4 5 — A 2 — 7 — ——— 8. ☛ M4 „ is Fr. Er S& ;€ EEN „2 Orekonomiſches RCalTerieon worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährteſten ODrkonomen unſrer Zeit zu wiſſen nöthig iſt in aipfiahtäiher Ordnung zuſammengetragen, berichtiget und mit eigenen Zuſägen begleitet wird von Chriſtian Friedrich Germershauſen Paſtor zu Schlalach und Mitglied verſchiedener gelehrten Geſellſchaften. H x dy ((11> . DSR 132 N Dritter Band, WT ESN aaf ei ED fehn Leipzig, bey Johann Gottlob Feind, 1797. NEE WERKE. WERE GAT SRS ADI een IEE IEH NIETEN EHT SRS RETTE EREEIEIETSEE I ENDISEERTE ANTIEK BEE DIEN 1 rammen IFR 27 170-1220 IR EED EEÜH NT FTER"mE BFR UPE NEE 0 3 7; M es y R C r in ee HO Ge+ 2-?"mr " x zm ſtär Mat (uf liche 1:00 15.4 van>„M (Gp Wos EÜ WDE 1"2,. K72 Vorrede Sn dem erſten Bande dieſes Lexicons hatte ih unſern Landwirthen den Wink gegeben, zur Gewinnung des Ahornzuckers doch den Nord: amerikanern, und nun auch denen Schweden, nachzueifern, um eine unſrer Kärkſten Ausgaben für ein unentbehrlich gewordenes Product zu vermindert. Man äußerte hierauf den Zweifel, ob nicht dieſer Zucker einen ſo genannten gryſichten oder kräuterichten Geſchmack veybehalten, und er alſo unſerm gewöhn: lichen Zucker nicht gleichkommen, noch weniger ihm verdrängen würde, Wie ſchr Fam ich nun aber dieſe Ziveiſler durch die ſo glücklichen Verſuche des Hrn, Prof. Hermbſtädts zu Berlin auf einmal bernhigen? Er unternahnt im Februar dieſes Jahres eine Reiſe nach Harbke, um von den mancherley * 2 daſelbſt TV DA RERE ENINGEN DAIRDERIGN. 77 VIER (21287 8 Ji: m EId-4- an-. FEEL BINS ON SETE RSE ESE SERRA 3 202% SEDEETE ZIER SES ABER EE RUT re mtn CTACIRREIRAEEEDENN. 11 eI 1 DI IEEE ET mn Moree daſelbſt befindlichen Ahornarten zum Zuckerbereiten Saft zu gewinnen, und fand, daß der rothblühende Ahornbaum( Acer rubrum) den beſten Saft gebe, Hieraus verfertigte er Zucker von ganz reinem und feinen Geſchma- >e, und ſandte zivey Brodte ſeinem Könige, Friedrich Wilhelm, zu, wel- der Gerſte- Man muß ihre Zei- tigung anders nehmen, als die der andern Getreidearten- Sobald der erſte Grad der Reife da iſt, ſchreitet ſie ſehr ſchnell zur Vollendung derſelben fort. Starke Sonnenhiße übertreibt ihre Reife, beſon- ders der kieinen Gerſte, ſo ſehr, daß ſie, ehe man es ſich verſiehet, an den Aehren einfnicket, daß letztere beym Abmähen und Harken gar ſehr abbrechen und verlo- ren gehen, oder: die Körner bey erfolgen- den Sturmwinden ausgeſchlagen werden, Man muß daher die Gerſtenärndte anfan- gen, wenn ſie in der ſo genannten Gelb- reife ſteht, d. i, gelb, aber noc< nicht weiß, geworden iſt. Dann iſt ſie in der Mitte ihres Reifwerdens noch. Es iſt genug, wenn die Körner nicht mehr ihr milchartiges, zu weiches Mark haben; ſie dürfen noch nicht ganz hart ſeyn, Hier- nächſt muß darauf gehalten werden, daß die Gerſie nicht gegen, ſondern nach den Strich abgemähet werde, d. i. die Nei- gung der Aehren nach einer Weltgegend zu in Acht genommen werden muß. Sind z. B. die Aehren nach dem Morgen zu ge- neiget oder hin hängend, ſo wird von der Abendſeite her angemähet, damit die Aeh- ren nicht abgeriſſen oder ihre Körner aus- geſchlagen werden. Hat man alſo Aecker, die nach der Länge hin ſich zwar gegen Mittag zu erſire>en, ſo müſſen die Mz Vet, Negllexicon 111, Theik her, wenn gleich die AFerſtüFen nicht breit ſind, immer wieder zurück gehen, wenn ſie nach dem Strich der Aehren zu mähen angefangen haben, um immer von neuen Schwade zu machen. Dieſes öftere Zurükgehen hält freylich) auf, und nimmt ungleich mehr Zeit hinweg, als wenn die Mäher ohne Rückkehr der ganzen Länge eines Aerſtüks nachgehen oder folgen können 3; aber der Schaden würde viel zu groß ſeyn, wenn gegen den Strich gemä- het, und hiemit die Aehren abgeſchnitten, abgebrochen oder abgeriſſen würden. Lie- get die Gerſte zu ſebr, und iſt durch ſtarke Regen unter einander verwirret worden, ſo iſt noch mehr Behutſamkeit nöthig, da in dieſem Falle die Mäher nur wenig mit der Senſe eingreifen, und ſich bald hie, bald dorthin wenden müſſen, um die un- ter einander verſchlungenen Aehren nicht mit der Senſe abzureißen oder abzu hauen,| Iſt viel Gras und Unkraut unter der Gerſte, ſo muß leßtere nicht eher zuſam» men gebracht werden, als bis alles ge- nugſam auf dem Felde tro>en geworden, Kein Stroh erhißet ſich mehr, wird ſchwarz, ſchimmlicht, ſtinkend und zur Fütterung untauglich, als nicht trocken eingebrachtes Gerſtenſtroh. Sollte aber eine anhaltend naſſe Wirterung es durchaus nicht zulaſſen, daß das Stroh nach Wunſche recht tro>en eingebracht werden könnte, ſo muß es in A ſolchem RE 2 EEE KE RE BONS SE IS EE ENE 2 Nb FÖR: AUBER 04520005 r* EEE ZIT 66 TETE aI LANWEE AIRE IEE 0G ZEE DET EEEN DREIN SETE INERTEN ADE TEGIERPEIDGTOSCE 27 RI IE Gerſtenäa ſolchem Zuſtande auf Stangen in die Hs- he, und nicht unten in den Täſſen ein» und aufgepackt werden, Man hüte ſich aber in allen Fällen, ſo früh Gerſte einzu- fahren, ehe ſolche, wie man ſagt, ausge- wittert iſt, d. 1,/durch längeres Liegen ihre innere Fenchtigfeit, die ſie währenden Stehens guf dem Halme noch hatte, aus» dünſten oder verlieren können, Will man ſie alſo binnen 3 Tagen nach dem Abmä- hen zuſammen bringen, ſo muß man die dick liegenden Schwade, etwa am zweyten Tage, wenn ſolche oberwärts gut abge- :trocfnet ſind, mit der. Harke umwenden. Fällt aber bey oder bald nac) dem Abmä» hen Regenwetter ein, ſo muß man die Gerſte noch länger liegen laſſen; und iſt dieſes Regenwetter zu anhaltend, daß man ein Anſtoen der untern Seite, oder ein Auswachſen der Körner beſorgen muß, ſo wird die Gerſte umgekehret, als welches, wenn anhaltend naſſe Witterung einfällt, öfters wohl mehr- als einmal geſchehen muß. Diejenige Gerſte aber wird am er- ſten auswachſen, welche beym Abmähen ſchon völlig harte Körner hat, Fieget die Gerſte zu lange auf dem Schwade, und wird ſtark beregnet, ſo werden die Körner grauſchwarz, und fal: len beym Harken und Einfahren ſehr aus. Beym Malzmachen ſchadet es aber nicht, wenn die Körner nicht weiß oder gelb. aus- ſehen 3 die Brauer halten ſogar dafür, daß die Körner ſodann beym Maizen deſto beſ- ſer feimen oder ſchießen, Immittelſt muß doc) der Landwirth eilen,:ſeine Gerſte, ſo- bald ſie ausgewittert iſt, unters Dach zu bringen, um ſich die Mühe zu erſparen, bey dem. in der Folge einfallen könnenden Regen durch öfteres Wenden die Gerſte vor dem Verderben zu bewahren. Die- jenige Gerſte, welche auf friſchem Echaaf- Gerſtena miſt oder Pferch erbauet worden, muß mit der übrigen Gerſte, die zum Malzmachen beſtimmt iſt, nicht vermiſcht werden, ins dem jene einige Tage ſpäter ausfeimet, auch manche Körner gar zurück bleiben. Wo aber große und kleine Gerſte zugleich gebauet wird, da muß ebenfalls das Ber- mengen der Körner vermieden werden, weil die kleine Gerſte einige Tage früher beym Malzmachen ausfeimet. Aud) muß die auf Pferch oder Schaafmiſt erbauete Ger- ſte, wenn davon der dritte Theil, wie gee wöhnlich, zum Breyhahn kommen ſoll, dazu nicht genommen werden, weil ſie den guten Geſchmack deſſelben gar merk» lich herunter ſeßt. Unter dem braunen Biere aber, beſonders, wenn es als kager- bier ſehr bitter gemacht wird, kann ſie wohl gebraucht werden, Die Gerſte, beſonders die fleine, muß nicht in der heißen Sonne geharfet wer- den, weil ſie bey ſelbiger zu ſehr abbricht; ſo wie ſie, im Fall ſie zu reif geworden, gleichfalls nicht in der Sonne, ſondern im Thaue, abgemähet werden muß. Daß die Gerſte überreif geworden iſt, erfennet man daran, wenn die Körner beym Son- nenſcheine, da ſie ganz trocken ſind, beym iähen abfallen. Leßteres unterbleibt, ſobald die Aehren vom Thaue befeuchtet werden, In der Churmarf, wo mehr kleine als große Gerſie gebauer wird, pflegen ſich die kandwirthbe mit der Gerſtenärndte gemei- niglich ſo einzurichten, vaß, um die Aeh- ren nicht abzubrechen, das Harken erſtlich gegen Abend angefangen, und damit bis 10 Uhr, wenn es ſo lange nicht allzu fin- ſter iſt, fortgefahren wird. Gegend Abend werden die Halme roieder etwas geſcſel, oder kurz Futter, wie es in der Mark genannt wird, zu ver« ſchaffen. Den Spänekälbern, d.i. den zur Nachzucht abgeſeßten Kälbern, giebt man puren Häckſel von Gerſtenſtroh, mit unter gemengtem Schrot von Roggen oder Gerſte, wenn man nicht gutes und genug fräftiges Heu hat, um damit die Kälber ganz allein auferziehen zu können. Das Stroh von der DE Gerſte iſt weicher, und daher beſſeres Viehſutter, als das von der großen Gerſte, Gerſtengraupen, ſ. Graupen. Gerſtenmehl, Mehl von Gerſte ge« macht. Man feuchtet die Gerſte erſt an, wie den Koggen, und läßt ſie 24 Stun- den liegen, worauf ſie zum erſtenmal grob geſchroten wird, Iſt das Schrotmehl aus dem Beutelkaſten heraus genommen wor- den, ſo wird der grobe Schrot wieder auf- geſchütter und fein geſchroten 3 dieſer feine Schrot durch ein Gerſtengriesſieb, oder durch: ein groves Weizengriesſieb geſiebet und wieder aufgeſchüttet. Wenn er nun insgeſammt durch die Mühle gegangen iſt, werden die zween Gänge Mehl aus dem Beutelkaſten genommen, und dieſes iſt das weiße Gerſtenmehl, Den übrigen Gries kann man noch 3= 4 auch mehr- mäl aufſchütten, nachdem man mehr oder weniger ſchwarzes Mehl oder Kleye haben will, Die Kleye und die im Siebe geblie- benen Spelzen werden unter einander ge- ſchüttet, und zum Futter für das Vieh ge- brauchet, Das von purem Gerſienmehl gemachte Brodt kömmt ſelten oder gar nicht in unſern Haushaltungen vor. Hat man aber ſeinen Vortheil dadbey, wenn A 2 die 1% ; € 0; Wremen 0eE een erer ma ARI " 7=> % i“ Das SIRI EATER SEREN I ERRRRIISH"Fann GE: Vene ET FA ILN Wirel EE STEG r RESI"<< Siem| I. ee Beem LS TA ENES SY I 9 AAS SLS 0 SEEER SENNE Sh SENEN NT IE= ER ES GESIS STEI*""rreprus 20 IIERIETER ZERS Zar ANSE T ERD EIE C So>-.. 4 Gerſienſ die Gerſte ſehr gut gerathen und ſehr wehl- feil iſt, ſo kann man die Hälfte Weizen» und die Hälfte Gerſtenmehl unter einander nehmen, Nimmt man mehr Gerſten- als Weizenmehl, wird das Brodt, beſon- ders im heißen Sommer, leicht ſauer und unangenehm, Nimmt man Roggenmehl, ſo muß die Proportion dieſe ſeyn: Gerſten- mehl x, und Roggenmehl>, Jm um- gefehrten Falle befömmt man weniger gu- tes Brodt, und es krümelt ſich bey den Mahlzeiten zu ſehr entzwey. Man will bemerkt haben, daß ein aus Gerſten» und Roggenmehl vermiſchtes Brodt mehr ſättiget, wenigſtens davon nicht ſo viel gegeſſen wird, als vom lau- tern Roggenbrodte, ſo daß z. E. in einer Haugshaltung, wo täglich 2 Brodte, alſo in 8 Tagen 16 Roggenbrodte, verzehret werden, man mit 14 melirten Brodten ebenfalls dieſe 8 Tage ausfomme, Es würde alſo hieraus folgen, daß in der Brödtung des Geſindes ein Scheffel Ger- ſie, wo nicht mehr, doch eben ſo ſättige, als ein Scheffel Kornz daß folglich die Gerſte in dieſem Falle dem Roggen gleich zu ſchäßen ſey, und, gegen den rohen Verkauf, ein Plus von 4-- 6 Groſchen, und nach Beſchaffenheit des höhern Rog- gen- und niedrigern Gerſtenpreiſes noch mehr verſchaffen könne. Gerſtenſchleim, iſt die die, ſchlei- mige Brühe, welche von gekochter Gerſte oder Gerſtengraupen erhalten, und von kranfen Perſonen gebraucht wird. Iſt ſie dünner, ſo wird ſie Gerſtentrank, Ger- ſtenwaſſer, oder Priſane, Fr. Orgea- de, genannt. Die Gerſte wird mit Waſe« ſer ſo lange abgekocht, bis ſie aufſpringt, Man kann dieſe Priſane, nach Erfordern, mit allerley Wurzeln und Kräutern kochen, TSE TIGES TN HEWIERNEEN.. ee DIET FEHPIGOWETNST EE 717=. wede O1 FONT I-E Geſackt Man fann ſie mit Orymel vermiſchen, auch mit Citronenſafte oder Wein trinken, Dergleichen Tränke verdienen in hißigen Krankheiten alle Achtung, Es werden dadurch die zur Fäulniß geneigten Theile verbeſſert, die ſcharfen Theile eingewickelt, und zur Ausfährung geſchickter gemacht z ſie fühlen auch, befeuchten die trocknen und geſpannten Theile, und geben einige Nahrung, Man verfertiget auch derglei- . ſind ſtarke Stangen, wovon eine auf die andere gefüget und gevunden wird, Geſackt, wenn der Hirſch einen ſtar«- fen Unterleib hat, ſo ſagt der Jäger: er iſt gut gejacktz und wenn er viel Gesß zu ſich Ein ſolches '- Ves mw= 2527 mur tte ken we urg nn CRANE De mae war kde TRISCAN TTC RIEEREEEEE NEF" 75- aut kau, ENES Geſäuge ſich genommen hat, ſd ſagt man: der+ Hirſch iſt wohl erföllt.. - Geſäuge, bey den Jägern uud in ver anſtändigen Sprechart, das Euter der Thiere, woran die Jungen ſaugen. Geſammte Hand, im Lehnswe- ſen, der Zuſtand, die Cigenſchaft, da mehrere zugleich mit einem und eben dem- ſelben Lehen belehnet werden, die TMlit- belehnſchaft; da denn dergleichen Mit- belehnte auch wohl die Geſanummthän« der genannt werden. Daher Geſammt- belehnung, oder Sammebelehnung, wo mehrere mit einem und eben demſelben Dinge gemeinſchaftlich belehnet werden; die Mitbelehnuntg, Geſammtkauf, Sammtfauf. 3) Ein Kauf, wo mehrere eine Sache ge- meinſchaftlich faufen; 2) ein Kauf,'wo man eine Waare überhaupt, oder im Gan» zen faufef, Geſammtrath, Sammtrath, ein Rathscollegium, welches von mehrern gemeinſchaftlich ernannt wird; ingleichen ein einzelnes Mitglied eines ſolchen Col- legit, Geſammtſchrift, Sammtſchrift, eine Schriſt, welche im Jiamen mehrerer abgefäßt wird, Geſcheid, ein kleines Getreidemaaß in Frankfurt am Mayn und in der Nach- barſchaft, deren 4 einen Sechter; 8 eine Meße; 16 einen Simmer, und 64 einen Achter oder Malter machen, Geſcheide, Geſchaid?, bey den Jägern die Därme ſammt dem Wanſt der wilden Thiere, Geſchild 5 Geſchenk, bey den Handwerkern eine feſtgeſeßte Gabe, ſo den wandernden Ge«- ſellen mancher Innungen von den Mitgliea dern ihrer Zunft in jeder Stadt, auch in Dörfern, wo Profeſſioniſten wohnen, ge- reicht wird. Bey manchen Zünften be- ſtehet dieſes Geſchenk in freyer Herberge z bey manchen blos-im Geldez bey manchen wieder aus beyden zugleich, So wird aach das Geſchenk zuweilen blos von den Meiſtern, z. B. bey den Bäckern, oft aber von beyden zugleich, gereicht; daher geſchenkte Zandwerker, deren einwan- dernde Geſellen ein Geſchenk bekommen, Blos die älteſten Profeyſionen ſcheinen ge ſchenkte Handwerke zu ſeyn, und man har ohne Zweifel hiedurh das Wandern der Geſellen erleichtern und befördern wol- len. Geſchichtſäule, Fr. Colonne hi- ftorique, ſo nennt man in der Baufunſt eine Säule, um deren Schaft außerhalb herum die. Geſchichte einer Perſon oder Begebenheit, in halb erhabner Arbeit, enc- weder nach Abſäßen oder nach einer Schratu- benwindung, und im lektern Fall in einem Zuge, abgebüidet iſt, Geſchiedenes Jagen, ein Jagen, wobey nur eine Art von Wildpret vor- fömmt, und nicht Hirſche, Thiere und Sauen untermengt ſind, Geſchildert, wird bey der Jägerey geſagt, wenn die Haſelhühner ſowohl, als die Feld- oder Rebhühner völlig ausge- wachſen ſind, da dann die erſten glän- zende ſchwarze, die andern aber ziemlich große braune Federn auf der Bruſt, und zwar der Hahn allemal mehrere und grö- ßere, als das Hußn, weiche Schilder heißen, befommen, A 3 Geſchirr, NESTEGEN Fitna dagnnnn EEÄERNENG mE Se SE ee 5 +77 T re AI NIE SSH NET EEN TE ETC 6 Geſchirr Geſchirr, alles Geräthe, das zur Fiſcherey over zum Aerbau gehöret. In beyden Fällen ſagt man auch wohl Schiff und Geſchirr, und in Anſehung der kand- wirchſchaft wird dieſer Ausdruck ſelbſt in gerichrliczen Schriften gebraucht. Bey den Zugpferden iſt es das Lederwerk, ver» mittelſt deſſen ſie ziehen, das Pferdete- ch4irr. Im beſonderſten Verſtande heißt Schiff und Geſchirr bey den Fuhr- und Landleuten der Wagen, und das dazu ge- hörige Geräch, hauptſächlich zum Behuf der Pferde. Geſchirrbürſte, eine Bürſte, die Pferde» und Wagengeſchirre damit zu rei- nigen,- Geſchirrholz, Schirrholz, Nuß- vder Gerathholz, iſt im Gegenſaße des Brennholzes dasjenige Holz, welches zur Anfertigung und Unterhaltung allerley Acker- und Hofgeräthes gebraucht wird, Hievon muß immer Vorrath gehalten, und der Abgang jährlich mit neuem erſeßet werden. Es wird zur Winterszeit gefäl- let, und wenn ſolches in Brüchern oder ka- fer- und Hofgeräthes, beſonders aber des Schirr- holzes und der Werkzeuge zur Bearbeitung deſſelben, ſo wie eben dieſe Schirrkommer gemeiniglich auch die Werkſtäte iſt. in wel- <“<. 7 E| GS EEE SS EE Dei 9 AGE R 7.47 S0 08ER GIER EEN TS RZ EE R IN EEE ND WINE<< ai VEIFESETSESENNN 14 PIT DEDHOGEN. OS Eu 007 TEERKREEGENNNG 2a ne HS Geſchwülſte fen Abfochung des Wermuths gebähet wer- den 3 iſt es aber eine U7aukbenle an der Köche, ſo muß man einen Umſchlag von in Waſſer gekochten Wermuthsknoſpen auflegen, Hak man dieſe nicht zur Hand, ſo kann man Salbey und Thymian neh- men; ſollten auch dieſe nicht zu haben ſeyn, ſo kann auch hier ſowohl, wie bey den andern Geſchwüren, Terpenthinöl ge- braucht werden; man befeuchter Bäuſch- en und hart am Rande ſind, Sie erweicht und befördert die Eiterung, wel- LAIE IEEE: 10% 265=<<< It. Nun werden reinigende Mit- tel gebraucht, welche auch zum Theil die Vereinigung des Geſchwürs bewürken. Hiebey kann man nehmen 1 Pfund Wein und 4 Loth Honig; dieſes wird gut unter einander gemiſcht. Beym Gebrauche die- ſes Mittels kann man die Heilung ganz allein der Natur überlaſſen. 3) Um aber doch das Fleiſch, welches durch die Cite- rung verloren gegangen, bald wieder zu er- ſeßen, braucht man nyr allein den Copat- Geſchwüre 33 vabalſam aus der Apotheke. Dieſer hat eine zuſammen ziehende, ſtärkende Kraft, ohne daß durch dieſe ſeine Wirkung die Eiterung zu ſchnell unterdrüct würde. 4) Liegen fleine Splitter oder Dornen zum Grunde des Geſchwüres, ſo darf man nur. Hafenfett aufſtreichen, wovon ſelbige bald' hervor gezogen werden. Ohne das Hervorbringen der allerkleinſten Splittex heilt fein Geſchwür, Bögartitge oder faule Geſchwüre, die wildes Fleiſch haben, enthalten einen böſen, ſtinkenden Eiter, oder gar Waſſer mit Blut vermiſcht, und wollen nicht zu- ſammen heilen. 1) Man muß innerlt- che Mittel gebrauchen, weil man ſowohl bey äußerlichen als innerlichen Krantheiten zuerſt die Urſach entfernen muß, welche die Krankheit erregt. Groößrentheils aber iſt das verdorbene Blut an den bözartigen Geſchwüren Urſache, das daher zuferderſt gebeſſert und gereiniget werden muß. Man lobet in dieſer Abſicht Spießglasleber, fein geſtoßen 2 Lotchz; Küchenſalz 3 Loth, mit etwas Honig gemiſcht, und des Mor- gens auf einmal auf die Zunge geſtrichen. Fährt man mit dem Gebrauche diefes Mitk- tels fort, ſo darf man nur mit deim vorhin genannten Honig und Wein das Geſchwür rein zu halten ſuchen. 2) Hat man aber mit dieſer Heilung eine Zeit lang angehal- ten, und das Blut gebeſſert, fo gebraucht man äußerlich, um der Fäulung zuvor zu fommen, von der Digeſtivſalbe(Nr. 3. im Art, Geſchwulſt) 3 2oth, nachdem man ein halbes 2och Aloe gepulvert damit gu? abgerühret hat. 3) Bey dieſem Verfah- ren wird das Geſchwur mit der Zeit ents weder rein, das Fleiſch geſund und die Wunde heil werden, oder in Brand über- gehen, und man muß die dabey erfordere B 3 ichs EEE IEEE DIR WIRING 30 NORIIEGÄRNN 1150545372 0, 7 DTT Tem ZAIRE IBER TUE 70 RIC Hhs AONET GT EIIIE 72-0490 17 ez<=====-= EEE Senemmmheteen mm Geſchwüre Siehe hievon 14 - liche Kur unternehmen, den Artikel: Brand, Geſchwüre an dem Fuß von eingetretenen Nägeln,|f. Sußſcha- den« Geſchwüre in und um das Maul. Wenn das Vieh ſchorfige Ge- ſchwüre, welche daſſelbe am Freſſen hin- dern, auf dem Maule oder in demſelben und auf der Zunge bekömmt, ſo muß man ſolche mit einer Abkohung von Kiefern- oder Fichtenſpähnen in Bier ſo lange wärm- lic) waſchen, bis ſie abgeheilet ſind. Geſenfe, ſind bey der Fiſcherey die Gewichte von Eiſen, Bley oder Steinen, womit ein Neß am Rande belaſtet wird, damit es auf den Grund ſinke. Geſenke im Weinbaue, beiße dasjenige Stück eines alten Weinſtoks, worinn die Winzer einen Schnitt thun, und ſolches hernach in die Erde ſenken, da» mit es Wurzel faſſen: und hierauf verſeßet werden könne. Geſicht, Abſehen, das Viſier auf der Kugelbüchſe, durch deſſen Einſchnitt man nach dem Korn oder Ziel ſiehet, wenn man ſchießen will, Es ſtehet hinten auf dem Lauf der Büchſe. Geſimſe, Geſims, Sims, iſt urſprünglich das Gebälfe einer oder der - andern Säulenordnung, ſv unmittelbar auf dem Kapital des Säulenſchaftes ru- het. Man bringt aber oft einen Theil dieſes Gebälfes zur Auszierung einer Sa- Zan"DE aa 00<- WWE RN NE R BINS RES KE RET IAHRNRNRERNNENTT SITE EREN HIIPR SEO IRENE TOE RARIIN NIERT Ph TPRONIEE. n-- nN STIRN Sn m nn de Üb Nä Saen Fann ung gg SR 3 53) Zaid wo ÄR vr eren dd mn Rr bh Sb Geſinde Da das Geſinde zur Förderung und Er- haltung der Haus- und Feldwirthſchaften unentbehrlich iſt, ſo kömmt es bey ſelbigem darauf on, daß es folgſam, fleißig, treu und ehrlich ſey. Je mehr es dem Geſinde an dieſen Eigenſchaften fehlet, deſto mehr haben Hausväter und Hausmütter ein Hausfreuz zu erdulden, Wenn wir Hausväter und Hausmütter anhören, die ein halbes Jahrhundert hin- durc gewirthſchaftet haben, ſo ſagen ſie uns gonz laut, daß ſie in den erſten Deka- den ihrer Haushaltungen weit beſſeres Ge- ſinde vorgefunden haben, als es gegenwär- tig, der mehrern Zahl nach, zu finden iſt, Es ſind dieſerhalb, zur Minderung der Geſindeplage, gar mancherley Vorſchläge in neuern Zeiten geſchehen, die theils mehr, theils weniger, zum Ziel treſſen. Der fürzeſte Weg hiezu aber iſt derjenige, den uns, auch von dem Hausſtande ſehr werth zu ſchäßende, Luther in der Erklärung der vierten Bitte des Vaterunſers angewieſen: Sromm Gemabl, fromme Rinder, fromm Geſinde, Von fron:men Ael- tern, und von Schul- und Kirchenlehrern fromm erzogne Kinder zum künftigen Ger ſindeſtande; von frommen Haugvätern und frommen Hausmüttern, und von de» ren Kindern bey der Frömmigkeit erhalte- nes, und immer mehr darinn befeſtigtes Geſinde iſt das einzig gewiſſeſte Mittel, er Geſindenoth in der Welt weniger zu haben. Jſt aber Chriſtenthum oder Frommſeyn nicht mehr nach dem Ge- ſchmack der heutigen Welt, ſo mag ſie auch fürlieb nehmen, wie es mit dem Geſin- deſtande gehen kann und mag. S. H,V. 2. V. Rap. 3. ingleihen H, 07, 23. V. Kap, 2, Geſindeord 15 - Geſindeordnung, die geſeßliche Vorſchrift, wie ſich Geſinde und Herrſchaf- ten verhalten ſollen, Das A, 4. R. Th. II, Tit, V. weiſet die Pflichten des Geſine des alſo an: 9. 56, nur zu erlaubten Ge- ſchäfften können Dienſtboten gemiethet werden; 9. 57, gemeines Geſinde, wel- Geſtreif “ Geſtreifet, wird bey der Jägerey der Balg eines Wildprets oder wilden Thieres, wenn es nicht auf dem Bauche aufgeſchärft, ſondern ganz über den Kopf gezogen wird, genannt, Man ſchneidet es alsdann an den Hinterfüßen und unter den Kehlen ein, der Bauch aber bleibe un- verleßt, Es findet dieſes vorzüglich bey Bälgen Statt, die am liebſten zu Pelzen gahr gemacht werden, Geſiübe, Stübbe, die Decke des Meilers, wodurch das Feuer gehindert wird, auszubrechen.- Man bewirft näm- lic) den Holzſtoß des Meilers durchzängig mit Erde, und dieſes heißt alſo eigentlich: Geſtüre, Geſtüber, Gelos, Loſung, der Koch der Feldhühner. Gejtüberand, der Rand von Ge- ſtübe oder Erde, welcher um eine Kohlen- ſtätte geführet wird. Getöſet, ſagt man von Hunden, wenn ihnen nach ſtarkem Laufen der Bauch ſchläget« Getreide, Korn. Hierunter be. greift man theils die Pflanzen, die mie Fleiß angebauet werden, um ihren Saa- men hauptſächlich zur Nahrung für Men- ſchen uad Thiece zu gewinnen, theils aber dieſen eingewonnenen Saamen ſelbſt. Jn Anſehung des leßtern wird geſagt: Gotrei- de- oder Kornpreis, Getreide- oder Korn» markt, Getreide- oder Kornausfuhre und dergl. Unſre gewöhnlichſten Kornarten ſind: Weizen, Roggen, Gerſte, Haber, Dinkel, Hirſe, Heidekorn, Erbſen, Lin- ſe u. ſ.f. Von allen dieſen Arten wird in beſondern Artiteln gehandelt, Gewärf I9 Getriebe, Trieb, Triſlling, Drilling, Laterne, ein kleines Rad in einer Maſchine von Rädern, das von den Zähnen oder Kämmen der eigentlichen Räder bewegt wird, dieſe Räder unter einander zur Bewegung verknüpft, und zugleich die Bewegung beſchleuniget. Je weniger Triebſtöcke ein Getriebe hat, deſto mehr beſchleunigt es die Bewegung. Doch ſpannt ſich öfters der Zahn im Triebſtok, und die Reibung iſt groß, wenn zu wenig Triebſiöc>ke angebracht ſind. In hölzer« nen Maſchinen ſind die Getriebe insgemein von Holz, und man nennt ſie Trillinge oder Laternen. In unſern Mahlmühe len beſteht das Getriebe oder Trilling aus 2 hölzernen Scheiben, die in einiger Ent- fernung durch Triebſtö>ke von Holz verei- nigt ſind.- Das Ganze ſißt insgemein auf der Welle desjenigen Rades, dem es die erhaltene Bewegung mittheilen ſoll. Zn die Triebſtöcke müſſen die Zähne des Kamm- oder Stirnrades genau eingrei- - fen. Bey einem einfachen Mühlenwerke wird das Getriebe, welches auf der eiſer- nen Welle des Mühlſteins ſte>t, von dem Kammtrade, dieſes durch die Welle, auf der es ſich befindet, und die Welle durch das äußere Waſſerrad, welches durch das Waſſer umgetrieben wird, gedrehet, Sind die Triebſtö>e aber nicht in Scheiben ein- geſeßt, ſondern in der Welle eingeſtämmt, ſo heißt alsdann ein ſolches Getriebe ein Kumpf, Dieſe Getriebe ſind ſtärfer, Die Verfertigung eines Getriebes erfor- dert eine richtige Ausmeſſung und genaue Bearbeitung. Gewäßf, Gewerk, Gewoerft, Gewehr, Waffen, Schneid, die langen Zähne einer Sau, mit welchen ſie C 2| um (EU 20 Gewährsl um ſich ſchlägt. Gewäſf und Schneid ſagt man auch von den Zähnen der Raubthiere« Daher heißt es von der Sau und den Raubchieren, daß ſie gewaſſnet oder ge- wäſſet ſind, wenn ſie ſtarke und ſcharfe Zähne haben, Gewährsleiſtung, gehört mit zur Erfüllung eines Vertrages, und iſt ein Naturale aller läſtigen Verträge. Sie wird geleiſtet: 1) wegen fehlender Eigen- ſchaften überhaupt; 2) wegen fehlender, gewöhnlich voraus geſeßter Cigenſdhoften; 3) wegen fehlender vorbedungener Eigen- ſchaften 3 4) wegen der einer Sache ankle- benden Laſten 3 5) wegen der Anſprüche ei- nes Dritten, Die Zeit, binnen welcher ſie gefordert werden muß, iſt bey Landguü- tern innerhalb dreyer Jahre, bey ſtädti- ſchen Grundſtücken innerhalb Eines Jah- res, bey beweglichen Sachen aber inner- halb ſechs Monathe, nach dem Empfang der Sache, Wegen ſolen oder auf andere Art verborgenes Gewehr zu führen, nicht WEN 3 OR 65.500565' NEL DIe- EEN; 2" Z M. + NN EEE NGE IP Gi AE: Gu EREN RN wennn= 0 ee un IT ume mä 2a gen. alg är GEIER Seer de ann 2 einen me Üb Ne in Üb 22a umg. omg 4 nme ÜR en wr rn nner mrn u wr mr Än Är Gewehrs nicht erlaubt. Die bioſſe Führung ſol- cher verbotenen Waſfen ſoll mit Confisca- tion derſelben, und 5=- 20 Thlr. Geld- ſtrafe geahndet werden. A, L,R, Th.1. Tit. XX. 4.740 ff, Gewehrgerecht, iſt der Jäger, wenn er mit dem Schießgewehr recht um- zugehen weiß, Gewende, ein Stück Aer von ſol- cher Länge, als man mit dem Pfluge in gerader Linie, ohne umzuwenden, zu pflü- gen pflegt. Daher führt auch das Ober- Mittel- und Untergewende ſeinen Namen, wenn nämlich ein langer Acker in 3 ſolche Theile getheilet wird. Gemeiniglich hat ein Gewende ſein beſtimmtes Maaß, das aber nicht überall gleich iſt. An den mei- ſten Orten kommt es mit einem Morgen überein, Auch heißt es der Ort, wo an- dere Aecker der Breite nach an ander2 an- ſtoßen und ſich wenden. Bey der Jäge- rey bedeutet Gewende die von dem Hir- ſche im Fliehen oder ſchnellen Gehen mit dem Geweihe umgewendeten Blätter, oder abgebrochenen Aeſte in Dicfigten, woran man den Hirſch ſogleich erkennen kann. Es heißt auch Simmelsſpiur, Himmels- zeichen, zum Unterſchied von der Fährte auſ der Erde, Gewinde, Gewerbe, iſt eine Vereinigung einer Thür oder eines Deckels mit dem größern Theile eines-Geräths, ſo daß die Thür oder der Deckel zwar geöff net, aber nicht von dem Haupttheile ge- trennet werden kann. Das Gewinde, womit eine Thür mit den Thürpfoſten ver- einigt, und von dem Schlöſſer angeferti- get, und zum Beſchlag gerechnet wird, befommt, wenn es zierlic) werden ſoll, den' Namen: Engliſche Klappe, oder auch Gewitter 21 Fiſchbänder, und der Unterſchied von den gemeinen Gewinden beſieht darinn, daß man blos das Gewinde ſelbſt bemerkt, die Befeſtigung deſſelben aber in das Holz eingelaſſen wird. Cin ſolcher Fiſchband iſt aus zween Lappen von geſchmiedetem Eiſen zuſammen geſekt, die vereiniget das Gewinde bilden, Eme Hälfte, welche an der Thür befeſtiget wird, iſt auf dem einen Ende rechtwinklicht umgebogen, und dex ganze umgebogene Lappen wird in die Thür eingelaſſen« 6 Gewindebohrer, ein ſtarker Stana genbohrer, der zu den Löſſelbohrern gehö- ret. Der hieſige Zimmermann nennt ihn Ringelbohrer, Gewindefenſier, Fenſter, die 2 -- 4 Flügel haben, welche durch Gewin- de, d. i. durch Häſpen und Häſpenhafen mit dem Fenſterrahm zuſammen hängen, und hiedurch geöſſnet werden können z: im Gegenfaß derjenigen Fenſter, die man in die Höhe ſchiebt. Gewirrte, die Einrichtung und Bez ſaßung eines Schloſſes zuſammen genom- men, wodurch fremde Schlüſſel anm Schlie« ßen gehindert werden. Gewitter, das Auſſteigen oder An- nähern ſolcher Wolken, die, 6ftere Blike und den daraus folgenden Donner zu ver» urſachen, geſchift ſind, Die Gewitter ſind theils ſchädlich, theils nüßlich, Schäd- lich, wenn fie einſchlagen, Ment Gewitter die Elektricität von einander gehalten wur- den, treten nunmehr, nach wiederholter Ausladung und Verminderung derſelben, zuſammen, formiren Tropfen, und ſo reg- net es herab, Daraus iſt klar, wie wenig Regen zur Sommergzeit entſtehet, wenn die Gewitter entweder vorbey gehen, oder ſonſt ſtill und ſanft, ohne Bliß, zumal in geraumigen Maſſen, abgeleitet werden, welche die Elektricität der Luft und der Ge- witter in großer Quantität aufnehmen, das Anziehen und Häufen der Wolfen ver- hindern, und die Wolken ſelbſt theils zer- ſtreuen, theils wieder zum Aufſteigen ver» anlaſſen. Aud in ſo fern ſind die Gewikt- ter heilſam, daß durch ſie, mittelſt Ab- brennung der öftern Bliße, mittelſt Ab- regnens der Wolken, ſogar mittelſt Erre» gung der Winde,(denn auch zu dieſer ih- rer Erzeugung geben vielmals die Gewitr- ter Anlaß,) der Dunſtkreis und die Luft davon überaus gereinigt werden, daß ſie ihre geſce den Bliß neben uns vorbey leitet, zur Sicherheit dienet, ſo kann hingegen unter» brochenes Metall Gelegenheit zu einem ge- fähre Y I 7 EE ES aa M 1 ee GEST EHHG ENGEREN SENT TEENSOEEHENGENG: NEOS ED OSWENNE MIE EINERN EO] FIETE SCHROSEEGNGSEIIIP SN?- 4.3 SE Getreide fährlihen Sprunge des Blites auf die im Wege befindlichen Menſchen geben, Man unterlaſſe alſo, ſich am Ende eines Herunter gehenden Metalls, z. B, einer Strange, eines Klingeldrahts, u.ſ.f. wie auch überhaupt bey abgeſonderten oder durch andere Körper, Holz oder Steine eingeſchloſſenen Stücken Metall zu ibefin- ven, Weniges Metall, welches man bey ſich zu tragen pflegt, kann nicht ſon- derlich gefährlich ſeyn. Ich habe es in meiner Kindheir erlebe, daß der Bliß ei- nem im Schilderhauſe ſtehenden, aber nicht getödtetem Soldaten das an ſeiner Seite ſtehende Gewehr weg ſchlug. Me- tallene Knöpfe, Treſſen u, dergl. würden bey nahen Gewittern eher abzulegen, als am Leibe zu tragen, anzurathen ſeyn. Die Vorſicht gebietet, bey nächtlichen Gewittern nicht im Bette, oder in dem Schlafzimmer, beſonders wenn mehrere darinn ſchlafen, zu bleiben. Man kleidet ſim an, um bey Vorfällen in und außer dem Hauſe gleich zur Hand zu ſeyn. Man Hat auch hiebey den Rath mietheilen wol- len, ſich ſodann in ganz weißer leinener Kleidung zu halten. Ehedem hat man geglaubt, ſich in Bet- ten und Kellern wider den Bliß am beſten ſchüßen zu können. Die Unzuverläßigfeit hiervon iſt aber daraus zu erfennen, wenn man bedenfet, wie gefährlich brennbare- Dünſte und die Würkungen der Zugluft ſind. Da man indeß aus mehrmaligen* Erfahrungen weiß, daß keine Art von Blißen leicht über 2 Zoll tief in die Erde dringt, ſo müſſen doch wohl unterirrdi- ſche, tiefe, aber dabey hauptſächlich ge- gen Zugluft verwahrte, Gewölbe zur Zeit der über uns ſchwebenden Gewitter eine Art von Freyſtade ſeyn, Get, Negllexicon HI, Theil. Getreide 25 Wer ſich auf der Straße befinder, ſtells ſic) ja nicht unter ein Thürgerüſt oder an= dern Schuß, nahe an Wänden und Ge- bäuden, Er gehe entweder in ein Haus hinein, oder bleibe mitten zwiſchen den Häuſern in einer mäßigen Gaſſe, oder auf einem nicht gar zu weitem Plaße, Der Strahl wird alsdann durch die Gebäude aufgefangen, geht an den Wänden zur Er» de herab, und'erreicht den Menſchen nicht, daher man nie gehöret hat,- daß die in Städten auf der Straße gehenden, wenn fie nicht, um Schuß zu ſuchen, irgendwo untergetreten ſind, von einem Wetterſtrahl getroffen worden. Sie würden ſich da- ſelbſt in noch größerer Sicherheit befinden, wenn die Häuſer neben ihnen mit bleyer- nen oder blechernen Regenröhren verſehen wären, welche bis zur Erde hinab giengen, und alſo auch den Blitß, der ſich an dem Metalle hält, ohne Schaden herableiten könnten. Hingegen würde es unſicher ſeyn, neben einer Stelle zu ſtehen, wo eine von dem Dache gehende Röhre das Re- genwaſſer niederſtürzt, als welches auch dem Strahl, daſelbſt herab zu fahren, Gelegenheit geben könnte, der, wenn ex unten fein Metall antrifft, leicht auf ei- nen nahe ſtehenden Menſchen ſpringen könnte, Auf dem Felde iſt man in mehrerer Ver- legenheit, weil es gleich gefährlich wäre, im Freyen zu bleiben, wo keine andere Körper vorhanden ſind, die den Bliß auf- fangen könnten, oder ſich unter einen Baum zu ſtellen, davon ein darauf fallender Strahl abſpringen, und auf den Menſchen zufah- ren könnte. Höhlen und Klüfte in Bergen geben zwar eine ſichere Zuflucht, weil ein daſelbſt fallender Bliß ſchon an dem Um- fange derſelben ſein Ziel erreicht, und ſich in der Erde vertheilet, Hervorragungen D aber, 1: I amen er REIZE EBERN wrgNGG 37 SrIIGEE EN==en, und(ihn nicht vorbey leiten, vermehren die Gefahr. Es ſollte ſich alſo niemand auf dem Feide in einein Heuhaufen, in Korugarben oder davon auſgeſeßte Mandeln oder Stiege, woriian ſo oft zur Aerndtezeit dahin gefl0- hene Menſchen erſchlagen worden, verber- gen 3 auch die Schäfer ſollten nicht in ihre kleine Hutten kriechen. Der beſte Rach wäre, ſich, wo möglich, in ſoichex Ent- fernung und an diejenige Seite Hin zu ſtel- len, daß der. Strahi- eher auf den Baum, als auf den Menſchen falle, aber auch Richt ſo nahe, daß er noch von jenem auf dieien ſpringen könne, Cs. wäre demnach ein Abſtand von etwa 15 oder 20 Fuß vom Stamme ſowohl, als von den unterſten Zweigen zu wählen, weil alsdaun zu ver» muchen iſt, daß ein in der Nähe entſte- hender Wetterſtrahl eher den ſo viel höher hervor ragenden Baum, als den tiefer ſte- henden Menſchen treffen werde. In ei- nem Walde wäre alsdann ein ſolcher Plaß zu nehmen, wo die Bäume, zwiſchen wel- e befeſtigt, und mit recht ſtar= fen oder doppelt genommencn ſiſchbeiner- nen Stangen, um dem Sturmwinde wi- derjtehen zu können, verſehen wäre; und wenn man daneben eine breite metallene Treſſe von zureichender Länge bey ſich führte, die man im Nothfalle mic dem el- nen ne eng Än NN Run ram ERGIESSEN SEEN SEESEN NG KEG EITEN Xr an„IG ENE I. ERR ERN BOOSTS SCHINEN SNES H aan Gewitter " nem Ende oben an dem Knopfe des Sto>s anſtecfte, und mit dom andert in einiger Entfernung auf der Erde befeſtigte. Der Eto> würde ſodann in de Erde geſteckt, und wenn man ſich unter vem ausgebreite- ten Schirm niederſekte, ſo hätte man dar- an einen ſchüßenden Körper, welcher den Strahl auffienge,' und nicht herab zu den Men:chen, ſondern vermittelſt der metalle nen Treſſe abwärts leitete. - In den gefährlichſten Umſtänden aber befindet ſich bey Gewittern ein Reiter im freyven Felde Dieſer ſchwebt alsdann, wenn er nicht lieber vom Pferde abſteigt, fich etwas von demſelben entfernt, und ſo lange im Freyen verweilt, bis die drohen- ven"Wolken ihren Abzug getommen haben, in einer vierfachen Gefahr, Er hat näm- lie) die Zoigen ſeiner eignen Ausdünſtung, des Dunſtkreifes von ſeinem Pferde, der Erhisung der Hufeiſen und der Zugluft, wenn er fortreitet over gar fortjagt, mithin alle Veranlaſſungen, weiche den Bliß nach ihm hinlocfen können, zu befürchten, (Ein gut gemeynter Rath, ſich von ſeinem Reitpferde zu entfernen, Wo aber damit hin auf dem freyen Feide, wo man keinen Baum findet, um das Pferd an ſelbigem anzubinden? Man müßte bhiebey anneh- men, daß der Reiter eine Leine mit einem hölzernen daran befeſtigtem Pfahle bey ſich führte, um ſolchen einzuſchlagen, und, mittelſt der Leine, das Pferd daran zu bin- den, Cs müßte aber das Pferd, wie die Campagnepferde daran gewöhnt ſeyn, um auch bey Sturm und Wetter nicht wild und tobend zu werden.) Iſt man in einem Wagen, ſo iſt es beſ- ſer, ſiilie zu halten, als ſchnell zu fahren, odor, noch beſer, auszufteigen, und neben oder hinter dem Wagen in einer Entfer- nung von 3==4 Fuß ſich hinzuſtellen, zus- Gewitter 27 mal wenn es ein offener Wagen iſt, auf welchem man doch dem Regen ausgeſeßt geweſen wäre, Härte man aber einen be- deten Wagen, der von außen ganz mik Wachstuch überzogen, oder mit getheer- tem und geſchmierten Leder bedeckt, und ohne horvor ragenden metallenen Knöpfen wäre,[d würde man, falls man allein darinn wäre, doch lieber darinn bleiben, als ſic) der Unbequemlichkeit der äußern Luft blos ſtellen wollen. Iſt aber der Wagen voll Menſchen, und hat oben me- tallene Knöpfe, oder än den Seiten Ver- goldungen, ſo hätte derjenige, der heraus ſteigt, mehr Sicherheit, als die, welche darinn ſißen bleſben.; Vor einiger Zeit ward in einer periodi- ſchen Schrift angefrager: ob bey Gewit- tern die Pferde vor dem Wagen allein, die dariun ſißenden Perſonen aber nicht, vom Blitze bisher erſchlagen worden, und ob leß« teres nicht dem Theer, womit die Wagen ge- ſchmieret werden, zuzuſchreiben ſey? Von Kutſchen fehlet mir darüber die Erfahe« rung; aber von gemeinen offenen Bauer- wagen weiß ich mehrere Vorfälle, da die Pferde vor ſelbigen erſchlagen worden, die Knechte und auf ſolchen Wagen ſißen- de Perſonen aber unbeſchädigt geblieben ſind.| Hiebey wäre nun die Hauptfrage noch übrig: ob nahe an Gebäuden ſtehende Bäume das Gewitter herbey ziehen, und dergleichen Gebäude anzünden können? In fo. viel hundert Dörfern, worinn ich ge- weien, und einen oder ein Paar Schritk von den Häuſern die höchſten und älteſten Bäume, z. B. Linden, Rüſtern, wilde Objtbäume, u. ſ, w. geſehen habe, und noch ſehe, have ich nie gehöret, daß von ſo!chen Bäumen der Werterſtrahl auf die Geväude geleitet worden ſey, Nur ein D 3 eine | N (KY) 28 Gewitter einziges Haus kenne ich, wo der Strahl von einem hohen, alten Rüſterbaume, der etwa 3 Fuß von dem Stubenfenſter eines Dorfeinwohners abſtand, in die Wohn- ſiube hinein gieng. Der Bauer hatte ſeine Senſe an einem Zweige des Baums fo Hingehänget, daß ſelbige mit der Spike beynahe das Fenſter berührete,» Dieſer- Halb folgte der Strahl der Senſe nach, und von dieſer in die Fenſtereijen, u. ſ, w. Sonſt habe ic auch nie gehöret, daß in Pots- vam, wo eine der längſten Straßen mit Linden ſeit 70 Jahren, und länger, ſv be- ſekt iſt, daß ihre Zweige an und über die Hausdächer hinweg gehen, die Bäume je , den Wetterſtrahl in die Häuſer hinein ge- leitet hätten» Dieſe und dergleichen Bäue- me ſind vielmehr als Wetterableiter anzu- ſehen, da es in gedachter Stadt mehrmals zn Gebäude, die keine Bäume vor den Häuſern haben, eingeſchlagen hat. Sind aber hohe Bäume, wie eben ge- ſagt worden, als Blikableiter zu achten, ſo ſollten die Dorfſſchaften, die bey entſtan» " denen Feuersbrünſten wegen ihrer Stroh- dächer immer am übelſten daran ſind, dar- auf ſehen, daß die Weſt- und Südſeite derſelben, außerhalb der Dörfer und Obſt- gärten, als von welchen Gegenden die meiſten Gewitter herfommen, immer mit recht hohen Bäumen beſest wären. Jch habe nie geſehen oder gehöret, daß das Ge- witter in ſolche Gegenden je eingeſchlagen habe, und die Einwohner ſolcher Orte wiſ- ſen auch nicht, dergleichen von ihren Wor» fahren gehöret zu haben. Die Cinwoh- ner ſolcher Orte ſollten daher auch ſolcher Baume recht gefliſſentlich ſchonen, und ſie nicht auf einmal, ſondern hie und da nach Nochdurft einen, abhauen, und, Statt der weggehauenen, gleich junge nachpflanzen. Ich hatte in einem benachbarten Orte ei- WRE; I. WG PXE EE: Y EHE)- 26. n& N EE lie nn Zi EE xs EIE ANS PES aK ETL AINET REIN GRIEG EIT GN HIR eb nn nalin a Üb ni Ze Üben gg weir mg]. zug Gewitter hen ſehr breiten Obſtgarten, deſſen Abends ſeite mit den höchſten Weidenbäumen, die nie gekappt worden waren, verwahret war,- Als ein in dieſer Abſicht noch unerfahrner Oekonom ließ. ich im Frühjahre 1750 dies ſe hohen Bäume ſämmtlich bis unter die Hälfte abſtämmen, und von allen Zwei- gen gänzlich entblößen. Das erſte am Hrte herauf kommende Gewitter ſchlug ſo- fort in den Schornſtein des dazu gehören- den Wohnhauſes ein, warf einige Steine herunter, zündete aber nicht, An einem andern benachbarten Orte wurden die, außerhalb der Obſtgärten und an der Süd- weſtſeite ſtehenden, Cichen abgehauen, worauf im nächſten Sommer das Gewit2 ter in die Pfarrgebäude einſchlug, und ſie in Brand brachte. Einige 20 Jahre her» nad) wurden die Eichen an der Weſiſeite des nämlichen Ortes abgehauen, worauf das Gewitter in ein Wohnhaus einſchlug, daß es nebſt den dazu gehörigen Ställen abbrannte, Mehr entfernten und eben ſo behandelten Dörfern iſt bey meinen Lebzei- ten gleiches Unglü& wiederfahren. Die Stadt Potsdam hat auf der Weſiſeite ei» nen auf einer ziemlichen Anhöhe ganz nahe gelegenen Wald,- welcher bis zu dem ſieben- jährigen Kriege hin mir alten hohen Cichen beſeßt war, Nachdem man dieſe hierauf ſammtlich weggehauen hat, ſind die Stadt- gebäude mehrmals vom Wetterſtrahl ge- troffen worden, da ich nie gehöret, daß dergleichen vor der bemerkten Zeit geſche- hen ſey.. Was zuleßt noch das öftere Einſchlagen in die vollen Scheunen und Heuſtälle be- trifft: ſo habe ich bemerket, daß die nicht trocken genug eingefahrnen Feldfrüchte, ih- rer ſtarken Ausdünſtung wegen, den Bliß angelo>t haben. Diejerhalb ſollte man doch darauf ſehen, Getreide und Heu nie anders, mmm ÜR u urg un nner ma re wier rer Si“ 1 Gewölbe änders, als aufs beſte abgetrocknet, einzu- fahren. Könnte man aber ſolches bey anhaltend unbeſtändiger Witterung nicht vermeiden, und müßten dieſerhalb Oeff- nungen zum Werdünſten der nicht recht trocken eingebrachten Feldfrüchte in Scheu- nen und Ställen gelaſſen werden: ſo ſollte man doch gegen die Nachtzeit, oder gegen annahende Gewitter bey Tage, alle Luken und Oeffnungen zumachen, und nirgends einen Luftzug übrig laſſen. Gewölbe, eine, nach einem gewiſſen Bogen gemauerte Decke«- Auch nennt man den Raum oder das Zimmer, welches eine ſolche Dee hat, eben ſo, verbindet auc< wohl damit die Sache, die darinn aufbehalten wird. Alſo ſagt man: Milch- Speiſe- Gewürzgewölbe, u. ſ,w. Gewölbe im vollen Zirkel, iſt ein ſol und groß, fleiſchig, weiß, treibt. jährlich neue ſtarke Stengel und Zweige, die lang ſind, und an Zäu- nen, Büſchen, u.ſ. f. binauf klettern; Blätter: groß, handſörmig, auf beyden Seiten callös-rauhz Blumen: in zahl- reichen fleinen Trauben, weiß, im May und Junius; Beeren: vortrefflich giän« zendroth, Man ziehet dieſe Pflanze aus ihren Beeren, welche im Frühjahre ſv- gleich an Ort und Stelle in einen leichten, tronen Boden gelegt werden müſſen, ver- dünnet die Pflanzen nachher nur gehörig, und hält fie ſo lange vom Unfraute rein, bis ſie über demſelben hervor gewachſen ſind. Man kann von dieſer Pflanze, ſv gemein ſie auch unter uns iſt, eine oder zwo in großen Gärten, ihres ſonderbaren Anſehens wegen, zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit, zwiſchen Büſchen oder. Sträuchern aufnehmen. Mehr aber wird ſie wegen ihrer arzneyiſchen Kräfte anzue bauen ſeyn: die Aerzte haben die Wurzel zum Gebrauche erwähletz ſie iſt feiſchicht und ſaftig, nach der Austrocknung aber ſchwammicht, und mit Ringen und Strah» len bezeichnet; ſie hat einen ſcharfen, bit» terlichen, unangenozhmen Geſchmack- und ſtinkenden Geruch 3 ſie beſikt eine reizende und auflöſende Kraft; vornehmlich löſet ſie die dien, zähen, ſchleimichten Säfte auf, und führet ſolche von unten und oben aus 5- die getrocknete Wurzel würket. ſt, und einige. eyrund, andre rund ſind. - Giebel, Schießer, iſt bey den Satteldächern die dreyefichte Mauer oder “ Wand an dem Ende des Daches. -Giebeldach, Fronton, ſo wird das niedrige Dach auf dem Vorſprunge eines Gebäudes'genannr, welches meiſtens in. der Mitte; odex anch an den CFen eines *B kz*>+. Ala.< 2" 8&/"Zr' 157€T r b.<. ED 1 SEDE u IE., A-/+..: ei rä domi mri Borte dN u AÜ Sr IREN BN wende mn 5 gr LÄ I uumn II rm ue me R 1 aH üg gf gn ng| .>. Ws ZIN:=" een== III III III Gift Hauſes angebracht wird. Es werden auch dergleichen kleine Giebeldächer, oder Fron» tons über die Fenſter und Thüren gemacht, Sie werden auf verſchiedene Art zubereitet: einige ſind dreyeFicht, andere nach einem Zirkeltrumen 3; andere ſind gebrochen, und auf allerley Art geſchweifetz einige gehen oben wie Schnecken zuſammen, und was dergleichen Arten noch mehrere ſind, Giebelmauer, Schießmauer, iſt die dreyeckichte Mauer, womit der Gie- bel oder Schießer einer Mauer zugeſchloſſen wird. Giebelſpieß, Giebelſpitze, wer- den in einem Dache die bis an den Firſt des Daches ſenkrecht ſtehenden Srüßen oder Ständer genannt, auf welchen die Sparren oben ihre Befeſtigung haben, 'Giebelzinne, ſind kleine Bilder«- ſtühle im Mittel und an den äußern Sei- cen eines Frontiſpice, worauf Bilder oder Gefäße geſeßt werden, Gießkanne, Sprengkanne, Sprigtkanne, Sprißfaß, Spreng- frug, Sprißkrug, ein bekanntes ble» dyernes Gefäß, in Geſtalt einer großen Kanne, mit einer Röhre und einem trich- terförmigen, durchlöcherten Auffaße, die Gewächſe der Gärten, ingl. die Leinwand auf dex Bleiche, u-ſ- f. damit zu begießen, Man hakt dergleichen auch von Böttcherar- beit; ſie ſind aber weniger, als die blechexs nen, dauerhaft, Gift, Venenum, darunter verſteht . man eine Materie oder Subſtanz, welche, wenn fie in dem thieriſchen Körper wirket, von ſelbigem nicht bezwungen, noch in ih- ren Wirkungen unkräftig gemacht wird, und daher mit Nachtheil der thieriſchen Oekonyve rn WETTSINGEN Ee emmmmrer SENN a umg m nnen un ra mar rt MD ue Ä Gift. Oekonomie entweder in dem Körper bleibt, oder ſich Wege macht, wodurch die Theile des thieriſchen Körpers mehr oder weniger verleßet, oder wohl gar zur gänzlichen Zerſtörung gebracht werden. Wir finden ſowohl im Mineral= als Pflanzenreiche viele Körper, weiche, nach jebt angezeig- tem Begriſfe, für Gitt zu halten find, die foſt alle au/ eineriey Are wirken. Der Ort, welcher damic berührer wird, es ſey der Magen, oder auc) oin äußerlich ver- wundeter Theil, wird dadurch entzündet, und gemeiniglich mit dem Brande angeſte- Fet, der ſich in kurzer Zeit zu den benach- barten Theilen verbreitet, und in den Ner- ven und Blutgefößen mancherley Zufälle hervor bringt. In dem Magen und den Gedärmen entſteht Uebelkeit, Brechen und Kneipenz im Gohirne Wahnwitß und Ra- ſerey, zuweilen auch Schläfrigkeit und Ohn- macht; in den Nerven Zuckungen z im Herze Klopfen und unorventlicher Puls; in der Lunge ſchwerer Achem und Erſtiung, Kurz, die ganze thieriſche Haushaltung wird verwirrer und völliz vernichtet. Gif- te haben auch ihre Gegengifte, welche nach Beſchaffenheit der Gifte ſetbſt verſchieden ſind. Giſte aus dem Pflanzenreiche wer- den am beſten durc) Cfſfig und andere ſaure Sachen verändert, und in ihrer heftigen Wirkung gemindert. Alle in den Magen gebrachte Gifte können durch fette, ſch!ei- michte Sachen unwirkſam gemacht, und durch Brechmittel, wenn ſoiche zeitig an- gebracht werden, ehe ſte nou) ſchaden, wie- der ausgeführetr werden. Die durch Wun- ven beygebrachten Gifte ſind die gefährlich« ſten, indem ſie ſic) gar zu geſchwinde mit den Säften des ganzen Körpors vermi- ſchen. Kann man zeitig die Wunven ſelbſt, vder nahe dabey ſchröpfen und baden: ſo wird dadurch die Wirtung auſgehalten, Vet, Regilexicon 111, Cheil, Giftb 33 Giſibaum, ein Pflanzengeſchlecht, welches vormals als eine beſondere Gate fung, unter dem Namen Toxicodendroa, angeſehen, jeßt aber zu der GattungRhus, als Arten derſelben, geordnet worden. Eie fähren meiſtens einen giftigen Milchſaft, und werden daher in America, woſelbſt ſie in großer Menge angekroſfen werden, Giſt- bäune genannt, 1) Eſchenartiger Gifrbaum, Gift- eſche, Sitnißbanm, SiSbfraut, Rhus Vernix LL. GStramm: ſtarf, holzig, an allen Seiten zwar äſtig, jedoch nichte mit ſehr zahlreichen Zweigen, 8=- 19 Fuß bhoc<; Diätter: gefiedert, aus 3-- 4 Paaren, und einem einzelnen Blättchen, zuſammengeſeßt, welche länglich, geſpißt, glatfrändig und ſchön grün ſind. Jm Herb- ſie nehmen ſie eine rorhe oder purpurrothe Farbe an, und haben kurz vorher, ehe ſie abfalken, ein reizendes Anſehen, indem einige roth, und andere purpurrorh ſind, und noch andere eine Mittelfarbe zwiſchen bey- den haben. Die Blätterſttele ſind unge- theilt und gleichförmig, und ſie ſowohl als die Mitrelribben ſind gleichfalls von unter- ſchiedenen Farben, daher man an einem und eben demſelben Baume eine.mannich- faltige Farbenſchattirung antrifft. Weil der Milchſaft dieſes Baumes zum Lackiren gut ſeyn ſoll, ſo wird er Firnißbaum, und weil ſein Saft giftig iſt, und ſeine Blätter denen der Eſche etwas ähnlich ſind, Öift- eſche genannt. Der Baum hat geſtreckte Zweige, die, ſo wie ſie auf der Erde fort- wachſen, immer Wurzeln treiben, und je- des bewurzeltes Gelenfe giebt eine Pflan- z2. Dieſe nehme man im Herbſie, im IBinter, oder im Frühjahre auf, und pflan- ze ſie, Es verlangt aber diefer Giftbaum, der& unſern Himmelsſtrieh) zu zärtlich iſt, im 34 Giftb im Winker eine Bede>ung, und will zu- glei) an einem bede&ten Orte ſtehen. 2) Dreyblärtrichter, wollichter, eichenblättrichrer Giftbaum, Gift- ſumach, Gifreiche, Giftbaum, Khus Toxicodendron L. Vaterland: Vir- ginien, Canada, ESxeamm: ſtrauchig, niedrig, äſtig, ſelten über 4 F. hoch, die Zweige glatt und lichebraun, die untern Zweige geſtreckte und Wurzeln ſchlogend, daher ſoiche, wenn ſie das Luſtgebuſche oder die Wildaniß nicht iv Unordnung brin- gen ſollen, immer hinweg zu nehmen ſind, : dreyblättrig, die Blättchen leuchtendgrün, gebea im Ganzen ein gu- tes Anſehen. Bimimnen:. an den Seiten der Zweige, in lo>ern Riſpen, klein, weiß- lich, im Jul., hinterlaſſen weißliche oder milchweiße Beeren, welche im Herbſte, und ſogar noch im Winter, wenn das Laub bereits abgefallen iſt, in einer Art von Ri- ſpe an dem Strauche hängen, und ein ſebr artiges Anſehen machen, 3) Dreyblättrichter glatter Gifr- baum, wurzelnder Sumach, an den Gelenken der Zweige wurzelntra- gender Gifrbaum, Rhus radicans L, YVaterl, Virginien, Canada. Stamm: ſtrauchig, äſtig,-4=-5F. hoch, mit ge» ſtreckten, wurzelnden Zweigen. Blätter: dreyblättrig, glatt, die Blätrchen eyrund, glatträndig, geſtielt, Blumen: in kur- zen Aebren, grünlich, im Jun, und Jul,, Hinterlaſſen rundliche gelbe Beeren, welche aber auch in England ſelten reif werden, Hiervon iſt eine Abart mit aufrechten Zweicten, obgleich die Zweige auch eine Neigung haben, ſich zur Erde zu legen, und aus den Gelenken Wurzeln zu treiben, Dieſe Art will beſchüßt ſtehen, wenn nicht die lektjährigen Schüſſe den Winter über Gilbk abſterben ſollen. Der Saft dieſer Gift« bäume wird für giftig gehalten. Die bes rührten Blätter pflegen ein heftiges Juen zu verurſachen, worauf bisweilen Sc wulſt und Cuezundung erfolgen, und wenn der Saft ihres Holzes oder ihrer Blätter nur einige wenige Minuten auf der Haut vieibts ſo entſtehen Blattern, wie Kräßkblattern, Rhus radicans ſcheinet unfer allen am ſchäd» lichſten zu ſeyn, Gilbe, Gilve, Gilbenblume, Gilbenfraut, eine allgemeine Benen- nung ſolcher Färberfräuter, die gelb färe ben. Man rechnet beſonders hiezu die Geniſte oder das Pfriemenkraut, und die Scarfe. Gilbfraut, Streichfraut, Fär- bergras, Waun, Weide, Wiede, Hexenkraut, Luteola, haben Tours neforf und einige Neuere als ein eigenes Geſchlecht augenommen, iſt aber vom 2in- näus mit der Reſede vereinigt worden, und nach demſelben Refeda luteola. Water» land: Franfreich, Blätter: lanzettför- mig, ungetheilt, an der Daſis zu.beyden Seiten mit einem Zahne verſehen, auf dem Boden ausgebreitet. Stenttel: aufrecht, 3 Fuß hoch, mit ſchmalen lanzettförmigen Blättern, ZBlunzen: in loern, langen Aehren, gelb, mit vierſpaltigen Keichen, Der ſandichte Boden iſt zur Cultur dieſer Pflanze zur Färberey der beſie, und ver- mebret ſich in hieſigen Gärten häufig von dem ausgefallenen Saamen. Das ganze Kraut wird gelb, wenn es getrocknet wird, und alle Theile geben eine gute und dauero hafte gelbe Farbe. Es wird trocken ver» ſendet. Tücher und Zeuge von Seide, Wolle und Garn können damit gelb gefär» bet werden, auch die ſeladon- apfel- meer« und Ee de Ze mun 25 EE Gimpet und andere hellgrüne Farben verlatigen dieſes Mittel, indem dieſe Tücher erſt alau-; nivel, fotonn mit dem Gilbfraute gefärbet, und endlich in die Küpe von Jndigo gele- get werden, Das kleine und röchlichte Gilbtraur hat mehr Kräfte, als das große und Dunkeigrüne, das ſchwärzliche und ſchimmlichte iſt das geringſte, und giebt mehr eine blaue als gelve Farbe, Jn der Arzneykunſt wird dieſes Kraut gar nicht gewraucyet, ob es gleich wirtjame Kräfte beſiker."Börhaave vergleicht ſolches mit der Röthe, und empfiehlt es bey ſchlei- michten Verſiopfungen der Eingeweide, der Monatyszeit, Gelb- und Dleich- fucht. Bimvpel, des DT fon1: auch Thumpfaſfe. Gimpel iſt ein altes deuriches Wort, und bedeutet einen Echleyer der Weiber, gleichſam einen Wimpel. Won dieſer Bedeutung haf der Blutfink ſeinen Namen, weil er'auf dem Kopfe einen ganz ſchwarzen Fleck, gleich wie einen Schleyer, hat. Girſch, Gerſch, Geere, Ge- rardsfraut, Sirenzei, Ziegen- fuß, Zuwperleinfraut, Acgopo- dium L., Podagraria Rivin. Vater» lad: Europa, ein gemeines Unfraut bey uns im guten feuchten Boden, an den Dammen und Hecken und in den Obſi- Küchen- und Grasgärten, beſonders in ſchateichten Oertern, EStrengel: rund, geſtreift, hohl, äſtig, der. Metiterwurz ſehr ähnli 3 man hat ſelbigen eine ſchmerzſtillende Kraft, ſonderlich wider die Gicht, zueignen wollen, die aber durch hinlängliche Erfahrungen nicht beſtätiget worden, Die Pferve berühren die Blätter nicht, wenn ihnen ſolche unter den Gräſern aus den Grasgärten vorgelegt werdens das Rindvieh aber pflegt ſie, wenn ſie be- ſonders nicht zu alt ſind, unter den man«- en, oder zum Einſtreuen in den Ställen abge- geſchnitten worden, kann der leßte Trieb dazu gebraucht werden, 5) Reißartiges Glanztjras, P. ory- zoides L,, wächſt in Italien auf Reißfel- dern. Die Blächriſpe iſt äſtig, und ſteht fenfrecht ausgebreitet. Die Kelc BEN NS SENN Reeg Gleichm terung angenehm aus einander, Hängen aber, ſobald ſchlechte Witterung eintritt, nieder, ziehen ſich zuſammen z und ihre Oberflächen legen ſic) beynahe an einander, gleich als ob ſie jchliefen. Zinmens: an den Sei- ten der jungen Zweige, in grünlichen Käß- hen, im Jul, Schoten: außerordent- lich groß, über 1 F,. und oft 1x F, lang, und 2 Z. breit, zur Zeit der. Reife nuß- braun. Man hat hievon eine Abart: Gleditſchie mir wenigern Sracheln, Eleinern Blärtern und ovalen Scho- ten, in England in den Gärten unter dem Namen: Water Acacia, Waſſeracacie bekannt. Sie hat mit jener viele Aehn- lichfeit, die Stacheln aber ſind bey ihr nicht ſo häufig anzutreffenz ihre Schoten ſind kleiner, und enthalten jede nur einen einzigen Saamenkern, daher ſie auch den ſonderbaren Effect nicht macht, mit wel- x Sr SIELE [] 49 Glieder Glieder, Membres, ſind in der Baukunſt die Theile eines Geſimſes, wor- aus ſo!c NE“ SENF FINDEN x emittieren dü Üben 03 unent umg m, hm vmw7g7mgeeagr eurem eg AIEEEEETIE 200 RIETEN ERZI TIE-=1 mmm mw yi 1808. 0ER TETRIS HEEREN Sign" 37 Glocenb Hirſe(rgend8wo erbauet, und die Aedker hiezu gejätet werden müſſen, ſo kann das gedachte Unfraut hiemit wohl nach und nach fortgeſchafſt werden, Sind Wieſen damit bewachſen: ſs müſſen ſie, wenn es die 2ocalität zuläßt, aufgeriſſen, und,-ver- mittelſt der Bedüngung und Beſäung, mit Klee, oder einer hochwachſenden Grasärt, von dem ſo beſchwerlichen Glitſch beſreyet werven. Glockenblume, Campanula. Die« ſe Gattung liefert eine ſchöne Sammlung von frautartigen, theils ein- theils zwey- jährigen, theils perennirenden Blumene- pflanzen, mit einfachen Blättern, und mit zahlreichen, einvlactrigen, gio&enförmi- gen, ſehr anjehnlichen, blauen, purpur- rothen und weißen Blumen, deren Mün- dung bey einigen Arten mehr, bey andern weniger, tbeils fünftheilig, theils abſte- hend iſt. Die allerichönſien unter ihnen allen ſind die nachſtehenden vier erſten Ar« ten, und unter diejen iſt wiederum die erſte die alleredelſte, 1) Die pyramidenförmitte, oder Tovurmgioctenbliyme, Campanula py- ramidahlis L. Vaterland: um Jdria und andern Orten in Crain, Man hat hievon Sorten mit blauen, weißen und ge- füllten Blumen, unter denen die eyſte die gewöhnlichſte, die lette aber mehr ſelten iſt. Diete Pflanze kann nicht gut Näſſe und ſehr ſtrengen Froſt vertragen, und muß alfo in einen tro>nen Boden, und in eine gut geſchübte 2age gepflanzt werden, Cinige Pflanzen von derjelben mag man auch, um ſie bey ſtrenger Witterung bey- ſeßen zu können, in Töpfen unterhalten, in welchen man ſie, wit ſie ſehr blumenreich und verzierend ſind, im Sommer während ihrer Blüche zur Verzierung irgend eines bejon» nnn emer ÄRGER, 24.2030 eren eid rk mai NIE I a Glockenb beſondern Plaßes auſſtellen kann, wo ſie ſodann, wenn ſie an Stäben fächermäßig aufgebunden ſind, ein beträchtliches feines Anſehen machen; weswegen man ſie, wäh- rend der Flor, auch wohl in Säten und andern Zimmern aufſteilet, wo ſie ſich, wenn ſie in die Camine geſtellet werden, eine geraume Zeit in ihrer Zierde erhalten. Die Vermehrung geſchiehet durch den Saa- men, die Wurzel und Zweige. Dieſe ſchlagen aber ſelten Wurzeln, und die Ver- mehrung durch den Saamen iſt langſam; doch müſſen den Saamenpflanzen die durch die andern Methoden erzogene an Schön- heit und mojeſtätiſcher Pracht allezeit ſehr weit nachſtehen. Um aber dazu guten Saamen zu erhalten, pflanze man einige Pflanzen auf eine der wärmſten Rabatten; bede>e dieſe während der Flor gegen ſtar- ken Regen mit gläſernen Glocken, welche jedoch ſogleich, als ſich die Witterung wie- der auffläret, wieder abgenömmen. werden müſſen; laſſe ſie aber doch den wohlchäti- gen Einfluß eines etwanigen gelinven Straubregens genießen. Wenn dieſe Vor- ſchrift genau beobachtet wird, ſo pflegt der Saame im Horbſt zur Reife zu kommen. Wird aber jene Bedeckung verſäumet, ſo pflegen die Blumen ſelten Saamen anzu- ſeßen, indem ihren Zeugungswerkzeugen nichts nachtheiliger iſt, als viele Näſſe, welche zu der Zeit, da ſie in voller Blüthe ſtehen, oft bey uns einzufallen pflegt, Die Pflanzen, welche man zur Saanzenerzie- hung ausſeßt, müſſen entweder neue Saa- menpflanzen, oder ſolche ſeyn, welche durch Zertheilung einer Saamenpflanzwurzel ge- zogen ſind. Denn diejenigen Pflanzen, welche aus immerfort von Jahr zu Jahr zertheilten Pflanzen gezogen werden, ver- lieren ihre Fruchtbarkeit von Geſchlecht zu Geſchlecht immer mehr und mehr, und wer- Vek, Regllexicon 111, Theil, Glo>enb 41 den zuleßt ganz unfruchtbar, Wenn man alſo weder Saamenpflanzen, noch ſolche Pflanzen haf, welche eine noch ſehr nahe - Abſtammung von dieſen haben, ſo iſt es beſſer, aus Frankreich oder Italien Saa- men zu verſchreiben, woſelbſt derſelbe mit mehrerer Gewißheit zur Reife kömmt, Will man ſich aber den Saamen nicht kommen laſſen, oder ſolchen auf vorbeſchriebene Wei- ſe ſelbſt erziehen, ſo zerſchneidet oder zer- bricht man die Wurzel, und pflanzet dieſe Stücke 2 oder 3 Zoll tief in die Erde, da ſie das andere Jahr darauf den Stengel trei- ben. Wenn die Blumen verblühet, ver- gehen gemeiniglich die Stöcke; hat man alfo feine junge Pflanzen, ſo muß man die Stengel, ehe ſie völlig verblühen, abſchnei- den, da ſie denn junge Wurzeln anſeßen, Die im freyen Lande unterhaltenen Stöcke verlangen einen ſonnenreichen Ort, nicht zu feſten Boden, und bey trocknem Wet- ter öfteres Begießen, Im Winter fau- let die Wurzel leicht, daher man zur Vore ſicht einige Stöfe in Scherbeln erhält, den Winter über in ein Glashaus ſeßet, 19:d wenig öder gar nicht begießt. 2) Pfirſichbläctrige Glockenblu- me, Waldglöcklein, C. Perſicifolia, Dieſe Blume gehöret in den rauhen Euro- päiſchen Gegenden zu Hauſe, und unter- ſcheidet ſich durch ihre den Pfirſichblättern nicht ganz unähnliche Blätter- Die Sor- ten ſind einfach blau, einfach weiß und ge- fälle blau, Die gefüllten Sorten ſind zus fälliger Weiſe aus dem Saamen entſprun- genz; ſeitdem ſie aber in den Gärten be- fannt worden ſind, werden die einfachen nicht mehr geachtet. 3) Lieſſelbiättrige Glockenblume, gemeine rauhe Waldtelocke, Wald« Tlöcklein, gemeines Halskraut, C. vrticae folio, wächſt in den Vorhölzern, in Feld- Y, *d u „a EP ak SEEN EEELHNERRREEIEIETNIZIAIGGIITZZZIZIN S em FE eme ae R Re Ee en RRRRRRRgRgBgygyg RR mm m EI- g=- .“> KEEN R wake vas dl LB ir, 10. 266 42 Glo>Eenb Fold- und Waldhecken an graſichten hüglich- een Orten. Die ZBlätrer- ſind eyrund, länglich, ſteif, ief ſägeförmig, geſtielt, haa- rig. In den Gärten findet man Seö>e mit geſüllten weißen blauen und blaß pur» purrothen Blumen, Sie brauchen wenig Wartung, und können durch Zertheilung der Wurzeln leicht vermehret werden, wenn nur der Boden locker und dabey guf iſt. 4) Breitblättrige Glockenblume, C. latifolia, wächſt hin und wieder bey uns in gutem Boden um fruchtbare Hügel. Die Blätter ſind breit, eyrund- lanzettförmig, ſägenförmig, wechſelsweiſe ſtehend, In den Gärten unterhält man gefüllte blaue, ge- füllte weiße, und gefüllte theils blaſſe theils purpurrothe Sorten. 's) Rundblätrricge Glockenblume, C. rotundifolia, Man findet dieſe Blu- me auf unſern Weiden und Mauern; ſie iſt an ihren Wurzelblättern, die rundlich, wie die der Märzviolen ſind, leicht zu erken» nen, Die Blumen ſind blau, man hat aber auch davon eine Abart mit weißen SSumen. 6) Knäuelfsrmige Glo>enblume, C. glonzerata. Sie unterſcheidet ſich durch ihre Blumen auf den Enden der Stengel in runden Büſcheln oder Köpfchen, welche ze drey und drey aus den Winkein der Blät- ter entſpringen, gloFenförmig und leuch)» kend- purputroth ſind. Sie blüher vom Jun, bis zum Auguſt, in Bergwäldern, auf Hügeln und erhavenen Wieſen. 7) Spirſtrausförmige Giocken- blume, C. Thyrſoidea. Man findet ſie auf Alpen und Bergen. Die Blumen ſte- hen auf den Enden der borſtigen Zweige in eyrunden länglichen Büſcheln, 8) Epbheublättrige Glo&enblume, OC. hederacea, wird auf ſchattigen, etwas feuchten Stellen gefunden, Die Blätter a re I M 20 M NI g 302 SI OA-. SN SERER TT WEHE EEN) WW 180 SEG 8 08 EM». T de“ SEIEN SSS IT Re NEBEN en WI= Gloc>enb ſind denen des Epheu ſehr ähnlich. Die Erziehung aller dieſer perennirenden Blus- men iſt außerordentlich leicht, ſie geſchiehet nicht nur durch Zertheilung im Sept. Oct. oder zeitig im Frühjahre, ſondern auch im -Veberfluſſe aus Saamen, da ſich verſchie- dene derſelben ſogar ſelbſt ausfäen, und wie Unfraut alle uniher ſtehende Pflanzen ver dränget.| 9) Zweyjähritze große Glockeit- blume, Waidglockenbiume, Lia- rienglöcflein, C. Medium L. Die Gärtz ner neunen ſolche Viola Mariana. GCie wächſt in Italien, auch hie und da in Deutſchland, in ſonnigen Wätdern, Wir ziehen die Pflanze-aus vem Saamen, und ſeßen ſie ſodann in einen ſchattichten, fri- ſchen, lo>ern Boden, woſelbſt ſie im fol genden Jahre in den Frühlingsmonathen blühet und reifen Saamen giebt- Die ſchönen, großen Blumen, welche mit blauer, röchlicher und weißer Farbe wech». ſeln, auch zuweilen gedoppelt erſcheinen, Er ſich den Gartenliebhabern gar ehr, 10) Srayen- ader Venusſpietel, lanttſtielichte, radförmitgge Glocten- blume, Campanula Speculum VenerisL. Sie wächſt im ſüdlichen Europa, auf den Aeckern, im Korne, LTDStengel: ſehr äſtig, weitſchweifig, eckig, etwa 1 Fuß hoch, Blätrer: eyrund, länglicht, ein wenig eingekerbt, ungeſtielt. Ziumen? auf jedem der zahlreichen Zweige Cine ſchöne Blume, mäßig groß, glockenföre mig, fünftheilig, in langen einzelnen Kels e, ein Garn oder Meß in Geſtalt einer Glocke, die Rebhühner im Winter darun- ter zu fangen, Glocfenleiſten„ iſt ein Geſimsglied, weiches dem Kinnleiſten, oder der Sturz- Gnadenk 43 rinne gleiches, aber nicht ſo vie! Vorſprung hat. Gluthbaum, ein'hohler Baum, wel cher den Aſchenbrennern zum Ausgbrennen angewieſen wird, welche ihn ſtehend zu Aſche brennen. Jnsgemein ſind es Bü- den. Auch nennt man ſo diejenigen Böu- me, welche zum Aſchenbrennen für die Glashuütten geliefert werden. Glyphe, eine Vertiefung bey man» , weiß, ſei ſchicht, gegliedert, zaſerig, unter der de fortfriehend..: aufrecht, viere>ig, naße an der Erde oft röthlich, etwa i Fuß hoch. Plätrer: lanzettſöre mig, ſchmal, ſägenförmig, an den Sten- geln einander gegen über ſtehend. Flty- men: auf Stielen, aus den Winkeln der Blätter an den(Gelenfen, blaßgelblich, im Junius; hinterlaſſen bisweilen Saqs men, der im Sept, reif wird. Manchok hievon eine Abart mit blaßblauen oder weis- ßen Blumen, Es gehöret dieſe Pflanze zu den ſtarken Purgiermitteln, erreget öf- ters auch) Brechen, und da es an dergleie yen, viel ſicherern und beſſern nicht feh- let, kann man ſolche lieber ganz entbeh- reit. Wenn man die Blätter oder Wur 3 2 0 zein y / ij y Ww] ( | KR i" "oi ve! aG Ke Fr H 31 ze“!/S - +. 5. In. am „z iw 2 ure SEEBER 3 GHERRÜDREN 30555557 vo emen zm 0IIOE TERT REICH EEDVEE DH I5< emngenreeeagn maenner IZ III IIIa Os NA Göſe zeln in Milch abkocht, und dieſe gefrunfen wird, iſt ihre Wirkung gel!üver, Göſe, Jeeſe, Gieſe, ein ſchmal- breiter Weißtiſch in der Oder, Spree und andern Märkiſchen Strömen, wie auch in einigen Landſeen, ingleichen in Preußen 3 hat eine bläuliche Farbe, vornehmlich auf dem Rücken, und zum Theil am Kopfe. Die Seiten und der Bauch glänzen wie Silber 3 die Floßfedern und der Schwanz ſind faſt gelbroth. Dieſe Fiſche werden ſel- ten eine Clle lang, die meiſten bleiven dar- unter. Die Breite iſt 4, 5, und bisweilen mehrere Zoll. Sie ſind am beſten im May, und ſodann ſo fett, daß das Fleiſch : davon gelblich ſcheinet. Es werden auch die Göſen da, wo fie gefangen werden, in gutem Werth gehalten, weil ihr Fleiſch geſotten und gebraten ſo mürbe iſt, daß es faſt zerfällt, und weil es dabey von gutem Geſchmae iſt. Da ſie zum Braten ſehr bequem ſind, ſo werden ſie an einigen Or- ten vorzugsweiſe Bratfiſche genannt, und kommen als ſolche zum öftern auf den Tiſch des Mittelmannes, Göfiland, Jeeſtiand, die Göſt oder Jeeſt 3 ſo wird in Niederdeukſchland dasjenige Land genannt, welches, im Ge- genſaße des Marſchlandes oder des niedri- gen Landes, höher und trockner lieget. Götterblume, Göttergabe, Me- adie, Dodecatheon L.(Meadia.) Von dieſer Gattung iſt nur eine Art be- kannt, eine niedrige, dauerhafte, perenni» rende, ungemein ſchöne Blumenpflanze für die Luſtgärten, mit doldenförmigen Bü- ſcheln von einblättrigen, niederhängenden, purpurrothen Blumen, mit einer Miſchung von Roth, im May. Wenn der Saame im Jul, reif geworden iſt, ſterben Stengel FOR, ET M WIS a SI 10479 DEZ.."2.3"- IPD| NEE AS SY 9 AS SES S SSS ZI RR Rene eS Iergoldblume erſt im Frühjahre zum Keimen kömmt. Man hat auch den ſer im Herbſtke und Frühjahre zeitig gepflüget, nnd dann gewartet, bis dieſes Unkraut auf- gegangen geweſen 3 hierauf ſolches unter- gepflüger, und Gerſte oder Haber darauf geſäet, und ſolche, um das Auſgeden zu beichleutigen, zuvor in Mijijauche einge- weichet, worauf eine gute Aorxndte erfolgetr, unt das Uatraut mertlich) vermindert wor- Goldbl 45 den iſt. Um aber das Feld von dieſem Unfraute zu befreyen, kann es ſehr nüßlich ſeyn, wenn jenes mit größtem Fleiße dere geſtalt gebrachet, und mehrmals vergebens . Umgeacert wird, damit aller, in der Erde ſeit vielen Jahren geſammleter, Saame „hervor und zum Keimen komme, und die jungen Pflanzen, ehe ſie blühen und Saa- men tragen, zerſiöret werden, In hieſi- ger Gegend ſind wir noce ihrer mehrere in gtoße Ts- pfe 2-=3 Z, weit von einander, und 19 tief, daß ſie nur 1== 2Z. hoch über die Erde hervor ragen, und gieße ſie ein wenig anz ſielle ſie bey warmer Witterung auf einen ſchattigen Plaß, und am Ende Ocko- bers, da ſie Wurzeln getrieben zu haben pflegen, entweder in ein Gewächshaus, oder, noch beſſer, in einen Miſtbeerkaſten, weil man ſi? in demſelben bey milder Wit- terung der vollen freyen Luft genießen laſ- ſen, und gleichwohl auch gegen den Froſt ſchüßen kaun; und verpflanze ſie endlich im folgenden April mit einem Ballen Erde ein- zeln, theils auf Rabatten, theils in Tö- pſe. Sie kommen dann um 4=-b Wo- t, am Rande knorplicht, faſt bis an die Baſis des Stengels von Gelenk zu Gelenk herunter laufend, und ungeſtielt. ZAiumen: einzeln, 2) Vielblumichte, Spaniſche Golddiſtel, 8. Hiſpanicus; Dlärter* etwas rauh, aſchgrau, am Rande ſtach? licht und verdeckt, aber nicht fnorplich, am Stengel herunter laufend, jedoch ſo, daß ſie vor dem nächſten Blatt? aufhören» Ziumen:; gehäuft ſtehend. Beyde Arten werden bey uns aus dem Saamen leichtlich erzogen, und verlangen keine ſonderliche Warfung-. Die zwote Art verträgt das Verſeken nicht ſüglich. Goldgülden, iſt urſprünglich eine Goldmünze, die zuweilen noc< geſchla- gen, over doch als eine Rechenmünze gez braucht wird, z- B. ein Rheiniſcher Gold- guiden in Aachen hält 2. Thlr. 4 Gr. im Golde, ein Hannsverſcher 2 Thlr. 3 Gr. Zuweilen iſt es auch eine 2 2oth NGE SOti- | N 0 t« « vn | 48 Goldh Silbermünze, die alſo 2 Silbergulden gilt, Goldhaar, Chryſocoma L. Die Arten dieſer Gattung ſind krautartige, auf: rechte Stengel treibende, und auf deren Gipfeln blühende, dauerhafte Blumen- pflanzen, mit zuſammen geſeßten Blumen, unter denen die erſte am meiſten geſichäßet wird. 1) Leinblättrichtes Goldhaar, fal- ſches oder wuldnes Leinkraut, C. Li- noſyriss Vaterland: das gemäßigte Europa, in den Vorhölzern und auf den Hügeln, Blätter: viele, ſtrichförmig, glatt, lichtgrun. FMlumen: in ſchlech- ten Kelchen, zahlreich, weil ſich der Sten- gel oben in viele dünne Stiele theilet, deren jeder eine Blume trägt, die zuſammen ei- nen großen Büſchel, oder eine Art von Dolde vilden, glänzend gelb. Cine ſehr blumenreiche Pfianze, die von fern ein vortreffliches Anſehen machk. 2) Zweyblumites Goldhaar, C. biſlora. Vaterland: Sibirien, DHlät- ter: ſteif, lanzettförmig dreyribbig, punk- irt, no>t. Diunmen; in lockern Riſpen, groß, gelb. 3) Graosblättritges 2c. C. grami- noſa. Vaterland: Canada, Blumen: in Sträußen, auf jedem einzelnen Stiele oft viele Blumenknöpfchen 3 groß; von vor- treſflichem Anſehen, die Errahlen, wenn ſolche zugegen ſind, himmelblau. 4) Zottitzes 2c. OC. villoß. Vater- land: die Tatarey. MPlätrer: lanzett- förmig, zottig, weißgrau- FPdlunzen; in Dolden, gelb ,/ in feſten Kelchen, Dieſe ſehr verzicc2nde Pflanzen kommen in den Lufigärten überall fort, und können im Sept., ſobald ihre Stengel abgeſtor- CERA AIS M. EWI OT INF IAS- ZZ- A Z.. XC> N R EW SS EIN Efes AUS RIA 50 WEHE AUER ES 5 SERN IEEE II IEEE GERE WOU Pb“is Ns“ GEIS DRESDEN TERRELE SEDE IE 579117 WE EREEERINE NG WEISSEN"ZS LASKER ETO TREE TIADEE Ns Sarg nn gan Goldk ben ſind, durc< Zercheilung vermehret, auch aus. Sgamen gezogen werden, Goldhähn dern öffentlichen Gebäuden geſehen wer- den,- Gothiſche Säule, ein ganz run-“ der Pfeiler an einem Gorhiſchen Gebäude, der zuweilen oven dicker iſt, ais unten, Grabvekelle, Gartenkelle, Hand ſpädchen, ein Garteninſtrument, gleich einer Mauerkelle, nur etwas ſchmaler, länger und ſpißiger, doch mcht zu ſchwach. Man bedienet ſich dieſer Kelle, um damit in kleinen Beeten etwas behurſam abzuſie- chen, kleine Pflanzen und Zwiebeln aus- zugraben, auſzuziehende Pflanzen mit ih- ren Wurzeln oder mit einem Ballen Crde auszuheben und damit wieder einzuſe- ßen, die Blumentöpfe damit umzurühren, U. ſ- w. Grabenzug, die Linie oder der Gang, wornach ein Graben fortſließet, Dieſe richtet ſich blos nac) der Senkung des Bodens in der möglichſt geradeſten 2i- nie, wenn es nur ein Äbzugsgraven iſt. Bey ſchiffbaren Gräben und Canälen kann man aber nicht immer den geradeſten und kürzeſten Weg wählen, ſondern muß ſich neben der Senkung auch nach der Abſicht und den Umſtänden richten, Grabſchaufel, eine flache, ausge- höhlte, eiſerne Schaufel, die Gartengän- ge damit zu reinigen oder gleich) zu ma- cke nach dem Firſt ſchräg zulaufende Sparren. Gradſiich, ſo nennt man denjenigen Stichbalfen, der an der Ee eines Da- ches gegen die Mitte des erſten Bundval- fens ſchräge zu liegt, Gränzen, Auszeichnung derſelben. Dieſe, ſie mag durc Gränzraine, Gra- ben, Steine, Pfähle, Bäume oder Gränz- hügel geſchehen, ſo muß ſie doch ſo be» ſchaffen ſeyn, daß ſie nicht leicht verrückt oder verdunkelt werven köune.* Es iſt hin» länglich, wenn die Gränzgraben oder Rai- ne zwiſchen einzelnen Beſißungen Einen Fuß, zwiſchen verſchiedenen Feldmarken aber Vier Fuß breit ſind. Doh kann eine bisher beſtandene größere Breite zum Nach» theile derjenigen, welche ein Nußungsrecht darauf haben, ſolchergeſtalt nicht einges ſchränkt werden, Die Mitte des Grabens oder RR 3 ama, 20,0 FEE be ENGL SEIN Gi ZGF RI ESR r 2-2. 5 E“ IN EEE WESSEN Eig AGS R 7406 0 A AUER 55 SRE ZIT RII GRI BINS e INI EI;>I- Nn SEE enttarnen nnn ermit frnk- nes Pfefferkorn) beträgt. Bey dem Mark- over Silbergewicht theilt man eine Mark in 16 2oth, 1 Loth in 18 Grän, und jedes Grän in 4 Viertel; beym Goldgewicht aber wird jede Mark in 24 Karath, ein Karach aber in 13 Grän abgetheilet, Granak, ein mehr und weniger durchſichtiger, dunfelrother, gemeiniglich braunrother, bisweilen geiblichrother oder violetrother, vieleckichter Stein, welcher unter die Edelſteine gerechnet wird, Er hat aber keinen ſolchen Glanz, wie die an» dern Edeiſteine. Granatapfel, Granatenbaum, Punica L. Bon dieſer Gattung haven wir zwo Arten: 1) Gemeiner Granatbaum, Stamm": baumig, holzig, im Winter unbelaubt, von unten auf zahlreich äſtig, 18-=20 F, hoch, die jungen Schüße lang, dünn, und zuweilen ſtachlicht. B!lät- ter: lanzettförmig, ſchmal, ein wenig ge- ſpikt, lichtgrün, auf furzen röchlichen PBW.Depwt***nnnwmtnEnnEnN»AnnTnEEEnnETunemneee RSEERTENOISUEIG Granata Stielen, Blumen: an den Enden der Zweige, groß, ſehr ſchön, roch, im Ul. Aug. und Sept.&rüchte: groß, ſchön, rundlich), von der Größe einer Pomeranze, mit einer harten Rinde, mit weichem Fle1- ſche und zahlreichen Saamen, werden im Herbſte reif, und Granatapfel genannt, Man hat eine Abart mit großen gefüllten Blumen, eine merklich ſchöne Frucht, und eine andere mit geſtreiften Blumen. Cs verdienet dieſer Baum wegen des vortrefſſ- lichen Anſehens in jedem guten Garten un- terhalten zu werden,' ſo wie er wegen ſei- ner ſchönen Blumen auch zur Werzierung in Luſtgebüſche und andere Pflanzungen gern aufgenommen wird. Er iſt dauerhaft genug, unfer einer geringen Bedeckung der Kälte unſrer Winter zu widerſtehen, vornehmlich in einem warmen Boden und in einer guten Lage, Hr, Walter„ſagt, diejer Baum ſolle anfangs eingebunden, und an unſere Winter nach und nach ge- wöhnet werden, 2) Söwerdgteranatapfel, ein etwas zärtlicher Strauch, muß meiſtens in Tö- pfen unterhalten, und in Gewächshäuſern duren oder Beſtauden der Saat geſchehen können. Chen hieraus erhellet auch, daß der Acker, je feſter er von Natur iſt, de- ſio mehr mit dem Pfluge bearbeitet und aufgeloert werden müſſe, wenn das Wur- zelnausſchlagen der Knoten Fortgang bas ben ſoll, Die Blätter beſtehen aus Ge- fäßen, die der Länge nach neben einander hinlaufen, ohne ein neßförmiges Gewebe von kieinern oder größern Maſchen zu bile den, welches man gemeiniglich an andern Gewächſen wahrnimmt, Jedes Blatt be- ſieht aus zween Theilen, nämlich der Dlattjeheide, und dem eigentlichen Ziaite, Jene, ſo die Stelle des Stiels vertritt, entipringt unmitte!bar aus dem Knoten, iſt in Geſtalt einer Rößre zyſams men gewiäelt, und umſchließt das Ge- & 3 jenfe - rumm ict. 400000 III< 9 FÜ BURG 52: "Üben vnd€ GEE 3e2geuN EN 4 wen eeeZemng IRE nIIERE TERR RH AIR TER IE 54 Gras lenfe des Halmes. Das Blatt ſelbſt ſteht von der Scheide unter einem Winkel ab, hat eine mehr oder weniger rauhe Oberflä- He, hingegen eine glättere Unterfläche, faſt gleich breite Ränder, und endiget ſich in eine mehr oder weniger ſcharfe Spiße. Bey vielen iſt auf der untern Fläche eine Erhebung, carina, wahrzunehmen. Ehe der Halm ſchoſſet, wird man in der Mitte der, aus der Wurzel ſehr dick hervor ge- wachſenen, Blätter gewahr, daß der jun- ge, unausgebiidete Halm unter der Bede- «ung der noch in einander ſteFenden vielen Blätterſcheiden verborgen ſey. Der Land- mann pflegf an der Gerſte und etlichen an- dern Gragarten die oberjte, noch verſchlof ſene, aufgetriebene und anſehnliche Blat- terſcheide, vor dem Ausähren derſelben, die "Hülſe, Hoſe, odex auch) die Schoßtiele zu nennen. Der obere Theil oder die Spi-- ße des Halmes und..der eſte ijt-'der go- meinſchaftliche Träger der Blumen, und wird von einigen der Hauptſtiel genännt. Dieſer hat nun keine eigentliche Knoten mehr, ſondern, an deren Statt, wechſels- " weiſe kleine, nur auf einer Seite hervor- ragende Knorpel, auf welchen die Blumen, Arme oder Stiele ſtehen. Dieſe Haupt- ſtiele laſſen ſich größtentheils unter zwo Arten bringen. Einige tragen die Blu- men in gewiſſen Reihen oder Zeilen, und zwar mehrentheils unmittelbar ohne Stie- le; dieſe erſcheinen, wenn die Blume ab- geſondert, in viele kurze Gelenke aogether let,„und jedes Gelenfe macht mit dem nächſt anliegenden einen kleinen knorplich- ten Winkel oder Zahn, auf welchem die AManze angewachſen iſt. Andere Haupks- ſiiete tragen die Blumen mehr zerſireuet, ohne gewiße und deutliche Reihen vorzu« ſtelle, an Fürzern oder längern, einfa- chen oder zerſtreuten Sielen, die auf kleis« * ann erung 9004-7070 ee DEIRA MIE. 1-10 TDZTE GROGE TE In m megane Irn R My LIESL 41-1 ge Ie 2 g= Gras nen, in Geſkalt eines Körn haven, Den leßtern fehlen die natürlichen guten Cigenſchaften zum Theil, oder auch ganz. Sie ſind rauh, zähe, grobſtiengeiicht, ſauer, herbe, und haben weniger Kraft zur Nahrung und gutem Gedeihen der Thiere. Giſtige Gräſer, im eigentiichen Werſtande, giebt es bey uns nicht; es werden ſolcye aber öfters von Schlamm und Ungeziefer dergeſtalt verun- reiniget, daß ſie auf manchen Triften und Wieſen durch ihre hiervon herrührende üble Eigenſchaft den Grund zu manchen Kranf- heiten des Viehes ganz unvermerkt ent- halten können, Da aber unſre Triften und Wieſen mit gar vielerley Arten von Gräſern und Kräu- tern bewachſen ſind, die nicht zu gleicher Zeit blühen, ſo daß einige bereits längſt abgeblüher, den Saamen abgeworfen, und hiedurc ganz ſtrohartig und unfräſtig ge- worden, während andere erſt im halben Wachsthume, oder noch im Anfange des Blühens ſtehen: ſo iſt daraus zu erſehen, daß es mit unſern Gräſern und Kräutern ſo lange nicht wohl gerrofjen wird, als-lan- ge wir nicht unſre Wieſen und Tyitren mit einer einzigen Grazart begacten. können, welche überalt zu einerley Zeit blübet, und Gras 55 daher entweder in oder bald nach der Bluü- wwe abgemäher oder. abgeweidet werden fann, indem ſich in beſagtem Zuſtande unſre Gräſer und Kräuter allein in ihrer beſien Kraft befinden,„und ein Fuder Heu dieſer Ärt unſern Thieren mehr Gedeihen verſchafft, als. vier und mehrere Fuder: von Wieſen, auf welchen vielerley Arten von Gräjern unter einander ſtehen 3|, 5. UR DD, IV. S7 664Ff.; K Unſre guten Gräjer ſind aber auch nicht durchgängig in einerley Range. zu nehmen, indem hievey das frühere Wachsthum, die innere Wüte und Localität gar ſehr in An= ſchlag zu bringen ſind, da in Anſehung der lebiern auf diejem oder jenem. Boden die eine Grasart iner beſjer, denn an- der5wo gedeihet, weshalb jeder ſorgfältige 2andwirch ſich überhaupt in ſeinem Bezirke umjehen muß, was für Gräſer darin beſ- ſer wachſen, und welche vor andern aus zuwähien und vorzuziehen ſind, als zu wels M NU Sli y 56 Gras ſollen. Findet man nun dergleichen Grä- ſer bey ſich; ſo zeichne man ſich ſolche zum Saamentragen aus, ſäe zur Vermehrung einer gut gefundenen Gragart den ge- ſammleten Saamen, und, falls dieſes nicht gleich nach der Reife derſelben geſche- ben könnte, noch im Herbſte deſſelben Jahres, um im darauf folgenden Som- mer davon einen Einſchnitt haben zu kön- nen, Wir haben eine Zeit lang uns blos auf Futterfräufer oder allerley Kleearten gelegt, allein unſre gufen Gragarten ver- dienen doch vorgezogen zu werden, weil ſie nähren, ohne zu überfüttern, und leicht zu verdauen ſind, ohne Blähungen und Hike zu mächen, welches befanntermaaßen die ſämmtlichen Kleearten mehr oder weni- ger thun, wenn man ſie ganz allein ſüt- tert, und bey ißnen doch mehr Sicherheit fürs Vieh gehtinden wird, wenn der Klee mit guten Gräſern dem größten Theile nach vermenget wird. Hiernächſt haben unſre Gräſer auch hierinn den Vorzug vor dem Klee, daß ſie, beſonders bey unbeſtän- diger Witterung, leichter zu Heu zu kro>- nen ſind 3; dä hingegen der Klee, wenn er nicht tro>en genug eingebracht wird, eine ungeſunde und den Thieren widerſtehende Eigenſchaft annimmt, Nicht zu geden- ken, daß der Klee weit mehr Sorge und Aufmerkſamfeit, als das Gras, wegen des Trocknens hey guter Witterung erfordert, da die Blätter des Klees, als der beſie Theil"deſſelben, gar leicht, wenn ſie zu wocken'geworden, abbrechen und verloren gehen können.“ Man ſeße noch hinzu, daß in dürren eder zu falten Frühlingsmona- then der Klee gar ſchlechten Fortgang haf, wogegen unſre meiſten Gräſer ungleich we- niger zu ſolcher Zeit aus- und zurückblei- ben. Wollte man aber noch hiebey den- ken, daß doch auf einem gewiſſen- gegebe- Graupett nen. Raume der Klee mehr Futter gebe, als auf einem gleichen von Grafe zu gewin« nen iſt: ſo bedenket man nicht," daß der Klee nur wegen ſeiner Bläcter mehr lo>er beym Einſchnitt zu liegen komme, und dieſerhalb mehr auftrage, und einen grve ßern Haufen ausmache; da hingegen die Gräſer mit ihren ſchmalen und ſchlanken Blättern ſich mehr zuſammen drängen, und im Gewichte mehr betragen- End-- lich erwäge man auch noch, daß unſre perennirende Grasarten weit länger fort- dauern, als die Kleearten, und ihre Wur- zeln ſich immer mehr und mehr beſtocen, und mehrere Halme und Blätter treiben, je öfter ſolche abgemähet oder abgeweidet werden. Unter dem Artifel: Wieſen, ſoll hievon noch mehr geſagt werden, Gragmüce, Graſemücke, ein fleiner bey, uns ſehr gemeiner Bogel, der fo genannt wird, weil er ſich gern in gra- ſichten Schlägen aufhält, auch im Graſe unter dicke Geſträuche ſein Neſt anleget, Man nennt ihn öfters Baſtartnachtigall, oder Baumnachtigall, weil er dem Geſang der Nachtigallen etwas nachahmet. Er kömmt zwar ſchon im März bey uns zus- rüc„. l68t ſich aber mit Singen nicht eher hören, als bis die Kälte vorbey iſt. m Herbſte ſtreichet er erſt zu Ende Octobers weg, und nähret ſich bis zu ſolcher Zeit noch von Holunderbeeren; wo dergleichen zu finden ſind. Graupen, ſind Gerſten- oder Weiz zenförner, welche auf den Mühlen von ih» ren groben Hülſen und Spikßken befreyet und abgerundet ſind. Die kleinern Grau- pen werden Perlengraupen genannt, und unſre Müller verſtehen ſich darauf, ſolche auch aus der Gerſte zu bereiten, da ſie ſonſt aus Weizen gemacht werden. Der Grgupen« 86 jp Nes ER Id wa O3 4 MN. A. 0m: IST ZUR I." T a" S: I SEN x SENN Ey A 8 SE TEE AEN EI SER HO- SSH;„ii - mme H Edd IS ÄR KR lin ee dee en dad en nn. Wen; E=D EEE DER: ur Grendel Gräupenſchleim iſt nahrhafter und leichter zu verdauen, als der abgefochten Graupen ſeibſt, daher man ihn franken und ſchwa- reew=reuzz ue neu Terra Ia Hs CNERTT EEN 77-06 mee 2 verengen«eme zregman< " STRE Te ABRTEEI 04 DIE IITPOGNAT Dr de me wm; 58 Gries ves fällt durch nur gedachte Stellung ſeich- ter, als wenn ſie vertical gerichtet wäre, oder vorne gar überhienge« Gries, eine vorzüglich feine Grüße, 3) Gries von Buchweizen oder Hei- dekorn; dieſer wird der gemeinen Grüße vorgezogen und kheurer bezahlt; 2) Gries von Weizen; dieſer wird gemeiniglich Wiener Gries genannt, weil er im De- ſterreichiſchen früher, als bey uns, ge- bräuchlich geweſen iſtz 3) Gries von Reiß, Reißtgries- Von Gerſte und Dinkel wird auch Gries bereitet. Es wird der Gries von dem Müller auf eine doppel- te Art zubereitet. Ex mahlt die Getreide- art, wie gewöhnlich, zu Mehl, und ſiebt - ſodann die Kleyen aus; oder beſſer, er macht gewöhnliche Grüße, und ſiebt das Feinſte aus. Guter Gries muß nicht all- zu mehlicht, ſondern auch etwas körnicht ſeynz er, hält ſich überhaupt aber nicht Jahre lang, indem er durc) zu langes Aufbewahren wurmicht wird. Griesdocke, Doc>en, oder kleine Säulen, zwiſchen den Griesfäulen, auf dem Fachbaum, im Grundwerk, bey Müh- len- und Waſſerwehren, zwiſchen welchen ſich die Schußbreter befinden. Grieſen, den geſpißten Weizen zu Gries mahlen. Grieshärig, fammhärig, iſt diejenige Wolle, die auf dem Boden oder Felle hart, und zum Theil filzig iſt, und beym Verarbeiten ſic) nicht recht legen will. Griesfkleye, die Kleye, die im Mah- len von dem zweyten Gries fällt, Griesmehl, vas aus dem Gries oder Kd M FER FCAA ES: SEI ES Sy SSEN A EI 9 ASTE EIE EETEUAARRERNINRREE IIENSPNRRIIIRE RR IN Sü Ea as ie CITE R EIKE I IE än en 9 Rn le nnn du wma derm nn 2 MÄ DÄ Emin rm Wd 2 neiclittineinli ör am 'Griffe erſtem Schroten gebeutelte Mehl, ſo das- beſte iſt. Griesſäulen, zwo ſtarke Saulen auf dem Fachbaume, welche oberhalb durc: einen Rahm verknüpft ſind. In dieſen Säulen ſind die Schußbretter eingefalzet, und können, mittelſt eines Haſpels über denſelben, ver gleichfalls zwiſchen"den Griesſäulen läuft, aufgezogen werden, Grieswerk, Grundwerk, alles dasjenige, wodurch eine Mühle geſchüßet, d. i, das Waſſer gehemmet wird. Cs be- ſtehet aus den even gedachten zwo Gries» ſäulen, die auf jedem Ende des Fachbaum's am Grundwerke ſtehen, zwiſchen welchen ein Schieber, das Schußbrett oder die Schüße genannt, vermittelſt eines Ha- ſpels, nach Befinden mehr oder weniger ſeufrecht hinauf oder hinab beweget werden kann. Der weſentliche Nußen eines Gries- werks nebſt der Schüße iſt, das Oberwaſ- ſer, oder das Waſſer, welches gegen das Mühlrad ſtröhmet, zu regieren, damit es jederzeit im erforderlichen Verhältniſſe über den Fachbaum auf das Waſſerrad herab fließe- Nachdem man alſo die Schüße weiter hinauf- oder hinab ſchiebet, fli:ßt viel oder wenig Waſſer auf das Waſſerrad, wodurch dann die Mühle ſtärker oder ſch wä- en, Korallen, Glasfugeln, Spiegeln uU. fw. verzieret ſind» Dieſe Conchilien und Mineralien müſſen aber nicht willführ- lich und ohne Ordnung neben einander an- gebracht werden, ſonvern nach ſymmetri- ſchen und architeftoniſchen Geſekßen. Die Oeffnungen in dem Grettenwerf müſſen mit einander fſymmetciſiren, und man ahmt zugleich, durch die Verknüpfung der Schne- Grubete >en und Muſcheln, die Geſimſe und Ver- fehlungen der Baukunſt möglichſt nach; Muſcheln und Korailen werden vermiſcht 'auf Draht gereihet, und wie Fruchtſchnüre aufgehangen 3 ja man ſteller Figuren von Stu in dem Grotkenwerk auf, die mit Druſen, SchneFen, Muſcheln und dergl. überkleidet ſind. Kurz, es findet hiebey, wie bey jeder Verzierung eines Zimmers, eine regelmäßige Anordnung Statt, daher man jederzeit vorher einen Plan oder Zeich- nung entwerfen muß. Jn einem Zimmer kann man ſicher die verſchiedenen Materia- lien: mit Gyps ankleben, weil er hier nicht verwittert 3 in freyer Luft aber muß man hiezu einen Oelfütt nehmen. Die Farbe des Kurts muß aber beſtmöglichſt mit der Farbe des Körpers, den man hiemit an- klebet, übereinſtimmen, um die Zuſammen ſeßung, ſo viel wie möglich, zu verſtecken. Groupade, ein Sprung des Pfer- des, der höher iſt, als eine Courbette, Grube, Mörſer, Hafen, ſo werden die Löcher in dem Grubenbaum oder Grubenſto> bey Oel» und andern Stampf mühlen genannt, Grubenbaum, Gruvenſio>, der ſtarke Baum oder Trog, in deſſen 20- amme wird etwa ein Graven gejiauet, der ein Schloß oder eine Etadt umgievt, und deſſen Waſſervorrat) zu manderley dtonomitchem Gebraucdye genu- ßet werden ſoll; oder man will einen Fiuß nur auf eine gewiſſe Weite beſiundig ſchiſf- var erhalten; oder man will ein Gejälle, ohne die Strohmbahn zu ſchmälern, jcywä- an, die gepudert ſind. Die Blumen ſind, ehe ſie ſich öffnen, purpur- farbig. Die Pflanze enthält, wie viele andere dieſes Geſchlechts, eine bittre INilch, und die weichen und ſoftigen Blätter wer- den von den Schaafen gern gefreſſen. 5) Zweyjährige G., zweyjähbritzer Pippan, SelsbabichtFraut mit rau- ben Chondrillenblättern, C. biennis, wird auf ſandigen Brachac>kern und Triſten gefunden. Eine hochwachiende Pflanze, Srengel: winklich, rauh, äſtig, 4=-5 Fuß hoch, Blätter: ſchlichthobelförmig- geſchlißt, rauh, an der Baſis nach auf- wärts zu gezähnt, die an den Stengeln Fleiner,, Diunien: auf jedem Zweige Cine, ganz gelb, mit zackigen Keichen, im Jun. und Jal, Wird dieſe Pflanze verpflanzt, ſo werden die Stengel nicht ſo Hoch, 6) Schöne G., ſchöner Pippau, C. pulchra, Vaterland: Frankreich, Jtalien. Stentel: rinnenförmig, äſtig, 33 Fuß hoch. Zlätter; pfeilfsrmig, ge. zähnelt, Zlumen; in Riſpen, klein, mi pyramidenförmigen glatten Keichen,. Jul, Es giebt noch einige Arten dieſes Pflan- zengeſchlechts, die, weil ſie weniger be- kannt ſind, übergangen werden, umme mme 00-00 8 DEERAÜGEMPEET.- 00057 17 IEE EDIT 33 7m mega RTE Cn ZBiätter: die- ' Grundh Grundfirche, ſind ſolche, vie ſich in den Gründen der Gewäſſer, theils des Fraßes, theils der Sicherheit wegen auſ- halten. So haben wir z. B. Grundſorel- len, Grundhechte, Grundkarpfen, die man ſo neanet, weit ſie ſich im Schlamme ver? bergen, und beym Fiſchen erſt aus ihrem fager mit Stangen auf- und ausgejagt werden müſſen, Grundgerechtigbeit, iſt die einem Grundſtücke anklevende Befugniß, den Ei» genthümer eines andern Grundſtücks in der freyen Ausübung ſeiner Cigenthumsrcchte einzuſchränfen. Wey einer, von dem an» gebund) Berechtigten, in dem belaſteten Grundſtück gemachten 40 Anlage gilt. die Bermuchung, daß ihm dadurch eine Grundgerechrigkeit habe eingeräumet wers den jollen, Grundgerechtigfeiten, die den Nußungsertragy des belaſteten Grundſtücks ſchmälern, und durch keine in“ die Augen fallende Kennzeichen angedeutet werden, beſonders Huthungs- und Holzungsgerech- tigkeiten muß der Berechtigte in das Hy» pothefenbuch des belaſteten Grundſtücks eintragen laſſen. A, L, R, Td, 1. Cit, AAIL 9. 15-19, Grundhaken, bey den Fiſchern ein Haken an einer langen Stange, womit Dinge, z. B. Reuſen, aus dem Grunde des Waſſers heraus gehoben werden, Grundheil, Vielgut, Bergpe- teriein, Oreoſelinum oftic. Vater- land: bey uns in Menge auf hohen Trif= ten, Hügeln, tronen Wiejen und der- gleichen Wäldern.. Wurzei: dauerhaft, kegelförmig, oberwärts mit den alten ver= trockneten Blätterſtielen beſeßt. Wurzel- blätter: langgeſtielt, glänzend, oberwärts dunfel-, unterwärts blaßgrun, groß, in viele IN SEESEN Ee AU 22 REITER IRRER 53 IRRER IREEN II TT RURSEE PIO SIREC IP OPA P EN NINT UE SGR NT PIPPI INN SEIP II TNS BRI ITTER RENEE RR R Renee R NE ZE R Sal dn NEE Ns vat< Grundh viele Aeſte. getheilet, oder vielfach gefiedert, und die kleinen Blättchen drey» oder fünf- fac) eingeſchnitten, Die Ribbe des Blatt- ſtieles macht bie Pflanze leicht kenntlich. Wo die Aeſte anſißen, und ſich vertheilen, iſt ſolche gleichſam eingefnickt und ruck» warts gebogen, ſo daß das ganze Blatt mehr rundlich als flach erſcheinet, und die Abcheiungen deſſelben öfters unter einan- der verwickelt ſind. Srentei: ſelten in Aeſie abgerheilet, 2--3 Fuß hoch, glatt, „nicht nur, wie bey den nieiſten ſchirmtra- genden Pflanzen, durch Knoten abgethei- let, ſondern auch bey jedem Knoten etwas weitig gebogen, und daſelbſt mit der Blatt- ſcheide umgeben. Die Stengelblätter ſind den Wurzeiblättern ähnlich, nur viel klei- ner- Doide: am Ende des Stengels oder der Aeſte, aus 8, auch wohl mehrern ſchmalen Blättchen beſtehend 3 hatzeine all- gemeine Einwickelung; auch die einzelnen Dolden haben dergleichen vielblättrige Cin- wickelung. Dlumenbiärter: fünf wei» ße, einander ähnlich, in 2 Lappen geſpal- ten, Saamen: die beyden eyſörmig, vlatt zuſammen gedrücket, doch) äußerlich etwas erhaben, und mit 5 Linien bezeich- net. Die ganze Pflanze enthält wirkſame Theile, Aus der zerſchnittenen Wurzel Aießt ein weißlicher, harzichter, bitterli- her Saft. Die Blätter haben einen an- Geruch und gewürzhaften Ge- fchmac, mit welchen auch der Saamen Bborein fömmt. Die Blätter ſind haupt: ſfäcylich in Gebrauch, oder verdienen viel- mehr, daß ſie häufiger, als bisher geſche- hen, gebraucht werden; denn ſie ſind ein blutreinigendes, auflöſendes, harntreiben- des und ſtärtfendes Mittel, und dienen vor- nehmlid) bey"> ruſifronkheiten, da ſie den € Hleim auflöſen, und den Auswurf dbe- förvern, nicht aber, wie viele andere der- Gründl gleichen Mittel, die Lungengefäße ſchwa» dyjen; man bedienet ſich diefer Blätter am beſten als Thee; und da ſolcher angenehm ſchmecker, fönnte er am füglichſten mit dem ausländiſchen Thee, der ſchwachen Mägen eine gar empfindliche Erſchlaffung macht, verwechſelt werden, da der Magen dä- durch ungemein geſtärfet, und deſſen Schleim dadurch zugleich aufgelöſet wird. Es ſind viele Keuner dieſer Pflanze be- fannt, welche ſich) an dieſem Theo gewoöh- net, und da er ſo wohlſchmeckend itt, ſol- dien gern, und mit Nußen viele Jahre ge- trunten haben. - Grundhobel, ein Hobel, womit der Tiſchler Rinnen zu Leiſten oder andern Ver» tiefungen gründet, d. 3. in der Tiefe glatt hobelt. Es iſt nur ein ſchmaler Hobel, deſſen Ciſen in die Vertiefung paſſen muß, und gleicht übrigens dem Schlichthobel. Grundholz, iſt ein Stück Eichen» holz, weiches bey Brunnenfünſten in eis nem Waſſjerkaſien eingeſeßet, und ſowohl von oben, als auch von einer Seiten durche löchert wird, DieL2ocher an der Seite wer- den mit Seiherblichen verwahret, damit "nichts Unreines zu den Ventilen kommen kann 3; in die obere 20ce der Mauern im erſten Stockwerke beſtimmt. Denn die Grundmauer wird einen halben Backſtein (dieſen nach der Länge genommen) ſiärker aufgeführet, als die Mauern oder Wände des erſten Stockwerks-. Man errichtet die Grundmauern aus feſten Backſteinen, oder Sandſteinen, aus ungebrannten Kalfkſtei- 'nen, oder auch aus großen Feldſteinen. Grund mit verlornen Steinen, Enrochement, Fondation a pierres perdues, iſt eine Gründung, welche man an inem wäſſerichten Orte anlegt, und wo man das Waſſer nicht ausſchöpfen kann, Man ſeitket daher eine große Menge Steine ein, um&gr ſtarke und di&e Mauer bis über das Waſer zu erheben, und wenn dieſelbe gut geebnet worden, wird ein Bo» nene RR.457755575 IP zmn Grundſ den von Bohlen darauf gelegk, und ſo- dann eine Maueranläge darauf gemacht. Grundpfahl, iſt derienige Pfahl von ſtarkem, in der Erde nicht faulendem Hol- ze, an welchem unten eine Spiße ange- hauen, oder welcher, wenn im Grunde Steine ſeyn können, mit Eiſen beſchuhet, und eingerammet wird. Dergleichen Pfäh- le werden auf einem ſumpfigen zu bebauen- den Boden, bey Waſſerwehren, Schleu- ſen, ſteinernen Kayen, und zu Brücken- pfeilern gebraucht, und müſſen tief in den Boden eingeſchlagen werven, Alsdann ſäget man ſie oben nach der Schnur in rechter Gleichung ab, ſchneidet Zapfen dar- an, und zapfet einen Roſt darauf, Srundreben, Waßſſerreben, die- jenigen Reben oder Sproſſen, welche von den Tiaau- oder Waſſerwurzeln hervor ge- trieben werden. > Grundriß, Plan, ein nach dem ver- jüngfen Maaßſtabe gemachter Entwurf, wie eigentlich gewiſſe Theile eines körperli» werke eines hölzernen Hauſes, wor- auf Mdina ESD SE AN ELITE EEB a a ZN ei er ERR ENEN 3.2.20 205 GP HERD RER EN Fig nn. aitatin> m Üben Dire I Übern nin ig NIG EN.. än 2a ZIEREN agner I R FÄ H I> vlg Grundſ auf die Ständer oder die ganze Wand ei- nes hölzernen Gebäudes ſtehen, wenn ſol- des von Fachwerk aufgeführet wird. Sie trägt alſo das ganze Gevände, und daher nimmt der Zimmerinann dazu ſtarkes, ze- ſundes Holz, entweder von. Eichen oder guten Kiefern. Cs iſt aber ſehr zu wider- rachen, dieſe Schweilen, wie iman es lei- der noc: hie und da in manchen Ländern erbiiäet, auf der bloſſen Erde hinzulegen. Dian kann es nicht genug ſagen, wie jehr man ſic) hiedurch, oder der Zukunft, ſcha- det. Auch zu den leichteſten Gebäuden muß verher tauglicher Grund geſucht, und auf joichen erft eine Zundamentmauer über die Oberfiau'e des Erdbodens bis 12 Fuß, oder, wenn der Doden auch nur etwas feucht oder locer iſt, 2 Fuß aufzeführet werden, ehe die Schwelle gelegt wird. Cine geringe Eiſparung im Anfange kann gar bald die Urfache zu den beſchwerlichſten Ausbeſſerungen geben. Grundſchwelle, beym Waſſerbau dasjenige Stück Dolz, worinn die Pfanns eingelajfen wird, in welcher ſich der Za- pien einer Schleuſenthür herumdrehet, Grundſichel, bey der Fiſcherey eine Sichel auf einer langen Stange, die auf dieſer etwas ſchräge gerichtet iſt. Der Fi- ſcher räumet hiemit ein Gewäſſer aus, wenn irgendswo Schilf, Rohr 1. dergl, ſtehet, ſo ihm in ſeinex Arbeit hinderlich ſeyn könnte, Gruündfiß, ein Stu> Leinwanb, web ; 7 K nenen. age IIC en Kad=. Arden wem EEE ven. etre ede ed ed«Atari Äbitt“ r 4 Günſel Frautartige, perennirende, zaſer-» und krie- hend-wurzliche, niedrige' Verzierungs- pflanzen mit 6=- 12 hohen Stengeln,wel- che geſtreckte wurzelnde Schüſſe treiben, unten mit fleinen, einfachen, eyrunden Blättern beſeßt, und aufwärts mit vielen, „4m die Stengel quirlförmig geordneten, und bey einigen eine dichte Aehre bilden- .den, kleinen, im Apr. und May blühen- .den, und eine Menge im Jul, reifenden -Saamen hinterlaſſenden Blumen gezieret find, Die bekannteſten ſind: 2 x) KRriechender Günſel, Wald- „günſel, Güldengünſel, blauer Guck- guck, Wieſenträutlein, Seilfräunt- Jein, A. reptaus, Confolida media- oder Bugula oft., Varerland: Curopa in -Gehölzen, auf Wieſen und feuchten Plä- ßen. Treibt, außer den Fehr einfachen -Strentzeln aus der Wurzel, verſchiedene friechende, wurzelnde Wurzelſproſſen, dur . welche ſich. die Wurzel ſehr ausbreitet. Blätrer:„umgefehrt eyrund, geferbt, ; bräunlich, den Stengel zur Hälfte um- faſſend. Blumen: nahe unter dem Gi- pfel„in Quirlen, blau. Man hat Abar- ten mit purpurtochen und weißen Blumen, Die Blätter und Blumen dieſer-Art ſind in der Arzueykunſt gepräuchlich. Das* Kraut iſt bitterlich, etwas zuſammen zie- hend, und gehöret zu den Wundkräutern z „es wird innerlich und äußerlich in allerley Blutflüſſen, auch im weißen Fluſſe ange- prieſen, und als ein Trank gebrauchet, Man pfeget auch die Wunden und Ge- ſch würe mit dieſem Kraute, oder dem aus „ihm gepreßten Safte auszuwaſchen. Jeßo aber iſt der Gebrauch ſelten. 2) Pyramidenförmiger Günſel, Zerggünſel, Steingünſel, A. pyra- midalis, Bugula pyramidalis. Vaterl, Deutſchland,„Schweden, die Schweiz. Vet, Negllexicon 111, Theil. Günſel 73 Blätter: eyrund, ſtumpf gezähnt, die auf der Wurzel ſehr groß, Strengel: -einfacy, viereckig, zottig, Blunzen; in dichten, pyramidenförmigen, aus Quirlen beſtehenden Aehren, blau. Es giebt Ab- arten mit weißen, blaßrothen und gelben Blumen, 3) Mortgenländiſcher Günſel, As orientalis. Waterland; der Orient, ZBlarter: zottig, eyrund, gezähnt, unge ſtielt.; zottig. Blumen: umgewandkt, weiß, mit purpurrothem Ran- de. Die Abarten ſind mit blauen, auch mit blau und weiß gefleckten Blumen. Die beyden erſten Arten ſind ſo dauerhaft, daß ſie auf den Rabatten überall fortkom- men, und durch das Verpflanzen zu einer ſpätern Flor können gebracht werden, Die leßte Art aber iſt zärtlich, muß aus dem Saamen erzogen, die Stöcke in Scher« bei gepflanzet, und dieſe den Winter über ins Glashaus geſeßet werden:*+" Cs wird auch ein"anderes Geſchlecht „Günſel, und zum Unterſchiede Sonnen- guünſel, genannt, welches wir zugleich hier anführen wollen. Es iſt ſolches He- lianthemum Tournef. Die Blume iſt wie bey den Ciſtenröslein beſchaffen, das Saamenbehältnißaber öffnet ſich mit drey „Klappen, und iſt nur einfächerich. Von den eigentlich hieher gehörigen Ar- fen wollen wir bemerfen den gemeinen Sonnengunſel, Sonnenroſje, tgemei- 'ne Zwertciſten, Seld- oder Heiden- pſop,-Heidenſchmuct, Ciſt- Gold Seldr6slein, Sonnenbliümlein, Son- nengünfel, Chamaeciſtusz Hetlianthe- mum oflic. Ciſlus Helianthemum L. YDa- rerland: Europa, auf ſteinichten, ſan- dichten, erhabenen Orten, auf hohen Triſ» ten, und um die Gebüſche. Stengel: zahlreich, dünne, zähe, geſtreckt, holzig, die K Rinde RS 7 e-= nete Kraut iſt nicht zu verachtenz- hingegen kann man das daraus bereitete Cytract und den Syrup entbehren, Es iſi alfo von die;er Pflanze anzunehmen, daß ſie voy verhärteten Eingeweiden eines Milze ſüchtigen, oder bey Verhaltung der güidnen Ader und der monatlichen Kemigung, bey innerlichen Geſchwüren, ſonderlich det ruſt und der Uringänge, beym weißen Fiuße, auch bey der Kräße und andern Krankheiten der Haut, dieniich) ſeyn könne. Die Cſſenz will man als ein untrügliches, Blähungen treibendes, Mittel loben. Die Roßärzte pflegen die gepülverten Blätter den Pjerden unter das Futter zu miſchen, wenn ſie von Würmern geplagt werdens: den ausgepreßten Saft aber, mit etwas Wein vermiſcht, den" blind werdenden Pferden jn die Augen zu tröpfeln. Die . Sc 76 Wenn die Gurken das dritke oder rauhe Blatt ſchießen wollen, ſs müſſen ſie bey üburner Wiierung weiigſrens jeden andern Übend begoſſen werden, Man darf auch nicht verjäaumen, die zu beyden Seiten hicgende Erde bis unter die Blätter zu zie- Hei, und ihre Ranken, damit ſie ſich nicht in einander verwickeln, an beyden Seiten ordentlich auszubreiten. Hält man nun nod)"uverdieß den Boden beſtändig rein und loccer, ſs werden ſie mit Ausgang« des Jui, tyre Früchte zu liefern anfangen. Sollte im Bay und Jun, noch Froſt und kaite Witterung einfallen, ſo kann man die zarten Pflanzen, damit ſie nicht erfrieren, oder wenigſtens nicht geſchwächt werden, mit Matten, Bretern u. dergl. des Nachts bedecken. Will man aber bey einer frühern Aus- ſaat nichts verlieren, ſo nimmt man ei- nen mit Sägeſpänen oder Gerberlohe ge- füiten Blumentopf, bedeckt dann dieſe mit etwas leichter und friſcher Erde, legt ſo viel Gurke kerne, als man nothig har, ganz dichf neben einander hinein, und zwar ſo, daß ſie nur eben inwendig mit vieſer Erde bedeckt werden, feuchtet ſie etwas an, und ſekt ſie entweder auf, oder an einen Ofen, der warm, aber nicht heiß iſt, Die Kerne werden älsdann in wenig Tagen zu keimen anfangen, da man. ſie dann, ohne ſie zu verteßen, da, wo ſie ſtehen ſollen, einlegt, Auch kann man den Topf in ei- nem warmen Zimmer vors Fenſter ſeßen, damit die Kerne den Zugang der Luft und Eonne haben, und ſie erſt.alsdann, wenn ſehon das driete oder vierte Blate da iſt, an ihren Standort verſeßen. Auf dieſe- Weiſe kann man das Vorübergehen der kolten Jiächte abwärkett, und mit ſeinen ſo be- handelten Gurfen immer noch zu rechter Zeit naceln auch ihre Kerne in einen leinenen (ala GE BRI ZHI Gums 52 2äppen, und Lergeaven fie init Denheiven e:wa 2 oder 3 Tage, in friſchem Pferde-. miſte, wo ſich ihre Keime in der Geſchwin- digfeit entwickeln.- Die Kerne, die man legen will, ſollen nicht zu-neu und nicht zu alt ſeyn. Die friſchen treiben zu ſehr in die Ranien. Wenn ſie 3 oder 3 Jahr alt ſind, taugen ſie am beſten. Man ſoll ſolche nur in Pa- pier oder Beuteln, nicht aber in einem feſt verſchloſſenen Gefäße aufbewahren, da ſie denn wohl 5== 6 Jahre dauern. Man muß von den erſtan Früchten die vorzüglich» ſcen und wohl gewachſenſten zur Scams erziebunt auszeichnen, und ſo lange, vis ſie anfangen zu faulen, auf den Beeten an den Ranken liegen laſſen, alsdann ſie aber der Länge nach in der Miitte durchſchneiven, die Kerne abſondern, und ſie hierauf mit dem Eingeweide, enkweder in einein Waſ- ſereymer, oder in einem andern Geſchirre ſtehen laſſen, und wenn ſie dann einigemal abgewaſchen, und hierauf wohl auf einem Brete dünne ausgebreitet und gut getkrock- net worden, ſo werden ſie, wie vorgedacht, aufbewahret, und zwar jo, daß die Mäuſe nicht dazu konimen tönnen, Die 6te, oder die ſo genannte D0Y- qtretizurke, welche in Rußland; weil ſie ſo früh trägt und dauerhaft iſt, bejonders bey den Griechiſchen Prieſtern, weiche ſie in Töpfen häufig vor den Fenſtern zu zke- hen pflegen, in großer Achtung ſieher, iſt eine meiſtens aufrecht wochſende, 16= 183 Zoll bohe Pflanze, die ſich niemals eher biegt, bis vas Gewicht ihrer büſchelweiſe wachſenven Früchte ſie viederzieht, Jhrr furzen, Eleinen und häufigen Früchte has ben mit unſern gemeinen Gurken einerley Gute, und, weil ſie ſo frühe forttommen, einen Ks - N- Geivöhnlich macht man, um Gurfen- ferne zu ſteten, am Ende Decembers- ein Wühytveet von einem oder mehrern Fenſtern, das im Januar fertig iſt, und worauf man, da es dauerhajte und anhaltende Wärme but, zugield andere Saamenarten zum Berpfianzen mit ausſäet»- GESobald der Wäayt in volle Bewegung geräth, füllt man das Beet wit 5 Zoll friſcher und leichter Crde, Iſt dieſe durchwärmt, ſo ſticht man jie mit einem kleinen Grabſcheit um, zieht ſie mit der Harke even, und bringt einen Zoll hoch alte, und zur Erde gewordene 2ohe darauf, damit Iäſſe oder Feuchtige teit, eine zu diejer Jahreszeit gefährliche Geindinn der zärtlichen Pflanzen, in der Obernäche der Crde aufgehalten werde, v/tan iegt gegen die Sdnne reihenweiſe, ge- rade unier den Fenjter|cheiben, die Kerne einen Zoll weit aus einander, und beveckt jie ganz dünne mit Erde, Wenn das Beek jeine erforderliche"Wärme und nicht zu vie- ie Zie hat: jo werden die Kerne, nach- dem jie gar jind, innerhalb 3-- 4 Tagen anſungen zu keinen; und man kann, falls ſte gur gerathen,. unter einem einzigen Fen- fier unier 2 Reihen von Glasſcyeiben, ſo viele Pflanzen ziehen, daß verſchiedene Deete hernach damit beſeßet werden kön« nen. Zum Berſeßen tönnen die Pflanzen, voraus geſeßt, daß ſie Luſt zu wachſen ha- ben, höchjtens ſcyon in 14 Tagen tüchtig jeyn. Sie werden auf ein neues“Beet, das, um ihr Wachysthum zu befördern, mit derjelben Erde angefüllt iſt, verſeßt, näm- lich fo, daß ſie mit ihren Stämmchen vig an die Sgamenbläccey in vie Erde kom- K 3 men, EE ATE REIEN, IS NREIGÜ ERN 35077507 = eee ZIEL AIEE TN TEE IRE LH INE EEEN 78 Gurke men. Sie wollen, gleich den Melonen, wenn es die Witterung erlaubt, eine unun- terbrochene Wärme, und dabey den Zu- gang der 2uft haben, welchen ihnen zu verſchaffen in der frühen Jahrszeit-oft ſehr ſchwer fällt, da man jeden dazu bequemen Augenblick, ſv zu ſagen, abſtehlen muß, Hier iſt überaus große Behutſamkeit ns» thig, daß die Wärme in den Beeten nicht - zu ſchwach, oder zu ſtark wird5 daß man ihnen nicht zu viel oder zu wenig Luft giebt. Ohne dieſe Vorſicht, die maa beynahe nicht übertreiben kann, würden die Pflanzen in furzer Zeit zu Grunde gehen.- Es iſt da- her, wie bey den Melonen, durchaus ns- hig, damit die, durc die Bewegung des Feuers, in die Höhe getriebenen Dämpfe ſich nicht an den Blättern und Stämmehen Feſt hängen und fie verderben, die Fenſter in der Geſchwindigkeit.oftmals umzukehren und abzutrocknen, und dadurch, ſo viel möglich, die Luft zu reinigen- So nöthig aber und unentbehrlich diefen Pflanzen der Zugang der freyen Luft iſt: ſo darf man es zu dieſer Jahregzeit doch nicht allemal wa- gen, ſie ungehindert unter die Fenſter zu“- laſſen, ſondern man muß,* nachdem es Zeit und Umſtände erheiſchen, wenn die Fenſter ausgehoben find, De&en und Mak- xen vor die Oeffnung ſtellen, damit die ſiren- ge Luft nicht unmittelbar auf die Pflanzen wirken Fann, weil nichts ſchädlicher iſt, als die gar zu ſchnelle Veränderung der Zuft, Haben die Pflanzen das ſo genannte rau- Ge, oder dritte Blatt erlanget, ſo iſt es Zeit, ſie dahin, wo ſie bleiben ſollen, zu verſeßen, weshalb im Anfange des Febxuars ein Beet von anhaltender und dauerhafter Wärme in Bereitſchaft zu halten 3ſt. In der Mitce deſſelben macht man längshin eine kleine Furcwerks fort, ſo heißt es bey dem Maurer. ein Ü7auerdband. Guß, die Menge Waſſer, die zu ei- nem Gebäude erfordert wird; ſs wie man unter Schurt die verhältnißmäßige Meit- ge Maiz verſtehet, Gußeiſen, das gegoſſene Ciſen, weile kmus, zuweilen au etwas Gyps iſt, geſchlämmet, und wenn dieſer erſte Anſtrich troen iſt, dann ſireicht der Maurer mil eben der Tünche zum leßtenmal gut. Gut werden, wird von Feldhühnern' geſagt, wenn ſie das Schild annehmen, ſich ſicher weiden, und vertraulich vor dem' . Hühnerfänger auf den Treibzeug zugehen und ſich fangen laſſen, Gyps, eine weiße, erdichte Zuberei-| fung, welche aus calcinirten oder gebrann- ten Gysſteinen gemacht wird, Die Gyps= ſteine müſſen, wenn ein guter Gyps dar- aus werden ſoll,(in manchen Gegenden iſt ſelbiger das einzige Verbindungsmittel des aufzuführenden Mauerwerks,) kein gar zu ſtarkes, aber do) ein ſolches Feuer erhal- ten, daß ſie mürbe werden, und zu Pul-. ver gerieben werden können, Er kann nicht, wie der bey uns gewöhnliche Mauer- falf, mit Waſſer aufgelöſet, auf lange Zeit vorrächig gehalten werden, weil er, mit Waſſer vermiſchet, al3bald eine Stein- L härte ee „wel awamemn ern IEEE GEE- GEAR De BEEREN: GEE IS FREIER I REN NET EAI EE FT weren aran nre ZEE 20 2ER HEP DEER eee 330 -.- c> 92 Gyps8b Härte befömmt, welche ſodann weder durch Caleiniren noch durch Waſſer wieder zu der. vorigen Beſchaffenheit gebracht werden Fann. Werden die Gypsſteine zu ſtark ge» brannt? ſo will alsdenn der Gyps mit bloſ- ſem Waſſer ſich nicht recht verhärten, oder es geſchiehet ſolches gar nicht, wenn der Gyps todt gebrannt iſt, d, i- wenn ihm durch das Brennen oder Calciniren faſt al- Jes bey ſic) habende Bitriolſaure entzogen worden. Je reiner die Gypsſteine ſind, deſio feiner und beſſer wird der Gyps, und Je feſter wird die, durch tie Vermiſchung mit bloſſem Waſſer entſtandene, Werhär- tung. Wenn der Stein mehr Kaik- als Gypsſtein iſt, ſo kann ein daraus gebrann» ter Gyps nicht wohl zu den eigentlichen Gypsarbeiten, ſondern mit Sand vermiſcht zu einem gewöhnlichen Mörtel gebraucht werven, Es wird aber der reine Gyps von Maurern und Stuaturarbeitern, in- gleichen zu Statuen und Bildern, und von verſchiedenen Arbeitern zu Formen und an- dern Dingen mehr gebrauchet. Im trocknen Zuſtande hält ſich der Gyps nach dem Stoßen oder Mahlen nur kurze Zeit guß, daher er bald nach ſeiner Zube» reitung verbraucht werden muß, Doch kann man den ſo genannten abgeſtandenen Gyps gleichſam wieder auflebend machen, wenn er in einem eiſernen oder kupfernen Keſſel von neuem erhißet, und fleißig umgerüh- ret wird; man muß aber das Vefäß nur Halb voll machen, weil er ſonſt wie kochen- des Waſſer überläuft, Der Gyps verträgt bey der Verarbei- tung viel weniger Sand als der Marmor- falf, trocfnet und bindet aber eher. Gypsbilder, Gypsfiguren, kleine Etatuen, Gruppen, Waſen u, dergl. die von dem Gypſer gegoſſen, und zur Zierde MINEN STETUERETEEEER ERIR IEERSRR RNNTSNNIIRINRN RSR SES SSNR SIRRSSISSNI RR IIRR IIR AIS v11290 77mm(emma EIIIE EIIIE«27 78ER. FIIR Gyv3ſt in„Kabinekkern„ Bibliotheken, Zimntern u, dergl. auſgeſtellet werden. Diejenigen werden am meiſten geſchäßet, die verjüng- te Antiken oder auch berühmte Kunſtwerke der neuern Bildhauer vorſtellen. Der Gypſer oder Bildhauer gießt ſie in For- men. Gypvsdecke, eine gedöbelte oder da- gegen mit ſtarken Bretern verſch älte Decke eines Zimmers, die man nachzer beroh- ret und mit einem Gypsanwurf bekleidet, zuweilen auc) wohl, aber jekt ſelten, mit Simswerk u. dergl. verzieret. Sie ſind. jeßt die modernſten Zimmerdecken, und ge- meiniglich vertäfelt man ſie unten nur mit Bretern, Gypsmarmor, ein Anſtrich von Gyps, womit eine Wand in einem Gebäu- de, eine Säule u, dergl, überzogen wird, und der einem beliebigen Marmor gleichet, auch von der Härte iſt, daß er geſchliffen und poliret werden kann, ſo daß man die | Auftrag für wirklichen Marmor halten ollte. 'Gyvs ſchlagen. Der gebrannte Gypsſtein wird in einen hölzernen Trog ges worfen, und mit hölzernen Hammern, des- ren Stiel 3==4 Fuß lang iſt, zu Pulver geſchlagen. Alsdann wird er durch ver- ſchiedene Haarſiebe, die immer ſeiner ſind, zu einem feinen Mehl geſiebet- Hiedurc entſtehen verſci)iedene Arten Gyps von ver- ſchiedener Güte und Feinheit, Alles die- 1: ſes aber geſchiehet nur von Taglöhnern, die die Handgr ffe bald erlernen, und Gyps»- ſchläger genannt werden, "'Güupstieine, Lapides gypfei, ſnb diejenigen Streinarten, weiche ſich durch ein mäßiges Feuer colciniren, und zu Pul- vey ſtoßen oder reiven laſſen, weices ſich nit rr Ma untalke FERNEN da wer ie adi a er öh Si ZN 119272685"00EEEEKOTGCE ROE HGERE NEE Singen 37 1 Gypsf -mit Waſſer verhärtet, Ein vollkommener Gypsſtein brauſet mit keinem Sauern aufz es giebt aber Gypsſteine, welche ein wenig mit dem Squetn aufbrauſen, welches da- her fommt, weil ein ſolcichten, zugeſtumpften Cryſtallen. Sind deren viele beyſammen und in einander gewachſen; ſo heißen ſie Gypsdruſen z ſind ſie aber einzeln und weiß; ſo heißen ſie Gypscryſtallen, Sie laſſen ſic) auch zu Gyps brennen, 6) Zedergyps, Scrahlgyps, Gy- pfum ſtriatum, beſteht aus parallelen, feſt zuſammen geſeßten Fajern, und läßt ſich) leicht zerreiben. 7) Slußſpatbh, Glasſpath, Spa- thum vitreum, iſt ein dichter, mehr und weniger durchſichtiger Spathz von Farbe weiß, blau oder violet, grau und grünlich. Der Geſtalt nach erſcheint er entweder blät» terich, ſchiejerich oder würflich; und bis- weilen iſt das Gejüge, beſonders wern der Spaty mit Quarz vermiſcht iſt, ſo zart, daß man es kaum erkennen fann. Wird der Flußſpath calcinirt; ſo leuchtet er im Finſtern, 8) Bolotneſer Spath, Bononi- ſcher Spath, Lapis Bononienſlis, iſt ein halb durchſichtiger Stein, und da er um, Bologna gefunden wird: ſo bemerkt man ihn nur deshalb, daß er, zwiſchen Koblen Calciniret, das Licht an ſich zieht und leuch» tet; weshalb man ihn aud) bejonders mit dem Namen eines leuchtenden Sparhs oder Steines bezeichnet hat: Machmals aber haf man erfahren, daß alle, auf ähnliche Weiſe belhzändelte, Gyps- und Kalfkarten eben dergleichen Eigenicer Gyps, wo er geſunden wird, oder um- und Wieſen, beſonders der Kleefelder, ſehr ſonſt, oder um einen geringen Preis zu nüßklich angewendet wird, cg-<<: es ==> wm wie. 4 m H, gardecfe, ein grobes Gewebe von Pferdehaaren, worunter auch wohl Ochſen- Küh- oder andere Haare gemengt werden. Wean dieſe Haare mit Waſſer rein gewaſchen, und wieder getrocknet ſind, ſv werden ſie, wie die Wolle, kartätſchet, oder gefrämpelt, und alsdann auf einem Rade ſtark geſponnen, hernach gezwirnt oder verdoppelt, hiernächſt aber nach Lein- wandart mit 2 Schäften und eben ſo viel Fujtritten gewebet. Man hat zweyer- ley Arten Haarde>en, unter welchen die erſte aus lauter groven Haaren gemacht, die zwote aber aus etwas feinern Haaren, entiveder allein, oder mit Werrig vom H-nf vermiſcht gewürkt wird. Daher iſt denn die leßtere Art etwas dichter und fei- ner. Sie dienen zum Einpacken und Ein- balliren der Waarenz desgleichen werden die Fußböden in den Zimmern damit bele- get. Ferner bedient man ſich ihrer zu Pferdedecken, und ſind beſonders gut, die Pferde, wenn ſie krank ſind, damit einzu- hüllen, um ſie wider Verkältung zu ſchü- ßen oder eine ſtärfere Ausdünſtung derſel: ben nach Erforderniß hervor zu bringen oder zu unterhalten. Sie wurden ehedem nar in unſern Seeſtädren gemacht, werden aver nun auch bey uns in verſchiedenen Seädten gewebet, und ſebr nüßlich von manchen Hausvewöhnern bey zunehmen» dem Solzmange! gebraucht, beſonders zur Nachtzeit, um ſie wider die andringenden falten Winde vor die Fenſter und Wändgz zu hängen, Haarmörtel, eine Miſchung von feinem Kalk und Kühhaaren, damit dieſer ſich nicht ſpalte und aufreiße. Die Man- rer bedienen ſich) deſſelben, Löcher, Brüche und Riſſe in den Mauern zu verſtopfen. Haarmoos, gemeines aſtloſes, Güidenwiederthon, Jungfern- haar, Woifsgerſte, Ziperill, Po- Iytrichum aureum, Adianthum au reum, Polytrichum cominune[L,. Vaierland: Europa, auf feuchten, un» fruchtbaren Gegenden, auf Triften und in Wätdern, auc) zuweilen im fändichten Boden, wo es kaum einen Fiager Zohe erlanget, da es in feuchtem"Boden einen halven, auch wohl ganz: n Fuß lang erſchei- net, Wurzel: lang, zart, röchlich, mie" zarten Schuppen bedeckt; reibt ſteife, auf- gerichtete, niemals in Aeſte abgerheilte, größtentheils mit vielen langen, zarten Blättchen beſeßbte Stengel. Blätter in friſczem Zuſtande rückwärts gebogen, im tronen aber aufrecht ſtehend und am Stengel angedrüt, Srentzel: nackend, oberwarts goldfarbig, roch, und am obern Ende mit einet viere>ichten, anfangs grü- nen, hernach gelb- und purpurfarbizen Büchſe beſeßet, unterwärts aber mit einer duntein, purpurfaärbigen Scheide, welche dinne' Perichaetiumnennet, umgeben, Die 15 Daariche EEE. SINE Ne eRTEEIS 3 HEHEEN eaügen SIEGE:- ACE EIER Rer meGITEEI EIn . diinn.. SIT I a E 2 7 aal det 865 Höarſf haarichte Haube hängt lang über die Büch- ſe herunter, iſt zerriſſen, oberwärts gold- gelb, und unterwärts weißli<. Andere Planzen tragen nur BlacttröSchen, aus welchen öfters ein neues Pflänzichten Haarſtrang, Si- lau, unächte Deerwurz, Viatten- fteinbrech, Seſeli pratenſe, Peuceda- num Silaus L. Vaterland: Deutſch- land, Languedoc, England, auf etwas feuchten Pläßen. Wurzel: dick, aus- wärts ſchwärzlich, inwendig weißlich, voll Safe, theilet ſich in manche Theile. Sten- gel: aufrecht, rund, ſteif, geſtreift, geglie- dert, 2--3F,. ho<. Blätter: aus vie- len, mäßig breiten, lanzettförmigen, in gegen einander über ſtehende Queerſtücke geſchlikten, ſchwärzlich grünen Blättchen zuſammen geſeßt. MGMlumen; auf den Enden der Stengel, in Dolden mit einer zweyblättrigen allgemeinen Hülle, Flein, von nei A EREEÜN inn wee wire ae en eS Sis Nep 4 Emm SIE Ram" FT 4“"ir Haöart von vorne zu gelblich, auswärts weißlich, Die ganze Pflanze, ſonberlich die Wur- zel, hat wirkſame Beſtandtheile, und der Geruch von der Wurzel iſt viel ſtärker, als bey der erſtern Art. Man kann ſelbige mit der Beerwurzel vergleichen, auch da- für gedrauchen. Dem melkenden Viehe wird das Kraur für zuträglich gehalten, HDaartuch, ein von Pferdehaaren ge- webtes Tuch, worein der Oelmacher den gequetſchren oder geſtampften Saamen ſchlägt, und hierinn unter die Preſſe bringt, daß das Oel vurch das Haartuch alſo hindurch laufen muß. Haber, eine bey uns ſehr gemeine Feldfrucht, wovon in den neuern Zeiten ſowohl verſchiedene wahre, als auch einige Spielarten bekannt worden, von welchen die merkwürdigſten hier angeführet wer- den, x) Der gemeine Sgatbhaber. Die- ſer ſoll auf der Inſel Juan Fernandez, nach C3ili zu, wild wachſen, und daſelbſt ſchwärzliche Körner tragen; daher man auch a) den ſchwarzen Saathbaber für den natürlichen annimmt, hingegen b) den weißen oder ſchweren Engliſchen, auch Ungariſchen Haber, welcher grö- ßer uud förnichter, und in ſo fern dem ge» meinen vorzuziehen iſt; ingleichen c) den rorhen oder braten Saber, welcher harte, ſchwere und volle Körner. auch eine reiche Aerndte giebt, wie auch d; den Rauchhaber für Spielarten balt. Man findet auch eine Sorte mit dem Na- men Ülorg:nhaber, welcher abcr von dem weiten gar nicht verſchieden, und der Seilendaber, deſſen Körner nur auf ei- ner Seite hangen, iſt bloß zufällig, und artet baid wieder ein. Haber'g7 Der weiße Haber iſt bey uns der ge- wöhnlichſte; er kann aber in manchen Ge- genden in Rauchhaber gar leicht ausarten, weshalb von Zeit zu Zeit: neuer Saatha- ber angeſchafft werden muß. Gemeinige lich wird der Haber bey uns auf ſolchen Aeckern geſäet, die im Jahre zuvor Rog» gen getragen haben. Man weiſet ihm gern ſeinen Plaß da an, wo nach dem Roggen eben feine Gerſte geratchen würde, Es iſt aber immer beſſer oder einträglicher, die Gerſte da weg zu laſſen, und dafür Haber zu bauen, wo jene, wegen nicht rechter Gü- te des Bodens, nur ſo mittelmäßigigera- then fann."Hat man einen ſehr leichten Boden: ſo wird der Haber nur einfährig, d. i, ſobald die Stoppeln umgepflüget wor- den, eingeſäet. Iſt der Boden etwas beſ: ſer: ſo wird der Acker dazu im ſpäten Herb- ſte gepflüger, und im Frühjahre zum an- dern und leßten Male gewendet oder ums gepflüger und zugleich beſäet. Hat man einen mehr ſchweren als leichten Boden: ſo wird der Haber dreyfährig geſaet. Dex Acer wird dann im ſpätern Herbſte um« gepflaget, im Frühjahre im März oder April gewendet und geegget, und 4=-6 Wochen nachher zum leßten Mal zur Saae gepflüget, Ov der Haber untergepflüget oder oben* aufgeſäet und mit der Egge allein unterge bracht werden ſolle, darüber Find die 8fono- miſchen Schriftſteller nicht einig. Sie laſſen ſich aber leicht vereinigen„wenn man die Bejchaffenheit des Bodens nicht aus der Acht laſſen will, Im leichten Boden muß der Haber allerdings untergepflüger werden wenn er wider Wind, Sonne und Dürre beſtehen ſoll. Nur in einem ſchwe- ven Boden, be'önders wenn die Saatzeit nap und der"Boden vollex Feuchtigkeit iſt, fann 88 Haber kann das Nichtunterpflügen des Habers Statt finden. Ueber die Zeit des Ausſäens iſt man auch nicht einig; man wird es aber ſeyn, wenn vorher beſtimmt wird, ob der Bo- den von Natur kalt oder warm iſt. Jener erfordert eine ſpätere; dieſer eine frühere Zeit des Ausfäens, Ju hieſigen Gegen- den findet man die beſte Zeit zur Ausſaat um Wallpurgis, nachdem der Aker im Herbſie geſtoppelt oder umgepflüget, in den erſten Tagen des Aprils, oder nach Be- ſchaffenheit der Witterung noch eher, ge- wendet und geegget worden, worauf dann „um obgedachte Zeit der Haber untergepflü- get und glatt geegget wird, Jn ſehr leich- tem. Boden ſäer man auch wohl ſchon Ha- ber im März; ſolcher geräth gut, wenn keine anhaltende Fröſte oder anhaltende trockyg Noydwinde mehr kommen, als in welchen Fällen dieſer Haber roth wird, daß man ſogleich aus dieſer rothen eFarbe das Mißgerathen des Märzhabers zun voraus erfennen kann. Man ſäet aber deshalb dieſen Haber ſo frühe, weil der zu leichte Boden ſpäterhin nicht mehr Winterfeuch- tigfeit genyg haben würde, die Saat in die Höhe zu treiven, wenn er im April oder May ausgeſäet würde, " In einigen Gegenden pflegt man in neu geradetem Boden gern Haber zu ſäen. Iſt der Boden mehr leicht als ſchwer, ſo wird er.nur im Herbſte oder Frühjahre einmal umgepflüget,(aufgeriſſen) und der Haber in dieſe ſo genavnte Auftrift geſaet, da er denn beſſer, als jede andere in ſolchem neuen fande gebauete Frucht, geräth. Da jebt des Säens in die Auftrift gedacht worden: ſo iſt zu wiſſen, daß man in ſchwerem Bo- den, vejonders auf großen Gütern, den im Hexbſie umgepflügten Aer, ohne ihn zu eggen, in ſeinen ganzen Furchen liegen Haber läßt, unb den Haber im Frühjahre, wenn feine ſonderliche Nachtfröſte mehr zu be- fürchten ſind, hinein ſäet und ihn ſodann unteregget, welches man denn: in die Aufs trift ſaen, nennet, In krautartigem Boden iſt ſolches Verfahren eben nicht anzurathen, und. dasjenige vorzuziehen, welches oben von dreyfähriger Beſtellung des Habers- geſogt worden. Wenn die Halme des Habers ihre grüne Farbe verlieren, die-Riſpen gelb werden, und die Körner mehr hart als weich ſind: ſo hat man daran das Kennzeichen ſeinex Reife, und eilet zum Abärndten deſſelben,, Wollte man länger damit warten: ſo fallen die Körner bey dem Abmähen und Einſam- meln leicht aus, und dieſes geſchiehet noch mehr, wenn ein. anhaltender Regen die Frucht auf den Schwaden befallen ſollte, da die Körner gar bald von der Näſſe ab- ſto>en. Cinige wollen behaupten, man ſolle den.abgemäheten Haber ſo lange liegen laſſen, bis er anzuſtocken anfängt, und nen- nen ſoles: den Haber röſten oder röſchen laſſen, damit er beym Dreſchen deſto leich ter ausgehen möge, Es iſt aber hiervon wenig zu halten, da man, wenn das Wet: ter regnicht wird und anhält, faſt die Hälf- te Körner verlieret, und ſolche auf dem Acker muß liegen laſſen. Man laſſe den Haber, falls die Körner ſchwer ausgehen ſollten, nur bey Froſtwetter ausdreſchen, wenn ſie bey gelinder, zumal feuchter Wit- terung nicht wohl aus dem Strohe zu brin- gen ſind, Und wenn ja eines ſeyn ſollte, ſo iſt es doch beſſer, daß einige Körner im Etrohe-bleiven, und dem Viehe bey der Fütterung zu gute kommen, als daß der dricte oder zweyte Theil auf dem(c>er durchs Röſchen verleren geht. In dem Falle könnte das Röſchen des Habers etwa Statt finden, wenn er zu' frühe bey noch nicht 22 PBCF- u 008IEEEEST HET BE EHRTE NEE Kirn gp Haber nicht harfen Körnern abgemähet wird, da er dann durch das längere Liegen auf dem Schwad zum Ausdruſch williger wird, auch bey entſtehen könnenden lange anhaltendem Regen nicht ſogleich abſto>et. Manche Jelder ſind ungemein krautartig, d. i,. es wächſet auf ſolchen vieles Gras und Unfräu- ter unter und mit dem Getreide zugleich mit auf, Z. B. Hauhechel,(Ononis ſpi- nola); Taſchenfraut,.(Thlaſpi arvenſe); Diſtel,(Sonchus ſpinolus);z Flachsſeide, (Cuſcuta Europaea) fönnen noch Fehr grün ſeyn beym Abmähßen des Habers, wenn diejer ſchon ganz reif iſt, und verlangen no) einmal ſo viel Zeit zum Troc>kenwer- den, als der Haber gebrauchet. Am Fſpä- teſten trocfnet die in manchen Feldern ſo gemeine Acferwinde, Päthenwinde(Con- volvulus arvenſis L.), von welcher man faſt jeden Halm des Habers oder einer an- dern Feldfrucht öfters umſchlungen erbli- et, Das Blatt dieſes Unfrauts kann tro>en ſcheinen, aber der Stengel kann noch ſaftvoll ſeyn, da er dann allies Haber- ſtroß ſo aufeuchten, multrich und übelrje- ender Haber, zeitiger Xeißhaber, Augſt- oder Auguſtha- ber, Avena nuda L. Dieſer hat zwar mit der vorigen Art viel ähnliches, iſt aber eine wirklich verſchiedene Art. Ex wird in England und Schottland häufig erbauet, Hat aber nach einigen Werſuchen unter uns keinen ſonderlichen Eingang geſunden Er kann ſpät im May geſäet, und doch ſchon Im Auguſt eingeärndtet werdenz WYian könnte alſo deſſen Anbau einigen kältern Gegenden, wo das Getreide nicht allemal zur RKeife gelanget, wohl anrächen 3; er hat zwar kleinere Körner, als der gemeine Ha» ver, ſie ſind aber dafür deſto. mehlreichet, - Man muß ihn nicht zu lan2e auf dem Hal- me ſichen laſſen, weil die. Körner leicht ausfallen, 25. ->59) Darticzer Windhaber, Wild- haber, Windhaber, Tanbhaber, &ingbaber, Gauchbaber, LTM«Guſe- haber, ſchwarzer Rauchhaber, Ave- ua piloſa, Avena fatua L; Er wuchert NENNEN SNN NNN INN NNN SP SSHNIIIEEN Haber unter der Gerſte, Haber unb anbern Felt gewächſen, die als Sommerfrüchte behan- delt werden. Der Saame wird nigt zu einer Zeit reif, Der Wind kann ihn, da er ſich ſo leicht löſet, weit und breit umher werfen, indem die Grannen und Haare an den Spelzen an Statt der Flügel dienen, Es fällt aber der Saame mehrentheils noch vor der Aerndte der Sommerſrüchte aus, ſo daß wenig mit in die Scheure kömmt. Wenn der Saame ausgefallen iſt, glitſche6 er bey der geringſten Wirkung des Windes unter die Sroppeln, oder in die auf dem Ader befindlichen Vertiefungen, daher ſich ſolcher leicht vermehret, aber ſehr ſcern und „verdorren laſſen, welches aber mehrmals wiederholt werden muß, In der Brache „Fann dieſer Wildhaber, wenn er ſchoſſen will, gehauen, und als Gras oder Heu „verfüttert werden, wie man denn, um die- „ſes deſto ſchmackhafter zu machen, biswei- „Jen Wickfutter mit hinein ſäet. Doch iſt - bey den folzenden Pflugarten aller Wildha- ber wohl zu zerfahren, und bey trocknem Wetter heraus zu eggen, damit er nicht, -„da er durch das Abhauen im TWachsthume zurück gehalten worden, den Winter über „fort daure, und ſich hernach deſto ſtärfer beſto>e, Ein anderes Mittel iſt, daß man fſol“e Gewächſe anbaue, welche ſich theils eher beſtofen, und eher als der Wildhaber zu Kräften kommen, und ihn alſo verdrängen, theils zeitiger als dieſer reif, mithin abgebracht werben, ehe der- ſelbe ſeine Körner ausgeſtreuer hat. Das- hin gehören alle Winterfrüchte, wenn ſie gehörig gebaucf werden, auch manche Sommerfrüchte, ſonderlich der ſpät zeſäe- te Auguſthaber und der ſchwere Engliſche Haber; auch der Hanf kann hierzu dienen, Es muß aber dergleichen Anſtalt, wenn ſie nüßen ſoll, einige Jahre hindurch fort- geſeßet werden, Am gewiſſeſten aber kömmt man zum Zweck, wenn der Aer mit fortdauerden Futtergewächſen beſäet wird. Jn den erſten Jahren gebet zwar der vorhandene Saame mit auf, ex ver- geht aber nach und nach, da er immer mit den Futterlräutern abgemähet wird, Die grünen Halme ſind, ehe ſie blühen, ein gu-. tes Futter für das Vieh; der Saame aber wird nur von Pferden gefreſſen, und wieder bey ungs wild - Haber 9r 4) Rispichter Wieſenhaber, Glatt- baber, Rnollhaber, Khnollengras, Sranzöſiſches Rapegras,&Sromen- ral, iſt mit dem Engliſchen Raygras dex Engländer oder Lolio nicht zu vermengen z Gramen avenaceum, Avena elztior, eines "der befannteſten Futtergräſer. Das k110- rige Habergras, Gramen nodoſum, iſt nur eine“Abänderung von dieſer Art, und geiger diere- Wurzeln und Knoten am Halme. Es wächſer dieſes Habergras hin 4 1 zud jiebet einen guten'Boden, der mäßig feinps iſt; in mogerer Erde und im Sande tönung er zwar auc) fort, wächſt aber darinn ür - dürftig, Man hat daran eines der beſten „Juttergräſer für Pferde, Rindvieh und Schaaje, ſowohl ſriſch zu verfüttern„ als auch Heu daraus zu machen; giebt auch anderm Heue, unter welches es in Men- ge gemiſchet iſt, eine beſondere Güte, Man kann ihn entweder allein, oder in Gemenge mit andern Futterfräutern, aus- ſäen, wie ſolches beſonders mit dem rotheiz Klee zu geſchehen pflegt. Bey der Früß- ling8ausſaat ſoll man Haber, Klee, Lu- zerne und Raygras unter einander ausſäen, damit leßteres, da es im erſten Jahre ſehe ſchwach iſt, der Sonnenhiße widerſtehen, und ſich beſſer beſtocken könne, Im Herbs ſte aber kann man das Raygras allein aus? ſäen, Vom erſten bis zum ſechſten Jahre wird der Ertrag, wenn ſonſt kein Peeten- gras oder anderes einheimiſches Unfraut dazwiſchen die Oberhand gewinnet, immer reichlicher, beſonders wenn auf das Land im dritten Jahre kurzer Miſt, Mergel, Aſche, Kalk oder Gyps aufgelegt worden iſt, und man fann es vom zweyten bis zum ſechſten Jahre drey- auch mehrmale abmähen taſſen. Daß er zum Abmäßen gut ſey, erfenzet man, wenn ſich vie Rispe M 2 anfängt ras amar EEE EIER ERNTEN ISE» "d 1 * Ba 7 Ae EEN ZZ SEINLÄCK EEE RT TE >---“- 81... Haber aufängt zu zeigen, ehe es auſblühet, Der Saame aber wird geſamnielt, wenn die Aehre anfängt gelb zu werden, Er fälle ſeicht aus und hiedur< wird beſtändig neuer Zuwachs auf den Wieſen geſcheheit. Der Saame iſt ziemlich mehlreich, und kann; wenn er aus den Spelzen ausgemacht vo. den, als Mannagrüße zur Speiſe ge- näßet werden, Nach 6 Jahren kann eine Raygraswieſe wieder umgebrochen und mit andern Feldfrüchten beſtellet werden,. ) Goidhover, Avena faveſcens L Er rv äch en Deutſchland ſowohl im feuch- ten Wieſengrunde, als auf Anhöhen und Dergen, und vlühet bey uns zweymal, vor Tohannis und vor Michael/ hat eine zafe» pichte dauernde Wurzel, öfters einer Ellen - fange, aufrechtſtehende Halme, fingerslan» ge, bandförmige, am Rande und oben ek- was rauhe Blätter, eine nicht ſehr ausge- breicete- finger8- auh ſpannenlange Rispe, und lauter Zwitterblumert, derer allemat in einem kleinen Aehrnen und geringen Wieſen, in Sandheiden, auch ünter dem Flugſan- de. Da diefer, Statt der Riſpe, in einer Aehre dlühet, und jedes kieine Aehrchen 3== 5 Blättchen einſchließt, wird er leicht zu erkennen ſeyn» Der Grund der Bluch- c<;ei7 iſt haäaricht, und dieſe ſelbſt öfters pur= Dieſer und der purvorh' und giäanzend« vispichte Wieſenhabex haben die Eigen- ſchaft, daß ſie um alle Sträucher, bey de- en ſte wachſen/ ihre Wurzeln ſchlingen, und ſie dadurch erſtricken', wie Linnäus aus Verſuchen angegeven Hak. ſie daher auf ſolche Wieſen, worauf Buſch? weiden und anderes Strauchwerf wächſt, mit Nägen äusſgen/ um ſelbiges dabey auszurotten. 52 Havicht/ Accipiter- EinGeſchlecht dep Kaudvvögel- Die gemeinen Leute, teivſt die Jager und Bogelſteller, gedenken im mer eines Dabichts/ und zeigen einen eig- neir Wogel oör, dem ſie beſonders dieſen Jiamen gebem Hier in unſrer Gegend nennt ihn vas kandvvolf, das no Um.- 167=: ET aar 7 I EAR WE NNPRIN 00 DE eile äRnnen ng PKN ee NEN R EIB R NNN NN TT EIN NONNEN ENNS BERNER ee Ee SSEN X 177929685 0EEEEOORET GRONE ABTEEE NUE Seg mn 7--w, E F 7" u- EN | SEREN» ou Üb ud wort AND 08 Dr fil EE- Piz: 550 Habicht? -- 5) Matterbhabichtkraut, Buch Lobl, geibes oder Sranzöſiſches Lun- gentfraut, Buchlattig, Pulwmonaria Gallica, Hieracium murorum L,, wächſt bey uns auf harten, ſonnigen Pläßen, Wurzelblätter: eyrund, gezähnt, ſehr haarig. Stengel: ſehr äſtig, 1 F. hoch, mit einem kleinern Blatte beſeßt, die Zwei- ge einblumig, ZDlumen: groß, vortreff- lich, gelb, im Jun. Sagamen: reif im Aug. Eine ſehr artige Pflanze, welche, ohngeachtet ſie in England auf alten Mauern anzutreſſen iſt, dennoch wegen ihrer anſehn- lichen Blumen vielfältig in die Gärten auf- genommen wird, Das ſo genannte Mäuſebabicht« Fraut, Hieracium myophorum, iſt eine Epielart von dieſem, An dem Winkel des Stengelblatts liegt eine, mit weißen oder röthlichen Haaren beſeßte, und an dem obern Thetie ſchuppichte Geſchwulſt, wel- de, nach Einiger Cinbildung, vie Geſtalt einer Maus haben ſoll; es iſt ſolches eine Art Gallen, und ein Werk der Inſecten, dergleichen man auch mit bloſſen Augen darinn wahrnehmen kann. Die Blätter, fonderlich die Wurzei, enthalten einen bit- ferichen Milchſaft. Wigan hat ſelce zuge- zogen werde, damit der Stock neue Thau- wurzein faſſe, und zu ſeinem Wachsthume gelange, Cs müſſen auch die aufgeriſſenen Crdildſze gut zerſchlugen, und an den Stol gezogen/ vie Duecten aber und das Gras in der Hacke ausgeſchürtelt, in Haufen ge werjen, und aus dein Berge getragen wers den, Die andere Hacfe fällt kurz vor der wWBluüche, 96 Ha>h - Blüthe, oder bald hernach, ohngefahr um alt Perri und Vauli, und es wird-hiebey alles- wie bey der erſten Hacfe, beobach- tet. Wo der Boden etwas feſt iſt ,..da wartet man gern mit dieſer Arbeit, bis ein Regen gefallen, um das Land deſto beſſer zu gewinnen, weil es vor dieſer Hacke ge- meiniglich von den Winden ausgezogen, uud trocken iſt. Die lekte,„oder Beerha- >e, geſchiehet um Aegidin. Dieſe Hake pfle>t man an manchen Orten, ſonderlich an hohen Gebirgen, gar nicht, ſondern nur in den Sandgebirgen oder auf der Ebene zu verrichten. Es darf hiebey auch nicht ſehr tief gehackt, Fondern.der Berg nur ein wenig überzogen werden, damit etwa bald einfallen fönnende Nachtfröſt keinen Schaden thun können.. Hackhopfen, verjenige Hopfen, der des Jahrs zweymal behaet, und einmal gedünger wird; im Gegenſaß des Gras- oder Raſenhopfens- SEE Häftelhafen, kleine Pflöcke mit Ha» fen, die Leinen des Treibzeuges damit auf dem Boden zu beſeſtign. Häger, Sandhäger, Sandhügel in den Ströhmen, beſonders in ihren Mündungen. Site entſtehen von dem Sande, der ſich an den Ufern abſondert, und durch den Strohm mit foregeſpület wird. Man ſchafft ſie meiſtens durch Buh» nen weg.| 8 SIERRE Hägereiß, junge ſchlanke Bäume, „gder ſo genannte Stangen, welche man wu den jungen Schlägen oder Hauen ſtehen jaBt. 7 Hägeſäule, Jagdſäule, eine Säue le over ein Pfahl“ der die Gränze eines Jagdgehäges vbezeimne 0 „oder Wald zu bezeichnen. Haltert. Hägeſchlag, ein gehägter Schlag, H.i. Theil eines Gehölzes, der nicht verlebt werden darf. 0-4; - oder Saß- oder Grußzeik, die Zeit von Zvalpurgis bis Johannis, dä beſonders das wilde Geflügel brütet, und daher geſchonet werden muß. Hägewieſe, eine Wieſe, welche Gar- tenrecht hat, und daher gehäget wird, daß ohne des Eigenthümers Willen Niemand darauf hüten oder weiden darf. 15487 Hägewiſch, Hägeſchaub, Hä- geſcheibe, ein Wiſch von Stroh, oder Gras, oder Heu, oder Bündel Reißholz an einer Stange, einen gehägten Acer Findet man dergleichen auf Wegen und Fußſteigen: ſo bedeutet es, daß auf ſolchen nicht gefahren oder gegangen werden ſoll, Häkelwerf, iſt bey den Bauern in Niederſachſen eine Art der Gartenbezäu- nung, wo über einen Zaun oder ein Plan- Fenwerf, zwiſchen verſchiedenen langen, kreuzweiſe in die Erde geſchlagenen, Pfäh- len, ganze Fuder Buſch- oder Reißholz. gelegt werden, Häller; eine hie und da noch gange bare Scheidemünze, deren zwey Stück ei- „nen ganzen Pfennig ausmachen. Hälter, Halter, Niederſächſiſch Holder, ein Ort oder Raum, worinn 'man etwas aufbehält, daher Waſſerhsl- rer, Siſchhälter oder Heller. Hälterſchiff, ein- Kahn mit einem Fiſchhälter oder Fiſchkaſten, worinn die le bendigen Fiſche verfahren werden, Hände, DEN iT AI znm nee Stg eg | NADA IS, RMI(IBekltflBäeMe En ANW eieeteÄÜÖÖ MRR neee EE CN H EE Ed SIRI 2: NIERE: meg LI ÄR ER nk en rie Üb en wurm nme Är EN ain emen en Dr- 7-0 urnen umme rn, am EEE SEEEHR dd HS U j- Hände Hände, bey einigen die Banden oder Vordertaßen der Bären, und die Griffe oder Klauen der Falken, Hänfling, ein bekannter Geſangvo- gel, welcher bey uns zweymal im Jahre brütet, und 4-5 Junge ausbringt. Er ſingt von ſelbſt gar angenehm 3 man kann ihm aber durch Vorpfeiſen gar leicht aller- ley Weiſen und Lieder beybringen 3 ja man bringt ihn öfters zu einem völligen Geſange der Canarienvögel. In den Käfichten wird er mit Hanf- Leindorter- oder Mohn- ſaamen unterhalten, Wird er mit Cana- rienvögeln begattet: ſo entſtehen davon Baſtarte, die einen vortrefflichen Geſang haben. Jn der Freyheit ſucht und frißt er allerley Feldgeſame, Hängebügel, Schweifbügel, eine irt Steigbügel, welche nicht an den Sattel befeſtiget ſind, ſondern jedesmal an den Sattelknopt gehänget werden. Hängebrücke- eine Brücke, welche in einer berrächtiichen Länge ohne Joche gebauet, und gewiſſermaaßen freyhängend iſt, oder aus einem Hängewerk(ſ, dieſes) beſtehet, Hängedohnen, ſind zum Vogelfan- ge aiſo eingerichtet: Man ſchneidet von Haſeln- Birken- oder Weidenreiſern eine Gabel, ſo daß jeder Theil wenigſtens 3 El- len lang, und oben an der Gabel eines klei- nen Fingers ſtark iſt. Die Spißen wer- den eine gute Viertelelle über einander ge- flochten, zwiſchen welchen hernachmals die Vorhangbeeren geflemmet werden, Drey Oueerfinger breit unter der Gabel, wo die Ruthen zuſammen gewachſen, wird mit einem Meſſer durc GRE Ian 327 wn emen ZIERER EFI IE ZACH» ANNEN ERAT OHG ie tet PFf|]r,,.ei„A Www*ewZzZurmwew-- we em u ER EEN RI .; 98 Hängepf zu beyden Enden anbinden, Hamit man das Neß ſchnell auf- und zuziehen kann, weiches dann am allergeichwindeſten ge- ſchiehet, wenn jede Schnur 9-=- 12 Zoll känger, ais die Höhe des Garns iſt, und weiter abhängt, - Hängepfahl, verjenige Pfahl oder Pfoſten einer Gartenthür des Landvolks, in welchem die Angelhaken eingeſchlagen ſind, und woran alſo die Thür hängek. Häangeriemen, die beyden ſtarken und breiten Riemen an Kutſchen und ähn- lichen Wagen, worauf der Kaſten zu ſte- hen fommt. Gewöhnlich gehen dieſe Rie- men von dem Borderiwagen bis zum Hin- terwagen, und vorne werden fie an einen Baum, hinten aber jeder an einer eiſernen Winde veteſtigt.- Werden aher Cnattſche Federn an einem Wagen angevracht, ſo geben ſie nicht unter dein Wagen w-3, fön- dern es ſind hinien ſowohi, als vorne 2 kurze Hängeriemen. In dieſem Fal wird der Riemen auf den Stüßen vefeſtiget, und an dem Kuttichenkaften wirt er angeſchnallt. Die Hängeriemen mögen nun aber furz oder laug ſeyn, jo iſt jeder ſtets 3 Zoll dik, und nad)"Defhaffenheit der Dicke des de- ders etwa zehndoppe!t. Zu den innern La- gen dieyjes ſtarten Riemens wird, der Halk- barteit wegen,&taunleder genommen. Die bepden außern tagen aber unten und oben ſind entweder von Zoblleder, oder von Juch- pen: Der Satiler näher dieſe fämmtlichen Jagen des Riem:ns über einander mit einer ſtarren Ahle uno: mit. dickem ſchwarzen Pechdrahte an jeder Seite mit doppelten Steidhen, oder zwo Radeln zuſammen. Hängerienfuiter, das zur Zierde des Hängerieniens wn denſelben geied- fe Seder von jc)warzem Dctiyjenieder, mit es ATHEN Wee WAH WET IEEE REEG Hängew weißem Pechdraht geſteppt. Dieſe Ver fleidung wird um den Hängeriemen geiegt, und unter demſelven mit einem Riemen zu- ſammen geſchnüret, Hängeſäute, Hangſäule, dieje« nige aujrecht ſtehende Stüße, welche auf einem"Balken aufſtehet, und von der S ei» te mit Strebbändexn dergeſtalt gefaßt wird, daß ſie ſich nicht jenken kann. An dieſe Säule wird der Balken mit dem Hängei- ſen befeſtiget. Bey den Trücken und weit geſpannten Dächern werden die Hängeſäulen aus zwey verzahnten Zimmerſtücken zufam- men geſeßet. Steht die Häng: ſäule in der Mitte, ſo reicher ſie bis an den Firſt des Dach es- Hängeeil, dasjenige Seil, woran der Zeichund geführet wird, weil man ibn gleichſam daran anhänget- Die Schweiße ſßaunde werden an dem Zantgeſtrick 3; die Jagd- und Rüdenhunde an der Koppel;z und die Heshunde an dem Herzriemen geuübret, Hangeeiikunf, ein Röhrenwerf, worin man, mittelſt eines Seils, und einer daran hangenden Klappe, Waſſer aus der Tiete zieht. Hänge?, ein hölzerner, gefrümme ter Stab, woran der Tehiä“mter ein ge» ſchlachteres Sinck Vieh auyhänget z wes» halb du: u) jede Heſſe des Hinterbeins ein Loch 5. fſkochen wird, wodurc) der Sdcyläd)2 ter vie Hafen ves Hängeſiots din ſteut, Höngewand, Hängwand. Diee ſe wird"gein< Dr, wenn von innen eines Gebäudes etwas unterbanef tehn jell, um eine darüber befind'ice? kaſi zu kragen welches aber bey Kirchen Dpern- und Comödienhäujern, und überhaupt vey gro .: pen P2P9054<200EEEERDOET TREN UBERRE NEE Stig gu > > Ren IEEE zu: m ens md td pen IEEE F Hang ßen Sälen, nicht Statt findet, Man hat darauf gedacht, wie man jolches durch eine Verbindung im Dache erhalten könne; und dieſe Verbindung wird eine sS&ngewand geheißen."Es muß aber ſelbige nicht allein die 2aſt des Daches tragen, ſondern auch das Gebälf, welches über das Gebäude hinweg liegt. Diejerha!b beſteht ein jeder Binder aus Hängtäuten, Spannriegeln, Streben, Spannhölzern, und Unter- oder Ueberzügen über die Balken, nebſt den dazu gehörigen Hängeiſeir, mit weichen man die übrigen Batken, weiche zwiſchen den Bindern liegen, anhänget; Hängwerk, iſt in der Zimmermanns» funſt die Faſſung eines frey tiegenden Bal- kens, daß ex ſic) nicht biegen kann ,: ſon- dern ſowohi vor ſic) ſelbſt gerade liegen bleibt, als auc no wohl eine andere dar- über liegende Laſt tragen kann, Hafft, Ephemeris L., eine Gat- tung geflügelter Waſſerinſecten, die vor- züglich deshalb merkwürdig iſt, weit ihr Feben, wenn man von der Zeit ihrer Aus- ſchließung aus der Puppe zu rechnen an- fängt, nicht über einen Tag dauert; daher ſie auch den Namen LQintaIJsfiieegen und Tagthierchen erhalten haben, Die SB arve, nämlich der Wurm, aus welchem ſie entſtehen, wird gemeiniglich Uferaas und Siſcheraas genannt, weil man dieſe Thierkel geſchlagen, und der in ſei- nem Maule ſteende Flintenſtein giebt Feuer, Hahm, eine Röhre von Holz oder Mex call, die mit einem Wirbel, Schlüſſel, Zapfen oder eines Feder verſehen ift. Man fiecet ſolchen in das Zapfenloch der Fäſſer, um die darinn enthaltene Flüßigkeiten be- quem abzuzapfen, Hahnvalkfen, Hahnenbalken, der obere in die Queere liegende kleine'Dal- ken eines Dachſtuhls, welcher mit den bey- den Sparren verbunden iſt. An einigen Orten wird er auch das kleine Rechenband genann Hahnbohrer, ein Löffelbohrer, wo- mit der Brunnenmacher hölzerne Tillen und Rohrbüchſen ausbohrek. Hahnenkammfklee, Onobry- Chis Lourn,, eine Pflanzengattung, de» yen Blumen ſchmetterlingsförmig ſind, Von ven Arten derſelben bemerken wir 1) den aufrechtjtehei:den Habnen- kammklee, Heilizheun, Stachelhen, Sainfoin, Esparcerte und Zeper, welche leßtere Namen jeßt die bekannteſten ſind, Ein vortrofliches Furterfraut, wel- ches ſeit der leßtern Hälfte dieſes Jahr» Hunderes häufig bey uns angebauet wird, uns daher feiner fernern Beſchreibung be- L0& . dorf, Man findet dieſe Pflanze in gebür- gigen Gegenden bey uns, auf ſonnigen, harten, ſteinichten Pläßen. Die Wurzel iſt in einem tiefen"Boden 10-==12F,. tief ein» dringend, und der Stengel gewöhnlici) 2 F. lang; inj gutem Woden aber bisweilen 4-5 FS. lang. Zum änbau dieſes Fut wn tTmEm une REI AIN 9 ZI PIE Hahnenk erwähle man ein ſteinichtes, ſans dichtes, hißiges Land, weil es in dieſem länger, als in einem leimichten, moraſti- gen Boden ausdauert. An Anhöhen und auf einem rorhthonigten Boden gerath es vorzüglich gut. Der Saame wird in ein zugertf wird, um. das dritte auf der Wildbahn gehende Pferd dar- an zu ſpannen. Hafenwendung, in den Fändern, wo man ſich des Hakens, Statt des Pflu- ges,/ bedienet/ die Umwendung mit dem umme mme re 40er Zee AIERIKIEEG..- 1040 1000 0IETN Ear 177= mem Halbf Haken, wenn man den Acker ſtürzet; auch ein Längenmaaß, welches einen ſo langen - Raum bezeichnet, als'man mit einem Haken, ohne umzuwenden, zu ac«ecn pfleget.' Hafzapfen, eine Verzapfung, wo»| durd) der Zimmermann zwey Bauhölzer, z. B. zwo Schwellen, vereiniget, daß ſie |* gerader Linie neben einander fortlauſen, Die Verzapfung iſt 10 Zoll lang, und d?s Hakens Höhe beträgt die halbe Dicke der Bauyölzr, Haibe Bretnägel, ſind etwa 2 Zoll iang, und kleiner, als die- ganzen Bretnägel.: Sie ſind flach, und haben ei- nen zugeſpißten Kopf. Halbe Bretſpieker, dienen zur Austäfelung der Fußböden mit Bretern, Sie haben, wie alle Spieker, einen fla- hen Kopf, der ſich leicht in das Holz ver» ſenfen läßt. Halbedelgeſteine, ſind ſolche, wel- en und fletſchen laſſen, ſondern reißen oder zerſpringen. Zu den Halbmetallen werden Wißmuth, Zink, Spießglaskönig, Queckſilver, Arſenik, auch Kupfernickel und. Koboltskönig ge- rechnet, Halbſtulpe, halbe Stulpe, eine ſteife Stuipe von gebranntem Leder, die an den Stiejeln dazu dienek, das Knie beym Reiten gegen den Dru zu verwahren. Sie unterſch. idet ſich von einer Sculpe dar- inn, daß ſie nicht rund ums Knie gezt, ſondern an den Seiten avföllt. - Halbwüchftg, iſt eia junger Haſe, der;0 weit erwachjetn it, daß er zum Wer- ſpeijen dienef- Cr muß wenigſtens 2 Mo» nat) alt ſeyn, wenn das Fleiſch) in ſeiner rechten Güte jeyn joll, Halbaiuniuner y ein Zimmer in eines Ha! g-icheß, 4I..i0e- ein aufgeſchürtfeter Haufen von Berg?. Crzew ooer Tteinem; daher Saalvenjiurz, tas"Befugniß, die aus: geförderten Berge..0d.x Schlacken auf ei= ne. gew ſſe Plas zu bringen 5 ingleichen Ter. Piaß jelaji, darauf Berge, Erze uud Suilacgen gejiurzt werden, SI 4MWKEr 5 ein Zaunt obne Zägel, und, "Halle 103- Statt deſſen, mit einer Kette verſehen, woran ein Pferd im Stalle angemacht wird, Man hat verſchiedene Arten« Die gewöhnlichſte iſt die Kreuzhalfter, die nur den Pferden im Stalle angelegt wird, Die Reijehalſter heißt alſo, weil die Pfer- de auf Keiſen ſolche unter dem Zaum tra» gen. Die Ungariſche Halfter iſt die zier» lichfte, und wird gleichfalls unter dem "Zaum getragen. Die Halfter wird, ſo wie der Zaum, aus Riemen zuſammen ge* ſeßt, nur mit“ dem- Unterſchied, daß die Halyterriemen, dei Dauer wegen, mit ei- ſcrnen Ringen zujammen geſeßt, an Statt . daß die Riemen des Zaums mit Schnallen vereinigt wrden Diur neben dem Kopf des Pferdes yat die Haljter eine einzige €rea Lauben um- geven, worunter man vereckt gehen, und Waaren: wider Soune und Regen ver- wahrt tanns. Hals, "Es IN, WRE NE NEN NET EAU eee Ewen 35 ee IEEE Dr mad UE ERRE I zun din ZEIR EID MÄ ZIER LO+ H al Ss Hals, überhaupt bildlich, ver ſchmas- ſe Theil an einigen Dingen/ als: der Hals an den Rafeten iſt der Ort, wo ſie am Zündloche gebunden werden; der Hals einer Tonne iſt bey den Böttcf an der Toscaniſchen und Do»- riſchen Ordnung, zwiſchen dem Rinken und Knauſ, Hals, an einem Zapfenſtänder der Schleuſenthore, der obere Zapfen, woran das Halseiſen oder die Halsklammer ſich veſindet,- Hals, heißt auch der äußerſte Theil einer Radwelle, der etwas verloren zuge- het, oder verjüngt iſt, Er wird, der Dauer wegen, und zu beſſerer Haltung des Schaufelblattes, mit eiſernen Reifen be- ſlagen. Halsbraten, Kehlbraten, ſind die 3 langen Striche Fleiſch, die beym Roth- und Schwarzwildpret neben der GSurgel, auf beyden Seiten an dem Halſe, liegen, und unter die zarteſten Stücfe ge- xechnet werden, Halseiſen, Halsband, Hals: flaue, Halsflammer, Klammer? eiſen, iſt eine nach einem halben Cirfel gebogene platte Schiene, welche mit Au- Fer und. Döbel in den Seitenmauern einer Schleuſe befeſtiget iſt, um die Schleuſen- thorflügel 9ben am Halſe zurück zu hale ten, HalsjoM, ein Joch, welches den Zugochſen um den Hals gehänget wird, zum Unterſchiede von einem Kopfjoche, nenn II IRREN€ CI WEIDEe oder Widder eben fo gut, als die Hämmel, ſchlachten, und unter gleichem Namen und Preiſe verfau- fen. Man ſollte die ausgedienten Böcke zu Ende des Winters, ehe die Fliegen ihr Geſchmeiß anbringen können, durc) das Schnüren caſtriren, da denn ihr Fleiſch im nächſten Sommer mit dem Hanimel- oder Schöpſenfleiſhe von gleicher Güte ſeyy würde:** - Hammeltalg, Scösvſentalg, Talg von Hammeln und Schaafen; iſt- weiß, hart und ſpröde, Wenn er mit et» was Rindertalg verſeßk wird, giebt er beſ« ſere Lichter, als wenn man ihn allein dazu nimmt.. Haminer, ein Werkzeug zum Schla« gen, wo ſich das Haupt oder der ſchlagene de Theil auf einem ſenkrechten Stiele:Hel- me) befindet. Dieſes Haupt ves Hame« mers iſt meiſtens von Ciſen. Der oberſte Theil wird der Ropf oder das Hauptrz "die breite Fläche oder das Untertheil am Haupte die Bahn; das oberſte ſchmale Stüc die Sinne, im Niederſ, Pinne s die Seiten die Backen 3 das Loch, wdte inn der Stiel befeſtigt iſt, das Auge; O und IN WRE RI ES ET SEIT ER: ELE ANER RERE: 370 SERN 375307 GF IEE bw Snezel muruun RE STEN- NELE IZR SN IWIE RER I IDE 11 mwere umu nomen erer EEEEE R ener eer > 106 Hammerſ und das Ende darüber, die Zaube ge: nannt. 4 MEERE R Bey der Haus- und Ländwirthſchaft hä: ben die dazu in verſchiedener Größe benö thigten Hänimer ihren Plaß in der Ge- ſchirrfämmer; ünd-ſind.entweder getwwöhnlis» en auth unter dein Kalk, welcher mii diefer Bey» wutchung beſſer bindet und härter wird. Unter den dehm gemiſcht, und zu Anferti- gung der Tennen oder Flire der Scheunen g braucht, macht äußerſt harte und unzge- „mein dauerhafte Tonnen,«uf weichen das zu dreſchende Getreide beſjex gusgeht, Hls Hamſter äuf ſolchen, die aus bloßem Lehm geferti» get werden. Die Glasmacher nehmen den Hammerſchlag zu den ſchwarzen und eini» gen andern Färben, Zum Färben der Tü- zwiſchen den Waſſermühlen,„woran jeder Müller ſehen Fann, wennihm ſein Nachbar das Waſſer zur Ungebühr zurü-ſteller oder ſchwellet; Er iſt von dem Mahlpfahle noch unterſchie- den. Zuweilen werden dafür gewiſſe Ham- zeichen in die Mühlen. gehauen, Hand, die obere, iſt in dem ſchngs weſen einiger Gegenden der 2ehnsherr, die unrere Hand aber der Vaſall, Todte- Hand, Manus mortua, eine göttesdienſt- liche Stiftung, wo das Wort Hand zu- nächſt den Beſiß zu bezeichnen ſcheinet, Zin Gut kömmt an die todte Hand, wenn eine gottesdienſtliche Stiftung es er- wirbt, weil es ſodann aus dem Handel und Wandel kömmt, und für den Staat gleichſam tode iſt. Handbeil, ein kleines Beil, mit wel- 9 Fuß hoch werden, Bon dem Hanfe giebt es zweyerley Ge? ſchlechter, welche unter einander wachſen, Die eine Gattung trägt Blüchen, die eis nen zarten Staub enthalten, und keinen Saamen hinterlaſſen. Dieſer Staub be- fruchtet den Saamen, der auf den Sten= geln der andern Gattung wählt, Jene Gatz tung iſt jchwächer, als die andere, und wird von den Boranitern der Biumen tragen» de, mänzniiche oder fruchtbare Hanf, auch, weil er einige Wochen eher reif wird, dmmierbanf, oder Zanf in engerer Be- veufung, Niederl, Hemp, genannt. Die andre Gattung iſt ſtärker, und bringt run- de, gleichſam mit einer Haube bedeckte Saamenhäuscrauchern die Sinne bene- beln. Der geröſtete Saamen hat, nach Galens Zeugniß, gleiche..Wirkung. Es wollen daher einige muthmaaßen, daß der Zürfen- Maxlac oder. Bangue aus dem Hanfe verfertiget werde. Der Saame ent- hält viel Del, welches zu:mancherley Ge- brauche ausgepreſſet wirdz man hält ſol- ke uuf dem Feide ſtößweite in die Höhe, hedz- et das vbere Theil wegen der Vögel mis Stroh; bis dex Sgamea trocden worven) ; SDeF Free ERES DZ Wb derlk wrd Eu Eh A m mr = ern IDEE DIE TIE IRE NIERE= 112 Hanf over man ſtreifet den Saamen äſlsbald durch eine Art von weiter Rüffel ab, brei- ter ihn dünne aus; und wender ihn oft; da- mit er gehörig trocfne. Andere pflegen den ſo getro>nneren Hanf in der Scheune zu dre- ſchen, und auf dieſe Weiſe die Körner mit dem Dreſchfiegel heraus zu bringen. In manchen Jahren ſtecken die meiſten Kör» ner ſo feſt, vaß ſie ſich eher entzwey ſchla- gen laſſen, ehe ſie aus den Hülſen hervor gehen. Da wird. der Hanf denn nur ein wenig überdroſchen,(das Abrüffeln wurde die Urbeit doch mehr verfärzen,) daß die reifften Körner ausſpringen 3 hernach aber wird eine Stange, queer über die Tennen- wände, befeſtiget, der Hanf klobenweiſe bey den Stürzen in die Hände gefaßt, und mit den Köpten auf dieſe Stange aufge- ſchlagen, daß dann die übrigen Körner vollends heraus ſpringen, Endlich iſt in Anſedpung des zu brechenden Hanfs no zu gedenken, daß er hier zu Lande, wie es auh mit dem Flachſe zu geſchehen pflegk, in den Backöfen gedörret und erwärmek wird, indem ohne ſolche Erwärmung die holzichten Theile des Hanfs von der Brech- maſchige nicht gebrochen werden kön- nen, worauf denn der gebrechte Hanf auf dem Schwingeblork, gleich dem Flachſe, geſchwungen, und hHiemit zum Verkauf fertig, zuweilen aber noch zuvor gehechelt wird. AIS Die Hanfcultur ſollte doch bey uns ſorg- fäaldiger getrieben werden, indem für Hanf ſo vieles Geld aus dem Lande gehet. Der Centaex einläudiſcher Hanf gilt8==9 Thlr., der Rheiniſche 1 1--- i9 Thlr. Cs kömmt alſv, da unſer Hanf auf einem. recht zuge- richteten Acker eben ſo lang erwächſet, nur darauf an, das beym Röſten und Brechen nichts verſehen werde. Und da der Hanf ven Acfer vom Unfraute reiniger, ibn mit Harkeß ſeinen abfallenden Blättern dünger, mit den Wurzeln tief in die Erde dringet, und ſolche locker macht, ſo iſt der Hanfaer ſehr geſchift, daß unmittelbar darauf gu- ter Weizen, ohne fernere Düngung, er- bauet werden kana. Hat man aber nur einen Mittelboden, und keinen Weizen- acer? ſo muß ſich der Landmann ſchlechter- dings des Hanfbaues enthalten, indem er bey Erzielung eines mittelmäßigen Hanfs auf ſeinem Mittelboden keinen geringen Verluſt erleiden würde. Ju gemeinen und mittelmäßigen Jahren wird bey uns der Hanſertrag von x Schefl. Ausſaat gemei- niglich nicht höher, als auf 3x Stein Hauf, und 2 S<+fl. Hanftörner, nach Abzug der Ausfaat, angeſchlagen, Harfe, Rechen, ein bey der Feld- wirthſchaft und Gärtnerey bekanntes Werks zeug, das. Getreide, wenn es auf dem Schwad liegt, Gras, Krauf, Heu u. lf. auf einen Haufen zu ziehen, das Land zu ebnen, und den ausgeſtreueten Saamen mit Erde zu bedefen. Der lange Stiel hat an dem einen Ende einen horizontalen Queerriegel, Harfenbauprt(plattdeutſch Höft) genannt, worinn Zähne ſtecken, mittelſt welcher Kraut und Gras zuſam« men gezogen, oder geharfet werden kann; Stiel und Haupf werden Zberdem noch, der Feſtigfeit halber, mit einem oder zween Bügeln verknüpft, Bey der Gärtnerey hat man das Haupt nebſt engen Zähnen von Ciſen, die man Heſonders Blumens- oder Gartenharfen zu nennen pflegt. Harte Hunde, Hunde, welche Schiäs ge und Strapazen ausſtehen können, nicht verdroſſen oder launijc) werden, ſondern nach den Schlägen immer wieder munkerx ſind, und vas Ihbrige hun, Feige und launiſche Hunde, die nach dez Schlagen fich >. IEEE RIEHEN NEE Sein gm enn Harth ſich dem Jäger nicht gern wieder nähern, auch keine Liebfoſungen annehmen wollen, werden weichlich genannt. , Steilhobel. Die- ſer weicht von dem Schliet, zur Zeu- gung geſchickt. Die erſte Begattung im Jahre fällt vornehmlich im- Februar und März. Die Saßhaſen oder Sekßhaſen, wie man die Weibchen zu nennen pflegt, fragen gemeiniglich nur 30=- 31 Tage, und ſeßen 3= 4, auch mehr Junge auf einmal, welche mit offenen Augen auf die Welt kommen, und kaum 20 Tage von der Mutter geſauget werden. Denn dieſe läßt bald nach der Geburt, und auch ſo lange fie trächtig iſt, den Rammler wieder zu: Die Jungen vom erſten Saße nennt man Märzhaſen. Der zweyte Saß ge- ſchieht im May. Bey dem dritten, wel- 116 Haſelſt Immer auf der Erde, wie das Rebhuhn;3 es ſeßet ſid) auch auf die Bäume, wie an* vere Vögel, und übernachtet daſelbſt. Cs nähret fich von den Zäpfchen der männlis- e ſehr harte Schale; ihr Kern hat im Geſchmace nichts vorzügli» endz€) Lambertsnuß z ihre Zweige haben emen aufrechtern Wuchs, und ihre ſtumpfen BDlattanſäße ſind längli? ha» ben. Die pulveriſirte Wurzel, von 29-=- 30 Granen genommen, erregt ſtarkes Cr- brechen, weshalb ſie mie Vorſicht zu ge- brauchen iſt. Kocyt man aber die Wur- zel mit Waſſer ab; ſo wird ſie viel gelt nDer, verliert auch ganz| die Brechen erwe>en 1196 Kraft, eröffnet ae dam verſtopften€ fäße, treibt den Urin, und wi id 3. WEbeoN in ver Gelb- und Waſſ? rſucht, bey Gliever- ſchmerzen, Verhaktung der monatlichen Reinigung, dem viertägigen Fieber u, ſ,. w. angerühmet. Aeußerlich als ein Schnupf- tfobacr gebrauchet, führet ſie vielen Thleim aus der Naſe, und kann bey hartnäctigen Kopfſchmerzen, auch Schlagflüſſen, nüße lich feyn, Die VWiehärzte geben Wurzel und Blätter mit Salz vermiſcht den Ku- hen und Schaafen zur Verhütung der Fäu- lung im 2eive 3; auch die Wurzel allein zu einer Unze giebt man den Pferden als einz kräftiges Mittel wider den Wurm, 2) Cangadiſche Haſelwurz, A. Ca» npadenſe L. Vaterland: Canada, Dlät- ter: groß, nierenförmig, ſieifgeſpißt, haa- rig, ziemlich lang geſtielt, 23lumen: wie be ey der erſten Art zwiſchen Tt den Blättern, dicht an der Erde, auf der Außenſeite grünlich. 3) Virginiſche HSaſelwurz, A. Vir- gizicum L, DWäaterland: Virginien, Maryland und Caroling« 15 KITE her: zſörmig, ſehr gerundet, auf der Ober» fläche wie das Cyciaimen„ane ein wenig adzig und gefleckt, ſehr lang geſtielt. „its 29.4 1 n0eEEEIT GT“ RIS DEREERE DEE Saenger 7- en M 4 wee img es) A: nupf lem (gen be ezel Kil- au zu an „Cy (ät: haq? wie Fern, ſeite Vil ven, tel; Jo 7 en 10,8 DIW Hafens Zlumen: heben ſich auf langen Stielen zwiſchen den Blättern hervor, hoch-. oder dunfelpurpurrcoth, Die Blumen dieſer Art fallen ins Auge, dagegen die Stengel der deyden erſten Arten zu kurz ſind, als daß fie joiche über die Blätter hervor heben könnten« Cs dauern aber alle Arten bey uns im freyen Lande 3 die erſte liebt einen feuchten ſchattigen Woden, die beyden an= dern lieben gleichfalls den Schatten„. und können durch Zertheilung der Wurzel im Herbſte vermetret werden. Hafenadler» heißt eine Art von vem mittiern oder. gemeinen. Adler, die unter deim Jiamen: ſchwarzer Adler, Aquila Valeria, vorfommt. Er iſt tiefſchwarz von Faroe, ſfarf und tapfer, und ſtößt am lievften auf 5Dafen, Cr iſt kleiner, als die große Art der Adler 7 ſein Schnabel bley- farbig, der Hafen daran ſchwärzlich, das gelbe Wachs am Schnabel geht über die Augen. Die Federn gehen über die Kniee, die Füße ſind gelbrötvlich; die Fänge läng- lich gekrümmt und ſehr ſcharf. Hafengarn, Haſennes, wird von ſtarkem"Bindfaden gemacht, 14= 18 Maſchen hoh angelegt, and etliche 708 Klaſter lang geſtrickt.. Die Leinen ſind nicht ſo ſtark, als ein kleiner Finger', und die Maſähen: ſind von. einem Knoten bis zum andern 3 Zoll weit. Theils regiert man ſie auf Haken, theils nimmt man ſie auch auf die Arme, und verſchlingt die Lei- nen. daß ſte ſich nicht verwirren, Es wird zur Haſenjagd gebraucht, Hafengeyer, Gänſeaghr, eine Art der Geyer„ ſo groß wie der Meeradlor pder ver Beinbrocher- Er lauert den' Vs- ge!'n'auf, ſtößt: auf Fiſche. und weiß die Haſen in ihrem Lager vorcreſflich zu erhg- Haſewf 219 ſchen; er greift auch junge Rehe und Füch»- ſe an, Hafenhorde, Haſenhürde. Wo Jemandem etwas von der niedrigen Jagd, wie z. B, den Geiſtlichen an manchen Or» ten, zugeſtanden wird, da wird demſelben mehrencheils nur das Lauſchenneße, oder auch nur die Haſenhorde erlaubt, Solehe wird nun von 2 mäßigen, chngefähr 4 El len langen Stangen gemacht, die in einem Abjtand von 2 Ellen mit 4 Spathen oder Schwingen vereiniget, auch mit Haſeln=- oder Fichtenruthen eines Daumes dict, wie eine Schaafhoröve, eingeflochten werden, Zwo Citen von den Stangen bleiben frey, und fommen mit ihren beyden Enden auf der Erde zu liegen. Worne wird vas Net in die Höhe geſtüßt, und die Haſen werden im Herbſie mit Krautſtauden daruntey ge- förnt. Haſenkohl, Sonchus 1.. Der gemeinſchaſtliche Kelch iſt bauchicht, und erhält bey dem reifen Saamen eine plat- te, tugeijörmige Geſtalt, Wir bemerken folgende Arten>: >) Spielenden Haſenkohl, Sai- diſtel, Zeberdiſtel, Saumelk, Saim« mich, S. oleraceus L. Es unferſcheidet fich dieſe Art von den andern vorzüglich durch die füzigen-'Olumenſtiele und glatten Kelche, ſptelet aber mit den: Blättern: das her die älrern Schrifeſtellex 3 Arten daraus gemacht, und die eine ven glatten, Souchus laevis, die andere den ſcharfen oder ray» ben, alper, genannt haben, Wurzeln: jährig, Scentgei: 2.5 F, hoch, ßobk, im eſte verbreitet, welche die Blätter bis zur Hälfte umſoſſen. Blumen: blaß- gelb und eifenfarbig. Sgaamen: einge Ferber, und viel kürzer als die Hoarfrone, Neodrigens ſind die gemeinigiich bläuliche weißen, IN WERE era a mn hn 120 Haſenk weißen, glänzenden, angelaufenen Blät- ter entweder tief eingeſchnitten und glatt, oder mehr ganz, und am Rande mit ſchar- fen Zähnen beſeßet. Die Blumenſtiele verlieren zuleßt ihr wollichtes Weſen. Bey- de Sorten ſind ein gemeines Unfraut in den Kraut- oder Küchengärten, wachſen aber auch auf naſſen Wieſen, und biühen im Jun. Das noch junge Kraut von beyden enthält einen milchichten Saft, und wird von einigen unter die Kräuterſalſate genom- men. Der ausgepreßte Saft iſt ein ſei- fenartiges, eröffnendes Mittel, und bey Verſtopfung der Eingeweide, in Geſell- ſchaft anderer, nüßlich zu gebrauchen. Das junge gehac>te Kraut iſt den jungen Gan- ſen ein geſundes Futter, weshalv man aud) die Pflanze Gänſediſtel zu nennen pflegt. Haſen und Kaninichen gehen derſelben be- gierig nach, und das Heu von ſolchen Wieſen, worauf viel Haſfenkohi wächſt, iſt ergiebig und nahrhaft für das Rindvieh. 2) Ackerhaſenkobhl, 8. arvenſis L., wächſt bey uns auf thonichten Aec>ern, und hat eine dauernde Wurzel, Stengel: holzig, 8 10F. hoch. Blätter: fe- derartig zerſchnittten, die Einſchnitte rück- wärts gerichtet, und am Rande mit wei- , 5) Siberiſchen Zaſenkohl, 8. Si- biricus. Vaterland: Schweden, Finn- land, Siberien. Stengel: 23 Fuß ho<. Plätrer: lanzettförmig, unge» theilt, ungeſtielt. Blumen: in rundli- ane fiele Wt Hafens T21 zarfer, blaßgrüner Farbe, zieren den Strauch ganz ungemein. ZAlumen:.auf den Enden der. Zweige, in etwas langen Dolden, von feinem ſonderlichen Anſehen, (denn ſie haben eine ſchlechte gelbe Farbe,) im Jul. und Aug. Dieſer Strauch iſt, als ein dauerhafter immergrüner Strauch„Für die Zuſtgebüſche von großem Wexehe, und nimmt ſich vor der Fronte derſelben fehr gut aus, Er wird in Deutſchland am be- Fen durch Zweigeſtecken vermehret, welche ein Paar Jahre wider den Froſt etwas be- deer, und nachber ſtufenweiſe an die freye Wirterung.gewöhnet werden miiſ« ſen. 2) Langblöttrrichtes Zaſenöhrlein, B. longifolium. Daterland:.bie Schweiz, aud) einige gebürgichte Gegenden in Deutſche land. E3tentzel: 3 F. hoch, treibt feine Aeſte. DSlätrer: die untern geſtielt und eyförinig, die obern eyförmig zugeſpißt.den Stengel umgebend. 3) Sichelförmitges Zaſenöhrlein, B. falcatum, machſt auch in der Meißner Gegend, EStrentgel: hoch, gebogen und vöchlich, Blätrer: lanzett- auch mehr oder weniger ſichelt5emig, und die untern mit merklichen Stielen verſehen; die allge« nieine Dolde beſteht gemeiniglich aus 7 klei« nern, und ihre Bede>ung aus 1=-5 Blättchen. Man rechnete dieſe Art ehe dem zu den Wundfräutern, und gebrauch- te.ſie wie den Durchwachs- 4) Steifes Haſenöhrlein, B. rigi- dum, wächſt in einigen Gegenden von Deutſchland. Erencel: faſt nackend und zweyſpaltia, BDlärrer: geſtielt, ſteif und lanzertförmig, die untern breit; die am Stengel aber klein, Schmal und ſpitigz die 3 Blätter der allgemeinen und beſon: dern Hülle ſind auch ganz klein und ſpi- LiNS= [V] In SNN R INN NS STRESS E n mund 4 nE 5 EEE EEE Üb ZI III ÄÜ 5505 SEN warnen Kn Kl es es 122 Haſpel In Gärten geben dieſe Pflanzen feine ſonderliche Zierde. Die Wurzeln davern etliche Jahre, wenn man die Stöcke nicht allzu häufig blühen läßt. Sie ſäen ſich im friſchen, leichten Boden von ſelbſt aus, und müſſen, wenn ſie zu dicht ſtehen, ver» dunnet werden, Haſpeb, ein Rüſtzeug, welches aus einer cylindriſchen Welle beſteht, welche an veyden Enden Zapfea hat, die in Pfan- nen ruhen« Durch dieſe Welie kann man entveder freuzweis Hebel ſtecken, oder an den Zapfen Handkurbeln befeſtigen,'Beym Bauen diencet diefe Majchine, allerley Materialien„ mittelſt eines um die Welle gewundenen Sei(es, in die Höhe zu brin» gen. Wenn ſich der Haſpel felbſt in der Höhe befindet: ſo wird nur ein Seil um die Welle gewunden; wenn aber derſelbe auf dem Erdboden ſiehet: ſo muß in der Höhe eine Rolle aufgehängt werden, über welche das Seil angebracht wird. Auch kann man mit dieſer Maſchine aus der LTie- fe, z.B. beym Brunnengraben u, dergl,, das Erdreich in die Hohe bringen. Hatpe!, Weite, ein Werkzeug, wo- mit leinenes und wollenes Garn gehaſpelt oder geweifet wird, da man es nämlich durch eine beſtimmte Anzahl Umgänge um die Haſpelarme in Gebind oder Fißen, und dieſe wieder in Stücke oder Strähnen ab- theilet. Das Geſtell an fich itt eine fenks rechte Säule mit einem Fuß darunter, und dieſe Söule hat zuweilen noch eine, mit ihr durch Riegel oberhalb vereinigte, Säule vor ſich, um einer Welle ein ſichres Zapfen- lager zu verſchaffen.'Beyde Säulen durch- bohrt alſo eine horizontale kleine Welle, die vor der kurzen Säule ein ſenkfrechtes Haſpels freuz träget«- Dieſes beſteht aus 4 gleich DETE mem mere EITER En 27<< em 3 IE ET NES 5m LITE A DIEANEEAO HET GRO EHPEEEG NUE Büdtäyn= 37 1 Hattſt langen Haſpelarmen, und jeder Arm trägt am äußiern Ende ein oberhaib etwas aus- gehöhltes Queerholz, um welches ſich das- Garn beym Haſpeln legt, Dier Weite oder der Umfang dieſes Kreuzholzes in gedach- ten Queerbölzern iſt nach den Gegenden verſchieden, und ſteigt von 13 bis 4 Ellen, Hieſigen Geſeßen zufolge ſoll das Haſpei- freuz 4 Clien weit ſeyn, Haſpelramme, eine Ramme, deren Bär nicht blos dur Menſchenhände, ſon- dern zugleich vermittelſt eines Haſpels oder einer Winde in Bewegung geſfeßb wird. Haen, Häſpen, Hetpen, die einfachſten eijerien"Bänder an einer Thür, weiche aus dem Bande ſelbſt, der mit Nä- gein an der Thür befeſtigt wird, und einer vor der Thüre vorſpringenden Röhre oder Hülſe beſtehet. Mit der leßtern wird die Thür in die Haſpenhaken eingehangen, Haſphaken, Thürangeln, find Haken, worauf ſich die Thür, mittelſt der beyden Haſpen, beweget. Es gehören al» ſo zu einer Thür 2 Haſphaten, ſo in die Thürpfoſte eingeſchlagen werden, Jeder Thürhafken hat einen Dorn, der in die Thür- pfoſie eingeſchlagen wird, worauf ein ſenk= rechter Zapfen ſiehet. Auf dieſem läuft die Hülſe der Haſpe, ſo daß ſich die Thür be- wegen fann. Hattſtatt, Haltſtatt. Wenn die Jäger mit den deichunden ziehen, und zween zugleich oder mit einander einen Ort verſi= ,r Zweige, in Riſpen, auf langeit, 0%vohnlich dreyblumigen Stielen, groß roth, im May, Sgamen: reif im Jul, oder Aug. Dieſer ſehr verzierend und anſehnlich blühende Strauch ſchickt ſich ſehr. gut in Luſtgebüſche. In einem tronen und warmen Boden iſt er ſehr dauerhaft, Man thut aver wohl, wenn man die jungen aus dem Saameu zu er- R El: ziehens IE I ERTE EEEÜR-er 57477 enger m welas Zi"meme

e verinehret. Sie fommt jatt in jedem Boden fort, und ver- langt feine beſondere Wartung. Das Kraut oder die Blätter allein dienen zum medicintichen Gebrauch, Sie haben ei- nen augenehmen Geſchma&, und einen durchdringenden, der-Citrone glcichendeit, Geruch, Man foll ſie im Frühjahre ſam« meln, wenigſtens ehe die Biüthe im Jun, oder Jul, Hervorwriibt, Man grbraucht, nach Werſchiedenheit der Umſtände, das abgezogene Woſſer, oder Del, oder auch die jriſchen abgetro>neten Blätter. Das abgezogene Waſſer wird billig hachgeachfet, es enthält die wirkſamſten Theile, beſon» ders wenn, ſolches etliche Mal, und wie Börhaave gethan, 24 mal auf friſches Kraut gegoſſen, und davon abgezogen, oder, wie die Chymiſten ſagen, cohyzobiret worden. Börhaave verſichert, an ſich ſetbſt erfahren zu haben, wie fräftig ein ſolcneren. Blättern pfeget man: mit kochendem: Waſſer einen Thee zu beyei- ten, welcher beſonders: zur Beförderung. der monatlichen Reinigung iin Gebrauche iſt. Bey dieſer Krankheit kann ſich die Meliſſe ſonderlich kräftig erweiſen, wenn: durch frampfhafte Spannungen der Abgang. des Geblütes verhindert worden;: doch wird alsdann das- kräftige: abgezogene Waſſer nod) wirkſamer ſeyn. 2) Rauche t?öeliſſemitlantgen äſti- gen Diumenſtielen, poleyartigge TlTe- life, Ackermünze, Calamintba pulegii 'odore,. Meliſſa Nepeta LL WDaterl.: Italien, England; Frankreich, die Schweiz, in fandichten Gegenden, Strentel: vier- eig, weißgrau-, auffteigend ,- ſteifborſtig: Ziätter? rauch, gezähnt, von Gerüche wie Poley; Blumen: in den Winkeln der Blätter, auf zweytheiligen' Stielen, welche länger ſind, als die Blätter„ pur» purroch, zuweilen auch weiß. Dieſe Art: wird in England in den Apotheken: aufbe- halten, und Calamintha: genannt, auch daraus ein wohlriechendes Waſſer und Oel bereitet» Zerquetſchet' und auf die Haut geleger, ſoll: ſie Blaſen: ziehen;- Der Schmerz in den Gliedern: ſoll in: kurzer Zeit: Moludk EIE gelindert werden, wenn man die Pflanze warm auf den leidenden Ore legt. Moluckiſche Meliſſe, iſt ein eiges nes von der Meliſſe ganz unterſchiedenes Geſchlecht, und wird vom binnäus Moluc- cella, von Planern aber Herzkrauf ge» nannt. Der Kel< machet dieſe Meiilſe vorzüglich kenntlich. Es iſt ſolcher gio- >enförmig: und weit, ſtehet von dem Blu- menblatte ab, und zeiget am Rande ſtach lichte Einſchnitte, welche bey den Arten ei- nige Verſchiedenheit haben. 1) Glatte oder unbewebrte Tio- luckiſche DTeliſſe, M. laevis L.. Dae terl.: Syrien, PYurzel„ wohltiechend, faſericht. Sreutgcl: die, etwa 3 F+ hoch, MBlärtcv: rundlich, geferbt, glett, langgeſtielt. Zlumen: weiß mit einer Miſchung: von roth oder purpurroth, die Kelche rachenfsrmig, meiſtens fünfzähnig, die Zähnchen" gleichf9pm1tz; 2) Moluckiſche Vfeliſſe mit viel« ſtachlichrenz Relche, M. ſpinoſa L. Vateri,: die Molukkiſchen Inſeln. Sten- gel: glatt, purpurröthlich, 1== 13 T- hoch: Blätter:- rundlich, glatt, gekerbt, langgeſtielt.. AMSBlamen: röchlich, die Kelche rachenförmig und achtzähnig, ſtache licht“. BSE AE 3) Moluckiſche Weliſſe mit fünf» ſtachlichtem Belche, ſtrauchartige Jralieniſche Moln>e, M. fruteicens L. Vaterl.:: Perſien, jeßt auch Jtalien.- Srengel: viere>ig, bolzicht,- ſtach!ic- 'nen, warmen, ſchattigen und ſandigen Bo- ' den. Sie läßt ſich durch abgeſchnittene „Zweige vermehren, gleichwie ſie auch aus Saamen gezogen werden kanu. Melone. Won dieſer ſehr beliebten Frucht haben wir ungemein viele Sorten, von welchen wir nach dem Münchhauſen- ſchen Hausvater nur folgende nahmbaft „machen: 1) Kandalupmelone, oder Canta- Inpe, 1e Melon de Florence, welche den Namen von einem, nicht weit von Rem gelegenen fleinen Orte führet, wo ſie in Menge gebauet und auch bey uns, wie in England und andern Ländern, am meiſten geachtet wird. Die Frucht ſteliet eine plattk- gedruckte Kugel, aber von unſörmlicher Geſtalt, vor, und iF über und über mit Warzen oder Beulen beſeßt. Wächſt ſel- bige in Geſellſchaft anderer: ſo wird man im folgenden Jahre aus den Kernen von einer platten und böerichten Frucht andere ziehen, welche, wie die gewöhnlichen Me- lonen, glatt und eyformig ſind- In An- Fehung der Farbe.bemerkt man von der Kan- daluppe vjelerley Unterſchied. a) Die ſchwarze, welche von außen dunkel ſchwarzgrün gefärbt iſt, auch dieſe Farbe wenn ſie.reiſet, nicht ändert. Siegehöret un- ter die größten und beſtenSorten, hat ein dun- Felgelbes Fleiſch von einem angenehmen Ge- Schmake, die Schale iſt die, ſchwam- micht, und die ganze Frucht-ungeſtaltet; man nennet ſie in Jtalien die Melone der Heiligen, i1 Melone degli Santi. b).Oran- genfandalnppe, iſt mehr länglicht, mit Meſote wenigern Warzen beſeßt, gelb vom Flei- ſche, die Schale färbt ſich, wenn ſie reifer, etwas gelblicht. Das Fleiſch iſt weniger zart und der Geſchmack etwas geringer. c) Grüne Randaluppe, hat eine mehr platte Geſtalt und wenig Warzen, iſt zu- Weilen etwas.zerippt und die Schale bleibt grün, oder fällt nur etwas ins Gelblichte, Wenn die Frucht reif iſt. Das Fleiſch iſt dunkelgelb. Bey vieler Sonne und Wär- me erhältſie einen vortrefflichen Geſchmack. Sie geräth in unſern Gegenden ſelten, und pflege vor der Reife aufzuſpringen. d) Weiße Randaluppe, iſt groß, etwas gerippt, platt, warzig, auswendig grün und aus dem Weißengeflecket, vas Fleiſch weiß, ſüße und ſehr ſaſtig; doch beträgt "dieſes wenig; denn die Schale iſt auſ- Ferordentlich die. Alle Kandaluppen ſind weichlicher als die Zzemeinen Melonen, ſe- hon wenigere und ſpätere Früchte an, ver- Jangen wegen"der dicekern Schale mehr Wärme und, Sonne, und enthalten weni« ger eßbares Fleiſch, Der vortreffliche Ge- ſchma> aber macht ſie ſchäßbar, 2) L7enmelone, Melon brode oder mereche, iſt die gewöhnlichſte bey uns. Cs giebt auch von ſelbiger viele Nebenſor- ten. Die beſten müſſen groß, lang und über und über mit einem erhabnen weißen Neße-überzegen ſeyn. Die Fächer des Neßes ſind anfangs grün und werden end- lich heligelb. Die aufgeſchnittene Frucht zeiger eine dünne Schale von dunkeler, grasgrüner Farbe, und ein dunkles, oran- gengelbes, ſaftiges, dies Fleiſch, auch dergleichen eßbares Mark. Die Kerne ſind flein, di>, gelb. Dieſe Melone pflegt leicht in allen Jahren zu geratben, und wird von denjenigen geachtet, welche ein feſtes Fleiſch lieben, - 9) Ge 1 Fdl Teifet, eniger nger, ' Mehr iſt zu: bleibt [iht, (ſhi8 ) Vit: hm, 01, und 1 d) etwas (9 grün ; Jeih beträgt iſt aus pen ind nen, fe 11, Wt e mh 19.7 he Or € eder y us, henſet ng un weißen er ds en ent: Frucht niet, ora „ ai Ferne Nelone ebb) weiß? ) 6 Melone 3) Gereifelte VIelone, Melon I cdtes. Die Frucht iſt gemeiniglich durch 13 Reifen oder Furchen getheilt, zwiſchen welchen ſich das Fleiſch merklich erhebt; die Furchen ſind gemeiniglich glatt und grün, die hervor ſtehenden Rippen aber geneßt, und werden zwiſchen durch mehr gelb. Die Schale iſt vom Fleiſche merf«- lich unterſchieden und grün, das Fieiſch aber ſchön gelb und ſaftig, doc) nicht wäſ- fericht. Die Frucht hat in der Mitte eine Höhlung, und das Mark iſt vom Fleiſche gänzlich unterſchieden. Das Eßbare be- trägt daher weniger, als bey den vorigen Sorten. Die Frucht wird aber zeitiger reif. Zuweilen iſ? ſie unſchmackhaft, wäſ- ſericht oder mehlicht. 4) Srübe Vielone, Melon des Car- mes, Melo ſaccharinus, iſt nicht gar groß, und wird daher früher, als die Übri- gen Soxten„ reif. Sie iſt mehr rund als lang, etwas neßartig überzogen, ohne merkliche Reifen, und inwendig goldgelb, angenehm ſchmeckend, zuweilen etwas meh- licht.- 5) Weiße Melone. Die Holländer nennen ſolche Speckmelone, Sie iſt länglicht, und pflegt gegen den Stiel et- was abzulaufen, deswegen ſie fich nicht leicht vom Stiele ablöſet. Anfangs iſt ſie mit feinen Haaren beſeßt, nachher.aber ganz glatt, und immerfork weiß. Die Schale iſt dünne, dunkelgrün, das Fleiſch weißlich, das Mark gelblich, und die ziemlich großen Kerne ſind weiß. Das Fleiſch zerſchmilzt leicht auf der Zunge, und muß ſehr ſüße, etwas müßkirt, und gleichſam gepfeffert ſeyn. Dieſe angeneh- me Schärfe vermehret ſich, wenn die Frucht 'Überreifiſt 3 und weil ſich dieſe bey der Rei- “Fe nicht verändert? muß man Acht geben, -damit ſie nicht überreif werde. Sie hat Wet, Regllexicon 111, Theil. SE SET R nn Melone S17 den Fehler, daß ſie nicht viele Früchte an? ſeßt, und dieſe ſpäter reif werden. Münch- hauſen zog ſie allen übrigen vor, und glaub- te, daß ſie auch geſünder ſey, 6) Rothe tIelone, Melon cramoili, Die Frucht iſt länglicht, weiß, glatt oder wenig geneßt, das Fleiſch dunkelroth, die Kerne ſehr groß und weiß. Sie wird in Jtalien ſehr geachtet, bey uns aber wenig gebauet, weil ſie hieſelbſt ſelten zur Voll- fommenheit gelanget. 7) Wintermelone, Melon de Mo- r&e verd, Melon de Candie. Die Frucht iſt länglich, den Gurken ähnlich, mit einer glatten,„grünlichen Schale, und weißem, „gar ſüßen Fleiſche. Man fann ſie bis in den Winter erhalten, wenn ſie:an einem Frocfnen, luftigen Orte aufgehangen wird. Bey uns ſcheint es für ſie zu kalt zu ſeyn. 8) Rleine Orantgenmelone, Petit carmehatif, Cucumis Dudaim L.“ Man Hält ſelbige für eine beſondere wahre Art. Die ganze Pflanze, nebſt der Frucht, iſt mit zarten weichen Haaren beſeßt, und die Frucht nicht größer, als eine'"Pomeranze, Fugelförmig, von außen geſtreift und grün- gelblid) geſcheckt, ſie hat einen ſtarken Ge- ruch, und ein gelbes, ſüßes Fleiſch5 wächſt in Perſien und Arabien, und wird bey uns nur der Seltenheit wegen gebauet 3 obgleich von einigen behauptet wird, daß dieſe, we- gen des Geſchmacks, allen andern vorzu- ziehen ſey,: SELE Weil man dieſe Früchte, wegen des an- genehmen Geſchmacks, bloß roh zu eſſeua pflegt: ſo muß man ſich auf die Eigen- ſchaften einer guten Melone verſtehen, in- dem das äußertiche Anſehen öfters ſehr bee trüglich iſt, Die kleinſten ſind öfters die beſten, und die größten gemeiniglich meh- licht oder wäſſericht. Wenn ſelbige, nach Unuu Vers> x Guam amen neren mar MEERE 5355. mD Ee erwar LEE LD. M IIRNEEIE5- MIES EEE RET TONFÜTTROTT DENG: 220 308.237 GEE NF Re KORAN PS IIR WS=, rv IEEE EEN EEN. FE= es Ml = die Neßmelonen befommen zwiſchen dem Meße kleine Flecken. Bey vielen, ſon= deriich den Neßmelonen, löſet fich der Stiel durch ileine Riße von der Fruches ab, Dey merfliche Melonen- Geruch äußert ſich erſt bey dev Reife 3 bey den dickſchalichten iſt jolcher jedoch faum merflich, und wenn man die Früchte von weiten riechen fann, ſind jolck will nicht ältere, als- 520 Melone unſern kältern Gegenden nicht füglich Kerne ſteew, indem die jungen„Pflanzen aus Mangel der Luft erſticken Und verderben, Hat man ſrühße Miſibeete mit Gurken an- gelegt: ſo kann mandie erſten Kerne uneben- her an der Seite derſetben ſtec>en 3 es thut dieſen. Gurken keinen Schaden, und ehe dieſe ſic) ausbreiten, werden die Melonen- pflanzen weggenommen. Machet man zu den Melonen ein eignes: Beet: ſo: iſt es beſſer, einige kleine, als ein großes, anzu- legen, damit jeder Sorte ein befonderes Beet könne eingeräumet werden. Man bringt die Kerne darauf, ehe die ſtarke Hi- ße ſich mindert, indem dieſe den Kernen nicht ſchadet, vielmehr ſolehe eher zum Kei- men bringt. Wenn das Beet die rechte Hike hat, müſſen die Kerne am bten Tage, auch bey guter Witterung ſcner Erde angehäuft, wel-. en, und die Pflanzen ba- ſelbſt, oßne weiteres Verſeßen, aufwach- ſen laſſen- Man wird hierbey wohl ſpätere Früchte erhalten, doch können ſol- he wohl gerathen. Die Melonenpflanzen vertragen nicht viel Waſſer, erfordern aber mehr tuft, als die Gurken- Das Miſt- beet wird nicht leicht dergeſtalt austro>nen, daß ein Begießen nöthig ſeyn ſollte, Man ſoll das Begießen nicht eher vornehmen, als bis die Blätter welk werden- Man. ſoll auch das Waſſer nicht an den Stengeb bringen, ſondern: die junge Pflanze aus Vorſicht mit: einem Topfe hede>en, und' das Beet mit der Gießkanne durch die Sprite über und über anfeuchten. Der warme Rogen erquicket die Pflanzen un- gemein, öfterer Regen iſt aver auch dew Früchten ſchädlich, und man. ſoll bey an- haltender Näſſe ſolche mit Blumencöpfen: bedecfen„ zumal, wenn die Pflanzen in Freyer Evde ſtehen. Wie lange die Fenſter auf dem Miſtbeete beyzubehalten, we lan= ge und oft an dieſes von außen neuer Miſt zu legen, ob und wenn der Kaſten. vom iſtbeete in die Höhe zu heben, damit die Wurzeln und" Ranken darunter wegs- kriechen fönnen, und was etwa ferner zum gedeihlichen Wachsthunx erforderlich ſeyn könnte, muß ein geſchickter Gärtner nach eigner Einſicht anzuordnen und zu beobach» ten wiſſen, Will mar die jungen Pflan- R ST en Aren wren 974 mere ri R GERI... OE=. iE Melotte zen mit gläſernen Glocken bedeFen: ſo muß man auch hierbey: ſolche zuweilen: enweder auf einer Seite lüften, oder auf Ziegel« ſteine ſtellen, und dadurc< die Glocken ei- g2E nige Zoll hoch von der Oberfläche des Bee-. tes erhöhen, welches ſonderlic» nsthig iſt, ſobald die Pflanze mehr ausgewachſen, und die Ränder der Glocke berühret, damit die Ranken unter ſelbiger hervor laufen. können. Damit' man abex auch, wenn man keine Glocken hat, die jungen Pflanzen gehörig gegen. die Kälte ſchüßen könne, hat man geölte Popierde>en erfunden, welche man über die Pflanzen ausſpannet.. Man kle- bet einige Bogen von ſtarkem, aber nicht zu: dunfelfarbenen Papiere dicht an einan- der, daß. man ſie über die zu gebrauchen den Rähme ausbreiten könne. Dieſe befe- ſitget man an dem Rande„ und deſtreicht ſie mit. Leinöl, welches bald abtrocknet. Es muß. auch aller Geſtank vergangen ſeyn, ehe man die papiernew Rähme über die Pflanzew leget, weit ſie außerdem vadurch Schader leiden. Reynold in des Robert Doſſie Memoirs of agriculture Vol. IL hat, Statt der Miſtbeete, Lohbeete zur Melo- nenzucht empfohlen. Ey madet aus ver- brauchter Gerberlohe ein Beet 4 Fuß tief, 6 Fuß weit und 13 Fuß lang, und ver- ſieht jolches mit Rahmen und Fenſtern, Das Bret richtet er einen Monath vor dex Ausſaat zu, und wenn ſich ſolehes erhißet, ſo gemeiniglich in 20 Tagen geſchieht, wirft er den. Saamen in einm irdenes Gefäß, wel- t. Reynold lobe dieſe ſeine Erfindung ungemein. IBenn die Pflanzen in vollem Wachsthume ſtehen ,/ ſoll man das Beichneiden nicht verabſäaumen. Wenn man die'unnüßen Raaken wegnimmt, wird man die Frucht- tragenden ſffärfen, und verurſachen, daß die Früchte eher anſeßen, gewiſſer bleiben und vollfommener werden, Es geſchiehet dieſes zum erſteumale, wenn die Pflanzen nach dem leßten Umſeßen ſtark genug be- wurzelt ſind, und, nach der Sprache der Gärtner, den 2ten Knoten angeſeßt haben. Man kneipet alsdann mit dem Finger und dem Nagel des Daumens den Trieb über dem aten Blatte, und zugleich die beyden Saamenblätter, ab, Das Abkneipen iſt beſſer,.als das Abſchneiden, indem die Wunde eher voerwächſt. Sobald der ab- gefürzte Stengel Nebenzweige treibt, knei- pet man auch Dieſe über dem 2ten Auge ab, und wiederhohlt dieſes bey allen neuen, ſich zeigenden, Ranken, bis ſich junge Früchte oder die weiblichen Blüchen zeigen. LCi- nige Fneipen Über dem erſten Aue und laſ- ſen jedesmal nur ein Auge ſtehen, wodurch aber der Saft und deſſen Bewegung leich- ter Schaden leidet. An dem Hauptſtam- me läßt man nur 2 Ranken; alle übrigen, welche hervortreiben, werden weggeichnit- fen, weil es nur Waſſerreiſer ſind, und Den guten Raaken die Nahrung benehmen. Sollte jedoch zwiſchen den beyden Haupt- xanfen in der Mitte noch die 3te bervarbre- «yen: ſo läßt man ſolche Neben, indem Dieſe, nach der Erfahrung, am erſten Frucht anſeßet. Wenn der Hauptſtamm beſchnitten wird; ſoll die Wunde der fe - Melowe und Sonne nicht ausgeſeßt bleiben; ſtehzt demnach kein Blatt nahe an der Wunde, wodurc) dieſe könnte bedeckt werden; ſo ſoll man ein abgeſchnittenes Blat? daruber le- gen, oder eine Ranke zurückbiegen, damit deren"Blätter den beſchädigten Staman be- jchüßen, Wird eine Ranke oder Blatt ſchadhaft oder trocken: ſo ſoll man es gleich am gefunden Theile:abkneipen, indem ſich das Uebel leicht durch die ganze Pflanze verbreitet, Die fleinen an den Ranfen hervortreibenden Gabeln können auch weg- genommen werden. Alle ungeſtaltete, platte Und nicht xunde Ranken ſoll man wegneh- men, Bey dem Beſchneiden ſoll man be- ſonders auf den Unterſchied dex Waſſer- und Fruchtranfen Achtung geben. Die Waſſerranken erkennt man an ihrem fre- c bey gutes Witterung und gcenugz- ſamer Nahrung 5, 6 bis 7 zur Reife brih- gen. Man bricht daher die ſchlechten und unvollkommenen immer ab, und läßt die fiärfſten, und welche an1 beſten' geſtellt ſind, fiehen. Junge Früchte ſoll. man vor der Sonne ſchüßen., und es iſt: gut, tvenn ſie von den Biätctern bedeckt werden.. Weunn- aver die Frucht. zeitigen ſoll: muß ſie von allen Seiten frey liegen, und alsdann kann mart die hervumſiehenden Blätter wegneh- men: Die Früchte, wenn ſie mehr ber- angewachten, auf Steine zu legen, iſt we der nöchig;noenen Fibern anfeuchten und ſchlapp machen. Der häufige Genuß.aber kann leicht ſchädlich ſeyn, Blähungen, Cotik- ſchmerzen und Durchfall verurſachen, auch zu Wechſeifiebern Gelegenheit geben. Den übeln Folgen vorzubauen, pflegen die Fran- zoſen nach den Melonen Rettig zu ſpeiſen, und die Deutſchen dieſe Früchte mit Salz aind Pfeffer zu eſſen, und dabey ein Glas Wein zu trinken.' Zucker auf das Fleiſch der Melonen geſireuet wird deſſen Betchaf- fenheit nicht verbeſſern. Die Melonenkerne gehören zu den vier größern kühlenden Saamenarten, Die man in der Apschefe aufvewahret. Ihr ölich- tes, und mit Waſſer aufgelöſtes, milchar- tiges, Weſen wird in allen Fällen nüßen, wo Mandeln, Kürbiskerne, und derglei- hen dienlich ſind. An Linigen Oxten ver- fertigt man äus dieſen Kernen einen Teig, um daraus auf Reiſen oder in Krankheiten in der Geſchwindigkeit eine fühlende Milch oder Orgeat zu machen. Man. nimmt von den vicx fühlenden Saamenarten, ais: Gurken, Kürbiſſen, Angurien und Melo- nen, von jeden x Pf, wäſcht und trocknet ſie wieder.ab, thut dazu 13 Loch ſüße, und 4 Zoth bictere geſchälte Mandeln, ſtößt„al- les wohl mit Waſſer in einem ſteinernen Mörſel, ſeßet 2 Pfund auf Citronen abge- riebenen Zucker dazu, reibet alles wohl.un- ter einander, und.drücket die Maſſe in ein fieinernes„oder bleczernes Gefäß feſte ein, Wenn.man davon Gebrauch machen will, nimmt.man zu.einen1 halben Nößel Waſſer ungefähr eines Eyes groß von dieſem Teige, reibet dieſes mit einander, ſeiget es durch und ſeßet dazu einige Tropfen Orangenmaſ- ſer. Die Bienen beſuchen die Blumen Häufig,| Melte Bey den Melonen ſind noh die Waſ: ſermelonen, Angur:en oder Citrullen zu bemerken, Sie werden in den heißen zändern häufiger, als in Deutſchland, ge- bauet. Das Fleitch iſt feſte, gleichtam gejroren, rörhlich, manchmal auc) weiße gelölicht, und von einem wäſſerichten Ge- ſchmace, Jn.dem mittlern ſchwammich- ken Marke Jiegen breite, platte, ſchwarze Saamenkerne. In der Erziehung muß D-eje Frucht, wie die Melonen, gewartet verden, nur ſoll man die Ranken derſelben nicht beſchneiden, und ſelbigei auch mehr Plaß, ſich auszubreiten, verſiatten. Es darf dayer unter ein Fenſter nar eine Pflan- ze geſeßet werden, und wenn ſie unter dem „Rahmen keinen Plaß mehr hat, muß man diejen heben und die Ranken unten weglau- fen laſſen, ihnen auch umher friſche Erde geben. Einige Gärtner pflegen die Früchte, wenn ſie bald ihre'Größe erlangt haven, ganz in die Erde zu ſcharren, in der Mey- nung, daß ſie davon no< größer werden ſolien 3 es ſcheint aber ſchädlich zu ſeyn, die Sonnenſtrahlen ganz davon abzuhalten, Die Reife der Frucht erkennt man.am be- ſten durch den Klang;.man fann ſie viel unger, als die Melonen, gut erhalten, wenn„ſie gleich ſchon abgenonunen worden, Da aber der Frucht das Angenehme.der Melone jm Geruche und Geſchmacke Fehlet: ſo'wird fie weit weniger geachtet, Das Fleiſch fühlet ſehr ſtarxf, und wenn man dergleichen zu viel ſpeiſen wollte: fo möchte leicht Colik, Darchfall und Ruhr daraus „entſtehen. Um dieſe nachtheilige Wirkung „deſto ſichrer zu verhüten, ſoll man Salz und Pfeffer dabey gebrauchen. Melte oder Melde, auh Melle. Unter dieſem Namen Föngzen drey Ge- Tchlechte, nämlich Atriplex, Cheuopo- dium, S- führt fein habe werd 45:6 eefic We allen Edt nem te,| ſcheit der er daher Epin ampfi Eoar gleich fie, 1 und, Bode nd| beſteb ſv lay 'gen ſt den fi Hen 9 :hald.d weil ſü der&, liegen ſolcher „hegrab Das 9 vertr Wer tylley heißen d, gt: Ihm Weiße en Oe: mmich: warze ug muß gewartet derſelben < meh 1, 6 10 Pflatv nter dem uß mn weglau he Ere Früchtt, t haben, x Meye werden yn, die alten, am be- ſie viel halte) orden, me dW e fehlet: Das in man daraus Birfun n Gel 0,8 ey Or jegop" div) Mid u a ERESEM laenger om 'Melte - dit, und Atraphaxis, das erſte eſte, tas zweyte Zwitterwelte, und das dritte, Strauchmelte, zuſamen geſtellt werden, Die t)lfelte, VJelle eder auch XWMiilte, begreift unter ſich 22 vom Linnäus ange- führte Arten, die insgeſammt wegen: der kleinen Blüthe kein ſonderliches Anſehen haben, weshalb hier nur einige angeführet werden.. j 1) Hobe Gartenmelte mit drey- efichten Blättern, Wiültenkraut, Vfelle, Atriplex hortenſis L,, iſt Faſt in auen Bauergärten anzutreffen. Die Schriftſteller haben ehedem 2 Arten ange- nemmeu, die-Weilße und die rothe Tel te, da doch beyde nur Spielarten zu ſeyn ſcheinen.-“Sie wird zur Speiſe als eine der erſten grünen Kochkräuter angewendet, daher man ſich ihrer, in Ermangelung des Spinats, des Mangolds und. des Sauer- amplers bedienen“kann. Man ſäert den Saamen im Frühlinge, und noh beſſer, gleich nad) der Reife. deſſelben, 4m Herb» ſte, weil die Pflanzen dann beſſer wachſen, und Früher brauchbar werden. Iſt der Bodenfett:und gut? ſo werden ſieſehr große und ſc)öne Blätter, als wsrinnihr Werth bGeſtehet,„Freiven,„weiche zman aber nur ſo lange gebraucht, als ſie jung ſind. Famn- "gen ſie an in die Höhe zu ſchießen: ſo weor- den ſie zum Efien untauglich. Man muß en ganzen Blüchenſtengel abſchneiden, ſo „bald die erſten reifen. Körner ſich abſonderug, „weil ſie ſonſt der Wind bald-verwehet, auch der Saame verſchiedene Jahre.in.der Erde liegen,„und„dieſe verunreinigen Fann, da Folcher, ſo-wie die Erde gerühret und.um- „gegraben wird,„zum Worſchein kömmt. Das Verſeßen wollen dieſe:Pflanzen nicht vertragen,"daher man Je nur„dünne„ſäet, und die zu dick«ſtehenden durch: das 2(us- „ziehen der überflüßigen verdünnet, Die Ger. Regllexicon 111, Theil, MINEN" ame TRIE SSTEESSGEIN Melte 525 Aerzte halten dieſe Pflanze-für kühlend und erweichend,„und wenn mon die jungen fri- ſchen Blätter, mit Fleitden rauch.anzufühlen, umd gemeiniglich „mit 10 fleinen Erhebungen beſekßt,. Dieſe „Pflanze iſt wäſſericht, kühlend und blä« hend,«wie. die-meiſten dieſes Geſchiechts. 3) Spießbläcterichte UTelte mit dreyeckichten rauhen“Saannkel- Hen, wilde HiTelre„mit gezackten, pießförmigen Blättern, A. haſtatal., hat mit der vorſtehenden gleichen Geburts? „ort,«und 4ſt aus 3hrem„Namen kenntlich „genug. 4) Strauchartitgte tNelte mit drey- ecichten Blärtern, WMeerportulac, 'A Halimus4.; Daterl.: Spairien, Por- „fugal, Virginien, in Hecken am Mieer- ſtrande... Stamm: ſtrauchig, mit zahl- reichen weit umher ausgebreiteten Zweigen, 4, 5= 6F.- hoch, bilden einen großen brei» en Buſch 3 die Rinde der jungen Zweige -pflegt-ſich, beſonder8-4m Frühjabre,„abzu- Schälen, Zlätter: weich, ſilberweiß, dele „taförmig,„ganz, bleiben das ganze Jahr, Zrr und 526 Melte und machen, beſonders im Winter, eine höhſt ſonderbare und angenehme Matnich- faltigfeit, Dlumen: erſcheinen bewuns ſelten, und haben keine empfehlende Schön» eit. . 5) Schmalblätterichter Meer- portulac, portulacartige Welte, ſtandige Tieermelte mit ſchnalen „Dlättetn, insgemein Dleerportulac genannt. PYaterl,: die Ufer des nörd- ſichen Curopäiſchen Oceans, Stramm: ſtrauchig., mit zahlreichen, weit umher ausgebreiteten grauen Zweigen, 3-4 F, hoch, ſehr buchtig, Plärrer: ſehr zahl reich, umgekehrt eyrund, jedoch nicht völ- lig ſo weiß, als die der erſten Art, hinge» gen ſchmäler, geben dem Strauche Feine geringe Zierde... Dlumen:; ohne Schön- heit, Ohngeachtet er in England einhei- miſch iſt, wird er dennoch wohl in den Gärten daſelbſt aufgenommen. Weil. dieſe beydem lebten Sträucher ihre Blätter den ganzen Winter behalten: ſo rechnet man ſie zu den immergrünen Sträu- ehern. Sie laſſen ſich za jeder Zeit im Jahre durch: abgeriſſene oder abgeſchnittene Zweige fortpflanzen. Die Sperlinge pfle- gen die Blätter, wenn ſie ſolche aufgefune den, ſehr abzufreſfew, und verſchonen auch die neu wieder ausſchlagenden nicht, bis die Sträucher ausgehen- Man muß ſie daher in ſolchem Falle mit einem Neke überziehen, daß die Sperlinge nicht dazu Fommen fönnen, Bechſteds ſchreibe, daß beyde ſehr dauerhaft ſind, beſonders in ei nem leichten und trocknen Boden, und in demſelben verſchiedene Jahre lang bey uns unter freyem Himmel aushalten, abey nur ſelten anſchlagen, wenn man ſt vor der Verpflanzung zu alt werden läße. Jn Holjand und England pflegt man vow Melte Nr. 4. die Blätter und jungen Zweige ein- zulegen, und Statt Sallat zu eſſen. „Das mit dieſer Melte noch) verwandte Geſchlecht nennt Hr, Böhmer Zwitrer- melte, und iſt Chenopodium. Ggnſe- fuß- Schmerbel von einigen genannt. Biüche und Saame kömmt mit der Melte überein, nux mangeln die weiblichen Blü- then, indem alles Zwitterblumen ſind. Zwo Arten, welche zu dieſem Geſchlechte gehören, find. bereits unter dem Namen Botrysfkraut beſchrieben. 1) Pfeilblätrerichte Zwittermelte; guter Heinrich, ſtolzer Heinrich» Schmirgel, ſchmierichrer Wäan- gold, Allaut, Langwurz, Hacten- jchar, Zämmierohren, bonus Henri» cus, Lapathum undtuoſum, Chenopodi« um bonus Henricus L., wächſt überall in ungebaueten Dertern. GEtqtrentel: auf» recht, dic, geſtreift, etwa 2 Fuß hoch. Bitter: dreyecfigt- pfeilföormig, weich, ſaftig, auf der obern Fläche klebricht, auf der untern befſtäubet, glatträndig, zuwei- len aber mit einigen Falten ausgebogen. Zlumen: auf den Enden der Stengel, in zuſammen geſeßten, blattloſen, dichten Aehren, gelblichgrün, im Jun. und Aug. Die Pflanze kömmt, in Anſehung der Be- ſtandtheile, mit dem Spinat und der Gartenmelte überein. Man macht aus den Blättern Umſchläge zur Erweichung der Eyterbeulen, zu Linderung der Schmer- zen bey der Gicht, dem Seitenſtechſieber u, dergl. Friſjelhe Blätter mit Milchrahm oder Buttermilch zerſtoßen, geben eine Salbe, welche bey der ſchmerzhaften gül- denen Ader nüößlich zur gebrauchen iſt, Darch die friſchen Blätter, wenn man ſie auf die geſchwollenen Füße legt, ſollen die Seuchtigfeiten ausgezogen werden. Jn 7 Upland - Upl gen ? tern ſefy merg baue! Unfr einig ſaſt Pfial ſie it Bld ſtamp 3) tern rund, men lich. 4 verſi ſefuſ aud ter; fig m ſchied Vier län Bli! die 9 ſie ga Blat! lein'y jveigt 03 eh vahdy. 1779 Gn: hann Melta Won | ſind, let Namn melt); mri) Maw vaten: Henth 10p0M erall in |; aub ß hed), weid), t, u zuwvfls bogen gel in ct d Auh, et De ad dir 191] ichuny chmet- fiche rahm 1 eint | gis 1 if an ſe n die KU pl) Melte Upland wird die Wurzel den lungenſüchti- gen Schaafen gegeben, - 2) Spinritt ausgezackterorheZwit- termelte, wilde Welte, rorher Gän- ſefuß, Chenop. rubrum L, Dieſes Som- mergewächfe wächſt gleicfaßs an unge- baueten Oertern, und iſt ein gewöhnliches Unfraut in unſern Gärten. Srengel: einige Fuß Hol, treibt viele Zweige, iſt Faſt'immer roch, und wenn die einjährige Pflanze ſich zum Untergange neigt, erhält ſie in ällen Theilen eine röthliche Farbe. Zläctter: herzförmig= dreyeckicht, ziemlich ſtumpf, gezähnt, 3) Spirzitg ausgezackte zrüne Zwir- termeite,'C. murale L. MPlätter: ey- rund, glänzend, gezähnt, ſpiß. PFPitt- men? in äſtigen nacfenden Trauben, röth« lich. 4) Heſtäubre Zwittermelte mit verſchiedenen Blättern, weißer Gän- ſefuß, Scheißmelre,C. albumL., wächſt auf den Aeckern und in den Gärten. Plät- ter: lang geſtiett, auf der untern Fläche häu- fig mit Mehl beſtreuet, der'Geſtalt:nach ver- ſchieden, die unterſten einem geſchobenen Biere ähnlich, oder'dreye>icht, die-obern länglieht, und zuleßt lanzettförmig; der Blüthfkelch 4äſt auch ganz beſtäubet; wenn die Pflanze anfängt abzuſterben, erſcheint ſie ganz weiß, zumal nach und nach Die- Blätter abfallen, und die Fruchtähren al- lein übrig bleiben. Arme Leute ſammeln in manchen Gegenden im Frühjahre die Blätter, und eFen ſie Statt eines andera Zugemüſes, 5) ZBeſtäubte Zwittermeide mit roth tweſtreiften Stengeln, grüner Gänjefuß, C. viride L., hat mit der v2- rigen gleichen Geburtsort/ und faſt glei» ea aber pur- Jäßt, daß die Pflanze ſchädlich ſey. ENNS NE R En een ZE DES .%*% Meite 527 purfarbig, iſt viefeicht von der vorigen Art nicht unterſchieden.' 6) Srinkende Zwirterwelte mit vielzacichten Blättern, 1unächter oder geineiner Gänſefuß, C. Strama- ni-fol. C. bybridum L., bat ihren Ge- burt5ort mit.der vorigen gemein, iſt auch jährig, und macht große und breite Stö- de, BDiätter: dunfelgrün, nicht be ſtaubt, ey- oder herzförmig, in 7==9 große ſpwißige Zaen„abgeheilt. HGSlU- men: in äjügen, nicht ganz naTenden Trauben, Wenn der Saame.reiſf iſt,-er- ſcheinen die Knöpfchen purpurfarbig. Der Geruch der Pflanze kömmt mit dem Stehe apjel überein, daher ſich leicht vermuthen Trä« jus hat ſchon angemerkt, daß ihr Genuß den Schweinen tödtlich ſey; daher ſie auch von einigen Säutod, oder, wegen der Blätter T7eunſpirze* genannt. worden. HIE Namen erhält aber auch die dritte „auf,; 7). Geſtreckte, tzraue Zwittermel- te, eiſengrauer Gänſeſuß, Atriplex angultifolia laciniata,-C. glaucum L, wächſt vorzüglich auf Miſiſtäten häufig, und treibt geſtreckte Stengel, Plätter: „eyrund- länglich, ausgeſchweift, denen der Eiche ähnlich, eifengrau- PDlumen: in nafenden, einfachen, knäuelföormigen Trau- ben, blühen faſt in allen Sommermona- g) Geſtreckte Zwittermelte mit ganzen eypfSrmigen Dlärtern, viel- ſaanniger Gänſefuß, Strauderich, Blitum polyſpermum., C. polyipermum L., iſt auf den Feldern und Ae&Kern ein gemeines Unkraut, und beſaanmet ſich jähre lich durch-den häufig ausfallenden Saamen. Strentzel: wo nicht immer, doch mehren- theils, geſtreckt, ZDlstrer: eyförmig, et- Erp 2; was „. nn ee NER NI a RENT RTR SG ASE ENT<< SOS SHEER x FEE WEISEN+ DZ 2: 10.500 ae BET Re eee eee eee eg fa ES SE IEEIRNEENEN PEK ENT E55 IEE 4 "eZ 4 n 4 p Z AR IRIS GE- edierte LENKER Woo. m mmmh dae “ 8. 5'28 Me| it was- rauchy völlig ganz Bluten: in den: Winkeln der. Blätter, in zweytheili- gen, blartloſen Truzgdolden, grün... Die Fiſche ſollen dieſe. Pflanze gern: genießen;. daher: ſie von einigen: in+ die Teiche“ gelegt: wird.. 9) Stinkende: eteſtreckte Zwitter- melte, ſtinkende Tllelse, Hunds-- melde, ſtinkende Hure, Schaam-; Wlauzein-, Zubl-, Bocks-, Wühl- Praut, C. Vulvaria'E.,, wächſt an unge-- gebaueten: Dertern- Wanrzel 7 jährig; ſaſericht;: Strentels geſtreckt, lang; mit: vielen, gleichfalls geſtreckten, Zweigen be- ſip Mlätter:.einigevmoaßen vierecficht geſchoben ,. oder“ mehr eyförmig,„meiſten« theils völlig: ganz,. zuweilen mit wenig: Zähnen beſeßt, und mit. weißlichtem Stau- be gepudert; Blumen:: in knäuelfsrmi« gen. Büſcheln, mit platt anſißendan Blüch- fnöpichen.. Der beſonders ſtinkende Gos ruch dieſer Pflanze macht: dieſs Art. leicht fenntlic): Denn: er iſt ſo durhHdringend,, vaß. die Finger, welche nuv die P&anze be: rühren, lange Zeit damit. angeſtec>t: blei- ben. Fuller hat den Gebrauch bey Mutz terbeſchwerungen empfshlen, und die Pflan> ze mag auch wohl: bey Jerventrankheiten zuträglich ſeyn. Man empfiehlt beſonders die daraus bereiteten E!lyFKicre; Teurneſcrt lobet. die mit Branntwein davon verfertigte Eſſenz in ähnlichzen Krankheiten.. Außer dieſen bey uns wild wachſenden Arten" iſt.noch zur bemerken: 10) Leinblätterichre Swittermelce, 2öeſenfltachs, Siudentenkraut, Zel- vedere, Sommercypreſſe, veſenarti- ger Gänſefiß,C.iinitolio, C. Scoparia L, Darerl.: Sriechenland, Japan, Crain, Srentel: zahlreich, aufrecht ,. dicht mit Zweigen: beſeßt, welche von unten, auf py« - Melte ramidenförmig geordnet ſind,- eine 2== 3 T- hohe Pyramide bildend, ſehr reichlich belaubt.. Hiätter:. ſehr ſchmal, ſtrich» lanzettförmig, Sach, glatträndig.,. von lieblicher lichtgrüner Farbe... lumen:: in Aehren, klein, grünlich.. Dieſe ſchöne Pflanze hat das- Anſehen eines jungen Cy- preſſenbaumes»,, und ib: ſehr: verzierend, Ihre Schönheit höret aber mit der: Blüche auf.. Denn alsdann ſchwellen» ihre Saa» menfern? bald auf. beugen" die Zweige mit ihrem Gewichte.nieder, und benehmen ihrihre Einförmigkeic und Schönheit. Um dieſe Zeit müſſen: alſo die Pflanzen ausge= riſſen„ und nuv einige derſeiden zum Soqa- men beybehalten- werden. 11) Gyannichte Zwirtermelte, Gänſefuß mit Grannen, C. ariltatum L. Vaterland: Sibirien, Virginien, Stengel öſiig„kaum rF, boch.. Blät- Ler;: ſaftig, lanzettfötmig., ein wenig Aei» ſchicht, glatträndig, ſtumpf,. Blumen: in zweytheiligen„ runden, bärtigen Btj-. ſcheln.. 2) Ausdauernöe Wurmzwirter- melte, G.anthehmivticeum E, PDaterl,; Penſylvanien., Buenos Ayres. GStens= gel: etwa 72 F, hoch, Dlätter?: ey» rund- länglich, gezähnt. Zlumen: auf den Enden der Stengel,.in dichten„ Un- blätirigen Irauben, klein. Dieſe Pflanze verdient: Achtung, Sie iſt dem Geruche nach mix dem Botrysfraute verwandt, doch iſt. ſolcher bey der unſrigen mehr unange- nehm, und der Saame wird in Penſylva»- nien den Kindern: wider die Würmer mit Nußen gegeben, und zwar; wie..Kalm berichtet, alſo: Der Saame wird in Branntwein: gelegt, nach. einer Stunde wieder heraus genommen, getrocknet, und den Kindern: entweder in einem durch Sy-- ; rup gebit keiten wenn um ſie Ein| Hiſt der he Werb: daran hauptfäch- lich: kenntlich, daß die Aeſte ſich mit einem geräden).- grauen Stäcchelendigen.: D 2) Unbewchrte-Strauchimelte, A; inermis oder undulata EL. Wartertb,.: Vor- gebirge: der güten Hoffnung. TESrengel 2: freibt zwar'holzichte, abet ſcich» eo, geſtreifte Aeſte, die angeheftet werden“ müſſen;- wenn“ ſie nicht auf“ der“ Erde fries' lich ertittener"Beleidigung, Unannehmlidy- keiten zu verurſachen; Dahin gehört auch)“ wenn: Jemand Kinder den“ Aeltexa- raubt, um ſiein einer-andern Religion. zu erziehen. Ein ſolcher ſoll ſo lange zur gefänglichen“ Haſt gebracht werden,-bis er dieſelben: wie-- ver herbey ſchafſt.. Unbefugte gewaltſame Werber„ Bettler und Bettlerinnen',. wel- Menſur", das Zeitmaaß bey“ verſchies“ denen Künſten; 1) Beym Tanzen die Diſtanz von einem Fuß, Hand oder einemz' Gliede zu-den andern durch alle Bewegun-: - Nächſt dieſcm heißt: es“ auch der“ Zwiſchenraum, oder die Entfernung: im Tanzen von einer gen“ verhältnißmäßig: biadurch. Perſon zur andern, durch alle Glieder'durch,- auch: wohl der Perſonen'gegen“ den Tanze plaß; wie auch in den Figuren,“ 2) Jn? ver Fechtfunſt iſt“ Menſur die zu beobach=-* tende“ gehbrige Weite zweyer' Fechtenden,- daß man nicht zu kurz ſtoße,- Reitkunſt däs- gehötigs' Verhältniß, wels 3) Jn dex; ches ein Pferd in-allen ſeinen Bewegungen,- ſowohl vey' als- über“ der'Erde* halten ſoll,- daß ſeine Bewegungen in Gleichheit unter» halten werden;- und» daß eine' von dieſen Exp 3? Wes Ae AIEKEFEEET PG AGINGNT 4 22u1== 200 002500=D 530 Merge! Bewegungen einmal ſo viel Erbe faſſe, als das anderemal, nicht ein Saß hoch, der andere niedrig; einer langſam, der andere geſchwinde; ſondern recht nac) einem Cben» maaß verrichtet werden. Mergel, eine Erdaxt, welche im vel- fchiedenen Sinne ſo genennet wiid. Ci- gentlich ſolte diejenige Art, weiche bey- nahe aus gleichen Theilen Thon und Kalk- erde beſteht, Mergel heißen 3; wenn aber in der MiſQung eine dergleichen Erde, der Thon oder der Kalk, die Oberhand haf, und noch dazu eine andere Erdart;'z. C Sand oder Oyps, beygenuſcher iſt; ſo iſt es ſebr gut, wenn mon eine ſolche Mergelart mit einem Beynamen bezeichnet, um ſie recht genau von andern zu unterſcheiden. So iſt imH,V, 5. 1. S. 539. der Mex- gel nad);ſeinex Zuſammenſeßung nament= lich geordnet zu findenz 12) Ligentlis eher QZergel, Dd. i. Halb Kalk, halb Thon, 2) Thonmertfel, über x bis 3 Thon, der Reſt Kalf, 3) Kalkmerggel, über x bis 3 Kalk, der Reſt Thon. 4) GyPs9- ſichter Mergel, hiebey 4 Gyps. 5) Gypsſichter Chonmergel. 6).Sand- mergel,+ Sand, x Mergel. 7) San- dichter Mertel, wo x 3 Sand beygemiſcht iſt. 8)&Sandichter"Thonmergel. 9) Sandichrer Ralkmergel. Sind über Hdrey Theile Kalf mit Thon, oder über dre:) Theile Thon mit Kalk vermiſcht: ſs höret der Name Mergel auf, und alsdant heißt die Vermiſchung entweder ehonichter Ralk, oder Faitichter Thon; oder wenn der Sand äiber drey Theile beträgt, und das übrige aus Kalf und Thon beſteht: ſo wird die Vermiſchung kaikicht-tho- nichter Sand genannt. Da nun der Mergel nicht einerley Art iſt: ſo muß, weun er zur Düagung der Mergel Felder gebraucht werden ſoll, die Beſchaf- ſenheit des Bodens und die Art des Mer- geis gegen einander vergüchen und beur- theilt werden, welgye Art des Mergels an- zuwenden ſeyn könne, Für einen Lehm: oder Thonboden, der nicht viel Sand haf, wird ein Kolkwiergel oder ſandichter Kalk- mergel; für einen Fſanvichten Boden aber ter eigentiiche Mergel und Thonmergel am beſten ſeyy.„Der eigentliche Mergel, wel- der dus Kalf und Thon faſt zu gleichen Theilen beſiehet, kann für jeden Boden out ſeyn, fals das Erdreich nicht allzu fett, oder in einem andern Falke allzu lehwicht oder rhonicht Ut. Lin ſehr ſtarfer, binden- der, kehmichter Boden muß aufgelo>ert werden, weshalb ihm eine ſandichte Mer- gelart am dienlichſten iſt; da hz agegen“ der ſandichte Boden dur)'dey eigentliwen Mergel öder auch Thonmerge! mehr gebune- den und feſtor gemacht werden kann, Da aber Thon und Kalt nicht weſent lic), ſondern nur werkzeuglich(ſ, H. BV. B. 1. S, 5933 ff.) zur Früchtbarfeit des Erdbodens beytragen: ſo muß der Acer wechſelsweiſe, einmal mit Mergel und dat- auf mit Miſt; vder mit beyden zugleich, jedoch in leßterm Falle mit beyden minder reichlich, gedünget wcrden, Wird der gewöhnliche Wiehmiſt ganz bey Seite geſe 9 ſo entſtehet davon eine gänzliche Ent» räftung des Ackers, welches einem ſolchen Verfahren bereits in den ältern Zeiten den Namen des Ausmergelns zugezogen hat z wie wohl auch der cker durch den Ge- brauch einer unrechten Mergelatt zu Tode gemergelt werden Fann, welches auch ge- ſchiehet, wenn zu viel auf einmal, oder zu oft Hinter zinander, auf den Acer geſühret wird, Die Farben des Mergels ſind gar vie- lexley, weiß, weißlich, grau, JIN licht- ur iäliitt ficht! ben, blau gem! Hant wenn Art' ſo iſt des€ gieße Mer, gelar Endl liche' amb dem brad) huf. läßt, 0») pfer 1 ſche€ ter 9) Fupfer nicht! yon er eher 1 Das ſeyn, ſche, genen Gallm ger, al gemed Meſſi blumet beſtehe yer,€ hilti vielen a eſch Ne ber: EIS On: thu 1d he, Kel in abn zel am |, ve: gleicen Baen u fet, wit binden ode e Mit jede id gebun - GEES INTELLINET AID DE on H 4 ZINARERGAEGE IE Mem 25 AH Ne ſſing lichtgelb, dunfelgelb„ röthlich, fleiſchfar- ben, lichtroth, roth, dunkelrotß, grünlich, bläulich und ſchwärzlich. Um aber dem gemeinen Manne ein Kennzeichen an. die Hand zu geben, woran er den Mergel, wenn er auf ſeinem Grund und Boden eine Art vorfinden känn, gleich erfennen muß: ſo iſt es dieſes, daß er, in Ermangelung des Scheidewoſſer3, nur guten Eſſig auf= gießen und ſehen muß, ob ſein vermeynter Mergel damit aufbrauſet, weil jede Mev- gelart mit dem Sauern auforauſen muß. Endlich iſt noch zu wiſſen, daß der eigent- liche Mergel, nebſt einigen andern Arten, am beſten anſchlägt, wenn man ihn, nach- dem ex aus der Merge!grube zu Tage ge» bracht. worden, noch ein Jahr an. der freyen Fuft. liegen und einige Mal: umſchüppen läßt, bevor der Acker damit bedünget wird, Mehßſing, ein durc) Kunſt aus Ka- pfer und Zink oder Gallmey, ſo eine zinki- ſchs Erde iſt, bereitetes Metall, Cin gus- ter Meſſing muß geſchmeidig, weich und Fupferreich ſeyn, ins Röthliche fallen, und nicht mit Gallmey überſeßt ſeyn, als wo- von er bleich und weißgelb wird, im Feuer eher verbrennt und nicht ſo dauerhaft iſt. Das Kupfer muß: ohns Bley und Ciſen ſeyn, daher das Schwediſche und Ungari- ſche, als des beſte, zum Meſſingmachen genommen wird« Der aus Kupſer und Gallmey bereitete Meſſing iſt geſcP '-? ga.o- . 4 FE.“ZBD-.- 228 DU R; as dun leiten, Eth, | größte (,(yg Geſche ed; al eichtet, ſon zu . In daß der nen Alb ern Ot: eſondas wil iq It et u5wirfe be en durch ohe ein: Ihts dy ' darin Ländern us den 1 Hofe 16 und ſtung großen hint at mon ſtreuen €, 0: pt wet Man en oder es auf Das dayet“ nſiro), in eb ſch 91! nan Miſt- nannt, und iſt vorzüglich gut zum Ein- ſtreuen 3; das eigentlich ſo genannte Schilf iſt zwar weicher, weil es aber ſehr weich und nach dem Trocknen ſehr zähe iſt: ſo behält es die eingeſogenen Säfte des Thier- auswurfs deſto länger in ſich, weshalb es eine dauernde Beſſerung in den Aeckern ausmacht, RKien- oder Riefernadeln, Dieſe ſollten in magern ſehr fandigen Na- deihölzern nicht zuſammengeharkt, und zur - Streu nach Hauſe nicht weggefahren wer- den. Denn ſie ſind die einzige Düngung und allmählige Beſſerung eines von Na- fur dürftigen Bodens. Digeſe Radeln wer- den nad) Bedärfniß aus den Wäldern in allen Jahreszeiten, wenn kein Schnee iiegt, zuſammengebracht, und dem Viehe entwe- der untergeſtreuet, oder auf dem Hofe mit dem übrigen Miſte vermiſcht, und machen einen guten dauerhaften Dünger aus; ſoll- ten aber lieber in einem feſten Boden als Dünger gebraucht werden, indem ſie den leichten Boden zu ſehr auflo>ern. Daun1- laub, oder Blätter von Bäumen, die im ſpäten Herbſte abfallen, geſammlet, un- ter Obdach verwahrt, und zum Einftreuen in den Ställen gebraucht werden. Man begreift die verſchiedenen Baumblätter un- ker dem allgemeinen Namen Streulaadb, EZichenblätter ſind in Eichenwäldern Häufig zu finden und zuſammen zu bringen. Wenn ſie recht nüklich ſeyn ſollen, müſſen ſie ſehr lange im Miſte liegen, bevor ſie, weil ſie ſehr hart ſind, Säfte einziehen, Auch liegen ſie lange Zeit, ehe ſie zum Gäh- ren kommen, In einem ſauern"Boden taugen ſie nicht, weil ſie deſſen Säure ver» mehren, Will man daher mit dieſem Streulaube ſicher gehen: ſo muß. es ein - Jahr in der Luft gelegen, und ſs ſeine meiſte Säure abgelegt haben, he es eingeſireuet wird, Blätter von Lindenbsöymen, Miß 537 Haſelnüſſen und Rüſtern ſind zu ſehr porös, daher ſie einen Miſt von nicht all- zu langer Wirkung abgeben. Die Blätter vom Welſchen T7ußbaum ſind, wo man ſie in Menge haben kann, allen übri» gen vorzuziehen, und enthalten viele Salz» theile; man kann ſie daher mit andern ſehr fraftloſen Blättern vermiſchen. Das taub von Kaſtanienbäumen, hatptſäche lich der ſogenannten Roßfaſtanien, kommt dem vorhergehenden am nächten. Hiep- auf folgen die Blättevr von Weiden, Div» Fen und Obſtbäumen, die ſehr gut zum Einſireuen ſind, Die von Ellern ſind im frijcen Zuſtande an und vor ſich ſelbſt ſchon ein guter Dünger, weil ſie Del und Salz enthalten» Getrocknet, odey im Herbſte vom Froſte zum Abfallen gebracht, enthal- ten ſie weniger, und ſind im trocknem Zus- ſtande nicht zähe genug, um beym Ein- ſireuen die eine Abſicht des Streuſtrohes, des Reinlichhalten der Thiere, damit zu exr- halten. Sie ſind zu zerreiblich dazu, In einem Dängermagazine ſind ſie beſſer; zu gebrauchen. T1700s von Wieſen und aus Nadelhölzern kann in vielen Gegenden ſehr haufig, und von erſtern zu Verbeſſerung der Wieſen nüßlich zuſammen gebracht wer- den, macht auch in den kalten Winterta- gen eine Streu aus, welche ſehr zum Warmhalten der Thiere tauget. Es iſt ſehr gut, mit dem Mooſe, ſo wie auch mit dem Streulaube und vem gewöhnlichen Strohe, abzuwechſeln, daß man z. B. heute oder in dieſer Woche mit jenen Mao terialien, morgen oder in der andern Wo» net, in der Scheune abgedroſchen, ausgeſchüttelt, und damit von der anhängenden Erde be- freyet worden, entweder als Häckerling auf der Häckſellade furz geſchnitten, und mit Strohhäckſel vermenget oder gebrühet den Kühen gegeben werden, daß ſie den Trank davon ſaufen, und die Wurzeln hernach allein, oder mit Häckſel, freſſen mögen. Sie übertreffen ſogar den Klee zur Ver- mehrung der Miler gemacht, und kann in trocknen Jahren: leicht ſchaden. In einem Dungermaga- zine, wo der Miſt Zeit zu faulen hat, iſt das Heidekraut ſehr gut zu gebrauchen. Beſenartiges Pfriemenkraut, Reh- kraut, Rebheide, Hafenheide, Ge- niſt,(Genilta ſcoparia, Spartium ſcopa- rium L.) wird bey uns ſowohl in den Hei- den, als ſandichten Feldern an unbebaueten Oertern häufig gefunden, und enthält viele ſalzichte und harzichte Theile, weshalb es ſehr gut zum Einſtreuen und Düngerma- nes Futter giebt, oder wo das Vieh auf die Weide geht, und nur zur Nachtzeit eingeſtallet wird, da darf der Miſt nur wöchentlich, oder gar vur monatlid), einmal ausgetragen wer- den, und es iſt ſchon oben geſagt worden, daß der Urin ſich in dem; Streuſtrohe einziehen müſſe. Nur muß hiebey mit dem täglichen Einſtreuen ein Unterſchied nach dem Geſchlecht der Thiere gemacht werden. Den Thieren weiblichen Geſchlechts wird höher hinterwärts, denen die männlichen Geſchlechts ſind unfer dem Bauche höher geſtreuet, weil dieſen der Urin hieſelbſt, und recht auf die Streu gehe. Es ſind Fandwirthe, die ihre Rindviehſtälle ſo einge« Miſt| richtet haben, daß die Krippen an beyden Enden in Stielen eingefalzer ſind, und mittelſt eingebohrter Löcher in dieſen, wo- durch ſtarke Pflöcke geſte>t werden, wie man etwa dergleichen an den ſogenannten Holzwuchten, womit das Bauholz auf- und abgeladen wird, hat, nach Bedürfniß er- höhet und erniedriget werden, um den Miſt möglichſt lange liegen zu laſſen. Die Raue fen ſind ebenfalis von der Einrichtung, taß ſie höher und niedriger geſtellet werden lö» nen. Wird der Stall ganz ausgemiſiet; ſo hat die Krippe nebſt der Raufc den nie- drigſten Stand 3 je mehr aber der Biiſt an- wächſet, je mehr werden beyde von Zeit zu Zeit erhöhet. Dieſe Einrichtung hat ihre Vortheile vor der gemeinen Weiſe, da der ausgekragene Miſt auf den Hof hingetra« gen und ſo gelegt wird, daß Luftf, Sonne und von den Dächern abſchießendes Regen- waſſer die beſten Kräfte fort führen und ihn auslaugen muß, Hierzu kommt noch, daß, wenn dergleichen Ställe; Thorwege, an Statt der Thüren, haben, und der Miſt mit Wagen auf der Stelle geladen und ab- geſahren wird, Zeit und Menſen geſpa- ret werden, Wollte man hierbey ſagen, daß die Anhäufung des Miſtes im Stalle dur& VWermehrung Übler Gerüche dem Viehe undienlich ſeynmüſſe: ſo iſt ſolches aller Erfahrung zuwider. Ein tägliches Ausmiſten erreger weit mehr Geſtank, in- dem der an- und aufgerührte Miſt übler, als der ſtill liegende, richt, und hiermit täglich oder öfters die Luft verunreiniget wird. Tägliches und genugſames Cin- ſireuen, da Morgens und Abends Koth und Urin verdeckt werden, laſſen den ver- deckten Miſt, der immer fefier wird, je länger er liegt, wenig oder gar nicht ſtin- fen. Zudem muß der Stall täglich, wenn es nicht frieret, geöFnet, uud ein Luft- wechſel beyden , un) en, Wb Nn, wi Nanny ufs un) ſniß[7 en Mf die Raw ung, 1 den fip gemiſtet; » den niß Niſt w bin Zelt ju g hat ihr! ſe, dady hingettw ft, Gann es Regen: 44 Und hy nod), dh ege, a der Niſ n und he jen geſp4 0 ſagen) m Stall iche den iſt ſolches | täglich? ſanft, it iſt nel d hiermit unreinigt! nes Ein ds Fet den vet wird, py icht ſi iO, wm ein wfv woh EE EAF ELLER) rä Ed ES FREE 55 BERNS ER 1.5 RED GRE:«EASA BREE HERÜNGNEN, „nicht naß, ſeyn. Miſtſi wechſel angebracht werden,-wie ohnehin .die Stallthüren offen. bleiben, ſo lange das Vieß auf dem Hofe tägliß,«vie es ſeyn Ruß, eine Zeit.lang herumgehen und ſich „verlüften muß, Die Miſtſtäte ſollte ſo „augelegt ſeyn, daß der Miſt darauf den „Anfang zur Fäulniß zwar machen, aber nicht von ſeinen fruchtbar machenden. Thei- Jen verliehren könnte. ſie muß. daher weder ZU hoch, noch zu tief, zwar feucht aber Wäre der Plas zu hoch, ſo müßte er etwas abgetragen, und mit Dielen ober Mayuern-eingefaßt werden, La- „mit die Miſtlake nicht abfließen könne, Um dieſer leßten Urſa willen mußte auch der Boden, wenn unten loſer Sand iſt, mit FSehm oder Zetten ausgelegt werden, um „das Einziehen der Lafe:zu verhindern, es wäre denn, daß immer im Grunde Raſen „oder andere'gute Erde.gelegt würde, um ſelbige von der Lake durchziehen und ſovann auf den Acer„ausfahren zu laſſen. So wäre es ferner dienlich,-die-Miſiſtäte wi- „der die Sonne zu ſichern, welches durch „ein leichtes Sbdach geſchehen könnte, Falſs nicht ein.genugſam hohes Gebäude eder mit Vorſaß dazu angeſeßte Bäume, die Mittagshiße abhalten. Der geringe Land- mann kann:ſich ein ſehr leichtes, und we» nig foſtendes Schirmdach von 4 Haupt- „oder E>pfählen, deren die beyden, gegen die Mittagsſeite gerichteten, kürzer als die Hintern ſeyn müſſen, mit eigner Hand an- fertigen, und die Latten oder„Stangen dar- über mit friſchen, nicht dick gelegten Que- >en, die, wenn ſie recht feſte zuſammenge- preßt worden, ein grünes Dach darſtellen, belegen. Schäben vder Ageln von Flachs, Schilf, zuſammengefiochtene. Reiſer von Weiden u..dergl. ſind auch zut. Jſt.der Hof mit Gebäuden eingeſchloſſen: ſo.wer- den ſie zur Regenzeit Ueverſchwemmung Werb. Regliexicon XI Theil, RE a en An URSS DINE er ÜS ICAL SE RN EI BREE DÜSE Ra F 1 LFD ZÜE REN, LE R a dR DEE EN IETI EE Miſiſt 541 machen. Dieſerhalb muß man eigne Ver- kiefungen anlegen, worin ſich dieſes Waſ- ſer ſammelt, Falls ſich nicht bequemer. eine Abeheilung anbringen läßt,.um das Re- genwaſſer fort zu ſchaffen. Hat man be- ſondere Waſſerſammlungen auf dem Hofe,- ſo“ fann damit der Miſt, zumal wenn jene. höher lägen, nach Nothdurft angefeuchtet werden. Leidet:dieſes aber die Gelegenheit nicht: ſo muß man von der Waſſerſamm- lung:bis zur Miſtſtäte hin auf hölzernen Pfählen Rinnen legen, um das Waſſer hinein. zu ſchöpfen und es auf die Miſtſtäte hinzuleiten. Wenn. der Miſt auf.die Miſt- ſtäte gebracht wird: ſo niuß-er überall gleich gemacht, und nirgends. Lücken. gelaſ- ſen werden,.als woraus nur Schimmel, der dem„Aker nichts nüßetr, entſtehet. Trocknes dazwiſchen geſtreuetes Stroh. taugt auch nichts,-und macht ebenfalls Jeicht Schimmel,„Kein Miſthaufen, weol- her über der Erde ohne Einfaſſung liege, muß über 8 Schuh hoch angelegt werden, weil er, durch ſeine eigne Schwere, den Saft allzu ſehr auspreſſen würde. Und da zu große Miſthaufen bey einem ſtarken Viehſtande zuweilen in der Mitte vermo- dern: ſo muß man lieber mehrere anlegen. Iſt die Lage des Hofes an.und für ſich ſelbſt zu niedrig: ſo müſſen.die Miſthaufen über der Erde angelegt,.und entweder mie. Bretern.oder Bohlen eingefaßt,.oder mit einem Geländer von Scangen umgeben werden, damit das Hornvieh.und die Schweine ſie nicht aus einander werfen. Dieſe Einfaſſung kann bey dem geringen kandmanne ganz“Ffimpel alſo ſeyn: Er ſct, daß eine kleine Vertiefung in den „Rinnen bleibe, damit das Waſſer. deſto "beſſer einziehen könne, Sobald der Saa- me auf vorbeſchriebene Art geſäet iſt, muß „das Saatbeet mit Fluß-Regen- vder von der Sonne erwärmten Waſſer ſo ſtarf an- „gegoſſen werden, daß ſich die Erde feſt ſe- ken und ſich mit dem Saamen vereinigen Fönne. Cs muß aber nicht ſo ſtark in der „Folge begoſſen werden, daß die Erde von den auffeimenden Pflänzchen abgeſpult, „und dieſe fortgeſchwemmt werden. Man „bedienet ſic) hierzu einer Gießkanne, die mit einem durchſchlagartigen Kopfe verſe» hen iſt. Sobald die Pflanzen 2 F. hoch und einen Federkiel dik ſind, verſeßt man diejenigen, welche ſolches Maaß erreicht haben; die übrigen läßt man noch ein Jahr auf ihrer Stelle ſtehen und heran wachſen, da man ſie daun mit einer Heckenſcheere dicht über der Erde abſchneidet. Die-Pflan- zen von obbeſchriebener Größe werden bey „Hunderten.ausgenommen, die Erde aber ein wenig an ihre Wurzeln angedrückt, die Zeinwand aber, worin ſie gewickelt ſind, Maulbeerv pder die Kiſte, worin man ſie-gelegt, und welche oben unv unten mit Luftlöchern ver- ſehen ſeyn muß, begießt man untcrweges, wenn Zeit dazu erfordert wird, um ſie zur Baumſchule zu ringen und einzuſeßen. Man läßt vom Anfange des Apr. bis in den May das zur Baumſchule beſtimmte, und wie zur Saatſchule zubereitete, Land umgraben, eben harfen, und in 6 F. Hreite Quartiere zu 3 Linien, oder in 3+ F, breite Länder zu 2 Linien, und zwiſchen den Ländern einen Steig von 2 F. breit, abtreten, Auf jedem ſo abgetheilten Lande werden 3 oder 2 Reihen Bäume, und die Bäume in jeder Reihe 23 F. vom Steige entfernt, gepflanzet und die Hritte Reihe nimmt die Mitte des Landes ein. Die Bäume ſekt man ſo, daß die der zweyten Reihe gegen die der erſten und ritten ſchräge ſtehen, folglich ihrer drey auf dem Felde ein gleichſeitiges Dreyeck bilden, und folchergeſtalt auf allen Seiten in gleicher Entfernung von einander zu ſtehen kom men, Auf ſolche Weiſe kann kein Baum den andern mit der Wurzel zu nahe kom- men und ihm die Nahrung entziehen. Die Verpflanzung in die Schule kann vom Aug« Hange des März, wenn eine gelinde Wit- terung einfällt„> bis gegen die Mitte des Maymonaths geſchehen. Die mit einem Spaden behutſam aus der Erde genomme- nen Bäumchen werden am Stamme und an den Wurzeln beſchnitten, Erſtere ſtu« ßet man auf 4== 5 Augen; von leßtern ſchneidet man das Faſerichte ab; die ſtar- Fen und geſunden ſchneidet man, wenn es Seitenwurzeln ſind, bis auf ein Paar Zolle ab, auch wohl, wenn ſie in die Tiefe ge- Hen, 3-- 4 Zoll, ſo, daß man das Bäum:- t. Nächſidem legt man, wie ſolches in Jtalien zu geſches- hen pflege; 3 Bündel kleine Reiſer von be- liebiger Art, in Geſtalt eines Dreyecs,. um den Baum, ſo daß derſelbe in der Mitte ſtehez35 und hierauf legt man eine Karre Miſt, welches mana für beſſer hals ter will, als ſchwarze Erde, und zuleßt wird das Loc< mit der übrigen daneben lie- genden Erde vollends zugeworfen. Dieſe ins Freye verſeßten Bäume bieiben im er- ſten Jahre unbehact und unbeſchnitten z nur die Schsßlinge entlängs dem Stame me werden von Zeit zu Zeit weggenommen; Im zweyten Jahre behackt man ſie zwey» mat, im May und Auguſt 3 zugleich nimmt der Schniet die überfiüßigen Reiſer hin= weg, und verkürzet die 4 bleibenden bis auf 4== 5 Augen, welche forthin frey fortgehen ſollen, ohne daß ſie anders als als temal im dritten Jahre beſchnitten würden, Nod) ehe das dritte Jahr, nac dem erſten im zweyten Jahre noch der Pflanzung ver- richteten Schnitte, heranfömmt, mag man von dieſen jungen Bäumen, welche ſtark und im guten Wachsthume ſind, einige Blätter ablauben, die übrigen Bäume abcr gänze M 1, vw | N- 4%>«5 ux uu eng gamen nern 20m url u anm<= AS== | 548 Maulbeerp. gänzlich damit verſchonen, Dieſem nach wird nun. das Beſchneiden alle 3 Jahr vor- genommen, und man befreyet hiedurch den Baum von allen„queer ſtehenden und in- wärts hinein gehenden Reiſern und Zwei- gen, welche ihu verunſtalten. Das dürre Holz wird.gänzlich hinweg genommen. Alle Übrigen Reiter.und Zweige, welche beybe- balten werden, verfürzt man dergeſtalt, daß nur 4== 6 Augen über dem nächſt vorher verrichteten Schnitte ſtehen bleiben. Die Zeit dieſer Beſchneidung iſt.am fFüg- lichſten während des-Seidenbaues, wenn man das Laub davon für die Würmer g2- brauchen kann. In. den folgenden 2 Zwi- ſchenjahren aber belaubt man die Bäume, ohne ſie zu beſchneiden. * Uebrigens hat man bey der Dritten und bey jeder Folgenden Beſchneidung, welche von 3zu 3 Jahren, oder, wenn die Bäu- me feinen-ſtarfen Trieb zeigen, von 4 zu 4 Jahren vorgenommen werden kann, beſone- Ders darauf zu merken, daß. man die nun Immer häufigern Zweige, welcern würde das Ablauben ſehr erleichtert; ſie bedürften Feiner langen Leitern 3 dürften nicht Leitern, die leicht die Aeſte beſchädigen, an die Krone anlegen; wären weniger in Gefahr, herunter zu fallen; könnten mit eis ner 3 F. langen Baumleiter überall um und auf dem Baume umher langen, und von ſo wohlgeſtalteten Bäumen vortreffliches aub einſammeln, Unter den jungen-Bäumen finde? man zuweilen einige, die fleine jchmale, tief ein- geſchnittene Blätter haben, welche den Seidenwürmern, beſonders nach der drit» ken und vierten Häutung, ſchädlich ſind. Auf dieſe fann man Zweige oder Augen von einem Baume, der gute, breite, rune de Blätter hat,:oculiren. Die Methode mit der Pfeife zu impfen, wird für die ſchicklichſte gehalten. Man nimmt von dem Baume, deſſen Art man einſeßen will, einen Zweig in der Dicke eines Schwanen- fiels, ſchneidet ihn apf beyden Seiten ſo weit ab, daß er 2--3 Augen behält. Von dieſem Zweige wird die Rinde durch gelin- des Hin- und Herbewegen,-in Form eines Pfeifchens abgelöſet 3 den Stamm, den- man impfen will, ſchneidet may ſo weit ab, daß dieſes Pfeiſchen auf die Zi ws man vorher die Rinde abgelöſer hat, ſo.ge- nau paſſe, daß es darauf gewachſen zu ſeyt ſcheint; alsdann wird es mit Baſt ein we- nig gebunden, damit es genau an den Stamm anſchließe, und deſſen Saft in ſich ziehe.; Nach einigen Wochen muß der Baſt wieder ein wenig gelöſet werden, ſonſt ſchneidet er ein, und verhindert das Wachs- thum. Will man aber oculiren: ſo ge- ſchiehet ſolches nach der, bey den Obſtbäu- men tes un ers bt: fe fein en Pfl eichtert; dürften hädigen, niger in 1 ME fle [um und und von veffliches der mak '(Fei eche den der dit lich ſind, x Augen eite„tUne Methode „für die mf von ßen wil), chwanen- eiten ſv (t, Von ch gelin- em eines num, den v ſo wett telle, ws t, ſot n zu ſey t ein wt an den ft in ſ< muß di Yen, ſauf ; Wachs TEN4 Obſtbau m <= EE BEET ZEE 5> STC Ef I EESEUEN ER GENESE GEES a 252.08, SIE, ZERI: Maulbeerp mein gewöhnli- ne, leichte Sandboden ſey zu den Maunl- beerplantagen ſchicklicher als jeder anderez im allzu fettem, lehmichten, thonichten und harten Boden kämen die Bäume nicht ſo gut fore, und die Bäume in feuchte Gründe zu verpflanzen, gäbe ein Laub, wel- ebenſalls nur ein-Pfund, Hierwider könnte aber.noch die verſchiedene Sehywere der Puppen zum.Cinwand.die- nen. Die Abhaſpelung mußte daher ein „entſc)eidenderes Reſultat.geben.-Nach dieſem gaben i0 Pf.-Cocons von Jtalieni- Fchen Blättern Ein.Pf. Seide, und-.im Or- ganſin zu gebrauchen; hingegen hatte.man 4.24 Pf. Cocons-vom wilden Maulbeer- 'blatte-nöthig,-.um Ein Pf. Seide.von-der- feiben Dieke und zum nämlichen Gebrauch Herauszu bringen. Die Güte-beyder Sei- denſorten iſt-vollkommen Hlei gefunden - worden. Hieraus folgt nun: daß-die Sei- venwürmer, denen man das Jtalieniſche „Maulbeerblatt reichet, eine eben ſo ſchöne Seide geben, als diejenigen, die mit dem wilden erzogen4werden.; daß die erſtern heſe» fer geſponnene-und Feidenreichere„Cocons verfertigen 3 unddaß der Italieniſche Maul- beerbaum in aller Abſicht diejenige Gattung tt, die man am allermeiſten begünſtigen follte, Maulbeerp Es giebt no- 4mal in 24 Stunden ſtreuens Dagegen ihnen 6 mal friſche Blätter von der gemeinen/Gattung gegebenwerden müſ- ſen. Ferner dienet ſein zweytes Blatt zur Stallfütterung,"Man waziet nämlich nur den erſten Froſt und den Herbſtnebel ab; alsdana fälle das Laub von ſelbſt ab, und das bisweilen in einer einzigen Nacht. Man kann dieſen Blätterfall, wenn manu will, durch ein leichtes Schütteln der Bäuy- me befördern; alsdann ſammeln Frauen und Kinder die Blätter;.man läßt ſie her- nach x=-- 2 Tage im Freyen trocknen, bringt ſie-ſodann ein, vermiſche ſie ſogleich mit Weizen.» oder Roggenſtroh, da ſie dann weder faulen noch ſich erhißen, und dem Hornviehe eine gute Nahrung darbieten, Hätte.man endlich tauſend Maulbeerbäus me von 18== 20 Jahren: ſs würde, durch das jährliche Beſchneiden, das nöthige Brennholz für eine anſehnliche Wirthſchafe erlanget werden fönnen, Ende des dritten Theils. on die hüͤber m laͤn⸗ hnicht Blät⸗ Linen geleſen tnaht⸗ ern zu verlan⸗ nreuen., ter von nmüͤſ⸗ att zur ich nur bel cb b, und Nacht. in man r Bäͤr⸗ Frauen ſee her⸗ vocknen, ſogleich je dona d dem wieten. gerbaͤu⸗ e, durch nothige thſchaß A—— ——————— ——— ſ 8 — 3 e Coſoùr& Grey Sortrol Chart o Blue Cyan Green Vellow HRed Magenta Wnite Srey 1— Grey— Grey 3 Grey 4 Black

erbanbechel, Seubechel, Heuſchel, Stachelkraut, Stralifrantz Gehbſenborche, OchſenFraut, Äglar- Eraut, Weiberkriet, Harteihei, Harnfraut, Ragenjpeer, Pfingjterz, Iveipen, Schiwalzbefen, Gueſten- Eraut, ScubiFraut, 4. Arvenſis L., iſt yerennirend auf unſern Triften und Zeldern, ein läſtiges Unfraut, deſſen kriechende und ſtarke Wurzeln, leichte P&üge zerreißen kön- nen, und daher, um den Aer davon zu befreyen, eigends mit dex Hacke heraus 92» hat werden müſſen. IVurzei* ſtart, zähe, tief eindringend, weit umher aus= gebreitet. Strenttcl: holzig, zähe, rund, etwas zottig, klebrig, andertvalb Fuß. hoch, die Seitenzweige mit ſtarken Sca- heln bewehrt. ZDiumen: ven Seiten ver Zweige ganz entlängs, im Anfange des Sommers, uad oft bis zu Ende des Herdſis 3 alle iber ohne Stiel faſt platt auf, und ge- meiniglich zwo nahe bey einander. Die Blumenblätter find röthlic. Man hat Sorten mit blaßrothen, purpurrotyen und weißen Blumen. Auch iſt eine Abart, die man obnttachlichte A>erhaugechel nennt, Sie hat breite Blätter, und aufrechte Stengel mit rothen, purpurrothen, auch weißen Blunen. Man pfiegt diete Abar- fen wohl in die Gärten aufzunehmen. der gemeinen Art aber, ſo ſc<ön ſie auch aw und für ſich ſelbſF iſt, bleibt die Aufnahme in die 2uſtgärten verſagt Die ganze Pflan» ze der lektern, ſonderlich die Wurzel, hätt man für eröfſnend, und hat ſolche bey Ver- fiopfung der keber und der Milz.,. ſonder- lich zu Beförderung des Urins, angerüh- met. Die lekte Wirkung ilt durch viele R ÜR ee a See ee de RN RE Hauß Erſaßrungen. beſtätiget3 auch den Pferven wird dieſer Trank gegeben, wenn ſie nicht ſtällen können. Den Nieren- und Blas fenſtein aber aufzulöſen iſt ſie zu ſchwach. Hhngeachtet des widrigen Geruchs in den Sölumen, genießen die Schaafe die Bläk- ter fehr begierig. Cs wird dadurch bey diejen Thiexen der Urin Fark abgetrieben. 3) Hayhechel der Alten, A. Anti- quorum. Warerland: vas miträgige Cu- ropa«- Stenteit aufrecht, holziy, 1 Fuß hoch, die Zweige ziemlich eben, mit kan2 gen, ſtarken Stacheln bewehrt, Diattet: die untern dreyfac<, die obern. einzeln. Dluywen: au den Ceiten, einzeln, greß, größer als die Diättehen, röchlichpurput- xot), im Jun., Jui. und Aug. 4) Rriechende Hauyechel, A. re- pens. WVateriannd: England an den Seeufern, der Oriente. Wurzel; frie» hend, befrächtiich weit auslaufend, EStcn- gel: weitſchweifig, darnieder liegend, 2 F- lang, die Zweige aufrecht. Flatter? die untern dreytacy, die obern einzeln, die Diattanſäße eyrund. Binnen: in den Winkeln. der Blätter, einzeln, purputretd, un Jul. 5) Große, gelbe, oder ſiinkende Saubechel, A. Natrix. Vateriand* kanguedoc und Spanien unker den Saaten. Stengei: ſtrauchig., holzig, zähe, ahne Stacheln, nahe über dem Woden äſilg, 2F. hom. MPläatter: dreyblättrig, klie« brig, oval, haarig, die Blattanſäße glatt- vändig, ZDlumen: der Stengeln faſt ganz entlängs, auf langen, einbiumigen, mit Grannen verſehenen Stielen, mäßig groß, glänzendgelb, niit einigen braunet. Streifen, im Jun. und Jul, Die gan? ſcarf riechende Pflanze it mit. flevrichten Haaren beſeßt, und die ausſchwikende val- ſamifche Feuchtigkeit ſcheines in Jierven- franßs NT P2 TEB 0EREEERO ETG ROE HBERE ig Sinn) 7 ſerben nicht Dlqs wach, n den Dläle < bey teben, „Anti iq Ey- „1Fuß mi kane (ate: (neh n, zieh Opurput: „Alb an den |; fils Stets d, 25. tere die n, die jn den unt), nende vlan Saaten, e, ahne 1 df ig, fle 2 glatt hr faß Mig) mäßig vauneh » gan) pte nde hal: Nerven fran! 4? Hoauh krankheiten: dienlich zu ſeyn, worüber es aber noch an Hinlänglichen. Erfahrungen mangelt. 6) Sette, oder golbgeſtreifte Sau- Hechel, 4. pinguis.. Daterland: das ſüdl. Europa, EStengel:. winflich, äftig, ohne Stacheln, 2 F. hoch. ZZ1arter: drepfach, lanzett/örmig- länglich, die"Blatts anſaße glatträndig,- FPlumen:.den Zwei- gen. meiſt ganz entlängs, artig groß;. pur purroth, mit vortrefflichen gelven-Strei- fen, auf einblumigen, mit Grannen ver- ſehenen Stielen ,. im- Jun, Jul und Aug; bel, A. variegata. Vaterland:. Spa- nien; das ſüdliche Europa am Bieerſkran-- de, Srencgei:. äſtig, weitſchweiſig, kle- brig, 9 Zoll hoh, Hlätter:s. einfach, ſchmal, keilförmig, geſtreiſt, fſägeförmig, Eurzgeſtielte. FDattaiijae und Dect- blärtchen: gezähnt. Dimmen in den IWinkeln ver Blätter, einzein, kurzgeſtieik;. mäßig groß, auf eine jichöne Art gelb ge- Kreift, im Jul, und äug« Won dieſer Pflanze hat man- eine Abart mit. gelben Blumen. 3) Zurückgebogene oder Jralieni- 2 Gbe HSaunbecdel, A reclinaia-& gier latzd: Jtatien, die Schweiz, die Dat» phine'.. Stenzei:. klein, tiebrig, weit- ſchweiſig, am Boden liegend,- Digtter t- j 37 3 Droyfach, haartg, rundlich, geferdt, Z5iu- mens: an den: Seiten, einzeln, dünn ge» ſtielt, purpurröchlich, mit einer Büſchung.: von Weiß, im Jul. und äug. Hüijriit umgebogen; Wan findet von ihr: eine Ab- art mit roth- und weißen Diumen: Die-- fe Pflanze gehöret zu- den einjährigen Ar-- ten, deren Saamen im Marz fogleich an Ort und Strelle in leichte Erde geſuet wird. Die vorher gehenden perennirenden Frie Y 7). Zunte oder ſchectige ZSaube- benſchwanzförmigen Blatte verbunden ift 3- 3) ein von Holzwerk geſchlagenes, von dem feſten Ufer nach der Tiefe des Strohms ſich erſtrecfendes, Waſſergebäude, wodurch der Strohm vom Lande abgewieſen, und die ſer- nere Vertiefung und derx-Cinbruch des Ufers oder. deſſen Vorgrund verhindert wird. Cin ſolches Haupt wird in Niederſachſen s56ft genannt.. Hauptanſchlag, beym Bauweſen, eine allgemeine Denkſchrift, von der Mens ge, Beſchaffenheit und Gattung der Ma» coxialien und dev Werke, wie- ſolche nach' der erklärten Vorſchriſt, und den beygeſüge ten Maaßen in den Riſſen gemacht und ausgeführet: werden ſollen, nebſt dem Prei" ſe, was für jede Art: der Werke: bezaplt werden ſoll; entweder: nach Klafterun, vder nach Tagelohne, welche man den*Bauüber-* nehmern ſeßer, um ſich bey der- Zuerfen nung darnach zu richten ,- und weim“ die Werke vollendet ſind, ſelbige auſs neue zu unterſuchen ,. und zu ſehen, ob ſie dem Hauptanſchlage gemäß ſind, ehe nian die Dezahlung.teiftet:. Hauvrbaifein, die vornehmlien und ſtäriizen: Dalfen eines Gebäudes, beſon- ders diejenigen unter einem Dache, weiche 52.2 voi 545 Hauptd von einer Wand des Gebäudes bis zur an- dern reichen, und worauf das ganze Dach xuet, Hauptdeich, Nieverſ, Höftdiek, HZafſſdiek, der größte und vornehmſte Deich, welcher das Land vor der Ueber- -ſchwemmung von außen ſchüßet, Haupidickicht, das ſtärkſte Dickicht in einem Walde, worinn ſic) das Wild vorzüglich verſteckt. Hauptflügel, der vornehmſte Flü- gel bey einer Jagd, zum Unterſchied von den Treib- und Nebenflügeln. Hauptgefälle, das Gefälle eines Flutjes an demjenigen Orte, wo der Strohm am ſchnellſten fließet. Das Gefälle eines Strohmes iſt niche an allen Orten gleich, und ein Fluß kann daher zwar an irgend einem Orte ein ffarkes Gefälle haben, und doch, im Ganzen genommen, langſam fließen, Hauptgeſchoß, das wichtigſte Ge: ſc 279004 G0ERIEEEHT CREE RERE WU Sang 3 Auch werden dieſe- a mrn MR I een H efhte ? die hſien ung, iſſen; ergl, eben- hn, dnet, ohren x a Dey ie A I weil Veuerßs enn ſie hewalt 1 nahe ſeinen dieſe- t aus n den hmen mmer Köpfen 1. ibe 1), ves In Auch jagen, wird, üblen! wel! Kae) x wet den, Hauptm den, und zwar ſo; daß dieſe Stücke gerade auf der Mitte der Wechſel oder dor zuſam- men geſeßten Kranzſtücke zu liegen fom- men. Hauptmauern, ſind diejenigen, wel- die ein Gebäude um und um einſchließen. Sie werden ungleich ſtärker gemacht, als die Scheide- oder Zwiſchemmauern, welche leßtere mit den erſtern allezeit verbunden werden müſſen. Hauprtnagel, beym Mühlenbau der Nagel, welcher bey den Aich- oder Mahl- pfählen in die Mitte der kupfernen Platte eingeſchlagen wird, Hauptqueerbalken, beym Waſſer- bau ein Stück Holz, welches ſtark iſt, und woran die Spundpfähle. vefeſtiget werden. Man bringt ſie auch außen an den hölzer- nen Kayen an, um die eingeſchlagenen Pfähle in ihrem Stande zu erhalten, Hawuptreif, der äußerſte Reiſen einer Tonne, oder eines hölzernen Gefäßes. Der einheimiſche Böttcher nennt ihn Hais- band. Hauptriegel, die äußerſten Riegel bey einer Arche, einem Pen VU. dergt, Hauptriß, Skike, Fr. Esquiſſe, Project, ein Riß, der die Einheilung eines Gebäudes durch blos ene 2inien vorſtellet, Hauptrüfung, ein Gerüſt von ſtar- kon Stangen und Zretern bey Erbauung eines maoſſivon Gebäudes; im Gegenſaß einer Nüſtung bios von Rüſtbö>en und Brekex, mit welcher Rüſtung man ſich beym unteren Stockwerk behilfc, EE edin Hauptt 127 Hauptſchiene, eine eiſerne Schiene an der Seite des Pflyghauptes. Hauptſchlüſſel, ein Schlüſſel, der alle, oder doh die mehreſten Schlöſſer zu den Zimmern eines Hauſes öffnet, Er hat eine vierfantige Oeſſnung, und unter- ſcheidet ſicy hiemit von einem Dieterich, als welcher hakenartig iſt. Hauptſchwellen, die ſtärkſten Bal- fen, welche auf die Pfähle eines Roſtes aufgezapfet werden, worauf man hernach die'Doylen befeſtizet, um auf ſelcenſtück, Laterne uf. f. an- Die neuern Baumeiſter legen die Treppe gern“ nach dem Hofe zu an; damit fie auf? em Flure nicht hinderlich ſey, und unter ver Treppe iſt 30- wöhalich der Eingany zu den Kallern, die man ENIE IRIG: 877" IEEE EININ»-39 557740 vupegy L EH (EE== eererrmaeramn 40 LINE TEST REEL»+ NEID VEEN DNIe er eren manga Z 128. man dieſerhalb gleichfalls gern Hinterwärts anleget. Hauptwändte, ein beſonderer Ler- «Henfang, welcher mit 4 Seitenwänden ge- ſtellet, und von einem dazu geſtrickten Him- mel überzogen wird. An dieſem Lerchen- Fange werden die Wände die Hauptwände genannt,;? Hauvtzeichein, bey der Jägerey, die unbetrüglichen Kennzeichen, woran man einen Hirſch von einem Thier unter» ſcheiden und ohnfehlbar anſprechen kann. Hauptzimmer, das vornehmſte Zim- per in einem Geſchoße oder Sto>werke, Haus, die bekannte Wohnung- der Menſchen in allen geſitteten Ländern, wels den, im Wegenſaß des Bäcerbrodts. In manchen Städten, z. B. in Berlin, iſt es aber pu) das gröbſte Brodt der Baer, 270EF%*-20EEREIEERETGET ERES UEGEEEE WRE Sat g7- Hd u8b ſo aus Roggenmittelmehl feſter geknätet wird, und länger im Ofen ſtehen muß, als vas Weißbrodt von feinem Roggen- mehle. Hausvau, die Anfertigung eines neuen Hauſes, worzu ein verſtändiger Land- wirth nicht eher ſchreiten ſoll, als wenn die Hausreparoturen ſeines alten Hauſes der Koſten nicht mehr werth ſind, da ſonſt das alte Sprichwort lautet: Alte Häuſer muß man ſtüßen, alte Gelder aber nüßen. Iſt der Bau nothwendig, ſo.muß der Haupt anſchlag(ſ. dieſen) dazu von einem Batt- verſtändigen, oder mit Zuziehung deſſel- ben, angefertiget, und alle Beumateria- lien in Zeiten angeſchafft werden, damit der Bau nicht aufgehalten werde. Damit aber bey Anfshrung der Baumaterialien das Geſpann nicht auf einmal zu ſehr ans- gegriffen werde: ſo kann man im vorher gegenden Jahre,„over nocy früher, bey gu- ten Wegen„und gutem Wetter, Holz, Steine, Kalk u, ſ, F. nach und nach anfah- ren laſſen.„Ob der Bauherr ſelbſt, oder auf Verding, da ex den ganzen Bau ei- nem Uebernehmer(Entrepreneur) überläßt, bauen ſolle, ſolches läßt ſich ſo geradezu weder bejahen noch verneinen, Ju den meiſten Fällen wird es doch aber gerathe-- ner-ſeyn, wenn der Bauherr ſelbſt bauet, d. ü, den Bau ſelbſt anordnet, und durch angeſteiſte Baykeute ausführer. Soll das Haus, oder ein anveres Wirthſchafts8ge- bäude böizern, d. i. von Fachwerk ſeyn: ſo muß der Zimmermann dieZänge und Brei- fe genau meſſen, die das Gebäude haben ſol. Der Riß ſelbſt wird mit Nachden- fen,„und nach-den Abſichten des Bauberrn, nac) dem verjüngten Maaßtiabe gezeich- net, oder man-formt auch wohl das Haus < in einen Modell von Holz oder Pappe-ab,| Herade mmm enen erm aa nat uh, gen: neg and tde der das muß R Ups Bale eſel: teriq- damit damit rialien hr vorher ey gy Holz, nfah- oder Uy els läßt, (dez nden ath bauet, durch ([ das ftöge yn; ſo Brei“ haben (den Hausb gerade ſo, wie es werden ſoll, An ſol- ung wider den Re- gen, und es muß ſich deswegen auch über die Hervorragungen der Außenwände und „der Dachgeſimſe erſtrecken, wofern es, ſei» ner Abſicht gemäß, die Mauern oder Auſs ſenwände wider den Abfluß des Regens ſchüßen ſoll. Hausbaum, derjenige Baum in eis ner Bockwindmühle, der auf den Kreuz- ſchwellen des Bocks ſenkrecht ſtehet, 5-6 Fuß in das Mühlenhaus hinein raget, und mit einem 8 Zoll dien und 9 Zoll langen Zapfen in den Mehlbalken eingreift, wels cher leßtere in der Mitte des Mühlenhau- ſes parallel läuft, neben welcher ſich Wind- flügel oder Ruchen befinden. Der gedach- te Zapfen des Hausbaums hält alſo das Mühlenhaus auf dem Bo feſt, und das Haus kann daher auf dem Bock umgedre»- het werden, Hausdiebſtahl, iſt ein ſolcher, der vom Geſinde und vom Hausgenoſſen an dem- „jenigen, in veſſen Lohn und Brodte ſie ſte- hen, oder an deſſen Hausgenoſſen veräbet wird. Er iſt entweder ein kleiner; dieſen iſt der Richter von Amtswegen zu unterſu- 0 größern Aunreneen RIN GERAIS 56.2 mme Eier weglenn ÜS*enEeEEE IE vIEI IG 2ER IIÜÖ RIT III 1570 IITT III Jag NIE Hausf größern Hausdiebſtählen wird die an ſich verwirkte Strafe des gemeinen Diebſtayls nicht nur um die Hälſte der Dauer/ näm- lich von 6 Wochen bis auf 3 Jahre, ver- längert, ſondern auch mit Willkommen und Abſchied geſchärft, A, 2, R, Ch,1U. Tit. XX. 9,1137. Hausfrau, iſt die Benennung einer Eheſrau zur linken Hand. Sie tritt we- der in die Familie des Mannes, noch darf ſie ſich deſſen Namens, Titels und Wap- pens bedienenz ſie wird aber der Gerichis- Harfeit des Mannes unterworfen. A+ L, R, Th.11. Tir.1. 6,862 ff. - Hauslaub, Hauswurz, Sedum, Die hier folgenden Arten vieſer Gattung ſind ſaftige, niedrige, ſchr dauerhafte, kraut» artige, zaſerwurzliche, immergrüne, peren* nirende, zur Vermehrung der Mannichfal- tigkeit in den Luſtgärten und zum Arzney» gebrauche dienliche Pflanzen, mit unmit- telbar auf der Wurzel ſtehenden, entweder xundlichen, oder länglichen, dien, flei- ſchigen, ſaftigen Blättern, und mit jähr- lich neuen, 1 F. hohen, und bey einigen Arten kaum halb ſo hohen, aufrechten, run- den, ſaftigen, aus deim Micrtelpuncte der rundlichen Blätterbüſchel ſich erhebenden Stengeln, welche ſich mit Büſcheln von vielblättrigen, im Jul, und Aug. blühene- den, und im Herbſte reifen Saamen geben- den Biumen endigen, 1) Gemeine große Haiswurz, fes meines Dachbauslagub, Sauslauch, Donnerbart, Wunderbar, Jmmer- grün, S. ſempervivum tediorum L,. Ya- rerland: Curopa auf Dächern, alten Mauern, und Hügeln, Wurzeiviätter: viele, eyrundlich, geſpißt, geſranzt, auf der Außenſeite gewölbt, einwärts flag, ia ei- nen Kreiſe uniher ausgebreitet, fta) au; x 30 Hausl dem Boden Üegend, mit vielen.abſiehen» den Wurzelſproſſen. Stengel: dick, röth- lich, mit ſcner hölzerner Zäune überboben zu werden. CEs gehöret aver doch auch jährlich Aufſicht und Warkung dazu, um die He>ken in Stande zu erhalten, auch nehmen ſolche cinen ziemlichen Raum ein, da ſie wenigſtens 4== 6 Schuhe erfordern, indem die Hecke ſeibſt oben auf beyden Sei- ten freyen Raum verlänget, um nicht zu erſticken oder im Wachsthum zurück zu blei- ben, auc) die Wurzeln ſich nach beyden Seiten weit ausbreiten, und nichts dane- ben auffommen oder recht gedeihen laſſen, Wo, vornehmlich nach der Aerndtezoit das Bieh ohne Hirten zur Nachtzeit ſrey um- Her gehend gelaſſen wird, da muß man, nach außen zu, einen Graben, mit Stan- gen, oder einer andern trocknen Bezäunung, oberhalo verſchen, zur Schußwehr halten, da ſonſt Pferde und Ochſen, und bey Tage die Schweine unbezweiſelt durchbrechen, und ſich von ven allerſtachlichſten Hecken nicht abhalten laſjen, ſobald ſie duxch den Goruch merken, daß innerhald dex Hecke für ſie Nahrung zu fiaden iſt.. Man ſiedet hier herum auf Weivepläßen genug Weiß- dorn, wie auch Schwarzdorn, welche, ih: Hede 135 ter Stacheln oßhngeachtet, von dem Hotn- viehe Jahr für Jahr um des Laubes willen benaget und kurz gehalten werden, Am leichteſten läßt ſich daher mit lebendigen Hecken da auffommen, wo kein Weidevieh geyalten wird: und man kann ſie entweder pflanzen oder anſäen, Dawerhafte Hecken muſſen aus ſelchen Arten des Holzes beſte» hen, die den jährlich wiederholten Schnitt wohl vertragen, ohne davon, zurück zu fro&nen, Jhre Stämme und Aeſte müſ- ſen nicht zu ſchnelle und ſtarke Triebe ma- chen, noch, wenn ſie in dey Hecke zu dicht ſiehen, zu bald erſtifen und abſterben, wie man ſich denn beſonders vor allem Strauch- werke zu hüten hat, das ſehr häufige Ne- ben- und LWurzelſproſſen macht, oder, wie einige Baumarten thun,' nach dem Be- bauen odev Beſchneiden die Wieſen und Fruchtländer durch ihre auslaufende Wur- zeln und Brut deſio mehr verderben, Zu dergleichen Holzarten, welche keine gute und geſchloſſene dauerhafte Hecken abge- ben, und dazu nicht füglich angewendet werden ſollten, gehören ſonderlich folgen» de: Die Werſ- oder Saalweide, die ver- ſchiedenen Arten Pappelbäume, Hollunderx, Haſeiſtrauch, Faulvaum, Lilac, rochblättri- ger Cornelbaum; hingegen ſind vorzuzie- hen: die Weiß- und Rothbuche, Rüſter, Ciche, zinde, Ahorn, Birke, Kheinweide, Quitte, Berberißenſtrauch, Weißdorn, Kreuzbeerſirauch, Schlehdorn, He>enkir2 ſche und Pfaffenhsde aus Weißdorn wird bey uns die beſte ſeyn. Die Haſelſtaude ſchi>t fich auch nicht uneben, ſie ſchlägt faſt in jedem Bo- den an, wächſt ſchnell und ſtark, giebt eine diche in einander wachſende Befriedi- gung, und bringt Früchte, dergleichen mon bey dem Weißdorne entbehren muß. Es laſſen ſich aber die Haſelſtauden weder beſchneiven noch einflechten 3 ſie treiben lauter gerade Ruthen ohne Nebenzweige z die jungen Reiter ſind brüchig; und ftußet man dieſe: ſv bilden ſie eine unförmliche Geſtalt. Der gemeine Hollunder wird wegen ſeines leichten und geſchwinden Fortfommens in einem ſchlechten Boden aud) von einigen, und beſonders aus dem Grunde, daß das Vieh vor den Blättern einen Ekel hat, zu Hecken empfohlen. Ei- ne Hecke von Flieder aber wuchert zu ſehr umher, und kann dieſerhalb leicht einen Plaß von 10=- 16 F. einnchmen und viel Fand verderben. Die Pferde berühren freylich nicht das Laub z allein Rind- und Schaafvieh läßt es ſich aber im Freyen, ob- gleich nicht im Staile, zur Abwechſelung, gar wohl gefallen. Vom Schwarztorne, 136 der wegen ſeiner Stacheln ſonſt empfehlbar ſeyn fan, erfrieren die alten Stämme gar leicht; die Wurzeln wuchern auf 20 und mehrere Fuß umher, ſonderlich in ei- nem guten Boden 3 wenn dieſe auslaufen- de Wurzeln aüstreiben, gehen die Haupt- ſtämme gemeiniglich in der Linie ein, upd He>kenk es entſtehen Lücken; die Augrokfung der gausgelaufenen Schößlinge macht dem Land- wirche Mühe und Koſten, und wo der Schwarzdorn wächſt, kommt der Weiß- dorn eben ſo leicht fort, bey welchem noch überdieß die jeßt bemerkten Fehler nicht gefunden werden, Obſthecken von Aepfeln, Birnen, Kir- ſchen, Pflaumen und Quitten können nur in Gärten unterhalten werden, indem ſie die Scheere nicht vertragen, ſondern ſehr müh- ſam mit dem Meſſer beſchnitten werden müſſen. Auf eine ergiebige Obſtärndte muß man dabey nicht rechnen. Cine He? >e von ſauern Kirſchen aber wird noch un- ter allen die meiſten Früchte bringen kön- nen« Zu Luſthecken in Gärten ſchickt ſich die gemeine Hainbuche am beſten, weil ſie in allerley Erdreiche gut fortkömmt, auch die jungen Stämme häufig in den Wäldern zu haben ſind. Sie laſſen ſich gut unter der Scheere halten, ſchlagen frühzeitig aus, behalten den ganzen Sommer über ihr angenehmes Grün, und werfen die Blätter ſpät ab. Heckenfkirſche. Unter dieſem Wor- te kann man, nad) dem Linnäus, drey ver- ſchiedene Geſchlechter zu der Lonicera brin- gent 1) Wollichte Heckenkirſche, Wol- pertsmay, Waipurgismay, Jaun- Firſche, Waldrinde, Zäuniling, Deine holz, Sellen- Zweck- Röhr- auch Tqa- backsröhrchenbolz, Sundsfirſche, Spießbeerholz, Ahlkirſche, Aal- baum, Sctorzen, Läusbaum, Teu- feismarterholz, Soßpiepen, Siedel- rümpchen, Vozelbeer, Chamaecera- ſus dumetorum, Lonicera Xyloſleum, Vaterland: das kältere Curopa, Deutſch- land, unter eitig über die Pot» ) ver: brin Vol: zue ene Ca ht Jjal- Lell: edel Cela leum, uſch land, Heckenk kand, ſonderlich in Niederſachſen in Wäl- dern und Hefen. EStramm: ſtrauchig, ſtar?, aufrecht, äſtig, 7==8F, hoch, die Rinde der Zweige weißlich, welches die Mannichfaltigkeit vermehrer, und dieſen Srrauch im Winter ſehr auszeichnet, Blät-. ter: länglich» eyrund, glatträndig, etwas haarig, paarweiſe, einander gegenüber ſie- hend. ZDlumen: an allen Seiten der Zweige, aufrecht, weiß, im Jun, auf je- dem Stiele zwo Blumen; hinterlaſſen gro- ße doppelte rothe Beeren, die an der Grund- fläche mit einander vereinigt ſind, und im Sept. reif werden, Aus den Aeſten wer- den Tabacksröhren gemacht. Die Beeren erregen Stuhlgang und Erbrechen, werden aber nicht gebrauchet; die Vögel freſſen ſoiche begierig. Der Strauch kann zu nie- drigen He>en in ven Gärten dienen, und entweder junge Stämme aus den Waldun- gen ausgehoben, oder Saamen ausge- ſtreuet, oder auch Ableger gemacht werden, welche leicht Wurzeln ſchiagen. Er liebt einen feuchten Boden, und verträgt das Beſchneiden gern. 2) Herzförmitte Heckenkirſche, Tatariſche Seckenkirſche, L. Tatari- ca. Vaterland: die Tatarey. Stamm: ſirauchig, aufrecht» äſtig, 3--4F, hoch. Blätter: herzförmig, ſtumpf, einander gegen über ſtehend, ZZimmen: aufrecht, weißlich, im Apr, auf jedem Stiele 2 Blu- men, welche rothe Beeren hinterlaſſen; die bald getrennt, bald vereint ſind, und im Aug. reif werden, Der Strauch verträgt unſre Winter im freyen Lande, und kann, wie die erſte Art, behandelt werden. 3) Schwarze Lonicere, ſchwarz- beerige Hecenkirſche, ſchwarze Hundsbeere, L. nigra, Watrerl, Franf- veich, die Schweizz Stamm: ſirau- Vet. Regltexicon 111, Theil, PENNE He>enk 137 dig, aufrechte, äſtig, 3== 4 Fuß hoch, Slätter: länglich, elliptiſch, glatträndig« ZDlumen: weiß, im May, auf jedem Stiele zwo Blumen, welche ſchwarze, gefrennte Beeren hinterlaſſen. Dieſer Strauch kann, ,wie dex vorher gehende, behandelt werden, iſt aber doh gegen den Froſt empfindlicher, 4).?lpen-Lonicere, Alpen- Hes &entirſche mir rothen Breren. Va- terland; die Schweizeriſchen, Pyrenäis ſchen und Savoyiſchen Alpen. Stamm: ſtrauchig, furz, dik, aufrecht, mit vielen ſtarken und geraden Zweigen, etwa 5 Fuß hoch, die jungen Schuüße e>ig, und mit einer braunen Rinde überzogen. Blät- ter? etwas groß, oval- lanzettförmig, paarweiſe einander gegen über ſtehend, de- nen des wilden Jasmin(Philadelphus co- ronarius L.) ein wenig ähnlich, Bly men: an den Seiten der Zweige, viele, roch, im Apr, und May, auf langen Stie- len, auf jedem Stiele 3 Blumen, welche 2 an der Grundfläche vereinte, am Ende des Jul. oder früh im Aug, reif werdende rothe Beeren hinterlaſſen. Die Beeren erregen Erbrechen. Die Wartung und EW eQeuag geſchieht, wie bey der erſten rf 5) Glattblättrichte oder Pyrendi- ſche Heckenkirſche, Pyrenäiſche Lo- nicere, L. Pyrenzica L. Vaterland: die Pyrenäiſchen Gebürge, Sibirien, Stamm: niedrig, ſelten höher als 3 F+ hoch, unregelmäßig, äſtig. Miätter: giatt, länglich, paarweiſe einander gegen über ſtehend. Dimen: an den Seiten der Zweige, weiß, in1 Apr. auf dünneg Stielen, auf jedem Stiele zwo Blumen, hinterlaſſen rundliche Beeren, welche im Eept. reif werden, und getrennt ſind, S Hede- SE er NN TSE TNG SSS NENN NNEN 138 Hederich Hederich, ein bey uns gewöhnlicher Name eines unter dem Getreide beſindli- jen ſehr verhaßten Unfrauts- Cs ſind aber zwo, einander einigermaaßen ähnli- 4 darf-namlich nur die zur Saat beſtinimten Getreidearten in einen; Geſuße mir Waſſer überſchütten, umrühren,-und die oben auf ſchwimmenden Knoten, die, wegen ihres holzichten Weſens, vom Waſer 179 hoben und. gefragen werden, hinweg nehmen. „Unter dem Dreſchflegel. in der Scheune „bleiben die Knoten faſt alle ganz, daß alſo „nur wenige Saamenförner dieſer Hederich- art ganz blos oder enthüllet unter vas Ge- treide kommen. Wenn den Knechten das Afterkorn für. die Pferde gegeben, und ſol- „Mes von ihnen ausgeſtiebet wird: muß man die im Siebe verbliebenen Knoten ja nicht auf den Hof in den Miſt werfen laſſen, Auf ſolche Weiſe hatten einſt die Knechte - eines-großen Hofes dieſe ausgeſiebten Kno» fen aus. den Stallluken auf einen Haufen „geworfen,'«Der Verwalter ließ aus Uner- fahrenheit dieſe Knotenhaufen als Dunger auf den Acker fahren, und verunteinigte hiemit den Acer ſo ſehr, daß der Guths- herr über 132 Jahre lang. zu thun hatte, ehe er ſeinen dadurch verwahrloſeten Aer wie- der rein bekommen konnte. Der Acterſenf iſt häufiger, als der Acferrettich, auf un- ſern Aetern zu finden. Er ſäet ſich ſelbſt aus in der Aerndte, da ſeine veif unv tro» >en gewordene Schoten leicht“ abbrechen, “aufplaßen und den Saamen von ſich gehen laſſen., Was aver davon unter dem Ge „“freide mit in die Scheune kömmt imd aus» gedrofc)en wird, muß-duriy das Reine- - Mäöchen und Sieben, oder Fegen des aus- gedrofſchenen Korns, geſchieden werden, Das Afterforn, worunter die meiſten He- derichkörner ſind, ſollte' den Schweinen ge- focht verfüttert werden, indem. ſie die ktei- nen runden Saamen jonſt meiſt unverdauet weemanen arm 1m Hederich T39 von ſich geben, weshalb, wie man es überall gewahr wird, der Schweinemiſt auch den Acker ſehr verunreiniget, und al- lerley Untraut aus den feinen unverdaueten Saamenkörnern hervor bringt. Ueber die Vertilgung des Hederichs haben ſich ſo. manche Land= und Ackerwirthe bis- her gleichſam den Kopf zerbrochen, und ſich von einem dieſes, von anderm jenes, an- preiſen laſſen, ohne ihren Zweck dadurch erreicen zu föngen, Einige haben das Auszäten vorgeſchlagen; welches wohl an- gienge, wenn es auf einen oder ein Paar Morgen etwa anfäme, In den ſo genann? ten Flachsländern, d. i. in ſolchen Gegen- den, wo vieler Flachs gebauet, und der Acker dazu ſaſt alle drey Jahre einmal ge- graben. und gejätet wird, ſieht man doch, daß die Saamenfelder mit dem Hederich eben ſowohl, als ander8wo, angefüllet ſiud, weil von den Gerſte- oder andern Sommerfruchtärndten immer wieder der 4n- und. auf dem Acker befindliche Hederichs- ſaame aufs neue hervor kreibet. Auf vor= „Hedachtem Wege kann alſo wohl eine Ver- nderung, aber feine gänzliche Vertile „gung erhalten werden; leßtere fann nur auf eine zwiefache Wäile geſchehen: Enk- weder der Acker muß. 6.--9 Jahr um- gepfiügt, uud zum Graswuchs oder Fut- terfrautblau liegen bleiben 3 0d. man inuß in der gewöhnlichen Brache ein Stück Acker, oder mehrere, alle 14 Tage umpflügen, und den in der Tiefe liegenden Saamen zu Tage bringen. Gel ſchiehet ſolches in der warmen Jahreszeit: ſo zerplaßt der Saa- me von der Luft und Sonne, und wird un- tüchtig beym abermaligen Umpflügen aus- „zukeimen. Auf leßtere Weiſe, iſt hie und da die Vertilgung des Hederichs mit gu- tem ZSortgange verſucht worden, Wermine- - dert wird ſelbiger, wenn bey dem BDroche- S 2 pflügen "- 2 07 CEE LARGE ga IESBITERDG: DSR 00 GTE wan E* SSS EEE Ei en ES IE 06.220006%420EMTEE TE LH 1 WEIT DERDT. OZIEi 140 . Hederich pflügen die Zwiſchenzeiten ſo getroffen wet- den, das vor dem leßten Pflügen ver auf? gegangene, und ziemlich hoch gewachſene, Hederich wieder untergepflüzet, und hie- mit dem Acker eine der beſten Düngungen verſchafft wird. Auch kann man den von breiten Blättern ſtroßenden und lang ge- nug gewordenen Hederich, noch vor dem Blühen(der blühende Hederich wird vom Viehe weniger geliebet, und muß ihm gleichſam zu geil ſchmecend ſeyn,) abmä- Hen,'auf dem Schwad zu Heu trocknen, und im Winter davon den Kühen Brüh- futter machen, oder ungebrühet mit an- verm Heu vermengen, oder allaa, mit Stroh zu Häckſel geſchnitten, ve:.cern, Wenn die Gerſte bey trockner Witte» rung geſäet wird: ſo wird gie wenig von dem Hederich angefochten werden. Jſt aber die Scatzeit naß: ſo geht der Hederich erſt auf, und die nachfommende Gerſte wird unterdrückt. In dieſem Falle iſt noch Hülfe zu finden, wenn dem hervor ragenden aufolühenden Hederich mit der Senſe die Blüthen abgehauen werden, worauf er nicht fortwächſt, und die Gerſte duft befömmt, daß ſie empor kommen kann. Bey der Haberſaat, die auf mehr hohen und tronen Boden geſchiehet, iſt eine naſſe Saatzeit ſehr zuträglich, Man fäßt den Haber eines Fingers lang hervor wachſen, und fährt ſodann mit der Egge über ihn her, wodurch der junge Hederich zerriſſen und verdorben, dem Haber aber nicht geſchadet wird, Man zweifelt hie und da nog daran, ob aus dem Saamen der Heverichgsart, welche wir Akerſenf nennen, Oel gepreſſet werden könne, Dieſes iſt aber bey uns bieſiger Orten längſt erpro- bet; der Hederihſaame hat mit dem be- kannten Rübſen in der Quantität ſowohl, ols in der Qualität, einerley Verhältniß,. emm emzenRERAIREIEE REITEREI II-27 70 IEEE FIRE IETI Heevd Man ſieht öfters ganze Sommerfelder, die, nach Beſchaſſenheit der Witterung, faſt lauter Hederich, und höchſt wenig Getrei- de bringen, C5 wird aber der über das Getreide hinweg gewachſene Hederich im- mer eher reif, als die darunter der Luft zu wenig ausgeſeßt geweſene Gerſte, welche lestere alſo nur dann erſt abgemähet wird, wenn der zu reif gewordeue Hederich bereits ſeine Schoten größtentheils hat aufplaßen, und die Sagmenkörner ausfallen laſſen.. Sollte es daher wohl nicht gerathener ſeyn, ein oder das andere zu ſehr mit Hederich überwältigte Stuck früher abzumähen, um von dem Hederichſaamen eben ſo viel Nu- ßen zum Delſchiagen, als von Rübſen, zu haben? Man wird ſagen: es iſt Scha« de um die Gerſte. Da aber die vom He- derich überwältigt geweſene Gerſte, welche öfters weniger mehr, als die Ausſgat, wie- der giebt, doch kleinförnicht bleibt, wenn ſie auch zum längſten auf dem Halme ge- laſſen wird: ſo würde alſo an ihr wohl we- nig ober nichts verloren werden, wenn ſie zur Gewinnung tes Hederichſaamens frü- her abgemähet werden müßte. Heerd, in der üblichſten Bedeutung ein Plaß, worauf bequem ohne Schaden Feuer gehalten werden kannz wie in un- ſern Küchen der Feuer- oder Küchenheerd auch ſchlechthin Heerd genannt wird. In den Schmiedeeſſen iſt der Heerd ein vier- fantiges, 3X bis 4 F. hohes, Mauerwerk, wobey ein Debläſe angelegt wird, und nes ben dieſem auf dem Heerd eine vertiefte Feuerſtätte, worinn das Eiſen geglüßhet wird. In Backöfen iſt der Heerd die obere Dee innerhalb des Ofens auf den Fuß oder Fundament, worauf das Feuer brenn?, und das Brodt beym Backen ſte« het, Der hieſige 2osbäter ſchlägt ſeinen Heerd R xvögeln verſehen iſt, um welchen der Vogelſteller beym Vogelſang das Schlag- garn legt, Heerd, der obere Raum des Dammes eines Ueberfallwehres, wo das überflüßige Waſſer oben abſchießet, Heerdeiſen, ein ovales Eiſen mit ei- ner Handhabe, oder ein eiſerner Schlägel unten mit einer polirten Bahn, und ober- Halb mit einer Handhabe, womit der Lehm zu dem Heerde eines Backofens feſt geſchla- gen wird, Heerdſchlagen. Der Lehm eines Bacofens hält bey den Bäckern etwa nur 2--3 Jahre vor, da er alsdann wmeben wird. Befondere Bäcker oder Maurer, die ſich auf das Heerdſchlagen verſtehen, brechen daher den alten Heerd mit der Heerdſtange(f. dieſe) aus, und ſchlagen ei- nen neuen, Sie ſäubern nämlich einen gut bindenden Lehm von allen Steinen und fvemdartigen Theilen, feuchten ihn mäßtg an, und tragen ihn in dem Ofen, Statt des aufgebrochenen Heerds, durchgängig etwa eine Hand hoc“ auf, Nunmehr Friecht der Heerdſchläger in den Ofen, und fc geben. Daher ſuchen auch die - Borliniſchen Bäcker, denen es oft an Weißbierhefen fehlt, ſolche folgendergeſtalt zu verlängern; Sie machen aus gefochten und zerriebenen Ertüffeln einen Brey, ſtel- ſen vieſen mit Weißbvierhefen und geſtoße- nien Krebsſteinen, auch wohl mit etwas , der Gährung des Cyders. Heften Franzbranntwein, an, und laſſen den Brey gähren. In reichlicherm Maaß? läßt ſich dieſer Brey, Statt der Weißbierhefen, ge- brauchen. 3) Cyderhefen entſtehen bey 4) Uneigenk- lich wird auch der Bodenſaß des Dels Gel« hefen genannt. Man nimmt ſelbige gern zum Seifenkochen, Hefenſtück, ein bey der Bäckerey vorläufig in kleinem Maaße mit Hefen ge- machter Weizenteig, der bey dem Sem- melteige, ſo wie der Sauerteig bey dem Brodtteige, die Gahre befördert, und zum Theil die Hefen erſparet, Etwa zwo Stunden vor dem Teigmachen zur Sem- mel nimmt der Bäer ein Paar Meßen Mehl, und macht aus dieſen mit warmem Wahßſr reichliche Hefen, die er zum Waſ- ſer gießt, und etwas Salz, einen Teig, der Hebeſtü>k heißt. Dieſes iſt in der Fol- ge beym Teigmachen zur Semel die Grund- lage. Heft, ver Stiel oder die Handhabe eines Geräths, woran man es angreift, feſt hält und regiert, z- B+ an Meißeln, Stämmeiſen, Meſſern u, ſ. w. Heſten, die Weinreben und Schöß» linge mit Stroh an die Pfähle binden, da- mit die Trauben anden ſo genannten*B0- gen der Sonne mehr frey geſtellet werden, Die erſte Heſte geſchiehet gleich nach der Breche im Junius. Das Stroh zu den Bändern muß zuvor im Waſſer gut geweiz chet werden, damit es nicht breche« Bey dem Kufheben der Schoſſen aber muß Ach- tung gegeben werden, daß es nach und nac) geſchehe, und nicht auf einmal, ſonſt Auch muß man Die zweyte andern Hace, brechen die Schsſſen, keine Blätter mit einbinden. Hefte geſchieher gleich nach der gente Oel gern ferey n ges Zem: dem ) zum . M0 Sem: Neken amm 1 Vaſ: | Teig, ver Fol: jrund: dhabe greift, eißeln) ESchöß, en dr en Dor verden, '< der zu den gewel? Bey 16 Ach“ < und ( ſuſi ß ma ) zwe anden Hof) Heftſ Hacke, um alle gewachſene Enden anzu- binden. Heftſvan, Hefiſcharten, Bän- der von Weiden, womit die geſpaltenen Faßbänder oder Reiſen zum Austrocknen rund an beyden Enden zuſanumen gebunden werd.;n,. Hegereiſer, Laßreiſer, Stangen von verſchiedener Gattung in den Lkaubhöl- zern, welche auf den jungen Schlägen ſte- hen bleiben, um ſie zu Bäumen erwachſen zu laſſen, Heide, ſo nennt man in hieſigen Ländern die aus. Nadelholz beſtehenden, und hoch belegenen Waldungen; auch wohl mit dem Zuſaße: Kien- oder Fichtenheide; ſo wie man im Gegenſaß die auf niedrigen Pläßen belegenen, und mit Laubholz bewachſenen Gehölze Büſche, oder Brücher, auch wohl mit dem beſondern Zuſaße: Ellernbüſche, Ellern- oder Elsbrücher, Elslaken, zu nennen pflegt. Cichenwälder pflegt man auch wohl Cichheiden zu nennen. Heide, Erica L. Von den zu die- ſer Gattung gehörenden Pflanzen hat Lin- näus 60 Arten angegeben, von welchen die meiſten in Aethiopien wachſen, und zu den ſeltenſten gehören. Bey uns findet man nur eine Art, nämlich die exemeine Heide, Heidekraut, Zrüſch, E. vulgaris L., wächſt in un- fruchtbaren Feldern und Wäldern, Sramm: etwa 2 F, hoch, ſtrauchartig, Blätrer: pfeilförmig, einander gegen über ſiebend. HSiiumen: glänzendroth, auf purpurroth ziehend; im Sommer und Herbſt. IJInsgemein iſt dieſe ſchnell und häufig wachſende Pflanze verhaßt, und man findet ganze Fluren, wo faſt nichts anders als Heidekraut geſehen wird- Cs Heide 143 verhindert ſonderlich allen Anflug von jun- gem Holze, Die Vertilgung mit Feuer war ehedem hie und da am gebräuchlichſten und beſten, weil die zurückbleibende Aſche zugleich den unfruchtbaren Boden dünget, Da aber die nahzgelegenen Hölzer leicht in Gefahr kommen können: ſo iſt dieſes Hei-, debrennen abgefommen oder verboten wor-, den. Soll ein mit Heidekraut beſtande- ner Fleck umgeriſſen und mit Nadelholz- ſaamen beſäet werden: ſo muß man ſich dazu eines ſtarken, tief einſchneidenden Pfluges bedienenz oder, im Falle dieſes, wegen vieler alten in der Erde noch befind» lichen Stubben, nicht möglich iſt, den Bo- den mit der Hacke umhacken. Jſſt der Bo- den ſv gefroren, daß man mit dem Pflug- ſchaar noch unter die gefrorne Erde unter- und'eingreifen kann 3 ſo läßt ſich die Wur- zel der Heide leicht mit den Erdſchollen los-, reißen,. Wo es an andrer Weide fehlet, da muß das Nind- und Schaafvieh ſich mit der Heide behelſen. Es iſt aber die Heide ein ſehr tro>en machendes Futter, beſonders für die Schaofe, ſelbigen in naſſen Jah- ven auch ſehr dienlich, und wider das Fauls werden der Schaafe verwahrend- Auch im Winter, wenn riefer Echnee liegt, und: fein anderes Futter zu finden iſt, werden die oberſien Sproſſen von dem Schaafvie»- he begierig gefreſſen. Liegt der Schnee ail- zu hoch: ſo pflegen.einige Wirche Pferde an Stangen, und zwar. an jevem Ende derſelben einen Zug, zu ſpannen /- und hie- mit den Schnee von der Heide abzuſtrei- fen, daß die Schaafe die Sproſſen ſehen und abfreſſen können.«Man nent. dieſes: Schnee pfügen. Die Bieuen haben:an der blühenden Heide eines der heſten Ziahrungs» mittel. Je wärmer die Witterung iſt, de» ſto mehr Honig iſt in der Blüthe zu fin- "Dele Fer NNN ESTG "2 en Id WARRI rie mee 1er m mann Noa EEE I EL ISIIG 144 Heide den. Kalte oder regnichte Witterung iſt der Honigtracht zuwider. Das Rothwild- pret muß im Winter ebenfalls mit dem Heidefkraute fürlieb nehmen, Jn dem Lü- neburgiſchen werden aus den Stengeln veſſelven Beſen verfertiget, und ſolche nach Hamburg und Holland verführef, guch in Frankreich aus den zarten Ruthen Kleiderbeſen gemacht. Im nördlichen England wird die Heide, Statt des Ho- pfens beym Bierbrauen, in andern mit- ternächtlichen Ländern zur Bede&>ung der Häuſer, und in Schottland, Statt Der Betten, gebrauchet. Auch ſollte das Hei- vdefraut, bey dem Abgange der Eichenbor- ke, zum Gerben der Leder nach gerade her- vor geſucht werden, Ob man aus der blühenden Heide eine Vorbedeutung auf die Witterung nehmen, und vorgeben könne: daß, wenn ſolche hoch wüchſe, und lange Blumenähren triebe, ein langer Winter erfolge 3 läßt man an ſeinen Ort geſtellet ſeyn. So viel aber iſt gewiſſer, daß vielmals da, wo Heide wächſt, auch guter Torfmoor, und an den Wurzein öſters die Deutſche Cochenille ge- Funden wird. Da das Heidekraut, wie vorhin geſagt worven, den Schaafen, dem RNothwilde und den Bienen Nußen verſchafft: ſo ſoll» te man dd<)) tro>ne Sandhügel damit be- ſüen, welche es durch das ſchnelle Wuchern der Wurzeln bald ſo feſt macht, daß der Wind den Sand nicht mehr forttreiben, ünd die Aeckcr verderben kann. In dieſer Abſicht muß der Saame zu Ende des No- vembers geſammelt, und im Frühlinge furz vor einem bevorſtehenden Regen geſäet werden, wv ex denn ſofort nach dem Regen aufgeht nnd fortwächſt. Belegt man den beſäeten Fleck von Diſtanz zu Diſtanz mit leichten Tanger oder Strauchwerk; ſo wird Heidek der Wind deſto mehr abgehalten, den jun- gen Aufſchlag aufzureißen und zu verwe- hen, Heide, Beeren tragende,| Beerheide, Heideböckkichte Saaimey- fkörnerz dagegen die erſte Art weiße Dilite men hat, auf welche Saamenlörner mit glatten Ecken folgen. 3) Das kletrernde, geſtreifte Hexi- dekorn, wild Heidekorn, Vogel- zunge, Buchwinde, Polygonum Con- volvulus, ein Unfraut auf den Aectern. Strenttel: ec>ichtgeſtret, winklich, äſtig, etwa 3 F. lang. MPlätter: herzförmig, einzeln, von widrigem Geruche, Diumen: in Name wanns Arten lat en, flan« 1nehe Vite . mif 90 el Coy- dem äſtig eig, mens ] Heidek im Riſpen, grünlich, vom Jun, bis zum Winter,: dreyſeitig, ſchwarz. Pallas hat dieſe Art zum Anbau empfoh- le:1, weil fie mehr Sgaamen, als die übri- gen Urten, trägt, der Saamen zu glei- hei Zeit reiſet, und alfo beſſer eingeſamms- let werden kann, Es gehöret aber dieſe TDflinze zu den windenden, und muß, wenn ſte etwa 3 Zoll hoch iſt, mit Stä- ben verſehen werden, weil fe ſonſt geſtreckt liegt. 4) Das kietternde, glatte Heide- Torn, große Buchwinde, P. dumeto- rum, wird zuweilen bey uns in Wäldern gefunden, Srenttel: gegliedert, glatt und nicht geſtreifer, äſtig, windet ſic) ſehr hoch hinauf, Dlätrer: herzförmig, ein- zeln. BDinmen: in blättrigen Aehren, weißlichgrün, mit einer geflügelten Rü- &enſcen geworden, ausgefeget, voin ge« macht, und ſodann verwahret, Milt die- ſer Ausreivung wird fortgefahren, bis das T Stück minde TÜRER Za SELE BES a.> NE RÄNGE EE EINE INENEIETNG 146 Heidek Scri>k leer iſt. Das Stroh bleibt auf dem Acer liegen, bis es recht tro>en geworden iſt 3 hierauf wird es auf Haufen zuſammen geharfet, wie Heu aufgeladen, nach Hau- fe gefahren, und. zur Verfütterung aufge- hoben. Ob nun ſchon bey dieſem Auszie- hen und Abreiben der Frucht viele Leute zu thun haben: ſo habe ich doch aus der Erfahrung gefanden, daß hiebey mehr als die Häalfre an Ütenſchen erſparet wird, weil hiebey fein Nbmäßer; feine Umwen- der; feine Bund- oder Garbenbinder, und keine Dreſcher erfordert werden 3 und von den Körnern, vie ſonſt bey dem Abmähen, langen Liegen auf dem Schwad und Adſto- >den, wenn anhaltende Regen einfallen, und bey dem Einſammlen gar ſchr ausfal- len und verloren gehen, zehnmal mehr, als ſonſt, ohne alle Gefahr auf den Boden kömmt. Das Heidekornſtroh muß in vielen Ge- genden, wie z, B. auf dem Fläminge, ein Surrogat des Heues ſeyn. Die Schaafe freſſen es gern, wenn es recht trs>en ein- gebracht worden iſt; nach Marien aber, wenn die Witterung anfängt, wärmer zu werden, will es ihnen nicht mehr bekom- men. Auf eben dieſem Fläminge dürfen, wegen des Heideforns, keine weißen Schweine gehalten werden,- Denn wenn dieſe unter den andern auf die Aec>er kom- men, wo Heidekorn geſtanden hat: ſo freſ- ſen ſie, wie alle andere, von den abgefal- tenen Heidekörnern. Hievon befommen fie aber alsbald Eonvulfionen, zappeln und ſchreyen- daß ſie darüber von den andern Schweinen zerriſſen und getödtet werden. Dieſer Urſach wegen wird kein ganz wei- ßes Schwein auf dem Fläminge geſehen, Uebrigens nähret der Saame Menſchen und Vieh, und für Hühner und Tauben iſt er ein ſehr gedeihliches Futter- Den u 9279654%0IEERDWTGEE ROE RBEDEE Wg Sanetg unn gp Heidelb Pferden wird er nicht gern gegeben, weil ſie, zumal wenn ſie nicht daran gewöhnt ſind, ſtark davon ſchwißen 3 auch geben ſie ihn meiſtentheils ganz wieder von ſich), Wird er aber auf der Mühle geſchroten, und mit Haber vermiſcht: ſo hat man dar- an ein gutes Pferdefutter, Die Hejdegrü- ße iſt berühmt; ſie nähret reichlich, und wird ſonderlich) zu Suppen und Brey ge- brauchet. Der rohe Saame kann lange aufbewahret werden, weil er nicht leicht von Würmern angegriffen oder von Mäu- fen aufgeſucht wird. IEE Die zwote oder Sibiriſche Art ſtreitet in ſo fern mit der erſten um den Vorzug, daß ſie die Kälte beſſer vertragen kann, Sie bringt auch vielfältigere Fruchtz daher man vo» etlichen 20 Jahren anfieng, ſie hie und da anzubauen. Man iſt aber doch größtentheils nach und nach wieder davon abgegangen. Endlich iſt noch zu gedenfen, daß das Heideforn einen ſehr ſtarken Ausſchlag bey der Bienenzucht gebe, und zwar wegen der Menge der lange dauernden Blüthe, ails welche hinreichend iſt, wenn alie andere Blumen fehlen, unſre Körbe zu Ausſtän- vern zu machen 3; weshalb denn auch alle hieſige benachbarte Bienenwirthe, die an ihren Orten, weil der Boden ſich nicht da- zu eignet, kein Heidekorn erbauen können, ipre Bienen, wenn ſie abgeſchwärmt ha- ben, auf den Fläming hinbringen. Das einzige Uebel aber iſt das Wetterleuchten ohne folgenden Regen, wovon die Honigs» tracht al8bald geendigt wird.: Heideibecerſirauch, Vaccinium Die hier folgenden Arten dieſer Gattung ſind niedrige, ſtrauchige, eßbare Beeren tragende Pflanzen- 1) Jm: „vn vöhnt en ſe ſic), ven, dat» ar: und ) her ange eicht Nay: reitet Nu) fang, daher 19, ſie y dech davon ) das bey nder „als dere ſtan» halle je an t der 110, | ho- Das hten nige um ung eer Jm Heidelb- r) Jmmerttrünender rother Hei- delbecritraunch, Rronsbeerſtrauch, gemeine PreusSelbeere, Srein- Rrack- Rian- Rrey- Praus- Bücte- Höl« perle- Griffel- Srandenbveere, Rorh- bejingſtrauch, Dejelbeſien, Myrtillas, Vaceinium vitis idaea L. Vaterland: das kältere Europa, in magern Wäldern. Srämme: ſehr dünn, äſtig, ſelten über 6 Z- boch. Biätrer: immergrün, dic, umgekehrt eyrund, glatträndig, zurück ge- - voller, glatt, auf der Oberfläche geleckt. BDiumen: auf den Enden der Zweige, weiß und wohlriechend, in überhängenden Trauben, röthlich, im April und May. Beeren: ſchön roch. Dieſe Beeren ha- ben einen angenehmen, ſäuerlichen, doch auch) zuſammen ziehenden Geſchmack, und werden für ſich nicht gegeſſen.. Wenn aber ſoiche für ſich allein bey gelindem Feuer ge- ſchmoret oder eingejotten werden, damit ſie ſich beſſer halten, und hernach mit Wein und Zücker vermiſcher werden: ſind ſie nicht allein eine angenehme Speiſe, und werden auch von vielen bey uns, Statt der Sallate, zum Braten gegeſſen, ſon- dern anch ein nüßliches Arzneymittel, in- dem ſie tühlew und erfrichen, und bey hi» ßigen Fiebern, auch ſchwachen Magen nüßlich ſeyn. Die Vögel ſuchen die Bee ren, und die Bienen die Blumen begierig auf, Die Blätter pflegen einige, Statt des Thees, zu gebrauchen, und hoffen das von in der Engbrüſtigfeit Linderung 3 auch ſollen ſie bey dem Steine nüßlich ſeyn, Da die Pflanze einen beſondern, lockern und mooſichten Boden lieber: ſo muß man ſie in ihrem natürlichen Standorte wit ei- nem recht großen Ballen Erde qugheben, und ſie in even ein ſolches Teyrain aus- pflanzen; ſie pfleget dann am erſten anzu: ſchlagen, und fich bald ſtark zu vermehren, FS HZeidelb 147 Auch kann man den Saamen in einem an« ſtändigen Boden, wenn die Beeren reif ſind, anſäen, und ihn 3 Zoll hoch mit Er- de bedecten. 2) Der eckichte Heidelbeerſtrauch, BDiaubeeren, Schwarzbeeren, Bick- Pickel- Straudel» Roßbeeren, ZBe«- fingen, RürhebFen, V.vigrum, V.myr- tulius L. PVarerland: Cutopa, in ſchaf» tigen Wäldern. GESträmme: winklich, äſtig, ſtrauchig, etwa 2 F. hoh. Blät- ter: eyrund., ſägeförmig, im Winter ab- fallend, Diumen: auf den Enden und an den Seiten der Zweige, einzeln, geſtielt, grünlichweiß, im Apr. und May. Bee- vein: duntelblau oder ſchwärzlich, reif im Jul, Dieſe werden mit hölzernen Käm- men von den Sträuchern abgeſtreifet, und enthalten einen ſüßſäuerlichen, angenehz men, zuſammen zießenden Geſchmack, Ihr Gebrauch in der Küche iſt bey uns jattſam bekannt. Die tappen mengen ſie unter die Käſe, die ſie von Rennthiermilch machen, und halten ſolche für einen Lecker- biſſen. Man trocknet auch die Beeren, da ſie ihre zuſammen ziehende Kraft ſtärker äußern, und bey Durchfällen, nachdem ſie genugſam angehalten haben, gebraucht werden, Auch ſollen ſie mit der Beeren= traube einerley Eigenſchaft beſißen, und der häufige Genuß der Beeren ſoll ein ſehr gutes Berwahrungsmittel wider den Stein abgeben, Gedörrte Beeren werden häufig nach Frankreich verführer, um die Weine, beſonders den Ponrac. damir zu färben, wie man denn öfters in den aus Bourdeaur unmittelbar fommenden Weingefäßen die Beeren auf dem Boden derſelben vorfindet, Cs wird auch ein guter Branntwein aus den gegohrnen Beeren verfertiget; er wird für ſich zwar nicht recht helle; man darf äber beym t2äutern nur ein Säckchen mit S2 Holz- 148 Heidelb Holzaſche hinein thun: ſo wird das Trübe ganz verſchwinden, Auch dienen die Bee» ren zum Färben». Wolle, die mit Alaun- waſſer gekocht iſt, erhält eine violette Far- be; ungefochte wird blau, wenn man den Saft mit Alaun und Kupferſchlag vermi- ſchet; und dunkelblau, wenn Gallapfel da- zu geſchet worden. Wird der Saft mit dem vierten Theile Kalf, Grünſpan und Salmiac vermiſchet, und in Blaſen auf- gehangen: ſo wird ſolcher purpurroth, und für die Maler nüßlich zu gebräuchen. Die Vermehrung oder BVerpflanzung des Strauchs muß, wie bey der vorher gehen- den Art, unternommen werden. 3) Der ganzblätrrige Sumpfhei- delbeerſtrauch, große«5eidelbeer- ſtaude, Trünkelbeer- Jägerbeer- ſtrauch, Cunkel- Crinezel- Koß- Drümpel- Druch- 111008- 11100r- Rrack- Rran- Jutzel- Rauſchbee- re, Rubtreken, V,. vligivofum 1;"Dg rerland.: Schweden, auch hie und da im nördl, Deutſchland, auf leichtem, noſſen, guten Moorgrunde, TStamm; holzig, aſtig, etwa 3 F. hoh. MPlätter: dünn, adrig, umgekehrt eyrund/ ſtumpf, eben, glatträndig, auf der Unterfläche weißlich, Zlumen; einzeln, geſtielt, weißlich- pur- purroeh, im April und May. Heeren: groß, nicht ſonderlich ſchmackhaft, In Menge gegeſjen ſollen ſie den Kopf einneh- men, und gleichſam trunfen machen, Die- ſer Strauch läßt ſich ſehr gut verpflanzen, und im Schatten erziehen, Obſchon alle drey jekt angeführte Sträu- t.; 5) Sremdes oder Jtalieniſches Zeimkraut, 3. peregriva. Warerland: Florenz in Wäldern, Sivirien« Sten- gel: viere>ig, haarig, ſteif, 15--,2;F. hom. MHDlätrer: fatt herz- und ſägeſör- mig, haarig. AFMStiumen: in verlänger- ten, ſeitwärts ſtehenden. Aehren, maßig groß, purpurroth. 6) Höchſtes ZHelmkraut, 8, altilli- ma. Vateriand: der Orient, EStten- gelt ſtarf, mit einigen wenigen Seiten- zweigen, 4 F- hom. Hiatcer: herzför- mig- länglich, ſcharfgeſpikbt, ſägeförmig, %Ziumen: in faſt na&ten Aehren, purpur- roth). Dieſe Pflanzen verdienen alle, wegen ihrer ſchön gefärbten, eine geraume Zeit blühenden Blumen, unterhalten zu-wer= den, kommen auch überall gut fort, am bes ſien aber an einem warmen trocknen Orte, und ſind ſehr dauerhaft. Die Saamenpflan- zen leiden im erſten Winter oſt, und mögen alto Jeicht bede>t werden nachher ädver ſchadet ihnen die Kälte nimt. Man ver- liert ſie nie wieder, weil ſie eine Menge Saamen geben, Hemmpyette, eine eiſerne Kette, wel» aus heßen, oder von dem Strife heßen, d. i. im Freyen Felde heßen. Auf den Bali hegen, d.i. die Heßhunde los laſſen, wenn der Saufinder einen Laut von ſiH giebt, da denn erſtere vem Laute zueilen; Heßens- reiten, d,i. ins freye Feld allein oder mit mehrern reiten, um die Hafen mit Wind- Hunden aufzuſüchen und zu heßen, oder zu fangen, Heggarten, ein eingeſchloſſener Plob, Heken darun anzuſiellen. Hekhaus, Hegzwinger, Zwin- ger, das Haus neben einem Heßgarten, Y t NE t worinn die zum Heten befiimmte Thiere "Heu aufbehalten werden; over auch ein Haus, worinn Heßen angeſtellt werden. Hegkhunde, eine Art großer ſtarker Hunde, welche blos zum Heken gebraucht werden, * Heklos8, ein Zuruf, daß derjenige, welcher die Hunde bey ſich hat, ſelbige als- bald los laſſe, wenn ein heraus fahrender Haſe geſeden wird, Hegriemen, ein langer Riemert, wor- an von Windhekern die Hunde geführet werden, inſonderheit wenn ſie zu Pferde ſind. Dieſe Riemen ſind an dem einen Ende mit einem Dehr verſehen, daß man ſie in oder über der Hand befeſtigen kann. Das andere Ende, ſo durch den Ring des Halsbandes geſteckt wird, hat der Jäger in der Hand, damit, wenn gerufen wird? Heße los! er ſolches gleichſam fahren laſs ſen kann. Man hat auch Leinen oder Stri- >e, Start der-Miemen, die Hebſtrike ge- natint werden, Heu, das zur Stall- oder Winter» fütterung unſrer Rinder, Schaafe und Pferde getro>nete Gras oder Kraut. Man hat verſchiedene Arten des Heumadens, „Jeitvem man beſonders angefangen hat, den Engländern in dieſem Geſchäfſte nachzuah- men. Man hat überhaupt beym Trocknen des Graſes darauf zu ſehen, daß es nicht zit ungleich trockne, oder von ſtaxfer Sonnen- hiße ausgezegen, und hiedurcE und hoch liegen, und durch und durch naß geworden ſind, muß man ſie nur mit dex Harke umwenden, aber nicht aus einander breiten. Dieſes darf eben nicht gleich am zweyten Tage, ſondern nur am dritten ge- ſchehen, falls das Regenwetter anhalten ſollte, Sind aber die Windhaufen bereg» net: ſs werden ſie nicht eher aus einander genommen, bis die äußerliche Näſſe wie« der abgetrocknet iſt. WBegegnet es aber dem ausgebreitetem Heue, daß es auch vom Regen naß&gemacht wird: ſo wird 'es nicht eher umgekehret, als bis es wenig- ſtens auf der OberAache aut abgetrocknet iſt.. Hart man endlich das Heu zu ſeiner Tro- Fenheit gebracht; ſo wird es in gewöhnlich große Haufen oder Schober eingeſeßt, und, wenn keine beſtändige Witterung iſt, bald eingefahren. Kann man aber, andrer dringender Feldarbeiten wegen, nicht zum Einfahren kommen: ſo müſſen die Haufen möglichſt groß gemacht werden, weil der Regen in folehe weit weniger ,. als in die fleinern eindringe. Und da die Gewitter- regen öfters mit ſtarken Sturmwinden bes gleitet ſind, welche einem Heuſchober zu- erſt die Spikßy, und ſodann das Uevrige hinweg nehmen: ſo wird, um dieſes zu'ver- hüten, eine eigene Anlage des Heuſchobers (ſ. d.) erfordert. N Es ſind Wieſen, welche ein grobes, faures, auc) wohl ein bitteres Heu, wenn im leßtern Falle z. B. viel Fieber- oder Bi- ber R +% LF Ea R WERE mam mer rue mrn 154 Heu berflee( Trifol. fibrinum) darunter iſt, ge- ben, welches von den Thieren ungern go- freſſen wird, dafern ſolches Heu, das mei- gens auf naſſen oder ſumpfichten Oertern gefunden wird, nicht ausgelegen, Dd. i. vie- le Tage hindurch auf dem Schwad gelegen; oder, wenn es bitter iſt, einen guten Re- gen ausgehalten hat, indem die Bitterkeit hiedurd) gemildert, oder in etwas aus4ez0- gen wird, Kömmt kein Regen; ſo muß dergleichen Heu deſto länger liegen, und durch Luftf, Sonne und Thau gemildert werden, Jn hieſiger Gegend ſind viele dergleichen Wieſen auf Brandenburgiſchem und Sächſiſchem Boden, Wird vem Wie- he nicht recht ausgelegenes Heu- dieſer Art gegeben: ſo hungert es dabey, und will es höchſt ungern annehmen, In Enzland wird viel auf das daſelbſt ſo genannte grüne und bräunliche Heu ge- halten. Jenes behält ſeine ganz grüne Far- ve einige Jahre hindurch 3 dieſes behält eben ſo lange ſeine Farbe, übertriſſt jenes aber an einem noch beſſern Geruche, Das grüne Heu wird alſo gemacht: Sobald das Gras abgemähet worden, und etwas gelegen hat, wird es umgefehret,. und zwar wenn die Sonne recht ſtark ſcheinet, Das Heu wird ſchr oft gewendet, um es deſto geſchwinder zu trocknen, und es je eher je lieber der Sonnenhiße zu entziehen, von welcher es ausgezogen und bleich) ge- macht wird, Sobald es trocken iſt: wird es unter Obdach gebracht, oder in offenen Stapeln oder Feimen aafbewahret. In vielen Weſtphäliſchen Gegenden iſi dieſe Verfahrungsweiſe längſt angenommen wor- den, da 3. B,, wenn däs Gras in den Frühſtunden abgemähet worden, ſolches : alsbald aus einander gebreitet, und nach obiger Weiſe am geſchwindeſten zum Trock- nen gebracht wird. Das brägniliche - Heu Heu der Engländer erfordert folgende Mae nipulation! Das abgemähete Gras wird nach gewöhnlicher Art dann und wann ume gefehret, bis es größtentheils getrocknet iſt. Hiebey wird darauf geachtet, daß eine ge- wiſſe Feuchtigkeit in dem Heue zurück blei- be, zu deren Beſtimmung Erfahrung und Geſchiclichfeit erfordeit wird. Der ganze Heuvorrath wird hierauf in Stopeln odex in Scheuern aufgeſeßet. Hierauf treiben die noch eingeſchloſſen geweſenen Säſjte des Heues einen Schweiß hervor, der dem Heue ſo wenig ſchädlich iſt, daß er ihm vielmehr den annehmlichſten Geruch zuwe- ge bringt. Cs kömmt nun, wie eben ge- ſagt worden, darauf an, den rechten Grad der Feuchtigkeit zu treffen, weshalb genau darauf zu ſehen und zu halten iſt, daß das Heu nicht nod) allzu viel Feuchtigleit in ſich babe, als woraus ein dumpfichtes, ſchim- melndes und ungedeihliches Futter entſie- hen würde, Wer dieſes bräunliche Heu zu machen verſuchen will, und davon noch nicht Kenntniß oder Erfahrung hat, der wird bey Stapeln oder Feimen in freyer Fuſt weit ſichrer gehen, als wenn ſolcen kann. Es muß aber die Stange nicht allzu lang mit dem Strohbunde hervor ſiehen, damit ſie der Gewalt des Windes Widerſtand leiſten könne, Der längere Theil des Strohes wird wie ein Kranz über die Heuſpiße hex» ab hangend ausgebreitet. Sollen derglei- = Heuſch zu werden, indem ver ganze Untere Theil des Haufens frey und unbedeckt bleiben muß, damit die freye Luſt ungehindert Heran ſtreichen könne, Es wird aber das Stroh nicht in ſolce. Die ſehr großen Haufen, die wenige? ſtens 24 Ellen lang, und an die 10 El- ken, auch wohl etwas mehr, breit ſind, Heißen Reaks(Rücken); die kleinern aber, vornehmlich zum Grummet( denn dieſer Hat es meiſtentheils mehr nöthig, daß er von der Luft noch ausgerrocknetf oder ausge- hohlet werde) macht man eftmals rund, und heißen alsdann Cocks(Hähne oder Kämme). Das Heu hält ſich vortrefflich darinn, und giebt einen ſehr angenehmen Geruch, wenn es angeriſſen oder ange- ſchnitten wird, Die Art, das Heu von den Haufen zu nehmen, iſt dieſe: Man hat ein langes Meſſer, genau ſo, wie die Engliſchen Sä- gen ſind; wie man denn au) nichts an- ders, als ſolche Sagen dazu gebrauchet, nachdem die Zähne ab- und ſolche glatt geſchliffen ſind, Hiemit ſchneidet und ſticht man von oben hinab in den Haufen, und ſo gleichfalls von den Seiten u.ſ,f. um alle- mal ein vechtwinflicht vierefigtes Stück 156 Heuſch herunter zu ſchneiden.( Würde das Heu heraus gezupft, ſo würden Ungleichheiten entſtehen, die man aber, des Regens oder Schnees wegen, zu vermeiden hat.) Die- ſe Stücken ſind gemeiniglich etwas über eine Elle lang, faſt eben ſo breit, und eine gute halbe Elle dicke. Site laſſen ſich alſo ganz heraus nehmen, ohne zu zerreißen, ſind ziemlich derb, und werden alsdann freuzweiſe mit einem Strohſeile gebunden, um ſie fortzuſchaffen, Site laden ſich auch überaus bequem, und ſind einige der ar- tigſten Gebräuche in der Engländiſchen tandwirthſchaft., Man verkauft ſie ge- wöhnlich alle nach dem Gewichte. Wenn eine Seite oder Schicht ſo vier- eckicht bis auf den Doden heraus geſchnit- teniſt; ſo fähret man alſo fort, ferner bis auf den Boden ein Stück nach dem andern Herunter zu ſchneiden, und es ſchadet dent ſo angeſchnittenen Haufen nichts, weil er ſo gerade, wie eine Wand, da ſtehet, und allemal zwey rechtwinklichte Seiten darſtel- let, Man fährt fort, das Heu in der Maaße herab zu ſchneiden, bis der Haufen ganz verbraucht iſt, als welches bisweilen kaum in einem Jahre geſchieht, ohne dieſe Wände zu bedecken. Cs wird nur eine geubte Hand dazu erfordert, daß man 3e- rade ſtehe und ſchneide, theils um die Stüe- >en fein ganz und eben heraus zu ſchnei- den, theils eine gerade perpendiculaire Wand zu laſſen. In England aber thut es jeder Ardveiter mit Accurateſſe, weil er dazu immer angewöhnet worden, Dieſe Auſbewahrungsart bes Heues ver» dient beſonders in naſſen Jahren allen Beys- fall, indem aus nicht recht tro>en einge- fahrnem Heue, wenn es in verſchloſſenen Gebäuden eingebanſet wird, ein dumpfich- tes ungeſundes Futter entſiehet. Es kann aber auch in nicht naſſen Jahren doch ir- gende“ Hey eiten Vitt ſhnit: dia andern et dent peil er und fiel 1 de aufen ellen „eſe » eint in ht Stils hnel dale hut iler [49 Bey? nge: enen fi kan hir endö! Heuſch gendswo von Ueberſchwemmungen ein ver- ſchlämmtes ungeſundes Heufutter entſie* hen. Iſt es nun dergleichen Orten anzu» rathen, einen Uebervorrath von Heu im- mer für ein folgendes Mißjahr zu ſparen, und die Gelegenheit der Wirchſchaftsgebäu- de verſtattet es even nicht, ein Heumaga- zin anzulegen: ſo können recht gut ange- legte Stapel oder Feimen nach Engliſcher Art gar wohl zu ſolchen Magazinen die: nen, Heuſchrecke, Locuſta, Unter die« ſem Namen begreift man alle vierflüglichte Inſecten mit harten Flügeldecken, einem niedergebogenen Kopfe mit Kiefern, vier Fühlhörnern und langen Springfüßen, welche mit ihren Flügeln einen Laut von ſich geben, und ſic) von Gras, Getreide und andern Gewächſen nähren. Cs giebt in allen Welttheilen mehr als eine Art die- ſer Thiere 3; die größten findet man in den Morgenländern, unter denen mancen die größte, wie wohl ihr die noch folgende drit- te Gattung an Größe ziemlich nahe kömmt. Sie findec ſich häufig in unſern Kornſel- dern und auf den Wieſen, kann Gras, Kräuter und Baumblätter kauen, und, durch Hülfe einer röthlichen Zunge, hinun- ter ſchlucken. Jhr Geſang iſt nicht ſo an- genehm, als derjenige, welchen die Schnarr- heuſchre>en haben, und er kommt, wie bey allen Heuſchrecken, nur dem Männchen zu, Dey ihrem Fliegen machet ſie mit ihren Flügeln ein deutliches Geräuſche. Wenn man eine von hinten an den Hinter» füßen fängt: reißt ſie dieſen Fuß an der Wurzel des Leibes los, und kann alsdann nicht mehr fliegen, weil ſie ſich mit Hülfe der Füße in die Höhe heben muß, Man findet dieſe Art Heuſchrecken gemeiniglich 23 Zoll lang, 3) Die trüne Heuſchrecke mit braunen Slecken, das bunte Heu- pferd, Locuſla pratenlis maxima, varii coloris, antennis longilinis. Dieſe Art unterſcheidet ſich von der vorher gehenden ſowohl durc< Farbe und Größe ihrer Flü- gel und Fühlhörner, als auch durch die Bes ſchafenheit ihrer Augen. Die Flügel ſind ebentalls grasgrün, und wenn dieſe zuſam» men gelegt find; ſ9 iſt ihr Rücken ohne 3 braune SE Ee IE 2< TENS EEN >> EE 1 ÄN wee INNEIEIET TEICH NETT ENDET 008 4 E 3"4 NK > H Ru & KIN WERE mn Wu me man 158 braune Flecken. Die braunen Flecken ſte- hen auf den Seiten der Flügel ziemlich res gelmäßig, haben zum Theil die Größe ei- nes Hirſeforns, und färben in ihren Schatten die Flügel dergeſtalt, daß ſie die grüne Grundfarbe derſelben faſt ganz ver- drängen. Das ganze Inſect iſt kaum 3 Zoll lang, und iſt in heißen und eroc>nen Som- mern ſehr häufig auf Weeſen und ſandich- ten Kornfeldern zu finden, daher die zur Weide gehaltenen Truthühner eine fehr gu- te Nahrung an ihnen finden, Die Bauern in Schweden bedienen ſich dieſer Heuſchre- >e, ihre Warzen wegzubringen, weil, wenn ſie daran gehalten wird, jolche auf- heißt und eine Feuchtigkeit hinein läßt, wo- durch ſie vergehen. Cben deswegen nennt tinne' dieſe Gattung Gryllus verrucinovo- rus, und Müller den Lö'arzenfreſſer. 4) Die weißgelbliche Heuſchrecke, iſt eigentlich eine bloße Spielart der grünen, No. 2: 5) Der Grauflügel, Gryllus rufus L. Der Körper iſt roth, die Flügelvecken aber ſind grau; das Bruſiſtück iſt kreuzför- mig, und die Fühlhörner ſehen einer zuge- ſpitten Keule ähnlich,. * 6) Die Schnarrheuſchrecke, Rlap- perheuſchrecke, der Schnarrjpren- ſel, Acrida. Man nennt ſie in einigen Gegenden auch: Heime; welcher Jiamen aber eigentlich den Haus- und Feldgryllen zukommt, da ſie mit ſelbigen nichts, als das ſchnarrende Getöſe, gemein hat, und eben daher auch ihre'Benennung entſtanden. iſt. Sie iſt nicht ſo groß, als die gemei- ne Heuſchre>e, aber weit größer, ais die Atterheuſchrec>e z ihre Fußblätter haven an allen Füßen nur 3 Glieder; und ihre Fühl- hörner ſind um die Hälfte kleiner, als die- jenigen, welche main bey den übrigen Gak- fungen antrijjt 3; doch größer, als bey der Heuſch Afterheuſchre>e, Es ſind verſchiedene Ar- ten derſelben, 7) Die Äfterhenſchrecke, Loculta Pratenſis exigua, variorum colorum. Sie uncterſcheider ſich von allen Heuſchrecken, theils durch die Geſtalt und Beſchaffenheit ihres Rückens, theils durch ihre Größe. Sie hat 2 ganz durchſichtige Flügel, wels ye den Linterflügeln der übrigen Heuſchres“ den glei) find, und unter einem bewegli- en haben ihren Na- men deswegen erhaiten, weil ſie, wie vie- le Wögei, ſtrich- oder zugweiſe nach Euro» pa kommen und wieder wegziehen. Cie jiad 1; Mn culta Sie det, nheif röße, Wels ſq egi: Oe: e anl: ndern 9, al it und (Warſt ve chat agt auf Mannse m fal je Ii: genden, großten, der del! fenen Neuſch> genannt ge, und oin einen - wont en, und welcher um de redet )? oder catoriu en No wie iw hut 1, ja) Heuſch find zwar kleiner, als die Kammheuſchre- den, aber größer als alle diejenigen, wels. dje bey uns einheimiſch ſind; denn ſie errei- cen pflegen gemeiniglich das nörd- licde Europa, die Afrikaniſchen hingegen das ſüdliche Europa zu überziehen. In dieſem Jahrhunderte erſchienen ſie bey uns 1730, 1747 und 1748, da ſie in dieſen beyden leßten Jahren aus der Wallachey und Moldau nach Siebenbürgen kamen. JInſonderheit fielen ſie 1749 und 1750, nady)dem ſie in Pohten große Werwüſtung angerichtet, und ſich von Cracau bis Po- ſen ausgebreitet hatten, in die Matk und Schleſien ein, und kamen bis in die Ber- liniſmt, mit welchem ſiz, wenn ſie ſich ihrer Cyer entledigen wollen, die abgeſtandenen und fro>nen Baumäaſte durchbohren, und in ein ſolches gebohrtes Loch 4-5 Eyer le- Zen, dergleichen eine einzige Cicade über 500 legen fann. Die ausgekrochenen jun- gen Cicaden haben 6 Füße, und ſuchen ſe- - gleich die Erde, worinn ſie ſich beynahe ein Jahr verbergen. Nachvem ſie ſich einige- mal gehäutet haben, bekommen ſie Fiü- gel, und begeven ſich alsdann auf die Bäume. Hiebig, ein nur im Forſtweſen übli» hes Wort. Ein hiebiger Schitag, wird der Schlag genannt, wo Holz gefället werden kann. Daher althiebig von den Laubhölzern geſagt wird, wenn ſte über 20 Jahr alt ſind. Ein althiebiges Stangen- hoiz, im Gegenſaße des jungen, oder hie- bigen Stangenholzes, wie diejenigen Schlä- ge genannt werden, die zwiſchen 12 und 20 Jahr alt find. Hief, bey den Jägern, derjenige Laut, welcher aus dem Hiefhorne geſtoßen wird z der Jagdhief, Hiefſtoß, Cin langer, ein- facher, kurzer, doppelter Hief, ein ſolcher heraus geſtoßener Lauf,> Hiefhorn, dasjenige gerade Horn, deſſen ſich die Jäger bedienen, die bey der Jagd usöthigen Zeichen darauf zu geben, Hiefriemen„ derjenige lederne Nie« Hinter men, woran vas Hiefhorn von den Jagety getragen wird, Himmel, bey dem Vogelfange, ein ſpiegelicht geſtricktes Garn, welches nicht zum Fangen, ſondern zum Abhalten und Bede>en üblich) iſt, wie z, B, beym gro- ßen 2Lerchenfange, desgleichen an den Tre!b- zeugen, und auch an der Schneehaube bey dem Hühnerfange, Himmelhaut, der lederne Ueber- zug des Himmels oder der De>e des Ka- ſtens an einer Kutſche. Hinmmelnatgel, Nägel oder Pinnen mit runden, meſſinge- nen Köpfen, womit der Kutſchenhimmel beſchlagen, und durch verſchiedene Rei- hen, nach mancherley Figuren, verzieret wird. Himmelsſpur, Himmelszeichen, bey der Jägerey, 1) wenn der edle Hirſch mit feinem Veweiße an einer Stange oder an einem Buſche gerieben hat, daß man es ſehen kann; 2) auch wenn der Hirſch im Sommermorgen in Laub- odey BDuſch- hölzern zu Holze geht: ſo kehrt er ſich mit dem Kopf hin und her, und verwirret das Laub mit ſeinem Gehörn« Dieſes leßtere heißt auch Wenden, Himten, Himt, ein beſonderes in Niederſachſen üblicyes Maaß trockner Din- ge, welches am häufigſten vom Getreide gebraucht, und ohngefähr mit dem Ober- ſächſiſ."Dieß- lektere iſt der Hinterlaß. Hintermittelſperrhölzer, ſind die Riegel oder viereckige Hölzer, die, der Queere nach, in die Hinterſäulen der Kut- ſche eingezapft werden, und den Hinter- eh.il ves Kutſchkaſtens, nebſt der darinn geſeßten Täſelung, bilden, Hinterrad, ein Rad am Hinterwa- gen. Der Wagen hat eine Neizung von vorne nach hinten, weshalb die Hinterrä- der des Hinterwagens höher, als die Vor- derräder des Vorderwagens ſeyn müſſen, Daher z. B. das Hinterrad einer vierſißi- gen Kutſche in ſeiner halben Höhe 2 Fuß hat 3; dagegen die halbe Höhe des Worder- rads nur 8X Zoll beträgt. Die Höhe der Hinterräder andercxr Wagen iſt von der HÖöye dex Vorderräder nicht ſo ſehr ver- ſchieden, und verhält fich meiſtens wie zu 3.(ſ. Rad.) Hinterriegel, iſt dasjenige Queer- holz in den Hinterſtapfen oder Hinterſtän- dern eines Stuhls, Kanapees uv, dergl., welches die beyden Stapfen nicht allein zu- ſammen hält, ſondern auch die Höhe be- ſtimmt, wo der Sitz auf dem Unterſiuhl zu liegen kommen ſoll. Hinterſattelho!z, ein rund beſchnit- tenes Holz, welches auf dem hintern Ende der Zwieſeln eingelaſſen iſt, und mit dem Trageholze durc< 2 Trageſtüßen vereiniget wird, und zu mehrerer Haltbarfeit der Wa- genbäume dienet, Hinterſperrhölzer, die hinterſten Queerhölzer einer Kutſchende>e, welche mit den beyden Mittelſperrhölzern und dem ex 1.007 29 IDE GAIREUERRDTET GG ROE HERE NUE Süneiär=» 7 Hinferz Vorderſperrholze die Dee bilden, und da- zwiſchen dann hernach die Vertäqeiung fommt, Sie werden in die hintere C>- ſäulen des Kutſchenkaſtens eingezapft. Hintrerſiapfen, die beyden hintern Säulen eines Stuhls oder Kanapees, wel- t. Ein Schwanz- riemen. Das Hinterzeus wird, ſo wie das Vorderzeug, an den Sattel angeſchnal- let; Hippe, eine Sichel oder kleine Sen- ſe zum Abhauen des Graſes und Getrei- des; ingleichen ein krummes Meſſer zum Beſchneiden der Bäume und Weinſtöez daher der Name: Gartenhippe, Winzer- Hippe. Hippocras, oder auch Claret, iſt ein aus Wein mit Zucker, Zinumt, Würz- nelfen, Jngwer und anderm feinem Ge- würz zubereitetes Getränk, zu welchem man im Sommer einen Zuſaß von Kir- ſchen, Himbeeren, und dergleichen küh- lenden Früchten, zu nehmen pflegt, Die Zubereitung iſt ſehr verſchieden, Hirn, über Hirn, iſt bey den Holzar- beitern, wenn man ein Stück von einem Bret an derjenigen Seite, wo ſich die Holzfäden endigen, abhauet, abſäget 1c, welches dann: über oder vor Hirn hauen, ſägen 2c. genannt wird, Hirnende, das Ende eines Stück Holzes, wo ſich die Holzfäden endigen, An einem abgehauenen Baume z, B. iſt al- ſo das Hixrnende der Ort, wo der Baum vom Stamme abgehauen iſt. Hirnleiſte, Hornleiſte, eine Lei- ſie, die über 2 zuſammen geſeßte Breter | Hirſch 163 an einer Seite in eine Nuthe eingeſchoben wird, damit ſich das zuſammen geſekte Holz nicht werfe, Den Namen führt ſie davon, weil ſie über die Faſern des Hol«- -zes, neben dem Hirn oder Hirnende, queer über gehet. Hirſch, das edelſte unter allen wilden Thieren in Deutſchland. Jw engern Ver- ſtande wird nur die größere Art dieſer Thie« re, der Rotbhhirſch,(wegen ſeiner roth- braunen Farbe) mit dieſem Namen belegtz dagegen man in weiterm Verſtande auch wohl den Redboek, deſen Weibchen das Reh iſt, und deſſen kegelförmiges Gehörn in zwo Spißen getheilt iſt; und den Dams» hirſch(Tannbirſch), deſſen Geweih breit iſt, und das man daher Schaufeln- pennt, mit unter die Hirſche zu rechney pflegt. Der Hirſch männlichen Geſchlechts wird der Hirſchbock, von den Jägern auch nr ſchlecichte, gefurcend, vorziehen. Sie iſt aber ſchwerer zu enthülſen, als die weiße, weshalb leß- kere in einigen Gegenden der Churmarf am meiſten, und in Menge, gebauet wird. Man beſchuldiget leßtere, daß ſie nach Kaff veder Spreu(Hülſe) ſe. Wenn man aber dieſe weiße Hirſe, bevor ſie zum Ko- hen angeſeßt wird, mit kommendem Waſſer umrühret, dieſes ſodann abgießet, und ſol- ches mehrmal wiederholet: ſo wird ihr der Kafſſgeſchmack völlig benommen, Es iſt aber die Hirſe in vielen Ländern ein ge- bräuchliches Nahrungsmittel, und dienet an Statt des Reißes und der Graupen, dem kandvolfe, welches ſich bey dieter Koſt, die faſt täglich da, wo ſie ſtark gebauet wird, wo nicht als Brey, doch als Sup- pe genoſſen wird, geſund, munter und ſtark befindet. Aud) wird aus den Hirſeländern viel Hirſe nach Hamburg ausgeführet, und von dieſem Orte an, als Schiffmanns- foſt, den Seeleuten verkauft. Jn Jtalien pflegt man aus der Hirſe GebaFenes zu machen, welches in friſchem Zuſtande gut- ſchmeend iſt, nach einigen Tagen aber zä- he wird. Wenn alfo in theuern Kornjah- ren die Hirſe als Mehl gebraucht werden ſoll; ſo muß ſie zum Roggen wie 1 zu 43 zur Gerſie wie x zu 2 genommen wey- den. Dieſe Fruche gedeihet am beſten in ei nem leichten, ſandigen, dabey aber feuchten und fühlen Boden« Jn der hieſigen Ge- Hirſe 167 gend wird ein niche wenig bedeutendes Ge- werbe damit getrieben, der Acker aber da- zu im Brachfelde gemeiniglich tüchtig mit Kuh- oder Schweinsmiſt gedünget, und mit dem Spaden umgegraben, als wovon der Acer mehr, als vom Pfluge, gebeſſert wird. Auf einem ſo gut behandelten Hir» jea>er folgt eine der beſten Roggenärndten, um ſo mehr, als die Hirſe zweymal gejä- tet, und hiemit der Acker einige Jahre hin durch von Unkräutern befreyet und rein ex- halten wird, "Wenn wir den Saamen von dem gemei- nen, obgleich noch ſo gut getrocneten, Hirſegewinnſt nehmen: fo bringen uns im- mer die allermeiſten Halme lauter Brand- Um nun ſolches zu vermeiden, werden die beſten und reifſten Kolben auf dem Acer ausgeſucht, abgeſchnitten, in Bündchen gebunden, an einem trocknen Orte aufge- hangen, und der Saame hievon zur Säe- zeit mit der Hand auggerieben, bey wel- ert werden, In der Folge ſind viele Regen, nebſt nicht warmer Witterung, dem Gedeihen dex Frucht fehr hinderlich. Sollte der Acker überſäet, d,|. zu viel Sgamen darauf ge- fommen IA WERE ae eg rn eee mg 168 Hirſe fommen ſeyn: ſo wird die Saat mit der Egge übergefahren, und damit ein Theil heraus geriſſen, als welches auch zur Min- derung des Unfrauts dienlich iſt- Wenn nur von der Hirſenpflanze ein einziges Fä- ſerchen der Wurzel noch in der Erde ver- bleibet: ſo wächſet ſie ungehindert fort z und feine einzige Feldfrucht verträgt ſo große Dürre und Hike, als die Hirſe. “ Da unſre Gegend einen ſehr krauftarti- gen, d. i. zum Unfrauktragen geneigten, Boden hat; ſo jäten wir die Hirſe zwey- mal, und fangen damit an, ſobald ſie 2 Zoll aus der Erde heraus iſt, Zum zwey- tenmal wird wieder gejätet, wenn das Un- frauf wieder lang genug geworden, und gemeiniglich erſt einige Wochen vor der Roggenärnadte. Fällt ſodann nur mittel- mäßiger Regen ein: ſo brechen die Neben- ſtauden des Hauptſtengels bey dem Befrie- net eingetragen, und im Winter ein ſehr kräftiges Brühfutter fürs Kuhvieh daraus bereitet. Die Hirſekörner werden nicht, wie an- deres Getreide, zugleich veif. Man fin- det gemeiniglich, daß die Körner an der Spiße zuerſt reif werden, wenn die in der Mirte weniger reif, und.die unterſten noch unreif ſind. Theilt man alle Halme, Stau- den oder Riſpen in 5 Sorten der Reife, und findet 3 Theile nur noch gelbgrün, und zwar mehr grün als gelb, den 5ten Theil aber noch ganz grün ausſehend, gleichwohl unten an der Erde eine Hand breit die Stengel welk und gelb: ſo kann man immer zum Ab- ſchneiden Anſtalt machen, weil man beſor- gen muß, daß ein entſtehen fönnender Wind die reifſten Körner ausſchlagen/ und Hirſe dem Eigenthumer das leere Nachſehen laſ- ſen möchte.:; Jn einigen Gegenden wird zum Ein- ärndten der Hirſe alſo verfahren: Es wer- den die Kolben oder Riſpen von den ſtehen bleibenden Halmen abgeſchnitten, in SäFe geſte>t, nac) Hauſe gefahren, und in der Scheune ausgedroſchen. In hieſigen Ge- genden aber wird die Hirſe mit der Sichel furz über der Eide abgeſchnitten, eine Hand voll nach der andern auf die Stop- peln behende hingelegt, nach einigen Ta- gen gewendet, und hierauf alſo getro>net in die Scheune gefahren und ausgedreſchen, Einige fahren auch die abgeſchnittene Hirſe gleid) nach dem Abſchneiden ein, und dre- ſchen ſie aus. Die Hirſe erfordert aber deſto längere Zeit zum Trocknen auf dem Boden, wo ſie dünner ausgeſchüttet, und täglich mit der Harfe umgerühret wird, Das Hirſeſiroh wird allemal nach dem Dreſchen wieder aufs Feld gefahren, aus- gebreitet, zu ſeiner Zeit gewendet, und wohlgetro>net eingebunden und eingefah- xen. Dieſes Hirſeſtroh wirb von dem Rind- viehe lieber, als alles andere, gefreſſen, und wird der Heufütterung gleich geach- tber: Das Enthülſen der Hirſe geſchiehet theils von den Müllern, theils, wie in hieſiger Gegend, in Handſtampfen, womit ſogar jeder Bauer verſehen iſt. Wird zu wenig in die Stampfen geſchüttet:' ſo zerſtößt ſie ſich. Etwa eine halve Meße kann das rechte Maaß abgeben. Einige dörren zu- vor die zu ſtampfende Hirſe in oder auf dem Ofen, welches jedoch bey der weißen unnös- kbig iſt, weil ſie, wie oben bereits gedacht worden, am leichteſten die Körner fahren läßt. Wie viel geſtampfte Hirſe von der rohen erhalten werde, läßt ſich-ſo genau nicht angeben, da die Körner in manden Jahren en de der 6: hel ine ope Te net yen, irſe dres aber dem und wird, dem aus und fah- (nd Hirſeſt Sahren weniger derb ausfallen, und baher beym Stampfen gar ſehr in Staub und Mehl übergehen,» Man kann etwa wohl überhaupt 3 Meßen reine Hirſe von einem Scheffel roher Hirſe auf den Mühlen be- kommen 3 auf Hausſtampfen bringt mtan aber r mehr heraus. In der Mark pflege man in den zum Hirſebau tauglichen Gegenden, ein Jahr ins andere gerechnet, den Ertrag auf das Z3ſte Korn zu beſtimmen, und alſo von I Meße Ausſaat 2 Scheffel, nac<ß Abzug des Saamens, wieder zu gewinnen. Der Vf. der Oecouomiae korenlis will daher, Daß: bey der Detaxration der Güfer die Me- Ge Hirſeausſaat wenigſtens zu 2 Rehlr. an» geſc mit einigen Gruben, und in Vet, Regllexicon 111, Theil, ENT Dati aiim ei Hißigesf„169 jeder Grube läuft ein Stämpfer oder Stäm- pel, Dieſer liegt an ſich horizontal; läuft in der Mitte an Zapfen, wenn er bewegt wird; hat vorne einen ſenkrechten Stäme- pel, der in die Grube des Grubenſto>s bey der Bewegung der Stampfe greift, und die Hülſen der mehrmals mit der Hand umgerührten Hirſe zerſchellet, und am hin- tern Ende wirv die Stampfe von einem Menſchen mit den Füßen bewegt, Es giebt auch ſolMe Hausſtampfen, welche, glei) einer Ramme, in die Höhe Bezogen werden, und die man, um die Hirſe ip dem Grubenſtocke zu zerſtoßen, wieder.nie- derfallen laßt. Hißziges Fieber der Pferde, Un- ſce gemeinen Pferdeärzte, dergleichen die Grobſchmiede meiſtens ſind, kennen nicht einmal dieſen Namen, geſchweige, daß ſie ſich auf die Cur dieſer nicht ſeltenen Pfer- - defrantheit verſtehen ſollten. Alle hipige Fieber bey Pferden ſind Enk« zundungen, oder ſo genannte Entzündungss- fieber» Selten findet hier eine Ausnahme Statt. Sobald der Puls oder die Bewe- gung des Herzens bey einem Pferde befti- ger, als gewöhnlich, iſt: ſo hat es ein Fie« ber, mit welchem zugleich größere Hike „und geſchwinderes Athembolen vergeſell- ſchaftet iſt, Hat ein Pferd entweder zu ſtark gearbei- fet, oder iſt es zu ſtarf gelaufen, hat zu große Hiße.oder Kälte ausgeſtanden, Hun- ger oder Durſt gelitten, oder multrichtes, "ſchimmlichtes und verdorbenes Heu, Stroh pder Haber gefreſſen, heftige Stöße oder Schläge bekommen, die ihm Schmerzen verurſachen; oder hat es viel Blut verlo- ren, im Winter.ſich warm gelaufen, und gleich darauf ſtille geſtanden, und iſt plöß- lich falt geworden, oder hat es im Some ; Merp wÜnei ENEN Idar I62DIDEEENG- 87" Fg 7-50 05 us n. Bn 5 Dee ue wIEE TEE 205 CH» IRT PED 170 Hilzigesf ter, bey ſtarker Erhißung und heftigem Schweiße, kalt getrunken; oder iſt im Winter aus einem warmen Stalle in hef- - tige Kälte heraus gekommen, und hat dar- inn ſtill ſtehen müſſen: ſo können hieraus mehr oder weniger gefährliche Krankheiten entſtehen, die, nach der verſchiedenen na- türlichen Beſchaffenheit der Thiere, und ze nachdem das eine oder andre Eingeweide weniger ſtark und geſund iſt, als die ubri- gen, verſchieden ſind 3 auch kömmt hiebey die Jahreszeit und Witterung in Berrach- tung. Wenn nun die hievon entſtandene Unordnung nicht auf einen Theil des Kör- pers, ſondern au) leßtern ganz wirket, und hiedurch Herz und Blutgefäße? in eine ſtär» kere Bewegung verſeßt werden: ſo heißt dieſe Kranfheit ein hißiges Fiever. Die Kennzeichen der Krankheit ſind die- ſe: Zuerſt bekömmt das Pferd abwechſeln- de Kälte oder Schaudern und Hiße. Die- ſen erſten Zufall bemerkt man ſelten, weil er gewöhnlich ſchon vorüber iſt, wenn man ſieher, daß das Pferd krank, als worauf man ſelten eher aufmerkſam iſt, als bis ſelbiges ſein Futter verläßt, oder weniger, ' als gewöhnlich, frißt. Zugleich iſt das Schlagen des Herzens und der Pulsadern geſchwinder, als im geſunden Zuſtande, Ein geſundes Pferd hat in einer Minute nicht mehr als 40=-45 Pulsſchläge; im Fieber können ſie bis auf 70 und darüber vermehret werden, Hiebey iſt das Pferd auch mehr ſchwerfällig und ſtille, als ge- wöhnlich, läßt den Kopf und Hals hängen, die Augen ſind matt und heiß, zuweilen Halb geſchloſſen, oft voll Waſſer; Maul und Zunge trockner, als im geſunden Zu- ſtande, oder auch ſchleimicht und unreinz die Hautausdünſtung iſt vermindert, als welches an der größern Spannung oder Härte der Haut erkannt wird; die Haare > 229054%0EERRTETGEE GOT HERE Nf Santi u) 7 T 5 Hizigesf ſind weniger-glänzend, indem ſie ſich in die Höhe heben, und nicht glatt auf dem Leibe liegen, als an welchem Zuſtande der Haa- re man ein gewiſſes Kennzeichen der unker- drückten oder verminderten Hautousdün- ſtung, die zur Erhaltung der Geſundheit ſo unentbehrlich iſt, hat. Das Achemho- len nimmt beynahe an Geſchwindigkeit in gleichem Verhältniſſe mit dem Pulſe zu: . Die aus den Lungen durch die Naſe getrie- bene Zuft iſt wärmer, als gewöhnlich, Die Ohren ſind heiß; oder abwechſelnd, bald heiß, bald kalt. Der Urin iſt im Anfange klar, wie Waſſer, oder auc) ſtärker geſärbt, als im geſunden Zuſtande. Mit dieſen Zufällen iſt gewöhnlich eine Verſtopfung verbunden, oder die Oeffnung iſt geringer und trocken. Das Pferd achtet in dieſem Zuſtande auf nichts, was um ihn her vor- geht, und iſt unempfindlich gegen Strafe und Zureden. Eine Abnahme dieſer Zu- fälle deutet auf einen guken Ausgang der Krankheit, das Gegentheil auf einen ſchlim- men. Wenn der Koth des Pferdes na- türlich iſt, und der Urin, der erſt klar wie Waſſer war, dick und trübe wird, ſo zei- get dieſes eine Abnaßme der Krankheit an, Das dem Pferde abgelaſſene, und in ein Gefäß aufgefaßte, Blut hat eine die, gelbe Haut, die wie Speck ausſiehet, und . geronnene Blut hat nur wenig Waſ- er. In dieſem Zuſtande muß das Pferd alſo behandelt werden: Man öffnet augenblick- lich eine Ader, am liebſten die ſo genannte Lungenader, und läßt, wenn es ein großes "Pferd iſt, 3== 4 Pfund z iſt es aber klei- ner, 2 bis 22 Pf. Blut auslaufen. Als» dann bedeckt man das Pferd mit einer De- >e, und ſeßt ihm im Stalle einen Eymer voll Waſſers, mit 3 Händen voll Gerſien- mehls und einem halben Pfunde Eſſig ver- miſcht, Hißigesf miſcht, hin, davon es ſo viel, als es will, feinfen kann. Hat es dieß ausgetrunfen: ſo ſeßt man ſelbigem noch einen Eymer voll hin, Will das Pferd nicht trinken: ſo ſe- ße man ihm deſto öfter Klyſtiere, 3= 4mal des Tages, Sie müſſen aus reinem Waſ- ſer, mit ein wenig Leinſaamen gekocht, und 1 2oche Salpeter beſtehen. Indem man das Pferd wider ſeine Neigung zum Trinfen nöchigen will: ſo ermattet man es nur vergeblich, und benimmt ihm durch ſeinen Widerſtand. zu ſehr ſeine Kräfte, Hienächſt bereitet man folgendes Pulver: Nimm 4 Loch Salpeter, oder, wenn die- „ſes nicht bey der Hand iſt, doppelt ſo viel -Spießpulver 3; 4 Loth geſtoßenen Wein- ſtein, und 8 Loch Küchenſalz, und miſche „es, Dieſes Pulver kann man mit 2 Pfun- ve Honig vermiſchen. Man giebt zwey- mal des Tages dem Pferde einen vierten Theil davon. Vermindert ſich, tas Fieber in 2-3 „Stunden nach dem Aderlaſſen nicht: ſo „wiederholt man lekßteres, um das Herzklo- „pfen und. das beſchwerliche Athemholen zu vermindern. Wenn noh überdieß das - durch die erſte Aderlaſſe abgelaſſene Blut ſehr hart und diE, auch die gelbe Haut „auf demſelben zähe und dick iſt:(denn es iſt nicht ungewöhnlich, ſie über 3= 4 Fin- ger dif anzutreſſen) ſo muß man ſchledyter- - dings wieder zur Ader laſſen, und es nach- - her jede fünfte oder ſechſte Stunde wieder- : holen, bis das Blut flüßiger wird, mehr - Waſſer abſeßet, und. das Athemholen ru- higer und natürlicher wird. Iſt das Fie- ber nach Verlauf von 3 oder 4 Tagen. in etwas geſtillet: ſo giebt man dem Pferde jeden Morgen 1 Loch von folgendem Pul- ver: Nimm zerſtoßene Wacholderbeeren 2 Zoth 3 Enzianwurzel oder Birterkleeblätter- 23 2oth, und Salpeter 1 Toth, wm ren» Te en==äenn ET TTA Ho 21005%%000EEEEAIGETGCEREN DIRERE Whg Knin" 7 Hollänyv Hohlwerb, ein, nach alter Art, mit Hohlziegeln, Statt der Flachziegeln, be- decktes Dach, im Gegenſaß des Flach- werks,; Hohlziegel, Kehlziegel, hohle Ziegel, die zur Bedeung des Forſtes und der Einkehlung, oder ſchrägen Vertiefung eines Dachs gebraucht werden Holländiſche Bleiche. Schleſien, oder andern Orten Deutſch- lands, gewebte Leinwand wird von den Holländern aufgekauft, und zu einer vor» züglichen Weiße gebracht. Sie weichen ſelbige 24 Stunden in einer ſchwachen Aſchenlauge ein, und machen alsdann eine Lauge von guter Waidaſche, die ſehr klar iſt3 dieſe wird bis zum Sieden heiß ge- macht, und auf die in einem Gejäße eine geſchichtete Leinwand gegoſſen. Hierinn bleibt ſie 4 Tage liegen, alsdann wird ſie heraus genommen, gedachte Lauge heiß ge- macht, und die keinwand mit ſchwarzer Seife gut gewaſchen. Man ſpület ſie ſo- dann ſehr gut aus, und walket ſie-mit Buk- ter- oder andrer ſaurer Mil<. Man hat hierzu auf großen Bleichen eine eigene Maxe ſchiene 3 ſonſt aber wird die Leinwand nur in der Milch mit hölzernen Keulen geſtam« pfet. Dann wird die Leinwand 8 Tage auf die. Bleiche gebracht, öfters begoſſen, wieder 24 Stunven in Waidaſchenlauge eingeweicht, und hiemit das vorige wieder- kolet. Wenn alle dieſe Arbeiten dreymal wiederhoker ſind: ſo hat die Leinwand die verlangte Weiße. Holländiſcher Kamin. Dieſer hat einen-Heerd mit dem Fußboden gleich, und die Oeffnung iſt höher als breit, weit in ſolchem Kamine gemeiniglich Torf auf- gethürmet wird, Hollaän- Die in krr,],„])])bRWpBt-r|rr;ÜÖÜmnn*n. NENNEN Holländ Holländiſches Leder, iſt lohgah- res deder, und wird zu Pferdegeſchirren, zum Reitzeuge, zu der äußern Werklei- dung der Kutſchen und andern Dingen mehr gebraucht. Das meiſte Holländiſche Jeder wird von Roßleder, und nur weniges von Rindsleder, gemacht, Holländiſhe Windmühlen. Dieſe Mühlen unterſcheiden ſich von einer gemeinen Windmühle alſo: Erſtilich iſt nicht das ganze Mühlenhaus, ſondern nur die Haube, nebſt den Flügeln und dem Kamnmrade, beweglich, Daher ſtehen die- ſe Mühlen nicht auf einem BoE, ſondern gewöhnlich auf einem maſſiven achtkanti»- gen Hauſe, über welchem um die eigentli- en, weil der König, Friedrich) der Gro- ße, den Geruch der Blüche liebte, und gern dabey verweilte, indem der ſtarke Ge- ruch der Blüche im Freyen weniger be- ſchwerlich iſt, Alle dieſe gedachte Arten können durch die Wurzelbrut und durch abgeſchnittene Zweige vermehret, aber auch aus Saamen gezogen werden, Junze lekßtjährige Schüſ- ſe, in Längen von 1-2 oder 5= 6 Fuß zerſchnitten, ſchlagen, zumal in einem feuchten Boden, ſehr leicht Wurzeln, und können vom Oct. bis ins Frühjahr geſteckt werden, Man nehme aber ſolche junge Schüſſe, die nicht mehr grün und ſaftig, ſondern ſchon ein wenig holzig geworden ſind. Sind ſie aber für eine Pflanzſchule beſtimmt: ſo ſchneide man ſie in lauter Fängen von 3 Gliedern, ſeße 2 dieſer Ge- lente in die Erde, und laſſe nur eins über derſelben. Sie ſchlagen im Frühjahre ſehr leicht Wurzeln, treiben aus dem über der Erde gelaſſenen Gelenke in die Höhe, und müſſen hernach ſo gezogen werden, wie man ſie verlangt, entweder hochſtämmig mit einem einzelnen Schäfte, oder buſchig und ſtrauchähalich, Will man aber He- >en anlegen: ſo ſchneide man von dem ze- meinen Hollunder Zweige in ſolche Längen, in gewiſſen Fällen aber auch 3, 5-6 F. lange, und noch längere Hollunderſchüſſe, und zwar in einen feuchten Boden, oder an die Seiten der Waſſergräben, wenn man gern ſobald als möglich hochſiämmige Hollund 173 Bäume mie reichlich“ Beeren tragenden ausgebreiteten Kronen ziehen, oder wenn man einen lebendigen Zaun gern ſogleich im Stande haben möchte, In dieſen Fäl- len ſtefe man Stücke von den jeßt genann- ten Längen 12=-3F, tief in die Erde, die zu hochſtämmigen Bäumen 10=- 15 Fuß weit von einander; die zu Hecken aber nur 1 FF. weit von einander, und zwar entwe- der kreuzweiſe oder ſchräge. Man mache aber für ſolche lange Schnittlinge mit eis« nem longen, vorne mir Eiſen beſchlage- nen, Pflanzholze, oder mit einer eiſernen Stange, erſt 2öcher in die Erde 3 wie wohl man ſie auch), wenn es ein feuchter, wei-- ende Blut 3 man leget ſie auch friſch bey der Roſe, bey Brand- ſchäden und harten Brüſten auf, und wen»- det fie zur Linderung der Kopf- unt Gicht- ſchmerzen an. Die im Frühjahre hervor freibenden Sproſſen ſollen zwar, wie eini- ge vorgeben, gelinder als die Rinde wir- fen, nnd daher auch als Sallat zu gebrau» erm IR RIDE HR TOE 205 CH NIETO EERN GIR:> munen, m mmm egemmaaeeeDEE. eu 0001 ZER 3m Hollun9d Sachen behutſam umgehen muß, Ein Umſchlag aus den geſioßenen Blättern ſoll, wie Cranz verſichert, die wäſſerichte Ge- ſchwulſt vertreiben; bey Entzündungen und Verhärtungen aber ſchädlich ſeyn; derglei- neten, die dergleichen vei- zendes Weſen ganz verloren 3 ſie beſiken eine zertheilende, erweichende und ſchmerz- ſtillende Eigenſchaft; beſonders wirken ſie durch eine vermehrte Ausdünſtung, man mag ſie äußerlich auflegen, oder als einen Thee trinfenz auch kann man das davon abgezogene Waſſer zu gleichem Zweck ge- eauchen, Sie dienen bey Entzündung, Flüßen, Sichtſchmerzen, Krämpfen, Mut- terbeſchwerung und bey Fiebern, ſonderlich wenn ein Ausſchlag damit verbunden iſt. Auch in dem Seitenſiechfieber werden die» ſe Blumen gelsbet. Man will auch ange- merfet haben, daß ſie vie Mil) bey den Säugenden vermehren. Der Eſſig, wor- ann dieſe Blumen geweichet werden, Fann den Appetit vermehren, und die ſchteimich- zen Säfte des Magens auflöſenz auch die- met ſolcher äußerlich als ein Umſchlag bey allerhand Flüſſen und Kopfſchmerzen. Die unreifen grinen- Beeren werden von eini- gen mit Eſſig und Salzwaſſer eingemacht, und an Statt der Kapern gebrauchet. Die Beeren haben mit den Blumen faſt einer- 1ey Wirkung, nur die lindernde Eigenſchaft Fehlet. Das daraus bereitete Mus zerthei- Jet kräftig, macht das ſtocfende beweglich, und vermehret Schweiß und Urin; die - Bauern halten es für eine allgemeine Haus- 176 Hollund arzney 3 es dienet wegen ſeiner ſeifenartigen Miſchung, nicht nur bey langwierigen, ſondern auch, wegen des ſäuerlichen We- ſens, bey hißigen Krankheiten, indem es der Fäulniß kräftig widerſteher, das Blut und die übrigen Säfte reiniger, und alles Schädliche ausfäührer. Mit dem Safte der Beeren kann die Leinwand braun gefär- ber werden. Auch geben die Beeren dem Weine einen Muſcatengeſchmackz und daß “aus ſelbigen ein beſonderer Wein entweder vor ſich allein, oder mit andern Säften von Birnen, Johannisbeeren u. dergl, bereitet werden könne, iſt in unſern Haushaltungen eben nicht ſo unbekannt mehr, da dieſer Wein theils für geſund gehalten wird, theils auch viel Feuer enthält, - b) Krautarticge Ark. 1V. Zwertzhollunder, Artich, Son merbolder, X7iederholder, S. humi- lis. Iſt nicht von ſo ſtarkom Wuchſe, die Stengel dünner und niedriger, die Blätter nicht ſo groß, dagegen aber ſehr ſchön, in ſchmale Abſchnitte zerſchnitten, und die Blumen weiß. Er vermehret ſich durch ſeine Friechende Würzeln außerordentlich, und muß alſo, ſo oft es nöthig iſt, umher abgeſtochen, und in Schranken gehalten werden. Seine Vermehrung geſchiehet im Herbſte durch Zertheitung. Jedes Stücchen pflegt anzuſchlagen, weil er in jedem Boden und in jeder Lage fortkömmt. Wird er aber für die Oſficin unterhalten? ſo muß er um jedes andere, ſpäteſtens aber um jedes dritte Jahr aufgenommen, und jedesmal aufs neue wiederum ſo viele ſeiner Ableger 3 F. weit von einander gepflanzt werden, als man verlangt, und dieſen überdem die neuen Ableger, ſo wie ſie her vor kommen, genommen werden, Dieſer Zwerghollunder kömmt in allen Feinen tigen igen, Wer n" es Blut alles Zaſte eſte dem d daß weder n von reitet 18gen dieſer theils Zotte humt- e, die (ätter n, in 1d die durch tlic, umher halten chiehet Gedes ein mn alten? g aber „und ſeiner pflanzt dieſen ſie her in allen ſeinen Holz ſeinen Theilen mit dem gemeinen in Anſe- hung der Wirkungen, und des nüßklichen Gebrauchs, überein; ja es ſoll ſelbiger noch ſiärker wirken, beſonders hat man die Rin- de wider die Waſſerſucht empfohlen, Da ſie aber leicht ſchaden kann: ſo entbehre man lieber dieſer Art, und behelfe ſich mit dem gemeinen Hollunder, Die Beeren färben blau, Wenn man den Saft da- von mit Weineſſig vormiſchet, wird unze- Focteteinwand himmelblau gefärbet. Man Fann auch auf gleiche Art das Leder damit blau färben. Holz. Wenn nicht von wiſſenſchaftli- der und forſtmäßiger Abtheilung der ver- ſchiedenen Holzarten die R-de iſt: ſo kann man. ſie dreyfach abtheilen: 1) In Anſe- hung der verſchiedenen Dichtigkeit theilet man die Holzarten in harte und weiche ab. Zu den harten gehören: die Ciche, die Büche, der Ahornbaum, der Rüſter oder Ulmbaum, der Apfel- Birn- und Pflau- menbaum, Zu ven weichen Holzarten rechnet man dagegen: die Birke, Linde, Eſche, Erle, Fichte, Kiefer, Tanne, und andere mehr; 2) in Anſezung der Selten- Heit und Shöaheit eheilt man die Hölzer in gewöhnliche und edle ab. Jene ſind dicjenigen, die in einer Gegend am häu- figſten wachſen, wie z, B. bey uns das Kiefern- und Fichtenholz z- die edlen und ſeltenen wachſen, wenigſtens zum Theil, Häufiger in andern Gegenden, wie z. B. das Holz des Welſchen Nußbaums, die Maſern von aller Artz die beſten aber fommen aus weit entfernten Ländern, wie Buchsbaumholz, Cedernholz, Mahagoni- ho!z u.ſ.f. 3) Iu Anſehung des verſchie denen Gebrauchs der Holzarten kann man ſie wieder mannichfaltig abtheilen: Dain Hols iſt in bieſizer Gegend Fichten- und Gert. Regilexicon 11, Theil, iM eam nennen. mm x RE,„Miki Holszb 175 Eichenholz; Schiffbaubols oder ſo ge- nannfes Raufmannshols an Balkfen- Krumm- und Knieholz; L7uholz iſt zu einem gewiſſen Gebrauch ausgeſuchtes und bereits meiſtens in den Wäldern vorbereite«- tes Holz von beſonderer Güte; hiezu gehö- ret das Holz für Stellmacher, Stab- und Bodenholz für Böttcher u. a. m, Brenn- bolz, welches gemeinizlich eingetheilet wird in Rlobenholz, welches in großen Scheiten in Haufen auſgeſeßt wird, und in Klafterholz, das in kleinern Schei ten, welche entweder Kernſcheite, oder Sztockſcheite ſind, nach Klaftern aufge- ſeßt und gemeſſen wird, und in Rleppel oder Knippel, Davon iſt das Schock« bol3 noch zu unterſcheiden, welches mei- ſtens von den Aeſten der gefällten Bäume gemacht, und ſchockweiſe verfauſt wird, und das in Bunde oder Wellen gebundene Reißholz, welches man Reißwellen oder Zundhbolz zu nennen pflegt, und vom Schlag- oder Unterholze gemacht wird. Ja ſolcher Abtheilung aber können Gegend und Umſtände manches ändern, Holzaſche, die Aſche von Holz; im Gegenſa;ß der Soda von Kräutern, Von den härteſten Hölzern erhält man die beſte und ſchärfſte Aſche. Die auf dem Feuer- heerde und im Stubenoſfen erhaltene Aſche iſt vermiſcht und unrein, weshalb die Pott- aſchſieder und Glashücten Aſche von be- ſondern Aſchenbrennern ſchwelen oder bren- nen. Holzbar machen, eine Blöße im Walde wieder mit Holz auffiiegen laſſen, daß ſie zu ſeiner Zeit wieder geholzet oder abgetrieben werden kann. Holzbock, ein Gerüſt von Holz, wel- , eine Art köferartiger Jn» ſecten, welche lange Fühlhörner, nach Art der Dockshörner, gekrümmt tragen, und ſich als Würmer im Holze aufhalten, zdeich, ein Deich, welcher am Fuße mit Holz bekleidet iſt, Holzerde, Modt oder Moth, in Verweſung gegangenes Holz, welches ſich in eine Art Erde verwandelt. Man fin- der ſie in alten ausgehöhlten Bäumen in den Wäldern und ſonſt, wo das Holz lie- gen bleibt, und wo es theils durch eine - eigene, theils durch die äußerliche Feuch- tigfeit und Wärme verfaulet, Sie iſt eine unvergleichliche gute Gartenerde, be- ſonders zur Blumenculturz nur hot man bemerfet, daß ſich darinn viele Gewürme erzeugen und aufhalten. Um ickteres zu verhindern, kann man dergieichen Erde an der Sonne recht ausfrocknen, oder, noch beſſer, in den Backofen nad) gusgezuge- nem Brodte bringen, damit alle Wurms brut durch die Ofenhike ertödtier werde, Holzheher, Waldheher, Hag- ſer. Dieſer einheimiſche bekannte Vogel niſtet in unſern Wäldern und Vorbölzern, auch wohl in hohlen Bäumen, nicht hoch, ind hat 5= 7 Junge, die er mit Raus- pen und Würmern äßet. Im Herbſte ſu- Auf den furzen Schwingfedern ſind ſchwarze Stri- , und preßt es 3 2 voilends mn 130 Honig vollends aus; es muß aber auch die Preſſe auf gleiche Art vorher mit heißem Waſſer wohl erwärmet ſeyn. Den, auf zuerſt be- ſagte Weiſe erhaltenen, Honig nennt man den Vorlaß, und den darauf folgenden den Llachlaß« Jede Art muß vor ſich allein gelaſſen, und nicht unter einander gemiſcht werden. Man kann auch zum Vorlaß mehr denn ein Tuch zur Hand nedmen, indem bey vielem Honig die Tü- cher ſich leicht verſtopfen, und das geſchwin- dere Durchlaſſen verhindern, oder feine Hülſentheile, welche dem guten Geſchma- >e des Vorlaſſes Eintrag thun können, mit hindurch ziehen. Dieſe durchgelaſſe- nen Arten des Honigs thut man in Aufbe- wahrungsgefäße, welche entweder gut ge- brannte irdene, oder ſteinerne Töpfe, oder reine und wohl ausgebrühete hölzerne Ge- fäße ſeyn können, Die Hefen oder zurü& gebliebenen Hülſen wäſcht man, nebſi dem, was ſich in den Tüchern over Säen an- gehänget hat, in heißem Waſſer wohl aus, um davon Meth oder Cſſig zu ma» t, durch den Schörnſiein in die Küche kommen; daher das Seimen des Honigs bey früher oder ſpater Togeszeir, wenn die Bienen in den Körben ruhig ſind, am beſten unternommen wird, Auf eine andere Art kann das Henig- ſeimen alſo geſchehen: Man ſeßt zween Feuerböcke auf einen Heerd, gegen einan- der, legt zwey Schieneiſen naße zuſammen darauf, thut den Honig in Mitchyäſche, welche 20her mit Zapfen haben, ſekt ſie Honig mit dem Honig auf die Schieneiſen, und nacht ein gelindes Kohlenfeuer darunter, daß ver Honig zergehen muß, Dieſes ge- ſchiehet deſio eher, wenn die Honigtafeln mit einem ſeinen Meſſer eingerißet, und in kleine Sticken, deren aber nicht zu vie- le auf einander liegen müſſen, zerſchnitten werden, Das folgende Verfahren mir dieſer Ark des Seimens iſt wie bey der vor» her gehenden. Wenn der Honig ſich in den Aufbewah- rungsgefäßen geſeßt hat: ſv kömmt das Raaß, oder alles Unſauvere, welches mit . durchgegangen iſt, oben hervor, Dieſes nimmt man mit einem 2öfſie!, bis auf den lautern S3o0nig, binweg, und verbraucht es zu Meth, Ciſig oder zur Geſindefoſt. Wenn mit dem Borlaß gut verſahren wird: ſo wird er weit weniger den gemei- nen-Honig- oder Wachsgeſchmack, als der Viachiaß, den man auch den groben, oder Zebhonitg nennt, an ſich haben, Die Gefäße, worinn der Honig aufbewah- ret wird, müſſen nicht in feuchten Kellern und Gewöiben, ſondern in trocknen Zim- mern, alſo am beſten in den obern Stock» werken des Hauſes, hingeſtellet, und oben wohl mit DeKeln wider die Mäutie und Ameijen vörwahret werden. Er kann ſich 20== 30 Jahre gut erhalten, und man halt immer ſo viel auf Vorrath kavon, daß, wean Mißjahre, in weichen die Bienen feinen Honig einfragen können, entſichen, ſie damit gefüttirr, und durch ein joiches Jahr wohl hindurch gebracht werten kön« hei i. Außer dem feinen Seimhonig, und dem groben oder 26bhonig, hat man auch noch den ſo genannten JUuitgſernhonitgt, wo- von der eigene Artikel an feinem Orte nach- zulejen ijt. Der Honig hat eine zarte, ſubtile und bals feſt, fahren eml als der oben, haben, oewäh: Feller „Zim: Stoffs dobn ſe und nn ſic ) man / def, jenen ( hen ches fon» vent noh wv nach“ (e und bal: gte Honig balſamiſche Eigenſchaft zu wärmen, zu zer- theilen, zu reinigen und auszutreiben, die Zebensgeiſter zu ve EE und alles, was darein gelegt wird, oder, was damit ver- miſcht wird, lange Zeit friſch zu erhalten, und es vor"oller Fäulung beſſer, als der Zucker, zu verwahren. Aeußerlich am feibe der Menſchen und Thiere gebraucht, iſt er ein ſehr gutes und ſicheres Heilpfla- ſier auf Wunden, und ein gutes Zugpfla- ſter, wonn er, mit Roggenmehl vermiſcht, auf Beulen oder harte Geſchwure aufge- legt wird, um ſolche zu erweichen und zu öSſſnen, Man kann ſich des Honigs auch, wie ſchon berühret worden, an Statt des Zu- fers bedienen, um allerley Früchte damit einzumachen, Hiezu wird der ſeine Ho- nig alſo geläutert: Er wird auf einem ge- linden Feuer bis zum Sieden gebracht, herunter genommen, und ein naſſes Tuch darüber gede>t. Dann nimmt man daſ- ſelbe wieder hinweg, läßt den Honig noch- mals fieden,(nicht kochen) und wiederzzolt dieſes 4-= zmal; ſo zieht der ſtarke Ge- ſchma> in'vas Tuch, der Honig wird, zu- mal wenn dos Oberſte beym Sieden abge ſchöpft worden, lauter, und kann zum Ein- machen gebraucht werden, Auf eine an- dere Weiſe wird die Läuterung ſo gemacht: Zu dem ſiedenden Honig wird etwas guter, reinſchmeckender, Kornbrandtwein unterge- rühret, vom Feuer SEE SIE und ein glühendes Eiſen hin:in geleger, und dies Verfa ren ſo lange wiedoryo olet, vis der Honig einen reinen Geſchmack vefommen, Noch auf eine andere Art: Unter deu ſtt- denden Honig werden fein zertcoßene und [Y] durchgeſiebte zuu ropen geſchüttet, und - damit umgerüßre Nach dem Erkalten G findet man, daß der Heniogelch: mac dem Kohlenpulver eingeſcerſüßes 591 iguras H. ſaccharatus L.. Für die Blumengärten beſieht die Schönheit beyder Arten in ihren roßhrähnlichen Wuchſe, welcher einen an- genehmen Contraſt macht, wenn man ſie gruppenweiſe ſtellet, jede Gruppe zu eini- gen Dußend Pflanzen, und eine jede Pfian- ze etwa 2 F,. von einander, da ſie dann ein fkühnes und majcfiätiſches Anſehen annehmen». Von dem Saamen der erſten Art eM aut man Gries und Mehl, welches beydes im Geſchmacke und in der Sätti« gung dem Reiße noch ERICH wird» Säaet man bey uns den Soaimen, der ſich in feinem Vaterlande i6omal vermehbret, ins freye Feid: ſo wird man kaum die 'DBiütho, viel weniger Saamen, erlangen, ivenn derH: voſt(NC Afa REN warn? iſt: Mon ſäe dein Saamen daher 3 März in lietne Topfe, tönke dieſe in ein mäßiges Miſtboet, gewöhne vie aufgegangenen, ek? was ſtart gewordenen Pfianzen nach und nach au die freye Luft, und pflanze ſie um die Mitte des May aus den Topf en an ei- nem feuchten Tags wit voller Erde in eine warme Lage, damit ſie im Sept, reiſen Saäamen vringen fönnen. Die zweyte MU gat mit ver ertton viele Aehnti iC) feit; jft abtr zweyjährig, Der maxkichte Saa- 33 ze edlen M 5 när S4 a SEEEIRRRRIG 37ER 3-57 wen engeren 00 00ER TUE 5 LH» NEP TEN DOIT TO Honigs mme ſoll wie Artiſchocken ſchmecken 3 der An- Hau iſt mit der erſten Art einerley. 3) Wollichtes Honiguras, Roß- Pferde» oder Darrgras, H. lanatus .L. Dieſes einheimiſche Gras kann man von. weiten au der graugrünen Farbe der Stengel und Blätter erkennen, durch welche es ſich ſo, wie dadurch, daß es ganz weich, wie Sammet anzufühlen iſt, von mehrern Gzragarten unterſcheidet, achdem dieſes Gzras in dex H. 01. 5.1V. S..677ff als«in in' allen Gegenden fortfommendes, perennirendes, und allen Hauschieren un- gemein behagliches Futtergras anempfoh- len worden: ſy wird e8s-nunmehr auch ſchon gußer Deutſchland, in Preußen, Cur- und giefland theils für ſich allein, theils unter ven verſchiedenen Kleeartken, aufs häufig- &e angebauet. Die Wermehrung geſchie- het dure) den Saamen, der, ſobald er im Jul. reif iſt, abfällt, und daher in Zeiten eingeſammiet werden muß. Er iſt jehr fein, und muß nur mit der Harfe eder ei- ner leichten Ege der Erde einverleibet wer- den. Die Ausſaat kann im Sommer, gleich nach der Reiſe des Saamens, wie auch im Herbſte und nächſt folgendem Frühjabre, geſchehen, 4) Wohlriechendes Honiggras, HK. odoratus L., wächſt bey uns auf feuch- ten Wieſen, iſt über und über glatt, und kann durd) einen ungemein angenehmen Ambergeruth leicht unter den übrigen Grä- ſern eefannt werten. Die Bälglein ſind ohne Grannen, aber ſcharf zugeſpißt, Cs verdienet dieſes Gras für die Schaafe be- ſonders angebauet zu werden, weil ſie es ſehr lieben, und ihnen auch wider die Rau- de dienen fo8, An einigen ODertern pflegt man"Bündel daraus zu machen, und dieſe über die Betiſtielſen zu hängen, um durch deſſen Weru) den Schlaf zu befördern, 582 Hopfen Honigthau, der ſüſſe klebrichte Saft, der im Frühjahre, öfterer im Some- mer, an den Blättern der Obſtbäume, mancher wilden Bäume, auch) an Hülſen- und Schilfgewächſen gefunden wird 3; man bemerkt ihn nur bey warmer und trockner Wicterung. Unter allen über den Ur'prung des Honigthaues vehaupteten Meynungen ij? die wahrjcheinlichjte dieſe, daß er aus den Gewächſen ausſchwiße. Iſt er zu ſtarf oder zu häufig, und wird nicht vom Regen bald wieder abgeſpulet: ſo verſto- pſet er die zarten Oeffnungen der Gefäße, und verhindert dadurc) das Cindringen des erfriſchenden Thau- und Rezenwaſ- ſers, wodurch die Säfte in den Gewächſen ſiocken und verderben. Cs kann aver auch diejer Honigthau vom nächtlichen Thaue aufgeldöyet, und von der Luft umher gekra- gen, und alſo auf benachbarte Gewächſe, die dergleichen Saſt nicht aus|en. Sonſt kann es auch dut ſeyn, die Koylpflanzungen mit Hopfenſtühlen zu um- geven, oder in der Mirte derſeiben hie und da einige zu unterhalten. Die Raupen werden, neuern Erfahrungen gemäß, weit eher durc) den Geruch des Hopfens, als des *% 49 %* 485 „Ize x Y 746 VENEN en nennen lieh EarM Enn deli nied Dem ly EP au gniakelten"Eme 184 Hopfen des Hanfes, von den Kohlpflanzen'aßge- Dalfen, Hat man aber, wie oben geſagt worden, die Fächſer zur Hand: ſo bezeichnet man die Gruben da, wo ſie nach geſchehener Eintheilung gemacht worden, in dex Mik- te mit einem Stöcfcen, Dieſe Gruben werden nun dreyeficht, von mehrern aber rund gemacht, ſo daß die einzulegenden Tächſer auf die, zum Theil wieder in die Gruben hinein geworfene, Erde obexwärts zu liegen kommen, und nur mit ein Paar Hand hoch wieder darüber geſcharrte Crde bedecft, ſodann aber mit den Füßen et- was angetreten werden, In dieſem Zu- ſiande ruhet nun die Hopfenpflanzung bis zum nächſten-Frühjahre hin. Jm März Fommen die jungen Hopfenkeime, gleich dem Spargel, hervor 3; wenn ſie nun etwa 1 Z. hoc) über der Erde heraus ſind:, ſo werden die im Herbſte eingeſteckt geweſe- nen Stöcken heraus gezogen, und an dem Orte, wo ſie geſtanden, mit einem ſo genannten Pfahleiſen,. Löcher 1 JF. tief gemacht, um die Hopfenſtangen hinein zu ſtoßen. Sind die Hopfenranken 1 F. boch über der Erde hervor ſtehend: ſo muß man ſe mit langem, eine Nacht hindurch einge- weichten Roggenſiroh behutſam an die Stangen binden, jedoch nicht feſter, als daß nur die jungen Ranken, die ſic) immer rechts um die Stangen ſchmiegen, blos an- gewieſen werden, ſich an die Stangen herauf zu winden, und nict umher zu lodern, Acht bis vierzehn Tage hernach müſſen die Ranken, welche ausweichen wollen, unter- geſteckt werven, damit ſie nict herab han- gen. Nadh dein Heften des Hopfens folgt das Zehacfein, ſo, daß da, wo die Ran- fen aus der Erde gekommen, und die Wurzeln eine Biertelelle tief liegen, leßtere nicht berührt werden, Daher muß man * Hopfen die Erds, eine gute Spanne weit von dem Ringelgraben, mit einer breiten Hacke nach der Stange hinauf ziehen, und einen runden Hügel anlegen, dergeſtalt, daß, wenn ſolches überall geſchehen iſt, die um dieſe Hopjenhügel gehende Graben einen Juß tiefer ſeyn, als die Spitze oder Run- dung des Berges daſelbſt iſt, wo die Ho- pfenſtange ſte>f, Nur muß man immer verhüten, daß feine Hopfenwurzeln oder Fächſer bey Aufziehung der Erde verleket werden. Die in der Folge nachwachſen» den Wurzelſprößlinge rauben den Haupk- ranfen die Nahrung, und kommen nicht zum Fruchtbringen; ſie werden daher ges rade über der Erde mit einem ſcharfen Meſ- ſer abgeſchnitten, um nicht durch Abreißen derſelben die Fächer zu beſchädigen. Nach- her wird ſich wieder Unkraut einfinden, welches ſorgſältig au8gejätet, getro>net und zur Viehfintterung im Winter aufbewahret wird. Im Julius wird es Zeit, von der Erde an alle geiben Blätter, ſo weit man von der Erde hinauf reichen kann, und zwar nicht nahe an den Ranken, ſondern an den Blüthen, mit einer ſcharfen Schee- re abzuſchneiden. Dieſes nennet man Alairten, und dienet dazu, daß die Sonne auf die Erde hinabſcheinen und treiben hel- fen fann, Sobald die Hopfenhäupter im Septem- ber zu färben anfangen, muß man, da ſie vorhin grün ausſahen, Achtung geben, wenn ſie gelbbräunlich werden, und ob ſie, wenn man 6=- 8 Häupter in der Hand zuſam» men drückt, einen ſtarfen und aromatiſchen Geruch von ſich geben. Iſt dieſes: ſo nimmt die Hopfenärndke ihren Anfang, und zwar bey tro>nem Wetter; die Hopfen- ranfen werden etwa 8 Z. hoch über der Ers de abgeſchnitten, die Stangen mit deu umgewyndenen Ranken ausgezogen, und die den jade inen def, um inen (unz H: mit oder tleßet ſen Jaupt: nicht er qe Meh reißen Nach- finden) et nd wahret on der mat und ndern "hee: man Zonne en hel epfen da ſie „weng wenn uſam- iſchen 8; 9, und opfen- ver Er it des 1 und ie Hopfen die Hopfenhäupter, ohne daß Blätter mit barunter kommen, abgepflücker, auf Bö- den getragen, etwa nur 3 F, hoch aufge- ſchütter, Fenſter oder Lufen auſgemacht, täglich einmal mit Vorſicht umgeſchüppet, und, wenn der Hopfen wohl getrocknet iſt, in Gefäßen dicht zuſammen gepreßt, und hiemit gut aufbewahret. Die Hopfenranken werden in feſte Bünd»- lein gebunden, getrocknet und zur Feuerung verwendet. Viele laſſen dieſe Ranken auf der Häckſellade ſehr kurz zerſchneiden, troc>k- nen, und zum Brühfutter für die Kühe verbrauehen, Hiebey ift aber zu ſehen, daß. die Blätter, als der beſte Theil zur Fütterung, nicht beym Trocknen verf melt und verloren werden. Die Hopfen- ſtangen werden entweder auf runde große Haufen, und zwar die Spißen oben, ge» ſteller, oder, noch beſſer, unter ein Ob- dach gebracht, um ſie im Trocnen deſto eher wiver Stocken und Fäulniß zu bewah- ren, Jm ſpäten Herbſte wird alle Jahre von einem jeden Hopfenhügel die Erde eine Hand hoch, nur oben herum, abgekraßet, und hierauf etliche Schippen voll furz ge- faulter Miſt aufgeworfen, wovon die Wur- zeln ſo geſtärket werden, daß ſie die beſien Früchte bringen, In den folgenden Jahren wird das Behacken, wenn die Ranken ge- heftet, und über Ellen lang um die Stan- gen gewunden ſind, alle Jahre mit Behut- ſamkeit verrichtet, ſo wie auch naß der Hackezeit das Abſchneiden der ſpät hervor gefommenen Wurzelſprößlinge, nebſt dem Abblatten, nicht vergeſſen. Wo bey mir die Hopfenranken uater den Gartengewäch- ſen einzeln hie unb da ſtehen, da ſind ſie nie behackt, nur vom Unkraut rein gehal- fen, die Wurzelſprößlinge allemal abge- ſchnitten, nur zwo oder drey Hauptranken an einer langen, ſtarken Stange hinauf» Vet, Regllexicon I, Theil, Ireen SNN SNN NN did Hopfen 185 gehend gelaſſen, das Abblatten aber bey dem einzelnen Stande, als unnöthig, un- terlaſſen worden. Da die Hopfenſtangen bisßer immer theurer geworden ſind: ſo iſt es eine Haupt- frage geweſen: ob ſich nicht der Hopfen ohne Stangen erziehen laſſe? Seit mehrern Jahren habe ich Hopfenranken am Fuße der Haſelſtauden in die Höhe gehen laſſen, wovon die Krone dieſer Stauden ganz mit Hopfen überzogen, und die Hopfenhäuprer ganz untadelhaft ausgefallen ſind, ohne daß die Haſelſträucher, die nun ſchon über 13 Jahre dazu gedienet haben, davon ausge- gangen oder vertrocknet wären, Auch jun- ge levendige Eſchen haben, nebſt jungen Ellern, ebenfalls bey mir die Probe ausge- halten. Jh habe aber auch die Gelege au ſolchen Bäumen bisweilen mit verrottetem, furzen Dünger belegen, die jungen, ſpät nachwachſenden, Wurzelſprößlinge immer abſchneiden, und nur die ſtärfften wenigen Hauptranken ſtehen laſſen. Obſchon das Haſelnußlaub von der grünen Wickelraupe eben ſo ſehr, als das Laub der Obſtbäume, gelieber wird: ſo ſind dennoM ſolche Ha- ſeln, an welchen ſich Hopfen befindet, nie von dieſem Inſect beſucht worden, wenn gleich die andern Haſeln gänzlich kahl ab- gefreſſen worden ſind, Auch hatte einſt ein ſtarker Wind eine Hopfenſtange an einen Apfelbaum heran geworfen, ſo daß die Hopfenranfen einen Theil der Apfelbaunm- äſte überzogen haften; auch dieſer Baum blieb frey von Wickelraupen. Im Folgen- den Jahre leitete ic) abermals mit Fleiß den Hopfen mit dieſer Stange in beſagten Apfelbaum hinein, wodurch derſelbe noch- mals vor den Raupen geſichert ward, In der Folge habe ic dieſen Obſtbaum; als den kragbarſten unter allen übrigen, nicht mehr ſo behandeln wollen, weil ich beſorg- Aa fe, AFT KOENEN TIERIS"nE Ein aF g= m eememerans 200000 2IEHETEG em 186 Hoyniß te, er möchte, da die Hopfenranfen ſich überall ausbreiteten, endlic) darunter ex- ſticken, nachdem der harte Winter im ZG , 4787 mir nur noch dieſen einzigen Obſt- baum unverſehrt übrig gelafen hatte, Horniß, Hörlitz, Crabro, ein Hekannres Inſect, von dem die gemeinen deute ſprichwortsweiſe ſagen, daß ſieben ein Pferd, und drey einen Menſchen um- vringen können. JIhre Füße ſind mit 2 ſpißigen Klauen verſehen, womit ſie ihre Beute zu halten pflegen. Ihre ah- rung beſteht in Spinnen, Fliegen und Bienenz auch lecken ſie die Feuchtigkeiten ver Bäume ab, und ſeßen ſich auf das Aas, woraus ſie kleine Stückchen abbeiſ- ſen. Ihre Neſter findet man in hohlen Bäumen und an Gebäuden. Wenn die zöcher an den Bäumen mit Theer, welcher ven den Wagenachſen, ais zu zähe, und fernerhin unbrauchbar, abgeſchabet, und die Form eines Kegels daraus gevildet worden iſt, früh over ſpät, wenn die Hor- niſſen einheimiſch ſind, zugeflopfet worden: ſo müſſen ſie in ihren Höhlen verhungern. Die Neſter an den Gebäuden werden zur Nachtzeit mit einer ſcharfen Schaufel ab- geſtoßen, und, ſobald ſie herunter fallen, mit ſiedend heißem Waſſer begoſſen; wo- bey man ſich aber zur Worſicht mit einer Bienenkappe und ſehr di&en Handſc ,- 6--8 3. beg. MPDlumens: in länglichen Spik« Fräußen, mit ſchr vielen nackten weibli» , und eine zertheilende und eröſſnen- ve Krajtz ſie wurde ehedem in bösartigen Ftebern, bey Pocken, und Verſtepfung der monatlichen Reinigung, häufig gebrau- ghet, und daraus nit Wein oder Waſer ein Trank bereitet, Bey der Engbrüſtig- feit und einem hartnäckigen Huſten hat ſol- ſeyn, damit ſie deſto mehr Stärke haben, und den Huf beſſer faſſen können. Sie müſſen nicht zu ſeichte, weil fie ſonſt leicht auſreißen, nnd auch nicht zu tizf eingeſchlagen werden, damit fie die Füße nicht berühren, und die Pferde da- durch vernagelt werden. Auch ſtet man.den Duhnen, wenn i pipe das egen ſchwer wir'd, 3 Körner Satz in den &intern, um ihnen geſchwinde De dem (üs zu:belfen- Man.erkennet das ſchwere ſind. Huhn Eveilegen; außer der zu langen Zeit, da das Cy ausbieibt, auch daran, wenn es mit Blutſtriemen gezeichnet iſt. Die jungen Hühner, die am früheſten im Jahre ausgekommen, und groß ge- worden ſind, legen am früheſten im nächſt kommenden Jahre, wenn ſie an einem warmen Orte gehalten werden. Hierzu ſind die Kühſtälle zum Uebernachten ſehr auf, wenn ſie ſo verwahrt ſind, daß kein Marder oder Iltis hinein kommen kann. Denn den Bauern begegnet es auf dem Lande gar oft, daß ſie in einer Nacht um alle ihre Hähner fommen. Nur in denje- nigen Ställen ſind die Hühner ſicher, in welchen die Kühe mit Ketten angebunden Denn das Raſſeln derſelben(wo viele Kühe ſind, wird es an öſtern Bewe- gungen des Halſes, woran die Ketten ſind, nicht fehlen,) ſchreckt die Marder zurück, und ich habe auf Bauerhöſen, die ange- fettece Kühe halten, öfters hierüber nach» gefraget, und zur Antwort bekommen, daß zu feiner Zeit ihnen ein Huhn gewürget worden ſey, wenn gleich ſolcFne Haut am Rande, wo ſie anſißt, zu beſtreichen und los zu weichen, und die Theile, ſo weit man fie erweichen kann, nach vorbeſagter Weiſe abzunehmen.-(iE; Es fönnen auch Küchlein'ſeyn, die ih- rer Schwäche wegen aus dem Eye nicht hervor kommen können, wenn ſie z, B. fchon einen halben oder ganzen Tag gepict haden, ohne daß. die Oeffnung gegen die tete Seite hin größer, oder die Haut zerriſſen worden ſey, In ſolchem Falle »*"wr en 2a] ; Huh L95 zerbricht man die Schals rund herum, unb zerreißt die Haut, daß der obere Theil leit hinweg genommen werden kann, Man muß äber nicht eher hiebey Hand an legen, als wenn die Küchlein 24 Stunden gepit haben, ohne weiter in ihrer Arbeit gefommen zu ſeyn. Denn es giebt Küch- lein, welche zu frühzeitig ihre Schale pi- &en, ehe ſich der Dotter in ihren Leib hin- ein gezogen hat, wie bereits oben geſagt worden iſt; dieſen würde nun mit der zu frühen Hülfe gar ſchlecht gedienet werden. Die Eyer, die am 2 ſten Tage noch nicht offen, oder gar nicht gepickt ſind, und in denen fein Laut gehöret, oder feine Bewe- gung verſpüret wird, werden weggewor- fen, oder lieber eingegraben, weil es ei nen peſtilenzialiſchen Geruch auf mehrere Tage giebt, wenn faule Eger auf dem Ho- fe zerſchmiſſen werden. Kommen die Küchlein ſo ungleich aus. daß einige 4 oder 2 Tage vor andern aus- gedrütef worden ſind, und die Bruchenne iſt zu wild oder unruhig: ſo nimmt man ihr die ältern Küchlein, die ſonſ? leicht ne« ben den noch ganzen Eyern.erdrückt wer- dein, und ſeßt fie in einen Topf oder Korb mit Federn, neben dem warmen Kachelofet hin. Hier können ſie in den erſten 24' Seunden-ohne Futter aushalten, weil ſie, wie vorhin gedacht worden, von dem ein- genommenen Dotter no zu leben haben, Ohne alle ſolen ſehr verwundet werden, Auf 1 Schock Hühner werden gemeiniglich 2 Hähne ge- haiten. hans 5. Eine der gemeinſten Hühnerkrankheiten iſt der Pfips, im Niederſ. Pipp oder Dipps, welcher das zu ſeyn ſcheint, was bey. den. Menſchen der Schnupfen iſt; er wird mit einem Fieber und einer Verſto- pfung in der Naſe begleitet, daß daher den Hühnern die Luſt benommen wird, und ſie Schnabel und Hals auſſperren, und ein heſonderes Geſchrey hören. laſſen. Fau- les vder gar mangelndes Waſſer kann den Zufall: veranlaſſen, noch mehr aber Erkäl- tung, von ſtarfem: Regen, oder zu rauhe Luft nach: warmen Sommertogen« War- tet: man: mit der Cur zu lange: ſo wird die Zungenſpiße gelb, daß das Huhn ge- meiniglich daran ſtirbt. Man reißt ihnen daher den. Pips alſo: Man hält das kranke Huhn. bey den. Beinen unter ſich, ſett den Daumen in; den einen Winkel des. Schna- bels, und den: Zeigefinger in den andern, öffnet auf dieſe Weiſe den Schnabel, löſet mit. einer Nadel: oder einem ſcharfen Meſ- ſerchen die Schale oder die vordere Spiße an. dex Zunge, zieht ſie von der Zunge mit den Fingern ab, beſtreuet hierauf die Zun- ge mie AE ſchmieret ſie mit Knob- lauchſaft oder' Weineſſig, pflegt auch zu- gleich eine ſubtile Feder durct;.. SIDE:= emm Drug. EE ET M SIDHEN - Huhn 197 Hühnerläuſe entſtehen in unrein ge- haltenen Ställen, wie bereits oben ge worden, gar leicht. Anfänglich ſind" ſie nur bloß auf dem Kopfe und ganz klein,. nehmen aber in etlichen Tagen ſo zu, daß ſie vie Haut abnagen und ſich einfreſſen.- Hühnern, welche dergleichen“ haben, wer- den, einige Tropfen. Thran auf dem Kopfe eingerieben, wodur< vas Ungeziefer. gleich getödtet wird.. Bey: der Rrätze fällen den Hühnern, außer r der Manſezeit, die Federn aus. Man wäſcht fit mit laulichtem. Waſſer, worinn Tabacksſtengel oder: gemeiner Landtaback abgefocht. worden, und läßt. fie an dex Son- ne oder in einer warmen Stube wieder. tro» >den werden ,, füttert ſie' auch einige Tage mit in Waſſer eingeweichter Kleye ,. wor- unter fein zerſchnittene Peterſilie gemenget wird.. Wenn: die' Hühner im May oder Jun. zu viele. Schillbolde freſſen, ſo ballen ſich" ſolche'in'dem Magen in einen feſten: Klum-- pen zuſammen", wovon. der Kropf unge mein: dif hervor ſteht... und den: Hühnern: die Freßluſt. bis: zum: Sterben: benimmt, Hiebey- wird ihnen“ der Kropf: obenher ge- gen: die Flügel mit. einem ſcharfen: Meſſer» <> wohl an der Kette, wenigſtens bey Tage, gehalten wird. Gemeiniglich ſind Hunde dieſer Art groß, und ſtark bey Lei- be, Idee ZUnd be, Es kömmt aber bey allen Arten der Hunde auf die Erziehung anz und daß die- fe anſchlage, kömmt es auch ſehr auf die Abſtammang. zugleich mit an, indem gute Hunde gemeiniglich ihren Vätern, in*Be- treff der Seelenkräfte, nacharten. Zu. den guten Eigenſchaften eines Hofhundes rech- nec man: 3) WachſanFeit, daß der Hund nicht träge, oder ſchlüöfrich fey, ſondern die geringſte fromdartige Werände- rung, beſonders des Naches, durch) ein eifriges Bellen anze!ge, und nicht eher da» mit aufköre, als bis alles wieder in Ruhe „und Stille iſt. Diete Eigenſcgaft zu. er- Halten, nwß. der junge Hund, febald er entvöhnet wid, einem alten eifrigen Hsf- Hunde zugegeben werden, um dieſem das 2autwerden abzulernen, und mit ihm cin- zuſtimmen z, 2) daß er art. ſey, um ben6s- ehigten Falls anzupacken. Dieſes wird er- Halten, wenn der junge Sund zwar zuwei- ken eine furze Zeit frey heram laufen kaun, aber dabey von Zeit zu Zeit an der Kette angelegt wird. Hierzu dienet auch, daß der alte Kettenhund zuweilen auf fremdes Bich, zum Herunterrveiben deſſelben vom Hofe, losgelaſſen werde 3; der junge aber nicht, wodurch. er zum Aerger gereizt wird, den er daun nicht anders, als durch das Bellen, äußern kann;, 3) daß er Appell Fabe, d.i. ſich anweiſen, oder fich am- oder zurücf rufen laſſe; wie hierzu die Hirten» hunde auc< abgerichtet werdem CEr muß z. B. angewieſen werden, wenn Och- fen oder Küche zuſammen fallen, und um ſich ſtoßen, Menſchen aber dem Kantpfe nicht gleich. ſo nahe ſind„ daß ſis ihn hin- dern. können, eder, wegen der dabey. zu. beſorgenden Gefahr, ſich ihm nicht nähern. dürfen ,. gleich zu zulaufen, und die Thiere zu tkrennew, damit fkeines- derfelben zu. Sanden geſtoßen werde, Jt dergle] Hund 299 , Fen Fall nun, beſonders bey einem ſtarken -Viehſtande, zu beſorgen: ſo wird der dazu gewöhnte und abgerichtets Hund, wenn er zu ſolchem Zweck frey gehend gelaſſen wird, bcy dem, auf dem Hofe herum gehenden, Siorndiehe, ſobald es ſich ſtoßen will, auch endiich ungeheißen das Seinige tun, ſol- ces dann angreifen, und es gleichſam in Keſpect halten, daß es von dem Stößig» ſeyn abiäßt, und Friede hält. Es darf 3. B. eine Kaße nur einen Partikel von einem geſchlachteten Kalbe oder Rinde auf ven Biehhoj hinſchlepp-n2 ſo ſängt das Horn- vieh bey dem. Anriechen eines ſolchen Pax- tifels gieidy an zu brällen, und ſich unter einander zu ſtoßen, daß es- ſich ſchwerlich, und nicht ohne Gefahr, von Menſchen von einander bringen läßt, weiches aber der Hofhund gar bald bewerkſtelliget. Dex junge Hund muß zu dieſem Zwecke au der deine goführet, zurück gehalten, und zum Machgeben ſeines Führers gewohnt, bis- weiten aber auf einen Wink, oder auf ein Bort, an einer langen Leine fortgelaſſen, bey dem Ausruf eines einzigen Worts aber, z.B. hier! zurück! 1c, wieder zurück -'Sezegen„ ind auf ſolche Weiſe zum Apell gewöhnet werden. Es kann ſeyy, daß der Seſpund zur Nachtzeit ſeinem Herrn ins Geld oder in den Obſtgarten begleiten ſoll 3 verdächiige eeute aber fliehen;. alsbald muß der Sdund folgen, und nicht eher nachlaſ- ſen, als bis der Herr ein dem Hunde bes fannt gemachtes Wort, etwa: faß! al- lons! pack! 10. ausſpricht, und wenn der Jlüchtling ſodann ſchreyet, muß der Hund fich gleich abrufen laſſen, mit dem Bedeu- ten des Flüchtlings, daß ſelbiger gleich ſtille ſteßen, oder gewärtigen müſte, daß der Hund auſs Neue angeheßet werdea pPl- le. Mit einem ſo abgerichtefen Hunde wird das nächtliche Veſtehlen der Felder - ESt SCR STS SENSE eren Ee“ SIDE Hh TEE 2006 LACH»+ WEITE EEE amn ere, mm nemen ee geeAEEEEEET, en md ZIE en mn m m 209 Hund und Gärten den Dieben gar ſehr verleidet werden. 4) Muß der Hofhund keinen ihm vorgeworfenen&Sraß von Srem- den annehmen. Hierzu wird er gewöh- net, wenn ihm ein Fremder eine Brat- wurſt nahe zum Riechen vorhält, oder in einer kleinen Entfernung den Köder hin- wirft. Folgt der Hund, oder ſpringt er nach der Wurſt zu: ſo muß er von ſeinem Wärter an der Leine zurück gezogen, und mit der Katbatſche gezüchtiget werden, Dieſes wird ſo oft in der Folge wiederho- let, bis der junge, frey umher gehende Hund durchaus von keinen andern, als nur von ſeinem Wärter, Speiſe annimm", Vielmals ſind die Hofhunde ſchon einige Wochen zuvor vergeben worden, ehe eine Diebesbande wo einbricht. Wenigſtens geſchiehet dieſes in der Nacht, da die Die- he ein Haus oder Gehöfte beſtehlen wollen, 5) Muß der Hoſhund Mentchen aus- zpären können. Dieſes iſt da nöchig, wd ein naher großer Wald, oder nah gelegene Fremde Länder ſind, in welche die Diebe mit ihrem Raube bald hineilen, und ſich dem Nachſeßen entziehen fönnen. Die Engländer pflegen ihre Hunde in dieſer Ab- ſicht alſo abzurichtenz Wenn ſie das Altex erreichet haben, in welchem man ſie ſonſt auf das Jagen abrichten müßte, führt man ſie an Orte und in Zimmer, wo Beu- tel mit Geld, Silbergeſchirr und derglei- haben, in öffentlichen Blättern anmelden, und erwarten, daß ih- nen zum Abrichten der Hofhunde Aufträge gemacht würden, als zu welchem Zwecke dergleichen Leute eigends die Hunde erzie- hen, put Ab- Uhrt ot: hm 1a mer lich ern jißt uh zu vel: (ler, ohnt ( ge- d an , und D t hat, gleich jenau zwi: (eicht 8 zu gen, egen (nen iſe zu inem each mart der? " ache rich“ dazu ichen ß ih feräg! ut anjiv hen Hund Hen, und: ſodann mit Liebhabern um den Preis einig werden können, Viele Guts» berrſchaften auf dem Lande würden ſich die Koſten nicht gereuen laſſen, Denn, was iſt Sicherheit des Eigenthums nicht Werth! . 2) Der Haushünd, in engernt Ver- ſtande, iſt ein ſol APlui- men: in aufrechten Dolden; ſchön purpur- roth, mit aufrechten Honigbehältniſſen, im Jul. 6) Sleiſchfarbitte 2c. A. incarnata. Vaterland: Canada, Virginien. Stren-. gel: aufrecht, nahe unter dem Gipfel ein. wenig äſtig„15 F. hoch... Flatter: lan-. zettförmig, glatt, an dem untern Theile der Stengel paarweiſe einander gegen über, oben. aber, wo ſich die Stengel theilen„ zu 3. Stück beyſammen ſtehend, Dlumen: purpurroch ,„ im Aug. Hundsfraut, Sundsfohl, Hundstod, Seidenpflanze, Apo= cynum,. iſt nahe mit dem vorher gehene den: Geſchlechte verwandt. Die folgenden dauerhaften Arten depſelbeon werden nicht wenig: geachtet, und wegen: der Feinheit ihver Blätter, wegen ihres ſchlanken Wuche ſes und des ſonderbaren. Baues und wegen ihrer leichten Cilge: ſehr. geliebet und ſtark geſucht x) Tb EEE WE ALI Hunds» Fraat, Dannsblut- oder eyrund= blärtriges Apocynuim, MücFenwür- ger, A, Androfaemifolium- L. NIE HO 7 Hundsw land: Canada, Virginien, Wurzel: did, friehend. Strentel: ziemlich auf- recht, frautartig, dick ſteif, glatt, bräunlich, 3-48. hoh. Blätter: groß, eyrund, auf beyden Flächen glatt, ſteif, ſtark grün, ein wenig adrig, an den Gelenken paarwei- fe einander gegenüber ſtehend. ZZlume: auf den Enden der Stengel, in großen Truzdolden, weiß, mit purpurröthlichen oder 1) Sauswurzartiges SG, D, Aizol- des. DVarerland: vie Alpen in Europa, Zlätter: ſchwerdt- und nachenförmig, gefranzt; wie Hauslauch in kleinen Köpf- chen beyfammen ſtehend, aus deren jedem ſich ein nackter, einfacher, kaum 2 Zoll hoeher Blumenſchaft erhebet. BDiumen: gelb, in lockern Aehren, im Mörz und April. 3). Pyrenäiſches%c. D. Pyrenaica. Vaterland: die Pyrenäcn, Dläatter: auf kleinen, holzigen, ſich aus der Wur- zel erhebenden Stengeln, in einem Bü- ſchel dachförmig über einander liegend, klein, feilförmig, handförmig, dreylappig, einige auch fünflappig- MDiunen: ouf einem nackten: Schafte, purpurrotH, im März. Dieſe 2 Pflanzen werden früh im Herbſte durch Zertheilung und durch Saa-, men vermehret, No, 1, iſt wegen ſeiner Cc 3: frühen 206- Hungerb Frühen ſchönen Blumen von vorzüglichem Werthe, liebt einen leichten„trocknen Bo»- den, und.eine Lage gegen Morgen, dauert nur 3-4 Jahre, pflanzt ſich aber durch den ausfallenden Saamen for, b) Zin» und zwegjährige Arten: 3) Srübblübendes H., Gänſeblu- me, Strüblingsblümlein, Fleinſtes DotelEraunt, L7ägelfraut, D.vernal. Vaterland: Europa, in dem ſchlechte- Aten Sandboden überall, und iſt nac) Ab „Zang des Schnoes Faſt die erſte Pflanze, „welche mit ihren fleinen, länglichten, ein- „gekerbten, rauchlichten, auf der Erde qus- gebreiteten Blättern erſcheinet, Srencel: ganz naefend, off nur 1, ſelten 2 Finger lang. Zinnen: auf naten, 4=-5. hohen. Schaften, weiß, im Apr. Da die Pflanze nur jährig iſt, kurze Zeit dauert, und häufig Saamen ausſtreuet: findet „man ſolche auch öfters im Herbſte wieder, Sie geböret. unter die ſchwachen, freßarti- „gen Pflanzen,„und wird von den Schaafen geliebet, 4) Maure-2c, D.-muralis. Vater- Tand:.Curopa, in Hainen, Biätter: eyrund, ungeſtielt, gezähnt. Stengel: „ſtig, 10 Z. hoch, mit Blättern, die den Stengel umfaſſen. Blumen: weiß, im „May. 's) Sehr haaritzes 2c. D. hirta. Va- Terland: die Alpen. Blymen: weiß, „QySgerandet, -6) Weißtgrgues2c, D. incana, Vaq- Terland: die Alpen, Eige zweyjährige, „oft noch länger dauernde, Pflanze. Blät- Ter: länglich, gezähnt, weißgraus Z25ly- men; weiß ,-.im Jun, Dieſe 4 Pflanzen werden-ſelten in die Garten aufgenommen. Huſten Hungerharke, Hungerrechen, eine große Harke oder Rechen, welcher au einer Deichtel von Menſchen oder einem Pferde geſchleppet oder gezogen wird, um, nach dem Aufbinden und Einlegen der Gar- ben in Haufen, die zerſireueten Getreide- halme zuſammen zu bringen. Es wird biemit dieſes Geſchäffte.geſchwinder vollen- det, als wenn ſolches.durch das ſo genann- te Nachharken von den Aerndteleuten ver- richtet werden ſoll,% Hurden, Horden,. Flaaken, aus dünnen Ruthen geflochtene kleine Zäune. Hurdenwerk, iſt bey dem Waſſer- baue die hinter einander, und ſtufenweis um fleine Pfähle geflochtene Verzäunung, welche an den Ufern der nicht allzu ſtarken „und,reißenden Fliße zur Verhinderung des Einbruchs gemacht wird, Huſten der Pferde, iſt an ſich felbjt, wenn er plößlich bey einem Pferde entſteht, und nicht mit andern Krankheis- „ten, z- B, mit Fieber, verbunden iſt, feine gefährliche Kraukheit, kann aber, wenn er lange anhält, oder gar zu ſtark iſt, den Lungen Schaden zufügen, und das Pferd durch Engbrüſtigkeit oder auf andre Art verderben, Es xührt aber der Huſten ge- meiniglich von Erkältung her, die ſich in der Luftröhre Feſtſeßt, und daſelbſt eine leichte Entzündung verurſacht; iſt alsdann anfangs troen, und fängt eher oder ſpä- fer an zu fließen, als welches man an dem „tollenden Tone des Duſtens erkfennet, wie auch doran, daß, wenn der Huſten heftig iſt, mit demſelben Schleim aus der Naſe fließt. Iſt der Huſten trocken: ſo läße „man zur Ader, giebt Honig, und Schwefel- Hlume, zum Futter wenig oder gay DIE 011- + FpapeI:<0-2- IIIILIII GD IIR Hut ſondern, Statt deſſen, Kleyen, und hängt den Dampfbveutel(f. No. 18.) unter die Naſe. K&Sließt der Huſten: ſo wird er durch Pillen von Schwefelblumen und Alandwurzel, von jedem 1 Loth, mit Honig zuſammen gerührt, und alle Morgen gege ben, gehoben. Jſt es ein Üiagenhu- ſten, der nie auf einmal, ſondern nach und nach ſiärker wird, und beſtändig. trockeniſt: ſo wird das Pferd mager, und frißt entwe der zu viel, oder zu wenig in dieſem Fal» le nimmt man zu den eben benannten Pil: len, an Statt des Schwefels ,. ein halbes 8och fein geſtoßenen: Hammerſchlag, und eben ſo viel gepulverte(zu Pulver. geſtoßene oder geriebene) Peſtilenzwurzel:(Petalites), In dieſem: Falle iſt es-auch zut,, dem Pfex» de oben auf ſeinem: Futter ein Paar: Hände Salz zu geben. Der Huſten bey dem Hornvieh. und den Schweinen kann eben ſv behandelt. wer» den, 2 Hut, Mauerkappe, die Bede- Fung einer Mauer, welche auf zwo Sei- ten Traufen hat, dergleichen auf: gemein- ſchaftlichen Garten- und Hofmauern ſind, Iſt es aber eine eigene Mauer: ſo iſt der Trauffall.nur auf der Seite desjenigen, dem- die Mauer gehöret. Hyacinth, ein durchſichtiger ,. gelb» rorher und feuerfarbiger Edelgeſtein; Ei- gentlich giebt es deren jedoch viererley Ar» ten, mit Hocroth gemiſchte, ſafrangelbe, bernſteinfarbige, und beynahe- weiße, vie nur eine kleine Miſchung von Roth haben.. Sie kommen aus“ Oſtindien; werden aber auch in Böhmen, Schleſien und Sachſen- gefunden, Hyagcinth„ Märzblume», ein in: Hyacinth 207" unſern Blumengärten bekanntes Pflanzen» geſchlecht, A) Hyacinthas- Arten. 1) Orientaliſcher crichterfsrmi- ger HSypacinth, Wigärzblume, Hyacin- thus orientalis L.. Wir theilen ſie gemei» niglich in einfache, gedoppelte und- gefüllte. Die einfache, als die natürliche Blume, hat 6 Einſchnitte, die doppelte gemeiniglich- 3:2, und die gefüllte eine größere oder un=- beſtimmte Anzahl, Die ſchönſten Arten erfennet man a) aus der Zwiebel; dieſe ſoll groß und ohne Mangel. ſeyn; doch findet man, daß die gefüllten weißen, mit Reth vermiſchten Hyacinthen gemeiniglich man» gelhafte Schalen an: der Wurzel haben, und die ſchönſten rothen aus kleinen Zwie-- beln erwachſen. b), An dem Stengel,. wenn dieſer proportionirlich hoch iſt. Durch einen allzu hohen: Stengel wird die Pflan- ze unförmlich, und muß durch beygeſteckte Stäbchen aufrecht: erhalten' werden. Nie»- drige Stengel verunſtalten die ganze Pflan- ze« c) An: der Zahl. der Blumen(Glo- den); wenigſtens ſollen 12 einen Strauß madchen; kann man derſelben 30 zählen: ſo iſt die Pflanze von großem Werthe, d) Die Blumen müſſen.den Stengel re- gelmäßig“ und allenthalben auf gleiche' Weiſe“ umgeben, die Blymenſtiele nach oben immer fürzer werden, und der ganze Strauß. eine pyramidenförmige Geſtalt zeigen.€) Die Büimin ſelvſt müſſen groß, kurz, und vorwärts recht dichte und ſtark gefüllet ſeyn. Man pflegt zwar dis gefüllten Blumen den einfachen vorzuzie« hen, doch verdietten auch dieſe alle Ach- tung, Die einfachen blühen 2'=-- 3 Wo» denförmig, ſechstheilig, roth, au Ciner Seite des Stengels, in einer Aehre, deren Spiße. umgebogen iſt, JIhre Schönheit beſiehet in der vortrefflichen, blaßrothen Farbe ihrer Blumen, weshalb ſie in einer jeden Blumenſammlung eine Stelle ver- Dienef. 4) Amecthbpſtblauer SS. 13. Awethy- finauss MAlumen: auf dem Ende des Stengels, an ſchwachen Stielen, und da- Her niederhängend, an der Grundfläche walzenförmig, baib-ſechsſpaltig, ſchön hoch- amefhyſtblau, im Februar u. März. Weil ſie früß blühen: ſo müſſen ſie auf eine Rabatte 6der Beet zwiſchen Hepatica, Crocus etc. gepflanzt werden, wo man ſie aus einem Gartenzimmer zu Geſichte be- Fommen fang, um ſie von da 4n der Bltü- che zu ſehen, wenn die Witterung das Umhbergehen im Garten nicht erlaubet. Hyacint5 s B) Muſrari- Arten: Dieſe Muſcarihyacinthen unterſcheiden ſi< von den vorher gehenden Arten da- durc<ß, daß ihre Blumenkrone kugeliger ifi,| SEES 5) Üinſcat- Hyacintb, H. Muſca- 1. Wurzel: eine große, ovale, eingebül- lete Zwiebel, MZlumen: an der obern Hälfte des Stengels, in einer Aehre, ins- geſammt gleichförmig, evrund, init zurück gebogenem Rande, einem irdenen Waſſer- fruge ähnlich, von verwelkt-purpurrether oder blauer Farbe, und einem ſtarken Molchgeruch. Sie kommt überall, und ohne fünſtliche Wartung, Fort. Man haf Abarten mit großen gelben, und auch mit purpurröthlichen, und oben mit gelben Blumen.:) 6) Zopffitzer, oder ſchön-Haariger Hyacinth, breictblättriger purputr- rother Syacinth, H. comolus, Wur- zel: eine große Zwiebel.:Stentel: ek- wa 1 F. hoch. Hlumen: an der obern Hälfte des Stengels, auf langen Stielen, in einer waagerechten Steklung, die Blu- menblätter winflich» walzenförmigz der Bluümenſtengel endigt ſich in einem dichten Haarbuſche von Blümchen, mit eyrunden Blumenblättern 3 die Blumenknoſpen er» ſcheinen im Unfange des März, kommen aber vor dem May uic94 252IMEEEENIEI GEN ITa5d fen hängt lediglich von der Feſtſeßung der Landespolizeyinſtanz ab, Im Mangel an=- drer Beſtimmungen dauert die allgemeine Schonzeit vom erſten März bis zum vier und zwanzigſten Auguſt, Alte und tra» gende rothe Thiere ſind vom erſten Novem- ber bis zum vicr und zwanzigſten Auguſt zu ſchonen. In Wäldern, wo Hochwild ſieht, iſt das Jagen mit ſtarken Neßen und Jagdhunden nur vom vier und zwan- zigſten Auguſt bis zum letßten October zuläßig. Hirſche, Rehböcke, hauende Schweine oder Keiler, Erpel oder Entri- die zu ſchießen, iſt das ganze Jahr hin- dur) erlaubt. Haſelhbähne fönnen bis zum leßten April; Auerhähne bis zum leß- ten Nay; und Birkhähne bis zum funf- zehnten Junius geſchoſſen werden, Wilde Enten und Gänſe, Schnepfen und andere Zugvögel, ſind nur in der Brutzeit, vom erfien May bis zum vier und zwanzigſten Zunius, zu ſchonen. Das Schießen jun- ger Haſen, und der Einfang junger Schwäne iſt nur vom erſten May bis zum zwanzigſten Junius verboten. Bären, Wölfe, und andere ſchädliche Raubthiere, fönnen zu allen Zeiten geſchoſſen werden. Auf Bären und Wölfe iſt, auch in ge- e geſchälet und weiß ſindz wenn aber die Hirſche noch nicht geſchlagen haben, dann müſſen auch die Stäbe unge- ſchält ſeyn, wenn es nicht für einen Jagd» fehler angeſehen ſeyn ſoll. Die Stöcke ſind gemeiniglich von Haſelnholz. Jagdtuch, iſt von ſtarker Leinwand, zur Umſtellung eines Stü Waldes bey einer Jagd 3 die Tücher werden mit Stan- gen aufgeſteller uud ausgeſpannet. Jagdzeuge, alle Tücher und Garne, große und kleine, wie auch Tuch- und Fe- Serlappen„ und was ſonſt zum Jagen ge- brauchet wird, , Zinken von Bein oder Horn, die auf der Jagd“ gebraucht wer» den, ſtoß: den, ein fel, (efs ſä:| von T, e die et, der Mme Hagen (d, in 1 Dv dieſem FA obern | hat, ſellet, het aben, ſind; lagen unge? Jagde je ſind Jagensr den. Sie ſind die kleinſtew unter den Jagdhörnern, und haben. einen: hellen“ Ton. Jagensrundung„ der Bogen des- Zeuges, der binten. im- Jagen: geſiellet' wird. Jahn, John, eine gewiſſe Abthei-- lung. eines großen Weinberges. in verſchie: dene Bezirke, damit die Winzer. hiernach: ihre Arbeit-und: das- Düngen" gehörig eins richten können.. In Oberdeutſchland heißt“ beym Forſtweſen: Jahn oder John:-abge- hauenes, und nach Nrihen, wie die Schwa- de des Getreides, hingelegtes Buſch- oder- Strauchholz;: Der Förſter ſagt auch' Kamm: oder Zahl; Daher: Jahn-- oder: Johnhauer“,. d. i:- Holzhauer.- Ju man? , in ſreyer'Luft: fort» kommende“ Blumenſträußer“- 1)'Offieineller Jasmin gemeiner weißer jasmin,. Ll officinale. Waters land:: Oſtindien, die Schweiz; Er611- ime: und Sweitge:- ſtranchig,. lang, vun ſteigen"an-einer Unterſtüßung 15-= 20 F- DP 33 hoch. I 2 RESET RR 90 eee NDEN EST Ls INERTEN: 214 Jasmin hoh. Blätter: ſehr ſchön, gefiedert, einander gegen über ſtehend, aus ohnge- fähr 3 Paaren ſcharf geſpißter und.getrenn- ter Blättchen zuſammen geſeßt, und mit einem einzelnen gewöhnlich größern Blätt- hen ſich endigend, deſſen Spikge ſich in die Höhe hinauf zieht, ſtark dunkelgrün, Dlu- men: an den Gelenken und an den Enden ver Zweige, zahlreich, weiß, ſehr wohlrie- yend.. Die Abarten ſind: 1) mit weiß- geſtreiften Blättern 3; 2) mit gelbgeſtreiften Blättern. 2) Strauchiter Jasmin, insgemein gemeiner gelber Jagmin, Jasmin ohne Geruch, 1. fruticans.: Vater- land:„der Orient, das.mittägige Curopa. Zlumen: gelb, ohne Geruch, im Jun. an den Enden und Seiten der jungen Zweige. 3) Triedrifer Jasmin, insgemein Fleiner gelber Jralientſcher Jasmin, 1 humile. fömmt aber häufig aus Italien. ESträaim ine: ftrauchig, ſteif, mit eckigen Zweigen, von niedrigem, etwas ſtarkem, buſchigem Wuchſe, Blärrer: wechſelsweiſe. ſtehend, ziemlich ſpiß, dreyblättrig, bisweilen aber auch geſiedert, glatf, fein ſtarf grün,„viel breiter als.die der andern Arten. MBly- men: größer als die der andern Arten, gelb, im Jul, Die Blätter dieſer Art bleiben oft bis ins Frühjahr, und da über» dem ihre jungen Schüſſe eine ſchöne grüne Jarde haben:.ſo verdiente ſie.unter den im» mergrünen Sträuchern eine Stelle. Die erſten beyden Arten treiven aus ih- ven langen, dünnen, niedergebogenen Zwei- gen jährlich viele, ſehr lange, ſchwache, grüne,«mit Mark angefüllte junge Schüſſe, an denen ihre Blumen entſpringen. Die „dritte haf einen niedrigen Wuchs, und treibt theils wenigere, theils ſtärkere Zweiſ- Daterland: unbekannt,. Jasmin ge, die ſich ſelbſt aufrecht halfen können. Sie ſchicken ſich alle drey, vorzüglich die dritte Ait, ſehr gut zu Werzierung der Fuſtgärten, und werden ohne ſonderliche Mühe durch Abſenfer und durch abgeſchnitk- tene Zweige in großer Menge vermehrek, Es müſſen aber alle Arten in Deutſchland, wenn ſie im Winter unbeſchädigt bleiben ſollen, einen warmen trocknen Boden, und einen gedeckten Stand haben. Bey ſehr hartem Froſte pflegen inzwiſchen junge Pflanzen wohl bis auf die Wurzel zu et- frieren, treiben jedoch im folgenden Som*- mer wiederum neue Schüſſe. Man thut am beſien, wenn ſie in einem freyen ofſe- nou Stande bedecft und eingevunden wer- den. Außer dem angenehmen Geruche, velchen.man von der Blüche erkält, baben die Jasminarfen den Nußen, daß man aus ihren Bluinen ein wohlriechendes Waſe ſer, vielleicht auc) Del, verfertigen kann, Du Hamel. behauptet jedoch, daß die Blu- zen durch das Abziehen kein riechendes Waſſer geben, und die ſo genannte Jasmin- eſjenz ein ausgepreßtes Del ſey, welchem man nur den Jasmingeruch beygebracht habe, Was von den Orangenblüthen in der Arzneyfunſt zu erlangen iſt, kann.man auch) von dieſen hoffen.' Bey. dem Jagmin kann auch, wegen.des ähnlichen Geruchs, und nach der gemeinen Gärtnerſprache, Füglich ein anderes.Ge- wächs Statt finden, welches After- oder Daſtardjasmin. genannt wird, ſonſt aber auch unter den Namen:.wilder oderXDel- ſcher Jasmin, wohlriechender Pfei: fenſtrauch, falſcher Syringsſtrauch, Röhren- oder Slötenbaum, bekannt iſt, Philadelphus coronarivs.- Dieſer. Strauch iſt in unſern Gärten zu gemein, als daß ſeine Beſchreibung nothig ſeyn könnte. Er wird wegen ſeiner Blumen, die aus den ZBin- Jaſpis „Winkeln und an den Enden dor Zweige, in vielen großen lockorn Büſcheln, die ſchön ' weiß, denen des Pomeranzenbaums an Anſehen und Gerüche ähnlich, an dem ganzen Strauche hervor kommen, ſehr ge- liebet, Der angenehme Goru) der Blu- . men verbreitet ſich weit umher, iſt jedoch viel zu penetrant, als daß ſie in Zimmer geſtelicet werden dürften. Die Fortpflan- zung geſchiebet am beſten durch die bewur- zelte Bruth. Aus den Aeſten können Ta- backsröhren. verfertiget werden, Du Roi will dieſen Strauch, der mit jedem Erd- reiche vorlieb nümmt, und unſre Winter ſv gut verträgt, zwar nicht zu Hecken em- pfehlen; da ader ſeine Aeſte ſchiank und biegſam ſind, und ſich nach Gefallen ziehen laſſen, kann man davon artige Spaliere ziehen, welche ſonderlich zur Blürhzeit ein ſchönes Anſehen haben. Er verträgt auch das. Beſchneiden mit der Scheere. Jaſpis, ein hornartiger, feſter, ganz - undurchſichtiger Stein, von angenehmen Farben, and zartem, glasartigem Korn, ' der weiß, grau, roth, braun, blaulich, ſchwarz, bald einfärbig, bald mit anders gefärbten Adern gefunden wird. - Fauchart, Jauch, Jeuch, in Oberdeutſchland ein Feldmaaß, ſy unge- fahr mit unſern: Morgen überein kommt, , Bauernſenf, Schleifenblume, 1beris. Die zu dieſer Gattung gehörende Arten haben Blu-- men, die aus 4 kleinen Blättern beſtehen, die ſehr zahlreich jind, auf den Enden al- ler Zweige in Dolden beyſammen ſtehen, und die ganze Pflanze auf eine anſehnliche Art gleichſam bede>en, von denen die bey» den erſten einjährigen die gemeinſten ſind, nI DATEIN= am 0 DELE FCED men 5335 DIED ITberpyfi 215 . 3) Einjähricte, krautartite Arten: 1) Dolden tragende Jberpflanze, Dattardbanernſenf, 1. umbellata. Va- teriand: das Florentiniſche Gebiet, Spa- nien, Creta, GStrenctel: farz, rund, ſehr äſtig, von dickbuſchigem Wuchſe, 6, 8 bis 10 Zoil hoch... Blätter: lanzettförmig, ſcharf geſpist, die untern ſägeförmig-, die obern glaiträndig. Blumen: im Jun.in doldenförmigen Büſcheln. Man hat Sor- ten mit weißen, rothen und purpurrothen Blumey, 2) Zittere Tberpflanze, 1. amar2s Vaterland: die Schweiz, Deutſchland. Stentel: kurz, rund, ſehr äöſtig, von bu- ſchigem Wuchſe, 8, 10 bis 12: Zoll hoch. ZDiätrer: lanzertſörmig ſpiß- etwas ge- zähnt. Hlumen: in traubenförmigen Büſcheln, glänzendweiß, im Jun, und Jul. 3) Woblriechende Jberpflanze, 1. odorata. Vaterland: die Savoyiſchen Alpen. Stengel: äſtig, 6 Zoll hoch. Zlätter; ſftrichförmig, auß der Spige er- weitert, ſägeförmig. ZPlumen: in Dol- den, weiß, von angenehmen. Geruche, im Jun. und Jul. 4) Trackende Tberpflanze, Huns«- dekreſie, Sand- oder Sreinkreſſe, 1. nudicaulis VWaterland: Europa. in ſandigen, waldigen, nackten, ſehr unfrucht«» baren Gegenden, Stengel: nackt, ein- fach, 2-- 32. boY. FMAlätter: buche tig, flach auf dem Boden liegend, Zly- men: in kleinen Dolden, weiß, den gans zen Sommer über, Dieſe Pflanze wird von den Schaafen begierig geſucht. Dieſe kleinblättrigen. Blumenpflanzen geben jährlich im Herbſte eine Menge Saa- men, ſind dauerhaft, und fommen in. je» dem Boden und in. jeder Lage fort, lieben | jedoch 216 Gberpfi jedoch vorzüglich einen feiſchex Boden, und eine freye Lage. Sie müſſen gleich an Ort und Stelle geſäet werden, und machen, auf den Rabatten, trippelweiſe.umher ver heilet,„ein artiges Anſehen. hb) Perennirende Arten: x) Rundblättritze Jberpflanze, A. rotundifolia. Vaterland:„die Schweiz. 'Srengel: Frautartig, aufrecht, 5=-=.6 Z. hoch- FPlätter: eyrund,.die.am Sten- gel even, ſaftig, den Stengel„umfaſſend. AZlumen: in runden,„dichten Dolden, purpurrokt), im Jun, Hinterlaſſen ſehr ſelten Saamen. Dieſe dauerhafte Pflan- ze kömmt faſt in jedem Boden.und4n jeder tage fort, am beſten. aber auf ſchattigen, Feuchten Pläßen,„und läßt ſich ſowohl im Herbſte durch Zertheilung vermebren, als auch aus Saamen ziehen, welcher gleich näch ſeiner Reife geſäet werden muS. 3) Seinblärtrige Jberpflanze, 1. linifolia. Vaterland: Spanien, Monk- pellier. Srengel: krautartig,riſpenför- mig, kaum 1 Fuß hoch. Zlärter: ſtrich- förmig, glatträndig,.die am Stengel ſä- geſörmig, ungeſtiek. Zlumen: in halb- fkugelichen Sträußen, purpurroth, 3) Steinblätrrige Jberpſlanze, I. Hxatilis. Vaterland: Jtatien, das mit- tägige Franfreich, auf dürren, ſandigen Pläßen, Strentzel: ſtrauchähnlich, hol- zig, etwa 1.F. hoch.- Bärter: lanzett- ftrichförmig, fleiſchig, ſpibß, glatträndig, ge- franzt, Dlumen: in Dolden, purpur- röchlich, im May und Junius, fahren in der Flor oft viele Monache fort. Dieſe zwo Pflanzen, deren Stengel „aufrecht und perennirend ſind, ſind etwas zärtlic<, und müſſen.nach und nach an'das freye Land gewöhnet werden. Sie laſſen ſich ſowohl durch Zweige, als durch Saa- Jeläns men forfpflanzen, welhen man aus ihrem Vaterlände zu bekommen ſuchen muß, Die Saamenpflanzen ſind„allemal die be- ſten, und man bedienet ſic) ihrer Wermeh- rung nur.dann, wenn man keinen Saamen bekommen kann« Die ſtrauchartigen Ar- fen: 1. ſemperllorens, ſempervirens und Gibraltarica fönnen-eben ſv behandelt wer- den, und dauern unter einer leichten Be- „.de>ung von langem Streuſtroh gegen ſiar» Fen Froſt oft im Garten aus. Da die im- merblühende, ſcmperflorens, die meiſte Zeit im Jahre blühet,„auc) bey einer ge- -mäßigten Wärme den Winter über im -Glaohauſe zu blühen Forefährt? ſo wird ſe, nebft der gelbgeſtreiſten Spielart„In Glas- häuſern mehr troen gehalten, da beyde ſont im Sommer„öfters Waſſer„erfor- „Dern, Je länger je lieber. Unter die- ſem,.bey.uns gewöhnlichen Namen begrei- Fen wir 2 Geſchlechter des Tourneforts, nämlich Caprifolium und Periclymenum. „Haller und dudwig haben noch 3 andere „mit.dieſen,„unter dem Namen Caprifo- Jium, vereiniget, weiche„aber unter dem Namen Heckirſche bereits angemerkfet worden H. Unſer Geſchlecht unterſcheidet ſich) von den verwandten ſowohl durch den windenden Stengel, als auc) durch die lange Blumenäbre,-und von der Heck- kirſche inbeſondere durch mehrere, als zwo dicht bey einander ſtehende, Blumen, Die Hekannteſten Arten Find:; 4) Wohlriechendes Junverwach- ſenes Je länger je lieber, gemeines „Geißblatt,'Spe&C-- Zaum.- oder Waldlilie, Waldrebe/, Roſe von Jericho, u. ſf- LoniceraPerichymenum. Vaterland: vas mittlere Europa, auch Deutſchland;an He>en und Zäunen 0, un "m Uß, bes eh- nen Ar- und ver Be: ſiat« [mM: eiſte !' ge im d ſe, las: beyde „ erjot« ox die egreb forts, DUL dere rifo- dem nerfet heidet h den h die Zed „als mel, Jelätug und begreift folgende 3 Hauptarten unter ſich. A. Engliſches wildes Geisblatt, gemeine Specklilie, Zaunlitie, Waldwinde, P. vulgare, Stämme und Zweite: ſtrauchig, ſchwach, ſehr lang, dünn, entweder auf dem Boden ge- ſtre&t, oder an einer Unterſtüßung ſich binauf windend, und viele Fuß lang in die tange ſich ausdehnend. Blätter: läng- lich- eyrund, einander gegen über ſtehend, getrennt, ſteifborſtig, auf kurzen Stielen« PDiumen: auf den Enden der Zweige, in eyrunden, dachförmigen Blumenköpfen, die aus etwas kleinen Blumen von unter- ſchiedener Farbe zuſammen geſeßt ſind, und vom Jun. oder Jul, bis in den Herbſt blühen. Sorten: a) Mit weißen Diumen. Wächſt in Wäldern und Feld- been wild, hat bald ungemein ſchwache geſiredte Zweige, bald ziemlich holzige Stämme, und blüher bald weißlich, bald grünlichweiß, bald etwas röthlich, blühet auch überaus reichlich, Die Blumen ſind zwar klein, können aber durch die Cultur veredelt werden. Dieſe Sorte verdient doch, daß man, zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit der kletternden Sträu- cher, einige Pflanzen davon, und von den folgenden zu ihm gehörigen Sorten, in die kuſtgebüſche mit aufnehme, welche dann zugleieh) dieSchönheit der cultivirten Pflan- zen dieſer Art erhöhen. Man hat hiervon eine Abart mit geſtreiften Blättern. b) Mit rothen Blumen. Iſt dem nachher folgenden Holländiſchen Geisblatte ſehr ähnlich, außer daß ſeine Stämme dünner und mehr lit, welche nicht nur ei- nen bezaubernden Anblick machen, ſondern auch die Luft rings umher beträchtlich mit ihrem Geruche erfüllen, cc) Vit Ei- chenblättern. Unterſcheidet ſich von der gemeinen Sorte mit weißen Blumen nur durch) ſeine Blätter, die am Rande buchtig, wie die der Eichen ausgeſchnitten ſind, und eine artige Mannichfaltigkeit machen, weshalb es aud) eine ſchäßbare Sorte iſt. Hiervon iſt eine Abart mit ſchön geſtreiften Biättern, Alle die« ſe Sorten haben gewöhnlich ſehr ſchwache geſtreckte Stämme und Zweige, und kön- nen nicht aufrecht vor ſich allein gezogen werden, haben auch überhaupt nur kleine Blumen. Die nun folgenden Sorten ſind von ſtärfkerm Wuchſe, und haben größere und ſtärfere Blumen. R. Holländiſches oder Deutſches Geisblatr(mit rochen Blunien), P. Germanicum. Tine ſehr gute Sotte. Stamm: ſtrauchig. niedergebogen, Iwei- ge: ſtarf, lang, geſire>t, glatt, purpurröch- lich, erreichen eine beträchtliche Länge. Blätter: länglich:eyrund, getrennt, auf Furzen Stielen paarweiſe einander gegen über ſtehend. Blumen: auf den Enden der Zweige, in eyrunden, dachfsrnngen Blumenköpfchen, die mit großen, ſchö- nen, rothen, inwendig gelblichen, wohl» riechenden Blumen zuſammen geſeßt ſind, blühen im Junius und Julius. Dieſe Sorte macht ſich im Winter durc< die ro» fye Farbe ihrer auſgeſchwollnen Knoſpe fenntlim, Abarten: a) Zange blü- bendves 2c. Blühet oft im Jun., Jul. und Auguſt, obgleich nicht js ſchweigeriſch, als die andern Sorten. db) Spät blü- Hendes 2x. Iſt der'Hauptſorte, von wele her es eine Abänderung iſt, ſehr ahnlich, außer, daß-es ſpäter blühet, nämlich: erſt Se im 213 Jeläng im Jul. und Auguſt, hat aber übrigens eben dieſelbe Schönheit und den Wohlge- euch, als die andern Sorten, c)"Jm mergrünes ſpäatblübendes Dericly- menum. Behält ſeine Blätter in nicht zu falten Ländern, btühet auch oft nod) ſpät im Herbſte, und bey gelinder Witte- rung oft bis Weihnachten. 2) Durchwachſenes Jralieniſches Geisblart, Welſche Specklilie, Ja» tieniſche Jericho-Roſe, Lonicera Ca- prifolium. Varerland: das ſüdliche Europa. Sxe-änmne: ftrauchig, niederge bogen, mit langen, dünnen, geſireFten, windenden, grünen Zweigen. MPlätter: eyrund, ungeſtielt, paarweiſe einander ge- gen über ſtehend, die obern an ihrer Grund- Aäche ſo vereint, daß es das Anſehen hat, als wenn ſie von den Zweigen durcyſfochen wären» Zluwmen: auf den Enden dex Zweige, in quirlförmigen Büſcheln, un- geſtielt, ſehr wohlriechend, von verſchie- denen Farben und unterſchiedener Blüche- zeit. Sorten? 2) Srübblübendes mit weißen Blumen. db) Srübblüben- Des mit rothen Zlumen, blühet ein wenig ſpäter, obgleich auch ſchon im May. e) Mit gelben Biumen, iſt den vorher gehenden Sorten ſehr ähnlich, blühet aber nicht völlig ſo früh. 4) Spärblühendes mic rothen Blumen, blühet im Jun, und Jul., und iſt eine der ſchönſten Soy- ten, e) Immergrünes Capriſolium mit rothen Blumen, Periclymenum Americanum. Thuf ſtärfere Schüſſe, als eine der vorher gehenden Sorten 3 die Blu- men groß, von guter rother Farbe, mit einigen bläſſeren Streifen, vom Jun, an, oft bis zum Ende des Herbſtes. Diefe Sorten des Caprifolium laſſen fich von den übrigen Sorten der Lonicera dadurch leicht ynterſcheiden, daß ihre Blumen mit quirl- Jelätnz förmigen(mit Blättern unterſeßten) Bite ſcheln erſcheinen, und das Auſehen haben, als ob 3=- 4 ſolcher Buſchei einer aus dem andern entſprängenz3 auch ſind ihre Blu- men groß, zahlreich und wohlriehend. 3) Immergrönes Virginiſches Geisblatt, Corallenzinken, Lonicera ſempervirens. Dieſe Nrt iſt gleichfalls ein ſchäßbarer Strauch, welcher ſchöne, große, hoch ſcharlachrothe Blumen, aber von ſchwachem Geruche, hat, blühen eſt vom Jaun, bis zum October. Dieſe Art unter«- ſcheidet ſic) von den andern Ürten mertlich) durch ihre quirlförmig geordneten, jedoch, nicht mit Blättern unterſeßten, Blumen. Abarten: a) Großes Virginiſches immergrünes Geisblatt, mit großen leuchtend- ſcharlachrothben Blumen 3 ſch)= ner, als folgende. b) Kleines Caroli- niſches 2c+ mit kleinen ſchorlachrothen- Blumen. Die Blätter dieſer Sorte find nicht ſo glänzend grün, als die der vorher gehenden 3 ihre Blätter und Biumenbü»-' ſchel verhältnißmäßig kleiner, die Blumen aber nicht ſo hechroth, daß ſie alſo eine- artige Mannithfaltigkeit macht. Alle jekt beſchriebene Arten und Sorten ſind insgeſammt ſtrauchig, und haben blei- bende Wurzeln, Stämme und Zweige; ſind auch ſv dauerhaft, daß ſie in jedem Woden und jeder Lage, ſogar unter dem Schatten der Bäume fortkommen. Und da ihre Blumen theils zierend, theils wohl- riechend ſind: ſo ſchien ſie ſich zur Ber- zierung der Plantagen in Gärten vorzüge- lich gut. Da. die Sträucher ohne Unter- ſtübung geſirec>t auf dem Boden liegen: ſ9 müſſen ſie mit Stangen verſehen werden, an welchen ſi?, vermittelſt ihrer ſchneeken- förmigen Windung, zu einer beträchtlichen Höhe hinauf gehen. Sie müſſen theils wegen dey Schönheit ihrer Blumen, theils' ; Wegen =... IgE<< EEENEEEN= Jeläng "wegen ihres lieblichen Geruchs, den ſie be- ſtändig rings mnher ausduften, an allen Bauptivegen heraus, wie auch neben an dern, der Einſamfeit beſonders gewidme- ten, Spaßierwegen, in Menge umher ge« pfianzt werden. Man kann ihnen auch ſol- en hinauf klettern können, und wo- felbſt ſie ſich dann auf eine ſehr angenehm ins Auge fallende Art zwiſchen jenen um- Her ſchlingen, ſich über ihnen emper beben und ausbreiten, und über ihnen ihre Blu- men zeigen, die alsdann das Anſehen ha- ben, als 6b.e8 Blumen der Sträucher wären, an denen ſie hinauf geflettert ſind. An dieſen Kletterſtrauchen müſſen die Zweige an den ihnen gegebenen Unterſiü- 'Gungen, auf eine ſchickliche Art, geleitet, und in jedem Jahre ihre zu weit ausſchwei- fenden Schüſſe, je nachdem es, um ſie in den gehörigen Schranken zu halten, nöthig befunden wird, verfürzt und eingebunden werden; oußer, wenn man die Abſicht hat, ſie, ihrer Natur nach, frey fortwach- ſen zu laſſen, zumal wenn ſie ſich an Bäue mea, Sträuchern oder Gebüſchen hinauf winden ſellen. Auch müſſen ſie, wenn ſie 2auben oder Ruhebänke bekleiden ſoßen, jährlich beſchnitten und eingebundenz ihre Schüſſe, beſonders ſo lange, bis ſie den ihnen beſtimmten Raum füllen, ihrer gan- zen Länge nach befeſtigt 3 und die zu frech wachſenden Reben, welc- oder Peieſchenſchlägen,, oder andern ähnlie)en Mißhandfungen be ſchimpft, ſoll, als einer, der ſich ſchow durch die That ſelbſt allex Standesrechte und Würden verluſtig gemacht hat, ange: ſehen, und zu acht- bis zehnjährigem Fe ſtungsarreſte verurtheilt werden. Von ei- nem ſolchen Verbrecher kann alſo der Be teidigte, ohne VWerleßbung feiner eignen Ch- re, keine Privatgenuzgthuung. fordern). viel: mer iſt erſterer ſofort zur arretiren,, und in: das. Criminalgefänamß:. abzuliefern. Hat: der Gemißhandelte' feinem Gegner durch: grobe Verbalinjurien: zu dey' Beleidigung; Injur 221 gereizt? ſo hebt dieſes zwar die Strafe des teßtern nicht auf; doch ſoll derſelbe, nach Vorſchrift der Geſeße, beſiraft werden, Sind die bey Realinjurien vorgeſallene Thätlichkeiten ſo beſchaffen, daß ſie für le» bensgefährlich angeſeken werden können: ſo muß der Thäter, obne Unterſchied des Standes, ſofor? in Werhaft genommen, und darinn ſo lange beßalten werden, bis die Gefahr des Beſchädtgten vorüber iſt, Wird der Beſchädigte völlig wieder herge- ſteilt: jo har der Thäter Feſtungs- oder Zuchthausſtrafe auf 2= 3 Jaypr verwirket. Crfolgt eine Verſtümmelung eder Verun- ſtaltung, des Beſchädigten: ſo muß der Thäter vier- bis. ſechsjährige Feſtungs- oder Zuchthausſtrafe leiden. Stcirbt der Beſchädigte an der empfangenen Verle- kung: ſo wird der Thäter als ein Todt- ſchläger beſtraft. Wonn der JInjuriant nach erlittener Strafe ſich der angethanen Beſchimpfung rühmt: ſo findet Wiederho- lung. eben. dieſer Strafe Statt. Wegen Wiederholung derſelben: Injurie ſolk die vorher erlittene Strafe verdoppelt werden. Wenn Jnjurien zwiſchen Militair- und Civilperſoaen vorfallen:. ſo wird die Stra» ſe gegen den: Schuldigen verdoppelt. Sind" ſolchenfalls-Real= oder ſchwere Verbal: und" ſymboliſche Jnjurien verübt worden; ſo ſoll an: die Stelle des Gefängniſſes Feſtungs» oder: Zuchthausſtrafe treten. Gehört der Beleidiger zum Mitirairſtande:: ſo ſoll, nach Beſchafſenheit der Umſtände, und der beleidigte: Perſonen, und mit Rückſicht auf. den Stand. des zu Beſtrafenden, auf Getängniß., Degradation, Gaſſenlaufen,. Feſtungsarbeit“,, oder: Feſtungsarreſt,, er» kannt: werden;== Symboliſche In» jauien: arten in: ſchwere' aus, wem die boshafte Abſicht, die bürgerliche“ Ehre'des Andern zw fränfen:, klar iſt; desgleichen' Ce 3 gl82 EE SEEN TNS SSEN “GE SF". 7-- SEEN<< HEBEZ 222 Zum ledonn, wenn ſie in Beſchuldigungen ſol- 3 Perſo- nen ſeines Standes als Zeugen mitzubrin- gen. Unterthanen, Dienſtboten, Kinder, tehrlinge und Untergebene, inüſſen, wegen Gnſect ver ihren Vorgeſeßten zugefügten Beleidi- gungen, nach Bewandniß der Umſtände und Schwere der Beleidigung, den rich- terlichen Verweis knieend anhören.-- Für eine Injurie iſt ein ungegründeter Einſpruch in die Trauung zu halten. Siede auch Pasquill. A, 4. NR, Ih. U, Tie, 3X, 0: 5300... Jnſect. Untere dieſem allgemeinen Namen verſtehen die Naturforſcher diejeni- gen Thiere, welche Fühlhörner, ein Herz mit einer einzigen Kammer,-ohne Herz» ohren, und fein eigentliches rothes Bluk, ſondern, Statt deſſeiben, einen weißlichen Saft haben. Die Benennung Junſect, fommt von dem Lateiniſchen Worteinlecare, ein&hneiven oder kerben, her, und wird dieſen Thieren deswegen gegeben, weil ihr hinterer Körper gleichſam eingeſchnitten, oder geferbet zu ſeyn ſcheinet, Aeußerlich ſind vie Inſocten nicht nur durch vie Fühl- hörner, fondern anung indem die Augen vonder barten, durch- ſichtigen Hornhaut hinlänglich veſchübßet werden; 3) ail die Sühlhörner oder Anten: nen ent: Her Heth Vit, klichen ſyſect ſecatt, wird eiihr nitten, Ferie Fühle löcher, „nd / ven 4(in hun [gendt Die: Gruſs über! bey dern enen vw nige mei ow vn) uy huh! od 111714 Inſect Antennen, wovon man wenigſiens oin Paar bey einem Inſecte findet3 ſie ſind länglichte, weiche Fortſäte am Worderfko- pfe, die aus verſchiedenen Gelenken beſte- hen, und in Anſehung der Länge ſowohl, als auch) in Rückſicht der Geſtalt; ſeht von einander abweichen. Denn, bey einigen Inſecten haben dieſe Werkzeage, welche vornehmlich zum Gebrauch) des Fühlens beſtimmt ſind, eine Aehnlichkeit mit den Hörnern, welches auch ihre Benennung veranlaßt hat 3 bey andern ſind ſie faden- föymig, borſtenartig, feulenförmig, ſäge- förmig, federich oder kammfsrmig, und bey vielen noch anders geſtaltet 3 4) auf das Maul. der Inſecten, welches nicht. bey., alen am Kopfe, ſondern bey einigen Ay» ten: an der Bruſt ſtehet; es hat ebenfalls einen ſehr verſchiedenen Bau. Denn bey einigen findet man ordentliche, harte Kie- fern oder Kinnladen, die ſich aver ſeit- wärts bewegen; andere ſind mit einer Schnauze oder mit einem Eaugrüſſel ver- ſehen, der bald ſtumpf, bald ſpißig, und entweder gerade ausgeſtre>t, oder umge- bogen, auch bey manchen ſpirglivvmig iſt, Bey einigen Inſeeten triſft man gar kein eigentliches Maul, ſondern nur, Statt deſſelben, eine engs Mundſpalte, an. Ne» ben dem Maule ſiehen bcy«vielen Inſecten noch gewiſſe Nebenwerkzeuge von verſchie: dener: Anzahl und Geſtalt, welche manu Sreßſpigzen zu nennen pflegt. Sie die- nen den Inſecten. zum Koſten. der Speiſen, um ſie hernach an den Mund zu. bringew; 5) auf das Druſtſrück, welches bey eini- gen faſt ganz rund, bey. andern eytörmig oder cylindriſch, auch bisweilen viereckicht oder noch anders geſtaltet, und ojt mit dem übrigen Körper nur durch. einen. Stiel ver- bunden iſt; es enthält die Siücgel, die Süße und den größren Tyeil. der 2uftlö- Inſect 223 er; 6) auf die: Slüzel, welchen den we- nigſien Inſecten ermangeln, Die mehre- ſten haben 2 oder 4 Flügel, die bey eini« gen wie Glas durchſcheinend, bey ander. gleimſam mit einem Mehle beſtreuet, d. i. mit überaus fleinen Federchen bedecket, be» verfsiedenen Arten abcr gefle>et, und mit . ſtarken Adern vburchwebt ſind. Bey eini- gen Inſecten. ſind die Flügel naend; bey. andern mit harten, bornartigen Schalen, die man Slügeldecten nder Deckſchilde zu nennen pflegt, entweder ganz oder zum Tyeil bedecket, Bey denjenigen Jnſecten, welde nur 2 unbedeckte Flügel haben„ fins ' det man. noh zu beyden Seiten der Bruſt, unter der Cinlenfung. der Flügel, ein ganz. beſonderes Werkzeug, welches in einem. furzen, feinen Sciele beſteht, an deſſen. Ende ein kleines Knöpfchen befeſtigt iſt. Dieſe Werfzeuge werden von ven neuern Naturforſchern Unruhen, Ziücgelf lb» chen odex Dalancirſtangen genannt, weil man glaubt, daß ſie den Inſecten da- zu dienen, um ſich dadurch im Gleichge: wichte zu erhalteirn, Durch das beſtändi- ge Anſchlagen dieſer Flügelkölbchen: an die Siügel ſoll. das Geſumſe entſtehen, wel« dyes einige Fliegen im Fluge hören: laſſen 7) auf die Süße„ welche ſich in drey Thei- le, nämlid) in das-Dic>bein.odev den Schen- kel„ in das Schienbein, und in den cigent- lichen Fuß abtheilen laſſen; ſie ſind bey den. ſechsflüglichten. Inſecten gemeiniglich alle an der Bruſt;. bey den: übrigen aber, die mohr als 6 Füße haben, zum Theil auch an. dem Hinterleibs befeſtige: u Anſehang der Anzahl der Füße findet man bey den Inſecten eine eben. ſo große Wer- ſchiedenheit,, als in. Unjehung ihrer Bilz dung.. Es giebt, außer den: ſect, damit dar- über gegangen und gefahren werden könne, Dieſe Brücken ſind am wohlfeilſten, und können aufs geſchwindeſte ausgebeſſert wer- den., Bey kleinen Flüſſen begnüget man ſich damit, eine einzelne Reihe von wenig Pfählen einzurammenz hingegen die Joche än großen und reißenden Ströhmen beſte- ßen aus 2== 3 Reihen nahe än einander geſeßter Pfähle, wovon die mittelſte Reihe verſelben ſenkrecht, die äußerſten aber et- was ſchräge geſtellet werden, damit ſich das Joch unterwärts, wie die Stäbe eines Fächers, etwas ausbreicen, und der Macht Johbr des Strohmes deſis ſtandhafter widerſtre- ben möge. Zuweilen werden dieſe Keihen durch Bänder mit einatider verbunden. Nothwendiger iſt die Beſchälung mit Boh- len, ſo weit der Eisgang die Pfähle berüh- ren kann, damit ſie nicht von den Cisſchol- len abgeraſpelt werden können. WGeſuude eichene Pfähle ſind die beſten. Jeder Pfahl muß ſo tief eingeſchlagen werden, als es die Beſchaffenheit des Grundes nur immer zulaſſen will. Die Durchdringtich- feit des Grundbertes, die Ticfe des böet, und auf diefen liegen wieder dreyzollige Bohlen für die Sabrbahn, welche nicht ſo breit iſt, als die Brücke, und daher leicht aufgenommen, und wenn ſie durchgefahren find, wieder mit neuen Bohlen vertauſcht werden kön- nen. Das Geländer einer ſolce, liegen die Brückenruthen, Johannisbeerſtrauch. Dieſe Pflanzengartung begreift folgende Arten unter ſich; 2) Dieeittentliche Jobannisbeere, welche unter uns eine ſehr gemeine und be- liebte Fruchtiſt, indem ſie in heißen Som- mertagen ſehr fühlet und erfriſchet, auch in der Küche und im Keller auf mannich- faltige Art genußt werden kann, als wovon “ in der HS. WM. das Mehrere zu finden iſt, Johannisb 227 Es giebt hievon folgende Sorten: 1) ge- meine rethe Johannisbeere; 2) große Hol- ländiſche; rothe mit langen Trauben z gro- ße blaßrothe oder fleiſchfarbene Champa- gner; weiße, oder perlfarbne; große weiße Holländiſche Johannisbecre. Alle dieſe Sorten können auf dem gemeinen Johan- nisbeerſtrauche oculieret werden. Der Johannisbeerſtrauch rrägt ſeine Früchte fowohl am jungen, als auch am alten Holze; oft treibt er ſeine Früchte un- mittelbar aus den Knoſpen der jungen vor- jährigen Zweige; am reichlichſten aber frägt er ſie an einer Art von Fruchtträgern, welche an dem alten Holze befindlich ſind. Seine Fruchtzweige Fahren verſchiedene Jahre fort, tragbar zu bleiben. Alle Sor- ten werden, wenn ſie zur Hauptpflanzung än die offenen Quartiere des Küchengartens beſtimmt ſind, zu hochſtämmigen Büſchen mit einem 1 bis 13 F. hohen Schaft gezo- gen, über welchem man eine buſchige Krone machen läßt, Für ſchmale-Rabatten aber, um ſie auf denſelben ſpalierförmig zu ziee Hen, giebt man thnen auch wohl die Ge- ſtalt eines hohſtämmigen Fächers.'Man ziehet ſie auch wohl als Zwergfächer, wenn „man ſie, um Früchte nicht nur in beſſerer Güte, ſondern auch entweder früher, oder ſpäter von ihnen zu bekommen, in unter- ſchiedene Lagen gegen Mauern und Spa- Jiere pflanzen will. Man kann alle Sorten von Johannis- beeren ſehr leicht und geſchwind, auch in Menge, durch ihre Wurzelausläufer, durch abgeſchnittene Zweige und durch Abſenker, vermehren, welche insgeſammt ſchon nach 32 Jahren zur Tracht fommen. DieWurzel- qusläufer treiben in jedem Sommer häufig .qus, und fönnen ſchon im Herbſte abge- nommen und verpflanzt werden. Dieſe gra- be man entweder ſchon dann, oder im Win- Ff 2 ter 228 Johannisb ter und Frühjahre, ſo viel möglich, mit vol- ler Wurzel aus, und verfürze diejenigen unter ihnen ,-welche lange, ſchwache und fich umfeümmende Schüſſe gethan haben, zu 1 oder 14 F. lang; pflanze ſte ſodann reihenweiſe in die Pflanzſchule, oder dieje- nigen, welche einen hoßen und ſtarken Schuß gethan haben, ſogleich ein- vor ab jtemal, auf die ihnen beſtimmte Stelle ziehe diejenigen, welche hoen zu bemerken, die unter der Scheere gehalten werden. Die ogxulirten Sträu- der bringen allemal größere Früchte, als die nicht oculirten,) Eobald die Sträu- xo F, weit von dem an- dern, und ziehe ihre Seitenzweige entwe- der waagrecht, oder auch hinaufwärts, ſo wie es ſich ſchicfen-will, oder wie es der Raum verſtattet, jeden Seitenzweig 5= 6. von den andern entfernt; und verfürze dieſe nie eher, als bis ſie dieſe ihnen geſeß» ten Gränzen überſchreiten, An den hoch» ſtämmigen Büſchen werden in der Folge theils die Schäfte immer rein gehalten, und ihnen ewe (tü: / als fräu- hoch t(es flat: zum Mig nn 8 zunen ewe des ör ſehe Gticle wil: f0 ne nod (ufer m ene müſſen nter 165, Von paliere einen went- zu be in diffe . neh jaben, Theil Fäl ait (we „ſe der ;-- unz eſch pet Folge „und hne -. IapaeE-m-< IiIE mEE ea IE... Sf IEE“ Johannisb ihnen nicht nur alle Seitentpiebe, ſondern -auch die Wurzeiausiäufer genommen, theils die fugel- oder keſelſörmig gezogenen Kro» nen, deren Zweige 5= 63, von einander entfernt feyn müſſen, und verſchiedene Jahre lang tragbar bleiben, allezeit regel- maßig erhalten. Im Sommer, da die Krone eine große Anzahl junger: Schüſſe zu treiben pflegt, muß man die Stöcke mit dem Meſſer in ver Hand durchgehen, und damit die Sonne „auf ihre Trauben frey wirken könne, die unregelmäßigſten, und über andere Zwei- ge hervor wachſenden jungen Schüſſe glatt am Holze abſchneiden, und nur eine mäßi- ßige Anzahl junger regelmäßiger Suſie, ohne ſolche zu verkürzen, bis zu den? Win- ter ſtehen laſſen- Jm Winter aber erfor- dern ſie eine umſiändlichere Behandlung. Man muß dann, wenn man ihnen im Sommer zu viele junge Schüſe gelaſſen har, alle überAußigen und unregelmäßigen glatt am Holze wegſchneiden, und theils nur da, wo es nöthig iſt, einige regelmäßige jun- ge Schüſſe ſtehen laſſen, um mit dieſen entweder eine etwanige Lücke, von dem Bo- ven der Krone auf, zu füllen, oder ſis, an Statt ſchlechter eder abgeſtorbener Zweige, beyzubehalten„ theils an jedem Zweige ei- nen jungen Schuß zum Leitreiſe ſtehen laſ fen, oder wenn etwa ein Zweig. zu weit in die Länge getrieben haben ſollte, denſelben über einem jungen Sqhuſſe, oder über einem weiter rückwärts ſißenden Nebenzweige, an: welchem ſich: ein zum Zeitreiſe ſchi>liuwer junger Schuß Findet, abſchneiden, Auch " müſſen bey-dieſer Gelegenheit alle etwanige unregelmäßige Zweige, alles unfruchtbar gewordene Trogholz„ und alles- abgefior- bene Holz- weggeſchnitten. auch! alle zu: weit umher ſchwveifende, und uover andere' hex wachſende Zweige entweder an der Stel- EE nn HE Johannisb 229 le, aus welcher ſie hervor gewachſen, oder über einem ſchilichern Nevenzweig oder jungen Schoſſen, abgenommen, die Frucht- träger aber ſorgfältig geſchonet, und nur" diejenigen, welche abgeſtorben ſind, weg geſchnitten, und endlich vie obern Laßreiſer, wenn der Buſch die mäßige Größe, welche er erlanget hot, behalten ſoll, nach Belie- ben mehr oder weniger verkürzt werden; vder man kann ſoiche auch, wenn es nicht an Raum fehlet, meiſtens unverfürzt in die Höhe und Weite frey fortwachſen laſſen. Dey den an Mouern und Spalieren ge- pflanzten fächerförmig gezogenen Büſchen aber muß man fortfahren, die Zweige, ei» nein von dem andern 4== 5 Z, entfernt, ent- weder waagerecht, oder hinaufwärts, je nachdem es der Raum verſtattet, und zwar ſo lange in ihrer natürlichen Länge fortzulei- ten, bis ſie die ihnen beſtimmten äußerſten Gränzen überſchreiten. Im Sommev neh- me man ihnen nicht nur alle vorn heraus wachſende, und unregelmäßige, ſondern auc) alle überflüßige junge Schüße; und „laſſe ihnen bis an. den Winter einige regel- mäßige Seiten= oder zu Leitreiſern dienli- ye junge, Schüſſe, ohne ſolche zu verfür- zen, Im Winter aber wähle man, wenn: es nöthig. iſt, einige„ an einer ſchicklichen: Stelle ſtehende, junge Schüße zur Ausfül- lung. der unten am- Stamme betindlichen' Hicken aus, ſchneide alle etwa unfruchtbar gewordene oder abgeſtorbene Zweige über einem näher rückwärts nach dem Stamme zu ſißenden jungen Schuße ab;- nehme alle' die jungen Schüſſe, welche jeßt beyzube» halten nict nöthig. ſind, glatt am Holze' weg.,. ſchone aber alle noch tragbare Frucht- träger, und nehme nur dis abgeſtorbenen binweg, und befeſtige endlich alle Zweige unverfürzt, wenn Raum: genug: dazu vor» handen iſt,, oder, wenn: ſolches nicht iſt;- Gf 3 ved» 230 Johannisk verfürze man ſie, je, nachdem es die Um- ſtände erheiſchen, entweder mehr oder we- niget.. Hat man Feine Nordſeiten im«Harten, um daran ſpäte Johannisbeeren zu ziehen: ſo muß man im Jul..oder Aug, einige boch- ſtämmige, oder an Mauern und Spalieren ſtehende Büſche, mit Matten und Meßen umgeben, um die Sonne von ihnen abzu- halten, und ſie gegen die Wögel zu ſchü- gen. Und do kann man ſowohl zum Nach- tiſch auf die Tafel,.als auch) zum Küchen- gebrauch, vom Jun. vder Jul. an, bis in den October, immerhin die Folge von rei- fen Johannisbeeren haben, Johanniskraut, Hartheu, Ay- pericum. Die dauerhaften Arten dieler Gattung ſind theils ſtraucmige, theils peren- nirende Pflanzen, deren einige als Ver- zierungsblumenſträucher Aufmerkſamkeit verdienen, 1) Gemeines ggeflecktes Johannis- kraut, Jäatgetcuüfel, Teufelfincht, HZexrenkraut, Seldhopfen, H. perfora- wm. Vaterland: Europo, auf Wieſen, an Waldrändern, He>ken und andern un- gebaueten Dertern. Strentgel:? aufrecht, zweyſchneidig, mit gegen Über ſtehenden Zweigen, 1X F. hoh. Blätter: rund- lich, ſtumpf, mit durchſichtigen Puncten, welche noch mehr ins Auge fallen, wenn “ die Blätter gegen das Licht gehalten wer- den, ungeſtiele. Blumen: überall auf den Enden der Pflanze, auf dünnen Stie- len, mit 3 Staubwegen, vortrefflich gelb, machen ein ſchönes Anſehen, die Staubfä- den nicht völlig ſo lang, als die Blumen- biätter, im Jun, und Jul. Aus ihrem ausfallenden Saamen entſpringt eine Men- ge Pflanzen, Jn der Arzneykunſt ge- braucht man allein die Blüthe, und hält Johannisk ſolche, wegen ihrer balſamiſchen Kraft, iv hozen Werthe. Sie ſtreitet mit allen ſo genannten Wundkräurern um den Worzug. Zu den Wunden bedienet man ſich gemei- niglich des abgefochten Dels. Man nimmt bierzu wohl aufgeblüßete Blumen, gießt darüber friſches Baumöl und ein we- nig Wein, läßt es alſo. in einem Glaſe an der Sonne etliche Tage ſtehen, und preſſet nachher das Oel aus- Man kann auch dicſes Oel zuvor mit den Bluniea bey ge- lindem Feuer kochen, und nachher auspreſ“ ſen.„Einige Aerzte haben auch, dieſes Oel zu wenigen Tropfen, bey langwieri- gem Huſten, Innerlich zu gebrauchen,.an- gerachen, Mit dieſem Oele angefeuchtete, keine Tüchlein zu Zunder verbrannt, und über den Wurm am Finger geleget, haben glückliche Würkung geleiſtet. Außer dem Hele lobet man auch die Tſſenz 4m Wech-« ſetfieber, wider die Würmer, än Schwach- heit der Nerven und derſelben främ:pfigen "Bewegungen, wie auch im Wahnwiß und In Der Raſerey. Der Trank, mir Waſſer bereitet, ſoll das Blutſpeyen.und Bluthar- nen ſtillen, Urin.und Gries abführen, und bey allen innerlichen(Geſchwüren nüßlich Feyn. Die-Bauerweiber legen dieſes Kraut neben den Käſe, weil es ſie vor den Maden bewahren ſoll. Die blühende Pflanze fann getrocknet zum Lohgerben ge- braucht werden, Da die Blumen, wenn man ſolche zerquetſchet, außer ihrem har- zimten Geruche, einen ſchönen rothen Saft geben: ſv kam P. Cotte.auf die Ver- muthung, daß ſiein der Färberey zu gebrau- e, die von Thleren ihren Urſprung haben, Die Blumen färben den Kornbranntwein purpurroth, andere Geitter aber, und das: Oel, carmoiſinroth, Hr. Gadd hat in den: Abhandlungen: der Schwediſchen Akade- mie verſchiedene Verſuche über dieſe Far» benmaterie angeſtellet, und gefunden, daß- ſie wedey ein Wummi noch Harz fey, in'Ab- ſicht aber auf die Wirkung ſaurer Salze mit dem Gummiia> überein. komme, je=- doch nod) ſtärker, als dieſes, wie auch das: Drachenblut, färbe. Die Zauberkünſtie,. welche mit dieſen? am Johannistage ge- ſammelten: Kraute ehedens unternommen wurden, paſſen bey uns nicht mehr zu: un- ſern Zeiten, da der Aberglaube faſ>t durch- gängig. vertilget iſt.: 2). Das geſtreckte Johanmskraut,- das Pleine, niedrige, glatte Joban- nisFraut,; H. humifuſum:: DPWater- land? Curopa ,. in den Heidem, auf ge“ baueten und ungebaueren Feldern, auch in ſchlechten: Sandboden. Eine ſehr niedri- ge: Pflanze. Stütentel: fadenförmig, ſchwach, zweyſchneidig, den? längſten Thei- fe nach darnieder liegend. FPFlätter: Flein, länglich, glatt, gegen über ſtehend; Zlumen? in: den! Winkeln! der Blät- fer. einzeln, dänn: geſtielt“. von. Farbe und und: Anſehew wie die der erſten Art, je: doch: kleiner, im: Jul und Aug. Im ei- nem leichten Boden ſaer fich dieſe Pflanze' über den ganzen Garten aus.. Die Scha- fe lieben. ſie, wie auch» die Bienen. 3) Das vieveckichte Jobannis- 908% Cunxads?Fiaut; Garrbeil, St.. Johannisk 231 Peterswurz, H. quadrangulare L. Va- terland: Europa, auf Wieſen in den Vor- hölzern und Hecken, in einem. etwas feuch- ten Boden... Wurzel: ſtark, zähe, hol- zig, zaſerig.. Strentgel: mehrere, auf. recht, viereckig„ frautartig, 13 Fuß hoc). Plätter: rundlich, länglich, gegen über, ſiehend, ungeſtielt. und ofr entſpringen nec) mehrere fleine Blätter aus eben dem- ſelben Puncce. Blumen> auf den En- den„ kurz geſtielt;. mit 3 Staubwegen, im Jun, und Jul, Dieſe und die vorher ge- hende Art kommen in ihren Kräften der erjien. ziemlich nahe.: - 9) Das froifborſiiege oder rauche JobannisFraut, H. hirſutum: Pater- land: Europa, auf Hügeln und Bergen. Srengel: frautartig„ aufrecht, rund. ZDlärter: eyrund, faſt ein wenig: haarig, fehr furz geſtielt: lumen aufden En- Den„ mit drey Staubwegen', und mit ſä» geförmigen Kelchemw, im Jul. u. Auz.- 5) Schönes oder verwachſenes Jo- bannisfraur, H. pulchrum. Vater- land: das: ſüdlichere Europa, auß zu- weilen bey uns' in Wäldern. Strenttel: aufrecht, rund, ſteif, röthlich, oben äſtig, 75 F. hoch: ADlöärrer: herzſiörmig, glatt, ſtumpf, gegen: über ſtehend, die Stengel. umfaſſend.. Zlumen:: auf den: Enden: der Zweige, mit drey' Staubwegen, mit ſageförmig- drüſigen Kelchen, im Jul, und Aug. in: Menge, vortrefflich gelb; machen ein ſo' gutes Anſehen, daß die Pflanze da- von' ihren Namen: bekommen hat. Aus dem ausfallenden: Saamen'entſpringes von ſelbſt. eine Menge Pflanzen. 6) Berg Johanniskraut, groß- blärtrichres;: Hartben, Sarten, H. mwontanum: PDatexlands: Europa, auf buſchigen Hügeln, in He>en' und Wäl« dern, auf ſchattigen: Orten abu GUYe ZEITEN Ie»-u1 5 IF" nan 232 Johannis aufrecht, glatt, rund, ungetheilt, Blät- ter: eyrund, breit, glatt. MSluymen?: auf den Enden, mit ſägeförmig- drüſigen Kelchen, mit drey Staubwegen, vortreſſ- lich geb, im Jul. und Aug. 7) Stinkendes Hartheu, ſtaudi- ges ſtinkendes Johanniskraut, ſtau- denartiges Bocksfraut, H.hircinum. Vaterland: Sicilien, Calabrien, Creta, an Bächen. Sträimme: mehrere, ſtrauch artig, zweyſchneidig, 3> 4 Fuß boch, die Zweige glatt, lichtbraun, paarweiſe au den Gelenken gegen über ſtehend. ZDlumen: an den Enden aller jungen Schüße, in Trauben, welche den Strauch überali zu hedecen ſcheinen, und ein vortreffiiches Anſehen machen, im Jun. und Sul. Rapſeln: eyrund, ſchwarz. Die ganze Pflanze hat einen ſtarken unangenehmen Geruch, iſt jedoch ein ſchöner Strauth« Man hat Abarten 1) mit ſtarken Stäm- men, 6--8F. hod), mit breiten Blät- fern, und mit großen Blumen, welche in großer Menge erſcheinen, und den Strauch für Pflanzungen ſchäßbar machen; 3) mit ſchefigen Blättern, welche von Fiebhavern ſolcher Pflanzen ſehr geſchäßek wird: 3) Je ruchlojſes 2c. mit ſtarfen Stämmen und breiten Blättern, und ohne jenen widrigen Geruch, weswegen auch dieſe Sorte vor- gezogen wird. H. inodorum, 20>s- Frautartiges Jobannistraut. 8) Canariſches Sartbein, ſtanden» grtitzes Canariſches Johanniskraut, H, Cavarienſe. Vaterland: die Cana- riſchen Inſela, Strämime: ſtrauchig, 6 ---7 F, hoch, mit paarweiſe getheilten Zweigen. BPlätter: gegen über ſte» hend, ungeſtiele, MBilumen: an den Enden der Zweige„in Trauben, glänzend gelb, mit drey Stanbwegen und mit ſium- pfen Kelchen, im Jun,, Jul. und Aug, Joßannisk Dieſe und die vorher gehende Art verdie- nen als Verzierungsblumenſträucger Auf- mertſamfeit, kommen in jedem Boden fork, ertragen Kälte, und zieren die Luſtzebö- ſche im Sommer in der Flor ungemein, 9) ZBeeren rragendes Johannis- Franc, Tannsblur, gemeines Sart- beu, St. CecilianenLraut, H. Andro- ſacmym. Waterland: England, 2an- guedoc, Jtalien, auf feuchten Pläßen, Stämme: ſirauchig, zweyſchneidig, aufs recht, holzig, 2 F. hoch,(bey uns kleiner), Ziätrer: eyrund- herzförmig, geſpißt, g2- gen über ſtehend, ungeſtielt. Siumen: auf den Enden der Zweige, in Trauven, klein, glänzendgelb, mit drey Stauvwegen, im Jul, und Aug. Iſt ebenfalls eine Ver- zierungspfianze,:: 10) Warzenblättrichtes Joban- nisFratr, Daleariſches St, Deterg« Fraut, H.-Balearicun,.-Myrto-Ciftus. Vaterland: Majorka. Srentgel: vier- eicht mit röihlichen Aeſten, gleichiam mit Narben, eder durchſichtigen Erhebungen veſeßet, Blätter: klein, hart, eyföxmig, am Rande wellenförmig gefräufelt, und mit kleinen Warzen gezieret. Blumen: groß, gelb, glänzend, einzeln ſtehend an'den ESpiben der Zweige3 dauern lange, und'ha- ben einen ſtarken Therpenthingeruch, Die- ſe Art zieret ſchon ſeit langer Zeit unſre Gärten,; Alle dieſe Pflanzen laſſen ſich durch Zer- heilung, wozu der Herbſt die beſte Zeit iſt, ſehr leicht vermehren. Sie ſchien ſich ſehr gut zur Bekleidung des Bodes zwiſchen Bäumen in Wildnißquartieren, da ſie faſt in jeder Lage, und in jedem Boden fort- kommen, aber den Schatken und die Nordſeite an Hügeln lieben, Johan- endie ' Auf 1 fort, gebite in, Inig-- art: 080. Ute läßen, )! aufs (aner), ht Os WIE reihen, Joge, eine Vet Johan- Petter )-(iltus, eve ſam mi! eoungen vom, t, und (11100811; anden „und'hw h, Div x uſt OZ Zeit if, ſihſehr wiſchen ſe faſt en ſort“ han " ehm ee eee eä Johannisw "Zohannigwurm, Lampyris No- Ailuca L. Dieſes bekannte Inſect, aus 'dem Geſchlechte der leuchtenden. Käfer„Hak ſeinen Deutſchen Namen von der Jäahres- zeit bekommen, wo es ſich am häufigſten ehen läßt. Das Weibchen is braun, ohn- „gefähr X oder x Z. lang, und ungeflügelt. "Der nackende Körper beſteht aus 10.Rin- „gen, die.oben gerade und glatt. ſind, unten „Ober einen weichen hervorragenden. Rand "Haben, Die 3 hinterſten gelblichen Rin- -g2, die an den Seiten mit kleinen Wärz» "Men. beſeßet ſind, geben,-ſo lange als das Inſect lebet, im Finſtern ein helles Licht „von ſic), welches durch die ſchnelle Bewe- gung einer flüßigen, phoſphoreſcirenden Materie zu entſtehen ſcheine, Das Männchen kömmt zwar mit dem Weib- :Fen in Anſehung der Geſtalt größtentheils Überein, iſt„aber viel kleiner, faſt ganz ſchwarz, am Hinterleibe nicht ſo deutlich mit Wärzcen, welche braun, wie Chagrinleder, punctiret, und :mit 2 erhabenen Strichen beſeßet ſind; es giebt ein viel ſchwächeres Licht von ſich, als das Weibhen, weil es nur an jedem der beyden hinterſten Ringe des Körpers 2 leuchtende Puncte hat. Außer dieſem Jo- Hanniswürmchen findet man noch mehr leuchtende Käferchen, die theils in Anſe- bung der Farbe, theils in Anſehung der Größe, von dieſer Art abweichen. Ioniſche Ordnung, iſt in Betracht der Auszierung die dritte Säulenordnung, die am Kapital mit 8 Schnecken verſehen iſt, jedoch keine Blätter'hat, und ihren Urſprung von den Joniern haben ſoll. Jrisblume, Schwerdtlilie, Vef, NRegllexicon III, Theil, 73 IIIFEDEGEE Fn A-WERIIEI ISD nei Irisbl./ 238 Scchwerdtel, Himmelsſ, gegliedert, fleiſchig, breitet ſich-weit umher aus. Blätter? in Büſcheln ,/ am Rande ſcharf, ſpis, 4x F. lang, umfaſſen ſich unten einander, breiten ſich aber fä« <net wird, wird eben: daſalb|t. angerathen, alle Ge= wächſe ſeht geſchwinde, und nicht, wie ſonſt gewöhnlich iſt, im Schatten und lang= ſam zu. trocknen 3, man. ſoll daher auch die Jriswurzel im Sommer ausgraben„ weil. Fie alsdann weißer und riechbarer iſt; nicht abwaſchen, ſondern mit. dem Meſſer die „äußerliche Schale, und alles Grüne und Schwarze wegnehmen, damit nur das HPeiße übrig bleibe, dieſes in dunne Schei- ben zerſchneiden, und bey der ſtärkſten Son- nenhiße, oder in einem Darrofen, trocknen, Der Geruch ſoll deſto ſtärker ſeyn, wenn man ſie bey trockner Luft gerrocnet hat, und ſich: durch das Liegen des Pulvers noch verſtärken. Das Riechbare ſoll nicht inx Safte teen, vielmehr das im Preßtuche zurücs bleibende'Mark einen Geruch von ſch geben, wenn es-ſchnell getrocknet wird, 23) Slorentiniſche Schwerdtwir- zel, Wiolenwurzel, Veilwurz, leis XlorentinaL. Dagrerland: das mittägi- ſteif, 12 F. lang. Es ge Europa, Carniol, Wurzel: dick, flei- ſchig, breitet ſich weit umher aus. ZPlät- Ter“ in Büſcheln, etwas breit, am Rände Stengel: aufrecht, läuger als die Blätter. Blumen: auf dem Ende der Stengel, zwo oder trey, ohne Stiel, weiß; haben einen ſchwachen, angenehmen, die dicke feſte Wurzel aber einen ſtärfern, den: Veilchen ähnlichen Ge- ruch, Wenn die Wurzel von ihrer gelb- röthlichten„ gedüpfelten Schale geſäubert und gefroc>net iſt, erſcheint ſie weißlich, ſchmect bitter und ſcharf, dech zugleich ſchleimicht und mehlicht, und has noch ei- nen ſtärker: Geruch, als im friſchen Zu- ſtande. Won dieſer getrockneten Wurzel verordnet man einen halben, auch ganzen Scrupel, zum innerlichen Gebrauche bey verſchiedenen Krankheiten; ſie veizet, zer- theilet, reiniget und eröffnet 3 befördert den Urin; dämpfer die Säure in den erſten Wegen; lindert die Krämpfe 3; wird vorzügs» lich die ſchleimichten, und in der Lunge ſto- >enden Säfte auflöſen, und in der Eng» brüßtigkeit, furzen: Athem und Huſten nüßtich ſeyn; man will ſie auch wider das Bauchgrimmen der Kinder loben, Der Schnupftaba> wird öfters damit ange» macht, ſolche auch andern Räucherwerken beygemiſchet. 3) Chaleedoniſche Jris, Suſia- niſche Schwerdtlilie, traurige Jris, Stedermauns,- Todten-Jris, I. Suſia- na L. Vaterland: der Orient, Wur- zel, Blätter und übrige Geſtalt gleichen ber erſten Artz der Stengel iſt gemei- niglich höher als die Blätter, und ohne Zweige, mit einer einzigen Blume geenz diget, Die im May und. Jun. erſcheinens de Blume übertrifit alle Jrigarten an Grö» ße. Die drey aufrechten Blätter derſeiben ſind von dünnem Gewebe, ſehr breit, wel- lens dd fe . Diät: "Rändy ufrecht, nN auf er drey, voce e[ aber yen Ges er gelbe ſäubert vißlich, zugleich nech el: hen Zus Dur h Janzen uche bey jet, jet dert ben mn erſten d vorzilge (unge ſiv: dir Enge der das 1, Me je ange erwei Suſi W1178 ' Sulla Pur- leichen gewmel ) hne e geen? einen» mn(rb erſeiben jt, wl [en IREEN BENT TENTHENEDN 8257-2000 Jrisbl lenförmig, faſt bleyfarbig, mit ſchwarzen, weißen und grauen Strichen, und ſchwärz- lichen Flecken geſchet 3 die 3 zurück geboge- nen Blätter aber ſind ganz ſchwarz, außer daß ſie einige wenige violette oder purputr- rothe Striche haben, die auf ihnen, ohne beſtimmte Ordnung, umher laufen, in der Mitte aber ſind ſie ſchwarz, haarig, und haven im Mittelpunkte einen hervor ſte- henden achatſchwarzen Fleck; ſie bilden ei- nen offenen Rachen, in welchem die Staub»- fäden die Zunge vorſtellen, daher denn die Blume ein ſo wunderbares und fürchterli- hes Anſehen hat, daß ſie einfältigen Bauersleuten, bey dem erſten Anblicke ih- rer ſonderbaren Zuſammenſeßung und 4chrer ſeltſamen Farbe, ein ſolches Schrecken ein- zujagen pflegt, daß ſie nicht überredet wer» den fönnen, ihre Finger in denihnen, dem Anſcheine nach, entgegen ziſchenden aufze- ſperrten Rachen zu ſtecken. 4) Hollunder-Schwerdtlilie, 1. ſambucina L. Vaterland: das wärmere Curopa; ſie iſt von der erſten Art nicht viel unterſchieden. Die 3 unterwärts gerich- teten Einſchnittte der Blumenblätter ſind dunkelviolett gefärbt, einigermaaßen einge: ferbt und glatt, die aufgerichteten etwas bläßer und merklicher eingeferbt, auch die zugeſpißten Staubwege eingezackt. Die Biuche riecht nach Hollunder. 5) Schmugitge Schwerdtlilie, 1. ſqualens L. Vaterland: das mittägige Europa, hat ebenfalls viel Aehnlichkeit mir der erſten Art- Die unterwärts gerichte- ten Cinſchnitte der Blumenblätter ſind in der Mitte gefalten, dunkelviolett gefärbt, und mit blaß gelblichen, auch bläulichen Streifen durchzogen; die aufwärts ſtehen- den aber, ingleichen auch die Staubwege, ſclichſte Zeit, ſie“ zur Abſonderung: der jungen Brut. aufzu- nehmen, iſt diejenige im Sommer,. da ſich ihre Blätter verlieren... Man verfähret alsdann- mit ihnen, wie mit andern Blu- menzwiebeln, und pflanzt die ſtärkſten Zwiebeln wiederum zur Flor, die kleinern aber auf. Pflanzſchulenbeete.. Um neue Sorten. aber zu erhalten, ziehe man ſie aud wohl aus Saamen ,. welcher von ſol» den Blumen, die vorzüglich groß, am lebhaſteſten von Farbe, und am beſten g2- ſchect' ſind. genommen: wird; man ſaet ihn: zu Anfange des-Sept.. ſehr dünn entweder ins ſreye 2and,. in leichte, fettige, ſandige Erde, auf eine gut gedeckte Stelle, wohin' nur die Morgenſonne ſcheinet, und bedeckt ihn mit überher geſichteter, oder geſiebter, feiner Erde. erwa einen halben 2. tief, Im folgenden Frühjahre pflegen die jungen: Pflanzen zu erſcheinen; Sergarten, Labyrintly, ein Gar- ten oder umſchloſſener Plaß, deſſen Gänge ſo angelegt ſind, daß man ſich darinn leicht: verirren kann.- , in der Baukunſt eine' Verzierung: in Felderdecken und Korniſen,, welche einen Jrrgarten vorſteller, und von' gleich breiten, unten mit einander paralle-“ len Stegen gemacht wird. ZJudasbaum, Liebesbaum,- Griffelbaum», Cercis L. Dieſe Gat- tung begreift zween dauerhafte Verzierungs« bäume unter jich. 1) Gemeiner, oder' Europäiſcher Judasbaum, Cercis Siliquaſtrum L,- Vaterland:: Jealien, Spanien, Lan- guedoc,-. 240 Judasb guedoc, ver Drienk. Stamm: aufrecht, Bunfelgraulich, zertheilet ſich in eine unre- gelmäßige&ffige Krone, erreicht bey uns ſelten eine Höheüber 10== 12 F. Swei- ete:-von unten quſ, wenige, purpurtöth- lich, Blätter: herz-freisförmig, glatt, auf der Oberfläche lieblich grün 3 auf-der PÜnterfläche weißgrau 3 auf langen Stielen. Blumen: ſchön pürpurrotb, furz ge- Ntiele,'hinterloſſen in einigen 2agen flache Schoten« Die Blumen werden von man- hen gern in Sallaten gegeſſen.“Es giebt Abarten mit fleiſchfarbigen, 4und mit wei- ßen-Blumen, auch breiten Schoten. 2) Canadiſcher Judasbaum, Sal- fatbaum,:C. Canadenſiss Waterl.: Virginien,“Stamm: aufrecht, unregel- mäßig äſtig, 10==15F. hoch, erreicht auf einigen Pläten eine Höhe der erſten Art. HSlurter:: herzförmig„etwas haa- rig. lumen: gewöhnlich biaßroth oder röchiich,"hinterlaſſen oft reifen Saamen. Die Blumen werden häufig zu Sallat ge- -geſſen, dienen auch zum Einmachen. Man hat Abarten mit hochrochen„und;mnif.put- -purrokfhen Blumen. Dieſe Sträucher verzieren nicht nur vie Zuſtplantagen, wegen ihrer zahlreichen und feuh blühenden Blumen, ſondern auc. we- gen ihrer ſonderbaren Blätter, die ober- wärts ſchön grün,„und unten-weißgrau ſind, und machen„daher zwiſchen andern 5 aumei und Sträuchern eine ſchöne Man- nichfaltigfeit, welcen bereitet wird. Die Härte der Kalkſteine iſt ſehr ver= ſchieden. Der härteſte wird VIöarmor genannt. Der gemeine hat aber oft eine ſo große Härte, daß man ihn unter dew Marmor aufnehmen könnte und würde, wenn er die gehörige Lebhaſtigkeit oder den Wechſel der Farben hätte. Die Güte ei nes Kalkſteines erfennet man aber 1) dar» an, daß ſolcher, ſo bald man Scheidewaſ= ſer darauf gießt, efferveſcirt oder ein Brau- ſen verurſachet; und je ſtärfer dieſes ge- ſchieht, deſto beſſer iſt ſolcher; 2) daß'der Stein, wenn er gebraunt worden iſt, den: dritten oder wenigſtens vierten Theil ſeiner Schwere verloxen habe. Hat er weniger » "Kalk 245 von ſeiner Schwere: verloren, iſt es ein Kennzeichen, daß er noch unreif, oder zu viel quarzartige Theile bey ſich habe, wel- en, ſo daß das Ganze einen Kammd Kamm bildet. Der Dachdecker bedienet fich dieſes Werkzeuges, das fertige Strohe dach auszufämmen, oder die unordentli- 4uwendig am Falſe, aus welchem man einen Theil von den Füllhaaren heraus genommen, damit das Kummet, welches zuvor bas Pferd an dieſem Orte gedruckt hat, daſelbſt nicht fer- ner auf.iegen und es beſchädigen möge. Kammigras, Cyuvoſurus L. Von den mancherley Arten dieſes Grasgeſchlechts ſind folgende für den kandwirh merfwur- di Sreifes. federartiges Ramm:- tjras, O. crifßlatus L. Es wächſt bey uns überall, ſcheint aber vorzüglich einen nie- drigen, etwas feuchten Boden zu lieben, und verſce, welche ſic) vom Mittelpuncte nach allen Seiten ausbreiteten, mit der Zeit in der Mitte vergiengen, hingegen die ſeitwärts ausgebreiteten Zweige übrig blieben, und einen Ring"abbildeten, Ii Kamm: Nn 250 Kämmer , ein an dem Weltenbau- me; oder Grindel einer Mühle mit ſeinen Radarmen aängemachtes Rad, welches 6-- 9 Fuß, nachdem es die Maſchine exfordert, im Durchmeſſer haben kann, und an der Seite mit Kämmen verſehen iſt, weiche zwiſchen einen Trilling greifen, um die Müblſteine, oder etwas anderes, umzu? drehen.- Kaninichetnz. Man findet dieſe Thiere faſt überall; ſie ſtammen eigentlich aus warmen Ländern her, weshalb ſie in den nördlichen Ländern die Kälte nicht allzu wohl vertragen, und daher daſelbſt mei- ſtens. nur in den Häuſern auferzogen wer- den. Sie ſind ſehr fruchtbar, indem ie ſchon in einem Alter von 5= 6 Monathen zur Zeugung geſchickt ſind, auch faſt alle Monathe 4=-8 Junge bringen, welche von ihnen 30=- 31 Tage getragen werden, Die Hauskaninichen ſind gemeiniglich grö» ßer, als die wilden, welche leßtere mei- ſtentheils grau ſind. Unter den zahmen giebt es aber nicht nur graue; ſondern auch ſchwarze, weiße, bräunliche und gefle>te. Die ganz ſchwarzen werden, wegen ihres JFelles, am meiſten geſchäßet, Die Nah- rung dieſer Thiere, deren Alter ſich auf 8 =. 9 Jahre ohngefähr erſtreet, beſteht in Gras, Heu und allerley Kräutern und Wur- zelnz daher ſie Feldern und Gärten ſehr gefährlich ſind, indem ſie die Erde unter- miniren, und die Wurzeln der Bäume, Stauden und anderer Gewächſe zerſtören, Die jungen Kaninichen werden gern gegeſ- ſen, und haben ein geſundes, nahrhaſtes Fleiſch, gekocht und gebraten, Das Fell dienet zu einem wohlfeilen Pelzwerke, die Haare aber werden mit andern Haaren zu den Viertel». und halben Kaſtorhüten ge- braucher,; Kannen Kannenfraut, Roßſcicht, tief gefurcht, an der Zahl 30--40 einen Wirtel aus- machen, und in merklichen Abſäßen von einander abſießen. Der Stengel iſt nicht geſurdjet, weich, anfangs blaßgrün, end- lich ſchwarz, und vergeht ohne Blüthe. Es treiben aber zu gieicher Zeit im Frühß- jahre andere, 1= 2 F,. hohe, die Sten» gel, an welchen man keine Blätter, wohl aber eine blaßröthlichte Blüchähre, wahr- nimmt, 3) Gemcines Ackerſchaftbeu, Sluß- ſchaftrhalm, Aerkannentraur, E. ar- venſe L., wächſt auch im Frühjahre an den Gräben und feuchten Dertern, und fömmt, in Anſehung der zweyerley Sten- gel, mit der vorigen Art völlig überein. Der blättrige x F. hohe Stengel iſt ganz rauh und ſcharf, wie eine Feile anzuſühs ſen. Die Scheiden ſtehen locker, ſind groß, und in viele ſchwärzliche zarte Spißen ab- ; gethei- - Kanienk? getheilet. Der na>ende Blüthſtengel iſt ganz niedrig, Die Federkraft des Blüch- ſtaubes iſt bey dieſer Art vorzüglich zu be- merfen, und der Tanz deſſelben leichtlich ZU bewirkſtelligen. 4) Mit eckichten Stengeln ver- Wachſenes Rannenkraut, Sumpf- PannenEraut, E. palulſtrelL., auf feuch- cen Wieſen. Die 1 F. hohen Stengel ſind mit 4== 5 fiefen Furchen duren erhaben, die Scheiden ſchwarz, mit einem weißlichten, und gleich- ſam mit Grannen beſeßten Rande verſehen. Der Stengel treibe viele Aeſte, deren jeder eine Blüchähre trägt. 5) Glattes, faſt nackendes Ran- nenEraut, E. limoſum L. Man will dieſes als eine Spielart mit der vierten ver- einigen, indem Haller dafür hält, daß nur die jüngeren blühenden Stengel nackend, nachher aber mit Blättern beſeßet wären, Die Stengel ſind höher, breiter, und mit mehrern Furchen durchzogen, zumal wenn 68 in wäßrichten Oerfern wächſt. 6) Scharfes faſt nackendes Ran- nenFraur, Winterkannenkraut, Schachtelhalm, E. hyewale 1.'Man findet es auf Dämmen und grünen Ufern unter den Weiden ſo wohl, als auf den - Wieſen. Der Stengel iſt mit ſtumpfen Furchen durchzogen; aber dem ohngeachtet ganz rauh und ſchärfer, als bey den übri- gen Arten,-anzufühlen. Die Scheiden ſind furz, und am Rande mit 3 ſchwarzen Puncten bezeichnet; ſonſt aber ganz und nicht ausgezacket z da hingegen an den Zwei- gen, welche unterwärts entſpringen, die Scheiden am Rande mit Franzen 2.002 ſind. . Alle. obangeführfe Arten können zum Scheuern und Poliren des Zinnes und an- drer Metalle gebraucht werden z die ſechſte 'Kannenk 25 aber iſt, wegen. der ſcharfen Stengel, dazu am geſchickteſten, und wird daher von Golde ſchmieden, Künſtlern und Tiſchlern vorzüg- lich geachtet, Das Vieh frißt zwar alle Arten, und am liebſten diejenigen, welche einen weichern und glättern Stengel ha- ben; es leidet aber, wenn es zumal grün gefreſſen wird, davon öfters Schaden z es purgiret ſtark darnach; das trächtige ver- wirft davon, und dem melkenden entgeht die Milch; auch werden dem Rindviehe die Zähne davon leicht waelnd. Die vierte Art hat einen widrigen Geruch, und wird ſowohl grün als getrocknet von Pfer- den und dem Rindviehe verſchmähet, auch das damit vermengte Gras und Heu größ tentheils verachtet. Won Haller meldek auch, daß eine kalbende, und mit der drit=- ten Art gefütterte, Kuh davon einen tödt« lichen Durchfall bekommen.€Es ſoll auch durch häufigen Genuß des Kannenfrauts Blutharnen bey dem Hornviehe erfolgetk ſeyn. Wiele glauben, daß Pferde und Schaafe davon keinen Schaden litten; man hat aber doch erfahren, daß die Pferde auf der Weide mit einem tödelichen Bluthar- nen befallen worden ſind; gleichwie man in England das Kannenkraut auf gleiche Weiſe ſchädlich befunden hat. Muß man aber zu dergleichen Futter, aus Mangel eines andern, ſeine Zufluc<ßt nehmen: ſo ſollte gs wohl getro>ner, und mit vielem andern Heu, oder zu Häckſel, mit vielem Stroh zerſchnitten, gegeben werden. Es iſt dieſes Kannenkraut, ſeiner, viele Ellen tief, in die Erde gehenden Wurzeln wegen, die mit vielen Abſäßen verſehen ſind, und bey jedem Knoten Nebenranken treiben, ſchwerlich auszurotten. Zu Florenz hat man mit der ſechſten Art, um ſolche theils als ein Nahrungs- theils als ein Arzney- mittel zu gebrauchen, verſchiedene Verſuche Ji 2 ange- 252 Kankr angeſtellet, und dabey ſchlimme Folgen wahrgenommen z daher iſt es am beſten, ſich damit gar nicht einzulaſſen, Kantring, ein ſtarfer eiſerner Haken, der.mit einem verhältnißmäßigen Ringe zuſammen hängt, und womit der Zimmex- mann das Bauholz beym Behauen folgen- dergeſtalt umkehret: Er ſchlägt den Haken in die eine lange Seite des Holzes ein, ſteckt in den Ring auf der entgegen geſeß- ten Seite des Holzes einen Hebebaum, und drückt das obere Ende des leßtern her- unter, Kapital, Knauf, der obere Theil einer Säule, woran man gleich ſehen kann, zu- welcher Ordnung ſie gehöret, Z, B. wenn das Kapital 8 Schnecken, und keine Blätter hat, ſo iſt die Säule von Joniſcher Ordnung u, ſ,f. Kappe, dasjenige meſſingene Stück, welches vorn nach dem Ende des Kolbens eines Gewehrſchafts verſenket, und mit 4 Schrauben befeſtiget iſt. Kappe, Flegelkapve, an einem Dreſchflegel dasjenige ſtarke Stück Leder, . vermittelſt veſſen die Handruthe und der Jlegel zum Dreſchen dergeſtalt verknüpft ſind, daß dieſer daran beweglich bleibt. Kappe, Kamm, Kranz, die obere Fläche zwiſchen der äußern und in- nern Abdachung des Deiches. Kappenſturz, die Herabſtürzung der Fluth über die Kappe eines Deiches. So lanze die Kappe, zumal wenn ſie ſehr breit iſt, nur hin und wieder mit einigen zu hoch ſich erhebenden Wellengipfeln beſchla- gen wird, hat man wenig zu befürchten z wenn aber die halbe Welle ſich über die Kappe wirſt: ſo kann man glauben, daß Karat bey ermangelnder Gegenwehr in kurzem Kappe, Deich, innere und äußere Doſſt- yung bis auf den Fuß, ja oft noch tief un- ter demſelben, nicht mehr vorhanden ſeyn werden. Man hat daher folgendes zu be- merken: Wo ſich eine Eisſtopfung aufhält, iſt die Kappe in Gofahr, nach und nach untergraben und fortgeſchoben zu werden, und wo der Deich ſich gefenkt hat, da iſt zu vermuthen, daß die Fluth überlaufen, und große Noth) anrichten werde, In beyden Fällen iſt dahin ſrühzeitig zu ſehen, daß, zu beyden Seiten der gefährlichen Stelle, doppeite Reihen Pfähle, nicht auf der Kappe, ſondern auf den Abdachungen ſelbſt, eingeſchlagen werden. Zwiſchen dieſen Pfählen läßt man gute Bohlen ein- ſchieben, und auf der unterwärts abge- ſchärften Kante etwas einrammen. Der Zwiſchenraum wird mit Erde oder Miſt ausgeſtampfet, und wenn die Noth zu ſchnell überhand nimmt: heftet man zuleßt Fa» ſchinen auf, um die Füllung ſchnell zu vollenden, und ſo iſt die Kappe für den Einſturz geſichert. Karat, iſt bey den Goldprobierern ein gebräuchliches und idealiſches oder einge- bildetes Gewichte. Man theilet nämlich die Köllniſche Mark, die 16 Loth enthält, in Gedanken in 24 Theile, die man Kara- te nennt. Jeder Karat beſteht wieder aus 12 Grän, und folzlich die Mark aus 288 Grän. Das Karatgewichte iſt nur bey dem Golde, das Markgewichte aber bey dem Silber gebräuchlich, Man ſaget nämlich drey und zwanzig karatiſches Gold, welches eine Goldvermiſchung iſt, die aus 23 Theilen oder Karaten Gold, und eineiz Theile oder Karate Silber oder Kupfer be- ſteht, Karg- Furzen Doſſe eſ un: ' ſeyn zu her ſpält, ) nech erde, da iſi (aufen, |, Ie YZ u hu] ekt Zu nl 3 jur dn gen y(ing: punlid 101) er ver 97 X omm 9 fn ISE Karat Karatirung, weiße, rothe, ver- miſchte. So nenner man die Vermi- ſchung des Goldes mit Silber oder Kupfer, und zwar heißt ſie weiße Karatirung, wenn Gold mit Silber verfeßet iſt; ſo wie die Vermiſchung des Goldes mit Kupfer die rothe, und die Vermiſchung des Goldes mit Silber und Kupfer zugleich die ge- miſchte Karatirung genannt wird, Karauſche, Carauze, Caruze, ein bey uns ſehr geachteter Fiſch, deſſen Fleiſch, gefocht und gebraten, eben js ſchmackhaft als geſund iſt. Sie wird ſei- ren über 3-=- 3 Pfund ſchwer; finder ſich meiſtens in Seen und Teichen, wo ſie, gleich den Karpfen, gepfleget und dann ge- ſpeiſet wird; in 3 Jahren ift ſie ſchon zu nußen; ſie vermehret ſich ſo häufig, wie die Karpfen, dauert auch in ſumpfichten Waſſern, von welchen ſie aber einen wie- drigen, ſumpfichten Geſchmac> annimmt, weshalb ſie vor dem Gebrauche einige Ta- ge in Fiſchkaſten, die im fließenden Waſ- ſer ſtehen, gehalten wird, um ihr einen reinen Geſchma zu verſchaffen. Will man ſie aber alsbald aus ihrem erſten Waſ- ſer verſpeiſen: ſo muß man den Kopf weg- werfen, oder die Keimen aus dem Kopfe hinweg nehmen, welches auch mit andern Sumpffiſchen geſchehen kann, Jm VWer- kaufe hat ſie gemeiniglich den halben Preis der Karpfen, und läßt ſich weit in Fäſſern verführen. Man füttert ſie mit Erbſen, Malz, Weizen, Trebern, Bredt u, ſ. f. Ju Ermangelung eines beſſern Futters nimmt ſie auch mit Kohlrüben für lieb, Mit den Karpfen ſiehen die Karaufchen nicht gut beyſammen, und ſcheinen die Größern, nämlich die Karpfen, den Klei- nern, den Karauſchen, weichen zu müß= ſen, Sie vermehren ſich ungemein, und Karpfen 252 entziehen, vermöge ihrer Geſchwindigkeit, den Karpfen die Nahrung. Sie laichen gemeiniglich in May und Jun. Man ſeßt ſie zwar in Teiche, wo Forellen und Hechte hinkommen, welchen ſie zur Nah- rung dienen, ſich außerordentlich vermehe- ren und wegen ihrer Geſchwindigkeit ſich nicht ſo leicht fangen laſſenz nur müſſew die Karauſchen ein Jahr vorher allein in dem Teiche ſtehen, ehe die gedachten Raub- fiſche zu denſelben geſeßt werden. Karauſchenfarpfen, oder KarUz2 zenkarpfen, werden von den Fiſchern für eine Baſtardart von beyden Arten ge- halten. Sie ſind leicht von den andern zu unterſcheiden, weil ſie gelblicher, als die Karauſchen, ſind, und auf den beyden - Seiten des Leibes, vom Kopf bis an den Schwanz, einen geraden, durch und über . Schuppen weggehenden Strich ba» en. Noch iſt eine beſondere Art Karauſchen, welche man-Giebeln, und, wegen ihrer gelben Farbe, auch Gilblichen, nennet, Dieſe ſind kleinexy, aber etwas ſfleiſchichter, und auf dem Rücken dier als die Karau= ſchenz ſie ſiehen gut in moſichten und leh- michten Waſſern, wie die vorigen, und laichen alle vier Wochen, Karauſchen und Giebeln erſticken unter dem Eiſe nicht, wie die Karpfen und andere Fiſche, wenn gleich in die Teiche oder Tümpfel, worinn ſie ſte- hen, feine Wuhnen gehauen werden Karpfen, Karpen. Man fennet „dieſe überall bekannte Fiſche als eine der edelſten und vorzüglichſten Fiſcharten, und khei.et ſie ſowohl nach dem Orte ihres Aufs enthalts, in Fluß- odev Strohmkarpfen, als auch vorzüglich in Seekarpfen, nach dem Rlter und der Größe, ein, als z.B.? in Saamenkarpfen, welche noch in ihrem Ji 3 Wachs» 5 GL DEEE.-SEE EED... WRIREEGEN- Dd. 254 Kaxpfen Wachsthume begriffen ſind, und dieſe - nennt man, ſo lange ſie noch einjährig: jährigen Strich oder Seklingez hernach Fömmt dex zwey- und dreyjährige Strich 5 aim vierten Jahre werden ſie erſt Karpfen, "Die Fluß- over Strohmkarpfen ſind die ſchmackhafteſtenz nächſt dieſen folgen die Teichfarpfen, wenn ſie nämlich in Teichen ſiehen, die von klaren, friſchen Bächen, oder von den Armen eines fließenden Waſ- ſers einen Zugang Haben. Die Seekax- pfen haben meiſtentheils einen faulen und moderichten Geſchma, weshalb man in Anſehung ihrer eben das zu beobachten Hat, was vorhin von Karauſchen aus dergleichen Waſſern geſagt worden iſt. Eonſt hält man überhaupt die mittelmäßi- gen Karpfen von 2, 3, 4 Pfunden Für die beſten und niedlichſten. Da Fie aber vom Monarh May bis zum Ruguſt laichen, und daher mager werden: ſo taugen ſie ſodann nicht zum Cſſen, und ſind ganz unſchmack- „Haft 3 deſto beſſer aber find ſie vom Octo« „ber, gegen die Faſtenzeit umd den Monach April. In 3 Jahren joll dieſer Fiſch, zwi- Achen denz Kopfe und Schwanze, einen Fuß Jang werden. So wie er am Alter zu- nimmt, ſo wird er auch feſter am Fleiſche, und beſſer am Geſchmacke. Gemeiniglich' zieht man die Karpfen von mittlerer Größe „und Alter den ſchwerern und ältern vor, Die Gute dieſes Fiſches wird daran ex- kannt, wenn er fein hart und gelb am Bau- che iſt, einen kleinen, Furzen, Feulichten Kopf hat, und fein ſchwarz über dem Lei- be iſt. Er iſt leicht zu verdauen, nähret mäßig, und giebt eine gute geſunde Nah- rung, welches der Appetit nach demſelben, und die unglaublich große Conſumtion be- ſtäriget. Beſonders aber'findet man an 'Der Milch dieſes Fiſches ein vortreffliches Eſſen, indem fie bey vielen ſchwächlichen Kaße Perſonen die Stelle des Fleiſches vertritt, ſv, daß ſogar Schwindſüchtige durch ihren Gebrauc) gebeilet worden ſind. Kaſten. 1) Ein mit Spundpfählen eingeſchloſſener Raum, welchen man ge- brauchet, wenn man Gebäude auf Trieh- ſand gründen will; 2) eine Art von Kiſten, welche aus Zimmcrſtücken zuſammen geſekt, gut falfatert und verpichet, und hernach mit Steinen gefüllt werden. Dieſe Käſten werden hernach in.das Waſſax geſenket, um da, wo das Waſſer nicht ausgeſchöpft werden kann, einen Grund zu erhalten, und darauf ein Gebäude aufzuführen; 3) auch werden Kaſten aus Grand- und Wand- hölzern, Riegeln und Schwingen verſerti- get, und mit Steinen und Kies ausgefüls- fet. Sie.dienen zur Befeſtigung der Ufer, zu Waſſerwehren oder Molen.! Kaßtenkunſt, eine Maſchine, welche aus einer oder zwo Ketten ohne Ende beſte- het, an welcher Cymer oder Käſten befe- ſtiget ſind, Die Kette geht um eine Wel- Je herum, und wenn dieſe umgetrieben wird: ſo ſchöpfen die-Cimer in der Tiete Waſſer, und gießen es, wenn ſie in die Höhe kommen, aus, Kage, Haus- oder zahme Kaßes ſie pflegt ſich zwar in unſern Wohnungen aufzuhalten, kann aber doch nicht völlig als ein Hausthier betrachtet werden, da man ſie zu keinen häuslichen Dienſten, wie z. B. die Hunde, abrichten kann. Sie iſt eigentlich nur eine durch die Erziehung ausgeartete und kleinere wilde Kaße, Die Noth befiehlt uns, die Kaßen in unſern Haus- und Wirthſchaftsgebäuden zu hals ten, um Mäuſen und Ratten nicht die Ober- hand bey uns zu laſſen. Man kann ihnen aber viel von der ihnen ſo ſehy angebohrnen ; Wild- T- 5 LS0E0D=.SdSDd 544488- gwen 220000. SWE. a iD a NA btt h ihrn fähle an fe Trlehe Kiſſen, | Geſeht, hetnech Keſten geſenfet, ep halten, 3) d Ja: verſerhi Sg verlie, ', wide webif ſen befzy ve De etriehen et Veſt je vi Kaps nungen I „da ; wie Eier hung Die nſert y hol: Ober ihnen open Piſte Kaßke Wildheit abgewöhnen,“wenn man ſie von ver erſten Jugend an unter den Menſchen erziehetz wie man denn ſieher, daß in Häuſern, wo die Kinder mit jungen Ka- ßen ſpielen, ſolche Thiere am meiſten zahm und umgänglich ſind.» Cs iſt abex an zahmen Kaßen. viel gelegen, weil fie, bey ihrer natürlichen. Wildheit, in Ky- Gemeiniglich werden ſie des Jahrs zweymal, im Frühlinge und Herbſie, oft auch drey- zuweilen gar viermal, hißig. Die Käßkinn aber iſt, wider die Gewohnheit der Thiere, viel hißiger, als der Kater. Sie ladet ihn ein, ſucht und ruſt ihn, ja, ſie geht ſo weit, ihm die Wuth ihrer Be- gievden «SEX WE.» AN AEN... SEEIIEIEIDEN- Go EIIIE SETEETEIL- 256 Kaße gierden durc< lautes Geſchrey anzufündi- gen. Wenn der Kater ſie zu fliehen, oder zu verachten ſcheint, wird er von der Kaz- zinn verfolget, gebiſjen, und gleichjam gezwungen, ihre Begierde zu befriedi- en. . Der Geruch von den Kaßen wird den Pferden ſehr zuwider gehalten, daher die Knechte oder Kutſcher feine Kaßen gern auf ihre Wagen nehmen, weil ſie behau- pten, daß die Pferde, wenn der Wind von der Kaße auf ſie geht, ſehr müde - würdenz ja, ein Pferd, deſſen Rei- ter ein, mit Kaßenfellen gefüttertes, Kleid am Leibe hat, foll ſogar matt werden. Vielleicht läßt ſich dieſes nicht von allen Pferden behaupten, und iſt etwa nur fo zu verſtehen, wie man von manct, wollicht und weiß, ZDlumen: auf Furzen Stielen, zwar wirtelförmig geſtellt; da aber die Wirtel dichte bey einander ſte- hen, ſtellen ſolche gleichſam eine Aehre vor. Das Blumenblatt iſt blaß purpur- farbig oder weißlich, der mittelſte Einſchnitt der untern Blume aber punctirt. Die! Pflanze hat einen gewürzhaften, bitterli- en, daß ſie entweder aus Haß oder Liebe ſich auf der Pflanze wälzen, und dadurch geimeiniglich ihr Wachsthum hindern. 5; Uniſtand bemerken fäſt alle Schrift eller 2-18 a 258„Kaue Keller von dieſer Pflanze, und haben ihr- auch deswegen den Namen Cataria gege- ben. Doch dat man. die Erfahrung, daß. ſolches nicht immer geſchehe... Man kann die Pflanze zu den erdſſnenden und krampf» ſtillenden Mitteln zählen, und ſie mit Wein oder Waſſer abgekocht, bey Mutter- beſchwerungen, und zur Beförderung der monathlichen Reinigung nüßlich gebrau- chen; auch wird ihr von Aerzten eine blu- hungstreibende Kraft zugeſchrieben. 2) Kleine Alpenkarzenmunze, Tta- lieniſche Rarzenmünze, unächte neue ZBienenmelitje, N. Italica L. Vaterl,: Italien, Wurzel: fortdauernd. Sten- gel; 3 F. hoch.. Dlätrtex: geſtielt, herz» förmig eingekerbt. Dlumenwirtrel: ſiel- hen eine Aehre vor, ſtehen aber von einan» der entfernt, und ſind mit lanzenförmigen, grünlichen, am Rande aber weißlichen Blattdecken umgeben, Das Blumenblatt ſt weis, und die Kelcheinſchnitte ſind ein- ander ähnlich. Die Pflanze hält bey uns zm freyen Lande aus, verlangt jedoch eine warme 8age, und einen leichten trocknen Boden, Die ſiarfen Wurzelſtöcke laſſen ſich im Frühjahre zertheilen; ſonſt erzieht man ſie aus dem Saamen, der ſich im Herbſte auch ſelbſt ausſäct. Gleditſch mel- Det, daß dieſe Pflanze an Geruch und Kräf- ten ver Meliſſe gleich komme, und deren Stelle als ein Bienen- und Arzneykraut vertreten fönne, Kaue, in einigen Gegenden, z. B, zn der Lauſiß, kleine Werſchläge in den Schaafſtällen, diejenigen Schaafe, welche ihre kämmer nicht annehmen wollen, in denſelben einzuſperren, Kauf» bat allemal einen Vertrag mit einey oder mehrern Perſonen zur Erlan- gung ihres Cigenthums zum Grunde, f Kauf Rauſvertrat iſt alſo ein ſolcher, wodurch der eine Contrahent zu Abtretung des Ei» genthums einer Sache, und der andere zur Erlegung einer gewiſſen Geldſumme ſich verpflichtet. Zum Abſchluſſe eines je« den Kaufs iſt erforderlich, daß ſowohl der Verkäufer, als auch die Perſon, auf wel- baars, und für Kranke eine gute Speiſe. Am velicateſten iſt er im Januar und Februar, Kein Fiſch hat ſo gefährliche Gräten an- ven Floſſen des Bouches, als dieſer; ſie ſind daher aus dem Halſe, wenn ſie einmal darinn ſtecken, nicht wieder wegzuſchaffen- Es findet aber dieſer Fiſch, wenn er auch nur klein iſt, dennoch viele Liebhaber; er wird. aber alsdann nur aus dem Salze ge- focht, und von Manchen, ohne Kopf und Gräten wegzuthun, gegeſſen, um, wieim g. 2. geſagt wird, einen verdorbenen Ma- gen auszuſcheuern, Sonſt iſt noch in An- ſehung der Baarſe wohl in Acht zu neh- men, daß man beym Verfahren derſelben feine andere Fiſche in den Gefäßen mit ih- nen zuſammen ſeße, weil ſie jene mit ih- xen ſtachlichten Floßfedern ſo rißen oder ver- wunden, daß ſolche alsbald davon abſiehen müſſen. Kaulljaupt, ein anderer eßbarer kleiner Fiſch in ſüßen Waſſern, welcher nur x Finger lang wird, aber einen un- förmlichen dien und großen Kopf hat, und auf ſeinem ganzen Körper mit Schleim bedeckt iſt, wodurch er ſich vor allen Fluß- fiſchen auszeichnet, und worauf ſich auch die Menge ſeiner Provinzialbenennungen bezießet- Wenn er des Sommers ver- ſchickt werden ſoll, wird er vorher geſotten; alsdann wird ein friſch und ſtark gebackenes Brodt mit harter Rinde ausgehöhlet; dar» ein wird wechſelweiſe eine Schicht Kaal- föpfe und eine Schicht Peterſilienblätter gethan, bis es gefüllt iſt; ſodann wird es feſt verbunden, und ſo können ſie auf 6 Meilen, im Geſchmack ſo gut wie friſch, Kayſerk verſendet werden. Aus Schleſien wurden ſie vormals zur Winterszeit in die königl. Küche nach) Potsdam auf folgende Art ge ſchit: Man thus ſie' lebendig in eine Schachtel mit Schnee, feuchtet den Schnee mit etwas Waſſer an, und läßt alles zu- ſammen gefrieren. Auf dieſe Art, wenn der Froſt anhält, ſind ſie bey ihrer Anfunft ganz friſch und wohlſchmec>end. Das Fleiſch dieſes Fiſches wird unter die Deli- cateſſen gerecen, Es kömmt diefer Strauch, außer einem zu naſſen Boden, überall fort, und erträgt unſre Wintex in einem etwas be» ſchükten: Stande. Dieſe beyden Arten, Nr. 1, und 2., ex» ziehet man ohne Mühe aus dem Saamen, d,|, aus ihren Beeren, welche im Jul. zeif, Reiſerh 264 reif, und daun ſehr bald von den Vögeln verzehret werden. Man überziehe alſo die Sträucher zum Beerenſammeln, ſovald die Beeren ihre grüne Farbe zu verändern anfangen, mit Neßen 3; ſammle nachher die reifen Beeren, ſo wie ſie abfallen, von der Erde auf, und ſchreite ſogleich zur Ausſaat. Im folgenden Apr. oder May pflegen die jungen Pflanzen zum Vorſcheine zu kommen, wie wohl ein Theil derſelben erſt im zweyten Frühjahre zu erſcheinen pflegt. Um Plaß den übrigen Pflanzen zu machen, verpflanze man die größten ſchon im Herbſte oder Frühjahre in die Pflanz- ſeule, in welcher ſie binnen 2---3 Jahren die: zur Verpflanzung in die Luſtzebüſche erforderliche Stärke zu erlangen pflegen. Die beſte Zeit dazu iſt der October. 3) Aſtloſe Rellerſalzſtaude, Spa- niſche Daphne, Daphns Thymelaeal.. Vaterl.: Spanien, Portugal. Stäm- me: holzig, etwa 2 F. hoch, mit wechſel- weiſe entſpringenden Seitenzweigen, Dlät- rer: lanzettförmig, flach, gefranzt, haa- tig, ſehr furz geſtielt, dicht beyſammen ſte- hend. MPlumen: flein, gelbgrünlich, ohne ſonderliches Anſehen. Dieſer Strauch will bey uuns in Freyem Lande nicht wohl ausdauern. 4) Haarichtglänzende Rellerſalz- ſtaude, Tartonraire, D. Tarton-Rai- ra. Vaterl,: die Provence."Stamm: holzig, etwa 2 F. hoch, die Zweige zahl- reich, zähe, lichtbraun, unregelmäßig. Zlätrer: eyrund, ſehr klein, auf beyden Seiten etwas haarig, weich anzufühlen, glänzend, gerippte, MAlumen: in Bür ſcheln,.ungeſtielt, weiß, im Jun., hin- terlaſſen rundliche Beeren, die.in England ſelten reif werden.| - 5) Slachsblättriger Zeidelbaſt, Seidelbaſt von.ZTonxpellier, D. Gui- Kelſerſ dium, Thymelaea-folio lini. Vaterl.: kanguedoc, Spanien, Jtalien, Stamm: ſelten über 3 F. hoh, mit ſehr drianen Zweigen. MBMlärter? ſtrich-lanzetttör- mig, ſcharf geſpißt, denen des gemeinen Flachſes ſehr ähnlich. Plumen: an den Enden der Zweige, in Riſpen, klein, im Junius, hinterlaſſen ſelten Saamen, Die- ſe Art hält man für den wahren Seidelbaſt, und die Rinde dieſes Strauches ſoll eigent» lich, an Statt der gewöhnlich Blaſen zie- henden Mittel, gebraucht werden. Die ältern Aerzte gebrauchten Blätter und Bee- ren, die wäſſerichten Feuchtigkeiten dur den Stuhlgang abzuführen; da wir aber jeßt weit ſichrere Mittel haben: iſt dieſes billig abgeſchafft morden. L 6) Cneorum, Steinröslein, D. Cuneorum, Yaterl.: Frankreich, Deutſch- land, Ungarn, die Schweiz. Stämme: holzig, äſtig, 9== 1.0 Z. hoh. ZAlätter: flein, ſchmal, lanzettförmig, nafend, ſteif geſpißt, dunkelgrün, ohne eine gewiſſe Ordnung. Zlume1u: an den Enden dex kleinen Zweige, in"Büſcheln, ungeſtielt, purpurroth, von ſehr angenehmen, und dem des D. Mezereum wenig nachgebenden Geruche, im März. 7) Alpendaphne, Alpenſeidelbaſty D. Alpina. Vaterland: die Alpen. Stramm.: etwa 3 F. hoh. Blätter: lanzettförmig, ziemlich ſtumpf, auf der -Unterfläche filzig und weißgrau. MFPly- men; an den Seiten der Zweige, in Bü- ſchein, ungeſtielt, weiß, oder gelblich, ſehr wohlriechend, im März, hinterlaſſen ro- the Beeren, welche im Sept. reif werden: Dieſe beyden leßten Arten. kommen in kale ten Lagen-ſehr gut fort, und können daher, wie Hr. Walter meldet, zu Hecken, Bos- .quets u, ſ- f. gebraucht werden. D. Cneo- zum- giebt beſonders einen vortvefflichen Topf- Wm ns anon Jetför: Meinen (m din in, im , Div elbaſt eigent [en Zis „ Die Beds "ug vit. be ſt dieſes (w D, Deut amm: Natte EEN I R ZZ 'Kellerſ Topf- Blumenſtrauch ab. Man lege alſo in kleine Töpfe einige Saamenkerne, und ſeße die in jedem Topfe zu laſſende Pflanze in der Folge, ſo oft-es nöthig«ſt, mit voller Erde in immer größere Töpfe, um. Von der nacendblühenden Kellerſalz- ſtaude No. 1, iſt noch zu bemerken, daß, ob zwar die Beeren von den Vogein ohne Schaden gefreſſen werden, ſolche doch den wvierfüßigen Thieren und den Menſchen ein Gift ſind. Nimmt man von dieſem Strau- «he einen blühenden Zweig, wiejbey andern "Blüthen öfters geſchiehet, än den Mund: ſo wird man ein heftiges Brennen und ge- waltigen Durſt empfindenz dergleichen Zu- Fälle aber ſind viel ſtärker,:und werden auch andere nach ſich ziehen, wenn man die Rinde und Beeren hinterſchlucken woll- te. Zinne“ führet in der Elora Suec. an, daß durch 6 Beeren.ein Wolf getödtet wor» den ſey, und daß 13 Gran davon, als ein "Purgiermittel eingenommen, bey einer-er- wachſenen Frauensperſon Blutſpeyen und den Tod gewirket haben. Wenn auch die- ſe tödtliche Wirkung nicht allemal erfolger, Wird doh der Genuß derſelben heftiges Er- brechen und'Purgieren erwe&en. Man will beobachtet haben, daß gewinnſüchtige Gewürzkrämer die Beeren unter den Pfef- fer gemiſchet; daher auch dieſer Strauch den Namen Bergpfeſſer erhalten hat. Alexand, Rüſſel hat die Wurzel dieſes Straiichs, welche aus Deutſchland nach “England gebracht worden, als ein Arzney- mittel geprüfet, und bey den veneriſchen Knoten gar bewährt gefunden; und er er- innert, daß die Wurzel.aus der Rinde und dem holzichten Theile beſtehe,.der hol- „zichte Theil wenig"Geſchmack habe;:die Rinde aber, wenn man ſie kauet, zwar „anfangs-auch-nicht ſchorf ſchmecke, hernach ----Gek, Regliexicon 11. Theil. TET GETTE NNEN R REES aud "Kellerſ 265 aber ein Brennen in dem Munde errege, welches viele Stunden dauert. Er glaubt, daß die ſpät im Winter geſammelte Rinde. geringere Kräfte als die früher geſammelte beſiße,- Er hat auch erfahren, daß die Rinde dieſes Strauches, wenn er in einem leichten Boden wächſet, die beſte; hinge- gen in einem ſteinichten die dünnſte ſey. Nach verſchiedenen Verſuchen hat er ge» Funden, daß man.am beſten von der fri- ſchen Wurzelrinde 2 Loth mit 1 2'Pfund Waſſer ab- und bis zu 8 Pfund einkochen, und zuleßt etwas Sußholz zuſeßen, und von dieſem Tranke ein halbes Pfund täglich 3 bis 4mal Hen Kranken tränfen laſſen könne Seiten iſt bey dem Gebrauche dieſes nicht ekelhaft ſchmeckenden Trankes Lariren erfol- get. Auch Fothergill hat dieſe Würkung der Rinde durch eigene Erfahrung Heſtätiget. Die Blätter dieſer Staude beſißen eine gleiche Schärfe, und Vogel berichtet, daß ein halbes Quent an, und ſteigt nach und nach bis auf 10 oder 12. Jn Anſehung ihres äu- ßerlichen Geruchs zerquetſcht man fie, und legt ſie, als einen Umſchlag, bey einem böſen Halſe auf die Kehle. Einige ſeßen Honig dazu, Schröder verſichert, daß die auf ſreſſende Geſchwüre gelegten Keller- Kerbel würmer dieſelben erweichen, und die Hei-. lung erleichtern. Eben derſelbe rühmt das . Del, in welches man Kellerwürmer gethan, um ſich deſſen als einer flüßigen Salbe bey blinden Hämorrhoiden zu bedienen. Manu findet und ſammelt dieſe Würmer unter den Blumcatöpfen, in Mauern zwiſchen den Fugen, unter hingelegten Steinen» Auch darf man nur an den Orten, wo ſich viele aufhalten, bin und wieder etwas Moos haufenweiſe hinlegen, eder wo an- hängen, und es einige Tage unberührt taſſen, ſo verſammeln ſich jung und alt bey Hunderten zuſammen. Gerbel, Körbel, Körfel, ein Pflanzengeſchlecht, wozu Linnäus 8 Arten rechnet, von welchen wir bemerken: 1) Den knotichten, Ceſtreiften, wilden Rerbel, Rerbelfern, Myr- rbenferbel, V3yrrbenſchierling, Räle berkern, Rälberfropf, Auhpetrer- lein, Buſchmöhre, Scheere, Cicu- taria vulgaris Dod. Chaerophyllum fyl- veltre Linn. Jſt bey uns in Obſt- und andern Gärten, in Hecken und in Zäunen ſehr gemein, Wurzel: di, lang, weiß, ſcharf und gewürzhaft ſchmec>end. EStremn- gel: diE, röhrig, mit abgeſeßten knotigen oder aufgeblaſenen Gelenken abgetheilt, ge- ſtreift und etwas rauh anzufühlen. BDläat- rer: groß, die unterſten zuweilen cine hal- be Elle lang, in vielfache Aeſte getheilt, gleichſam dreyfach gefiedert, und die Bläxt- elung, oder es ſteht an derſelben nur ein einziges Blättchen 3 die kleinern aber ſind mik 5= 7 eyförmig zugeſpißten, etwas rauhen ; Blät- je Pie; medas gethan, (be bey May Unter wiſchen ten, vo ſich |(etwas (Wo an: nüt MAE Dey fel, a 5 8 Nehm (m: weft, , Myv 19, Aib Upper: 8)(il um 09. vſt und | Zeunen 0), Weh Steye heilt gt Blöße Ine pale erheilt, Blätt- fert, ren be? glatter e Bly- felung) inziges 1550 rauhen Bal Kerbel Blättern umgeben, welche ſich mit der Zeit rücfwärts biegen, und davon das äu- ßere größer iſt, als die übrigen. Die fünf weißen, oft auch röchlichen, Blumenblät« „fer ſind ganz, oder nur eingeferbt, und.an den Randblämchen von. verſchiedener Grö- «Be. Die glatten, langen, glänzenden und dunfel gefärbten Saamenkerne zeigen eine Fleine.faum merflidze Rinne, Die Pflan« ze haf einen widrigen, Faſt ſtinfenden.Ge- „ruh; und da.das Kraut auch ohne dieß eine Aehnlichfeit mit den Blättern des ge- Fetten giftigen Schierlinges hat? ſo haben viele daher geſchloſſen, daß ſie giftig ſey. aber fein einziger Fall in. den Geſchichtbü- „ern und guten Wieſengrunde wildwach- ſead gefunden. Wurzel: knollig, im An- fange des Frühlings fleiſchicht, und beyna- he wie eine Birn oder Stec>rübe geſtaltet, und ſodann eßbar; nachher wird ſie länger, und endlich holzig und abſterbend. ESten- gel: 6 F. hoch, beynahe ſeiner ganzen dange nach mit gelbrothen und bräunlichen Farben bezeichnet, an den zween untern. Knoten mit ſehr feinen, weit aus einan- der ſtehenden, Haaren beſeßt, übrigens aber glatt, und unter den Aeſten und Blättern aufgeſchwollen. Blätter: et- was rauch, dreyfach gefiedert, und die Blättchen gemeiniglich in 3 lanzenförmi- gen Lappen abgetheiler. Die weißen Blu- menblätter ſind einander nicht völlig ähn- lich. Sqaamen: lang, glatt, und hat braune oder ſchwarze Fle>en, verurſachet leicht Schwindel und Kopfſchmerzen. Die Blätter ſtinken. Man muß dieſe Pflanze nicht mit der Erdnuß, Bunium Bulboca- ſtanum, wovon die Wurzel gleichfalls eß- bar iſt, verwechfeln. Won unſrer Pflan- ze iſt die Wurzeb auswendig ſchwärzlich, inwendig weiß, und im Frühlinge von ei= nem ſehr ſüßen, lieblichen Geſchmacke 3 man pflegt ſie zu brühen, um die Hauk abziehen zu können, und mit Salz, Pfef- fer, Eſſig und Oel, wie einen Sallat zu zurichten, auch gekocht an Kalbfieiſch zu eſſen- Der Saame wird um die Zeit, da man Herbſtrüben ſäet, auf eine ſchattige Stelle geſaet. Die aufgegangenen jungen Pflanzen müſſen vom Unfraute rein gehal ten werden- Wenn der Stengel getrieben hat, taugt die Wurzel nicht mehr zum CEf- ſen, Dieſe Art Kerbel iſt, ehe ſie Saa- men wägt, dem rothen Schierlinge ganz Kerbel ähnlich, und kann leicht dafür angeſehen“ werden. Cranz meldet aucy, bas man in Wien aus dieſem Kerbel öfters das Schierlingsextract verfertiget, und danzit ſich) und andere betrogen babe. 3) Den Taumelkerbel, Fleinen Räl- berfropf, C. temufentum Linn. Wur- zel: zweyjährig, an Aeckern, Wegen und Zäunen. Stentel: braun, gefleckt, mit ſteifen Haaren beſest. bey den Gelenken aufgeblaſen. MPiätter: rauch, doppelt geo fiedert, die leßten Lappen ſtumpf, Dol- den: hängen gemeiniglich, ehe die Blu men aufblühen, unferwärtsz3 die Hauptdol« de ift kahl, auch zuweilen mit einigen klei nen Blätthen umgeben; bey den Neben- abtheilungen ſteht ein Blatt, welches in 6 bis 8 lanzettförmige Cinſchnitte geheilt iſt. An den Randblümchen ſind die Blu- menblätter von ungleicher Größe und jerz« förmig. GSaamen: merklich geſtreift, Pallas will dieſen Kerbel für die Menſchen ſchädlich befunden haben 3. in Deutſchland iſt er es nicht. 4) Den BergPberbel, rauchen, tzrannichten Saamen tragenden oder zottigen Kerbel, Großweden- dunE, Myrrhis paluſtris Riv. Chaecro- phyllum birſutum L, WDaterl,: die Al- pen, das Rieſengebürge und andere Gebir- ge 3 kann aber bey uns leicht aus Saamen erzogen, in einem guten naſſen Boden er- halten, und durch Theilung der Wurzel. vermehret werden. Wurzel: ſehr lang, dick, perennirend, Strencel: hohl, 3 F. ho<, in Aeſte getheilt, rauch anzufühlen, Zlumen: weiß, auch röthlich, im May; die Blumenblätter herzförmig und von ver- ſchiedener Größe. Die walzenförmige, HKeſtreifte Frucht endigt ſich mit 2 gera den, ſtumpfen Grannen oder Griffeln, 5) Den ( ſchen May das amit Kal: "ur: 1 vn t, mit enfen- At Os Dol, Blu Ds w flels Reben: hes in etheilt Bye d Hehe ſireiſt, nſchen ditſch hat dieſe, wie auch die vorher gehen- de Art, zur Stallfütterung empfohlen.. 6); Den goldfarbigen Rerbel, C. aureum Linn. DWaterl.: Deutſchland, in einigen Gegenden, die Schweiz. iDUr- zel: holzig, perennirend.- CEStentgel: 3, F.. hoy, geſtreift, e>ig, unterwärts rauch, am. übrigen. Theile mit rötblichen: Flecken bezeichnet, und in viele Zweige ab- getheile. Blärrter: blaßgrün, rau), doppelt gefiedert, und die Blättchen gemei- niglich in 2 Lappen zerſchnitten. Dolde; nicht groß, die allgemeine Hülle fehlt'ganz, oder beſteht nur aus: einem Blättchen, Blumenblätter: weißröthlich, amRan- de ungleich und herzförmig, bey den in- nern einander ähnlich- Saamen: gelb; eigentlich nicht gefurcende geſunde Kräuterſuppen daraus zu zurichten. Da jedoch) durch das Kochen viel von'den kräftigen Beſtandcheilen der Blätter verlo- xen geht: ſo ſoll man lieber den ausgepreß- xen Saſt gebrauchen,„oder die ſehr fein zer- Hackten Blätter friſch, und ohne ſie zu fo- hen, mit'den Suppen und Brühen ver- miſchen. Das friſche Kraut aber gehöret zu denjenigen Mitteln, wodurch“im Früh» jahre die langwierigſten Krankheiten verbeſ- ſert werden können 3 es eröffnet die verſtopf- ten Gefäße, zertheitet die ſto>kenden Säf- te, und treibt vorzüglic) den Urinz es iſt däher in mancherley Krankheiten nüßlich, beſonders denjenigen Perſonen, welche, durch vieles Siken und aus Mangel der Bewegung, zu Verſtopfungen der Cinge- weide Gelegenheit geben, als: den Milz- Füchtigen, Schmwindſüchtigen, und denjeni- gen, weldze von der goldenen Ader Be- Ächwerlichfeit empfinden; ven Saft, mit Krebsbutter vermiſcht, bat Haller bey Ver- «Qopfung der Eingeweide empfohlen. Bey ver ſtark eingeriſſenen Schwindſucht ſcheint der Kerbel, wie alle andere Mittel, un- Fräftig, ja wohl ſchädlich, zu ſeyn, indem -er bey lang anhaltendem Gebrauc Durſt .erween,-und zum Blutſpeyen Gelegen- :heit geben kann. Man lobet ihn auch zu Zertheilung des geronnenen'Geblüts, wel- „ende Milch mit Kerbel und Friſchen Erlenbliättern aufgelöſet und zurück getrieben. Vielleicht iſt der Kerbel auch'bey Krebsſchäden nüßlich. Kerbholz, Kerbſtoc>, Niedeiſ: Kerf- oder Korſſto>, ein noch im gem. Leben übliches ſchmales dünnes Holz, worein man Kerben ſchneidet, und wel- des Gläubigers. mit dem Einſaße des Schuldners überein trifft: maden fee einen vollkommenen Beweis aus. Daß unſre Vorfahren nicht dumme Köpfe geweſen, kann ſchon der Kerbſto> beweiſen. Keine Erfindung iſt ſimpler und größer als dieſe, Die Jtaliener mögen ſich mit ihrer Kunſt, Buch zu halten, noch ſo viel dünken: ſo geht ſie doch immer dahin, daß einer den andern zum. Schuldner ſchreiben'fann; daß der Mann, welcher borgt, von.ſeines Gläu- bigers Redlichkeit oder Wilikühr abhängt, an Statt daß bey dem Kerbſto>e Sculd- nex und Gläubiger gleiche Verſicherung haben, ſich beſtändig controlliren, und ein- ander nicht betriegen können, Der Kerb- Nos ebe und erbe ee H im vi wel: Ingen m ZU vod her), he NN mh jen db [917 mw mſt nd ve weder wen (ilfe hält der edes einen unſe eſe, eine ieſe, "ft, fp den aß aus igt, i(d- ung ein“ eb 10 Kern ſto war das: älteſte Dienſt- und Pachtre- giſter, und iſt nichts leichter, als ihn auch bey manchen andern Waaren, welche für Geld verkauft werden, einzuführen. Wenn die Kerbe auf einer Seite einen Thaler, 'auf der andern einen Groſchen, und auf der driften einen Pfennig bedeutet: ſo kann der Landmann dasjanige, was er käglich und zur Nothdurſe gebraucht, völlig darauf verwahren; Korn. Dieſes Wort hat mancherley' Bedeutungen. 1) An den Pferden iſt es - vas mit einem ſchwarzen Flecke verſehene Grübchen in den Zähnen der Pferde, wel- ehes aud) die Rennung, die Aunde und die ZZohne heißt, und woraus das Alter der Pferde erkannt wird, 2) Eine von“ den Furchen, woraus der Gaumen an den * Pferden beſteht, und bey gewiſſen Krank- Beiten(gemeiniglich wenn der Curſchmidt nichts beſſeres weiß, und ſich für einen Kenner der Krankheiten doch ausgeben will). geöfſnet wird, welches man; den dritten Rern laſſen;. das Rern- oder ' Rachen- Stechen, nennt. 3) Bey den - Jägern das in Riemen zerſhnittene und“ gedörrte Fleiſch des umgefallenen Viedhes, womit die Hunde gefüttert werden. In: ' den niedrigen Sprecharten Luder. Daher ' das Rernzupfen, welches eine Feyerlich- - Feit iſt, da, nach vollendeter Jagd, den' Jagdhunden der Rern, d. i, das für fie beſtimmte Fleiſch gefallener oder für ſie ge- tövreter Thiere von der ganzen Jägerey - ggeziypfet, d. i, in Stücke zerriſſen, und ihnen vorgeworfen wird. 4) An Gewäch- ſen der Saamen' mit der Hülſe oder Scha- le, z. B. Obſtkern, von Aepfeln„ Birnen, Kirſchen, Päaumen u. dgl. 5) Das Jn- yerſte eines Körpers, z.B. der Sgamen«- Kerit 272 körner. Der Weizen. has. einen ſchönew Kern, wenn der innere mehlige Theil derb, weiß und von guter Art iſt. Das Innere der Artiſcho>en; die innern Theile der Sal- lat» und Kohlhäupter und ähnlicher Gv- wächſe 3; das Mark des Holzes, ingl. das innere feſte Holz, zum Unterſchiede des weichern: Splintes. Jenes iſt dunkler, härter, und zum Bauen beſſer ais der Eplint. Kernäſtiet, ſagt man, wenn aus einenr Stcomme ſtarke Aeſte' aus denz Kern gehen, und das Holz dieſerhalb ſich nieht ſpalten und za Bretern nicht gebrau- hen läßt. Rernſchälity iſt ein Baum, wenn durch ſtarke Winde die Jahre von Kerne los geſchoben worden„ wodurc< der Baum zwiſchen dem Kerne und den Jah- ren ſchwarz, und alſo zum Bauen untüdch» tig wird. Rexnſcheite ſind Scheite, wel» »v ſchmalblättriger Reuſchbaum ge- nannt wird, beynahe durch nichts weiter, ols daß die Blätcchen kürzer, breiter, und ſägeſörmig ſind, und daß er wohl nicht völlig diefelbe Höhe erreicht. Wenn junge Schüſſe im Winter eingelegt werden: ſo pflegen ſie im folgenden Herbſte, zur Ver- pflanzung in die Pfanzſchule, oder auch auf die ihnen im Garten beſtimmte Stel- ten, zwar ſchon genug bewurzelt zu ſeynz weil aber die Spißen der ſpäten Herbſt- ſchüſſe im Winter oft erfrieren: ſo iſt es beſter, ſie nach vollig vergangenen Winter erjt zu verpflanzen, und ihnen dann auch die erſrornen Spißen mit dem Meſſer zu nehmen, Wenn man fie immittelſt im Winter verpflanzet? ſo muß das Abſchnei- den der erfrornen Spigten dennoch bis zum Ende des März verſchoben, und ſie aller- erſt dann bis zu 1-- 2 Augen über der Erde abgeſchnitten werden. uch abge- ſchnittene Zweige werden um die Mitte des Märzmonats, oder etwas ſpäter, auf eine ſchattige Rabaete: in gute leichte Gar- kenerde geſtect, den Sommer über begof- ſen 3 die Rabatte aber wird, zur Abhat- tung Falter ſchneidender Winde, mit Zwei- gen von Fichten oder Kiefern beſteckt, Man laſſe ſie hier zur förmlichen Verpflan- zung ſtehen, und pflanze ſie dann im Früh» jahre, wo möglich, in einen feuchten, leich- ten, fetken"Boden, und ia eine gut geſchüß- te 2age, Ueberhaupt aber erfordert dieſer verzierende Strauch einen beſchükßten Ort, und im Winter eine BedeFung. Manche ſeßen ihn bey uns aber doch in Töpfe oder Kübel, halten ihn nicht zärtlich, und koſ- ſen ihn den Winter über in einem gomei- nen Glashauſe oder Keller ſtehen. Nach Medikus iſt er, ohngeachtet er vom Froſte bisweilen leidet, dennoch als einheimiſch zu afßten, Er blühet alle Jahre, Im Kichern Frühjahre treiben die Blätter ſpät aus, und fallen im Herbſte wieder ab, Die den Blättern, Blumen und Beeren zugeſchrie- bene Tugenden ſind ſehr ungewiß, und bey den neuern Aerzten iſt der Gebrauch derſel- ben ganz abgeſchafft worden. Keutel, heißt bey den Fiſchern der Sack in der Mixte der Warthe, in welchem ſieh die Fiſche fangen. Kichern, Ziſer- oder Siſererbſen, Cicer ſativum, oder arietinum L, Dieſe Pflanze macht ein eigenes Geſchlecht aus, und gehöret in Spanien, Jtalien und im Orient unter den Saaten zu Hauſe, Strentzel:-haariz;+ äſtig/ 2- Fuß lang, Dlätter: gefiedert, 7=-9 Paar rundli- che, grauliche, fägeſörmige, mit einem ein- zelnen ſich endigenden Blättchen, Bly- nen: flain, weiß, auf langen, 1--2blu- migen Stielen, Die Hülſe enthält zween rundliche, eichte, an der Spie umgebo- gene Saamenkerne, Man findet weißen, aud) röthlichen Saamen, und die Schrift- ſteller führen ſolche Abänderungen als be- ſondere Arten an, Manche unterhalten dieſe Pflanze in den Blumengärten, inden ſie den Saamen zwiſchen andere Sommer«- blumen legen, zwiſchen welchen ſie eine artigen Effect machen, An einigen Orten werden die Kichern zum Küchengebrauch gebauet, und, gleich andern Hülſenfrüch« ten, gefecht und geſpeiſct. Sie erfordern äver zur Verdauung keinen ſchwachen Max- gen, und machen leicht Blähungen. Wiel» leicht wird ihnen dieſe Eigenſchoft völlig durch Hinwegneßmung der Hülſen, wie ſolches auch) bey Erbſen und Vohnen Statt findet, benommen. Der Abt Domenico Seſtini, der ſich verſchiedene Jahre in dem Türkiſchen Gebiete aufgehalten hat, ſagt in ſeiner Beſchreibung des Kanals von 4 35 lecht un auſs, ang, ndhie eit Itt Tpi HINEIN Kichern von Konſtantinopel, daß an dieſem Örte' die Kichern in unendlich großer Menge ver- zehret werden. Der größte Theil wird ge- röſtet verkauft, und zwar von eigends ſich damit abgebenden Leuten, welche Röſter genannt werden. Dieſe haben eine ſon» derbare Geſchicklichkeit, die Erbſen unter dem Röſten von ihrer Schale zu reinigen, und ſehr ſchmac>haft zu machen. Von ſolchen orientaliſchen geröſteten Erbſen, oder der Art, ſie zu eſſen, und vom Alterthum derſelben, hat Schaw,, in ſeiner Deichrei- bung der Barbarey, eine eigene Abhand- lung geliefert. Wer wird nun unker uns, zum Beſten der Kaffeetrinker, die Rs- ſiunggart der Türfen ausfinden und be- kannt machen 2 Schon Valentini merkt in ſeinem Kräuterbuche an:„es iſt gewiß „und ſicher, daß unter alien Hülſenfrüch- „ten, mit welchen man den Kaffee nach- „machen wollen, feine geſunden worden, „mit welchen dieſe Sache ſo wohl angegan* „gen ſey, als die Kichern.“ - Man hat in einigen Gegenden je8k mehr als jemals den Gebraud dieſer Hülſen: frucht. zum Kaffee hervor gſucht. Es wird aber, wie eben geſagt worden, das Hinwegthun der Hälſe uns den Trauf da- von doch auc) wohlſchmeckender und geſün: der machen, um ſv mehr, als es anſre neueſten Erfahrungen ſchon ausweiſen, daß halb Richern und baib Cicho» rien den völligen Geſchmack des Orztentaliſchen Raſfees baben, und leßtern alſo ganz entbehrlich machen, Uebri- gens verlangen die Kichern einen mittel- mäßig gevüngten, nicht ſchveren, Boden. JK|t dieſer aber'nicht mager: ſo bedarf er nicht des Düngens83z die Ausfaat geſchieht im April, und die ganze Beſtellung und Wartung kömmt mit den Erbſen. über- ein, GIRA EITER m TT ? Kies 277 Kiefer,€ Nadelholz. Kiel, der feſtere, unten hohle Theil an den Federn des Federviehs: daher das Wort kielen, wenn die jugendlichen Flaunm- federn den gewöhnlich größern Plaß ma- ern Steine in die Erde drin» gen fönnen, Eine folche Bedeckung der Erde alſo, die blos aus einer Quantität Kiefel beſtehe, wird Kies genannt; ein kieſiger Boden aber iſt eine Zuſammenſe- ßung von guter Erde, Sand, Kley(d.i zäher und Feſter Erde,) oder einer andern Subſtanz, mit dieſem Kieſe Die beſte Art Kies, zur Belegung der Gänge in den Gärten, iſt diejenige, wel- ern anzuſehen. Nur diegroßen Steine, welche dem Pfluge widerſtehen, oder großen Raum hinweg nehmen, ſind fortzuſchaffens Kiestrule, iſt beym Waſſerbau eine aus Bohlen und Latten gemachte Kiſte, die mit Kies ausgefüllet, mit abwechſelnden, gegen einander liegenden, buſchichten und rauhen Tannen, vermittelſt ſtarker Baſt- ſeile, ins Waſſer geſenket wird, Sie die- net bey einem Ufer eines Bruchs-das Waſ- Fer abzuleiten, oder kann auch ſonſt als ein Senkwerk in tiefe Waßerlöcher zur Aus- füllung gebraucht werden, Kimm, Kimmſchlag, bey den Bäöttchern dieienige Rinne in den Stähen oder Dauben von einigen Linien ſtarf, wor- ein der Boden großer Gefäße geſekt wird, zum Unterſchied der Rröße, worein nur dünn? Böden Fleiner Gefäße geſeßt werden, Hierzu braucht der Böttce unterſcheidet man zwo Sorten, als erſt- lich recht ſaure, von einigen Emmner- ling oder Bloderkirſche genannt. Wenn ſolche groß, ſchwarz und faſtig ſind: nennt man ſie Amarellen oder L]Forellen, und zweytens ſäuerlich ſüße, welche, dem, Geſchmacke nach, zu den angenehmſten gehören, und gleichſam das Mittel zwie ſchen den ſaucrn Amarellen und der vierten Sorte ausmachen 3 dieſe ſind 8 D. Die Glaskirſchen, welche keine Abänderung leiden. Die Frucht iſt halb klar, und faſt durchſichtig, rund, etwas Nn platt Siorrenn ern zwungen enreÄg a eee RSHA Kirſc haf. Die Kirſchbäume brinzen ihre Früchte nicht nur an jungem vorjährigen Holze, und zwar unmittelbar aus den Knoſpen der Zweige; ſondern auch aus altem Holze, und zwar vornehmlich auf kurzen, an dem- ſelben ſtehenden ſo genannten Augen» oder Gruchtträgern, welche zuerſt an dem äußern Ende der Zweige, und nachher nah und nach rückwärts den Zweigen entlängs, zum Vorſchein kommen.» Auch bleibt ein und 282 Kirſchb eben daſſelbe tragende Holz an ihnen ver» ſchiedene Jahre tragbar 3 daher man denn auch bey den fächerförmig gezogenen Kirſch- bäumen nur dann junges Holz zu zuziehen gebraucht, wenn es zur Erſekßung ſehr al- ter und untragbar gewordener Zweige ns- thig iſt; gleichwie auch, bey Gelegenheit des Beſchneidens, weder ihre jungen Schüſ- ſe, noch ihre ältern Zweige verkürzt wer- den dürfen, weil man ſie ſonſt nicht nur ihres am erſten zur Tracht kommenden Theiles berauben, ſondern ſie av<, viele Seitenſchoſſen zu treiben, dadurch zwin- gen und verurſachen würde, daß ſie nur wenig Fruchtträger ſeßten. Nur die frübe May- und Amarellkirſche tragen am mei- ſten am jungen Holzez daher man ihnen denn zu einer jeden künftigen Jahrestracht jährlich mehr vorjähriges junges Holz laſſen muß, als den übrigen Sorten, Alle Kirſchſorten können gleich gut nicht nur an Mauern und Spalieren, ſondern auc) als voll- oder halbſtämmige Bäume, wie auc) zur Mannichfaltigfeit und zum-' Treiben als zwergbechſtämmige Bäume gezogen werden. Site ſind insgeſammt ſo dauerhaft, daß ſie in jedem fruchtbaren Boden, und in jeder ſreyen Lage fortkom» men. An Mauern und Spolieren müſſen ſie 15=-20 F. weit von einander geſeßt werden; die hochſtämmigen aber miſſen 30 F. Raum haben. Gegen Mauern und an Spaliere pflanze man alſo einige Stuck frühe Maykirſchen, und eine größere An- zahl von andern und großen Sorten; eini- ge, um ſchon früh im May und Jun. reife Kirſchen zu haben, an ſüdliche Mauern z einige, um nach dieſen die Folge zu ha- ben, an weſtliche und öſtliche Mauern z einige aber, um noc) im Aug. und Cept, reife Kirſchen zu genießen, an nördliche Zu dieſem leßten Zwecke pflegt gemei- Mauern, 1 viv | dein ſh ziehen hr ls 2 nde enheit Zuſe € wer: ht nur menden ), vet h zwin: ſie vi e frijt am ml: n ihnen tracht ; Hel) ey, ut nich! ſondert Baum), nd zum Baume mm htbaren ortfon) müſſe geſeht niſſen n und * Kirſchb gemeiniglim die Amarellenfirſche genom- men zu werden, wiewohl dieſelbe, wenn ſie gut von Geſchmack werden ſoll, lieber in eine ſüdliche Lage gepflanzt ſeyn will, Wenn man junge Kirſchbäume ziehen will: muß man diejenigen Sorten, welche man verlanget, auf junge Kernſtämme pfropfen oder oculiren 3 und zwar, wie oben bereits geſagt worden, auf Twieſelbeeren- ſtainme, als welche nicht nur am dauer- hafteſten ſind, ſondern auch das ſiärkſte Wachſthum haben, oder auf junge Stäm- me von irgend einer Sorte von Gartenfir- ſchen, je nachdem man ſolche am. leichte- ſien befommen kann. Die Kernſtämme ſelbſt ziehet man auf eben die Art, wie an- dre Bäume, aus Twieſelbeeren- oder Kirſch- kernen. Das Pfropfen muß im Frühjahre; das Oculiren im Sommer vorgenommen werden, Diejenigen Stämme, welche gegen Mauern gepflanzt werden ſollen, und überhaupt alle Zwergfirſchbäume, müſ- ſen nahe an der Erde; diejenigen aber, wel- kirſche nennt, und manche Gartenfreunde denſelben in der Abſicht, die gefiederten Sänger in großer Anzahl. einzuladen, ix nrehe, als gewöhnlicher Menge, in ihre Pflanzungen aufnehmen, Man finder auch Nn. 3 volle 286 Kirſcet. Das Holz ſieht bräunlich und röthlich aus, iſt hart, ohne Splint, ind verliert nie ſeinen guten Ge- ruch. Die Kerne dieſer Frucht, welche unter dem Namen Ql.atgalep oder t)ior- gFalepſaamen in der Handlung geführet werden, ſchmecen bitter, ihr Geruch iſt aber deſto angenehmer 3 wenn ſie zerſtoßen ſind, ziehet man von ihnen, mit gemeinem oder Roſenwaſſer, ein Waſſer ab, und braucht es vornehmlich zu Verfertigung der wohlriechenden Seife, auch den geſtoße- nen Saamen ſelbſt mit der Seife vermi- ef. R 8) Canadiſche Traubenkirſche, Prunus pumila L. Vaterl.: Nordame- rika. Wächſet nur 4=-5F. hoch, nahe über dem Boden waagerecht äſtig, mit ebe- nen Zweigen, Plärrer: breit, lanzett- förmig, runzlich, auf beyden Flächen ein wenig haarig, ohne Drüſen. ZDlümen: in langen Trauben, weiß, im May, hin- Kirſchb 287 terlaſſen kleine, yunde, ſ Md dt Ny ON NNICK 290 Kitt in ein Geſchirr, 6 andere Loth aber in ein andres Gefäß gethan, und dieſes ſorgfäl- tig mit 4 kotb ſchönen, weißen Roggen- mehls unter einander gemengt. Darauf gießt man 6 Loth Leinöl dazu, und rühret es mit den nach und nach hinein zu ſtreuen» den, noch übrigen 6 2othen Kalfmehls eben- falls ſo lange unter einander, bis dieſe Maſſe zu einem Teige gemacht iſt. Wenn es nun auf dieſe Art abgeknätet iſt: ſo muß 1 Quentchen ſaubere, reine Baumwoelle nach und nach hinein gefnätet werden. Alsdann wird dieſer Teig, unter Zuſtreu- ung des noch übrigen Kalfkmehls, mit et» nem Prügel ſo lange geſchlagen, bis der Teig weder am Prügel, noch an. den Hän- den mehr anflebet. . Ritt, den weder Feuer noch Waſ- fer verzehret. Man bringe ein halbes Maaß ſüße Milch mit Wein- oder gutem Biereſſig zum Gerinnen, vermiſche, wenn alles erfaltet iſt, mit dem Meolken das Weiße von 4=- 5 Eyern, das zuvor zer- ſchlagen iſt, und mache nun alles mit fein geſiebtem ungelöſchten Kalk zu einem ziem- lich dicken, nicht rinnenden Teige. Will man hiemit zerbrochene Stücke zuſanimen feßen: ſo muß man damit eilen, weil die- ſer Kitt ſchnellt bindet, und man es nicht Jeicht zu recht rücken, oder wieder aus ein- „ander nehmen kann, indem der Kitt ſelbſt zu geſc | a dE 3 GRI IPI zz ZW LEUN Sund ent Weng amin 1 ſtaf r Kitt wil, henen ffen- ak 24 laſſen, öſierne n, deß t aufid jenen zacht, Wechs, d deſty < Ver 1,) und pulverl- er Kt 5, Alt: ed mah Stüce dieſes eſchüt- yt nur et ein es wohl te Pule n Ritt Farbe y dem ndern Kitt“ foth; Tiſchlerleim 1 5 Gran; Knoblauchſaſt x Zöffel voll, und ein kleines Bierglas voll Weingeiſt. Dieſe Species werden in ei- nem neuen Geſchirre über heißer Aſche auf« gelöſt, vermiſcht, und zur gehörigen Di- >e gebracht. Iſt das Porcellan oder Fa- yence, welches man leimen will, farbig: ſo kann man die Farbe des zerbrochenen Stücks dem Kitte beyfügen, und der Scha- de iſt deſto unmerklicher.| Zum Glaskitt kann man Gummi ara- bikum, oder Haufenblaſe in Weingeiſt auf- löſen, die zerbrochenen Theile damit beſtrei- er Brey wird; mit dieſem Kitt werden gegoſſene eiſerne Töpfe, Pfannen u. der. ganz gemacht, weit er im Feuer nicht leicht verbrennt. Will man dem Rauchen eines Ofens bald abhelfen: ſo wird nur beſagter Maſſe noch etwas Lehm, wel> ema =-- zZz=zZ=e DE GTZ2? Oaeae= [, die 198 des ah der ermany ey den "dem ex t laufelw nſchlägt Zauhol), verbite ſe, vb ind, Ei! Ljet All eine dur u bringen, ; Bleed, ſen Wels nin ben die Koſt: „ein lets es, plat: welches „Quin et, jn Bretts or, odet nen an Schne- gebray» „Ein ngöföte uhechel n findet einzigs 10 Cro- talari Klappßh talaria incana L., iſt. DWaterl.: Afien, Jamaifka« Stengel: 1 F. hoch treibt einige aus dem Blätterwiniel aufrecht ſte- hende Zweige- HFPSlumens unterwärts gerichtet, alle Blätter gelb; das Schiff- hen iſt unferwärts in 2 Nägel geſpalten, Die Pflanze wird auf dem Miſtbeete erzo» gen, braucht daſelbſt keine ſonderliche War- tung, blühet daſelbſt vom Jun.-bis in den' Sept... Der reife Saame macht ſich in der verſchloſſenen- Hulſe lo8, und erregt ein Geklappere, wenn man die Hülfe bews- get... Man hat von dieſer Schote, wie von ihren andern Arten, keinen. Nußen als die- ſen, daß. das Anſehen der Pflanze fein iſt, und zur Zierde der Gärten dienck.. Klappholz, beym Forſtweſen kleine Stücke geſpaltenes Eichenholz, welches zu den Faßdauben gebraucht wird, zum Unterſchied von den größern Piepenſtä- ben. Klar, iſt bey den Bäckern der Teig, wenn ſolcher. nach dem. Knäten ſich nicht mehr ſonderlich naß anfühler, ſondern ſeine gehörige Steife hat. Klaue, ein halb geſpaltenes Stück Holz, ein wenig winklicht zugehauen 3; be- ſtimmt, der Träger des Schwengels ge- meiner Brunnen zu ſeyn. Ein eiſerner Bolzen, der: durch die Klaue geht, trägt den Schwengel: nebſt dem: Gewichte des Pumpers;- Klauenfetk, das aus den Klauen des Rindviehes ausgekochte Fett, welches ſo- wohl zum Brennen in der Lampe, als auch zum Schmieren der Zapfenwellen, beſon- ders aber wider den Roſt des Ciſens, ge- braucht wird, Klauenkrankheit, des Rindviehes, Klebsar 253; wird anfangs- daran erkannt, daß die Füße des Thieres ſchmerzhaft und heiß werden, weswegen es auch hinkt... Hierauf kommen Geſchwüre um die Krone, zwiſchen. den Klauen oder an beyden Seiten. Sie ge- ben. eine ſtäinkfonde Feuchtigkeit von ſich, und aus Mangel angewandter Hülfe löſet ſich endlich das Horn, und fällt ab, Die- ſer Zufall wird, wie die Mauke der Pfer- de,(ſ, dieſe) geheilet; oft weicht er ſchon. nach dem Bähen mit Bleywaoſſer.. Klebgras, Stachelgras, Cen- chrus L. Bon dieſer Gattung, bemer« fen wir r) das rothe oder traubenförmige Rlebgras, Gramen echinatum, Cen- chrus racemoſus L., welches einen ſehr breiten Sto> macht, an die Erde feſt an- gedrückte, und allenthalben'wieder angewur- zelt iſt, Die Blätter ſind am Rande mit - Fleinen, weißen, weichen Stacheln: einge- faßt, wie denn-auch die Bälglein der Bltü- the mit einigen Reihen, an der Spiße ge» frümmter, Stacheln verſehen ſind, welche boy der Reifung ſchön roth ausſehben. Die Zluimen ſtellen eine ährenförmige Riſpe vor. Es wächſt im ſandichten und ſtei- nichten Erdreiche, beſonders an den See- füſten Frankreichs und Englands, läßt ſich aber bey uns wohl ziehen, und blühet den ganzen Sommer hindurch, Es dienet vor- züglich den See- und andern Sand zu be- feſtigen und zu überkleiden ,. und kann da- her auc) in unſern Gegenden zu ſolicht, 3--4 F. lang, treibt viele Zweige, iſt an jedem, ganz mexkli- hen Gelenfe mit 6 ſchmalen, zugeſpißten Blättchen ſtern- oder wirtelförmig umge- ben, Stengel, Zweige und Blätter ſind mit vielen kleinen Stacheln bewaffnet. Dieſe ſiven an dem Stengel und den Zwei- Kle gen der känge nach an den EFen, und an den Blättern nur auf der untern Fläche, und daſelbſt nur auf dem mittelſten, durch das Blatt hin laufenden, ſtärkern Nerven, Sie haben auch eine beſtimmte Richtung, Wenn man an den Stengeln und Zweigen von oben nach unten zu, und bey den Blät- tern von der Spiße gleichfalls nach dem Boden zu, mit dem Finger ſtreifet, wird man feinen Widerſtand oder ftachlichtes Weſen bemerken 3 welches hingegen ge- ſchieht, wenn man von der Wurzel auf» wärts fähret. Die Spißen der Zweige ſind mit kleinen, weißen Blümchen beſeßt, auf weiche 2 kugelförmige, mit vielen klei- nen Stacheln beſeßte Saamenkerne, oder vielmehr Früchte folgen 3 indem unter der äußerlichen, aber niemals ſich öffnenden, Schale ein nabelförmiger Saame liegt, Es iſt dieſe Pflanze ſehr fruchtbar, fie blü- het und trägt zugleich Saamen faſt das ganze Jahx hindurch, und wächſt auf den Ackerfeldern, in den Küchengärten, und vornehmlich an den Zäunen und Hecken, Die ältern Schriftſteller haben verſchiedene Heilkräfte von ihr angeführetz; ſie ſind in neuern Zeiten aber nicht beſtätiget worden. In England ſollen ſie die Gänſe begierig aufſuchen und freſſen; die Sevenniſchen Hirten bedienen ſich derſelben Statt eines Seigetuches, die Milch von Haaren, und andern Unreinigfeiten, zu reinigen, indem dieſes alles leicht daran kleben bleibt. Jn Offfrießland hat man vorlängſt den Saa- men geröſtet, und an Statt des Orienta- liſchen Kaffees gebrauchet, Klee, Trifolium. Um die Arten dieſer Gattung, deren beynahe 50 ſind, de- ſto bequemer zu unterſcheiden, hat Linnäus fänf Abtheilungen gemacht. Die erſte ent- hält diejenigen Arten, a) bey < ZZ reid gggeen 1ER EP Gio Gu. 2 3% ZID enen,"(gam. aum an iat: Wd dh lich, durch even, hung, gn 1 Dla h den |, wird vlichtes qm Qs WE ! Zwi en biſtkt, jelen fi ehe, db unter de fremd me liegt, thb 1 foſt dis & aufden ten, un d AJofen, ſiedend ) ind in wenden, ebegittig ennie fatt ein ten, und n, Indem ht. ZU on Sad Orlento je Arten ) ſind, 05 4 Annals 3) vy Klee 2) bey welchen die Hülſe nackend, oder kaum merklich vom Kelche umgeben iſt. 1) Blauer, ſtarkriechender 1t1eli- lotenklee, Deutſche: Sreinklee, Sie- bengezeit; Sicebentzeruch, Sieben- ſtundenkraut, Schabziegerfraut, T. Melilotus coerulea, PVaterl.: Böhmen, Sybien. Strentel: aufrecht, äſtig, 1X F. ho<- Blärcer: eyrund„ ſägeförmig. Zilumen: der ganzen Pflanze entlängs, in länglichen Aehren, blaßblau, im Jun. und Jul.«Gülten: halb nakend, ſteif geſpißt. Saamen: reif im Sept. Die- ſe einjährige Pflanze läßt in unſern Gärten jährlich. den Saamen ausfallen, wodurch ſie ſich“, ohne alle Wartung, fortpflanzet, Ihr Geruch dauert auch in dem getrockne- ten Zuſtande fort, und deutet damit viele nüßliche Beſtandtheile an. Ehrhardt hat die blauen Blümchen mit Rautenblättern in Ziegenbutter gefocht, und dieſe Salbe bey böſen, triefenden Augen, auch in dem Falle, wenn die Hornhaut mit einem Felle überzogen geweſen, nüßlicy befunden, Zwinger hat die Blumen in Oel einge- weicher, etwas Terpenthin dazu gemiſchet, und ſolches'als einen Wundbalſam äußer- lich, auch bey Colif- und Steinſchmerzen innerlich, gebrauchet., Vorzüglich: ſchickt fich die ganze Pflanze, als ein erweichen- des und linderndes Mittel, zu äußerlichen Verhärtungen, zur Erweichung der Ge- ſchwüre, und zu allen Fällen, bey welchen die andern Meliloten gebraucht werden. In der Schweiz iſt dieſe Pflanze das vor- nehmſte Gewürze des grünen Käſes, Man glaubte ehedem, daß ſelbige ihren Geruch des Tages ſiebenmal verändere, ſo lange ſie friſch ſey, und daher ſind einige oben angeführte Namen entſtanden, Meinen Bemerkungen nach verändert die Pflanze aud) ihren Geruch, wenn ſie getrocknet iſt, <<. BERRIES GI IDCDS Kir ==zmau nn eee Breege EEN= m„re Klee 2595 Bey ſehr trockener Witterung habe ich ſie auf meiner Stube im Sommer wenig rie- e werden von den Apothekern gefammelt, und die Pflanze wird mehr äußerlich als innerlich) gebrauchet. Ihre Haupttugend iſt ſchmerzlindernd und erweichend; ſie wird gemeiniglich zu einem dicken Brey ge focht, entweder allein, oder mit andern verſeßet, als ein Umſchl ag verordnet, um die entzündeten und harten Geſchwülſte zu erweichen und in Eiter zu verwandeln. Sie äußert auch zuweilen eine zertheilende Kraft, nachdem die Geſchwulſt mehr oder weniger hiezu geneigt iſt. In dieſer Ab»- ſicht wird in den Apocheken aus dem zu Pulver zerſtoßenen Kraute, und aus eini- gen SENN I ESE 296 Rixx gen andern, theils zertheilenden, theils er- weichenden Mitteln, mit Zuſaß von Harz, Wachs und Hirſchunſchlitt, ein befanntes Pflaſter bereitet. Da aber ſolches vor ſich allein auf ver Haut nicht ankleber, ſondern leicht abfältt: kann man, nach Beſchoffen- heit, entweder das zertheilende Seifenpfla- ſter, oder das Diachylon vamit vermi- ſchen. Die Bienen beſuchen die Blumen dieſer Art gern. Cinige Schriftſteller ſa- gen, daß das Vieh dieſe und die erſte Ark nicht leicht berühre. Da aber die andre Art in hieſiger Gegend nicht ſparſam auf dem Felde gefunden wird? ſo habe ich im- mer davon das Gegentheil geſehen. Cs iſt daher dieſer Melotenklee des Aubaues än ſolchen Orten, oo ſich ein friſcher Sand- boden befindet, wohl werth, indem er in einem ſolchen ſtärfer wächſer, als rother Klee und Luzerne. Bey ver Stallfütte- rung muß er aber lieber mit anvern Grä- ſern vermiſcht werden, weil ſonſt Milch und Butter darnach ſchmecken, Den O<- ſen und güſtem Viehe aber kann er, wenn znan will, allein gefüttert werden, Er wächſet ſehr hurtig nach, wenn er, wie es ſeyn muß, noch vor der Blüche abgemä- het wird, nachdem man ihn in dem erſten Jahre ſeiner Ausſaat, bis faſt zum Reif- werden des Saamens, damit verſchonet hat, als wodurch er deſto ſtärkere Wurzeln „ſchlägt, und deſto länger bauert. Wenn dieſe Melilote unter vem Getreide wächſt: ſo erhält Roggen und 5Beizen davon einen Fremdartigen Geſchma>. Aus dem Grun- de, und weil auch die gewöhnlichen Klee» arten feinen merklichen Geruch von ſic) ge- ben, laſſen ſich diejenigen Pflanzen, wel- die man mit dem Namen Metliloten bele- get, leicht erkennen, und von den andern Klexarten wohl unterſcheiden, Klee 3) Jtalieniſcher(UTelilotenklee, T.. M. Italica L., fömmt urſprünglich aus Jtalien, und iſt ein Sommergewächſe. Stentel: ſelten über 1 F. hoch, wenig Zweige treibend, am untern Theile röthe lich. Dieſe Pflanze hat gelbe Blumen, unterwärts hängend, und eine Achre vor- ſtellend 3 ſie hat keinen beträchtlichen Nu- ßen, und wird in hieſigen Gärten ohne Kunſt, und im freyen Lande jährlich) aus den Saamen erzogen. 4) Cretiſcher platrhülſiger Klee, T. M. Cretica L., wächſt in Creta, iſt auch ein Sommerzewächſe, und gleiches dem Anſehen nach der dritten Art, läßt ſich aber durch die Frucht gar licht unterſchei- den, Dieſe iſt platt, breit, tellerförmig, und an der einen Seite oder dem Rande, wo dex Saame ſißt, gleichſam geflügelt, Auch dieſe Art wird jährlich im ſreyen Lan- de aus dem Saamen erzogen, b) Mit bedeckten vielſaaniigen Hül- ſen. 5) Weißblumichter, aufrechtſte bender Zaſtardklee, weißer hoch- wachſender Honigklee, T. kybridum, wächſt hin und wieder in den Gärten und an andern angebaueten Oertern, auch in den He>en an den Wieſenrändern Curo»- pens, und wird in Franfreich als ein Fuk- terfraut ausgeſäet. EStrentel: ganz, oder wenigſtens zur Hälfte, aufgerichtet, 2--3 F,. hoch, inwendig hohl, und in Zweige ab- getheilet. MPlätter: umgefehrt eyrund, ſagefermig. ZDlumen: in lang geſtielten, faſt kFuglichen Köpfchen, anfangs weiß, purpurfarbig, und zulekt, wenn ſie verwel- fen, bräunlich. Hülſe: raget aus dem Kelche heraus, unv enthält 2-=4 nieren- förmige Saamenferne- Dieſer, alle gute ;: Cigen« REER a DS He, ih a jewäcſ, , wenig eie Ühe Vlumey, Ce vos (den NW rien nt hid aus in Kie, n Cr, ij ud Weid au,(hh Ot wh .(emi) vem Jun, fam M im ahn , faanigen A aufe weißer(ec) TT. hybriden en Out 10 GU uh öder Eu dals ein ut WAN) ober „it= „zel Klee Eigenſchaften beſißende, Klee würde zu em- pfehlen ſeyn, wenn er länger als ein Jahr dauerte..: 6) Rriechender Wieſenklee, wei- ßer Holländiſcher Rlee, weißblu- michter geſtreckrer Rlee, T. repens L. Vaterl.: Europa, blühet lange Zeit auf den Brachfeldern und erhabenen Grasplä- ßen, in Wieſen und Wäldern. Stenzel: geſtreckt, friehend, treibt hin und wieder Wurzelfaſern, und aufgerichtete lange Blät- ter und Blumenſtiel. Blätter: ſehr ſpielend, adericht, eingeferbt, rundlich oder herzförmig, oft mit einem weißen, bogenförmigen Flecke bezeichnet; die Blät- teranſäte eyförmig zugeſpißt und adericht. Dliumen: in doldenartigen Köpfchen, weiß; die Blumen ſtehen zuerſt aufwärts, "nachher biegen ſie ich unterwärts. Die Blumenblätter, die anfangs ganz weiß ſind, werden hernach purpurfarbig, und endlich bräunlich, wie bey den Hopffleear- ten. HGülſe: vierſaamig,- Die Bauern bGedienen ſich dieſes Klees, Statt eines Wetterglaſes. Bey warmer Witternng hängen die Blättchen, bey heran nahen- der feuchter aber richten ſich ſolt. Er unterſcheidet ſich guch von No. 10. dur< 3 neben einandex ſtehende Blumenköpfe, da No, 10, nur ei- nen krägt,.- 12) Rothlicher, nackender Wie- ſenklee, incarnatrother Riee, T. in- carnatum L, Vaterl.; Jtalien, die Schweiz. Stengel: aufrecht, äſtig, 2 F. hoh, Blätrer: rundlich, gekerbt, Zlumen: in zottigen, länglichen, ſtum- pfen„ blattloſen Aehren, glänzendroth, im. . Iul, und Aug, Klee 73) Schmalblättriger Rlee, T. anguſtifolium L. Vaterl.: Franfreich, Jtalien, Deutſchland. EStrentgel: auf- recht, ſteif, 1+F, hom, Blätter: ſtrich- förmig. Zlumen: in zottigen, kegelför- mig- länglichen Aehren, blaßroth, die Kelchzähnchen borſtig und faſt gleichförmig, im Jul, 14) LViiedriger, wollichterHaſen- Elee, Acker- Haſen- Ragzentlee, Hag- ſenpförchen, Mürchen, Lagopus, T. arvenfe LL. DVaterl.: Europa, Nord- amerika, wächſt häufig auf unſern Stop»- pel- und Brachfeldera. Die ganze Pflan- ze iſt mit weichen Haaren beſeßt, und wol- licht anzufühlen. Stengel: äſtig, aufe gerichtet. Die 3 Blättchen ſind lanzette förmig, am Ende zwey/paltig, und da» zwiſchen mit einem farzen, zarten Fort- wachſe verſehen. Dlymen: in zottigen, ovalen Aehren, weißlich, auf Roch zie» hend; die Kelcenförmigen Theile, und breiten ſic) wie ein Stern aus, 16) Geſtreckter, ſeitwärts blü- „bender Rlee, KFneuelfösrnuger Riee, "VP. glomeratum L. Vaterl,: England, Spanien, Stengel: geſtre&t. Ziät« ter; flein. MDlumen: in ungeſtielten, halb NE reich, (Uſe ſtriche ſot „ de (mig, vaſen RN pu, 7, ), Net: 1 Clip Paw wn ſtig, Auf NEUS „wv dw in zu: n jette a) ju y, ju wN nf: er wohl Vati; m, Git am Ane dq. DU ſeitwärts Wapput eien fe „mechen (is fah zem 10 ſe) wie gefeit 0 Klee Halb fuglichen, eyrunden Köpfchen an den Seiten 3; weiß, die Kelche ungleichförmig, ſpröde, rückwärts gekrümmt, im Jun, . d) Mit aufgeblaſenen Kelchen, veli- Callia./ . 17) Geſtreckrer, lant ſtielichter ZDlaſenklee, Erdbeerflee, T. fragife- rum. Vaterl.: Deutſchland, häufig auf Wieſen und Triften, welche etwas niedrig liegen und feuchte ſind. Strentgel: frie- hend, kaum 1 F. lang. Blätter: rund- lich, ein wenig ſägeförmig 3; die Blattan- fäße groß, lanzettförmig, und. verändern ſich in eine Grange, Blumen; in rund- lichen, ven Erdbeeren etwas ähnlichen, Köpfchen, weißlichblau, mit auſgeblaſenen, zweyzähnigen, zurück gebogenen Kelchen, im Jul. und Aug. Das lange, weiße Fähnchen iſt mit roſenfarbigen Linien durch- zogen, Hülſe: rund, enthält 3 Saamen- Ferne. Dieſer Klee perenniret, wird in Irrland ſtark gebauer, und ſoll daſelb(t 7 F. lange Stengel treiben,( Dieſes kömmt hauptſächlich auf die Art der Cultur an, Dadurch die ſonſt wild und kurz wachſenden Pflanzen höher getrieben werden.) Es wird dieſe Art öſters mit No, 19, verwech- ſelt. e) Mit vorwärts gebogenen ſtehen blei- benden Blumenfähnchen. 38) Aufrecht ſtehender Woſſerho- pfenklee, weißer, langſtielichrer Spirzklee, Sopfenklee, wobhlriechen- der DHergklee, T. moatanum L, Va- Teri.: Europa, auf tronen Wieſen, Hü- geln und erhabnen Heiden ſehr gemein, Stengel: aufrecht, äſtig, 1--2 F. hoch, baaricht, gemeiniglich ohne Zweige. 25l8t- cer; ſchmal, ſpißig, zart eingekerbt, grau eder blaulicht, adericht, vnrerwärts haaricht. ZDlumen; in faſt dreyfach bey einander S VERNEINTE NEIGE dare nemme eile IE 2035 RI EIIIE Klex 299 ſtehenden, faſt ſchuppigen Aehren, weiß, . eyförmig zugeſpißt; haben einen guten Ge- ruch, die Fähnchen pfriemförmig, ſchwin- vend. Dieſe Pflanze iſt perennirend, uns wird von den Schaafen, ſo lange ſie noch ſehr jung und zart iſt, geſucht und gefreſe ſen, außerdem ſind deren Blätter viel här- ter, als bey andern Kleearten. 19) Gelber Rlee, großer“gelber, oder aufrecht ſtehender HGopfenklee, gelber Ratrzenklee, PT. agrarium L., wächſt auf tro>enen Wieſen und leichten, ſandigen Aeern häufig. Stengel: 1 F. lang(cultivirt meiſt 2 F,), aufrecht, oder zuweilen ausgebreitet oder mehr ausge- ſtrect. Blätter: länglich, berzförmig, ausgezakt, glatt, blaulichtgrün, die Blattk=, anſäße groß, eyförmig zugeſpißt. Dlumen- köpfe: ſißen auf langen Stielen, und die Blutnen ſelbſt hängen an beſondern Sties- len. Die Blumenblätter ſind gelb, fallen nicht ab, ſie vertrocknen, werden braun, und geben bey dem Anfühlen ein Geräuſch von ſich. Die Fahne iſt viel größer als die“ übrigen Blätter, herzförmig geſtreift und zurück gebogen, das Schiffchen zwey» blättricht ohne Schenkel. Die geſtielte Hülſe enthält nur einen Saamenkern, Die- ſer Klee dauert nicht viel über x Jahr, Die Engländer pflegen ihn aber auszuſäen und ſehr zu loben, und wollen ihn, wegen des|, ſüßen Geſchmacs, dem+othen Klee vorziehen; glauben auch, doß der Bo« den dadurch am wenigſten ausgeſpgen, viel» mehr gedünget werde, er folglich) auch des« wegen den Vorzug verdiene, wenn gleich weniger Heu oder Futter davon erlanget wird. Er iſt wirklich ein ſehr gutes Fubke terfraut, und wird in England häufig une ter die Kernfrüchte ausgeſaet, meiſtens hernach) abgemäher, und dem Viehe friſch vorgeleget, Pp 2 ap) ">< Ds I& Fut DO=2 eH mr rr Hree. SIS= u 300 Klee - 20) Aufrecht ſtehender tzelber H0- pfenklee, mit dem haarichten Rel- che, T. ſpadiceum L,, wächſt auf tro>- nen Wieſen und Aec>ern- Srengel: auf- recht, 1== 2 F, hoch, hat wenig Zweige. ZBlärter: unten herzförmig, oben aber mehr eyförmig. Ehe ſich die Blüthe öff- net, iſt der Kelch merklich mit Haaren be ſeßer, die 2 obern Zähne ſind kleiner/ und der unterſte iſt dex längſte, und vorzüglich haaricht. Die vertrockneten Blumenblät- ter erhalten eine bräunliche Farbe, Sco» poli zweifelt, ob dieſe Art von No. 19. un“ terſchieden ſey, 21) Geſtreckter gelber Hopfenklee, gelber Seldklee, 1. procumbeus L-, Wächſt in leichten ſandichten Ae>ern, beſon- ders in den Stoppeln und auf der Braache. Dieſe Art iſt No. 1g-+ auch viel ähnlich. Srencggel: rx F. hoh, gemeiniglich ge- ſtreckt, zuweilen auc) mehr aufgerichtet, in wenige Zweige verbreitet, und mit wes nigern Blättern beſeßet 3 auch die 3 Blätt- chen fleiner, und ſcharf ausgezahnet. Das Blumenköpfchen iſt leerer, und beſteht ohngefähr aus 16 Blümchen, welche beym Vertrocknen eine grauliche Farbe anneh- men» 22) Sadenklee, ganz Fleiner 40- pfenklee, T. tliforme. Vaterland: England, Deutſchland 1c-. WStprenczel: geſtredft, MPlätrer: geſtreift, ausgeran- det. Blumen: in faſt dachziegelförmi- gen Aehren, gelb, mit bleibenden abgebo- genen Fähndzen und geſtielten Kelchen, im May und Jun, Von dieſen Kleearten werden- als Ver- zierungspflanzen, No. 1. 12. auch wohl No. 1 5. und No, 20, hie und da in die Gär- ten aufgenommen. Manche dieſer obbe» ſchriebenen Kleearten, die man auf einem hohen, leichten und ſchlechten Erdboden Klee ſinder, können unter die Kornfrüchte auf ein Feld von gleicher Beſchaffenheit mit ausgeſaet' werden, unz gutes Futterſtroh zu gewinnen, und dieſes dem Wiehe belieb- ter und fräftiger zu machen, da ſonſt das Roggenſtroh von ſolchen Feldern kein Fut- terſtroh heißen kann, indem es nichts als bloßes reines Stroß ausmacht, und die leichten, fandichten Aec>er gemeiniglich mit zu wenigem Wieſenwachfe in Verbindung gefunden werden,-Beym Ausdveſchen und Reinemachen des Korns kann der Kleeſaag- men, mittelſt gufer Siebe oder Kornfegen, gar wohl geſchieden werden, um den Brodtgeſchmack des Korns nicht zu ver- derben. Der Saamen von No. 14- ſoll, im Fall er nicht von den Weizen- und Reggenkörnern in der Scheune geſchieden wird, dem Brodte eine röthliche Farbe mittheilen; ja, Ant. Juſſien meldet, daß in Paris einſt ein Aufi ubr entſtanden ſey, als das Weizenbrodt von dieſem beyge- miſchten Saamen roth geweſen, indem man geglaubt habe, daß die Bäcker Blut darunter gemiſchet hätten. Auch kann man manche ein- oder zwojährige Kleear- ten unter eine oder mehrere Gragarten mit ausſäen, wenn man Wieſen, ſobald ſie zu weniges oder zu ſchlechtes Futter bringen, umbrechen, bedüngen, und mit beſſern Gragarten begatten will, Cine Verfah- rungsweiſe, die nicht genug angeprieſen werden kann! Endlich ſind manche Klees arten, deren Anbau bey uns noch nicht verſucht worden iſt, und ſich doch) für dieſe oder jene Beſchaffenheit des Bodens ſehr gut ſchicken können, zu empfeblen, zumal wenn man eine oder die andere Kleegattung auf der Flur wildwochſend findet, und man hierdurch, dev Spur weiter nachzugehen, Vevanlaſſjung hat, die einheimiſche Klee- art zuerſt im Kleinen zu verſuchen, und auf AZ 222 WTD2 5 2 DD 25 NQ Z= hw af eie mit terſtroh beliehs ft des in Fut: ht als und di zich mit Windung mund tSletfag mfegt um den EN 0.14 jW, dien: un) ed eden iq Zuſt NEN) fanden fh, ſem big en, Inbe ade Dit Mud) fan jze Sleaar: 001 old fe or bringt) nit beſſern ; Verfah geprieſen qe let 9 nicht für dieſ ens ſeht „ zumal egattung und man gehen) nN Filet he, un) uf Klee auf ſolche Weiſe zu Mahren. was man von ſelbiger, wenn ſie gut cultiviret wird, zu erwarten habe. Unter allen Kleearten hat man bisher No. 10. am meiſten angebauet, weil ſie Fehr reichliches Futter giebt, und zwar im- mer nach Beſchaffenheit des Bodens, Sie frägt am reichlichſten auf einem Boden, welcher Weizen und Gerſte trägt, oder tra= gen kann, weniger aber auf einem ſolchen "Boden„ der nur zu Roggen oder Haber Fauget3 wie wohl auch dieſer durch gute Pflege zu einem beſſern Kleeerrrag gebracht werden fann.. Da nur kürzlicy noch) das Nöthigſte vom Anbaue des Klees beyzubringew iſt, und bis jeßt bey uns unter die gewöhnlichſten Kleearten auc) die Esparcette und Luzer- ne, wie wohl nicht im eigentlichen botani- ſchen, ſondern im ökonomiſchen Sinne, mit begriffen werden, auch: die Cultur dieſer 3; Jutterfräuter meiſtens einerley iſt:: ſo wer- den die beyden leßtern zugleich hier ange- merfef. - 9) Egeparcette, Esper, Heili ben, Sabnenkopf, HSabhnenkamm, Fr. Saim-foin. Hedyſarunm onobrychis: L., eine Pflanze, die ſchon in altern Zei- ten als ein nüßliches Futterkfraut gelobet worden. Sie erfordert keinen ſofruchtba- ren Boden, als die Luzerne,. geräth vor- züglich an Anhöhen und in warmen, auch: ſteinichten Feldern 3; verträgt die heißen Sommer beſſer, dauert auch länger', und ihr Saame kömmt leichter zur Reife. b). Luzerne, Schneckenklee, Spar- gelklee, ewiger Klee, Zurgundi- ſches Sen, Medicago ſativa: L., erfor- dert einen guten, fettem, nichtverqueckten Boden, und läßt ſich 4=-5mal im Jahre ärndten, Sie verlangt aber hiebey einen, auf 3-F, tief aus der beſten Erde beſtehen: Klee 301 den, Boden,. in deſſen Ermangelung ſie ſehr zurück geht; ſo wie auch die Wurzel alsbald da in Fäulniß. gerät, wo ſie im Grunde Waſſer finder 3 welches bey dem rothew Klee der Fall ſo leicht nicht iſt Audy will die Luzerne nicht gern unter Ge- treide, ſondern inz Anfange des Maymo- naths allein geſäet, und von allem Unfrau- te, welches doch: der gute und gedüngte Acker häufig hervor bringt, gereiniget, und fleißig, gejätet ſeyw. Iſt der Acker gra ſicht+ ſo wird das Gras binnen wenig Jahz ren dieſen Klee verdrängen. Jd) habe die erſten beydew Jahre nach der Einſaat der Üuzerne jedes Jahr dreymal jäten, aber das immer ſtark hervor komnrende Gras nicht til- gen, und dieſen Klee gar bald ſeinem Schi>- ſale überlaſſen, und davon abgehen müſſen. Wo aber ein guter, reiner, nicht graſich ker Boden iſt, 8a ſieher man dieſen auf die 8== 10 Jahr dauernden Klee wohl fort- kommen; wobeyw aber wenigſtens im erſten Jahre das Jäten ein- oder zweymatl. nicht unterlaſſen werden muß- Auf einen Mag- deburgiſchen Morgemw werden gemeiniglich 12 Pfund Saanen genommen, In unſerer Mark Branvenburg bauen wir am meiſten den rothen oder Spaniſchen Klee', weil ex in jedem Boden, ſelbſt in Sand und kalten Leimäckern, wenn ſolche nur gehörig; gedünget und bearbeitet wer- den, forckfömmt, allen Vieharten-ange- nehm, 3--4mal zu mähen, und ſo ergie- big iſt, daß 2--3. Kühe den ganzen Som- mer hindurch von einem Magdeburg, Mor» gen ernähret werden können, Sehr naſſes, oder im Winter unter Waſſer ſtehendes Land iſt nicht für“ ihn, Wir ſäen ihn in Nievderdeutſchland' zur Frühjahrszeit, in Vermiſchung mit mancherlew Getveidear- ten, am beſten mit Gerſte. Einige unſrer Zandsleuto ſäen ihm auch inv Apriß über die Pp 3 Nog- N kt ? 7 l; -> nf|-" Krite; NE..: . et WE zn AAN UE ENS 302 Klee Roggenſaat, welches-aber nicht allgemein anzuratchen iſt. Auf einen Magdeburgi- ſcheia Morgen, zu 80 zwölffüßigen Qua- dratruchen gerechnet, wird 6 Pfund Klee- ſaamen erfordert, weicher, ſobald die.Ger- ſte geſäet und völlig eingeeget iſt, über den Acker geſtreuet, und ſodann mit einer leich- fen Ege, oder mit Dornhüſchen, oder mit einer Walze, der Erde einverleibet wird. Zum Einſtreuen des Saamens ſind nur die drey Vorderfinger, aber eben ſo vielGän- ge über den Aer, als zur Gerſte, exſor- derlich. Im erſten Jahre kann man va, wo klei- ne Gerſte gebauet, und ſolche erſt am En- de des Aug. reif wird, keinen Klee ver- langen, Die mit Klee ſtarf dur Jd22:1i2 zz Dad= ze DiüyV“m rom(42 Dy | Pet: ONNO de Kle 0 ſtart | fann, an ihn huhüten, fen und uh täg: Whchen Nich vz yi] j mm fen, Nan aljähtlid 4 mit eln (eget, das wd it fe nn, Di t, Oypsy Orauchen? gar ot ien(4 6 vw 3 nder gw lei) mi dem 1m h imme ; Rutter | Viehe 1d beſſe auf die (ericons Klee frodnet, feiner ſaftigen und ſtarken Sten- gel wegen, äußerſt ſchwer, und verliert bey dem geringſten Regen, auch, wenn man nicht behutſam iſt, ohne Regen beym Wenden, die meiſten Bläteer- Will man aber Kleeheu haben: ſo wird ex in der Blü- ehe, nicht im Regen oder Thau, ſondern trocken, abgemähee; die Schwaden blei- ben bis zum folgenden Morgen liegen; man fehrec ſolche um, und etwas breiter aus einatider, doch ohne ſie, wie Gras» heu, auszuſtrenen 3; macht ant Abend fleine Haufen davon, und ſeßt diefe Morgens und Abends, ſobald der Thau gänzlich ab= trocknen, und ſich wieder einſtellten wilk, fo lange um, bis der Klee trocken genug, und vor allem Verderben geſichert iſt. Man muß eine achttägige ſehr gute Witrte- rung haben, um gutes Kleeheu zu erhal- fen. Der Saame wird von dem zweyten Schnitte des zweyten Jahres genommen, Eine zwölffüßige Quadracruche giebt ohn- gefähr ein Pfund» Seine Reife erkennet man, wenn: er gelb und hart wird, wel- hes in der Mitte oder am Ende des Sept, erſt zu erfolgen pflegt. GWemeiniglich ſind alle Blätter von den Stengeln abgefallen, und die Saamenföpfe ſchwarz geworden, Dieſer ſchon halb dürre Klee wird bey gu- rex Witterung abgeſchnitten, wie gemei- nes Heu gedsörret, eingeſcheuert, und im: Winter bey ſtarkem Froſte gedroſchen. Wenn die Saamenköpfe 4=- 5mak über: gedroſchea ſind, und noc<4 immer Saamen enthalten, als welches-gemeiniglich geſchies Het, wenn dieſev Saamenklee nicht trocken genug eingeſcheuert worden; ſo muß ſetbi- ger in der warmen Stube, oder in: gelinder Bacofenwärme, gerroc>net, und mir Hän- den ausgerieben werden. Beym Dörren: in dem Ofen muß man übermäßige Hiße . u irt IÜÄTTEIE TEE" ==wmno nnn wee belie gern. EEE- mE Klee 363 vermeiden, damit der Saame durchaus gelb und glänzend bleibe. Er iſt aber durch die Hiße verdorben, wenn er braunz ſo wie er nicht reif genug iſt, wenn er eine weißliche Farbe hat, als worauf beym Cin- kauf des Saamens wohl geſehen werden muß, Die braunen und weißen Körner feimen nicht, und veranlaſſen, daß man dicker ſäen, und auf einen Morgen 1-2 Pfund mehr, nachdem der ſchlechten Kör2 ner mehr oder weniger ſind, nehmen muß. Um recht ſvher beym eingefauften Kleeſaa- men zu gehen, probiret man ihn zuvor, indem man eine gezählte Anzahl Körner in einen Blumentopf, oder auf ein gutes Gartenbeet ſtreuet, und nach demjenigen Theit, was davon aufläuft, feinen Ueber- ſchlag macht. Die Esparcette wird in einen durch den Pflug gut zubereiteten Acker, in der leßten Hälfte des Junius, allein, ohne Beymiſchung von Getreide, bey ſehr trock- ner Witterung, in die friſche Furche geſäet, und hierauf mit guten eiſernen Egen einge- eget; aber nicht bewalzet. An Sgaamen iſt doppelt ſo viel nöthig., als Roggen, auf einen Morgen alſo 2 Scheffel, Im fol=- genden Jahre breitet ſich erſt die junge Es- parcette an: dey Erde aus, und wächſt dar- auf fort, da ſie dann im Junius: des folgen« den: Jahres iſt, was ſie werden ſoll. Der Trieb und die Dauer dieſer Pflanze ver- mehrer ſich, wenn, wie beym rochen Klee geſagt worden, in der Folge Düngungs- mittel angewandt werden» Sie iſt ſonſt mit nicht ſo vielen, gleichſam üppigen, Säften angeſüllet, als der rothe Klee, und eben daher geſunder und zum Dörren und Heumachen geſchickter. Wedüngt und ges pflegt giebt ſie zu Anfange des Anuguſ?s die zweyte; und gegen Michaelis die dritte, je: doc) etwas ſparſamere; ohne Dünger und Pflege -=== 0“ ane SEE KEOD> m Ap| M + ond Dar Pflege aber gemeiniglich nur noch eine gy- te Aerndte, welche man ihr, um noch gu- tes Heuwetter zu haben, 14 Tage vor Mi- ehaelis abnimmt. Sie wächßet hierauf nod) einer Hand hoch, und wird bey tro>- ner Witterung, welches wohl zu bemexken, nur mit dem Hornviehe, aber nicht mit Schaafen- und Pferden, abgehütet. Dies iſt um ſo nöthiger, da, ihrer Dauer we- gen, das Verſehen eines Jahres mit dem Schaden vieler Jahre verbunden iſt, Zum Saamen gelanget man leichter und geſchwinder, als zum rothen Kleeſaamen. Er iſt von nierenförmiger Geſtalt, und in einer braunen ſtachlichten Hulſe eingeſchloſ- ſen, mit welcher er auch ausgeſäet wird, Ein Morgen giebt 4 Scheffel, und noh wohl darüber. Dor Saame iſt reif, wenn ſeine Hülſe braun wird, bey welcher ihm nöthigen Reiſe er jedoch leicht avfällt. Man muß alſo die Köpfe, oder Spißen der Pflanzen, dur) einige mit Schürzen und Säcken verſehene Leute abſchneiden, und erſt in die Schürzen, aus dieſen aber, zum weitern Fortbringen, in die Säcke ſchütz ten; ſie alsdann auf einem Scheuneflure oder einer Tenne, welcher, dur< Defſnung der Thüren, den Tag über die durchſtrei- fende Luft gegeben wird, etliche Tage noch abtro>nenz; hierauf in nicht dicken Lagen abdreſchen, den abfallenden Sgamen, wie Korn, werfen oder worfeln, ihn auf Staubwannen oder Sieben vollends reini- genz endlich aber auf den Boden bringen, dünne ausbreiten, die erſten Tage mit Har- ken einigemal umrühren, und ſo völlig trocknen laſſen. Da die Saamenärndte in die Mitte des Jul, fällt: ſo kann man aud) in vemſelben Jahre ſofort, oder etwas ſpä- ter, und längſtens zum Ausgange des Aug. davon ſäen. Später iſt es nicht anzura- then, ſonſt werden die Pflanzen nicht ſtark „Klee genug, dem Winter zu widerſtehen.. Die Ausſaat von friſchem Saamen geräth 4m- mer beſſer, als von älterem, Beym An- kauf des Saamens hat man wohl darauf zu ſehen, daß er von fremden Sämereyen rein, und die Saamenhülſe nicht weißlich oder gelb, ſondern dunfelbraun, das Kora, ſelvſt vollſtändig 3 ſo viel ſeine Geſtalt es erlaubt, rund, und von dunfelgelber Far- be ſey. Hat man feine Wahl: ſo muß man, wenn es nur nicht an der Reife feh- let, erwas mehr, für einen Morgen, alſo 24 Scheffel, oder no< 4 Meßen darüber, rechnen, und durch Worfeln, Schwenken, Sieben u. ſ« w« die Unfrautsfämereyen her- vous zu bringen ſuchen. Die Esparcekte kann 15= 59 Jahre dauern, welches aber, nächſt der guten Wartung, von dem Bo- den abhänget. Je älter die Wurzel wird, je tiefer gehet ſie in die Erde oder in Felſen- und Steinflüfte, zwiſchen welchen ſie.Erde findet. Kömmt ſie aber früher oder ſpa« ter in eine ihr nicht angemeſſene Erdlage, Sand, Lehm u.ſ. w., oder friſſt in den Fel- ſen gar keine Erde mehr an: ſo höret ihre Wirkung auf, und die Pflanze ſtirbt ab. Nach und nach wird ihre Stelle von wild- wachſenden Kräutern und Gräſern einge- nommen, daß daher von einem Jahre zum andern der Esparcette weniger, und des (Graſes mehr wird, und man endlich nichts als Gras arndtet. Warum iſt aber die Esparcette wohl von ſo vielen Deutſchen Landwirthen, wie ſol- haft als ſchädlich: Oft. wird das-Vieh, bey der grünen Fütte-- rung aufgeblähet, wider welches Uebel in' Zeiten Mittel zu gebrauchen ſind,. Hiebey- i[j noch folgendes zu merten: Kieef a): Die Kleeftntterung bey: uns-geſchie- bet: entmeder. ſo ,. daß, den: Kühen der bloße Klee, wie er aus- dem Felde könmt., in. die Raufen geſtecket, oder, zerſchnitten; und mit. Häckſel-vermengt,. in- die Krippen. ge- geben werde,. Das erſte Verfahren. ma- djet weniger. Mühe, nur muß den: Kühen deſto öfterer, und in geringen Portionen, nach: Art: des Schweizers, gegeben: wer- denz. das: andre; Werfahren. erfodert meh» rere Mühe, oden; mehrere: Menſchen 3. es iſt aber. doc) vorzuziehen, wo man vornehm- lich vieles Vieh füttern, und. zugleich der Gefahr“ des Aufblähens vom Klee zuvor fommen will, So ittauch dieſe Verfah- rungsart,. das Purgiren der Thiere abzu- wenden». weit: ſicherer, wenn es-an gutem. Heue fehlet, um ſolches dem Wiehe beſone- ders in. die Raufen zu ſtecken; Cs iſt aber nicht. wegen Mangel des Heues. wie von dem Schweizer angerathen wird, vortheil» haft. langes unzerſchnittenes Stroh. mit dem unzerſchnittenen. Klee. zu vermengen 3 die Kühe ſondern: ſicherlich. den Klee aus, und laſſen das Stroh liegen z. es wäre. denn,. daß man. überaus ſorgfältig* und mühſam' hin und wieder einzelne: Strohhalme. ein- miſchen. n'ollte. b) Die Art, geſchnittenen Klee:mit Häck- ſet zu vermiſchen, wird vornehmlich von, dem Verfaſſer: der. Berliner Beyträgs zur Landwirthſchaftswiſſenſchaft nicht nur ange-- rühmet, ſondern ſelbige iſt. auch längſt. von ihm ausgeübt'worden. Jn der Einleitung zu: einer: vernünftigen: Sparſamkeit: in allen Theilen der. Landwirthſchaft, S, 346, wird folgendes geleſen:. Jc. g= ee.“=.<<<> +5 Fa.> >. uv Me; -Geſhit: er bloße unt, in en; nd pen ger hm : Kühe tien, Den: es meh Wms. es | vn wlad Des Klee zwr de Daſch Aie8 WD 6:00 qutem Diehe beſen Eiſch 8, Mv d, vorh Etch mit vermengen n Sl ab, 3 mi.D nd mähen Malm. div „mithit mlich von yttäge zu nur ange jangf von Finleltung felt in „6,346 e ſever.in q, die Stal.von und dab!) (eobachtt einn ſeht el Kleef merklichen Nußen gebracht, einem jeben zur Nachahmung anpreiſen kann: Des Morgens, ſobald es Tag ward, bekamen die Kühe hinter einander drey mä- ßige Futter von.dem, gegen Häckſel ge- ſchnittenen, Klee; hierauf blieben ſie bis 8 Uhr, ohne.daß ihnen weiter etwas gege- ben ward, ſtehen."Gegen:8 Uhr ließ ich fie zur Tränke treiben, und inzwiſchen von den Mägden theils friſch28 Stroh unter- Freuen, theils aber auch die Krippe mit Strohwiſchen ſäubern und rein„machen. Sobald dieß geſchehen war, wurden die 'Kühe wieder eingebunden, und ſie beka- „men. abermals drey Futter, wie des Mor- „Sens, womit ſie ſich bis gegen 4 1 Uhr be- gnügen mußten. Um 11 Uhr wurden ſie aufs neue zur Tränke getrieben,'und in- zwiſchen die Krippen wieder gereinigt, „Nachdem dieſes verrichtet, und ſie wieder „eingebunden waren: ſchritte man zum Mels Fen, da ihnen dann, währender Zeit die 'Raufen mit purem ungeſchnittenen Klee vollgeſtet wurden. Hierauf blieben fie bis 1 Uhr ſtehen, alsdann gab man ihnen aufs neue drey mäßige Futter von dem ge- ſchnittenen und mir Häckſel untermengten Klee. Gegen 4 Uhr wurden ſte wiederum getränfet, und die Mägde wiſchten inzwi- ſchen die Krippen aus. Wenn die Kühe von der Tränke zurück kamen, erhielten ſie ihre leßten drey Futter."Gegen 8 Uhr wurden ſie wieder, um zur Tränke getrie- ben zu werden, ausgebunden; da dann die Mägde, ſo wie frühe um 8 Uhr geſchehen “war, Friſches Stroh unterſtreueten, und zugleich die Krippen ſäubern mußten. Nach- dem dieſes geſchehen, wurde das Melken vorgenommen, und ähnen darauf noch zur guben Nacht nicht allein die Krippen mit dem gewöhnlichen Futter, ſondern auch die Raufen mit purem Klee. angefüllet. Ich "gedeihen können. Kleef 307 glaube, daß dieſe von mir beobachtete M 2: hode denjenigen, die Ordnung lieben, ſchon an und für ſich ſelber nicht mißfallen wird; Und ich muß noch hinzu ſeßen, daß eit. 'dergleichen.regelmäßiges Verfahren bey der „Seallfütterung, wenn ſie dem Viehe ge- deihen ſoll, ſchlechterdings nothwendig iſt, Warum ich aber immer 3 mäßige Futter. geben laſſe, ſolches hat darinnſeinen Grund, daß es, ſowohl wegen der Verdauung, als „auch:um den exforderlichen Appetit dieſer Thiere, ohne-welchen ihnen feine Nahrun y 8% recht gedeihen fann, zu erwecken, nöthig iſt, Das Hornvieh kann nicht beſtändig freſſen, es muß wiederfäuen, und braucht „daher eine gewiſſe Zeit, die in.dem erſten Magen erweichte Nahrung wieder herauf „zu holen, und ſie, ehe ſie in den andern Magen kömmt, durch nochmaliges Käuen zum Verdauen deſto geſchickter zu machen: ls etwas feltſanies wird man es vielleicht anſehen,.daß ich die Kühe täglich 4mal zur Tränke treiben laſſe, da ſolenen Spei- ſen, wenn ſie nicht mit genugſamen Feuch- tigkeiten verſeßet, und dadurch zur Ver- dauung deſto geſchickter gemacht werden; Ja ich bin mit allen nachdenkenden vernünftigen Wirthen über- zeugt, daß es eine der Haupturſachen der, zu unſerer Zeit ſo heftig wüchenden, VWieh- ſeuchen iſt, daß man das Vieh nicht ge- :nugſam, und nicht mit gufem und reinen, ſondern ſtinkenden und unfläthigen Woſſer tränfet., Bey den Kühen, welche den ganzen Sommer über mit Klee gofüttert werden, iſt das öftere Tränken um ſo n6- thiger, als der Klee an und für ſich ſelbſt Qq 2 ein kne; in gemäßigte und feuchte; und in falte und rauhe eintheilen. Mehrentheils herrſcht in jeder Provinz, oder in jedem Erdreiche. des Erdbodens eines dieſer Kli- mate; doh giebt es auch Ausnahmen, ws nämlich alle drey herrſchen; und dieſes ſind die mit ſehr hohen Gebirgen beſeßten Län- der. Auf den Gipfeln derſelben iſt es faſt ſtets Winter 3 ein ewiger Schnee, Die tietern Gegenden ſind gemäßigt, und wer- den von Thieren und Pflanzen bewohnet5 die Thäler derſelben prangen aber in dem mildeſten und fruchtbarſten Klima, Die ſüdlichen Gegenden in der brennenden Zone haben durchgehends ein hitziges, tro>nes Klima. Der Boden iſt meiſtens dürre Get, RKegllexicon 111. Theil. Klima 313 und trocken; nur zu-gewiſſen Jahrszeiten fällt Regen. Die Schwere derZuft ſcheint nicht ſo vielen Abwechſelungen unterworfen zu ſeyn, weil ſich das Barometer nur wes nige Linien verändert. Das Thermome- ter ſteigt bis auf den 4oſten, ja 50ſten Grad nach Reaumur. Der Boden bringt eben ſo viele und mannichfaltige Pflanzen her- vor, als andere Länder; allein ſie haben meiſtens eine verſchiedene Natur, Die Bäume behalten immer ihr grünes Laub, und mehrentheils wächſt hier eine Menge von ſaftigen Pflanzen, mit dien, fleiſchi- gen Blättern, z. B. viele Aloen u. ſ.f., von welchen. bekannt iſt, daß fie eine lange Zeit in tro>nem Erdreiche ohne Regen, bloß von der feuchten Luft, friſch bleiben. Obgleich jedes Klima ſeine beſondere Thiere und Pflanzen nährt, ſo giebt es doch viele Gattungen, die mehrere Klima- te mit einander gemein haben, Feine aber, die das äußerſt heiße, und äußerſt kalte aushalten können. Die meiſten Gragarten 3. B. kommen in jedem Klima, außer'dem ganz falten, fort; und der Schöpfer der Natur hat dafür geſorgt, daß die unent- behrlichſten Pflanzen in den meiſten Län- dern des Erdbodens gut gedeihen, Jay es giebt eine Menge von Gewächſen, wel- "terladen u. 6 w. 2) In Thüringen ein tänglich ovales Stück Feldes, welches ei» ner Meſſerklinge gleicht. 3) In Ober- deutſchland die von ſtarken Regengüſſen aus- geriſſene Vertiefungen, beſonders an ab= Hängigen Orten, heißen auch hie und da Schluchtern. Die kleinen flachen Ca- näle fließenden Waſſers, worinn die Brutt- nenfreſſe erzeuget wird, ſind in Thüringen unter dem Namen der Rlingen, im g. 5, der Rlinkern, bekannt, und in Fran- Xen heißen die Gräben, welche das Waſ- ſer aus den Weinbergen ableiten, Rlin- gen. Klinke, überhaupt ein jeves Werk- zeug, welches mit einem Klange oder Schalle niederfällt, und dadurch etwas verſchließt; in engerer Bedeutung ein fal- hender Riegel an einer Thüre, weldhjer in den Klinkhaken greift, und die Thüre dadurch zumacht. Klinker, bedeutet hart gebrannte Mauerſteine, welche einen hellen Klang geben, wenn man daran ſchlägt; eigent- fich Klinger. Sie entſtehen von denje- nigen Backſteinen, die in dem Ziegelofen än den Zügen ſtehen, und daher dem Feuer vorzüglich ausgeſeßt ſind, Sie gehen ins Sinter hieſelbſt über, werden ſchmeſzbar, und erhalten eine Art von Glaſur, welche d48 Waſſer von dem Gemäuer abhölt, Klobeiſf Sie werden daher zu Grundſteinen, Brun-' nen, Rinnen, Pflaſtern in den Küchen, und übeohaupt zu Werken, die der Feuch tigfeit ausgeſekßt find, genommen, Klinket, Schützel, die Deſſnung in einex Schleuſenthüre zum Zu- und Ab- laſſen des Waſſers 3 ſie wird mit einen Schukßbrete verſchloſſen, Klinkhake, Auswurfhafke, Lös- Hafe, ein wie ein lateiniſches S gebogenes Stück Eiſen, welches in das Ohr eines Schlägels bey. einem Schlagwerke einge= hänger, und an ein Seil gebunden, und dey Schlägel hoch genug aufgezogen, und ausgelöfet wird; daher man ihn auch den Auslöshafen nenne. Küinſe, im g. 2. einiger Gegenden, eine Riße oder Spalte, wo es auc) Ktün- L oder Klunſe lautet. An andern Orten werden hohle Stellen in einem Strohda- 3 Monathen ei- nes angefertigten Daches, jo ſtößt er die ſv genanute Patſche in den Ort der Stop- peln, der zuſammen gefallen iſt, und zie- het ſolchen beym Stiel wieder heraus. In die dadurch gemachte leere Stelle wird ei Schaub Stroh geſte&t, und die Höh- lung ausgefüllet. GeſchiFte Decker ma- chen die wenigſten oder gar keine Klinſen, Klipprohr, ein Geſtelle auf den Fin- benheerd, woran man die Ruhrvögel bin- vet, Klohbeiſen, ein ſchmales langes Beil der Böttcher, mit einer ſchrägen Schärfe, welches mit dem Stiel im Auge deſjelben einen rechten Winkel macht. Es wird ge- braucht, das ſtarke Bodenholz in 2 Theile zu f(öben, indem man die Schneide des Eiſens n, Beuys | Rihm der Feuch , Defutg : Und Ah- Ni diem Ww, ſhss Sd egenes 3 Ot eines werte Wage unden, 84031, u) hn auh er Fegende, 3 auh Ali anderm em Gtrohdi eder Dutt Nenathen füße er die et der Giop if, und 4 heows, NU tele win( nd vie N" w Deder M? "e"elf uf den Zie grveg bin? (onges Beil N Shir) . ſelen v- EG vin MK ide N] 4 y' 6 / Klobet Eiſens auf die Mitte des Bodenholzes ſeßt, und mit der Kimmkeule darauf, ſolches von einander ſchlägt. Kloben, 1) in dex Lanbwirthſchaft Oberſachſens„die Haufen abgeſchnittenen Getreides.- 2) Im Flachshandel, ein . Gebinde Flachs in Schleſien und Sachſen, welches x 23 an andern Orten aber 30z zuweilen auch wohl 60 Kauten oder Ret- ſten(Riſten) Flachs hält. 3) Bey den Böotthern ein beweglicher Hafen an einem fiarfen Holze, die Reifen damit anzuzie- hen. 4) Ein geſpaltenes Werkzeug, ge- wihie geſpaltene Dinge zu bezeichnen. Da- her Rlobenholz, ein großes Scheitholz, dasjenige Brennholz, welches in Kloben, d. i. in großen Scheiten aufgeſekt und ver- kauft wird; zum Unterſchiede von dem Klafterholze, welches aus kleinern: Schei- ten beſteht, Noch häufiger heißt ein mit einer Spalte verſehenes Ding oder Werk- zeug der Rloben: a) an einer Waage iſt ver Rloben, der bey andern auch die Scheere, oder das Waageugericht, beißt,„derjenige zweyſchenfeliche Theil, in welchem der Waagebalken mit dem Züng- lein ſcens ſth in die ausgegrabene Tiefe, oder den geſtoße- nen Falz des andern ganz genau hinein fü- get. Unten werden'beyde Stecken etwas zugeſchnißt, und hierauf in ein rundes, reren nE WÄR z anz üg III Kloben SIF vom Tiſchler over Drechsler hierzu bereite tes, Holz geſtoßen, wobey beyde Theile ſich von einander ſperren. Hierauf verſieht man gedachte 2 Theile des Klobens mit ſtarken Schnüren, womit ſie ſo genau zuge- z9gen werden, daß ſie auch ein Haar feſt hal ten MIES: Kömmt nun ein kleiner Vo- gel, z- B. eine Meiſe, auf einen ſolchen zubereiteten, und zum Loche der Hütte hin aus gereFten Kloben: ſo zieht der Vogels- ſeller zu, fängt den Vogel bey. den Klauen, und zieht ihn zur Hütte hinein. Dieſe Hütte wird eben daher insgemein eine Rlobenhütte, öder, weil man ſolche meiſtenecheils zum Meiſenfange gebraucht, auch eine VlIeiſenhütte genannt.(Das Wegfangen der Meiſen ſollte billig in ale len Ländern abgeſchafft werden, weil ſie ſich den ganzen Winter hindurch von Rau» peneyern, oderFleinen, im Winter erſtarr- ten, im Frühjahre aber wieder aufleben den, Raupen ernähren, ſolche ausklauben, und hiemit unſre Obſt» und Waldbäume wider den Raupenſraß ſichern.)en zu wenig Haltbarkeit verſchafft. Klobenſeil, das Seil, mittelſt deſ- ſen eine Laſt mit dem Kloben in die Höhe gezogen wird, - Klöben, iſt ſo viel, als ſpalten. Der Böttcher ſpaltet ſeine Bandſiö>ke mit dem Bandmeſſer und Dreyklöber, Klonz, bey den Böttchern ein Stück- an den Meiler feſt ange» klopfet wird, zu welchem Behuf ſolche an einer Seite am dicken Ende breit gehauen iſt, damit ſie ſich deſto ſce, oder Haublö>e, Hau- flöße genannt werden- Jm Forſtweſen wird auch ein Sätzeblock, d. i. der zu Bretern beſtimmte Theil von dem Stam- Kloßw 317 me eines Baums, ein Zlosz oder Dret- Elorz genannt, welcher, ehe er zu Bretern geſchnitten wird, abtgeklorzet, d,. i, des untern Theiles mi? der Schrotſäge berau- bet wird, welcher Theil, wenn er abge- ſchnitten worden iſt, gleichfalls ein Kloz. heißt- Bey den Tiſchlern führen die, kur- zen abgeſägten Enden der Pfoſten, Bre- ter, u. ſ.f. ſo wie bey den Zimmerleuten, die furzen abgeſäzten Enden des Zimmer holzes den Namen der Klötze. Klogveuten, Bienenſiö>e, welche in ausgehöhlten Stämmen oder Klößen bereitet ſind, daher die KRlorzbienen- zucht, eine Eienenzucht, da die Bienen in höizernen ausgehöhlten Stämmen ge halten werden, Klogpumpe, welche eine bewegliche, und mit einem Kloß verſehene Handhabe hat, wodurch ſie hin und her beweget, auch der Schwung, derſelben befördert werden fann. Kloßwagen, Schlitten, Sä- gewagen, bey den Säge- oder Schneis« demühlen diejenige Holzverbindung, wor- auf dex Kloß oder Sägeblock, welcher zu Bretern geſchnitten werden ſoll, lieget, und durch Hülfe des Schiebrades, und des daran befeſtigten Kumpfs, welcher in die Zähne des Sägewagens eingreifet- der Sage zugeſchoven wird. Kloßwagen, ein kleiner niedriger Wagen mit kleinen Rädern, deſſen Achſen und Geſtelle aus ſtarken Klößen verferti- get ſind, wovon er auch den Namen hakt, Er wird bey Brauhäuſern zum Abfahren ver Biergefäße, auch bey Packhäuſern und Waarenlagern zum Fortſühren der Waaren gebrauchet, Rr 3 Kluft; pe Kluſt, eine Spalte, ein jeder Riß pder Rit im Holze, in einer Mauer, oder in einem.andern Feſten Körper, im Niederſ, Rtl6ve. Im Hochdeutſchen iſt es, beſon- ders im Bergbaue, von den Spalten in Felſen und Bergen am üblichſten. Jſtein Gebirge oder ein Strich von ununterbro- = 300 Schritt ſtehen läßt, damit nicht das Quellwaſſer den ganzen Canal unter Waſſer ſeß2, und überſchwemme; der Iwiſchendamnm. DOhne:fie würden die Arbeiter den. ganzen Canal ausſchöpfen müſſen, wenn ſie an einem Orte tiefer gra- hen wollten, Je häufiger aber die Waſſer durchbrechen, deſto näher müſſen die Kluft» Hämme an einander liegen. Sie werden zuleßt weggeſiochen, und man fängt mit Denjenigen.an, die im Trocknen ſtehen, bis die Reihe zuleßt an die beyden äußerſten an 'der Einmündung des Cangls.in den Strohm kömmt. K&luppe, die Klemme, womit man Bilden Pferden das Maul oder die Naſe Flemmet; heißt auch Drenſe. An vielen Orten caſtriret man die Schaafbs>e mit einer Rluppe, d..i, mit einem geſpalte- nen Holze, mit welchem man den Beutel itvber den Hoden einflemmet, welche Arbeit Shppen genannt wird. Auch werden.die Klyſtier Hengſte 43== 24 Stunden vorher gefluppt, ehe ſie.verſchnitten werden. Eine Klup- pe Vögel, eine Zahl von 4--- 5 fleinen eßbaren und gerupften Wögeln, weil mau ſie gemeiniglich zwiſchen 2 dünne Hölzer fleinmet,-und ſie auf ſolche Art zum Ver= Faufe bringt. Kluppicht Gehörn, nennen Eini- ge das kolbige und knorpeliche, oder nech ganz zarte und weiche Geweil der jungen, oder auch wohl der alten, Hirſche, nachdem ſie ſolches erſt von neuem aufgeſeßt haben, und wenn es noh: nicht genug erhärtet igt. Klutter, bey den Vogelſtellern, eine Vozelpfeife von-Birkenſchalen, die Droſ- ſeln und andere Vögel, welche man.in Ne- ßen oder Garnen zu fangen gedenkt, damit anzulocken. Die Klutter muß 3=- 13 Z, lang, und X Z.. breit ſeyn. In der Mit- te wird.die Rinde mit einem ſcharfen Meſ- ſer ſubtil weggeſchnitten, doch ſo, daß et- was ganz dünne Schale ſtehen bleibt, Selche leget man auf die Zunge, und ſeßt ſie vor die Zähne, um darauf den Geſang und.die Stimme der Vögel zu blaſen. Oder, man hat auch von Meſſing oder Silber eine Klutter oder Pfeife, welche wie ein Rocktnopf groß iſt,«und zwey ge- gen einander ſtehende kleine runde Löcher hat. Dieſe jekt man auswendig an die Zähne, und man kann die Vogelſtimme ebenfalls darauf pfeifen, Klyſtiet, ein bekanntes Mittel, gewiſ« ſe Suſtanzen, zur Verbeſſerung der khie- riſchen Säfte, oder der Werrichtungen, zu weichen dieſes over jenes Werkzeug beſtimme iſt, in die Canäle des menſchlichen oder viehiſchen Körpers hinein zu bringen, Bey Krankheiten des Wiehes gebraucht man zwar ft“ Er R ze en ÄN 3» glu ' Zir 5 feiney ei may 4 Döhier jam Dip: Wi Einh ) Qt nech Wy NNQeM M, nden Weſch eben m vit Wiehe, n, Ww Dr eme edenft dan 5 1=133 Jude" ſh x) Ww 4; gh v" fd Orſen d zu We Meſing dit jeife, welt und awp gy unde Jüher ndig an die Beeſe mit m ung der 19 ihtung1, 3 eugbeim lichen iW“ rau! nm ww Klyſtkiex zwar gemeiniglich die Klyſtiere' nur ſeiten; ſie ſind aber doch weit nöchiger, weil man bey dem Wiehe mit den innern Purganzen ſparſamer umgehen muß, als bey dem Menſchen: Sie dienen aber nicht allein, um in den hartnäckigtten- WVerkopfungen den Leib zu öſſnen, ſondern auch zu andern Abſichten, z.'B;. zu ſtärfenz den- zurück gehaltenen Urin zu befördern den Krampf und die Kolikſchmerzen, womit. beſonders die Pferde vor allen andern Thieren geplagt ſind, zu lindern 3 wider die Würmer, von weichen ein Pferd. ſolten verſchont iE und fo wie man bey Menſchen nahrende Kly- ſiiere applicirt, ſo giebt es auch Fälle bey Pferden, wo. das Thier gar keine Nahrung durch das Maul zu ſich nehmen fann, z, B. hey der Maulſperre oder Hirſchkrankheit, da ein Krampf die Kinnladen fet) auf ein« ander ſchließt, Die Viehtlyſtiere beſtehen aber aus allerley Anßigen Dingen, in denen Arzneymittel gefocht, eingeweicht oder auf- gelöſet. ſind, und werden laulich warm; entweder mittelſt. einex Blaſe, an welche vorneine Röhre gebunden iſt, oder mittelſt einer Sprike, in den Maſidarm hinein-ge- drückt, oder auch nur durch ein Horn hin- ein gegoſſen. Nach dieſer leßtern Art aber kann man ſie nicht ſo tief in die Därme hinein bringen, als nach den erſtern, ſo wie fie auch überdem. ſehr unbequem iſt, Man gobraucht. gemeiniglich einen Hollun- derſtoc>, einen. Daumen di>., und 6--8 3, lang.,. ſtößt. das. Mark heraus, ſchavet die auswendige Seite glatt, ründet. an ei- nem Ende die ſcharfen Ecken ab; und ſchnei» det daſelbſt die Röhre ſpißig zu. Alsdann hut man in eine ,. dur) warmes- Waſſer erweichte, und oben abgeſchnittene, Blaſe die zu applicirende Materie, bindet. die Blaſe um das. eine Ende des Stoctes feſt, und ſchieber das abgerundete und zugeſpißte Ende ganz ſacht, 4 Finger lang, in dew* Maſidarm. eines alten oder großen Stüc Viehes, ſo zieht ſich das Klyſtier vor» ſelbſt hinein z,.wo dieſes aber nicht geſchieht. ſo drückte man die Blaſe ſanft zuſammen, bis das darinn Enthaltene in den Leib des Viehbes übergegangen iſt.. Man- kann auch vie Sprikbüchſen, welche ſich die kleinen Knaben aus Hollunderholz machen oder machen laſſen, gar leicht ſo einrichten, daß ein Fleinexes Rohr von gehöriger Länge in die Büchſe hinein geſchoben, und die Fin ſigfeit, mittelfi des ſo genannten. Stöpſels oder Stößers, in den Leib binein geſprißet werde, worauf. das kleine Rohr wieder. heraus gezogen, und die Büchſe wieder mit der. einzuſprißenden Flüßigkeit vollge? zogen wird, wie ſolches von den Knabea mit Waſſer zu geſchehen pflegt, und mit größter. WGeſchmwindigfeit. durch Zurückzie» hung. des Stöpſels verrichtet wird. Man hat aber auch hölzerne, von» Drezhsler'x verjertigte Klyſtierſprißen, dergleichen man im Leipziger Intell, Comtoir für 12 Gr. haben kann, wenn man nicht. bey einem aroßen Viehſtande lieber eine zinnerne Spri» ße ſich. halten will. Che man einem Pferde ein Klyſtier ap- plicirt., pflegt.man gemeiniglich, damit es daſſelbe beſſer annehme, den harten Unrath in- dem Maſtdarme mit dex mit Oel be- ſchmierten Hand heraus zu nehmen, Als lein dieſe. ethode iſt zu widerrathen, weil dieſes. durch wiederholte Klyſtiere ſicherer geſchehen kann. Man kann ſolches auch durch. ein gemeines: Klyſtier von Salz und Waſſer, oder durch einen Zapfen von Sei» fe,- nen, unfruchtbaren, ungebaueten Pläßen einheimiſche Blumenpflanzen, deren Wur- zeln meiſtens aus hodenförmigen, oder zwo länglichen, fleiſchigen, mit einander ver- bundenen Zwiebeln beſtehen, aus denen jährlich neue Blätter, und ein oder mehe- rere, 5=-=H56Z. bis 12 F. hohe, aufrechte Blumenſtengel hervor treiben, die ſich in blumenreiche, im May, Jun. und Jul., vorzüglich aber im Jun, blühende Aehren endigen, deren Blumen aus 5 in zwo Rei- hen geordneten Blumenblättern,- und nach dem Unterſchiede der Arten, bald einem na- enden | Nite ie Ein: (Vert rde mh im etfeh "Rheins et, weh » Kleefüt« ars ange: den, fand ſtur, das „Wr eben Nel; 3(Wf nne Boſſe eine jay verſteht ſih eines jeden uegefeihet (3 Git Neten dieſet rtige, zwib ) denen der hr ſonder: men, zur atm wiſt N Dieſel, 8 auf trof: en Pläßen eren Dut- oder zwo nder ver: us denen der meh aufrechte e ſich in ind Jul) ; Jehren zwoRei- und nad) einem fenden wagi: 2 2- 10I1DII III "Ktnabenfk Fenden Menſchen, bald einem Schmetter- linge, bald einer Mücke 2c. ähnlich ſind, und alſo ein wunderbares Anſchen haben, Bey den meiſten Arten haben die Wurzel und Staubbeutel einen geilen Geruch, und die Wurzel iſt meiſtentheils Aeiſchicht und jajtig« a) Anabenkraut mit Feinem merk- lichen Sporne. Unter den hieher gehs- „Ligen Arten ſind vornehmlich diejenigen mertwürdig, welche, nach der Vorſtellung „der meiſten Schriftſteller, mit dem ſech- ſien Blumenbiatte oder Honigbehältniſſe, und deſſen Abtheilung oder Einſchnitten, einige Aehnlichfeit mit einem nactenden Menſchen oder einer Fliege, Hummel und Spinne, haben. Man unterſcheidet „demnach: 1) das menſchenförmitge KRnaben- Eraut, Ophrys authropophora L. Dae terl.: Europa, das wärmere. ZPlumen- blätter: gegen einander gebogen, groß, eyförmig zugeſpißt, purpurfacbig, Srucht: walzenförmig, mit 6 ſchne>enförmig ge- wundenen Linien bezeichnet. Der Geruch iſt ſehr ſtark, - 2) Stiegenförmitges Knabenkraut, Ophrys myodes L. Daterl,: Deutſch- land, auf graſichten Hügeln und in Wäl- dern, aber ſelten. Biume: hat ein ſchs- nes Anſehen, und gleicht beynahe der blauen, fleiſchfreſſenden Fliege. Die Blu- menähre iſt ganz loer, und die Anzahl der Blumen iſt ſelten über achte, und dieſe ſind weit von einander geſteller, ZSrucht: lang, dünne, plattaufſigend. Die Wurzel hat 2 Knollen, und gehört zu den hoden- artigen. 3) Spinnenförmitges oder hum- melförmiges KnabenFrant, Ophrys arachnites L, Darerl,.: Deutſchland, iſt ebenfalls ſelten, und kommt, dem Anſchen Ver, Regllexricon UI, Theil, " Ktäbenk 221 -na<, mit der 2ten Art überein; iſt der Blume nach aber ganz verſchieden. Die “drey, äußerlichen Blätter ſtehen von elnan- der entfernet, eyförmig zugeſpißt, weiß, „und mit einer grünlichen Linie durchzogen, werden aber endlich purpurfarbig. Zwir- ſchen den geſtielten Staubbeuteln ſieht matt auf der grünen Säule eine Vorragung, „welche, von der Seite betrachtet, einem Vogelkopfe ähnlich iſt. b) Dir einem ganz Furzen Spot- ne; wohin, nach Hallern, ſonderlich die- jenigen Arten gehören, welen oder ; Strichen ) 9) fälſh enfant Ie Bly Stendel: Oman | 0, ma- nd, H 4 Wil; ' uni,- Ut ngliG, (ENEN ape„bv hep hin fn 0, Morio, dh perle aner hoben dn Dt ven hr ng en fh vs die viirloe ; Denizpehib ;3 Hem, m) 1 Kufen auto, und Wh Pehmartiges ve Rapwin) Deutſchlan Balder, un) leine beps Blätter: den mit Ih: ve Chit! Blumen: ficlt, ſchr hid, ven (enſhen, jm Rt m (ogen, 10h) eile noh fal kfm" | Git BENN I I ZZ l Kunabenk Strichen ſchön gezeichnet, das Horn ſtumpf, die Kronblätter an der Grundfläche an ein- ander hängend, blühen im Jun, d) Anabenfkraus mit lautem Sporne, 109) 3weyblärtriges Rnabenkraut mit ungetbeilrem Lippenblarte, wei- ße wohlriechende Stendelwaurzs, Sli- gen- oder Rüctenblume, weißer AufttuF, Suchs- oder Bocsbod- Tein, BiſamkEnabenEraut, Q. bifolia L, Waterl.: in den Birkenwäldern ſehx Häufig und auf trocknen erhabenen Hügeln, im May und Jun. HBliärter: gewöhn» lich) nur zwey, bey einigen Abarten jedoch 3--4, länglich, wie die der Lilie, oft ge- Het, blaßgrün. MAlumen: in lodern Aehren, von Anſehen wie ein ausgeſpann- ter Schmetterling, weiß, ſehr wohlriechend, die Lippe des Honigbehältniſſes lanzettför- mig und glarträndig, das Horn ſehr lang, die Kronblätter abſtehend, im May und Jun. 11) Sandförmitjes Knabenkraut, mit drevſpalrizenz KLippenblatte, ſtechfliegenartige Ragwurz, O, co- noplea TL. Vaterl,: Deutſchland, auf bergichten 2Sieſen und in Wäldern. YO1r- zel: wie die der O. macylata. MAlärtter: lang, ſchmal, nicht gefleckt, blaßgrün. Screngel: ſaftig, zart, etwa 1 Fuß hoch, mit kurzen, ſchmalen Blättern, als mit einer Scheide umgeben, ZIlumen: in langen ſchönen Aehren, das Horn des Ho- nigbehältniſſes borſtig, und länger als der Fruchtknoten; die Lippe dreyſpaltig, und zwey überaus abſtehende Kronblätter, im Jun. Sorten: mehrere, unter welchen die mit glänzendrothen, ungefleckten Blu- men die ſchönſte iſt, Die andern ſeltner, over gar nicht bey uns vorfonmenden Arten übergehen wir, Kuabenef 322 und bemerfen nur noh ihren Anbau und Nußen, Man mag von dieſen ſonderba- ren Pflanzen einige wenige Stück in die ver- ſchiedenen Abeheilungen der Luſtgärten auf ſolcnet wird... Haller er- wähnet: eine fürſtliche: Perſon. welchey um“ Erben zu bekommen, eike anſehnliche Men-: ge von dieſer Wurzel, ohne alle Wirkung; gebrauche“ 096 Cine mehr bewährte Tus gend“ d dieſer. Durzehpäſ dieſe:: Sie ſind“ ſehleimict., und enthalten» ein: zahes leis michtes; 2Betenz- daher: man- ſich: ibrer, Statt eines Gummi, oder“ andern ſchlei= michten Mittels, bedienen, und vergleichen ſonderlich alsdann;, wenn die innerliche flo» >ichte Haut.der Gedärmean- und abgeſreſ- ſen worden; und: durch- einen gelinden Schloim wieder: zu- heilen ,. oder: die Cm- *- pfind dlicyfeit. derſelben zu vermindern iſt, mit: Iußen- gebrau dien: Fann; Jede Art der. Knabenkräutex. wird daher ihren Nu- gen in- der. rochen Ruhv und Lungenſucht' even[9 zut.,. als wie: die: Perſianiſche Or- 172.223 2232 zo 8] ege des men) N) id fen ! vieleidy | Delefar: 8 Unna, zm Bal |, vm Eper patt, und et, wd af Dutharfelt, nde Goar ſehn, Ye von der Aus: e if 000 Ww ſe, „ils diE etage u ME | Dergleuten urch fie even und Damm eſte ne (formige N if , Dachs (furopq„iW arten Öfters Bieſen und Blatten: pe: din, ec). Dy: me, in new YM, Riſpen " Ent! vs m, vum de pos viele IT ſt Le? M<<--» 4-0 INI TEE Knawer ſichtbare; dur& das Gefühl zu entdec>en«“ de, Stacheln.| Um dieſes Gras. nech fenntlicher zu machen, bemerfet man, daß- vie Blätter ſeitwärts gedrehet, mit rauchen Rändern,. und einer haarzarten Spiße ver-' ſehen ſind, 6 ſtarke Nerven,. unten eine hervor ragende Schärfe, und eine dunfkel- grüne Farbe haben. Der Saame iſtläng- licht, und in- den Spelzen eingeſchloſſen.- Die Aehren ſind eft rochbunt, wenn ſie“ noch nicht oufgeblüher ſind. Dieſes Gras giebt ein hartes Futter, daßer es von dem" Rindviehs- ungern“ gefreſſen wird. Die Pferde nehmen eher damit vorlieb, beſon- ders wenn es- ihnen auf der Weide an ge» nugſamen andern und beſſeren Gräſern feh-- let, Die Hunde ſuchen dieſes Gras be-- ' gierig auf; wenn ſie launiſch. ſind, und ver- ſchlu&en die Blätter halb gekaut z- da denn“ dieſs, vermittelſt ihrer: feinen Stachein, den Magen zum Erbrechen reizen. Hal- lor hat dieſe Gragart mit dem Bromus ver» einigen, und das Knaulgrasgeſchiect über haupt für überfüüßig halten wollen, Snawel, Knave,- Knauel, eine Gattung Pflanzen- welche auf ſandigen Feidern einyeimiſch 18,„und an deren Wur- ÜL zola ſich. das ſo genannte Johannisblur. Havet, welches in kleinen blatrorhen Bläs- hen oder Körnern beſteht, und im Färben“ die Stells dex Cochenille vertritt 3 Engl.- Koawel. Die zwo-bey uns-wild wachſen=- dem Arten ſind: :) Jähritzer Rnawel, klein YDe-- , SZ SO E: 57 iS."%>> s getritt, groß Rnöterich, falſch 10- hannisblut, Scleranthus annuus L, PDarerl,: Europa, haufig auf Feldern und fruchtbaren Ländern, ſowohl im- leimichten -= ii als ſandigen Boden: DSiengel: rund, gegliedert, dünn, äſtig, weißgrau, Blat ter: ſchmal, blaßgrün, unterwarts-weißs Knäawel 325% grau, von ungleicher Größe, vie beyden längſten an den Gelenfen gegen über ſte- ſtend. ZBllumen: auf den Enden und an den Seiten, klein, grünlichweiß, 4--- 6 an der Zahl, büſchelweiſe ſizend, Der Kel) iſt grün, die Einſchnitte ſind aber am Ran- de weiß eingefaßt. Dieſe ſtehen ausgebrei- tet und mehr offen, als bey der folgenden Art, Die zaſerichte Wurzel iſt jährig, und die junge Pflanze wächſt faum eine Spanne" hoch. 2) Perennirender: oder“ vieljahri- eter Anawel, S. perennis“L.. Dieſe mehr: merfwürdige Urt findet ſich bey uns überall im trocknen Sande, überzieht zu-- weilen ganze Flächen, ohne andere Wewäch- ſe neben fich zu haben, und geht mit ſeiner ausdauernden Wurzel tief. Die Blüchzeit' iſt im Jul, Dem Anſehen nach iſt dieſe Art der erern ganz gleich. Die Stengel“ aber ſind mehr-geſtre>t, und die Blätter nicht ſowohl grün, als ſilberfarbig, die“ Blumen etwas größer, ſtehen auch an den“ Enden der Zweige näher bey einander; dey- weiße Rand, an den Kelcheinſchnitten, iſt- breiter, und" der Keld) ſelbſt„. wenn der“ Saamzen reif wird, mehr. zuſammen gezo»- gen, da-ſolcher auch alsdann bey dex erſten Art“mehr offen erſcheint. Die Blumen“ ſiven auf den Enden und inden Thei- lungswinfeln- der Zweige, in Trauben,- ß/, weiß, Die Blätrsr beyder Arten"haben“ einen" ſüßlichen, etwas anziehenden, Geſchmack. Der warme Dämpf ſoll, nad) Schwenk- felds und Linnäi Berichte, die Zahnſchmer=- zen ſtillen, wenn ſolcher mit offnem Mun- de aufgefangen wird, Die zwote, nicht“ 1'& NE] 2 aber dig erſte Art, ernäbret an der: Wur- zel die bekannten fleinen blütrothen Bläg»- t wird, um eine Sache damit ſtraff anzuziehen 3 3» B. än einer Säge, womit der. doppelts Strick an den Sägearmen umgedrehet, die Aerme näher zuſammen, und das Säge- blatt mehr ausgeſpannet wird, Auch der gleichen in die Queere gehende Stücke von Materien: ſind unter vieſem Namen be- fannt, beſonders wenn ſie etwas halten müſſen. Devxgleichen iſt der Rnebel an einigen Arten. der Ketten, als? Bruſt- Haljter- Hemmketten 10. ein gerades, in die Queere gehendes, Eiſen, welches am Ende der Kette befeſtigt iſt, und durch ei- nen Ring derfelben geſteckt wird.. Knebelſpieß, ein Spieß mit einenx Knebel, d. i, mit einem Queereiſen' unter der Spitze, dergleichen unter andern. noccs- die Jäger haben, den- Bären und Sauen: den Fang zu geben; wird anch ſonſt Sant» eiſen genannt: Der Knebel. befindet ſich 2 oder 1X Spannen unter der Spike des Eiſens, und hindert das weitere Andringen: des Thieres„ damit es den Jäger nicht ver» leßen möge Knecht, in der Mechanik, der Block bey einer Rammes, die Rammel oder 2aſt ſo bequem in: die Höhe zu heben, und als dann, durch den Fall und ihre eigene Schwe re, ven unter ihr geſtellten Pfahl in die Erde 328/ KiteipG Erde zu ſchlagen. In der Delmühle iſt Rnechr eine eiſerne Stange, an deren Ende ſich ein Bleß in Geſtalt eines Latei- niſchen 8 befindet, welches bey den Oel- mühlen, wvrauf der ODelſaame gemahlen wird, dazu diener, den Saamen während des Mahlens unter die Mühlſteine zu ſchar- ren, und bey einer Roßmühle an die Deich- ſel; bey einer Maſtermäühle aber an den, zwiſchen beyden ſenkrecht laufenden Etei- nen, angebrachten Baum befeſtiget wird, und da ſie mitvden Mühlſteinen beſtändig im Kreiſe über dem Becken mic herum gebt, den Saamen unter demſelben erhält. Bey den Tiſchieyn iſt der Knecht eine von oben, mit vielen eingeſchnittenen Kämmen verſehene, Latte,& hoc als ein Tiſch, die auf einem Fuße ſiehet, und einen Sattel bat,:den man auf und. niederſchieben kann. Dieſer Knecht wird vor der Hobelbank. ge- braucht, die Breter-daran beym"Behobeln und. Schneiden, wenn ſie breit ſind, in eine oder die andere Kerbe zu legen, und mit. dem Sattel zu befeſtigen, daß ſie un- beweglich liegen bleiben. Nneipwurm, ein Fleines fliegendes Inſect, welches die Sproſſen.und Spißen der jungen Zweige abfrißt, und auch Stechwurm genannt wird. Sie ſind von ſchwarzer, grauer und grüner Farbe, worunter man die erſten für die ſchädlichſten hält..S. Anofpenbeißer, Kneipzange, eine Zange mit-ſchar- fen Frummen Bacfen zum Kneipen oder Abfneipen, ingleichen zum Ausziehen der Nägel. - Knicd, Knicficht, eine lebendige Hee, wo die Zweige und jungen Stäm- zme eingefnicker, und in einander geflochten Fuiyobl „werden,'von welchem Einknicken ein bl dier Zaun den. Namen hat. An andern Orten, z. B,.-.im Mecklenburgiſchen, itt 'das Kni. ein leichter Zaun, welcher nur auf kurze Zeit zur Befriedigung eines "Grundſtücs gemacht wird, und aus einem weicläuftig und ſchräge in die eingeſchlage- nen Pfähle geflochtenem Reiß-und Strauch- holze beſteht, Knie, in den Waſſerleitungen, der Winkel, welchen zwo, nicht in.gerader tinie„an einander geſtoßene, Röhren ma- den. Daher Rnieröhre, eine-Röhre, "die nach einem gewiſſen- Winkel, zuweilen auch) aus einem Stücke verfertiget und an beyden Enden etwas weiter ausgearbeitet iir, damit an beyden Seiten die zur kei- tung benötbigten Röhren angeſtoßen wer- den können, Knie, Kropf, Gurgel, das kleine Srück einer Röhre, welches-unten-an dem Stiefel bey Waſſerfünſten angegoſſen wird, auf welches hernach die Kropfröhren, mit ihren Ventilen aufgeſchraubet werden, - Knoblauch. Mir dieſem Geſchlech« te iſt der Kauch) vder Schnittlauch na- he verwandt, auch die Zwiebel nicht viel davon unterſchieden, indem bez allen Blume und Frucht einerley Beſchaffenheit zeigen, auch bey allen viele Blumen aus einem ge- meinſchaftlichen Puncte entſtehen, und Dolden vorſtellen, welche ven einer blätte- richten Scheide.umgeben werden. Indeſ- ſen hat man doch drey-Geſchlechter ange- genommen, und ſolche dur< einige Mexk- „male von einander unterſchieden. a) Rnoblauch mit einfachen und dreyſpaltigen Staubfäden, die zwiebelar- tige Körper neben der Frucht zeigen. 1) Oe- Wein Dl n nden Iden„| (her mur 19 elne (8 nem Wh lage: Ctrauhe Wt, de In gerede mn M ne ihr, (Zuk atu dh USearbeih die zur(el ſafe 00 , Nebe 10.100100 oſen wird rb 017 Geſhleh lauch m „niht vi en Dum Ait zeigt) einm ge WM, und ge blatt Yudel: ew ange e Nat hem vn) wiebelo: 390 y 6 ammer 7 ün mitri- Ryobi 1) Getneiner&grasbſätterichter "Knoblauch, mit zinkenförmigen "Sollen aAlliaia fativum L., wird bey uns in Gärten gebauee, iſt überall wegen ſeines durchdringend widrigen Geruchs be- Fannt, und wird wegen des ihm eigenen Flüchtigen Weſens in verſchiedenen Krank- heiten nüßlich gebrauchet,“Ex wird die zähen Feuchtigfeiten auflöſen, die verſtopf- ten Gefäße eröffnen, die ſchlaffen Theile reizen, und die Abſonderung und Ausfüh- Lung der ſchädlichen Feuchtigfkeiten, ſonder- tich durch den Schweiß und Urin, beför- dern, Wäider den Stein iſt ex von Alters ger gerühmt worden, uad Sydenham, Mayerne und Andere haben die Waſſer- fücht allein dur< den Knoblauch, ohne Beyhülte der Purgiermittel, geheilet, auch wider die Würmer findet man öfters fein beſſeres Mittel, In ſolcher Abſicht kann man die Wurzel eſſen, oder auch in Milch Fochen, und dieſe ſowohl trinfen, als auch durch ein Klyſtier zu ſic; nehmen. Den warmen Dampf von einem Trankeo, worinn „Knoblauch gekocht worden, empfiehlt Al- pin, die monathliche Reinigung herzuſtel- Jen. Da aber dieſes Mittel ſehr erhißt, leicht Kopfſchmerzen und andere Zufälle verurſachen kann: ſoll mag damit behut- ſam verfahren, und ſonderlich bey higßigen Kranfheiten den Gebrauch lieber gar ver- meiden; indem das Vorurteil, als ob man dadurch ſich vor anſteFenden Krank- heiten verwahren fönne, in neuern Zeiten nicht mehr Statt Andet, und z,E, bey der Peſt ſogar ſchädlich ſeyn fann, Aeußer- lich kann der Knoblauch in manderiey Zu- fällen dienlich ſeyn, indem er beſonders wis der die Hühneraugen gerühmt wird, Eine Knoblouchszehe wird auf glühenden Koh- len, oder in heißer Aſche, gebraten, als- vald auf das- Hühnerauge geleget, und Ver. Reglloricon 111, Theil, „ewe er genen 20: III GER ET AIR Kab! 323 Zeinwanb barum gewickelt."Man läßt die „Wurzel aber nur ſo lange darauf liegen, .als der Fuß bloß ſeyn kann; würbe der Knoblauch durch Schuhe oder Serümpfe gedrüwer, könnte der Fuß;ſich leicht ents zünden, unb ein Fieber erregen; welches auch geſchiehet, wenn man den Knoblauch roh.oder ungebraten auflegen wollte, Wenn er aber gebraten, und der Fuß frey iſt, ver» 'urfacht er keinen ſchlimmen Zufall, Es iſt gut, wenn man dieſes Aeßnittel zweye 'bis dreymal innerhalb 24 Stunden friſch .aufleget. Gemeiniglich) iſt die Cur in 3 bis 3 Tagen geſchehen; hierauf wird der Juß in lauliches Waſſer.gefeßet,, da denn die hornichte Haut abfällt, und faſt kein Mertmal des Hühnerauges zu bemerken iſt. Roß- amd Viehärzte gebrauchen den Knoblauch bey vielen Krankheiten, Den Hühnern, welche den Pips haben, pflegt mon die dicke weiße Hauf von der Zunge abzunehmen, und leßtere mit halb Knob- lauchsſaft und halb Weineſſig zu beſtrei- jen, Auch wird-er als Kitt(ſ, dieſen) zu Gläſern und Porzeklain gelobet, 2) Grasblärtriger Anoblauck mit gewundenem Srentnel, Rocken- bolle, Rocamboli, A- lcorodopraſum L. Die Frucht wird niemals reif. Die Wurzel gebraucht man in der Küche, uns da ſolche einen gelinden Geſchmack und Ges ruch haf: pflegen ſie Wiele der erſten Art vorzuziehen. 3) Graoblättrigger eingekerbter Knoblauch, A.arenariumL. Vaterl,: Schonen, Ungarn, vielleicht auch Thürin- gen; hat mit beyden vorher gehenden Ar- ten viel ähnliches, Wurzel: viele röth» liche Zinken, welde mit einer gemeinſchaft- lichen braunen Haut bedet ſind. Bläx- rer: vreit, am Rande zart eingeferbt und Tt haaricht, ] 330- Knobl haariche, die Blumenblätter violett, und alle mit einer dunklern Linie durchzogen« Der Geruch iſt ſcharf, und der erſten. Art völlig ähnlich. 4) Röhrenblättriger Rnoblauch», mit vielfachen Wurzelbollen, rother ScloEnoblauch, Sundelauch, Seld- iauch, A. vineale L. Viele Schriftſtel- 4er ſchreiben ſich getroſt einander nach,(S- Krüniß. Encycl. B, 40. S. 402.) wenn ſie ſagen, daß eine Menge wilder Knob- fauch unter dem Korne das Zeichen eines fleyichten oder lehmichten Bodens ſcy. Szerade das Gegentheil. Er iſt auf Sand- feldern, in den Heiden und Weinbergen, zu Hauſe, Wurzel: viele, der Größe „zach verſchiedene, dicht an einander liegen» de, und gleichſam einen Knoll augsmadyende, Sollen, weiß, auf dex Seite, wo fie au einander liegen, platt und etwas vertiefet, und auf der andern erhaben. AMläatrer: walzenſörmig, hohl, 1 F.+ lang, Biu- Bunblätter:, mit einer vurpurfarbigen Linie bezeichnet. Der Ge- ruh iſt ſcharf und ſtinkend, Wo dieſer LDnoblauch unter veni Roggen fiarf wach ſend gefunden, und mit felbigem in die Scheuren eingefahren, der Saame zugleich mit ausgedroſchen, und das Korn zur Mühle gebracht wird, indem lekterer ſich nicht von den Roggenförnern dur) das Sieben trennen oder reinigen läßt: da iF dergleichen Mahlforn denen Müllern äu- ßerſt verhaßt, weil die Mühlſieine davon zugefleiſtert werden, weshalb die Muüllex nicht wispelweiſe davon mit einmal abmoh- ten, ſondern anderes reines Korn dazwi- ſchen mahlen, over Gerſte zum Schroten aufſchütten müſſen. Das davon gebackene Brode hat eben keinen ſtark hervor ftechen- den Knoblaucer mit dieſem. wilden Knoblauche zu begatten, um die Schaafe im April die Blätter ob- weiden zu laſſen?- Man findet auf man- e von dem Genuſſe dieſes Knoblauchs erhielten, b) Mit einfachen und'dreyſpaltigen Staubfäven, und Blumendolden ohne Knol- Jens 5) Grasblärrriger kutgelförmitger Knoblauch, mit der feſten Seiten- Wurzel, A.ampelopraſfum L, 6)-Grasblättriger kettelfösrmitger Knoblauch, mit der häutigen Wur- zel, A. porrum L, Dieſe beyden Arten hat man ehedem zu dem Lauchgeſchlechte gerechnet, und da ſolche unter dieſem Na- men bekannt ſind, werden ſie an dieſem Or- te vorfommen. 7) Grasblärttritger kutgelförmitzer Knoblauch, mit vielfacher Wur- zel, A. eotundum L, Varerl. Thürin- gen und andere Gegenden Deutſchlands. Wurzel: viele ſchwarze oder purpurroth» farbige Knollen, mit dazwiſchen liegenden weißen Häutchen. Srentel: 3 F. hoch, ZBiumenkopf: faſt kugelförmig, und deſ- ſen Scheide kurz; die Blumenblätter pur- purſarbig 3 die drey innerlichen etwas bläſ- ſer, die drey äußerlichen mit einer dunkeln Finie durchzogen. 8) Zwiebelknoblauch mit aufge- blaſenem Stengel und dreyſpaiti- gen Stranbfäden, A.CepaL. Iſt un- ſere bekannte Zwiebel; davon an ſeinem Orte, 9) Schalotentknoblauch mit gleichformigem Scentgel, A. Aſcalo- n1CUM, wird auc) bey der Zwiebel vor- kommen: c) Knoblauchsarten mit einfachen Staub- faden, und. Blumendolden ohne Knollen: 10) äwicbelknoblauch mt aufge Knobi 33t blaſenem Stengel und einfachen, Staubfäden, A. üiltuloleom 1... S. Dwiebel. 14) INit röhrenförmigen Dläte tern und Stengel begabrer Rinob- lauch, A. Schogroprafum L., iſt unſer Sdchnittlau<, S.;. Lauch, 12) Zreitblättiiger Knoblauch, deſſen Wurzel nezſörmitg überzogen iſt, Allermannsharniſch, Siegqwurz, SchlangenFnoblauch, A. victorialis L. Vaterl,: die Alpen in der Schweiz, Italien, Oeſterreich und Schleſien, Wwr- zel: länglich, ſchuppig, treibt viele Za- ſerwurzeln. Stengeiblätter.: breit, els liptiſch, flame. Miumen: in großen rundlichen Dolden, die Staubfäden lan- zettförmig, und länger als die'Blumen- frone, blühen im Jul. Bey den Alten war die Wurzel in großer Achtung, Man gebrauchte ſie zu verſchiedenen Zaubereyen, und glaubte unter andern, daß man voin böſen Geiſtern nicht beunruhiget werden könne, wenn man'die Würzel bey ſich tra- ge, Die friſche Pflanze kömmt im Ge- ruche und Geſchmacke mit dem gewöhnlt- hen Knoblauch überein. Die in den Apo- thefen unterhaltene gerro>nete Wurzei iſt außer Gebrauch, und hat, Rlters wegen, alle wirkſame Beſtandtheile verloren. Die Marktſchreyer verkaufen ſie öfters für die Alraunwurzel, und ſchwangere einfältige, Weiber, welche mit Krämpfen beladen ſind, pflegen ſie, von Marktſchreyern über- redet, zuweilen am Leibe zu tragen.“ Daß auch hier der Glaube die gehoffte Wirkung leiſte, hat Haller erfahren, 13) Geſtielter breitblättrige Waldknoblauch, Ramper oder 28a ſer, A. urßnum L., wächſt bey uns häu» fig in Wäldern, Wurzel: wie die der zwölften Art geſtaltet, aber mit. glatten, Tt 2 nichs ZZ Knobt nicht neßfösrmigen Häuten oder Schuppen bedeckt; die Wurzelblätter breit, aber ge- ſtielt, man zählet öfters zwey derſelben, am Stengel. ündet man. zuweilen. einige, aber ſchmälere, Etenttel 3 gemeiniglich na- &>end, faſt vreyeckicht, 1 F. bom, PFPlu- mendolde: locfer, beſteht aus wenig Blunen,. Die Pflanze riecht ſo ſtark, wie der gemeine Knoblauch, ja faſt noch ſtär» ker, In Irrland bereitet man aus ſetbi- ger einen Trank: wider den Stein, Man giebt vor, daß dieſer Knoblau<) in den Hopfgärten alles Unkraut, in den Gärten die Maulwürfe, und in den Häuſern die Ratten vertreibe, womit. die Erfahrung: aber nicht überein fömmt, 14) Am Blattwinkel Enollichter ZAnoblarwcy, zauberiſches, oder gro* ßes parpurrothes 1oly, NToly mir Lilienblunmzen, A&. magicam L. WVas- rerl.: Ungarn, Montpellier. XVnrzel: eine große, mit einer ſchwarzen Haut übers» zogene, Zwiebel, einer Zipolle ähnlich, Stentzelblätter: breit, di, voll: Safs, flach. Eentel:: rund, aufrecht Dih= mein: ia. Dolden, lilienartig, mit einfa* ner Witterung aus- zuheben, ſie bündelweiſe mit dem Kraute zuſammen zu binden, auf einem tronen luftigen mmer mmm mmm u, ZN "Soo X M RSR SSS REG OW WIE Wl -2z2 77 Se„=> Zz 3 - 500057 u ju er voin | Bye endgels Inſehen ; Tun, miſe Sieiſ 1 Dlejee weiſten 0", wie ie AN8e Mad, Dith: NE Um, fb [; 1-3 1, When, jeht. Aly je deep IM N3 die Dre blau), Hlüch- of in (oh) rh weht aun mit of eten Oe (qt, die Jer, mit Pede Orta) „bey uns "U faint +1 Nu run auß? m Sault »(wd [ufeigen Knöter ſüftigen Boden aufzuhängen, und zum Gebrauche aufzubewahren; man muß ſie aber im Winter vor dem' Froſte zu behüten ſuchen... Wenn man Kuoblauch' pflanzen will, theilet man die Wurzel, und pflan» zet die einzelnen, oder abgebrochenen, Ze- hen oder Zinken im Herbſt oder Frühling: Das Land muß hierzu noch einige Gute haben, und die Zwiebeln« werden eävan zween Z. tief, und acht Z. weit von' einan* der gepflanzet; und zuvor'nach der Garten» ſchnur mit dem Pflanzholze die Löcheo dazu eingerichtet:- Statt der Zwiebel kann main auch die, zwiſchen den Blumen befiadlicheit zwiebelartigen Botlen ſammeln, und ſols iſt ſchwach; doch werden beyde als ein ſehr gutes geſundes Futterfraut, ja auch) als ein Arzneymittel, angewendet, welces das Vieh geſund erhält, und das ausgezehrte hHinfällige wieder herſtelle. Der Vorzug, welchen dieſes Futterfrauf im trocfnen, ſan- digen Boden, bey Unterhaltung des Wie- Hes,«vor vielen andern Futterkräutern hat, iſt von Gleditſchen ſo angegeben worden: 3x) Es wachſt in einem unfeuchtbaren Sand- boden oder Flugſande von ſelbſt, und kann, wenn man die Jahreszeit und Witterung in Acht nimmt, an ſolHen Dertern geſäet und erzogen werden, in welchen ſonſt keine andere, zur Fütterung dienliche, Gewachſe Nahrung finden, 32) Es kann alsdann, ſowohl dem melfenden als dem Zugviehe und den Schaafen, die meiſte Zeit im Jahre noch) immer eine grüne Fütterung geben, wenn im Felde weder Gras noch andere Kräuter mehr zu finden ſind3 eben dieſe Dienſte leiſtet es im Frühlinge auf Knöter der Weide, he ſich andere Gewächſe zei- geit» 3) Man. kann es einigemal zu ver ſchiedener Jahreszeit ſäen und nußen, 4) Man kann ſich deſſen in abgehägten ſandie gen Länderepen ſehr wohi bedienen„die das Vieh nach und nach.abweiden, und zugleich düngen ſoll, zu welchem Ende daſſelbe auf einer gewiſſen Weite aus einander angepflö- >et, geſpannet, und wie gewöhnlich fort» gerückt wird. 5) Das Rindvieh erhält ſich bey dieſer Fürterung munter und ge- ſund, und bleibt gut bey Leibe, 6) Das melfende Vieh giebt davon reichlich Milch und gute Butter, die ſonſt in ſolcßen ſchlech- ten Gegenden die wenigſte Zeit im Jahre zu erhalten iſt, Mit dem Saamen kann das Flügelwerf gemäſtet werden, In Bravand wird die zwote Art vorzüglich an- gebauet, und man will ſie deshalb vorzie- hen, weil ſie den Schaafen zur Erzeugung der feinen Wolle dienlich ſeyn ſoll, welches aver uoch nicht erwieſen iſt; daß alſo wobl die erſte Sorte den Vorzug behalten möch- te. So viel wird ſich hiebey wohl ſagen laſſen, daß die zahme, fette und grünende Pflanze dem Pferde- und Rindviehe wohl zu ſtatten komme, da die wilde, und weni» ger geil wachſende auf den Triften, für die Scqaafe beſſert iſt. Doch dienet der beſſere Knöterich) auc zur Mäſtung des Scaaf- viehes. Will man von dem Knöterich Saamen einſammlen, oder ſolchen trocken verfüttern? wird er mit der Senſe abge- mähet, gewendet und getre&net, und des Abends nach der Scheure gebracht, woſelbſt er etliche Wochen liegen bleibt, bis die Stengel in etwas wieder zähe geworden ſind, damit ſie beym Ausdreſchen nicht furz und klein geſchlagen werden. Der ausgedrofnet, womit man leichter und beſſer, als mit dem Kleeheu, fertig werden kann. Man kann den: Saamea von: dem wilden: Knöterich nehmen, der jährlich irg2adswo mit: dem Sommergetreide in die Scheune kömmt, und ausgedroſchen wirde“ Das fand, wo es feſte iſt, wird mit. dem Pflu- ge, wenigſtens 3.Z. tief, und klar durch- gepflüget, von Quecken und Unfrautswur- zeln gereiniget, und der Saame mit ums gefehrter Ege. nur leicht. eingeſchleifet, da- miter nicht zu tief in die Erde komme, und bey feuchter Witterung bald aufgehe. Es giebt. aber ſs leichte Sandä>er, welche des mehrmaligen Pfügens durchaus nicht bedür» fen, ſo wie man in ſolchen, die nur alle 6 öder 9 Jahre beſäet- werden, nux einmal pfliüget., und das- Korn gleich in die fri: ſche Furche ſaet., da man denn in verglei en Aeckern gleichfalls den Kudterich ein- fährig beſtellen kann. Auch bey der Drey- felder wirtſchaft kann man da, wo nach der Winterärndte im nächſtien Frühßjahre der Sommerroggen nur einfährig eingeſäet wird, auf dergleichen. leichten Xeckern, die foinen Haber ertragen, mit.der Knöterichs- ſaar auf. gleiche Weiſe. verfahren, Nur ſeit wenig Jahren hat man in Sandlän- vern., die zum: Kleebau zu geringe ſind, angefangen, auf den Knöterich aufniertſam zu werden, Ju der: Niederlauſis aber hat man auf vielen Rittergutern: ſchon- lange: dieſes Futterfraut, welches im Wendiſchen Ralinke heißt, in Menge gebauer: An einigen Orten daſelb| wird ein Theil die ſer Pflanze nicht gemähet, ſondern mit der: Wurzel, welche eben ſo fröſtig als das. -Knopfs 335 Kraut iſt, aufgezogen, grün verfüttert. und alſo hiemit die Menge des Futters ver? mehrer, welches: aber am beſten geſchieher, * wenn der Knöterich in der ſpäten Jahres» zeit nach dem Abmäßen oder Abweiden nicht weiter aufs neue: einen Nachwuchs hervor bringen fann;- Knovpfgras, Strickgras, Schoe- nus L.: Won dieſem Geſchlechte erwähnt finnäus 15 Arten;- die bekannteſte iſt das ſrachlichte Rnopfgras,. lange Cy» perwurzel, wilder Galgant, Cype: rus longus vulgaris ote. Schoenus mari» ſcus E. Man findet es in moraſtigen und ſumpfichten Gegenden... IVurzel: faſe- richt, in der Erde hinkriechend.. Halm: lang: rundlich,. zuweilen etwas dreyecficht; aus dem: Knoten Blätter tveibend, welche ihn mit einex. furzen' Scheide umgeben, ſelbſt aber lang, feſt, geſtreift und ſpißig. ſind, und oberwärts der Länge nach eine Vertiefung, und unterwärts an der vorras genden Linie ſowohl", als am Rande kleine). weißlichte, ſpißige, aufrecht ſtehende Sta- k als dünn, um den mit aufgehenden oder nachfommenden Un- fräutern nicht Raum zur Ueberwältigung des guten Saamens zu laſſen. In einem leichten, ſandigen Boden darf nur dünn geſäet werden, weil der Boden zu locker und nahrlos iſt, um viele zu dicht neben einander ſtehende Pflanzen aufzutreiben und zu nähren, und wenn hieſelbſt vom Dickſäen zu viele Kornpflanzen ja EE: y en; 338 Knoten hen: ſo bekömmt der Roggen doch kaum halbe Aehren, ſo klein, daß man ſie fpott- weiſe Zliegenköpfe nennet. Aud) darf man „auf einem ſo leichten Sandboden, da man nicht di& ſäen muß, und kaum die halbe Saat zegen gute Recker gebrauchet, eben nicht ſonderlich auf Vermehrung der Saat durch die Knoten rechnen. Dieſe finden zu wenige Feſtigkeit des Bodens, und zu wenige Feuchtigkeit, um Ausläufer hervor treiven und ſördern zu können. Geſchiehet dieſes ja in einem fruchtbaren Herbſte und Frühlinge: ſo bleiben doch dieſe Ausläu- fer aus den Knoten auf dem halben Wege gleichſam ſtehen; es werden kurze Halme und außerordentlich fleine Aehren 3 die zu ſpät nachfommenden Aehren bleiben taub, oder bringen fo kleine Körner, die der ge- meine Mann Vogelzungen nennt, faſt ohne Mark ſind, und beym Dreſchen nicht aus dem Stroh heraus gehen, Im Weinbaue ſind die Knoten die Ab- ſäße an den WeinſtöFen, wo die Augen fich anſeßen; und das Anotholz iſt das Holz, welches ſolel, Klunzen) die ganz ſchorfig ausſehen, aufwerfen. Sie ſind mehrentheils die Vor- boten des Todes ſolcher kranken Bäume, Man muß gleich im Anfange die Zweige, die mit Kuoten beſeßt ſind, abſchneiden, vder den ganzen Kopf abnehmen, und lau- ter friſches Holz austreiben laſſen, Königsfkerze, Fackel, Kerze, iſt ein bekanntes Pflanzengeſchlecht. 1) Geflügelre, wollichte Rönitgjs- Perze, Wollfraur, Sackelfraut, ZRer- zen- BärenFraut, Seld- oder Unbol- denterze, Simmelbrand, Verbaſcum off. Verbaſcum'Thapſus L., wächſt auf grobſandigen unfruchtbaren Pläßen. Dlät- rer: lang, breit, auf beyden Seiten filzig, gelblich- weiß, oder weißlich, auf kurzen Stielen, auf dem Boden umher ausge- breitet liegend. Stentzel: aufrecht, di>, ſteif, 4=-6 F. hoh, einfach, mit ungeſtiel- ten, den Stengel mit der Grundfläche um- faſſenden, herunter laufenden filzigen Blätke tern beſeßkt. Blumen: auf dem ESten- gel, in einer langen, dicfen Aehre, groß, leuchtend-gelb, von feinem Geruche, im Jul, Sägmen: reif im Herbſte. Die- ſe Pflanze iſt zweyjährig, und in der Arz» neykunſt braucht man Blätter und Blumen ſowohl äußerlich als innerlich. Sie beſi- ßen eine lindernde, zertheilende, erweichen« de und heilende Kraft. Matthiolus ver- “ordnete den Trank von Blättern und Bly- men als ein Gurgelwaſſer bey Krankheiten des Mundes, bediente ſich auch derſelben bey hartnäckigen Huſten, Entzündungen der Eingeweide und der rothen Ruhr. Die neuern Aerzte erwählen hierzu nur die Blu- men, laſſen daraus lindernde Tränfe berei- fen, verordnen ſie bey Bruſtfranfheiten, wider " hs (Pi ihm eVot: ume, weige, weiden, nd(Kk Fett, | Önf8: | Ret: WO rhaleum (Oſt , Blöt- Allg f burgen 1! QNShes ht dis, ingeſtieh ache um: n Blat Eten» , R, de, im Div er Arje 3/ument e beſt (ichett ; vet: Byte heiten ſelben ngen „Die » Bly - heiten) wider Sonigsk wider die Schärfe des Geblüts, und vor- züglich bey oder wider die güldne Ader. In der leßtern Krankheit pflegt man dieſes Mittel vorzüglich hoch zu ſchäßen. Cho- mel läßt die Bläcter und Haſenpappeln in Milc< fochen, und die Blätter auf die ſchmerzhaften und entzündeten Kneutel, welche ſich an dem Maſtdarme, bey der ſo genannten blinden güldnen Ader, gar oft- mals zeigen, legen, und den Trank ſelbſt, alis eine Bähung, durch den Nachtſtuhl gebrauchen; oder Andere erwählen hierzu vas Del, worein die Blumen geweicht worden, und unter dem Namen: Königs- ferzenöl, in den Apotheken aufbehalten wird, und beſchmieren damit dieſe Kneu- tel, welcjes den Schmerz ungemein lin- dert, Die Schweden, welche in Penſyl- vanien ſich aufhalten, nennen dieſes Kraut den Taback der Wilden; dod) iſt noc ungewiß, ob die Amerikaner dieſe Pflanze wirklich als Taba gebrauchen. Es käme bey uns nur auf den Verſuch an, die Blät- ker, mittelſt einer Sauce, wie dergleichen bey den Tabacksblättern geſchiehet, vorzu- bereiten, und ihnen zugleich biemit einen guten Geruch beyzubringen. Es ließe ſich wohl voraus ſehen, daß der Geſchma> ge- linde und nicht widrig ſeyn könnte. Eben vieſe Wilden bedienen ſich auch der Blätter gegen die Hiße in? Fieber, und pflegen ſie vm Füße und Arme zu binden 3 ingleichen gebrauchen ſie ſolche als einen Thee beym Durchfalle, und kochen vorzüglich die Wurzeln zum Thee ab, pflegen auch den Trank in die Wunden des Viehes, die voll Würmer ſind, einzuſprigen, wodurc vie Würmer umkommen, und heraus fallen. Den wollichten Ueberzug der Blätter fann man als Zunder, zum Feueranmachen, ge- brauchen. Der Saame ſoll eine Kraft be- ſiken, die Nerven einzuſchläfern, und man wam eee DETE RÜ GEE a MhRd den BEINEN Königs? 33 Fann vamit leicht Fiſche fangen, ſie auch „damit tödten. Außer dem gemeinen Oele pflegen Andere ein Del auf beſondere Art zu verfertigen: Man füllet ein Glas mit Blumen, ſeßet dieſes in den Keller, und läßt die Blumen gleichſam vermodern; oder ſeßet es einige Zeit in die Sonne oder gar in den Backofen, da fi) denn nach und nach eine zähe Feuchtigkeit ſammelt, wel- eye man abſonderf und PUDERRUHENR vor wahret, 2) Wollichte, aſtige Rönitgs- erze, V. Thapfoides L., wird zuweilen mit der erſten Art angetroffen; der Sten- gel iſt aber gemeiniglich in Zweige verbrei- tet, die Blätter ſind woniger weiß, und laufen nicht ſs weit am Stengel herunter. Iſt vielleicht eine Baſtardpflanze, welche aus der erſten und dritten Art ihren Ur- ſprung"genommen,. 3) Reilblätterichte Rönitgskerze, ſtaudichtes Wullkraut, Heidenwul- Fraut, Iychnigartige Rerze, V.Lych- nites L., findef ſich mit der erſten Art zue weilen um die Dörfer und Heiden zu glei- ; aufrecht, nahe unter dem Gipfel öſtig, 3-4 F+ hoch, mit weißen Blättern beſeßt, welche„aber fleiner und ſpitiger ſind, als die Wurzelbläcter, Bly» men: flein, weiß, von feinem Geruche, in Acehren, an den Gelenken und auf den Enden des Stengels und der Zweige, im Jul, Man hat auch eine Abart mit gels ben Blumen. Die Wurzel iſt zweyjähe rig. 3 Glattblättrichte Rö6nitzskerze, VMlotten- oder Schabenfraut, Gold- Enöpfchen, V.BlattariaL., findet ſich an ſchattichten Oertern, um die Dämme, Dörfer und Mauern in etvas leimichten Uu 2 Boden, 349 Kotzigs? Boden. Stentzel: aufrecht, ſteif, nahe unter dem Gipfel äſtig, 4 5 Fuß hoch. Blärter: glatt, glänzend, herzförmig zu- geſpißer, die untexn faſt federartig zer- ſchnitten und geſtielt, die obern nur einge- ferbt, platt auffißend, die obern aber um- geben den Stengel. Dlumen: gelb, ein- zeln, den Seiten des Stengels und der Zweige entlängs, im Jun,, Jul, und Aug. Die Pflanze iſt nur einjährig, und es ſcheint zweifelhaft, ob ſie eine wahre oder Spiel- art ſey. 5) Violettblyumichte RönittsPer- 3e, rothe Rerze, purpurrothes Scha- ben- oder Tlorttentfraut, V. Phoeni- ceum L. Die faſerichte Wurzel iſt peren- nirend, bisweilen aber auch nur zweyjäh- rig. Alätrer: eyrund, nacfend, geferbt, rauch, umher ausgebreites. Gtentel: äſtig.- etwa 3 8. hoch, faſt nackead von Blärctern. MHMlumen: den Seiten des Stengels und der Zweige entlängs, auf furzen Stielen, bläulich- purpurroth, im Jun. und Jul. 6) Herzförmit geſtielte Rönitgs- Ferze, ſchwarzes ZRerzenkraut, V. nigrum L., wächſt in ungebaueten Orten um die Felder und Dörfer. Die Wurzel iſt perennirend. Stengel: 3--4 Fuß hoch, und treibt Zweige. AMPlätrer: runz- ficht, grün- weißlicht, nicht ganz wollicht, die untern geſtielt, und gegen den Stiel ausgeſchnitten, deswegen herzförmig, ſpi- ßig, am Rande eingekerbt, vie obern ſißen platt auf, und ſind eyförmig zugeſpißt, Zlumengähre: locker und in Aeſte getheilt, das Blumenblatt goldgelb, in der Mitte purpurfarbig, auch die Haare an den Staubfäden ſind purpurfarbig. 7) yconiſche Rerze, rauchblät- trige Dertgſanikel, Aurikel mit Zor- retjchblättern, V. Myconi LL. Vg Königsk terl, 3 die waldigen Gegenden der Pyrenäi-- ſchen Gebirge. Blätter: rund, dic, wollig, gekerbt, auf dem Boden flach um- her ausgebreitet, Blumenſchäfte: dünn, nacfend, 4=- 5 Z. hoch, theilen ich nahe unter dem Gipfel in einige wenige kleinere Stiele, Blumen: auf jedem Stiele Ei- ne, groß, blau ,/ im May und Jun, Sa8- men: reif im Aug. Alle dieſe Arten(außer Phoeniceum, welche in einem trocknen, leichten, ſandigen Boden, und in einer guten geſchüßten 2a- ge unterhalten werden muß) ſind ſo dauer- haft, daß ſie in jedem Boden und in jeder 2age fortfommen, und verdienen, daß ſie zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit auf die großen Rabatten und andere dergleichen Abtheilungen der Luſtgärten gepflanzt wer- den. Beſonders verdienen ſolches die grö- ßern unter ihnen, weil ſie, wenn ſie glei) nicht ſo gar ſchr zieren, dennoch mit ihren mancherley Blättern, mit ihren frech in die Höhe gehenden Stengeln, mit den ver- ſchiedenen Farben ihrer Blumen, und we- gen der unterſchiedenen Art, wie ſie blü- hen, eine auffallende Mannichfaltigkeit machen. Die perennirenden Arten halten fich in einem magern und leichten Boden viele Jahre, und pflanzen ſich durch den ausfallenden Saamen auch gemeiniglich felbſt fort. Eben dieſe Arten laſſen ſieh auch durch ihre T7ebenſchüſſe vermehren, welche man von den alten Pflanzen zeitig im Herbſte, oder zeitig im Frübjahre ab» nehmen, und ſie entweder fogleich auf die Rabatten, oder auch erſt in Pflanzenſchu- kenreihen, und allererſt im Herbſte auf die Rabatten, pflanzen kann, Sie kommen im folgenden Sommer zur Blüthe, wer- den aber ſelten ſo ſtarf und ſchön blühend, 6138 Saamenpflanzen, Koffe- | | | | | | Neeum, undigen ki dr dauer: ww „dvbt jgfeit auf gleichen m wt 3 ie Ab ſie gleih mit ihten frech in Den vel und we fe by aktigfeit n halten 1 Boden uh den niglic) en(ee) mehren) n zeitig hr? ab auf die enſchu! gyf die oma 6 wen (ühen) gofe Tgl HINEERERGEENN TTT Koffel Koffeley, ein Name, womit mam bie Betrügereyen der Schäfer belegt. Kohl, Braflica, Wir haber von dieſem fo nüßlichen und bekannten Küchen- gewächſe vielerley Arten 2 1) Grünen und kranſen braunen Robl, B. oleracea viridis. Die Spielay- ten, z. B. der Moskowiter, der Plu- matenLPobl u.ſ, f. fommen nicht ſonder» lich in: Anſchlag. Leßterer iſt nichts an» ders, als eine zufällig entſtandene Abän- derung des grünen und braunen Koyls, und hat feinen andern Vorzug, als die Zierde ſeiner Blätter, in welchen die Farben an- genehm durch einander ſpielen. Für die Haushaltungen jeder Art ſind in unſern? Klima. der niedrige Fraufs braune Kohl, und der hellgrüne Frauſe Kohl, die vor- zuglichſten Arten,. Der niedrige braune krauſe Robl unterſcheidet ſich von allen andern Arten ſehr merklich dadurch, daß er ſelten: höher, als 2 F. wird, und in großen Büſcheln Line zarten und fleiſchigen, veilchenblauen Blätter nahe über der Erde ausbreitet, dem ſtrengen Froſte widerſtehet, und ſegar im kalten Norwegen den Winter aushält, und dann erſt recht zart und wohlſchmeckend wird, wenn ihn der Froſt getroffen hat. Die grünen Sorten ſind die feinſten und zarkeſten. Site ſind nur von einander in Anſehung ihrer mehr oder weniger hell- grünen Farbe unterſchieden, werden aber für gefunder und wohlſchme&>ender gehal- ten, als die braunen Arten. Auch wird dem grünen Kohl im Winter auf vorneh- men-Tiſchen deshalb der Vorzug gegeben, weil die grüne Farbe mehr gefällt, und grüne Gewächſe im Winter was ſeltenes überhaupt ſind. Die hohen Kohlarten ſind in Anſehung, Koh! 341 ihrer Blätter niMt mehr ergiebig, wie die niedrigen. An den hohen ſißen meiſten- theils die großen, zähen und lappigen Blät- ter viel weiter aus einander, und ſind über- dieß nicht einnzal alle nußbar und nahrhaft, zu geſchweigen, daß die hohen eher von der Winterkälte leiden, als die niedrigen, die platt an der Erde liegen. Man ſäet alle dieſe Kohlarten vom erſten Frühlinge an zu wiederholten Malen, nach und nach, und von einer Zeit zur andern, damit man ſie theils früh, eheils ſpät, und noch bis in den Julius, oder noch etwas ſpäter, zum Verpflanzen haben könne. Das erfiemal ſtreut man den Saamen aus, ſobald die Wirterung anfängt, ein wenig warm und bequem zu werden, und zwar immer an einem etwas feuchten und ſchat- tigen Ort, weil ſonſt um dieſe Jahreszeis ver Erdfloh die Pflanze häufig zu Grunde richtet, Wo die Wormittagsſonne nicht hingelangen kann, da iſt man wider den Erdfloh mit allen jungen Pflanzen am mei- ſien geſicher. Gobald die Pflanzen dazu tauglic) ſind, kann man ſie nach und nach, bis zur bemerkten Zeit, in einen gut ge- dungten Boden, reihenweiſe auf allen Sei» ten 18Z. weit aus einander verſeßen, wenn es nöchig iſt, begießen, hernach ſtets vom Unfraute rein halten, und zwiſchen den Reihen dann und wann das Erdreich auflofern, wenn es von Natur mehr derb als loer iſt. Dieſes iſt die ganze War» tung, welche dieſer Kohl erfordert. Nie muß man zu früh oder zu oft, wie ſehr häufig geſchiehet, den noch ſchwachen Pflan-- zen die Blätter abbrechen, Sie werden dadurch) nur im Wachsthume gehindert, Nur die untern, etwas gelb und welk ge- wordenen: Blätter kann man ihnen, um nichts umkommen zu laſſen, wegnehmen. In vielen: Landwirthſchoften abey will mam Uu 3 den 342 Kohl den Kohl hauptſächlich für das Vieh, be- ſonders für Gänſe, Enten und Truthühner, haben. Hiebey ſollte aber der Kohl doch auch nicht zu früß abgeblattet werden 3; und wenn die Blätter zur Viehfütterung ſtark genug ſind, und die dazu beſtellten Mägde gar leicht bey dieſer Arbeit den Strunf mit “abbrechen können: ſo laſſe man von ihnen mit der linken Hand alle Blätter, bis über den Poll oder über das Herz, zuſammen faſſen, und ſolche mit dem Meſſer in der rechten Hand auf einmal, mit Verſchonung des Herzens, hinweg ſchneiden, daß alſs die langen und dien Stengel am Strun»- ke gelaſſen werden. Der Kohl wächßt bey dieſem Werfahren geſchwinder nach, und die Mägde haben auch in der kürzeſten Zeit ihre Körbe voll, und behandeln auf ſolche Weiſe ein Kohlbeet nach dem andern. Wenn der grüne Kohl nicht zu früh ge- ſäet und gepfanzet wird, ſich nicht über- wächßt, kurz bleibt und vom Schnee be- det iſt: ſo kann man ziemlich ſicher ſeyn, daß er niht erfrieret. Hingegen wenn er bey ſehr hartem Froſte feine Schneede>e hart, und von der Morgen- oder Mittags» ſonne beſchienen wird, iſt er niGt außer Getahr. Man thut alſo in dieſer Abſicht wobl, ihn.auch vor den Hafen zu ſichern, wenn man zur Verhütung dieſer Uebel im October die Kohlſtauden ausziehet, ihnen die größten Wurzeln etwas abſchneidet, und ſie in der Nähe der Wohnung an ei- nem ſchattigen Orte reihenweiſe dicht neben einander, ſchräg und etwas tiefer einſchlägt, als ſie vorher ſtanden. Man muß dieß aber nicht zu ſpät thun, damit der Kohl vor dem eintretenden Froſte wiederum Wurzel ſchlagen kann, weil er ſonſt ge- wöhnlich ſchlaff, zähe und fränklich wird, Hier wird er, wenn ihn die Sonne nicht beſcheinen kann, ſo leicht nicht erfrieren, Nohl Größerer Sicherheit halber könnte man ihn auch immer, wenn er etwa bey ſtarker Käls te feinen Schnee über ſich haben ſollte, um ihn beſtändig friſch und. grün zu erhalten, geſchwind mit etwas Erbſen- Bohnen- od, Buchweizenſtroh bedeFen, und ihn, ſo- bald der Froſt vorüber iſt, damit er nicht gelb wird, wiederum von dieſer Bedeckung eatblößei.“ Will man aiſo Nugen von dieſem ſs vortheilhaften Küchengewächſe Haben: ſo muß es(nochmals ſey es geſagt) zum Win- tergebrauche nicht zu früh geſäet und ge» pflanzt, und nie eher ſeiner Blätter bexau- ber werden, als bis es ſchon einen ziemlich großen Büſchel getrieben hat. Wiel beſſer wird ſich alsdann die Skaude ausbreiten, niedriger wachſen, eher vom Schnee be- det werden, und auf dieſe Weiſe weit leichter dem harten Froſßie widerſtehen, Um vom grünen Kohl Saamen zu ges winnen: leſe man im Frühlinge, ſobald als möglich, ehe die Stö>e zu wachſen anfan- gen, von jeder Sorte einige der ſchönſten und beſien aus, pflanze jede Art für ſich beſonders an einen entfernten Ort, um die Ausarfung zu verhüten, gebe den Saqs menſtengel, ſo wie ſie in die Höhe ſchie- ßen, zur Beſchüßung vor dem Winde, ho« he Stäbe, und ſchneide die Saamenſchoten, 'wenn ſie gelb, und die Körner in denſelben ſe anzuziehen, und ſe damit an allen Sei- ton zu behäufen. Man wiederholet dieſes in der Folge ein» oder mehreremal, zumal wenn ſich Unfraut dazwiſchen hervor thut, erwählet aber zu ſolchem Bekacken am tieb- ſien tro>ne Witterung, um damit das ausgeha>te Kraut zum Verweiken zu brin- gen.“ Gegen Ende des Octobers, oder, wenn die Jahreszeit gut iſt, nod) ſpäter, werden die Köpfe abgehauen, und in Si- ung, bis vie Sonne ven Froſt ausgezogen. 2) Kann man die, auf eine nämliche Art ausgezo- genen und abgeblatteten, Stöcke in Keller und Gewölbe ſchaffen, und ſolche in Sand 6der Erde einſeßen, oder auch die vom Strunke abgeſchnittenen Köpfe auf Erdla- gen legen. Da aber im Winker die Kel» ler und Gewölbe wärmer ſind, die beſten Kopfe leicht aufberſten und Stengel aus- treiben, dadurch aber den Geſchmack ver- lieren, und zum ferneren Gebrauche untüch« tig werden: ſo machen 3) einige lieber Gru- ben von 4 bis 5 Fuß breit, und anderthalb Juß tief, legen die Kohlköpfe mit ihren Blättern darein, ein Haupt dichte an das andere, dergeſtalt, daß der obere Theil des Hauptes unten zu liegen komme, und be- deFen ſie wieder mit Erde, 4) Wer die Kohlköpfe nur kurze Zeit in gutem Zuſton«- de erhalten will: leget ſie an trockene und luſtige Derter des Hauſes, wo ſie vor denz Froſte ſicher ſind, und zwar ebenfalls ſo, daß der obere Theil unten, und ſie verkehrt zu liegen kommen, 3) SavoyerFohl, B. Sabauda. Man unterſcheidet Sommer- und Wintexſorte. Beyde entſtehen aus einerley Saamen, und nur die Zeit der Ausſaat macher dieſen Un- terſchied. Wenn die Saat im Märze oder April geſchiehet? werden die Pflanzen im Sommer und Herbſte zum Verſpeiſen tüche tig ſeyn; wird die Ausſaat aber im.Julius oder zu Anfange des Auguſts vorgenom men: werden die jungen Pflanzen im Herb- ſte jortgeſteckt, bleiven' den Winter über im Lande ſtehen, und geben im fküntſtigen Frühjahre zum Verſpeiſen tüchtige Köpfe, 'Wena der Sommerkohl noch nicht rohr fes ſte geſchloſſen: iſt er am beſten in der Kü- Zr che ATT TTT EITEL,- 346 Kohl de erwählen, welche fein gelb ſind, recht kranſe Blätter und derbe Häupter haben z ſonſ? artet der Saame leicht aus, und giebt nur ſchlechten, grünen, ſo genannten Sch!utterkohl, der keine derbe Köpfe hat. Mit die/en Stöcken verfährt man, wie bey dem Kopffohle gemeldet worden. 4) Wirſintg- oder Wirſchintgkohl, B. crifpa, iſt eine neue Abänderung des Savoyerkfohls, und darinn von diefem un- terſchieden, daß die Blätter runzlicht, kraus und grün, mehrentheils dunkelgrün, ge- färbe ſind 5 ſie ſind öfters von den Runzeln ſo ungleich, daß die Blätter gleichſam aus Bläschen, ſo unten erhaben und inwendig hohl ſind, zu beſtehen ſcheinen. Dieſe Sorte kann auch nach der Saatzeit in Sommer- und Winterwirſingkohl eingethei- ket, und übrigens wie der Savoyer-- oder Kopfkobßl behandelt werden. Den Winter verträgt ſolcher ziemlich gut, und braucht daher, wenn die Stöcke im Garten ein- geſchlagen werden, ſelten einige Bede- Fung. 5) Rohlrüben über der Erde, Zoblrabi, Cs giebt hievon zweyerley Kohl Sorten, welche in allen Stücken einander gleich, und nur der Farbe nach verſchie- den, ſind. Die eine Sorte iſt grün, die andere blau, Die Erziehung und War- tung wird, wie mit dem Kopffohle, vor- genommen.- Wenn die Kugeln oder ſo ge- nannten Rüben bis gegen den Herbſt auf dem ande ſtehen bleiben: wird ihr flei- ſc am ange- nehmſten, Einige pflegen, wenn die Ku- gel einigermaaßen ſich zeiger, die Blätter davon abzuſchneiden. Dergleichen Kohl» rüben werden aber niemals ſo ſchnell und ſtarf wachſen, als diejenigen, an welchen die Blätter gelaſſen werden. Die Kohl- rüben, die man im Winter verſpeiſen will, hebt man zur Herbſtzeit aus, ſchneidet die Blätter bis aufs Herz ab, und ſeßt ſie im Keller in trocknen Sand, oder macht eine Grube in den Garten, leget ſolche hinein, und bedecfet ſie wieder mit Erdez. dieſe werden friſcher und ſchmackhafter blei» ben, als diejenigen, welche man im Kel- ler aufbehalten hat, Will man den Saa- men davon felbſt erziehen, nimmt man dergleichen überwinterte Kugeln, pflanzet ſolche im April in die Erde, ungefähr fo, daß drey Theile von der Kugel in die Er- de zu ſtehen fommen, und der vierte aus ſelbiger hervor rage, Die Blätter, welche beſonders weich ſind, thun in der Viehfüt- terung mit den Weißfrautblättern gleiche Dienſte. 6) Rohſrüben unter der Erde, Kohlrüben, Napo-Broflica. Ihre War- tung und Erziehung kömmt mit dem Kohl- rabi überein. Sie vertragen aber fein friſch gedüngres 2and, ſondern ein ſolches, wel- nander Net hie: in, die Yar ', Völs ' ſ Of: ſauf je file Wicht, von ſil: Fuel pfil8 et: m nge die Kür Blatt en Feh ned und 1 Welden ie Rehl: eſn, neidet die Ge ie im acht eine ' hinein, ;. dieſe x blei m Kel- 4 Sag: mt man pflanzet fahr ſo, die Er- „(e aus welche Zjehfüt- gleide Erde, eWor? nKehl- ver fein ſolche, wil gebacken, Kohl welches ſchon vorher gebraucht worden iſt. Sie ſind übrigens von dem Kohlrabi wirk- lich unterſchieden, nicht allein dadurch, daß die Kugeln in der Erde ſtehen, und damit bedecket ſind, ſondern auch in Anſe» hung des Blattes und der Farbe, und dem Geſchmacke nach kommen ſie mehr mit den weißen Rüben überein. Aus dieſer Sor- te hat man zur Zeit der Theurung ein gu- tes und geſundes Brodt gebacken. Sie werden geſchälet, in kleine würflichte Stück» hen geſchnitten, in Sieben, auch nachher und furz vor dem Mahlen auf dem war» men Ofen getrocknet, damit ſie ganz tro» «en in die Mühle kommen, ſonſt laſſen ſich ſolche nicht gut mahlen 3 zu dieſem Kohlrübenmehle wird etwas Sauerteig und Salz gemiſchet, und gewöhnlichermaaßen Dieſes Brodt ſieht äußerlich wie Gerſtenbrodt, iſt aber inwendig locker und weißlicht, und hat feinen widrigen, vielmehr angenehmen und füßen Geſchmack, ob es glei) etwas nach Kohlrüben ſchme- der. Cs hält ſich auch lange gut, und das alte ausgetro>nete kann wieder aufgeweicht und zu Suppen verbraucht werden. 7) Um zeitigen Blumenkohl zu ha- ben, ſäet man den Saamen zu Ende des Februars in ein Miſtbeet, welches die ſtärkſte Hiße bereits verloren hat; und da- mit auch ferner das allzu geſchwinde Trei- ben verhindert werde: iſt es gut, Statt der Fenſter, nur Breter oder Strohdecken aufzulegen, und an der hohen und mitter- nächtigen Seite einige Oeffnungen zu laſ« ſen, damit der Dunſt ausziehen könne, durch welchen ſonſt die jungen Pflaazen leicht zum Berfaulen gebracht werden. Jn der Mitte des Aprils würde man zwar die Pflanzen verſeßen können, weil aber zu dieſer Zeit die Erdflöhe noch wenig andere Rahrung finden, würden. ſie die Pflänz- Hegen anzuwenden, Kohl 347 en leicht ganz auffreſſen, daher man lie- ber mit dem Verſekßen bis zum May ver- ziehen konn. Wenn dieſes nach einem Re= gen geſchiehet, werden ſie ſchön und hurtig fortwachſen, In der Folge werden ſie, wie die Kopffohlpflanzen, behandelt, und man wird in dem Sommer bis in die erſten Herbſimonathe die Küche damit verſorgen fkönnen. Wer aber ſpät im H'rbſte, und: bis in den Winter dergleichen Kohl genie ßen will, der bringt den Saamen zu Alts. fange des Maymonaths auf das freye um- gegrabene, nicht neu gemiſtete, lieber etwas ſandige, Land, ſäet ihn nur oben auf, und drücket ihn ein, damit er nicht hoß! zu lie- gen fomme,. Die Erdflöße und Regen- würmer find auch um dieſe Zeit als Zeorſts- rer zu fürchten, und daher alle Mittel da- Sind die-Pflanzen zum Verſeßen tüchtig: werden ſie ferner, wie der Kopffohl, behandelt, Gegen das Ende des Septembers wird man ſchon ei- nige Stauden abſchneiden, und damit lan« ge Zeit fortfahren können, indem immer eine Pflanze eher als die andere zu ihrer Vollkommenheit gelanget. Dieſer oder der Herbſtblumenkohl giebt größere und ſchönere Stauden, als.der Sommerblu- menkohl, welcher auf dem Miſtbeere erzv»- gen worden; leßterer iſt auch gewöhnlich nicht ſo ſchön weiß, und fällt öfters ins Gelblichte oder Röchlichte. Der Blumen- fobl iſt gegen die Kälte ſehr empfindlich; daher im Herbſte diejenigen Stauden, wel- en iſt, über dem Kopfe lo er zuſammen binden. 8) HDrocoli, oder Spargelkohl, B. Neapolitana, iſt bey uns erſt ſeit 49 Jah- ren bekannt, und aus Jtalien zu uns ge- bracht worden. Er kommt in der Erzie- hung und Wartung mit dem wahren Blu- menfohl überein» Man findet davon zweyepe EZEEE Bl ZZ+ T€. SS SS SHO Z ZN GEE SEEN zz TT/ m I 2» geg Deto m[ite Nord« ens, , Wör- Wt: febis SH In dab Wers '5t un) (ſelben 0, vi: , dieſes Detſee (in ver , went n fin enantt die ſch he Fat? + große 1 dieſe , Die m Kür er foſt (15:14 Rohl, Wit- „und nge an zen ; dem [,B. Jah 3 ge Spie Blur av 0.8 Kohle zweyerley Sorten, blauen und weißen, welche einander ähnlich ſind, nur wächßt jener in dem Stengel etwas höher, als dieſer... Beyde Sorten wachſen überhaupt fark, und gewinnen dadurch große ſtarke Blätter, und lange dicke Strünfe.. Dev Brocoli muß vorzüglich ſaftige, weiche und zarte' Strünke haben, welche zum Cſ- fen taugen, 9) Schnittkohl, B. arvenlis, iſt die ſchlechteſte Sorte,. Der Saame wird im Frühjahre geſaet, und wenn die Pflänz- jen[9 weit erwachjen ſind, daß man ſie im die Hand neßmen' kann, werden- ſie“zu. wiederholten malen nahe an der Erde abge ſchnitten, und in der Küche, oder für das Vieh verbraucht: Er bleibt. den Winter über im Garten ſtehen, indem. er nicht er- frieret, Auf.das Frühjahr ſchießter in die Höhe, und bringt ſeinen: Saamen, dex zum Delſchlagen gebraucht werden kann. Kohle. Es giebt zwoerley Hauptar: fen von Kohlen, Holz- und Steinfkohlen;- Dieſe giebt: die Natur, und jene erhält man durch die Kunſt', und werden: in den' Haushaltungen ſowohl, als auch in Fabri» Fen, Hüttenwerken c. ſtark gebraucht, wes- Halb die. Beſißer guter Waldungen: viels Kohlen zum Verkauf ſchwelen laſſen.- :Von allen Arten Holz können Holzkoh- len gebrannt werden, Es unterſdyeidet ſich aber die Güte der Kohlen na den ver? ſeyiedenen Holzarten, indem die von har- tem Holze, als: Eichen, Büchen u.-dgl. viele, hingegen von weichem,. als:. Fich- ten und Linden, weniger Hiße geben;z. doch haben auch die leßten, in Abſicht auf ge- wiſſe Benußungen ,. zuweilen'den Vorzug z wie denn ſolche, z: B, beym Schmelzen der Metalle, höher geſchäßt. werden; Alles Holz. verliert ſowohl im-Umfange, als der Kohie 349 Schwere nac), wenn es in Kohle verwan del: worden. Doch iſt die leßte Verände»- rung merklicher als die erſte. Ueberhaups will man das Verhältniß des Gewichtes vom Holze, gegen das Gewichte von Koh- len, wie 4 zu 1 annehmen, So ſoll z.B. ein Centnet Birkenholz 2333 ein Centner Eichenholz 282 3 und ein Centner Büchen» holz 243 Pfund Kohlen geben, Es leidet aber dieſes Verhältniß viele Ausnahmen, nachdem das Holz. ſelbſt beſchaffen, und' weniger oder mehr trocken iſt; ingleichen,. nachdem das ganze Werk der Verkohlung. oder Kohlenſchwelen angeſtellet und been- diger wird. Es kommen hierbey vielerley Umſtände in Betrachtung, x) der Ort, wo die Verkohlung-geſchehen ſoll, eder die Koh- lenplatte;. 2) die Zurichtung und verſchie» dene Abtheilung des Holzes, um jedes an ſeinen- rechten Ortin dem Meiler anzubrin« gen;: 3) die Verfertigung. des Meilers ſelbſt 3: 4) das Verkohlen, oder die Feuer- arbeit, und hierzu alles ſchicklich vorzurich- ten, und dergeſtalt zu regieren, daß durch den Brand die meiſten und beſten Kohlen, hingegen: die wenigſten Quandel und Brän» der erlangt werden:- Um gute Kohlen zu erhalten, muß man gutes, feſtes, derbes, ausgewachſenes, geſundes, trockenes nnd geſchältes Holz wählen„ und dieſes ,. wenn es nöthig iſt, von: dem Kohlenmeiſter gehörig geſpalten,- und in“ verſchiedene Haufen abgeſondert, auch alles anbrüchige und verlegene davon abgeſondert werden, Die Abſonderung in Haufen iſt vorzüglich nothwendig ,- indem man nicht immer Holz: von eineriey Güte,- Stärks und Alcor haben kann, und das verfohlende Feuer in die verſchiedenen Holz» arten, und nachdem ſolche in dem: Meiler angelegt worden, verſchiedentlich wirket, Auch aus ſchwächern Za>en und Knüppeln Xx 3 fann: 35D Kohle Fann man gute Koblen erlangen, wenn die Sache recht veranſtaltet wird. Grünes, im vollen Safte gehauenes, Holz ſchicket ſich nicht zum Werkohlen; es ſoll, wieman zu reden pflegt, außer dem Safte gefället, und Das darauf folgende Jahr verkohlet werden, Die Roth» und Weißbuche ge- ven die beſten Kohlen, Die Kohlen vom Cichenholze ſind zwar auch gut, verlangen aber ein ſtartes Gebläſe. Nach dieſen fol- gen der Ahorn, die Rüſter, Erle, Birke, Tanne, Fichte, Kiefer, Die Kohlen von der Linde und Tſpe ſind mürbe und leicht, Das zum Werkoßlen gehörig ausgeleſene Solz wird auf eine ſchickliche Art über ein- ander gelegt, oder in ÜTeiler geſtellt; der Lleiler oder Uiieler iſtein, in einer cir- Felrundten, ſpißigen, Fegelförmigen Geſtalt eingerichteter, Holzhaufen. Der Mittel- punkt auf der Meiterſtätte, oder dem Ort», wo der Holzhaufen angelegt werden ſoll, heißt der Bizandel, und auf dieſen wird der Quandelpfahl geſeßer, daran die viel längern Quandelſtangen gebunden, und dazwiſchen Spähne oder Reiſig, womit man den Meiler von unten bis oben anzün« der, eingeſte>ft. Der Meiler wird cirkel- rund angelegt, damit die Flamme des über- all cirkulirenden Kohlenfeuers aus dem Mit- telpunfte zwiſchen alle ſchräg aufwärts ſte- hende Holzſchichten nach außen zugleich, und mit gleicher Kraft, wirken könne. Der Meiler beſtehet aus 3 Hauptholzſchich- ren, als der unterſte aus großen Scheiten auf ihren Unterlagen z der mittlere mit klei- nern Scheitenz; und der obere, oder die Haube, aus den kleinſten, Jede Are des. Holzes wird alſo in die Runde reihenwei- ſe, von innen nach außen zu, ordentlich und feſte, in- und aus einander dergeſtalt geſeber, daß die innerſten Scheite ganz ge ade an den Duandelpfählen, die folgenden Kohle aber etwas ſchräger zu ſteßen kommen, Die Zwiſchenräume werden mit allerhand ſchwa- t, und Tag und Nachr ſorgfältig Acht gegeben, daß die aufgeworfene Bedeckung unbeſchädigt blei- be, over nicht Löcher befomme, um dieſe „alsbald wieder mit friſcher Erve zu verſto- pfen, Wenn nun der Meiler unter dieſer Dee einige Zeit gut gefohler hat, werden an diejenigen Seiten, wohin man das Feuer wegen beſſerer Verkohlung Hinzuzie» hen nothig finder, Plärze oder Zuglöcher angebracht, Aus der weißen Farbe des, aus dieſen Löchern ſtoßenden, Rauches kann man leicht erfennen, daß die darunter lie- genden Kohlen noch nicht gahr ſindz3 dringt aber der Rauch blau heraus; ſo ſind ſie ge- nug verkohlet; alle Feuerarbeit muß als- dann aufhören, und der Meiler wird nun- ein zugebrannrer tlTeiler genannt, Hierauf wird die Bedeckung von Raſen und Erde nach und nach abgenommen, und eine- friſche fühle Erde wieder darauf geſtüber, wodurch der Meiler in.den Stand geſeßt wird, m SIN EIE IIIS SSS PO WME= 252022, SESIAL m, Ju ſha Manga t habe, 1. Dey Dir eig bis an (de de eh Ctanze nGanz man den 7 Wfeſiiget nat, be: ider au t Öeſtl- , Venn 6 ande (Roſen und Fag daß di 19t Dll m dies verſiv: dieſer werden an des Inzuzie 0chet, e des, ; fannt" oy die dringt ſiege : nun: ann. yu deine nb, geſch! mird, Kolbe wird, daß ſich nach 24 bis 30 Stunden die Kohlen ſelbſt löſchen, und man nach et- lichen Tagen einen völlig gedämpften t7Teiler erhält, aus welchem man die Kohlen ohne Beyſorge langen kann. Hier- auf werden die Kohlen mit einem Haken heraus gezogen, und in Leſe- und Ztebe- Foblen abgeſondert, und, wenn ſie genug verfühlet, weggefahren, Exsiſt gut, wenn man nicht mehr auf einmal heraus zieht, als man abzuführen gedenket, damit ſie nicht durch den Regen Schaden leiden; wo- bey aber auch der Meiler wieder verſtübet werden muß, damit er ſich nicht von neuem entzünde, Wenn allzu viel unverfohltes Holz übrig ſeyn follte: ſo wende? man es bey dem künftigen Brande zu Quandelkoh- ken anz; ſo nennf man nämlich die kleinen Kohlen, welche zuleßt aus dem Meiler kommen, und von den übrigen abgeſondert werden.' Kolbe, 1) der glatte di>e Kopf eines Bocks ohne Hörner, daher heißt ein ſolcher Boc>k, der von Natur keine Hörner hat, ein bhumliger, oder Folbiter Bock, Rolbenbock. 2) Die Hirſchgeweihe, wenn ſie noc< jung, und mit der rauhen Haut überzogen ſind, Daher wird ein Hirſch, ſo lange er noch Kolben, Statt des völlig. vereckten Geweihes, hat, ein Rolbenbhirſch, und diejenige Zeit, da die Hirſche ihr Geweihe abgeworfen haben, und, Statt deſſelben, nur Kolben tragen, (welche Zeit vom Ende des Märzes bis zum Anfange des Jul. geht,) die Rolbe- zeit genannt. 3) Das hinterſte dicke En- de des Schafts- an einem Schießgewehr, woran man beym Schießen den Backen anlegt. 4) Cin beſchnittener Fichtenbuſch, wie eine Pyramide, bey welchem allerhand Bögel auf dem] Lein gefangen werden, 5) Kolbe 35T Die büſcheligen Saamenähren einiger Ar- ken der Hirſe heißen Roiben, Hirſefol- ben, zum Unterſchiede von den zottigen Riſpen andrer Arten, Daher wird jene auch Tolbitze oder Rolbenhirſe genannt.. 6) Die walzenförmigen Käßchen gewiſſer Schilfgewächſe führen. den Namen Zol- ben, z. B. die Rohrkolbe u, dgl. Jun der Botanif abey nennt man überhaupt Kolbe, Spadix, diejenigem gehäuften Blumen, deren gemeinſchaftlicher Boden, auf welchem die Blümchen ſißen„ mit einer Scheide umgeben iſt, Kolbe, Kolben, ein gewiſſes rohr- oder ſchilfartiges Gewächs, in Sümpfen, Gräben, Teichen und ſtillſtiehenden Wäſ- ſernz LTarrenkolben, Rohr- Teich- Turtel- Waſſerkoiben, Kolbenrohr, Niederſ. Dier- oder Durküle, Pnlsk, Puwpstenle, Schmackeduſe, Ty» pha.- Man kennt hievon nur zwo Arten, weldye mehrere Jahre aushalten, 1) Großer breitblätrritger, oder einfacher Kolben, T. latifolia L. Der Stengel 6--8F, hoch, Bitter; über 3 F. lang, die untern haben einen ſchei- denförmigen Anfang, Der Stengel en- digt ſich nur mit einem ſchwärzlichen Käß» dien oder Kolben. So lange die Kolbe jung iſt: hat ſie eine grünliche Farbe, her- nach wird ſie kaſtanienbraun, und endlich gar ſchwarz; der obere Theil fällt ab, und der untere bringt hernach den Saamen, welcher auf wolligen Stielen ſißt, und endlich vom Winde zerſtäubet wird. 2) Rleiner, ſchmalblärteriter, oder doppelter Kolben,'T, angutſtifo- lia L,, wächſt mit der vorher gehenden Art am einerley Orten, iſt aber ſeltener bey uns. Scengei: niedriger, höchſtens 4 F. hoch, iſt aber feſier und binſenartig, Blärrer: ſchmä- 352 Kolben ſchmäler und härter. Der Stengel trägt 3 von einander.abgeſonderte Kolben, Die Wurzeln dieſer Blätter ſollen von Einigen zum Sallat gebraucht werden. Der von den Wurzeln bereitete Trank ſoll den Blutſluß der Weiber ſtillen, Die Blätter der erſten Art pflegen die Wilden in Amerika zu weben oder zuſammen zu flechten, und längliche Kränze daraus zu machen, die ſie den Pferden. um den Hals hängen, um zu verhindern, daß.der Hals der Pferde beym Ziehen nicht beſchädiget werde. Die um den Saamen liegende -Woke gebrauchen ſie, Statt der Federn, zu Betten, welches auch bey uns von.at- men Leuten geſchiehet 3 es iſt aber dieſe Wolle nicht allzu geſchickt zu ſolchem Ge- brauch, weil fe.leicht in Klumpen'zuſam- men fallen, und eine Wulſt machen kann, Wenn dieſe Kolbenwolle mit einem mäßi- gen Zuſaß von Haaren und andrer Wolle verſeßt wird; erhält.man daraus einen gU- ten derben oder locfern Filz, oder eine gU- (8 Watte zu Decken und Unterfutter, Die- ſe Wolle mit Schweinſchmeer vermiſcht und übergeſchlagen, iſt än Brandſchäden dienlich. Die Wolle iſt dem Rindviehe ſchädlich, doch frißt dieſes, wenn es hun- grig iſt, die jungen Blätter. Die Blätter werden von den Faßbindern over Bött- hern zu Einlegung und Verſtopfung der Dauben und Bodenſtücke an den Wein- und Bierfäſſern gebraucht, daher auch die- ſes Gewächs mit Fleiß an einigen Orten gebauet wird» Es kann auch, Statt des Holzes, zur Feuerung„gebraucht wer- den, Kolben, bey der Waſſerkunſt. Die- ſer giebt es zwoerley Arten 3 die eine wird bey Saugwerken, die andere aber bey Druckwerken gebraucht. Beyde beſtehen Kolik aus eylinvriſchen Stücfen, welche an einer Stange, die man die Druck- oder Kol- benſtantge heißt, befeſtiget ſind,.und in der Kolben- oder Stiefelröhre auf- und niedergehen. Bey den Saugwerken iſi "der Kolben hohl, und ein Ventil; bey dem Druckwerke aber iſt er maſſiv, und aus Metall oder Kupfer, und.qus runden Scheiben von Spundieder zuſammen ge- ſekt. Kolbenbub, Roltbenzug, dies jenige Höhe, auf.welche der Kolben vurch Waagbalken, oder durch; Kurbeln gehoben wird, z- B. auf 3 Schuhe hoh. Rol- benröhre, Stiefel, diejenige Röhre, in welcher der Kolben auf- und niederſtei- get, und entweder durc< Saugen.oder Drü- den, oder durch beydes zugleich, das Waſ- ſer in die Höhe treiber. Rolbenſtange, Druckſrange, die eiſerne Stange, woran der Kolben befeſtiget iſt, und die entweder 'an einem hölzernen Waageboalfen, oder au einer Armſtange,„oder Kurbel hänget, Kolik, Bauchgriminen. Die- Fer Zufall iſt gemeiniglich mit Verſtopfung verbunden, und wird daran erkannt, daß vas Pferd unruhig iſt, immer zur Seiten ſieher, ſich windet, nicht freſſen will, mit Füßen ſtampft„oder ſich in ſeinen Stand binwirft. Man bemerkt es ebenfalls var» an, daß das Pferd entweder gar nicht, oder ſehr hart gemiſtet hat. Um ihm Deffnung zu verſchaffen, giebt man demſelben folgen- des Klyſtier: Man nimmt 4 Pfund war» mes Waſſer, löſet darin 2 bis 3 Hände voll Salz auf, miſcht 4 2oth fein- oder Baum oder Rübsl darunter, und ſeßt es dem Pferde, mittelſt einer Spriße, oder eines andern Junſiruments. Sollte dieſes Klyſtier keine Erleichterung verſchaffen: ſo muß man dem Pferde ein halbes Pfund Oel, mit eben ſo viel warmem Bier ver- miſcht, > DUN et Zel „ und ie vf: und erfen if vey dem und aus Widen NNN As Vi N die vn durch in gehoben 1. Dol: x Kehrt, Aſie 1. Ds vs Daf ena nge, NOCH NENN en vy ang ei. Berſon fannt, 1 zur Gim 1,0, m nen Gran nfalls bar nicht, ode Oeffnung en folgen fund war 3 Hände (ein? od md ſh rige, ew lte di Koiler miſcht, eingeben, und das Klyſtier ſo oft wiederholen, bis es Oeffnung bekfömmt . und ruhiger wird. Hat man keine Gele- genheit zu Klyſtieren: ſo ſekt man dem . Pferde eine Stechpille, von der Größe ei» ner kieinen gelben Wurzel, welche aus 1 Zoth grüner Seife, ein wenig Salz und Mehl beſtehen muß, Dieß knätet man in einen Teig, ſteckt es dem Pfexde in den - After, und es bleibt ſüßen, bis die Oefſ- „nwng erfolgt. Mittlerweile gießt man dem Pferde viel laues Waſſer in den Hals, wenn es ſelbſt nicht trinfen wollte. Hat „das Pferd Kolik von Winden, und iſt der Baud) ſehr ausgeſpannts ſo behandelt'man es auf dieſelbe Art, wie vorhin, nur mit dem Unterſchiede, daß man, an Statt - Bier, F Pfund Branntwein mit dem Dele eingebe. Helfen dieſe Mittel nicht innex- Halb 2 bis 3 Stunden: ſo muß das Pferd mit Aderlaſſen und Klyſtieren behandelt „werden, Hat ein Pferd die Kolik ſehr ſtark «gehabt: ſo befömmt es ſie leicht wieder z; um dieſes. zu verhüten: muß man. dem Pferde, nach überſtandener Krankheit, ei- nige Tage des Morgens ein Loth gepulver- te Enzianwurzel oder Wermuth, und eine gute Hand voll Salz zwiſchen dem kurzen Futter zu fveſſen geben, Koller, eine Krankheit der Pferde, beſtehet in einer Art von Dummheit oder - Zollheit, womit das Pferd befallen wird. Man hat den Namen Koller zwo ganz ver- „ſchiedenen Krankheiten beygelegt. Den ei- “nen hat man den ſtillen, und den andern - den raſenden Koller benannt. Bey der er- ſten Art hängt das Pferd mit dem Kopfe, oder läßt ihn auf der Krippe ruhen, geht gerade vor ſich weg, ohne ſich umzuſehen z3 die Augen ſind dumm und wild, ſo daß das Pferd nichts ſehen kann, und auf keinen Vet. Regllexicon 111, Theil, Koller 353 Gegenſtand Acht giebt, der ihm vorkom- men oder begegnen könnte. Jm Stalle es ſein Futter, läßt es aber aus dem - Maule in die Krippe fallen, Es beginnet ſeine Worderbeine übers Kreuz zu ſeßen, „und bleibt in dieſer Stellung ſtehen; die- ſes iſt das gewöhnlichſte Kennzeichen, wel- ches auch. die Grobſchmiede gebrauchen, um ſich von der Gegenwart dieſer Krank- heit zuüberzeugen. Cs geht in ſeiner Ver- wirrung mit dem Kopfe gegen die Mauer, läßt ſich platt auf die Erde fallen, oder wirft ſich) hinterwärts aus ſeinem Stand. Die ſe Krankheit wird ſchwerlich und ſelten ge- hoben, wenn man nicht früh genug Hülfe anwendetz denn iſt ſie erſt ein halbes Jahr alt: ſo iſt ſie beynahe unheilbar. Doch verſucht man es, wenn der Koller nicht zu alt iſt, auf folgende Art: Man giebt dem . Pferde wenig zu freſſen, bis es für Hun- ger ohnmächtig wird. Auf einer Hand voll Kleyen oder Haber giebt man ihm zweymal des Tages eine gute Hand voll Salz, und ſieht zu, daß es genug zu ſau- fen bekommt. Man zieht ihm Haarſeile „an der Bruſt, an beyden Seiten des Na- kens, und an beyden Hinterſchenkeln, läßt es in die friſche Luft kominen, oder man hält den Stall ſehr luftig. Allzu warme und feuchte Ställe, wodurch) die Lungen geſchwächt, und das Blut nach dem Kopfe getrieben wird, und die ſchlimme Gewohn- heit, das Pferd zu lange mit dem Stricke um den Hals ſtehen zu laſſen, wenn man ihm zur Ader laſſen ſoll, ehe die Ader gedſf- net wird, geben Gelegenheit zu Dieſer Krankheit. Wey andern entſtehet. ſie von einer Verengarung oder Zuſammenziehung der Gevärme, wodurch der freye Umlauf des Bluts in dieſen Theilen, die fo viele und große Adern haben, verhindert wird, „und dieſes daher in größerer Menge-nach Yy den 354 Kollex den Kopf und die Lungen, wo es nicht fo ſtarken Widerſtand findet, hinſiröhmet, Tolle Pferde haben gern eingezogene Sei- ten, auch iſt ihr Miſt trocken. Im Kol» ker von der erſten Urſache ift alles, wodurch das Blut vom Kopf abgeleitet, und deſſen Umlauf durch die Lungen erleichtert wird, nüßlich, darum nimmt man dem Pferde eine gute Portion Blut ab, und läßt es im Sommer in der freyen Luft auf dem Oraſe leven 3 muß man es aber auf dem Stalle laſſen: ſo muß in demſelben eine Zugluft angebracht werden, damit die zuft beſtändig fühl ſeyn und erneuert werden fönne, oder man muß es unter einem vſfe- nen Schauer|tehen laſſen. Man gebe iym nur weniges, aber nährendes, Futter, dech nie Heu. An beyden Seiten des Halſes, nahe am Nacken, muß man eine Schnur unter der Hauf durchziehen, und dieſe mit Spaniſcher Fliegenſalbe beſtreichen, um dadurch den Schmerz und die Vereiterung zu vermehren. Täglich muß man dem Pferde einen Eymer Waſſer über den Kopf gießen, und es, ſo viel als. möglich, zum Trinken zu reizen fuchen 3; weswegen es nüßlich iſt, eine Hand voll Salz unter deſ- ſen Futter zu miſchen. Hat aber das Pferd einen eingezogenen Leib, und miſtet nur wenigen harten und troefenen Unrath: fo muß man, außer jenen Mitteln, auch Jaxiermittel anwenden, Man giebt ihm daher jeden Morgen, zwo Stunden vor- her, ehe es Futter bekömmt, ein 2oth fein geſtoßene Aloe, mit einer Hand voli Salz vermiſcht, deſſen Wirkung ſehr dadurch be- fördert wird, wenn man ihm in den erſten Tagen ein Klyſtier von lauwarmen Waſſer, woriun 8 Loth Küchenſalz aufgelöſet iſt, fe- Bet. Dſt laxiret das Pferd nicht eher, als am 3ten Tage, doch fährt man mit dem dayirmittel ſo lange fort, bis das Pferd Koiler matt wird, und weniger frißt, alsdann giebt man an deſſen Statt ein Pulver aus einem 4oth getrocknerem Wermuth oder En- zianwurzel, und einem halben Loth gepul- verten Auſter- oder Cyerſchalen. Den ge- ringſten Grad votz dieſer Krankheit, in wel ehem das Pferd blos eine Schwere im Ko- pfe fühlt, und leicht furzathmig wird, wenn es ſich bewegt, nennt man Döfitkeitr. Man hebt ſelbige 9ft durch Aderlaſſen, Lage yiren, und 5 bis 6mal des Tages wieder- holtes Baden des Koxfes mit kaltem Woſ- ſer, und beugt hiedurch dem Keller, zu wel» hem die Krankheit leicht ausarten könnte, vor. Ein Pferd, welches den raſenden Koller hat, iſt gleichſam wüthend, und läßt ſich nicht ohne Gefahr nahe kommen; es frißt und ſäu't nicht, wirſt ſich hin und her, ſchlägt ſich mit dem Kopf gegen die Krippe, und die Mauern, oder andere ihm vorkommende Gegenſtände, Kommt es los 3 ſo iſt es ſehr wild und raſend. Cs iſt unnüß, gegen die Krankheit irgend et- was zu verordnen, wenn ſie in einem ſo hohen Grade zugegen iſt, daß man dem Pferde nicht nahe kommen kann. Kann man zufommen, ihm am Halſe Ader zu laſſen: ſo hilft dieß zuweilen. Doch muß man das Blut bis zur Ohnmacht laufen laſſen, wenn das Pferd nicht eher ſtill wird, daß man die Ader zubinden kann, Im Fall einer Ohnmacht, belebt man das Pferd, nach Zubindung der Ader, durch Be- gießen mit kaltem Waſſer. Wird es nach dem Aderlaſſen etwas ruhiger, und hat es viel Blut verloren; ſo giebt man ſäuerliche Getränke, ohngefähr 4 Pfund Cſſig täg- lic), dieſe kann man mit Waſſer vermi- ſcyen, wenn es dieſes ſo trinken will, oder man gießt ihm den Eſſig auch in den Hals; übrigens behandelt man den Zufall als den ſtiljien Koller, doch giebt man kein Laxier- mittel, ais 2m a nnn NI «mpu (idamp (ver Dy We Ey th gepu In Wt: It, in web te im Kh ed, wenn fiat, ſſen, My 5 wieder: im Woh er ju m fünnt, kenden md, in) font, h hin und gegen die er ante Font ſend, 6 egend it einem ſt jan din Kann Ader zu 4 muß € loufen id wird, 1, Ju m das '< De: 5 na) hat es erliche g täg vermi- , oder Hals; als den koplet mitt) Koloſſ mittel, ſondern ſeßt ähm an deſſen Statt täglich 2 bis 3 Klyſriere aus warmen Waſ- fer, worinn etwas Salz aufgelöſet iſt. Wird es nach dem Aderlaſſen wiederum raſend: ſo muß man von neuem Blut laſ: fen, In dem raſenden Koller hat das Pferd zugleich) ein hißiges Fieber, die Adern des Kopfes ſind fehr ausgedehnt, und die Augen heiß und glänzend, Koloſſaliſch, rieſenförmig, wird von denjenigen Biidſäulen geſagt, die grö- ßBer und höher ſind, als die Originale ſelbſt. So müſſen auch in der Malerey alle Figu- ren, die in den Kuppeln gemalt, oder ſehr hoc: geſe8t werden ſollen, rieſenförmig ſeyn, Keine koloſſaliſche Säule kömmt in eine Säulenordnung; ſie muß ganz allein ſtehen.: Kopf, eine aus der Uferbefeſtigung Hervor ragende triangelförmige Spiße, wel- he die Gewalt des Strohmſtriches ablen- fen foll. Kopfbatnitn, bey einigen Schriſtſtel- fern Rnopfbaum, Cephalanthus L. WVon dieſer Gattung iſt nur eine Art be- Fannt, ein Nordamerikaniſcher, dauerhaf- zer, im Winter unbelaubter, und die Luſt- gebüſche ungemein zierender Blumen- ſirauch, rait einfachen länglichen Blättern, und kleinen fugelichen Blumenknöpfen, Der, wegen der Aehnlichfeit, die ſeine wohlriechenden Blumen, und ſeine Frucht mit einem fugelichen Kopfe haben, Kopf- oder Knopfbaum genannt wird. Er ex- trägt unſre Winter 3 in dem erſten Jahre aber müſſen die jungen Pflanzen gegen die Kalte verwahret, und nach gerade an die- ſelbe gewöhnt werden. Seine Saamen- förner aber werden hier niemals reif; da- Her der Saame aus England verſchrieben Koppelj 355 werden muß, Man kann aber ven Baum auch durch Abſenker vermehren. Junge Zweig2, im Herbſte abgeſenkt, pflegen ſchon im Herbſie des folgenden Jahres bewurzelt zu ſey, und können dann-ſo- gleic) förmlich verpflanzt werden, Auch abgeſchnittene junge Schüſſe, wenn ſie im Herbſte auf eine feuchte, fette, leichte und ſchattige Rabatte geſteckt werden, pflegen ſich zu vewurzeln, daß man alſo den Kopf- baum gar bald in Menge vermehren kann. Der Stamm erreicyet eine Höhe von 6== 7 FS. hod). Kopfſteine, Steine, welche in einer Mauer vor der andern hervor ſtehen, Kopvel, Kuppel, Feſſel, der Strick, mit dem ein oder zwey Pferde:.an den Füßen auf der Weide ſo geſpannet wer» den, daß ſie nur fortſchreiten, aber nicht laufen fönnen. Eine Roppel Pferde oder PferdeFoppel nennt man die Pfer- de der RoßtäuTher, welhe Stüc für Stü hinter einander nach der Reihe mit Stri- «Fen und Halftern verbunden ſind, und auf ſolche Weiſe zu und von den Roßmärkten hin- und abgeführet werden, Koppelhut, Koppeltrift, Kop- Pelweide, 1) das Necht der-gemeinſchaft- lichen Hut und Weide. 2) Derjenige Ort, wo mehrere das Recht haben, ihr Vieh gemeinſchaftlich weiden oder hüten zu laſſen. Es leidet allemal das Vieh; oder der eine oder der andere Theil der Hu- tunggintereſſenten bey der gemeinſchaftli- e Land von mittlerer Größe, welche keinen Gar- ten vorſtellen, eine Koppel, es diene zum Feldbaue, oder zur Weide, oder auch zum Anfluge des Holzes. Hievon heißt die Koppelwirthſchaft eine ſolche Einrichtung, wenn man eine gewiſſe Landesſtre>e in ver- ſchiedene Koppeln(Schläge oder Reviere) theilet, und den Acker nicht immer als Acker, ſondern eine Zeit lang zur Weide für das Vich, oder Statt der Wieſen zum Heugewinnſte, und dann wieder als Acker nußet, Es iſt ſolche Koppelwirthſchaft in Hollſtein eine der älteſten Beſtellungsarten des Ackers, auch vor einiger Zeit in Mek- lenburg eingeführet worden. Man legt hiebey zum Grunde, daß ein Acker, der eine Zeit lang in Ruhe gelegen, beſſeres Getreide trägt, ſich merklich von einem Acker, der nie in Ruhe liegt, ſondern all- jährig beſtellt wird, unterſcheidet, und mehr Garben und Körner einbringet, Liegt ver Acker zu lange in Ruhe: ſo verringert ſich ſein Ertrag in der Weide; dos gute Gras verliert ſich, und artet nach Beſchaf- fenheit des Bodens in zu kurzes und zu dünnes Gras, in gehäßige Unfräuter, in Moos und dgl. aus, daß es alſo dem Acker guk iſt, wenn er wieder aufgebrochen und mit Getreide begattet wird. Man har dieſe Wirthſchaft auch in den magern oder ſchlechten Sandgegenden bewährt gefunden, und je größer j? beſſer der Boden iſt, deſto einträglicher wird die Weide in den Ruhe- jahren des Akers, Cs kann dieſe Wirth- ſchaft aber entweder vorzüglich für die "Viehzucht, oder für den Aerbau einge» richter werden- Bey einer Wirthſchaft, Koppelw deren vornehmſter Betrieb der Aerbau iſt; gründet ſie ſich auf Regeln, in wie weit ſolcher zu erweitern oder einzuſchränken iſt, um den gehörigen Viehſtand zu erhalten, Sie giebt alſo die eigentliche Größe des Ac>erbaues, ſchränkt denſelben nur in ſo weit ein, als es die Regeln der Verbindun- gen des Viehſtandes mit dem A>erbau ex- fordern, Man theilt den Aer, den Umſtänden nach, zuweilen in 7, 8,9, 19, 11, 12, auch wohl 13 und 14 Schläge oder Kop» peln ab. Welche von dieſen Abtheilungen die beſte ſey, läßt ſich vor Unterſuchung des Feldes nicht allgemein beſtimmen, weil ſolches von der Gute des Bodens, von den vorhandenen Wieſen, von der Lage des Feldes, und noch von manchen kleinen Umſtänden abhangt Eine Art Cinthei» lung hat vor dex andern beſondere Vorthei- le. Bey dieſer iſt die Abtheilung für die Weide des Viebes größer, bey jener klei- ner; da hingegen für den Ackerbau größer 3 dieſe erfordert daher auch mehr Beſtellungs» arbeit, jene weniger- Daher zieht der Landwirth oft eine Cintheilung der andern vor, wenn ſie ihm zu ſeinem Zweck diene licher ſcheint, ob er gleich bey dieſer Art Eintheilung etnige Wortheile entbehren muß, die eine andre Abtheilung mitbräch- te, doch aber dem Ganzen ſeiner Wirth» ſehaft nicht ſo angemeſſen wäre. Um aber Viehzucht und Ackerbau ins Gleichgewicht zu ſeßen, iſt es eins der weſentlichſten Stü- ee bey Eintheilung der Schläge, daß der Acker die gehörige Ruhe habe; und in An- ſehung der Weide hat man dahin zu ſehen, daß das Zug- und Haushaltungsvieh im Sommer mit reichlicher Nohrung, ſo wie es nach Maaßgabe des von den Wieſen zu ergebenden Vorraths im Winter verſorget wird, .s SIR CS NIERE SEEN 2222 107 ZUUUE IN„II€ SEE PE EPG OTTEN SS LIUUUE au" vie weit fen|, erhalten, (ße des wr in fp rbindun erbaut: Nftänben 990, der fyp ellungen uhunz men, weil , bon den (age des n flehen Eintheb Borth 9 für dit ener f(t 1 größt) 7ellungt! jeht dit ander! ed dien jeſer At ntbehre (tbräch: Wirth- m aber gewicht nEti aß der in An* ſehen, ieh jm ſo wie eſen zu ſorge wird) Koppel wird, durer nach Verſchiedenheit ſeiner Güre, nach 43 und ſelbſt der graswüchſige Bo- den, nach 5 Jahren, in der Weide nicht mehr einträglich bleibt, und dieſe iſt auf Sandfeldern noc< eingeſchränkter, da ſie nach dem 3ten Jahre Brahmen, Bocks- bart, oder auch wohl Heidekraut, ſchon wieder hervor bringen. Mit einer. kürzern Ruhe aber, als dieſer, wäre dem Acer Auch: die Ruhe des wnmüärrran= meren nzz ee TT TTT Koppelw 357 wenig geholfen, auch das Unfraut wenig 'oder gar nicht vertilget. Cbemw ſo findet man, daß das Getreide nicht mehr gut loh- net, wenn der Aer nach der Ruhe vier Saaten, oder nach derſelben 5, und nach darauf erhaltenem Dünger 3 Saaten getra- gen hat- Fände man aber Vortheile bey einer verlängerten Dauer der Saaten: ſo ſind die Schläge darnach einzurichten, und aufs neue zu düngen. Dieſe Fälle ergeben nun, wie viele Theile, und in wie weit ſolche darnach größer oder kleiner gemacht werden müſſen, um den, nach Förderung des Pflanzenbaues und möglichſt zu halten» den Viehſtand, dem jährlichen Durchſchnitt bey guten und Mitteljahren gemäß ſich er- gebenen Wintervorrath feſt zu ſeßben. Acker und Weide ſieht man als eins an, und theilt denſelben ſo ein, daß jährlich davon ſo viel in dex Weide liege, als zur Ernäh- rung dieſes ſich ergebenen Viebſtandes im Sommer nöchig iſt; beſtimmt hernach) gleich große und mehr oder weniger Theile, und läßt dann, nah gehöriger Ruhe, alle Theile bald zum Kornbau„ bald zur Wei» de für das Vieh, mit einander abwechſeln. Bey dieſer Beſtimmung ergeben ſich dann alle Theile, die ſich zu dem Wiehſtande und der dazu: erforderten Weide, mithin zum Duüngervorrath, und dem davon abhängen- den Ackerbaue, am ſchiclichſten gegen einander verhalten. Es haben 9 Theile die Eigenſchaft, daß bey ihnen der Kornbau und die Wiehweide von gleicher Größe iſt, da 4 Schläge jahr- lich bebauet, und 4 zur Weide liegen, ein Theil aber jährlich aus der Weide genom- men, und zum Kornbau angeſchickt wird, Bey einex Wirchſchaft, wo die Heugewin- nung mit dem Kornbaue ſich ſo ziemlicly gleich fömmt, und aufeinem nicht zu ſchlech- ten Felde iſt ſie vecht ſchilich anzubringen. Yy 3 Zur 358 Koppeliw Zur Ruhe dieſes AFers ſind bey dieſer Ein- heilung 4 Jahr nöthig, und binnen dieſer Zeit kann ver Boden Weide für das Vieh ſchaffen. Der hiebey ſich findende Dun- Koppeltv gervorrath kann auc«auf dem Brachſchla- ge in gutem Verhältnitz angebracht werden, Ihre Ordnung wäre dieſe, die nach.y Jah- ren von neuem wieder angefangen würde: L GSE PR 11.285 0.1.54 186 DE 148 1196604 88/0 Del 18 Tie HOSE Brache.| Roggen.| Gerſte.| Erbyen.| Haber.| Weide.| Weide.| Weide.| Weide. Roggen.| Gerſte.| Erbſen.| Haber.| Weide.| Weide. Weide.| Weide.| Brache.| Gerſte.| Erbſen. Haber.] Weide. Weide.. Weide,| Weide, Brache.. Roggen. Erbſen,| Haber,| Weide.) Weide. 4 Weide.| Weide.| Brache.) Roggen.) Gerſte. Haber.| Weide.| Weide.| Weide.| Weide.| Brache.|Roggen,| Gerſte,| Erbſen. Weide.| Weide.| Weide.| Weide.| Drache.|Roggen.| Gerſte.| Erbſen,| Haber.| Weide.| Weide. 1 Weide,| Brache. i Roggen.| Gerſte. 4 Erbſen. 1 Haber,| Weide,| Weide. j Weide.| Brache.| Roggen.| Gerſte. 9 Erbſen.| Haber,| Weide,| Weide.| Weide.| Brache.|Roggen.| Gerſte.| Erbſen.| Haber.| Weide.| Weide.| Weide,| vi Auch 7 Schläge haben dieſe Eigenſchaft, doGQ mit minderm Vortheil, als vorige, mit der Veränderung der größern Brache. Sie giebt zu Anbringung des Düngers Ge- legenheit, und fann bey hinlänglichem Wie- fenvorrach gut angebracht werden. Wenn die Heugewinzung, die bey 9 und 7 Schlägen als hinlänglich voraus ge- fest.worden, eingeſchränfter wird: ſo wird man 31 Schläge wählen müſſen, Eilf Schläge geben ungedüngt 2, und nach ge- düngter friſcher Brache 3 Saaten, und 4 Schläge zur jährlichen Weide ab. Bra- ee und Weide iſt bey dieſer Eintheilung Fleiner ſie iſt aber bey eingeſchränftem Wieſenvyorrath ſchicklich, zu dem kleinern Viehſtande die Weide in Verhältniß zu ſe- ßen, und.erſeßt das, was hiecin abgeht, Durch den vergrößerten Aferbau- Wäre der Heumangel noch größer; ſo.würde man mit der Anzahl der Schläge noc) höher hinauf gehcn, und 12=-33 Schläge ma« k: ten Kornhaufen umwirft, oder umſchippet, Frieden ſie an den Wänden in die Höhe, Fommen aber bald wieder in das Getreide" zurück, welches den andern Tag berall wieder mit einer ſeidenen Watte überzogen iſt. Gegen Den Herbſt kriechen dieſe Rau- pen an den Wänden der Kornböden hinauf, freſſen ſich in das Holz der Balken und des Sparrwerks ein, und verwandeln ſich zu Puppen oder Nymphen, in welchem Zus ſtande ſie nun nicht ſchaden- Im May und Jun. des folgenden Jahres aber ver- wandelt ſich dieſe Puppe in einen'Nacht- vogel, und wird zur Motte mit 4 Flügeln, die unterwärts viel breiter, als oben, ſid, Ihre weißgraue Oberflügel prangen im Sonnenſchein mit einem ſchönen ſilberfar- bigen Glanze. Dieſe kleine Abendſchwär- mer fliegen in gedachten Monarhen um die Kornböden herum. Sie kommen häufiger Herbey geflogen, wenn die weichern und“ feuchtern Körnchen bey heran naheuder Wärme in eine innere Bewegung gebracht werden, bey den rege gemachten Vegeta-. tionsfräften zu keimen anfangen, und da- bey einen ſäuerlichen Geruch durc< den ganzen Kornhaufen verbreiten; Die Korn» motten fliegen nun ſo angeloct herbey, ie- zen in die Körner ihre Eyer, wovön ſie 2, 3, 10,]ja bis 69 Körner, vermittelſt eines' zähen Schleims, ankleben, und ſterben“ Hierauf, Aus den Cyern Friechen, nach; dem Grad der Luftwärme, oder derjenigen, die von dem angehäuften Korne ſelbſt ent- ſteht, in wenigen Tagen, di-' oben erwähn« ten kleinen blaßgelben Würmchen mit ro- z them = EE EREN arts KUSCH SUNG 1m 00mm BEIER ne. E55- mE EIE 362 Kornw them Kopf, in Geſtalt von Raupen, aus. Dieſe zernagen die zarteſten Theile, freſſen ſich in das Korn hinein, und laſſen eine Menge, aus kleinen Mehltheiten befiehen- de, weiße Kügelchen zurüs, mit welchen ſie, wenn ſie dieſelben durch untergemeng- tes Veſpinnſt zuſammen gehängt haben, die Defſnung des Korus allemal bedecken. Ge- gen den Sept,, auch wohl ſchon im Aug., zwenn ein ſolcher Wurm ſeine völlige Größe erreicht hat, hängt er ganze Klumpen von Körnern zufammen, die er nach und nach ſämmtlich aushöhlt, und'wo er, Statt des Nehles, nichts als ſeinen Unrath zurück fſäßt- Die tiefer liegenden, obſchon nicht angeſreſſenen, Körner geben ein übel ſchme- Fenves Mehl und Brodt. Im 96 St. des Hann6v. Maaz. v. IJ. 1786. empfahl Hr. Wohlers das öf- tere Umſtechen des Getreidehaufens, als das ſicherſte Mittel zur Vertilgung dieſes weißen Kornwurms. Er verſperrte hie- mit den Wcg zu ſeinen Winterwohnungen z er ließ durch tägliches Umſchippen des „Korns dem Wurm keine Ruhe noc) Raum zum Einſpinnen, und ſv ward er durch den jedesmaligen Verluſt ſeines Geſpinnſtes ſo entfräftet, daß er zuſammen ſchrumpfte, und zwiſchen dem Getreide zuleßt: todt lie- gen blieb. Damit aber auch kein Wurm gus vem Fruchthaufen entweichen möchte, wurde um denſelben und um die darin auf- ſtehenden Ständer, Schorſteinröhren u, 1. f. ein Kreis von Theer gezogen, worin diejenigen, die hindurch wollten, ihr Grab fanden. Auf ſolche Weiſe ward von den Kornwtiemern eines der größten Kornma- gazine im Lande, welches aufs ſtärlſte von dieſem Inſect infieirt war, dergeſtalt ge- ſäubert, daß im zweyten Jahre da mit Mühe ein Wurm geſucht werden mußte, Kornw wo ſie doch vorher mit Schaufeln konnten zuſammen geſchoben werden, 2) Der braune oder ſchwarze Koty« wurm, iſt ein Rüſſelkäfer, der mit einer, nach Proportion ſeiner Größe, länglichen Schnauze, mit zwo hornartigen Flügelde- &en und zween dünnhäutigen Flügeln ver- ſehen iſt, Er hakt, wie die vorher beſchrie: bene Kornmotte, während ſeiner Lebens- zeit, drey Werwandlungen, Die aus deſ- ſen Eyern ausgekrochenen Würmer zerſreſ- ſen das Getreide ſv gut, als ver durch die Verwandlung daraus gewordene Rüſſelkä- fer ſelbſt, nur daß er kein Geſpinnſt, wie die Kornmotte, zu machen pflegt. Man unterſcheidet den rothen und den ſchwarzen Kornwurm. Der rothe Korn- wurm, Sruchtrüſſeltäfer, hat anz fänglich eine weiße Farbe, wird aber mit der Zeit immer röther, und bohret in die Fruchtkörner ein Loch, und in jedes derſel- ben legt er ein Cy, damit die ausfriechen- den Jungen darin Nahrung und Plaß ge- nug, bis zu ihrer Verwandlung, finden mögen. Er iſt ohngefähr von der Größe einevLaus oder eines Flohes. Der ſchwar- ze Kornwurm, Rorn- oderen, und trägt den Kopf und Rüſſel niederwärts ge- bogen. Er iſt auf den mehreſten Getrei- defeldern, inſonderheit auf den Haberfei- dern, anzutreffen, iſt aber auch in den Materialläden und auf den Kornböden nicht ſelten, Du Hamel hat bemerkt, daß ſie die Wärme ſehr lieben, weil ſie nicht „nur ſelbſt, wo ſie ſich in Menge auf eine Stelle verſammeln, eine Wärme verurſa- t ſind, den: Strohdächern ungemein, da ſie das Stroh hervor ziehet, um Körner in den. Aehren zu ſuchen... In wenig Tagen ſieht man zuweilen die Dächer eines Dorfs meiſt: ganz. zerriſſen, oder gar bis auf die Sparren entblößt.| Rap“ Krähenfuß, Grävinne, venfuß, Schlangenzwang, Herz: gras, Schweinskreſſe, Coronopus. Die Pflanze wächſt bey uns an den Wegen, blühet im Sommer, und ſtirbt im Herbſte ab.. ZBlärter;: der Länge nach federartig eingeſchnitten... Srucht: ein fleines, brei- tes Schötchen„ der Griffel fällt ab,.. a bey Ju ven Kort: ns, Hos| loten oder eſhuttet, lang zu NU(40 1 Wſhied elec Km, daß Wt vb | enim, nv, ved, ht,(ymry , 2) Ofr: fe bey un gb „R hoo ond, eQ fe) » Ihre, in) e Füühent genu) Fü frihe niſt y, fige gem im Dinty, ent heeft mein, N ſ 1 Fm| ME (nes Dos his auf die =. IRENE ALLEINE A ITDIE Sü Krammetsv - has: Schöthew erhält eine nierenförmige - Geſtalt, hat. 2: Fächer, und" in jedem Fa- dnete Chereſchen- und Wachholderbee- ven, welche einen Tag zuvor in warmem Waſſer aufgeweicht ſind, vor. Von die- item leßten Futter bekommen ſie einen wil- den Krammetsvogelgeſchmack, Nunmehr aber dürfen ſie feinen Tag länger fißen, Kran vamikt ſie in ihrem Fette nicht erſtikens es „wird ihnea alfo am folgenden Morgen der -Kopf mit dem Daumen eingedrückt, wenn man ſie nicht lieber in Dohnen einhängen und erſticken laſſen will. In Gegenden, wo dieſe Vögel häufig gefangen, und nicht mit Vortheil verkauft werden können, pflegt man ſie zum fünſti- gen Gebrauch in Zſjig einzulegen. Wenn ſie gerupft und ausgenommen ſind, werden ihnen die Beine und Köpfe weggehacket, - und wenn ſie rein ausgewaſchen ſind, wer- den fie am Spieße halb gahr gebraten, zu- gleich ein wenig geſalzen und mit Butter beſtrichen. Hierauf legt man ſie in ein Fäßchen, welches inwendig mit Eſſig wohl benest, und in daſſelbe eine Bodenſchicht von dorbeerblättern, nebſt grob geſtoßenem Gewürze, gethan worden, ſchichtweiſe, ſo, daß mit den Blättern, nebſt dem Gewürz und. den Vögeln abgewechſelt wird, Die- „ſes Fäßchen ſpündet man oben zu, bohrt ein 2och in den Deckel, damit ein Zapfen darein geht, macht Eſſig, ſo viel man be- nöthigt iſt, heiß, läßt ihn wieder falt wer« den, und gießt ihn ſodann durch dieſes Loch zu den Vögeln, ſeßt ſie an einen kühlen Ork, und wendet ſie alle Tage fleißig um. Kran, Kranich, ein hohes Gerü« ſte, welches oben ein hervor ragendes Stuck Holz hat, das der Schnabel genannt wird, weil es einem langen Kranichſchnabel glei- het. An dem Ende dieſes Holzes iſt eine Rolle befeſtiget, durch deren Hülfe man allerley Laſten in die Höhe, und von dieſer in die Tiefe bringen känn. Man ziehet z- B, bey einem Baue Zimmerſtücke oder Luadern in die Höhe, und aus den Schif- fen werden die Waaren mit dem Kranich auS- und eingeladen, Kra- en Netzen der Wet win | Einhängen ip fr eil verfugt jm fünfte jen, Wen d, werden gebadet, ſind Wet: ea, Al: mit Dutter BIE (Cg wel Werſchilt 0 giſtohinen Om dem Gini) wird, Div "u, aht fein Zipf viel man ke ver Falt Itt h dieſes loch non fühlen ge fehl ohes Oetie ves Cult ann wid, „abel glei eg iſtein (ilfe man von dieſe an ziehe ade der „Eh y Kron [50] SEL neger NET Sf EE Kranich Kranich, ein bey uns ſehr gemeiner Zugvogel, welcher zeitig zu uns kömmt, und ſchr ſpät zurück ſFreicht, Sein Ge» ſchrey iſt von allen Vögeln das lauteſtez iſt man ihm nahe: ſo wird man von dem Ge- ſchreye faſt übertäuvet.- Werden die Kra- niche bey ihrem Weiden oder Geſräße, wo- bey ſie ſtille ſind, von irgend einer Seite - beunruhiget: ſo pflegt allemal derjenige un- ter ihnen, der die Gefahr am erſten wahr- nimmt, 2ärm zu machen, und fogleich fliegen ſie alte in größter Eile davon, Sie , nähren ſich von der Saat und von Körnern, baher ſie in großen Schaaren auf die Frucht- felder fallen, und fie abfreſſen 3 außerdem nähren ſie ſich auch von Gras, Kräutern, Würmern, Inſeeten, Eidechſen und Mu- feheln. Jhre Verheerungen der Felder ge- ſchehen gewöhnlich ſpät in der Nacht, und kommen ſie auf ein Kornfeld: ſo treten und fiampfen ſie es dergeſtalt zu Boden, als vob eine große Schaar Menſchen darüber gegangen wäre. Dieſes geſchiehet mei» ftens da, wo Brücher und tiefe Lachen ſind, in oder bey welchen ſie auch niſten, und am meiſten zu Hauſe ſind, Dem Weizen und der Gerſte thun ſie den größten Schaden. Man findet daher in Mylius Corp. Con- Nit. March. ein fön, Preuß, Edict d.d. Bertin, d. 3, Oct. 1723, nach welchem Jedem erlaubt iſt, Kraniche zu ſchießen, ingleichen eine Deeslaratiomw d. d. Berl. d, 22. Dec, 1728, daß wilde Gänſe, Kra- niche, Reiher u.ſ.f, zu aller Zeit geſchoſſen werden können, Wenn dieſe Vögel im Frühlinge zeitig zu uns kommen: ſo erwarfket der Landmann einen fruchtbaren Sommer und angeneh- men Herbſt; bleiben ſie aber mit ihrem Deſuche lange aus; ſo vermuther man ein unfreundliches Frühjahr, Wenn ſie ſrüh- Sauermann 14m meer Bier ger ae ÄEEE ig Kranich 3675 zeitig und in großen Haufen im Herbſte davon ziehen, ſoll ſich der Winter bald eine ſtellen, weil es ein Zeichen, daß die Kälte in den nördlichen Gegenden ſchon eingefal- len iſt z wenn ſie aber ſpät und nur in klei» nen Truppen ziehen, hat man ſobald keine Kälte zu fürchten, Man ſagt auch, wenn ſie hoch und ſtillſchweigend, ohne Geräuſch, fliegen, daß dieſes eine ſchöne Witterung verfündige; wenn ſie aber niedrig und ohne Ordnung ziehen, auf der Erde öſters ausruhen, auch im Fluge ſchreyen, ſoll dieß alsdann Regen und Ungewitter an- zeigen. Bey den Römern wurde der Kranich für ein Leckerbiſſen. gehalten, welcher nur auf große Tafeln gehörte, So viel iſt gewiß, daß der junge Kranich dafür anzunehmen z der alte aber wird am Bratſpieße fein mür- ber genießbarer Braten 3 wie dieſer aber doch zu einer ſehr nährenden Suppe anzu» wenden ſey, wird in der H, 113. Th,[. S. 498, gelehret, Die rechte Zeit des Kranichfanges iſt um Jacobi oder furz hernach, und währt fo lange, bis es falt zu werden anfängt, Wo ſie ihre gewöhnliche Nuheſtellen haben, macht man tiefe, aber enge Gruben, wirſt Oetreide, oder was ſie ſonſt gern freſſen, hinein, legt eine ſtarke Schleife oder Schlinge von Pferdehaaren über die Gru- be, und bindet ſie an einem Stocfe feſt an, Wenn nun der Kranich mit ſeinem langen Halſe hinunter reicht, wird er von der Schleife ergriffen und gefangen, Andere ſte>en lange papierne Dütten in die Gru» ben, werfen unten Erbſen oder Bohnen hinein, und beſchmieren ſie oben mit Vo- gelleim; will nun der Kranich, um den Fraß heraus zu langen, mit dem Kopf in die Düte fahren; ſo bleibt ihm ſolche an dem 368 Kranich dem Kopfe kleben, daß er, davon geblen- vet, leicht mit den Händen ergriffen wer» den kann: Wer ſie ſchießen will, muß Achtung haben, daß der Wind von dem Vogel auf ihn gehe- Wenn ſie ſich im Frühjahre paaren, und einander verfolgen, dabey aber gemeiniglich ſehr niedrig ziehen, muß man ihrer unter einem Strauche oder Baume gewärtig ſeyn, und auf ſie Feuer geben. Kann man das Geſchrey des Kra- nichs nachmachen: ſo pflegt er hüpfend gerbey zu kommen; ruft man aber die in Geſellſchaft befindlichen an* ſo fliegen ſie im Angeſichte des Jägers davon. Der Kranich niſtet, wie vorhin geſagt worden ,: in ſumpfigen Dertern, dahin man nicht leicht kommen fann. Das Weib- en gewölbte Eyer, welche denen vom Schwan in der Größe gleich ſind, Man. kann ſie, wenn man will, von Truthüh- nernausbrüten laſſen; ſie werden ſehr zahm, und werden anfänglich mit kleinen Mehl- klößen, hernach mit Brodtbroken, zuleßt mit Körnern, xeifen Pflaumen u. dergl, gefüttert. Die Klöße und das Brodt tra- gen ſie gern ans Waſſer zum Eintaudcien, nd verzehren ſo angefeuchtet dieſen Fraß, Man lähmt ihnen in der Jugend die Flü- gel, da ſie ſonſt im Herbſte mit den wil- den leicht davon Äliegen, wie mir ſolches mehrmal begegnet iſt, Einen. Kranich, der von dem Kuhhirten jung aufgegriffen, und ſo weit war, daß er meiſt fliegen konn- te, ließ ich ungelähmt gehen; er flog ins Feld, und kam gegen Abend wieder nach Hauſe. Wenn ihn die wilden Kraniche umringen und beißen wollten, eilte er zu den im Felde pflügenden Knechten hin, be- leitete ſie auf und ab, und gieng, da ſie , Kranz* ihn mit Pflaumen, Brodt und andern Speiſen, an, ſie) gewöhnt hatten, wieder. mit ihnen nach Hauſe. Jn dem hieſigen ſehr tiefen Dorfteiche ſchwamm er tägli den darauf befindlichen Gänſen nach, und hielt ſie in einem engen Kreiſe immer bey- fammen. Beym Schwimmen hob er die Flügel ſehr in die Höhe,€Er hielt ſich an die 8 Jahre ſo zahm, bis er endlich auf dem Felde von einem reiſenden Jägerbur- ſchen, der den Vogel für einen wilden an- geſehen, erſchoſſen ward. Man hält aber auf dieſen Vögel viel, veil er mit einer beſondern Ernſthaftigfeit einher tritt, und doch gar nicht mürriſch, ſondern ſchr luſtig iſt, läuft ganze Stre>en mit von einander geſperrten Flügeln hin und her, tanzt links und rechts, ſpringt, wirfr Steine und kleine Breter in die Luft, und ſtellt ſich, als wenn er ſie mit dem Schnabel wieder fangen wollte. Bey der Erziehung dieſes Vogels.aber hat man umher gehende Kinder wohl vor ihm in. Acht zu nehmen. Denn da er ſich ſehr -an Menſchen gewöhnt, und ihnen zu- und nachläuft, um von ihnen Futter zu erlan- gent ſo haet er den Kindern die Augen aus, weil er ihren beweglichen Augapfel Dienen könnte. als etwas-anſiehet, daß ihm zur Speiſe, Rranz, 1) der äußere Umfang eines Mühlenrades, zwiſchen welchen die Schau- feln eingeſchoben werden. 2) Die in ei- nem Ziegelofen oberhalb des Schloſſes, bis oben hinaus, um die 4 Wände eingeſekte Mauerziegel, weil ſie ven in der Mitte ge- ſezten Dachziegeln gleichſam zum Kranz und zur Einfaſſung dienen, daß ſolche nicht ſo ſehr, wie die andern Steine, der Hiße ausgeſeßt-ſeyn mögen. d adern |, wieder N hieſigen & tälid ah, und met beh. hob er die elt fih dn nic auf Jägerbuts INN dls Oud vi, hf t miniſh, je Ginda Flügeln Ain fs, jug, Indie hit, (e mit dem , Zu ye hat min vor ihm in er ſä iy en Uv“ un t zu erat die Aut 1 Augopfs ur Gpelk, ng ines Schou- € 0: es, 18 vs itte ge Kranz fee Ww 1 der Fran NCT mm=< Sranzleiſte, eine vierfantige Leiſte, die an der innern Seite aller Sperrhölzer angenagelt wird, und dazu diener, daß die Franſen, die an dieſer Leiſte beſeſtiget wer- den, erforderlich) vor dem ſiarfen Polſter än dem Jnnern der Kutſche vorſtehen. - Kranzvfähle, ſind ein Haufen unten ſchräg ausgeſchlagener, und.oben mit den Köpfen an einander ſtehender, mit einer umgeſchlagenen Kettezufammen gefuppelter Pfähle von 3, 4=- 6 StüFen, nachdem er Cisgang, dem ſie Widerſtand leiſten ſollen, ſtark iſt. Krapbeer- Brom- auh Bre- menbeertrauch, Rubus fruticolus L. Dieſer Strauch iſt in manchen Ge- genden auf den Rainen der Fruchtfelder eben nicht gern geſehen, weil er ſebr umher wuchert.- Das Abſchneiden oder Verbren- nen der Sträucher dienet zu nichts, weil die Wurzeln immer aufs neue Schößlinge hervor treiben.- Werden aber die Wurzeln zum öfcern im Frühjahre und Sommer tief unter der Erde abgefiochen: ſv vergehen ſie nach und nam. Da aber die recht reif ge- wordenen Beerea ſehr wohlſchmeckend ſind, und die aufs ſpäteſte- hervor kommende Blüche dem Erfrieren nicht unterworfen Ut: ſo follte man den Strauch in den Gär- ken, in der ſchlechteſten Erde, an Pfählen in die Höhe gebunden, zu erziehen verſu- ſo darf man ſie nur in einen leeren hölzernen Zuber legen, und ſie ſo im Kels- ler aufbewahren. Damit ſie aber nicht ab- hungern oder mager werden; muß man ſie. füttern, Dieſes kann mit Möhren(gel- ben-Rüben) geſchehen; welche gliedlang. geſchnitten, in Waſer aufgewällt und hald gefocht, alsdann aber, wenn fie erfaitet ſind, zu den Krebſen ins Waſſer geſchüt- tet werden. Oder man nimmt zur Fürte-, rung Sallat, auch Gras, geſchnitten, und hinein gethan, oder das Gedärme von Hühnern und Tauben, oder auch abgeſot- tene Ochſenleber u, dgl. Kreiſer, nennt man diejenigen Zeute, welche bey Treibjagen gehalten, und ſowohl bey der Vorſuche, als auch Kreiſe, und bey dem Jagen ſelbſt, mit gebraucht wer- ven. | | Ing Flein ſerthiet, Indigern Er leht Veilchen, tt, ZU: m Kir Oras und hfrebſe engel „daher je jeden und m übrigen n eine Zei und laſſen t lange Ie: ſe in den n friechen, aus weide» ne, Fi aſſertrögt e es hieran jen leeren im Kel: nicht ab- ; man ven(ger gliedlang; und hald -erfaitet geſchüt: v Füttes on, und ne von bgeſot? a Seu, ſowohl ſe, und qt wet di Kreis8gz den. Es ſind meiſtens keine gelexnte Jä- ger, die aber nach und nach zum Gebrauch tüchtig gemacund breitblärtrige Sorte hauptſächlich zum Garniren der Schüſſeln in den Küchengär- fen gebaut."Werlangt man beſtändig zum Sallat gute und zarte Kreſſe: ſo muß man ihren Saamen vom Frühlinge an, von 14 zu 14 Tagen, in einen guten Boden nicht gar zu di> ſäen, und zwar im Sommer an einem etwas ſchattigen Orte, weil die Kreſſe bey warmer Witterung ſonſt gar zu ſchnell wächſt, ſehr leicht zähe, hart und unbrauchbar wird. Mit geringerer Mühe, als faſt jede andere Pflanze, läßt ſich auch die Kreſſe im Winter treiben, zumal da ſie binnen 8 Tagen ſchon brauchbar zu ſeyn pflegt/ und deſto angenehmer ſchmeckt, je zärter und kürzer ſie iſt. Man kann die Kroſſe auf Miſtbeete zwiſchen andere Ge- wächſe, denen ſie niemals ſchadet, xeihen- weiſe einſaen, Die Pflanzen pflegen den 3ten oder 4ten Tag ſchon aufzukommen, und man kann ſie bald darauf entweder mit Kreſſe gn ver Scheere, oder mit einem ſcharfen Meſ« fer, ſchon abſchneiden.! 3) Dreirblärtrieze Kreſſe, Pfeffer- Fraur, Jngberfraur, Senfkraut, L. latifolium 1. Wurzel: dauernd, Friecht unter der Erde hin, und treibt an verſchiedenen Oertern runde, glatte, bläus licht angelaufene, 3=- 4 F. hohe, äſtige Stengel, Wurzelblätrer: langgeſtielt, oberwärts bläuliche angelaufen, unterwärts grün, breit und.lang, Die kleinen weißen Blümchen ſtehen au den Spißen der Zwei- ge büſchelweiſe, Die ganze Pflanze ent» halt viele ſcharfe Beſtandtheile, und iſt, dem Geſchmace nach, dem Pfeffer und Senfe ähnlich; auch kann man in der Arzneyfunſt alles davon hoffen, was die Gartenkreſſe, der Dragun und Meerrettig zu bewirken vermag. Sie vermehret ſich ohne alle Wartung im freyen Lande. Die Köche in Dänemark vermiſchen den ausgepreßten Saft mit Eſſig, und gebrauchen ihn zu Bratenbrühen. 3) UnvollFommene Kreſſe, ſonſt Hundeſeuche genannt, L. ruderale L,, wächſt auf den Mauern, an den Wegett und andern ungebaueren Dextern; blühet im Jun. und Jul. Stengel: 1 F. hoch, theilet ſich in viele Zweige. Plätter: die untern gefiedert, und die Blättchen federartig zerſchnitten, die obern aber ganz und gleich breit. Das eyförmige Schöt- hen enthält in jedem Fache nur einen Saa- menkfern, Geruch und Geſchmack zeigen viele Schärfe; man könnte dieſe ganz ge- meine Pflanze, gleich andern Kreßarten, zur Arzney gebrauchen. 4) Schmaiblätterige Rreſſe, wil- de Rreſſe, L. Iberis L., wächſt hin und wieder in Deutſchland an den Wegen und. ungebaueten Dertern, und blüher im Jul. Aaa 3 M Stens 372 Kreſſe Srentel: verbreitet ſichy in viele Zweige, ohnzefähr 2 F. hoh. HPlätter: die er- ſten ſind lang geſtielt, breit, und verſchie- dentlich zerſchnitten 3 an den jungen noch nicht blühenden Zweigen ſißen dergleichen federartig zerſchnittene, oder auch nur ſäge- artig ausgezackte Blätter, welche aber baid verwelken, und an deren Stelie an dem obern Theile andere, ganz ſchmale, über- all gleich breite, völlig ganze erſcheinen. Blumen: klein, die eyiermigen Kelch- blättern Büſcheln, klein, gelblich, die Schöt- hen eyförmig, platt. Außer dieſem eigentlichen Kreßgeſchlech- te hat man ein anderes, davon ganz ver- Ichiedenes, welches, wegen des ähnlichen Geſchmacks, die Indianiſche Kreſſe ge- n«nnt wird, 3) Große Jndianiſche Kreſſe, Tropacolum maius L. Jſt bey uns gar nicht unbefannt, Die Sorten ſind: a) blaßgelb; b) pomeronzengelb. 2) Kleine Indianiſche Kreſſe, T, minus L., iſt der vorher ſtehenden ähnlich, gber in allen Theilen kleiner 3 und beſon- bers zeiget ſich ein Unterſchied an ven Bläk« fern und dex Blume, Die ſchildförmigen Kreſſe Blatter ſind am Rande ausgeſchweiſt, die Blumenblätter am Rande ſpivzig, mehr oder weniger goldgelb, und unterwärts mit einem rochen, glänzenden, geſtrahlten Flecke bezeichnet, Man erzieht dieſe beyden einjährigen Arten leichtlich aus dem Saamen, welcher an denjenigen Ort hingeſäet werden muß, wo ſie jtehen- bleiben ſollen, indem ſie das Werſeßen nicht wohl verfragen, und in ih- rem Wachsthume dadurch zurück gehalten werden. Mian vertheilt ſie theils zur Wer- zierung der Gärten.trippelweiſe auf die Ra- batten umher, legt auf jeden Trippel 2= 3 Saamentörner beynahe 1 Z, tief, und leitet die Pflanzen an beygeſeßten hohen äſtigen Stangen hinauf; theils lezt man den Saamen einem Geländer- oder Latten- werke, oder einer Laube, vder einer Garten- befriedigung entlängs, in fleine Furchen von ſchon gedachter Tiefe 3 und leitet die Pflan- zen an denjelben hinauf; theils legt man den Saamen auf freye Abtheilungen, da- mit die Pflanzen, ihrem natürlichen Wuch- ſe gemäß, ohne Unterſtüßung geſtreckt lie- gen, Die gewöhnlichſte Zeit, den Saa» „men zu legen, iſt das Ende des März, der Apr. und der May. Wenn Blumenliebhaber eine angeneh- me Bekleidung ihrer Fenſter wünſchen: fo muſſen ſie in einem Kaſten dieſe Kreſſe und Convolvulus wechſelsweiſe ſtecken, ſolche ſtengeln, und hernach an aufgezogenen Bindfäden hinauf laufen laſſen, welches ein ſeyönes Anſehen, Geruch und Schat- ten macht, Man kann dieſe Kreſſe auch um junge Obſtbäume herum ſtecken, da ſie ſic), wenn man ſie aufoindet, artig um dieſelben hinauf windet, und 6--8 F, in die Höhe ſteigert, auch ſich dann ihre Flor beſer ausnimmt, Man pflegt die Blumen, ehe ſie] ſich öffnen, | "weit, 4 Ig, mehr ntenwärg geſttahlten (njährigen 'y welcer den wiß, em ſie das „ud in ih WE gehalten a zu Ver (uf Ww Aa Vl= 12,00, u) eſekten Deh eil lt 110] ba Orac eine Ott Fug (tet die Miu pils legt m ojlungen, lichen Buß , den Gb 8 Mi ine ange) inſchen:! „Freſſe und fen, fold | ejogenen 4 welche? nud Ser eä keinem m EE Kreiſe Sfſnen, mit Salz und Eſſig, wie die Ka pern, einzumachen, und Statt derſelben, zu Sallat und zu Brühen an Fleiſch und Fiſche zu gebrauchen. Um den Eſſig gut zu erhalten, muß man einige Schoten Spaniſchen Pfeſſer hinzu legen. Dieſe fo genannte Kapuzinerkapern ziehen Einige den gewöhnlichen Kapern vor, weil ſie an- genehmer und aromatiſcher ſchme>en. Jn verſchiedenen Haushaltungen werden bey dem Einmachen dey Gurken, rothen Rü- ben 2c. die noch unreifen Saamenkopſeln genommen, und bey dem Einlegen derſel- ben darunter gelegt, Die Gurken halten ſich auf dieſe Art bis in den Jul, vortreff: tich, und rothe Rüben mit Biereſſig be- goſſen, bleiben auf ſolche Weiſe bis- Oſtern guf. Die aufgeblüheten und offenen Blu- men pflegt man: dem 2actukenſallate, cheils des Geſchma>es und der magenſtärfenden Kraft, theils auc) der Zierde wegen, bin- zu zu ſeßen:; oder auch nur die Schüſſeln damit zu garniren. Die Blätter werden zu Batavia eingemacht verkauft, von wan- nen die Holländer deren viele heraus brin- gen; damit ſie wie Sallat gegeſſen werden. Der Saame hat, unreif, den Geruch und Goſchmac der Blumen; er wird da- Zer, eben ſs, wie die Blumenknoſpen, mit Eſſig eingemacht. In dieſer Abſicht wird der Saame, ehe er überſtändig reif wird, -äbgenommen, und in Weineſſig ein wenig. aufgefoc 3; die kleine ſchmeckt viel ange» nehmer und gelinder, Man hat ſonſt ge» meiniglich geglaubt, daß die Brunnfreſſe nur am Waſſer, welches aus ſpringenden Brunnen oder Quellen läuft, gezogen wer» den fönne; ſie iſt aber von mir bereits vor vielen Jahren im Garten ſehr gut erbauet worden, Man. nehme Pflanzen, wo ſie gefunden werden, in den erſten Frühlings- monathen, und ſeße fie weitläuſtig: an ei» nen niedrigen Ort, mehr in Schatten, als in die Sonne, und begieße ſie die erſten Tage fleißig, haite ſie rein vom Unfraute, und ſchneide ſie im erſien Jahre nicht ab. Sie wird ſth ſehr bald beſtauden und Saa» men tragen, welcher im Frühjahre zur Ver- Aas 3 mehs EURIT 2m=> 202g Kreuz 374 mehrung' der Pflanzen ausgeſaet werdet kann. ſe, ſonderlich im Winter, wenn andere - friſche Kräuter mangeln, gar häufig zum Sallat. In Weſtphalen wird ſie ſogar, Scatt des grünen Kohls,.geſcherbet, ge- kocht und zu allerley Fleiſchſpeiſen, beſon- ders zu den geräucherten, gegeſſen. In Anſehung der Arzneyfräfte kommt ſie mit der Gartenkreſſe überein, und wird beſon- ders wider den Scharbock gerühmt, Auch treibt ſie den Urin, und tödtet die Würmer, daher ſie Kindern, die Würmer Haben, als Sallat, mit Eſſig und vielem Oele gar wohl zu geſtatten iſt, Sie dienet in Nie- renfranfheiten ſehr gut zur Erleichterung der Kranken,-ob ſie gleich zuweilen hier übel angebracht iſt, wie alle Arzneyen, die den Urin lebhaft treiben. Auch Fann dieſe Kreſſe bey Catarrhen und bey feuchtem Hu- ſten gute Dienſte leiſten. Die friſchen ge- riebenen Bläcter in die Naſe gezogen, er- muntern die Schlafſüchtigen, und ſollen vor dem Schlage verwahren. Auch der Landwirth gebraucht die Brunnenkreſſe zu manchertey Vieharzneyen, als: in der ſcor- buriſchen Lungenfäule des Hornvietyes, wel- zu nennen. Kreuzaxt, Queeroxt, eine Zim- anexmannsart, als ein Lateiniſches XT ges Man bedienet ſich aber dieſer Kreſ-“ Kreuz ſtaltet; wovon die eine Schneide ſenkrecht, die cndere aber horizontal gegen den Helin gerichtet iſt, Kreuzſchnabel, Krummſchna- bel, Kreuzvogel, Krüniß, ein Vogel in der Größe eines Kern- und Steinbeißers, hat einen dien und ſtar- fen Schnabel zum Zerbeißen der Kerne und andrer ſteinichten Saamenarten, und iſt daran beſonders kenntlich, daß ex einen doppelt gekrümmten Schnabel hat, Dex Vogel ſcheint in Deutſchland nicht ordent- lich ſich aufzuhalten, ſondera nur zu Zeiten unſre Gegenden zu beſuchen. Er wohnet gern in Fichten- und Föhrenwäldern, wo er von dem Saamen dieſer Bäume lebt, Sein Geſang iſt etwas unangenehm, Kreuzſchraube, die lange Schraube einer Flinte, die durc) den Schwanz der Schwanzſchraubde, und zugleich durch den Schaft gebet, und Den Lauf mit dex Schwanzſchraube im Schaft beſeſtiget, Kreuztritt, eines von den vornehm- ſien Zeichen,[ov der Hirſch in der Fährte vor dem Thier macht, ändem er mit dem Hinterfuße ſo tritt, daß er gleichſam den vordern Theil ſpaltet; und dieſes geſchiehet, wenn der Hirſch dur< den Zwang die bey- den Schalen am Hinter- und VWordertritt zuſammen zwingt, dieſelben gleich neben. einander ſeßt, und alſo, weil ſie vorne durc) den Zwang xunder werden, gleichſam ein Kreuz macht 3 welches ein Thier ſelten oder gar nicht machen fann, Kreuzzeug, das über dem Rücken und der Bruſt ſich durchfreuzende Jäger-. zeug, indem das Hornfeſſel über die linfe, und der Hirſchfänger über die rechte Schul- ter getragen wird.. Krinne, miret, n Dein "hn: 1ß) ens Und Und ſt: j Sey ih, und Minen Wt, Ie WEN : UA mhk Wen, aum It ehm, eShuht wan; dy ) durch din f mie effi nm von der Jührh or ni dm (chfom di geſchieht) 9 die bey“ rer d neben. ſe vert, eam ver ſelten | Rufen ve Jig die Inf ie Schul vp G<<=250002 Krinne - Krinne, Canelüren, Canne- füren, ſchmale halb cylindriſche Vertie- fungen des Säulenſtammes„, wodurch deſ- fen zierliches Anſehen und Gefühl des Reichthums vermehret wird. Krippe, im Waſſerbaue, iſt ein in das Waſſev eingebauetes Holzwerk, wo man den dazwiſchen befindlichen Raum mit Erde und Steinen ausfülle. Auch wenn eine Mauer im Waſſer auſgeführet werden ſoll, pflegt man den dazu nöthigen Raum mit nahe an einander geſchlagenen Pfählen einzuſchließen, das darin befind» liche Waſſer auszupumpen, und ein ſol- hes Werk gleichfalls eine Krippe zu nen- nen, Krippenbeißer, Krippenſeger, Krippenköfer, ein Pferd, welches aufſerzt, d. i. beym Freſſen in die Kriy» pe beißt, oder bey dem Niederſchlu>en des. Futters und dem Athemholen die Vorder- zähne auf die Krippe ſekt, und bey jedem Schlucke grolzt; ein Pferd, weiches X0vpt, ein Ropper; im Oberdeutſchen ein Barn- beißer; Barngrolzer,(von Barn, die Krippe). Cs ſind die Krippenſeßer von dreyerley Art, nämlich ſolche, die ſich in die Krippe, andere die ſich an die Krippe, und endlich die ſich zurück in: die Halfter legen, und die Luft durch das Köken in den deib pauken, Die leßte Art iſt die ärgſte; und da ſolche Pferde nicht allein das Futter verlieren, indem ſie das Maul auſſerren, fondern auch den Leib mit Luft anpumpen; ſo iſt ein ſolches Pferd gänzlich zu verwer- fen. Die zwote Art iſt zwar auch ſchon ſchlimm, weil die Pferde von derſelben das Fukter verlieren, dabey aber doch den Wind nicht in ſich hinein pumpen, Die erſte Art hingegen iſt weiter gar nicht ſchäd= Krippenb 375 lich; und es ſind ſolches gute brauchbare Pferde, indem ſie nur in der Krippe rül« pſen, und weder das Futter verlieren, noch fich allzu ſehr den Wind in den Leib hinein pumpen. Man macht. ſich daher an vie» len Orten nicht viel aus dieſem Fehler, Bey uns aber, wo man ekel iſt, wird ein Köker, von was. Art er ſeyn mag, kaum. um die Hälfte des wahren Werths ver- kauft. Dey dergleichen Pferden hat man nun folgendes zu merken: Sobald ein junges Pferd es ſo weit in der Untngend gebracht hat, daß es einen Ton(einen Rülps) von ſich giebt: ſo hilft nichts da» wider,-:man muß es nur in einem Mauks torniſtier freſſen laſſen 3. wenn es gefreſſen hat, es entweder mit einem Köfriemen wohl zuſammen ſchnüren, oder es umge- fehrt ſtehen laſſen. Da aber das Pferd auch des Nachts die Untugend fortſekt: ſo hiljt alle Vorſorge nichts/ ſondern man muß. nur Achtung geben, daß man alte Pferde in ſeiner Nachbarſchaft ſeße, die ſol- zes von ihm nicht lernen. Die Roßtäu« ſeher brauchen mancherley Kunſtgriffe, z. E, Prügeln, Scheumachen? vor der Krippe u, ff. um dergleichen Pferde an den Mann zu bringen. Man erkennt aber den Köker auf dem Roßmaprkte erſtlich an den Vor- derzähnen, die ganz abgenußt ſind, wenn er alt iſt iſt er aber noch jung: ſo findet man die Schärfe nur wenig erſt abgenußt. Sweytens, wenn man ein Pferd auf die Probe nimmt, giebt man beym Freſſen Acht, ob es nicht in die Krippe, auf die Krippe, oder wohl gar in die Luft aufſeßt. Da nun die Roßtäuſcher hiebey die Köker ſehr furchtſam gemacht: ſo muß ſich der Kutſcher oder Knecht verſtecken, um nicht das Pferd durch ſeine Figur vom Köken abzuhalten, Man muß ſich beym eln en 376 Krippenb feu eines Pferdes dieſen Fehler ausdrücflich ausbedingenz es iſt fein Hauptfehler 3 da- her ſteht einem fein Verkäufer dafi. . In der hieſigen Gegend iſt eine ſehr ſtarke Pferdezucht, wobey die Pferde aber feine Stall- nur Gras» oder Weidepſerde ſind, und ic) have niemals unter ſolchen einen Köker geſehen oder davon gehöret. Vor wenig Jahren aber fütterte ic einen jungen Hengſt auf, der nie auf die Wei- de gekommen war. Dieſer ward im vier- ten Jahre ein Köker. Es ſcheint, daß ſich junge, nicht viel arbeitende, übermüthige Pferde ſpielend im Stalle dazu gewöhnen, weil ſie fich damit eineu Zeitvertreib zu machen ſuchen. Es ſollte alſo wohl am gerathenſten ſeyn, junge Pferde, die ſich zum Köken anlaſſen, gleich auf die Wei- de gehen zu laſſen, wo ſienichts Harkes vor ſich zum Aufſekßen haben können, So- dann müßten im Winter dergleichen von vor Weide eingenommene Pferde nur ſchlecht im Futter gehalten werden. Mit meinem Hengſte, der zum Beſchäler gehal- ten ward, würde ich dieſe Probe gemacht haben 3 man leidet aber mit Recht feine Hengſte hieſelbſt unter den Weivepferden, damit die jungen Stuten nicht zu frühzei- tig belegt werden mögen. Da übrigens viele hundert Stuten von nur gedachten. Beſchäler hie herum belegt worden ſind: ſo hat doch fein einziges junges Pfſexd dem Vater im Auſſeken nachgeartet. - Nach la Foſſe ſollen ſich einige Pferde durch das, den meiſten Pferden gewöhnli- cneten Hufes, oder einex Außigen Krone wäre. 32) Die oberſten Enden eines Hirſchgeweihes, wenn ſie aus mehrern als 2 Zaden beſtehen, heißen Kronen, zum Unterſchiede von den Gabeln, welche nur 2 Enden haben 3 daher ZKrongehörn zum Unterſchiede von eincm Gabeltehörne. Ein Rronbirſch, der ein Krongehörn hats 3) Derjenige Theil. einer Pflanze, welcher die Befruchtungstheile unmittel bar umgiebt und beſchüßt, und meiſten- theils aus einem oder mehrern auf man- en, und den Stall luftig hal- 378.- ten. Fließt die Materie entweder dur die Naſe oder verſchafft ſich einen Ausweg durch Vereiterung der Drüßen, ſo hört das Fieber auf, und das Pferd fängt wieder an zu fretfen.- Geſchichet aber keines von beyden: ſo muß man defürchten, daß die ungeſunde Feuchtigkeit ſic) nicht allein auf andere äußerliche Theile werfen, und ſchlim- me Geſchwüre verurſachen möge, ſondern ſie kann ſich auch innerlich irgendwo, als z- B.. in den Lungen oder andern Theilen hinſeßen, und auf dieſe Art den Tod des. Thieres verurſachen. Man kann da- her dieſe Krantheit folgendermaaßen heilen: Hat das Pferd dabey ein Fieber, d.i. Hi- ße, einen geſchwindern Puls und Athem- holen, als natürlich: ſo gebe man ihm täglich) 1-- 2 2oth: Salpeter in dem Ge- tränke, bis ſich das Fieber ſebkt. Iſt das Fieber ſtark> ſo muß man zur Ader laſſen; doch muß man auch hiebey: vorſichtig ſeyn, und eS nur alsdann anwenden, wenn das Athmen. ſehr beſchwerlicy) iſt. IK kein merkflicyes Fieber zugegen? ſo giebt man dem Pferde alle Morgen 4 Loth friſch 3e- riebenen Meerrettig in das Futter, oder mit etwas Kleyen vermiſcht. Iſt das Pferd heftig angegriffen: fo vermiſcht man den Meerrettig mit 1 tothe fein geſtoßenen Schwefels, und fährt. bis zur Geneſung damit fort, Zu gleicher Zeit giebt man zweyimal die Woche jedesmat 2 Loth geſto- ßene Spießglasleber(Hepar Antimonit) mit etwas Kleyen vermengt, oder ein Kropfpulver, beſtehend; aus 1 Pf. Hepar Antimoni; 1 Pf. Schwefelblumen; 1 Pf, Enzianwurzel; 1- Pf. Eyerſchalen; 3 Pf, Wachholderbeeren; 4 Loth Fenchelſaamen, und 8 2orh fein geſtoßenen Eiſenfeilſpänen, Kropf welches alles wohl geſtoßen, und unker ein- ander gemiſcht werden muß, täglich 2 Loth. Hiernächſt muß atan ſuchen den: Kropffno- ten unter dem Kinne zur Wereiterung und zum Aufbrechen zu bringen, damit die Materie ausgoleert werden könne. Dieſes geſchiehet auf zweyerley Art: 1) Jſt der Kropfknoten heiß und ſchmerzhaft: ſo hat man nuv nöthig, ihn mit einer erweichen- den Salbe zu ſchmieren, wie z. B. mit Altheenſalbe, Lorbeerölz oder, in Erman- gelung deſſen, mit Schweinſchmalz und Honig zu gleichen Theilen unter einander gemiſcht.. Wähprt es lange, ehe ex auſ- bricht, welches daher rührt, daß dex Kno- ten nicht heiß. und. ſchmerzhaft g- nug iſt: fo miſcht man unter die eben genannten Salben etliche Tropfen Terpenthinol, hält zugleich den Theil warm», indem man ein. rauches k&ammtell oder einen wollenen Lap- pen: dem Pferde um den Hals bindet; 2) iſt der Kropfknoten hingegen nicht fühibar unter dem Kinn, und das Pferd hat den« noch alle gewöhnliche Zufälle des Kropfs, oder ift der Knoten weder heiß noch ſc)nerz-- haft, und die Geſchwulſt uur geringe; ſo muß man befürchten, die Materie möge. fic) auf anvere Theile hinwerfen; dieſem Uebel muß man ſuchen zuvor zu kommen, ven Kropffnoten mit einer|c auſſchmieren. Iſt| die Beule aufgebrochen: ſo vermindern ſich alle Zufälle, und man deilt das Geſchwür mit einer Salbe, welche aus. 1: Pf. Ter- penthin; 2 2oth Terpenthinol und 6 Cyer- dottern, WOR (2.et, Kft, Tung uy) damit ve - Diſs 1) fu 3 ſo het erweichen: „V, mit 0 Eray mel un) t Anander (MEN ß de ne: gn if; Genannten inol, hält 1 Wap ein fenen Aae bindet; 2) ht fühlbar d hat dev 3 Kropf, ) ſchmerz; ringe: ſ eie möge 13 dieſen fomme), n Salbe und die unddie welchen veſiimmt maus 6 vers, Mit „zuberti- wr dern ſich jeſchwur pf, Ur 6 Ey betten) = uh FR I RE ell: Krümme bvoffern, verfertiget iſt, Während der Zeit, daß das Pferd mit dieſer Krankheir befallen iſt, muß es nur wenig Heu und "Haber, größtentheils Häckſel und Kleyen “befommenz; es muß fein Faltes Waſſer frinfenz ſondern man muß ecwas Kleyen oder Mehl darunter rühren, um es milde zu machen. Krümmen, Biegen des Holzes, geſchiehet von den Holzarbeitern, dem Hol- ze eine gebogene Geſtalt zu geben, um ſol- «Hes zu.mancherley geſchweiſter%rbeit zu gebrauchen. Dieſes Krümmen geſchiehet, indem man das Stück Holz mit Waſſer anfeuchtet, es alsdann über das Feuer hält, und, wenn es nicht groß iſt, es mit den Händen, im Gegentheil aber mit den Fogenannten Zwingen, bieget, und einige Zeit darin eingeſpannt liegen läßt. Man Fhut aber Dieſes allmälig und zu wiederhol- fen Malen, damit die Biegung nach und nach entſtehe, Das Einſpannen in Zwin- gen dienet dazu, um der Krümmung.eine Dauer zu geben, damit das Holz nicht etwa in ſeine eigene Gleiche zurü& gehen M8g2« KrUg eine im Brandenburgiſchen und in Niederſachſen übliche Benennung der „öffentlichen Häuſer auf den Dörfern, wo Bier und Branntwein geſchenkt wird. Krugnahrung, oder der Ausſchank, enthält nur die Befugniß, Getränk in Gläſern, Flaſchen oder andern Lleinen Quantitäten zu verfaufenz die Schenk- gerechtigkeit hingegen iſt das Recht, Getränke fowohl in Fäſſern, als in kleinoxn Quantitäten zu verfaufen. Der Rrut- verlag beſteht in der Befugniß, eine ge- wiſſe Schenfſtätte mit dem daſelbſt auszu- Krummeßz 379 ſchinfenden Getränfe zu verſorgen. We- der die Brau- noch Schenfgerechtigbeit be- greifen an ſich ein Zwangsrecht unter ſich, Dagegen enthält der Krugverlag die Be- fugniß, dem Inhaber der Schenfſtätte zu Unterſagen, daß er das auszuſchenfende Ge» tränfe nirgends anders hernehmen dürfe. Wem in einem gewiſſen Bezirfe die Brau- gerechtigfeit ausſchließend zufömmet, der iſt nicht nur alles Brauen innerhaib dieſes"Be- zirfs, ſondern auch das Cinbringen des außerhalb dieſes Bezirks gebraueten Bie- res, zu unterſagen befugt. Ausländiſche Biere, deren Cinbringung überhaupt der Staat nicht verboten hat, können auch im Braubezirfe, jedoch blos zur eignen Con- Fumtion des Einbringers, eingeführt wer- Dele>- 21, X, 24 CH 1--Lit. NXULTD, 54. ff. : Krum?e, die durch den Pflug und die Cge lo>er gemachte Erde. Je mehr der Aer, beſonders bey der Cinſaat, Krume hat, deſto beſſer bewurzelt ſich das Saaxt- forn, und verſpricht eine gute Aerndte um ſo mehr, als Regen und Thau gut in die Wurzeln einwirken können. Cs iſt daher Feine gufe Vorbedeutung, wenn bey der Saatzeit, wegen zu vieler Näſſe oder Dürre, keine Kxume gewonnen werden Fann. EN Krummer Zapfen, ein Theil an einem Rade, womit daſſelbe bey einem Kunſtwerke das Geſtänge drehet. Krumme Zapfenfunft„mit Windflügeln; ſv nennt man in Hol- land die Druckwerke, dürre Wieſen zu wäſſern, Waſſer in Hälter und Teiche zu bringen, oder ſumpfichte oder noſſe Län- dereyen auszutrocfnen. Bbb 2 Krumm: „380: Krumms Krumamngefäß, bey den Bötten gerun&et werden, und darüber den Heerd, jedoch nicht allzu hoch„ ausgleichen. Das Einheizbehältniß Jollte zwar eiſerne Roſtſtäbe, und ein Aſchenloch zu Verſtärkung des Luftzuges baben; ein geſchickter Maurer aber fann mit dergleichen Mauerziegeln den Heerd Küche deſſelben leicht ſo einrichten, daß darin 48- cer zum Abfall der Aſche und zum Ein- dringen der. Luſt von unten gegen das Feuer fommen, Ueber das Ende des Kanals wird eine Röhre von 6-8 Zoll im Lich- ten weit, und 1 bis 13 Fuß in die Höhe geführer, um dem Rauche eine Leitung nac) dem Schornſtein zu geben. Nay der Länge des ganzen Kanals aber werden neben einander runde Deffnungen gelaſſen, und über die Oberfläche des Heerdes 2=- 3 Steinſtärken hoch ummauert, nachdem „vorher in jedes ein Paar ſtärkere und län- gere, oder kürzere und ſchwächere Roſteiſen find eingelegt worden. In Dieſe Oeſfſnun- gen werden die Kochgefäße, die man ent- weder ſchon vorräthig hat, oder die man dazu neu anſchaffen will, es mögen fu» - pferne, eiſerne oder thönerne ſeyn, zum Gebrauch eingeſeßt, vorne her Feuer ge- macht, und ſolches dur den Kanal nach ollen denjelben hingeleitet. Es verſteht ſich hierbey, daß diejenigen Gefäße, wel- die ein beſtändiges und heftiges Feuer.er- fordern, vorne an vom Einheizeloch, die andern aber, welche ein weniger ſtarkes, doch anhaltendes Feuer erfordern, mehr und mehr abwärts gebracht, und die Größe der Deſſnungen, nach Beſchaffenheit der Keſ- ſel oder Töpfe, eingerichtet werden, Z. B. zuerſt kann der große Keſſel fommen, wor- inn ſiedendes Waſſer zum Auffochen für das Bieh, zum Aufſcheuern und zu jedem andern Gebrauche beſtändig vorhanden Feyn muß, und welches, wenn es ja einen vder den andern Tag nicht völlig ſollte ge- braucht werden, durch Zugießung andern Waſſers erneuert wird. Der nächſte Keſ- Jel kann etwas kleiner, oder eben ſo groß ſeyn, als der erſte, je nachdem es in einer Haushaltung nöthig iſt z ſodann können immer fieinere und kleinere Keſſel oder Ts- pſe fp dati, ) zum Ehr nas Fey 8 Aok init: 1 Ue 1e Witung en, Nah ber werden 4 offe, Na 1, nühdem re und(ün: Keſten (eſe Gefu die man ant oder Die man 8 mö für € ſept, zu ver Jud (1 Rand md Ez veſcht Oefaßt, m ges Fat 4 heizod, tü niger fules en mn die Oröjet it ver St dew 3,9 yen Iv“ fucen für dzu jedem vorhanden es ja eint ig lie 99 ung(nw ATE EEN „eg mh ant fannt ſede „wt Küche pfe folgen, die blos bey dem Gebrauche eingeſeßt, naen, und da von dergleichen Oeffnungen größere und kleinere vorhanden. ſind, ſolcnen, driſcht ihn in einem Tuche aus, packt ihn, wenn man ihn in Menge hat, in Tonnen, und verwahrt ihn an ei- nem trocknen Orte, - In manchen Häuſern werden die Wur- zeln des Kümmels, die man auch wohl. einmacht, ſogleich im erſten Jahre nach der Ausſaat, ehe ſie in Saamen gegangen ſind, Statt der Zukerwurzeln gebraucht, wie ſie denn auch würflich einen ſüßen, pa- ſtinatähnlichen Geſchma> haben. Zu ie CC em Man ſchneidet die reifen. 386- Kürbiß fem Zwee kann man eine Pflanze um die andere, wenn ihre Wurzeln brauchbar ſind, in den Reihen heraus nehmen, and den Reſt, um davon Saamen zu erhal- ten, bis zum künftigen Jahre ſtehen laſ- jen. Der Saame erwärmet, Kärker den Ma- gen, treibe die Blähungen, lindert die Schmerzen der Gedärme, ſot auch den Urin treiben, und ven Säugenden die Milch vermehren... Die Mägdhen in Schweden ſollen, nach Linnäi Zeugniß, den Saanen deswegen häuftg genießen, wm der Haut eine blaſe Farbe zu geben, Auch empfiehlt derſelbe diefe in dem drey- tägigen Fieber. Wegen des innerlichen Gebrauchs aber iſt zu merken, daß der Saame leicht das Blut in Waltung ſeßen, mithin leicht ſchaden könne, wo kühlende Mittel nöthig find. Der äußerliche Ge- brauch des zerſtoßenen Saamens zu Um- ſchlägen bey Kopfſchmerzen, zu Magen- pflaſtern und dergleichen iſt allen bekannt, Das halbwüchſige Kraut giedt im zweyten Jahre ein gutes, ſehr geſundes Viehfutter, ohne Nachtheil der künftigen Aerndte3 und Gleditſch rechnet daſſelbe zu den vorzüglich ſten Futterkräutern für die Schaafe, Aus der Bltthe ziehen die Bienen vielen Ho9- nig. Der Schwarzkümmel iſt von dieſer PAanze ganz unterſchieden, und wird an feinem Orte vorkommen, "Kürbis, eine bekannte Pflanzengat- tung, wovon verſchiedene Arten in Gärten und Weinbergen gezogen werden. 2) Die Angznrie, Jitrnlle, Waſ: fermelone, Cucurbita Citrullus EL. Die- ſe Fruchtſorte gehöret in Jtalien zu Hauſe, zwo ſie wegen ihres kühlenden Saftes, bey wins aber weit weniger, geſchäßef wird, Kürbiß Sie muß bey uns gleich den Melonen, nur mit dem Unterſchiede, behandelt werden, daß ſie nicht beſchnitten wird, ' 3) Gemeiner Rürbiß, Coucurbita Pepo L, Man hat bievon mehrere Spiel- arten, Er verlangt ein fettes, mehr feuch- tes als troc>knes Erdreie?, und gerath auch im friſchen Sandlande ſehr gut- Ju man- zZ 2Z => zl 2>.108.22> CT2 2722 aao << BE 23 wn znr 5 (DD 22 me Wig ISD fan"Ww Wit werben, Cientbita tere Gpiel: wehr ſeuch- jeah auch KN Au tum Ni werden, fem daher ng auf ein |, Wenn(eds mh, vn 1 zun Es feinen lte Üheufen vet: off Helfen, beziehen, junge Mu ſten beſhat ver Eylegfos varia L,, ji ft gegen IW 10 ih er Pfeben- ; fein, wir an geformt , manger) fe(iN! ſt |. Melopepo ron 16en vv Sp u eben ( NOV K ür iß nördlichen Amerita wird ſie wegen ihres wohlſchmeFenden Fleiſches ſtark gezogen. Alle dieſe und verſchiedene Kürbißarten werden bey uns meiſtens nur zur Abwech- ſelung und zur Ergößung der Nugen in den Gärten gehalten, Won Cinigen werden ſie auch nach ihrer Reife ausgehöhlt, und mangherley Geſäße und Hausgeräche dar- aus verfertiget.- Ihr Anbau iſt von der Art Mo. 2, nicht unterſchieden" Wenn ſie aver Schoſſen treiben, und die Ranken fic) ausbreiten wollen: muß man, um die Pflanzen aufrecht zu erhalte, ſelbige an Stangen, oder an einem Spoliere anhef- ten, weil ſie ſonſt auf der Erde fortfrie- nde und zugleich ſchöne, fette, gelbe Butter. Das Futter beſteht aus halb oder einem Drittek Strohpäckſel, womit . die zerſtoßcnen Kürbiſſe vermengt werden, Wird das Rindvieh damit gemäſtet: ſo - wird das Fett deſſelben citronengelb. Hat man Fiſche in Haltern, Weihern oder Teichen: ſo werden ihnen zur 508 ßalb zerſchnittene Kürbiſſe ins Waſſer ge- worfen. Kufe, Kupe, ein Biergefäß an ei- nigen Orten z es hält 2 Faß oder Viertel, oder 10 Scho> Kannen oder Quart, alſo 600 Kannen Bier- Kufenbier, Kupenbier, Lager- bier, ein doppeltes Bier, das in der Mark, beſonders in Berlin, gebrauet wird.- Es wird hiezu noch einmal. ſo viel Malz, als zum gewöhnlichen Braunbier, und dreymal fo viel Hopfen genommen. Bey dem Füllen werden die Gefäße nicht vollig angefüllt, und die Spundlöcher ver- ſpundet, Hiedur* wird das Aufſtoßen gehindert, und die Hefen ſeßen ſich nur oben auf dem Biere. Wenn es einige "Zeit auf den Tonnen gelegen hat: ſo zie- bet man es in leeye Fäſſer ab, und es muß wenigſtens 8-- 9 Wochen liegen, ehe es angezapft und ausgeſchenkt wird, Kugeldiſtel, Bieſenknopf, Echi- ROPS L. Die Arten dieſer Gattung ſind 'Kugzelſ dauerhafte, überall fort kommende, die Mannichfaltigkeit vermehrende, krautarti- ge Pflanzen für große Luſtgärten, mit 2 bis 5 F. hohen, aufrechten ſteifen Sten- geln, und auf den Gipfeln mit kuglichen, im Jun. und Jul, blühenden Blumenks- pfen, mit blauen Blumen. 1) Große Rugeldiſtel, E. ſphaero- cephalus L. Daterl.: Jtalien, Oeſter» reich, Dlätter: groß, lang, zerriſſen, und tief getheilt, etwas haarig, auf der Unterfläche weiß. Blumen: blau, in großen kuglichen Köpfen. Man hat hie von eine Abart, die weiß iſt. 2) KAieine Rutteldiſtel, E. Ritro L. Vactreri, Sibirien, Italien, auf dürren Hügeln, Blumen: in etwas kleinen fus glichen Köpfen, hochblau/, Abart: weiß. Den Saamen dieſer Pflanzen kann man im Herbſte oder Frühjahre ſäen, und ſie nachher auf die Rabatten pflanzen. Man behandle ſie als zweyjährige Pflanzen, und reiße ſie jedesmal nach vollendeter Flor aus, weilihre erſte Flor allemal die ſchönſte iſt 3 le- ge den Saamen auch lieber im Frühjahre auf den Rabatten trippelweiſe umher, weil die Pflanzen in demſetbigen Jahre einen gro» ßen Büſchel von Blättern bilden, und im folgenden Jahre die Blumenſtengel treiben, welche ihren reif werdenden Saamen in Menge ausſtreuen, Kugelpflaſter, Kugelſutter, ein kleines Stück Barchent, Leinwand, oder auch Leder, mit reinem Talg beſtrichen, worauf die Kugel in eine Büchſe eingelegt und eingeladen wird, Kugelſchwamm, andere ſeßen; Staubſchwamm. Beyde Namen ver- einiget, machen die beſondere Eigenſchaft dieſes Geſchlechtes aus, welches eur on ee, Wi ) Pätn: mn, Nit teen Clty NE Eid 1 Aue: €[olver, ven, Often 1 jertiſſen "yy, auf det Man, ih Nay hat hid |, U.Kiol, nN, auf Nie 008 Heinen Eu 1, Wert; 110007 » ſan u flanzen, Im e Pan u ndetee Är a TN 048 m Fu umher, m Ww hre enn Ib lden, u engel tre, Gaumen I Wyttety d! „wvand, 1 beſide PME. ebert 89 ve Name e Gym Lycopr“ 155 DEES A A R ESIRR ESE 457 1 Alenia ii amg "und feſte, “don genannt worden. Es gehören nam- lich diejenigen Schwämme darunter, wel- et Hirſche, Schweine und Haſen, welche ſolche begierig, aufſuchen und ausfraßen.. 3) Schweinetrüffel, falſche Sirſch- brunſt„ auch Erdmaſt genannt. Man könnte ſolche den unterirpdiſchen„ länglich- ten und glatten: Kugelſchwamm: yennen.. Gleditſch vereinigt dieſe Art mit der vori- gen, und ſieht beyde für Spielarten des erwähnten Boviſts an. Der Schwamm beſißt einen geilen Geruch, dringt gemei* niglich tief in die Erde, veränvert die ey» förmige Geſtalt öfters und wird herzförmig oder dreyeckicht. und die gelbliche Farbe fallt ins Braune. Die wilden Schweine ſuchen dieſe Trüffeln. begierig: auf, laſſen die reifen, weichen, und weniger ſtinken- den liegen, und freſſen die harten„ ſtinken» den, unreifen. Die beyden leßtern Arten findet man mehr in trocknen und ſandichten Dertern, in den Wäldern, wo nicht: ſtarker Unter- wuchs iſt, und der Regew gut eindringst kann, meiſiens: um die Böume herum. Nach dem verſchiedenen Alter' pflegen dieſe Trüſſelarten ſichy auf verſchiedene Weiſe zu verändern; und ſonderlich verſchiedene Far= 'ben: anzunehmen, daher man: die Sorten ſelbſt nicht zu jeder Zeit genau angeben und beſtimmen kann, Bradley will behaupten, 'daß die weiße, graue und" ſchwärzliche Trüſſel nur eine Art ausmache', daß eine jede Trüffel weiß: ſey, ſo lange ſie noch: nicht reif iſt; daß ſie grau: werde, wenn ſie zu reifen: anfange, und ganz. ſcere mit Sand vermiſchte Erde ſeyn; man gräbt dieſe 8 Z. tief aus, ſiebet ſolche durch, und mit dieſer durchgeſiebten Crde bedeckt man den Grund der Grube 2-3, tief, und legt die Saamentrüffeln dergeſtalt hinein, daß eine jede 18 Z+ von der andern zu lie- gen fomme, ohne ſie in die Erde einzudrü»' den. Die übrige Erde vermiſcht man.mitk Waſſer, und macht gleichſam einen Brey daraus, womit die eingelegten Trüffeln be? deckt werden. Dieſes Beet läßt man ru- big liegen, bis übers Jahr im October, da man denn die Aerndte vornehmen kann. Da aber die eingelegte Truüſfel nicht fort- wächſt, und ſich nicht, wie ekwa die Erd- äpfel, ſelbſt vermehret, ſondern der darinn enthaltene Saamen neue Trüffeln erzeuget: ſo muß es wohl einträglicher ſeyn, die Trüffeln zu zerſchneiden, und ſte ſtückweiſe in.die Erde zu legen. Da dieſe Frucht ſo theuer it: ſo ſollte man auf ihre Wermeh- rung allen und mehrern Fleiß, wie bisher, wenden. Man trocknet die Trüffeln, wie Pilze, nachdem.man ſie in Scheiben zer=- ſchnitten» Am beſten gerathen ſie, wenn man ſie in einem Sieve auf eine trockne Kammer, und dariun an einen ſchattigen Ort em Zy, 3 befhe 13 Vb "1„WU deſelbſt Vet Ddr Ive NEN nan vod ſhy bis dls wehe 4 für (eM m fn, WEN nan Gü duch, un ded m „dW, u) alt hin bern zu e Et De mn einen Dy Trüfl fe m 1 At, Amen fun „niht fut ude En der Davin) ejeuget: fm, De idw Fuchſ Pa ve Nn (fen'"Ww helben je (e, ws' ne(a (hattige! |! 4 Kukbn? Ort, hinter ein Gazefenſter, fs, HSier- auf thut man ſie in einen leinenen Beutel, und hängt dieſen auf eine tro>ene Kammer. IPerden ſie ja feucht und weich: ſo legt man den Beutel eine Stunde auf einen warmen Feuerheerd, da ſie denn gleich wie- der hart werden. Sonſt iſt noch zu geden- kon, das die Trüffeln, wenn es viel reg- net, auch ſchon im Auguſt reif werden kön- nen. Sie ſind ſchwer zu verdauen; indeß fömmt viel auf die Zubereitung an. Ant - gedeihlichften ſind ſie für ſchwache Magen, wenn ſie weich gekocht, und an eine ſauev- liche Brühe, vereint mit einer ſchicklichen Fleiſchart, gethan werden. In Batter - gebraten aber ſind ſie unverdaulich, An- fangs aß man ſie roh in der Folge wurden fie unter heißer Aſche gebraten» bis man endlich lernte, ſie in Waſſer zu kochen, und zu verſchiedenen Brühen, zu Potagen, Ragouts, Paſteten und dergleichen Spei- ſen zu gebrauchen- Die Jrtalieniſchen Trüffeln haben einen etwas ſtärkern Geruch, gls die unſrigen, und, werden getrocker und in Scheiben zerſchnitten, in andere Länder verſendet. In heißen Sommern aber rie- -erſpeiſen geachtet» Kunigundkraut, Eupatorium, AÄlpkraut, Eupatorium. Unter den Arten dieſer Gattung ſind verſchiedene kraut artige, perennirende Blumenpflanzen für die Luſtgärten, mit aufrechten, jährlich neuen, 2, 4==5F, hohen, mit einfachen Blättern beſeßten Stengeln, auf deren Enden Büſchel von zuſammen geſeßten Blumen erſcheinen. Eine Art wächſt by uns wild, und dieſe iſt: 1) Geſfingerres fünfblumitges Ri- nigundtraur, ſonſt guch Waßjerdo- ſten, Waſſerbhanf, Waſſerottich; Alptraut, Hirſchklee, Hirſchwund- Eraut, Drachenkraut, Leberkraut, Alertenkrant, Bruchwurz, Cugend- blume, Srauparfch) genannt, EL. can» nabinumL. Datrerl,: Europa, an feuch- ten Dertern, um die Gräben, und in Els lernbrüchen. Strentrel: röthlich oder pur- purröchlichgrün, 3 F. hoh. MPlätter: groß, gefingert, die Blättchen länglich, gezähnt, blaßgrün.. FMPlumen:. in grö ßen Trauben, klein, blaßroth, im Jul. und Auguſt- CESaamen: bald nachher reif, wird vom Winde mit fort getrieben. Die Pflanze hat einen bittern Geſchma>, und ſcharfen reizenden Geruch. Das von der Wurzel abgekochte Waſſer ſol Erbre- chen und. Purgiren veranlaſſen, doch will Chomel ſoldyes nicht zugeben. Börhaave melder, wie die Torfgräber in Holland die faulen 392“ Kunigu faulen Geſchwüre an den Füßen, ſchärbo-* fiſche Unreinigkeiten des Geblütes, auch die Wechſelſieber ganz allein mit dem us dem Kraute bereiteten Tranke zu heilen pfleg- ten; welcher Trank auch yon Andern wider die Verſtopfung der Cingeweide und die Waſſerſucht empfohlen wird. Aeußerlich bedienet man ſich der Blätter als eines heilenden Mittels. Das Vieh läßt dieſe Pflanze unberühret ſtehen, ſie wird aber deſto mehr von den wilden Bienen be- ucht, ; 2) Glattſtielichtes vielblumiges KunigundFraut, E. altifimum 1, Vaterl.: Canada, Virginien. Sten- gel: holzig, oben äſtig, 4-5 F.. boch. Zlätrer: ſehr lang, Wweißlichgrün, lan- zettförmig, gerippt, die unterſten am äu- ßerſten Ende ſeicht, fägeformig. MPlu- men: in ſiraußförmigen Trauben, in Menge, mäßig groß, weiß, im Jul. und Aug. Saamen:;: wird ſelten-reif. 3) Klerterndes Runigundkraut, E. lſcandensL. Waterl.: Virginien, auf wäßrigen Plätzen. Srengel: windend, an einer Unterſtüßung 5 F. hoch. Blät- ter: herzförmig, gezähnt, ſpiß gegen über ſtehend. MPlumen: in lang geſtielten Trauben, deren an jedem Gelenke gewöhn«- lich zwo entſpringen, und die Pflanze ih- rer ganzen Länge nach zieren; weiß, im Sept, und Oct.z Hinterlaſſen bey uns nie ' Saamen. Abart: purpurroth. Beyde der Unterhaltung höchſt wurdig; müſſen aber in einen warmen und trocknen Boden gepflanzt, mit Stäben,.an denen ſie ſich hinaufwinden, verſehen, und im Sommer oft begoſſen Werden, weil ſie ſich ſonſt ſehr ſpät zur Blüche.anſchi>en, und die Blu- men,„oder wohl gar ſchon ihre Knoſpen von frühen Fröſten zu Grunde gerichtet werden, Kupfer 4) Durchſtochenes vielblumichtes“ RunigundPraur, E. perfoliatum' L;x Varerl.: Virginien, auf wäßrigen Plä-- ßen. Srengel: haarig, 2=-3 F. hoch. Zlätter: lang, ſteif geſpißt, runzlich,- filzig, gegen über ſtehend, an der Baſis verwachſen; daher der Stengel ſie durc Wi Wir. KES, IEEE Nidtg aml gen Phe: Th lI, we“ Voſs je durh: draubn, ound etl "% by m: ! hnſtt , Auniih Tou n Sehen Au ud WENN 11100787; ben, dirß dur) din her die Ww aame vi neine Ort der Dh nd be dern Ant im Mw (beſondern „den M? der hur , uit jitat; a ny Slo) iſt up STEER RR EIR Ea Kuppel Kuppel Fr. Coupole, Döme, Voüte Ipherique,.ein Dach, welches eine ſphäriſche Geſtalt hat, und womit man bey Kreuzkirhen den mittlern Theil, oder „auch öfters bey andern anſehnlichen Gebäu- den die Pavillons bede*et, JInwendig werden ihre Felder meiſtens mit Alfreſco- Malereyen verzieret. Sie können von Stein oder Zimmerwerk erbauet werden. Sind hie niedriger, als der halbe Zirkel iſt, nen- nen es die Franzoſen Döme lurbaiflt; wenn ſie aber höher ſind, Döme Furmoats, Kurbel, eine.aus ſtarkem Eiſen ge- Fchmiedete und gefrümmte Stange, nach- idem. es das Profil oder das Grundbret.aus-- weiſet. Sie kann ein» zwey- drey- oder vierfach ſeyn. Die gekrümmten Stücke nennt man Aurbelärme; die rxunden Stü- «fe zwiſchen zween Kurbelärmen aber hei- ßen Kurbelwellen, und an dieſe werden die Druckſtangen anfgehangen. Die zwo äu- Berſten Wellen heißt man den hintern und vordern Tragzapfen, welche auch etwas ärfer, als die andern Wellen, find; an dem hintern iſt das Schaufelblatt eines Rades mit ſeinem Herz, ſo in die Rade- welle mit Ringen und Bolzen befeſtiget-iſt, angeſce das Wappen bunt in 3mal ſich aus einander ſchlagender Fußtriet 408 Tuch brodieren zu laſſen, welches ſehr gut nsthig iſt, um Hinein zu ſteigen. Vet Zr ausſieht. Bey Regenwetter zieht man bültnißmäßig ſißt auch der Kutſcher ſo hoch, jn ip eine Dee von farbigem Wachscaffet, der daß ex beynahe in die erſte Etage eines Kuuſitu feine Näſſe durchläße, darüber, Eine Hauſes ſehen kann, und gewiß den Hals ht j! ſolche Decke koſtet ungefäßr eine Guinee, bricht, wenn ex herunter fällte. Wahr iſt 109 mit Man hat die Sreigetritte unterhalb“den“ es, daß ein hoch hangender Wagen höhere ej Kukſchenthüren von außen abgeſchaffet, und Räder erlaubt, mehr Spiel in ſeinen Fe- Wogen hat nach der inwendigen Fläche der Thüre hin dern oder auf den Riemen hat, ſich dadurch jew in verieget, und man bringe ſie an den Engli: ſelbſt forttreiben hilft, und ſig alſs weit it von vm ſchen Wagen gemeinigiich mit Schwänen- leichter fährt, als ein niedrig gebaueter, "ud Cos hälſen an, Sie werden wie ein Buch von Indeſſen erfordert er auch ein faſt immer wer un mehrern De&eln zuſammen geflappt, und ebenes Terraia, und iſt daher zum Reiſen he mhſſe bey dem Gebrauche wieder.aus einander in Deutſchland, wo man dieß und gute geſchlagen,:um darauf in den Wagen hin-s Wege nicht immer hat, wegen des leichten Dey et ein und aus demſelben auszuſteigen. Die- Umfallens ſehr gefährlich, im den Zhi: ſe Engliſche Steiterritte beſtehen aus Die Engländiſche Diligence oder Voiture dem wil zwo oder drey Klappen,.deren eiſerne coupee iſt eine Erfindung der Engländer, fe OH Seitenrahmen oder Geſtelle einige Gelenke von welchen die Franzoſen und übrige Na- und 18 haben. Solchergeſtale entſtehen, wenn fionen dieſen Wagen entlehnt haben. Ex ee mie man die Tritte von einander löſet, 2 oder 3 iſt länglich- viere>ig, aber ſehr ſchmal, und 4] pft fleine: Fußbänfe, Sie ſind am Schwel-. iſt bloß zum Sigen vis 3 vis für 2 Perſo- pu] ler(Boden) der Kutſche feſt angeſchraubt. nen beſtimmt. Er hängt an 4 gebegenen uhu" Wenn mun der Wagen ſtille hält, zieht der Stangen, in ſcymalen, aber dien Hänge- mh) vi Bediente, welcher die Thür öffnet, behen« riemen, Der Siß des Kutſchers iſt hoch,. d Nn de das Trittwerk nach ſich, und ſo fallen und läuft mit dem Kaſten des Wagens war 1' ſchnell 2 oder 3 verborgene Trittbänke, die beynahe gleich. Der Kaſten iſt gemeinig« (eifte[in in Ciſenſtangen angebracht ſind, zur“Be- lich roth und weiß lackiert, mit goldener et anderd quemlichfeit für die ein- oder ausſteigende Einfaſſung, die Räder aber ſind grün an- yganp Herrſchaft nieder, und man Flappt ſie eben geſtrichen. Die ganze Bauart giebt dem ew ung ſo ſchnell wieder zurück. Die Modefarben Wagen eine unglaubliche Leichtigkeit, qm[un zu Stadtequipagen ſind dermalen weiß, Eine neue Art Modeführwerk, worinn werfe paille, oder grau, mit farbigen Leiſten. Herren und Damen ſich ſelbſt futſchieren, gets) De Alles Beſchläge daran iſt glatt und ſimpel, ift das ſo genannte Whisky oder Whisket, MALE aber ſc<ön geſchliffen. Man ſieht mehr Es ſind vierräderige, überaus leicht gebaue- geifen auf Dauer und gute Arbeit, als häufige te, und daher ſehr ſchnell gehende Chaiſen d von 9 Verzierung. Man hängt keinen Wagen oder Berutſchen. Alles, was ſie von Ans , ſade? mehr zwiſchen die Bäume, ſondern dieſe ſeßen und Gewicht ſchver machen fönnte, - wide Ddd 2 4 iſ (Ww SSAEEZ KAISER 5*7: 2008 nnn Tem===== 396 Kutſche iſt daran vermieden» Sie find meiſtens nur einſißig, höchſtens zweyſikig, und es iſt vielleicht nicht ein koth, mehr Holz, Ci-. ſen und Leder daran, als zu ihrem Gebrau- he weſentlich nöthig iſt. Die Whizky S hangen außerordentlich hoch, j0 daß. der 'Siß immer beynahe 6 Zoll höher iſt ,. als die Hinterräder. An den eiſernen Schwa» nenzzälſen iſt ein ſchmaler Fußtritt, oder vielmehr Steigbügel, zum Einſteigen, der aber für Damen ſehr beſchwerlich ſeyn muß. Boc>k, Packbret, Magazin, und was ſonſt dieſes Fuhrwerk beläſtigen könnte, alles iſt weggelaſſen, und die Perſon, die darinn jährt, fann auch weiter nichts varinn trans- portiren, als: ſich. ſelbſt und was ſie au? dem Zeibe hat. Höchſiens iſt.auf der Hin- terachſe ein ſchmales gepolſtertes Bret, zwiſchen den Federn, zum Nothſiß für ei- nen Bedienten„ den man mitnehmen will. Um dieſem modiſchen Götterwagen noch mehr Anſehen von Leicht- und Lufrigkeit zu geben, iſt der ganze untere Theil des Sißes. - 3 jour durchbrochen, und ſowohl hinten als an beyden Seiten oſſen, ſo, daß man ge: rade unter dem Siße weg durch den Kaſen: durchſehen kann; die obern Felder hinge» gen, welche die Rücken= und Seitenwösn- de des Sikßes machen, ſind geſchloſſen, gelb kackiert, und inwendig, ſo wie der Sit, mit grünem Plöſch gepolſtert. Damit die Füße der darinn fißenden Pexſon nicht von unten hinauf mit Kothe beſprüßt werden, iſs der Koſten innerhalb vom Sipe an, bis zu den Vorderſäulchen, die hier mit der Mittelſäule in einem Schwange fortgehen, ſchräg liegen, und den ſchmalen Fußboden hatten, mit Leder ausgeſchlagen.. Die Rüuckſäulen laufen in einem leichten gefälli- gen Schwunge herunter auf die Schwel-=. ten, die auch etwas geſchwungen weit hin- tex die Rückſäulen hinaus gehen, und ſich Kutſche in die hintern Trageriemen hängen. Die vordern Trageriemen ſind ganz kurz, und unten an. die Schwellen feſtgeſchraubt. Der Kaſten hängt in 4 Stahlfedern, deren Streben ſich auf die Schwanenhälſe ſtü- ßen, Die Räder ſind mit ganzen Reifen beſchlagen, und an den Achſen mit Schei- ben verſchraubet. Die Springwaage hat feine bewegliche Ortſcheite, ſondern 4 ſte- hende Strangknöpfe, an welche die Pferde geſpannt werden. Won der Springwaage laufen an die Vorderachte die gewöhnli-. den Streichſtangen, um die Springwaage zu ſichern, Hierbey iſt noch dreyerley 32% bemerken: 1) diefer Whisky muß nur einſißig, und der Kaſten nicht breiter, als der Raum zwiſc)en beyden Schwanenhälſen, ſeyn; denn ſonſt wäre der an den Schwanenhäl- ſen angebrachte Fußtritte unmöglich. 2) Sind Sroßriemen, welche von ven Schwel- len an die Bäume kreuzweiſe laufen, und wegen des Schwankens. des Kaſtens unent« behrlich: ſind, daran. nicht zu vergeſſen, 3) Es iſt für die Pferde höchſt nachtheilig, daß. keine bewegliche Ortſcheite, ſondern feſtſtehende Strangfnöpfe an der Spring» waage ſind, weilt auf dieſe Art die Selle oder Kummet bey keiner Gelegenheit nach» giebt, und ihnen alſo die Bruſt verdirbt, Ein Engländiſcher zweyſitzitgger Desobligeant, welckiger Kof- fer mit einer übergeſchnallten ledernen Kap»- pe, und an die Vorderwand des Koſtens zwo Laternen angeſchraubet. Das Geſtell iſt, die Räder ausgenommen, ganz von Ciſen; nämlich 2 eiſerne Schwanenhälſe, 4 Gedern, eiſerne Achſen mit Schrauben, und | | | Euere N., und. ſind im May bis Johannis- am beſten,. In-der Laichzeit: iſt. der Lachs- mager., und hat. ein weißes; unſc S1 ye 178 h 4.009 Laden Büchſe die ihr angemeſſene Ladung nusge- Forſcher worden, läßt man auch zu jedem Gewehr ein beſonderes Lademaaß verferti- gen, damit man bey dem Gebrauche des Gewehrs ſich deſſelben ſicher bedienen könne, Laden, bedeutet in der Lanhwirchſchaft das Auſlegen-oder Aufwerfen gewiſſer Ma- terialien auf Wägen, zur Fortſchaffung auf ſelbigen, als Miſt, Korn, Heu u. ſ.f. Zum Laden der Garben auf dem Felde in der Aerndte gehörer.eine ſolche Geſchiclich- keit, daß die Garben feſt zu liegen kom- men, und ſie nicht beym Fahren, zumal wenn ſehr hoch geladen wird, herunter fal- len, und dadurc) Verſäumniß, nebſt Ver- luſt der Körner, veranlaſſet werde. Man beſtellet daher zum Kornladen weder unexr- fahrne noch ſchwache Perſonen, da lektere die ihnen zu ſchwere Garben nicht gut legen oder packen, oder. aus Mangel genugſamer deibesſtärke zu viel Zeit brauchen, um.or- dentlich zu laden. Bey dem Laden.des 'Heues wird zwar weniger Leibesſtärke er- fordert, weshaib die Mägde hiezu fehr gut gebraucht werden können;.es muß aber je- der Arm voll Heu, welches aufgeſtochen wird, beſonders wenn many über.dieLeitern zu laden anfängt, nicht. Klumpen bey Klumpen niedergelegt, ſondern mit den Händen aus einander gebreitet werden, Wird dieſes unterlaſſen: ſo iſt kein Zuſam- menhang in der Ladung, und das Heu fällt bey nur mäßigem Stoßen des Wagens 'auf einer oder der andern Seite herunter, :wenn gleich das Heu, wie gewöhnlich, noch ſo feſt mit Stricken, und einem der Länge nach über die Fuhre hin gehenden Binde- baume, feſt angezogen worden. Ein glei» , zum Feſtſioßen der Ladung an dem fleinern Feuergewehr, iſt zu den“ WBogelflinten gemeiniglich nur von Holz,. und alsdann:macht man an demſelben einen Stößel von Horn, Man macht ſie ing» Hemein von Beinholz, Maßholder, Weiß- 'dorn, Eſchenz; doch wird von den Büch- Fſenſchäftern das Holz des wilden Kornel- baums.oder Hundsbeerſtrauches, Cornus ſanguinea L,, wegen ſeiner Härte und Zä- bigfeit, vorzüglich gewählet. Lägel, ein rundes, hölzernes, von den Böttchern verfertigtes Gefäß von ver- ſchiedener Größe. Man bedienet ſic) ſel- biger beſonders auf dem Lande bey der Feld- arbeit zu Trinkgeſchirren. Läuſekraut, Stephansfraut, Mauſepfeſfer, Speicheikraut, Bißmünze, Stephenskörner, Staphilagria ofic. YDaterl.: Sſtrien, Dalma- ZF 2253> -= 232 2.2.d-O ZEE<< hdi= -"3 2/=-&T 4846 7-7 ELER il NOE ZSEIERE RUSSIN niht ih Wief belaby e NUN fes hoc ſehen Aden Naz) y(aden; h Jabel uf |d vor den + er(ud lame eine ju Dahin, des Umwet- wdh unz duch Vindebuun v Anl ACE r, fj zu ur von Dh ernelben da mod je inh holde Dif on.dm Kh vild Fer des, Coms rte un) Gernes, 0 ſi yon ver (ent ſh ſt MIC ls Sf -„Zum "Läuſek Dalmatien, Calabrien, die Provence, Stentel: ſtaxk, aufrecht, haarig, 2 F, hoh. Dlätter: handförmig, aus 5-- 7 ſtumpfen, an der Baſis mit einander verbundenen, haarigen Lappen zuſammen geſest. lumen: an den obern Theilen der Stengel, in lo>ern Aehren, gewöhn- lich blaßblau, obgleich aus dem Saamen zuweilen Pflanzen mit purpurrothen und anders gefärbren Blumen entſpringen. "Wegen der ſchönen Blumenähren unter» Hält man die Pflanze in den Gärten im freyen Lande, und man fann ſie durch die Zertheilung der Wurzel leichtlic) vermeh- ven. Der Saame aber wird nicht völlig reif, bleibt zu klein, und Feimet nicht. Man muß fich daher guten Saamen aus Italien kommen laſſen. Den Saamen findet man in der Apo» ehebe, er purgiret heftig; weil aber dieſes nicht ohne Gefahr ſeyn fann, ſoll man den innerlicyen Gebrauch unterlaſſen. Aeußer- lic) gebraucht man ihn unter die Zugpfla- fier, ingleichen als ein äßendes Mittel, das wilde Fleiſch der alten Geſchwüre weg- zunehmen, Andere bedienen ſich deſſelben bey Zahnſchmerzen, um den zähen Schleim aus dem Munde wegzuführen; allein auch dieſes iſt unſicher, weil daraus leicht Ent- zündung und andrer Schaden entſtehen kann. Der gewöhnlichſte und nöklichſte Gebrauch iſt, mit dem zu Pulver geſtoße- ken Saamen die Läuſe zu vertreiben, oder vielmehr zu tödten. Man pflegt das Pul- ver enkweder trocken aufzuſtreuen, oder in Eſſig zu weichen, oder mit Oel zu vermi- ſchen, und damit die Haare zu beſtreichen. Weil die gemeine, aus Quefſilber bereite- te Läuſeſalbe leicht ſchädliche Folgen nach ſich ziehen kann; iſt es am alierſicherſten, dieſen Saamen, mit Kofelsfernen ver- miſcht, und beydes zu Pulver geſtoßen, ' Wef, Neallexicon HI. Theil. GE wean 1904 mere FE UED. EEE ei Lager 401 auf ven Kopf zu ſtreuen, und den Tod des Ungeziefers gewiß zu erwarten, Eben dieſer Saame zu Pulver geſtoßen, mit ei« nem Mehlteig vermiſcht, iſt zur Tödtung der Ratten und Mäuſe gleichfalls vas ſicher«- ſte Mittel, indem won Kugeln darays macht, ſolche twoc>net, und da hinlegt, wo dieſes Ungeziefer ſeinen meiſten Aufent- Halt hat. Lage, wird von ber.guten oder ſchlech« xen Gelegenheit eines AFers, Gartens, Weinberges, Wieſe, Gebäudes oder.gan- zen Gutes gebrauchet. In Niederſachſen beißt bey der Bienenzucht Late eine ſo große Anzahl Bienenkörbe, als an einenz Orte neben einander geſtellet zu werden „Pflegen, und von einer Perſon gewartet werden können; eine Lage Bienen, Lacht, oder Bienenlage. Lager, zu Lager gehen, fagt man in der Landwirthſchaft vom Getreide, wenn es ſich, wegen allzu großer Fettigkeit(Geile) des Erdbodens, oder zu ſtarfer Düngung, nie» derlegt, und Latzer wird,-oder durch vie len Regen nieder geſchlogen wird. An ei- nigen Orten wird das Korn, wenn es gut aus dem Winter gekommen, und manu be fürchtet, daß es künftig Lager werden möch- te, bis Lichtmeſſen mit den Schaafen über- hütet. Bemerkt man im April oder May, daß der Weizen Lager werden dürfte: ſs wird er in Zeiten geſchröpfet, d. i. die Spi« ßen werden mit der Senſe abgemähet, nur nicht zu tief, wenn er bereits in die Kiele treten will, Der Roggen, weil er früher in die Höhe gehet, muß früher als der Weizen geſchröpfet werden, Auch die Gerſte wird an einigen Orten geſchröpfet, wo man das Lagerwerden derſelben be- fürchtet, Eee Lager, 403:- Luger: Lager", 1) ſind: in: den: Kellern ſtarke vierfantige: gehauene: Bäume, auf welchen: die Fäſſer liegen... 2): Die: Lage: eines: Steines: im Steinbruche;. weiches La- ger, welches über ſich ſiehetz. Hartes La“ ger, das: unter ſich“ ſiehet:. 3): Das La- ger eines. Schlüßſteins iſs die Fugeſeite deſſelben; 4): Bey: hölzernen: Brücken“ Yeißt. der Boden: mit“: ſeiner: Aufſchüttung: Zrückenlager.. Bett. aber fagt' man vey Kanälen, Waſſerhaltern, Flüſſen und &Ströhmen; und man: verſieht darunter.den: Grund von Sand, Thon ,. oder: beſonders: bey Waſſerbehältern das Pflaſter, das aus- in. Cement: geſeßten. Steinen. beſteht: Lager, bey: der: Jägerey',. der Ort, wo ſich des- Nachts, auch' bey Tage, die Thiere, als:.: Schweine. Wölfe, Dachſe;. Biber, Füchſe„ Jleiſſe, Marder, Igel u: dgl.. zur“ Ruhe legen.. Von: dem. Hir- ſche, weil. er mehr ſit, iſt Dett',, Sitz. und Rubeplaz;: und von dem: Haſen: ſo» wohl. Latzer als Saſſe üblich» Wey den" Rebhjühnern verſteht: man: unter“ dieſem: Worte diejenigen, welche ſich zugleich mit: einander nieder: zu thun pflegen? Ein. Jager. Hühbner., Lagerbalfen, ins Gevierte gehauene? Hölzer ,. welche bey dem Roſt. einer.Schleu- ſe, eines-Waſſerwehres u: dergl,: nach der. känge gelegt werden;: Auch'nennt.man ſo; diejenig:n Dalben, worauf, das:Dach ſeine Haltung hat;,. Lagerbier. ein! Bier, welches: im: März; auf. das Lager gebrauet: wird;. Es. wird an: Malz: und Hopfen ſtärker, als; insgemein, gemacht; damit: es ſich den: Sommaner: hindurch ,. ohne ſauer'zu: werden; halten: möge; Die: an: dem: Churfreiſe. Lagerb. gränzende: Stadt Treuenbriezen' in der Mark. brauet: von. jeher. dergleichen: Bier, welches- dunkelbraun ,. ſehr: klar: und“ rein iſt, und auf. Flaſchen oder.-Bouteillen ab- gezogen. 5.== 109 Jahre und länger, nicht nur. gut. bleibet, ſondern: mit. den- Jahren, wie. der Wein ,. immer beſſer wird.. Lagerbuc ,- Lager- und: Sahl- buch ,- ein öffentliches", auf. obrigfeitliche Veranſtaltung. angefertigtes„ Regiſter, in welchem. alle liegende und ſtehende' Güter einer Stadt- oder Dorfgemeine; und. eines jeden. Unterthan ,. eingezeichnet: ſind,, und daher fidem publicam hat;. Das Latzer- buch ſvll eigentiich dazu dienem, daß: man die Grundſtücke, ſo wie ſie in der Flur. und deren: Strecke. auf; einander liegen: oder fol» gen ,, mithin bloß nach-ihrer Lage. ſogleich finden könne;. daher. ſelbige8-auch das-Sin- debuch.oder SundbucHs, und wenn es nur. das- Verzeichniß' von: einer mäßigen Flur enthält,, das-Siyrbuecl) genanntwird. In dieſer: Abſicht: wird es bloß-nach Anleitung des Grundriſſes. verfertigt ,. und ein. jedes Grundſtück. bekömmt. in- dem. Lagerbuche eben diejenige Nummer; die es im Grund- riſſe hat.. Das. damit. verknüpfte Sahl- buch. hingegen. ſoll: den: Endzweit haben, daß- man-aus demſelben. ſowohl. die ſämmt»; lichen. Pertinentien: eines jeden; Hauswir- thes;. als. auch die darauf haftenden Steuern, Abgaben'und Beſchwerden bey einander er- fehen könne... JIn.diefer Abſicht werden die Unterthanen-,, einer. nach dem andern, d, i. nach, dem einer. jeden Haushaltung veyge= legten. Buchſtaben: des- Alphabets, aufge- führe). und man' bezieht ſich jederzeit, wes gen der. Ausmeſſung. und. übrigen: öBewand» niſſe, auf. die Nummer, womit daſelbſt das Grundſtück. bemerkt iſt,... Lager- POSEN oo--mw- ps T5Tq5STqpSSSSSSDAETIZBE ZZ Zü Zz 175<&-DJ aer ZITAT te I: "4 be hen Bie * Und ven uteilen hb: age, niht 0 Jh vin, nd Gall brigfeitike Aegir, ig ne Güter 6, Unddneg nt, und Nhat: Ww Daß Ian der Fhurund m eber ob og, Wid uch ds An: nd wenn 6 ner mäßig ena Mh Anleitun) md ein 08 1 Goh! 3(m Grund: pft Sohl wf habe) „Mie fammb | Saunir n Geyer) jnander er gerdin die ven dab ung vent pts,(UI "50 NW „Bew, a Lagerh Lagerholz, 1) im Forſtweſen umge- fallene,„oder vom Sturmwinde.umgewor- fene Bäume,'welche nicht.abgeführet wor- ven, ſondern im Walde liegen geblieben find, 2) Beym Bauweſen,:die Unterla- ger von Hölzern,„worauf man etwas. leger ,oder ftellet3 3. B. wenn über einemGewsl- be ein Fußboden von Bretern gemacht wer- .ben ſoll, werden zuvor Lagerhölzer gelegt, zum die Breter darauf zu nageln. 6. Lagerobſt, Obſt, welches ſich bis hum und durch den Winter.aufbehalten 4äßt 3 Winterobſt. 'Lagerſcheit, im Forſtweſen,'bie.aus iden„Stämmen der Baume geſchlagene Scheite Breunholzes; heißen„auch-Kern- ſcheite, zum Unterſchiede von Stockſchei-. Ten aus den ausgerotteten Stöcken, * Lagerſtöcke,-Bienenſtöe,„welche nach der Länge liegen, zum Unterſchiede „von ſiehenden BienenſtöFen, Ständerſts- Fen oder Ständern,. Lagerwand., der Grund,:worauf die Zimmerhölzer-geſeßt oder gelegt werden, "der ihnen gleichſam zum Lager.dienet, Lagerwein,, Wein, welcher ſich hält, "ſi auf. das Lager legen läßt. Lagerwuchs, der allzu geile Wuchs des Getreides,„welcher macht, daß. es La- „ger wird, oder ſich niederlegt, Laich, Fiſchläich/ der:von den- Fiſchen weiblichen Geſchlechts ausgelaſſene 'Rogen, oder auch) Ragen,«woraus her- nachmals, wenn das Männchen ſeine Milch darüber ausgegoſſen, die kleinen Fiſchchen Hervor fommen. Die„meiſten Fiſche lai» . Allodial-:- m zenden »wmwneame- een eee BEIER AES ED EEE Lands 4.03 :gett, feine"Neße, noch Fiſchgarne,'bis zu Ende des Jul,,.in die FTiſchwaſſer gebracht :werden ſollen, 5: bes Tafelwerk, welches nur bis an.die Bruſthöhe des Fenſters geht, der obere Theil aber mit Tapeten. bedet wird, Lambris de demi-reEvttement, Hal: Lame de plomb, eine.dünne Bleyplatts, welche man unter die Duaderſteine, State des Kalkes, legt. 8) Landgut„ ein Grundſtück, welches aus A&erland, Gärten, Wieſen und Triften,. nebſt.den.dazu gehörigen(Gebäuden,.und :der.nöthigen Viehzucht, beſteht, ibeſondere 'wenn es jemanden zugehöret,-welcher nicht :eigentlid) zum Bauernſtande gehöret.“Es :Haf entweder bloß Dieſe weſentlichen Theile, die,.wenn xs nicht fehlerhaft ſeyn ſoll, in: „Zehöriger Proportion mit und unter.einan- "der verfnüpft ſeyn müſſen,:oder es kommen noch zufällige Pertinenzſtücke dazu, als: "Wälder, Brau» Jagd- Mühlen- Fiſches, reygerechtigfeit, Gerichtsbarkeir,„Dienſte :U, ſs f. Iſt ein ſolches Gur ein Zehen eines „Andern: ſo heißt es ein Lehen, oder. Lehngut, zum Unterſchiede von„einem. oder-eigenthümjli- Hen Gute, Iſt es niemanden„mie Zehenspflicht zugethan: ſo beißt es ein Freyeigenes Gut,"oder Sreygut. Iſi.- .der Beſißer des Gutes dem Sehensherrn zu Mitterdienſten verbunden,-und außer demſelben von.allen Laſten befreyet: ſo heißt :es ein Ritterguts die dazu gehörigen Fel- der aber heißen Ritterfelder, Ritter«. „acker; der Hof, d. i. das Wohnhaus, mie. "dazu gehörigen Wirthſchaftsgebäuden und :dem Hofraume, heißt der Zitterdof over Rirterſirz; eine Hufe-aber, in ſo fern ſie. zu: einem Rittergute gehörer, oder, außer Cee 2 dem 494'Lanssg dem Ritterdienſte, von aßen übrigen Be- ſchwerden frey iſt. die Rirrerhufe. Wenn ein Landgut vollſtändig ſeyn, oder ſeine Conſiſtew3 haben ſoll. ſo müſ- fen 1) alle zur Landwirthſchaft nöthige zan dereyen und Gebäude in ſolchem Verhätt- niſſe beyſammen ſeyn, daß ſie, ihrer An- zahl und Größe nach, zur Erreichung einer einträglichen Zandwirthſchaft hinreichen. Und wie bey der Vollſtändigkeit nichts Nös- higes ſehlen darf: ſo muß hingegen auch kein nberflüßiges, und noh viel weniger gin ſchädliches Stück vorhanden ſeyn, oder es müſſen beyde Arten der Stücke ſich leicht verbeſſern oder veräußern laſſen- 2) Man muß ſo viele und geſchi>te 8eute haben, daß Feine Arbeit unterbleibe, ode? zu langſam, zu ſpät und zu ungeſchickt geſchehe. 3) Auf dem bandgute muß man die, zur Be- nußung deffelven, nöthige Gattung und Anzahl des Viehes mit Nußen darauf halten können. Ohne Vieh und deſſen Zulänglichkeit iſt vom AFerbaue wenig oder nichts zu erhalten. Die Viehzucht iſt ſo- gar oft das Hauptwerb oder der größte Theil der Nußung eines Landgutes. 4) Cin tandgut muß alle mögliche GerechtigTei- zen haben, d- i, Rechte, die ein jedesma- higer Beſißey des Landgutes auszuüben hat 3 Dienſtbarkeiten,(Servituten) ſind hin- gegen diejenigen Rechte, die ein Fremder auf dem zandgute auszuüben hat. Dieſe find unter die Beſchwerden zu zählen, Jene können entweder zur Gewinnung der Na- kuralien auf dem+kandgute, oder zur Benu- ßung derſelben, durch Veredlung oder auf andre Weiſe, Nuten bringen, als: Hof- oder Frohndienſte, Jagdgerechtigkeit, Brau- / gerechtigkeis, Mühlen- oder Mahlzwang, Dinsfrüchte u. ſw. Von Beſchwerden, wohin die öffentlichen Abgaben und der- gleichen onera publica, desgleichen Irift» Lands gerechtigfeis, Dienſtbaryfeiten, Gemeinhei- ten, welche Zank veranlaſſen, und in Ver- waltung eines Theiles des Gutes die Hände bindeu 20. gehören, muß es ſo jrey, als iminer möglich, ſeyn. Ein Landgut iſt uoch ſo viel werth, wenn es ſolche nicht hät- te, als-es mit denſelven werth iſt. 5) Das Landgut iſt deſto beſſer, wenn auch die L7ebenumſtände vortheilhaft ſind. Hier ſieht man auf die Landesart und Ge wohnheit im Arbeiten, Beſtellen des zan- des, Füttern und Speiſung z ferner darauf; was man für Leute zu Geſinde und Arbei» tern haben könne, ob ſie in hinreichender Menge zu laben; ob ſie geſchickt, eigen- ſinnig, ſtolz, träge ſeyn oder nicht; wie ſie belohnt und geſpeiſet werden, wohlfeil oder koſtbar 3; ob Kd) durch fie Aenderungen und Verbeſſerungen ausführen laſſen; ferner, ob man Schmiede und andere erforderliche Handwerker auf dem Gute oder in der Nä» he habe, und für welchen 2ohn ſie arbei- ten; was für Nachbarn man habe, böſe oder gufe; was für Gelegenheit zu Baus» materialien, und wie koſtibax das Bauen ſey 3 was für Gelegenheit zum Abſaß der gewöhnlichen Materialien ſey; ob ein gr9» ßer Ort, eine Stadt, wo viel Aufwand. iſt, in der Nähe ſey; oder ob man auf ei» nem ſchiffbaren Fluſte, oder auf guten Straßen die Naturalien zum vortheilhof-" ten Werkauf leicht verführen könne 3 wie die Preije dex Dinge in der Nachbarſchaft ſeyn, wonach ſich die Preiſe beym Cin- und Verkaufe richten; wie die Sicherheit voy Dieben ze, beſchaffen ſey; was für| Mängel, Unbequemlichfeiten, und oft vor» Fommende Unglücksfälle an der Nußung dev Stücke des Gutes hindern; ob die Haushaltung leicht zu dirigiren und zu füh- ven ſey) 3 ob die Ländereyen nahe bey dem Hofe unter den Augen liegen, und wie die Wege MILE 86<< BR IRIS Demin nd in Oy die Zine 0 Ire), al tandgu ij Denic hi 2,M wenn auh hoſt füt. It Und Obs je Dig Kah we M, und Arbe inteihenbet Nä dpt iO; wie fe wohl aber derungen und 1; fet, ſede erin da Mh 19108 1 habt, dit eit zu Di das Zun 1 Vb ob ein zw je) Jojo), man aiff dr auf guten vortheije fan; wie uh em Ei Siheeit - was für ndl er Nußung pm;|] vw und zi füh! je bey den ud wie M Dy 7 SEC EEE EE "Lands Wege dahin beſchaffen ſeyn, ſo, daß Knech- ke und Mägde gleich an die Arbeit gehen, „und alles leicht und bald auszuführen ſeyz wie das Holz zur Feuerung und zunr Ge» ſchirr zu bekommen ſey, 6) Ein Landgut iſt allein in fo fern für ein gutes anzuſehen, wenn, über Abzug aller zur Verwaltung des Gutes unentbehrlicher Unfoſten und al-- ler Abgaben, wenigſtens die Intereſſen aus dem Capital, welches im Landgute ſteckt, übrig. bleiben, oder doch es dahin zu bringen iſt. Zum Anlegen oder zur Erbauung neuer Fandgüter iſt in unſern Ländern ſchwerlich mehr Raum oder Gelegenheit zu finden. Es ſind daher nur drey Wege zu Erlangung eines Landgutes offen: durch Erbſchaft, durch Tauſch oder durch Kauf. Im erſten Falle nimmt man mit ſeinem Erbe für lied z, in den beyden andern Fällen aber muß man ſich durch gewiſſe Vorſichtsregeln lei- ten laſſen. Man findet in der Krünißi- ſchen Encyclopädie B. 59, S. 619. die aus einigen bewährten Schriftſtellern au geführten vorläufigen Fragen, deren Be- antwortung man ſich und Andern berichti- gef oder berichtigen läßt, um die völlige Beſchaffenheit eines zu verkaufenden Gutes zu erforſchen. Wenn ein Käufer das Gut ſelbt, auch mit Zuziehung redlicher Lanöwirthe derſel- ben Gegend, befehen, und ſich nac allen Umſtänden erfundiger hat:: fordert er vom Verkäufer einen vollſtändigen, ordentlichen und richtigen Kaufanſchlag, prüfet vor ſich, oder, wenn ex unerfahren iſt, mit Zuziehung einſichtiger Freunde, denſelben durch genaue Unterſuchung der Grundſtä- >e, des Ertrages, der angeſeßten Unfo- Fen und Preiſe, wie auch, ob nicht einer- ley Sache unter verſchiedenen Titeln zwey Nah in Anſchlag gebracht worden iſt, z. B. y+>. Lands 465 Wieſen, Weiden und Triften beſonders, und die Viehnußung, auch wieder beſon- ders; deSgleichen, ob feine Abzüge, Be» ſchwerden 6. ausgelaſſen ſind, und macht einen Gegenanſchlag, welcher gemeiniglich das erſte Geboth zu ſeyn pflegt. Bey denz Kaufe ſelbſt ſoll es ſich der Käufer nicht ab- merten laſſen, wie ſehr ihm um das Land- gut zu thun ſey, oder ſich von einer ihm eigenen Hike zu weit verleiten laſſen, da ex denn in ſolchem Falle am beſten thun wird, wenn er dur oder haben könnte. 2) Die Summe allex jährlichen Ausgaben muß von der Summe alter jährlichen: Einfünfte aller Stücke des Cee 3 Gutes GINCENEHTNTSSSSTSSSSITTSTECHR TURING 406 Landz Gutes abgezogen, und der Ueberſchuß zu einem Capital erhöhet werden, welches Ca- pital dann der Werth des Gutes iſt.„Hier iſt nun ſelten mögli), daß man 5 pro Cent als Zinſe rechnet. So viele Unglücksfälle, Mißwachs, u. dergl. ſo viele unvermutbete Ausgaben machen,„daß man auf eine lan- ge Reihe von Jahren ſelten meösr, als 3 bis 4 vom 100 des im Gute ſtehenden Ca- pitals rechnen darf/ und. alſo in:dieſen.Fäl- len gedachten Ueberſchuß nicht mit 25, fon- bern mit 33+, oder.mit 2.5, multipliciren, und ſo zum Capital erhöhen muß. 3) Bey richtigen»und unſtveitigen Gütern thut.der Käufer beſſer, wenn er die Bezahiung 2a- für auf einmal Teiſtet. Pefürchtet man hingegen.nachtheilige Anſprüche,.welche etwa von.dem Verkäufer verſchwiegen wor- .den ſind:;ſo iſt.es ſicherer,.daß man ſich vergleicht, die Zahlung entweder in Nach- friſten zu thun,.oder. ſo viel in Händen zu behalten, daß man ſich in„ereignendem Falle ſeines Schadens. daran erholen könne, 4) Je mehr man baares Geld bey Antre- tung eines Gutes, zur Beſtreitung„der Ausgaben bis zum vortheilhaften Werkauf der gewonnenen Naturalien, und den ek- wa zu machenden Meligrationen in Händen Hat, deſto beſſer iſt.es. - Es kommen bey dem Kaufe der Landgü- ter folgende vier ökonomiſche Streitfragen vor: 1) Ob es für einen:neu angehenden kandwirth beſſer gethan ſey, ſchon vorhin. in guter Cultur ſichende:Güter,„oder ſol- che,„die von.den vorigen Beſißern ſchlecht bewirthſchoftfet, oder.wohl.gar zu Grunde gerichtet.worden-ſind,:zu kaufen? 2) Ob es rathſamer ſey, ein Landgut, welches in einer„Gegend,„die ſtarken.und vorzüglich fruchtbaren Boden Hat, oder ein.andeces, wobey nur ein gufer Mittelboden befindlich äſt, zu kaufen? 3) Welches, außer dem Lands Ae&Ferbau„und Wieſewachs-«diejenigen Wirthſchaftstheile ſeyn, die bey einem Land- gute nothwendig und unentbehrlich ſind? 4) Db die quf der Höhe,-oder-in den Nie- deruitgemund Bruchgegenden liegende Land- güter nußbarer oder„vortheilhafter ſeyn? Man findet dieſe Streitfragen in Bene- Fendorfs Oecanomia forenl folgendermaa- „ßen entſchieden: „Gurachtliche Entſcheidung 5er erſten Strate: 1) Zandgüter, die beſon- ders in ihren Gebäuden zu Grunde.gerich- Fet ſind, zu Faufen, iſt ſchlechterdings nicht rachſam, weil die darquf zu verwendenden „Koſten.den Ertrag des-Gutes«.'f keiner- ley Weiſe erhöhen, auc ſehr leicht den Werth des ganzen Gutcs unverhältnißma- ßig ausfallend machen können z.es„wäre .denn,.daß ſämmtliche, zur Wiederherſtel- lung derſelben erforderliche Koſten in dem „Gutsanſchlage auf.das genaueſte berechnet, „und von dem Werche des Nußungscapitals „abgezogen worden wären..2) Da die.mei- ſten Landgüter, auf welchen eine derglei- hen Verwüſtung der Wirthſchaftsgebäude „angetroffen wird, in Confurs zu ſtehen, „und folglich.von den Landesgerichten öffent- Iich feil geboten zu werden pflegen: fo muß „den Abſchäßungsfommiſſarien ſolcher Gücer „ausdrücklich„aufgegeben werden, daß:ſie :den Betrag.der'Bau- und.Reparaturko- ſten auf das genaueſte„auszumitteln,:und von dem'Nukungskapitale.des Gutes abe „zuziehen haben, damit kein Käufer darunter „in Ungewißheit.gelaſſen werde, ſondern in allen Fällen, wie er ſein.Geboth nach der „Beſchaffenheit der.Gebäude einrichten ſolle, „gehörig unterrichtet ſeyn möge. Fides pu- blica,„oder gerichtliche Treue„und Glaube, ſo allen unter richterlicher Autorität vor- genommenen Handlungen gebührt,.macht „dieſes notdwendig. 3) Ein Landgut,-auf welchem =. TZ WW=„WI- MOT URI 7 Bs Wi dg 7 Zeihen: ox Zia ed LBER LE ERR Ze “ GES IGER HE DELE SRRUE 25 EB 1 3 ERES NFG ZE 95.507 SEW per EN u Übjenign en(and. rid fad? im dyMis Gedeon te fem) |(1 Bis JE dung der „Ue beſene unde auh ding niht wenden | e(eit Din eini on 6 IE Biederherſt) eſtenintm ſte berehnt) ungäcpit Dadie.mih eine Aryl: haftsgou 3 zu ſeht) ichten un zen: m (older(hit y, daß ft potaturte een, und Qutes abe r dauntet ſondern Mn ideen fs Fides pt nd Qlb, Foeität vr prt, moo! dau, ou weiden h noh| REKEN 2:55 ERN* Lands. welchent alle nußbare Wirthſchaftstubriken: in'Unordnung gerathen'und verwüſtet'wor-: den ſind ,, kann ebenfalls: niemanden",. der- die Wahl zwiſchen ruinirten und cultivirten' Gütern hat;. zukaufen: angerathen:werden,. indem auf“ dergleichen durchgehends- zu: Grunde: gerichteten Gütern keine. Gelegen- Heit vorhanden. iſt, die' in: einer. Rubrik verloren gehende Einfünfte: durc) eine an- dere zu: erſeßen) weil ſie in8geſammet: un-- nußbar' geworden ſind: Vielmehr iſt es in: ſolchem Falle vernünftig", ſchon vorhin cul- tivirte und in: gutem: Stande- befindliche- Güter, ihres höhern: Preiſes: ungeachtet;. vorzuziehen. zumal' auch öfters" auf: dieſen“ durd): eine“ geſchickt angebrachte: Induſtrie“ noch allemal Verbeſſerungen: möglich ſind. 4) In den Kauf ſolcg der zweyten: Zratgge,. Die Erfahrung, leh» ret, daß: zwiſchen: den in' ſtarken Acferge: genden velegenen ,. und. den: nur'mit einen: guten: Mittelboden: verſehenen: Zandgütern: .ein woh) gegründeter Unterſchied zu machen" iſt: Sinv,, wie es: gewöhnlich ſo* iſt, die Gürer: im ſtarken: Boden mit: viele: taſten und. nothwendigen: Ausgaben: beſchwerer,. Und gehen dieſe fort). wo das. Git in man» en angelegt oder von ſich ſelbſt aufgewachſen ſind. Langbünde, diejenigen Steine, weli- t wird, heißt der dunne Lappen; 3) die beyden Abtheilungen eines Saamenkorns, welche das in der Er» de ſich in Milch verwandelunde Mehl ext- . Halten, Lappert, 1) die vorſpringende Stü- fen eines eiſernen Bandes zum Kofferbe- ſchlage, welche gemeiniglich mit künſtlichen Ausſfchweifungen zum Zierrach verſehen find, 2) Lappen dey Srantzen, ein Stuck? Eifen, welches wie ein Lappen ge- . bilder iſt, und au der Stange eines Pfex- dezaumes zum Zierrath: dienet, Lavppreißer, bey der Jägerey, kleine -. Stöckchen von feſtem Holze, etwa r4 Elle lang, damit ſie, wenn fie eingeſte>t, we- nigſtens eine halbe Elle über der Erde her- vor ragen. Es werden bey dem Vevxlap- pen die Federlappen daran gehänget. Lavpſtatt, wenn der Jäger etwas , oder auf dem Schnee fraiſet, und ſolches mit Tuch- oder Federlappen umſtellet, Auch kann man des Nachts die größten Wälder verlappen, und denyWild- pret nur ein Stü> Holz, wo es ſtarke Dickichte hat, eingeben, unz am Tage über zu ſiellen. 4 Lathyr Larven, bey der Jägerey,:1) die ein- geſchnittenen Kerben oben auf den Forkeln. oder Stellſtangen, worinn die obere Leine von dem Jagdzeuge zu liegen fommt. 2) Auf den Stangen des Vogelheerds, die von feſtem Holz gemacht, unten ſpikßig und oben breit ſind, von oben hinein über 1 Z. . tiefe zween Sägeſchnitte, die ausgemeißelt werden, damit es eine Kerbe giebt. Dur) die Backen der Kerbe werden zwey Löcher gebohrt, welche genau auf einander treffen, daß man die Schlagſtecken auf dem Wogel- heerd durch ihre Huülſenlöcher mit einem eiſernen Nagel befeſiigen, und mit den Vo- gelwänden auf- und niederziehen kann. Laſchen, beym Mühlenbau, diejenigen Stücke Holz oder Bohlen, die über dem Wechſel zweyer Kranzſtücke an einem Waſ« ferrade zu liegen kommen, und mit hölzer- nen Nägeln auf dem Kranz befeſtiget wer- den, und alſo den Weehſel der Kranzſiü>e oder die Zuſammenfügung verſtärken und befeſtigen. ee Laſchenbreter, Die 3 Faß langen Breter, die nach dem Cirkel des Mühlen- rades ausgeſchnitten, und von beyden Sei- ten da, wo zween Kränze oder Felgen eines Rades zuſammen gezapft find, aufgenagelt werden, um die Verzapfung zu befeſtigen und haltbarer zu machen, Lathyrus, Platterbſe. Die Ar- ten dieſer Gattung ſind dauerhafte, kraut- artige, zaſferwurzliche, kletternde Pflan- „zen, unter denen einige zur Verzierung der kuſtgärten vorzüglich ſchickliche, oder we- nigſtens allgemein bekannte Blumenpflan- zen ſind, alle mit gablichen, kletternden, langen, dünnen, au einer Unterſtüßung viele Fuß hoch ſteigenden Stengeln, mit zweyblättrigen, gablichen Biättern, und mif EE SZS. SI dilwign= 4EN08T ERT EIT ERDE 17 1 died | den Aufi le Oben feh | font, 3) Jed M ten fpiGig und Nein über 13 Ouögemifele jeht. Durh | vey(öcher onder kefen, 1 den Dogel- 'r nie einerm ni Un D: Wt fan, 0 bini die über dem an een Daf: nd mit Kilt befeſtigte wet er Franjfiift verſiarfen in) 3 Fuß kt | des Mühle m behan e Felgen ins , aufgenagt ju befefigen ) de MW aſte, traut: nde Pfiat: rpjerung Da e, We: jymenpfon flettend?), nterſbigun ngen, nt Ken, un) mit SSS SEINS 2: ve en dL Et al emen Lathyr mt ſ geſchnittene, ecfichte Stangen, ge- meiniglich von Fichten- oder Kiefernholz, derer. man: ſich zu. den: Dächern ,. um: die Dachziegel darauf: zu: legen, wie auch zu' andern Dingen, bedienet. Geriſſene tatten: ſind ſolche, die aus jungen geſpalte* nen Fichtenbäumen gemacht werden, derer man ſich meiſtens. nur zu. Strohdächern be» dienet.. - Lattenhammer,. ein Hammer; dew man. unterleget., wenn: man: auf, die 2atten- etwas: nageln will,. - Lattenſpickor, viereckichte ſpiße'Nä- gel mit einem kleinen: Kopf, Lattnägel, flache Nägel. mit: zuge» ſpitten. Köpfen:, welche davon den Namen Haben, weil damitdieLatten auf das Geſperre' eines: Daches, eines Gatters u; dgl; aufge ſchlagen werden.. Laubband, ein' Thürband", worinn: das Blech: nach, allerley dem Laube ähnli» ' Szen. Zügen ausgeſchnitten iſt,, daher 8ay= "Fauch benzug, ein Zierrath in den Blechen, in Geſtalt. eines Laubwerks.- s Lauben, in: Luſtgärten: angelegte und bedeckte Gänge: oder Luſthäuschen, darun- tex man vor. Sonnenſchein-und Regen ſicher ſeyn kann. Sie: weiden aus dünnem Lat- tenwerf(Treillage) gemacht, und mit al» lexley Lazbbaumen' und Swräuchern von auU- ßen bepflanzet.. Laubholz, alle Bäume und Bebüſche, welche im Herbſt abfallende: Blätter haben, Das Laubholz. wird auch Schlägholz. ge- nannt ,. weil es nach dem Abhauen wieder ausſchlägt welches von: den1 Nadelholze nicht geſchiehet;. Man: theilet. das Laub- holz in hartes und weiches, außerdem aber noch 1) in fruchtbringendes,. 3).in ſaamen- tragendes, und 3) in“ Laubholz, welches weder. Früchte noch kenntlichen: Saamen trag Zu dex erſten- Gattung gehören alle mögliche Obſtbäume;. zur zwoten Ahorn, Birke, Weißbuche, Erle, Eſche, Flie» genbaum,. Leinbaum, Linde, Maſſeller, Rüſter oder Ulmenbaum, Spindelbaum z zur dritten Gattung die Aeſpe, der weiße und ſchwarze Pappelbaum, und alle Arten Weiden. Ha Lauch, Porrum.. Von. dieſem Ge- ſchlechte beſchreiben wir hier folgende Ar- tens:: . 3) Hochblärtrichter Lauch, Schnitriauch, Hollauch, Grag- lauch„ P. ſectivum, Allium ſchoenopra- ſum L. Eine befannte Küchenpflanze, die am bequemſten durch: die von den-alten Klumpen abgenommene kleine Zwiebeln im Frühlinge vermehret wird, und 5=-6 Jahre, ohne wieder umzgepflanzt zu wer- den, ſtehen fann; Je häufiger man die Blattex ſchneidet, deſto ſtärker und zärter pflegen rs 253 22=. Sr =(M- H ZI M 22 Glichiy," ngeleg'e ind Sen, Daun Regen ſchr Winnen bah » Ind mitch it von dls ud Koſh, Zättr hen, Safe d6s "Qu nie m Jevahele eilet dos Zau aupedem aber 2),(ty holy, niht hen Caamn ng gebiren als wet Ue Eſte, e, Doſh, Spinal) pe, du iht und ale M0 u diefen Ö!: folgende IV' er[auc h, Gt ſchoenopt* vpflan) die N veralten Zit m und“ [719 1a " Nn Ww nd zim pfa Lauch: pflegen ſie: wieder hervor'zu ſchießen: Man? kann damit: die:Gartenbeete einfaſſen„.und" das öftere- Abſchneiden der Blätter und' Stengel-macht: die Einfaſſnng ſchöner, als- voin Buchsbaum 3: unterläßt man'aber" das" Beſchneiden. und“ die' Blätter wachſen zu' hoc), werden ſolch2' von Wind'und Regen aus einander" getrieben, umd erhatten ein verwirrtes' Anſehen: Dae Abſchneiden ſolt“ aber-nicht bey regnichtem Wetter- geſchehen; weil. das: Waſſer in dis abgeſchnittenen" Stengel: und Blätter eindringt“, und ſie gelb macht.. Gegen den Herbſt überhaupt muß«man die alten' Blätter nahe bey der- Erde abſchneiden„- und die Oberfläche des- Beetes, wo' ſie ſtehen, mit friſcher fetter: Erde, etiva 1 Z, hoch, beſireuen,- ſo wer» den“ ſie deſto beſſer und früher treiben; 2) Graobläcrcerichter Launch mit feſter Wurzel, grasblätterichter RKnobla:iei) mit der feſten Seiten-- wurzel, A. Ampelopraſfſum L. Die fu- gelſörmige,. dichte, fleiſchichte“ Zwiebel: treibt: unterwärts neue, um-einander ſte»- hende, kleinere. Die Btüchdolde" iſt kü- gelförmig 3: die Blumenſtiele lang.und pur“ purfarbig 3 die Blumenblätker weißtich:- 3) Porre', Spanijcher Lauch, A, Porrum L., eine bey uns ſehr beliebte Kü-- ern,. Stellt! ſich gegen den Wivcer die Kälteeins ſo muß ver Sommerporre auſgegraben;. und in einem tronen Keüer, over: in' einem Gewächghauſe im Sande, verwahrt werden: Der Winterporre' abr fann bis zum May, da- er: anfängt zu“ ſchoſſen, in der. Erde ſtehen bkeiben.- Will: man Saamen ziehen: ſo wählt. maa gleich! nach Ablauf: des» Winters.,, ehe die-Stäu-- den- in die Höhe wachſen, einige von- den beſten aus, und ſeSt fie an einen' warmen: Ort reihenweiſe'auf;ollen Seite 1 F+ weit: aus-einander,- B2y'guter: Witkerung trei-“ ben ſie ſchon im May'einen 4=-5F: hohen Stengel, der:.an der: Spike einen' dicken. Büſchel mit: gloFenförmigen' pu: purfarbe nen: Blunten: trägt; Wenn ſodonn die' Saamenhülſen ſich) auſthun 7- ſchneidet man die Stengel ab, breitet ſie einige Tage auf einem Tuche an der Sonne aus, hebt" den- von ſelbſt'ausgefällenen Saamein ,- Delcher" immer der beſte ijt5 auf, und verwohrt.den Sit: 35- übrigen,, 473; “ 414 Läufer übrigen, ſo wie den Zwiebelſaamen, in den Hülſen, ohne ihn auszufklopfen, Läufer, Borläufer,») eine Art FoFvo Zel, weiche, außerhalb ihres Bauers, auf dem Bogeiheerde angefeſſelt oder an- gefillt und hingeſtellt werden, um herum laufen zu können, damit die vorbey ziehen- den Bögel, in Meynung jene ſeyn frey, ſich um ſo viel mehr zum Einfallen in den Heerd bequemen. Zu großen Läufern nimmf man Miſtler, Droſſeln und Am- feln 3; zu kleinen aber Finfen, Quäler und' dergl, Auf dem Heerd muß man einem jeglichen großen Läufer ſein eignes Tröglein, mit Mild) und Hirſe, Kleyen 2c. angefüllt, in die Erde eingraben z den kleinen Läufern aber nur das Saufgeſchirr vorſeßen, und das Freſſen dazu hinſtreuen 3 3) die jungen Schweine, wenn ſie abgeſeßt worden, bis ſie das erſte Mal zugekommen ſind; 3) dex oberſte Müuhlenſtein in einer Mühle, der auf dem Bodenſtein herum läuft, und das Getreide zermalme?, Läuferplat, iſt, beym Vogelfan- 92, wo ein Strauch oder Buſch zu einem Bogelheerde angelegt, und vorne und hin- fen, am jeden Ort und Ende, ein mäßiger Plaß von grünem Raſen hingemacht wird. Einige Vogelſteller machen auch noch wohl einen mitten auf dem Buſch, Auf dieſen Pläßen werden nun die Vögel, wornach man ſtellen will, angefeſſelt oder angeläu- fert, um die Vögel gleicher Art auf den Heerd zu locken. Läuferzug, beym Vogelfange, zween ſubtile, doch feſte, ſchmale Streifen Leder, die dem Läufervogel vben an dem Leibe um jeden Flügel gemacht, und auch jedes be» fonders mit einem ſauber geflochtenen Schnürchen befeſtiget werden, doch ſo, daß Laufel es ven Vogel nicht reibt, ſonvern um die Flügel geräumig genug iſt, Die Schnüre werden auf vem Rücken zuſaminen gebun- den, und unten an ſelbigen ein kleiner Ring von Draht mit einem Wirbel ge« wacht. Lauer, Laurwein, Lurwein, Nah- oder Treftierwein, ein Getränk für das Geſinde in den Weinländern ,- wel«. ces, wenn der Moſt von den Treſtern oder Weintrebern abgezapſt At, durch Auf- gießung friſchen Waſſers und meiſtens auch durch- noc)maliges Auspreßſen gemacht wird, Lauf, ein lichter Plaß, mit hohen Tüchern eingeſtellt, worauf der Herrſchaft das Wild vorgejaget wird, damit es von derſelben im Vorbeylaufen geſchoſſen, ge- beßt oder gefangen werden könne,-' Lauf, ein vom Böttcher verfertigtes nd um die Mühlſkeine geſeßtes Gefäß, daß, wenn der Läufer der Mühle darinn herum läufe, die gemahlene Frucht nicht heraus ſpringen oder wegfliegen kann, ſon- dern in dem Laufe bleiben, und in den Mehbltaſten fallen muß. Lauf, der hohle Theil eines Stiefels, oder andrer Waſſerröhren, oder auch eines Deichels. Laufdohnen, Laufſchlingen, ſind von verſchiedener Artz alle aber werden auf den Erdboden in die alte Reh- und Schaafſſteige geſtellet, um allerhand wil- des Geflügel dariun.zu fangen. Site wer- den auß Hodenſchneißen genannt, Laufel„ ſv nennt der Jäger eine jede Schleife oder Schlinge zum Vogelfange. Laufen, zei| ae m. Canaan S“zemap 7 Väemnen EN Chip NE gebun in Hier Birhel ſu Itthej) 1 Oettarf vin Mels, in reſten dur) Wf: iſes aud | geweht wit Dahn teſteſt NENN] deſen, y, vefechets btes Dip üble doris Frucht nt Fan, Oy und in bis 3 Ceiefals uch eines NA ee werden We): u) hand mi Git wer anl - eine wlfangt aufe) SIE== erke 4. If TE gz. LFaujen . Laufen, auf das Reizen, heißt bey dem Jagdweſen, wenn man ſich vor ein Dicficht ſtellet, wo Füchſe zu vermu- then ſind, oder wo man ſonſt einen Fuchs gewahr wird, und man wie eine Maus zu pfeifen anfängt, oder wie ein Vogel fchreyet, der ſich gefangen hat, oder wie . ein Haſe quekfer, wenn. ihn die Windhun» de erwiſchen 3. dann kommen die Füchſe überaus gerne darnach; welches man auf das Reizen laufen nennt. Man kann auch . die Haſen in der Rammelzeit dadurch gut - herbey rufen, wenn man einen fachten Laut, wie ein Haſe, von ſich giebt, Laufende Klafter, das Maaß einer Länge allein, ohne Hinſicht auf die Breite. Z.B. man ſagt: dieſe Linie, dieſe Mauer, iſt ſo-und ſv viel Klafter lang. Laufgerüſt, iſt bey der Maurerey das ſchräge Gerüſt von Holz und Bretern, welches man von-unten auf. wie eine Trep- „pe bis zum Baugerüſte macht, uin die - Baumaterialien durch Tragen, oder Schub- -„Farren, den. Maurern zu zubringen. QLauffkugeln, kleine Kugeln, die man “ in der Geſchwindigkeit in den Lauf. eines “ Gewehres- laufen läßt - Lauflatten, Prieten, Rammen- ſtändey, im Bauweſen die 2 Ständer, an - welchen der Schlägel. einer Ramme her- „unfer läuft, und in: die Höhe gezogen wird.- Laufplas, ver Plas: oder Raum: an oder in einem Walde, welcher bey einem - Hauptjagen- zum Lauf(ſ dieſen!) beſtimme . iß, Laufrad, Tretrad, iſt in der Me- Hanif ein von 14. und mehrern Schuhen Laut, 415 ßohes- Rad„- welches einen breiten, mit Dretern bede>ten, Kranz hat. Das Rad iſt an einer liegenden Welle mit den Rad- ärmen befeſtiget. Inwendig im Rade ſind Lattenſtücke genagelt, auf welche die Perſonen, welche das Rad in Bewegung feßen. ſollen, treten, Dergleichen Räder werden gebraucht, ſchwere Laſten in die Hs- he zu bringen. Lauſſchmidt, ein Schmidt, der zu gewiſſen Zeiten an einem andern Orte, wo er zwar nicht wohnt, aber eine Werkſtatt hat, arbeiten muß. Lauft, ein Bein von einem Hirſch oder anderm? wilden Thierc, Lauft zum Abjagen, ein ebener, ſichter Plaß auf einex Wieſe oder auf einem ausgeräumten. jungen Schlage vor einem Jagen, wohin die eingeſtellten Hirſche oder' Sauen vorgejagt werden.; Lauge, mit Salz geſchwängertes Waſ- ſer, als; Alaun» Vitriol» Salpeter- und Aſchenlauge.: Launen, bey Mahlmühlen der obere Balken, der über den Docken des Mühlen» gerüſtes liegt, Lauſchneß, Lückenneg, iſt zwar, wenn es an die rechten Oerter, wo die Ha- ſen ihren gemeinen Lauf haben, aufgeftellet iſt, zurn Haſenfang ſehr bequem, weil man ſie ohne Mühe, gleichſam mitLauſchen, fan» gen fann;z. wird aber für ein unweidmänni- ſches Jagdzeug gehalten, und zur Aasjäge- vey mit gezählet- Laut, 1) der Jäger iſt laut von Horn und Hals, wenn er gut ſchreyen und bla- ſen kann; 2) die jäagenden Hunde ſind laut, wenn ſie dabey bellen, Laven- I AIITEIHETN GREIS FIT SIN 0 232 DE Ier 7, NT 415 Laven Lavendel,"Lavandula Spica L. Man hat davon.gewöhnlich zwo Abände- rurigen, ven breitblättrigen und den ſchmal- blättrigen Lavendel,„Aus dem erſtern, der mehr unter dem Namen Spik oder Spike bekannt iſt, wird das bekaunte Spiksl„abgezogen;„man'bedienet fich ſei- ner Blumen und Blätter, um:der Wäſche und den Kleidungsſtücken einen guten.Ge- ruch zu geben, und ſie vor Motten zu be- wahren, Lben dazu gebraucht:man.aud) den ſchmalblättrigen, der gewöhnlich aus- ſchließungsweiſe nur Lavendel heißt,.und viel.gemeiner iſt, als jener. Man kann ven Lavendel billig als ein nervenſtäcken- des Mittel, wodurch die geſchwächten Kräf- te der nervichten Faſern wirder her geſtel- let werden, annehmen. Die zähen. Säf- ' fe des Leibes werden dadurdc) verbeſſert 3 da- 'her.man ihn vorzüglich bey Krankheiten, welche die Sinnen und die Bewegung be- treffen, als: beym Schlage, der kähmung, „dem Krampf, Schwindel, der Schlaf- ſucht u. dgl. zu. gebrauchen pflegt. Auch empfiehlt man ihn in andern Krankheiten, welche, von einer Schwäche:der feſten Thei- le-ertſtanden ſind,.„ingleichen als ein Schmerz ſtilleides Mittel bey den Schmer- zei. der Kindbetterinnenz auch will man angemerkt haben, daß ſolcher gefauet, vie- “fen Speichel herbey loc>e- Der unrechte “oder unmäßige:Gebrauch Fann«aber doch „auch leicht ſchädlich ſeyn,:die Feſten Theile zu ſehr reizen, und.das Blut in Wallung und Hike. ſeßen. Man bedienet„ſich ſelten der Blätter, und erwählet„gemeiniglich bie Blüche,- Dieſe pflegt man„auch ge- „fronet aufzuheben,„mit andern ſchilichen „Sachen zu vermiſchen,„und als Räucher- pulver zu gebrauchen; vorzüglic) wird in, jekiger Zeit mit dem Zavendelwaſſer(Eay Lave 1.d delavande) ein ſtarker Handel getrieben;=- es wird in Franfreic) zu Mentpellier, und an„mehrern Orten, wo die Spike wild wächſt,:in großer Menge.verfertiget, und da„ſolches ſo wohlfeil ſt,'9at es den "Verdacht der Verfälſchung wider ſich, als welche mit Weingeiſt, oder Terpenthinöl „geſchehen kann, Mit MMWeingeiſt vermiſch- tes Del giebt,«wenn es in einem: Löſſel an- gezündet wird, eine blaſſe bläulichte Far- „be, ohne ſonderlichen Rauch,„und„hinter- Läßt nur etwas weniges, das einem Firniß ähnlich iſt; hingegen das mit Terpenthinsl „vermiſchte giebt einen.diEen ſchwarzen Rauch von ſich, und hinterläßt mehr„Fir- .niß, oder ſchwarzes pechartiges Weſen, -weshalb es zum Arzneygebrauch.gar nicht „dienet. Bey einem„ſehr ſchwachen Ma- genleiſtet das Waſchen mit Wein, worinn kavendelblumen geweichet worden,.den be- ſten Nußen, Auch die Roßärzte brauchen „das Lavendelöl bey verſchiedenen Krankhei» ten der Pferde, Löſchpapier„mit dieſem “Oele. beſtrichen, und auf.den Kopf, oder andere Theile des Körpers geleget, ſoll "die Läuſe tödten, Die Erziehung„des Lavendels iſt ſehr Jeicht- Man zertheilet im Frühlinge oder gegen.den Herbſt die alten Stöcke ſo, daß an jedem. einige-Wurzelfaſern bleiben, und nachdem man ſie oben und„unten etwas verſtußet,„werden;ſie ſofort„wieder einge- Jeet, Zu Einfaſſung:der Rabatten iſt der 4avendel nicht woh! paſſend, weil er gern "hoy wächſt und ſich. ſtark ausbreitet. Schnei- “det:man ihn, zum dieſes.zu verhindern ,Zei- tig ab: ſo geht die:Blüche„ver;oren; läßt „man ihn„aber wachſen, ohne ihn zu.be- ſchneiden:«ſo wird er alles,:was«neben ihm ſtehet, unterdrüfen und imWachsthum hindern. Man pflanzt ihn daher'am be- iten Ss. NEE: vlt SCHORTENS... eh pellet, un Spife ni) eigt, Un) Ait dn der M, 04 Teperthg iſt vemiſh: (m Löf m Wulihte Jur 0 Ainttr- (inem Zienig Zeperthinil "(oni je weht Fir diges Deſen aud ger niht wach Ni Bein, M rden, Anh eite hn von Fraufh or mit Dep 1 Sy gu M nds Kn ruhige ode ſ, vy Hleſben und nten ewas jeder einge? attend veil er gem fe Gn hindern" eee RE hm ub ws ehen Bah Dh yer 3 jn deufung gebraucht, EEE 15: ms 02 EIIIE AIRE Lebend ſten in ein ordentliches Beet mit leichter, frockner und ungedüngter Erde in. Reihen, die 2 F. von einander entfernt ſind, Da- mit er nicht gar zu ſtark wachſe, muß er jedes andere Jahr umgelegt werden. Man kann dieſe Pflanze auch durch den Saamet oder durch abgeſchnittene Zweige vermeh- ren; die aus dem Saamen gezogene fömmt aber ſelten durch den Winter, Lebendig, wird in mancherley Be- 1) Gehauene Steine, ſind bis aufs Lebendige ausgearbeitet, wenn nichts weiches daran gelaſſen worden, 3) Lebenditze Wehre beym Jagen iſt, wenn Jagdleute in die Oeffnung geſtellet werden, wo die Zeuge im Stellen nicht zu- reichen, daß dieſe deute alſo Achtung geben müſſen, daß bey ihnen nichts durchfkom- me. 3) Sebenditges 5013, Sclag- oder Unterholz, welches nach dem Abhauen wieder ausſchlägt. 4) Lebendiges Waſ- ſer, heißt bey den Müllern, wenn das Waſſer in ſole man junge, be- ſonders aber ſtarke dießjährige Schüſſe, die um ſo viel gewiſſer anſchlagen, wenn ſich an ihrem untern Ende noch ein wenig altes Holz befindet, im Aug, auf eine ſchattige Ggg und 418 Lebensb und gut geſchüßte Rabatte, und, wenn es ſeyn kann, in rothe begoſſene oder durch Regen angsfeuchtete Lehmerde,- weiſe, 1 Fuß weit von einander, und drücke ſie feſt an. Hat man aber keine Lehmerde: ſo müſſen die Reiſer mit Waſ: fer eingeſch)läammet werden, damit das Erdreich überall feſt anſchließe. Man kann auch zwiſchen die Reiſer ein wenig kurzen Pferdemiſt legen, damit im Winter der Froſt nicht eindringen, und im Sommer die Erve nicht ſo ſehr austro>nen möge 3 da man denn die Stecklinge nicht ſo oft zu begießen nöchig hat, indem ſie zu der Zeit, da ſie Wurzeln zu treiben anfangen, kein öſteres, wenigſtens fein ſtarkes, Begießen lieben, weil ihre ſo eben hervor treibenden, noch jungen, Wurzelfaſern davon leicht verfaulen, Uebers Jahr nimmt man das Geſixöhe, da ſie bewurzelt zu ſeyn pflegen, wiederum weg, und pflanzet ſie im fol- genden Jahre, da fie 2 Jahr alt ſind, in die Pflanzſchule. Man erzieher alſo zwar dieſe Bäume ant gewöhnlichſten aus Ab- fenkern und Stecklingen z die Saamenpflan- zen geven aber doc die beſton Bäume, Die Beire, in welcher die jungen Bäume zu einer Plantage gepflanzt werden müſſen, nimmt man gern zu 3 F., und nachher müſſen ſie, wie andere ſolche Bäume, nach und nach yverdünnet werden. Kalm mel- det in ſeiner Reiſebeſchreibung, daß das Holz der Fäulniß lange widerſtehe, und daher von den Amerikanern zu Pfählen und Palliſaden gebraucht, und aus den Reiſern in ganz Canada Beſen gemacht werden. Bey rhevmatiſchen Schmer- zen machen die Wilden aus den friſchen und zerſtoßenen“Blättern, mit Schweine- fett gekocht, eine Salbe, und legen ſolche auf die ſchmerzhafte Stelle. Den Trank von den Blättern gebrauchen eben dieſel -. .» Leberk ben wider den Huſten und das Wechſelfie- ber; Börhaave empfiehlt das Waſſer bey der Waſſerſucht, und Camerarius hat ſchon längſt bemerket, daß das aus den Blättern bereiteke Waſſer und Del bey den Gichtſchmerzen dienlich ſey. Leberfraut, Edel- oder Gülden- leberfkraut, Gülden- oder Lebex- flee, Hepatica nobilis ofticinal. Vatrerl. Europa an ſchattichten Orten, in den Heiden und unter den Sträuchern. Wurzel: beſteht aus vielen in einander verwickelten Faſern, die oberwärts in ver- ſchiedenen Knoten vereiniget ſind, aus de- ven jedem im Frühjahre viele Knoſpen her- vor kommen, die von einigen häutichten, bisweilen etwas rötchlich gefärbten Schup- pen bede>t ſind. Cinige Knoſpen enthal- ten Blumen, andere Blätter. Die erſten entwickeln ſich zeitig, zu Ende des Mär- zes, in rauhe, kurze Stiele, deren jeder eine Blume trägt; nachher, und wenn dies ſe aufgeblühet, folgen andere ähnliche, gleich hohe Stiele, auf deren jedem ein Blatt ſißt, oberwärts dunkel- unterwärts blaßgrüun, zuweilen auch purpurfarbig. Die Anzahl und Farbe der glänzenden Blumenblätter iſt veränderlich; gemeinige- lich ſind ſie blau. Der ausgeſäete Saame bringt mancherley Spielarten. KAußer den blauen findet man Stöcke mit rothen, fleiſchfarbenen und weißen, auch mit ſchön gefällten Blumen. Die zefüllten Sorten vermehret man durch Theilung der Wur- zel, welches aber in drey Jahren nur ein» mal geſchehen ſoll. Man hat ehedem den Blättern dieſer Pflanze eine eröffnende und heilende Cigenſchaft beygelegt, und vor» nehmlich zur Eröffnung der verſtopften Le- ber empfohlen. Jett aber wird dieſes Mit- tel nicht mehr geachtet, Lehm, | | | j Deh eſſa bey varius ke 08 aUS Den nd H vy "ii, ver Ohy offieina, hum Orten Giüuheen, (1 Ondy 4 10078 ſnd; 046 des Fueſpen für m haut j en Gchipe oſpen nls | en ſin de ds Nin , de INN ud wenn Di ere(niht en Jedem A ; unterwurs purpuſardig rn ' gem NN ſaete Gaunt Yußer den nit ohe, mit ſhon y Sorten der ver Put N mur dw hd!(en AEDL uid ffn 1 dies M Nit: (ep) Cehm -Leſin, Leinen, eine mit Sand und Ciſenerde, auc< etwas Kalkerde, vermiſch- ce Thonart., welche meiſtens gelblich, zu- weilen auch röthlich iſt; daher Lehmboden, ein Boden, welcher aus kehm beſtebet, und zu ſolchen Erdarten gehöret, die man ſtar- ie, alſo auch fruchtbare, nennet, Je mehr der Lehm mit Sand vermiſcht iſt, je mehr nähert er ſich dem ſo genannten leich ten Boden, der leichter zu beackern iſt z dagegen ein ſtrenger, oder ſehr feſter Lehm boden das Zugvieh mehr anzreift, und die Beſtellzeit ſo in Ahr genommen werden muß, wenn er weder von der Dürre zu feſt, noch von der Näſſe zu ſchmierig und zuſammen hängend iſt. Die Sietzelerde, aus welcher man Ziegel brennet, unter- ſcheidet ſich von dem Lehme darinn, daß ſie mehr ehonichte Erde und weniger Sand, als der ehm, enthält, daher ſte im Feuer mehr zuſammen Häckt und feſter wird. Lehm, eine Verbeſſerungserde, wenn ſolcher mit dem zu leichten Sande vermiſcht wird. Es iſt nicht jedermanns Sache, mit dergleichen Werbeſſerung ins Große zu gehen, oder ſolche in kurzer Zeit zu vollbringen. Wenn man den Lehm in der Nähe hat: ſo muß man doch alle Jahre nur etwas unternehmen, um den übrigen Feldarbeiten nicht Abbruch mit ſeinen Leu- ten und"Geſpanne zu chun. An manchen Orten ließe es ſich wohl thun, daß ein Gutsherr auf gewiſſe Jahre den Bauern und Coßäthen einige Stü> Acker dergeſtalt überließe, daß ſie nach einem geſeßten Maaße den Lehm auffahren, durch das mehr- malige Pflügen mit dem ſchlechtern Crd- reiche vermiſchen, und dafür die Abnußung binnen der bedungenen Friſt haben müßten, Steht Lehm unter dem Sande des Ackers: Lehm 4i9 ſo bedarf es hiebey weiter nichts, als daß man von Zeit zu Zeit tiefer pflügen laſſe, um den Lehm aus ſeiner Tiefe herauf, und. den Sand hinunter, zu bringen, Lehm, ein Baumaterial, iſt entweder fett, oder mittelmäßig, oder mager, Der. Werkmeiſter muß die zu je- der Beſtimmung ſchickliche Art zu er wu: len wiſſen, und z. E, den- zu fetten Lehm mit Sand vermiſchen, Man gebraucht Der Lehm - den Lehm da, wo der Kalk zu heuer oder nicht wohl zu haben iſt, zum Vermauern der Bruch- und Ziegelſteine in und über der Erde, Einige ökonomiſche Baumei- ſter wollen behaupten, daß er von langer Dauer auch in den Fundamenten ſey; ja mau will ſchwere Gebäude geſehen haben, die in der Erde mic Lehm, über derſelben aber mit Kalk gemauert geweſen wären, und dem ungeachtet viele Jahre, ohne den geringſten Riß oder Schaden, geſtanden hätten. Dergleichen Fundamente müſſen in einem feſien, lehmigen, oder gar tho- nichten Boden angelegt geweſen ſeyn, wo feine Feuchtigfeit bat zudringen können. In ſandigen Gegenden muß man in der Erde mit gutem Kalkmörtel mauern, und nur außerhalb derſelben erlauper man ſich, der Sparſamkeit wegen, das Mauern mit 2ehm, Doch inuß der äußere Bewurf alle- mal von gutem Kalfmörtel ſeyn z denn der zehm hat nimmermehr eine" bindende Kraft, als der Kalk, und wenn er auch von der beſten Art ware. Jm Trocknen hält er ſich wohl leidlich, ſonderlich wenn er mit gehacktem Stroh, Kaff oder Spreu, Flachsſchäben, oder Haaren vermiſcht wird, die ihm mehr Zuſammenhang ges ben; aber im Waſſer löſet er ſich auf, und ſpühlt ſich nac) und nac< aus den Fugen heraus, ſonderlich bey ſolchen: Gebäuden, Ggg 2 an 420 Lehm an deren Grundbaue das Steigen und Fali- len des Waſſers ſehr abwechſelt. Der ge- wöhnlichſtie Gebraud) iſt der, wenn er mit langem Strohe vermiſcht wird, daß man damit die liegenden ausgeſtaften Felder zwiſchen den Balken, und die ſtehenden Fächer in Wänden von Fachwerk damit gusfleibet oder windet, Mit kurzem ge- hacktem Strohe, oder den andern ſchon ge- nannten Materialien vermengt, werden Decken und Wände, bey denen das Holz- zwerk vorſteht, angetragen und ausgegleicht, auch wohl gedachtes Holzwerk felbſt, nach aufzenagelten Spriegeln, damit überzogen, damit ſoiche Deen und Wände auf eine Zeit lang das Anſehen erhalten, als ob ſie gerohrt wären. Auch in Häuſern, die ſonſt ganz mik Kalfkmörtel aufgemauert werden, nimmt man zu den Brandmauern, Heerden, Schornſteinmänteln und ihren Röhren, Ofenlöchern und allen Stellen, wo viel gefeuert wird, Lehm, weil er durch vieles Feuer immer mehr erhärtet und ſelbſt zu Ziegel wird 3 der Kalkmörtel aber in glei- 1. Tit. XVUL;& nem Wetter aufgenommen, eingebunden, im Herbſie an der Sonne oder im Backofen, nach ausgezogenem Brodte, durchgewärmet, in dieſem Zuſtande mit hölzernen Bläueln ſo auf Blöen zerſchlagen, daß die Halme oder Holztheile deſſelben überall zerſprin- gen; ſedann wird er geſchwungen oder ge- ſchwingelt, und durch dieſe leßte Arbeit gänzlich von den Holztheilen befreyet. Nunmehr iſt der Flachs bey uns eine Waa- re, die in den Srädten zu Steinen, 3 22 Pf, verfauſt wird. Das Hecheln muß nun zum Werſpinnen in den Häuſern noch vorgenommen werden; hiedurch bringt man die noch in dem Flachſe befindlichen Schäben nicht nur vollends heraus z ſon- dern bringt auch, nochdem der Flachs durc) mehrere Hecheln, deren die eine im- mer feiner denn die andere iſt, gezogen worden, mandherley Sorten heraus, Denn der Flachs wird bey uns in manchen Häu- ſern ſo fein gehechelt, daß ein eben ſo fei» nes lacz well it hel ſet Dſt Ev n erfarder den in bey dn kiten Heerde 00. Enn mert, h ( den hehe Ind(08 ge If man den loſen, Ds (107073 id db Genom, ven, Din „ot, Ao 1 Iotrloſen, nen Dette im Zube fofen, 10h ewt it 1 Blauen| ; die Halm! al zerhel gen zdery! ete Ih m beſtä ; eine Dil ven, 4.0 vel muß em nd) h bringt findlichen ws; fon! y Flachs eine iM gezogen z, Dent! en Hau on!(9 feb 8 iE+ SITTE TE ſehr abgehbet. „daß eine Veränderung der Cultur, wie ſolo Lein „wes Garn, als in. Schleſien„- baraus ge- ſvonnen, und eine eben ſo feine Leinwand, wie die Schleſiſche iſt, gewebet werden kann. Die Saamenkfapſeln oder.einbol- Jen werden, ſobald.der Flachs-abgerüffelt „Ht, auf die Tenne geworfen und. hHiemit gereiniget, ſodann auf vem Boden dünne „ausgeſchüttet, einen Tag um den«andern mit ver Harke durctiſt.. Wurzel:: jährig, treibt einen niedrigen",, gemeiniglich in gegen über ſte- hende Zweige verbreiteten: Stengel, Bly» mens. auf; zarren Stielen ſikend, ſtellen unter. ſich, einen Büſchel vor. Lein'- over Ocſfuchen, der Saame, welcher, nachdem.das Del ausgepreſſet wor- den, in: Form der Kuchen übrig bleibt. Ex . 58 R 2.....% FEE EL I I S4= SII rit= LAIE a ET M DOE 5 WIS EN und halt eſerhald, wachſen, en», Und | Werden 18 biSher engel die: 1: und da- 1, Flein - Wie: „ wächſt Triften, faum 1 eſe wit: ) getheilt, 8 Blüm: | Unter ätter ſind ſt von db 4: dieſs Veſchma& gelinde zu et werden Jane eint Freten ein Zein er ſen Zart | geöffneh regel, 4 Bly- aſt in and bes (bt einen über fier [, Alw ſehen / (Samt 10] ) Wetdts | "Leins Er wird hauptſächlich zur Viehfütterung gebraucht, und entweder in ein Getränfe zerlaſſen,„oder troen, unter dem Häckſel zerkrümelt, gegeben. Zerſioßen und.in Milch gefo>4Z. tief, und begieße ſie Hey trockner Witterung gehörig. Sie ſchlagen leicht Wurzeln, und wachſen in die Höhe, Die beſten Sorten werden m „Detobecr einzeln.in Töpfe gepflanzet, um Fie im Winter gegen ſtaxfen Froſt unter Obdach ſchüßen zu können, Sie blühen nachher.im Frühjahre. Man kann auch im May und Jun. junge und biegſame Zweige, wie-Nelken, abſenken. Jhre Vermehrung durch geſteckte Zweige aber ſt leichter und bequemer, und giebt über- dem ſchönere-Pflanzen 3 die Saamenpflan- zen aber haben gewöhnlich längere'Blumen- ähren. Sie dauern zwar bisweilen drey Jahr und noch länger 3 zum erſtenmal aber biü- -hen ſie akiemal am ſchönſten, und wein Ne auch gleich noch länger bleiben: ſo ha» ben ſie doch nur einen unregelmäßigen "Wuchs,-und blühen nur ſchwach und un» „bedeutend 3 und man muß alſo in jedem Jahre neue Pflanzen, ſowohl.aus Saa- „men, als aus Zweigen, ziehen. Die ge- Füllten Pflanzen in Töpfen müſſen im Win- Fer entweder in einen Miſtbeetkaſten geſtel- let, und bey Frößten mit Fenſtern bedeckt, oder auf einer warmen Rabatte in die Erde geſenkt, mit Tonnenreifen überſpreitet, und gegen Froſt mit Matten, in beyden Fällen „aber überdem noch mit langem Stroh be- Levcoje Het werden, wenn der Froſt ſehr ſtrenge werden ſollte, 2) Graue.oder beſtäubte Levcoje, insgemein WWinrerlevcoje, hat weiß- graue, mit einer filzigen Materie überzo- „gene Blätter 3 die Blumen ſind von dens allerreinſten Wohlgeruche, der jedoch von dem unangenehmen Geruche, welchen die verleßten Stengel und Blätter von ſich ge- ben, oft verdorben wird. Die Sorten ſind: a) Blaßrothe Winterlevcoje, eine der niedrigſten Sorten, mit außeror- -dentlich wohlriechenden Blumen, mit ei- nem buſchigen Stamme, davon jeder Zweig ſich in eine aufrechte Blumenähre endiget, aa) blaßroth, einfach und gefüllt;-bb) gläye zendroth, einfach.und gefüllt; cc) roth und weiß geſchet, einfach und gefüllt. Die- ſe erſie Sorte mit ihren Abänderungen hat die merkwürdige Eigenſchaft, daß aus ih- rem Saamen allezeit viele Pflanzen mit gefüllten Blumen entſpringen, und daß dieſe, wenn.die Ausſaat zeitig im Herbſte gemacht iſt, ſchon in demſelben Jahre ge- gen den Herbſt ekwas blühen, da man dann gleich ſieher, welche Pflanzen gefüllt ſind, die dann, ſobald ſie ſich zeigen, mit einem guten Ballen Erde in Töpfe gepflanzt werden, um ſolche im Wintec gegen Froſt zu ſchüßen, weil ſie dann im folgenden Frühjahre viel früher und ſtärker blühen, als diejenigen, die im Winter im Garten geblieben ſind, aber gemeiniglich in ſtren- gen Wintern zu Grunde gehen. dd) Scharlachrothe, oder hochrotbe Winterlevcoje. Aus dem dichten, mit Jangen und dicken Blättern beſeßten Bü- ſchel erhebt ſich ein einziger aufrechter Stengel, welcher verſchiedene Seitenzwei- ge„treibt, die, nebſt dem Hauptſtenge!, mit großen, wohlriehenden, ROERhne „fhen es N t, einfach und ge« fülle; cc) purputroch und weiß geſcheckt. d) Weiße eder ſtrauchige Winverlep- coje, hat ſehr glänzend grüne Blätter 32) rein weiß, einfach und gefüllt; bb) weißlich» fleiſchfarbigz; cc) weißlid)- pur- purroth; dd) weißlich, rothgefle>t. Die- ſe Sorte zeichnet ſich dadurch aus, daß ſie ſFrauchig wird, in einem trocknen Boden verſchiedene Jahre dauert, und aus ihrem Saamen viele Pflanzen mit gefüllten Blu- men giebt, aud) ſtärfer, als die übrigen Sorten, ins Gefüllte ſchlägt. Alle dieſe Winterlepcojenſorten werden in einem Jahre aus Saamen gezogen, und blühen im zweyten Jahre in ihrer Voll- fommenheitz ſterben dann aber oft, gleid) der StoFroſe, im Herbſte ab, dauern je- doch ofi noch einige Jahre fort, und kön- nen alſo ſowohl zweyjährig, als perenni- rend genannt werden; ſie kommen im freyen fande fort. Die gefüllten Sorten ſind vorzüglich ſchön, indem die einfachen Sor- ten eine Menge Saamen geben, aus wel- dhem jährlich wiederum einfache und gefüll- te Sorten gezogen werden können. Man fann hiebey eben ſo verfahren, als oben bey den gelben Violen, C. Cheiri, gezeigt Get. Regllexicon UU, Theil, Levcoje 433 worden iſt. Wenn man ſie zur Vermeh« rung der Mannichfaltigkeit auf Mauern, Ruinen und Fünſtlichen Felſen verlangt: fo ſereue.man ihren Saamen im Herbſte oder Frühjahre in deren Rißen, bedecke ihn TZ- ho) mit-troc>ner Erde, und überlaſſe ihn.der Natur. Die aus demſelben ent- ſpringenden Pflanzen wachßen daſelbſt nachher durch den ausfallenden Saamen fort, und-dauern viele Jahre. Will man eine Anzahl gefüllte'Saamenpflanzen in Töpfen floriren laſſen: ſo pflanze man bey der erſten'Verpflanzung ſogleich eine An« zahl in große Töpfe, in jeven Topf 3= 4 Stüc, unter denen hoſfentli< eine gefüllt zu ſeyn pflegt, beſonders wenn n1an dazu Pflanzen von der blaßrothen, purpurro- then oder weißen Sorte nimmt, und ſchnei- de nachher, ſobald ſich eine als gefüllt er kennen läßt, die ubrigen dicht an der.Erde ab. Die in Töpfen müſſen im Winter entweder in einen Miſtbeetkaſten geſtellet, oder auf einer warmen Rabatte in die Erde eingeſenkt, und mit Tonnenreifen überſprei- tet, und im erſtern Falle bey einem Froſte' nit Fenſtern, im andern aber mit Matten,' vnd in'beyden Fällen mit langem Strob bedeckt werden. Dat man aber feine Miſk- beetfaſten ſo muß man den Saamen ento weder ganz zeitig im Frühjahre ins freye dand ſäen, oder die Pflanzen auf einem Miſtbeete zum Wachsthume bringen; ſo- bald ſie pflanzbar ſind, ſie 1X F. weit auss pflanzen, und diejenigen, die ſich in dema« ſetben Sommer als gefüllt zeigen, müſſen ſogleich mit voiler Erde in Töpfe gepflanzt, und wie Roßmarin im Hauſe drirch den Winter gebracht werden. Je früher ſie eingepflanzt werden, deſto beſſer ſind ſie durchzubringen. Sie laſſen ſich auch, wie. die gefüllten gelben Violen, oder der Gold- la&, dure) Abſenker, und durch geſte&te Jit Zweige, BEG...“Sha Aim ipal ere===<<< eim or mi ne emma m<<< Levcoje 434 Zweige, vermehren, aus denen jedoch nie recht gute und ſtark wüchſige' Pflanzen werden, welches aber kein großer Verluſt iſt, weil man aus ihrenr Saamen gewöhn- lich ungleich mehr gefüllte Pflanzen erhält, gls man gefüllte Violen aus Saamen zu befommen pflegt. zeit zum erſtenmal am ſchönſten, in den folgenden Jahren aber, falls ſie noch blei» ben; nur ſchwach und unbedeutend blühen* ſo muß man in jedem Jahre neus Pflanzen aus Saamen ziehen, -. 3) Senſterlevcoje mit weiß tge- drängten Blättern, C. feneftralis L. Die Blumen ſind purpurrothy, denen der Winterleveoje, mit welcher ſie gleiche War- tung. erfordert, ſehr ähnlich, daß man dieſe. Pflanze beynahe für eine Abänderung derſelben halten ſollte Am Ende der Stengel ſtehen die Blättex gedrängt bey einander, und ſtellen gleichſam. einen bes ſondern Kopf, wie bey dem Kohle, vor. 4) Weißblätterichte Sommerlev- coje,; C. annuus LL. Blätter: lanzett- förmig ,. faſt gezähnt, ſtumpf, weißgrau- lich, obne eine gewiſſe Ordnung. Plus men: zahlreich in lo>ern Aehren, deren: vier Blätter herzförmig ſind.. Schoten 2 walzenformig, an der Spiße ſpiß. Die Sorten: a) mit purpurrothen, b) mit ro- then, c) mit weißen, d) mit geſche>ten Blumen, und alle dieſe Sorten einfach und gefüllt." Es fomme die Sommerlev- coje im ſreyen Lande fort, und blühet vom Jul. an. bis in den Herbſt. Sie dauert nur einen Sommer, und. der erſte ſtarke Froft richtet ſie zu Grunde. Man ſäet den Saamen, wie den von. der Winter» lepcoje, und er nimß von den einfachen Pflanzen aufgenommen werden. Will man eine Anzahl gefüllte Sorten in Tö»- pfen. blühen: laſſen; pflanze man entweder Weil ſie ebenfalls alle- Levcoje auch dann in jeden Topf drey Pflanzen, und ſchneide nachher, ſobald ſich eine der- ſelben als gefüllt zeiget, die übrigen an der. Erde ab z; oder man verſchiebe es, bis ſich im Lande gefüllte Pflanzen zeigen, und pflanze ſolc<2 dann einzeln mit guten Bal- len Erde im Töpfe, gieße ſie ſogleich an, und ſtelle ſie 8-14 Tage in Schatten« 5); Grünblättrichte eNicerlevcoje, Wieerſtrandslevcoje, C. maritimus L. Blärter: elliptiſch, ſtumpf, naend, et- was rauch„grünlich. Ziumen: viele in furzen lofern Aehren, klein, purpurroth, öfter weiß. Die weiße iſt dem Geruche nach die ſtärkſte und angeneymſte. Die Pflanze dauert nur einige Monathe, iſt je doch, ſo klein ſie auch iſt, ſehr blumen- vreicy, und mag vor die Fronten der Ra- batten trippelweiſe, vom Febr. bis in den May zu drey verſchiedenen-Malen, oder in kleinen Gärten auch zu Einfaſſung der: Beete, auf welche Art ſie gleichfalls wäh= tend der Flor ein ſehr artiges Anſehen macht, geſäet, und der Saame 3 Z. hoch mit Erde bedeckt werden. Man kann aud) die erſte Ausſaat ſchon im Sept., die zwote am Ende des März, und die lekte im Anfange des May machen. Die Pflan- zen von der erſten Ausſaat blühen früh' im Sommer, und die von der leßten im October. - 6) Drepzackige Leveoje, breitblät- trige Mieerſtrandslevcoje, C. tricu- ſpidatus L. Dlätrer: leyerförmig, bey» nahe 1 Zoll breit, etwa. 2 Z. lang, ſehr fil- zigs Flumen: in lockern Aehren, und. andere einzeln an den Seiten der Stengel, purpurroth, dreyzähnig. 7) Sevantiſcher, oder ſteifborſti- ger Cheiranthus, C. chius L. BDlät- ter: Schoten: an der Spike lonen, ne din 1ander bis ih R, un en Bel: leich an, ave 4 [evcoſt, ws Ll. (NG ; wen pure), Getue ie, e, Mf je Olymene der Ra- 8 in den len, it ſung dr (ls wih: Anſehen 3,(ed an fah et, die lehtt We Pflan en frih eten im eblät- „tritt“ 3, bey ſehr fir 1 und. (engel, Spike horſiy palit „ew: Licht Fer: umgefehrt eyrund,:obne Adern,.ä1iüs- gerandet. Dlumen: an den Seiten der "Stengel nahe-unter dem Gipfel, einzeln,« Flein, purpurröchlich, 8) Uferlevcoje, uneehts blärtrige WMeerſtrandslevcoje, C. littoreus L, Srentzel: holzig, filzig. Blätter: lan- zettförmig, Faſt gezäl nt, faſt filzig, faſt fieiſchig.- Dlumen: in lo>ern Aehren, Flein,„anfangs glänzend roch, zuleßt pur- purroth. Schoren: filzig. Dieſe drey Pflanzen können ſogleich a an Ort und Stelle wiederholt geſäaet werden, und weil man von den Frühjahrsausſaaten nicht mit Gewißheit reifen Saamen exwar- fen kann: ſo muß man ſchon im Herbſte „auf eine warme, gut geſchüßte Strelle et- 'was Saamen ſäen, um von den aus dem- ſelben entſpringenden Pflanzen Sgamen zu „gewinnen. Licht, fichtrecht, Um Licht in ſein Gebäude zu bringen, kann ein jeder Deff- nungen und Fenſter in ſeine eigne Wand,. oder Mauer, machen, wenn dieſelben gleich “„eine Ausſicht über die benachbarten Gebau- de gewähren. Sollen jedoch die ODeffnun- gen in einer unmittelbar an des Nachbars „Hof oder Garten ſtoßenden Mauer gemacht. werden: ſo müſſen dieſelben, wo es die Umſtände geſtatten, 6 F. von dem Boden. des Zimmers oder Behältniſſes erhöht;.in allen Fällen aber mit eiſernen, nur 5 Zoll einem Drahtgitter verwahrt ſeyn.- errichtete"Gepäude muſſen von ältern ſchon vorhandenen Gebäuden.des angränzenden . Nachbars, wenn nicht beſondere Policey-. geſeße ein Andres vorſchreiben, wenigſtens. 3 Werkſchuße zurück treten; Stößt aber das'neue Gebäude auf einen unbebaueten. Plaß des- Nachbars: ſo iſt ein Abſtand ' EE AEELTEL „von einander ſtehenden, Stäben, oder'mit. Neu Liebesa 435 von i7 Werkſchuhen hinreichend,' Uebri- gens aber fann ein jeder in der Rege! auf ſeinem Grunde und Boden ſo nahe an - die Gränze und ſo hoch bauen, als er es für ſich gut findet.(8,142,.) Sind je- do? die Fenſter des Nachbars, vor wel- hen gebauet werden ſoll, ſchon ſeit 10 Jahren, und jänger, vorhanden, und die Behältniſſe, wo ſie ſich befinden, baben nur von dieſer Seite her Licht: ſo muß der Neue Bau ſo weit zurück treten, 47 der Nachbar noch aus den ungeöffneten Fen- ſtern des untern Sto>Xwerks den Himmel erblifen fönne, Hat in dieſem Falle das "Gebäude des Nachbars, in welchem ſich. die Fenſter befinden, noch von einer andern , Seite Licht: ſo iſt es genug, wenn der neue Bau nur ſo weit zurück tritt, daß der Nach- bar aus den ungeöffneten Fenſtern des . zweyten Sto>werts den: Himmel ſehen Sind aber die Fenſter des Nach- „bars, vor welchen gebauet werden ſoll, „noh nicht ſeit 30 Jahren vorhanden: ſo Fönne«. 4ſt der Bauende bloß an die vorhin beſtin;m- fe Entfernung gebunden. Der Nachbar Fann alsdann dem neuen Baue, wodurch ihm das Licht benommen wird, nur in ſo „Fern widerſprechen, als er ein Unterſa- gungsrecht dagegen beſonders erworben bat, . Wo eine ſolche Wrundgerechtigkeit obwal- fet, da findet, im Mangel-ausdrücklich verabredeter Beſtimmung, die geſesliche A. HR M: 'K Tit. VIII. 6. 137: - Liebesapfel, G-E auch Toll: und Melanzenapfel, Solanum Ly- coperlicum. WVaterl,: das wärmere Amerika, Stentel: ſtark, fkrautartig, unbewehrt, ſehr haarig. Zlättrer; groß, gefiedert, von widrigem Geruche, Alu- men: in einfachen Trauben, klein, gelb, IN 2 hin- PERE 4 650. Aumaunifiggli ufer Cre Ser nme F än, aufrecht, ſtart, geſiteift, 8ſtig, 6-=- 7 F, hoh, Blitnen: an den Enden der Zweige, in großen Dolden, gelb, Man erzieht die Pflanze leicht aus dem Saamenz auch vermehret man ſie durch Theilung der Wurzel, Ein ſchat- "Lieſch „richter Ort ſcheint ihr angemeſſen zu feyn, "und in guter loFerer Erde macht ſie große und ſtarfe Scöcke. Zum mediciniſchen Gebrauch nimmt man die Wurzel und den Saamen. Die Wurzel enthält viele har- zichte balſamiſche Theile, und beſist eine erwärmende, reizende, zertheilende und ſonderlich Schweiß erregende Kraft 3 auch treibt ſie den Urin und die monatliche Rei- nigung, ingl. befördert ſie den ſchleimichten Auswurf durch die Bruſtz ſie ſtärket den Magen, und führet die Blähungen kräftig ab. Auch bey Mutterbeſchwerungen kann ſie Dienſte leiſten. In Italien wird von dem gemeinen Volke der Saame, Statt des Pfeſfers, an die Speiſen gebrauchet, Das Rindvieh frißt das Kraut gern, abor Fleiſch und Milch erhält davon ſogleich ei- nen eignen Geſchmack. Lieſchgras, ſonſt auch Kolbeugras oder Fönich genannt, Gramen typhoides, Phieum L, 3) Langährichtes Wieſenlieſch- gras, groß Kolbentgras, langes Suchsſchwanzgras, Wieſenfönich mit langen Zolben, und weil dieſes Gras- Timotheus Hanſan durch angeſtellte Verſuche in Ruf gebracht, wird es auch Timotbhensgras, Phleum pratenfelL. ge» nannt; es wächſt überall. Die Halme ſind etlichemal gebogen, mit Gelenken verſehen, und erreichen die Höhe von 3 u, mehr F. Die unterſten Blätter ſind 2 Linien breit, und-' glatt anzufühlen. Die Aehren ſind wal- zeuförmig, 2==3 Z. lang. Man bauer dieſes Gras hin und wieder, es iſt perens nirend, kann dreymal im Jahre geſchnit- ten werden, und iſt dem Viehe ſehr ange» nehm, wenn es nur nicht durch längeres Stehenlaſſen zu alt und hart geworden iſt, In den Brüchern und niedrigen & Grün» R fem, Ait große Neiniſhen | ind den viele har“ ſißt eine nde und ſt) dy fiche.. kmichten taft Den gen Höfg ngen ann wird vm ne, Glatt gebraucht, gern, aber ſogleich eis olbeugtas (yphoide, ſenlieſh: , langs ſenfonih weil dieſes rd es 00) enlel, 1 jalme find verſehen, F. De ait; und find wah an baue? ſi peren« geſcnit- ehe angt? (anger eijorden niedrigen On = EEE TEE Uni> 7 SIC GREEN "Etläac -"Gründen, wo“ Moorerde iſt, gedeißet es - am beſten. ſeine Wurzeln verflechten ſich“ ſo, daß ein dichter Raſen darauf wird, und . man: rrocew gehen kann, wo man ſonſt einſinken mußte,«Man ſäet es am liebſien' zu Ende dos Aug. oder Anfange des Sept. Wir haben noch einige wildwachſende%b- arten. dieſes Graſes; dieſe wachſen nicht ſo hoch, und ſind dem Viele auch weniger - angettehm und gedeihlich, daß man alſo. ſelbige von der Hauptavt wohl unterſcheiden - fann, wenn man ſich durch: das Abſtreifen - den Saamen ſelbſt verſchaffen will, -KHilac, Syringa. Hievon ſind zwo - oder drey Arten bekannt. 1) HAlauer Spaniſcher Lilac oder , S: vulgaris L., iſt in allen Bauergärten zu finden, und wird wegen Her wohlriechenden Blumenſträußer auch zu. Bede&ung der Lauben unterhalten. - Bäume mit weißen Blumen ſind auch - nicht ſelten. Man kann den. biauen: auf den weißen, oder umgekehrt, oculiren, - Das Holz iſt ungemein hart, und on alten Stämmen ſc<ön roth geflammt; es läßt ſich gut'glätten; die Tiſchler und Drechs- ler wiſſen ſolches durch eine kalte Beize mit“ * Scheidewaſſer ſchön roth zu färben: Un» - tex unſern Hölzern ſchift ſich keines. beſſer, * als dieſes, zu Meſſerheften. 2) Perſiſcher ſchmaiblättriger Li- lac, 8. Perſica L., hat lo&ere Blumen- - firräußer ,. die röchlich ſind, und länger, als bey der erſten Art, blühen, und zwar angenehm, doch nicht: ſo ſtarf, riejen. 3) Peterſilienblätterichter Türfki« ſcher Lilac. Die Blumenſtcäußer ſind“ kleiner und loerer; und'die Biumen-ſelbſt auch kleiner und hellrother, - Lilie, Lilgen, Gilgen, Lilium. ZEttte 4,37 1) Weiße Lilie, L. candidam L. Vatexl.:: Syrien, Paläſtina, Blumen- blätter und Wurzehr werden. in dev Avz» neyfunſt gebraucht. Die Wurzelzwiebeln beſißen ein ſchleimichtes Weſen, weshalb ſie eine exweichende Kraft äußern 3 wan gebraucht ſie äußerlich als einen Breyum- ſchlag, um die harten entzündeten Beulen zu: erweichen, und“ gutes Cytey zu erzeus gen. Die friſchen Blumenblätter haben gleiche Krafs, ſte erweichen, befördern die Schwärung und ſtillen zugleich die Schmer- zen.. Am gewöhnlichſten: bediene man ſich des Uliensl8, Dieſes it Baumol, wortne, nen man die friſchen Bluinenblätter geweis- det: hat. Man kann nicht allein das Oel, ſondern: auch die, viele Monarhe darinnen- eingeveichten, Blätter mit gleich gutem: Erfolge gebrauchen,. Dieſes Del hat auch“ eine heilende Kraft, und bey Brandſchä- ven wird es, theils die Schmerzen: zu lin» dern, theils die Heilung zu befördern, häu Kg. gebraucht. Aus den: Blumen wird" auch ein'ſtark rießendes Waſſer abgezogen. eben nicht zum innerlichen Gebrauche, ſön- - dern zur Toilette für das junge Frauenzint« mer, um ſich das Geſicht damit zu- was ſchen, und ſich eine glatte„ feine Haut zu: verſchaffen. Die Wehmutter pflegen die Staubbentol: bey ſchwerer Geburt anzupreie ſen. Der ſtarke Geruch dieſer Blithen: kann“ leicht die Sinnen betäuben. und. ei- nen tödtlichen Elaf verurſachen, wie man'nod) immer zum öftern erfährt; man: muß daher diefe Blumen nicht in verſchlvſ- ſenen Zimmern, wenigſtens nicht viele mit“ einander, und'nicht lange Zeit, aufbehale tens||: 2) Sencrlilie, goldgelbe Zilie, L. »bulbiferum L. Vaterl.: Jtalien, Oeſter- reich... Die Wurzel iſt der vorigen ähnlich, IH 3 abey SSSCIERELÄM EEE ebene Ni MES“ fr eil TT ei BADEN ELITÄRE 4.00 vid deere 24 4 IDEE--- KE+ Ers EESGE 5 Es EE | 438 Linde aber gelb gefärbt, Die Ruſſen pflegen ſie unter der Aſche zu braten, oder mit Milch abzufochen, und zu eſſen, ' Beyde Arten ſind in Anſehung der Erde und Wartung nicht ekel. Die Vermeh- rung geſchiehet im Herbſte von der häufig angeſekten jungen Bruch an der. alten Zwie- bel. Man muß aber die aufgenommenen Zwiebeln der weißen Lilie, ſo bald es nur irgend möglich iſt, wiederum einpflanzen z ſie ertragen es nicht gut, wenn ſie lange aus der Erde bleiben, Man hat auch Ab- arten von dieſer weißen Lilie: a) mit gelb geſtreiften Blättern; b) mit purpurroth ge- ſtreiften Blumen 3; c) mit karmoiſinroth geſtreiften Blumen z 4) mit gefüllten Blu- men, welche eben nicht geachtet wird, weil ſie weder das ungezwungene Anſehen, noch den angenehmen Geruch der einfachen Sor- ten hat 3 e) Conſtantinopolitaniſche, over fremde weiße Lilie, hat umgebogene oder hängende Blumenblätter, welches dieſe Abart, unter den.übrigen ſtehend, ange- nehm macht; F) breitſtenglichte Conſtan- tinopolitaniſche, oder fremde weiße Lilies ein einziger Stengel trägt oft 50== 4100 Blumen, daß alſo ein ſo großer Blumen- büſchel fein: geringes Anſehen macht. Alle dieſe Abarten werden durc; CZ ZS 0=D>--7>=> ep. N„-»-<= "Merlin io u. 4 Tiller. Dolungen ) von der n, mehr rhe dun fen. Oly| M auch od, Jas niht üht h niht Arten vet | ſandigen tiehet ſie nech ſeie den muß, 10 erlangt ys dim 1 ein Alfet ahren, du men wih iſt wih 8 if den r Env De Stil Un | Der ith raus bes gen ih- Nus der nd groß! aus den jgſamen ngnichen hen nin gejege up em fie) Ait. ' darmes;- 1 - meln die Bienen mehr und beſer ſchmecken Lin ſen pfießltes wider Schwindel). Schlagfluß uns") fallende Sucht 3- wenigſtens: muß man der Blüthe eine lindernde,. und den Nerven“ angenehme Kraft zueignen:- Die friſchen- Blüchen gähren aul von ſich ſelbſt, und' man kant davon einen wohlriechenden Geiſt abziehen. man die Blüthe mit andern Kräutern. ſo'erhält der daraus be- reitete Trank: eine ſchöns röthliche Farbe.- Börhaave rühmt: dem Breyumſchlaz: aus geſtoßenen Lindenblüthen al3eines der: wirf=“ ſamſten Mittel'wider: den Zwang des-Maſt- Aus: keiner Baumblüthe ſam des-Honig- als aus dieſer ,- daß alſo“ auch im dieſer: Abſicht die: Vermehrung: dex Lins den veranſtaltet werden ſollte: 3) Amerikaniſche ſchwarze Linde; T. Americana E,. Vaterl.:: Canada;- Virginien;“ Stamm:: aufrecht, groß,- ſehr hoch regelmäßig", äſtig,- mit einer“ großen regelmäßigen Krone;. diz Rinde der“ Zweige ſchwärzlichbraun:- Blätrer: groß,- ſcharfgeſpißt, ſägenförmig", hochgrün, auf der Unterfläche“ aber: bläſſer, Blumen:: 'in Büſcheln. klein", grünlich, ſehr wohl- riec-. nem und warmen Wetter in einen leichten und fetten Boden,-an einem etwas ſchat- tigen Orte geſireut, und, damit er nicht zu lauge in der Erde bleibe, zuweilen begoſſen. wird. Die leßte, im Rug. vorgenommene Ausſgat wird theils ſchon vor dem Winter- und den Winter hindurch zur Bermiſchung unter die feinen Sallatfräuter dienlich ſeyn, und theils wird ſie, nachdem ihre Dlätcer im Frühlinge hart und unbrauchbar gewor- den, im künftigen Sommer den beſten. Saamen liefern. Die Beſtandtheile die-.. ſex Pflanze kommen mit den meiſten kreß- artigen Pflanzen überein; doch kann das. SÖöFelkraut die Miſchung der Sösfte verbeſ- ſern, der Fäulniß derſelben widerſtehen, und il? daher immer wider den Scharbo empfohlen worden. Nur die friſchen Blät« ter enthalten und bewirfen dergleichen Kräfe te. Der Gebrauch geſchiehet innerlich und äußerlich, und das Leßte findet vorzüglich Statt, wenn das Zahnfleiſch ſich von den Zähnen abſondert, öfters blutet, und in deni Munde überhaupt ſich kleine Geſchwü- re einfinden. Da.aber der Scharbock von zweyerley Art iſt, und bey der einen, wel-. dze man den heißen Scharbo> zu nennen pflegt, die Säfte allzu ſehr aufgelöſet ſind: ſo iſt leicht einzuſehen, daß dieſe Pflanze nur bey der falten Art, bey welcher die Säfte zähe und zur Stoung geneigt ſind, und wodurch ſolche verderben, auch da- durch endlich die feſten Theile, beſonders im Munde, angefreſſen werden, die Füße ' aufſichwellen, und andere Zufälle erfolgen, nüßliche Dienſte leiſten könne« Wenn, man die zerquetſchten Blätter oder den friſch ausgepreßten Saft auf die Haut le- Jet, mit "1 erſten toe 1 eihteg a3 ſhat- ) niht zu begoſſen. Ommen Yintte Öhung (h feyn, PA a itte n biſtn, heile dies. ſten Füße fann das, (' verbeſe erſichen, ue hen Diät hen Käß. erlich un) vorjügg ) von Det „ud in (eſchmi-: bod vm en, | nenne ſet(ind; Pflanze- her die, gt ſind, ich da- ſonders eife 'Ldwenf „gek, vergehen dadurch die Fle>en 3 zuleßt „wäſcht man“die Haut mit einem Tranke vn Kleyen ab, 3) Engliſches 2c«.C. Anglica.L. Vaterl.: England am Meerſtrande, Stengel: 8=- 10Z, bom. Blätter: alle eyrund«lanzettförmig. MFlumen: weiß. Es fehlen dieſer' die feinen flüchti- gen Theile, oder wenigſtens ſind ſolche „nicht. ſo Fräftig,„wie bey der erſten Art, 3) Däniſches 2c, C Danica L..Da- Fferl.: Dänemark, Schweden, am Meer- ſtrönde. Bidtrer: ſpießförmig- winklich 'bder-ſpendonförmig, oder dreye> icht, 4) Grönländiſches 2c. C.: Groeu- Jandica: L. DVaterl.: Grönland, Nor- wegen, Blärter: nierenſörmig,, glatt- „äandig, feiſchicht. 5) SchweineFreſſe, C.. Coronopus 1. Vaterl. Europa, auf ſonnigen na- Fenden Pläßen. GStcrentgel: breit ge- drüFt. ISweie: umher ſchweifend, thei- Ten ſich wie ein Hirſchhorn. Plätter: geſchlißt. Biumen: in kleinen Trauben, frautartig von Farbe. - 6) Thurmtrautrartitges oder Türki- ſches 2c..C. glaſtifoslia.L. Vaterl.: der Orient. Stengel: 1X Fuß hoch. Sxrengelblätter:.unmigefehrt herzförmig- „pfeilförmig, den Stengel umfaſſend. Blu- „men: in loern Aehven. Die Pflanze iſt Zzweyjährig, wird aus dem Saamen erzo- gen, und-ſoll der exitern Art an Kräften nichts nachgeben, - Köwenfuß, Löwentappe, nennt man die Alchemilla, deren gemeine Art noch mehrere Namen erhalten hat,-ols: Sinau,-Güldengänſerich, Genſelgrün, Ma- vieninantel, Unſer lieben Frauen Nacht- mantel, Frauenbiß, Aſchnlß, Sternfraut, Helft, Mutterkraut. SEES Ei Vet, Negllexicon IN, Theil. GA ES Bn 3 2m NSE ai ald ET Giite wel BEIER ME AE SE eer EIL I R IT EEE ZI KLöwenf 441 - 4) Gemeiner Löwenfuß mit ein- Fachen Blättern, Alchewilla vulgavis -L., wächſt bey uns auf niedrigen Wieſen, und blühet im Frühjahre. Wurzelblät« „ter: auf langen Stielen, rundlich, von blaſſer, herrlicher grüner Farbe, etwa 3 Z. im Durchſchnitte, an dem ſägeförmigen „Rande rings umber gleich den altniodigen Manteln, welche„die Frauen„ehedem zu fragen pflegten, in verſchiedene Lappen.aus- „geſchnitten, daher.man auch der Pflanze den Namen Srauenmantel gegeben hof, Zlumenſtengel: erheben„ſich zwiſchen .den Blättern zu.einer Höhe von 1 F. und darüber, ſtehen nicht ganz. aufrecht, ſind tund und di>, theilen ſich in viele Zweigs, und.ſind an jedem Gelenfe mit eben ſolchen Blättern, wie die Wurzelblätter, beklei- „det, nur daß ſolche kleiner ſind. Blumen: ohne Blumenblätter, grünlich ,. oder gelb- „lich, büſchelweiſe, ſind an der ganzen "Pflanze. vielleicht das mindeſt Schönſte. In gutem, ſchwarzen und feuchten Boden „wird die Pflanze. viel. größer, und beſtoet :fich ſehr ſtark, wenn ſolc 2) Weißſammitner L6öwenfuß mit gefingerten Dlättern, fünfblättri» ger„Sinatt, A. Alpina L. Vaterl,.: die Alpen. Cine ſehr niedrige Pflanze, dagegen aber deſto zierlicher, PV urzel- blätter: auf etwa 4 Z. langen Stielen, auf dex Oberfläche fein grün, auf der Un- terfläche ſilberweiß, Kngerſörmig in 5 Stü- &e zerſchnitten, am Rande unzher fägeför- mig. MAlumenſtengel:* etwa X Juß hoc, rund, weißlich, darnieder liegend, mit kleinern Blättern als die Wurzelblät- ter, ADlumen: weißlichgrün, 3) Glatrer Löwenfuß mit gefin» ggerten Dlättern, A. Pentaphyllea L,, wächſt auf den Alpen, und iſt der zweyten Art viel ähnlich, die Blätter aber ſind glatt und ohne Haare, No. 1. und 2. finden hie und da. ihre Aufnahme in den Gärten, weil ihre auf eine ſehr ſonderbare Weiſe ausgeſchnittenen, wellenförmigen und fal- tigen Blätter die Aufmerkſamkeit auf ſich tenten, Löwenmanl, ein Pflanzengeſchlechr, das der Schnauze und dem Maule eines Thieres ähnliche Blumen hat, und hievon die Namen? Z3öwenmaal, 26wenrachen, Katbsnaſe und Froſchmanl führet. Wir bemerken hier nur die befanntejten Arten, die fic) meiſten8 durch den ausfallenden Saamen fortpflanzen, und verzierende Blumenpflanzen ſind. 3) Großes Löwenmaul, insgemein ſchlehtßin Löwenmanl genannt, Au- vrrhinum maivs L, Vaterl.: das mit- tägige Turopa auf Mauern und an Zäu- nen, woſelbſt es viele Jahrez- in fettem Sande hingegen ſelten lange dauert, Z5l&Kt- Edwenmn ter: lanzetiförmig, furz geſtieft. Zlu- men? groß, aufgeſperrt, ungeſchwänzt, mit gerundeten Kelhen, Dieſe Art bes greift drey Pflanzen unter ſich! 3) Großes köwenmaul; die Blamen in langen Aehz- ren. Die Sorten ſind: roth 3 weiß; weiß u. voth 3 roth mit weißem Maule; gelb; gelb undroth; gelb u. weiß; purpurroth; purpur- roth und weiß ſchattirt;. mit ſcheckigen Blät- fern und Blumen von mehrern Farben. b) „Breitblättriges größtes 88wenmaul, har Blumen in ſehr langen Aehren, vortrefflich, blaßroth, Stengel: 3F. hoch. Blätter: breit, glatt, furz geſtielt. c) Jtalieni- ſches weiß blühendes köwenmaul. Sten» gel: 2 F, hom, Blätter: ſtrichlanzett- förmig, ſteifborſtig, Blumen: in furzen dicken Aehren, weiß, nebſt einigen andern . Sorten. Außer dieſen Abänderungen des 4. maius giebt es deren noch mehrere, die. ſich in Anſehung der Farbe ihrer Blumen, oder der Größe ihrey Blätter von einander un terſcheiden; gleich wie deren zus dem Saa» men der beſien Sorten noch immer mehrere gewonnen werden können, daher denn der Saame auch von ſolchen Pflanzen genom» men wird, die die längſten Blumenähren haben, und deren Blumen nicht nur ſebx groß ſind, ſondern auch das vortrefgichſie Maul haben. Der Saame wird im März, April und May, in leichte, ſehr magere Erde geſäet. Sie laſſen ſich auch alle auf ſchattigen Rabatten im Sommer- durch abgeriſſene oder abgeſchnittene Zwei» ge vermehren, welche leicht Wurzeln ſchla- gen, weicher Methode man ſich bedienex, wenn man Pflanzen von beſonders guten Cigenſchaften vermehren will, Die ſche- >igblättrige ſehr geachtete Sorte kann nur durch geſtecte Zweige- fortgepfllanzt wers den, Gie iſt etwas zärtlich, weshalb man ſie ae aine IR BIE IE LIE 73 ve === zm Wis a au) ee"“"- EEG es DE ENE YI CER JI G 1 Bly- Wäntt, (et bes Iroßeg 1 Ach: veiß UW. gelb uu: n Bits ven, b) 1, hat ſh, Blätter aliens Ett Manzet 1 Furzen | Andern des A, „dieſich enn, oder der UM 1 Sag» ehrere mn der eno» nähren gr. ſehr Aichſie d im „ſehr auch miner Zwei ſcle- jenes, guten o ſche: NR wet: ) man ſt RS SEE: veg ei Ei AES 'C H wenn fie in Töpfen unterhalten und im Hauſe vurcern und Felvern. Sxexentel: äſtig. Blinnenblatt: pur- purfarbig, zuweilen weiß, der Sporn ganz furz, und daher kaum merklich. Die rucht öffnet ſich mit 3 Löchern, und hat eine Aehnlichfeit mit einem Kalbsfkopfe. Man läßt dieſe Pflanze als eine verzieren- de gelten. 7) Zaengfelchichtes teſporntes ZBöwenmaul, A. chalepenſe L. Vas terl,; Jtalien. Strenttel: erwa 33 F, hoh. Blätter: ſirichlanzertförmig, ab- wechſelnd. Blumen: einzeln, weiß, oft purpurroch oder violett geſche>t, bie Kelche länger, als die Blumenkrone.. 8) Dreyblätterichres Löwenmaul, A. triphyllum L. Daterl.: Syracus, auf ſchattigen Bergen. Stengel: äſig, beynahe. 2 F. hoh. Blätter: eyrund, glatt, graulich, meiſtens je drey und drey, einige aber nur paarweiſe beyſammen ſte hend, Blumen: in kurzen Aehren, Man hat Sorten mit gelben Blumen, gelb und purpuerother Fahne und Sporn, purpur- roth, blau. 9) Srernblätterichtes purpurfar« biges Löwenmaul, großes wohlrie« chendes 2c. A, purpureum L. Daterl.: am Fuße des Veſuv. SStrentel: äſtig, ſehr blumenreich, 3 F. hoch, die blumen tragenden aufrecht, die übrigen aber noch allen Seiten gebogen, Zlumen: in lan- gen lo&ern Aehren, groß/ purpurroth, von FEI vor» eme umme= 0m m9 444' Edweriſch: vortreſgichem Geruche.. Die Pflanze davert auch bey uns'den Winter über inr freyen fkanve, und verniehret' ſich: ohne" Wartung dur den ausfallenden Saa- Me|; 13) Herzblättrichtes. unteſporn- tes L6wenmaul,. rund- oder haſel- wurzbkärtrichtes 20. A! AlarinaL. Die Blätter haben eine Aehnlichfeit mit der Haſelwurzel, Alarina genannt: Vaterl,: vey Genf, Srentgel: darnieder liegend, etwa 1 F-. lang. PFHlätrer: herzförmig, geferbt, gegen über ſtehend, Ziumen: in. den Winkeln der: Blätter, ungeſchwänzt, ſehr fchlecte, ſpi- ßige Lappen ausgeſchnitten. Aus dieſer" Blätterroſe treibt*ein einfacher, ohngefähr- einen halben Fuß:hoher, hohler;- zuweilen: wellichter“Stengel welcher» ſich' mit einer- einzigen, großen; gelben Blume endiget,- Bey der'Blüthe-ſchd mar die äußerlichen 4==5-Kelce ein, um. im Herausziehen zu fühlen, ob der rechte Grad der Wärms? da. iſt. Wenn die Lohe aus dem Treibeka- ſten kömmt: giebt ſie der ſteifen, lehmich- ten Crde in den Gärten.einen guten Dün=- ger, Man belegt auch das: Erdreich um: zarte Pflanzen, z.B. Erdbeeren, damit, wovon. ſie gut. wachſen 3. auch erſticket die 2ohe unter ſic) das Unfraut- - Lohgares Leder„ dasjenige Leder, das. in der Lohe zubereitet iſt, und worun- ter vornehmlich das-Sohlleder oder Pfund- leder, Schmalleder. u, dergl. gehören. Loh- gahres. Kalbleder: iſt. daher auch: ſolches, das: durch die Lohe gahr gemacht, und zu SÖSquhen, Stiefeln u, ſ: w, gebraucht wird. Lohfuchen, Lohdallen, von ge- brauchter 2ohe zuſammen geballte und ge- trocknete Stücken, die zum Einheizen der Stubenöfen ſehr gut zu gebrauchen ſind. Sie werden nach Schocken oder Hunderten verfauft. Lohnloc<, der Name der mittelſten köcher an dem Grengel(PAugbalfen) des- Pflugs;: ohne Zweifel, weil man-den Pflug nach ſolchem ſteller, wenn um Lohn gepflü- get wird; zum Unterſchiede von den Srohn- löchern, den nächſten an dem Sech- oder Colterkoche, und von den Serven- oder vorderſten Löchern des Pfluges, Lolc audülidel RR RR TRR EIT WIER ITP RENDERN EEE AENEERE ur= Lol< 447 der Treſpe verwechſeln... Erſterer blüher in einer zwozeilichten Aehre 3; die Aehrchen, woraus ſelbige beſteht, berühren faſt einan- der, ſind auf den Seiten zuſammen gedrückt, und mit dem Rücken gegen den Halm zus gefehret. Jedes Aehrce.in:gutem ande ſtehen,“Jedes Aehrchen beſteht aus 6 Blüchen« Die äußere Spelze iſt größer, hohl, ſpißig, und gemeiniglic) ohne Gran- nen, grünlich mit weißen Rändern, die in- nere„flach„und„weißlich. Dieſes iſt das Entliſche Raygras, zum Unterſchiede 'des Zranzöſiſchen Raygraſes, genännfk. Aug) der Fronzoſen Sromental, inglei- 'Lörbeerb „Hen die TTaueetgzerſte werden zuweilen „für-das Engliſche Raygras ausgegeben, beyde aber ſind dafür nicht anzunehmen, Die NIauergerſre wird.wegen ihrer lan- 'gen Grannen vom VWiehe nicht. berühret. „Unſer Weidevich bexühret dieſes Engliſche „Raygras nur, wenn. es-ihm an beſſern Gra- ſe fehle 3 den Pferben gefällt es eher; der Anbau iſt nur da anzurathen, wo es an „anderm und beſſern Futter maagelt. Die Stö>e dauern ſelten über 3= 4 Fahre, „und. die Wurzeln machen, die: Exde ſo feſt, -daß darauf keine andere-Pflanze gut fortk- „fommt, Ein ettiger-und kalter Boden ſcheint. dieſem Graſe der angemeſſenſte zu ſeyn. 4954, S4 DEK 90: Loosſivcke, viejenigen Stöe, die auf den Chauſſeen aufgeſte>t werden, um damit jeden Aneheil zu bezeichnen, den eine Dorfſchaft zu bearbeiten oder auszubeſſern hat; deswegen wird auf jedem LoosſtoFe der Name des Orts mit der demſelben zu- Fommenden Nutbenzahl bezeichnet. Lorbeerbaum,. Läurus. Von dieſem Geſchlechte bemerken wir vier-Ar- ten::; 1) Gemeiner Lorbeerbaum mit vierblätterichter Blöthe,:Laitrier, -L. nobilis L., iſt bey uns nicerichten Aeſten, unöchter Zim- meibaum, Oſtindiſcher breitblätte- richter Lorbeerbaum, L. regi2 vel In- dicaL. MBDlätter: breiter, als bey der gemeinen Art, länglich öder auch eyförmig, ruhen auf röthlichten Stielen 3 fallen zwar nicht jährlich ab, doch vertro>nen nach und nach einige, und wenn dieſe abfallen, blei« ben an den Aeſten höerichte Erhebungen zurück, als woran man dieſe Art vorzüg- lich erfennen kann. PDeeren: größer als bey allen andern Arten dieſes Geſchlechts, Holz, Blätter und Blumen geben einen ſtarken Geruch von ſich. 3) BorbonäſcherLorbeerbaummit fieiſchichtem Kelche, Caroliniſcher Sorbeerbaum mit blauen Beeren, L, Borboenica L. Der vornehmſte Unter- ſchied von den übrigen Arten bernhet auf den Blättern. Wey der Borbonie ſind ſolche hinten breit, und gehen ſpißig zu; bey der Caroliniſchen Art vorne und hinten ſchmal, michin die erſten eyförmig zuge- ſpißet, die leßtern lanzettförmig, 4) Sommerlorbeerbaum mit ade- richten Blättern, Virginiſcher Waſ- ſerlorbeer, L. aeltivalis L,, wächſt in dem mitternächtlichen Amerika in ſumpfich« tem Boden, haf mehr das Anſehen eines Strauchs, und treibt viele Aeſte 3 die Rin« de iſt purpurfarbig 3; die Blumen ſind klein und gelb, die Frucht aber roth, und die Blätter fallen im Herbſte ab, Dieſe vier Arten können einerley gewar« vet werden. Der geimeine treibt gemei- niglich aus der Wurzel, do< nahe am Stamme, junge Brut, welche, wenn ſie gil ſelbſt 445 lei< Schaden zuziehen Fann, indem ſie 450 LZoth ſelbſt mit. Zäſerchen. beſeßet. iſt, füglich- abgenommen und verpflanzt werden. kann. Man kann auch Ableger machen Friſche und zum Auffeinren tüchtige Beeren: wird. man ſelten: erhaltenz. übrigens: wartet man' felbige, wie die Orangeriebäume', man ſoll: . fie aber fleißig, begießerr,. und im. Winter,. ſo viel. möglich. friſche Luft genießen laſſen;. damit ſie: nicht ſchimmlicht: werden,. Die: Stämme treiben: viele Wurzeln, und müſ- ſen daher auch öfters in: geraume: Kübel verſeßet werden;. Lotij; ein an: denz Ende einer langem Schnur befeſtigtes: Gewicht von: Bley, Ei» fen: oder Meſſing. welche Schnur, wenw fie von. der Höhe herunter gelaſjen wird;. und: frey: ohns Hinderniß herab: hänget; je desmal: auf dem: Horizont ſenkrecht ſpiele: Man bedienet. fich: des Loths iw allen den' Fällen, wo zu unterſuchen: nöthig iſt, ob ein: Körper, 3... B. eine Mauer, Fnkrecht ſe- ' he,. und wenn dieſes: iſt, ſo ſagt man: die“ Sache iſt lorhrecht.. Daher ſagt. ma auch lorben., d..i. unterſuchen, ob: eine' Mauer ſenkrecht ſieher. Sie ſteht aber ſenkrecht, wenn die Schnur des: Loths: überall: gleich: weit: ablieger ,, oder ſich) ent fernet. Lotusklee, Lotus: Wegen der Ge: ſialt' der Fvuchthülſe wird dieſes Geſchlecht guch. Walzentraunt oder Schorenfles ges nanu 1): Geflücelrer' gelber Lotusklee mig rauchen DSlätrern,. Wieſenſcho» gentlee, L. liquoſus L,, wächſt. bey uns guf etwas-. feuchten: Wieſen... Stentgel:: ohngefähr: 1 F. lang). größtentheils auf der Erde ausgeſtrect, und mit: wenigen Zwei- gen beſeßs Am Blattſtiele ſtehen 2: ey» förmig. zugeſpißte Blattanſäße,. welche mit Fem übrigen Blättern: faſt: gleichs Größe Lotusk haben. Die 3 Blättchen, welche auf dem gemeinſchaftlichen Stiele ſien, ſind bläu- lich" angelaufew,. etwas haaricht,. das- mit- telſte: faſt. viereckicht, und die beyden ſeit- wärts geſtellten. durch die durchlaufenden Nerven in 2: ungleiche Hälften: getheilet, Aus dem Blattwinkel: treibt im: Jun. und Jul... eine“ geſtielte. große, gelbe Blume, welche von: 3: Blättchen: umgeben wird. Der rauche Kelch iſt in: zwo Lippen abge» theilt, und dev unterſte Einſchnitt merklich Fleiner... Das- Helmblätthen iſt groß, herzſörmig. und rückwärts gebogen. 2) Geflütgelrer gelber Lotusklee mißt glatten Blättern, Seeſtrands- ſchotentlee, L. maritimus E., wächſt am Seeſtrande, und iſt. von. der vorigen Art nur dur. die glatten. Blätter: unterſchie- denz 3) Geflügelter rother Lotusklee, viereFichter Schotenklee, rother Steinklee, gefiederte Erbſe„ Spar- gelerbſe, Spartzelbohne, L. tetragono- lobus L., war ſonſt ein Küchengewächſle, jekt aber mehr eine: Verzierungspfianze, und muß jährlich. aus- Saamen., der bey uns veif wird ,. erzogen: werden, Die geſtielten rothen Blumen ſtehen: einzeln.an den Wins koln der Blätter. Man. hat eine Spielart mit ſilbepfarbem geAeFten: Blättern, wels ce viele Jahre: in dem. Saamen unverän- dert: bleibet. 4), Geflütelrer. gelber Lorusklee mat gepaarten. Hüljen, L. conjugatus L. ,. unterſcheidet ſich: von der vorigen Art dadurch. daß. die Blumen. viel. fleinex und gelb, dis Flügel der Hülſe aber glatt, und nichs frauß, ſind., Bey den folgenden Arten: ſind die Hul» ſew ohne Flügel. 5). Geſtreckter doldenförmitter L0- ustiee mir gelben, ſtart dd 7 is H- € uf den "d bli das mit: "den ſeit: [aufenden getheilet, Jun, und e Vun, en mit, er abge Wittlich | zy, N, N Otte ſtrands wichſt an riger I unterſt: otvöflt, . tothe + Spat Et1ag0n0 vd je, un bey uns gefilten din Dine Epilat m, veran sflee jugatus en It ner vnd +, und je Di verlo enden BIN: RLotusk Zlumen, kleiner Schotenklee,“gel- ber fünfblätterichter Rlee, kleiner Hornkiee, Wieſen- Honitg- guüld- ner Rlee, SrauenfingerFraur, L. corniculatus L,, blüher im Sommer faſt Überall„auf den Wieſen, Feldern und auf erhabenen Höhen der Landſtraßen. Sten- gel: zweigicht, faum 1 F. lang, größten- „theils Frießend, da der längere und ſtär- Fere mehr.gaufgerichtet ſteht; die 3 Blätt- “net, Da nun.die Blumen.der Pflanzen, woraus der Indig verfertiget wird,.auch beym Tronen grün werden: ſo könnte man we- gen dieſer färbenden Eigenſchaft Verſuche damit und mit andern anſtellen, Dieſe Pflanze iſt ein Zutes Futterfraut, und zum Anbau wohl zu empfehlen. »„b) Glattſtenglichter Lotusklee mit Fleinern Blumenköpfen, XL. re- tus L., wächſt in Languedoc und Sicilien, Stentel: viele, einige Fuß hoch, glatt, gemeiniglich röthlich,.oberwärts in Zwei- ge verbreite, MPHlumen: fleiſchfarbig, ein rundliches Köpfchen vorſtellend, wel- yes Fleiner als die Blätter iſt. Die - Pflanze iſt für unſre Winter zu weich- lich. 7) Rauchſtenglichter Lotusklee mit größern Blumenköpfen, UL, hic- lutus L,, wächſt in Languedoc. Strengel: „drückt, ZEE EN ESI A STALERSÜCHEN alarm neren eee ene 23 RI TTT 0; Lotusk 451 viele in Zweige gerbeilt, rauch, etliche F. lang, Blumenköpfchen: beſteht.aus 7-9 Blumen. Aelch: haaricht, ober- wärts röthlich, das Fähnchen blaßrörhlich, die Flügel weiß, und die Spiße des Schiff- hens ſchwärzlich. Die Wartung iſt mit .der vorſtehenden Art einerley, 8) Derſchmalblätterichte Jacobs- JotusFlee, Jacobsſchotentlee, L. Ia. Lobaeus L,, wächſt auf dem St, Jacobs- eylande.„Stengel: holzicht, 2 F. hoch, blühet bey uns im erſten Sommer, Zly« men: 3=-5 derſelben ſtehen auf einem gemeinſchaftlichen Stiele, beſonders glän- zend; das Helmblättchen und die Flügel ſind dunfelviolett, und das Schiffchen, velches faſt länger als die Flügel, iſt gelb- lit. Dieſe Pflanze iſt ſehr zärtlich, und muß den Winter über in einem Glashauſe durchgebracht werden. Der gelbgrünliche il Saame wird auf dem Miſtdeete ge- der. 9) Sichelförmitger Lotusklee, Si« ilianiſcher Schotenklee, Lotus orai- thopodieides L,, wächſt in Sitcilien, Srengel.: niedrig, haaricht, in Zweige getheilet. Dlattanſärze: ſehr klein, faſt dreyeckicht, die Blättchen umgekehrt kegel förmig. MBlumen: ſehr klein, 3--5 bey einander ſtehend, gelblicht, auf einem Dreyblatte ohne Blattanſäße, ruhend. Saamenhülſen: ſichelförmig, unter« wärts hängend, gefrümmt und breit ge- Dieſe Art wird jährlich aus dem Saamen im freyen Lande gezogen. 40) Sünfblättrrichrer Lorusklee, gefingerter Schorenklee, L. Dorycni- um L,, ein fleiner Strauch in Spanien. Tanguedoc, Deſterreich, 3 F. hoch. Blät- Ter: jedes beſteht aus 5 ſchmalen, lanzett« förmigen, gleichſam mit einer Granne ge- endigten, platt anſißkenden Blättchen, wel- Il 2> ein Raubthier herzu 'geloct wird, damit es gefangen oder ge- ſchoſſen werden möge. Daher heißt ly- 'Dern etwas ſtark Riechendes an einem Ort Jegen, um ein wildes Thier damit anzulo- efen, Der Wolf wird durch das Aas ef« nes todken Pferdes; der Fuchs durch weißes im Schweineſchmalz geröftetes Brodt, oder durch einen gebraieney Heering, 2c, gelu- vert. Luderhütte, Schießhütte, eine zn vie Crde eingegrabene Hütte, mit Erde bedeckt, und an ſolchen Orten hingebracht, wo die Raubthiere gern hin und hes zu kommen pflegen. Zur Herbſt- und Win- kerszeit müſſten die Übdecker Luder dahin führen, welches der Hütte gegen über zu liegen fömmt., Der Jäger ſekt. ſic) ſo- dama im die Htütte, und paſſes ſowoht bey Tage„ als auch des Nachts bey hellem? Montſcheiw, bis ihm ein Raubtibier zum Schuß tömmt. Man pfiegt auch Ciſcu um dieſe Plöße zu legen. Luftſqule, die hohle Spindel an einex Wendekreppe, welche einey Säule glei- bet, Lüftung der Windmüble, ver Balken in einer Windrnihle, woranf der Steg des Mühleciſens liegt, und in einem geräumigen Zapfenioche ſexfrecht erhöhet werden Fann. Lun gen? Luſfa der Araber, Ceylaniſche Gurke, Momordica Luffa L., wächſt vorzüglich in Zeylon, und kömmt in Anſe- hung des Wachsthums mit den Gurken überein. Das innerliche Weſen dieſer länglichten Frucht iſt anfangs weich und ſaftig, verwandelt ſich aber in ein tro>nes, zellichtes Gewebe, in welchem die Saq- menterne zerſtireuet liegen. Dieſe Früchte pflegt man in Zeylon noch unreif und grün gefocht, ſonderlich mit Fiſchen, zu eſſen. Man zieht ſie jährlich aus dem Saamen, und wartet ſie, wie die Melonen. Lungenfraut, Pulmonaria. Die Finnäiſchen 6 Urten kann man in ſolche eintheilen, bey welchen a) der Kelch und die Röhre des Blumenblatts einerley Län» ge haben, oder b) bey welchen der Kelch viel fürzer iſt. Za den erſten gebsren: +) Geneines Lungenkram mir berzförnnigen kWurzelblättern, Sirſchmantgold, Hirſchkohl, blaue Schlüßelbiume, P. ottic. L., wächſt überall in Wäldern, und blühet zeirig im Grübjehre- Sxrengel: ecficht, 1 F. hob, mit Feiſcn Haaren, wie die Btätter, befeßt, und ranh anzufühlen, mir Zweigen beſckt,.. Plätter: auf langen, gleichſam gefügel- ter, Etielen, ey- oder vielmehr herzför»" mig und zugeſpißet. Diejenigen, die fich am Stengel wnd den Zweigen befinden, fißen nicht allein ptatt anf, fontern um» faſſen auch dicſe größtentbeils, ſind viel Feiner und wechſelsweiie geftellt, Die Blätter von beyderiey Art ſind ſelten rein, gemeiniglich mit großen weißlichen oder dunkelgrünen Flecke verſehen, daber man das ſlecfichte Lungenfraut, P,maculoſa, zu unterſcheiden pflegt. Zlumen: anden oberſten Zweigen auf langen SI“ Farbe niſcht -- wiſt in Inſes Ourfen 1 dieſer id und ones, it Saz Früchte M" grün zu ſen, Capyty, 119, Di i1 folde eh und Wey R et Reih ren: 11190) tern, , blayt wih ing I 3.jeß 1 beſthls pflige!: ergföre ie fic) 110en, | UM v vid] Die | vein, oder man lol, 11m den H di? Far Lutigen? Farbe veränderlich„ gemeiniglich unten weiß, der übrige Theil purpurfarbig. Es giebt auch Stöcke mit ganz weißen Blu- men. Wenn: die Saamenferne reifen, : wachſen: die Wurzelblätter noch fort, und werden auſehnlich groß und lang. 2) Gemeines Lungenfraus mie kanzettformitzen IWVurzelblättern, ZergluntgenFraus, P. angultifolia kh. wächſt in mehr trocknen Wäldern und auf warmen Hügelw, und blüßet etwas ſpäter, als: die eritke Art, von. welcher ſie ſich) nur durch. einen: höhern Stengel, ſchmälers Blätter, und viel mevklicher geflügelte und lanzeitförmige Blätter, die ſeltner ge: flect: ſind ,- unterſcheidet,. Beyde Arten werden wegen der gefleck- ten. Blätter, oden auch, weil die Blumen! zeitig hervor kommen, und mit. den verän-- derlichen Farben ſyielen, in den Luftgärten unterhaltem Die Vermehrung. kann füg lich durch die Theilung. der Wurzeln geſche= hen, und wenn ſolches alle zwey Jahre ge? ſchiehet ,. wird das Wochsthum- deſto ſchnel- ler ſeyn. Die neucrn Aerzte machen keinem Sobrauc ams 104 mart rn eO REER NEED. 2EIEIGE mE Luptwe 43 3 Geſtrebtes Lungenfraut, P. maritima L.., wächſt in England und Norwegen am Seeſtrande, Lunze, Geräuſche, das Gehänge bey dem edlen Wildpret, ſo zum Verſpei- ſen dienet, nämlich: Herz„ Lunge und 28» ber. Lupine, ſonſt auch Feig- Wolfs- bohne, Wolfsſchote genannt. Lu- pinus Fourn. Alle Arten haben gefin- gevte, oder nach Art eines Fächers ausge?» breitete Blätter, und die Saantenkerns ſind platt„ rundlich oder eFicht, glatt ode rauch. r) Sort&auernde Lupine„langäb- rige Wolfebohne, L. perennis L» Srengel:: 12 F, hoch, gefurt. Die Blumen riechen ſtark und angenehm, und man„will vorgeben, daß die Maulwürfe diejenigen Gegenden verließen, wo die- ſe Pflanze gebauet wirde 4) Blaue ſchmalblätterichte Lyu- pine, L. anguſtifolius X., wächſt in Spa- nien unter dem Getreide, und kömmt in der Dauer mit der zwoten Art überein, die Stengel aber und die Blattſtiele ſind mehr Slatt als rauch, auch die Blättchen viel ſchmäler, und die Blumen jederzeit blauz dieſe machen auch nicht völlige Wirtel, ſon- dern ſtehen mehr wechſelsweiſe, Die auf« rechtſtehende, platte, ſchmale, haarichte Schote enthält kleine, rundliche, glatte, geflectte Saamenterne,/ Lupp „5) Saarichte, rothblumichte Lu- Pine, L. piloſus 1, Dieſe jährige Pflan- ze iſt in allen Theilen ſtark mit Haaren beſeßt. Scentgel: mit den Zweigen 3 bis 4 F. hoh. Bläctchen: groß und brei: MBlumen: ſtehen-getneiniglich wirtelweiſe, zuweilen auch mehr unordent- lich oder wechſelsweiſe, lang geſtielt, und mit Alanzettförmigen Deckblättern beſeket, Ziumenblärter: fleiſchfarbig, der mitt- lere Theil des Fähnchens dunkelroth, Zee platt, gefleckt und rauch anzu- Fühlen,:|. 6) Zottichte, blaublumichte Lu- Pine, große blaue Seigbohne, L, hicr« fütus L., wächſt in Spanien und Afrika, und iſt überall mit roſtigen, langen Haaren beſeßt. Zlumen: groß und blau, zuweie Jen auch röchlich, 7) Dunte Lupine, L. variusL., iſt nicht merflich von der vorher gehenden un- terſchieden,| Die jährigen Sorten, dergleichen alle, außer der erſten Sorte, ſind, brauchen Feine fonderliche Wartung, und werden im freyen Zande erzogen, bringen auch jähr- lich reifen Saamen.'Nur muß man ſie nicht verſeßen, ſondern dahin ſäen, wo ſie bieiben ſollen; ingleichen muß man ihnen nicht naſſe Stellen anweiſen, wodurch ſo- wohl der Saamen leicht faulet, als auch die Stöc>cere Aehre bil- den, glei) wie auch unterwäris an ven Lyhnis Gelenfen ſehr Fleine Blumenſtengel ent- ſpringen, welche gleichfalls Blumen tra- gen, Die Blumenblätter ganz. Sor» ren: 1) Cinfachroth, iſt die gemeine Söt« te, welche nicht mehr in den Gärten aufge- nommen wird,=) Cinfach weiß, 3) Gefüllt, roth, iſt aus dem Saamen der einfachen dur< die Cultur entſprungen, und iſt eine ſchöne Sorte. Ihre Blumen ſind groß und ſehr gefüllt, bilden eine befrächte liche lange Aehre; müſſen, wenn zur Zeit ihrer Flox eine brennende Hiße einfällt, be- ſchattet werden, ſonſt geht ſie gleich vor- über. Die Vermehrung geſchiehet allein durch die Theilung der Wurzeln, und die- ſe iſt, nebſt der WVerſeßung, um deſto nö- thiger, weil die Stöcke wegen der häufigen und gedrängt an einander ſtehenden Blät- ter leichtlic) faulen. uch junge Stöcke blühen gemeiniglich ſtarf, Beſondere War- tung verlangen ſie nicht. 5) Alpenlychnis mit geſpaltenen Zlumenblätrein, L. Alpina L. Vas rerl.: die Alpen-in der Schweiz, in Sie birien, und auf den Pyrenäen, iſt ſelten über 8 Z. boch. Blätter: lanzettförmig, glatt, hochgrün. Strentel: aufrecht, mit kleinern Blättern. MBlumen: auf den Enden, in rundlichen Büſcheln, purpur- röthlich, die Blumenblätter zweyſpaltig, im Jun. Die Pflanze liebet einen feuch- fen, fetten, ſchattigen Boden. 6) Sibiriſche Lychnis, L. Sibirica L.&Stengel: zweytheilig, etwa 1 Fuß hoh, BPlärter: ſchmal, etwas borſtig. Zlumen: aus den Theilungswinfeln und auf den Enden der Stengel, weiß, die Blumenblätter zweyſpaltig, im Jun. 7) Sychnis mir getrennten Ge- ſchlechtern, rother Wiederſtoß, Sammetroſe, Juntgtgeſellenknopf, Ccywaſirum, Lychais dioica L., WE ey ZE„Pd. 2 0. MR SA GREEK NON WIER NIG EF WRE PLDEM, O7 WB:-- 1 SE, LE Braz> EU ain "ze ffe Meh Eve u Sot eine Güte (M Ufer h, 3) men der 19en, und men ind beträchte 0 u Zeif fällt, Os glad DVD [ehit delt |, Wd Mfr m deſto vs er haufen den Blüte 9: Glöde were Dat baltent L. Db |, in Gb ift ſelten ettförmi), recht, mt auf dn , Pup Ayſpaltiy, en fed Sibiriea 17 borſtig Ly f> Eine Riemenyuthe iſt eine Ruche lang, und 1 Fuß breit. Ruthen mit Rurhen muültiplicirt giebt Quadratruthen; Rutden mit Fußen giebt Riemenruthen', und Ru- then mit Zollen, giebt Quadratſuß. 2 Ein Märkiſcher Morgen hat 180 Quqa» dracruchen; ein Magdeburgiſchier aber 300 Morgen. - Was das Cubikmagaß anbetrifft ſo wird der Cubus oder Würfel von einer Rheinl. Ruthe lang, einer Ruthe breit, und ei- ner Ruthe dieß, zum Maaße angenom- men. Eine Cubifruthe hat 1728 Cubikſußz ein Cubitfuß hat 1728 Cabifzoll u. ſ.|, gder>: Eine Cubifruthe hat 13 Schachtruthen 3 eine Schachtruthe hat 12 Batfenruchen; eine Balkenrutße hat 12 Cubikfaß 1c. Tine Schachtruche iſt eine Rutbe lang, eine Ruthe breit und einen Fuß boch). . Eine Balkenruche iſt eine Ruthe lang, einen Zuß breit und eineiw Fuß doch Machen Eine geometriſche Cubikruthe aber hat 1.000 Eubilfuß 20. Wenn Quadratmaaß mit Längenmaaß multiplicvt wird: fommt Cubifmaaß her- aus. Eine Quabratruthe mit einer Ruthe multiplicirt, giebt eine Cubifruthe, Eine Riemenruthe mit einer Ruthe multiplieirt, giebt eine Balkenruche: Ein Riemenfuß mit einer Ruthe multiplicirt, giebt einen Cuvikfuß. Cin Quadratzoll mit einer Ru- the multiplicirt, giebt einen Schachtfuß u.|. f Maaß, verjüngtes, wenn manauf dem Papiere eine kurze Linie für eine ganze Ruthe, Fuß, Zoll u. ſ. w. gelten läßt, um eine große Säche, z. E. Felder, Holzun- gen, 2ändereyen. und dergleichen in einer fleinern, und mit dieſer doch überein kome menden Form vorftellen zu können.| , Scala, eine gewiſſe an- geuommene, und mit der übrigen Einthei- kung verſehene Länge, womit die vorfom»- menden Größen überſch!agen und ausge- meſſen werden können. JInsgemein wird ein ſolcher von gutem feſten Holze verfev- tigt, indem man auf eines viereckichteun Staves Seite einen oder etiiche Landesſchuh trägt, und einen davon ir ſeine ge“srige Zolb abrheilet, auc) wohl auf den übrizen 3. Seiten des Stabes noch andere Maaße, z- CE, das Rheinländiſche und D-cimalmacß mit dem ertten in Vergleichung bringt, Oder es wird dieſem großen ein anderes änliches Maaß gleich gemacht, und auf eitie Släche, ſie ſey von Papier, Ho!z, Me- fall oder anderer Materie, aufgeriſſen, wel: ce leßteve Art ein verjüngter Maaßſtab, Scala geometrica, genannt wird. Machen, zeigen, der Hirſch macht oder zeiget einen: guten Fuß, der Hirſch haf En uE LAN rs. I GEPE HRE NIE+ 09 SILIE H I5„A WENIGER EE REET REEENNÜÄ N eneinn memmmmr*0 Ober ht gemaß naß het jer Ruthe (, Ein IWfipieiet, vennug jeht einen belt Rit huh 109007) Lan y läßt, un 0", Aen en in Ant berein fp 117 "piſſe a en inte je werfen und auöht: mein ze verſe (eredeitn ondeiſht) € or; eri! em Vorige 4 Macht, ;melmcß 1) bringt nN nds „und ai 0), Mer ſen, web oopſtab! dh mod : hh hot CIE KEIRA diele re ud MEET Giite ein ERLER Gewöhnlich ſtehen, werden ſie durchs Wer» ziehen yerdünnet, damit ſie deſto eher zum Verſeßen dienlich ſeyn, Gewöhnlich ſind ſie dieſes im Anfange des Mayes, Man verſeßt ſie reihenweiſe, 6 Z, auf allen Sei- ten aus einander in einen leichten und mür« ben Boden, und begießt ſie ſo lange, bis ſie ſich hier aufs neue bewurzelt haben. Durch vieſe geringe Mühe des Verſeßens erlangt man von den Pflanzen viel ſchönere Stauden und größere Knöpfchen von einem weit ſtärkern und durchdringendern Gery» , 6, 8== 10 F. hoch, dicht: mit Blättern beſeßt.. Dlätter:' groß, winklich, kraus,- am Rande ſonderbar ſchön verbrämt. Zlu- men: in ven Winkeln, in' Knäueln; klein;- unter den Blättern verborgen- röthlich. Dieſe Pflanze wird, nebſt. der vorigen, jährlich aus dem' Saamen im freyen-Lande erzogen: Es-find aber an ihr die Blätter“ das Schönſte, und um deren, und ihres* fylanfen Wuchſes willen wird ſie' zur Ver zierung: in' großen“ Gärten: aufgenöimmien,- Sie nimmt ſich» an-der Rürkſeite einer'gro- ßen Rabatte, in' einer“ entlängs laufenden Reihe, ſehr artig aus; - 7) Daumartige Malve mit berzz“ förmitgen, zerſchnittenen Blättern, M. Capenſis LL VWaterl,:: Aethlopien.- Strengel:! 6 bis: 8-F.. boch, ein iimmer- grünes'Bäumidjen; mit vielen Zweigen be fest, und in alten Theilen“ mit langen,. weißlichen Haaren beſckt, und daher“ rauh anzufühlen,. Slymenblatt:iſt eher klein“ als groß zu nennen, ſon purpurfarbig,- unten an: den Einſchnitten mehr weißlich, und mit einem dunfelrothen Flecke bezeich» net, Sie" blüßet den ganzen. Sommer: und giebt auch reifen Saamen, aus" wels des Biers erfirede Zuerſt wird das Getreide in dem fo ges naunten Weichbottich(Begießbortich) mit. Waſſer übergegoſſen, damit es weich wer- den, und ſodann auf der Malztenne zum gehörigen Wachsthum gelangen könne,. Der Bottich muß nicht ganz voll Getreide geſchüttet werden, weil ſolches nach dem. Begießen aufguillt. Das Waſſer muß eine Spanne hoch über das Getreide ſtehen, Weil aber das Getreide, in Anſehung der Härte, unterſchieden iſt: ſo muß auch im- mer eins länger als das andere im Waſſer bleiben. Beſonders muß dieſes genau be- obachtet werden, wenn Sommer- und Wintergetreide, z. B. Sommer- und Wintergerſte, oder Sommergerſte und Weizen, mit einander ſollen gemälzet wet»- denz in ſolchem Falle muß die Winterget- ſte um 24 Stunden eher und länger, als der Weizen oder Habex, eingeweicht ſeyn. Tft aber wenig Wintergerſte dabey: ſo kann man ſie zu unterſt in den Weichbot- tic) ſchütten, ſo weicht ſie deſto eher, und wird dem andern Getreide hierinn gleich. Jähriges und heuriges Getreide aber darf man auch nicht mit einander vermiſchen z es würde ungleich weichen. und wachſen, auh viel zurück bleiben; folglich kein gutes Malz daraus werden, Wenn nun das- Waſſer auf das Getrei- de, es ſey welcherley Art es wolle, gegoſ- ſe wird: muß man es fleißig durch einan- der rühren, ſonderlich wenn viele geen ör« ay ESE 5 zan WI=S- 206- M A<= DAX-. WES NOGS ELS INEES KAE SEIEN EIIIE NIGEL NEE„WF c>) = 3<>rf zx 1 BEST EI ERE IS EF EASSI DK ISGEFEN 7 pat KWE ZA <> s 1 mans |. De a Witte weil ſich ehre cope ef, rigen Od Veſcmf ein fd 96 tic) mit wel) We fennt zun en find, (1 Orte nad den oſſer muß eide ſtehen, ſehung der ß auh iM im Yaſſ gendy bi: met ner» un erſte un) let wer Bintergtt nger, eicht ep dabey;| Beicbob her, und W glei) aber darf miſchen; wache) Fein guts s Qu e Ser „d eina 7 gering Kör läßt, ſo. iſt es genug geweicht. Körner,"Hederichsknoten und leere Hüllen darunter ſiad, damit ſol<2 über ſic) ſtei- gen, und abgeſchöpft werden können. Man muß auch. das hievon ſcchmußig und ſchlecht gewordene Waſſer, wenn die Hülſen, oder das oben Schwimmende, zuvor abgeſchöpft worden, ganz und gar ablaufen laſten, und hierauf wieder reines Waſſer darüber gie ßen, Um aber zu- wiſſen, wenn das Ge- treide genug geweicht ſeyn kann,(bey kal- tein Wetter wird längere Zeit, als bey warmer Witterung, exfordert,) greift man mit der Hand tief in den Bottich hinein, und hebt eine Hand voll von dem.geweichten Getreide heraus. Wenn nun von der Gex- ſie die Körnerchen mit beyden Spißen ſic) über den Nagel biegen laſſen„und, als ſ9 auf dieſe Art zuſammen gebogen, das äußere Bälglichen zu unterſt brechen, oder das Körnchen den Balg:von ſich läßt, auch zwiſchen zween Fingern aus dem du ßern Balge ſich vsrn hinaus- ſchieben „Andere nehmen dieſe Probe: Wenn man ein ein- -Heweichtes Korn bequem zwiſchen den Fin- gern zerdrüfen, und mit ſeinem: Kern, „wie mit Kreide, ſchreiben kann: ſo hat die Gerſte lange genug im Waſſer gelegen. Die Zeit kann 48==54 Stunden ſeyn, nachdem, wie oben geſagt iſt, die Witte- rung warm oder kalt iſt, Weizen und Haber- bedürfen eben nicht „des Weichwerdens, und es. wird für hinrei- „ern Mehle gleicht, und von aller Feuch- tigkeit befreyt iſt. Wenn ein Malz grasfeimicht oder dum- pfig worden iſt: ſo nimmt man aufden er- ſten Fall einen halben, auf den leßten aber einen ganzen Scheffel Hopfen, und läßt denſelben im Malzſchroten mit herunter laufen, ſo verliert ſich aller widriger Ge- ſchma> und Geruch aus dem Malze. Wenn es aber zu ſehr gedarrt iſt: ſo wird es ein bochtgedarrtes Ü7alz genanntz wird es aber nicht gedarrt, ſondern nur an der Luft getrocfnet 3 ſo heißt es ein Lufrmalz3, wel- hes zei 50 7 M een 0x IE IEIG-"BEC> EI...„AES ENT»- WaR---„2-- WI- IS<< ZUEIE IO Edt ZU ION ern Bly eil es ven Mangen dc nimmt, harzjihte, erl, H, Die hah: | im Aue es, womit ü bis das y und hin 1a er die | das Na erſtemal » fonft ent: Amed bib, Ballung im nict zu td ) ſonſt nict pt, Zun z nur in es ſhretin veſſer wird rna zum ane ſe weiße ß 08 ric! it geweſen) ; einem er Feu oder dum ufd et ekt abit und(88! herunttt Ain Nh armetwermune<>) 1 Maizt t, Wenn ſolche einige Nnn 2 Zeit RR BBR; Bt ieren z-emeEweEr ewe Tn IEEE ET RING 0-5. 0 2 H n Al Gim lin zen wann ien m mene A IIIED EDE WII 206 Ib ÄN 468 Mandel Zeit geſtanden, gerinnet ſie, und wird ſäuerlich, weshalb man etwas feinen Zu- >r züuſeßen, und, um den Geſchmack nach Delieben zu verändern, abgezogenes Zim- met- Roſen- oder Kirſchenwaſſer beymi- ſchen fann. Das Del zum innerlichen Ge- brauche muß allemal friſch, und ohne Hul- fe des Feuers, ausgepreſſet ſeyn. Das ſäße Mandelöl und die Mandelmilch haben einerley:Lugenden."Die-lindernde und ſchmerzſtillende Kraft ſcheint die vornehm- ſie zu ſeyn, woyon aber andere, als die Fühlende, urintreibende u..ſ. f,„abhangen, Man verordnet die Mandelmilch in hißi- gen Fiebern, Tnrzündung der Nieren und Blaſe, brennenden Urin, Etxeinſchmex- zen, Colik, Durchfall, rothen Ruhr und „andern Blutflüßen, beſchwerlichen Huſten, zu Linderung der Schmerzen, ſonderlich „der Nachwehen und andern Krämpfen, welche von tronen und geſpannten Fibern „entſtehen. Die Mandelmilch iſt den .Schwindſüchtigen nüßlich, und dieſe kön- nen dergleichen, ſonderlich wenn ſie mit vie- „dem Waſſer verdünnet iſt, beſſer als die gemeine Mild) vertragen; es wird dadurc< ſowohl die brennende Hike gelindert, als authy der Körper einigermaaßen genähret. Das Del kann man allein zu einem Löffel innerlich einnehmen, ſolches auch mit einem Bruſtſyrup, als Eibiſch oder Frauenhaar, vermiſchen, und ſolches zu Linderung der Schärfe beym Huſten gebrauchen, inglei- hen dieſes Del zu den erweichenden Clyſti- ven ſeßenz; auch bey innerlichen Entzuns« dungen, ſonderlich der Bruſthaut, wird es nüßliche Wirkung ieiſten. Die Man- delfieye, oder das nach dem ausgepreßten Dele übrig Gebliebene wird, Statt der Seife, zur Reinigung der Haut gebraucht, „und ſolche erhält auch dadurch eine beſſere „Mandelb "Geſchmeidigkeit und Glätte, als'durch die Seife. Die bittern Mandeln befommen wir „mchrentheils aus Apulien und Sicilien, und man kann nach der Erfahrung behaue 8. GZſchalichte Mandelbaum, Amygdalus dulcis, oder ſativa, trägt große, weiße Blumen, der Stein zeiget keine Vertie«- fungen, und der Kern ſchmeckt ſüße. b) Der bittere diaſchalichte Mandelbaum, A. amara, haf ebenfalls einen dicfſchalichten- Stein, ſolcher iſt aber mit vielen Vertie» fungen verſehen, und der bittere Kern vie» „ley. „züge. ail aula. ZUR Add urs dy die "en Ia Sie, ) behQys Wichſen, Vieren Nenſchen wenn ſie enoſen d der Os vuntehel nd. Ae hrgenn: von den ichſam hs elit folde, Auſt zum ſus, u 18, Ap edene Iv 1 Mat uns L, Chmiz gorte ein N, Pat aum mif halt bey- ) folge ver ſiſt ppa e, weihe 19); um police Vertiy een vit 004 nN 5 SEISER Mandelb ſen Thieren ein Gift. c) Beybe Sorten fiber nan in Gärten auch mit gefüllten Blumen, DE EIFEL 32) Dünnſchalichter Mandelbaum, Arrach- oder Knackmandelbaum, A. dulcis Mill. Die Bläpter ſind breiter uad ſtehen näher bey einander, als bey-der er- Nern Art. Die Blunzten Hingegen Fleiner, und fämn größer als der Kelch; ſie haben inwendig eine weiße, äußerlich rötbliche Farbe, und öſſnen ſic)-ſpäter. 3) Swergmandelbaum mir einfa- den Blumen, A, nana 4. etMill, Die fes ganz niedrige, in unſern Gärten kaum 3 F. hohe Bäumchen läuft ſehr aus an der Wurzel, und treibt viele Schößlinge, Aus den BDlätterknoſpen treiben gemeiniglich im April die Blumen einzeln hervor, welche einen pürpurfarbigen Kelch und hellrothe Blumenblätter zeigen. Die Mandel ſoll einen halben Zoll 2änge und Breite, und einen bittern Geſchmack haben. 4) Swergwmandelbaum mit tggefüll« ten Blumen, A. pumila L, Ehe die Blätter aufbrechen, zeiger ſich eine Aehn- lichfeit mit den Pflaumen, indem ſie in einander gerollet ſind. Der Länge nach gleichen ſie den Pfirſichblättirn. Die ſchs- nen, fleiſchfarbigen und gefällten Blumen erſcheinen zu Ende des Apr. oder Anfange des Mayes. Wenn die Bäumchen nicht 4m Winter bedeckt werden, gehen fie aus, treiben ſonſt aber viele Schößlinge. - 5) Jimmergrünender orientali- ſcher Mlandelbaum, A. orientalis Mill. Dieſe Art unterſcheidet ſie) durch die im- mergrünen, lanzettförmigen und ſilberfax- benen Blätter, Die erſte Ark mit ihren Abänderungen Fann man leicht, wie auch die zwoke, dnrch Steckung der friſchen Mandeln erziehen. Da aber die Abänderungen der. erſten Art Verk, RKogllexicon 111, Theil, SRS IS STREET IEEE En, Ss" 479 Manege wieder paarweiſe, wo er alsdaan in den zöchern der hohlen Eichen mſtet, und 3== 4 Jungen ausbringt;. zur Aerndtezeit be- fuchot er fleißig. die Kornfelder, ſeßet. ſich auf die Mandeln und Scho>e des Getrei- des, weshalb er auc den. Namen Man- delfrähe erhalten hat; klaubet die Körner aus. den Aehren, und. füttert damit die Jungen, wenn ſie nech geäßet werden muſſen; außerdem frißt er'Waldbeeren und Würmer. Von ſeinem unreinen Neſte hat er den Namen Nacker belommen. Die alten Vögel ſid ſehr vorſichtig und ſchwer ZU ſchießen 3 man pflegt ihnen. gern aufzu- paſſen, wenn ſie den Jungen das Futter in die Neſter bringen, und ſolchergeſtalt öfters hin und her Fliegen. Jhr Fleiſch ſchmeckt nicht übel, und ihr Geſchrey iſt faſi wie der Laubſröje ihres,> Manege, der Ort„ wo man die Pfer- . de abrichtet, die Reitſchule, das Reithaus, die Rennbahn; auch wird unter dieſem Worte die- Uebung des Reitens ſelbſt ver- ſtanden, , Beta L. Es giebt ver- ſchiedene Abänderungen von dieſem Ge- wächſe, das wegen ſeines vorzüglich) nüß» lichen Gebrauchs zum Winterſallat' entwe Dey allein, oder mit Ropunzel, Sellerie, Kapern, u. fw. vermiſcht, auf die wohl: beſeßteſten Tafel georacht wird. 1) Rother WMantgolt, rothe Rü- be, rothe Bete, Beta vulgaris L, Die beſte Sorte, die man wählen kann, iſt die mit breiten, platten, amarxanthenfarbenen Nippen, und dunkelrothen, oder violekt- blauen Blättern. Denn alle die, die eine hellgrüne Farbe haben, ſind ſchon ausge- artet, und haben gemeinigli barte und pnſchmackhafte Wurzeln. Wenn die Pflan- ze gut gerathen ſoll; erfordert ſie vor allen Mangoklt Dingen einen tiefen, loern ut nd nahehafs ten Boden; ſonſt giebs fie nur ſchlechte Wurzeln, wird faſerig und ſpaltet auf,“ Der Saame wird entweder zu Ende des Aprils oder mit dem Anfange des Mays, ganz: dünne, xeihenweiſe im kleine Furchen geſäet, oder auch einzeln geſtecf, und ge- hörig mit Erde belegt. Wollte aan ibn früher ausſaäen+ ſo müßte man befürch» ten, Taß die Pflanzen zu zeitig in die Hü- he giengen, ſtarker würden, und zu nichts als zum Viehfutter, taugen. Wonn die Pflanzen das 5te oder bte Blatt getrieben haben: fo muß man fie da, wo ſie zu di> ſtehen, dergeſtalt verdünnen, daß jede we- nigſtens 1 Fuß oder ro Zoll Raum hat, ſich auszubreiten. Hierauf muß man zur Beförderung iyres Wachsthums die Erde zwiſchen ihnen: mit der Jäthacke etwas auf» lockern, und bey trocknem Wetter ſtark bes gießen, daß das Waſſer bis zur Spike dex Wurzel dringe- Gegen den Winker, et-- wa zu Ende des Octobers, werden ibre Wurzeln aufgegraben, von der grövſtey Erde gereinigt, und die Blätter bis gegen vas Herz weggeſchnitten. Man verwah- vet ſie am beſten in einer trocknen dazu gee machten Grüve, oder vertipmp-=m 405 eO<-= t„ii EUER: hähthoß r ſchlech tet auf Ende dez des Neys, "e Turn 1, ud 06 e man ihn befin in die Hi: WE Wenn di ee getrieben ſie uh doß ſede wh Reum het uf mon u 18 die Erde e etwas aus Feet Katt bes t Spikedet Diner,& verden ihre er gröbſten «bis gegen 1 verwähe n dazu gts t fie in Qeirohv zu ſiarfem auch oft (äche, die (was Sel unte die 15.08 € mon iM Butz) ter erho] e an eiten geſchißt die Mot [, Dai vw R u ZES, Mangolt D. ver reife Saame zu gehöriger Zeit abge- nommen und gut verwahret wird: ſo-pflegt er ſich 3 bis 4 Jahr zu halten. "Von dieſem rothen Mangolt oder der rothen Bete iſt, näch dem Linnäus, nur bloß eine Abart, der weiße VIancgolr, 'beta vulgaris Cicla.. Die-Wurzel dieſer Pflanze iſt diE und holzig, ihre Blätter ſind groß, breit, ſafiig, glänzend und von Farbe zuweilen gelblich, zuweilen ganz grün; die mittlere Rippe pflegt entweder weiß, oder töthlich, di und breit zu ſeyn, Der Blüchenſieagel iſt äſtig, hohl, geſtreift, und 3 bis 4 5uß hoch 3; die Blüche wächſt in langen Aehren, die Blumen beſtehen aus vielen, mit gelblichen Spißen verſehe» nen Staubfäden; die Saamenkörner haben beynahe die Größe einer Erbſe, ſind-un- gleich rund und hart. Man ſäet den wei- ßen Mangolt, wenn man ihn frühe haben will, im Frübjahre auf ein offenes Miſt- beet von mäßiger Wärme, und verſeßt die jungen Pflanzen, die in kurzer Zeit heran zu wachſen pflegen, reihenweiſe auf allen Seiten 8== 10 Zoll weit aus einander in vinen fetten und lo& ern Boden. Bey gu- ter Witterung werden ihre Blätter, die haufig unter andere Kräuter gemiſcht wer- ven, und ihnen einen ſüßen Geſchmack ge- ben, gegen den Maymonath zum Schnei- den ſc- Burgundexrübe, Raunſche, Ranger. Der jeßte Name foll daker kommen, weil man dieſe Pflanzen rangen- oder reihenweiſe zu pflanzen, 3der auf Ten“ Rattgen,. and, nach- unſrex Mundart, auf den Rainen, zwi ſchen den Furchen zu-ſesey pfleat: Die 8uf beſondern Beeten erzogenen Pflanzen werdenin 1.2-== 15.5 von einander entfern ven Reihen verpflanzet, und werden, wenn: fie größen geworden. wie der weiße Koh nur nicht völlig ſv ſtark, behäuſet. Kraut und Wurzel dienen zur Fäcerung. Man blattet dis Pflanze ab, ſobaid ſie 6--8 Blätter gewsönnen hatt, indem-mawihr die 3. 4 äufern. Bläiter abnimmt, und nur das Herz, odep die 3 bis 4. mittlern ſißen läßt."Dicles Abblatcen wird alle 1.4. Tage wiederholet.,. weil die äuſſern Blätter ſo oft wieder da ſind.. Die Rube, wenn ſie wohl gultiviret: wird, kann um Midghaelis 4-- 8 Dfund, und wohl mehy, wiegen. Num will ich hier einen practiſchen Landwirth über Iden innern Werth dieſsr Wurzeln ſpre= Hen-lafſen. Dieſer iſt Hr. Beroen, wel» Her in ſeiner Anleitung für die Landwirche zur Verbeſſerung der Viehzucht S. 159 . alſo ſchreiber: Mit dem Kraute ſowohl ais: mit den Rüben habe ich einige Kühe beſvn- ders. geſüßtert, um die Wirkung gegen: Monnsß andere Futterkräuter.deſto beſſer unterſchei- den zu können, Jc<4 fand aber, daß ſie weder dem rothen Klee noch der Eſparcctte, weder Ertüffeln nd Rüben(gelben: oder Mohrrüben), und nicht einſt gemeinen gus ten Gräſern und dem Heu davon dis Waa- 3e hielten. Die Kühe gaben: zwar nicht weniger Milch; ſie war aber von geringe* rer Güte„und eben. ſv wäſſeriht, ais die Biäcter und Rüben ſelbſt ſind. Im Ver- gleich mit der Mild) von andern Nahrungs- mitteln mußte, um ebe ſo viel Butter zu erhalten, faſt noch haibmal ſo viel ganom- men werden, d..t; Zweyvrittel der andern Milch- gab eben ſo viel Sahne ,. als- dieſe bey einem Drittel mehr.. Deswegen, und weil man mit beſſern, und nicht ſo viel Umſtände im Anbau und in dexBenußung eefordernden, Kräutern bekannt geworden, ſind auch die ehmaligen Liebhaber und Lob» redner von ihrem Anbau ſo ziemlich zurück gefommen.. - Mannruthe, Mannrade, Haue- maaße„ in den Niederſächſiſchen-Marſcho ländern„ der einem jeden Dorfeinwohner mit der Ruthe zugemeſſene Theil, welchen er an den Deichen uns Sieltiefen im bau- lichen Stande erhalten muß. , Manns: ſchid, Androtace 1. Von den Lin- näiſchen: Avten ſind folgende die vornehme ſtens: - 2) GroßFkelehichter. Mannghar- niſch“ mt Larzen Scieley, A. maxi- wa I DWaterl,:: Deutſchland, die Schweiz„ unter der Saat... Eine niedri- ge Pflanze von nur geringer Schönheir, Blätter 3 eyrund, gerippet, haarig, auf dem Boden umher ausgebreitet, am Ran- de ſeicht gezähnt, blaßgrän, Srencel: faum k I doch, na>end, rund, haarig. ZDly- r Ante, er, dh ſe u (gelbaweda SIN m m dis You Waer wih „von getlnge: ih as |. JuD hrung, iel Butt fe ſd vid a| el dr anden wa DeSpegen, ud iG fd dex Benußung unt gewerden, aber und(eb jemlig uid ade Haut: hen Maſche orfinwohne jeld, weihen efen Ion Doh Mann Jon Dei Ars je vornehme JennShal pw maxi (land, die ine nied: Schönhtil arg uf „m M Stengel gott, 1, Up „niſch: mit landen Stielen, A: elonga-“ Sibitien, Deutſchland.“ lang find, MannsH: Dlw824: auf den: Enden! der Stengel;: ineiner! Dolde,- ßen: Fruchtkelthea, im April und“ May.- Men,- weiß; mit“ ſchr gro“ 2) Großkelchichter Wannshatr:: wBB. Vaterl::- Blaster: ein: wenig. gezähnt, gerippet, aiif dem Boden“ umher Stentgel: nas haarig, eyrund, ausgebreitet, bläßgrun, Fend, auf: vein“ Gipfel, Zen auf; außerordentlich“ lan- als: die: Stengel ſelbſt, auf je den: Stiele eine gr „WRT, etwa 5)Z: hes. Zlumen: Stielen, welche gewöhnlich: eben ſo ze: Blumende>s, die“ eine fleine' weiße-Blunie: enthält,- welche“ Fürzer' iſt, als: dieſelbe;- 3) Kleinkelchichter Mantsbar niſch mit glatten Blättern„A. ſepten: wionals':E- Vaterl.: vie Alpen'in 2app- M Rußland, Deueſthiand. AZZlätrer: gla: länzettſörmig, gezähnt, auf dem“ Boden umher ausgebrvifet. Scenttel:- aufrecht,.na&tnd, ſteif, ſelten über 3.== 4 Zoſl hod Plunes: auf dem Gipfo lin einer Döoide, mit eigen. Blumendecen, weiche nicht ſg-lang ſia, als: dit He; 07 roeiß., im Apri und-May- 4); Sortier„WMiahnebarniſch,. A vilolas Daterl,: die Alpen in Schweiz, der-Pyrenäen, und im Carniol. lötet: ſehr; haarig. nieder 3 Zot boch, auſreBt, haarig. Diye nien: in Dölven, mit ſteiſborſtigen Biu mendec>en;. im Apr;- 5) Woblriechender Tiannshar- niſch, 4: SUBNET 2ER Schreberi.. Was ter!.: Cappadocien. Izläterr: dreheckicht; HG „Blume. der: "Strentgel: faſt: Binmenkteich:rauß ,.deyGe-“ ruch ſehr ſtark, wodurch: ſich dieſe Art von“ allen. unterſcheidet. tnt SED Sibel meien IIR DERBY FENEN ZMNRWONED-<3I59< ICI EIE EIE REET Fundes m am 9 mrt BEL UE EEE Bn= aubhndien Wyn Mannst 473 Mannstreit, Eryngium. Dieſe Pflanzengatrung- begreift unter ſich dauer»: hafte, frautortige, pevennivende Blymen»- pflanzen„. mit aufrechten; 1==3F. hoben; ini Heröſte jährlich abſterbenden, und im folgenden Jahre wieder neu Hervor treiben» den Stengeln, mit"einfächen,- theils ganzen, theils getheilten ſtachlichten Blättern, und mit dichten, rundlichen, aus vielen Blüm- igen Spreublätichen.“Wenn dieſe und die erſte Art als Arzneypflanzen gezogen werden, mnüſſen ſie nothwendig einen kieſi- gen oder ſandigen Boden haben, weilähre Wurzeln ſonſt von geringerer Kraft ſind. Die.Gothländecr ſollen die Wurzeln eſſen, und Linnäus berichtet, daß die Schößlin« He, wenn ſie noch unter dem Sande ſie >en, fo dicke wie Spargelfeime geweſen, ſowohl roh, als gekocht, gut geſchme>t, qucl) die Abſonderung des Urins gar merf- lich vermehret haben. 4) Placre Tiannetren, E. planum L. Vaterl.; Rußland, Pohlen, Oeſter-'. viele bläuliche glänzende Zweige," Wur- zeiblätrer: breit, plott, ungleich einge- ferbe, Slumen/: blau over weiß. 5) Schmalblätrerichte Waſſer» maninstren, 4: aquaticum LT, Vaterl.: Virginien. Blätter: ſchmal, lang, de- genförmi3, am Rande ſägeförmig ausges zahnt, und die Zähne mit einem ſchwa- Hen und zarten Stachel geendigt.-Sxten- gel: 2 F, hach, oben in einige Stiele ge- theilt, worauf die Blumenköpfe ſißen. Blumen:- fallen aus dem Weißen ins Blaue. 6) Strinkende Mannetreun, E.foe- tidum I. Watgerl.: Virginien, Suri- reich. Stengel: ſteif, geſtreift, treibt nam. Wourzelblätter: lanzettförmig, eingeterbt, mehr weich als ſtachlicht anzu- fühlen. MBlywenbette: wälzenförmig, die Nalin (wa 1:' ichen"8 mit Ihre Foſſendey yp den Ers j fachli Pufihen 1, gefick it Dept dieſe und m ten Einen Fefe 1 Weähre Kreſt ſed, rz(ſey e Chöhin Eaade ſü 1.0007) geſchmft 15 ja m E, platt len Def, reiſt, iy 7 Wir gleig dt wilß e Wiſo Patel; (lang, mig 0039 nem ſO t, Stilt „E"eit Wan ipfe(60 Beißen 18 Sid KA ermög mne 97-7, „die Spelzen: ſ KE ER.=- 4 4 ZIGARRE E Markaſit die Augsburger; die Augsburgiſche aber wieder ſchwerer als die Köllniſche3 die:KbU- niſche wieder ſchwerer als die Mayländi- ſche, Die Köllniſche aber iſt die gemein- ſie, Markaſit, Marcaſta, Druſa py- ritacea«- Unter dieſem Mamen, der ſo vielerley Bedeutungen hat, iſt eigentlich jeßo nichts anders zu verſtehen, als dieje- nige Kiegart, welche in e>tichter und.cry- ſtalliniſcher Geſtalt zum Vorſchein kömmt, und eben das iſt, was einige unter dem Namen Kiescryſtalle anzeigen, Markgewähr, Markgewäh- Lung, eine Anzahl feiner Münze, die das Gewicht einer Mavk.ausfragen und gewähren muß, welche nicht gewogen, ſon- dern gezählet wird. Site iſt zweyerley, die be(ondere, wenn wur einerley Münze iſt, und die allexemeine, wenn allerley Mün- ze auf den innerlichen Werth zufjammen ge- rechnet. wird. Marmor, ein Kalkſtein von einem Dichtan und feſten Gewebe, welcher eine ſchöne Politur und Glanz annimmt. Man verfertiget..aus ſelbigem allerley Bilder und Gefäße, Säulen und Pfeiler, auch wird er zur Jucruſtirung der Wände gebrauche. Er iſt grau, blau, grün, röthlich, blaßröth- lich, weiß, weiß und roth, gelblich; er iſt entweder ganz einfarbig, oder er hat al- ferley Sternchen, Wolken u. ſ.f. die ent- weder von gleicher Farbe, oder von einer andern, als der ganze Stein, iſt. Man“ findet Marmor in Sachſen, Schleſien, Franken, Schwaben u,|. f. Marmoriren. 1) Von Gyps einen Veberzug machen, der Marmorfle&en er» hält, 2) Papier mit verſchiedenen Flecken bunt machen, und ſelbigem das Anſehen Gek. Regllexicon 111, Theil, Marumk 477 von Marmor mietheilen; auch wird Wachg- leinwand zu Tapeten marmorirt, und heißt dann marmorirte Packleinwand.| Marmorvlatten, in düune Plak- ten zerſchnittene Stücken Marmor, zu Ti- ſchen m. dgl. Marokkaniſches Leder, Maxro«- quin, iſt eigentlich nichts anders, als Korduan,, ſoll aber darinn von demſelben Unterſchieden ſeyn, daß es mit Schmack und Galläpfeln; der Korduäan hingegen nur mit Gerberlohe, zubereitet witd, Marſchland, ein Land, welches an Hem Ocean, oder dem Ausfiuſſe der Ströh- me in die See, und alſo:am miedrigſten Ufer, liegt, und aus einem mit Schlomm (Schlick) und Sand vermengiem feinen Erdreiche beſtehet, welches einſt von dem Waſſer zuſammen geführet werden, und ſchr fruchtbar iſt, Marſtall, ein beſonderes- Gebäude für eine große Anzahl von Pferden, die vor- züglich ſchön ſind, und in der Schule zu- geritten werden, daher gewöhnlich eine Reitbahn dabey angebracht iſt. Marumfraut, Amberkraut, Kagenkraut, iſt billig mit dem Ga- mander zu vereinigen, und iſt Teucrium marum L. Dieſes immergrüne niedrige Kraut ſtanmer aus dem Königreich) Wa- lenzia in Spanien her, und iſt jet9 in den Gärten bey uns häufig anzutreffen. Sten- gel: holzicht, nebſt den ältern Aeſten 3 die züngern aver wollicht- AMlätter: eyjor« mig, an beyden Enden ſpibig, geſtielt, einander gegen über geſtellt, völlig ganz, am Rande rückwärts gebogen, auf der un- tern Fläche wollicht, an den blühenden Zweigen mehr aufgerichtet, und aus eines Ppp jeden Sram mmm dz NE IEE TTT BGS FIENE II IIITKEE EEN DV IGÜNTI IE DS den 0 Dae FENG SLES INGEN 4 IRE iG a Kir wn Arg dis da db ME rel rn Wr n TE. Aha Edmund“ tm ul neten<>=> aden amet KENZ aiE: 444422 a- FET MU m EÜ ned murrte ES(IE ii 2 LERNE G 3 uit en iini reer eiii Ln emma Wä ink eln wig EE SE ni,- Si renn eä nan m reer ür meer - 478. Maſex jeden Winkel ereibt. ein einzelner, mit einer Blume beſeßter Stiel. Blumen: alle auf eine Seite gerichtet, unter ſich gleich- ſum eine Aehre vorſtellend; der Kelch röth- « lich, mit weißlichen Haaren beſes> Zluy- menbiatt: purpurfarbig, die beyden obern Cinſchnitte umgeben: nicht die Staubf& den, und ſind etwas unterwärts gebogen; der mittelſte und größte Einſchnit iſt aus- geöhlet, gleichſam eingeferbt und etwas haaricht, Dieſe Pflanze wird ohne viele Kunjt erhalten, aus- den Zweigen vermeh: vet, den Sröcken allerley:Goſtalt durch das Beſchneiden gegeben, und den Sommer über in freyer Luſt erhalten. Ob. die Ka- ßen nur die einzeln ſtehenden Stöcke verſok- gen, hingegen diejenigen, weiche unter: andere Sherbel: und verſchiedene Pflan- zen geſtellt ſind, unberühret laſſen, muß durc) Erfahrungen ferner beſtätiget. wey- den. Wahrſcheinlicher iſt es, daß vas Kraut für Marder, Jlriſſe“ und Wieſel eine Witterung abgeben, und man. dieſe Thiere damit locken und fangen: könns, wenn-man: einen Zweig davon: in die Falle jeget, Die ganze Pflanze. ſonderlich, die Blätter, haben einen ſcharfen. bittern Geſchmack„ und ſtarken, gewurzhaften, angenehmem Geruch), welcher Nieſcy erre- get, zumal wenn man die Blätter zerrei- vet. Die getrockneten Blätter behalten die nämlichen Cigenſchaften. Man kann daraus ein weſentliches, ſehr flüchriges Oel Rehen ,- und ſolches bey 2ähmungen und andern Mervenkrankbeiten gebrauchen, auch galle andeve Wirkungen davon erwarten, velche Majoran, Thymian: u. dgl. auSszu- zichten vermögend find, Maſer, Maſerholz, Holz, welches Frauſe Adern und Flecken hat, und von den Drechslepn und Tiſchlern zu allerley Aybei- Masliiebe ten gebraucht wird. Der beſte Maſee wird allemal. an dem Stammende, zunächſt der Wurzel, und aw den äſtigen, knote« vichten Theilen der Bäume angetroffen, Der Maſer von den Nußbäumen. iſt einex der. beſten. Maslicbe, Globularia. Die Pflan- zen dieſer Gattung ſind krautartige, peren- nirende Blümenpflanzen, welche jährlich neue, ö, 10-=- 122. hohe Stengel trei- ven, mit Fuglichen, aus vielen in eine ge- meinſchäftliche Blumendecte eingeſchloſſe» nen Blümcgyen zuſammen geſeßten Köpfen von blauen Blumen, Die Folgende erſie Art iſt iim den Gärten die bekannteſte. 1) Krautarrige Uigasliebe mit Örev3acFichten Wurzelblärtern. ge- weine Rugelblynme, G. vulgaris 1. Vatrerl.: Europa, auf ſonnigen harten Plägen- Wurzelblärter: breit, ge vippt, glatt, dict, dreyzähnig. Stentel: frautartig, rund, geſtreift, gewöhnlich röthlich, aufrecht, 6, 10-=12 2. ho, init ſchmalen, lanzettförmigen, glatten, glatträndigen Blättern. ZBtumen auf ven Enden der E tengel, in kuglichen Kns- pfen, ſchön blau. 2) Strancharrite Viasliche mit Oreyzackichten Stengelblärtern, Fiu- tex terribilis, G. Alypum L. Vacterl.: Jtalien, Frankreich, an Selſen und Klip- pen. Etentei: 1 F. hoch, mit zarten, zerbrechlichen Zweigen. FPiunmen: vig- lettfarbig, auf jedem Zweige eine, ſelten zwo. Nach Cluſius Berichte gebrauchen die Marktſchreyer in Andaluſien den abge- kochten Trank von Vieſem Strauche in der Hebesſeuche, und in Frankreich Statt der Senesblätter zum Purgiren. Es foll ober ſolcher heftig wuürfen, und leicht gefährliche Jolgen nach ſich ziehen; weswegen auch die ſte Riſe e, näht en, ft ngetrofen, en IfEelny Die Pf ige, Pete: de jährlich enge hel: | 1 CUM db in eſſe Stn Sipfn (gendt aſt neſt, liebe mi ter mt vulgaris[, igen harn Orelt, des Stent]; gewöhnlih 23, j"d, ; Gietie) Ne. Auf (hen Kn): liebe mit teln, Ert Varel; und Klip- nit Jart) jen aw ne, fe ebrauct den all he(nd Statt et ſoll abt fahrlict en auß hi" . Maſſiv die Pflanze der fürchterliche Strauch ge- nannt wird. 3) KRrautortige nackende Mlaolie- be mir eingekerbren Blättern,.G. Cordifolia L. Waterl,: Pannonien, Deſterreich, die Schweiz. Piätter: zahlreich, klein, furz, herzförmig oder faſt 'Leilfsrinig, am Ende eingeferbt, mit drey langen Spißen, unter denen die mittler? vie kleinſte iſt. Stengel: dünn, faſt na- end, 4- 5 Z. hom. Blumen: auf den En- „den der Stengel, in fuglichen Köpfen blau. 4) Krautarrige nackende ÜTaglie- He, G. nudicaulis L. Darerl.: Deſter- reich), die Pyrenäen, die Schweiz, auf Bergen. Hlätter: länglich, lanzettför- mig, glatträndig, glatt, dunkelgrün, Srentel: einfach, rund, ſeicht geſtreift, nackend, 8==10Z, hoh, Ziumenz zwar blaß, jedoch ſchön blau. Die Wermehrung geſchiehet im Sept. Hurch Zertheilung. Ziehet man fie aus Saamen.:-ſo muß ſolcher im Frühjahre ins freye Land in leichte Erde geſäet, unddie Pflanzen im Herbſie verpflanzet werden. Die erfte Art kömmt bey uns in freyer Zuft, ohne Bedekung, gut fort. Die drey Folgenden aber müſſen gegen ſehr ſtrengen Froſt durch eine leichte Dee geſchüst, und dieſe bey gelindem Wetter ſogleich) wieder „äbgenommen werden. Maſſikv, wird geſagt, wenn etwas inwendig nicht hohl, ſondern voll iſt, Auch ſagt man: ein Gebäude iſt maſſiv, wenn es nicht von Holz, ſondern von Steinen aufgeführet it; das Gebälk iſt.maſſiv, wenn es den vierten Theil der Säule übertrifft. Maſt, Waldmaſt, mancherley Früchte von Waldbäumen und anderes Ge- aß zum Fettwerden oder Unterhalt zahmer - und wilder eßbarer Thiere, Man Hat Sie metin Maſt 479 Ober- und Untermaſt, Jene begreift bey uns unter ſich die Eich- Buch- Haſel« und wilde Obſtmaſt; dieſe aber beſieht aus nahrhaften-Wurzeia, Erdſchwämmen, gro- ßen Käferwürmern u. dergl., wovon die leßfern Sſters glei) unter Her Dammerde in Klumpen beyſammen gefunden werden, ee ſie aus einander kriechen, um ſich in Käfer u. der3l. zu verwandeln. Die Uns termaſt erſtre>e ſich auch auf einige meßliche te und fleiſchichte Wurzeln, weiche unter .dem Waſer im Schlamme, oder in Brü« Hern.und Gräben, wachſen. Man nennt dieſe DrUichmaſt auch Erdmaſt, Wruemaſt, und die leßte Benennung beziehet-ſich darauf, daß die Schweine dats nach wrüten oder wühlen. Ju Wäldern, deren Maſt aus bloßen Eicheln beſtehet, fömmt es hauptſächlich auf die Erdmaſt Gn, wenn.die Schweine-fett werden ſollen. Die Eicheln brennen oder erhißen dieſe Thiere, daß ſie, beſonders an warmen Tao gen, nicht viel freſſen können, und daher nach der.Unfexmaſt wühlen müſſen, um ſich abzufühlen. Sind die Eich und Bruch- wälder hoch belegen, und es fehlet felbigen an Wurzeln und Würmern obgedachter Artz ſo kann aus den Maſtſchweinen nicht viel werden, An Würmern wird es aber auch fehlen, wenn dürre Sommer und Herbſte find, als in welchen die Käſer- oder Wurmbrut allzu tief im Grunde des Erdbodens liegt, daß die Schweine ent- weder gar nicht, oder doch zu tief und müh« ſam darnach wühlen müßen. In nicht dürren Sommern und Herbſten hingegen iſt obgedachte Brut nahe an der Oberfläche des Bodens zu finden, Die Schweine ge- deihen auch nicht wohl,-oder erfranken und ſterben, wenn in hohen Waldungen das Waſſer zu ſehr entfernet iſt, und die Schwei-' ne durch weites Treiben babin fich erhisen, Ppp 2 und -= ore AIICEEKAT OLIO ar 4 Si 2. L<<< 0er GEE 2m ee Pidmank„ welches. leicht auf der Dauer iv einen thranichten Geſchmack übergehen kann. Auch) iſt es gefährlich, wenn. Speck» ſeiten von Schweinen aus der Buychmaſt in. den Dauerbhäuſern in den: Schornſteinew zun Räuchern gerade über dem Feuerheer- de au:gehangew werden, indem gay leicht das in einem: ununterbrochenen Strahle herunter fließende Fett eine Feuersbrunſs veranlotfen kann. Dägegen giebt die Ei- And zu Qeſters hl: » eingefehn 1, und di e Meſt zs Schlechten Tally muß Housmaſ (eh, ww dabey dl m,(onde vehnt wr laufen 1 ) verſamt zu werd NO(nt unte we ABBR. SEITEITT EE Maſtixb gelmaſt dieſe beſteht im allerhand Bee- ven. Früchten: und Saamew von: Bäumem und: Seräuchern: für das: wilde Geflügeb und kleine Thiere, , Lentiſcus Tourm. Varerl.:: dev warine Ouient:. Stengel:: 8, 10-12 F, im unſern. Gärten. FPSlt- tor wechſel3weißſs ſtehend 3, ſie' beſtehen: aus: 3, 4-6 Paaren ſteifer, feſter, dun- - felgrüner, länglichtev, vollig! ganzev Blätt- chen; welche unter ſich der Länge nach durc! eine häutigs Vorragungy oder die geflügel te: Rippe, zuſammen hängen. Dlumen* männliche und weibliche ſtehen: auf beſon dern Bäunzem, klein, jchrenweiſe geſtellt). . grünlichgelb..+ Srucht: eine' fleiſchichte' Beere, enthält v== 2:Saamenkerne.. Mani hält den: Boumr. in: Töpfen den: Sommer über in. freyer Luft, den Winter über in ei: nem--Glaghauſe;- er: verlangt. dabey“ einige uft, damit ſich) nicht: Schinniel: anfeße;, und muß alle 3 Jahre'verſekt werden.. Der Saame' wird aus- fremden Ländern: erhal» 'ten, und liegt wohl! 2 Jahre, ehe er aus» foiimet..- Mit den Ablegern! währe es auch! gemainiglid) eben: ſv länge, ebe“Burzeln- -ausbrechen„ ung bew vielen' geſchiehet es gar nicht. In den warmen Gegenden bes kömmt man: Cur Tas Ausſchwißem', und häufiger" aus derm Cinſchneiden, das: be kannts barzichte Gummi, welches aus klei nen, tro&nen. Körnern: beſteht', die may' daher- Maſtixködrncr, Grana oder Gum: mi Maſlichis- nennt; Es- beſikt“ der Ma-- ſtix; eine ſtärkende und reinigende Kraft“, er wird aber' mehr“ äußerlich: als: innerlich! ge: braucht;. Wenn: maw ihn: lange Zeit: in: dem. Mundehält, oder kauet, wird dadurch! der Speichelfluß. errezet, und dadurc) zu» weilen Zahnſchmerzen, Taubheit: und an» dere Zuräile: geheilet;. Durch; das- Kauen" BEET TAGE RETN SPRE TEEAERN WE RERE GF WOW PIER 1 EEE SUE R R um mam mrt Beli yz 233IE ED MATTICHRNTSETET Maſtungsr 437 weich gemachten Maſtir im die hohle und zuvor gereinigten Zähne geſteckt, uns dieſe damit“ angefüllt, iſt eim gutes Werwah- rungsmittel wider die Zahnſchmerzen. Ma- ſtix: mit: Weingeiſt aufgelöſet, und Leder damit angefenchtet, hat Careizouſer bey dem Hüftwehe kräſrig, befunden. Als Räucher- werk kann: es zur Stärkung der Gelenke'und' zur Zertheilung der Flüſſe dienen. Im den: Apothefen hat. man! das Maſtirwoſſer,, Aqua: maſtichiana weldyes innerlich: als ein magenſtärfendes und bläßungtreibendes Mittel nüklich gebraucht wird. Das Holz iſt ſehr' dauerhaft. es» läßt ſich) ſchön glät> ten, und wird zu: ausgelegter Arbeit ver- brauchs. Maſrangsrecht, kommt in der Re» gel. wo nicht. Provinzialgesſeße ein: Ande- res ausdvücklich: beſtimmen, dem Eigen» thümer' dex Bäume zu] Es lange die Maſtung. dauevs, müſſen die Reviere, wo' die Schweine ſich befinbeir, mit der' übri- gen: Hürung,; verſchont weröem Cs folgt aiſo an Orten:, wo Maſtung iſt, das übri 92 Vieh erſt hinter dem Schweineni Die Schoönungszeir der' Maſthölzer nimmt, der' Regel nach, mit dem Tage Bartholomält- ihrem Anfang, und dauert bis: nach Weih- nochten.. In der Mirte des Auguſts muß, mi“ Zuziehung: der: Hütungsberechtigten;- durch! Forſiverſtändige beſtimmt werden, ov volle oder. nur Sryengniaſt yorhanden: ſey». Die Schonung: der' Maſtwälder' muß' aber nichr nut bey voller“ Maſt geſchehen, ſondern auch) alsdannm, wenn'die Spreng- zuſt zur Notbdurft: des Eigenthümers;, oder zur. Einführung; fremder Schweine", zu- länglich iſt. Wenn aber jemandem das Majſtungsrecht:in' einem fremden Forſte als“ eine Grundgerechtigkeit zufömmt':: ſo: kann: er fich deſſelben, der Regel: nach, nur bey? Ppp 3 ypllpy' 4062 Matte völlex Maſt bedienen. Wenn nur Spreonge maſt iſt: ſo.muß er ,mit dem Leſon der Ei- werk hoch wer- den, aſt die Stärke von 1 F. völlig hin« reichend, und vielmals Fann man, wenn die Steine echt guter Art ſind, noch ein Sto> von Fachwerk darauf ſeen. Will man aber ſicherer gehen, oder die Steing ſind nicht von rechter Güte: ſo können die einfüßigen Mauern mit Pfeilern von 1X F-- die an ſchilichen Orten anzubringen ſind, verſtärkt, oder die Mauern über- Hupe 15 bis 13 F,. ſiarf angelegt wer- en. Die Grundimaner muß allemal auf beyden Seiten vorſtehen, und alſo ſtärker, als n Nuſtyy Ot, ſeht Aſten aus |! von ] von Vito nN(tfand n vtfauß Die feiney deaf eit ber Mys nd fü m In Oi ne Kan EE a werden dh efihet, Zh je lerbiftg erzunienoß Den. Diby m gemauen Bewur v 701708 , bey ohe dwertn zu Belu 19 10,,2 völlig Ii an wn ), ned 0% Di die Si komm en vd 13 zubringen ver übt Negt mr emal alf ſo fart w Aena„NE EIEIENEEEEN Mäuter als die obere' Mautoxr,. ſeyn; Geht erſteres ſehr in die Tiefe:: ſo erhält ſie mehr Abſä- ße, die immer ſtärfer werden, und" den overſten: davon läßt man einige Fus über die Erde reichen, des den: Namen: Plin- te, Dockbel odev Unterſarz-führet ,- und- auf jeder Seite nur x==4T.Z. ſtärker wird,- als die übrige Mauer.- Die eigzentlichen Srärkenverhältniſſe bey? dergleichen Abſä- ßen will man hier. jekt: eben' ſo wenig„ als' die abwechſelnde Verbindung der Steine' untet ſich, anführen: Doch muß man den: kandwirth hauptſächlich auf ſchwache Fus gen zwiſch2n den Mauerziegeln'aufmerkſani- machen: Je dicker die Sugen, und je weniger waagerecht, oder gloich- fortlaufend ſolche ſind, deſto ſchlech: rer iſt der Uiaurer, der ſie gemacht Hat.-; “ In Anſehung der TMlattern von Sand: Zruch-- oder Seldſteinen' in und über der Erde. hat. man' folgendes» zu wiſſen: Erſtere, die Mauern von gehauenen Sand-- ſteinen fönnen weit: ſchwächer, als Zie gelmauern,- angelegt- werden; Die von' irregulairen,. 19 genannten: Steinbroen;- und von andern gebrochenen oder' geſpreng» ten Steinarten,. erfordern eine mehrere Dis Fe, als die vorige; Die von Feidſteinten: aber müſſen unter allen- Steinmauern die größte Stärke-erhalten,, weil ihre mehren: theiis rundliche ,. und dabey gänzlich irre gulaire Form eine große Hinderniß- auter" Verbindung. unter' einander. veruxſochet;- Von. dergleichen“ Mauern und ihren Fun»: damenten gilt:in Anſehung des-Vermauerns“ mit kehm oder. Kalfmörtel-eben- dasjenige,. was ſchon vorher bey den Ziegelmäuern ge“ ſagtäſt, Die regulait-winflicht gehauenen Sandſteine oder ſo: genannten Quader ,. bes ſonder3-wenn alle ihre- Seiten-gut“geebnet“ ſind, fönnen mit bloßem-Weißfalfe- über- - Anlagen aus der! EE RN NE EEN Mauep 483 einatider verſeßt oder vermauert werden, ſs: daß: die Figen dazwiſchen kaum ſichtbar ſind; auch bedürfen die Außenſeiten keines: fernern Bewurfs,- weil dieſe Steine am und für ſich ſchon ein gutes und feſtes Ans ſehen geben ,- auch wenn ſie guter Art ſind, der Wirterung beſſer widerſtehen, als ir- gend ein. darauf gebrachter Ueberzug von Mörtel... Diejenigen aber von irregulairen Bruchſtücken, es ſey- von Sand- odep Feldſteinen, müſſen mit einem recht gufet: Kalkmörtel, jedoch ſehr dünne, überzogem werden, wenn man-das Anſehen der vielem ungleichen und ungeſtalten Theile„. woraus: ſie zuſammen geſeßt ſind, verſtecken will, Frägt man aber nicht nach ſolchem- Anſe- ven: ſofann aller Bewurf wegbleiben, und“ es dürfen nur vie Zwiſchenräume der nach außen gefehrten irregulairen Steinſeiten mis: denſelben: dukc'guten-Mörtel- geebnet: wer“ den, damit ſich keine Feuchtigkeit zwiſchen den: küFen. deyſelben. in- das Innere der Mauer ſelbſt hinein ziehen könne,. Bey jauter. ungeſprengien, rohen“, natürlichetz! Feldſteinen iſt es um fo viel nöthiger, alle" äußerliche Berpußing-wegzulaſſen, weilſel- bige von ihnen nicht gut angezogen, und bald wieder- abſallend- gemacht wird,. Mauer, gemeinſchaftliche 2 bey' ölben verordnet: das Y, 4, 28; Ch.1. Tic, VIII. 6, 133 ff. folgendes: Da&>= Brenn oder Schmelzöfen und Feuerheerde“ können: ander gemeinſchaftli-' een, oder-dem'Nachbar gehörenden Scheis dewand ,. ohne deſſelven"Bewilligmig, niche angelegt! werden;- Dagegen“ iſt“ ein jeder! an: der“ gemeinſchaftlichen“ Mauer,» auch" ohne“ beſondere Rückfrage“ mit dem Nach- bar, Schornſteine- anzulegen, wohl'befug]s Eine gemeinſchaftliche- Mayex- famn- jedery“ Rachbar an ſeiney Seite bis zur Hälfte dey- Dice; un) AITAEHIETOOIKITTH Dm 85- - En Een ent nerd GE Ben bg SI GE dl temen in m ene NN er ar ar Yichten Cryſtallen an. Biele haben es zum Salperer gerech- net, und es daher Salpeterſchaum genannt, Die Verſuche aber zeigen, daß es alcaliſch iſt. Ks iſt zweyerley Mauerſalz, von Kalk und von Gypsarbeit,: Mautbeulen, Brandbeulen, eine Urt Beulen bey allerley Thieren, Bey Pferden ſind ſie am gewöhnlichſten, weil ſie ſich hinten an der Köthe ſeken, wo die Mauke ihren Siß hat, und hievon den Namen tragen. Es ſind aber Beulen dieſer Art auch bey dem Hornvieh und bey andern Hausthieren nicht ſelten 3; ſie ſind Knoten oder Geſchwülſte von verſchiedener Größe, welche geſchwind auch an undbe- ſtimmten Stellen entſtehen: an den Schen- feln, der Bruſt, dem Kopfe, dem Schlun- de, der Zunge, oft verſchiedene auf einmal an verſchiedenen Stellen des Körpers, oft und meiſtentheils nur eine allein; ſie ſind den Thieren ſehr ſ?< m-0ID BEREI ISST RN R SEE SS SEREN an Sl WaR HS aI Tre BEREI pane üm Mauſi. 485 dieſer Krankheit vor, und Heilt ſie von in- nen, indem man dem angegriffenen Pfer- de täglich ein bis zwey Hände voll Meer- rettig unter das Futter miſcht. Auf das Geſchwür an den Köthen legt man einen Umſchlag von Sauerteig, bis die Ge- Achwulſt und Härte im Gelenfe weg iſt, und das Geſchwür anfängt zu fließen. Als- dann wäſcht man es, um es auszutroc>nen, mit Kalfwaſſer, und verbindet es mit der ſo genannten Aegyptiſchen Salbe, Hiezu nimmt man nämlich 4 Loth fein geſtoßenen Spangrün, x Viertelpſund Eſſig, und 13 Foth Honig, und focht es in einem ſo gro- Hen irdenen Topfe, daß es beym Schäu- „men nicht Überlaufen kann, Andere neh- men Heringsmilch, zerreiben ſolche, und ſchmieren ſie in den Schaden ein. Maulbeerbaum und Mauülbeer- plantage, ſiehe zu Eude dieſes Theils, Maulwurf, ein kleines ſehr bekann- fes Thier, welches ſich beſtändig unter der Erde aufpält, und ſich von-Wurzeln, Wür- mern und allerhand ernähret. Die Maulwürfe Haven zwar ein ſchlechtes Geſicht, aber ein deſto feineres Gefühl, Und einen ſehr ſtarfen Geruch, Die Aus gen ſind überaus klein,-ohngefähr wie Hir« Fetörner, und unter den Haaren verſtektz daher dieſe Thiere ſonſt für blind gehalten wurden. Die Füße ſind ſehr furz, und von den Füßen der andern vierſößigen Thie- re ſehr verſchieden. Die Vorderſüße, wel« he ſeitwärts ſtehen, baben eine große Aehn«- dichfeit mit den Menſchenhänden, und ſind Überaus geſchi>t zum Graben. Da die Maulwürfe, wenn ſie überhand nehmen, in Gärten, Feldern und Wieſen großen Schaden anrichten 3 ſo iſt man von je ber darauf bedacht geweſen, ſie auf mancherley Weiſe zu vertilgen, und in manchen Ge- 296 genden "RE MET> güne ET iken, ſteckt: der Fän- ger fleine weiße.Stäbchen ganz-gematch und nicht feſt in-die von: ihm zugetretene Fahr- fein, darait, wenn das Thier daran rührt;: das Stäbchen. umfalte z. Kehet. dieſes der Fänger ſo läuft er hinzu, das Thier he vor zu bringen, und ſo oft ein Stäbchen fallt oder wackelt: ſo eilt der Fänger dahin, um ſeinen: Fang. zu: thun,- Andere ſtecken nur grüns Zweige in: dis Fahrten, baben einen ſchweren, an einem ſehr langen hösl= zernen: Stiele befeſtigten Hammer: in der Hand:., und ſchlagen: damit derb auf: den Ork zu, wo“ der: Maulwurf aufſtößt, da er denn ſogleich: todt: iſt. Ein ſolcher Ham» mer muß: unten ſo: breit ſeyn:,- daß die gane ze Broite der Fahrt: dainit getroffen wer den fann,. Noch. iſt: hiebey auf den: Wind zu achten., weil, wenn dieſer" auf das Thier zuwehst, ſelbiges. zurück geht, und ſich ſtile je halt. Wenn: ein: Maulwurf. aber ab: warts gehet,. und“ unter ſich in: die Erds wühlet, daß ex alſo' mit: der Hand nicht ex reicht werden. kann: ſo pflegt: der Fänger Woſſes. in das 5och zu gießen, und dep. Mautiw Raulivurf hiemit wieder in die Höhe zu bringen... Cinige Fänger haben eine mie“ vielen ſpannenlangen eiſernen: Stacheln verſehene, und an einem Stiel: befeſtigte Scheibe z. wenn nun ein Stäbchen umfällt, und man merket.. daß der Maulwurf wo vorhanden ſey: ſo ſtoßen ſie mir den Sta- Ferwerbel und.Erdkfrebs, ge- nannt. Dieſe Grylle pflegt ſich nicht leicht ährer Flügel zum Fliegen zu bedienen, Das Männchen macht mit„ſeinen:Oberflügeln - faſt eben den Laut, velchen man-bey-den Fleinern Feldgryllen-bemerkt, Die beyden Vorderfüße, welche dieſem JInſecte zum Ausgraben der Erde dienen, ſind ſehr breit, und"mit harten Spißken verſehen. Die hinterſten Füße übertreffen die übrigen an Laäang2,«und dienen der Grylle zum Sprin- gen 3 doch ſind ihre Sprünge, wegen des Fc) SEE SELIGE LE IMINENIED ICHAT EITTERIEGETEINEE meme nnen mme Wile Eee SE. ZEIT Cur HEER | J9pias | 927 |' jh E. 1,87| Rr re de M ad ER mehr ät H EE ÄN 0 52--m emen fä Wort Erle. AIDE Ümern u0um eu an ai Müden Zam 22 rern mmer 5 Kann„al; kai unt timiret I= 0 Wertio< ie Ainainatg ür 55 428 Maybl Menſchen und andern Hausthieren: nicht gefährlich iſt, vorlegen; oder den Kage da den Zugang verſiatten, wo ſie ſich. auf> zuhalten pflegen. Mayblume, Thallilie, Thal: fraut, Zaufen, Springguf, Con- vallaria L., iſt in unſern Wäldern ſehr häufig zu finden, verdient aber auch, als Blumenptlanze, auf ſchattige Rabatten, im: Wildnißanlagen u, ſ. w. aufgenommen zu werden, woſelbſt ſie mit ihrem ſon- derbaren Wuchſe, Blättern und unge- mein wohlriecßenden Blamen ein ſehy ver- zierendes Anſehen macht. DSorten: a) mit breiten, weiß und grün gefreiften Blättern 3; b) mit größern, weißen, aber im Boden röchlichen Blumen z. c) mit ganz rotven Blumen; d) mit gefüllten, weißen, auch aus Roſenfaybe und Weiß gemiſchten Blumen. Dieſe alle werden in den Gär- ten unterhaltenz die beyden leßtern abey werden vorzüglich geachtet, und auch von einigen Blumenliebhabern in Töpfen un- verhalten. Alle ſind dauerhaft, verlangen aber einen ſchattichten, loc>ern und-feuchten Boden, woriun die Wurzel ſchr wuchert, gabey auch deswegen die Stöcke nicht häufig blühen. Alle drey Jahre ſoll man die Wurzeln zur Herbſizeit verfeßen, fonſt werden dex Blumen wenigere, aud) klei» ner, erfolgen- Wenn man im Herbe ei- nige Wurzeln in Töpfe ſeßer, dieſe den Winter in einer Kammey aufoehält, und im Februar in die warme Stube, hinter die Fenſter, oder auf ven laulichten Ofen feßer, wird man ſchon zu Anfange des Märzes Blumen haben, Die Blumen haben einen ftarfen, aber fehr lieblichen Geruch, und das davon ab- gezogene Waſſer oder Geiſt ſind ſtärkende Mittel, die den Nerven angenehm, daher Maybi: auch bey Kopfſchmerzen, Lähmungen, Schwindel und Ohumachten dienlich ſind. Biebergeil in Wein geweichet, und dieſen über Mayblumen abgezogew, und dainit ven Rücken gewaſchen„ ſoll bey 28hmun» gen Mußen ſchaffen. Eſſig, in welchem ſviſche Mayblumen eingeweichet, giebt ein geachtetes Mittel zum Riechen, welches denen mit Mutterbeſchwerung Geplagten vorzüglich» angenehm, und in mancherley Krankheiten des Kopfes nüklich iſt. Das- Pulver von getrockneten Mayblumen als- Schnupftaback gebraucht, erreget Nieſer;, und führe? vielen Schleim ab. Man ver-- ordnet auch die getrockneten Blumen, zu einem halben Quentenden Stielem, groß, roth, angenehm riechend... Abart: mit gelben. Blumen. Beyde Arten. kommen in: jedem gemei- nen Bodem fort, lieben: jedoch eine. ſchatti-. ge feuchte Stelle, halten unter freyem Him» mel zwar aus, wollen jedoch einen beſchüß ten Stand haben; Dis Vermehrung. der Pflanzen: geſchiehet. im Herbſte durch Ab- ſenfer;. ſie treiben: auch viele Nebenſtäm» me, welche, wenn: ſie bewurzelt ſind', auf die ihnen: beſtimmten Stellen: gepflanzet werden... Folgende zwo Arten ſind bis jekt zwar" felten in den Gärten, verdienen aber doch, als ſchöne Pflanzen; auch- eine Stelle. Sie lieben eine feachte ſchattige Lage, und weit! ihr natürlicher Standort kalte bergichte Ge- genden ſind:: ſo muß-man ſie in:den Pflan zungen in eine ähnliche Lage, zwiſchen Bäu-“ me und Sträucher, pflanzen:- 3) Lappländiſche Azalea, A, Lap- ponica L. MAlumen: entſpringen zwi- ſchen den Blättern, auf kurzen: röthlichen' Stielen, lang, purparroth,. 4) Geſtreckte Azalea;& procum:-- dens 1. MAlumen; fieiſchfarbig, aus den: Winkeln der Blötter. Die Vermehrung: geſchiehet aus dem Saamen, nicht weni: ger ſehr bald in Menge durch abgeriſſene Zweige, wenn man ſolche im Frühjahre auf eine feuchte ſchattige Rabatte ſteckt. Mavyfäfer, Scarabacus Melo- Jontha L., ein der Geſtalt und: Größe" nach überall bekanntes Inſect.. Wenn" das Weibchen durch die Paarung, weiche ziem» lich lange dauert, befruchtet worden iſt: ſo bohret es ein och, ohngefähr eine Spanne [4 EEN Rm an 4m BITE EIn 2 EE€ aun Rednern Mayr 489 tief, in die Erde, kriecht hinein) leget ſeine Eyer nach einander hin„ und kömmt als-- dann wieder heraus;. worauf es nody einige Wochen lebe, und ſich von: Baumblättern“ nähret;. Die Eyer find hellgelb„ oßnge> fahr ſo groß wie die Hanfkörner ,- und ein wenig länglich-rund.. Die nach: einiger“ Zeit daraus kommenden: Würmer, welche in einigen Gegenden Engerlinge genannt werden, haben' einen pomeranzenfarbigen Kopf, einen weißgelben: Körper„ welcher. aus 12 Abſäßen beſtehe, und einen bläuli- ern ſtehen übrigens bis zu ihrer Be- hauung ſchöner,.als auf den gedüngten. Die Nähe des Düngers;an der Wurzel hae ſie in ihrer Kindheit zu ſo geilem Wachsthum gebracht. Allein nun findet die weiter um ſich greifende Wurzel„mit Mühe mehrere ihr nöthige Beſtandtheile, und die angehäufte Erde giebt ihr zwar Schatten und Stüße, aber wenig neue Mahrung. Miz der Hälfte des Jul, bat Mays der Türfiſche Weizen ſein volles Wachs- ehum, mit einer Höhe von 5 bis 7 Fuß, erreicht, Die männlichen Blüchen zeigen ſich an ſeinem Gipfel, und die weiblichen ſproſſen nie höher, als 2x Fuß von der Er- de aus dem Stamme;(je niedriger, deſto größre Hoffnung zu einem anſehnlichen „Kolben!) die Befruchtung fängt an z und 'Miemand wagt ſich in den Acker, aus Furcht, die Staubwege zu beſchädigen, „vder den männlichen Blüchen ihren Staub durch unzeitige Erſchütterung zu entlo>en, Der gemeine Mann weiß zwar die Urſache hievon nicht; weiß aber. doch ganz genau den Erfolg 3; nämlich daß alsdann die Kol- ben weniger Körner erhalten würden.“:Nur die Schweinemagd geht zuweilen hinein, brot die männlichen Blumen der Kürbiſe ſe, um der ſchon.angeſeßken Frucht ein „größeres Wachsthum zu verſchaffen, und frägt ſie zur Fütterung nach Hauſe. Miet Ende des Jul, und Anfange des Auguſts beſuchen die Mägde wiederum den Aer, zund da entgeht ihrer Nachforſchung feine zUnfruchtbare Staude z jede wird.abgeſchnit- ten, in kleine Stücke zerſchnitten und ver- füttert, Mit Ende des Auguſts, wenn die „Körner bereits eine Härte erlangt haben, Fängt man an, die Weizenſtauden, etwa 3 Fuß von der Erde,.abzugipfeln. Es iſt dieſes eine beträchtliche Aerndte 3 denn ſie Hiebt nicht nur.grünes Futter in Menge, ſondern das Vieh frißt auch dieſes Futter Hedörrt im Winter mit großer“Begierde. Nunmehr aber verliert der Aker mit ,ein- „mal ſein ſchönes grünes Anſehen, die Kol- iben, die nun der Sonne gänzlich.blos ge- ſtellt ſind, werden dürre. Mit dem Se- ptember werden„auch die eiſen“Bohnen aus den Furchen weggeräumt. Noch zu Ende des nämlichen Menaths, oder mit Anfange des folgenden, werden'bey 4ro«- nen Qechs- 7 Fuß, 7 jein (blichen der Er- ', deſiv nlichen n; und 7, us adigen, 1Etaub Wogen, Urſcht 3 gina die Kle en. Nu , Kürbiſ icht ein en, und ', Mi Auguſts | Affe, 19 fein eſchnit- 1d ver nn die hoben, etwa 3 Es iſt enn ſie Menge, Futter egierdt, nit ein je Kol os 9“ m Öf Bohnen lod zy er mit (mfr [1121] Gl wie Mudan>! 1a SIEDEN IP> S** ad rien Wetter fröhlichem Geſfange, bis auf 2 oder 3 SIE emen IDE. iE HN "Mays, bie Weizenkolben von den Seöcken abgebrochen, in Haufen gelegt, unter Dach gebracht» des Nachts unter "Il äl cer, entbläftert, immer 4 Kolven KE den noch übrigen Blättern zuſammen geknüpfe, und auf Stangen gehängt, Die abgeriſſe- nen Blätter werden heils zu einerm guten Winterfatter auf den Heuboden gebracht, Fheils(bequemer, ais anderes Stroh,) in Strohſäcke gefüllt. JAile dieſs Arbeiten Fönnen von Kitidern verrichtet werden, da ändeſſen: vie erwachſenen Leute mit der Rog- genſaat veſchäſftiget ſind, over die ſtehnge- bliebenen Türkiſchen Weizenſtöcke abhauen, ſie in Bündel binden, dieſe und die Kür- biſſe nacy Hauſe führen, und den Acer zum Winterweizen beſtellen. Fünf und zwanzig Kinder, ſagt ver Beſchreiber die» fer Cultux, Haben mir vor 3 Jahren 4 Ta- gebaue Türkiſchen Weizen in anderthalb Tagen ausgebrochen, und daſür 2. Gulden 80 Kreuzer Arbeitslohn bekommen. Eben Derſelbe Acer, ſchreibt nur gedachter Verf, Ferner, war im Jahre zuvor mit Winter- weizen beſteilet, ſechszehn Taglöhner ſchnit- ten ihn in 2 Tagen, uud verdienten 5 Fl. 20 Kr. Nunmehr werden die Bündel auf einem Blo> in kleinere Stüe zerhät, dem Siehe untergeſtreut, oder, wo kein Mag- gel an Streu iſt, in die Miſipfüße geweor- Fen,(W39 das Holz theuer iſt, da können dieſe Stengel ſehr gut zur Feuerung auf dem Heerde. und. in Dem Dſen angewendet werden.) Zum Dreſchen if iſt vba der Türkis» ſche Weizen noch immer nicht reif genug, ſondern dieſe Arbeit wird erſt im folgenden Frühjahre, oder wohl gar erſt im darauf folgenden Herbſte, vorgenommen. Sechs Dreſcher, die ſonſt kaum 9=- 10 Deſtex- veichiſche Meten(oder Contner) Korn, und . Gef, Regllexicon 111, Theil. Fiſchen Weizens aus, “Kolbvenholz, und mit dieſen manche zepte ſch! agene Körner,. Preis gegeben3 die zum Saamen.bo ſiimm- Fen Kolben hingegen werden mit der Hond „abgeſtreiftz man muß aber genau darauf Sehen,„ob die einwärts gefehrte Seite der „Körner feine kleine ſchwarze Puncte over ait metin ER R Kö pd Ze de ad AT LER nini I a Mays* 493 noh weniger Winkerweizen, au einem Tqs ge„ausdreſchen, dreſchen 45 Meßen Tür« Das zerfenlagene werden dem Federviehe Sterne habes denn ſolche Körner ſind zur Fortpflanzung unkauglich. Wenn man Türkiſchen Weizen, der noch nicht ein volles Jahr hängt, nach. ver Müh- (e ſchien wiſt: ſos muß man ihn im Oſen dörren,"Von einem Sace, der 2 Meßen hält, und ven man in die Mühle giebt, be- Fömmt man, nach 2 Abzuge des rbten Theils, welchep. der Müller wegnimmt, noch den Tamhen„SaE ganz voll mit Mehle zus rück, und noch überdieß ein Paar Meßken -Kleyen. ſolcher Sack die Hälfte Mehl, ein* Gries, und etwas Weniges an Kleyen, Zu Gries gemahlen, giebt ein Wiertel Aus dieſer Beſchreibung der Mayscul- fur in Steyermarf kann man nun erfehen, daß ſelbige allerdings ſchr einträglich, und DE Zändern gar wohl zu empfeh! en ſey, 8 hat uns aber Juſis die Ma i5pflanze noch wegen eines andern Nußens anrüh- men wollen. Er behauptet, 20 ſie die einzige Pflanze ſey, woraus die Deutſchen Zucker machen können. Die noß. g 6 Stengel enthalten, ehe ſie A En ir nen, zwiſchen.den Knoten ein hr„füfe Weſer, welches dem Safte“:"Bie xohrs gleich kömmt. Es iſt aber hierzu nur der Mays in moraſtigen, feuchken und fetten Feldern dienlich, als woſeibſt ſolchet wenig oder gar feine Aehren gewinnt, ſon» dern nur ſtark in Stengel und Blätter aufe ſchießt, indem unter dieſen Umſtänden viel RKrx mehr 8 go Eee RlÖeBÜBÜOO de admdmJÜJßqJOe Reen Be SSS CN" AEN WOS ES ESSENS INS ENE 494 May mehr Safe zwiſchen“ den' Krieden" gefunden: wird... Die: auſ den“ AeFern überflüßigen! und) auszureißenden-Pflanzen- könnten ſich" zu ſolc)em. Gebrauche wohl-anwenden- laſ- 'ſen. Maywurm:. Es giebt, nach! dem? kinnäus,. 2" Arten» die aber, weil ſie bloß“ in Anſehung der Größe und der Farbe von „einander. unterſchieden. ſind, auch ſich mit: einander begatten". von; Andern nur. für KE][4 eineeinzige Art gehalten werden; Die erſte Art:- Meloe Pioſcarabaeus L.,. wird von Müliern der-Zwitterfäfer genannt,. WBS ſie“ nur halb. nämlich) in Anſehung des Bruchzſt je ven Kaufen: gleicht, in: Anſehung des» Hinterleibs aber zm mit: einem. Wurme- überein fömmt;- Der Kopf. ſieht faſt. wie ein Fliegenkopf aus, und. iſt: mit zwey Füßlhörnern: beſekßt,. welche- aus. 3:2: Gelenfen beſehen: Die Fi ügeldecfen: find-weich. faſs: wie. Corduan' ſchwarz: pun- ctirt,. und ſd furz daß. ſie kaum die Hälf- te.des Leibes bedeen“;. daher dieſes: Inſect zum Fliegen ganz. ungeſchicft: iſt.. Die Farbe dieſcs-Maywurms,-. ver 1-= 1 Z.- kang,. und“ ohngefähr: 2 dicke“ iſt, fail: gemeiniglich' in3- Violertſchwarze 3. Kopf, Füße und Unterleib aber ſind. mehr TEM). als vivlettfarbig.- Der andere Maywurm::;: Metove Majalis: L.,. gleicht dem“ vorigen: größtentheils„. ijt etwas kleiner, und hat einen goldfarbigen; mit. Grün und: Roth vermiſchten, Körper, Beyde Arten: findet.man-hin'und wieder in: Deutſchland", ſo wie auch in vielen! andern: ändern, und zwar am häufigſten; wie ſchon: aus dem. Namen: erhellet, im May;. auf. lehmichten Feidern und-Wieſen;, wo- ſie ſich? von Gras und Kräutern yähren; Sie hjaben: beydeeinen ſehr fettigen Körper, welcher.nach! Violen. riecht:- Dey der mindeſten Berühß- Meerk rung'geben ſie'aus den-Gelenken: der- Füße, und: aus anderw Theilen ihres: Körpers, ei- nen'dien, gelben und. flebrichten. Soft von: ſich, welcher: die“ Finger: farbt", und noch ſtärker. nach-Violen riecht, als der. Körper, Wenn ſie ſich begattet. haben, kriechen die Weibchen ohngefähr einen Zoll tief in die Erde, unſich ihrer Eyer-an-einem: ſichern Ortes zu“ entledigen,- Hierauf: kommen ſie wieder hervor, und leben noch einige."Wo- en, worauf ſie die unteritrdiſchen- Wohnungen zu. verlaſ- ſen:pflegen;- Wider: den: Biß der: tollen: Hunde wird aus: dieſen. Würmern; die hiezu im May bey trockner, warmer. Witterung eingeſams- melt:werden, eine Arzney: bereitet... Man ſchneidet ihnen den Kepf.ab, und lege den Körper in Honig. Sie werden zum Ges brauch. flein zerſchnitten und zu einem Tei- ge gerieben. Es wird aber auch von den in: Honig. erſäuften, und klein geſtoßenen Maykaſern,, wenn ſie 7 Tage nach einan» der“ dem Kranken eingegeben worden, ein gleicher Nußen behauptet. S. Tolliheit der Hunde, Meerkate, Unter dieſem allgemeiz nen: Namen verſteht man alle lang ge- ſchwänzte Affen, die meiſtens Kaßenſch wän- ze haben, ob ſie gleich ſonſt den Kaßen we» nig: gleichen.. Man neant ſie aber ohne Zweiſel deswegen Meerfagen, weil ſie aus andern Welttheilen über das Meer zu uns Juße, 3, el: ſt von: noch "pe, h.die n.die hen en ſie ; Wer at zu Neg jechen, rechen, enam Git de zu, ſtim uf ſe verlaſs wird Moy eſam Man : den Ol ) Tel n den ße nen (nan |, eit Ihelt omi: vw vor vp hne Iſe “jw yy, SEIEN SEIN PP venen „gebrauch in.unſern Gärten gezogen. ſes Ffann:durch die-2Wurzel auf verſchiedene "Weiſe. geſchehen. Tinige pflegen die Wur- zel.in StüFe, von-5 Z. Länge zu zerſchnei- -den,„und-dieſe.nach der.Gartenſchnur 4F- Meerret uns gebracht'werden, Diejenigen Aſſen, die ſich von erſtern vurch ihren kurzen "Schwanz unterſcheiden,„pflegt man 2Da- viane zu nennen, ' Meerrettig, Kreen,:raphanus ruſticanus, Cochleariaarmoracial,, wird„bey uns wildwachſend auf feuchten Pläßen gefunden, aber.auch- zum Küchen- Die- eit in die Erde zu ſtecken. Andere, und „die:meiſten, ſchneiden im Frühjahre von "den alten Wurzeln die kleinen-Nebenzwei- -ge, oder ſo genannte Faſelwurzeln ab,-thei- .4en dieſe.in: ingerslange Stücfe,.und.legen ſolche ſchief, 1 F.-weit aus-einander in das . gedüngte und gegrävene.2Zand. Man-ſoll die dünnen Wurzeln od. abgeſchnittenen Kxonen „nicht ſenfrecht in.die„Erde legenz:denn:da ſie viele Nebenwurzeln.auswerfen: ſo bleibt „die Hauptwurzel allemal ſchwach ,:und.mon *befömmt Feine rechte. Stangen, Es geht ſolche auch 3== 4 F. tief in die Erde, und «ſt ſchwer auszugraben."Cs iſt.daber beſ ſer, ſolche-gerade in die Queere zu logen, Im Sommer und Herbſt wird das Un- Fraut ausgejätet, und, um.das Wachsthum zu befördern,-gegen den Winter das Land „mit Furzem Miſte bede>et.-Wer ſtarke Wurzeln.verlangt,"(äßt das„Beet 2 Jahre Über liegen, ehe. er ſie zum Gebrauthe her» aus nimmtz daher man jährlich ein-neues Beet anlegen ſoll, um nicht Mangel dar- -an zu leiden. Reichhartempfiehlt eine an- dere Art.: Man ſchneider von den-färkſten Wurzeln:oben die Kronen,.2 Z. lang„ab, und leget dieſe im ſpäten Herbſte oder Früh- jahre, 4 F. weit und 2 F, tief, in.die Erde, ui MES fie me ili ee ER wi Wrbi 5% IREEN:* 79%<-IE REIT G cn 495 :Ha denn ſolche im'Jun.;oder Jul. in größe „Büſche und Blätter hervor wochſen, Im «andern Jahre müſſen die Wurzeln los ge» «Hraben werden,.doch ſo,"daß ſie unten in :der Erde ttehen bleiben; an jedem Stofe läßt man 3--.4 Wurzeln ſtehen, die übri« .Sen ſchneidet man.weg,„und ſo oft hernach -.das Aufgraben. geſchiehet,'nimmt.man- alles „mal 2-3 Wurzeln zum Gebrauche hin- „weg. Dieſe Pflanzungsark iſt ſehr nuß- „bar, zumal die Krone ohnedem abgeſchnit- fen wird,.wenn man. die Wurzel zum Win« „tergebrauche„verwahren will. Unterläßt man dieſes: ſo.wird die Wurzel zeitig kei „men oder auswachſen; und dadurch ihres guten Geſchmacks beraubt;„daher.man auch die Wurzel lieber in Gruben auf freyem Felde, als.im Keller, verwahren „muß, indem ſelccericht und ungleich. Man findet, daß er tief untey dem Waſſer die Baume wurzela, Holz und Schneckenſchalen über- zieht, auch Inſectenlarven und kleine Stei-- ne in ſich nimmt. An den Wurzeln der Cilern und an halb verfaulten Brücken« pfählen finder man anfangs unförmliche Kluimpen', die fich nach und nach in die gewöhnliche Geſtalt verändern, Zwiſchen dem feinen Gewebe ſißt ein weißer Schleinz, von weichem deſſen Fiſchgeruch herrühret, Diejer wind in Rußland von den gemeinen Weibsperſonen, unter dem Namen Bad- Jaga» gefammett, getrocknet, und zum Retoen des Veſichts, Statt einer Schimin- te, gebraut-ſind..- Ihr völliges Wachsthum voll: enden ſie ohngefähr nach 8.=- 9 Motathen.- Die Weibchen find nur 3 Menathe träch»- tig, und werfen das erſemal:4=- 55 das“ und De F= 10*' H(Su 720045; Junge auf einmal, welche: ſie nur: 2-== 3- SBochen läugen. Die Männchen kämpfen ſcharf mit einander, und: bringen aud) oft“ einander: umz wenn es daraf: anfömmt,- Gir; nn Ihren Begattungstrieb zu befriedigen. 3 niandcen. Häuſern werden dieſ? Thiere in Stuben und Kammern unterhalten, um Ratten und Mäuſe durch ihre Witterung zu verſcheuchen. Wenn man ſie ein Pa ar Sage im Salze liegen laſſen, her* 0 AE er ſpicdten',. fein“ ſaſtig: abbroten, 01(jeden, H mit einor-ſcharf:gewürzten Brühe Dilfrägens ſonſt itibr Fleiſch etwas Ii und eTboſt zu einjeßen»" BE“€ RR SIRISIA WRE AT KRENN, Fn Rl-“- I TAT ann SEESEN I ZIE ARSEN Ee ee GORDO BROS A ILAKES Z F 5 K nere re RE nan-en Häuten einen ſchleimigen bittern Saft enthäls Blätter: kang„ ſchmal, ſpiß» zulaufend, diE, faſtig, HEblich, glänzend grün/ bleiben beit ganzen Winter, ſierben aber iin Frühjahre, wenn ſich der Blu- menſchaft- hervor hebt, ab. Zliumen« ſchaft: aufrecht, grün, rund, 2.=- 3 F. ho- und Schlagſlüſſen, wenn,man in dieſen Fällen durch erregtes Erbrechen ſchleunige Hülfe leiſten will, Man muß aber niemals mehr als 3=- 4 Gran nehmen,.weil.man wahrgenommen, daß Kranke, welche die Meerzwiebel noch nie gebrauche, und gleichſam noch nicht daran gewöhnet geweſen,„von 3*Granen Beängſtigung, Uebelkeiten und: Erbrethen befommen, ob ſie gleich nachher, bey an- haltendem Gebrauche, zwey= und dreymal ſo viel vertragen können, Man Fann-das Pulver mit Salpeter,»«Sthwalbenwurz, Weinſteinrahm und-andern ſchicklichen Mitteln verſeßen. Zur Beförderung“des Urins hat Stahl vorzüglich d die Schwalben- wurzel empfohlen 3 Andern aber iſt doch der Weinſteinrahm vorzüglich nüßlic) geweſen. Das mit Waſſer bereitete Extract kann am beſten„mit.Pomeranzenwaſſer-aufgelöſet, und dieſes tropfenweiſe, nach Verhältniß ver Stärke, weniger oder häufiger verord- nef Werden: Der Meerzwiebelſaft wird, mit Honig verſeßet, zum Gurgeln ge- braucht, und dieſer Meerzwiebelſaft, Oxy- mel ſquilliticum, fann für ſich, oder auch mit andern Syrupen, oder ,mit abgezoge- nen Wäſſern vermiſcht und angenehmer ge: :Meerzw „machf werden.„Hiervon Fann man nicht leicht zu viel nehmen; dem„ohngeachtet muß doch auf.das Aiter„und andere-Um- Ffiände Rückſicht genommen werden. Beym IS und Serecſluſſe der Kinder iſt die ſev“ Saft ein herrliches Mittel, Da..die „Meerzwicevel bey langwierigen Krankbei- ken, ſonderlich bey.der Waſſerſuchr,. anhal: fend gebrauchet werden muß, wenn die-ge- wünjchte Würkung. erfolgen ſoll? ſo-iſt da- bey wohl.in Erwägung zu ziehen, ab da- „durch die Bruft ſeiden möchte. Deswes „gen wird au) der erfahrne Arzt den Zun- genſücti igen nicht leicht dieſes Mixtel vex- :ordnen, ob gleich der Auswurf;dadurch.er- leichtert werden fann. Wogel empfiehlt die Meerzwiebel in'Oel gekocht,-oder mit zerlaſſenem Harze vermiſcht, wider„die „Warzen und Hühneraugen. 2) Schuppichre XTTeerzwiebel, Li- Tien-Syacinthe,, S. Lilio Hyaciathus L. Varterl,: Spayien,:die“Pyrenäen, Wurzel„: iſt nach Art der Lilien,„aus Schuppen zuſarmmengeſeßt,„auch ſind'die „Wurzelblätter den Lilienblättern“ähnlich. Sreng: 185:„niedrig,:nacfend, einfach, „endigt ſich mit einer furzen,„mehrentheils Linſeitigen Blumenähre. Blumen: blaue, weiße, auch röthliche.'Man kann „die Wurzel im:freyen Lande unterhalten; 4 ohngefähe alle 3 Jahre im Jul. ausneh- „men,„bis Michaelis außer„der Erde auf« behalten,.und Fodann wieder auf die Ra» 'batten verſesen. Die WBlüche erfolgt im 'Frühjahre,-und die."Vermehrung.geſchiehet „durch die Bruch. 3) Jralieniſche'DIeerzwiebel,:S. Italica 4. VDarerl,: iſt unbefannt. ZIE 'bel: häutig,„aus einem Feſten Weſen be- ſtehend. Blätter: nach Verhältniß der Fänge ziemlieh breit. Strentel: 1 F. hoch, oberwärts mitt vielen, 29== 30 blaße- blauen iR blal weld gaffo! dieſe: werde 4) Peruv zel us 1 lange Blät nacher tet; 6 ſhön, Hero Wint ſienid den: ſi Kothe ſen ker größer mer:| May, mit ret ſid nicht-l; den, 1 zelfaſe 5 ciIncy ſtantin land, Nee, lätt enſir breit, auf den 718 der I die ſtär verhält ſondert 4 Nicht echt eU Bey (ſE dies da de Meh „onhal- die 46 iſt dar 4 da: Debes En Zune tel ve: ura mpfiht der mit der„die eL cliathus enden 1, aus ſmd:die hnlich, infa, neh jm m kann alten; Sn: de aufs jeRt [gt iim wit |/ 9 Zwi ſen bt“ iß der ][0 blaß! (auen md darnmetger eme 97-106 Meerzw blauen oder“ aſchfarbigen' Blumen“ beſekt,- welche“unter" ſic) einen furzeit,. dicken„, ke-“ gslförmigen Strauß bilden,;- Es fann' dieſe-Art wie“ die vorher gehende behandelt: werden. 4) Perüvianiſche Deer zwiebel, 8: PeruvianaL. Waterl.: Portügal. Wur-' zel; groß, fäſt längiich, dichte, braun, aus ihrer hervor ragenden Grundfläche viele lange'und die Zaſern- treibende: Zwiebel, Blätter: wenige, ſelten über 5- Stück, nachenförmig, auf dem Boden ausgebyreis fet, 6.--8 3. lang ,. gehen"ſpiß' zu, ſehr“ entſprinzen iin und würden im“ ſeyön„. leuchtend» geün,. Herbite aus- der- Zwiebel, Winter ein beſſeres Anſchen häben ,. wenn ſie nicht“ an dem Boden lägen; ſö abet wer=" - den: fie bey heftigem Regen ſehr ofi' mit“ Kothe beſprigt.- May.- mit-weißen Blumeg.- nicht-lange außer-dee'Erde aufbehalten wer» ven, weil ſie immer: etwas-Laub' und Wur- zelfaſern behalt.“ 5) Sterimneerzwiebe!, Stern-er und Wieſen. Wurzel: frie- hend, faſeriht, braun, VWStengel: rund, ſchwach, 2 F. hoch, zart, mit furzen, an ven Gelenken paarweiſe ſtehenden, Blu- men fragenden Zweigen. MPDlärter?: ziero lich, Frichförmig, ſchmal, gefurcht,.den Stengel an jevem Gelenfe gewöhnlich je acht und acht ſternförmig umgebend, Ditto. men: in langen Sträußen, auf den En- den der Zweige und Stengel, ſchön gelb, im May, Jutt. und Jul., und oft aufs neue im Herbſte- Kraut und Wurzeln hqs ben eine zuſammen ziehende und ſäuerliche Eigenſchaft, und wegen der leßten verdie- net die Pflanze den Namen Labkraut, wie denn auch die Bauern in manchen Ge- genden ſolche in die Milch legen, damit ſie davon gerinne und zuſammen laufe. Mit der im Frühlinge oder Herbſte geſammele- ten, wohl getrocneten, zerſtoßenen, und mit dünnem Biere gekochten Wurzel wird das wollene Garn roth gefärbt, zumal wenn vas Garn zuvor ſchon gelb gefärbt worden. In Canada pflegen die Weibsperſonen ihre Kleider damit roth zu färben; ſie ſoll auch die Knochen der Thiere, die damit gefüt- tert werden, roth färben. Mit den Blu- men fann man gelb färben, wenn die Wolle zuver zuv Zu det vie! Mit vent; eſſe wird ſoſſe! 8) gert Auch prſten Moll hen richt: 35. ſteher liegen den€ ſtrich ſchr a denE ge, i Jun, Sem hat ei Vieh hung Art 1 die K als di undd, 3) gerft 6. ſy ebi Die g angela ſteif,| Oelen] Oelen ( t Gt ouiſhen davon 2(affe giaften Me kraut, Ww ald: Fragt, CG. yb um die Randen el; frie: ene; € Furzen, ei, Bli eU Zihl ht, den hnlich je d, Dliv- den Eis ön geh oft auf zeln zuerliche 1 verdſe Ofranh cen Ot- amt ft , Mt ſammele nm, und 4 wid al went worden: nenihre 0 auß je geſät: en Bye je Wol! zus Megert zuvor mit Alaun gefocht worden.* Anton Juſſieu hat die nicht unangenehm niechen- det Blumenſträußer denjenigen empfohlen, vie mit Murterbeſchwerungen geplagt ſind. Mit dem Kraute abgefochte Bäder ſollen den Kindern, welche die ſo genannten Mit- eſer haben, nüßklich ſeyn. Die Pfanze wird vom Rindviehe gefreſſen; Pferde aber laſſen ſie unberührt. 2) Achxtblätterichtes weißes Me- gerkraut mit geflügelten Stengeln, Auch dieſes wird öfters mit denen bey der erſten Art angemerkften Namen belegt, G. Mollugo L., haf mit der vorigen Art glei- Hen Geburtgort, und gleichfalls eine faſe- richte, ausdauernde Wurzel, Srentzel: 3F- hoh, dünn, welf, mit paarweiſe ſtehenden, abſtehenden, auf deim Boden legenden Zweigen, Flätter: je acht an den Seiten der Stengel ſtehend, eyrund- ſtrichförmig, glatt, glänzend, ſteifgeſpißt, ſehr ausgebreitet ſtehend. ZDiumen: auf den Enden des Hauptſtengels und der Zwei- ge, in Sträußen,- weiß, im May und Jun., und oft noch den größten Theil des Sommers hindur<, Die ganze Pflanze haf einen angenehmen Geruch, wird vom Viele gern gefreſſen, und ſoll, in Anſe- hunz ihrer Eigenſchaften, mit der erſten Art überein kommen, Die Wurzel färbet die Knochen wirklich roth, und faſt röther, als die Färberrötde; ſie iſt aber ſehr klein, und daher-nicht füglich zu gebrauchen, 3) Achtblätterichtes weißes Me- gerfraut mit rundlichen Scenteln, G. ſylvaticum L., wächſt in waldichten Gebirgen, und blühet im Jun. und Jul, Die ganze Pflanze iſt gleichſam blaulicht angelaufen.&Strentgel: glatt, rundlich, ſteiy, in viele: Aeſte getheilet, und an den Gelenken ſtark aufgeſchwollen. Um jedes Gelenke ſtehen auch 8 lanzettförmige Blät- " Wet, Regllexicon 11, Ehbeil, Megerk Sor ter, welenförmig, und hängen, ehe ſie aufblühen, unterwäarts-. Die Wurzel fär« Bet ſchön roch. Die Pflanze ſoll öfters in "den Apothefen für den wahren Wald- meiſter, Alperula odorata, verfauft wet .den, 4) Sechsblätterichtes Metter« Frautmnt glatter Srucht, G.ſpurium 1L., wächſt in Deutſchland an ungebaueten Orten, iſt aber ſeltner anzutreffen; hat viele Aehnlichkeit mit dem Klebfraute, iſt aber viel kleiner und niedriger. Stengel: ſchwach„meiſtens auf der Erde hingeſtret, an den Een eingeferbt,.und in viele Zweige vertheiit. Blätter: endigen ſich mit einem zarten, weißlichen Stachel. Zlumen: gelblich, im May, 5) Sechs- und vierblätterichtes Ütegerfraut, Särberlabkraut, G.tia- Korium L. Daterl.: Amerifa, Steys- gel: ſchwach, biegſam, Zlärrter: ſchmal, faſt gleich breit, und altemal ſechſe um den Stengel wirtelförmig; an den Zweigen aber machen nur vier':Blätter einen Wir- tel aus. Zlumen: gemeiniglich 3 auf einem Stiele, Die Amerikaner färben mir der Wurzel roth auf die ſchönſte und be- ſtändigſte Weiſe. 6) Vierblärterichtes t'letterFraut, G. paluſtre L., wächſt in ſumpfichten Ges genden, auc in fleinen lehmichten Bächen. Stengel: dünn, glatt, weitſchweifig, zahlreiche paarweiſe gegeneinander über ſte= hende Seitenzweige treibend, und ohne Une- ferſtüßung darnieder liegend, Blätter: umgekehrt eyrund, ungleichförmig, glatt, den Stengel an den Gelenken je vier und vier umgebend. Blumen: auf den En« den und an den Seiten der Zweige, in Ss88s großer ANIREE HENN FAT AEI 2 S0. DE Fe2„Megerf „großer Menge, klein, weiß, faſt iw alkew Monathen: blühend, Rauche Früchte haben? 7) Glattes, vierblärrerichres De- Ferkraur, glatte Wieſenröthe, nord» liches Labkraut, G. boreale L., auf erhabenen Hügeln vnd hohen Wieſen, auch: im Sandboden, TVurzel: lang, ſchwarz- roth, ausdauernd. EStrentel? beynahe aufrecht, glett, eicht, ſehr wenig ättig, etwa 2 F. hoch.- Dlärrer: lanzettförmig, ſpiß„:dreyrippig, glatt, umgeben die Sten- gel an. den Gelenken je“ vier und vier. lumen: in Quirlen rings um die Sten- gel, und auf den Enden der Zweige in klei- nen-Büſchelw, weiß z: am: Jur und Jul. und: im ganzen Semmer.- ESaanmen- ' Fern: berjiig, fömmt einex nach dem an» dern zur Reife. Man kann dieſe leicht int Garten unterhalten, nur vevlangt ſie einem twoc>nen: Boden: Die Blumen: riechen niche unangenehm, Die Wurzel dienet 27 Färben;. ſie wird im Frühjahre oder Herbite ausgegraben, gereinigt, getro- net, geſtoßen, oder auf der Handmühle gemahlen, und mit Mehl von: Malz ver- miſchet, an Satt des Malzmehls kann: man auch: dünnes Biex damit vermiſchen. Das Garn,, welches man färben will, wird ſchichtweiſe geleget, und das Mehl zwi- ſchen jede Schicht. geſtreuet, Waſſer dap- auf gegoſten, mit einander gefocht, nadh= Der das Garn heraug genommen: und aus- gewoöſchenz3 wolleite Zeuge ſchicken ſich hier» zu am beſten; die einwand will dieſe Far= ve nicht angreifen. Tſt dep Zeug: zuvor gelb gefärbt? ſo wird die rothe Farbe deſto ſchöner und dauerhafter feht. Da aber die Warzel faſericht und zart iſt: ſs wird deren Einſammlung mühſam ſeyn; es wä» xe denn, daß man die Pflanzen zur Färbe- Mehl vey eigenös anpflanzen wollte, wie ſie denn auch friſch und getrocknet ein eweffläches FUt- ter für das Bieh iſt, und ſic) durch die frieczende Wurzel ungemein ſtark vermeh- vet... Man: will daher", dieſes doppelten „Nußens wegen, die Landwirthe auf den An» vau der Pflanze hiemit aufmerkſam gemacht Haben. g) Scharfes vierblätrerichtes We gerfraut, G. rotundifolium L. DVa- rerl,;. Steyermark, die Schweiz. PPure- zel; ausdauernd. Srengel: kaum 1 5. hoh", ſchwach. Die lekßten zarten Stiele tragen gemeiniglicd) 3 weiße Blümchen. Die Früchte ſad mit weißen Haaren be- ſekt. 9 Scharfes ſechsblätterichtes Üegerfraut, G. Pariſienſet. Dazterl.: England, Franfrei). Eine niedrige Pflanze. Wurzel; jährig. Stentel: in viele Zweige ausgebreite;„Blumen: 2.3 auf naxfenden Stielen zuſammen ſtehend„ klein, gelb. Abart: mit Vani purpurrothen Blumen, Einige dieſer 3; Pfle 13 erheben ſich zu dem: Range der Verzie rungspflanzen, und ſie würden, wenn ſte weniger: allgemein wären, gewis für ſehr ſchön: geachtet wer» den. Denn: was kann man. ſchöneres ſes hen, wie z. B. das Galium verum mit ſei» ner ſchwelgeriſch reichen Blüche, und in ſeiney goldnen Pracht, worinn es, wenn es im voller Biüche ſteht, gleichſam glu: het» MRehl, das aus ven Getreidekörnern in der Mühle zwiſchen dem Müblſteine ge- riebene, und von den Kleyen durch den Beutob abgeſsnderte übrige zarte Pulver. Hiemit wird iw der 00 alſo verfahren Wenn die 7) Tühlſteine gehörig geſchärfet ſind, und ver Läufer(fl. dieſen) ſeine Ober- und un eln der vo! gen zen die. ſers die ze „weg (1 des yon geb; den drin 05. fäng bſi: dein den zerſ him! ſien, tro vaſſe Ve ird deſto hich! Vir tel€ ding tl, Meh Aufi feines jede grob; ten, dem' ie Deny es Fut ir<.die e'mehe ppelten: en Ans emacht um 1F, n Stiele [men WIN erichtig Vater, - nithrigt nd; NN ſam it Vunfols "ſd M jen, und algemein fer We nere miei 5, wenn jam gil: eforne) Jene dt ur ven Pult tfahten" ſhaft! Obi NN 8 BI denen Mehl und Unterlehre(ſ. beyde) har: ſo werden einige Scheffel Getreide in den Rumpf der Muhle geſchüttet. Das Getreide wird von dem Schuh unter dem Rumpf getra- gen, und fällt, wenn dieſer von. dem War- zenringe(ſ. dieſen) geſchürtelt wird, in die runde Deffwung in der Mitte des Läu- fers, Dieſer treibt.das Getreide zwiſchen die veyden Steine, es wird von demſelben zerrieben, und von der kreis örmigen Be- >. wegung des Läufers in den hölzernen Lauf - dieſen) getbieben, Hier Fällt es durch das Mchlloch in den Beutel, und wird von dem geſchüttelten Beutel geſichtet oder gebeutelt.- Das Mehl Fällt. nämtich durch den Beutel durch, was aber nicht durch= dringen kann, Jäuft in den DorFajten, es wäre.denn,.daß„der Läufer gleich.an- fänglich nur wenig. von dem Bodexſteine abſiehe. Bey dem erſten Aufſchürten dringt insgemein nur wenig Mehl durch den Beutel darch, und das Mehreſte ſinkt zerſchrotet in den Vorfaſten. Das Schrot nimmt man von neuem aus dem Vorfa- ſten, und ſchürtet es in den Rumpf, Bey frofnem Getreide muß dieſes ſechs- bey gaſſem wohl achtmal wiederholet werden, Je öfter aber das Schrot aufgeſchüttet wird, deſto mehr wird es zermalmet, und deſto mehr Mehl giebt es, bis endlich nichts übrig bleibt, als die Hülſen.(Kleyen.) Wird das'Getreide mit einem groben Beu- tel geſichtet, und oft aufgeſchüttet: ſo dringt die meiſte Kleye mit durch den Beu- tel, und man erhält viel, aber grobes Mehl, und umgekehrt. Bey dem erſten Aufſchütten giebt es nun zwar wenig, aber feines Mehl, nach und nac- nen ſeymachtet er. Die Saamentkerne tie- gen etwas lange, ehe ſie auffeimen. Das Holz diener zu allen Arbeiten, zu weichen ein zähes und 6 Holz erfordert wird, und jonderlich zu Zähnen an die Mühlrä- der u Schweden werden die Beeren gegeſſen, wenn ſie der öroſt ein wenig ge- troffen hat. Sie geben auch dur die Gäahrung einen guten Branntvein. Es ſchicker ſich dieſer Baum recht gut zu Al- leen, die n7an nicht zu hod) und zu 00 ziehen will, Miller und dy Rot untert, und wurden ehedem in ven Apotheken als eine Arzney wider den Durchfall gebraucht, Man hat vorgeben wollen, dieſes Baum ſey derjenige Buſch Ss5 3 gewes -= ERL an m SÄEN- Enn winend werden ſolite, Wenigſiens muß das Mehl, wenn der Kaſten groß iſt, und ex nicht oft, beſonders imm Sommer, ausgelee»- ref wird, zuvor, ehe es eingeſchüttet wird, auf dem Boden“wohl getrocnet werden, Die Conſerpation des Mehls(ſ. dieſes) wird am beſten durch deſſen Aufbewahrung in Sucfen..ekpeiche,, Melhtkagen,"ein auf 4 Füßen vor dem Dlüblentgerüſte(f. dieſes) ſtehender Kaſten, Er pflege-6 F. lang und 4 F, breit zu ſeyn: Die Höhe hängt von dem jedesmaligen Raume ab, Die Oeffnung anf weiße hauf vs G meine baue! v0nen Men Bü 1977 n de wäh. ami ina: zus Git hen, das uſe: he das de lw vird, den, wird 9 jn | vet nd“ 49 dei umg au Mehblk auf beyden langen! Seiten", die dabey' ange» bracht iſt, wird mit Tüchern verſchloſſen,- vnd aus' dieſer Deſfinung: minmr man das Mehl. aus vem Kaſten, Worne,- kurz über dem Boden. iſt eine rutide Deffnung, vor welcher der: vierkantige Vorfaſtei ſtehe Aus. dieſer“ runden Deffnung: läuſt alles), was nicht durch“ den Beutel fällt, in ven' Borkaſten;- Mehlkaſcenloch, ein Loch im Beut telfaſten',- damit'man das Mehl herausneh- men- konn: Mehlwinde.- Faſt alle Bäcker in großen: Städten haben auf dem-Voden iß- rer Hauſer eins Winde, womit: ſie das' Mehl, auch Tas Korn, von: den Fuhren" bis zus Luke: des: Bodens? hinauf winden; Die Winde beſteht. aus einer Kaße ,. ſd ein: hölzerner Schnabel,- der“ zur Bodenlücke EEE miteinem Kloben und Strick. iſt, an welchem lektern der Mehlſac- beſe- ſtigerz und mittelſt einer arigebrachten Win- denwelle, die mit Hebeln'umgedreher wird, hoch genug» hinauf, und der Sack in ten Boden hineingezogen wird. Bey großen Brauhäauſern hat. man: gleichfalls derglei- den: Winden, um das- zu- vermälzende Korn auf die Bodein hinauf zu-winden.- Meht, Meth, Meet, Meli- Fracon, Hydromet, ein aus Waſſer und Honig. gekochtes" Gerränf, welches in“ fändern,. wo viel Jonig zu finden iſt, z; B in Pol ln, tittrhauen und Rußiand, ge- brauet wird.. Won dem" gemeinen“ gelben Honig wird braunev Nieht; von dem weißen aber, der- beſonders: in Litthauen“ häufig“ gefunden wird. und“ an Liebl ichfeit des Geruchs und Geſchmätks dem andernge: meinen vorzuziehen iſt)- weißer Liſebt ge: brauet. Die Guüre des' Mechs- ertennet Sb we NEED R Sire Wi äl gd A ET EE wahrt wn mine Mere gere AES- mer ID Mehr man eigentlicß an ſekier Farbe dent Ges ruche und Geſchmacke Er müß überhaupt über: Jahr und Tag: liegen", wenn er qu ſeyn ſoll, damit er den Geruth und"(Gee ſchma> des Honigs und des Wachſes ver- lieven'möge 3; wie er denn,- weiin nan recht damit: umzugehen weiß ,- viele Jahre out vleivt', und an Stärfe und'Lieblichkeit dem beſten Spaniſchen u.- Müskarenweinte gleich fkoömmte,. auch für geſünder als dieſe U eine gehalten wird, Der Mehr iſt ein" ſehr geſundes Ger tränke, und dient! wider den, Schwiridel und Schlag, bezäßmt den“ falten tronen: Huſten, zertheilt' den zähen Schleint*, reis nigt die Nieren, vertreibt ven“ Stein un9 mathe andere Unreinigkeiten des Körpers 3: iſt: auch ſolchen Perſonen,- welchen! die Aerzte bey“ gewiſſen Umſtänden den- Wein“ unterſagen ,- ſehr dientich.. Beſonders iſt: der Alantmehe: der Bruſt“ urid der“ Lunge' ungemein! dienlich„ und wird bey' der“ ES hwindſuücht: und Auszehrung vorzüglich? Dienſte leiſten.- Ziüm gemeinen Gebrauch' dienet-der' Mech zu guten Kaltſchalen,- Ges" nießt' man ſolche ſrnß- nüchtern:- ſos wird“ man den ganzen Dag: eine ſehr merfliche „nd angenehme Folge davoit'haben;- Mart: pflegt“ übrigens“ mancherley Gewürze und Grüchtſäfte dem Mech zu zuſeßen, und'ihn' ſodanin'darnach zu benentien:-- So-hat'mart 3-B. den Zitwermehr, welcher“ dem'Ma2' gen ſchr dienlich iſt; den Netlfeiinicht;- wels" cer eine gute Berdauuitz ſchafft, und die“ Vierven' und Sehnen, beſonders' nach? Schlagflüſſen, ſtärke: Hinibeer'-Broms- beer= und Kitſchmeßt, inzleichen Roſinen und Malvaſiermeht ſind in Rußland häufig? zu finden.“ Die mancherley Bereitungs= arten des Mebts findet: man in der H.-J 3, 1v.. S.- 125 f, angegeben; " Meile -% S67 ZIEGEN.» 2 a=:“< D- EEN 200 0 2m HENN a en wa ÖH zn mg RA mä Ah llt EE REREREreegeeä 598 Meile Meile, das größte Längenmaaß, wö» bur) man die Weite der Oerter von eing1u- der auf dem Erdboden ausmißt, Sie Ha- ben aber nicht einerley beſtinunte Länge, ſonvern ein jedes Land hat ſeine eigene Maaße, die bald größer bold kleiner ſind, Sv hat z. B. eine Deuſche Metie 4000 geoinetriſc)e Schritte, derer 60009 auf einen Grad im größten Zirkel der Erdkugel gehen; dagegen eine Jialieniſche nur 1000 z eine Engliſche 1250, eine Franzöſiſche 1520=- 29002; eine Schwediſche und Daniſche 5206303 eine Ungariſche 6009 Schritte u, ſ, w. Funſzehn Deutſche Mei- len gehen auf einen dex 369 Grade Des ganzen Erdmeſſers, Meiler, Micler, Meuler, ein in einer zirfelrunden/ fpißern oder kürzern, ſiumpfen, kegelförmigen Geſtalt auſgerich» teter, und zum Verkohlen regelmäßig zu- ſammengeſeßter Holzhauſen. Cs giebt auch liegende Titeiler, da man nämlich vie Holzſcheite der Länge nach auf die Erde und über einander legt; dieſe wollen Einige dem auftgerichteten vorziehen, Andere aber halten dergleichen für ein' Werk der ſchlechten Köhler. Site ſind aber meiſtens pur in Schweden gebräuchlich. SReilerfohten, diejenigen Kohlen, vie in Meilern geſchwelet werden, und ge- roöhnlich auch Sc) << EIN-CIITI„2 20ER Dd CIRO EAEG <= ame<< mere Berr Ele AEG.- mr ED= ZM EREN- emen MB el 427 7+ GGÜfB:=. I. G=...- T r m|"6 Ke Sr ÄN En 2 ed A Elt eg, nn SEEN ehen 20 mi FR Er nhne=3aEÜen nu mere ZN 2 linen mieig iSi 5 dah, Geen meme andi EE 510-Meirich doppelt entrichten. Wer den andern zu ei- ner verbotenen Hondlung. durcx den Eid verpflichten will, gegen den wird die Stra- fe des durch dirgleichen Verſührung begaw genen Werbrechens nachdrücklic) geſchärft. Wer durch einen außergerichtlichen Eid je manden hintergelt, gegen: den wird die Strafe des qualificirten Wetrugs um die Hälfte erhöhet. Wer nach vorgängiger Beſtrafung ſich zum zweytenmale eines Meineides ſchuldig macht, foll nach Be- ſchaffenheit des dadurch verurſachten Scha- dens, mit ſechs- bis zehnjähriger, auch, bey beſonders erſchwerenden Umſtänden, mit lebenswieriger Feſtungsarbeit beſtraft werden... 4, 6:9... Ih. UU Tit,-XX.; 7 6, x 405 ff, GMieirich, Stellaria. Zir dieſem Pflanzengeſchlechte zählet Linnäus 8 Ar- ten; ſie haben alle ein: ſchlechtes Anſehen, und verdienen wenig. Achtung, daher wir nur einige anführen, r)» Großblumichter Dfeirich mit gefranzten lanzettförmigen Blr» tern, Antgentroſt-, Blumen-, Junct- frauentgras, Großnelfenmayer, Tey- felsbliume, Druſtkraut, Sternpflan- 3e, Alfine graminea, St. Holoſtea L., blüher im April und Anfange des Mayes an He>en und Büſchen, die von der Son- ne zeitig erwärmt werden. Stengel; 1 F- hoy, in vicle Zweige getbeilt. Z51ät- rer; gegen über geſtellt, faſt den Grag» blättern ähnlich, lanzertiörmig, geſtreift, unfervärts am Nerven uns am Rande mit zarten Haaren beſeßt, oder am Rande ganz zart eingekerbt, die unterſten gemeintalich znterwärts ſich) biegenb. An den langen, zn Zweige abgetheilten Blumenſtielen ſte- Hen lanzettförmige, glatte Blätter 3; tragen Sgber wenig Blumen, PDiummenblärter; Meirich weiß, faſt zweymal ſo groß, als die Kelch- blättchen, herzförmig, bis zur Hälfte in 2 Fappen geſpalten. 2) Kieinblunrichter Meirich mit vollen ganzen Blumen, St. grawinea L., wächſt um die Gärten und Zäune, Stengel: ſchwach, viereficht, 1--=2F. hoh. Bluymenblätter: ſtehen auf lan» gen, nacenden, in Zweige abgetheilten Stielen, weiß, kleiner als bey; der erſten Art, und foſt bis auf den Boden in. 2 Lap- pen zerſchnitten. 3) Herzblätterichter WMeirich, größer Dotgelmeyer, St. neimorum L. Morſus gallinae Tabern. Dieje.durchaus ſaftige Pflanze blübet im May und faſt den Eommer über an den Zäunen und Hecken, im feuchten und guten Grunde, und iſt in den Gärten ein gemeines Unfraut. Stmren- gel: aus der faſerichten Wurzel viele, un= terwärts ausgeſtre>t, obenher aufgerich« tet3 haben viele Zweige, aus welchen häus fige Wurzelfäſercend haben wollen: ſo verpacken ſie ſolche in großen Töpfen oder hole Meiſe hölzernen Behältniſſen mit dieſer friſchen Pflanze dergeſtalt, daß eine Schicht der- felben auf eine Schicht Käſe folget und zu- gedecfet wird. Meiſe, ein Wort, welches richtiger Ulaiſe ſolite geſchrieben werden, weil die Alten Maſe, Colmaſe u. ſ, w. ſchrieben. Der«Name TTeeſe iſt Plattdeutſch und Holländiſch. DieMaiſen au ſich ſind ins» geſammte kleine Vögel, die unter der gro» ßen Zahl derjenigen zu ſtehen kommen, welche mit 3 Zehen vornen, und einem hinten verſehen ſind. Sie haben insge- fammt etwas eckichte, gerade Schnäbel, deren Kiefern einandrr gleich und ſchnei- dend, auch ſcharf an der Spiße, und.an der Wurzel borſtig ſind. Die bekannteſten Arten ſind folgende: 4) Rohlmaiſe,(ſ, dieſe) parus waior, Sie iſt die größte un- fer den übrigen. 2) 25laumaiſe,(ſ. die- ſe) parus goeruleus, iſt etwas fleiner, als die vorher gehende, Man nennt ſie auch Pimpelmaiſe, Käſemaischen. 3) Tan- nen- oder Waldmaiſe, parus ſylvaticus, ater, iſt nicht viel kleiner, als die Blau- Maiſe, hat einen ſchwarzen Kopf und Kehs» 1e, dunkel- und ſchmußig-weiße Schläfe, und ſo ou) Bruſt und Bauch. Am Na- &en iſt ein weißer kleiner Fle>, wodurch das Schwarze am Kopfe, und das-Aſch- graus auf dem Rüden getrennet wird. Jtügel- und Schwanzfedern ſind aſchgrau, die Deckſederchen auf den Flügeln zum Theil an den Spitzen weißgetüpfelt, und ſo auch weiße Strichelichen über die Flügel. Das Weibchen hat die nämlichen Farben, und iſt ſchwer zu unterſcheiden. 4) Grayu- maiſe, Platten-, L7onn-, UIönch- Aſch-, Hanfmaiſe, parus atricapillus, iſt etwas größer als die Tannenmaiſe; denn fie hat höhere Füße, auch einen längern SR NS WU WNSC PS IEEE nn SES Meiſe FI Schwanz, oben auf dem Kopfe tine ſ weißbunten Schopf, davon auß ihre Benennung kömmt, Ko- Helmaiſe heißt ſe, weil fie gern in den Kö« veln der Eichhörner brücet, doch oft auch in hohlen Bäumen, Backen ſind weiß; .an der Kehle iſt ein ſc von ohn- gefähr einen Menſchen oder ein Rauvthier bemerfet, und doch nicht recht weiß; wo und was es iſt, ſo erſchrecken ſie, und ge- ben einen Laut von fi), da es denn heißt: der Hirſch hat ſich gemeldet oder geſchre- >et; bey den Rehen aber heißt es ſc r-„ E48. „ir ene M R RR An GES IEEE EE NNN EEE NO NEE ÜNKOGNEINGAFGEIO 5 .aded ü.. We uf=.< nien- dim."SE ema n bine Ag= 10%. Wert de Aline