraven, 6) Das Abnehmen der Raupenneſter muß mit der Raupenſcheere, vom November bis zum Frühjahre hin, nicht unterlaſſen; dieſes Neſter geſammelt, und verbrannt werden, Sind im Frühzjahre die geſelt- ſchaftlichen Raupen in den Frühſtunden beyſammen+ ſo werden ſie mit einem ume pfen Beſen zerdrückt oder zerquetſchet, Die um die Reiſer der Bäume angeklebten Saamen der Ringelraupen entdect man, bevor ſie ausfriehen, alſo? Bey gutem Sonnenſchein ſteller man ſteh ſo, daß max die Sonne im Rücken has, Auf dieſe Weiſe werden dieſe Saamenringe ſolcher Kaupen dem Auge ſichebar, da man dann, mittelt einer Doppeileiter, die Reiſer ab= bricht, oder, wenn man kann und will, die Ringe mit eineni Meer aufſchneidet, ab- nimmt, und hiemit die Fruchtzweige am Baume erhält. Sollten, alles Abrau- pens ungeachtet, die Bäume dennoch vol: ler Raupen im Frühjahre gefunden wer- den: ſo muß man ſie des Moxgens, be- vor ſie von der Tageswärine lebhaft gewor- den ſind, abſchätteln 3 da ſie denn aar bald. abfallen, ſich auf untergelegten leinenen Tüchexn auffangen, und dann tödten la ſen. Man kann auch entweder die Bäu» me am Stamme mit Seilen von Pferde- Ibſts 69 haaren, wovon die hervorſtehenden Haar- 10 ſteif hervorehen, und den Raupen das Ueberfri-9en verwehren, bewinden 3 odeyeinen Band von Baſt odev Baumrinde, von Lappen, u,& f, umwickeln, und Theex aufſireichen- Auf die bloße Rinde des Baumes aber muß fein Theer fFommen die Bäume ſterben davor ab, wie man* ters geleßen haf. - 7) Mayfkäfer müſſen bey Tage abae- ſchürtele, auf Tüchern aufgefangen, uns dann entweder getödtet, oder den Enten gegeben werden, Es iſt noch ein Käfer, welcher, nach Beſchaffenheit dey erſter Frühlingswärme, ſehy häufig auf den RE UMTES gefunden wird; die Blätter ans Früchte abfrißt; fektere aug bald nach dem Anſesen, oder der Ausbildung des, Frucht, an den Stengeln annaget, daß ſelbige abfallen muß, Dieſer iſt dex ſo3 genannte braune Brach- oder Juniusk&- ſex. Den jungen ſüßen Kirſchböumen iſs er(o gefährl ib. daß er, ohng die Blätter eben abzuſreßen, dieſelben mit ſeinen ſchar» fen flauigen Füßen überläuft, und allein ſchott damit an der Oberfläche ſs beſchädi- get, daß die Blätter gelb und welk, zuleßt aber ſchrumpflicht werden, vertrocnen, uns den Baum abftierbend machen. Bey hg hem Tage muß man dieſen Käfer vicht ab- ſchütreln 3 er falle zwar pl: Riegt aber bals wieder in die Höhe und dayon- Schürtels man aber in ven erſten 3rübſtund en die Bäume, nach untergelegten Tüchern:(9 bleibt er beym Niederfalten unbeweglich liegen; man wirft ibn dann dew H Jühnern, Puthen und Enten vos, welche davar ein herrliches Frühſü>l haben. 8)- Pfix- fehen und Aprikoſen pflegen; zwoilen jo viel Früchte anz zuſeßen) daß ihre Kraft dadurch gar ſehr gef ſchwäch he wird, Man benimmt ihnen? daher im May den Heberfluß derge= 4;. fals, 70 Obſtb ſtalt, daß zwiſchen einer Frucht und der andern ein fingerlanger Raum gelaſſen Obſtb ſchweres, und dadurch unfruchtbar werden; TB 82-4%2 EIE an ER I R 13 NA LACH + H) % wirdz außerdem würde ſis in demſelben Jahre kein neues Holz hervortreiben, wel- enheit, hindert die Ausdünſtung der zu dieſer Zeit ſehr zarten Biätter und Blü- ehen der"Bäume ganz ungemein; wovon vie gewöhnliche Folge iſt,-daß ſich feine Frucht anſeßt', und die Blüchen vor der Zeit abfallen, Dieſem zuvorzukommen, ſJeße man unter, oder neben dem blühenden Baum ein offenes Gefäß mit Waſſer, worein zuvor erwas Süäulz geworfen, und darinn umgerührt ſeyn fann; nach 24 Stunden gieße man es weg, und ſeße an- deres alltäglich an deſſen Stelle, bis der 'Baum abgeblüßet hat. Zu eben dieſem Zweck kann man die Bäume mit einem in friſches Waſſer getauchten Sprengwiſch beſprengenz erſteres aber hat den Worzug, daß der ailmälig aufſteigende Waſerdunſt ſich beſſer in die jungen Triebe„einzieht, Sollte aber während der Blüchzeit.anhal- tendes Regenwetter einfallen, wodurch der Blüthenſtaub verhindert wird aufzuſteigen, und die Blüchen wechſelſeitig, zu befruch- ten; ſo ſchüttele man öfters die Bäume, daß der Regen abfalle, und die Blüchen davon nicht zu ſehr beym Auſſteigen be- 11) Es ijt gleichfalls ſehr nächtheilig, wenn in den Frühlingsmonathen kleine Sirichregen, und gleich auf ſelbige heißer, ſtehender Sonnenſchein eintritt, oder der gefallene Regen wie Honig kiebe, Man- ye Gegenden ſind dieſen,.den noch zarten Baumtrieben allerdings nachtheiligen, den, Feldfrüchten aber noch mehr ſchädlichen, ſogenannten Brandregen und 2 IEE I0 vor andern unterworfen. 8 einzige Mittel wäre, mit einer kleinen Handſpri» ße die Bäume Dergeſtalt naß zu machen, daß der Honigthau im Fluß erhalten, und durc) die Menge des Waſſers abgeſpult werden könne, 342) Sollte durch Zufall .ein ſtarker Baumaſt, oder wohl gar ein junger Stamm ſelbſt-ſo heruntergebrochen werden, daß er nur noch einigermaßen durch die Rinde mit dem ſtehenden Stücke zuſammenhienge: ſo eile man, bevor das „Holz innerlich durch die hineindringende Zuft getroFnet wird, ven herabhangenden - abgebrochenen Theil mit ſeinen Splittern und Fugen wieder auf» und ceſchit ein- zurichten, Auf ſol hinein, daß ſolches ganz damit erfüllt ſey, und folglich der Stamm oder Aſt wie- der gänzlich rund, und keine Hohlung zu blicken iſt. Ueber dieſe Salbe braucht man feinen Lappen zu binden, weil, ſie bald ſo hart wird, daß feine Feuchrigfeit eindringen kann. 15) Im Sommer muß man jeden Obſtbaum bemerken, ob er bald reife Früchte geben kann, damit die rechte Zeit der Reife nicht verjäumt werde;- die Kirſchen werden ſonſt bald ein Raub der Vögel z Aprikoſen und Pfirſchen fallen ab, und werden mehlig, und die mehreſten Sommerbirnen ſind, wenn man ſie ganz am Bauine reif werden läßt, ſchon trocken, unſchmachaft, oder moll; ſie müſſen alls früher abgenommen werden. Aber die im < Augujt abfallenden Aepfel kann man ſchon Obgfib„1. zum Branntweinbrennen oder Eſſigbrauen gebrauchen, 3) Die Obſtfrüchrte ſint das Haupt- Ziel bey der ganzen Obſtbaumzucht. Die- fe gut zu bekommen, und auch einige Zeit gut zu erhalten, müſſen ſie auf eine ſchi>- liche Art abgenommen werden, Pflau- men-, auch einige ſchlechte Sorten Aepfel- und Birnbäume pflegt man wohl zu An- fanze der Reife zu ſchütteln, um dadurch vie Bäume von dem wurmſtichigen Obſt, das ohnedieß abfallen würde, zu entledi- gen; das zute Obſt aber, zumal dasjeni- ge, welches man grün einige Zeit aufbe» balten will, muß Stück vor Stück einzeln vom Baume abgebrochen werden, weil alles gefallene, oder gedritckte, Flecke befommt, welche leicht faulen, und die ganze Frucht anſtecken. Beym Abneh- men breiten einige Gärtner ein reines Tuch über die Achſel, damit ſie die Früchte dar? ein ſammeln fönnen; bequemer iſt es aber, wenn man einige Körbchen bey der Hand hat, die man mit einem hölzernen Hafen an die Aeſte des Baumes hängt, und, wenn ſolche angefüllt ſind, an einer daran gemachten Leine herabläßt, und ein ande«- ves lediges Körbchen wieder heraufzieht, Dagjenige Obſt, welches ſehr hoch und auswärts an den Aeſten ſteht, und mit der Hand nicht erlangt werden kann, ſoll durch einen ſogenannten Obſtbrecher ab- genommen werden, Dieſes iſt ein hölzer- ner Teller, mit vielen vingsherum einge« bohrten Löchern, worinn hölzerne Nägel ſteFen, und unten an dem Teller eine lange dünne Stange befeſtigt iſt, Mit vemſelben kann man die Früchte leicht ab» nehmen, weil ſie nicht abfallen, ſondern in dem mit Zähnen beſeßten odey eingefaß- ten Teller liegen bleiben, Das y2 OÖ bfi b Das Höſt im friſchen Zuſtande, viele APochen und Monathe über, gut zu erßal- ten, erfordert gute Aufſicht. Es iſt aber nicht alles Obſt geſchickt, lange aufvewah- ret zu werden. Was ſchon auf dem Bau- me ſeine völlige Reife erhält, wohin über» ßaupt alles Früh- oder Sommerxobſt.gehs- vet, hält ſic) nachher nur eine kurze Zeitz auch kann das Obſt, das zum Auſjbewadh- ven kaugt, nicht auf einerley Weiſe behatt- delt werden. So faulen z. B,. die Wine ferbirnen, ehe ſie zeitigen, oder nehmen einen üblen Geſchmaf an, wenn man fie nicht ſorgfältig in Acht nimmt. Sie müſ- Fen forgfältig abgenommen; aud) feine zum Aufvewaßren genommen werden, wel- He angeſreFen oder gedrückt ſind, Man bringt fie in luftige, trockene Keiler„oder Gewölber, die aber weder Zugluſt haben, als wodurch vas Obſt zu ſehr ausgerro>nek, and daher welf, ſchrumpflicht und ſaftlos wird; noch dumpfig oder naß ſeyn dürfen, weil.daJelbe darinn leicht einen böſen Ge- Fchmac> annehmen, oder leicht faulen wür- de, Hier legt man jedes Stuck heſonvers quf Breter„die ordentlich über einander ſtehen 3 in xeines wohl gefrocnetes Moos, ſo daß keines das andere berühret, und die Stiele obherwärts kommen. Stroh, Heu oder Häfſel können dem Obſie leicht einen Üblen Geſchmack oder Geruch beybringen; auch ſind aus gleicher Abſicht eichne Bre eer den fieſernen oder fichtenen vorzuzie- ßen. Aus dieſem Grunde darf man. auh Fonſt nichts, das Feuchtigkeiten oder einen fremden Geruch veranlaßt, als Küchenge- wächſe„Sauerkraut, Käſe, gährend Bier, Fleiſch und dergleichen„in der Mähe des Obſtes vulden, Schlechte Birnen können allenfalls einen Fuß hoch über einander ge- ſchüttet werden 3 man muß ſie aber nicht lange in ſo dicken Haufen liegen laſſen, Obſtb ſondern fleißig nachſuchen, ob die untern Birnen ſchadhafi geworden ſind; doch muß man dabey das viele Nühren und Werfen verhüten, und behuifam zu Werke gehen. Bey ſtarkem Froſte müſſen die Fenſter des Kellers vorwahret werden. Am ſicherſien geſchiehet dieſes, weun man ſie mit Eis- ſcholten verſeßet 3 dieſe ſind nämlich beſſer, als Miſt. Nimme die Kälte überhand: ſo gellt man große Gefäße.mit Waſer zn Ien Seller 3 wohin ſich denn der Froſt ziehet, und wodurt)) man das Doſt vor demſelben ſichert, Die Birnen laſſen ſich nicht füg- lich in Fäſſer packen. Site find ſaftiger, als die Aepfel, und zur Zeit ihrer Reiſe gerathen fie leicht in Gährung, Die Aepfel, auf gleiche Weiſe behan- delt, werden eine ſehr lange Zeit dauern, Da aber hierzu der Raum fehlen möchte; auch die Aeptel einer ſo zärtlichen Wayx«- tung nicht bedürfen, weil-ſie.weder ſo leicht einen fremden Geſchmack annehmen, noch dem Verderben ſo bald unterworfen ſind, als die Birnen: ſo kann man ſie in reine trockne Fäſſer pa>en(nur nicht in Salz» tonnen, deren Stäbe eine Feuchtigfeit ents halten) 3 doch) muß man wohl Acyt haben, daß nur geſunde friſche Früchte eingelegt werden, weil ein einziger ſchadhafter Apfel alle übrigen im Faſſe anſteFen 4uund verder- ben Fann. Man muß auch zu jeder Art ein beſonderes Faß wählen,.da nicht jede Art eine gleich lauge Dauer bat, und man doch ſpät oder früh auf ihre Beſichtigung denfen muß. Man legt die Aepfel-fchicht- weiſe ſo ſeſt ins Faß hinein, daß ſie ſich nicht bewegen könnenz auch ſchlägt man das Faß zu, und läßt ſolches an einem luſtigen Orte ſo lange ſtehen, bis eine ſtare fe Kalte einfällt, da man es dann in den Keller bringen muß. Weinfäſſer könnea allenfalls anc< hierzu gebraucht werden, wenn f | 11 Obſib wenn nur der Weingeruch ausgezogon iſtz am beſien aber iſt es, wenn man beſondere Fäſſer machen läßt, und dieſe vein und troFen hält. Kleine ſind den größern vorzuziehey 3 denn bey leßtern hat mon immer Gefahr, daß in der Menge ein ſhadhaftes Stu überſehen werben, und den übrigen Theil zu Grunde richten kann; es wäre dem; Laß man zwiſchen jede Sciu?f Kleyen oder Moos iegen wollte, da. dann nur eine einzige Schicht Aepfel von einem fauienden angeſteckt werden fönntfe, Um Weihnachten wenigſtens muß man dom nachſehen, und zu dem En- de Stück ver Stück heransnehmen, Wenn aber die Tonne einmal geöffnet iſt, dauert das Obſt darinn nicht meht lange; Nur dadur kann man es noch einige Zeit qut erhalten, wenn man es beym Herausneh- men mit einem trofenen Tuche abwiicht, und ſogleich in kleine Faßſer packt; welche aber doch auch bald werden verbraucht wer- den müſſen, Cinige packen die Aepfel, be- ſonters Borſtorfer, gleich im Garten un- ter den Bäumen in Fäſſer einz laſſen ſie daſfeibſt ſo lange liegen, bis ſie mit der ganzen Obſtärndte fertig ſindz bringen dann die Obſitonnen unters Dach, und packen ſelbige, da es ihnen oft an Kekiern vder Gewölbern fehlt, im ſpäten Iioveme- ber in Heu oder Krummſtroh ſo ſtarf ein, daß kein Froſt in die Tonnen eindringen Fann; worauf dieſelben gegen den Frühling nach großen Städten zum Werkauf gefah- ren werden, als um welche Zeit die Aepfel am theuerſten bezahlt werden. Wo man aver feinen großen Obſtvorrath hat, da legt man die Früchte in trocknen Kam- mern, deren Fenſter zugehalten werden, - auf ein dickes Strohlager hin(das Stroh muß lang, rein, und mit feinem Unfrau- te vermiſcht ſeym) 3; wobey man die Des Verk, Regllepicon 1V. Theil, Ds ie 'quemlichfeit hat, vaß man gleich überfe« hen fann, wenn irgendwo ein Stück fan- ien, oder vor andern früher reif und eßbar werden will, Bey eintretenden Fröſten aver wird das Dovſt wider das Exrfrieren mit Betten güt zugedeckt,, Noch Andere nehmen Kiſten; packen unfen Werg oder Heede, ſo aber vorher ausgetüfter, und von allem Flachsgeruche befreyet ſeyn mußsz hierein legt man die Aepfel ſchit- weiſe; jede Schicht wird beſonders mit "Berg überdeckt, und damit ſo verfahren, bis der Kaſten voll iſt, Die ſo eingefüt- terten Aepfel können ſo leicht nicht von hac» ten Fröſten berührt werdenz am wenigſten aber, oder gar nicht, dann, wenn der Bo«- den und die Seiten der Käſten mit Werg dif genug beiegt find. Hat man endlich „xare, und-nur wenig Sorten: ſo wird je- des Stu beſonders in ein Papier gewi- >elt, und dann ſchichtweiſe in gedachte Kaſten eingelegt. Endlich verſchaFt man auch Repfeln und Birnen einen angeneh» men Muſcaktellergeſchmack, wenn man ein Fäßichen, oder eine Schächtel, 1 Z, hoch mit gedörcten Hollunderblüchen beſtreut; die Xepfel und Birnen gleich) vom Baume weg ſo hineinlegt, daß ſie ſich einander nicht berühren 3; darüber wieter Blühen ſtreuet 3 hierauf wieder Obſt legt, und da- mit ſo forkfährt, bis das Gefäß voll iſt, Auch) kann man den Borſtorferäpfeln einen angenehmen parfümirten Geſchmack bey- bringen, wenn ſie auf zuleßt beſchriebene "Weite in Hopfen eingepackt werden, Obſiwein, Cider, Aepfelwein. Im nördlichen Deutſchlande, wo es mit dem Weinbau nicht recht fort will, ſollte man, wie es in England geſchiehet, ſich hauptſächlich auf den Obſtwein legen, da er ſeldſt in den Rheinländern oft ſo gut ge- K mache 74-Obſiw macht wird, daß er dem Nheinweine, wo nicht gar vorgezogen, doh an die Seite "geſtellt wird. Man kann von Sommexr-, Herbſt- und Winteräpfeln Cider machen 3 nur verlangen die erſteren eine etwas an- dre Behandlung, Den von den Herbſt- äpfeln nennen die Engländer, welche ei- gentlich unſre Lehrmeiſier ſind, Gennet- moil Cider; den von den Winteräpfeln aber Redſtreak. Alle Aepfelſorten ſind hierzu zu gebrauchen 3; ſogar der Holzapfel giebt keinen ſchlechten Wein. Die Herbſt- äpfel von wilden Stämmen geben den ſtärkſten Ciderz die edlen, gepfropften ei- nen ſchwächern, und zugleich mildern; doch zeichnet ſich der Borſtorferapfel auch hierbey zu ſeinem Vorzuge gar ſehr aus. Die unreifen Aepfel taugen nicht zum Wein, nur allein zum Cſſig; es müſſen daher die Aepfel zum Cider de.1 höchſten Grad von Reife'erlangt haben. Will man aber Wein vom beſten Geſchmack und Anſehen haben: ſv muß man diejenigen Aepfel dazu ausſuchen, welche der Sonne während ihres Wachschums am meiſten ausgeſeßt geweſen ſind. Man wird alſo die Früchte von den oberſten und äußern Aeſten wählen; am liebſten diejenigen, welche eine rothe Schale, gelbes Fleiſch, und einen weinlichen Geſchmack haben. Will man keltern, ſobald die Früchte vom Baume kommen: ſo geben ſie zwar+ mehr Moſt, als dann, wenn ſie einige Zeit ge- legen habenz jedoch iſt er in lekßterm Falle auch wohlſchmeckender und milder; wo- durch denn der Werluſt hinlänglich erſeßt wird, Die Engländer pflegen ihre Aepfel baid im Freyen auf Bohlen oder Stroh in Haufen zu ſeßen, und daſelbſt der Son- ne und der Luft Preis zu geben, bis ſie ſich ſelbſt erwärmen und zu ſchwißen an- „fangen. Hierdurch wird der Gährung des ".- Te- bl TW nn Feigen eu dg ne JE NI SING- En Deri nnn 500 IEEE 1000-25 EE Runen +.-- nN-- I.“ EE»- angenommen; ſo ſucht man dieſen Fehler durch verſchie- dene Mittel wieder gut zu machen, Dit wird er durch zu Mehl geriebenen Senf, welcher in die Fäſſer getreuer wird„ ver-' beſſert 3. ein andermal kanm man es mit ei: nem Pulver von 4 Loch Maſiip, 4 Loth Jugwer, und einem halben Pfunde Mel- tenwurzel verſuchen. Auch wird ſehr an- empfohlen, cin Sächen Gewärz, von Zimmt, Nelken, Muſcaten, Zittwer und Meltenwurzel, in das Faß zu hängen. Einen ſchwachen Wein zu verſtärken, kann man einen Theil Weinhefenbranntwein darunter aießen, wenn der Cider klar iſt; ſollte dieſes Mittel aber noch nicht hinläng- kich ſeyn 3 ſo ſüllt man den Wein auf einen Saß von getrockneten Roſinen, Zucker, MWurze, und Sägeſpänen von Föhrenhol- z2. 1 Iſt er ſchals ſo iſt das einzige und beſte INittel, ihn auf Weinhefen zu ziehen. Solchem geßeilten Cider geht es aber, wie allen Getränfen; nie wird er zu ſeiner er- ſten Güte wieder hergeſtellt; auch iſt ex dann feiner langen Dauer fähig. Wein von Birnen wird eben ſo berei» ret Ey ſchmeckt zwar ſüßer; iſt aber mehr matt. Die Sorten, welche den weinähnlichen Saft haben, taugen am be* ſten dazu Ein vortreſſlicher Birnceidev wird aber doch gemacht, wenn' man Birn- moſt und. Weintraubenmoſt. zu gleichen Theilen vermiſcht, und zuſammen gähren läßt. Har man zu ſoßem Gebrauche nur allein Sommerbirnen; ſo wird' der davon ausgepreßte Moſt unverzüglich eingeſotten, daß er ſodann einige Monats ohne Ge- fahr bis zur Weinleſe auſgehoben werden fann. Ochſenz 74 Das gemeine Landvolk bereitet fich in manchen Gegenden ein Getränfe von Obſt, deſſen es ſich häufig. und gern bedient, und Sauer genannt wird, Repfel und Bir- nen, zahme und wilde, werden klein ge- ſtoßen, im ein Faß oder ſogenannten Stän- der getßan, Waſer darauf gegoſſen, und ſchon des anderiw Tages davon getrunken. Ig das Getränfe einmal herunter gezapft 2 fo wird noch einmab Waſſer darüber g2egoſ- ſen; und wenn anch: dieſes abgezapit wor»-- den iſt 7 ſo werden die ſogenannten Treſter oder der Ueberreſt dem Wiehe gegeben, Ochſe,| Rindvieh. Ochſenaugen, kleine Kappfenſter in den Dachſtuben, Dächern und Kellern. Sie werden wegen? ihter runden Geſtalt alſo benannt, Es ſind aber dieſelben nichs von einerley Geſtalt 3 dem es giebt Kapps- fenſter mit gedrüten und vollen Bogen, gerade, runde, ovale, uns mit niedrigen? Boden. Auch in dew Strohdächern hei« ßen Ochfenaugen die runden Fenſter. Manz eckt an den Ort„ ws ſie hinkommen ſol» lem, einen Eimer ohne Boden zwiſchen dis Strohſchauben 3 an deſſen Seite legt man Unterlagen, welche man an. die 2atten bin» det, und das Nebrige dect man mit gg» wöhnlichen Schauben. Ochfenzunge, Anchuſa, Die zu dieſer Gattung- gehörigen Arten Knd ins- geſammt frautartige, zaſeywurzliche, grö» ßtentheils perennivende Arten mit abwech» felnden, einfachen, länglichen, fehr raußen Blättern, und mit an den obern Theilen der Zweige in Trauben oder in Achren ev» ſcheinenven einblättrigen, trichterförmigen Blumen, Sie verdienen in8geſammt, be- ſonders aber die drey erſtern, zur Verzig» rung der Gärten gezogen zu werden. K 3 1) Ge- O chſenz rt) Gemeine oder deutſche Ochſen- zunge, Sternblume, A. otic. L,, auch Bugloßſum ofic Sie iſt auf hohen ſan- digen Feldern, troF&nen Wieſen, um die Dörfer und an den Landſtraßen ſehr wus- dhernd, und blüßetf den ganzen Sommer Über. In den Gärten, wo ſie einen fet- ten, ſc-rn Grun- de um die Hügel und hohen Felder, und iſt mit borſtigen Haaren überall beſeßt, Die Blumen ſind blau, ſchön gefleckt, un- ter ſich ſeßend, Odermennig, Agrimonia, Von dieſem Geſchlechte ſind drey Arten merk- würdig. 1) Gefiederte Odermennig mit lo>ern Blürbaäbren, Bruchwurz, Heil aller Welt, Leberklerte, KR6- nigskraut, Steinwurz, A. Eupato- rium L,, wächſt in den Heiden, Feldern, und andern erhabenen Orten häufig. Die ſtehen aufrec es werden aber bey uns nur allein die Dlätter geſam» melt und gebraucht; leßtere werden auch unter die Wundmittel gerechnet, und, als ein vortreſfliches Mirtel wider die Bauch» und Blatfiüſje, bey Schwachheit, auch Verſtopfung der Cingeweide, ſonderlich der 2eber, empfohlen. Nicht weniger iſt der äußerliche Gebrauch dieſer Blätter da- zu für nüblich befunden worden, daß man ſie auf alte Schäden an Füßen auflegt, und dadurch heile, Die davon mit Waſ- ſer oder Wein gemachten Bähungen zer- theilen die Entzündung, und heilen die Geſchwüre, Man gebraucht auch den Trank zum Gurgelwaſſer, zur Reinigung der Geſchwüre und Linderung des Schmer- zes,: Oel, heißt der fette Saft, welcher aus mancherley Früchten, Gewächſen und an» dern Körpern gezogen worden iſt; welches entweder durch Preſſen oder Deſtilliren ze- ſchieht, Die lektern gehören eigentlich in die Apotheken; aber die ausgepreßten wer- den zum Theil fehr ſiark in den Haushal- fungen SS Did aen tr te egä nne AÄ DÄ nrg IEEE namun >-- T YO Del: Fungen verbraucht Die Oelſaamen muß NU vor.allen Dittgen reinigen, und. dann zerſtoß 162 die zerſtv benen Korper ſchlägt 4 ian alsdaan in ein leinenes oder h&renes Tuche preßt ſie, vermittelſt einer Preſſe, AViſOM z'vey meſſingenen oder eiſernen Piatten, erſt folt, dann aber warm, auS, Die faltgepreßten ſchmecken und halten ſich am beſten. Die gebräuchlichſten bey uns ſind: das Baum-, das Hanj-, Zein- und Rbol, Umgleichen das Mobn-.und Nuße- 1. Aus Kürbißfernen, Diſtel-, Senf- LIEN aD> Sonnenhlumenſaäme 1, undvie: en fann man, wenn man 1x Hand hat, und es ſich) der : verlebt ebenfalls Oel. preſſen. elen noch anhängende ſpeci- fiche HEB und Geſchmas rühren wohl von dem, ihnen deym Ausprei(jen mit bey- gemiſchten, weſentlichen Oele der Saamen- hülſe ver Das Aufbewahren in bleyer- nen Gefä ßen hilft dieſer Unannehmlichfeit ab; allein ſie werden dadurch mit Bley HeCHULeNNGE, und leicht ſchädlich gemacht. Beſſer iſt, ein Stück ſauren Brods, wie ſich ſolches. bey den Bauern gemeiniglich Findet, in dergleichen warn gemachtes Del zu werfen, oder durch Zugießung von ſcharfen Eſſig und nochheriger wiederholter Anwärmung deſſelben„und Rbjondcrung Des Gäſchtes. Alles Oel, welches zum Speiten vervrauht werdven ſvU, muß kalt, gus"8 reifem Saamen,: wiſcyen gerei- nigten Haartüchern und eiſernen Weitz eu gen ausgepreßt, und, nachdem ſich die Heten geſeßt haben, in reinen Gefäßen, an kühlen Orten a! bewahren? den. Auf dieſe Art wird das Ranzigwerden des Dels an beſten verhindert. Wie unſre 2ein- und Rübole zum Spei- ſegebrauch ſür den Tiſch ver Vornehmen am ſchwerſien von ihrem Beygeſchmace 1 Sag „cetol. Oel zu befreyen ſind: ſo iſt das Oel von Mohn, wenn es eine Zeit lang gs: IEE eiz, und ſei- ne Hefen abgeſe BE hat, ohne weiter daran zu künfieln, von deſto reinerm Geſc Hm Ier (Es ſollte daher der Mohn zu ſolchem Zwe ce häufiger augebauet,. und Statt des Baumöls, eines ausländiſchen Produck*, nd) gebraucht werden; Ti 1361 iſt aver beſſer, und üÜübereriffe eib das Proven Auch hat 8438 Del vem Kurbiß= und: Sonnenblumenſaamen einen veinea Geſchma>; ſv wie auch das Oel vot Senf ganz frey von der Bitierfeic iſt, die der Saame bey ſich führe. PWBüchenpl wird iu Lochringen, Elſaß und Flandern ſehr verbraucht. Man machte 1707 mit dem Auspreſſen dieſes Oels PIER Ders ſix: Man ſammelte die Buchnüſte im Ociober, als ſelbige vom Baume abficlen, und ſich die Hül ſn von ihren Kernen g2- ſchieden hatten. Man ſuchte die reiſſten Aus, ließ ſie von einer Leinslmühle, in dor ein Pferd den aufrechten Müblſtein herum- führie, quetſ, Die Milch iſt öfters ganz ſparſam, zuweilen auch gar nicht zugegen. Die Ruſſen ſol- len ſich der Wurzel Statt des Jngwers, und die Lappen, welche alles Schatfe lie- Ov kauen ſolche in Ermangelung des Ta- ats. 2) Borſtiger milchender Oelſenich, S. ſylveſlre L. Der Strengel iſt durch- gehends mit ſteifen, borſtigen Haaren be- ſeßt. Der milchige Saft iſt in dieſer häu- figer, als in der vorhergehenden. Die Wurzeln wurden ehedem als' eröffnende Mittel gerühmt; ſind aber jeßt ganz außer Gebrauch. 3) Geflütelter Oelſenich mit ab- faliender allgemeinen Hülle, Küm- meiblärteritze Silge, Roßfenchel, S. carvifolia, Viele dicke, holzige Wur- zeln ſißen an einem Knollen. Die allge- meine Hülle der Dolde fällt zeitig ab 3 zu- weilen bleibt zwar ein Blättchen davon länger jtehen 3; welches aber doch, wenn die Saamen reifen, abfällt. Ohr, Schild, Kappe, eine Art von einem Gewölbe, welches die Gewölb- winkel eines Tonnen- und Kuffengewölbes durchſtreicht, über einenr Fenſter oder ei- ner Thüre. Es iſt dreyeckig geſtaltet. Es werden dergleichen am meiſten an Spiegel- und Muldengewölben angebracht, um ihnen Stärke zu geben. Ohrwurm, ein bekanntes Inſect, weldyes daher ſeinen Namen hat, daß es gern weiß, auf der' Oleand gern in die Ohren kriechen ſoll. Es ſind aber dergleichen Fälle ſelten, daß daher die Furcht vor dieſen Thieren größtentheils un- gegründet iſt, Den größten Schaden thun ſie den Blumen, Aprikoſen, Pfirſchen, und andern Früchten, Site pflegen ihre Eyer in die Erde, oder zwiſchen die Baum- rinden zu legen, Die Larven unterſcheiden ſich von den vollkommenen Ohrwürmern Faſt durch nichts, als dur die Größe und den Mangel der Flügel, die ſie erſt uach der andern oder vritten Häutung erhal- fen. Oleander, iſt der bekannte Name von Nerium, wovon vier Arten bekannt ſind. 1) Dreyſpaltiger Gartenolean- der, ZLorbeerroſe, Roſenlorbeer, Un- bholdenFraut, Nerivum oleander L. Oſt- indien iſt deſſen Vaterland; er ſtellt ſowohl einen immergrünenden Strauch, als auch einen Baum vor. Im Garten pflegt man ſolchen mehr baumartig zu erziehen, da er dann 4==5 Ellen Höhe erreichet; junge, niedrige Bäumchen von 1=- 2 Ellen blü- hen im Sommer und Herbſt eben ſo häu- fig, als ältere und höhere, Das Blu- menblatt iſt von Natur ſchön purpurfarbig, an andern Stöcken fleiſchfarbig, auch ganz weiß. Außer dieſem rothen und weißen hat man auch den ſogenannten wobhlrie- chenden, einfachen und gefüllten Oleander, welcher auch der ÜTalaba- riſche ſchmalblätterige wohßlriechende Lor- beerroſenbaum genannt wird. Seine Aeſte ſind viel länger, ſchlanker und bieg- ſamer, und die Blätter ſchmäler, auch länger 3 beſonders haben die Blumen einen ſtarken und angenehmen Geruch, und ſind gemeiniglich gedoppelt. Dieſer Strauch iſt aber zärter und weichlicher, als der ge Orang 83 meine, und blühet lieber und häufiger im Glashanſe; da hingegen der gemeine bey jeder Witterung den Garten mit ſeiner Blüche ziert. Dieſe wird den Winter über im Keller oder gemeinen Glashauſe füglich aushalten, da hingegen der wohl- riechende ein wenigſtens mäßig erwärmtes Glashaus verlangt. BWBeyde treiben aus der Wurzel häufige Schößlinge, welche, oder auch die obern Zweige, abgeſenkt oder eingelegt, leicht in neue Stöcke verwandelt werden können, weil ſie zeitig Wurzeln treiben. Dieſe verlangen, oft verſeßt zu werden, und im Sommer viel Waſſer, Auch im Winter muß man ſie fleißig be- gießen 3 zugleich aber auch der freyen Luft genießen laſſen, Dieſer Strauch iſt übri- gens, wegen einer giftigen Eigenſchaft, verdächtig, wie ſolches manct, nach dem Aufgehen öfters an die Sonne geſeßt, bey trocknem Wetter begoſſen, und vor kalten Nord- und Oſtwinden wohl verwahrt wcrden, Nach 3 Jahren können ſie verſeßt, fleißig begoſſen, gereinigt und gezogen werden, Damit ſie gerade und glatte Stämme er- halten, die, wenn ſie die Dicke eines flei- nen Fingers haben, oculirt werden; 2) durch den Anſaß 3 wenn nämlich ein Zweig von einem Baume guter Art in einen Spalttopf geſchlagen, mit guter Erde ge- fülle, und alſo gewartet wird, daß er dar- Inn eigene Wurzeln ſchlagen, und das fol- gende Jahr abgeſchnitten werden fann; 3) durch das Abſenken, wodurch, wie auch durc) das Oculiren, wilde Stämme ver- edelt werben; 4) durch abgeſchnittene Zwei- ge, Wenn im May von einem guten Baume ein glatter Zweig, 1 F- lang, ab- geſchnitten, die Rinde unten auf 2 Z. ab» geſchabt, 4 Z. tief in ein gutes Erdreich geſie>t, und durch fleißige Wartung dahin gebracht wird, daß er Wurzeln befommt, Dieſes geht aber nur mit Citronenbäumen ain. Zu Pomeranzen und andern Gewäch- fen, die ein härteres Holz haben, werden Zweige von Adamsäpfeln genommen, auf vorgedachte Art zum Wachsthum gebracht, und folgends mit allerhand Augen beſest, Auch kann man Citronen und Pomeranzen durch bloße Blätter forcpflanzen, wenn man ſolche Weils mit einem Auge, theils mit dem bloßen Sticl in Gefäße, die mit guter Gartenerde angefüllt ſind, ſeßt; ſol- he feſt an das Dlart vrückt, ſo daß der dritte Theil mit Erde bedeckt wird. Die Blatter werden nicht weit vom Rande ein» NE TEEIDERELIGTEEETEEN Efe ür Ws ee IN SN SSS GR LINN ERLE S SIGE I Orans geſteckt, damit in der Mitte Plaß zu einem Glaſe mit Waſſer bleibe, aus welchem woliene„ nicht allzu ſtarfe, Fäden gegen die Blätter abhangen, um ißnen die n6* chige. Feuchtigkeit mitzutheilen, Man fann auc die Töpfe in Miſibcete eingra- bein, ode", in deren Ermangelunz, an ei- nen warmen Ort bringen, fleißig anfeuch- fen, und mit gläſernen Gio>en bedeen, Die aus dex Fremde hergebrachten Bäume werden, wenn ſie aus den Kaſten genom- men, und die Wurzeſn wohl gereiniget werben ſind, in Gefäße mit guter Erde geſeßt 3 eine Zeitlang im Schatten, jedoch in ſreyer 2uft, gehalten, und fleißig be- gojjen, Im May werden die Bäume, welche ſtark getrieben haben, beſchnitten 3 diejeni. gen aver, welche nicht ſlarf getrieben ha ben, lapt man, wie ſte in ihrer Form ſind, Man ſiußt die zu weit hervorſtehenden Scer gehalten 3 vemnach im Früh» linge baid um den Stamm aufgelockert; auch den Eoinmer über damit fortgefahren werden, damit das Waſſer von dem Erd- veiche gut durchgelaſſen, und die Wurzel nicht << reren FÜ 4 EHEN: EC aauaerlll Orth 'nicht beſchwert werde. Wenn die neuern Blätter an dem Baume anfangen ſich zu neigen over ſchrumpfig zu werden? ſo hat er Wäſſerung nöthig. Dieſes geſchiehet mit einer gewöhnlichen Spreagkanne; es muß aber das Waſſer vorher in einev Kuf- fe von der Sonne wohl durchwärmt wer- den; anch etwas Kuhmiſt darein gelegt werden, damit es fett werde. Um die Bäume, die im freyen Lande ſtehen, zu wäſſern, braucht man cylindriſche Töpfe 3 F. hoch, die etwa 4 Maaß halten, und mit 6 Löchern in gleicher Weite über einane der gebohrt ſind. Zwey derſelben werden IF. weit von dem Stamme zu beyden Seiten in die Erde gegraben z mit dein zöchern gegen den Stamm gewandt, und mit Waſſer angefüllt, welches ſich ſodann nach und nach in die Erde verzieht, Das Beyſeßen in die Gewächsbäuſer geſchiehet im Herbſt, ſobald Nachtfröſte zu beſorgen ſind; ſie müſſen aber nicht feucht einge» bracht werden. Im Winter dürfen ſie nur Parſam begoſſen 3 auch nur das Erd- reich, wenn es oben ſtaubig geworden iſt, ein wenig mit Waſſer beſprengt werden, weil ſie ſonſt in wenigen Wochen die Blät- cer abfallen laſſen. Im Frädjahre laſſen unſre Gärtner erſt die Tage Pancratius und Servatius im May vcrbeygehen, eb? fie die Orangerie wieder ins Freye bringen, weil ſie vor ſolchen Tagen ſyön- sfters durch Nachtfröſte betrogen, und dadurch ihre Orangeriebäume um alle ihre Blätter ges bracht worden ſind, Orthobel, Simshobel, ein Ho- Gel, womit die Falzen von dem Zimmer- manne geebnet werden, Ortſcheit, das Stüs Zolz, daran ein Pferd mit ven Strängen vor einen Wa- gen geſpannt wird.- Eine Wagge hat zwey Oröſcheite. Bey einem dreyſpännis gen Fuhrwerke wird das Riemenpferd vor den beydein Deichſel- oder Stangenpferden,- imgleichen auch daneben, wenn es die Wilidbaßn laufen muß, neben dem Hand- pferde, an ein einzelnes Ortſcheit geſpannt, An den Kutſchen find die Ortſcheite zierlich gedrechſeitz die gemeinen aber ſind plate und geſchweift an den beyden Enden aus» geſchnitten./ Ortſcheitriemen, ſtarke Riemen, womit die Ortſcheite eines Wagens an die Waage befeſtigt werden. Sie werden eben ſo gemacht- wie die Hängeriemen, und jeder wird rund gebogen zuſammen ge ſchnallt. Ortſtock 5 ein vicker Weidenſto>, des ſv dick, als ein BodenſioX in dem Bodett- eines Waſchkorbes, iſt, und an Statt der Staken an den Enden eines vierkäntigemw Korbes befeſtigt wird. Sie ſinds gleichſam die vier Säulen eines vierfantigen Korves» M c? kv,&% R<& 3 Oßinund, Oßmud,; DOämund- eijen, Ortnmutiy, eine in Schweden, auch bey uns. gebräuchliche Benennung einev Sorte Eiſens, welche ſehr gut iſt. Der Name kommt von der Oßmundſchew Hütte im Schweden her. ORfterlneey, Ariſtolachia, ein Päflanzengeſchlee<ßt, deſſen dauerhafte Ar- ten frautartig, perenitirend, auch zum Theil ausländiſch ſind, und in jedem Früß- jahre neue Stengel treiben. Die Blumer haben zwar bein ſonverliches Anſehen; dies nien aber doch zuy Vermehrung der Man» nichfaltigfeit in den Gärten. r) Herzblätteri2 Gſkerlncey mis diüfrechtem Srenugel nnd'gehäuften Zlumen, gemeine Oſterincey, Walo rebe, A Clematitis L-, wird hin und'wi22 Ls 3 Sar wm u. a FI. XB Fee we | EA DTR. I EU> u.& 2 Znz v 47 42% 7“ “| V | Y) + ; < dE 7 Mahe 39,402 885 Oſfterl- der bey uns häufig gefunden,- Wurzel: ſebr frießend, breitet ſich bald ſo weit aus, daß alle daneben oder darunter ſtehende Gewächſe weichen müſſen; treibt, wie ſie fortläuft, immer mehrere Stengel. Sten- gel: einfach, aufrecht, ſteif, gegliedert, ZAlätter: herzförmig, breit, lang geſtielt, Zlumen: blaßgelb, dicht beyſammen ſte- bend. Bey den alten Aerzten waren Wur- zel und Blätter ſehr geachtetz bey den neuern aber weniger, ſeitdem Börhaave verſichert, daß durd) den öftern Gebrauch der Magen verderbe, und der Appetit ge- ſchwächt werde, Die Wurzel pflegt auch leicht Erbrechen zu machen. Allgemeiner und ſichrer iſt der äußerliche Gebrauch; denn ſte reinigt und heilt die alten unreinen Geſchwüre. Man pflegt hierbey das Pul- ver einzuſtreuen. Auch kann man einen Trank daraus bereiten, und. die Geſchwire damit auswaſchen, oder denſelben, ſonder- lich wenn ſie Höhlen und Gänge haben, zum Cinſprißen gebrauchen. Die Roß» ärzte pflegen das Pulver der Wurzel bey gedrückten Pferden mit gutem Erfolge zu gebrauchen,"Auch die friſchen Blätter pflegt man aufzulegen, um Wunden und Geſch vüre damit zu heilen. 2) Herzblätterige runde Oſterlu- cey mit ſchwachen Srengeln und einzelnen Hlumen, runde Oſterlu- cey, runde Zohlwurzel, A. rotunda L. Die Wurzel iſt rundlich, von Geſtalt, wie die des gemeinen Cyclamen; jedod) oft größer. Die Blätter ſind gerzſörmig, rundlich, ſtumpf, faſt ungeſtieitz die Blu- men aber einzeln, lang, ſchmal, ſchwärz- lichpurpurroch. 3) Herzbiätterize lange Oſterlu- cey mit ſchwachen Stengeln und einzelnen Blumen, lange Oſterluy- cey, A. longa vera,» Der Hauptunter- Oſterl ſchied zwiſchen dieſer und der vorhergehere den beſteht in den langgeſtieiten Blättern. Die Wurzel iſt lang, carottenmäßig. Beyde Arten ſind in unſern Gärten immer- grünende Pflanzen, Die Vermehrung geſchiehet mit Vorſicht durch Zertheilung der Wurzeln. Won beyden iſt die Wurzel äußerlich dunfelbraun, innerlich blaßgelb, ſcharf und bitter ſchme>end. Man em- pfiehlt ſolche als ein Verwahrungs- und auch als ein Heilmittel der Gicht; doch ſchickt ſich ſelbiges nur für ſchleimige Körper, oder ſogenannte kalte Naturen; nicht aber für diejenigen, welche einen Ueberfuß am Geo« blüte haben, bey welchen ſolches leicht in in Wallung gebracht, und mehr Schaden- als Mußen angerichtet wird. 4) GHerzblätrerige eintgekerbte Öſterlycey mit einzelnen ZAluwwpen, Spaniſche Gſterlucey, A. Piliolochia L., wächſt in der Schweiz, in Spanien, Jetalien, u,ſ.w. 5) Herzblätterige Erauſe ÖOſterlu« cey mir einzeln abhangenden 2ly- men, immergrünende Ojterlucey, A. fempervireas LL Dieſe wächſt in Creta, 6) Herzblätteritete Oſterlucey mit einzelnen Biumen und großen herz förmigen Dlatranſärzen, A. anguici- da L. Dieſe wächſt in Indien. Das Blumenbtaec iſt grüngelblich und purpur- färbig geſtreife. Jacquin erzählt, daß der Saft dieſer Wurzel, wenn ſolcher zu 1 =- 2 Tropfen einer Schlange eingetröpfelt wird, ſoiche dergeſtalt betäube, daß ſie ohne Gefahr angetaſtet werden könne, Ein Kunſtgriff, deſſen ſich die Amerikaniſchen Matrktſchreyer mit Vortheil zu bedienen wiſſen.? 7) Dreylappitze Oſterlucey, A. trilobata L., wächſt in dem mittägigen : Ame- Orh Amerika. Die Blätter ſind epyförmig, und in drey Lappen zerſchnitten. Die ge- trocknete Pflanze wird von den Amerika- nern als ein beſortderes Verwahrungsmit- tel gegen anſte>ende Krantheiten, und als ein Gegengift gegen vergiftete Pfeile 3 in Jamaika aber als ein ſchweißtreibendes und magenſtärkendes Mittel häufig ge- braucht, Oxhooft, Oxhodft, ein in Holland, Pa>iwv 87 Niederſachſen, u, ſ; w. gebräuchliches Wein«- gebinde oder Gefäß, welches nach dem Unterſchiede der Oerter auch von unter- ſchievenem Jnhalt iſt, Cin Orhooft kn Holland, nach) welchem die Franzöſiſchen Weine verkauft werden, hält 180 Min- geln, in Hamburg aber 6 Anfer, und ale- ſo 60 Stübchen oder 240 Quart; hinge- gen halten daſelbſt die Franzöſiſchen Weine in Orhooften 30== 32 Viertel, oder 60 -- 65 Stübchen, -43 P. Paaren, wird bey der Taubenzucht geſagt, wenn ſich ein Täuberich und eine Taube zur Begattung vereinigen, und ſo» dann beyſammen bleiben. Bey der Jä- gerey wird eben dieſes Wort von Rebhüh- nern gebraucht, wenn ſie ſich im Frühjah- re zuſammen geſellen, und der Hahn'nun bey ſeiner Henne ſich allein aufhält. Packbret, Packbrücke, das an einer Kutſche hinten und vorn befindliche Bret, die Koffer und allerley Pakete da- ſelbſt aufzupacen, Packen, will bey den Jägern ſo viel ſagen, als mit dem Gewehr anſchlagen, etwas damit gut faſſen, das man nicht zu verfehlen gedenkt,== Wenn die Hunde ein Wild gut angefallen haben: ſo ſagt man auch davon, die Hunde haben gut gepackt; es werden auch eigene Hunde zum Anfallen der Sauen abgerichtet und gehalten, welche Packer genannt wer- den. ' Packleinwand, Packtuch, gro- be von flächſenem oder hänfenem Werge ge machte Leinwand, deren man ſich zum Einpacken der Waaren, oder zur äußer- ſten Bedeckung der eingepackten Waaren, Kiſten, Körben, u.ſ, w. bedient, Packnadel, eine große, ſtarke, drey- kantig geſchliffene, und vorn an der Spi- ße etwas gebogene Nähnadel, mit welcher der Umichlag der Pakete und Ballen mit Bindfaden zuſammen genähet wird. Backraum, der Raum in einer Kuk- ſche unter dem Siß, unter dem Fußbo- den, und unter dem Bocce, Packriemen, ein Riemen, womit Gopäcke auf einem Pferde befeſtigt wird. Pacfkfattel, ein Sattel, der im Fel- ve bey den Armeen gebraucht wird, um das Feldgeräthe darauf zu packen. Packwagen, ein großer zum Gepäck beſtimmter Reiſewagen. Packwerk, ſo nennt man alle Waſ- ſergebäude, welche aus Faſchinen, Wür- ſten und Flechten oder Zäunen beiſtehen; aud) 38 P4-dqu auch die Strudel- und Zwingenbaue ſind als Packverfe zu betrachten. Pa- da, ein Auſmunterungswort ouf vem Manege, um dadurch dem Pferde an Fevaden, Courbetren und Säzßen die Hülfe mit der Stimme zu geben. Es beſteht in zwey Tacten oder Bewegungen, wonach fich ein Pferd vorne erheben, hinten gleich nachſeßen, die Tempo beobachten, und kicht einen Pas geſchwinde, den andern Jangfam maden muß. Päonie, Paconia. Dieſe Pflan- zengattung liefert zur Werzierung der Gär- ten gr3pe, Frautartige, perennirende Blu- menpgunzen, aus deren Wurzein, welche meiſtens aus Knolien zuſammengeſeßt ſind, jährlich neue, ſtarke, 1=>= 223.8. hohe Stengel hervoxtreiben, die fich mit ſehr großen fünfblätterigen Blumen endigen, 1) Gewöhnliche oder gemeine - 2%: 56% iele ale Pgonie, Pfingſt- ober Gichtroje/ Königsblume, P- oflicinals D Die Blätter ſind ſehr groß, lang, geſtielt, weit umher. ausgebreitet, aus vielen„Blätthen zuſammengeſckt, weiche[änglich- eyrund, oft 2=- 3mal eingeſchnitten, glatt, auf der Hberfiäche bläulich-grün, und auf der Un- cerfläche: weißlie)-grou ſind, Die Blu- men ſichen einzeln, groß, hochroth, mit zahlreichen Staubſäden, mit gelben Staub- beuteln„- in veren Mitte 3== 3/,6der meh- tere mit weißlichen Haaren überzogene Fruchtinoten beſindlichſind, aus denen even Fo viele Kapſeln werden, die ſich der Länge nach öſinen, ſich ſiuſenweite zurückſchta: gen,„und bann ihren, nach und nach eine dunfelpurpurrorhe over ſchwärzlice Farbe annehmenden, Saamen zeigen, Man Hat ſehr viele verſchiedene Sorten mit einſachen ſowohl, als mit gefüllten, Blumenz welche leßtere für die ſchönſten ne SEIEN NL H SSSEREEESC H GER UIII> m fü - RTE DG IEEE 2 ZI nd ma Dirie Pane gehalten werden, Es ſind jedoch bey den leßtern die Blumen bald ſchwächer, bald ſtärker gefüllt; auch ſind die Blumen bez den einfachen und gefüllcen von verſchiebe. dener Rothe; manchmal nur fleiſchfarbig, oder ganz weiß. Man findet auch Blus nien, welche ſcheckig, und andere, wo die Blätter in Lappen geſchnitten ſind, Rlle Sorten ſind dauerhaft, kommen wvberall fort, und laſſen ſich am leichteſten durch Theilung der„Wurzel,.im April, oder-im Herbſte vermehren; wobey Acht zu haben, daß die abgenommenen Pflanzen auch eis nen Keim an ihrem obern Theile behalten, und die Wurzeln nicht zu viel getheilet werden, weil ſonſt vie Blüche zu[ange außen bleibe, Die ausgehobenen Wurzeln mügjen aver bald wieder eingelegt werden. Die Theilung und Verſesung der alten Stö>s ſoll nur nach 5== 7 Jahren einmal geſchehen, weil ſie nach der Verpflanzung wenig,„oder gar keine Blumen tragen. Aus dem im Herbſt auszuſäcnden Saamen fann man neue Abänderungen erziehen. Die getro>netein Knollen von der Wur- zel werden zwar in der Apotheke aufbehal- ten, und ſolſon wider die fallende Sucht dienen 3; es widerſprechen aber große Aerzte unter den neuern ſolcher Wirkung, die man bey Mervenkraukhoiten davon erlangt ha- ben ſoil, Die Pflanze giebt einen faſt ſtin- fonden Geruch“ von ſich, und Haller will ſelbige für verdächtig halten. 2) Schmalblätterige Sibiriſche Päonie, P. tenuifolia, Die Blätter ſind etwas klein; die Blättchen in viele ſtrichförmige Abſchnitte getheile, etwas lang geſtielt, abwechſelnd;„die Blumen jinzeln, roth, im May und Junius. Es wird dieſe, wie die vorige, behandelt; ver- langt aber mehr Schuß, eine wärmere Lage, und einen etwas tresnen Grund, Pan- eee LE ES GR A 2 ierte Sh Zuraimldnis de EE Panſterm Panſtermühle, Panzertnühle, eine Mühle, deren Räder nach dem flei- nen und großen Waſſer durch Ketten, wel- die um die Panſterwelle gehen, in die Hö- he gewunden, und bey kleinem Waſſer niedergelaſſen werden können, damit ſie al- lezeit von dem Strohmwaſſer berührt und umgetrieben werden. Es ſind dieſe Rä- der gemeiniglieh noch einmal ſo breit, als bey den andern Mühlen; Hingegen treiben ſie auch zwey Mathlgänge. , Panzerzeug, iſt gemeiniglich noch einmal ſo breit, als an- dere: Mühlräder, Man hat zweyerley Ar- ten, Stoc>- und Ziebpanſter. Die Stockpanſter haben ihr feſtes Lager; die Ziehpanſter aber kann man nach der Höhe des Waſſers richten, Pavierblſume, Keranthemum XL. Von dieſem Pflanzengeſchlechte wachſen die meiſten in Afrika, Die bekannteſte Art in hieſigen Gärten iſt: Jährige Papierblyme mit ſpelzi- gen Dlumenberte, Perpetuelblume, Stoblume, X. annuumL. Sie wächſt in Jtalien, Deſtreich, u, f w. Stengel und Zweige ſind mit einem ſchwachen wei- ßen, wolligen Weſen überzogen, Jeder Zweig endigt ſich mit einer Blume; dieſe blühen nach und nach auf, ſo daß man der» gleichen einigs Monate über bis in den ſpä- ten Herbſt finden wird. Man hat vieler- ley- Abänderungen, Die natürliche ſcheint purpurfarbene Blumen zu tragen; man findet aber auch weiße, und von beyden Farben gefüllte, Blumen, nicht weniger flein- und großblumige. Site blühen und tragen Saamen ohne Wartung; um aber gewiß zu gehen? ſäet man den Saamen im Frühjahre auf Rabatten, und verſeßt die Stö>e nach Belieben. Wenn man Get. Regllexicon IV, Theil, Pappel 87 die völlig ausgebreifeten Blumen abſchnei- det, und vorſichtig trocknet: bleiben ſie vie- 1e Monate friſch und ſchön, Die Gärtner pflegen auch ſolche blau, oder auf andere Art, zu färben; und man fann dergleichen getrocknete Blumen im Winter zur Zierde auſſtellen. SPapvel, Populus, ein Baumges ſchlecht, wevon 5 Arten bekannt ſind: 1) Schwarze Pappel, Pappvel- weide, ſchwarz Alberbaum, Satr- bauchbaum, Salben- Wollen- Sel- baum, P, nigra L. Sie hat ihren Na» men von dem ſchwarzen Cirkel, welchen man in dem Mittelpuncte der gefällten Stämme findet, Die wächſt zwar am liebſten in einem guten fetten Moorgrunde, welcher im Sommer auf eine gewiſſe Tiefe trocfen wird; jedoch auch in einem gerin= gern Boden, wenn er nur feucht iſt. Der Wuchs iſt ſehr ſchnell, und kann im vier» ten Jahre eine Höhe von 20 F., und die Dicke eines Mannsſchenkels erhalten, Auch erreicht der Stamm ein hohes Alter, an die 1000 Jahre, Die Blätter bilden bey- nahe ein Dreye>, welches hinterwärts mehr gerundet iſt, und vorwärts in eine lange Spiße ausläuft; der Rand iſt rund- lich ausgezahnt; beyde Flächen ſind glottz die obere beſonders glänzend, und auf der untern das Adergewebe merklich, Die Rei» ſer geben gute Faſchinen beym Waſſerbau ab. Das Köpfen oder Kröpfen kann alle 4-6 Jahre, over auch jährlich, geſche- hen. Das Holz giebt viel Rauch und we- nig Flamme; iſt aber doch zur Feuerung nüßlicher, als das Weidenh 8 Aus den friſchen Knoſpen wird in der Apotheke eine ſchmerzſtillende Salbe, UVoguentum po- puleum bereitet, welche bey der güldnen Ader, bey Flechten, Brandſchäden, und zu M Cs» 5 90 Pappel Erweichung der unbeweglichen Sehnen und Gelenfe nüßlich zu gebrauchen iſt. Die Pappel vermehrt. ſich zwar häufig durch den Saamenz die künſtliche Ver- mehrung aber geſchiehet am ſicherſten durch die ausgehobenen Schößlinge, oder durc eingelegte Ruthen 3 auch durch Seßiinge, weiche aber nicht ſo leicht, wie von der weißen Poppel oder der Weide anſchla- gen,' Die Jtalieniſche Poppel, P. ltalica, fann als eine Abart angeſehen werden. Der Stamm iſt ſehr gerade, aufrecht öſtig, mit einer vortrefflichen regelmäßigen Krone, und wächſet ſchnell zu einem pyramiden- förmigen Anſehen, Die Vermehrung 9?- ſchiehet durch Reiſer, welche nur ein Jahr alt ſindz und wenn ſie 24 Stunden in Waſſer gelegen haben: werden ſie ſo tief in die Erde geſte>t, daß nur 2==3 Augen hervorſiehen; va denn im erſten Jahre das Reis-3== 3 Sproſſen treibt, wovon man im folgenden Frühjahre die beſten ſtehen läßt, und die andern zu weiterer Vermehrung abſchneidet."Die Aeſte ſind biegſamer, als von der gemeinen Poppel, und ſchicken ſich daher beſſer zur Korbmacherarbeit, 2) Weiße Pappel, Pappelweide, Ylbe, Silberpappel, weißer Aller- oder Mbeerbaum, weiße Eipe, P. al- da. Der aufrechte gerade Stamm iſt re- gelmäßig äſtig, ſchr hoch 3; die Rinde aſch- grau und glatt." Die Blätter rundiich, gezähnt- winflich, auf der Unrerfläche fil- zig und weiß, auf der Oberfläche»dunkel- grün, auf 1 Z. langen Stielen, In ei- nem guten, mittelmäßig feuchten Boden kann ſie oft nach 12== 16 Jahren die Di- Fe eines ſtarfen Mannes erreicht haben, Bey Stämmen, die kernfaul ſind, welches nach) einem zwanzigjährigen Alter oft ge- ſchieht, erſcheint dis Rinde mehr rauh und Pappel riſſig. Die Bänme Fallen durch das ſchs- ne 2aub ſehr in die Augen, Die Vermeh» rung kann am beſten durch die Wurzeibrut und eingeſtecfte Zweige geſchehen. Jm Febr. und März legt man Ruthen oder Zweige 10F. weit aus einander einz ſtär- fere Aeſte oder Schlingen werden zu Ende des Octobers gepflanzt. Man pflegt auch ortentliche Baumſchulen anzulegen, und die Stämme, wenn ſie ſtark genug ſind, zu verpflanzen. Ss lange ſie in dex Baumſchule“ ſtehen, ſollen ſie ausgepußt oder beſchneidelt werden, damit ihr Wachs- chum nicht gemindert werden möge. 3) Zirterpappelbaum, Slatter- eſve, Lybiſche Pappel, Eſpe, Aſpe, der Ratreler, Ratſſeler, P. tremula. Ein bey uns ſehr gemeiner Baum, deſſen Blätter, wegen ihrer langen dünnen Stie- le, in einer beſtändig zitternden Bewegung ſind,* Die Aſpe giebt ſchlechtes Brenn holz. Die Kohlen von derſelben verhalten gar leicht Feuer, und können zu großem Schaden Gelegenheit geben. Du Roi merkt als etwas Beſonderes an, daß die Ziegel, wenn ſie mit friſch gehauenem Eſpenholz gebrannt werden, eine bläuliche Glaſur und eine mehrere Feſtigkeit erhal- ten. Die Rinde brennt mit einer hellen Flamme, und wird daher öfters zu Lichk- ſpähnen oder Schleißen angewendet. Sie iſt nicht allein die liebſte Nahrung des Bis- bers, ſondern auch den Hirſchen, Rehen, Schafen, Ziegen und andern Thieren an- genehm. In harten Wintern, und bey ſehr tiefem Schnee werden dieſe Pappeln umgehauen, damit das Roth- und Dan- nenwild nebſt den Rehen ſich daran äßen könne. 4) Caroliniſche Pappel, P.hetero- phylla L., balfamifera Mill. Dieſe iſt an ihren eckigen röchlichen Aeſten vor an- dern +.=== aan 4 35 nan bie Pappel dern fennbar, Der Trieb derſelben iſt außerordentli) ſtark, und der ganze Baum hat ein bezauberndes und eigenthümliches, mazeſtätiſches Anſehen. Weil er noch ſpät im Herbſte treibt: ſo erfrieren die jungen Schöſſe oft in harfken Wintern, daß daher ſelbiger im Frühjahre vor und zu der Zeit, da ſeine Blätter ausbrechen, fein gutes Anſe- hen hat; welchen Fehler ober ſeine Blät- ter, die die Größe einer Mannshand ha- ben, nachher reichlich erſeßen. Man muß auch die Stämme, weil ſie vom Winde leicht abgebrochen, oder zerſpaltet werden, an einem bedeckten Orte, oder wohl gar in Kübeln, unterhalten. Die Wermehrung iſt mit der der einheimiſchen einerley. 5) Balſampappelbauym mit har- zigen Dlattanſäzen, Tacamahba- cenpappel, P. bailamifera L., P. Ta- cCamahaca Mill, Dieſer Baum hält im freyen Lande unſre Winter recht gut aus, und erreicht eine mittelmäßige Höhe. Die ſtark auslaufende Wurzel treibt, zumal wenn die Stämme abgeköpft werden, häu- fig Schösßlinge, wodurch und durch die eingeſteckten Aeſte man die Wermehrung leicht unternehmen kann. In einem et- was feuchten Grunde gedeihet er beſſer, als in einem tro>nen. Die Knoſpen ſind im Frühjahre mit einem gelblichen zähen Safte verſehen, der bey warmen“Tagen tropfenweiſe darauf ſißt, und einen ſo ſtar- ken Geruch von fich giebt, daß man ſol- :& Patſche Patſche, ein Werkzeug des Stroh- Hachde>ers, faſt in der Geſtalt eines Orangeblatks, und mit einem Griſf an dem breicen Ende verſehen, um die Stroh- ſtoppeln mit der-Spiße des Bretes einzu« ſchlagen, Noch nennt man auch ſo ein breites, etwas ſchweres und ebenes Holz, zvomit die aus Lehm bereiteten Tennen in „den Sqheuncn feſtgeſchlagen werden. Pavillon, in der Baukunſt ein Ge- bäude, welches öfters allein ſteht, und nach einem Wiere> erbauet iſt; ein Pavil- lon wird aber auch genannt, wenn ein Ge- bäude im Mittel, oder an den C>en vor ven andern Theilen etwas herverſpringt, und höher als das Uebrige des Hauſes iſt, PDeGÖ, ein geſottenes und geläutertes Harz, meiſtens von Kiefern und Fichten, welcyes in der Haushaltung zu vielen Din- gen gebraucht wird.. Das weiße Harz 1: Poch wird zum weißen Pech; das ſchwarze Pech) aber zum ſchwarzen einge- kocht, 9+ DPechtorf, eine bieuminsſe Erve, ie che einer Sumpferde ähnlich ſieht, und wenig oder gar kein Moos, noch Wurzein in ſich Hat; ſondern mit-Bergsöl oder Berg- eheer durchdrungen iſt, und im Feuer mit einem ftarken„Geruch brennt. Der friſch ausgeſtochene brennt am beſten; dagegen aber deſto weniger, jemehr derſelbe an ver Sonne getro>net wird. Bechrinnen, ſind die im Nadetholze zu Zoch-, Mahl» und.Gränzbäumen an- genominenen und gehörig gezeichneten Bäume, nachdem die Lochen, oder aus- gehauenen Stellen, mit Harz wieder IR 706 und faſt unkenntlich geworden ſind. mit in den Morgenländern geſammelt, md ene ed fn linn mr Dr bri, Perlz| Pegel 7 Waſſermeſſer, das ein- gehauene Merkzeichen an einer Brü&e oder Schleuſe, dadurch die Waſſerhöhe anzuzeigen; welches beſonders den Schif- fern zur Nachricht dient, Pegeln, beym Waſſerbau die Tiefe unter Waſſer mit langen Stangen, oder einem Bleylothe, eſſen. DBelzmotte, Phalaena Pellioneila L. Ein fleiner Schmetterling aus dem Goſchlechte der Nachtvögel, welcher als Zarve unſern Pelzen ſo gefährlich iſt. Die jungen Motten machen ſich eine Hülle aus den zerbiſſenen Haaren der-Pelze, die ſe ihrem Geſpinſte vermiſchen. Um ſeine-Pelze gegen dieſe Feinde zu ſchüßen, gebraucht man Schweſeldampf, Tabaks» rauch, Kampfer und Terpenthin. Perlen, ein Stein, welcher in den Gehäuſen einiger Muſcheln gefunden, ſehr theuer bezahlt, braucht wird, und zum Schmuck ge- Die geſchäßteſten.werden Ia Deutſchland, beſonders in Sachſen, fitz» det man in einigen Flüſſen und Bächen Perlen, darunfer manche den WEI Ita: ſchen, wo nicht vorzuziehen, doch gleich zu achten. ſind. Man ſollte daher die Per- lenfiſcherey in unſern Gewäſſern immer mehr in Auſnahme zu bringen ſuchen, und die dazu ſchilichen F Flüſſe und Bäche mit Perlmuſcheln beſcken, und in guter Pfle- ge erhalten, Berlgras, Klelica T,, ein Grag- geſchieht- welches von Andern auch &Schonturas genannt wird. Der Kelch beſteht aus zwey hohlen ſtumpfen Bälg- lein, weiche zwey vollkommene Blüchen, und zwiſchen dieſen noch ein drittes, aber unvolſlfommnes einſchließen, Dieſer ruhe auf DN R I R Nee 3 ieren NU ada. Pd Perlh auf einem beſondern Stielchen, und macht das Hauptkennzeichen dieſes Geſchlechts aus. - 1) Glattes hantzendes Perltiras, * Gramen montanum avenaceum C.B,., Melica nurans L. Cs wächſt in tronen buſchigen Gegenden, und blübet vom May bis in den October. Der Halm iſt viere>ig, 1== 2 F. hoch, mit breiten Blättern und unterwärts hängenden Aeh- ren beſeßt. Die beyden Bälglein in der Mitte ſind purpurfarbig. Es wird dieſe Gragart von allem Wiehe gern gefreſſen, und könnte auf Wieſen, die auf Anhöhen und Bergen liegen, nüßlich angebauet" werden, 2) Gefranztes Derlgras, baari- ges Schöntgras, G. mont. lanugino- ſum C. B., M, ciliata L., wächſt auf tro- &Fenen ſandigen Hebtoin Cs unterſchei- det ſich von der vorhergehenden Art durch die außere Spelze des untern oder größern Blümchen, welche mit Haaren eingefaßt oder gefranzt iſt. Die innere Spelze iſt„, viel fürzer, und geſvalten, Perlhuhn, Gallina Africana Mauritana, Ein Hühnergeſchlecht/ das von Aſfrifa zu uns gebracht, graubunt, und auf den Federn gleichſam geperlt iſt. Die Stimme iſt ſehr laut und ſchreyend, An ſich iſt das Perlhuhn ein lebhafter, un- ruhiger, zänfiſcher Vogel, der ſich vald dte Herrſchaft über das andere Hofgefiügel anmaaßt7 und auch erlanget, weil er be- hende iſt, und mit dem Schnabel ſchnelle und ſtarke Hiebe hut. Er ſcharrt gern in die Erde, badet ſich im Sande, und iſt geſellſchaftlich. Er fliegt etwas ſchwer; fann aber deſto ſchneller laufen. Die Perl- hühner werden leicht zahm, wenn ſie jung aufgezogen werden; legen auch viele Cyer, Peterſ 95 wenn man| ihnen nur immer eins im Neſte läßt; die Jungen ſind zärelich, und müſs ſen wider die Kälte, gleich den Truthüh- nern, in. Acht genommen werden. Sieg nähren ſich von allerley SEE Inſecten und Wurzeln, SPBeſieln, ſind 8-- 0 Z, in der Erde ſteckende, umd über der Erde 3--4F, hoe Pfähle, welche mit 3 Löchern verſes hen ſind, um Stangen durchzuſtecken, und das Wiel) von einem Plaße abzuhal- ten. Peterlein, Apium L. Unter dieſem Geſchlechte kommen beym Linnäus nur zwo Arten vor, 1) Schmalblätteritger Peterlein, oder die bekannte Gartenpeterſilie, A. Petrofelinum L,, wovon wir hauptſäch- lich zwo Spielarten haben! a) Kranxepeterſilie, ein für die Kü- ce unentbehrliches Gewächs. Man hat davon zwo Sorten, die ſchlichte, oder Glatte,-und die gefüllte, oder Prauſe Peter| filte, WPBeyde haben zwar einerley ' Kräſte; die erſtere verdienet aber-deshalb hauptfächlich den Vorzug, um die ſchadli- t, als die“ ver Peterſilie 3 aue) hat der Blüthenſten- gel blutrothe Flecken, und die Blumen rothe Puncte, Weil indeſſen ſol Peterl wechſelung ſs leicht nicht möglich ma- hen. Da die Blätter der jungen"Peterſilie fräftiger, zarter und aromatiſcher, als die der alten, ſind: ſo ſireue man, um ſte im» iner friſch zu haben, vom erſten Frühlin- ge.bis zum Auguſt, von Zeit zu Zeit, den Saamen aus; und zwar reihenweiſe in Furchen 3; aber auch in ein lockeres und Fet- fes Erdreich. So in Furchen gefaet, kann man die Peterſilie leichter ſcen, und verfaulen, wiederum davon entblößt werden, Auch Fann man ſie reihenweiſe in einem trocknen und luftigen Keller in dürrem Sande, ſo daß das Herz unbede&>t bleibt, und gehös- Lig Luft hot, zum Gebrauche verwahren, Von dex harten Sorte, die eben keine Kälte ſcheuet, nimmt man vors erſte, ſo viel man nöthig hat, aus der Erde, und läßt die übrigen ſtehen, Gemeiniglich blei- Peierl bleiben ihre Wurzeln ſchmackhaft; und. wo nicht: ſo ſind doch wenigſtens. ihre immer grünen- Blätter beſtändig brauchbar. Um im Winter, wo alles mit Eis und „Schnee vedeckt iſt, Peterſilie. zu haben, fana man zum Trocknen der Blätter ſeine Zyflucht nehmen, Jm Herbſte werden die beſten Blätter ausgeleſen, rein gewa- ſchen, auf einem trocknen lüftigen Woden ausgebreitet, dann und wann umgekehrt; und wenn ſie jo tro>en geworden ſind, daß ſich Rippen und Stenge! der Blätter eber zerbrechen, ais biegen, oder daß ſich leß- tere zwiſchen den Fingern zerreiben laſſen: ſo werden ſie entweder klein gemacht, oder auc) ſo, wie ſie ſind, zum künftigen Gk- brauche aufbewahrt. Hat mat nun dieſe Blätter nöthig: ſo muß man ſie nicht ſogleich in die heiße Suppe, oder Brühe, ſondern einige Stunden vor dem Gebrauche erſt in Faltes Waſſer werfen, damit ſie ſich erſt genugfam erfriſchen und ausdehnen. In Ermangelung beſſerer werden ſie die Stel- le junger und zarter Peterſilienblätter ver- treten können. 2) BDreitblärteriger Peterlein, Waſſerpeterlein, Eppich, Waſſer- eppich, Waſſermert, Hepfen, Api- um palulire et offic., Apium graveoleus L., wächſt an feuchten uad ſchattigen Oer- tern. Der gemeine Mann bey uns nennt dieſe Pflanze wilden Celleri, Der Gar- Tencelleri iſt auch in der That die nämli- "he Pflanze; nur durch den Anbau vergrs- ßert und verbeſſert. Die Gärtner machen „daraus verſchiedene Sortenz diejenige nämlich, welche ſtarke Wurzelknollen hat, nennen ſie Rnollencelleri, oder auch Roblrabencelleri, weil die Knollen öf- ters ſo ſtark werden, als die Kugeln vom Kohlrabi über der Erde. Der ſogenannte Celerial iſt von dieſer Sorte wohl nicht Gef, Regllexicon 1V, Theil, Pfand 97 unterſchieben. Staumdencelferi hingegen heißt man denjenigen, deſſen Wurzel mit vielen Herzkeimen beſetßt iſt, und, wenn man ſie von einander ſchneidet, inwendig weiß erſcheint, Die wildwachſende Sorte wollen einige Schriftſteller verdächtig ma- dien, Nicht weniger wollen einige Aerzte die durch den Anbau verbeſſerte Wurzel für ſchädlich ausgeben 3; allein die tägliche Erfahrung lehrt, daß dieſe Küchenpflanze ohne alle Gefahr gegeſſen werden kann, Mit der Ausſaat des Celleriſaamens fann, wie mit der Peterſilie, verfahren werden. Man pflegt aber ſolchen gemei- niglich im März auf das Miſibeet zu ſäen, um frühzeitig Pflanzen zum Verſeßen zu haben; wobey aber zu merken iſt, daß dieſe unter den Fenſtern leicht zu geil wach- ſen, und ſchlechte Wurzeln geben. Die Pflanzen werden auf ein gut gedüngtes, mehr feuchtes, als trockenes Land, und wenigſtens 1 F. weit von einander geſeßtz bey tro>nem Wetter fleißig begoſſen; das Unfraut ausgejätet, und die Erde ange- häufelt. Die gegen den Froſt zärtliche Wurzel muß gegen den Winter ausgeho- ben, und im Keller im Sande, oder auch in Gruben, aufbehalten werden, nachdem das Kräuterich herunter geſchnitten wor- den iſt, Wählt man Gruben: ſo werdeu ſolche nur 2.F,. tief gemacht, vie vom Krou« te gereinigten Knollen Stück vor Stück eingelegt; die Grube aber nicht ſogleich, ſondern erſt bey zunehmender Kälte, mit der Erde zugefüllt. Die Erziehung des Saamens geſchiehet eben ſo, wie der der Peterſilie. Pfändung,„iſt die eigenmächtige Beſißnehmung einer fremden Sache, in der Abſicht, ſich dadurch) den Erſaß eines zugefügten Schadens zu verſichern, oder NN- fünfs 4-j- 45 ke m*.. ps. 3 va EN % 5 „E : 5 vc Nk | 120 1] 777 x 8 98 Pfänd künftige Schadenszufügungen und Beein- trächtigung ſeines Rechts abzuwenden. Sie ſindet nur Statt, wenn der Beſchädi- ger oder Störer unbekannt, unſicher, oder ein Fremder'iſt,“der innerhalb der Pro- vinz nicht belangt werden kann; imglei- djen wenn die Pfändung das einzige Mittel iſt, den Beweis der geſc a EEÄED nD nan 5 0 IE EEE 5000-5 MIE Ihm Wua, marge.- Ee fn| Pfaff den können, oder wenn durch Pfändung ſolcher einzelnen Stücke der geſeßmößige Zweck der Pfändung nicht zu erreichen ſtände, Perſonen ſollen nur dann anz2- halten werden, wenn die Sachpfändung entweder gar nicht, oder nicht, ohne ſich zugleich der Perſonen zu verſichern, be- werkſtellige werden kann, Der Pfänder muß die geſchehene Pfändung den Gerich- ten des Orts ſofort anzeigen, und die ge pfändeten Stücke denſelben zur Verwah- rung abliefern. WBey Wiehe kann das Pfandgold nicht von der ganzen Heerde; ſondern nur von den gepfändeten Stücken gefordert werden, Widerſpricht der Ge« pfändete der Rechtmäßigkeit der Pfän- dung, und dem Berfauf der Pfandſtucke: ſo muß ihm darüber rechtliches Gehör ver- ſtattet werden, Einer geſeßmäßigen Pfän- dung darf ſich niemand widerſeßen. Wer ſich dem Pfändenden im Begriſſe der vor- zunehmenden Pfändung entzieht, muß das Pfandgeld doppeltz3 und wer ſich der Pfän- dung mit Gewalt widerſeßt, muß daſſelbe vierfach entrichten, Wer bey einer vorfals lenden Pfändung den Andern ſchimpft, ſchlägt, oder ſonſt beſchädigt, ſoll nach al- ler Strenge der Criminalgeſeße beſtraft werden. Wer unrechtinäßig gepfändet hat, muß das Pfand dem Andern koſten- frey zurückliefern; auch demſelben für den verurſachten Schaden und entgangenen Gewinn vollſtändige Genugthuung leiſten, A:2-R. Th. 11. 6.413 ſ- Pfafßfenhütchen, Evonymus L. Von dieſer Gattung ſind zwo Arten zu bemerfen: 1) Pfafienhütlein, Pfaſſenrög- lein, Spindelbaum, Spillbaum, Habnekiörchen, E. Europaeus L. Zu dieſer einen Art gehört, als Abart, der chmale See SE SE SR A Bn wiie. Zl GPS m ri€ SS SSB LIS GS AA IREN <<" 2 auen 2 CEED "g ge en ve ng < be: Wer (ih. (6 vähe das rde: iden Ofe fan: ide vere füll Wer vor? 6 des pfähe ſelbe orfal- mpſt, en oder Nägel für die Schuſter. Nicht weniger gebrauchen die JInſtrumentmacher dieſes Holz; es giebt nämlich die feinſte Reißkohle zum Zeichnen, deren Bereitung dü Hamel beſchreibt. Die Früchte wollen Cinige für giftig ausgeben, Eine kleine Anzahl derſelben erregt ein heftiges Pur- giren und Erbrechen. Die getrocknete und zu Pulver geriebene äußerliche Schale der Frucht tödtet die Läuſe. Einige Vs- gel, z. B. das Rothkehlc Uu 8. bo! Sir ume nemäl SES damn-. SS SSS TS SS SSSZZESSER EL SN R SSÄ R I Erm Ei 1CO 7. Pföuſ de auf Höſen- Der weiße Pfau wir d da her weniger geachtet. Pfauſchwanz, Pfaucnkrone, Poinciana. Von dieſem Pflanzengeſchled)- te ſind folgende Arten merkwürdig: 1) Schöner Pfauenſchwanz mit doppelten Srtachein, P. pulcherrima L. Die Pflanze wächſt in beyden Indien- Der Stamm wird 8-- 15 F, hoch, hak eine weiche Rinde, und theilt ſich ober- wärts in viele Aeſte, welche an jedem Kno- ten mit 2 furzen, ſtarken Stacheln, und voppelt gefiederten Blättern, beſeßt ſind, An den älteſten Aeſten mangeln öfters die Stacheln; ſelten an den jüngern, Die Blumen an den Enden dor Aeſte ſind bald- mehr ährig, bald mehr büſchelfsrmig. Kels und der Wirkung vereinigen wir mit dem ei» gentlich ſogenannten Pfeſſer den ſogenann ten Taſchenpfeffer, Schorenpfeſfer, Jndianiſchen oder Spaniſchen Pfef- fer, Capficum angouum. Die völlig ausgewachſenen und reifen Früchte werden wegen ihres ſeltenen Anſehens auch in Blumengärten geachtet. So lange ſie noch unreif, jung und zart ſind: werden ſie unter viele ſcharfe und ſäuerliche einge- machte Sachen, z. B. bey den ſogenann- ten ſauern Gurten genommen, als zu deren Erhaltung ſie ſehr dienlich ſind 3; auch wird dieſer Pfeffer von den Eſſigbrauern und Branntweinbrennern ſtark gebraucht; im- gleichen mit Zucker candirt, oder mit Eſſig und Fenchel eingelegt, und als eine Mas genſiärfung genoſſen, In der ſo fiſchreis- NEE ENE IENENENENN AINET Za ARENEN INTEN<< Min Ras"2 Pferd werden, und gufe Läufer ſind. Pack. pferde ſind diejenigen, welche, mit Pa- en oder Laſten beladen, tragen müſſen, und meiſiens bey den Armeen im Kriege gebraucht werden. Bey den Wagenpfer- den ſieht man hauptſächlich auf Geſund- heit, Stärfe und Dauerhaftigkeit, Bey manchen Guthsbeſißern ſießt man auch auf wenigſtens mitteimäßige Scsaheic der Ackerpferde; mehr Schönheit aber ver- langt man bey Kutſchpferden, und noch mehr bey Reitpferden. Cs iſt aber die Kenntniß der Schönheit unv oller guten Cigenſchaften der Pferde eine Wiſſenſchaft von nicht geringem Umfange. Das Vor- züglichſte aber, worauf der Landwirch ſieht, beſteht in folgenden Stücken: Das Pferd ſoll jeyn lang vom Schaft; breit und rund von Bruſt und Kreuze; von geradem Rü»- &>enz; mittelmäßig ſtark am Leibe; von nicht zu furzem, aber doch ſtarkem Halſe; von lang und wohl bewachſenem Schweife; von fleinem trocknem Kopfe; mit großen, reinen und ſchnaubenden Naſenloöchern; von großen, hervorſtehenden und braunen Augen; mit kleinen, ſpißen und nahe zu- ſammenſtehenden Ohren; kurz von Haas renz; munter 3 immer mit aufgerecktem Ko- pfez; geſchwind im Freſſen bey der Krip- pe gut geſtellt; Siehlzeug oder Kummet und Sattel, nebſt Zaum und Zügeln, ohne Widerſtreben gern und willig anneh- mend, Der Engländer Robinſon geht.über die Schönheit eines Pferdes noc) mehr ins Einzelne, wenn er mit dem Beyfalle der Kenner alſo ſpricht: Der Kopf ſchmal, dünn, überhaupt nicht groß und fleiſchig; die Ohren eng, gerade aufgehend, ſich ſchnell bewegend und ſißend; mittelmäßig große, aber helle und volle Augen; mages re, dünne, aber weite Kinnba>en verder- : ben ee EZ R NG 2 A. irie, a. IP aui WIE Pferd ben nichts an der Schönheit, und laſſen daneben dem Schlünde und der Luftröhre ſo viel Plaß, daß das Pferd im Schluc>en und Athemholen frey genug iſt. Die Na- ſenlöcher ſollen groß und weit ſeyn, weil es ſchön ſieht, und dem Pferde das Athem- holen erleichtert. Ein großes Maul, dün- ne Lefzen, kleine Zunge, magerer Rachen ſind deshalb nöthig, weil, wenn dieſe Theile groß ſind, das Pferd den Kopf, um ſeiner Schwere willen, oft oder beſtändig wird hängen laſſen, Breite und erhabene Bruſt, nebſt dünnen und magern Schul- ferblättern, ſieht ſchön, und verhütet die öftere Bugverrenkung, ſo wie auch ein Pferd, welches fleiſchige Schultern hat, viel ſchwerer und beſchwerlicher, als ein anderes, geht, Der Rückgrad muß gleich, eben und breit ſeyn; denn wenn derſelbe ſchmal iſt: kann das Pferd faſt niemals den Sattel ohne Verleßung auf ſich haben. Die Rippen ſollen wohl auswärts gebogen ſeyn, weil bey flachen Rippen die Lungen zuſammengepreßt, und das Athemholen erſchweret wird. Ein runder Bauch ſteht dem Pferde wohl anz; dagegen ein herab- Hangender, wie die Kühe und tragenden Stuten haben, nicht allein nicht ſchön ſieht, ſondern es können dergleichen Pfer- de auch nicht zu Sattelpferden genommen werden, Die Lenden oder Croupes müſ- ſen gerade, aufrecht, ſtark und kurz ſeyn, und überhaupt darf zwiſchen den Hüftbeinen nicht über 4 Finger breit Plaß ſeyn. Ein Pferd, welches eine lange und abhängige Croupe hat, fann-ſehr übel bergan gehen, noch viel weniger eine ſchwere Bürde tra- gen, und wird im Galopiren ſehr ſchlecht arretiren. Der Schweif ſoll nicht zu hoch, auch nicht zu niedrig angeſeßt ſeyn; aber ziemlich dic 3; die vordern Schenkel wohl gewachſen, und die hintern di, “ Pferd rund, fleiſchig, ſpannaderig und ohne Ge- ſc"I Fleiſche zu frennen? ſo fann man voraus wiſſen, daß die Frucht zum Cſjen nichts Die Farbe dex Schale und des Fleiſches eſt verſchieden. Die Haut bey den eigent» 508 Pphrſchen iſt gemeiniglich weißz an der andern Seite aber mit einer angenehs= nen Röche vermiſcht. Ganz weiß hinge gen bleibe diefelbe bey ber Madeleine blan« che und Avant- pecheblanche; voch erhalt auch die erſte, wenn ſie viel Sonne har, einige ſcen ſcheinen, und um den Stiel welk und runzlich ſind, Am beſten aber ſchmecken ſie, wenn ſie endlich von ſelbſt vom Baume abfallen, Bey mir ſtehen dergleichen Bäume an dec Abendſeite einer Scheune; ſie wachſen aus dem Kerne, und werdeit nicht veredelt; er- frieren weniger, als die Pfirſchen an der Mittags- und Morgenſeitez; und da ſie im Auguſt bereits reif werden: ſo habe ich gut ſc;mecende Pfirſchen, wenn öfters al- le die andern ausgeblieden ſind, Die Pfirſchen fann man aus den Stei- nen felbit erziehen; wozu aber, wie eben geſagt worden iſt, die glatten ſich am be- ſten ſchicken. Zuweilen kragen doch auch die unveredelten oder wilden Pfirſchbäume beſſere Sorten, als man nach Gelegenheit Viele brin- gen. zwar kleine ſchlechte Früchte; die aber do) zum Küchengebrauch dienen. VWier Jahre nach) der Steckung des Steins kann der daraus erwachſende junge Baum ſchon Trucht tragen. Zieht man dieſelbe hoch» ſtämmig: ſo wird ihr Holz dauerhafter z und ſie bedarf daher keine Winterde>ke; al- lein ſpäte Fröſte ſchaden ihnen doch auc). Da ſich dieſe wilden Stämme nicht gern verſetzen laſſen: ſo muß man daßer lieber den Stein dahin ſtecken, wo das Bäum:-' ' hen bleiben Fann; es wäre denn, daß man es darauf mit dem Ballen verſeßen wollte. EE GE; HNE Es SSE DE 2 Je beſſer die Erde iſt, wo der Stein ein- gelegt worden iſt: deſto eher darf man auf. gute Früchte rechnen. Große und fette Dlätter machen viel Hoffnung. I< habe die jungen Bäunichen einigemal geſtußt, daß Pfirſf vaß ſie aufs neue recht ſtarke, dicke Triebe ßervorbringen, und ſich hierdurch ſelbſt“ veredeln müſſen, Zum Veredeln der Pfirſchen ſind das Oculiren und Copuliren der gewöhnliche Weg. VBierzu wählt man vorzüglich jun- ge Stämme von allerhand Pflaumen, Mandelbäumeen ſind auch ſehr gut; dauern aber nicht ſo lange, als die Pflaumen- ſtämme; wilde, aus dem Stein gezogene, Aprikfoſenſtämmcter, Früchte zu tragen..Man ſoll aud) dieſe Reiſer nicht lange liegen laſſen z je eher man ſie braucht, nachdem ſie ab- geſchnitten worden ſind: deſto beſſer kom- men ſte fort, Auch kann man das Abſen- fen der Aeſte von guten Sorten unterneh- men; es wird ſelten fehl ſchlagen. Zum Verſeßen wählt man nun die vor dem Jahre oculirten, und noch nicht ab- geſtußten, Stämme; ſchneidet ſie beym Berſeßen einen halben Fuß hoch über den oculirten ab, und läßt den Stamm nicht boch, damir ſolcher nicht oben ausſchlage, und unfen fahl bleibe. Beym Einpflan- zen ſuche man den Stamm ſo zu ſesen, daß die daran befindlichen Augen, oder die Sei- ken, wo man die meiſte Vermuthung Hak, daß der Stamm austreiben werde, mit der ZBand parallel zu ſteßen kommen; denn wenn die jungen Schöſſe nach der Wand oder gerade vorwärts treiben: ſo giebt es einen ſchlechten Baum. Man ſieht dar- auf, daß der Stamm nur einen Aſt treibe und je tiefer ſolche ausſchlagen: deſto beſ« ſer iſt es. Zeigen« ſich vor- oder hinfera Gef. Regilexicon IV, Theil, Pfirſ 113 wärts Augen? ſo bricht man ſolche mit den Fingern weg. Wenn auch an einer geles genen Stelle 3 oder 3 Knoſpen ausbre- Den, wie bey den Pfirſchen mehrentheils geſchiehet: ſo muß nur die beſte bleiben, und die übrigen weggebrochen werden, Sollte der Stamm nur auf einer Seite Augen austreiben wollen? ſo bricht man ſolche ganz hinweg, und zwingt ihn das durch, vas er erſt? an der andern Seite auch Augen bilde; er wird doch von jener Seite erſt wieder austreiben. Sollte ein alter Stamm aber anfangen trocken zu wer- den: fo muß man ihm ſo viel abnehmen, bis man friſches Holz findet; fehlt dieſes, und das Holz oder die Rinde iſt ſchwarz: ſv iſt nichts übrig, als den Stamm wegs zuwerfen. Ein ſolct ge- blieven wären. Zu der Zeit, wenn die Baume zu blühen, und Früchte zu ſeken anfangen, iſt es zuträglich, ſolche, ſon- derlich zur Nachtzeit, zu bedecken, und dadurch die rauhe Luft, nebſt der Näſſe, abzuhatten. "Wie aber die Lage dieſer Bäume gegen Morgen und Mittag zur Beſchleunigung des Reiſwerdeas ihrer Früchte ſehr dien- lich iſt; beſonders aber die. Mittagsſonne den Trieb der Bäume noch mehr beſchleu- nigt: ſo können ſie durch darauf folgende härtere Wirterung in dieſer Lage leicht um ihre Blüthen kommen, wenn bey ihrer Bedeckung, wie eben zuvor geſagt wor- den iſt, etwas verſehen wird; zumal wenn eine ziemliche Menge dieſer Bäume vor- handen ift. Man richte ſich daher ſo ein, daß ein Theil dieſer Bäume an der Mit- tagslage; ein andrer.aber ſo ſiehe, daß ſie die NRachmittags- und Abendſonne haben, da ſie in dieſer lektern Lage weniger Gefahr auszuſiehen haben. Man wähle zu dieſer leßtern 2age die frühzeitigen Sorten; zu jener aber die ſpätern; oder von beyden vermiſcht unter einander: ſo wird man in mißlichen Frühjahren nie einen gänzlichen Mangel an Pfirſchen zu erleiden haben, Pfirſ eG; Das Erdreich um dieſe Bäume ſoll man alle Jahre, doch nicht zu tief, umgraben, und bey heißem, trocknem Wetter um den Stamm gleichſam ein hohles Been ma- end wird. Da dieſe Frucht auch als Tafelobſt gebraucht wird: ſo müſſen ei- nige Bäume im Schatten anderer ſtehen, damit ſie einige Wochen ſpäter erſt zur Rei- fe kommen, und die Tafel alſo noch län- ger mit dieſer angenehmen Frucht beſeßt werden könne. Die Wermehrung kann durch die Schößlinge und Steine geſche» ben; beſſer und größere Früchte erhält man aber durchs Oculiren und Pfropfen,| Das leßtere wollen viele anrathen, und es mißlingt ſelten; wenn nur der Spalt nicht in vas Mark gemacht wird. Auch erhält man ohne alles Impfen größre Früchte, wenn man bey dem Verſegen bereits ſtare fer Stämme ſelbigen gar keine Croneny, Aoſte oder Zweige läßt, als wodurch die Stämme gezwungen werden, deſto ſtärkere Sproſſen austreiben, an welchenin der Folge auch ſtärkere Früchte erwachſen; als welches bey den verjeßten und eben ſo behandelten Kirſchbäumen gleifalls zutrifſt. Auf dem jährlich bedüngten und umgegrabenen Kü- en oder Streifen, und das Fleiſch voll föſt» 2a. ASEN Swe 520 Pflatumb köſtlichen Saftes; der Baum- frägt aud) ſiarf. NEE Ee Gelbe eyförmitge Früchte haben? 17) Catharinenpflaiume, iſt ziem- lich groß, eyförmig, etwas platt, uußer,. lich agtſteinfarbig, mit weißem Staube bedeckt; das Fleiſch ſchön gelb, troen, feſt und mit dem Steine vereinigte; ſchmec>t aber ſehr angenehm, und iſt gu zum Trock- neus auch frägt der Baum häufig. 12) Drignolerpflaume, Dieſe ſoll vie eigentliche Prunelle ſeyn; doch erhält auch die vorige Sorte dieſen Namen. Sie iſt groß, gelblich, mit Roch untermiſcht; das Zleiſch ſchöngelb, tro>en, aber ſehr wohlſchmeckend. Man erhält dergleichen ohne Kern, geſchält und getroc>net,'in Körhen oder Kiſten aus Frankreich; ſie werden auch faſt allen andern getro&neten vorgezogen. 13) Imperiale, oder das weiße Rai- ſer- Bonymmatgnum, oder Urogels- pflaume, iſt groß, eyförmig, gelb, weiß beſtaubt; das Fleiſch feſt und dicht am Steine hängend; der Saft iſt ſäuerlich; daher iſt ſie beſſer zum Kochen, als roh zu eſſen. 14) Herrenpflaume, Pruve de Monſieur, oder die Pflaume von Went- worth, iſt groß, von innen- und außen gelb, und der vorigen Sorte ähnlich; taugt auch nicht zum Roheſſenz; das Fleiſch geht keicht vom Steine lo8. Grüönliche Früchte tragen? 15) ReineClaude, eine der beſten Pflau- men, groß, rund, etwas platt, tief ge- furcht, apfelgrün, mit gelben Adern un- termengt; hat grünliches ſehr ſchmachaf- tes Fleiſch, und ſüßen Saft. Der Baum Hat unter allen Pflaumbäumen die dickſten, größeſten und breiteſten Blätter, weiche ſehr dunfelgerün und glänzend ſind, X<< mE nnen En nnn ÄR Än Die newurn== 0 IEIEEEERÜ e& - Än en R SSG R| NR z--. Dflaumb als wean fie befirnißt wären, Hochſtäm- mig iſt dieſer Baum ſehr tragbar; am Ge- [änder aber hat er größere Früchte. 16) Maitre Claude, iſt mittelmäßig gelb, mehr rund, ais lang, von roth- und gelbgemiſchter Farve, und das Fleiſch feſt. Dieſes geht leicht vom Steine los, und hat einen niedlichen Geſchmack, 17) Die Rirſchpflauyme, 1a Prune cerileite, hat die Geſtalt und Farbe einer großen Kirſche; iſt rund, ganz braunrothz das Fleiſch iſt ſehr ſaftig, etwas ſäuerlich, und man muß ſie recht reif werden laſſen, Den Beſchluß dieſer Pflaumenarten ſoll vie Lleine Tliirabelle, die fruchtbarſte unfer allen, machen, die eigentlich zu den weißgelbea Früchten gehört, wenn näms- lich der Staub noch darauf liegt; darunter aber iſt ſie hochgelb, und auf der Sonnen- ſeite mit rothen Puncten getüpfelt. Das goldgelve Fleiſch iſt voll zukerſüßen Saffts, und jehr angenehm ſchmeckendz; ſie wird in der Mitte des Julius reifZ. Der Baum trägt ſeine Früchte klumpenweiſe bis an den Stamm; iſt außerordentlich ſfrucht-* bar, und trägt ſchon im zweyten Jahre. Er läßt ſich allen Schnitt und alle Geſtal- ten gefallen, wie man ihn haben will, Hy. Chriſt empfiehlt ihn(in ſeinem Daumnm-, gartner auf dem Dorfe, S. 278) alſo: Man copuliret, oculiret oder pfropfet die- ſen Baum auf Päaumenſtämmchen. Die- ſe treiben ſtärker als die Zwetſchen 3; doch thun ſie auch auf dieſen ganz gut. Sie mögen nun hochſtämmig, zu 6 F. Schaftss höhe, oder» halbſtäimmig, zu 4 F- und darunter, erzogen und verpflanzt werden: ſo müßt ihr dieſe Bäume in einer kleinen runden Crone erhalten, die nun alle Jahr größer wird; zu dem Ende müßt ihr alle Frühjahre ihre Aeſte und Sommerſchöſſe verſiußen, Die Haupttriebe ſchneidet ihr ao deme Zart eten 5 ME Za Mi euere, R EISEN-. Ge 31 ig nd ſts nd ung iner eth; lich, ſſen, ſoll arſie den an nter tens Das aft, din un an 17m hre. (lal- Hr, 197 (ſo; die- Die 94 Ze ſts» und ens nen ahr allt öſſe ihr Z (? ab bis auf ecliche Augen 3 die kleinen über- füßigen aber nehme idr ganz weg. Hat die Crone etwa hie oder da eine Lücf2: ſo ſchneidet ihr die nächſten Zweige dabey ſo, daß das Auge hey dem Schnitt auf die Züs- de hinweiſe; dann werden die daraus er- wachſenden Aeſte die Lücke ausfüllen. Durch dieſes alljahrige Beſchneiden bleibt der Baum immer in ſeinen Kräften, treibt alle Jahre eine Menge friſcher Sommer- ſchöſſe, und hängt bis an den Schaft ſo außerordentlich yoll, daß er öſters mehr Früchte, als Blärter, zu haben ſcheint, Die Frucht wird wegen des ſtarfen Trie- bes und der Kraft.des Waumes viel größer, ſchöner und ſaftiger, als auf einem großen Mirabellenbaum, den man unbeſchrnitten forkwachſen läßt. Dieſer zieht immer duür- res Holz, wozu er geneigt iſt; erſchöpft fim, und dauert nicht ſo lange, als ein ſolcher, der immer unter dem Meſſer ge- halten wird, Ueberdies geminnet ihr da- durch, daß ihr die Cronzen rund und flein erhaltet, dieſen Vortheil, daß ihr viel- mehr Stämme auf der Abtheilung eines Garten3 ſeßen könnetz denn bey dieſen Cronen haben die Stämme an 19== 132 F. Abſtand genug, und dazwiſchen kann gleichwohl jedesmal eine Zwergmirabele ſtehen; Die doppelte ÜTirabelle, oder Goldpflaume, iſt der vorhergehenden vollkommen ähnlich; nur iſt ſie um die Halfte größer, und har eine kiefe Furche. Der Baum trägt zwar auch häufig;- aber do) nicht ſo voll, wie die kleine Mirabelle, als welche leßtere beſonders in der Nähe großer Städte mehr angezogen werden ſollte, weil ſie daſelbſt friſch verkauft wer» den kann; und zwar zu einer Zeit, da es an andern guten Obſtarten fehlt, und ſie Vetk, Regllexicon IV, Theil, Pflaumb 121 gefro&net atiemal ihre Tebhaber häufig fiit« den muß. 2) Stachliter Pffawmnbaum mir wolligen Dliatrern, iſt bekannt unter dem Namen: wilde runde Dfiaume, große oder Saberſchleben, Arecten oder Ariecden, Prunus iaſititia L, Es iſt dieſes gleichſam die Mittelart zwiſchen der erſten und folgenden, Die Früchte ſind fugelrund, und noch einmal ſv groß, als die gemeinen Schlehenz ſie werden eks was Früher reif, als die gemeinen Pflau- men, und ſchmecken ekwas herbe; wenn ſie aber überreif oder weich ſind: dann ſchmecden ſie weniger herbe, Sie werden in manchen Häuſern getroc>net, oder ges backen, ſehr gern gegeſſen; wie nicht we- niger zu einem Dauermuße eingekocht, welcher zum Braten gegeſſen oder zu Tor- ten gebrancht wird, Werden ſie zu einem Muße beſtünmt: ſo werden ſie, wenn ſie wohl reif ſind, xn dem Keſſel unzerſchnite fen und ganz mit den Kernen gefocht, und ſodann durch ein drähternes Sieb vurchge- rieven, daß die Steine zurückbleiben müſs ſen; worauf denn das.durchgetriebene Muß noch einmal in den Keſſel kömmt, und dik eingekocht wird. Wer die Frucht größer, als die gemeine, haben will, muß ſolches durd) Propfen, Oculiren gder Copuliren auf junge Stämme zuwege bringen, Der Baum trägt ungemein“ voll, Das Holz iſt ſchön buneſcheckig, und wird dem Pftau- menholze vorgezogen, 3) Stachliger PAaumbaum mit giatten Blättern, Prunus ſpinoſa L. Cs heißt ſolcher bey uns nicht allein Schwarzdorn, ſondern auc: Schlee- dorn, Heckdorn, wilder Krieten- baum, u.ſ. f. Die anfangs grünen Früchte werden zuleßt brann oder ſchwarz- blau, und fein beſtaubt; man finder auch 4] eine ASE; 5 IE 122 Pflaumb eine Spielart mit weißen Früchten. Die Schlehenpflaumen ſind ſauer und ſehr her- be, bis ſie der Froſt mürbe, und die anfangende Gahrung etwas gelinder und eßbare? macht. Durch das Ver- pflanzen und einige Wartang wird die Frucht größer und Haberſchlede ge- nannf? Man hat den Schwarzdorn zu lebendigen Hecken empfohlen 3 aber ex iſt hierzu nicht anzurathen, weil die Wur- zel auf 20 und mehrere Schuhe uinher wuchert, und dem guten Lande viele Nah- tung eitzieht; und werden die äuslaufen- Ten Wurzelſcden. Weni es aber um die Frucht zu ihun iſt, der cut am beſten, Reiſer auf Stämme vom gemeinen Pflaumbaume zu impfen z deni dadurch erlangt man noch einmal ſo große Schlehenpflaumen, und iſt dann vor dem Hinwegräumen dei Wur- geläusſchößlinge geſichert; Die Rinde von dem Stamme und Aeſten wird zu beſſerer Aufbehaältung der Käſe ge GIE von eini- gen Landleuten aber, Statt der Chi- narinde; bey Wechſeltiebern gebräucht, äuch daraus mit Lauge eine rothe Farbe für das wölletie Garn bereitet. Die Blü- then werden ſowohl friſch, als getrocknet, mit Waſſer und Milch abgefot, kür» zere Intervallen annehmen muß, weil das Unfraut vem Acer die Pflanzennahrung zum Schaden der nachfolgenden Kornſaat zu ſehr entziehen oder. verringern würde. Für die Sommerfelder muß man kürzere Zwiſchenzeiten annehmen, weil Pflugat- beit und Saat geſchwinder, als im Win- terfelde, auf einander folgen. Wo aber Brachſelder ſind, da iſt es ſehr wohlge- than, wenn die Sommerfelder noc<) im Herbſte geſtürzt werden, und der Acer, wenn er nicht leicht iſt, auch no vor dem Winter gewendet und geeget wird. Wie oſt der Acker zu pflügen ſey, dar- über laſſen ſich nicht überall anwendbare Regeln angeben,| weil der Boden nicht durchgängig von einerley Beſchaffenheit iſt. Will man aber die verſchiedenen Ge- traidearten zur Nichtſchnur annehmen: ſd kann es dieſe ſeyn- Waizenacker wird an den meiſten Orten viermal gepflüget 3 beym Roggen läßt man es gemeiniglich an drey* maitigem Pflügen genug ſeyn z iſt der A>ct aber zu„gruſig, oder wegen der naſſen Wieterung in den Zwiſchenzeiten des Pflügens nicht artbar genug geworden: ſo wird man durch viermaliges Pflügen die ſogenannte Krume erſt gewinnen können. Pflüg Es giebt ſehr leichte Sandſfelder, die durch öfteres Pfitgen zu loFer werden können, weshalb ſie nur zweymal, ja die allerleich teſten nur einmat, nämlich zur Saat, ge- pflüget werden. Die Gerfte theiken wir in große und fleine, Zur leßtern wird meiſtens nur dreymalz zur erſtern aber viermal 3 hin und wieder aver auch nur dreymal gepflüget» Die Habcefelder wer» den in einem gruſigen oder feſten Boden dreyfährig, in einem leichten Boden nur zweyfährig beſtellt, Noch iſt bey dem Haber zu merken, daß der Acker dazu in manchen Gegenden, wie man ſagt, atf Trift gepflüget wird; welches beſon- ders da geſchiehet, wo man in drey oder mehrere Arten ſäet, da man die Art und Weiſe, in die gedüngte Brache zu ſäen, in die erſte Arr ſäen nennt, In die an- dere Art ſäen heißt, ein Feld, welches im vorigen Jahre zum erlten Mate im g2« düngten Boden Frucht getragen hat, nun zum andern Male mit Roggen, Gerſie, Hirſe, u. ſs f. beſaamen, Werden dieſe Felder zum dritten Male gepflüget: ſo ſagt man, man babe in die dritte Art geſäet. Hier laſſen nun manche Wirthe diejenigen leichten Aecer andrer Art, ſv etwa Gerſte getragen haben, und zum dritten Mate Haber tragen ſollen, mit der Stoppel bis ins Frühjahr liegen, da ſie denn dieſe Stoppeln, alſo zur dritten Art, nur un ferpfiügen, und den Haber in die tiefe Furche ſäen, und untereggen. Die Gerſtenſtoppeln aber pflügen ſie gleich nach ver Aerndte unter, damit ſie verfaulen, Im ſpäten Herbſte werden dieſe geſtoppel- cen vder geſttirzten Aecker zur Saat gepflü- get. Dieſer gepflügte Acker bleibt den Winter über ſo liegen, und dieſes beißt nun auf Trift gepflütet. Sobald nach vergangenem Winter in die Erde zu kom- men, EEE de BR 222 1-5< € ſe gt et, gen „ſie Role Pfing men, und fein Froſt mehr zu beſorgen iſt? wird der Haber geſäet und untergeegget. Hiebey iſt aber zu wiſſen, daß eit ſchmie- tiger Boden ſich) inicht zur Auftrift ſchickt, weil die Furchen nicht ſieben bleiben, ſon- dern von Regen und Schnee gänz platt zu ſammen laufen, daß daher der Saame mittelſt des Eggens nicht unfergebracht verden kann. Auch wird mancher Orten die Gerſte in die Auftrift geſäct, welche 4 beffer, als die nach der gewöhnli- chen Art eingeſaete Gerſte, zuziehet. Es geſchiebet dieſes hin und wieder auf großen Güchern, too viele Ae>er und wenig An- ſpann oder Dienſte ſich befinden; nur muß man, wie vorhin geſagt worden, hierzu ſolche Felder haben, auf welchen die Fur- chen im Winter feſt ſtehen bleiben. Die Hülſenfrüchte, als Erbſen, Wi- efen, Linfen, u. ſ. f. gehen mit ihren Wur- zeln mehr ſeitwärts, als in die Tiefe; wes- Halb man ſie in vielen Gegenden nur ein» fährig, faſt nirgends aber mehr ais zwey- fährig beſtellt. Sie kommen faſt überall än die Brache, und in ver Mittelniart werden ſie, da ſeiwvige ſehr dünnhuülſig und wohlſchme>end ausfallen,«aufs ſtärkſte an» gebauet."Sie niachen den Boden, den ſie überall bede>en, ſehr rein und mürbe, daß eine Pflugart für das unmittelbar darauf folgende Winterkorn erſpart werden kann, Wo aber ein friſcher gruſiger Boden iſt, da muß ſelbiger, ſobald die Erbſen und Wicken eingeärndtet ſind, geſtoppelt oder geſiürzt werden, damit Gras und Unkraut den Acker niche ausfaugen mögen. End» / lic) hat man auch noch die verſchiedenen Benennungen des Pfiügens nach den ver- ſchiedenen Intervallen zu bemerken, Im Winterfelde heißt das erſte Pflügen Dra- cHen, oder die Brache pflügen; ſodann folgt das Wenden, das zweyte Pflü- Pflus 125 gen; Rühren, das dritte Pflügen; zur Winierſaatpflägen,«auc Aehren, das vierte ode? leßtke Pflügen. Das erſte Pflngen zur Sommecſaat oder im nächſt folgenden Stipftekſelde nennen wir Stür zen oder Stoppeln; das zweyte, Wen Ven, oder auch Rühren; das dritte, zur Saat pflügen, oder«c>ern. Sonſt nennt man auch das zweyte Pflügen im Winter- u und Sommerfelde, die Wend fahre pflügen; das dritte oder vierte, vie Saatfahre pflügen. Noch muß man wiſſen, was bey 6eb AcFerwirtbſchaft Zufkammenpflüögen AE SE OI genannt* wird In nieörigen 3 zeidern, oder ſolchen, wo die öftern Regen und Thanwaſſer die Saat überſchwemmen fönnen, muß man breife Beete mit hohen WMittelrücken halten, um das Waſſer von den Saaten abzuſüh» ren. Will man dergleichen aaf neu geord? neten oder neu zu cultivirenden Felder änlegen 3 ſo kann man folgendergeſtalt vers 10 Man ſteckt die Breite eines je den Beetes unten und 6ben am Ende mits telſt kleiner Pfähle ad. Man ſeße nun den Pflug in der Mitte des Beetes an, und pflüge das Seück bis ans Ende um, Nun wird der Pflag in die Höhe gehoben, die Pferde oder Ochſen werden umgelenkt, der Pflug wird dann nahe bey dieſer erſte Furche eingeſeßt, und gerade daneben wieder herunter gepfiüget: dann bekomms man die erſte Erhöhang, gegen welche die Erde der folgenden eben ſo gefü ihrten Gur he ſich anlegt, und nach geendigtem Pfiii- gen des Beetes in dex Mitte eine Erha- benheit darſtellt. Wenn man die Beete bey dem andern, dritfen, und, wenn es recht hoch werden toll, viermaligen Pflü» gen jederzeit in der Mitte zu pflügen an? fängt, als welches Suſammenpflügen, Q 5 oder 1 26 Pftüg oder Zuſammenackern, heißt? ſo wird das Beet mit einem hohen Mittelrücken erſcheinen, Wo nun aber dergleichen Beete mit hohen Mittelrücken bereits vor- handen, oder bey neu angelegten Feldern, mittelſt beſtändigen Zuſammenpflügens, än Ordnung und gehörige Höhe gebracht ſind: da muß Fünftig bey dem Pfiügen oder Beſtellen nichr immer ſo, wie gezeigt worden iſt, in der Mitte angefangen, und daneben herunter gepflüget werden, weil ſonſt zuleßt ein hoher Berg daraus entſtehen könnte 3; vielmehr muß man daſ- ſelbe von einander pſlütgen, d. i. von den Seiten zu pflügen anfangen, und in der Mitte aufhören, daß alſo ein derglei- hen hochgerücttes Beet, wenn es in ſei- ger Ordnung bieiben ſoll, wechſelsweiſe im- mer von einander und wieder zuſammenge- pfiügt werden muß.(Cs ſollte 3. B..ein breites hohes Beet in ver Brache viermal gepflüget, und mit Waizen, Roggen oder Winterrübſen beſäet werden: ſo wird die- ſes Beet nicht in der Mitte, ſondern an den Seiten oder Leiſten angepfiüget, und zwar an der einen Seite hinauf, und an Der andern Seite wieder herunter, und hiemic forfgefahren 3 da denn in der Mitte ves Beets oben auf dem Mittelrüc>ken eine breite Furche erſcheinen oder bleiben wird. Dieſes heißt nun gin SEtuü> oder Beet von einander pflügen. Das zweyte Pflügen, oder die Wendfahre wird in der Mitte des Beets angefangen, und alſo ſelbiges wie- der zuſammengepflüget.,"Beym Rühren oder dritten Pflügen wird dieſes Bect wie- der von einander gepflüget; wired aber zu- leßt zur Saat geakert,„oder zum vierten Mate gepfiüger; ſo wird wieder in der Mixte angefangen, und alſo das Stück zuſammengepflüget, Unterpflügen wird von dem Saamen gemacht wird, en en Ss nnn rer en 225 umme Rö Sire ine Pflug geſagt, wenn ſelbiger bey der Soatkſohre mit dem Pfluge nicht tief(bey zu tie;cm Pflügen würde der Saame erſticken, und nicht aufgehen können) unter die Erde geo- bracht, und der Ac>er mit der Egge gieich Dieſem ſiehet das Oben» aufſäen oder Jndiefurcheſäen entge- gen, da der Saame über das aufgepfiügte Erdreich ausgeſtreuet, und wit der Egge untergebracht wird. Jſt das Erdreich bey naſſer Witterung zu wenig trocken, und die Menge der Ausſaat-oder der heranna« hende Winter will das Zögern nicht ver- ſtatten: ſo kindet man es rothſam, obenauf zu ſäen; wobey es denn gut iſt, wenn nur ſchmale und. tiefe Furchen gemacht werden, im Fall die Näſſe etwa den Ncfer zu ſebr gebunden haben könnte, Im leiche fen Sandboden wird das Unterpflügen bey jeder Witterung am gerathenſten ſeyn, In Anſehung der breiten und ſchmalen Furchen iſt noch zu gedenken, daß geduus gene Pflüger, die um ein gewiſſes Ver« ding nach Morgen- oder Hufenzahl Acer zu veſtellen annehmen, auch faule eigene Knechte, öfters die Pf,>ze dergeſtalt breit richten, daß der'Pflugſchaar faſt einen ganzen Fuß breit Erdreich zu den Furchen decfen muß, Hierdurch aber bleiben auf der Sohle Balten oder Rücken ungeackert, und unberührt liegen, daß daraus ungeſtal- fete Furchen entſtehen, und der Zweck des Pfiügens bey zu wenig gebrochenem Erd reiche micht erreicht wird. Da nun ein ſolcher Fehler alsbald in die Augen Fällt: ſo muß den Pfiügern nie ein ſolcher Unfug, wie avc< dieſer nicht, verſtatter werdven, daß fie, wenn der Pflug wo ausſpringt, und einen Theil der Erde überhüpft( wel- en. Im ſtarken thonigen Boden muß die mit eiſernen Zinken verſehene Eg» ge dem Pfluge folgen, oder man bedient fich auch zur Zertrennung der zuſammen- hängenden Erde der Stachelwalze3 in ei- nem leichten fandigen Boden aber ſind leich« te Eggen mit hölzernen Zinken hinlänglich. Um aber dem Unfraute nicht Zeit zum Einwurzekn und Fortwuchern zu laſſen, muß das Eggen nach einiger Zwiſchenzeit nach dem Pflügen erſt geſcheßen, damit die Quecken- und andere Unfeautwurzeln theils erſt etwas anwelfen, und ſich beſſex ausziehen laſſen; theils aber das neue, aus Saamen beſonders auffeimende, Unkraut zerſtöret werde; wobey aber die Witterung mit in Betracht kommen muß, Ein mie Unfräut überwachſener Boden muß nur bey trodner Witterung zur Ausröttung ver Unfrautwuürzeln geegget; auch zu dies ſeni Zwe mit der Egge nach Nothdurft in die Queere überzogen werden. Bey ei- nem ſtarfen thonigen Boden vermeidet iman, ſo viel möglich, naſſe Witterung, weil der zu naſſe Boden durch das Cgagen nur mehr zuſammenhängend wird, und bey ver Dürre kann man die Erdſchollen niche trennen, Eine ſolche Erdart wird man am beſten bearbeiten können, nach einem zwey- bis dreytägigen Regen; auch wenn ver Boden weder zu naß, noch zu trocken iſt. Cs iſt zuvor der Stachelwalze gedacht wörden. Dieſe iſt ein 3 Ellen langer Blo>, der mit 3-== 4 Z, langen eiſernen Ziufen verſehen iſt, und mittelſt zweyer Dapfen an zwey Atmen, welche ſich in der Mitte an einer Deichſel vereinen, bewegt, und durch ein oder zwey Pferde gezogen wird, Dieſe Walze trennt alle Erdſchol- len, [1 '« 26x "*1 H Il .; Pp; Fd FE) 4 N FZand ſenkrecht abzuſchneiden. Pflugſchaar, € 28 Pfius len, welche ver Egge unbezwinglich wa- ren; eben dieſe Walze wird auch bey der Saatfahre gebraucht, um die Erde zu tren«, nen, und den Saamen„hineinzuvringen« In einem weniger feſten Boden hat man Walzen ohne ESxacheln. Diele kann bey! ver Saaifahre auc-.in einem leichten Fandi- gen Boden die Erde auf den untergepfiugs ten Saamen anzudrüen, und das Crd- reich feſt zu machen, gebrau Holz, worauf gleichſam der ganze Pflug-ſich gründer z4ſt hinten breit, vorn aber ſpis zulaufend. PDieſes wird 4 Pfl 19 unfen mit einer eiſernen Sohle belege, H die Der Ge- ſiait nach iſt es hinten breit, und vorn ſpißig zulaufend, und in der Miete offen; in Oberſachſen beſonders hat es faſt die R Forut zT / ' vy "% 1%, ; | ei ps 7 ' ; +7 ZIN SE SENSEI MEY IC “ N D., << TTimie rh IFE Ls I . 130 Pflugſ Form einer umgewandten 4. Die Hä- Fenſchaar abr har eine doppelte Schnei- de, und ſieht einer doppelten Pflugſchoar äynlich 3 iſt abcr hinten mit einer Tille ' verſehen, womit ſie an das Haupt des Ha» kenpfluges geſte>t wird, Die Pflugichaar „muß mii Stahl velegt ſeyn, weil man ſie dann nicht ſo of darf ſchärfen laſſen; weil ſie dann beſſer einſchneidek 3 auch den Koth) nicht anhängen läßt, ſondern ſpiegelglatt bleivt. Es werden überhaupt dazu nach Her localen Störke des Uc>ers 23 bis 4 Pyund Eiſen etſordertz und die äußere Seite, welche die Scineide heißt, pflegt 16-=- 13 Zoll läng zu ſeyn, und von det ſogenännten Molderſeite(iſt die Seite, an welcher das dem Streichbret gegen über aufwärts ſtehende Bret befeſtigt iſt, und welches 1Molderbret genannt wird) nach einem Winkel vonn 32 bis 45 Graden ab» zuſtehen. Die Schneide muß vorn eine gerade Linie haben, um als ein Keil deſto beſſer ins Land zu dringen; hat ſie einen Bauch: ſo wird die Linie, worauf das Erdreich Widerſtand leiſtet, um ſo viel länger; die- Schaar dringt beſchwerlicher ein, und der Pflug geht ſchwerer: Allzu ſcharf muß die Schneide nicht ſeyn, weil ſie alsdann auf einmal zu ſtark einſchnei- det, und der Pflug geh? nicht gewiß. Da das Mehreſte auf dem Winkel beruhet, den die Schneide nach der Molderſeite macht: ſo wird das beſte Verhältniß darinn beſte- Hen, wenn die Schneide, aus einem Win- fel von' 44 bis 45 Graden, 11==12 Zoll lang gemacht wird, ſo daß alsdann die Spiße der Schneide von der Molderſeite 8=-9 Zöll abſteht, Die Schaar muß vorn erhäben ſeyn, damit ſie die lo8ge- ſchnittene Erde auch in die Höhe hebett, und das Streichbtet leicht unterfaſſen kann. Dabey iſt ſie inwendig hohl; theils weil ſie Pflugſ ſonſt zu ſchwer von Eiſen ſeyn würde, theils damit ſie deſto bequemer an des Pflu- ges Haupt gehoben und befeſtigt werdea kanne 205 Die Stellung der Schaar geſchiehet lo, daß ihre Molderſeite in paralleler Linie mit der Molderſeite von des Pfluges Haupt zu ſtehen fomme, Um ein ganz Geringes muß die Molderſeite von der Schaar vor dem Haupte vorſtehen, und gleichſam ins tand weiſen 3 denn auf dieſ» Art veranlaßt vas Haupt weniger Friction- und die los» früm«lnde Erde kann freyer ſpielen- Auf gleiche Weiſe muß die Scharfe von der Schneide gegen die Horizontallinie von dem Haupte um ein Unmeriliches, gleich einem Keile, in die Höhe ſtehen, oder ſie ſchleift ſich vielmehr bald gleich einem Kei- le ſtumpf zu. Pflugſec<, Pflugeiſen, Kolter, iſt das lange Meſſer, welches die Haupt- linie zu der neuen Furche in der Breite und Tiefe einſchneidet. Die Schneide iſt, gleich einem Meſſer, zugeſchärft, und der Rücten hinten breiter, Es darf aber nicht zu ſcharf ſeyn, ſonſt geht der Pflug unge- wiß, und das Sech greift zu leicht an ei- ner öder der andern Seite in das Land, Die Scheide iſt bey uns gleich einem Gar- tenmeſſer ausgehöbltz; anderswo hat die Schärfe vorn eine gerade Linie, weil auß dieſe Weiſe ihre Linie kürzer wird, und we- niger Widerſtand findet, als wenn man ihr einen Bauch giebt, Da aber das Sech die meiſte Gewalt äusſtehen muß, und ſich leicht wegſchleift: ſo wird die Schneide mit dem beſten Stahle vorge- ſrählt. Die Schneide ſowohl, als der Griff daran werden länger gemacht, als ſie anfangs nöchig waren, damit die Schnei- de, ſo wie ſie ſich unten abſchleift, weiter herun- von leich tſe Keir (tet, Jaup te und ve if, Ind der ve niht unge an (an) m Oat! at di eil au und mn m ver dis 1 muß jed il vorge als det olsſt 2 hne weitet heran Pflugſt heruntergelaſſen werden kann, Der Griff des Sechs wird vierkantig gemacht, und die Ecken werden ewas eingeſchärft, da- mit ſelbiges deſto beſſer in dem Grin- del oder Pflugbalken befeſtige werden kön» ne. Das ſogenannte Sechloch im Grin- de! wuß um einev ganzen oder halben Zoll weiter, als der Griff, ſeyn, damit man Keile dazwiſchen eintreiben, und foiche, wie es erforderlich ſeya kann, bald nach der einen, bald nach der andern Seite ver» andern kann. Zwiſchen der Schneide des Sechs und der Schaar muß einige Zoll breit Raum ſeyn; ſonſt ſtopfen ſich die Wurzeln vom Unfratte zwijchen beyden, und der Pflug geht ſchwer und ſchleppt. Weil äber an der rechten Stellung ves Sechs ſo viel gelegen iſt; ſo ſv] der Pflü- ger, ehe er mit dem Pfluge zu Felde zieht, das Unterſte deſſelben zu oben kehren; als- dann bemerki er am beſten, wo es ehlt, und ob alles in ſeiner rechten Ordnung ſey. Es iſt beſſer, zu Hauſe eine Viertelſtunde mit Umfeilen zuzubringen, als ganze Tq- ge falſch pflügen, und das Land verderben. Jſt endlich das Sech zu weit weggeſchlif- fen, und die Schneide zu kurz: ſo verſäu- me man nicht, ſolcwärts ausſiehende Ende eben in des hinterher gehenven Pflügers ausgeſtreckte Hand paßt» Jm leichten Pflugſt 121 Boden iſt nur ein Sturz, und an der lin- f:n Seite nvöthig; im ſchweren Boden iſt an der rechten Seite noch ein zweyter ane gebracht, da man denn zum Unterſchied dieſen den rechten, und jenen den lin- ken zu nennen pflegt. Die Richtung des Sturzes muß ſo ſeyn, daß er von der Sei- fe anzuſehen, unten gleich der Grießſaule ungefähr nach einem Winkel von 85 Gra- den efwas vorausſtehe, Wird der Sturz dann oben am Ende niedergedrückt: ſo giebt es vorn bey der Grießſäule einen Druc>, und man kann Sech und Schaar dadurch aus der Erde in die Höhe heben; zugleich aber auch, nachdem es nöthig iſt, wieder hinein drücken oder darinn erhalten. Er muß ſo weit überſtehen, daß der Pflü- ger, wenn er die Spiße davon in ſeiner linfen Seite hat, bequem hinter dem Pfluge hergehen kann; aber auch die Füße nahe bey dem Pflugkaſten habe, um ſol- c; ſo wird es mit Baumölz wäre es aber zu dünn: ſo wird es mit Harz umgeſchmolzen, Dann breitet man einen Bogen von ziemlich ſtarkem Päpier aus, und überſtreicht ihn mit gedachter Salbe ganz und gar; jedoch nur ganz dünn, Die- ſen beſtrichenen Bogen zerſchneidet man, der Länge nach, in 8 gleiche Streifen, und jeden Streif hinwiederum in 6 gleiche Wier- ecke, da man denn aus einem Bogen 48 Pflaſter bekommt. Cin jedes von denſels ben ſchneidet man mit der Scheere von der einen Efe bis in die Mitte einz legt ſie ſo- dann über einander(doch ſo, daß ſich nicht alle Ecken berühren, als wodurc< man ſie nicht gut wieder aus einander nehmen könns- te), und hebt ſie zum Gebrauche auf; bey welchem ſie ſo angebracht werden, daß man über jeden bepfropften Wildling ein PAas- ſter von der ſchräg geſchnittenen Seite deſs- ſelben her aufdriücket, ſo daß die dur dem ins Pflaſter gemacht" Schnitt vorhande- nen zwey Lappen des Pfloſters über dem Keil der andern Seite von außen zuſam- R 3 men» "SIF R ERN me I ASE SEM gel Sal 07 R 7 5 ci. 134 Pfropf menſchlagen. Hierauf bindet man noch etwas Baſt oder aufgedröſelten Bindfaden um das angebrachte Pflaſter; doc) nicht zu feſt: und ſo iſt die Verwahrung geſchehen. Eine andre furz und gut zu verrichtende Verwahrung iſt dieſe, Man nimmt Pech, Harz- uad Schaftalg, von jedem gleich vielz le3t es am Abend der vollbrachten Pfropfung in ein(fkupfernes) Gefäß; ſchmelzt es über Kohlen unter einander z tunfet mit einem Hölzcnenden Frühlingsluft die aufgeſeßten, noch nicht ausgeſchlagenen, Pfropfreiſe mit Friſchem “Waſſer bepinſelt werden, damit ihre Rin- de, die noch wenig Zugang von dem Wild- linge hat, nicht yertrocfne. - Iſt.die Pfropfung'n.den Spalt oder in die Kinde angeſchlagen: ſo muß der VWer- band oder das Pflaſter nict eher wege- nommen werden, bis die ganze Wunde gänzlich zugeheilt iſt; da ſonſt ſelbige in Furzem ſo ſchworz und dürre werden konn, daß ſich der Schaden iminer tiefer, und Hfters innerlich ganz verſäeckt einfrißt, und „daraus mit der Zeit ein Krebsſchaden enk- ſtehen, und der Baum nicht alt. werden kann. Die-Pfropfreiſer werden bey gelinder Witterung im Februar gebrochen, und an einem ganz ſchattigen Ort, wo die Sonne nicht,.oder nom beſſer, erſt gegen Abend, hinkommt, faſt bis an die Spißen, ins freye Land eingeſchiagen; doch ſo, daß die um die Reiſer geſchüttere Erde wohl an ſie anſchließe, und ſolche nicht bohl liegen, „als wovon ſie vertrocknen könnten. Kann man zu obbeſagter Zeit vor Froſt noch nicht in die Erde fommen: ſo ſiee man die Reiſer ſo lange, bis die Erde aufgeht, in dem Keller in feuchten Sand, und dann hernach nod) heraus ins Land, Hat man die Reiſer von fremden Orten ſich überſen- den laſſen, daß ſie etwas eingeſchrumpft anfommen: ſo ſeße man ſie erſt 24 Stun- den lang ins friſche Waſſer, und ver- ſcharre Pfropf ſcharre ſie hierauf ins friſche Land. Bey weitem Verſenden ſollte man das abge- ſchnittene Ende der Reiſer mit Baumwacen. Hätte man Gelegen- heit, im Nachſommer noch rare Dbſtbau- me wo zu ſehen, deren Sorte man gern bey ſich fortbringen möchte: ſo breche man bey dieſer ſonſt ungelegenen Zeit Zweige von ihnen, und ſchlage ſie, weiin man zu Hauſe gekommen iſt, an einer ſchattigen Stelle ins Erdreich ein, wobey die Erde durch gelindes Begießen ein wenig an ſie geführt werden muß. Hier bleiben ſie bis zur Pſropfzeit, und werden ſodann, gleich andern Reiſern, die zur rechten Zeit ge- brochen ſind, aufgeſeßt- Hat man unter den zu impfenden Bäumen ſchon ſolche Stämme, die ihrer Dicke wegen ſchon ein Jahr zuvor hätten gepfropft werden ſollen: ſo breche man die Reiſer dazu det» geſtalt, daß deren unterſtes Ende(aus welcyem beym Pfropfen der ſogenannte Keil, der in den Spalt zu ſtehen kommt, geſchnitten wird) nicht, wie es ſonſt erfor- derlich iſt, vom Triebe des nächſtvorheri- gen Jahres, ſondern vom 2jährigen, und alſo von dierm Holze ſeyz denn ein ſtar- fer Stamm ſteht mit einem dünnen Pfropf» reiſe nicht im rechten Verhältniſſe, und das ſchwache Reis ſteht in dem dicken Stamme und deſſen Spalte ſo einge: - flemmt, daß der Wuchs nicht fortgehen oder beſtehen kann z welches dann bey ei- nem ſtarken Reiſe nicht zu beſorgen iſt, Beym Abbrechen der Reiſer wählt man, außer in eben bemeldtem Falle, ſolc, von Farbe röeblich, und mit „dabey ſtehendem Blatte verſehen ſeyn muß, wovon der Stiel bis auf die Hälfte abge- ſchnitten wird. Hierauf macht nian mit dem Oculirmeſſer einen Finger breit über dem ausgewählten Auge einen Queer« ſchnitt, und zwey zugeſpißte Seitenſchnit- te, daß es die Gelialt eines Lateiniſchen V. hat, und wie der cm Stamm gemachte Scqnitt.lang iſt. Auf die entgegengeſeß- .&e Art macht man auch einen Queerſchnitt Über und unter dem Auge, und auf bey den Seiten neben dem Auge wieder einen Schnitt, daß es wie ein vierecfizos Schild Iſt qusſicht, Pfropf Iſt die Rinde des Reiſes eingeſchnitten: ſo iöſet man ſelbige nebſt dem im Auge be- findlichen Keime behutſam ab, weil ohne denſelben das Reis untauglich ſeyn würde. Mian darf das Schildlein nur auf der in- wendigen Seite betrachten 3; findet man da- ſeibſt ein 2öchlein, daß man durchſehen kann: fd iſt der Keim am Holze ſißen ge- blieben, und das Schildlein nicht zu ge- brauchen. Will man hiebey deſto gewiſ- ſer gehen: ſo nimmt man eine-ungeſchnit- tene Feder, ſchneidet ſolche vorn rund ab, Hernach von obenher die Hälfte nach der Rundung ſchräg ab, daß ſie vorn etwas breic bleibe, und legt ſie zum Erweichen ins Waſſer; nachdem man. nun das Auge rings umher mit dem Meſſer abgelöſet hat: ſo ſchiebt man den Federkiel oben zwi- ſchen dem Schilde und Zweige dicht, doch behurjam auf demſetben nach dem Keime herunter, auf welche Weiſe man das Auge gur befommt. Es fann dieſes Verfahren auch bey zarten Zweigen, es mag viel oder wenig Saft darinn ſeyn, von Nußen ſeyn; will man aber in Anſehung des Keims noch ſiczrer gehen: ſo kann man nebſt der Rin- de ein wenig vom Holze mit abnehmen; welches auch ſogar an den Augen der Pfir|chbäume geſchehen kann, Hat man das Auge gut herausbekommen: ſo faßt man den, än den Augen befindlichen, Stiel zwiſchen die Lippens doch ſo, daß das Auge nicht naß werde, hebt die Rinde des Stammes mit dem Nagel oder dem Hefte des Oculirmeſſers auf, und ſchiebt das Schildlein zwiſchen die Rinde in das Holz, ſo daß es auch oben an den Queer- ſchnitt fejt antrete, und das Auge zwiſchen den zwo Lippen der Rinde vom Stamme Herausgucke. Nun bindet man mit Baſt, Hanf, Flachs, langer Wolle, was man am beſten zur Hand haben kann, und zwar oben feſter als unten; jedoch ſo, daß das Vet, Regllexicon IV, Theil, Pfropf-- 37 Auge frey bleibe, Das abgelöſte Schild- dein ſoll ſv geſchwind, als möglich, einges ſchoben werden, damit die natürliche Fruchtbarkeit nicht vertrocne, Bey dem Oculiren im Frühlinge wird der Stamm zwey Queerfinger über vem Schildlein abgeſchnitten, welches furze Zeit hernach treiben wird. Einige pfle« gen den Stamm erſt 8 Tage nach dem Oculiren abzuſchneiden, Wenn man aber än das ſchlafende Auge oculirt: ſo wird der Stamm nicht abgeſchnitten, weil man ſonſt einen weichern Trieb erhalten würde, der im Winter unfehlbar daraufzehen könnte, Will man aber Kirſchbäume ocu- liren: Fo thut man am beſien, wenn man dieſe Arbeit im May und Jun, unternimmt, Gegen den Herbſt.oculirte werfen gemei- niglich„an dem Orte, wo der Einſchnitt gemacht iſt, zu viel Harz aus, wodurch das Treiben des Auges im Frühjahre ge» hindert wird. Wenn das Auge an den ocu- Jlirten Stämmen angewachſen iſt, wel- hes an dem von ſelbſt abfallenden Sten- Hel erfannt wird: ſo ſoll man den Verband Öffnen, damit es nicht an ſeinem Fortkom- men gehindert werde. Ueber die Tiefe oder Höhe des an den Stämmen einzuſe- ßenden Auges ſind die Kunſtverſtändigen nicht einig, Einige pflegen ſolches weit über der Erde einzuſeßen, damit es beym Verſeßen des Stammes nicht mit einge- graben werde, da denn die Wulſt leicht Wurzeln ſchlagen kann, die in der Ober- fläche der Erde hinlaufen, und verurſachen können, daß die Wurzeln des Wildlings verderben, jene aber bey trockner Witte» rung au) abſterben. Nach dieſem nun ſoll man 5=-- 6 Zoll über der Erde oculi- ren, wenn man Zwergbäume verlangt; bey hochſtämmigen aber 9-- 19 Z, An- dere pflegen ſo tief, als möglich, zu oculi« ren, und das Stämmchen ſehr tief beym S Ver« <==. 3000 GEE E. 012 SIREC, r> TE 7 2R.AD 7 T“ 5 Fu< 7 WB Fs 2 EAN LI NC D7 NE SOSE zt SPISNVACZ SSL w SERN zar« 3 SIGE« ne 158 Pfropf Verſeßen in die Erde zu bringen, vamit die Wulſt bedeckt werde- Hieraus aber können bochſtämmige Bäume werden, wennman Zwergbäume gewollt hak. Wenn die Wulſt Wurzeln getrieben hatte: ſo hat du Hamel die Stämme ausgehoben, die untern, dem alten Stamme zugehörigen, Wurzeln abgeſchnitten, und wieder einge- ſeßt 3 auc) durch dieſen Handgriff ſonderlich gute Pflaumbäume erhalten, von denen die Brut nicht veredelt werden darf, SZey mir haben die ſo hoch, ais möglich, oct» ſirten Aprikoſen auf Pflaumenſtamme ims mer die härteſten Winter ausgehalten; wenn dagegen die niedrig oculirten Aprifo- ſenbäume dem Froſte nicht widerſtehen kön- nen» Auch habe ic) me gefunden, daß die Früchte auf hoch ocalirten Pflaumbäu- men, die immer freyſtehend und hochſtäm« mig gezogen wurden, weniger woblichme- ' Fend/ und die Bäume dieſer Art weniger volltragend geweſen wären. Wenn die eingeſeßten Augen zu treiben anfangen: ſo iſt der Gipfel des Stam- mes 7== 8 Zoll über dem Auge abzuſchnei- ' den; har hierauf das Ange einen Aſt von 10-122, getrieben: ſo muß man einen Pfahl dabey ſteFen, und das Reis anhefe ten, weil es ſonſt leicht abbricht. Nach» her, beſonders wenn das neue Reis einen Schuh lang iſt, ſoll man den noch übrigen Theil am wilden Stamme vollends, ganz nahe am Auge, mit einem geraden Cdhnit- te wegnehmen, und den Ort mit Daum wachs beſtreichen. Der größte Vortheil bey dem Oculiren beſteht darinn, daß dadur< viele Baums arten vermehrt. werden, die„das Pfropfen nicht vertragen. Cs ſhift fich dazu alles Steinobſtz auch alle langſam wachſende Holzarten,-als Pomeranzen, Citronen, Seſmin, 1, dergl, Dieſes alles aber muß =zzuinäl Pfropf man mehr durc) Erfahrung zu erlernen bemühet ſeyn, weil auch nah verwandte Bäume zuweilen einen Unterſchied zeigen. So geht z. E. bey den Birnbäumen das Oculiren gut von ſtatten 3 hingegen miß- lingt es öfters bey den Aepfeln 3; weswegen man dieſe auch lieber in den Spalt zu pfrv- pfen pflegt. 4) Das Pfropfen mit dem Röhr- chen(Pfeifen, Röhren, Ceicheln), Man nimmt, kurz vor oder nach Johan- nis, von einem fruchtbaren Baume gy- ter Art ein ſaftiges, gerades und in dem ſelben Jahre gewachſenes Reis ab, ſchnei- det die obere Spike ab, und ſchneidet die Rinde mit einem oder zwo Augen rings- berum bis auf das Holz ein, drückt ſelbige gelinde zwiſchen den Fingern, und drehe ſolche hin und her, bis man ſie mit ſammt den im Auge befindlichen Reischen abſchiea ben kann. Iſt das obgezogene Röbrcnen; So wie bey dem Ocuiiren die größern und vollfomm- nern Augen die beſten ſind? ſo ſind auch die beſten Copulirreiſer diejenigen, die mit Augen jolcher Art beſeßt ſind, An Jepfeln und Birnen ſind die untern Kugen(jedoch nicht die allerunterſtien) die ſchönſten 3; aber bey den Pfirſchen nicht, ſondern die mitt» lern, und am Reiſe gegen oben ſtehenden Augen, als wovon man nur die doppelten und dreyfachen wählt. Allzuſchvache und dünne Reiſer ſchi>en ſich überhaupt nicht zum Copuliren z je ſtärker ſelbige ſind: de- ſto beſſer wachſen ſie zuſammen. WBeyde Reiſer, oder der Stamm und das aufzu- ſeßende Reis, werden wie ein Rehfuß, et- wa einen Zoll lang, oder ein wenig mehr, glatt zugeſchnitten. Kann der Schnitt Pfropf L39 auf einmal geſchehen, und man hat nicht nöchig, nachzuhelfen: ſo iſt ſolches vor- tpeilhatt. Hierauf ſeßt man beyde auf einander, und giebt ächt, ob Rinde auf Rinde an allen Seiten paſſe; trifft es nicht allenthalben zu: ſo muß man nach- helfen, oder einen ganz neuen Schnitt machen. Paßt alles gut: ſo bedeckt man das obere Ende mit etwas Baumwachs, und legt an die Steile der Wereinigung ein ſci>lices Band; hierbey iſt aber Acht zu haben, daß die auf einander gelegten Reiſer nicht aus ihrem Lager gebracht wer- den, Aus Garn gewebte ſchmale Bän« der, die man überall zum Ankauf Findet, ſeayicfen ſich ain beſten; beſonders wenn ſie mit Wachs äußerſt wenig beſtrichen wor- den ſind, weil ſie dann feſt angreifen, und nicht forrglitſchen,, Die Zeit des Copuli- rens iſt die nämliche mit dem Propfen in den Spalt, nämlich der März und April, Aprikoſen werden zuerſt, dann Kirſchen, Birnen und Pflaumen, zuletßt die Aepfel vorgenommen, Wenn die fugen etwa ei« nen halven Zoll ausgerrieben' haben: ſs wird dex Berband geiäüftet; nach 14 Ta- gen weiter, und wiederum nach 14 Ta«- gen wird man ihn ganz wegnehmen kön- nen. Zu 8 Wochen iſt das Reis gemei- niglic) mit vem Wildlinge verwachſen, als zu welcher Zeit man auch die Augen, die man nicht bedalten will, wegſchneidet. Bey hochſtämmigen läßt man nur eins, bey Zwergväumen zwey, auch wohl drey ſtehen. Die copulircen Bäume pflegen gemeiniglich eher, als die oculirten oder in den Spalt gepfrepften, zu kragen. Neuerlich hat uns Hr. Sickier in dem ſogenannten Deutſchen GOGbſiJärtner mit der Erfindung des Wintercopulirens bekanntgemacht. Dieſes hat die Gemäch- lichkeit und das Angenehme, daß ein Gar- S-2 ten: 0 . WEWER dme. mera gül Stan me ZÄETERNEE EE ne um amd ee. k y CC SESIS SSÄ SR I< HEI II] IO- 140 Pfropf kenfreund zur Zeit, da er ſonſt nichts in der Baumſchule zu chun hat, dieſem Ge- ſchäffte, entweder im ſpäten Herbſte, ſo- bald ſich der Baum ſeiner phlegmatiſchen Säſte zur Ansdauer eines beträchtlichen Grades von Kälte vorbereitet hat, oblie- gen, vder ſofort im November oder De- cember, wenn nur etwas temyerirte Wit- kerung iſt: Der Winterfroſt ſchadet dem aufgeſeßten Copulirreiſe nicht; ſogar Pfir- ſchenreiſer, wie Hr. Chriſt verſichert, ver- krugen, nachdem ſie zu Ende Novembers - Eopuliref waren, eine darauf anhaltende zweymonatliche Kälte, wo Reaumürs Thermometer abwechſeind 6-=- 13 Grad unter dem Gefrierpuncte ſtand; auch ſchlu- gen dieſelben im Frühjahre, ohne daß eins zurückgeblieben wäre, mit dem beſten Erfolge an. Es hat alſo das Winterco- puliren vor dem Frühblingscopuliren Man- ches voraus. Nichts iſt leßterer Vered- lungsart beym treibenden Safte gefährli- zer, als der Nachtfroſt. Solcher findet aber bey dem Copulirreiſe im Winter nicht Statt, als welches mehr nach und nach ſeinen Safe vom Wildlinge erhält 3; dage- gen ein friſe aufgeſeßtes Reis, das ſchon ſeinen eigenen Saft mitbringt, und noch ſtärtern Zufiuß vom Wildlinge dazu be- kommen hat, dem Zufalle des Erfrierens mehr unterworfen iſt, Ueberdies ſind die Saſtröhren des im Winter aufgeſeßten Co- pulirreiſes ſchon an die Ausdehnung und Zuſammenziehung von der Veränderung der Witterung gewöhntz ſie ſind ihnen al- ſo weit unſchädlicher, als einem Neulinge, Hieraus erhellet ferner, daß der auf ſolcnek das einzufeßende Holz nicht ſo gea ſchwind, als dergleichen ohn? Holz, Das Auge kann nicht anſchlagen, ſobald einmal der Fleberige Soft deſfelben ansgetrocknet iſt. 4) ECingeſeßte Augen mit Holz ſind ſicherer zu verbinden, als die mit bloßer Rinde; Bey ſolchen kann leicht dur< all» zuſtarkes Anſchnüren des Bandes verhin- derf werden, daß der Saft in das Auge dringe und eirculires aber bey dem Ocy» liren mit Holze ſoll das Band„abſic hrlich farf angezogen werden« 5) Im Octo» ber, wenn das 8aub abfsllt, nimmt diete Copu- 144 Pfropf Copulirart wieder ihren Anfang, und Hauert dann den Herbſt und Winter durch fort. Bon dem Verfahren beym Verbin- den der Augen iſt noch zu gedenken, daß die Umwindung übers“ Kreuz, wie man es nennt, die ſicherſte und beſte iſt; ſie gleicht einer Schnürbruſt- Man legt das 44 Spannen lange und zwey Meſſerrüen Greite Band in ſeiner Mitte über dem Au- ge auf der hinrern Seite ſo an, daß die Hälfte des Bandes zuerſt den Queerſchnitt bedecfe; alsdann wird esnoch einmal über dem Auge,„doch ſo, daß es frey bleibe und nicht bedeckt werde, umſchlungen;„fer- ner mit beyden Theilen zuerſt behutſam unter dem Auge herum gefahren,«und dann ſofort umſchlungen, bis der gerade Schnitt unten bedeckt iſt- Daimmer wechſelswei- ſe eine Hand der andery das Trum mit- theilt: ſo ergiebt ſich von ſelbſt, daß es zweymal ein überſchlungenes Kreuz giebt, wovon inan das eine vorn auf den„geraden Schnitt richtet, um ihn meiſt zu bedecken, Es braucht aber nicht alles umhüllt zu ſeyn; ſondern es fann die Rinde abwech- ſeind hervorſehen. Man kann auch, wie oben bereits geſagt worden iſt,.vey dem Oculirauge mit Holz ziemlich ſtark anzie- "hen 3; zumal beym Oculiren in altes Holz, und wenn der Höcker am Auge etwasſtark iſt; herunterwärts aber wird das Band immer etwas gelinder angezogen. Dieſe „Arr zu binden hat, außer der Haltbarkeit, da man zuleßt einen Knoten macht/ auch dieſen Vortheil, daß ſowohl der rechte, als linke Flügel wohl paſſend gegen einan- der gezogen und gelegt werden, weil zu gleicyer Zeit die rechte und linke Hand an- ziehtz da im Gegentheile, wenn nur in der Rundung oder ſpiralmäßig herum SELE SARE ern ag ur LAIE RE A SCHN rn-.-. ax WEAR INES Dele Zw ND Ddr Pfropf gewickelt wird, ſich immer ein Flügel 4k« was zuruckdrängt. JFaſt alle poniologiſche Schriſtſteller wol- len, daß man die abgelöſetren Augen der Oculirreiſer nicht ſolle naß werden laſſen, Das Gegentheil lehrt Hr, Reimann im Deutſchen Obſtgäriner Nr. 1. 1797, wenn er alſo ſchreibt. Wor.6 Jahren, wo ic) anfieng, mich auf das pomologiſche Studium zu legen, hatte man mir geſagt, daß man beym Oculiren die Augen vom Reiſe erſt zu Hauſe ablegen, ſie in friſch Waſer legen, oder, nac dem Ablegen vom Holze, ſie[od lange, bis man mit dem Stamm und Ablöſen der Schale vom Hol- ze fertig, in den Mund nehmen könne; und ſo.oculirte ich, ohne Holz daran zu laſſen, und auf dieſe Art ſchlug mir von „Kirſchen beynahe nichts fehl.-Von:den Aepfeln-bjlieben mehrere weg, als ka- „men; von Birnen Famen zwey Drittel; FJogar von Aprikoſen auf Zwetſchenſtäm- ame Famen einige,-Von dieſer ſinplern Art zu oculiren habe ich, beſonders von Kirſchen, vielfältige Erfahrung. Zu der Zeit, wo noc) kein Deutſcher Obſigärtner vorhanden war, ließ ich mir Kirſchreiſer „aus Jena fommen, hob ſie wohl 6=- 8 Tage(aber alle Tage in Friſch Waſſer ge- ſeßt) auf, löſete gewöhnlich die Augen zu Hauje vom Reiſe ab; warf Hie aber in Friſch Waſſer, gieng ſogar einmal mit jolchen Augen zu einem Freunde, um ihm einige Stämmchen zu veredeln, wohl zwey Stunden von hier über Land, ſeß- xe die Augen ein, und alle kamen, da .noch überdies die Augen in dem Glaſe vom vorigen Tage übrig geblieben waren, und gegen 20 Stunden darcinn gelegen hatten, Noch hat man eine Veredekingsart der Bäume, ed; ' WOls 1 der iſſen, 11 im 1797, em, 9 vziſhe geſagt, 1 von in friſch Ablegen nit dem m Hl: fönne; ran zu ir von on;den als fa: Drittel) enſtäm mplern rs von Zu der gärtner ſchraiſer (6-8 aſſer 48“ (ugen zu aber i1 mal mit de, un n, wohl nd, ſeb nen, dt m Olſ n warn) gelegt" ggort dit Baum, Pfropf Bäume, die bald für eine Art des Copu- lirens, bald des Pfropfens, gehalten wird. Hirſchfeld klagt über dieſe Ver- worrenheit der Begriffe in ſeinem Hand- buche der Fruchrbaumzucht S. 202, Er nennt das Anplacken 1a grefle en bee de Jute, und beſchreibt davon zwey Verfah- runggarfen- 1) Das Anplacken mit dem Äbjarze wird auf folgende Art ver- richte: Man ſchneidet zuvörderſt den Stamm da eben, wo er eine glatte Stelle hat, die den weitern Zuſchnitt am beſten zuläßt. Darauf wird das Pfropſreis, das 34 Augen behäit, am untern Ende ſchräg, auf anderchalb Zoll, zugeſchnit- ten, ſo daß es beym Anfange des Schnitts mit einem Adjaße verſehen wird, Dem- nächſt wird der Zuſchnitt des Reiſes am Stamme angepaßt, und dieſer an einer ebenen und glatten Stelle, ſo lang als der Zuſchnitt des Reiſes iſt, von unten aufge- ſchnitten, ſo daß die Rinde bey Dieſea1 Schnitte völlig abgenommen wird; jedoch .daß er von deim Marke entfernt bleibe, und es nicht verieße, Alsdaun wird das Reis aufgeſeßt, wp daß ſein Abjaß auf -„dem Abſchnitte des Stammes ruhe, und wenigſiens auf einer„Seite ſich Rinde an Kinde ſchließe. Auf der andern Seite bleibt, wenn das Reis nicht gleiche Dicke an dem Stamme hat, eine Leere zwiſchen Rinde und Rinde; die aber bald ohne Schaden von ihnen überwachſen wird, Bey dem Zuſchneiden des Reiſes iſt noch zu merken, daß der Abſaß nicht auf der Seite, wo das unterſte Auge ſißtz ſon- dern ihm gegenüber, gemacht werde, End- fich werden Stamm und Reis mit Baſte verbunden, und Pfropflehm darum ge» ſchlagen. Mit dieſem wird auch der ober- ſte Abſchnitt des Reiſes belegt. Um Jo- hannis, oder auch eher, wenn der zweyte Gek, Kegllexicon IV, Theil, Pfropf.- 1435 Trieb früher eintritt, werden Uniſchlag und Verband abgenommen; der um den Abſaß des Reiſes leer gebliebene Theil des Stammes aber wird ſchräg und glatt ab- geſchnitten, damit die Unförmlichfeit ver« mieden werde, und die Pfropfſtelle beſſer Überwachſe. Um ſowohl das Abſchlagen ves Reijes vom Winde, als auch ſein VertroFnen von großer Sommerhiße zu verhüten, iſt. es oft nöthig, die Pfropf- ſt:Ule leicht mit Baſte wieder zu verbinden; doch muß dies vorſichtig geſchehen. 3) Das Anplacken mit dem Häkchen iſt mit dem erſten in allen Puncten über« einſtimmig; nur unterſcheidet es ſich dä- durch, daß kein Abſaß gemacht; dagegen aver beym Anfange. des Zuſchnitts der Pfropfreiſer oben, von unten hinauf, ein fleiner Einſchnitt oder ein Häkchen geſch;ait- ten wirdz eben ein ſolcher Einſchnitt oder Widerhäkchen wird am Stamme an der „aufgeſchnittenen Stclle, von oben nach unten zu, angebrecht. Boyde Einſchnit- fe werden mit dem Meſſer etwas abgezo- gen, damit ſie bey der Zuſammenfügung genau in einander ſchließen. Nach der Zuſammenfügung, nach welcher gleich das Reis am Stamme feſt ſikßt, folgt der Ver- band. Das Anplacken mit dem Abſaße wird gewöhnlich bey den Steinobſtbäue men, und das Anplacken mie dem Häkchen bey den Kernobſtbäumen gebraucht; je- doch lehren hieſige Erfahrungen, das leßte Verfahrungsart auch bey jenen Bäumen ſich anwenden laſſe. Beyde Arten haben den Vortheil, daß ſie ſehr einfach und na- fürlich ſind; daß die Arbeit leicht und ges ſchwinder fortrückt; daß der Stamm nur wenig verwundet und beſchädi,e wird, und daß endlich der Erfolg dieſe Methode vor- züglich begünſtigt, Das Collateriren, welches Hatte T dorn 246 Pfropf dorn empfiehlt, beſteht darinn, daß män einem Baume ein Pfſropfreis an einem Orte in der Rinde einſeßst, wo man will, Um die gewöhnliche Zeit des Prropfens in die Rinde, wenn nämlich der Baum voll „Anßigen Saſtes iſt, mac? man in die Kinde, wohin man neue Aeſte haben will, einen Kreuzſchnitt, wie beym Oculirenz köſet die Rinde mit dem Beinchen etwas ab; ſchneidet das einzuſeßende Reis. mit 3-=- 4 Augen zurecht, auf folgende Wei- ſe: Anſtatt eines Keils, den man gewöhnlich an das Pfropfreis ſchneidet, welches man in den Spalt, oder in die Ninde, ſeßt, wird ſolches im Nehfußſchnitte, wie zum Co- puliren, und alſo ſchräg 12 bis 2 Zoll lang, zugeſchnitten, als welches eigentlich den Keil vorſtellet- Dieſer wird, wie beym Rindepfropfen, von ſeiner äußern braunen Rinde, ſo weit er im Pfropiſchnit- te zu liegen kommt, befreyt, und ſolche ſubtil und ohne Verleßung der darunter befindlichen grünen Rinde abgezogen, da» mit die darüber zu liegende grüne ſaftige Rinde des Baums dem Pfropfreiſe völli- gen Saft mirtheile, Darauf wird diefer Keil in den Kreuzſchnitt der Rinde einge- ſchoben, bis der Anfang des ſchrägen Schnitts an dem obern Queerſänitte in der Rinde anſteht, Die Pfropſſtelle wird dann mit Baumwachs bedeckt, ein Stück- lich gewachſene Frumnie Reiſer finden? ſo iſts gutz w9 „nicht: ſo ſtelle man zwiſchen dem Aſte oder Stamme und dem Pfropfreiſe ein Hölz»- chen auf, daß das Pfcopfreis ſanft abge- zwängt werde, und in einer gefälligen La- ge wachſe,. Endlich gehört auch no zu dieſem Ar- fifel das Unzpfropfen alter Daume, Pfropf Das beſte Verfahren hiebey iſt dieſes« Hat man hierzu einen alten Apfelbaum beſtimmt: ſo wird er zuvor verjüngt, d.i, im März werden alle alte Aeſte abges hauenz man käßt ihm nur ſo viel vom un- tern Theiie der iſte ſtehen, als zu ver- muthen iſt, daß der alre Baum austreiben fann 3 auch muß er hin und wieder etliche Zugreifer behalten, Er wird dann viele junge Aeſte hervortreiben, welche in zwey- Jahren gepfropyt oder lieber copuliret wer» den fönnen, Kein abgeſchnittener Aſt aber muß obne Bedeckung mit Pfropflehm gelaſſen werten. Die erſien Früchte bey einem umgepfropffen Sommerapfelbaum zeigen ſie) im dritten Jahre; bey Winter- äpfeln aber im vierten Jahre; jedoch bey ſehr fruchtbaren Arten, z. E, bey Streif- lingen, auch ſchon im dritten Jahre. Der „ixnbaum unterſcheidet ſich in dieſem Falle von dem Apfeldaume dadurch, daß er furz gegriffen ſeyn will; auch gerathen ſeine Früchte beſſer, wenn ſie auf dicken Aeſten ſtehen. Anſtatt alſo 2= 3 kleine Aeſte auf einem Aſte zu bepfropfen, er- wählt“man lieber den diern Theil des Aſtes ſelbſt 3 ſägt die obern weg, und bes pfropft dieſen, wenn er auf Mannes Axr- mes Dicfe hat, und ſeßt ihm deſto mehr Reiſer zwiſchen der Rinde auf, Da der Birnbaum früher, als der Apfelbaum in den Saft tritt: ſs kann er auch eher bes pfropft werden. Die Sommrerbitnen und die Franzöſiſchen Herbſibirnen zeigen ihre Früchte im dritten; die Winrerdirnen aber erſt im vierten Jahre, Pfropfen der Zimmerleute, iſt diejemige Arbeit, wenn an eine ſtehende Säule, oder anderes Holz, das an einem Ende ſchabhaft geworden iſt, ein friſches Stück ſo angepaßt, auch beyde Theile alſo mit ver: "hen che viele zw twin eſ flehn te bey [baum Sinter h bey (reif: Der (eſe „ daß atgen iden fleine ,„ es (( des nd des os Ate mehr )a der um in er bes n und 1 ipte 1 aver te, if ehende einem friſches le alo mit Phaſan mit einander verbunden und mit Nägeln befeſtigt werden, daß ſie an allen Seiten gleiche Starte haben, und ais ein ganzes Stück an einander halten,: Phaſanenfraut, oder Faſanen- fran, wilde Ervpen, Orobus1.. Dietes Geſchluyt iſt aus der Familie der Schnetterlingsbiümehen, und begreift ſehr dauerhafte, in jeder ganeiner Gartenerde forttfominende, Frautartige, mit ftarfen zaſerigen Wurzeln verſehene, perennirende, fehr biumenreiche, zur Werzierung der &uſigärten ſchiliche Baumpflanzen, mi aufrechten, in jedem Hexbſte abſterbenden, und in jedem folgenden Frühjahre zeitig wiederum hervortreibenden, 1== 2 F, ho- hen Stengeln, mit gefiederten, aus 2 over mehrern Pagren von Blättchen zu- ſammengeſeßten Blättern, und mit an- ſchnlichen, verzierenden, in den Winkeln der Blätter, und an den Gipfeln der Stengel entſpringenden, lockern Achren und Trauben von ſchmetterlingsförmigen, putrpurtothen und blauen, ſehr zahlveichen, ſchönen Blumen, weiche lange runde Häls ſen hinterlaſſen, und im Herbſte eine Men- ge reifen Saamen geben. 13) Srüblingserve, frühblühendes PhaſanenEraut mit undgethbeiltem Stengel, Walderve, rorhe ald- wicke, Waldküchern, O. verpus L. Das Vaterland von dieſem Kraute iſt das nördliche Europa; es wächſt im feuch- ten und ſäyattigen Grunde in Hainen, Die Blume erſcheint zeitig im Frühjahre, und iſt der Farbe nach veränderlich. Anfangs iſt das Fähnchen purpurfarbig, die Flügel biau, und das Kielbiatthen grünlichblauz wenn ſie aber zu verwelten anfangen, wer- den ſie ole blau- Man hat Sorten mit purpurrothen, hocen, daß ſie daſelbſt bis zur förmiichen Werpflanzung ſtehen bleiben können, Sie müſien im März und pril verpflanzt werden, weil&e, im Herbſte und im Winker verpflanzt, bey ſtrenger Kälte leicht Schaden jeiden, P,. orientalis iſt etwas weichlich, und mäß einen, gegen ſirenge und kalte Winde beg- deien, Stand haben, SPigielonge, iſt bey der Reitfanß ein 2 Finger breiter Gurt, ungefähr 4 El- len lang, deſſen man fich bedient zum Paſe ſagiren oder Spaniſchen Tritt, ds der Rei- fer des Pferdes vordere Schenkel, anfäng- lic) einen um den andern, in die Höhe zieht, und wieder zur Erde niedertreten fäßt, damit das Pferd ſolches gewohnt werde, und hernach von ſelbſt die Schey»- fel hom erhebe und pafßſagire, Man braucht diefen Gurt auch bey den jungen Pferden, die Operation des Schmiedes zu erleichtern, Platina, Halbſilbek, ein neues beſonderes americaniſches Metall. Den Namen ves Haibfikbers führt es deswegen, weil es die Farbe des Silbers hatz allein ſeiner Eigenſchaft nach komm? es dem Gol de noch näher, als dem Silber, Plattbaum. Ia dien Wäldern wird ein Baum ausgeſchnitten; auch um- her etwas Luft gemacht, und alsdann mit Zeimſpindeln beſteekt, und unten eine Hütt- te, nur mit dünnem Graſe belegt, ange- richtet, Jn dieſelbe ſeit ſich der Vogel- ſteller, und lockt mit einer Wachtelpfeife in dem Laute, wie ſoichen das Geſchrey des Käuzieins giebt, die Vögel herbey, die ſich) 4 | FEI 8,8 E.: = NIL ISI Em „4447 Kan 2222000 vy ſich auf ben Baum ſeßen und von dem- - Felben in die Hütte herabfallen. -- 4-€'e' 2 3: Pigttbiankes Holländiſches Le- der, Es wird aus Brandſohlleder von RKindshäuten zugerichtet. DI EN man auch Rvßleder dazu.«Cs wird von den Sartlern zu dem Pferdegeſchirre, zu xv?),< 2€ 2% 5=»- dom Reitzeuge, und zu den außern Bekle dungen der Kutſchen gebraucht. Dlattdece, die platre ebene Decke eines Zimmers, zum Untevſchiede von el- ner Felder- oder€ piegeld«>e. Platte Sande, das außerſte etwas Ächmaie Seück Erdreich, weiches um das ganze Blumenfeld in einem Garten herum- geht, und gemeiniglich mit Blumen oder EAS? VE I, 6 FET: 4 Eleinen Bäumen beſekt iſt, Die Deut- > ſchen Gärtner nennen es auch eine Kante, Platte Bande von Eiſen, die eiſerne Schiene, weiche man unter gewolib- te Fenſterſturze, oder andere Deſſnungen fegt, um die Steine tragen zu helfen. Platten, Anplatten, iſt vey den Zimmerleuten ſo viel, als ein Stück Holz an.ein anderes ohne Verzapſung oder Cin- laſſung platt anfallen laſſen, und nur mit Nägeln oder Dolzen verfeſtigen. Boley, Pulegium Rivini. Da der Name Poley nicht allein dem Pulegio, ſondern auch einigen adern Pflanzen, die „man Polium nennt, und zum Gamander gerechnet werden, beygelegt wird: ſo fann man die erſten Arten Miunzpoley, vie andern Gamanderpoley nennen. Von der Münzpoley ſind zwo Ürten befannt: :) Stumpfblätterige Münzpoley, Zerzpoley, Stöbfraut, Mentha Pule- gium L., wächſt und blühet bey uns in gutem feuchtem Grunde, auf Triſten, Wie- ne ZEI ſchwach ausgezahnt, dergl., in eine Claſſe ſeen, ge als Thee trinfen, Poley ſen, und in ausgetro>neten Gräben in ven Sommermonaten, Die gegen einander überſtehenden Blätter ſind faſt ungeſtielt, etwas haarig, eyſörmig, ſtumpf, und Aus dem*Blättere winkel treiben ſchwache, aber mehr aufge2« richtete Zweige, und an dieſen ſigen viele, von einander entfernte, Blumenwirtel,. Das bläulich purpurfarbige Blumenblate iſt in 4 Lappen getheilt. 2) Spirzblätrerige Uluünzpoley, HZirſchmünze, oder Hirſchpoley, Men- tha cervina L. Die Blumenwirtel mit ihren purpurfarbigen Blumen gleichen de- nen der vorhergehenden Artz nur die Lap- pen des Blumenblattes ſind ſchmäler, und der obere Lappen völlig ganz. Man un- terhält beyde im freyen Lande im Garten, und man fann ſie durch eingeſteckte Zwei- He, vder durch Zertheilung, am beſien aber durc) den Saamen fortpflanzen.-Beyde "Pflanzen muß man wegen des ſtarken Ge- xuh)s und ſcharfen bitcerlichen Geſchmacs unter die gewürzhaften Mittel ſeen, und mit der Doſten ,„: Majoran, Saturey, UU. Die erſte Art wird beſonders bey der Bruſtbeſchwe- xung und in Bruſtkantheiten empfohlen, wenn ſolche eine ſchleimige Feuchtigfeit zum Grunde haben; auc kann man ſelbi»- “Palmer, ein Englt- ſcher Arzt, verſichert, daß man durch die friſche Pflanze die Flöhe vertreiben könne, wenn ſolche in das Bette gelegt würde, Der Name Pulegium ſcheint auch von die- ſex Kraft enlehnt zu ſeyn,; Gamanderpoley, das Geſchlecht Po- Jium, weldjes von den neuern Schriftſtel- Jern mit dem Gamander vereinigt worden iſt, weil beyde Gattungen in Anſehung der einlippigen Blume übereinkommen, und die Arten des Poli nur wegen der mehr nnn eee gg RI eee NEE. wem 8 "».. 9'De-: Poley mehr wolligen Blätter, un der, in ei» nem Köpijchen am Ende der Zweige verei- nigten, lumen ii ſind. tr) Getireckrer Gamanderpoley quit fanzeirförangen Zlättern, Sa- vendelbläcreriger Bergpoley, P. La- vendulzefolio C"D wachſt an ſonnenrei- djen Hügeln. Die Stengel! ſind ekwas holzig, ſchwad), darnieder liegend; die Blätter auf der Unterfläche filzig, auf der Oberfläche hocparun, gegenüber ſtehend; die Blumen auf ven Snaden der Zweige in Sträußern, weiß, im Jun, und Jul, 2) Geſtrecktrer Gamanderpoley mit wolligen ZDiütbröpfchen 13130 dergleichen eingekerbren Ziättern, P. Teucrium, ein niedriges immer grü:- nenves Pflänzchen in Creta, Jtalien und Spanien. Der eckige Kelch iſt weißwol- lig, und das Blumenblatt weis. 3) Wolliger 1 Gamanderpoley mit vorragenden Deckblättern, P. mari- timum ſupinum venetum C. B., wächſt an dem Ufer des Adriatiſc„hervor zu vringen: ſo iſt ein ſo verfälſcter Wein ſehr verwerſlichz ex 0008 ſich aber toeils dadurch ſelbſt, daß derſelbe gar ſiarf an dem Glaſe anhängt, theils iſt die Unrichtigkeit deſſelben durch Solution des Alauns darzuſtellen, Porcellan, eine im Feuer halb ver- glafete Maſſe, woraus allerley Geſchirr, nach Art der Töpferwaaren, verfertigt wird. Die Eigenſchaften eines achten Porcellans ſind folgende: 1) Unſchmelz« barkeit im heſtigſten Ofenfeuer 3; 2) Unver- änderlichfeit bey der ſchnellſten Verände- rung 154 Porcel rung der ſtärkſten Hiße und Kälte; 3) die Fähigfeit, am Stahl Feuer zu geben; 4) Feinheit, Dichtheit und Glätte auf dem Bruch, faſt wie Taſfſent over Emailz 5) reiner glocfenartiger Klang beym Zer- ſchlagen 3 6) reine, glatte, glänzende Ober- Aäche 3. 7) eine eigenthümliche Halbdurch- ſichtigfeit, die weder dem Glafe, noch dent Opale gleicht; 8) vollkfommene blendende Weiße 3 9) lebhafte, wohlgefioſſene Far- ben; 10) Glaſur, die ſich durch nichts, als durch.größere Glätte und höhern Glanz, von der Porcellanmaſſe unterſcheidet; 11) zierliche, richtige Malerey3 12) edie oder- modize Bildung 3 13) gleichförmige daner- hafte Wergoldung. Porcellanerde, eine harte, weiße, oder grauliche Mergelart, die fehr dicht iſt, und ſich etwas loſe anfühlt; doch iſt ſie zuweilen hart, daß ſie geſchliffen wer- ven fann 3; auch: glänzt ſie, wie feiner Sand, Porphyr, ein rothbrauner Stein mit weißen, auch bisweilen mit ſchwar- zen, oder auch gelblichen Flecken, oder mit Flecken von unterſchiedener Farbe, Gemeiniglich wird derſelbe unter die Ja- ſpiSarten gerechnet. Portal, 1) der Haupteingang in eine Kirche, Palaſt oder anderes öſſentliches Gebäude, welcher viel ſchöner und zierli- wärts."Man vermehrt dieſe vortreſſtiche Pflanze durch„die Thei- lung der Wurzel, welche man im Herbſte, wenn der Stengel verwelkt, aus der Erde nimmt, und den Winter über bloß läßt, oder, mit Sande bedeckt, an einem war- men Orte aufvewahren, und im Frühlin- ge wieder in Töpfe, die mit leichter Erde erfüllt ſind, pflanzen, und.auf das Loh- beet ſeßen muß» Die Töpfe ſollen nicht zu groß ſeyn z denn ehe die Wurzel ſelbig* nicht ausgefülle haf, wird der Stengel nicht hervortreiben. Im Sommer muß das Begießen öfters, ober mäßig, geſche- hen. Die Wurzel iſt ekelhaft bitter, und wird für giftig gehalten, 2) Prachtiilie mit ſpigigen Biät- tern, G. implex L. Die Blätter ſind glatt, riechen unangenehm; ſie laufen zwar ſpißig aus 3; verwandeln ſich aber nicht in ein Gäbel ZIER Är Pürſchen 15:9 fen iſt, und alsdann zerreißt oft die Kru» me einmal oder kreuzweiſe; oder wenn die Krume ſeitwärts in krauſen„ knolligen Auswüchſen ausläuft,- und zu weich zu- gleich ausgebacten iſt. Dieſes entſteht gemeiniglich aus der zu wenigen Gahre, die der Teig erhalten hat, vnd alsdany: wird das Brodt auch oft waſſerſchliffig,. Pultdach, Taſchendach, ein Dach, welches vow einer Seite abhängig iſt, und gleichfam die Geſtalt eines Schreibepults hat. Pulverprobe, ein Verſuch über die Gurte des Pulvers,.. Eine dex leichreſten- Proben iſt dieſe: Es wird Pulyer auf ein weißes Papier geſireuet; man zünder es* mit einer Kohle am, und giebt Acht; wenn das angezündere Pulver plößlich auffährt, einen kieinen Schall von ſich giebt, und das Papier anbrennt, oder nicht viel Koh- lenſtaub nac) ſich läßt: ſo iſt es gut; wenn es aber Unreinigfeit zurückläßt 5 lang am aufgeht; hin und her ſyriße, und einen di- den aud macht: jo tauzt es nichts. Gurtes Pulver muß feinkörnig ſeyn, etwas geunlich ausfehen„ ſich anch nicht alsbald mit den Fingern zu: Mel reiben laſſen, hartförnig vieiven, und, in den Mund over auf die Zunge genommen, am: Geſchmacke falt und ſalzig ſeyn. Die(es iſt ein Kenn zelten, daß es eine gute Quantität Sal- peter bey ſich hat, und nicht gar zu viel Kohlen dazu vermiſcht ſind; dergleichen Pulver hat die meiſte Stärke, Pürſchen, das Wild, ſowohl gro- ßes- als kieines, durc) gezögene Röbre, auch Jagöfüinten, erlegen. Das Pürſchen erfordert unter dem ganzen Weidwerke die wenigſten Koſten, weil es eine Perſon mit dem Schießgewehre und einen Hunde Veb= 1692 Pärſchr verrichten kann. Es gehören PDE fahrung und Kenntniß aller Vortheile: ein ſcharfes Geſicht, eine feſie oder ſtäte Hand, ein leiſer Tritt, ein gutes, weder blanfes, noch glänzendes Rohr, xohrge- rechte Kugeln und Schrot, Auf das h9- he Witdpret weiden Sulzen geſchlagen, oder an gelegenen Orten, in Wäldern, Ge- hegen und Zäunen, Stände und Schixme gemacht, dabey aufzupaſſen 3; den Füchſen wird vey den Vorhölzern, ſo wie.den Ha- ſen in Saatfeldern„aufgepaßt. Der Wind muß niemals von dem Jäger auf das Wild ſondern umgetehrt gehen; denn alsdann iſt die Luft und Spurwitterung dem Hunde benommen. Morgens und Abends iſt die beſte. Zeit, dem Wilde auf- zupaſſen. Pürſchrohxr, Pürj ſ: chbüchſe,, diez jenige Büchſe, die zum Pürichen gebraucht wird. Es iſt ſolche gemeiniglich ein gezo- genes Rohr, oder Kugelbuchſe mit einem Deutſchen Schloſſe und tüchtigem Schafe, welcher einen kurzen und hohlen, nachdem Backen ausgeſchnittenen, Anſchlag, und in demſelben auch wohl cin Beykätich en haf, worinn Lade(nWa0n Kräßer und et- liche Kugeln mit SRI liegen Fönnen. Miles Siſenwerk au ſelbigem darf nicht blanf und glänzend, ſondern bl äulich, oder matt im Feuer angelaufen ſeyn, Bür CHAN atf, der Ort, wo das Wild- pret 454. wenn es die Se en aus dem Walde abfahren müſſen, Purzel, Wedel, Rink, der Schwanz der wilden Sauen, Pürzel, ein Hirſchzeichen. Wenn nänzlich der Hirſch mit dem hintern Lauft geaau in den vordern eintritt, daß man es für einen Tritt anſieht: ſo findet man IJ Punct in gufem Boden, wo Ballen und Schä len zuſammenſtoßen, ein kleines Hügel- hen; es muß aver genau beobachtet wer» den, weil es ſich bey feinem Thiere be- findet. Putten, Gruben, aus welchen die Erde zum Deich- oder Dammbau aug geſtochen wordea iſt, Wenn die Arbeiter eine, Quadra fruthe von 20 F. lang und breit, und 4 Fr tief ausgegraben Haben: ſo iſt ſolches eine- von i600 Cubic- Fußen, als wornach-die Arbeiter gelohnt werden, Putpernickel, Pompernickel, ein aus geſchrotenem Roggenmehl geba- >enes grobes und ſchwarzes Brodt, ian großen, langen, vierfantigen Laiben, mit einer harten Kru fte und derben Krume; aber von einer angenehmen Säure, die eie nem geſunden Magen wohl bekommt. Es wird in Weſtphalen durchgehends geba« Fen, und in fremde Länder, als etwas Beſonderes, verführt; wiewohl es in-Ber- lin für: vornehme Tafeln auc gebacken wird. Ein einziges Brodt iſt öfrers über 50-Pfund ſchwer. Der Teig dazu wird recht derb geknätet, und muß 24 Stunden im(50 der überall verwahrt it, blei- ben, damit es gut durc<<<enartiger Stein, Ex läßt ſich poli- E rens wN: YE; 0. 4 x "ie eie. „n. NT <5 <| “* . ij WG 162 Que renz doch ſelten ſo glatt, wie ein Jaſpis 3 zedoch findet man Stü>ern und an- dern angebaueten Stellen. Es iſt ein ſo beſchwerliches, und jedem A&crwirthe ſo befanntes Unfraut, daß eine nähere Be- ſchreibung deſſeiben unnöthig iſt. Cine gänzliche Ausrottung iſt nicht zu erwar- ten 3 wohl aber eine ſolche Verminderung, daß die zu erbauenden Früchte nicht fon- derlich. davon beſchwert werden- Das Aufpflügen des Ackers in den Sommer- "monaten, und zwar an heißen und dürren Tagen; nicht weniger das darauf folgende Ausziehen mit der Egge iſt das gewöhn- lichſte Mittel, es zu vermindernz ſelbſt der Anbau ſolcher Früchte, die mit der Hacke, z. B. Kartoffeln, Weißkohl, u. ſ.f. bearbeitet, und vom Unfraute gereinigt werden, iſt dem Fortwuchern der Duecken ſehr hinderlich; auch breitblätterige Früch- te, z.B. Rübſen, Erbſen, u. dergl. erſtt- >en dieſes Unkraut unter ſich. Ob aber gleich mehrere Feldfrüchte dem Fortkonr- men der Querken hinderlich) ſind: ſo iſt es - doch der Hanf vorzüglich, weil der Aer dazu ſehr oft gepflüger, und der Hanf ſelbſt, der gemeiniglich erſt zu Ausgange des Maymonats, oder in den erſten Wo- er den wenigſten Windhalm bekom?» men, weilt die Saat von dem Dünger ſchnell in die Höhe getrieben wird, daß die Queen nicht den Vorſprung bekommen, ſondern ſpäter nachkommen, und kraftlos bleiben müſſen, Hiebey iſt noc< zu mer- ken, daß man in queckigen, oder zum Queckenunterhalt geneigten, Feldern nicht müſſe zweymal hinter einander Winter- frucht, 3. E. auf Waoizen Roggen, ſon- vern vielmehr Sommergetraide folgen laſz ſen, weil die Duecken zu den Winterfrüch« ten gehören 3 weshalb auch Linnäus dieſes Gewächſe Triticum repeas(friechenden Waizen) genannt hat, Auf den Brachfel- dern En da SSRI NT IRT ITNISN IN DIET GENRE Oe IR Gd un ENEN SII tere ZR Sd S2 4 uE een Oued>dt dern geben die Queen, wenn das Ge- wächs jung abgeweidet wird, dem Viehe gute Nahrung; wenn es aber zu alt ge- worden iſt, und die Halme ſchon in Aehren ſtehen: jo will ſich das Weidevieh nicht mehr daran vergreifen, weil die ſteifen Grannen das Zahnfleiſch ſtechen, und dar- inn ſiken bleiben. Macht das Quecen- gras den meiſten Theil der Wieſen aus: ſo müſſen dieſe dann, wenn das Gras vor oder in der Blüthe ſteht, gemähet wer- denz; wofern der gedachte Zufall richt auch eintreten, und das Heui dem Viehe nicht unangenehm werden ſoll. Die friſch mit der Egge hervorgebrachten Queen, wenn ſie auf der Häckſeilade klein zerſchnitten werden, können auf dem Flugſand ausge- ſtreuet, und untergepflüget werden, damit ſie daſelbſt aufgehen, und einen feſten be- gruſeten Boden verſchaffen. Unzerſchnit- ten aber werden ſie in tiefe naſſe Wege ge- fahren, um ſolche damit zu erhöhen. Ge- trocknet, und in der Scheune durc) ein leichtes Ueberdreſchen von der anflebenden Erde oder dem Sande befreyet und ausge- ſchüttelt, geben ſie, zu Häkſel geſchnitten, ein vorzüglich kräftiges Futter für Schaf- und Rindvieh, Eben dieſe getrockneten Queen, Statt des Strohes, zu Lehm- „oder Wellerovänden gebraucht machen ſol» en: ſo fann man ſie den Schafen unter- ſtreuen, wo ſie, wenn nach und nach Stroh aufgeſtreuet wird, erſterben, Queckſiiber, ein mineraliſcher flieſ- x Queera 163 ſender Körper, der ſich in unendliche Thei- le zertheilen läßt, und wieder in eins zu« ſammentſließt. Es zieht alle Metalle an ſich, und löſet ſie auf; und zwar Gold am liebſten; Eiſen aber am ſchwerſten.- löſen läßt es ſich an und für ſich ſelbſt in Scheidewaſſer; ſublimirt aber in Königs» waſſer; auch wird es überhaupt zu vielen Dingen gebraucht, als zum Reinigen der Metalle, zum Vergolden, eben ſo häufig in der Arzney. Quendel, Feldkümmel oder wil- der Thymian, Thymus SerpillumL., ein gemeines Kraut auf magern Triſten und ſandigen Hügeln. Es hat harte, röthiiche, geſtreckte, an dem obern Theile aufgerichtete Stengel, runde Blätter, röthliche, ſelten weiße Blüchen, worauf eine Hullſe mit ſchwarzem Saamen folgt. Dieſes Kraut hat einen ſtarken, angeneh- men Geruch, eine zertheilende und reini« gende Kraft 3 Linnäus empfiehlt daher von demſelben den wäßerigen Aufguß bey Kopf» ſchmerzen, welche nach einem Schmauſe erfolgen, weil dadurch der Maaen geſtärkt, und die Blähungen ausgetrieben werden, Zum äußerlichen Gebrauche bereitet man varaus Bäder und Umſchläge. Die Blü- the im Jun, und Jul. giebt den Bienen gute Ausbeute. Jun der Hauswirthſchaft pflegt man das getrocknete Kraut mit un- ter die Quarkkäſe zu chun, welche davon einen angenehmen Geſchmac> bekommen. Im Garten unterhält man eine Spielart mit ſchecfigen, oder weißen und grünen Blättern, Die ſchönſte Abänderung auf erhabenen Feldwieſen iſt der Citronen- quendel, welcher ſich durch ſeinen Citro» nengeruch gar ſehr unterſcheidet, Queeraxk, eine Art der Zimmerlen« fe, die an jeder Seite ihres Gehäuſes ein X 2; Blatt 1 x! EX | 7w| * "+x..& FTM WK Ly SIDE EDU EEEH ERLE KERIDE LA 05, SEEN 164 Queerb Blatt hat. Das eine Blatt läuft mit dem Gehäufe in gleicher Richtung fort; das andere ſteht nach der Queere- Mit dem erſten hauet der Zimmermann nach der Queete ein koch vor(lochet) 3 mit dem leßtern hauet er nach der Breite vor, und hoblot hiemit das Zapfentoch aus. Jedes Blatt it x F. 3.3.3 das Gehäuſe aber 27 Z- lang. Queerbalfen, ein Balken, welcher in die Queere geht, Queerbänder, diejenigen Hölzer, welche bey hölzernen Brücken zu deyden Seiten um die Johpfähle gemacht wer- den, um ſie zuſammen zu halten, damit fie nicht-ausweichen können. Querder, die Lorkſpeiſe over Köder womit man Fiſche fängt- Zu Hechten hraucht man Kaulhaupte oder Fröſche. Man zieht von dem Hintertheile der Frs» ſche die Hauk ab 3 läßt ſie im Rindertalg braun braten: dann beißen die Hechte gut an. Alle Raubfiſche müſſen mit Fiſchen, die nicht von ihrer Art ſind, gefangen wey- den, Quinconee, die Figur einer Flä- und Geruch; auch reines Quellwaſſer damit gemiſcht, macht einen guten Kühltrankf im Sommer. Die vornehmſte Kraft der Quitten beſteht überhaupt in Stärkung der feſten Theile; ſonderlich der erſten Wege; ſie werden da- Her' bey geſchwächter Verdauung, Durch- - Rabe 365 fallen und dergleichen Krankheiten nükli- können folglich dazu, und zum Cinma- hen, beſſer gebraucht werden, als die ge- meinen Quitten 3 doch ſind die Bäume we- niger fruchtbar. c 4 Junge, die fie mit alleriey CJewäürme aufziehen. Wenn dieſe Jungen im Hauſe erzogen werden> ſo lernen ſie X 3 veden 3 165 Rabenſ“ "reden; haben aber eine unangenehme gro- be Sprache. Rabenſchnabel, ein Hufeiſen bey ſolchen Pferden, die nicht gerade auftre» tenz ſondern Stelzfüße haben, und nur auf den Zehen gehen.- Dieſes Hufeiſen muß bey den Zehen länger ſeyu, als ſon- ſten. Man muß hbiebey die Ferſe des Hufs ſehr niedrig abnehmen z; doch die Seitenwände nicht aushöhlen, um den Fuß nicht zu- ſchwächen. Das Eiſen muß, wenn es Noth thut, wohl 2 Finger breit noch vor der Fußzehe vorſtehen; daſcibſt audh dicker, als hinten, feyn, damit das Pferd auf dieſe Art gezwungen ſey, die Kehle beym Auftreten.hinabzubiegen, daß der Nerve ſich wieder.ausdehne. Radärme, ſind bey oder in den Mühlen die Holzſtüke, wekhe durch) die Walle, oder den Grindel hindurch gehen, und ſv lang ſind, als es die Höhe des Ra- des erfordert. Radebohrer, ein Löffelboßrer, womit von dem Stellmacher das Loch der Nabe, nachdem es mit dem Zochbohrer erweitert wo"den. iſt, völlig ausgebohrt wird, Cs werden.gemeiniglich 3=- 3 ſolcig. ſind Es giebt Fenſterrahmen, Schubraßhmen, u. ſ-f. Rahmholz, bey den Tiſchlern die -aufrechtſtehenden und überzwer< gebenden Hölzer, welche eine oder mehrere Füllun- gen einſchließen 3. bey den Zimmerleuten aber wird dadur) ein vierkantiges Holz verſtanden, weiches mit Cinſchnicten ver= ſehen, und bey Ständerſielen über den obern Balken zu beſſerer Zuſammenhal- tung angebracht wird. Rahmenſchenkel, ſind an den Thü- xen die langen veraufgehenden Rahmenhöl- zer. Man nennt ſie öfters aufrechtſtehende Stücke; auch Rahmen.- Rahmeuſchirme vor den Fen- ſter, werden gebraucht, um die Zim- vor der großen Sonnenhtzjiße im Sommer, und im Winter vor der Kalte zu bewah» Lens Raiſerb 167 “ Rahmſtücke, diejenigen viereckigen Balken, welche auf die Schwellen eines Gebäudes, ſowohl der Umfaſſungswände, als auch der Scheidewände, gelegt wer» den. Jedes Rahmſtü> muß genau ſo lang ſeyn, als die Schwellen, worauf es zu liegen fommt; denn in beys de werden die Stiele und Bändex einer Wand eingezapft. Es wird auf jedem Rahmſtücke bemerke, wo eine Scheide- wand neben den Rahmftücken zu ſtehen komme„ damit nach Maaßgabe dieſer Zei- en be- findlicher', Strich Landes, welcher unge- pflüget bleibt, und theils zur Gränze oder zum Mahl, theils zar Gräſerey oder zu Daumpflanzungen gehalten wird. Das Wort anratnen iſt in Anſehung der Ae>er eben ſo viel, als anzränzen. Die Raine ſind avr manchen Orten ungecheilt, da näm- lic) ein jeder Feldnachbar ſeinen Rain, es . ſey zur rechten oder zur linfen, beſißt, und ſoichen für ſich allein nußt, Rainbalken, Rennebalken, feh- lerhafte Streifen oder Raine, da der Pflug über der Erde wegrutſchet, und ſel ſondern den Pflug aisbald zurückziehen, und ihn da wieder einfe- ßen, wo der Anfang des Rennebalkens geſcheben iſt. Raiſerbäume, die vordern, mitt- kern und hintern Bäume, ſowohl über den Brückhöizerw, als auch bey den Fa» ſchinen bey einem Strudelbaue, 2. s Ram- nE m 4.05 Rams 1Cg8 Ratume, eine Maſchine, mit wel 79 F. boch zu ſeyn, nachdem man die Pfähle mehr oder weniger einrommen will. Der täufer, eine ſenkrechte Säule, woran ſich die Ramme ſelbſt bewegt, wird mit Bän- vern und Streben befeſtigt.» Der Bär iſt mit 2 hölzernen, mit Ciſen beſchlagenen, Plauen an dem Läufer beſeftgt, u8d läßt ſich an demſelven auf» und abbewegen. Kaminen, die Stampfen, mit wel- er in den Holländiſchen Oelmühlen, ſo wie 4n den Deutſchen mit den Schlegeln, vie Keile, womit die Delkuchen zuſammen- gepreßt werden, in die Dellade eingetrie- ben werden. Ran;pe par Reſſaut, ein Fran« zöſiſches, im Bauweſen beybehaltenes, Work, wpmit die Treppenwange vedeurfet wird, welche durch den Ruheplaß oder die Stattdeſſen befindlichen. Wendelſtufen un- terbrochen wird. Randpfähle, die Pfähle, welche vor einem Strudel, oder anderm Waſſer- Haue, vorgeſchlagen werden, damit ſelbi- ger nicht gegen„das Waſſer überkippen Fann.| RKanunfel, Hahnenfuß Ranun- culus, eine Pflanzengatts1g, die mehr als 40 Arten unter ſich begreift; woven wir aber allein die vornehmſten anführen wollen. u. Kanvukelp mit ganzen Dlät- terin 1) Geſtreckter Ranunkel mir lan- zetförmigen Blättern, ZEgeltraut, Speer- Gicht» Drennfraur, YDaſ: GEENGELE Ranun? ſerbabnenfuß, R. Flammula L,, it on feuchten Oertern ſehr gemein, Der Sten» gel iſt ungefähr 1 F. lang, gemeiniglich geſtreckt; richtet ſich aber bieweilen, beſons ders mit.dem obern Theile, in die Höhex iſt mit Knoten verſehen, und einigermaaßeu eFig. Die Blätter ſind lanzetſörmig; die Wurzelblätter aber zeigen einen längern geſurchten Stiel, und laufen an beyden Enden ſpißig zu Die Kelce bezeichnet, Scda- Fen und Pferden iſt die Pflanze ein Giſt3 unter dem Heue von naſſen Wieſen aber unſchädlich, weil das ſcharfe ffüchtige We» Fen bey dem Austrocknen vergeht, oder doch vermindert wird, Der Name'Zgeikraut bezieht ſich auf die Egel ober Blutigel, wel» he ſich in dem faujen Waſſer unter dieſem Kraute gern aufhalten, 2) Kriechender Ranunkel mit tge- Haarten ſchmalen Biättern, R. re- ptans L., wächſt in Jumpfigen Dertern, und um die Landſeen. Der ſchwache Stengel treibt überall aus den Knoten un- terwärts zarte Wurzelfäſerchen 3 die gele ben Blumen ſtehen einzeln, geſtielt und flein, 3) Aufrechtſtehender Ranunkel mit lanzetförmitggen Dlättern, lan- ger Waſſerbabnenfuß, Speerkrauty R. Lingua L,., wächſt häufig inden Wajſ- ſergräben, und um die Teiche. Der Sten» gel iſt.di>, gegliedert, hohl, 2=>3&F- hoc), heilt ſich nahe unter dem Gipfel in einige wenize Zweige, und die Blumen ſind groß, ſchöngelb, im May und Jun- Was bey der erſten Art angemerkt worden iſt, gilt auch von dieſer; ja dieſe überrrifft an Scharfe noch jene, 4) ae enen dnnn u Die ene SEEN un Ranunk 4) Weißer verzblätteriter Ra- nunbel mit Fnolligen LWurzein, R. amplexicaulis L., findet ſich auf den Alpen und Pyrenäen. Der Kelch) iſt weiß oder purpurfarbig; die“Blumenblaätter groß, weiß und geſtreift. Dieſe Pflanze ergält man in hieſigen Gärten im freyen Lande, und zwar in einem ſchattigen Orte und lei- migen Boden, 5)'Sinblyumiger Ranunkel mit verſchiedenttiiy geſtalteten Diät- tern, Schweizeritcver Hahnenſfuß, LVolfswiirz, Leopardenwurzel, R. "Thora L., hat mit der vorhergehenden Art einerley Vaterland, Der Stiel ijt et- wa 9 Z. bo“; trägt eine, jelten 2 Blu- men, die flein ,„- glänzend, gelb, geſtreift und unterwärts- gefle>t ſind, Dieſe iſt eine der ſchärſſten ärten, welc, nach der Wurzel zu ſchwammig, aufgerichtet, un- gefähr 2 F. hoch, in Zweige verbreitet, und e>ig. Alle Blätter ſind glatt, die unterſten lang geſtielt, halbtellerförmig, und in 3 Lappen getheilt; von welchen die beyden äußerlichen in 2, der mittlere in 3 fieinere Einſchnitte abgeſondert, dke obern ſchmäler, aber gleichfalls in 3 Lappen zets ſchnitten, und fingerjörmig geſtellt ſind; die oberjien aber ſind ungetheilt und eyſör- mig. Der Kelch der im Frühlinge her- vorkommenden Biumen iſt klein, blaß- gelb, und das Honiggrübchen iſt mit ei- nem Rande umgeben. Das Fruchetöpf- net und ; untcr DEE 170 Ratnunk unter das Heu gemiſcht, ſchadet auch bie« ſer Ranunkel dem Viehe gar nichts. 8) Vielbluyumigger weißer Ranun- Pel mit fünflappigen, ſpirzigen Blättern, Berzbhahnenfnß mit wei- ßen Ziumen, R. aconitifolius L., hat ſein Vaterland auf den Alpen, Im Gaxr- ten wird die Spielart mit weißen gefüll- ten Blumen ohne beſondere Wartung un- ferhalten, y) KRynolligger, oder zwiebelitger, auch rundwurzeliger Ranuntel mit dreyplappiggen Zlärtern und zurück- geſchlagenem Reiche, R. bulbolusL,, wird auf Wieſen und Triſten gefunden, Der dünne, aufrechte, vielblumige Sten- gel iſt etwa 1 F. hoch, Die Blumenblät- ter ſind gelb, glänzend, beym Anfange grünlich gefle>t, und am Rande zuwei- len etwas ausgeſchweift. In den Gärten findet man eine Spielark mit gefüllten Blumen. Die ganze Pflanze beſißt viel Schärfe, und übertrifſt faſt Nr. 7. Die alte Wurzel wird milder, wenn ſie mit Woſſer abgekocht? wird, und könnte wohl ohne Schaden geſpeiſet werden. Die Lkand- leute Fennen dieſe Pflanze vorzüglich als ein blaſenziehendes Mittel, 10) Rankender Ranunpbel, Prie- hender Hahnenfuß, R. repens L., wächſt in den HeXen, um die Wälder und an angebaueten Oertern häufig, und b!ü- het vom April bis Ende des Jun, Die Blätter ſind zuſammengeſeßt, und die ge» ſtre&>ten Ffriechenden RKanken ſchlagen, ſo wie ſie auf der Erde fortlaufen, an jedem Gelenke Wurzeln. Die Blumen ſind. glänzendgelb, die Stiele gefurcht, die Kei- che ausgebreitet, im May und Jun, Jn den Gärten hat man die Abart mit ſehr ſtark gefüllten Blumen z; ſie muß, weil ſie bald alle neben ihr ſtehende Pflanzen übeyx- Ranunk läuft, mit Fleiß in Schränfen gehalten, und ihre Ausläufe mit Fleiß abgekniſſen werden.;| 11) Anfrechtſtehender vielblumi- ter Ranunkel mit gefurchten Blüth« ſtielen und viellappitzen Higärtern, R. polyanthemos L., wächſt in der Schweiz; auch in der Pfalz. Haller ver- muthet, wie dieſe von der folgenden Art nicht genug verſchieden ſey. 12) Aufrechtſtehender vielblumi« ger Ranunkel mit rundlichen Slüth« ſtielen nd dreplappiczen Blättern, brennender oder gemeiner Hahnens fuß, Butrerblume, Schmalzblün- lein, R. acris L., wächſt auf Wieſen und Weiden. Die Wurzel iſt zaſerig, dicht, oben mit einander verbunden. Die Blät- fer ſind dreyrheilig, vielſpaltig, dunkler grün, als die kriechenden Arten, und lang geſtielt. Der aufrechte Stengel wächſt 1 F. hoch, oven äſtig 3 die obern Blärtex ſind in ſirichförmige Abſchnitte zerſchnit- ten, Die Blumen ſteben auf den Spie ßen aller Zweige, auf runden Stielen, glänzendgelb, zeigen binterwärts einen grünlichen Flecken, und die Keichblättchen ſtehen ausgebreitet, ſind rauch, und durc) einen ſchwarzen Strich der Länge nach ges theilt. Dieſe Art beſißt ebenfalls in allen Theilen eine große Schärie z; welche aber, wie bey den meiſten andern Arten, ſehr gemildert wird, wenn folc. Kraut und Blumen ſind ſcharf; doch auch nach dem Geburtsorte verſchieden, 16) Einblumiter großer Ranu- kol mit Pnolliger Wurzel, R. zutae- Ranunk Lx folius L., wächſt auf den Alpen und in Deſtetreich. Die wenigen Blätter ſind groß 3 gleich denen der Raute mehr als zweymal zuſammengeſcßt, ſehr zierlich, weich, glatt. Die Blumen ſind glänzende gelb, groß, hübſch, aus 13 und mehrern Blättern zuſammengeſeßt. Die im Gax- ten unterhaltenen Sorten ſind: 1) mit eine fachen Blumen, eine wegen ihrer ſchönen Blätter und Blumen ſchäkhare Pflanze; 2) mit gefüliten Blumen, groß, ſtark ge- füllt; 3) mit auswendig blauen oder rothen, und inwendig weißen Blumen; eine nicht weniger ſchäßbare Sorte, Dieſe etwas zärtliche Pflanzenart erfordert einen war- men und gut gedeckten Plaß; wenn aber ſehr ſtarker Froſt eintritt: ſo muß ſie mit ein wenig loerer Streu, oder dergl,, be dect werden. 17) Aſiatiſcher oder Perſiſcher HSahnenfuß, insgemein Ranunkel ge- nannt, R. Aſiaticus LL, Nſien uiid Mau« ritanien ſind das Vaterland, und wir ha- ben in unſern Blumengärten erſtaunlich viele Sorten. Sie werden in 2 Claſſen gefheilt: in alte Türkiſche und in Per- ſiſche Ranunkeln; welche leßtere, wes gen ihrer mannichfaltigen reichen Zeich« nung und Farben, vor jenen erſtern einen beträchtlichen Vorzug haben, 2) Aite Türkiſche Ranunkeln, Die- ſe treiben einen ſtarken, gewöhnlich einfa- kt: ſo kann man über das Beet Moos, Baumiaub, Stroh oder Reisholz legen. Es iſt wohi zu bemerken, daß man die aus der Erde genommenen Wurzeln abtrock- nen muß, wobey zugleich ſelbige von den anhängenden Blättern, Stielen und Fäſer- jen gereinigt, und an einem trocknen Or- te bis zur Zeit, da ſolche wieder eingelegt werden ſollen, auf“ehalten werden. Will man dieſe tyeilen und vermehren: ſo ge» ſchiehet es am füglichſten, wenn ſie aus der Erde genommen werden; ſind ſie ges trocknet: ſo zerbrechen ſie leicht, und viele Knöllchen gehen verloren. Durch die Fortk2 pfionzung ver Wurzel vermehrt man aber nur, wis bey vielen andern Gewächſen, ſeine vorrärhigen Sorten: erhält aber keine neuen. Wer nun dergleichen haben will, der muß ſchlechterdings von den halbgefülle ten Biumen den Saamen wählen, und auch von dieſem erhält man öfters keinen, weil ſolcher gar leicht durch Sonnenbiße und anhaltenden Regen verdorben werden kann, ehe er zu ſeiner Reiſe gelangt.. Hak nian 'Q: el: (1: (es iht (der ts neh eicht neh ein: hat, und. fann (aub, n die rods den ſer: Or- (et Vil 0 98 aus e(vw viele Fort» aber (en, feine n 0, fülle und (net, nyiß eröen Zet nian -Dal FENN rn RÜ Ratfſunk man aber dergleichen? ſo wird ſolcher im März in Käſten, oder auf ein zugerichte» fes und mit Sand vermiſchtes Beet aus- geſtreuet, und ſolches feucht erhalten, da venn ſolnen. Um das Gyas und andere darauf wachſen- de Pflanzen furz zu erhalten 7 pflegt man ſchwere Walzen darauf hin und her zu rol- len; ſfolce auch bey mehrerm Wachsthu- me mit der Sichel abzuſchneiden, Cine andeexn und wichtigern NMußen giebt der aus» geſtochene Raijen, wenn man foichen über einander legt, ein Jahr„auch noch iänger, alſo liegen. läßt, und, nachdenz- ſolcher in der Luft verwittert, und alles in Exde ver» wandelt worden iſt, auf die Aecker bringt; und diefen dadur< eine neue Fruchtbarkeit mittheilt, Dergleichen Raſentüngung dient beiondors auch den Hopfgarten. und Weinbergen 3 ſonderlich wo zu oberfi in den Bergen die Weinſtöcke ſebr entb!tßt wer- den. Auch vie Erde zu Zwiebelgewächſen Ui; und NASE ITEN 174 Raſen und mattHerley ausländiſchen. Gewächſen wird durc Zuſaß des Raſens geſchickt ge- macht, nochdem alles einige Zeit an der freyen Luft gelegen, und ſich gehörig ver- ändert hat. 350ann man kurzen Biehmiſi darunter mengen? ſo wird davon ein ſo fräftiger Dünger, daß er, auf magere Wieſen ausgeſireuet, den Graswutos uUn- gemein vermehrtz auch kann matz die ge- eroc>uneten Raſea in den Schaffiällen, mit Stroh vermengt, zum Unterſtreuen ges brauchen, und davon eine der beſten Duün- gererden gewinnen. Wo das Raſenplag- gen, oder Ausſtehen des Raſens, üblich iſt, doſelbſt kann ein fleißiger Arbeiter tag lich 6=“ 7 Scho> mit beſonders dazu ge- machten Haue liefern, wenn der- Boden nicht ſteinig iſt. Je mehr die Raſen Wur» zeln haben: deſto b<ſſer düngen ſie. Man muß aber auch dabey auf den Nacwuchs Bedacht nehmen, und den Raſen nicht zu tief ausſtechen, damit no7 Wurzeln zur neuen Kennung übrig bleiben, oder die nacfende Fläche. mit Heuſaamen be- ſtreuen. Raſenſiüe, eine Gattung der Par- torres und Zuſtfücke in anſehnlichen Luſt- gärten. Es ſiad Figuren, aus grünem Raſen dergeſtalt zuſammengeſeßt, daß nicht nur gewiſſe Gänge daran befindlich) ſind, welche hernach, nebſt dem andern Zwi- ſchenraum, mit ſchönem farbigem Sande oder Muſcheln ausgeſüllt werden 3 ſondern auch wohl in die Figuren fFelbſt zierlich ge- ſchnittene Bäume na< gewiſſer Ordnung geſeßt werden. Auf dieſem ausgeſchnitte- nen Raſen pflegt man das Gras durch ſchwere eiſerne»?Balzen immer furz zu ex- halten, Raſenſfücke zum Dec>en des Meilers, ſind 4-5 3. dike Naſen, Ratte vie auf dem Plaß, wo der Kohblenmeiler zu ſtehen kommen ſoll, ausgeſtochen wer- den, um den fertigen Meiler damit zu bes Fleiden, Dieſe Raſenſtücke können ſo feſt in einander geſchlagen werden, daß nir- gends Raud), als nur da, durchfommen Fann, wo es die Abſicht des Köhlers erfor» dert. Da au) durch ſoiche alle nöthige Regtrung des Feuers in dem Meiler be- werkfſreiligt werden kann: ſo iſt die Bede- Fung init Ratenſtucken unter allen ander; die beſie, Raſpel, ein gut gehärtetes eiſernes oder ſtählernes Werkzeug, faſt wie eine Feile geſtaltet 3 nur daß die Raſpel, an» ſtart der ſchrägen Feilenhiebe, ſpiße Hiebe erhält, ſo daß ihre Oberfläche ſcharfe vor» ſpringende Spißen biüdet, Site iſt für Holizarbeiter und andere Handwerker ein ſehr nüßliches Werkzeug; man hat ſie aud) von allerley Geſtalten, je nachdem die Arbeit iſt, die damit gefertigt werden ſoll. Deswegen giebt es gerade, gleiche ſeitige, halbrunde, dreyectige, gebogene, runde und andere Gattungen,| Ratte, Raße, Mus domeſicus maior, Mus Rattus L. Dieſes be- fannte Thier hält ſich, wie die Mäuſe, gern in bewohnten Häuſern, Scheunen, Kornböden und Ställen auf, und unter ſcheidet fich von ſelbigen vorzüglich durch die Größe und Anzahl der Zehen. Die Nahrung der Hausraßen beſteht in Ge- fraide, Obſt, Fleiſch und andern eßbaren Dingen. Sie zernagen auch gern das wollene und lederne Hausgeräthe, und durchlöcelten und in"Butter gebratenen Schwämmen on allen Orten herum, wo Ratten uns Mäuſe findz; und zwar nicht wenig, weil darauf, daß ſie ſich) recht jatt freſſen fFönnen, alles anfommt. Daneben muß man ein Gefäß mit Waſſer ſiellen, und einen Stein hineinlegen, das mit ſie daſſelbe nicht umſioßen können, Sobald Ratten und Yiäuſe von dieſer Zu- richtung gefreſſen haben; ſo fängt die Ratte 75 braune, ſalzige Butter an in ihrem Ma- gen ſo zu brennen, daß ſie alsbald nach dem Waßſr laufen, und ſich recht ſatt ſau- fen; bierauf quillt der Schwamm, der ſei- ne Schwammart behalten hat(denn wie oben erinnert worden iſt, darf er nicht zu braun werden, ſondern nur zuſammen- ſchrumpfen), dermaaßen von dem Waſſer auf, daß die Thiere davon plaßen. Kann man aber Hunde und Kaken auch von denz Orte dieſer Zurichtung nicht abhalten; ſo darf man nur Mehl, es ſey von welchem Korn es wolle, mit unge:öſchtem ſein zet- ſießenem Kolk vermiſchen, und in einem andern Geſäße kaltes Brunnenwaſſer da- neben ſeen, daß vie Roken nach gehalte ner Mahlzeit davon ſoufen, und hierauf ſterben 3 aud) UCH man die, im Auguſt monat auf den Brachfeldern haufig wach- fenden, Königskerzen EEN wider Raßen und VMäufe. Man legt ſoten und Winkel der Gemächer 3 auch zwilchen jede Schicht des Getraides. QWute Kaßken ergreifen zwar auch) gern die Raßenz; freſßen ihnen aber allenfalls nux den Kopf ab, und laſ- fen den Rumpf liegen. Dod ſreſſen ſchlech? gefürterte Kaßen wohl den ganzen Körper auf; ſie bekommen- aber gern die Auszebrung davon, und ſterben. Hie- wider gieb? man ſolchen Kaßen, wenn man weiß, dB ſie Ragenfänger find, fettes Butterbrodtz denn zu aller Zeit hat man feine, zur andern Zeit recht viele RKaßen, Sie ſtellen ordentliche Wanderungen anz wie ich ſie dern einigemale am hellen Ta» ge darüber betroffen habe, daß ſie zu Hun- derten, alle mif und hinfer einander, von einea Dorſe zu einem andern liefen; wg» durch jenes auf lange Zeit ohne Raßen, und dieſes deſio länger damit angefüllt blieb. 176 Rottenk blieh. Das gemeine Wieſel iſt für die Raken noch ein gefährlicherer Feind, als die Kaßen; ungeachtet daſſelbe ungleich kleiner iſt, Rattenkönig. Unter dieſem Na- men wird gemeiniglich ein Monſtrum ver- ſtanden, wel- nen ODertern, und wechſelt zugleich mit Vek, Regllexicon IV, Theil, Raufke 177 den Blättern» Der Stengel iſt aufrecht eckig, 2= 3 F. hoch, in viele Zweige vere« breitet, mit glatten, glänzenden Blättern, und ganz kurzen, dicken, eyförmigen Scho- ten. Die Pflanze beſißt viel Schärfe, und kann füglich Statt des Rettigs und Senfs gebraucht werden. b) Mit Schoten an dem ZBlät« terwinkel . 4) Gehäufte Rauke, mit austte- ſchweiften Blärtern, vielſchotige aufe, 8. polyceration L., wählt in Jtas zien und in der Schweiz, c) Mit nackendem Stenttel 5) Rauchbaaritge Rauke, Heide- ſenf, S. arenoſlum L,, wächſt in denz Brandenburgiſchen und der Niederlauſiz auf hüg- lichten Kienheiden; beſonders um die hohlen Wege, und wo die Waſſer ablau- fen. Die Wurzel iſt jährig. Auf der Ere de liegen viele, wegen der ſteifen Haare rau anzufühlende, gefiederte Blätter, Die Schote iſt lang, und durch den Saq- men ausgedehnt. Das Kraut wird von den Schafen geliebt, und iſt ihnen ein ge- ſundes Futter. Es hat einen gemäßigten Geſchmack; der Saame aber iſt ſcharf. d) Mir nefiederten Blättern 6) Die hohe Rauke mit rückwärts gerichteten Blätterlappen, 8. altiſk- mum 1, Die obern Blätter an Stengel und Zweigen ſind ſchlechtweg ausgeſchweift, und ſpadenförmig 3; dielangen Schoten ſte- ben gemeiniglich gerade in die Höhez die Pflanze vermehrt ſich durc den ausfallen- Saamen häufig. e) Mir ganzen Blättern 7) Lanzetrblätterige Rauke, 8. ſiriqiſlimum L., wächſt auf den Gebir« gen in Jtalien und der Schweiz, Einige Kräuterlehrer vereinigen no< Si- ſymbrium und die Erucam mit einander; : welche EE LG HEN Eb] 4. Tr 0. aS 50 178 Raupe welche leßtere man zum Unterſchiede von der vorhergehenden Daſtard- oder Afrer- ranke nennen kann, Nach der Linnäiſchen Abtheilung kommen 3 Arten von der Eru- ga vor, als: 1) DaſtardraufFe mit glatter kurz- gehörnter Schote, großer weißer, oder wilder Senf, Raupeln, Braßlica Erucaſtrum 1. Die Schoten ſtehen weit vom Stengel ab; ſie ſind einigermaaßen viere>ig, di>, und endigen ſich mit einem kurzen, ſtumpfen Forkſaße, Es wird die- ſe Pflanze, die aus dem Saamen leicht zu erziehen iſt, von einigen als Salat gebraucht, JIhr Vaterland iſt das mittä- gige Europa. 2) Daſtardrauke mit haariger - langyebörnter Schote, Braſlica Eru- ca L,, wächſt als ein Sommergewächs in der Schweiz. Der eckige, mit wenig Borſten beſekßte, Stengel erreicht 2-=- 3 F. Höhe, und verbreitet ſich in viele Zwei- ge. Die Schoten ſtehen aufgerichtet; ſie ſind viere>ig, und mehr rauch, als glatt; fie endigen ſich mit einem ſtarken dreye>i- gen und am Ende geſpaltenen Fortſaße, Die Pflanze wirt, wie Senf, Rettig, Meerrettig und andre nab verwandte Pflan» zen y die zähen, ſtofenden Säfte auflöſen, und durch dieſe Wirkung bey der Waoſſer- fuche, und andern dergleichen laygwierigen Krankheiten, nicht ohne Nußen gebraucht werden können. 3) DaltardrauFe mit baaritger auftgeblaſener Schote, Braſſica veli- caria L., wächſt in Spanien, und iſt ein Sommergewächs, Raupe, Eruca L. Da dieſes Jn- ſect überall bekannt iſt: ſs bedarf es keiner umſtändlichen Beſchreibung deſſelben. Wenn man auf die Füße der Raupen ſie- Raupe het: ſo trifft man eine große Verſchieden«- beit an; voc) haben die eigentlichen Raupen niemals mehr als 16, und nie- mals weniger als 8 Füße. Diejenigen Jnſecten, welche zwar jonſt den Raupen ähnlich ſehen, aber entweder mehr als:6, oder weniger als 8 Füße haben, verwan- deln ſich in Weſpen, Fliegen, und andere dergleichen JInſectenz aber niemals in Schmetterlinge; daher ſie von den Na- turforſchern Afterraupen genannt werden. Es ſehen aber die meiſten Naturforſcher bey der Eintheilung der Raupen nicht auf ihren unvollfommenen 2arvenſtand; ſon- dern auf die Beſchaffenheit ihres Körpers nach ihrer Verwandlung in Schmetterlin« ge. Daß aber die Raupen in Anſehung der Größe, der Farbe, der Lebengart und übrigen Umſtände ſehr verſchieden ſind, wird allen Leſern längſt bekannt ſeyn. Der Körper iſt bey einigen glatt; bey andern aber auf verſchiedene Art mit Dornen, Stacheln oder Haaren beſekßt; daher die von der Steife oder Lage der Haare herge- nommenen Benennungen der Dornrau- pen, Strachelraupen, Bg&renraun- pen, Büſchelraupen und Bürſten raupen entſtanden ſind, die ein jeder auch ohne weitläufige Erklärung verſtehen wird, Bey vielen Arten iſt der Körper faſt über- all gleich) diE; bey einigen aber an dem einen Ende dünner, als an dem andern. Verſchiedene haben einen Gabeiſchwanz; oder ein einfaches gebogenes Horn; oder eine ſcharfe Stachelſpiße auf dem Schwan» ze: Dieſe leßtern nennt man Pfeil- ſchwänze, Biele Arten leben als Einſiedler; ver- ſchiedene aber allemal in großer Geſellſchaft von ihres Gleichen. Einige von den leß« tern ſtellen auch gern Wanderungen an, wobey ſie einen ordentlichen Heerführer vor we “ Ne: den, ſcher a ſon tpers lie Jung und ſind, Der ndern Nen, - die ge al NE tene aun wird, Übers 1 dem 9:00 van); ode wan fall: pebs oft |[ee at) (pre vor women. zimmer Raupenk vor ſichhaben 3 daher man ſie iWandetrau- pen zu nennen pflegt. Jhre Nahrung be- ſteht meiſtens in den Blättern, oder den „übrigen Theilen der Pflanzen. Nur eini- ge Gattungen von Motten pflegen ihre Speiſe aus dem Thierreiche zu nehmen. Viele Raupen bleiben bey einer einzigen Speiſe; andere aber freſſen von allerhand Gewächſen, Einige Arten haben die Ge- wohnheit, ſich zur Beſchüßung gegen die rauhe Witterung eine Wohnung von dem feinſten Geſpinnſte zu machen, oder Baum- blätter auf eine künſtliche Art zuſammen zu wickeln; die leßtern haben daher den Na- men der Blattwickier, Blattraupen und Roller befomnien. Es giebt auch Raupen, welche zwiſchen der obern und untern Haut der Blätter wohnen, und da» her Ütinirer genannt werden, Raupenkraut, Scorpionfraut, Scorpioides Tourn., Scorpiurus L. Die Pflanzen dietes Geſchlechts werden wegen des Sonderbaren ihrer raupenähn» lichen Hülſen unter die Werzierungspflan- zen der Luſtgärten aufgenommen, und ma- t, größer, anſehnli- en, wieder mic Thon oder einer ühnlichen Materie verfleiſtern. Die aus den Eyern hervorfommenden Larven, wet- derſelben macht fie leicht verdäMiiz, Der unvor- fichcige Genuß dieſer Pflanze hat ſchon manchen Menſchen das teben gekoſiet. 2) Safjranfarbieze Rebendoide; Schierlingsfilipendel, O..crocata L.., wächſt gleichfalls in Sümpfen, und iſt noch giftiger, als die vorhergehende Arf, Die länglich runden Knollen der Wurzel, welche einigermaaßen deit Paſtinakwurzeln gleichen, enthalten einen faffrangelben Saft, Die Blätter haben eine Aehnlich» Foit mit den Schierlingsblättern; ſind aber bläſſer grün. Der gelbliche, ſtinkende; un erträglich ſaure Saft, mit welchem die ganze Pflanze angefüllt iſt, iſt ein ſo tödt- liches Gift, daß nur jehr weniges davon Rebh Sr ſofort die ſchreklichſten Entztinbungen veo- urſacht, und bald nachher den Tod beför- dert. Die drey übrigen Arcen dieſes Pflan zengeſchlecX 3:47 4 NEE: Tx- 8 Mx DERE 1 AU LIT A SH BIE 182 Rebh ihre Flügel, und bebrüten ſie, weil lekte- res eine ſo große Menge unmöglich allein bede>en könnte. Die jungen Rebhühner haben anfangs gelbe Füße, die hernach weißlich, dann bräunlich, endlich nach 3 --- 4 Jahren ſchwarz werden. Dieſe ge- meinen Rebhühner ſind bleibende Vögel, die nicht allein 4n ihrem VWaterlande aus» halten, Fondern auch ſich nicht allzuweit von ährem Geburtsreviere entfernen, Außer dieſer Art iſt noch das rothe Reb- huhn in den gemäßigten Gegenden von Cu- opa zu finden. Iu. vielen Theilen von Deutſchland iſt es ſelten, und in England faſt gar nicht zu ſehen, Jhühr Naturell und Siccen ſind von den grauen etwas unter» ſchieden, Sie halten ſich zwar auch volks» weiſe beyſammen; es herrſchet aber unter Ihnen Feine ſo genaue Vereinigung z fliegen nicht ſo gemeinſchaftlich auf, auch nicht nach einer Seite. Pebrigens iſt nicht der ganze Körper dieſes Rebhuhns roth; ſon- dern.nur die Füße, der Schnabel zuund der Unterleib etwas. Ungeachtet ſich nun alle Rebhühner ſtark vermehren: ſo thun ſie es doch in der Gefangenſchaft und in den Thiergärten nict ſo leicht. Will man ſie hier in Menge haben: ſo muß mon die Cyer der wilden Rebhühner auf dem Fel- de.aufſuchen, und von gemeinen Haushüh- nern ausbrüten laſſen. Cine Henne kann deren zwey Dußend auf einmal ausbrüten, und eben ſo viel.ausgekrochene Rebhühner- ens ſo darf man nur einen Spaden in die Erde ſte>en, und an den Stiel ſchla- genz.da denn, wegen der zitternden Be-. „wegung, welche dadurch in der Erde ge- macht wird, ſelbige zu entfliehen ſuchen, Des Nachts-ſuchen ſie einander zur Be- gat- wenn wowee 2007 mrd Reh gattung auf. Man giebt dieſen Würmern Schuld, daß. ſie, ſonderlich) zur NRacht: zeit, die jungen Pflänzchen mit ſich in ih- re Löcher ziehen, und dadur< ihren Unter» gang ebenfalls bejördern. Reichhart haf vorgeſchlagen, die Beete mit kleinem; gonz verfaultem Pferdemiſte zu beſtreuen 3 doch ſo, daß er nur ganz dünn darauf zu liegen fomme. Es ſollen damit die Wür- mer ſpielew, und dadurch, daß ſie den Miſt in ihre Löcher ziehen, die kleinen Pflänzchen verſchont bleiben. Wili man ſie ganz vertreiben: ſo kann man die Blät- ter vom Wallnußbaume, oder die grüne Schale der Früchte, mit Waſſer abkochen, und, wenn dieſey Trank kalt geworden, da- mic das Beet begießen 3 es werden dadurch die Würmer hervorgelockt, daß man ſie leicht fjammlen und tödren fann. Wenn man eine neue Dreſchtenne da anlegt, wo ſich viel Regenwürmer aufhalten; js wer- den ſelbige die Tenne zerwühlen, und ſich) lange darinn aufhalten, ehe fie ſterben 3 wenn man aber, mittelſt eines kleinen Trichters, etwa einen Löffel voll von nur beſagtem Tranfe in jedes Loch bringt: ſo wrden ſie alle herausfriechen. Uebrigens dienen dieſe Würmer den Angelfängerw zur Lockſpeiſe für die Fiſche, und den Ei- dechſen, Maulwürfen, Igeln, Hühnern und Vögeln zur Nabrung- Im der Arz» neyfunſt wird heutiges Tages ſelten mehr von dieſen Würmern und den daraus bereiteten Mitteln Gebrauch gemacht. Reb), Cervus Capreolus L. Die- ſes bekannte Thier aus dem Hirſchgeſch!ech- te gleicht in Anjehung der Goſtalt und Far- be vem Hirſche 3 welchen es aber an Schön» heit und Zierlichteit in vielen Stücken noch übertrifft; es zeigt. auch in ſeinem ganzen Beriragen ſowohl mehr Gewandt- Reß I83 heit, als auch mehr Verſchlagenheit. Im Kampfe mit jungen Hirſchen beauptet das Reh: immer den Sieg, Das gehörnte Mäönnchen heißt der Rehbo> oder Bo; das Weibchen nennt man Reh, Rieke, Hille, Geiß und Ziege, Dex Rebbock wirit, wie der Hirſch, alle Jahre ſein Ge= hörn nach: vollendeter Brunfe, im Dec. und Januar, ad, welches ihm bereits im dritten Monate völlig ausgereckt oder auge gewachſen iſt. Gute geſunde Böcke ſchlas gen over fegen ſich hierauf in) Februar und Marz an den Saalweiden, Birkew, Tan- nen und Kiejern das rauhe Baſt. oder die behaarte Haut ab, In der Regel ſollte ſich das Geweihe in zwey Spißen endi- genz allein da der Rehbock ſeinen noch weichen Put. nicht ſo ſorgfältig ſchonr, und ehr unvorſicptig und muthwillig da- mir au Cfrauwern und Bäumen anſisßt: ſo criſſe man beym Kehboce ſelten ein re- gelmaßiges, ſondern häufig ſonderbar ge- formtes Gehörne an. Wenn die Bocks fätber 6 Monate alt ſind; ſo ſeßen ſie ih- ren erſten Kopjputß- auf, der aus 3 fürzen Spießen beſtehr, welche bey den folgenden Wechſelungen länger werden, und im vier» ten Jahre regelmäßig mit zwey Zaeken ex- "ſcheinen. Dieſe werden nun jährlich mit neuen jo länge vermehrt, bis der Bock 6 oder 8 Enden bat; denn ſelten erreicht ex 10== 12 Enden. Das vorzüglichſte Merkmal, woran die Jäger den Rehbock ſcyon von fern fennen, iſt ein ziemlich lan- ger herunter hängender Haarzopf unter dem Bauche, in der Gegend des Pinſels oder Zeugungsgliedes; bep der Rieke hin- gegen iſt der Kvpf ſchmäler, der Hals din- ner und langer, die Bruſt. ſchmäler und der 2eib ſchlanfer. In dey Entternung fann man ſetibige leicht an ihren niedrig tragenden Halſe, und beſonders an dem ian- +; y 14 .... 4 “4 (77 7 ZT Ky 8 4 184 Meh langen gelben Haarbüſchel am Eichenblak- te oder Geburtsgliede erkennen. Wenn den Rehen kein Unglüs begegnet, oder wenn fe durch Krankheiten nicht hingeriſſen wer- den: ſo erreichen fie gewöhnlich ein Alter von 16 Jahren Die Schnelligkeit im Laufen und die Geſchicklichkeit im Schwimmen iſt bey beyden Geſchlechtern glei) groß; wegen ihres ſcharfen Geſichts und feinen Geruchs entgehen ſie ſehr oft ihren Feinden. We- gen des ießtern richten fie den Kopf boſtän» dig in die Höbe, und zwar nach dem Wins de zu, wo fie alsdann einen Menſchen, auf mehr als 390 Schritte, im Winde verneß- men oder riechen, und ihm entfliehen, Dies geſchiehtbeſonders während der Haupt» pürſchzeitz devn zur Schonzeit laſſen ſid) die Rehe wodl bis auf 20 Schritte nahe kommen, worauf ſie erſt langſam zu ent- fliehen beginnen. Wenn diz Rehe in ber"Brunft ſtehen, oder in dieſelbe treten wollen, oder wenn ſie unvermuthet einen ihnen ungewohnten Gegenſtand wahrnehmen? laſſen ſie ein helles, weit ſchallendes, ein= bis dreyma- tiges fogenanntes Schmählen oder'Beilen Hören, welches fie in einiger Entfernung, kangſam und ſchüchtern ſchleichend, ſo 1an- ge fortſeßen, vis fte den Gegenſtand, der ſie ſtußig machte, Leutlich ſehen. War dieſer ein Menſch, oder ein Hund: ſo ren- nen ſie mit der größten Schnelligkeit da- VON« Dor Aufenthalt dieſer Thiere iſt mei- ſtentheils in den Wäldern, jedoch nicht gern in großen Forſten; ſondern lieber in dem jungen lichten Gehaue, und zwar vorzüglich bey Saatfaldern. Sie lieben das feine Gras, das zarte Moos, und das Saub vom jungen Holzez vornämlich von Weiden, Pappeln und Haſelſträuchern, Reh Im Winter ſuchen ſie die Brombeerſträu- k wird Feiten mehr als drey Rieken annehmen. Da er äußerſt ſelten in ſeiner Brunft durch einen Nebenbuhler geſtört wird: ſs brunf- tet er nur immer gegen 3 Wochen; mik- hin nicht ſo lange, ais der wankelmütbige and veränderliche Hirſc<. Der Bo> jagt während der Brunftzeit aus Eiferſucht oder Schaam M Ken zu Ret 0, den 9 art 0. u) | At, ſharen an frühe omm, u lege) e Wel „aof NEN auge dis ſc mu en ft Riet ) heſott e Vide m( 4 wind nehmen j dur 6 brun) m nt müthiy! od ja ict over 50m emma. amen Id Reh Scaam ſeine Jungen von ſich weg, und ſchmählt zuweilen mit dumpfiger und ab- gebrochener Stimme, wovon ihm der Hals aufſchwille. Gewöhnlich begattet er ſich nur einmal jährlich mit der Rieke, und blos die Schmalriefe läßt ſich bisweilen aus Geilheit im Auguſt von einem jungen hißigen Bocke beſchlagen; jedoch wird ſie daven äußerſt ſelten befruchtet. Die Rieken tragen 54 Monat, oder 2x -= 23 Wochen, und ſeßen darauf an einem düſtern einſamen Orte auf Bergen, in ei- nem Dicfichte, an naſſen Wieſen im May oder Jun. mehrentheils zwey buntgefleckte Junge, ein Bokalb und ein Rehzickelz ſelten nur eitis, und noch ſeltener drey, Be reits 4=- 5 Tage zuvor, ehe die Geiß ſeßt: ſucht ſie ſich unbemerkt von ihrem Gatten zu entfernen, nämlich den erſten Tag nur ekliche Stunden, den andern läi« gere Zeit, u.ſ.f., bis ſie am leßten, oder am Tage ihrer Niederkunft, gar unſichtbar wird, und.ihre Jungen gebärt. Wahr- ſcheinlich) geſchieht dieſe anfängliche Ver- heimlichung von der Rehziege deswegen, weil ihr der Naturtrieb ſagt, der Vater würde ſeine neugebornen Kinder auffreſſen; wie dies zuweilen auch geſchichet, Nach Verlauf von 8=- 12 Tagen aber ſucht die Geiß den Bock auf ſeinem alten Stande wieder auf, und führt denſelben freudig und unfer Liebkoſungen zu ſeinen Kindern, Dieſe blöken ihn nun, wie die jungen Läm- mer, liebreich an, und die zärcliche Rieke macht ihm unterdeſſen ſo lange aufs neue allerhand Liebfoſungen, bis der erſtaunte BVatex ſeine Verwunderung und ſein Stam- pfen mit den Läuften gegen die Erde ein- ſtelle, ſo wie ſol Es 186 Reh Schmalrieken, Schmalrehe oder Schmaitbhiere.' Da die Rehe ihr Geäße oder ihre Nah- rung gern des Morgens und Abends auf trocknen Wieſen, in jungen Gehegen und Holzſchlägen ſuchen: ſo tritt der Bock al- leinal zuerſt aus dem Holze, und kundſchaf- tet die Gegend aus, ob ſie ſicher iſt, und dann folgt ihm die Rieke nach; allein wenn ſie verjagt werden, oder aus Furcht fliehen: ſo geht die Rieke voran, und der Boc> folgt ihr nach, um ſie zuerſt in Si- k ſchnell nach dem Orte, wo ver Schall herkommt, zuläuft, und auf dies ſe Weiſe erlegt wird. Das Rehwildpret iſt das ganze Jahr hin- durch eine ſehr niedliche Speiſe 3; beſonders le- >erhaftiſt außer der Rehzunge das Fleiſch der Kälber von 12== 18 Monaten. Das Fell oder die Haut wird roh gahr gemacht, und zu Stühlen, Polſtern und Sattelde- >den gebraucht, Wiele dieſer Felle gehen nach Frankreich, wo ſie zu Niort den Namen von Gemſenfellen erhalten. Ein langhaariges roh gahrgemachtes Rehbock- fell iſt auch das beſte Mittel bey langwie- rigen Krankheiten wider das Wundliegen, indem man die glatte Seite unten auf die Betten, und die rauhe nach oben hinge- fehrt legt, ein mit Hirſchunſchlitt(fehlt es an dieſem? ſo wird Schöpſenunſchlitt zu nehmen ſeyn) ſtark beſtirichenes leinen Tuch darauf breitet, worein man den Kranken nafend wictelt. Das aus Rehhäuten weißgegärbre Leder iſt feiner als das Hirſch« leder, und wird von den Beutlern oder Handſchuhmachern, wenn es die Enger- linge nicht zu ſtark durchlöchert haben, zu Betinkleidern, Handſchuhen, Bruchbän- dern, 2c. verarbeitet. Die Rehhaare die- nen zu Fütrerungen der Polſter und Stühs» le, und ſind theurer als die Hirſchhaare, weil ſie ſich nicht jo leicht zuſammenballen, Die Geweihe nagelt man in Förſtereyen und in 2andwohnungen als Hafen anz die Drechsler verarbeiten ſie zu Pfeifenröhren und Tavaksſtepfern, und die Meſſerſchmie- de machen Mejjerjen gerathene Ausdünſtung oder den unſichtbaren Schweiß des verfangenen Theils wieder in Gang bringt, und Be- - wegung und Wirkſamkeit der Theile und Adern wieder herſtellt, welche durch die Rehe ſteif und unwirkſam geworden ſiad, Hak das Pferd mit der Rehe zugleich das Fieber, iſt das Maul heiß, die Ohren und der ganze Körper bald kalt, bald heißz. der Athem aber geſchwinder, als natürlich: ſo muß zur Ader gelaſſen, und einem gro- ßen Pferde 3-4 Pfund Blut abgelaſſen werden. Das Geblüte wird in dieſem Falle eine graue, ziemlich durchſichtige, harte, zähe Haut haben, welche in einem, mehr tiefen als flachen, Gefäße wohl die. Dicke einer Hand breit haben kann. Nach dem Aderlaſſen ſucht man das Pferd da-. durch in Schweiß zu bringen, daß man es mit einem Strohwiſche langſam und egal reibt, hierauf mit einer warmen Decke zu-. deckt, Stroh bis unter den Bauch hinauf ſtreuet, und ihm einen Trank von 2 Loch Hirſchhornſpiritus, mit etwas Honig and ein WViertelpfund Branntwein, eingiebt, Man läßt es ferner fleißig Waſſer, dem. die Kälte benommen iſt ,- und worein man etwas Roggenmehl gemiſcht hat, trinken. Hat das Pferd geſchwikßt: ſo muß es wie- derum wohl abgetro>net und gerieben, wie auch mit trocknen Decken bedeckt wer- den. Jſt nun das Fieber durch ſolche Be« handlunggart geſtillt worden, und das Pferd wieder zum Freſſen gekommen; hat aber gleichwohl eine Steifigkeit in einem Gliede behalten: ſo hebt man ſolche nach der Rehe durch Reiben des Gliedes mit einem Strohwiſch drey- bis viermal des Tages, TJſt das trockne Reiben nicht hins länglich: ſo bedient man ſich des Seifen- branntweins zum Reiben,(S, unter dem Aa 2> Artie 7 6; <| YE <= un „„. pi „BEN "2 188 Reibeb Uvtikel Vieharzneyen Nr. 1x.) Iſt auch dieſer nicht hinlänglich: fo badet man das verfangene Glied mit Spaniſchem Fliegen- ſpiritus»(S, unter demſelben Artikel Rr. 9.) Dieſer Spiritus erregt Hike und Schwerz in dem Theite3; macht dke Haut wund und die Haare ausfallend; damit aber hierauf feine weißen Haare erfolgen, over wohl gar keine Haare wieder wachjertd werden; ſo beſtreicht man den Ort zule6t mit Leinöl, Wleibt der Theil noch ſteif, nachdem die wund gewefene Haut geheilt, iſt: ſo muß man daſſelbe Mittel wieder- holen. Miit eben dieſen äußerlichen Mit- tein und auf eben beſagte Art hebt man die Rehe eines einzelnen Theils ohne Fieber, Die Schlaffyeit, weiche in einem mit der Rehe behattet geweſenen Theile zurück- bleibt, hebt man vurch fleißiges Begießen des ſteifen Theiles mit kaltem Waſſer drey- bis viermal des Tages. Wenn wir hier zu Lande Pferde haben, welche vom Ver- fangen ſteif gewordene Füße bekommen: ſo bringen wir ſolche zur Hütung oder Wei- de dahin, wo die Pferde den Sommer über bis über die Knie im Waher oder Moxaft gehen müſſen, wovon denn gegen Ende des Sommers die ſteif geweſenen Pferde völlig gelentjame Jüße wieder er» Halten. Reibebret, das größere, der Maurer, iſt 3==4F. lang, 6 Z. vreit, womit die Wand im Ganzen, beſonders aber an den Kanten, mit einem ſtarken und gleichen Zuge geebnet und gepußt wird, Das kleinere gewöhnliche Reibe- hret reißt köcher in die E>cn. Man nennt dieſes Reivbebret auc) Kartetſche. Reiber, Strohſeil oder With, wel- en verwahren, Wenn ſte aber bereits hart geworden find, ſv daß von beim Fingerdruck keine Spuren zurück- bleiben? fo fängt? er an, den Ziegeln ein Anfehen. zu geben, und ſie in Reihen zu ſeven, Weit die untern Flächen der ge- ſirichenen Ziegel einige Schrammen oder Beſchädigungen erhalten können, wenn ſig mit den Formen von dem Werktiſche weg- genommen werden, und auf der Erde ſich einiger Bnflath anſeßt, der nach dem Dren- nen Blafen an den Ecken der Ziegel ver- urſachen kann, welches die parallele Figut der Ziegel ein wenig verdirbt: ſo müſſen ſive gepußt werden. Der Reihenſeßr ſtellt ſich vor die platt liegenden Reihen Ziegel, die ipm am nächſten ſind, und ſchneidet alle entſtardene Ungleichheiten weg; worauf er jeden Ziegel auf feine Rückſeite ſest, und auch dieſe reinigt, Reitehglter, iſt in Abſicht der Ge: ſtalt und Beſchaffenheit mit den gewöhnli- t, welches der Fußſack heißt, Wenn mehr als 2 Perſonen in ſolchem Wagen fahren: ſo hat man vor einigen Jahren noch die bequeme Erfindung gemacht, auch vein Qu: wt fu) (ah Kt Infal Ihte Jt , wie es Ries h ht NOUS: wet 1 und it dar: ſonen, hn en ſichen, „G niglih y, die pn er 1 He Eon: n die fung aud fung nin 8 0 1 und (eder Bent agen hren au den Reißen den Rückſiß zu bede>en. Wermittelſt 4 mit Gewinden verſehenen, und mit feinem Feder überzogenen eijernen Stäben, und 3 ledernen Mänteln, die durch 4 kleine Scheiben Licht einlaſſen, und vermittelſt des großen Leders, oder des Fußſacks, der über den Mänteln feſtgeſchnallt wird, fann er in 2 Minuten bezogen, und alle 4 Sis ße bedeckt werden 3 iſt es aber wieder ſchön Wetter: ſo kann die ganze Bedeckung, die nicht 15 Pfund wiegt, zuſammengerollt, und zwiſchen dem Kutſcher- und Ruckſiß angeſchnallt werden, wo es kaum zu bemer- fen ift. Man hat alſjo'an einem ſolchen Wagen alle Bequemlichkeit eines oſſenen und ganz bedeckten Reiſewagens,. „Reißen, werfen, wird von Wöl- fen undLuchſen geſagt, wenn ſie als Raub- thiere ein anderes Thier niederziehen, und würgen. Reißer, ein Werkzeug, womit der Börtcher Fäſſer und Tonnen zeichnet, oder reißt. Cin jeder Böttcher hat und reißt ſein eigenes und beſonderes Zeichen, wor- an ein jeder ſeine Arveit erfennt- Das Zeichen wird gewöhnlicd) auf dem Boden angebracht. Reißer, Borreißer, der Pinſel, womit vie Maurer bey dem Ausweißen oder Anſtreichen der Zunmer und Gebäude eine ſcharfe Linie zieben, welches an einer Reißjehiene, damit der Strich gerade werde, ge hiehet- Zu diejem Ende iſt dor Pinſe! in die Breite. gefaßt, und die. Dorſten ſind kurz abgeſchnitten, damit ſie ſteif ſind, Reißlatten, ſind Latten, die geſpal- ten over geritfen werden, zum Unterſchie- de von den geſchnittenen Latten; auch wird ein. Scamm Jiadelholz, 20 Cllen hoch Reiten I91 und 5 Zoll im Durchmeſſer, woraus Lat- ten geriſſen werden, ſo genannt, Reißmodel, ein Werkzeug des Bött- ders, womit die Tiefe der Kimme auf der hozen Kance der Daube abgezeichnet wird. Meitel, Packſto>, ein kurzer, ſiarker Stock oder Knüttel, womit die Stricke an einem Ballen Waare oder an Säen zum Verfahren zuſammengezo- gen werden; daher er auch Packreitel heißt, Reiten. Wenn dieſes ſchu!gerecht ſeyn foll: ſo iſt dabey Folgendes zu beob- achten. Siktr der Reiter zu Pferde: ſo muß er den rechten Caoeconzügel nebſt der Skuthe in der rechten Handz in der linken aber den lint:n Cavegonzügel, und beyde Zaumzügel, den kleinen Finger zwitchen den Zaumzügeln haltend, haben. Die Stellung auf dem Pferde muß ſo ſeyn, ais wenn ein Menſch mit Wohlſiaad un- gezwungen gerade ſteht. Der Leib näm- lich niuß gerade ſeyn; die beyden Ellbogen ſchließen an den Leib an; die Schultern ſind rückwärts gezogen; die Bruſt wird hervorgeruüt 3; der Rücken iſt hohl, und der Kopf gerade, um dem Pferde gerade zwichen den Ohren durchzuſehen. Weyde Hände werden einige Zoll hoch über dem Sattelknopfe und vom Leibe abgehalten, um den Zügel nachzulajſen oder anzuzie- hen. Im Sattel muß man halb ſiken, und halb fſiehen; die Füße müſſen gerade berabgehen; die Zehen und das Auge des Reiters machen eine. gerade Linie 3 die Knie werden. gegen einander gewandt; um ſich mit der ganzen Fläche des Knies halten zu fönnen 3; die Füße und Knie bleiben indeſ- ſen geſireckt, Die Zehe ſind weder aus- noch MZ 39.402 d. f- 477 4 E A „ 192 Reitet noch einwärts gefehrt 3; ſondern es muß der Fuß im Biegel natürlich gerade ſtehen, und die Spißen der Zehen höchſtens nur um zwey Zoll vor dem Biegel vorragen, Der Fußballen muß imm Biegel auffiehen; denn man hat ſokhergeſtalt den ſtärkſten ,-45-' r- 2 4 Auferitt, und den Biegel in ſeiner Gewalt.. /. Die Steiefelſpiken müſſen, des beſſern Wohlſraudes und beſſern Auffrites wegen, etwas höher ſtehen, als die Ferſe, damit der Fuß im Riete niemals wanke, Um die rechte 2änge des Biegels zu finden: muß ein Raum von 4 Zollen zwiſchen dem Sattel und dem Geſäße des Reiters übrig ſeyn, wean dieſer in beyden Biegeln ge- rade auſſteht; folglich muß der Reiter halb ſea und halb ſtehen. Der Fuß muß im Diegel frey ſpielen, weil man ſonſt in Ge» „Fahren darinn hängen bleiben kann,-Ueber- Haupt muß fich ein Reiter jederzeit In dex Biegelfreydeit zu erhalten wiſſen. Exr- Fahrne Stallmeiſter laſſen die Anfänger ohne Steigbiegel reiten, weil man ſich auf dieſe nur gar zu gern veriäßtz„ohne Biegel aber gewöhnt man fich zu einem feſten Schluſie, und man macht ſich: die Weiſe, wohl zu Pferde zu ſißen, deſto mehr eigen, Wenn man mit Verſicherung ſikt:(ös wer« den zuleßt die Spornen angewandt. Rei- of man nun von der Stelle: ſo kann man die Waden zu beyden Seiten gelinde anle- gen, oder ſie bey empfindlichen Pferden zu nähern Mine machen, oder man klatſcht mit der Zunge,„oder bewegt die Ruthe ein avenig». Schon ſtärker werden die ſogenann- ten Hülfen gebraucht, wenn man bey fau- en Pferden die Schenfel an die Schultern ſchlägt, die Waden anſtrengt, und den Spora gebraucht,:oßne ein Pferd zu er- ſchrecken, oder es unwillig zu machen, Es muß einen Schritt gehen,-wenn mon den Zügel gelinde nachläßtz iſt dieſer Schritt Reitſ friehend: ſv berührt man das Pferb mit den Waden 3; oder ſchlägt die beyden Beine vorn an die Bruſt 3 oder nimmt die Spor« nen zu Hülfe. Alle dieſe Hülfen müſſen beym Schritte, Trabe, Galop, u. ſ. w, ſteigen. Reitgurf, Schmachtriemen, ein breiter Gurt, den Unterleib damit zu gurten, wenn man weit zu Pferde reiſet. Reitfanft, die Kunſt, wohl zu Pferde zu ſiken, und auf ſelbigem zu rei- ten. Alle Bewegungen.der Pferde und des Reiters haven auf der Schule die Ab- ſicht, dem Pferde die vollkfommenſte Er- ziehung zu geben, und es gehorcht ein ab- gerichtetes Pferd der Hand und dem Schen- fel ſo genau, baß es nach vem Willen des Reiters geht; ſich in einer Schlangenlinie windet 3 ſich auf dem Hintereiſen drehet, und allen Gegenſtänden ohne alles Schre- &en entgegengeht, Selbſt die Sprünge der Schule und andere große Bewegungen verſchafſen dem Pferde die Leichtigkeir, ſich auf die Hüften zu ſeßen 3 denn wenn ſich ein Pferd auf die Schultern ſeßt, und zu- rüFpralie? ſo 417 dieſe Gegenwirfung der Scqhuitern ſo gewaltig, daß der Reiter in Gefaßr geräth, ungeſuad zu werden. Reitſcheiden, ſind an einem Pfer« degeſchirre diejenigen hohlen Leder, w9- dur) die Stränge oder Zugſtricke eines Geſchirres gehen, Damit das Pferd nicht ſo ſehr am Leibe“ berührt und geſcheuert werde, over die Haare an den Seiten abgeſchabt werden. Die Bauern haben gemeiniglich an ihren Geſchirren Seiten» blätter, welche dieſelben Dienſte thun. Reitſchemmel, in den Sägemühlen das Gerüſt, worauf der Sögebloc> liegt, und vorwärts zur Säge gerüt wird. Reit- O7 Mete wo (08 nicht wert Reitſt Meitſtange, das wichtigſte Stück an einen Reitzeuge. Die Haupttheile beſte hen aus den beyden Scranten ſelbſt, dem Ulmiditückte, der Rinn-und Sciyaum- Fette. Man hat Deutſche, Entzliſche, Sranzöſiſche und Polniſche Reitſtan- gen.- Die Deutſchen haben ein Aaches Hauptgeſtelle, und insgemein ein hohles Mundſtück, nebſt einem birnförmigen Ueberwurf mit einem Wirbel und Zügel- ring. Dey einigen öſt der Schenkel ftarf gebogen; bey andern nur wenig; noch.an- dere haben gerade Schenfel, die eben ſo flach ſind, als das Hauptgeſtelle, und auch mit dieſem in gerader Linie fortgehen. Die leßtern nennt man Wallachcandaren, Ueberhaupt iſt bey den gebogenen Schen» feln zu merken, daß jie entweder vor der Zinie des Hauptgeſtelles nicht vorſpringen, und dann ſagt man, ſie gehen nach dem Lineal; oder ſie ſpringen vor, und dann ſagt man, es ſind vorgeſchoſſene Schenkel; oder ihre Biegung reicht nicht bis an die ganzeSinie des Hauptge- ſtelles, und alsdann nennt man ſte ZU rückgeſchoſſene Schenkel. An den Engliſchen Reitſtantzen iſt das Hauptgeſtelle nebſt den Schenfeln nur dünn und rund. Der Ring für den Zaum iſt plattrund, und der Ueberwurf halbrund. Das Mundſtück iſt majjiv, an der Stan- ge bewegtich, und hat feine Schaum- kette, Die Sranzöſiſchen Reitſtantten glei en der Haſen ſo, daß man die Spiße des Daumens, oder den Zeigefinger, queer an den Mund, zwiſchen die Lippen, halt, und den Athem rü>wärts ſcharf an ſich Ziehet, welches einen Laut giebt, wie ein junger Haſe ſchreyerz desgleichen auch ſo, daß man die zugemachte Hand vor den Mund hält, und zwiſchen den Daumen und Zeigefinger in die hohle Hand- bläſer. Haſen und Füchſe kommen Hierauf Hinzu gelaufen; auch kann man auf einer Rlüs tei oder Bogelpfeife einen Laur von ſich geben, wie ein Vogel, der ſich in den Dohnen gefangen hat; wornach die Füch» fe gelaufen kommen, Repriſe, in der Reitkunſt die Wies derholung für das Pferd, da es öfters ſtill gehalten und wieder von neuem Mnges ſprengt wird, damit es darzwiſchen Arhem Ichöpfen fönne, Bb Reſe- >* Rn Ee"-N7 EL Prep "Rt"8 3“ 21304 34 WRT D* 394 Reſede Reſede, Reſeda L., eine Pflanzen- gattung, wovon wir nur diejenige Ark hier bemerfen, welche die ganzblätrerige oder wohlriechende Reſede genannt wird. Die Gärtner nennen ſol= 4 Z. weit aus einander, 1.2, tief ein« geſteckt: Man ſoll, weit ex ſich zum Win« tergebrauche nicht hält, niemals mehr da- von ſäen, als man von einer Zeit zur an- dern gebraucht. Obgleich dieſe Sorte zeſ« fizer geſaet wird, und ihre Vollkfommen- beit zeitiger erreicht: ſo ſchießt ſie doch nie« mals im erſten Sommer in den Stengel, wie die Wintkerrekeige; ſondern man muß die Wurzeln ausheben, ven Winter über verwahren, und im Frühlinge wieder eite ſeen, um den Saanien davon zu erlay- gen, Der Winterrettig oder ſchwarze Rexrig ſteht wegen ſeiner Güte in einem allgemein guten Rufe. Man hat thn ſv» wohl mit runden, als langen Wurzeln, Er heißt Winterrettig, weil man feine Wurzeln, von Bartholomäi an bis zum Frühlinge, ſowohl roh, in Scheibchen ge- ſchnitten, und mit Salz zum Butterbrode eſſen, als auch unter verſchiedenen Salate frautern gebrauchen kann, Der Saame kann von Pfingſten bis Johannis, wenn es vorher einen Tag geregnet, auf ein wohl gegrabenes fruchtbares, aber niche neu gedüngtes Land(im friſch gedüngten tande werden die Wurzeln gern zackig, wurmſlichig, auch ſchlecht ſchmeckend) ge= bracht werden, Wird der Saame früher in die Erde gebracht: ſo ſchießen die Wur- zeln gern in die Saamenſtengel; beſonders wenn mehrere warme Regen erfolgen. Die Ausſaat geſchieht alſo: Mit einem fleinern Jätehäklein werden kleine Grüb- dien, 1 Z,. tief, nach der Gartenſchnur, und 2 F. weit. von einander ins Gevierte gemacht, und in jedes einige Körner, etwa ſo viel, als man mit 2 Fingern faſſen kann, gelegt, und dieſe wieder mit Erde bedeckt. Wenn ſie aufgegangen, und. ihre Blätter 3Z. in die Höhe gewachſen ſind: ſo zieht Db 2 man R daS 102 =“Singh< 196 Rettig man die ſchwächſten heraus, und läßt nur eins, und zwar das beſte Pflänzchen, ſte» hen, Sollte es binnen der Zeit, wenn man den Sgaamen legen ſoll, nicht regnen ſo muß man die Grübchen voll Waſſer gießen; ſobald ſich nur dieſes eingeſogen hat: ſo muß man den Saamen hineinle- gen ,- und ſogleich mit der aufgeworſenen Crde wiever zude>en 3 auch kann man den Saamen an die Seiten andrer"Beete le- gen. Will nian die Wurzeln recht groß haben: ſo legt man bald nac Phſingjien ven Saamen 3F. weit von einander, und begießt zuweilen die Pflanzen bey tro& nem und warmem Wetter. Wenn die Wurzel bey dem Wachstrhume evwas über die Crde herauswächſt 7 ſo maß man die Crde öf- gers anhäufen, und wieder begießen. Die- ſe großen Kettige aber müſſen im Herbſte zeitig verbraucht werden 3; denn wenn ſie lange liegen 3 werden ſie pelzig 3 ſie ſchießen auch zuweilen in Saamen, welcher aber nicht zu gebrauchen iſt. Wenn man vom Rettig Saamen zie- hen will: ſo muß man 8-=- 14 Tage vor Michaelis die ſchönſten und gleichſten Wuxr- zeln, welche keinen Hö>er und Mebenza» en haben, dazu ausleſen 3 auc) bey den ſchwarzen die Schwänze genau betrachten, damit nicht ein weißes oder graues Fleck- hen ſich daran befinde, weil dergleichen keicht in weiße ausarten- Won Dieſen aus- gehobenen Wurzeln ſchneidet man nichts weiter ab, als die größten Blätter bis aufs Herz 3 blieben die größern Blätter daran? ſo würde dadurch beym Aufbewah- xen eine Fäulniß entſtehen. Man ver- wahrt aber dieſe Saamen- und andere Wurzeln den Winter über vor der ſtarken Kalte entweder in einem trockenen luſtigen Keller in fandiger Erde, oder auch in ei- ner dazu gemachten, gegen die Näſſe ges Rettig ſicherten, Sandgrube. Sobald mon im Frühjahre in die Erde kommen kann: ſo werden die Saamenrettige, an einem in ES huß gelegenen, von andern, zu gleicher Zeit blühenden, Pflanzen weit genug ent» ſernten Orte, x F. weit auf allen Seiten aus einander, eingegraben, und, wenn ſie nachher in die Höde gegangen ſind, zur DBeſchüßung vor dem Winde, an ſiarken Stäben angevunden, In ver Blüchzeit begieße matr ſie öfters ziemlich ſtark; wel» ehes hauptſachlich ven Nußen hat, daß ſo- dann die Jieſſen und Erdfiöhe die eben an- geſeßten Saamenſchoten nicht ſo leicht ver- derben können. Wenn dieſe geib und reif zu werden beginnen: ſo ſchneide man die ganze Staude nahe über dex Wurzel ab, binde ſie zuſammen, und ſtelle ſie einige Tage an einer Wand gegen die Sonne auf, Weil ſich» der Saame nicht gern ausdre- feen läßt; ſondern gewöhnlich dabey nur zerſchlagen und breit geklopft wird: ſo muß man lieber die Schoten abpflücken, und ſie entweder zwiſchen den Fingern zerreiben, oder auch mit den Füßen in einem Kübel zertreten, und alsdann den Saamen rei» nigen. Der Chineſiſche Retriex, welcher un- ter dem Namen: Octjaatmen, auch in hieſigen Gegenden befannt geworden iſt, wird für eine Abänderung des gemeinen Rettigs gehalten. Die Wurzel iſt ganz Fleinz der Stengel aber trägt viele Scho- ten, dercn Saame ſo ölreich iſt, daß man daraus gegen die Hälfte ſeines Gewichts ausgepreßtes Del erhält, Der Genuß des RKettigs verurſacht zwar gemeiniglich, auch bey geſunden Perſonen, Blähungen 3; dieſe aber werden weniger be- ſchwerlich fallen, wenn man ſolchen roh geſpeiſet hat, weil alsdann die Gedärme zugleich gereizt werden, und der Z3bgang der ' ſo in her "2 (en vnn WM ofen Heit weh oß ſd EN Eve d reif n die 1 eb, einige e auf, Stes ) NUE muß d ſie ven, übel ehe eU h in ' Ih ne Jang 4 0 man (ats vor net), ber roh ume 0" ber Rheinb der Blähungen gefördert wird 3 hingegen blähet der gekochte, und die Ausleerung daruf erfolgt ſparſam„. oder gar. nicht, Anders verhält es ſich, went3 man den Rettig zur Arzney gebraucht. Der friſch ausgepreßte Safe iſt ein wirkſames Mittel zur Auflöſung des dicken zahen Schleims, welcher ſich im Magen der ſchwachen Kör- per aufzuhalten pflegt; auch können die in andern Theilen des Leibes fio>kenden und ſchleimigen Säſte dadurch aufgelöſet, und es kann hauptfächlich der Abgang. des Urtns befördert werden. Aeußerlich bedient man ſich friſcher Rettigſcheibeben, als eines ab- ziehenden und die Haut roth machendew Mittels 3; am gewöhnlichſten binder man dergleichen auf die Fußſohlen der Waſſer- ſüchtigen. Die Pferde freſſen den Rettig ſehr gern; er iſt ihnen auc<, beſonders wenn ſie den Kropf oder die Drüſen haben, ungemein dienlich; weshalb. der Rertiz von kandwirthen zu ſolchem Zwecke haupt- ſächlich angebauet werder ſollte, Rheinblume, Rubrkraut, Gna- phalium. Unter den Arten dieſer Gat» tung find verſchiedene für die Gärten ſchick» liche; theils einjährige und perennirende krautartige z theils kleine ſtrauchartige Pflan- zen, von denen die entweder einige Zoll, oder einige Fuß hohen Stengel, meiſtens mit wei» ßen filzigen Blättern beſekßt ſind, und ſich nebſt ihren Zweigen, in ſtraußförmige Bü- ſchel von zuſammengeſeßten Blumen endi- gen, deren Kelche die eigentliche Schön- Heit dieſer Pflanzen ausmadyen, va ſolche fortdauernd und glänzend ſind, und wenn man ſie, ehe ſie aufblühen, an einem tro>- nen Tage abpflückt, ihre Schönheit oft Jahre lang behalten, 1) Raiükende Rheinblume mit geiventen DU Ben, Dergrypr- RNheinb 197 "trans, Vlausöhrlein, Ragenpfst- Hen, Engelblümlein, Bergſonnen- Goldblume, G. dioicum L., wächſt vey uns häufig in den trocknen Eandheiden und hohen Triften. Das röchliche Bli- menvlart iſt ſechs- bis ſiebenfach eingeferbr, und die Blumen ſtehen in einfachen Sträu- ßern, im May und Jun,, und oft noch- mais im Herbſte, Es giebt Sorten mit weißen, purpurrothen und ſcheckigen Blu- men. Die ganze Pflanze hat eine aus- trod>nende und ſtopfende Eigenſchofe, 2) Wollige aufrechtſtehende Rheinblume mit vielen ſeitwärts geſteilten Binmenähren, großes Rubrkraut mis ſchmalen Blärrern, G. Iylvaticum L., hac mit der erſten glei- neten Blumen zur Zierde.in den Stuben von den Engländern aufgeſtellt werden. Die Pflanze vermehrt ſich durch ihre friechende Wurzel außerordentlich Fark, dauert aus, uxd kann füglich im Freyen Lande unterhalten werden. Auch im Topfe verlangt ſie keine beſondere War- tung; nur muß ſie jährlich verſeßt wer- den. 7) Sxeinkenve Rheinblume wit herzförmigen unterwärts wolligen Biumnen, 20 2sFraut, G. foetidum L., ſtammt aus Aethiopien her, und iſt hey uns eine zweyjährige Pflanze. Die Blämchza ſind gelblich und ſehr flein. Die Saamen fallen häufig aus 3 weshalb eine neue Ausſgat überfiüßig iſt. Dieſe Pflanze würde ein beſchwerliches Unkraut werden, wenn ſie der Winter nicht cödte«- Rheint t& Man muß die jungen StöFchen im Glashauſe unterhalten, und im Sommer fleißig begießen. Rheinfarn, Weinfarn, Wurn- Farn, Wurmſaamen, Tanace- tum vulgare officin. et L. Dieſe Pflanze iſt bey uns häufig an den Däm- men, Gräben und Hecken zu finden, Der ſteife, 3=4F. hohe, Stengel hat viele große, breite, wechſelsweiſe ſtehende Bläte ter, welche dunkelgrün, glänzend, geſfie- dert, und die paarweiſe geſtellten Bläck- hen auf gleiche Art in kleinere, lägeför» mig eingerbte, Blättchen avgetheilt ſind, Die Biürhzeit fällt in den Jul. und Aug.,' und die Blümchen ſiad gelblich, Im Garten unterhält man die Spielart mit frauſen Blättern, criſpum, woran die Blättchen haufiger, dicht an- und über- einander geſtellt ſind, und ein recht arti» ges Anſehen haben, DOberwärts reibt der Stengel einige Zweige; dieſe wieder an- vere, welche alle eine gleiche Höhe erian- gen. Jeder endigt ſich mit einer gelbli- djen Dlume, und dieſe alle bilden unter ſic) einen fachen Strauß oder eine unächte Dolde, Der Geruch der Pflanze iſt ſtark und widerwärtig; der Geſchma> beſtig bitter. Blätter und Saamen ſind in der Arzneyfunft gebräuchlich; beſonders wird der Saame unter die beſten Mirtel wider die Würmer gerechnet. Das Kraut kann unter die Mutkorfräuter gerechnet, und als ein nervenſtärfendes, beruhigendes, und den Krämpfen widerſtehendes Mittel ange- ſeßen werden 3; vornehmlich wird das Kraut in Bädern zur Beförderung der Geburt gerühmt. Es wird nämlich in Wein ges kocht, den Schwangern warm auf den Leib gelegt, um das ſchwache Kind im Mutterleibe zu ſtärken, und die wilden Wehen KE SIE SS IEwerks in die Höhe zu ziehen, wenn ein Gebäude gerich» 200 Richten gerichtet wird. Er iſt oben 9-42 Zoll, und unten 11 Zoll breit; unten 10, oben aver 9 Z. dik. Er wird in einem Abſtand von 4= 5 F- vor dem Gebäude einige F. fief in die Erde eingegraben. Man ſtellt zwiſchen ihn und die Wand Des unterſten .Sto>werks einige Steifen, und bindet ihn an den Stielen des Gebäudes mit ſtarken Tauen feſt an. Ueber jedem Stockwerke erhält er ein Kreuz, das nit zwey Ban- dern befeſtigt iſt, und über dieſem Kreuze wird ein Schnabel in dem Nichthaum ein«- gezapft, den gleichfalls ein Band unter- ſtüß, An dem Schnabel ſowohl, als auc) an dem Bauholze, welches man iv die Höhe ziehen will, wird ein Kloben mit zwey Rollen bejeſtigt. Durch die Kioben beyder Rollen geht ein Tau. Das unbe- feſtigte Ende dieſes Taues lenkt ſich über eine ſtarfe Rolle weg, und man(ſpannt an dieſeim Ende ein Paar Pferde an, die das an dem untern Kloben befeſtigte Bauholz in die Hohe ziehen, Richten, ein Haus, beißt ein Gebäude, welches von hölzernem Fach- werte errichtet, und ausgemauerf, oder ausgelehmt wird, in die Höhe richten. Das ganze Gebäude iſt ſchon auf dem Zim- Merplaße.abgebunden; und nunmehr ſollen alle Balken, Schwellen, Stiele, Stän- der, Riegel, und dergleichen an ihrem Orte aufgerichtet, und ein Ganzes daraus Hemacht werden, Zu dieſem Behufe ſtreckt der Zimmermann bey dem Nichten die Scweilen auf der Grundmauer, und fämmt ſie zuſammen. Die Wände rich- tec er jederzeit von der Rechten zur Linken, nämlich wenn man vor der Facade des Hauſes ſteht. Wie er die Queerwande zuerſt verbindet: ſo werden ſie auch zuerſt ge- richtet, Er bemühet ſich daher, zuerſt Richten den vordern Tekſtiel des Gebäudes aufzu- richten, in die Schwelle einzuzapfen, und die Berzapfung zu vernageln; um ihm aber zugleich mehrere Haltbarkeit zu geben: ſo richtet er auch zugleich den nächſten Stiel, ſowohl auf der langen als auf der Queerwand, auf, vereinigt beyde mic dem Eckſtiel durch die Riegel, und vernagelt dieſe in den Stielen. Iſt neben dem E>- ſitel ein Band angebracht: ſo wird er aud) zugleich mit den Riegeln eingezapft, und vernagelt, Auf dieſe Art wird vun die ganze äußere Queerwand zur Rechten des Gebuudes gerichtet. Hierauf werden alle Umfaſſungs- und Scheidewände zu- gleich) gerichtet; aber jedesmal nur bis zu einem Binder, oder, deutlicher zu reden, bis zur nächſten Queerwand; und anch dieſe wird zugleich mit den Bindeſtielen aller langen Wände gerichtet. So richtet der Zimmermann das unterſte Stockwerk von einer DQueerwand bis zur andern, und zuleßt die außerſte Queerwand zur Zinken des Gebäudes» Auf die Zapfen der Stie- Je und Bänder werden endlich die ſämmtli- hen Rahmſtücke aufgezapft und vernagelt, und auf die Rahmſiücken die Balken auf- gefammt. Nach eben dieſer Ordnung richter der Zimmermann auch die übrigen Sto>wirke; nur mit dem Unterſchiede, daß ihre Hölzer durch einen Richtbaum (ſ- dieſen) aufgezogen werden, Hat der Zimmermann das oberſte Stockwerk ge- richtet: ſo richtet cr endlich auf dieſem auch) das Dam. Er macht damit den Anfang, daß er den Dachſtuhl der fämmtlichen Binder(ſ. dieſe) aufrichtet. Dieſer giebt ihm einen ſichern Stand in der Höhe, und er Fann nun auch die Spar- xen der Bänder und die leeren Sparren in die Baiken einzapfen, und jedes Paar oben mit einander vereinigen und vernageln. Allein QR ) und 1 ihm eben; Oſten WM der bem nagelt em Ef: wind et 19ejopf;, (vd hin Rechten f werden ande zu : bis zu u reden, und a) nDeſtlelen 30 tide "todwut ern, un) yr Zinfo der Elt: ſammt vernagel) Ifen auf Ordnung » brigen terſchied) bebaut Hat der MNG f dieſen amt den ubl da uft tand i je Gp vaten I aar aben pmol Wel Richt? Allein das Dach würde das Gebäude merk- lich an einer Seite beſchweren 3; auch wur- be ſich dieſes ſacken, wenn der Zimmer- mann blos an einer Seite dieſes Gebäudes das Dach richten wollte; daher theilen ſich die Arbeiter in zwey Haufen, Der eine riche fet das Dach an der einen z der andere aber an der andern Seite des Gebäudes, Zuleßt wird auf jeder Sparre,„auf dem Baiken, wo ſie ſieht, und dem Geſimſe noch ein Rnagten(ſ. dieſen),. aufgena- gelt, und eben deswegen ſieht eine jede Sparre etwas yon dem Balkenkopf ab, Die Länge eines Knaggens hängt von der Ausladung des Geſimſes ab, Die Knag- gen befördern das Ablaufen des Regens von dem Dach« Damit der Zimmer- mann bey der großen Anzahl der Hölzer ei nem jeden, ohne viele Werſiche anzuſtel- len, ſeinen Plaß anweiſen kann: jo fon- dert er gleich) die Hölzer des Stoc>werks von einander, und legt jedes Sto>werk an einen beſondern Ort, wenn es völlig abgebunden iſt. Ueberdies hat er gewiſſe Zeichen,'wodurch er vie einzelnen Theile leicht von einander unterſcheiden konn z und dieſe Zeichen ſind allgemein eingejübrt, Die gewöhnlichen Zeichen ſind die O'ti- cHe und die Ruthe, Der Seich bezeich» net den Ort, wo die einzelnen Theile in jedem Stockwerke hingehören; die Ruche aber das Stocwerk, in welches alle dieſe Theile hingehören. Die Balken werden insgemein nur. mit Rothſtein numerirt, „Richtforn, das kleine, längliche, meſſingene Abſäßchen, welches bey Flin- ten eine Hand breit, bey Büchſen aber nur - einen Daumen weit von der Mündung ab- zuſtehen kommt. Es dient dazu, das Ziel, wornach man ſchießen will, mit dem Au- 'ge dadurch zu faſſen. Vet, Regllexicon IV, Theil, Es Rlfeds->/ gaox Richtſcheid, ein Werkzeug, vermit« telſt deſſen eine gerade Linie abgenommen werden kann, Es verrichtet eben das an einer Mauer, einem Balken, einer Diels, u, dergl., was ſonſt das Lineal auf dent Papiere hut,: Richtſtange, eine Stange über dem Mühlſteine in einer Windmühle, die eine herabhängende eiſerne Stange hat, Wenn das Ende dieſer Stange oder Hebels am Stricke herabdriücft 1 ſo hebe ſich die eiſerne Stange äm andern Ende in die Höhe, Dadurch wird nämlich der obere Mühl- ſtein, zum gröbern oder feinern. Mahlen, wenn das Korn ſchon einigemal die Mühl- ſteine paſjire iſt, näher gegen den untern herabgelaſſen, Indeſſen berühren ſich die Mühlſteine niemals ganzz ſondern der Läu«. fer bleibe immer in einiger Entfernung von dem Bodenſteine auf dem Mühl« eiſen, 4 Richtſtocb, der Maaßſtoc> der Zin- merleute, welcher nach Fußen und Zollen eingetheilt iſt, Riedaras, Carex 1. Ein ſchr weitläufiges Geſchlecht, welches nicht mit dem Cypergraſe, Cyperus, zu verweche ſeln iſt, das laufer volifommne oder Zwit«- terblunten, und zweyzeilige Rehren zeigt. Die meiſten Arten des Riedgraſes haben keinen beſondern Nußen; weshalb wir ſie hier nur mit Wenigem berühren, a) Uit einzelnen Aehren: 1) KZinähritges Riedtzras wit zU- rücgebogenen wrannigen Srüchten, -Slobriedgras, C. pulicaris L., wächſt in leihmigen Sümpfen z; ſonderlich wo Torf zugegen iſt,: b) Mit mehrern Aebren, wel- Cc; che 8% *3x YE 4 % FA won: 15 44 .“6X p Rieds be zutileich aus weiblichen und männlichen Blumen beſtehen: 2) Sandriedgras, deſſen unter- fte Aehren mit Blättern umgeben ſind, eriechender Sandried, Kiſer- päthen, C. arenaria L. Die Wurzel friecht, und treibt in einer Entfernung, ungefähr von einer VWiertelelle, einen neuen - Etengel, auch Blätter hervor, ſo vaß es ſcheint, als wenn es nach der Schnure gepflanzt worden ſey. Der Haim erreicht gegen 2 F. Höhe; iſt dreyeckig, und, wie die Blätter, raub) anzufühlen, wenn man ſie von oven nach unten zu ſtreicht. Die Aehren ſind kurz, dicht, rundlich, dün- ne; die Schuppen gelbli<, mit weißen Rändern, 3) Riedtzras mit vielen rundli- ben, nackenden, nahe bey einander ſtehenden Blürhähren, Haſenried- Tras, C. leporina L., wächſt auf feuch- ten Wieſen, und blühet im Jun, 4) Glattes Riedgras mit ſtache- ligen und geſpaltenen Srüchten,€. vulpina L., daher Suchsriedgras ge- nannt, blühet im May in ſumpfigen Wäl- dern. Halm und Blätter ſind nicht ſcharf anzufühlen. Jener iſt dreyeckig, 1=- 2 F+ hoch, und größtentheils nackend 3 dieſe ſind ſehr lang, 5) Scharfes Riedtras mir ſtache- ligen Srüchten, Wald- oder Buſch- gras, C. muricata L., blühet im May in feuchten Wäldern, c) tit weiblichen und einer männlichen Aehre, davon aber die weiblichen platt aufſitzen: 6) Stacheliges Riedtzras mit ei- ner zärtlichen männlichen ZBtürh- äbre, geibes Riedgras, C. Haval,, blühet im May in Sümpfen. 7) Liiedriges Riedgras, deſſen 302 Riedg weibliche Blüthähren faſt länger als die männlichen ſind, Lrätelein- agras, C. digitata'L,, wächſt in den Wäldern, Die Baälglein ſind gleichſam - abgeſtußt, eingeferbt, und bräunlich. d)&Nit einer männlichen und mehrern weiblichen Aehren, davon die lexztern geſtielt ſind: 8) Gelbes Riedgras mir häntzen- den tlarten Sruchtähren, Wtelbe Sette mit kurzen hängenden Saa menſpitzen, C. palleſcens L., wächſt in 'graſigen feuchten Wälde:n, und um die ſumpfigen Triften, Der dreyeckige Halm iſt 1 F. hoch; die Frucht ey- oder kegel» förmig. 9) Riedgras mit häntgenden ran ben Sruchräbhren, bobes Ricdtyras mit kurzen hängenden gedoppeiten Aehren, C. pfeudocyperus L., wächſt in den Ellernbrüchern, Torf- und andern Wieſen häufig; blühet im Jun, und Jul, z hat laufende ſtarke Wurzeln, und iſt ſchwer auszurotten« Die Frucht iſt lang, ge- ſchnabelt und umgebogen. e) Mit vielen männlichen und weiblichen Jehren: 10) Scharfes Riedgras mit männ- lichen und aufsgerichteten Furz'ge- ſtielten weiblichen Biuthähren, wil- des Galuganturas; hobe Winter» ſette, Lüickiſch oder L7imbſch, Viinkſchen, Berſtgras, Berſtſchilf, Schnitrtgras, Plaggras, Gchſen- beutel, C. acuta L., wächſt in ſtehenden Wäſſern, tiefen Gräben und Moräſten 3 =-- 4 F. hoch; niedriger und kleiner bleibt es, wenn das Waſſer abgelaſſen worden iſt, Es findet ſich auch um die Wälder, wo es das übrige Gras, wegen ſeiner ſtar- fen, dunfelbraunen, und ſehr um ſich greifenden, zähen Wurzel, leicht verdrängt, Nach e Halm v fegeb H Voll der peiteh wiſt andern ) Juz ſchwer , 8 z und nän 13 hb ), wil: intel boſch, ſchilf, chſett henden ſien 3 pleibt orden aide, ' ſtat? | id ang Nah Rieds Nach dieſem verſchiedenen Standorte lei- det auch die Pflanze in den Blüchähren ei- nige Veränderung; daher haben die Schrift- ſteller die ſchwarze und gelbroche Sor- fe unterſchieden. Der dreyeckige Halm treibe zeitig im Frühjahre hervor, erreicht gegen 2 F. Höhe, und iſt, ſo weit er im Waſſer ſteht, ſcharf; er blühet im May und Jun. Die Blätter an demſelben ſind ſehr ſcharf, Zuweilen bildet dieſe Art, wenn jolce überſchnitten, und mit hölzernen Nägeln genagelt. Die Fächer oder Felder werden mit Ziegelſtei- nen, oder auch"Bruchſteinen,«ySgemanert, Riemen over bey ſchlechten Gebäuden mit Staak- holz ausgeſtaakt, und verfleiber. Riegel zum Bodenſtein, dieje- nigen Queerhölzer oder Riegel des Müh« lengerüſtes, womit der Bodenſtein befes- ſtig: wird, ſo daß er in dem' Boden des Mahblgerüſtes feſt liege. GSie ſind 9 Zoll breit und 6 Z, di 3; die Länge beträgt bis 23 Ellen; die Weite im Lichten der zuſam» mengefügten Riegel ſind 2 Ellen. - Riemen, ein Flächenmaaß, der rote Theil und die Zwiſchenabtheilung bey dem Quiadrat= oder Kreuzmaaße, Beſteht vun Dieſer in einer Fläche, die 1 Rurhe lang und 1F. breit iſt: ſo heißt er eine Jiiemen«- ruthe, von welcher 10 auf eine Quadraks« ruthe gehen; da in den übrigen Landesru- then eben ſo viel auf eine Quadratruche gee rechner werden, als die Ruche Fuße hatz folglich hält eine Rheinländiſche Quadrate ruthe 12 Riemenruchen. Iſt die Flä- 930 gt ZU der 100 bey dem tehtuun the lan ) Meme »uadret der the ge ße hat; Juadrb ie Zl ird die velchen auf hs ige Ds emen ſt ſon jete Des dur Gow: que“ (hen verſe 3615 en" aut then emen q<) der ene b Rietmet ſo viel iſt, als ro Linien) vermehrt man das Bruchzeichen um 1, fügt der Zahl ein 9 hinzu, und ſpricht die ganze Zabl nach Ruthen, Schuben und Zollen alſo aus: 5 Ruchen, 24 Schuh, 36 Zoll und 1x 0 Linien, Riemen des Beutels, in der Mühle die Riemen des Sichtbeutels, wel- durch- geſte>t, das Rind mittelſt eines Taues oder einer Winpe in die Höhe gezogen, da» ſelbſt befeſtigt, und hierauf das Lever völ» lig abgeſchlachtet.- Hierauf wird es vorn mit einem Echlachtmeſſer aufgeſchnitten, and in folgender Ordnung ausgenommen, Rindy Erſt nimmt man den Wanſt, das iſt, Ma« gen und die großen Geduärme, heraus, wo- von man zugleid) das Iieß abſondert; hier- auf den ſogenannten Mieker, das iſt, das fette kleine Gedärme, und endlich das Ge- ſchlinge- Dez ganze Dhſe wird inwendig ausgewaſchen, und, nachdem er einige Zeit gehangen hat, und ausgefühlet iſt, mit dem Schlächterbeil zerhauen, und in folgende Stücke eingetheilt. Der vordere Theil beſteht aus dem Genickez dieſem folgt der Kamm, der Bug, der Bruſt- fern, welches eins der beſten Stücke iſt, Unter dieſem befindet ſich das Bruſiſtück, nebſt der dünnen Brujt, welche vorn am Bauche vor den Ribben iſt; endlich die dicke Ribbe, welche zunächſt am Buge ge« wachſen, und zuleßt die falſche Ribbe, wel- dze das abgehauene Fleiſch bedeutet, das ſich zwiſchen zwey Ribben an der Vorder- bruſt befindet, und bey gemäſteren Rin« dern ein gutes StüF ausmocht, Der hintere Theil beſieht: aus der dünnen Rib be; dem Bauchſiü>e; den Lappen; dem Heftenſtücke und Blumenſtücke(welche bey» den Stuüce für die niedlichſten gehalten wer- den); aus dem braunen Zämer- oder Zä- melſtück; dem Schwanzſtü oder Zämel ſelbſt; aus dem Oberſtich 3 der Lende, wel- dhe zum Kochen und Braten ebenfalls ein gutes Stück iſtz der Kugel und Heſſe, welche beyden leßten Stücke aber keinen ſonderlichen Werch haben, Rindviehzucht, das Auferziehen, die Wartung und Nußung des Rindvie- hes in der Landwirthſchaft, Dieſes iſt ſo- wohl männlichen, als weiblichen Ge- ſchlechts. Won-der erſten Auferziehung diejes Wieheos iſt bereits unter dem Artikel: Abſerztäiber, das Nöthigſte geſagt wor- den. Wie man aber im erſten Jahre ſchon ; das ] Ra b, Wh: hers ves | Obs dig (nige & ij und in vod dieſen Bruſe de if, ſiſtif, rn an lich die ge ve, wel: et, des Border 1 Nit Ze on Rib n; dem he bye fen wer der Zir Zum be, wel: alls ein Deſo - fenen pile, (ndyie iſſe n Ov. jehuny „fel! wor ' ſchon das Rindv das junge Hornvieh gut pflegen ſoll: ſs muß man auch in beyden folgenden Jahren ſelbiges in der Fütterung ſo wohl halten, daß es nicht dann no< gleichſam verfrüp- pele, und fonach die Pflege des erſten Jah- res vergeblich ſey. Will man größeres>Vieh, als das ge- wöhnliche ſeines Orts, haben, und man beſorgt hierzu mehr und beſſeres Futter, als ohne welche Vorſorge mehr Schade als Gewinnſt herausfommen würde: ſo hat man gar nicht nöchig, ſich nach größe: ren Saamenrindern(Stieren oder Bullen) umzuſchen, oder, wie in manchen Wirkz- ſchaftsbüchern verlangt wird, Schweizeri» ſche, Oſtfrieſiſche, Ungariſche Bullen zur Vergrößerung des Rindviehes herbeyzu- ſchaffen. Dieſes iſt vielmehr ſchödlich, als nüßlich- Kleine Kühe werden von großen Stieren öfters zu Boden gedrückt, oder im Creuze oder Rückgrade eingebrochtn. Die von großen Stieren erzeugten Kälber gerathen zu groß köptig, daß die Kühe davon eine allzuſchwere Geburt'befom- men, und darüber zum fernern Tragen un- tüchtig werden, oder wohl gar bey der Ge- burt ſterben, wenn keine geſchicfte Geburts- helfer zur Hand ſeyn können. Man pfle- ge nur die Kälber beyderley Geſchlechts gut? ſo wird man ſchon in der erſten Gene- ration größere Kühe und Ochſen; in der dritten Generation aber ſo großes Vieh haben, als die Weide oder Stallfütterung dazu proportionirot iſt, Noch iſt hiebey in Acht zu nehmen, daß die jungen Kühe oder Ferſen nicht eher, als im vierten Jah- re, bezogen werden müſſen. Jhr Wachs- „ thum leidet, wenn es früher geſchiehetz daher laſſen manc, oder 240 Stücke. Fünf Ringe machen ein groß Tauſcad oder 1200. Das Faß Daaben» und Stabholz wird nach dieſen Ringen verfautt. Ringdeich, ein Deich um eine nie- vrige Gegend, ſo trocfen gemahlen wird, Ringe am Beutel, in der Mühle die eiſernen Ringe, welche an die beyden Endea des Beutelriemens angenähet ſind, nd mit we'chen man den Sichebeacel in den Beutelkaſien einhängr. Ringelblume, ein Pflanzengeſchlecht, welches Tournefort Caltha, Linnäus aber Calendula genannt hat, JI Deutſchen beißt die Ringelblume auch Calendel, Goldblume, Goideke und Warzen- Eraut. Die folgenden Arten kommen faſt? alle in hieſigen Gärten vor, 1) Gelbe Fleine Ringelblume mit geradem 130 Trumimem ſtacheligem Sagamen, C. arvenſis L., wächſt bey . Ringelb ung auf den Aec>ern, und iſt ein Saamen- gewächs. Die Blumen ſind. durchaus von einerley blaßgelben Farbe, und, an ſich betrachtet, zwar ziemlich groß; jedoch in Anſehung der folgenden Art klein zu nen- nen. Die Pflanze endigt.in wenig Wo- e den Winter über in einem warnen Glas- hauſe unterhalten. Sie verlangt mit den Ficoiden gleiche Wartung. 7) Grasblätterige Rinttelblume, C. graminifolia L. Ihr Vaterland iſt gleichfalls Aethiopien, Die Blüchen auf der Scheibe ſcheinen ſchwarz; die Rand» blümcwerke durchgeht, et- was vor den Übrigen Theilen des Gebäudes hHeraustritt, und gewöhnlich mit einem Frontoan, oder niedrigen Jtalieniſchen Dad), bede>t wird. Solche Rifaliten werden in der Mitte des Hauſes, oder, wenn. das Gebäude lang iſt, auch wohl an den Ecken, oder, bey ziemlicher Tieſe des Gebaudes, gar an den Giebelſeiten ange- legt. Wenn die jervortretenden Theile an den Ecken oder Enden des Gebäudes weit hervor laufen: jo nennt man ſie Fiü- Riſpeng dir gel, und den Übrigen oder mittlern Theil des Gebäudes corps de logis, Riſchoräthig, iſt im Forſtweſen, wenn die Streijen des Holzes, oder die Adern deſſelben, parallel mit ſeiner Länge Find, und ſich nicht nach der Seite werfen oder drehen; man nennt es dann: über- ſpännig, fließig werden; oder abſplittern,“* fich frummziehen. Riſpe, Raſpe, Riſſe, iſt dieje« nige Stellung der Blumen, wo der Haupk- ſtiel in verſchiedene Nebenſtiele, und dieſe wieder in kleinere, nach einem gewiſſen Verhältniſſe, abgetheilt werden. Es kommt ſolche mit einer zuſammengeſeßten und lo- i&ern Aehre oder einem Strauße überein, Da man aber gewohnt iſt, bey den Grä- ſern öfters andere und neue Benennungen zu gebrauchen: ſo har man dergleichen auch in Anjehung des Blüthſtandes er- wählt, und das Wort Riſpe(panicula) erwählt, und ſolches allein von dieſen Ge- wächſen gebraucht. Man unterſcheidet daher auch dieſe Gräſer in ſpicata und pa- niculataz oder in ſolche, welche eine einfa- er geſtellten vielfachen Zweigen beſteht, der- gleichen man an dem Haber und dem Hir- ſe ſiehet. Junsbeſondere hat von dieſer Art zu blüßen das gleich folgende Grasge- ſchieht ſeinen Namen erhalten. Riſvengras, Viehgras, Poa 1. Von den beym Linne“ befindlichen 24 Ar- ten bemerken wir folgende: 1) Vielblumiges Waſſerriſpen- gras, bobes Watjierviehgras, gro- ßer ÜUiliz, Poa aquatica L. Dieſes iſt eines der höchſten Gräſer in unſern Ge- genden, weiches in ſumpfigen Wieſen, an Dd 2 den 1 x! Ix „YE! 37 EE X 212 RKiſpetns den Dämmen, Ufern, Seen und Teichen gemein iſt. In der Mark Brandenburg finder man es an dem Ufer der Havel; auch in kleinern Gewäſſern hin und wieder ſehr häufig, wo es für das fräftigſte Heu- futter für großes und Fleines Vieh gehal» ten wird. Es hat das Anſehen eines jun- “gen Rohrs, wenn es nicht die Farbe und Geſtalt ſchon in der Ferne unterſchiede, Die Wurzel iſt ausdauernd, und die Blü- the erſcheint im Brachmonate."Der Halm erreicht auf 6 F. Höhe. Die im Waſſer ſchwimmenden Blätter ſind faſt 1 Z. breit 3 -werden aber getrocknet viel ſchmäler, und ſind am Rande und auf der erhabenen Rü- &enlinie ſcharf anzufühlen. Die Riſpe iſt faſt 1 F. lang, und in ſehr viele Zweige verbreitet. Die Aehrchen ſind, in Anſe- hung der übrigen Arten, groß, zweyzeilig, durchaus von gleicher Breite, bräunlich mit Grün vermiſcht, und beſtehen nicht immer aus 6, ſondern auch nur 3, 5, auch wohl 8 Blüchchen. Es läßt ſich dieſes Gras durch den Saamen und die Wurzel da erbauen, wo es noch nicht zu finden iſt. Wenn es abgemähet und-getro>net wird: muß es zuleßt, gleich den-Korngarben, eingebunden werden, weil es ſeiner Länge halber nicht wie gemeines Grasheu zufam- mengebracht, und aufgeladen werden kannz eben dieſer 8ange wegen wird es and) mit der wenigſien Möohe und ohne Verluſt ei- nes Halmes zuſammengebracht, Sollte hohes Waſſer das Trocknen an Ort und Stelle nicht verſtatten: ſo muß es gleich nach dem Abmähen zuſammengeharft, ein- gebunden, auf troFnen Boden hingeſchaſſt, und daſelbſt zu Heu getro>net werden, Weil dieſes Heu ſehr begierig von dem Viehe gefreſſen wird: ſo muß man dahin ſehen, daß ſelbigem nicht auf einmal zu viel vorgelegt werde, weil es ſich in ſol- Riſpens ern; es blühet im May. Die kriechende Wurzel treibt viele Sproſjen 3 der Halm iſt ſtark, rund» lich, und wird nach Beſchaffenheit des kandes 3 F. hoch; die Blätter ſind ſeif, ſchmal, aber zuſammengerollt, Die Riſpe ſteht immer aus einander gebreitet; die klei- nen grünen, braunrvthen und weiß eingefaß= fen, unferwärts wolligen, Aehrchen beſte ben gemeiniglich aus 3= 4=- 5 Blätt« chen, "d dis ' ſpat: Ung8: " qs ſel NE 3 Ri: , fh Prati ? Roa 5 findet eſonders e etwas nd, auf: nm 1F, er Zahl 1d furz, Die Ri 2 Fit ſelten 3 n Pune utpute |, und - 5, als , ſeht es Ri- Vich- mails uftifolia rall auf ; blühet | treibt rund! eit ves 1d ſteif e Riſy! die fei“ ngeſaß n beſit Bab en, Riſpens hen, Dieſe iſt mit der vorhergehenden Art genau verwandt z beyde ſind auch von gleicher Guütez ja man will dieſe für noch beſſer halten. DENE 4) Sünfolätterictes glattes Ri- ſpengras, Waſterriſpengras, Te- meines Viehgras, Gramen pratenſe paoiculatum, maius latiore folio C. B., Poa pratenſis L., iſt von der zweyten und dritken-Art ſchwer zu unterſcheiden. Die Friechende Wurzel treibt häufig Sproſſen;. der rundliche Halm erreicht gegen 3 Fuß Höhe, und iſt am untern Theile nieder- wärts gebogen 3 richtet ſich aber von da gleich aufwärts, Er fühlt ſich etwas rauh an. Die Blätter ſind der Länge nach ver- tieft; die Riſpe iſt ſehr ausgebreitet, und die Blüthen ſind grünlich und klein, Es iſt dieſes Gras in allerhand Boden auf Triſf- ten, Wieſen und Feldern gemein; aber in den fetten und fruchtbaren viel weicher und ſaftiger; auch höher/ als ſonſt. Sein Geſchmack iſt ſüß und ein wenig zuſam- menziehend, Der Saame wird im Jun, reif, und macht den eigentlichen guten An- heil des Heuſaamens mit aus,. 5) Jähriges Riſpengras, Som- merviebgras, Lleines weißes Strraußtzras, P. anaua L., iſt auf den meiſten Triſten gemein, wenn ſie nicht zu hoch und zu troen liegen; daher man es vorzüglich auf ſolchen Wieſen antrifft, wo im Winter das Waſſer ſieht, Die Wur- zel dauert nur einen Sommer; ver nicht- runde Halm ſteht ſchief, und ißt mehr zu- ſammeng?-drüct; die Blätter ſind furz und glakt; die Riſpe iſt unter geraden Win- feln weitſchweiftig ausgebreitet; die Aohr- hen ſind grün, an der Spikße rötalich, am Rande weiß, und beſtehen aus 3= 4 Blüthchen- Dieſes Gras iſt ebenfalls ein gutes Viehfutter, Riſpens 213 6) Sechsblürhiges Riſpenttras mit breitem wgeſtrecktem Haime, Zergviebzras, P. compreſſa L., wächſt auf den"Wegen, tro>enen Dämmen, Mauern und Dächern, und blühet im May und Jun+ Die Wurzel iſt aus- dauernd z der Halm iſt nicht rundlich, ſon- dern breit gedrückt 3 auch bis zur Hälfte ge- ſtreckt; die Riſpe iſt dicht, auf eine Seite gerichtet; die Rehren ſind braunroch, und gemeiniglic) aus 6 Blüthen zuſam- mengeſeßt, Die jungen Blätter ſind weich und nahrhaft, 7) Sweyblürbittes grannictes Ri- ſpengrvas, Waidviehgras, P, nemo- ralis L., wächſt auf ſchattigen Grasfle>en in den Wäldern, und blühet im Jun. Die frießende Wurzel iſt ausdouerndz der Halm iſt ſchwach, liegt größtentheils ge ſtrecft, und wird ungefähr 2 F. lang; die Blätter, ſind glatt; die Riſpe iſt flatterig, und hängt unferwärts; die Kelchbälglein ſind weiß eingeſaßt, und das äußere und größere läuft in eine Spiße oder Granne aus 3 jedes Aehren beſteht gemeiniglich nur aus 2 Blüchen; die Spelzen ſind auch grün und weiß eingefaßt, und die äußer- lichen etwas haarig. Deſters ſißen an - dem Knoten des Halms rauhe Schwän:m- e mehrere Blumen, auch gewiſſer wieder reifen Saamen geben, Das Verſelen leiden dieſe Pflanzen nichk gern 3 docly) muß „man ſolche durchziehen, wenn fie etwa zu dicht bey einander.ſtehen.| B) Dit dreyfachem Sruchtbal- Le: 4 3) Jähriger Ritferſporn, in Eng- länd einjähriger äſtitzer, oder Mauri taniſcher Ritterſporn, D. ambiguum L. Vaterland: Mauritanien; Sten- tzel? aufrecht, zähe, fehr äſtig, mit wage- rechten Zweigen, welcye ſich gegen ihre Spike zu aufwärts kehren, 3 Fuß hoch ZZ ätter: abwechſelnd, in lange, ſchmale, Abſchnitte fein gethbeilez HSlumen: auf den Enden aller Zweige, in kangen auf- ſteigenden Aehren, zwar groß, in ven Ael»- ren aber nur dünn beyſammen fiehend, ge- wöhnlich blau, und an der Außenſeite roth) oder grit, mit einblätterigen Honigbehält- niſſen, und 6 Blumenblätctern. Sie ma- chen im Jul, und Aug. auf den Rabatten, zc. eine ſehr verzierende Matnnichfaltigfeit, Die Vermehrung kommt mit der von der vorhergehenden überein, 4) Jähriger Fitterſporn nit viel- bläcterigem Somgyubebältniſſe, breit- biärteriger Ritteriporn mir Fleiner Ziume, D. peregrinam L, Vaterl,: Jtalien, Paläſtina; Stentzel: ſehr äſtig, etwa 2 F. hoch; HDlärrter: die obern ein- fach, die untern in viele, breite, ſtumpfe Abſchnitte getheiltz DBiumen: an den obern Theilen der Zweige, nur ſparſam, Flein, bechblau, mit 9 Blumenblättern, Die Vermehrung geſchieht, wie bey der zweyten Art. 5) Großblumitger, oder Siberi- ſcher Rirterjpoin, D. grandillorum Ritterſ 815 L. Väterland: Siberien; Strentzel: aufrecht, ſteif, r2 FF. hoch, oder etwas nie- driger, ätig; Diläörter 7 zuſammengeſeßt, in viele ſirichförmige Stücke zertheilt, die ſich in verſchiedenen Spißen endigen; glatt, weißgraw, abwechſelnd; Zlumen+ an den obern Theilen der Stengel, einzeln, ſetten mehr als zwey beyſammen, lang ge- ſtielt, zieren die Stengel ziemlich weit her» unterwärts, himmelblau, mit zweyblätte- rigen Honigbehältniſſen, deren Läppchen unzertheilt ſind, im Jun. und Jul. Die Pflanze verdient ſo viel Achtung, daß man ſie im Winter in ein Glashaus bringe, weil ihre ſchöne Blüthe in der Farbe alle andere Arten übertrifft. Man erhält von derſelben ſehr ſelten Saamen. Sind die Stöcke ſtark: ſo kann man ſolche leicht theilen; die jungen aber laffte man unbe- rührt ſtehen 3 ſonſt blühen fie nicht, oder doc) nur ſchwa. Sie verlangen im freyen Garten einen lo&ern Boden und ſon» nenreichen Stand, 6) Beſtänditger hagriger Berg- vitrerſporn mit Wolfswurzblättern, D. ezium 1, Waterland: GSiberien, Schleſien, die Schweiz; Stengel: meh» rere, aufrecht, haarig,-4==6 Fuß hoch; ZBlärter: lang, geſtielt, in zahlreiche, breite, ſich gleich einer Hand ausbreitfende, große, haarige, am Ende in einige wenige ſcharfe Spitzen zerſchnittene, Abſchnitte ges theilt; Simmen:- auf den Enden äller Stengel und Zweige, in langen aufrech- Rehren, blau, mit zweyblätterigen Honig- behältniſſen, deren Läppchen zweyſpaltig, und an der Spike mit einem Barfe ver- ſehen ſind, im Jul. und Anguſt. Uns terha!tung und Vermehrung kommt mit der vorhergehenden überein 3 doch iſt dieſe noch dauerhafter, als jene. Robi- 4 PELZE 815 Robit Robinie. Unter dieſem Namen be- greift man theils Bäume, theils Sträu- her, welche alle Schotengewächſe mit pa- pillonsformigen Blumen ſind. 1) Scachelitzer Robinienbaum mit weißen Diumenäbren, un«äch» ter Akacienbaum, Robinia Plendo- Acacia L,, iſt aus Nordamerica zu uns gefommen, und wird wegen ſeines ge- ſchwinden Wachsthums zur Abhelfung des einreißenden Brennholzes jeßt überall bey uns ſtark angepflanzt; weshalb ſolcher nach ſeinen Kennzeichen nicht weitläufig beſchrie» ben werden darf. Die Vermehrung kann ſo leicht durd) die bewurzelten Schößlinge, als ven Saamen geſchehen» Man hat aber bemerkt, daß die aus den Schößlin- gen erzogenen Stämme nicht ſo hoch, als die aus dem Saamen erzogenen aufwach- ſen 3; auch beſtändig aus der Wurzel wie- der Schößlinge hervortreiben. Der Saa- me wird im Herbſt, wenn die Blätter ab- gefallen ſind, geſommelt, und um die Mit- te des Apriis geſaet, Niran kann ſolches auch früher e<ßun;z es können. aber die bald aufgehenden ſehr weichlichen Pflanzen leicht „erfrieren, wenn ſie nicht bey einem einfgals Jenden Froſte bedeckt werden. Hat man Hievon in der Baumſchule, welche wider. „den Haſenfraß geſichert werden muß, die jungen Akacienbäume im dritten oder vier- „fen Jahre.ſo weit gebracht: ſo werden ſie, wenn ſie ſich ſelbſt ohne beygeſte>te Pfäh» le erhalten können, ins Freye.verſekt 3 der Boden aber muß weder zu naß, noch zu mager feyn. Jn einem dürren hohen Bo» den wollen ſie nicht fort, wie man.aus eig» ner Crrfahrung verſichern kann; und ob ſie aut) gleich in demſelben nicht ganz ausge» Hen: fjo'bleiben ſie boch, ohne forizuwache xß, jiehen,- Cin Mittelboben iſt ihnen Robitt ntehr geeignet; auch muß man ſie auf ei- nein jöichen nicht tief, ſondern nur floh ſes2n, da es ihre Natur mit ſich bringt, mit ihren Wurzeln in der obern Erde weit umher zu kriechen. Keinem jungen Bau» me wird von.den Haſen ſo zugeſekßt, als der Ataeie; weshalb ſolche mit Stroh, Moos oder Strauchwerk ſo lange bewunden werx- ven muß, bis die Rinde di und hare ges nug geworden iſt, Cben-deswegen darf man auch im Freyen dert Baum nicht glatt :an der Erde weghauey, um hierauf'Staa- gen.zu mancherley Bedurfniſſen zu gewin- nen. Außer.den Haſen und Rehen freſ« ſen auch) Schafe und Rindvieh die junaen bervorfommenden Sprößlinge ab, ohne ſich an deren Stacheln zu kehren. Wo man nun ſolchen Bejchädigungen ausgeſeßt ſeyn fann, da müſſen.die Akacien mit ſo hohen Stämmen angeſeßt werden, daß man ſie in der Folge, gleich den Weiden, alle4=- 6 Jahre köpfen oder kappen kann, Die davon erhaltenen geraden Stangen über freſſen in der Dauer alle andere Holzarten, wenn ſie zu Zaunſtaken angewendet.wer- den, Aus den ſtarfen Stämmen kann man allerley Geſchirr» oder Nußholz ge- winnen; denn es werden daraus Tiſche, Seyränfe, Stühle und dergleichen verfer- tigt,„welche ihre Farbe unverändert bes halten, und immer ſchöner werden. Man bat noch zu vemerken, daß das Akacien- boiz bald nac dem Fällen reißt; dieſem fkonimt man.aber zuvor, wenn daſſelbe, bevor es trocknet,.in der Mitte von einan- der gejägt, und hierauf getro>net-und ver- arbeitet wird, Hin und wieder hat man geſragt, ob dex Akacienbaum, wenn nicht für ſich allein, doc unter andere Forſibäume vermiſcht, angebauec werden ſolle oder könne? Jener Baum EN R fich bringt, ve weit But al8 der Rees En et hart NE gen darf (ht glatt State | Qewvi hen ff ? fange ohne ſic) Wo men ſeht ſeyn ſo hohen man ſe alleg= , Die 11 bete [zörten, et wite n fann ul Ul 1 verſe dert ber . Mat Mfacie dieſen daſſel 1 eina und ver (0 allei) emi Jentt Baum Robin Baum bleibt mit ſeinen Wurzeln in ver Oberfläche, und geht darinn mit der Zeit wohl mehr als 20 F. vom Stamme hin- wezz er wird ſich alſo mit andern in der Oberfläche fortwurzelnden Bäumen nicht wohl vertragen. Unſre Cichen würden al- lein mit ihm beſtehen, da jene mit ihren Wurzeln tief in die Erde hineingehen; bey zunehmendem Alter der“ Eichen aber wür- den die Akacien doch von jenen unterdrückt werden z daher die Akacien zu ſeiner Zeit als Schlagholz zu behandeln ſeyn wür- den, 3) Steifborſtige Robinie, insgese mein rothblübhender Schotendorn ge- nannt, fomint mit der vorhergehenden Art völlig überein; außer daß er zwar ohne Stacheln, an den jungen Zweigen aver und an den Blumenſtielen und Biumen- fkelchen überall mit ſteifen Borſten beſeßt iſt, Die Blumen erſcheinen etwas frü- „her, ſind größer, haben eine ſehr ſchöne Roſenfarbe, und zwar keinen ſonderlichen Geruch; jedoch ein edles Anſehen. Weil er nun auf eine ſehr ſchöne Weiſe die Man- nichfaltigfeit vermehrt* ſo verdient er auf den vornehmſten Pläten der Luſtgebüſche eine Stelle. In Ermaagelung des Saa- mens muß man Zweige auf Stämmchen der erſten Art impfen, welche öfters im erſten Jahre blühen; bey ſtarkem Froſte aber leidet er zuweilen an den Zweigen ek» was HAPE 3) Carattana, insgemein Siberi- ſcher Erbſenbaum, Taubenerbſen, R Caragana L. Der Stamm iſt ſtrau- hig, und die Blätter abgebrochen gefie- dert, Die Zweige ſind gelbgrünlichz die Blumen an den Seiten derſelben flein, gelblich, und hinterlaſſen platte zuſammen- ged: ückte Schoten. 4) Strauchige Robinie, vier- Wet. Regliexicon 1V, Theil, Rödelk 217 blätterigzer Pleiner Siberiſcher Erb. ſenbaum, R. fruteſcens L. Der ſtrau- s- over Ziegenta'g(ſollte Schaftalg nicht eben ſo gut ſeyn?) klein geichnitten, und durchgeſiebten ungelöſch- ten Kalk, nur ſo viel, bis ſich der Kitt weder an das Geſchirr, no an das Rühr- holz, noch an die Hände mehr anlegt, ſo daß man damit, wie mit Wachs, handtiie-- ven kann. Wenn man mit dieſem Kitt die thönernen Röhren zuſammenvereinigt? ſo fann man das 2Baiſer gleich durchlaufen laſſen, wenn der Kit: auch noch nicht tro- >den geworden iſt: doch iſt es b-ſſer, wenn fie einige Tage in freyer Luft ſtehen, und fro>nen können. Man macht aud) einen derzleichen Kitt von Maſtix, WetihrauH, Colophonium, fiein geſchnittener Baums» wolle, eins ſo viel als. das andere, unge- löichtem Kalk, ſs viel als die verigen Ma» terien alle zufammen, und macht es mit Naßösl zu einer Maſſe. Ze länger es im Waſſer liegt? deſto beſſer es wird; man Fann auch mit dieſem Kitt eiſerne und ſteinerne Röhren und mehr dergleichen ver- ſchinieren. Röhrenfkitt, warmer, Kitt zum Zuſammenkitren der Köhren. Er wird aus Bolus, Flußſand, Glas und Eiſen- ſch!a>en, von jedem gleich viel, wohl pul- veriſirtem Ziegelmehl von alten Ziegeln, ſv viel als das vorize zujfammen, und mit den vorigen Materien wohl vermiſcht, ge- macht. Nachher zerläßt man zweymal ſo viel Pech, als die andern Materien ſind, in einem eiſernen Haf oder Tiegel mit ein wenig Nußösl, oder aud nur Leinsl, oder mit etwas Fett eder Schmeer; während dieſes nin ſiedet? wird das Pulver nach und nach mit beſtändigem Rühren einge- ſchüttet, bis es ſich am Rührholze faden- weiſe, wie Terpenthin, aufzieht, welches, - Römiſch 219 wenn es ins Waſſer g'ſchüttet wird, gleich erhärtet; dann wird es in ein Geſchirr mit Waſſer gegoſſen, und, wenn es hart ges worden iſt, aufbewohrt. Will man es georauchen? fo wird es mit ſtarken Ham: mern zerſchlögen, dann zerlaſſen und warm gemacht, Will man mit dieſem Kite die Röhren verſchmieren ſo muß man die Röhren auch warm nrachen, und beydes heiß zuſammenſeßen 3; ſonſt hat es keine Haltung, Es können aber allezeit 4 -- 6 Stü außer dem Gtiraben über dem Feuer zuſammengekittet, und hernach mit dem falt gewordenen Kitt an die andern ge- ſest werden.; Röhricht, das Mehl, welches durch die Zißen bey dem Mahlen fällt, und wel- ches ſich die Müller zueignen, Röhrkaſten, ein großer Waſſerbe«“ Hälter, worein ſich ein Röhrwaſſer ergießt, und öfters einen>ſchönen und wohlgebildes fen Aufſaß hat, z. B. eine Säule oder Säulenſtuhl, worauf ein Bild oder der- gleichen ſteht, und mit ſißenden Bildern, die auf dem Rande des Kaſtens angebracht ſind, 2c. Ein ſoicher Röhrfaſten over Springbrunnen wird gemeiniglich zur Zier- de einer Stadt auf öffentlichen Marktplä- ßen erbauet; es giebt anch vieles, die nux aus hölzernen Säulen beſtehen, aus wol- dien ſich das Waſſer blos ig einen hölzere nen Kaſten ergießt, Rohrnägel, kleine Schloßnägel mit ſtumpfen Spißen, womit die Rottſprügel einer Zimmerdecke bejeſtizt werden, Nöomiſce Art zu wölben.- Die Römer liebten das Starke und Dowuer- hafte; da ihnen nun. der Zirkelbogen ſtär« fer als alle übrige vorkam; ſo wslbten ſie alle ihre Gewölbe zirteiiörmig. Ee 2 R0- „Hl Shed 80 220 Römiſch . Römiſcher Vitriol, guter Kupfer- oder blauer Vitriol. Jeder Vitricet, wenn er genug Kupfer und Blaue hat, er ſey geſotten, wo er will, wird jekt unter dem Naznen, Römiſcher oder Cypriſcher Vi- triol, verkauft, Röſten des Flachſes. Der von den Saamencapſein befreyete Flachs wird in kleinen Gebinden ins Waſſer gelegt, und mit Stro) und Steinen oberhalb ſo beſchwert, daß ſämmtliche Gebinde überall mir Waſſer bedeckt ſind, um die holzigen Theile der Flachsſtengel ſo mürbe zu ma- <+en, daß ſie den Baſt oder die Schilfe kos, und hiemit zur folgenden Bearbei- tung geſchi>t machen. Je weicher und wärmer das Waſſer iſt: deſto beſſer geht das Röſten von Statten. Hak man da- her ſtillſtehende Gewäſſer, als Seen, Tei- lichſie dazu gehal- tenz; da hingegen thoniger und lectiger Boden dazu nicht taugt. Ein Ac>ker, wor» auf weißer Kohl, Mohrrüben und allerley Wurzeln gut gerathen, wird ſich ſicher zur Färberröthe gut ſchien, Ohne Düngung muß das Erdreich hierzu nicht gelaſſen werden, als worzu ſich kurzer, fetter Kuh- miſt, der auch mit Pferdemiſt vermiſcht werden kann, am beſten ſchi>t, Auf ei- nem FE Erz=- 8 GES R EAI GE 20080.-ZW8“- 3 Wundt, ] Oufge t durch en ind ema Voſſer ſte) dieſ! hz: Dee |.(en m duch röſtet zu tes Köſfe Thaurt: aſſerröſte beit font rt Flachs folge bis adelhof Braph), „ wiſt ontpellier urzel mit gebraucht d der dat» ſt der t0- der guten . Ein as Gand res nde zu gehal- )(ettiget fer, wt d allerley ſicher zus ungun gelaſſet ar Kuyy ermiſet Aul el pom Röthe vem ſtark gedüngten A>er, der mit wei- ßem Kobl bepflanzt wird, kann im zwey- ten Jahre Krapp ſehr vortheilboſt gopflanzt, - und hierauf mit Getreide beſtellt werden. Beſſer aber wird es doch bejunden, wenn „die Röche gleich auf friſch gedüngtes Land gepflanzt, und nach Aufziehung derſelben zum Kornbau angewandt wird. Gegra- benes Land wird auc beſſere Dienſie thun, als gepfügtes-. Das wohl zugerichtete hand wird in Beete abgetheiit, deren Brei» te fo beſchaffen ſeyn muß, daß man von beyden Seiten füglich mit der Hand die Mitte berähren könne, Weil die Rötye die Feuchtigkeit liebt: ſo pflegt man die mit der Harke auf gewöhnliche Weiſe zuve- reiteten Beete mit aufgelegten"Bretern et- was einzudrücken, damit ſic) die Feuch- tigfeit deſto iänger darinn erhalten mögez wie man denn auch nicht gern eher das Pflanzen unternimmt, bis ein Regen ein- gefallen iſt, oder doch wahrſcheinlich) ver- muthet wird, Sollte aber dieſer bis in die Mitte des May außenbleiben: ſo muß man die Furchen, worein die Wurzeln ge- lezt werden ſollen, vorher begießen. Man könnte die Erziehung aus dem Saamen unternehmen; allein es werden 3 Jahre erfo: dert, bis die daraus erzogenen Pflan- zeti ſo ſtarf ſind, als die Schößlinge, wel che- bereits Wurzeln geichlagen vaben. Fehlt es aber hieran, und man muß die- ſen Weg erwählin: ſ0 ſäetk man den Saq- men vom Anfange des&prils bis zum En- de des May, hält die Felver vom Unkrau- te rein, und verpflanzt nach 2 Jahren die Stöcke auf die gewöhnliche Weiſe, Wiel kürzer gelangt man zu den jungen Pflanzen durch die Keime oder Revenwurzeln, Die Stengel werden nämlich im. October oder November niedergebozen, und ekwa 12, hoch ſo mit Erde bede>t, daß nur die Spi- Röthe 221 ßen hervorragen. An dieſen ſchlagen Kei- me oder Nebenwurzeln aus, welcert, und die Beete vom Un- fraute reiniget3 die andere aber, daß man im Jul. oder Anfange des Auguſts die Stengel umbiegt, und dergeſtalt mit Erde bede>t, daß nur die oberſten Spißen her- ausragen. Die Crde hierzu wird von der andern Furche behutſam herüber gezogen, Ce 3 daß 82 Röthe daß die Wurzeln nicht entblößte werden, Da aus dieſen niedergebogenen Stengeln Wurzeln ausſchlagen, die ſich bis zum Herbſte anſepnlich vergrößern: ſo wird man dadurch mehr Röche und Vortheil 3e- winnen. Einige rathen, vas Kraut um dieſe Zeit abzuſchneiven, und auf andere Arc zu nüßenz da aber die Güte der Wur- zel größtentheils von den Blättern abhängt: ſo wird man dabey mehr verlieren, als ge= winnet, Auf den Herbſt, nach Michae- lis, auch noch ſpäter- nach Beſchaffenheit der Witterung- werden die Wurzeln aus- gegraben, Es kann dieſes im exſten z; aber auch im zweyten Jahre geſchehen. Wenn es wahr iſt, daß Dieſe Wurzel mehrere Jahre qusdautert€, und deſto ſtärker wird, je länger ſie in der-Erde bleibts ſv iſt es eine andere Frage, ob die jüngere oder al- fere zum Färben beſſer ſey. Der Brand ſtellt ſich mit der Zeit ein, und dabey ver- mindert ſich das inner;iche Weſen; mithin iſt es ſicherer, ſole zeitiger auszuheben, Bon der ausgegrabenen Wurzel wird das Kraut abgeſchnitten, und bvieſes kann grün und gefronet zum Futter für das Wieh angewandt werden; doch) ſo die Milch, wenn viel davon gefüttert wird, röthlich gefärbt werden. Geſchieht das Ausgraben bey troner Witterung, da das Erdreich vuürre iſt: ſv werden die Wurzeln-vein ge- nug ſeyn; iſt aber'der Boden feucyt: ſo muß man ſie waſchen. Durch das leßte Verfahren k ann die Wurzelleicht Schaden feiden, da ſie ſich) ohnedies ſchwer trocknen läßt. Jn Holland bedient man ſich hierzu Heſonders eingerichteter Defen, Hr. Bec- mann hat bie Wurzeln in den geirzeinen Backsfen dörren[3900 und angemerkt, daß, wenn dieſelben auf einmal nicht ge- nug ausgetronet worden wären, ſie nach einigen Tagen ohne Schaden noch einmal Röthe in den Ofen geworfen werden könntet; auc) kann das Trocknen in ireyer Luft und' im Schatten geſchehen, Wenn die Wurzel nicht recht trocfen ijt+ fann fie leicht ver- derben 3 bricht ſie leicht: ſo iſt es ein Kenn zeichen, daß ſie treen genug it, Die geiroc<>neten Wurzeln foll man, wie Eini- ge anrachen, mit einem Dreſchflegel gelitns de überſchlagen, öder in einen groben SaE von roßer und grober Leinwand ſtecken, und ſtarf ſchütteln, damit die anhängende Erde, die Feinen Fäſerc irch.4 eſ0he f verſchiv m daduch zu verfer: inen durch e bereiten 4 Sort erſie wid garwurzeh , braune zu ſchleß) er ande fen, Di othen, fl Inter di um Blau, als Not): Farbe gt ie Gott, 1000, wel x, gemolht von dem, enbeit dis allein uf y uf die SE eoledt he wedt (en Kott die dat aus Röthe aus bereitet werden, einen ſchlechten Krapp; hingegen ſolche, die viel röthlich Fleiſch, und einen dicken gelben Kern enthalten, werden ungleich beſſeyn lieſern; man läßt daher in Seeland die Wurzeln 13 Mona- te hindurch in der Erde liegen, ehe man ſie herausnimmt und Krapp davon berei» ket, Jn andern Orten verfertigt man nur 2 Sorten, als die geſchälte und ungeſchäl- te. Die erſte, welche ſonderlich Krapp Heißt, wird aus dem Kexne dey Wurzel, mit Abſonderung der Schole und der kleſ« nen Haarwurzeln, verfereige- Mit der ungeſchälten wird nicht viel Weitläukgkeit gemacht z ſondern olles, was die Wurzel ZUENDE mit einander gefampft. Wiel» leicht iſt dieſe Art nicht zu verwerfen, und zede Abſonderung der Theile unnsthig, da nach des berühmten Hen, Beckmanns Un- terrichte diejenigen irren, welche dem uuns- Berlichen Häutchen der Wurzel die Kraft zu färben abſprechen. Einige Wurzeln beſtehen faſt ganz aus der fleiſchigen Scha- fe und wenigem Holze, welches fich leicht zerdrücken läßt, auch noch kein Mark zwi- ſchen ſich hat; bey andern zeigt ſich das Miark bereits, weißes an Farbe faſt ganz der Schale gleichet. Dergleichen 2Wur- zeln ſind an Farbe die reichſten; ungeach- tet mancher kandmann bey dem Gebrauche der getro&neten Wurzel am wenigſten dox- auf achtet, weil ſie bey dem Döcren am meiſien am Gewichte verlieren. Das Mark der Wurzeln wird geſchwind ſchwarz, und verliert ſich in den ältern gänzlich, ſo daß ſelvige hohl werden, oder Statt des Markes ein vermodertes ſcwarz's Weſen enthalten. Dergleichen alte Wurzeln ver- lieren zwar durch das Dörren wentierz ſind aber auch ärmer an färvenden Theilen, und das Mark färbte gar nicht, wenn es ſchwarz geworden iſt 3 mithin ig alle Syr- 2 Köthe 223 g2 dahin zu richten, die Wurzeln in denz beſten Zuſtande auszugraben. Db nun even hiezu 18 Monate, nicht mehr, auch nicht weniger, erforderlich ſeyen, wird den Erfahrungen der Röthebauer überlaſ- ſen, Wenn man aber doch auf den Cinfluß der Blätter in die Wurzel ſieht> ſo muß. es doch wohl beſſer ſeyn, vie Wur» „zel erſt im zweyten Frühjahre, als im erſten Deſt auszugraben. Die ſriſche Wurzel enthält einen gelben Saſt, und der holzige Theil nimmt€ nach dem Dörren eine gelbe' Farbe an. Im Orient wird der Handel mit der ganzen Wurzel getrieben 3 auch unſre Färber möchten beſſer thun, wenn ſie dte Wurzeln gleichfalls ungemablen faufen, und entweder ſeibſt im Mörſer zerſtoßen, oder auf gemeinen Mahßlmühe len mahlen laſſen wollten, wodurch ſie.eine weit fräftige re, au<, wegen der dadu rh verhürteten Verfälſchung, weit retneve Far- be erhalten würden, als wenn ſie ſolche gemahlen einfaufen. WBeym Cinkauten muß nian diejenige wählen, welche rct werden. Die höizernen Wände und De- >en in den Stuven werden damit überzo- gen, over berohrt. Mit den Blumen« büſcheln fann man auf Wolle grün färben. IBenn dieſes Rohr jung iſt: ſo wird es beſonders von den Pferden gern gefreſſen, und ihnen mit Stroh vermengt zu Häckſel geſchnitten. Man duldet aber nicht wohl das Abſchneiden des jungen grünen Roh- res, weil es theils nicht ſo lang und di> nachwächjt, wenn es zu vorgedachten wirthichaftlichen Zwecken dienen ſoll; cheils aber auc) woh! gar ausgeht. Wenn es „auf Wieſen ſteht, und mit dem Graſe erſt abgemäher und gerroFnet wird; ſo iſt es Fein gutes Wießfutter mehr; man ſollte es daher auf den Wieſen über dem Graſe noch in ganz jungem Zuſtande abmähen, und, wenn es nicht grün verfüttert werden kann, zu eu kronen. Die Bermehrung ge- ſchiezet dur) die Wurzel, 2) I=dites Rohr, Spaniſches oder Schal!neyenrohr, A. Donax L., wächſt in Spanien, der Schweiz und Cor» niel, Der Stengel iſt ſtrauchig, groß, gegliedert, rund, aufrecht, 10-=14F, hoch, und ſtirbt im Hexdſte ab, und dann, oder beſſer noch im Frühjahre, kann man die Wurzel zur Wermehrung theilen. Man unterhält auch in den Gärten eine Sorte mit weißgeſireifren Blättern; wel« ce aber in Töpfe gepflanzt werden muß. In der Schweiz werden die Stengel zu den Dächern, und in Jralien zu Wein- pfählen gebraucht, Niche weniger werden die in jedem Herbſie über der Erde abge- ſchnit- gs zin [1 ma ſ Grid MEN» e Halm, 5 if bs Matten, Wacht, bande da ,(delt vd De, Wt Übetih Duntze ün füchtn, 0 wird 3 | Geſreſſe, zu Häct| nicht wehl inen No: ) und dif vgedachten oll; tels Wenn s Groſe erf ſiſt hn ſollte es roſe noch en, und, en Fann, vung ge aniſches Yonax L, und Cor (9, gr, NE )-- 140 und dann, fann man (heller arten ein! ern; wil ven Muß tengel u u Welt» x werden de aby ſcnit: Rohr geſchnittenen Stengel zu leichten Spa- zirſtötcenlinie, und nähre ſich, wie die Reiger, von Fiſchen und Fröſchen. Das Fleiſch har einen ſtarken Wildbretge- ſchmack. Rohrineve, ſonſt auch Rothe ſchwalbe, Larus minor CiNereus, iſt eine Art kleiner Meven, Der Schna- bel roch, am Ende ſchwarz, Kopf oben ſchwarz, Rücken und Flügel aſcharau, Bauch nebſt dem geſpaltenen Schwanze weiß, Füße roth, Rohrſperling, Turdus cano- rus arundinum, iſt faſt an Größe und Anſehen der Weindroſſel gleich. Kopf, Hals und Bruſt ſind ſchwärzlich; Rücken, Tügel und Schwanz fallen an Farbe, wie bey der Weindroſſel; unter dem Flügel ein wenig röchlich. Man muß dieſe Droſ- ſelort nicht mit der Bruch« oder Weiden« Tf droſſel SSE 14“ zs "4 8. "' | x] || EEN |) Wer AEC T 24 Cer EEE EIE IIR +3 wä.; c SENT ui SESIN. - SESIS BESONNEN 568 "1 Wie 5%“ D Bi vs SE EL Es Roſje droſſel verwechſeln, Turdus muſicus paiu- ftris, welche auch Linnäus Turdus arun- dinaceus nennt, und welche ſich in Brü- auch einen gera- den Stamm von 4=- 6 Daumen Stärke erlangt. Man muß aber die Wurzelbrut oder die Austc<ößlinge in Zeiten wegneh« men. Die Blumen von dieſer gemeinen und andern. wohlriechenden Ärten haben eine nervenſiärfende Kraft; köunen aber auch wegen ihres ſtarfen Geruchs bey em pfindlichen Nerven den Kopf einnehmen, und wohl gar Ohnmachten. verurſachen, Die weißen Roſen riechen gemeiniglich fiärker, als die rothen 3; daher man auch dieje vorzüglich zum Stärken der Nerven zu wählen, und zu dem Ende davon ein abgezogenes Waſſer und Oel zu verfertigen pflegt. Beydes bereitet man allein aus den Blumenblättern z und- zwar beſſer, ehe ſolche ſich öſſnen, als wenn ſie bald abfallen wollen. Es8 iſt auch kein Zweifel, daß von dieſer erſten&rt ein eben ſo kräfti- ges- Waſſer zu erlangen iſt, als von den gefüllten oder weißen Blumenz einige wols len ſogar das von den wilden rothen berei» tete Waſſer noch für kräftiger halten. Che- dem nahm man zum Waſſer die ganze Blüthe, wenigſtens behielt man den Kelch z es iſt aber dieſes nicht ſchicklich, Man muß hierzu die friſchen Blumenblätter nehmen, oder dieſe mit Salz vermiſchen, feſt in einen irdenen Topf eindrücken, und ſo aufbewahren, bis man das Waſſer da- von abzieht; doch iſt das von den eingeſal- zenen Blättern bereitete Waſſer nicht al- lenthalben zu gebrauchen, wo das von den friſchen abgezogene Stakt findet 3 nur das leßte allein ſchickt ſich bey Entzündungen äaußer- zG „ud ; emit je ver Cru [int ß er Oft his en(ete men Gifs Vurzhnt ten winn): Ier Gemein Irten habn fönnen aby uchs bey(mv , verurſachen, gemäniglicd er mn aud 1 der Nato de davon en zu verfettigtn 0 allein aus zwar biſt) venn fie ba) » fein Zweft oben fo fröfte „dls vnn 5 einige mtb rothen bit) halten. Cp er die giwf m deni) lich, I ſumenbitt | vermiſhe) rüden, Woſſet dv den einge „e nit 0) das von dW 4; md fjündunge! up Roje äußerlich aufzulegen. Sonſt wird dieſes Waſſer zu Julepen und andern ſtärkenden Arzneymitteln geſeßtz3; auch bey allerley feinem Backwerfe gebraucht, Das we- ſentliche abgezogene Oel iſt ſehr rar- Man erhält von einem Pfunde Roſenblätter un- gefahr nur 3 Grane Oel. Die Unze die- ſes wahren Roſenöls koſtet gegen 50 Tha- ler, und iſt daher noch theurer, als das Zimmetöl; es iſt aber wohl das an- genehmſte von allen dergleichen Delen, Man bereitet auch ein Oel per infulio- nem, da man die Roſenblätter in ein an- deres ausgepreßtes Oel einweicht, welches freytich viel ſchlechter iſt; jedoch iſt es von den ältern Aerzten zu Zertheilung der Ent- zundungen, auch wider die Mutterbe- ſchwerung, gebraucht worden. Die Ro- ſenſalve oder Roſenpomade iſt auch be- kannt; ſie wird aus reinem Schweinefett und Roſenwaſſer, auch mit Zuſaß von ei- nigen Tropfen Cedro- oder Jaſminsl durch das Reiben verfertigt. Dieſe Pomade dient nicht allein zu den Haaren; ſondern auch wider die aufgeriſſenen Lippen, War- zen und andere äußerliche Hautſchäden, und überhaupt als eine unſchädliche Schminke. Von den Früchten gebraucht man ent- weder den ſaftigen Kelch, als das Gehäu- ſe der Saamen, oder die Saamen ſelbſt, Wenn die friſchen Hahnebutten zerſchnit- ten, und von dem Saamen, wie auch dem innerlich aufſißenden Filze gercinigt wor» den ſind: macht man ſolche, ſowohl ganz als auch das ausgepreßte Mark, mit Zucker ein. Hierzu ſchit ſich aber die Frucht von der Rola villoſa, die weiter unten angeführt worden iſt, noch beſſer. Auch pflegt man beyde Arten von Hahnebutten innerlich zu reinigen, an der Sonne oder in einem warmen, nicht aber zu heißen 2 BIIAGSGONEN.4 207020900077 weren> 1000 Roſe 227 Ofen zu kronen, und daraus wohlſchme- Fende Suppen und Compotes zu bereiten, wie dazu in der Germershauſenſchen Haus- mutter Anleitung gegeben wird. Man kann davon eine gelinde, anhaltende und ſtärkende Wirkung hoffen; auch ſoll davon der Abgang des Urins befördert, Sand und Gries abgeführt, auch wohl gar der Stein ſelbſt aufgelöſet werden. Der bes rühmte Hr, D, Böhmer in Wittenberg ſagt, daß ihn; untrügliche Erfahrungen gelehrt, daß die Hahßnebutten wirklich wi- der und bey dem Steine ein kräftiges Mite tel abgeben. Er hat die im ſpäten Herb- ſte, oder auch im Winter geſammelten ganzen Früchte, ohne ſolche zu öffnen und zu reinigen, auf dem Ofen trocknen, und hernach im Mörſel klar zerſtoßen, durch« ſieben, das Mehl in einer Büchſe aufbe- wahren, und zum Gebrauch davon einen oder zwey Theelöffelchen voll in einer Vier» tel- oder halben Kann? Waſſer gelinde ab- kochen, und, dieſen Trank einnehmen laſſen. Cs gleicht ſolcher Trank einer gemeinen Mehlſuppe; hat auch faſt gleichen Ge- ſchmack., Das Hahnebuttenmehl quillt ſtart, worauf man bey Bereitung dieſer Suppe Bedacht nehmen muß, damit ſie nicht zu di werde. Vorgedachter Arzt behauptet aber ni= 70.22 Os | | 4 IT er ade wr KAI IETI ET Gg ce FIAP WEER FRNITN- 55 7 N„4“ Sid KEES 1,50 2306 Roſe ſtoßen einzeln; auch zwo bey einander, Man hat hievon verſchiedene Sorten, 11) Gelbe Roſe mit wohlriechen»- den, ganz grünen Blättern, gelbe einfache Roſe, R.!utea Mill. und du Roi. Die Frucht iſt glatt, und die Blu- men haben einen ſchwachen Geruch; deſto ſtärker riechen aber die Blätter, ſonderlich, wenn es geregnet hat. Man verwechſele,- dieſes Umſtandes wegen, dieſe Art nicht mit der vorhergehenden, 123) Zalſamroſe, R. chlorophylla, Die Blättchen ſind umgekehrt eyrund, doppelt- ſägeförmig, drüſig, mit einer ſchlei- migen Feuchtigkeit überzogen, glänzend- grün, die Blattſtiele dornig, die Trucht- knoten aber faſt kugelicht, glatt, Die Spielarten ſind: a) einfarbige Bal- ſamroſe, gelbe öſtreichiſche, oder geibe einfache Roje, Sie iſt eine der . ſchönſten Roſen, die einem jeden gefällt, der ſie in der Flor ſieht, Die Blumen haben eine reine glänzende goldgelbe Farbe, Eine jede Blume hat zwar nur eine kurze Dauer; dagegen öffnen ſich aber in ununter- brochener Folge immerfort friſche Blumen, und die Flor dauert einen Monat lang; b) zweyfarbige Halſamroje, 6ſtrei- chiſche, auch rürkiſche Roſe, Dieſe unterſcheidet ſic) von der vorhergehenden Sorte beynahe nur durch die Farbe ihrer Blumen. Lettere ſind inwendig röthlich- fupferartig, auswärts aber gelb; auch has ben ſie ebendenſelben wilden Roſengeruch, wie die vorhergehende, und wenn ſie in voller Blüche ſtehen, iſt ihr Anſehen be- zaubernd. 13) Stacheligſte Roſe, in Entz- la11d Schottiſche Zwergroſe, R.ſpi- noſiiima L. Sie wächſt nur 2+3F, hoch, und iſt ſehr dicht mit Dornen be- ſegt- Jhre jungen Knoſpen pflegen im Roſe Winker bey milder Witterung zeitig auf- zuſchwellen, und dann an dem Strauche überall als ſo viele rothe Augen zu erſchei- nen, welches ein artiges Anſehen macht. Die Blätter ſind überaus zierlich, von grüner Farbe, klein. Die Blumen ſind zahlreich, klein, einfach, hinterlaſſen runs de dunkelpurpurrothe Hagebutten, die im Winter ein Anſehen wie die Brombeeren haben, Man hat Sorten mit weißen, rothen, weiß» und fleiſchfarbig geſcheckten und mit Purpurroch und Roch gemarmele ten Blumen. 14) Große Hatjebuttenroſe, äpfel« tragende Roſe, R. villola l., wird we- gen ihrer Frucht zum ökonomiſchen bekann- ten Gebrauche in den Gärten häufig ange- bauet, und dieſerhalb auch wohl oculiret, um deſto größere Früchte, die man Ro- ſenäpfel zu nennen pflegt, zu gewin- nen. Die Blätter ſind kleberigz haben einen angenehmen Geruch, und geben, nachdem ſie, beſonders wenn ſie noc) jung ſind, getrocknet worden ſind, einen ſehr woblſchmecenden Thee, der mit dem orientaliſchen um den Vorzug ſtreiter, 15) Simmetroſe, HJay- oder Zu- derroje, R. cinnamomea. Ihre Zwei- ge ſtd purpurröthlich, die Blumen klein, purpurröchlich- roth, von zimmetartigem Geruch, im May, Man hat dieſe Noſe auch gefüllt. 16) Jmmergrüne Roſe, R. lem- pervirens L. Die Blumen ſind auf den Enden der Zweige zahlreich, in faſt dok» denförmigen Büſcheln, einfach, reinweiß, von BViſamgeruche, am Ende des Jul., im Auguſt, und in ununterbrochener Fol- ge bis zum Oct. oder November. Weil dieſer Strauch immergrün iſt: ſo nimmt er fich unter den andern Sorten ſehr ſon- derbar aus, Man pflanzt ihn am beſten gegen ad ÄR fig au „(rauche feſchel: ' macht. , von Ne in) ſen Una dein mbeeren Weißen, ſchedtin m arme ', apf wird we 1 befanie fig anger oculitet, an Adu ; haben geben, e nod) , einen it dem 1505 er Zil 18 Ziel en fein, tartigem eſe Neſt R, ſem auf den faſt deb (weiß, 8 Tuk er Fol Pell nimmt hr jon beſteh gegen Gide. DE H nun Roſe gegen Wände, oder doch ſo, daß er eine Unterſtüßung habe. Wenn man ihn ein- zeln in immergrüne Quartiere pflanzt? ſo treibt er ſeine dünnen Zweige anfangs dem Boden entlängs z dieſe creiben wiederum andere Zweige, und ſo pflegt er nac) und nach einen Buſch von 6 F. hoch und dar- über zu bilden. Wenn er aber ein ange« nehmes, wildes, buſchiges Anſehen behal- ten ſoll: ſo müſſen diejenigen Zweige, wel- , ehe ſeine Kno- ſpen aufbrechen, ausgraben, an eine an- dere Stelle verſeßen, oder ſolchen im Früß- jahre, oder Herbſte ſo beſchneiden, daß er ſaft keine Knoſpen behalte, ſondern erſt wieder neue hervortreiben müſſe, Um frühere Roſen zu haben? muß man jährlich im März und April junge und neue Ausſchößlinge ausheben, und in Töpfe pflanzen. Jeder Sto> dieſer Art Vet. Regltlepicon1V, Theil, Roſe 233 läßt ſich'nur einmal zum Treiben ſrüher Blumen gebrauchen, und muß hernach wieder ins Land geſecßt oder weggeworfen werden, Dergleichen friſch eingeſeßter Schößling wird um die Hälfte verkürztz den Sommer aber an einen ſonnenreichen Ort geſtelle, und mit Jäten und Begießen wohl gewartet, damit das Holz reif wer»- de, und künftig deſto beſſer blühen möge, Sollten in dem Sommer oder Herbſte ſich Knoſpen anſeßen: ſo muß man ſolche weg- ſchneiden, Die Töpfe bringt man um Martim in eine luftige Kammer, und un- gefähr in der Mitte des Decembers in den Keller; oder kann ſie auch an dem vorigen Orte ſtehen laſſen, wenn ſie nur vor hefe tigem Froſte geſichert ſind. So oft die Erde trocken iſt: ſo wird ſolche mäßig ans gefeuchtet. Zulckt bringt man die Stöcke in eine warme Stube oder Glashaus, nachdem man die Blüthen zu haben wünſcht, im Anfange, der Mitte und En- de des Februars, Man ſtellt ſolche an die Fenſter. Es iſt eben nicht nöthig, daß dieſe gegen Mittag ſtehen. Die Stubeh« wärme muß, zumal im Februar, mehr ausrichten, als die Sonne; wobey aber nöchig iſt, die Töpfe gegen die Nacht mehr von den Fenſtern zu entfernen, da- mit ſolche nicht etwa vom Froſte getroffen werden, wenn die Stubenwärme nochge« laſſen hat. So oft die Erde etwas abge- trocnet zu ſeyn ſcheint: ſo oft muß das Begießen wiederholt werden; wozu aber das Waſſer etwas laulich, doch nicht warm ſeyn muß, Damit aber dieſe Stöcke nicht zu frech) und zu geil treiben, wodurch die Blüche gemeiniglich ausbleibt: ſo iſt es ſehr dienlich, dieſelben, wenn das Laub ausgeſchlagen iſt, und die Blümenknoſpen hHervorzubrechen beginnen, in eine andere ungeheizte Stube zu bringen, deren Fenſter Gg gegen BEES GET M EIIIIERESERGESENGEN 7e«Ef 8.44 13a wemmemänermermmn ere 204.24 2000 S5 - X “ FIT: 4“ 36.510 -4 x Zap „Ha Skt 50 Rofe 234 gegen Mittag gerichtet ſind, und ſolche hinter dieſe zu ſeßen, damit durch die Son- ne das fernere Wachsthum beſördert wer» de. Im Marz und April, wenn auc die Sonne ſcheint, darf man doch die getrie- benen Srö>e nicht der freyen Luft ausſe- ßen„ weil ſie leiche dadurc<) Schaden lei- den. Hat man aber Treibkäſten oder Glas» Hauſer: ſo werden einige vorzügliche Sor- ten ebenfalls in Töpfe gepflanzt; auch läßt man ſolche, damit ſie ſich erſt vor dem Treiben recht einwurzeln, weil ſie dann in größerer Vollkommenheit blühen, in die Erde eingeſenkt, erſt einen Sommer in den Töpfen wachſen. Man ſtellt ſie im folgenden Winter in einen entweder mit - Pferdemiſte, oder mit Lobe, oder mit Feu- rung erwärmten Treibkaſien, oder in ein Glaushaus. Man kann ſie in demſelben im Januar, Februar, März, u,ſ. w. zur bringen 3 und wenn man ihrer zu unterſchtedenen Malen, und etwa jedes- mal nach 3= 3 Wochen, zum Treiben einfekt: ſo wird man bis an die Zeit, da die Koſen im Garten zu blühen anfangen, eine ununferbrochene Folge von blühenden Roſen baden. Was die übrige Wartung der Roſen im Freyen noc) betrifft: ſo iſt es bekannt, daß folche nür wenig Bemuhung erxfordernu, Man braucht ihnen nur im Winter ihre Wut zelausläufer„ welche zu neuen Pflan- zen dienen können, zu nehmen; ihre Kro- ne, ſo oft dieſelbe zu dicht und. verwirrt ge- worden. iſt, zu verdünnen; die etwa zu weit umherſchweifenden Schößlinge zu verſzußen- und das kodte Holz auszuſchnei- den, Man pflegt ſie auch. wobl, weil ihre Blumen gewöhnlich an den jungenSchöß- lingen entipringen, in jevem Herbſte oder Wiater mis der Scheepe ein wenig. zu be- Roſe ſchneiden, um ſie zu zwingen, eine deſto“ größere Menge Blumen zu treiben; die Blumen pflegen dann aber verhältniße- mäßig fleiner zu ſeyn, und nur dann pflegt man auf dieſe Weiſe eine große Anzahl von Blumen zu erzwingen, wenn man deren zum Verkauf bedarf. In Luſtgebüſche und auf die gemeinen Blumenrabatten werden die Roſen nur ein- zeln gepflanzt, und zu einem, 1==2 oder mehrere Fuß hohen, einfachen Schafte, und oben zu einer buſchigen Krone gezo- gen; wie wohl man ſie auch oft, damit fie einen deſio buſchigern Wuchs annehmett mögen, ganz von unten auf Zweige trei- ben läßt. Auf beyderley Art pfiegen fie zwar zahlreich zu blühen; inzwiſchen ſcheint es doch beſer zu ſeyn, ſie ſo zu ziehen, daß ſie vinen einfachen Schaft haben, auch über demſeiben eine buſchige Krone bil- den. Roſe von Jericho. Hierunter verſtehen wir nicht Periclymenum, je- läntgerjeiteber; ſondern das Geſchlecht Anaſlatica L, Die betannteſte Art iſt die» jenige, welche man r) die&oſe von Jericho mit buſch- förmiger Srucht nennen fönnte, Roſa de Hicricho, Analtatica Hierochuntina L. Sie wächſt an den Ufern des rochen Meeres, und in den ſandigen Gegenden von Paläſtina, Wlärtrter: länglich, ſtumpf,“ weißgrau, an den Gelenken einzeln ſie- ſtend, denen des Oelbaumes ſehr ähnlich; Zlumenz in den Winkeln der Zweige, in ſehr kurzen Aehren, klein, weißlich- grün; Schötczen: flauenfsrmig, ſta- chelig. 2) Die zwote Art könnte man die R5H- fe von Jericho mit eyförmiger Sty HE nenen. Parerland: Oeßreich, ESprien, WEN Üben; die thÜltniße "m pflegt ahl von Ww deren demilnen NW Übe =204 Ehſe, tone feb damit fü annehme Welge fits pflegen fü hen hein! zu ziehen, aben, ai Krone bij Hierunter 110, Ne Oeſchlecht ENEN it buſch- te, Koh ochuntin es rothe enden vo | ſumpf zeln ſiv apnlid Zweig wellig ig, ſo die M0: ungs frei) Stk, -Roſenw Syrien, Sumatra; Blätter: ſpiß, ſchmal; Biumen? in den Abtheilungen- der Zweige, in etwas längern Aehren, welche länger als das Blatt ſind, klein, weißiich; Schörchen: eyrund, geſchnä» belt. Der Saame dieſer Pflanzen wirv aus ihrem VWaterlande erhalten. Man ſäet denſeiben an Ort und Stelle ſehr dünnz überſichtet ihn, wie ein Gerſtenkorn dic, mit feiner, ſandiger friſcher Erdez begießt die Pflanzen bey tro>ener Witterung oftz jedod) nur ganz gelinde, Oder man zieht die erſte liever auf Miſtibeeten, und hält ſie im Glashauſe, weil ſie die freye Luft nicht wohl verträgt; die leßte fann im freyen Lande gezogen werden. Die erſte, welche im Jun, blühet, kann, wenn ſie gegen Regen bede&t gehalten wird, im Herbſte reifen Saamen geben. Roſenwurz, Rhodiſerwurz, Rhodiola L., iſt eine niedrige, jährlich neue Stengel treibende, perennirende, und in den Luſtgärten längſt bekannte Pflanze, Vaterland: Lappland, Schleſien, Oeſt- reich, 2c. 3 Wurzel: fleiſchig, di, giebt, zerbrochen, einen Damaſcenerroſengeruch von ſich; Dlätter: zahlreich, länglich, ſägeförmig, abwechſelnd, grün; Zluy- men: auf dem Gipfel, in Trauben, gelb- lichgrün, wohlriechend, im Jun,., Jul,, und oft noch im Auguſt; Saamen: reif im Herbſte. Die Vermehrung geſchiehet gemeiniglich durc) Zertheilung der Wurzel zu jeder Zeitz imaleichen durch Stelinge im Anfange des Sommers. Man findet die Wurzel in einigen Apotheken; ſie iſt aber bey den neuern Aerzten faſt gar nicht im Gebrauche. Dieſe Wurzel behält, auch getroc>net, ihren roſenähnlichen Ge- ruch 3; auch wird ein Waſſer daraus berei- ana mm 77 EEE. 0 7 Ros8m 235 ket, welches dem Roſenwaſſer faſt gleich kommt, Die in Gärten erzogene Wurzel iſt weniger kräftig. Die Grönländer b8- dienen ſich derſelben zur Speiſe, Rosmarin, Rosmarinus, ein bey uns ſehr gemeiner Strauch, wovon wir folgende Sorten haben? a) Schmal- blätteriger R.3 b) breicbiätreriger R. 3; c) weißgeſtreifrer oder verſilber- Ter R.; d) geibgeſtreiſrer R. Die Zwo leßten Sorten ſind zum ökonomiſchen Gebrauche eben ſo gur, als die beyden er- ſten Sorten 3; wegen der ſchönen Farben- miſchung ihrer Blätter aber fallen ſie beſſex ins Auge. Der Rosmarin kann unſre Winterkälte nicht ertragen; ob er gleich in gelinden Wintern bisweilen im Freyen ausdauern kann; zumal wenn er aus Saamen erzo- gen worden iſt, einen trocknen Boden hat, über der Erde mit Mooſe umlegt, und ganz in Stroh eingebunden iſt. Er muß aljo im Sept. mit einem Ballen in Töpfe oder Kaſten gepflanzt, bey herannahendem Froſte, in Ermangelung eines Gewächs- hauſes, in einen luftigen Keller, oder in ein trocfenes Zimmer, in welchem es nicht friert, geſtellte, und während dieſer Zeit ſehr ſparfam begoſſen; um die Mitte des Aprils aber, wenn die Winterſröſte vorbey find, wieder in den Garten auf die Rabat« fen gepflanzt werden, woſelbſt er den Sommer über die Mannichfaltigkeit ver- mehren hilft. Da bey uns der Saame ſelten, oder zar nicht zur Reife kommt: ſo hält man ſich zur Vermehrung der Pflanze lieber an das Abſenken oder Einſeßen der Zweige. Im Frühjahre werden von den dazu ſchicklichen niedrig ſißenden Zweigen einige abgeſenkt, und dieſe pflegen im Herbſie gut bewurzelt Gg 2 zu A „.. Zur 236 Rosm zu ſeyn. Die Vermehrung durc< abgeriſ-- ſene oder abgeſchnittene junge, etwa 5= 19 Z. lange, Zweige, geſchiehet im April und May. Man ſteckt ſie auf ein Beet in leichte Erde; gießt ſie ſogleich ſtark an, und wiederholt das Begießen ſo lange, bis fie Wurzeln geſchlagen haben. Site ſchie- ßen in demſelben Sommer in die Höhe, und ſind auf den Herbſt ziemlich gute Pflanzen, die im Anfange des Sept. ver- pflanzt werden. Um die g ſtreiften Sor- ten in ihrer völligen“ Schönheit zu erhal- ten: ſoſoll man ſie nur durd) ſolche Zweige vermehren, die recht ſchön geſtreift ſindz wenn ſie einfarbige Zweige treiben: ſo muß man ihnen dieſelben ſogleich nehmen, weil. ſonſt die ganze Pflanze in kurzer Zeit ein- farbig wird. Man kann übrigens den Rosmarinſtrauch auf allerley Weiſe in Py- ramiden, Kugeln, Spalieren und derglei- ehen ziehen. Das häufige Blühen ſchwächt die Stöe, und hält den fernern Trieb der Zweige zurück; es iſt daher dienlich, die Blüthe öfters abzupflücken. Die wirkſamen, öligen und harzigen Thei- le, und den davon abhängenden Geruch fin- dec man vornehmlich in den Blättern und dem Kelt. ge- macht wird, eine große kaſt von Mauern zu tragen, Es beſieht derſelbe aus ver- ſchiedenen mit einander verbundenen Schwellen und dazwiſchen eingeramm- ten Pfählen. Die langen Hauptſchwel- len werden mit den fürzern Zwergſchwel- len auf ſicark eingeſtoßenen Pfählen durch Schwalbenſchwänze verbunden, und mit hölzernen Nägeln befeſtigt, Zwiſchen den Selber dieſer Schwellen werden wieder Pfähle eingerammet. Cin dergleichen Roſt iſt ſehr dienlich in einem moraſtigen Boden, wenn er zumal Quelten hat; wo -aber gar Triebſand vorhanden ift, da muß man dem Wegſchwemmen des Sandes durch Spundpfähle und dazwiſchen einge- rammte Pfoſicn zu ſteuern juchen, Weil aber im thonigen und deimigen Boden die Pfahle nicht wohl rücken; ſth auch ſchwer eintioßen laſſen: ſo kann man in diifem Falle mit einem bioßen Roſt aus kreuz- weiſe geſchrentten Schwellen zufrieden ſeyn.| Roſt,'der Heerd in einem Darr-, Brau- oder Kachelofen, welcher unten hohl; oben aber dergeſtalt mit(malen Of nungen oder eiſernen Gittern verſehen iſt, daß dadurch die aus den Kobien ge- brannte Aſche hinunterfallen kann, und die ned) glimmenden Fohlen nicht erſiicken, ſondern vielmehr durd die Zugluft immer angeblajen, und im Feuer erhalten werden, Es wird aber auch ein von Eiſen gemadch- tes Geſtelle, worauf das Holz in den Stuvendjen gelegt wird, alſo genannt, Rothb 237 Roſi, ein Fehler an den Nelker. Man unterſcheidet ihn in den weißen und gelben Roſt, Jener iſt ein weißer Fleck an den Blättern, weicher immer weiter um ſich frißt, und endlich die Pflanze töd- tet.> Der gelbe betrifft zunächſt die Wur- zel, und iſt eigentlich der erſte Grad der Fäulniß, wobey ſie eine gelbe Farbe be- kommt; oft zeigt fich auch auf den Blät- tern ein braunes Pulver, welches man gleichfalls den Roſt nennt, Roſt, ein von Kalkikeinen und Holz ge- miſchter und aufgeführter Haufen, in Er- mangelung eines Kalfofens, den Kalt zu brennen, da dann diejenige Quantität Steine, welche auf einmal gebrannt wird, ein Roſt oder Kalfroſt genannt wird, Roſtſchwellen, ſind 36 Zoll lange Schwellen auf einem Roſie, die zuſam» men geſchloſſen, und zuſammen 73 ien breiter ſeyn müſſen, als die darauf aufz führende Mauer. Site ſind mit 2007 r- bändern verbunden, und kommen erft in einem Gründbaue oder auf dem Roſte auf eingerammte Pfähle zu liegen. Roßwertke, die eingerammten Pfäh- le in einem Canale oder Durchbrucje, die nicht dicht an einanderſchließen, ſondern einen gehörigen Zwiſchenraum laſſen, Rothbrüchig Eiſen, Eiſen, deſſen Streifen bey dem Bruche nach der Brei-' te gehen. Es hält nicht Hiße, läßt ſich nicht zu? ſchmieden, und iſt ein auf tem Eiſendam mer entſtandener Febler, nad) welchem es auf ſelbigem nicht völlig aus- gearbeitet worden iſt. Dieſem Feblex kann in etwas dadurch abgebalfen werden, wenn es in der Schmiede öfter„AMP wird; doc) wird ſolcher dadurch zicht ganz Gg 3 geh9- „x+ >: aas SI ht 238 Rothf gehoben 3; fondern es bleibt immer noh ein ſprödes Eiſen. Rotlbfaul, wird von Forſibäumen geſagt, wenn ſie durch Harzlachen, Cis- flüfte und andere Werwundungen eine Ocſſnung in der Rinde oder Schale be- kommen, vaß das Regenwaſſer hineindriiu- gen kann, als wovon das Holz anläuft, und endlich roth) und faul wird, Rothalühend Eiſen, dasjenige Eiſen, welches zum Schmieden roth ge- glüher worden iſtz beſonders wenn der Schmied an einer Arbeit noch. was uach- helfen will, Es heißt aber deßwegen ſo, weil es eine rothe Farve haf, im Gegen- ſaß des weißglühenden Eiſens. Das Ci- ſen liegt ungefähr eine halbe Viertelſtunde, mehr ober weniger, nachdem das Stück Eiſen mehr oder weniger groß iſt, in den giühenden Kohlen, ehe es rothwarm wird, Rothfehlc- nen und luftigen Orte, oder auf einem Bo- den aus, damit ſie gehörig austroc>nen, weil ſie ſonſt von der Feuchtigkeit ſich leicht anſtecken, leicht verfaulen, oder we- nigſtens unſchmachaft werden. Nun wevr- den ſie ſchichtweiſe in Körben oder in wohl getrockneten Tonnen mit Sand überſtreuet der abev in einer warmen Stube ſo getrock- net ſeyn muß, daß man ihn vurch eine Sandbüchſe ftreuen kann. Die ſv ange- füllten Körbe oder Tonnen(erſtere ſind beſer, als dieſe) werden auf dem Boden, oder in einer trocknen Kammer hingeſekßt, und wenn ſtarter Froſt ſie berühren könn? *„ mühſen die Körbe einfiweilen. in war- men Stuben gegen die Frofikälte gelichert werden, weil die Rüben, wenn ſie geſro- ven ſind, alshald bey dem Wiederauf- thauen faul und übeiſchmeckend werden, Will man aber dieſe Rüben auferocknen Cgetroc>nete Rüben nennt man ver Mark Brandenburg welke Rübet, welche, als eine deticate WorkoS, ſehr geſc<äßt werden): ſo» kann man ſolche ein wenig anfrieren laſ» fen. Hievon befommen ſie einen ſüßern Geſchmack 3; müſſen. aber nach dem Anfrie: ven bald in einen Backofen, nachdem das Drode ausgezogen worden. it, getrocknet wer: 5 WAR SSTSTERNG Rübe werden. Das gemeine Landvolk pflegt die- ſe welken Rüben nach und nad) auf dem Kachelofen zu tronen. 3) Die runde grünkspfige Rübe (äße ſich außer dem Küchengebrauche auch noch ſehr gut zum Viehfutter nußen, 4) Die runde gelbe iſt inwendig und äuswendig gelblich, und kann, weil ſie am längſten dauert, zum Wintergebrauche am beſien dienen. 5) Die runde, grünköpfitge haf eine oben niedergedrückte, platte und kugeltun- de Wurzel, und einen rothen Kopf. Sie wird in vielen Gegenden, ſo wie die grün- köpfige Rübe, für die Küche, und zum Futter fürs Vieh häufig gebauet. 6) Die lange Guckelirübe hat eine lange, weiße Wurzel, davon gewöhnlich -ein Theil über der Erde hervorragt. Sie hat einen vorzüglichen Werth, weil ihr weißes Fleiſch, ſo lange ſie gut iſt, zart und milde ſchmeckt, und ſie ſich auch zum Haushaltungsgebrauche ſehr bequem tro» nen, und aufvewahren läßt. Wenn man von den leßten vier Sorten, die ſich für ſeinen jedesmaligen Boden am beſten ſchien, die beſte ausgewählet hat? ſo ſäe man den Saamen im Jun. oder Jul., und zwar, wo möglich, bey feuchter Zeit, weil ſonſt Erdflöhe, Raupen und andere JInſecten die Pflanzen leicht gänz- lich vernichten, wenn ſie nicht geſchwind Fortwachſen, und abgehärtet werden. Eine frühere Ausſaat würde die Pflanzen zu ſehr in die Höhe treiven, und vur ſchlechte und ſtockige Wurzeln bilden; eine ſpätere Ausſaat aber bringt entweder bloß kleine, unbrauchbare Wurzeln, die man, wenn ſie gar keine Knollen anſeßen, nur Mäu- ſeſchwänze zu nennen pflegt. Jn hieſiger Gegend hält man die Saatzeit um Jacobi für vie beſte, und pflegt dieſe vier lebten 240 Rübe Sorfeit, im Gegenſaße der kleinen Mär- kiſchen Rüben, Waſſerrüben zu nennen, weil ſie ſehr vollſaftigz jene aber mehr tro- >en und härter ſind. Man ſäet die Rü- ben in dem zur nächſten Winterſaat be- ſtimmten Felde, wozu im Jun. gedüngef, das Land dreymal gepfinget, und der Saa- me um vorbeſagte Zeit eingeſäct wird. Man wählt am liebſten einen guten fri« ſchen Boden, und dünget mit Kuh- oder Scaafmiſt. Der Pferdemiſt macht bey uns die Rüben bitter ſchymec>end.. Werden die Rüben im ſpäten Herbſte ausgegraben: ſo wird das Land gewandt, und Roggen in die Furchen obenauf geſäet und eingeegget, welcher öfters ſehr gut geräth; falls nam- lich) nicht zu früher Froſt einfällt; auch der Rüvbenacker von Unkraut oder vielmehr Quecken rein gehalten geweſen iſt. Das abgeſchnittene Kraut von den Rüben, nachdem es abgewaſchen geworden iſt, wird entweder den Kühen, doch deßhalb, weil es ſehr blähend iſt, mäßig gefüttert; oder, wenn es in Menge vorhanden iſt, zum Bedüngen der Stoppeläcker aufs beſte angewandt, Sollen die Rüben ſich den Winter hin- durch gut halten, und nicht verfaulen: ſs muß man ſie recht auswachſen, und gehö- rig reif werden laſſen; ſie werden daher mit Anfange des Novembers, eder Ende des Ortobers, bey tro> nem Wetter, auf- gegraben. Zum Viehfnetter ſchneide man das Kraut jogle.ich nahe über der Rübe mit einem dünnen SEcheibe» nen Orte, welchen die Sonne nicht trifft, in ips. Eo*m 227-0 We Rr Ue „mehr ti t die Rü (erſaat bes gedüngt, der Sag- ſat wird, Guten fü Kuh ede by „ Yay 18gegraben; ) Roggen in eingeeggtt falls näm t; auch de tr viell i(t, Du m Rü worden|, od) deßhol) (9 gefüttet; rhanden|, er aufsbiſt Winter hiv erfaulen;| , und geht erden uh eder Eibe Better, auf: hneleman x der Ri ab, ſhit m Zein bringe as in mdr Hand ein gel Ga inem(100 nigt 1 „Rübſen in eine dazu gemachte Grube: eder falls man auf dieſe Art vor dem Waſſer nicht ſicher ſeyn ſollte: ſchütte man ſie über der Erde haufenweiſe, wie einen Zuckerhut, zuſammen, und bedecke ſie mit bloßer Er- - de und Raſen. Hier behalten die Rüben, weil die Feuchtigkeit nicht ſs leicht, als in einem dumpfichten Keller, in ſie ziehen Fann, bis zum Frühliage ihren zarten Geſchmack, Man kann ſie nach und nach, wie man ſie verbrauchen kann, wegneh- menz au< im Fall der Noch bey gar zu ſtrenger Kälte ſehr leicht vor dem Frojte mit.etwas friſchem Pferdemiſte odex kurzem Stroh beſtreuen, Zum Trocknen ſchickt ſich die Guelrübe aim beſten, Man ſuche zu dem Ende beym Aufnehmen die kleinſten und ſchönſten aus; ſchneide das Herz mit den Blättern über der Frucht ab; waſche und reinige ſie von ollem Unrathe; ziehe ſie entweder geſchält oder ungeſchält auf Fäden, und hänge ſie ſo, an einein tronen Ort, an die Luft, oder noch beſſer in der Stube gegen den warmen Ofen, oder in ein?n niche mehr zu beißen Baaofen auf, nachdem das Brodt herausgenommen worden iſt, damit die überflüßigen Säfte ausdünſten. Hierauf ſchneide.man ſie nach und nach, ſo wie ſie tro>den werden, mit einem ſcharfen Meſ- ſer, gleich den Türkiſchen Bohnen, in lange, ſchräge, ganz feine Streifen, pace ſie ſodann ganz feſt in ſteinerne Kruken, und hebe ſie zum Gebrauche auf, Rüvſen, iſt mit Rübe nicht zu ver- wechjeln 3; obſchon dieſe Pflanzen beyde na- he mit einander verwandt ſind, und wahr- ſcheinlich iſt, daß die eine aus der andern durch allmäliges dicker oder dunner Säen des Saamens entſtanden ſeyn könne. Man unterſcheidet zwo Sorten, den ſogenann- Ver, Negllexicon LV, Theil, Rübſet. 241 ten Sommer- und Winterrübſen, Der leßtere wird vor dem Winter, zu An- fange,'oder höchſtens gegen die Mitte des Septembers, geſder, bleibt den Wintex über im Lande ſtehen, blüher im May des folgenden Jahres, und giebt gegen Ende des Jun, reifen Saamen. Die Sommexr- art wird gegen Johannis, auch wohi frü: her ausgeſäet, und der Saame davon im nächſt folgenden Herbſte eingeärndtet, Der Saame von der Winterſorte iſt grs- ßer, und wird auch theurer bezahle, als von der Sommerart; ſo wie lekßtere auch dem Mißgerarhen eher unferworfen iſt. Das Land muß ſs gut ſeyn, als es nur' immer zum Winterwaizen gebraucht wer- den fann; muß aud) gut gedünget werden, Die Zurichtung des Ackers iſt die nämli« enden Säfte auflöſen und beweglicher machen fann, Das Stroh wird zum Einſtreuen. ge- braucht; auch wohl im Winter den Schaa- fen vorgelegt. Das Rübſenkaff wird wie anderes Kaff zur Füccerung gebraucht. Die Delfuchen ſind dem Viebe eben ſo zu- träglich, als die von Leinſaamen, und die Biumen geben den Bienen eine ſehr reiche Honigtracht, Rüchgras, Ruchgras, An- thoxanthum odoratum L., ein be- kanntes, auf unſern Wieſen und Weiden wachſendes, nüßliches Gras, welches zeitig im Frühjahre hervorwächſt, allem Viehbe ſehr zuträglich, und alſo eines der aller- nükßlichſten Gräſer iſt. PVurzel: eine Anzahl weißer Faſern; Srentzel: dünn, glatt, gegliedert, 8=- 10 Z- lang; Bitt» men: auf den Enden der Stengel, in länglichen, eyrunden, lodern Aehrenz die Blümchen faſt geſtielt, und länger als die Grannen, gemeiniglich gelblichgrünz biü- hen früh im May, Es unterſcheidet ſich dieſes Gras leicht von andern durch ſeinen lieblichen Geruch. Dieſer iſt an der Wurze! ſehr ſtark, biſamhaft und widrig; an den] Kraute aber gelinder und ange» nehm, damit al gt: behufs Colt em lab 1 Wet: nw qu VD 3(ehen an Ot ngen: welche [utreinle 1 Göſt 1 fan, Ue, Of Chan ird wie braucht. n ſoz vnd die r reihe An- 1 hes Beiden 8 zeitig | Vicht e allet [; eint dun) Bill el, in n; die als die ; bli et ſch ſeinen 1 der idyig) angt ehm, Rühren nehm, und bem Geruche des Walbmei- ſters oder Meliloten gleich. Der Geruch iſt dieſem Graſe jederzeit eigen; do< wäh- rend der Blüchzeit iſt er am ſtärkſten; auch dauert derſelbe viele Jahre, wenn es gut getrocknet iſt; der Geſchma> iſt ſüße lic) und angenehm. Wo das Rüchgras von Nakur auf einer Wieſe angetroffen wird, da vermehrt es ſich von ſelbſt ſehr leiht, ſowohl dur< den Saamen als durch die Wurzel; beſonders wenn derglei- ers. Gemeinig- lich wird der gebrachte oder gewandte Acker mit dem Hakenpfluge oder Akerhafen queer überfahren, und die umgeriſſene Erde, wel- en in Bewegung. Es iſt eine Holländiſche Einrichtung; man erſpart dadurch ſo viel, daß feine Perſon gehalte werden darf, den Saamen mit dem Stecken umzurühren, Rüſſelholz, iſt bey den Holzflößen auf der Elbe eine gute ſogenannte Ver- machſtange, Rüuſſelkäfer,-Curculiol., ein an- ſehnliches, überaus ſchädliches Inſectenge- geſchlecht mit ganzen Flügeldecken, welches ſeinen Deutſchen Namen von der langen, rüſſelförmigen Schnauze erhalten hat. Die allgemeinen Kennzeichen ſind die Fuhlhör« ner, welche nur ein wenig feulförmig ſind, und auf dem Rüſſel ſiken, der ein hornar- tiger Fortſaß iſt, Die Larve hat einen harten, ſchildförmigen Kopf, wodurch ſie geſchift wird, in das Getraide und andere harte Saamen einzubohren, als wovon die meiſten Arten dieſes Geſchlechts le- ben. Man macht fünf Abtheilungen von un- ſern Europäiſchen Rüſſelkäfern, von denen die meiſien nicht viel größer; einige aber noch kleiner ſind, als eine Laus, Hh 2 In 244 Rüſtelk“ „Ju der erſten Abtheilung iſt der merk- würdigſte der ſogenannte Rornwurm, nämlich der rothe und ſchwarze, weld« nen Hügeln und Aecfern zwiſchen den Stop- peln häufig. Strentuel: wollig, zwey- theilig- riſpig, von unten bis oben blätte» rig, 1 F. hoch, die am ſpäteſten blühenden Zweige"höher, als die zuerſt blühendenz ZBilärter: ang, ſcneten Sümpfenz Srenzgel: ungecheilt, 2-=-3 Z. hoch; Blätter: eyrund, länglich, weißgrau, die Blumenblätter größer 3; Zliumen: auf dem. Stengel, ungeſtielt. Ein ſehr artiges Gewächs; es kommt in Holland aus ausgefallenen Sgamen jährlich von ſich ſelbſt fort. Ruhbrvogel, ein Vogel, welcher auf dem Heerde an ein langes, hierzu bereite- tes, Hölzlein dergeſtalt angebunden, oder angeſillet wird, daß ſolches Hölzlein durch einen langen, in die Vogelhuütte reichen- den, Faden von dem Vogelſtieller angezo- gen, und der Ruhrvogel auf und nieder zu fliegen bewogen werden fann, Merkt man, daß fremde Vögel angeflogen kom- men: ſo zieht man den Faden anz zugleich fliegt auch der Ruhrvogel etwas in die Hs» be. Wenn nun joldjes jene Vögel ſehen: ſo bequemen ſie ſich bald zum Anfluge, und eilen auf die hiezu bereiteten Anfälle, Hieſelbſt kommen ihnen die ſogenannten Vorläufer ins Geſicht, weßwegen ſie ſich zu ihnen nahen, und alsbald in den Heerd Yallen. Es iſt nicht leicht, einen Vogel- heerd anzutreffen, wo nicht ein Ruhrvo- gel(der ſo genannt wird, weil er mit dem Faden gerührt wird) vorhanden wäre. Die Ruhrlerchen werden nur an das linfe Bein angeſchleiſt, Rum, Ram, Drum, Rum- billion, eine Gatrung von ſehr ſtarkem Branntwein, welcher aus dem Saft des Zuckerrohrs, oder vielmehr aus den übrig gebliebenen Unreinigkeiten des Zuckerrohrs abgezogen, und bey uns meiſtens zu dem ſogenannten Punſch verbraucht wird. Wel, Regllexicon IV. Theil. EAGLE 3 00 Ene Weener leg> N-APÄ Rumpfm 249 Rumpf, Rump, in der Mühle ein viereckiges, oben weit, unten enge, in Geſtalt eines Trichters, gemachtes hölzer« nes Gefäß, worein die Körner, welche gee ſchroten oder gemahlen werden ſollen, ge- ſchüttet werden, die aus demſelben nach und nach auf den Stein zum Mahlen, und von dieſem ferner in den Kaſten fallen. Rumpf der Kacheln, der innere Kranz einer Ofenkachel, worauf das ſicht bare Blatt der Kachel zu liegen kommt, Dieſer kommt in den Ofen, und wird, wenn der Ofen geſeßt wird, mir Lehm und klei« nen Steinen ausgefülle, um dem Ofen Jeſtigkfeit zu geben. Er iſt länglichrund und hohl, und ſtehe hinter dem Blatt un- gefähr 2 Z, vor, Rumpfleder, das obere Leder eines 4 bis 5jährigen Rindes, Es hat große NMarben, und wird nur zu ſtark ſeynſol« lenden Schuhen und Stiefeln genommen. Rumpfleiter, ein Rahm, der in ſchräger Richtung über den Mühlſteinen liegt, unten auf den Docken ruhr, und den Rumpf der Mühle trägt. Die Rumpf- leiter fann von den Mühlſteinen abgenome men werden, wenn dieſe geſchärft werden ſollen; denn die Rumpfleiter iſt oben au der ſogenannten Stüße befeſtigt. Dieſe haf einen Arm, wodurch ſie nebſt der Rumpfleiter umgedreher, und abgenommen werden kann, Rumpfloch, ein Joch am Beutels faſten, Rumpfmulde, die kleine Mulde, welche die aus dem Rumpf fallenden Kör- .. ner auffängt, und auf den Bodenſtein ſchüttet. Ji Run: "250- Rundüiig Randung, bey der Jäagerey ein Weg, welcher in einem Holze rundherum gehauen, und alfo DS bezeichnet wird. Wenn mehr Rundungen in einem Walde ſind: ſo werden ſie mit 1, 2, und ſo wei- ter, bezeichnet. Eine halbe Rundung iſt ein Weg, welcher in Geſtalt eines halben Zirkels gehauen iſt, Unter einer Jagens- xundung wird der Bogen verſtanden, wel» her hinten im Jagen geſtells wird, Runge, ein großer Nagel oder Spiß- holzen beym Waſſerbau« Rungen, die vier Stangen oder Pfoſten, die in den Rungejchemeln eines Bauerwagens von beyden Seiten der Ach- ſe ſchräge eingeſteckt werden, und diezeitern Halten, Rungeſchemel, Rungeſtock, ein dicker länglicher Kloß, der auf der Mitte der Achſe eines Bauerwagens aufgenagelt wird, damit die Räder nicht weiter gehen können, als ſie ſollen; auch die Ringe dar- ein befeſtigt werden können, Er wird überdieß noch mit den Iragerinken au der Achſe befeſtigt, Ruß, Rus, Fuligo,; der fiüßige Theik, welcher aus allen, durchs Feuer verzehrten, verbrennlichen Dingen, den Schwefel und Weingeiſt ausgenommen, durch den Rauch äufſtieigt, ſich in dem Rauchfange anſeßt, und bald niehr dicht und feſt, bald mehr locker erſcheint; daher man auch den glänzenden Spiegel- oder Glanzruß von dem lo>ern und leichten Ruß unterſcheidet, Der Flatterruß fängt zwar leicht Feuer; kommt aber für ſich ſelbſt nie in eine Zlamme; doch kann er naße anliegendes ſehr troc>nes Holz, wie ſolches in den nicht gemauerten Schorn ſteinen iſt, anſte>en, oder in Fiamme Ruß bringen- Deßhalb muß die Policey in Städten und Dörfern darauf halten, daß "die Schornſteine, zur Werhürung einer Feuersbrunft, fleißig gefegt, und rein ge- halten werden, Der Glanzruß hingegen verbrennt mit einer hellen Flanune 3 daher ſolcher von den Schornſteinfegern äbgefraßt werden muß, Der meiſie Glanzruß be- findet ſich in der Nähe der Ofenidher, Die»Hausbewohner können ihn vertilgen, oder unentzündbay machen, wenn ſie den- ſelben mit naßgemachtem teßhm überall von Zeit zu Zeit beſtreichen. Sollte der Ruß eines Schornſieins zum Glimmen oder. Brennen kommen: ſo muß man, wein es die Welegengeit zuläßt, in dem Schorn» ſteine, durc angebrachte eiſerne Klappen, oder mit Pferdemiſt, naſjem Heu, oder kurzem Geſtröhde, angefüllten naſſen Sä- &en, welche von obenher in den Schorn- ſtein eingelaſſen werden, den Luſtzug ver- hindern. Auf ſolches Rußbrennen gegoſ- ſenes oder geſprißtes bloßes Waſſer ver- mehrt das Breunen- Nur Salzwaſſer, oder Aſchenlauge iſt hier dienlich, Kur- zer, feuchter, angeworſener Pferdemiſt tann auch heijen, Jſt aber mit vem allem nicht gleich hinaufzufommen: fo muß nn in einer, mit glühenden Kohlen angeſüll- ter, Pfanne Schwefel in genugfamer Menge anbrennen. Der davon aufſtei- gende Dampf verurſacht, daß das Feuer gusgehen muß. Cs muß aber die Pfanne mit dem brennenden Schwefel gerade un- fer deim Schornſteine ſtehen, damit ſich der Schwefeldamf deſto beſſer in die Höhe ziehen fönne- Durch Schießen nac dem Schornſtein hinauf kann das Brennen deſ- ſelben auch getilgt werden 3; es müſſen aber die Mauern deſſelvein ſo ſtark ſeyn, daß ſie davon nicht zerplaßen, und die Gefahr vergrößern. MYebrigens fann der abgefe;te Ruß Ruß uf 7 mar! 108 ſreuet R worm 2 ſtarke vorn mad) ) in deß net er gen Ier (aße (e: It, lee, diws | von Nuß oder 101077) 078 pen, wn Si horn: vers eg0fe ver- ſſet, Kur: emiſt allen 14 fühle ſamt ſieh euer Wonne de Un jt ſd ; Dir c) den) bf N|| abt WE eſch je 0,0] mmi. enn EIE Rußh Ruß geſammelt, eine gute Düngung auf Wieſen und Feldern abgeben; wie man denn auch in den Gärten die jungen Pflanzen wider die Erdflöhe damit be» ſtreuet. Rußhütte, eine Hütte im Walde, worinn Kienruß gebrannt wird, Ruſtbaum, Rüſtbaum, ein ſtarker ſenkrechter Baum, dergleichen den vornehmſten Theil eines Baugerüſtes aus- machen, Ruthe, das größte Maaß in der Geo- metrie, alle Arten der Größe darnach aus- zumeſſen, und ihren Inhalt auszuſpre« iſt. Dergleichen Rus- ehe hat in der Decimalrechnung 16059 Cu- bikfuß; und ein ſolcher Fuß x 00009 Cubik- zoll. Nach Rheinländiſchem Maaße hält. eine Cubikruche 1728 Cubikfuße. Einl- ge pflegen zwiſchen den Rüthen, Schuhen, Zollen/ 26. zwo Zwiſchenabtheilungen zu madchen, nämlich Schacht und Baiken, ſo daß eine Ruthe 10 Schacht, ein Schacht t9 Balken, und ein Balken 15 Fuße haf. Ruthe, die ſtarken Bäume einer Windmühle, aus welchen die Windflügel gebildet werden. Dergleichen Ruthen ſind zwo. Jede beſteht aus einem einzi- gen Baume, der jenfrecht durch die Kammradswelle durchgelocht wird, ſo daß ſie ſich durchfrenzen, und eine ſich dem Mubhlhauſe mehr nähert, als die andere. Daher wird die erſte auch die Sausruthez die andere aber die Seloruthe genanntz denn dieſe wird vor der erſten eingelocht, Bey Z0ckmüdlen pflegt eine ſolc erhalten, wenn man den Saanen ver erſien Pflan- ze in Honig, und der andern in Milch ein- weiche. Chben ſo wenig verdienen diejent- gen Glauben, welche, durch das Cimveit- en iſt, ganz verhärtet, und dadur< das Ausfei- men wohl gar verhindert; welches aber ſeltner im Frühjahre zu geſchehen pflegt. Einige pflegen die kleinen Sämereyen, ehe ſie ſolche ausftreuen, mit Erde, Sand, Sägeſpänen, u. dergl. zu vermiſchen, da mit der Saamen nicht zu dick auf einem Flecke zu liegen komme. Es wird aber dieſes dennoch geſchehen, wenn der Säe- mann nicht ordentlich damit verfährt 3 ſon- derlich wenn er die Soamen mit dem Dau- men und zween Fingern ausftreuet. Rei- ken oder Cinfiefen unier die Erde gebracht, und zwar, wenn' der Boden leicht, etwas tiefer, als wenn er fett und Szdame ſchwer iſtz feiner Saamen muß dageget nur ein wenig mit Erde bedeckt, oder ein- geharkt werden, Die allerfeinſten Saa men, z- E. Mayran, u. dergl,, werden, nachdem die umgegrabene Erde glatt ges harft worden iſt, obenauf geſäet, und ſo- dann mit Füßen behende eingetreten. Man kann ſich hiezu eigener, an den Füßen be- feſtigter, Bretlein bedienen, um dix Beete defio gleichrörmiger anzutreten. Man nennt dieſes Werfähren das Cinfüßeln des Saainen3. Won dem Säen der Felde früchte wird unter dem Artikel Säen die Rede feyn. Noch iſt der Veränderung der Saamen zu gedenken, welche zu Zeiten ſchr vor- theilhaft feyn kann. In Anſehung der GCzetraidearten findet es ſich an vielen Or- ten, daß beſonders Roggen und Haber, wenn der Saamen von ſremden Orten hex- genommen worden itt, ungemein wohl ge- rathen. Mit dem Leinſaamen hat es glei- lanzetförmig, lang, ſchmal, völlig ganz, nervimt, glatt, glän- zend, faſt durchſichtig, ſ. Stendzl: rumd; Dlätter: ſirichtörmig, oft gegeii einander verſte hend, bisweilen au abwechjelnd, von Sackw 261 einander abgeſondert> Blumen: im Jun. bis zu Ende des Sommers. Um diefe Waſſerpflanzen zu haben 3 ſen- fe mon ihre Wurzeln in den Grund der Gewäſſer ein, welches zu aller Jahreszeit geſchehen kann, oder nzan ſireue den rei» fen Saamen auf das Waſſer, Je mehr Moder darunter iſt 3 deſto beſſer pflegt ex aufzugehen, Sackgarn, Vorſte>garn, Stockgarn„ Nunzenzeng, ein Fi- ſchernes, womit die Auftritte der Flüſſe verſperrt werden, damit die Fiſche nicht entwiſchen können, wenn man darinn fiſcht. Man hat auch Sackgarne mit Reu- ſen oder Sä>en, darinn ſich die Fiſche feibſt fangen, wenn das Waſſer fällt. Die Reuſen ſind auf- und abwärts ge- kehrt. Sackrad, ein unterſchlächtiges WaßF ferrad mit aebrochenen Schaufeln, welches gut? Dienſte keiſtet, wenn nicht allzuviel Waſſer vorhanden iſt. Sackſchaufeln, die Schaufela an einem öberſchiächtigen Waſſerrade, werauf vas Waſſer aus dem Gefälle fällt. Sie ſellen fchräge oben eFene Kaſten ver, und müſen ſs beſcheffen feyn, daß fie das Aufz ſch agewaſſer nicht zu zeitig fallen laſſen3 "auch nicht zu karge aufhalten, Sgc>waage, Fedirwagge, eine. beſondere Art bequemer Wacgen, die man bey Ach in der Taſche fübeen kann. Eie beſteht aus einer, etwa eines Daumens dicfen, nnd ungefähr einer Hand breiten, tangen Röhre von Meſſing edir Kupfer, die an beyden Enden zugewact iſt. Jn wendig ift eine wonlgehariete fichterne, wie ein Kugelzieher gewundene Feder, durch welche ein vicre>iges Stänge,.ciger Pflanzen ſehr empfiehlt, Die Vermehrung des gemeinen Sade- baums geſchiehet durch den Saamen. In Ermangelung reifer Beeren kann er auch durch Abſenker und durch Stecklinge fort- gepflanzt werden, weil ſich abgeriſſene Zweige deſſelben, man mag ſie, wenn und wie man will, im Sommer oder Winter ſtecken, zu bewurzeln pflegen; die aufreche te Sorte wird jedoch am ſicherſten im Aug. bey einer feuchten Witterung geſteckt, und die Stecklinge werden nachher bey troe- ner Witterung beſchattet und begoſſen, Von der ſchc>igen Sorte muß man zu Stecklingen allezeit ſolche Zweige abreißen, die entweder recht ſchön geſtreiſt oder ganz milct iſt, zwiſchen denen, zu ſei- ner noch mehrern Verzierung, ſeine Blät- fer, wie Myrten, welche in einen Blu- menſirauß mit eingewunden ſimd, ſich zei- gen, und ihm ein noch hübſcheres und voll- Säen 263 ſtändigeres Anſehen geben zu wollen ſchei- nen. Man gebe ihm alſo in den Luſtige» "büſchen eine ſolche Stelle, wo er völlig ins Auge fällt, und pflanze ihn vor die Fronte 3 er verlangt aber einen mäßig tro» fenen Boden und einen etwas gedeckten Stand. Man kann ihn aus Saamen zie- hen, aum durch Abſenfer vermehren, Buek und Bechſtädt verſichern, daß der Strauch unſere Kälte unter freyem Him- mel verträgt, und 5-6 F, hoch wächſt; die jungen Stse aber ſcheinen zärtlich zu ſeyn, und müſſen ſtufenweiſe an unſern Himmelsſtrich gewöhnt werden,; 2) Africaniſche Säceiblume, C. Africanus L., erreicht ungefähr 3--4F. Höhe, und treibt viele ſchwache Aeſte. Die Blätter ſind oberwärts glänzend, länglich, am Rande ſtumpf eingekerbt, Der Strauch iſt in unſern Gärten nicht ſelten; blühet aber faſt niemals, wird durch Ableger fortgepflanzt, im Scherbel erhal- ten, und den Winter über in einem ge- mäßigten Glashauſe aufbewahrt. Säen, überhaupt den Saamen zu deſſen Vermehrung ausſtreuen. Von dem Saen der Gartengewächſe it unter dem Artikel Saamen das Nörhige geſagt wor- den. Hier ſofl nun die Rede von der Aus= ſaat der Getraideſaamen ſeyn, als welche theils ſchlecht, theils gut verrichtet wer» den fann. Sciziecht wird geſäet, wenn der Säue» mann bey dem Säen zu viel Getraide über den Daumen fallen täßt. Ein an- drer läßt vor dem Auswerfen unter der Hand zu viel entwiſchen; ein anderer iſt nicht geübt, die Finger bey dem Auswer= fen des Saamens in rechter Maaße von einander zu ſtrecken. Wald halten der» gleichen ungeibt Sgaomäannper die Fincer 21 264 Säen zu genau beyſammenz bald dehnen ſie ſoi- He zu weit aus. Wenn der Saamen ber? vorwächſt: ſo kann man dieſe Fehler, und zwar den lektern, daran erfennen, Daß bie Saat duren. Cin ge- übter Säemann wird an ſeinem ſo zu nen- nenden Tempohalten erfsnnf, weil Tritt und Wurf durchaus zugleich verrichtet wer- den müſſen. b) Hand und Finger müſ- ſen vollſtändig ſeyn. Es darf kein Glied eines Fingers, geſchweige denn ein oder der andere Finger ganz fehlenz ſämmtlie ers; in der Länte aber muß ein Wurf ungefähr ſo viel bedecken, als der Säemann mit zwey E dritten abſchreitet. Soll er alſo dicke ſäen: ſo muß er Erze Schritte machen. g) Wenn der Sdemann auf einem Stücke ein=-, zwey- oder dreymal heruntergehen Verk, Regliexicon 1V. Theil. Säen 265 muß: ſv ſagt man, er beſäet das Stu in einem, zwey oder mehrern Gängen.. h) Wird ein Beet oder Ackerſtü> ſchmä« ler: ſo wirft der Säemann ſeinen Saametnz weniger breit, und macht weitere Schritre. Nimmt aber die Zreite des Akerſtüks zu? ſo moct, und muß währenden Zuges mit der Händ den mäßig vervorſehießenden Saameon von einanver theilen und zero ſtreuen Dieſo leßtere Art iſt den beyden vorhergehenden vorzuziehew, weil theils der ausgeſtreffe Zeigefinger den Saamen mehr zertheilt; tbeils mehr Dequemlich- Foie Dabey ift, da man aus einer Hand voll Saamen viele Würfe thun, und nicht je- desmal in den Sa hineingreiſen darf, Säen n) Wenn Sqamen verſchiedener Art nu- ter einander gefäet werden ſollen: ſs kann man ſie, wenn die Körner in der Schwere nicht viel von einander abgehen, unter eins. ander miſchen- Jn der Schweiz z. B, wird an vielen Orten Miſchling, oder Mangkorn, d. i- Waizen und Roggen unter einander geſäet, damit dieſer nicht ſo umfallen, und ſich an jenem ſtüßen ſols le, da man denn diefe beyderley Arten von Körnern zugleich vermiſcht ausſtreuek, Mit Gerſte und Haber kann es eben ſo geſchehen; Haber aber mit Erbſen oder Wicken macht keine egale Saat, weil dieſe Hülſenfrüchte um ein Dritttheil ſchwerer find, und daher im Augswerfen weiter flie- gen, Deshalb iſt es beſſer, den Haber für fich allein, und die Erbſen oder Wi-« >en auch beſonders auf dem nämlichen Acerſtucke auSzuſäens voch iſt es ſchled)- terdings nöthig, die feinern Saanen für ſich«lein auszuſäen, und ſolche nicht im Sake oder Suetn Saber im Gerſtlande 2. Cl. und => Haberlande 1, Claſſe, I4== I0= == Haberland 2, Claſſe, i b 13=-= 1 ZE B. Dey ſechsjähriger Dün- “ Waizen, Zung. b-- Megen. Roggen im Waizenboden, ME | I 2 Roggen 268 Säen Roggen im guten Gerſilande. ,= ſchlechten Gerſtlande. 1? ;;;; CEE GELS --== Häberlande 1, Claſſe. b 14= a 16== =="== NHagberlande 2, Claſſe. ub 130..-= a1i5=> ==»= Dfeyjährigen Roggen: lande, b IOC== 2 10=- Serſte im Waizenad>er, ie a. 20.== =-- guten Gerſilande. KOT wma 2 20= -=-== ſchlechten Gerſilande. ;; b 16- u RT ASRS SSELEE Srber im Gerſtlande 2. Claſſe und Haberland x, Claſſe. b 16«„.- 4 232 138= Haberland 2. Claſſe. b 14= a 16== C. Bey dreyjähritgger Dün- Un Waizen., ME Roggen im Waizenboden, : GE EE are 4 ala e=== =-=> guten Gerſilande, 320- === ſchlechten Gerſitlande,==- -=== Haberlande x, Claſſe. ; b 16= NENE GIE TEETH ==== Dreyjaährigen Roggen: lande, b 10--= 3 10= Saen Gerſte im Waizena>er, b=- Meßen, .; 22== ====- guten Gerſilande, =- ; a 22= ===- ſchlechten Gerſilande.=== ARber im Sea 2. Claſſe un Haberland 3, Claſſe. b 18 a. 20 --== Haberland 2,== Aus dieſer muſterhaften Berechnung iſt nun zu erlernen, wie, nächſt der Güte des Akers, auch der Düngungszuſtand deſſelben mit in Anſchlag zu bringen ſey; es iſt alſo aus obſtehender Ausſaatsbereeh- nung zu erſehen, daß-in friſch gedüngrem gutem Acker auf den Morgen 3 Schfl. 6 Mz., bey fechsjähriger Düngung aber nur 1 Schfl. 4 Mz. Waizenz; ſo wie Roggen in friſchern des Ort38 wohl an die 6 Mz. mehr gebrauchen, weil auf kalten Gründen mehr Saamen über Winter ausge- hen, odei ſich weniger beſiowen kan; in kraut» artigen niedrigen Aeckevrn aber zur Unter- drücfung oder Zurückizaltung des Unfrauts mehr dif geſaet werden muß, die Mitter- Säen 268 nachtsſeiten der Berge aber nebſt Anhöhen aus Mangel der Wärme, ihre Saat zum geringern Beſtauden und Ausbreiten ge- langen laſſen. Damit nun aaf derglei- ern die Saat nict zu dünn ſtehen moge: muß. hiefelbf dier, als anderswo, geſäet werden. Hat man aber für eine Provinz ein einziges Cinfallmaaß ange- nommen: ſo müſſen freylich, wie vorhin erinnert werden iſt, die mit unkerlaufenden, einer mehrern Ausſaat bedürfenden, Aecker von andern übertragen werden- Wird nun aber, wie es ſeyn foll, von Landwir- then für jede ihrer Feldfiuren ein ordentli- erſtuck des Feldes, Bey großen Gütern, wo eine fehr ſtarke Ausſaat iſt, kann man sſters nicht zeitig genug mit dem Befäen der Felder fertig werden 3 daß es daher nöthig iſt, mehr Saamen, als bey. der Frühſaat erforder» lich iſt, zu gebranchen, Außerdem find auc) Gegenden, worinn ſich niedrige und zugleich ſehr krautariige, d. i., zur Hervor- bringung vieler Unfräuter geneigte, Ac>er befinden, die, wenn fie, glei) andern, vor Michaeiis beſäck würden, ſo viel Unfrau? und Gräſereyen, beſonders aber TWind- halm, hervorbringen würden, daß aus dem eingeſäcten Waizen weniz oder gar nichts werden 3 auch die begruſeten Aectex zur nächſtfolgenden Svmmerſaat, befon- ders zur Frühnerfte, gar ſehr unartig und verwitdert erſcheinen würden. Dergloi- 8 SEL a fg FES 7 4 X En M Ll FENCIHE 276 Säen ſo ſpäte Waizenſaat vor Winters ſich höchſt ſelten beſtockt, und dabey noch überdies in Gefahr iſt, von der Winterwitterung zu leiden 3 ſo muß bieſelbſt auf den Mor- gen faſt x Schfl. 8 Mz. Saamenz alſo einige Meßen mehr, als anderw9, genpm- men werden, In ſehr tro&enen, wie auch in ſehr naſ- ſen Jahren werden viele Felder weniger großförniges Getreide geben, In dieſem Falle wird die Zahl der Körner für ein ge- gebenes Maaß größer; und dieſes fann fo weit gehen, daß man x== 3 Meßen weni- ger zur Ausſaat auf den Morgen nehmen muß, damit der Acker nicht überſäet wer- de, und die Saat nicht zu dick zu ſtehen komme, 1X j , Da außer vorgedachten Getraidearten noch manche andere Feldfrüchte angebauet werden: ſo erfordert es die Vollſtändigkeit des Unterrichts, ihres Saateinfalles auch zu gedenken. Die Schotengewächſe, «äs Erbſen, Wicken und Linſen, werden mei- Fens in der Brache ober in den Brachfel- dern geſaet, Man kann von ihnen die Hälfte der Ausſaat überhaupt annehmen, d. i. wo-1 Schfl. 4 Mz. Winterkorn geſäet wird, da können 10 Mz. Erbſen, Wicken und Linſen einfallen z vom Leinſaamen aber nur der vierte Theil obiger Berech» nungen, Wo alfo ver Einfall von 1 Schſl, 4 Mz. Korn iſt: da werden 5 Mz. Zein ausgeſäetz vom 5Zirſen der Ste Theil ge- dachten Verhältniſſes, auch wohl gar nur der 7te3z Hanif, wie der Hirſenz Heide- Porn 14=-- 16 Mz. Raps, Winter- und Sommerrübſen rechnet man gemeinig- lich 2 Mz. auf 1 Morgen; Weiße Ru- ben nimmt man gemeiniglich auf dreyer« ley Arten, runde, lange(beyde fehr dicke), und eins mittlere Sorte, die den erſtern in? der Diete nur zur Hälfte gleich kommt, Saen Der Saame von der erſten Sorte iſt 8 Pfund auf einen Morgen; wenn man nämlich bey der Stallfürterung die Rüben, wie ſe anwachſen, nach und nach aus- zießt und verfüttert, Sollen ſie aber nicht verzogen; ſondern ſätmmtlich im ſps- ten Herbſte erſt reif werden: ſo fann man mit 5 Pfund Saamen reichlich ausfom«- men. GSollen aber die Rüben gleich dem weißen Kohle, beſonders in krautartigen dändern, beha&t, und hiemit vom Un» fraufe rein gehalten werden: ſo wird man mit 4 Pfund Saamen zureichen. Von der mictlern Sorte Rüben wird man alſo 8 Pfund Saamen nehmen können. Ws man Steckrüben, oder die ſogenannten Märkiſchen Rüben erbauet: da wird man, wenn ſie ganz klein bleiben, und nicht ſon- derlich dif werden ſollen, auf 1 Morgen 105 Pfund einſäen. Will man ſie aber weniger klein haben: ſo nimmt man 9 Pf. 3 da ſie denn weiter aus einander zu ſtehen kommen, und alſo mehr Raum zum Dikwerden gewinnen. Hat man aber zur Abſicht, dieſe Rüben da, wo ſie im Anfange mehr, als zules8t, gelten, noch vor ihrer Reife zu vcerfaufen, und ſie nach und nach zu verziehen, oder die ſtärkſten auszuheben: ſo fann man wohl an x 1 Pf, Saamen ausſireuen. Mohrrüben, die zur Viehfürterung auf den Feldern gebauet werden, erfordern, wenn ſie recht ſtarf wer- den, und in„die Winterung geſchlagen werden ſollen, 2 Pfund Saamen auf den Morgen; an die 3 Pfund aber, wenn ſie zum Verkauf oder zur Viehfütterung vor der Zeit nach und nach verzogen werden follen. Paſtinaken zur Viehfütterung eber Fo viel. Die Landwirthe ſind überoll über das Dick- und Duünnſäen nicht einverſtanden. Die mehreſten, die auf Sparſamkeit be- dacht Anten“ mi, t ſöne vrgen aber „die joue wer! gen ven | ſie vor "den ung das ven be: qt Saen- dacht find, beſtehen auf dem Dünnſgen, Man hat nur zu bedenken, daß man es im leßtern Falle auf die gute Beſtockung des Korns anlegt; die aver doch bey früh ein- tretenden Wintern, oder bey nicht voraus zu ſehender mißlicher Winterwitterung febiſchlagen fann. Wenn auch endlich ai-' les mit dem Dünnſäen glücklich abläuſe, und die vorbeſogren Umſtände nicht eintre- ten: fo bleibt es doch eine ausgemachte Wahrheit, daß ein, nach richtigem Ver- bältniß des Ackers, nicht dünn beſte» tes Feld mehr Stroh und Körner, als ein dunn beſäetes bringt; zugegeben", daß 3. E, einer, der 32 Schfl. Korn dünn aus- geſäet, mehr davon einärndte, als ein an- drer, der 2 Schfl. nach der gewöhnlichen dicten Egeart in den Aer geworfen hat; Es iſt aber doch fo viel igewiß, daß, wenn derjenige, welcher dünn geſäet hat, auf den Plaß, den er mit 2 Schfl, beſtritten, ' 4 Schfl, eingeſaer hätte, er dann mehr, als von den 3 Scheffeln, wenn man auch gleich die mehrere Ansſäat abzieht, einge» ſchnitten haben würde, Es ſind dieſes nicht bioß ſpeculativiſche Meinungen; ſondern Erfahrungen, wodurch fich jeder überzeu- gen fann. Man fe8e einmal, daß man ein Landgut hätte, welches über Winter, nacy der gewöhnlichen Art zu ſäen, eine Ausfaat von 300 Ser, als bey einer dicken; es wäre denn, daß man, wie oben geſagt werden iſt, dabey auf die Unfer- drüFßung mancher Unfrduter etwas RüE- ſicht nehmen müßte. Das Getraide hat die Eigenſchaft, daß es aus dem unterſten Knoten neue Keime austreibt, die auch, wenn es ihnen nicht an Raum, Nahrung und dienlicher Wie- terung fehlt, forkwachſen, und mit dem| Haupthalme zugleich ſchoſſen; auch endlich an der Spike vollkommene Aehren zeigen, Ein ſolcnen, ebe er mit ſeinen Wurzeln den faftigen Grund evrei- en fann, Etarfe Winde, auch ſtarke Regen entblößen viel Saamen, fo wie Cis und Fröſie in einem leichten Boven die Saafpflanze aus der Erde bervorziehen und damit gar ſevr beſchädigen. Wider ſolche und dergleichen Unfälle muß ſic) nun der AFer8mann durch das Untertäen zu ſichern wiſſen 3 um des Beoſtaudens. willen aber iſt es nicht nöthig, tief zu ſäen. Die Kornpflanze hat ihre beſten"Wurzeln in Säden der Oberfläche der Erde, und die wenig» ſien ſind über 4 Zoll lang. Man hat Ver- ſuche gemacht, Getraidefaamen tief zu ſte- &en, und gefunden, daß deſſen unterſte Wurzeln nur ſchwach, und die erſten Glie- der ſehr dünn ſind, und daß nur ous den Knoten, die der Oberfläche des Bodens am nächſten ſind, die beſten, Nahrung zu- führenden, Wurzeln entſprießen, ſo daß davon erſt das Wachsthum recht angeht. Da nun ein vielhalmiger Stock noch mehr Jiahrung erfordert, als cin einhalmigerz folglich ſchlechte, ſchwache, aus der Tiefe emporfoimmende"Burzeln nur wenig zu- führen können; ſolche auch für einen ein- haimigen Stoc> kaum oder gar nicht hin» reichend ſind, da ſelbiger aus einem höhern Knoten, welcher der Oberfläche näher iſt, erſt beſſere Wurzeln zur Fortſeßung ſeines Weochsthums ſchlagen muß: ſo iſt leicht zu ſehen, daß der vielhalmige Stock um ſo vielmehr dergleichen Wurzeln in der Ober- fläche braucht, wenn er ſich nähren und fortwachſen jo]. Man weiß es überdieß, daß das Getraide ſich ebcn ſo gut brſtaudet oder beſtiocket, es mag obenauf oder unter» geſäec ſeyn 3 daß man al'o um des Be- jtaudens willen nicht nöchig hat, tief zu faen, Diejenige Zit, worauf eine ſol, beſonders wenn Värzſchnee einſält und liegen bleibt, R Eg SOEST SG en 2400> '-Säen 275 in Gefahr: zu verfaulen, Eine weniger frühe Saatzeit iſt alſo die ſchiklichſte, da in dergleichen Lande die Saa? immer noc) vor dem"Winter zu einem mäßigen Wachs- chum gelangen foann,: Die Saatzeit muß ſic) zwar nach deny „Jahreszeiten; nicht aber nach der'verän« derlichen Witterung derſelben richten, kee ere entſicht von Winden, Dünſten und Regen, die man nicht mit Gewißheit vor- berſchen kann, Nicht jede Witterung fann der Saat erfprießlich ſeyn, 4.22: ſtarker Wind, Regen oder ſchlac>iges Wee ter, Mun muß zwar das Land in der Saatzeit zur Aufnohme des Saamens ſeine Zubereitung zu rechter Zeit erhal- ten haben; man richter ſich ober mit der Ausſaat nach dem Wetter, vas man vor ſich findet, Woerden z.B, ſtarke, fette Zänder während des Regens oder noch in ſich habender vieler NäJe beſäet: ſo itt ein ſchlechtes Gedeihen der ſo behandelten Saot zu erwarten. Der Landmann nennt ſolches das Zinſchmieren. der Saar, welches bey dem Ackerbaue ſorgfältig zu vermeiden iſt, Ganz geringes, ſehr leich tes Sandland kann hierian eine Ausnahe me möchen, als welchem es mchr förder- lic) als ſchädlich iſt, wenn es bey Regen- wetter eingeſäet wird. Um die beſte Saatzeit nach der Jahres- witterung zu treffen: muß man ſich nach der Matur einer jeden Art von Getraide richten, und wie ſie ſich beſonders gegen Wärme ünd Kälte, Froſt und Hike, Dür- re und Näſſe, in gutem oder ſchlechrem kande, verhäit, Hieraus läßt ſich der Grund beſtimmen, wie viel Zeit die Feld- ſrüchte bey verſchiedetier Witterung bis zur volligen Reifs gebrauchen, wenn ſie ſchneſ- ler oder langfomer wachſen: wenn ſie mehr Stroh oder Körner geben; wenn ſie zu- Mm 2 gleich (4 276 Sen gleich auſwachſen, oder zweywüchlig wer» den, 2 Hievon ein Exempel! Som- merſaat wird im Frühlinge gegen den Sommer geſäet, d, i. von der Zeit an, die im März bis zu Johannis hingeht, Wel- he Zeit nun in dieſem Zeitraume für jede Art die gedeihlichſte ſey, muß tie Natur der Getraideart beſtimmen. Jſt nun die Frage von der kleinen Gerſie: ſo iſt von ſelbiger bekannt, daß ſie weder Kälte noch Näſſe gut vertragen kann 3 beſonders in ihrer Kindheit und Jugend, denn ſie wird dabey leicht gelb, und verfauert, woraus denn folgt, daß ſie erſilich zum früheſten nicht eher zu ſäen ſey, als bis keine May- fröſte mehr zu beſorgen ſind; folglich erſt nach der Mitte, oder gegen das Ende des Maymonats, oder, nach Beſchaffenheit des Bodens, am beſten zu Anfange oder ge- gen die Mitte des Brachmonats, Die noch früher ſäen, müſſen warmes und zwar feuchtes 3 aber kein naſſes Fand haben. Dieſe Gerſte erfordert am gewöhnlichſten, vom Anfange ihres Wachsthums an bis zu ihrer Reife, faſt 12 Wochen; denn 4 Wochen wächſt ſie bis zum Schoſſen 3; 4 Wochen bringt ſie mit Schoſſen und dem Hervortreiben der Aehren aus den Kappen zu, und 4 Wochen brauchen die Körner zu ihrer Vollkommeriheit und Reife. Wenn ſie eher oder ſpäter reiſt: ſo rührt es von der veränderlichen Witterung her, die nicht alle Jahre glei) iſt, und das Wachys* hum entweder eine Zeitlang aufhält, oder auch übertreibt. Die ſpäteſte Saak wür- de demnach gegen das Ende des Jun. oder um Johannis ſeyn, da ſie um Michaelis reif ſeyn, und noch geärndtet werden könn» te; die mittlere Saatzeit wäre alſo um die Hälfte des Jun,, D. i. gegen den längſien Tag«- Wenn man die Aehre anſieht: ſo findet man ſolche mit Körnern ringsherum Säen beſeßt, und erſieht zugleich den Unterſchied von der großen Gerſte, weil dieſe nur 2 Reihen Körner hatz jene aber erſcheint vielzeiligz daher ſie auch von Cinigen Zei- lengerſte genannt wird. Man ſchreibt ihr bald 4, bald 6 Zeilen zuz ungeachtet die Aehre ſich gleich iſt. Sie beſteht nämlich aus vielen kleinen Gliedern über einander, auf deren jedem 3 Körner mit ihren untern Theilen dicht neven einander ſtehen, mit den obern aber“ ſich von einander breiten, und zwar um ſo viel weiter, je vollkfkomme- ner ſie geworden ſinvz daher bilden ſich alsdann 3 Zeilen Körner über einander, und zwar auf einer Seite der Aehre. Auf der andern Seite der Aehre findet es ſich eben alſo, weit die Glieder ſo geordnet ſind, daß das eine ſeine 3 Körner auf der gegen- über ſtehenden Seite austreibt, So geht es wechſelsweiſe durch die ganze Aehre durch, und folchergeſtalt fommen 6 Zeilen heraus. Die mittelſten Körner auf jedem Gliede werden allezeit die vollkommenſten, welches anzeigt, daß der Trieb des Saſts vornehmlich ouf die mittelſten Körner geht, und daß die Seitenkörner ſchwächern Saft- zufluß haben; auch nur alsdann vollfom- men werden, wenn reichliche Nahrung vorhanden iſt- Iſt demnach der Trieb im Halme ſchwach oder gering; ſo bleiben die Seitenförner flac), und nehmen weniger Raum einz folglich nähern fie ſich um ſo mehr den Seitenkörnern der gegenüber ſie- henden Seite, und fallen mit ihnen in eine Zeile zuſammen, weil ihre ſchmächtigen Körper einander weniger hindern. Sie ſcheinen auch nur eine Reihe mit ihnen zu mochen 3 daher denn die Aehre dein Auge vierzeilig vorkommt, da ſie ſick) ſonſt, wenn die Körner wohl genährt ſind, und wegen ihrer Dickleibigkeit ſtroßen, denz Geſichte ſechszeilig darſtellt» Aus (gene geht Vehre eilen [edem ſten, aſi N Put: (fam: yu jb im ny ve nige 119] ' ſit: ni ige El n Au wen egen ſhes Ns Sagen Aus dieſem Bau der Aehre iſt nun leicht- abzunehmen, daß man hEupt ächlich auf die Jahreszeit zu ſehen habe, in welcher ſich die Körner, nachdem die ehre aus der Kappe heraus iſt, am beſten ausbilden Fönnen. Denn fomimt man damit noch in die längſten Tage: ſo hat der Saft zu viel von der Sonne auszuſtehen, und daun- ſter zu länge in Einem weg; daher die Re-* benförner auf den Seiten zu weniz davon befommen, zumal da die kurzen Rächte durd) den Thau nict genu3 den Abgang des Saftes erſeße?n können, Kommit man aber damit in die Zeit, wo die Nächte ſchon zu kalt werden; ſo ziehen ſich die zarten, den Saft zuführenden, Gefäße zu ſtark zufammen, und laſſen ihn nicht gut durch. In beyden Fällen erhalten die Körner zu wenig Saftz beſonders die Sei- tenförner, als welche ſodann flach oder gar taub werden. Won dem längſten Tage an, vom a1ſten Jun. nämlich, nehmen die Tage wieder ab und die Nächte zuz was demnach in folcher Zeit ſein Wachs- thum zu vollenden bat, wird durch den nächtlichen Thau nach 1 nad) immer län- ger auf die Hiße des Tages erqQuickt, und kann ſich daher ſchon befſer bey Kräſten er- halten. Nun braucht die Gerſte anfangs, da ſie noch klein iſt, wenige Bahrung;z deſto mehr aber, je näher ſie dem Schoſſen kommt. Da nun aber mit den verlänger- ken Nächten die Fenc htigfeit immer mehr zunimmt: ſo fomme ſie mit ihrem Wachs- thume in beſſere, zu ihrem en ſich ſchi>ende, Zeiten, und endlich mit ibrer Reije in die erſte Hälfte des Septambers, wenn ſie nämlic<“in der erſten Halfte des Brachmonats g''äet worden iſt; da denn die Witterung zur Forndte viel bequemer iſt, als in der andern Hälfte des beſagten Monats, oder gar im October, wenn ſie Säen 277 zb die ſpäte Saat ſo weit verzögert wor- deti iſt. Dieſemnoch muß man die erſte Haifte des Jun,, der Natur der kleinen Gerſte gemäß, für die beſte Saatzeik an ſolchen Orten WIefEI'wo ihr die Stärfe des Ac>er3 mit feiner natürlichen Feuchtigkeit nicht zu Hülfe kommt; ſondern wo man ſie auf einem leichtern Boden an» bauen muß. Denn hier erfordert ſie vor- nehmlich in der Schoßzeit leidlic)e Wärme und Feuchtigkeit, nebſt mehrerer Abküh- lung; nod) mehr aber in der folgenden Verkörnung. Bey Hiße und Dürre wird nichts daraus; man muß daher ſolche Zeit erwählen, die, dem Sonnenlaufe gemäß, ſold)e Witterung in den meiſten Jahren mit fich führt. Da die meiſten Landwirthe in Anſehung der Saatzeit ſs wankend ſind, und ſich ſo öfters darinn verirren und Schaden neh» men, wenn ſie bald dieſe, bald eine andere Zeit erwählen, und alles aufs Gerathe? wohl anfommen laſſen: ſs wird hier noch ein Exempel zu mehrerer Beſtätigung der fetigejekten Regel von den Erbſen beyge- bracht, Dieſe haben die Eigenſchaft, daß ſie anfangs einen mäßigen Froſt nicht ach» ien; und daher ſo zeitig geſaet werden kön- nen, ſobald der. N&er zugerichtet, und nicht mehr zu naß iſt, Wenn ſie ſpät ge- ſaäet werden, und gleich von ihrer Jugend an in eine warme Wieterung kommen: ſo treiben fie zu ſtark, vekommen lange Glie- der, folglicy aucdy Ranten, die ſich nicht aufrecht halten könnenz Fondern ſich platt über einander hinlegen, zmnd einander die fuft benehmen. Hirraus entſteht nun bey ihnen, wie man es nennt, das Zuſtärfins- fröhiwarhien; ſie bl'then nur ſparſam, und ſeßen rod) weniger Schoten an, weil die meißte Kraft in die breiten Blätter und di- >en Ranten g2ht, die viel Saß: anziehen Mm 3 und AE 123-4054 El 5 DE55 278. Szeg und wegvunſten. Wenn hingegen das er- Ke Wachsthum noch einige Kälte ausſteht? ſo bleiben die erſten Glieder kurz, und das ganze Dewächs ſtaudig; die Ranken vbe- fommen mehr Schoten, und in dieſen grd- ßere Körner. Dieſerhalb nun iſt es nicht rathſam, die Erbſen erſt im May, oder kurz vor deſſen Anfange, zu ſäen. Sie ſind bey ſo ſpäter Einſaat auch dem Mehl- thau ſehr unterworfen, als welcher ſich mit dem Jul, 3 zuweilen aucl) ſchon gegen das Ende des Jun. einzufinden pfiegt. Befällt ſie der Mebikhau, während ſie eben zu blühen anfangen: ſo wird nichts dar- aus. Sie bekommen weniz oder gar keine Schoten; haben ſie aber vorher ſchon Scho- - fen angeſetzt,„und ſind die Körner darinn ſchon zum Wachethum gebracht: ſo blei- hen dieſe gutz es kommen aber keine mehr nach; daher einiger, obgleich nur ſchwa- cher, Ertrag erfolgt, der doch etwas beſ- ſer, als gar nichs, zu«hten it. Dieſer einzige Umſtand nun, in welchen ſie mit ihrem Wachsthume geratben fönnen, wäre ſchon hinreichend, ihre beſte Saatzeit feſt zu ſeßen, weil es nun vornehmlich darauf ankommen, maß, ſie ſo zu ſäen, daß ihre Bliuüthzeit vor dem Anfalle des Mehlthaues größtenrheils vorüber ſey. Cs fangen aber die gemeinen Felderbſen, die im März ge= ſäet werden, in der eilften Woche; die in der erſten Hälfte des Aprils aber geſäeten“ in der neunten Woche mit dem eilften Glie» de, welmes ſie treiben, an zu blühen. Denn ovſchon die Erbſen einizen Froſt er- fragen können: iv if? dech gewiß, daß ſie daturch im Wochsthume gleichſam ge- ſchre>t, und aufgehaiten werden/ ſo daß ſie einige Zeit brauchen, ſid) zu erholen, und zwar dergeſialt, daß iynen Litcrs die ſpäter geſäaeten nod) Gleic), oder wohl gar zuvorkommen, wenn ſie dergleichen Auf- Saen enthalt nicht erlitten haben, Solchemnach fällt die Blüchzeit in die Hälfte des Jun,; ſie können auch ſchon einen Theil Schoten angeſeßt haben, ehe der ſtärtſte Anfall vom Mehlthaue kommt. Dieſemnach wird man die erſte Hälſe des Aprils für die beſte Saatzeit der Erbſen anzunehmen haben, und zwar, daß ſie in gedachter Hälfte je eher, je beſſer, zu ſäen ſind, Man hat eine Art Früherbſen, die mit dem vierten Gliede, oder doch bald darauf, ſchon Blürhen anſcßen 3 dieſe fönnen ſchon meiſt abgeblübot haben, ehe jene anfangen. Mit ſolchen gienge man freylic am gewiſ- ſeſten in Anſehung der Frucht; nur daß ſie weniger Stroh geben z welches, beſon- ders bey Schätereyen, ein Surrogat des Heufutters feyn muß, Jene kommen in der ſech szehnten Woche zur Reife, d. i. in der andern Hälfte des Jun. z folglich» auch in der Zeit, die ſich zur Reife am beſten ſchickt, weil alsdann die Sonnenſtrahlen noeres 2and wird ein- oder zweyfährig beſtellt 3 maa haf aber auch leichte Aecker, die fehr quedig, oder ſehr mit Ouecden überfüllt ſind. Dieſe kann man nicht ei fänrig be» fielen, Um die Ouecken mittelſt der Egge verauszubringen wirt woht eine dreyfäh« rige Beſtellung etfortere, Wäaizen wird jaft überall vierfährig beſteitt. anche Roggenfeivor, die zuvor mit Roggen zwey» over dreyjfährig bejtellt geweſen ſind, nnd nicht 289 Säge nißt kräftig genug ſinb, im Sommerſelbe guten Haber zu erzeugen, werden im Herbſte einfährig mit Roggen wieder bo- ſtellt. Der Xc>er wird geſiürzt, over, wie man an manchen Orten jagte, geſisppelt, und das Korn obenauf gejäet. Derglei- ſtehen, ſo durchzie- hen, bis ſie 10-- 13 Z. von einander ſte- ßen. Die Blümchen ſind ſafranfarbig, und ragen weit über dem Kelche hervor. Der Saame wird gegen den Herbſt reif. Die vertroc>neten Stengel dienen ſehr gut zur Feuerung; die gekrockneten Blüchkns- pfe aber, wenn die Saamen noch darinn ſind, geben ein gutes Futter für die Schaa- fe und Ziegen ab, Der Saame iſt ein heftiges Purgirmittel, und fat ganz außer Gebrauch, Es ſoll auch ſolcher für viele Thiere ein Gift ſeyn; die Papageyen aber freſſen ſelbigen begierig, und werden da- von fett, ohne zu purgiren. Der Blumen bedienen ſich Wiele Statt des Safrans, um die Speiſen damit zu färben und zu würzen; ſo wie auch der Safran oft damit Ver. Regllexicon IV, Theil, Saflox 287 verfälſcht wird. Doch konn man ven Bo- trug daran erfennen, daß eines Theils die Farbe des Safrans dunfler, als bey dem Saflor, iſt; andern Thei's beſteht der Safran aus dem dreyfachen, an dem ein« fachen Griſffet vereinigten, Staubwege; die Blümchen des Saſiors hingegen ſind in fünf, und zwar viel kürzere, Einſchnitte abgerheilt, Die"Blümchen werden von. den Färbern gebraucht; ſie ſollen aber eine ſchöne bochrothe Farbe haben. Je mehr gelbe Blümchen darunter ſind: deſis ſchlechter iſt der Saflor. Bey der Oeſfe nung der Blume ſind das Blunzenblort und der Staubbeutel gelblich; nachher aber werden beyde, beſonders das erſte, mehr roth, Daß dieſe Veränderung der Farbe nur nach dem Regen erfolge; auch der Saflor überhaupt, wenn der Regen aus- bleibt, feine ſy)öne Farbe erhalte, iſt ganz falſch; man muß nur die rechte Zeit abpaſe ſen: ſo wird bey trockner Witterung auc< die Berwandiung der Farbe geſchehen. Man muß daher öfters nachſehen; auch diejenigen Bliüchknöpfe abſchneiden, oder die Blüchchen aus dem Kelche berausnehe« men, welche dieſe rechte Farbe erhalten; die übrigen aber nech ſiken laſſen. Das Abnehmen kann zu jeder Tagesſtunde ge- ſchehen. Daß die in der Mictagsſtunde geſammelten Blüchchen ſich alsbalb in Pul- ver zerreiben, iſt wohl nicht zu fürchten; wenn ſolche nur nicht auf dem Stocfe be- reits vertrocknet ſind. Die in den Mox- genſtunden, zumal nach einem häufigen Thau, geſammelten werden leicht ſchime melig und ſchwarz, wenn man ſie nicht auf einen luftigen Boden bringt, und dünn ausbreitet. Am beſten iſt es, wenn man ſie gleich im Felde oder Garten auf ein Tuch dünn ausbreiter, und in der Sonne tronen läßt, Weil bey dieſer Art Blu- Nn men VvEZIe bg W7.-' bi N- 0.4 Gd Ku et; „Nad 5:0 282 Saſlor men allemal ver Staubbeutel mit dem Blumenblatte genau vereinigt iſtz auch beyde zugleich weggenommen werden ſo muß man einige Blüthen oder Stöcke un- berührt laſſen, damit man zur künftigen Ausſaak neuen Saamen erhalte; oder we- nigſtens die Blümchen nicht eher wegneh- men, als bis ſie ſchon in dem Kelche ver- trocknet ſind, und der Saame bereits eini- ges Wachsthum erhalten hat. Dieſe Blü- the enthält zweyerley Arten von verſchiede- ner Farbe in ſich. Die eine Art iſt gelb, und auflöslich im Waſſer 3 die andere fc<ön roth, ſchöner als Carmoiſin, Dieſe Far- be aber läßt ſich im bloßen Waſſer nicht auflöſen, weil ſie von einer harzigen Be ſchaffenheit iſt. Das Gelbe wird ſclten, oder gar nicht, bey der Seidenfärberey ge- braucht; doch muß man das Gelbe durchs Waſſer erſt abſondern oder ausziehen, da- mit man hernach den übrig gebliebenen har- zigen oder rothen Theil, welchen das Waſ- ſer nicht hinwegnehmen kann, durch ein kaugenſalz auflöſen, und zu Ponceau und Jucarnat in Seide gebrauchen könne. Hie- bey iſt noch zu merken, daß Tas Laugen- ſalz, während es den harzigen Theil aufs löſer, die Stärke der roryen Farbe um Vieles vermindere 3 daßer man Citronen- ſaft hinzuſeßen muß, durc) welchen dieſer Fehler wieder verbeſſert, und die Farbe init aller ihrer Schönheit wieder hergeſtellt ird. 2) Wollichter Saflor, Spillen- diſtel,€. lanotus L. Dieſe Art wächſ? in Franfreich, Jtalien und Creta, Die Kelchblätter ſind mit einem wollichten Ge- webe umgeben, und gleichſam angeleimtz auch zeigt ſich dergleichen unter der Bluüthe an den Zweigen- Die Blümchen ſind gelb, Die Spani:r ſollen mit den Blü- then dieſer Art den Safran verfälſchen; Safra die Stengel in Griechenland aber zu Ro- den und Spillen gebraucht werden. Man erzieht die Pflanze jährlich im freyen 2aade aus dem Saamen,. 3) Weißer glattſtentgeliger Safs-. lor, C. Creticus L. Dieſe aus Creta!| herſtammende Art iſt der vorigen ſehr ähn- lich; der Stenge! aber glätter, und der Blumenkelch weniger mit Wolle verſehen. Die Blümchen ſind weiß. Erziehung und! Wartung derſelben kommen mit der vori- gen Art überein. 4) Blauer einblumitter Safior, C. coeruleus L., wächſt in Spanien, Jta- lien und Frankreich. Die Wurzel iſt aus= dauernd, auf den blauen Blumenblättern ſißt ein ſchwarzer Staubbeutel. 5) Tingitaniſcher Saflor, C.'Tlin- gitanus L., iſt vielleicht nur eine Abände- rung der vorigen Art. Cs zeigt ſolcher gefiederte Wurzel- und in Queerſtücke ge- theilte Stengelblätter; ſonſt iſt zwiſchen beyden fein Unterſchied. Man unterhält beyde im Scherbel; den Winter über im Glashauſe. Die Vermehrung geſchieht am beſten durch die Theilung der Wurzel, Safran, Crocus. Dieſe Pflan- zengattung begreift ſehr niedrige Zwiebel- blumenpflänzen unter ſich, die nicht nur zeitig im Frühjahre, ſondern auch ſpät im Herbſte, eine Zierde der Rabatten ſinds Die Blumen und Blätter dieſer Pflanzen= gattung, welche nur 3=-5=> 68. lang zu werden pflegen, entſpringen ohne Stier le und unmittelbar aus ver Wurzel, Sie laſſen ſich zwar in 2 Claſſen abtheilen, von welchen die eine im Herbſie, die andere aber im Früpjahre blühetz jedoch machen ſie, nach den Grundſäßen dex neuern Bö» ranifer, nur Eine wirkliche Art aus, die viele ſchöne Abarten unter ſich begreiſt. 3) “m ua.->=> ee-'"“ 9. T2> 2%-.*= mm -x* “2 4 Rt Man lande Zafs. Cref, hn: | der ſehen, 19 und vv öflot, 1 Mv ſt auß: ättern „Tin (andes ſolcher de(es viel erhält jet im ſicht u Pate webe Ot mi pät 1] 1(in) [oje ,(ang 197 Cit 11, voy and je 1 Vo di ß 1) Safran x) Herbſtcrocus, C. ſativus oflici- "palis L.,-Wahrer oder officineller Sa- fran. GSeine mit einer langen Röhre verſehenen Blumen ſind bläulich- purpur- roth, und haben in ihrer Mitte einen, auf einem rundlichen Fruchtfnoten ſtehenden, dünnen Griſfel, mit drey feinröthlich- gold- gelben Narben, welche der officinelle Safran ſind, Man hat hievon ungemein viele Abarten von allerley Farben, welche um den Anfang des Oct. blühen, Sie fommen in jedem gemeinen Boden fort; Hinterlaſſen bey uns zwar niemals Saqe- men z vermehren ſich aber durch ihre junge Zwiebelbrut am ſtärkſten, 2) Sräüblingscrocus, gewöhnlich) ſchlehchin Crocus genannt, C. lativus vernous L. Hievon hat man unzählig viel ſchöne Sorten, die im Febr,, März und Apr. blühen, und im May reifen Saamen geben z ſie ſind eine wahre Frühlingszierde, weil ſie zu einer Zeit blühen, da wenig andere zu ſehen ſind; ſie treiben ſogor ihre Blumen bey froſtiger Kälte hervor. Ihre Flor dauert 4== 6 Wochen; ſie vermeh- ren ſich, außer dem Saamen, auch durch die Wurzelbruk; doch werden nur aus dem Saamen allein neue Sorten gezogen. Die Zwiebeln müſſen im September, October und November; ſie können aber auch, bey oſſener Erde, noc) bis in den Februar eingelegt werden. Inzwiſchen diejenigen, welche vor Weihnachten gepflanzt ſind, blühen bey Weitem am ſtärkſten. Man fann ſie 2-3. Jahre liegen laſſen; da ſie ſich aber binnen dieſer Zeit ſehr ſtark ver- mehren: ſo müſſen ſie alsdann aufgenom- men werden, Dies geſchieht am beſten um die Zeit, da fich ihre Blätter verlieren, nämlich im May oder Jun. Wenn ſie auſgenommen ſind: jo muß man die gro- ßen Zwiebeln von den kleinen abſondern, Safray 283 in einem luſtigen Zimmer trocknen, unb ſie dann bis auf die Zeit, da ſie wieder eingepffanze werden müſſen, in papiernen Beuteln verwahrt, weglegen. Die Zwie- beln vom Herbſtcrocus werden im Jul. und Aug, eingelegt; dann blühen ſie ſchon im nächſten Oct,; auch in den folgenden Jahren um dieſe Zeit, Sie müſſen ei- gentlich 3 Jahre liegen; im Fall man ſie aber ſtark vermehren will: ſo müſſen ſie 4 Jahre liegen bleiben; dann aber müſſen dieſelben aufgenommen werden, um ihnen ihre junge Brut zu nehmen, und das Beet auf Meue umzugraben, 1c. Dies muß im Zun. geſchehen, da ſich ihre Blätter ver« loren haben. Dann werden ferner die größeſten und rundeſten Zwiebeln zur näch« ſten Flor ausgeleſen, und, damit ſie im Oct, blühen, im Anfange des Aug. ſchon wieder eingepflanzt, Der Safran, welcher von den Mate- rialiſten und Apothekern verkauft wird, ſind drey am Griffel vereinigte Staubwege des Herbſtſafrans, Die Einſammlung davon iſt mühſam. Am frühen Morgen bricht man die Blumen, ſobald ſie aufbrechen, oder kurze Zeit hernach, ab; trägt ſie in Säen nach Hauſe; breitet ſie ſogleich auf einer Tafel aus; zieht die Staubwege mit einem Theile des Griffels heraus, und trocknet dieſe auf einem beſonders dazu eine gerichteten Ofen, auf welchem man ein här- nes Tuch ausſpannt, und auf dieſes einige Bogen weiß Papier gelegt hat, worauf der feuchte Safran 3-=- 3 Z. di> ausge- breitet wird, und darüber andere Bogen Papier gelegt werden 3; auch auf dieſe eine grobe Bettde>e gelegt wird. ZDZulekt, und wenn das Feuer eine Zeitlang ge- brannt hat, wird noch ein Bret darauf gelegt, und dieſes mit einem großen Ge- wichte beſchweret, Anfangs macht man Nn 23 viel SE)"HE 5 ABE NT-I RIET< 3% ne » ; " us; 284 Safran viel Feuer; nach einer Stunde nimmt man das Bret, die Bettdecke und das Papier hinweg, und macht den Safran von demjenigen los, der zunächſt daran liegt, auf das andere legt man vas Papier wieder darüber, ſchiebt zwiſchen das käre- ne Tuch) und das untere Papier ein Bret, wendet alles zuſammen um, bedeckt es, wie zuvor, unterhält noch eine Stunde gleiches Feuer, alsdann mocht man den Safran vom Papkre lo8, wendet ihn um, bedeckt ihn wieder, und unterhält ein ge» findes Feuer. Jtach 24 Stunden iſt die ganze Trocknung vorbey, Der Safran wird im Orient, in Grie- henland, auf den Schweizeriſchen und Pyrenäiſchen Gebürgen, in Oeſtreich, Un- garn, Franfreich, und andern Orten ge» bauer. Den Türkiſchen will man nicht loben; ſondern behauptet, daß die Türken die boſte Kräfte ausztehen„“ und mit Honig zum Bertfauf an die Chriſien wieder-an- ſchmieren. De er Deſireichiſche und Unga- riſche wird untey den Europäiſchen für den betten gehalten; es wird aber der Sa- fran, weil er ſs ſehr theuer iſt, auf man- <en und Maſern, Cs iſt jeßt nech ge wöhnlich, ipn mit einem Breyumſchlage zu vermiſchen, um die Entzündungen ent- weder dadur) zu zercyeilen, edex zu er» wetden; doc) foll man mit dem Gebrauche des Safrans behutſam umgehen, weil er teicht ſchaden fann. Dex bloßes Göeruch verurjacht leid;t Kopfſchmerzen und Nei- guns );"On" d falt tbigs, ſchwer weng ern, n Ops dy aht, Viſen 1 ſeiner beſſe, jan ihn einen 'e(uf: in der nit zu ürzen, wurde "auch, ether berye 1 ehe vzfld (yflde Duft, er y priß 1.10) vuitt, tis Db ie man „nb y Ne 4 (loge 791,0 zu ew rauh! 100 jd Net guy Sägitie Fung zum Schlafe 3 der innerliche Gebräuch bewirft ſolches noc<+ leichter. Auch ſoll davon ein gezwungenes Lachen entſtehen, EShedem ward derſelbe vielen zuſammenge- festen Arzneymitteln beygemiſcht, wovon das Elexir proprietatis und Laudanum Sydenhamii die gebräuchlichſten ſind, und welche aue) noch in manchen Hausapothe- fen angetroſſen werden. Man kann bey dem leßten den Saſran ſäglich weglaſſen; zumal da ſolder allemal ein hißiges Mit- tel iſt, und die Farbe leicht diefen Zuſaß verräth; daher die fogenannten Safrantro- pfen leicht kenntlich ſind. Das Empla- ſtrum oxycrocum ift ſogar unſern Bauern nicht unbefannt 3 es zertheilt ſehr kräftig. Sagine, Iagina, ein Pflanzenge- ſchlecht, welches dem ganzen Anſehen „nac“ viele Aehnlichfeit mit dem Vogel- meier und den nahverwandten Pflanzen hat, 48) PIE Sagine, 8. procum- bens L., wächſt bey uns auf unfruchtbaren und moraſtigen Weiden; auch.auf den Gängen in den Gärten. Es iſt ein jähri- ges fleines Pflänzelung immer auf dem Lande auf, wodurch auch die Bes nennung veranlaßt worden iſt. Er hat ei- nen blauen Körper 3 welcher aber auf dem Rücken mit 2 braunen Strichen bezeichnet iſt; desgleichen auch einen länglichrunden Schwanz, der bisweilen mit 2 Spikßen erſcheine,' 2eßteres geſd)iehet alsdanny wenn die Schwanzfpiße halb abgeriſſen wordeit iſt; da denn aus vem Niße ein neter Schwanz anwächſt, und das alte Stü dennoch anheilt. Dieſ:x Sataman» der lebt von allerley Inſeccen- Einige Naturforſcher behaupten, daß er Cyer le- ge, aus denen ſich die Jungen im Waſſer entwicfein follen, 2) Waßſerſalamanöer, L. aguatica L., befindet ſid) in den ſüßen Cureopaiſchen /Wäßlern, und iſt faſt, wie der vorige, ge- bildet, Der Schwanz iſt gemeiniglich et- was glaft und breit. Der Körper hat bigwedien eine gelbe unv weiße Farbe mit ſchwarzen nnd vorden Zlecfen, Nu 93 3) we 773.74 a Sf 1:0 286 Salam 3) Sumpfſalamander, L. paiulicis L., wird auch Waſſerſalamander, auch Watjiermolch genannt, weil er ſich nicht nur in den Sümpfen 3 ſondern auch in den Teichen und andern ſtillſtehenden Gewäſ- ſern aufhält. Er hat einen bräunlichen, mit Warzen beſesten, Körper 3 einen ſa- frangelben, braungeflecten Unterleib, und einen ſpießförmigen. Schwanz. Er wird nicht über 7 Z. lang, und ehe er dieſe Größe erreicht: iſt er mit 4 Schwimm- floſſen verſehens die er aber in der Folge ablegt. Im Sommer bekommt er alle 5 Tage; im Winter aber alle 2 Wochen eine neue Haut, Die Weibchen legen Eyer, welche in 2 Schnuren an einander hängen. Dieſe Thiere nähren ſich von jungen Fi- ſhen, Froſcheyern, Jnſecten und Waſſer- linſen. Sie haben ein ſehr zähes Lebenz „werden oft im dickſten Eiſe eingefroren le- bendig gefunden; fommen aber ſogleich um, wenn man ſie mit Salz beſtreuet, 4) Seuerſalamander, L Salaman- dra L., welcher ehemals allein den Namen Salamander führte; ſonſt aber auch Wmolch, Uim, Stern- und Landſa- lanzander genannt wird, Er hat einen dien Kopf; einen feiſten, breiten Körper, und einen difen Schwanz, der am Ende ſtumpf und ſo lang, als der Rücken, iſt, Die Haut iſt an den Seiten etwas runze- lig; an vem Rückgrade aber mit 2 Reihen Warzen beſeßt, aus denen eine milchichte Feuchtigkeit gepreßt werden kann. Nur die Vorderfüße ſind vierzehigz die Hinter- füße haben bey dieſen, ſo wie auch bey den übrigen Arten, 5 Zehen. Alle Zehen ſind di> und ohne Nägel, und in Anſehung der Farbe findet man mancherley Verſchieden- heiten bey dieſem Thiere, Meiſtentheils iſt die Farbe der obern Theile deſſelben glän- zendſchwarz, oder grau; die der untern "Salat aber gelblich, oder bläulich; bisweilen auß braun, oder weißlich, Außerdem iſt der Oberleib noch gemeiniglich mit ſchwefelgel- ben oder bläſſern Flecken geziert, die ſehr verſchiedentliche Figuren bilden, und zu der Benennung Sternſalamander An- laß gegeben haben, Die Länge dieſer Thiere beträgt ungefähr 6 Z. Site halten ſich mehrentheils auf dem tronen Lande auf, und nähren ſtich von allerhand Jnſe« cten; ſie können aber auch im Waſſer, und lange Zeit faſt ohne Nahrung, leben. Ehe- mals hegte man von dieſem Salamander die irrige Meinung, daß er im Feuer leb- te, oder darinn leben könne; jeßt aber weiß man aus vielen Erfahrungen, daß er zwar in einem kleinen Feuer eine Zeitlang leben- dig bleibt, weil er aus ſeinen Warzen und fieinen Luftlöchern eine milchichte Feuchtig- Feit ſprißt, und damit die um ihn liegendeu Kohlen auslöſcht 3; in einem anhaltenden großen Feuer aber eben ſo gut, wie andere Thiere, zu Aſt; es verlangen aber einige Sor- M) KEA aF"202 Ze H FE 4. F 2247 a I| KERNE LIA ey PP Ss SI KE 588 Salat Sorten, als großer Montree, Straßbur- ger, Prinzenkopf, Prahlſalat, Schweden- fopf, u.ſ. f. einen Schuh weit Raum; da hingegen Forellen und fleiner Montree nur einen halben Fuß Plaß erfordern, Damit aber die jungen verſebten Pflänzchen deſto beſſer fortfommen, und von der Soune nicht ſo leicht verbrannt werden: ſv kann man ſie einige Tage mit andern Blättern belegen; oder vor das Beet ein Bret ſ 4 Wochen geſchloſe Salat. ſen; daher ſind ſie denn zu den ſpäterti Ausſaaten vorzüglich zu erwählen. Sie müſſen aber, weil ſie ſich ſehr ausbreiten, auf allen Seiten, wenigſtens 14=-16Z., weit auseinander ſtehen, und haben dieſer- halb das Werſeßen höchſt nöchig 3 Cinige pflegen auch ihren Salaxtöpfen Dach» oder Ziegelſteine aufzulegen, und hiemit das Aufſchießen der Köpfe zurü zu halten, . Um guten Saamen zu erziehen: muß man. Feine andern, als nur die derbſten und feſteſten, Köpfe dazu aufwachſen laſ- fen, weil der Saame allezeit wiedergiebt, was die Mutter. geweſen iſt. Und wer fich bey einer Sorte erhalten will, muß in ihrer Nachbarſchaft keine andern, als die- ſe, dulden, weil ſonſt wegen der Nachbar- ſchaft anderer Sorten der Saame leicht augartet. Auf niedrigen, oder tiefgelege- nen Beeten gerath der Salatſaame ſelten, Wenn die Saamenſtöcke freye Luft und Sonne genießen: ſo wird der Saame ſich reichlicher zeigen 3 die Witterung mag aus- fallen, wie ſie will, Beym Cinſammlen des Saamens ſoll man nicht warten, bis ſämmtliche Blumen einer Staude aufge- blühet haben; ſondern ſobald man merkt, daß ungefähr der dritte oder vierte Theil der Blumen ſeine wollichten Saamen dar- ſtellt, ſoll man den Stengel nahe an der Erde wegſchneiden, und an einem trock- nen luſtigen Orte aufſtellen. Die kleinen Vögel ſuchen dieſen Saamen ſehr begies rig auf, und der Wind verwehet ſolchen leicht; daher muß man mit dex Aufnahme eiten, Die abgeſchnittenen Salatſtengel pflegt man in Haufen aufzuſtellen; da ſie aber leicht wieder umfallen, oder auch ein- ander zu ſehr einſchließen, und dadurch leicht ſchirnmelig werden: fo ſoll man öfs ters nachſehen, oder die Stengel lieber ein andermal anders umſtecken. Am beſten i 4 Fpät (en, Ey Ute, “163 (4 Vefet- ) Ünige Oder NEN Pal, en m e dadi ſen li Iedetgieht Und ws |, ui |, 0 Die Necbäte 108 leigt HENWegE 08 Nh, (fe un) come ih ng dW: ſammen en, bis 6 We (ml, te Ul än dat eam dt m(od: fendt ' beies (ohen fog engt day 1 a adur) on dp her(m (ſitt ji Salbep iſt es, von den abgeſchnittenen Stengeln den erſten und beſten Saamen auszuklo- pfen/ und nachher die Stengel zur vslli- gen Avtrocknung auf den Boden zu tra- gen. Sovatld ſolche trocken geworden ſind: ſo. wird der Saame vollends ausgeflopfe, und durch Ausſchwingen in einer Mulde rein geniacht. die Stengel nicht ſtehen laſſen, weil die Mäuſe dem Saamen ſehr nachirachten, Der ausgeklopfte Saame wird auf einem Tuche ausgebreitet, und ſo lange dar- auf gelaſſen, bis er vollfommen trocken iſt. Die Säezeit des Winferſalats fälle in den Auguſt, Die Beete werden hiezu friſch gegraben; der Saame obenauf ge- ſaetz Fuß für Fuß eingetreten, das Beet bierauf gleichgeharft, und die vom Un- fraute rein gehaltenen Pflänzhen, wenn ſie groß genug geworden ſind, 8-=- 10 Z, von einander eingepflanzt. Dieſes geſchie- her gegen Michaelis, Es bleiben dieſel- ben den ganzen Winter über ſrey und un- verdeckt ſt*hen; ſie leiden ſelten; nur bey tro&nem Froſte ohne Schnee können ſie Schaden nehmenz der Schnee aber be- wahrt ſie davor, Jm Frühjahre werden dieje Pflanzen zeitig ihre Häupter zeizenz will man aber von dem Saamenſalate noch bis in den Winter hinein Vorrath behal- fen: ſo muß man die ſchönſten Häupter . um Michaelis mit der Erde ausheben, und in einen Kaſten ſeßen, welchen man in ei- nen Keller oder Gewächshaus; bey ſchöner Witterung aber an die Luſt und Sonne ſtelle, Saſlbet), Salvia. Außer der ge- meinen Salbey begreifen die Kräuterleh- rer unter dem Namen Salvia mehrere Ar- ten und Geſchlechter ,* die wegen Ueberein- Vet, Regllexicon 1V, Theil. Veber die Zeit darf man' Salby 2859 ſtimmung iü vielen Merkmalen mit eitz. ander vereinigt werden, Die bekannteſtea ſind:; 1) Gemeine Gartenſalbey mit ſpizigen Relcheinſchnicten, 8. ofh- cinalis L. Dieſe bey uns in jedem Gare ten anzutreffende Staude hat blaue, rothe oder weiße Blumen, und iſt zur Würzung mancher Speiſen von vorzüglichem Nußen. Außer der gemeinen giebt es davon ver- ſchiedene Spielarten, als die vergoldete, die verſilverte und die dreyfarbige Salbey, Die gemeine wird aus dem Saamen im Frübjahre vermehrt, und die jungen Pflan- zen, wenn ſie zum Verſeßen ſtark genug ſind, werden reihenweiſe, 6=-8Z. weit auseinander, verpflanzt. Mit noch gerin« gerer Mühe kann man ſie im März oder Upril durch Zertheilung der alten Stöcke vermehren, die, wenn ſie bey trocknem Wetter begoſſen werden, gar leicht anzu ſchlagen pfiegen. Will man die Salbey getrocknet aufbewahren: ſo chneider man ſie, furz vor der Blüthe, einige Zoll über dem"Boden ab, trocknet ſie im Schatten, und verwahrt ſie an einem trocknen Orte, Wenn man die Blärter gebraucht: ſo ſoll man ſolche rein abwaſchen, weil ſich die Kröten gern unter den Stöcken aufhalten; die darneben gepflanzte Raute wird dieſes nicht, wie Wiele vorgeben, verhindern; denn die Kröten ſuchen dieſen Aufenchalt wegen der niedrigen und die Erde bede- Fenden blätterreichen Zweige; nicht aber einer beſondern Sympathie wegen. Die geſtreiften Salbeyſorten kann man im Jun, und Jul. aus abgeſchnittenen Zwei- gen vermehren. Dieſe werden, bis ſie wachſen, im Schatten gehalten, und von Zeit zu Zeit begoſſen. Nach 5--- 6 Wo- den haben ſie gemeiniglich ſchon ſo ſtarke Wurzeln geſchlagen, daß man ſie ſicher Oo ver- 2902 Salbey verſeßen kann; man muß ihnen aber eine leichte und trockne Erde geben, weil ſie gern in einem fetten und ſchweren Boden verderben. Die gemeine Salbey beſißt viel Heil- fräfte. Sie ſtärft die Nerven, verdünnt die Säfte, und widerſieht der Fäulnißz man mag fold)e in Bähungen, Bädern, Kräuterſäackc beybringens vielleicht aber iſt dieſe Künſteley doch nicht ganz 1u8- ſpädlich, weil dergleichen Wein den Kopf 58 einnehmen, und Kopipeß 11 7"„ (WEITE zT Ww.“4 ier LE Salbey eürflaſſen ſoll, Jn den mitternächtigen Provinzen ſoll man den Saamen, Statt des Hopfens, beym Bierbrauen gebrau- dien; das Bier aber ſoll dadurch eine mehr berauſchende Kraft erhalten, Die ältern Aerzte rühmten das Scharlachfraut wider die Kolik, Mutterbeſchwerung, und den weißen Fluß z Friedrich Hoſſmann rechnet ſolches unter die beſondern antiſpaſinodi- ſchen Mittel, In den neuern Zeiten iſt daſſelbe ganz außer Achtung gefommen; obgleich] der beſondere Geruch die wirkſam- ſten Beſtandtheile vermuthen läßt. 7) Hiobrenſalbey mit wollichten ZStürhwirteln und zurückgeſchlatge- nen Deckblättern, Uiobriſcher Scharley, Tärkiſcher Scharley,s, Aethiopis L., wächſt in Griechenland und Africa, Die ganze Pflanze iſt mit weißer Wolle bedeckt, und verhält ſich im Garten, wie die vorherſtehende Art. - 8) Canariſche Salbey mit drey- ecfigen Blättern, S. Canarienſis L. Dieſer immergrünende Strauch wächſt auf den Canariſchen Inſeln, und erreicht bey uns 2--3 F. Höhe, Man unterhält die StöFe, welche viel Waſſer verlangen, und off umgeſeßt werden müſſen, im Scherbel. Die jungen Stöcke haben ein viel ſchöneres Anſehen, als die alten; aud) Fann man dieſelben leicht aus den Zweigen erziehen, 9) Herzblätterige Salbey mir bunten Deckblättern, 8. ſylveſtris L. Dieſe in der Wurzel ausdauernde Art wächſt in Sachſen, Böhmen, Rußland und Siberien, Die ganze Pflanze giebt einen gewürzhaften Geruch, 10) Kleberiehte Salbey mit pfeil- förmigen Biätrern, große Eleberich- te Dergfalbey mit gelben Bimmüen, S. glutinoſa L,, wächſt in verſchiedenen R ee EE I GENRE“ I GONE SE NGINE Salbey 291 Europäiſchen Provinzen, und erhält ſich in der fäſerigen Wurzel. Die 3 F. hohen Stöcke dauern bey ung im freyen Lande; blühen reichlich im Jul.; laſſen ſich auch leicht durch die Wurzel vermehren. Nach Millers Zeugniß ſollen die Holländer mit den Blumen dieſer Art dem Rheinweine einen angenehmen Geſchmack geben, 11) Jjndianiſche berzblätrerite Salbep mit weit abſtehenden faſt nacfenden Blüchwirreln, 5, Indica L., har eine ausdauernde Wurzel, und einen 3 F. hohen, ſtumpfvierckigen rauhen Stengel, Die Pflanze hat einen ſtarken, aber unangenehmen Geruch; dauert im ſreyen Lande; trägt aber feinen reifen Sgaae men, und läßt ſich auch nicht leicht aus dem Saamen vermehren, 12) vHerzblätteritge Wieſenſalbey mittleberichtem Blumenblatte, wil» de Salbey, Römiſche Salbey, wiſ- der Scharlep, Ritterkreuz, 8. Pra- tenſis L., wächſt auf trockenen, erhabenen Triften, in Heiden, auf Hügeln, um die Weinberge und Landſtraßen; blühet im May und-Jun.; hat eine ausdauernde, fas ſerige Wurzel, und einen aufgerichteten, 2--3F, hohen, mit Zweigen beſeßten, rauchen und viereckigen Stengel, Die Blätter ſind ey-, oder mehr herzförmig. Jeder Wirtel beogepe gemeiniglich aus 6 Blumen« Des Blumenblatkes Röhre hat mit dem Kelche gleiche 2änge, Deſ: ſen obere Lippe it groß, ſichelförmig, ein- geferbe und mit fleberichten Duüpfeichen dergeſtalt beſeßt, daß ſolche an den Fin- gern fleben bleibt, wenn man ſie angreift, Zuweilen findet man Stöcke mit weißen; auch) andere mit röchlichen Blumen, Die Pflanze hat einen ſtarken und angenehmen Geruch. Man will ſie wider die Ge- ſchwüre der Schenfel empfehlen; Wenn Oo 2 die- 292 Salbey die Pflanze jung und zart iſt: ſo freſſen ſie die Schaafe gern: die alten Stöcke aber laſſen ſie unberührt; dieſe Pflanze iſt auch gut für die Bienen, Will man dieſelbe or- dentlich verpflanzen und beſchneiden: ſo kann man ſie vom May bis in den Septem- ber in der Bluüche erhalten. 13) Zweyjäbrite Zirſchgeweih- ſalbey, 8. ceiatophyila L., wächſt in Perſien, Syrien, Mauritanien, und wird bey uns aus dem Saamen auf dem Miſt- beete erzogen. 14) Herzblätterige Salbey mit abwärtsbängenden Slürtbähren, 8, nutans L., wächſt in Rußland; hat eine ausdauernde, oſt auch nur zweyjährige, Wurzel, und hat ein dunkelblaues Blu- menblatt 3 blühet im Jun,, und wird aus dem Saomen bey uns. im freyen Lande vermehrt, Unächte Salbey, Dieſen Namen, nebſt den folgenden: gelbe Salbey, Jertiſalemstalbey, Salbeybaunm, hat das Pflanzenge- ſchlecht Phlomis erhalten, Es hat dieſes Geſchlecht mit dem 2öwenſchwanze die näch- ſte Verwandtſchaft, 1) 1Oollichrte gelbe unächte Sal- bey mit lanzetformigen Deckbtät- tern, S. fruicoſa L,, iſt in Sicilien und Spanien ein immniergrünender Strauch z und. wird bey uns in Töpfen z im Winker aber im Glashaufe unterhalten. Die Stöcke zehren ſehr; verlangen viel Waſ- ſer, und öſteres Umſeßen. Die Vermeh- rung geſchieht leicht aus Zweigen, * 2). Wollichte purpurfarbitte un- ächte Salbey mir ſtumpfen Deck- blättern, P?. purpurea L., wächſt in - Portugal und Jtatien, Die Wartung konimt mit.der erſten Art überein, A Sa!pet 3) Wollichte gelbe unächte Sals bey mit borſrizen, wollichren Deck« blärrern, P. Lychnaitis L., wächſt in dem mittägigen Curopa, und verlangt gleiche Wartung mit der erſten Ark, 4) Rayhe röchliche unächte Sal- bey mit borſtigen Dectblärtern, un- ächter langbläcteriger Andorn, WVindkraut, P. Herba venti L., wächſt in Perſien und der Tartarcy, blühet im Frühbjahre, und wirſt die 3== 4 F. hohen Stengel jährlich ab. Man hält die Stö» de in Töpfen, ſest ſoiche im Winter in ein gemeines Glashaus, und v:rwahrt ſie vor Schimmel. Die Wermehrung ge- ſchiehet aus dem Saamen und der Wur- el; ' 5) Herzblättcrige purpurfarbiee unächte Salbcy mit. knollichter Wurzel, P. tuberoſa L., iſt in Siberien zu Hauſe, dauert in der Wurzel, und wirſt die mannshohen, röthlichen, viere>igen und wechſelsweiſe ausgefurce, den ſie auf der Zungs er- regt; imgleichen, daß ſie auf glühenden Kohlen. praſſelt,. und leuchtende Funken von ſic) wirſt. Außer dieſer Erde erzeugt ſich auch das Salzweſen des Satpoters in lehmigen und ſieinigen Wänden, welche ſich in und an Miſtgruben, Vieiſtällen, an ſolc LA 2EC8 BI ZEH LGEEN Ve 2 KN 2-G hält man vornehmlich das meiſte in Halle, Schönebeck, Lüneburg und Franfkenhau- ſen 3 desgleichen wird auch in Sachſen, bey Dürrenberg an der Saale, gutes Salz geſotten. Ein dergleichen Salz muß hart, weiß und tro>en ſeyn; auc) nicht an der Luft zerfließen. Das Brunnenſalz iſt un- ſer gewöhnliches Speiſeſalz; es unterſchei» det ſich aber von dem Stein» und Meet- ſalze darinn, daß es am reinſten iſtz wie wohl es der Salzigkeit nach das ſchwächſte iſt. Wenn es in einer eiſernen Pfanne oder in einem irdenen Tiegel über das Feuer geſeßt wird? ſo ſprißelt und kniſterr es, welches in der Chemie Decrepitiren ge- nannt wird. Wenn es eine Zeitlang auf dem Feuer geſtanden hat, und beym Ums rühren nicht mehr kniſtert: ſo nimmt man es vom Feuer, und hebr es zum Gebrau- , und werden von dem Viehe, bee ſönders den Schaafen, nicht allein gern gefreſſen; ſondern ſind auch denſelben höchſt zuträglich. Man Hat dahcr dieſe Pflan- zen, fonderlic) die zweyte Att, welche di- c>ere Blätter und Stengel hat, zum An- bau auf Viehweiden empfohlen, weil ei- nes Theils das Vieh gut davon gedeihet, und die Nebenfütterung vom Salze erſpart wird; andern Theils aber ſumpfige und moraſlige Wieſen, die ſonſt ſchlechtes Viehfutter geben, dadurch verbeſſert wer» den fönnen. Die Vermehrung kann leicht durch <- WZ..22) 2.5 22008 ZS Ted. WE 4 am am 2 DR Bm at IE eilen> CIE. 514 Des 2 Ati, einer us 6 Zt Felch (ern zw ſee (he eim, Opens, lange öffnet , und (lie öf. MW: S Une 10 vd 100 djs "in |(wi ſchen Ov , bir Samm durch den Saamen geſchehen, und die Wurzel beſtockt fich jährlich mehr und mehr. Sammetpappel, Lida, eine Verzierungspflanze, wovon folgende Ar- ten die bemertenswertheſtien ſind, 1) Gelbe Sammetrpapvpel, oder gelbe Welſche Pappel, Vaterland; beyde Indien, die Schweiz, Siberienz Strentgel: dik, ſtark, wollicht, oben äſtig, 4== 5F. ho<; Hlätter: rund» lich, herzförmig, ungetheilt, ſeicht gezähnt, geſpißt, groß, weich anzutühlen, filzicht, weißlichtz;. Blumen: in den Winkeln der Blätter, auf langen Stielen, welche aber fürzer ſind, als die Blätter, gelb, im Aug. 3; Capſeln: vielfächerig, mit zwey- ſpaltigen Hörnhen, reif im October. 2) Gefranzre oder betonienblätte- rige Sammetpappel, 8. ciliaris L. Vaterland: Jamaica; Stengel: ge- ſtreckt, mit zahlreichen, dünnen, lichtbrau- nen Zweigen; Dlätter: eyrund, abge- ſioßen, ſägeförmig, auf der untern Seite haaricht, klein, kurzgeſtielt, mit ſtrichför- migen, gefranzten Blattanſäßen; Blu- men: auf den Zweigen, in Trauben, klein, glänzend ſcharlachroth; Saamen: za- ficht,:. 3) Aſiatiſche oder kleinbluimitte Sammetrpappel, Vaterland;: Oſt- indien; BDläartrer: herzförmig, weißlich, weich anzuſühlen, ſehr aderig, mit zurück- gebogenen Blattanfäßen z Ziumen; fein, ziemlich langgeſtielt; Capſel: vielfäche- rig, ſteifborſtig, kürzer als der Kelch. Man ſäe dieſe Pflanzen, damit ſie im Aug. blühen, und im Oct, reifen Saamen geben mögen, früh im Marz auf ein MiN- beef; verſeße die Pflanzen, ſobald ſie et- Fas E 6. 0. EL: G39 2,2 wa 3 2. hoch ſind, aut ein friſches Mijk- Samm 295 beet; härte ſie dann nach und nach ab, und pflanze ſie nachber an einem feuchten Tage mit einem Ballen Erde ins freye 2and, Sammelfaſten, Schugdeich. Wenn ein kleines Woſſer, das etwa 4== 5 FT, im Thal oder gegen ein Thal fällt; aber nicht oben auf ein Rad geleitet wer» ven kann, und ſolches doch zu einem Mahl- gange auf Straubezeug zu verſtärfen wä- re, um es zu einer Hausmühle brauchbar zu machen, und unten an ein Rad zu rich- ten: ſo wird es geſammlet, und aufgefan« gen. Dieſes muß durch einen Kaſten, der der Sammelkaſten genannt wird, ges ſchehen; da denn ein ſolcher Bach, der er- wa nur 1 F, breit und 3 Z. tief, doch Stärke und Nachdruck genug erlangen kann, eine ſogenannte Nothmühle zu treia ben; nur daß er vor dem Rade einen ge- hörigen Abſchuß habe, das Rad gehörig in den Gang zu bringen und umzutrei- ben, Sand, eine Erdart, die, wenn ſie rein iſt, als eine Kieſelerde, welche ſich zu fleinen, ſteinigen, nicht zufammenhängen« den Körnern verbunden hat, angeſehen werden kann. Man kann den Sand in zwo Arten eintheilen: dieſe ſind dor grobe oder förnige, und der feine oder ſtaubige Sand, Der grobe Sand wird am lieh- ſten zum Mauern gebraucht, da er näms- lich, mit Kalk vermiſcht, den ſogenann- fen Mörtel giebt, als wozu der grobe Gru- benſand beſſer iſt, als der Zlußſand, weil leßterer durc das Fortwälzen in Flüſſen gemeiniglich eine glatte und runde Fläche erhält, welche zur feſten Verbindung mit den Ka'ftheilen weniger geſchickt, als die taube und efize Beſchaffenheit des Gru» benjanves befunden wird. "D=-r (eum 1970„ KEDIZTE e Ei SEH EI RSM LOG 1827: %. M6 BEG X 2544 : 2 295'Sanddv Sandboden, heißt, in Anſehung des Ackerbaues, ein Fand, welches aus Sand beſteht. Man Dg gt au“ den “Sandacker einen leichcen Boden, oder leich tes Fand, zu nennen, weil HHoilsd das Sand- (and leichter zu bearbeiten iſt, als ein Lehm- boden, dergleichen insgemein ein ſchwerer Boden genannt wird; theils heiße atich der Sandboden leicht, weil er die Feuch» igkeit nicht lange in ſich hält; jondern ſeibige baid durchläßt, und trocken wird; deshald pflygt man ihn auch einen trocknen Boden zu nennen, Der Sandboden ver- trägt niche vielen hikigenzDünger, derglei- djen der Pferde- und Schaafmiſt iſt;-Kuh- und Schweinemiſt iſt ihm am dienltichſten; aud) itt ein Sandvooden vor dem andern mehr zutragend, je nachdem er mehr oder weniger feſt und fet UE JE ſelbiger zwar nicht zum? Baizentragen geſchi>t: ſo fann er dafür ein teſto beſſeres Roggenland ſeyn 3; auch ziebt der Sandroggen das be- ſte Brodt. lle Reiſende müſſen es be- zeugen, daß ſie in der Mittelmark Bran- denburg, namentlich in Berlin, Potsdam, Brandenburg, Spandau, u ſ.f, weit beſ- ſeres und ſchmackhafteres Bäckerbrodt ge- funden haben, als in denjenigen Provins» zen, die einen ſchweren Boden haben, Der Roggen vom Sandbodevy gilebt ein gut aufgehendes, feines, lo>eres und gut ausgeba>enes Brodt; deshalb vermengen die Bäcker in vorvenannter Maiatrtelmark, wenn ſie genöchigt ſind, aus vem Magdo- vurgiſchen, der Mera. u. 1,€ Koggen ;u vermählen, gern Sandro«gen, oder das Zeh! davon, damit, um nicht ſchlechteres Brodt, als das gewöhnliche iſt, zum Ver- (auf zu bringen. WSINDar48"Es fübren zwär ver- „Hiedene, zur Beſeſtigung dis(Sandes - Sandl dienliche, Gräſer dieſen Namenz. man hat aver ſolchen vorzüglich dem Geſchlechte Eiymus beygelegt; obgleich nicht alle Ar- ten hierzu geſchickt ſind. Der Name 280J7- gengras iſt nol unſchicfiicher, weil man hierunter auch leicht den guten Roggen oder Korn, Sexale, darunter verſtehen fönnte. Planer nennt dieſes Geſc)lecht Haartiras,"Die Blumen ſtehen ähren- weiſe bei) einander, ud jede Wlürthe ent» hält, wie die meiſten Gräſer, vrey Staub- fäden mit unterwärfs geſpaltenen*"Beuteln, und zwey haarichte, einwärts gebogene, Griſfel; der Kelch aver beſießt aus zwey pfriemenartigen, ſeitwärts'geſpal tenen, Bälglein, und umgiebt mehr, als eine Btüche, Von den beyden Spelzen iſt die innere platt; die äußerliche größer, ſpthig und grannig. Won den 9 Arten, wel- Pr= YE SERRE=- ID0X== 20: amal; 'an he Olechte ke We done iman (03gen ſehen ſhieht | Ut he ent Staub Deuteln, bogen) 15 zwe) altenen, (8 ein ni die - ſpihig 1, wl en wi hten Bli 1dh9- wL, uſch € auß ' weiß 1 law währt [uy feld), | zt: (qu ſantes pft (ew ved ii rope! 71 Sändy Familie der Vögel, welche 3 Zehen vorn, und 1 hinten haben, Linnaus kat dig meiſten Arten unrer ſoins Schnepfen und Srrandläufir; Zeigas, gebracht; dabey aber bemerft Klein, daß nan dieſe Bögel von den Schnepfon wohl zu unterſcheiden babe. Denn ihre Schnäbel ſind niche nur fürzer und dünner, als der Schnepfen ihres; ſondern ſie baven auch erhabenere Füße, längere Beine, und ſtärkere 3orderfüße, or als diefe. Die hintere Zehe ſtehet auc) höher über der Fußſohle, und erreicht kaum mit der Spike des Magels die Erde, wenn der Bogel aufrecht ſteht. Die Fedexn lie- gen glatt an Zeibe an, und werden nicht ſo leicht naß, als die Haarfahnen an allen Schnepfenfedern. Dex Hals iſt gerade und glatt; der Kopf in Anſehung des Kör- pers klein. Ihr Fleiſch kommt dem von Schnepfen am Geſchmacke lange nicht bey; denn es haben manche Straadläufer ſogar einen recen Fiſchgeſchma>, Sie haben den Namen befommen, weil ſie ſich vor- nehmlich an Flüſſen, ſtehenden Seen und waſſerreichen, oder auch moraſtigen, Ge- genden aufbalten, Sie laufen ſehr ſchnell, daß man ſie gar bald aus den Augen ver- liert; halten ſich auch haufenweiſe bey Heerden oder wenizſtens bey Paaren zu- ſammen. Sie verbergen ſich nicht auf den Wieſen im Graſe; ſondern bleiben immer frey und unverſteckt, daß man ſie gewahr werden fann, Es giebt davon viele Ar. cen. Sandxrad, eine Maſchine, aus ei- nem großen Rade mit St wer- den, Ferner macht man vor die Gräben der Garne, fo lang ſolche ſind, auf jede Seite ein ſchwanfes, rundes Stängelchen, nicht vollkommen einer Hand hoch von der Erde, worauf der wilde anfommende Vo- el ſich gern ſe&t, und dem Geſange fleißig zuhört. Zu den Läufern, und Statt der Bügel, die man an den Herbſtheerden ge: braucht, wird nach der Länge der Garne ein feiner Saum ſtark geſpannt, und an oder in den Säumen befindet ſich ein Ring, woran der Läufer angemacht wird, derg?- ſtalt, daß ex darinn weitläufig hin» und herſchweifen Fann, Jun der Mitte des Buſches wird nor ein Läufer an einen Bügel gemacht. Zu dieſer Art von Heer- den. muß man ſich eine gute Stelle auser- ſchen, etwa im Walde einen ziemlichen Wieſenzrund, welcher mit einem Thal oder kleinen Grande nach) dem Holze zu- ſtreicht, zu Anfang einer Höhe, nachdem fich nämlich der Strich lenkt. Wiebe es feine Bäche daſelbſt: ſo muß man etliche ausgehöhlte Klöße oder Scherbel in die Erde graben, damit ein wenig Waſſer hineing: goſſen werden, und' ſtehen bleiben fönne- Man muß dieſe Heerde fleißig abwarten, und früh vor Tage ausgehen, ſo daß, wenn ſol angenehmer zu machen; theils dadurc die zähen und ſto>enden Säfte aufzulöſen, und die Ausführung des Schweißes und-.des Urins zu befördern. Saſſe, der Ort oder Siß, wo ein Haſe geſeſſen hat, oder liegt; daher die Redensart: der Haſe drückt ſich in ſeiner Saſſe.' Saßjagen, eine Jagd, welche nur auf Thiere, oder Wildpret geſchiehet, und wobey kein Hirſch geſchoſſen wird. Die Saßjagd geht gleich nach der Hirſchbrunft an, und wird theils wie ein Laufjagenz theils wie ein Contrajagen; theils auch wie ein Schüßenjagen angeſtellt. Sattel, das auf den Seitenmauern einer Malzdarre aufgeführte Gewölbe, wel- mile eine WIER lang feyn; er.müß jerner einen ileinen furzen Kopf haben, aus welchem die Augen ein wenig hervorſte en; nicht weniger mus er einen dien Bauch, hohen Rücten, weiß lich glänzende Sh uppen und reche 30 fes dern haben; auc muß der ganze Leib mehr breit, als lang, ſcheinen. Man ſeßt den Saß am beſten in März oder Arril. Saßghaſe, der Haſe weiblichen Ge- ſchlechts. Saßloch, ein Loch, welches man zum öftern in den Manern deer Häufer, welche gegen den Tiachbar anſtoßen, findet, Cs haf mei ntheiis eine oben enge, ſchräg zuſammenlauſende, und unten breite Fie gur, ID Ez mg tn, Wöting [IK] Ti 0)' (5 In Die We ein vn an UDF dr m Zul f bm dy (fe Wegen: nden Fit emelniglih er geſten egen w ne bag 7 der Deep an Qu den (eder zum | den Geb 1 fan; j dem Cir aum,(u) verſeſenen jeder Eh d wiſe van lat ven furz Nugen 3 erm (1! 1 wehe h'" je (el) iG ſt ſeht den ej, 0.004 es mn Hauff, |„(ud" ſan ite Zb au Sau JU. Es muß abey vieſes Loc) mit dent übrigen Steinen gut verbunden ſeyn; denn wenn dieſes nicht iſt: ſo zeigt es die Un- gültigfeit feiner Bedeutung an. Die"Be- deutung des Saßlochs iſt aber dieſe, daß, wenn daſſelde nur auf einer Seite zu fin- den iſt, demjenigen Hau ſe die Mater als eigen gehöre, gegen welche es ſteht; ſind aber Saßlöcher auf beyden Seiten zu finden: s iſt die Mauer ge- meintdyaſtiich. Gait, bey der Jägerey ein erwachſe- nes. wildes Schwein, ohne UInterſchied des Geſchlechts, Sanbertaſien, ein Kaſten in der Mußle, worein das geſiebte Mehl ge- Hirzel vis. Das Sieb, wodurch das Mehl geſäubert wird, iſt ein feines Haar- fieb, und wird das Saunberkeb.c genannt. Saunbohne, eine bekannte Frucht, deren Größe und Farbe verſchieden aus- fallen, um(nder weiße, geibe, braune und violetfarbige; ſonderlich unterſcheidet nian die große und fleine Eaubohne, Die- ſe Boßnen erfrieren nicht leicht, und ſchla- gen wieder aus, wenn ihnea ſolches im Vrühjahre begegnen ſotto; fie können da- Der ſorvohl vor dem Winter, als auch zei- eig im Frühjahre, ins freye Land ausge- fäct. werden. Sau: oder Schweitzebrodt, Oy- celamen. Dieſe Gactung begreift A dem Sinnäus nur zwo Arten unter ſich; von welchen aber nur Eine in unſern Gär- ten befannt iſt, Lektere begreift wieder vioie ſchöne&barten unfer ſich, welche ins- gefamimt niedrige, fraufareige, perenniren de, knollenwurzeliche Blymenpflänzen ſind, mit großen, vundligen; fieiſchligen Wup- Say 301 zein, mit zahlreichen, entwever fleinen und furzgeſtielten, oder„großen gerundeten, oder eigen, oder vr herzförmigen, zum Theil gefieceten, zum T Theil marmorirten Wur- zelblättern, und mit vielen feiſchigen Bly« menſjiengeln von 6 Z. Hshe, auf denen einblätterige, fünſchetlige,(IREEN gene Blunien ſtehen, die eheils groß, theils flein ſind, und theils purpurroth mit. car» moiſiirochem Boden, chetl5s weiß mit pur- purotheimn Boden, cheils einfarbig roth odr weiß, oder purpurroth, theils ſehr wohlriechend, theils ohne Gerich find, wovon man in den Blumenverzeichniſſen oft an die 36 Sorten findet, Die Haupt- pflanze, von welcher alle dieſe Sorten ab» M0Neh wird gemeiniglich Cylamen ge- nannt, Jhre Blumen“ find von vet 104 denen Farben, die theils im Herbſtes theiis im Winter; theils im Frühjahre(46BEN, und zum Theil i iin Aug. reifen Saamen bringen, Die Vermehrung durch den Caamen geſchiebt langſam, und die junz gen Knollen zeigen gemeiniglich ert nach 4 Fahren die erſien und wenigen Elumen, Zm Sommer hält man die.Pflanzen in Feenen Wuſt, im Schuß und Schatten, ode lieber aud) im Glashauſe, damit die Bur» zel bey 1m naſſer Wietet tung nic? Schaden leite. Die Wurzel iſt in den Apotheken unter dem Namen Arthanita bekannt, und wird unter die heftigſten und unſiehern Purgirmitrtel gezählt, weshalb in den neuern Zeiten wenty oder gor fein Ges brauch davon gemacht, und 188 0a" unter die Gifte gerechnet wird. Die Serten fommen insgefſammt, in Anſchi ung ihres Wuchfes und der Art ihres Blühens, völ lig mit einander überein, und find nur in Anſehung Er Farbe rer Blumen und der Zeit ihrer Bliſihe von einander woterſchiee den. Cie werden aber in vrey Claſſen Pp 3 ein- W EX 5%O-&“Ve yi hy T| db "EF 34/4 3092.“Saquera eingetheile, in Herbſt-, Winter- und Frühlings- Cyclamen, Sauerampfer, Acetola, ein be: fanntes Ptianzengeſchlecht, welches ein ſaures Weſen enthält, 1) Rleiner oder kleinblättericzer Saueranipfer, Acker», Seld-, Scharfampfer, Rumex AcetoſellaL, wächſt auf dürren Weiden und Aeckern, und iſt allgemein bekannt. Die Stengel find ſelten x F. lang. Die Saamen hän- gen unfer ſich, und ſind, wie die ganze Pflanze, röchlich. 2) Großer Sanerampfer, Saner- lampe, Sürnicgg, R. Aceroſa L., wächſt auf Wieſen und Graspläßen, und wird in den KücHengärten häufig unterhalten, weil er fatt gar feiner Wartung bedarf, und ſchon zu einer Zeit brauchbar iſt, wo man nod) wonig andere Gewächſe hat. Der Saame muß erſt im May ausgeſäet wer- den, weil die Pflanzen einer frühern Auss- ſaat fonſt leicht vom Ungeziefer; ehe man es gewahr wird, verzehrt werden. Man kann auch im März oder Auguſti die alten Stöe in kleinere zerreiSen, und einpflan- zen, Wein man feinen großen Garten hat: fo fann mani zur Noth, um feine eigene Beete dazu zu nehmen, die Pflan- zen an der innern Seite der Rabatten zur Einfaſſung gebrauchen; wie wohl ſie frey- iich) das. Land ſehr ausſaugen. Je sfter und fürzer man die Blätter ſchneidet de- ſio zärter werden ſie. Im Herbſie, und zwar zur Zeit, wenn die Pflanzen zu wach- ſen aufhören, und die Blätter gelb und welt werden wollen, fülle man die Beete vis ans"Herz der Stauden mit guter Er- de, oder mit weiſt zur Erde gewordenem * Miſie an, und bedecke ſie mit crockener Streuz leßceres iſt deswegen nöihig, weil Sauero vie Frühlingskälte ſonſt ſehr leicht die zar- ten jungen Blätter verſengt, und welk macht» Weil die Vögel dem Saamen ſtark nachgehen: ſo muß man ihn vor ſei- ner völligen Reife, ſobald er anfängt braunroch zu werden, abſchneiden und ei- nige Tage an der Sonne trocken werden, und nachreifen laſſen. Er bleibt 3 Jahre gut. Wenn man die Menge hat: ſo kann man von Zeit zu Zeit die Haushühner da mit füttern, um fie wider Verſtopfung, beſonders aber wider den Pips, damit zu ſichern. Man kann auch die Rebhühner, die man eingefangen hat, mit dieſem Saamen gut und geſund echalten. Die bitter ſchme>enden, zuſammmenziehenden Wurzeln können zum Ledergerben ge- braucht werden. 3) Runder Satterampfer, R. ſcu- tatus L. Dieſer auf Steinhaufen in Hel« vetien wachſende Sauerampfex bringt zwar Dey uns feinen reifen Saamean; kann aber, da er auslaufende Wurzeln hat, leicht ver- mehrt werden, weil jedes Stück derſelben gewöhnlich anſchlägt, und eine neue Stau- de bilder. Er wird ſonſt, wegen ſeiner angenehmen, gemilderten Säure, von Vie- len dem gemeinen Sauerampfer vorgezo- genz auch haf er noch dieſes voraus, daß er in dem magerſten Boden ſich gut hält, und. ſich mit ſeinen beſtäubten, glatten, herzſpießförmigen Blättern um ſo ſtärker ausbreitet, je häufiger er geſchnitten wird, Der große und kleine Sauerompfer ſoll- te zur Wiehfütterung unter die Futterkräu- cer entweder gemengt, oder für ſich allein angebauet werden,-weil er von allen Haus- thieren gern geſreſſen, und, in heißen Ta- gen beſonders, dem Arbeitsviehe ſehr küß« lend, und ihnen wider manche ,. von gro- ßer Hike entſtehende, Kranfheiten unge» mein nüßlich ijt. Der daraus bereitete Irank WEN nd elf Sd0meh (0978 nfäng Und ffe wetden, Jh ſe fund ner du opfung, nit zu hühnet, dieſen Die enden 197 . few n Zel | zwot aber, vers elbe au: ent Piv ged „vj fal tn ari rds (ell rä (leit auß? Ty füh "0 NE 04 mf Sauerk Trank oder Syrup verſchafft den Menſchen ein fühlendes, die Wallung dämvpfendes, und der Fäulniß widerſiehendes, Mittel, welches aud) in bögartigen Fiebern und in faulen Geſchwüren mir Nußen gebraucht wird. Der Trank von der Wurzel ſo, ſowohl der Farbe, als dem Schaume nach, dem Biere ganz ähnli) feyn, und, wenn man etwas Zimmtrinde zuſeßt, ſonderlich zur Sommerszeit, ein angenehmes Ge» tränfe abgeben; befonders wenn man um dieſe Zeit kein anderes, als ſäuerliches und ſchlechtes Bier, haben kann, Sauerklee, Säuerlein, Mäh- lerfrgut, Oxalis. a) Einjährige Arten: 3) Gehörnter Sayuerklee, O. cor- niculata L. Waterland: Jtalien, die Schweiz, Crainz iſt aber bey uns meiſt einheimiſch, und hie und da in Felder und Gärten faſt ein Unfraut geworden z Srengel: mit zohlreichen, weitſchweiſi- gen, geſtreten Zweigen; Zlätter: drey- blätterig, kanggeſtielt, die Blättchen herz- förmig, oben tief gezähnt; Blumen: in einer Art von Doiden, auf ziemlich langen Stielen, gelb. Dieſe Art ſtreuet den Saamen mit Gewalt heraus, daß davon häufig junge Stöefe auſwachſen. Der Geſchma> iſt ſäuerlich, und giebt friſch, auch getrocfnet, ein geſundes Futter für al- jes Viel) ab; weshalb dieſer Klee auch, unter andern Kräurern und Gräſern ver- miſ, gegliedert, Kchupp'g, ausge- breitet; Blätter: dreyblätterig, die Blätt- dien umgefehrt herzförmig, auf röthlichen Stielen; Blymen; einzeln, auf röthli« ige Witterung. Findet man nun Schaa- fe dieſer Art unter dem Haufen: ſo muß man ſie ausmerzen, und zur Fortzucht nich&beybehalten, Die Schaafe werden theils einmal, theils zweymal im Jahre geſchoren; und daher in einſchürige und zweyſchürige ein- gerheile. Jene werden, wenn das Wet- ter nicht zu kalt iſt, in der erſten Hälfte des INaymonars geſchoren; von dieſen hat man den Saß angenommen, daß 100 Stücke, groß und klein im Gemenge, 10 Stein Wolle a 22 Pfund geben. Zwey- ſcyürige werden auch) zum erſten Male im Moy, und zum andern Male gegen Mi- ene und bera fete Anhöhen und Berge vorkanden: ſo werden die Schaafe bey anhaltendem Re- genwerter, wobey die Hütung in tic? ite- genden Gegenden ſehr verſchleimt wird, auf jenen ſo ee. gehalten, bis dig Tttede- rungen wieder abgetro>net ſind. Wrach- acker, SE0SV LUNE und mit vollfafti- gen Grauen und Gräſern bewachſene Triſcen werden bey trockner Witterung be- hütet. Hat man Kleefelder zu vertreiben: ſ: RU man ſolche ſv lange, bis Thau IN egen abgetrotnet ſind; welches man auch bey der zu behäütendew Wendfahre, die mit "Damm "Iich fett cht Ege werden, Vettel 1098 den Widen , Ian nA Hann, Shut 1; fo fl (bſhnirn oſe 110 t gelaſſen 1691807 idw Or: er Pitten nN .W Qemelnen EU 040% Ne: 6 fen Mir hingeta ; heiß H NO nden: van Py NE vol vac eu froipen: [5 hat 17:02 105 m Schaaf mit Hederich bewachſen iſt, beodachtet. Man hat ſchon erlebt, daß Schaafe, die dem jungen Hederich gern nachgehen, wenn fie während des Abweidens beſonders gegen den Wind gehen, bald darauf faul geworden, und geſtorben ſind; auch wartet man mit dem Austreiben der Schaa» fe gern ſo lange, bis ter Thau'abgetroc>net iſt; noc< mehr ſchadet der Reif auf dem Graſe. Kann man ja nicht ſo lange way» ten, bis derſelbe vergangen iſt: ſo muß man die Schaafe nicht ohne ein qutes Morgenfutter ausgehen laſſen; als welches auch geſchehen muß, wenn die Winterſagt bey hartem Froſte behütet wird. Sind in Wäldern, auf Feldern und Wieſen niedri- ge Waſſergallen oder ſumpfige Gründe vorhanden, woriun ſicy das Regenwaſſer fammlen und faul werden kann: fo werden die Echaate von ſo!:hen Stellen zurückge- halten, weil erſtere ſich hieſelbt faul ſau- fen oder freſſen können, Hat man autes, reines, fließendes Waſſer in der Nähe: fo läßt man die Scharfe täglich einige Ma- te, beſonders an heißen Tagen, berange- ven, und faufen; hat man dieſes nicht: ſo follte man ihnen in Rinnen oder Trögen verſchlagenes Brunnenwaſſer geben. Wer- den die Schaafe, zumal wenn ſie Satz be- fommen, vom Trinken abgehalten, und fehr durſtig gemacht: ſo überſaufen ſie ſich vey der erſten Gelegenheit, ws ſie zum Waſſer kommen können; oder fallen zu be- gierig auf die mit unfer vorfommenden ſaf- tigen Gräſer und Kräuter, daß. ſie davon hunzenſüchtig. werden, oder die Wagßer- fucht vekommen? und daran Kerben müſ- fen. Meine Erziehungsmetßhode der Schag- fe, die nie Salz bekommen, ſichert dieſe Idiere wider ake vorhin erwähnte Unfälle auf einer Der niedrigen Weiden, die über- all voll von Gräben und ſtiliſieheaden, im = FRÄS GEE 2 207g dE dare Schaafs 309 / Sommer faulen und ſchlammigen, Gewäſe ſern ſind, dergeſtalt, daß ſie auf dem Ho- fe Brunnenwaſſer ſowohl, als anderes im Felde ſaufen können, wie und wo ſie wol» len; wesbolb, um hier Weitläufigkeit zu vermeiden, ich die Leſer, wie ſchon vorhin geſchehen iſt, auf meinen ſpſtemati- ſchen Hatsvarer verweiſen muß. Schaaſfgarbe, eine Pflanzengat» fung, deren zahlreiche Arten Fragtartig, dauerhaft, und theils Avzney-, theils Ver- zierungspflanzen ſind, Die befannteſtein ſind folgende. 1) Gemeine weiße Schaafgarbe mit geſiirehten Steuteln, Seldgar» be,&chbgaafribbe, Achillea Millefo- Lium L., iſt ganz gemein, und in allerley Boden befindlich. BWlätrer> doppelt gez federt, nackt, die Lappen ſirichſörmig, und: gezähnt; Srenttel: oben gefurcht, 2--3 J- ho< 3; Zluymen: weiß, in Dolden, Die Spielart mit rochen. Blumer wird in den Garten unterhalten, und durch die briechende Wurzel vermeher, Wenn das Kraut dem Biere beygemiſche wird: ſo er- hält es eine mehr berauſchende Kraft. In der Arzneyfunſt wird die Pflanze als ein entweder ſtärtendes oder frampſfilicndes Mittel gebraucht. Man empfiehlt es in allen Arten von Blutfivſſen; vornehmlid) bey dem Blurſpeyen; auch in den, davon: enttainbenen kungengeſchwüren- Das weibiiche Geſchlecht ſoll aber bey bergleis den Umſtänden mit dem Gebrauche nicht älizu, tange anbalten, damit die monatlis de Reintzunsz dadurch nicht gehemmt wers de. Außer dieſen Wirkungen haf man «uch die Schaafgardes wider dei weißen Fiuß, dio Blähungen, Nachweſlen, und mehrere Krankheiten empfohten> auch will man ſw wirer die Milzſucht love. In GY Dq Z INTE Scaafsz Norwegen bedient man ſich derſelben wi- dex das Reißen in den Gliedern; beſon- ders empfiehlt. man die frampf» ſchne rzſiikteude Kraft der Blüche bey Blä- hungen in der Kolif, in hy ſteriſchen Be- ſch: verden, in Zufällen nach der Geburt, in Verſtopfung der Reinigung, und in att- dern Krankheiten, wobey die Rev? n be- ſvders leiden; Zum innerlic« 1 Gebrau- He nimmt man das Kraut und die Bits men WMtweder als nen Thee; oder focht die jungen Blätter mit Motten, auch Fleiſchbrühe 3 oder preßt daraus den Saft, 310 und nimmt dieſen allein oder fieber mit ondern, als mit 26wenzahne, Bocfsbarte und dergleichen vermiſcht. Das abgezo- gene Waſſer und die Cſſenz ſind weniger wirkſam, Das Del iſt ein fräſtiges, kin- derndes, frampfitillendes und Blähungs- nittel, und fommt faſt ganz mit dem Cha- mitlenbl übereing wenn man es ächt und unverfälſcht haben kann. Das VWieh friße die jungen Blätter der Söyaafgarbe, ebe der Stengel aufſchießt, gernz fie ſol- len auch den Schaofen wider die Räude nuüßiich ſeyn. X 2) Zale weiße Schaaftgzarbe mit undlichen Scentgcln, edle Garbe, Achillea nobilis L- VWVagerland: die Zartarey, Languedoc, Böhmen, Deutſch- landz Zläiter: weißgrau, vortreſſlich voppelt gefiedert, die untern nackt und M die overn ſtumpf und filzicht, und auf 3 zum urroch ziehend, wohlriecend, faſt ie SPU SSTeNuen wid, aufrecht, mitt as bwechſelnden* Blättern, G 1 Zoll bod); Diumen: in großen unregelmäßi- zen Dolden(in gewöibten, ſehr dichten Sträußern, Linneus), weiß, im Jul; Die Abarten ſind 2) mit blaßrocben, oD) nif blaß«, jedoMm voerfreffiich purpur- cothen Blumen. Dieſe Art hat einen und- “hen Sc- nete Cbereſchen Beeren, darauf man bey der Schaafzucht viel ha!ten ſollte, unter dem Futter zu geben, Evenfalls geſchie- het es auch, daß die jungen kämmer, wenn ſie zum erſten Male in tiefe Gegenden auf wäſſeriges Gras kommen, auch den Durch» fall vefommen; der aber nicht tödlich itt. Sollte er zu lange anhalten, daß ſie dabey von Kräften kommen: ſo werden getrock- nete Quitten. zu Pulver gerieben, mit ei- nem WMehlteige zu kleinen Nudeln oder Welgern, und dieſe zuvor mit Waſſer äußerlich recht glatt gemacht, alfe Mor- gen ſo lange ein Stück zum Verſchlucken in den Hals hinuntergeſteckt, bis der Durch« lauf nachgelaſſen hat. WGetrocknete Hei» delvbeeren dienen zu gleichem Zweck, Der Durchfall der alten S weit dicker, ais die Hauf daneben, finden; auch das mit den Fingern daran gedrückte Schaaf ſich) übel gebehrdet, und mit den Zähnen knirſcht: ſo müſſen ſie die Wolle alsbaid ſorgfältig auseinander trennen, und alle fräßige Stellen des Leibes auſſuchen, um ſie mit dem Tabaksſyrup zu reiben, Ofe entſieht die Kräße von dem üb dem Schaafſtalle auf Stangen liegende Heue, wenn ihnen die Krümein davon in die Wol- le und auf die Haut faſlenz hievon entſteht nämlich ein Jucken und Reiben bey ihnen, und hieraus fodann die Räude, Warme und nicht luftige Ställe, zu vieles Salz, Mangel am fleißigen Einſtreuen, Hunger und ſchlechtes Futter können gleichfalls zur Räude Anlaß geben. 9) Das Verbüten ver Schaafe ver- ödet öfters die größten Schäferoyen, Die- ſes entſteht, wenn die Schaafe-zu lange vom Saufen abgehalten werden, und bey davon entſtandneimn großem Durſte auf einmal zu viel ſaufen 3 oder wenn, wie in einem der vorhergehenden Krtifel berührt ivorden iſt, auf niedrigen, ſumpfigen Der- tern gebntet wird 3 oder wenn die Schaafe zu faulem Waſſer gelaſſen werden. 2un- ge und Leber werden faul; man findet[v- dann duch oft Würmer in der Leber, die man Zereln heißt. Dieſe Egeln finden nich zu Zeiten ſchon in der Teber junger rämmer, ſo daß es ſcheint,-es gehe Ter IBurmſaame mit der Muttermilei) auf tie vämmer über 3 man hat fogor ſchon Egeln in der Leber todt zur Weit geceimmener Sen am Kopfe, Mau- le, Bauche?, Hintern und an den obern Theilen der Füße nach innen aus, und aus den oben ancegebenen Kennzeichen kann Ver, Regllexicon 1V, Theil. Schaafk 3732 man erfennen, ob ſie gut- oder bögartig ſind. Leßtere tödten oft ſchon am dritten Tage nach dem Ausbruch, Dag Seö9nen und Flantenſchlagen ſind die Merkmale des kberannahenden Todes. Je tnehr der Kopf davon angegriffen wird: deſto ge- fährlicher iſt die Krankheit; das Erblin« Hen iſt das geringſte Uebel, welches ſie ix dieſe jeßt gedachten Zuſtande zurücklaſſen können, Es wird angerathen, bey der Cur der erſtern blos die Eiterung und Ab- troFnung zu beſorgen; man Fann daher bey den gutartigen Pocken allen Arzney- aufwand erſparen; höchſtens können auf die innern Schenkel Blaſenpflaſter geſekt werden. Bey den bssartigen Pocken hine gegen haf man in der Heilung einen dop pelten Zwe; entweder man muß die Ente zÜndung oder die poentreibende Kraft, wenn ſie zu ſchwach iſt, ſtärken; oder man muß, wenn ſie zu ſtark iſt, dieſelbe mäßigen, Im erſten Falle, wenn die Entzündung zu ſchwach iſt, legt man Sauerteig und Spaniſchfliegenpulver, bey» des mit Eſſig angemacht, auf den, von der Wolle bloßgemachten, Hals; aderlaſ- fen darf man niche. Innerlich giebt man täglich zweymal ein Weinglas voll Tranf, gefocht von 4 Angelif in 2 Duart Waſſer; unter das Saufen miſch? man Salz, Ss fährt man fort, bis die Blattern ſchwären; vder giebt auch täglich nach dem Ausbru- <;e 1 Zoch Zorbeerpulper und gleichviel Schwefel auf zweymal, mit Kieyon, Den Ausfluß aus der Naſe befördert man mit Schnupftabak oder anderm gelindem Nieg« pulver, Jm zweyten Falle, wen. die po- Fentreibende Materie zu ſtark iſt, ſchwächt man das Fieber durch ein Aderlaſſen von 4= 628oth Blut, und durch zweymalige Gaben von 1 Quentchen Salpeter. Unv- ter das Trinkwaſſer gießt man etwas Vi« Rer friol« z14+ friolgeiſt.. Werven die Pocken blau? ſs kann man, wenn man die Koſten nicht ſehr ſcheuert. mit unausdleiblichem Wor- theilt täglich: etliche Mal r Quentchen Chi- napulver' und 8== 1 2 Gran Campher ge- ben. Die Luft muß. in dieſer Krankheit heſtändig rein und temperirt gehalten wer» den 3. weshalb man: bey Tieſer Krankheit ſowohl, als vielen andern, einem beſon- dern Krankenſtali halten muß, um den franken Thieren mit einem Luftwechſel im Sommer, aucli) wenn viele Thiere in dem Krankenſtalle beyſanmmen ſind, ebenfalls im Winter zu Hüife zu kommen... Ueber» haupt muß man die kranken Schaafe im Sommer vor der Hike; im Winter aber vor der Kälte in Acht nehmen, weil bey- des: die Krankheit verſchlimmert; eine rei- ne kühle Luft befördert das Heilwerden, Allzu viele kranke“ Schaafe in einem Stal- le zu: haben, iſt ſchädlich, wenn. nicht der Raum: um ſo viel arößer iſt. Weil die Augen gern zufleiſtetir, und mit Materie fließen: ſo müßen ſie| Zeikig: mit lauer Milch und Waßer gebadet, und mit einem Badeſhmwamm ausgewiſcht werden 3 auch kann man etwas Sairan hinzuthun. Da die Schaafblattern- mit den Blattern der Monichen vieie Aehnlichkeit baben, und in ihrem 2-ben nur einmal mit der Pocken» Franfheit befallen werden: ſo kam es bis- Der nur auf das Machdenten eines klugen und vorſichtigen 2andwirchs(ir; die Po= Fen den Schaafen., wie ſo'des bey Men- ſchen mit ſo glücklichem Erfolg geſchieht, inoculicen zu laſſen. Und dieſes war der um die g&anr SION ſo ſehr verdiente Canzler Hr. v. Doſſmann zu Diesfan bey Halle. Er eließ nämlich vor einigen: Jah» ven: ſeit en Schanafeit die Pocken an der in- nern: Seixe des Schenkeis inoculiren, nnd Howe die Freude zu ſehen, daß: ſeine ſo an= Sdcaafk ſehnliche Schäferey glücklich vurchfam; da unterdeſſen ſeine Nachbarn einen ſo großen Verluſt in ihren Schäfereyen durch: die Schaaſpocken erlitten hatten, 12) Die Waidkrankdeit iſt ein ſol- ches Gebredyen, welches gemeiniglich nur vie E- haare befällt, die in Holzungen auf einem niedrigen feuchten Woden geweidet werden. Jm Anfange des Jun. pflegt ſci) dieſe Krankheit mit der Wärme einzue- nden„ und bert im Auguſt auf zu grafſſt-- N J ren. ESchaafe, denen: es im Winter an binlängiichem und geſundem Futter'fehlt, ſind dieſer und mehrern andern Krankheiten vorzüglich ausgefekt 3; auch werden ein- bis zweyjährige Lämmer ſehr oft davon ange- griffen. Man bemerkt die Krankheit an» fangs daran, daß die kranken Schaafe, ſo wie bey allen innerlichen Krankheiten, alſo auch bey dieſer, ſich) von den andern abhals ten, und langſamer gehen. Sie freſjen wenig, und blos die Spikßen des Grajesz die Ohren hängen ihnenz der Baud) iſt flach 3 die Augen ſind matt, dunkel, thrä- nend, und meiſtentheils gar zu 3; Lippen, Gounien und Zunge werden blaß; die Na» ſe iſt von einem dien Schleime verjiopft, den Urin laſſen ſie während der Krankheit ſelten; oft iſt der Kopf, zuweilen auch die Dorderjfüße, geſchwollen, und das Schaaf liegt auf den Knien. Druckt man die Kranfen über die Lenden: ſo fallen ſie leicot um. Die Wolle iſt am Kopfe und am dev Bruſt: ſehr weich. Eie ſnehen Schatten, und find von Fliegen und an- tern JInſecten ſehr geplagt. CEndlich: laſ- ſen ſix den Kopf hängen z der RIE wird framm;; die Vorder- und Hinter) üße ſies Den zuſammew, weldces ein. Zeichen Ler Krafciofigkeit bey den Schocfei iſt 5 das Athmen: wird beſchwerlich; die Bruſt be- wegt ji) fiarf 5 zuleßt komung ein ſchäu- min Shine- 9 W.=- 45 I a YE.<= dl RSI GES ÜBEN GTE PE DEM e--- EM„erd mv großen h. die 1% ) nur mauf wide Mig! GU gſſh er dn reh, (Helen 1": his ange [€ Qt fe, ſd „W a0hal reſſen les; iſt Otöz pen, Ras of fpelf hdie aof 1 die "ſe „und m » kb wird Schaafkf mender Schleim aus dem Halſe; die Bei- ne werden falt; Einige geben dünnes Blut mit ihrem Kothe und dem Harne, oder aus der Noſe von ſich, Alle kranke Schaafe, welche'B,ux von ſich geben, oder bey wel- netes Kieeben einzufahren; ſs muß man von Sch'nes Roggenſtroh dazwi- ſchen auf dem Heuboden legen, damit das Stroh die Feuchtigkeit des Klees ein- und an ſich ziehen möge- Wer die Koſten nicht ſcheuen will, kann zugleich Salz da- zwiſchen ſireuen, wenn es auf obvetagte Weiſe auf den Heubsöden kommt, Ueber- Haupt ſollte man ſich auf Kleeheu nicht einlaſſe, weil man nicht vorausſehen kann, ob man dabey durch tro>&ne Som- mer werde unterſtüßt werden. Man geht auf alle Fälle ſicherer, Statt des Klees, in eigentlichem Verſtande ſo zu nennende Futtergräſer, dergleichen das Franzöſiſche Raigras, Honiggras u, fw. ſeyn können, anzubauen. Dieſe laſſen ſich in naſſen Jahren dom immer eher und beſſer kroc- nen, ſind kräftiger und geſünder, als Klee in trocfnem und grünem Zuſtande 3 auch verliert man in tronen Jahren das kaub (o leicht nicht davon, als es mit dem Klee geſcheßen kann. Da in vielen Gegenden das Erbſen- und Heidekornſiroh Surrogate dos Heues ſeyn müſſen? ſo gilt von ſeibi- gen eben das, was von dem Klee geſagt worden iſt. 3) Das ſjemeine oder 0p- dinaire Grasheni wird den Schaaofen eövtlich, wenn es zwar trofen, aber doch noch zu früß, zuſammen und eingebracht worden iſt 3 ein Umſtand, der gar oſt ſo Sc ſind, auseinander gebreitet geweſen iſt, Fürchtet man aber, daß das Heu durch langes kiegen kraftlos werden könne: ſo loge man es alle Abend in ſoge- nannte kleine Windhaufen; breche aber mit dieſer Arbeit auch nicht in zwey bis drey Tagen«ab, fondern bedenke, daß mian Schaaſheu machen wolle, Dem Rindvie- he[c, hart, ſchwarz, holzig, ſehr zähe; Blätter: lanzetförmig, ſchmal, ſägeförmig, Haaricht, abgenußt grün; Stengel: dünn, rauh, 8== 10 Z. ho? 3; Blumen: auf den Enden der Stengel und Zweige, einzeln mäßig groß, blaßblau, im May und Jun, Der Ge ſchma> der jungen Pflanze iſt ſüßlich, und wird von den Schaafen begierig aufgeſucht, Die Blumen geben den Bienen viel Ho- nig; es verdient daher die Pflanze um der Schaafe und Bienen willen, daß ſie auf hohen, dürren Sandbergen oder Sandhü- geln angebauet werde. Der Saame muß zu ſolchem Zwecke ſehr frühzeitig, wenn vie Winterfeuchtigkeit noch in dem Boden iſt, oder lieber im Herbſte, ausgeſäet; im erſten« Jahre aber noch mit der Hütung verſchonet werden, damit die Schaafe nicht aus dem loſen Boden die Burzel mit dem Stengel und Blättern heraus- ziehen, Schaaſw Schaafwolile. Dieſe iſt bey uns theils grob; cheils fein, Leßtere wird wiederum in ein- und zweyſchürige einge theile; die man noh ferner in lange und kurze unterſcheiden kann. Die beſte Wvl- le iſt nicht nothwendig die längſte; ſondern es kommt bey der Verarbeitung derſelben auf die ſogenannte Kläre an. Lange Wol- le ſowohl, als furze, kann fein und grob ſeyn; doch nimmt ſich die zweyſchürige in ſoweit aus, weil ſie zwey Spißen hat, und daher zu feiner Waare beſonders be- quem iſt; die länge zweyfchürige giebt ei- nen langen Faden. Noch ce darays wird; ſo wird ſolche eine Welgerdee genannt. Schaalholz, beißt beym Forſtweſen Ho!z, das ſeiner Schaale beraubt iſi« Es iſt ſchlechter, als das friſche ungeſchälte Holz 3 brennt zwar[zeller; giebt aber we- niger Hiße, weiß es w'gen der vielen Ri- Gen und Spalten, die es ohne die Schaaie erhält, mehr ausgedorrt iſt, als das Holz in der Schaale. Schaalholz, Schaale, ein plat- tes Stück Holz, welches auf den Achſen eines Wagens ruht, und damit vereinigt iſt. Es komme der Schemel des Vorderge- ſtelles darauf zu liegen, und wird verinittelſt des Schiußnagels zuſammengehalten, dex durc<ß den Schemel und die Achſe geht. Schagalung, Bühne, eine auf- geſührte Bede>ung des Ufers am Meere oder an einem Strome, das Erdreich zu befeſtigen, dem Cinreißen des Waſſers zu wehren, und den Schiffen eine bequeme Anlandung- zu machen. Schaarbolten, der Bolten, womit die Schaar?(ſ. dieſe) an dem Rimme oder einem Streichpfahle der Hölzung ver- hunden wird, Schaardeich, Gefährdeich, eine Stre>e im Deiche, welche vorzüglicher "Gefahr ausgejekßt iſt, und Hfterer Ausbeſ- ſerung bedarf; auch beißt ſo ein ſolcher Deich, der beſch digt iſt. SPAALL 5 ein zur Strebung ſchräge an eine Verbindung geſchlagener Pfahl. Scpablon, iſi ver vierte Theil des Kranzes im Brunnenloche, worauf die S Holz, weldes ganz fantig iſt, und feine ſtum= pfe E>en har, js man Wahnkanren nennt. Vet, NRegllexicon IV, Theil, Shartenk 321 Scharrframme, eine Framme . öder Krampe an dem Untertheile des Pfiu- ges, woran das Pflugſchaar mittelſt eines eiſernen Keils befeſtigt wird. Scharrriegel, an einem Pfluge ein Stückchen Eiſen, welches in den Bolzen geſtet wied, das Pflugſchaar feſt zu hals tein. Schartenfrant, Serratula, Die zwo einheimiſchen Arten ſind folgende, t) Särberſcharte, Särberdiſtel, 8, tindoria L., iſt auf unſern Wieſen häufig anzutreſſen. Stengel: geſtreiſt, oben äſtig, 2 F. hoch; Blätter: eyerſörmig geſchlißt, der oberſte Lappen der größte, dunfelgrüun; die Blumen: theils purpure roch, theils weiß. Dieſe wild wachſende Pflanze wird oft in England in den Gäör«- ten unterhalten, und kann durch Saamen und Zertheilung der Wurzel leicht fortge pflanze werden. Jhr vorzüglichſter Nus ßen beſteht in der gelben Farbe, welche ſie dem Wouen-, Leinen» und Seidenzeuge dauerhaft mietheilt, Man darf nur die flein zerſchnittenen Blätter mit einer Lauy« ge fochen; weiter brauchen dieſe feine Zus bereitung, Ein goſättiger Schartentrank wird von einer reinen Potkaſchenauflöiung mehr verdunfelt und braun; ſchöngelb aber durc mehreres Waſſer; vom gemeinen Salmiafkgeiſt rofhbraun; durch mehreres Waſſer aber goldgelb, uff, 2) Diſtelartige Scharte, Zaber-, auch Ackerdiſtel, kieine Ulartgendie ſtel, ſtachelige Saydiſtel, 8. arven- üs L. Die Pflanze iſt ein beſchwerliches Unfraut auf den Ae>ern, und bat das An- ſehen einer Diſtel, Wurzel: ſchworz, frichend; Sxrenzel: oben ein wenig äſtig, 32=- 3 F. hoch; Blätter:[anzete förmig, gezähnt, ſehr ſtachelig; Zlymen: Ss weiß, EIN, EI WS I LIEDES 5/8 (5 WIE ELN 322 Schaub weiß, im Aug., auch purpurfarbig. Da mehrere wohlriechende Blumen bey einan- der ſtehen; ſo ſtellen ſie eine unächte, l(o- >ere Dolde vor. Die ſaftreichen jungen Blätter ſind für die Schaafe ein angened)- mes Futter. Will man dieſe und andere dergleichen Pflanzen als ein ſchädliches Unfraut ausrotten: ſo muß man die Oten- gel, ehe ſie noch blühen, ausreißenz auch dieſes ſo oſt, als nur möglich, wiederho- len- Wenn man die perennirende Wur- zel ausſtechen wollte: ſo würde der Jiach- theil noch größer ſeyn, Schaub, Schütte, Schoof, Schob, ein kleines Bund von geradem, glattem, und zu ſolchem Zweck ausge- ſchüttetem, Stroß, womit beſonders die Sirohdächer gedeckt werden. Schanbbret, ein hölzerner Schie- her vor der Oeffnung des Mehlkaſtens in einer Mahlmühle, den man ſenkrecht auf- und niederſchieben kann. Mittelſt dieſes Schaubbrets kann der Beutel ſä ker, oder ſchlaſſer, ausgeſpannt werden, Schaubenlagen, die in einer Rei- he auf die Dochſpacrren gelegten aufgebun- denen Strobſchauben« Sc;AUBvEr, ein Hamen, welcher vor ſich bing-tcigen Röhre von Byretern, wodurc) unterſchiedene vierect1» ge Bretchen an hölzerne oder eiſerne Arme, als Glieder einer Kekce ET SIE beteſtigt, ſich herauf winden laſſen.- OD! ieje Glieder gehen unter- oder oberhalb der Köhre über eine Welle, welche lekte vermittelit zweyer Kurben von 2= 4 Perſon en umgedreßet werden fann. Dieſe Maſchine dient, das Waſſer aus der Tiefe zu heben; doch kann doſjelve nicht über 6. AE hod) gebracht werden, weit dieſe Mac dine, wenn ſie(ans ger genommen würde, von keiner'Bejiän« digfeit wäre, Schaumfpeite; die vordere Kotte an einer Neitſtange. Sie iſt weit SE - als die Kinnfette, un? ihre Gelenfe wcr- den nur zuſa ammengevogen, Schxeere, vic ve. vn je Au; (ſtig) Hie et vim fd („NW (00h ot 0(0 Aja (fa mn, Win (", Scheere "Scheere, Spreit, Spriet, die eifirnen Seſchlig? an den Sperrleiſten; aud an dem hintern Geſtelle eines Feld- und keiterwagens die beyden Arme, welche ſich in der Hinterachſe endigeit, "Scheere, ſo nennt der Maurer zwey Über das Kreuz gebundene Breter, durch welche die Rüſibäume eines Baugerüſtes' ſeafrecht in die Höße gerichtet werden, wenn foiche eingsiraven werden ſollen. Scheire an der Oeimühle, das: jenige Stü an einer ſolche: Mühle, wel- dies an der E4lägelwelle, dem Schlägel- arme gegenüber, fich befindet, welche ver- mittelſt. eines eijernen Bolzens die dazwi- ſchen geſic>te und an der Seite mit einem Hebel oder Daumen verſehene Stange halt, und den Druck des Preßkeils bey dem Umgange der Daumwelle befördert, daß der Schlägel den Preßfeil tiefer in die Deilade treibt oder ſchlägt. Scheere an einer Waage, der- jenige Theil an dertelben, darinn nicht-nur die W.age aufgehangen und gehalten wird; ſvudern auch zeigt, ob die Zunge des Waa- gebalfens gerade innen ſteht, und die Wag- ge genau horizontal hängt. Scheereiten, ein beſonderes Hufei- ſen, welches ouf der Reiſe und im Felde, wenn das Pferd ein Eiſen verloren, und das Horn vertreten hat, gebraucht werden, auch in andern Fällen gute Dienſte leiſten kann. Es giebt deren zweyerley Arten, Die von der erſten Art beſtehen aus zwey Stücken, welche vorn an den Zehen mit einem Nagel, gleich einer Zange oder Scheere, zuſammengeheftet, oder über- einander genietet ſind, daß die Eiſen aufe und zugemacht, und weit und enge gefaßt Sceerr 322 werden können; folglich zu allerley Arten von Füßen ſich ſchien. Die zwote Are iſt der-erſten gleich; nur daß dieſe Eiſen hinten an den Stollen eine Schraube ha- ben, womit man ſie auf- und zu-, auch weit und eng ſchrauben fann. Dieſe Art von Scheereiſen legt man den Pforden auf, welchen Eiſen, Horn und Nägel mit ein«- ander abgeriſſen ſind, und bey denen kein Nagel obne Geſahr eingeſchlagen werden fann 3 auch läßr man dieſes Scheereiſen ſo lange darauf liegen, bis das zum Beſchla- gen taugliche Horn wieder gewachſen iſt, Man[raucht daſſelbe ebenfalls auch dann, wenn einem Pferde der Huf mit einem Ei- ſen dergeſtalt zuſammen gezogen worden iſt, daß es deswegen hinfen muß; in wel: ig- länglicher Katte ohne UDE wonach man die Feid- od:y PfloſterFeine zu überſchlagen und zu bezahien pflegt. In Leipzig z. B,. iſt derſelbe 12 Elle breit, 3 Cllen lang, und 3 Elle hoch, ſo daß fein körperlicher Jnhatt 12 Eubitſchühe ausmadchrt, Scheiße, die Rundung der Keller- Maner, woranf die ſchmale Seite eines Mulden- oder Kreuzgewölbes ruht. Sie muß nach einer Zehre gemauert, und die Steine dazu behauen werden Sceibe, iſt in einex Straudbermühle ? Kumpf- eder das Wetrieve, welches Scheit aus 2 Scheiben zuſammengeſeßt iſt. Bety- de Scheiben werden durch die Stö>e, de ten bald mehrere, bald wenigere gebräucht werden, zuſammengeſeßt, und bilden den Kumpf oder das Gerriebe. Scheibei, wenn der Hirſch auf har- temen geſpalten werden, Die Böctcherſcheite, die aus geſunden wenigev üſtigen Klögen geſpalten werden, müſſen nicht fo kiein, als die zum Brennholz, ge» ſpalten werden, damit ſie der Böttcher zu ſeinen verſchiedenen Endzwecken deſto bef- ſer gebrauchen könne; dies Holz wird auch immer theurer, als das zum Brennen, ges halten- TWchHeitichlager, Scheit- bauer, Rlafrerſchläger, ſind diejeni- gen Holzhauer, welche in dem ihnen an- gewieſenen Oberholze die, zu Bau-, Brenn- oder Döttel von Zilz, weiche rund und bohi gemacht ſind, vor die Augen zu binden; auch kann man ſol Waizengarben 40-=- 50, Raog- gengarven eben jo viel, Gerſtengarven 30, Hopfengarben 25 Cubikellen. Die Scheun- flur'oder die Tenne iſt am beſten in der Mitte des ganzen Gebäudes, und zwar (0 breit anzulegen, Daß 2 voliſtändige Garoen gegen einander gelegt werden kön- nen, und in der Mitte noch ein ſchmaler Raum bleibe. Man Findet dreyerley Ans- lagen von Scheuntennen? eytweder gehen ſoiche in der Mitte. der 2änge nach durd) die ganze Scheune, und haben alſo auf beyden Seiten Banſen oder Taſſen; oder ſie geben zwar ebenfalis nach der Länge derſelben, liegen aber an einer der langen Augenwände, und bekommen daher nur auf einer Seite Banſenz oder es liegen dieſelben nach ter Tiete des Gebäudes; namlich ſie haben nur die Länge der Gie- veiſeiten, und entweder auf einer Seite, 30er auf'beyden» Banjen. Man findet aber, daß unter dieſen die Oberjächſiſche Art der Quecrtennen Ten andern vorzuzie- aen ſcyz nur müſſen. ſie nicht unter 36 F, cieſ jeyn, und eine gleicye Höhe über-Ten- Scheune nen und Banſen haben, Hamit, wegen geringerer Länge zur Anlage der Garben und des daraus entſtehenden allzu öftern Ummwendens derſelben, beym Dreſchen nicht zu viel Verſäumniß entſtehe, und wegen abwechtelnder Höhe im Dachverbande die Feſtigkeit nicht leide, Daher ſind die Scheunen mit Recht zu tadeln, die nur 26-- 28 F. Tiefe haben, und an welchen das Dach über den Tennen höher, als über den'Banſen, iſt, Man hat zwar die Tennen durc) einen hintern Anbau, oder ſogenannte Anichleppen, verlängern wollen; ihre Schädlichfeit kann aber dom; nicht verfannt werden. Die Scheunen mik Queertennen fönnen mit wenigerm und ſchwächerm Holze erbauet werden, als die mit kangtennen. Gewöhnlicherweiſe iſt bey uns iöre Anlage alſo, daß bloß über der Tenne ganz durchgehende Baiken 3x bis 4 F. aus einander kommen. Die Banjſen erhaiten nur da durehgehende Bal- fen, wo ein Durchvinder zu ſteßen komme, als welches über dem aten oder 5ten Bal» ' fen iſt. Zwiſchen ſolche ganze Balken fommen nahe an der Vorder- und Hintex- wand Wechſel oder Trümpfe, in welche Stichbaiten eingelecht ſind, auf denen die Sparren ſtehen. Dergleichen Verband kann ſehr ſicher und dauerhaft gemacht werden; beſonders wenn die Umfaſſungs- wände Mauern ſind, Die vortheithaſteſte Stellung der Scheunen in unſern Himmelsſtrichen iſt dieſe, wenn bey Queertennen eine lange Seite gegen Abend; die andere alſo gegen Morgen gefehrt iſt; oder wenigſtens von dieſen Strichen nicht viel abweichen, weil von jener Seite ler die meiſten Winde zum Reinmachen des Korns herzuksommen pfiegen« Geht die Cinfahrt nach der Ten- ne ohne beſchwerliche Krümmungen und (3. "4 Vee Den wenn iht gen vie we (vit Oh ,W adi ' de Open; niht | mit (nd NE am azfil Scheune Zenfungen geradezu; und itt daßer das Zurückſchieben des abgeladenen Wagens nicht ſcywer: ſo kann man ſich mit einem EScheunthore gegen.den Hof zu. wohl be- belfen; ſiößt aber die Scheune gegen das Geld oder einen andern freyen Plot: ſo iſt es ſehr bequem, 5 dergleichen Thore zu haben, um von der Feldſeite ein-, und von dem Hoje wieder abfahren zu kön- nen. Da die Tennenwände auch bey Scheunen, die ringsumher mit Mauern unsgeben ſind, mehcentheils mit Holz ausgebunten wexr- den, theils und mittelſt derſelben gute Bino der in dergleichen Gebäuden anbringen zu fönnen 3; Sciebezeug, die Theile einer Scneidemühle, wodur< der Sägebloc>, der auf dey SOchneidenühle in Dreter oder anderes Baubolz zerſchnitten werden ſollt, der TSauge entgegengerücft wird, Schiefer, Schiefergeſicin,. ein Geſtein; welches aus Blärtern, Schaolen vder 328 Schienen oder Tofeln beft-htz ſeine Materie mag eine Steinart ſeyn, welche ſie wolle. Schienen, die langen, biegſamen, hölzernen Riemen, womit einige Siebbo- „Hen geflod)ten werden, woraus Siebe zum Durchſieben grober Sachen gemacht wer- ven. Schienen, eiſerne ſchmale Stangen, womit eine Sache der Dauer wegen De2- ſchlagen wird; daher eine Radelchtene, womit die Felgen eines Rades beſchlagen werden, Schienenſteimpel, ein ſtumpſſpi- ßiger Spißhammer, womit die töcher in den Radeſchiezen von den Schmieden vor- geſteinpelt werden, Schier, iſt beym Forſtweſen ſolches Holz, weiches ohne Knoten und riſchdrä» thig iſi. Schierling. Die verſchiedenen Pflan- zen dieſes Namens ſind zwar alle Dolden- gewächſe; unter ſich aber alle gänzlich ver- ſchieden z auch ſind ſie daher unter verſchie dens Geſchle 8 kleinen umgebogenen Blättchen, welche, wenn die Saamen zu reifen anfangen, ab- fallen. Die Blumenblätter ſind weißsz die Striche auf den Saamen ſind mit Queerſtrichen durchkreuzt, ſo daß es ſcheint, als ob ſie eingeferbt wären. Da dieſe Pflanze mehrmals verwechſelt worden iſt: ſo iſt es nothwendig, daß ſie von andern Doldengeſchledtern genau une terſchieden werde- Won dem Zenchel unterſcheidet ſich der Schierling dadurch, daß er einen widrigen, und nicht den be- ſondern gewürzhaſten Geruch des Fenchels hat; daß die Bläcrer nicht ſo zart zerſchnike ten; die Blumenblätter nicht: gelb, und die Saamen nicht eyfermig, longer 1 ugele tit Vlät geil, unge u" iM“ Jt e ww zuleht fals [8 leh aiot 47 vid), 1, weßy » mi hein) fl pſt ue hll ud, '" bb des quit u) | pal NG Schierl kugelförmig ſind. Von der Peterſilie, daß er nie den angenehmen Geruch und Geſchyma> hatz daß die Blätter feiner zertheiit, und dunfier gefärbt ſind; daß die Dolde eine Hülle hat, und die Blu- menblätter bey den äußerlichen Blättchen größer, aud) die Saamen halbrund und nicht eyförmig ſind. Won dem Vaſtinak, daß der Geruch unangenehmer, die Blätt- en feiner zerſchnitten und dunkler gefärbt, die Dolde mit einer Hülle verſehen, die Dzlumenblätter weiß, und die Saamen nicht oval und platt ſind. Bey dem Kexr- bel, LTadelkerbel und den Üiyrrhen ſind die Saamen lang; und doch iſt, wie Cranz erinnert, der Fnotige glatte Krebel, Chaerophyllum buiboſum L., ' oft Statt des Schierlivgs gebraucht wor- den. Der knotige raube Rerbel, oder der berauſchende Rälbertfopf, Chae- rophyilum temul;n'um, iſt ebenfalls, we gen des gefleckten Stengels, oft Statt des Schierlings gebraucht worden. Bey die- ſem ſind aber Blätter und Stengel haa- richt, die Hauptdolde gemeiniglich kahl, oder nur mit einigen ganz kleinen Blätt- :n gemacht, um roth Wildpret dabey zu pürſchen 3; zum Theil aber werden ſie auc) on einem Berge in die Erde gegraben+ und von dem Abde- &er 2uder davor gelen, und beſonders zu Kalte- ſchaalen von Liebhabern, auch zu manchen andern Speiſeu, verbraucht, Zu den „Kalteſchaa!en wird ſo!cher Zwieback in gro- 'be Stücken zerbrochen, einige Stunden vor der Wahlzeit in Bier, Wein oder Mald) eingeweicht, oder in einen Mörſer zum Gebrauch) bey Suppen und Drühen Flein'g-jtoßen- Der Zwieback von gro- bem Mehle wird zu Kalreſchaaien beſſer ſchmeckend, als der feine, geſunden. Schild, Fr. Cartouche, Cartel, die Cinfaſſung aus allerhand Laub, Blu- men, Muſcheln und andern Schnirkelwer- fen, auch andern miteingemengten Figu- ren beſtehend, welche um eine Juſchrift, Wappen, Namenszug, oder Sinnbild ge- braucht wird, S>dild, eine ſchwache Wand zwiſchen zwey ſtarfen Pfeilern; beſonders:an den Gartenmauern, Schild, der Theil hinter dem Vor- derblatte eines Rindes, woraus beſonders geurtheilt witd, 9b der Ochſe fette Ribben habe. S<>ild, die Wand, womit eine Arche oder ein Strudelbau von der Seite zuge- ſchloſſen wird, Scild an den Thierhäuten, der„Theil an der Haut eines Thieres, der über dem Hüftknochen geſeſſen hat. Er iſt ſehr ſchwammig, und zieht die meh- reſte Näſſe an ſich; taugt auch nicht zu Schuhen und Stiefeln, wenn er bey der Zubereitung nicht vorzüglich gut bearbeitet worden iſt. Schüdbeſenfraut, Schildfraut, Steinkfraut, Alyſſe, Alyſſum. Die zu dieſer Gattung. gehörenden Arten ſind ſtrauch- und frautartige Verzierungs- blumenpflanzen.| a) Derennirende Arten: 1) Strauchartiges ſtachelittes Schildbeſenkraut,; A. ſpinolum L, Vatrerl,: Spanien, Frankreich; Sren- gel: aufrecht, holzig, 3 F. ho), aufrecht« It 2a öſtig, 5%-- 22€ za Sd 1:0 332- Schildb „äſtig, die ältern Zweige mit kleinen Sta- hein bewehrt; Dlätter: lanzetförmig, unregelmäßig; Blumen? in kleinen Trau- ben, weiß, im May, fahren in der Flor > einige Monate fort. Der Saame kann bey uns im freyen Lande geſäet werden. 2) Siraucharriges borſtiges De- fenichuideraur, Diigaipije, A. mon- tanuw L. Vaterland: die Schweiz, Deutſchland, auf ſonnigen, trocknen Plä- ßen; Streigei: ſtrauchartig mit weit- ſchweifigen auf dem"Boden ausgebreiteten Zweigenz Alätter? faſt lanzetcſörmig, ſtumpf, mit ſtacheligen Puncten gezeich- netz Ziumen? in kleinen Trauben, im May oder Jun, 3 hinterlaſſen nur biswei- len Schötchen und Saamen, Cs iſt eine niedrige Pflanze. 3) Woltichtes Schildbeſenkraut, Wweißtgraues oder beſtaubtes 2c+, A. incanum L,, wächſt bey uns zwiſchen den Hügeln aut ſandigen Aec>ern um dic Dör- fer und Weinberge. Stengel: aufrecht, holzig, aufrechtäſtig, 2 F. hec EEE GENE EGE IEE EEA 20LHR 2208 REES EEE TE ISP SEIFE NEL 7 NE 20 A EIR Un: inten he te aar v, wie Im Wind Net, eſe ein Tief: 'n der Bey 80 00 (hide 001) Jah „mand tan“ ote hin: man . all umd 4 ſc 0 114 42 D3 m 4 «fet aul) Schild! nur ein ſehr wohlſchmec>endes z;- ſondern auch ein geſundes Fleiſch, welches vorzüge- Iich als ein fräftiges. Mittel wider den Schaarbo> gerühmt wird, Schildlaus, Coccus L., iſt ein' Inſect mit halben Flügeldecken, hat eine Schnauze an dem Bruſiſiüe, und am hin«- tern Körper zwey lange Borſten. Die Männchen haben zwey aufgerichtete Fiü-' gelz die Weibchen aber ſind ungeflügelt, ſehen wie ganz kleine Aſjſelwürmer aus, ha- ven 6 Füße, meiſientheils einen weißlt-' hen ,. gleichſam bepuderten Körper, und '5 Ringe- Wenn dieſe Jnfecten jung ſind, in welchem Alter ſie ungefähr die Größe der Sandkörner haben, laufen ſie auſ.den Gewächſen herum, und zwär vorzüglich auf den Citronen-, Lorbeer- und Phirſch- bäumen, Srechpalmen, Seineichen, Wei- den und Weinſtöfen- Auf dieſen ſeßen fie ſich dadurch feſt,'daß ſie fich an die Gewächfe anſaugen, ſchwellen auf, ver- hieren die Ringe des Hinterkorpers, weyx- den rund, wie Beeren oder Galläpfel, und betommen ganze Deckel oder Schilde, die bey eini. en wie Muſcheln ausſehen. In dieſem Zuſkande erreichen ſie ungefähr die Größe der Pfeſſe:förner« kinnaus führt 22 Arten von dieſen Juſecken an, unter deien die ſogenannten Rerines- oder Scharlachbeeren und die Cochemtlie, wegen der vorrreſſlichen Farben, die uns dieſe fleinen Thierchen verſchafen, zu mer- en kind, : Di Kernies- oder Schar!achbee« ren, Corcus bici L., w.lce man in den wärmern mittägigen Europäiſchen Län- dor auf einer Axt von Skeineichen fehr häufig findet, haben anfänglich, wenn ſie noch herwnlaufen, eine fchöne rerhe Fav ve, ein wollichtes Weſen, und einen läng- SE R SE SIEGEN GN EE SN in Se Schild! 45. lichen Körpers welcher aber, ſobald das Inſect ſeine vollkommene Größe erreicht „har, und an dem Baun feſt ſikt, ganz rund wird, und gemeiniglich eine glän- zende blaue Farbe bekommt, die ſich her nach beym Trocnen in eine braunrothe ver- wandelt, Man ſammilet dieſe ſogenann- ten Beeren, welche ungefähr vie Größe der Erbten haben, ſeyr ſorgfältig, weil man daraus Scharlach- und Carmoiſin» farbe verjertigen kann. Der Name Rer- megbecre bedeutet ſo viel, als YDurms» beere, weil das Arabiſche Wort Rermes einen Wurm anzeigt. Die ſozenannte Confedio Alkermes, die man in unſern Apotheken findet, und unter die ſtärkenden Arzueyen rechnet, hat ebenfalls von dieſer Schildlaus ihren Namen, und ihre vor» vornehmjien Beſiandtheile, In Polen und vielen Gegenden von Deutſchtand wird eine etwas ähnliche Art von Kermesbeeren an dem Knäbelfraute und einigen andern Gewächſen auf dürren Dertern gefunden; daher man ihr den Nas men der Polnijchen Rermesbeeren, oder der Deucjchen Cochenilte gegeben hat. Dieſe Schildlaus, Coceus Poloni- cus L,, haf einen kleinen Kopf, ein no<- Fleineres Brujiſtück, ein paar ſchwarze Fühltörner, eine kurze hinterwärts gebo« gene Schnauze, 6 kleine ſchwarze Füße und einen dunfelvioletfarbiven, mit einer fiiverartigen Wolle befeßten, Körper. Man gebraucht diefe JIntecten ebenjalls zur;5äur- berey 3 doch geben ſie feine ſo ſchne Farbe, wie die vorhergehende Art. Die eigent- iich Coctentlüie wird in America, und zwar am häufigſten in Mcx!eo, auf den ſo» nannten JIndianiſchen Feigen, gefunden, und daraus die ſchönſien Scharlach-, Vio» tef- und andere Farben gezogen, | /Z 334, Scildm Scildmatner, eine niedrige Mauex an den Bergen, das Waſſer abzuhalten, Hamit die..8 nicht zu viel Erde fortführen könne, Sie dient alſo den Weinbergen gleic)jam zum Schilde, Schilf der Böttcher, wächſt in Moraſten, Seen und Teichen, hat lange dünne Blätter, und wird von den Böct- chern, wenn derſeibe rro>en iſt, gebraucht, die Fugen der Geſäße damit zu verſtopfen, um das ſogenannte Spackwerden zu ver- hindern. Wenn die Gefäße cine Zeitlang trocken geſtanden haben, und ausgetroF* net ſind: ſo erweitern ſich die Fugen, dur weide ſich alsdann hineingegoſſenes Waſ- ſer durchz:eht, und zu rinnen anfängt z der ſchwammige Schilf aber, der in den Fu- gen ſtet, von dem Waſſer erweicht, dehnt ſich in den Fugen aus, und verſperrt gleichſam den Ausgang, bis das Holz ſeibſt durch) das Waſer genugſam aufquiät, und die Fugen verſchließt, Zu dieſem Gebrauche wird der Schilf um Bartyolo- mäi geſdynitten, weil eine jede andere Zeit nicht gut dazu iſt, da er ſonſt wurmſti- d)ig, und hiedurch unbrauchbar wird, Wenn er abgeſchnitten und getro>net wor» den iſt: ſo hebr man ihn zum Gebrauche auf, worauf er viele Jahre gut bleibt. Der beſte Schilf iſt derjenige, welt. Dleje Thiere woynen gemeiniglich in den Gärten, und finden ſich auch bisweilen in den Häuſern ein, Sie nitten in den Höhe lei der. Dbſidäume und der Mauern, wo ſte ſich ein 2ager von Kräutern, Moos und 'Saumblättern bereiten. Sie beſiehßlen nicht nur die Hafeift: äucher, wie man ſchon- aus der Denenmnung vermuthen fann;z fone- dern auch andere Fruchtbämmne, und thun daher 336 Schlafz daher in ben Gärcen viel Schaden; vor- negmlich ſind ſie den Pfieichen ſehr gefähr» lich, Sie werden nicht ſo fett, wie die Siebenſchläfer; ihr Fleiſch iſt auc) nicht eßbar, weil es den üblen Gerudd) der Haus- raßen, den man an den Siebentc, und wird von den älrern Aerz- ten als ein Thee bey Gliederkrankheiten und Nervenſchwäche, auch zur Beſörde- rung der monatlichen Reinigung und zu Zertheilung der Geſchwulſt, empfohlen; den Schwangern aber ſoll der Gebrauch ſchädlich ſeyn. Die Mohren ſollen ſich des Trankes davon wider das Wechſelſieber bedienen.' Schlammbeißfer, ein Fiſch, wel- t. Die Schyppen bekleiden den Zeib vom Kopfe an bis zur Schwanz- fpibe. DOurch die Schilde verſteht man nichts anders, als verlängerte Schuppen, welche die Geſtalt breiter, halbmondförmi- ger Ringe haben, und den Unterleib der Schlange wie halbe Zirkel umgeben, Die- ſe Schilde laſſen ſich vermittelſt der ſehr dünnen Haut bald auseinander dehnen, bald zuſammenziehen. Die Rincze und Runzeln ſmd niemals ſv knorpelig und Hart, wie die Schuppen und Schi.de; ſondern beſiehen bloß in einer dien und feſten Haut, die ſich ebenfalls ſehr ſtark gusdehnen und zufammenziehen läßt, Ei- nige Arten dieſer Thiere haben das Ver- mögen fehr weite Sprünge zu machen. Die Oberhaut iſt bey den mciſten Ürten ſehr ſchön gezeichnet; doch leidet dieſe Zeicnung mancherley Veränderungen, weil die Schlangen alle Jahre ihre Haut ablegen. Dex Ton, welchen dieſe Thiere ange- ben, beſteht gemeiniglich aus einem Schwmaßen und Ziſchen, welches mit Auslkaſſung einer übelriechenden Luft ver- bunden iſt, die bisweilen, beſonders in den andern Welteheiten, giſtig iſt, Einige Schlangen halten ſich bloß auf dem feſten Lande; andere im Waſſer; und noch andere bald auf dem tronen bande, Schlanunz bald in dem Waſſer auf, Die Nahrung der meiſten Arten beſteht größtentheils inz Graſe und in mancherley Kräutern, welche ſie, neoſt der Wurzel und der daran häu- genden Erde, verzehren; viele Schlangen aber ſuchen auch Baumfrüchte, Kröten, Cidechſen, Inſecten, Würner, Vögel, Jiſche und vierfüßige Thiere, die ſie auf eine ſehr liſiige Art zu fangen wiſſen, zu ihrer Nahrung auf, Einige Arten gebäh- ren lebendige Jungen 3; die meiſten aber logen Eyer, die eine längliche, bohnenför- mige Geſtalt, eine pergamentartige Scha- le und eine grautichweiße Farbe haben, und meiſtentheils, wenigſtens bey kl-inern Arten, kettentörwig an einander hängen. Cin einziges Ey enrhält oft 10=- 12 jun- ge Cc hlangen in ſich, welche wie ein Zwirnfnaul in einander ,geſlochten ſind, Daß ſich aber die Schlangen ihror Frucht- barteit ungeachter nicht allzu ſebr vermeh- ren, rührt von Gottes weiſer Sinrichtung ber, vermöge weich;r hnen von verſchiee denen Thieren, denen ſie zur Speiſe die nen, eifrig nachgeſtellt wird; vorzüglich ſtellen ihnen die Störche, Keiher und an- dere Vogl, wie«uch die Hirſcho, Schwei- ne und Wieſl, nach, Hält man gleich im gemeinen keben faſt: Ml. Sculangen ſür gefährliche ,. weiigſtens unnüße Thiere, weiches doch eine irrige Meinung iſi: ſo dienen fie doch, wie vorhin bemerkt worven iſt, gewiſſen Thieren; die aus'ändiſchen größern eber cuch zum Theil den Men- zur geſunden Speite, Einige Arten von. Schlangen können auch lebendig in den Häuſern gehalten, und wie Kaßen, zur Vertilgung der Ratten, Mäuſe und an- derer dergleichen ſchädlicher Thiere, g2: braucht werden, Dor Ritter von tinne“ har das ganze zahlreiche Horx von S hlan- gen, weiches einige Naturforſcher nach den Zähnen ting ) in de Ohe Igel ten, vw, t Ww "0 gibi Nn vonſot Cho aben, nern 1070 2 jh ein ſüd, ruht: eumeh tung ere iſe dis zuglh nd amel gin) jen jr itt) iſi; 0 NN m Me 1 von n de! , zu dan 1. inn an! ) den pu Schlang Zähnen eintheilen, unter 6 Hanpfkabchei- lungen oder Geſchlech ter gebracht, Unter das erjte Geſchlecht rechnet er diejenigen Sch!angen, die im Deutſchen RKlapperſchlangen genannt werden, uad unter den auständiſchen die giftigſten ſind, Das zwepte Geſchlecht enthält diejeni- gen ausländichen Schlangen, die zwar, wie die vorhergehenden, Schilde unter dem Bauche und Schwanze; aber keine Klap» per haben. Dieſe werden, wegen ihrer „Größe, woran ſie alle andere übertreſfen // im Deutſchen gemetaiglich Rieſenſchlan- gen genannt, und ſind, wegen ihrer Sceärke, ſehr färchterlich und gefährlich; denn ſie fännen wegen ihrer langen und ſcharfen Zähne ſchr tieſe Wunden beißen, und ſchlingen ſich um die Körper der Men- ſchen und der größten Thiere herum, um ſie auf dieſe Art zu erdroſſeln, Das dritte Geſchlecht, welches man mit dem Namen ütratter bezeichnen kann, unterſcheidet ſich von den übrigen dadurch, daß der Bauch nur allein Schilde; der Schwanz aber, welcher durchgängig klein iſt, unterwärts nur Schuppen hat. Un- ter 97 Arten von dieſem Geſchlechte, wele cen, Furchen, Fußfteige, 2c. ſolc e. Schleuder, ein ſtarkes flächſenes öder wollenes Band, oder auch ein leder- ner Riemen, womit der Mäher die Korn-" tenſe an den rechten Arm ſchleift, damit er ne deſto beſſer in dex Hand halten, und da- mit den Hieb gut ausführen könne. Schließ Schleudetſcheibe, eine oben mit einem Haken verſeßene Scheibe, damit man ſoiche da, wo man ſie gebraucht, an- hängen fann; woſelbſt aber auch ein Ha- fen vorhanden ſeyn muß, Es wird ein Seil um die Scheibe geworfen, und da- mit werden Laſien in die Höhe gezogen. Schleuſe, ein ſehy nübliches Waoſſer- gebäude, vermittelſt deſſen ſich das Waſ- ſer erhößen und erniedrigen läßt, damit die Schiffer darauf ſortkommen können. Schlicht, heißt in der Baukunſt alles, was Fanz glatt gemacht, und ohne Verzie- rung iſt.: Schlichte, die aus Mehl und Fete gefochte Steife, womit die Kette des Leine- webers auf vem Stuhle vor dem Weben mit einer langhaarigen Bürſte beſtrichen wird, Die Kettenfäden werden dadurch geſtärkt, daß ſie beſſer halten, und nicht ſv leicht reißen, Je ſchlechter das Garn iſt: deſto öfter und beſter muß die Kette geſchlichtet werden. Schlichthobel, ein großer Hobel, womit die Tiſchler das Holz eben und glatt maden. Schließe, Splint, Niet, ſind in Geſtalt eines gleichſchenfeligen Dreyecks piaff und dünn geſchmiedete Eiſenſtücke, welche durch das Loch oder Oehr eines Bole zens vorgeſte>t, und umgebogen werden. Schließen, ein Wert, welches ver- ſchiedeatiich in der Baufunſt gebraucht wird. Man ſagt einen Bogen, ein Ge- wölbe c. ſchließen, d. i,, den Schluß- ſtein eintreiben, und die Verbindung zur Ben iſt, wenn in einer geraden Mauer der Schluß mit einem Schlußſteine voll- oder. QuU8S- ſdließen., Zine Reihe Steine ſchlie" v.=- ar 227 2 220.5 ee 0. DV“ zu ana Fn dnn R | it ami alt Dis (ein dv: |, if Db dant M. tals, Verilh 7 ke: Becht [ride duch nict Dom Reitt 4, ) ſatt fü) vys ue) 704)1 ew "TEG auh! Ov 707 ng ju hit erw N oW auß? Schließh ausgefüllt wird. Ferner ſagt man, eine Thür oder Senſter in vollem Zirkel, oder Heradem Sturz ſchließen; und endlich veißt: eine Werkſtatt oder einen Bauhof jchließen, entiveder aus Mangel der Ar- beit, oder wegen der Winterkälte, oder aus einer andern Urjache aufhören zu ar- beiten, Schließbake, Krampe, ein klei- nes Stützen aufgenietetcs Eiſen, worein der Riegel bey den Zuſchliceßen eingreiit, oder eintritt, Schiießfappe, ein Stück Eiſen an den Franzöſiſchen Schlöſſern, in Geſtal? eines vierſeitigen Kaſtens, der an dex Thürpfoſte befeſtigt iſt, und in deſſen 29- : ZU Ea Terre ie Di , Schiuptzbeer, Dü- geivol:, Schwindelbeeirbanm, Szol- derbetreln, V. Lantana L. Vaterl.: zn dein wärmen Curopa; aber auch in Schwaben, Franken und an andern Oy- ten 3 am häufigſten im tbonartigen Grun- de; Stamm: bolzig, äſtig, 20F, hoch und darüber; Zweige: lang, ſehr bieg- jam, jehießen in einem Jahre oſt beynahe rare mmm err EEE: PP Laftn 7 NE. 4 202-1 6 F. lang in die Höhe; Zlymen: weiß, in großen Dolden, Sie hinterlaſſen Bü- ſchel von Beeren, welche nicht wenig vero zierend find, weil ſie anfangs eine feine ro- tbe Forbe haben, und nacher eine tiefe ſc) warze Farbe annehmen. Der Baum fonmt in einem mittelmäßigen Boden gut fort, und verlangt keine Wartung. Die Vermehrung geſchieht ſowohl durch den Saamen, der im Herbſte eingelegt wird, als durc) aogeſentte Aeſte, Pas Holz giebt feine und zahe Bände zu kleiner Böttherarbeitz; auch zum Aufbinden des Reishoizes- Jn Schwaben werden die fiarken, biegſamen Zweige an den Leitern der Akerwagen, und in Franken ſolche zu Dügeln an den Vogeldoknen gebraucht. Die Lauge der Blätter färbt das Haar ſchwarz, und iſt dem maiten franfen Rind- viehe zuträglich, Die Beeren werden, wegen der großen Wögel, in den Wild»- bahnen ſchr geachtet. Die geſottene, in der Erde einige Zeit macerirte, Kinde der Wurzel und des Stamms giebt einen gu- ten Wogelieim, 2) Canadiſcher Schlingbaum mit giarten gezähnten Blättern und geränderren Siücbſrielen, V. Lenta- go 1, Die ältere Rinde iſt braun; die jüngere etwas zelblicher, und in beyden Fällen mit erhabenen Puncten verſeven, Die Blumen ſind weiß. Auch dieſe Art dauert bey uns inz ſreyen Lande den Win- ter über aus, 3) Americaniſcher Schlineebaum mit wnödlichen anegezäbhnten und glatten Blättern, pfiaumenblärte- riger Schlingbanm, V. prunifo- liuvm LD. Die»Bflimen find in aroßen Dolden weiß; die ſchwärzlichen Beeren werden voit den Jiordamericanern gegeſſen, Dey T.„-"1 zds Sh 38 44 Sclingb Bey uns hinterlaſſen die Blumen ſelten Beeren, die noch ſeltuer reif werden. 4)%mericaniſcher Schlingbaum mit eyſörmiJen„ausgezähnten und gefaltenen Zlättern, V- deptatum L,, iſt der vorhergehenden Art ſehr ähnlich z die Rinde iſt aber grau, und die Blätter am Raade gleichſam gefalten. 5) Virginiſcher Schlingbaum mit glatten ungezähnten Biärtern, V, nudum L, EStamin: 10=-12 Fuß hoch; Bande: röchlich, oder purpurroth 5 Hlärrer: lanzetförmig-eyrund, auf der Oberfläche lieblich leuchtendgrünz auf der Unterfläche bläſſer. Den Saamen erhält man, weil foicher bey uns nicht reif wird, aus Amexica« Man Hat hievon eine Sor- te mit immergrünen Blättern. 6) Immergrünender Schlintg- bamm, Lorbeertinus, wilder oder Baſtardlorbeer„ V. Tinus L. V8a- rerland: Portugal, Spanien, Jealienz Iiumen: überall an dem ganzen Strau- t wird. Schlitzen, wenn von dem Tiſchler 2 Stücke Holz nach einem rechten Winkel eingeſeßt werden ſollen: ſo erhält das eine Srück an einem Hirnende einen Zapfenz das andere aber auch an dem Hirnende ei- nen Schliß, di., eine Defſnung, die ſs breit iſt, als der Zapfen, Schligfenſter, ein Fenſter in Ge- ſtalt eines Schlikes, d. i., eine lange ſchmale Oeffnung in der Mauer, um Da- durch Licht zu gewinnen, Schlitßgraben, ia einigen Gegen- den ein kleiner ſchmaler Graben, die Wie- ſen dadurch zu wäſſern. Schlope, ein Einriß vom Waſſer in Deichen, Canälen, u. ſw. Schloß, im Ziegelofen diejenigen Reihen Mauerſteine, welche die Gewölbe über den Schluften oder Feuerlöchern ſchlie- ßen, und worauf nachgehends die Dachſtei- ne geſeßt werden, Schloß: x dm 0", (0115 nige [dr mit Wy Pi Fn, in ur Dit 1, Wi Ganfeh 32, yn ein Uſa | Vinf das eint Zupfen; mE „wh 0 ne(0 ', 0 en Orp „NE nD NU ](cri! ern(9)! Ded eh -"'Son gemadhr werden iſt, Die Wur- zel iſt ſonſt ausdauernd,' 2) Acferſchmiele mit granniten Und woilgen Spelzen, hohe Acker- ſchmiele,?ickerſeraußgras, Acker- Wwindhalm, A. ceſpitoſa L. Man er- Fennt dieſe Art an den flachen Blättern, der ausgebreiteten Biüthriſpe und den Spelzen, welche unterwärts haarig, und mit einer Furzen, geraden Granne verſe» Hen ſind.“ Die Wurzel iſt ausdaurend, Sie wächſt auf ſruchtbaren Wieſen und feuchten Aeckern; breitet ſich weit aus, und ſtaudet ſtarf, wenn dex Boven gut iſt. Wo in tief gelegenen Gegenden Waizen gebauet wird: da verdirbt dieſes Gras in naſſen Wintern und Frühjahren die ganze Waizenärndte, Es überwächſt den Wai- zen, lagert ſich mit ſelbigem bey ſtarkem Regen, und macht, daß manchmal kaum die Ausſaat wieder gewonnen wird. Das tro>ne Futter taugt nicht viel, das Vieh fommt dabey zurü>, weilt die Grannen in Schmiel 347 dem Zahnfleiſche ſich einhäfeln, die Kinn, va>en wutid oder roh reiben, ſo daß Pfex- de und Rindvich die Freßtuft darüber ver- lieren. Es fann nicht ausgeröttet, nur durch fleißiges Eggen in trocknen Sons inern vermindert werden, weil das feinſte, im Acer bleivende, Fäſerchen fortwuchert; auch iſt bies die Urſache, daß man auf niedrigen Ae>ern, im Moorgrunde, erſt im October den Waizen einſäot, damit ders ſeibe dem Windhalme den Vorſprung ab- gewinne; welches aber nicht„geſchehen könnte, wenn die Ausſaat früher unter» nommen würde, In den ſogenannten und der angränzenden Gegend der Mark iſt dieſes Oras das allerbeſchwerlichſte Un- fraut auf dem Acker, und die Wurzeln werden daſelbſt mie dem Namen Pähden Cfaſt die einzigſten(Graswurzeln daſelbſt) bezeimneft, In obbenannten Gegenden find auch die Wieſen ſtark mit dem Wind- halne angefüllt; wean ſolcher vor der Blü- the, ehe die Grannen herausfommen, abe gemähet werden kann: ſo haf man daran ein fehr gutes und kräftiges Heufutter,. 3) Drahtſchmiee mir borſtigen Blärtern und gebogenen Blüthſtie« len, A. fexuoſa L, wächſt in ſandigem und ſleinigem Boden. Der Halm iſt faſt nacend; die Spelzen tragen eine ſtarke Granne. 4) Grauſchmiele mit borſtigen BSläctern und gebogenen ZBiucbſtie- Jen, A. caneſcens LL Die Wurzel iſt ausdaurend, und die ganze Pflanze ſicht bleich aus, Die Blätter ſind haar- oder borſtenartig, und das oberſte umziebt die Rilpe unterwärts als eine Scheide. Die Granne an den Spelzen iſt unten dick und braun; in der Mitte mit kleinen Zähnchen beſekt, uad oben dünn, weißlim, Die Fr 2 Riſpe -Buſchdörfern des Sächſ. Amtes Belzig „re Gry SPY SESE 348 SPhna> RKiſpe iſt, ehe ſie aufblüher, röhrenförmig« Dieſe Pflanze iſt, wie Gleditſch anmerkt, der ſogenannte vechte Docksbart in der Mark Brandenburg, und wird von den Schäfern für eine den Schaafen ſehr geſunde Weide gehalten. Ex überzieht den unfruchtbaren Sand ſowohl, als derglei- erten Lande überans wohl 3 nur nicht in gutem und fettem Boden. 5) Rleine Schmiele mit borſti- egen Blättern und von einander ab- ſtehenden rai nigen Zlürben, Li«- Tcleinſchmiele, klein Lragleimgras, Silbertgras, AÄutzentroſtgras, A. ca yophyllea L., iſt jährig und unter al- jen inländiſchen Gräfern faſt das feinſte z man findet es in Heiden, auf Feldern und Bergen, Schnacfen, Culex L. Ein In- fectengeſchlece, ge- nannk wird. Das ſtechende"Werkzeug be- findet ſich nur bey dem"Voibchen, das ei- nen langen Rüſſel hat. Dieſe Thicerchen - find in jiäter Bewegung« Wenn ſie ihre Ever legen wollen? ſo begeben ſie ſich an ein ſiehendes Waſſr, und ſeßen fich auf ein ſ wet RIED-= zmn 0m SEIEN u veitöchen --. Kn Se In ee IE IRRT Saunen Schnart zur Schneezeit einige Scho> an einem Tage in den Dohnen gefangen werden; man kann ſie auch) im Käfig viele Jahre mit Hirſenkleyen, in Milch geweiht, er- halten. Site niſten im Schwarz= und Faubholze 3 ſesen ihr Neſt auf die Gabeln der Stämme und der weit abſtehenden Aeſte, bald hoc bald niedrig; brüten zweymal 3=- 5 Junge aus, die ſie mit Würmern und allerley Jnſecken nähren. Außer dieſer Droſſelaxt bekommt den Na- men Schuarre noch eine Art der Rallen, die man gemeiniglich Wachteikönig zu nen» nen pflegt. Schnarren, wird von der Hohlkrä- he oder dem Schwarzſpecht geſagt, wenn er mit ſeinem Schnabel ſo hart an die dür- ren Bäuine ſcenklee. Es iſt zwar nicht bey alfen Arten'der Mediea oder Medicago die Frucht ſchnefenförmig gewunden, und nicht bey allen ſichel- oder mondſörmig; ſie loſſen ſich aber vereinigen, daß es iſo Schne> 349 gleics viel ſeyn kann, ob man Mond-, Sidchel- oder Schneckenflee zum Geſchlechts: name" wählt, a) Strauchitge Arr: 1) Daumartiger Schneckenklee, grauer ſtaudiger dreyblätteriger t17ondeiee, M. arborea L. PVaterl.: Neapel, Rhodus 35 Stamm: 6--8 Fuß hoch, die jungen Schößlinge mit einem fiiberweißen Filze befleidet und ſtarf be- laubt; Dlätter: immergrün, auf der Un- fläche weißlich und filzig, doh nicht ſs ſehr, als die jungen Zweige; Dlumen: in lang geſtielten Trauben, ſchön glänzend gelb; Hülſen: mondförmig, glatträndig, Die eigentliche Fler iſt im Apr. und May 5 man findet ihn aber auch in Gewächshäu-. ſern den ganzen Wintex noch blühend. Er iſt etwas zärtlich, und eryriert in ſtrengew Wintern; daher man allezeit einige Stö- “e in Töpfen unterhalten, und ſolche in ein Glashaus ſtellen muß; im freyen Lan- de wächſt und blühet ex aber ſtärker, als in Töpfen» b) Einjährige Arten? 2) Jähriger geſtreckter Schne- denklce mit vielfach gewundener Zölſe, wahrer Schnectenklee, M. polymorpha L, Vaterland: das füdli- 3) Geſtrahlter Schneckenklee, M. radiata L. Vaterland: Jtalien; Sren- gel: ſchwach, faum 1 F. lang; Blätter: dreyfach, ein wenig weißgrau; Dlimen: gelb; Hülſen: nierenſörmig, am Miande gezähnt, 4) Gekräuſelter Schneckenklee, M. cireinata L. Vaterland; Epanien, Italien; Srentzel: geſtre>t, 13 F+ lang; Zlärter: gefiedert, weißgrauz; Blumen; goldgelb 3 Hülſen: nierenförmig, am Ran de gezähnt. 5) SHopfenlucerne, M. lupulina L. Vaterland: Europa, auf Wieſenz Screntgel: geſtreckt, 6-8 Zoll langz ZDlärter; dreyblätterig; Binmen: gelb, vom May an den ganzen Sommer hin durch; Sülſen: nierenjörmig, einſaamig, Cs iſt dieſe Art von dem aufrechtſkehenden Hopfenklee(ſ. denſ.) gänzlich unterſchie den 3 obgleich beyde einander ganz ähnlich ſind. Der lekßtere verdient ungleich mehr den Anbau, als ein ſehr gutes Futteckraut, Dieſe 3 Arten werden, wie die vorherge- hende zweyte Art, cultivixt. c) Derennirende Arten: 6) WMeerſtrandsſchneckenflee, M. marina L. Vaterland: die Ufer des mittelländiſchen Meeres; Stengel: ge- ſtre>t, filzig, x F. lang; Dlumen:- in kleinen Trauben, glänzendgelb; Hülſen: ſchne&enjörmig, ſtachelig. 7) Schwediſche Eucerne, Sichel: oder Zickerklee, gelber SreinEFlee, M. falcata L. Darerland: Europa, auf ſonnigen, tronen Wieſen; Srengel: darniteder liegend, 13F, lang; Blätter: dreyblätterig, die Blättchen lanzerförmig; ZStumen: in Tranven, gelb, ohne Geruch z Tyros im Sommer, gebraucht wird, Schneehauben, zweyerley Neße, Die erſte Gattung wird ſpiegelig, mit ei- nem Himmel und etlichen Einkehlen, vier« eig, geſirict; die andere Gattung iſt rund, und wird an einem eiſernen Ringe, etwa 2 Z. weit, geſtrickt, und in einen großen Reif gebunden, Weyde werden im Schnee aufgeſtellt, und die Feidhühner zu» vor dahin angekörnk. Gcdneeluhn, ein allgemeiner Na» me der wilden Hühner, welche rauhe, wols lige, haarige, oder federige Züße haben, und über den Augen roth ſind, Schnecvioie, Schneetröpflein, Merzblume, weine Hornungs- bitine, Sommerthiercben, Ga- lanthus nivalis L., eine unſrer gemein» ſten Blumen. Die Wurzel vermehrt ſich vune alle Wartung faſt altzußäufig; damit dieſes nicht geſchehe, und die Blüche deſto beſſer erfolge: pflegt man die Wurzeln ol» le 3== 3 Jahre in den Sommermonaten auszunedmen, von einander ab:uſondern, 172d alsbald, oder nach einiger Zeit, wie» der einzeln, doch dicht an einander, einzu» ſeßen, demit ſie. zur Blüthzeit, die im März erfolgt, deſto beFer in die Augen falls, Man hat eine Spielart-mit gefüll- ter"Ölume, welche etwas ſpäter blubet, ſich TSE DLXDOEII 2. 0€ „Nba Sd Hd: 352 Schneid ſich auch nicht ſo häufig, als jene, vermehrt. Je häufiger die innerlichen, kleinern, grün- gefle>ten Blätter ſind: Heſto ſchöner iſt ihr Anſehen; ſie hat aber keinen Geruch. Schneidebank, eine Bank, worauf die mit dem Schneidemeſſer zu beſchnei- denden Hölzer feſtgehalten werden, und die auf jedem ländlichen Hofe ſich befinden muß. Schneideholz, beym Forſtweſen un- ter dem hoc<ſtämmigen Laubholze diejeni- gen Bäume, welche ſich gern ſchneideln, d. i., ihre Aeſte, von dem unterſten vis zum oberſten, ja auch wohl zugleich ähre Gipfel mit, aus- und abhauen laſſen, ſo daß nichts als der Stamm ſtehen bleibt, welcher wieder ausſchlägt, und neues Holz und Aeſte treibt. Dieſes Schneideln iſt meiſtens da gebräuchlich, wo ein Holzman- gel iſtz änsgemein aber werdet die in Brahnen an Wieſen und Holzrändern, in Geröhrichten, an Gärten und in Hecken ſtehenden Bäume geſchneidelt, und ſolches, nachdem das junge Holz geſchwind oder langſam wächſt, alle 3=- 6 Jahre wieder- holt. Das beſte Scneidelholz ſind die zinde, Birke, Erle, Eſche, Ahorn, Pap- pel, Weide, Ilme oder Rüſter. Will man man junge Eichen, die aber nicht unfer 2.0 Jahr ſeyn müſſen, ſchneideln: ſo müſſen die Zweige eine Eile lang und darüber, be- ſonders oben am Gipfel, abgeſchnitten werden; ſonſt können ſie leicht inwendig von der Näſſe oben hinein faulen, und der- einſt beym Abhauen, Statt des feſten Kerns, inwendig Mulm oder Erde haba, Auf dieſe Weiſe behandle ich meine Eichenz ſie werden am Stamme von Zeit zu Zeit Täufer und länger, und man hat an den lang geloſienen Aeſten eine Treppe bis an 9217 Gipfel heran, um die neuen Zweige Scnellw an Hen ſtehen gebliebenen Aeſten künftig« hin, als das junge Schneidelholz, ohne eine«angelegte Leiter gut abzuſchneiden. Das Nadelholz kann das Schneideln nicht vertragen, Schnellen, mit dem Hängeſeile den Zeithund ſchnellen, um ihn zu ſtrafen, wenn er auf der Fährte laut werden will. Schneller, 2) die Biegel oder Bo- gen zu den Aufſchlägen in den Vogel- ſchneißen 3; 2) auch gewiſſe Stellungen, für die Vogeldiebe in die ScXen, wo ſie durchgehen, auf die Erde legt. Mir Negen fängt man ſie in ſcgrün, und am Ende Schzilk DEN mit einigen ſchwarzen oder rothbraunen Flecken verſehen; ſie ſind forner rundlich oder auch nieren- und verzförmig, am Rande mehr oder weniger ausgeſchweift, eig und zackig, Der Stengel iſt zweis gig, geſtreft, etwa einer Sponne lang untenher weißlich; oberwäres röthlich. Die Blumenblätter ſind goldgelb, glänzend groß, länglich, an beyden Enden ſchmal, und jedes iſt, wie bey der Ranunkel, im untern Ende mit einer geſpaltenen Honig- ſchuppe verſehen. Sie pflegen ſich des Abends zu ſchließen und des Morgens wie- der zu öffnen, bis. ſie mit den Kelchbläte tern abfallen, Man findet die Pflanze bald in Blättern, bald in Blumen größer oder kleiner. Wenn die Blumen größer werden: ſo iſt die Anzahl der Blumenblät» ter gemeiniglich vermindert 3; man findet auch Stöcke mit gefüllten Blumen. Ueber den Geſchmack und die Kräfte dieſes Schöll- frauts ſind die Aerzte nicht einer!ley Mei- nung. Einer finder in den grünen und ſaftigen Blättern und Wurzeln zu viel, der andere gar keine Schärfe. In hieſiger Gegend iſt die Pflanze auf den Kohbllän- dern in den Gärten aufs häufigſte zu fin- den, Den Blättern, die hier von dem gemeinen Volke als Salat ſtark gegeſſen werden, iſt eben nichts Scharfes obzue ſcnet worden ſind, mahlen, und dar» aus eine weiße Grüße bereiten, Schöpfräder, ſind Waſſerräder, woran Käſtchen, Eimer, und. andere Ge- fäße gehängt ſind, welche unten Waſſer ſchöpfen, und, wenn ſie in die Höhe kom- men, daſſelbe in eine Rinne oder einen Trog ausgießen, Schöpfwerke, allerley Waſſerma- fchinen, welche das Waſſer an einem nie» 'drigen Orte einnehmen, und an einem hö- bern ausgießen. Cs ſind derfelben ver- ſchiedene Arten, als Hebſchüſſeln, Schau- felfünfte, Eimer-, Paternoſter-, Ka- ſten- Püſchelwerke, und die Archimedi- ſche Schraube und Schnee. Schopp?„ ein Weinmaaß am Rhein, deren zwey eine Kanne machen, In Schwaben iſt es der vierte Theil eines Schenkmaaßes» Schoren, Scharren, Streben, ſind ſchräg eingeſchlagene Pfähle zu Stei- fung oder Strebung des Holzwerks an den Uferbeſeſtigungen.; , Schruffhobel, ein Hobel, mit weichem das Holz aus dem Groben behobelt wirdz auch die groben E> pane abgenommen werven. Cr hat.ge- wöhnlich ein Hobeleiſen von gernnderer Schneide, die etwas vor der Hobelbahn BOI NGZ damit ſie in vas Holz recht ein- greifen könne, Sc, welche aus dem alten Holze hervorwachtt, und das erſte) Jahr gemei» niglich feine Zrt, ſondern nur Blätter has,: Schoft, (117) Mine: : Muß, ft, mit verden, en jeht KÜ er Cy (id) Oe 8 I fr a, In, ie(m ſch de ans von 0; Dil n(M (Den , eit Jey den n, dieß vert, q(im (es in reefun 001111 Baſel „Bu“ tit 0e m „half gem NA kae SE een En R SÖREN Scott Schott, beym Waſſerbau ſo viel, als Thüren von zuſammengeſchlagenen Bohlen oder Pfoſten, die in einem Spure niedergelaſſen utid aufgewunden werden können. Schräge Mauer, die von der Höhe herunter abhängende Mauer, auf welcher die Stufen einer Treppe liegen, worauf die Treppenwangen von Stein, Holz oder Eiſen gelegt werden, Schräges Gewölbe, ein Gewöl- be, deſſen Seitenmauern und Wiederlagen nicht von gleicher Länze, und nach dem rechten Winkel ſind, auch deſſen Schluß» ſteine am Kopfe ſchräg liegen. Schragen, ein Holzmaaß in Sache ſen zum Scheit- over Klobenyolze-. Cs hält 3 Klaftern, je 3 Ellen hoch und lang. Am Gewichte hat ein Schragen'Büchen- holz 80-83 Centner, und weiches Holz 70== 72 Lentner, Schragen, ein aus Latten zujammen- geſehtes Geſtelle, worauf der Backtrog zum Cinſäuren des Mehls geftellt wird; auch nennt man ſv in einigen Gegenden den Sägeboc>, weil er aus freuzweis ges ſtellten Hölzern zuſammengeſeßt iſt, Schraube, ein mechaniſches Rüſt- eug, welches aus einem Cylinder oder Spindel beſieht, um welche jeharfe Kan- tein eingeſchnitten ſind, die nach einem ge- ringen Übhange oder Schrögung nach ei- ner Schnec>enlinie ſteigen- Man nenyk die Schraubenaunge die Wertiefungen oder Sugen, weiche zwiſchen den ſcharfen Kan» ten. ſich befinden z ihre Breite richtet fich nod) der Höhe Die Schraube dreher ſich in einer AÄushöhlung, welche man Scrau- benimutfer nennt, und mit dem Schneide- BEA LÄTT NEE 5 257 Ee R 10 I FÄHRT Schraub: 357 eiſen gemacht wird, ſo daß eines um das andere eingreift, Die Schrauben haber eine ſehr ſtarke Gewalt, entweder damit zu preſſen und niederzudrücfen, oder eine Laſt in die Hoge zu ziehen. Keine Preſſe kann ohne Schraube gebraucht werden; ſondern dieſe ift der Hauprcheil derſelben, Scranbengerinne, ein Gerinne - bey Pantiermühlen, das beweglich iſt, in dem rechten Gerinne ſteht, ſich wie das Panſierrad erheben und erniedrigen läßt, und mit Ehrauben hinauf- und hinabge- fe hat, und in welchen die Bögel durch Raubvögel hineingeſchrect werden. Schrec>ſprung, ein Sprung, wel- en, oder in dem erſien Schrecken thut. Schre&tuch, Schrecfe, alle diejenigen Tücher oder Lappen, womit ein Jagdraum umſtellt wird, um das. Wild dadurch vom Durchgehen abzuſchre>en, Screnfen. Wenn der Hirſch trabt, oder ſacht geht, daß die Fährte weit auf die. rechte oder linfe Seite gebt: ſo ſagt man, der Hirſch hat weit geſchrenkt. Der Hirſch iſt nämltic) vreit von Kreuz und Bruſt, die Hintinnen oder Thiere aber ſchmäler ,. und können alſo nicht ſ5 weit jchrenfen, j Schrimpf, Schrumpf, der Abgang an dem aufgeſchütteten Getraide, welcher durch das Einſchrumpfen oder Ein- trocknen entſteht. Schritt, ein ungewiſſes, unrichtiges Maaß einiger Feldmeſſer, welches auch vornehmlich von den Bauern zum Feld- meſſen; im gemeinen Feben aber auch noch überall, um einige Weiten auszumeſſen, gebraucht wird. Cs iſt deshalb nicht zu- verläßig, weil einer weiter ſchreitet, als der andere; auch einer allein im lang an- haltenden Fortgehen nicht inmner gleich weit ſchreitet. Man pflegt ihn insgemein in den einfachen Schritt, der auch ein Tritt heißt, und in den doppelten Schrirr einzueheilen 3 man iſt aber nicht einſtimmig, wie viel Fuß auf einen von dieſen beyden gehen, Denn einige rechnen auf den einfachen 3, 24 bis 3 Fußz auf den doppelten bald 4, bald 5 Fuß. Dean wenn man von einer Ferſe bis zur Ferſe des andern Fußes, oder von dem Zehe des einen Fußes bis zum Zehen des andern Jußes mißt: ſo iſt der Raum, welcher überſchritten worden iſt, nicht mehr, als 2 Fußz folglich der doppelte Schritt nur 4 Fuß. Daher iſt der Unterſchied zu ma- chen zwiſchen dem gemeinen und geoinefrie ſchen Schritt. Unter dem erſten wird nur ver beſchriebene verſtanden; unter dem geometriſchen aber eine Länge von 5 Frans zöſiſchen königlichen Füßen, weil der Menſch auf zweymal 5 Fuß ausſchreitet. Schröter, Lucanus 1., ein Ks- fergeſchlecht, welches ſiinen Deutſchen Namen von dem Worte Schroten oder - Zermalmen erhalten hat, weil die bierun- fer Wi Weit NAIM ride, ( Ein äh es ih nh uch nh umeſſey, nid zu et, de 019 dhl ' leich Stmeln aug ein peltin er niät en von "chen ; uf Denn Faſe | Ze andern welde ', 6 im JU-Md wel dw ' m Feu NN aS 1.00 1 ove (ern (Ww Sc&en wird, Die Weiße ihrer Federn, und ihr majeſtätiſcher Gang in dem I5aſ: ſer geben den Zuſchauern ein angenehmes Sdauſpicl. Sie ſind in vorgedachten Seädten ſo zahm, daß ſie, ganz ohne Scheu, auf den hindurch fließenden Wäſſern fehr haufig umherſchimmen; auch werden fie hier gehegt, um von ihren Federn die Betten in den königl, Preuß, Schlöſſern zu Ones, ing, 1] Ner die (WiRe "Glatt Verglel: der "mn Mag it lich hi dokn wider Oer bas be, eh“ er hlt heilt ve gemaht ane fah vile an (ieh! Rede; |, be gen Wb Pa an des und iv und in 1) Jol nbb Federn, Def: ohms dachten p ohn! Zäſen verden N| die Jöſſetn zu Schwait zu füllen. Im Winter werden daſelbſt die Schwäne, wenn das Eis die Ströme beleg? hat, mit Gerſte und Haber gefüt- tert, und im Fall einige eingefroren ſeyn ſollten: ſo müſſen ſie von den Fiſchern los- geeiſet, und eingebracht werden. Jhre Nahrung im Freyen ſind, außer Waſſerin- ſecten, allerley Wurzeln und Geſäme der Waſſerpflanzen» Won dem Verdachte, daß ſie Fiſche fangen ſollen, muß man ſie wohl frey ſprechen, weil die langſamere Bewegung ihres Körpers mit der ſchnel- ſern Bewegung der Fiſche gar nicht im Verhältniſſe ſteht, Wenn man ſagen will, daß ſie Fröſche freſſen: ſo iſt dies ecwas anders, weil ſie dieſe, wenn ſie im Schlamme ſtillſigend ſind, gar wohl her- vorlangen können. In ihren Flügeln ha- ben ſie eine ſolche Stärke, daß ſie damit einen auf ſie ſtoßenden Adler codt ſchlagen können. Das Weibchen legt im Früh- jahre 5== 6 Eyer.- Die Mutter führt ihre Jungen, die, wenn ſie noch klein ſind, auf ihrem Rücken oder zwiſchen den Flü- geln oft ſißend geſehen werden 3; ſie werden außerordentlich von den Müttern geliebt, und herzhaft vertheidigt, Den jungen Schwänen bricht man das oberſte Gelenke der Flüglein, daß ſie in der Folge ſieif und ungelenkſam werden 3; wird dieſes un- terlaſſen: ſo fliegen ſie davon, werden wild, und fommen nicht wieder, Eben ſo muß man mit den Jungen der wilden Schwäne verfahren, wenn ſie zahm werden, und an ihrem Geburtsorte bleiben ſollen; dieſes muß aber geſchehen, ſobald ſie etwas aus- gefiedert ſind. Keine unſrer Federn ſind ſo weich und elaſtiſch, als die Schwanfe- dern. Die Berliner und Potsdamer Fi«- ſcher müſſen zu gewiſſen Zeiten auf Käh»- nen die Schwäne zuſammentreiben, um ihnen die Federn abzurupfen; man bedient mn mn 20m arr. 20 m 07 ld: Schwaonzr 363 ſich auc der ganzen Haut mit Flaumfe- „dern, Statt eines der beſten und leichte« ſten Pelzwerke, die beſonders als Unterrs« >e der Damen getragen werden. DieFi- ſcher auf der Spree und Havel halten die Schwäne für Wetterpropheten. Weng ſie ſich halb untertauchen: ſo ſoll es ſchön Wetter; wenn ſie aber mit den Flügeln patſchen und Dunſiſtaub verurſachen: ſo ſoll es ſchlechtes und Regenwetter hbedeu- tem. J< habe ſie einige Male in vorge- dachten Gegenden ſterbend geſehen, und ihr klägliches Singen angehört; welches aber wohl nichts anders als der Ausdruck ihrer deibesſc ihres Fleiſches beſteht wohl meby in der Einbil- dung; auch verſtehen ja unſre Köche die Kunſi, dem Fleiſche der zahmen Thiere einen Wildgeſchimnack veyzubringen, daß es Vet, Negllexicon IV. Theil,; Sce nach, von dem gewöhnlichen Branntwein nicht verſchieden 3 aber viel ſtärter, und mehr berauſchend ſeyn. Abart: Vibucnum OpulusL. Schnee- balienſtranch, gefüllte Schneebals- len, Gelder-, oder Batiim-, ader Dalirojen, Roſenholder, eine zufälli- ge und nachher in den Gärten fortgepflanz« te Abänderung, von 15== 20 Fuß Höhe, die von dex Mutterart nur durch ihre Biu» Schwerdtr men jich unterſcheidet, Weil dieſe in gro:| ßen Fugelichten Büſcheln im Anfange des Jun. wie ein Ball zuſammenſtehen: ſo machen ſie ein ſonderbares Anſehen, da ſie von der Crone des Baumes auf eine gefallende&rt umher. vertheilt ſind. Dieſe Spielart muß, da ſie keinen Saamen trägt, durch die Brut oder Ableger allein vermehrt werden,; Schweütie, Schwellholz, wird insgemein der, durc) die ganze Wand ei- nes Geväudes fortgehende, ſtarte Balken genannt, welcher eine darauf geſelte Laſt tragen muß, Nach der verſchiedenen Lage bekominen die Schwellen verſchie dene Na- men, als Grundſchwellen, Plattſzücken, Saumſchwellen oder Sohlvänder, Mauex-. latten, Dachi>wellen, Stuhlfetten, u ff Zu den Grundſchwellen, die man gemei» nigiich ſchlect, Schwerpunck, in der Mechanik der Mittelpunct der Schwere, d. i,, derje- nige Punck, durch welchen ein Körper in zwey gleich ſchwere Theile getheilt wird, oder um welchen alle übrige Theile gleiche Schwere haben. Schwingel, Feßuca L., ein Ge- ſchleht5name, welcher den bekannteſten Grasarten beygelegt wird, wovon 16 Ar- ten bey dem Hrn, von Linne“ vorfommen, die man nach der Blüthriſpe unterſcheiden kann 3; als welche bey einigen nach einer Seite, bey andern auf gleiche Art verbrei- tet iſt, Schwing 371 a) Schwingel mit einſeitiger Riſpe. 1) Schaafſchwintgel mit vierecki« gem Halme und borſtenarcigen. Alättern, Schäafgras, Lieiner 230c>sbart, F. ovina L., Gramen fo- liis junceis brevibus majus radice nigra C, B. P., wächſt in dem dürreſten Boden auf Heiden, Hügeln und Felſen. Wurzel: beſteht aus langen, dürren, ſchwarzen Zä- ſerchen„ und treibt viele, dicht an einander ſtehende, borſtenförmige, rundliche, fin- gerlange Blätter; Haln1: nackend, vier- eckig, einen halben F. lang; Riſpe: zu- ſammengezogenz; Stielchen und Aehrck- holm, Akad.( S>0 14) alſo: Die große Carlsöen hat wenig anderes Gras über ih- Aaa 2 ARZL EZ AHS WE 4 Omni dr14. 254% Sd rl 372 Schwing ren ganzen Allvar, als dieſes; daher man auch dieſen Felſen für ganz kahl und dürre hält; rings darum iſt am Strande hohes und herrliches Gras. Do gehen die Schaafe Tag vor Tag auf dens Allwar, - werden da fett, ohne daß ſie einmal das hohe Gras am Meerſt rande anrühren oder niedertreten, weil ſie nach den? Geſchmacke dasjenige zu wählen wiſſe, was ihnen anz mnglicſfen iſt. 2) Rother Schwintel mit halb- rnnd;m Halme 110 rauben Blücrh- frielen, rother Bocksbart, Hart» ſchwingel/ 8. rubra L., wächſt häufig auf den unſtruchtbaren Sandhügeln und Feldern; ferner an dtürren Oertern in Hei- den; unterſcheidet ſich auch von der vori- gen Art vorzüglich dürch die rauhen Stie» te dex Blüthriſpe, und durch die Geſtalt des Halmes, welcher an der einen Seite rundlich, ant der andern platt iſt. Es iſt dieſes Gras größer, und hat etvas brei: tere Blätter, als das vorherbefchriebene. Wenn der Saame deſſelben reiſt: ſ6 er- hälr es eine rothe Farbe- Gemeiniglich mächen 6 Blüthchen ein Aehrchen aus, welche alle, das k-ßte ausgenommen, eine Granne HIE: Haller zählt nur 5 Blüth» en. Dieſe Gragart iſt gleichfalls eine angenehme Koſt für vie Schaaje, wenn es noch jung iſt. 3) Surcichwinttel mit glatten Achrchen und borſtenarngen Dlät- tern, Fieiner Gartſchwingel,!ai1C- DER Zorſtſchwingel, F. duriv- Kala L., wächt auf trocknen Wieſen und andern dürren Dertern. Die Aehrc! jenet- ut Schwing b) Gleichverbreitete Riſpe | baben: 5) Geſtreckrer Schwintel, deſſen Aehrchen ohne Grannen, und kiei- ner, als der Relch ſind, glatter Sa-= berſchwingel, niedriger glätter Ha- berichwingel, F. decumbens L. Weit die Grannen fehlen: ſo rechnet Scopoli dieſe Art zn dem Riſpengraſe. Sie wird auf hohen und tronen Triftcn, in Fel- dern und Heiden; aber nicht häufig, geſun= den. Der Herr von Linne giebt die Un- zerſcheidungszeichen alſo aun: Der Halm liegt darnieder 3 die Blücbriſpe iſt aufrecht- ſtehend; die Aehrct. Die R1/vc il? in autem Woden- zuweilen über eine Elle lana, und die Zweige dorjel» Ven fichen nod) 3 entgegengeftton Seiten -“> M 49-7 CU H= "* 6 5 Gs I> 374 Schwing ausgebreitet. Jedes Aehrchen beſteht aus 8=-- 10 Blüthen. Won den 2 Bälgelchen iſt 166 untere viel fürzer und ſchmäler, und „endigt ſich in«cine ſcharfe Spiße. Cs NEE dieſe Art, wenn man ſie anbauen will, in allerley Boden fort, wo ſie allen- falls nur einmal des Jahres unter Woſſer ſteht, oder einen feuchten Grund hat; je tiefer aber das Waſſer iſt, worinn ſiewächſt deſt o länger und blattreicher iſt ſie.“ Der reiſe Saame wird um Du geſamm': let. Das Gras iſt an und für ſich ſelbſt ein ſüßes, nahrhaftes Futter, ſowohl für Pferde, als auch für Rindvieh, Der Saame dient Enten, Gänſen und Waſer- vögeln zur Speiſe; auch hat man bemerkt, daß ihn auch die Fiſche lieben, und daß die Forellen in ſolchen Teichen wohl gedei- hen, wo dieſes Gras in Menge wächſt. CM Menſchen ift dieſer Saame eine der wohlſchmeckendſten uid SIN EIN ie aud) unfer dem Namen Canna lang 5! befannt geweſen. Die in Preußen und der Mark Bran- denburg gewöhnliche Art, den Schwaden zu ſammeln, und zu ie iſt folgende, Man ſchlägt nämlich den Saamen früh “im That:e, und bedient ſich dazu eines, an einem nicht allzulangen Stiele befeſtigten, Siebes, welches an der einen Seite, nach dem Stiele zu, offen iſt, und ander Oeſſnung einen leinenen Beutel hat, worein der Saame, wenn das Sieb ſchräg gehalten wird, hineinfälle, und aus ſolchem Beutel, "wenn er hinreiczend gefüllt iſt, ausgeſchüt- cet wird, Mit dieſem Siebe wird hin und her dem Graſe entgegen geſchlagen, da denn der Saame hineinfallen muß, Der geſammlete Soame wird auf einem leine- nen Tuche ausgebreifet, und'an der Sonne gut getro>ner, Noch kürzer kommt man auf dem 2ande davon, wenn man den Schwitg Saamen auf Tüchern in dein Baoſet, nachdem das Brodt herausgenommen wor- den iſt, troFnetz; es muß aber der Ofen nicht zu heiß mehr ſeyn, weil ſonſt der Saame, wenn er angebrannt wird, eine röthliche Farbe annimmt, die er auch durch das Kochen nicht verliert. Er muß im ge- trockneten Zuſtande eine gelbliche Farbe haben. Der wohlgetro>uete Saame wird in einen Stampfirog(die Bauern in der Mark Brande nvurg haben dergleichen, um den Hirſen darinn zu tampfen) geſchüttet, mit Häckſel vermiſcht, und ſodann mäßig geſtoßen, daß die Spelzen abgehen, wore- auf er geworfelt, und von aller Unreinig- keit geſäubert wird, Hiernachſt kommt er nod) einmal in d:n Stampftrog, worinn er abermals mit Strohäckſel( andere neh- men getrocknete Ri Aepfel- und Haſelblätter) ſo lange ge- ſtampft wird, bis die ſchwarze Schale gänzlich herunter iſt. Nun wird die Grü- ge durch wiederholtes Worſein völlig ge: reinigt. Die Mannagrüße quellt im Ko» hen mit Milch oder Wein dergeſtalt auf, daß eine Handvoll 4 erwachſene Men- ſchen ſättigen kann, und es komm? auf die tiebhaber an, od ſie das Manna dick, wie Brey gekocht, oder d dunn, als eine e Suppe, eſſen wollen, da es im lektern Falle die Stelle des Sago völlig vertreten kann. Es verdient daher der Schwadenſchwingel, deſſen Frucht weit beſſer, als der Reiß ſchmeckt, eine mehr ausgebreitete Cultur z er kann in Gärten für die Küche da ange- bauet werden, wo weitzer Kopffohl gut fortfommte Nacy dem ausgeſchlagenen Saametn wird das ſtehen gebliebene Gras abgemähet, als gutes Heu getronet, und verfüttert. Iſt der Boden nicht zu dürf- ig; fo wird der um Johannis abgeſchnit- tene ingelblumen, um die Grüße gelb. SD zu machen, oder d8< 5"maden. €*> zz KS eee 0 ae SER 0.050.202 Foſeh, 1 won Hen ſt: der „Ane "durch OUR [IN men winde ien, un eſt, 11 mößi en, Ob uvelnige (11011972 „Worm wt neh my hen, (ange At: weh dW vlg ft (em Fb fah uf ons Na mf u W die, vw ve Gus Fah! Ww fen fin 00 "EU Cult) da(ny ih NU Algen! ne Ou nt, u „ dif ſpol (ums Schwing rene Schwingel gegen Michcelis noch eitt- mal reifen Saamen bringen, der abermals abgeſchlagen, und das zurückbleibende Gras noch einmal als Heu getrocknet und zur Fütterung des Rindviches angewandte werden fann. Schwingen, an den Wagenleitern die breit geſchnitten Hölzer, weiche die Ober- und Unterbäume derfelben in ge- wiſſer Weite von einander balten, und aiſo das Triete Stuck einer Wageialeiter ſind, Schwippe, an einer Angelruche die oberjie biegjame Spiße, woran ſich. die Angelſchnur befindet. Anu den Peitſchen heitzt der angedreyete dünne äußerſte Theil gleichfalls die Schwippe, Scern Boden, reihenweiſe in ganz flachen Furchen, die 6--8 Zoll von einander abſtehen, geſäaet, und mit Erde bedeckt. Die aufgegangenen Pflan- zen werden ven allem Unkraute gereinigt» und, wo ſie zu di> ſtehen, verdünnt. Daß der Saamenſtengel gemeiniglich ſchon im erſteu Jahre in die Höhe ſchießt, benimmt der Wurzel nichts, ſv lange ſie noch jung iſt, von ihrem Werthe; man vraucht aber die Wurzeln nicht alle im Herbſte aufzu- graben und ſorgſältig den Winter über zu verwahren; ſondern fann ſie von der Zeit an, da ihre Blätter anfangen gelb und welk zu werden, bis in den May, ſo oft man einige brauchen will, beſtändig friſch aus der Erde nehmen. Woenn die Blü- thenſtengel aber zum zweyten Male in die Höhe treiben: ſo werden ſie gewöhnlich ſto- rig und unſchmachaft; daher man wohl thut, ſie jedes, oder wenigſtens jedes zweyte Jahr aufs Meue zu faen«:> Die zum Saamentragen beſtimmten Scorzo- nerwurzeln läßt man an dem Orte, wo ſie gewachſen ſind, ſtehen; hält den Boden iim ſie herum beſtändig rein und locker, und unterſtükt ſie, wenn die Stengel in die Höhe wachſen, wider den Wind mit Stäben. Jm Jul. pfiegen ſie zu blühen, und im Auz. reifen Saamen zu bringen, Scorz Sobald dieſer Anzeigen ſeiner Reife giebt, muß er, um nicht vom Winde weggetrie- ben zu werden, oft nachgeſehen und behuk- ſam eingeſammlet werden, Er bieibt ſel. ten über ein Jahr tüchtig zum Aufgeben, und muß daher jährlich gezogen werden, Die Scorzonere wird, wie bekannt, in un- ſern Küchen häufig gebraucht; aud) ver- dient ſie, wegen ihrer- ſchnellwachſenden,. ſaſtreichen und fetten Blätter, ais ein gu- tes Viehfutter, in kleinen Haushaltungen wenigſtens, angeprieſen zu werden. Ei- nige röſten auch igre Wurzeln, um daraus einen Kaffee zu bereiten; er muß aber auch, gleich den Cichorienwurzeln, mit Kaffeebohnen vermengt. werden. Die Wurzel iſt avc< ofſicinell, und wird bey hikßigen Kranfheiten, meiſtens niit Waſe ſer abgekocht, gebraucht 3 doch iſt die Wur- zel vom gemeinen 2öwenzahn gewiß kräfti- ger zur Anfeuchtung der Gefäße und zur Verhinderung des ſtockenden Biutes und. anderer Säfte. 2) Lriedricze Scorzonere mit einblumicgem, faſt nackendem Strene- gel, wilde"Scorzonere, S. humilis L., wächſt in geraumen Cid)- und Fich- tenwäldern, und blühet im May und Jun. Wurzel: ausdauernd, etwa 1 Finger di, lang, äußerlich ſchwarz, innerlich weiß; Blärter: auf der Erde ausgebrei- tet, lanzetförmig, völlig ganz, der Zänge nach mit Nerven durchzogen, hellgrün und glattz Scentel: 1 F. lang, meiſtens noch darunter, nackend, ohne Zweige, nur mit einigen Schuppen beſekt, utzd an der Spiße eine einzige gelbe Blume. Von dieſer ſoll man, wie dinnäus angiebt, die Wurzel ſür die Apotheke ſammen. 3) Purpurfarbige Scorzonete mit ſchmalen drcyeigen Dlärtern, S. purpurea L,, wächſt in Oeſtreich und in fe aicht, (9 gefrit: ) behut« Wbt fel. fyrhen, verden, (Me Qu vt Ofeidy, 8 ÜÖU alt 1710877 m datdys 118 abe 11917 De vid bey it Diſe eH ip füh ud ju ut u are wit 1 Sti hun nd Jh und. Zu | jut (mh vpe NEN ehgein niſten N„m md Pn ht' hit zone ieren, "I [1] Seeb! in der Mark Brandenburg. Die Kelch- ſchuppen ſind an der Spiße röchlich; die Blümchen blaßröchlich, oder bläulich. 4) Gelbe Scorzonere mit eintge- ſchnittenen Blättern, 8, laciaiata L., wächſt bey uns an den Zäunen; blühet im May und Jun. Wurzel: dick, lang, gelblich; Dlätter: geſtrect, ſchmal, ge- fiedert- zerſchnitten oder eingeferbt, glattz Srentgel: zweigig, glatt, oder wollig, x --5 F. boch, aufgerichtet z Blumen: flein, blaßgelb,| 5) Gelbe Scorzonere mit herz- blätterigen Schuppen am Bläch. ſticle, Scorzonere von Montpel- lier, S. picroides L., iſt in hieſigen Gär- ten ein Sommergewächs; blühet im Jun, und Jul,; trägt reife Saamen, Die Blümchen ſind gelb; die Saamen faſt viereckig, und der Queere nach geſtreift, Seebiume, Nymphaca, Die bier folgenden zwo Arten ſind ſehr blumen» reiche, perennirende Waſſerpflanzen, die man in Gärten, Canälen und Teichen zur Verzierung zu unterhalten pflegt, und ei- nen ſchönen Effect machen, 1) Gelbe Seeblyme, Seeroſe, Waſſertulipane, Tüxblume, Haar- wurz, Watjſſerlilien u,ſ. f., N. luteal.. Vaterland: Europa, an Ufern, unter ſüßem Waſſer; Blumen: ſchöngelb; der Kelch fünfblärterig, und größer als die Blumenfrone,: 2) Weiße Seeblume, N. alba L., gleichfalls in den Seen und Teichen, Blu- men: weiß, wohlriehend. Die ganze Pflanze kommt mit der vorhergehenden, in Anſehung der Wurzel, Blätter und Blüch- ſtiele überein. Die Wurzel von der gel- ben Art mit Milc< abgerieben, ſoll die Hausgrillen und Schaben tödten. Blät« - OWet. Regllexicon IV, Theil, Seidenſ 277 -ter und Wurzeln freſſen die Schweine gern. Will man mit dieſen Pflanzen Flüſſe, Teiche, Canäle, ſtillſteherde Wä“ ſer, oder Waſſergräben verzieren: ſo ſamm- le man um die Zeit det Reife ihres Saa- mens ſolche Saamengefäße, die ſich eben zu öſſnen beginnen, und werfe ſolche auf das Waſſer. Die Saamen fallen dann zu Boden, und im folgenden Jahre. ent« ſpringen aus ihnen junge Pflanzen, Die zwote Art iſt nicht ſo gemein, als die erſte; bleibt aber eine der größten Zierden eines Waſſerſtückes, Sege, Segegarn, eine große Fiſchwate, oder ein Zugneß, welches zus weilen über 12 Ellen hoch, und auf an- derthalb hundert Ellen lang iſt. Seidenſchwanz, ein Vogel, der ſich in vielen unſrer Wälder aufhält, den Wach bolderbeeren gern nachgeht, und mit andern Bögeln im Stxeriche aus den nördlie dien Gegenden herzufommen ſcheint. Er hat faſt die Größe eines Kernbeißers, und fängt ſic) in manchen Jahren ſehr häufig in den Dohnen, die den Krammetsvögeln im Herbſte geſtellet werden. Der Kopf deſfjelben iſt rothbraun; am Genicke hat er längere Federn, die eine Art von Kamm vorſtellen, welchen der Vogel erheben und niederlegen kann; der Hals iſt kurz,-vorn und hinten ſchwarz, an den Seiten röth« lich, und gegen den Schnabel weiß; vie Bruſt caſtanienbraun, oder voſtfarbenz der Bauch aſchfarben, außer gegen den Steiß zu, wo die Federn weißlich, td weiter nach dem Schwanze röchlichbraun fallen, Am RNücen ſehen die- Federn nicht ſs braun; ſondern mehr aſchgrau aus, Die äußern Defedern an den Flügeln ſind ſchwarz; die innern tief aſchgrau, und ha- ben vorn an den Spißen vortrefflich ſchöne Bbb Flecken DAS N-<2 «4 42. M DES? S0 404 05 1508-W09.) LC 5 WI ISK€. ALW 378 Seidenw Tlecken oder Dipſel.- Die Schwanzfedern vorn an der Spule ſind aſchgrau, nach der Spiße hin ſchwärzlich, und an den Enden mit Hochgelb ausgehend. Unten beſinden ſich röchliche Federn, die gleichſam einen fürzern Schwanz ausmachen. Der Vogel fliegt in Geſellſchaft mit vielen ſeines Glei- Hen, und iſt unter die Strichvögel zu rech- nen. Im Sommer ſucht er allerley Ge- würme auf der Erdez im Herbſt und Win- fer aber geht er, wie die Droſſeln, allerley Beeren, dem Fichtenſaamen, u. derglt. nach, Der auf dem Vogelheerde einge- fangene Seidenſchwanz wird ſehr zahm, und kann mit Hirſenkleyen, in Mil ge- weicht, mit Wachholder-, Vogel- und Weinbeeren, auch mit Brodt, wohl fort- gebracht werden. Sein Fleiſch ſchmeckt angenehm, und gebraten wird es von manchen den Krammetsvögeln vorgezogen. Sein Gefang im Frühlinge gleicht faſt dem der Rothdrofſel 3; auch kommt er ge- meiniglich erſt im Striche gegen den De- cemver zu uns, und bleibt im Winter hier, Aus ſeinen ſchön gefärbten Federn wiſſen die Federſchmücker allerley Sträußer zu binden, worein die gelben, weißen und ſchwarzen Spißen ſchön untermiſcht wer»- den; da vornehmlich der hochrothe hart- 028 Abſaß angenehm in die Augen fällt, - Seidenwurtn, iſt die bekannte, aus China nach Europa gebrachte, Raupe, welche uns die Seide ſpinnt, Da aber anſer Himmelsftrich zu rauh iſt: ſo müſ- ſen wir die Seidenwürmer in eigenen Stu» ben, die nach Befehaſfenheit der Tempe- ratur geheizt werden müſſen, unterhalten, Da der Wurm einzig und aliein von den Blättern des weißen Maulbeerbaums er- nährt wird; fo beruht der Seidenbau auf Seidenw einer angemeſſenen Anzahl von Maulbeer- bäumen z daß alſo die Anzahl der zu er- nährenden Würmer darnach berechnet wer- den muß. Für ſo viel Würmer, die ein Pſund Seide hoffen laſſen, als wozu 3 500 bis 3000 Würmer erfordert werden, ge- ben 3= 4 alte Hauptbäume, oder 20 gu- te Mittelbäume von 10 Zoll in der. Run- dung am Stamme, eine hinlängliche Men- ge Blätter; nach welchem Verhältniſſe man auch die Hecken und Baumſchulen, wenn anders keine andere Blätter zur Hand ſind, berechnen kann. Hiernach läßt ſich alſo ferner für eine jede größere Menge Würmer das erforderliche Biätter- maaß berechnen. Wer von eincm Lethe Graines( Wurmſaamen) die meiſte Seid. macht, hat eben nicht den g:'ßten Ve» winnſt vom Seidenbauez nur derjenige hat eine gründliche Kenntniß davon, wels» cher von einer angegebenen Anzahl Bäu- me die größte Quantität Seide gewinn, Der Seidenbau z. B,, der mit 12 2oth Graines unternommen wird, und wobez 30 Pfund Seide z bey günſtigen Umſtän: den aber noch etwas mehr,>»"Stomint, iſt der beſte und vortheilhafteſte- Man Fann zwar eben ſo viel Seide aus wenigern Graines hcraugbringen; es fkoltet abex mehr 3 mithin hat man wenigere Worthei- le dabey. Ob nun zwar die Wiſjenichar Seide zu bauen ſo ſchwer eben nicht iſt: ſo gehören doch dazu gew:ſſe Worfenntnſſz?, die man, wenn es an muündlichem Uner- richte fehlt, ſich aus gedruckten Unterwei- ſungen verſchaffen muß. Eine der beſten dieſer Art iſt der Seidenbau und die tanmbeerbaumzucht von TJ. G. Bebnkte, welche im Verlage der Real- ſchule zu Berlin( 1794) herausgefommen iſt. König Friedrich 1k, und unter ihm ſein Staatsminiſter Herzberg, ſircbten ſo ſehr, (Ubi ; zu pl: et Wet vie ein 13500 |, qer N We «Zu: ve Nw hält]! nul, 1098) Hietnad größen Glattes mchte e Geld. a Ob dte 1, vb | Yäu gewinnt 12(ih 10 woro) Umftät: orm Tu wenigen ſet ao Vorthele ſede! ine ji: fe | Umttt- venwel: Seifenk ſehr, den Betrieb des Seidenbaues allge- meiner zu machen, daß i. J, 1784 beyna- he 14000 Pfund Seide in den Preußi- ſchen Staaten gewonnen wurden, Seifenkfrgaut, Zaponaria. Die zu dieſer Gattung gehörenden Arten ſind Frautartige, dauerhafte, theils perenniren- de, theils einjährige Pflanzen, 1) Gewöhnliches, oder officinel- les SeifenEraut, 8. officinalis L. Vas terland: Deutſchland, hin und wieder wild wachſend; Wurzel: auswärts röch- lich, breitet ſich bald weit aus; Stengel: aufrecht, gegliedert, rund, glatt, dick, 2= 3F. hoh; Blätter: eyrund-lanzetſör- mig, geſpißt, glatt, auf der Unterfläche mit 3 entlängs laufenden Ribben; Blumen: 'in doldenartigen Büſcheln, purpurröthlich, oder weißlichroth, im Jul. und oft mit En- de des Sommers 3; Sorten: a) gemei- nes einfaches; b) mit gefüllten Blu- men; c) mit ansgehöhlren Blättern, mit furzen, dien, geſchwollenen Gelenken und purpurrothen Blumen; Stammmut- ter und Abarten ſind Blumenpflanzen, und werden im Herbſte durch Zertheilung ver- mehrt, Die Pflanze enthält eine natürli» igem Halme und blärteriger Riſpe. 7) Seeſembde mit dreyfach tze- ſpaltenen Zlüchbälglein, 8, wariti- mus L., wächſt in ſalzigen Sümpfetrz auch hin und wieder in Teichen; Halm: dreyſchneidig, 2--3F. hoch. 8): Waldſembde, Waldbinzen- gras, S. ſylvaticus L., wächſt in ſchattigen, ſumpfigen Gegenden, s5Zalm: dreyſchnet- dig, 3=-2 F. hoch, mit ſcharf geſpikßten Blättern befeßt, welche an den Gelenfen einzeln ſtehen, und dieſelben mit ihrer Grundfläche umfaſſen; Blynzen; iw blät- terigen Dolden. Stengel und Blätctey find eher weich als hart zu nennen, und brechen leicht; daher iſt dieſe Art beſſer, els viele andere ſehr zähe Bruchgräſer; ſie wird auch, ob es ſchon nicht das beſte Fut» ter iſt, von Pferden, Kühen und Schaa- fen geſreſjen> die Schweine aber ſollen es nicht berühren. Senf, Sinapis, ein Pflanzenge- ſchlecht, wovon wir nur die bekannteſten Arten bemerfen. udT»=<= Seuf 381 r) Ackerſenf mit vieleckigen knol. ligen glatten Schoren, Seld- oder Ackerſenf, Hederich, Triller, S, ax» venlis L., ein befanntes jähriges Unfraut auf den Aeckern; gleicht zwar, und am meiſten zur Blüchzeit, dent vechten Hede- „rich(Ff. dieſen); iſt aber von dieſem, der Frucht nach, ganz verſchieden, Wurzel: weiß, zaſerig; EStentzel: 2 Fuß hoch; Dlärter: lang, ſchmal, viel eingeſchnit- ten; Dluinen: flein, gelb, im Jun. und Jul. 3; Soxrrcen: 3) mit weißen; b) mit goldgelben und weißen; c) mit fchwarz ge- ſtreiften; d) mit purpurvothen Blumen, . Das gemeine Landvolk pflegt den Acker» fenf bey uns den großen Hederich zu nennen, und ihn hiemit dem eigentlichen Hederich entgegen zu ſtellen, es kann aber erſierer, beſonders an der Schote„ unter ſchieden werden. Dieſe iſt namlich viel= mehr glatt, als rauch; fnotig, ſiroßend, und länger als der zwoyecfige, hornige Fortfaß, oder der ſtehen bleibende Griſfſel, Der Saame iſt kugelförmig, bräunlich, ſcharf, und hat eben die Eigenſchaft, wel- d)e von dem gebräuchlichen Senfe ange führt werden ſoll, Die jungen Blätter können zu Salat gebraucht; auch als Zu» gemüſe allein, oder mit Kohl zugleich, ges focht und verſpeiſet werden, Die Schaa» fe freſſen das Kraut, wenn es noch jung iſt, gern. ſpäter iſt es gut fär das Rind» vieh. Man finder dieſes Unfraut nur uns ter dem Sommergetraide, und beſonders unter der Gerſfe. 2) Gartenfenf, weißer und ſchwar» zer, Sinapis alba und nigra, Beyde Ar- fen werden häufig ix den Garten g720gen, Der weiße, oder die Blätter deſſelben wer- den, went fie noch jung ſind, EScatt des, Koyls gekocht, vder damit veriniſche: auc) als Salat, odey unter denſelben, mit zUs BDbb 3" erich- 382| Senf: gerichtet. Dieſer Senf wächſt 2=- 3 F- hoch 3 der ſchwarze aber oft 5 F. hoch- Im März wird der Senfſaame auf ein gut ge grabenes Land ganz dünn geſäet, einge harkt, vom Unfraute gereinigt, und da, wo die Pflanzen zu dick ſtehen, verdünnkz nachher bedürfen ſie keiner fernern War=, tung. Wenn die Schoten gelb und reif werden wollen: ſo ſchneidet man die.Pflan- zen nahe vor der Erde ab; breitet ſie zum Trocknen auf der Erde aus; driſcht ſodann ven Saamen ausz reinigt und packt ihn in Tonnen« Aus dem Saamen kann Del geſchlagen werden, welches gleich andern Oelen genußt wird; am meiſten aber wird der ſogenannte Ülöſtrich daraus bereitet. Zur Berfertigung deſſelben nimmt man Folgendes: x Pfund gelben Senf;€ Pf. braunen oder ſchwarzen, fein gemahlnen vder geriebenen Senf, den man dur) ein Haarſieb laufen läßt; 3 Pfund brounen Zucker( Kochzuer), und 5 Soth fein ge- ſtoßene Nelken(dieſe können auch wegge- laſſen werden). Hiezu gießt man ſo viel ſüßen Moſt oder jungen Wein, daß er, wenn er bis zur Hälfte in einem irdenen Geſchirre eingekocht iſt, ſeine gehörige Di- >e hat; dann läßt man ihn abkühlen; füllt ihn in ſteinerne Krufen, die man mit Rindsblaſe zubindetz endlich verwahrt man ihn an einem trocknen Orte- Wenn der Moſt ſehr ſüß iſt: ſo kann der Zucker weg- gelaſſen werden.== Dder man nimm?f auch ſo viel Wein, als man nötvig hat, und läßt ihn bis zum dritten Theile einko- chen; thut die Species zuſammen in einen Reibaſch oder Reibeſatte, und reibt ſie ſo lange durch, bis die Maſſe ſo geworden iſt, wie ſie erfordert wird. Che man aber den Senf braucht, eder ihn wegſekt: laſſe man ihn, damit er gehörig aufquelle, bis er ſeine Conſiſtenz hat, einige Stunden Senf ungeſtört ſtehen. Man kann auch die ge- hörig getrockneten Saamen ſtoßen oder fein zerreiben 3 dieſes Pulver in Gläſern oder ſteinernen Gefäßen aufbewahren, und alsdann erſt mit Wein oder Cſſig vermi- ſchen, wenn man davon Gebrauch machen will. Der Möſtrich eder Senf iſt ein gu» tes Gewürzz erregt den Appetitz beſördert die Verdauung, und löſet den zähen Schleim in dem Magen und den Gedärx- men auf; erregt aber leicht Hißez; daher man ſolchen mäßig genießen ſoll; auch ſchickt ſich ſolcher, wie die meiſten Gewuür» ze, nur für ſolche Perſonen, welche ſchlei- mige Säfte, ſchlaffe feſte Theile, oder über- haupt, wie man zu reden pflegt, eine falte Natur haben,: Sonſt hat man auch den Senfſaamen wider die Wechſelfieber empfohlen. Man nimmt an dem guten Tage nach und nach etliche Löſſelvoll ganzen oder ungeſtoßenen Saamens, verſchluckt ſl, und verm: ) Wochen fn gw bead 7 10'W en Oldie je; Uhr ſell; auß ny Oetdit Iche ſchleb oder Übels eine Falte en le, Am und 11h geſtoßentt ungefau) Oettinft; de öf dieſer Cm au 10 der Chin» finden" Brett Gd emi m Ds Rafe vw NO 1 Gem 3 m vt, alt ma amp pau)“ | ih 1 nimm 00 Senken man geſtoßene Körner, vermiſcht das Pul- ver mit Eſſig, oder Sauerteig, und legt dieſes Pflaſter, welches man Sinapilmus nennt, auf die Haut. Es wirkt dieſes Mittel, wie die eigentlichen blaſenziehen- den, nur gelind, und wird in allen Fällen dienlich ſeyn, wo man theils die Nerven reizen; theils die Säfte von innen nach außen zu, und an beſondere Oerter hin, ziehen will, als bey den Blattern, va man dieſes Mittel anf die Waden und Fußſoh- lenz; bey den Zahnſchmerzen, da man es an die Schläfe 3 in der Schlafſucht auf. den Wirbel; bey der Lähmung auf den lei- denden Theil legt. Senken, Senfe, wenn der Wein: gärtner einem guten, fruchtbaren Stoke eine Kebe nimmtz die aber am Stocke un- abgeſchnitten bleibt, und nun in eine da- bey zugerichtete Grube unter ſich biegt, welche die Senkgrube genannt wird. Man dectt dieſe Rebe in der Mitte mit Erde zu, und(äßt das eine Ende 4=-5 Finger breit herausgeben, ſo daß ein paar Augen in der freyen 2u;t bleiben, Senſe, ein eiſernes Werkzeug, Gras und Getraide abzuhauen. Gras- und Getraide- oder Kornſenſe ſind in Anſe» hung des Eiſens zwar einerley 3 aber den Stielen, oder ſogenannten Senſenbäumen nach verſchieden. Die Gragsjenje hat ei- nen frummlayfenden, unten auf- und oben eingebogenen Baum, weicher von einem ſelvſtzewachſenen Holze ſo zugerichtet wird. Au dem einen Ende, welches man in dex linken Hand hält, iſt ſie mit einer Krücke, und etwa bey dem dricten Theile von oben hinunter mit einem hölzernen Knebel, wels en verſehener Stein, der ſich drehen und arbeiten läßt, und einen angenehmen Glanz annimmt, Er bricht in Sachfen. Es werden allerley Geſäße daraus ge- macht. Seßen, heißt in der Baukunſt, wenn das Bogengerüjft oder die Lehre unter ei» nem fertig gemauerten Gewölbe weggee nommen wird, und das Gewölbe fich ek» was ſenft 3 weiches gemeiniglic) immer ges ſchieber; ſonſt heißt auch ſezen oder legen, nach der Seßwaage den»Grundſiein legen, welcher liegen bleiben foll z es wird aber auch geſagt» das Steinpflaſier ſekt ſich. Seßen, 334. Seßen Segen, wird von Rehen und Haſen geſagt, wenn fie Junge zur Welt vrin- gen. Sekhamen, ein kleines Fiſchergarn, wie ein Sa, an einem halben Reiſe oder gebogenen Stängelchen befeſtigt. Dieſes Fiſchergarn wird vor Löcher oder Deffnun- gen geſeßt, die herausfommenden Fiſche darinn zu fangen, Seghammer, ein Hammer mit 6i- ner doppelten platten Bahn, womit der Grobſchmied einen Anſaß oder eine Ber- tiefung in das Eiſen macht, Sekkohſe, die langen Kohlen, wel- e zu dengeln, und nicht zu ſchleifen. In unſrer Gegend iſt zum Abſchneiden des Korns nicht die Sichel; ſondern nur die Senſe, gebräuchlich, weil die lekßtere weit mehr die Arbeit fördere, Man könnte ſich aber auch da der Sichel bedienen, ws das Lagerkorn ſehr unordentlich unter ein- ander liegt, und viel Zeit erfordert wird, eine Handvoll nach der andern mit der Senſenſpiße he. vor zu ſuchen, wobey das Abhauen mancher Aehren nicht wohl ver« mieden werden kann; nicht zu gedenken, daß dergleichen verwirrtes Lagerkorn mit der Hand beym Abſicheln mehr gerade auf das Schwad gelegt, und hiemit das Ein«- ſammlen des Getraides auch erleichtert wird, weil das Abſicheln durch die Mägde geſchehen, und hiemit eine Ausgabe für pr Schnitter oder Mäher erſpaxt werdeu fann. Sichelfraut, Sium Falcaria L., wächſt bey uns an den Zäunen und um die Aeer- Wurzel: tief unter ſich gehend, ſtarf wuchernd, ausdauernd; Stengel: in weit abſtehende Zweige getheilt3 Blät- ter: ſieif, meergrün, gefiedert, die Blätts den fommen mit einer Sichel gänzlich überein, als wodurch ſich die Pflanze faſt von allen. Doldengewächſen unterſcheidet; Zlumen.: weiß, in großen flachen Dole den, im Jul, Sicherpfahl, Marqueur, ein - eingerammter, mit einem Bleche bede- ter, Pfahl, wonach ſich die Müller in Anſehung des Waſterſtandes zu richten haben, "Sichtkep, eine hölzerne Rinne, die insgemein bedeckt durd einen Damm oder Deich FI“m 2 AW---4 x wit Mtoe Jt t des ie die ' Welf Ünnte nv (70 t wird, mit by bey des EN enfy, om mi wwe auf 06 Elt What eM gabe it | werden and D, dum ) geh) feng; ; Blib e Dlt ganjid anz ij eit; m Dv tt,] (eb: hei rien jd, ve nm oW 7 Sichtw Deich geführt wird, das Waſſer abfließen zu laſſen, Sichtwelle, in einer Windmühle eine neven dem Getriebe des Gabelwerks ſenfrecht ſtehende Weile, die das Erſchüt- tern des Beutels in dem Mehlkaſten be- wirkt, Sichtzeng, dasjenige Werkzeug, wodurch der Beutel in dem Mehlkaſten einer Waſſermühle ſenkrecht geſchüttelt wird. Sich werfen, wird von dem Holze geſagt, wenn es ſid) aus ſeiner geraden Lage begtebt,. und ſich krümmt, Friſches und nicht ausgetrocknetes Holz iſt dieſem Fehler faſt immer unterworfen, Siebt, Heideſiebt, in Nieder- deutſchland eine Art Senſe. oder Sichel, welche«us einem 12 Z. langen und 2 Zoll breiten Meſſer beſteht, welches waagrecht an einem 3 F+ langen Stiele hängt, der ſic) im Umfange des dritten Fußes ſeiner Hsße aufwärts beugt, die Heide damit abz.umähen, oder vielmehr, wie man auch ſagt, abzunärben, Siede, Geſott, das Futter, wel- dyes von Spreu, Ueberkfehr, auch von zu Häckſel oder HäFerling geſchnittnem Futter- ſiroh, Wirr» oder Krummſtroh und Grum- met mit flein geſtampften grünen Sachen oder Wurzelwerk, als Rüben, Möhren, Krautblättern, u, dergl, m., vermengt, und mit heißem Waſſer eingebrühet, dem Rindviehe gegeben wird. In den nicht Holzarmen Gegenden findet man wenig Siede; denn das Rindvieh iſt einmal zu kaltem Futter gewöhnt; befindet ſich wohl dabey; auch wird dabey Holz und Mühe erſpart. Vek, Regllexicon 1V. Tbeil, Silberb 335 Sie!, Syl, Syhle, eine Deich- ſchleuſe, das hinter dem Deiche zuſammen- laufende Waſſer herausznlaſſen, und zus glei) zu verhüten, daß nicht das vor dem Deiche aufſchwellende Waſſer hinter den Deich laufe. Sigmarsfraut, Roſen- oder Augenpappel, VBetterroſe, Herz: leuchte, Pflugwurz, Malva Al- Cea L., findet ſih um die Hügel und Dämme, wo der Boden etwas lehmig iſt. Wurzel: lang, zaſerig; Stenzel: aufrecht, äſtig, 2 F. ho<; Blätter: groß, ſchön- vieltheilig, etwas rauch; Blu- „men: groß, glänzendroth, an den Seiteg der Stengel; Sorten: a) kleineres; b) größeres; c) filzigblätterigesz3 d) weißblu- miges Sigmarsfraut, Die Pflanze wird jekt von den Aerzten nicht mehr geachtet. Silverblatt, Silberblume, Mondkraut, Mondviole, Lunaria. Von den Werzierungspflanzen dieſes Ge- ſchlechts ſind nur zwo Arten zu bemerken, r) Einjähriges Silberblatt, WMondviole, Atlasblume, L. annual, Vaterland: Deutſchland; Blätter: groß, herzförmig, länglich, gezähnt, haas: rig, auf langen haarigen Stielen; Sten-' gel: erhebt ſich aus der Micte der Blätter; aufrecht, ſteif, ringsumher äſtig, 3 Fuß ho< 3; Blumen: an den Enden und Sei- ten aller Zweige, in Trauben, purpurrotc; Schöcrchen: breit, mondförmig, weiß, atlasartig, weich anzufühlen, durchſichtig, reif im Aug. und Sept.; Abarr: mit großen atlasartigen Schötchen und bläſſern Blumen. Beyde Sorten machen mit ih- ren, an den Zweigen lange bleibenden, Schötern Boden, vorzüglich in Wäldern, liebt. Srentei: dünn, holzig, darniederliegend, grün, glatt, treiben viel Zweige, laufen auf dem Boden lang beträchtlich weit fort, und treiben aus jedem Gelenfe„Wurzeln; Blätter: lanzetförmig» eyrund, di>k, glatt, leuchtendgrün, glatträndig, auf ſtarfen fur- zen Stielen pacrweiſe gegen einander über- ſtehend z Blumen: aus den Achſeln-der Zweige, einzeln, auf beſondern Stielen, von unterſchiedenen Farben; Sorten: 1) gemeines grünes Sinngrün, 3) mit blauen; b) weißen; c) gefüllten wei- ßen; d) gefüllten purpurrothen Blumen; 2) gelbgeſtreiſtes Sinngrün, mit eben ſoldyen blauen, und weißen und gefüllten Blumen; 3) weißsgeſtreiftes Sinn- grön, gleichfalls mit eben ſolchen blauen, weißen und gefüllten Biumen. Wenn ſie in Menge beyſammengepflanzt, und ihrex Natur überlaſſen werden: ſo bedecten ſie den Boden dergeſtalt, und verwickeln ſich ſo durch einander, daß ſie dadurc<, daß ein Theil ihrer Stengel den andern im hohen Wuchſe übertreßſen zu wollen ſcheint, ein anderer Theil derſelben aber niedrig bleibt (deſſenungeachtet aber gefund und binhend iſt), in ver Entfernung einem fünſtlichen Felſenwerke ſehr ähnlich ſind. Wenn ſie nabe bey andern Sträuchern ſtehen? fo pfiegen ſie 2=- 3F, heb zu wachſen, und alsdann zwiſchen denſetben ein artiges An» ſehen zu möchen; übrigens erfordere die Pflanze feine beſondere Wartung, weil ſie in fchattigen Gegenden, wo andere Ge» wächſe nicht ſüglich fortkommen, wohi ge- deihet, und ſich bäufig vermehrt, Ctwa alle drey Jahre kann man die StöFe tief ausgraben und zertheilen, Jn den Ap0- thefen 1a Per. ſt hauf on Ih: ", liebt legend; Venu Wt uud Dun; iE, et, ben Dit: der hit Wehn. Stitley Zott; Fin, 3) fen wel: lumen; mit ben geſülten Sinn 1 blauen, Benn ſi hd ihre den ſe ein ſich daßein (fn 9 viel büßen nn u fe he; 0 m, u (3 vet dt wei ve Ob IN Ems fe fi | ps 14 Sinnzg thefen wird das Kraut aufbewahrt; in den neuern Zeiten wird aber von den Aerzten ſelten, oder gar kein Gebrauch davon ge- macht; doch iſt no< anzumerken, daß Gleditſch ſchreibt, daß das zu Pulver ge- riebene und mit Salz vermiſchte Kraut dem Rindviehe, wegen ſchlechter, naſſer und unreiner Bruch- und Waldweide, auch der vielen Schwämme, beſonders in ge«- wiſſen Jahren, den Schaafen höchſt nüß- lic) ſeyn könne. Beym Roßke der Pferde wird das Pulver von dieſen Blättern mit hkethiope minerali, von 1--.2 2oth ſchwer, nüßlich gegeben, wie man in den Schrif- ten der Pariſer Akad, v. J, 1761 nachleſen kann, Daß das Kraut die trüben Weine klar mache, wenn man daſſelbe in die Fäſ- ſer hängt, in welche ein ſolcher Wein ab- gezogen wird, hat man ſchon von Alters ver richtig befunden, In den ältern Zei- ten wurde das grüne Kraut zu Kränzen und Sträußern ſür die Leichen gebraucht; gewiß deswegen, weil ſolches an Oertern, wo die Luſt keinen freyen Zugang hat, lang» jam tro>net, und ſich lange Zeit bey ſei- nem äußerlichen Anſehen erhält. 2) Großblumites aufgerichtetes Sinnkraut, großes breitblätieritzes und ſtandiges Sinnkraut, V. major L. Vaterland: Schweiz, Jtalienz Strämime: ſtrauchig, glatt, blaßgrün, et» was aufrecht, 1--- 2 F, hoch, mit zur Erde geneigten Gipfeln; an einer Unterſtü- kung werden ſie wohl 4-5 Fuß hoch; PDlätter: groß, eyrund, glatt, lieblich leuchtendgrün, glatträndig, in den Win- fkermonaten ſehr verzierend; Zlumen: groß, blau, einzeln, auf aufrechten Stielen, aus den Achſeln der Stiele, faſt zu jeder Jahreszeit. Dieſes Sinngrün nimmt ſich, wenn es zu der Form eines immergrünen niedrigen Strauches gezogen iſt, mit ſei- Sominerb 387 nen grünen Blättern, und mit ſeinen gro- ßen, obwohl nur ſparſam erſcheinenden, Blumen in Wildniſſen ſehr gut aus; über» haupt ſchicken ſich feine Pflanzen beſſer zwiſchen niedrige und größere Sträucher, es ſey in immergrünen Pflanzungen, oder in ſolchen, die im Winter unbelaubx ſind, als die Arten des Sinngrüns,. 3) Gelbes Sinneggrun, V. luteal, Vaterland: Carolina; Stamm: dünn, wv: dend, windet ſich an allem hinauf, was neben ihm ſtehe; Blätter: länglich, des nen unſers Weidenbaums ziemlich ähnlich; SDlumen: beydes einfach und gefüllt, vom Jun, bis zu Ende des Sonmmers, Dieſe Pflanze verlangt einen warmen, leichten Boden, und eine gut geſchüßte Lage, "Smaragd, ein durchſichtiger grüner Edelſtein, der im Feuer beſtändig iſt, Sohle, iſt der weiche Theil unter dem Fuße des Pferdes, welcher von beyden Sei- ten von dem Horne oder Hufe in der Mitte eingeſchloſſen wird, Sohllacher, Subl, Prudel, ein Sumpf oder moraſtiger Ort, wo ſich Hirſcho und Sauen bey heißem Wetter hineinlegen, und ſich darinn abfühlen. Sohſlſchiene, die eiſerne Schiene, womit die Sohle unter vem Streichbrete der Pflüge beſchlagen iſt. ESSplidum, wenn alle für einen, und einer für alle, ſich in einem Conkracte un- terſchreiben; welches eigentlich unter dem Worte in Solidum ausgedrückt wird, Sommerdeiche. Cs giebt Wie- ſen, denen es vortheilhaft iſt, daß ſie von übertretenden Winterfluthen überſchweint, und von deren Schlamme gleichſam be- ſcen und Wur- zeln aus- und aufgeſchlagen, und einen Sommer lang in die Höhe geſchoſſen iſt. In einen ſolchen jungen Gehau muß kein Wich eher getrieben werden, bis ihm die Sommerlatten, wie man ſagt, aus dem Maule gewachſen ſind, Sommern, Sömmern, wird von großen, weitäſligen und ihre Wur- zeln weit ausvreitenden Bäumen gefagt, welche, ſo weit ihre Wurzeln und Aeſte ge- hen, fein Korn, Gras oder andere Ge- wächfe auffommen laſen. Wo auch Fol- der nahe an großen. Hölzern ſind; da prak- Sommerf ſen die Sonnenſtrahlen von den hohen und dicht Fehenden Bäumen ab, und dämmen dergeſtalt in die Fruchtfelder hinein, daß das Getraide davon gar leicht verbleichen und ſchwinden muß; das Baumlaub frißt auch gleichfanz? alles Gras und Getraide ſs weg, daß nichts aufkommen kann, Die Bäume, die am ſtärkſten ſömmern, find die Buchen, Eſchen, Linden, Nußbäume und Pappeln, Sommern beym Feldbau, den- jenigen Acker, welcher der Feldart nach Brache ſeyn ſollte, mit Sommerfrüchten beſäen. An vielen Orten, beſonders wo Schaaftriiten ſind, darf nicht ſo viel ge- ſommert werden, als die Feldbeſitzer wol- lenz ſie ſind nämlich) nach gewiſſen Ver- trägen oder dem Herkfommen gemäß gehal-- ten, ein gewiſſes vorgeſchriebenes Quan- tum der Brache zu verſömmern; den Reſt aber unbeſtellt zu laſſen. Sommerſeite und Winterſeite, Der kandmann und die Jäger theilen die Gegenden einer Flur oder eines Holzes in 3 Seiten, und die gegen Mittag zu lie- gende Seite, oder die zeitige, die am mei» ſten von der Sonne beſchienen wird, beißt die Sommerſeite; die dieſer gegenüber ſie- hente, und alſo gegen Jorden liegende, die Winterfeite- Kuch nennt man ſie oft Sommexrleite und Winterleite. Auf der Sommierſeite werden in«ebirgigen Gegenden die Feld- und Gartenfriüchte ei» nige Wochen eher reif, als auf der andern oder der Winterſoite 3 denn man kann auf jener Seite, wo der Schnee eher weggeht, und das Land eher ausgefro>net wird, anch eher ins eld femmen. Hingegen wächſt olles Holz eher und ſtärker an der Winterſeite, als an der Sommerſeite z auch iſt eine an der Winterſeite gewohtene Ciche, IRSA RCC R Eg ait, he mn Nimmen 1, deß leichen mh ißt itt " Re erm, füh (uBbune AU Din der! noh erfeüchten NGEN ) vid 96 ſer wel: ſen Da: aß gehal '5 Duo den Jef! ſitt, hien die ole in 3 zu üs am mb d, heißt ber fir egen, nſt q , Uf jrgigtn "ul de 2100 aun aw vgs | pit), ngegm an det apfel; „hten (ids SGoitimerſt Eiche, wie auch anderes Gehölze, viel fe- ſter und zum Geſchirre daucrhafter, als jeng auf der andern Seite gewachſene Ei- ce, weil dieſe kieinere Jahrwüchſe hat, die wie ein Horn gleichſam auf einander gewachſen ſind. , beißt bey der Jä- gerey, wenn das Wiitpret nach dem Früh- jahre ſeinen Stand verändert, und die Di- dichte jucigz lichte grüner, als die Biätter, etwa 1 Fuß hoch z ZDlumen: auf den Enden des Schaftes, nur obenhin betrachtet, den Schneetropfen ſehr ähnlich, eben wie diefe niederhängend, ſchneeweiß, außer daß ihr äußerſter Rand rün iſt, pflege im März zu blühen, und beißt daber auch LTitaärzbiume; hat auch einen Geruch, welcher von vielen für angenehm gehalten wird. Der Griffel iſt Feilformig, 2) Vielblumiges, breicblätteri- ecs Soinmerthierchen, L. aeltivum L., beißt auch jpates Schneetglock- Sommerw 389 fein; iſt der vorigen Art ähnlich; viübet aber ſpäter, und zu Ende des Herbſtes. 3) Vielblumiges, ſchmalblärte- riges Sommertbierchen, blüßet ge gen den Herbſt, und unterſcheidet ſich da- durch von der vorigen Art, daß die Blät- ker dünn und fadenförmig ſind. Die bey- den erſten Arten werden ohne Kunſt im Garten erhaiten, und alle 2=“-- 3 Jahre, zu der Zeit nämlich, wenn die Blätter verwelkt ſind, ausgehoben; die Wurzelbrut wird auseinander genemmen, und wieder in ein loFeres Erdreich eingeſeßt. Die dritte Art pflegt man im Eherbel aufzu» bebaiten. Commerwolle, iſt bey zweyſchü- rigen Schaafen die im Sommer gewach- ſene Wolle, die zu Ende deſſelben geſcho- ren wird; die Winterwolle iſt aber diejenis» ge, die im Frühlinge geſchoren wird, Sommerwurzel, eine Schmaro- zerpfianze, wovon wir in Deutſchland zwo Arten hoben. 1) Einſtängelige Sommerwur- zel mit einzelnen Deckblättern, gro ße Sonnenwurzel, Schmeerwurzel, Wiaywurzel, Ervenſtrang, Oroban- che laevis L. Man findet fie auf trock» nen Aeckern und Wieſen, entweder ein» zein, over beyſammen; ihr Sis ift ins8ge- mein auf den Wurzeln der Hälſengewäch» ſs, als der Haubechel, dem Rchfraute, vem wilden Schnectentlee; aber auch auf vem Weinſtocke,'Schlehßdorne, vielen Arten von Diſteln und mehrern Pflanzen. Das Blumenbiatt iſt grünlich eder gelb, und die Blumen ſtellen eine Kehre vor, im Jun. und Jul, Die Pflanze hat einen nelfenartigen Geruch. 2) Vieiſtenfeliche Sommerwur- zel mit fünffachgerheiltem Zlumen- Ccc 3 blarte, DOUES 104-2 415. M DRE M 0 EC 8 DP REET 5. 390., Sonttenb blatte, leine Somimerwurzeſ, Zanf- männchen, Hanfwürger, Orobanche ramolſa 1., wächſt ſowohl unter dem Han- fe, als an den Hecken und aufgeworfenen Dämmen; beſonders wo ſich der Hanf von ſelbſt ausſäetz ſie wächſt aber auch) auf verſchiedenen wilden Hülſengewächſen, Di- ſteln, dem gelben Mayerkraute, und ſogar auf Gräſern. Die Blumen ſind flein, bald purpurroth), bald blau,- bald weiß- lich. Sonnenblume, Sonnencrone, Helianthus, eine ſeit langer Zeit bey uns befindliche, die Luſtgärten ſehr verzierende; Blumenpflanz?« 1) Jährige, herzblätterige Son- nenblüume wit abhängenden Ditt- men, H. annuusL,., die größte unter al: ten bekannten Scheibenblumzen 3 ſie ſoll ſich, wie geſagt wird, allezeit nach der Sonne kehren, und ſich nach deren ſchein- barem Laufe drehen; welches ſich aber in der That nicht ſo befindet. Sorten: 2) hochwachſende, von 5=- 10== 12 und oft x 5 F. hoch, die majeſtätiſchſie und aller- anſehnlichſte Sommerblumenpflanze in der ganzen Welt; b) Zwertſonnenbiume, H. Nanus, nur 12--3F,. bod). Bon beyden giebt es theils einfache 3; theils ge- füllte Sorten, welche entweder bochgelb, oder ſct ſich für kleine Gärten am beſten; ob man gleich in großen Gärten von jeder Sorte einige Stu> unterhalten mag. WDeyde Sorten laſſen ſich), wenn ſie von einander entfernt ſtehen, ziemlich unverändert fort- pflanzen«» Man ſäet den Saamen im Ssnnenb März unb April auf die Beete im Garten, und verpflanzt die jungen Stöcke bey Zei- ten, wenn ſie etwa 3 F. hoch geworden ſind 3; wartet man länger? ſo biegt ſich der Stengel, und vertrocknet leicht. Die nicht verpflanzten Stöcke werden am ſtärk- ſien und längſten. Miet den friſchen Blät- tern fann man Schweine füttern. Die jungen ſaſtigen, geſchälfen Stengel, wie auch das vom Kelche und Blümchen ge- reinigte Blumenbette, kann, wie die Artis ſchocfen, zugerichtet und geſpeiſet werden. Die öligen Saamen ſind ein gutes Futter für das Federvieh, und geben durch die Preſſe ein ſüßes Oel, welches, wie andere dergleichen, wüßlich zu gebrauchen iſt. 2) Beſtändige Sonnenblume mit breiten berz«- und eyförimigen Ylgtrern, vielbliumitte 6der peren- nirende Eleine Sonnenblume, Pa- riſer Sonnenblume, H. multiflorus L. Ziumen: auf den Eyden aller Stengel, Zweige und Seitenſchöſſe, ziemlich groß, glänzendgelb, vom Jul. bis der Froſt der Flor ein Ende macht. Eine vortreffliche Blumenpflanze; Sorten: a) mit einſa- chen; b) mit gefüllten Blumen, deren Strahlenblumen bis in den Mittelpunck der Scheibe vervielfältigt ſind; aufs voll- kommenſte gefüllt; auch die ſchäßbarſte Sorte, Die Wurzel dauert im freyen kande aus, und die Stöcke blühen dabey ſehr häufig. Die Wermehrung geſchiehet durch die Theilung der Wurzel 3; welches auch s“ters geſchehen muß, weit die Faſern ich ſehr vermehren, und einen dien Pelz gleichſam machen, da denn die Stengel niedriger bleiben, und- weniger Blumen tragen. Je lo>rer das Erdreich iſt, und je haufiger die Stöc>e begoſſen werden: de- ſro beſſer gedeihen Ttieſelben, 3) ZDeftändige rothſtentgelige ESon- Daten, ey Ze worden ſch der* Die 0 fip en hs gel, en die Arth | Werden, 5 Juttt uw die ende vf, met enig ' pete 1, Dür forwsl, Zuge d guß, puſder wehe ait einfa 1, den (pu fs poll gart | fre | debe) ſhit wh „Feſt (in Ph Styl Zum ſt, un) ns iw die Dor Sontenk Sonnenblume mit lantten ſchmalen Blättern, die allerhöchſte und roch. ſtengelige Sonnenvinme mit langen ſchmalen Diätrern und vielen Flei- nen gelben Slumen, Wieſenſotnnen- "bliwne, H. gigantheus L, Zinmmen: viele, gelb, im Strahle etwa 20, an der Spiße zweyſpaitige Blümchen. Die Un- terhaitung und Wermehrung geſchehen, wie bey der zwoten Art, Die hohen Sten- gel ſoll man mit Erangen befeſtigen; ſonſt leiden ſie vom Winde leicht Schaden, Sonnenfäfer, Coccinella L, Dieſen Namen bar ein Käfergeſchlecht, theils wegen der ſchönen runden Geſtalt; theils auc) des8wegen, weil man dieſe klei- nen Käferchen meiſtens bey ſchönem Son- nenſcheine auf den Blumenblärtern anfrifft, Sulzer nennt ſie runde Blattkäfer; im gemeinen 2eben heißen die bekannteſten Ar- ten Wigrienfäfer; auch Ülarienwuür- mer. Der Körper bildet auf vem Rü- den gleichſam eine baibe Kugel; der Leib aber iſt ganz flach. Wiele, und zwar die meiſten, haven rothe oder gelbe Fiügelde- &>en mit ſchwarzen Puncten, Einige ba- ben zwar auch) ſole Zlügeldecken; aber weiße Puncte 3 bey andern ſind die Flü- 'gelde&en ſchwarz, und. mit rothen Puncten geziert; noch andere haben ebenfalls ſcen. Sie laufen auf den Bäumen und andern Gewächſen h) rum, bis fie ein Nett mit Pflanzenläuten finden, worinn ihre vornehmſtie Nahrung beſteht, Bald nach ihrer Werwandlunrg begatten ſi? fich, und legen bernfteinfarbige EyercXt, Die nach 8 oder 9 Wochen hervyorkfommenden Pflan- zen hält man von allem Unfkrautke rein, ver- dünnt ſie da, wo ſie zu dicht ſtehen, und ſchneidet im Herbſte, wenn ſie aufhören zu wachſen, die Stengel einen Zoll über der Erde ab. Den Herbſt wählt man nicht gern zur Pflanzzeit des Spargels, um ſich nicht der Geſahr auszuſeßen, daß die meiſten Pflanzen ausbleiben. Che nan zum Pflanzen ſchreitet: werden die dazu beſtimmten Beete ſorgfältig zurecht gemacht; nachdem die jungen Pflanzen nach 2=- 3 Jahren die gehörige Stärke errei: werden. Man thut beſſer, wenn man nachher alle Herbſte, die erſten 3 Jahre über, 2 Zoll gute Gartenerde, mit Sand und Aſche vermiſcht, darauf bringt, -als daß man die zarten Pflanzen zu An- fange mit vieler Erde beläſtigt.- Eine andre Erzeugungsweiſe des Spar- gels, wodurch die Pflanzen gleich durch den Saamen in das rechte Spargelbeet ge- bracht, und nicht verpflanzt werden dür- fen, iſt dieſe, Man richtet das Spargel- beet nach der vorhin beſchriebenen Art zu. In der Mitte eines jeden Quadrats ſteckt man in einem DreyeFe 3 Saamenkörner 1x Z. tief, und jedes z+ Z. von einander, Um Jacobi, wenn die Pflanzen erwach- ſen ſind, ürtheilt man, welches die beſte unter den dreyen in jedem Triangel ſeyz dieſe läßt man ſtehen, und die übrigen zwey ziehet man aus. Man fann tieſei Sommer über Salat und Lauch.auf die- ſem Beete erzeugen 3; ſoll aber ſolches vom Unfraute fleißig reinigen, bey dürcer Wit- terung fleißig begießen, und nac Michae- lis wieder 1x bis 2 Zoll gute Erde darauf Ddd[egen LE IAI 150.--May 3) M5 S1 RSR?€. ALDE 2 394 Spargel legen. Im zweyten Frühjahre aber muß man Kuhmiſt und Erde behutſamer unter die Spargelpflanzen bringen, ohne die Wurzeln zu beſchädigen; auch das Beet glei), doch in der Mitte etwas höher ma- den; nicht weniger fann man in dieſem Jahre das Beet zu Salat und kauch nu- ken. Jm Herbſie werden die Spargelſtien- gel 2 Z. hoch über der Erde abgeſchnitten, und abermals 2 Z. hoch Erde darauf ge- bracht, die mit verfaultem Dringer, Aſche und Sand vermiſcht iſt. Cs iſt nüßlich, den Winter über einige Zoll hoch friſchen Kuhdünger ohne Stroh darauf zu bringen. Den vierten Sommer verfahrt man in allem auf die vorige Artz auf den Herbſt aber unterſucht man, ob die Wurzeln überall 1 F. hoch Erde über ſich haben, und was daran fehlt, muß durch alten verfaulten Kuhmiſt erſekt werden. Das folgende 5te Jahr kann man den Spargel nußen, Man ſoll die hervortreibenden Keime oder Stengel ſo tief, als möglich, nahe an der Wurzel abſchneiden. Es werden ſich dieſe alle Jahre an Stärfe und Güte verbeſ- ſern. Ein ſo! benimmt. Man ſchneidet ihn bis zum Anfange, höchſtens bis in die Mitte des Jun,, und zwar ſo, daß immer wenigſtens Cin Stengel auf jedem Stocke ſtehen bleibt. Alſo der zuerſt ſich zeigende Stengel wird nicht eher geſtochen, als bis ſich der zweyte zeigt; und würde er dar- über zu alt: ſo bleibt er auch ungeſiochen und unverleßt ſtehen, Mean ſtößt, um den unter der Erde noch befindlichen Keimen nicht zu ſchaden, das Meſſer längs den. hervorgefommenen Stengeln ſenfrecht.hin- ein; dreht es, wenn man mit der Spike deſſelben den Spargel faſſen kann, um, und ſchneidet während des Umdrehens, in= dem man das Meſſer zu ſich zieht, den Stengel ab, Sollen die Stengel nicht gleich gebraucht werden: ſo kann man ſie an einem fühlen Orte in ein Gefäß mik Waſſer werfen, oder fie auch in kleine Bündlein zuſammenbinden, und dieſe im Schatten bis zur Hälfte in Sand einſchla- gen. Wenn gleich die friſchen immer beſſer ſind? ſo kann man ſie doch. auf dieſe Weiſe verſchiedene Tage gut erhal- ten. Will mon ſelbſt Spartelſaainen zie- .. hen, welches, da auf guten Saamen ſo Spargel 395 viel anfommt, ſehr anzurachen iſt: ſo wählt man dazu im May die beſten Schöſſe; befeſtigt dieſe, wenn ſie etwas höher wer- den, an Stäben, und ſchüßt ſie vor dem Winde, Gegen den Herbſt, ſobald ſie gelb und welf ausſehen, ſchneidet man ſie mit den Beeren ab, und wirſt ſie zum Schwißen auf einen Haufen in einen Kü- bel. Nach 3-- 4 Wochen wird die außer- ſte Schale der rothen Beeren in Fäulnis übergehen, da man denn in einem Kübel mit Waſſer die Beeren an einander drückt und ſie mit den Händen zerreibt, Die Saamenkörner werden zu Boden fallen, und ihre Hülſen obenauf ſchwimmen. Da- mit dieſe nebſt allem Unrache wegge- ſc"12 W7 396 Spargel will: ſo wirft man aus den Steigen um die Beete herum alle Erde 2 F. tief her- aus, und füllt den leeren Raum mit fri- ſchem langem Pferdemiſte an, Hat man dieſen vecht eben und feſt getreten: ſo macht man die vom Mitte eingeſchloſſenen Spar- gelbeete gehörig zurecht, und bedeckt ihre ganze Oberfläche, damit die Erde deſto keichter erwärmt und vor der Kälte geſichert werde, wenigſtens x F, hoch mit friſchem Pferdemiſte. Wenn ſich nun innerhatb 14 Tagen die Stengel zeigen wollen: fo Fehre man, nach Bewandtniß der Umſtän- de', die Bedeckung um, oder vermenge ſie mit friſchem Miſte, Hernach, wenn die Sccößlinge etwas ſtärker werden, iſt das tägliche Umfehren, Wegnehmen und Um- hegen des Miſtes, iin Fall es nur irgend das Wetter zuläßt, aus der Urſache ſchon ganz nothwendig, damit die Pflanzen Luft bifommen, und nicht durc) den Miſt woh» fen; auch! kann man ſogleich) anfangen, die neu hervorgewachſenen Früchte, je nachdem ſie dazu ſtarf genug ſind, einen Tag um den andern zu ſchneiden. Der Miſt, wo» mit die Beete bedeekt werden, muß wäh- vend der Zeit des Echneidens, zumal wenn er naß und mit Schnee belegt geweſen iſt, alle x 4 Tage verneuert, ader mit friſchen Theilen vermengt werden, damit die Bee» fe ſtets eine- mäßige Wärme behalten, Doch) har man dahin zu ſehen, daß durch allzubeftige Wewegung des Feuers die Pflanzen richt verſengt werden, welches beſonders in den erſten Wochen des Trei» bens leicht geſcheben kunn; zumal wenn unterdeſſen warme Regengüſſe oder ſchöne Sotinentage, und darauf keine Nachtfrs- fie ainfollen, Leicht wird alsdann in der Gojſchwindigfeit die Hiße nach einem Pun- ere biz- und zuſammengetrieben 3. wern 27 aum Rüter dieſen Umfäanden nicht ge- Spargel hörig Luft giebt, oder den Miſt nicht hie und.da wegnimmt: fo ſieht oſt nicht allein die Frucht, ſondern auch die ganze Pflan- ze, in Gefahr zu verderben. Wenn die Zeit des Schneideuns verfloſſen iſt: ſo kann man die Beete vor der Hand nicht mehr nußen, Man wirft die aus der Grube ge- nommene Erde wieder in die Steige; war- tet die Pflanzen gehörig, und läßt ſie, da- mit ſie ſich wieder erholen, 2 Johre ru- henz dann kann man ſie ungetrieben wie- verum ſchneiden. Will iman nun beſtän- dig Spargel haben: ſo muß man ſich) ver» ſchiedene Jahre zum voraus darauf vorbe- reiten, 5 Auf eine kürzere Weiſe frühen Spargel zu haben? kann man im ſpäten Herbſte auf jeden Spargelſtoc> einen leeren Blu- mentopf ſtürzen, und darüber einen Fuß hoch Miſt legen. Jm Frühjahre, wenn die größte Kälte vorüber iſt, werden die Töpfe und dex Miſt wieder wengenommen z dadurch nun werden die Wurzeln dahin ge» bracht worden ſeyn, einige Wochen eher ihre Keime zu treiben. 2E8tl1 man ferner noch frühern Spargel in dieſer Art haben; auch die Stöcke dabey ſo erhalten, daß ſie mehrmals genußt wer- den können: ſo muß man 3 Spargelbeete ſo anlegen, daß um jedes eine Grube, 3 F- tief und breit, mit ſriſchem Pſerdemiſte angefüllt, und dieſe feſt eingetreten werde, ſo daß der Miſt der Oberfiäche des Beetes gleich) fey. Dann wird ein viereckiger Ka- fien von Brefern, in der Größe des Spar- gelbeetes, darum geſekt, ſo daß dieſer Kaften die hervorragende Einfaſſung eines Miiſibeetes vorſtellt5 auch wird der Kaſten von außen, fo hoch als er iſt, gleichfalls mit Miſte, und obenher mit Fenſtern und Deen, belegt: hierauf wird der Spargel! eben ſo gut und bald, als in einem ortent- liegen Per I- E--=-U EEIS Run SIDE" nicht hi! M allein Ma enn die "ffn Ot mehr Orig teig We fe, bb hren (rieben m: mun befin 1a iO a arauf vb hen Gprpd aten eiſe eer Dh r(ne 3) jahre, win , werder 1 ggene en dh Behm it jem Cay Gröde di ; genug 0 Gpugt! nz On!) | pyednif meh u - vs Da whg 1:00 + das Diſt gfu(im der Feſi 1 gfu enfin m er Ey en 14 Spargel ſichen Miſtbeete- zu treiben anfangen; nicht weniger treibt man das andere Jahr das andere Spargelbett auf eben dieſelbe Art» Man kommt hiemir ollie 3 Jahr einmal herunrz da aber jedes Beet immer 2 Jahre Zeit hat, ſich wieder zu erholen: ſo werden die Stöcke dadurch nicht verdor- hen, Der Miſt bleibt in den Gruben lie- gen, und wird nur den Herbſt zuvor hey- ausgenommen, wenn das Beet im Zrüh- jahre getrieben werden foll. Man erhält dadurch eine gute Miſterde, die zu anderm Gebrauche verwandt werden kanm Ob der Spargel geſund ſey? iſt eine Frage, die verſchiedentlich beantwortet wer- den muß, Es geht davon der Urin nicht nur häufiger ab; ſondern dieſer erlangt auch dadurch einen ſtarfen, widrigen Ge- ruch, welcher von ciner faulen Beſchaffen- heit zeugt- Da x nun eine ſtarke, aufls- ſende Kraft äußert; auch bey manchen Perſonen durch den häufigen Geunß des Spargels Blucharnen, und andere Zufälle verurſacht worden ſind+ ſo müſſen diejent- gen, welche mit Fehlern in den Uringän- gen beſchwert find, oder bey welchen die goldne Ader durch die Blafe abgeht, ſich deſſen enthalten, oder ihn nur ſehr mäßig genießen z. indeſſen wird doeh der wirkſame Theil des Spargels durch die verſchiedene Zubereitung gar merklich geſchwächt, und kann dieſerhalb auch häufiger ohne Scha- den genoſſen. werden. Unter dieſen Zube- reitungen ſcheint diejenige die ſchi>iichſie, nach welcher man den Spargel mit Cſiig, als Salat, oder mit eineyx fäuerlichen hol» tändiſchen Sauce, genießt. Da der Spar gel eine der erſten grünen Speiſen nch vergangenen? Winter iſt; ſo werden die im Winter zäß gewordenen, und zur Sto- Fung geneigten, Söfte aufgelött, uad die Unveinigfeiten durd) den Urin abgejührs Spätf 397 werden könnenz vielleicht wird auch da- durch verhüter werden, daß ſich nicht leicht Steins erzeugen, e Spvparfkalk, Erdkalk, Mergelkait, Rolf, der aus Mergelerde gebrannt wird, welches eine mit etwas Sand vermiſchte Kalkerde iſt. Er iſt weißer, als der Stein- kalf; aber nicht ſo bindend. Man ver» miſche ihn beym Gebrauche gleichfalls mit etwas Sand. Einige Maurer wollen be- haupten, daß man auf einem Anwurfe von Sparkalk nicht ſs gut weißen könne. Cinige nennen Sparkalf auch eine Mi- ſchung von Steinkalk und Lehm. Sparren, die ſchräge liegenden Hölzer, die das Dach an einem Gebäude ausmächen» Es giebt deren verfehiedene Arten: Gradjparren, welche von. den Balken oder von den Enden der Cueer- ſparren bis in den Forſt mit ihren Spi- ßen zuſammenlaufen. Wenn ſich ein Wie- derfehr an einem Gebäude beſindet> ſo wird day wo die Dächer in einem Winkel zuſammengehen, der Sporren, der von unterſt bis zu oberſt in den Forſt geht, und die Einfehle binden hilft, der Debiſpar» ren genannt. Svarrenfelder, die leeren Räume zwiſchen den Latten und den Sparren, wor» auf die Dachziegel zu liegen kommen. Svarrlatteit, Latten, die horizontal über vie Sparten genagelt werder, und worauf das eigentliche Daß von Ziegel zu liegen tommi. Svpatfährte, eine bereits vor eini- gen Stunden gemachte Fährte, ſo daß die Witterung beynohe ſhon vergangen iſt. Eine falte Fähre zuns Unterjaied einex Warmen. Ddd 3 Spat? PILLE KIS IL.2XWBI€. 4.122708 398 Spatz Svpatgang, der Gang des Hirſches zu Holz, wenn ſolcher ſpät, d. i., furz vor Tages Anbruch, geſchiehet; zum Unter- ſchiede von dem frühen Gange, weicher lan= ge vor Tages Anbruch geſchieht, Spath, Spat, eine Gangart oder Geſtein, meiſt blättericht, bisweilen brock- licht, zum Theil aus würflichen oder rau- tenſörmigen Theilen beſtehend, von ver» ſchiedenen Farben und verſchiedener Härte, „allezeit ſchwer, Er führt eft Metall, und eine von den vornehmſten Erzmüttern, weil er für eine Anzeige des Crzes gehalten wird, und alle Metalle oder Mineralien in Spath brechen, Specht, ein bey uns gemeiner Vo: gel, weicher ſich meiſtens von Inſecten, vornehmlic) von Holzwuürmern, ernährt, die er tief aus dem Holze und Unter der Rinde hervorſucht. 1) Schwarzſpecht, Picus niger, iſt der größte unter den Spedhten, wie eine Feldtauvez nur noch etwas länger, und ganz fohlſct ganz ſo, wie faules Holz. Spe: BS BES. 7 SS. SST GRR SZ ITS RE ES BELLINI S Dis berg en und ve ſhi: Mes um Wurfel Cone » Why t Chi e Fim, ume Ww t aud jm qu Wt, Wii Nägeln dü ENT Wönmigen (0) gerade 6 den P, dealt (ie lech) (t.nid| „ vari ms (mae; fit 5, und jet d m In ſpecht)! ; de 4 fe, ami ems Ch feltnr an wi rade a jen Dis nur) m jervorſuh on ann iken dt um Di hei) | Emb Speckſt "Speckſtein, ein Stein, welcher ſo weich iſt, daß er ſich ſc 4) Un- DORER RAUL D 0 S8 44 KSF ILATMTY DT. 4 12 W8 400 Spexb 4) Unbewehrtes Sperberkrautmit getrennten Geſchlechtern und eckt» gen Stientzeln, gemeines L7agel- Eraurt„kleine Jtalieniſche Bibernell, Eleine raube Dimpinelle, Serrgott- bärclein, Pimpinella Sanguiſorba mi- nor hirſuta C. B. P., Poterium Sanguiſer- ba L., wächſt hin und wieder in Deutſch- land, auf rauhen Pläßen. Bitter: in einem dichten Büſchel, langgeſtielt, vor* trefflich gefiedert, aus 6== 7 Paar, und einem einzelnen ſäageförmigen Blättchen zuſammengeſeßt, bleiben das ganze Jahr durch; Strentgel: viele, aufrecht, faſt winkelig, äſtig, 15 F. hoh; Diumen: in länglichen Aehren, purpurröchlich, im Zun. Döogleic) viefe Pflanze von der ichirmtragenden Biebernell,- als dem zu- erſt beſchriebenen gemeinen Sperberfraute, durch die zahlreichen Staubfäden gar leicht zu unterſcheiden iſt: ſo hat man ſie doch bald mit dex einen, bald mit der andern verwechſelt. Der Name Biebernell hat Hiezu vorzüglich Gelegenheit gegeben, Die rechte Biebernell, oder die Pflanze, welche von Einigen Zurnet genannt wird, iſt feine andere, als dieſe hier beſchriebene vierte Art, die uns von den Engländern als ein Futterfraut angeprieſen worden iſt, Es bleibt dieſe Pflanze zwar den Winter über grünz hat abex keinen ſolchen Trieb, daß wir es bey uns als ein Futterkraut an- bauen ſollten. Da in England die Wine ter gelind ſind: ſo hat man durch Verfu- igen Fruch- ten, die im Herbſte eine artige Mannich- faltic beit macyen; b) Caroitinſcpe 2c- Duweitte: mit einer eben ſolchen ſich abiö- ſeriden Rinde überzogen 3 die Blätter aber ſind meiſtens beynaße rund; lauten aber ſpis zu; Blumen: auch weiß; ſtehen aber in ründern und kleinern Wütcheln bey- ſammen, und hinterleſſen Früehte gleich Den vorigen, 5) Sp.yerlingsblitterige 2c. IS. forbifolia LL Pacierland: Siberien, quf morätiigen Piägen; Diätter? ſchön gefiedrt, denen des Sordus zienilich ähn» lic;: Dlumen?! in Ritpen, weiß, - 6) Gekerbre 2c, S8. crenata Ll. Va- terla;0: Siverien, Spanienz Diärrer: flein. etwas fänglich, an der Siiße ſäge- förmig, lieblichgrün 3; ZDhyen: an den Seiten, zu Qttatßirn, weiß, und haben Spinak ein eben ſolches veizendes Anſehen, als die der S. hypericifolia, von denen ſie, dem erſten Anzeien nach, nur wenig unterſchie den zu ſeyn ſcheinen, Dice Fortpflanzung ailer dieſer Arten iſt mit der erſien einex- ley, Spinatk, ein Gartengewächs, wovon man 2--3 Epielarten hat, von denen die Sorte mit glattem Saamen und großen runden Blättern vorzüglich der Erwäh- nung werth iſt; der ſtachelige lange- Spi» nat fann auch zu einem frühzeitigen Jut- terfraute in kleinen Wirchſchaften dienen. Alle Arten roerden auf einertey Weiſe ge- bauer. Man nimmt dazu das ic ganz und gar abſchnei- den; ſondern beym Einſammeln nur alle „äußere Blätter über der Erde mit dem Stiel“ wegnehmen, damit die Pflanzen wiederum von Neuem treiben, und ſich ausbreiten. Dies iſt um ſo mehr erforder- lich, da die Herzblätter um dieſe Jahres- zeit inner härter und unſchmackhaſter, als die andern“"Blätter, zu ſeyn pflegen; im. Sommer hingegen wäre dieſe Vorſicht un- nöchig. Man kann alsdann die ganze Pflanze nehmen, weil ſie zu der Zeit leicht wieder aufſchießt, und die Sonnenſtrahlen die Härte der innern Blätter bald vermin- dern. Um Saamen zu erhalten: muß man von den Stöcken, die vor dem Win- ter, oder auch gleich im Frühling, geſäet worden ſind, ſich die beſten auszeichnen, weil dieſe nicht allein niehrern3 ſondern auch vollfommnern Saamen liefern, als die ſpät geſäeten; nur ſoll man nicht, wie Viele aus Unwiſſenheit thun, die männ» lichen Pflanzen, die feinen Saamen tra- gen, um den andern Plaß zu machen, aus»- ziehen, Deftere Verſuche haben es gelehrt, daß, wenn man dieſe, ehe ſie die weibli» en wird, ähn ſogleich abnehmen, um ihn vor den Bögeln zu verbergen, Man breitet ihn, damit er völlig nachreifen fönne, einige Tage an der Sonne auf eis nem groben Tuche aus; driſcht ihn ſodann ohne Verzug, und verwahrt ihn. Er hält ſich 2=- 3 Jahre lang. Spindel, bedeutet in der Baukunſt die gevierten ſenfrecht geſtellten Ständer bey hölzernen Treppen, worein die Trep« penwangen eingelaſſen und verbunden ſindz auch führt dieſen Namen ein ſteinerner oder hölzerner Cylinder(nachdem die Trep- pe von Holz oder Stein iſt), an welchem die gewundenen Stufen einer Schnec>en« freppe eingelaſſen ſind, Spindelpreſſe, eigentlich eine mit einer Spindel oder Schraubenſpindel ver- ſehene Preſſe; in welchem Falle aber die meiſten“ Preſſen dieſen Namen verdienen, „Jn engerer Bedeutung iſtes eine Art Weitz preſſen, wo eine bloße Spindel zwiſchen ähren Nadeln und Cranzhölzern geht, und auf den untergelegten Saß drüft; zum Unterſchiede von einer Baumpreſſe, welche mit Zwingbäumen verſehen iſt, die Wir» fung der Spindel auf die Schwellen und ODruckbäume zu verſtärken, Spint, Splint, der weiche und weiße Theil, welcher zwiſchen ver Rinde und dem Harten Holze eines Baumes iſt. Spink, ein Niederſächſiſcches Maaß, vornehmlich des Getraides, Im Lüne- Cee 2 bur- FD ASE 44 LSSX I2. 22m T.„5 10 WZ 404 Spitb burgiſchen hat eine Himte 43 ein Scheffel aber 8 Spint, und in Bremen ein Schef- fel 16 Spint- In einigen andern Gegen- den iſt es auch ein Feldmaaß, welches aus x0 Quadratruthen beſteht, Spvigpeutel, ein Beutel von Draht oder grobem Beuteltuche, welcher in der Mühle beym Spißen des Waizens vorge- Hangen wird. Svigbohrer, ein Schraubenbohrer, nach einer Schn->enlinie gewunden, der ſpi6 zu läuft, und womit man allerley 20» eher vorbohrt; beſonders wo hö'zerne Nä» gel oder Dövel eingeſchlagen werden ſollen 3 by den Tiſchlern wird auch ein Pfriem mit dieſem Namen belegt, womit blos Striche beym Vorzeichnen, 3. B. der Za- pfen, gezogen werden, Spigbolten, Rungen, ſtarke und lange eiſerne Nägel, welt wird, daß derſeibe nicht herausgüticen kann; Dainic aber der€ plint fetſiſihe: ſo hat er an einem Ende einen ſtorfer Abtaß als einen Kopfs das andere aber iſt geſpal- fen, welches man von einander biegen und umlegen fannz daß er alſo aus dem doche des Bolzens oder Spannnagels nicht her- aus kann, Splhinthginimner, ein Hammer der Spornſt Schmiede, der auf beyden Seiten eine runde Bahn hatz wovon aber eine Seite kürzer iſt, als die andere. Man ſchneidet mit demſetben Nägel, Spliſſe, die geſpaltenen Bandſtöe, fo wie ſie zu den Reifen und Bändern ver- braucht werden. Die Bandſiö>e werden nach ihrer Dicke in 2=- 3 Theile geſpalten. Die in zwey Theile ſpaltet der Böttcher blos mit dem Handbveiie; in drey Theile aber werden ſie mit dem ſogenannten Drey- flöver geſpatten, ES pont, bey einer Röhrenlegung an ver kurzen, kaum 3 F-+ langen, ungefähr alle:00 F, gelegten, Röhre vas mit ei- nem Stöpſel zugemacte 20< dieſer Röhre. Bey diefen Röhren oder Wechſeln ſieht man in ber Folge nach, wenn ſich das Waſſer verſtopit, oder einen Aushruch be- kommen hat, als welwe Stellen aufgegra- „ben werdenz dieſerhalb bemerft man ſich auch dieſe Sponte, damit man ſie bey der Unterjuchung gleich finden kann, Sporen, mit Eiſen beſchlagene oder mit fcharfen Spißen und Een beſchlagene Bäume an den Brücken, damit ſich die großen Cisſen noch verſchteden, ESporn, die Einfaſſung bey einem Ziege lofen, der von den zu brennenden Zie- geln erbauer, und durch auf die ſiebente kage ver Ziegel ſich neigende Ziegel gemacht wird, und dazu dient, daß ſie die achte Lage Ziegel hält, die wiederum den Sporn bedeckt, und dieſe Seite des Ofens auſ- hält. Spornſtätig, ein Pferd, das nicht vort der Stelle will, oder Kätig wird, ſo- bald es die Sporn ſühlt- Dexrgleichen Pferde ein ein (ne Coil |[neidet ei NN de Dehn € gephn ? Vötthe ey Ul 07) Ip Wlegung 4 1, ungelht OE va Röhre en jeht 0.0007 (ugoruc bb MEN ft man KO ne bbs tb hagen 1 1 Gelchage mie ſch dt open CH öden md bey ein) ME die(ebend au zm € die iO den Cp? Ofens WW gas ilt wird, 1" gleihn pi Spreity Pferde find ſelten zu ändern; we8hafb man fie in Zug- oder Wagenpferde umwandeln muß. Spreigringe, die zwey Ringe, wel- he zunächſt an den Speichen um die Na- be eingetrieben werden, Sprenger, ein Hirſch oder eine Sau, die aus ihrem Lager gejagt und flüchtig ge- madt worden iſt; auch nennt man es gleichfalls ſo, wenn unter ein Rudel Sauen oder anderes Wildpret geheßt und geſchof- fen wird, daß ſie von einander fahren 3 fer „ner wenn ein Volk Hühner durch das Schießen von einander gejagt wird, Sprengmaſt, die Baummaſt, wenn nur hie und da einige Eichen und Buchen Früchte haben, ſo daß die Maſt auf der Erde gleichſam nur geſprengt liegt; zum Unterſchiede von der vollen und halben Svprengwäaage, an einem Wagen „die Waage oder das Holz, welches an einer Kutſche abgedreher iſt, und in der Mitte ein Loch hat, das mit einer eiſernen Büch- ſe ausgebüchſt iſt, und in welches der Ha- ken der Deichſel geſtec>t wird. Sprengwerkf, ein Gatter oder Git- fer vor einem Behältniß, einem Fenſter, einer Treppe, u. ſ- w- 3 erhält dieſen Na» men: beſonders dann, wenn die Feidter des Gzitrers mit Verzierungen ausgefüllt ſind« Die Stangen dieſes Gatters, vder 012 gan- ze Unzfaſſun«g, erhält in einem Hetenk Ge- ſinſe. Die einfachſte Art der Sprengwer- ke iſt diejenige, die aus mehrern dünnen und flachen Stangen dergeſtalt zuſammen» gejcßt iſt, daß dieſe zufammengeRommen ver'en und Wände eines Zimmers beſchlagen werden, wenn dieſel». ben mit Gyps überzozen werden ſollen. Svriegelzaun, eine Art Zäung, die zwar wohlfeiler 3 aber doch nicht ſs dauerhaft ſind, als die geflochtenen Zäune. Es werden an eingeſchlagene Pfähle drew Queerſtangen angebunden? eme nahe an der Erdez vie andere in der Mitte, uns die dritee eine halbe Clio niedriger. oder etwas varüber, als der Zaun hoch werden ſoll; ſodaun werden die daumdielen eder noch ſrärkern Zaunſte>en ganz, die ſtär» korn geſpalten ſenkrecht durt, ſo daß ſie mit ihrer Krümmung treuzweiſe die Mirttelſtange umiſaſlen Eve 3 Spriet, 466 Spriet Spriet, Spreit, eine Stange, die an einem Ende mit einer Gabel verſe- hen, oder in Geſtalt einer Sabel oder ge- 'ſpaltenen ODeſſnung gewachſen iſt, z. B. vas Spriet an einem Leiterwagen, ein ſiär- kes, an einem Ende, in Geſtalt einer Ga- bel, geſpaltenes Holz an dem Hinkerwa- gen, welches denſelben mit dem Vorder- wagen verbindet, Springbrunnen, eine Waſſerfunſt, wo das Waſſer durc) Röhren in die Höhe ſpringt; die Schale aber oder das Becken, in deſſen Mitte der Waſſerſtrahl in die Hö- he geht, wird Springbecken genannt. Springer, ein Pferd auf der Reike ſchule, welches zwiſchen 2 Pfeilern, nad) Erforderniß, ordentliche Sprünge macht, die in Bailotaden, Croupaden. und Capriolen un- terſchieden werden. Bey der erſten Gattung, wenn das Pferd alle 4 Füße in der Luft hat, weiſet es nur die Eiſen von den Hinkerfü- ßen; bey der zweynten zieht es die Hinterfü- ße unter ſich 3; vey der dritten ſchlägt es mit Gewalt hinten aus. Andere Erhebungen des Pferdes werden nicht unter die Sprün- ge gerechnet, Springfedern, Stahlfedern, ein von gehärtetem Eiſendraht nach einer Spirallinie gewundener Draht, deſſen Windung etwa 6 Z. hoh, und in der größten. Breite 4 Z. breit iſt. Man be- dient ſich derſelben bey allerley Stühlen, Kutſchgeſäſſen, u.ſ.f. Springſtock, ein langer, ſtarker Stock, diſſen man ſich bedicnt, über Grä- ven und Bäche damit zu ſeken. , Sprüß- auch Cſclsgurke, wiide Cucumer, Niomordica Elaterium 1., eine peren» Springg nirende krautartige, und zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit in den Luſtgärten dienliche, Pflanze, deren Stengel zahl- reich, di, rauch, e&>ig, geſtreift, ſtig, vinggumher 2=- 3 F. ausgebreitet iſt. Pläiter: groß, e>ig, faſt birzförmig, länglich, grau oder graulich, an langen, rauhen Stielen; Hlumen: klein, gelb oder blaßgelb mit grünlichem Boden; &rüchzxe: groß, eyrund, gräulich, ſteifbor- ſtig, gurfenäßnlich, ſprengen ihren Saft und den Saamen, wenn ſie reif ſind, be- ſonders wenn ſie berührt werden, mit einer bewundernswürdigen'Schnellfraſt rings- umher.auf eine große Weite fort, und er- "ſchrefen dadurd) diejenigen, die ſie noch nicht fennen, Dieſe PAanze dauert in einem tronen, leichten, ſandigen, fieſigen Boden 6= 8 Jahre; da ſie hingegen in einem fetten, feuchten Boden von dem er- ſten harten Froſte gemeiniglich zu Grunde gerichtet wird.'Man ſäet den Saamen 4m Frübjahre, am Ende des Apr,-oder im May, wie Gurken, in gemeine leichte Erde, und verpflanzt die Pflanzen, wenn Ihre Blätter 2 Z. breit ſind, mit einem Bal» Jen Erde in einen trocknen, warmen Theil des Gartens 3-4 F. weit von einander 3 diejenigen aber, die zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit dienen ſollen, wvertheile man auf den Rabatten umher, und warte ſie ſo lange, bis ſie ſich eingewurzelt:ha- ben, mit Beſchatten und Begießen. Sie pflanzen ſich nachher durch äyre weit ſprin- genden Saomen ſelbſt ſoichergeſtalt Fort, 'daß man wegen des Erſfrierens der alten. Pflanzen eben nicht bekümmert ſeyn darf, Die Pflanze enthält faſt in allen ihren Theilen eine ſtark purgirende Kraft; die meiſten von den neuern Acrzten verab» ſcheuen ihren Gebrauch wegen der Heftig- feit und Unſicherheit in der Wirkung, Da- Ui=< ZIIÜs Tem =z=z==> ENE nE, en-d I I R 2 I id I "ep Uſigärten jel zahl: |, ſig, Wet ift, Vrmig, 0 nden, lh, vb ! 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Sprücke, Sprüchen, Breit- ben, unjörmliche Grasflecke, welche ein jeder Nachbar von einem Gemeindeſtücke zu ſeinem Antheil bekommt, die mit den HauptſtüFen nicht zuſammenhängen; aber doch mehrentheils durc) einen Graben ab= geſondert werden. Sprungfiſcherey, diejenige Art der Fiſcherey, da man den Forellen und Ae- ſchen gewiſſe Jnſecten, z. B. Regenwür» mer, an die ängel ſte>t, welche ſie mit einem Sprunge zu erſc, und ür dev Mitte worden Pfoſten eder Breter gelegt, und alles wohlgefpundet, daß fein Wajzer duchgegen tann, Svpund- 408 Spundt Spundtiefe, die Tiefe eines Faſſes, wenn daſſelbe durc) das Spundloch gemeſ- ſen wird; die Tiefe in der Mitte des Faſ- ſes, die Däitrelriefe, Spur, an dem Mühleiſen in ſeiner Pfanne die kleine Warze von Stahl,„wel- t werden können; auch werden die aus ſeiner Wurzel entſpringen- den Nebenſchöſſe, wenn ſolche abgeriſſen oder zertheilt werden, und nur die gcring- ſten Würzelchen haben, in einem Som- mer rechte gute Pflanzen. Die ganze Wurzel iſt dauerhaft; verlangt jedoch bey uns einen warmen und lo>ern Boden. Die ganze Pflanze iſt gewürzhaft, und hat, ſonderlich) im friſchen Zuſtande, einen ſehr ſtarken Geruch. Das Kraut und die Spi- ßen der Zweige werden als Heilmittel ge- ſammlet 3 beſißen aud) eine ſtark aufivſen- de, zertheilende und ausführende Kraft; beſonders kann dadurch der Schweiß er- regt, und die monatliche Reinigung beſör- dert werden. Cs iſt auch guk wider die Würmer und Windkolik; imgleichen zu Stärkung des Magens. Man kann es im Pulver, mit Zucker vermiſcht, auch in Waſſer und Wein eingeweicht, gebrauchen. Durch das Kochen würden alle Kräfte verloren gehen. eußerlich ſchickt ſich das Kraut zu Bähungen, um die ſiocenden Säfte in Bewegung zu ſeßenz imgleichen zu Fußbädern für das weibliche Geſchlecht. Stachelbeerſirauch. Es giebt mehrere Arten Stachelbeeren, welche wie- derum verſchiedene beſondere Sorten(Va- rietäten) unter ſich begreifen. Die Arten ſelbſt ſind folgende: 1) Weiße, oder Gartenſtachel- beere, Rloſter- oder Rauchbeere, Ribes Groflularia L., hat Beeren, die mit fleinen Härchen beſekt ſind, 2) Rothe, oder braune Strachel- beere, R. reclinatum, L. Die Beeren ſind dunkelroch und zuleßt ſchwärzlich 3 auch Stachel haben ſie einen ſüßen, faſt ekelhaften Ge- ſchmack. 3) Wilde, oder kleine Stachel- beere, R. Uva criſpa L. Die reife Bee- re iſt gemeiniglic) ganz glatt, oder nur mit einigen einzeln ſtehenden Haaren ver« ſehen, länglichrund, gelblich, durchſichtig und ſaftig. 4) Srachelige, oder kleine Ameri- caniſche Srechelbeere, R. oxyacan- thoides L. Die Beeren ſind klein z- nicht viel größer, als die Johannigbeeten; wer- den zuleßt dunfelpurpurrcth, mit einem bläulichen Staube überzogen; ihr Ges ſchmack iſt ouch mehr ſäuerlich. Die Vermehrung der Etachelbeeren ge- ſchieht durch den Saamenz leichter aber durch Ableger und Schnittlinge, Die bewurzelten Schößiinge treiben gar zu gern neue dergleichen; ſind auch daher we» niger zu achten. Bey allen Sorten der Wermehrung hat man nichts weiter zu thun, als daß man den Schaft von Ne» benichöſſen rein hält; ihrer Crone müſſen die unregelmäßigen neuen Schößlinge ges nommen, und ſie ſo gezogen werben, daß ein jeder Hauptzweig 6= 8 Z, von dem andern entfernt ſey; es darf auch weiter nichts an ihnen verkürzt werden, als ein- zeln zu lang ausichweiſende Zweige: denn bey dieſer vorhergegangenen Behandlung faygen ſie ſcon im andern Jahre an zu tragen. Jn der Folge muß der Schaft al- lezeit rein gehalten, und alle an demſelben hervortreibende Nebenſchößlinge obuepußt; alle Wurzelausläufer aber auch ausgeriſſen werden. Jbre Crone muß, damit die Beeren recht groß werden, offen und re- geimäßig gehalten z auch müſſen deren Hauptzweige allezeit 6-7 Z, weit von einander gehalten, und wenig oder ger nicht verſiußt werden; außer einzelne lang umhzer- Sifws: Yee EN RS SID nEen ſeyn muß, wird Stakholz genannt. Stackwerke, ſind nichts anders, als ſiarf gefütterte Zäune, die man nach der geraden und frummen Linie des Ufers zu dem Ende vorzieht, damit das aufſchla- gende"Waſſer das vorhandene ſchivache Uſer nicht ganz einreiße, oder wegſpüle, Stärke, zum Unterſchiede der blauen, welche aus dem Kobold gemacht wird,. nennt man weiße Stärke diejenige, welche aus Waizen bereitet wird. Der Waizen wird fowohl geſchroten, als ungeſchroten dazu im Waſſer eingeweicht, bis er in Gährung übergeht; dann wird-.das Stärk» waſſer aus dem Waizen aitsgepreßt, und das Waſſer von der Stärke abgeſondert, und leßtere getro>net, Won 3 Theilen eingewäſſerten Waizen, das Waſſer nicht mitgerechnet, erhält man wenigſtens einen Theil brauchbare Stärke; auch muß ſchon ſchlechter Waizen dazu gebraucht worden, oder bey dem Werfahren ein Fehler vor- gegangen ſeyn, wenn der Gewinnſt fo ge- ring und nicht mehr ſeyn ſollte. Cs giebt in Sachſen, und in Halle beſonders, viele Stärkenmacher, die, außer den Vertbei- fen von der Stärke ſeibſt, noch die Kleyen, den Waizenſchlamm und das abgeſchöpfte Waſſer zur Maſt der Shwei- ne nußen, und ſie nach 6--8 Wochen ganz fett damit machen, da fich folche Maſt für das Rindvieh nicht ſchien wilz. Stahl, other nge ſpl ie ſie oreiben, ehm und . Yeſes Wh ſm. +, 8(an, + man nh e des Wes deg aufhl: ve vad wö, ehe Hauet, mot m, hig, wißt der Dun Ungeſhretn bB dd Gb preßt, 1m) ) 4.3 Wel Doſſe niht jaftens in h muß m ut UN Zehe u 9.4 9.79 des en Deh „wn 1 und er 64 g Loh fich fs! ' ſich! Suh) Stahi Stahl, iſt nichts anders, als verbeſe fertes, oder das reinſte und beſte Eiſenz denn da das Ciſen, welches man von den Hammerwerken bekommt, nod) nicht rein genug iſt; ſondern noch freimde und unme- talliſche Theile bey fich hat, und dieſelben fich zum Theil ſcheiden, zum Theil in Ci« ſen verwandeln oder reduciven laſen: ſo er- hält man, wenn die Verbeſſerung geſche- hen iſt, ein vollkfommeneres Eiſen; wel- hes auc) alsdann den Namen Stahl be- kommt,' Stallung, beißt bey der Jägerey, wenn mit dem kieinen Zeuge nach Haſen, Füchſen, Rehen und Wölfen, desgleichen mit dem Schweinszeuge nach Satten ge-- ſtellt wird, da denn der eingeſte>te Ort oder das Dicicht eine Stallung genannt wird. Stamm, an einem Baume das Stück zwiſchen den Wurzeln und Aeſten z, daher Strammende der untere Theil ei- nes Baums nach der Wurzel zu, Stämmband, das oberſte Band oder der Reif eines Faſſes auf der einen Hälfte deſſelben, wenn ſolches zuſammen» geſeßt werden joll- Stämmen, das Bauholz durch Holzhauer abhauen laſſen. Es heißt ſo, weil das Holz ſo nahe an der Erde, als möglich, abgeſtämmt oder abgehauen wird, Stammflafier, eine Klafter Holz, welches aus den Stämmen geſchlagen wird. Stammleiſte, an deim Rüöſt- und Leiterwagen eine. ſtarfe Stange, welche unten auf der Achfe Febt; oben aber durch einen Ring an den Zeiterbaum geſter Standb 413 wid, damit ſich ſolcher daran ſtämmen und ſtüßen könne. Stammiohde, Lohden, d. i. jun- ge Schößlinge, welche aus den Wurzeln und Stämmen des abgehauenen Lauvhol» zes hervorfommen. Stampfe, Stößel, Jungfer, ein hölzerner Bock von hartem Holze, in welchem ein Handftiel befeſtigt ift, der ge- meiniglich 35-30 Pfund wiegt. Man gebraucht folche bey den Dämmen und bey Anlegung der Straßen, die Erde feſt auf einander zu ſtoßen. Stampfe, Stampe, Stempel, Stößer, geſchnittene 12-14 Fuß lane ge und 562, breitz Hölzer, welche unten gemeiniglich mit einem eijernen Schuhe belegt ſind, und in den ODel- und Stampfmühlen gebraucht werden. Stampfgang, in einer Mühle ein - Gang, womit nicht gemahlen, fondern Delförner, Hirſe, Graupen, u.ſ.f- ge= ſtampft werden», Stand, der Ort, wo ſich die Hir- ſche und Auerhähne zu ihrer Brunft- und Palzzeit oft ſpüren und antreffen laſſen 3 man fagt dann: ſie haben allda ihren Stand, ' Standbaum- eine ſtarke Stange, werche in einem Pferdeſtalfe, ver mit un» terſchiedenen Ständen verſehen iſt zwi- ſchem die Pferde nach der 2ämge gelegt, und mit dem einen Ende vur< die Spriſſel der Raufe gee>t wird, damit vie Pferde nicht zuſammenfömmen, uud fich nicht ſchlagen können. Iſs Stgtt- ti4 Ständer Ständer, Säule, wird bey höl- zernen Gebäuden und Wänden das ſenk recht: ſtehende govierke Holz genannk. Wenn ein ſoicher Ständer an der Ee des Gebäudes ſtehet: ſo heißt er C>jiän- der oder Eckſaule, Ständerwerk, das Zimmerwerf, welches aus Ständern und Kiegeln zuſan- mengeſeßt iſt, und auf der Schwelle ruhetz oben aber mit dem Dlatcſiücke bede>t iſt, worauf wieder die Ständer eines zweyten Sec>wertks aufgeſeßt werden. Stange, das abgeworfene Horn ei- nes Hirſches. Stangen, auf den Schlägen oder Hauungen in den Buſchhölzern ſtehen ge- bliebene Hägereiſer. Stangen, zwey auf beſondere Art, gemeiniglich aber in der Form eines latei- niſchen S, gebogene Stangen Eiſen, wel- de mit dem einen Ende an das Hauptge- ſtelle des Reitzeuges3 mit dem andern aber an dem Zügel befeſtigt ſind, und das Mund» ſiück, das Kettchen und die Kinnketrte zwi- ſchen ſich haben, Man theilt die Stan- gen in 3 Stücke, als: 1) den Theil, wo das ÜTundituck eingemacht iſt; 2) den Theil, welcher oberhalb des Mundſtücks hinauf geht, und worein der Haupttheil eingeſchnallet wirdz endlich 3) den Theil, welcher unterhalb des Mandſkücks iſt, wo die Zügel angemacht ſind- Die obern Augen oder döcher, in welche man das Hauptzeſtelle ſchnaßt, müſſen ziemlich veit und rund ausgefeilt ſeyn, daß die Riemen darinn Raum- haben; auc) die Haken an den Kinnreifen recht liegen tön- nen, und an ihren gebührenden Ort kom: men mögen. Ueberdies müſſen die Stan- Stanz gen, wenn ſie boch ſind, von des Pferdes Kopf oben ein wenig auswärts. gebogen ſeyn, damit fie das Pferd oberhaib des Maules an den Backen niht wund mas chen; aud) dient dieſes Auswärtsbiegen nod) dazu,.daß ſich die Stangen unten nicht ſo leicht über einander ſchränken, Die geſck liegt, bis dahin, wo ſich Hals und Bruſt ſcheiden, mit einem Zollſtocke mißc: fo wird man gemeiniglich die recote tänge haben; hat man aber eine Ueberzäu- mung zu befürchten: ſo macht man das Untercheil eine Queerhand kürzer, Stangeneiſen, ſind Fangeiſen mit 2 Stangen, mit Zähnen und einer Feder, gleich den Tellereiſen, worinn Wölfe, Luch- ſe, Füchſe und dergleichen gefangen wer- den, Stangenholz, zu Stangen erwach» ſene junge"Bäume z imgleichen ein mit ſol- , von Coenſiſtenz, von einer feinen grünen Farbe, ſägeſör« mig. Dieſe Caroliniſche Hülſe iſt zärcli« g ſorgfältig zu behandeln ſeyn, wenn ſie wi- der den Froſt beſtehen ſoll. Stecfgarn, Flachgarn, ein zur Haſen- und Caninichenjagd gehöriges Neß, welches man an den Orten, wo der- gleichen Gehege anzutreffen ſind, wie die gewöhnlichen Haſengarne braucht. Steg, Oberlager, ein Zwergholz, breiter, als died. Cs iſt von verſchiede- ner Länge, je nachdem es die Mühle erfor- dert. In dicſem Holze wird eine Pfanne angebracht, worinn das Mühleiſen läuſt, Steig, Biet, Gebiet, Mül: lengerütte, iſt in Mahlmühlen das: jenize Gerüſt, unter welchem das Kamme- rad und Getrieb, oben aber die Mühlſtei- ne, ſich befinden. Steigung der Brücke, die Höhe einer Brücke von den äußerſten Widerla- gen bis zur Crönung des Gewölbes vom Hauptbogen. Steigung des Gewölbes, iſt die Hohe deſſelben von der Widerlage bis zum Schiuß, Steinbeißer, wird auch ſonſt Rern- beißer, auch KRirſchfinke, genannt, Er hat den lektern Namen daher, weil er den Kirſchkernen ſehr nachgeht, und ſie mit ſeinem dicken, ſcharfen Schnabel und ſtar- ken Kinnmuſteln ſehr geſchit aufmachen Fann, Er hat auf dem Kopfe eine hell- braune Platte, und hinten am Genicke ci- nen aſchfarbigen Ring; der Rücken iſt ſchönbraunz nur beym Weibchen etwas dunfler 3 dies Braune geht bis- auf den Schwanz hinaus, wele, und wird ſtark auf den Hecr- den gefangen. Sein Fleiſch iſt wohlſchme- Fend, und. geſund, CEingeſperrt frißt er Hirſekleyen mit Milch, wobey er ſich lan» ge erhalten läßt, Steinbrech, Saxifraga. Dieſe Gattung enthält viele niedrige, vouerhaf» te, frautartige, perennirende Pflanzen, Unter denen einige ſehr verzierend blühen, und daher zur Verzierung der Luſtgärten gebraucht werden können. Die Stengel ſind meiſt einjährig, 1 F. hoch und dar- über, ober auch niedriger, welche theils mit kleinen lappigen; theils ganzen Blät- tern endigen. Linnäus macht 4 Abthei- lungen, um die Arten deſio leichter zu unterſcheiden, a) Mir ungetbeilten Bl3trern und faſt nackendem.Setengel: 1) Steinbrech mit blätterinen, am Rande knorpeligen und cinge- terbten Wurzelröschen, tTabel- Trautſteinbrech, Jehovahblümtein, S. CO- Schl] anny die Fate ſot ere jedern, 1: und (8 den (wUnley d4=t er, es ſer Vik na Ho 63 de anden | Jiny 4 hin, 10 et Khuul, M begierig [Un Zer wehe: nt füße er fh aw 4“ Ne „ Vouerheb Pflanzen ad blühen) (uftgärten 0 Cindy ) tied Dot: ſe| peil 171011) ij verigen ) dtn abd: 20 5(0 Steinb S;Cotyledou L. Blumen: auf den En- den: der Zweige, in Riſpen, weiß, fleinz jedoch ſehr ſchön, vorzüglich im Jun. Un» ter mehrern Abarten iſt die wichtigſte der 'pyramidenförmitge Steinbrech, im Ganzen eine ſchöne Pyramide bildend, wo« von einige Stücke in Töpfe gepflanzt wer- den mögen, 2) Steinbrech mit ſchmalen, vicht bey einander geſtellten, aus- wärts gebogenen und durchlöcher- ten Blättern, meergrüner Stein: brech, S. caelia L., har rundliche, wei- ße und grün geſtrichelte Blumenblätter, 3) Sreinbrech mit ausgezahnten Wurzelblättern und ſpirzigen Blu- menblättern, ſternartiger Steitt- brech, S. ſtellaris L., wächſt auf den Als pen. Dlumenblätrer: ſpißig, lanzet- förmig, weiß, beym Anfange mit 2 ſofran- farbigen Puncten, oder auch mit einem halbmeondenförmigen Flecke, und mehrern purpurfarbigen Düpfelchen, bezeichnet. 4) Steinbrech mit dicken, geſtiel- ten, eyförnnegen Slärtern und hoch- votben lumen, S cratlifolia L., wächſt in. Siverien- Pallas empfiehlt dieſe Pflanze wegen ihrer Kraft, dem Brande zu widerſtehen, HUE: GIs 5) Stembrech mit nierenförmi- gen, ausgezahnten Dlättern, Al- penſteinbrech, 8. GeumL.; 6) Gedüpfelrer oder punctirtblü- hender Screinbrech, S8. pundata L. Vaterland: Siberien; Ziumen: in Riſpen, auf den Enden, weiß, mit pur- purrothen Puncten gefleckt. EE 7) Steinbrech, deren eyförmitte Blätter am Rande knorpelitt, um geſchlagen, und rief eingeferbt ſind, S. umbrota L. Vaterland: die Biſcayi- ſchen Gebirge; Dimmen: in Riſpen, Steinb 4159 weißlich/ roth gefle>t. Die Vermehrung geſchiehet leicht durch die Wurzel und Ab- nehmung der Blätterröschen, welche aud) im Winter zugegen ſind. Sie wird crip- pelweiſe auf den Rabatten umher gepflanzt. 8) Steinbrech mit Feilfsrmigen, ſinmpfen, kaum merklich eingekerb- ten Blättern, 8. cuneiſolia 1. Dg terland: die Alpen;%lymenblätter: ſpißig und mit mehrern gelben Puncten gedüpfelt, 9) Steifborſtitzer Steinbrech, 8. birſutalL. Vaterland: Siberien; 23ly- men: auf den Enden, weiß, mit rothen Puncten gefleckt, j b) Wit ungetheilten Blättern und blätterigem Srengel: 10). Steinbr. mit geſtielten, nie- renförnigen und ausgezahnrtren Stengelblättern, S. rotundifolia L Vateriand: die Alpen; ZZlymen: klein röchlich, oder rochgefleckt,. 11) Steinbr., gemeiner, mit nie- renförmigen, in Lappen getbeilten Srengelblättern und körniger Wur- zel, S. granülata L, Dieſe Art wächſt häufig bey uns auf graſigen Hügeln und andern ſonnenreichen Oertern. Ziumen: auf den Enden der Zweige, in kleinen dichten Büſcheln, zahlreich, weiß, im Apr,, Moy und Jun. Die Abart mit gefüllten Blumen iſt eine ſehr verzierende"Pflonze,. Die erſte Pflanze vermehrt ſich durch ihre förnige Wurzel ungemein ſtark. In einer nur die Morgenſonne habenden, vor Win- den geſicherten, Lage, und in einem mä- ßig feuchten ſtarfen Boden, blüher ſie am ſchönſten 3 muß aber nur alle 3= 4 Jah- re umgeſeßt werden, und verſchönert die Rabatten ungemein; für die Apotheken Ggg 2 aber 420- Steinb aber iſt der Gebrauch der Pflanze ganz ad- gefommen, ce) Wit lappigen Dlätrern und auf- gerichtetrem Strenttel: 12) Gteinbr, mit keilfsrmitgen, dreylappitgen, wechſelsweiſe geſtell ten Blättern, Hendelkraut, 8. tri- dactylites L., wächſt bey uns in ſandigen Gegenden wild, und iſt ein Sommerge- wächs. Strentrel: kleberig und oft röch- lich, 4 Z. lang; Zlumenblätter: klein und weiß. In der Heilkunſt wird kein Gebrauch mehr von dieſer Pflanze gemacht. d) Mit lappigen Blättern und(ge- ſtreckrem Stengel: 13) Golöner Steinbrech mit wechjyelsweiſe geſtellten Blättern, größeres MilzFrant, Chryſoſplenium alternifolium L,, wächſt bey uns an feuch- ten und ſchattigen Oertern, Stengel; ſehr dünn, haarig, ein wenig äſtig, 6-- 8 Z. boch; Blätter: länglich, rundlich, ge- kerbt, haarig, mit Ohren, lang geſtielt; Zlumen: klein, glänzendgelb, auf den Enden, im Apr. und May. 14) Goldner Steinbrech mit tze- paarten Diättrern, gemeines oder Feines MilzFraut, Goldmilzs, gul- den Leberkraur, Goldveilchen, Steinkrejſe, C. oppolitifoliumL., hat mit der vorhergehenden Art gleiche Ge- burtsſtötte. Strentzel: ſchwach, vierecig, Daarig, ein wenig äſiig, etwa 6 Zoll boch; Zlätter: rundlich, gekerbte, mit Ohren, kurz geſtielt; Blumen: aus den Win» Feln der Blätter, an den obern Theilen der Zweige, kurz geſtielt,“ goldgeib, im März, April und May. Zn ältern Zeiten bedienten ſich die Aerz- fe vieſer beyden Arten in Milzkranfheiten; Steinh auch überhaupt die Verſtopfungen der Ein- geweide zu verbeſſern; jeßt aber werden ſie, bey der Menge anderer viel kräftige rer Mittel, gänzlich entbehrt, Beyde Ar- ten pflanzt man als Werzierungspflanzen auf einer ſchattigen Rabatte, wo ſie gut fortfommen, oder auf feuchten Pläßen 3; auch in den Wildniſſen unter den Bäu»- men, woſelbſt ſie zeitig im Früßjahre bly-: hen, ehe die:Bäume völlig ausſchlagen. Sie laſſen ſich durch Zeriheilung ihrer fFriechenden Wurzeln vermehren, wozu der Aug. die beſie Zeit iſt. Steinhirſe, Steinſaame, Li- thoſpermnum, wovon Linnäus 7 Arten: augiebt; von welchen aber hier nur drey- angeführt werden, 1) Kleinblumiger Sreinbirſe mit. glatrein Saamen, großer Perlen birjfe mit kleinen gelben Blumen, Üeerbirſe, gewöhnlicher Steinſaa- me, L. oflic. L,, wächſt bey uns hin und wieder, zwiſchen Hecken und Geſträu- dien, Stentel: beynahe 3 Fuß hod), aufrecht, äſtig, rund, hart, ſteif; Blr» ter: lanzetförm'g, rauh, haarig, ſchmußig« grün, ohne Stiele, an den Zweigen ab- wechſelnd ſtehend; Blumen: früh im Jun., weiß; Saamen: glatt, glänzend, reif im Aug. Die ältern Aerzte baben die Saamen als ein harntreibendes und ſteinzermalmendes Mittel, auch zur Be- ſördexung der Geburt gerühmt; 3:6 aber ſind ſie außer Gebrauch. Aus dem Saa- men fann man ein gutes Mehl bereiten, und aus dieſem Brodt backen. 2) Rleinblumitgzer Sreinbirſe mit runzeligem Saamen, Acter- oder wilder L5teinpirte, rothe Gchſen- zunge, L. arvenie L., iſt eins der ge» meinſten Unfräuter auf Accdern und in Gärten. der Ein | Werden Fröftiger ende Ape öflanzen 0 fe aut den Vis chte Uhr veſlage, lung iht + Wout wn"(/ Li Ww 7 Vite ewa deep MN er Deren: | Aly) Steiph ey uns Wd nd Offeah 3 Ju Ieh elf; Dlib / ſhmuhiy eigen ab 1; fuß In | langen) 10.211 endes ud ; zu W- „kt an bem La [ beraita) hirfe mit “- 00 Ochſe 8 der jw 3 umd N Vöttttl Steink Gärten. Wurzel: jährig, länglich, roth, tief eindringend; Eztentgel: rund, rauh, äſtig, etwa 1+F,. hoch; Blätter: lanzet- förmig, haarig, lichtgrün 3; 23lumen: auf den SBipfeln, einzeln, auf kurzen Stielen, über dem Kelche kaum hervorragend, klein, weiß, im Jun, z- Saamen:.runzlich, Da die ſriſche Wurzel, die ein weißes Mark hat, aus einer färbenden rothen Rinde be- ſteht: ſo wird ſie von den Bauermädchen in.den Nordiſchen Provinzen zur Schmin- ke gebraucßt. Andere färben damit die Butter roth» und rühmen dieſelbe wider ' das Seitenſtechen 3 man verwechſele dieſe Wurzel aber nicht mit der färbenden Och- ſenzunge. 3) Großblumiger Steinbirſe mit eteſtreckten und auſgerichteten Sten- geln, Perlenhirſfe mit kriechenden Stengeln und großen rothblauen Blumen, L. purpuro-coernleum L,, wächſt hin und wieder in Deutſchland, Steinkohien, ſind ſcten Hand ek- was kühl wird. Zu einem halben Brauen gießt man 12==- 13 Quart friſche, oder halb ſo viel alte Hefen. Stellflügel„ ein ausgehauener, durch ein Holz gehender, Weg, der gemeinig- lich von einem Ende zum andern mit Mar- ken oder Ziffern bezeichnet iſt, Stellgarn, eit mit doppelten Spie- geln verſehenes Neß, welches wegen der Schwere des Geſeuks nicht gezogen wer» den kann. Es wird über ven ganzen Ziuß gezogen, und an Heyden Cnden feſige- macht. Die Fiſche ſangen ſich ſelbſt, ſo- wohl die auf« als abwarts ſcywimmenden z Ge werden auch hineingetrieben. 7 Stelze Stell-ber, ein Wort bey der Jä- gerey, welches von den Zeugfnechten und - Jägerburſchen gebraucht wird, wenn ſie bier oder da ſtellen ſollen. Stelliette, Leute, welche außer den Jägern zur Stellung des Jagdzcuges ge- braucht werden. Stellpfähle, zum Behuf einer Stel- lage gingeſchlagene Pfähle, über welche Riemen nur los übergelegt werden, welche an oder zwiſchen erſiern hingelegt, und wie- der weggenommen werden,: um darüber die Unterlager, und auf dieſe die Bohi(en zu legen, Stellpflöcf, bey der Vogelſiellerey ein 1 Fuß langer Pflock, der oberhalb des Stceliſtabes ſteht, und ſelbigen befeſtigt.- Stellfiab, iſt ein Stos, der ein gerichtetes(Garn leitet oder führt, wenn vie Bögel mit der Wand ſollen gefangen werden, Stellung eines guten Reiters. Dieſe beſteht: 1) im F-ſiſißen zu Pferde; 2) daß er beherzt und ſtark ſey; 3) ſehr wohl in dem Sattel ſiße; und wenn ſein Pferd zu tummeln bereit iſt, muß er es regieren, ohne ſeine Statur zu verändern, oder den 2eib hin und her zu werfen, oder damit zu waeln; auch nicht mit den Hän- Den oder Schenkeln ſich ungeberdig zu ver- ſtellen; mit einem Wort: er muß keinen Zwang in allen Handlungen ſpüren laſſen, die Hülfe ſo ſanft, als hürtig, geben, die Fauſt gelinde und ſanft halten; auch das Geſicht muß ernſthaft und beherzt ſeyn.| Stelze, die mit Gliedern der Baue ordnung in einer Müdle auf der Mehl- vank geſekten Stücke, wovon die vörder- ſten, von der Mehibank gerechnet, 3 El- Jen (m 1 En! dur d 00 morden nachn! E ties es Ww nenf vid nid | arbe des verſt dem dene Eq har: » Geer der Jb fen und vein fie Wee den we Wt: ine Ch et welt 0, Welt 1, Und WIR "1 datibet ie Yohley weellere erh ves befefigb , Wi het, wen 1 gefong Reitt) zu Pfittt y; I wenn fel nuß ed verändern, fen, Ob den Dan 174 ; fomnen (aſſe), ben, die wh des fey» „ Du Mehl vörde! „G en Stelzen fen lang, 16Z, breit und 6 Z. ſtark ſind, Sie haven Falze, worein der Steg paßt, oder darinn ſt:bt, damit er, wenn die Muühlſteine abgemahlen und niedrig ger worden ſind, auch) mit der Runtmwfieiter nachgefeilt werden könne, Stelzen, Stükßen, Trempel, die Hölzer, womit etwas unkerſiüßt wirdz es wird z. E. bey der Grabung eines Brun» nens das Erdreich, vermittelſt der Stelzen und Breter, zurü&gehalten, damit es nicht nachſtürzen könne, Siemmeiſen, ein faſt allen Sul arbeitern unentbehrliches Werkzeug, wel- ches vorn eine breite Schärfe hat, die wohl verſtählt iſt. Man hat dergleichen nach dem verſchiedenen Gebrauche von verſchie- dener Größe 3 und da auch öjters die Schneide eine andere, als gerade Fläche har: ſo verwandelt ſich an< der Name Stemmeiſen in einen andert, Stendel, Satyrium L, Die hier fo!genden Arten diejer Gattung haben mit denen der Gattungen Orchis und Ophiys ſo viel Aehnliches, daß man ſie, wenn man ſie nicht genau beobachtet, ſür Arten derſelben anſieht, und ſie der Familie je- ner beyden Gattungen zugeſellen kann, r) Stinkender Stendel mir ſebr angemy, drepfach geſpaltenem Lip- penblacte, Bocksgeilen, S. hircinum L. Daterland: Franfreich, Deutſch» land, in Feidgegenrden; Wurzel: zwey große, ungetheite Knollen, faſt fo groß wie ein Cyz Dlumen: in großen, lo>ern Aeßren, am gewöbhnlichſten röchlichpur- purrethz ob es gleich Xbarten giebt, weiche weiß, und oſt auch grün gefleckt ſind, mit einem langen, niederhängenden Barte ver» Sterbl 423 ſehen, Die ganze Pflanze hat einen ſtar- fen bocksartigen Geruch. 2) Grüner Srendel mit dreyfach Eurz geſpaltenem Lippenblatce, S; viride L, Waterland: die Schweiz, Preußen, und andere kältere Gegenden Curopens, auf rauhen Pläßenz; Wizrzelt zwey kleine, in 5 Finger handſörmig ge- theilte, Zwiebeln; Hlymen: in langen Aehren, klein, grünlich, mit einer Mi- ſchung von Weiß und Purpurrothz ob es gleich auc) Sorten von einer andern Farbe giebt; gleichwie auch einige auf eine ſolche Ärt gecheilt ſind, daß ſie die Geſtalt eines Froſches haben 3 daher die Pflanze auch die Froſch- Orchis genannt wird, 3) Kricchenvdcr&Stctendel, 8, repens DE Dateilano: Schweden, England, in der Schweiz in Wäldern, wieKuach in Deutſchland in GE WENWEITEnn: Witt» zeln: zaſerige Zwiebeln, oder viele dicke, fleiſchige, unter der Oberfläche forikriechene de und ausgebreitete, mit einander vct- bundene, Faſern; Diumen: in ſcXt. Im May oder Juti,, wenn ſte etwa 3 Z. hoch ſind, werden die jungen Pflanzen, nachdem ſie ziemlich ſtark geworden find, auf die Ra- batten, und andere an die Hauptwege, an Raſenſtücke 2c, ſtoßende Abtheilungen, wenigſtens 13 F, weit von einander, ver- pflanzt,; b) Derennirende Arten: Dieſe treiben aus ihren zaſerigen, ſich weit umher ausbreitenden, Wurzeln in je- dem Frühjahre neue Stengel, welche den ganzen Sommer hindurch im Wachsthu- me bleiben, blühen, und Saamen geben. Die bekannteſten und allgemeinſten unter ihnen verdienen hier namentlich bemerkt zu werden. 2) Jtralieniſche 2c., A. Amellus LL. Blätter: lanzetförmig, ſtumpf, rauh, dreyribbig, ganz; Dlumen: groß, auf ziemlich nackten, firaußförmigen Stielen, die Scheibenblümc5F. boch; Blätter: lan« zetförmig, abwechſelnd, glatträndig, halb umfaſſend; Diumen: in Riſpen, dicht bey einander ſtehend, ſehr groß, violekpur- purroth, im Aug, und Sept, Dieſe und alle übrige perennirende Ar» ten laſſen ſich im Herbſte ungemein leicht durch Zertheilung vermehren, man mag dann entweder ganze Pflanzen aufnehmen und zertheilen 3; oder von ſolchen Arten, die ſich durch ihre Wurzel ſtark vermeh- ven, mit dem Spaden nur einen Theil ab- ſtechen, und ſolchen in lauter einzelne Stüe- fe theilen. Sogar die kleinſien Stück- zen pflegen leicht anzuſchlagen, und ſchon im folgenden Herbſte zu blühen. Die mehreſten Arten laſſen ſich auc fehr leicht durch abgeſchnittene Stücke ihrer Stengel vermehren, welche, wenn ſie im May und Jun, auf eine ſchattige feuchte Rabatte ge- ſtet werden, leicht Wurzeln ſchlagen. Will man Pflanzen aus Saamen zieben? ſo muß er im Herbſie, ſobald er reif iſt, geſäet werden, Es entſtehen ohnedies aus dem ausfallenden Saamen eine große Menge Pflanzen, unter denen man, wenn ſolMme zur Blüthe fommen, allezeit neue Abänderungen wahrnehmen wird, Ver, Regllexicon 1V, Theil, Stich 425 Sternhammer, der Spißhammer mit einer abgeſtußten Spiße, worauf ein Stern ſieht. Der Schmied macht damit auf dem Eiſen allerley Zierrachen, Sternfraut, Schirmkraut, Trientalis L, Die eine befannte Art die ſer Gattung wächſt in unſern Eich- und Wachholderwäldern um die Baumwur« zeln, Wurzeln: zahlreiche, lange, wei- ße Faſern; Blätrer: lanzetförmig, ge- ſpißt, glatträndig, etwa 12 Z, lang; Sten- gel: rund, glatt, dünn, 4-- 5 Z. hoch, am Gipfel mit 6-7 kleinen, kurzgeſtiele ten, in einem Kreiſe ſtehenden, Blättern beſeßtz; Dlumen: auf den Enden der Stengel, auf langen, dünnen Stielen, weiß, iim May und Jun. Die Blätter ſind weich, ziehen gelinde zuſammen, und UE von den Schaafen begierig aufge ucht. Sternrad, Stirnrad, Cron- auch Hirnrad, iſt bey den Mühlen und andern Maſchinen ein Rad mit Zähnen oder Kämmen, welche oben auf der Stire ne eines Rades ſtehen, und gleichſam aus dem Mittelpuncte laufen, Sterz, der Baum an einer Bo- windmühle, woran dieſelbe vermittelſt der Erdwinde herumgedrehet wird, um in die Ruthen den Wind zu gewinnen, Stich, Zeichen, ein. Gemark, welches auf einer Mauer gemacht wird, um die Abſchnürung darnach zu richten. Die Zimmerleute und Tiſchler haben auch Stich und Zeichen, welche ſie auf die Stücke ihrer Verbindung machen, um ſie geſchwind und ohne olles Suchen wieder zuſammen zu finden; auch die Dammſeßer oder Pflaſterer heißen die kleinen Pfähle Stiche, welche ſie von Strecke zu Stre» Hyh>, 426 Stich &e, oder von Raum zu Raum, ſeßen, um den Abfall oder das Gehänge zu be- ſiimmen. Stich, in den Fiſchteichen die Grube, in welche ſich die Fiſche beym Ablaſſen ei- nes Teiches zuſammen ziehen. Stich, beißt beym Garten- und Deichbau eine Tieſe von einer halben El- le, ſo daß 4 Stiche 2 Ellen ausmachen. Stichbalken, derjenige Balken des Stockwerks, der abgebrochen iſt, zwiſchen welchem der Schornſtein durch die ganze Höhe des Sebäudes hinaufgeht. Wo alſo der Schornſtein hindurch geht: da muß auch der.Balken abgebrochen werden; auch wird jeder dieſer Balken in 2 abgeſonder- ten Theilen angebracht. Dieſer Balken wird abgekrümpft oder abgewechſelt, wo- durch er mit den andern Balken befeſtigt wird, und hiemit den Schornſtein in ſich einſchließen kann. Stiche, ſind bey den Zimmerleuten, welche das zum Bauen beſtimmte Holz be- ſchlagen oder kantig behauen, die Kerben, welche auf beyden Seitenflächen des Bau- holzes, von der obern Seite bis zur Un- ferlage, mit der Zimmeraxt eingehauen oder geferbt worden ſind. Sie ſtehen un- gefahr 2 F von einander ab, und jeder Stich reicht bis an die mit der Echnur gezogene tinie« Sie dienen dem Zimmer» mann gleichſam zum Wegweiſer, wie tief er den Span mit der Zimmeraxt weghauen ſoll; oder vielmehr erleichtert er ſich da durch das Beſchlagen des Bauholzes. Stichholz, ſchwaches, ungefähr ſpa- niges, oder halbfpaniges Beuholz, woven die ſtärkſten Bäumo, welche 4 Stich ha- ben, vierziger 3 die andre Gattung, web Stoc>kp. : Wige; und.die. zer Ive 6, er Wynd Knit ſud befeſiy;, 5 Dik bt dn Zed ge des Zur ie Div nd wider un ved ben de(m! 4, dep d Sid jum Dette wenſodt „miſt 4 mie Q Nov Iuuſtets 1 hy Bent den(ll jeh einen ( t git ingefigt! verur Stoc>w Sfockwinde, eine beſondere Art ei- nes Haſpels, mit einer Schraube ohne Ende verſeßt, wodurM man gar leicht StröFe oder Pfähle aus der Erde ziehen fann. Stockzangen, die kleinſte Art von Zangen, welche in der Schmiede das Ci- ſen halten, wenn es ausgewärmt, oder aud) auf dem Amboße ausgeſchmiedet wer- den ſoll. Die Kneipen ſind bey einigen vorn breit; bey andern ſpißig, oder wohl gar zebogen, Sie liegen beſtändig auf dem Amboßſto>e, um bey allen Vorfällen gleich bey der Hand zu ſeyn, Stöchas, Std<ige Blumenäh- ren mit größern Deckblättern und einem gefärbten Blätterſtrauße oder Zopfe über den Aehren, 1) Ganzblätterige Stöchas, Ara- biſche Stöchas oder der ganzblärte- rige 30pfitze Lavendel, heißt ſonſt aucnen Boa den, eine warme, güt geſchüßte Lage, und im Winter eine leichte Bedeckung; allen- falls fann man ſie auch im Glashauſe, in gemußigter Wärme, den Winter über ex- Halten, wo ſie abwechſelnd etwas Luft und Waſſer verlangen Jm Sommer iſt häufiges Begießen eher nüßlich, als ſchädlich. Stör, Stier, wird unter die größten Stromfiſche gezählt.“ Seine Hei» math iſt eigentlich das Meer; er tritt aber in die größten Flüſſe, in die Wolga, Do- nau, Elbe, Oder, Weichſel, Tyber, u.a, m,, und erlangt dadurch das Flußrecht. Es giebt ihrer verſchiedene Arten, Der Rogen dieſer Fiſche wird in Rußland im Winter ungeſalzenz iim Sommer aber ein- geſalzen in Toxnen verführt, und Caviar genannf, Störſtange, Fiſchtrampe, Pulsfeule, eine vorn. mit. Filz oder deder verſehene Stange, die Fiſche damit Hhh 23 aus BE en I REI Re 423 Stor< aus ihren Löchern: zu ſtören, und in das Nes. oder'in den Hamen zu jagen. Stor<, ein ſchr gemeiner Vogel, wovon wir bey uns den weißen, oder bun» ten und den ſchwarzen Storch haben. Je- ner horſtet gemeiniglic) auf ven Gebäuden der Dörfer, die nahe an. Wieſen, Brü- chern und Seen liegen; der ſchwarze Storch aber iſt ſeltener, und horſtet auf hohen Bäumen in den Waldungen. WBeyde Ar- cen: nähren: ſich von Fröſchen, Fiſchen), Schlangen, Schnecken, Heuſchrecken, 2c; SZey uns kommt der Storch aus Aegypten, und andern: warmen Ländern, wenn der Winter lange anhält, um Petri Stuhl- feyer alten Styls, oft noch ſpäter, an, und zieht um Laurentii wieder weg. Er legt 2-=-4==5: Eyer, und brüket 4 Wochen. Eigentlich brütet das Weibchen unausge» feßt;. wenn es aber, Futters halber, vom Neſte geht: ſo ſit das Männchen. über den Cyern.. Storchſchnabel, Geranium 1... Dieſes bekannte Pflanzengeſchlecht unter» ſcheide ſich durc ein beſonderes Merkmaktk von. allen andern, und har auch davon, nämlich von der langen, gleichſam ſchna- beiförmigen, Frucht ſeine Benennung er- Halten. a) Perennirende Arten: 3) Slay= oder weißblumitger Storchſchnabel mit runzeligen viel- lappitgen, ſchildförmigen Blättern and völlig. ganzen Biumenblättern:. pober ſtandiger Wieſenſrorchſchna- bel mit runden, ſchildförmiten, viof zercheilten Dlätrern nnd rauben breiten Einſchnitten, Gottesgyna- A8,, G. prateaſs L, PZBlumen:: groß; Stor<ſ vortrefflich blau. Eine der ſchönſten Ar- ten dieſer Gattung, Abarten: a) weißz b) ſchectig 3 c) die jedoch der Mutterart in der Schönheit nachſtehen. 2) Sluriger Storchſchnabel mit einfachen gegliederten Blürbſtielen und großen rothen oder blauen Blu- men, Dlutwurzel, rothe Hühner- wurzel, G, ſanguineum L., wächſt bey uns in einem lockern magern Grunde, in den Vorhölzern, Hecken, ſonderlich auf Hügeln und Kaikbergen, 3) Dlati= oder weißolumicter Storchſchnabel mit lappitzen, faſt ſchildförmitzen Blättern und einte Ferbten Blumenblättern, troßblu- niger Storchſchnabel mit Wolfs- wurzeiblätrern, Waldſtorchſchna- bel, G, filvaticum L. Mimmen:. vor: trefflichblau, die Blumenblätter ausge- randet.. 4) Purpurfarbigger geſtreifter Storchſchnabel mir fänflappitzen ZDlättern und völlig ganzen Blu- menbläcrtern, gemeiner lantyſtieli- ger und großblumirgeriWatſerſtorch- ſchnabe!, Sympf- oder Zruchſtorch- ſcoynabel, G. paluſtre L,, wächſt bey uns in ſumpfigen Niederungen; gemeinig- lich zwiſchen den Ellernſträuchern. Wur: zel; knollig, äußeilich braun, innerlich von is 5) Rother wohlriechender Storchſchnabel mit lappigen, aus- gezackten Dlärtern und blaſenför- migen Relchen, langwurzeliger wohlriechender Srorchſchnabel mir Sroſchpfoten-Zlärtern, G. macro» rhizum L,, wächſt auch in Deutſchland, ZSlunzen; glänzendpurpurroth, mäßig groß,. bB) Eins ſien MW ) weiß; wart iy Amit yſtden (M AÜ: iy unde, eid Ui om, fef 11 ei Gofl Wolfs vba NG fr agp veſirafe Fappi pen Aly anf ſeront: hfo vihf 9 gemehy . Wir mid vender 0 aus“ alonft weeliger „bel unt . mato NN , wol ) Eil 'Storc 4 auf jedem Stiele, lichepurpurroth) mit Staubfäden, Dieſe Art iſt der fol- genden ähnlich; jedod) ohne deren Biſam- geruch... Es giebt Abarten mit blauen Blumen; imgleichen (pimpineilae folio). 7) Diſamſcrorchſchnabel, G. mo- ſchatum L. YDateriand: die Schweiz, Siberien; Biätrer: gefiedert, eingei tundifolium L,, wächſt im gebauten Lan- de. Grengel: fleberig darnieder lie: gend; Dlärter: nierenförmig,. eingeſchnit= ten; Blunzen-: vortrefflich blaw- 1:4) Sehr wohlriechender Srorch- ſchnabel, G. odoratiſlimum I, 23är-- ter: langgeſtielt, weich, haarig, wie Sam met anzufühlen, gemeiniglich nur ausge* zahnt, ſelten in: kleine Lappen: abgecheiltfs Biätter» und Blürhſtiele ſind ewas röth=- lich', und vertheilen ſich in einen: kleinen), unordentlichen: Straus. Dis Blumen» blätter ſind klein' und weiß, und die beydem oberſten: ſiken an: der Kelchröhre: WBlätter und Zweige haben: einen: ungemein: ange Hhh 3 nehmen, TN BN AER 430 Stoß nehmen, biſamartigen Geruch, und blei- ben lange grün 3 nachdem aber die untern - nach und nach abgeſtorben ſind: wird der Stengel mehr ſichtbar 3 da ſolcher bey jun- gen Stöc>en faſt ganz zu fehlen ſcheint, Die Vermehrung geſchiehet durch Saa- men und Zweige. Dieſe einzige auslän- diſche Art, mit Uebergehung aller übrigen, wird nur hier bemerkt, weil ſie, wegen ih- res Wohlgeruchs, än ſo vielen Häuſern in Töpfen an den Fenſtern gehalten wird; doch iſt auch no) zu gedenfen, daß das Geranium coluinbinum, in Buttermilch gefoc Holz, und hält hiemit beym Gebrauch die Axt feſt, damie er ſich nicht die Finger verleße. Stoßen der Felgen, der Ort aus einem Stirnrade, wo die Felgen zuſam menſtoßen, und wo ein Kamm zu ſiehen fommt, Stoßgarn, ein Sarn, das mit eie ner Maſche angefangen, und 20 Maſchen hoch, 4 Ellen lang, geſtrickt wird. Das Gemäſche iſt, von einem Knoten bis zum andern, 4 Z. weit, ſpiegelicht geſtrickt, und wird mit einer lebendigen Taube nach den Raubvögeln ausgeſtellt. Stoßlade, ein Hobel der Tiſchler, mit welchem die-Gehren der Geſimſe ver- Fröpft werden. Stoßriemen, die Riemen, wodurch der Kutſchfaſten mit den Bäumen verbun- den iſt, damit derſelbe bey einem Stoße nicht zu ſehr ſchwanke. Stoßrinfen, der eiſerne Beſchlag, womir die Naben eines Rades an die Ach- ſen anſtoßen. Stoßſcheibe, eine lange Halbgerun- Dete Scheibe, oder ſtarkes Eiſenblech, wo- mit die Deichſel eines Wagens vorn bes ſchlagen wird. Stottern der Maſchinen, wenn die Räder oder Getriebe der Maſchinen nicht einen gleichmäßigen Gang haben; ſondern bald hie, bald da anſtoßen. Die- ſes liegt an der ungleichen Bearbeitung der Zähne, Kämme und Stöcke der Rä- der und Trillinge; oder daran, daß ſie nicht gleich eingecheilt ſind. Stränge, 8 mi W 0 Dy 0 Ws zum t gefeit, be ned t Uſa, 90,8 1, vbr) en DED ay Gift Beſich died albgenune (ec), 0 porn üb , wen aſchinen haben ; Div beitung der Nr def|! M Stränge Stränge, diejenigen Riemen, welche bey dem Pferdegeſchirre dazu dienen, den Wagen fortzuziehen, und an die Ortſchei» den geſchnallt werden. Stranghafen, ein ſtarfer Hafen, der an jedem Bruſtringe eines Geſchirrs vorhanden iſt, worein die Stränge des Ge- ſchirres eingehakt werden, Strangſchleifen, an dem Mitetel- geſchirre eines Pferdegeſchirres die Schlei- fen von Leder, durch welche die Stränge des Vordergeſchirres gehen, und in den Stranghaken eingehängt werden. Straßbäum?, in der Schneide- mühle diejenigen Balken der Unterlage, auf welchen der Schlitten ober Wagen, vermittelſt des Getriebes, auf der Schlit- tenwelle fortgezogen wird; auch werden die Bäume alſo genannt, worauf der Block auf den Wägen gezogen wird, Straubrad, eine Art von unter- ſchkächytigen Waſſerrädern, an welchen die Schaufeln auf der Stirne eingeſe8t, und an den Enden mit Ste>en und Stäben wider die Gewalt des Waſjers verwahrt werden. Es wird daſſelbe gebraucht, wo man nicht Waſſer genug bat zu einem Staberrade, und auch nicht gehöriges Gefälle zu einem überſchlächtigen Ra wie denn 6öfcers das Gefälle etwa nur 3 F. iſt, und der Waſſerſtand 13 FF. Das Rad ſelbſt hat kein Maaß in ſeiner Höhe und Weitez ſondern wird nach Beſinden des Gefälles und nach Gutdunfen des Meiſters gemacht. Strauchheerd, Buſchheerd, eine Art von Bogelheerden, welche aufs freye Feld, nicht allzuweit von einem Walde, angelegt. und wo allerley kleine Sträaußs 431 Vögel mit 30-- 40 Schuß langen Wän- den gefangen werden.- Straußgras, iſt der gewöhnliche Deutſche Name von Agroflis, worunter dinnäus jedoch viele Arten begreift, welche bey andern Kräuterlehrexn unter andern Namen vorkommen. Die betannteſten Arten ſind folgende. 1) äckerſtraußgras mit einer lan- gen Graine an der äußerlichen Spelze, große Ackerſch miele, Wind- 4men flechten daraus Deen, und hodecken damit ihre Hütten, Linnaeus hat angemerkt, daß eine Heerde Ziegen lieber auf einer Inſel hätte verhungern, als die- ſes Gras ſreſſen wollen; und doch) rühmt es Kalim, wenn er meldet, es ſey eine der blätterxoichſten und weichſten Grasgar- ten;; und es gehöre unter die zeitigſten im Feühjahre; auch Halte es fich im ſpätejien Herbſtenoch grün und friſch; doch läßt es ſich im erſten Jahre, nachdem es ausge- ſäct worden iſt, nicht abhauen, S. Schwed, Akad. Abhd!l., 1X. B., 72 S« 3) Rohbrſtraußgras, deſſen änße- 42 Spelze drutchaie WIoYig Und au der Spigzeanit einer Granne deſet i(t, A. calamagroftis L., wächſt auf.den Alpen, und um Werona, 4) Rothes Strraußtgraß, Deſſen äußerliche Spelze glatt und mit ci- ner Jewundezen, zurückgebogenen Granne tgeenditgt iſt, A. rubra L, wächſt auf feuchten, niedrigen Wieſen und tief gelegenen Aerfeldern, wo guter:Bv- den iſt, und gleicht viel der zweyten Art. Die Wurzel iſt ausdaurend 3 dieblühenden Wirtel der Blüchriſpe ſtehen ausgebreitet und horizontal, und die noch nicht blühen- den ſind gleichſamin eine XAehre zufammen- gezogen. Wenn der Stock verblüßet hat, iſt ſolcher ganz+öthlich. Die Schaafe fveſſen dieſes Giras nur, wenn es jung und (38 iſt, Sträußs 5) HDraunes tgeſtre>tes Strauß- gras mit langen, gefärbten Halt lein und eingeFnickter Rückengran- ne, liegendes SyndsIras, A. cani- na L., wächſt auf feuchten niedrigen Wie- ſen. Die Wurzel iſt ausdaurend, Der geſtreckte Halm treibt gemeiniglich etliche Zweigs». BSlätter: haarförmig, glattz Zlürbriſpe: öfters verlängert, in deg Zweigen zuſammengezogen, purpurtöth«- lich, glänzend.; welches ſich) von ferne beſ- ſer, als in der Nähe, wahrnehmen läßt; Granne: borſtenartig, weiß, noch ein» mal ſo lang, als.die Blürhe, gerade, in der Mirte mit einem Gelenke verſehenz auth dieſes Gras genießen die Schaafe nur ſo lange, als es jung ift, 6) Kriechendes Straußtras, deſz ſen Ilüthriſpe ſich in ausgebreitete Zweite vertpeilt, kleines braunes, Friechendes ZHundsgras, A. Loioni- fera 1., wächſt in allerhand leichtem und ſandigem Boden, in Heidenund auf Sand«- bügeln. Wurzel: ausdaurend, kriechend, viel Halme treibend, welche am unfern Theile geſtreckt und.an den Knotea durch Wurzelfaſern an der Erde befeſtigt ſind, bleiben nicht immer durchaus geſtreckt; ſondern richten ſich im Fortgange mehr in die Höhe, und erreichen 2-- 3 F. Länge; Zlüchriſpe: zart, grünlich, purpurfar- big, glänzend, anfangs ganz zuſammen= gezogen, hernach aber mit den Zweigen ſehr ausgebreitet, 5 19 Zweige gehen bündelweiſe aus einem Orte hervor, und ſind ſehr dünnes Dlüthe: ohne Grannez Relchbältglein: gleicher Länge. 7) Haarförmitges, unbewehrtes Straußtgras, mit pfriemarti- gem, gleichlangem, borſtigem und gefärbten?. Reichbälglein, HGaat- ſchwiele, Zagrſtraußgras, A. capil- larts &- SIe, WIESE 8 tan: "öran- 1 Ca m Bies , Der H ege 9, Ia |, Wi apurtöh femme bb hmen ligt; 1 0 eim gerade, 2 verſehen; je Gift JO! NON 3 brains, A folonb (eicht 1) dau Gun ad, frier) am Mie deten du) feſiigt ji) us geſiäh nge mi!| 3 FJ, dun; , Duepurja» zuſamm en Zwe wei! eq erpaty me Oran 198: weh eptemanit igem M | zu .." mw zuu R Renn ee Ip Sn Strebe laris L,,'haf mit der vorhergehenden Art gleichen Standort. TVurzel: faſerig Halm: aufgerichtet, einfac<, 13-2 F. loh; Biuthrijpe: anfangs zuſam- mengezogen, zur Blüchzeit ausgebreitet, und hernach wieder zuſammengezogen, ganz dunn, und beſteht aus vielen zarten, haar- förmigen Zweigen. Die Blümchen ſind gemeiniglich rötßlich,+ bisweilen grün. Ulles Vieh, be“onders die Kühe, ſreſſen dieſes Gras gernez es wächſt ſogar im ma- gern Boden dichte und hoch, läßt fein Moo3auffommen, und iſt daher vorzüglich werth, in dergleichen Boden angebauet zu werden, Strebe, iſt ein nicht gar ſtarfes vier- kantiges Holz, welches dienet, das Ge- länder bey einer hölzernen Brücke zu hals ten, wo die Decken oder Pfoſten auf dem Jochholze ſtehen; in dieſe wird die Strebe vben mit einem Zapfen und Holze eingeſe» ket, unten iſt ſie aber in das Jochſtü>k ein- gelaſſen, Strebe, ſchräge Stüße, wird von den Zimmerleuten jedes Stück Holz genennet, welches dienet, die ſenkrechten Stüßen eines Gerüſtes in ihrem Stande zu halten,! Strebeband„ ein ſchrägliegendes Holz gegen ein anderes ſich ſtrebendes Band. Strebpfähle, Scharren, ſind ſolche Prähle, welche ſchräg eingeſchlagen, und gegen eine Riem- oder Woſſerleiſte mit dem Einſchnitte, ſo ſie am Kopſe ha- ben, ſich ſtreben, Strebepfeiler, einhinter einer Mau- er, die ein Gewölbe oder Erde hinter ſich zu kragen bat, angeſeßter und meiſtens mit der Mauer verbundener Pfeiler. Zus- weilen hat man nöthig, dergleichen Pfet- Wer, ZRegllexicon 1V. Theil. Streichn 433 ler gegen eine Mauer zu ſeßen, um ſie von dem Einſtürzen zurück zu halten, und da werden ſie von unten nach oben zu ſchräge geführet, Strecke, in einer zu bepflaſternden Straße, eine Weite von 72 F. oder 6 rheinländiſchen Ruthen, nach der Länge der Ertraße, und 6 F. oder eine halbe Ruthe nac der Breite der Straße, nach welchen der Dammſeßer von Strecke zu Strecke den Abfall viſteret, Streckfugen, die wagerechten Fu- gen in zuſammengeſeßten Steinwerken, im Gegenſaß der ſenkrechten Stoßfugen, Strecklage, die Lage Steine, wel- de mit der langen Seite der Mauer der Länge nach liegen, Strecfſchicht, eine Reihe Steine in einer Mauer von lauter Streckern oder Bindern in Anſehung ihrer Länge, ſämmt- lich nach der Dice der Mauer. Strecteich, Erſtreckteich, Kar- pfenteiche, worein der zweyjährige Saame geſeßt wird, damit er ſich darin ſtrecke, d. i. zur gehörigen Größe erwachſe, zum AGENT von einem Streich- oder Seß- feiche, Streichen, wird von Fiſchen geſagt, wenn die Milchner und Rogner zu gewiſe ſer Jahreszeit an ſeichten Orien der Ge- wäſſer ihren Saamen und Brut von ſich laſſen, ſo hernach durch die Sonnenwär- me lebendig wird, Streichmaaß, ein Maaß der Tiſche ler, womit die Dicken und Breiten der zuzu- richtenden Hölzer abgemeſſen werden. Streichnete, Nachtneie, ſind '60= 70 F, lange und bis 24 F. breite Jiä Neße, 434 Streichſ Netze, mit einem Buſen in der Mitte, und an beyden Enden mit langen Enden aus geſperrt. Dieſe Neße werden eigentlich nur auf die Lerczen gebraucht, weit aber teicht Rebhöhner und junge Haſen damit geſchlagen werden: ſviſt, außer dem Hertin der Wildbahn, Niemand befugt, mit dem- ſelben zu gehen. ' Strreichſchindeln, Strichſchi dein» ſmd Schindeln, welche der Feuz er5gefahr wegen mit 2ehm überzogen ſind, und ſtatt der Ziegel zu Dachde>en gebraucht werden. Strreichſpan, ein hölzernes Werk- zeug der Stellmacher, das einen langen Einſchnitt oder Kerb haf, der eine Art von Schenkel bildet. Sie beſtimmen da- mit die äußere Rundung der Felge eines Rades« Streichſtangent, an einer Kutſche die beyden Stangen, welche die Spreng- waage mit dem Schemel ves Wagengeſtel- les vereinigen, indem an jedem Ende der Sprengwaage das eine Ende der Streich- Lange und das andere Ende an1 Geſtelle befeſtigt iſt. StreichFangen, die Stangen an den Gerütten, welche der Maurer quer über die Echzere bindet, und welche ſich auf die ſogenannten Neßbäume ſtüken. Streifgerte, eine die Gerte oder Ruthe, welche in dem koche des overn Muüblſteins geht» ſeinen Rand abſegt, und das herunterſtreift, was ſich daſelbſt anhängt. Strich, Streich oder Brut, iſt der junge Saamen der Fiſche, inſonderbeit der Karpfei:, welcher, wenn er 2 SGom- zer und einen Winter geſtanden hat, auf Stubent ven Herbſt des ändern Jahrs herange fiſcht, und alsdann zweyjähriger Saamen genännt wird, Den Strich ſoll man, ſei- ner Schwäche halben, und weil er noch gar zu zart und weid) iſt, den erſten Som- mer oder Herbſt nicht fortführen oder fort- ſeßen, weil erunter diefen Umſtänden leicht einen Unfall zu bekommen und zu ſterben pflegt 3 es iſt daher am rathſamſten, daß man ihn auf ſeiner erſtex Stelle 2 Som« mer wachſen läßt, damit er ſich erſtrec>ktz auch kann er nachmals viel beſſer verführt, und in die gehörigen Orte zum Erſtrecken geſeßt werden. Wennadber die Teiche nahe hinter einander ſind, und man den Strich gern in die nähejten Teiche haben wil!: ſo darf man ibn nur zu. leich mit dem Waſ- ſer hineinlaufen, und gemächlich gehen laſſen, weil er obgedachtermaaßen keine harte Behändlung vertragen kann. Studentenbiume, Sammet- blume, Tagetes. Dieſe Gactung be- ſteht aus frautartigen, etwas zärtlichen) Blumenpflanzen zur Vorzierung der Laſt» gärten, die ſchwelgeriſch blühen; meiſtens aver einen ſehr unangenehmen Gerd) haben, und von denen es mancherley, theils einfache, theils gefitllte Sortegy giebr, welche alle 1m Sepebr, eine Menze reifen Saamen geber, 1) Große Sindenteinbluymne mit aufgerichteten Zweiten,>. ereeta L. Flos Africanusmajor. Dhwmnen: 6roß, bo35 (2 einfarbig- gelb, vom blaſeſten kimonien- gelb bis zum höchſten Pomeranzngeib, etweder mit lachen, oder mit welſenförmi- gen, oder mit röhrenförmigen Divmehen, Man hat hievon ſehr viele Sorten. Die gefüllten ſind groß und aufgeblöſen, und auf mannichfaltige Art geſüllt 3 die gemei- nen einfachen hingegen beſichen aus ficchen - Sicah= Wetontob Goamen nan, feb fr noch (1 Sm Wee ſort: neu zu finn Mien, da (8 2 Coſy h ert, ſey verfühn, " Eftfe Vie nah n den Ctrl) bem wil; 6 it dm al: li aden nahen Une fann, Gti) » Wathing Ww 18 jirldch ung va en, M(nd veilgeinalh lde 1 a: numen NO) blue aut Pere L mh ah on Ane ( NOE wellenfoune E(M em M (eſer, un die get aw foi Gui) Stüedelb Strahlen, und aus zahlreichen fleinen röh» rigen. IP eiVenh PM n. 2). Kleine. Scuydentenblume mit wetzſchweifigeit Zweigen, Tagetes patula, L>- Zripmenz.„onder ganzen Pflanze überall ſo„zahlreich, daß ſie oft ganz mit Blumen überdeckt iſt, mäßig groß, verſäjiedentlich) gelb, karmoiſinroth und geſchect, und bald größer, balb klei- ner. Hievon giebt es ebenfalls verſchiede- ne Sorten, einfache und gefüllte. Die ſchöntten ſind die gefüllten ſcheckigen und geſtreiften. Man ſäet den Saamey im März oder April! auf das Miſtvbeek, oder in Scher- beln, und ſekt die jungen Pflanzen in der Mitte oder Ende des Maymonats ins tand, over einzeln in geräumige Töpfe, - Verſieht man ſie. mit guker Erde und ge- nugſamem Woßier: ſv werden ſie häufig und lange blühen, Cinige Schriſcſtelter halten vieſe Pflanzen für giſtig; andere empfebien ſelbige als eine fräftige Atzney, die innerlich und äußerlich anwendbar ſey. Stüedelbau, beſſer Strudelbau, iſt ein Pa>werk, welches aus den Stredel: ſagerhölzern, Stuedeln, Greinern, Bruck- hölzern, Neiſerbäumen, Weidenäſten, Kies, auch Vorpfählen zuſammengeſeßt und verbunden wird,„ Es dienen derglei- hen Packwerke bey ſtark reißenden Flüſ- ſen und Ströhmen ſowohl zur Uferbefeſti- qung, als auch) zu Sporn oder Einbauesz bey welchen ſie aber in der Anlage etwas verändert werden müſſen. Stüßkband, Strebe, ein Fleines Stück Wolz, womit man die Dachſiuhl- ſäulen, Dachſparren und dergleichen un- terſtüßt 3 man vennt aber auc) Stugkbän- der die zn.ey Hölzer, welche einen Haſpel „| Süßh 435 unferſtüßen, und ihn in ſeiner Richtung unterhalten, Stumpfe, die Fährte oder das Zei« e des Taboks beyträgt. Weil ver gemeine oder Virginiſch? Ta- bak in ſeiner Jugend ein wenig zärtlich iſt: ſo muß der Saame im März oder April auf ein mäßiges Miſibeet geſäet, und et- wa kaum x Z. boch mit Erde bcdet; auc) den jungen Pflanzen, welche nach 10-- 1 3 Tagen aufgehen, täglich friſche Zuft gegeben, und, ſo oft es nöthig iſt, mit Waſſer beſprengt werden. Wer kein Miſt- beet hat, fann auch den Saamen in ein Grabeland ausſtreuen, und dieſes mit Rei- ſig bede>en, um die Kälte einigermaßen abzuhalten. Das Unfraut, welches zu- gleich mit aufgeht, joll man Aeißig ausgä» ven, damit die jungen Pflänzhen nicht erftiden, Der ſogenannte Bauerntabaf, Tabak oder Türkiſcher Tabak, iſt dauerhafter(die- ſer unterſcheidet ſich durch ſeine ſehr feinen, großen, eyrunden, glatten, glatträndigen, geſtieiten Blätter und gelblichgrünen Wu» men); fann aud) daher im Frühjahre un- mitteibar ins freye 2and, und zwar in ge- meine Erde, geſäet werden; je feiter aber der Boden iſt: deſto ſtärkern Wuchs be- kommt er. Sobaid dieſe Pflanzen einmal Saamen getragen haben? pflanzen ſie ſich nachher durch den ausfallenden Saamen ſelbſt fort, ſo vaß, wo einmal ein? ſolche Pflanze Saamen aunsgeſireuer har, nach 4==8 Jahren immer noch junge Pflan- zen in den Gärten davon hervorkommen. Dieſen Türkiſchen Tabak ſollten alle Schä- fereyvbeſißer in ihren Garten unterhalten, um davon den Tabatsyyrup zu bereiten, welcher als das beſte Mittel wider die Räude der Schaaſfe bey mir und, andir3- wo in der Mark Brandenburg ſattſam er- probt, und in dieſem Werte(S. Schaaf» Erantbeiten) angepriejen woiden iſt. Während dieſer Zeit, in welcher die jungen Pflänzhen, die beſtändig vom Un- fraute wohl zu reinigen ſind, die erforder» liche Stärke erlangen, wird der Acker, worauf ſole zu ſtehen kommen ſollen, ge- hörig, und wie ein gewöhnlicher Kraut- oder KohlaFer zugerichtet; doch rheilek man lieber die Tabafsä>er in ſchmale als breite Rücken. Wenn die Pflanzen das vierte oder fünfte Blatt gerieben haben? ſo ſind ſie zur Berpflanzung am ſchicfiich» ſten; was ſonſt bey andern Verpfigne- zungen zu beobachten, iſt auch hier wahr- zunehmen. Die Pflanzen werden reihen- weiſe, und etwa eine Elle weit auseinan- dor, geſeßt, damit ſie ſowohl ſelbſt zum Wachstgum, als auch diejenigen Arbeits- ieure hinlänglichen Raum haben, welche die Stöcke bearbeiten ſollen« Sobald die Pfian- ofter(dh Ne feinen, dige Wen Bl hte Uhu Ver In de: füt che Vuh vz: ien einm ngen ſie ch 1 Goon Leine ſole t har, md 1092 Plate oTommet, ml Cdä halten, Au briten wwe Und ait 3; ſetſon! 6,5! Ws duden| 1 wilhe 1 odi von Yo die ew ue ed der Ait) en len, 95 licher ett“ voy vu 1 ſamt 13 1] fu? 1] (eben fafes an dl id 4 Dar fo ; je wih erden vi 'auch die overn D da ſolche nur klein find,.abzupftücfen, und Tabak Pflänzen zu ſchoſſen anfangen: bricung' zwey- oder vreymat wiederholt werden muß: fo wird die Pflan- ze, welche alsdann ohnedies noch nicht hoch iſt, zum erſtenmale nicht ſo gar boch angebäufzit, als weiches man bey dei andern und dritten Haute nachboit, damit der Pflanze immer ſriſches Erdreich zugeführt werde. Ju einem lockern"Boden pflegen einig? vas"Sehacfen nicht fo oft zu wiedeyx- holen. Wenn an den Sröcken die Neben zweige auszurreiven anfangen? ſo ſoil man fleißig Acht haben, und ſolche abdrechen,; damit den Dlatrern nicht ſo viel Na hrung entzogen 3 ſondern di eſe recht groß und an= ſehnlich werden„mögen. Cinige pf! 798 Btläcter am Stenzel ſelbſt, foldye, wie auch die jungen Zweige, Geiz zu nennen, weil ſie den andern die Säfte entziehen. Zuleßt, und wenn die Pflanze 4hr Wachsthum zu endigen ſcheint, bricht :man noch den Wipfel as, damit ſolcher nicht Blumen und Früchte trage, und fäße, um Saamen zu ertkängen, nur. einh ge Stö? ungeſtört ihr völliges Bachs» thum endig? ib: Nun erfolgt:das Ab!lat» ten. Wenn die Pflanzen auf einenrguten „Boden ſtehen,„ud die Witterung gut ge» Wie “weſen iſt: ſo kann manſchon in der vierten EEN emm. ammer mag 0 WALZ ZREE 4 20 nde 0m mur“ ' TSabytf 439 und fünften Wochenach der Verpflanzung damit den Anfang machen, und die un- terjten 3 oder 4 Blätter, welche jedoch wegen des an ſich genommenen Erdge- ſcnen und verbrennen 3 Gewinnſüchtige fammlen auch dieſe, trock», nen ſie, und gebrauchen ſolche zum Schnupf- tabaf, Wenn die Blätter abgebrochen ſind: ſo werden ſte aufgerichtet, an der Wand über einander angelehnt 3 oder, wel= ches beſjer itt, in große runde Scheiben, etiva eine halbe Clle dic, auß einander ge» legt, damit ſie ſic) vurchhißen und abſchröt= ßen mögen, weiches nau Befeyaſfenheit der Dung in 6--8 Tagen geſchehen fan, Dadurch AID fie vieles von ihrem roben Weſen;! befommen eine gelbe Farbe 3 werden zäher und feſter und zum (STUNDEN deſio ge dhicfter. Man bat abex wobl Ächtung zu geben, daß ſie nicht zu lange jWWiBen, ſchwarz MR und gar vrrderben. Wenmfie uwun anfangen, gel» be Flecfen zu bekommen: 19 iſt es Zeit jie aujzunehmen, an fiarte Fäden anzureißen, und an die Wufz, Toch im Edh«iten und Trock- I EINNE GEIGE nat 4409 Tab af TroFnen, aufzuhängen, bis ſie vollfom- men ttoc>en und dürre geworden ſind. Und alſo können ſie hernach eine geraume Zeit au einem tronen Orte aufvehalten wer- den. Sollen ſie verarbeitet werden? ſv pflegt man fie mit Waſſer wieder anzu- feuchten, over lieber einige Tage in el- nen feuchten Keller zu legen, um ſie hie- mit zum Spinnen geſchidter zu machen, Was die Zurichtung der Blatter zu Kauſmannsgut betrifft? ſo werden ſolche von den ſogenannten Tobaksfabrifanten zum Rauchen und Schnupfen zubereitet. Es iſt aber die Art der Zubereitung hie- hey das Vornehmſie, weil vermittelſt der- ſelben ſchlechte Tabake ſehr verbejjert wer- ven können. Es werden ſolche vornehme lich eingeweicht, und mit allerley Arten von Säften angefeuchtet oder gebeizt, und dadurch in eine veſſere Beſchaffeneit ge- ſet 3; manche Fabrikanten machen ein Ge- heimniß aus den Saucen, worinn ſie den bac beizen. En 53 Rauchtabak iſt verſchieden, als 95ärrer- und Reſponnener oder Roll» tabat: Meils gelber, theils oranner, theils ſchwarzer; ſeiner geſchnitteiter; und dieſer wieder theils Drieſ-, theils Daauettabat. Der Schnupfrabat iſt entweder pures Tabakspulver, ohne ei- nigen Zuſaß, oder vermiſchtes und auf allerhand Art angemachres Tabakspulver, Von dem puren Schnupſtabatke, welcher ohne allen Zuſaß ſeyn ſollte, ſind'der E3pa- niſche und, Vortugieſiſche die beyden vornehmſten Sorten. Der Spaniſche- wird aus dein im Spaniſchen America ge- wachſenen Tabaksolättern ohne einigen ZU- ſaß bereitet, und in blecherien oder bleyer- nein Büchſen verſendet. Er iſt von Farbe rothgeiblich- braun, und auch unter dem Namen Labaco de Seville befannt»- Der Tabak wahre Portutieſiſche Schnupftabak iſt aus Braſilien und olivenfarvig z Betrüger ſollen ihn mit gedörrtem und fein geriede- nem Kuhmiſte verfälſchen. Ju YAnzie- bung der Art, wie der Tab«k zu“ue- richtet wird, hat man 1) gejponie- nen oder Rollrabak, welcher, zach Verſchiedenheit ſeiner Dicke, Geſtalt, u. Cf., mancherley Zunamen erhält. Stan genrabat, oder Carotte, nennt man eine Stange Tabak, oder dicht an einan- der gelegte, zuſammengerollte und mit Bindfaden umwickelte Blätter, damit yol- neten Blätter, und ver- miſcht damit Pflaumenbrühe, Syrup und andere dergleichen Sachen. Jn Anſehung des Fabricantens erhält auch mandher Ta- bak ſeine eigenen Namen und Zeichen. End» lich erhält auch der Tabak von dem Orte, wo ſelbiger erzeugt oder bereitet worden iſt, ſeine Beynamen, Aus dem Spaniſchen America erhält man ſonderlich den ſoge- nannten Varinas oder Varintabak, weicher ehedem für den beſten Canaſterta- bat gehalten wurde, weil er einen reinen und lieblichen Geſchma> hat. Der Z2ra- ſiliſche wird etwa einen Finger di> ge- ſponnen, und bey dem Spinnen mit einer, aus.ausgepreßtem Tabaksſafte, Seewaſ- ſer, den Blättern und der Frucht des Bra- ſilienholzes, verſchiedenem wohlriechendem Gummi und ſchwarzem Syrup, zur Ho- nigdicke eingefochten, Brühe angefeuch» tet, wovon er auswendig eine ſchwarze Farbe bekommt, und in großen, wohl 100 Pfund wiegenden, Rollen, die in Leder, oder ſogenannten Surons eingepackt ſind, verſendet wird. Was die Antilliſchen In- ſeln anlangt: ſo ſind davon der Cl artini- quiſche, der Portorico- und der St. Domingotabat befannt. Der erſtere Wek, Regllexicon IV. Theil, Tabak 441 iſt, wie der Braſilianiſche, ein geſponne» ner und mif einer Brühe angemachter, ſchwarzer Tabak, iſt aber ſchlechter und von dünnerm Geſpinnſte, als jener 3 die Rollen ſind iang und ſc macht, und da- zu dient, die leeren Felder unter den Fen- ſern, oder auch das Leere der Pfeiler oder Schaſte zwiſchen ven Fenſiern außen ain Gebäude zu zieren; ſie werden cuch oft. nach ollerley Echweifungen zwiſchen den geraden Linien geſtaltet. Tafeln, ſind die den Fenſierſcheiben entgegengeſeßten gevierten Glasſiücko, wel- ung ver- tragen- In der Apotheke findet man Holz und Rinde- Sie gehören unter die zuſammenziehenden Mittel, und werden jeßt ſelten gebraucht. Jn Norwegen ſol- len die Einwohner einen Trank von den Zweigen wider die Kräße gebrauchen; auch ſolche zuweilen Statt des Hopfens unter das Bier thun. Tapeten, eine Art Zeug, womit die Wände der Zimmer ausgeſchlagen und kapezirt werden. Die älteſten ſind die ge» wirkten, worein ganze Geſchichten und al- lerley Figuren nach dem Leben gewirkt ſind, und worunter die Holländiſchen und Brabantiſchen, auch die Franzöſiſchen Gobelins, die man auch hochſchäftige (Hauteliſſe) und niedrigſchäftige( Baſ- ſeliſſe) nennt, bekannt genug ſind. Nächſt dieſen folgen die gemalten und gedruckten Ffeinwandtapeten, ſowohl auf Wachslein- wand, als auch auf andrer Leinwand; die ſogenannten Pequins und Papiertapeten, die in neuern Zeiten ſtark zur Mode ge» ; worden ſind, und ſogar in den Zimmern großer Herren gefunden werden; endlich auch die ledernen Tapeten, die entweder verſilbert oder vergoldet und mit Figuren gedruckt, jeßt aber ſchon aus ver Mode gefommen ſind 3; ungeachtet es ſehr dauer- Taſchend hafte und warmhaltende Tapeten waren« In den Zimmern der Vornehmen erblickt man jeßt ſehr häufig die Tapeten aus ſei- denen gewirften Zeugen. Tapeziren, ein Zimmer mit aller- ley Tapeten ausſchlagen. Nachdem die Tapeten verſchieden ſind: nachdem wird dieſe Arbeit verrichtet. Wenn 3: B. ein Zimmer mit Hauteliſſen» oder Baſſeliſſen- tapeten beſchlagen wird: ſo ſind ſolche ge- meiniglich aus einem Stücke, welches ſo groß iſt, als die Wände find, und der Ta» pezirer hat weiter nichts zu thun, als die Tapeten anzuſchlagen. Die Nägel wer- den oft mit Leiſten, die entweder“ vergoldet oder lafirt ſind, bedeckt 3 oft beſtehen die Tapeten aus Banden, die er zuſammen- ſticken 6 50 wie die Papiertapeten, zus- ſfammenkleben muß. Bey Wachslein- wandtapeten werden die Banden mit Pin- nen zuſammengehbeftet.. Tapeziren heißt auch Sophas, Canapees, Stühle und an- dere Sachen, nachdem ſie gepolſtert wor- den ſind, mit Zeuge. überziehen, und rund» herum mit fleinen Pinnen mit runden Kö» pfen mit einem Bande anſchlagen. Tarras, Tras, ein grauer Stein, der in der Rheingegend zwiſchen Mainz und Cöln gefunden, ſtark nach Holland geführt, und daſelbſt in Mühlen zu Pul- ver geſtampft wird. Für fich allein bin- det er nichts aber unter Kalk gemiſcht giebt er einen berrlichen Mauerkalk ab, der unter Waſſer von unaufhösrlicher Dauer iſt. Taſchen, das auf jeder Seite des Sattels herabhängende ſtarke Leder. Taſchendac<, heißt bey Einigen ein zweyhängiges Dach. Taſchen- Seo)<> amm dem EE een ZIE 1 GERE€ aumänn pv Ward, erblich 115 ſel | Aflets vn die m wird „VD. ſelen ohe iu velches 1 ld der Zs | als dit gel wet: vergoldet (ehen die ÄUMen KE, A Bache: mit Ate Iren häh [8 und aw tert wi und tun) unden p ver Ctiit) y May Holland ju Pul Jein biw gurt 0!; b, gh eile vs (m Einige? NG Taſchenk Taſchenkrebs, ſo nennt man alle diejenigen Krebsarten, wel auch wohl im Saamen von mancherley Beerenfrüch- ten. Im Frühlinge femmen ſie zu uns, und gehen etwas ſpät im Herbſte weg. Die Hobl- oder Zolztraube iſt nur halb ſo groß, als die Ringeſtaube; vun- felblau von Farbe, beſonders am Kopfe und Rücken, biSauf den Schwanz hinausz Flügel cheils blau, theils dunfelgrauz bat auf dem vordern Gelenke aſchfarbige Fie-| >den, auf den kurzen Schwing- und Flug- federn, nach dem Leibe zu, ſchwarze Zei- - und Schwingfedern der vorderſten Gelenke find hellblau, und ſolche Farbe iſt auch unter den Flügeln und zu beyden Seiten am Leibe; unten anz Bauche itt ſie weiße blau, das fich nach) dem Schwanze hin ins Weiße zieht; der Schwanz iſt dunfel- blau, und gegen das Tnde der Federn bes findet ſic) ein weißlichor Streif; die Füße ſind hochro<ß, auch der Schenkel ziemlich von derſeiben Facbe, Dieſe Tauve brü- tet im Schwarzholze, und macht ißr Neſt ouf ganz niedrige Bäume; legt'auch nur 2 Cyer. Pniter den zahmen Tauben ſteht nun di Seldfaube voran, weil ſie, ihrem natür (ichen Triebe nach, das Herumfiiegen liebt, und trupp- oder völkerweiſe umberzießt z man nennt ſie auch dieerhaib Feldfiuchrer. Sie ſind verſchieden an Farbo; das Blu» liche iſt indeſten ibxe Grundfarbe. Site brüten gemeiniglich viermal des Jahres; auch wohl öfter, wenn ſie im Wincer gut, oder ſoe lange gefüttert werden, bis ſie im Felde genugſamen Fraß finden, Die ei- gentliche Ganstaunbe folgt darauf, deren Absnderungen, Wermiſchungen und Wer- vielfältiqungen von'großer Menge ſind, Es gehören nämlich dahin folgende: die Aropftaube, biet]7ond. oder TT0n6T Taube taube, die Pfarentaube, bie Schwal- beintaube, die tehörnte oder rollichte Tatbe, die geſtoßne Taube, die Tömnler und die YVendetauben, ZE Kropftatyben beißen von ihrem ropfe oder Wormagen alſo, den ſie durch IM und auſbehal"We ZufEnngebener aufblaſen, weshaib ſie auch Kröpper oder Kröpter genannf werden, Dieſer aufge- blaſene Kropf zwingt ſie, daß ſie den Kopf ganz zurück biegen, und hindert ſie, gerae ve. vor ſid) zu ſezen. Die Pitondratte. ben, tilonattanben, eine andere zoh- me Race, ſind wegen ihrer Fruchtbarkeit die ſchäßbarſien unter allen, Sieſind um die Häifte größer, als die wilden; bringen die meiſten onate Junge, wenn ſie nicht zu dicht im Schlage ſigenz denn je mehr ihrer darinn beyſammen ſiken: deſto häufiger ſind ihre Kämpfe, wodurch ſie ihre ganze Brut verderben. Sie legen ſchon im achten oder neunten Monate ih» res Lebens, und behalten das Wermögen zu legen bis ins ſiebente Jahr. Won die- ſen Mondrauben hos man in Anſebung der Größe drey Avänderungen: exſtlich eine fä) viechte, plumpe&rt, die ſammelid) einen rothen Zle& ums Auge hat: dann die HöFertaube mit einem ſpibigen Höcker auf dem Schnabel, und zuleßt die Spaniſche- Taube, ſeyr groß und beſonders ſchönz auch rechner Büſſon noch zu den Höcker- tauben die Türkiſche Taube und die Rs5mis ſche Taube, die rauchfüßige, ſowohl gee haudte, als ungebau bre Trommeltaube, und noch die Jacobiner= oder Nonnentait» be, von dem Schleyer, welche ihre Fe« dern hinten am Kopfe maen.- Die DPfaueitanben fönnen den" Schwanz, wie der Pfau, aufrichien,. und-dahey gleiche ſam zittern; ſie auc?) von einte gen Zutterfauben genannt werden, Biat bar „ers dwh lichte ', die üben, ihrem durch Wer Wt dee " a Fer EN NÖ der ih. Obb eim) un bringen wn fe „tm a dury ſt Zie leptt NU ps verg Nan br (uſch eſd umd dann dy fer ND [9 joel (907 (awd) onfall ve ju De 1011100 qi„ 1 ei (a nN =. fd Taube hat von denſelben ganz weiße; auch weiße mit ſchwarzem Kopfe und Schwanze, oder weiß mit einem blasblauen auch grauen Rücken. Jhr breiter Schwanz verhindert ſie ſehr am Fliegen, da ſie beſonders vom Winde leicht zur Erde geworfen werden; daher man ſie mehr der Liebhaberey, als des Vortheils wegen, hält, Die T7e- ventatbe, ÜI6vchen, iſt eine der Floinſten Taubon; fat nicht ſtärfer, als die Turteltauve, Gleichwie die Nonnentaube mittelſt der Federn, gleichſam eine halbe Kappe vom Kopfe an den Seiten des Halſes herunter hängen hat: ſo hat dieſe einen Büſchel aufwärts geſträub- ter Federn an der Bruſt und. Kehle. Cs ſind fleine, ſchön gefärbte Täubchen; bald gefle>t, bald röthbraun, grau, bald ſchwarz oder weiß mit ſchwarzen Mänteln. Die Holländiſche Qinſcheltaube har ih- re Benennung von einigen zurück gekrümm- ten Federn hinten am Kopfe, die eine Art von Muſcheln zu biiden ſcheinen, Sie ſind ebenfalls klein, und es giebt ihrer von unterſchiedlicjzen Farben, z, B. weiße mit blauem, rothem, gelbem Kopfe 3 die Flügel ſind meiſt weiß. Die Schwalbentat- be iſt ebenfalls klein, von geſtrecftem Kör- per und leichtem Fluge, Der Unterleib weißz Kopf, Hals und Schwanz verſchie- dentlich, ſchwarz, rod, blau, gelb mit ei- nem fleinen Helm oder Häubchen, von glei- dien Farben 3 unten am Halſe aber allemal weiß, Ihr Unterſcheidungscharacter ſv ſeyn, daß die Federn des Kopfes, des Schwanzes und die Schwingſedern der Flü» : gel allemal eineriey, vom übrigen Körper verſchiedene Farben haben, Die gehörn- te Tanbeii die fleinite unfer allen, Si ! mit iangen Fe- dern bede>t. Cs giept derſelben verſchie- deine Abänderungen, Sie haven am Ky» NSN NNN SE GRR Täaube 447 pfe hinten einen kleinen, ſpißig zu laufen« den, Federbuſch, wie die Haubenlerche. Die Maſkentaube gehört auch hieher. Die Schweizeriſchen Tauben ſind nicht viel ſtärker, als die wilden Tauben oder als die Feldflüchter; aber eben ſo ſcnell im Fluge. Ihre Farben wechſeln ſehr; ſie haben aber alle gemeiniglich ein roihhraunes Halsband, das auf der Bruſt gleichſam einen gefärbten Harniſch bildet. Die Cünmmler ſind auch kleine, vielfach gefärbte Tauben, die ſich im Fluge um ſich ſelbſt herumdrehen, als wenn ſie ſcen den Scnabel in der Alten Schnabel, wo dieſe den Jungen das Futter durch einen ſtarken Druck beybrin- gen... Nach dem vierzehnten Tage fängt die junge Taube an, Federn zu ſeßen, und man ſieht nun ſchon etwas die Farben, welche ſie bekommen wird. Nun werden die Jungeir am Tage nicht mehr von den Alten bebrütetz; doch aber ſit die Taube des Nachts über denſelben. In der dritten Woche treibt der Tauber ſeine Taube, und das öfters ſehr hart wieder zu Neſte, und träge“nun wieder zum neuen Neſte Stroh, worein nun die Taube in einigen Tagen ihre Eyer legt, und der Tauber die Jungen mehrenktheits ſelbſt zu füttern hat. Nach 4 Wochen ſind die Jungen zum Schlachten kauglich. VSobald die Alten aufs nene wieder Junge haben: ſo beißen ſie die erfiern Jungen von ſich. Im drit- rei: Monate hören die jungen Tauben auf Taube zu pipen; ſtatt deſſen aber fangen ſie nun an zu kurren. JIm fünften Monate. fan» gen die im Frühjahre jung gewordenen an zu rauhen; überſtehen ſie dieſes gut: ſo iſt nun die Taube von beyden Geſchlechtern zum Hecken brauchbar. Dieſes Alter er- kennt man, wenn die Dee über den Na- ſenlöchern weiß iſt, welches man bey einer jüngern Taube nie gewahr wird. Je äl- ter nun eine Taube.iſt: deſto ſtärker, er- habner und weißer iſt die Decke über den Naſenlöchern. Hat eine Taube viel Junge geſüttert: ſo ſieht mon ſolc Sm WSA hv, tein, ver“ fan Ue byf ny ) dieſet dieſen emeſſe, den dr We NEN mit jenen nen der nd legt 4 dit +, in wih, et Ih tu n Belt m den , bie 0 ve e Hol uff! und man Blac auf Nah - ais (mnt einen , wi ollen eh EEE emen, ammer EP IEEE 20 H Tat Hb Federvieh in den angezeigten Fällen an- wendbar. Tauchbeerengarn, Taupel, ein Fiſchergarn, Karpfen und andere grö» ße Fiſche zu fangen, Es iſt viereckig ge- ſtricke, 6 F. oder 3 Ellen lang und breit, oven offen; unten aber mit einem großen Boden verſehen, und hat große, 2 Zoll weite, Maſchen oder Schmaſen, Taucher, ein Waſſervogel, welcher ſim lange untertauchen oder unter dem' Waſſer aufhalten kann,- In dem Bran- denburgiſchen ſichet man dergleichen in großen Schaaren auf Seenz auch auf Ziüſſen, wo ſie breit ind. Site leben von Jiſchen und Watſerinſecten; und können zwar gleich) den wilden Enten verſpeiſet werden; haben aber einen Fiſch- oder Thrangeſchma>, weichen ihnen die Koch» Funſt benehmen muß, Sie tauchen ge- ſchwinder unter, als die wilden Entensz ſind auch-daher, wenn ſie das Pulver auf der Flinte abbrennen ſehen, gleich unter dem Waſſer, aus weichem ſie in einer weiten Strecke erſt wieder hervor kommen. Die meiſten werden, wenn ſie fliegen, ge- ſchoſſen, EsStqgiebt derſelben mancherley Arten.; Tauſendgüldenkraut, Erdgal- le, Bitterkfraut, Fieberkraut, Gentiana Centaurium L,, Centaurium minus oilic,, wäc<ſt bey uns überall in ſonnenreichen Orten, und vornehmlich dergleichen Wieſen z; doch ein Jahr häufßit- ger, als das andere; iſt ein Sommerge- wachs; es ſcheint jedoch bisweilen erſt das zweyte Jahr zu blühen, und die Blüch- zeit fällt in den Jun. und Jul. Wur- zel: faſerig; Stengel: 1F. hoh, eig, gemeiniglich einfa<, doch zuweilen mit Vet, Regllexicon 1V, Cheil, Taxb 457 einigen Zweigen beſeßt, immer aber ober» wärts in die äſtigen Biüchſtiele getheilt; Dlärter: vom Stengel entſernt ſtehend, jedos und der davon abhängenden Wirkungen, von jeher bekannt und bes rühmt geweſen, Sie iſt nicht allein nüße lich in ſolchen Kranfheiten, die aus Mane gel oder ſchlechter Beſchaffenheit der Galle entſiehßen; ſondern fie. muß auch in vielen ändern Krankheiten nüblich ſeyn, weil ſie überhaupt vie verſiopften Gefäße fräftig eröffnet, den Schleim auflsſet, der Säu» re widerſteht, und die erſten Wege ſtärkt. Das Kraut nebſt der Blüche, als Trank oder Thee gebraucht,»auc das Extract, ſind vorzüglich wirkſam. Taxbaum, Taxus, gemeiner Taxus- oder Eibenbaum, Jven-, Eifen-, Ifenbaum, Taxus baccata L., ein in den Luſtgärten häufig zu finden- der Baum. Man bediente ſich dieſes ime mergrünen Baums ehedem, hin und wie- der auch noch, zu einzelnen erfünſtelten Figuren; nach) dem jekt herrſchenden Enge ländiſchen Geſchmace aber achtet man ſol- en nicht ſo ſchlich iſt, a!s eine Hecke von Weißdorn, Hülſen, u.ſ.f. Zu aken je- nen Abſichten bequemt er ſich ſehx gern, wenn man dazu in ſeinem jugendlichen Zu- Lande den Anfang mit ihm macht» Wenn man ihn nämlich zu Heen, oder allerley Figuren beſtimmt: ſo laſie man ihn ganz von unten auf Zweige treiben, und ſchnei- de ihn mit der Gartenſcheere in jedem Sommer 1=- 2mal, um ihm die verlang- te Form zu geben 3; oder wenn er für Luſt- gebüſche und andere ländliche Pflanzun- gen beſtimmt iſt: ſo ſchneitele man ihn ein wenig über der Erde zu einem einfa- aus vem Boden gezogen werde. An Be Feſtigung des Dammes iſt viel gelegen, um die Koſten dey dem Ausreißen zu er- ſparen. JInsgemein wird dieſer Damm Im Gyunde. unfen dreymat(o- breit, als oben, und oben ſo. breit, als ſeine Höhe iſt, angelegt. Wenn ein Fahrweg davr= über geht fo muß er ſo breit ſeyw, daß zwey Wagen einander ausweichen können, Die Erde', davon er aufgeführt wird, muß lettig ſeyn, damit er wohl zuſammen Halte; auch muß fie wohl auf einander geſtampft werden; Holz oder Steine dür- fen nicht darinn bleiben;- nicht weniger muß ver Fuß„ ſo Hoch das Waſſer reicht, wohl vernächert, di, mit ſtarken eiche- nen Pfählen verwahrt, und dieſe mit Wei«- San man ( Ken. aingeſogten werden. Teich aber dem Fuße des Dammes eine große Böſchung von 10== 13 Ellen und 3-El- len“ Höhe geben; ſo braucht man keinen Näther, Es wächſt das Gras auf ſolchen Böſchungen gern, wovon die Fiſche gute "Nahrung haben; man kann auch Weiden auf den Damm pflanzen; aber nicht hoße Bäume, weil ſolche von den Sturmwin« den mit der Wurzel ausgeriſſen werden fönnen, und hiemit der Damm Schaden leiden kann, Der Ablaß wird da, wo der Teich am tieſſten, und ein paar Zoll tiefer, als der Boden des Teiches iſt, ein- gelegt, Die Rinne wird am beſten von Eichenholz ausgehauen, und muß etwas vor dem Damme hinaus in den Teich rei- dien, damit der Zapfen oder Ständer ins Waſſer zu ſtehen komme, und nicht jeder» mann dahin gelangen fönne. Ws eia all zuſtarfer Zufiuß zu beſorgen iſt: da wird ein Zluthbett mit einem Rechen in ſolcher" Hope„ als das Waſſer ſtehen bleiben ſoll, angelegt, damit das Ueberwaſſer davurch ablaufen könne, Wenn ein Teich beſtän- € dig mit Waſſer angefüllt bleibt: ſo ver«-' fauert der Boden, die trächtige füße Er- de wird verzehrt, unddie Fiſche finden nicht" genug gute Jtahrung, Umdieſes zu verhü- ten: mußman, wenn der Teich im Herbſte abgelaſjen worden iſt, denſelben im fol- genden Frühlinge umackern, und mit Hir- fe, Haber, Wicken 16, beſäen. Sind der- gleichen, in den Teich eingeſäete, Früchte zur Reife gekommen: ſo kann man, wenn man ſonſt will, nach eingeävndteten Früch» ten dieſen Teich in demſelben Jahre noch- mals mit Rüben oder Mohnſaamen beſen 3 davon ader nur erwas einärndren, bas Ue- brige mit Kraut und Wurzeln ſichen, und den Teich wieder anlaufen laſſen.- re laſſen ihre Teiche wohl zwey Jahre xu- ben, und düngen und beſäcn. ſolche mit S3 uf 4 Wai- EE eminem ?= yy FF<< AUE“ GRAS SOE ZIESEES ISS «gu... ef eint gt und 3-E van feinen wf ſolchen hp gute u Veden t nicht hahe Etymmiiv iſſen werden m Ehen died. da, ein paar Zl ies iſt, ei 03 beſten von ) muß etwas en Zeich tel ins 1 nigt js Wo ein all iſt: da vid hen in ſoldi 1 beloen aſſer dduch Teich beſtä eibt; ſv vw fige füße Ev je finden id! eſes zu verh < im Hetöfit (ben im fob und mit Dit Gind det "w, fichte man, wenn aten Früch ahre noc) nen beſen; M, Das vr ſteh, un 0 An Joys pv: foiche mt Wir Tellere Waizenz denn ſolche Beſtellungen geben den Fiſchen friſche- Nahrung. Iſt der Grund moraſiig, und zum Pflügen un» tüchtig: ſo laſſe man denſelben nur ein Jahr trocken liegen, damit der Froſt im Winter, und die Sonne im Sommer den Boden verjüngere und verbeſſere. - Tellerxeifen, Tritteiſen, eine vier- efige runde Maſchine, meiſtentheils mit zwey Biegeln und einem Teller von brei« tem Blech verſehen, womit allerley Raub- thiere gefangen werden, Terraſſe, terraſſirter Boden, ein allmälig in die Höhe ſteigender Plaß von Erde, der gemeiniglich ſtufenweiſe er- höher, und entweder mit Steinen, oder mit Raſen eingefaßt iſt, Lebtere Art er- fordert eine gute Böſchung, damit es nicht einfalle. Terre n Texte, auf der Reitſchule + . eine Art von Säßken oder niedrigen Sprün- gen, in welchen das Pferd, wenn es zur Seite im Radop geht, zweyerley Huſs ſchläge macht, ſo daß, wenn ſich die zwey andern Schenkel erheben unv wieder nie- derſeßen, die. beyden hintern in gleicher Geſtalt in einer recDie Walkererden ſind feſter, IEEE„nne M-- 0... 127<< SEZEN S GE SE SE ET RER ZE=* ZZ 2537 za SEES---->4 Q ſl: Dfeb ein und miſcht, er hart, der ſee rt von ß dieſt erhält, | Pfeſs uh une 5, Tel nd fett f, auf er ges Feuek einige ßer der ntheils iſt vet 0, grit gewann Thon feſter, als anderer Thon; enthalten, außer der Thonerde, bieweilen eine Kaiferde; da» her ſie Wallerius auch unter die Mergel- ärten ſekt, Die berühmteſten Walterer- den ſind die Engiiſchen; doc“ giebt es hin und wieder in Deutſchland auch dergleichen Erden, welche eben dieſen Nußen leiſten. 6) Tripel, Terra iripolitaua, iſt eine magere Thonerde, welche ſich ſcharf anſüh- len läßt, und von Farbe weiß, grau, gelb und bläulich iſt, Mit Waſſcr vermiſcht läßt ſie ſich zu einem Teig nchen, der ſich in mäßigem Feuer hart brennt; im Befrigern aber in Fluß kommt. Der Tri- pel beſteht aus Thonerde, und zugleich aus einer falkfigen und ſandigen Erde. Er , Wird zum Poliren karter Cörper; von Goldſchmieden und andern Künſtlern auch zu Formen gebraucht, 7) Zebhm, Leimen, Zietelerde, Limus, Terra lateritia, iſt eine ſehr ge» miſchte Tbonerde, welche von Farbe gelb lich iſt, und, mit Woſjer vermiſcht, ſich) zu eimem Teige machen, auch in mäßigem Feuer roth und hart brennen läßt; in bef- kigerm Feuer fließt ſie zu einer ſchwärzli- s, von dem Boden on bis an den äußern untern Balken, in 6 Theile getheilt, und 464 Thorw und- zur Höhe des Thores. im Fichten 3 8 nommen; die Breite hingegen iſt die Hä iſte ver Höhe 3 auch wohl in einigen Fällen ef was mehr. Siewerden gemeiniglich nad) halben Cirfeln; die gemeinen hingegen, nachdem ein Gebäude ſtark ausſehen ſoll, nach halb ovalen oder flachen und ſo genann- ten uedruckten Bogen geſchloſſen. Ueber En Thorwegen bringt man nicht ſelten eine TN Zexzierung in den niittlern+ eidern.an, eine EINEN Stammwappen, u-[ ſ« Thorwegnäugel, große Nägel, wo- mit die GEE AEN verziert werden. Ihr großer Kopf iſt' entweder zuge pißt, oder rund, gleich A halben Kugel. Thürangel, der ſtarke eiſerne Ha- oder die Haſpen, worauf die Thüre ßren Bändern hängt, zurband,, die eiſernen Bänder oder e einer Thür, womit ſie auf der hürange 1 mit M une ebe Hängt. Dieſe Bänder denn an gemeinen SUGERE wetden A nach gewi ſſen Figuren yon Eiſ ſen ausgeſchnitten, und erhalten am Cade einen King, mit welchem ſie auf der Angel hängen. Sie erhalten man erle 2308 mungen, jenach- deim ſie gefaltet ſind. Andere Ae von Meſſing gemacht, und in das Holz verdeckt eingeſchoben. 'Thzure, eine jede Oeffnung, wodurch „man nicht aßein zu einem verſchloſſenen Ratme kommt, fonvdern auch vor einem Behältniſſe jeder Gattung, Man heilt die Thüren in 3 Claſſen, wovon eine jede ihre beſondern Regeln hat. Jn der erſien Claſſe, welche Haupthüren genannt wer- ten, ſind die Thore und Thorwege; im- e gt(MICHE die Hauptthuren, wodurch man 5 c > in ein Gebäude eingeht; mic 5-7| Ons. ern jen vd hf die (en, | Re vik S0 a fs Stit oN bufs erge punt Zu 1 die ede leinen 40) t aidt |, un) , WW beſcht einen 48 », de ufa eigent merh „ß aht uren june gehts niich 10913 hw ppi n wet! nas " mii DD Thürf Gliedern der Bauordnungen verziert, und die-größen Thüren haben gemeiniglich zwey Füllungen über einander, wovon die oberſte länger iſt, als die unterſte, Thürfenſter, werden in den Stu- benthüren, beſonders der Bürgerhäuſer, angebracht, ſowohl in der Eingangsthüre vom Flure, als auch in den Thüren, welche aus einem Gemache in das andere führen, Manchmal ſchneidet man nur eine vierecki- ge Oeſſnung in eine Thüre, und ſeßt darin ein Fenſter ein; manchmal iſt der ganze Obertheil der Thüre mit Glasfenſtern ver- ſehen; zumal wenn die Thüre nach einem andern Gemad) oder Alkoven führt 3; manch» mal iſt auch ſolche Thüre ganz von Glas- ſcheiben, und heißt ſodann Glasthüre, Thürflügel, die von Holz gemachte Tafel, womit die Thüröſſnung verſchloſſen wird. An dieſe ſind die Thürvänder, Schloß, Riegel, u. ſ. f. befeſtigt. Wenn die Thüre breit iſt: ſo werden zwey Thürflü- gel angebracht, Thürfutter, bey hölzernen Thür- geſtelien die Fütterung der Pfoſten, Sturz und Sohlſtöcke mit eingehobelten Bre- tern; dieſes Futter dient auch zugleich für den Anſchlag, worein der Thürflügel paſ- ſen muß, Thürgeſimſe, die Verzierung, wel- von Holz oder Steinen, welches um die Thüröffnung herum geht; oder es werden auch bey Thürflügeln, die aus et- lichen Feldern beſiehen, die Haupthölzer Get, Regllexicon IV. Theil, Thymian 455 und Leiſten, worien die Felder eingeſekt werden, darunter verſtanden, Thürſchwelle, die Grundfläche der Thüröffnung und der Balken, oder das Balkenſtück, welches ſelbiges ausmacht; ſie heißt auch wohl die Unterſchwelle, zum Unterſchiede der Oberſchwelle, oder des obern Balkens einer Thire. Thürſparren, Balken zu beyden Seiten einer Thüre, worauf die obere Thür- ſchwelle ruhe, Thymian, Thymus L,, eine Gat« fung niedriger, gewürzhafrer, zaſerwurze» liger, theils Küchengarten», theils Arze- ney-, theils für die Luſtgärten ſchilicher Pflanzen. 1) Gemeiner Thymian, R6mi« ſcher odei Welſcher Quendel, T. vul- garis L., iſt faſt in allen Baucrgärten an« zutreffen. Die Stöcke kommen bey uns in allerley Erdreiche fort, und laſſen ſich leicht vermehren.“ Man darf ſolche nur von Zeit zu Zeit ausgraben, von einan» der reiſſen, und wieder, jedoch etwas tie- fer, einſeßen; und dieſes Theilen und Ver- ſeßen iſt um deſto nöchiger, weil die Stöcke an der Oberfläche der Erde immerfort neue Zweige austreiben, und die alten vertroc>- nen. Unterläßt man ſolches zu lange: ſo verdirbt, zumal bey trockner Witterung, der ganze Stock, Zu Ende des Märzmo- nates wird am beſten die Wurzelntheilung unternommen. Die aus dem Saamen gezogenen Pflanzen werden aber immer viel beſſer gerathen, friſcher und ſchöner woch« ſen. Man läßt einige der ſchönſten Büſche va, wo man ſie das vorige Jahr geſäet oder gepflanzt haf, ungeſtört ſtehen, da- mit ſie im Jul. und Aug. reifen Saamen liefern. Sobald man an dieſen oder jeuen Nunn Stecken 466 Tiefe StöFen braune Saamenhülſen bemerkt: ſo muß man ſolche abſchneiden, und, da- mit der Saame nachreifen könne, ſie eini- ge Tage auf einem groben Tuche an'der Sonne ausbreiten. Zſt der Saame ge- hörig getrocknet? fo wird er ausgeklopft, durch ein feines Sieb gelaſſen, gereinigt zund aufbewahrt. Zum Küchengebrauch werden die Thye- mianbüſche gegen den October an einent xecht tronen Tage dicht vor der Erde ab» geſchnitten, oder ganz herausgezogen, auf ginem luftigen Boden zum Trocknen aus- gebreitet, alsdann in kleine Bündel zu- - fammengebunden und aufgehangen. Cs darf nicht erſt geſagt werden, was mit dieſem Gewürzfraute für wohlſct und darinn befeſtigt, um das Gefäß daran zu halten; nicht we- niger nennt man die Schnauze an einer Gießkanne eine Tille, Titgs, Tyras, ein großes Nes, womit das kleine Weidewerk gefangen wird. Es gehört dazu ein woßlabgerich- ' tefer vorſiehender Hund, oder ein Falke, Zu dem Lerchenfange braucht man nur ei- nenfleinen Baumfalken; und wen die Lerche aufgeſtoßen iſt: ſo ſchwingt man den Fal» fen von der Handz darauf fällt ſie bald, und wird von dem Tiras bedeckt. Auf Wachteln und Hühner muß man einen ſie aufſuchenden Hund haben. Wenn nun dieſer ſteht: ſo wird mit.dem Tiras geeilet, und die Hühner werden überde>t. Wenn man biebey einen revixenden Falken bat: fo halten ſie beſſer aus, und es geh? damit geſiger Strücen ausgeſrochen. Cs beſteht derſel- be aus einer Stauberde, mit Pflanzen und Wurzeln vermengt; es müſſen aber die Torſſtücken, damit ſie nicht im Fork- ſchaffen zerbrechen, nicht über eine halbe Elle lang, und 4=-6 Zoll breit, geſto- e in Häuſchen geſeßt, und aufgeſchränkt. Sobald dieſe ein wenig getrocknet ſind: ſo wird aus zwey dergleichen Häufchen nur eins Zemacht, und 16 Stück, je drcy und drey, aufgeringt; obenber aber mit einem Poar dazu geſchickten großen Stücken vor vem Regen bede>t. Endlich werden aus dieſen Haufen, wenn. ſie vollfommen tro- >en ſind, große Haufen von 2 bis 3000 Stück geſeßt, damit ſie vor dem Regen Torfm 469 ſicher ſeyn, und die noch etwas naſſen."an der Sonne und warmen Luſt mehr und mehr austro>nen können- Wenn dieſer Torf gut ausgetrocknet iſt: ſo kann er vie- le Johre lang unter freyem Himmel ſie« hen, und bleibt gut. Er brennt mit ei- ner Flamme zu Aſche, und läßt ſich auch » zu Kohlen brennen. Die Aſche kann zur Düngung der Felder gebraucht werden. Die dritte Art, welt den Doden weit und breit mit dich= ten Raſen, und treibr überall Wurzeifä- feren aus, Die Stengel richten ſich über der Erde, etwa- einer Spanne hoh, aufwärts 3 ſind dicht mit Blättern beſekt, und treiben viele einfache Zweige, welche unterwärts mehr von einander abſtehen, und mit über einander kiegenden Dlättern beſeßt, und rücfwärts gebogen ſind; ober- wärs aber ſiehen ſie dicht an einander, ſellen gleichſam einen Blüthſtrauß- vor, Die Blätter ſind eyförmig, gemeiniglich ſpikig, äußerlich erhaben, wie Dachziegel über einander gelegt, im friſchen Zuſtande weid) 3 wenn ſie aber verdorret und ſpröde ſind: ſo zeigen ſie beym Anrühren eine Schnetlfraſt, und erregen ein Geräuſche, Die unterſten ſind weißlich 3; die oberſten ſchm ußig gelb; bisweilen aud) mehr röth» lich. Gegen den Sommer treiben unge- fähr in der Mitte der dicht an einander geſtellten obern Blätter rundliche Büch- fen hervor, welche anfangs einer ſaftigen, glänzenden Büchſe gleichen, und platt aufſigenz nachher aber durch einen dien, weißlichen Stiel ſich erheben.. Die Mün- dung der Büchſen erſcheint, wenn der ge- * wölbte und grannige Deckel abgefallen iſt, völlig ganz, und nicht geſranztz der darinn aufbewahrte Staub iſt grün, Die Büch» ſe öffnet ſich mit einem Geräuſche; und wenn dieſe auc< abfällt: fo iſt ſfie-oben und unten mit einem Zoche verſehen, da- von das obere von dem abgefallenen De- kel, das untere von dem Stiele abhängt, Tortit Die Lappländer machen aus dieſem Mose- ſe Kiſſen und De>enz die Ruſſen und iorweger füttern damit die Kiten 4hrer hölzernen Häuſer 3 es fängt ſolcher-aber ſehr leicht Feuer, Tormentille, Tormentilla Touruy,, iſt mit dem Fingerfraute, Poten- tilla, nabe verwandt, und beyde ſind nur der Zahl nach in den Kelch- und Blumen- blättern unterſchieden? bey der Tormentille zählt man vom Kelche 8, und den Blus- menblättern 43 bey dem Fingerfraute 13 Kelch- und 5 Blumenblätter. "Gemeine Tormentille mit unte- ſtieiten Blättern, Tormentillwur- zel, Seil- auch Blatterwurz, Blut-, Zirt- und Ruhrwurzel, Rorhgun« zel, Heidekorn, Siebenfingerkraut, T, oflicin., T. erecta L., wächſt auf un- ſern Wieſen, grasreichen Hügeln, auch in den Wäldern, ſonderlich den Bircken= wäldern. Wurzel: ſehr dick, knollig, knotig, ſchwarz, mit zahlreichen dünnen Saſernz Strengel: dünn, ſchwach, ziem- lich aufrecht, haarig, gewöhnlich röchlich, etwa 1 F. lang; Blätter: länglich, ſchmal, ſägeförmig, ungeſtielt, ſieben an den Gelenfen beyſammen ſtehende Blätt« den; Blumen: an den Enden und Sei« ten der Zweige, gelb, im Jun. und Jul.; Saamen: reif im Aug. An den Sten- geln bemerfs man zuweilen galläpfelortiae Auswüchſe, in welchen, wie in dieſen, ſich kleine Würmehen aufhalten. Die Wurzel haf mehr Kräfte, als die übrigen Theile der Pflanze. Getrocknete iſt ſolche äußerlich braun, innerlich röchlich, und beſißet einen herben zuſammenziehenden Geſchma>. Jn ältern Zeiten wurde ſie dvüufiger gebraucht, und beſonders als ein blucſtillendes Mittel wider die Bauchflüſſe, den den 1 pop ſammt hut de (jebrat ij ſch bey 1 &t gemacht, - been en 25 Tracht 471 Die Pferde, welche einen ſchweren Trab gehen, werden Traber und Zochtra- ber genannt. Traben, wird von Wölfen und Füch- ſen geſagt, wenn ſie langſam laufen, daß ſie feine Sprünge thun, und die Tritte gerade vor einander ſeßen, Tracht, iſt in der Baukunſt, wenn man dem Balten mit hinlänglichen Trägern zu Hülfe kommt, daß er die gehörige Fe ſtigkeit erhalte, Man ſagr alsdann, daß man dem Balken hinlängliche Tracht ver- ſchafft habe 3 auch heißt Tracht der Raum zwiſchen den 2 Puncten, mit welchen ein Balken odev Gewölbe irgendwo aufliegt, und vruhet. Man ſage, daß ein Balken 24&. Tracht habe, wenn der Roum zwi- ſchen 2 Wänden, auf welchen der Balken mit den Enden rußer, 24 F. weitiſt, und fein Träger queer unter den Balken gGez0= gen worden iſtz nicht weniger braucht man aud) dieſes Wort, wenn ein Ge wölbe oder die Batken ſo beſchaffen ſind, daß ſie ſich ſelbſt, und noch dazu eine aufs gelegte 2aſt gut tragen können, ohne das durch Schaden zu nehmen. Tracht, eines Sattels, iſt die Krümmung, die jeder Steg am Sattel baume erhält, damit er ſich an den gebo» genen Rücken des Pferdes anſchließe. Tracht eines Ackers, iſt ſs viel, äls der Ertrag deſſelben, Trat, zur; kommen, bringen, heißt in der Baukunſt, ein Stü> Holz ſs hodl legen, daß es mit ſeinoyr eigenen Stär- Fe tragen muß; over die Cinrichtung ſs machen, daß vie Laß, welche ein Stück fragen ſoll, auf ſelbigem ruhe. Trad, in Öberdeutſchlans die Spur, das rig dhe 472 Tränkh das Geleiſe eines Wagens3z auch eine Vieh- kriſt; daher Tradſtein der Gränzſtein ei» ner Viehtrift. Tränkheerd, Tränktenne, ein Vogelheerd, welcher alſo zugerichtet wird, 7an macht in einem Walde über einer Grube, die ſtets Waſſer hat, eine Wand zurecht, daß ſie, wenn man ſie richten oder rücken will, eiligſt über die Grube falle. Die übrigen Bächelchen und kleinen Gewäſſer im Walde bede>t man mit Stränchern, damit die Vögel ſich zu die- ſer Tränkwand gewöhnen, daſelbſt crinfen, und durch das Zufallen der Wand gefan- gen werden« Tragbänder, Stüßbänder, an einem Verbande eines hölzernen Gebäudes ſchräge Stüßen oder Streben, die man in einaufrecht ſtehendes Holz oder einen Stän- der, nach einer ſchiefen Richtung, einpaßt, um das Verſchieben der Ständer aus dem ſenkrechten Stande zu verhindern, Tragebänfe, Unterlager, die- jenigen Hölzer, welche in den Decken ei- ner Mühle queer durch das Mühlgerüſt oder Bieth gehen, und worauf der Steg ſein fager hat. Einer von dieſen Tragebänken gebt durch die Decke dur), und hat einen Kopf, durch welchen die Schraube oder das Auſhelſeiſen geht, vermittelſt deſſen das Obere, undalles, was darauf iſt, hoch oder niedrig geſchraubt und geſtellt werden kann. Tragehebel, ein Hebel, womit eine kaſt getragen wird, TragerefF, ein hölzernes Geſtelle, eine Laſt damit auf dem Rücken zu tragen. Tragerinken, die länglichen Rin- ken, over eiſernen Beſchläge, womit der Rungeſio> an die Achſen gebunden iſt. Trappe Trägeſtuße, eine Stuße, wenn ſie; .. etwas zu ſtüßen, untergeſeßt worden iſt.; Tragriegel, ſtarke Holzſtücke, 18 F. lang, 16 Z. ſtark, welche man unfer das Geſtell einer Windmühle ſtelle, um den Mantel zu kragen, Traillien,- Traigen, eiſerne Stä- be oder Stangen, womit eine Deffnung vermacht wird, oder die auch oft anſtatt eines Roſtes in einem Ofen dienen, Tramrecht, das Recht, wenn man auf ſeines Nachbars Mauer Tramen oder Balken auflegen, oder in dieſelbe Löcher bre- ten, Kaſten zu, darinn unter der Erde noch Röhren angebracht werden, die man, vermittelſt des Feuers, und al- lefalls nach Anweiſung des Thermome- ters, erwärmt, als wodurch das Wachs- thum der Pflanzen befördert wird. Treibebuhnen, Buhnen oder Abweiſfer, die dazu beſtimmt ſind, ſchad- liche Gegenufer eines Fluſſes oder Stroms wegzureißen, und durch den Strom weg» zuſchaffen. Es greift aber keine Buhne eher das gegenüber liegende Ufer an, es ſey nun entweder eine Zandzunge, oder Häger, oder Inſel, als bis ſie die Nor- malbreite überſchreitet. Im Striche be- ſißt der Strom ſeine Macht; alſo muß man ſich deſſelben hierzu bedienen; folg- lich iſt eine Treibebuhne nur möglich, wo ein Stromſtrich von ihr in Empfang ge- nommen werden kann. Woenn die wah- ren Gränzen der Strombahn gefunden worden: ſo darf man nur auf dem Gegen» ufer die Linien ziehen, welche andeuten, wie viel'man wegſchaffen wolle, um dar- aus alles Uebrige auf eine leichte Art zu beſtimmen, Z. B. an dem gegenſeitigen Ufer wäre eine ausfallende Spike, welche wegzutreiben wäre, und das diesſeitige Ufer hätte eine Bucht, welche, mit der gegenüber ſtehenden geraden Linie parallel gezogen, die wahre Stromgränze bezeich- nete, und beyde Linien der beyden Ufer an dieſen Stellen wären, vermittelſt der Nor- mals wl Du des! ſeitig Gi Treibj maſbreite, parallel gezogen: ſo würde eine Buhne an der linken Spiße der Bucht des diesſeitigen Ufers den Strich des jen- ſeitigen Ufers erreichen; denn ſie ſoll den Srromſtrich des gegenſeitigen gefrümm- ten Ufers auffangen. Alſo muß ſie aus der gedachten linken Spiße der Bucht des diesſeitigen Ufers hervorgehen, und mit derſelben die Spiße des gegenſeitigen Ufers der Landzunge oder Krümmung weg- ſcheuren; folglich) muß ſie nach dieſcr Spi- ße binzielen, und die Linie des Strichs von der gedachten Spiße der Bucht bis zu der Spiße der Krümmung des gegen- ſeitigen Ufers beſtimmt den Winkel des jenſeitigen Ufers, den ſie mit dem diesſei- tigen Uter von eben der Größe machen ſoll, und ſie ſoll nur bis zur Mitte der jenſeitigen gezogenen geraden Linie, die Hinter der Landzunge gezogen worden iſt, wirken; folglich muß man zwiſchen dem dort gegebenen Puncte und dem Haupte der Lreibebuhne die Normalbreite findeu, Die ganze Auflöſung dieſer Aufgabe iſt alſo dieſe, Man zieht von dem Orte, wo man ſich des Stromſtrichs ganz bemäch- tigen fann, nach der äußerſten wegzuneh- menden Spiße des Gegenufers eine Linie: dann hat man die Richtung der Treibe- buhnez dieſer aber muß man eine ſolche Zänge“ mittheilen, daß zwiſchen ihrem Haupte und der Gränze des wegzutreiben- den Landes die Normalbreite übrig blei- „be: ſo iſt die Sache geſchehen, und der Ort und die Gränze der Buhne ſind ges funden«. Treibejagen, beſtehet darinn, wenn ein gewiſſes Revier, oder auch wohl ein ganzer Wald durch die Jagdleute oder Treiber ab- und zuſammen getrieben, und in das Zeug gebracht wird; da im Treiben 483 Gegentheil, wenn etwas mit dem Leit« hunde beſtätgit, und entweder gar nichts, oder nur etwas weniges dazu abgetrieben worden iſt, ſolches ein Beſiätigungsjagen heißt, Treiben, allerley Obſt und Pflanzen durch die Kunſt zur ungewöhnlichen Jahreso zeit zur Zeitigung bringen, wozu eigne Treibhäuſer angelegt werden. Vom Obf kreibt man Pfirſchen, Apricoſen, May«- firſchen, Pflaumen, Wein, Him- und Erdbeeren. Im Januar wird der Ane fang des Heizens gemacht, und die Bäu«- me des Tages ein paarmal mit laulichem Waſſer beſprengt. Jſt die Hike zu ſtark: ſo fallen Biüthen und Früchte ab. Die Wärme muß der natürlichen Sommerwär- me gleich ſeyn. Scheint die Sonne im März und April warm: ſo wird in den Mitragsſtunden die Luft hineingelaſſen, Alle ſolchergeſtalt getriebene Früchte haben nicht den vollfommen guten Geſchmack dererjenigen, welche die Natur im Freyen hervorbringt, Die Bäume, die einmal in den Treibhäuſern gebraucht worden ſind, können nicht zweymal hinter einander dazu dienen, Sie werden zu ſeiner Zeit wieder indie freye Luft in den Gärten ausgepflanzt, wo ſie dann ſich wieder erholen, fortwach« ſen und fruchtbar werden; aud) die getrie- benen Pflanzen, z. E. Spargel, Erbſen, u. ſ. w. haben nicht den natürlichen Ge- ſchma> dererjenigen, welche zu ihrer Zeit im Freyen erzogen werden, Treiben, heißt bey der Jägerey Fol- gendes. xk) Wenn der Rehbock bald nach Jacobi die Ricke oder Geiße jagt, und ſich begatten will: ſo treibt er ſie. 2) Wenn die Hühnerfänger die Rebhühner mit ei- nem Schilde, oder mit einem lebendigen Pferde allgemach vor ſic bin in den Ha- Oo9 2 men 4 Ih 48 Treiben men oder das Treibezeug bringen. 3) Wenn die Lerchen in der Abendſtunde ent- weder mit etlichen Bund Federlappen, oder mit einer langen fiäie in den Feldern zuſammen, und in die Tageneke oder Kle» begarne gejagt werden. Spoidenn ,' wenn man das Wild aus einem Orte mit Mannſchaft in den andern jagt; auch nennt man ſo einen Ort, wel- t iſt, hineingerrieben wird. Won Michaelis bis in den ſpäten Herbſt hinein Hr die beſte Zeit dazu 3 ſind aber die Hüh- ner durch Schießen oder Beizen ſchon ge- Fheucht worden: ſo iſt mit dem. Treiben wenig auszurichten. Treillo, einegrüne Laube, welche ausle« bendigen He>en an ſenkrecht eingegrabe- nen. Hölzern. und darüber geſpannten Bo» 'Treppe gen feſt gemacht wird, wodurc< in der Mit- te ein ſchättiger Plaß erhalten wird, in welchem man ſich zur Sommerzszeit erfrie ſchen kann, Trennſäge, eine gewöhnliche Hand- ſäge, die man ſo nennt, wenn damit. ein S3ret getrennt werden ſoll, Das Blatt der Säge wird umgedrehet, ſo daß es das Geſtelle der Säge nicht beym Sägen hin- dere, wobey die Säge mit beyden Dau9 geführt wird. Trenſe, ein leichtes und ſubtiles Mundjtü ohne Stangen, damit man beſonders die Polniſchen, Ungariſchen und Türkiſchen Pferde zu zäumen pflegt. Die Trenſen müſſen einen Finger di di>, und mit großen Ringen auf beyden Seiten verſe- ben ſeya, nicht allein wegen der nötbigen Stärke und: Verſchonung des Mouls 3 fon» dern auch, daß ſelbige ſich nicht dur< das Maul ziehen, und Unordnung verurſa- en, Steigbaum, die Seitenbohle Treſpe 485 einer Treppe; worinn die Stufen einges locht-werden. Jſt es eine freyſtehende Treppe: ſo ſind zwey dergleichen Wangen vophanden 3 iſt dieſelbe aber an einer Mauer angebracht: ſv wird nur eine ers fordert.. Die Breite der Stufen beſtimmt die Breite der Wangen, und ſie ſind ges nieiniglich: noch 23 2, breiter; oder haben ſv. viel. Vorſprung. vor den Stufen,- In vieſe Wangen werden Löcher eingeſtämmt, worein die Stufen eingeſchoben werden. Treſpe, Lolc< und Twalch, ſind 3 gebräuchliche, aber nicht genug be- ſtimmte; Benennungen von Gräſern 3; da- ber das Geſchlecht Lolium unfer Solch, Aegilops unter Twalch, und Bromus1.. unter dem? Namen Treſpe am beſten ge- ordnet werden... Die bekannteſten Arten des leßteren Geſchlechts ſind dieſe: 1) Glatte Rottgentreſpe mit aUs- gebreiteter Riſpe und epförmitten ä&ebhrchen, gemeine Rotunentreſpe, Twalcdh, B. ſecalinus L., iſt eine einjah- rige Pflanze, und wächſt als ein Unkraut auf! ſandigen Korn- und andern. Ae>orns ſie blüher vom May bis zu Ende des Som- mers. Halm: 3F. hod, geſtreift, glott und grün 3; die Knoten aber purpurfarbig und etwas wolligz3; Blätter: platt, ſteif, ſpißig, ſc<öngrün, auf beyden. Seiten wol- lig; doch. auch etwas rauh anzufühlen, und unterwärts mit einem weißlichen Nerven verſehen; Scheide: glatt und geſtreift; Zlurbriſpe: X, auch.€. F.. lang, aus- gebreitet, oder an der Spike auswörts ge: bogen. Aus dem eckigen Schafte entſprin» gen 4== 5 Hauptzweige, welche ſich in 4 ---5 fleinere vertheilen, deren einige un» getheilt bleiben;. andere aber: ſic» noch weiter: verbreiten... Der Saame dieſes Unfrauts fann einige Jahre inz Acker lie- Ooo 3 92" KI Ly Jh 23% Iv WU ) ET « €- De Ep “A. ar 2 43% -. "t. Der Saame iſt braun. Dieſes Unkraut wird von allem Viehe, auch von den Schaafen gern gefreſſen; veſonders wenn es im ſandigen Boden wächſt. Cs wu- Treſpe ern, blühet int May, und iſt jährig. Halm: 4-5 F« hoch; Riſpe: x F, lang; Sriele: in Zweige getheilt. 5) Rauche Treſpe mit abhängene- der Riſpe und dünnen Blürhähr- Hen, taube Treſpe, Sand-, Bertg-, auch Dachrreſpe, B. teIorum L. wächſt in allerley Grunde, in den Heiden, Feldern, auf Sandbergen, an den Straſs ſen, auch auf Dächern und Mauern; blüs- bet vom May an den ganzen Sominer über, über, Nr! wei ſhmä ws mit 1 fleine zen jn verl mit Gro den fen| 6 Riſ hoh giga jnde im ynd gräd dens Treſpe über. Man hat dieſe Akt mit der, unter Nr. 3 angeführten, Taubtreſpe oft ver- wechſelt. Halm: niedriger, die Blätter ſchmäler, auf beyden Flächen weichhaarig, die Scheiden wollig, kleiner und dichter, mit überhängender RKiſpe; Aebrchen: Fleiner, haarig; Dälglein und Spel- zen: geſtreiſt 3; äußerliche Spelzen: in einen ſehr ſpißigen, geſpaltenen Fortſaß verlängert, haarig, grün, purpurfarbig, mit einem ſilberfarbenen Rande. Die Granne ſteht unter dem Fortſaße- Auf den Hügeln wird dieſe Art von den Schaa- fen geſucht. 6) Hohe Treſpe mit abhäntggender Raſpe und langgrannicgen Aehrchen, hobe Waldtreſpe, Suttertreſpe, B. giganteus L,, wächſt auf trocknen Stellen in den Wäldern, und auf hohen Dämmen im Sandez jedoch auch in einem ſchweren und feuchten Grunde, und an den Waſſer» grävben. Nach Verſchiedenheit des Bo- dens erhält ſol?, Tripel,„eine mogere Thonerde, wel- dhe eine verſchiedene weißliche, graue, gelb- liche und braune Farbe hac- Im Anfü- len iſt ſolcher etwas rauh, und unter den Zähnen ſcharf und ſandig; ob er gleich kei- nen Sand enthält. Er ſauger das Waſ- fer an. ſich; wird aber von demſelben nicht erweiche. Man gebraucht den Tripel, Glas, Metall und Steine zu poliren; auch GTormen daraus zu machen. Triſtachel, ein eiſernes Inſtrument, aus 3 mit Widerhaken verſehenen Spigen, an einer langen Stange befindlich, woran es durch zwo eiſerne Federn befeſtigt iſt, um damit Aale, Forellen, Quappen, u, ſw, in den Gewäſſern zu fangen und her- aus zu ziehen, “Tritt, ein Kennzeichen, wodurch man die Fährte des Hirſches von dem Thiere unterſcheidet, Trocen machen, wird in dex Bay» funſt geſagt, wenn mon eine Krippe oder Waohſſerſtube, oder ſonſt einen wäſſerigen Ge?k. Regllexicon 1V. Theil. Tollb 439 Grund, mittelſt allerley Schöſwerke, vom Waſſer leer macht,“damit man einen Grund legen könne, Trockenwein, ein Wein in Ungorn und mehrern andern Ländern, der aus faſt trocknen oder ſehr welf gewordnen Trauben gepreßt wird; welcher aber die beſte Are des Ungariſchen Weins iſt, Ju Jtalien macht man ähnliche Weine, die man Sec- co, bey uns Sect, nennt, Trockner Fall, der Fall des Waſ- ſers bey dem unterſchlächrigen Waſſerrade, von der Oberfläche des Fachbaums bis auf den Spiegel des Waſſers unter dem Ra« de; im Gegenſcß des naſſen Falls. Trockner Wechſel. Wenn berje- 92, welcher das Geld giebt, ſolches nicht an einen andern zahle, wie bey traſſirten Wechſeln geoſchiehet; ſondern an eben dem Orte zu ſeiner Zeit mit Gewinn wieder befsmmen ſoll. Ein ſolcher Wechſel iſt in der That nichts anders, als ein eigner Wechſel, Trollblume, Troſlius. VWondbie- fer Gattung ſind nur zwo Arten bekannt. rz) Zuropdiſche Trollblume, Ru- gelranunkel, ZRugelbahnenfuß, Ein gelblyme, GoldEnopf, Zergranun- Fel, Alpbhahnenfuß, T. Europaeus L,, wächſt in verſchiednen Europäiſchen käne dern, und bey uns auf naſſen Wieſen. Wurzel: klein, aus ſchwarzen Faſern zuſammengeſekt; Blärtc-: langgeſtielt, fein hochgrün, rundlich, in 5 Abſchnitte zerſchnitten, welche abermals getheilt und tief geferbt ſind; Srentzel: aufrecht, et- wa 2.3. hoch, gewöhnlich blaßgrün, glatt, rund, hohl, oberwärts in Zweige getheilt, und mit ungeſtielten Blättern beſegßt 3 25l1y- men: auf den Gipfeln der Zweige, groß, Ppp Hold- zemwenee Z 4 Sh 4J0 Tyxsi1b goldgelb, ſehr ſonderbar und ſchön, mit Honigbehältaiſſen von der Länge der Staub- fäden, und mit dergeſtalt einwärts geneig- ten Blumenblättern, daß ſolche eine völ- lig kugelrunde und oben geſchloſſene Blu- me bilden,» die ſich nachher öſſnet, ihre kugelichte Geſtalt zwar allezeit, obgleich nicht ganz vollkommen, behältz dieſe Blu- men pflegen im Anfange des Jun, in der Blüthe zu ſiehen 3 ESaamen: reifimAug«, 2) Aſiatiſche Trollblume, T. Ali- aticus L. Vaterl,: Siberien, Cappa- docienz Wurzel: zaſerigz Dlätter: groß, langgeſtielt, blaß, aber zierlich grün, getheilt, wie die des Aconitum, jedoch in größeren und nicht ſo viel Theilen, als die erſte Artz Stengel: aufrecht, faſt 2 F. hoh; Slunien: groß, kugelicht, zierlich ſafrangelb, die Blumenblätter of- fen, und nicht gegen einander eingeneigt z daher die Staubfäden und Honigbehält- niſſe, welche länger als die Scaubfäden ſind, ins Auge fallen, und einen ſehr ar- eigen Effect machen 3 blühen im Jun- Beyde Pflanzen machen in der Flor ei- ne ſonderbare Mannichfaltigkeit, und ver- dienen daher in alle gute Blumenſamm- lungen in den Luſtgärten aufgenommen zu werden; haben jevoch auf feuchten, ſchak- tigen, falten Pläßen einen ſtärkern Wuchs, und blühen dann auch beſſer 3 ſchicken ſich alſo ſehr gut zur Verzierung ſolcher feuch- ter Pläße, wo viele andere Blumenpflan- zen nicht gut foritkommen. Man vermehrt ſie a) durch Zertbeiluntz. Im Hetbſte, wenn ihre Blätter abſterben, oder zeitig -im Frühjahre, theile man ſie, jedoch nicht in gar zu kleine Stücke, uud pflanze ſie entweder ſogleich an Ort und Stelle, oder erſt auf ein Jahr in die Pflanzſchule. Sie pflegen ſchon im nächſten Jahre zu blühen, hre Vermehrung kann auch durch b) Sag- Tromp men geſchehen. Man ſäe dieſen auf eie ner kalten Rabatte in gemeiner Erde in flache Furchen, und bedecke ihn, höchſiens 1 F. hoch, mit Erde. Am beſien wird der Saame am Ende des Febr, geſäet, und die einſtweilige Pflanzung der jungen Pflanzen geſchiebet, ehe, man ſie förmlich verpflanzt, im Sommer oder gegen den Herbſt auf 6=- 8 Wochen, auf ein beſon- beres Beet, in 6 2. weit von einander entfernten Reihen, damit ſie erſt eine ge- hörige Stärfe erreichen. Trommel, heißt bey der Jägerey: 1) wenn die Jäger des Nachts mit einem Lichte auf den Teichen in einem Garnſacke zu fangen ſuchen z 2) ein keinener Sack, in welchem unten ein runder Boden mit ei? nem Reife iſt, daß er unten beſtändig weit bleibe, und die Hühner darauf ſißen können. An dem Sack herum werden ei- nige Luftlöcher mit Zwirn umnähet, 4 dieſem Sack tragen die Jäger ihre geſan- genen Hühner nicht nur nach Hauſe ſon» dern leßtere können auch darinn bequem weiter verführet werden. Trompetenblume, iſt der gemeine fame von der Bignonia L., und vermuth- lich von der Geſtalt der Blume entlehnt. 2) Aufrechte Art. 1) Herzblätteritge Trompetenblu- me, Catalpabaum, Americaniſche Trompetenblume mit großen Blät- tern, B. Cata!pa L- Vaterland: Ca- rolina, Jopan z Stamm: aufrecht, ſiarf, holzig, äſtig, die Rinde braun und glatf, 20=-30 F. hoh; Blätter: einfach, herzförmig, groß, etwa 5-- 6 Fuß lang, und eben ſo breit, ins Bläuliche fallend, an den Gelenken je drey und drey beyſam- menſtehend, ſchlagen ſpät im Frühjahre aus 3 re; nett ſamt „in til ng jk nh R fall 1 1m el uh nt, N je | fe Nn tt, It, h, | 1, „9 “ 0 Tromp aus; Blumen: gegen die Enden der Zweige zu, in Riſpen, mit nur 2 Staub- fäden, weißlich, gelbgeſtreift, oder weiß und inwendig purpurrot)) gefleckt, und gelb- lich geſtreift, im Aug. 3 hinterlaſſen aber ſelten bey uns guten Saamen. Die Ca- talpe iſt in allen feinen Luſtgebüſcyen einer Stelle werth, weil ſie im Sommer, da ſie vorzüglich ſc<ön, und gleicſam ſchwel- geriſch belaubt iſt, ein ſo edles Anjehen hat, wie fein andrer Baum, Sie muß hochſtämmig gezogen, und ſo geſtellt wer- den, daß die großen Blätter recht ins Auge fallen 3; auch ſic) mit ihren Zweigen, welche ihrem natürlichen Wachsthume überlaſſen werden, ungehindert ausbreiten können. Man kann ſie einzeln auf geräu» mige Raſenſtücke, oder andere große freye Gragpläße, pflanzen; die jedoch) gut ge- ſchüßt ſeyn müſſen, vbamit ihre Zweige in harten Wintern nicht erfrieren; im Som- mer aber nicht ganze Zweige vom Winde, wenn derſelbe ihre großen Blätter faßt, ab- gebrochen werden. Sie läßt ſich durch abgeſchnittene junge Schößlinge in Men- ge vermehren, welche im Frühjahre in Tö- pfe geſte>t, und in ein Miſt- oder 2oh- beet, worinn ſie binnen 4= 6 Wochen Wurzeln zu ſchlagen pflegen, eingeſenkk, dann an die freye Luſt gewöhnt, und im Anfange des Oct. in ein Gewächshaus, oder unter ein anderes Werdeck geſtellt, ge- gen Froſt geſchüßt, und endlich im Früh- jahre, wenn die üble Witterung vorüber iſt, aus den Töpfen auf einen gt geſchüß- ten Platz in die Pflanzſchule, und, wo möglich, auf ein fettes, dom mehr feuch- tes als trockenes, Beet gepflanzt werden müſſen. Daſelbſt müſſen ſie ſo lange, bis ſie zur förmlichen Verpflanzung groß genug geworden ſind, alſo 4=- 5 Jahre, bleiben, binnen welcher Zeit ſie im Sommer vom Trontp ie Unfraute rein zu halten ſind. Wenn man dergleichen Stecklinge in Menge hat: ſo mag man ſolche auch) nur auf eine fette ſchattige, feuchte Rabatte ſtecken, weil ſie auch hier of: Wurzeln zu ſchlagen pflegen, Man kann ſie auch aus Sgamen ziehen welcher aus America gebracht wird, und nach ſeiner Ankunft ſofort in leichte, fette Erde, entweder auf eine gute, warme Ra- batte, oder in Töpfe und Käſten, geſäet werden muß. aun. b) Rletternde Arten. 2) Immergrüne Bignonie, Vir- giniſcher Jeſjmin, B. ſempervirens 1, Stamm: fletternd, dünn, ſteigt an einer Unterſtüßung 20--30F,. hoch hinauf, über«- zieht Hecken und Bäume, und macht in der Ferne ein großes Anſehen; Blätter: einfach, lanzetförmig, gegenüber ſtehend ſehr verzierend; Blumen: an den Sei- ten und Enden der Stämme und Zweige in den Winkeln der Blätter an jedem Ge- Jenfe, aufrecht, frompetenförmig, gelb nicht ſo ſchön, als die der übrigen Arten; dagegen aber iſt dieſe Art außerordentlich wohlriechend, durchduftet die Luft mit ih- rem Geruche ſehr weic umher, und hinter» läßt nur kleine Schoten, 3) S3wergblärterige ZBitnonie Ragenkiaue, B. Unguis L, Vater land: Barbados, Domingo; Stämme: kletternd; Zweige: ſehr dünn und ſchwach, glatt,„oft röthlich, beſonders an der Son«- nenſeite, und ſehr zähe, überlaufen ver- mittelſt ihrer, an den Gelenken entſpringene den, ſehr kurzen, bogenförmigen, dreythei- ligen Gabeln Büſche und Bäume 2c. 20 =--30 F. hoch; Blätter: an jedem Ge- lenke 4, gepaart, länglich, glatträndig, ſehr verzierend; ZDlumen: vortrefflich ſcharlacnem Weſen, ſondert man abz anch ſchneidet man die trocknen Blätter; wenn ſolche noch daran ſiken, mit dem Meſſer weg, und bricht die junge Brut, wenn viele und ſtarfe daran ſikt, behutſam ab, Man legt in jeden Topf nur eine Wurzel. Die Erde, womit dieſer angefüllt wird, ſoll nicht zähe und thonig, ſondern leicht und l9o>er, jedoch fett ſeyn. Iſt ſolche für ſich zu fett und ſchwer: ſo miſcht man etwas Sand darunter, ian füllt den Topf etwa halb voll, legt darüber etwas Sond, ſeßt die EEE auf den Sand, und bedeckt ſie mit Erde, ſo daß obenher die Wurzel etwa 2 Finger breit mit Erde dedecft iſt. Dieſe Wurzel fault leichter, ols andere Zwiebelnz daher man /ſie vor vieler Näſſe, ſonderlic) ehe ſie treibt, in Acht nehmen muß, wozu"der Sand nüß- lich gebraucht wird. Cinige legen 9 Sand unten in den Scherbel. Dieſe T pfe kann man in ein Miſibeet EE IDDEN, oder auch) in eine Kammer ſchen, und zwar ſo lange, bis man es wagen darf, ſie an die freye Luſt zu bringen; man muß aber ſchon zuvor dieſe Pflanze der freyen duft genicßen laſſen, damit der Stengel nicht zu geil treibe, und die Blätter nicht zu weichlich werden, Wenn die Töpfe nicht zu viel Wärme genießen? ſo verſtrei- e mit gefüllten Blumen ſoll Wap wenn die unterſten zur Deſſnung ſich ani iden, unter ein Dach bringen, weil ſie, wenn Näſſe daran fommt leicht verderben; und nicht geh6- rig aufblühen. Türkiſcher Bund, Türfen:- bund, nennt man einige, mit"der Lilie nahe verwandte, Pflanzen; weihe ſich abe? von dieſer durch die zurückgeſchlagnen und umgerollten Blumenbläcter unterſcheiden. 1) Wirtelfösrmiger Türfiſcher ZZund mir purpurfarbigen€ nefleck» ten lumen, beidniſche- 7 er wilde Lilie, rothe Berglilie, Go!dwurz, Cymbeln, Rapps nbötlein, Liliven Martagon L., 1 607 in wngarn vn On dern(ndern:(un bey uns in den Wel- derm. Die Wurzel ijt eine gelbe, aus übereinander liegenden und abſtehenden Ppp 3 SCere Aehre, hän- 'gen unterwärts, haben anfangs die Ges ſtalt einer Lilienblume 3 nach und nach aber ſchlagen ſich die Blumenblätter rückwärts, und rollen ſich dergeſtalt zuſammen, daß die Spike bis an den Stiel kommt, oder ſic) gar verbirgt. Abarten; 2) mit ge» füllen Blumenz b) mit rothen Blumenz c) Kaiſersmartagon mir getheiltem Sten» gel. Dieſe leßte wird am meiſten geſchäßt. Die gemeinen Leute pflegen die Wur- zel den Kindern anzuhängen, um das Zahnen der Kinder zu befördern; au) gießen ſie Wein darauf, und gebrauchen dieſen zur Beförderung des Urins und der monatlichen Reinigung« Die Tartaren kochen ſolche mit Milch, und eſſen ſie, In der Apotheke wird dieſelbe oft ſtatt der Af- Fodillwurzel verwahrt, 2) Canadiſche Lilie, in8gemein Cana- diſches geſlectes Hlartagon genannt, 7. Canadenſe L., iſt der erſten Art ganz ähnlich, ehe ſich die Blumen zeigenz dieſe aber ſind nicht nur gelb, bald heller, bald dunkler, und ſchwarz gefle>t3 ſondern hal- ten zwiſchen der Lilie und dem Türkiſchen Bunde gleichſam das Mittel, weil ſie we- niger, als bey dieſer, und mehr, als bey jener, rü>wärts geſchlagen, und glocfen- förmig geſtellt, am Rande aber auswaärts gebogen ſind. 3) Rother Türkiſcher Bund mit pfriemenartigen Dlättern, Pompo- niſche Lilie, ſchmaiblätterige gro- ße Zilie, L. pomponium L. Vaxgerl.: die Pyrenäen, Sidverien.* Dieß iſt das gemeine Poimponiſche WMartatgon in ſeinem natürlichen Zuſtande, wovon man in den Holländiſchen Blumenverzeichniſſen zahlreiche Serten aufgezeichnet findet, und Türk von welchen noch ungleich mehr Sorte« aus dem Saamen gezogen werden können. 4) Rotber Türkiſcher Bund mit lanzetſormigen eingefaßtenDlätteri, Chalcedoniſche tlie, ſcharlachrothes Chalce- doniſches Martagon, L. ChalcedonicumL,., wird mit Recht für eine der beſien Marta- gons gehalten; Abarten: 2) mit hoch- ſct, gerandet, 2c.; werden auch dann von den Holländern ia folgende 4 Claſſen abgetheilt.: 23) Baguettes primo, mit weißem Grune de und brauner Jlluminatien( das Wort Baguetten kommt her von bague, ein Stock, und bedeutet alſo einen Steckea, weil ſie lang und hoch ſind, und zum Theil 2-3 F. hinanſteigen.) bb) Baguettes Rigaux, mi“ weißem Grunde, und dunfelbrauner?c. Jllumina- tion, cc) Bibloments, Beyblumen, 1) mit weißem Grunde, blau, violet und ſchwarz- braun, 2c. illuminirt 3 2) mitweißem Gran- de, roſenfarbig, röthlich und roth illumi- nirk: Dieſe leßtere Gattung iſt vorzüglich ſchäßbar. dd) Biſarrees oder Bizardes, Bizard- tulpen, mit gelbem Grunde, mit ver- ſchiedenen Farben illuminirt, Um die Sprache der Biumiſten wohl zu verſiehen, und alle Zweydeutigkeit zu ver- hüten: merke man noch Folgendes. Die meiſten Blumiſten tlilen die Tulpen in Anſeßung der Ferben und Malereven in Sarbenblüumen, Picotten, Zizar- den, Concordien« Picot beißt flecfig, Qaqq und ARIEN alii Ml lähn. mnet= Di CLAM -» 498 Tulpe und kommt her von ſtechen, etwas durch- nähen, ſteppen. Eine Picotte iſi alſo eine Biume, welche gleichſam ausget'>t oder fein ausgemalt iſt. Sie har alfo zwo Sarben: die Grundfarbe, welche die ei- genthümliche Farbe des Blatts iſt, und die JUumination„ welche auf eine andere aufgetragen iſt, in der Geſtalt der Flecken oder Streiſen. Dieſe muß nicht herunter bis in den Kelch gehen, weil ſie ſonit von der Grundfarbe nicht gehörig unterſchieden ſeyn würde.' muß von einer Art ſeyn; ob ſie gleich un» terſchiedene Stufen haben kann. Wenn die Biumegelbrokh und ſchwarz iſt: ſo ge- Hör: ſie zu den Dizarden. Sie kann aber Gelbes und Rothes haben; welches auf mancheriey Art ſchattirt oder ausgetuſcht iſt, und dann iſt ſie unfer die Picotten zu rech- nen, Der eigentliche Charafter derſelben iſt alſo, daß ſie nur zwo Farben haben, und daß die Illumination nicht in den Kelch herunter geht. Vielleicht findet nian auch Tulpen von 3 Farben, wovon die Iliumi- nation am Rande und in der Mitte des Blatts bleibt, die'man wie die Nelken Picott- Bizards nennen könnte, Bizard Seißt wunderlich, ſeltſam, und bedeutet alſo eine Blume, welche eine unregelmäßige und wilifürliche Farbengebung hat. Sie hat auch ihre Grundfarbe und Jlilumina- tion, welche bis herunter in den Kelch geht, und aus Farben unterſchiedener Art beſte- Hen fann. Die Unregelmäßigkeit iſt ver- gleichungsweiſe gegen die Picotten zu ver- ſieden, bey denen die Uebereinſtimmung Herrſcht; ſo wie bey den Bizarden die Mannichfaltigfeit. Die Concordie hat zwo ähnliche Farben, 3.€, eine bellrothe Grundfarbe und eine dunfelrothe Jälumi- nation. Man findet ſelten eine vorzügli- Die Farbe der JUlumination- Tulpe macht. Hieraus folgt: 3) Daß hier die Mittelſiraße nicht die beſte ſey, und alſo Farben, die von einan- der ſehr unterſchieden ſind, aber nicht ge- nau, z. CE. weiß mit blaßviolet, eben ſo übel ſtehen, als Farben, die mit einander übereinfommen, aber nicht nahe, 3. E. gelb und ziegelfarbig. Die Farbengebung mvß das Auge weder ermüden, noch un- beſchäfftigt laſſen, und die Ausmeſſung mutierten aaf= 0 Äll emma dnn gn= Dalia Tulpe 439 der Verhältniſſe der Farben gegen einan- der muß ihm weder zu leicht, neh zu ſchwer gemacht werden, Nach dem Urrheile der berühmteſten Biumiſten ſoll eine ſchöne Tulpe folgende Eigenſchaften haben? 1) ſie ſoll einen hohen Stengel von 3== 4&. haben; 2) die Blume. ſoll groß„-wohlgeſtaltet, und - aus 6 Blättern zuſammengeſekßt ſeyn, wel« dhe nicht allzulang, nicht ſpißig, und nicht einwärts gebogen; ſondern mehr gerade, an der Spiße rundlich, breit und dick, und davon drey aus- und drey einwärts ge- ſtelle, auch die erſtern größer, als die leßs tern, ſeyn; 3) die Farben und Striche der Blume müſſen lebhaft und klar, und von dem Boden des Kelchs unvermiſht, regel- mäßig, ſtark, und ſcharf geſtrichen herauf- ſteigen, und von der Mittelfarbe muß we- nig oder nichts übrig bleiben. Die ſchäß- barſtken Farben der bunten Tulpen ſind die ſchwarze, goldgelbe, purpurroth,-violete, roſenrothe, und röthliche, weiche Farben man auf mannichfaltige Art aufgetragen findet 3 und wenn eine Tulpe mit' ſtarken, regelmäßigen Streifen von drey unterſchie« denen, ſcharf geſtrichen und unvermiſcht aufgetragenen Farben gezeichnet wäre: ſo würde dieſelbe die höchſte Vollkommenheit haben; denn nur dann pflezt eine bunte Tulpe beſtändig zu bleiben, wenn ſich ihre Mutterfarbe ganz herausgezogen haf, Wenn von derſeiben auch nur wenig übrig bleibt: ſo vflegt ſie leicht zuene, unfruchtbare oder kieſige Erde, Weil es ihnen in einer[0 magern Erde ſehr an Nahrungsmitteln fehlt: ſo wird dadurch der natürlich ſtarke Trieb der Pflanze gehemmt, und ihr Wuchs im Ganzen geſchwächt, In dieſem Zuſtande pflegen ſie nac) und nach zu-weüfgen= 3 -= wz 2% -»> 12 dil EASE R E> i ..-=- GEIZ=>-DL-===> 53 u. > KE Tulpe Noch iſt einer Sorte, die man Q7on- ſtröſen nennt, zu gedenken, Sie haben viel größere und am Rande verſchiedentiich ausgezackte Blumenblätter; da nun da- durch die Blume viel ſchwerer wird: ſo liegt der Stengel faſt ganz auf die Erde geſtre&t. Gemeiniglich ſind dergleichen Blumen ganz gelb, oder auch gelb mit breiten rothen Streifen. In hieſigen Gegenden wird dafür ge- halten, daß eine gute ſchwarze Gartener- do?, worinn nicht das geringſte von unver- faultem Miſte zu ſpüren iſt, mit Sand vermiſcht, zum Tulpenbau die ſchicklichſte fey. Die Feuchtigkeit und ein ſriſcher un- vcrfaulter Miſt iſt den Tulpen höchſt ſchäd- lich. Will man eine Miſterde dazu ge- brauchen: ſo muß dieſelbe wenigſtens 2 Jahre ungebraucht auf einem Haufen liegen, und vollkommen in eine ſchwarze Erde verwandelt worden ſeyn; auch noch mit Sande vermiſcht werden, wenn man ſie gebrauchen will, Man weiß aus Er- fahrung, daß die Tulpenzwiebeln, wenn ſie zwey Jahre hintereinander in die näm- liche Erde bey uns geſeßt worden ſind, ſchlechtere Blumen hervorbringen; daher man dieſes gern vermeidet. Wenn die Zwiebeln bey uns im Oct., oder zu An- fange des Oct, gelegt werden: ſo wird die beſte Zeit für ſie getroffen z da dann die Hauptflor in dem künftigen Apr. und May erfolgt. Um aber nach dieſen noch ſpäter» hin die Folge von florirenden Tulpen zu haben: mag man einen Theil Zwiebeln im Dec., Jan. und Febr. pflanzen; wiewohl ſolche ſo ſpät gepflanzte Zwiebeln nie ſo ſtark blühen, als diejenigen, die ſchon im Herbſte, oder noch im Anfange des Win» ters geflanzt ſind, Hak man das Beet in Furchen abgeheilt, oder die Erde ſv hoch berausgenommen, als die Zwiebeln zu lie- -- dannen Amiet 0 Tulpe For gen kommen: ſo kann man ſie nachher wieder damit behutſam bedecken, damit ſich ſolche nicht verrücken, Auf dieſe Wei- ſe tönnen die Zwiebeln nicht ſo beſchädigt werden, wie es leicht geſchieht, wenn die- ſelben mit den Fingern in cin Loch hinein- gepreßt werden. Es müſſen aber die Zwiebeln nicht tiefer, als 3= 4Z., in die Erde eingeſeßt werden; auch kann man ſie allenfalls noch mit Sand überſchütten. Se leiden den Winter über von Froſt und Schnee keinen Schaden z nur im Frühjah- re tönnen die jungen Blätter Schaden lei- den, welcher ſich bis auf die Blume und Zwiebel ſelbſt erſtreckt; daher man bey ein- fallenden Nachtfröſten oder vieler Näſſe das Beet aus Vorſicht mit Stroh- oder andern Decken verwahren kann. Wenn vie Blätter trocken geworden ſind, welches gemeiniglic) im Jun. oder Anfange des Jul. geſchieht: ſo muß man die Zwiebeln behutſam aus der Erde nehmen, von der etwa noc) anflebenden Erde, und den äu- ßerſten Schalen, als dem Ueberreſte der alten Zwiebeln, reinigen, und an einem luftigen Orte, wohin jedoch die.Sonne nicht ſcheinen kann, anfbewahren, bis man ſie wieder einlegt. Die Sortpflanzuntg der Tulpen ge- ſchieht auf zweyerley Art: durch die Neo benzwiebeln und den Saamen- Auf die erſte Weiſe behält man die vorigen Sor- ten; auf die andere aber erzielt man mei- ſtens neue. Mit dem Saamen muß man ſreylich 5== 6 Jahre warten, ehe man die Blithe erlangt; wenn man aber alle Jahre nur etwas ſäet: ſo hat man nach 6-=- 10 Jahren doch neue Sorten zu er= warten, und darf kein Geld für rare Sore- ten, die gemeiniglich ſehr hoch im Preiſ? gehalten werden, ausgeben. Die Wer- mehrung durch die'Brut iſt leicht, weit Dq9. 32.52 matt „abu u ert m wham me MIENE SIF WERGE ENGINE AIDE Ld A WREN ald MEL nani. SEEEERENEE REESE NE IEEE SEE &7 D15 5 502 Tulpe man bieſe nur von der Haupkzwiebel abſon- dern darf; auch diejenigen, welche nicht viel über eine Bohne groß ſind, werven ſchon im folgenden Jahre tragbar ſeyn, Die kleinern ſondert man entweder nicht ab, oder legt ſolche auf ein beſonderes Beet, einige bey einander; dochnen Tage ab, und lege ſie bis zum Sept. als der zum Säen ſchicklichſten Zeit, auf ein tro>nes Beetz laſſe aber den Saamen bis dahin in den Copſeln, Der Saame wird alsdann in Blumentöpfe, oder kleine Käſten mit durchlöchßertem Bo- den, und mit Sand vermiſchter ſchwarzer Gatr.enecde, gefällt, geſäet, und etwa ei- neii Zoll hoch mit Erde bede>t. Im fol- genden Frühjahre wird der Saame, wie ein Gras, mit einem Blatte aufgehen. In dieſen Töpfen oder Käſten bleiben die jungen Zwiebeln ungeſiörk 2 Jagre über ſehen; nachher werden ſie auf ein Blu- menbeet, etwa 2 Zoll tief, und 2.Z. weit von einander, gepflanzt, auf weichem ſie wieder 2== 3 Jahre ſteven, bis ſie die 6 Tuſpenb Göße erreicht haben, Blumen hervorzu- bringen; Unter der Zeit nimmt man- ſie nicht heraus; ſchüttet doch aber alle Jahre im Herbſte einen Zoll hoch friſche Erde darüber. Wenn fich auc< bey der erſten Flor keine ſchöne und ſeltene Sorten zei- gen? ſo darf man ſte nur in ein mehr mit Sande vermiſchtes Erdreich bringen, dann werden ſich viele davon in die ſchönſien Blumen verwandeln. Die aus Saamen erzogenen Tulpen werden von den Hollän= dern Breeders, Dd, i,, Bruütblumen ges nannt, Tulpenbaum, Sambaccg, Li- riodendron Tulipitera L., iſt ein Iordamericaniſcher, im Winter unbe- laubter, Baum, mit großen, breiten, lappigen Blättern, und ſechsblätterigen lilienformigen Blumen, welche mit einer Tulpe eine Aehnlichkeit haben, und da- her dem Baume den Namen gegeben haben ſollen; ob er gleich mit eben ſo gro- ßem, und noch wohl mit größerm Rechte, deilienbaum genannt werden möchte. Die - Blumen ſtehen auf den Enden der Zweige, ſind glockenförmig, beſtehen aus 6 Blät- tern in einer doppelten Reihe, ſind grün, roth, weiß und gelb gefleckt, von verziee rendem Anſehen, hinterlaſſen eine große, fugelförmige, bey uns nicht reifende, Frucht, Dieſer Baum kommt in ſreyer Luft überall fort, und erreiche die Höhe von 390=-40=-50F,, und ſchickt ſich ſehr gut in Berzierungspflanzungen, in denen er zwiſchen andere Laubbäume von etwa 30-- 49 F. Höhe gepflanzt werden muß 3; gleichwie er auch, auf großen Ra- ſenpläßen, und andern geräumigen freyen Raſenfiücken, auf eine ſchickliche Art iſo- lirt werden kann. Der Saame wird aus Amexics jährlic) gebracht, und iſt unſerm Eſchen teberb Eſchenſaamen ſehr ähnlich. Er wird, ſo- bald man ihn im Frühjahre erhält, auf ein Saamenbeet von leichter Erde gelegt, und 3 Z. och mit Erde bedeckt. Man über- ſpreitet ſodann das Scamenbeet mit Ton- nenreifen, um'es gegen die heiße Sonne und gegen ausfro>neade Winde von 10 Uhr Vormittags bis zu Sonncnuntergan- ge bedecten zu können; begieße es bey wes nig einfallendem Regen einen Tag um den andern gehörig; bede&e das Beet im Winter bey Froſtwitterung entweder mit Matten, vder umſteife daſſelbe, um die Pflanzen gegen ſchneidende Winde zu Ueberf 503 ſchüßen, mit Fichten- oder Kiefernbüſchen, weil ſonſt ihre Spißen, welche im erſten Jahre zärtlich ſind, vom Froſte leiche Schaden leiden, Wenn ſie 2-- 3 Jahre alt ſind: ſo werden ſie in die Pflanzſchule, und endlich, wenn ſie 6== 8 F,. hoch ſind, auf die ihnen beſtimmten Stellen ver- pflanzt. Man wird dieſen ſchönen Baum bey uns gut forcbringen, wenn, wie zu- vor geſagt worden iſt, derſelbe nur in den erſten Jahren gegen die einfallenden Herbſk- ſröſte und gegen den Winterfroſt gut mit Matten bedet wird, e nicht zertreten oder mit der Wurzel aus der Erde hervor» geriſjen werden, Bo die Schaafe beſtän- dig auf trocner Weide gehalten werden, und laufen dabey Niedrigungen mitunter, wel c<erwirth ein Saatre« giſter halten, welches von Jahr zu Jahr anzeigt, wie viel Saamen auf einem je den AFerſtücke ausgefallen, und immer das rechte Maaß geweſen iſt, Ueberſchießen, wird von den Jagd«- hunden geſagt, wenn ſie zu hißig ſind, die Fehrten überlaufen, und davon abkome men. Ueberſchlag, bey einem jeden Ge ſimſe das oberſte gerade Glied, welches einem breiten Riemen gleichet, und über alle darunter befindliche Glieder hervor- ſticht oder überſchlägt. Lieberſchlagen, das Bier zu Bette bringen, iſt bey dem Brayen, wenn der umgerührte Meeſch vermittelſt der Schöpfſchuppen aus dem Meeſchbottig in den Zapfbottig geſchöpft wird, Ueberſchneiden, Uebergeſchnit:- ten, iſtbey der Zimmerarbeit, wenn ein ſchiefe ſtehender Band eines Fachwerks mit den Riegeln, die ihn berühren, vereinigt wird, Dieſe Vereinigung geſchiehet alſo Der ſchief ſtehende'Band wird unten und obe Rrr in 506 Uebert in die Balken eines Fachs eingszapft, und zwar nach einer ſchiefen Richtung, ſo daß er mit dem einen Ende in dem linken Win- Fel oben im Fach, und mit dem andern Ende unten im rechten Winkel eingezapſt iſt, und ſo umgekehrt im andern Fach. "Da aber in jedem Fach 2 horizontale Rie» gel die ſenfrechten Ständer oder Träger mit einander zur beſſern Haltung verbin- den: ſo berührt der ſchieſſtehende Band beyde Riegel; er muß alſo darinn einge- fugt werden, daß ſie beyde zuſammen nur . eine Dicfe ausmachen- Um dieſes zu be- werkftelligen: ſs werden ſie überſchritten, d.i,, der Zimmermann legt den Band in der erforderlichen Richtung und an dem be- ſtimmien Orte auf den Riegel auf, und zieht, nach Maaßgebung dieſer ſchiefen Zkage, auf dem Riegel zwo Linien, und auf der untern Seite des Bandes, ws er auf dem Riegel liegt, gleichfalls derglei- hen zwo ſchiefe Linien. Nach den erſten beyden Linien. ſchneidet er nun die halbe Dicke mit der Schrorſägez ſo wie auch, nach den beyden Linien, auf dem Bande eben ſo tief ein» Das Holz oder der Kloß zwiſchen den beyden Linien, ſowohl des Riegels, als auch des Bandes, wird mit der Stoßaxt weggenoimmenz und auf die- ſe Art können beyde Stucke vereinigt wer» den, ſv daß, wenn ſonſt beyde Stücke von gleicher Dicke ſind, ihre Zuſammenfügung nicht ſiärker iſt, als die angränzenden Theile des Riegels und Bandes einzeln betragen. Durch die Mitte der Zuſam- zenfügung wird mit dem Riegelbohrer ein Loch gebohrt, und bey dem Richten des Gzebäudes ein hölzerner Nagel durchgezo- gen- um beyde vereinigte Stücke zu befe- ſtigen. Ueberſchweimnmen, wenn die ſtar- teberf ke Fluh eines Stroms oder Sees über die Dämme fließt, ſo daß dadurch die leßtern oft durchbrochen werden, oder doc) das 2and nebenher unter Waſſer geſeßt wird. Ueberfeßen, iſt bey den Bäckern, wenn der Ofen mehr, als einmal, mit Semmeln zum Auszbacken beſeßt wird, Dieſes geſchiehet bey einex und derſelben Ofenhiße manchmal wohl 4=- 5 Mal, Hinten und in der Mitte des Ofens darf bey dem Heißen deſſelven das Feuer nicht gauz ausbrenz2en, damit das Gewölbe heit- ſer werd?, als der Heerdz; auch muß ver Ofen deshalb ſtärfer geheizt, und zugleich dabey ſtark gelöſcht werden, damit Dünſte in demſelben entſiehen, und die Semmeln dadurch Farbe befommen. Nicht weniger heißt überſetzen dem Ofen mehr auftra- gen, als er bearbeiten kann. Lteberſeßen, hinauslegen, wird bey dem Deichbaue genannt, wenn der Deich oder deſſen Doſſirung weiter hin- ausgerüct wird, fo daß das außen An- geſeßte inwendig abgenommen wird, oder auc umgefehrt. Ueberſezte Uhren, ſind alle dieje» nigen Uhren, welche mehr als drey Räder erhalten» Dahin gebören die Jahrs», Monats- und Ächttageuhren, weil dieſe in einem Aufzuge ſo lange geben; daher müſſen dieſelben, um den Aufzug zu ver- kängern, mehrere Räder erhalten, als die gewöhnlichen Uhren, welche nur vierzig Stunden gehen. Dieſes verſteht ſich aber eigentlich nur von den Stubenthren 3 doch giebt es unter den Taſchenuhren auch über- ſeßte, welche aber nicht über 8 Tage ge- hen. Site erhalten nämlich über den an- dern Rädern noch ein Zuſaßrad, wodurch die €--*--=„nm 7“ Z=- 27 ebi fern das ". et, wit Ww, ihn Na, des nict ehe ß vet leich inſie eln ze NI wird 1 der hin- 9.17 odr dieſe kader 1167 vil her ver: zd eri abr dd oe ew 10 ur) die Ueberſ die Schnee mit dem Schneenrade ge- nöthigt wird, langſamer zu gehen. Ueberſpäninig, Holz, das nicht riſchdrachig(ſ. dieſes) iſt; ſondern in wel- hem die Faſern nicht parallel mit der Fi- gur des Stücks laufen, z. B. wenn ein frumm gewachſenes Stück gerade, oder ein gerade gewachſenes Stück krumm ge- ſägt wird, Ueberſtanden, überſtehen, beiße: das Getraide iſt mehr, als nöthig geweſen iſt, reif geworden; daher heißen auch Überſtändig die alten ausgewachſenen Hölzer, weche mehr ab» als zunehmen, Uebertrenſe, eine Trenſe, deren Gebiß aus einem maſſiven Mundſtücke beſteht, welches, nebſt einem Ringe, an jedem Ende 3 oder 3 Glieder erhält, Uebertriff, wenn das Vieh über einen Acker getrieben wirdz auch nennt man ſv das Recht, nach welchem man ſein Vieh : Über des Nachbars Acker treiben darf. Uebertünchen, beißt 1) mit einem, durc) Waſſer dünne gemachten, Kalke die Mauern überſtreichen. Man nimmt oft Gyps, auch) 2Lakmus, darunter, damit der Anſtrich ins Bläuliche falle; 2) eine Mauer mit Mörtel, Gyps und Sand überziehen, oder bewerfen, Ueberwerfen, den Teig, beißt den Teig in dem Tröge oder dex Beute, nachdem er gefnetet iſt, in Stücken an das andere Ende deſſelben werfen, um die darinn befindliche Luſt in Bewegung zu ſeen, Ueberwurf der Reitſtange, iſt an den dünnen Enden der Stangen dasje- jenige umgebogene Stück, worinn der Wirbel, der den: Zügelring, trägt, befe« Uhr Foy ſtigt iſt. Es wird bey dem Schmieden der Stangen zugleich maſſiv ausgearbeitets denn der Sporer läßt hiezu, wie zu dem Mundſwckloche, einen doppelten Abſag ſiehen, dev er bey dem Schmieden aus. re&t, nachher mit dem Dorn loht(ſ. les chen), und mit der Feile ausarbeitet, Uferbefeſtigung, eine Befeſtigung oder Verſtärkung der Ufer an den Strö« men und Seen, um ſie vor dem Einſturze zu bewahren, Die Feſtigkeit der Ufer hangt nicht nur von der Beſchaffenheit der Maſe ab; ſondern auch, und zwar noch mehr, von der Lage gegen die Stroms bahn. Die größte Stärke befommt das Uter von der Abdachung; da nun dieſelbe nicht nur den Stromſtrich von ſich ablehnt, und ihn nach der Tiefe hinweiſet; ſondern da auch weniger Waſſer über derſelben ſieht: ſo iſt die drückende Laſt nicht ſo groß; und es wird daher nicht abgeſcheuert, Die Uferbefeſtigungen können demnach nur bey ſteilen und einwärts gebogenen Linien vor» fallen. Ufern, das Ufer eines Grabens oder einer Tiefe rein machen, und das einges wachſene abſtechen oder abhauen,| Uhr, eine Maſchine, welche die Secunden anzeigt. Diejenigen Uhren, welche durc< ihre Bewegung den Zeiger herumführen, vm die Stunden anzuzei« gen, werden Zei jerunbren genannt, Us ter dieſen giebt es nun Schlaguhren, die durch das Schlagen an eine Glocke die Stunden anzeigen;„geſchieht aber dieſes nicht nur, zu weicher Zeit man will; ſon» dern es werden auch außer der Stunde,. auf welche der Zeiger hinweiſet, noch die Biertelſtunden damit angegeben: ſoy heißen dergleichen Uhren. Reperiryhren, Es Rrr 2 giebt DIPYZN es: Df giebt noch mehrere Arten der Uhren, 3. B-+ Penduluhren, 2,3 dieſe aber werden hier übergangen z ſo wie auch die Urſachen von den übrigen verſchiedenen Benennungen derſelben, als der Stuben-, Wand-y, Stus-, Taſchen-, Thurmuhren, 3, Uhrfeder, das weſeatlihe Stück einer Taſchenuhr, wodurch die ganze Uhr in ihrer Bewegung erhalten. wird. Es iſt dieſelbe nämlich ein dünnes, ſtählernes und ſchmales geplättetes Blatt, blau an- gelaufen und ſehr elaſtiſch; auch iſt ſie bald größer, bald kleiner, je nachdem das Werk ſelbſt groß oder klein iſt, Uhrgehäuſe, das Behältniß, worinn das Werk einer Taſchevuhr zuſammenge» ſekßt und verſchloſſen iſt. Um eine Uhr recht rein zu halten: werden ſolcher Ge- Häuſe manchmal mehrere gebraucht, ſo daß eines in das andere geſeßt wird. Zu dem Ausfüttern des äußern Gehäuſes iſt Sam- met das Beſte, wenn es der Plaß im Ge- häuſe verſtattet 3; Taſſent aber taugt nichk, weil das Durchſchlagen des Leims, wodurch man jenen zu beſeitigen pflegt, nicht ver- - mieden werden kana; wenigſtens iſt Atlas oder Satin noch beſſer, Uimenbaum, Ulmus L. Was davon anzufütren nöthig iſt, iſt ſchon oben unter dem Artif. ZFüſtern beygebracht worden 3 was aber hier noch einiger Ex-- wähnung verdient, betriſft das Ulimenboiz, Ulmus ſativa L, ranbe, Ulmus cawpeltris L,, glatte Wnme, Das Holz von beyden Sorten giebt, gleich den Eichen, feſtes Civils und Schifſvauholz ab; auch taugt unter Waſſer beſonders das der rauhen Ulme, Dieſes dauert im Trocknen, wie im Naſ- ſen. Beym Waſſerbau und in ſolchen Fl Umbrs Gegenden; wo Wehre gehalten werden müſſen, iſt kein Holz beſſer, als dieſes z ſo:auch zum Hausbauen. Häuſer, die bis ans Dachwerk bloß mit dieſem Holze ge- bauet worden ſind, hat man nac) 100 Jahren noch ganz gut gefunden, und am Gebälke iſt keine'Sto>ung verſpürt wor», den. Zu Glockenſtühlen verdient es vor allem den Vorzug, Zum Schiffsbau, zu Preſſen, Keltern, Waſſerröhren im feuch- ten Boden, Eggebalken und anderem Ge- ſchwirrholze iſt es vorzüglicher, als das ei- erbauerns ſenf, Akerſenf, Hederich, gemeinen Wies ſenglitſch oder Klapperfraut, Quecke, klei- ne Ackerwinde, gemeinen gelben Frauen flas, Fleinen friechenden Sauerampf, diſtelartiges Schartenkfraut, Ackerhaſen- ſenfobl, einblumigen gelben Huflattig, Acterhauhechelfraut, knollichten Lachyrus oder Erdnuß, und das R>erkannenkrauk, Cin weitläuftigeres Werzeichniß von dieſen Arten hat Herr D. Gmelin geliefert, und 125 Gewächſe in ſeiner Abhandlung vom Unkraute beſchrieben; von welchen aber doch einige abzuſondern ſeyn möchten, weil ſie auf den Aeckern wenig ſchaden, z. B. der kleine Ehrenpreis, Gauchheil, Kns- terich, Ohmfraut, und Knawel, Was nun die Mittel gegen dergleichen Unfraut betrifft: ſo ſind dieſelben, bey Beo ſchreibung der einzelnen Ürten deſſelben, zum Theil wohl ſchon mit berühre worden z Rrr 3| indeſ- 2- mE lid Mä wam. SEEREISE PPYZN 510 Unfr indeſſen wird Folgendes Hier nicht an ei- nem unredy)ten Orte ſtehen, Vor allen Dingen hüte man ſich, daß der Saame vom Unfraute nicht mit dem guten Saamen ausgeſireuet werde; daher iſt der Saame, welchen man ausſäen will, zuvor von allem fremdem beygemiſchtem Saamen ſorgfältig zu reinigen. Wenn man aber den Saatſaamen noch ſo ſorgfäl» tig reinigt: ſo kann dennoch Unfraut zwi- ſchen demſelben aufwachſen, weil theils ei- niger fremder Saame unwiſſend mit ausge- ſäecz theils mit dem Dünger auf die Fel- der gebracht wird; theils aud) in der Erbe verborgen zurück geblieben iſt. Das Kei- men und Aufwachſen von dieſen, in der Ex- de verborgen liegen gebliebenen, Unkrauts- ſaamenarten kann man Dadurch verhin» dern, daß man Pflanzen, die. den Erdbo- den ganz bedecfen, z. B. Erbſen, Wicken 20,, dahin ſäe, wo man das Unkraut aus? rotfen willy; denn die Unkrautspflanzen müſſen, wegen des mangelnden Zuganges der friſchen Luft, erſtifen, ſobald die Erb- ſen ſchnell aufgewachſen ſind, und ſich über den Erdboden, dicht ſtezend, verbreitet haben. Da man aber die Felder nicht in1- mer auf dieſe oder einerley Art nußen kann: ſo nimmt man ferner zum Pflügen ſeine Zu- flucht. Dadurch wird das Unkraur im Wachſen, im Saamenſchütten, 2c, ver- hindert, Ein anderes Mittel gegen das Unfrautr - Beſteht darinn, daß man mit dem Saamen wechſele, emit welchem man ſeine Felder veſteden will. Man ſae alſo z: B. jeßt daſin Haber, wo man hätte Roggen ſäen ſollen. Da aber dieſe Saamenwechſelung nicht immer und überall Statt haben fann< ſo iſt das. Ausgäten des Unfrautes ſür ein beſſeres Mittel gehalten worden. Cs kann freylic) fein Unfrant auffommen, Unruhe oder ſich beſaamen, wern man die Un- frautspflanzen zuvor ausreißt; wenn aber dieſes Mittel auf mehrere als 1 Jahr hel? fen ſoll: ſo muß von demſelben mehrere Jahre nach einander Gebrauch gemacht werden z überdies iſi auch das Augjäten eheils zu mühſam, theils nicht hinlänglich, eheils niche allenehalben anwendbar, Es läßt ſich mehr in den Gärten, als auf den Aec>ern oder Feldern anwenden. Mergel, Kalk und Seifenſiederaſche gehören zwar auch zu den Mitteln gegen Das Unfrautz; aber man muß hiebey eben- falls ſehr behutſam verfohren, weil nicht jeder Acker dergleichen verträgt. Aus allem dieſem erhellt nun deutlich, daß es eine ſchwere Sache ſey, vas Unfraut auszuretten; zumal da noch.durch zufällige Umſiände unſere Mühe vereitelt, und das Wachschum fremder Kräuter befördert werden Fann, Außerdem hat jedes Ge- wächs ſeine eigne Beſchaffenheit; daher muß man Deſſen Eigenſchaft und Natur gehörig unterſuchen; man muß wiſſen, ob €s ein Sommer» oder gusdauerndes Ge wächs ſey? ob deſſen Saame die keimendg Kraft kurze oder lange Zeit behalte? wie lange der Saame in der Erde liege, ehe er ausfeimt? ob derſelbe Feuchtigkeit oder Trockenheit liebe? u, dgl. m, LInratl), iſt bey dem Papiermachen der allerſchledteſte Auswurf unter den dumpen, woraus Papiex gemacht werden- ſoll, Unruhe, derjenige Theil einer Ta« ſchenuhr, welcher, Statt des Penduls in einer großen Uhr, den Spindellappen die Kraft giebt, oder ſich mic denſelben vers einigt, daß dieſelben in ihrer Bewegung ſtets gleich bleiben, wodurch die jederzeit gleiche Bewegung des Minutenrades, auch über- SE m Ei nz NIE RINO NES Unterb überhaupt des ganzen Werks, bewirkt wird z'welcer ausgeſtreueten Saamen vermittelſt der Egge unter die Erde bringen. Unterflutlher, bey einem Wehr oder einer Freyarche das verdere Gerinne, oder ver Abfall des Fiuthheerdes, aus welchem das Waſſer in den Wildgraben hinab ſtürze oder fälltz im Gegenfaße des Dorfluy- rhers x der das Waſſer aus der Tiefe ans nimmt, und zu dem Fachwerfe leitet. =-- z mam 7 roa fe Unterſf gl Untergerinne, bey einem Mahlze» rinne einer unterſchlächtigen Rädermühle das Unterzerinne, worin das Waſſerrad käufe, und aus weichem das Woſſer abe länft, LUnterhefen, viejenigen Hefen, wels t werden. Hiezu dient allein das fanbholz 3 denn das. Tangelholz ſchlägt nicht weiter aus, wenn es abgehauen wore den iſt. Unterkfaufen. Wenn in der Palze- zeit die Jäger einen Auerhahn ſchießen eder pürichen wollen? ſo geben ſie genau Aehtung, wenn der Hahn anfängt zu ſchleifen 3 al8dann thun ſie ecliche-Sprüns ge, fiehen ſtill und horc Vexr, Regilexicon 1V,. Theil. Beilch 513 blauez e) gefüllte weiße Märzviole, Die Blumen aller dieſer Sorten ſind officinell, und riechen ungemein wohl, Die einfa- en und Büſchen, auch auf graſigen Hüs geln und ſonnigen Pläßen; Srengel: 4 -- 5 Z. lang, an denen die Blumen enk- ſpringen, welche blaßblau und ohne Ge- "ruh ſind 3 im April; ſie iſt auch perenni- rend, und es findet ſich eine Abart mit weißen Blumen, 6) Wunderbares Veilchen mit volikommenen und verſtümmelrten ZBlumen, V. mirabilis L. Väaterl.: Schweden, auch hin und wieder Deutſch- landz;- Blumen: kommen auf den aus der Wurzel hervortreibenden einfachen Sss Blüthe« „- R FF| «| 514 Veilch Bluthſtielen hervor, bläſſer, als bey der wohlriechenden Artz geben aber ſelten rei- fe Frucht und Saamen, 7) Zuntſcheckiges Peilchen wit länglichen zerſchnittenen Blättern, Sriefmütterchen, GSiebenfarben- blümlein, Drepfalrigkeitsblume, SreiſamEraut, Huntgerkraut, Ge- denkblümlein, Tag und t7achtbly- me, Glarböcklein, lacea oflic,, Her- ba Trinitatis, V. tricolor L. VDaterl,: Deutſchland, auf den Sandfeldern, in Heiden und andern gebauten und ungebau- ten Oertern ſehr häufig, und blühet den ganzen Sommer über, bis zum einfallenden Froſte. Die Blumen ſind zahlreich, bunt, dreyfarbig; Abänderungen: a) niedri» ge mit fleinen Blumen; d) größere, aufe rechte, mit großen Blumenz c) gelb, pur- purroth und weiß geſche>tz 4) gelb mit purpurrothen Flecken 3 e) purpurroth mit gelben oder weißen Flecken 3 t) weiß, mit gelben und. purpurrothen Flec&en z; g) ge- ruchlochſe 3; bh) wohlriechende Stiefmütter- (eh 41] eiſe vet: 00 ſnd (ve DV gen ühem; , un) 0)(oll man pte, etw „und eh ehen: (gent: atfen ) dis dern, eam ehute enge (und , und verde (ſhe lic 1713 jn Belle ße (laue ' des mdelt ae Donn VE peel (ung Verg fung iſt der Veilchenſaft, der aus friſchen Blumen verfertigt werden muß. Erkühlt, erweicht, Öffner gelinde den Leib, lindert die Rauhigkeit im Halſe, und erleichtert den Auswurf, Die Wurzel von dieſen Veilchen foll, wie Linnäus vorgiebt, ſo- wohl durch Purgiren, als Erbrechen ſtark abführen. Statt des Pulvers haben eini- ge Aerzte von 2--- 3 Quentchen einen Auf- guß mit Waſſer bereitet, und bemerkten davon gleiche Wirkung, Man hat der- gleichen Aufguß bey der Ruhr, Statt der Ipecacuanha, verordnet, und die beſte NWirkung davon geſehen; auch der Aufguß vonder, unter Nr. 5 beſchriebenen, Hunds- viole ſoll gleiche Wirkung leiſten. Die buntſchekigen Veilchen unter Nr. 7. ſind von den ältern Aerzten als ein wund» und ſchweißtreibendes Mittel, auch wider das böſe Weſen bey Kindern und bey Ausſchlägen auf der Haut gerühmt, und von neuern Aerzten von Neuem em- pfoplen, und als ein ſicheres und angeneh- mes 2axirmittel empfohlen worden. Das friſche Kraut wirkt kräftiger, als das ge- trocknete; am beſten wird ſolches in einem Aufguſſe mit warmem Waſſer verordnet; beſonders ſol] man davon ein wirkſames Mittel wider den Anſprung der Kinder ha- ben. Wurzel, Blumen und Saamen ſoll man bey dieſem Zufalle wegwerfen, und von dem friſchen Kraute ſo viel, als man zwiſchen 3 Fingern faſſen kann, in Mil< kochen, und dieſe Morgens und - Abends trinfen; auch das getrocnete Kraut kann man auf gleiche Weiſe gebrauchen. Anfangs vermehrt ſich gemeiniglich der Ausſchlag; der Urin wird ſtinkend, wie von Kaßen; allmählich aber wird der Aus» ſchlag abtro&nen, Bergißmeinnicht, blaues Verh SIS Mausöhrlein, ſcorpionsartiges Mausohr, Myolotis ſcorpioides. Vaterland: Deutſchland; Scengel: rund, dünn, äſtig, etwa x bis 14F. hoch; Blätter: rauh, haarig, lanzetſörmig, ſtumpf, an der Spike ſchwielig; Slumen: in langen, frauſen Aehren, auf den Ene den der Zweige, gewöhnlich nach einer Seite gerichtet, vornehmlich blau nach den verſchiedenen Miſchungen dieſer Far« be, bisweilen aber auch weiß, oft auch gelb geflet, im May, und oft einen gro» ßen Theil des Sommers hindurch; Sag- men: eben. Abarten: deren ſind verſchiedene, a) Rauhes Ackervergißmeinnicht, M. arvenſis L., wächſt auf trocknen Feldern überall, und hat zottige Blätter. b) Glattes Sumpfvergißmeinnicht, M. paluſlrisL., wächſt auf feuchten und ſum- pfigen Oerkern, iſt in allen Theilen mehr glatt, bat auch einen höhern Stengel und größere Blätter, und blüht im Jun. Die Blumen der erſien pflegen theils weiß, theils fleiſchfarbig; die der zweyten Abart aber größer und blau zu ſeyn. Wenn ſie im Garten gezogen werden? ſo ſind ihre Stengel oft di>> und ſtark; die Blätter breit, und ihre Blumen groß und von der ſchönſten blauen Farbe. Auf ihren natür- lichen Standorten ſind ihre Stengel ſchwach, zum Theil an der Erde liegend, die Blätter klein, und von gleichſam ab- genüßter grüner Farbe, und die Blumen Flein, auch oft von ſchlechten Farben. Im Garten ſäe man den Saamen, ſobald er reif iſt,.verdünne die Pflanzen gehörig, und halte ſie vom Unfraute rein; nachher ſäen ſie ſich ſelbſt aus. Verhauen, wenn beym Preſſen der Weintrauben der Kuchen oder das Bette, Ss538 2 d.'i, 4 Ih 20-7 UIII, 516 Verj d.|. der Aufſaß der ausgepreßten Hülſen, ſo wie die Kelter iſt, viere>ig gemacht wird, und was von den Seiten abfommt, wieder in die Mitte darauf geſeßt wird. Verjüngen, beißt bey den Mathe- matifern, Künſtlern und Handwerkern et- was von einem größern Maaß? in ein klei= neres; jedoc) in gleichem Verhältniſſe, bringen, ſo daß die kleinen Theile ſich ſo, wie die abgetragenen großen, gegeneinan= der verhalten 3; daher ein verjüngter ÜDIgaBſrab, der'zwar eben ſo viele, und nach ähnlichen Verhältniſſen abgetheilte, Theile enthält, als der gegebene größere z nur das die des verjüngten Maaßſtabes Fleiner ſind, welches denn nach der Der- junguns abgetbeilt ſeyn heißt. Dey den Tiſchlern heißt verjüngen, was au ei- nein Ende breit; am andern ſchmal ge- macht wird. Verflnuften, wird von den Dachſen geſagt, wenn ſie ſich ſo eingraben, daß man ſie nicht finden fann, Berfnoten, wenn beym Schnitt oder Verſchneiden der Weinſtöcke die Tries- be oder Enden bis auf 3= 4 Avgen über dem Sto> oder der Erde abgeſchnitten werden; ift aber eine alte Karfe Böge mit einem feinen gewachſenen Ende daran: ſ9 wird ſolche in einem Schenkel bis auf drey Augen geſchnitten; hingegen aber an den andern Enden über 3 Knoten gelaſſen. Verfohlen, das Holz in aufgeſeß- ten Meilern zu Kohlen brennen, Verfkohlen des Torfes, geſchießet ſo, wie mit den Holzkohlen, entweder in Meitern, die nicht ſo hoch, als zu" den Holzkohlen, ſind z oder in runden eiſernen Verk Oefen, die auf einem viereckigen ſtarken- Gemäuer ruhen, Ein ſolcher eiſerner Oſen hat 3 Säße, die auf einander geſeßt wer- den, wovon der oberſte immer kleiner iſt, Der oberſte und kleinſte hat oben eine Defſe nung, wodurc< der Torf hineingethan wird, und die man nach Gefallen mit ei« ner Thüre verſchließen kann. Der untere eiſerne Saß hat oben einen Roſt, worauf die Torfſtücken zu liegen kommen, und die 4 ſteinernen Grundmauern haben gleiche falls eine eiſerne Thüre, die verſchloſſen werden kann, Wenn man den Torf ver» kohlen will: ſo wird auf dem Roſte mit wenig dürrem Holze Feuer angemacht, und die Torſſtücken werden von oben ſchichtweiſe darauf gelegt. Wenn man ſieht, daß der Torf genugſames eFeuer ges fangen hat: ſo wird die untere Thüre in dem Gemäuer geſchloſien, und ſorafältig mit tehm zugeſchmiert. BZuzleich legt man den Ofen mit Torfſtücken voll; wenn man aber findet, daß der ganze Haufen bis oben an glühßet: ſo wird auch die obere Thür zugeſchloſſen und verſchmiert. Bald darauf verſchmiert man auch die übrigen Fugen und Rißen, und in 12 Stunden iſt der leichte, und in 24 Stunden der feſte Torf ſehr wohl verkohlt. Wenn man 6 -=- 8 ſolche Oefen hat, uzxd nach einer ge- wiſſen Ordnung und Abwechſelung darinn gebrannt wird: ſs kann man eine große? Menge Torfkohlen brennen. Der Torf muß vorher ſehr wohl getrocknet ſeyn, Dieſe Torfkohlen ſind, außer anderem nüße« lichem Gebrauche, ſehr dienlich zum Ei- ſenſchmelzen 3; ſie tragen ſogar etwas bey, mehr Eiſen aus den Minern zu bringen, ohne daß das Eiſen dadurch ſpröde wird. Die Art, Kohlen aus Torf zu brennen, iſt ſeit ungefähr 60 Jahren in Deutſchland er funden worden, Die Torſverkohlung in ; oſſenen En Tue I<<< m w Cn Ran Is Whats Bunge. fp a vam damn, 5 Saanen. 7 Beatt: ma Verk offenen Meilern geſchieht auf die nämliche Art, wie mit dem Holze, VBerfkornk, wird vom Roggen, Wai- zen und anderm Getraide geſagt, wenn ſel- biges völlig ausgeblühet, und Körner ge» wonnen haft. Verfkröpfen, ein Simswerk nach verſchiedenen Winkeln zuſammenſeßen, daß ſich) verſchiedene Ecken daran üver und ne- ben einander bilden. Es iſt eine der künſt- lichten Arbeiten der Tiſchler, die beſon ders an Schränfen ein ſehr gutes Anſehen machen, Berfröpfte Nägel, ſind ſolche, die bey dem Schmieden verdorben ſind, wenn ſie nämlich) in der Mitte dicker, als am Kopfe ſind, weil ſie ſich, wenn ſie auch von dem beſten Eiſen ſind, ſodann umlegenz3 aud) iſt der Nagel verkröpft, wenn er nicht auf allen 4 Flächen des Kopfs eben und genau keilarrtig iſt, Berfkropftes Geſimſe, iſt dasje- nige, wenn das Gebälke zwiſchen zwey be- nachbarten Säulen zurücktritt, oder ver« fropft iſt, als welches einem Gebäude ein ſchönes Anſehen giebt. Berfkürzen, Höbhlungen mit Kitt ausfüllen oder überziehen, Verlaatly, ein Werk, wodurch das Waſſer aufgehalten wird, bis es ſeinen Lauf fortſeßen, oder durchgelaſſen werden ſoll. Es iſt entweder eine bloße Been- gung, welche nur die Zeit ves Durchfluſ-. ſes verlängert, oder wird mit Türen, Klappen oder Schotten eingerichtet, um den Lauf eine gewiſſe Zeit ganz zu hem- men. Verlandung der Buhne, iſi mme. mennun PSD Wr 3. 250 FPD Ären Verl 517 der Anſaß des Sandes, welchen das faule Waſſer in den Buhnenwinfkel niederſinken läßt. Es dient. dieſe Verlandung den Buhnen ſelbſt zu Strebepfeilern gegen den Sroß der Stromſtriche. Verlappen, wenn man auf das Rothwild und den Wolf gewiſſe Leinen hängt, woran Lappen von Leinwand, etwa eine halbe Elle breit, und zwey bis drittes halb Ellen lang, hängen. Sie werden im Holze en die Zacken der Bäunie oder auf die Forkeln gehangen, und queer durch das. Holz gezogen, daß das Wildprer, wenn man ein Jagen macht, ſich davor ſcheuet, und nicht weiter oder durch die 8appen geht, Auf den Wolf verlappt man rund um, daß er nicht aus dem verlapp- fen Revier gehe; und alsdann ſtellt man die Neße bey den Lappen rundum zu. Auf den Haſen und Fuchs zieht man Leinen mit Gänſefedern vor das Holz, daß dieſe Thiere bey anbrechendem Tage nicht wie« der zu Holz gehen, und man den folgen= den Tag ſolche auf dem Felde zu heßen ans freſſen möge,- Berlappen, heißt bey der Schaaf zucht, mittelſt eines vor dem Hintertheile der Schaafe angebrachten Lappens verhin» dern, daß die Böcke nicht vor der Zeit ſpringen, und die Schaafe nicht zu früh lammen mögenz3 die Böcke werden aber biebey vergebens abgemattet. Berlegung, Berlegen, iſt bey dem Brunnenmacher, wenn die Pumpen- röhre von dem Brunnen entfernt iſt, und jene alsdann von dem Brunnen bis zur Pumpenröhre eine Erdröhre in die Erde legen muß, um beydes mit einander zu vereinigen, Verloren treiben, wenn man eine Sss 3 Anzahl 4| DEE 518- Verp Anzahl Mannſchaft herumſeßt, ob man noch von dannen etwas heraus ins Jagen treiben könne, Verpfählung, beſteht aus vielen langen und ſtark zugeſpißten, kiefernen, eichenen oder ellernen Pfählen, die in den Grund eines Baues zum Roſt geſchlagen werden; auch wenn man mit denſelben, nachdem ſie mit Eiſen an den Spiken ver- ſchuhet worden ſind,“ den Cingang eines Hafens zu verſperren ſucht, Verpfldcken, wenn zwey Faßdau- ben oder Bodenſtüke mit Pfioö>en oder Döbeln(ſind hölzerne Nägel) um mehrerer Haltbarkeit willen mit einander vereinigt werden. Dieſe Dobel ſte>en halb in dem einen, und halb in dem andern Bret, wor- zu auf der hohen Kante deſſelben ein Loch vorgebohrt werden muß, Verreiſern, das Schnepfengeſchnei- 'de mit Reiſern umlegen, damit die Schne- pfen keinen andern Ausgang finden, als durch die Schlingen. Verriegeln, über den Boden eines Faſſes, der Quere nach, einen Riegel, d. i. ein ſchmales Bret nageln, damit der Boden deſto feſter halten möge, Borſaß, heißt bey den Zimmerleu- ten, wenn bey einem Sparrwerke der Zapfen des Bandes nicht nur in die Stuhlſäule hineinſpringt; ſondern das Band auch nach ſeiner ganzen Dicke, etwa um einen Zoll, in einen Einſchnitt der Stuhlſäu* fen verſenft wird. Das Band ſtellt ſich in ſolchen Verſaß deſto feſter gegen die Stuhlſäulen, und hindert, daß es der Wind nicht verſchieben kann. Verſagung, Verbürſtung, beißt bey den Zimmerleuten, wenn eine Strebe, Verſ Burg u. dgl. nicht nur eingezapfe; jondern etwas auch in das Holz eingeſeßt und ver? bürſtet iſt. Man hat einfache und doppel« te, winfelrechte, unter und über ſich ge- ſeßte, übergeplattete, und doppelt über und unfer ſich verſeßte Strebenverſaßungen« Verfſcheinen, wird geſagt, wenn das Korn in trocknen, dürren Jahren auf ſandigen und ſteinigen Aeckern ſchwindet, und dünne Körner bekommt, welche gar wenig und dabey graues Mehl geben. Das Stroh davon wird ſchon um Johan nis weiß, und ſtatt deſſen, daß ſich die Aehren niederbiegen ſollten, ſtehen ſie ganz gerade in die Höhe, Wenn der Landwirth dergleichen Flece weiß, wo ſein Korn ver- ſchienen wird: ſo muß er keinen hißigen Miſt, dergleichen Pferde- und Schaaf- miſt ſind, ſondern Kuh- oder Schweine- miſt, welche kühlend ſind, hineinbringen. Verſchlagen, iſt eben die Krank- heit, deren Kennzeichen und Cur bereits unter dem Namen Rehe beſchrieben wor- den iſt; weshalb dieſer Artikel nachgeleſen werden muß. Weil es aber beſſer iſt, Krankheiten zuvorfommen, als ſie hei- len: ſo muß man ſorgfältig ſeyn, ſolche nicht zu veranlaſſen. Manche, wenn ſie in der Nothwendigkeit ſind, ihren Pferden Futter zu geben, ohne ihre Abkühlung ab- zuwarten; in. welchem Falle ihnen aber doc fein angeneßtes, ſondern nur troenes, Futter gegeben werden ſollte, miſchen ein paar Hände voll ausgeſiebter Aſche darun ter, da denn aus der Fütterung erhißkter Pferde ſo leicht kein Uebel zu beſorgen iſt z außerdem hat man noch folgendes ſehr be- währtes Mittel, das Verſchlagen der Pferde abzuwenden. Mannimmt TRoßs- ſchweſel und 2 gemeinen Salpeter, und giebt einem erhißten Pferde einen En vo =D.“ AP- EE REST GIR FEEN„BF ve 1 2 NF en hr=) 4„m zugllei zn Nokaeg: A. --»> Min Al) 22285= zuu zuu 1.2 Quat: GE hr 7 en Vel pes ) ffe iber (el wn mag ind, 'e dt geben, Joh ich die em) wirt) 1 vet kigett aufs went: 1911, anf ereits wot» deſen "M 8(le ſold ſeit ferden 19 6 abet fons ein une ißtet 1 iſt; rb 1 del Kof und öff vl ' Viehaqa voll auf Brod zu freſſen; endlich lernen ſie es auch wohl ohne Brod aus der Hand freſs» ſen. Bey ſehr erhißten Pferden kann die Doſis verſtärkt, oder nach einer kurzen Zwiſchenzeit wiederholt gegeben werden. Der Schwefel befördert und unterhält die Transſpiration 3; der Salpeter aber mäßigt die allzuheftige Circulation des Blutes, Diejenigen, die ihre Pferde beim Reiten oder Fahren erhißen müſſen, thun wohl, wenn ſie von dieſem Pulver immer etwas vorräthig haben; man kann dieſes Pulver auch mit Honig vermiſchen, und als eine Latwerge bey ſich führen, daman dem Pfer- de die Zunge hervorzieht, und von ſolcher Fkatwerge einen guten Löffel voll auſſtreicht, welches die Pferde gern zu nehmen pflegen, wenn ſie es ſchon einige Male vorher be- kommen hoben. Cs kann das Pulver auch gebraucht werden, wenn ein Pferd aus andern Urſachen, als von übertriebenem Jagen, an innerlicher Hiße krank iſt, Man erfennt ſolen kann; auch verliert er zugleich viel Zeit, wenn nicht bald Rath geſchafft wird; nicht weniger Fann durch Aufenthalt an Zeit eine oder die andre Viebkrankheit ſic) verſchlimmern und tödlich werden, Man findet in Abils gaards Pferde- und Wieharzte ein Vers zeichniß der allgemeinſten Vieharzneymit- tel, welche ich und andere mir bekannte tandwirthe längſtens bewährt gefunden ha- ben, nebſt einigen andern, die ich gleich- falls brauchbar gefunden habe, und die ich allhier zu einer ſo zu nennenden Viehe« hausapocheke aufführen will.; 1) Geifenbranntiwein, wird von 4 koth grüner Seife in 2 Pfund ſtarkem Dranntwein aufgelöſt bereitet. Dieſes Mittel iſt gut, Werſtauchungen und Ge- ſchwülſte, die man vertheilen will, damit zu waſchen oder zu baden. Man kann ihn durch einen Zuſaß von 100 Tropfen Terpentinöl verſtärken, und dann dient exry Gallen, Stollſchwamm, Piphacken und andere dergleichen Geſchwülſte zu vertreis ben, wenn ſie nicht zu alt ſind. Will man ihn zum Vertheilen ſchmerzhafter und heißer Geſchwülſte gebrauchen 3 ſo miſcht man, ſiatt des Terpentinöls, x Loth Cam- pfer dazu, Grüne Seife findet man bier zu Lande nur in großen Städtenz wenn man aber ſolche nicht erlangen kann; ſo muß man ſic) mit gemeiner Hausſeife bes gnügen« Die grüne Seife thut mehr zum baldigen Wertreiben obbemerker Schäden. 2) Ditgeſtivjalbe, wird aus 1 Pfund Terpentin und 2 Loth Terpentinöl, mit 6 Eyerdottern wohl umgerührt, verfertigt, daß es eine egale Salbe wird, Hiemit werden alle Geſchwüre, die weich find, und viel eitern, behandelt; imgleichen ake Geſchwür ra Lies emm wennde eim eu 4 I 520 Viehqa Geſchwüre, welche in der Nähe von Kno- nen; imgleichen in allen den Schäden, ws das herausgewac- ſene Fleiſch allzulos und ſnend und widerſteht der Fäulniß, 5) Sertheilender Spiritus, beſteht aus 3 kot) Salmiak und 4 Lot-Pottaſche, jeves für ſich zu Pulver geſtoßen, alsdann in 2 Pfund Branntwein, nebſt 2 Löffel voll Terpentinöl gemiſcht, 24 Stunden gut zugemacht ſtehen laſſen; dient zur Verthei- jung der Steifigkeit na) dem Verſchlagen, bey Waſſerſpat und Flußgalle, Geſchwulſten am Wiederriſt vom Satteldyücken, u.ſ,w. 6) Dleywaſſer. Man nehme 2 Quentnend, kühlend und widerſtehe der Fäulniß, 7) Kühlendes Auggenwaſßer, iſtein halb 2oth weißer Vitrol in 2 Pfund rein Waſſer aufgelöſt. Nachdem man im An- fange zuvor mit einer Feder aus einem Taubenflügel reines Baumöl zur Vertrei« bung eines Augenfells oder Anſaßes zum Blindwerden in die Augen geſtrichen, und ſolches nicht geholfen hat: wird erſt mit dem Augenwaſſer ſo verfahren, daß ſolches ei nen Tag um den andern mit dem Baumöle abgewechſelt werde, weil der Vitriol ſonſt zu ſehr äßend iſt, und das Baumöl die Schärfe des Vitriols wieder lindert. 8) Hornſalbe, beſteht aus Baumöl, gelbem Wachs, Schweinsfett, Terpentin und Honig« Del, Wachs und Fett wera den bey gelindem Kohlenfeuer znſammenge« ſchmolzen, und hierauf Terpentin und Ho- nig dazu gemiſcht, und ſo lange gerührt, bis die Saibe falt geworden iſt, Dieſe Salbe dient, Steifheit in den Gelenken zu vertheilen, den Bug und die Köthen und andere Theile zu ſchmieren, wenn ſie verrenkt oder verſireckt worden ſind, 9) Campherſpiritus, kann im Hauſe gemacht werden, wenn Campher in ſehr ſtarkem Branntwein oder Vorſprung aufe gelöſt wird, und wird zuerſt bey Geſchwüle- ſten und Verrenkungen gebraucht, wenn ſolche noch neuſind 3; wenn aber dieſer Spi- ritus nicht hilft: ſo wird mit ſchärfern Sa- hen, nämlich mit.dem, unter Nr, 1x aufgeführten, Mittel verfahren. 10) TCroctnendes Waſſer, wird aus 2 2otl) blauen VWitriols in 2 Pfund reinen Waſſers aufgelöſt; es iſt dienlich, ſcharfe Geſchwüre zu waſchen, die ſich ausbreitenz imgleichen ſtinkende, ſchwammige Ge« ſchwüre, wobey wild Fleiſch vorhanden iſtz dient auc die fließende Pindhoſe, oder Straub, OSCAR GEZ IE oE ESS IE EINC 1, 0) ID hes di: um N(ouf ol die mo, wen (wet nengfs dH nühh, Dieſe fen vhm uy ſe Hauf n ſeht aufe vile wen Spi Ew GH „dau reinen char? elfe Ob mii ;(es „ab; Vieha Straub, Maufe u. dgl. zu heilen. Wild Fleiſch pflegt auch bald zu vergehen, wenn geſtoßener blauer Vitrio!l eingeſtreut wird, Cben dieſes Witriolpulver iſt auch dienlich auf den faulen Strahl zu ſtreuen, und ſo- dann mit Terpentinöl zu ſchmieren, 11) Spaniſcher FSlietenſpiritus, Man gießt auf 4 Loth Spaniſch Flicgenpul- ver 2 Pfund Branntwein, und läßt es 3 Tage ſtehen. Dieſer Sviritus dient, den Bug, wenn er vom Verſchlagen oder von der Rehe ſteif iſt, zu baden oder zu waſchen, wenn N, 9 nicht hinlänglich iſt; eben diejer Spiritus zertheilt auch Kno» ern oder Cicheln wachſen, trocknet und pulveriſirt ſie. Davon nimmt man für 1 Stück Vieh auf einmal 1 Fingerhut voll, und 1 Fin- gerhut voll Aſche, thut beydes in ein hal- bes Quart oder Maaß recht ſauren Brannt= weineſſigs(in Ermangelung deſſen kann man auch wohl andern ſauern Cſſig von Bier, oder noch lieber Weineſſig nehmen), giebts dem Vieh, und wiederholt es täg- lich drey Malt, bis es ſich beſſert. Braucht man dies Mittel, ſo bald der Urin beginnt mißfarbig oder röthlich zu werden: ſo iſt die Cur in 2 Tagen geſchehen; nimmt aber das Rothe die Ueberhand: ſo erfordert es Vießa mehr Zeitz“bey der Cur aber giebt man dem Viehe kein anderes als trocknes Fut- ter, und wenig zu ſaufen, Cin anderes, jederzeit bewährt gefun- denes, Mittel ijk auch dieſes. Man nimmt 3 Quart Flußwaſſer, vermengt es mit 3 Quart Bärme oder Bierhefen, ſchüttet dazu 5 Meße RKoggenmehl, rührt alles gut unter einander, thut hernach ein Stück Alaun,„einer Bauninuß groß, geſtoßen darzu, rührt es wieder, und giebt nach 6 =-8 Ctunden die Hälfte davon dem Vie: he ein. Von der Zeit an, da man dieſe erſte Hälfte eingegeben hat, ſol! das Vieh nichts Naſſes, nur lauter tro>enes Futter, befommen; nach Verhältniß dieſer Zeit wird ihm nur mäßig zu ſaufen gegeben, Wird dies Mittel gleich in den erſten Ta« gen der Kranfyeit gegeben: ſo ſchlägt es nicht fehl. Obige Quantirär iſt für Pier- de, Ochſen und Kühe ohne Unterſchied; jungem Biehe aber wird, nach Proportion des Alters, weniger-gegeben. Fluch pul- veriſirte Tormentilwurzel, in etwas Schrot« gefränfe eingegeben, heilt jehr bald das DBlutharnen. 19) Rotten, tteröſteter, dient wi- der den Durchfall, welchen die Pferde oft nach einem ſehr heißen Sommer im Herbſte bekommen, und welcher lange anhaltend, ab- mattend und gefährlich wird... Nicht gleich im Anfange, ſondern erſt nach einigen Ta- gen, giebt man ſolchen, den man in einepx eiſernen Pfanne röſtet, und unter gleich« viel nicht geröſteten Haber thut. Selten braucht man es zweymal zu geben, ſo iſt der Durchfall vorbey, VWVielmals betom- men die ſäugenden ohlen einen ſo ſtarken äßenden Durchfall, daß davon die Haare um den Hintern weggebeizt werden. Vom geröſteren Roggen wird ein Fingerhut voll zu Pulver geſtoßen oder gerieben, das Pul- ver man Fut 7 Unte mt « 3 Wet (ies Zit ofen 10c 6 1 Vit 1 dieſs Vieh utter, Zelt em, 1 Cu qt Piet (hied; ron pul (rol ) des Wi de oft erbſe , chr ged 124 jn che elten (iſt fom? rfen aar 100 vol Puls ver eum. ammer rhea SEE Vieha ver mit Honig zu einer Latwerge oder di- >em Syrup gemacht, den Fohlen die Zun- ge hervorgezogen, und ſolcher der Syrup aufgeſtrichen 3; falls es ſich nicht beſſert: ſo wird einige Tage nachher das Verfahren wiederholt. Mir Kälbern wird bey glei- jem Zufalle eben ſo verfahren. Lämmer bekommen von jekt gedachter Portion den Ss Theil. 20) EſſigtranF. Dieſer wird wider die Bräune oder Kehlſucht der Schweine gebraucht. Nachdem dem Schweine un- ter der Zunge zur Ader gelaſſen worden iſt: wird das Maul mit Salz und Waizen- mebl gerieven, Sierauf nimmt man eine Hand voll Goldwurz geſtampft, eben ſo viel Salz und 2 Lotl) geſchabtes Hirſchhorn, und kocht alles zuſammen in Eſſig. Man giebt ein Wiertelquart auf eininal, und ſchmiert die Geſchwulſt mit Branntwein, worinn Seife aufgelöſet worden. 21) Gifreſſitt, ſo nennt man einen Eſſigtranf, welcher dem Weideviehe ge- geben wird, wenn ſolches unter dem Gras- ſe giftige Kräuter, z. E. Zeitloſen, Nieſe- wurz, Wolfs- oder Tollkirſchen, Schier- ling und dergl,, mit geſreſſen hat; als wovon es bald in den Waichen zu ſchwel- len pflegt. Man kocht Tabak und Eſſig mit Honig vermengt, und giebt davon gro» 1 Thieren, ſobald als möglich, ein hal- bes Maaß, Kommt man aber zu ſpöt darzu: ſo wird der Tabak weggelaſſen. Die Gefahr iſt weit geringer auf VWiehtrif- ten, wo ſich giftige oder verdächtige Kräuu- ter finden, wenn man auf ſolchen viel Sauerampfer anbauet, oder ſolchen beſon- ders irgendwo cultivirt, und das Vieh davon oſt, beſonders aber wenn man ver- muthet, daß es giftige Kräuter gefreſſen haben könne, freſſen läßt» Hiernächſt ko- lending: ddl ED emm==-+ ALLES ZIELS Ap iT ndnd di NESS SSS NNN== rr 1009 Viehh 523 en ſchmieren, oder daraus große Pillen oder Welgern machen, und ſolche dem Pferde in den Hals ſtecken kann. Hier» nächſt darf es durchaus nicht an einer Kly- ſtierſpriße fehlen, weil man damit ſo gro- ße Dinge, und das Meiſte bey Verſto- pfungen, Koliken, Würmern u,ſ, w. aus- richten muß. Wie aber damit zu verfah- ren ſey, muß unter dem Art. Rlyſtier nachgeleſen werden. Biehbrehme, Bremſe, Rof- mücke. Dieſe iſt von den im zweyten Tt 2 Bande 4 q 245 /% 2. TE IET 5„E) 5 7 524 Viehh Bande( S. 235) angeführten ganz unfer- ſchieden, und kommt in Anſehung der äußerlichen Geſtalt mit den großen Stu- benfliegen ziemlich überein; nur hat ſie an- dere Fühlhörner und einen andern Rüſſel, welcher ſo beſchaffen iſt, daß ſie damit die Haut der Thiere, von deren Säften ſie lebet, damit durchbohren kann, Die mei- ſten Viehbrehmen haben eine bräunliche Farbe und ſtark geaderte, durchſichtige, gelbliche Flügel, die bisweilen ſehr artig gefleckt ſind, Sie legen ihre. Eyer nicht, wie die oben angeführten Bremſen, auf die Haut der Thiere3 ſondern in das Gras und in die Erde, Die Larven ſind weiß- gelbliche Maden, welche einen ſpitigen Kopf haben, und meiſtentheils bis zur Hälfre in der Erde ſtecken« Die bekann- teſte dieſer Viehbremen wird gemeiniglich Pferdefliege und Ochſenbrehme ge- nannt, weil ſie vornehmlich die Pferde und das Rindvieh zu quälen pflegt.- Sie hat einen graubraunen Oberleib, einen gelblichen Unterleib und grüne Augen; der Hinterkörper iſt oberwärts mit einer Reihe weißer Flecken beſeßt. Biehhof, der graume Plaß vor den Viehſtällen, welcher auf großen Vorwer- ken oder Höfen großer Landgüter gemeinig- lich mit einem Geländer eingefaßt iſt, da- nit das Vieh dariun umher gehen, aber nicht herausfommen könne« Vielmals hat man darinn Raufen, worinn dem Viehe Rauchſutter vorgelegt wird, um folches in der freyen Luſt zu verzehren. Dieſes Rauchfutter kann von der gering- ſten Art ſeyn, da ſolen ſind, auch feinen weißen Ring haben, und etwas vor den! Kopfe hervorſtehen. Kleine im Kopf liegende, ſcung nicht anders, als durch Berüörung der ausgeſioſſenen Ma- terie, z. E. wenn ein Pferd den Ausfluß vont der Krippe oder den; Goſchirre ablecktz oder wenn es aus einem Eimer trinkt, Uuu 2 wor- 4/5 530 Biehk woraus ein roßiges Pferd getrunken hat; oder wenn es Heu und Futter frißt, das ſchon vor einem roßigen Pferde gelegen hat, u. ſw. Zuweilen kann ein geſundes Pferd einem roßigen zur Seite ſtehen, und mit demſelben aus einem Eimer trinken, ohne angeſte>t zu werden 3; aber zuweilen pflanzt ſich auch die Anſteckung ſchr leicht und geſchwind auf ein geſundes Pferd fort, und ein einziges roßiges Pferd kann einen ganzen Stall voll geſunder Pferde, oder, wenn es ein Weidepſerd iſt, die ganze Heerde anſtecken 3 es iſt daher von der äu- ßerſten Wichtigkeit, dieſe Krankheit von andern, mit denen fie eine Aehnlichkeit zu haben ſcheint, unterſcheiden zu können. Außer den angeführten Zufällen des Fluſ- ſes, der Röthe und Geſchwüre der Naſen- oder inwendigen Rokßhaut, der harten und und unſchmerzhaften Drüſen- oder Kropf- geſchwulſien an der inner» Seite des Kinn- bacens, erfennt man ſie noch gewiſſer dar- an, daß das Pferd übrigens geſund ſcheint, wie gewöhnlich frißt und ſäuft, keinen Hu- ſien hat und ſeine Krankheit nicht eher ver» liert, als bis es lange, ja cft ein ganzes Jahr frank geweſen iſt. Alsdann be- merft man, daß es mager, der Athem be- ſchwerlich, und oft engbrüſtig wird, Oeff- net man ein roßiges Pferd: ſo findet man Eiter in den Höblen des Stirn- und Kinn- baens, die Rogßhaut der Naſe iſt mit Ei- ter belegt, und an einigen Stellen findet man hohle und bleiche Geſchwüre. Die Erfahrung lehrt, daß Pferde, denen geſun- des Futter feplr, die hungern und allzuſtark arbeiten müſſen, unrein gehalten werden und verdorbenes unreines Waſſer trinken, die- ſer Krankheit am meiſten ausgeſokt ſind. Hat ein Pferd den ſogenannten Spring- wurm, und wirft ſich dieſe Krankheit auf die innern Theile der Naſe: ſo kann fie Viehk leicht zu einem unheilbaren Roß ausarten z auch aus einer gewiſſen Art des Kropfes kann der Roß entſtehen, wenn nämlich bey ausgewachſenen oder alten Pferden der Kropf ſo geſchwind zum Vorſchein fommt, daß das Pferd oft früh aus dem Stalle geht, und, wenn es erhißt worden iſt, Abends einen heftigen Kropf mit Ausfluß aus der Naſe, ſchwerem Athemholen, und einem feſt am Kinnbacken ſißenden Kropf- knoten mit nac) Hauſe bringt. Dieſes iſt ein bösartiger Kropf, und rührt entweder von einem vorher nicht gründlich curirten, ſondern zurücgetriebenen, bögartigen Kro- pfe, oder von einem Verfangen, her. Er iſt nicht leicht gründlich zu curiren, und na) Beſchaffenheit der Natur und des Alters des Pferdes muß ſolches entweder in längerer oder fürzerer Zeit crepiren; oder er artet in den förmlichen Roß aus, Ein junges Pferd, welches entweder von der noch nie ausgeworfenen Unreinigkeit den Kropf bekommt, oder von einem andern Pferde damit angeſteckt wird, ſieht im Gegenſaß des roßigen oder alten, mit der Drüſe befallenen, Pferdes traurig, frißt wenig oder gar nichts, huſtet oft, wobey ihm die Drüſen an den Kinnbacken ſtark aufſchwellen, ſich wohl gar verhärten; können aber bey guter Abwartung eben ſo leicht, als gründlich, geheilt werden, wie unter dem Artikel Kropf gelehrt wor- den iſt.: Die allgemeine Meinung, vaß der Roß weniger gefährlich ſey, wenn der Roßkno« ten frey und beweglich iſt, iſt ganz unge- gründet. Der Rokkanoten, der heute feſt am Kinnbacken ſit, kann morgen vielleicht ſchon los ſeyn, uud umgefebrt. Der Na- me CScteinfropf, den man zuweilen dem Rote giebt, um nicht dieſen häßlichen Namen zu nennen, bezeichnet keine be» ſond e- Zart) » vopfes < bey 1 der vmmt, Galle den", Aufg en, vd | Kropf dieſes it entweder Cyrirten, gen Fit je, 0, und u des Ontweder ren Obe 18, Ein ' von der gfeit den 1 andern ſieht im „mid 1, Müh je, webe) den füt erhärten; ) eben|) den, wit pr wor der Roß Rott nz unge veut vielleicht Dt No en vem aflichen eine bi ſonde Biehk ſondere Krankheit, ſondern iſt einerley mit dem Roße, Der Kropf oder die Drüſe iſt eine Krankheit, welche ſich meiſtens bey jun- gen Pferden zuerſt einfindet. Die Kenn- zeichen jind außerdem, was kurz zuvor da- von geſagt worden, und auch noch beſon- ders unter dem Artikel Kropf angeführt worden iſt; roeshalb hievon nichts weiter zu ſagen iſt. Wenn wir nun auf die Vorder- und Hinterfüße kommen: ſo werden wir an ſelbigen nicht wenig. Fehler zu bemerken baben. An den Vorderfüßen findem ſich zwiſchen dem Knie und Kötengelenke Oberbeine, welche bey vielen Pferden an der ine und auswendigen Seite der Hauptröhre zu finden ſind, wovon manche Pferde nicht nur lahm gehen, wenn ſie eine Zeitlang gegangen ſind; ſondern es zeigt ſich auch an dem Fuße, wo ſie Ober- beine haben, Mangel an Kräften. An dem Knie, und von da an bis nicht weit über das Kötengelenke finden ſich Zluß- gallen, welche die Pferde oft am Gehen hindern. Won der Warze hinten am Kö- tengelenfe bis in den Huf iſt nicht weit, und gleichwohl ſind bisweilen in dieſem fleinen Raume zwey Fehler fühlbar, die wichtige Folgen haben können. Man fin- det nämlic) unten in der Köte, nicht weit über dem Hufe, ein kleines hartes F1n0r- peichen, etwa in der Größe einer großen Erbſe, welches man mit den Augen nicht gewahr wird, wenn man es nicht fühlet, In dieſem Knörpelchen liegt der Grund zum Strelzfuße. Der zweyte Fehler die» ſer kieinen Gegend iſt unter dem Namen Schaalfuß bekannt; es beſteht derſelbe aus einem ganz breiten Oberbeine, wel- des wohl anderthalb bis zwey Zoll breit, aber nicht dik iſt, und. wie ein ſtarker Knorpel queeryber das Vordertheil des BViehk 53 Fußes, über dem Hufe von der Crone anm nach dem Köterngelenke zu, liegt, als ob es die Schaale über dem Fuße ausmachte, woher es auch den Namen führt. An den Hinterfüßen findet man den Spath z diee ſer iſt zweyerley, der ſogenannte Sab- nen, oder dürre Sparb, Erſterer.zeigk ſich durch wirfliche Lähmung des Pfer- des, und durch einen fühlbaren, und, wenn er reif iſt, auch ſichtbaren Spathkno- chen am hintern Kniegelenke des Pferdes, Dieſer zeigt ſich bey dem Hahnenſpathe nicht; das Pferd hinkt ouch nicht, ſondern , zieht nur das Bein, beſonders im geſchwin- den Gange, in die Höhe. JInwendig, un- ter dem Gelenfe des Knies, iſt bey mans- hen Pferden eine Galle, welche tie Spatrhbgalle heißt; wenn dieſe zu einem Knorpel wird? ſo entſteht der dürrez wird ſie aber zu einem Knochen: ſo entſteht der fette Spath. Ueber dem Kniege- lenke zwiſchen den Hauptflechſen ſißt auc) 'bey manchen Pferden die Flußgalle, die jedoch bisweilen klein, wie eine Haſelnuß, aber auch wohl in der Größe eines Huhe- nereyes iſt; dieſe gebt durch, ſo daß man ſiean beyden Seiten des Beins fühlen kann, Manche Pferde haben den Piepbaten, Dieſes iſt eine Feuchtigkeit, die in Form eines kleinen Kneidels ſich an dem äußer- ſten Theile des Knies anſckt, und ſid) end- lich nach Art der erwähnten durchgehenden Flußgolle verhärtet. Der ſogenannte Leiſten iſt anfänglich ein Knorpel, der ſich in der Folge zu einem Knochen ver- härter, und hinten an dem äußern Theile des Pferdeſußes, nicht ſebr weit unter dem Knie, ſich an den Kyochen anlegt, die Geſtalt einer daran befeſtigten Leiſte bat, auch dem Kenner leicht in die Augen fällt, Auch finden ſich, wie an den Vorderfüßen, ſo auch an den Hinterfüßen, Flußgallen über dem Kötengelenke- Bisweilen iſt Uuu 3 ein Zad woda MEIRINGEN SSE name ni ZME-- EEE SIT R. TE SSE“ ZIERER 7 GEE. SU elt 7 2027 Vet den, eten enn mit Wen Un | dy (u) nd ſh 1(ohm nſt im ſ, d nict ) vor e bios eZ Nang werdn n ſind he, Ihr Wort, erb, eden unh Imlauf y bn deri welds frechen vel fe met (nw erurſas uf dit ſt! an gewe oc) den rd ein gan ſ! ſo Welt 6 Viehk Biehk 533 es faſt unvermeidlich, daß ſie beyden zu- daß man ihnen die Foſſelader geſchlagen nahe fommen, und eine Schwäche im F123e verurſachen müſſen. Dieſe Oberbeine betommen die Fohlen gemeiniglich durch Anſtoßen oder Schläge in ihrer Jugend, So lange alſo Pferde an Oberbeinen nicht lahm gehen: ſo lange kann mon ſie als Zugpferde bey der Ackerarbeit, die kein ſchnelles Laufen erfordert, gebrauchen; welches aber freylich bey ſchnell laufenden Reit- und Kutſchpferden nicht der Fall feyn fann, Cs finden ſich bey vielen Pferden, wie oben erwähnt worden iſt, ZSlußgallen, theils an dem Knie, theils nicht weit über dem Kotengelenfe. Dieſe ſind mit einer gel- ben, wäſſerigen Feuchtigkeit angefüllt, Manche glauben ſie damit zu heilen, daß fie dem Pferde unter vielen Schmerzen die Blaſe ſchneiden, und es damit untüchtig madyen, im Waſſer fortzufommmen und "zu ſchwimmen. Cs iſt alſo ſowohl alles Schneiden, als Brennen und Wegbeizen dieſer Flußgallen, weil alles Schandflecken macht, zu widerrathen; nur iſt noc) die- ſer Blaſe hier mit Wenigem zu gedenken. Dieſe ſißt unter der Warze über der Kötez die Warze über der Köte wird bey der Operation glatt weggeſchnitten, und zwar bis auf das Fletſch 3; ſodann wird ein Schnitt 3 Zoll in die Länge gemacht; wonach man dieſe Blaſe in Geſtalt einer keinen Fiſch» blaſe, an der;Flechſe angewachſen, und mit Waſſer angefüllt erblicken wird, Die- ſelbe wird rein abgelöſt, und ganz zart ausgeſchnittetn, In Anſehung des oben erwähnten Knör- pelchens, in der Größe einer Erbſe, das zuweilen in der Köte über dem Hufe fühl- bar, aber nicht ſichtbar iſt, hat man noch zu bemerken, daß die damit behafteten Pferde dadurch ſind verwahrloſet worden, = m eitiäiätineten AZ-ÄMZGEZ IZR RE rann rr 7 20 hat. Sie werden leicht lahm, wenn ſie es nicht ſchon heimlich ſind, und bekom- men gemeiniglich Stelzfüße. Die bekannten Stollbeulen entſtehen oft in einer Nacht, wenn ein Pferd ins diegen denjenigen Theil des Dickbeines,- wo es mit den Stollen am Eiſen anliegt, erhißt, und auch gewiſſer Maaßen entzün«- det hat. Man kann ſie leicht heilen, wenn man ſie am andern Morgen weit aufſchnei- det, und das gelbe, ſich daxinn geſammlete, Waſſer herausläßtz; ſodann aber dieſelben mit Eſſig und Salz wohl auswäſcht und reinige, damit kein Schwamm entſtehe, und Anlaß zu einer neuen Stollbenle gebe. Alt gewordene Stollbeulen aber wird man am beſten heilen, wenn man ſie gerade wegſchneidet, und die dadurch entſtanden? Wunde mit den bekannten äußerlichen Wundmitteln heilt, weil ſonſt immer ein Schwamm zurückbleibt, der den Grund zu einem ſolchen Sctollſchwamme legt, wel» ner Spath, oder die Geſchwulſt, die fich an der innery Seite des hintern Kniegelenkes gleich un» ter demſelben, auf dem obern Theile des Schienbeins, anſeßt, iſt gewöhnlich län- lich und querliegend über dem Beine; auch deſto ſchlimmer: je näher ſie dem Gelenfe ig FEE Dos REET ne, ar Aiki Reinen dr m dunne s /* SCEE SENN 424. fr€, 534 Viehk iſt, weil fie alsdann die freye Bewegung derſelben hindert. Sikt ſie einigermaaßen niedrig: ſohinkt das Pferd nicht; welches auch alsdann nicht geſchiehet, wenn es dieſe Geſchwulſt an beyden Beinen hat, weil es in diejem Falle auf beyden Beinen gleich ſteif iſt, daher man das Hinken nicht be- merkt. Denn daß das Pferd nicht zu hin- fen ſcheint, kommt daher, weil es nicht beyde Beine gleich) geſchwind biegt und bewegt. Das Pferd hinkt nicht auf dem Beine, welches es geſchwind bewegt; ſon- dern auf dem andern. Da aber beſonders Verrenkungen und zu ſtarke Anſtrengun- gen des Kniegelenks zum Beinſpath gern Anlaß geben: ſo werden daher beſönders die Pferde, welche feine Knochen und dünne oder kleine Kniegelenke haben, dem Spath unterworfen ſeyn z auch dieſes um ſomehr, wenn ihr Körper groß und ſchwer iſt; oder ſie nicht gerade auf ihren Hinterbeinen ſte- Hen; kleine Pferde leiden daher ſeltner am Spath. Das Ueberbein kann geheilt werden, wenn man es zeitig genug bemerkt, und zwar durch ſtarkes Reiben mit einem ſtark geglätteten Stücke Holz oder mit rundem Scoc>k, ſo daß dadurch Hiße und Schmerz erregt werden; oder durch Einreibung des zertheilenden Spiritus N. 5. Wenn aber dieſer nicht hilft: ſo wende man den Spani- ſchen Nr. ro. an, Der Knochenſpath läßt ſich nicht leicht zerthei- fen. Man kann ihn bey Pferden, die Au- lage dazu zu haben ſcheinen, leicht verhü- fen,-wenn man das Kniegelenk, ſo lange ſie noch Füllen oder noch nicht ganz ausge- . wachſen ſind, täglich mit Branntwein bs» herz; da aber dieſes nicht füglich geſchehen fann, wenn das Füllen von der Weide nicht nach Hauſe kommt: ſo kann dieſer Rach von feinem großen Nuten ſeyn; das Viehk ſicherſte iſt daher, ſie nicht zu ſtark anzu ſtrengen durch Arbeiten ,. ſo lange ſie noch nicht vollkommen ausgewachſen ſind. Die weiche Geſchwulſt vorn und inwen- dig am Kniegelenfe, und zwar an dem Orte der Hinterbeine, der gemeiniglicd) die Spath- fammer genannt wird, führt bey den mei- ſten Pferdeärzten den Namen Waſſer- ſpacbz; ſonſt. auch weicher Spath. Es iſt eigentlich eine Anſammlung von Waſſer im Gelenke, welche die Gelenk« hauf, und daher auch die äußere Haut aus» dehnt; läuft aber die Ader über dieſelbe Stelle: ſo kann man ſie deſto leichter von einer andern Art, den man Blurbſparb nennt, unferſcheiden. Dieſer Zufall kann anfangs durc) Baden mit kaltem Waſſer, und, wenn ſolches nicht zureicht, mit dem Del N.8., oder mit dem Spaniſchen Flie- genſpiritus N. 10,, gehoben werden; iſt es aber der nur gedachte Zluchſparh, welcher ſich inwendig an das hinterſte Knie- gelenfe anſeßt, der in der Erſchlaffung der daſelbſt laufenden Ader, welche dem An» drang des Blutes nicht widerſtehen kann, und dahereine große Geſchwulſt verurſacht, daß das Pferd den Fuß ſteif führen muß: ſo reibt man gleich nach dem Entſtehen die- ſes Spatrhs die Stelle oder Ader mit Ey- weiß, zu welchem man etwas Alaune miſcht, Zu dem Weißen von 5 Eyern nimmt man 2 2oth geſtoßenen Alaun, Dieſer Spath fommt nicht ſo häufig vor, als der vorher- gehende. Sreintalle nennt man denjenigen Zu- fall, wenn ſich Blut unter der Fußſohle ergoſſen hat, wooon das Pferd große Schmerzen hat, und hinken muß, Die- ſes crgoſſene Blut verurſacht Hiße und Enk- zundung des Fußes 3 auch erfolgt Eiterung, wodurd) oft der Knochen angegriffen und der Fuß verloren geht, wenn nicht in Zeiten eine | ſiurf ONI "ge ſie noh] 1 ind, VUN Ihivehe Cn Um Dets (OV Ehuihe bey denn en Weſt er Spat), mung ven e die Oeleyf bere Haut ais - Über Diefelle [0 leichter von Slythſpath er Aſal fannt altem Veſt, icht, mit dent niſchen Flie en werben; if Blythſpath, hinterſte Finies rſcloffung der (he dem Iv derſtehen fan) vuſſ verurſacht eif führen muß; Entſtehen dit x Ader mit Ep 15 Maun? miſt pen nm n0 Dieſer Spit) gls der vorher denjenigen Zu x der Fußſeh! >. Viehk eine Deffnung gemacht, und das geſanm- lete Waſſer oder Eiter zum ſfreyen Ausfluß gebracht wird. Judem man dem Pferde das ganze Horn behalten läßt, und es nicht ſo dünn auswirft, daß es ſich an jedem ſpißen Steine ſtoßen könne, und je weni- ger das Hufeiſen unter dem Hufe klemmt: deſto leichter entgeht man der Steingalle, Um dieſen Schaden zu heben, welcher durch Verſäumniß weiter um ſich greifen, und den ganzen Fuß ſo verderben könnte, bis zuleßt der ganze Huf abfallen müßte: muß man den Fuß ganz dünn auswirken, um ganz deutlich die rothe und vereiterte Stelle zu Geſichte zu bekommen, Jſtes nur nod) ein rother Fleck: ſo vertheilt ſich gemeinig» lich das geronnene Geblüt durch Baden oder Waſchen der verdünnten Sohle mit Terpentiuolz; iſt aber der Fleck ſchon in Vereiterung. übergegangen: ſo muß man demſelben durch eine runde Oeffnung der Sohle bis in das Fleiſch Luft ſchaffen, Die Oeffnung muß größer ſeyn, als der' "Schaden, damit die Materie ſich nicht ſa- den, ſondern frey abfließen könne. In dieſe Deffnung legt man etwas in Terpen« tinö! getauchten Flachs, hierüber noch et» was Flachs, und hierauf einen dünnen Span, welchen man zwiſchen dem Huſfei- ſen und der Sohle befeſtigt, damit der Hineingelegte Flachs nicht abfallen könne, Dieſen Verband erneuert man täglich, bis man feine Eiterung mehr verſpürt, und der Schaden anfängt zu heilen und Horn zu ſeßen. Alsdann verbindet man es mit der Salbe von Grünſpan mit Honig, wie Jir. 4. vorgeſchrieben worden iſtz oder, wenn es zu ſehr hervorſchießen ſollte,“ mit Spangrün allein, Sußjchäden von eingetretenen Nä- geln, oder von Vernagelung, behandelt mai eben ſo, wie die Steingallen, Man Vet, Regllexicon 1V, Theil. Viehk 535 verdünnt die Sohle, macht eine Deffnung von der Größe des Schadens, und verbin- det ſelbigen mic Terpentinöl eben ſo, wie die Steingalle- Das Vortehmſte zur Bejörderung des Heilwerdens iſt, daß man, der Materie freyen Abfluß verſchaffe; bat aber der Nagel die Sehne berühre: ſo wird die Behandlung für denjenigen ſchwer, der den innern Bau des Fußes nicht recht fennt, und nicht weiß, wie und wie tief man ſchneiden kann, um die dienlichſten Mictel au den verlebten Ort zu bringen, Ciner Hornklufr begegnet man alſo, Man ſchneidet etwas von dem Hufringe unter der Spalte weg, ſo daß das Horn oder die Spalte den Schuh nicht berührt, Hiedurch verhindert man, daß das ge- ſpaltene Horn bey dem Gange des Pferdes nicht bewegt werde, und alſo feinen Schmerz, Hikße und Entzündung im Ge« ſchwüre verurſachen könne. Hiernächſt muß man das Horn an beyden Seiten der Spalte ganz dünn an jeder Sice eines Fingers breit wegſchneiden, ſo daß es, nach der Spalte zu; ſcharf, wie die Schneide eines Meſſers, zugehtz alsdann beſchmiert man die Spalte täglich mit ek« was dickem Terpentin, bis ſie heilt. Cronſchaden oder Verwundungen . der Crone oberhalb des Hufes bekommt das Pferd meiſtens davon, daß es ſich ſelbſt tritt, oder von andern getreten wird, Sie ſind, wie alle gequetſchte Schäden, ſchwer zu heilen, weil die gequetſchten Theile todt und unwirkſam ſindz auch an der verwundeten Stelle wie eine Borke den Schaden bedefen, und den Abfluß der ſich darunter anſammlenden Materie verhindern 3 welche ſich dahor bis in den Huf einfrißt. Dieſes Abgeſtorbene muß man wegſchaffen 3 es muß nämlich wegei= Ars j tern, R; 536 Viehk tern, ehe das Geſchwür zuheilen fann, und das Unterliegende muß zur Wirkfam- feit erwe>t werden, um das Abgeſtorbene wegzuſchafſen. Dieſen Zwe erreicht man bey geringen Cronſc<äden blos durch Terpentinölz iſt aber der Schaden beträcht- licher: ſo muß man Einſchnitte darinn mächen, bis es blutet, und das friſche Fleiſch dadurd) Luft bekonimen, hervor wachſen, das abgeſtorbene wegſtoßen und verdrängen kann; alsdann behandelt man den Schaden mit Terpentinöl. Man kann auch das Todte entweder mit einem glü- henden Eiſen, oder mit Schießpulver, oder mit Spießglasbutter( Butyrum an- timoanii) wegbrennen, und es dann mit Terpentinöl behandeln, Alle fettige Oele, als Leinöl, Baumösl u. a.m., ſind bier ſowohl, als bey audern Verwündungen, nabe an Sebnen, Knochen, Anorpel und bäutigen Theilen ſchädlich. Von dem faulen Strahle. iſt zu wiſ- ſen, daß Pferde, die einen hohen Huf, platten Fuß und dicke haarige Beine ha- ben, insbeſondere wenn ſie einen feuchten Stall, wo Harn und Miſt keinen Abfluß haben, den ſchlimmen Fehler bekommen, daß das Horn des. Strahls an einem oder mehreren Füßen, und zuweilen ein Theil der Sohle, anſio>t, ſich auflöfet, und eine ſainkonde Feuchtigkeit von ſich giebt. Iſt dieſer Fehler nicht zu alt, oder- verſäumt worden: ſo hebt man ſol 23 58 ee. ip ch def felt; iv Ww et; ind fet tein und fene u ehrt frau Feh (eth ichen mei 1(oth nit 2 ray ts nec t vos (elbe, (wet wenn t, um einz gets Nerd: ZN Biehl Pferd: ſo fonn es in ſolcher Abſicht auch gut ſeyn, ihm in den erſten 3 Tagen, da es geſchmiert wird, jeden Morgen 1 2och fein geſtoßenen Schwefel oder Schwefelblu- ;men einzugeben. Kräßige Pferde ſtecken „nicht gern andere an, wenn ſie mit dieſer "Salbe geſchmieret ſind 3 ſoll aber dieſelbe :Wirkung.thun: ſo iſt es nothwendig, dem -Pferde geſundes und hinlängliches Futter zu geben. Selten bedarf man dieſer Salbe zweymal zur Heilung eines Pfer- 'des, Die Räude in der Qfähne iſt ein Fräßiges Geſchwür am Nacken eines Pfer- "des, welches durch Schmieren mit Ter- -pentinöl geheilt wird, Leßteres iſt auch ein gutes Mittel wider die Kappe, Der Schorf in der Crone wird eben ſo be- handelt, und dadurch verhütet, wenn man die Füße der Thiere rein hält, und ihnen geſundes Futter giebt. Der Straubfuß iſt ebenfalls eine Art von Räude am Fuße, und iſt mehrmals die Folge eines Saizſluſe- ſes, der ſich oft an den Füßen anſebt. Dieſer Zufall wird wie die Mauke(S,. QTauke) geheilt. Der Wurm, Springwurm, iſt eine Krankheit, die ſich durch einen Fie- beranfall, der aber oft ganz unmertlich iſt, und einen Tag anhält, zu erfennen glebt, Das Pferd frißt in dieſer Zeit weniger, als gewöhnlich; auch zuweilen gar micht. Kurz darauf zeigen ſich ein oder mehrere Knoten, welct iſt; wie auch, wenn es dem Pferde ſtark aus der Naſe fließt, welches man den innern Wurni nennt; der aber mit dem Koße einerley iſt; dean dieſer und der Springwurm ſind nicht weſentlich un- terſchieden. Jm Springwurm entledigt ſich die gijeige Inaterie durch Knoten und Hautgeſchwüre; bey dem Roße wirſt ſie ſich auf die Naſenhöhlen, und fülle die Höhlen des Stiru- und Kinnubackenknge Gens an, aus welchen ſie nicht durch die natürlichen Wege ausgeleert werden kann3 ſondern dafelbjt eingeſchloſſen bleibt, und die Anſte>kung unterhält. Dieſe Krank- heit hat einige Aehnlichkeit mit der Luſt ſeuche der Menſchen. Hat ein Pferd, es ſey ein Hengſt oder eine Stute, den Springs, wurin gezabt: ſo muß man es nicht zum Fullenziehen gebrauchen; denn dieſe be- tonnen mit der Zeit dieſelbe Krankheit, oder ven Roß. Es kann ein Pferd mit dieſer Krankheit befallen werden, wenn es nach) ſtarter Arbeit auf einmal in Ruhe kommt; wenn es nach einer Krankheit zu „viel Futter bekommt; nicht weniger von einem Fehler des Futters, des Heues, Habers 2c+z3 ebenfalls auch durch Anſte« >ung von andern Pferden, Wenn dieſe Eyxr 2 Krank- TETE TETKRENTTREITEEIIRR VESI REREN»+<“ARHEIEDEIEIIIEBE“<< 2 een 538 Viehk Krankheit noch im Anfange iſt: ſo kann ſie geheilt werden 3 iſt ſie aber ſchon alt: ſo iſt ſie faſt unheilbar. Die Heilungswei- ſe iſt dieſe, Man läßt dem Pferde aus der Halsader 4 Pfund Blut weglaufen, nnd giebt alle Morgen 4 Loth von folgen- dem Pulver: Fein geſtoßenes Pockenholz, Spießglas, Jalappenwurzel und Schwe- feiblumen, von jedem gleich viel, miſcht es zu Pulver, und giebt dem Pferde alle Morgen 2 Loth davon. Noch viel wirk-- ſamer iſt das in der Apotheke zu habende Pulver, Mineralmohr(Aethiops mige- Talis) genannt. Hievon giebt man dem Pferde täglich ein halbes Loth, mit Mehl oder Kleyen zu einem Bolus oder einer Satwerge gemacht. Iſt das Pferd ſtark angegriffen: ſv feßt man ſeibigem Haar- ſchnüre an der Bruſt und an den Hinterx- ſchenfeln. Sobald ſich die Knoten zeigen, muß man ſie mit einem Meſſer öffnen, da- mit ſich die ungeſunde Materie nicht zurück ins Blut ziehe. Die Geſchwüre heilen gewöhnlich, wenn ſie nicht ſehr groß und ausgebreitet ſind, von ſelbſt; haben ſie aber eine große Oberfläche, und freſſen um fich: ſo heilen ſie geſchwind, wenn man ſie mit folgender, jedoch giftiger, Bähung, daran das Pferd nicht zum Ablecken gelaſ- ſen werden muß, wäſcht: Mercurius ſü- ablimatus, ein halbes Quentchen in 3 Pfund reinem Quell- oder Regenwaſſer aufgelöſt, Hiemit waſche man die gefähriichſten und größten Stellen des Springwurms;z das Waſchen aber will es nicht allein thun, wenn man nicht die Krankheit zugleich durch innerliche Mittel zu heilen ſucht, Wenn ein Pferd von Derrentuntg friſch btitg- oder Pugellahm geworden ſeyn foll: ſo unterſuche man vorerſt, ob die 2äahme in dem Buge oder im Hufe zu ſuchen iſt 3 als worinn die meiſten Schmie- Wiehk de irren. Jm Reiten wird:man es am beſten gewahr, ob das Pferd wirklich bug- Jahm ſey, wenn man ſich das Pferd vor- reiten, und daſſelbe jähling nach der Sei- te zu, wo es lahm geht, umwenden läßt z da es denn nicht nur bey dieſer kurzen Wen- dung im Auftreten, ſondern auch nachher lahmer gehen wird, als vorher- Dieſes iſt auch vey kugellahmen Pferden anwends bar, und bey beyden das einzig ſichre Kennzeichen, daß ein Pferd wirklich bug- oder kugellahm iſt; bey allen andern iſt die 2ähmung viel eher im Hufe, als im Bu«- ge, zu ſuchen. Iſt man von einer wirk- lichen neuen Buglähmung überzeugt, wie denn dieſes leicht geſchehen kann, daß man- unten in der Feſſel anſchleiſen, welcher hinter dem Pferde an einem Stü«-. &e Holz, wie an einem Knebel, befeſtigt, und von einem ſtarken Manne gehalten wirdz alsdann wird das Pferd angetrieben vorwärts zu gehen, und der Mann hält ſeinen Strick immer feſt zurück, Wenn das Pferd auf dieſe Art einige Sprünge gethan hat; ſo wird das Bug wieder in ſeine =>= uz as zzrf, zz"aun„amm ams= 22 0... .-» I. 7“: Cern) 8(in ) bige ) bore Gels läßt; Ders her Yig werd: ſchn h buy: Iſt m Bit "wih (, vie ß mal nel (159 genoleis , wenn ſpringt abu it: ſd ht dds 0 Zt ), wenn hu mit mit gehalte! Wenn derhelt! geſtellt; ane ehen, | Stür, ſeſtig) halten etrieben nt fäl Penn > priingt jeder in ſein Wiehk feine Gelenke eingerichtet ſeyn; da ihm ſo- dann der Bug mit Terpentinöl auf nur gezeigte Art einzubrennen iſt. JQ das Pferd bey wirklich erfolgter gehöriger Ein- richtung binnen 3= 4 Tagen noch nicht völlig hergeſtellt: ſo iſt ihm ohne Verzug ein Leder an den Bug(hiemit wiſſen die meiſten Schmiede wohl umzugehen) zu le« gen 3; die Haut aber nicht weiter, als bis nahe unter dem Orte, wo die Verleßung vorgegangen iſt, aufzublaſen; ihm auch fein anderes Del, als Terpentinöl, nach- zugießen. Hierdurc) wird der ganze Schade in 8-=- 10 Tagen gründlich ge- heilt ſeyn, Eine alte wirkliche Buglähe mung wird zwar auf eben die Art, jedoch nie ganz gründlich, und nyr ſo geheilt, daß die Pferde die Schwindung verlieren, und dann blos als Arbeitspferde z nie aber wieder zum geſchwinden Lauf, zu gebrau- kung des Bluts darinn verurſacht; iſt nun der Grund des Verſchlagens, folglich auch der Sto>ung und der Hiße, nicht ſo ſtark, daß der Um- lauf des Blutes faſt gänzlich gehemmt, Und dieſes um den kleinen Fuß herum, gleichſam wie gedörretes Bocksblur, be- findlich) iſt? ſo heilen ſich ſolche Pferde ſelbſt wieder aus, ohne daß es Jemand ſonverlic) gewahr wird 3 die Natur hilft ſich nach) und nac dadurch, daß von der Feſſel bis gegen die Knie die Haare aus- gehen, und ſich einige Unreinigfeiten wie ein trockner Grind zeigen, der auch) in dem -Maaße von ſelbſt vergeht, als die Haare auch wieder wachſen. Dieſes dauert ſo lange, bis die Zeit des Beſchlagens kommt, und das-Pferd, wie gewöhnlich, um ihm eine Güte zu thun, und allen Anſaß zu Steingallen aufzuſuchen, zu tief ausge- roirkt wird. Bald nach dieſem neuen Be- ſchlage merft man an dem Pferde, beſon- ders wenn es auf Steinpflaſter oder har« tem Boden geht, daß es leiſe auftritt, und dadur) eine Schwäche im Hufe verräch; dieſe nimmt mehr zu, als ab, und wächſt zu einem fichebaren Zucken. Man glaubt, Viehk daß ein Stein, der etwa unter das Eiſen gekommen iſt, Schuld daran ſey; auch ſucht man ſolchen hervorzuarbeizen, Big weilen findet man auch wohl denſelben z ſieher man aber an dem zunehmenden Hin- ken, daß auch dieſer nicht Schuld gewe ſen ſey: ſo vermuthet man, daß ein Na- gel zu nahe geſchlagen ſey. Man unter« ſucht alle dieſe ſorgfältig, und wenn ſich feine Wernagelung findet: ſo wird das Ei« ſen abgeriſſen, das Pferd bis auf das 8e- ben, bis nämlich das Blut durch die Sohe le dringt, ausgewirke, um dem Pferde Hälfe zu ſchaffen, und die entveder bereits ſich ſchon gezeigte Steingalle auszuſchn eie den, vder ſonſt eine Lähmung aufzuſuchen, Werden nun folcnete Ruthe eines männ- lichen Rindes, der zu dieſem Behuf auch in Oel gekaucht wird, damit er nicht raus bleibe), ſtecke es in den Schlund, und ſuche die Feder heraus zu bringen. 9) Kann das Pferd nicht ſtallen, oder ſtalle, nachdem es dumpfigen Haber ge- freſſen hat, lauter, und läuft in der Gegend der Harnblaſe auf: ſo ſchmiere man den After des Pferdes, oder Hand und Arm mit Oel oder Schmalz; man drücke lang- ſam auf die harte Harnblaſe; ſiede eine Hand voll geſtoßener Lorbeeren und Jng- wer in Wein, und gebe ſolches laulich ein, Da hier des Lauterſiallens gedacht wird: ſoiſt beyläufig zu gedenken, daß ſelbi- ges ein häufiger Abfluß von dünnerem, wäſ- ſerigem und oft ſehr ſcnen, welche bey der nachſolgen« den Citerung abgeſeßt wird, weil dieſe Materie der Balſam der Natur, auch beſſen iſt, als alle künſtliche Balſame und Salben. Man muß blos daſür jorgen, daß dieſe Materie einen ſreyen Ausfluß aus dem. Geſchwüre habe, damit keine Höhlungen entſdhen, in welchen ſie ſich ſammeln und aufhalten kann. Jn dieſem Falle muß das Geſchwir mit einem ſchar- fen Meſſer erweitert, und hiemit der Max- terie ein freyer Ablauf verſchafft werdenz wird aber der Eiter dünn und wäſſerig, wobey das Geſchwür ſchwammiz und bleich iſtz oder wird ſie ſtinkend: ſo n;uß man ſolche durch Arzneymittel verbeſſern, als wozu die Bähung mit dem austrocknens den Waſſer No, 9 am nüblichſten iſt. Dringt Boge"Zu€ GE CEC IGC GEEIG SIL IIP OT 1 Echtiſt leidende ger zum ae hoch eVnfe, 4 ſig, Vefndlich gebracht angreifen "Üheit der EM 1, Geſoße t geſchoſfte endes zu den, wel: Id, weder ole deiw Obe Dye | gewöhn: 0 fie ny rein hält; Mateorle Cfolgent en die x, auch ſame und We orget), Ausfluß nit feln 1[1 ſh 1 dieſe) m ſhat* er Mar verden) aſſitig 'd bleich ß man m, al pode iſis Drin! Viehk Dringt die Wunde bis in die Bruſthöh- le; iſt aber nur ſo klein, daß die Luft nicht dur) dieſelbe bey dem Cinachmen heraus-, und bey dem Augathmen hbineindringtz auch feine Rippenpulsader ver!ett iſt, aus weicher ſich Blut in die Bruſtvöhle ergie- ßen fönnte: ſo wird ſieg wie eine einfache Wunde geheilt; man bedeckt ſie nur mit einem gewärmten StüFe Heftpflaſter aus Pech, JIſi die Wunde groß, daß die Luft in die Bruſt aus- und eingeht; iſt eine Rippenpulsader verlekt, oder ſind die Lungen und andere Theile in der Bruſt beſchädigt: ſo iſt ſie entweder unheitbar; oder erfor- vert auch mehr Kunſt in der Behandlung, als bier furz und. deutlich vorgeſchrieben werden könnte, Dringt die Wunde in die Bauchhöhle; iſt aber nicht groß, und an Feiner Stelle, wo etwas von den Gedär- men hervortreten fönnte: ſo muß man ſie, wenn die Wundenleſzen von einander ſie- ben, zuſammennähen z; oder ſie auch, wenn dieſes nicht iſt, nur bedecken und wie eine ändere Wunde behandeln. Treten aber die Gedärme hervor, und beſinder ſich die Wunde an dem untern Theile des 0U- des, wo die Gedärme? beſtändig aufdrü- &>en: ſo iſt ſie unheilbar; denn feine Nahe kann dieſem Drue hinlänglichen Wider- ſtand leiſten, Bey den geſtoßenen Wunden ſind einige Theile getrennt, oder andere blos gequetſcht und abgeſtorben; und zwiſchen dieſen iſt mehr oder weniger Blut ausge- treten, welches nicht ausgeleert werden kann 3; ſondern zertheilt werden, oder ver- derben und Eiterung verurſachen. muß, Die Zerrheilung ſucht man durc) Bähung mit Wein oder Eſſig zu befördern; wird aber vadurch weder die Hike, noch die Geo- wulſt, vermindert: ſo wendet. mon die Mittel an, welche zur Beförderung der Bl AE EEN ECE ZIELLE HENG FR RE ee A BDE nun wmpm Viehk 545 Eiterung der Geſchwülſte(ſiche dieſe) die« nen können. Zſt eine geſtochene Wunde nicht ſehr unbedeutend; ſondern dringt ſie tief ins Fleiſch: ſo haben das Blut und Cicer feinen freyen Ausfluß aus der engen Höhle; und geht der Stich gar von oben nach) unten; ſo iſt es noch ſchwieriger. Um eine ſolc<ende Urſache, und fängt mit einem bald vorübergehenden Froſt oder Schauder anz hierauf wird das Pferd oder Ochſe döſig oder heiß im Ko- pfez will nicht freſſen, atßbmet ſchwer und ſtark, aber nicht geſchwind 3 huſtet wenig und kurz; aber mit Beſchwerde, und be- müht ſich gleichſom den Huſten zu unter- drücken; hat ſtarke Hike; beſonders ſind das Maul und die Zunge trocken und beißz auh iſt der Athem, wenn man die Hand vor die Naſe hält, merklich warm, und das Thier ſieht beſtändig hin nach der Bruſt, wo es den Schmerz fühlt. Es legt ſich nicht gern nieder; und das Pferd unterſcheidet“ fich eben hierin von andern Thieren und Menſchen in dieſer Krank- beit, daß es wenig oder gar nicht trinkt, Dieſes kommt daher, daß das Pferd, um das Waſſer von den: Zähnen bis in. den. Vießhk Schlund zu bringen, die Luft ſtarf anziee hen muß, als welches die kranfen Lungen ſehr angreift, und Schmerz verurſacht, Ein gutes Zeichen iſt es in dieſer Krank» beit, wenn ſich im Fortgange derſelben der Haſten vermehrt. Der Puls iſt anfäng- lich jtarf und geſchwind; wird aber den zweyten und driften Tag ſchwächer und fleiner, ohne an Geſchmeidigkeit abzuneh» men; wird der Pals unordentlich, ausſe- ßend: ſo iſt dieſes ein ſchlimmes Zeichen; aber das ſchlimmſte iſt, wenn er matter wird, und an Geſchwindigkeit zunimmt, als worauf der Tod erfolgt. Es iſt bey- nahe dieſelbe Krankheit, welche bey den Menſchen unter dem Namen Pleuriſie oder Bruſtentzündung bekannt iſt. Wird die Entzündung zertheilt? ſo entſteht gewöhn- lic) den vierten Tag ein Huſten, und das Pterd wirft einen gelben Schleim durch die Jiaſe ausz3 gebt ſie aber in Eiterung über: ſo verſchafft ſich die Materie gewöhnlich den vierten oder fünften Tag, zuweilen aber noch ſpäter, einen Ausgang, und zwar entweder plößlich und in Menge durch die Luftröhre, wo es dann durch die Maſe ausgehuſtet wird; oder ſie ergießt ſich auch in die Bruſthöhle. Im erſten Falle kann das Thier noch zuweilen geheilt werden 3 doch wird es oft engbrüſtig, und bebält einen anhaltenden Huſten. Im leßten Falle bekommt es eine Bruſtwaſſerz ſucht, die unheilbar iſt, und gar bald den Tod verur/acht. In dieſer Krankheit muß man durch Aderlaſſen einem großen Pferde 4 Pfundz fleinern hinegen nur 2-- 3 Pfund Blut abnehmen. Darauf nimmt man 1 Loth Salpeter, und ein halb koch Schwefelblu- men; miſcht ſie mit etwas Honig, und bringt dieſ? Latwerge dem Pferde tach und nad) ins Maul und auf die Zunge, damit es pn„WW-->Wo hg MOP GERO SUREN RS ENRTSENN e> „7 7= e--=*"- ;(lv (ungen facht, tranfs vn der dfangs be dh er wd bunch: + Wöſe: Zeichen t mathe mimt, iſt bey bey dey ſe oder jd die ewöhn nd das ur die 9 iibert öhnlich weilen , yd Menge ech die ergießt h und damit 6 Biehk, es ſolche leicht herunterſchlucke, da es in dieſer Krankheit deſonders ſchädlich iſt, ih- nen mit Gewalt einzugeben, weil das Thier durch ſeinen Widerſtand erhißt und bie franfen Lungen angeſtrengt werden, Dieſe Arzney muß man ihnen täglich zweymal geben; und weil das Pferd wäh rend dieſer Krankheit nicht trinkt, und ge- wöhnlich Verſtopfungen hat; oder doch nur mit Mühe wenigen und trocknen Un- rath von ſich läßt: ſo muß man ihm täg lich 3-- 4 Klyſtiere aus warmem Waſſer, worinn eine Hand voll Salz, oder noch beſ« ſer 1 Loth Salpeter aufgelöſt iſt, ſeßen. Jiimmt der Puls nach demz erſten Aderloß wiederum an Vollheit und Härte zu: ſo muß nad) einigen Stunden von Neuem zur Ader gelaſſen werden z iſt alsdann das ausgelaſſene Blut, wenn es kalt und ge- ronnen iſt, mit einer ſehr dicken und gel- ben Haut bede>t 3 hat es nur wenig Waſ- ſer abgeſeßt, und nimmt die Härte des Pulſes wieder zu? ſo muß man noch ein- mal die Ader öffnen, und dieſes in den beyden erſten Tagen der Krankheit ſo oft wiederholen, als ſich der Puls wieder hebt, das Biut noch ſehr zähe iſt, und nur we- nig Waſſer abjeßt- Bey jedem erneuer- ten Aderlaſſen muß man weniger Blut ab- laſſen, je nachdem die Kräfte des Pferdes mehr abgenommen haben. Nächſt dem Aderlaſſen, und nachdem man zum erſken- mat Blut abgelaſſen hat, iſt eins der wirk» ſamſien Mictcel, dem Pferde eine Saat» ſchnur vor der Bruſt zu ſeen, wodurch, wenn es zu eitern anfängt, die Hiße und Entzündung von den inwendigen Theilen nach den äußern hingeleitet wird; aud) fann man dem Pferde mit der gegen die Krankheit empfohlnen Salbe aus Spani- ſchen Fliegen die Bruſt und die Seiten ſchmieren. Cin anderes zur Zertheilung, ring entire ten ADHD ZR renn urr nb Viehk 547 der Entzündung in den Lungen ſehr nüßkli- e gelinde die aufgeſpannte Blaſe, welche unter dem Maſtdarme- liegt. Ein Pfef- ferforn, in die Harnröhre geſtet, iſt auch ut. . Der Durchlauf äußert ſich auf dreyer- ley Art» Die erſte iſt, wenn der Miſt dünner, als gewöhnlich, abgeht, gleich» ſam als wenn das Pferd eine Purganz be- kommen hätte 3 dabey aber nicht krank iſt, Die zwore Art iſt den Hufſchmieden unter dem Namen des Zettſchmeizens be- kannt. Jn dieſen Umſtänden geht ein di- &>er, zäher Schleim von dem Pferde. Cs iſt nämlich unruhig, will weder freſſen, noch ſaufen, und hat Fieber und Hike, Der dritte Durchlauf iſt der rothe, wo zu- gleich dem Pferde mit dem Miſie Blut ab- gebt, und wobey zugleich Fieber und Schmerzen zugegen ſind. Die erſte Art von Durchlauf iſt nicht gefährlich; ſollte dieſer aber zu lange anhalten, und das Pferd zu ſehr abmatten: ſo giebt man ſels bigem Morgens und Abends zwey Loth Enzianwurzel, gepülvert und in Bier ab- gefocht; wozu man dann noh ein Loth pul- veriſirtke Auſter- oder Eyerſchalen, oder aud) Kreide miſcht. Die zwote Art iſt gefährlicher 3 denn ſie hat Fieber und eine Entzündung der Ge- därme zur Folge; man muß daher gleich Viehk anfangs zu helfen ſuchen, wenn das Pferd nicht ſterben ſoll. Man läßt dem Pfecde am Haiſe zur Ader, nimmt ihm 4 Pfund Dlut ab, und ſeßt dann zwey Mal des Tages folgendes Kiyſtier- Man rühre ein halbes Pfund Leinöl mit 2 Eyerdottern um, und miſche es hierauf mit 2 Pfund lauwarmen Waſſers. Innerlich giebt man dem Pferde täglich zwey Mal ein halbes Pf. Leinöl, mit einem halben Loth Salpeter und 1 oth gepülverter Enzianwurzel, Rhabarber Statt Enzian iſt zwar beſſer; aber auch theurer. Das Pferd muß währ- rend der Krankheit ſehr warm gehalten, und mit dicken, warmen Deen belegt werden. Man nöthigt es, viel Waſſer, welches nicht mehr falt iſt, und worein Waizenkleyen und ein wenig Salpeter ge- rührt worden ſind„zu trinfen. Zu einem Eimer voll Waſſer iſt ein Loth Salpeter hinlänglich. Die dricte Ark von Durchlauf iſt eben- falls mit Fieber und Schmerzen verbun- denz; es gehen aber dem Pferde feine Schleimflumpen ab, Die Heilung erfor- dert; wenn das Pferd nicht zu ſehr abge- mattet iſt; Aderlaſſen, Man bringt ihm zweymal des Tages ein Klyſtier von Waſ- ſer, mit Leinſaamen gefoen an bis an das Ohr, und dann auf dem ganzen Rückgrade hin- ter und vor gerieben werden, um das Blut in Gang zu bringen. Dabey kann man ihm eine Priſe Schnupftabak oder Nießpulver in die Naſe einblaſen, welches ein ſtarfes Brauſen, und dadurch eine beftige Bewegurg der Kinnbacken erregt; zugleich kann man demſelben auch, beſen- ders wenn ſich etwas Verſtopfung dabey zeigen ſollte, ein Klyſtier ſeßen, Werden alle dieſe Mittel, nach deren Anwendung man das Pferd ein wenig warm reiten, und hernach in einem warmen Stalle mit warmen Decken wohl zude>en muß, ver- gebens gebraucht: ſo iſt es ein Zeichen, daß es von einer zwoten Urſache herrühren müſſe, nämlich von einer, durch Gähnen oder andere Bewegung des Pferdes bewirk- ten, Ausdehnung der Kinnbacken, die man äußerlich) durch einige Stöße an der Seite, wo ſie oben einpaſſen, wieder ins Gelenfe bringt; hilft auch dieſes nicht: ſv iſt die» ſes Maulgeſperre von einem Schlagfiuſſe entſtanden, und kein Mittel bekannt, Zum Vet. Regllexicon 1V, Theil, Vieh? SSt Glück iſt dieſe Krankheit an ſich unter die ſeltenen zu rechnen, Der SungenPrebs oder Brand der Zune iſt eine Krankheit, der die Pferde, das Hornvieh und andere grasfreſſende Thiere ausgeſeßt ſind. Sie giebt ſich durch eine Blaſe oder weißen ſchwammi« gen Flecken, und zwar oben auf der Zutt« ge, oder an den Seiten, oder unter ders ſelben zu erkennen. Dieſer verwandelt ſich bald in ein offenes, ſchwammiges, dunfelſarbiges um ſich ſreſſendes Geſchwür, ſo daß die Zunge beynahe durchfreſſen wird und ausfällt. Dieſes lekte ereignet ſic alsdann, wenn man, um Heilmittel anzuwenden, zu ſtarf bey derſelben zieht, um ſie aus dem Maule hervorzuziehen, Oft iſt dieſes Geſchwür ſo wenig gefähr- lich, daß es bey den meiſten Pferden von ſelbſt zuheilt 3; zuweilen iſt es aber bran dig, und breitet ſein Gift in kurzer Zeit weiter aus, ſo daß das Thier verloren ge- hen muß. Man heilt es gewöhnlich ſehr leicht, wenn man das Geſchwür mit ei= nem Meſſer oder dem ſcharfen Rande einer Münze ſo iai'ge kraßt, bis Blut kommt, und es nachher täglich mit ciner Miſchung von Cſſig und Solz, oder bloßer Salzlae fe, abwäſcht. WBey dem Hornviehe iſt dieſer Zufall in heißen Sommern oft ſeu= e dieſs Krankheit bemerkt: muß täglich nach den Zungen der übrigen Thiere geſe« hen, und dieſes Uebel durc< das vorge- genannte Verfahren gehoben werden. Der Krankheiten des Hornviehes ſind ungleich wenigere, auch viele derſelben ſo Zzz beſchaf- E--4% r IERS INS EIS ee NN A „ & 'Z - 4"74 SR 552 Viehk beſchaFen, daß, da ſie den Pferdekrank- heiten gleichen, ſie auch durc< gleiche Heil- mittel gehoben werden können. Die allgemeine Viebhſeuche verpflanzt und verbreitet ſich, wie Peſt, Luſtſeuche und Blattern bey Menſchen, durch An- ſtekung von einem Ort zum andernz ſie iſtaver mehr anſte>end, als der Roß und die Räude bey Pferden, welche nur die ge- ſunven durch unmittelbare Berührung anz ſtecken. Die Wiehſeuche kann ſich durch anſte>ende Dünſte dem geſunden Hornvie- he mittheilen. Abdilgaard ſagt, die Viehſeuche ſey in Ungarn eine Landſeuche, und habe daher ihren Urſprung. Glhle- ditſch behauptet, daß die Podoliſchen Ochſen, welche ehedem häufiger, als jekt, nad) Niederdeutſchland kamen, uns die Seuche mitgebracht haben 3 auch die Krie» gesheere bringen die Seuche dahin, wo ſie zuvor nicht geweſen iſt, ZDriecter meldet in ſeinem Taſchenbuche für Gutsbeſißer 2c. v. J. 1798, daß man in Südpreußen nicht gern Hornvieh aus Podolien und der Ukraine ankaufe, weil ſelbiges zur Seuche ſehr geneigt ſey. Das Vieh aus Ungarn, Polen, auß das bey den Armeen, wird, da es zu Hauſe fett oder gut gehalten wor- den iſt, auf ſeinen weiten Wegen, bis zu ſeiner Beſtimmung hin, weniger gepfle- getz bald gut, bald ſchlecht gefüttert; bald zu viel, bald gar nicht getränkt 3 abgetrie« ben und erhißt: und ſo erzeugt. ſich unter dergleichen Treibviehe nach und nach die Seuche, die dann von einem Orte zum andern, wo dergleichen ſeuchendes Wich hinfommt, durch Anſteckung ſich verbrei« tet. Das an der Seuche umzefallene Bieh wird nicht, oder zu ſpät eingegraben z denn Krähen, Raben, Füchſe, Hunde 2c,, freſſen davon, ſpeyen von ihrer Ueberla- dung hin und wieder auf den Viehtriften Viehk etwas aus, oder beſudeln durch ihre Ex-' cremente die Viehweiden, wälzen ſich auf ſolchen, ſaufen aus den Viehtränken 2c,, daß alſo das Contagium auch dahin kommt, wo man es, wei! kein ſeuchendes Vieh an Ort und Stelle geweſen iſt, am wenigſten erwartete,; Die Rennzeichen der Viebſeuche ſind folgende, Der Anfang iſt, wie bey der Lungenentzündung und verſchiedenen andern Biehfrankheiten, mit Schaudern und Kälte, worauf Hike erfolgt; auch bekommt das Vieh im Anfange gern einen Abſcheu vor Waſſer 3. allein am Schluſſe hat es oft Luſt zum Saufen, Die Augen ſind im Anfange trocken und matt, ſelten wild und hißigz; im Fortgange aber ſind rinnende Augen ein Kennzeichen der Seu» de. Jm Anfange der Seuche huſten die Thiere alsbald ſehr ſtark; im Fortgange der Seuche weniger ſtark, oder ſelten. Am 5ten, 6ten oder 7ten Tage nach der Anſte>ung bemerkt man an dem kranken Biehe einen trocknen Huſten, Dieſer wird am 7ten und&ten nach dev Anſteckung heſtiger; dabey bemerkt man auch eine Abnahme der Milch, und die Kranfheit zeigt ſic) nun deutlicher, Am Sten oder 9ten Tage nach der Anſteckung fangen die Augen an zu rinnenz dann fließt eine grö- ßere oder geringere Menge klares, auch ſchleimiges Waſſer aus der Naſe, welches in beyden nachfolgenden Tagen dicker und weißer wird. Der Pals iſt am 7ten Ta- ge. nach der Anſteckung, oder am erſten Toge der Krankheit, mehr geſchwind, als naturlich; er iſt zugleich klein; ſchlägt 70 bis 83mal in einer Minute, da er ſonſt gewöhnlicherweiſe 50, und bey Kälbern 6omal ſchlägt. Zu eben der Zeit finden ſich Mattigkeit des Cörpers, eine Unluſt zum Freſſen und Saufen ein. Einige - vere „Viehk Es verlieren am Sten oder gien Tägs na“ der Anjteckung die Eßluſt gänzlich, oder am zweyten Tage, nachdem man die erſten Zeichen der Krankheit an ihnen bemerkt hat, Nachdem die Freßlutt aufgehört hat: ſo verliert ſich ſowohl in dieſer Krankheit, als in allen andern hißigen Krankheiten des Hornviehes, das Widerkäuen. Der, Miſt, den die Thiere in den beyden erſten Tagen der Krankheit von ſich geben, iſt härter, als natürlich 3 auch iſt dies Zeichen beſtändiger und merklicher bey dem Viehe, welches auf dem Stalle krank wird, als bey demjenigen, das auf der Graſung an- gegriſſen worden iſt. Hierauf nun ſtellt ſich der Durchlauf früher oder ſpäter ein, manchmal ſchon am aten oder 3ten Tage der Krankheit 3; manchmal, jedoch ſeltner, erſt am aten oder 5ten Tage; auch kann ein Wieh an Verſiopfung und ohne Durch- lauf ſterven, Endlich giebt das den kran- ken Thieren abgelaſſene Blut ein gewiſſes Zeichen, welches in keiner bekannten Horn- viehkranfheit zugegen iſt. Wenn man nämlich am 1ſten oder 2ten Tage, nach-. dem das Thier krank geworden iſt, demſel- ben zur Ader läßt, und das Blut in einer Schaale oder Schüſſel aufnimmt: ſo fin- det man ſelbiges, nachdem es geronnen iſt, und eine Stunde geſtanden bat, roth und ſchwärzlich, feſt und ohne Waſſer z da hingegen das Blut eines geſunden Thie- res gewöhnlich 1 Drittel Waſſer enthält. Wendet man den Blutkuchen in dem Ge- fäße um: ſo ſickert wohl etwas Waſſer her- aus; aber nur wenig Tropfen, da der Blutkuchen ſonſt im Waſſer zu ſchwimmen pflegt. Dieſer Waſſermangel im Blute nimmt ſtufenweiſe, von dem erſten Tage der Krankheit an bis zum aten oder 5ten Tage, zu; dann nimmt das Waſſer bcy den Thieren, welche die Krankheit überſte- ee MINESSE veränd di ad N DS- nwnmn- nm n AURKER TÄ SG Gg Viehk SS3 Hein, iWieberuin zu. Bey denjenigen bins gegen, welche nac) mehrern Krankheitsta- gen dem Tode nahe ſind ,. will das abge- zapfte Blut gar nicht gerinnen z es iſi los, unzuſammenhängend wie blutig-ſchleimi- ges Waſſer; und zeigt ſich das Blut auf dieſe Art: ſo iſt-der Tod unvermeidlich. Iſt das Thier heftig angegriffen: ſo ſtöhnt es ſehr. Das Achmen iſt beſchwerlich und gr9ßz aber nicht geſchwind, wie in den meiſten hißigen Krankheiten. Wenn man die an dor Viehſeuche geſtorbenen Thiere öffnet: ſo findet man an mehrern oder wenigern Eingeweiden des Unterlei- bes, dem Magen, den Därmen, der Le- ber, der Mi!z, in der Bruſt an den Lun- gen, inwendig an der Luftröhre und zum öftern oder faſt jedesmal an der Schleim- haut in der Naſe bläuliche, rothe, zuweilen ſchwarze, brandige, große und kleine Fle- >en. Jn dem drieten Magen eder Pſal- ter(omalum) findet man das Futter ſehr hart, wie in allen andern hißigen Krank- beiten, in weichen das Thier das Wieder- käuen verloren hat,„Man findet ebenfalls die innere Hauf, welche den Pſalter be- fleidet, mit dem Futter zugleich abfallend, wenn man dieſen Magen öffnet; wenige ſtens iſt ſie los, und ſondert ſich leicht abz wie dies der Fall auch bey dem geſunden Pſalter iſt, wenn er 24 Stunden liegt, ohne vom Futter gereinigt zu werden. Die Gallenblaſe iſt ebenfalls ſehr groß, und von vieler Galle ausgedehnt, Es giebt noch verſchiedene andere Um- ſtände bey der Wiehſeuche, die aber verän- derlich und mehr ungewöhnlich ſind, als: Eine ungewöhnliche Munterkeit oder Wild- heit beym Anfange der Krankheit. Kurze- athmigfeit im Anfange der Krankheit, wenn das Vieh getrieben wird. Eine große Gefräßigkeit, wobey zugleich Schau- Zzz 2 der WOLY FE ZIE SSS IIS SEEN es | F4 „m MU Ko 1/4 554 Dicht> der zugegen iſt, und das Thier mit den Zähnen knirſcht. Alsdann kommt eine große Mattigkeit z die Kranken ſtehen auf den Zeizen der Hintertüße 3 freſſen und ſau- fen weniger, und haben großen Durſt, Mic dem AufiySren des Wiedorkäuens und der Unluſt zum Freſſen iſt zuweilen eine Art Waſſerſcheu zugegen z zu andern Zei- ten, gewöhnlich gegen Ende der Krank- heit, iſt eine heftige Begierde zum Trin» ken da, Die Ohren und Hörner ſind bald kalt, bald warm; di? Augen fallen ein, ud ſie ſtallen nicht ſo viel mehr, als zu- vor. Mit dem Schleime in der Naſe tol- gen zuweilen Blutſiriemen; durch den A/- ter geht auch Blut weg, oft mit Durch- iauf; manchmal auch mit hartem Mitte. Dieſer Darm wird auch zuweilen entzün«» det, roch und geſchwollen, kriecht heraus, Und ſteht oft ganz offen. Einige belom- men gegen das Ende der Krankheit Grind, Ansſchlag an der Haut, oder Knoten am Cörpcr. Sie haben oſt.viele Mühe, um ſilallen zu können, Einige bekommen die ſogenannte Trommeiſucht, wobey der Leib oder der Bauch ſehr ausgeſpannt, und vom Winde gedehnt iſt. Ot ſekt ſich auch tuſt zwiſchen Haut und Fl:iſch, und wenn man an dieſe Windgeſchwülſte, insbeſon- dere über das Creuz und die Lenden, drückt: ſo höre man ein Knarren. Wenn man das Thier nach dem Tode öffnet: ſo findet man den Wanſt gewöhnlich ſehr mite Luft angefüllt, und eben wie die andern drey Magen mit blutrothen Brandflecken an- gefüllt. Dit ſindet man im Maoſtdarme eine Menge Blut. Die Milz iſt zuwei- len ganz blaß oder grau mit ſtinfendem Blute augefüllt, Die Leber iſt bey eini- gen Thieren ganz weich und gleichſam ver- fault, zuweilen ganz mit Würmern, Le- verflünder genannt, angefüllt, Dieſe leß- * Vießbk tern ſind aber gänzlich von der Seuche vor ſchieden, da man ſie in gewiſſen Jahren und an gewiſſen Oertern in allem geſchlache tetem Viehe wahrnimmt, ohne daß man deStvegen einige Schwachheit ſonſt bemerkt Hätte. Bey trächtigen, an dieſer Krank- heit ſterbenden, Kühen findet man die . Mutter mit blauen und rothen Brandfie- den beſekt. Wenn man die Bruſt öffnet: ſo findet man auch zuweilen braunrothe oder blauſchwarze Brandflec>ke; zuweilen nur an der einen Lunge, Bey vielen Tod« ten finder man die Lufiröhre mehr oder wes nizer mit brandigen Fleen beſeßt. Zus weilen iſt die ganze innere Hauk derſelben blaurocy; zuweilen iſt die Luftröhre ganz „mit einer jeäumenden Feuchtigkeit ange- fülle. Das erz iſt immer unbeſchädigt; das Viehten gleichfalls; ſelten finder man rothe Flecken an der harten Hirnhaut, Eis nige haben berichtet, daß ſie das Gehirn mit einem rothbraunen Waſſer umgeben gejeden baben. Man ſieht hieraus, daß es eigentlich) die Sdlei:t haut iſt, welche die innern Theile und Hödien bekleidet, und welche gewöhnlich) in dieter Krankheit leidet, X Man hat keine gewiſſe Zeichen, ob das Thier die Seuche überſtehen oder daran ſierven ſolle, Das erſte und gewiſſeſie Zeichen zur Beſſerung nimmt man vom Dlute, Wenn man nach einigen Tagen in der Krankheit Blut wegläßt, und ſi-ht, daß es ſowohl geriinf, als auch Waſſer vat: ſo kann man ſo ziemlich gewiß ſeyn, daß das Thier die Krankhei überlebt, Oft fängt das franfe Vieh an etwas Futter zu nehmen und zu ſaufen; Ja ſogar zu wieder- fäuen; allein fie hören wieder damit auf und ſterben. Der Ausſch!ag, der ſich zu- weilen am Cörper, dem Cuter oder um das Maul zeigt, iſt ebenfalls kein gewißes Merf- W fü "a (M eil Lede (ies Zu elven gan) 000: digt; man , Eb jehirn jeben daß vel (eidet, nthelt ob das daran viſſch 1 von 2agen ſch, aſſer ſeyn) „At er zu jede je auf cl) zu er um wiſs Nau Viehk Merkmal der Beſſerung, Die meiſten Kranken ſterben am 3ten, 4ten oder 5ten Tage nach dem fenntlichen Anfange der Krankheit, Einige können 15== 20 Ta- ge ftehen, ehe fie ſierben 3; es iſt auch mehr als einmal geſchehen, daß Thiere an dem- ſeibigen Tage geſtorben ſind, an welchem ſie aufhören zu freſſen. Obgleich die Krankheit ſich in den we- ſentlichen Zuſällen in allen Ländern, in al- len Seuchen und zu allen Jahrszeiten, und bey Thieren von allerley Alter, auf einerley Art zeigt: ſo iſt ſie doch in verſchiedenen Theilen veränderlich, Jn den Ländern und an den Oerkern, wo die Seuche zuvor nie gewefen iſt, iſt ſie ſehr tödtlich, ſo daß von 100 Häuptern kaum eins durc gekome men iſt. So war das Verhältniß der Seuche, wie ſie 1711 in Europa zuerſt ausbracung im Winter leichter und ſtärfer aus, als im Sommer; denn fie verändert ſich in der Wärme, und verdunſiet; oder vielmehr Viet 555 die Ausdänſtung der Haut wird in der Wärme weniger zurückgehalten, als in der Kälte, Der Schleim aus der Naſe und den Augen, der doch ſonſt ſehr an» ftectt, verliert alle ſeine anſteckende Kraft, wenn er einmal durchgewärmt wird; ſonſt iſt die Seuche eben ſo tödtlich zu milder Sommerszeit, als in mittelmäßiger Win- terfälte, Kühe, welche bald kalben ſollen, und Kälber, die noch nicht 1 Jahr alt ſind, werden leichter angeſte>t, als jun» ges Vieh von 2-- 3 Jahren ohne Kalb. Cben dergleichen junges Vieh von 2= 3 Jahren überſieht die Kranfheit leichter, als Kühe, die kalben ſollen 3 je näher die- ſe dem Katben ſind: deſto beſchwerlicher kommen ſie durch; es wäre denn, daſ; ſie zuvor noc) kalbeten. Ochſen und vorzüg- lic) Stiere(junge Ochſen) gehen auch die Krantheit beſchwerticher dur), als Kühe. Die Builen oder Zeitochſen kon:men am allerwenigſten durch, und machen gemei niglich den erſten Anfang mit dem Eter» ben in der Heeide, Mageres und kiines, do) nicht ausgehungertes, Vich gebt die Krantheit leichter durc, als großes fetk- tes Vieh. Wo das Waſſer, das die Thie- re trinken, ſchlecht und ſumfg iſt: da zeigt ſich die Krankheit heftiger, als bey gutem Waſſer im Sand- oder dehmboden. Waf- ſer vom Lehmboden ſcheint vorzüglich den Kranfen angemeſſen zu ſeyn. in ver- ſchiedenen Orten, wo die Kranfheit unge- wöhnlich gelinde geweſen ift, hat man becb- achtet, daß die Thiere Waſſir, das rot» oder lehmartig geweſen iſt, getrunfen ba- ben; ein Umſtand, der nahere Unterſu- chung verdienet.(413 meinem Wohnorte brach die Viehſfeuche im Herbſte 1758 aus, Auf meinem Hofe, wo das Vieh aus fließendem Bachwaſſer getränkt wird, olieben von 30 Däuptern, und zwar die Zzz 3 am iE es.<2REEEET--*"TEEL A Frl DAHER GE 14%; 556 Viehk am weniaſten gut bey Leibe waren, nir 3 Stuck am deben; dagegen ſtarb das Vieh weit weniger auf ſolchen Höfen, wo das Vieh aus gegrabenen Brunnen nur har- tes, und von keiner Seife ſchäumendes, Waſſer trinken muß. Im Herbſte 1760 war bey der abermaligen, durch das Kriegsvolk hieher gebrachten, Seuche das nämliche Werhältniß meines Hofes mit der übrigen ihren; ich behielt abermals von 30 Häuptern nur 2 am Leven- Jn einem andern, zu dieſer Parochie gehöri- gen, Dorfe, welches um ſich herum viel Sumpfeiſen auf den Wieſen und Vieherif- ten hat, und die Brunnen kein lebendiges, nur äußerſt hartes, Waſſer hat, ſtarb zu gleicher Zeit an der Seuche 1760 kaum der zoſte Theil, und auf manchen Höfen fand ſich gar kein kranfes Vieh, Chen ſo war es mit beyden Dörfern 1725 ge- weſen. Sogenanntes Salpeterwaſſer, dder eiſenhaltiges bartes Waſſer haben al- ſo einen wohlchätigern Einfluß auf das ſeu- t wird, und zum zweyten Male die Krankheit bekommen kann 3 der wich«» tige Punck, daß die Einimpfung nichmit Vortheil bey alten Häuptern, die docy den größten Theil des Wiehes im Lande ausmachen, angewandt werden kann; die Gefahr der Anſteckung, worinn man der» gleichen Vieh bey Anſte>kung des jungen Bieges ſeßt; die Nethwendvigkeit, worein die ganze Machbarſchaft geſc6t wird, ihr Bieh impfen zu laſſen, wenn einer damit anfängt, um ver natürlichen Anſte>ung zu entgehen: alles dieſes beweiſet, daß die Sache der Einimpfung nochnicht ganz aufs Reine gebracht iſt, und es dahey äußerſt nothwendig iſt, die WieZ]-uchsg auf oben die 58 Viehk vie Art, wie die Menſchenpeſt, von einem ande abzuhalten, Die Vorſichtitzkeitsregeln, die ein jeder Landmann anwenden kann, um die Kranfeit von ſeinem Viehe abzuhalten, wenn ſieim Lande graſſirt, ſind folgende, x) Hatman Stallvieh: ſo mußman dar aufhalten, daß keiner von den Leuten, die das Bieh hüten, füttern oder melken, auf eine frenmive Steile kommt, wo er Anſteckung herbringen könnte, oder mit Leuten umgeht, von denen mat nicht ſicher iſt, daß ſie an einem angeſteten Orte könnten geweſen ſeyn; auch muß man ſeinen Leuten nicht erlauben, Wolle, Flachs, wollen Zeug, Heu oder Stroh und andere Dinge, von denen man nicht weiß, daß ſie von einer nicht angeſteckten Stelle kommen, anzu- rühren, in Empfang zu nehmen und zu gebrauchen. 2) Alle, die in den Stall fom- men, müſſen nicht in ihren gewöhnlichen Kleidern in den Stall gehen; ſondern be- ſondere Kleider dazu haben, die ſie dann nirgends anderswo anziehen müſſen. An der Stallthüre müſſen Schuhe ſtehen, die derjenige anzieht, der in den Stall hinein- gebt; denn mit den gewöhnlichen Schu- hen fönnte von der Landſtraße Anſteckung von dem Miſte kranker oder todter Thiere angetreten ſeynz auch ſollen alle, die im Sealle zu thun haben, ehe ſie hineinge- hen, die Hände waſchen. Keinem Frem- den ſey es erlaubt, in den Stall hineinzu- gehen. 3) Der Stall wird inmer zuge- halten, damit nicht Hunde oder Kaßen, die auf öFentlicher Landſtraße oder auf dem 2uderplaße angeſteckt ſeyn können, hinein- fommen. Und da zu ſeiner Zeit Luftwech- ſel ſeyn muß: ſo müſſen die Luftlöcher oder Scallluken mit Draht- oder Holzgittern, auch Laden zum gänzlichen Zubalten, ver- wahrt ſeyn- 4) Die Thiere müſſen im Vieh? Stalle getränft werden, und das Trink« waſſer ſo rein ſeyn, daß nichts Unreines oder Anſte>endes hineingeworfen worden iſt. Kann man aber davor nicht recht ſicher ſeyn: ſo läßt man das Waſſer kochen, und nachdem es erkaltet iſt, ſaufen, weil jedes andere Mittel, das Waſſer zu reinigen, unſicher iſt; allein durch die Hike verliert das Giſt ſeine Kraft, es mag ſißen wor» auf es nur will, 5) Das Weidevieh muß ſo gehütet und getränft werden, daß es nicht mit dem Viehe aus der Nachbarſchaft zuſammen komme, Hat man getrennte Heerden, z. B. die Ochſen, die Kühe, die Kälber machen jede eine beſondere Heerde aus; ſo laſſe man auch dieſe nicht unter einander fommenz ſobald unter einer die- ſer Heerden ein Verdacht der Anſte>ung oder Seuche ſich äußert: ſobald laſſe man die unverdächtigen Heerden nicht mehr nach Hauſe kommen; ſondern jede beſon- ders im Felde übernachten, und in eigends dazu errichteten Gehägen einſperren; oder treibe ſolche nach abgelegenen Schäfercyen hin; wenn man dergleichen hat. Auf ſol- en; alsdann fängt die Naſe mit einer zähen Materie an zu fließen. Eine große Mattigkeit und beſchwerliches Athmen, ein anhaltender Huſten, eine trockne heiße Zunge und ſtinkender Athem ſind Zeichen des Todes; ſind dieſe nicht vorhanden: ſo kann man Beſſerung erwarten. Dieſe Kranfheit rührt von der plößlichen Verän- derung der 2uſt, von Wärme zur Kälte, ber, wenn ein kalter und feuchter Herbſt auf einen heißen und trocknen Sommer folgt, oder dio“Thiere des Wincers aus ei- nem ſehr warmen Stalle einer kalten und feuchten Luft oder dem Froſte ausgeſekt werden. Der mit dem Graſe eingefreſſene Vek, Regliexicon 1V, Theil, Viehk 559 Reif, wenn das Vieh kein Morgenfutter- im Stalle gehabt hat, kann auch die Krankheit verurſachen, Die Kranfheit. iſt gefährlich, und erfordert ſchleunige Hüls fe. Es iſt ſehr nothwendig, den kranken Thieren, und zwar einem jeden völlig aus- gewachſenen Thiere 3-- 4 Pfund, Blut durch Aderlaſſen abzunehmen. Dieſes- Aderlaſſen wiederholt man 3, 4, ja 5 Mal in den beyden erſten Tagen, ſo lange das Blut noch di>k iſt, und eine ſtarke gelbe oder graue Spekhaut hat; ſollte aber das Blut dünn ſeyn, und nicht recht zuſam« menlaufen wollen, wenn es kalt wird: ſo iſt es ſchädlich, Ader zu laſſen. Darauf ſeßt man dem Thiere eine Haarſchnur vorn auf der Bruſt unter die Haut, die mit Spaniſcher Fliegenſalbe beſtrichen wird, hängt ihm einen Dampfbeutel, von Kleyen in Waſſer gekocht, und warm in den Bets tel gethan, vor die Naſe, giebt fleißige K!yſtiere, und behandelt es übrigens ſo, wie es bey dieſer Krankheit mit den Pfer- den gehalten wird. Der Danmpfbeutel thut den Thieren in ſolſung eines Talglichtes in den Maſidarm zu be- handeln. Man erkennt die Krankheit, wenn das Vieh mit den vier Füßen zu- ſammenſteht, den Rü>en krümmt, und zittert. Wenn es dabey noch wiederkäuet: ſo nehme man Wolfswiken, welche bey den Hecken und in Holzſceln und zu zittern anfängt, und in we» nig Minuten ſtirbt, wenn ihm nicht ſchleu- nige Hulfe wiederfährt. Das beſte Mit- tel iſt ein Aderlaßz zugleich aber nimmt Aagaa 2 man 562 BViehk man eine dünne Weidenruthe, welche recht zahe und nicht geſpißt iſt; um dieſe wie &elt man einen leinen Lappen recht feſt, daß er nicht abgehen kann; damit fährt man dem Thiere in die Naſenlöcher, bis Blut berausfommf, wodurch die Stockung aufe hört..; Das Aufblähen des Viehes iſt ein Zufall, dabey es einen ſo geſpannten Bauch bekommt, daß es oft in Gefahr zu feyn ſcheint zu berſten. Man verhütet die Krankheit, wenn man dem Viehe ſein Futter, welches noch neu oder friſch, und woran es noch" nicht gewöhnt iſt, mit dür- rem Futter, z. E. Heu, Stroh, oder mit magerem grünem Futter, vermiſcht giebt; wenn man ihm, ſobald es daran gewöhnt iſt, den Klee zwar allein giebt; aber, und beſonders wenn es hungerig iſt, nie viel aufeinmal; es auch nicht oaleich darauf ſaufen laßt, und den Klee, befonders den rochen Spaniſchen oder Helländiſchen, nicht naß vom Regen oder Thau, oder bereiſt ver- füttert. Cſparcette blähet nicht ſo ſehr; duzerne auch nicht ſo viel; außer wenn ſol- t iſt, damit er nicht in den Wanjt hineinfahre, wenn man ihn in die Wunve jteckt. Der rechte Ort, wo mon ftecyen muß, iſt auf der linken Seite der Theil, der ſich nahe an dem Hüftbeine durch ſeine Geſchwulſt am meiſten über deni Mucten hinauf erhebt, Ey iſt unge- fahr 3 Zoll von den Rippen, und eben ſo weit vom Düft- oder Sendenbeine entfernt, und alſo zwiſchen den Rippen und dem Zett» denbcine, Man ſieht hier die Suff zwi- ſchen dem Felle gleichſam wallen, und es immer mehr ausdehnen, Drückt man dort Lie and ſcharf hinein; ſo ſpürt man den Wanjt, der ſich ſtark ausdehnt. Hier nun madyt man den Einſchnittz aber ja nicht niedriger, als 1= 2 Zell unter dem Hüftbeine, Um dieſen Ore nicht zu ver- fehlen: ſtellt man ſich hinter das Bieh, und betrachtet genau die Wirbelbeine auf beyden Seiten( wegen der Geſchwulſt ſiebt man oft das Wirbelbein nicht); man bes trächtet auch den Rückgrad, um die Bretz te der Zenden zu beſtimmen; ſodann fühlt man nac) der Rippe, die dem Wirbelbei« ne am nächſten iſt, und dem Rande der tenden, der vom Wirdelbeine gleic) weit weg, und gemeiniglich in einer Linie mit demſelben iſt, Dieſe Rippe iſt nun der rechte» neh hier ft Dich, d man hal! ſeher in gen der ſiehe a 3)(0, hätt, gera madt und| 4,0 tie, hinein ſer ift bau) die H groß kleine mat)| bis ſid ſer, bi fiel hi eine h0 fen, hot des V foules dieſes das€ den J dieſeg ig, ſonſi, lichen ſicht gend; daß z7 welch, dect, Mag fet Ech balgs ( de man [4] ſte wn en bez € abet dozu, hin, ) un) Queet: in den In die mon ie der [eint |(ber Unge ben ſd fernt, 10778 zwi: "gs ndert 1 den Hie ve | den 1 vet? Vichy „auf ſieht bes Zel; fühlt bel der weil mit der 0 Biehl rechte Ort der Deffnung. Will man nun Hier ſtechen: ſo bewahre man 1) zuvor das Vieh, daß es ſich nicht bewegen kann; 2) man halte das Meſſer, wie eine Schreib- feder in der Hand, mit der Schneide ge gen den Ballen der Hand zugekehrt, und ſeche am angezeigten Orte damit das Vieh 3)[0, daß man die Spiße unterwärts hält, alſo den Eiaſchnitt ſenkrecht oder gerade von oben herab, ja nicht horizontal, macht, weil ſonſt die Wunde-ſchwer heilt, und die Nieren 2c, leicht verleßt werden; 4) man ſticht wenigſtens 14 bis 3 Zoll tief, auch wohl noch tiefer, bis an 4 Zoll hinein 3; auch kann man, ſo lang das Meſ- ſer ift, durch die Haut in den Schmeer- baud) ſiechen, bis Wind herausgehtz 5) die Oeffnung ſoll nicht zu klein, ſondern ſo groß ſeyn, daß man mit der Spike des fleinen Fingers hinein kommen kannz 6) man läßt das Meſſer eine Zeitlang ſte>en, bis ſich die Schwulſt ſeßtz oder noch beſ- ſer ,' bis man den oben beſchriebenen Feder- Fiel hineingeſteckt hat. Dieſen läßt man eine halve Stunde, oder ebon ſo lanze ſte- &>en, bis ſich der Bauch völlig erniedrigt hat Man drückt inzwiſchen die Seiten des Bauchs ſo dicht, daß alles blähendes faules Weſen hervorkommen muß. Ohne dieſes hilfe, beſonders bey fetten Thieren, das Stechen nicht viel; ja es kann ohne den Federkiel gefährlich werden. Wird dieſes beobachtet: ſo iſt es auch nicht n8- thig, mehr als einmal zu ſtechen; da man ſonſt, wenn nicht Linderung erfolgt, an et» licyen Orten nach einander ſticht; 7) man ſaicht dann am ſicherſien, wenn der Ma- gen des Viehes ſo ſehr aufgeſchwollen ift, daß zwiſchen der Magenhaut und der Haut, welche die innere Seite des Gerippes be- deckt, ſonſt kein Eingeweide, a!s das de! Magen umgebende Neß, bleiben kann; Viehk 563 8) die Wunde heilt ohne Zunähen; man wäſcht ſie nur mit ein wenig. Branntwein, und ſchmiert Theer darüber wider die Flie- gen; 9) die vom Ueberfreſſen aufgeblähe» ten Schaafe werden eben fo geſtochen. Am bequemſten aber iſt bey dieſer Operas tion dies Jnſtrument, welches man wie einen Spieß betrachten kann, und welches an der Spike eine Viertelelle lang und an den beyden Seiten ſcharf iſt. Dieſer Spieß muß mit einer Scheide verſehen ſeyn, die an beyden Enden oſſen iſt, und die Spiße deſſelben einen Zoll hervorra- gen, Die Scheide, welche man aus Ei- ſen oder Blech verfertigt, muß genau um den Spieß ſchließen, damit ſie zugleich eins dringt. Hat man mit dem Juſtrument hin? eingeſtochen: ſo zieht man denSpieß heraus, und läßt die Scheide als eine Röhre da- rinn ſiken, welche die Oeffnung oſfen hält, damit die Luft herausfommen kann. Loje Sähne verhindern das Rindvieh, daß es nicht gut kauen kann. In dieſen Umſtänden wird das Zahnfleiſch mit Waſ- ſer, worinn fo viel Alaun aufgelöſt iſt, als nur darinn ſchmelzen will, beſtrichen. Die Riauenkrankdeit erfount man anfangs daran, daß die Füße der Thizere ſchmerzend und heiß werden; weswegen ſie auc) bhinfen- Hierauf kommen G2- ſchwüre um die Crone, zwiſchen den Klauen vder an beyden Seiten, Sie geben eine fiinfende Feuchigkeit von: ſich, und bey ausbleibender Hüife löſet ſich endlich das Horn, und fällt ab. Dieſer Zufall muß wie die Mauke der Pferds behandelt wer- den. Oſt erſolgt fchen vie Heilung durch Baßen mit Bleywaſſer. Die übrigen Krankheiten, die das Rind» vieh mit den„Pferden genzein hat, werden mit eben den Mitteln, welche man bey den Pferden anwender, gebeiltz. nur-daßs Aaas Zz 83a SENT 9+ EEE Sui SESIS GI SRIESSEIEES 654 Viehk man die innern Mittel dem Rindvlehe inge- xingerer Doſis giebt, als den Pferden Bey den Schweinen kommen, in Vergleichung mit den Pferden und dem ornviehe, nur wenige Krankheiten vor. Die Sinnen erfennt man an der hei- ſern Stimme der Schweine, wobey ſie vorn di, und hinten ſpikig werden; als welches an den Maſtſchweinen bald zu ſehen iſt. Rupfer man ihnen die Borſten zwi- ſchen den Ohren aus: ſo ſind ſie unten rothkölbig. Man verwahrt ſie dawider, wenn man dem Schweine täglich ein paar Hände voll Aſche ins Saufen wirft, und bisweilen€ Quentchen Ecdhießpulver, wel- Holz ins Maul, um daſſelbe offen zu halten, und ſchneidet dann mit einem ſcharfen Meſſer dieſe Blattern rings herum aus. In die Wunde ſireuet man hernach klein geſtoßenen Jngwer und Ofenruß; ſperrt ſie in einen beſondern Stall; wirft ihnen taube Neſſeln ins Saufen, und füt- tort ſie gut. Die Kennzeichen ſind folgen- ve. Sie wollen im Felde nicht freſien; ſondern ſie) nur immer eingraben; aud) nimmt man jedem Maſtſen. Man hat dieſe Pflanze den Menſchen und dem Viehe für ſchäd- lic) gehalten; Gleditſch verſih:rt aver,' :daß ſolche von den Schaafen und dem Rindviehe gern gefreſſen werde, Wenn der Saame, unter Roggen und Waizen vermiſcht, in die Mühle kommt: ſo erhält zwar das Brod eine ſchwärzliche oder bläuliche Farbe; es wird aber ohne Schaden der Geſundheit verſpeitet. 3) Hain- oder blauer Wachtel- waäaizen, M. nemorofum L., wächſt in ſchattigen, feuchten Gebüſchen, Blätter: Wagenſ lang, lanzetfösrmig; Blumen: an den Enden der Zweige in einer Art von Aehre ſeitwärts ſtehend, blau; auch zuweilen im Schatten weißlich. 4) Wieſenwachrelwaizen, M, pra« tenſeL, wächſt auf trocknen Wieſen 3; auch in den Nadelhölzer. Blätter: lanzete förmig, breit z Blumen: weiß, geſchloſ ſen, die Unterlippe mit 2 gelben Flecken, Man findet eine Abart mit gelben Blu- men. 5) Wald- oder wilder Wachtel- waizen, M. flilvaticum L., iſt in den Wäldern zu finden. Blätter: länglich, geſpißtz; Blumen: aufgeſperret, gelb. Das Vieh Frißt alle dieſe Arten gernz auch ſammlen die Bienen von ihnen Ho- nig. Die unter Nr. 3 und 3 angeführten Arten machen in der Flor ein artiges An- ſehen, und verdienen einen Plaß in den Blumengärten, Wagenſchmiere, Wagenpech, eine Schmiere, womit die Achſen der Wagen und die Naben der Räder auge- ſchmiert werden, daß dieſe leichter um die Achſen laufen» Man läßt hierzu, z. B. 1 2 Pfund, ſchwarzes Pech beym Fever zer- gehen z aber ſo, daß keine Flamme in den Keſſel ſchlägt. Wenn es zerlaſſen iſt: ſo wird es vom Feuer genommen, etwas ab- gefühlt, und auf ein jeves Pfund Pech ein halbes Maaß SeifenCederlauge, oder, in deren Ermangelung, ſs viel gute Buk- termilch, und eb«n ſo viel dickes Rüben- oder Leinol gezoſſen, und alles wohl un- ter einander gerührt, daß die Schmiere recht geſchmeidig werde, Wenn ſie erkal- tet, und niche zähe genung iſt: ſo gießt man noch etwas Leinöl hinzu, und rühre ſie ſtarf um, Wahn: viele wird dung geht beſte j die* muß Erod Der( zuber; gebt hen die und nen bleib der ſ Abſe Male wend Knie ſoe wac hen fro mah auf len 0 FET vn and Wahne Wahnecken, Wahnkanten, ſind an Zimmerſtücken die E&Xen, welche nicht völlig ſcharf zugehauen ſind; ſondern woman noch etwas von der Rundung des Baums, wo die Rinde geſeſſen hat oder noch ſikt, fehen fann. Waid, Färberwaid mit einge- ferbter Wurzel und pfeilförmis- gen Stengelblättern und längli- t, und wo- ran das Zugvieh, ſolches zu ſchleppen, ge- ſpannt wird. Die beyden kurzen Hölzer, in deren Mitte die Zapfen ſte>en, werden Hörner 3; hingegen die beyden langen, wel- he ſie von einander halten, Stangen ge- nannk. Warnglocke, eine kleine Glocke, die ſichim Schuh des Rumpfs einer Mahl- mühle befindet, und, ſobald ſolcher leer vom Getraide wird, dadurch, daß der S huh geſchüttelt wird, anfängt zu klin- geln, und dem Müller dadurch ein Zeichen giebt, daß er Getraide auſſchütten ſolle, Warzenring, ein eiſerner Ring mit Zähnen, der in dem runden koche des kau- Weberk ferſteins in einer Mahlmühle ſtet, und mit ſelbigem herumläuſt, und der vermit« telſt ſeiner Zähne den Rührnagel in ſeinem Innern ſchüttelt, damit das in dem Rumpf der Mühle befindliche Getraide ununter- brochen aus demſelben zwiſchen die Mühle ſteine laufe, Waſſerbänfe, Breter, die an der Seite des Waſſerrades an den Schlagwän- den angebracht werden. Waſſerbett, iſt das vor- und hin- ter einer Mühle, oder einer andern Waſ- ſermaſchine, auf einem Roſte angenagelte Breterwerk, Waſſerſchnecke, Waſſerſchrau- be, Archimediſche Schnecke, eine "Maſchine, welche entweder wie eine Schne- >e um eine Spindel von Holz geher, in in welche Einſchnitte gemacht find, und um welche von außen ein Gehäuſe von Bretern gemacht iſt, welche durch eiſerne Reifen wie eine Tonne angezogen und ver- picht werden; oder es läuft eine bleyerne Röhre mit einer Schraube um die Spins del. Durch dieſe Maſchine wird das Waſ- ſer, wenn ſie ſchräg geſielit und umgedre« het wird, in die Höhe gehoben; ſie dient daher, bey Grundbauen das Waſſer aus« zuſchöpfen, wo man im Trocknen ar- beiten muß. Waſſerſtand, iſt die Höhe des auf« geſtaueten oder geſchüßten Waſſers auf dem Fachbaume, ſo hech es nämlich durch die Schußbreter gehalten wird, Weberfarden, Kardendiſtel, Weberdiſtel, Karden, Kardät- ſchen, Dipfacus fullonum L., wird auf den Feldern und an den Wegen wild wachſend gefunden. DStrentel; aufrecht, ſteif, ft], beſht, dei En Zweige Pon d die za Spre Fruc gebr niht <:m rect aus ſo ge der Eau jus ( der des 1 mig Ste amn und Die ſond eine flein geln aus Roſ wenn nach 2 mit lich P.n Etie duch men Wegeb ſteif, mit ſtarfen gekrümmten Stacheln beſekt, 4-5 F. hom; Zlumen: auf den Enden der Stengel und der kleinen Zweige in großen kegelförmigen Köpfen, Bon dieſer wilden Sorte unterſcheidet ſich die zahme Sorte durch ihre hafenförmigen Spreublätthen, um deren willen ihre Fruchtköpfe zum Kardätſchen der Tücher gebraucht werden, wozu die wilde Saat nicht tauglich iſt, Der Boden, auf wel- dern und an“ dern ſandigen Oertern. Die Pflanze iſt mit dem Cheirantho eryſimoide L. inahe verwandt; die gelben Blumen aber ſind kleiner, und die Schoten ſiehen mehr vom Stengel ab. 4) Wegzeſenf mit lanzetförmiggen ausgezähnren Dlättern, babichts- Frautblätteriger Hederich, E. hiera« cifolium L., wächſt hin und wieder auf Bergen und Hügeln. Stengel: wenig über 1 F. hoten Seklinge, wenn der Boden nicht Vet. Regllexicon 1V, Theil, Weider 575 ſehr feucht und loer iſt, leicht ausbleiben. Die beſte Zeit iſt der März und April; Einige aber laſſen die Seßlinge bis in den May hinein ſo lange im Waſſer liegen, bis das unterſte Ende völlig Wurzeln ausge« krieben hat. Dieſe gehen am gewiſſeſten fort, wenn bey dem Einſeßen ſo behutſam verfahren wird, daß die ſehr brüchigen jun gen Wurzeln nicht abgebrochen. werdenz weshalb die lockere Erde um ſolche Wurzeln ſehr leiſe und ganz klar gebröcelt werden muß, weil ſie ſonſt abbrechen, wenn eine feſte Erde darauf geworfen wird. Sehr gut iſt es, wenn der über die Erde hervor- ſtehende Seßling mit Moos oder Stroh bewickelt wird, weil ſolcher, wenn der May trocken und heiß iſt, gern zurückgeht und vertrocknet; kommt noch außerdem hinzu, daß bey den ſo ſpät eingeſeßten Stecklingen die Erde mit Waſſer angegoſſen,„aber nicht mit den Füßen angetreten wird, als wopon die brüchigen Wurzeln zerbrechen müſſen: ſo wird man ſich einen deſto beſſern Erfolg zu verſprechen haben, Weiderich, ein Pflanzengeſchlecht, welches man durch Beynamen unterſchei- detz obgleich ſolche nicht auf alle Arten, ſonderlich in Anſehung der Farbe, paſſen, A, Brauner Weiderich, 1) Gemeiner brauner Weiderich mit lanzetförmitzen Blättern, und zwölſfädigen Blumen, Purpurwei- derich, blauer 8iichsſchwanz, Blut- Fraut, Lythrum Salicaria L., wächſt überall an den Bächen, um die Gräben und in feuchten Niederungen, und blühet im Jul. und Aug, GStentel: zahlreich, purpurröchlich, 3= 4= 5 F. hoh; Blys men: ſchön röthlich- purpurrotb. Die ganze Pflanze erhält, wenn ſie ſich dem Abſterben nähert, eine rothe Farbe, Sie Cccc iſt 576 Weider iſt ein kräftiges Mittel wider den Durh-. fali und. die Ruhr, wenn ſolches von der Schlappigkeit der Gedärme herrührt, Man verordnet das Pulver Morgens und Abends zu einem Quentchen, Wiele Landwirthe rühmen die Pflanze wider den ſchwarzen Kornwurm, und pflegen ſolche um und auf den Kornhaufen zu legen. Dieſe Pflan- ze, von welcher man viel ſchöne Sorten hat, verdient wegen der anſehnlichen Blu- -menähre einen Plaß in den Luſigärten; nur muß man ſie an einen ſchattigen und feuch- ken Ort ſeßen, 2) Yjopblätteritzer Weiderich, L. Hyflopifolia L,, wächſtauffeuchten Gras- pläßen. Strentel: theilen ſich in einige wenige Zweige, etwa 1 F. hoch; Blät»- ter: denen des Yſop ſehr ähnlich; Dluy- men: gewöhnlich bläulich purpurroth. RB. Gelber Weiderich. 1). Gemeiner gelber Weiderich mit flachen zweigigen Blumenbü- ſcheln, Lyfimachia vulgaris L., hat ſei- nen Aufenthalt an den Wieſengräben, imGe- ſträuche, an den Ufern der Ströme unter den Weiden, u. blühet im Jul. u, 19. Stren- el: aufrecht, ſteif, geſtreift, 3=> 4 F. b.z lumen: in Trauben, welche eine Riſpe bilden, ſchön gelb. Dieſe Abart des gel: - ben Weiderichs wird auch, wegen ihres ſchönen Anſehens, in große Gärten aufge- nommen. 2) Spigſirauchförmiger gelber Weiderich, L.thyrGfloraL,, wird im ſchattigen naſſen Grunde und Schlamme ge- funden. 21.: gelb, auf Stielen, aufjedem Seiele ein kugelicher Kopf oder eing Traube, “ 3) Geſtreckter gelber Weiderich mir eyförmig zugeſpitzten B1,. gel- ber Gancdeil, L.nemorum L., wächſt in grob ſandigem feuchtem Boden in Laube holzwäldern gemeiniglich, Dlumen: ein» Weider zeln, auf langen dünnen Stielen, klein, gelb. 4) Geſtreckrer gelber Weiderich mit herzförmigen Blättern, Pfen- nizkraut, Egelfraut, Schwalben Eraut, Wieſengeld, L. NumulariaL,, wächſt an den Waſſergräben, auf feuchten Triiten und in naſſen Wäldern. Süren« Tel: zahlreich, ſchwach, an den Gelenken Wurzeln ſchlagend; Blumen: auf lana gen, dünnen Stielen, auf jedem Stiele eis ne kleine gelbe Biume, Manche Schäfer unterhalten dieſe Pflanze in Gärten ſogar, und geben ſie gepulvert den Schaafen als ein Verwahrungsmitctel unter die Le>en. Weiderichröslein, Weidenrös- lein, Epilobium, eine Gattung, deren Arten zum Teil perennirende Blumen- pflanzen ſür die freyen Gärten ſind, weil ſie meiſtens hocen ſich alſo für hieſige Gegenden die ſpäten Sorten gar nicht, weil ſie, aus mite m dritten AE-MÜern Boden ſteht. 6) L7ordamericaniſcher ſtacheli«- ger Weißdorn mic epförmigen wol- ligen Dlättern, C. uniſlora 1. Die reifen Srücht? ſind grünlich gelb, und klei- ner, als bey der erſten Art. 7) Trordamericaniſcher Weiß- dorn mit glänzenden lanzerförmi- gen Blätrern, C. lucida L. Die Bee- ren werden im Herbſte reif, und ſind roth und klein, Miller empfiehlt dieſe, vor allen übrigen ein ſchönes Anſehen habende, Art zu Hecken. Site verträgt das Beſchneiden recht wohl. Unter allen ausländiſchen Arten ſind für Deutſchland nur die Azerolen etwas weich- lich, und wollen vor Kälte in Acht genom- men ſeyn. Welle, Wellbaum, Gründel, ein runder Cylinder, woran bey Mühlen das Waſſer- und Kammrad hängt, und eine horizontale Lage hat; es ziebt aber auch Wellen, die ſenkrecht ſtehen, z. B. bey Matzlmühlen diejenige Welle ,* woran der Trilling ſißt 3 auch hat man loth- oder ſenf» recht ſtehende Weilen bey Schlagwerken oder Rammmaſchinen, in denen Löcher durchgebrochen ſind, durch welche man die Ziebſtange ſtet, und an welchen die Men- ſchen ſtehen, um den Wellvaum herumzu- drehen, Wermuth, Artemilia Ablin- thium L., iſt überall bey uns zu ſinden, Die ganze Pflanze iſt ungemein bitter und zugleich gewürzhaft; auch miteinem beſon- dern Farken Geruche begabt. Die Blät- ter ſind fräftiger, als die Blühen. Das gefro>dnete Kraut behält ſeine Bitterkeitz verliert aber viel vom Geruche, Der Wicke 579 Wermuth beſißt nicht nur alle Kräfte, wel- onarten in zwo Ordnungen abgetheilt. A. Wicten, welche verlängerte Biürhſtiele, oder ährenweiſe tge- ſtellte Blumen haben. 1) Große Erbſenwicke mit Fleinen ZBlattanſärzen, welche von den bin- reiſten, plarranfſinzenden Blättchen. Ccccz ber 5392 Wie bedeckt ſind, oder große breitblätte- ritte und glatte Waldwickte mit bicß- geiben Dlumen, Vicia piſiformis L., wächſt in Ungarn, auch hin und wieder in Deutſchland. Die Hülſen ſind klein, glatt, geiblich, jede enthält 4-5 fugelförmige, glatte, braune, mit einem weißen Striche bezeichnete Saamen«| bi; 2) Großeern einheimiſch, und fommt unter dem Getreide, beſonders unter der Gerſte, mit in die Scheune, Den davon weggenommenen Saamen habe ich immer auf Wieſen ſo ausſäen laſſen, daß die Maulwurfshügel damit überſtreuet, und ſodann die Erde ſolcher Hügel umher geworfen ward, Auf den Aeckern taugt ſie nicht, weil ſie das Getreide überwältigt und niederzieht 3; ſie iſt auch wegen ihrer ausdauernden Wurzel nicht gut auszu- rotten, 5) Mortgenländiſche Wicke mit länglichen Slärrchen, ganzen Blatr- anſätzen und rauchen Hülſen, V. nil- ſoliana L., ſtammt aus dem Morgenlande ab, und iſt jährig, hat purpurrothe Blu- men, und in den platten, länglichen Hülſen gemeinizlich 5 Saamen. 6) Zweyjährige Wicke mit tge- furchren Blartſjtielen und 6 Paar lanzetförmitgen Blärrchen, oder Si- beriſche Wicke, V. biennis L. Ihr Vaterland iſt Siberien; der Stengel 5== 12 F, hoch, und blühet erſt im zweyten Jahre mit lict am Boden liegen, und ein weit- ſchweifiges unangenehmes Anſehen haben, 7) Bentaliſche Wicke mit ganzen Zlartanſärzen und aufgerichreren Hülſen, V. Beoghalenſis L. Die Blu» men ſind hochrothz; nur des Kielblättcer wird davon mürbe, und bringt darouf gute Kornärnd- ten, Jn niedrigen Feldern muß nur dar= auf gehalten werden, daß der Acker, ſo»- bald die Wicken abgeärndtet worden ſind, geſtürzt oder umgepflüget werde, weil ſonſt Gras und andere Unkräuter hervorkom« men, und den Acer verunreinigen; wenn aber auch dieſes nicht wäre: ſo erfolgen de< dann, nah vielfältiger Erfahrung, ſchlechtere Kornärndten, Dieſe Wicke wird ferner, wenn ſie grün verfüttert wer« den ſoll, dergeſtalt zu verſchiedenen Zeiten geſäet, daß es den ganzen Sommer nicht an Grünfutter fehle; auch geht man ſehr gut dabey, weil die Wicken ſo gut, wo nicht beſſer, als der Klee, dem Viehe aller Art gedeihlich ſind. Werden dergleichen Futterwicken nicht allzu tief abgemähet: ſo laſſen ſie kein Unfrauf über ſich hervot- formen, und wachſen bald in die Höhe, Wenn ſie zum leßten Male in grünem Zus«- ſtande nicht zu tief abgemähet, ſondern umgeaFert werden, und ſodann Roggen oder Waizen eingeſäet und eingeegget wird: ſo düngen die grün eingepflügten Wicken den Acker ſehr gut, und verſchaffen eine gute Korunärndte. An einigen Orten be- ſäet man auch die Ae>er mit Wicken, Roge- gen, Gerſte oder Haber, und bereitet ſich damit ein beſſeres Winterfutter für die Pferde; nach Beſchaffenheit des mehr oder weniger guten Ackers werden aber die Wi- den nur zum dritten oder vierten Theile darunter genommen, damit ſie nicht die andern Getreidearten überwältigen und verdrängen. Noch andere, denen es an Wieten fehlt, machen die Wicken, wenn ſie ſole von Zeit zu Zeit noch nicht völlig erwachſen abgemäher,-mehr denn einmal zu WIHET 5:ernz hat eine ausdauernde Wurzel, Die Blumen ſind einzeln, blau. 14) Sranzoſiſche Wicke mit 2--3 Paar Blättchen, und drepfach ver- einigten Blumen, Wicke aus Lan- guedoc, Schwarzerbis, Mobhrene- erbis, V. Narbonenlis L. Die Hülſe iſt rauch, kleberig, und bey der Naht mit fleinen Stächelce, und geht ſowohl Über 1-=2 ZJ, tief in die Erde, als auch mit ivren Auslaufern zur Seite. Ein je- ves mt dem Pfluge abgeriſſenes Stückchen wird wieder zu einem neuen Stoke, wenn es nur die Erde erreichen kannz daher die Winde eines der beſchwerlichſten und am weniaſten zu vertilgenden Unfräuter iſt; befonders in AeFern, die alle Jahre ge» bauet werden. Auf den Braachäckern ſchadet ſie weniger durch Ueberziehung und Verbiüſchung des Getraides, weil ſie, durch beſtändiges Abweiden des Viepes, auch Auſfſuchung der Wurzel von den Schweinen, immer entfräſtet wird. Die Stengel winden ſich 2---4 F. lang an an» dern Pflanzen in die Höhe, Die Blumen fummen aus den Gelenfen von mancherley Farben. Die Stengel tronen unter dem Getraide äußerſt langſam aus, und leßte» res muß oft umgekehrt werden, weil, wenn die Stengel der Winde zwar äußerlich tro- &en ſcheinen, inwendig aber doch'noch allen ihren Saft haben, ſelbige das dar- unter befindliche Stroh anfeuchten, und ſchimmelnd machen, daß es dem BViehe ungenießbar wird. Läßt man aber die Winde recht austro>nen: ſo wird ſalche von den Thieren ſo gern, äls Klee, geſreſ- ſen. Jſt die Winde nach dem Trocknen auf dem Schwaden oder in den Garben vom Regen wieder naß geworden: ſo läßt ſie ſich weit ſchwerer wieder abtrocknen, als das Getraide; auch iſt man wohl gar ge- nöthigt, die beregneten Garben wieder aufzubinden und auszubreiten, um der Sonne, dem Winde, und der Luft mehre- ren Eingang zu verſchaffen, ien urin AEN IEE mooſigen Pläßen, tet, 1 F. hoch, einfach, glatt, mit einer Winters 585 2) Zaunwinde mit pfeilfösrmiten, Hinterwärts«bgeſiuzten Blättern und einzelnen Blumen, Hecken: oder große weiße Winde, Jaunglocke, Gnacentraur, C. ſepium L., wächſt überall an den Hecken und Zäunen, und blüher den Sommer Über. Stengel: viele, windend, an einer Unterſtüßung 10--15 F. hoch ſteigend; Blumen: aus den Gelenfen der Zweige, auf langen vier« efigen Stielen, groß, ſchön, gloc>kenför- mig, rein weiß. Man hat Abarten mit purpurrothen und/ mit purpurroeh geſtreif= ten Blumen. Der milchige Saft des Stengels ſoll, wenn er eingenommen wird, purgiren; die Wurzel ſoll gleiche Wirkung haben; daher man es das Deute ſcige Saame iſt roch, und die Seide, welche nunmehr den ganzen Kopf bedeckt, und wovon die Wieſen nach Jo» hannis ganz weiß ausſehen, zart und fein; bisweilen aber weißlich gelblich oder grün- lich 3 auch zerbrechlich, wenn ſie ihre Voll- fommenheit nicht erreicht. 2) Gemeines Wollgras miteinem anfsgerichteten Dit«hkopfe, früb- zeitiges Dünngras mit einfachen Ziumenquaſten, E. vaginatum L., hat mit der erſten Art gleichen Geburtsort, Die Wurzei beſteht aus lange“, röthlichen Faſern, treibt viele, aufgerichtete, rund- lich dreyeckige, glatte, 1= 13 F. hohe Halme, welche von unten an mit Blättern beſeßt, oben aber na>end ſind, Jeder Halm endigt ſich nur mit einem immerfort auſrecht ſtehenden Blüthkopi, um welchen keine langen Blätter z ſondern nur kürzer Schuppen ſtehen, welche gleichfam eine gemeinſcha/tliche Hülle vortictten. Dieſe ſind graulich, glänzend, lanzetförmig, völ- lig ganz, glattz am Boden aber mit weiße tien, einigermaßen wolligen Flecken be- zeichnet, Die Saamenwolle iſt bey dieſer Art nicht ſo lang, als bey der vorherſie- enven. Man hat Verſuche gemacht, dieſe Wolle zu ſpinnen und zu verweben; fiefannaber für ſich allein nicht dazu gebraucht werden, denn ſie iſt zu furz und nicht feſt genug dazu; man muß ſie alſo mit einem Theile gemei- Wüter 587 ner Wolle vermiſchen und zuſammenkräe ßen, und übrigens eben ſo mit ihr verfaß- ren, als mit dem Biberhaar. Man iſt aber mit den erſten Verſuchen bisher noch nicht ins Große gegangen. Das Kieh, und beſonders die Schaafe, laſſen dieſe Pflanzen, wenn ſie alt ſind, unberührt ſt:hen. Der Halm iſt zähe; hat aber, wie die Blätter, einen ſüßlichen Geſchma>, und wird von den Thieren, wenn die Pflanzen noch jung und zart ſind, gefreſfen. Die Wolle, wenn ſie unter das Futter oder Heu kommt, iſt ſchädlich: Wenn die Wieſen viel Woligras enthale ten: ſo ſoll min ſie nicht eher abmahen, als bis der Saame, der vor der Heuärndte reif wird, verflogen iſt, und das Heu ſo leicht nicht mehr verunreinigen fann. Wüwppe, Schanzkarren, Störte, iſt ein Karren mit zwey Rädern, deſſen Kaſten in den Achſen der Räder beweglich. iſt, und mit einem Uebertfalle und einer Krampe auf der Deichſel, oder Lande, vermittelſt eines vorg ſteten PDfio&es, oder bey der Lande mit einem Kettchen be- feſtigt wird. Sobald man mit dem Kar» ren an Ort und Stelle gekommen iſt: 19 thut man den hintern Theil des Kattens auf, und zieht den Pflo>, oder macht das Kettchen los, worauf ſic) denn derKaſten hin? ten niederläßt, daß die Eide, der Sad oder 2ehm heraus fallen muß. Ein ſolcher Kaſten, der von einem Pferde gezogen wird, iſt überaus bequem, wenn ein Aex oder eine Wieſe irgends wo ausgehöhet, oder mit Verbeſſerungserden bejahren wer- den ſoll, TBnterich, Cicuta L., eine Wajz> ſerpflanze, die zwar ein äußerlich gutes Anſehen hart; aber ſehr giſtig ij. Sie heißt daher giftiger Würerich, Waſ- Dddd 3 ſer- nennen re EEN bi Gunmen men aue mn fm il 538 Wutderb ſerſchierling, CO. virofa L., und wächſt bey uns an dem Ufer der Bäche und Flüſſe, in Sümpfen, ſtehenden Wäſſern und Grä- ben. Wurzel: groß, Fnolligoder rüben- artig, äußerlich gelblich weiß, zur Win- terszeit, wenn ſie der Luft ausgeſeßt ifi, oberwärts grunz«Stengel? 4 F. hoch, groß, hohl, aäſtigs Dlätter: gehiedert, aus vielen, langen, ſchmalen, ſägeförmi- gen Blättchen zuſammengeſeßt, auf langen ſtarken Stielen ſtehend 3; Dlumen auf den Enden der Zweige,-in großen, den Blättern gegenüber ſtehenden, Dolden, gelblichgrün, im Jun, u. Jul.; Saame: dem der Peterſilie ähnlich; reif im Sept, Am öfterſten wird der Würerich mit der Paſtinake, ſonderlich in Anſehung der Wurzel, verwechſele- Die Paſtinak- wurzel iſt gemeiniglich kleiner, mehr ſpin- delförmig, und hat, wie dieübrigen Theile, einen eignen gewürzhaften und ſüßen Ge- ruch; iſt auch niemals-innerlich, wie-der Wüterich, mit Fächern verſehen. Daß die Wurzel Menſchen und Thieren tödklich geweſen ſey, davon hafman viele Beyſpiele, und gemeiniglich ſind Menſchen, wenn ſe Paſtinakwurzeln genoſſen haben, durch die darunter gefonzumenen Wüterichwurzeln vergiftet werden; weshalb man.in der Küche die jeßt berührten Unterſcheidungs- zeichen von beyderley Wurzeln wohl bemer- fen ruß.| Wunderbaum, Ricinus I. Von den 3 Arten dieſer Gattung iſt in den Gärten nur eine bekannte, zärtliche, hoch- Wund.erb wachſende, aufrechte, reichbelaubte, ein« oder höchſtens zweyjährige Pflanze, von welcher es mehrere Abarten giebt, die, wes gen ihrer ſonderbaren, großen, ſchönen Blätter, als Verzierungspflanzen ſehr ge- ſchäßt werden. Gemeiner Wunderbaum, Rreuz- baum, R. communis L. Waterlands beyde Indien, Africa, das ſüdlichere Eue ropa; Stamm: aufrecht, ſtark, dick, ſteif, glatt, kraufartig, gegliedert, 8== L0 F. hoch 3; Dlätter: ſchild- und faſt hand- und ſägeförmig, langgeſtielt, ſehr groß; ZHlumen: in den Winkeln der Zweige an den obern Theilen der Pflanze| in langen'Aehren, weißlich grün, im Jul. u. Aug. 3; Saamen: eyrund, länglich, geſtreift, re im Herbſte- Dieſe findet man in den Apotheken z; ſie purgiren. ſtark, verurſachen Erbrechen und Schmerzen in den Gedärmen; weshalb ſie nicht ſicher zu gebrauchen ſind>- Cs giebt von dieſem Wunderbaüume viele Varietäten, Dex Saame muß auf den Miſtbeeten gezogen, und Z Z. tief gelegt werden, Die erwach«- ſenen Pflanzen werden einzeln in kleine Töpfe gepflanzt, inein Miſtbeet eingeſenkt, wie andere ausländiſche Gewächſe gepflegt, und gegen den Herbſt zeitig in ein Glashaus gebracht, weilſie leicht durch die Herbſtfrs- ſte getödtet werden. Jn unſerm Klima- zeigt ſich gar nichts bayumartiges an dieſem Gewächſe 3; vielmehr mus man es ein Kraut nennen; obgleich der Stengel diF und hoch genug iſi, Zaun y a fr. BEE FUE GAGE.€ Zaun? Zaunkönig, Trochylus, Regulus, der kleinſte Vogel, den wir in Europa ha- ben. welches ſehr künſtlich, faſt wie ein Filz, * gearbeitet, und ſo in einander geflochten iſt, daß man es nicht ohne Mühe zerrei- ßen fann. Ueber Winter bleibt der Vogel bey uns, zieht ſich bey der Kälte aus den Gehölzen in die Dörfer, wo er ſich in Holzſtößen und andern Schußörtern ver- birgt, und daſeibſt die verſteckten Fliegen und Mücken aufſucht. Der Geſang iſt kaut und unterſchiedlich abwechſelnd, auch an ſic) angenehm. Zapfen, iſt im Zimmerwerke am Ende eines Stück Holzes ein verdünnter Abſaß., meiſtens den dritten Theil von der Holzſtärke di, welcher in ein Loch paßt, das in einem andern Holze eingelochet iſt, und das Zapfen- oder Ferſenloch heißt, als wodurch die zwey Hölzer mit einander vev» bunden werden» Wenn durch das Loch und den Zapfen ein Loch durchgebohrt iſt, dnr< welches ein hölzerner Nagel geſchla- gen wird: ſo wird der Zapfen in ſolchen? Falle ein verbohrter Zapfen genannt. Zapfen, ſchwaibenſchwanzför- miger, iſt ein Zapfen, welcher wie ein Schwalbenſchwanz zugehauen iſd, d. i.. wel- eber an ſeinem Kopfe breiter, als hinten am Halſe iſt, und in einen ſchwalben- ſchwanzförmigen Cinſchnitt eingelaſſen wird, Zapfen zur einfachen Verſa- kung, ein Zapfen, welcher nicht ge- viert, ſondern ſchräge ausgeſchnitten iſt, weil das Holz, woran er iſt, eine ſchräge Er bauer ein ziemlich großes Neſt, Zeitt 589 Fbage hat; um zuſtreben. Dergleichen ſind die Zapfen der Strebbänder, der St, Atj« dreasfreuzer, u. ſ.f. Zapfen, verlorner, iſt von Ei Henholz, und wird zwiſchen geleimte und gefugte Breter eingelaſſen, damit ſolche deſio weniger aus einander gehen können. Zarge, Lauf, Lauft, iſt bey den Getraidemühlen ein Gefaß, welches um die Mühlſteine geſeßt wird, damit, wenn der obere Mühlſtein oder Laufer darinn he» rum läuft, die gemahlne Fruchtnicht weg- ſpringen, ſondern im Laufe bleiben, und aus ſelbigem in den Mehlkaſten fallen- müſſe, Zeitloſe, Colchicum L., eine Pflanzengattung, deren Zwiebelblumen- pflanzen die ſonderbare Eigenſchaft haben, daß ihre Blumen ſich ſchon im Herbſteaus der Zwiebel erheben; ihre langen, ſchma» len Blätter aber'erſt im Frühjahre keryo- fommen ,und im Jun. wieder abſterban. 7) Gemeine Herbſt- oder Wieſen- zeitlöſe, gemeine-Zeitloſe mir nacken- den einfarbigen Blumen, nackende Hure, Herbſt-, Spiny-, Licht- Ülichelsbinme, Hundshode, Wie. fenſafran, C. auctumnale L., wächſt bey uns häufig auf feuchtenWieſen, undin den Baumgärten. Zwieb., länglich- rundlich, braun, oft zuſammengedrücft; Blätter: aufrecht, flac, beynahe 6 Zoll lang, 1 -- 2 Z. breit, hochgrun;. Blumen: ohne Stengel, mit einer aufrechten Röhre, 'wie die des Crocus, 4, lang, verbreitet fich nach oben zu nach und nach, und theilt ſich 590 Zeitl ſich oben in S6 runde Einſchnitte. Man hat hiervon ungemein viele Sorten, die aufvielerley Weiſe roth, weiß und gelb ſind. 3) Hergzeitloſe mit bedeckten Zlumen, C montanum 1, Waterl,: Spanien, die Schweiz; Swiebel: klein, länglich, rundlich, ſehr dunkelbraun z Blätter: lang, ſchmal, ſtrichſörmig, ſehr abſtehendz Blumen: röchlich, mit einer langen Röhre, die in 6 Übſchnirte getheiltiſt, mit gelben Staubfäden. Nan hat eine Abart mit geſtreiften rorhen Blu- men. 3) Dunte Zeitloſe, C. variegatum L. Vaterland: die Juſel Chio; Iwie- bel: länzlich, etwas flacnet iſt, ausnehmen, und abtrocknen 3 aber auch bald wieder, länge- ſtens vor Ende des Aug., einſeßen« Die Wurzel iſt ſehr lebhaft, und pflegt auch außer der Erde Blumen zu treiben; ſie leidet aber dadurch Schaden, daher man ſie nicht allzulange außer der Erde aufde- Ziege' halten muß; die Vermehrung kann auch durch den Saamen geſchehen, um neue Sorten anzuziehen. Auf den Wieſen ver- mehrt ſich die wildwachſende Pflänze durc den ausfallenden Saamen dergeſtalt, daß man die Pflanzen zu vertilgen ſuchen muß, ehe ſie den Saamen fallen laſſen, weil die Blätter unter dem Heue nichts taugen. Ob die gemeine Zeicioſe giftig ſey, oder nicht, darüber kommen die Schriftſteller nicht mit einander überein. Das Vieh läßt ſolche unberührt ſiehen-. Die Wute zel hat, beſonders wenn ſie zu Anfange des Sommers, oder ehe die Blumen hervorbre« e im dritten oder vierten Jahre; auch werden die Bockshäute, weil ſie zu Bein- kleidern ſehr dauerhaft ſind, hoch im Preiſe gehalten. Das Ziegenfleiſch hat in un- ſerm Himmelſtriche nicht den guten Ge- ſchmac> des Hammelſleiſches;: wenn es aber von nicht zu alten Thieren dieſer Art einige Tage in Cſſig gelegt wird: ſo wird es im Geſchmace des Wüldprets ſeyn. Das Fleiſch der jungen Ziegen wird mit dem Fleiſche junger Lämmer gleich geach- tet. Jm Milchzeben will man zwo gute Ziegen einer nicht zu großen Kuh gleich ſchäßen, Die Ziegenmilch hat einen her- vorſtehenden eignen Geſchmack, wodurch ſie ſich von der Kuhmilch unterſcheidet; ſie wird aber dafür deſto geſünder gehalten, und der Ziegenkäſe wird von Liebhabern dem Kuhkäſe vorgezogen. Vet, Regilexicon IV, Theil, Zuckerw SIt Zittergras, ein ſchicklicher Name für Briza L. 1) Gemeines oder Wieſen- zittergras, Slitter-, au< Ha- ſentjras, Zaſenbrod, unſrer lieben Srauen Stachs, B. media L., wächſt auf unſern tro>nen Wieſen, warmen Hügeln und in Eich- und Fichtenwäldern, Blätter: bilden einen Büſchel, ſind gra- ſig, 4-5 Z. lang; Halm: dünn, ge- bogen, mit 1 oder 2 Blättern beſeßt, die den Halm mit der Grundfläche umfaſſen; Blumen: on den Enden der Halme, zahlreich, in kleinen runden Aehr uH 4-27 PEIN SE Femin HALL SEE 3 992 Zuhau dieht ſie theils burch den Saamen; theils durch die Keime. Die lekßte Weiſe iſt die beſte, Der Saante wird im Nov. oder Dee,, oder auch ſehr zeitig im Frühjahre geſäet, und geht in einigen Wochen auf. Die zu dick ſtehenden Pflanzen werden auf- gezogen, und auf ein anderes Beet, 1 F. weit von einander, geſeßt. Bey der an- dern Erziehung werden die Keime oben von der Wurzel abgeſchnitten; doch ſo, daß wenigſtens 3 Z. Wurzel daran bleibe, Dieſe werden den Winter über im Keller aufbehaltenz; in folg:ndem Frühjahre aber werden hiezu 5 F, breite Beete gemacht, und die Keime, 1 F, weit von einander, und 2 Z. tief, eingeſeßt, da ſie dann in kurzer Zeit hervorwachſen. Gegen den Wincer hebt man die Stöcke aus, ſchnei- der alsbald die Keime von den Wurzeln ab, und verwahrt ſie im Sande, Es kann dieſe Wurzel zwar den Winter über im tande ſtehen; doch iſt es nicht zu rathen an allen Orten, zumal wo ſich Mäuſe aufhale ken, Einige pflegen die Stengel lange zu- vor, ehe Blürhe und Saame erfolgt ſind, abzuſchneiden, und hoffen dadurch größere Wurzeln zu erlangen; es iſt aber gewiß beſſer, wenn man dieſe ſtehen läßt, bis ſie dürr, und der Saame reif geworden iſt; alsdann ſoll man ſie ganz nahe an der Er- de abſchneiden, und hierauf werden die "Wurzeln noch merflich an Größe und Stärke zunehmen, Zuhauen, heißt einen Baum derge- ſtalt zurechte hauen, ſchneiden und paſſen, daß die Verbindung an der Bauſtelle ge: legt oder aufgerichtet werden kann. Zungen, ſind die dünnen Mauern, womit man in einem Schornſteine oder einer Feuermauer die Röhren abſondert; auch nennt man ſo die Abſonderungsnzau- Zuſ ern ber Secretröhren; ebenfalls auch die Mauern eines Brunnens, welcher Zweyen gemeinſchaftlich gehört. Zurückziehen einer Mauer, ge- ſchieht mit breiten Abſäßen, und zwar ſv, daß man jede Lage von harten Steinen macht, um gewiſſen Werken, die auf einem ſteilen Boden oder im Waſſer verfertigt werden, einen beſſern Grund zu geben, z,. B. bey Dämmen, Brückenpfeilern, u. dgl. Ziuſammenfügung durcig, und an den Ecken mit fleinen Häfchen, oberwärts aber mit 4 Zähnchen beſekt, Beyde Arten haben einerley Beſiand-' theile und gleiche Kräfte, Die ſriſch zers riebene Pflanze giebt einen Friſche Geruch von ſic), Man rechnet ſie unter die Wund» fräuter, und unter diejenigen, welche er» öffnen und auf den Uria und die monatli- de Reinigung treiben. Mit den friſchen Pflanzen kann man hochgelb färben. Aus den Blumen kragen die Bienen Honig. Zwiebel, eine Wurzel, wovon ſole gende Sorten die befannteſten ſind: 1x) Cees 2 Seros- k 4 +. 4 EN Kar iy And SENNE 55, 5: m „Daider "Td..€ Y RITTEN DM 594 Zwieb Strasburgerz; 2) kleine Bamberger z 3) Wendiſche; 4) Welſche; 5) blutroche; 6) ſilverſchalige; 7) weiße Spaniſche, und 8) Portugieſiſche Zwiebel. Die blutrothe große Zwiebel wird deshalb hauptſächlich vorgezogen, weil ſie ſich unter allen am längſten hält, und die dauerhaſteſte iſt. Die Bamberger, die Wendiſche und die Strasburger Zwiebel ſind gewöhnlich ent- weder fugelrund erhaben; oder oval und an Farbe lichtbraun, blaßroth, ſiroh- oder auch citronengelb. Sie haben zwar alle einen zarfern, lieblichern und ſüßern Ge- ſchmack, als die gemeine rothe; werden aber doch, ihrer! geringern Dauer halber, nicht ſo häufig gebauet, Die 6 erſige- nannten Sorten bedürfen einerley Waxr- fung, und wachſen am liebſten in einem lo»- >ern, fetten, feuchten und gut gedüngten Bodenz in einem ſandigen oder leichten Erdreiche wollen ſie nicht wohl gerathen. Die Gartenſchriftſteller beſchreiben die Zwiebelcultur meiſtens ſo, daß ſie dasje- - nige Land dazu ſür am angemeſſenſten er- flären, wo im Jahre zuvor Sommerkohl oder Kartoffeln geſtanden haben; nad) ihnen ſolle man ferner die zu beſäenden Fel- - der nicht allein vor dem Winter, ſondern auch im Frühlinge gegen die Saatzeit be- &rbeiten, da der Saame in einem Boden, der. ſich ſchon etwas geſeßt hat, immer beſſer, als in einem ganz fritch gerührten tande, aufgehe; ebenfalls nac ihnen ſolle man feinen neu gedüngten Boden dazu wählen, ſondern ſolchen, welcher ſchon ein Jahr vorher gedüngt geworden ſey, u.ſ.w. An meinem Orte, welcher die ganze um- liegende Gegend mit Zwiebeln verſorgt, und wo jährlich viele Wiſpel erbauet werden, nimmt man ſeit Jahrhunderten immer einen und denſelben Fleck zu den Zwiebeln, ghne damit abzuwechſeln, Dieſer wird Zwieb alle Jahre mit friſchem Kuhmiſte ſtark ge- düngt- nur einmal zur Saat umge- graben, und, ſobald dieſes geſchehen iſt, der Saame eingeſäet und eingeharkt, Der Boden iſt eine mehr feuchte, als trockene ſchwarze Moorerde- Die Zwiebeln wer- den hier ſo groß, als ſie nur irgends ge- funden werden können, und man hat we- nig Mühe mit dem Jäten oder Reinigen des Landes, weil, wie geſagt, ſeit Jahre hunderten darauf gejätet worden iſt; ein Umſtand, der wohl Anlaß gegeben haben mag, fein neues Land zu wählen, und da- mit abzuwechſeln, weil hieſelbſt aller Acker ſehr voil von Quecken und Unkraut iſt. Im *Borbeygehen ſey hier erinnere: Die ge« meine Regel der ökonomiſchen Schriftſtel- ler leider hier eine ſtarfe Ausnahme, und zwar eben ſo ſehr, als in einem hier zunächſt angränzenden Sächſiſchen Dorfe, welches Jahr für Jahr viele tauſend Schock weißen Koyl, ebenfalls auf einem und eben dem ſelben Fle>e, ohne ſeit Jahrhunderten damit abgewechſelt zu haben, erbauet, Schwerlich kann Deutſchland irgend wo größere Kohlköpfe oder Häupter erzeugen, als an dieſem Orte geſchiehet. Alle Früh» jahre wird daſeibſt, wie hier zu den Zwie- bein, ſtark gedüngt, und der ganze Flä« ming damit verjorgt. Dos Reſultat die- ſer Bemerkunz kann alſo dieſes ſeyn, daß die Umwechſelung des Landes zur Erbau- ung beſſerer Früchte gar nicht nöthig iſt, wenn ſolches alle Jahre aufs neue gut ge- düngt wird. Der Zwiebelſaame wird gegen das Ende ves Märzes, ſovald man ein vom Froſie befreyetes Land haben kann, ausgeſäet z auc<4 fann man etwas Wurzelpeterſilie und Salat darunter ſäen, weil der Salat frühe herausgetucht, und die Peterſilien- wurzeln nach dem Aufnehmen der Zwiebeln Raum SDR 105 e> r3I 72 --. = ZZ ww==> 7 er I 85 FEE GAGEN van€ IE Dizunags FIENE<> GAR Zwieb Raum genug baden, ſich auszubreiten, Wonn die Zwiebeln gelbe und welke Blät- ter vefommen, und ſich auf die Seite le- gen? ſo werden ſie aufzenommen, und auf ein m iuftizen"Boden zum Aberockaen dünn ausgebreitet, wo ſie vann binnen ein Paar Wochen gereinigt und abgepußt werden. Damit die Zwiebeln nicht erfrieren: ſo bringt man ſie auf einen Haufen zuſammen, nd bedeckt ſie mit Heu, Stroh oder an- dern leichten Sachen. Zum'Saamentra- gen werden die größten Zwiebeln ausge- ſacht, und im Oct,, Nov. oder im März 1 F. weit aus einander geſeßt, und jede wird beym Hervorkommen, je nachdem ſie ſtarkiſt, 4= 5 Stengel! treiben; ſie werden auch mit beygeſteckten Stäven oder an lan- ge Querlatten wider Heftigkeit des Win- des verwahrt. Cs müſſen aber die Saa- menſtengei nicht eher, als bis ſie ihre völ- lige Höhe erreicht haben, angebunden wer- den, weil ſie ſonſt gehindert werden, ſich auszubilden; auch zerplaßen ſie dur< das Anbinden leicht. Die Saamenreife wird an der Oeffnung der Cellen und an der ſchwarzen Farbe der Körner erkannt. Will man frühe Zwiebein zum Wer- ſpeiſen erziehen: ſo muß man im Jun. den Saamen einſäen, Zur Zeit der Reife nimmt man die kleinen Früchte auf, rei nizt und trocknet ſie, füllt ſie in leinene Beutel, und verwahrt ſie, aufgehängt bis zur Pflanzzeit, in einer trocknen Kammer, Im Februar, oder ſobald man in die Erde kommen kann, werden die Zwiebeln, die um ſo tauglicher ſind, je mehr ſie klein und feſt ſind, reihenweiſe auf allen 4 Seiten eines Beets, 4-5 Z. aus einander, in 2--3 Z. tiefe Furchen geſeßt, die Furchen mit der umgefehrten Harke zugeſchoben, und die Beete eben gezogen. So wie im Fruühlinge die Blätter derſelben hohl und Zwieb 595 röhrig werden, und die Zwiebeln anfanzen ſic) auszubilden: ſo muß man die Blatter eintnicken und niederdrücken, weil ſie ſonſt zu ſtark in die Höße wachſen; und ſtockig und undrauchbar weiden. Im Frühtlinge, wenigſtens ſchon im May, werden die Zwiebeln vollkommen ſeyn, Mian bedient ſich ihrer den Somnier hindurch, weil ſie ſich zum Wintergebrauche nicht halten, &Schalortren werden am beſten durch Zertheilung ihrer Zwiebeln im Herbſte und Grühjahre vermehrt, weil ſie höchſt ſelten Dlumen befommen, Die Pflanzung int Herbſte iſt vorzuziehen, weil die Zwiebeln nicht erfrieren, und eßer brauchbar wetr- den, als die im Frühlinge gepflanzten. Dian foll ſie in einen losern, mürben und nahrbhajten, aber nicht friſch gedüngten, Boden ſeßen, und zum Pflanzen immer die ſtärtjten Zwiebeln ausſuchen-. Site werden im Oct, oder Nov. reihenweiſe, 8 Z. wei“ aus einander, und zwar ſo gepflanzt) daß die Keime der Zwiebeln nicht tiefer, ais mit der OberAäche der Erde in gleicher dinie, ſtehen. Sobald ſich im Frühjahre die Zwiebeln über der Erde zeigen: ſo lo» &ert man den Boden zwiſchen ihnen dann und wann mit der Harke auf, und reinigt ſie vom Unfraute. Wenn ihr Kraut gegen Johannis welk werden will: ſo muß man ſie aufgradea, mit dem Kraute zum Tro>- nen auf einen luftigen Boden bringen, und ſie hierauf zu gelegener Zeit reinigen, die trocknen Blätter, ſammt den Wurzeln, dicht vor der Wurzel abſchneiden, und auf dem Boden dünn aus einander breiten- An einem trocknen und luftigen Orte pflegen ſie ſich, beſonders wenn ſie recht reif gewor- den, und nicht früher, als bis ihre Blät- ter verwelfen, auſgenommen ſind, den ganzen Winter über zu halten, Wenn es zuweiten geſchiehet, daß die Blätter der Ceee 3 CEcha- m a. Mud m em“ KEC SE ICON aer MUTZTN: Za 3 Ses EE ISSAM GE EEE en Schee enten HÄ ID. N 3 7“A iv 3 „14 596 Zwieb ES halotten vor der Zeit gelb werden und verfaulen: ſo muß man die Zwiebeln, ehe fie völlig verderben, herausnehmen. Die Winrerzwiebel zeichnet ſich da- dur) aus, daß ſie im Sommer ihre run- den und bauchigen Blätter verliert 3 gegen ven Herbſt aber von neuem Hervorgrünt, und der ſtärkſten Kälte Troß bietet. Vom erſten Frühlinge an kann man von ihren fiumpenweiſe wachſenten Bolſlen oder Zwiebeln, ohne den ganzen Buſch aufzu- ziehen, einige abnehmen; worauf ſie aufs neue bald eben ſo ſtart ſich wieder vermeh- ren. Es iſt unnöchig, ſie olle Jahre zu verpflanzen 3 es darf nur alle 3=- 4 Jahre einmal geſch-ben, Sie werden reihenweize, wie die Schalotten, auf allen Seiten 6 Z. weit aus einander, wieder eingeſesk, und man ſchafft die untauglichen Blatter zu vegyter Zeit bey Seite, und beſtreuet die Beete jährlich mit friſcher Erde, um-die Pflanzen zu ſiärfen. Die Zwiebel iſt in unſern Küchen heils als Speiſe; theils aber und haupiläclich als Gewürze unentbehrlich, Einige, ſon- derlich die Türken und Ungarn, eſſen die Swiebein roh; wir Deutſchen aber lieber g SSER 3 9 74 a Eß. (ej Bon der Menge, in welcher ſie zu fin- den ſind, will Hr, W. nur anführen, daß er an einem Orte, von ungefähr 10 Ellen fange, und 4 Ellen Breite, 1300 St. gefammtlet babe, und gewiß weit über 1500 Etlif nech zurüc geblieben ſeyn können, Derſelbe gt ferner ſehr richtig, daß man ſie nicht überall finde, und daß man webl oft eine halbe Stunde an dew Uſer hin gehen könne, ehe man eine ſiebt; denn die einzelnen ſind nur aus ihren Ne«- ſtern, wie in der See, vom Waſſer weg« geſchwemmt werden. Dergleichen Neſter giebt es aber mehrere, wo man ſie zu Tau- ſenden im Sande findet, Da ſie die Son» neywärme ſehr lieben: ſo halten ſie ſich gern am Uſer des Waſſets, ſern vom Stro- me, im Sande auf, wo das LVaſſer floh, noch feinen Fuß hoch, über ſie wegfließt, Im Strome können ſie ſich nicht füg!ic) äufhalten, weil ſie von ſelbigem fortgeriſſent werden. An demOrte, wo ſie ſich eingeniſtet haben, bleiben ſie viele Jahre, Daß mar feine Todte mit ärndtet, dafür hat die Na« tur ſelbſt geſorgt; denn die Todeen habenihr Haus geöffnet, ſind entweder ſchon aus den Echaalen, eder fallen beym Anrühren heraus; hingegen alle Lebende ziehen ſich), bey Bes rührung der Schaale, Dinein, und geben mehrentyeils, wenn ſie auch ſchon trocken (ies D Fr- VERH EPS.+4„id SENEN€ NE 8 TIE Tz e- 24 x- Ig WEZETE"NA:-F-.-/ N m errei ZIER ERR en eien u Radne I0 ÄN ESE ER SEIST ERGEE She BIETEN 5 HEEL A H ELLESE“GET zr re EEHEHHIE ii“ "M 75 598 liegen, beym Berühren oder Umſchütrteln einen pſeifenden Ton von ſich. Außer dem Waſſer dauern ſie über 24 Stunden; nur darf man ſie nicht in die Sonne legen, weil ſonſt das Waſſer, das ſie in die Mu- ſchel eingezogen haben, und daſelbſt aufbe- wahren, leicht vertrodnet, wobey ſie matt werden, oder gar ſterben. An feſte Maſſen 9doy Cörper darf man ſie auch nicht anwerfen, weil ſonſtihr mit Gewalt ausgedehnter.Cör- per zerplaßt, und das Schloß der Schaale zerbrochen wird, Man kann auch dieſe Muſcheln, wenn mon ſie im Sommer oder im Frühjahre einſammlet, in Waſſerſtändern u, dgl. aufbewahren, wie ſolches wirilich erprobt iſt; nur muß man ihnen Sand, Schlamm und Sonne geben, damit ſie Nahrung und Wärme haben. Ohne Wärme neh- men ſie eher ab, als zu, kriechen wenig oder gar nicht heraus,- und ſcheinen ver- klommen zu fliegen. Bey großer Hiße, und wenn vas Waſſer warm iſt, liegen ſie mit dem kalben Leibe heraus; auch ſiebt man.oſt Streifen, wie ſie ſich auf dieſe Art ſortg-zogen haben. Es ſcheint, daß ſie im Schlamme eher und beſſer zunehmen, als im Sande. Des Frühjahrs ſind ſie weit magerer und härter, als im Sommer; folglich zum Einmachen und Eſſen nicht ſo gut, als gegen den Herbſt, ehe die Kälte eintritt. Daß das Muſchelfleiſch eine mehr oder weniger verdauliche Speiſe ſey, auch ſo- gar zur Delicateſſe werde, beruht auf der Zubereitung und rechten Behandlung. Wie ſehr lieben ſie nicht die Seeſtädte und Seefahrer, die ſie ſchon mit Begierde aus dem abgefochten Salzwaſſer genießen; un- geachtet ſie ſolche auch auf verſchicdne Art foſtbar zubereiten. Die Chineſer legen ſolche ſogar gebraten in Del ein, und ma- net. Während dieſer henz doch iſt das Gefäß nah jedesmali- | Zn Zeit kocht man zu einem Kannen- oder ger Defſnung wieder ſorgfältig zu verfeſti- noſe Quarttopf ſolcher Fiſche einen eben ſo groſ- gen. Bemerkt man, ſonderlich in der. eh ſen Topf mit ſcharfem und gutem Eſſig:„obern Schicht, Blätter, die ſchimmelig v, 4 Unten im Einmachegeſäße wird zuerſt eine zu werden„anfangen: ſo.muß man ſolche Sd tage von Forbeerblättern gelegt; dann eine Heräusnehmen,-und friſche'hineinthun. Wua tage Muſcheln 3; dann wieder eine Lage ſol- Ueberhaupt muß man wegen des Beſchla«- jem her Blätter, und nun zwey Stück von„gens Sorge tragen 3.weshalb auch guter (ee dem ganzen Spaniſchen Pfeffer, und auf Eſſig zum«Einmachen zu nehmen, und veitun ſelbige ein Blatt. Dieſer Pfeſſer wird, dahin zu ſehen iſt, daß olcher„alles be- (0 entzweygebrochen, auf jede Schicht gelegtz de>e. Der Spaniſche Pfeffer bleibt ſo 3 = TEI EE- A1E ZM ZA"3-€ er befördert auch das Weichwerden dieſer Fi- Vek. Reallexicon 1V, Theil, lange im Topfe, oder im Gefäße liegen, Offf bis 600 bis alle Fiſche' aus ſelbigeni heraus find, auch wird dieſer nicht mit aufgethan, ſon- derw zuleßt weggeworfen.:- Dieſe einge- machten: Muſcheln, lange dauern, wird man mit der» größten - Zufriedenheit aus der Brühe, oder aus friſchem Eſſig, Oel, und Pfeffer„- oder „auch gebraten, oder auf eine andere Art "nit vieleim Apperite genießen, wie in man- hen Kochbüchern beſchrieben zu finden iſt: Zuleßt gedenkt Hr. W..noch eines Ver, fuches, aus unſern Muſcheln auch Perlen zur Entſtehung zu- bringen(Wiecb. Wochenbl. v. J. 1798. S,.-89; u.-beſonders'S, 395 ff.) : Und verſpricht der Sache weiter nachzuſpuü- ren, als wozu er hiemit öffentlich aufge- munfert wird. In dieſer Abſicht ſowohl, welche auf ſol> Vos eiſen ch, eln; ch "a en 4= lb R€ 6 1] ſt€€ eon; rängt Neſie der in allen vier Bänden vorkommenden bekannteſten Synonymen; auch einiger 0 andrer Hauptwörter, wobey zu bemerken iſt, daß ſich bey manchen Wörtern [V: 42,,»»-. “ Abkürzungen befinden, die gar leicht zu verſtehen ſind, z. E, Breitbl, be '..-: ſche deutet Dreitblumez Hellerkr, iſt Hellerkraut; Srabw. iſt Strabwur. v."''. 5 x S;- «Nw zel, u, ſ.f. Wo ſich zu Anfange eines Worts ein Oueerſtrich befindet, da fe Man iſt die Partifel des vorherſtehenden Worts, oder ein anderes Vorwort, Uu vere damit ſtehen,. ht Exſter Band, Agar, 12x. abdanken, 44.=- fnoſpen,"berwurz, 274. Flöhalattt, 163.== Erauf, Ms 336.-- ſchüſſig, 26.= treiben,== zug, ebd. Freyarche, 34. Freyſamke, 205% Np 24. Adlersbl. 425. Appeldorn, 153. Fuchsſchwanz, 179. iG Arle, 153. Augen. 402. Galgenmännlein, 174. Gamander, 450.| Zachbobne, 374. Bärendill. 397. Bär Gebälke, 4109. Gebling, 192.'Georgenw. KY ventappe, 393. Bärwurz, 397. Bartha- 105. Götterkr. 184. Goldammer, 192. Got?„IN ber, 445. Baurüſiung, 455. Beckzunge, teshülfe, 207. Gottvergeß, ebd. Grünkr. 4764 374- Beladen, 145. Belladonna- Lilie, 446. Grundbruch, 11.'"'E r83. Braunſilge, 446. Breitblatt, 153. 538arſchar, 395. HDahnenſporn, 425.„DA HF; Breitlöber, 153. Bruſtw. 219. ſenauge, 545. Deidelbeerſtrauch, Spaniſcher,“x Calla, 277. Carden, 278. Cabviller, 13. 393. Weitallerwelt, 545. H.'Geiſtwurzel,„7% Chriſtinenkr. 463. Clarificirung, 51.'219. Helenakr. r62. WDeiftr. 207. Hels TF Creuzwurzel, 105. lerfr. 504. WKirnkr. 446. HSühnermilch, fr FETEN IE 07 208. Draibe„E18: Hundsapfel/ 174. 34 SE DNCRDE 7202 Se IE 2 Sms Jacobglilie, 181. Jacobsnarciſſe, ebd.%a: ZRG wurz, 226. Diutenfuß, 395... Dürrw. NIERE H2E IM SIEBES DR- 4". : X pfeffer, 194. Ingwer, 274. PH 1632-7"Dymmrian 2.162:“' ELE; ea JEN Katzenleiterlein, 395. wurzel, 4032,/ Linſioßen, 72. Elephantenlaus, 18x. En- Kernkr. 528.. Klappe, 273. Klaffer, 504. 4 gelwurz, 219. Engl. Gewürz, 194. Erd» Klebenſchmiege, 379. Köhlerkr. 395. Kol- 71 ſchocke, 278. benſtiel, ebd. Königsapfel, 202. Knag- 15M FSeldfrapp, 405.= kuſch, ebd.= lattig, gen, 309. Knochenbrecher, 5300 Kühl: ebd.== meiſter, 12,= ſenf, 504. Fie: faß, 31. Kühpaſtinak, 39x, ' Ffff 2 Zämmer- iſe um-. u EE R SG LE RÜ L zei I Cb ae da WELS FE GEE 8. geeEEIDÜIEEE ES teien ASC DURGES ER ILACZ: R EEE EE ER Den I dee ena 1 diE EN dem de We A EEE Zetehn „R| ver" Pa EI Val u:| GGS- GEE THEN IEREE H ERR an R ZR ÜEN na REER Sk HAIE IS REER TE= <<< Gee ere+ AI IIET EIUS:=.. ZT Gz ZE=< GEE I]==- Regiſter, Zämmerlattig, 405. Läuſekr. 395.- Lein- ahre, 153. Leuchelt,-504.- Lilie, Schwedie- ſche, 181 Loden,- 29x25 Löwenf.- 395: Lungenkr; 2077 MäusöShrchen,- 405. PMardbel, 267. Maßzotkder„353. Mayer, 183: Märzw. 205: Mehlbeerſtande, 3937 Merle, 195.- Ie ewcller, 153. Merzwürz, 545. Milch- ahorn 1535-- ſiern, z18; Mönchskappe, 275,“ Mutteiw.- 397.:' 37ardenwürzel, 545. Natterwurz, 276. Neikenwurz, 545-- Neinheil, 395: Nie- „venktr. 199: Nüßchenjalat,- 405. Glewtrzel, 162. Patgien) 449% Pfennigkr. 504. Pfünde,- 375. Potſt, 391.-' Pſeudoplatanus, 253. Rapunzel, 405. Rauchhaber, 445. Rauſch "beere, 519: Ringelkr.: 424.- Riß, per- ſpecriv: 355. Robinie, gemeine, 92.- Rü- ſer, 153.- Ruhralant,- 163.- Zweyter AÄergallen, 15. Agtſtein', ebd. ZDgtbengelehrenpreis 363. Beyfuß, Türki- ſcher, 210.- Belladonna, 297,- Bevufskr. 261. Bertram, wilder, 302. Bitterw.- 427. Blutgras, 481.=- hirſe ebd. Bockzeug„ 197,“. Bohnenb.: 540.- Breit- ling„169- Brüchkt: 350: Eortuſe, 9. Chocoladenw. 45x. Daaſe, 225:“ Dotterbl. 306:; Binmgagß, 199.: Eppich', 4306. Erbſelbee- ren, 2. Eſelsinilc<", 464.- Eſſigdorn, 2. Särbelblume ,- 544. Fiicgenſchwamm, 169, - Flottgras, kleines; 502, Geiferw. 16. Gertenkr. 137. Gimpel, 298. LINDEN 137 4 HRfenzeug, 197 Hahnenkamm„- 404. Heil- allerwelt, 367 Heilkr.: 529. Hindläufte, 254 Hühtnerdarm, 529. EE Ibiſch, 370 Fgelsklette, 37. IJlof, 430. , ebd. Kartoffel/ 453. Klebkr. 17 Klette, kleine, 37 Koddenb- 145., 306. Krähenfuß, 482. Krötenbinſe, 136.-=- gras, niedriges/ ebd:= kraut,== 210,-=- ſchwamm. Sacbentnoblauch, 517. Lauſeb. 471, - Leindotter, 306. Lungenblume/ 427, Schachtkr.- 528. Schaumrögslein, ebd. Schlafapfel, x14. Schlangenkt, 276. Scöncfrau, 133. Schotendorn, 92. Seu- Fe, 37. 58. Seilkr. 395. Sommerwir- bel; 405: Streinbeete, 393. Stacken, 375. St.-Johannisgürtel ,- 397. Tavdentr. 184, Tauſendſchön, 178. Teu, fclblut ,-395. Theriakskr, 402.. Thürbank, 434.“ Thürband, ebd.- Treibſchiebling, SOR NN Ungeduld, 424.- Unterloch, zz. Vogel- milch, 118, Vogelkr. ebd. Urochſe, 298. Waldochſe, 293. Wandelkr.- 528. Waſ“- ſerbunge, 374.= gauchheil, 375.=-- häl- ſe, 1534= melt; 3742: Woinkr.:: 3395. Weißlöber, 153.- Widerſtoß:, 523, Wie- ſengaraffel, 545. Wöotlferley, 163, Wolfs? fuß, 207.- Wolfskr. 424. Wüſtgerinne, 24 Sghntrof?, 327. Zehrwurz, 274. Zucker hut“, 202. Band, Viguſegerſte- 557. Maier- oder Margare- thenblümlein, 521. Matiendiſtel, 291, Moosblume, 306. Mouceron, 167. LTapellenkr. 402. Gſenzunge, kleine, 17. Oker, 7.; Paövenſtubl, 170. Paſſelbeere, 2.-Pfer? debeſchlag, 14. Pfefferblätterſchwamm; 170, Pfeſſerling, 168. Pfriemgras, 208. Guellgründe„ 514.| Ramme, 33. Rebarberbeere, 2. Reiskey, od. Rietſche, 163, Römiſche Salbey, 496. S«amwmetpappel, 370. Sqauerdorn, 2, Scgxdien, 517. Scabenkr. 210.. Scharf: kr. 17. Schmalzbty.. 306. Steckenkr. 145. Speichelw. 16. Speyerlingsb. 413. Svike- Flette, 37. Spritigflage, 514.-- fraut, 465. Stekenkr. 145. Steinbrech, kleis ne, 51. Steinſalz, 38. Stern, 1465. St, . Johannisw. 16, Sumpfeuphorbie, 465. Taubentörbel, 452.-- kropf, ebd. Taub- gerſte„557.= korn, ebd. Thürbeſchlag, 23. Torankt, blauer; 427. Waldhahnenfuß, 159 Waſſergallet, 514. Wegewart, 254- Wiedeb. 474. Wieſen- kreſſe, 528. Woh!gcemuth 207. Wolfs- . Firiche, 2975== milch, 4645 Wolverley, 470. Zahnw., 16. Deitter EN |N a Sb ine 52 EE Mr m R, |-59>> VET ebd, 276; Sen; wit: 375 Teu; rbant, bling, Vogel, 298, Ya; - hül 395, Wie! Wolfs: 2,24, Zuk Jatgary 291, mn 170 . Retsle), , 496 "0, en Schaf: (M 1454 - Gil! - fait, j, fle 6. 465, Taul! Geſchlag, if, j1h Wieſen! Wolſy ey, 47% Du SHC IT Zs" + FATE ki pi Tu Regi STI teen 9025 am 230 47 ZDS INE Ke 4 Rüpel HEC peter For, Dritter Bänd. Aalb. 135.= kirſche, ebd. Attich„ 176. Augentroſt, 570 Bardenw. 59. Bergpeterlein, 63. Beruf, fr. kleines, 443. Bete„rothe, 470:- Bett lersläuſe, 294. Birdgras, 36.. Blaubee- ve, 147. Brombeerjtrauch ,- 369. Bücke/ „enw. 60.- Don? nerrebe, 74. Erdepheun, 74.= galle, 43.- Exseparcette,- IQ0O, FSeigbobne ,-453.- Flieder, Spaniſcher, 436. Flaghaber, 90.- Fromental,- 9x,- Frauen?“ ſpiegel, 42. Gänſeblume, 206.,-= große,. Gallenkr.,- 43.“ Geißblatt, 217.“ Geere, Goid- haber, 92.-= röslein,-73. Gotteggnade, 43. Gray, 63.- Grindw. 316- Guckguck, blauer, 73. Güldenwiderthon, 85.- Gun? delrebe, 74.-' Habichtger. gemeines ,. 67. Halsfr.- 41.- Harthen, 230.- Hafenpappcl,- 462:- Hein- rich; güter oder ſtolzer, 526:- Hexenkr: 230.- Hundspeterſilie, 39: iel Iageteufel, 230. Johannisbl!.- 47: 233 KRälbertropf ,- 266: Kalbsauge", 45. Ka-' kenſtert, 250.- Klaſſex:, 40.- Köpkenſalat, 267. Ku>uc>sbl..==: ſpeichelt, 455: Lad, goldner, 430.- Labkr. 500.- Lattenwerk,- 25: Garber tn 287; Wärzbl. 207.- Mangold, ſpißiger,- 59: Keben„ große, 45.- Mauerkr. 37. Jrisbl!l.- Maß- Maus-- Drerter Äkerſenf, 3381.- zienb.- 2762 Aerſäaußgras, 347. Aka Alphanenf., 489:- AMipranke, 28.- Angerfr. 574. Apoſtentr..216;. Aze- „rolbaumr, dorn', 578. Zeinwell, 365.- Berabafil.- 466.-=- ranun: kel, 489.- Berſtarab;- 202.- PBignonie 491 ff Bittſſcn..ras,- 294.=- ſeide, 5) 6; Birkw.- 470, Bitterkr.. 457; Bitteyſöß, öhrlein, 93.: Melanzenapfei, 435.- Men- gelw. 592; &Träibekamm ,: 33 Nagelwerk, 35... Nie- „Fefr2 43: De 6 Ochſenzunge- kleine, 17.» Oker, 7. Pechneltke, od.=- blume, 456:- Peperleſa- lat, 267." Pfeſferkr: 371. . Preußelbeere, gemeine MB Radendiäſtel, 473: Rauſchbeere, 148. Ray- Porre', 413. gras, 94.- Rhabarber, wilde,-95. RindE- . auge, 45-* Roſe- von“ Jericho“, 216.: Roß- papvel, 462. rothe Rübe, 470. Rugtkel; rübe, ebd.-; Saudiſ?el„= milch; 1192 Schachtelhalm ,- 251.» Scharbockskr.- 44. Scordicakr.+ 398. Schnittlauch; 44x2. Schnurre, 40. Schmackeduſe, 353. Sei: denpffanze, 2025-„Sims 14... Sonnenro- fe, 73:- Spark Svergel„332. GSpeyer- lingsb. od. Sperberb.: 504. Struvarſch, 391.- Stephenskörner',. 400 Stendelw. 3205: Saufen lein-=- glode, 41.- Waldſalat,= ſonnenkr. 120.- Waſſergrindw. 60.-== re! ben, 70:- Wau„34. Weiberkrieg,. 124. Wendelweppe, 29:- Wicſenglitſch,--- .490.' N pe.. 8 1 Unſer Srauen- Beittſfrob ,- 5oo+ ue 43:-. Vielgut,, 68; haber", 92:= kohl, 3659. rodel ,- = ſchotenklee, 451 Wiſdauzin, 5 Wildhaber, 90.- Wittewäahl; 2 Wolfs- bohne„ 453: B a ün d.- 23: Bizaiden, 46:- Blatterwurz', 470. SSUBEDE 3004 574925: Blutw.» 470. Bocksbart, 374. Bräuiewurzel, 571. Druchkr. 586.- Callinichen„ 369. Cartheuſernelke, 44. Ca- talpab. 490.- Ceder, 36:- CLellerie, 97. Chinefernelke ,- 45. Cider,- 73>' Crocus, 283» Cymbeln-, 493:- Dot: IRIS gee EIR Neg 2m feria INE WEIN KINIIN FE zen I EIER <<<< Regiſter, Doubletten, 46. Dreyfaläugkeitsbl. 514. Dreyling, 488. Drillälſter, 55. Dünn- gras, frühzeitiges, 587. j „Eberraute, 409. Egelfr. 576. Eibenb. 457. „Eiſenkr. gelbes, 574. Engelbl. 489. Cp- pich, 97. Erdgalle, 457. Eſelsguvte, 406.. „Eſpe, 90.. Fexberwagaid, 569. Federackeley, 584.=- ;& „Zinſe, 586. Federnelke, 44. Feldrhabars ber,-,584.- Fichte, 34.-Ficbertr. 457. Slachsgras, 586. Flöhkr. x52. Flugjand, 483. Freiſamkr. 514. Fuchsſchwanz,+5 75. Eaud>heil, gelber, 576." Gamanderley, 153. „Gedenkblätalein/ 514. GSiftw. 362. Glar- höcklein, 514- Goldblume, 208. GWold- *“fnopf, 489- QWGoldw. 493. Grasblume, 583. Grindkr. 304. Gründel, 579.„Gülc denhaar, 297..| „HAagedorn, 578.«Dahnenfuß, ,x68.= ſpprn, 21. 578. Hartriegel, 199. Haſelmaus, 335. Hetkedorn, 578.„Dcdevich, 333.= Habichtsfrautblätteriger, 574.„eidekora, 470. Heilblatt,"584.'„Heilwurz, 470. "Deiterneſſel, 6- QSBendelkr. 565.„Hendel/ „weiß, 586. Herbſtblume, 589.„MHerzfreu- "de, 570.„Hinſchkr. 248. Holzmangold, SES€ SDI AL. MINDEN 573. "Zundshode,.589. Hungerkr. 514. Hüh- “nerbiß, 565.= darm,-ebd.== ſalbe, ebd. „SIL 5.89. 27-; FIbvenb. 457. Jeſmin, Virgin. 491.-In- grün„336. Zonquille, 42. Judenfeder, 36.: MUDBEHHENE 4.93. Kardätſchen, 572. Kaxyden,. ebd.= diſtel,.ebd. Kakenklaue, 491.>- flee, 586. Kermesbeeren, 333. Kiefer,.33. Klittag, 296.„Krametbaum, 567. Krametsbeerſt. ebd. Krebsdiſtel, 573. “Krouzbaum, 588. Kriechen, od. Krieken, x27. Krötendille, 584. Kugelhahnenfuß, 439. Kuüugelranunkel, ebd. Kuhwaizen, 568. Laterne, 488. Läuft, 589.: Lerchenb. 37. Lichtbl. 589. Lilie, 493- Loch, 485. Lu- zerne, 5330. W3äuſehaber, 486. Martagon, 494. Maxe tronalviole, 30.«Mausbhrlein, blaues, ſcor- pionsartiges, 5156 Meelfsßchen, 578. Meergras, 583. Meernelke, 583. Meger? er. 570. Mehldorn, 578. Meyer, 565. Meierich, ebd. Merzvlume, 3514 Mic Pelsbl. 589. Miliz, 2x. 346. Mitre, 565. Miſiler, 348. WMohrenerbis, 582, Moorſeide, 586. kTectarine, 112. Nickiſch, od. Nimbſch, 202. Pädeugras, 355. Peterſilie, 95. Pfenninge- fe. 355 576. Pferdemünze, 16. Picotte, 456. Gugdentr. 585. Dueckgras, 487. Quen- del, 465. Quiſpelbinſe, 536. Xapantita, 26. Nhabaxber, falſche, 584» Roſenapfel, 230. Joßmücke, 523. Rothe „gunzel, 470.„Ruhrkr. 197>„Ruhrw. 470. Sambacca, 502. Sandnäglein,.583. 'Schaafgtas, 37x. Schanzkarn, 587. Scharbogxkskr. 355.. Scharlachkr. 290. Scilf, 224. Schierlingsfilipendel, 18x. „Schleh- od. Shwarzdoru, 121. Schlüſſel „blume, 155. Schneeballenſtr. 370. Scho- fendorn, 217.-Schwadengras, 373. -Schwaibenkr. 576, Schwarzerbis,.58 2. Sct. Barbenkr. 574. Seenelke, 533. Sie- „benfarbenblümlein, 534. Siebenfingerer. 47% Spaniſche Weide, 199. Spinnbl. 589.-Steigb. 485. Sternleberkr. 570. „Stiefmütterchen, 534. Tag- und STachtb!ume, 5:4. Tanne,.35. „Taubhaber, 486. Teufelsdaxm, 584. Tax zette, 47. Trompetenbl. 492. Twalch, „435- Unſietfraut, 584. Verbürſ?ung, 518.'Viehgras, 2xx.“Vio? 0 512. BVogelheu, 580.-- frayut, großes, 505.; Waldmangold, 585. Wallwurz, 365. Waſ: -„ſerjilipendel, 18 I.=... ſchenkel, SZ9.=> ſchiet- linz, 547 72 A00F:, L77 5 1 Laute 281. Wegegras, 574: Wegerich, 573. Wein- treber, 488. Wieſendünngras, 586.== geld, 576.=- ſafran, 589.-- wolle, 586. Windhalm, 347. Wintergrün, 386. Win- „tertreiſe, 574. Wundklee, 586. Wunde. 584. 586.; Sgaunglode, 585. Zellblume, 573. Zeuge vaum, 511. Ziemer, 348. VEN —— r 4 4 5———————“ ———————————GG—*—— 8 b b b— 8 v 8 — 1 G ——-V———————————— ————-——— 3—— — 4 f M ☛ — 4— T G0 S— — 4 16 —0—80 O A. E.E Coloùr& Grey * * ———