l Bib. iessen! ——-“]—— ———õ———ÿy— ———— 1—yÿ— 4 “ 5 8 8 “ 4 — , re. 2 2 2 .—,„.. Wod euu, e h Vee˖ W, 5e E. 7— A 5 ol 2 2h Sa. V,us. ga. aee d. 2 6. A MA S, 2 Seee, en un, 4———y ————————õ——õ——õ— . 8 6* — 418 A ufſaͤtze ſtaatswirthſchaftliche Gegenſtaͤnde von ſae Chriſtian Jacob Kraus, W offentlichem Lehrer der praktiſchen Philoſophie, und andet der Cameralwiſſenſchaften auf der Univerſität zu Königsberg. efentlic Nach deſſen Tode herausgegeben dn von Hans von Auerswald, geheimem Ober⸗Finanzrathe, oſtpreußiſchem Kammer⸗ präſidenten, Curator der Univerſität zu Konigsberg und Ritter des rothen Adlerordens. geheime präͤſden V Zweiter Theil. Koͤnigsberg, bei Friedrich Nicolovius. 1808. „ A„ Vermiſchte Schriflten uͤber ſtaatswirthſchaftliche, philoſophiſche und andere wiſſenſchaftliche Gegenſtaͤnde von Chriſtian Jacob Kraus, oöffentlichem Lehrer der praktiſchen Philoſophie, und der Cameralwiſſenſchaften auf der Univerſität zu Königsberg. ——.ͥdͦͤᷓᷓ Nach deſſen Tode herausgegeben von Hans von Auerswald, geheimem Ober⸗Finanzrathe, oſtpreußiſchem Kammer⸗ präſidenten, Curator der Univerſität zu Königsberg und Ritter des rothen Adlerordens. 5* 4 dLS 4, 1. 8 4 4 8 Zweiter Theil. be LI Konigsberg, bei Friedrich Nicolovius. 19808. e das S Unken demerkungen 7 mangel: dern pla IX. Ucber das Verbot der Getreideausfuhr vom linken Rheinufer 86S. X. Bemerkungen betreffend die Klagen über Geld⸗ mangel in Berlin, Königsberg und an⸗ I dern Plätzen unſeres Staats, im Jahr 64 1805.(Geſchrieben am Ende des Ok⸗ fobergs.).......——— 25 XI. Ueber die Mittel, das zur Bezahlung der fran⸗ zöſiſchen Kriegsſchuld erforderliche Geld aufzubringen...— 40 XII. Staatswirthſchaftliche Bemerkungen.— 933 VI XIII. Briefe ſtaatswirthſchaftlichen Inhalts. Ge⸗ ſchrieben in den Jahren 1799 bis 1303 an den Herausgeber, der damals Kam— merpräſident in Weſtpreußen war S. 139 Darbor IX. S. 139 IX. Ueber das Verbot der Getreideausfuhr vom linken Rheinufer. IX. —— —— —— Gerr hini fanm bedan nich 1 0 Ueber das Verbot der Getreideaus fuhr vom linken Rheinufer. Dem allgemeinen Rath des Departements vom Donnersberge(im Jahr 1801) zur Pruͤfung vorgelegt*). Was ein immerwaͤhrendes Verbot der Getreideausfuhr fuͤr verderbliche Folgen in Hinſicht auf Landbau und alle damit zu⸗ ſammenhaͤngende Gewerbe nach ſich ziehe, bedarf keiner Auseinanderſetzung. Frank⸗ reich hat dieſe Folgen durch eine hundert⸗ jaͤhrige Erfahrung, ſo lange es die von *) Ein Kaufmann in Königsberg erſuchte Krauſen um dieſen Aufſatz, der ohne ſein Vorwiſſen in der Nummer 70. des Reichsan⸗ zeigers vom Jahre 1806 abgedruckt ward. A 2 —— ,——— 4 Colbert eingefuͤhrte Sperre beſtehen ließ, ſchmerzlich genug kennen gelernt, und da⸗ durch ſowohl, als durch die entgegenge— ſetzte Erfahrung— indem es vorher unter Suͤlly bei ganz freiem Getreidehandel ſich des bluͤhendſten Landbaues erfreute— eins der lehrreichſten Beiſpiele von der Wohl⸗ thaͤtigkeit des freien, ſo wie von der Schaͤdlichkeit des gehemmten Getreidehan— dels gegeben; auf welches ſich auch alle Schriftſteller uͤber dieſe Materie, und ſelbſt der neueſte, Norrmann, in ſei— nem Werke uͤber die Freiheit des Getrei⸗ dehandels, ohne Unterlaß berufen. Es iſt wohl nicht zu beſorgen, daß die Republik das Syſtem der beſtaͤndigen Sperre jemals wieder annehmen werde: aber deſto mehr muß man fuͤrchten, daß ſte aus denſelben Bewegungsgruͤnden, aus welchen ſie das waͤhrend des Krieges ge— gebne Ausfuhrverbot jetzt nach dem Frie⸗ den noch immer fortdauern laͤßt, auch kuͤnftig im Frieden gelegentlich temporaͤre Sperren verfuͤgen moͤchte. Dieſe Bewe⸗ gungsgruͤnde, wie ſcheinbar ſie auch ſeyn moͤgen, halten eine genauere Pruͤfung nicht aus, und weit gefehlt, daß die Nac beuſnd iwe ha. hr de dn la Nnſchan döwalte ſichte L. dn Nſ mf und 1 ſed tuny; ) inaar Reſen Nr G Riſ, 1 1 nn eag fän Dras 8 — 5 Maaßregel der temporaͤren Sperre zu dem beabſichtigten Zweck dienen ſollte, wuͤrkt ſie demſelben vielmehr auf alle Weiſe ent— gegen. Dieß iſt allenthalben der Fall: aber vielleicht nirgends mehr, als auf dem linken Rheinufer; weil daſelbſt in Anſehung des Getreideverkehrs Umſtaͤnde obwalten, die anderwaͤrts in der Art nicht Statt finden. Wollte die Regierung dieſe Umſtaͤnde genau und vollſtaͤndig unterſuchen; ſo wuͤr⸗ de ſie ſich uͤberzeugen, daß Ausfuhrverbote auf dem linken Rheinufer beides unnoͤthig und zweckwidrig ſind. I. Sie ſind hier unnoͤthig, inſofern ſie dazu dienen ſollen, Mangel und Theu⸗ rung zu verhuͤten. 1) Denn was die Ausfuhr den Rhein hinunter nach Holland betrifft; ſo kann dieſe nie betraͤchtlich ſeyn: theils, weil der Einkaufspreiß in der Regel allhier hoͤ— her iſt, als in den Haͤfen der Oſtſee, wo⸗ her Holland hauptſaͤchlich ſein Getreide zieht; theils, weil jener Preiß durch die Langwierigkeit und Koſtbarkeit der Rhein⸗ fahrt faſt noch mehr erhoͤhet wird, als der Preiß in den gedachten Haͤfen durch die ——— ————— .——— Seefracht. Auch zeigt die Erfahrung, daß ois bei offner Ausfuhr in vielen Jahren nicht h ein Malter Getreide nach Holland gegan⸗ 1 br gen iſt, und daß uͤberhaupt wohl dreimal ns Getreideabſendungen aus Holland den 1„ Rhein hinauf nach Coͤlln, Coblenz ꝛc. mit E Vortheil gemacht worden ſind, ehe ſich yd auch nur eine den Rhein hinab mit wahr⸗.hen, ſcheinlichem Gewinn machen ließ. wih 2) Was aber den Abſatz an das rechte e Rheinufer betrifft; ſo koͤnnen bei dem a freieſten Verkehr mit dieſen Gegenden die wite Preiße nie ſo hoch ſteigen, daß Mangel mm und Noth entſtaͤnde; weil das rechte Ufer, 3 Ohmn zumal an den Graͤnzen des Rheins, nicht rnen minder fruchtbar iſt als das linke; und wa weil der Abſatz in den entfernten Gegen⸗ ſF fad den durch den koſtbaren Landtransport ge⸗— lan. hindert wird. Auch laͤßt ſich die ganze u N Quantitaͤt des dahin abgeſetzten Getreides Aüng nicht hoch anſchlagen. Hoͤchſtens mag in 4 grtt gewoͤhnlichen Zeiten ein Achtel des ganzen 4 d Ertrages vom linken Rheinufer nach dem 4 ſn rechten gehen: und von dieſem Achtel wer⸗ 18 den wohl zwei Drittel in Mehl verfuͤhrt; Kn indem die Eigner der vielen Muͤhlen, um en ihr Mahlwerk im Gange zu erhalten, ge⸗ ia ————— ———— 7 kauftes Getreide vermahlen, und in ſo kleinen Portionen verkaufen, daß dieſer Verkehr eher den Namen der Hoͤkerei als des Handels verdient. II. Ausfuhrverbote ſind zweckwidrig. 1) Der Zweck, den Englaͤndern zu ſchaden, auf welchen vielleicht das Verbot im vorigen Jahre gerichtet war, iſt durch daſſelbe gewiß nicht erreicht worden.— England bekam ſeinen Getreidebedarf dar⸗ um nicht weniger, weil die Rheinfahrt ge⸗ ſperrt war: aber wohl hat durch dieſe Sperre das linke Rheinufer einen ausneh⸗ menden Gewinn verloren, den es ſonſt, ohne anderweitigen Nachtheil, auf Koſten des Feindes der Republik haͤtte machen können. Es koͤnnte fuͤr ſeinen Ueberfluß an Weizen große Summen geloͤſet haben, waͤhrend Roggen und Gerſte, die allein als eigentliche Beduͤrfniſſe anzuſehen ſind— denn Weizen und Spelz ſind mehr bloße Luxusſachen— nicht hoͤher gegangen waͤ⸗ ren, als ſie auf dem rechten Rheinufer ſtanden, wo man nicht uͤber Noth klagen hoͤrte. Und wie erwuͤnſcht fuͤr den Land⸗ wirth, der durch die Kalamitaͤten des 8 Krieges und zweimaliges Viehſterben ſo ſehr gelitten hat, eine ſolche Huͤlfe, als er am Weizen haͤtte haben koͤnnen, gerade jetzt geweſen waͤre, iſt fuͤr ſich ſelbſt ein⸗ leuchtend. 2) Aber auch zu dem erklaͤrten Zweck, Mangel und Theurung zu verhuͤten, iſt die Getreideſperre kein angemeſſenes Mit⸗ tel. a) Denn erfolgt nach einer merklich ſchlechten Ernte ein Ausfuhrverbot; ſo ver⸗ anlaßt es gewoͤhnlich eine groͤßere Noth, als man je bei freiem Handel gehabt ha⸗ ben wuͤrde. Im letztern Fall naͤmlich wuͤrde gerade darum, weil die Ausfuhr frei waͤre, auch die Einfuhr ſichrer erfol— gen, und der Preiß ſich ganz natuͤrlich durch das Verhaͤltniß der Vorraͤthe zu dem Bedarf beſtimmen. Dagegen wird bei der Sperre theils die Einfuhr be⸗ denklich, weil man im Fall einer mißlin⸗ genden Spekulation mit dem eingefuͤhrten Gut nicht wieder hinaus kann; theils wird der Preiß weit uͤber das natuͤrliche Verhaͤltniß aufgetrieben. Indem naͤmlich jeder ſich vorſtellt, der Mangel muͤſſe doch wuͤrklich groß ſeyn, weil die Regierung näthi un Genade onefale der b de Ba der, ſchwier grißerr ſe ſon eende weh nn, der vit die E Mnm Und ein ſ, d Gerradd fahr ſi fäll a der e dy tben e ah andetn Puißt — 9 noͤthig gefunden, die Ausfuhr zu hem⸗ men: ſo haͤlt der Producent mit ſeinem Getreide, welches er ſonſt ohne weitere Spekulation losgeſchlagen haͤtte, zuruͤck. Der bemittelte Konſument ſowohl, als der Baͤcker, Muͤller und Brannteweinbren⸗ ner, da ſie finden, daß das Getreide ſchwieriger zu haben iſt, kaufen raſch, und groͤßere Quantitaͤten auf einmal ein, als ſie ſonſt gethan haͤtten. Es treten ſpeku— lirende Aufkaͤufer hinzu, und veranlaſſen durch ihre Konkurrenz mit den Konſumen⸗ ten, daß der Landmann noch zuruͤckhalten— der mit dem Verkauf ſeines Getreides wird. Auf ſolche Weiſe entſteht ein durch die Sperre verbreiteter Wahn, als ob der Mangel groͤßer waͤre, wie er wuͤrklich iſt, und eine unverhaͤltnißmaͤßige Vertheurung; ſo, daß nicht ſelten das Land noch voll Getreide iſt, waͤhrend die Staͤdte in Ge— fahr ſind, Hungersnoth zu leiden. Es fehlt nicht an Beiſpielen, daß, nachdem in der erſten Haͤlfte des Erntejahres, aus den eben erwaͤhnten Urſachen eine druͤcken⸗ de Theurung Statt gehabt hat, in der andern Haͤlfte ganz unerwartet niedrige Preiße eintreten: zum klaren Beweiſe, 10 rflſ daß jene Theurung nicht von der Natur V enn der Dinge, ſondern von der durch das V wan Ausfuͤhrverbot verurſachten Handelsſtoͤ⸗ V bnhän rung herruͤhrte, und daher ohne jenes uin un Verbot nicht Statt gehabt haͤtte.. anni Indeſſen iſt mit ſolcher auf hoher hräſe i Theurung hinterher eintretenden Wohlfeil⸗ tan heit wahrlich weder den Produeenten, In d noch den Konſumenten gedient. Denn kuxicen nicht gerade dieſelben Producenten, wel⸗ Wwiür che durch die Theurung gewonnen haben, an de ſind es, die jetzt verlieren; ſondern mei⸗ ten ſe ſtentheils ſind es andre, die nur reinen Kngtſ Verluſt leiden: und den Konſumenten, zu⸗ böeſi mal von der zahlreichen geringern Klaſſe, noduri wird durch den niedrigen Preiß die Zer⸗ en Ne ruͤttung nicht erſetzt, die durch die voran— un, m gegangne Theurung ihrem Auskommen d du verurſacht worden iſt. üm b) Wenn aber die Regierung es ſich R einmal zur Maxime gemacht hat, das i ahme Land durch Verbote der Ausfuhr vor m. Mangel ſichern zu wollen; ſo kann es den, nicht fehlen, daß ſie oft genug aus Irr⸗ irvi thum ſelbſt dann dieſe Maaßregel anwen— Aanij det, wenn die Ernte hinlaͤnglich oder gar luung 8 t 1 1 uͤberfluͤſſig ausgefallen iſt. Denn wie ſchwer iſt es, den wahren Zuſtand der Ernte im Allgemeinen zu erfahren oder zu beurtheilen? und wie leicht koͤnnen aus vielen zufaͤlligen Urſachen, und ſelbſt aus Beſorgniß der bevorſtehenden Sperre die Preiße im Herbſt eine Weile hoch ge— hen? In dieſem Fall nun, wenn bei hin⸗ laͤnglichem oder uͤberfluͤſſigem Ertrage die Ausfuhr verboten wird, werden die Fol— gen davon vielleicht anfangs eben dieſel⸗ ben ſeyn, welche ſchon vorher(unter a) angezeigt worden ſind.— Bald darauf aber folgt gewiß ein wahres Leiden fuͤr die producirende Klaſſe, ohne verhaͤltnißmaͤßi⸗ gen Vortheil fuͤr das konſumirende Publi— kum, und blos zum ſchnoͤden Gewinn fuͤr die Zwiſchenhaͤnde, welche den Verkehr zwiſchen beiden vermitteln helfen. Da naͤmlich das Getreide, die Kleinig— keit abgerechnet, die zu Staͤrke verbraucht wird, zu weiter nichts als zur Nahrung dient, entweder unmittelbar in Mehl, oder mittelbar in Bier, Branntewein und Viehmaſt: ſo pflegt, wenn die Ernte einen Ueberſchuß uͤber den gewoͤhnlichen Bedarf 9 12 b b tauf di geliefert hat, und dieſer Ueberſchuß durch unſc Sperre zuruͤckgehalten wird, der Preiß, Uiten zumal wenn ſich die Ausſicht auf eine ne nd neue gute Ernte zeigt, weit tiefer, als n, 8 nach Verhaͤltniß ſolchen Ueberſchuſſes zu ud dr. ſinken: ſo daß, wenn dieſer z. B. iſt, tam d der Preiß wohl um und mehr herunter geht. Und doch fordert der Wohlſtand des 8 1 Landmanns, daß der Preiß nicht unter dnun ſein gerechtes Verhaͤltniß ſinke. Aber das iſt noch nicht genug, ſondern Wn, h nun kommen auf dem linken Rheinufer W noch zwei ganz beſondre Umſtaͤnde hinzu, ujn i aus welchen in ſolchem Falle fuͤr die pro— in 1- ducirende Klaſſe ausnehmende Nachtheile ſhiſt entſtehen. den dr aa) Naͤmlich in dieſen Gegenden, und kan, E beſonders im Departement vom Donners⸗ ſim 46 berg, iſt das Landeigenthum in ſehr kleine V In den Theile zertheilt, ſo daß hier 100 bis 200 iem Me Morgen ſchon fuͤr ein großes Gut gelten. aer un Dieſe kleinen Eigenthuͤmer— deren Kbeyei Grundſtuͤcke uͤbrigens faſt gartenmaͤßig ge— t des bauet, und zu einem weit hoͤhern Ertrage donnth t gebracht werden, als wenn ſolche in große als als Guͤter zuſammen geſchlagen waͤren— ſind Sn u natuͤrlich nicht im Stande, mit dem Ver— bikaut n y——.—Q—O—O—C—Q—————,——— 8 ——;——— 12 ₰ kauf ihrer Produkte ſo lange zu warten und an ſich zu halten, als es Eigner und Paͤchter großer Guͤter thun koͤnnen. Viel⸗ mehr ſind jene oft genoͤthigt, ſelbſt zu Zei— ten, wo wenig oder gar keine Nachfrage, und der Preiß noch ſo ſchlecht iſt, von ihrem Vorrath zu verkaufen; weil ſie ge⸗ rade dann in der Verlegenheit ſind, Steuern und Zinſen zu bezahlen, oder Kreditoren, von denen ſie gedraͤngt wer⸗ den, zu befriedigen. bb) Es beſteht auf dem linken Rhein— ufer faſt kein andrer Getreidehandel, als zum einheimiſchen Verbrauch, und die Ge⸗ ſchaͤfte dieſes Verkehrs ſind in den Haͤn⸗ den der Juden, die den Baͤckern, Muͤl⸗ lern, Brannteweinbrennern und Viehmaͤ⸗ ſtern als Maͤkler und Vorkaͤufer dienen. In dem ganzen Lande gibt es keinen ein— zigen Platz, wo ein wahrer Kornmarkt in der Art waͤre, daß ſich daſelbſt die Ge⸗ treidepreiße nach dem wuͤrklichen Verhaͤlt⸗ niß des Geſammtbedarfs zum Geſammt⸗ vorrath regulirten, und daß ſie von da aus, als Normalpreiße durch oͤffentliche Blaͤtter woͤchentlich den Landleuten uͤberall bekannt wuͤrden. 14— 8 Es gibt im ganzen Lande nicht 5 ni . Getr al einen Großhaͤndler, der auch nur hun⸗— dert hollaͤndiſche Laſten Getreide in Vor⸗ äh rath hielte. Bei dieſer Lage der Sachen, dy, fa wo alſo der Landmann uͤber jenes Ver⸗ nzin: haͤltniß, welches eigentlich die Preiße be⸗ Inan ſtimmen ſollte, ſich in gaͤnzlicher Unwiſſen⸗ 1 T heit befindet, iſt er natuͤrlich allen Raͤn⸗ ſan G. ken und Blendwerken bloß geſtellt, durch In aͤge welche ihn die ſchlauen juͤdiſchen Zwiſchen— er ner haͤndler zu beruͤcken ſuchen. Und nichts c n kann dieſen zu ihrem Plane erwuͤnſchter uduir kommen, als ein Ausfuhrverbot. ſc ſ Sobald naͤmlich das Verbot kommt, ſen. ſtellt der Jude, um daſſelbe zu ſeinem Ge— veiß winn zu benutzen, allen Ankauf ein. Er bother keunt die Vermoͤgensumſtaͤnde der Cultiva⸗ Srlämn teurs in dem kleinen Diſtrikt, wo er en zuver wohnt, genau; weiß, daß dieſer oder je⸗ dütt nur, ner Bauer in Verlegenheit iſt, um Abga— in ſict ben oder Schulden zu bezahlen, iſt viel— à hict leicht ſelbſt Kreditor und dringt auf Be— an Alſat zahlung. Der Landmann, der ſein Ge⸗ Arxtet ei treide verkaufen will und muß, bietet es an vetde dem Juden an, der mit Achſelzucken den daie pe Kauf ablehnt, weil die Ausfuhr geſperrt, een fund und daher kein Abſatz zu finden ſey, bis thie tn, 15 er am Ende um einen elenden Preiß das Getreide an ſich bringt. So kommt zu— erſt der aͤrmere Theil der Landleute in die Lage, ſein Eigenthum um Spottpreiße weggeben zu muͤſſen. Indem aber durch das auf ſolche Weiſe von Juden erhandelte und wieder abge⸗ ſetzte Getreide den dringenden Beduͤrfniſ⸗ ſen abgeholfen und die Nachfrage geſtillt oder vermindert wird, findet nach und nach auch der wohlhabende Theil der Landwirthe keinen andern Ausweg, als ſich ſolche niedrige Preiße gefallen zu laſ⸗ ſen. Denn dieſer Theil der Landwirthe weiß eben ſo wenig, als jener, uͤber das vorher erwaͤhnte Verhaͤltniß, die wahre Beſtimmung des Preißes betreffend, irgend ein zuverlaͤſſiges Urtheil zu faͤllen. Jeder hoͤrt nur, daß in ſeinem Diſtrikt das Kau— fen ſtockt, daß das Getreide wenig gilt: er hoͤrt nichts als Klagen uͤber Mangel an Abſatz wegen des Ausfuhrverbots. Er wartet eine Weile, bis ſich die Preiße he— ben werden: aber die Juden huͤten ſich, große Poſten auf einmal zu kaufen, ſon— dern handeln immer nur bei kleinen Par— thien ein, und die Preiße bleiben daher 15—, niedrig. Ihm wird nun bange, wie er ſeine Vorraͤthe zu Gelde machen ſoll, da er ſie bis zu beſſern Zeiten aufzuſpeichern theils nicht im Stande iſt, theils wegen der Ungewißheit, ob und wann es einmal beſſere Preiße geben werde, es bedenklich ſindet. Er entſchließt ſich alſo ebenfalls, an den Juden, auf welche Bedingung es auch ſey, zu verkaufen. Das Reſultat von allen dieſen Um⸗ ſtaͤnden iſt, daß auf ſolche Weiſe eine ganze Ernte in lauter kleinen Quantitaͤ⸗ ten durch die Juden zu ganz unverhaͤltniß⸗ maͤßig niedrigen Preißen erhandelt wird; ſo daß, obgleich die Ernte grade nur fuͤr den innern Bedarf zureichen oder denſel⸗ ben nur ein ſehr weniges uͤbertreffen mag, gleichwohl der Preiß, zu welchem der Landmann verkaufen muß, ihm kaum ſeine Wirthſchaftskoſten erſetzt, geſchweige ihn aufmuntern und ihm aufhelfen kann. III. Daß dieſe Darſtellung der Sache richtig, und daß in der That die Sperre als eine Grundurſache von allem dem Verluſt des Landmanns anzuſehen ſey, er⸗ hellt aus zwei merkwuͤrdigen Erfahrungen. Naͤmlich 1) Im — ) aus, Gennie ſe gel femlich xuiß nihmen tvormer ſchichen Naggen nichts hen, auf d den! Ernte elbſt Ahhu für ſc den. llt ihn Umdr drrdar Nargel dae ſ the u bkaude Nange U 17 1) Im Monat Meſſidor wies es ſich aus, daß faſt alle Vorraͤthe von allem Getreide aufgeraͤumt waren. Wo waren ſie geblieben? Ueber den Rhein durch heimliche Exportation gegangen waren ſie gewiß nicht. Denn wollte man auch an⸗ nehmen, daß etwas Weizen wegen der enormen Preiße trotz des Verbots ausge⸗ ſchlichen worden; ſo ließ ſich doch von Roggen, Gerſte und Hafer ſchlechterdings nichts nach dem rechten Ufer hinausſchlei⸗ chen, weil die dortigen Preiße von denen auf dem linken Rheinufer nicht ſo verſchie— den waren, als beim Weizen. Der ganze Ernteertrag war alſo wuͤrklich im Lande ſelbſt konſumirt, und mithin auch nach Abzug deſſen, was die producirende Klaſſe fuͤr ſich braucht, im Lande verkauft wor⸗ den. Er war folglich eben nicht groͤßer, als ihn der Bedarf des Landes erforderte. Und wenn nun gleichwohl unter allen Producenten eine allgemeine Klage uüͤber Mangel an Abſatz und uͤber Spottpreiße war: ſo iſt offenbar, daß da alle Vorraͤ⸗ the wuͤrklich im Lande abgeſetzt und ver⸗ braucht worden ſind, der vermeintliche Mangel an Abſatz blos eine durch das II. V 5 — 18 Ausfuͤhrungsverbot veranlaßte, und zur Erniedrigung der Preiße ſchlau benutzte Vorſpiegelung der juͤdiſchen Zwiſchenhaͤnd⸗ ler war. 2) Einen zweiten Erfahrungsbeweis davon, daß es blos die Sperre war, was allen Getreideverkehr ſtoͤrte, und die Prei— ße zum Gewinn der Juden, und zur Ver⸗ zweiflung des Landmanns erniedrigte, gab der Vorfall, als die Regierung im Monat Fructidor des Jahres 9 eine Quantitaͤt Weizen aus Straßburg nach der Schweiz auszufuͤhren erlaubte. Die Quantitaͤt war ſo gering, daß ſie ganz fuͤglich in einem kleinen Diſtrikt des Elſaſſes eingekauft werden konnte, und daß es dazu gewiß keines Aufkaufes durch die vier neuen De⸗ partements bedurfte. Aber kaum verbrei⸗ tete ſich die Nachricht von dieſer Erlaub⸗ niß, als die Preiße nicht nur vom Weizen und Spelz, ſondern auch von Gerſte und Roggen, durch die vier Departements auf einmal in die Hoͤhe gingen. Bis zu dem Augenblick brauchte kein Jude Getreide, war keine Nachfrage, kein Bedarf. Kaum erſcholl jene Nachricht, ſo war auf einmal uͤberall Getreide noͤthig, die Juden jagten de nu dr I lihes der u ert ſeßt J ugter Puch thum uum Nreise wieder die Fr Lomm MW. durch iten, in, ſche nicht Pub. —— I 9 d ha 11 in allen Ecken herum, die Nachfrage hob nc . den Preiß; und wer nur einiges menſchli⸗ Jhan che Gefuͤhl hat, mußte ſich uͤber die auf⸗ geheiterten Geſichter der durch Kummer eweis ſo lange niedergeſchlagnen Landleute freuen, ns die nun eine Erloͤſung aus den Haͤnden Pri⸗ der Wucherer hofften, und durch ihr herz— der liches„Gottlobl daß doch wieder tnh der Handel auflebt“ ihre Frende nat zu erkennen gaben. Ueberall zeigte ſich nttt jetzt Muth, die faſt eingeſchlummerte Thaͤ⸗ tweid tigkeit regte ſich uͤberall wieder; aber es t wat war von keiner Dauer. Der ſchlaue dinem Wucherer und Jude ſahen bald ihren Irr⸗ getnuſt thum und Mißgriff ein; das kleine Quan⸗ gewiß tum ward bald ausgefuͤhrt, und die tiefen De⸗ Preiße wurden in wenig Tagen ſo liſtig tbrei⸗ wieder eingelenkt, als vorher. Kurz war laub, die Freude des Landmanns, und lang ſein ſeien Kummer, der leider noch fortwaͤhrt. Vnd IV. Aber wenn der Landmann, der auf durch Krieg und Seuchen ſchon ſoviel ge⸗ dem litten, und um ſeine Wirthſchaft herzuſtel⸗ eide, len, ſich in Schulden geſetzt hat, bei den Raum ſchlechten Preißen Verluſt leidet, hat denn nwal nicht wenigſtens das uͤbrige konſumirende uurr V Publikum, und beſonders die zahlreiche ge⸗ B 2 20— ringere Klaſſe einen verhaͤltnißmaͤßigen Vortheil davon? Keineswegs! Denn bei alle dem, daß der Preiß, welchen der Landwirth fuͤr ſein Getreide empfaͤngt, ſehr niedrig iſt, wird gleichwohl das Bror nicht wohlfeiler. Der Baͤcker giebt kein ſchwereres Gewicht; der Muͤller haͤlt auf den alten Mehlpreiß; das Maſtvieh und das Fleiſch gilt nicht weniger, als vorher: und Bier und Branntewein bleiben im Preiße, wie ſie waren. Ueberdieß kann es nicht fehlen, daß, wenn der Landmann durch die fortdauernde Wuͤrkung der Ge⸗ treideſperre verarmt, auch der Staͤdter, der ſich hauptſaͤchlich von jenem naͤhrt, in ſeinem Gewerbe Einbuße leidet, und daß nach Maaßgabe, wie das Vermoͤgen des Producenten verſchwindet, auch die Pro⸗ duktion ſelbſt abnehmen muß; und daß ſo⸗ nach vollends, wenn Landes⸗Kalamitaͤten eintreten, der Landbau aus Mangel an Verlag darnieder liegen, und Mangel und Elend fuͤr das ganze Publikum erfolgen muß. V. Das ſind auf dem linken Rhein⸗ ufer die natuͤrlichſten Wuͤrkungen des Aus⸗ fuhrverbots, die ſich nicht anders heben —ix-——————ä— ———— Kaſſen, nͤmle ) lnm Maaßre D )) hende; ſchraͤne die bei Dda Gaan thüͤu gls einem wärde 1) det de Nreiſt ben z ſiftn, tmnt en ſ da der das ges bei der ſehr örot kein auf und her: im kaun nand — Ge⸗ aͤter, , in daß des Pro⸗ ſo⸗ taͤten l an und lgeu hein⸗ Aus⸗ hebe — 21 laſſen, als wenn man die Urſache ſelbſt, naͤmlich das Verbot aufhebt. 3 1) Vergebens wird man hoffen, die ſchlimmen Folgen deſſelben durch andre M daaßregeln hintertreiben zu koͤnnen. Denn a) wollte man die ſehr ins Kleine ge⸗ hende Vertheilung des Landeigenthums be⸗ ſchraͤnken: ſo wuͤrde man gerade dadurch die beſſere Bodenkultur, und den groͤßern Bodenertrag hindern; indem dieſe kleinen Grundſtuͤcke in den Haͤnden ihrer Eigen⸗ thuͤmer weit ſorgfaͤltiger angebaut werden, als wenn ſie in betraͤchtlicher Anzahl zu einem großen geſchloſſenen Gut vereinigt wuͤrden. b) Wollte man, um den Getreidehan⸗ del den Juden zu entziehen, und die Preißbeſtimmung gegen die Raͤnke derſel⸗ ben zu ſichern, ordentliche Getreidemaͤrkte ſtifeten, und Kaufleute zum Großhandel ermuntern; ſo ſteht das Ausfuhrverbot ei⸗ nem ſolchen Anſchlage durchaus entgegen. Denn, wenn gleich der wahre Kaufmann, der das Ganze uͤberſaͤhe und wuͤßte, daß das meiſte Getreide im Lande verbraucht 1 —Z———e⁊⁊³⅝q¾j4444 4 — — F — 8 22 wird, ſich nicht ſcheuen wuͤrde, ſelbſt bei der Sperre, ſeinen Einkauf zu machen, ſofern er auf ſichern Abſatz deſſelben im Lande rechnen koͤnnte, wodurch denn frei⸗ lich die Preiße gehindert wuͤrden, dermaa— ßen zum Schaden des Cultivateurs herun⸗ ter zu fallen, wie ſie jetzt durch Raͤnke der Juden gefallen ſind: ſo wird doch die an ſich ſchon große Mißlichkeit des Getreide⸗ handels, welche in der von hundert Urſa⸗ chen abhaͤngenden Veraͤnderlichkeit der Ge⸗ treidepreiße liegt, durch Ausfuhrverbote zu ſehr vergroͤßert, als daß Maͤnner von Ka⸗ pital ſich mit ſolchem Handel zu be faſſen, Luſt haben koͤnnten. 2) Es bleibt, wenn dem Lande gehol⸗ fen werden ſoll, nichts uͤbrig, als daß die Sperre aufgehoben werde. a) Sie gereicht in der That nur zum Beſten der Juden, der Baͤcker, Muͤller und Brannteweinbrenner: dagegen ſchadet ſie nicht nur der producirenden Klaſſe, ſondern auch mittelbar dem geſammten konſumirenden und gewerbtreibenden Pu⸗ blikum, und dem Staate ſelbſt, deſſen Macht auf der Wohlhabenheit ſeiner Ein— wohner beruht. Bei voͤlliger Freiheit des —. /— Get in. Thnr Vünend deſchaf ſohe 8 harbeſt dene gefend Asfal nach Sc Ma wen die Trola denn ders Ihein did, harte dar ei dunn hüe leih weſin erſa⸗ Ge⸗ e u Ka⸗ aſſen, ehol⸗ die zum uͤller adet aſſe, aten Pu⸗ eſſen Ein⸗ des 23 Getreidehandels iſt nie Noth zu befuͤrch⸗ ten. Denn das Land iſt vor allgemeinem Mißwachs ſicher, theils durch die aus⸗ nehmend verſchiedne Lage, Stellung und Beſchaffenheit der Aecker; theils durch die hohe Kultur, die ihre natuͤrliche Frucht⸗ barkeit erhoͤht; daher auch ſeit Menſchen— gedenken kein gaͤnzlicher Mißwachs Statt gefunden hat. Und ſollte gleichwohl ein lusfall in der Ernte ſich zeigen; ſo iſt nach Vernunft und Erfahrung der freie Kornhandel das unfehlbarſte Mittel, dem Mangel abzuhelfen. ) Von der andern Seeite iſt eben ſo wenig Sperre in dem Fall noͤthig, wenn die benachbarten oder andre Gegenden des Auslandes Mißernten und Mangel haben: denn theils werden ſolche Laͤnder wohl an— ders woher vortheilhafter, als vom linken Rheinufer ihren Bedarf ziehen; theils wird, was doch von hier in das benach⸗ barte Ausland gehen moͤchte, entweder nur ein entbehrlicher Ueberſchuß ſeyn, der, wenn er zuruͤckbliebe, den Preiß unver— haͤltnißmaͤßig niederhalten wuͤrde, oder leicht durch Zufuhr aus den ſuͤd- und ſuͤd— weſtwaͤrts angrenzenden Departements er⸗ 2 4——— ſetzt werden, und durch den vortheilhaften Abſatz Muth und Leben unter die Produ⸗ centen und alle mit ihnen zuſammenhaͤn⸗ gende Gewerbsklaſſen ohne Nachtheil des konſumirenden Publikums verbreiten. ———, Aen odu⸗ Haͤn⸗ des. Bemerkungen betreffend das Klagen uͤber Geldmangel in Berlin, Koͤnigsberg und andern Plaͤtzen unſeres Staats, im Jahr 1805. Geſchrieben am Ende des Oktobers, ————————— er Oiane Thatſac ſn ſo 4. T . u wol ni eh 1 ho 2⸗ — — 2 I. Iſt Geldmangel im Lande? Da er ſich nicht unmittelbar durch die Sinne wahrnehmen laͤßt; aus welchen Thatſachen ſchließt man ihn? Und wie fern ſchließt man ihn daraus richtig? A. Die naͤchſten Thatſachen, woraus man ihn zu ſchließen ſcheint, ſind wohl:— Erſtens, der in Berlin, Koͤ⸗ nigsberg und andern Plaͤtzen gegen Ende des Maimonats eingetretne hohe Discont; Zweitens, der unerwartete Still⸗ ſtand des Discontirungs⸗ und Lom⸗ 6 bardirgeſchaͤftes der Bank; Drittens, die Verlegenheit tief verſchuldeter Gutsbeſitzer, die Sum⸗ inen aufzutreiben, deren ſie benoͤthigt ſind. 1) Der außerordentlich hohe Discont in Bevlin war eine natuͤrliche Folge von, 2 85 2 2 dem Zuſammentreffen zweier außerordent⸗ licher Ereigniſſe. Noch ſind wohl nie ſolche gewaltige Quantitaͤten Getreides, ſo geſchwinde hin— ter einander, fuͤr Privat-Rechnung, aus den preußiſchen Seeſtädten nach Pommern zum Bedarf dieſer und andrer koͤniglichen Provinzen gegangen, als in dieſem Jahre. Da die Bezahlung dieſes Getreides groͤß⸗ tentheils durch Wechſel auf Berlin einge⸗ zogen ward, wohin die Empfaͤnger des Getreides den Bezogenen ihrerſeits Wech⸗ ſel zur Deckung zuſandten; ſo war das Beduͤrfniß dieſer Bezogenen in Berlin, die Wechſel, womit ſie ſich decken ſollten, discontirt zu bekommen, um die auf ſie laufenden Tratten honoriren zu koͤnnen, außerordentlich dringend; zumal in Be— tracht des großen Betrags aller dieſer Tratten zuſammen genommen. Wie hoch dieſer Betrag muͤſſe gegangen ſeyn, laͤßt ſich ſchon daraus abnehmen, daß um den Anfang des Julius, der Cours auf Ber⸗ lin, in Koͤnigsberg bis vier Procent unter Pari zu ſtehen kam, oder daß fuͤr 96 KRthlr. in Koͤnigsberg 100 Rthlr. zahlbar in Berlin zu bekommen waren. Selbſt fuͤr die Bezahlung, die der preußiſche Ge⸗ — g—, wadthi einzel vrr d ſi fe Krnde Ddeont line Er Daz ſeſe 3 nit ih dr, wüher nich desd 29 rordn treidehaͤndler durch Wechſel auf Hamburg einzog, ward dem Hamburger zum Theil valtige von Berlin aus ſeine Deckung zugeſandt, e hin⸗ die, ſofern ſie in Berlin mit Wechſeln der aus Getreide-Empfaͤnger gekauft ward, das wern Discontbeduͤrfniß vermehrte. Dieß iſt das ſichen eine Ereigniß. ahre. Dazu kam das andre, daß eben um groͤß⸗ dieſe Zeit unerwarteter Weiſe die Bank inge⸗ mit ihren Geſchaͤften einhielt: ein Vorfall, des der, wenn er auch nur ein halbes Jahr Pech⸗ vorher angekuͤndigt worden waͤre, wohl 8 t das nicht ſo ſtark, wie jetzt, auf Erhoͤhung eriin, des Disconts gewuͤrkt haben moͤchte. Soll Uten, doch in Danzig, wo keine Bank iſt, der f ſe Wechſeldiscont dieſen Sommer hindurch, rn, nach allem, was ſich hier davon erfahren Be⸗ laͤßt, wenig uͤber ſechs Procent geweſen ſer ſeyn. In Koͤnigsberg ſteht er gegenwaͤr⸗ och tig etwa auf acht Procent. Und wenn er ißt in Berlin jetzt noch immer nicht genug en— herabgehen will; ſo liegt der Grund davon er⸗ wohl in dem allgemeinen Mißtrauen, wel⸗ ter ches daher entſtanden iſt, daß durch Ban⸗ 3 kerote in Hamburg mehrere juͤdiſche Han⸗ dar delshaͤuſer in Berlin, die ſich in uͤberſpannte ſi Spgpekulationen vertieft hatten, theils nie⸗ 2 30— dergeworfen, theils erſchuͤttert worden ſind. Der hohe Discont in Berlin alſo be⸗ weiſet wohl nicht, daß die dortige Baar— ſchaftsmaſſe zu allen gewoͤhnlichen Geſchaͤf⸗ ten minder zureichend als ſonſten ſey; ſon⸗ dern nur, daß es ungewoͤhnlich große Zahlungen waren, die man damit, vol⸗ lends bei dem ungewoͤhnlichen Stillſtande der Bankgeſchaͤfte, zu beſtreiten hatte, und daß ein ungewoͤhnliches Mißtrauen jetzt die geldreichen Handelshaͤuſer gegen die andern zuruͤckhaltend macht. 3 In Seeplaͤtzen laͤßt ſich vollends aus der Hoͤhe, zu welcher da bisweilen der Discont ſteigt, keinesweges ſicher ſchließen, daß es uͤberhaupt an Baarſchaft fehlt; ſondern nur, daß es gewiſſen Kaufleuten gerade in dem Zeitpunkte mangelt: ſey es, weil ſie ſich mit zu viel Waare auf Kredit bekauft haben, die, wie ſie hofften, im Preiße ſteigen wuͤrde, und die nun nicht ſteigt, mithin nicht wieder verkauft werden kann, aber doch bezahlt werden muß, (welches zum Beiſpiel der Fall in Ham⸗ burg im Herbſte 1799 war), ſey es, weil ſie in einem kurzen Zeitraum ihren Ein⸗ 7 uj un Ire müt. Ain liſtong huſt, ————— ——— 1 dn d dthir d un Nouut wevſer, Jich Rh d dan disnn Uwenn tlts ni decer in dem ihn ganch dübt d rnt uif Henit h deate aüim, di aa ma aän kauni ‿ „.—— 31 dden kauf von Waaren machen muͤſſen, deren Verkauf erſt noch nach Jahr und Tag be moͤglich iſt. Das letztere iſt der Fall in aar⸗ Memel, Koͤnigsberg, Elbing und Danzi äͤf⸗ in Anſehung der ſogenannten polniſchen on Abkunft, oder der ſtromwaͤrts zum Theil oße aus dem ruſſiſchen und oͤſtreichiſchen Polen vol⸗ dorthin kommenden Waaren, die in ein nde paar Monaten weggekauft und bezahlt wer⸗ und den muͤſſen, und dann liegen bleiben, bis etzt der Zeitpunkt des vortheilhaften Wieder⸗ de verkaufs eintritt. Die Bezahlung geſchie⸗ het dann zum Theil in Reverſen, deren aus Discont vielleicht auf ſechszehn und mehr der Procente ſteigt; aber im Herbſt, nachdem 2 alles richtig gemacht iſt, findet man alles 4; wieder in Ordnung, und den Discont, en wenn ihn nicht andre Ereigniſſe heben, ge— 5 woͤhnlich wieder auf ſeinem alten Satze. t Selbſt waͤhrend der Discont ſolcher Re⸗ verſe auf ſechszehn, achtzehn oder— wie t„ es mit den Memler Reverſen zur Zeit ei⸗ n nes Seekrieges nicht ſelten iſt, und ſelbſt , in dieſem Sommer der Fall war— gar auf zwanzig und mehr Procent ſteht, i kann jeder Hauseigner in Memel und Koͤ⸗ nigsberg gegen ſichre Hypothek ſeines Grundſtuͤcks, Gelder zu fuͤnf Prozent und 1 b 21—— 2 4 — drunter geliehen erhalten: zum klaren Be⸗ weiſe, daß es nicht Mangel an Baar⸗ ſchaft uͤberhaupt iſt, was jenen Discont verurſacht. Daß mehr als ein Berliniſcher Spekulant ſich mit Aufkaufung ſolcher Re— verſe zu befaſſen pflegt, iſt bekannt, und vermuthlich wird das auch wohl dieß Jahr geſchehen ſeyn. 2) Aus dem Stillſtande der Bankge⸗ ſchaͤfte ſcheint ſich eben ſo wenig auf einen wuͤrklichen Mangel an Baarſchaft im Lande ſchließen zu laſſen. Stroͤmen der Bank Pupillen⸗ und Stiftsgelder minder haͤufig als ſonſt zu, weil dieſe Gelder ein beſſeres Unterkommen bei der Landſchaft finden: ſo ſind ſie darum nicht weniger vorhanden. Und wenn es wahr iſt, daß die Bank theils durch anſehnliche Verluſte, die man bei einem prinzipienmaͤßigen Ver⸗ fahren der Officianten fuͤr unmoͤglich hal⸗ ten ſollte, theils durch zu ſtarkes Aus— thun ihrer Fonds auf Landguͤter in Suͤd⸗ und Neuoſtpreußen in den Fall gekommen iſt, das Discontiren und Lombardiren ein⸗ ſtellen zu muͤſſen: ſo folgt auch aus die— ſem Vorfall nicht, daß die Baarſchaft, woran es der Bank fehlt, nicht vorhanden ſey; ch; ſahm Huir in „ Ld ein düc Ale, und ug, die ind, von ichen Ded mangelt an Gel lrodue Datauf und ander zum Erſa Saakeorn rinberte uin. d R un 6 häheee ai eh g gat, 3 I 33 ſey; ſondern nur, daß ſie ſich in andern Haͤnden befinde. 3) Auch daraus, daß es vielen Guts⸗ beſitzern beſonders dieß Jahr an Gelde fehlte, und mehr als jemals ſchwer fallen mag, die Summen, deren ſie benoͤthigt ſind, von Privatperſonen auf die gewoͤhn⸗ lichen Bedingungen geliehen zu bekommen, folgt noch gar nicht, daß es dem Lande uͤberhaupt an der erforderlichen Baarſchaft fehle. Bei der ungewoͤhnlichen Kalamitaͤt des Mißwachſes im vorigen Jahre, der ſelbſt durch die dießjaͤhrige ſehr mittelmaͤ⸗ ßige Ernte nicht hinreichend abgeholfen iſt, mangelt es natuͤrlich manchem Gutsbeſitzer an Gelde: ſo fern er eines Theils die Produkte nicht gewonnen hat, aus deren Verkauf ihm ſonſt ſeine Einnahme zufloß; und andern Theils wohl gar Futter, Vieh zum Erſatz des gefallnen, und Brot oder Saatkorn ankaufen muͤßte, ſo daß bei ver⸗ minderter, Einnahme ſeine Ausgabe zu— nahm. Trifft dieß Schickſal einen Mann, der ein Gut um eine vielleicht zehnfach hoͤhere Summe, als er ſelbſt beſitzt, ſey es auf Spekulation zum Wiederverkauf, ſey es zur eignen Bewirthſchaftung, erkauft hat; und wird er von den Glaͤubigern, II. C ——— 34— mit deren Gelde er das Gut vielleicht weit uͤber den wahren Werth bezahlt hat, und die nun ihr Geld nicht mehr darauf ſicher ſtehen ſehen, oder ſonſt beſſer be⸗ nutzen koͤnnen, durch Aufkuͤndigungen ge⸗ draͤngt: ſo hoͤrt man ihn laut uͤber Geld⸗ mangel klagen. Aber das Geld, welches die Kreditoren ihm abdringen, geht darum nicht fuͤr die Nation verloren, weil es ihm entgeht; und das Geld, das er aus Mangel an Sicherheit vielleicht ſelbſt zu den hoͤchſten Zinſen nicht aufzutreiben ver⸗ mag, iſt darum nicht weniger im Lande wuͤrklich vorhanden, weil er es nicht be⸗ kommt: ſelbſt, wenn die National⸗Baar⸗ ſchaft durch ein Wunder in einer Nacht verdoppelt wuͤrde, bekaͤme er davon bei gleichem Mangel an Sicherheit doch ent— weder nichts geliehen, oder muͤßte ſich zu denſelben Wucherzinſen bequemen, zu de⸗ nen er ſich jetzt bequemt; indem natuͤrlich der hoͤhere Zins die Gefahr des Bedluſes aſſekuriren muß. 3 Dagegen fehlt es bei voller Sicherheit noch jetzt keinesweges an Kapitalien, die man Gutsbeſitzern, bei denen ſie ſtehen, gern laͤßt, und die man ihnen zu den maͤ— ßigſten Zinſen willig leiht. Denn ſelbſt heute und9 zm gg paen ſiht un nerſchen bezahla ten gat ſt nicht von her ihe hf n.( Landg lien, zu vie in hat 5 als we Nſanm Otnat Leich ſſetn Ru. ſc R Sum den d deeſe 35 heute noch gelten in Koͤnigsberg die Weſt⸗ und Oſtpreußiſchen Pfandbriefe zwei Pro⸗ zent Agio, und waren ſelbſt bei der dro⸗ henden Gefahr eines ruſſiſchen Krieges nicht unter Pari geſunken. Ja die pom— merſchen Pfandbriefe, vielleicht weil ihr Bezahlungsort naͤher an Berlin iſt, gel— ten gar gegen drei Prozent Agio: und es iſt nicht zu vermuthen, daß dieß Agio da⸗ von herruͤhre, daß die Landſchaften ſelbſt ihre Pfandbriefe zu ſolchem Preiße aufkau⸗ fen. Eben ſo ſind auf gute Hypothek von Landguͤtern und Haͤuſern ſo viel Kapita— lien, als man verlangt, ſelbſt heute noch zu vier und ein halb und zu fuͤnf Prozent zu haben. B. Was die andern Gruͤnde betrifft, aus welchen man eine Unzulaͤnglichkeit der geſammten Baarſchaftsmaſſe in unſerm Staat zur Beſtreitung des geſammten Verkehrs in demſelben ſchließen will: ſo bieten ſich daruͤber folgende Bemerkungen dar. 1) Wenn es heißt, die Baarſchaftmaſſe ſey vermindert worden, theils durch die Summen, die zum Kriege am Rhein aus den laufenden Revenuͤn— denn vom Treſor, der mit der einlaͤndiſchen Cirkula⸗ C 2 2 36— tion nichts zu thun hat, kann gar nicht die Rede ſeyn— fortgeſchickt worden ſind; theils durch die zur Bezahlung der aus— waͤrtigen Schulden weggeſandten 12,100,000 Thaler*); ſo fragt es ſich, der wie vielſte Theil von allen dieſen Summen denn in Metall aus dem Lande gegangen iſt? Bei weitem der groͤßte Theil, beſon— ders der letzten Summen, ſollte man den— ken, ſey nicht in Metall, ſondern in Wechſeln uͤberſandt, die in unſerm Staate ſelbſt gekauft worden ſind; ſo daß die Be— zahlung dafuͤr im Lande blieb, indeß die Valuta dieſer Wechſel hauptſaͤchlich in den Produkten beſtand, die von unſern See— ſtädten nach dem Auslande gegangen wa⸗ ren. Und ſelbſt der Theil, der in Metall weggeſchickt wurde, wie uͤberreichlich mag der durch das Metall, welches wieder aus der Fremde geloͤſet iſt, erſetzt worden ſeyn: zumal wenn man ſich der Jahre 1800 und 1801 erinnert, in welchen der Werth unſrer Exporten, inſonderheit an Weizen nach England zu einer beiſpiello⸗ ſen Hoͤhe ſtieg. *) S. den Aufſatz„Ueber den jetzigen Geldman⸗ gel,“ in der Berl. Mongtsſchrift Okt. 1805.— 8s zalu ſiiſch nir, Verinde deit, uffalle das der deit al ſa wit aun in dre Kendit der) gewac tend einen; ſich ui ) Dantſc ſc ſ maſſ Nangr wäüm doh nac man 37 Es muͤßte ſich doch, wenn durch Aus⸗ zahlung jener Summen die Maſſe der in⸗ laͤndiſchen Baarſchaft vermindert worden waͤre, irgend ein Symptom von dieſer Veraͤnderung, und zwar gerade zu der Zeit, als jene Zahlungeu geſchahen, am auffallendſten gezeigt haben. Aber war das der Fall? Sind nicht waͤhrend jener Zeit alle Handelsgeſchaͤfte ohne Stockung, ja mit vermehrter Lebhaftigkeit fortgegan⸗ gen? Sind nicht Discont und Geldzins in ihrem Gleiſe geblieben? Iſt nicht der Kredit der Grundbeſitzer, und die Maſſe der Pfandbriefe bei deren ſteigendem Agio gewachſen? Und das alles vollends waͤh⸗ rend einer Zeit, wo der Treſor fortgehend einen Theil der umlaufenden Baarſchaft in ſich aufnahm und dem Umlauf entzog. 2) Wenn es heißt, der Bedarf an Baarſchaft zur Beſtreitung alles Verkehrs ſey jetzt groͤßer und ſonach die Bagrſchafts⸗ maſſe unzugaͤnglich geworden, weil die Monarchie ſich um zweitauſend Quadrat⸗ meilen erweitert und einen Zuwachs von Provinzen gewonnen hat, deren Kultur noch ein großes Kapital erfordert; ſo darf man fragen: a. Das Erfurtſche, das Eichsfeldſche, Hildesheim und die neuen weſtphaͤliſchen Provinzen, waren ſie, als ſie mit unſerm Staat vereinigt wurden, von Baarſchaft entbloͤßt? Sind ſie es jetzt? Man weiß hier nicht beſtimmt, wie hoch dort der Geldzins bei guter Sicherheit ſteht; aber vermuthlich iſt er da nicht hoͤher, als bei gleicher Sicherheit in den alten Provinzen. Wenn aber in Suͤd⸗ und Neuoſtpreußen der Geldzins hoͤher als anderwaͤrts iſt, weil da— auf aͤhnliche Art wie in Nord⸗ amerika— mit dem Gelde, angelegt auf den Boden, ſich mehr als anderwaͤrts er⸗ werben laͤßt; und wenn dem zufolge man⸗ ches Kapital, das minder vortheilhaft in den alten Provinzen zu benutzen iſt, ſich dorthin ziehet: ſo mag der Staat ſich freuen, daß Kapitalien eine Anwendung ſuchen und finden, bei der durch ſie ein. hoͤherer Ertrag hervorgebracht, und ſonach das Nationaleinkommen ſtaͤrker vermehrt wird. Entbloͤßt werden darum die alten Provinzen von dem Verlage, der ſich vor⸗ theilhaft in ihnen benutzen laͤßt, nicht wer⸗ den: vielmehr kann durch Abfluß mancher entbehrlichen Kapitalien aus den alten Provinzen nach Suͤd⸗ und Neuoſtpreußen der zen Ne ail fantal ujſam herden b vorben ſeyn. aber Derne wen fralen das ſcwe manch Kultun manche 9 Nriße Duge der wi vffl, ng Dane l fünme deni der uͤbrige Verlag in jenen alten Provin⸗ zen an Eintraͤglichkeit zunehmen, wovon die weitere Folge iſt, daß der Abfluß jener Kapitalien deſto leichter wiederum durch Aufſammlung von neuen Kapitalien erſetzt werden kann. b. Kapitalien wollen durch Arbeit er⸗ worben und durch Sparſamkeit geſammelt ſeyn. Erſchaffen kann ſie kein Staat; aber wohl kann er ihre Entſtehung und Vermehrung beguͤnſtigen, hauptſaͤchlich, wenn er der Nationalgewerbſamkeit ſo freien und ſichern Spielraum laͤßt, und das Aufſammeln von Verlag ſo wenig er⸗ ſchwert, als moͤglich. Uebrigens ſcheint manche der neuen deutſchen Provinzen an Kultur und Wohlſtand wohl nicht hinter mancher alten zuruͤck zu ſtehen. 3) Die ſeit zwanzig Jahren eingetretne Preißerhoͤhung faſt aller keaͤuflichen Dinge nicht aller: denn ſelbſt eine der wichtigſten Waaren der Welt, die Kar⸗ toffeln, ſind ſeit dreißig Jahren im Preiße eher geſunken, als geſtiegen, und andre Waaren haben ſich in ſehr ungleichen Ver⸗ haͤltniſſen vertheuert— dieſe Preißerhoͤhung koͤnnte doch nicht wohl ſtatt gefunden, oder wenigſtens auf die Dauer nicht Beſtand 40 gehabt haben, wenn nicht die Baarſchaft⸗ Proh maſſe zugenommen haͤtte. Iſt aber dieſe lile Preißerhoͤhung, ſo weit ſie nicht von vor⸗ In ſ uͤbergehendem Mißwachs und andern Un⸗ auf faͤllen herruͤhrt, hauptſaͤchlich eine Wuͤr⸗ m kung von der vermehrten Baarſchaft⸗ Mmmaiin maſſe: ſo ſcheint dieſe nicht wohl fuͤr un⸗ 6 zureichend in Hinſicht auf das Verkehr an⸗ n vur genommen werden zu koͤnnen. Selbſt was ſerm den Ankauf unſerer Kolonialwaaren be⸗ ſbint. trifft, wie hoch auch manche derſelben auf⸗ dua geſchlagen ſind, die zum Theil nach dem Kelaic Frieden der Seemaͤchte wohl wieder ziem⸗ ym lich herabgehen werden: ſo ſind doch gerade mert die, deren Konſumtion ſich auf den hoͤch⸗' ſten Werth belaͤuft, z. B. Zucker und. mm Kaffee, verhaͤltnißmaͤßig nicht ſo hoch auf⸗? geſchlagen, als mehrere inlaͤndiſche und y' polniſche Produkte, wie z. B. Hanf, Lein⸗ da ſaat, Pottaſche, deren Preiß ſich ſeit etwa Gite zwanzig oder dreißig Jahren triplirt hat, Wmmr und mit denen wir zum Theil jene Waa— 1 ren kaufen. Da wir uͤberhaupt die Kolo⸗ n nialwaaren nicht mit Silber und Gold, um welche Metalle vielmehr ſelbſt zu den Ko⸗ tnt lonialwaaren gehoͤren, ſondern mit unſern tu Produkten, Fabrikaten, Rhedereiverdienſt tni und Handelsprofit bezahlen, worunter die aac ‿☚ —ööii B 2— Produkte und Fabrikate die wichtigſten Ar⸗ tikel ausmachen: ſo kommt es nur darauf an, daß dieſe ſich vermehren, um unſern Bedarf ſowohl an andern Kolonialwaaren, als an Silber und Gold damit einzu⸗ kaufen. C. Das Reſultat von allem iſt, daß ein wuͤrklicher Mangel an Baarſchaft in unſerm Lande nicht erwieſen zu ſeyn ſcheint. Und was die Eingangs erwaͤhn⸗ ten drei Umſtaͤnde betrifft, ſo waͤre es vielleicht am beſten, wenn der Staat 1) um den Discont ſich gar nicht bekuͤm⸗ merte; 2) die Bank durch Zuruͤckfuͤhrung auf feſte Principien wieder in den Stand ſetzte, die Wohlthaͤterin des Handels zu ſeyn; 3) die Grundbeſitzer ſich ſelbſt uͤberließe. Der Wechſel der Perſonen, welche die Guͤter beſitzen, kann ihm gleichguͤltig, oder kann ihm vielmehr, ſofern die Guͤ— ter aus den Haͤnden von Schwindlern und ſchlechten Wirthen in die Haͤnde von braven und betriebſamen Landwir⸗ then kommen, nicht unlieb ſeyn. Will er aber auch dieſem Wechſel fuͤr die Zu⸗ kunft ſteuern, und zugleich den fuͤr die Kultur ſo nachtheiligen Guͤterhandel(oder V b V —= 2 2 Aufkauf zum Wiederverkauf) hemmen; ſo braucht er die Landſchaften nur auf das Princip zuruͤckzufuͤhren, welches ſchon bei der Stiftung der ſchleſiſchen, als der erſten, wuͤrklich zur Sprache kam, aber uͤbergangen ward: auf das Princip, daß ſie ſich von jedem ihrer Schuldner we⸗ nigſtens Ein Procent uͤber das, was der Glaͤubiger bekommt und was die Adminiſtration koſtet, zahlen laſſen, und dieß Eine Procent durch Benutzung deſſelben auf Zins von Zins zur Amor⸗ tiſirung der Schuld anwenden ſolle: ein Princip, das in Daͤnemark mit dem groͤßten Vortheil fuͤr die Schuldner ſelbſt ſowohl als fuͤr die Landeskultur befolgt wird*). Dagegen dem Gutsbeſitzer da⸗ durch helfen wollen, daß man die ſchon durch die Landſchaft ihm dargebotene Leichtigkeit Schulden zu machen, ohne an deren Wiederbezahlung denken zu duͤrfen, durch ein neues Mittel ver⸗ mehrte, hieße das Uebel, welches jene Leichtigkeit bekanntlich ſchon verurſacht hat, nur noch vergroͤßern. *) S. Eggers Memoiren über die Däniſchen Finan⸗ zen, Band 1. 4 gden, vertete inden d mit un 4 2 anſtat fauf eon ngenom den Iſe Snnatge ½ ¾ rünnge Gün bung Jm Daxin — 43 en; I. Iſt Papiergeld fuͤr den preußiſchen Staat d5 noͤthig und nuͤtzlich? ¹, 4 Wenn man von dem Begriff des Pa⸗ ,* piergeldes alle Arten von Papier, die ir⸗ e. gend Zinſen tragen, ausſchließt; ſo wird 1s Papier nicht anders ein Zahlungsmittel ab⸗ 3 geben, oder die Stelle von Metallgeld 1d vertreten koͤnnen, als unter einer der fol⸗ 8 genden Bedingungen: r⸗ 1. Wenn eine Anſtalt da iſt, bei der en 1 ſich jedes Papier auf Verlangen ſogleich ͦm gegen das baare Metallgeld, worauf es t lautet, verwechſeln laͤßt, wie es der Fall jt mit unſern Banknoten iſt. ⸗ 2. Wenn, falls eine ſolche Realiſirungs⸗ / anſtalt wegfaͤllt, das Papier beim Ver— je kauf von Staatseigenthum fuͤr baares Geld de angenommen wird; welches der Fall mit u den Aſſignaten und den nordamerikaniſchen ⸗ Staatszetteln war. ne 3. Wenn, falls keine der beiden Ein⸗ ht richtungen ſtatt findet, das Papier zu Be⸗ zahlung der Abgaben an den Staat als baares Geld brauchbar iſt: welche letzte Bedingung, daß nehmlich der Staat das Papier in ſeinen Kaſſen annimmt, auch ———ꝛ—ꝛ—ꝛx:n 44 mit der erſten und zweiten verbunden ſeyn algt! 38 kann.— lum Unter dieſen drei moͤglichen Arten des 1 3 Papiergeldes kann von der zweiten hier d gar nicht die Rede ſeyn. ghlch 1 Soll Papiergeld von der erſten Art vnmen eingefuͤhrt werden, und zwar ſo, daß der ni ſch ' Staat die Pflicht, es bei ſeinen Kaſſen 6 a anzunehmen, nicht uͤbernimmt, ſondern ſſ ne ſich die Wahl daruͤber vorbehaͤlt: ſo thut nndet der Staat wohl am beſten, wenn er, an⸗ anüch 4 ſtatt ſich ſelbſt mit einem ſolchen Geſchaͤfte ea, zu befaſſen, es einer Privatſocietaͤt— wie gedr die Londner Bank ihrem Stiftungsbriefe I 1 nach iſt— uͤberlaͤßt. Das Publikum, und ttwah ſonach der Staat ſelbſt, werden dann allen Riſ Vortheil, den man ihnen vom Papier⸗ utt de gelde verſpricht, genießen, und vor aller ehl Gefahr, die mit demſelben verknuͤpft ſeyn Wnu mag, bewahrt bleiben. Moͤgen alſo die enn reichſten Bankiers in Berlin, oder wo ben V ſonſt, aufgemuntert werden, ſich durch da Aktien in eine ſolche Societaͤt zu vereini⸗ ¹ Sta gen. Thun ſie es nicht, und zwar, wie dan natuͤrlich, darum nicht, weil ſie ſich da⸗ am. von keinen Vortheil verſprechen, den ſie V na nicht wenigſtens eben ſo gut aus den jetzi— Kuſ gen Anwendungen ihrer Gelder ziehen: ſo n n 45 en ſan folgt wohl ſchon daraus, daß das Publi— kum jetzt ſolches Papiergeldes eben nicht en de bedarf. Hier„ Soll aber das Papiergeld dieſer Art zugleich in den koͤniglichen Kaſſen ange— Art nommen werden: ſo iſt dergleichen Papier⸗ der geld ſchon wirklich vorhanden. Wir haben iſſen es an unſern Banknoten, und es kaͤme ern alſo nur darauf an, dieſe zu vermehren. hut Findet man die Vermehrung derſelben un⸗ an⸗ thunlich, ſo ſcheint daraus wieder zu fol— afte gen, daß das Publikum ſolches Papier⸗ vir geld nicht noͤthig hat. tiefe Was dagegen das Papier von der eben und erwaͤhnten dritten Art betrifft; ſo kann, len da deſſen einzige vollguͤltige Realiſirungs⸗ er⸗ art darin beſteht, daß man damit Abgaben ler bezahlt, die Quantitaͤt, die ſich davon in 1 Umlauf halten kann, nur ſehr beſchraͤnkt die ſeyn, wenn es ſich nicht vom baaren Gelde wo losreißen, und einen Discont leiden ſoll. c b Der preußiſche Staat, ſofern er ſeine ni⸗ Sicherheit auf einen Schatz in baarem vie Metallgeld ſtuͤtzen, und dieſen aus den lau⸗ da⸗ fenden Revenuͤen ſammeln ſoll, kann nicht ſ wohl Papiergeld den Zugang zu ſeinen ˖G") Kaſſen in groͤßerm Maaße geſtatten, als er ihn bisher ſchon ſeinen Banknoten ge⸗ 4 46— ſtattet hat. Werden doch ſelbſt dieſe ntlit 5 gegenwaͤrtig in Koͤnigsberg bei der Aceiſe⸗ i kaſſe, weil ſie lauter baares Geld an die Kriegskaſſe liefern ſoll, nicht angenommen. V ſain In Betracht ſeines Beduͤrfniſſes oder ſei⸗ lei ner Maxime, einen Schatz in Metall zu d haben, ſteht unſer Staat einzig da, und! es laſſen ſich die Exempel von andern Laͤn⸗ 6 dern, worin der inlaͤndiſche Verkehr mit es Papiergeld betrieben wird, auf ihn nicht ſden anwenden; oder vielmehr eben dieſe Exem⸗ Ne pel muͤſſen ihn davon abſchrecken. Denn an noch kennt die Geſchichte keinen Staat, I deſſen Papiergeld ſich nicht von dem baa— no ren Gelde losgeriſſen haͤtte, ſelbſt die if Londner Banknoten ſtehen unter dem Pari; V fril indem z. B. der ſpaniſche Thaler nur 4 n Schilling werth iſt, am 17. Septbr. d. J. dulen mit 522 Schilling, natuͤrlich mit Bank⸗ ditl noten, bezahlt ward*»y. Bloß Preußen Undg mit ſeinen wenigen Banknoten machte bis⸗ ent her die einzige, eben ſo ehrenvolle als Ile wohlthaͤtige, Ausnahme, daß ſeine Noten Elu ſich immer auf Pari hielten, indem der t unbedeutende Discont, den ſie manchmal 8r in Koͤnigsberg bis auf hoͤchſtens Procent 2“) Siehe Hamburger Addreß⸗ Comtoir⸗Nachrichten, Mn Stück 75. v. J. 180g. run —„ 3 47 1 erlitten, gar nicht in Betracht kommt. ſr An Wuͤrden dieſe Noten aber betraͤchtlich ver⸗ b an i mehrt, ſo riſſen auch ſie ſich unfehlbar vom unme baaren Gelde los, und ſaͤnken nach Maaß⸗ R ſi gabe ihrer Vermehrung in Unwerth hinab. dun zr Die Folgen, die ein ſolches Sinken d, und des Papiergeldes unter ſeinen Noͤminal— mlin⸗ werth fuͤr die Nationalwirthſchaft und fuͤr ir ni die Staatsfinanzen mit ſich fuͤhrt, ſind in uicht jedem andern Lande ſchaͤdlich; fuͤr unſere den⸗ Monarchie wuͤrden ſie vollends verderblich Dan ſeyn.. Sun, Wenn geſagt wird, es ſey gleichguͤltig, em dau⸗ aus welcher Subſtanz das Zahlungsmittel lſt di beſtehe, wenn es nur cirkulirt: ſo iſt das Mri, freilich wahr, vorausgeſetzt, daß dieß Zah⸗ 1 lungsmittel immer unveraͤnderlich, dem d3. vollen Werthe nach, auf den es lautet, Dnſ eirkulirt. Aber aͤndert ſich waͤhrend des tebhen Umlaufs ſein Werth; ſo richtet die daraus te be entſtehende Verwirrung in den Preißen le abs aller Dinge, in den Verhaͤltniſſen der Aoten Glaͤubiger und Schuldner, in allem Ver⸗ dem di kehr und in den Finanzen erſtaunlichen maachme Schaden an. Puenk Ein zweiter Umſtand, worin unſere Nonarchie ſich von andern mit Papiergeld gatiih verſehenen Laͤndern unterſcheidet, iſt die 48 zerſtreute Lage ihrer Provinzen und die ſehr verſchiednen Nachbarn, von denen ſie begraͤnzt wird. Was London fuͤr Eng⸗ land iſt, nehmlich faſt der alleinige Wech— felplatz des ganzen Landes, das iſt Berlin nicht fuͤr unſern Staat. Papier, dem vollen Werthe nach realiſirbar in Berlin, wuͤrde in Koͤnigsberg, Memel, Danzig und Elbing, wo man die aus dem oͤſtreichiſchen und ruſſiſchen Polen hingebrachten Guͤter baar bezahlen muß, einem ſchweren Dis⸗ cont unterworfen ſeyn. Bei dem Discon⸗ tiren ſolches Papieres wuͤrden ſich freilich wohl hieſige ſowohl, als Berlinſche Bankiers vortrefflich ſtehen: aber deſto uͤbler wuͤrde der Theil des Publikums dran ſeyn, der ſich ihnen in die Haͤnde geben muͤßte; und bei vollem Flor des Agiotirens geriethe dann die Nationalwirthſchaft, vom Handel angefangen, in Verfall. Die Ungewißheit, was fuͤr eine be⸗ ſtimmte Art von Papiergeld, und unter welchen Modalitaͤten ſie vorgeſchlagen ſeyn mag, verbietet alle beſtimmtere Aeußerun⸗ gen uͤber dieſen Gegenſtand. XI. be⸗ untet ſen eruu⸗ XI. Ueber die Mittel, das zur Bezahlung der franzoͤſiſchen Kriegsſchuld erforderliche Geld aufzubringen. II. D ——————— ——————————— 3 — G=— B— S==—=—— —==F ꝙ é=Z=——==—= — 4 —— 1 Ueber die Mittel, das zur Bezahlung der franzoͤſiſchen Kriegs⸗ ſchuld erforderliche Geld aufzubringen. (Geſchrieben im Monat July 1807.) De beſcheidene Theorie macht nicht Plaͤne; ſie iſt zufrieden, wenn es ihr gelingt, der mit allen Datis verſehenen und mit dem Detail aller Umſtaͤnde vertrauten Praxis durch Aufzaͤhlung der verſchiedenen Anſich⸗ ten, deren eine vorliegende Sache em⸗ pfaͤnglich iſt, und der Folgen von einer jeden bei ſolchen Anſichten ſich darbieten⸗ den Maaßregel, die Wahl des beſten Pla⸗ nes zu erleichtern. Fragt man, welcher von den verſchied⸗ nen Wegen zu Bezahlung der Kriegsſchuld vorzuziehen ſey? ſo iſt es ohne Zweifel O8 2 52 derjenige, bei welchem die Wiederherſtellung der in ihren Grundfeſten erſchuͤtterten, und zum Theil zertruͤmmerten Nationalwirth⸗ ſchaft am wenigſten verzoͤgert und erſchwert wird. Bezahlen und verlieren muß frei⸗ lich die Nation immer jenes Geld: aber zu welchen Zeiten und in wie gro⸗ ßen Poſten jedesmal, und aus was fuͤr Quellen ſie es bezahle, das macht fuͤr ſie in Hinſicht auf jenen großen Ge⸗ genſtand der Wiederherſtellung ihrer Wirth— ſchaft einen unendlich wichtigen Unter⸗ ſchied. Und in dieſem Betracht ſcheint der Weg der I. auswäaͤrtigen Anleihe der vorzuͤglichere zu ſeyn, aus folgenden Gruͤnden. 1) Bei dieſer Maaßregel gewinnt die Nation Zeit, ſich durch ihre Anſtrengun⸗ gen nach und nach wieder aufzuhelfen. Am dringendſten aber iſt ihr zu ihrer Erholung Friſt noͤthig gerade in dieſem und dem fol— genden Jahre, wo ſie von der Veroͤdung ſo vieler Felder, von der Zerſtoͤrung ſo vieler Heerden Vieh, das, ſo weit es die Armeen noch uͤbrig gelaſſen haben, die Seuche wegzuraffen droht, und uͤberhaupt von der Vernichtung ſo vieler Wirthſchafts⸗ 53 erforderniſſe und von dem Verluſt ſo vielen Eigenthums aller Art die Nachwehen am ſchmerzlichſten empfinden wird. Bekanntlich koͤnnen die Bedingungen der Anleihe ſo geſtellt werden, daß wir in den erſten z. B. vier oder ſechs Jahren weiter nichts als die Zinſen zu zahlen brauchen, und erſt nach Verlauf ſolcher Zeit, z. B. vom fuͤnften oder ſiebenten Jahre an, alljaͤhrig den z. B. vierten Theil des Kapitals ſammt den mit jeder ſolchen Zahlung um ihren vierten Theil verminderten Zinſen entrichten. 2) Eben dieß theilweiſe Zahlen in klei— nern Poſten iſt ein zweiter wichtiger Vor⸗ theil, indem dabei die Nation den Reſt von Kraft, den ſie noch beſitzt, ſowohl als den ſie nach und nach erſammeln wird, vollſtaͤndiger, oder um einen geringern Theil vermindert, auf die Wiederherſtel⸗ kung ihrer Wirthſchaft wenden kann. Sie darf dann hoffen, bei vielleicht kuͤnftig ein— tretenden gluͤcklichen Ernten und Handels⸗ konjunkturen, ſich deſto ſchneller und leich— ter erholen, oder, im ſchlimmſten Fall, wenn beides ausbleibt, ſolche Widerwaͤrtig⸗ keiten deſto beſſer uͤberſehen zu koͤnnen. 7 54 3) Sofern die Zahlung auf mehrere Jahre und in kleinere Poſten vertheilt wird, wird es moͤglich, den fuͤr jeden Ter⸗ min erforderlichen Geldbetrag auf manche fuͤr die Nationalwirthſchaft minder ſtoͤrende Art aufzubringen, als es im entgegenge⸗ ſetzten Fall geſchehen muͤßte. Man koͤnnte nehmlich dieß Geld zum Theil a) aus einigen neuen, inſonderheit auf Ge— genſtaͤnde des hoͤhern Wohllebens geleg— ten, zumal direkten, Abgaben fortge⸗ hend fuͤr jeden Termin erſammeln. Waͤh⸗ rend in England, wo man die Fi⸗ nanzkunſt meiſterhaft verſteht, die ge— meinen Eßwaaren noch immer von allen Auflagen frei ſind, ſind ſie bei uns ins⸗ geſammt impoſtirt; und waͤhrend dort alle Gegenſtaͤnde des Luxus in ſteigender Proportion mit Steuern belegt ſind, ſind viele derſelben bei uns von aller Steuer frei. Die Ausrede, daß manche dieſer Artikel wenig eintragen wuͤrden, iſt kein hinreichender Grund zu ihrer Steuerfreiheit; ſonſt muͤßten aus glei⸗ chem Grunde wohl hundert Artikel aus dem neuen Acciſetarif ausgeſtrichen wer⸗ den. * 55 duar b) Eben ſo koͤnnte man dazu manchen hel Theil des oͤffentlichen Einkommens an⸗ Ter⸗ wenden, der bisher entweder zu Sine⸗ nche kuren, wie die Landshauptmannſchaften, nde oder zu uͤberfluͤſſigen Penſionen, das Re⸗ V heißt, an Perſonen von genugſamem ei⸗ ute V genem Vermoͤgen, und nach reichlich ge⸗ zogenen Dienſtgehalten, oder zu andern Ge⸗ entbehrlichen oder minder noͤthigen Aus⸗ eg⸗ gaben, ſey es urſpruͤnglich beſtimmt wa— I⸗ ren, ſey es zur Zeit angewandt werden. ahe Auch hier iſt die Ausrede, daß dieß alles Fi⸗ wenig betragen wuͤrde, bei der jetzigen Pg. Lage der Umſtaͤnde in mehr als einem len. Betracht unſtatthaft.. in. c) Selbſt ſofern durchaus zu einer Be⸗ ort V ſchatzung geſchritten werden muͤßte, der. wuͤrde das Ungleichmaͤßige und Bedruͤk⸗ nd, kende, das bei dieſer Maaßregel ller ſich nie verhuͤten laͤßt, ertraͤg⸗ nche licher werden, wenn die dadurch aufzu⸗ V) bringende Summe jedesmal nur klein zu rer ſeyn brauchte. dlei Alle dieſe Vortheile ſind mit den Zin— au. ſen, die wir an unſere auswaͤrtigen Glaͤu⸗ uir biger entrichten muͤßten, gewiß nicht zu theuer erkauft. So wie jeder Privatmann gern Zinſen zahlt, wenn er mit dem ge⸗ 56 borgten Kapital mehr verdient, und vollends gern, wenn er mittelſt der gemachten An⸗ leihe ſich einer ihm ploͤtzlich zugeſtoßenen Zahlung uͤberhebt, die ihn ſonſt noͤthigen wuͤrde, ſeinen Wirthſchaftsfonds anzugrei⸗ fen; zumal wenn dieſe Zahlung ihm in einem Zeitpunkt zuſtieße, wo er mancherlei Unfaͤlle in ſeiner Wirthſchaft erlitten haͤtte: ſo iſt es auch mit einer ganzen Nation. Und gerade in dieſem letztern Fall befin⸗ den wir uns jetzt. Wir brauchen zur Wiederherſtellung unſrer durch den Krieg geſtoͤrten und vernichteten Gewerbe alles, was ſich von Geldfonds noch irgend unter uns vorfinden mag, hoͤchſt nothwendig; zumal da der Staat, weit gefehlt uns un⸗ terſtuͤtzen zu koͤnnen, vielmehr ſelbſt von allen Seiten Ausfaͤlle in ſeinen Finanzen erfaͤhrt. Es laͤßt ſich nicht annehmen, daß die geſammte in der Nation jetzt noch vor— handene Baarſchaft zu jenem Zweck uͤber⸗ fluͤſſig hinreicht. Man ſage nicht, der Landmann, ſo weit er von den eigentli— chen Kriegsverheerungen verſchont blieb, habe doch, ſelbſt in dieſem ſchrecklichen Jahre, durch die hohen Produktenpreiße zum Theil gewonnen: denn was halfen —-—— 57 ihm dieſe Preiße, wenn er unter Lieferun⸗ gen und Kriegsfuhren erlag, und alles, was er zu kaufen hatte, in eben dem Ver⸗ haͤltniß theurer fand? Nicht weniger iſt im Ganzen der große Gewinn zweifelhaft, welchen man denjenigen Klaſſen von Kauf— leuten und Handwerkern nachſagt, deren Waaren und Arbeiten vom Militair aller Armeen begehrt wurden. Denn jene Waa— ren hatten auch beim Einkauf aus der Fremde außerordentliche Koſten getragen, die ihre Bezahlung, beim Mangel alles Exporthandels, mit Wechſeln zu unerhoͤrt hohem Kurſe, und dieß Jahr vollends durch koſtſpielige Verſendung baaren Gel⸗ des nach Kopenhagen und Riga bewuͤrkt werden mußte. Jene Handwerker aber, waͤhrend ſie ihre Arbeiten nicht leicht aufs Doppelte des ſonſtigen Preißes treiben konnten, mußten faſt alle ihre Lebensbe⸗ duͤrfniſſe weit uͤber zweimal, ja dreimal ſo theuer, wie ſonſt, bezahlen. Die weni— gen, die Kraft ihres betraͤchtlichen Ver⸗ lages, Lieferungen im Großen uͤberuehmen konnten, oder Vorraͤthe von Lebensmitteln, zu beſſerer Zeit eingekauft, beſaßen, abge⸗ rechnet, wundern ſich die andern jetzt ſelbſt, nach ſo außerordentlich ſtarker Einnahme 58 nicht weiter in ihrer Wirthſchaft gekom⸗ men zu ſeyn, als ſie zuvor waren, und ſehen jetzt, bei der Stockung aller Nach⸗ frage und bei der fortwaͤhrenden Theu⸗ rung, ihrem Elende entgegen. Aber was will aller ſolcher Gewinn, wie hoch man ihn auch anſchlagen mag, gegen die ungeheuern Verluſte ſagen, wel⸗ che die Nation erlitten hat! In ihrer Landwirthſchaft durch die feindlichen Ver⸗ heerungen nicht nur, ſondern ſchon ſeit 1305 durch Verminderung der zum Kriege abberufenen Arbeiter, durch Lieferungen, durch Kriegsfuhren in der ſchlimmſten Jahreszeit, vollends bei einer Reihe von mittelmaͤßigen, zum Theil ſchlechten Ern⸗ ten! Im auswaͤrtigen Handel, da 1805 unſre Schiffe und Ladungen durch die Britten genommen, 1806 unſre Haͤfen durch die Schweden blokirt, und 1807 die nothwendigſten Lebensmittel, ſelbſt Kartof⸗ feln, vom Auslande, beim Mangel aller Exporten, mit baarem Gelde gekauft wur⸗ den! Dazu kommt, daß die gewoͤhnliche Abkunft ſtromwaͤrts nicht nur an Getreide ganz, ſondern auch an andern Artikeln groͤßtentheils dieſen Sommer ausgeblieben, und ſonach zur Verſchiffung auf kuͤnftiges deit rend Mu jhl nunen fender ud din v u nan ſeht, 1 In gen M wir fere wr a z lana — 59 Fruͤhjahr faſt nichts vorhanden iſt, waͤh⸗ rend wir der Einfuhr uͤber See von einer Menge von Artikeln, und ſogar der Ein⸗ fuhr mancher Wirthſchaftserforderniſſe, wie namentlich des Viehes, von dem angraͤn⸗ zenden Auslande ſchlechterdings beduͤrfen, und ſonach dieß alles baar werden bezah⸗ len muͤſſen. Ueberdem taͤuſcht man ſich ſehr, wenn man beim Gelde bloß auf die Summen ſieht, und nicht den Werth bedenkt, den ſie beim Ankauf von Beduͤrfniſſen haben. In dieſem Betracht erfordert bei der jetzi⸗ gen Theurung, die, da ſie von wahrem Mangel herruͤhrt, nicht ſobald aufhoͤren wird, ein gleicher Kaufwerth eine viel groͤ— bere Summe, als ſonſt. Bei dieſer Lage der Sache einen ſo betraͤchtlichen Theil, als zur Tilgung unſerer Kriegsſchuld auf einmal noͤthig waͤre, von unſrer Baar⸗ ſchaft weggeben, hieße nicht bloß die Wie⸗ derherſtellung der Nationalwirthſchaft ver⸗ zoͤgern und erſchweren, ſondern neue Noth und Elend uͤber das Land verbreiten. Denn nicht genug, daß dann der Umlauf der Baarſchaft aus den minder wichtigen zu den nothwendigern Anwendungen, nach Verhaͤltniß jenes Theiles wegfiele; ſondern 60 mit dem fortgeſchickten Kapital hoͤrte zu⸗ gleich die ganze Maſſe des dadurch beſchaͤf⸗ tigten Gewerbfleißes auf. Mangel an Er⸗ werb naͤhme dann uͤberhand, und mit ihm Armuth, Noth, Sterblichkeit und Aus⸗ wanderung. Gegen ſolche Uebel iſt die Zahlung von Zinſen an das Ausland ein geringes Ungemach. Denn, was man wohl beherzigen muß, ers iſt ja nicht die Frage, ob wir ein Kapital zu unſrer Un⸗ terſtuͤtzung ins Land ziehen, oder uns lie— ber durch unſern Reſt von eigner Kraft ſelbſt helfen ſollen; ſondern, ob wir beſſer thun, das Kapital, das wir auf jeden Fall verlieren muͤſſen, gleich auf einmal aus unſern gerade jetzt ſo ſehr geſchwaͤchten und gerade jetzt ſo unentbehrlichen Mitteln wegzugeben, oder lieber auswaͤrts zu ver⸗ zinſen. Daß die Anleihe wohl in Holland zu Stande kommen noͤchte, laͤßt ſich aus mehreren Gruͤnden erwarten. Denn: 1) So manches hollaͤndiſche Kapital, das bisher in Hamburg und ſelbſt in Lon— don durch Kommanditen Anwendung im Handel fand, wird bei dem jetzt gehemm— ten Handel dieſer und faſt aller andern Plaͤtze ein anderweitiges ſicheres und vor⸗ theit wer ſſt AMn 6b angar Schu ſce unſern a Er ilen dane vom frun boeneg 4) we ſad, 7 61 theilhaftes Unterkommen wohl gern anneh⸗ men; zumal wenn der Glaͤubiger uͤberzeugt iſt, ſeinen Schuldſchein jederzeit ohne allen, oder mit unbedeutendem Discont, wieder in Geld verwandeln zu koͤnnen: eine Ueber⸗ zeugung, die er in Abſicht der preußiſchen Schuldſcheine wohl haben kann; wenn er ſich erinnert, daß eben dieß der Fall mit unſern Schuldſcheinen bei der vorigen 1803 zu Ende gegangnen Anleihe war, die bei allen Kriſen in Holland nie berraͤchtlich unter Pari fielen. 2) An Kredit kann es uns wohl nicht fehlen, theils wegen der Puͤnktlichkeit, womit wir unſere vorige hollaͤndiſche und Frankfurter Anleihe abbezahlt haben, theils vornehmlich a) weil wir frei von jeder Nationalſchuld ſind, und b) weil wir, was ein Hauptumſtand iſt, die Anleihe nicht ſuchen, um ſie, wie es ſonſt faſt immer mit Anleihen der Fall iſt, im Kriege zu verſchwenden, ſondern um im Frieden dadurch einen groͤßern Verluſt von uns abzuwenden, und ſo⸗ nach deſto leichter und ſchneller zu un— ſerm vorigen Wohlſtande uns empor ar— beiten zu koͤnnen. 62—— Auf den unwahrſcheinlichen Fall, daß die auswaͤrtige Anleihe nicht bis zur ver— i langten vollen Summe gelange, oder daß es ſich mit ihr zu lange verzoͤge, und mitt⸗ m lerweile eine Remiſſe nach Frankreich ſchlech⸗ unt6 terdings unabwendlich waͤre, moͤchte der den Weg der fde II. inlaͤndiſchen Anleihe hſſſen wohl der beſte ſeyn. Eine maͤßige Summe kaun, wuͤrde ſich bei Zinſen, die den ſonſt uͤblia gehen chen Marktſatz etwas uͤbertraͤfen, durch wed eine freiwillige Anleihe wohl zuſammen— R bringen laſſen: nicht weil es Baarſchaft im Ueberfluſſe giebt; ſondern aus den ſehr das traurigen Urſachen, weil: leih 1) bei der jetzigen Stockung des Wech⸗ a ſelhandels und uͤberſeeiſchen Verkehrs meh⸗ Anlel rere kaufmaͤnniſche Kapitalien keine An⸗ üin wendung in jenen Gewerben finden, und ti de 2) weil mehrere Perſonen, die bei der dyfg- Annaͤherung des feindlichen Heeres, was ful a ſie nur konnten, von Baarſchaft einkaſſir⸗ Nurnn ten und zuſammenhielten, ſolche ſofort wie—, der auszuthun, bei dem noch immer be⸗ düh ſtehenden Moratorio vom 19. Mai d. J., h bei dem Discont, den die Pfandbriefe lei— in den, und bei dem Schwanken alles Per⸗ tnri ſonalkredits bedenklich finden muͤſſen. uunle 5 63 Ueber die Verzinſung des ſolchergeſtalt aufgebrachten Geldes wird ſich Niemand beſchweren. Sie iſt gerecht, nicht nur, wenn die dazu erforderliche Summe durch Abgaben oder Beitraͤge erhoben wird, die eben ſo gut auf die Glaͤubiger wie auf jeden andern fallen; ſondern auch ohne dieſen Umſtand, ſofern Niemand verlangen kann, daß Andere die Zinſen, die ſie ſonſt ziehen koͤnnten, aufopfern ſollen, um ihn vor der druͤckenden Laſt einer Beſchatzung, die ſonſt ihn traͤfe, zu bewahren. Auch iſt die Verzinſung zu einem et⸗ was hoͤhern Satze noͤthig, wenn die An— leihe freiwillig ſeyn und doch gelingen ſoll. Auf alle Weiſe aber iſt eine freiwillige Anleihe vorzuziehen, weil Zwang, nach wel⸗ chem Princip man ihn auch reguliren mag, bei der Ausfuͤhrung mit unvermeidlichem Unfug verknuͤpft iſt; in dem vorliegenden Fall aber vollends, entweder, wenn das Moratorium fortdauert, den Kapitaliſten, oder, wenn es aufgehoben waͤre, ihren Schuldnern durch Aufkuͤndigungen gar zu wehe thun wuͤrde. Immer indeſſen haͤtte dieſe Maaßregel einer inlaͤndiſchen freiwilligen Anleihe den doppelten Nachtheil: 64— 1) daß ſie uns gerade in dem Zeit⸗ Dalau punkt, wo wir aller noch vorhandnen Ka⸗ donn pitalien ſo ſehr beduͤrfen, einen Theil da⸗ i von entzoͤge, und 2) daß der Zinsſatz, der zum Gelin⸗ 1 gen der Anleihe ſchon etwas hoͤher geſtellt alc werden muͤßte, durch Wegſendung der ſo tt 80 aufgebrachten Summe noch hoͤher ſteigen un d wuͤrde, zu vielleicht nicht geringer Verle⸗ guun genheit ſowohl der Landſchaft, die dann gcd, mit Aufkuͤndigungen beſtuͤrmt werden wuͤr— dand de, als anderer Debitoren; und zu nicht vec geringer Erſchwerniß der Wiederherſtellung ſaͤn des geſammten Nationalwirthſchaftsweſens, A fuͤr welches ein maͤßiger Zinsſatz ſo wohl⸗. thaͤtig iſt. üln Wer ſtatt der bisher betrachteten zwei Wege den dritten, nehmlich vſſn III. eine Beſchatzung des Einkom⸗ a9 mens andai vorſchlaͤgt, wird nicht leicht ein auf uns un paſſendes Exempel anfuͤhren koͤnnen, daß kn irgend eine Nation, unter Umſtaͤnden, die a den unſrigen aͤhnlich ſind, jemals eine ſol— V 1 che Maaßregel ergriffen haͤtte. Wohl nie rü hat eine Regierung ihrem Volk, neben kunn allen ſeinen gewoͤhnlichen immer fortgehen⸗ V zußr den Abgaben, noch eine zu einem hohen mu Belauf 1 65 Belauf hinanſteigende Schatzung vom Ein⸗ kommen aufgebuͤrdet, außer in Zeiten des Krieges und beim Verſchwinden des Kre⸗ dits. So war es ſeit 1793 in Holland, wo es der immer wechſelnden Regierung bei allem Reichthum der Nation an Kre⸗ dit gebrach. So in England ſeit 1799, wo das alte Fundirungsſyſtem auf einmal zu wanken begann. So in Oeſtreich ſeit 1800, wo es ſich weder mit aus⸗ noch inlaͤndiſchen Anleihen mehr zu helfen ver⸗ mochte. In ganz entgegengeſetzten Um⸗ ſtaͤnden befinden wir uns jetzt. Unſer Land hat Frieden, und es hat Kredit. Bei dieſer Maaßregel kommt es auf folgende zwei Hauptpunkte an. 1) Die Ausmittelung des Einkommens, deſſen jeder genießt, kann nicht wohl an— ders als auf den Grund ſeines eignen Ge⸗ ſtaͤndniſſes geſchehen. Eine Tabelle mit Rubriken uͤber die verſchiednen Arten von Einkommen wird ihm vorgelegt, und dar⸗ in jede Art ſeines Einkommens unter die gehoͤrige Rubrik eingetragen. Die Haupt⸗ rubriken ſind natuͤrlich, erſtens, Ein⸗ kommen von Realitaͤten, wie Laͤndereien, Haͤuſer, Kapitalien, zweitens, Einkom⸗ men von Gewerben, drittens, von Be⸗ II.*E 66 ſoldungen oͤffentlicher ſowohl als privater Dienſte, und viertens, Penſionen aller Art. Kontrollirt kann das Geſtaͤndniß nicht wohl anders werden, als durch eine Kom⸗ miſſion, beſtehend aus Einwohnern deſſel⸗ ben Orts oder Bezirks, und die zum Theil von gleichem Beruf mit dem, der ſeine Angaben macht, zum Theil von ganz an⸗ dern Staͤnden und Gewerben ſind; damit jene durch ihre Wiſſenſchaft, und dieſe durch ihre Unpartheilichkeit den Unrichtig— keiten in den Angaben abhelfen moͤgen. In Anſehung dieſes erſten Punkts zeigt ſich, wenn unſre Nation durch eine Einkommenſteuer den Betrag der Kriegs⸗ ſchuld jetzt aufbringen ſoll, eine von der gegenwaͤrtigen Lage der Dinge herruͤhrende Schwierigkeit, die unuͤberſteiglich ſcheint. Die Klaſſe der Beſoldeten abgerechnet ſind nehmlich jetzt faſt fuͤr alle andre Klaſſen die verſchiednen Arten von Einkommen ungewiß, und einem großen Theile nach ſchlechthin unbeſtimmbar. Wie ſoll z. B. der redlichſte Landmann ſein Einkommen ſchaͤtzen, wenn er durch den Krieg mehr oder weniger von ſeinen Wirthſchaftserfor⸗ derniſſen eingebuͤßt hat, und nicht weiß, —— wie viel ihm die Wiederanſchaffung der Dinge, die ihm fehlen, und ohne die er nicht wirthſchaften kann, koſten wird? 2) Die Beſtimmung der verſchiednen Saͤtze, nach welchen die Einkommenſteuer entrichtet werden ſoll. Hier treten folgende Fragen ein: a) Soll das Einkommen, ſofern es eine gewiſſe Summe nicht erreicht, ganz ſteuer⸗ frei bleiben, wie in England, oder ſoll auch das geringere und zwar dieß nach an⸗ dern Regeln beſchatzt werden, wie in Oeſt⸗ reich geſchah? b) Sollen die Saͤtze in ſteigender Pro⸗ portion bloß bis an eine beſtimmte Sum— me des Einkommens gehen, ſo daß uͤber dieſe hinaus der Steuerſatz unveraͤndert bleibt, wie in England, wo jedes Ein⸗ kommen uͤber 200 Pfund Sterling nur zu 10 Procent angeſetzt ward? Oder ſoll die ſteigende Proportion der Saͤtze unbe— graͤnzt mit dem zunehmenden Einkommen fortgehen, wie in Oeſtreich? Wo, wie es in England der Fall iſt, die reichern Klaſ⸗ ſen theils Abgaben tragen, die ihnen allein zugedacht ſind, theils Abgaben, die auch den Mittelſtand treffen, in ſteigender Pro⸗ portion entrichten muͤſſen, da ſcheint jenes E 2 1 ——õ———C—C—C————— 68 erſtere von Pitt angenommene Prineip billig zu ſeyn: wo dagegen, wie in Oeſt⸗ em reich, die vornehmeren Klaſſen nicht nur d keine ihnen eigends zugedachten Steuern mſi tragen, oder irgend welche Abgaben in 1Ä ſteigender Proportion entrichten, ſondern tem Kraft des alten Feudal⸗ariſtokratiſchen Her⸗ lih kommens wohl gar einer Erleichterung oder hil Befreiung in Abſicht mancher gemeiner m, Steuern genießen, da ſcheint das oͤſtreichi⸗ heofe ſche Prineip beſſer zu paſſen. Terw c) Sollen die zwei Hauptgattungen ded des Einkommens, je nachdem es entweder dhae aus Vermoöͤgen fließt, das nach des ſcha Eigners Tode ſeiner Familie verbleibt, wie voh Laͤndereien, Haͤuſer, Kapitalien und der⸗ hens gleichen, oder bloß an der Perſon als. haftet, und mit ihr abſtirbt, wie z. B. hner Beſoldungen oder der Verdienſt durch Ta⸗ dorale lent, Kunſt und Geſchicklichkeit, unterſchie⸗ gen d den, und jede nach eignen Saͤtzen be⸗ lohn ſchatzt, oder ſollen ſie ohne Unterſchied üend einem gleichen Satze unterworfen werden? ün So ſehr die Billigkeit fuͤr das erſtere 6 ſpricht, thut man gleichwohl das letztere ſe nicht nur in Oeſtreich, ſondern auch, ſo dhl viel ſich urtheilen laͤßt, in England; viel⸗ leicht weil man es zu ſchwer fand, die d. — 69 7 ini dritte Hauptgattung, nehmlich das Ein⸗ Oet kommen von Gewerben, welches mehr nur oder weniger aus jenen beiden zuſammen⸗ tern gemiſcht iſt, in dieſe aufzuloͤſen. Eines in Schneiders Einkommen von 1000 Fl. iſt ern einem eben ſo großen Dienſtgehalt ſehr er⸗ uͤhnlich; das Einkommen eines Baͤckers der enthaͤlt ſchon einem groͤßern Theile ner nach, neben ſeinem Arbeitslohn zugleich hi⸗ Proſit von ſeinem Verlage oder dinglichen Vermoͤgen; noch mehr iſt das der Fall bei gen einem Gerber, Muͤller, Paͤchter. Beſol⸗ eder dungen nach einem niedrigen Satze be⸗ des ſchatzen, und dieſen niedrigen Satz gleich⸗ 1 wie wohl auf den Theil des Gewerbeinkom⸗ der⸗ mens, der, ganz aͤhnlich den Beſoldungen, on aus Lohn fuͤr Arbeit beſteht, nicht aus⸗ 6 B. dehnen, ſcheint unbillig; man muͤßte denn 1 Ta⸗ vorausſetzen, daß die Gewerbleute ſich we⸗ r gen deſſen, was ihnen ſonach von ihrem 1 be⸗ Lohn mehr entzogen wird, durch den Preiß 1 hied ihrer. Waaren und Arbeiten werden eut⸗ en? ſchaͤdigen koͤnnen: eine Vorausſetzung, die gere eben nicht immer zutrifft, und ſo weit tere ſie zutrifft, nicht ohne mancherlei Nach⸗ ſ theil iſt. vitl 4) Soll, da eine gleiche Summe Gel⸗ die des nicht aller Orten eine gleiche Quanti⸗ —,———————— 70 taͤt von Unterhalt gewaͤhrt, ſondern minder weit in großen Staͤdten als in kleinern, und in dieſen minder weit als auf dem Lande reicht, auch nach dieſem Unterſchiede der Steuerſatz modificirt werden? In beiden oft erwaͤhnten Laͤndern that man es nicht. e) Soll, zumal bei dem geringern Ein— kommen, etwas fuͤr jedes Kind, nach Ver⸗ haͤltniß des Vermoͤgens an der Steuer nachgelaſſen werden? In England ge⸗ ſchah es, in Oeſtreich nicht. 1 Ueber manche dieſer Punkte darf man ſich wegſetzen, wenn der Steuerſatz im Ganzen niedrig zu ſtehen kommt: wie man es z. B. auch wohl bei unſerer Ser⸗ vis⸗Einrichtung gethan hat, die einer Steuer vom ſtaͤdtiſchen Einkommen nicht ganz unaͤhnlich iſt. Aber wenn, neben ſo vielen und ſtarken Auflagen, als unſre Nation bereits traͤgt, der Steuerſatz bei der Beſchatzung des Einkommens betraͤcht— lich hoch geſtellt werden muͤßte: ſo wuͤrde man durchaus auf jeden von jenen Punk⸗ ten mit der groͤßten Umſicht zu achten ha⸗ ben, wenn nicht Bedruͤckungen, Verar⸗ mungen und Elend, zumal unter den fuͤr die Nationalwirthſchaft ſo wichtigen Klaſ⸗ ftel troß feln ſeintr Lrr — —— 71 ſen der Gewerbleute und Arbeiter, eintre— ten ſollen.— Wie hoch aber die Steuerſaͤtze im Ganzen geſtellt werden muͤßten, um die beſtimmte Summe zu erheben, das wird ſich, ſelbſt wenn man alle Data vor ſich hat, wegen der unberechenbaren Ausfaͤlle, die bei unſern jetzigen Umſtaͤnden eintreten koͤnnen, nicht leicht zum voraus beſtimmen laſſen. Geſtand doch Pitt ſelbſt, ſich in der Veranſchlagung des Einkommens von dem brittiſchen Fabrik- und Handels⸗Ge⸗ werbe, um die volle Haͤlfte geirrt zu ha— ben: und brachte doch die Einkommen— ſteuer im zweiten Jahre, nehmlich 1800, trotz ſeiner Verſicherung, daß ſie, ſtatt zehn, wenigſtens ſieben Millionen gewiß eintragen wuͤrde, nur 5,590000 Pfund Sterling. Eine Beſchatzung des Einkommens und eine lIV. Beſchatzung des Vermoͤgens laufen heide auf eins hinaus, wenn bloß von ſolchem Vermoͤgen die Rede iſt, das Frucht bringt, oder ein Einkommen ge⸗ waͤhrt. Die Abgabe z. B. von ½ Procent des Vermoͤgens, die der Hamburger Kauf⸗ —— q——— V 22 mann zu entrichten pflegt, kann, ſofern bei er ſie bloß von ſeinem fruchtbringenden nach Vermoͤgen entrichtet, wenn er dieß zu 6 1 Procent reiner Nutzung anſchlägt, eben ſo M 4 gut eine Abgabe von 45 Procent ſeines mmien Einkommens heißen. ra Aber es giebt auch uneintraͤgliches oder nngen todtes Vermoͤgen, wohin alles gehoͤrt, ſt was einen Kaufwerth hat, ohne zu irgend 9 einem Einkommen, ſelbſt wenn es derglei⸗ nöͤgen chen ſonſt wohl bringen koͤnnte, benutzt äat zu werden; wie Squipage, Moͤbel, Geraͤ⸗ dag the, Schmuck u. ſ. w. nict Faͤnde bei jedem Vermoͤgen zwiſchen ges dem Theile, der ein Einkommen bringt, d und dem, der nichts eintraͤgt, eine immer gwße gleiche Proportion ſtatt; ſo brauchte man t tin nur den Steuerſatz fuͤr jenen erſtern Theil fäten hoͤher zu ſtellen, um eben dahin zu gelan⸗ ffeua gen, wohin man durch beſondre Beſteue⸗ ſanden rung dieſes letztern zu kommen wuͤnſcht. nanntn Aber eine ſolche durchaus gleiche Propor⸗ Tor tion giebt es nicht. Und es muͤßte daher mn i dieſer letztre Theil, wenn man ihn nicht tün ſteuerfrei laſſen wollte, einer beſondern n n Schatzung unterworfen werden. Auch ſan muͤßte der Steuerſatz fuͤr ihn wohl niedri⸗ ea ger als fuͤr jenen erſtern ſeyn, wenn man ſn tan —— 73 * bei Schaͤtzung des Kaufwerths von beiden nach einerlei Regel verführe. Es braucht nicht erinnert zu werden, daß bei der jetzigen Lage der Dinge in unſerm Lande der Kaufwerth jener zum todten Vermoͤgen gehörige n Saͤchen ſehr ungewiß, und zum Theil unb eſtimmbar iſt. Durch eine Beſchatzung des Sachver⸗ moͤgens allein den Betragz der Kriegsſchuld aufzubringen, waͤre unbillig, inſofern dann das zeitige Einkommen, welches nicht aus Sachvermoͤgen fließt, keineswe⸗ ges verhaͤltnißmaͤpig beſteuert werden wuͤr⸗ de. Solches Einkommens giebt es eine große Menge, und manches darunter ſteigt zu einem uͤberaus hohen Belauf. Es ge⸗ huͤren dahin nicht nur die Beſol dungen oͤffentlicher ſowohl, als privater Dienſte, ſondern auch die Einkuͤnfte von den ſoge⸗ nannten liberalen Profeſſtonen, wie der Aerzte, Sach walter, Kuͤnſtler und andrer von ihrer Talan kenn d Geſchicklichkeiten lebender Perſonen. Man irrt ſehr, wenn man meint, da Einkommen dieſer Per⸗ ſonen ſtehe mit ihrem Sachvermoͤgen in Proportion, ſo daß 3 durch Beſchatzung die⸗ ſas letztern, auch jenes erſtere verhaͤltniß⸗ 74— maͤßig getroffen werde. Jene alte gute Sitte unſrer Vorfahren, nach welcher es als ein Ehrenpunkt galt, beim Ableben geſammeltes Vermoͤgen zu hinterlaſſen, wird je laͤnger je mehr durch Genußſucht verdraͤngt. Es giebt viele Perſonen der genannten Klaſſen, deren geſammtes Ver⸗ moͤgen nicht ſoviel als ihr jaͤhrliches Ein— kommen betraͤgt. Die Beſitzer ſolcher Ar⸗ ten von Einkuͤnften alſo bloß von Seiten ihres Sachvermoͤgens zur Steuer ziehen, und ſie nach Maaßgabe deſſelben auf eben den Fuß beſchatzen, wie jeden andern Menſchen, der ein gleich großes Vermoͤgen als die einzige Quelle ſeines Einkommens beſitzt, wuͤrde, ſofern dann eben ſo viel an Laſt, als auf jene weniger kaͤme, auf dieſen mehr gewaͤlzt werden muͤßte, ganz dem erſten Grundſatze aller Beſteuerung zuwider ſeyn, nach welchem die Laſt pro— portional der Kraft, ſie zu tragen, ver⸗ theilt werden ſoll. Auf jeden Fall alſo verdient eine Steuer vom Einkommen, wenn auch dabei das nichts einbringende Sachvermoͤgen uͤbergangen wuͤrde, den Vorzug vor einer Beſchatzung des Sachvermoͤgens, wenn bei dieſem das Einkommen, welches nicht aus h ai ſa: rabw zah gett 7 ſobe ben Dau dg 17 ner i ic ſ wer dr Anher, tien fehn 8 vic, lis 6h thr —— 75 ſolchem Vermoͤgen fließt, uͤbergangen wer⸗ den ſollte; und zwar verdient ſie den Vor⸗ zug in eben dem Maaße mehr, als die aufzubringende Summe groͤßer waͤre. Zu dem Aufſatz: uͤber die Mittel die franzoͤſiſche Kriegsſchuld zu tilgen. I. Zu I. 3. a. Man hat in England: 1) eine Auflage auf Gold⸗ und Silber⸗ zeug von etwa 10 Procent des rohen Me⸗ tallwerths. Sie wird beim Stempeln be— zahlt, und natuͤrlich vom Konſumenten getragen. 2) Direkte Auflagen auf weibliche ſowohl, als vornehmlich auf maͤnnliche Bedienung in ſteigender Proportion. Die auf weibliche Bedienung iſt, wie bil— lig, weit niedriger. Seit 1797 zahlte, wer zwei maͤnnliche Bedienten hielt, jaͤhr⸗ lich fuͤr jeden 1½ Pfund Sterling, und wer drei, vier u. ſ. w. haͤlt, nach ſtei— gender Proportion mehr. Dazu kam 1801 additionelle Abgabe fuͤr jeden Bedienten zehn Schilling, wenn nur Einer gehalten wird, bis zu 30 Schilling fuͤr jeden, wenn bis eilf gehalten werden. Smith bemerkt ſehr richtig, daß dieſe Steuer am ſchwer— 7— ſten auf den Mittelſtand faͤllt: denn, wenn ein Mann von 200 Pf. St. Ein⸗ kommen, Einen Bedienten haͤlt, wird ein Mann von 10,000 Pf. St. jaͤhrlich eben nicht 50 halten. Nach einem Plan in Holland fuͤr 1801 ſollte, wer nur 1 Dienſtboten haͤlt, jaͤhrl. bezahl. 4 h. Guld. 2——— fuͤr jede Perſ. 6— 3————— 8— 4————— 10— und ſo immer 2 Gulden mehr. Wer Bedienten haͤlt 12— 2—— 18— und ſo 6 Gulden mehr fuͤr jeden, den man mehr haͤlt. 3) Direkte Abgabe von Luxuspfer⸗ den in ſteigender Proportion. In Hol⸗ land ſollte nach dem Plan fuͤr 1801 be⸗ zahlt werden fuͤr ein Luxuspferd jaͤhrlich 16 Gulden, fuͤr das 2te 30, fuͤr das vierte 60 Gulden. Pferde, die ſowohl zur Arbeit als zum Staat gebraucht wer⸗ den, zahlen weniger; die bloß zur Ar⸗ beit gebrauchten ſind Abgabefrei. In England iſt eine aͤhnliche Einrichtung. Selbſt Hunde tragen in England eine Steuer in ſteigender Proportion. ſm ſi duad ſu. ſche Pa ir n 8 dien end an 727 +¼) Direkte Abgaben von Luxus⸗ fuhrwerken. So ſollte in England nach dem Budget fuͤr 1801 bloß an addi⸗ tioneller Abgabe bezahlen, jedes Kabriolet mit einem Pferde jaͤhrlich 5 Guineen — zwei Pferden— 7— die Pferde ungerechnet, die beſonders ihre Steuer tragen. Seit 1784 zahlte jede Kutſche 26 Pf. St.(wenn in meinen Excerpten kein Schreibfehler untergelau⸗ fen iſt): die Abgabe nimmt in ſteigender Proportion mit der Anzahl der Kutſchen zu. Sogar das Wappen am Kut⸗ ſchenſchlage muß jaͤhrlich mit zwei Guineen verſteuert werden; ſo wie das Wappen in Petſchaften und auf Silberge⸗ ſchirr mit einer Guinee. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß dieſe, ſo wie alle andere direkte Abgaben in Eng⸗ land und Holland keinesweges bloß die ſtaͤdtiſchen Einwohner treffen, ſondern alle ohne Unterſchied, die laͤndlichen ſowohl, als jene. Eben ſo iſt es z. E. auch mit der Fenſterſteuer, die in gewaltig ſteigender Proportion zunimmt, und die jeder laͤndliche Wohnſitz ſo gut, als jedes ſtaͤdtiſche Haus, wenn es nicht unter ſechs Fenſter hat, tragen muß. 78— Bei den indirekten Auflagen auf üi Luxusſachen iſt allerbings zu erwaͤgen, ob vi ſie nicht die Konſumtion vermindern, oder ft die Kontrebande vermehren, und ſonach, i wenn man ſie erhoͤht, vielleicht einen ge— 1 ringern Ertrag bringen werden, als bis⸗ in. her. Von feinen Weinen moͤchte ich doch 5 beides nicht glauben, ſo wie auch nicht ℳJ von Rum, Arrack, Orangenfruͤchten, und Kaufl andern naſſen Sachen. Bei den andern nian, leichter verſteckkaren Dingen, wie z. E. ſen! Uhren’, Muſſelinen ꝛc. iſt Kontrebande ft eher zu beſorgen. Beſonders wird es od wohl noͤthig ſeyn, ſeit Danzig nicht mehr dem preußiſch iſt, unſer ganzes Syſtem des ſo— ſoß genannten Intermediaͤr-Handels umzuaͤn⸗ ie dern, wenn nicht die Koſten der Verhu⸗ Pr tungsanſtalten des Schleichhandels den Fi⸗ heit! nanzertrag abſorbiren ſollen. Jleic 2. Zu I. 3 nach b. koͤnnte noch der Ein— 4 kaufsgelder von weiterfort zu vererbpachten⸗ Abs den Domaͤnen gedacht werden. Nichts h kann einen maͤchtigern Einfluß auf die ud Verbeſſerung der Bodenkultur, und ſonach m auf den Wohlſtand eines auf Landwirth⸗ V dunme ſchaft gegruͤndeten Staats, wie Preußen, den haben, als wenn von dem Grund und e Boden, der bisher dem gemeinen Verkehr 79 entzogen war, dieſem ſo viel als moͤglich wiedergegeben wird, kurz, wenn Grund⸗ ſtuͤcke, die bisher ſo gut wie keinen Eigner hatten, Eigner bekommen, die ſolche mit aller Liebe des Eigenthums bewirthſchaf— ten. 3. Zu I. Z hinter c. wo vom Gewinn die Rede iſt, den die Handwerker und Kaufleute gemacht haben. Dieſer Ge⸗ winn, ſo weit er von den Franzo⸗ ſen herkam, wenn z. E. ein Schuſter fuͤr ſein Paar Stiefeln 10 bis 11 Rthl. von einem Franzoſen erhielt, floß blos dem einen Theil der Stadteinwohner auf Koſten des andern Theiles derſelben zu, die dem Franzoſen das Geld zu ſolchem Ankauf hergeben mußten; er iſt alſo in ſo weit blos relativ, oder ein plus, dem ein gleich großes minus zur Seite ſteht. 4. Was von hollaͤndiſchen Han⸗ delskapitalien geſagt iſt, gilt wohl auch von Hamburgiſchen, Bremiſchen und andern. Bekanntlich werden vom Entrepreneur der Anleihe gedruckte Einla— dungen an alle ſeine Korreſpondenten in den verſchiednen Handelsplaͤtzen geſchickt, die dann ſolche zur weitern Einladung 8 0—— vertheilen, oder durch Maͤkler mitthei⸗ len. Die neuliche Anleihe, die Leipzig nego⸗ ciirt hat, iſt zu klein, als daß wir dar⸗ um leer auszugehen befuͤrchten muͤſſen; „ und mehr Kredit als Spanien, das tief verſchuldet und im Kriege iſt, hat Preu⸗ ßen gewiß, da es Frieden und keine Na⸗ tionalſchuld hat. Eine Staatsſchuld an die Seehandlung ſoll es zwar haben, aber das geht uns hier nichts an. 5. Zu II. Ich meine, hieſige Kaufleute wuͤrden ihre muͤßigen Gelder wohl frei⸗ willig zur Anleihe hergeben, ſofern ſie nur gewiß waͤren, ſo bald ſie ſolche brauchen, ſie durch Verkauf der Schuldſcheine, die zahlbar an Inhabern ausgeſtellt werden muͤßten, ohne Discont wieder erlangen zu koͤnnen: und dieſe Gewißheit koͤnnten ſie, nach Verlauf einiger Zeit, wenn ſich erſt alles wieder geſetzt haben wird, und unter vorausgeſetzter unfehlbarer Sicher⸗ heit, welche den Schuldſcheinen in Abſicht auf Kapital ſowohl, als auf die etwas ho— hen z. E. fuͤnf Prozent betragenden Zin⸗ ſen beſtellt waͤre, wohl haben. 6. Zu III. 1I. Was das Einkommen von Haͤuſern betrifft; ſo muͤßten a) alle, —— ſſſſſſ—— 81 a) alle, nicht nur die ſtaͤdtiſchen, ſondern auch die laͤndlichen Ritter⸗ ſitze, Schloͤſſer, Wohnhaͤuſer der Be⸗ ſteuerung unterworfen werden; b) unbewohnte muͤßten frei ausgehen. Die bewohnten muͤßte man zur Schaz— zung ziehen nicht nach dem, was ſie beim Erbau moͤgen gekoſtet haben, ſondern nach der Miethe, die ſie im Fall einer Vermiethung, gemaͤß dem Urtheile billiger Arbitratoren, wohl wahrſcheinlich eintragen wuͤrden. c) Fabrik⸗ und Handelsgebaͤude(wie z. E. Muͤhlen, Gerbhaͤuſer, Spei⸗ cher ꝛc.) ſollten, nach dem hollaͤndi⸗ ſchen Finanzplan fuͤr 1801, ein Drittheil weniger als die Wohn⸗ haͤuſer tragen.— Aber, wenn das Gewerbeinkommen beſchatzt wird; ſo muͤſſen, meines Erachtens, die Ge⸗ baͤude, ohne die jenes nicht Statt finden kann, nicht noch beſonders be⸗ ſchatzt werden. Man denke z. E. an einen Faͤrber und ſeine Faͤrberei. 7. Zu III. 1. Schon vor der Einkom⸗ menſteuer in England, die mit dem Jahr 1799 anfing, fand dort eine Steuer von Beſoldungen und Penſionen Statt, II. 5 — * 82² 3 und zwar, nach dem Etat von 1788, von Beſoldungen uͤber 100 Pf. St. jaͤhrlich 5 Prozent, von Penſionen 2 ½ Prozent. Ob ſie ſeitdem erhoͤht iſt, kann ich leider, bei dem ſchlechten Zuſtand unſerer Biblio⸗ theken, auf deren keiner ſich irgend ein Auszug aus den Parlamentsakten findet, nicht wiſſen. Bei der Einkommenſteuer 1799 wurden die Beſoldungen und Pen⸗ ſionen, gar nicht zur Schatzung gezogen: aber wohl das Einkommen von unbeſolde⸗ ten liberalen Profeſſionen, wie das der Aerzte, Sachwalter ꝛc. 8. Zu IV. 1. Bei den armen Leuten iſt das gewoͤhnlich der Fall, daß ihr gan⸗ zes Sachvermoͤgen kaum ihrem jaͤhrlichen Einkommen gleicht. Kein Wunder, da von ihrem Einkommen der nothwendigſte Unterhalt einen verhaͤltnißmaͤßig, ſo ſehr großen Theil ausmacht; z. E. wenn man einen hieſigen Tagloͤhner nimmt, der jaͤhr⸗ lich 70, 80 oder 100 Rthl. erwerben mag. Aber anders ſollte es mit Perſonen ſeyn, die jaͤhrlich 700, 800 oder 1000 Rthl. ein⸗ nehmen. A. Smith, der die Beſteurung der Beſoldungen, weil dieſe nicht durch freie Konkurrenz beſtimmt werden, nicht tadelt, 8³3 von findet gegen die Beſteuerung des Einkom⸗ ich ⸗ mens von unbeſoldeten liberalen Profeſſio⸗ zent. nen einiges einzuwenden,(Siehe Buch V. ider, Kapitel 2, Abſchnitt 2, Artikel 3.) was blio⸗ aber wohl nur zutrifft, wenn die Beſteu⸗ ein rung fortdauernd ſeyn, nicht wenn det, ſie blos einmal geſchehen ſoll. euer 2) Wenn Equipage und Moͤbel zum den⸗ todten Vermoͤgen gerechnet werden, moͤch— gen: te mancher vielleicht ſagen, warum das de⸗ Haus, das der Eingner ſelbſt bewohnt, der nicht auch? oder wenn letzteres, in Be⸗ tracht der Wohnungsmiethe, die er da— euten durch erſpart, mit Recht beſchatzt wird, 4 gan⸗ warum die Equipage, die ihm Bezahlun⸗ ſichen gen an den fiacre, oder die Moͤbel, die da ihm Miethe fuͤr chambres garnies erſpa⸗ igſte ren, nicht auch? Man thut wohl daran, ſehr ſich im Praktiſchen an ſolche Krit⸗ man teleien nicht zu kehren. Indeſſen ſcheint ühr. doch wohl dieß Argument eine neue Em⸗ nag. pfehlung fuͤr direkte Steuern auf Equipage eyn, abzugeben. ein⸗ Es wird wohl Niemand den Einfall haben, eine Beſteurung der landſchaftli— jder chen Zinscoupons vorzuſchlagen, um auf fri dem Wege deſto gewiſſer allen auf delt, Pfandbriefe angelegten Kapita⸗ F 2 ——— 84 lien beizukommen. Sollte dieß doch Jemanden einfallen; ſo iſt zu bemerken, daß eine ſolche Beſteurung, erſtens, ſo fern ſie zuerſt den Glaͤubiger angriffe, gewaltige Aufkuͤndigungen von Kapitalien bei der Landſchaft zur Folge haben, und ſonach par contre- coup den Zinsſatz ſtei⸗ gern wuͤrde; zweitens, daß ſie ſehr un⸗ gleichmaͤßig, und ſonach unbillig waͤre, ſo fern ſie den Armen,(vielleicht eine arme Witwe oder einen Dienſtboten) der einen Pfandbrief von 100 Rthl. beſaͤße, eben dem Steuererſatz unterwuͤrfe, den ein rei⸗ cher Eigner von vielleicht 10,000 Rthl. in Pfandbriefen, beſtehend vielleicht auch meiſt aus Briefen von 100 Rthl., truͤge. ß doch terken, tens,— griffe, talien und„. ſtei XII. b 8 Staatswirthſchaftliche / ae Bemerkungen. einen eben n rei⸗ 8 Rthl. A auch ge. Staatswirthſchaftliche Bemerkungen. 1. Der neuere Vorſchlag zu Papier⸗ geld im preußiſchen Staate ruͤhrt wohl da⸗ von her, daß Juden zu viel Geld auf ſuͤd- und neuoſtpreußiſche Pfandbriefe aus den Banken geholt haben, ſeit die Bank von ihrem Grundſatz abgegangen iſt, bloß auf Buͤrgſchaft Geld zu geben, und(um ihren bisweilen großen Geldvorrath zu be⸗ nutzen) Geld auf Obligationen von Guͤ⸗ tern leihet. Sie giebt dann, indem ſie aus dem Kaufpreiße, der Taxe und dem Feuercaſterwerth den Duwrchſchuittpreiß zieht, und zwer Drittheile davon als den rechten Werth des Guts anſieht, 80 Pro⸗ cent von dieſem ſupponirten rechten Werth. Aber eine Bank, die dem Han⸗ del zu dienen immer bereit ſeyn ſoll, muß 88 nicht auf Landguͤter Geld geben, ohne ſi— cher zu ſeyn, daß ſie es regelmaͤßig nach kurzen Friſten wieder einziehen kann. Und unſre Banken wuͤrden keinen Schaden, ob⸗ wohl wenigern Gewinn haben, wenn ſie von dem Gelde, das ſie zu 2 Procent empfingen, einen betraͤchtlichen Theil im⸗ mer baar in Bereitſchaft hielten, um Kaufleuten damit zu 5 Procent zu die— nen. 2. Die Art, wie das Bodeneigen⸗ thum oder eigentlich der Mißbrauch davon (nach Azuni) in Korſika Statt findet, iſt aͤhnlich derjenigen, welche bei den Buͤr— geraͤckern der Stadt Culm vorkommt. Es werden nehmlich die zur Stadt gehoͤrigen Landhoͤfe und Aecker nach Ablauf einer be⸗ ſtimmten Zahl von Jahren unter den zei— tigen Buͤrgern immer aufs neue zur Nutz⸗ nießung vertheilt. 3. Nach Helms Reiſen iſt in Peru der Geldzins 10 Procent und doch iſt da des Geldes ſo viel! Alſo haͤngt der Geld⸗ zins nicht ab von der Menge des baaren Geldes. 4. Thaer ſagt in den Annalen des Ackerbaues, im zweiten Jahrgange 1806, Julius S. 39:„Soll von dem Acker 89 nur wenig producirt werden, ſo hat an dieſem wenigen der Grund und Boden einen groͤßern Antheil, als die Kunſt und Arbeit. So wie aber mehr producirt wer⸗ den ſoll, vermindert ſich bei dem Mehrern der Antheil des Bodens, und es wird der Antheil der Kunſt und Arbeit größer. Giebt ein Morgen 4 Scheffel Ertrag; ſo iſt etwa die Haͤlfte dem Boden, die andre Haͤlfte der Arbeit zuzuſchreiben. Soll er aber durch hoͤhere Kultur 8 Scheffel geben, ſo bleibt der Antheil des urſpruͤnglichen Bodens nur= 2, der Antheil der Arbeit aber ſtehet= 6. Daraus folgt, daß im letztern Fall jeder Scheffel mehr Arbei koſte, und daß 4 Scheffel vom Morgen wohlfeiler per Scheffel, als 8 Scheffel producirt werden koͤnnen. Bedarf die Na⸗ tion einer ſtarken Produktion; ſo werden die Produkte nicht blos der ſtaͤrkern Nach⸗ frage wegen auf dem Markt theurer; ſon⸗ dern auch der natuͤrliche Preiß, der durch die Produktionskoſten beſtimmt wird, wird hoͤher, und ohne den hoͤhern Marktpreiß wuͤrde die hoͤhere Produktion gar nicht Statt finden. Deshalb muß ſich alſo das Verhaͤltniß der auf den Ackerbau zu ver⸗ wendenden Arbeit, des Kapitals ꝛc. gegen 0 958 den Grund und Boden mit dem Zuſtande der Nation veraͤndern, und kann alſo auch in dieſer Hinſicht nicht poſitiv be⸗ ſtimmt werden.“ Wenn Thaers Satz wahr waͤre;, ſo muͤßte jedes gleich große Kapital mit gleich viel Verſtand auf jede moͤgliche Art von Boden angelegt, ſich gleich hoch verzinſen. Und doch werden z. E. 1000 Rthl. auf Schluf⸗ oder auf Sandboden angelegt, in jenem Fall ſich vielleicht mit 15, in dieſem mit 10 Procent verzinſen; in Graͤben ge⸗ ſteckt vielleicht mit 20 Procent. Wenn bei dem Ertrage von 4 Schef⸗ feln 2 auf die Arbeit zu rechnen waͤren; wird denn, wenn der Ertrag 8 iſt, die dazu erforderliche Arbeit gerade dreimal ſo groß ſeyn, als die zum Ertrage von 4 Scheffel erforderlich war? Waͤre das; ſo koͤnnte beim Ertrage von 3 Scheffeln die reine Rente nicht hoͤher ſeyn, als vor— her beim Ertrage von 4. Steigt die reine Rente beim Ertrage von 8 Scheffeln; ſo muß das Duplum oder Triplum von der Arbeit, die zwei Scheffel gab, mehr als das Duplum oder Triplum von 2 Schef⸗ feln geben; oder die Arbeit, die 6 Schef⸗ 6, ſo gleich von nſen. auf t, in jeſem i ge⸗ Schef⸗ aren; die mal von das; effeln vor⸗ reine ; ſo n der r als Schef⸗ Schef — 91 fel giebt, muß weniger als das Triplum der Arbeit ſeyn, die zwei Scheffel gab. Smith ſcheint anzunehmen, die Pro⸗ duktion nehme in hoͤherm Verhaͤltniß zu, als die Produktionskoſten; und ſo iſts auch wohl wuͤrklich bis hinan zur garten⸗ maͤßigen Kultur, wo endlich vielleicht die Produktion den Koſten nicht die Waage halten wuͤrde, ſelbſt wenn man die Nach⸗ frage immer mit ſteigend annimmt. Noch iſt zu jenem Satz von Thaer zu marken, daß, wenn bei dem fortſchreiten⸗ den Gange der Nationalwirthſchaft der Poofitſatz ſinkt, die Produktionskoſten des Mehrertrages, ſo weit ſie von mehrerem auf den Boden gewandten Kapital her⸗ ruͤhren, nicht proportional mit dieſem mehrern Kapital wachſen werden; ſondern in einer mit den ſinkenden Profitſatz ab⸗ nehmenden Proportion. 4 5. Aus der allgemeinen Litteratur⸗ Zei⸗ tung N. 219, 1806 d. 12. Sept. Regensburg, Versuch zu einer verbesserten Zirkulation des Papiergel- des und Berichtigung der öffentlichen Schulden in dem kaiserlich östreichi- schen Staat 1806. 9² Ddiie oͤſtreichiſche Regierung erhebt jetzt alle ihre Einnahmen, oder doch den groͤß⸗ ten Theil derſelben in einem Gelde, das ſie ſelbſt nur in weit geringerem Werthe in allen den Faͤllen ausgiebt, da ſie ent— weder wuͤrklicher klingender Muͤnze bedarf, oder wo der Abnehmer in der Erhoͤhung des Preißes eine Schadloshaltung des ge⸗ ringern Werths des Papiers, womit be— zahlt wird, ſuchen muß. Es iſt ihr ſehr wichtig, den Einnahmewerth dieſes Pa— piergeldes mit ſeinem Ausgabewerthe ins Gleichgewicht zu ſetzen. Dieß kann nur auf zweierlei Art geſchehen. Das zirkuli— rende Papier wird entweder auf ſeinen vollen Nominalwerth in Metallgelde ge⸗ hoben; oder durch eine geſetzliche Verfuͤ⸗ gung auf den Nominalwerrh herabgeſetzt, in welchem man es Pari gegen Metall erhalten zu koͤnnen glaubt. Fuͤr den kuͤnf— tigen Umlauf duͤrfte es mehrentheils gleich⸗ guͤltig ſeyn, welchen von beiden Wegen man einſchlaͤgt, daſern man nur dem fer⸗ nern Schwanken vorzubeugen vermag. Wird der Nominalwerth des Papiers herabgeſetzt; ſo iſt jeder, der in Papier, das einen groͤßern reellen Werth hat, als — —2 — ᷣ 93 bisher, bezahlen muß, gedeckt, inſofern er auch in ſolchem Gelde empfaͤngt. Die Preiße der Dinge ſtellen ſich aber weit leichter in das richtige Verhaͤltniß bei ei⸗ ner ſchleunigen Veraͤnderung, als bei einer allmaͤhligen. Auch die gegenwaͤrtigen Be⸗ ſizer des Papiergeldes leiden nicht ſo viel, als es beim erſten Anblick ſcheint. Wenn das Papiergeld im Wechſel nur zu 75 Procent ſteht; ſo kann der, der einen Gulden(= 60 Kreuzer) in Haͤnden hat, in allen Faͤllen, a) wo er auswaͤrtige Beduͤrfniſſe erhan⸗ deln, oder auswaͤrtige Verpflichtungen erfuͤllen muß; b) und auch in allen Faͤllen des innern Umſatzes, welche von jenem auswaͤrti⸗ gen Verhaͤltniſſe abhaͤngen, und darnach regulirt werden, nicht mehr damit beſtreiten, als mit 45 Kreuzern in baarem Gelde; und muß ſich ſelbſt in allen dieſen Faͤllen ſagen, daß er in ſeinem Gulden nur 45 Kreuzer beſitzt. Er verliert alſo nichts, wenn ſein papier⸗ ner Gulden auf 45 Kreuzer herabgeſetzt wird, dafern er nur ſicher iſt, daß er 45 Kreuzer gleich bleiben wird. 94— Aber alles dieſes iſt auch nur in den hier bezeichneten Fallen wahr. Im gro⸗ ßen Handel nehmlich wird richtig und ge⸗ nau gerechnet. In Beziehung auf dieſen find alle lünſoriſchen Operationen von Muͤnzherren und Banken vergeblich. In unzaͤhligen Faͤllen des taͤglichen Verkehrs heißt es dagegen doch: ein Gul⸗ den iſt ein Gulden. Ein leichte r wird ge⸗ nommen, ſo gut als ein ſchwerer, wenn man weiß, daß man ihn eben ſo wieder anbringen kann. Sehr viel wuͤrken hier⸗ auf die Maaßregeln der Regierung, beſon⸗ ders in Anſehung der Auflagen. So lan⸗ ge ein ſchlechter Gulden da fuͤr voll gilt, bleibt er immer einen vollen Gulden werth, wenn man gleich nur 45 Kreuzer in Sil⸗ ber dafuͤr bekommen kann, aber kein Silber, ſondern nur einen papiernen Gul⸗ den braucht. Es iſt alſo nicht durchge⸗ hends wahr, daß die Herabſetzung des Papiers auf ſeinen Handelswerth gegen Silber nichts Weſentliches veraͤndert. Indeſſen werden die vorhin gedachten Faͤlle, wo das Papiergeld nicht mehr werth iſt, als das Silbergeld, das man dafuͤr erhandeln kann, immer haͤufiger, je groͤßer die Cinwatenn des auswaͤrtigen (95 den Handels wird, und je tiefer dieſe Verhaͤlt⸗ gro⸗ niſſe mit Auswaͤrtigen in den innern Ver⸗ ge⸗ kehr eingreifen. Die groͤßten Schwierig⸗ jeſen keiten treten bei Beurtheilung der fruͤher von eingegangnen Verbindlichkeiten ein: aber dieſe Schwierigkeiten ſind unvermeidlich bei chen jeder ploͤtzlichen und ſelbſt auch bei jeder Gul⸗ allmahligen Alteration des Geldes und an⸗ ge⸗ derer zirkulirenden Zeichen des Werthes; enn denn ſie ruͤhren daher, daß alles Geld eder und alle Muͤnzzeichen im Gebrauch, dierr theils nach ihrem Inhalt oder Werth dſon⸗ in Metall als Waare, und theils als lau⸗ Muͤnzzeichen nach dem Nominalwerth ge⸗ git ſchaͤtzt werden. Man nag es machen, etth), wie man will; ſo leidet allemal ein Theil Si oder der andre in einem oder dem andern bein Falle. Wird ein Geſetz gegeben, Kraft Guk deſſen die Schulden, welche gemacht wor⸗ Ogt⸗ den ſind, als das Papiergeld nur 75 Pro⸗ des eent in Silber werth war, mit dieſen gtgen 73 Procent eines vollguͤltigen Papiers ge⸗ tilgt werden koͤnnen; ſo verliert jeder oſen Gläußiger⸗ der ſein Geld nach dem Zahl⸗ mehr werth gebrauchen konnte. Soll hingegen a volle Zahlung in beſſerm Papier oder in etk Muͤnze geſchehen: ſo verliert jeder Schulo⸗ rtgn ——ᷓ.— ——õ—õönnn— 96„— ner, der Einnahme in baarem Gelde be⸗ ſitzt, und ſich mit einem wohlfeiler gekauf⸗ ten Zahlmittel haͤtte befreien koͤnnen. Es iſt unmoͤglich zu uͤberſehen, auf welcher Seite die Folgen uͤberwiegen, und das wichtigſte iſt, man vermeidet dieſe Schwie⸗ rigkeiten nicht einmal, wenn man den Weg einſchlaͤgt, die geſammte Papierzirku⸗ lation auf ihren Nominalwerth wieder zu erheben, und dem Silber gleich zu ma⸗ chen. Denn alsdann zahlt ebenfalls jeder, der die gleiche Summe in beſſer geworde⸗ nem Papier entrichtet, wuͤrklich mehr, als er empfangen hat. Wird ein leichter Muͤnzfuß eingefuͤhrt, der dem kurranten Silberwerthe des Pa⸗ piers korreſpondirte, ſo wird nicht allein die Schwierigkeit, die oben angegeben worden iſt, gar nicht vermieden, und ein Geſetz wird nothwendig, wodurch die Er⸗ ſtattung von Anleihen, die in ſchwerem Gelde gemacht ſind, nach richtigem Ver— haͤltniſſe in Silber vorgeſchrieben wird; ſondern die Staatskaſſe verliert auf beſtaͤn⸗ dig die Differenz des alten und neuen Muͤnzfußes, in der Einnahme, da ſie doch die Ausgaben wenigſtens fuͤr Zinſen, ohne Un⸗ 97 d de⸗ Unbilligkeit nicht in leichtem Gelde ohne keiii Verguͤtung leiſten kann.— ES Am beſten hat ſich Daͤnemark geholfen; elcher vide Eggers Finanzmemoiren. das 6. Die Fuube ſind nicht juſtirt, wie hwie⸗ die preußiſchen Thaler; daher haͤlt es den ſchwer, einen feſten Preiß zu beſtimmen, irku was ſie hier zur Muͤnze werth ſind. r zu Wenn man indeſſen unausgewippte Rubel ma⸗ bekommt; ſo kann man bei dem Preiße eder, von 13 ½ Rthl. fuͤr die Mark fein, den zorde⸗ die preußiſche Muͤnze giebt, den Werth , als der Rubel zum Schmelzen 3 Fl. 2 bis 3 Gr. preußiſch annehmen. Es ſind dieſe fühhet, V Rubel ſo verſchieden, daß man welche fin⸗ Pa⸗ det, die von 3 Fl. 6 Gr. bis 3 Fl. allein 15 Gr. preußiſch zum Einſchmelzen werth giben ſind. Es iſt alſo 3 Fl. 6 Gr. preußiſch dein oder 125 Rthlr. ein ſehr billiger Mittel⸗ eEr⸗ preiß fuͤr den Rubel, wobei jeder beſtehen verem kann. Der Werth des Goldrubels haͤngt Ver⸗ vom Preiße der Friedrichsd'or ab.— vird; Wenn unſer Landmann die Rubel ausge⸗ ſſtaͤn⸗ zahlt bekommt, werden ihm die Muͤnzju⸗ neuen den willig 3 Fl. 6 Gr. geben, um den e doch Proſit durch Auswippen zu haben. Die ohne leichten gehen dann nach YPußland zuruͤck. dn⸗ II. G 98 7. Im Genius der Zeit Okt. 1798 in einem Aufſatze des Predigers D. Muͤh⸗ lenberg aus Nordamerika S. 149 heißt es:„Der gewoͤhnliche Preiß des Tage⸗ lohns in der Ernte iſt ein halber Buſchel Weizen, oder der Preiß davon, und dabei die Koſt und à Quart Kornbranntewein. Zu der Zeit, wo v. Buͤlow ſchrieb, war der hoͤchſte Preiß ein ſpaniſcher Thaler im Anfang; er fiel aber gegen das Ende auf 3 Thaler herab. Es iſt billig, daß ein Tageloͤhner bei hohem Preiße der Lebens⸗ mittel mehr empfange, als zu einer an— dern Zeit.“— Billig wohl; aber nur in Nordamerika geſchieht das wuͤrklich. 3. Wenn die Treſorſcheine 10 Procent verlieren; ſo heißt das eigentlich ſoviel, als 1000 Rthl. in Treſorſcheinen und 100 baar, ſind gleich 1000 Rthl. baar, und folglich 1000 Rthl. in Treſorſcheinen ſind 1000 Rthl. baar, weniger 100 Rthl. baar, das iſt 900 Rthl. baar. Verſteht man aber den Ausdruck ſo, daß die Tre⸗ ſorſcheine 10 Procent verlieren, ſo daß man fuͤr 1000 Rthl. baar 1100 Rthl. in Treſorſcheinen bekommen ſoll; ſo ſind 1000 Rthl. in Treſorſcheinen 90927 Thaler in LS ) heißt Tage⸗ zuſchel dabei ewein. „war ler im de auf daß ein Ldens⸗ aner an⸗ r uur in Procent ſoviel, und 100 V , und nen ſnd o Athl. Verſteht die Tre⸗ ſo daß Rthl. in ſind 1000 Thaler in 99 baarem Gelde werth. Die Zugabe auf 1000 Rthl. iſt nehmlich im erſten Falle 100 Rthl. baares Geld, im letzten Falle aber nur 100 Thaler Treſorſcheine, das iſt offenbar weniger, wenn die Treſor⸗ ſcheine unter Pari ſtehn; und die Aus⸗ druͤcke „man giebt 10 Procent in baarem Gelde weniger fuͤr die Treſorſchei⸗ ne“ oder „man giebt 10 Procent in Treſor⸗ ſcheinen mehr fuͤr das baare Geld“ muͤſſen daher ſorgfaͤltig unterſchieden wer⸗ den. 8 Es iſt aber naͤtuͤrlicher, daß man die Veraͤnderung des Werths durch das, was als unveraͤnderlich gedacht wird, das iſt hier durch den Abzug an Metallgelde, nicht aber durch etwas, das ſelbſt wieder einen veraͤnderlichen Werth hat, wie eine Zu⸗ gabe von Treſorſcheinen, bezeichne. Eben daher bedeutet auch der Aus⸗ druck, das Amſterdammer Bankgeld ſteht z. B. fuͤnf Procent beſſer als Kurant: hundert Gulden Bankgeld ſind hun⸗ dert und fuͤnf Gulden Metallgeld werth:; G 2 100 nicht aber: hundert Gulden Bankgeld ſind zün⸗ dert Gulden Metallgeld und fuͤnf Gulden Bankgeld werth; denn auch hier muß das Aufgeld, ſo wie vorhin der Verluſt in Metallgelde, als dem unveraͤnderlichen Werthe, angegeben werden. Bei Damno nuͤſſen alſo die ange⸗ gebnen Procente von dem baaren Gelde abgezogen, bei Agio aber demſelben zuge⸗ ſetzt werden. 9. Nicht bloß die nachtheilige Han⸗ delsbalanz verurſacht, daß Noten zur Bank gehen, und Gold und Silber holen, um es ins Ausland zu ſchicken, ſondern auch und vornehmlich das Uebermaaß von Noten iſt Urſache, daß das dafuͤr geloͤſete Geld ins Ausland geſchickt wird, weil es eben ſo uͤberfluͤſſig fuͤr den inlaͤndiſchen Bedarf iſt, als die Zettel ſelbſt, fuͤr die es aus der Bank geholt wird. 10. Smitth ſetzt bei ſeinem Raiſonne⸗ ment uͤber die Banken den Vorderſatz vor⸗ aus: es koͤnne nur ein beſtimmtes Quan⸗ tum von Gold⸗ und Silbergeld bei einem gegebenen Zuſtande der Nationalwirth⸗ ſchaft umlaufen. Aber kann nicht auch — ͦ—,—— 101 4 eine neue ins Land kommende Quantitaͤt . hwn⸗ Goldes und Silbers die ſonſt gewoͤhnliche fün Anzahl der Kaͤufe und Darlehne vermeh⸗ ren? wie z. E. das aus Amerika nach ſo wie Spanien und Portugal, das aus Brand⸗ als ſchatzungen der eroberten Laͤnder nach egeben Frankreich, das durch die Siege der alten republikaniſchen, und durch den Aberglau⸗ ange⸗ ben der neuen paͤpſtlichen Roͤmer nach Gelde Rom gefloſſene Geld. 1— duge⸗ 11. Wird der durch Handel erworbe⸗ ne Reichthum nicht auf Land angelegt, ſo e Han, hilft er nichts. Die Kaufmanns⸗Kapitalien ten zur in Kurland und Liefland waren ſonſt und holen, ſind wohl noch meiſt brittiſche und hollaͤn⸗ ſondern diſche. 1 aß von 12. Unſer Koͤnigsbergſcher Interme⸗ geldſete diair⸗Handel iſt Reſultat unſrer Situa⸗ weil es tion, nicht unſres Reichthums— wie diſchen Berlin ſtarken Zwiſchenhandel mit Wech⸗ fur die ſeln, und Wien mit levantiſcher Baum⸗ wolle treibt. b iſonne⸗ 13. Reichthum und Macht eines Lan⸗ a vor⸗ des ſind immer proportional dem Tauſch⸗ Qunn werthe von deſſen Wirthſchaftsertrag. i einer 14. Die im Sommer 1803 ins Han⸗ alwitthe noͤverſche eingeruͤckte franzoͤſiſche Armee er⸗ it auch laͤutert ſchoͤn, wie viel ein Laud verliert, 102 wenn eine Ueberzahl von Nichtproducen⸗ ten einen uͤbermaͤßigen Theil von dem Na⸗ tional⸗Wirthſchaftsertrag verzehrt; ob⸗ gleich das Geld im Lande bleibt. Eben ſo Holland, Schweiz und Oberitalien. 15. Ohne die Kartoffeln, welche die Stelle des Brots vertreten, nicht nur an ſich, ſondern auch eingeknetet, und(was hier noch nicht geſchieht) zu Mehl ge⸗ trocknet, haͤtte nimmermehr der Arbeits⸗ lohn der Landleute bei ſo tief geſunknem Silberwerth ſo lange unveraͤndert in Preußen und Schleſien bleiben, und doch dabei die Bevoͤlkerung, ſo wie ſie iſt, ſeyn koͤnnen. 16. Die Einheit oder das Maaß des Tauſchwerths, das Smith erfunden hat, iſt ſo wichtig fuͤr Staatswirthſchaft, als die von Galilaͤi erfundene Einheit fuͤr Ge⸗ ſchwindigkeit in der Phyſik. Und die Vor⸗ ſtellung, da man Arbeit als abſoluten Werth und Grundmaaß des Werths aller Dinge anſieht, verhaͤlt ſich zu der gewoͤhn⸗ lichen Vorſtellung, da Geld als abſoluter Werth und Grundmaaß des Werthes von allen Dingen, auch von der Arbeit, ange⸗ ſehen wird: wie die Kopernikaniſche oder Newtonſche Aſtronomie, zu der gemein⸗ 103 odueen⸗ ſinnlichen, nach welcher die Erde im Mit⸗ N⸗ telpunkt der Welt ſteht, und Sonne und ; ob, Sterne ſich um ſie herum drehen. Eben 17. Wie ein Staat, der zu viel Pa⸗ en. pier hat, ſein baar Geld verliert, erhellet ce die unter andern aus dem von einem erfahr⸗ ur an nen Kaufmanne mir erzaͤhlten Umſtande, (was daß Juden fuͤr baar Geld in Augsburg l ge Wechſel auf Wien kaufen, den Werth des rbeits⸗ Wechſels in Papier mit z. E. 35 Procent nenen Vortheil empfangen; fuͤr dieß Papier baar ert Fn Geld in entlegenen Winkeln des Landes, and doſ z. E. in Gallizien, Maͤhren, mit Abſchlag ſe iß, von etwa 20 Procent einkaufen, und ſo⸗ nach durch ſolchen Umſatz 15 Procent ver⸗ dienen. Sie machen dann den Umſatz naß des 65 zum zweitenmal, indem ſie wieder fuͤr t, als baares Geld Wechſel in Augsburg kau⸗ ür Ge⸗ fen. ie Vor⸗ 18. Wenn der Memler Holzhaͤndler dſolunen den ruſſiſchen Juden mit Reverſen bezahlt, ſs aller und dieſer aus Koͤnigsberg dafuͤr Waaren gewöͤhn⸗ oder Geld nach Rußland nimmt; ſo iſt dſolutet hier ein Exempel von dem Ereigniß, das hes von Smith anfuͤhrt, daß nehmlich das durch t, ange Papier vertretne Geld aus dem Lande ſche der geht, um nutzbar angelegt zu werden, gemein⸗ —,—— ſtatt daß es ſonſt, bloß als Zahlungsmit⸗ tel, fruchtlos im Lande umliefe. 19. Daß aus den untern Klaſſen vom Lande ſich die obern in der Stadt ergaͤn⸗ zen, beweiſet ſich auch aus den haͤufigen Nahmen ſtaͤdtiſcher Einwohner, welche Benennungen von Gewerben auf dem Lande ſind, wie Hofmann, Kruͤger, Schulz, Fiſcher, Muͤller, Schaͤfer, Hirt, Dreſcher, Saͤmann, Jaͤger, Bauer. Auch ſind die Namen, von Handwerken hergenommen, wie Schmid, Schloſſer, Schneider, Schuſter, Toͤpfer, Baͤcker, Fleiſcher, Brauer, Tiſchler, Boͤttcher, Zimmermann, wohl groͤßtentheils laͤndli⸗ chen Urſprungs; da man in den Staͤdten, wo mehrere deſſelben Handwerks wohnen, nicht darauf fallen konnte, Perſonen durch Nahmen, von ſo gemeinen Gewerben her⸗ genommen, zu unterſcheiden. 20. Bei den ſterilen Ausgaben, z. E. bei Hofverſchwendung, kommt es noch darauf an, ob nicht der Geldeswerth, der ohne Wiedererſatz verzehrt wird, ganz un⸗ hervorgebracht geblieben waͤre, wenn nicht die Verſchwendung Statt gefunden haͤtte. 21. Es wird eine Zeit kommen, wo man die Fruchtpreiße und Preiße —— 105 noomit, audrer Produkte aus allen Laͤndern, eben ſo nuͤtzlich zu brauchen lernen wird, wie i vom jetzt die Sterbe⸗ und Geburtsliſten. ergaͤn⸗ 22. Wenn ein Koͤnigsbergſcher Maͤl⸗ ufigen zenbraͤuer ſeine Braugerechtigkeit fuͤr 100 welche Rthl. jaͤhrlich verpachtet, waͤre dieß Ein⸗ dem kommen nicht in allem Betracht eine Ren⸗ ruͤger, te? Nein; denn der Paͤchter zoͤge die Hirt, 100 Rthl. nicht aus der Produktion des Hauer. Biers, ſondern von den Konſumenten des verken Biers als eine Steuer. Noſſer, 23. Gegen die Beſorgniß einer zu Baͤcker, großen Zerſtuͤckelung der Laͤndereien, wenn oͤtther, die Theilung unbedingt erlaubt wird, ſtrei⸗ landli⸗ tet ſowohl die Erfahrung von Lykurg zu rädten, Sparta, und von Moſes in Judaäͤa, als ahnen, die Erfahrung am linken Rheinufer. durch 24. Karteffeln, Ruͤben ꝛc. und andre n her⸗ ſolche Fruͤchte werden wohlfeiler als Korn, nicht weil ſie mit dem Pfluge, ſtatt mit 3. E. dem Spaten, gebaut werden; ſondern noch weil ſie, gleiche Quantitaͤten von Nahrung , der vorausgeſetzt, weniger Land und nicht nz un⸗ mehrero Arbeiter erfordern. nicht 25. Nach der Lage der Umſtaͤnde thin häͤtte die Nordamerikaner recht daran, daß ſi 1, wo ſo ſtarke Schifffahrt nach dem pamnſchin reiße Amerika treiben. Denn obgleich ſonſt 106 . in abstracto die Anwendung aller Kapita⸗ lien aufs Land die vortheilhafteſte iſt; ſo iſt doch in concreto die Rhederey und Handel fuͤr die nordamerikaniſchen Kuͤſten⸗ laͤnder die vortheilhafteſte. 26. Spanien iſt der Silberlieferant, Pohlen der Kornlieferant fuͤr Europa. Beide Laͤnder ſind hoͤchſt arm. Jenes iſt ein ſtehender Einwand gegen das merkan⸗ tiliſche, dieſes gegen das phyſiokratiſche Syſtem der Staatswirthſchaft.— Wie reimt man das?— 27. Warum fehlt es, nach Bells Ver⸗ ſicherung, den kleinen Farmers in Eng⸗ land ſo ſehr an Kapital? In Bezug auf den kleinen Bedarf an Kapital zu ſolchen kleinen Wirthſchaften, muͤßte, ſollte man denken, ein Ueberfluß von Konkurrenzen mit ſolchem kleinen Kapital zu ſolchen klei— nen Guͤtchen ſeyn. 28. Smith ſagt: wenn die edeln Me⸗ talle wegen Unergiebigkeit der Berg⸗ werke einen hoͤhern Tauſchwerth be⸗ kommen; ſo buͤßt das Publikum die Bequemlichkeit ein, recht viel Schmuck und Geraͤthe von Gold und Silber zu haben. Je wohlfeiler das Silber iſt, deſto mehr Genuß hat man davon. Es fragt Eng⸗ 6 auf chen man nzen klei⸗ Me⸗ Berg⸗ — 107 fich nur, ob das Total alles Silbers an Werth nicht doch mehr ausmacht, wenn das Silber wohlfeil iſt, als wenn es theuer wird? 29. Der juͤngere Schlo9ͤzer definirt Kapital wie Lauderdale. Es iſt wahr, es giebt unter den in Smiths Sinn genann⸗ ten Kapitalien manche, die bloß zu Werk⸗ zeugen dienen, wie Hammer, Zange, Weberſtuhl; aber viele koͤnnen auch zum Verbrauchsvorrath dienen: ſelbſt ſolche, die bloß Arbeit erſetzen oder verrichten. Iſt es alſo nicht beſſer, Dinge uͤberhaupt ohne Ruͤckſicht auf ihre Natur, bloß nach Maaßgabe ihrer Beſtimmung, Kapitale zu nennen, ſie moͤgen beſchaffen ſeyn, wie ſie wollen, z. E. Brautkleider, Leihebuͤcher, Lebensmittel. Daſſelbe Ding, z. E. ein Gebaͤude, kann ein Artikel des Verbrauchs⸗ vorraths, oder des Nutzungsvorraths ſeyn, ſagt Schloͤzer ſelbſt. 30. Die hervorbringenden Kraͤf⸗ te beſtehen nicht in Arbeit allein; ſon⸗ dern in ihr, verbunden mit der auf Produktion, Fabrikation oder Handel ge⸗ richteten Anwendung von Kapital, d. i. von durch Arbeit erzeugtem Vorrath, der zur Nutzung angewandt wird, da er ſonſt 103 auch zum unmittelbaren Verbrauch dienen koͤnnte. Kapital iſt 1) dingliches, a) bewegliches, b) unbewegliches; 2) perſoͤnliches d. i. Kunſtkapital. War⸗ um heißt nicht auch die natuͤrliche Kraft eines erwachſenen Menſchen ein Kapital, ſo gut, als ſeine erworbene Geſchicklichkeit, da die Erlangung von jener ſo gut als von dieſer einen Auf⸗ wand von Guͤtern gekoſtet hat? An dem erzeugten Gute will man un⸗ terſcheiden den Theil, der bloß auf die natuͤrliche Arbeit, und den, der auf die dabei angewandten Kapitale(ding⸗ liche oder perſoͤnliche, bewegliche oder un⸗ bewegliche) zu rechnen ſey. In dem rohen Kapitalprodukt(oder Gewinn) muß man unterſcheiden 1) den Theil, der den Verluſt decken ſoll, welchen jedes Kapital durch Abnuz⸗ zung erleidet; 2) den Ueberſchuß, nach Abzug jenes erſten Theils; welcher Ueberſchuß der reine Kapitalgewinn heißt, und ohne den Nie⸗ mand Kapital ſammeln und anwenden . dienen Var⸗ liche ein ebene von Aui⸗ in un⸗ uf bie auf ding⸗ un⸗ (oder decken bnuz⸗ jenes reine Nie⸗ enden 109 wuͤrde. Dieſer iſt abſolut, oder relativ, d. i. in Vergleichung mit dem ihn hervor⸗ bringenden Kapital, zu betrachten. Der relative iſt groͤßer oder geringer, nachdem die Gegenſtaͤnde, worauf das Ka⸗ pital verwandt wird, ihrer Natur nach, mehr oder weniger ertragſam ſind. Groͤ⸗ ßer iſt er daher in einer angehenden Ge⸗ ſellſchaft, weil man da nur die ertragſam⸗ ſten Gegenſtaͤnde(z. E, die fruchtbarſten Aecker, Weiden, Fiſchereien) waͤhlt. Auch in dem rohen Arbeitsprodukt un⸗ terſcheide man zwei Theile: 1) Das, was davon zum nothwendi⸗ gen Unterhalt des Arbeiters gehoͤrt; 2) den Ueberſchuß, d. i. den reinen Arbeitsgewinn; der wieder abſolut oder re⸗ lativ zu betrachten iſt. Der relative iſt groͤßer, nach Maaßgabe, wie mit wenige⸗ rer Arbeit mehr erzeugt wird, z. E. im Delta, in Bengalen, der Ulkraine.— Freilich, je mehr der Lohnherr durch den Arbeiter erwirbt, deſto mehr kann er ihm an Lohn geben; aber giebt er darum auch wuͤrklich mehr?— Auch in dem rohen Ertrag des Kunſt⸗ kapitals laͤßt ſich unterſcheiden: 110 1) der Theil, der zum Unterhalt des Kunſtarbeiters, als eines bloß natuͤrlichen Arbeiters, gehoͤrt;. 2) der Theil, der die Leibrente fuͤr ſeine erworbene Kunſtgeſchicklichkeit ab⸗ giebt; und 3) der, nach Abzug dieſer beiden Stuͤcke, uͤbrig bleibende Ueberſchuß, wel⸗ cher der reine Gewinn heißt, und der ebenfalls abſolut oder relativ zu betrachten iſt: da dann der relative groͤßer oder kleiner iſt, nach eben den Umſtaͤnden, die vorher angezeigtermaaßen den relativen Gewinn bei jedem andern Kapital beſtim⸗ men.— In einer angehenden Geſell ſchaft lernt und treibt man nur die ein⸗ traͤglichſten Gewerbe.— Der reine Arbeits⸗ und Kapitalsge⸗ winn oder Ertrag bilden zuſammen, den uͤberhaupt in einem Erzeugniß enthaltenen reinen Gewinn oder reinen Ertrag, der ebenfalls ſich betrachten laͤßt abſolut, oder relativ in Hinſicht auf die hervorbringen⸗ den Kraͤfte, d. i. auf Arbeits⸗ und Kapi⸗ talsanwendung.— Der im ganzen Naticnalprodutt(inte- grando) enthaltene reine Gewinn oder Er⸗ alt des erlichen te für tab⸗ beiden wel⸗ d der nchten oder de lativen beſtim⸗ Geſell te ein⸗ talsge⸗ „ den ltenen „ der V „odet ringen⸗ Kapi⸗ (inte- der E⸗ 111 trag iſt das, was vom rohen National⸗ produkt uͤbrig bleibt, nach Abzug deſſen, was zur Unterhaltung der Kapitale und der Arbeiter noͤthig iſt. Auch er iſt abſo— lut und relativ zu betrachten, z. E. Eng— land und Nordamerika. Der Tauſchwerth C(relative Werth) iſt unabhaͤngig vom Gebrauchswerth, und be⸗ ſtimmt ſich durch das Begehr einer Perſon eine Sache zu erlangen. Hat der Menſch die Wahl, die Sache ſich ſelbſt unmittel⸗ bar zu verſchaffen, oder einzutauſchen; ſo beſtimmt ſich(vermoͤge der menſchlichen Traͤgheit und Eigennuͤtzigkeit) der Tauſch⸗ werth durch die hervorbringenden Kraͤfte, die zur Verſchaffung der Sache erforder⸗ lich ſind, d. i. der Arbeit und der ver⸗ ſchiednen Kapitale; denn fuͤr dieſe Kapi⸗ tale muß auch etwas angerechnet werden. Dieſes Princip, wornach ſich urſpruͤnglich der Tauſchwerth beſtimmt, dauert fort auch bei ſolchen Dingen, die der, der ſie⸗ eintauſchen will, ſich nicht unmittelbar ſelbſt zu verſchaffen vermag. Den natuͤrlichen oder wahren Tauſch⸗ werth, d. i. den, der den auf das Gut verwendeten Arbeiten und Kapitalien an⸗ gemeſſen iſt, kann man unterſcheiden vom ——— 1 12 zufaͤlligen, der ſich beſtimmt durch Beduͤrf⸗ niß und durch Konkurrenz(d. i. Beduͤrfniß bei mehrern Perſonen in Anſehung des nehmlichen Guts) auf beiden Seiten. 31. Beim Verpachten, Vermiethen, Verleihen, kurz, beim Ueberlaſſen eines Guts an einen Andern, gebuͤhrt dem Ge⸗ ber, außer dem Erſatz fuͤr Abnutzung des Guts, noch ein Antheil am reinen Ge⸗ winn oder Ertrage: denn ohne den letz⸗ tern haͤtte der Eigner keinen Grund, ſeine Sache einem Andern zu uͤberlaſſen: Bei⸗ de Stuͤcke machen zuſammen die Rente aus. In dieſer Rente wird der zweite Beſtandtheil groͤßer ſeyn, je nachdem uͤberhaupt der relgtive Kapitalsgewinn groͤ⸗ ßer iſt, z. E. in einer angehenden Geſell⸗ ſchaft, oder beim Mangel an ſolchen Real⸗Kapitalien. Natuͤrlich aber wird von dem ganzen reinen Kapitalertrag der Antheil, den der Pächter oder Miether zieht, deſto groͤßer ſeyn, je ſchwieriger, muͤhſamer und unſichrer die Nutzung des Kapitals iſt; und je mehr er dazu von ſeinem Kapital mit hinzubringen muß.⸗ Die niedrigſte Rente, was iſt ſie? Die, welche dem Kapital⸗Eigner nichts als den Abnusungserſatz gewährt. Die hoͤchſte? die Bedirf duͤrfniß ig des fethen, eines n Ge⸗ g des Ge⸗ letz⸗ ſeine Bei⸗ Rente zweite achdemn ngroͤ⸗ Heſeln⸗ olchen wird ag der Niether eriger, g des u von ß. 7 Die, als den öchſte? die 113 die den ganzen Reinertrag verſchlingt, und dem Paͤchter oder Miether nur natuͤrlichen Unterhalt laͤßt.(Bauern) Die natuͤrliche? d. i., die ſich nach den angefuͤhrten Punk⸗ ten richtet. Die zufaͤllige?— 32. Wer ſeine Kunſt an Jemanden vermiethet, muß in der Rente ziehen, 1) Unterhalt, 2) Erſatz der Erlernungskoſten, 3) Antheil am reinen Kapitalgewinn. Letzterer wird in Verhaͤltniß zum Betrage des Kunſtkapitals groͤßer ſeyn, nachdem uͤberhaupt die relativen Kapitalgewinne in einer Geſellſchaft groͤßer ſind. Das hieße alſo ſo viel, als: der Lohn der zuͤnftigen Arbeiter wird in Betracht des Kapitals, das die Erlernung koſtet, hoͤher ſeyn, da wo der Profitſatz hoͤher iſt. Von dem ganzen reinen Ertrage des Kunſtkapitals aber werden die Portionen, deren eine der Kuͤnſtler, und die andere der Beſchaͤftiger erhaͤlt, gegen einander groͤßer oder kleiner ſeyn, nachdem des Kuͤnſtlers Arbeit be⸗ ſchwerlicher und gewagter, und nachdem des Beſchaͤftigers Verlag, der zu des Kuͤnſtlers Beſchaͤftigung hergegeben wer⸗ den muß, groͤßer oder kleiner iſt. II. H ———— 114 33. Eben dieß gilt von der Rente, d. i. dem Lohne natuͤrlicher Arbeit. Niedrigſte Rente von Kunſtkapital und von natuͤrlicher Arbeit iſt die, welche dem Kuͤnſtler keinen Antheil an dem Reiner⸗ trage laͤßt.— Natuͤrliche Rente? Zu⸗ faͤllige, d. i. durch Beduͤrfniß und Kon⸗ kurrenz beſtimmte? 34. Arbeit und Kapital alſo geben ur⸗ ſpruͤnglich einen Ertrag oder Einkommen, und, wenn ihre Nutzung an Andre uͤber⸗ rragen wird, eine Rente; und ſind alſo die Quellen des Einkommens oder der Rente. 35. Uneigentliche Kapitalien ſind die, die nicht Reſultate von Arbeit ſind, ob⸗ wohl Gegenſtaͤnde der Anwendung von Arbeit und Kapital, wie Boden, Jagd⸗ recht— Straßenkoth in Bruͤſſel. Die Rente davon iſt dann der mit dem Arbeiter getheilte Arbeitsgewinn. Ein Landgut enthaͤlt 1) ein eigentliches, 2) ein uneigentliches Kapiktal. Je roher die Geſellſchaft, deſto groͤßer iſt das er⸗ ſtere gegen das letztere, und eben ſo auch der Theil der Rente, der ſich auf Rant, ll und de dem Keiner⸗ Zu ) Kol⸗ den ur⸗ mmen, uͤber⸗ d alſo der der n) oͤle, „ob⸗ von Jagd⸗ r mit 7. Ein roher das er⸗ eben ſo ſich auf 115 das erſtere bezieht, gegen den auf das zweite ſich beziehenden Theil. Leere Stellen in Staͤdten geben oft hohe Renten. 36. Kauf iſt Tauſch gegen eine Waare, die nicht zum Gebrauch, ſondern als An— weiſung dient, mit der hoͤchſten Wahl, was man mit dieſer Anweiſung ſich ver⸗ ſchaffen will. Realpreiß, es ſey na⸗ tuͤrlicher oder zufaͤlliger Preiß, iſt der, wo⸗ bei der Tauſchwerth des Metalls als ver— aͤnderlich, der der Waare aber als blei⸗ bend angeſehen wird. Geldpreiß iſt der, bei welchem der Metallwerth als bleibend betrachtet wird. Marktpreiß iſt der gewoͤhnliche oder mittlere Geldpreiß.— 37. Geldkapital iſt nicht ſelbſt ein Ka⸗ pital, ſondern eine Anweiſung auf Real⸗ kapitalien. Der Gebrauch des Geldes iſt hoͤchſt nuͤtzlich bei Kapitalien, weil es die Ueber⸗ tragung derſelben erleichtert. 38. Der Geldzins enthaͤlt nicht, wie die Rente oder Pacht und Miethe, einen Theil fuͤr Abnutzungserſatz oder Unterhal⸗ tungskoſten; auch fallen die andern er⸗ waͤhnten Beſtimmungen meiſt weg, ſon⸗ — H 2 C 116 dern er iſt gleich dem in einer Geſellſchaft mittelſt bloßer natuͤrlicher Arbeit zu ma⸗ chenden relativen Kapitalgewinn nach Ab⸗ zug deſſen, was zur Unterhaltung dieſer natuͤrlichen Arbeit gehoͤrt. Natuͤrlicher Geldzins waͤre dieß— zufaͤlliger! 8 39. Konſumtion; 1) die, welche durch Abnutzung der Kapi⸗ talien geſchieht; 2) Befriedigung von usthwendigen Be⸗ duͤrfniſſen, und 3) von dem Verlangen nach uͤberfluͤſfigen Genuͤſſen. Die Summe aller durch die hervor⸗ bringenden Kraͤfte der Nation erzeugten Guͤ⸗ ter iſt ihr rohes Einkommen, und damit beſtreitet ſie jene dreifache Konſumtion. Was vom rohen Einkommen uͤbrig bleibt, nach Abzug deſſen, was zum Erſatz der jaͤhrlichen Kapitalabnutzung und zu den nothwendigen Beduͤrfniſſen jedes Individut gehoͤrt, iſt reines Einkommen, und giebt die Fonds für uͤberfluͤſſige Genuͤſſe. Nationalreichthum mißt ſich ab nach dem Totalbetrag des reinen Einkommens, und unangeſehen, wie daſſelbe vertheilt iſt. Hohe Exportation iſt keinesweges ein ſicherer Barometer des Nationalwohl⸗ ellſher zu m V ich Ab⸗ dieſer licher Kapi⸗ Bo⸗ affigen hervor en Ga⸗ damit mtion 117 randes. Der einzig ſichere iſt Genuß des groͤßten Theils der Nationalglieder. 41. Bei der Handelsbalanzberechnung iſt es ein Fehler, daß man z. E. 100000 Rthlr. werth Queckſilber in Oeſtreich mit 100000 Rthlr. werth Kaffee, die Oeſtreich dafuͤr aus England empfangen hat, gleich ſetzt, da doch im Kaffee die brittiſche Fracht und Handelsgewinſte ſtecken. 42. Was gewinnt man damit fuͤr die wiſſenſchaftliche Staatswirthſchaft: a) daß man den Proſit zerlegt in Geld⸗ zins und Lohn? b) daß man den Lohn zerlegt in den noth⸗ wendigen Unterhalt und in den andern Theil, der entweder Profit von dem auf Erlernung der kuͤnſtlichen Arbeit ange⸗ legten Kapital oder Erſatz fuͤr das bei der Arbeit Statt findende Riſiko— dop⸗ pelter Art, *.) ob man immer Beſchaͤftigung fin⸗ den? 3) ob ſie gelingen werde?— oder Vergeltung der Unannehmlichkeit bei der Arbeit iſt? Profit iſt das Prius, Zinſen das Po- ſterius, die ohne Proſit im Ganzen nicht Statt haben koͤnnen. i 4 4 f p 1 ——qy— —-———— 118 de Der nothwendige Unterhalt iſt etwas ſehr unbeſtimmtes, was ſein Minimum betrifft. Es laͤßt ſich auch in der Arbeit ſelbſt nicht wohl unterſcheiden das, worauf ſich der nothwendige Unterhalt beziehen ſoll, und was Schloͤzer natuͤrliche Arbeit nenut, von dem, was in derſelben Arbeit kuͤnſtlich, mißlich, unangenehm iſt. 43. Eigentliche Kapitalien ſind nichts als angeſammelte Erzeugniſſe der Arbeit.— Wenn man alſo zur Produktion uͤberhaupt erfordert Arbeit und Kapitalien, ſo erfor⸗ dert man eigentlich gegenwaͤrtige Arbeit und Reſultate vergangner Arbeit. 44. Das Nationaleinkommen iſt im immerwaͤhrenden Verzehren begriffen; ſo wie auch die ſubjektiven Kapitalien, indem die Menſchen veralten(z. E. Komlödianten und ſterben. 45. Auf den Marktpreiß hat Einfiuß, in ſofern er durch das Verhaͤltniß der Nachfrage zur Anerbietung beſtimmt wird, nicht bloß die wuͤrklich begehrte oder an⸗ gebotene Quantitaͤt, ſondern auch die, von der man voraus weiß, oder muth⸗ maaßt, daß ſie werde bezahlt oder ange— boten werden.— Ueberdem haben Furcht, Hoffnung und faſt alle Leidenſchaften Ein⸗ 119 fluß auf die Preiße, die man giebt oder empfaͤngt. 46. Hume'’s Satz, daß es bei der Macht, Staͤrke und Finanzeinnahme des Staats nicht ankomme auf die abſolute Quantitaͤt des edeln Metalls, ſondern 1) auf deſſen allmaͤhligen Anwachs, 2) auf den durchgaͤngigen Umlauf, heißt in Smiths Sprache uͤberſetzt: 1) auf den dotſchrritenden Wirthſchaſts⸗ gang, 2) auf Vertheilung und Wermejruns der Arbeit. Dieß beides aber iſt Folge von uni mendem Verlage. Wenn Hume ſagt: die wahre Staats⸗ wirthſchaft beſtehe darin, to keep money ſtill encrealing, weil dadurch ein Geiſt der Betriebſamkeit rege erhalten, und der ſtock of labour, worin alle wahre Macht und Reichthum beſteht, vermehrt werde; ſo iſt das Hyſteron Proteron, ſofern das erſtere eine Folge vom zweiten iſt; denn eine von der groͤßern Ergiebigkeit der Mi⸗ nen hexruͤhrende Zunahme des Geldes hilft nichts. Bei der Zunahme an Menſchen und Induſtrie im Oeſtreichſchen und anderwaͤrts ——————-·—ᷓ··—·· 125— hat keine verhaͤltnißmaͤßige Zunahme an Macht und Finanzen Statt gefunden; aus Mangel an Gelde ſagt man. Aber der Mangel an Gelde ſowohl als die Staats⸗ ſchwaͤche ruͤhrt eigentlich her von der ein⸗ fachen Lebensart und der damit verbunde⸗ nen geringen Cirkulation. Bei noch ge⸗ ringerer Cirkulation im Mittelalter mußte der Fuͤrſt Revenuͤen in Naturalien neh⸗ men(wie in Polen Rindshaͤute) und konnte nur von den Staͤdten etwas Geld bekommen: auch waren alle Waaren theu⸗ rer, weil weniger zu Markt kamen, oder eigentlich, weil weniger Verlag und eine geringere Arbeitstheilung, folglich hoher Profit und mehr Lohn Statt fand. 47. Wenn Smith den Uuntergang des Feudalweſens zuſchreibt dem Geſchmack, den die Lehnsherrn an Fabrikaten gewan⸗ nen: ſo laͤßt ſich damit wohl auch reimen, was Stewart ſehr ſchoͤn zeigt, daß das Beduͤrfniß der Souveraͤns Geld zu haben hauptſaͤchlich dazu beigetragen hat, indem faſt nur in Städten Geld zu finden war. Nach Erfindung des Schießpulvers war die Landesbeſchuͤtzung nicht mehr moͤglich ohne Geld. Das Exempel von Venedig, Genua, den Niederlanden ꝛc. reizte die ———— e ac ; aut r der aats⸗ ein⸗ inde⸗ ge⸗ ußte geh⸗ und Held heu. oder eiue ohet — 121 Souveraͤns das neue Staatswirthſchafts⸗ ſyſtem anzunehmen, und ſolglich dem Feu⸗ dalweſen immer mehr Abbruch zu thun. Die Ruͤckſicht auf Menſchheitsrechte trat erſt ſpaͤter ein, und war Folge, nicht Ur⸗ ſuch⸗ jenes Syſtems. 48. Der Einwand, daß durch Aufkauf die Konkurtenz beim Einkauf vermehrt, beim Verkauf gemindert, und der Ver⸗ kaufspreiß um die Erhoͤhung des Einkaufs⸗ preißes und um den Gewinn des Aufkaͤu⸗ fers vertheuert werde, beweiſet zu viel. Er trifft jeden Handel, d. i. Einkauf zum Wiederverkauf, und inſonderheit jeden Kram oder Kleinhandel, der zwiſchen den Großiſten und Konſumenten tritt. 49. Praͤmien, wenn ſie eine noch nicht vorhandene Induſtrie erſt in Gang ſetzen ſollen, koͤnnen nicht hoch genug ſeyn, um Aufmerkſamkeit zu erregen. Sollen ſie da⸗ gegen ein ſchon im Gange ſeyendes Ge⸗ werbe vermehren, ſo ſind ſie ſchaͤdlich: denn ſie bewuͤrken eine falſche, nicht auf die Natur des Gewerbes gegruͤndete Thaͤ⸗ tigkeit, die mit ihrer kuͤnſtlichen Urſache zugleich aufhoͤrt, und in ihren Fall auch noch die Perſonen mit verwickelt, die ſich ahne dieſe zweckwidrige Huͤlfe ſonſt erhal⸗ A 5 ——— 1 2 2——ÿÿ— ten haͤtten.— Unnterſtuͤtzungen einer Fa⸗ brikation, wenn ſie wuͤrken ſollen, muͤſſen das Ganze umfaſſen, mithin bloß in Be⸗ foͤrderung des Abſatzes beſtehen. Alſo nur Ausgangspraͤmien fuͤr den Kaufmann ſind zulaͤſſig: aber auch die nur zur Zeit der hoͤchſten Noth, wenn der Abſatz ſtockt, und nur auf ſo lange, als die Noth dauert.— Alle Ermunterungen des Tuch⸗ machergewerbes durch Monopole und Praͤ⸗ mien haben in der Kurmark und in Oſt⸗ preußen nicht ſoviel vermocht, als der na⸗ tuͤrliche Gang der Fabrikation und des Handels in dem bis 1772 ganz verſaͤumten Netzdiſtrikte. Im Netzdiſtrikt ſind 24935 Schaafe auf einer Quadratmeile, dagegen in der Kurmark nur 1802; im Netzdiſtrikte 1245 Menſchen auf einer Hugdratmeile in Oſtpreußen nur 1200. Der Wohlſtand des Fabrikanten hangt nicht ab von wohlfeilem Einkauf ſeines Materials, ſondern bloß von lebhaftem Abſas⸗ Im Jahre 1789 machten die uo mohr, als im Jahre 1735, obeoleich die Wolle 1789 unerhoͤrt theuer war. 50. Die Handelsbalanz in Gelde iſt, ſcheint es, darum wichtig fuͤr den Staat, t fa⸗ muͤſſer 1 Be⸗ o nut ſind it der aͤngt eines ſtem die btuͤck V leich e iſ V taat⸗ 123 weil er das Militaͤr und alle Staatsdie⸗ ner in Gelde, und zwar in etatsmaͤßig beſtimmten Geldquantitaͤten bezahlen muß, und ihm alſo an feſter Geldeinnahme ſehr viel gelegen iſt. 51. Smith ſagt Theil I. 6. 339. ge⸗ rade zu: As the ſociety advances in wealth et improvement, all other forts of rude produce, cattle, poultry, game of all kinds, the uſeful foſſils et minerals of the earth etc. naturally grow dearer, except cornet luch other vege- tables as are raiſed altoquether by human induſtry. Alſo Getreide, meint er, werde durch den Fortgang der Kultur und den Anwachs des Wohlſtandes und der Polksmenge eines Landes nicht theurer. Dagegen ſagt nun Jacob: Getreide ſey nur daun ein ſicherer Maaßſtab des Silberwerths, wenn die Rede iſt 1) von einem und eben demſelben Lande, und ohne daß betraͤchtliche Veraͤnderun⸗ gen vorgegangen ſind, 2) in der Kulturart, 3) und in der Bevoͤlkerung und dem Wohl⸗ ſtande des Landes. 124 Zu 1. Denke man an das Getreide aus der fruchtbaren Weichſelniederung, und aus dem unfruchtbaren Natangen um Sens⸗ burg, und dem kultivirteſten und dem ſchlecht bewirthſchaftetſten Gute in Preu⸗ ßen. Zu 2. Daß der Boden, wie man ihn auch kultiviren mag, immer gleichviel zur Produktion beitrage, und daß der Mehr⸗ ertrag bei beſſerer Kultur immer nur ge⸗ nau proportional ſey dem groͤßern Kapital, das man auf den Boden wendet, iſt nicht allgemein richtig: die verſchiedne Natur des Bodens, ſo wie die verſchiedne An⸗ wendungsart des groͤßern Kapitals macht einen großen Unterſchied. Smith haͤlt die hoͤhern Koſten des Arbeitsviehes fuͤr ein Gegengewicht des durch beſſere Kultur er⸗ bauten Mehrertrages. Zu 3. Die Bevoͤlkerung ſey wechſelnd, oder ſich gleichbleibend, oder abnehmend, und der Lohnſatz ſey dem gemaͤß, wie er wolle; ſo iſt es nicht der Lohnſatz, der den Kornpreiß beſtimmt, ſondern der Korn⸗ preiß beſtimmt wenigſtens zum Theil ihn. Wenn ein Ort, deſſen Marktpreiße man zur Norm annimmt, an Volksmenge waͤchſt, wie z. E. Berlin, Hannover ꝛc.: ——————— 125 de ans ſo wird, je nachdem das Korn deshalb von 7d aus groͤßerer Weite zugefuͤhrt werden muß, ſein Dens⸗ Preiß dieſer Frachtkoſten wegen ſteigen. dem 52. Wenn Smith das Nationaleinkom⸗ Preu⸗ men ſetzt in den Werth des jaͤhrlichen Er⸗ trages des Bodens und der Arbeit: ſo ihn fragt ſich, zur 1) wenn der Ertrag an Groͤße zunimmt, kehr⸗ wird er dann auch an Werth dem ge⸗ Total nach groͤßer ſeyn, oder kann er ital, nicht eben durch ſein Wachsthum an mäößt Groͤße ſich an Werth vermindern? und Natur*½) kann nicht, wenn ſeine Quantitaͤt durch Jn irgend welchen Zufall, z. E. eine Kala⸗ nacht mitaͤt, abnimmt, ſein Werth im Total die zunehmen? Iſt nicht fuͤr die Nation eir die Menge der Erzeugniſſe wichtiger, als r err deren Werth? Es fragt ſich, was meint Smith unter Werth? und was meint ind, er unter Ertrag des Bodens und der end, V Arbeit? Ferner betrachte man irgend e er weelchen einzelnen Artikel, mit dem die der Veraͤnderungen unter 1. und 2. vorge⸗ oru⸗ hen, und frage, wie das wuͤrken werde ihn. auf den geſammten Ertrag aller Artikel reiße oder der ganzen Nationalwirthſchaft? denge Die wahre echte Vermehrung des Na⸗ ne rionalreichthums beſteht allein in der Ver⸗ — mehrung werthhafter Guͤter zu dem mindeſt moͤglichen Koſtenpreiße: und die echte Maxime der Staatswirthſchaft iſt, zu machen, daß alle nuͤtzliche Dinge ſo wohl⸗ feil als moͤglich erzeugt und verkauft wer⸗ den; nehmlich reell oder abſolut wohlfeil in Hinſicht auf die letzten Urſachen aller Preiße,(oder auf die produktiven Kraͤfte der Arbeit, des Verlages und Bodens, beide letztere als Bedingungen der Arbeit betrachtet,) nicht aber bloß relativ in Hin⸗ ſicht auf andere Sachen. 53. Beduͤrfniſſe ſind wohl der Ent⸗ ſtehungsgrund der unentbehrlich noͤthigen Kuͤnſte: aber zur Erfindung der Kuͤnſte der Bequemlichkeit und des Luxus haben ſie ſo wenig beigetragen, daß vielmehr erſt durch dieſe Kuͤnſte mancherlei Veduriniſſe entſtanden ſind. 54. Den Ausdruck impöt zrdirect neh⸗ men die Phyſiokraten in einem ganz an⸗ dern Sinn, als andre Finanzſchriftſteller. Dieſe, z. E. Ramel, nennen auch eine Perſonalſteuer direct, und ſehen bei die⸗ ſer Benennung bloß auf die Erhebungs⸗ art; jene nennen, nach ihrer Hypotheſe, daß alle Steuern auf den Reinertrag des Bodens fallen, auch jede Perſonalſteuer nindeſt echte . 30 wohl⸗ wer⸗ hlfeil aller raͤfte ens, kbeit Hin⸗ Ent⸗ thigen dünſte aben erſt fniſſe neh⸗ z an⸗ teller. eine j die⸗ ungs⸗ theſe, g des ſteuet 127 nur indirect, und brauchen impoôt direct als Kunſtwort in dem eigenthuͤm⸗ lichen Sinn ihres Syſtems, nur fuͤr Grundabgaben: z. E. Saint Peravy im Mémoire lur l' impôt indirect p. 65. Eben ſo iſt's mit dem Ausdruck revenũ. 55. Smith beweiſet, daß die durch die Getreideausfuhrpraͤmie bewuͤrkte Erhoͤ⸗ hung der Kornpreiße dem Landmann im Ankauf einheimiſcher Waaren, und in Be⸗ zahlung einheimiſcher Arbeit nichts hilft, nehmlich ihn nicht in den Stand ſetzt, beſſer zu leben und beſſer zu wirthſchaften: ſondern nur im Ankauf fremder Waaren, deren er wenig bedarf, ihm Vortheil brin⸗ gen kann. Wenn nun der hoͤhere Getrei⸗ depreiß kein Mittel iſt, den Landbau zu befoͤrdern, was fuͤr ein andres Mittel kann es denn dazu geben? Iſt doch ſonſt, nach Smith ſelbſt, der hoͤhere Tauſchwerth der vergroͤßerten Menge von Produkten das Hauptbefoͤrderungsmittel der Produk⸗ tion, wie z. E. der hoͤhere Viehpreiß bei der Viehzucht. Sogar beweiſet Smith, daß die durch Praͤmien erkuͤnſtelte Ver⸗ theuerung des Getreides denſelben ſchlim— men Effekt hat, wie die durch verbotene Ausfuhr des Goldes und Silbers in Spa⸗ 128— nien und Portugal bewuͤrkte Erniedrigung des natuͤrlichen Werths dieſer Metalle, welcher ſich beſtimmt durch ihre Propor⸗ tion zum jaͤhrlichen Ertrage des Bodens und der Arbeit. Ferner: Smith, indem er behauptet, das Korn habe einen unveraͤnderlichen Nealpreiß, der durch keine Geſetze geaͤndert werden koͤnne, verlangt gleichwohl Aus⸗ fuhrfreiheit, theils 1) weil das Verbot ungerecht ſey, theils 2) weil, wenn nicht mehreres Korn gewoͤhnlich im Lande ſelbſt erzielt, oder in das Land eingefuͤhrt wird, als gewoͤhnlich darin verzehrt zu werden pflegt, der einheimi⸗ ſche Markt nicht reichlich verſorgt wer⸗ den kann. Nun aber werden nicht, ſagt er, die Producenten mehr erzielen und die Einfuͤhrer mehr einfuͤhren, als bloß ſoviel die inlaͤndiſche Konſumtion for⸗ dert, wofern nicht der Ueberſchuß allen gewoͤhnlichen Faͤllen ausgefuͤhrt werden kann. Ja aus Beſorgniß, daß ihm die Waare auf dem Halſe bleibe, werden Producent und Einfuͤhrer den Markt wohl eher unzulaͤnglich verſor⸗ gen. Alſo das Verbot der Ausfuhr be⸗ ſchraͤnkt die Verbeſſerung und den An⸗ bau bax 129 orgung bau auf das, was die Verſorgung der Netall, eigenen Einwohner des Landes fordert; ropor⸗ ſtatt daß die Ausfuhrfreiheit das Land zodens in den Stand ſetzt, die Kultur bis zur Verſorgung fremder Nationen zu erwei⸗ uptet, tern*). lichen Aber wenn der Kornpreiß den Preiß indert der Arbeit und aller Waaren regulirt: Aus⸗ warum iſt denn in Polen, Kurland ꝛc. alle Kunſtarbeit und Kunſtwaare ſo theuer? eils wegen des hohen Proſitſatzes? oder aus vylich Mangel an Konkurrenz der Verkaufer? Land— Und warum nimmt dieſe Konkurrenz nicht darin zu? 1— yeimi⸗ 56. Wiefern iſt Verlagsprofit eine Quelle wer⸗ oder ein Beſtandtheil des Nationalvermoͤ⸗ „ſagt gens? Natuͤrlich iſt er ein Theil von dem 1 n und Erzeugniß des Arbeiters, der, ſofern er bloß V eine vom Verleger verſchiedne Perſon iſt, 4 for erſt ſeinen Lohn aus dem Erzeugniß ſeiner uß in Arbeit erhaͤlt, und dann einen Theil dieſes 1 ffütt Erzeugniſſes ſeinem Beſchaͤftiger als Profit „daß laͤßt. 44 vleibe, b den*) Mit Wolle iſt es wie mit Getreide: Wollaus⸗ t den fuhrverbote vermindern die Erzeugung und Ein⸗ verſor⸗ fuhr der Wolle, und vertheuern ſie auf den hr he⸗ V inländiſchen Märkten... Ar II. V 130 57. Der Anwachs des Verlages er⸗ zeugt, nach Smith, eine zunehmende Nach⸗ frage nach Arbeit; er iſt aber auch ſelbſt eine Wuͤrkung von vermehrter Arbeit. 58. Smiths Hauptgedanke iſt, daß ein Verlag angewandt auf produktive Arbeit ſich regenerirt haͤtte, ſtatt daß er, ange⸗ wandt auf ſterile Arbeit, vernichtet wird. 59. Alle Uebel des Feudalweſens redu⸗ ciren ſich auf zwei, nehmlich 1) auf das Recht unbezahlte Arbeiten zu erpreſſen, und 2) auf das Recht Landeseigenthum zu mo⸗ nopoliſiren. Induſtrie verlangt und grancht 1 weiter keine Aufmunterung, als die Sicherheit, ſich der Fruͤchte ihrer Arbeit erfreuen zu koͤnnen, welche Sicherheit ihr zu geben der Staat die ſtrengſte Pflicht hat. Aber ſtatt ihr die zu geben, will er ſie durch tauſend Wohlthaten unterſtuͤtzen.— Da die Gerechtigkeit an ſich ſo wenig uͤber Staaten vermag, vielleicht koͤnnte das Intereſſe ſie zur Gerechtigkeir fuͤhren, wenn man ihnen zeigte, daß es wuͤrklich mit derſelben uͤbereinſtimmt. 131 85 60. Die Aufnahme des Ackerbaues und Nach⸗. ſel der Manufakturen ſeit dem ſechzehnten Jahrhunderte ruͤhrte nicht her von der Vermehrung des Silbers, wie Hume zeein 3 meint, ſondern von der, der Induſtrie kbeit um dieſe Zeit allgemeiner gewaͤhrten Si— inge⸗ cherheit. Der Beweis davon liegt einer⸗ ird. ſeits in dem Flor von Venedig, Genua, redu⸗ Florenz, Lombardei, Belgien ſ. Ander⸗ ſons Geſchichte des Handels) vor der An⸗ n au kunft der amerikaniſchen Schaͤtze nach Eu⸗ ropa, und andrerſeits in der jetzigen nw⸗ Armuth von Portugal und Spanien, ob⸗ gleich beide Laͤnder vor 1500 bei viel ge⸗ tin ringerer Zufuhr von edlen Metallen viel tei, V beſſer daran waren. 61. Wo bleibt das viele Geld, das im n! V Kriege, z. E. in dem franzoͤſiſchen in deben V Deutſchland oder jetzt(im Maͤrz 1807) Aber V von den Ruſſen in Preußen, ausgegeben durc wird? und warum werden die Läander da⸗ V durch nicht reich, ſelbſt wenn ſie der neu⸗ wenig trale Kriegsſchauplatz ſind?— Dadurch, oͤnnte daß die Producenten und Fabrikanten Geld aͤhren, in die Hand bekommen, werden ſie noch uͤrklich nicht reich: ſie muͤſſen es ja auf Reproduk⸗ tion anwenden. Und dieſe wird erſchwert 8 ₰ 2 132— durch hohen Arbeitslohn, durch theure Ma⸗ terialien und Geraͤthe— theuer wegen des Mangels an Arbeitern und wegen der Ver⸗ nichtungen und Zerſtoͤrungen im Kriege.— Kaufleute und einige Fabrikanten und Handwerker moͤgen doch wohl gewinnen, aber der Landmann und viele andre Fa⸗ brikanten gewiß nicht. 62. Welch eine Kleinigkeit iſt eine noch ſo große auswaͤrtige Balanz gegen das Total aller inlaͤndiſchen Veraͤußerungen in einem großen Lande. Paris, hieß es im Jahre 1805, braucht jaͤhrlich zu ſeiner Konſumtion 260 Millionen Franken(ohne Moͤbel, Geraͤthe ꝛc. 2). Angenommen, daß Paris 700,000 Seelen habe, daß dieß der vierzigſte Theil von der Bevoͤlkerung von ganz Frankreich ſey, und daß die Konſum⸗ tion jedes Menſchen außer Paris auch nur halb ſo theuer als in Paris ſey: ſo be⸗ traͤgt die Konſumtion von ganz Frankreich 20%✕ 260= 5200 Millionen Franken. Was iſt dagegen die nach Necker angege⸗ bene Balanz? 63. Was fuͤr Vortheile entſtehen 1) fuͤr die Nation, ————— 133 e Ma⸗ 2) fuͤr das Finanzweſen oder die Regie⸗ ſen des rung Ver⸗ daraus, daß das Staatseinkommen in Lan Geld erhoben und ausgegeben wird, ſtatt uuen in Naturallieferungen und Dienſten, wie 2 vormals in England(ſ. Anderſons Ge⸗ war ſchichte des Handels) und noch neulich in Polen? Buͤſſch's Vorſtellung von einer noch doppelten Arbeit, die durch das zu den das Staatsausgaben erhobene und dazu aufge⸗ gden in wendete Geld erweckt werde, ſchreibt ſich es in von Stewart her. ſeinr 64. Die große Veraͤnderung, die ſeit ohxr V tauſend Jahren im Menſchengeſchlecht vor— k, daß gegangen iſt, ruͤhrt ſie nicht hauptſaͤchlich iß der davon her, daß jetzt der Norden mit g bon kultivirten Menſchen beſetzt iſt, die von näälhe der Natur ſo viel weniger, als die im h nur Suͤden haben, und doch ſo viel mehr ſo be⸗ brauchen; und daher ſo vielerlei thun und ukteich machen muͤſſen, und ſich ohne Monogamie, anken. gute Kinderzucht und kluge Geſetze nicht ngege: behelfen koͤnnen. Und doch war, ſcheint es, Oſtindien die Wiege aller Kultur des Menſchengeſchlechts! 65. Der urſpruͤngliche reelle Tauſch⸗ —y———— 134— werth jeder Waare beſteht in den Koſten ſie zu erzeugen und zu Markt zu bringen. Alſo in jedem gegebenen Staate nicht bloß in der Arbeit, dem Kapitalgewinſt, und(wenn man den Boden als etwas vom ſtehenden Kapital verſchiedenes an⸗ ſehen will) der Landrente, welche an der Sache haften: ſondern auch in den von der Waare, waͤhrend ihrer Produk⸗ tion und ihres Fuͤhrens zu Markte, er— hobenen Auflagen.. 66. Werden bei Berechnung der Han⸗ delsbalanz die Waarenpreiße einſchließ⸗ lich der Zoͤlle und andrer Abgaben(z. E Hafengeld ꝛc.) angeſetzt oder ausſchließ⸗ lich? Nachdem das eine oder das andre geſchieht, aͤndert ſich die Balanz um den Zollbetrag, welcher der Nation entgeht, da er vom Staate verzehrt wird. 67. Der zunehmende Reichthum von Holland und England im 16ten und I17ten Jahrhunderte war dem groͤßern Theile nach wohl nur eine Verpflanzung des Reich⸗ thums von Italien, Spanien und Por⸗ tugal dorthin. Um ſo weniger kann er hauptſaͤchlich von dem Antheile hergeleitet —— 135 Kaſte werden, welchen England und Holland ringen damals am indiſchen Handel zu nehmen nicht anfingen. winſt, 69. Entſtehung der Oberherrſchaft durch in V Kauf. Sonderbar! Verſchiedne Eidge⸗ u dexr noſſen haben Laͤndereien von deren Grund⸗ den herrſchaft erkauft, und ſie zu Unterthanen dduk⸗ 1 gemacht. Alſo wenn ein reicher Mann nach und nach ſeinen Landbeſitz erweitert; ſo kann er allen, die auf ſeinem Lande wohnen wollen, die Bedingung vorlegen, Han⸗ ob ſie ſich von ihm en ſouverain regieren plief laſſen wollen oder nicht! So entſteht 6 E Staatsgewalt durch bloße Erwerbung des lief Grundeigenthums. Wie vereinigt man das andre mit Menſchheitsrechten? 3 1 n 69. Geld beſteht aus Stuͤcken Me⸗ . tall, deren Quantitaͤt und Qualitaͤt durch einen oͤffentlichen Stempel beſcheinigt vwon wird.. 33 Muͤnzſtaͤtte iſt die Fabrik, wo fuͤr nah das Publikum ſolche Stuͤcke Metall, ge⸗ eich⸗.. V nannt Geld, fabricirt werden. un ex Es giebt zwei Methoden, wie das eleitet Publikum die Fabrikationskoſten traͤgt: ——————— ————————— „.— — nnnrnrnnͤè‧—— ———-—O;—;;;-—;;’:———— 5 136 1) es bezahlt dieſe Koſten in ſchon ge— muͤnztem Gelde,— 2) oder der Staat behaͤlt von dem Metall ſo viel zuruͤck, als die Koſten betragen. England befolgt die erſte Methode; alle andere Nationen die zweite. Bei der erſtern Methode, ſagt He⸗ gewiſch, ſey die Sicherheit des Publici groͤßer, als bei der zweiten. Dagegen ſagt man, durch die zweite Methode 1) koͤnne der Staat eine unmerkliche und billige Abgabe erheben; 2) verhuͤten, daß die Muͤnze ſich nicht ver— liere und eingeſchmolzen werde, 3) das Verhaͤltniß von Gold zu Silber feſtſetzen, 4) den Ausfluß des Geldes aus dem Lande verhindern. Zu 1. Der Gewinn fuͤr den Staat iſt eine Kleinigkeit: z. E. 20,000 Rthlr. von einer Million zu zwei Prozent. Holland hat, nach Peſtel, vom Jahr 1690 bis 1749 ungefaͤhr 450 Millionen 137 (wahrſcheinlich Gulden hollaͤndiſch) muͤnzen laſſen; alſo jaͤhrlich im Durchſchnitt etwa— tall ſieben Millionen. Von jenen 450 Mil⸗ e. lionen betrug der Schlagſchatz nur 750,000 all Gulden, alſo jaͤhrlich etwa 12000 Gulden. 4 Zu 2. Das Verſchwinden des Geldes de durch auswaͤrtige Zahlungen kann der ie Schlagſchatz nicht hindern; auch kann er nicht machen, daß neues Geld anſtatt des verſchwundenen hereinkomme. ate Das Einſchmelzen iſt nicht ſchaͤdlich; es iſt dem Staate zuͤtzlich, wenn ein und Schlagſchatz genommen wird. Nimmt er keinen; ſo machen die Muͤnzkoſten, welche ver⸗ die Nation traͤgt, wenig aus, und die Nation hat dann den Vortheil, immer be neues, alſo volles wichtiges Geld zu haben. Zu 3. Der Schlagſchatz kann eben ſo i wenig das Verhaͤltniß von Gold zu Sil⸗ ber, als das von Hafer zu Gerſte aͤn— iſt dern. von Zu 4. Auch den Ausfluß des Geldes aus dem Lande kann der Schlagſchatz nicht zahr hindern. Das einzige Mittel, dieſen Aus⸗ enen fluß zu verhuͤten, iſt, daß man ſich nicht die Pflicht zuziehe, auswaͤrts Zahlungen zu machen. Das Beſte waͤre, wenn man auf die Muͤnzen anſtatt Bruſtbilder und Wappen, deutſch und verſtaͤndlich das Gewicht und die Feinheit aufſtempelte. glungen uf de 3 bne XIII. und. Briefe ſtaatswirthſchaftlichen Inhalts. Geſchrieben in den Jahren 1799 bis 1802 an den Herausgeber, der damals Kammer— praͤſident in Weſtpreußen war. —,j, 3 5 7———,—— Briefe ſtaatswirthſchaftlichen Inhalts. Geſchrieben in den Jahren 1790 bis 1802 an den Herausgeber, der damals Kammerpraͤſi⸗ dent in Weſtpreußen war. Königsberg, den 2ten Januar 1799. Wenn Sie, mein Theuerſter, bedenken, daß das hoͤchſte Gut einer Geſellſchaft in gerechten Geſetzen beſteht, und daß un⸗ ter allen Geſetzen die, welche das Recht der Perſonen betreffen, die allerwichtig⸗ ſten ſind, ſo koͤnnen Sie in Ihrer Arbeit, zumal was die Aufhebung der Amts⸗ unterthaͤnigkeit o betrifft, ſich durch (a) Schon durch die Patente vom 10 July 1719 und 24. März 1723 waren die Einſaſſen in den preußiſchen Domänenämtern von aller Leib⸗ eigenſchaft, Gutspflichtigkeit und Erbunterthä⸗ nigkeit freigeſprochen; dieſe Patente waren in⸗ deſſen theils nicht durchgängig befolgt, theils 142— den herrlichen Gedanken erquicken, daß es warlich in den Augen Gottes und der Vernunft keine Arbeit giebt, die verdienſt— licher waͤre. Die glaͤnzendſten Siege, wenn ſie nicht die Folge haben, daß irgendwo dadurch heilſamere, d. i. gerechtere Geſetze entſtehen, moͤgen als ſeltene Aeußerungen gewaltiger Kraͤfte unſer Gefuͤhl, welches eben nicht der edelſte Theil unſers Selbſt iſt, ruͤhren, ſo viel ſie koͤnnen; die Ver— nunft wird ſie den unglaͤnzenden Arbeiten, durch welche hie oder da Ungerechtigkeiten abgeſtellt und beſſere Einrichtungen zu Stande gebracht werden, weit nachſetzen. Und eben ſo wird ſie unter den Be— muͤhungen um beſſere Geſetze diejenigen, welche auf die Sicherung und Wohlfahrt des Landmannsſtandes gerichtet ſind, den mehr ſchimmernden und mehr geprieſenen, die den Handel und Kunſtgewerbe zum Gegenſtande haben, weit vorziehen, wie durch ſpätere Verordnungen wieder beſchränkt, und es wurden erſt durch die Verordnung vom 29. Decbr. 1804 alle Zweifel über dieſen Ge⸗ genſtand gehoben, als ſelbige„die preußiſchen „Domäneneinſaſſen für völlig freie, von aller „Erbunterthänigkeit ungbhängige, und von den „mit dem Erbunterthänigkeitsnexus verknüpften „geſetzlichen Folgen völlig befreite Leute,“ er⸗ klaärte. — — 143 daß es auch unſer Smith thut, der mit Recht d der behauptet, die Geſetze, welche dem Land⸗ ienſt⸗ mann in England voͤllige Sicherheit venn und perſoͤnliche Unabhaͤngigkeit gewaͤhren, dwo haͤtten mehr zur Groͤße Englands bei⸗ ſetze getragen, als alle Handlungsregulative gen dieſes Staats zuſammengenommen. hes Sie ſagen mir nichts von dem An⸗ bft theil, den ſie an dem preißwuͤrdigen Ent⸗ ſchluß der Weſtpreußiſchen Staͤnde, er⸗— 1 1 die Aufhebung der adelichen Erbunterthaͤ— 6377..— 8 1 nigkeit betreffend, gehabt haben moͤgen; 1 aber ich habe darum nicht weniger die feſte Ueberzeugung, daß Sie dabei nicht unwuͤrk⸗ ͤ ſam geweſen ſind. Mit wahrer Freude 1 erblickte ich unter den Unterſchriebenen oben / 8 02. 1 an den Namen des trefflichen Regierungs⸗ an praͤſidenten(b). Anders als ihr Herren 1 die Sache eingelenkt habt, ließ ſie ſich / im(b) Bei Gelegenheit der mit den Deputirten der hie adelichen Gutsbeſitzer gehaltenen Konferenzen über den Entwurf zum Provinzialgeſetzbuch dis⸗ poltirte der Weſtpreußiſche Regierungspräſident, kt, 3 jetzige Kanzler Freiherr von Schrotter, im 8 die gedachten Deputirten zu einem Schreiben He⸗ an den Köoönig, worin ſie ſich bereit erklärten, hen die Erbunterthänigkeit aufzuheben. Das Aner⸗ Uler bieten ward angenommen, die Ausführung aber den unterblieb, weil die Behörden, denen der Kö⸗ ften nig die weitere Einladung übertragen hatte, er⸗ dieſe unterließen. 144 freilich nicht fuͤhren. Unſere hieſige Regie⸗ rung ſoll, wie ich hoͤre, ihr Gutachten ganz fuͤr Beibehaltung der Erbunterthaͤ— nigkeit abgefaßt haben, bloß mit Anfuͤ⸗ gung einiger kleinen Modalitaͤten, die wie C 2 e 6 Roſenwaſſer auf Krebsſchaͤden wuͤrken muͤſ⸗ ſen.„Geſetzgeber ſollen nicht richten,“ ſagt Montesquieu, und„Gerichte ſollen nicht Geſetze geben,“ moͤchte ich hinzuſetzen. Das Gutachten von einem Gericht uͤber ein Geſetz koͤnnte dem Ge— ſetzgeber trefflich zur Beurtheilung des Ge⸗ ſetzes dienen, wenn das Gericht die Faͤlle, die ihm in ſeiner Praxis in Abſicht auf dieß Geſetz vorgekommen ſind, genau und treu darſtellte, und ſo die Folgen des Ge⸗ ſetzes nach Thatſachen in einem allgemei⸗ nen Bilde aufſtellte. Freund, was muͤßte das fuͤr ein Gemaͤlde ſeyn, was ſich aus der gerichtlichen Praxis in Hinſicht auf die Rechtsſachen, die Erbunterthaͤnigkeit betref⸗ fend, darſtellen, und aktenmaͤßig beweiſen ließe! Ich habe mir einmal aus Kammer⸗ akten uͤber dieſe Sache einen Auszug ge— macht, den ich erſchrecken wuͤrde gedruckt zu ſehen; und doch kommen darin nur die ſeltenen Kolliſionsfaͤlle zwiſchen der Kam⸗ mer und adelichen Unterthanen vor. Son⸗ derbar 145 ge Naie derbar iſt's, daß, als Koͤnig Fr iedrich zutachten Wilhelm I. etwa 1718 zuerſt die Amts— ntertha⸗ leibeigenſchaft aufheben wollte, die Kam— Anfü⸗ mer in ihrem Gutachten mit Haͤnden und die wie Fuͤßen wider die Aufhebung dieſer Landes⸗ 1 muͤſ⸗ plage war. Ich kann Ihnen dieß Gut⸗ hten,“ achten im Auszuge zuſchicken, wenn Sie erichte es verlangen. Und dagegen jetzt ſind es te ich gerade die Kammern, welche die Aufhebung einem der adelichen Erbunterthaͤnigkeit ſo drin⸗ Ge⸗ gend empfehlen: denn ich hoffe, Ihre 3Ge⸗ Kammer wird nicht weniger thun, als die Fälle, hieſige gethan hat, die ſich ſtark und rund ft auf gegen dieß Uebel in ihrem Gutachten er⸗ u undd klaͤrt haben ſoll. So viel weiß ich wohl, 6 Ge⸗ daß, wie es eine und eben dieſelbe Kraft gemei⸗ iſt, durch welche das Waſſer von oben muͤßte nach unten herabfließt, und ein Spring⸗ h aus brunnen von unten nach oben ſpringt, ſo uf die auch dieſe entgegengeſetzten Erſcheinungen betref⸗ von einem und eben demſelben Intereſſe beiſen herruͤhren, nur daͤß die Situationen an⸗ nmer-⸗ ders ſind. Ich werde ſie nicht erleben, g ge⸗ aber die Zeit kommt gewiß, in welcher edruck einſt unſere hoͤchſte Finanzbehoͤrde eben ſo nur di gegen die Domaͤnen ſeyn wird, wie ſie Fam jetzt fuͤr dieſelben ſeyn mag: wenigſtens Sm bin ich uͤberzeugt, daß, wenn es einſt da⸗ derbat II. K 146 hin gekommen ſeyn ſollte, daß die Do⸗ maͤnen insgeſammt Privateigenthum waͤ⸗ ren, keine Finanzwiſſenſchaft jemals wieder die neue Stiftung von Domaͤnen in der Art, wie wir ſie jetzt haben, als ein Mit⸗ tel, den Koͤnig und den Staat zu berei⸗ chern, vorſchlagen wuͤrde. Sie haben mir uͤber das Domaͤnenweſen einige herrliche Belehrungen gegeben. Laſſen Sie ſich die Einfaͤlle eines Laien gefallen, und wenn Sie einſt Luſt und Muße haben, antwor⸗ ten Sie mir darauf: I. Man ruͤhmt den Einfluß, den thaͤ⸗ tige und einſichtsvolle Beamte auf die Kul⸗ tur ihrer Gegenden haben. Ich unter— ſcheide im Amtsbezirk erſtens die Pacht⸗ vorwerke, oder das Land A, welches der Beamte als Paͤchter bewirthſchaftet, und zweitens das Land B, welches die Schaarwerksbauern beſitzen. Was A betrifft, ſo denke ich mir einen grundredlichen Beamten, den ich im Stil⸗ len frage: 1)„Wuͤrden Sie wohl eben ſo wirth⸗ „ſchaften, als Sie jetzt thun, wenn das „Land A Iynen eigen oder auch nur „erbpachtlich zugehoͤrte?“ Er wuͤrde ge⸗ wiß ſagen: Nein!— 2)„Wuͤrden Sie .———ABxʒ 147 M 1 1„dann ſchlechter wirthſchaften?“— Gewiß wiede nein!— ür d 1) Er wird als Eigner anders wirth⸗ Mie ſchaften. Denn geſetzt auch, der Ertrag, 8 4 den er aus dem Lande A zieht, ſey das — Maximum, was er, als Pächter, bei den . beſtehenden Verpachtungsprincipien heraus⸗ rlche ziehen kann, ſo iſt doch dieß Maximum die verſchieden von dem Maximo, was er, henn wenn ſein Intereſſe nicht an jene Princi— wor⸗ pien gebunden waͤre, als freier Eigner herausbringen wuͤrde. Als Paͤchter muß öi es ihm herzlich lieb ſeyn, gewaltige Strek⸗ Kul⸗ ken von Weideland, immer bloß als Weide⸗ unter⸗ land zu haben, die er ganz anders benutzen dacht⸗ wuͤrde, wenn er Eigner waͤre. Er wird 5 der als Pachter, wenn die Veranſchlagungsart und des Hafers ſo iſt, daß dabei fuͤr ihn mehr 3 die Profit abfaͤllt, als bei der Veranſchlagungs⸗ art der Gerſte, als Paͤchter Hafer ſaͤen, einen wo er als Eigner Gerſte ſaͤen moͤchte. Er Stll wird mehr Saatgetreide auf den Acker ſtreuen als noͤthig iſt, wenn er findet, daß vitth⸗ ihm dann durch das ſogenannte Wirth⸗ n das ſchaftskorn mehr wieder einkommt, als er nur weggeworfen hat. Lachen Sie nicht, wenn de ge⸗ ich ſage, daß ich dieß ſo gut als aus eig— n Ei ner Erfahrung weiß: es iſt reine Wahr⸗ K 2 148 1 heit. Und Sie, mein Theuerſter, denken Sie nur, wenn Sie ſo ein Vorwerk nach dem andern bereiſen, ſelbſt nach, was Sie fuͤr Verbeſſerungen und Veraͤnderun⸗ gen vornehmen wuͤrden, wenn dieſe Laͤn⸗ dereien Ihr Privateigenthum waͤren, und ſeyn Sie verſichert, derſelbe Beamte, der, wenn Sie ihm dieſe Verbeſſerungen und Veraͤnderungen zumuthen, ſelbige ablehnt, wuͤrde ſie mit Eifer ergreifen, und eben das ausfuͤhren, was Sie ſelbſt als Pri— vateigner dieſer Laͤndereien ausfuͤhren wuͤr⸗ den, wenn er Eigner waͤre. 2) Er wird beſſer wirthſchaften. Ge⸗ ſetzt auch, es gaͤbe Amtspachten, die durch⸗ aus keiner Verbeſſerung weiter faͤhig waͤ⸗ ren,(eine Sache, die mir unglaublich vor⸗ kommt,) ſo iſt es doch mit den meiſten ganz anders Lewandt, und wenn, wie ich vermuthe, vielleicht F oder ½ des Doma⸗ nialbodens(die Forſten abgerechnet) in Un⸗ kultur oder halber Kultur daliegt, ſo iſt Stoff genug zu Verbeſſerungen da. Seyn Sie uͤberzeugt, daß viele Eigner von Ka⸗ pitalien, die eben keinen Reiz darin finden koͤnnen, als Paͤchter unter der Kammer zu ſtehen, mit Freuden ihre Kapitalien auf den Ankauf von Laͤndereien anlegen wuͤr⸗ 149 denan den, wenn ſie ſie eigenthuͤmlich bekommen rk nach koͤnnten. Und 10,000 Thaler in der Hand was eines Eigners bringen Wuͤrkungen hervor, derun⸗ die von denen, die 10,000 Thaler in der Lan⸗ Hand eines Paͤchters hervorbringen moͤ⸗ und gen, ſehr zu ihrem Vortheil verſchieden der, ſind. Daß, die Stiftsgüter nicht zu rech⸗ und nen, ½ des Bodens als Domaͤnen in ehnt, todter Hand unveraͤußerlich und un⸗ eben theilbar da liegt, iſt eins der groͤßten Hin⸗ Pri⸗ derniſſe in Hinſicht auf den Wachsthum wuͤr⸗ unſers National⸗ und Staatsvermoͤgens. 3 II. Man kann ſagen:„viele große „Ge⸗„Meliorationen muͤßten unterbleiben, wenn durch⸗„die Aemter eingingen, weil nur der wi⸗„Staat die Kraft hat, große Summen vor⸗„darauf zu verwenden, und die Nutzung, eiſten„wenn ſie geringer ausfaͤllt, durch groͤßere ie ich„Volksmenge und deren groͤßere Zahlungs⸗ „fähigkeit, oder durch anderweitige Zufluͤſſe Homa⸗ fi V„fuͤr erſetzt zu halten.““ Mich dͤnkt, ſ it 1) Meliorationen, die nicht in gehoͤriger Seon Zeit, durch ihren Ertrag, oder, wenn ſie Ka⸗ zu Abwendung von Schadensfaͤllen gemacht finden ſind, durch die Erſparung der Schadens⸗ ammer faͤlle ſich voͤllig bezahlen, ſind nicht Melio⸗ en aif rationen, ſondern ſie gehoͤren in die Ru⸗ en wit⸗ brik der unverſtaͤndigen Unternehmun⸗ ———————⏑——————— 150° gen, die Smith mit den verſchwenderi⸗ ſchen Aufwendungen in eine Klaſſe ſetzt, und als Vernichtungen vom Nationalkapi— tal tadelt. Sind es aber wahre Meliora⸗ tionen, ſo duͤnkt mich 2) ſie muͤßten von den Eignern der Guͤter eben ſowohl, und manche, deren Natur das zulaͤßt, ſelbſt von freien Unternehmern noch beſſer ausge⸗ fuͤhrt werden, als jetzt von Verwaltern (denn das ſind doch die Kammern). So wie die Staatskraͤfte ſelbſt nicht anders als aus den Beitraͤgen der Einſaſſen er⸗ wachſen, und wie die 20 oder mehrere 1000 Thaler, die Ihre Kammer auf eine Melioration wenden mag, doch aus dem Kammerdepartement, und wohl gar aus eben dem Bezirk, dem die Meliorag⸗ tion zu ſtatten kommen ſoll, geſammelt ſind, ſo koͤnnten warlich die Leute, wenn man ſie ſelbſt machen ließe, fuͤr das Geld, was jetzt die Meliorationen koſten, daſ⸗ ſelbe und noch beſſer thun. Wenn von den aus Domaͤnen entſtandenen Guͤtern, eben ſo wie jetzt von den andern, auch mehrere in einer Hand vereinigt werden duͤrften, ſo haͤtten ſie die großen Guͤter, die Noung ſo wichtig fuͤr Verbeſſerungen haͤlt. Aber, Freund, die gar zu kleinen 151 endei ⸗ moͤgen, wegen der Disproportion zu den 38 Koſten, fuͤr die Eigner wie fuͤr das Publi⸗ T, A kum nachtheilig ſeyn, ſo iſt doch gewiß, lorre daß die vollendete Kultur nur von maͤßig von großen zu erwarten iſt. Denn ein Gut und iſt nicht in vollendeter Kultur, wenn auch ſelbſt das Vorwerksland als ein ne plus ultra ge⸗ kultivirt waͤre, und wenn gleichwohl da⸗ ten bei das Bauerland, das vielleicht des So ganzen Umfangs vom Gute ausmacht, ders elend beſtellt iſt. Ich bilde mir ein, ein er⸗ Landſtrich von etlichen Quadratmeilen, be⸗ ert ſetzt mit 100 Wirthſchaften von 8, 12 rc. auf Hufen, wuͤrde dadurch ungleich ſchoͤner an⸗ aus gebaut, d. i. zu einem groͤßern Ertrage gat gebracht werden, als wenn dieſer Landſtrich oka— bloß 3 oder 5 großen Eignern gehoͤrte; welt vorausgeſetzt, daß die 100 kleinern enu Wirthe in Hinſicht auf alle Leiſtungen ge— eld, gen den Staat keine andern Obliegenhei⸗ daß ten haͤtten, als die 3 oder 5 Eigner, die von eben den Landſtrich inne haͤtten. Daß un⸗ ern, ſere maͤßigen Koͤllmerguͤter bei der fuͤrch⸗ zuch terlichen Praͤgravation in Abſicht auf die rden V Truppenverpflegung noch ſo bluͤhen, wie uͤter, man ſie ſieht, iſt ein Beweis von der ngen Ueberlegenheit ihres Ertrags. Sagen Sie einen mir, wuͤrden 100 unſerer koͤllmiſchen Guͤ⸗ 152 11 ter, zuſammen 1000 Hufen groß, mehr ſa abſoluten Ertrag geben, wenn ſie von w. jeher in den Haͤnden von 5 großen Eig⸗ nern geweſen waͤren? Gewiß nicht.— 1 So viel vom Vorwerkslande A. ſc Was das Land B der Schaarwerks⸗ m bauern betrifft, ſo wuͤrden Sie mich un⸗ ſ endlich verbinden, wenn Sie mir, waͤre frag L 8 e; es auch nur ungefaͤhr, das Verhaͤltniß von r B zu A der Groͤße nach, ſo wie auch das 2 Verhaͤltniß des Bauerlandes b zum Hof⸗ lande a auf den Privatguͤtern ange⸗ d ben wollten. Ich frage nun erſtens, t wie viel wuͤrden wohl die Schaarwerks⸗ 1 bauern geben, um ſich von dem Amts⸗ A- ſchaarwerk loszukaufen?(c)— Es ſey 4 ha (c) Bei der bald darauf in Weſtpreußen in— in den königlichen Domänen eingeführten Schaar⸗ † du weerksbefreiung willigten die dienſtpfichtigen ic Bauern ein, für einen Geſpanndienſttag 8 bis 4 V 16 Ggr. und für einen Handdienſttag 4 bis 8 be Ggr. zu vergüten, je nachdem ſie näher oder B le entfernter von den Vorwerken die Dienſte zu I leiſten hatten. In den beiden Weſtpreußiſchen de Kammerdepartements waren beim Schluſſe des Jahres 1801 aufgehoben. 7,588 Geſpann LS., 4795 Sao.) Diengtage, für welche an Dienſtbefreiungsgeld jährlich 28,866 Rthl. 20 Ggr. einkamen, von denen nach Abzug der den Domänenbeamten für die verlornen Schaarwerksdienſte bewilligten Ent⸗ ſchädigung jährlich ein Etatsplus von 10,905 „ mit ſie von n Eig⸗ ht.— verks⸗ h un⸗ en in chaar⸗ htigen 3 bid bis 8 oder ſte zu iſchen e den ähr ich denen für die a Ent⸗ * 5 ———,— — 153 jaͤhrlich 1o Thaler, und das Amt habe, wie ich z. B. von Lappoͤhnen weis⸗ 70 Schaarwerksbauern, ſo waͤren 700 Thaler der allergeringſte Werth des Am its⸗ ſchaarwerks; der wahre Werth wuͤrde, zu⸗ mal fuͤr manches Jahr, wohl noch* mehr, alſo alles wohl 800 Thaler betragen. Nun frage ich zweitens, dieſe Quantitaͤt Arbeit, welche, von den Arbeitern nach ihrem eigenen Willen angewandt, den Werth von wenigſtens 700 Thalern her⸗ vorbringen wuͤrde, was fuͤr einen Werth bringt ſie hervor, wenn ſie in der Form von Schaarwerk auf der Wirthſchaft des Amtmanns angewandt wird?— Wahr⸗ haftig nicht einen Werth von 700 Tha⸗ lern, vielleicht nicht von 500 Thalern: aus dem natuͤrlichen Grunde, weil, was ich eben dieſelbe QAuantitaͤt Ar⸗ beit nenne, in beiden Anwendungen wuͤrk⸗ lich nicht eben dieſelbe iſt, wenn auch Zeit„Geſpann und Arbeiter dieſelben ſind. Rthlr. 22 Ggr. blieb, welches zum Theil auf Anſetzung von 436 neuen Arbeitsfamilien ver⸗ wandt wurde Auch in Oſtvreugen und Litthauen iſt in den Jahren 1802— 1805 die Schaar⸗ werksauſhebung nach gleichen Grundſätzen be⸗ wurkt, und hat ähnliche Reſuitate herbeige⸗ führt. ͤſͤſͤſſ. ————— ———————jxrnVnnnnnnrn₰ͤͤ 154 Nun frage ich drittens, ob nicht eine ri Quantitaͤt Arbeit, von der Anwendung, bei welcher ſie einen Ertrag von 7 brin⸗ G gen wuͤrde, auf eine Anwendung hinzwin⸗ gen, wo ſie einen Ertrag nur von 5 m bringt, ſo viel heißt, als ³ eines Ertrags a, vernichten? im Addiren Sie nun alle Laͤndereien der Schaarwerksbauern in Ihrem ganzen De⸗ a partement zuſammen, und uͤberſchlagen Sie dcß . die Groͤße des Deficit oder non-valeur, hon das aus dieſer Anwendung der Arbeit ent⸗ ſteht. Eben ſo ſummire ich in Gedanken dot die Laͤndereien der Privatſchaarwerksbauern,“ ſo und finde eine aͤhnliche Vernichtung des Ertrags. Aber das wiſſen Sie ja alles V wie beſſer. bbar Ich fuͤge nur noch ein Paar Bemer— fl kungen hinzu: V her 1) Wenn ein Eigner, der abweſend, A ſich um ſeine Guͤter nicht bekuͤmmern 4 koͤnnte, ſelbige ſalarirten Verwaltern A ſe uͤbergaͤbe, mit der Vollmacht, daß dieſe ſie m nach Gutbefinden an Paͤchter uͤberlaſſen duͤrften, und zwar ſo, daß der Eigner weder Zeit noch Kenntniß haͤtte, von dem Detail der Verwalter und deren Verpach⸗ tungsgeſchaͤften jemals Notiz zu nehmen, cht ane ndung, 2 brin⸗ azwin⸗ on 5 trags Sie leur, eut⸗ anken vern, des alles mer⸗ ſend, mern ern e ſi aſſen guer dem rpach⸗ hmen, 7 — 155 wie wuͤrden Sie eine ſolche Wirthſchaft nennen?— Wenn Sie als Eigner Ihr Gut verpachten, ſo iſt dieß wuͤrkliche Pacht. Aber es iſt ſonderbar, wenn man ſagt, die Domaͤnen wuͤrden verpach⸗ tet, und dabei vergißt, daß die Verpach— tung ſelbſt durch eine Verwaltung geſchieht; und wenn man die Domaͤnen ein Eigenthum nennt, und dabei vergißt, daß der Eigenthuͤmer durchaus keine Funk⸗ tion des Eigenthuͤmers verrichten kann. 2) Was die Meliorationen, deren ich vorher lub no. II. erwaͤhnt habe, betrifft, ſo unterſcheide ich ſolche Anſtalten, die dem ganzen Publikum zu gut kommen, wie der Bromberger Kanal, die Schiff⸗ barmachung des Piſch(a) und dergleichen, von ſolchen, die den Laͤndereien, auf wel— chen ſie errichtet werden, ausſchließlich Nuͤtzen bringen. Auch die erſtere Art von Anſtalten, die von dem Publikum, das ſie benutzt, erſetzt werden muͤſſen, werden ungleich beſſer durch Privatunternehmun⸗ (d) Ein kleiner Fluß in Oſtpreußen, der aus dem Spirdingſee enrſpringt, und bei Nowogrod in die Narew faällt. Er ſollte ſchiffbar gemacht werden, welches aber nach einigen darauf verwandten Koſten mißlungen iſt. 1 ℳ, d 156 gen frei zuſammentretender Geſellſchaften mini ausgeführt, als durch Adminiſtrationen wit von Staatskollegien. Von den bewun⸗ haͤt dernswuͤrdigen Kauaͤlen und andern Wer⸗ aber ken in England iſt auch nicht ein ein⸗ 1 tuuſc ziges vom Staate ausgefuͤhrt, ſondern alle ſe g ſind unternommen von freien Geſellſchaf⸗ diſſ .— 4. ten(e), die, nicht durch beſtallte Bau— fäler direktoren, ſondern durch freigewaͤhlte Sub⸗ herde jekte, unſtudirte, unexaminirte Leute, wie dn, z. B. Brindley war, dieſe erſtannlichen derun Werke ausgefuͤhrt haben, wogegen gewiß don vieles mißlungen ſeyn, oder ungleich mehr ſt gekoſtet haben wuͤrde, wenn es von der Ma Regierung ſelbſt(d. h. nicht ſelbſt) ad⸗ ider de 9 (e) Kraus überſah hier den großen Unterſchied tel) zwiſchen England und Preußen. Was in England vermöge des durch ſeine Lage und ander Staatsverfaſſung ſeit Jahrhunderten herbeige⸗ et führten Nationalreichthums von Privatleuten heti leicht geleiſtet werden kann, iſt wegen der ge⸗ ſtrat ringen Privatfonds in Preußen unmöglich. ſr. Das Edikt vom 9. Oktbr. 1807, welches einem. hat: jeden, er ſey adelich oder bürgerlich, die Frei⸗„ Rs heit gegeben hat, Landguter zu beſitzen, auch— iedes beliebige Gewerbe zu treiben, hat zwar miſch die Hemmketten gehoben, weiche die Erwerbung dr und Vergrößerung der Kapitatien, und eine 8. unbeſchränkte Anwendung derſelben hinderten; md da aber verſchiedene Wohlſtandsquellen Eng: muß lands in Preußen gänzlich fehlen, ſo läßt ſich auch von den hier nunmehr geöffneten doch A kein engliſcher Nationalreichthum erwarten. ſehe —— —— 157 Man miniſtrationsweiſe oder durch Unternehmer, mit denen ſie(d. h. nicht ſie) kontrahirt bewum haͤtte, ausgefuͤhrt worden waͤre. Was . Ver⸗ aber die andern Mellorationen betrifft, die ein ein⸗ ausſchließlich den Eignern des Lokals, wo h alle ſie geſchehen, Nutzen bringen, ſo werden elſchaf⸗ dieſe gewiß zweckmaͤßiger und auch wohl⸗ Dau⸗ feiler von dieſen Eignern ſelbſt veranſtaltet Sub⸗ werden, als von den oͤffentlichen Behoͤr⸗ /wie den, z. E. die Deichanſtalten in der Nie⸗ llichen derung, große Rohdungen, Abtrocknung Jewiß von Bruͤchern und dergleichen: denn es hmeht iſt unmoͤglich, daß Fremde(und die on der Menſchen, die man die Regierung nennt, 1) ad⸗ oder die Adminiſtration u. ſ. w. ſind Frem⸗ de gegen die Regierten oder Adminiſtrir⸗ wd ten) fuͤr andere beſſer ſorgen, als dieſe ge und andern fuͤr ſich ſorgen wuͤrden. Unſere dine herkommliche Finanzlehren ſind bloße Ab⸗ der ge⸗ ſtraktionen von dem, was de facto Statt ünin hat: ſie ſind ganz gut, wenn man ſie fuͤr e Fteie 1 das haͤlt, was ſie ſind; aber es iſt ko⸗ 1 miſch oder tragiſch, das Herkommliche mit erbung der Natur der Dinge und der Menſchen benn zu verwechſeln. Will man das kennen, ſo Eng: muß man durchaus auf Laͤnder, wie 6 Nordamerika, England, und andere, darten ſehen, nicht, um nur zu ſagen; ſo muͤßte oder koͤnnte es auch hier ſeyn, ſondern, um ſcharf einzuſehen, was in der Natur der Dinge und der Menſchen liegt, und worauf man alſo, wenn man dieſe Natur wuͤrken ließe, auch wohl rechnen koͤnnte. Daͤnemark hebt nach und nach alle ſeine Domaͤnen auf. Es waͤre wohl der Muͤhe werth, daß Sie daruͤber die Aufſatze laͤſen, die in den Schleswig⸗ Holſteiniſchen Provinzialblaͤt⸗ tern ſtehen, und die ich freilich nur im Auszuge kenne. Die Vortheile fuͤr den Koͤnig ſind davon auffallend groß. Daß das Vererbpachtungsſyſtem, welches mit den preußiſchen Domaͤnen in den Jahren bis 1705 im Gange war, fehlſchlug, dar⸗ an waren theils wohl auch die Kammern, vornehmlich aber der Mangel an der war⸗ lich feinen Theorie ſchuld, die zu dieſem Geſchaͤfte noͤthig iſt, und die damals noch nicht aufs Reine gebracht war. Auch die Erbunterthaͤnigkeit auf den Privatguͤtern in Daͤnemark iſt aufgehoben, und ſelbſt in Holſtein, wo der Adel den Koͤnig von Daäaͤnemark bei den Reichsgerichten verklagen kann, geht jetzt die Aufhebung, wie mir der Kriegsrath Graf Dohna 159 ſonden, Schlobitten(t), der kuͤrzlich da ge⸗ in di weſen, verſichert, mit Macht von ſtatten. liegt Ich glaube, daß die Daͤniſche Monar⸗ n dief chie durch dieſe gerechten und klugen Maaß⸗ echnen regeln deſto feſtern Beſtand gewinnen muß. nach Und bei der preußiſchen waͤre es gewiß wohl auch ſo.. die 3)„Die tauſende von immediaten, wig wenn gleich erblichen Bauerdoͤrfern wird laͤt⸗ man doch nicht an Privatbeſitzer verkau⸗ d in fen wollen,“ ſagt man. Warum nicht den an die Bauern ſelbſt verkaufen(), daß wenn der Koͤnig dann an Einnahme ge⸗ winnt, und an Ausgabe erſpart? War⸗ mit 1 A aüten um ſolche Doͤrfer immediate nennen, da der ſie doch nicht immediate ſeyn koͤnnen: denn ert machen ſie mir deutlich, was das Wort /.... ver immediate hier ſagen ſoll. Ich kann die Krſe Kammer, d. h. ein Aggregat von Perſo⸗ 1 4..... nu nen, die fuͤr ſich und ihre Familien ein di Auskommen dadurch erwerben, daß ſie diern gewiſſe Dienſtgeſchaͤfte verrichten, nicht ſelbſt(f) Jetzt Geheimer Legationsrath. dnig(s) Durch die Verordnung vom 27. July 1808, achten hapben die bäauerlichen Immediateinſaſſen in den Domainen von Oſtpreußen, Lirthauen 1 ebung, und Weſtpreußen das volle uneingeſchränkte ohnn Eigenthum ihrer Grundnncke unentgeldlich er⸗ halten. 1 160— fuͤr einerlei mit dem Koͤnig ſelbſt erken⸗. ner nen; der titulus regis macht keine Trans⸗ ein ſubſtantiation. Das Immediate iſt immer mediat, und nun iſt die Frage, was für 1 den Koͤnig und fuͤr das Land am eintraͤg⸗ ſth. lichſten iſt. fr 4) Auch wenn die Domainen all⸗ etit maͤhlig in Privatguͤter verwandelt wuͤr⸗ ee den(h), bliebe noch immer eine Menge Tntu polizeilicher und adminiſtrativer Geſchaͤfte aige uͤbrig, die dann, vielleicht um ſo beſſer, V d n von ſolchen Kollegiis, wie jetzt die Kam⸗ l mern ſind, obwohl mit wenigerm Aufwan⸗ de, beſorgt werden moͤchten. V teſf 5) Daß Vorſchuͤſſe aus koͤniglichen Kaſſen an Privatperſonen nicht nur nichts c) nuͤtzen, ſondern wuͤrklich und in der Re⸗ 3 gel immer ſchaden, daruͤber bin ich ein⸗— verſtanden. V 1 Nun eine Bitte. Laſſen Sie mich doch 3 gelegentlich einmal wiſſen, nach welchen Principien Sie Domainenvorwerker ver⸗ 3 erbpachten.— Nicht wahr, Sie beſtim⸗ b 1 men d (h) In den Jahren 1708 bis 1808 ſind in Weſt⸗ preußen, Oſtpreußen und Litthauen über 100 Domainenvorwerker vererbpachtet, und 42 Domainenpachtämter in Intendanturen ver⸗ wandelt worden.. 1' — r ————.————,·— — EE——y—O— 161 bſt etei⸗ he Trans ſt imme was füt men erſt einen Einkaufspreiß, dann 3 ein Laudemium nach Procenten des Verkaufspretii bei einer etwanigen Ver⸗ aͤnßerung, und endlich drittens einen einrii jaͤhrlichen Kanon. Was haben Sie fuͤr Saͤtze in Beſtimmung dieſer drei eu al, Stuͤcke, und vor allen Dingen, wie ſetzen t wir— Sie den Kanon feſt? in Gelde oder in Menge Naturalien? in einem Quanto oder in ſchäfte einer Quote? Und wenn in einem Quan⸗ beſſer, to von Naturalien, wie wird die Geld⸗ Lam⸗ zahlung dafuͤr regulirt(i)? aſwau⸗ Ich pflege in meinen Vorleſungen ins tiefſte Detail hinuͤber zu gehen, und heute glichen nichts(i) Die Vererbpachtung der Domainenvorwerker „ Re⸗ geſchieht bis jeßt in folgender Art: Der auf er Re⸗ den Grund eines Auſchlags ausgemittelte Erb⸗ ch ein⸗ pachtzins wird zur Hälfte in Roggen, zur Hälf⸗ te in Gerſtenwerth feſtgeſetzt. Dieſen Werth be⸗ ſtimmt für die erſtern 30 Jahre der Erbpacht, h doch der Durchſchnittsmarktpreiß der nächſten Han⸗ delsſtadt von den zunächſt verfloſſenen 30 Jah. velchen ren. Von 30 zu 30 Jahren wird der Werth vel⸗ 3 der einmal beſtimmten Scheffelzahl der genann⸗ 4 ten Getreideſorten auf die eben erwahnte Weiſe eſtitn⸗ wieder ausgemittelt, und hiernach immer in men den nächſtan 30 Jahren der Erbpachtzins ent⸗ richtet. Einen beſtimmten Theil dieſes Erbpacht⸗ . zinſes muß der Erbpächter lin Roggen in Veſc⸗ natura in das nächſte königliche Magazin ab⸗ hauen liefern, auch ein für aulemal ein Einkaufsgeld tet, 1 zahlen, welches durch das Meiſigebot bei der ren vei⸗ öffentlichen Ausbietung beſtimmt wird. II. 2 .. 9⁹ 162 noch hatte ich die Freude von einem mei⸗ iih ner Schuͤler einen Beſuch zu bekommen, hat worin er mir ſeinen Plan uͤber eine Ver⸗ Si erbpachtung eines Stadtkaͤmmereiguthes dn mittheilte, und daruͤber mit mir Rath t, pflog. Die Bauern, die er vom Schaar⸗ Sni werk entbindet, und auf Erbpacht ſetzt, 9 geben 200 Thaler Kaufgeld, verbinden ufe ſich bei einer etwanisen Veraͤußerung des ſenree Guths 10 Procent Laudemium zu bezahe Auo len, und uͤbern ehmen den Kanon von Tasſ jaͤhrlich 3o Scheffel Korn und 30 Scheffel riſ Gerſte zu entrichten. Ein Nebenkontrakt Kau ſetzt feſt, daß die Leute fuͤr dieſe Natura⸗ aur lien, das Korn zu 1 Thaler und die Ger⸗ dinet ſte zu 2 Thaler gerechnet, 50 Thaler und irer zwar 30 Jahre lang zahlen ſollen; nach nit Ablauf dieſer Zeit haben beide Kontrahen⸗ ſcaf ten die Wahl, ob ſie dieſen Nebenkon⸗ auf trakt erneuern, oder ſich uͤber andere Aſe Preiße einigen wollen, immer aber ſind. miſſ die Erbpaͤchter bloß das unveraͤnderliche hhan Quantum von 30 Scheffeln Korn und 19 30 Scheffeln Gerſte ſchulbdig. Statt der nane 30 Jahre waͤre es fuͤr die Leute beſſer 10 ren Jahre anzunehmen; aber die Leute wollen V und lieber 30 Jahre, weil ſie ſich einbilden, ſih das Getreide werde immer ſteigen, was beit 163 nem un ich nicht glaube. Die hieſige Kaͤmmerei komna, hat gar ſehr bei dieſem Plan gewonnen. 4 Ver Sie iſt durch die Beſtimmung des Ka— eiguthes nons in Getreide gedeckt vor allem Ver⸗ r Nar) luſt, der aus einem etwa noch weitern Schaar⸗ Sinken des Metallwerths entſtehen koͤnn— k ſebt, te, und ſie iſt durch den Nebenkontrakt binden auf einen feſten Etat in Abſicht ihrer Kaſ⸗ ng des ſenrechnung geſetzt; durch das in einer bezah⸗ Auote beſtimmte Laudemium hat ſie die n von Ausſicht bei etwa einſt geſtiegenem Guͤther⸗ Scheffl preiße, daß ihr Antheil mit dem hoͤhern ontrakt Kaufpretio ſelbſt groͤßer wird, und durch Natura⸗ die 200 Thaler Erbpachtseinkauf hat fie e Ger⸗ einen neuen Fonds bekommen. Die Leute er und ihrer Seits freuen ſich, und machen ſich nach mit neuem Muthe Plane zu ihrer Wirth⸗ rahen⸗ ſchaft. Sie haben noch uͤberdieß Verzicht enkon⸗ auf alles Bauholz thun, und ſich jeder zur andere Anſetzung einer Arbeitsfamilie verpflichten t ſind muͤſſen, und haben dieß alles gern ge⸗ erliche than. und Man arbeitet an der Geſindeord⸗ ut der nung.— Ach Freund! Arbeit zu taxi⸗ ſſet 10 ren, waͤhrend das Korn untaxirt bleibt, wollen und bleiben muß, iſt ein Problem, was bilden, ich fuͤr unaufloͤslich halte. Selbſt den Ar— , nu beitslohn in einer Quantitaͤt Korn zu be⸗ 1 2 2 * 164— ſtimmen, wuͤrde die Aufgabe nicht loͤſen. Sie wiſſen, was Arbeit iſt, das erſte, heiligſte Eigenthum, zumal derjenigen Menſchen, die ſonſt faſt kein anderes Ei⸗ genthum als dieß beſitzen. Auch bei der freiſten Konkurrenz wird der Arbeitslohn nie hoͤher gehen, als er gehen muß, da⸗ mit die Menſchen, die man verlangt, in die Welt geſetzt, gewartet und zur Arbeit groß gefuͤttert werden koͤnnen. Weil es an Menſchen fehlt, ſo iſt eine Geſindeord⸗ nung, d. i. 1) Dienſtzwang, und 2) Lohntaxe noͤthig, ſagt man, und weil Dienſtzwang und Lohntaxe Statt findet, fehlt es natuͤrlich an Menſchen, ſagt die Vernunft: denn ewig wird es an der Waare fehlen, die man nicht nach ihrem vollen Werth, d. i. einem Theile nach gar nicht, bezahlt; ewig wird es an Menſchen fehlen, die umſonſt arbeiten ſollen, und ½¾ ſeiner Arbeitszeit arbeitet ein Menſch um⸗ ſonſt, wenn er fuͤr 4 dieſer Arbeitszeit nur ³¹ desjenigen Lohns bekommt, den er bei ganz freier Konkurrenz von Seiten der Arbeiter ſowohl als der Beſchaͤftiger, be⸗ kommen wuͤrde. Vom Unrecht ſoll gar nicht die Rede ſeyn,(denn daruͤber laͤßt ſich nicht reden,) ſondern nur vom Ein⸗ Ota 41 ½ ber ef elh iht llſe. das erſt, erjenigen eres Ei⸗ bei der itslohn , da⸗ gt, in Arbeit eeil es deord⸗ ind ²) d well ſindet, agt die n der ihrem ch gar enſchen und 3 ch um⸗ it nur er bei en der , be⸗ oll gar der lißt m Ein⸗ 165 maleins, nur vom Zweck und vom Mittel zur Erreichung des Zwecks. Auf jeden Fall beſchwere ich Sie, ſorgen Sie, daß niemanden verboten werde, mehr Arbeits⸗ lohn zu geben, als die Geſindeordnung feſtſetzt: denn Gott weiß, das Feſtſetzen des Lohns iſt ſchon etwas, das alle Kraͤfte der Staatswirthſchaft und des Staatsrechts uͤberſteigt; vollends aber verbieten, daß niemand mehr gebe,(als ob ein Menſch mehr geben wird, als die Arbeit werth iſt!) das uͤberſteigt aller Menſchen Begrei⸗ fungskraft. Ich bedaure Sie, mein theuerſter beſter Freund, zu einer ſolchen Arbeit amtshalber genoͤthigt zu ſeyn, aber ich troͤſte mich wieder, wenn ich bedenke, daß Sie dieß vielleicht noͤthige Uebel doch noch ertraͤglicher machen werden, als es irgend ein anderer Sterblicher machen moͤchte. Das Herz quillt mir von einer Menge von Regungen, die gar nicht hie⸗ her gehoͤren. Aber wohl wuͤrden einige Einfaͤlle hieher gehoͤren, die ich indeſſen, ſo gewiß Sie ſie auch intereſſant ſinden moͤchten, doch beſſer verſchweige. Meine Abhandlung vom Gelde ruht wieder, und Sie haben mir durch Ihre Unglaubigkeit an mein Verſprechen einen 166— rechten Gefallen gethan. Aber ſeyn Sie ſicher, daß ich nicht ruhen, nicht muͤßig ſeyn kann, und daß ich nichts oder etwas Gutes machen werde. Ich bin auf allerlei Punkte bei meinem Gruͤbeln uͤber das Geld geſtoßen, die ich mir noch nicht klar machen kann, und mit denen ich mich nun beim Spazierengehen herumtrage. Es ſoll doch wohl alles werden klar. Königsberg, den 14.März 1799. Die naͤchſte fahrende Poſt bringt Ih⸗ nen Ihren eignen Brief ſowohl, als was Sie mir mit ſelbigem geſchickt haben, zu⸗ ruͤck. Kein Sterblicher hat etwas davon geſehen, oder vernimmt daruͤber eine Syl⸗ be von mir. Vielleicht erhalten Sie dann auch noch einige Nachtraͤge zu den Bemer⸗ kungen, die ich Ihnen hier mit der Of⸗ fenheit, die unſerer Freundſchaft geziemt, und in der bloßen Hoffnung, dadurch beſſere Gedanken in Ihnen zu veranlaf⸗ ſen, mittheile. Ich zweifele, ob es möglich iſt, die Wahrheit in ihrer nackten Geſtalt zu zei⸗ gen; aber ſie ſelbſt darin zu erblicken, iſt ſehr oft ganz wohl moͤglich, und iſt uͤber alles wichtig. Indeſſen auch zeigen darf 167 ſcgn à9 man bei den liberalen Maximen, die in ot nin unſerer Staatsverwaltung mehr und mehr er etun in Schwung kommen, manche Wahrheit, f allete die man vormals verhuͤllen mußte; um ſo ber das intereſſanter iſt es, ſie zu kennen. Alſo cht klat was betrifft h mich 1) Die Bevoͤlkerung, ſo wuͤnſchte trage. ich, daß Sie aus der Eutſtehungsart der ſtatiſtiſchen Liſten ſich ſelbſt klar zu machen ſuchten, innerhalb welchen Grenzen die Pidy. Unrichtigkeit derſelben ſchwanken mag;— R J⸗ wie viel pro cent oder pro mille ſich als s was zu viel oder zu wenig annehmen laſſen, n, zu⸗ und zwar wie viel bei den laͤndlichen, wie j davon viel bei den Liſten des einen Diſtrikts oder e Syl⸗ Kreiſes, und wie viel bei denen eines an⸗ e dann dern: denn allem Anſchein nach iſt die Bemer⸗ Fehlerhaftigkeit nicht uͤberall gleich groß. der Of. Immer iſt die Bevoͤlkerungsabnahme oder eiemt, Zunahme das unmittelbarſte Merkmal des adurch fortſchreitenden oder ſinkenden Zuſtandes ranlaſe der Nationalwirthſchaft. Aber zu dem Zweck muß man, ich will nicht ſagen, , die richtige Liſten haben, ſondern den Umfang zu zei⸗ ihrer Unrichtigkeit zu ſchaͤtzen wiſſen. Ar⸗ en, iſ tig waͤre es, die Zunahme der ſtaͤdti⸗ 4 ſt uͤber ſchen Bevoͤlkerung, zumal im Netzdi⸗ in darf ſtrikt mit der Zunahme der laͤndlichen ————„ ru vergleichen. Es war natuͤrlich und noͤ⸗ thig, daß das in Polen„ wie in allen durch Leibeigenſchaft wuͤſten und armen Laͤndern Statt habende Mißverhaͤltniß zwiſchen Landvolk und Stadtvolk ſich un⸗ 5 k⸗ und gewiß haben die Straͤdte ohne Nach⸗ theil des platten Landes, und in jedem Fall zum Vortheil des geſammten Natio⸗ nalvermoͤgens, zugenommen, und muͤſſen noch weiter zunehmen. Doch davon her⸗ nach. 2) Die Saͤtze, die Sie als Beweiſe davon anfuͤhren, daß die Landwirth⸗ ſchaft ſich aufgenommen habe, ſind nicht ſowohl Beweiſe, als vielmehr Zergliede⸗ rungen der Behauptung ſelbſt. Die wuͤrk⸗ lichen Beweiſe fuͤr dieſe Saͤtze, ſo wie fuͤr die ganze Behauptung koͤnnen nur hiſto⸗ riſch gefuͤhrt werden, weil hier alles auf Thatſachen ankommt. Die Landwirthſchaft hat ſich aufgenommen, wenn und in ſo fern ihre verſchiedenen Zweige ſich aufge⸗ nommen haben, alſo: a) wenn mehr Land urbar gemacht iſt; b) wenn das Land tuͤchtiger beſtellt wird, naͤmlich beſſer bearbeitet und kraͤftiger gedüͤngt. Eben ſo iſt es, in ter preußiſcher Regierung aͤndern mußte; und n in allen d aumen rhaͤltniſ ſich un⸗ mußte; Nach⸗ jedem Natio⸗ muͤſſen n her⸗ deweiſe 3 rth. nicht gliede⸗ wuͤrk⸗ te fuͤr hiſto⸗ s auf ſchaft in ſo zufge⸗ ſſt; eſtellt t und 5, in —— 169 Abſicht auf Wieſen und Weide, die Frage, ob ſte irgend wie verbeſſert und vermehrt ſind; e) wenn der Stamm von Schaaf⸗ und Rindvieh, beſonders von Kuͤhen„ ver⸗ mehrt iſt; d) wenn in Abſicht der Eintheilung der Felder und der Wirthſchaftsart ſ beſſere Methoden aufgekommen, z. E. Gemeinheiten abgeſtellt, drei- oder vierfuͤhriges Pfluͤgen eingeführt, und wenn vorzuͤglichere Fruchtarten, wie der weiße Weizen, allgemeiner gewor— den ſind. Selbſt der Bau von Ge⸗ muͤßen, die auch zum Futter dienen, zumal im Großen, und die Garten⸗ kultur, wuͤrden hieher gehoͤren. Denn nicht bloß, was, ausgefuͤhrt, Geld bringt, ſondern uͤberhaupt, was macht, daß die Menſchen beſſer leben, gehoͤre zum Nationalvermoͤgen. Zunaͤchſt verraͤth ſich der Wohlſtand der kleinern, aber ihrer Menge wegen im Ganzen ſehr wichtigen Wirthe, durch: 1) tuͤchtiges Geſpann, 2) gutes Wirth⸗ ſchaftsgeraͤthe, und 3) ordentliche Gebaͤude. Haben ſich dieſe 3 Stuͤcke verbeſſert? ————y— 120 Die Oekonomiſten in dem ehemaligen Frankreich gaben ſich viele Muͤhe das Ver⸗ haͤltniß der pays de grande culture und de petite culture zu erfahren. Wenn man doch wuͤßte, der wievielſte Theil des Acker⸗, Wieſen⸗ und Weidelandes in Ihrem De⸗ partement vorwerksmaͤßig im Großen, und der wievielſte im Kleinen bewirth⸗ ſchaftet wird, und wenn man vollends das Verhaͤltniß dieſer Theile wuͤßte, einer⸗ ſeits vom adelichen, andererſeits vom koͤniglichen Lande; denn das Koͤllmer⸗ land bildet doch meiſt nur Mittelwirth⸗ ſchaften, eher kleine als große(große et⸗ wa von 3 bis 10 Hufen an gerechnet). Die Bevoͤlkerung auf dem platten Lan— de kann abnehmen, waͤhrend die Kultur des Bodens zunimmt, wenn, wie Ste⸗ wart, Smith und Young ſagen, die uͤberfluͤſſigen Maͤuler in die Staͤdte gehen, d. h. wenn den kleinen Inſtleuten, Kaͤch⸗ nern, Gaͤrtnern, ihr Land, welches ſie haben mußten, weil ſie nicht das ganze Jahr hindurch zu aller Zeit Arbeit hatten, genommen, und zu groͤßern Wirthſchaften geſchlagen, und dann die Arbeiten durch ₰◻ freie Tageloͤhner oder Geſinde, und in rei⸗ — mmaligen as Ver⸗ uUnd de n man Acker, n De⸗ oßen, vieth⸗ lends iner⸗ vom mer⸗ virth⸗ he et⸗ ) Lan⸗ altur u rei⸗ 171 chern Gegenden zur Erntezeit durch tem⸗ poraͤre fremde Ankoͤmmlinge, beſtritten werden. Davon unten mehr. G Der geſtiegene Kaufpreiß der Landai⸗ ther und emphyteutiſchen und baͤue rlichen Grundſtuͤcke iſt, ſelbſt unter den dhr ſcharfſinnig und treffend von Ihnen ange⸗ gebenen Beſchraͤnkungen, meines Erach⸗ tens, gar kein Beweis von vergroͤßertem Bodenertrag: denn der tief eingewurzelte Wahn, daß die ſeit 1783 ungewoͤhnlich hohen Preiße nicht nur bleiben, ſondern noch immer hoͤher gehen werden, verbun⸗ den mit dem unnatuͤrlich niedrigen und durch Geſetze vor allem Steigen bewahr⸗ ten Arbeitslohn, erklaͤrt die hohen Kauf⸗ preiße der baͤuerlichen Grundſtuͤcke ſo befriedigend, daß erſt wuͤrklich der groͤßere Ertrag eines ſolchen Grundſtuͤcks de facto dargethan werden muͤßte, ehe man ſich nach einer andern Erklaͤrung umſehen kann. Was aber von dieſen Grundſtuͤcken gilt, das gilt, vollends unter den von Ihnen angefuͤhrten andern Umſtaͤnden, noch nuhe von den adelichen Guͤthern, zu⸗ mal, wenn ich noch den Kredit bei der La ausſhaſt und den Umſtand mitnehme, daß uͤberhaupt gleiche Hrocente angeneh⸗ 172 mer aus einem Guthe, als aus dem dieſem Guthe gleich geachteten Kapital ſind, waͤre es auch nur, weil man hofft, daß jenes weit hoͤher durch gut Gluͤck und eigne Kunſt ſich werde ſteigern laſſen, mittler⸗ weile dieſes unveraͤndert bleibt. Ueber die Hinderniſſe und uͤber die Mittel, ſelbige zu he⸗ ben. Es gibt eine Methode, wie A. ſich die Hinderniſſe auffinden, und B. die Mit⸗ tel dagegen am beſten wuͤrdigen laſſen. A. Ich gehe von dem Grundſatze aus: Jeder Menſch,(d. h. hier, wie allemal,„die ſtaͤrkſte Pluralitaͤt mit Aus⸗ nahme weniger mißgeborner oder verdorbe⸗ ner Individuen) ſtrebt natuͤrlicher Weiſe darnach, ſeinen Zuſtand zu verbeſſern, oder ſein Gluͤck zu machen. Auf dieſem Fundament ruht die ganze Nationalwirth⸗ ſchaft, und es iſt gewiß, daß nur durch dieß Streben der Einzelnen ganze Voͤlker (d. i. Aggregate von Einzelnen) trotz der widerſinnigſten Geſetze und unwirthſchaft⸗ lichſten Regierungen, ſich erhalten, ja wohl gar an Wohlſtand zunehmen koͤnnen. Wenn nun alſo der Zuſtand einer Nation nicht beſſer oder nur ſehr langſam beſſer wird, ſo frage ich: woran liegt es, daß m disſem d, wire iß jenes d eigne mittler⸗ und he⸗ ſich Mit⸗ dſatze „ wie Aus⸗ dorbe⸗ Weiſe ſſern, ieſem virth⸗ durch oͤlker z der ſchaft⸗ , ja zunen, Kation beſſer , das — 173 die einzelnen Menſchen ihren Zuſtand nicht verbeſſern?— und ich finde nun eine vier— fache Antwort moͤglich: 1) ſie duͤrfen nicht, 2) ſie koͤnnen nicht, 3) ſie verſtehen nicht es zu thun, 4) ſie wollen nicht. Was nun dieß letztere, naͤmlich das Wollen be⸗ trifft, welches man immer zuerſt anzufuͤh⸗ ren pflegt, indem man immer uͤber Man⸗ gel an Induſtrie, über Faulheit u. ſ. w. klagt, ſo behaupte ich, jeder Menſch will ſeinen Zuſtand verbeſſern, und wenn er es nicht zu wollen ſcheint, ſo liegt es bloß daran, daß er A) nicht darf oder nicht kann, oder es nicht verſteht, oder B) daß er etwas, das fuͤr ihn beſſer iſt, will, als das iſt, was man ihm zu⸗ muthet zu wollen. Auf dieſem Wege laſ⸗ ſen ſich, wenn man eine genaue ſtatiſti— ſche und richtige Kenntniß von den bei ei⸗ nem Volke wuͤrklich Statt habenden Ge⸗ ſetzen und Einrichtungen beſitzt, alle Hin— derniſſe, die dem Wohlſtande deſſelben ent⸗ gegen ſtehen, auffinden. Dieſe werden al⸗ ſo beim Landbau liegen: 1) in den Befugniſſen und Gerechtſa⸗ men betreffend die Perſonen und die Sachen; , 2 11— 2) in dem Vermoͤgen,(dahin gehoͤren nach a) der Umfang der Guͤther, und deſ⸗ alss! ſen Einfluß auf das Verhaͤltniß der wotd Koſten zum Reinertrage; b) Ein⸗ de, 3 traͤglichkeit der Wirthſchaft kraft ſi⸗ dchl chern Abſatzes zu guten Preißen des düſen Getreides nicht nur, ſondern auch riij i der andern Naturalien, wie Wolle, rohl) Haͤute ꝛc. c) Anſtalten gegen Scha⸗ riches densfälle, wie Feuerſocietaͤten, d) ſiunring Einrichtungen nicht etwa blos des rit⸗ malige terſchaftlichen, ſondern uͤberhaupt des ihrer landwirthſchaftlichen Kreditweſens; rne 3) in den Unkenntniſſen; Getre 4) in der Ueberwucht anderer Gewerbs⸗ ſch h arten uͤber die landwirthſchaftliche. aih h Ueber die zur erſten Nummer gehoͤri⸗ umme gen Hinderniſſe ſchreibe ich in mei⸗ 0 nem naͤchſten Briefe einige Traͤume⸗ denn reien. Ich gehe nun zu Bemerkun⸗ ten m gen uͤber Ihre Gedanken. kalirt! 1) Preußen kann als Grundſatz den w die innere freie Ausfuhr und Einfuhr an⸗ DSDag. nehmen, a) weil es in gewoͤhnlichen Jah⸗ wiſe ren mehr erbaut als es ſelbſt ver⸗ Auga braucht, obwohl ich muthmaße, daß in Tauſe gewoͤhnlichen Jahren der Ueberſchuß ge⸗ wenn ringer iſt, als man meint: wenigſtens Mahl geßäeen ind diſ⸗ diß der ) Ein⸗ aft ſi⸗ in des auch Volle, aume⸗ erkun⸗ ndſatz r an⸗ Jah⸗ ver⸗ daß in 8 W igſtens 175 macht das Total deſſen, was Anno 1784 als dem ſtaͤrkſten Ausfuhrjahre ausgefuͤhrt worden, eine kleine Proportion gegen das, was Preußen, nach der Seelen⸗ zahl zu urtheilen, braucht, und auch von dieſem exportirten Quanto iſt ein(ich weiß freilich nicht, wie großer, aber doch wohl) betraͤchtlicher Theil eingefuͤhrtes pol⸗ niſches Getreide; b) weil es hinter ſich umringt iſt mit Provinzen(das ganze ehe⸗ malige Polen und Rußland), die trotz ihrer ſchlechten Kultur doch wegen ihrer geringen Volksmenge einen Ueberſchuß an Getreide haben; c) weil es die See vor ſich hat, an welche alle Vorraͤthe aus den sub b. beruͤhrten Laͤndern nicht anders kommen koͤnnen, als durch unſere Haͤnde. Ohne Ausfuhr gibt es keine Einfuhr: denn wer wird einfuͤhren, wenn er fuͤrch⸗ ten muß, daß er, im Fall er ſich verſpe⸗ kulirt haͤtte, nicht heraus kann. Das erfuh⸗ ren wir ſchmerzlich Anno 1795. Vor allen Dingen muß durchaus nie eine Sperre zwiſchen den Provinzen Statt finden, wie Anno 1795 geſchah, die wahrſcheinlich Tauſenden das Leben gekoſtet hat, welche, wenn gleich nicht aus Mangel an Einer Mahlzeit, verhungert, doch aus unzulaͤng⸗ 6. 176 licher Nahrung verquimt ſind, ohne Notl Schuld, wie ich weiß, unſers Mini⸗ ande ſters(10. zan Gegen Nothfaͤlle vor Mißwachs, die, druck je groͤßer der Umfang der freien Kommu⸗ a nikation, wie jetzt durch den Zuwachs von unn Suͤd⸗ und Neuoſtpreußen iſt, deſto enr weniger zu befuͤrchten ſind, koͤnnten, wie dntt zu Friedrichs II. Zeit, fuͤr das Mili⸗ rusſt tair die koͤniglichen Magazine, und fuͤr Snt die Unterthanen die eiſernen Beſtaͤnde auf, den Domainenaͤmtern dienen, desgleichen ſ in Staͤdten die Beſtaͤnde, die die Kauf⸗ d leute(auch nicht ohne alle Verletzung des nur: heiligen Privateigenthums!) bereit halten llen muͤßten(in Danzig waren ſchon laͤngſt Fande 1840 Laſt vorſchriftsmaͤßig immer mit Be⸗ tſuer ſchlag belegt). Aber die Privatmagazine 9 der Guthseigner und Landwirthe laſſen dande ſich nicht mit Gewalt erzwingen. Denn den; wie will man, wenn auch ein Geſetz ſo ſere etwas anbefoͤhle, die Beobachtung eines lich ſolchen Geſetzes bewuͤrken? Durch Viſi⸗ dut tationen?— als ob es nicht leicht waͤre, nachzuweiſen, daß man, was an dem Vor⸗ deſe rathe nicht mehr gefunden wuͤrde, an cher 1 ſizt, (k) Freiherrn von Schrötter. ſcu Noch⸗ 1 . 5, die dommu⸗ chs von deſto , wie Mili⸗ d fuͤr de auf Keichen Kauf⸗ 1 ung des halten laͤngſt it Be⸗ gazine laſſen Denn eſeß ſo eines Viſſ⸗ woͤre, n Vor⸗ Nuth⸗ 177 Nothleidende verkauft habe, obgleich es anders verkauft worden. Hier iſt aller Zwang, ohne welchen das Geſetz bloß be— drucktes Papier iſt, unthunlich, und ſogar ſchaͤblich; nicht zu gedenken, daß er auch ungerecht waͤre, weshalb er denn auch eben wie alles Unrecht ſchaͤdlich iſt. Mir duͤnkt, ein ſolches Geſetz, wenn es auch ausfuͤhrbar waͤre, unnoͤthig: denn die freie Spekulation wird, bei freiem Getreidehan⸗ del, aller Noth beſſer abhelfen, als alle Kuͤnſtelei, die doch den erſtgebornen Trieb des Eigennutzes nicht hemmen, ſondern nur noͤthigen kann, noch kuͤnſtlichere und eben darum die Noth noch mehr vergroͤ⸗ ßernde(naͤmlich den Preiß noch mehr ver⸗ theuernde) Umſchlaͤge zu machen. 2) Es mangelt an Arbeitern auf dem Lande, und beſonders auf den Domai— nen; denn, ſagt man, a)„die gerin⸗ gere Volksklaſſe ſucht eigenthuͤm⸗ liche Grundſtuͤcke zu beſitzen, wo— durch die Zahl der Arbeiter vermindert wird. Nirgend lebt die arbeltende Klaſſe beſſer als in England, wo kein eigentli⸗ cher Arbeiter auch nur einen Garten be— ſitzt.“ Bei Ihrer Liebe zur Wahrheit be⸗ ſchwoͤre ich Sie folgendes zu beherzigen: II. M 178— a) Kein Menſch arbeitet beſſer fuͤr an— dere als fuͤr ſich. Derſelbe Voung, in⸗ dem er erzaͤhlt, wie er in einer Gegend von Suͤdfrankreich die kleinen Land⸗ wirthe Erde auf dem Buckel, hoch auf die Gebirgsfelſen tragen ſah, ruft aus: heilige Liebe zum Eigenthum, das kannſt nur du! Und ich brauche nur hier in dem Gemuͤßegarten am philoſophiſchen Gan— ge() die Leute arbeiten zu ſehen, um eben ſo auszurufen. Die kleinen Wirth⸗ ſchaften ſind durch das Mißverhaͤltniß der Koſten zum Ertrage, ſelbſt fuͤr die Leute, uneintraͤglich, und doch ſtreben ſie dar— nach. Warum?— Ach, weil ſie rech⸗ nen koͤnnen, und Menſchen ſind! weil ſie bei aller Uneintraͤglichkeit dabei doch beſſer fahren, als wenn ſie um den Lohn und bei der Behandlung, die ihnen beim Die⸗ nen und Arbeiten fuͤr Andere zu Theil werden, zu dienen und zu tageloͤhnern ſich entſchließen. 6) In England, ſagt Pailey, iſt kein Menſch verbunden, einem Andern ir⸗ gend einen Dienſt oder eine Arbeit zu lei⸗ (h) Ein ſo benannter Spaziergang in König 8⸗ berg um Gärten und Wieſen. „fäe a⸗ ug, in Gegend n Land— och auf f aus: kannſt in dem Gan⸗ „ um Virth⸗ nß der Leute, ie dar⸗ rech⸗ eil ſie beſſer n und Die⸗ Theil wn ſich 9, ſſt en ir⸗ zu lei⸗ bnig“ — 179 ſten, als kraft eines frei eingegangenen Vertrages, und fuͤr einen von ihm ſelbſt eingewilligten Lohn. Setzen Sie unſere geringe Volksklaſſe in dieſe Lage, und ſie werden gern zufrieden ſeyn, auch nicht einmal einen Garten zu beſitzen. Setzen Sie engliſche Landarbeiter in die Lage un— ſers arbeitenden Landvolks, und ſie wer⸗ den—— ich will nur ſagen, ſie werden verhungern, wenn ſie kein Kartoffelfeld oder keinen Gartenfleck bekommen. Der Mittelpreiß des Getreides iſt, wie Sie, mein Theuerſter, ſehr wohl wiſſen, ſeit etwa 15 Jahren uͤber allen Vergleich hoͤher geſtiegen, als der Mittelpreiß der Arbeit, der von jeher unter dem Satz, auf welchen ihn die freie Konkurrenz ge— ſtellt haben wuͤrde, geſtanden hat, und der jetzt noch tiefer unter dieſem Satze ſteht. Bei dieſem Mißverhaͤltniß zwiſchen hohen Getreidepreißen und niederm Ar⸗ beits- und Dienſtlohn iſt natuͤrlich die Nachfrage nach einer ſo wohlfeilen Waare wie Arbeit und Dienſte, um dafuͤr einen ſo hohen Preiß, naͤmlich theures Getreide, das durch Arbeit und Dienſte hervorge⸗ bracht wird, zu erlangen, ſehr groß, und muß, je weiter es mit dem Mißverhaͤlt⸗ M 2 —— 180 niſſe geht, deſto groͤßer werden. So er⸗ klaͤrt ſich ganz natuͤrlich die allgemeine Klage uͤber Mangel an Arbeitern auf dem Lande; ſo erklaͤrt ſich die Sucht der klei⸗ nen Leute, Eigenthum zu haben, d. i. ſelbſt durch ihre Arbeit theures Getreide zu bauen, und auf dem Wege mehreres, waͤre es auch nur fuͤr ſich und die Ihrigen zu erlangen, als ſie fuͤr ihren Lohn bekom⸗ men koͤnnten; ſo erklaͤrt ſich endlich der Hang der Leute, in die Staͤdte zu gehen; Sie und ich an der Stelle dieſer Leute machten es gewiß eben ſo; ſie gehen in die Staͤdte, nicht weil ſie ſchwere Arbeit ſcheuen,(wahrhaftig Menſchen arbeiten, wie ich hier an den Sacktraͤgern ſehe, ent⸗ ſetzlich ſchwer, und doch gern, wenn ſie nur ſehen, daß ſie etwas vor ſich bringen) ſondern weil ſie in den Staͤdten 1) gerech⸗ tern Lohn, und 2) gerechtere Behandlung haben; denn in Staͤdten 1) kehrt man ſich an die Lohnſaͤtze der Geſindeordnung nicht, und 2) giebts keine Domanial- und Patrimonialjuſtiz, wo Klaͤger, Richter und Exekutor in Einer Perſon ſich verei⸗ nigen koͤnnen, um uͤber Geſinde und Ar⸗ beiter zu ſprechen. 8⁷ Sd er⸗ Uoemeine auf dem der klei d. j 1. / Getreide ihreres, hrigen bekom⸗ ch der gehen; Nute in die Arbeit kbeiten, e, ent⸗ enn ſie X eangen) 181 Das Arbeiten und Dienen iſt ein Ge⸗ werbe ſo gut wie das Bewirthſchaften gro— ßer Landguͤther. Der Wirth ſucht mit den wenigſten Koſten Produkte zu erzie⸗ len, und dieſe aufs theuerſte abzuſetzen; der Arbeiter und Dienende ſucht mit dem gſten Aufwand von Kraͤften den be⸗ ſten Lohn, den er finden kann. Beide bendele nach einerlel Princip, haben ei⸗ rlei Zweck. Das Eigenthum der Guͤther iſt eben ſo 56 ilig, und nicht heiliger, als das Eigenthum der Haͤnde und Kraͤfte. Aber auch bloß von Nuͤtzlichkeit zu ſpre⸗ chen, ſo wird, glaube ich, jede Maaßre⸗ gel, wodurch man Arbeit fuͤr unvollen Lohn, d. h. einen Theil von Arbeit ohne allen Lohn, erzwingen will, ihres Zwecks, den Nationalreichthum zu vermehren, im⸗ mer verfehlen, wenn naͤmlich mit Stren⸗ ge darauf gehalten wird; und ſo fern ſie von denen, die den Lohn geben, ſelbſt uͤbertreten wird, iſt das der klarſte Be⸗ weis, daß ſie für die Wirthſchaft der Ein⸗ zelnen, und alſo auch der Nation, ein Hinderniß iſt. Freilich waͤre es beſſer Ar⸗ beiter zu haben, die gar nicht zu eſſen, zu wohnen, ſich zu kleiden, ein Weib zu ha⸗ ben, und Kinder zu erziehen brauchten; 3 —ᷣ—ᷣ’xꝛ——-õõ—j½õ——— —xxxͤ. —ᷣᷣ’’———— 182 beſſer, wenn die Klaſſe der Arbeiter ſich vermehrte in dem Maaße, wie man ihre Subſiſtenz verminderte. Aber wer kann dafuͤr, daß der Himmel die Sache anders eingerichtet hat?— Unter Arbeitslohn kann man ſich nichts anderes denken, als eine gewiſſe Quantität von Mitteln zur Befriedigung der Beduͤrfniſſe, nicht die 5 oder 6 Duͤttchen oder das— Loth Silber iſt es, was ein Arbeiter braucht und ha⸗ ben muß, wenn er beſtehen, und wenn die Klaſſe der Arbeiter, die alle ſterblich ſind, durch beſtaͤndigen Nachwachs voll er⸗ halten werden oder zunehmen ſoll, ſondern Speiſe, Trank, Feuerung, Kleidung, Wohnung fuͤr ſich und ſein Weib, und wenigſtens zwei Kinder. Das alles muͤſſen ſie reichlicher als bisher haben, wenn ſie zahlreicher als bisher werden ſollen, d. i. wenn die Nachfrage nach Arbeitern ſteigt; ſie werden ſich ſelbſt mit wenigerem begnuͤ⸗ gen, wenn ihrer weniger verlangt wer⸗ den. Nun iſt bei uns die Nachfrage nach Handarbeit ſteigend,(ſchon in meinem Knabenalter hoͤrte ich uͤber Mangel an Menſchen auf dem Lande klagen, und fand die Klage unbegreiflich, die ich auch jetzt noch nicht begreife, wenn von wohl⸗ beiter ſc man ihre der kann e anders eitslohn n, als eln zur t die Silber ad ha⸗ wenn terblich voll er⸗ ondern ldung, und nuͤſſen un ſie d. i. ſteigt; begnuͤ⸗ ver⸗ jnach geinem get an , und ch auch n woßt⸗ — 183 belohnten Menſchen die Rede iſt) und gleichwohl iſt der Lohn,(wohl verſtanden nicht in Duͤttchen gerechnet, ſondern in Beduͤrfniſſen) eher niedriger, wenn man nur an Getreide, Holz, Kleidung, Haus⸗ miethe denkt. Sie haben wohl aus Smith ſich uͤberzeugt, daß nach dem mittlern Geldpreiße des Getreides ſich der mittlere Geldpreiß aller Waaren und auch der Arbeit richtet, und zwar kraft der un⸗ widerſtehlichen Natur der Dinge, die ſich durch keine Regulative aͤndern laͤßt. So wie die Pirrhen(m) in Ihrer Gegend, ſo gehen die weſtphaͤliſchen Muffen nach Holland, und die Berg⸗ ſchotten nach England ernten helfen. Mir duͤnkt das ſehr vortheilhaft, ſo ſern dadurch 1) das Erntegeſchaͤft ſchneller been⸗ digt wird, und 2) ſofern, falls dieſe Huͤlfsarbeiter fehlten, das platte Land die Menſchen, die es fuͤr die Zeit der Ernte nehr halten wollte, doch wohl nicht das (m) Pirrhen werden in Preußen die Menſchen genennt, die einzeln und in ganzen Familien gegen den ganzen Sommer aus dem ehemali⸗ gen Süd⸗ und Neuoſtpreußen nach O ſt⸗ und Weſtpreußen, beſonders in die Niede⸗ rungsgegenden kommen, um Ernte⸗Arbeiten zu ſuchen, und die im Herbſte wieder in ihre Hei⸗ math zuxück gehen. ——— 184 ganze Jahr hindurch hinlaͤnglich mit Ar⸗ beit verſehen koͤnnte. Der Schlußſatz gilt nur, ſo weit die Hypotheſis gilt. b) Ihren Ideen uͤber das Abbauen der Domainenvorwerker gebe ich im Ganzen meinen Beifall. Aber was die erſtaunlich großen wuͤſten Weideplaͤtze betrifft, die faſt in allen Aemtern ſind, und deren Totalbetrag ich wohl wiſſen moͤchte, Plaͤtze, die zum Theil nicht ſchlechten Boden haben, ſo kann wohl nichts Erſprießlicheres ſeyn, als ſie, auch ſelbſt in kleinern Portionen, Leuten, die ſolche Portio⸗ nen kaufen wollen, zu uͤberlaſſen. Nur durch kleine Leute, worunter manche doch auch ei⸗ nen huͤbſchen Verlag haben, koͤnnen ſolche Plaͤtze, die jetzt als wahres Unland dem Pu⸗ blikum und dem Koͤnige nichts nutzen, beur— bart werden: große Wirthe wuͤrden wohl noch lange alles ſo liegen laſſen, und Domai⸗ nenbeamte werden, bis an den juͤngſten Tag keine Aenderung damit vornehmen wollen. c) Die Sucht des gemeinen Mannes, Handwerke zu erlernen, und, ſo wie ich es verſtehe, in Staͤdten ſein Unterkommen zu ſuchen, ſcheint mir, wenn ſie anhaͤlt, ein klarer Beweis von — *. S 4—y————— ⸗ „ — 18 Arit 4 der Aufnahme der ſtaͤdtiſchen Nahrung zu ſat git ſeyn: denn die Leute wuͤrden bald aufho⸗ zanen bei⸗ in Handiherſs zu dehen⸗ Tht ſte . dabei nicht ihr Auskommen faͤnden, d. i. be ih wenn die Nachfrage nach Handwerksarbeit 1 bas nicht ſteigend waͤre. Die Aufnahme der eplaze Staͤdte aber iſt das kraͤftigſte Mittel zur ſind, Befoͤrderung der Landwirthſchaft, ſofern viſſen der inlaͤndiſche Markt aller Produkte uͤber⸗ nicht haupt viel 1) groͤßer, und 2) ſicherer iſt, nichts als der auswaͤrtige. Die Ausfuhr nach bſtiu Weſteuropa, naͤmlich Frankreich, orto. Holland und ſelbſt Portugal,(wo⸗ durch hin wir im verwichenen Jahre herrliche ih ei⸗ Geſchaͤfte gemacht haben) und Spanien, olche— geht aller Wahrſcheinlichkeit nach mit dem Pu⸗ 1 Frieden fuͤr gewoͤhnliche Jahre wohl auf beur⸗ G immer fuͤr Preußen verloren; nur wohl Schweden,(welches leider mit ſeinem ömai⸗ Kupfer uns nicht bezahlen darf) und da⸗ gſten her auch wenig kaufen kann, und Nor⸗ hmen wegen werden uns bleiben. Aber wer koͤnnte uns den Abſatz in den Staͤdten nen nehmen, wenn wir nur deren recht viel nen, und große haͤtten!— Ihr Netzdiſtrikt aadten und ſelbſt Pommerellen hat noch viel t mit, zu thun, ehe es ſein Stadtvolk in ein 3 is von 186— zum ſichern Flor des Landweſens gehoͤriges Verhaͤltniß geſetzt haben wird. 1 d) Was Sie von den Nachtheilen der Domainenafterpachten ſagen, iſt vortrefflich. Aber, Freund, wie hat ſolcher Unfug von der Kammer geduldet werden koͤnnen?— Was aber den Ka⸗ non betrifft, ſo ſehe ich nicht, warum ein Theil in Naturalgetreide entrichtet werden ſoll, wenn ſie nicht etwa dabei an die Proviantaͤmter oder an die auf den Fall eines Mißwachſes zu veranſtaltendeun eiſer⸗ nen Beſtaͤnde gedacht haben. Denn ſonſt iſt es wohl ein einzig richtiges Princip, den Kanon ganz in Getreide zu fiyxiren, und nach Preißen, die periodiſch frei ver— abredet werden, ganz in Gelde entrichten zu laſſen. Denn waͤre der in Naturalge⸗ treide zu entrichtende Theil des Kanons nicht zu den eben beruͤhrten Zwecken be— ſtimmt, ſondern wollten Sie ihn ſelbſt verfilbern laſſen, ſo fuͤrchte ich werden Sie allerlei dunkle Rechnungen und Koſten bei ſolchem Verkauf nicht vermeiden koͤnnen. Mit wahrer Freude hoͤre ich von einem meiner ſehr geſchickten Zoͤglinge, dem — 1 187 gehöligs Kriegsrath Nicolovius aus Plock(n), daß dort alle Vererbpachtungskanone punkt⸗ lich in der Art, wie ich es hier angebe, zeilen beſtimmt und erhoben werden, ſo wie ich ſagen, mich nicht weniger freue zu hoͤren, daß vie hat in Neuoſtpreußen kein Zunftweſen duldet Statt findet, und zu hoͤren, was ich n ga laͤngſt wußte, daß es dort auch keine Do⸗ m ei manialjuſtiz gebe. berden e) Ueber den Branntewein. un de Ein Geſetz gegen die Wohffeilheit des n Fäl Brannteweins, duͤnkt mir, iſt unausfuͤhr⸗ bar. Wenn Kaͤufer und Verkaͤufer einver⸗ e ſtanden ſind, letzterer wohlfeiler zu laſſen, inep, und erſterer zu nehmen, wie ſoll ein Drit⸗ riren, ter wiſſen, was unter beiden vorgeht,. ver⸗ weun ihnen beiden daran liegt, daß es richten keiner wiſſen ſoll. Es waͤre außerſt inter⸗ zralge⸗ eſſant, zu wiſſen, woher ſich das Uebel ranons ſchreibt. Es giebt gewiß mehrere Urſa⸗ en be⸗ chen, die man nach Maaßgabe ihres groͤ— febſ ßern oder geringern Einſluſſes mehr oder n Sie weniger zu heben ſuchen muͤßte, wenn zen bei man dem Uebel ſelbſt abhelfen wollte. Die Föunen. Schlechtigkeit des Bieres iſt gewiß, 1einen die fadere Koſt der Kartoffeln vielleicht e den(a) Jetzt Kammerdixektor in Gumbinnen. —— 8 183— auch zum Theil Schuld daran; aber naͤchſtdem giebt es Urſachen, die ich Sie im Namen der Moralitaͤt bitte abzuſtellen, b wenn ſelbige in Ihrem Departement eben n) ſo, wie im Litthauiſchen und hieſigen Ile Statt finden ſollten. Im Litthauiſchen mi verſicherten mich glaubwuͤrdige und voll⸗ Unts kommen unterrichtete Maͤnner, daß kang 1) die Beamten, wenn ſie den nni Bauern etwas bekannt zu machen Na haͤtten, ſie auf fruͤh Morgens beſtell⸗ itger ten, und ſie dann bis Mittag und wohl noch laͤuger im Kruge warten dr ließen, bloß damit die Leute, die nun ken im Kruge nichts mit ſich anzufangen kei wiſſen, mit Branntewein ſich die tew Zeit vertreiben, und ſo den Debit dert vermehren. ei 2) Der brave Prediger Cramer in denn Pelleninken klagte mir bitterlich, un er habe es nicht einmal erhalten koͤn⸗ bnar nen, daß auch nur waͤhrend der Na Stunde der Predigt der Krug zuge⸗ von macht, oder den ſchon halb trunkenen wa Leuten weiter kein Branntewein eher 8 als nach der Predigt gereicht werden moͤchte. Er verſuchte es zu hindern,’ 8. . 189 1; aͤet aber der Amtmann ſetzte ſein Stuͤck ich Er durch. uſtellen, Die Departementsraͤthe wiſſen beides, ent eben und fugen beidem, alles angeblich dem hieſtgen allerhoͤchſten Intereſſe unſers edeln Mo⸗ auiſchen narchen zu gefallen, aber im Grunde nur d voll⸗ eines abſcheulichen Plus und des Amt⸗ manns wegen. Außer dem grellen Kon⸗ den traſt der entſetzlichen Lotterie neben dem achen Verbot der Haſardſpiele, kenne ich keinen eſtel⸗ aͤrgern als dieſen. z und Verbieten Sie, Freund, vor allen varten Dingen dieſe beide Groͤuel. Dann wuͤr⸗ e unn ken Sie allenfalls ein Geſetz aus, daß angen kein Gericht Klagen uͤber Brann⸗ ddie teweinſchulden annehme, ſon⸗ Debit dern ſie wie Spielſchulden ab⸗ weiſe. Das wird ſchon viel helfen; denn gerade das Kreditiren beim Saufen 1 iſt die Haupturſache des Saufens. Gleich kar⸗ baares Geld hinzugeben bedenkt ſich jeder de Menſch ſchon eher. Was in den„Notizen . von Preußen(o)“ uͤber das Brannte⸗ Pnge weinweſen ſteht, habe ich nicht mehr im be Gedaͤchtniß; ſehen Sie doch ſelbſt nach. werden(o) Zwei Sammlungen, 8. Königsberg, bei Har⸗ 4 indern, tung 1795 und 96. 3 4☛ 4 1 5 f) Erforſchen Sie doch, was die Va⸗* gabonds fuͤr Leute ſind, wo ſie herkom⸗ und men, wie ſie ſubſiſtiren. Es iſt doch ein nach ſonderbares Phaͤnomen, deſſen Urſachen mäge zu kennen uͤberaus intereſſant, und zu an⸗ V ſäinm derm Behuf hoͤchſt lehrreich ſeyn muͤßte. In Nordamerika giebt es nicht ein⸗ 1 nf mal Bettler, geſchweige Vagabonds. In aücſ England giebt es Zigeuner.(Ehe ich enn es vergeſſe, Liancours Reiſen durch gKchti Nordamerika koͤnnen Sie durchaus en S nicht eutbehren; ich habe lange nichts lehr⸗ J reicheres geleſen, naͤmlich was zu ſo vielen hede Gedanken Anlaß giebt.) Liancour ſagt, alle die Vagabonds, die aus Europa, zumal— tüßu aus Deutſchland nach Nordameri⸗ d ka kaͤmen, wuͤrden in der Regel arbeitſa⸗ zuſ me, brave Leute. Warum laſſen ſich Ih— dnni re Vagabonds nicht zu Arbeitern machen, wätd woran es doch ſo ſehr fehlt? An der nut Beſſerlichkeit der Menſchen zu zweifeln, fac, halte ich fuͤr eben ſo wenig klug als ge⸗ dung recht. Frage 9) Die Aufhebung des Schaar⸗ un werks wird Ihnen einſt Gott lohnen. hin⸗ Aber wie ſoll der Erſatz beſtimmt werden? tel Sollen die Leute die Wahl haben, ob ſie dem Amtmann den Schaarwerk leiſten,() 191 die , oder einen gewiſſen Preiß zahlen wollen, üerim und zwar einen Preiß, woruͤber ſie ſich doch ei nach Belieben mit dem Amtmann einigen iſachen moͤgen, oder einen von der Kammer be⸗ in an ſtimmten(p)? mißt. Ueber dieſen Punkt, und uͤber Wollen⸗ t ein⸗ ausfuhr und ſtaͤdtiſche Induſtrie mit der In naͤchſten Poſt. Die Fuͤße ſchmerzen mir, he ich denn ich habe in eins weg im Stehen urch geſchrieben. Leben Sie wohl und empfeh⸗ aus len Sie mich Ihrer Familie. lehr⸗ N. S. Ich habe wohl von der Me⸗ dielen thode geſprochen, die Hinderniſſe, die dem ſagt, allgemeinen Wohlſtande entgegen ſtehen, umal aufzufinden; aber ich habe vergeſſen, von eri— der Methode etwas zu ſagen, wie die eitſa⸗ Huͤlfsmittel, die zur Hebung ſolcher Hin— J⸗ derniſſe zu dienen ſcheinen, ſich am beſten cen, wuͤrdigen laſſen, und das muß ich noch der nachholen. Sie iſt an ſich ziemlich ein— ffeln, fach, dieſe Methode, obgleich ihre Anwen⸗ 5 9, dung nicht leicht iſt. So oft naͤmlich die Frage von einem Geſetz oder von einer ar⸗ Einrichtung iſt, wodurch die Menſchen da— znen. hin gebracht werden ſollen, etwas zu un⸗ den! terlaſſen, was ſie bisher gethan, ſo iſt— ob ſi (pP) Note a. eiſten, 192— die erſte Frage: aber warum unterlaſſen das die Leute nicht von ſelbſt? da man dann, wenn man ſich ganz in ihre Stelle verſetzt, bald finden wird, was fuͤr Sen gungsgruͤnde ſie dazu haben. Hierauf folg die zweite Frage: was werden denn nun die Menſchen alles thun, um dem Ge⸗ ſete, welches mit ihrem Intereſſe nicht ſtimmt, auszuweichen? Und dann kommt die dritte Frage: wie fern wird ihnen das, was ſie, um dem Geſetze auszuwei⸗ chen und daſſelbe zu vereiteln, thun wer⸗ den, mehr oder weuiger gelingen? Auch uͤber dieſe zweite und dritte Frage wird man manche frappante Anſichten, die ei⸗ nem ſonſt ganz entgangen ſeyn wuͤrden, gewinnen, ſobald man ſich in die Stelle der Menſchen ſetzt, und ihre Lage zu der ſeinigen macht.— Was hier vom Unter⸗ laſſen geſagt iſt, das gilt noch weit mehr, wenn vom Thun die Rede iſt: naͤmlich wenn Geſetze und Verfuͤgungen die Men⸗ ſchen dahin bringen ſollen, etwas zu thun, was ſie bisher nicht thun wollten. Ich habe wohl Urſache, Sie um Ver⸗ gebung zu bitten, daß ich Sie mit ſo vie— len abſtrakten Spekulationen behelligt, und Ihnen dagegen an eigentlich fuͤr Sie zu Ihrem tellaſen da mij e Stele Bewe⸗ uf folgt in nun zuwei⸗ wer⸗ Aach e wird die ei⸗ rden, Skelle zu der Unter⸗ mehr, aͤmlich Men⸗ as zu ten. 6B 193 Ihrem jetzigen Zweck unmittelbar dienen⸗ den Ideen ſo wenig dargeboten habe. Da⸗ fuͤr ſollen Sie auch in meinem naͤchſten Briefe nichts mehr von Abſtraktionen zu leſen bekommen, und ich habe mir dieß und die andern Verſprechungen notirt, um ſie gewiß nicht zu vergeſſen. Königsberg, den 17. März 1799. Hier bin ich mit meinen Nachträͤgen. Wollenausfuhr. In England iſt ſie bekanntlich ſeit der Koͤnigin Eliſa⸗ beth Zeit verboten. Gleichwohl rechnete man ſchon zu Anfang des jetzt zu Ende gehenden Jahrhunderts an 12 Millionen Schaafe in England, mitttlerweile die Seelenzahl der Bewohner des platten Lan— des ſicherlich keine 5 Millionen ausmachte, ſo daß auf jede Seele der Landleute an 3 Schaafe kommen. Ich zweifle nicht, daß jetzt die Sache wohl noch eben ſo ſteht. Und doch iſt nach Smith der Preiß der Wolle jetzt in England nur die Haͤlfte von dem, was er Anno 1330 war. Wie hat denn die Schaafwirthſchaft in Eng⸗ land ſich ſo hoch erhalten koͤnnen?— Weil der Preiß des ganzen Schaafs ſeinen gehoͤrigen Stand hat, indem das Sin⸗ II. N 194— ken des Wollenpreißes verguͤtet iſt, 1) durch das Steigen des Fleiſchpreißes und, was Smith nicht anmerkt, was aber wohl mit hieher zu rechnen iſt, 2) durch das Steigen des Getreidepreißes, ſo fern die Schaafzucht in England auf die Vermehrung des Koͤrnerertrages eine Wuͤrkung aͤußert, die ohne Schaafzucht durch andere Mittel nicht ſo gut zu erhal⸗ ten iſt. Im Gumbinnenſchen Kammerde⸗ partement finde ich laut des Finanztaſchen⸗ buchs, worin dieſe Angaben gewiß eher in Abſicht auf das Zuviel als auf das Zuwenig fehlerhaft ſeyn moͤgen, in den ſämmtlichen Aemtern etwa 240,000 Schaafe, und dagegen 281,000 Seelen; in den Kreiſen aber 41,800 Schaafe ne⸗ ben 28,700 Seelen. Im Koͤnigsberg⸗ ſchen Departement finde ich mehr nicht als 235,500 Schaafe bei einer Totalbevoͤl⸗ kerung von etwa ½ Million Seelen, wo⸗ von wohl 330,000 auf dem platten Lande leben.(Dieß letzte Datum kann ich jetzt nicht genau angeben, weil ich mein Fi⸗ nanztaſchenbuch jetzt nicht zur Hand habe.) Nun iſt es doch auffallend, im Gum— binnenſchen Departement eine ſo gerin⸗ ge au ſch the 86 ſeht ſchor uch ſchen nicht zen ſan ver nich Hal vie vah ſach die aich nich belc er I lies Ka me tet ſ, hpreißes 7 was ſt, 2) hes, ſo d auf 5 eine nfiucht ethal⸗ nerde⸗ aſchen⸗ iß eher uf das in den 10,000 deelen; afe ne⸗ berg⸗ r nicht albevol⸗ „ wo⸗ Lande ih jett nein Fi⸗ habe.) Gum⸗ ſo gerin⸗ 195 ge Anzahl Schaafe gegen die Seelenzahl auf den Aemtern wahrzunehmen, da doch ſchon in den Kreiſen(adelichen Guͤ⸗ thern ꝛc.) das Verhaͤltniß der Zahl der Schaafe gegen die Zahl der Landleute ſo ſehr viel anſehnlicher iſt. Es zeigt doch ſchon der letztere Umſtand,(der vermuthlich auch im Koͤnigsbergſchen Finanzta⸗ ſchenbuch ſich eben ſo zeigen wird,) daß es nicht der allzuniedrige Nutzen vom gan⸗ zen Schaaf ſeyn kann, was den Schaaf⸗ ſtand auf den Aemtern ſo niederhaͤlt, wenn ich auch ſogar annehme,(was ich nicht weiß) daß den Amtseinſaſſen das Halten der Schaafe verboten oder irgend wie erſchwert iſt; ſondern es muß wohl wahr ſeyn, was ich auch ſonſt ſchon von ſachkundigen Maͤnnern gehoͤrt habe, daß die Amtleute bei der Schaaſwirthſchaft nicht ihre Rechnung finden— und woher nicht?— Das Kammerprincip, nach welchem die Heerden als eiſern uͤbergeben werden, ſcheint mir die Sache nur zum Theil zu erklaͤren; noch ein anderer Grund liegt wohl darin, daß ſie, vermoͤge der Kammerprincipien, bei der Kuhwirthſchaft mehr proſitiren, und daß ihnen die N 2 Schaafe in Hinſicht auf den Koͤrnerbau, bei welchem es ihnen gerade nicht an dem hoͤchſten Ertrag, ſondern an der groͤßten Differenz liegt, entbehrlich iſt. Aber, werden Sie ſagen, wozu noch mehr Schaafe? ſie gelten ja ſo ſchon zu wenig. Das iſt die Frage.— Wenn Sie ſich doch aus Danzig, und etwa auch aus Thorn und Elbing die Marktpreiße der Wolle von den Zeiten vor 1772, da die Ausfuhr meines Wiſſens ganz frei war, geben ließen, um den Dutrehſchnittspreiß von 1752— 1772 mit dem von 1772— 1792 zu vergleichen. Zugleich waͤre es artig zu wiſſen, wohin hauptſaͤchlich Danzig und Elbing die Wolle geſchickt hat, als die Ausfuhr noch frei war, um zu errathen, wohin ſie wohl bei der neuen Ausfuhrfrei⸗ heit gehen moͤchte. Das muͤßte vollends, wenn man auch noch das Verhaͤltniß vom Preiße des Vlie⸗ ßes zum Preiße des ganzen Schaafes, oder auch nur die Fleiſchpreiße in den genann⸗ ten Staͤdten aus den beiden Perioden wuͤßte, uͤberaus lehrreich ſeyn. Es iſt wuͤrklich zu bewundern, daß bei der Wol⸗ lenausfuhrfreiheit zu polniſcher Zeit ſo er⸗ ſtaunlich viel Wollenarbeiter in den weſt⸗ —2— — — — .—— Benandau an dem groͤßten Aber, mehr wenig. ich doch thorn Volle usfuhr geben von — 1792 artig zu ig und als die athen, ahrfrei⸗ n auch 5 Vlie⸗ 5, oder enann⸗ erioden Es iſt er Wol⸗ it ſo en en weſt 197 preußiſchen Staͤdten aufgekommen ſind. In der einzigen Stadt Schoͤnlanke ſind, wenn Goldbeck in ſeiner Topogra⸗ phie von Preußen die Zahl richtig angiebt, mehr Tuchmacher, als in dem ganzen Gumbinnenſchen Kammerdepartement, wo Anno 1784 nur 71 waren, und noch jetzt nicht uͤber etliche und 70 ſind. Ja, was noch ſonderbarer iſt, ich erinnere mich aus dem Koöoͤnigsbergſchen Finanztaſchen⸗ buch, daß im Ermlande, ſeitdem es preußiſch geworden, und die Wollenausfuhr verboten iſt, die Zahl der Tuchmacher nicht im mindeſten zugenommen, ſondern eher abgenommen hat. Wenn Sie doch auszuforſchen ſuchten, ob die Zahl der Wollenarbeiter in den weſtpreußiſcheu Staͤdten ſeit 1772 ſich betraͤchtlich ver⸗ mehrt hat. Aus den Preißen des ganzen Schaafs und der Wolle zur Zeit der Ausfuhrfrei— heit und des Verbots, welche Preiße noch mit den Getreidepreißen zu vergleichen waͤ⸗ ren, um die eigentlichen Werthe oder Realpreiße des Schaafs und der Wolle zu erkennen, und aus der Zahl der Wollen⸗ arbeiter in beiden Perioden, wuͤrde man mit gehoͤriger Ruͤckſicht auf den Einfluß, ———ꝛ—ꝛ—x—xxxxxxõüꝛy——õn— 198 den die in den verſchiedenen Jahren Statt gehabten andern innern und aͤußern Um⸗ ſtaͤnde auf gedachte Mittelpreiße und Wol⸗ lenarbeiter gehabt haben moͤgen, am beſten beurtheilen koͤnnen, was eine freie Wollen⸗ ausfuhr fuͤr eine Wuͤrkung auf den Total⸗ ſchaafſtand und auf das Totalprodukt an Wolle, und auf die Wollarbeiten haben duͤrfte. Schleſien hat die durch das Ausfuhrverbot nach der Okkupation ent⸗ ſtandenen niedrigen Preiße ziemlich bald durch die beſonders auf Veranlaſſung der Kriege ſehr vermehrte Zahl der Wollenfa⸗ brikanten(deren Zahl vornehmlich mit durch den niedrigen Preiß des Materials ſich vermehrte,) wieder in die Hoͤhe gehen ſehen; und in dem franzoͤſiſchen Kriege, und vollends ſeitdem Kaiſer Paul ſeine Armee gutentheils in ſchleſiſches Tuch klei⸗ det, hat die Fabrikation ganz erſtaunlich zugenommen, wodurch ohne Zweifel auch die Wollenpreiße ſehr hoch gegangen ſeyn werden. Ich ſtelle mir vor, daß eben dar⸗ um auch die weſtpreußiſchen Wollenpreiße jetzt hoͤher als ſonſt ſtehen muͤſſen. Und nun, ihr Gutsherren, was wollt ihr mehr? Wenn der Wohlſtand der Land⸗ ſeute ſie in den Stand ſetzt, ſich beſſer zu —2———— —— —. — wi ten Onhtt hern Un⸗ nd Vol i beſten Wollen⸗ Total⸗ utt an haben ch das n ent⸗ ) bald ung der ollenfa⸗ ch mit terials gehen RKriege, ſeine ch klei— aunlich el auch n ſeyn n dar⸗ preiße Und ollt ihr Land⸗ beſſer in — 199 kleiden, und mehr Wollenwaaren zu kau⸗ fen; wenn die dadurch vermehrte Menge und Wohlhabenheit der Stadtleute den Preiß des Fleiſches ſteigert; wenn uͤber⸗ haupt die Zunahme an Bevoͤlkerung und Wohlſtaud die Konſumtion des Flei⸗ ſches und der Wolle, und folglich auch den Tauſchwerth von beiden vermehrt, wie es in England und Schleſien ge⸗ ſchehen iſt, und uͤberall geſchehen wuͤrde; ſo ſehe ich nicht, warum das Ausfuhrver— bot aufgehoben werden ſollte: vollends wenn dieß Verbot mit beitruͤge, jene er⸗ wuͤnſchte Folgen zu befoͤrdern. Nun bitte ich, bemerken Sie noch fol— gende Unterſchiede zwiſchen den Folgen der verbotenen Ausfuhr des Getreides und der Wolle: I. Beim Verbot der Ausfuhr des Ge⸗ treides wuͤrde auch die Einfuhr ſtocken, auf die man bei immer freier Ausfuhr ſicher rechnen kann. Aber bei voͤllig freier Woll⸗ ausfuhr wuͤrde auf Einfuhr wohl nicht mehr als jetzt zu rechnen ſeyn:, denn aus dem oͤſtreichſchen Polen wird doch wohl gewiß keine Wolle nach dem preußiſchen auszufuͤhren erlaubt ſeyn, und aus dem ruſſiſchen wird auch nicht mehreres kom⸗ 200— men, als jetzt zu kommen pflegte, und was ich geſtehe zwar nicht genau der Quantitaͤt nach zu kennen, was aber ver⸗ muthlich wenig oder nichts iſt. Aus an⸗ dern Laͤndern uͤber See aber iſt gar keine Einfuhr von Wolle, die theure ſpaniſche ausgenommen, zu hoffen. II. Bei verbotener Ausfuhr des Ge⸗ treides wuͤrde— weil 1) das Getreide zu weiter nichts als zum Eſſen, zum Brannt⸗ wein, Bier und Futter taugt, und folg⸗ lich von begraͤnzter Konſumtion iſt, 2) weil nach Verſchiedenheit der Jahreswitterun⸗ gen ſehr ungleiche Ernten erfolgen— das Getreide in reichen Jahren den Landwir— then auf dem Halſe bleiben, und daher der Getreidebau ſich bald auf die knappe Verſorgung des inlaͤndiſchen Markts be⸗ ſchraͤnken. Aber 1) die Konſumtion der Wollenwaaren iſt einer unbeſtimmbaren Erweiterung faͤhig, nicht etwa bloß nach Außen zu, ſondern vornehmlich im Lande ſelbſt, zumal ſeit dem Zuwachs von Suͤd⸗ und Neuoſt⸗ preußen, wo faſt ein Paar Millionen Menſchen meiſt in ſelbſtgewuͤrkten elenden Kitteln und Lumpen gehen, ſo wie auch im ganzen alten Oſt- und Weſtpreu⸗ 201 e tnd Fen, die Niederungen etwa ausgenommen. nau d Die große Baſis, worauf die engliſchen aber ber Wollenfabriken und die ſtaͤdtiſche Induſtrie Aus an, uͤberhaupt beruhen, iſt der Wohlſtand der A keine zahlreichen arbeitenden Volksklaſſe, zumal daniſche auf dem Lande; die großen Exporten dieſer Waaren ſind nur eine Folge von der feſten 95 Ge⸗ Baſis des inlaͤndiſchen großen und unver— eide zu lierbaren Abſatzes. In Holland iſt es vrannt⸗ auch ſo. Geben Sie in Gedanken jedem d folg⸗ Bauer und ſeinem Weibe und Kinde in 2 weil dem ganzen jetzigen Preußen jaͤhrlich itterun⸗ auch nur einen Manns⸗ oder alle zwei — das Jahre einen Rock oder Ueberrock, und es indwir⸗ kommen Millionen Ellen und Tauſende daher von Weberſtuͤhlen ꝛc. heraus. Wenn doch knappe irgend ein Reiſender uns die Bekleidung ts be⸗(ſo wie auch Hausrath, Wohnung, Spei⸗ ſung) der arbeitenden Klaſſe und der klei⸗ waareu nen Wirthe(hier Bauern, dort farmer faͤhig, genannt) im kleinſten Detail beſchriebe;— pnderr ich weiß davon nur einige Zuͤge. al ſeit 2) Die Wollenernte haͤngt nicht, wie eoſt⸗ die Getreideernte, alljaͤhrlich von der Wit— lUionen terung ſo ab, daß bei gleicher Ausſaat elenden manchmal faſt das Doppelte eingeerntet vie auf wird; ſondern ſie richtet ſich feſt nach der ſtyreu⸗ Zahl der Schaafe, die zwar durch Krank⸗ 202 heiten viel leiden, aber bei der guͤnſtigſten Witterung gar nicht oder nicht merklich mehr Wolle geben, als bei einer unguͤnſti⸗ gen, ſofern nur ihre Zahl unvermindert bleibt. Dieſe ſub I. und II. I. und 2. ange⸗ fuͤhrten Unterſchiede muß man feſt ins Auge faſſen, ehe man von der Freiheit der Getreideausfuhr auf die der Wollen⸗ ausfuhr ſchließt. 1 Der Hauptzweck bei allen Maximen uͤber den Wollenhandel ſollte ſeyn die Ver— groͤßerung des Schaafſtandes und des To⸗ tals der Wollenproduktion. Dieſe zu er⸗ halten, muß freilich Wolle und Fleiſch, oder uͤberhaupt das ganze Schaaf, den Werth haben, der dem Landwirth den Auf⸗ wand der Schaafzucht mit dem gehoͤrigen Profit erſetzt. Kann dieſer Werth dem Schaafe auf eine ſolche Art verſchafft wer⸗ den, wobei zugleich die einheimiſche In⸗ duſtrie geſichert und erweitert wird, ſo iſt dieſe Art gewiß derjenigen vorzuziehen, wo⸗ bei dieſe Induſtrie gefaͤhrdet oder gehemmt werden koͤnnte. Nun ſcheint, wenn man aus bloßen Begriffen urtheilt, das letztere der Fall bei der freien Wollenausfuhr zu ſeyn. Aber ich geſtehe, aus Begriffen 203 ünſiſn laſſen ſich Thatſachen wohl muthmaßen, merüic aber nicht behaupten. Es kaͤme alſo ſehr nngnſi darauf an, die wuͤrklichen Thatſachen, ſo zmindert weit es ſich thun laͤßt, aus den angedeu⸗ teten, bis jetzt ganz unbekannten Datis Aranges auszumitteln. iſt ins Smich ſelbſt, nachdem er ſehr klar reiheit die Ungerechtigkeit des Wollenausfuhrver⸗ Vollen⸗ bots in England gezeigt, ſchlaͤgt doch nicht die gaͤnzliche Ausfuhrfreiheit vor, ſon⸗ arimen dern findet nur rathſam, daß die Ausfuhr Ver⸗ mit einem betraͤchtlichen Impoſt belegt des To⸗ werde. In England, ſagte ich, nennt zu er⸗ es Smith ungerecht, daß einer Klaſſe, Fleiſch, genannt Fabrikanten oder Kunſtfleißige, „den eine Beguͤnſtigung zugewandt werde, die n Auf⸗ einer andern Klaſſe, genannt Landwirthe, drigen eine Verminderung ihres Preofits zuzieht. h dem In Preußen, wie in aller Welt, iſt im ft wer⸗ Grunde jede Beguͤnſtigung einer Klaſſe von he In⸗ Gewerbſamen auf Koſten einer andern ſo iſt Klaſſe von Gewerbſamen, ebenfalls unge⸗ wo⸗ recht, und wenn Beguͤnſtigungen ſolcher hemmt Art gegenſeitig Statt haͤtten, ſo kaͤme es, u man wenn nun gleichwohl eine Klaſſe ſolche Un⸗ letzert gerechtigkeit abgeſtellt wiſſen wollte, dar⸗ fuh 1 auf an, daß ſie ſich auch gefallen ließe, die egtiffn Beguͤnſtigungen, deren ſie ſelbſt genießt, —, 2⁰4 aufzugeben. Wollen Sie einmal uͤberden⸗ ken, wie viel in dem Fall eine gewiſſe Klaſſe von Landwirthen herauszugeben haͤtte?— Ach, Freund, Sie verſtehen mich, und werden mir nicht zumuthen, daruͤber deutlich zu ſeyn. Vollends aber jetzt, da durch den Krieg in Deutſchland ſo viele Schaafheerden aufgefreſſen, ſo viele Wollenmanufakturen ruinirt, und daher die Nachfrage, beſon⸗ ders nach gemeinen Wollenwaaren, ſelbſt in unſern Landen, wenn wir nur viele haͤtten, ſo ſtark geſtiegen iſt,(Ihr Konitz kann Ihnen das zeigen,) waͤre es am we⸗ nigſten der rechte Zeitpunkt, mit der Wollenausfuhrfreiheit, zumal ohne eine auf Thatſachen ſich ſtützende Vorausberechnung der Folgen, ein Experiment zu machen. Erſatz des Schaarwerks. Sie fuͤhren an: die Beamten koͤnnten durch das zu behandelnde Schaarwerksgeld fuͤr den zu verlierenden unentgeldlichen Schaar⸗ werk hinlaͤnglich entſchaͤdigt werden. Wie ſoll das Behandeln des Schaarwerks ge⸗ ſchehen(4)? Einige Jahre zuvor, ehe ich nach Goͤttingen kam, war im Hannover⸗ ſchen das Schaarwerk zur Probe auf 30 Jahre in ein feſtes Dienſtgeld verwandelt () Note C. 205 A m. worden, ſo daß jeder Hand⸗ und Spann⸗ — iiſt dienſt fuͤr einen Tag nach einem gewiſſen 1 ben Satz zu Gelde gemacht, und nun nach hen der Zahl der Frohntage das ganze Dienſt⸗ nsien, geld angeſetzt wurde. Ein verſtaͤndiger 1 Bauer, mit dem ich daruͤber ſprach, ſagte X ieg mir, es waͤre wohl gut, wenn nur der aoſen Bauer dabei die Wahl haͤtte, ob er das ndten Geld geben, oder an Tagen, wo er gerade 1d n⸗ nichts beſſeres zu thun hat, ſtatt des Gel— 1ſ des den Naturalſchaarwerk leiſten ſoll. Aele Kan ließ alſo dort den Bauern die Wahl it nicht, aber den Beamten auch nicht. Und we⸗ die ſollten auch warlich am wenigſten eine Iwer ſolche Wahl haben, weder ob ſie in jedem ert uf Fall Naturalfrohne oder Gelderſatz dafuͤr, nehng noch wie viel Geld dafuͤr ſie nehmen woll⸗ 96 3 ten; ſonſt wuͤrde die Landplage der Do⸗ 5ie maͤnenpaͤchter noch ungleich druͤckender als ech ſie bisher war. Es thut mir leid, daß ich a j'r mich nicht im Hannoͤverſchen erkun⸗ aar digt habe, was man dort fuͤr Kammer⸗ e principien bei Verpachtung der Domaͤnen 3e befolge, ob man da auch das Blindekuh⸗ Pach ſpiel 1) mit dem Wirthſchaftskorn, 2) mit er⸗ der Veranſchlagung des Viehes ohne Wie⸗ 1 39 ſen und Weide, und der Wieſen ohne vet Vieh getrieben hat; denn 3) das Spiel 205— mit dem Schaarwerk, welches der Amt⸗ mann bei uns bezahlt, und auch wieder nicht bezahlt, hat dort laͤngſt aufgehoͤrt. Wenn, wie ich vermuthe, die Kammer den Erſatz des Schaarwerks, ſo wie es im Hannoverſchen geſchehen, durch eine in Geld beſtimmte unveraͤnderliche Auflage von den Bauern erhebt, ſo wollte ich wohl bitten, dieſes Dienſtgeld nicht zu hoch, ſelbſt nicht ſo hoch als die Bauern ſich er— bieten moͤchten, daſſelbe geben zu wollen, anzuſetzen. Es iſt ja genug, wenn bei der Einfuͤhrung dieſer neuen Ordnung vorerſt die Domaͤneneinkuͤnfte nur gerade nichts verlieren: denn deſto mehr wird das Land und dadurch auch der Koͤnig mit dem Laufe der Zeit gewinnen; ſtatt daß ein allzuhoher Erſatz ein nagender Wurm fuͤr die Bauern bliebe. Allzuhoch aber nenne ich den Er⸗ ſatz, der mehr betruͤge, als das Schaar— werk, gerade in der Art, wie es wuͤrklich geleiſtet wird,(nicht wie es haͤtte geleiſtet werden ſollen,) werth ge⸗ weſen. Durch vernuͤnftige, klare, neue Kammerprincipien(r), die ſo ge⸗ (r) Durch die im Jahr 1800 in Oſt⸗, Weſt⸗ preußen und Litthauen eingeführte„neue Inſtruktion, wie bei Veranſchlagung * der An ch wieden hehoͤrt. Kammer ie es im rch eine Auflage h wohl hoch, ſich er⸗ wollen, dei der vorerſt nichts s Land Laufe uhoher Bauern en Er⸗ Schaar⸗ die es ht wie rth ge⸗ klare, ſo ge⸗ Veſt te„neue logung — 20⁷ faßt werden muͤßten, daß des Beamten Intereſſe in keinem Zweige der Wirthſchaft mit dem großen Intereſſe des Volks und des Koͤnigs im Gegenſatze ſtaͤnde, ſondern daß der Beamte ſo wirthſchaftete, wie er als Eigner wirthſchaften wuͤrde—(aber wer erfindet ſolche Prineipien?—) wurde gewiß jedes Deficit in den Ertraͤgen ver⸗ hindert werden. Die Erbauung von Woh⸗ nungen fuͤr Tageloͤhnerfamilien auf den Domaͤnen mag gut ſeyn; aber wie werden Sie es nun machen, daß Tageloͤhnerfami— lien in der Menge, wie man ſie verlangt, wuͤrklich hinziehen, und daß ſie da blei— ben? Wollen Sie ſie dazu zwingen? Nun ſo haben Sie ja im Grunde wieder Schaarwerk und nicht freie Arbeit. Ich glaube, daß bei voͤllig gleichem Lohn Tage⸗ loͤhner doch lieber beim Bauer arbeiten wuͤrden, als beim Amtmann, waͤre es auch nur der lieben Amtsjuſtiz wegen; und mancher Bauer wird wohl nach gerade auch Tageloͤhner brauchen, wenn er, ent— bunden vom Schaarwerk, ſeine Wirth⸗ der Arrenden bei den Domänenäm⸗ tern zu verfahren iſt, iſt dieſer Wunſch erfüllt worden.. 208 ſchaft verbeſſert.— Sie wiſſen das alles beſſer. Inſtitute und Meliorationen. Kein Inſtitut iſt nuͤtzlich, wenn es nicht fortdauernd wenigſtens die gehoͤrigen Zin⸗ ſen des darauf verwandten Kapitals ein⸗ bringt, und auch dieß Kapital ſelbſt un⸗ vermindert ſichert, ſo daß dieß in jedem Fall wieder zu erlangen waͤre, wenn man ſich gedenkt, daß das Inſtitut an irgend einen Kaͤufer abgetreten wuͤrde. Sie wiſ⸗ ſen am beſten, wie wenig Inſtitute, Fa— brikanlagen, und andere aus dem Melio⸗ rationsfonds beſtrittene und unterhaltene Anſtalten dieſe Probe aushalten wuͤrden. Ich moͤchte die Summe der Kapitalien wiſſen, die, beſonders an Vorſchuͤſſen und Etablirung von ſogenannten Fabrikanten, zumal Auslaͤndern, verloren gegangen. Aber das ſind gar zu bekannte Sachen. Nur das Princip der Beurtheilung ſolcher Anlagen, was ich ſo eben angegeben habe, und was ſo evident iſt, ſcheint wenig an⸗ erkannt zu ſeyn. Wenn kein Privatmann oder keine Societaͤt von Privatis das Ka⸗ pital bezahlen wollte, was z. E. die Schiff⸗ barmachung der Drewenz koſtet, wenn man ihr auch dafuͤr alle die Einnahme von Schleuſen⸗ das les ationen, mes nicht rigen Zin⸗ itals ein⸗ ſelbſt un⸗ in jedem denn man n irgend Sie wiſ⸗ tute, Fa⸗ m Meloo⸗ terhaltene wuͤrden. Lapitalien iſſen und drikanten, gegangen. Sachen. ng ſolchte ben habe, venig au⸗ ivatmann das Ka⸗ die Schif et, wena nahme dol⸗ Schleuſen 209 Schleuſengeld und Kanalgeld abtraͤte, die der Staat davon ziehen will, ſo moͤchte ich mich gern belehren laſſen, woher denn nun dieſe Anſtalt nuͤtzlich heißen ſoll: ich meinerſeits verſtehe es nicht. Es iſt in keinem andern Sinne nuͤtzlich, als in wel⸗ chem es nuͤtzlich waͤre, in Preußen Kaffee in Treibhaͤuſern bauen zu laſſen, wenn auch das Pfund davon einen Friedrichsd'or zu ſtehen kaͤme. Die herrlichſten Fabriken im preußiſchen Staat, die Uhrfabriken in Neufchatel, die Metallfabriken im Sa uerlande, die er⸗ ſtaunlichen Leinenfabriken im ſch leſiſchen Gebuͤrge,(in allen Laͤndern, wo Her⸗ renrechte ꝛc. herrſchen, ſind die Gebuͤrge gepfropft voll induſtrioͤſer Menſchen, weil da die Herrenrechte nicht hinreichen. Schlagen Sie nur Ihren Buͤſching auf, und leſen Sie, was er von Ober⸗ und Niederſteiermark ſagt,) die Wollen⸗ appreturfabriken in Konitz: alles dieß iſt ohne die mindeſte Theilnehmung des Staats entſtanden, und er wuͤrde wohl thun, ſich auch jetzt nicht darein zu miſchen. Dage⸗ gen unſere Bergwerksfabriken, Kupfer, Alaun ꝛc. ſind, ſo weit ſie nicht ohne Monopol beſtehen koͤnnen,(denn bis zu II. 9 210 dem Punkt, zu welchem ſie von ſelbſt gehen wuͤrden, ſind ſie nuͤtzlich,) ein Schlund, eine Armenanſtalt, die das Pu⸗ blikum auf ſeine Koſten unterhalten muß, und der Beweis hiervon liegt gerade darin, daß dieß auf dem Monopol und auf Zwangspreißen beruhende Uebermaaß ohne ſolche Zwangspreiße nicht beſtehen koͤnnte. Es iſt auch hier wie mit dem Kaffeebau in Treibhaͤuſern. Was das Zunftweſen betrifft, ſo iſt es am rathſamſten, es allmaͤhlig, wie auch ſchon geſchieht, durch Loͤſung eines Bandes nach dem andern auf den Fuß von Privatſocietaͤten zuruͤckzubrin⸗ gen. Denn als ſolche ſind ſie ganz un⸗ ſchaͤdlich, weil ſie dann keine Zwangsrechte haben, und weil ſie dann kein anderes Band als den freien Willen der Genoſſen haben, der immer veraͤnderlich iſt. Aber auch ſchon in ihrem jetzigen ſehr loſen Zu— ſtande ſehe ich nichts von dem großen Schaden, den ich ihnen ſo oft andichten hoͤre, und wenn vollends die großen Guts⸗ herren uͤber die Handwerker klagen, ſo muß jedem Unbefangenen ganz ſonderbar dabei zu Muthe ſeyn. Wenn die Zuͤnfte ungeſchloſſen ſind, alſo jeder Meiſter wer⸗ ““ 211 — von ſäüß den darf, der will und kann, wie ſollte ich,) e da ein unbilliger Gewinn lange beſtehen das Pu koͤnnen, ohne daß ſo viel neue Konkurren— lten muß, ten hinzukaͤmen, bis der Profit auf ſeinen ade darin, gerechten Satz herunter geht.— Bei der und auf Kammer zu...... hat ſogar der naaß ohtte........ mehrmals foͤrmlich en koͤnnte. darauf gedrungen, daß Handwerkstaxen Kaffeebau gemacht werden ſollen.— Ei, Roggen⸗ und Weizentaren?— Die privilegirten rift, ſo Guͤter monopoliſiren den Zinsfuß der darauf lig, wie angeliehenen Kapitalien,(denn ſo viel Pro⸗ ung eines zente, als jetzt die Gutsherren erſparen, den Fuß werden doch der Klaſſe der Ausleiher ent⸗ üchubrin⸗ zogen, ſo weit nehmlich der erkuͤnſtelte Zins⸗ ganz un— fuß unter dem Satze ſteht, auf welchem er ingsrecht ſonſt bei der freien Wuͤrkung der Natur anderes der Dinge ſtaͤnde,) monopoliſiren„das Ei⸗ Genoſſen„genthum, das jeder Menſch an ſeiner 1. Aber„Arbeit hat, und welches der Grund von loſen zu⸗„allem Eigenthum iſt, und welches daher n gwßen„heilig und unantaſtbar ſeyn ſollte“(Worte andichen unſers Smith's), durch ihre Erbunterthaͤ⸗ pen Guts⸗ nigkeit, Patrimonialjuſtiz, Dienſtzwang; ſagen, ſe monopoliſiren die Praͤſidenturen,——; ſonderdr ſind bei dieſen Monopolien entbunden von— von—! Ueber den Preofit der Kamtilsure, da doch jeder Menſch Kauf⸗ O 2 die Züuf geiſtet wee 212 mann werden darf, doch der Staat ihnen durchaus kein Vor⸗ recht, keine Beguͤnſtigung, ſondern bloß den allgemeinen Schutz giebt, und geben ſoll; uͤber den Profit der Profeſſio⸗ eben daſſelbe gilt; der Arbeiter aller Art, die in dem nehmlichen Falle ſind, niſten, uͤber die Forderungen darf man raͤſonniren, nach Herzensluſt; von denen wer nur will, da ſchmaͤlen, ſchelten aber uͤber jene Punkte darf hoͤchſtens ſo ein leidiger Philoſoph wie unſer einer, ſeinem Freunde, einem Kam⸗ merpraͤſidenten, einmal ein Wort ſagen, und kann auch dazu aus keinem andern Grunde ſich entſchließen, als weil er be⸗ ſorgt, ſein Freund moͤchte in der Sphaͤre, worin er wuͤrkt, und wo ihm leicht das Andenken an das alles entfallen kann, eben deswegen vielleicht in den Fall kommen, minder umfaſſende Kombinationen zu ma⸗ chen, als er wohl ſelbſt wollte. In Abſicht auf die Scheidung der Land⸗ und Stadtwirthſchaft, ſchen ſo ſtrenge iſt, me, die Webereien davon auszunehmen, weiter ausgedehnt, und zede Art von We⸗ die im Preußi⸗ weil das Intereſſe der Acciſe dabei verſirt, wuͤnſchte ich nur, daß die bei uns ſchon angenommene Mayxi⸗ 213 wil, d bereien, die die guten Bauerweiber und kein In ihre Toͤchter neben ihren andern Arbeiten dern bli verfertigen, freien Abſatz in Staͤdten wie 3 nd geben auf dem Lande haͤtte. Bei uns in Koͤ— feſſio⸗ nigsberg wird jedes Stuͤck Prahlſacht be gilt;(aus Klunkergarn und Wolle gewebtes ter aller buntes Zeug zu Unter⸗ und ſelbſt Ober⸗ le ſind, roͤcken der armen Frauensleute), was außer ſchelten den einzigen erſten Jahrmarktstagen in Punkte die Stadt zum Verkauf kommt, ohne ſoph wie Barmherzigkeit konſiscirt, damit nicht die m Kam⸗ Stadtweber in ihrem Gewerbe leiden. t ſagen, Man bedenkt nicht, was fuͤr ein wichtiges mandern Objekt ſo ein Stuͤck Prahlſacht fuͤr die l er be⸗ arme Landfrau, die es gewebt hat, ſowohl Sphaͤre, als fuͤr die arme Kaͤuferin in der Stadt icht das iſt, wenn gleich das ganze Objekt nur ein an, eben Paar Gulden betraͤgt; bedenkt nicht, daß kommen, es damit nie weit gehen kann; bedenkt zu ma⸗ nicht, ob es vielleicht nicht kluͤger waͤre, wenn, die eigentlichen Kunſtweber ausge⸗ er Land⸗ nommen, alle andere Weber, und nament⸗ reußi⸗ lich die, die auch ſolches Zeug machen, Intereſſe lieber aufs Land zoͤgen. Iſt es in Ihrem ich nut, Departement auch ſo?— ne Mai Unter den großen Hinderniſſen ſollten unehmen, Sie noch ausdruͤcklich des Muͤhlen— von We zwangs erwaͤhnen. Das iſt ein wahres 5 214 Nationalleiden(s). Ich berechne in Ge⸗ danken, was die Menſchen wohl geben moͤchten, um ſich von dieſem Jammer zu befreien, frage mich, wem denn nun dieſe Abgabe(denn ſo laͤßt ſie ſich anſehen) Landreuterkoſten, ſo viel davon pro rata auf dieſen Zweck faͤllt, mit eingeſchloſſen, zu gut kommt?— dem Koͤnig? der Na⸗ tion? Gewiß nicht; auch den Muͤllern nicht einmal ganz. In der That, ein großer Theil dieſer Laſt iſt ein non-valeur des Nationalvermoͤgens à pure perte, und der andere kommt den luͤderlichſten und betruͤgeriſcheſten Muͤllern zu gut; denn die rechtlichen Muͤller wuͤrden bei der Aufhe⸗ bung dieſes abſurden und ungerechten Zwanges eher gewinnen. Auf den Domaͤ⸗ nen und in den Staͤdten muͤßte der An⸗ fang gemacht werden, dieſen Zwang abzu⸗ ſtellen; der Ausfall, den etwa der Koͤnig anfangs litte, muͤßte aus dem Meliora⸗ tionsfonds genommen werden, der zu kei⸗ nen heiligeren Beſtimmungen angewendet (s) Durch das„Edikt für Oſtpreußen, Lit⸗ thauen, Ermeland und den Marien⸗ werderſchen landräthlichen Kreis, die Müh⸗ lengerechtigkeit und die durchgängige Aufhebung des Mühlenzwanges betreffend, Königsberg d. 29. März 1308,“ iſt dieſes Uebel gänzlich gehoben. ne in Ge⸗ ohl gahn ammer u nun dieſe ehen) die pro rata ſchloſſen, der Na⸗ Muͤllern at, ein d-Valeur erte, und ſten und denn die r Aufhe⸗ gerechten Domaͤ⸗ der An⸗ ng abzu⸗ er Koͤnig Meliora⸗ er zu kei⸗ gewendet en, dit⸗ Marien⸗ die Mil⸗ Aufhebung digsbeth ebel gnzic 215 werden kann, als zu ſolchen Abſtellungen von wahren non-valeurs, von wahren à pure perte geſchehenden Vernichtungen der Haabe der Menſchen, und alſo auch des Koͤnigs. Warlich beſſer iſt eine ſolche An— wendung dieſes Fonds, als wenn daraus Vorſchuͤſſe an Landlaͤufer, wie an Gott⸗ fried Buhler, der(ein Schuhflicker) die Auslagen zur Anlegung einer Seifen⸗ fabrik in Kulm(wenn ich nicht irre) er⸗ hielt, und bei der erſten Probe Pommade ſtatt Seife machte, und tauſend aͤhnliche Preojekte, verſchwendet und vernichtet wer— den. Ich bin bereit, Ihnen noch einige ſolche Gegenſtaͤnde zu nennen, wozu der Meliorationsfonds herrlich dienen koͤnnte, und die alle von negativer Art, folglich freilich nicht ſchimmernd, aber deſto wich⸗ tiger und wohlthaͤtiger ſind, ſo wie auch die negativen Tugenden der Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld, nicht ſchimmern, aber unendlich ſchwerer, und vielleicht auch ſeltner ſind, als Wohlthaͤtigkeit, Groß⸗ muth, Gnade. Ich habe fugiente calamo ſchreiben muͤſſen, daher der Mangel an Ordnung und Klar⸗ 216— heit. Haͤtte ich Zeit gehabt, das Zeug erſt zu koncipiren oder abzuſchreiben, ſo haͤtte ich Ihnen viel Leſens erſpart, und der Brief waͤre nicht halb ſo ſtark ge— worden.„ Königsberg, den 15. July 1799. 8 3.. 4.*...«.„. 3 .*.„ 32 4.*.** 2* Das ſtatiſtiſche Tableau von Weſtpreu⸗ ßen habe ich gern geleſen,),... .... Aber, Freund, die Ver⸗ nunft verbietet Vergleichungen, und faßt jede Sache fuͤr ſich; und, ſo betrachtet, moͤchte ſie nicht wenig an dem Werk aus— zuſetzen haben. Ich will hier nur einige fluͤchtige Bemerkungen herſetzen, und Ih⸗ nen uͤberlaſſen, uͤber welchen von den be⸗ ruͤhrten Punkten Sie wollen, das Um—⸗ ſtaͤndlichere von mir zu erfordern. Da man uͤbrigens einen krummen Stab auf die entgegengeſetzte Seite krumm biegen muß, wenn er gerade werden ſoll, ſo wird es nichts ſchaden, wenn ich auch in man— cher meiner Ruͤgen ein wenig in das an—⸗ dere Extrem hineingerathen ſollte. Viel Geiſtreiches erwarttn Sie uͤbrigens dieß⸗ mal nicht von mir; ich bin heute mit 1799. kpreu⸗ die Ver⸗ und faßt etrachtet, ert aus⸗ teinige and Ih⸗ den be⸗ 1s Um⸗ .„Da tab auf biegen ſo wird in man⸗ das an⸗ Viel ns dieß eute mit — 217 meinem Kopf, der von 6 Uhr fruͤh an mit dem Vorleſen ſtrapaziert wird, nicht recht gut dran. 1) Je weniger angebaut, je duͤnner mit Menſchen beſetzt, je mangelhafter mit Gewerben verſehen ein an ſich gutes Land iſt, deſto ſehneller muß es von ſelbſt, ſo— bald nur Gottes lebendiger Odem, Ge— rechtigkeit, hineinkommt,(verſchieden von Juſtiz, die, ſofern ſie nach ungerech⸗ ten Geſetzen richtet, und mithin Rechte, Unrecht zu thun, floriren macht, das teuf⸗ liſchſte, empoͤrendſte, tollſte iſt, was Men— ſchen quaͤlen, entehren, narren kann,) an Kultur, Menſchenzahl, Gewerbſamkeit zu⸗ nehmen. Ich kann nicht dafuͤr, daß ich uͤberzeugt bin, es wuͤrde Weſtpreußen, bloß durch voͤllig gerechte und vernuͤnftige Geſetze ohne einen Schilling koͤniglicher Gelder in 25 Jahren ungleich beſſer an— gebaut, bevoͤlkert, wohlhabend geworden ſeyn, als es jetzt, trotz ſo vieler Treib— hauskuͤnſte geworden iſt. Nach den An⸗ gaben ſind jetzt 1823 ſtaͤdtiſche Feuerſtellen mehr in Weſtpreußen, als zur Zeit der Beſitznehmung, und die auf Retabli⸗ rung der Staͤdte waͤhrend der Zeit verwen⸗ deten Summen an eoͤniglichen Geſchenken — 218 betragen 1,022,725 Thaler: was folgt nun aus dieſen beiden Saͤtzen? Daß man fuͤr Geld, wie alles, ſo auch Haͤuſer ge— baut bekommen kann. Und nun das Plus von 3709 laͤndlichen Feuerſtellen, die in 25 Jahren! in einem halbwilden Lande! mit einem Aufwande von 788,057 Tha⸗ lern auf Amtsgebaͤude, und von 169,289 Thalern auf Amtsmeliorationen, ohne die 148,498 Thaler auf Urbarungen zu rech⸗ nen, erſchaffen worden; wuͤrde ein unbe— fangener Zuſchauer, ein Arthur Young, dem z. E. mein Freund, der Kriegsrath v. Schoͤn(t) 1) dieſe 25 Jahre und 2) dieſen halbwilden Zuſtand des Landes beim Anfange der Periode, und 3) den Aufwand von dieſen Summen deutlich ge⸗ macht haͤtte, in den 3709 Feuerſtellen einen Beweis von vortrefflicher Staatswirth⸗ ſchaft gefunden haben? Als v. Schoͤn dem Arthur Young einmal eine gewiß ſehr preußiſch-patriotiſche Beſchreibung von unſerer Domaͤnenamtswirthſchaft und Ver⸗ faſſung machte, konnte YNoung ſich nicht halten: what barbarity„ what barbarity! rief er einmal uͤber das andere aus. Es (t) Jetzt geheimer Oberfinanzrath. ——= das ſuht Daß mn aͤuſer ge⸗ das Plus die in Lande! 7 Tha⸗ 169,289 hne die au rech⸗ unbe⸗ dung, legsrath re und Landes 3) den ich ge⸗ einen zwitth⸗ Schoͤn gewiß ng von d Ver⸗ hnicht barity! 3. G — 219 war in meinen eignen Augen ein Genie— ſprung, als ich mir einmal einen preußi⸗ ſchen Kriegsrath dichtete, der dem Mini— ſter Pitt ein Projekt zur Bereicherung des Staats oder zur Verbeſſerung der Fi⸗ nanzen durch Einfuͤhrung des preußiſchen Domaͤnenweſens in England vorlegte, und empfoͤhle; und ſiehe da! mein Traum iſt kein Traum: es hat wuͤrklich ein preußi— ſcher Kriegsrath, und einem noch kompe— tentern Beurtheiler, ſo etwas geſagt... Ueber die Bevoͤlkerung bemerke ich nur, daß, wenn, wie Sie ſelbſt ſagen, die groͤßere Zahl der Menſchen Anno 1798 von der richtigern Zaͤhlung herruͤhrt, die Zahlen fuͤr Anno 1774, 1786, 1792, 1793 alle zu klein, und folglich die Dif— ferenzen zu groß, und mithin die Prozente der Vermehrung alle in facto unrichtig, nehmlich zu groß in eben dem Verhaͤltniſſe ſind, in welchem die Zahlen jener fruͤhern Jahre zu klein ſind. Vermuthlich wird bei der fruͤheſten Zaͤhlung der Fehler, den, wie Sie mir muͤndlich ſagten, alle Zaͤh— lungen haben, nehmlich unter der Wahr⸗ heit zu ſeyn, noch weit mehr betragen, als bei den folgenden Anno 1786 ꝛc. 220— Mir duͤnkt, dieſelbe Bemerkung gilt von den meiſten uͤbrigen Prozenten(wobei mir noch einfaͤllt, an die warlich mit 643,060 Thaler theuer genug erkauften 12237 Koloniſtenſeelen zu denken), wo ich die zwei herrlichen oder vielmehr die eine einzige Quelle des Wohlſtandes angegeben finde, Sicherheit des Eigenthums und Friede, der ſelbſt nichts als Sicherheit des Eigenthums iſt. Ja wohl Sicherheit des Eigenthums! die darin beſteht, daß jeder Menſch alleiniger Herr ſeiner Haͤnde und Kraͤfte ſey, und, ſo lange er kein Verbre⸗ chen begangen, oder durch keinen Vertrag jemanden ein beſtimmtes Anrecht darauf eingeraͤumt hat, kein Sterblicher ihm das heilige Södenthum ſchmaͤlern oder dben duͤrfe. Unterthaͤnigkeit(n), Schaarwerk, Vor⸗ ſpann, Amtspflichtigkeit,— verzeihen Sie, — wo dieſe herrſchen, wo die groͤßte Zahl der WMenſchen nicht ſicher iſt, der (u) Das„Edikt den erleichterten Beſih und den freien Gebrauch des Grundeigenthums, ſo wie die perſönlichen Verhältniſſe der Landbewohner betreffend, Memel den 9. Okt. 1807,“ hat auch alle Gutsunterthänigkeit in den ſämmtli⸗ chen Preußiſchen Staaten mit dem Mar⸗ tini⸗Tage(11. November) 1810 aufgehoben⸗ ——— 1 ——— — 221 hg git Fruͤchte ihres Fleißes froh werden zu koͤn⸗ (wobei nen, da iſt's Hohn und Spott, von Si— h mit cherheit des Eigenthums zu ſprechen, und auften da wird man Menſchen, die man haben vo ich will, wie wir es mit den Koloniſten thun, eine kaufen, da wird man einen ſogenannten geben Wohlſtand, den man haben will, mit und„Gelde bezahlen muͤſſen, wie wir es thun. t des Ueber den Viehſtand wiederhole ich des hier die ſchon vorher gemachten Bemer⸗ ſeder kungen. Sind die auf genauerer Zaͤhlung und beruhenden großen Zahlen fuͤr 1703 rich⸗ erbre⸗ tig, ſo ſind die Zahlen fuͤr die fruͤhern turag Jahre alle zu klein, und zwar deſto mehr. rauf zu klein, je fruͤher die Jahre ſind; es das ſind folglich die berechneten Differenzen alle lben zu groß. — Die beliebte Phraſis: daß die Provinz Vor⸗ durch ihre Ueberſchuͤſſe auswaͤrtiges Geld Sie, an ſich zieht und zur ſtaͤrkern Verbeſſerung ſte anwendet, mag klar ſcheinen, wem ſie der will; ich kann nichts dabei denken. Faſſen Sie mich einmal beim Wort und fordern den mich auf, Ihnen zu zeigen, wie es moͤg— vwie lich iſt, ſich nichts dabei zu denken, und be ich erbiete mich, Ihnen dieß ſo deutlich zu— niſ machen, als es deutlich iſt, daß das aus⸗ hen waͤrtige Geld, welches die Provinz an ſich 223 zieht, nicht einen Pfifferling mehr werth iſt als das, womit ſie dieß Geld erkauft, oder mit andern Worten, als dasjenige, wofuͤr ſie die Quantitaͤt von Gold und Silber bekommt; und daß zur ſtaͤrkern Verbeſſerung nicht Gold und Silber, ſondern Lebensmittel, Materialien und Geraͤthe gehoͤren; ſogar wenn es den Men⸗ ſchen nicht ſelbſt uͤberlaſſen werden ſoll, die Verbeſſerungen zu machen, ſondern der Landesherr unmittelbar(Sie wiſſen ſchon aus einem meiner vorigen Briefe, was das unmittelbar hier heißt) ſie zu Stande bringen will. Wenn Sie einmal Luſt haben, dieſen artigen Punkt genauer erforſcht zu ſehen, ſo ſagen Sie es mir; jetzt wollen wir uns dabei nicht aufhalten. Bei der Stelle, wo man die vermehrte Kultur der adelichen Guͤter aus dem trotz der niedrigen Getreidepreiße hoch geſtiege⸗ nen Kaufwerthe derſelben darthun will, be⸗ greife ich nicht, 1) was man beweiſen will, und auch nicht, 2) wie man es be⸗ weiſet. Daß die Getreidepreiße von Jahr zu Jahr einzeln regelmaͤßig ſteigen, hat, glaube ich, noch kein Menſch behauptet. Der Fragepunkt iſt: ob ſie nicht im Durch⸗ ſchnitt von 10 zu 10 oder auch nur von ———́3—:——“ʒ— 223 N weri 5 zu 5 Jahren hoͤher gegangen ſind, vor⸗ erkauft, nehmlich, ob ſie nicht ſeit Errichtung des Sjenige, Kreditweſens von 1787 bis 1797 im Durch⸗ d und ſchnitt hoͤher geſtanden als im Durchſchnitt rkern von 1777 bis 1787. Aber dann vollends Silber, die Art der Beweisfuͤhrung. Man ſcheint und aus allen Jahren die niedrigſten Preiße Men⸗ ausgeſucht zu haben; warum ſetzte man l, die nicht auch die hoͤchſten Preiße der Jahre der 17833, 1784, 1785, 1795, 1796 und ſchon anderer, deren ich mich nicht gleich erin⸗ was nere, hinzu? Wie ſehr lehrreich waͤre es ſie zu geweſen, wenn man das vollſtaͤndige Ver⸗ einmal zeichniß der Preiße von 1774 oder 1784 nauer oder auch nur von der Epoche der Land⸗ mir; ſchaft, nehmlich von 1787 ab, gegeben alten. haͤtte. Ich wuͤrde Ihnen ſehr danken, gehrte wenn Sie mir einmal ſo ein Verzeichniß troß mittheilen wollten, aber mit der genauen ſtiege⸗ Angabe: was ich unter dem Preiße lh be⸗ verſtehen ſoll, ob den niedrigſten, weiſen der irgend an einem Markttage Statt es be— gehabt, oder den Durchſchnittspreiß von Jahr 4 allen Markttagen im ganzen Jahr? hat, Aber, ich frage nochmals, was will aubtet man eigentlich beweiſen? Daß der Adel Durch wuͤrklich ſeine Guͤter meliorirt hat?— ut vnn Nun ich daͤchte doch, das haͤtte er wohl 224 kͤnnen gethan haben, da er ſich ſelbſt allein damit einen Gefallen thut, und da der Koͤnig und das Volk ihn obenein da⸗ fuͤr bezahlen: der Koͤnig, durch das Ge⸗ ſchenk von 200,000 Thalern, das Volk, durch das demſelben entlockte Prozent am Zinsfuß, und durch Uebertragung in Ab⸗ ſicht auf Abgaben und Leiſtungen; nichts von den Erbgrundunterthanen und Ge⸗ ſindeordnungsunterthanen zu ſagen, deren Laſten, wie Hegewiſch klar gezeigt hat, mit den Meliorationen geſtiegen ſind. Laſ⸗ ſen Sie uns beten: Gott, gieb uns den Geiſt der Gerechtigkeit, der uns in alle Wahrheit leite! 1 Von den 6 Millionen Thalern an Geldeirkulationszufluß, die einen ſtetswaͤh⸗ renden Nutzen gewaͤhren ſollen, verſtehe ich wieder kein Wort. Ich kann faſt der Verſuchung nicht widerſtehen, hier eine kurze tuͤchtige und einleuchtende Theorie vom Gelde einzuruͤcken; aber ich laſſe das beſſer auf ein andermal. „Der Adel, ſagt man, iſt verbun⸗ „den, ſeine Unterthanen, ſeines eignen „Vortheils halber, ſo zu unterſtuͤtzen, „daß ſie im Stande bleiben, das zu lei⸗ „ſten, was ſie zu leiſten verpflichtet ſind. 4 Ein — 225 ch ſälſt Ein Sklavenhaͤndler iſt verbunden, ſei⸗ und da nes eigenen Vortheils halber, ſeine ein da⸗ Sklaven ſo zu halten, daß ſie nicht um— as Ge— kommen, ſondern verkaͤufliche Waare blei⸗ Volk, ben; ein weſtindiſcher Pflanzer iſt ver⸗ nt am bunden, ſeines Vortheils halber ſeine in Ab⸗ Neger ſo zu unterſtuͤtzen, daß ſie im Stan⸗ nichts de bleiben zu leiſten, was ſie zu leiſten )Ge⸗ verpflichtet ſind; ein Fuhrmann iſt ver⸗ deren bunden, ſeines Vortheils halber die hat, Pferde ſo zu brauchen, daß ſie thun koͤn⸗ b. Lſ nen, wozu ſie beſtimmt ſind. Ihr armer ns den Freund, der Profeſſor der Moralphlloſo⸗ uns in phie, iſt ſo ungluͤcklich, ſich keine Ver⸗ bindlichkeit aus Vortheil denken zu n an koͤnnen, weil natuͤrlich dann, wer ſich aus wah⸗ dem Vortheil nichts macht, oder denſelben erſehe wohl gar im Widerſpiel faͤnde, auch keine ſt der Verbindlichkeit oder eine Verbindlichkeit r eine zum Widerſpiel haͤtte. Wuͤrklich haben theorie Fuhrleute es hier bisweilen vortheil⸗ ſe das hafter gefunden, mit ihren Pferden im⸗ mer in ewigem Fahren begriffen zu ſeyn, bun⸗ als ſie zu ſchonen, weil die Rechnung eignen dann auswies, daß, wenn ſie gleich die ſtüͤhen, Pferde dann nur halb ſo lange brauchbar zu li- behielten, ſie doch mehr damit verdienten, t ſid“ als wenn ſie ſie gehoͤrig ſchonten. Eine En I1 P 226 aͤhnliche Berechnung hat die engliſchen Pflanzer in Weſtindien gelehrt(was ſchon der alte Kato in Abſicht auf die Sklaven zu ſeiner Zeit ſagte), daß es vor⸗ theilhafter iſt, die Sklaven lieber nicht alt werden und ſich nicht begatten zu laſ⸗ ſen, ſondern ihre Kraͤfte aufs ſtaͤrkſte und ſchnellſte zu benutzen(wenn ſie dann auch vor der Zeit hinſtuͤrben) und ſie immer durch Ankauf von friſchen Negern zu er⸗ ſetzen, als ſie zu ſchonen und ſich vermeh⸗ ren zu laſſen. Eben ſo haben die Skla— venhaͤndler berechnet, daß, da doch von jeder Ladung immer einige Prozente auf dem Transport ſterben, es vortheilhaf⸗ ter iſt, dieſe Prozente mehr uͤber die La⸗ dung, die das Schiff gehoͤrig faſſen kann, aufzuladen, weil dann verhaͤltnißmaͤßig die Zahl der Verkaͤuflichen doch etwas groͤßer uͤbrig bleibt. Ein holſteiniſcher Zwingherr ſagte einmal dem braven Buͤſch: die ver⸗ fluchten jungen Margellen wollen alle hei⸗ rathen, ſo, daß der Verwalter ſich be⸗ ſchwert, er koͤnne keine Maͤgde mehr be⸗ kommen; aber ich will ſie ſchon heirathen lehren!— Verzeihen Sie, gnaͤdiger Herr, fragte Buͤſch, wo ſollen denn dereinſt die Maͤgde herkommen, wenn die Margellen — 227 rgliſche nicht heirathen?— J, das Gezuͤcht findet t(was ſich doch, war die Antwort; und ich finde duf die es ſehr konſequent, daß dieſer Herr, wenn s vor⸗ es ſein Vortheil war(wie er es am beſten nicht wiſſen mußte), die Margellen vom Heira⸗ u laſ⸗ then mit Peitſchenhieben abzubringen, auch e und dazu vollkommen verbunden war, ſo auch wie er auch verbunden war, die alten er⸗ mmer ſchoͤpften Maͤnner und Weiber, die nur Uet⸗ zehren und nicht mehr arbeiten koͤnnen, rmeh⸗ zumal wenn das Korn hoch gilt, leben zu Skla⸗ laſſen, wie ſie koͤnnen, und nur das h von brauchbare Menſchenvieh gehoͤrig bei Kraͤf⸗ te auf ten zu erhalten, weil nach der Berechnung (haf⸗ nur das zu erhalten Vortheil bringt, le La⸗ und alſo Pflicht iſt, nicht zu gedenken, kann, daß das, was dieſer oder jener vortheil⸗ ig die haft nennt, nicht immer nach Gelde ſich groͤßer berechnen laͤßt, indem nach Verſchiedenheit gherr des Geſchmacks mancher lieber 5, 6 Pro⸗ e vet⸗ zent der Einnahme miſſen, als das Gna⸗ e hei⸗ digthun, die Macht zu kommandiren, das ch be⸗ Recht zu richten, aufgeben, oder dem ge⸗ r be⸗ meinen Manne irgend ein vollkommenes rathen Recht einraͤumen wollte, ſo wie es mehr Herl, als einen Menſchen giebt, der ſich durch unſt die kein Geld beſtechen laͤßt, aber wohl aegelen durch hundert andere Dinge.— Anders P 2 P 2 228 iſt es mit den freien Einſaſſen, die nach Belieben wegziehen koͤnnen, und auf feſten Kontrakten ſitzen; dieſen wird der Guts⸗ herr nichts zu geben brauchen, was er nicht nachher mit Zinſen reichlich wieder bekoͤmmt, und alſo nicht giebt, ſondern nur leiht. Was man von der Zweckloſigkeit und Unnützigkeit eines Geſetzes ſagt, welches die Gutsbeſitzer noͤthigte, beſtimmte Ma— gazine bis zur Ernte zu halten, iſt recht gut; aber Zug vor Zug ſindet, was da geſagt wird, auch Anwendung auf ein Geſetz, das die Kaufleute noͤthigen ſoll, Vorraͤthe eiſern zu halten. Verſuchen Sie es ſelbſt, ob Sie den geringſten Unter⸗ ſchied in jenem Raͤſonnement finden koͤn⸗ nen, es mag auf Menſchen= xX oder auf Menſchen= z angewandt werden. Ich ſetze aber freilich voraus, daß die Kauf— leute und die Gutsherren hier nur als x und als z, nicht aber als Kaufleute und Gutsherren in Betracht kommen: denn ſonſt iſt freilich ein maͤchtiger Unterſchied, indem dieſe es ſind, die die Geſetze geben, und jene gehorchen ſollen, obgleich doch am Ende ein Kaufmann nie gehorcht, wo die nah uf feſten Guts⸗ was er wieder ondern t und velches Ma⸗ recht das da uf ein n ſol, n Sie Unter⸗ koͤn⸗ er auf Ich Kauf⸗ als X te und denn ſchied, geben, ch doch ht, wo 229 das Gehorchen ihm Schaden bringt, ſon⸗ dern dann lieber nichts thut. Man nennt das Verlangen des gemei⸗ nen Mannes, ein Eigenthum zu haben, eine Sucht. Iſt denn das Verlangen, was Sie und ich, und jeder Sterbliche, der nicht verruͤckt iſt oder verrucht, haben, Eigenthum zu beſitzen, etwas anderes, als das Verlangen, was der gemeine Mann hat? ja dieſem iſt E enthum noch noͤ— thiger, noch mehr zu wuͤnſchen, weil zwi⸗ ſchen Nichts und Etwas ein unendlich wichtigerer Unterſchied iſt, als zwiſchen viel und mehr. Wenn das unſchuldige, gerechte, loͤbliche Verlangen nach einigem Eigenthum Sucht heißen ſoll, wie ſoll denn das Verlangen heißen, Eigenthum auf Koſten jenes unſchuldigen Verlangens armer Menſchen zu erpreſſen, oder unſchul⸗ dige Menſchen ſelbſt mit ihren Kraͤften als Eigenthum zu beſitzen? Mein Theuerſter, ich faſſe mich an den Kopf, und muß vor Wehmuth die Feder eine Weile wegle⸗ gen.— Es giebt gewiſſe Dinge, die man lieber jeden gern ſagen laͤßt, wie es ihm beliebt, als daß man ſich daruͤber zerhaben ſollte, vorausgeſetzt, daß er auch uns geſtattet, 230 F zu ſagen, was uns beſſer duͤnkt. Sie, mein Theuerſter, verlangen nicht, daß ich das unterſchreiben ſoll, was in manchen Stellen jenes Aufſatzes geſagt iſt. Zu den Beiſpielen, die Liancourt von der Traͤg⸗ heit manches gemeinen Mannes, ſelbſt in Amerika, anfuͤhrt, bitte ich Sie, ſich auf eben ſo viele Beiſpiele von Gutsherren in Preußen zu beſinnen; ein ganz nahes haben Sie mir ſethſt erzaͤhlt. Aus ſolchen Beiſpielen, wenn man nicht das ganze Detail kennt, folgt nichts, als daß ein— zelne Menſchen ſehr verſchieden an Nei⸗ gungen und Charakter und Einſicht ſind; aber daraus einen allgemeinen Schluß auf eine ganze Menſchengattung zu machen, iſt eben ſo unlogiſch, als wenn die Hand⸗ werksburſchen ſagen, ſie haͤtten auf ihren Reiſen gefunden, die Leipziger waͤren ſo, die Berliner ſo, die Preußen ſo, und die Schleſier ſo. Die menſchliche Natur, ſo wie die menſchliche Koͤrperbil⸗ dung, kann nicht nach einzelnen Exempeln von abweichender Art, ſondern muß aus den allgemeinen Grundzuͤgen, die Sie in ſich, und ich in mir, und wir alle in uns finden, wenn wir die von Nebenumſtaͤn⸗ den und Individualitaͤten herruͤhrenden ſpe⸗ 231 . Ce eiellen Zuͤge weglaſſen, aufgefaßt werden. Daß daß it ein Menſch, der fuͤr ſeinen Unterdruͤcker, manchen oder der aus zweckloſem Zwange, wie z. B. Zu den der Gutsunterthan oder der Amtsſchaar⸗ r Traͤg⸗ werker arbeiten ſoll, nicht Luſt, nicht Trieb elbſt in zur Arbeit hat, das kommt gerade aus ſe, ſich eben derſelben Quelle her, aus welcher es therren herkommt, daß ſein Zwingherr oder ſein nahes Amtmann ſich uͤber ſolche Unluſt und Traͤg⸗ ſolchen heit aͤrgert, nehmlich es kommt aus dem ganze angeſtammten Verlangen des Menſchen, aß eid⸗ ſein eigen Gluͤck, ſo gut ſich's thun laͤßt, en Nei⸗ zu machen, und die Fruͤchte ſeiner Arbeit tt ſind; ſelbſt zu genießen, und aus dem in ſeiner uß auf wie in unſer aller Natur liegenden Ab— en, iſt ſcheu und Haß gegen alle, die ihn daran Hand⸗ hindern wollen. fihren Was Young bewieſen hat, daß nehm⸗ waͤren lich in England die geringe Volksklaſſe en ſo, beſſer als irgendwo lebt, obgleich dort kein ſchliche Arbeiter auch nur einen Garten beſitzt, iſt rperbil der lebendigſte Beweis— wovon?— Da⸗ empeln von, 1) daß ein Arbeiter auch ohne Gar⸗ uß aus V ten ausnehmend gut leben kann, wenn er Siein nehmlich einen bloß allein durch freie Kon⸗ kurrenz ſich von ſelbſt beſtimmenden Lohn in uns umſtin⸗ bekommt, und 2) daß es nie an Arbeitern den ſe⸗ mangelt, wenn gleich, wie dort, kein 232— Menſch zur Arbeit verbunden iſt, als ſo⸗ fern er ſich durch einen freien Kontrakt dazu anheiſchig gemacht hat, und wenn gleich jeder dort auf dem Lande alle Kunſt⸗ gewerbe und Handthierungen treiben darf, wie es ihm beliebt, auch, falls er es fuͤr gut findet, nach den Staͤdten gehen darf, wohin er will, ſofern ihn nicht etwa die Armengeſetze,(Geſetze, nach welchen jedes Kirchſpiel ſeine Armen verpflegen muß,) manchmal darin etwas geniren. Was folgt weiter daraus?— Daß die kuͤrzlich vorge— ſchlagenen, aber Gottlob! nicht genehmig⸗ ten beiden Zwangsgeſetze, die Menſchen vom Lande zu hindern, 1) daß ſie nicht in die Staͤdte ziehen, und 2) daß ſie nicht kleine Grundſtuͤcke als Eigenthum acquiri- ren ſollen, außerdem, daß ſie durchaus un⸗ gerecht ſind, auch zugleich ganz unnuͤtz ſind. Die Ungerechtigkeit iſt einleuchtend; man muͤßte denn zum Grundſatz ein Recht, Unrecht zu thun, annehmen. Die Unnuͤt⸗ lichkeit iſt eben ſo klar, es waͤre denn, daß nur das, was den Kammern, oder vielleicht gar nur den Beamten und den Zwingherren nuͤtzt, nuͤtzlich heißen muͤßte, wenn es auch mit einer dreimal ſo großen Vernichtung von Nutzen fuͤr den Staat —— — — ——-——— — — —— —— 233 Fa ſt⸗ und fuͤr die ſogenannten gemeinen Men⸗ entrat ſchen verknuͤpft ſeyn ſollte. Der Hang emena des gemeinen Mannes, ſeine Soͤhne in Kunſt die Staͤdte gehen zu laſſen, iſt kein blin⸗ darf, der Hang, ſondern, ſo lange unſere es fuͤr Verfaſſung des platten Landes darf, ſo bleibt, wie ſie iſt, ein vernuͤnfti⸗ da dir ges Princip, das Gott und die Natur in jedes ihn gelegt hat, wie Sie ſogleich ſinden nuß,) werden, wenn Sie ſich auf einen Augen⸗ folgt blick in ſo einen gemeinen Mann, als vorge⸗ Vater, verwandeln; aber der Hang der ehmig geſetzgebenden Zwingherrenkaſte, den ge— nſchen meinen Mann an allem, wodurch er ſich nicht vor ihrer Patrimonial⸗ und Domaͤnen⸗ nicht juſtiz, und vor ihren Geſindeordnungen quiri⸗ und zwingherrlichen Vergeltungen retten s un⸗ will, mit Gewalt zu hindern, der ſtammt unuͤt nicht von Gott, nicht von der Natur, tend; nicht vom Intereſſe des Koͤnigs, nicht des gecht, V Staats, ſondern von der mit der Macht mnuͤtza der Geſetzgebung und Juſtiz bewaffneten denn, Selbſtſucht. Verſuchen Sie einmal mir oder begreiflich zu machen, woher und warum dey jener Hang des gemeinen Mannes dem nuͤßte, Ackerbau die erforderlichen Haͤnde entzieht, roßen und wie ſich dieſer Satz mit der aus Ornot Young angefuͤhrten Thatſache reimt, daß 34 in England kein Mangel an Haͤnden fuͤr den Ackerbau iſt, obgleich dort der ge⸗ meine Mann thun kann, was er will, und gehen kann, wohin er will. Was heißt hier, ich frage nochmals, dem Ackerbau Arbeiter entziehen? Wenn das Regiment Kantonniſten und Stuͤckknechte aushebt, ſo entzieht es dem Ackerbau Arbeiter, denn 1) es nimmt ſie mit Gewalt, und 2) verwandelt ſie in unproduktive Die⸗ ner, und thut 3) beides aus Staatsbe⸗ duͤrfniß fuͤr das Publikum; aber wo findet ſich bei dem Falle, wovon hier die Rede iſt, auch nur eine Spur von dieſen drei Punkten; ich ſinde dabei ielmehr von allen drei Punkten das ge⸗ rade Gegentheil. Wann wird man anf⸗ hoͤren, den ſogenannten gemeinen Mann als das liebe Gras anzuſehen, das nur zum Treten und Abmaͤhen fuͤr die Kam⸗ mern und Zwingherren da iſt, oder wann wird wenigſtens“ das Reich des heiligen Einmaleins anfangen, vom Throne aus ſich durch den Staat zu verbreiten, und die fuͤr die Macht des Koͤnigs ſowohl als fuͤr das Vermoͤgen der Nation zerſtoͤrenden Kalkuͤle der Privathabſucht zu vereiteln! Händen t der ge vill, und as heißt/ Ackerbau tegiment hebt, ſo !, denn und 2) e Die⸗ daatsbe⸗ aber wo on hier ur von dabei das ge⸗ an auf⸗ Mann das nur e Kam⸗ r wann heiligen ne aus , und vohl als drenden eiteln! Nachdem man durch Antrag auf all⸗ maͤhlige Abſchaffung der Spannfrohnen fuͤr die Pferde der Bauern geſorgt hat, wird man hoffentlich doch auch wohl noch einmal dahin kommen, fuͤr die Haͤnde der Menſchen durch gaͤnzliche Abſchaffung, und nicht, wie jetzt ge— ſchehen, bloß durch Einſchraͤnkung der Handfrohnen zu ſorgen, da es doch nun einmal ſo iſt, daß erſt gewiſſe Herren dafuͤr ſorgen muͤſſen, daß mancher Menſch das Recht bekomme, die Haͤnde, die frei⸗ lich an ſeinem Koͤrper angewachſen ſind, die aber gleichwohl eigentlich nicht ihm ſelbſt, ſondern andern, genannt Gutsher⸗ ren und Amtleute, angehoͤren, nach Be⸗ lieben durch freie Kontrakte zu vermiethen. Werden Sie nicht den ſchaͤndlichen Ma⸗ noͤvres der Beamten, durch welche ſie den Brannteweindebit zu erweitern ſuchen, und welche ich Ihnen in einem meiner Briefe denuneirt habe, ſteuern? oder ſind in Ih⸗ rem Departement dergleichen Mandoͤvres unerhoͤrt?— Wollte Gott, daß ich das letztere glauben koͤnnte! Wenn der gemeine Mann ſeinen Kittel und ſeine Lumpen mit geſuͤnderer und ehr⸗ barerer Kleidung vertauſchen ſoll, ſo ge— 236 hoͤrt dazu warlich weiter nichts, als daß man ihn zufrieden laſſe, und nicht an ſei⸗ nem einzigen oder wichtigſten Eigenthume, an ſeinen Haͤnden und Kraͤften, pluͤn⸗ dere. Die Landleute brauchen nicht ermun—⸗ tert zu werden, Hanf zu bauen; ſie thun es von ſelbſt, ſobald ſie ſfinden, daß es ihnen, im ganzen Zuſammenhange ihrer Wirthſchaft betrachtet, ſichern Vortheil bringt, welches man durchaus ihnen allein zu berechnen uͤberlaſſen muß. Ich bin feſt uͤberzeugt, daß es unter zehn nicht einen giebt, der bloß aus Dummheit und Starr⸗ ſinn ſeinen ſichern und wahren Vortheil ſich entgehen laͤßt; aber wohl kann es uns bei den neun uͤbrigen auch ſo ſcheinen, weil wir ihre Umſtaͤnde in Abſicht auf ihr Vermoͤgen, ihre Leiſtungen und ihre Hin⸗ derniſſe nicht recht kennen, vornehmlich aber, weil wir nicht bedenken, daß ſo ein gemeiner Landmann ſich nicht auf Neue⸗ rungen einlaſſen darf, wobei er irgend et⸗ was riskirt, indem er beim Mißlingen einer Neuerung gleich aus allen Fugen kommt. 16 Wer weiß, wie lange der Seekrieg dauert; dann moͤchte der Hanfpreiß wohl 237 lah wieder herunter gehen. Aber bliebe er hr anſt auch ſo, ſo iſt es doch eine Frage, ob es henthum, zur Vermehrung des Nationalvermoͤgens 7 plin gereichen wuͤrde, wenn man auf eine thaͤ⸗ tige Art, d. i. durch Praͤmien, die Land⸗ ermun⸗ leute verfuͤhren wollte, an die Stelle eines ſe thun Theils von ihrem Getreidebau den Hanf— dnß es bau zu ſetzen. he ihrer Fuͤr das, was der Verfaſſer des Tableau's Portheil uͤber das Lagerhaus ſagt, verdient er n alein den Dank im Namen des ganzen Landes. Viel⸗ din feſt leicht daß gar das Lagerhaus einen Theil des ht einen Tuchs oder Boys, was im Netzdiſtrikt SOtatr⸗ gewebt wird, an ſich zieht, und nach ge⸗ Vortheil hoͤrigem Profit wieder an die Regimenter unn es der Provinz ſchickt. Erkundigen Sie ſich heinen, doch einmal darnach, ich finde es nicht auf ihr ganz unwahrſcheinlich. re Hin⸗ Der Himmel bewahre! eine Geegel⸗ ehmlich tuchfabrik auf khoͤnigliche Koſten anzu⸗ ſo ein legen: das Geld iſt verloren. So wohl⸗ Neue⸗ feil und gut, wie wir das Seegeltuch aus end et⸗ Rußland ziehen, koͤnnen wir es hier glingen nicht haben; denn wir haben den Hanf Fugey nicht, und Gottlob! in den Staͤdten we⸗ nigſtens ſo ſchlechten Arbeitslohn nicht. So Seektieg lange wir etwas eintraͤglicheres und ſiche⸗ iß wohl reres bauen und fabriciren koͤnnen, als 238— Hanf und Seegeltuch, ſo bleiben wir lie— ber bei dem, was wir einmal haben. Fra⸗ gen Sie nur wundershalben einmal nach bei der Admiralitaͤt der Kaufmannſchaft in Danzig, warum dieſe Herren nicht von ſelbſt eine Seegeltuchfabrik anlegen, oder ſich durch eine Societaͤt dazu vereinigen, ſo werden Sie bald hoͤren, wie alles zu⸗ ſammenhaͤngt. Ganz gewiß wuͤrde die kleine Ausfuhr von Danzig nach Ruß⸗ lan d, es ſey land- oder ſeewaͤrts, noch kleiner werden, wenn die Einfuhr von Seegeltuch aus Rußland nach Danzig aufhoͤrte. Ueber das Zunftweſen ſind wir einverſtanden, ſo wie uͤber die Unge⸗ rechtigkeit und Schaͤdlichkeit der Monopolien. Wollte Gott, die Ge— werbsmonopolien waͤren die einzigen oder ſchaͤdlichſten, ſo wollten wir wohl bald damit fertig werden; aber wer erloͤſet uns von der Welt von Monopolien, worunter das Land erliegt, von dem Monopol des Hazardſpiels, Lotterie genaunt, an, bis zum Monopol des Schweine⸗ ſchneidens und Bierfiedelns. Sa⸗ gen duͤrfte ich Ihnen einmal wohl, aber ſchreiben darf ich nicht, was fuͤr Monopole 4 — 23 wir le⸗ ich fuͤr die aͤrgſten und ſchaͤdlichſten halte. en. Fme Die Univerſitaͤten, die auch zu den lal nach Monopolien gehoͤren, gebe ich Ihnen zuerſt ſchaftin preiß. icht von Nach welchen Saͤtzen iſt der Werth „ oder der Exporten und Importen von einigen,„Danzig berechnet? nach den Saͤtzen im lles zu⸗ Zolltarif, wornach der in Prozenten des de die tarifirten Werths beſtimmte Zoll erhoben Ruß⸗ wird? oder nach Schaͤtzung der Kauf⸗ noch leute?— Im letztern Falle werte ich, r von was Sie wollen, daß die Ausfuhr zu anzig groß, und die Einfuhr zu klein angegeben iſt; im erſtern Falle iſt die Werthberech⸗ d wit nung vom wuͤrklichen Kaufwerth unter⸗ Inge⸗ ſchieden; in beiden Faͤllen iſt die Kontre— t der bande ganz zu der Einfuhr mit anzurech⸗ je Ge⸗ nen. Ferner, die Danziger rechnen n oder nach ihrem Gelde das um geringer als bald das unſrige iſt. Was fuͤr Geld iſt nun in et uns den eintenne zu verſtehen?— Was runter endlich die vortheilhafte Balanz betrifft, ſo ol des erbiete ich mich, ann klar zu beweiſen, an, 1) daß es, um das ſ. anfteſte Wort zu eines brauchen, Bnaßederic iſt, den Ueber⸗ Sa⸗ ſchuß der Summe der Exporten uͤber die „abe Summe der Importen reinen Gewinn ohat zu nennen: denn wir haben dieſen ſoge⸗ 240 zannten Gewinn mit dem vollen Werthe unſerer eyportirten Produkte und Waaren bezahlt, und wer wird, wenn er ein Paar Zugochſen, die 59 Thaler werth ſind, für dieſe Summe verfauft hat, ſagen, daß er die Bezahlung gewonnen habe, da, mit wenigſtens eben ſo gutem Rechte, der Käufer ſagen könnte, er habe in deit Zugochſen den Werth von 50" Thalern“ ger; wonnen... Beide haben nach dem Kauf, was ſie vorher hatten, nur daß, wer das Geld. hat, feinen Nußen davon haben kann, als wenn er dann das Geld gegen „etwas Nükliches oder Eiuträgliches weg- giebt, oder es jemanden leiht, der es für etwas weiter weggebe, ſtatt daß jener 19- fort ſeine Ochſen zum Pflügen brauchen und dadurch die Verzinſung ihres Kauf- werths erhalten kann. Ueberhaupt ift das Geld, was ein Käufer bezahlt, ihm nicht mehr werth ais die Waare, die er damit bezahlt, ſonſt würde er ſie ja nicht fauſen. 2) Daß es fein Schade, ſondern Bereiche- rung wäre, wenn wir ſiatt eines großen Theils des edeln Metalles/ was wir gegen unſere" Produkte und Waaren eintauſchen mögen, lieber ſchönes und wohlfeiles ſchwe- diſches Kupfer und Eiſen, engliſche Mühl» ſteine, ' en Vice 10 Wann 1 er ein ley werth at, ſagen, en hab), m Rechte, ve in den alem ges m Kaf, wer das n haben eid gegen hes weg: ev es für jener ſo: brauchen 8 Kauf, 6 iſt das hm nigt er damit t auſen, Bereiche? 6 großen (wi gegen tauſchen les ſchw" he Mih NO 'SQ.41 ſteine„“ Alaun: 20," Wolle, Baumwolle, Seide, Leder, und ſelbſt fertige Waaren« vieler Arten, als Geld nähmen ſofern wir denn von allen dieſen Dingen weit mehr an. Werth in quanto et quali bekämen, als jekt, da wir dieß ſogenannte gewonnene Geld in den Abgrund unſerer das Mark des Landes ausſaugenden Bergwerksfkleriſei, Möühlſteinfaktoreien, Zwangsfabriken 2c. ge gen undauerhaſte, fehlervolle, und doch verhältnißmäßig überaus heure Waaren hingeben müſſen 3; von den andern Verfſie- gungen nichts zu gedenfen(*). Vom Elbingſchen Handel, dächte ich doch, wäre es Ihnen eben ſo leicht gewe- () Das Bergwerksweſen hat. dem Yreußiſchen Stääte den Beſitz einer großen Menge techno(o- *giſcher und naturhifioriſcher Kenntniſſe, und damit ausgerüſieter gelehrter praktiſcher Arbeiter verſchafft. Es hat einen bedetitenden Theil von Schleſien gehoben und belebt, und eine Pro- duftion von Steinkohlen, Blei, Eiſen, und Kupfer, die entweder gar nicht, vder nur un: zulänglich da war, geſchafft. Auch, hat es wohl: thätig auf alle Fabriken dur< die vollfomme: nern Produkte der Gießereien, durch die Feuer: „maſchinen, durch die wohlfeiler gewordenen Kohlen gewürkt. E Das Mühßtenſteinregal war ein alter Miß- brauch,-und das Bergwerksweſen hätte auch ohne das Einfuhrverbot. des Eiſens bverehen fön: nen, indem bedeutende Quantitäten von Eiſen nach Engiand geſchickt ſinv. v II. 54 2:42: ſen, eine ſpecielle Nachricht zu EEN als vom Danziger. Eine Aſſefkuranzanſtalt mag im- merhin errichtet werden, aber um Gottes- willen nicht mit dem Zwangsrecht, daß jeder Danziger durchaus bei derſelben Aſſekuranz ſuchen müſſe, und nicht, wie jest, nach Belieben in Hamburg und Amſterdam,(wo die Aſſüradeurs zufrie- 'den ſind, ihr Geld mit 2 oder 23 Pro- zent zu benußen, ſtatt daß man in Danzig 5 Prozent haben müßte,) oder" in Lon- don, wo zur Friedenszeit auch der Zins- fuß niedriger als bei uns zu ſeyn pfiegte, nehmen dürfte; zu geſchweigen, daß die größere Zahl von Aſſekuranzgeſellſchaften, zumal in Amſterdam, neben dem Vor- theil, den die Konkurrenz derſelben ge- währt, auch noch dem handelnden Publi- füm die unendlich wichtige Sicherheit ver- ſchafft, daß man dort nie vergebens Aſſe- furanz ſucht, ſondern ſie jeden Augenblick unfehlbar findet, ſtatt ,daß eine einzige Danziger Aſſekuranzgeſellſchaft oft in den Fall kommen würde, in welchem ſich die ehemalige Berliner gegen hieſige Kaufleute ein paarmal befand,. da ſie er- klärte, nicht im Stande zu ſeyn, für dieß 343 eualn, mal das Aſſefuranzgeſuch anzunehmen, weil eie' für dießmal ihre Geſchäfte bereits ih- is im ven Fonds überſtiegen. Mehrere ſol- | Goktes-). ſionen auf N? AES EN: IH ſprach mit meinem braven v. Js S< on unter andern auch davon, und,; DNTIME das führte uns weiter, bis wir auf einen Ir ' Geſchauf, Saß kamen, den ich fängſt gemuthmaaßt, venen und von dem er ſich durch die genauſte Co- WW falfenntniß"überzeugt hatte, daß nehmlich 1 Beal) der große Volkskörper, die dienende, ar? | beitende und landbavende Klaſſe in Eng- hjwendung land ungleich weniger mit Abgaben belegt iſt als in Preußen ,/ ſelbſt die Frohnen nicht einmal mitgerechnet. Sehen Sie da, Freund! dieſer große Volkskörper iſt die y nun gar ven eine ſie denke, 40 felſenfeſte Baſis- der hohen Staatspyra- Sliebe bes mide, von deren Spiße Pitt über alle em tieſſien „andere Staatsgebände hinwegſiehe. Die „Unermeßlichen Taxen in England wer- den nac; Verhältniß des Einfommens und Aufwands, nach der Regel der Gerechtig- (tung führ inen wird ydner und eihes dh keit und der profitabelſten Staatswirth“ allein alles ſchaft, am ſtärkſten von den Reichen.und "yen De vſt oder 0 Großen, und ſo verhältnißmäßig getragen, (ww). S;"Note s. 246 EZ bis ſie zuleßt faſt ganz verſchwinden. Vom Mühlenzwange und Umſchüttegeld,- und Kornaceiſe und Brodacciſe,(zum Beſten der Tabacksfonſumtion!) die alle zuſam- men das liebe Leben drücken, weiß man da nichts 3 Bier braut für ſich, wer will, ohne alle Acciſe und ohne Privilegien, nur die Bierfabrifanten tragen Aceiſez; aber Branntewein und alle Luruswaaren ſind hoch impoſtirt, und leider Licht und Leder auch, wiewohl nicht ſtarf, ſv wie Kohlen und Salz noch weniger; aber ſtatt der hundert accisbaren Artifel hier, giebt es in England faum zehn. Daher, und weil England eine Inſel iſt, giebt es. dort feinen Thorſchreiber, keinen Schlag- baum; Tag und Nacht fährt man durch alle Städte, ohne angehalten, ohne viſitirt zu werden. Es giebt keine Domänen, feine Regalien, keine Kammern, keine Baufollegien, feine Frohnen, keine Gee ſindeordnung, obwohl ſcharfe Arbeitsord- nungen, feine=, keine=-. Und, ſehen Sie, gerade darin ,/ daß ſo vielerlei ſchöne Dinge dort nicht ſind, liegt der Grund, daß dort ſo viele noc< weit ſchönere Dinge vorhanden ſind. Wenn doch jemand das Schreiben des==== Adels, die REER 247 den, Im Aufhebung der“ Weitt- und anderer Acciſe- geld, u) freiheiten zu Gunſten der Militärzulage um Boſc betreffend, ins Engliſche überſekte: die lle zuſam„Britten. würden ſich wenigſtens daraus weiß may überzeugen können, daß der preußiſche) wer wil, Staat, weit geſehlt eine unumſchränkte gien, nur Monarchie zu ſeyn, vielmehr, nach dem iſe3 aber Urtheile der Herren, die das preußiſche oven ſind Staatsrecht am beſten kennen müſſen, eine und Leder obwohl etwas verſchleierte Ariſtokratie iſt, ie Kohlen ſo wie die Brirten aus andern Urkun- ſtatt der„den lernen könnten, daß unverſchleiert dieſe giebt es Ariſtokratie als Büreaukratie das Land be- her, und Derbſchi EH FER ES SE ER IS giebt es..«) Bei der trüben Laune, die 1 Schlag: jwieß beherrſcht, habe ich finſterer, als ich tan durch pflege, geſchrieben, und zwar uneingedenk; ve viſitit der Erinnerung, die Sie mir ſchon ein Domänen, paarmal mündlich gegeben, daß ich auch 0, fr LC manchmal gar zu nachläſſig mich ausdrücke. 77 Freilich, und dießmal mehr als ſonſt; (ebeitsord- aber es kommt doch aus der Seele, und ind, ſehen das iſt in Ihren Augen mehr werth, als +: AQ& 4lei ſchön aller Schmu. Ich verlange von Ihnen a: Grüt) nichts mehr in der Welt, und ſchreibe Ih- ews Di! nen nie etwas Lesbares mehr, wenn Sie emand di mir nicht aile drei vorige Briefe mit dieſem (dels; M! vierten- wann es auch ſey, aber auf jeden // 243 DEINEN Fall ſicher vor Michael, zurückſchifen(=). Thun Sie es nicht, ſ9 werde ich Ihnen erſt Briefe ſchreiben, die Sie bald über- formelle mit Ew. Hochwohlgeb. und am Ende gar feine. Mit Herz und Seele bin ich Ihr 2c. Königsbexrg, den 24. Decbr. 180x. 4 k Für die beiden Sachen, die Sie hier H- zurück erhalten ,/* danke ich Ihnen ſehr, 0 aber weit mehr noch für den lehrreichen Brief, den ich, wie alle Ihre Briefe, zer- riſſen, aus welchem ich mir aber Notizen, die mir überaus ſchäßbar ſind, auf eine Art, wie Sie ſelbſt ſie nicht für die Ih- rigen erfennen würden, ausgezeichnet habe. Erſt nur einige Demerkungen über etliche Punkte in Ihrem Briefe, dann über jene beiden Sachen. Beſchränfung der Brennereien durch Ver- 2.4(5) Kraus war ſeiner zwar liberalen, aber ge: ;. wiß ächtpatriotiſchen politiſchen Grundſätve und Meinungen wegen von theil3 hämiſchen, theils einfältigen und eingebildeten Menſchen ſeinen Dbern verdächtig gemacht. Nachdem dieſe trübe Periode aber vorüber war, 3ab ex die ihm zu- geſiellten Briefe zurück. drüßig werden ſollen zu leſen, nehmlich I) Gegen die von Ihnen gemißbilligte HENGEL IGEN 249 iden(0) bote, Roggen dazu anzuwenden, würde < Ihn ſich ,' wofern würklich ein ſolches Verbot ald Über, eine Beſchränkung der Brennereien nach nehmlic ſich zieht, noc< ein Argument anführen und qm laſſen /> welches nur neulich die Londoner 1d Seele Brenner angeführt haben, nehmlich: daß. ſo wie die Brennerei abnimmt, auch die Menge, Güte und Wohlfeilheit des 1, 1801, Schlachtviehes abnehmen. Schreiben Sie hier Ster mir: dv< 256: d=4wie weit der en ſehr, Brannteweinſpühlicht auch dem Rindvieh htteichen überhaupt, und zumal dem Schlachtrind- viefe, zets vieh, zu gut kommt. I< habe wohl in Notizen 1 Litthauen gehört, daß man ihn'zur auf eine Ochſenmaſt anwendet, aber ich habe ver- die Ih- ſäumt, mich genauer darnach zu erfundi- et habe.-gen., Die hieſigen ftäbtiſchen Brenner mä- x etliche ſten nichts als Schweine. iber jene 2) Sie haben mir viel Licht gegeben : über die Frage, wiefern für die ländlichen ibilligte Arbeiter ein Vortheil dadurch entſtehe, daß e< Vet: der Gutseigner nach aufgehobenem. Weizen- ausfuhrimpoſt einen größern Reinertrag aber 8 vom Weizenbau ziehe. Es entſteht für Epe ſolche Arbeiter ein Vortheil in dem Maaße, hen feinen als a) der Gutseigner Meliorationen durch 0400 ſie, und b) auf Verding machen läßt: zwei Hypotheſen, die wer weiß in wie kleinem [] LERE Ange 23 2 EO “77 Verhältniſſe zu dem. auf die erwähnte Art vergrößerten Reinertrage ſtehen mögen. Und wie, wenn der Gutsherr ſeine Leute oder Unterthanen nicht auf Verding, ſondern auf die'gewöhnliche Art zu den Meliorationsarbeiten braucht?=- dann mag wohl ein Zuwachs von Plage, aber nicht von Vortheil für ſie entſtehen. Und iſt nicht ſelbſt der Lohn für Verdingar- „beit immer unter ſeinem wahren Werth, ſo lange mit den freien Leuten, die ſich um ſolche Arbeit bewerben, unfreie Leute mit fonfurriren? Eine Minderung von Uebel und von Lohnbeſchneidung ſehe ich wohl, „und die mag relativ'immerhin Vortheil heißen 3. aber von abſolutem Vortheil kann ich nichts rechtes erblicken, Daß nach Ihrem Urtheil die Lohnsbe- ſtimmung auf dem Lande nicht früher auf- gehoben werden müſſe, bis die Unterthä- nigkeit aufgehoben iſt, weil ſonſt das Uebel an vielen Orten ärger werden würde, hat mich erſtaunlich frappirt,, weil ich mir kei-- nen andern Grund von dieſem Urtheil an- zugeben weiß," als daß nach aufgehobener Lohnsbeſtimmung manche Herren den Lohn noch kümmerlicher, als er jekt iſt, einzu“ richten wiſſen würden. Jch ſollte doch den- TEE 6555) nelle s 4 BIT AEG GE DGE Du ERNENNEN 261 put ke- ken, daß der Lohn theils jeßt ſchon ſo nie- 0gen, Und drig iſt, als er ſeyn kann, theils daß, ſo- € Cent fern er' noch niedriger ſeyn könnte, die erding, Herren denſelben wenigſtens indirekte trotß (zu den der Lohnsbeſtimmung doch zu erniedrigen dant mag wiſſen würden, wenn ſie es ſonſt wollten. "m vf Aber das iſt nun würklich zum allerlekßten- di mal, daß ich“ über dieſe Materie ſchreibe; dingat: ſie iſt, glaube im, hinlänglich erſchöpft, 1 Werth, und aus dem ewigen Wiederſagen kommt ' ſich um„nichts heraus,"als daß ich Sie leider en- Leute mit nuyire, on Nebel 3) Allerdings läßt ſich gegen die mit iq wohl, unſerm Kreditſyſtem verbundene Verſchwen- Yorcheil dungsſucht und tiefere Verſchuldung kein Vortheil Mittel finden, als dadurch, daß demſel: ben eine ganz andere Organiſation gege Lohnshe: ben, und vor allen Dingen, daß es auf üher auf: die zwei Hauptgrundſäße zurückgeführt wird, Unterthä: a) daß-die von dem König oder Staat das Uebel! ſelbſt(und nicht von der aſſociirten Ritter- ede, hat ſchaft) gegründete Kreditkaſſe kein Geld hp. mir fei. anders als zu würflichen Meliorationen etheil an“ des Bodens oder der Wirthſc:(z) Kaufmann und Banguier in Königsver g+ 254 EE LEGE Monarchie, ſondern eine beſondere Art| von Ariſtokratie iſt.[das Vielleicht haben Sie die gedachte als Schrift von Eggers ſchon? nun dann we belehren Sie mich mit ein Paar Worten, das warum Ihnen das darin aufgeſtellte, dur<, ſitt Erfahrung bewährte Syſtem ſo unbedeu- 7 1 tend zu ſeyn ſcheint, daß Sie davon bei inlät Gelegenheit Ihres Aufſaßes über die ſüd- wert und neuoſtpreußiſche Kreditſache gar nichts; dure erwähnt haben. Haben Sie die Schrift Wei nicht, ſo. ſchie ich ſie Ihnen mit um- Sf gehender Poſt, denn ich beſike ſie ſelbſt.| mer Was Sie mir ſonſt über unſere land-(tm ſchaftliche Kreditſache„in Ihrem Briefe ſa-: Shy gen, iſt vortreſſlich, und ich zweifle, ob v Sie, als ein ſo großer Meiſter in dieſem herb Fach, das geringſte in meinem Aufſaße ding über dieſe Sache finden werden, was für=| hich Sie des Leſens werth iſt.“ Indeſſen ſöllen ä Sie den Aufſaß haben, ſobald ihn mir ara der Sekretär Hönigke, der ihn noch ej; immer hat, zurückgiebt, und ſobald ich"NY eine Parallele zwiſchen dem Dänijchen 00 und dem Preußiſchen Syſtem ſammt den im ; Folgen von beiden werde hinzugefügt ha- r ſhon ben, ſtatt daß jeßt das Däniſche darin- ier nur furz berührt iſt. g41ze 2335 dew A Nun erlauben Sie mir, etwas über - das Botum zu ſchwatßen, verſteht ſich bloß gedacht? als ſtrenger Logifer, der die Argumente un dann wie mathematiſche Figuren prüft, weil ihn Yorten, das Reſültat nicht im mindeſten intereſ? (te, durch„ſite:: unbedey- I) Jeder Exportationsimpoſt äuf ein avon bei inländiſches Produkt iſt eine reine Ge- die ſüd werbſteuer, wenn a), derſelbe vom Pro- r nidts ducenten, und b) bei den gewöhnlichen Schrift Preißen ſeines Produkts gefragen wird, mit um Sofern dieſe beiden Bedingungen in dem ſelbſt. merfwürdigen und in ſeiner Art einzigen eve(andy Erntejahre 1802 nicht oder nicht ganz viefe ſar Start hatten, war damals auch der Jm- ie, ob poſt nicht oder nicht ganz eine reine Ge- 1 dieſem werbſteuer. Nun haben gewiß beide Be- Aufſaße dingungen im gedachtem Jähre nicht oder was fü nicht ganz Statt.;gehabt. Alſo=; "m ſolle a) Daß ſie nicht Statt gehabt, erhellet ihn mit daraus/ weil unſer Impoſt würklich den hn nod Weizenpreiß in London, und daher auch bald ich in Roſto>, Hamburg 2c,. gehoben hat, niſchen wie Sie von Danziger Kaufleuten wer- den erfahren können, und wie es auch ſchon dadurch glaublich wird, daß die Wei-- zenexportation aus Preußen wohl 2 des ganzen engliſchen Bedarfs ausgemächt hat, ywt den fügt hu und Ham burg bis xx Thaler pro Scheffel höher als in Danzig der beſſere gegolten, kann ich nicht würdigen, da ich nicht weiß, wie- fern der Unterſchied der Qualität, des Maaßes, des Geldes, der Fracht, Aſſeku- ranz und des Sundzolles dabei in An- ſchlag gebracht, oder zu bringen iſt. 2) Ein Grundſtück, das zum Weizen- tragen tüchtig gemacht iſt, trägt auch von jeder andern Getreidegattung mehr als ein anderes..."Wenn alſo der Impoſt den Weizen ſo triſſt, daß er den Bau deſſelben erſchwert, ſo greift er auch die andern Getreideproduftionen bei der PE TL zee Wurzel ju 7 [uf | Ve! ves Red rent u. ey kalle ede av N] hüte, der ; SINE 2'XE die un Wurzel an.- Und-=- ſchließe ich weiter== rieten, un wennund. ſofern der Impoſt den Wei- ZD vabaut zenbau nicht erſchwert, wird lekterer ge- jmpoſt de rade dadurch, daß das dazu beſtellte Feld Zulden 96 an den folgenden andern Getreidearten. roducenten einen größern Ertrag giebt, durch. dieſen rt, ſondern+ mit unterſtüßt und. gehoben. Trägt nehm: ;;- lic<- ein: bisheriges. Roggenfeld, wenn es Jahre war zum Weizenbau tüchtig gemacht wird, in dien Sak, der Folge auc) mehr Roggen, Erbſen und ten durch- Gerſte, ſo wird dieſer Plusertrag. an. Rog- wude, gen, Erbjen und. Gerſte mit in Rechnung. Zotum, daß zu ſtellen, und es wird nicht bloß allein und Haw auf den, Weizen zu ſehen ſeyn, wenn von effel höht Vergütung der Koſten,„ſo die Beſchickung lten, fann des Feldes zum Weizenbau forderte, die 5. weiß, wis Rede iſt... So weit dieſe Koſten allen wäh- eat,„des rend der Düngungsperiode erzielten Ernten t, Aſſel zu gut fommt, muß man ſie auch bei der ei in In: Berechnung(wenigſtens in Gedanken) auf iſt, alle, dieſe Ernten vertheilen, und einer m Beizen jeden pro rata des Plusertrags ihren Theil x auch 00 davon anrechnen, nicht. aber verlangen, ehr als ein daß der. Weizen allein den Aufwand ver- po den güte.„Sagen, daß Seiden Ausfahrverbot ven Det der Gerſte und des Roggens der Preiß iſte au dipſer: Produkte zu niedrig. ſey, um ſie bei wb. Vergütung eines Aufwandes irgend mit in 258 WEITERE Anſchlag zu bringen, heißt etwas ſagen, was die zahlreichſten Producenten, die we- nig oder nichts von Weizen bauen, ſehr kräftig zu beantworten wiſſen werden. Gleich als ich aus dem Munde unſers S<ön dieſes Ihr Argument, welches ich in dem Votum finde, zuerſt vernahm, regte ſich in mir ein dunkler Zweifel dagegen, den ich mir nun deutlicher gemacht habe, und über deſſen Richtigkeit oder Falſchheit Sie mich am beſten werden belehren kön- nen. Mit beiden Händen gebe ich Ihnen das Argument zu, wenn würklich der Impoſt den Weizenbau hemmt; aber der Plusertrag an den andern Getreidearten fann fein Grund ſeyn, dem Weizenculti- vateur einen an ſich ſchon großen Gewinn am Weizen noch größer zu laſſen, viel- mehr iſt jenev Plusertrag ein Grund zum Gegentheil. 3)„Der Impoſt hilft den untern Klaſ- ſen nicht zu wohlfeilerem Brod, weil - Weizen nur eine Luxusſache, und der "„„Sedarf davon geringe iſt.“ Der Impoſt hilft Würflich zu wohlfeilerem Weizen- brod und Weizenkeulchen und Wei- zeunmus, und ſolche Speiſen aus einer gemeinen Feldfrucht ſollten nie zum 259 An Luxus gerechnet werden, in der Abſicht, ſie ". ſet als Luxusſache zu beſchaßen, wie leider mit 16 dem Weizen geſchehen iſt, der leider, wenn LERN er 2 Thaler und der Roggen auch 2 Tha? v wnſers) ler gilt, der ſchweren Aceiſe wegen, um welches iß 74 Prozent theurer als lekterer im Mehl (17..000G iſt. Was gehört denn nicht zum Luxus? | dagepm, Uebrigens wäre es leicht, mit Ausnahme act habt, der Kartoffeln, alles, auch ſelbſt den Rog- Falſchheit gen, durch gewaltige Acciſe zur Luxusſache hren fön: zu machen, d. h. für die arbeitende Klaſſe ic Ihnen(die uns alle ernährt) unerſchwinglich zu pflich der vertheuern. Aber zugegeben, Weizen ſey ; aber der Luxusſache, ſo muß doch eine Gradation weidearfen in den Lurusſachen angenommen werden, eijenculti- und nach gerechtem Begriff einer ſolchen , Gewinn Gradation. getraue ich mir, wenn das en, viel Mehl- aus einem Scheffel Weizen gegen vund zun 1 Gulden Acciſe trägt, für einen Stof theinwein eine Acciſe von wenigſtens tern Rloſ) 2 Thalern zu rechtfertigen, und durch fol- od, weilmäßigſte Anwendung, ſer Res theils b) über die ſichere Wieder- die fein bezahlung der Anleihen einige be- x ihren ſtimmte Klauſeln in das Reglement geſekt würden. Der Mangel aller Klauſeln ſol: her Art in den landſchaftlichen Reglements 266 der übrigen Provinzen iſt eben-der Erh» fehler dieſer Landſchaften, und die wahre Duelle aller der Beſorgniſſe, die ſich ſhon pi: jeßt regen, und mit" dem Laufe der Zeit 15 noch immer mehr zunehmen,| ie Ot! I< ſchie Ihnen zugleich das, was w ich meinen Auffalß über das landſchaftliche(ul Kreditſyſtem nannte, und was weiter nichts- 15 als ein Kapitel von der angewandten- I: Staatswirthſchaft iſt, und zwar aus mei-- ley nen Heften, über welche ich die ſtaats-" wirthſchaftlichen Vorleſungen vorigen Win-|| u ter hielt. Sie werden wenig darin fin-."48 den, was Sie intereſſiren kann, und noch„ ſchlimmer, Sie werden vieles darin zum|„ Theil unverſtändlich, zum Theil gar zu 8-- In abſtrakt finden. Ich hoffe übrigens, bei(4 fortgeſebtem Nachdenken noch manches lſchr- un reicher und klärer herauszubringen. Vor-| es lung von einem, wo ich nicht irre, Ha- gelgans über den jeßigen Zus- ſtand des ſchleſiſchen Syſtems le- ge ſen, Haben Sie dieſe Abhandlung?=| G nehmlich muß ich noch erſt eine Abhand-| uf Ih kenne ſie nur aus der Litteraturzei- Et tung./ vv | m | Konigs- ammmenenmenn H den der Erh: e d die Mahy Königsberg, den 24- Jankar 1803.* 18 ſich[chm Ihr Einwand, daß, wenn das Ver- IIe dep Zol laden des Getreides auf Kähnen an jeder Stelle freiſtände, vielleicht von den Küſten das, was aus Getreide nach den Schiffen ohne Kon- nWſhaftlicht trolle gehen könnte, veranlaßte mich, einem Nite nichts| der klügſten aller hieſigen Kaufleute, mei- 1ge wandten| nem Jakobi, das ſimple Problem vorzu- !' 18 Ihel; legen:„,ob er es wohl möglich machen ie ftaats;|„Ffdnnte, Getreide unmittelbar von Balga m Win;|„aus auf ein Seeſchiff zu prattiſiren, um darin fin:„dieß Getreide, ohne daß es die gehöri- And noc|„gen Abgaben getragen hätte, in die Oſt- darin zum„ſee zu ſchaſſen?““„Antwort: a) dieſelben [ gar zu Anſtalten und Kontrollen, welche ein Seer| ens, bei ſchiff hindern, daß es nicht fremde Waaren ches ſeht:| unverzollt am Haffuſer auslade, hindern 1,-Dit/| es auch, daß es nicht Produkte vom Hafſ- Abhaud-| ufer einladen kann. Jedes Seeſchiſf, das 0, Ha|; von Pillau nach Königsberg, oder en Zu| rü>wärts von Königsberg nach Pillau tems Ie:| geht, muß einen Lootſen mitnehmen, bei (189?= Strafe von 10 Thatern. Dieſer Lootſe, ewatutzels deu nicht der Kaufmann wählt, ſondern die Admiralitätsbehörde beſtimmt, wacht | mit auf alles, und darf, da er das | Steuerruder führt, das Schiff nicht 100| von ſeiner Bahn ans Uſer bringen, fann H. =<<<=Z2272 KE.-=== i. 2 a üg 263 m es auch phyſiſcher Weiſe nicht, weil das Haff am ſüdlichen Ufer überall auf T00 Schritte weit,(wie mir Hogendorp(2), le ci- devant jeune Caton, der große Schwimmer, aus Erfahrung ſagte,) faum Z FUß Tiefe hat. b) Die Seeſchiffe, ſie mögen von Pillau herauf, oder von Königsberg hinunter gehen, führen die genaueſten Verzeichniſſe der Quanti- tät aller ihrer geladenen Güter mit, und werden darnach viſitirt an beiden Orten, in Pillau ſowohl als Königsberg, c) Die Bordinge fahren zwar ohne Loot- ſen, aber auch ſie müſſen ſich in Kzs- nigsberg und Pillau über die'Quan- tität ihrer Ladung durch Dofumente, die durch Biſitation verificirt werden, auswei- ſen, und den Bording wählt nicht der Kauſmann, ſondern die Kommerzbehörde weiſet ihn ihm an. d) Was von Kö- nigsberg geſagt iſt, gilt auch von El- bing.' e) Wäre auch die Auflöſung nicht phyſiſch und- finanzlich, ſo wäre ſie doch (a) Bruder des hotuändiſchen Kriegsminiſter38 und jebigen Geſandten in Wien. Er privatiſirt in Amſierdam. Kraus hatte ihn'in Kö- nigsberg fennen gelernt, wo„er ſeinen Bru- der beſuchte, der damais preußiſcher Lieutenant war. Weil ve | auf 100 dory(z), der große (e,) faum hife, ſie oder von 1. führen Dyanti- it, und 1 Otten, g5berg, hne Loot- in K):; e'Dnan- te, die auswei: icht der "zbehörde on Kd von El+ ng nicht ſie doch jiſters und vatiſirt 1 in Kd: einen Bru: Gienfenant 269 merfautiliſch unthunlich, weil in Betracht der Koſten und Beſchwerden des Zufüh- rens der Produkte vom Haſſufer an das Seeſchiff oder den Bording durch kleine Fiſcherkähne 2c. gar fein Profit dabei ſeyn könnte 3 zu geſchweigen, daß die Sache auf dev Stelle entdeckt ſeyn. würde, weil ſie nicht anders als vor den Augen aller Hafſ- ſchiffer geſchehen fönnte. Es iſt. alſo wohl wahr, daß Getreide vom platten Lande am Haffufer nicht in die Oſtſee kommen fann, ohne vorher an eine Handelsſtadt verkauft zu ſeyn. Wäre mir der Einwand eingefallen, ſo hätte ich ihn. mit ein Paar Worten kön- nen abgefertigt haben(l).' Aber gut ge nug,„wenn Sie es. wiſſen, Leben Sie wohl 20,20: / . König3berg, den's. März x18093- Einige ſchiefe Urtheile, die ich über die Ihnen ſehr beneidete Schaarwerksaufhe- bungyin Weſtpreußen zu hören befom- men, haben mich bei weiterm Nachdenken >)? In dem damals in den Jahrbüchern der vpreu- fiſchen Monarchie/ und jeht hier aufs neue ab- gedru&ten Aufſabe: über das Auf» und Verfäufsedift von 174. [| auf einen- eignen Skrupel gebracht ,* den Sie mir gelegentlich zu. löſen wohl die Güte haben werden. Geſekt, was nach dem allgemeinen Frieden wohl möglich iſt, (der innere Werth des Silbers ſteige um die Hälfte, oder) der Mittelpreiß des Korns ſinfe um ein Drittel, z. E. von x Thaler auf 2 Gulden, ſo wird der Bauer, der an Schaarwerkserſaßgeld 15 Thaler. darum bewilligte, weil er darauf rechnete, dieſe I5 Thaler mit 15 Scheffeln Korn im ' Durchſchnitt ſich verſchaffen zu können, eine unerwartete Ueberlaſt empfinden, wenn er, um dieſelben 15 Thaler zu löſen/ 22x Scheffel Korn hingeben muß. Dieſe 7x Scheffel Korn mehr wären doch eine harte Abgabe mehr! Sie beträgt ja nicht weni- ger als 50 Prozent von der eigentlich ſti- pulirten Abgabe!-- Sagen, die durch die Aufhebung des Schaarwerks erhaltene' Freiheit werde es ihm leicht machen, dieſe Ueberlaſt zu tragen, heißt etwas ſehr Unbefriedigendes ſagen: denn die Freiheit allein giebt zu 15 Scheffeln nicht noch 72 dazu, ſondern wenn der Batter würklich in dem Verhältniß von 2 zu 3 mehr Ge- treide bauen ſoll, muß er, wenn nicht in demſelben, doch in einem ziemlich nahen je Zb.= --== ="MUD€ Goal ferien Kg it, Eins„| dt 1 den wohl die vas nad glich if, feige yy 5 Korns | Thalet &, der t.darum / dieſe orn im fünnen, 0, wenn| m; 201 ieſe 73 e harte : weni lich ſir| : durd| halten nahen,| as ſeht Freiheit 9 75 üeflich t Or Iht im| nahen ee 274 Verhältniß, auch mehr Wirthſchaftskoſten treiben, und davon ſich die Zinſen berech- nen, oder ſeine Wirthſchaft geht zurück, und er fommt vielleicht außer Stand, auf die Länge. auch nur.die 15 Scheffel, d. i. 30 Gulden ſtatt der ſtipulirten 45 Gulden an Schaarwerkserſabgeld zu geben. Dieß iſt der einzige. Skrupel, iden mir die Schaarwerksaufhebungs meth ode macht, und; deſſen Weſen darin liegt, daß der Er- ſaß des, Schaarwerks'in einer unwandel- baren, von dem Silberwerth oder mittlern Getreidepreiß unabhängigen Geldſumme be- ſtimmt iſt(-). Zwar habe ich noch einen Skrupel anderer«Art, aber den ſollte ich Ihnen faſt nicht ſagen 3 indeſſen ſey Ih- nen alles geſagt, was ich auf dem Herzen habe. Sagen Sie, Freund, werden nicht (pv) Dieſe Bedenklichkeit erledigt ſich dadurch, daß das Schaarwerks3befreiungsgeld, welches die Bauern zahlen, zwar vollkommen hinreicht, den Verluſt dex Naturcaldienſte den Domänenvovx» - werfern zu etſegen, aber kaum die Hälfte deſſen beträgt, was die Schaarwerksdientte den Bauern koſteten,, durch die Nachtheile, die ſie durch die Naturalleiſtung in ihren eigenen Wirthſchaften eylitten. Krauvſen's übrige Beſorgniſſe über die Hin: derniſſe, die. dem Fortgange der Schaarwerks: aufhebung entgegen geſtellt werden dürften, ha- ben ſich nicht beſtätigt, bezeugen aber ſeinen leb* haften Eifer für das Gutxe. ' 27%- 2