—.—.— Cn. Liel. Siersen — ——— — Ocfonomiſches a hierieon worinn alles | iwas nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährteſten Oekonomen unſrer Zeit | zu wiſſen nöthig iſt | in alphabetiſcher Ordnung zuſammengetragen, berichtiget | und mit eigenen Zuſägen begleitet wird von |- Chriſtian Friedrich Germershauſen | |; Paſtior zu Schlalach | und Mitglied verſchiedener gelehrten Geſellſchaften. EEE ie: ET=en, zur Sicherheit, in einen Eimer zu ſeßen iſt. Beräuchern, in den Ziegeleyen, beſtehet darinn, daß anfänglich ein kleines Feuer Zemacht wird, damit die Ziegeln ih- re Feuchtigkeit ausſchwißen, wodurch das Aufreißen und Springen der Ziegel verhuü- tec wird. Berappen, eine Wand, bevor ſie getünchet wird, mit Kalk oder Mörtel über- ziehen, bewerfen, oder bekleiden. Man nennt dieſes auch den Purz der Wände. Wenn dieſer innerlich und äußerlich gut und dauerhaft ſeyn ſoll, ſo muß der Kalk- mörtel möglichſt dünne auf die rohen Mauern aufgetragen werden. Dier Puß wird innerhalb der Gebäude leicht beſchädigt und abgeſtoßen, auswendig aber zieht ſich zu viel Näſſe hinein. Weiche Steine werden dadurch faul, und fallen, ſonderlich durch 'Gexk. Regllexicon I1, Theil, Froſt, nebſt dem Ueberzuge, ausz ſehr hart gebrannte Steine aber- nehmen den Mörtel nicht gut an, und lekßterer löſet ſich bald wieder davon los. Cs iſt daher ganz und gar nicht unrecht, wenn dergleichen harte Steine gar nicht berappt, ſondern blos die Fugen völlig=ausgefüllt werden, ſodann die ganze Fläche abgerieben und eben gemacht, geſchlämmt, und entweder mit bloßem Kalke abgeweißet, oder, wenn man will, ſolcher mit einiger Farbe ver- ſeßt wird. Bey den Schernſteinröhren über dem Dache, und überall, wo man, wegen heftigen Anſchlags des Wetters über- haupt harte Steine oder Klinker nehmen muß, iſt dieſe Verfahrungsart nothwen- dig. Die Holländiſche Art, nämlich die Steine roh zu vermauern, und nur die Fu- gen weiß auszuſtreichen, oder die in unſern Seeſtädten gewöhnliche Art des Abpukes mit Oelfarbe auf abgeſchliffenen Mauern ſind foſtbar, und nur bey wenigen Landge- bäuden anwendbar. Es wird dazu ein ge- ſchiter und accurater Maurer erfordert, der ſich auf kein Ausgleichen mit Dachzie» geln u, ſ. w, verlaſſen darf. Der RKalkmörrel zum innern und äußern Puß erfordert ganz beſondern, und dabey feinen Sand. Denn auswendig ſoll er, wie vorhin gedacht worden, möglich dünne ſeyn, und doch anziehen. Jnwen- dig aber iſt es vielmals nicht zu vermeiden daß ſolcher dier aufgetragen werden muß, beſonders wenn die Mauerſteine entweder nicht einerley. Größe haben, oder ee „bey NIE E40 WIEGEN . En Sem merten A ÄIREN ott ruder Zaft am mini Nm bieren 2 Beräppen bey Mauern von einer Steindicke, die Län- ge derer in die Streckſchicht kommenden nicht ſo viel ausmacht, als zween eben ſol- che, in die 2aufſchicht neben einander ge- legte Steine, mit ſammt der dazwiſchen kommenden Kalkfuge. Alſo muß auch der Mörtel zum innern Puße von ſolf iſt, durchziehen kann, „Berberitenſtaude, Berberbeer- ſirauch, Sauerdorn, Saurah, Erbſelbeeren, Weinnägelein, Ieinſchädling, Eſſigdorn, Sal- ſendorn, Verſich, Reißelbeere, Ferresbeere, Paßelbeere, Rebar- berbeere, Berberis vulgaris Linn. Paterland; Europa, in Wäldern und Hecen auf den Feldern, auch an hohen Ufern der Flüſſe, der Orient, der Libanon. Stämme: ſtrauchig, holzig, 8---10 T- hoch, die Zweige mit ſcharfen Dornen beſeßt, welche gemeiniglich je 3 und 3 bey- ſammen ſichen, Biärrer: beynahe ey»- rund, ſeicht. ſägeſörmig, lieblich blaßgrün, 1-- 12 Z, lang, und etwa 1 Zoll breit, wechſelsweiſe ſtehend, lumen: geſtielt, in zahlreichen ,. kleinen, langen Trauben- büſcheln an+den Seiten der Zweige, gelb, hinterlaſſen Büſchel von kleinen Beeren, welche im Herbſte zur Zeit der Reife eine glänzendroche Farbe annehmen, und in Menge reif werden, Abarten: a) mit rothen Beeren obne Rerne, b) mit weißen, und c) mit ſüßlich ſchwarzen Beeren. Die beyden leßten Abarten haben in Anſehung ihrer Früchte keinen ſolchen Werth, wie die mit rothen Früchten, weil ſie nicht nur ſchlecht tragen, ſondern. ihre Beeren auch nicht jene ſcharlachrothe Farbe haben, Die Wurzeln aller 4 Sorten ſind gelb, gleich wie auch die innere Seite der Rinde ihrer Stämme und Zweige gelb iſt. 2) Cretiſche Berberigze, in Eng- land buchsblättrige u. ſw. Vater- land: Creta. Srämme: viele, ſtrauchig, 3>48uß boch, an jedem Gelenfe mit Dot= EE MEER IEE SE AUETER aI“ AN SS Sn SEEN GORE R IT SER 7 wf OA en, mag man in einiger Entfernung vom Wohnhau- ſe, in einem Walde, eine Anzahl dieſer Sträucher pflanzen 3 nur muß man ſie nicht in Menge zu nahe an Wege, die oft frequentirk werden, pflanzen, weil der Geruch ihrer Blumen vielen Perſonen zu- wider iſt, Diezweyte Ark erfriert ſehr leicht bey ſtrengem, Froſte, und wird, weil ſie auch feine Beeren qnſekt, ſelten in den Gärten unterhaltfi": 73. 7% Sie ſind. beyde Dor feEffiche: Gegen- ſtände für Wildniß- und Luſtgehölzanlagen, und für große Strauchgruppen, und müſ: ſen zwiſchen andere, im Winter unbelaubte, Sträucher umher vertheilt werden. Sie bedürfen daſelbſt feiner weitern Wartung, außer daß man ihre zu weit umher ſchwei- fenden Schüſſe mit dem Meſſer in Ord- nung halte. Jhre Wermehrungsmethoden find folgende: 1) durch t7ebenſchüſſe, welche jährlich aus ihrer Wurzel entſprin« genz; 2) durh Abſenker: man beuge vom October bis zum Märze Zweige in die Erde, welche im folgenden Herbſte be- wurzelt zu ſeyn pflegen, daß die größten dann ſogleich förmlich verpflanzt werden können, die ſchwächern aber erſt.in die Pflanzſchule geſeßt werden müſſen; 3) durch abgeſchnittene Zweige, von de- nen viele, wenn ſie im October in eine et- was feuchte gute Erde geſteckt werden, Wur- Zerber 3 zeln ſchlagen; 4) aus dem Saamen man ſäe ihn, ſobald er reif iſtz und weil nicht alle Pflanzen im erſten Jahre aufge- hen, ſo halte man immittelſt das Saamen- beet ſtefs von Unfraute rein, und pflanze ſie, wenn ſie ein Jahr alt ſind, auf zwey Jahre in die Pflanzſchule, und dann auf die ihnen beſtimmten Stellen, Die zwo- te Art muß allozeit einen warmen, trock« nen Boden, und eine gut geſchüßte kage haben. Faſt alle Theile der erſten Art dieſes Strauchs können genüßer werden, Die Rinde der Wurzel rühmt Hr. Ehrhardt als ein bitteres Lopiermittel, und will dar- aus die angegebene Kraft in der Gelbſucht herleiten, Die jungen Blätter ſind dem Sauerampf am Geſchmacke ziemlich gleich, und können auch alſo genüßet werden. Die grüne Rinde hat. Cluſius zu Ausführung - des. Waſſers bey den Waſſerſüchtigen anu- geprieſen, und van Swieten hat dieſe Kraft beſtätiget. Die mittlere gelbe Rinde des Stammes, welche einige Ditzion nen- nen, wird, wenn ſie mit Wein oder Waſ- ſer abzeſotten worden; wider die Munde fäule und zur Befeſtigung der Zähne gelo- bet. Es wird auch mit dieſer Rinde, be- ſonders mit der von der Wurzel, gelb ge- färbt, vornehmlich ſoll man ſie zum Saf- fianfärben anwenden 3 auch ſoll ſie, in Waſz= ſer oder Lauge gekocht, eine ſchöne gelbe Farbe geben, mit der man allerley hölzer- nes Geräthe anſtreichen, und als mit eis nem Firniſſe überziehen kann. Das Holz fann auch von den Tiſchlern zu eingelegter Arbeit gebraucht werden. Die Beeren haben mancherley Nußenz ihr ausgepreß« ter Safe, mit-Alaune verſeßt, giebt eine hochrothe Farbe und ſchöne rothe Dinte, Wo die Beeren häufig zu haben, zerſtöße man ſie, läßt ſie gähren, und macht A 3 Branndt- STEER OE S SE ESE R<== 4 Berceay Branndkwein daraus; beſonders pflegt man ſie, wegen des ſäuerlichen kühlenden Safte3, auf verſchiedene Art zu zubereiten und nüßlich anzuwenden. Es kann näm- lich dieſer Saft zur Bereitung des Pun- ſches gar füglich die Stelle des Citronen- ſafts vertreten. Die ganzen Beeren wer- den entweder mit Zucker eingemacht, oder es wird der Saft davon mit Zucker, als ein Syrup und Gallert, oder auch dieſer allein, ohne allen Zuſaß, eingekocht, um auch, außer der Punſchbereitung, zum Spei- ſegebrauch, ſtatt der Citronen, zu dienen, In Schweden wird der ausgepreßte Saft, ohne ihn zu kochen, in Flaſchen gefüllt, und dieſe werden dann mit Korkſiöpſeln wohl verwahret, oben auf den Saft gießt man ein wenig friſches Baumöl, und hebt ihn im Keller zum Gebrauche auf. Folg- lich iſt ſolcher bey allen hikigen Krankheiten von vorzüglichem Nußen. In Aegypten wird er, nach Proſper-Alping«Berichte, häufig zur Zeit der Peſt gebraucht 3; auch bey gallichten Durchfällen, faulen Fiebern und der rothen Ruhr durcen, und mit Holz oder andern Gewächſen verſehen ſind; andere ſind in viele Spiken zertheilt, welche meh» rentheils aus Felſen beſtehen. In Anſe- hung ihrer Höhe findet man einen eben ſo großen Unterſchied, als-in Anſehung ihrer Geſtalt... Man findet nicht nur einzeln ſte- hende Berge, ſondern auch ganze Rei- hen von Bergen, die ſich der Länge nach wie GETARNTEN bs waäe Ä DE GAZE ESA LIGENTLE 2 E mr 7 .- GRIES EE KEIN DEINSS GENSEEENEEN ET SSI SS EDEN an wee ip ET 255 » „a „Berg wie Ketten ausſtrec>enz und Gebirtze ge- nannt werden.+; Der Urſprung der Berge wird von den Naturforſchern verſchiedentlich. ertläret, Burnet ſieht ſie für Schutthaufen an, wel- er, zu- weilen mehr lichtblau, zuweilen mehr dim- Felblau 3 bisweilen reiner, bigweilen nnrei- ner, Eine andre Art iſt von ſteinartiger Härte, doch etwas mürbe und zerbrechlich. Das künſtliche Bergblan wird aus dem klar geriebenen Armeniſchen Steine bereitet, Wenn man Kupfer in Salmiakſpiritus aufgelöſet, und die Auflöſung an der freyen Zuft oßne beygefügte Wärme verdampfen läßt, ſo wird au eine Art Bergblau er- Halten. Noch eine andere Art Bergolau erhält man, wenn man' blauen oder Ku pfervitriol in Waſſer auflöſet und mit ge- löſchtem und getrofnetem Kalke niever- ſchlägt. Dieſe? Artfömme dem natürlichen Bergblau am nächſten. Bergeryſtall, erytallus montana, iſt ein durchſichtiger Stein von ſechseckich- ker Figur, und wird an vielen Orten Deutſchlands gefunden, aber nicht unter die Edelgeſteine gerechnet, weil er- nicht ſo hart iſt als dieſe, Ju Weſtindien wird der beſte gefunden, und öfters ſo ſchön, daß man ihn für einen Diamanten halten wür- de, wenn er ſo hart als glänzend wäre. Es werden zuweilen die Diamanten, um ihren Glanz zu erhöhen, auf einen cryſtal- lenen Grund geleget, welches jedoch der Verkäufer, wenn er nicht betrügen will, vorher ſagt, wie denn die Goldſchmiede in dergleichen Ringe gemeiniglich ein C zum Zeichen ſtechen, damit ſie ohne Verant- wortung bleiben, Von einem durch Kunſt nachgemachten, ſ. Cryſtall. - umme TÄG ESER TÄ TINE Bergſi Börgerac;(Vin de) eine Sorte Franzwein, wovon ehemals das Faß zu Bourdeaux auf der Stelle 40=-48 Livres foſtete, und der viele Aehnlichkeit mit dem Pontak haf, Bergafett, Bergharz, bitumen, eine mineraliſche Subſtanz, weiche by hinzugefügter Flamme Feuer fängt, nit einer Flamme brennt, und einen ſtarken Geruch, nebſt erſtickendem Dampfe, von ſich giebt. Man hat davon folgende Ar= ten: 1) Bergbalſam, oder Naphtha; 2) Bergölz; 3) Bergkdyeer; 4) Bergped), Jue denped) 3; 5) Bergpecherde,'Lergtorf 3 6) Gagat; 7) Steiniohle;. 8) Bernſteinz 9) Ambra; 10) Copal. Jedes von ſelbi« gem ſiche unter ſeinem Artikel,: Bergfink, Fringilla„montana, heißt auch ſonſt: der Schneeſfink, der Wald» und Tannenfink/;; und zwar von: ſeinem Aufenthalte; weil er mehrentheils in den „nördlichen Gebirgen wohner, und gemeinigs lich nur im Herbſte um Viichael zu uns fömmt, wenn ihm dort das Futter mangelt, Manche nennen ihn. von feiner Stimme den Quäker oder Gögeler. Cr iſt eine-blo- ße Abänderung unſerer Finten, denen er an Größe zwar gleicht, aber in der Farbe gar ſebr von ihnen abgeht. Der Schna- bel iſt hinterwärts gelb, an der Spike braun, ingleichen an den Schneiden. Das Männchen iſt am Kopfe ſchwarzgrau, und dies ſo viel mehr, je älter es wird. Das Weibchen iſt ganz aſchfarbig, am Kopf und Rücken grau, mit Dunkelbraun ge- ſtreift, Wenn der Vogel bald nach Mi- chael zu uns kömmt, ſieht man die erſten einzeln unter den gemeinen Finken. Um die Mitte des Octobers kommen ſie abex mit Haufen, und ſuchen ihren Fraß auf den Feldern und in Waldungen an den Buc- EEE ASSEN SENSEI STS SCI NS nene nI nere ii eENT INDER TEEN Gn E18 lg er IE ErNGör Fee A Beröſſ Bucheern,::-Wenn der Schnee fällt, ver- lieren ſie ſich, ſind aber gleich wieder da, wenn er verſchwindet, Sie laſſen ſich leicht auf dem Heerde fangen, und ſchen bald wieder ein, wenn ſiegleich erlicyemal oufſrehen."Im„März gehen. ſie iauf. den üffirich zum Brüren, und im April wird ſelten noch einer geſehen... Die Männ- dnet wird. Die trockne macht die ſo genannten Erd|oblen aus, und beſteht aus Sand, Thonerde und Bergtheer, Bergrap, die Trennung eines Ber- ges, wenn er ſich von einander giebt, und eine.große Kluft. macht,' Berge Ww RE TE ee IN SES OE REISERNENUNS GINGER "> NEI a BZ ZE. es“=<2 =» 45 SONNE EI BW 0 Rd + * ; Bergr Bergrücken,-1) die hintere Seite eines Berges, närhlich der Abfall von dem Gipfel an; 2) eine Reihe mehrerer Berg- ſpißen oder Kuppeln auf einem Gebirge. Bergſäfte, flüßige Körpev/? welche mineraliſche Salze, als Alaun, Vitriol, Schwefel, oder andere Fettigkeiten, als Harz u. dgl, mit ſich führen, Bergſalmiak, ſal ammoniacum nativum, ein natürlicher Salmiak, der nicht durch die Kunſt hervorgebracht iſt, Der gewöhnliche im Werkaufe gangbare Salmiak wird entweder aus Urin, Koch- ſalz und Ruß, oder, wie die Nachrichten melden, vorzüglich in Aegypten, aus dem verbrannten Miſte der Thiere bereitet. Bergſalz, Steinſal2, löl folli- le, ial montanum, eine Art des gemei» nen oder Kochſalzes, welches unten in der Erde in feſten Lagen vorkömmt, derglei- , welches in der Grube von einem Gek. Regllexicon Il, Theil, Es wird" Bergſ"“QJ einzigen Manne leicht fortgebracht worden, in der freyen Luft kaum von 4 Männern bezwungen werden kann, Gemeiniglich hat man 3 Arten Berg- ſalz; die erſie iſt gemein und geringer, grob und ſchwärzlicht; die andere iſt etwas fei- ner und weißer; die dritte aber ganz weiß und klar wie ein Cryſtal. Die Stücken dieſer leßtern Art werden als ordentliches Steinſalz verkauft, und zum Gebrauch kiar geſtoßen. Das unreine oder bröclich- te Steinſalz wird gemeinig'ich aufgelöſet, durch zeſeiger, cryſialliſiret und ſodann als - Speiſe oder Küchenſalz verhandelt, In unſexn Gegenden, wo wir uns des Brun- enſalzes bedienen, braucht man das Stein- ſalz allein bey der Viehzucht, indem man es den Schaafen und dem Rindviehe zum Zecken vorlegt. Bergſanickel, Bärſanickel, Cortuſe, Cortula. Die Gattung be ſtehet aus zwo ſöhr niedkigen, perenniren- den, frautartigen“ Blumenpflanzen, mit Dolden von einblättrigen,. radförmigen, den Aurikeln ähnlichen Blumen, die im April und May blühen, bey uns aber ſelten Saamen. hinterlaſſen. 1). Europäiſcher Bergſanickel, Cortuſa Matthioli L. Vareriand: die Alpen in Oeſterreich, Sibirien und Schle- ſien. Wurzel: ein Büſchel zahlreicher Faſern. MBlätter: viele, groß, läng- lich, herzförmig, ſtarf gezähnt, in einem Büſchel. Strentel: zwiſchen den Bläts tern, rund, nackt, etwa 6 Z. hom. MPluü- men: auf den Stengeln, in Dolden, nie» verhängend/ länger als der Kelch, von feiner rother Farbe, haben in der Mitte oft einen weißen oder gelben Kreis, und einen ſtarken. Geruch 3; die Saamenbehält- niſſe richten ſich in die Höhe, niſſe isen, ſich in die ſtehenden Grubenwaſſer verziehen, und wenn dieſe gerührt werden, aufſteigen, fich auf dem Waſſer lagern, und denen, die zugegen ſind, den Tod oder doch ſchwe- xe Krankheiten verurſachen. Bergſchwefel, wächſt in' den Gru- ben wie ein gelbes Salz, und gehört zu den Vitriolarten, hat aber mit dem Schwe- fel nur die Farbe gemein. . Bergjpecling, Bergſpaß, pal“ fer montanus, iſt etwas kleiner, als Bergw ver gemeine Sperling, ſonſt ihm ſehr ähn- lich 3; der Schnabel aſchgrau, Kopf, Keh- le und Rüen braun, auch dergleichen Schwing- und Schwanzfedern; in Na- >en und unter den Augen eine weiße Linie, ſonſt iſt der Leib grau und ſchwarz unter- mengt, und auf dem Schwanze ſind aller- ley weiße Flecken, Bergtheer, Maltha. Jſt ein ſchwarzes, dickflüßiges Bergharz, welches, dem Anſehen noch, mit dem gemeinen Theer viele Aehnlichkeit hat, und, wenn es brennt, einen ſtarken, üblen Geruch von ſich giebt, Es ſcheint ein verdicktes Bergöl zu ſeyn, und fann, wie der gemeine Theer, zu Wagenſchmiere und zum Anſtreichen der Fahrzeuge, Häuſer und Bretter gebraucht werden. Der Bergtheer wird auch, we» gen ſeines ſtinkenden Geruchs, Teufelg- dreck genannt, welcher aber nicht mit dem Aſant, Aſla foetida, ſo auch Teufelsdreck beißt, zu vermengen iſt. Bergtheil, der Antheil, den jemand an einer Grube hat. Cs ſind Zuxe oder Gänte, halbe, Viertel, auch Halbvier= telſchichte; wie denn jede Gewerkſchaft in 128 Kuxe oder 32 Theile eingetheilet wird. Bergwachs, ein Erdharz, welches noch zäher als Bergtheer iſt, Berawerke, metallifodinae, ſind diejenigen Oerter, wo man Schächte, Stolln u. ſ. w. macht, um zu den, in der Erde befindlichen, Erzen, Mineralien und Steinen zu kommen, ſie lo8zubrechen oder auszugraben und berauszubringen, damit ſie durc) weitere Bearbeitung brauchbar gemacht werden fönnen. Man legt nicht . gern ein Berawerk auf ebenem flochen Fel- de an, weil man daſelbſt nicht nur ſelten Erz -„FET um 4" NE 1.86 y SN/< R 4 Bh, Wen F mya 7 RE eebetfin SII NE De badi m der dN Neune ZIriikemgiin ; Wien EIG Eiiiin dlc gn irene en Rig a einne minne<-== Kie: SEE EIIIE SES GERINGEREN MEERI; NH Z FE SES EN 3 nm ea Bergw Erz, bald aber Waſſer findet, ſondern auch das Waſſer nicht leiche abführen kann. Daher man gemeiniglich) auf den Gebirgen die Bergwerke anbauet, als worinn die Metalle häufiger liegen. Bergverſtändige ſuchen, um nicht einen unnöthigen und koſtbaren Bau anzulegen, untrügliche Zei» werk, Erzlager, Gang oder Flöß von ſolchen Foſſilien, welche nach 9. 69., 79 und 71. zum Bergwerksregal gehören, bauen will, muß gehörig damit beliehen ſeyn. 9. 80, Waſch- und Poch- werfe, ingleichen Graben und Waſſerlei- tungen über Tage, ſind untex der Muthung einer Grube nicht mit begriffen, ſondern müſſen beſonders, gemuthet und verliehen werden, 9. 81, Eben dies findet von Waſſern verloſſener Gruben oder Stollen Statt. 5. 82. Jeder Beliehene muß ſein Bergwerkseigenthum den Grundſäßen der Bergwerkspolizey gemäß benußen, und kann ſich dabey der Aufſicht und Direction des Bergamtes nicht entziehen. HL, 83. Das Bergamt aber iſt ſchuldig ihn mit ſeinen Vorſchlägen zu hören, und bey Be- ſchließung wichtiger Vorrichtungen, welche mit erheblichen Koſten verbunden ſind, je- desmal zu zuziehen, Bergwerksregal der Privat- perſonen. Hiervon beſagt das A. LR. 6. 106. dieſes: Es kann das. Bergwerks- regal auf einen gewiſſen. Diſtrict, oder auf ein beſtimmtes Object, gleich andern nie- dern. Regalien, von Privatporſonen und Communen erworben und beſ»ſſen. werden. CS. 107. Wem das Bergwerksregal auf ſol» dhe Art zuſteht, dem kommen alle darunter begriffene Rechte des Staats zu, welche bey der Verleihung oder durch Provinzial. 7 N OS du ET PT TSN SS SIE SESIS NSG I u M Irena än„Eils 3 Dirr EIENR nb Ern WE über nne ee Si Silenen nenen gg didr dl vam wrde Zr Bergz geſeße nicht ausdrücklih ausgenommen worden. Das Verhältniß des Bergwerks- retzals gegen den Grundbeſißer wird unter angeführtem Titel alſo beſtimmtz 5. 109, Der Grundeigenthümer muß an die Berg» bauenden den Grund und Boden überlaſſen, welcher zur Grube ſelbſt, zu den Stollen, zu Halden und Wegen, und zu Gebäuden über der Erde, nothwendig iſt, ingleichen das zum Betriebe der Kunſt- Poch- Waſch- und Hüttenwerke erforderliche Waſſer, H. 110. Auch) Deiche und Mühlen müſſen dem Bergbaue weichen, wenn es zur Fort» ſeßung deſſelben nothwendig iſt, H, 111. Bau- und Kohlenholz, in ſo fern der Grundherr dergleichen aus ſeinen Fo. ſien verfaufe, muß er an die bauenden Gewerke vorzüglich, jedoch nur für eben den Preis, wie an Fremde, überlaſſen. H. 112. Dqs= - gegen muß für alles, was der Grundeigen- thümer zum Baue und Betriebe des Werks abgetreten oder verloren hat, demſelben vollſtändige Entſchädigung nach Vorſchrift des Erſien Theils, Tit, VU. 9, 7, geleiſtet werden, Bergzehend. Von allen zum Bergwerksregale gehörenden Metallen und- Mineralien, welche die Beliehenen gewin- nen, gebührt dem Staate der Zehend. Zu den Berggewinnungsfoſten dieſer Metalle und Mineralien krägt der Staot wegen ſeines Zehends. nichts bey. Es muß alſo von. Bergproducten, welche ſo, wie ſie aus der Erde gebracht worden, ohne weite» re Zurichtung verfauft werden können, der Zehend in Natur, oder das daſür gelöfete Geld, ohne Abzug ſo fort entrichtet wer- den. Bey metalliſchen und mineraliſchen. Werken hingegen, deren. Producte durch“ Feuer RAREN GEX RET augen Es SPIN TS* SE SGESE NENN GGSN SSI ue;% a Bergzinm Feuer.oder ändere Zukichtung erſt verkäuf- lic) gemacht werden müſſen, trägt der Staat zu den Poch- Waſch- Hütten- und ſonſtigen Zubereitungskoſten, näch Wer- hältniß ſeines“ Zedends, mit bey. In Ermangelung gewiſſer Provinzialordnun- gen, genießen die Bergbauenden auf 6 Jahre die Zehendbefreyung: Steinkohlen jedoch) ausgenommen, bey welchen diefe Befeeyung nicht Statt findet, A+ 42. R Th. IL. Tit. XV1. 6. 98.|f Bergzinn, dasjenige reine und noch unverſeßte lautere Zinn, welches noch ſo iſt, wie es aus den Schmelzhütten fömmt, ohne zugeſeßtes Bley zu haben. Cs heißt „auc Sürtenzinn.- Bergzinnober, ſo nennt man den gewachſenen Zinnober, wie er in den Berg- werken gefunden wird, im Gegeniah des, jenigen, welcher durch die Kunſt hervor- gebracht wirdz er iſt ſehr ſelten anzu= treſſen. durch gewöhnen, daß ſie heimlich und zahm. werden. Berichten, beißt bey dem Stellma- en, damit er durch derſelben Wiederſchein mehr Lebhaftigkeit und Glanz bekomme, Cs giebt aud) un- ächten, aus gebranntem Kupfer und pul- veriſirtem Cryſtall nachgefünſtelten, Be- rill; desgleichen nennen die Jtaliener alle Cryſtallen, welche einige Farbe in ſich ha» ben, ebenfalls Berillen. Berline» eine bequeme Kutſche, die wan zurückſchlagen kann, und welche von dem Orte ihrer Erfindung den Namen „durch die Franzoſen bekommen hat. Dieſe Berichten» abtragen, die jungen Kehen noch jeßt dieſe Art: Wagen ihren Falken auf'der Hand tragen, und hier-" Carroſſes vor, weil die Berlinen nicht ſs leicht umſchmeißen, auch. auf Reiſen viel leichter, dauerhafter und commeder ſind, als die Carroſſes. Man fertiget jekt in Frankreich eine noch leichtere Art von flei- nen Wagen, nach Art der Berlinen, die Berlingot, und noch gewöhnlicher, Bre-. lingot, genannt wird.. Berlinerblau, Preußiſch Blatts eine 1704. von Conrad Dippel zu Berli er'undene ſchöne blaue Materfarbe, welche ſfiwohl zu Oel.- und Waſſerfarben, als auch zur Laſur gebraucht wird", und von ſolcher „Dauer iſt, daß: auch das Scheidewaſſer ihr nicht ſchaden kann. ian hat davon zweyerl-y Arten: die eine fällt ins Dunke- le, die andere ins Helle- Es wird dieſe. 4 Farbe. I Nu äs WIESE PE PRCHGRNGSEAUTT INGEN u erer eä eb Äh Stirn ni frn ZIER due, Stammen neien. 0 dd al rvr dn hema GERRI Etui. an ETF SUE CR AAS DGN PETZEN 4 Berlinere Farbe nunmehro auch von gleicher Güte an vielen Orten nachgemacht. Berliner Eiſen, Schwanen- hals, ein Fuchgeiſen mit zween Biegeln, einer runden Feder, und einem Schloſſe. Wenn die Biegel aufgeſtellt werden, ſo machen ſie eine Eyrundung, als ein Schwa- nenhals. Es8 iſt berühmt wegen ſeines gu- ten Gebrauchs zum Fuchsfang, und wird in eine Grube in der Erde eingelegt und bedeFt. Die Materie, womit man dieſes - Fuchseiſen beſtreicht, wenn man es zum Fang aufſtelle, wird Derliner Wiktte- rung genannt. Berio>en, Franz. Berloques, Breloques, heißt nach dem Franzöſiſchen überhaupt Kleinigkeiten, geringſchäßige Curioſitäten, die man aber doch nicht gern wegwirft. Ju beſonderm Verſtande wird damit allerley Spielwerk, an die Uhren zu hängen, von Gold, Silber, Porzellan, U. ſ. w. angedeufet. Berme, ein beym Waſſerbau vor- kommendes Kunſtwort, das einen Strei- fen Landes bedeutet, der vor oder hinter dem Deiche unangetaſtet ſtehen bleibt, wenn das Erdreich zur Auſſchüttung des Deiches ausgeſtochen wird. Bermudiane, Silyrinchium BermudianaL. Vaterland: die Ber- mudiſchen Inſeln. Blätter: mehren- theils ſchwerdeförmig, ungeribbet, zwey- ſc» 008-““ I 2%" mw u DTD DZ=2>D WD 383 es«[1RSüdS wre I EE BE R wg ei DI“ DIE EEE ENG RH Bernſteitt Kälte bewahret, und im Frühjahre auf die Rabatten gepflanzt werden ſollen, für wel- Pflanzen in der Folge verdünnen, ſo pflegen ſie ſtärker zu blühen und ſtärkere Wurzeln zu bekommen, Man kann auch abgeriſſene, oder abge- ſchnitrene Zweige in den Sommermona- ten auf eine ſchattige Rabatte feßen, w0- ſelbſt ſie leiche Wurzeln ſchlagen, und im Herbſte auf die ihnen beſtimmten Stellen gepflanzt werden können. Einige Kräu- terfenner ſagen, daß dieſe Pflanze in fäl- tern Gegenden aus dem Saamen in dem Miſibeete zu erziehen, im Scherbei zu hal ten, und im Winter in ein Glashaus zu ſeen ſey. Man verſuche veydes, da es bekannt iſt, daß wir nach und nod) ſs manche nicht einheimiſche Pflanzen doch an ein fälteres Klima haben gewöhnen fönnen. 6 Die Wurzel hat einen ſcharfen bren- nenden Geſchinätt; Re bävirket alles, was*/ die Bibernellwurzel thun kann, nuv/ mit größerer Heftigkeit, welches ihren innerli- brennend. Strauch: im- Berufsiv| ne Ordnung an den Aeſten, federartig, dick, fleiſchicht, bläulichegrün, und die Lappen davon mit drey ſtumpfen Zacken geendiget. Zlume: oben an den dünnen, langen, nacfenden Aeſten, welche aus den obern Aeſten. hervorkomwen, einblumig. Die weißen Randblümen und Miſtſrellen? än den Dörfern. Stentel: mehrere darniederliegend, äſtig, etwa 2 Fuß lang, boßbl, mit Stachein beſekt, Bitärter: ſehr haarig) gezähnt, rauh, lang, ſchmal, faſt eyrund. Blumen: fein, mit zuſammengedrückten Fruchtfel- I Ep Beſchälen nicht bey allen, gegenwärtig. Es ſind aber folgende Kennzeichen: die Stute wird bey Erblickung des Hengſtes unruhig, läuft ihm nach oder entgegen, wiehert, ſpielt mit andern Stuten, beſonders mit Walla- wärts zu treten, welches auch der Fall iſt, wenn die Seile von den Hinterfüßen nach den Vorderfüßen gezogen, und- dann erſt über dem Widerruüſte gebun- den werden; ſondern ſie legen ein Hals» band an, welches gut ausgeſtopft iſt, das an der Bruſt, ſo wie am Widerrüſt, an- liegt, und ziehen die Seile nach der Seite hin, durch den daran befindlichen Ring, aufwärts. Iſt die Stute fertig geſtellt worden, ſo wird der Beſchäler entweder von einem, oder, wenn er wild iſt, von zween Knechten am Kappzaume mit langen Seilen geführet. Das in die Höhe Steigen des Hengſtes, ehe er an den Ort ſeiner Be- ſtimmung iſt, muß nicht zugelaſſen werden, damit er nicht rückwärts überſchlage, und „Schaden nehme. Beym Beſpringen ſind die Führer dem Hengſte behülflich, und müſſen ſich hiebey vorſehen, daß ſie nicht von der Stute ge- ſchlagen werden. Sie müſſen daher den Schweif der Stute, wenn er dem Eingan- ge der Ruthe hinderlich iſt, entweder auf die Seite mit den Händen halten, oder, wenn die Stute zu unbändig iſt, mittelſt eines Stricks am Bauchgurte befeſtigen. Auch müſſen ſie die Ruthe in die Schaam mit Händen leiten, ſobald ſolches nö- hig iſt.; C 2 Die SN" SWE mda um üer en. anm El 2m wanerhrrdn Ier 20 Beſchälen Die Gewohnheit in verſchiedenen Stutereyen, den abgeſtiegenen Hengſt noch- 'mals der Stute vor die Augen zu führen, damit ſie ihn recht beſehen, und das Füllen darnach werfen könne, iſt ſo ſchlechterdings nicht zu tadeln, Ich kenne einen Land- wirth, welcher eine ſtarke Pferdezucht treibt, und immer Pferde nur von einer und eben derſelben Farbe verlangt. Seine Farbe iſt aber dunkelbraun, Sobald der Hengſt, er fey ſchwarz, hellbraun, Fuchs oder Schimmel, abgeſtiegen iſt, wird felbiger gleich fortgebracht, und dagegen ohne Zeit- verluſt der Stute ein dunkelbrauner Wal- lach oder dergleichen Stute vorgeführet. Auf dieſe Weiſe iſt es ihm bisher immer gelungen, Fohlen von der verlangten Far- be zu erhalten. Was aber vorhin von der Behandlung unbändiger Stuten geſagt worden, ſolches wird mehrentheils nur in Stutereyen aus- geübet, In meiner Gegend, wo ſowohl in der Mark, als in dem angränzenden Sachſen, eine ſtarke Pferdezucht getrieben wird, kömmt man mit wilven Stuten meiſtentheils recht gut auf folgende Weiſe' zum Zwe. Wollen nämlich die Stuten im März und April den Hengſt nicht zy- laſſen, ſo warten ſie damit bis in den May, da die Pferde auf die Weide getrieben wex- den, Hieſelbſt treiben nun die Wallachen mit den Stuten(Hengſte werden hier nicht unter den Heerden gelitten) ihr beſtändiges Spiel, wovon ſie endlich ſo zahm werden, daß ſie das Beſpringen der Wallache, und dann zulekßt auch das des Beſchälerhengſtes zulaſſen, Den achten, neunten oder zehnten Tag nach dem erſten Belegen wird die Stute abermals dem Beſchäler zugeführer, und wenn ſie noch nicht empfangen hat, und den Beſchäler zuläßt, wie das erſte- IEEE SSS NNN SI VE ee ee Beſchäler mal beſprungen, und dieſes ſo oft in glei» oder fert iſt; proportionirte Ohren, die nicht ſchlapp ſind; fehlerxfreye Augen, die nicht monatho blind, fett oder vom Staar verleßet ſind; einen 6. J.“459 ar AEI NETE RES VE EN ben Wenden Do ma binn merenhe kN Nn nnngen a le AIS, Beſchäler einen geſtreckten Hals, der nicht dünn, auch nicht zu di>k iſt; eine proportionirte breite Bruſt, mithin keine Engbrüſtigkeit z einen breiten Rücken, der nicht eingeſat- telt(eingeſenft) iſt; ein Kreuz, das nicht abſchüßig oder ſchwach itt; gewölbte Rip- pen; einen ſolchen Bauch, der hinten nicht höher iſt, als vorne, Füße, die nicht zu plump, noch zu fein, noc< zu fett, noch hochbeinig, nicht kuhfüßig, nicht mit Spak oder Flußgallen, oder Piephaken behaftet, auch nicht lang gefeſſelt ſind 3 ei- nen Huf, der ohne Leiſten, nicht flach, oder ſonſt auf was für immer eine Art ſchlecht iſt. Das Maas ſoll entweder kü- raſſier= oder dragonermäßig ſeyn. Das erſte beſteht in 15 Fauſt 2-- 3 Zoll; das leßte hingegen in 15 Fuß 1 Zoll. Unter 15 Fauſt ſoll kein Beſchäler, auch die, welche mehr als 16 Fauſt meſſen, nicht ausgeſchloſſen ſeyn. Nach Hrn. Hartmann kann ein gu- ker Beſchäler 30 Stuten belegen,“ Wenn er viele Fohlen zeugt, ſo ſagt man: er erbt gurt. Ohne Bedenken könnte man einen Beſchäler des Tages zwo Stuten, eine des Morgens, und die andere des Abends, beſpringen laſſen, und ihm, auſ- ſer dem Sonntag, nur einen Raſttag in der Woche geben. Auf dieſe Art könnte während der Beſchälzeit, in nicht gar 3 Monaten, jede Stute viermal, manche fünfmal belegt werden, Daß ein Beſchäler vom 6ken bis zum I15ten Jahre, während der gewöhnlichen Bedeungszeit, alle Jahre 59 und meh- rern Stuten vorſteben könne, und man bey einem Geſtüte Pferde gehabt habe, die x 2 Jahre als Beſchäler gedienet, im Durch» ſchnitt jährlich 80 Stuten bedeckt, und dennod) im 20ſten Jahre Feuer, Geiund- heit und Kräfte gehabt haben 3 davon kann -Beſhälg<' 2x man die Zell, Lfachr. 2. B. S, 216, nachleſen. Man hat aber in hieſigen Ge- genden au< Hengſtreuter gekannt, deren Beſchäler in eben ſo langer Zeit das näms liche und noch darüber geleiſtet haben, als welches theils auf die Race, theils und hauptſächlich auf die gute Verpflegung des Beſchälers und die Methode oder Ordnung beym Beſpringen ankömme,; Endlich iſt noch zu bemerken, daß man bey den Hengſten keine erbhißende oder zum Beſpringen reizende Mittel gebrauchen müſſe. Man hat Beyſpiele, daß ſie da« von toll oder kollericht geworden ſind, und dergleichen Nachzucht hinterlaſſen haben, In Anſehung der zu beſpringenden Stuten hat man noch dieſes zu beobachten, daß ſie an den Hinterfüßen unbeſchlagen ſeyn müſ= ſen, damit der Hengſt nicht gefährliche Schläge bekommen möge, Beſchälgeld, Beſchälerlohn, Sprunggeld, dosjenige Geld, welches dem Eigenrhümer eines Beſel)älers für das Belegen der“Stuten gegeben wird. Wo die Landesherren für die Unterthanen Bex ſchäler halten, da iſt ein- für allemal et- was Gewiſſes dafür angeſeßt, und ſolches iſt in Deutſchland nach Verſchiedenheit der känder oder Provinzen auch verſchieden, Eben ſo iſt es auc< mit den Beſchälhaltern oder Hengſtreutern, welche ſich Zuchtheng- ſie aus ihren eigenen Mitteln halten, und- mit ſolchen in ihren Kreiſen umherreiten, In hieſigenGegendenlaſſen ſich dieſe Hengſt reuter entveder für jeden Sprung acht Gros ſchen bezahlen, oder ſie befommen von dem Eigenthürner der Stuten, wenn ſie ſolche beſpringen laſſen, eine Mahlzeit und für den Hengſt ein Viertel Haber, und wenn ein Füllen davon zur Welt kömm?, einen Thaler, Seit dem in der Churmark der C 3 jeßige a] Side mum wm üm um en Nn il am wngmeierrdn Ie 2-., Beſchälort jekige König für die Untertrhanen Beſchäler Hält, dürfen die Hengſtreuter keine andern als ſolche Zuchthengſte halten, welche zuvor von den Gotütmeiſtern beſehen und appro»- biret worden, Beſchälort, Beſchälplas, iſt1) derjenige Ort, wo die Beſchälung oder Be- legung der Stuten geſchiehet; und 2) ver- ſteht man darunter den beſtimmten Ort, wo entweder die Landbeſchäler beſtändig aufgeſtellt ſtehen, oder wo ſie von ihren Standörtern zu Belegung der Landſtuten abgeſchickt werden. Beſchälzeit, die Zeit, da die Be- ſchälung oder Befruchtung der Stuten von dem Beſchäler geſchiehet, Die beſte Zeit dazu iſt diejenige, wenn darauf die Nieder- kunft der Stuten ſvo.geſchehen kann, daß ſie ihre Fohlen am leichteſten ernähren und „qufbringen können. Und ſolches geſchieht am beſten im Frühjahre, von der Mitte des Märzes an, bis zu Anfange des Ju- nius, als um welche Zeit ſich der Begat» tungstrieb der Pferde beyderley Geſchlechts am meiſten reget. Beſcheider, der oberſte Mühlenbur- ſche in der Mühle; ſ. Bäcker und 217üh- lenbeſcheider. Beſchifen, iſt 1) bey der Jägerey das Beyruchten oder Beſaamen der Hirſche. 2) In der Landwirthſchaft heißt ſein Vieh beſchi>en- ſo viel, als ſelbigem ſeine zur Zeit und Stunde gehörige Futterportion ge- ben. Beſonders wird ſolches geſagt, wenn den Hausthieren das Abend- oder leßte Ta- gesfutter gegeben wird, und in einem ganz beſondern Verſtande wird ſoldqes von dem Rindviehe geſat,'da es z. B. heißt: die Mägde ſind bey dem Beſchicken ihres Vie- EINE EIS SO ERTNERPRINSSPSS 1 SENEN SENE RTR SG IE : Beſchlags hes; ſie haben. es, over haben es noch nicht beſchickt u-ſ.f. , einſchießen, durch einen Schuß eine neue Büchſe oder Flinte prodieren, ob ſie eine gute Ladung aushal- ten, oder gut ſchießen. In den Gewehr- fabrifen werden die Flinten beſchoſſen, da zu leßtern gemeiniglich eine doppeite Ladung genommen wird, Daher Beſchießbürte, d, i. der Ort, wo das Beſchießen verrichtet wird; Beſchießmeiſter, derjenige, wel- her ſolche Werrichtung auf ſich hat, Beſchicßordnung, eine gewiſſe feſt- geſeßte Verordnung auf den Gewehrfabri- ken, nach welcher die angefertigten Büch- ſen- und Flintenröhre geprüft werden müſe- ſen, als wedurch unter andern die Suler Fabrif zu einem ſo guten Ruf gekommen iſt. Das auf dem Büchſen- oder Flin- tenrohre ſo genannte Beſchießzeichen zeiget an, daß das“ Rohr gut und ohne Haupt- fehler befunden worden. Beſchlag, Auswitterung, Efflo= reſcentia, beißt, wenn gewiſſe Körper, vorzüglich mineraliſche, mit einer ſalzich- xen Wolle, oder wie mit Staub oder Mehi, überzogen werden, So findet man z. E. alte Gewölber, oder auch auf den Feldern bisweilen die Erde wie mit einer ſalzichten Wolle überzogen, welches Salz ausgewit- tertes Alfali genannt wird 3(ſ. Alkali,) Beſchlag einer Flinte, Flinten- beſchlag, iſt alles Eiſen- oder Meſſing- werk, welches an dem Schaft der Flinte, qußer dem Lauf und Schloß, angeſchlagen wird. Dazu gehöret der Abzug, das Ab- zugblech, der Biegel, Vorder- Mittel- und Spikröhrſiücke werden um und am den Een des Kuffers angeſchlagen, damit das Holzwerk nicht abgeſtoßen: werds, und" alles 24 Beſchlag alles mit eiſernen Nägeln angeſchlagen, Vollſtändige Bänder gehen über die ganze hinterſte Seite des Kaſtens oder Kuſſers und den Decfel weg, und an die Vorder- ſeite werden noch genau unter ihnen Vor- bänder angeſchlagen, welche gemeiniglich fünſtiich ausgeſchweifte, und mit dem Scharfmeißel und ver ſtumpfen Spiße des Bunzelmeißels aus maſſif geſchmiedetem Eiſen, nah einer Zeichnung verfertiget werden. Alte dieſe Bänder werden erſt von Eiſen geſchmiedet, und nachdem ſieihre Geſtalt und Form erhalten haben, werden ſie durch die beyden oben gedachten Inſtru- mente gebildet, Endlich werden noch Handgriffe an beyden Enden des Kuffers mit Zapfen und Kloben befeſtiget. Beſchlag eines Sarges, Sarg“ beſchlag, verfertige der Schlöſſer aus verzinntem oder ſchwarzem Ciſenblech. Die Beſchläge beſtehen aus mehr oder we- niger Handgriffen mit ihren Buckeln, die an den Seiten, hinten und vorne an den Sarg angeſchlagen werden. Außerdem werden auch nod) E>enbleche angeſchlagen, welche getrieben ſind. Defters wird noh) eine zinnerne Platte mit einer Inſchrift oder Wapenverzierung angebracht. Beſchlag, Beſchläg, Beſchlä- 02, Beſchlacht, hat bey der Jägerey verſchiedene Bedeutungen? 1) die Buceln und Schnallen an dem Hirſchfänger und Hornfeſſel; 2) wenn ein Hirſch aus dem Sullach, d. i, dem Sumpf geht, und au Bäumen und Büſchen ſich reinige; 3) der Sullach ſelbſt; 4) der Baſt von dem neuen Geweihe des Hirſches, ingleichen der Stamm, an welchem der Hirſch den Baſt abſtreiftz(ſ. Daſt,) "Beſchlag, Ärreſt, wenn Güter, Waaxen oder Hausrath wegen Schulden Beſchlagen oder Verbrechen, in gerichtlichen Gewahr- ſam genommen werden, Ingleichen, wenn die in den Häfen liegenden Schiffe ange- halten werden, ſoldes heißt die Schiſſe oder Güter beſchlagen, oder in Beſchlag nehmen, Franz, mettre un embargo, oder fermer les ports. Beſchlag der Pferde, Pferde- beſchlag, hierunter verſteht man das Geſchäffte der Huf= und Waſſenſchmiede, da ſie die Hufeiſen anfertigen, und die Pfer- de damit beſchlagen, Dieſer Beſchlag fo- ſtet bald mehr, bald weniger, je nachdem die Schmiedekohlen und das Eiſen mehr oder weniger am Orte theuer ſind. Ob es veſſer ſey, den Pferdeveſchlag einzeln oder überhaupt nach einem jährliczen Werding zu bezahlen, darüber ſind die Defonomen nicht ganz einerley Meynung. Wenn man mit billig denkenden Ehmieden zu thun haf, oder die Pferde nur im Winter, bald länger bald fürzer, je nachdem der Froſt früher oder ſpäter einfällt, beſchlagen gehen, ſviſt es wohl gethan, den Beſchlag einzeln zu bezahlen. Damit aber der Ber ſchlag recht leſchaffen und dauerhaft ſey, oder wenn die Pferde im Winter und Soms- mer beſtändig in Beſchlag erhalten wer- den, ilt es wohl beſſer, auf jährlichen Ver»' ding beſchlagen zu laſſen. Denn es iſt der Schaden auf Seiten der Schmiede, wenn ſie fein gutes oder tüchtig zuſammenge- ſchweißtes Eiſen wählen, oder die Hufeiſen falſch oder unrecht auflegen. Sie kommen ſodann öftern unnöthigen Wiederholungen der Arbeit zuvor, denen ſie doch möglichſt auszuweichen befliſſen ſeyn werden, Beſchlagen, das, eines Pferdes, geſchieht, entweder den Huf gut im Stah- de zu halten, oder ihn zu heilen, wenn er ſchadhaft geworden iſt, En. Die E SSEN SNN SINO WEINE EE p IE u FEEN SE ESTERN NNN RR RR Fr 1 Üeßl;:“Rg RR ee än SOE<< Sd IR Sa mn binn mn mda nE Nm nnn 4 HÄ EN EG+>->.. peil Ehe dun 27708 Beſchlagen Die Hauptregeln beym Beſchlagen der Pferde ſind kürzlich dieſe: die Eiſen müſſen ſehr genau auf den Huf paſſen, ſo, daß nicht, wie gewöhnlich, der Huf nach dem Eiſen, ſondern dieſes nach jenem, ſich rich» ten muß. Die Hufnägel müſſen gut und gleich, ohne Schiefer gearbeitet ſeyn, mit reinen, treffenden Schlägen hineingetrie- 'ben werden, und gleich, nicht einer tief, der andere hoch, anſißen; das Eiſen gleich und gut gearbeitet, und weil das Pferd ge- meiniglich eatweder mit der außern oder in- nern Wand ſchärfer auftritt, auc< das Ci- ſen an der einen oder an der andern Seite etwas dicker und ſtärker, und hinten we- der zu weit noch zu enge ſeyn. Lafoſſe ſagt von den alten Schmieden, daß ſie dazumal ihr ganzes Augenmerk dar- auf gerichtet haben, den Huf in gutem geſunden Stande zu erhalten. Lange Zeit nachher ſind erſt die Stollen, um das Aus- gleiten des Pferdes zu verhindern, erfun- den worden. Die Borfahren haben nicht daran gedacht, den Huf auszuwirfen und ſchön zu ſchneiden. Er giebt 33 Fehler an, welche das gewöhnliche Beſchlagen nach ſich zieht. Lange Eiſen mit dicken Enden können, vermöge ihrer Schwere, nicht feſt halten, die Nieten müſſen bre- dien, Zu ſtarfen Eiſen ſind große Nägel erforderlich, welche den Huf verderben, das Hornfleiſch ſammt der Fleiſchſohle quetſchen, und das Pferd hinfend machen. Derglei- .“ dhen Eiſen reißt ſic) das Pferd leicht ab; ſolche Ciſen ermüden das Thier bald, ſo, daß es die Schenkel gleichſam nur fort» *. ſchleppt. Durch lange, die Eiſen wird - der Strahl von der Erde entfernt, und das Xferd fann nicht darauf treten. Niedrige irſen werden durch ſolche Eiſen gequetſcht, biegen ſich um, Die gewöhnlichen jen machen das Pferd im Winter und .| Vet. Regllexicon 11, Theil, Beſchlagen 25 Sommer gleiten, und verurſachen bey ge- wiſſen Umſtänden Stollbeulen- Stollen gehören nur aufs Eis, oder auf fetten Bo- den, wo ſie eingreifen können. Die in« wendigen Stollen können bey Pferden, die- freuzen, Kronentritte hervorbringen. Die Stollen machen das Pferd, welches dar- auf unſicher geht, müde, Hat das Eiſen nur einen äußern Stollen, ſo kann das Pferd nicht gerade auftreten. Verliert ein ſtark gewürkter Huf ſein Eiſen, ſo entgeht| der Wand ihre Stöße, und der Sohle ihre Bede&ung. Bey langen Tiſen, und aus- geſchnittenen Ferſen, ſeßen ſich Steine, odex klebt ſich Sand und Erde zwiſchen dem Eiſen und der Sohle, Platthüfe werden dadurch, wenn man dem Strahl und den Ferſen vurch hohle Eiſen zu Hülfe kommen will, Vollhüfe. Wenn die Wand dünn, und die Eiſen hohl ſind, drücken ſie derge- ſtalt auf die Trachten, daß das Hufbein ſammt den übrigen Theilen gequetſcht wird. Ausgewürkte Hüfe ſind dem Eintreten frem- der Körper häufiger ausgeſekt, und können von ihnen gefährlicher verleßt werden, In einer ausgewürften Sohle ſammlet ſich Erde oder Sand häufiger und leichter an, welches eine Art von Kütt zwiſchen dem Eiſen und der Sohle macht, und dieſe quetſcht. Wenn einem Pferde die Sohle tüchtig ausgewürkt worden, und es an ei* nem trocknen Orte ſtehtz ſo ereignet ſichs oft, daß die Luft den Nahrungsſaft dex Sohle austro>net. Sehädlich iſt die Ge- wohnheit, die Hornſohle mit einem glü- henden Eiſen zu brennen, damit ſie ge- ſchmeiviger werbe, eben ſo auch ein ſtark heißes Eiſen aufzuprobiren. Das Ab- raſpeln, Auswürken, Ausſchneiden, ver- dirbe den Huf, Mit dem fehlerhaften Be- ſchläge der Mauleſel, Maulthiere.und Eſel, at es die nämliche Bewandniß. ' D?; Lafoſſe ENTSETZEN Beſchlagen Lafoſſe ſagt daher: Es giebt nur ei- nen wahren Beſchlag für alle geſunde, un- fehlerhafte Pferdehufe, nämlich: ein kur- zes Ciſen ohne dabey den Huf auszuwür- ken. Das Eiſen muß am Ende gänz dünn, und ſo gemacht ſeyn, daß die Ferſen und der Strahl auf die Erde kreten. Ob ſchon von der Sohle nichts abge- nommen wird, ſo hat man dennoch nicht zu fürchten, daß ſie allzu dicke werde, denn ſie entledigt ſich des Ueberflüßigen von ſelbſt. Das Cicen mußnicht zu breit ſeyn, damit das Pferd nicht zu hohl gehe. Die Löcher zu den Hufnägeln müſſen ſowohl -an dem vordern als hintern Eiſen gleich weit von einander abſtehen, nur an der Dähe wird etwas Raum gelaſſen, wo der Aufzug binkömmt, der an den Hinterfüßen erforderlich iſt:' weil das Pferd ſich mit denſelben eigentlich anſtäammt, um die Vorhand nach*vorne werfen zu können. Die tsc an den Schweif, wickele ihn einmal um den Feſſel, ſtämme ſich mit ei- ner Hand an die Hüfte, und ziehe mit der andern den um den Feſſel gebundenen Strick in die Höhe, um den Schenkel zu biegen, Hat man ihn ſo weit herauf gezogen, daß der Huf in der Lage iſt, in dex man ihn beſchlagen kann, ſo fährt man mit der Hand, welche auf die Hüfte geſtämmt war, herunter, faßt das Sprunggelenk, und halt, wie gewöhnlich, ohne aber den Strick loszulaſſen. Zuckt das Pferd ſtark mit dem Zuße, und will es nicht ſtill ſtehen, ſo laſſe man das Sprunggelenk los, bringe die Hand wiedex an die Hüfte, behalte ſiets den Etri> in der Hand, und läſſe nun das Pferd ſeinen freyen Wille, bis es ſich müde gearbeitet hatz3. da man denn das Sprunggelenk wieder ergreiſt, wie vorhin. Wenn man genötchigt iſt, das Pferd in den Nothſtall zu bringen, um es wegen ſeiner Wiidheit beſchlagen loſſen zu können, ſos muß man Ciſen und Näcel in Bereit«- ſchaft haben, damit das Pferd nicht zu lange Zwang leiden darf. Bevor man ihm den Fuß aufhebt muß man nachſe=, hen, ob es auch überali gehörig befeſtiget iſt, Dann zieht man den Fuß mit dem . Strick wenn be EN diele a ESSENS SSSS68 HOSEN(GEIGE 71 M DOE IREEN 10 Sie WERSE EINT GREEN <-1 eenbenngmennE p- u<- ige 2 am AE mI UR B*2> * 2 y EEE NESSE EIS! mi 4] WE)< WOOD JV ERPEP ON PENN HEOSNEEO"/: 7 PN»“7500, 5 Beſchlagen Stri> herauf, und windet dieſen zweyimnal um die eiſerne Sparre, ohne ihn aber zu * Fnüpfen, damit man ihn benöthigten Falls geſchwinde nachlaſſen könne,; He. Hartmann hält das Beſchlagen der Pferde für eine Erfindung der Deut- „ſchen, und in England ſoll es, nach Peppe Abhandlung über die Hufei- ſen bey den Alten, erſt zu Anfang des eilſten Jahrhunderts gebräuchlich gewor» den ſeyn. Er ſagt: in kändern und. Be genden, wo das Klima trocen und der Erdboden hart und eben iſt, wodurch der Huf ſelbſt einen Grad von Härte und'Fe- ſtigkeit bekommt, äußerlichen Verleßungen zu widerſtehen, werden auch jeßt die Pferde, z. B. in Perſien, Aethiopien, in der Tar- karey u, f. w,, nicht beſchlagen. Hingegen haben ſich in den meiſten dändern, w9 Steinpflaſter, oder andere ſteinichte und unebene, oder auch naſſe und feuchte We» ge ſind, die Hufeiſen nothwendig gemacht, Außer den-Bauerpferden im Brandenbur- giſchen, die auf der Weide gehalten wer- den, und nie beſchlagen gehen, finder man- auch manche Gutsherrſchaften, die ihre Stall» auch wohl Reitpferde immer unbe- ſchlagen gehen laſſen. Hier ſieht man öf- fers, daß die unbeſchlagenen Pferde auf dem Eiſe nichk ſo leicht ausglitichen und fallen, als die beſchlagenen, wenn leßtere nicht eigends, zum Gehen auf dem Eiſe, ſcharf gemachte Eiſen haben. Mit nicht ſcharfen oder ſtumpfen Eiſen aber fallen ſie gar bald auf glattem Cite, Wenn im leßt- gedachten Lande die Bauern aus den zachen und Brüchern zur Winterszeic Holz auf bloßem glatten Eiſe abzufahren hoben, ſo laſſen ſie ihren Pferden ſcharfe Hufeiſen auſſchlagen, ſolche aber alsbald rojeder ab- nehmen. wenn ſie auf dem blanfen, oder glatten Eiſe nichts mehr zu fahren haben, Beſchlagen 25 - Die jungen Pferde werden nicht ehev. beſchlagen, als bis ſie zum Reiten oder Fahren gebraucht werden ſollen- Sollen ſie auf allen 4 Füßen Eiſen tragen, ſo kann man ſie erſtlich vorne, und dann das Jahr darauf auch hinten, oder gleich beym zweyten Beſchlag, welches 6--8 Wochen nach dem erſten geſchehen muß, auf allen 4 Füßen beſchlagen laſſen, Es iſt jedem Landwirthe, der ſich auf die Pferdezucht legt, oder legen will, an= zurathen, daß er gleich ſeine jungen Foh=- len, ſobald ſie nach der Geburt umher zu gehen beginnen, an den Huf faſſe, und ſie durch. öfteres Wiederholen des Angrei» fens gewöhne, den Fuß willig ſich aufheben und daran begreifen zu laſſen. Geſchieht dieſes fleißig, ſo wird man in der Folge keine Noth mit ihnen haben, wenn ſie bes ſchlagen werben ſollen, Mir kam-zu An- fange meiner Wirthſchaft eine junge Preußi- ſche Stute zur Hand, welche man aus dem Königlichen Reitſtalle verkauft hatte, weil ſie ihrer Unbändigkeit halber ſich nicht bes ſ ET Beſchiagen wenig Zwang angethan werden, als möge ih iſt. - Acht bis zehn Nägel ſind zu Anhef- tung eines Eiſens bey Fohlen genug eine größere Anzahl würde überflüßig ſeyn, und "dem Hufe nur zum Nachtheile gereichen. Die Nagelköpfe müſſen in die Löcher ein- paſſen und verſenkt werden, mithin über der Oberfläche des Eiſens nicht hervor- eben. : Endlich muß man ſich ja hüten, daß ſowohl das Auswürken der Hüfe, als das Beſchlagen nicht mit Zwang oder Poltern - geſchehe, und daß kein Nagel in vie Fleiſch= ſohle, oder in das ſo. genannte Leben getrie- ben werde, weil man die jungen Thiere dadurch aufimmer verderben würde, Auch ſind die Eiſen niemals heiß, viel weniger glühend, auch nicht einmal beym Anmeſ- ſen, aufzulegen. Die Gewohnheit, den Huf von außen „zu raſpeln oder zu ſchaben, iſt mehr ſchäd- lich, als nüßlich, da die von Natur glatte Rinde zur Erhaltung des Horns weſentlich nöthig iſt, und feine Horn- oder Hufſalbe den Abgang erſeßen kann. Noch verderb- licher iſt es, die Häfe mit einem heißen Eiſen zum Einziehen der Salbe in das Horn zu erwärmen. Wer glänzende Hüfe haben will, darf. ſie nur mit Terpenthin- oder Loröl.von Zeit zu Zeit beſchmieren laſſen. Dos ſicherſte und beſte Mirtel aber, gebrechliche oder ſchadhafte Hüfe zu verhüten, oder zu heilen, iſt, wenn das Pferd öfters mit friſchem Waſſer gewaſchen oder öfters ins Waſſer, oder auf naſſen Boden, oder feuchte Weiden gevracht wird. Sollte der nech nie beſchlagene Huf zu fla eſpade, bekannt, welches. ftatt einer Hacke, einer Axt oder eines Beils, und einer Spade zugleich zu gebrauchen, ift, wegen ſeines langen Stiels aber unter der Kutſche angebunden wirv, und daher in obgedachtem Beſchlagſacke das angejührte Beil unnösthig macht.] - Beſchlöthen, eines Vorlandes, geſchieht beym Waſſerbau, wenn man das Vorland dureh Dezruppen erhöhet, d,i- häufige Graben durch daſſelbe zieht, damit ſolche öfters von dem darein fakenden - Schlik EEE SLR . 499 SE NIE H*.% SE" FE=== 2 Crus;' E jr ZD N 0! 1 RR IAET. e E GEIS: M ZS SICT IE LIE A+- SS SEE. 7>“k-1 % LIEBTE ELD a; IW 6:. We Gem ut- RO 5 D GEE„ dae[UED PLAU NENE ae Pok: 8 M Mh WSCHR" MET: EESSEESEENGN ta WE Ii SERS HER ub far 57 vt fn ; 3 [3 [4 Äſnchreibt. „Tragen zu ernähren, 32 Beſchneidett Schlick ausgeräumt, und das Vorland er- höhet werde,| Beſchneiden, der Obſibäume, Ff Baumſchnitt.€| -. Beſchneiden, derWaldbäume, f. Waldbaum. Beſchneiden, des Weinſtocks, iſt diejenige Werrichtung des Winzers, da er dem Weinſio> das überflüßige Holz durch einen Schnitt abnimmt, damit ſol- her nicht ſowohl Holz, als Früchte anſeße, oder endlich nicht ganz und gar verwildere, Ob nun zwar einige bereits im Herbſte den Schnitt in dex" Abſicht unternehmen,'da- mit der Weinſtock nicht bluten möge, ſo geſchieht ſolcher doch meiſtens im Frühjahre, wobey der Winzer zuſieht, ob er den Stock zum Holz, zum Wein oder zum Senker beſchneiden müſſe,.ob er junges, altes oder ausgemergeltes Holz habe, R In Weinbergen muß man erſt Holz Gaben, ehe man an den Wein gedenkt. Die Verblutung oder das birkenähnliche Weinen iſt eine Gewalt, die man der Na- fur, beſonders an jungen Stöcken, zu- Man ſc nur no) wenig Wurzeln, ſo muß man ihm niedrige Knoten und wenig Holz, oder nicht über zwey Augen laſſen, damit er einen ſtarken Reben treiben kann. Cs fann auch kein ſtarker Senker entſtehen, wenn der Stock viele Augen treiben ſoll, Die Reben des Stocks aber pflegt man auf 3==4-oder etwas mehr Angen zu ſchneiden, nachdem der Stock die Krafte Hat, mehr over weniger Rebenholz zum Siehe Wein- ſtock, -/==? Gia- F M en geren dbr ZEERC. warmem Zb ün 24 err 2 ISSES ESSE SIS SSI R RR III ÖGN NN NNINGÖNNIS III JEIN Eu dmm dbr zi, M “ Beſeben - Beſchoſſenes Wildpret, ein ſol- ches von aller Art, nach welchem öfters vergebens geſchoſſen worden, Beſchuhen, einen Pfahl, der in ein feſtes Erdreich eingetrieben werden ſoll, un= ten ay der Spiße mit Ciſen beſchlagen, und dadurch machen, daß er nicht zerſplite- tern kann, und tiefer greifen muß, Das Ciſen heißt ein Schuh. Beſen, ein zum Auskehren dex man- und verbuttete Fiſche; die, aus-Mangel! hinlänglicher Nahrung, zurüc. geblieben ſind“?Gemeiniglich wird dar Strich eder Saamen;»welchen- die Kar- pſen. im.“erſten iSommier geſtrichen haben, ſeiner Zärtlichkäit wegen im. erſten Jahre nicht fortgoführet:; ſondern:altemal wenig- ſtens zweyjähriger Saamen. zum Erſirecken, dreyjähriger aber zum TWachſen genommen, und damit Scre>- und Gewächsdeiche be- ſeset.„Man rechnet insgemein bey einem Gewächsdeiche, wenn der Boden niche gar zu. ſchlecht iſt, auf einen Plaß von ei»- nem halben Dreßdner Scheſſel Landes 15 Schoc>k“ dreyjährigen- Sacmen.. Wollte man nun einen ſolchen Gewächsdeich als einen'Streekdeich beſeßen,» ſo kann-man auf das Scho> dreyjhrigen 6' Scho zweyjährigen rechnen z over auf x Morgen Landes ſekt man" 3 Scho> dreyjährigen, oder. 18 Scho>- zweyjährigen' Saamen, Iſt es aber ein Streichdeich, ſo rechnet man ein halb' Schock Streichfarpfen, zu zween- Rögnern einen Milce ei- nes Deichs mit Sohden oder Raſen ge- Nie 3847 GWG 7.48 INE NIE» - Beſtallung, heißt die ſchriftliche Ausfertigung ,. oder das Decret, wodurch jemmand zu einem Amte oder einer Charge beſtellet, auch ihm die nöthige Anweiſung (Inſtruckion) gegeber' wird, wie er ſich darinn zu verhalten habe, und worinn ſei- ne Verrichtungen beſiehen ſollen... "Beſtand, iſt in Wirchſchaftsrech« nungen und Wochenzetteln die, nach abge- zogenem Abgange, übrig bleibende Sum- me an Geld, Naturalien und ollerley Vieh, welche in der folgenden neuen Rechnung, als- Beſtand von der vorigen, in Einnah- me gebracht wird. 5 - Beſiandene Jagd, einegepachtete Jago,-|35:| -Beſtandenes Holz, ausgewachſes nes Hölz, ſo nicht ſonderlich mehr wächſt, - Beſtandjagd,& Gnadenjagd.. Beſtänder, Beſtändner, heiße in Oberdeutſchland ein Pacht.“ Beſtätigen, mit einem Leithunde um einen Theil des Waldes ziehen, um ſich zu verſichern, ob das angezeigte und verſprochene Wild noch vorhanden ſey, als welches gemeiniglich furz vor einem fürſtli- en AE-er verſprechen kann, deſto dünner kann auch geſäet werden weil: durch das erfol gende mehrere Beſtocken die Gerſte doch in der Folge di»genugzu ſtehen kömmt. 68 Beſtehen,“ eine Arbeit des Schu- ſters, wenn'der Schaft des Stiefels hinten zuſammengeſtoce; mathematiſche Beſtecke, oder Reiß= zeuge, worinn diejenigen Inſtrumente auf= behalten werden, womit man mathemati«- ſche Zeichnungen auf Papier entwerfen willz anatomiſche Beſtecke, worinn die Inſtiru- mente liegen, womit ein Cadaver zerglies dert wird, u. dgl. mehrere, Beſtecken, heißt bey der Jägerey 1) mif einem Hühner- oder Lerchengarne ein Feld beziehen, um Hühner oder Lerchen zu fangen; 2) einen Schlag im Walde, wo junger Auſſchlag iſt, mit Stangen und Strohwiſchen bemerken, zum Zeichen, daß er nicht behüchet werden ſoll, Beſtellen, das Feld“ beſeelten, heißt.alle Ackerarbeit mit Pflügen, Diün- 4|'“gen, = wies TREE RET EEE aud did NI ES 8 [| Tul „> a Beſtoßen gen, Saen und Eggen u. ſ, f. ſv verrich* ten, daß von. der leßten Arbeit an nun nichts mehr. bis zur-Aerndte hin auf dem Acker zu thün iſt. Der Landwirch muüß fich überall ſo mit. ſeiner AFerbeſteliuag einzurichten ſuchen, daß jede einzelne dazu gehörige Arbeit zu rechter Zeit, und in Hinſicht auf die bequemſte Witterung, auch auf die beſondere Lage und innere Beſchaf- fenheit ſeiner Aecker geſchehen möge« Denn er kann z. B. tüchtig düngen, pfiügen, und gehörig ſäen 3 nimmt er aber hierzu nicht die rechte Zeit in Acht, ſo kann er ſich hie mit einen ſtarfen Ausfall ſeines Kornge- winnſtes zuziehen,: 2 "Boſtoßen, der Tiſchler, wenn ſie mit. dem Schrubbobel, der auch deswe- gen Deſtoßlobel heißt, das Holz aus dem Groben behobeln. Ueberhaupt heißt bey den Holzarbeitern beſtoßen oder abſtoßen 0 viel, als das Ueverflüßige abſtoßen, uns AOE auch zugleich wohl zurichten und ebnen, ſonderlich wenn das Werkzeug, wo». mit man ſiößt, durch einen Stoß bewegt wird. Eo ſagt der Zimmermann, die Kante eines Holzes beſtoßen, wenn er ſol« che mit der Stichart oder dem Stechbeu- tel abſticht. Beſiübben, Beſchütten, einen Kohlenmeilex mit Erde beſchütten, nach- dem er zuvor befluſcht iſt. Die Erde dämpft das Feuer ſo, daß das Holz nicht zu Aſche, ſondern zu Kohlen, brennt. . Beſuch, wenn ein Jäger vor einer fürſtlichen Jagd des Morgens mit einem keichunde auszieht, um vorzuſuchen oder zu beſtärigen, d. i, zu finden, welches, und wie viel Wild in einer Gegend ſey. äger, die von Fürſten blos zum Beſuch gehalten werden, heißen daher Beſuch- Enechte, Betönie 35 - Betfuhren, alſo nennt man in Ober-| ſachſen und anderwärts diejenigen Fuhren, welche ei Freund oder Nachbar dem an- dern, auf ſein Bieten, bey Herbeyſchaf- fung der Baumaterialien, des abgeärndte- ten Gefraides, oder auch bey andern Vor fällenheiten umſonſt huf, 'So löblich es aber iſt, ſich einander nachbarliche Hülfe und Freundſchaft zu be« weiſen,-ſo gebietet doh die Vorſicht, die ſchriftlichen Bekundigungen über Betfuh« ren aufzubewahren, und damit zu verhü- ten, daß ſolche in der Folge nicht als Ser- vitüten gefordert werten mögen. '": Betonie. Die zu dieſer Gattung gehörige Pflanzen ſind krautärtige, zaſer- wurzliche, dauerhafte, überall fortkommen- de, perennirende Pflanzen, mit einjähri- gen, 1=-2 F. hohen Stengeln, und mit Aehren von fleinen, rachenförmigen, im Jun, und Jul. blühenden, und im Auguſt reifen Saamen gebenden Blumen, die theils für die Officin, theils zur Mannich- faltigfeit“ unterhalten werden. 1) Gemeine oder braune ZBeto- nie, Apothekerbetonie,. Batenige, Zebrkraut, B. oflicinalis L. Vater- land: Europa, in mancherley Grunde und Lage auf vem Felde, Wieſen, Hügeln und in den Wäldern. Blätter:' läng- lich, gezähnt, langgeſtielt. Stengel: vierefig, 1x F, hoh. MPlumen: ſte: hen gedrungen bey einander, ſie ſind aber wirkelſörmig geſtellt, und jeder Wirtol iſt durch dazwiſchen ſißende breite Blätter un- terſchieden, do) ſo, daß alle zuſammene- genommen gleichſam eine Aehre vorſtellen. Das Blumenblatt iſt roch, der mittlere Abſchnitt an der Unterlippe ausgerandet. Sorten: a) mit purpurrothen, b) mit rothen, c) mit weißen, d) mit gelb geſchecten Blumen, E 2 So 36" Betottie So ſehr dieſe Pflanze auch bey ven al- fen Römern geachtet war, ſo hat. man ſie doch als unwirkſam. zu unſrer. Zeit aus den Apotheken verweiſen wollen; Es würde dieſes auch geſchehen ſeyn, wenn nicht ei- nige Neuere, und ſonderlich Gleditſch, fie von neuem beſtens empfohlen hätte. Die Blätter ſind: wohlriechend, balſamiſch und bitter, haben eine gelinde Schärſe, und etwas Balſamiſches. behauptet, daß ſelbige eine: nervenſtärkende Kraft be- ſißen, und man ſie daher unter diejenigen Mittel zählen könne, die das Haupt ſtär- fen, deswegen man das daraus bereitete Pflaſter, vornehmlic) bey Kopfwunden/; zu gebrauchen pflegt. Die Blätter werden am beſten als ein Thee gebraucht: Die friſche Wurzel öFnet den Leib, und. die frie ſchen Blätter ſollen Schwindel und gleich- ſam trunfen machen, auch. die getroc&neten ein Nieſen erregen. heilende, eröffnende und lindernde Wir- kung, und find in Krankheiten, die mit Krämpfen und Schmerzen verbunden ſind, ſonderlich in Gliederreißen nüßlich; dienen bey der Gelbſucht, verhaltenen monathli- ig, blättrig, 13 Fuß hoh. ADliuymen; in unterbrochenen Aceh» EAS GESIS FIN dice nit rin Enel Zb Drndmenriimegine Montan E57 M übrmr I ENINGEN ZEE Do rein dern Ie nin went än benne zr me ria Dieſe haben eine zer-| Detts ren, purpurroth, der mittlere Abſchnitt an der Unterlippe glatträndig, 3). Däniſche“ ZBetonie.: Vater- land: Dänemark. Blärter: breit, ey» rund» herzförmig. Srengel: groß, aufe recht, mit lanzettförmigen, ſtumpfen Blät» tern. ZBiumen: in kurzen dicken Aehren, purpurroch:oder weiß. 4) Suchsſchwanzartige, oder Yergberonie, 3. Lina. Vaterland; die Gebirge in Savoyen, Schleſien, Ober» öſterreich), Jtalien und in der Provence, Srentgel: 1 F. hoh. Hlätrter: herz förmig, ſpißig,. gezähnt, ABlumen: in Aehren, die mit glatcräne digen Dectblätthen unterſeßt find, die Oberlippe zweyſpaltig, gelb. Dieſe Pflanzen lieben vorzüglicheinen ſchattigen und feuchken"Boden, und laſſen ſich fortpflanzen durc) Saamen.: dieſer wird im Frühjahre auf ein ſchattiges Beek in gemeine Erde geſäet, und die Pflanzen werden im Herbſte ausgepflanzt; durch Dee I g, im Herbſte, auch wohl noch im Iruhj ahre, .. Alle obige Arten können, zur Verän- “derung, in die Gärten auf ſchattige Ras batten, wo wenig andere Pflanzen wach» ſen wollen, geſeßt werden, Betreten, wird von den Auerhähr nen und von anderem großen Gefiüge! ge? ſagt, wenn ſie ſich mit der Denne begatten, Bette, Sind Perſonen in Betten, ſo. wie in Kleidern oder andern Sachen, die ſie an ihrem Leibe oder ſonſt zu ihrem gewöhnlichen Gebrauche gehabt haben, an peſtartigen Krankheiten geſtorben, ſo muüſz ſen ſie, bey willkührlicher teibes: und Geld= ſtrafe, ſo fort verbrannt werden,- Jſt der Kranke an einer andern anjteckenden Krank» heit geſtorben, jo iſt der Gedraucy oder Ver langgeſjtielt; Nun dd erer Enn bomann mi ANN mm dnn, mne 6 Bette Verkauf ſolcher Sachen nur alsdann er- Jaubt, wenn ein approbirter Arzt auf ſeine“ „Pflicht: bezeuget, daß denfelben, durch An- wendung der erforderlichen Mittel, die Ge- fahr der Anſteung benommen worden. Wer das Gewicht der Bettfedern durc) Bleyweiß-vermehret, ſoll, nach Bewand»- uiß der Umſtände, und der däraus für die Geſundheit entſtandenen Gefahr, mit ein» bis dreyjähriger Zuchthaus- oder Feſtungs- ſtrafe belegt werden, A,& R, Th. 14. Tit, XX. 6. 726. ff - Bette, Wohnhaus, derPlaß, wo ſich ein. Hirſch niederlegt. Cr reiniget es vorher, indem er die Erde aufſchlägt, und im Winter den Schnee wegſcyaſſt. Bette, bey der Kohlenbrennerey, wenn das zu verfohlende Holz in verſchiedenen Umfkreiſen aufgeſeßt, und hiemit ein Raum von etwa 6 Fuß im Durchmeſſer angefüllet wird. Es werden dergleichen Betten oder Stockwerke drey auf einander geſeßt, wel- , rund, äſtig, mit langen, ſchar- Fen, dreyſachen Stacheln bewehrt, etwa 3 F. hoh. Blätter: dreylappig, läng- licht, geſpißt, gezähnt, kurzgeſtielt. 2Bly- men: den Seiten der Zweige entlängs, 2--3 beyſammen, im Jul. und Auguſt, Die erſte Art muß ſogleich an Ort und Stelle, die beyden andern aber, wel- ichter Sack mit Leinwand" gefüttert, welcher da, wo er zuſammenge- ſchnürt wird, eine breite lederne Klappe har, die über die Deffnung, die zugeſchnürt iſt, geſchnallt wird, daß kein Regen ein» dringen kann, In dieſem Sacke werden „die Betten, welche man auf Reifen bey ſich führt, eingepa>t, und der Sack wird Hinten auf der Kutſche mit ſeinen Riemen angeſchnallt, daß er feſt liegen und nicht verlohren werden kann.- Betttiſch, Schlafbanb, ein aus - zween großen Theilen beſtehender hölzerner Kaſten, welche mit eiſernen Bänden und Gewinden ſo an einandrr gefüget ſind, daß, wenn man ſie zuſammenlegt, und an den äußerſten Seiten mit eiſernen Haken an einander klammert, ſie einen Tiſch abge SIGE MLA ANGE IOIEOSDET- ICITE DEI Beuchel ben, in deſſen Höhlung die Betten zugleich verſchloſſen ſind. Schlägt man die zween Theile aus einander, ſo machen ſie ein Betrt- geſtelle aus. Bettung, iſt bey einem ſteinernen Siel oder einer Schleuſe die unterſte Grund» lage derſelben, Bettzeug, iſt alles dasjenige, was an Betten, Ueberzügen, Decken, Bett- tüchern u,[, w, zu einem vollſtändigen Bet» te gehöret, In allen Fällen, wo der überlebende Ehegatte mit Verwandten des'Verſtorbe« nen in der aufſteizenden oder Seitenlinie an der Erbſchaft Theil nimmt, gebührt demſelben alles Bett- und Tiſchzeug,, wel« e Sehne oder Flechſe vereiniget ſich mit dem gemeinen Bande, durch. welches die Beugeſehne des Kronbeins;-an das Schienbein befeſtiget wird, und nimmt ihr Ende am untern Theile des Hufbeins, indem ſie ſich aus» breiter und das Nußbein völlig bedeckt. Ihre Geſtalt iſt entweder rund oder breit, Bey Pferden, und Maulthieren verdienen die breiten den Vorzug, und man nimmt es ols ein ſicheres Merkmal an, daß diejenigen Pferde, Eſel und Maul- thiere, welche eine breite Beugeflechſe des Hufes haben, von einer guten und edlen, - hingegen die, welche runde haben, von ge- meinen Racen abſtammen. Schs6n nennt max die Flechſen, wenn ſie ihre gehörige tage haben, nicht zu nah und zu feſt an das Schienbein anliegen, wenn ſie ſtorf und breit ſind, wenn ſie un- ten zu geſpalten, oder aus einer doppelten Flechſe zu beſtehen ſcheinen. Schlecht hingegen nennt man ſolche Beugeflechſen, wenn ſie zu feſt an die Kniekehle angedrückt, oder angebunden, oder gedroſſelt z wenn ſie zu ſchwach eder zu dünne ſind. Der Schenkel verliert hiex nicht allein ſein gutes Anſehen, ſondern es fehlt ihm auch an ge- höriger Kraſtz“der Tritt iſt geſpannt, der Beugeſl 39 Gang unangenehm, die Thiere ſehen ſchwach aus, und als ob es ihnen an den Kräften fehlte, ihren Körper und andere Laſten zu tragen. Man nennt ſie auch daher ſteckenfüßitt; oder, da dieſe dicht an den Knochen anliegende Sehne den Fuß platt und breit macht, ſo heißt dieſes ein Ochſenfuß.; - Dieſe dicke Sehne iſt oft vielen Ge- fahren, z. E. Wunden, Schlägen, Kno« ten, Ausdehnungen, Zerreißungen u. ſ,w«, ausgeſeßt, „Die Wunden und Verleßungen der Sehne des Vorderſchenkels werden meiſtens durch das Einhauen mit den hintern Schen» feln verurſacht, und wenn dieſes iſt, ſo ſagen die Schmiede, das Pferd habe ſich genervt. Das Pferd fängt an zu hinken 3 am Schienbein und den anliegenden Thei- len ſichet man eine Geſchwulſt, welche nach und nach wieder verſchwindet; auch iſt bisweilen. die Hauf wund; bisweilen bleibt nach der Heilung ein Knoten zurück.; Hr. Wolſtein behandelt die Verlez» zungen blos mit: erweichenden Kräuterak» ſüden, welche aus Bilſenkraut, Holluneo derblüchen und Huflattig, von jedem gleich viel, beſtehen, dämit er einigemal des Ta- ges die Theile anfeuchtet. Selbſt, wenn Knoten vorhanden ſind, hat ex ſich dieſer Bähung mit Nußen bedient. Hr. La foſſe gebraucht bey den Knoten, wenn die Entzündung zertheilt iſt, einen Abſitd von Thimian, Rosmarin, Salbey und einem Drietheil Camphergeiſt; hiemic läßt er den Schenkel vox oben bis unten abwaſchen, Beſſer aber, ſagt er, handelt man, wenn. Kompreſſen in angezeigten Abſud getaucht, ſo warm als möglich öfters oufgelegt, und mit einer Binde befeſtiget werden. Sollte nach 4= 5 Wochen die Geſchwulſt ſich denno< niht verkleinern, und die Sn els mm 40 Beugefi bleiben, ſo müßte man. das glühende Eiſen gebrauchen, und die Wunde immerfort mit Camphergeiſte waſchen.„Hr. v. Sind -xühmt die warmen Säkende Materie u. ſ. f entſteht. Nach den verſchiedenen euthal- tenen- Materien heißen fie DHlurdrüſen, Leiſten- Speck- Entgerlings- KEirer- Stiugbeulen u. ſ: f. Beulen, welche von einer äußern heftigen Gewalt entſtehen, dadurch die Theile gedrückt, hin und her zerrieben oder zerriſſen werden, daß bald darauf eine Geſchwulſt hinzu kömmt, die - ſchmerzhoft und weich iſt, und jenen Ume«- fang einnimmt, der die vorher gegangenen Gewaltthätigkeiten erlitten hat,( dieſe Ge» fäße wexden dabey. vom Reize entweder er» weitert und erſchlafft, oder gar zerriſſen, und die Zwiſchenwände der Zellen getren= net, weshalb das Blut häufiger zufließt, oder gar austritt, und durch das VerwkLi- len daſelbſt gerinnet 3) dieſe Beulen werden Quetſchungen genannt. Beulen, wel- hie-“ "Beulen bald kleiner, bald größer, meiſtens etwas breit, ſelten ganz rund. Man muß aber dieſe Beulen von denjenigen unterſcheiden, die ſowohl von Fliegenſtichen entſtehen, als auch von jenen, welche härter ſind, län» ger anhalten, und von einer eigenen Ma- terie entſtehen. Die hieher gehörigen Beulen entſtehen von einer leichten Schär» fe des Bluts in einem übrigens geſunden Thiere, welche die Natur auf der Oberflä» en unterhalten. Aeußerliche Mittel were den nicht gebraucht, um nicht die Beulen, und mit ihnen die Materie in den Körper zurück zu treiben, wodurch ſonſt eine an» dere gefährliche Krantheit verurſacht wer- den könnte, Beulen des Rindviehes werden gemeiniglich auf folgende Weiſe geöffnet: Um eine Beule reif zu machen, nimmt man einige weiße Lilienwurzeln, kocht ſie in Milch und Waſſer ſo lange, bis ſie völ- lig weich ſind, legt ſie alsdann heiß auf die Beule. und bindet ſie feſt. Kann aber ſoles nicht bequem geſchehen, ſo muß ſie jemand ſo lange darauf halten, bis fie falt ; ſind, 1. 4% A 3. eme bere ada RI ene mx. Sed nr Biu beanie mire HEN nenn ie EN, GELL LERE SALES 28 FES vB SO 8-40 CM,- KW! 50 7 WM„GT Bi* Ei“ 8“ 3„am ar= "»d vv 11% ie M Sie„Es? ; WD Beulen find, und ſolches oft wiederholen. Iſt die Beule hierauf reif geworden, ſo wird ſie 'mit einem kleinen ſcharfen Meſſer geöffnet. Man drückt die Materie aus, und beſreicht die Wunde mit einer Salbe, die etwa die- ſe ſeyn kann: Man ſchüttet ein halbes Pfund Theer in einen kleinen irdenen Topf, nebſt drey Viertelpfund Pferdeterpenthin, ſest es auf ein gelindes Feuer, und wirft, wenn es ſc hinein, rührt alles wohl durch einander, und beſtreicht den Ort alle Tage warm da- mit, bis die Wunde geheilet iſt. Eine noch andre Art von Beulen entſteht bey dem Hornviehe von den Bremſen, die man auch Snterlintgsbeulen zu nennen pflegt. Dieſes Inſect, die ſo genannte Viehbremſe, Lat. Oelirus, von welcher das Weidevieh. im Sommer ſehr gequält wird, ſekt ſich gegen das Ende deſſelben auf das Bieh, ſticht durch die Haut, und legt ihre Eyer in die Wunde. Dieſe Eyer kommen von der Wärme des Thiers zwiſchen Haut und Fleiſch aus, und werden ſo groß, daß davon Beulen in der Größe einer kleinen Wallnuß entſtehen, und die Thiere auf dem ganzen Rücen öfters damit gleichſam beſäet ſind. Der Wurm in jeder dieſer Beulen iſt etwas kegelförmig, bald etwas dier, bald dünner und kleiner als ein Kienzapfen, und nähret ſich von der Feuch- tigkeit, die auch aus dem Loche, das er ge- macht hat, häufig hervor quilltz wenn er zu ſeiner gehörigen Größe gelangt iſt, macht er die Oeffnung der Beule weiter, ſchlupft heraus, und begiebt ſich unter ei- nen Stein oder ſonſt eine andre Bedeckung hin, und nachdem er daſelbſt eine Puppe geworden iſt, entwickelt er ſich ineine Vieh- bremſe, Jſt das Loch zum Ausgange, des “Wurms meiſt groß genug, ſo darf man | Beute 43 hur von der andern Seite her mit vem Daumen drücken, um den Wurm zum Hervorfommen zu nöthigen, Da aber vie- le dergleichen Würmer das Vieh quälen und abzehren, ſo darf man nur die Beulen noc< früher, als der Wurm von ſelbſt hervorzufommen pflegt, mit einem ſchar- fen Meſſer öffnen, ſolchen herausnehmen und zertreten. Die Wunde kann ſodanu mit obiger Salbe ein- oder zweymal be- ſtrichen werden, worauf ſie bald zuheilen witd. Siehe auc) Bremſen. Die Schweine befommen auch leicht Beulen und harte Geſchwülſte an manchen Gliedern. Sobald die Beulen weich ge- worden, ſo iſt es die rechte Zeit, ſie mit einem Meſſer aufzuſchneiden, Die Beu» len werden der Länge nach geöffnet, und auf den Seiten gedrückt, daß die Materie herausfließen könne, worauf der Ort zur baldigen Heilung mit Talg und Theexr be-. ſtrichen wird, Beute, iſt bey den Bäckern ein gro- ßer, aus einem Baum gehauener, 5=- 19 Fuß langer, und bis 2X Fuß breiter Backe trog, mit einem ſtarken, glatten Decel, worin die Bäcker ihren Teig einſäuern und durcharbeiten. Auf dem Beutende>el wird der Teig abgewogen und ausgewirkt, Jeder Bäer hat gemeiniglich zwo Beu- ten, eine zum Brodte, und die andere zur Semmel. Dieſe leßtere iſt öfters nur aus ſtarken Brettern von hartem Holze zuſam- men geſchlagen,. Beute, Büte, hölzerne Bienen- ſtöfe, die entweder in oder aus einem Baum ausgehauen, oder aus Brettern zu- ſammen geſchlagen ſind. Hievon kömmt ERIN und Beutenhonit.(S«. dieſe,) F 2 Beutel, Rafe iran mun ng<==. 44 Beutelb Beutel, Börſe, Franz. Bourl2, eine Art von einem kleinen Säckchen, um Geld oder andre Keſtbarkeiten, die man nicht verlieren will, bequem darin bey ſich zu tragen. Jn Erbſchaften gehören Beu- tel oder Taſchen zum Gelde zu der Gerade, In der Türkey macht ein Beutel Silber- münze inSgemein 500 Reichsthaler, und ein Beutel Gold 250 Ducaten oder Ze- , und wird zwar von den Jndia- nern, aber nict von den Europäern geach- tet. Der Nußen des Bibergeils aber, be- ſonders in Mutterbeſchwerungen, iſt be- kannt, Die Biberfelle, ſonderlich die ſchwarzen, werden zu mancherley Kürſch- nerarbeit ſehr geachtet. Von den furzen Biverhaaren kommen die überaus zarten Caſtorhüte; aus den langen werden Ca- ſiorſtrümpfe, Handſchubße u. ſ. w. bereitet. Verbrannte Biberhaare ſtillen das Naſen- bluten, Biberbaum, Regenſchirmbaum, iſt ein Baumgeſchlecht, deſieon Kelch aus 3 eyförmigen, vertieften, abfallenden, und die Blüumendecke aus 9 länglichen, vertief- ten, unterwärts ſchmälern, oberwärts ſtum- pfen Blättchen beſtehet, Die bekannteſten Arten ſind: x) Ziſengrane oder ſchmalblättri» Te, oder kleine Tlagnolie, der Biber- baum, von andern auch der Tulpen- banm mit Lorbeerblättern genannt, Magnolia glauca L. Vaterland: Caro» fina, Virginien, Penſylvanien, Stamm: dimn, 10-- 15--F. hoch, das Holz weiß, die Zweige, die nicht ſehr zahlreich ſind, glatt und weißlich. Blätter: mäßig groß, eyrund länglich, 3-4 Zoll lang, bie Oberfläche glatt und vortrefflich grün, die Unterfläche aber eiſengrau oder weiß- grau. DSlumen: die Blumenblätter aus- gehöhlt und groß, merkiich wohlriechend, die 3 Kelchblätter hellgrün, die 9 Blumen- iätter aber weiß, die, wie ein Löffel ausgehöhlet, im May, Dieſer ſchöne Baum iſt deswegen beſonders merkwürdig, vaß er ſeine Blätter den größten Theil des Biberb Winters behält, und daßer das Anſehen eines immergrünen Baumes hat, Das Holz iſt hart, verfaulet aber in der Näſſe gar bald. dien die Amerifaner den Saamen wider den Huſten und andere Bruſtkfrankbeiten, und legen ihn zu dem Ende in Rum oder Branntwein ein, wovon man des Mor- gens einen Schluck zu ſich nimmt, Die- ſes Mittel wird von allen goprieſen, ja man will verſichern, daß es auch gegen die Schwindſucht gut ſey. Die Rinde in Branntwein gelegt, oder in einem andern Getränfe gekocht, ſoll nicht nur die Bruſt- franfheiten lindern, ſondern auch bey aller- ley inwendigen Schmerzen und Stechen, ſo wie gegen die Hiße dienlich ſeyn. Bey ofſenen Beinſchäden, weiche nicht zuheilen wollen, hat man das zu Kohlen gebrannte Holz zu Pulver geſioßen, mit friſchem Schweinefete vermiſcher, auf den Schaden geleget, und ſolchen eclichenial damit be- ſchmicret, worauf ſolcung im Winter gleichfalls im Freyen aus, Bibern zt Biberhund, ein mittelmäßiger, den kleinen Bullenbeißern ähnlicher und beißt- ger Hund, welcher gebraucht wird, den Biber in ſeinem Baue oder ſeiner Burg auZzuſuchen, und ihn zum Herausgehen zu nöchizen, 5. Bibernell, Tragolelinum Tourna, Pimpinella L. iſt ein ſchirmtragendes Pflanzengeſchleht. Die Sruchr iſt ey- rund, die Kronblätter eingebogen, die Lrarben faſt kugelrund. Die Arten ſind: 1) Weiße oder kleine Sreinbiber- nell, kleine Steinbrech, Stretipe- terlein, Bockspeterlein, Pirnpinella alba of. P. ſaxifraga LL. Watrerland: Europa, auf trocknen Weiden und an We- gen. Wurzel: dünn, ſäuerlich, gerade in den Boden hinunter dringend- Plät ter: gefiedert, die auf der Wurzel aus 3 bis 4 Paar und einem einzelnen, rundli- , ſpindelförmig, wie eine Paſti- nake gerade hinunter gehend, nicht beißend vom Geſchma>e. Dlärter: geſpißt, ge- fiedert,(alle Blättchen lappig, das unge- paarte aber dreylappig, kinn.) die auf der Wurzel aus.3==4 Paar und einem ein- zelnen länglichen, ſägeſormigen Blättchen» zuſammen geſeßt, dunkelgrün, auf langen Stielenz3 die an den Stengeln kleiner, und die an den Zweigen noch kleiner, und nur aus 2== 3 meiſt ungeſtielten Stücken be- G 37' ſiehend, uad da lt ur Cneuriherrd ei ema 52 Biber ſtehend, Stenzel: aufrecht, hohl, ge- gliedert, ſteif, äſtig, 2 Fuß hoch. Blu- men: auf den Enden der Zweige, in klei- nen Dolden, im Jul, Man hat 2 Arten, die eine mit weißen, die andere mit rothen Blumen, Saanen“ reif im Herbſte. 3) Sremde Bibernell, Daterland: Jeatlien, auf unfruchtbaren Weiden. Wur-- zelbiätter: gefiedert, gekerbt, Stren- gelblätter; feilfsrmig, in- verſchiedene Abſchnitte rief eingeſchnitten. Strengel: rund, geſtreift, hohl, gegliedert, etwa 1x Fuß hoh, ZDlumen: auf den Enden der Zweige, in Dolden, welche, ehe ſie ſich öſſnen, überhängen, weiß, im Jul, und Aug, Sagmen: geſtreift, reif im Herbſie. Die Wurzel der erſten Art iſt officinell, und jederzeit in der Heilfunſt im guten und ſtarken Rufe geweſen, welchen ſie auch ge- wiß verdienet, Es haben aber alle Theile dieſer Bibernelle einen balſamiſchen harzi- gen Geruch, wenn man ſie reibt, und ſcharfen beißenden Geſchmac, doch die Wurzel am meiſten und ſtärkſten, welche auch nur allein zur Arzney gebraucht wird, Sie iſt ein herrlich eröffnendes, ſchweiß- und urintreibendes, magenſtärfendes Mit- tel, und bey Bruſifrankheiten, welche von einem angehäuften Schleime entſiehen, von vorzüglichem Nußen. Man pflegt ſolche bey Lähmung der Zunge, auch bey ſchlei- migen Flüſſen des Halſes zu kauen, oder ſic) damit zu gurgeln. Man gebraucht folche zuweilen mit andern Kräutern ver- miſcht als einen Thee, häufiger aber die daraus verfertigte Eſſenz zu 50-60 Tro» pfen, oder nur wenig Tropfen auf Zucker getröpfelt, oder auch die zuſammen geſeßte Stahliſche Gifteſſenz. Es ſoll dieſe Pflan- ze noh einen andern Nußen haben, und die Blätter davon, wenn ſie auf die Brü- „ie LEE dil Gee EL R R Wet Ie: Eh Drinnen bern IE Sbm rnm EIE bed Bicqttet ſte geleget werden, in wenig Stunden bey den ſaugenden Weibern die Miich in Men- ge herbey ziehen, daher man auch ange= " merfet findet, daß ſolche, unter den Futz ter gemenget, dem Milchviehe gegeben, nüßlich ſey, die Milch bey ihm vermehre, auch ſolches vor manchen Krankheiten bes wahre, Tabernämontanus verſichert, daß die Pflanze, unter dem Hafer verfüttert, oder als ein Trank eingeſchüctet, den Krebs an den Pferden heile; und Hofmann bat angemerket, wie die zerſchnittenen Blätter, in Wein gethan, deſſelben Schärfe lin- vern,; Biberneß, ein großes Stockgarn oder Wathe, worin die Biber mir Hun- den bey Tage und bey Nacht gejaget wer- ven. Biberſchwänze, ſv nennet man in einigen Gegenden die Dachziegel von ihrer Figur, die unten circul- oder gedrücktrund iſt, Siehe Dachziegel, Viberſtich, eine Jagd, da der von Hunden ins Waſſer gejagte Biber mit drey2 za>ichten Gabeln, deren Spiten mic Wi- derhafen verſehen ſind, unter dem Waſſer geſtochen wird. Das Waſſer muß aber klar und ſtille jeyn, um den Biber ſehen zu fönnen,< Bicke, Picke, Bickel, ein ſpigi- ges eiſernes Werkzeug an einem hölzernen Etiel, das einer Hacke gleicht, nur daß es, anſtatt der breiten Schärfe, eine Spiße hat, Es wird beſonders zum Auebrechen der Steine aus der Erde und aus Mauern, odex fleinere Stücke Steine von größern abzu- bicken, gebraucht, Dicquetiren, Biquetiren, bey den Wechslern und Kaufieuten, das Augas werfen und Einſchieben mancher ungülti- ger ME wem Über EIN nn mier RI SPEEE <= BINTSTEEN TREITGETREEIESNNIN SN ESC Ws Biegeiſen ger kleiner Münzen, die ſich unker den groben und guten Geldſorten befinden, Biegeiſen, iſt bey den Grobſchmie- ven ein nad) einem halben Bogen ausge- - höhltes Eiſen mit einerx-Spißer oder Angel, womit es in das Loch des Schmiedeamboſ- ſes geſtellet wird. Es werden auf demſel- ben die Achſenſchienen oder Bleche gebildet, Denn wenn ſie erſt aus einem Stück Eiſen geſchmiedet ſind, und die Geſtalt eines ge- raden Blechs erhalten haben, ſo wird das Biegeiſen mit der Angel in den Amboß ge- ſeßt, das geſchmiedete Eiſen auf die Hsh- kung des Biegeiſens gelegt, und mit der ſtarken und runden Pinne des Boſſefels rund geſchlagen. Biegel, iſt in der Baukunſt ein eiſer- nes plattes Band, das um einen Balken gelegt wird, um entweder ein anderes Stück Bauholz hiemit daran zu befeſtigen; oder, um dadurch einen Balken zu verwah- ren, daß er nicht aufreiße oder ſpalte; oder auch das Ende eines Balkens, wenn es keine gute Unterlage bat, mittelſt dieſes Biegels aufrecht zu erhalten, Biegel, ein meſſingner oder eiſerner Bogen, der unker dem Schaft eines Schießgewehrs. angebracht iſt, um daran einen Riemen'anzuſchnallen, womit das Gewehr bey dem Gebrauch über die Schule tern, oder aber außerdem an die Wand, ge- hangen wird. Bjegel, ein gebogenes Reis, das in Dohnenſtrichen an Bäume und Geſiräu- iſt, Zwi- ſchen dieſer und einem hölzernen Nagel, der 2 Zoll über der Scheibe hervorragt, werden die geſpaltenen'Bandſtöcke geſtec>t und gebogen, daß ſie ihre runde Geſtalt erhalten. Das Kreuzholz kann nach Be- ſchaſſenheit des Stiels, an welchem es bes feſtiget iſt, von beliebiger Länge ſeyn. Bienen, Jinmen; ſind die uns fo nüßlichen Inſecten, welche uns mit Ho»- nig und Wachs verſorgen.- Man ebeilet fie in wilde und zahme, Jene, die man auß Waldbienen heißt, befinden ſich) in Wäldern und Wildniſfen, und haben ihre Werkſtäte in von ſelbſt hoßl gewordenen al- ten Bäumen, oder von Menſchen mit Fleiß ausgehöhlten Bäumen und Felſen, G 3 Die 54 1. Bienen Die zahmen Bienen, die man auch wohl Gartenbienen nennt, weil man ihnen mei- ſens ihre Wohnungen in Gärten anwei- ſet, werden, wenn wir von ihnen die reich» lichſten Provucte erzielen wollen, nach ge- wiſſen, dure) Erfaßrungen beſiätigten, Methoden in Körben oder Stöcken unter- halten und gepfleget. Es ſind wenig Men- ſchen, welche die Bienen, wenn ſie ſolche aus ihren Wohnungen aus- und in ſolche hineinfliegen ſehen, nicht fennen ſollten. Treffen ſie aber einzelne, den Bienen ähn» liche Jnſecten auf Blumen im Felde an, ſo irren ſie oft, und halten für Bienen, die doch feine ſind. Wir kinden in einer Bienengeſellſchaft in ihren Wohnungen dreyerley Bienen, welche in Anſekung der Menge, Größe, äußern Geſtalt und einiger Eigenſchaften von einander zu unterſcheiden ſind. Die mehreſten ſind die Arbeictsbienen, die fleinſten unter den übrigen. Sie haben aſchgraue Haare, und wenn ſie ſolche ver-- lieren, bekommen ſie ein ſc als der Sutterbrey, den die Maden in ſich enthal- ten, Wenn man eine Drohne im May oder Junius zwiſchen den Fingern am Hin- tortheile des Leibes ſehr drückt; ſo geht ein ziemlicher Tropfen ſolcher weißen Feuchtig- keit aus dem Hörnchen zwiſchen den beyden auswärts ſtehenden Haken heraus. Hält manu dieſen Tropfen den Bienen, ſo am Flugloche ſißen, vor, ſo ſaugen ſie ſolchen eben ſo begierig in ſich, als ſie es mit dem Biene Fukterbray von zerquetſchter oder zerſchnite tener Brut zu thun pfiegen. Wenn nut aber die Drohnen den Futterbrey in ihren großen Leibern digeriren und zubereiten können und ſollen, wo kömmt denn ſolcher her, wenn im Frühjahre noch keine Drohv nen da ſind? Zu der Zeit haben die Ars beitsbienen, da noch nicht ſo viele Brut und feine Arbeit für das Wachsbereiten vorhanden iſt, noch ſelbſt Zeit und Raum, in ihren Mägen denſelben zu zubereiten. Iſt aber nicht viel mehr Brut in den Kör» ben und der Wachsbau zu Ende, laſſen die Arbeitsbienen ſolche nicht mehr freſſen, und man findet auch alsdenn bey ihnen je» nen weißen Saft niche mehr, man mag drücen wie man will.. Die dritte Gattung der Bienen iſt ihr Oberhaupt, der ſo genannte YVeiſel, wels cher weit länger iſt, als die zwey erſten Gattungen» Die Flügel ſind in Anſehung des Leibes viel kürzer. Der Leib aber iſt länger und ausgedehnter, wenn ſolcher voller Eyer iſt, Die Füße ſind auch län- ger und ſtärker, die Farbe iſt roth oder braungelb, wie der untere Leib, dex obere aber ſchwarz oder kaſtanienbraun. Jm Gange iſt der Weiſel langſamer als die an- dern Bienen, und er ſtreckt die Füße weit aus einander. Er hat zwar einen Stachel, bedienet ſich aber deſſen nur allein gegen ſeines Gleichen, Er fliegt zuweilen bey ſchönem Wetter auch aus dem Korbe und eine Zeit lang in freyer Luft herum/ und zwar bey den ſo genannten Vorſpielen, doc) im Frühjahre mehr, als gegen den Herbſt, Man ſtelle ſich nur ſolchen vor» ſpielenden Bienen an die Seite, ſo wird man ihn bald, wenn man ihn auch nicht herausgehen geſehen, aus der Luft wieder anfommen/ mit einem helltönene« ven Klange. ſich oft um ſeinen Sto> berunt- NEE WF A EE ened60:«3 20:2 0 BAI ALN: „Rr 4 1. 2230 EEG 2 DIELE F SS| INN TRIERER REER R AS SEEK RE RR ERTE NIT HENIIT SI DA SIEGES SEEN ey ew jd dimnrgä; 3 wn TAI SEE TE< auniäN En UEBER Simoni nä Än DIS> dender Sn mun barn nm Nd ANNEN mr nt ne ri IE „Bienen Herumſchwingen, und endlich gerade zum Flugloche wieder eingehen ſehen, worauf da3 Vorſpiel bald wieder ein Ende hat; J ſonderheit geht er. im Frühjahre, ver- muthlich um der Reinigung willen, bey den erſien ſchönen Tagen mit aus, Es begegnet ihm aber auch, daß er zuweilen in der rauhen eoder windichenLuft umkömmt, oder ſeinen Stock verfehlet, welches.da am meiſien geſchiehet, wo viele Körbe in der Hütte oft zu nahe an einander ſtehen, dä er denn in einem fremden Stoke von der erſten Biene ergriffen, feſt gehalten, und in wenige Minuten von andern dazu kom- menden getüdtet wird,: Es haben einige Schriftſteller vorgege- - ben, daß der Weiſel ſich beym Ausfliegen in der Luft begatte. Es kann ſeynz es - Fann, nicht ſeyn. Man hat aber Weiſel, die an den Flügeln lahm ſind, und nie ausfliegen können, und dabey doch zur Zucht ſehr“ gut ſind, wie Hr. Spikner verſichert. Meine eigene Erfahrungen ſind auch dafür, indem ich öfters beym Schwärmen flügellahme Weiſel gehabt, die mehrere Jahre nach einander ſich im- mer wieder gezeiget, und es an ihrer Frucht- barkeit gar nicht haben ermangeln laſſen. Unfruchtbar nennt man einen Weiſel, wenn er gar keine Eyer leget. Wielmals, beſonders im Frühjahre, jagen die Bienen ſelber einen ſolehen Weiſel fort, oder ver- laſſen ihre bisherige Wohnung. Es hilfe nichts, wenn man den Weiſel außerhalb am Flugloche hängend, oder innerhalb unter idem Korbe herum friechend, findet, . und ſolchen den Bienen wieder zuſeßet, in- dem er von ihnen nicht wieder angenom- men wird. Es iſt ſodann kein andrer Rath, als die Bienen mit dem nächſtſte- henden Korbe zu vereinigen, ehe ſie bey Get, Regllexicon U, Theil, 3 Bienen 57 einen ſchönen Sonnenblike gar davon gehen.;- „Einige wollen behaupten, daß der Wei- ſel falſche oder gar faulbrütige Cyer lege, oder daß ſelbige von einem beſondern Droh- nenweiſel erzeuget werden, da doch ein fol- cher niemals aufgefunden werden kann, Man findet nämlich in ſolchen Körben oder Stöcken, anſtatt der kleinen Brut zu Ar- beitsbienen, nichts als Drohnenbrut, auch ſogar in kleinen Zellen. Sie iſt an De- >eln erhöheter, als die Brut von Arbeits bienen, und wird deshalb koppichte oder ZBucelbrut genannt. Man findet der- gleichen auch in Körben, wo gar kein Wei- ſel mehr iſt, aber nicht ſo häufig, und die Drohnen, die von weiſelloſen erzeugt werden, haben auch noch ihre gewöhnliche Größe. Aber bey ſol als ordentliche Drohnen. Cin ſolcher Weiſel, bey dem man dieſe kleine Drohnen findet, taugt nichts mehr; und da mehrentheils, ehe man es gewahr wird, auch die Arbeits- bienen ſehr abgenommen haben, und nur Afterdrohnen:und Brut von denſelben an- getroffen wird, iſt es am beſten, die ganze Geſellſchaft todt zu ſchwefeln, um nech Honig und Wachs ſich zu nuße zu machen, Die wenigen Bienen können doch nichts I| ſchaffen, 538 Bienenb ſchaffen, wenn man ihnen auch einen an- dern Weiſel zuſeßen könnte. Bienen, Bau und Eintragen derſelben. Hievon har man kürzlich folgendes zu bemerken: Zu ihrem Bau brauchen ſie das Wachs, welches ſie zwi- ſchen den Ringen ihres Leibes heraus ſchwi- ßen, Aus dem Wachſe verfertigen fie große Tafeln oder Scheiben mit ſechsecki- gen Zellen. Wie die leßtern auf der einen Seite ſind, ſo ſind ſie auch auf der andern entgegen geſeßten Seite, In der Mitte zwiſchen beyder Reihen der Zellen geht eine in jeder Zelle etwas vertiefte Scheide» wand hindurch. Die Zellen ſelbſt aber ſind gegen die mittlere Scheidewand etwas geſenfet, damit das Honig nicht heraus laufe.“ Die Tafeln laufen faſt in gleicher Weite von einander fort, und laſſen einen Zwiſchenraum unter ſich, daß fich zwey“ Btenen darin einander ausweichen können. Oberwärts ſind die Tafeln angepicht, in- gleichen an den Seiten, unten aber ſind ſie frey, und ſind bald die Länge herab, bald in die Queere, zuweilen auc H*% Zill, auilaz... Ai3> Bienenb ten Haut ausfapezierer, da jede junge Biene ihre Haut zurück läßt, ſo, daß ſol- bleiben. Da aber, wie vorhin gejagt worden, nicht nur Blumenſtaub, ſondern auch Honig zur Verfertigung des Futterbreyes gehöret, und die Bienen doch viel Mehl einſammeln, weil ſie nicht müſſig ſeyn können, wenn es ihnen auch an Honig mattgelt; fo ſieht 768 daraus, warum in.mangelhaften Jah- 3 ren Sf ieee wnn nn mm uermn mur "4 ) 62 Bienenb ren ganze Tafeln voll angefüllter Zellen von ſolchem Mehle gefunden werden/ wel- hes nicht verbraucht worden iſt, wovon man doch in guten Jahren nur wenig an- frifft. Denn etwas behalten ſi? immer da- von im Herbſte übrig, das ihnen ohne Zweifel bey der erſten Brut im Frühjahre, ehe fie ausgehen können, nöthig iſt, So- bald ſie aber friſches Mehl haben, werfen ſie das alte ſelbſt aus den Zellen herunter. Noch mehr aber iſt es einleuchtend, daß dieſes Mehl zur Brut verwendet werde, weit ſolches in weiſelloſen Stöcfen, worin feine Brut mehr angeſeßt werden kann, ganz unverbraucht liegen bleibt, und alle Tafeln davon voll ſind. Denn es iſt. un- gegründet, daß, wie viele ſagen, ein Korb oder Sto> ohue Weiſel auf öre, Käulchen einzutragen. Er fährt damit ſo lange fort, als nod) Volk zum Eintragen da iſt.“ Ohne Zweifel erhalten auch die Bienen von die- ſem in ihren Mägen digerirten Breye die Materie zur Bedekung und Zuſpündung der Brut. Es iſt zuvor geſagt worden, daß die Bienen deſto mehr Brut anſeßen, je mehr ſie Bienenmehl finden, und daß ſie das vom vergangenen Sommer her aufbewahr- te auswerfen, wenn ſie im Frühjahre neues eintragen können, weiljenes weniger ſchmack- haft und der jungen Brut nicht zuträglich iſt. Cben hieraus läßt ſich nun erſehen, warum Bienen bey dem größten Honig- vorrache hie und da ſpäcer ſchwärmen, als diejenigen, die kaum mit ihrem Honige bis zur Blumenflor im Frühjahre auslan- gen können. Leßtere finden eher Stoff zum Blumenmehl- Einſammeln, weshalb ſie auch ſich frühzeitiger vermehren oder ſchwärmen können, Dieſes iſt, um ein Beyſpiel anzuführen, der Fall mit den Bienen des ſo genannten Flämings im ſäch- FE RR RSR ERR SS I Bienenb ſiſchen Churkreiſe, Hieſelbſt geht die Ho- nigtracht auf dem weißen Klee und dem Heideforne gemeiniglich erſt in der zweyten Hälfte des Junius, vielmals aber auch ſpä» ter, an, und die Bienen tragen in guten Jahren ſo viel Honig ein, daß öfters der ſtärkſte Mann kaum vermögend iſt, einen Bienenkorb zu heben und zu tragen, Blei- ben aber dieſe ſo honigreiche Körbe an Ort und Stelle ſtehen, ſo ſchwärmen ſie mei- ſtens erſt zu Ende des Julius, weil die Bienen aus Mangel des Blumenmehls ſich nicht eher vermehren können. Die mei- ſten Bienenväter des Flämings, um noh vor Johannis Schwärme zu haben, brin- gen theils ihre Bienen nach den Elbgegen- den, größtentheils aber in das anſtoßende Brandenburgiſche, hin, wo viel Wald und viele Wieſen ſich befinden, da denn dieſe Bienen einige Wochen vor Johannis abſchwärmen, Bey ſolchem ſehr zu loben- den nachbarlichen Einverſtändniſſe nehmen daher auch die Fläminger die Brandenbur- giſchen Bienen, wenn Klee und Heidekorn blühen, zu ſich, und auf dieſe Art betrei- ben gedachte Nachbaren die Bienenzucht in Körben aufs vortheilhafteſte. Bienenbehältniſſe, Wohnungen der zahmen Bienen, ſind nicht überall ei- nerley. Sie ſind von Holz und Stroh, und beyde wiederum liegende oder ſtehene de, oder Lager und Ständer, welche leßtere auch Stülpſtöcke in einigen Ge- genden genannt werden. Auch macht man einen Unterſchied zwiſchen einfachen und Magazinbehältniſſen. So weit ich im ſächſiſchen Churkreiſe, und von da an durch die Marken und Pommern gefom- men bin, habe ich die einfachen ſtehenden Körbe, faſt nie Magazine, gefunden. Hr. Spikßner giebt jenen aus folgenden Grün- wan au--== 55 5.'> 4 ;..> 5 Zin übe x EE ER EITER=<<<" Sande ISE Sn ma beinen m iN DÜ Nm däm a um werdend In SIDE IEH DE Cramer mmm er Rr br Ern WE über 2 mme ERT x rewe vm Wp men, 4 wenn ECD mn 2 DiE. nme mert nden Zein wu ngs weg S EHEN -“ I. mme= rin IR FEE amine= Mun md ZL ZATIWN NEE Dan e/. EE Teegen numm dis T Ho- dem yen ſpä. aten der inen Bleſs Hit mei die | ſich Mei: noh Drin: gens ende BPald denn nis oben- hmen nbub- eforn 1970 zucht Bienenb Gründen, fo wie ich ſolc 24 Körbe fort, und wenn wir eine von Latten weit» läufig zuſammen geſchlogene Horde neh» men, welche in Stricken über den Wagen- leitern ſchwebet, feine Stöße macht, und» auf welcher die Körbe, wie ſie in der Hüt» te, nämlich die Krone oberwärts, nur un- ten mit einem Tuche zugebunden, ſtehen, ſo fahren wir an die 32 Körbe zur Nacht» zeit 2=- 5 Meilen fort, und taſſen dabey die Fluglöcher offen, weit in der Finſter- niß keine Biene abſlieget. 8) Iſt die Ho» nigtracht gut, kann man ihnen durch Unter- fäße mehrern Raum verſchaffen, und alſs auch allemal, wenn es vortheilhaſt iſt, dax aus Magazine errichten. 19) Sißen die Bienen in ſolchen Körben wärmer, weil ſie größtentheils vol gebauet werden 3 ſie ſind auch wohtfeil zu baben, da man bey uns den beſten Korb, zuſammt ei- ; nem 64 BVieneub nem Vorſchieber von Holz, für 5== 6 Groſchen haben kann, Sollen dieſe Körbe recht dauerhaft ſeyn, ſo müſſen die Strohringe, aus deren Ver- bindung der ganze. Korb entſtehe, recht dichte und von allen Aehren gereiniget ſeyn, als welche bey Verfertigung eines jeden Ringes zuvor ſorgfältig abgehauen werden müſſen, Das Stroh iſt Roggen- ftroh, und ſie werden mit zähen Weiden, au) dünnen Haſelſtauden, oder mit Ru- ſtern- oder Lindenbaſt geflochten, Dieſe dauern, wenn ſie für anhaltende Näſſe, darin fie ſtocken oder vermodern, auf hun- dert Jahre. Diejenigen aber, die mit fichkenen oder andern Wurzeln geflochten werden, oder zu dicke und lockere EStroh- ringe haben, werden bald ſchadhaft, weil die ſehr ausgetrockneten Wurzeln, wenn fie nux einmal vom Regen durc - BEEREN SN RR ee ThE wk in m wnn dn iert Bijettenb 3 Elle im. Durchſchnitt weit, und nicht ganz eine Elle hoch ſind. Nach Beſchaf- fenheit des An- und Fortbaues giebt man den Körven Unterſäße, welche, da die Körbe alle von gleicher Weite ſeyn müſſen, auch eben ſo weit und alſo gut paſſend ſeyn ſollen, Auch har man die Körbe gern oben „mehr ſpißig als kegelförmig zulaufend, da- mit die Bienen gerade in der Mitte, und nicht etwa auf einer Seite anbauen müſ- ſen. Denn, wie der Bau einmal ange- ſangen iſt, ſo wird er fortgeführet, Iſt aun der Korb oben ſo weit als unten, oder kegelförmig, ſo nehmen ſie insgemein an- fangs nur die Hälfte, und bauen ſo fort, Mangelt hernach die Tracht, ſo bleibt es dabey, daß ein ſolcher Bau hernach zum Verfahren auf beſſere. Weiden und zur Auswinterung ganz unbequem iſt, Das Flugloch iſt in der Mitte des Kor- bes, und mehr ermeldeter Hr, Spißner preiſet ein ganz einfaches Mittel an, das Flugloch auf verſchiedene Art zu verwah- ren, Es wird nämlich an jedem Fluglo- dhe ein hölzernes Futteral zu einem Vor« ſchieber mit eingeflochten, welches nicht ganz einen Zoll hoch und etwa drittehalb Zoll breit iſt. Hierzu ſind zwey verſchie dene Vorſchieher von Holz, die in das Fuke teral eingeſchoben werden können, und, an Bindfaden befeſtigt, an der Seite des Kor- bes hangen, Einer iſt mit kleinen Löchern oder Riten verſehen, wodurch keine Biene heraus kann. Dieſer wird beym Verfah» ren der Bienen gebraucht, wenn es nothig iſt, die Bienen im Korbe zu verſchließen. Ein andrer Schieber hat große Löcher zum Durchgang der Bienen zwar, aber ſo, daß feine Maus oder anderes Ungeziefer in den „Korb hinein kommen kann. ; Ueber vieſem iſt ein Kartenblatt oder ein Stückchen Pa- pier krumm gebogen, als gine Verblen- dung M re= IR Ie amen= CHEpumn vm - WE En m mal I hd EIE Su mn bunt wm WH AI DENE 2m unmurüurrgt, 5 "*s * Bienenb dung an beyden Seiten aufgeleimt, daß die Bienen zwar oben und unten heraus können, aber doch von dem eigentlichen Flugloche nichts zu ſehen iſt, als welches von vem Papier ganz bedeckt wird. Man an beyden Seiten ſo weit aus, als der Vorſchieber breit iſt, damit es aufgeleimt oder allenfalls mit kleinen Nägeln von bar- tem Holze angeſteckt werden kann. In der Mitte behält es ſeine Breite zur Ver- blendung des Fluglochs, und es wird ſo auſgeleimt, daß es einen Schwibbogen über daſſelbe macht. Dieſer nun wird im Winter vorgeſchoben, daß nichts Feindli- des zum Flugloche hinein gehe, und die auffallende Sonne die Biene nicht zur Un- zeit heraus lo>e, und im Frühjahre ſo lan- ge, bis der Anfall der Räuber vorüber iſt, und die volle Tracht das ganze Flug- loch erfordert; alsdenn wird es ohne Vor- ſchieber frey gelaſſen, Zwey ZSluTlöcher, eines unfen am Korbe zum Ausräumen, das andere, als ein Luiftloch oben in der Krone mit einem durch- löcherten Bleche, ſind überflüßig, da ja die Biene durch das Verwichſen aller 20- cher uns hiezu ſelbſt das Unterlaſſen des leß- „fern lehret. Das untere Flugloch iſt in vieler Abſicht ſchädlich. Die Nachtvögel bekommen hier einen freyen Cingang zum Anlegen ihrer Eyer in den Körben; inglei- t 3 gerade dar- unter, über dem Fluchloche, wie dieſes Kreuz ſiehet, zwey andere, wovon man den Speiler, der über das Flugloch einge- ſteckt wird, einen halben Zoll vorne heraus ſtehen 6 Bienenb “ſtehen läßt, um allemal daran den Korb -mit dem Daumen rechter Hand bequem - aufheben und hinein ſchauen zu können. Reben dieſem, gerade durch den Korb ge- henden, Speiler, ſteckt man noch zween andere, ebenfalls gerade durch, zu beyden Seiten ein. Alsdenn mögen die Bienen in die Länge oder in die Queere bauen, es iſt Holzwerk genug da, alles zu befeſtigen, und man kann zu ſeiner Zeitallemal, bis ans Flugloch, ohne Hinderniß beſchneiden, .und weiter darf man ſelten gehen. Nur diejenigen pflegen die Bienenzucht zn Körben, weil ſolche nicht dauerhaft ge- nug ſeyn ſollen, abzurathen, welche ſich nie damit beſchäftiget haben. Körbe, die, wie vorhin geſagt worden, recht dichte mit Weiden- oder Lindenbaſt vurchflochten ſind, dauern ſo lange und noch länger, als Kloß- beuten, oder von Brettern zuſammen ge- “ſeßte, die ſich gar leicht in den erſten Jah- xen bereits verwerfen oder aufreißen, beſon» ders wenn Näſſe und Sonnenſchein dazu fFommen. Man findet bey uns dreyßig- bis funfzigjährige beſtändig gebrauchte und ämmer verfahren geweſene Körbe, die noch 'ganz ohne Fehler ſind. Man darf auch nicht ſagen, daß ſelbige zu wenig warm halten follten. Sie ſind von recht feſten Strohringen, und inwendig mit einer De- >e von Bienenfütt und Wachs überzogen, daß, da die auszuwinternden Körbe bey uns durch gute Schwärme bis unten heran voll gebauet ſind, keine Kälte den Bienen ſchaden kann. Da id) im vorigen Jahre den Stettiner Kreis bis zur Oſtſee hin durchgereifet bin, ſo fand ich unſre hieſt- gen ſtehenden Körbe ohne Hütte oder Ob» dach einzeln hie und da unter freyem Him- mel ſtehen, und dieſe Körbe hatten jeder über ſich eine ſpiß oben zulaufende Kappe “von nicht allzu dickem Schilfe oder Ried-= NESSE EE Bienen graſe, zum Schuß wider den Regen und Schnee. Dieſe Kappe geht aber nur bis an das Flugloch in der Mitte des Korbes, daß alſo der Korb unter ſeiner Mitte ganz auf allen Seiten frey und ohne Decke iſt, Niemand aber weiß daſelbſt vom Erfrieren der Bienen oder zu ſpäten Schwärmen, "die man meiſtens in ihren Körben einzeln dahin ſtellet, und beſtändig, bis zum ek- wanigen Verfahren, ſtehen läßt, wo der Schwarm eingefangen worden. Ws iſt aber in Deutſchland eine Provinz, wenn man das Lüneburgiſche, wo die Bienen- zucht auch in Körben getrieben wird, etwa ausnehmen könnte oder wollte, in welcher mehr Honig gewonnen wird, als in Pon» mern? Hievon ſind die in Pommern nicht in Gemeinſchaft mit andern gewöhnli- Bienen auf ſeinem Eigenthy-= me zu halten, iſt einem jeden erlaubt, Das Recht, Bienen in den Heiden zu halten, ſteht nur den Eigenthümern des Forſtes zu- Dieſen kann auch der Hüthungsbe- rech» .“. ZAN 7 EX[wan RE WEIENE GRE. ü I BRE ane ZIGA..:-= NE TE dunnen nd RM wnn nb di dena Deh I Ah Drinnen rt Nr EILEN Ni übne 2m EE I tan 3 ge ICH a Ddr ZEE mami ret bn ät än- ZIFENKLSGEEEN gn Boone benin irt ENEN Rr NIN+“ Eee“ Wh ume "aal SEESEN Bienenſt rechtigte das Halten der Bienen nicht un- ferſogen-. Auf zahme Bienenſchwärme bat der Eigenthümer des Mutterſtoc>s ein ausſchließendes Recht. Er fann die ſchwär- menden Bienen auch auf fremden Grund und Boden verfolgen und ſelbſt einfangen. Doch muß er dem Eigenthümer des Grun- des und Bodens für alle bey ſolcher Gele- genheit verurſachte Beſchädigungen gerecht werden- Sobald der Eigenthümer des ſchwärmenden Sto>s die Verfolgung gänz- lic) aufgegeben hat, iſt der Eigenthümer des Grundes und Bodens, auf welchem der Schwarm gefunden wird, denſelben einzu- fangen berechtigt. In Anſehung desjeni- gen, der wilde, oder von dem Eigenthü- mer verlaſſene Bienen auf fremden Grun- de und Boden einfängt, findet die Vor- ſchriſt 9. 115. Anwendung.(Dieſer Ab« ſchnitt beſagt folgendes: Wer in der Ab- ſicht, Thiere zu fangen, fremden Grund und Boden, ohne Vorwiſſen oder wider Willen des Eigenthümers, betreten hat, muß. das Gefangene dem Eigenthümer auf deſſen Verlangen unentgeltlich ausliefern.) Die Polizeyobrigkeit jedes Orts iſt berech» tigt, Verfügungen zu treffen, wodurch das Rauben der Bienen verhindert, und diejenigen Stöcke, unter denen es einge- riſſen iſt, davon wieder entwöhnet wer- den.=- Diebſtahl an Bienenſtöen iſt ſolchem Diebſtahle gleich zu achten, da die Gefängnißſtrafe von 6 Wochen bis auf 3 Jahre verlängert, und mit Willkommen und“ Abſchied geſchärft wird, A, 4, R, Th. 11, Tit, XX. 6, 1143. Bienenſtand, iſt der Ort, wo Bie- nen gehalten werden, und man verſteht darunter ſowohl die Bienenhäuſer, oder das Obdach, worunter die Bienenkörbe oder “Bienenſtöce beyſammen ſtehen, als auch Bienen|= 67 die Gegend überhaupt, in welcher ſich Bie- nen halten oder halten laſſen, Da es eben nicht nothwendig iſt, auf Bienenhäuſer viel zu verwenden, ſo werden die meiſten Bienen nur in ſchlechten, wenig koſtenden, Hürten gehalten, welche man gemeiniglich Bienenhürcen zu nennen pflegt,; - Seidet es die Gelegenheit, ſo wird die Hütte ſo geſtellet, daß die Körbe“ mit den Fluglöchern zwiſchen Morgen und Mittag gerichtet zu ſtehen kommen. Will man aber doch Bienen halten, und hat die Wahl der Himmelsgegend nicht in ſeiner Gewalt, ſo ſtellet man die Hütte,. wie man fann und mag, So gieng es mir vor einigen 20 Jahren, da ich im Garten, etwas vom Hauſe entfernt, meine Bienen- hürte harte, in welcher mir zum öftern die beſten Körbe im Herbſt und Winter weg- geſtohlen wurden, ohne daß ſich je der Bie- nendieb betreffen oder ausſpüren ließ, Die- ſerhalb ließ ich auf meinem geräumigen Viehhofe einen kleinen Plaß einhegen, worin die Bienenhütte gerade gegen Mit- tag zu ſtehen käm. Da aber zwiſchen den Gebäuden der Wind einen ſtarken Durch- zug vor die Hütte vorbey nahm, und be- ſonders in der erſten Frühjahrszeit die Bie- nen vom Winde vor der Hütte niederge- worfen, und bey rauher Wikterung ſtarr und ſterbend wurden, ſo änderte ich die Hütte ſo, daß der Hintertheil an ein Stalle gebäude angelehnet ward, und die Bie- nen wider den über den Stall hinweg ge- ' henden Wind Friede hatten. Hier nun kamen die Bienenkörbe ſo zu ſtehen, daß die Fluglöcher gegen Morgen gerichtet wur- den, und die Sonne, wegen des nahe an- ſtoßenden Wohngebäudes, erſt um halb neun Uhr die Körbe, und nicht viel über anderhalb Stunden lang, beſcheinen konnte, Ich glaubte zum Voraus, daß dieſer Stand I 2 den BRNSCEST ZSS GE NESSE 68 Bienenſ ven Bienen nichts ſchaden wirde, La die Waldbienen, ohne Unterſchied der Himmels- gegend, ſich Wohnungen ſuchen, wir auch unſre ſo zu nennende Wanderbienen, wenn wir ſie in die Wälder auf das Heidekraut bringen, ohne Unterſchied der Himmelsge- gend hinſiellen müſſen, um ſie nur in vem Bezirke, wo der Bienenhüter alles in der Nähe um ſich her überſehen kann, unterzu- bringen. Hier nun ſchwärmen meine Bie- nen nicht ſpäter, als diejenigen am Orte, welche ſich in der gewöhnlichen Lage beſin- denz und die Schwärme an und vor ſich ſelbſt geben allen andern in der Volksmen- ge nichts nach. Jh ſehe es auch gern, wenn meine Bienen durch die ſpäter an- ſcheinende Sonne in den kalten Frühlings»- tagen nicht zu frühe hervor gelo>t werden, weit ſie ſchon durc) das Gefühl der ihnen dieniichen Temperatur zum Ausfliegen einen Reiz finden, indem man ſo manche Bie- nen, durch vie früh anſcheinende Sonne Hervorgelodt, bey der noch zu kalten Luſt im März und April, auf den Feldern er» ſtarrt anrriſtt, und ſie nicht eher wieder be- - wegjam werden, als bis die höher herauf gekommene Sonne ſie wieder belebt hat. In den wärmern Monathen aber fliegen meine Bienen eben ſo zeitig aus, als alle "diejenigen im Dorfe, welche auf das Be- ſcheinen der Sonne nach ihrem Aufgange nicht lange zu warten haben, In den heißen Mittagsſtunden aber dürfen meine Bienen in ihrem Schatten nicht ſonderlich vorliegen, welches ſie nur ſo lange thun, als ihr Stand ſie des Vormittags der Sonne gusfeßet. Auch hierin gehe ich von dem' ' gemeinen Bienenſtande andrer Bienenvä- ter ab, daß kaum 2 Schritt von der Hitt- ve Kirſchbäume ſtehen, durch deren Zweige, - vder über die Bäume ſelbſt, die Bienen "hindurch, oder ganz über hin fliegen müſs T I- FEE WIESE SZS 2 R REER VINE EEE 24<< hohe Gebäude er- heben müßen, io iſt mir doc) ſeit 20 Jah» ren fein Shwarum getommen, der ſich nicht innerhalo ves Sojes an die Kirſche bäume. oder Linven angelegt gehabt härte, Ich ſchreibe aber dieſes für ziebhaber der Bienenzucht, wean es ihnen an Gelegen heit fehlet, einen Bienenſtand nach allen von Scyriftſ?. lern angewieſenen Regeln anzulegen; ſie innen mit mir getroſt das von Aausgadmen machen, und vielleicht, wie ich, aus izven Wohnſtuben jehen und hören, was die Bienen machen, wenn ſie ſolchen in der INähe ihres Wohnhauſes einen eingebegien fleinen Plaß nur allein anzuy- weiſen genöthiget ſiod, "Bey untern geringen Dorfleuten findet man für die:Oienen fein anderes Obdach, alg „+ IulT eiae Son bn mid Ai Imre gr IS Een dm in “> Bienenſ als wir alle hier herum ſolches unſern Wau- derbienen in den Hütten zu geben pflegen, nämlich ein oder zwey über die Körbe ſchräg liegende Bretter, und zwar ſo, daß dieſer ſo ſimple Bienenſtand ſich mit dem Rucken an ein Gebäude, eine Wand oder einen Zaun anlehnet. Es iſt doch aber für Bie- nenwirtbe, weiche viele„Bienen halten, beſſer, eine mehr bequeme Hütte zu errich- ten, die doch nicht ſonderlich viel kvſtet, Wet aber die wenigſten Unkoſten anwen- den will, der läßt 4"Bäume oder Pfoſten in die Erde eingraben, worauf 2 andere ruhen, um das Dach zu tragen. Dawer- hatter aber iſt die Hütte, wenn ihre Pfo- ſten oder Säulen auf Schwellen ſtehen, und dieſe mit ihren Riegeln ordentlich ein- gezapfet und befeſtiger ſind, daß ſich die Hütte nicht neigen oder gar um» und ein- fallen fönne, Steht die Hütte frey, und iſt an kein Gebäude oder keine Wand an- gelehnet, ſo muß ſie an der Rückſeite mit Brettern. wohl vorſchlagen und verwahret werden, Höher bauet man ſie nicht, als daß varinnen 3 Reihen Körbe über einan- der zu ſtehen kommen, und es muß von ei- nem Standbrette zum andern ſo viel Höhe ſeyn, daß die Körve bequem aufgehoben, und ihnen, nach Erfordern, Futter und 'Ringe untergeſeßt werden können, Sind die Körbe z. B. bis gegen eine Leipziger oder anch wohl Berliner Elle hoch, ſo muß die Höhe von einem Standbrett zum an- dern reichlich 5 Viertel ſeyn. Hat man aber Magazinförbe, ſo muß noch wohl eine halbe Elle faſt zugegeben werden. Nach erſterer Art haben alſo die hintern Säulen gegen 4 Ellen Höhe, die vordern aber ein Vierkel darüber, Diejenigen Kör- be, die noch höher ſind,'fommen auf das oberſte«Standbrett, weil ihnen das Dach Höhe genug verſce in der Hütte auch dieſes zu beobach- ten? daß die ſtärkſten an den Ecken derſel- „ben, die ſchwächern aber in die Mitte der Reihen zu ſtehen kommen. Die Raub- bienen fallen gemeiniglich die erſten Körbe an den Ecken zuerſt an, und wenn ſie von ſolchen gut abgewieſen werden, ſo unter- bleibt ihr Wiederkommen. Stehen aber ſchwache Körbe an der Ecke, ſo werden ſie gar leicht übermannet, und wenn die Raubbienen erſt zum Streiten und Siegen den Anfang gemacht haben, ſo werden ſie immer kühner, und greifen, wenn ſie mit einem Korbe fertig ſind, einen ſtärfern Nachbar nach dem andern anz; und wenn es ihnen ja nicht mit den folgenden Sts- >en gelingen ſollte, ſo zwacken ſie doch be- ſtändig an ſelbigen, und verurſachen, daß die täts von Raubbienen beunruhigten Bienen in ihrem Bauen und Eintragen ſehr gehindert werden, und daher nicht wohl vorwärts kommen können.- Wider das Beſtehlen der Bienenhütten hat man mancherley Verwahrungsarten derſelben und der darin befindlichen Körbe vder Stöcke erfunden, welche als unzurei- anwend ME ahne 2 geentert munen 1m ENT Genie Ba Zietenſt mein, und immer noh Nahrung finden könne. Nein! es wird eine beſuchte Blu- me zwar täglich ſehr oft von nachfommen- den Bienen beſucht, aber ſie fliegen bald wieder weiter, ſobald ſie das Dageweſen» ſeyn einer andern Biene wittern. Da ich Aprikoſen und Kirſchen ſo nahe vor den Fenſtern meiner Wohnſtube ſtehen habe, daß ich ſie mit der Hand abnehmen kann, ſo habe mir zum öftern die einmal beſucht geweſenen Blüthen ſolcher Bäume gezeich» net, und immer gefunden, daß ein Paar Tage hingiengen, ehe wieder eine Biene darauſ ſtille ſißen blieb, um Honig auszu- ſaugen, Da ſie aber doch zu jeder bereits betuchten Blume immer wieder kommen, und forſchen, ob was für ihnen darauf zu thun ſey, ſo ſiehet man hieraus, wie ſehr die Dienen bey ſolchem vergeblichen Her- umſuchen aufgehalten und um Zeit gebrocht werden, Cin anderes iſt es, wo die Braqs t haben, weil ſie immer zur Brut Waſſer brauchen, In dieſem Falle muß nun die Hand, wie vorhin geſagt worden, durch das Anempfinden der Wärme am Flugloche. entſcheiden. 4) Dieſe Beſe- ßung des Bienenſtandes muß mit ſolchen Bienen geſchehen, die an einem fremden, - etwas über eine halbe bis drey Viertel Mei- le entfernten Orte geſtanden haben, weil die Bienen aus dem Wohnorte der Käufer und Verkäufer immer wieder nach ihrem erſten Stande hinfliegen, und ſich hiemit Verſäumniſſe und Volksabnahme zuziehen würden. Findet man aber Wanderbienen ſeines Orts, ſo kann man ſolche zu der Zeit zu ſich nehmen, wenn ſie ihre Wander- ſchaft geendigk haben, weil ſie nach einer Abweſenheit von 6-8 Wochen ihren al- ten Flug vergeſſen haben. 5) Mit wie vielen Stöcken die Bienenzucht anzufan- gen ſey, ſolches kömmt auf Liebhaberey nicht ſowohl, als auf den davon zu ziehen- ven Nußen an. Wenig Bienen bringen weniger ein, als viele, und erfordern eben ſo viel faſt tägliche Aufſicht, als mehrere, Kann man nicht gleich mit 6=-8 Körben anfangen, ſo muß es doch nicht unter 3 bis 4 Stück ſeyn, zumal wenn man Wander-. bienen halten kann und will, und hierzu ei- gene Fuhre nehmen muß. 6) Furchtſam- keit vor dem Bienenſtich muß man durch den Gedanken zu überwinden ſuchen, daß die Korbbienenwirthe in Ober- und Nie- verſachſen öfters ohne Kappe und Hand- ſchuhe Bienen beſchneiden und Schwärme einfaſſen, faſt beſtändig ohne Verwährung der Hände und des Geſichts unter ihre Körbe beym Aufheben derſelben ſchauen, und den Unrath abfegen. Jh Habe ſelbſt Bienen 75 öfters Unerfahrnen damit Muth gemacht, daß ich zur Sommerszeit, wenn die Bie- nen ſtark vorliegen, mit der bloſſen Hand Hinein gegriffen, und große Klumpen von Bienen in die Stube hinein gebracht ha- be, ohne daß ich im mindeſten von ſelbigen geſtochen worden. Cs kömmt hiebey theilgs auf Dreiſtigkeit, theils aufs Angewöhnen der Bienen zum Zahmſeyn, durch fleißi- ges Umgehen mit ihnen, an. Diejenigen befommen immer Stiche, welche ihren Athem ſtark vor der Hütte, in der Nähe der Bienen, von ſich laſſen, mit dem Ko- pfe und andern Gliedern zurück beben, und damit geſchwinde Bewegungen machenz und diejenigen werden Stiche über Stiche davon tragen, wenn ſie, von einer Biene geſtochen, zu ſpringen, oder mit den Händen um ſich zu ſchlagen anfangen, oder ſehr ſchnell dovon laufen. Denn alle der- gleichen Bewegungen ſehen die Bienen gleichſam als Ausforderungen an, wobey ſie gar zahlreich ihren vermeynten Feinden zu Leibe gehen. Hiezu kömmt überdies noch wohl dieſes, daß der über dem Bie- nenſtich Erſchro>ene, außer der Geſchwulſt, die Roſe bekömmt, wovon doch der Nicht- erſchrocfene aud) bey mehrern Stichen ganz frey bleibt, Es werden mancherley Mittel wider die ſchmerzhaften Folgen des Bienenſtichs angeprieſen. Ich ſelbſt habe kein einziges verſucht; ich will aber do) einige derſel- ben, hernach aber das meinige, welches jedem gleich zur Hand iſt, anführen. Man nimmt einen Löſfel voll ungelöſchtem Ralk, zerreibetihn zwiſchen den Händen, und reibt alsdenn die Stellen ſtark damit, wo man einen ſchmerzhaften Stich bekom« men hat, Der Schmerz ſoll augeubli>- lich vergehen; die Geſchwulſt aber, welche übrig bleibt, wixd durch einen Löſfel voll K 2 reinen « 76„Bienenſt reinen Waſſers vertrieben, womit man-die verleßten Theile ein wenig beſtreiche, Cs entſteht dadurch eine kleine Gährung, wo- durch in wenig Stunden Schmerz und Ge- ſchwulſt gänzlich gehoben werden. Man bringt nur wenig Waſſer auf einmal, aver deſto öfterer, an die beſchädigte Stelle; „Jonſt macht man die Gährung zu ſtark, und würde die Haut verleßen. Nach Anzeige . Des 83ſten St, des Hannöv, Magaz, vom JI. 1771, ſoll man einen weißen Mohn- Fopf nehmen, ihn ein wenig einſchneiden, und aus dem Einſchnitt, ſogleich nach dem Stiche, einige Tropfen von dem Milchſaf- te auf die verleßte Stelle drücken. Dex Schmerz wird hiedurch augenblicklich ge- lindert, und es erfolgt feine Geſchwulſt, Nichts aber iſt ſchädlicher, als die von Bienen verleßten Theile gegen das Feuer zu bringen, oder, wie Einige anrathen, ein im Feuer erhißtes Stück Eiſen, oder, in deſien Ermangelung, eine glühende Kohle, ſo nahe und ſo lange, als man es ausſtehen kann, an die Wunde zu halten, oder den Ort des Stichs mit hißigen Säf- ten, als: Branntwein oder Wein, an- zufeuchten. Man hat Beyſpiele, daß da- her Fieber und hißige Krankheiten entſtan- Den ſind. Mein allerſimpelſtes Mittel iſt dieſes: daß ich den geſtochenen Ort mit dem Fin- ger 190-=- 12 Minuten augenblicklich ſo ſtarf drücke, als nur immer möglich iſt, Cs thur anfänglich ſehr webe, aber nach und nach hörer der Schmerz gänzlich auf, und es erfolgt im geringſten nicht Ge- ſchwulſt,- Den Stachel laſſe ich ſißen, denn es wäre zu ſpät, wenn man erſt von der Hütte weggehen, und ſich nach Je» manden zur Ausziehung des Stachels im Geſichte etwa umthun wollte, Es aber verſuchen, es ſeibſt chun zu wollen, kann - dei* enen I 0... Smp prak kh x Kade SSEN INNE ENE€ "nnen N Mus Ee SIE I PRRSS 8: 7. M eS Zb neg HN Ser 8 3 elmen em mne MR SLI WE Eb Ie Deda Ln rin . 3 T - Bienenſt theils vergeblich, theils mehr ſchmerzhaft ſeyn wenn man niit den e3ingern, darnach umher fühlet, und den geſtochenen Ort.da- mit nur brennender macht, Es ſchadet bey der Methode des ſtärkſten Niedexdru- dens der geſtochenen Stelle im geringſten nicht, wenn der Stachel in der Wunde im- merhin ſißen bleibt, Daß viele Bienenſtiche Menſchen- und Thiere rödten können, iſt aus der Erfah« rung befonnt, In einem benachbarten Tiumingsdorfe wurden vor> Jahren 2 Pferde auf der Weide tode geſtochen, da ein überhin ziehender Schwarm, der ſei- nen Siug ſo niebrig genommen hafte, den Pferden in den Weg kam. Würden die Pferde ohne"Bewegung ſtill geblieben ſeyn, ſo bäite ſic) der Schwarm tuhig auf ſie an- geiegt gehabt; aber das Bewegen oder Um» berſclagen der Thiere mit dem Schwanze macht, daß die Bienen böſe werden und oeral ſtehen, wo ſie nur anfommen fön nen, Sieht man einen Schwarm Bienen von ferne tommen, ſo halte man ſülle mit den Pferden, oder fahre aus dem Striche, den ſie im Fluge halten. Denn wenn die Bienen ſchon hoch füezen, ſo fann doch der Weiſel müde geworden ſeyn, und ſo- dann auf Pferde und Wagen hernieder fal- len, wie man es an durchgehenden Schwär- men mehrmals geſehen hac, vaß ſie auf die platte Erde im Felde dornieder fallen, Sollten Thiere auf Höſen oder Straſſen angejällen. werden, ſo iſt die einzige Reka fung vieſe, daß. mit ihnen unverzüglich in einen finjtern Stall geeiler iverde, als wo» hin die Bienen nicht nawfolgen. Hat man die oben angejührten Mittel nicht zur Hand, ſv beſtreicht man. die geſtochenen Thiere mit Honig, welches allenfalls mit geſtoßenem Peterſilienſgamen vermiſcht wer: den fann, 554:. Es I> SN ANN Sel nnr ÄN DÜ Demme Rb ÄN .. ail --- 7 Bienenw Es iſt aber nicht genug, ſeinen Bienen- ſtand mit einer Anzahl guter Stöcke oder Körbe verſehen zu haben, man. muß es auch an der Wartung deſſelben nicht erman- geln laſſen. Dieſe läßt ſich, da ſie nicht immer einerley iſt, und in jedem Monathe vieles Eigene hat, am beſten nach den Monathen beſtimmen, weshalb wir unſrer gewöhnlichen Zeitrechnung nach mit dem Januar den Anfang machen. Im jeßt gedachten Monathe, wie in al- len Wintermonathen, halte man darauf, daß die Bienen nicht aus ihrer Stille ver- unruhiget, und zum Ausgeinanderlaüfen genöthiget werden. Je mehr dieſes geſchie- het, deſtomehr fommen ſie zum Erſtarren md Sterben, daß man zu Ende des Win- ters auf dem Standbrette öfters die Hälf- te codtfer Bienen zum Abfehren vorfindet. Geſchießet dieſes Beunruhigen der Bienen in ihrem Winterlager nichrdurch Menſchen, ſo kann es durch Spechte, Meiſen, Mäu- ſe u. ſ-f. geſchehen, welches man auf alle Weiſe durch Anlegung von Schieiten, fo genannte Meiſekaſten und Mäuſefallen zu verhindern ſuchen muß. Iſt ein ſtarker ESonnenſchein, ſo verhüfe man das Aus- fliegen der Bienen durch vorgeſtecktes Pa- pier vor den Fluglöchern, oder, wenn die Hütte darzu eingerichtet iſt, durc< gänzli- s Gemeinſchaft haben könne, Die Bienen erſtien oder erfrieren, wenn ſie durc) ihre eigene Ausdünſtungen mit Feuch» tigfeiten überzogen worden, Au allzu wenige äußere hinein gehende Luft kann die Folge haben, daß die Brut« und Ho- niatafeln von dem Broden der Bienen an- ſchimmeln, und ſovann wohl gar eine Krankheit derſelben mit Ausgange des DICHTEN... 577 Winters erzeuget werde. Da es auch ge- ſchehen kann, daß beſonders die unterſte Reihe der Körbe oder Stöcke auf einige Tage ganz mit Schnee rberdeckt werde, ſs kehre man ihn ab, damit die Bienen aus Mangel an Luft nicht erſtiken, Fin- det man an Froſttagen des Morgens die Fluglöcher von einem weißen Reif verſchloſ= ſe, ſo haf man hierüber eben nichts zu bejürchten, indem dieſer Reif mit zuneh- menden Tage durch die innere Wärme des Bienenbehältniſſes wieder aufgerhauet wird, Der Sebruar iſt dem Januar noch gleich. Selten finden ſich ſo warme Tage, daß die Bienen draußen ausfliegen kön- nen. Sollten aber ſo gelinde ſonnenreiche Tage einfailen, daß ſie nicht von der Käl- te erſtarren, ſo verwehre man ihnen nicht das Ausfliegen, damit ſie ſich ihrer Ercre- mente entledigen fönnen, als welches, je früher es geſchehen kann, ihnen auch deſto geſünder iſt, ſo wie ſie gar leichtin die Ruhr verfallen, wenn fie in manchen Wintern an die 4= 5 Monathe ſich einhalten müſſen. Iſt der T)76rs3 gelinde, ſo kann man den Bienen die Fluglöcher ſchon mebt öſſnen, damit ſie fleißig heraus gehen und ſich reini- gen können, Auch kann um Mariä Ver- Fündigung, wenn es feine Zröſte mehr ges ben ſollte, das Frühlingszeideln oder Be- ſchneiden der"Bienen vorgenommen werden, Das frühe Beſchneiden iſt immer beſſer, als das ſpätere; nur muß ven"Bienen lieber zu viel, als zu wenig Honig gelaſſen werden, weil man nicht weiß, ob nicht ein ſpäter Winter noch nachkommen, und ein frühes Eintragen der Nahrung hindern werde. Derjenige iſt kein guter'Bienenvater, der ſich mit der Fütterung der Bienen abgiebt, wenn er deſſen durch) ein mäßigs Zeideln hatte überhoben ſeyn können, Man kann ſich dadurc< gar leicht Raubbienen auf den R: I Hals 0,7. WE Bienenw Hals ziehen, auf welche in dieſem Monathe ohnehin am meiſten Acht gegeben werden imnuß- ii April iſt vielmals dem März in Anſehung der Witterung glei), weshalb noch die nämliche Wartung dieſes Monaths ſtatt findet. Iſt aber die Witterung den Bienen zum Ausfliegen günſtig, ſo hat man deſtomehr Urſache, wegen der Raub- bienen auf ſeiner Hut zu feyn, Muß man ja die Bienen noch füttern, ſo ſese man ihnen am ſpäteſten Abend, wenn feine Bienen mehr ausfliegen, die Futterteller Unter, und nehme ſolche mit dem früheſten Morgen wieder weg. Wo Heidelbeeren in Waldungen ſind, und ſelbige gut blühen, da ſchaffen die Bienen ſich gar bald reich- lichen Unferhalt, und es iſt ſehr zu ratten, die Bienen dahin zu fahren, wenn es auch an die 4 Meilen weit ſeyn ſollte. Iſt der April nicht zu falt, ſo blühen nun ſchon um die Märte d. M. die Werftweiden, die viele Nahrung den Bienen geben. Wo es daran fehlet, da finden ſie ſolche an der Obſtblüche zuerſt, und wo man ja fütrern muß, da wird hiermit erſt aufgehöret, wenn der Apfelbaum blühet. Es iſt äber das gemeine Kennzeichen der Honig aus- gebenden Blumen und Blüthen das nächt- liche Schreyer der Fröſche, indem ſich fol- che nicht eher, als bey warmen Nächten, hören laſſen, und eher findet die Biene auh nicht hinreichend Honig,;als wenn die Zächte aufhören, falt zu ſeyn. Wenn weiſelloſe Stöcke irgendwo in dieſem und den vorhergehenden Monathen gefunden werden, da muß man ſelbige eiligſt weg- nehmen oder mit andern Stöcken copuli- ren, oder ihnen neue Brut aus andern gu- ten Stöcken zuſeßen, damit nicht die Raub» bienen dazu Fommen, und ſodann den gan- zen Dienenſtand zu beunruhigen ſich ange- BDienenw wöhnen. Eines der gewiſſeſten Kennzei- hen der Weiſelloſigkeit iſt dieſes, daß man die Waben oder Tafeln unten ſo weit ab- ſchneide, als man ſiehet, vaß ſolche noch von dem vorhandenen Wolke velegt und wieder angebauet werden können, Untere bleibt der Wiederanvau der abgeſchnittenen Scheiben oder Waben, ſo hat man den 'Stoc> gewiß als weiſellos anzuſehen. Im titay, in blumenreichen Gegen- den, wo die Bienen, außer dem Honig, auch vieles Bienenbrodt zum Futterbrey für die jungen Bieneu eintragen können, fangen ſie ſchon an, bey uns zu ſc Bienenw- weiß: daß die auf ſolen bedecft, und ſolche des Morgens wies der wegnimmt, Ferner iſt auch nicht zu dieſer Kranfkdeit zu rechnen, wenn man im Frühjahre bey hungrigen und am Honig Mangel leiden- den Bienen den größten Theil der Brut erſtorben, unvollfommen und manche ſchon in den Zellen eingetro&net findet. Cs kann dieſes nach Endigung der Baumblü- the noch geſchehen, da an vielen Orten noch nicht neuer Stoff zum Cintragen für die Bienen im Felde zu finden iſt. Denn die Wieſen werden erſt in der Mitte des Junius honigreic), und ſelten läßt ſich auch eher ſtarker Honigkhau verſpüren, Wird nun bey Bienen, die zuvor gefüttert worden, die Futterung irriger Weiſe un- terlaſſen, ſo geſchiehet ſolches gerade zu eis ner Zeit, wo es wegen der Brut am noth= wendigſten iſt. Man gebe alſo ſolchen Bienen nur Honig genug, daß ſie ſich Junge erziehen können, ſo werden ſie nicht auf vorbeſagte Weiſe ihre Brut verlaſſen dürfen. Endlich muß man, wie Schirach ange- geben hat, auch dieſes feine Faulbrut nen- nen, wenn die Brut in den Zellen verkehrt S2 liegt. 84 Bienenz liegt. Der Weiſel legt ſeine Eyer in die "Bellen, ſie mögen recht oder verkehrt lie- gen, und überläßt es den Arbeits bienen, ſolche in die rechte Lage zu bringen, wenn ſie ihnen den Futterbrey zuſeßen. Das aus dem Cy entſtandene Räupchen bewegt fich hernach ſelbſt, und legt ſich gefrümme in den Boden hin, Wenn man ja der» gleichen ausgewachſene junge Bienen ver- fehrt in den Zellen todt findet, ſo iſt es abermals der Hunger, der ſie in dieſe Lage gebracht, und darinnen gerödtet hat, So» bald ſich die junge Biene aus ihrer Zelle durchgefreſſen und erhoben hat, ſo ſucht ſie Nahrung in jeder leeren Zelle, worin ſie endlich für Mattigkeit erliegt und ftirbe, Iſt der Mangel groß, ſo geht es allen qausgefrochenen jungen Bienen alſo, und es ftecen viele verkehrt in den Zellen; eben auf die Art, wie zuleßt die meiſten alten Bienen, welche verhungert ſind, einzeln neben einander verkehrt todt in den Zellen ſtecken, wez! ſie auf dezn Grunde der Zel: len ſo lange nach Honig gefucht haben. Auch in dieſem Falle muß man nichts we- niger, als Faulhrut, beſorgen. Die Cur beſteht blos, wie bey dem vorher beſagtem Galle, in Zuſekung genugſamen Honigs, wovon ait und jung leben können, Der Weiſel höret deswegen nicht auf, täglich ſeine Eyer zur Brut zu legen, obgleich die an Honig Mangel leivenden Bienen niche im Stande ſind, ſolche mit Futterbrey zu verſorgen, und gehörig zu erwärmen. Zu- fälliger Weiſe trägt die ſchlechte Art zu fük- bern; da man ihnen nur immer einen Tag um den andern einen Löffel Honig giebt, viel dazu bey, daß zugleich manche Brut erfalten muß, indem ſie ſolche aus Noth und Hunger verlaſſen müſſen, wenn des Abends gefüttert wird, Bienenz Die eigentliche Saulbrur entſtehe daraus, daß den jungen Bienen ein unge» ſunder und rödclicher Futterbrey gegeben wird. Die Beſtandtheile dieſes Breyes ſind oben beveits angezeiget worden, näm« lich Honig und Bienenmehl, welches leßz tere in, Käulchen von allen Arten von Blu- men und Blüchen eingetragen wird. Man weißaber/daß zuweilen ſch&dliche Thaue auf manche Blumen, Blüthen und Ge- wächſe fallen, wovon dieſe auch verderben und einſchrumpfen, ſobald hernach die Sonnenhiße darauf kömmt. Mebhrentheils ſind dieſe, den Blüchen und Gewächſen ſchädliche, Thaue, doch mit Honig ver» miſchte, und die Biene findet darin ihre Nahrung, Daß aber nun die Fauibrut daher entſtehe, und dadurch alle junge Brut in einem Korbe, welcher dergleichen einges fragen hat, getödtet werde, ſolches hat Hr. Spikner durch eigne Erfahrung völlig ge gründet befunden, Er ſchreibr, daß, außer den ſo betitelten Oberlauſikiſchen Abhand- lungen, welche ſoiches bejiätigen, dergleis den Schickſal auch im 4. 1766 vielen Bies nen in manchen Sächſtichen Gegenden be= gegnet ſey, indem ſie von der Heidelbeer» blüche faulbrütig geworden wären. Im J- 178 ſey ebenfalls von allen Orten ge- melder worden, daß die Bienen von der Heidelbeerblürhe faulbrütig geworden wä- ren, ſo wie ſolches ihn anch ſelbſt betroffen hätte, Die Brut war abey durchgehends, bis auf wenig zugeſpündete, die nichts von dem ſchädlichen Futterbrey mochte erhalten haben, erſtorben, faul, 11nd zum Theil ſchon eingerroc>net, Die noch übrigen Al- ten, die bey der vollen Tracht größtentheils vollgebauet hatten, erwieſen ſich aber mun- fer und geſchäfftig, ihre Zellen zu reinigen, und er fand den Morgen darauf, da ſie Tages * M-ZIE A in br eri EEE<<"2 bedr ene re EIE San bene mmm NI ASE NEN m womuiinngin mm mom it SS Re NS ER R NIS„wt ll. uu-. END ORE TSE EN NIONION tam dbs.- NEE GESEGNET SP WISS" R<-= RES EE Ee en aum nell SIO SCEE 20205, a 2 Ene de EE ed ded DN) 1 wade ü et 1 2? WiEbn 3% en . Bienenz Tages zuvor waren abgeſeßt worden, viele ausgezogene ſchwarze Häutchen und kleine Maden, als das eigentliche Kennzeichen der Faulbrut, auf den Standbrettern un» ter allen Körben. Geſtank konnte Herr Spißner aus keinem Korbe wahrnehmen, Viele ſchritten ſogleich zu der in manchen Bienenbüchern angerathenen Cur, und ſchnitten, da ſie auch dem Honige nicht traueten, das ſie reichlich eingetragen hat» ten, alles aus den Körben heraus, Cs war gegen das Ende des Mayes, wo nir» gends ſonderlich mehr Tracht iſt, und über» dies fielen gleich darauf noch ſtarke Nacht- fröſte ein. Dadurch giengen faſt alle Aus« geſchnittene verloren 3 denn ſie zogen in der Mittagszeit aus ihren neuen leeren Körben, worein man ſie gebracht hatte, heraus und Davon, Hr. Spißner ließ ſeine Bienen, die ſich fleißig mit Ausräumen und Cintra- gen bewieſen, unangetaſtet ſtehen. Nach 1.4 Tagen hatten ſie ſic) völlig von der Faulbrut gereinigt, und überall neue geſun» de Brut ſichen, auch mangelte denen Bie- nen im Anfange des Junius weiter nichts, als daß ſie nicht ſo vieles Wolk, als andere Jahre, um dieſe Zeit hatten, und das Schwärmen unterbleiben mußte. Ctwas beſonderes war noch dies dabey, daß die Zeilen, worin die erſiorbene Brut getve- ſen war, durchgehends kohlſchwarz, wie gefärbt, ausſahen, ob es gleich ganz neuer, friſcher Bau war, der ſonſt gewöhnlich, ſonderlich bey den Tafeln mit Drohnen, ſehr weiß ansfieht. Und dieſe Farbe hat- ten ſie in dem darauf folgenden Frühjahre noc< bey dem Beſchneiden, da doch in- deſſen wieder neue Brut darin geweſen war. Man macht wider den Saß, daß die Faulbrut von ſchädlichen Thauen entſtehe, überhaupt die Cinwendung; wenn etwas Bienenz 85 "WVerderbliches eingetragen würde, ſo müſſe es alle Bienenkörbe zugleich an einem Or- te und in einer Hütte betreffen. Daß aber dieſes allerdings geſchehe, wenn der ſchäd» liche Thau ſolche Blüthen und Gewöchſe betrifft, worauf die Bienen zu der Zeit ihre meiſte Nahrung holen, beweiſet der von ſo vielen angemerkte Vorfall, daß in manchen Jahren alle Bienen auf der Hei- delbeerblüche fanlbrütig geworden. Da aber dergleichen Thaue zuweilen nur auf dieſer und jener Art von Blumen und Ge- wächſen ſchädlich werden, die ſich überdies in merklicher Entfernung von dem Bienen» ſtande befinden, ſo kann es wohl geſchehenz daß nur einige, und nicht alle Körbe an dieſe ſchädliche Tracht gekommen ſind. Denn daß ſich die Bienen gar ſehr in alle Gegenden zerſtreuen und vertheilen, um alles zu nußen, was ihnen Tracht darbie- tet, auch nie zu viele auf einen Ort hinfal- len, muß jedem Beobachter bekannt ſeyn. Daher iſt es wohl wöglich, daß nur einige faulbrütig werden, andere aber darneben nicht, Bey mir wird im May bey denjenigen Bienen, welche in den Laudholzgebüſchen ſtehen, nach vorher gegangenen Nachtfrö« ſten oder ſtarker nächtlichen Reifen, zuwei- len auch Faulbrut gefunden. Jn dieſen kaubhölzern, wohin die Bienen mehrerer und näherer Nahrung halber hingebracht werden, befinden ſich keine Heidelbeeren. Es iſt daher höchſt wahrſcheinlich, daß hieſelbſt dieſer Zufall eine Folge der Nacht- fröfte oder nicht genugſam warmer Näch» te ſey, da die Sonne in den folgenden Tas» gen nicht überall durchdringen, und den von der Kälte ungeſunden Honigſaft, oder vas Bienenmehl der Blumen, bald genug wieder erwärmen und herſtellen kann, Die zu Hauſe gelaſſenen Bienen bleiben frey 43 von 86 Bienenz von Fäulbrut, weil ſie ſich mehr an die Feldblumen halten, welche von der Sonne und der freyern Luftf gar bald wieder herge- ſteller werden können. VWielleicht iſt es mit Her zuvor beſagten Heidelbeerblürhe eben ſo, wo die zu hoc) oder zu di ſtehenden Bäume der Sonne und der freyen Luſt den Zugang verhindern. Man findet faſt in allen Bienenbüchern die Warnung: Honig aus fautbrürtigen geweſenen Körben durchaus nicht zur Für- terung zu gebrauchen, Cs iſt aber in ſol» , ſo iſt es gewiß unſchädlih, wenn es auch gleich aus lauter faulbrütigen Kör- ben wäre, Zuweilen wird auch auf die Bechnung dieſer Krankheit geſchrieben, IV WL-& 0» AAR ILE IE alem amara keen bt I but 2 mmer ih mere mean mE FEN TS Sepp R EHRET IPn A WIEGANDT DEE Bienenz was doch ein- böſer Nachbar anrichtet, der Honig mit Hefen, oder andern ſchädlichen Dingen, in ſeinem Garten hingeſeßt hat, um fich. der-Raubbienen zu- entledigen. Man hat ſolches vom Anfang nicht bemerkt z man finder nach einiger Zeit wenige oder gar feine Bienen mehr'in den Körben, und die Brut in Fäulniß. Alsvenn heißt es wohl: ſie ſind an der Faulbrut eingegan= gen, da es doch der böſe Nachbar gethan hat,: ; Die Rubr, ein röchlicher häufiger Aus» wurf der Bienen, wöomic Waben, Stand- bretter und Fluglöcher beſudelt werden, iſt eine Krankheit, die faſt nie bey ſtarken, und mit-Honig wohl verſehenen Körben angetroffen wird. Sie äußert ſich meiſtens zu Ende des Winters und zu An- fange des Frühjahrs bey ſ)wärmend todt zur Erde fallen. Die 1WeiſfelloſigFeit iſt ein unglüli- if IRE wam="Mime m ZIM 1iſt, ißen fodt, hals nun Hau zehen, ,„ und ? hin: ſt aus hwär- Wenn ,(und Vor- Bienen er ge? iſel im | es iſt verfolge jon den jn ande: 1 in ein Weiſel ſtreiten,. en Köt- eſchiede- feindſe- et nicht n deme , Die es jeder n wird: € junge Zchwär- e die Av- allemal - im Kot“ iß in der zu wer? | ZG etvdtel 25 Sind Bienenz Sind aber noh viele unreife junge Weiſel in zugeſpündeten Zellen, ſo werden nicht. nur alle ſchon ausgelaufenergetödtet, ſon- dern es werden auch alle aus den Weiſel- zellen auf der Seite ausgebiſſen, bis auf. „eine einzige. Dieſe laſſen ſie ſtehen, und erwarten daraus in einigen Tagen ihren jungen Regenten, Zum Unglück aber iſt zuweilen die darein gelegt geweſene Made klein geſtorben, und es fömint kein Weiſel - zum Vorſchein. Indeſſen verlaſſen ſich die Bienen immer noch darauf, daß es ge- ſchehen werde, ſeßen keinen neuen Weiſel an, weil ſie noch Brut dazu vorräthig ha- ben, und werden alſo darüber weiſellos. Unterſucht man ſolche, nach dem erſten Schwärmen weiſellos gewordene, Körbe genau, ſo wird man allemal darinnen ein ordentliches zugeſpündetes Weiſelhaus an* treſſen, Wenn man es aber öffnet, ſo iſt nichts Lebendiges darin, und der darein gelegt geweſene Weiſel vertrocknet. - Endlich jagen auch die Bienen oft ſelbſt den Weiſel von ſich. Man findet ihn ent- weder auswendig vor dem Flugloche; wenn er aber hinein-will, laſſen es die Bienen nicht zu, ſondern ſtoßen ihn ab, daß er wieder davon fliegen mußz oder man findet ihn ſchon matt„unter dem Korbe auf dem Standbrette, mit einem Häuflein Bienen umgeben, die ihn gleichfalls bewachen, und nicht wieder in die Höhe laſſen. Cin ſolcher Weiſel iſt unfruchtbar, und taugt nicht zur Fortpflanzung, weshalb ihn die Bienen nicht mehr leiden können noh wollen. Man ſehe alſo dergleichen Körbe, ſonderlich im Frühjahre,(denn im Sommer kann es noch ein überflüßiger Weiſel ſeyn, der ausgetrieben wird) als weiſellos an, nehme dieſelben hinweg, und verſchafſe den Bienen ungeſaumt Gelegen- heit zu einem andern, Wet. Regllexicon 1, Theil, Bienenz 89 'Da die Weiſelloſigkeit alsbald den Un- tergang eines Korbes nach ſich ziehet, ſo muß man die Kennzeichen davon ſich wohl. befannt machen, Andere Kennzeichen hat man aber im Frühjahre, andere im Som- mer und Herbſt, Im&Srübjahre kann man die Weiſel- loſigkeit allemal ſicher bey dem erſten Aus- fluge der Bienen erkennen, Bey dem ex- ſten ſchönen Frühlingstage zu Ende des Winters ſtürmen die Bienen*aus allen Körben nach und nach hervor, reinigen und erfriſchen ſich in und bey dem warmen Sonnenſchyein. Unterläßt nun ein Korb ſein Vorſpiel, und es laſſen ſich nur ein- zelne Bienen ſehen ,“ ſo giebt dies ſchon Verdacht. Denn ein weiſelloſer Korb treibt niemals, wie die andern, ein ſolches Vorſpiel. Sieht man hinein, ſo wird man, da er ſchon im Herbſte weiſellos ges weſen, und ſo in den Winter gekommen iſt, entweder gar keine Bienen mehr, oder nur eine Hand voll darin antreffen, Sol- s- 90 Bienenz Tabacksrauch hinein blaſen, ſo entſteht da- von ein jang anhaltendes hohles Brauſen glier Bienen im ganzen Korbe, als wel- GJe3 das allerſicherſte Zeichen der Weiſel- loſigfeit um diefe Zeit it, und ſo lange in den darauf folgenden Tagen fortdauert, als ſie noch keine Anſtalt zum Anſeßen eines neuen Weiſels haben machen kinnen, Als- denn wird es aber nicht mehr gehöret, wenn man noch jo viel Rauch hinein läßt. Um aber dieſes eiefe hohle Brauſen unterſchei- den zu lernen, mache man e3 nur mit ei- nem darneden ſtehenden richtigen Korbe eben ſo. Dieſer wird ſich zwar auch rüh- ren, aber das lange anhaltende"Brauſen, auc) wenn der Korb ſchon niedergelaſſen iſt, wird man gar nicht hören, wie bey je- nem, und wenn mon es einmal gehöret hat, fo wird man dieſen Ton der Weiſel- loſigkeit bey allen andern gewiß verſtehen, Hätte man in der Folge noch Kennzeichen der Weiſelloſigkeit, wenn man jene zu be- obachten verabſäumet hat, fo haf man ein ſpäteres daran, wenn ein an dem untern Rande dex Tafeln etwas abgeſchnittener "Korb das Wiederanbauen unterläßt. Iſt der Weiſel ſchon im Wincrer verlo» ven gegangen, ſo mangelt es dem Korbe an der nöthigen Brut zum Anſeßen eines „Weiſels. Iſt aber Brut vorhanden, ſo hilft er ſich gewiß dadurch, Darf man -&ber im erſtern Falle nicht hierauf warten, fo muß wan den Korb gleich den darauf fol. genden Tag,(denn ſogleich nach dem Wahrnehmen des Weiſelmangels find die Bienen noch zu unruhig, und es würden gegen Abend ſolches Tages zu viel umkom- men;) gegen Mittag zum Beſchneitven aus der Hütte nehmen, Sind die meiſten Ta» feln noch mit Bienen beſeßt, und er hat das nothdürfrige Honig, fo muß man zu ſeiner Erhaltung galle Mube anwenden, Zi R Dedge kee AEH üben 2a EE räte 3. RET Bienenz Man beſchneidet ihn ordentlich, und forſcht nun an den vordern Tafeln über dem Flug- loche hinauf, wo ſie die erſte Brue anzuſe= ßen pflegen, ob dergleichen vorhanden ſey. Sieht man nur einen kleinen Streifen fri- ſcher zugeſpündeter Zellen von ordentlicher Brut ſtehen, ſo liegen auch Maden und Cyer zur Weiſelerzeugung darunter, und man bringt den ordentlich beſchnitfenen Korb wieder auf ſeine Stelle, Er hilfe fich ſelber, und erzeugt in 14 Tagen einen neuen Weiſel, Kann man aber keine zU» geſpündete Brut entdecten, jo muß man mit dem Beſchneiden weit;r als foſt, und ſo weit in die Krone an den vorderſten Ta= feln hinan gehen, bis man gewiß iſt, daß weder von Maden noch Eyern etwas anzu- toefſen ijt. Findet ſich ja ein kleines Tä- felchen mit Maden und Eyern, ſo iſt dax- auf nicht zu bauen, Es kann ſchon falſche Drohnenbrut ſeyn, und iſt daher wegzu» nehmen. Findet ſich ſchon wirfiiche fop» pichte oder Buckelbrur, ſo niuß' ſolche mit alien Maden und Cyern recht förgfältig beraus geſchnitten werden, und wenn auch ſchon ziemlich fertige oder zugeſpündete Weiſelzellen darneben ſtehen ſollten, müſſen auch dieſe durchaus nicht verſchonet wer. den. Denn es ſind falſche und von Droh»- nenbruf angejeßte, woraus nichts werden tann, Und wenn man dieſe fiehen läßt, ſv machen ſie feine Anſtalt, andere Weiſel anzujegen, vd man ihnen ſchon imie>l;che Drut darzu hinein giebt. Sie rhun wei- ter nichts, als daß ſie dieſe Brut nähren und ausbrüten, und verlaſſen ſich auf ihre fa'ſchen Weiſeihäuſer. Nun wäre rie Ge: ſchwindeſte Hülfe zwar dieſe, einen vorrä« thigen Weiſel aus einem Käſtchen mit Bienen zu zuſeßen, oder nur aus veinſe!ben eine Tafel mit einem zugeſpündeten Weiiel zu nehmen, und ſolche hinein zu jeßen, Wang EI LE SZ LERE I I BRI 222 22 2-> L-== =====> Er» «Zz- indete nüſſen | webe Droh- erden läßt, Beiſel >&l;che n wei: nähren uf ihre ie Ge vorrä nn mit mſe'ben -Weitel h' jeßet 20009 Bienenz Wann es aber im Fruhjahre hieran voch gemeiniglich fchlet, ſo geht man zu ei- nem volfreichen Korbe- Denn um dieſe Zeit kriſft man ſchon in allen Körben die nöchige Brit darzu an, und ſchneider eine Tafel, bis in die zugeſpündete Brut hinein, heraus, ſckt ſolche dem weiſelloſen in das heraus geſchnittene Loch in der Krone, und befeſtigt ſolche, wohl mit kleinen eingeſteck- ten ZDölzern, daß ſie nicht herunter falle, Noch dieſen Tag wird er mehr, als einen jungen Weiſel, anſeßen. Hat der Korb Honig, darf man auch weiter gar nichts daran thun, weder füttern, noch weniger beſondere Stärkungsmittel, als von An- dern angeprieſene Univerſalmedicin, geben. Solche Körbe fliegen und tragen ſogleich, wenn ſie wieder Weiſel angeſeßt haben,, und dieſe ausgelaufen ſind, wie andere; bauen auch, wenn ſie volfreich ſind, gleich den andern Körben, neue Tafeln. Doch laſſe man ſich) auch das nicht irren, wenn das Tektere nicht ſogleich gtſchiehet. Wenn aber bey ſolten Nachſchivar- me den Tag darauf keiner mehr quaket oder enter, fo hat ex abgeſchwärmet- Jedex +23 Trainee Nen LEN IE Swe mem EIER nie kme ee EI<= Bienenz Korb hat alsdann noch Brut, und beſon» ders auch Drohnenbrut an den unterſten Enden der Tafeln ſtehen, die aber meiſtens alle nach 8 Tagen ausgelaufen iſt, Als» dann beſehe man den Korb gegen Abend, wie die Bienen darinnen gelagert ſind. tiegen ſie dicke zwiſchen den erſten Tafeln am Flugloche, ſo hat er ſeinen Weiſel, und ſeßt da neue"Brut an. Findet man aber die meiſten Bienen hinten zwiſchen den Drohnentaſfeln, ſo iſt es ſchon verdäche tig, und man thut wohl, wenn maa ei- nem ſolchen gleich einen Weiſel mit etwas Bolk, oder gar einen Nachſchwarm, auf- ſchiägt. Findet man aber vollends nach 14 Tagen die Drohnentafeln mic den mei» ſten Bienen belegt, ſo iſt gar kein Zweifel mehr ubrig, Denn ein Korb, der nicht mehr ſchwärmen will, verläßt die noch übrige Drohnenbrut, oder beißt ſie gar uns voilfommen aus den Zellen aus, Der wei» ſelloje Korb hegt diejelben nicht nur, ſon« dern& jekt ſogar neue an, und brütet ſie aus, und ſo lange es warm iſt, ſeßt er dieſe'Brut in die Drohnentafeln. Daher . giebt dieſes allein das erſie richtige Kenn2 zeichen dex Weiſelloſigkeit ab; daß ſich der di&jie Haufen"Bienen im Korbe zwiſchen den Orohnencafeln auſhält. Dies iſt aber auch das lekte. Denn noch im ſpäten Herbſte wird man bey ſolchen Körben die wenigen übrigen Bienen zwiſchen den Drohnentafeln finden. Will man hier nun aber auch helfen, ſo muß man eben- falls die Tafeln heraus ſchneiden, worinnen noch Drohnenbrut anzutreſſen iſt, Beſon- vevs ſuche nian die angeſckten oder ſchon zugeſpündeten Weiſelzellen auf. Man ſchone jie aber nicht, ſondern ſchneide fie aus. Sie ſind ſicher falſch, Geſchiehet dies nicht, ſo behalten ſie dieſe doch lieber, als den mit ziemlich vielenz Woite aufgeſchlage- Ren AEI IET I Fonmen denen nomen SM APEN mm mn dri 2 "Ey ſon ſten ieng 82 end, ſind, ſeln zeiſel, man ſchen 14 ei- (was auf: nach mei weiſel nicht : noh jr une er wels rt, ſone jtet ſie eßt er Daher Kenn- ich der viſchen ſt aber ſpaten 'en die n den in hier 1 eben- orinnen Beſon er ſchon Ran neide fit jeſchieht jeber, als gelcploge ; nN pes Bienenz nen lebendigen Weiſel, den ſie“ zwar oßne Streit angenommen, aber ihn doch um ih- rer Weiſel willen den andern Tag noch töd- ten. Es muß alſo ſchlechterdings vorher die Huckelbrut mit den fal- ſchen Weijeln heraus genommen werden. I;: Hat der Korb noch ſo viel Honig, daß er ſeinen Ausſtand haben kann, und iſt ſtark am Bolke, ſo darf man ihm nur ei- nen Weiſel mit wenigem Volke zugeben, Hat er aber von vielem Schwärmen wenig Volk mehr, ſo muß ihm ein ganzer, auch wohl 2 Nachſchwärme zugegeben werden, Einen Weiſel mit wenigen Bienen erlangt man, wenn man die beym Nachſchwär* men gemeiniglich aberflüßigen Weiſel auf» greift, jeden veſonders in ein großes Wei- ſelhaus einſperrt, und ihn des Nachmit- tags an den Aſt eines Baumes hanget, woran etliche Schwärme gelegen haven, Des Abends haben ſich ſv viele Bienen um das Weiſelhaus gelegt, als nöthig ſind, den Weiſel zu beſchüßen, und einem ſtarten weiſelloſen Korb damit zu helfen. Jilcht eher, als bis man dem weiſelloſen des Abends einen Weiſel geben fann, ſchnei- det man die Drohnenbrut aus, und des Abends, wenn es"ganz finſter ilt, ſtet man das Weiſelhaus mit den daran be- findlichen Bienen hinten im Korbe in das foch, wo die Drohnentaſeln heraus ge- ſchnitten worden ſind» Des andern Tages früß werden ſich die Bienen im Korbe ſchon um den Weiſel herum gelagert haben, und gegen Avend kann ſelbiger ſchon frey heraus gelaſſen werden, Man kann bey einem ſtarken Bienenſftande zur Schwärm- zeit viele ſolche Weiſel einfangen, und den Körben, die zu viel geſchwärmt haben, einen ſoichen Weiſel zur Vorſicht zu ſeßen,, vm nicht erſt in der Folge einer entſtanden Bienenz 93 ſeyn könnenden Weiſelloſigkeit abhelfen zu dürfen. Die andre Art den weiſelloſen Körben zu helfen, iſt das Aufſchlagen der Nachſchwärme, wobey man aber auch nicht unterlaſſen muß, die Drohnenbrut vorher auszuſchneiden. Haben die Bienen den Weiſel angenommen, ſo erkennet man ſol- ct und abwärts hängend;- ſie ſehen ſchwarz aus, weil ſie ihre Hasre verloren, und mit Honig beſchmieret wor- den; ſie werden von muntern Bienen, wenn jene anfallen, beſtritten, feſt gehal- ten und getödtet; ſie füegen am ſpäteſten und früheſten, wenn andere Bienen aufge- höret und noch nicht wieder angefangen ha- ben zu fliegen; ihre Leiber find, wenn ſie die Ueberhand gewonnen, dick von Honig, gefrümmt und glänzend; am hauptſäch- lichſten aber iſt der pfeifende Con, den die Räuber im Nachhauſeftiegen machen, und der dem gleich iſt, wenn ſich die Bie- nen bey der Fütterung um die Körve herum ſchwingen, das gewiſſe Merkmal der Räu- berey. Die Mittel dawider ſind, daß man die Fluglöcher der angefallenen kleiner mache, damit ſie ſich beſſer wehren. Iſt, fo ſchreibt Hr. Spitzner, ein ſolcher ange» Fallener Korb nicht vorher durch Verbien- dung am Flugloche verwahrt geweſen, fo muß es nun noch geſchehen, indem man über daſſelbe ein krumm gebogenes Paper anſte>t, daß die Bienen über und unter daſſelbe aus- und eingehen- die Roubbie- nen alſo das nämliche thun müſſen, und nicht in gerader Linie, ſchnell wi? ein Pfeil, einfliegen können. Die ſchon ſtark beraub- ten Dienen fangen nun zwar wieder an, ſich zu wehren, wena ſich die Räuber an- feen, aber nur ſchwach, und vald dran- gen dieſe ſich wieder mit Haufen unter der Verbiendung hinein. Man muß aifo die- fe durc) DedeFung des berauvren Korbes, Bienenz 95 und beſönders: der benachbarten, mit bun- ten Tüchern irre machen, und wenn die Anzahl der Räuber ſtark iſt, aller übrigen Fluglöcher verblenden, weil die Räuber gar bald, wenn ſie den nun völlig bedeck« ten Korb nicht mehr ſehen können, auf je» ven andern mit Ungeſtüm anfallen.- Doch dauert dieſes nicht lange, weil ſie entweder überall fein gerades Flugloch, oder ſtarke Gegenwehr finden, Iſi der heraubte Korb noch nicht zu ſehr geſchwächt, ſo iſt die bes ſie Arc, ihm zu helfen, dieſe, daß man t9n des Abends zubindet, und in ein ande» res Dorf zu einem Bekannten hinſchickt, um ihm völlige Ruhe zu verſchaffen. Sind aber die Bienenwirthe eines Orts unter einander qut verſianden, ſo wird der rau» bende Korb von ſeinem Standorte ecwa nur eine Viertelmeile weit ins Feld, oder in den Wald, vor fich allein hingeſchafft, da er denn das Rauven vergeſien lernt, Will man aber die Räuber ausfundſchaf» ten, jo verſperre man auf eine kleine Weia le ven beraupren Sto>, und wenn er wie» ver gevſſnet worden, jo beſtreue man die häufig wieder heraus fliegenven Räuber mit Äſche oder zerſtoßener Kreide, gehe ſo» daun zu ven fremden Hutten hin, und ſe he, wo die beſtaubten einfliegen, Wollte der Cigenthümer dex Rauvvienen felbige nicht entjernen, ſo muß ex beſorgen, daß jeibize auch zu Grunde gehen können. Dex Weru) des geraubfen Honigs lockt andre "Dienen herzu- ver im Yauben vegriſſene Sio> wehrr ſich wenig gegen fremde Bie» nen, und läßt ſich gar leicht unbeſorgt aus= plündern, Und wenn aud) dieſes nicht ge ſcyeven fönnte, ſp wipd doch der raubende Stock weniger ſeinem Cigenthümey nüßen, wenn feta Volt durch die Gegenwehr der Beraubten getödtet und hiemit geichwächt wird.; io 95 Bienenz:.. Motten, Rankmaden,: Wachs- motten. Ihr Ueberhandnehmen gehöret unter die widrigen Zufälle ſchwacher und ſchlecht. behandelter Bienenſtiöc>e, indem die guten und: volfreichen davon.frey blei- ben. Es ſind glatte Raupen, theils weiß, theils grau ausſehend,“wovon die lektern ſehr di> und wohl einen Zoll lang wer- den, wenn ſie ſich verpuppen wollen, und werden die Weibchen der Schmetterlinge, die die Eyer dazu legen. Aus den weißen, die etwas kleiner bleiben, werden die Männ- en der Säulen hinauf, undje größer ſie ſind, deſtomehr Bienen brauchen ſie zur Sätks- tigung. JI habe zuweilen einige vor der Hütte mit einem Schlage ſo getroffen, daß ihnen dadurch aus dem Halſe wohl ein Dus gend Bienen wieder heraus getrieben wor- den ſind, ESiſt falſch, wenn man behauptet, daß ihnen die Bienen entgegen und in ih- ren aufgeſperrten Hals hinein flögen. Sie kriechen an den Korb und bis zur Nähe des Fluglochs heran, und eine 2-- 4 Zoll entfernte Biene wird von ihrer Zunge, wie von einem Pfeile, ſo umſchlungen, daß fie im Augenblick in ihrem Halſe hinein iſt, und, wenn man nicht ſcharf ſiehet, es das Anſehen hat, als flöge die Biene in ihr aufgeſperrtes Maul hinein; jo geſchwinde ſchießt ihre Zunge hervor und zieht ſich wieder zurück. Um nun den Kröten das Handwerk zu legen, muß man Morgens und Abends aufpaſſen, und ſie entweder er- "ſchlagen, oder, welches beſſer iſt, auf: ſpießen, indem ſie nach dem Schlagen öf- ters wie todt liegen, und nach einer Wei- le doch wieder aufleben können. Der&roſch kömme ſelten der Bienen- 'hütte zu nahe, und freibt ſeinen Fang mehr im Graſe, im Felve und auf den Wieſen. Jſt aber Gras vor der Hütte, ſo lauert er auch darin auf die niederfallenden Bienen, und verſchlingt ſie- Es iſt daher ſehr zu rathen, kein Gras vor der Hütte zu leiden, und den Plaß von Zeit zu Zeit mit Sand zu beſtreuen, da man denn Kröten, Frö- "ſche u. dergl. am gewiſſeſten ſehen und bald vertilgen kann, Ameiſen können auch den Bienen ſcha- den. Die'kleinen können bey volkreichen Stöcken eben nicht ankommen, mehr aber Bienenz 99 bie großen, oder ſo genannten Roßamei- ſen. Man muß ihre Neſter auffuchen und' zerſtören. Will man aber in ſolche einen. faulen Fiſch hinein werfen, ſo nehmen ſie gleich Abſchied, Ueberhaupt ſehe man nur dahin, daß die Körbe oder Stöcke ſo feſt aufs Standbrett anſchließen, oderz mittelſt ſo genannfer Saalleiſten, oder Anſchrotke von Tuch, umſchlungen ſeyn, daß keine Ameiſe von unten hinein kriechen könne. Jſt das Flugloch in der Mitte des- Korbes, und von Bienen beſekt, ſo geht keine Ameiſe hindurch, eher aber, wenn das Flugloch ganz unten iſt, und gemeie- niglic) in den erſten Frühlingsmonathen zu wenig von Bienen bewacht wird. Zorniſſen fangen die Bienen ſowohl im Fluge, als bey den Stöcken, hinweg, Sie machen ihre Neſk&r in hohlen Bäu- men, unter den Strohdächern, auch in leecen Bienenkörben, die in der Hütte ſte- hen, deren Fluglöcher aber billig verſtopft und zugehalten werden ſollten. Man ſu- en,:und in der Küche ſiedendes Waſſer aufs Tuch gießen, und das Ungeziefer ſo ſterben laſſen, Die gemeinen Weſpen vermehren ſich in warmen trocknen Sommern eben ſo häu- fig, wie die Horniſſen; gehen bey ſchwa- ten Zweiges zu zeichnen. Bey ganz ſpätem Abende( fie geßen ſehr ſpät zur Ruhe) komme man mit einem Gefäße nte- denden Waſſers zu ihnen, und laſſe das Waſſer in die Löcher ſo kange hinein lau- fen, bis nichts mehr hinein will, da man denn des andern Morgens beym Nachſe- hen alles todt finden wird. Die große gelbe und ſchwarze Hum- znel wagt ſich auh öfters zum Honigſteh- len in die Stöcke hinein, ſie wird aber als- bald von den Bienen übermannet und ge- tödtet.; Die Spinnen können in ihren Gewe- ben in den Hütten auch viele Bienen den Sommer hindurch Vinweg fangen; man muß. ſie nicht dulden, und zu den Ende einen langen Zacken, an deſſen oberſten Ende das Laub gelaſſen wied, in der Hüt- te halten,„um damit alle act Tage das Spinnengewebe zu zerſtören und wegzu- Fehren. Endlich iſt noc) von den Mäuſen, des rer ſchon oben gedacht worden, zu wiſſen, daß ſie ſich ſo leicht nicht von außen hinein in die Körbe zu freſſen pflegen, und gemei- niglich durch zu groß gelaſſene, oder mit Stacheln nicht beſeßte, Fluglöcher, im Wintex mehr als im Sommer, ihren Eingang ſuchen, ihre Wohnung ſodann darin nehmen, und ſich auch bald hinten am Korbe einen Ausgang durchfreſſen, Sind die Wachstafeln von den Mäuſen benagt, ſo muß man ſolche ausſchneiden, 400 Bienenz weil der Geruch von dieſem. Ungeziefer den Bienen eben ſo, wie von den Wieſeln, zu- wider iſt, und daher von den Bienen das Fortbauen unterlaſſen wird. Fehlt es bey den Bienenhütten an Kaßen, die man leicht dahin gewöhnen kann, wenn man ih- nen ihr Futter dann und wann dafelbſt vor- ſeßet, ſo muß man Mäuſefallen aufſtellen, wenn man Mäuſe verſpüret. Man kann auch wohl eine kleine Schachtel mit Gift- Fugeln, worein Löcher geſchnitten ſind, daß die Mäuſe darzu kommen können, hinſe- ken, dafern man nicht befürchten darf, daß ſie es beym Wiederausbrechen irgends=. wo zurück geben können 3 weshalb unter al= len Giftmitteln das ſicherſte iſt, klein ge- raſpelte Krähenaugen,( nuces vomicae) durch welche nur allein blind gebohrne Thiere getödtet werden, zu gebrauchen, Zuleßt hat man noch einige widrige Zu- fälle der Bienen, welche ſie von der Wit» terung zuweilen erleiden müſſen, zu be- merfen. n Därre, oder anhaltend trockne. Witterung, benimmt den Blumen“und Blüthen nicht nur Saft und Honig, ſon- dern es entgeht auch. dabey den"Bienen der Honigthau, welchen die Bienen fonſt nur bey feuchtwarmer Witterung auf den Blät- tern mancher Bäume, als eine ihrer reich= lichſten Nahrung, finden und eintragen fönnen. Lrordwinde, wenn fie anhaltend ſind,. bringen gleichen Nachtheil zuwege, da Überhaupt viele Winde den Honigſaſt und den Saamenſtaub zu ſchnell auftrocknen, und das Welken der Blumen und Blüchen vor der Zeit verurſachen. HSöherauch, wenn er nicht zu heftig iſt, bringt faſt immer den den Bienen ſo gedeihlichen Honigthauz iſt erzaber über= mäßig ſtark, und wird er aus den hö- bern FME SR ES“ UW PIT WSG M-t 4.7==>, a wmngfit,- == er SZ is 1 DE I a Rg wien einn wen eme II III ER Bijenenz ßern Lufegegenden zur Erde herab drücend, ſo kann er die Honigpflanzen leichtlich ver- derben. 'Schlagretzen, oder ſchwerer, vom Winde ſtark getriebener Regen, ſchadet gleichfalls den Honigpflanzen, und wenn die Bienen im Felde von ſelbigem übereilet werden, ſo können ſte leicht erſtarren und ſterben, wenn in der Folge Wärme und Sonnenſchein zu lange ausbleiben. Ralte Sommernächte, eder gar nächtliche Reife, auch folche, welche man Waſſerreife zu nennen pflegt, verurſachen, daß die Honigpflanzen des folgenden Tages den Bienen keine Nahrung geben können, Auch iſt zuweilen ſtarkes Wetterleuchten" zus Nachtzeit manchen Blumen und Blü- then ſchädlich. Wenn die erſten Srühlings-Wo- chen warm, die lekßtern aber kalt ſind, ſo unterlaſſen die Bienen das bis dahin, der guten Nahrung halber, fortgeſekßte Bruk» anſeßen, und es erfolgen daher wenige oder „gar keine Schwärme, oder ſie kommen ſehr ſpät, wie im Sommer 1795, da die Bie- nen, welche ſonſt vor Johannis abzu- ſchwärmen pflegen, in manchen Gegenden erſt im Julius, hie und da noch wohl bis in den Auguſt hinein, ſend ausfallen, und von furzer oder gar Feiner Dauer, beſonders im Sommer, ſind.|;| Die verſchiedene Lage der Städte und Dörfer, ja-ſogar einzelner, ſich einander nahe liegender, Brauhänſer enthalten eben- falls ven Grund einer Verſchiedenheit der Biere, wie ſolches die tägliche Erfah- rung bey uns überall beweiſes, da nicht nur in einer Provinz, ſondern auc in Seädten und Dörfern die Brauhäuſer, die öfters unmittelbar benachbart ſind, ganz verſchiedene, obſchon nach einerley Weiſe bereitete, Biere hervor bringen. Es ſind 3. B. alle a1ifs genaueſte angeſtellte Verſu- ken ange- bracht ſind. Der leere Raum zwiſchen dieſen vier Füßen iſt hinlänglich, das Waſe ſer durchzulaſſen. (b) Der Meeſchbottich iſt aus Dauben, die ohnzefähr 3=- 2* Zoll di und 4=- 5 Zoll breit ſind. Die Tiefe iſt von ohnge- fähr 43 Fuß, und hat einen doppelten Bo- den. Der ganze Unterboden hat einen zweyten über ſich, der faux-fond, von uns aber Oberboden genannt wird, Die- ſer Oberboden beſteher aus Brettern, wor- in viele coniſc) gebohrte Löcher, die nach unten zu weiter, als nacy oben, ſind. Die Diameterdiſſerenz dieſer iſt groß, Denn an dem untertan Theile kann ein 2och 3 Zoll, an ſeinem obern Theile aber ohn- gefähr nur eine Linie enthalten. Dieſe Bretter ſiehen über dem Oberboden auf Tritten, die auf ſich ſelbſt beſfeſtiget ſind. Es ſind aber dieſe Tritte ohngefähr 3 Zoll hoch, daß alſo ein Zwiſchenraum von 2 Zoll zwiſchen den beyden Böden iſt, (Cc). Fourgquet, eine Art Schaufeln von Eiſen oder Kupfer, die in ihrer Mitte eine Oeffnung von zwey großen länglichen Au- gen haben. (d) Vague, iſt ein langes Inſtrument von Holz, und hat am Ende des Stieks drey Zinken, durch welche drey oder vier O 2 Zähne 168 Bier Zähne in horizontaler Nichtung hindurch gehen, wodurch der Totalraum zwiſchen den Zinken in mehrere noh kleinere Zwi- ſchenräume getheilet wird, Manipulationen der Londner Bierbrauer: Die kondner Brauner neh- men ordentlicher Weiſe für ihr ſo gewann tes Porrterbier 24 Barils Waſſer zu 8 Boilleaux Malz. Hiervon niachen ſie zwey Exkracte oder Aufgüſſe, indem ſte für den erſten einen Muid weniger ein Quart Waſßer(2) nehmen, weil das Malz ohngefäße ein Drittheil davon in ſich zie» bet, und ein Theil durc) das Kochen ver- dünſtet. Nachdem ſie vas Waſſer in die Pfanne gegoſjen haben, ſo breiten oder ſtreuen ſie etwas geſchrotenes Malz oder Kleye auf das Waſſer aus, damit es durch die Aus» dunſtung nicht zu. ſehr abnehmen möge. Diejenigen, welche ſich des Thermometers nicht bedienen, laſten das Waſſer bis na- he ans Kochen heiß werden, und nehmen die an der Overfläche des Waſſers herauf fommenden LZuftblafen, zum Richtmaaße; wenn dieſe Blaſen zerſpringen, iſt das Waſſer für den erſten Meeſch zu heiß. Sie gießen das Waſſer zuerſt in den Bok- fich, bevor das Malz hinein gefommen, weil die gehörige Waſſerwärme, wenn kein Thermometer georaucht wird, daran er- fannt wird, wenn ſich die Dänſte des Waſ fers ſo weit verloren haben, daß man ſich in jelbigem ſpiegeln oder ſchen fann. Diejenigen, weiche von dem Thermo- metey Gebrauch machen, bringen das Malz zuvor in den Meeſchbottich, ehe ſie das Waſſer hinein gießen- Site laſſen das Waſſer aufs allernächſte zum Kochen fom» men; ſie ſchwächen ſodann das Feuer, und verringern die Hike des Waſſers damit, daß ſie kaltes Waſſer hinzu gießen, um Bier es zu dem exforderlichen Grav der Tempe- ratur, welcher auf 68 Reaumüriſche Grad über 0 oder den Froſtpunkt feſtgeſekßt iſs, zurü führen,( Warum iſt es aber ns- hig, das Waſfer, nachdei1 es faſt 1123 Grade erreichet hat, als welche das Ziel der Aufwallung im Kochen ſind, hernach wieder nrit kaltem zugegoſſenem Woſſer zu temperiren? Es wäre ja der beſte und kürzeſte Weg dieſer, daß man.das Waſ« ſer nur Lis zum 68ſten Grad ankochen hieße- Man bedienet ſich in London, wie in Paris, eines Meeſchbottichs mit gedop« peltem Boden, Man thut für den erſte Meeſch ſieben Achtel Malz hinein, d. ü 7 Boilleaux, indem der Ste Boiſleau für den zweyteint Meeſch zurück behalten wird, und man bringt das Waßer mittelſt der Pumpe hinein, welche an dem Bottich angebracht iſt, daß alſo die Art, das Waſ- ſer hinein zu bringen, der Pariſer völlig gleich iſt. Es iſt doch hiebey der Unter» ſchied, daß die Londner alles Waſſer nicht auf einmal, ſondern in verſchiedenen Ah» theilungen hinzu führen; indem ſie anfäng- lich nur ſo viel nehmen, daß ſie das Malz vorerſt aus einander rühren, und den Meeſch deſio beſſer machen können.- Hier- zu brauchen ſie Krücken, welche ſenkrecht arbeiten, und eine Art Rührhölzer,(rames) welche horizontalmäßig(in die Queere) gez ven. Man nimmt dieſe Werkzeuge eins nach dem andern zur Hand, das erſie eine halve, das andere eine ganze Stunde hinz durch, worauf maa den Meeſch anderthalb Stunden ruhen läßt, Man bedienet ſich der Krücken zuerſt, weil ſie das Malz tüch- tig zertheilen und das Zuſammenbacten verhindern.(Die Pariſer Inſtruments zum Malzzerrühren ſcheinen doch zwecks mäßiger zu ſeyn, Hiernächſt ſcheinet es, un1n92 l ps Bier unnösthig Zeit verbracht zu ſeyn, den Meeſch ſo lange nach obiger Vorſchrift zu zerarbei- ten. Es kann geuug ſeyn, wenn er nur überall nicht mehr zuſammen hängend und genug zertheller iſt. Der Autor ſagt felbſt an einem andern Orte, daß eine halbe Stunde genug ſeyn könne zu dieſer Arbeit, und daß das Waſſer, nachdem es den Süßſtoff des Malzes an ſich gezogen, durch eine zu lange Bewegung die glutind- fe oder leinichte Materie des Malzes auf» löſen könne, die, da ſie keinen Weinſtoff enthält, das Bier kiebricht, ſcywer und unverdauliech machen müſſe, als welche Fehler den meiſten in öffentlichen Brau- häuſern gebraueten Bieren anhängen,== I< dächte, hier wäre für uns Deutſche auc) no was zu erfinden, um Arbeiter und Zeit bey vem Durcharbeiten des Mee- ſches zu erſparen, und die Pariſer, die fünf Brauerknechte hiebey anſtellen, hätten doch auf die Erleichterung und Verkürzung dieſer Arbeit längſt denken ſollen. Der vunde Meeſchbottich nämlich erfordert ein Herauf- Hevxunter- und indie Queere Trei- ben des Meeſches- In unfern Papiermüh- len iſt ein hoher Trog, der kehrkaſten gemei- niglich genänntz in diefem geht an einer Stange eine durchgegitterte Schaufel, der känge nuch, hin und her, um den in vem Holländer klein gemachten Zeug ſo zer- trennt zu machen und zu erhalten, daß feibiger aus dieſem Kaſten in der Butte mit den Formen zur Gewinnung der Pa- pierbogen fertig iſt, Könnte mau aicht in Brauhäuſern auch ſole Tröge, tfiatt der runden Meeſchbottiche, anbringen, daß die an einem Schwengel befeſtigte Säau- fel hin und her gehen oder ſo gezogen wer- den, und den Meeſch alſo aufs leichteſte und in der kürzeſten Zeit trennen müßte*) Hat nun der Meeſch nach ſeiner Durchar- Bier 703 beitung geruhet oder ſich abgefühlet, ſs wird in gewiſſen Abſäßen eine größere Quantität Waſſer in den Braufeſſel oder Pfanne gebracht, und man ſeßt das Vers fahren nach vorbeſchriebenes Art, aber in fürzerer Zeit, als das erſtemal, fort, bis die ganze Quantität des erforderten Waſ-' ſers zu dem erſten Extract oder Aufguß verbraucht ißt. Hat ſich der erſte Meeſch ſattſam geru- het, jo iſt das Malz auf dem Grunde compact oder feſt geworden, das Waſſer, welches in der langen Zeit ſolches durch» „drungen, hat die auflösbarſten Theile der Malzſubſtanz ausgezogen, und iſt nicht? deſto weniger klax und durchſichtig- Nunu kaße man die Würze in den Recipientes oder Zapfbottich ablaufen, nachdem der vierte Theil ves Hopſens in einem Neß- werte aa dem Hahn des Meetßchbottichs vorgelegt worden, fo daß die ganze Würze durd) den Hopfen hindurch gehen, und ſich mit deſſen Subſtanz vereinigen muß. Die- ſe Beranſtaltung hat, außer dem Dur» ſeigen der Würze, den Zwe, die zu ſri“ he Gährung zurüc zu halten, welche ohne den Zuſaß des Hopſens leicht eintreten könn» te, indem das Sanre im dex Würze ſehr geneigt ift, ſich zu entwickeln. Cben die- fer Hopſfentiltrirſas wid gleichfalls zum Durchlaſſen des zweyten Extracts, oder der folgenden Würze, gebraucht.. Während des Ablaſſens dex erſten Wür- zein den Recipienten oder Zapfboitich, wird die Pfanne oder ver Keſſel: zu. dem zwey- ten'Meeſche mit dem halben Muid Baſs fer, der noch übrig iſt, gefüllet, Es wird peißer gemacht, ais das erte Wahjſſer. Auch hier iſt der Thermometer nüßlich, Diejenigen, welche ſich deſſen nicht bedie nen, erforichen den Grad der Hiße mit dev Hand. Man gießt ſodann das Waſſer in 3.3 dew 110 Bier den Meeſchbotktih, nachdem der Boilleau Yialz, den man zurück gelaſſen hatte, zu- vor eingeſchüktet worden, und man"ver- fähret, wie bey der erſten Einmeeſchung, Wenn die Pfanne ausgeleeret worden, ſo wird die erſte Würze mit der Pumpe herauf geſchafft, um ſolc, ohne daß es die Kun wieder herſtellen kann. Die Biere, zu welchen leicht gedörretes und blaſſes Malz genommen wird, klären ſich von jelbſt, ohne Zuſaß von Hefen, auf, erlangen einen SP eingeruh und verſeßen ſich ſelbſt in den Stand, daß ſie gefaßt werden können. Es giebt aber auc) an- dre Diere, bey welchen noch eine me! jrerg Manipulation erfordert wird, welche darin beſteht- daß die Hefen wieder in die Wur Biet. ze hinein geſchlagen, und die dicfern Thei- ie derjelben alio mehr gezwungen werden, ſich zu präcipitiren. Dergleichen ſind die Biere, zu welchen ſehr ſtaxkf gedarretes Malz genommen wird, wie z. B. das Por« terbier zu 20udon, und andre Narke oder Lagerbiere, Wenn bey ſolchen die Hefen zu ihrer größten Höhe aufgeſtiegen ſind, wird il(ve Oberfläche pPgeſÖau und das Bleibende derſelben unter die Würze von Zeit zu Zeit herunter geſchlagen; ſo wie may auch wohl frijcde Hefen hinzu thut, um die Gährung zu unterhalten. Es wird aber der Hefenjeſcht mit Schaus- feln oder andern dazu dienlichen Inſiru- menten eine halbe oder wohl gar eine ganze Stunde in die Warze hinein geſchlagen z nian läßt die Gährung arbeiten, und wie- derholet nac) zwo Stunden die Operation. Um hiemit recht zu verfahren, muß matt den Zeitpunkt, worin die Hefen aufhören ſich zu heben, in Acht nehmen, und zuſe- hen, ob ſich im Innern der Würze große weiße Flocken an den Hefen hervor thun, und ſich leicht präcipitiren; ob die Würze ihre erſte Süßigkeit verloren, und einen Anſaß zum"Weingeruch bekömmt, Alss--. dann wird, wie zuvor, der Hefenjeſcht un- ter vie Würze hinein geſchlagen, und das Bier wird zur Aufklärung und zum Faſſen geſchickt. Jm Sommex werden nur zwey Drietel der Stellhejen, die im Winter nö- thig ſind,» erfordert.( Dieſes Schlagen des Hefenjeſchts maght das Bierbrauen ſehr mühſam. Sollte es aber wohl ſo nothwendig ſeyn? Unſere Brauer in Deutſchland wenigſtens geben ſich damit nicht ab bey ihren Zagerbieren, die doh größtentheils ſehr hell und Fflar ausfallen, Auch ſcheint es, daß das ſo viele Schlagen des Hefenjeſchts zu viel geiſtige Theile der Wurze forttreibe und zum Verfliegen brin- „5-83 SEE do m EI ASEN mmm tg uningf€ rnb= HU 1.8 ff Zam Bier ge; Theile, welche man auf lle Weiſe - beyzubehalten ſuchen ſollte.) Es giebt verſchiedene Bicre inEngland, deren Unterſchied auf die verſchiedene Art des Brauens, des Malzes und des ſo ge- navnten Schutts und Guſſes beruhe. Das helibrauneLondner Bier und die Zurtonale haben ihren Unterſchied von dem Grade des gedörreren Malzes, da das Malz zum Porterbier bey weit ſtärkerm Feuer geröſtet wird. Der Haupfunter- ſchied aber beſteht darin, daß die Würze des hellbraunen Bieres länger gefocht wird, weil es zu einer längern Dauer be- ſtimme iſt. Das ÜIarlboroutghbier iſt leichter. Die Würze wird weniger ſtark, als die der vorher gebenden, gekochtz man nimmt aber. dazu beſſer gewähltes Malz und beſ- ſern Hopfen, Die Brauer pflegen Wai- zen- oder Bohnenmehl zuzuſeßen, um ſo- wohl die Ausdünſtung der Würze bey dem Blaſenaufwerfen zu verhindern, als auch das Bier zum Verkauf andern Bieren in der Stärke gleich zu machen, Dieſer Zus- ſaß macht in der Thar das Bier ſtärker, Es bekömimt aber hiervyon einen ſchlimmen Nachgeſchmack, welcher due) das Hinun- terſchlagen des Hefenjeſchts vor dem Faſſen - noch vermehret wird. Dieſes Bier iſt be- umme, erſt nach Verlauf eines Jahres trinkbar zu ſeyn 3 es klärt ſich aber oft vor der Zeit auf, und es wird von einigen Brauern zum Verkauf abgezogen oder auf Bouteillen gebracht. Das Dorcheſterbier wird, wie das vorher gehende, gebrauetz es riecht und ſchme>t nocen, um, wie ſie ſagen, zu verhindern, daß die geiſtigen Stoffe nicht verdünſten ſollen- CC In einigen Brauereyen bey uns hat man ſolches Zu- decken auch neuerlich eingeführt, und es ungemein zweckmäßig befunden.) Auch ſchlagen die Nottinghamer Brauer ihren Hefenieſchr vor dem Faſſen, und thun in das gefaßte Bier Waizen- oder Bohnen- mehl, um die Gährung hervor zu locken, Auch kochen ſie die Würze nicht ſo ſtark, als die Brauer in Burton, wodurch ihr Bier leichter und weniger auffallend wird, Das braune Bier aus ZDrijtol, wele hes fitr die Weſtindianiſchen Juſeln be- ſtimmt iſt, hat ein Malz, welches bey ei- ner Hiße von 66 Graden gedarret iſt. Die Brauer befolgen die Londner Braumethode, mit Ausnahme des Hopfens, deſſen Zus- "that in Anſehung der Quantität nach der Zeit, da es getrunken, und ſolglich an Ort und Stelle hingebracht werden ſoll, beſtimmet wird, Da es ihnen um einen baldigen Abſaß zu thun iſt, ſo ſparey ſie R YP den dri deme kn-- 2 SRa, DUH- neien eten“ Whgpnanrn n 3- ritüg IE .. Line bER IAS Ed entre zen tI RR LLE NE üb ae me EEE 0-4 SE menen ten 20 u dm R ammer nee 114 Bier den Aufwand mit dem Hopfen, und laſſen die Würze nicht ſehr kochen, Da ſie aber ihr Bier, ſo bald es klar iſt, auf Flaſchen oder Bouteillen ziehen, ſo haben ſie das Sauerwerden eben nicht zu befürchten. Dieſer geſparte Hopfen macht, daß die Bitterkeit des Bieres geſchwinder vergeht, und das Bier früher einen egalen Geſchmack befömmt.. Man hat von dieſem Biere beobachtet, daß es in Oſtindien, wo das Clima und die 2ebensart ſehr hartnäckige Verſtopfun- gen hervor bringen, ein ſehr heilſames Mittel dawider ſey. Dft iſt es auch da- feibſt heilfam bey den trocknen Koliken, in= dem es die ſcharfen Feuchtigkeiten ausfüh- ret, Ueberhaupt hält es den Leib offen, und iſt eben ſo geſund als angenehm zu trin« ken. Dagegen fehlt es den in London ge» braueten Bieren, beſonders dem Porterbiere, ob ſie ſchon ſämmtlich einerley Jngredien- zien haben, an gedachten guten Cigenſchaf- ten. Das Malz zum Porterbiere wird bey viel ſtärkerm Feuer gedarret; die Würze dieſes Bieres hat mehr Stärke, und das ſtarfe Aufſtoßen in Blaſen, nebſt dem ſo Kiarken Zuſaß von Hopfen, müſſen ſelbi- gem mehr eine adſtringirende als laxirende Eigenſchaft zuwege bringen. Die Bierbrauerey vieler Particy- liers in England hat nianche Manipu- lationen der öffentlichen Brauhäuſer theils weniger, theils gar nicht beybehalten. Faſt durchgängig iſt bey erſtern das Kochen des Waſſers zum Einmeeſchen, der Wür- ze und des Hopfens eingeſtellet worden. Wenige der Bier brauenden Particuliers haben aber doch ſo lange Geduld, bis ſich das Bier von ſelbſt in Gährung verſeßet, und erregen ſolche durch Stellhefen, Jm- mittelſt brauchen ſie doch viel weniger, als wenn man die Würze hat kochen laſſen. Bier Man läßt das Waſſer bis zu 63 bis 75 Reaumüriſche Grade heran ſieden, in wele , wird auch angenehs mer und geſünder. Anmert. Um die vorhin angegebenen Maaße zu verſtehen, muß man wiſſen, daß nac 3; die andre durch einen rauhen und herben Geſchmack, Dieſes Vegetabile hat dieſes mit vielen andern ge» mein, dergleichen Thee, Rhabarber u.ſ.f. ſind, daß nach dem dabey angewandten Grade des Feuers daraus ſehr ungleiche Extracte hervor gebracht werden können, Man will hier nicht unterſuchen, ob dieſe beyde Eigenſchaften ein gemeines Princip haben, und eb der Unterſchied nur von der mehrern oder geringern Reife des Ho- pfens herfomme, Cs iſt genug zu bemer- fen, daß die herbe Eigenſchaft deſſelben, welche durch ein ſtarkes Kochen heraus ge- bracht wird, dem Biere ſich mittheile, und weder zur Dauer des Bieres noch zur Ge«. ſundheit der Trinkenden diene, Die beſte Methode, von dem Hopfen das Nügliche und Angenehme zu bekommen, beſtehet darin, ſolches durch eine gleiche und mäßi- ge Hiße in zwo, drey oder etwas mehr Stunden auszuzicehen. Die erforderliche Zeit fann man eigentlich nur durch das Koſten des Hopfenextracts beſtimmen, da die Quantität der balſamiſchen Theile des Hopfens von dem Boden, darauf er ge- wüchſen, und von dem Grad der Reife, DE am ". dan.«] 8. nini verm Wige. eherne 0 1 Sm Är NED m"Sim mn nnummeerernknten elntnnnne= N ede deen rA I Do rmer hh NE ewe ze rem E ENSE VERNE Aw E -“ „Bier worin er abgenommen oder gepfliücet wor» den, abhänget,:; Der für ſich beſonders gemachte Hopfen- extract fann noch einen andern Nußen ſchaffen. Man weiß es, daß der Gebrauch deſſelben dahin gehet, die Neigung der Bierwürze zum Gähren zu mäßigen, um das Sauerwerden derſelben zu verhindern. Wenn aber ſolche Neigung bereits durch ſtarkes Kochen der Würze ſchon ſehr ver» mindert worden, ſo vollendet der mit der Würze zugleich gekochte Hopfen die Zerſtö- rung ſolcher Neigung zum Gähren; um dieſe nun aufs Neue hervor zu bringen, muß man deſto mehr Scellhefen gebrau= chen, Hefen, welche vermögend ſind, mehr eine ſaure, als geiſtige Gähgrung hervor zu bringen, daß alſo die Brauer ihr Ver- fahren, eine ſchlimme Wirkung herbey zu führen«, verdoppeln. Der Hopfenertrack vermindert alſo ſchon die Neigung zum Gähren, wenn er zu der Würze hinzu gethan wird, bevor dieſe ins Gähren geräch, obgleich weniger, ats ſolches durch das gewöhnliche Verfahren der Brauer verurſacht wird. Dieſer Zur fall findet aber niche Erkatt, wenn der Extract nicht eher hinzu gethan wird, als wenn die Gährung in den Tonnen vollen» det iſt. Man darf nicht glauben, daß ſodann der Hopfen das Seinige nicht thun würde, nämlich die Neigung des Bieres zum Sauerwerden zu verhindern. Dieſe Wirkung muß deſto ſtärker feyn, wenn man bedenkt, daß der zu alten, ſauer gez wordenen Bieren hinzu gothane Hopfen- ertract ſelbiges weit mehr wieder herſtellet und verſüßer, als Kalk und mancherley Alfali's, deren ſich manche Brauer in dies ſeim Falle zu bedienen pflegen. Man ſiehet alſo, daß die vorgeſchlagene Methode zur Verbeſſerung des Biers und zur <= einen TEER NEE- SE Senn bonn= wt Walk ARENEN umme reg FE vs fete ben wh der m den, durch vera t der erſid- , um ingen, ebraus mehr jervor e Vet bey zu ſo ſchon ' zu der r dieſe rt, ais ſahren ſer Zur nn der d, olß vollen» , daß thun Bietes Dieſe wenn ver gt dopfen- erſtellt neherl!) vin die ſhlaget! jers und "u Bier zur Erſparung der Zeit, der»Arbeit und -der Koſten dienen könne. Noch kann die» ſe Methode auch dazu dienen, daß das Bier, auf welche Zeit man will,-rinfbar gemacht werden kann, da man, je nach- dem es kürzer oder länger dauern foll, den Hopfenextract in die Gefäſſe, mehr oder weniger, thun kann. Auch kann man durch dieſe Methode bey den Octovervieren die Gährung, die im Frühjahre ach äußert, abwenden, da man gegen da3 Frühjahr nur ein wenig Hopfenextract in die Tonnen thun darf. 3) Kann man die Stellhefen oder Bär- me für das beſte Gährungsmitrel halten? Die Bierwürzen würden natürlicher Weiſe von ſich ſelbſt ohne Hefen in Gäh- rung kommen, wenn man nicht ihre Gäh« rungskraft durch das Kochen der Würze und durch Zuſammenkochen derſelben mit dem Hopfen zerſtörete, Die Stellhefen ſind aber das ſchlechteſte Gährungsmittel, deſſen man fich bedienen kann, indem ſie, wie ſchon vorhin bemerkt worden, eher die ſaure Gährung, als die Weingährung, her- vor bringen. Es iſt klar, daß, da die Wür- „zenin ſich ſelbſt eine Neigung zu der erſtern Haben, und ohne Zuthun des Hopfen dar- auf hinarbeiten, dieſe Neigung von den Hefen, wenn ſoiche beſonders von altem Biere genommen werden, gar ſehr ver- mehret, und je mehr die Säurungsprinei- pien herrſchen, deſto mehr Hopfen erfordert werde. Auf der andern Seite, je mehr die Würze gekocht wird, deſio weniger ha» ben ſie Neigung zum Gähren, weshalb dann deſio mehr Hefen&fordert werden, Allſo entfernen ſich die Brauer von der 8a» türlichen Simplicität, wenn ſie eine zu große Quantität Hopfen und Steollhefen gebrauchen, da es möglich iſt, ohne beyden doch gutes Bier zu brauen, Bier» 117 4) Sollte wohl die Güte oder Schlecht heit der Biere ſo ganz von der örtiiehen Verſchiedenheit des Waſſers abhängen? Man will ſolches behaupten, da es doch im Grunde ein leeres Vorgeben und ein Deckmantel iſt, welchen man bisher, zur Verbergung der, aus Unwiſſenheit began- genen, Fehler, bequem genug gefunden haf. Die Vorzüge eines Waſſers vor dem andern kommen nur in ſo fern beym Brauen in Betrachtung, als man davon im rohen, ungereinigten Zuſtande Gebrauch machet, Denn nur bey dieſer fehlerhaften Methode kann der Einfluß, welchen man dem Waf- fer am Beſſer- oder Mindergerathen, und am verſchiedenen Geſchmacke der Biere Schuld giebt, Statt haben. Wie aber das Waſſer zum Brauen und zum Küchen- gebrauch zu reinigen ſey, davon wird un- ter dem Artikel: Waſſer, das Nöchige beygebracht werden,| 5) Welches Bier iſt für das uns dien- lichſte zu achten? Die ſtarken und dicken Biere vertragen fich nicht wohl mit unſerm Temperament und unſrer 2ebensarxt. Man klagt jekt in kondon über Biere dieſer Art, welches von den Vorſahren nicht geſchaße, als welches beweiſet, daß man den übeln Erfolg zum Theil dem Unterſchiede der Lebensart zu- ſchreiben muß. Es iſt in der That ſehr natürlich, daß von dieſen Bieren bey Perſonen von ſißender kebensart, welche ſich dabey faſt nur mit Fleiſchſpeiſen allein ſättigen, Flüſſe und Verſtopfungen entſte- hen müſſen, Selbſt diejenigen, welche eine beſſeye Diät beobachten, aber eben ſoiches Bier trinken, bleiben mit der Zeit von ſchwerem Athemholen, von Schwere in den Gliedern und ven Trägheit nicht bes freyet. Dieſe Perſonen trinken gewöhnli» cher Weiſe Biere dieſey Art, um ſich zu 555 erſris I18- Bier erfriſchen, und ikren Durſt in der heißen Jahreszeit zu ſtillen, womit ſie ſich aber die Verdauung beſchwerlich machen, und den Magen überladen. Ein leichtes und im Weingefchmacte gebrauetes Bier würde ihnen geſünder ſeyn, da deſſen weinichte Cigenſchaft den Magen erwärmet und ſtärket 3 und da es leicht iſt, ſo hilft es zur Berdauung, mittelſt Zertrennung und Auf- löfung der Speiſen im Magen, und kann auch wegen ſeiner Leichtigkeit bald wieder abgehen.: Buß man aber geſtehen, daß die dicken und ſtarken Biere Perſonen von ſißender tebensart leicht ſchaden, für ſie zu ſchwer und blähend, und, wenn ſie nur ein we- nig zu Verſtopfungen geneigt find, ihnen dadurch, doß ſie zu lange in den Eingewei- den verweilen, und ſie ſtark ausdehnen, noch mehr Ungemach zuzießen; ſo muß man im Gegentheil bekennen, daß Zeute, welche einen ſtarken Magen und offenen eib haben, beſonders wenn ſie ſici) ſtark bewegen und arbeiten, bey ſolchen Bieren ſich recht wohl befinden. Dieſe Biere ge- ben ihnen wahre Nahrung, oder ſie erſe- ßen ihnen wenigſtens, was ihnen an den beſten Nahrungsmitteln abgeht, wie man ſolches in den ſo genannten Bierländern ſiehet, in welchen der gemeine Mann un- geich ſtärker, wohl gar feiſt iſt; da in den ſo genannten Weinländern die Men- ſchen ungleich mehr ſchwach, mager und zu ſtarfen Arbeiten weit weniger aufgelegt ſind, . Will man aber überhaupt von gegohr- nen Getränfen urtheilen, ſo kann man ſie nicht anders, als ſehr geſund, und als ein ſtarfes Gegengift wider die Fäulniß, anſehen, Viele große Aerzte wollen dem, denen Türken in ihrem Geſeke verbotenen, Gebrauche ſolcher Getränfe die Verheerun-« * Leeni nR ZES Eh nana EINI ÄL M ün ne Drenm enI EEE e Ei einn 26 Ri am ng wd biene ee<< u ELITEN 3205 57 REAIS ANNEN endes; frübes, ſchales und ſaures Bier geben» Bierk 119 Es muß die Gerſte oder andres Getreide in dem ſo genannten Weichbottich in allen Körnern ſattſam erweicher, und die innere Subſtanz derſelben ſo getrennet werden, daß ihre Mehltheilchen die kräftigſten und ſüßeſten Theile durch das Brauen hervor geben fönnen. Nicht genug geweichte Körner geben ein herbes, nicht füßes, un ſchmackhaftes, und ſchales Bier, Durch das Malzen wird das Korn ſchmackhaft gemacht, da nämlich dadurch der Auswuchs der Wurzelkeime beſördert, und das eigentliche Mehlkorn locker und ſüß gemacht wird. Weiter muß das Korn nicht wachſen. Denn, wenn auf der enk- gegen geſeßten Spike des Korns der Gras- feim bey fortgehendem Wachet ume hervor geioct wird, ſo geht das Korn von der Süßigkeit zur Säure über, wovon das Bier angeſteckt, und vor dem Sauerwer- den nicht bewahret werden kann, Das von ſolchem Malze gebrauete Bier kann nicht klar werden, ſchmeckt ſchon in den erſten Tagen matt, und, wie man ſagt, gruficht oder grasfeimicht 3 hat einen gru- fichten Geruch, und-wird bald fauer, Selbſt der daraus gemachte Eſſig behält den gruſichten Geſchmack, wirv auch nicht recht ſcharf, und ſchlägt bald um. Gerſte, oder andres Getreide, ſo auf- dem Felde zur Aerndtezeit nicht recht tro >en, und davon in der Scheune dumpficht geworden, bringen dem Biere ſogleich eine Fäulniß bey, die dem guten Geſchmacke und der Haltbarfeit zugleich zuwider iſt. Die Käufer des in naſſen Jahren, oder vor der Zeit, eingebrachten Kornes können dieſen Fehler alsbald durch das Anriechen erfennen. Man kann dieſem Fehler ſv ziemlich abhelfen, wenn die Gerſte auf dem Boden ganz dünne ausgebreitet, und bey durchſireichender Luft öfters und ſo lange umges 1 20“Bier umgeſchüppet wird, bis ſich der dumpüch- fe Goruch der Körner verliert. Auch iſt es in dieſem Falle ſehr dienlich, wenn aus den: Weichbottic) das Waſſer, worin die Gerſte oder anderes Getreide eingeweichet wird, alle zwo Stunden abgelaſſen, und neues aufgegoſſen wird. Auf dem Schwad ausgewachſenes Ge» freide iſt zum Maizmachen gänzlich zu ver- worfen und als völlig unbrauchbar anzuſe- hen; es taugt aud) nicht zum Wermijchen mit ſolchen Körnern, die nicht ausgewach- ſen geweſen ſind. Denn, ſobald als dcr Keim ſich auszudehnen anfängt, geſckf auh, daß er die außere Haut des Saamen- forns noch nicht durchbrochen hätte, und nicht fortgewachſen wärez ſo iſt er, nach- dem er wieder ausgetrocknet, nicht aufs neue zum Wachſen zu bringen. Dies ſieht man an dem Saamen, der in einen etwas feuchten Acfer femmf, und von die- ſem Reſt der Teuchtigkeiten zu quellen an- fängt, hernach aber, aus Mangel des Re- bens, wieder austrocknet, Kein Regen, keine in der Folge hinzu kommende, auch noch fo fruchtbaxe Wirterung kann ihn aufs neue beleben 3 er wird dumpfig, verſchim- melt odex gebt in Fäulniß, Cs muß da- Her, wie es zuweilen geſchiehet, derglei- en Korn nie mit andern guten Körnern vermiſcht werden, weil es durch hinzu kom- mende Feuchtigfeit in dem Weichbottich nur in die faule Gährung kömmt, das Bier am Geſchma verdirbt, und es für die Ge- ſundheit undienlich macht. Das eingefahrne Getreide ſchwitet in den Scheunen; wird es während ſolchen Schwißens gedroſchen, oder noch vor dem- ſelben zum Malzmachen in den Weichbot- tich gebracht, und man beobachtet dabey die nur ſonſt gewöhnliche Zeit des Wei- hens, ſo erhält man davon ein Malz, in *> FN HEIN Mie 7 d.|- Cb: S2 dE ZES menen menten Ränge= IEH NIERT ESSE eS See Vmenß Vies indem die lektere früher feimes, und uns gleich feimende Gerſte ein ſchlechtes Bier hervor bringt,. Wenn bey nicht kalter, oder mehr war- mer, als falter Witterung die Gerſte ein« geweichet wird, muß das Waſſer zwey- bis dreymal verändert werden, welches in der falten Witterung eben nicht erfordert wird. Jſr die Witterung warm, ſo kann das Malz kraftlos und unſchmackhaft wer- den, und das davon gebrauete Bier einen dumpfigen und widerigen Geſchmack be- fommen, Wenn die aus dem Weichbottich in ſs genannte Scheiben( Häuflein) gebrachte Gerſte zu lange beyſammen(ungebrochen) gelaſ- Finnen banana knen ng ge IEE 'Bierk gelaſſen wird, ſo erhißer ſich ber Häufen, welches dem Biere, zumal, wenn zas Malz ſehr ſtark geröſtet oder gedarret wird, einen brandigen, bittern Geſchmac> zuwe- ge bringt. Es kömmt jedoch hiebey auf die Liebhaber an, indem dergleichen Bier- „geſchmack, beſonders in England, geliebet wird. Will man aber.„ſolchen brandigen bittern Geſchmac> lindern, oder weniger auffallend machen, ſo muß das Malz mit anderm ſüßer gelaſſenem Malze vermenget werden, Wie das in die Grasfeime geſchoſſene Malz das allerſchlechteſte Bier hervor bringt, ſo hat man von dem zu wenig ge- wachſenen Malze auch nicht gutes Bier zu erwarten; die Körner ſind durch die wachs- thümliche Gährung noch nicht genug auf- geſchloſſen, man zieht nicht allen Vortheil von ihnen, den man haben könnte, und man erhält ein trübes und nicht allzu ge- ſundes Bier, '- Luftinalz', wenn es zu lange gelegen oder zu alt-geworden iſt, verdunſtet und verlieret je länger je mehr ſeine Kräfte. Man erhält alſo davon ein zu wenig geiſti- ges Getſänke,"Dieſer Fehler wird abge- wendet, wenn von zu altem Luftmalze der Schutt ſtärker gemacht wird, wobey aber der Brauherr verliert. - Darrmalz fann auf mehr denn eine Weiſe fehlerhaftes Bier hervor bringen, x) Wird das Malz zu feucht auf die Darre '„Hebracht, ſo ſteigt, wenn es ſich erhißer, ein dicker Dampf oder Nebel auf, welcher aber meiſtentheils durch die obere fühle Luft wieder zurück getrieben wird, und daher mehr- als einmal aufſteigen muß, ehe er ſich verliert. Hiervon erhält das Malz einen unangenehmen Geſchma>, es wird dumpfig, ja bisweilen gar ſauer, daher man'es theils nicht lange aufbehalten kann, Vet, Regllexicon 11, Theil, Ar Bierf 121 heils in Gefahr ſtehet, ein ſaures und ſchales Bier zu bekommen, 2) Wird ein Malz allzu jähling erhißet, ſo wird es, gleich einem Horne, verhärtet, und ver- brennet; die Schale ſchrumpft zuſammen, die zufciöcher des Kornes verſchließen ſich, wodurch die innere Feuchtigkeit zurück ge- halten wird, daß der Kern alle ſeine Krafte- und Süßigkeit verlieren muß, Hierdurch befömmt man hernach ein ſchlechtes trübes Bier, welches einen ungeſunden und wi- drigen brandigen Geſchma> hat, heftige Watiungen im Geblüte, ängſtliche Auf- blähungen, Schwere der Glieder und eine üble Verdauung verurſachet. 3) Das Malz muß nicht zu ſtark gedarret werden, weil es in ſolchem Falle feine weinmäßige Eigenſchaft und goldgelbe Farbe bekommen kann.* Viele haben das Vorurtheil, daß ein dicfes und ſchwarzbraunes Bier, wel» ces von ſehr ſtark geröſtetem Malze entſte her, auch zugleich ein ſtarkes und fettes Bier ſey, wovon man doch das Gegentheil ſehr leicyt darthun kann, wenn man der- gleichen Bier deſtillick, da man weniger Spiritus, aber deſto mehr Waſſer erhält, da doch eine gleiche Menge eines hellen und guten Biers weit mehr brennenden Geiſt liefert. Will man aber, um vieler Menſchen vorgefaßter Meynung willen, dem Biere eine höhere Farbe geben, ſo darf ja um deswillen der Kern des Malzes nicht verbrannt, ſondern nur zuleßt, weng der innere gute Theil gelinde getrocknet iſt, die äußere Schale durc) einen etwas ver mehrten Feuerſtoß ein wenig geröſtet wer» den. Wenn man aber dieſes zu treffen ſich nicht recht getrauer, ſo darf man ja nur ungemälztes Korn, oder manche Wupe« zeln, als Cichorien oder gelbe Rüben, vor ſich allein ſo ſtark röſten, daß ein ſchwarzes Pulver davon gemahlen, und IX' ſolches 132„Bierk ſolches zum Farbegeben mit der Bierwürze vermengt werden kann. Unter den Hopfen müſſen keine Blätter mitgepflücfet ſeyn, weil die Blätier dem Biere einen unangenehinen Geſchma> beybringen, welches auch geſchiehet, wenn der Hopfen unreif abgenommen, ober nach dem Abnehmen nicht gut getrocknet wor- 'den iſt. Der Hopfen muß ſo gefocht werden, daß man weder durch zu heftiges Kochen ſein Balſamiſches, noch auch durch zu ge- lindes Kochen ſein Harziges in den Ho- pfenhäuptern zurück laſſe, Beyde Stti- ete oder Cigenſchaften müſſen beybehalten und ausgezogen, und nur die fodte Erde zurück gelaſſen werden, wenn das Bier gut werden ſoll, Der balſamiſche Theil ohne den reſinöſen iſt dem Geſchmacke zwar nicht unangenehm, der Geſundheit aber, und beſonders dem Haupte, ſchädlich; der "Harzige hißet, macht bitter, und iſt da- her vermögend, das Bier vor der Säure zu bewahren, ermangelt aber des Geiſtes. Wenn alſo beyde zuſammen erhalten wer» den, ſo wird Cins durch das Andere tem- periret, und überhaupt der Hopfen nach allen dem, was er Gutes hat, genußet. Ein zu ſtork gehopftes Bier kann Kopf- ſchmerzen, innerliche Hiße, Wallungen im Geblüte u,ſ, f. erregen, beſonders wenn es jung gefrunfen wird, oder von zu weni» gem Malze nur ſchwach hat werden können, Es muß daher mit dem Hopfen des Bie- res die Mittelſtraße nicht überſchritten werden,| - Che das Malz zum Schroten in die Mühle kömmt, ſoll man es durch Werfen und Fegen von allem Staube und Abgan- ge befreyenz ſonſt kann das Bier gar leicht davon dunkel, ſchlammicht und übelſchms Fend werden, Biet? Das Malz muß nur gröblich geſchröten werden, weil es ſonſt beym Cinmeeſchen in Kiumpen, welche ſich nicht wohl trennen loſſen, zuſammen geht, und auf dem Brau- geſielle ſic) ſo feſt zuſammen ſekt, daß die Glüßigkeit entweder gor nicht; oder doch nur ſo langſam durchſeiher, daß, zumal in warmen Tagen, eine Treberſäure im Biere davon ſich hervor thun kann, Wenn das Bier zu früh gefaßt wird, ſo ſtöret man es in der noch nicht vollendeten Gährung, welche, wenn ſie ſich zu ſpät in den Gefäßen wieder erholer, ein abſtehen- des ſchales Bier zuwege bringt, welches noch mehr geſchiehet, wenn das Bier zu ſpät gefaßt wird, Es muß daher das oben angegebene Maaß zum Faſſen wohl beob- achtet werden. JIngleichen iſt es ein Hauptfehler beym Faſſen, wenn die Fäſſer nichr ganz voll gemacht werden, indem ſox dann die Hefen das Spundloch nicht errei- und Geruch ab- zuändern. Bey allen bisher bey dem Biere be- merkten Fehlern nimmt man ſeine Zuflucht zu manchen, theils mit der Geſundheit und dem guten Biergeſcmacke nicht wohl be- ſtehenden Mitteln, theils aber zu ſolchen, welche das Uebel nur verhüllen, oder es noch ſchlimmer machen. Der mehrmals angeführte Le Pileur d'Appligny ſagt von den Pariſer Biecbrauern, daß ſie zum Klarmachen eines dien oder früben Bie res folgendes Mittel gebrauchen? Acht Pfund Talkſtein wird mit altem Biere vermiſcht, und in einen Muid trübes Bier gethan. Will dieſes, wenn es einigemal wiederholet worden, noch nicht helfen, wer« den ſechs Unzen Vitriolöl hinzu gefügt. Wird das Bier hiervon noch nicht klar, ſo thut man noch acht Unzen Vitriol hinzu. Hilft alles dieſes nicht, ſo wird die Be- ſchaffenheit des Biers übler, als ſie zuvor war. Iſt das Bier ſchielend und wolficht ge- worden, ſs wird es, die Trinker zu betrü- gen, geſchminfet. Einige Brauer neh- men hiezu Caramel, d. i. ſehr ſtark geſot* tenen Zuckerz andre nehmen Kupferwaſſer, wovon jedoch das Bier ein ſchlechtes Anſe- hen und einen efelhaften Geſchmack be- fömmt, Das Bier, welches makt und ſchal ges. worden, wird nur durch eine aufs Neue veranſtaltete Gährung verbeſſert. Wäre auch das Bier ſüßlich, nicht ſcharf und nicht geiſtreich, als welches von der nicht gehörigen Menge der Stellhefen oder der Kraftloſigkeit derſelben in ſich ſelbſt entſtan den ſeyn kann, ſomuß, mittelſt eines edlern Fexments, das Bier wieder angeſtellet werden,- Rührt aber der Fehler daher, daß das Bier durch allzu viele Stellhefen De 2 in 4 nN - 4['; „2 >85 + os f S 1 4 Nr 124 Bierk in eine zu ſchleunige und übertriebene Gäh- rung gebracht, und hievon matt und kraft- los geworden, ſo kann dem Fehler nicht an» der8, als durc nicht das geringſte annimmt, dadurch dergeſtalt präſerviret, daß es fei- nen ſäuerlichen Geſchma> befömmt, und noch weniger ganz uad gar ſauer wird,“ - Jn Augsburg, ſchreibt Hr. D. Krüniß in ſeiner Encyclopädie, läßt man von dem nelfenartigen DBenedistkraut, Benedict- - wurzel,(Caryophyllata lutea oder vulga- xis, Geum urbanum L.) die Wurzel furz vor Johannis ausnehmen, ſpalten und tronen, und legt ſie hernach, in Beu- teln genähet, in die Tonnen, um das Bier vor der Säure zu bewahren, als welches auch von dem Landvolke in der Mark ſehr häufig zu geſchehen pfiegt, Folgende Art, fchreibt eben derſelbe, ſoll zur Erhaltung iv Bier“ 125 des Biers ſehr zuverläßig ſeyu: Man läßt ſich im Keller, oder in Kammern, wo die Sonne nicht hinein ſcheinet, eine Lade oder Kiſte von Brettern machen, ſo groß, daß. einige Tonnen darinn liegen können. Un- ter jede Tonne legt man 2 Steine, einen vorn, den andern hinten, und zwiſchen den Tonnen auch einen Stein, daß ſie ein- ander nicht berühren können 3 an allen Sei- ten aber müſſen ſie eine gute Queerhand von der Kiſte abliegen, Wenn die Ton- nen auf dergleichen Art eingelegt, mit Bier gefüllet, zugeſpändet und abgetro>- nef ſind, hält man feinen und wohl getro>- neten Flugſand zur Hand, und füllet die Kiſte damit ſo an, daß der Sand die Ton- nen an allen Seiten einſchließt, und eine Queerßand ho über dieſelben ſteht. Nach unten zu an der Kiſte kann man eine oder zwo Thüren machen, durch welche der Sand ausläuft, oder ſchnell heraus genom men werden kann, wenn die Tonnen leer ſind. Wenn andre wieder eingelegt wer- den, kann man eben den Sand wieder zu deren Aufbewahrung gebrauchen. Bey Einlegung der Tonnen ſeßt man Hähne oder Zapfen in dieſelben von ſolcher Länge, daß ſie aus der Kiſte heraus reichen, damit man das Bier ungerührt abzapfen könnez und oben auf der Tonne wird gleichfalls ein Zapfen mit einer Zwicke darein geſeßt, wo» durch man jedesmal, wenn man Bier za pfet, einige Luft mäßig und vorſichtig hin- ein läßt. In* England werden die cylindriſchen ſtehenden Tonnen, in welche das Bier ge- faſſet wird, mit einer Strohmatte umſchla- gen, welche ſich dicht an die Seiten ſchließtz darein wird Gäſt oder Hopfen gethat, und endlich ein hölzerner Boden, der den Gäſt oder Hopfen auf allen Seiten andrückt) daß der Luft aller Zugang zum Biere be- 2.3 nommen "Ee| |' IDR ena Ii DP ISE SAITE XV SE ia Lt HBI Ah Wengert NEHER SEIP NE üben meren ant Wile REITER 126 Bierf nommen werde. Solchergeſtalt hält ſich das Bier recht friſch bis zum Schluſſe, ſo gut, als wie es erſt angezapfet wird, Da es hiebey un1 das Abhalten der Luft allein zu thun iſt, ſo würde man mit getrocne- tem nnd allenthalben leicht zu havendem Mooſe, welches mit Baſt um das Gefäß feſt an- und eingebunden wird, eben ſo gut zum Zweck kommen können, In den Berlin. Nachrichten von Staats- und gel, Sachen a. v. IJ, 1774, S, 445, hat Hr. D. Belz folgendes Mittel, in beißen Sommertagen, zumal bey bevor- ſtehenden Gewittern, das Bier vor dem Verſauern, die Milch vor dem Zuſammen- laufen, und die Speiſen vor den; Verder- ben, zu bewahren, vorgeſchlagen:„Man nimmt reine Holzaſchenlauge, ſie ſey ſtark oder ſchwach, und tröpfelt ſie in das ver- ſauerte Bier, oder in die pverſäuern wollen- de Milch) und Speiſen. Es wird nicht ſchwer fallen, das Verhältniß jedesmal zu beſtimmen, wie viel man hinein tröpfelt; und aus dem Koſten wird man ſogleich ge- wahr werden, daß Bier, Milch und Spei- ſen ihre natürliche Güte wieder angenom: men, und den Anſaß von Säure oder zum Verderben verloren haben. Dieſes Mit« tel in gehöriger Maaße gebraucht, iſt nicht ſchädlich, ſondern vielmehr blutreinigend s und ob es ſchon dem Biere ſeine Säure benimmt, ſo vermehrt es doch allemal ſeine natürliche Hefen,( Mindert es aber wohl nicht die Stärke des Bieres?) Man kann ſich dieſes Mittels in jeder Jahroszeit bedie- nenz man muß aber freylich des Guten nicht zu viel ehun, und durch ein vernünfe tiges Koſten prüfen, ob man zu viel oder zu wenig von dieſer Lauge zugegofen habe, Es ſchadet zwar der Geſundheit nichtz das Eſſeu und Getränfe würde aber einen un- angenehmen und laygenbaften Geſchmac> Bierb befommey, Uebrigens befördert ber öftere Gebrauch dieſes Mittels den Urin, und kann ſelbſt denen, welche mit Harnwindven geplagt ſind, einige Erleichterung verſchaf- fen, ohne zu befürchten, daß man ſich) etf- wa der Gefahr der Harnruhr dadurch aus» ſeße,.“ Schmeckt das Bier nach dem Faſſe, ſe will man ſi damit helfen, daß man ein heißes, von einander gebrochenes Gerſten- brode, ſobald es aus dem Ofen kömmt, auf das Spundloch legt, es darauf erfal- ten läßt, und dieſes-drey= oder viermal wiederhole,| Unreine oder ſchimmlichte Fäſſer,-- und ſie werden es, wenn ſie, nach ausge- leertem Getränfe nicht ſogleich wohl aus» geſpület, und nicht im Schatten„„vie es allemat feyn ſollte, ſondern in der Sonne zum Austronen hingeſtellet werden,== müſſen cntweder mit hinein gethanen und angezündeten kleinen Reiſern ausgebrannt, oder lebendiger Kalk mit heißem aufgegoſ- ſenem Waſſer darinn abgelöſchet und damit Hin und her gewälzer werden, nachdem das Spundloch verſtopfet worden. Es fann auch das Ausſchwefeln der Gefäße verſacht werden, Man darf nicht fürch)- ken, daß der Schwefel dem Biexe und dex Geſurdheit ſchade; wie ſolches bey dem Weine, allgemeiner Erfahrung gemäß, gleichfalls nicht geſchiehet. Nichts als der allerzarteſte ſaure Geiſt veſſelben, welcher in ſo vielen Körpern und Materien dex Matur als geſund und heilſam gefunden wird, kann ſich damit verbinden. Die Erfahrung hat auch gelehret, daß durch die Schweſelung der Gefäße, worinn der Moſt vergähren ſoll, nur die im Anfange zu ſchnell eilende Gährung etwas„zurück gehaiten, aber auch zugleich durch den Weytritt des boym Verbrennen des Schwe» fels 26 vMUIRRIIEEEE 5. u: VES“Em Bier? fels„entſtandenen flüchtigen Sauerſalzes die Gährung eher zu Ende gebracht, und der Wein ſtärker wird. Weil bekanntermaaßen das Del keinen Kahn anſeßen oder wachſen läßt, ſv kann es rathſatü ſeyn, daß man, nachdem die Fäſſer zum Anfüllen zugerichtet ſind, die obern Seitendauben, ſo weit zu den Spund- löchern hinein gegriffen werden Fann, in- wendig mit Oel beſtreicke, damit ſich des Bieres Unſauberfeit, die von dieſer Rei- nigung über ſich heraus geſchoben wird, deſto weniger anlegen, ſolche ſc oder 300 Kannen, eine Tonne 75 Kannen, oder 18 Stübchen und drey Kannen; eine Kanne hat zwey Nößel, Kännichen oder Seidel, und ein Rößel vier Quat tierehen, In Dresden, wo etwas kleineres Gemäß iſt, hält ein Faß Bier, zu zwey Bierteln oder vier Tonnen, 420 Kannen, Cine Dresdner Achrtheil- kanne oder ſo genanntes Guartierchen, von Blech, welches ein Sechszehntheil Zol di iſt, hält im Durchſchnitte vier, an der Höhe aber fünf Zoll; nach dieſer Angabe läßt ſich das Biermaaß jeden Orts mit dem Dresdner leicht vergleichen, Bierprobe, Bierwaage, iſt nicht nur ein gewiſſes, ſehr genau abge- theiltes, Inſtrument, wie die Salzwaage der Svolenprove, wodurch die Stärke und Schwäche eines Bieres erforſchet und auch erfannt wird, wie viel Waſſer mehr in ein Faß unter das Bier gefüllet iſt, als in das Ggndere; ſondern es bedeufet auch in eini» gen Seeſtädken, als? in Hamburg, Dan- zig, u|. w. ein gewiſſes, von dem Magi- ſtrat dazu verordnetes, Cellegium aus den Brauerälteſten, welches die in der Stadt gebraueten"Biere ausfoſtet, und, wo das beſie befunden worden, ſolches durch öffent- lic) angeſchlagene Zettel befannt macht; das fleBtoſte aver, wenn es gar verwerfz lich iſt, wraker, d, i. ausſeßet, und für untüchtig erfläret, weshalb auch wobl der Brauer geſtraft wird, Das Werkzeug der Bierprobe hat Hy- patia zu Alexandrien im fünften Johrhun- dert eiſunden. CS beſiehet aus einer run- na RE u m waere nini m TREN nn PD Deiner EREICHEN<< Bierv den Kugel mit einem langen Halſe oder ei- ner Röhre von Knochen, Holz oder Clſen- bein, auc) Glas, und.die-Kugel iſt unten mit Bley beſchwerect, Die Grade werden auf dem Halſe bemerket, und ſtehen unten enger als oben beyſammen. Je“fetter oder beſſer das Bier iſt, deſio länger geht der Hals aus dem Biere in die Höhe, und ſo umgekehrt. Bijerſtänder, ein auf drey Füßen ſtehendes Braugefäß, das oben ſchmäler zuſammenläuſt, und über dem Boden ei- nen Hahn zum Abzapfen hat, Der Land- maßn in manchen Ländern meeſcht hierinn das Malz ein, wenn er ſich ſein Bier oder ein leichtes Getränf macht, daher es auch Trinkſiänder genannt wird, Biertarxe, iſt der von der Polizey vorgeichriebene Preis, um welchen die brauverechtigten Bürger das Bier verfau- fen und ausſchenken müſſen, Es werden aber die Biertaren nad) dem marktgängi- gen Preiſe des Getreides eingerichtet. Hie- bey muß aber auch zugleich ein ordentlicher Brauanſchlag über die Ausgabe und Ein- nahme von einem Gebräude Bier verferti- get werden, um daraus zu urtheilen, ob dem Brauer, wenn das Bier zu einem gewiſſen Preiſe geſeßet wird, für ſeine Mühe ein ſolcher Ueberſchlag oder Profit verbleibe, mit welchem er billig zufrieden ſeyn könne, Ein ſolcher Brauanſchlag wird ſodann mit der Biertaxe, beſonders in großen Städten, verbunden, und zugleich mit publiciret, Bierverfälſchung, eine Betrüge- rey der Bierbrauer und Schenfen, wenn ſie das Bier mit Waſſer oder wohl gar mit ſchädlichen Sachen verſchlechtern, Sd miſcht man z. B, Salz unter das Bier, um emen oder aud) olizeh 1 die NO erden jängt Dies licher Ein: ferti: 1, ob inem ſeine jrofi jeden lag ys in gleich rügt wenn hl got uv SG Di yy) Bieſim um vielen Durſt zu erwekenm 3 Poſt, Kien- poſt oder wilde Roßmarin, um ſchwaches oder gewäſſertes Bier zu ſtärken, und den Pöbel damit bald berauſcht zu machen. Da aber dieſe Verfälſchung ſehr ungeſund iſt, ſo ſpllte die Polizey ſolche Biervorfäl- ſcher hart beſtrafen, indem die Verfälſchung gar leicht entweder durch den Geſchmack oder durch den Kopfſchmerz und Rauſch von einem einzig getrunfenem Quart oder Kanne entdeckt werden kann, Bieſtmilch, Bieſt, iſt die erſte mißfärbige Milch, welche die Thiere bey und gleich nach- dem Gebähren in ihren Cutern haben. Viele wollen ſolche. den Jungen nicht für dienlich halten, und ſie wird daher den Müttern abgemolken, weil erſtere davon laxivren, Allein man muß bedenfen, daß dieſe Milch von Natur doch nicht umſonſt da ſeyn kann;: und was ſcha det ſie den wilden Thieren? Sollte ſie al- ſo nicht vielmehr den Jungen zur Reini- gung ihrer Eingeweide dienlich ſeyn? Bieth, ſo nennt der Zimmermann jedes hölzerne Gerüſt, und jeden Boden, der über der Erde erhaben iſt, So heißt das TMlablgeruſt(f, dieſes) gleichfalls Bieth; jo wie auch bey den Weinkeltern ein Bierh vorhanden iſt.(S, Relter- bieth.) Bif, Ochſeneſel, Maulochſe, ein Thier, von einem Stier und einer Eſelin erzeugt. Es A Kuhſchwanz, den Kopf wie ein Kalb, und zwo kleine Erhö- bungen an ſelbigem, anſtatt der Hörner; Körper und Füße: wie der Cſel, Es iſt boshaſt, frech, unbändig, ſtärfer als ein Maulthier, läuft ſehr ſchnell, und trägt in Spanien ſieben bis acht Zentner, Get. Regllexicon 11. Theil, Bilverſt x29 Bilanz, der Schluß der Rechnung, da Einnahme und Ausgabe mit einander verglichen werden, Dies heißt Dilanz ziehen oder bilanziren, und geſchieht theils monatlich, theils aber allemal jähr- lich, JInſonderheit verſteht man auch un- ter Bilanz das Buch, deſſen ſich Kaufleus te, Negotianten und Banquiers bedienen, ihre Activ- und Paſſivſchulden darein zu ſchreiben, und wird eben, wie das Haupt- „buch, in Debet und Creditgehalten, Eis nige nennen es auch das Verfallzeitbuch, Monaths- oder Zahlungsbuch, Annota- tions» oder Notierbuch;. Franz. Carnet, Bildende Künſte. Dieſe“ ſind nicht nur diejenigen Künſte, die blos durch Farben, Zeichnungen und Schatten, der Natur nachahmen, ſondern überhanpt alle Künſte, ſo der Natur durch körperliche Vorſtellungen nachahmen, und insgemein verſchönern, als? die Bildhauerkunſt, Stempel- und Steinſchneiderkunſt, Ma- lerfunſt, Boſſierfunſt 2. Bilderblende, Blende, Niſche, iſt eine Vertiefung in einer Mauer, die gemeiniglich nach einem halben Zirkel ge- macht wird, und oberwärts mit einem hal- ben Kugelgewölbe bedeckt iſt, um Statuen hinein zu ſtellen, Bilderfuß, ein Fuß oder Unterſaß, worauf ein Bruſtbild geſeßt wird, Bildergalerie, eine Sammlung von Gemälden der berühmteſtäMeiſter, in einem langen Saal oder Gange auſge- ſtellt, wie zu Dresden, Sansſouci, Salz- dal u.ſ. w+ Bilderſruhl, Fußgeſtell, Säu- lenſinhl, Piedeltal, Baſement, iſt der unterſte Theil einer Säulenordnung, R worauf 130 Bildy worauf die Säule zu ſtehen kömmt, und beſteht aus drey Theilen t dem Fuße, dem Würfel, und dem Deckel; er trägt aber nicht allezeit eine Säule, ſonvern man ſteller, z. B. in Gärten, auch Statuen, Ge- fäße und andere Sachen darauf, welche zur Pracht und zur Zierde dienen. Es giebt aber noc<+ mehrere Arten, welche entweder ausgeſchweift, oder oben weniger Breite als unteiw haben 3 ingleichen nach einem Bogenſtücke geſchweifte, oder mit mit geraden Linien gemachte, SUdniß„ das Gemälde eines Mer ſchen, ſowohl im Bruſiſtück, als in Le» bensgröße. Es wird dieſes Work jekt von Schriftſtellern mehr, als das eben ſo viel bedeutende Wort: Portrait, gebraucht. Bildſäule, eine Gatrung eines Bil» des, welches oben das Bruſtſtück eines Mannes oder Weibes, und jederzeit alle- goriſch iſt, und die Götter der Alten, oder die Tugenden und Untugenden vorſiellet; von unten endiget es ſich mit einem Piede- ſal, welches zugefpißet iſt. Dieſe Bild- föulen dienen öfters zur Zierde eines Gar» "rens, oder einen Balkon, oder ein Gebälk eines Gebäudes zu fragen. Bille, ein ſpitiger oder breiter Ham» mer, womit die Mühßlſteine gefchärfet wer» "den, daher Billen das Schärfen der Mühlſteine genannt wird. Billot„» ſo nennt man das Stück Holz, welches in den Kuppeln der Pferds, „'zum Fortführen derſelbigen, von den Reff- 'täuſchern zwiſchen dem Schwanz des ey- ſien, und dem Kopf des ſolgenden Kuppel- "pferdes gebunden wird. Bilfenfraut, Hyoſcyamus, iſt überall mehr denn zu ſehr bey uns bekannt, Bilſenk 7) Das ſchwarze Bilſenkraut, Doll- Fraut, Schlafkrauc, Saubohn, Rindswurz, Ziegewnerkraur, Ten« feleauge, H. niger L, wird bey uns cn ungebaueten und unreinen Outen, hinker- den Miſiſtellen- auch an den Zäunen, ſehr häufig geſehen. Schon der beſondere, ekel- hafte, widrige Geruch dieſer Pflanze läßt die dumm- und ſchlafmachenden, ſchwefel- artigen Beſtandrheile gleichſam von ferne argivohnen, und die vielen betrübten Zu- fälle„ welche auf den unverſichtigen Genuß derſelben erfolgen, beſtätigen ſolches noch gewiſſer. Auch Thieren iſt die Pflanze ſchädlich... Schweine, wenn ſie Bilſen«- faamen gefreſſen, werden taumelnd, frie zu verhüten, kein mürbes, ſon- dern recht zähes Holz dozu genommen wer- den, weil der Baum beym ſtarken Anzie- Hen von hinten gar leicht in der Mitrte zer- ſprengt, und die darauf zum Feſthalten liegende Perſon, weiche. geladen hat, in die Luft geſchnellet, beſchädiget oder gar getödter werden kann, Bindefnecht, ſo nennt man beym Waſſerbau ein Geſtelle, auf welches man die Würſte(ſ. dieſe) zu den Faſchinen binder, Die Arbeiter ſchlagen deswegen Pfähle kreuzweiſe in die Erde, und binden ſolche ins Kreuz mit einem Werd(ſ. die: ſes) zuſammen, Auf dieſen legen ſie den weidenen Buſch- oder Brakenweiſer, und binden ſolehe mit Werd zuſammen, EAS SETE ET NRIEAT BEE EI ET Binder Binden, ſind in der Baukunſt die Streifen, womit man zuweilen die Sdu- len umgiebt, welches eine Verſtärkung der Ordnung ſeyn ſoll, Sie find daher nur bey ſiarken Gebäuden, z. E, bey Thoren, und dergl, anzubringen. Binden, in der Landwirthſchaft, ge- ſchiehet, wenn bey der Aerndte die zuſam- men gelegten Garben in Stroßbänden ein- gebunden, und der Knoten mit einem ſpi- ßigen Sto> oder Knebel gut befeſtiget wird. Damit dieſe Arbeit tüchtig geſche- he, und die Garben beym Auf- und Ab- laden nicht zerſtreuet, und das mühſame Wiederzuſammenbinden vermieden werde, ſo muß vorgedachter Knoten genau gemacht werden. Die Strohbänder müſſen auch zu gleichem Zwe zu Haufe wohl zuſam- men geſchürzt, nicht zu dünne oder zu ſchwach, auch nicht zu ſpröde oder zu ki0- den, ſondern mäßig angefeuchtet ſeyn, Das Binden geſchiehet meiſtens durch die Mägde, im Iothfall auch durch Manngs- perſonen, und dieſe müſſen mit den Gar«- ben nicht zu plump umgehen, damit ſo wes nig Körner, als möglich, davon ausfallen, Man kann das plumpe, ungeſchickte Bin- den der Garben in der Folge an der Bin- deſtäte gar leicht erfennen, wenn auf ſelbi- ger viele Körner liegen, oder in der Folge daſelbſt aufgehen, und ſich dadurch aus- zeichnen. Dieſerhalb muß der tandwirch geſchicte und geübte Leute zum Garben» binden anzuſtellen nicht unterlaſſen, Bindenſäule, iſt eine Säule, wel« ſind, wo Binder und Läufer erforderlich wechſeln. Bindezeug, beſteht aus einer Schür- ze und Handſchuhen von- zwar gebleichter, aber grober Hausleinwand, welche den Garbebinderinnen, zur Schonung ihrer Kleidung, von der Herrſchaft gegeben wird; iſt aber nicht überall gebräuchlich« Bindfaden, eine aus Flachs und Hanf bereitete Schuur. Aus Flachs ver- fertigt der Sattler folgende Arten des Bind- fadens? Kanzleybindfaden, wo 32 einzelne Bindfäden auf ein Pfund gehen; feinen Bindfaden, 20 bis 24 auf ein Pfund; feinen, Mittelbindfaden, 16 auf ein Pf, Aus Hanf werden folgende ſtärkere Arten - "Bindfaden gearbeitet 3 Mittelfaden, 12 auf ein Pfuud 3 Strangfaden, womit das Pferdegeſchirr: genähet wird, 8 auf ein Pfund 3 Hangriemdrath, womit die Hang» riemen zu den Kutſchen genähet werden, 8 auf ein Pfund; Zuckerbindfaden, der gröbſte, wo nur 3 auf ein Pfund gehen, Jeder einzelne Bindfaden aller Art iſt 18 Kiaſter lang, und jeder wird auf ein Wi- &elholz zu einem Knaul gewielt, Bindholz, ein Zimmerſtü, welches dazu eingerichtet iſt, andere Bauhölzer mit einander zu verbinden, damit die zuſam» AIN Bindw 133 men gefügten Hölzer nicht aus einander weichen können. Site leiſten in dieſem. Falle eben die Dienſte, als die Streben, wider das Verſchieben 3 ſie werden an den verbundenen Hölzern mit Zapfen, ZS äms men, Dändern, Verzahnuntten oder. auc) Schwaibenſchwänzen befeſtiget oder gebunden, Beſonders werden ſie am häufigſten bey dem Maſchinenweſen ge- braucht, Bindriegel, ein Zimmerſtück, wel- enlehne, oder eines Geländers, gebraucht wird. Es iſt in den Säulen oder Stan? dern, mittelſt Zapfen und Löcher, nach horizontaler Lage verbunden. Cs ſind de- ren, gemeiniglich zween 3 der obere wird Zruſtrietzel genannt. Bindwerk, Lattenwerf, Nax- gelwerf, Franz, Treillage, ein aus ſchwachen, grün angeſtrichenen Latten er- bauetes Gartenhäuschen 3 oder es ſtelle ein Portal mit Architektur, als Pfeiler und Bogen, vor; auch werden allerley Gänge davon gemacht, u,ſ,f, Bindwurm, Bindelwurm, Faſciola L., welcher nicht mit dem oben beſchriebenen Bandwurm verwechſelt wer- den muß. Er gehöret unter die Würmer ohne Gliedmaaßen, und hat einen platten, breiten und furzen Körper, welcher ſowohl am Bauche, als auch am Ende mit einer Oeſſnung verſehen iſt, und häit nich nicht nur im Waſſer, ſondern auch in den Ein- geweiden der Thiere, auf. Hierunter ge- hören:| 1) Der Leberwurin, Faſciola hepa- tica L., weil er in der Leber der Schaafe öfters gefunden wird 3; hat ohngefähr die Größe eines Kürbiskernes, und kann ſei- R 3 nes EE anggiikeiegn,. 240 Zn 134 Bingell nen länglichrunden Körper auf beyden Sei- fen verlängern, und bald platt, bald rund machen. Wenn dieſer Wurm zu lange und in Menge in der Leber der Schaafe verweilet, ſo erfolgt ihr Tod, In naſſen Jahren, oder auf naſſen Weiden, wird er am meiſien bey dieſen Thieren gefunden, Man braucht dawider mancherley Wuxm- mittel. Wey mir hat der Knoblauch, welchen die Schaafe beſonders im Früß- jahre gern freſſen, allezeit geholfen, ſo, daß, wenn gleich ſonſt die im Herbſte und Wiater geſch iachteten Schaafe von ſolchen Würmern voll geweſen waren, diejenigen doch, welche im April die grünen Stengel des Knovlauchs einige Tage hindurch ge- freſſen harten, von gedachter Zeit an beym Schlachten keinen dergleichen Wurm mehr bey ſich führten, und ihre Feber vollfom- men roth und friſch ausſahe, 2) Der Ziſchwurm, Faſciola inte- Ninalis L. Dieſer Wurm hat ebenfalls eine länglichrunde Geſtalt, und iſt nicht größer, als der vorige, ſo lange er ſich in dem Waſſer befindet, In den Eingewei- den der Fiſche aber ſoll er oft eine tänge von einer Elle, und eine breite riemeaför- mige Geſtalt erhalten, 3) Der Hartwurm, Faſciola bar. bata L. Er hat einen länglichen, platten, weißen Körper, und iſt noch nicht 1 Zoll lang. Man finder ihn vorzüglich in dem Spaniſchen und Norwegiſchen Blackfiſche, Bingelfraut, Mercurialis L. Die hiervon mertwürdigen Arten ſind: 1) M.(Cperennis) perennirendes oder Waidbingelfraur, Hundskobl, ZRubkraut, Speckmilde. Yater»- land: Curopa in Haynen. Stengel: ſehr einfach, 1 F. hoch. Blätter: rauh, lanzertförmig, gezähnt, gegenüber ſtehend, Bingelk dunfelgrün. Blumen: gleich denen der folgenden Arten an den Seiren und Enden der Etengel in Aehren; klein, gelblich, im Sommer, Saamen: reif im Herbſte, ehe die Blürhe zu Ende gegangen. Die ſe Pflanze kann zu jeder Zeit, am beſten aber im Herbſte, durch Zertheilung fort» gepflanzt werden; man haf fie zwar ehe dem zum innerlichen Gebrauch aängerathen, allein Sloane und Andre haben die gar ſchädlichen Würfungen derſelben beob- achtet.; 2) M.(tomentoſa2) filzitzes oder wol» liges Dingelkfrant. Vaterland: das mittägige Franfreich und Spanien, Srengel: firauchähnlich, holzig, äſftig, 1; Juß heh, Blärter: filzig, eyrund, gegenüber ſtehend. Die Pflanzen vermeh« xen ſich durch ven ausfallenden Saamen gar ſehr, und ertragen unſre Winter ohne Bedeckung. 3) M.(annmwalL, Mercurialis herba ofic.) Das jedrige Bintelkfraut, Aubkrauc, WiercurFrant, Unfraur, Schweißmelde, S,-armförmig getheilt, 1 Fuß hoh, Blätter: glatt, lanzettförmig, gezähnt, blaßgrün. Die Ptianze vermehrt ſich durch den ausfallen den Saamen nur gar zu ſtark. Das Kraue gehöret zu den ſo genannten fünf erweichen- den in den Apotheken, und wird gemeinig-= lich entweder vor fich, oder deſſen Saft, mit Honig vermiſcht, zu Clyſtieren ge- branchet. Es pflegen auch einige einen Syrup daraus zu verfertigen, und ſolchen als ein abführendes Mittel zu gebrauchen; dinnaus n ge einen olchen uchen; NI Binko Linnäus aber will dieſe Art lieber zu den verdächtigen Mitteln zählen. Binko, ein kleiner hölzerner Hammer der Böttcher, deſſen Stiel ſehr lang iſt. Er wird gebraucht, die Stäbe, die in die Kröſe zu tief hinein gedrungen ſind, wieder heraus zu bringen, oder folche, welche aus derſelben gewichen ſind, wieder hinein zu treiben Binnen, heißt beym Waſſerbau in Niederſachſen: innerhalb; und beſonders in den Marſchländern? innerhalb eines Deiches- Daher kommen die Ausdrücke: Binnenwaſſer, Binnenland, Binnendyks, das iſt, innerhalb: des Deichs, nach dent Lande zu. Binnendeich, Landdeich, ein Deich, der inwendig nach den Hauptdei- chen, und gegen gefährliche Gegenden, wo man einen Durchbruc) befürchtet, liegt; damit, wenn derſelbe erfolget, das Waſſer vor dem Binnendeiche ſtehen bleibe, und die übrigen Gegenden nicht auch über- ſchwenzme- Binnenfand„» das Land innerhalb eines Deiches-. Binnerdeichbrake, ein Durchbruch an einem Binnendeiche,- Binnerſeeen, See'n, die ins Land" binein gehen. - Binnerſiel- derjenige Theil eines Siels( Deichſchleuſe), welcher inwendig, Innerhalb der inwendigen Thüren deſſelben, liegt. Der Binnerſieb iſt,"ſo weit er un- ter dem Teiche läuft, oben bedeckt„- außer Halb aber offen. Der äußere Theil wird der Zinnervorſiel genannt, und muß das: vordringende Binnenwaſſer auſſangen.. Binſe 135 Binnertiefe, ſind Graben, die das Waſſer aus den Ländereyen zum Abwäſſe- rungsſiel leiten. Sie ſind entweder ſelbſt von der Jiatur gemacht, wie die Flüſſe z oder von Menſchenhänden verfertiget. Binfe, luncus 1. Die Arten die« ſes Geſchlechts erhalten öfters verſchiedene Jiamen. 1) Die geſtreifte, büſchelfsrmitge Binje, luncus elufus L. Die Stengel find ſteif, hart, merklich der Länge nach geftreift„ und untferwärts, gegen die Erde zu- mit ſchwarzen glänzenden Scheiden umgeben, EE; 2) Die latte, rundknöspfitte Din- ſe, luncus giomeratus L, itt der vorigen ziemlich ähnlich. Die Hälme ſind niedri- ger und ſchwächer, und kaum merklich ge- ſtreift, Die Blumen ſtehen gedrungen bey einander, und ſtellen beynabe eine Ku- gel vor. Won dem Maxpke dieſer Binſen pflegt man Döchte zu den Oellampen, und auz den Halmen allerley geflochtene Arbeit zu machen, als wozu ſich) dieſe Art beſſer, ais die erſte,(Fige Aehre abbilden, indem unter und bey jeder Blume zwo trockene weißröthitche Blumen anſißen, Sowohl in Anſehung der Geſtalt der"Blümchen, als auch, daß ſelbige mehr oder weniger geſtielec ſind, finder man einige Abände- rungen. Man findet ſolc- nen Herbſten endlich ab, ſo kann es zu dieſem Zweck eingeſammlet, und entweder allein, oder mit Gerſten- oder Haberſchrot vermengt, gefüttert werden, auch kann man daran, wo es an Wieſenwachs fehlet, ein Surrogat des Heues haben. Den Birke t35 Schaafen iſt es g ſund z denn es bewahret ſie, wegen ſeiner trocknenden Kraft, vor der Waſſerſucht faſt eben ſs, wie das Er- lenlaub, Auch kann man dieſes getro>ne- te Laub, mit Spreu oder Kaff gemiſcht, ein- brühen, und den Kühen im Winker einen guten Trank davon bereiten. Das im Frühjahre abgeſtreifte und getro>nete Laub iſt fräftiger, als das im Herbſt abfal- lende. Das Landvolk färbet mit Birkenlaub, ohne andern Zuſaß, Wolle und Leinwand gelb. Bey Sammlung des Laubes hierzu werden gemeiniglich die Blumenknoſpen mit gebrochen, weil der gelbe Fruchtſtaub der männlichen Blumen zu einer guten Farbe viel beytragen ſoll. Das Laub ſoll im Frühlinge hierzu weniger, als im Herb- ſte, gut ſeynz von dem erſtern wird die Wolle ſchwächer, und fällt etwas ins Grüne; von dem leßtern aber recht gelb. Die Maler machen mit dem Birkenlaube eben ſowohl, wie mit den Hafelblumen, die gelbe Farbe, welche ſie Schürtgelb nennen. Man kocht junges und zartes taub in einem Keſſel, 1 Stunde lang und darüber 3 alsdann thut man zerſtoßne Krei» de und etwas Alaun dazu, läßt es noc) ek was kochen, und ſich ſodann ſeßen, Der Bodenſaß iſt die verlangte Farbe, welche man trennet, Läßt man die Kreide weg, ſv befömmt man das Schürtgrün der Maler.- Man kann auch mit Birkenlau- be gelb färben, wenn man das neu aufge« brochene Laub mit Lauge und etwas Alaun focht, welches eine gute Farbe giebt. Die im Frühlinge ausgeſchlagenen noc< harzigen Blättchen der Birkenknoſpen ge« braucht man in Finnland, an Statt des Thee's, und hält ſie für. antiſcorbutiſch. Es pflegen auch Einige ſolche zu ſammeln, zu tronen, und mit gutem Nuten in S 2 Suppen 149 Birke Suppen wider die Gelbſucht zu eſſen, Wenn man die Birkenknoſpen in Trocken- ftüben oder im Backofen nach ausgezoge- nen Brodten, und wenn die meiſie Hiße vorbey iſt, getrocknet hat. ſo kann man ſie, vermittelſt Vermiſchung mit Trebern oder Sey, Kkeyen, grobem Mehl, After» korne, u. ſ, f. für Enten, Gänſe, Trut- hähne und Hühner zum Winterfutter ge- brauchen, In Gartenſcenen macht die Birke ſo» wohl im Sommer als im Winter, zwi- ſchen andern Bäunien, eine liebliche An- nehmlichfeit. Im Sommer iſt ſie mit ſchönen kleinen Blättern bekleidet, welche eine liebliche grüne Farbe haben, und ſich bey der geringſten Bewegung der Luft an den dünnen Zweigen auf eine gefällige Art hin und her bewegen. Im Winter iſt ſie nicht minder anſehnlich, weil ſie, ganz mic weißer Rinde bekleidet, und beſonders dann, wenn Weiden mit gelben und ro- then Zweigen damit vermengt ſtehen, ei- nen vortrefflichen Effect macht. Sie pflegt "gegen Ende des Aprils, wenn ſolcher nicht zu kalt iſt, in vollem Laube, und einige Wochen nachher in voller Blüche, zu ſte- Hen, und etwa um die Mitte des Septeme- bers ihre Käßchen gebildet zu haben. Der Saame wird im Herbſte, ehe er aus den Schuppen des Käkchens„- in wel- ehe er eingeſchloſſen iſt. heraus fällt, wel- hes er, ſobald ſich dieſelben nur öffnen, fogleich zu thun pflegt, gefammlet, Man ſaet ihn zu Ende des ÖOctobers, und zu Anfange des Novembers, nur ganz flach, und nur ſo weit mic Erde bedeckt, daß er von den Vögeln und Winden nicht wegge- nommen werden kann, Die Ausfaats wird bey ſtilſen? Werter vorgenommen, weil der Wind den ſehr leichten Saamen fortfüh- ven kann, In einenz naſſen Boden bleibe Birke der Wuchs der Birken ſchwach und nie« drigz ein nicht allzu trockner Sandboden iſt ihnen am angemeſſenſten, beſonders wenn ſich untex der Oberlage des Sandes 2ehm befindet. Ein kaltex Boden iſt ih nen zum ſchnellen Wachsthum dienlicher, als ein warmer, und Birken im Lehmbo- den geben ein ungleich feſteres und dauer- hafteres Holz, als die in jedem andern Bo- den gewachſenen. Einige rathen, den Birkenſaamen auf den Schnee auszuſäen 3; er gedeihet auf ſolche Art ſehr gut, wenn die fieinen Vö- gel thn nicht aufſuchen und verzehren, Noch Andere wollen den Saamen auf ein mit Eicheln beſteiltes Feld bringen. Der hieraus zu erwartende Vortheil beſteht dar- inn, daß die jungen Eichen unter den Bir- fen, die geſchwind und gerade aufſteigen, beſchatteter und ſichrer aufwachſen; daß die ganze Anlage keine beſondere Koſten erfordert; und daß man die Birkenſtämme mit Vortheil ſchon nach einigen Jahren fann abhauen laſſen, wenn die Eichen größer zu werden anfangen 3 oder leßtere no wohl ſo lange in der Vermiſchung ſie- hen können, bis die Birken 3= 4mal ab- geholzet worden, Den jungen ſo langſam wachſenden Eichen ſchader der Ueberwuchs nicht, fie.gehen darunter gerade in die H6- he, und wenn es ein hoher trockner Boven iſt, ſo iſt der Schatten der Birken den jungen Eichen deſto vortheilhafter- Es ſchadet auch nichts, wenn die Birken bis ins hohe Alter hinein mit den Eichen ver» miſche bleiben. Man hat von den Birken immer die Nußung des Schlagholzes, und nußt immerhin den Wald ſo lange, bis endlich die Cichen für unſre Nachkommen den meiſien Vortheil erſt bringen. Man darf auc niche die Verhinderung des Wuchſes der Eichen befürchten- Die Wurzeln Birke Wurzeln der alſo mit Eichen vermiſcht ſte- "henden Birken ſchaden den jungen Cichen / weit weniger, als die Triebe und Wurzeln des Unfrautes und Raſens, welche ohne ſie gewiß da ſeyn würden 3 und zwar ſcha- den ſie deſto weniger, weil ſie nicht ſo tief, wie die Eichen, gehen, ſondern ſich nur unter dem obern Boden ausbreiten,; und erſtern alſo die Tiefe des Grundes völlig allein überlaſſen. Endlich kömmt bey ſo vermiſchten Holzungen noch dieſes hinzv, daß, nach mehrmaligen Erfahrungen, die Raupen weit weniger den jungen Eichen zuſeßen, die ſonſt, wenn auch gleich ihre Blätter abgefreſſen worden, zwar nicht eingehen, aber doch in ihrem Wachsthume einige Jahre lang durch den Raupenfraß aufgehalten und zurück geſeßet werden, Kann man, der Lokalität halber, mit der Ausſaat des Birkenſaamens in Wäl- dern und Feldern nicht auffommen, ſo muß man Baumſchulen auf eingefriedeten Plä- ken anlegen, um aus ſolchen die jungen Birken ins Freye zu verpflanzen. Man kann ſelbige ſchon verſeßen, wenn ſie die Dicke eines Fingers haben. Iſt der Bo- den gut,(der Herbſt iſt hiezu die beſte Jahreszeit,) ſs können die Birken eines Harfenſtiels di und noch weit darüber zum Verpfianzen genommen werden. Soll» te auch der Stamm, wenn ein dürres Jahr einfällt, vertrocknen, ſo bleibt doch meh- rentheils die Wurzel friſch, und treibt furz über der Erde neue Schößlinge- Will man die jungen verpflanzten Birken in Zu- kunft als Schlagholz nußen, ſo hauet man fie im guten Boden ſchon im folgenden Jahre nach der Verpflanzung an der Erde ab, damit ſie bey längerm Wachsthume ſich nicht etwa gar verbluten, und ihr Wiederaustreiben aus der Wurzel nicht verhindert werde, Will und muß man Birke I47 ſich aber wegen des Rothwildes und der Viehheerden als Kopfſtänmne gebrauchen, ſo läßt man ſie nach ihrer Verpflanzung 6 Fuß von der Erde abhauen. Die Güte des Bodens entſcheidet, wie lange eine alt gewordene Birke ſiehen kann. Das gewiſ- ſeſte Kennzeichen ihres Abſterbens iſt, wenn die Rinde am unterſten Theile des Stam- mes aufborſtet, und der Stamm oben im Kopfe buſchicht wird; alsdann iſt es hohe Zeit, die Birke zu fällen, weil ihr Kern faul wird. In vermiſchten Holzungen pflegt man die Birke in 30= 35 Jahren zu fällen; ſonſt kann ſie auch 53-60 Jahre ſtehen bleiben. Iſt der Boden, auf welchem ſie ſteher, nicht ſehr naß, ſo muß man ſie ſo niedrig, als möglich, ab- hauen 3; ſie wird alsdann auch weit vom Stamme aus den Wurzeln, die ſich unter der Oberfläche des Bodens hinziehen, häu? tig ausſchlagen, Will man die Birken zu einer Befriedi- gung anwenden, und damit die aufgewor- fenen Wälle oder Graben bepflanzen, ſo giebt der Münchhauſenſcen 3; die Schenkel aber ſind mit dunfelgelben Federn rauch bekleidet, Das Birkhuhn legt ſeine Eyer auf Blößen oder Schläge, woſelbſt es hohe Hügel oder Stöcke erwählet, an welchen es ſein Neſt macht, Zu dieſem braucht es viel Geniſte, in welches es 12 bis 16 längliche Cyer legt, und eben ſo vorſichtig, als das Auer- huhn, welche dann das Huhn, ohne Bey- hülfe des Hahns, in vier Wochen aus- brütet.; Meiſtentheils halten ſich die Birkhühner an ſolt. Cinige haven: auf der Oberfläche Puncte' von: einer ans dern: Farbe BVWieie Birnen bleiben bis zur Reiſe grün, und dieſe erhalten) gemei- niglidy 152 Bir niglich eine Benennung davon, als: la Verte-longue; la Sucree-+verte; 1e Bou- Chretien verd;. le Beurre verd; Orange znusquce verte, Sie pflegen aber doch am Ende etwas ins Gelbe zu ſpielen, ſon- derlich. am Stiel, und daran erfenner man ihre Reife. JIns Gelbliche ſpielen 1a Cra- fane; Je St. Germain, oft mehr, oft weni- ger, nachdem die Frucht viel Sonne ge- Habt hat, und in einem ferten Boden ge- wachſen iſt. Die weißeſten Birnen ſind die Blanquettes, welche auch daher den Namen haben. Verſchiedene Birnen ſind ſchon„?wenn ſie gelb werden, paſſirt und mehlicht, z. E, 1a Clairville longue. Ei- nige haben eine vorzüglich glatte und glän- zende Haut ,- z. E, ja Verte-longue d'Au- fomne. Die an der einen Seite ins Braune ſpielende bleibe gemeiniglich grün; z. E. P'Epargne; 1a Poire fans peau; la Rouſlelette de Rheims. Bey denjenigen, die gelb werden, verändert ſich die Bräune in eine angenehme Röthe; z. E. 18 Bon- Chretien M'hyver jaune, die deutſche Her- renbirn. Bey denjenigen Birnen, welche eine Röthe anzunehmen pflegen, kann man ſolche befördern, wenn man bey hellem Sonnenſchein kurz vorher, ehe die Früchte reif oder gebrochen werden, ſolche durch eine Opriße oder Brauſe mit Waſſer be- ſprißet, Die mit einem bräunlichen Roſte bedeckten nennt man grejs; z. E. le Beur- r€ grisz; la Griſe bonne; le Doyenne gris; Je Meſlire Jean gris, La poire d'oeuf iſt gelblich, und durchaus mit grünen; Bery de 1a Motte und le Roi d'etd mit greifen Puncten bede>&e. Le Caillot xolat iſt greis, und überher mit mehlichten Flecken geſche>t. La Belliſlime iſt vielleicht die einzige Birn, welche kenntlich rothe Strei« fen har; ſo„gewöhnlich ſolche bey Aepfeln ſind."Bey einigen iſt die Haut höerig, '"Birn z. E, Orange musquee. Bey anbern nimmt ſie zuweilen räudige Flecken au, z. E, bey der St. Germain im magern Sandlande. Bey Erwägung der Aehnlichkeit ſu- ig, zer» fließend,„.mehlicht,-gelſterz 1) ſtein, wenn die kleinen Steine beym Cſſen merk» lich und beſchwerlich ſind; ſchmelzend, beurrfe, wenn ſie auf der Zunge ſanft em pfunden wird, und zergeht. Keine Birn iſt mehr ſchmelzend, als 16 Beurre gris; da hingegen eben dieſelbe Birne, wenn ſie in einem trocknen hohen Boden an einem alten Baume gewachſen, öfters ſehr ſtei- nig iſt, Die Franzoſen nennen auch ei-. nige 154 Biry nige Arten halbſchmelzend, demi- beur- FEcs, als la Bellillime; le Rouſlelet; 3) trocken, wenn man wen!g Safe in dem Fleiſche findet, Eine der trockenſten Bir- nen iſt ie Martin ſee, wovon ſie auch billig dieſen Namen hat; 4) feſt, wenn wir Muhe haben, das Fleiſch zwiſchen den Zävynen zu zertheilen, und alle Steinchen gleichſam durch Fäſerchen verbunden ſind, wie an eben diefem Martin[ec und le Bery d'Heri; 5) zart, wenn wir wenige Steine darin merken, wenn das Fleiſch ſonſt auch feſt iſt, wie in Poire d'ocuf; Rouſlelet de Rheims; 6) ſtocFitg, wenn die im Flei- ſche befindlichen Adern, ſo wie in einer ſto- figen Wurzet, merklich werden. Dieſes geſchieht in vielen Sommerbirnen, wenn ſie etwas überreif werden 3 z. E. bey der la Jargonnelle; le Citron des Carmesz 7) zerfließend,, wenn die Seeinchen gleichſam in lauter auf der Zun» ge zerfließendem Safte liegen, wie in Poi- re ſans peau. Le Beurrd gris iſt zerflief- ſend und ſchmelzend zugleich; 8) mehlicht; wenn wir das Fleiſch auf der Zunge wie trockenes Mehl, ohne Saft, empfinden, wie in la Mouille- bouche d'et& wenn ſol- he etwas überreif iſt, und in vielen andern Sommerbirnenz; 9) geiſter, brüchig, caſlant, wenn ſich das Fleiſch leicht, wie ein, Glas, in Stücke zerbrechen läßt, z. E, ic Chaumontel, Eine vorzüglich gelſtere Birne iſt 1e Meßlire Jeanz 10) moll, wenn der Saft in Gährung geräth, und einen andern? Geſchmacs, auch andere Far- be annimmt, wodurch das Fleiſch aus ſei- ner Verbiadung kömmt, und leicht zuſam- men gedruckt werden fann, Die Spoin- Merbirnen ſind überhaupt dem Mollwerden unterworfen, Alle Birnen, wenn ſie über- reif werden, werden entweder ſtockig oder Behlichtoder moll, und darauf folgt die Fäuls Dir niß. Einige Birnen werden nie moll, z, E.. la Bergatnotte ceraſane; andere ſind kaum reif, wenn ſie ſchon um das Sern= haus braun werden; z. E. Roullelct de Rheims, Die Sommerbirnen ſind mei ſtens mehr dem Mehlichtwerden unter worfen, Von den Winterbirnen wird ſol ten eine moll oder mehlicht werden, ſondern fie werden meiſtens zuletzt fleckig oder faul. In der Ambrette iſt die Farbe des Flei- ſches grünlich, in der Virgoulede gelblich. Steinige Birnen haben zuweilen unter der Haut große Klumpen in Kugeln zuſam men gebackner Steinchen. Das T7arE in einer Birn nennen wir das unmittelbar umgebende Fleiſch, nebſt dem Kernhanſe ſelbſt, Das bey dem Korn- hauje befindliche Fleiſch iſt gemeiniglich von andrer Matur, als das übrige Fleiſch, Zn den mehreften Birnen beſteht es aus lauter Steinichen, welche überdies größer, als die Körner in dem rechten Fleiſche, find, 3. C. in der St. Germain. Jn einigen iſt der Geſchmack davon ſaurer, und man muß es heraus ſchneiden, z. E. in der Craſane, In wenigen merket man gar feinen Unter ſchied zwiſchen dem Mark und dem Fleiſch, z. E. in der Virgoulde und einer ſaftigen Beurre, In Anſehung des Saftes hat eine Birn deſſen entweder überflüßig, und als« dann nennen wir ſie ſaftig; oder es fehlt daran, und alsdann iſt ſie trocken oder meh= jicht, Nachdemz uns nun der Saft auf der Zunge angenehm iſt, beſtimmen wir gemeiniglich das Vorzügliche einer Birn, Wir ſagen daher, eine Birn habe angeneh» men, füßen, vortrefflichen, zuFerſüßen, weinhaften, parfümirten, häuſigen, herben, zufammen ziehenden Saft; 1'Lau agreable, donce, admirable, ſucrde, vineufe, Par- kumece» abondaute, äpre, Die ſaftigſte 99% | | | POT AEN EE EIU E 0000 [7 ſind eth: tde eie fers d(els nem faul, (efs blich, er der uſa en wir - nebſt Kerne mgl Fleiſch, es aus größer, 17 find, igen iſt muß alane, Unter- Fleiſch, figen | eine 10 aj8e ; fehlt x meh- ſtar en wir Bitt! ngeneh open, heröen, reable, e, pale ſafeigfe y09 Birtt von äſlen Birnen, und welche den ange- nehinſten Saft hat, iſt 18 Beurre gris. Sinige haben ſäuerlichen Saft, und ſind doch angenehm, z. E. la Cralane. Der Geruch wird mehrentheils durch den Saft veranlaßt; inſonderheit riechen Hie müſtirten uzid parfümirten Birnen auch von. außen ſtark. Den ſtärkften.„Geruch hat die Amadotte musqude, und Salviati. Andere Sorten machen fich durch einen beſondern Geruch merklic), den man aber nicht beſchreiben kann; z. E, 1a Vixr- goulce; 1a Poire d'oeuf; le St. Germainz ja Bergamotte Bugy. Den merfwürdig» ſten Geruch haben le Bezy d'Heriz PAma- dotte, und 1a Poire de Chypre, Den Geſchmack beſtimmt gemeinig- lic) der Saft, Daher ſagen wir, eine Birn ſey von einem erhabenen, ausneh- menden, angenehmen, außerordentlichen, parfümirten, müsfkirten, lectern, oder aber von ſattern, unangenehmen, herben Ge» ſchmacke, Da aber nicht alle Menſchen im- Geſchmacke überein kommen, ſo lieben ei- nige gern ſehr ſüße müſtirte Birnen, z. E, Je Rouſlelet de Rheiws;z Je Salviatiz An: dern aber ſind ſolche zu ſüß. Die Güre oder den Werth einer Birn beſtimmen daher, nebſt dem Geſchmacke und Safte, auc< verſchiedene Nebenum- ſtände, Zu einer Zeit, da mehrere Sor- ten von Birnen zugleich reif werden, geben wir der beſten davon den Vorzug, und at dere müſſen zurück ſtehen, welche zu einer andern Zeit vortrefflich ſeyn würden. Zu einer Zeit hingegen, da noch feine andere Birnen reif ſind, hat eine frühe Sommer- birne ihren Werth, die Niemand neben einer Beurre gris in den Mund nehmen' würde. Einige Birnſorten erhalten ſich daher in einigem Werthe, weil ſie leicht, häufig, und faſt alle Jahre tragen, 3. E, „Birtt LE Verte longues Sucrde- verte; Mon Dien, Andern ſeltner tragenden räumen wir, we- gen ihres erhabenen GeſchmaEs, einen Vorzug ein, z. E. 18 Chaumontelz 1a Cuilie- Madeome. Eine Birn verdient GUT genannt zu werden, wenn ſie in der Haushaltung einen vorzüglichen Nuten bat, wenn ſie gleich zum Roheſſen nicht taugt; daher ſtehen gewiſſe Kochbirnen im Werthe, weil ſie ſich lange halten, und vorzüglich zum Schmoren ſchicken, als le Bon-Chretien d'*hyver jaune; 1a Para- belle musquee u, ſ, f Wir nennen alſo eine Birne ſchlecht, mauvaile, wenn ſie zum Eſſen niches kauget, auch ſonſt fei- nen vorzüglichen Nußen hat; gut, boane, wenn ſie eine oder die andere gute Cigen« ſchaft har; ſebr gut, excellente, wenn ſie angenehm zum Cſſen, oder ſonſt mit bejonderm Nußen zu gebrauchen iſt; vor- trefflici), la plus excellente, wenn wir ſie allen andern vorziehen. Die Zeit der Reife iſt bey eincr jeden Sorte unterſchieden. Viele Sorten, ſon- derlich von den Sommerbirnen, ſind nur wenige Tage eßbar. Eine jede Sorte wird ein und alle Jahr um die nämliche Zeit reif. Vorher find die Früchte gemei- niglich noch hart, berb und unangenehm. Wartet man zu lange, ſo werden ſie meh- licht, ftockig oder moll, und man ſagt ſo- dann, eine Birn ſey paſſirt., Dadurch, daß man einen Baum an einen ſebr war- men, tro&nen, oder abex an einen feuch- ten, ſchattigen Ort ſeßt, kann man ver- anlaſſen, vaß die Früchte von einem Bau- me um 8 bis 14 Tage früher oder ſpäter reif werden, als wie die übrigen, So»- bald man ſolches einmal weis, fann man darauf rechnen, daß ſolches ae Jahre ge- ſchehen verde, Die Wirterung hält das Obſt zuweilen auf, daß es in einem Jahre EE unt 156- Birtt un einige Tage ſpäter', als gewöhnlich, reif wird 3; und ſolches triſſt bey allen Sor- ken ein:- Da wir alſo auf wenige Tage vorher die Reife von jeder Sorte angeben können, ſo müſſen wir uns darnach rich- ten„ um jede zu rechter Zeit abzupflücken und zu eſſen. Einige wolien früh gepflückt ſeyn, wenn ſie nech grün ſind, weil ſie ſonſt gleich mehlicht oder moll werden; z. EC. le Rouflelet; 1a Mogille- bouche dete, u. f, f, Andere ſind ſchmackhafter, wenn man ſie ſelbſt vom Baume abfallen läßt, als: Ja Bellifime;| Rouſlelet de Rheims, Verſäumt man, ſonderlich bey Srühbirnen„-einen Baum zu rechter Zeit abzupffücken, ſo können wir oft alle Früch- te verlieren. Da die Birnen die Zeit der Reife ſo genatr beobachten, ſo können wir bey jeder Sorte nicht allein den Monath angeben, wenn ſie eßbar ſind, ſondern ſs gar“, ob man fie zur Anfange, in der Mit: te, oder am Ende eines Monaths eßbar Haben kann. Sonſt will nian bemerkt ba ben, daß bey uns einige Sorten jeßt frü- her, als im vorigen Jahrhundert, zur Rei: fe gelangen, Der Verf. des Jardinier fo: Utaire behauptet, daß die St. Germain bis In den März daure; bey uns können wir ſie jeßt faum bis Weyhnachten erhalten, und ſie wird ſchon ini November eßbar. Wenn man: von den Sommer- und Herbſt-- Dirnen einige etwas früher abnimmt, kann' man ſolc E.. einer Rouſſeler de Rheims ,. wird man fich betrogen finden, wenn man war- fen- will, bis ſie mürbe werden, denn als- dann ſind ſie moll oder mehlicht. Eben ſo geht es, wenn man. warten will bis ſich die Farbe ändert.. Wenn eine Rouſlelet de Rheims ſich oben am Stiele zu: färben anfängt, iſt ſie ſchon reif. Viele Birnen verändern, wenn ſie reif ſind, den Ge- „ruh; Erkennet man bey einigen ihre Rei- fe an der Haus, welche mehr glatt und glänzend wird ,. ſo urtheilet man hingegen, daß ſie paſſirt ſind, wenn der Glanz: wie» der. nachläßt„ oder dev Geruch. zu ſtark wird,- Bey dem Einſammeln und Abbre«- chen der Dirnen muß man ſich in Acht nehmen, ab: Vera (ler hae Aus nnen dnl: ober, Centa jäte oder vam Die thun, (rügz ſehe 1 bald elinde Dt rſiiger elinde, - Die umen enen, wird war 1 l8- en ſo ; ſich Telet rben ner Ov Rel- „und egen wie ſtarb bre Adt We Bir nehmen, daß man die Knoſpe, welche un- ten am Stiele wächſt, und welche ſchon die Blüthknoſpe des folgenden Jahres iſt, nicht verleße; weldyes gemeiniglich ge- ſchieht, wenn man dis Birnen abbricht, ehe ſie recht reif ſind» Den3 während der Zeit, da die Frucht wächſt, kommt alle mal an demſelben Reiſe, neben dem Stie- le der Frucht, eine neue“ Knoſpe hervor, aus welcher im folgenden Jahre die Frucht wieder hervor wächſe.. Es müſſen“ daher die zum Abbrechen veifen“ Birner“ etwas oben gebogen werden, damit dev Stiel von' dem Reiſe nicht losgehe, und die Knoſpe dadurch nicht beſchäviget werde,- Zur Aufbewahrung: des Winterobſtes bedienet man ſich entweder dey eigentlich: ſo genannten Obſtfkammern: oder trockner Keller. Lestere dürfen aber keine durch- ziehende Luft haben; denn ſie trocknet das Obſt zu ſehr aus 3; ſind ſie hingegen dum- pfig oder naß, ſo nimmt das Obſt den Ge- ſchmack davon an, oder es faulet, S. Obſtkammer und Obſikeller.- Der Nußen, wie aller Ovſtfrüchte, alſo' auch der Birnen, iſt vielfältig. Diejenit- gen, welche wir, wenn wir ſie roh eſſen, unter allen: Sorten am angenehmſten im Geſchma>e finden, nennen wir Tafelbir- nens die ſich gut kochen laſſen, Rochbir- nen; und welche ſich gut trocknen laſſen, Backbirnen. Gemeiniglich ſchicken ſich diejenigen, welche wir roh ant wohlſchme: Fendſten finden, nicht zum Kochen oder Ba >en, weil ſie zu vielen, Saft und nicht ge- nug. Beſtandheile haben). ſie fließen im Kochen aus einander, und im Backen geht der Saft weg, und es bleiben nur die Steine zurück. Zum Kochen werden grö? ße Birnen erfordert, die etwas zähe ſind, und Doch keinen Mangel an Saſt habenz Bir 157 d'eſe, wenn ſie langſam gekocht werden, nehmen eine angenehme rothe Farbe anz und da, durch das langſame Kochen, die vohen- Theile beſſer aufgelöſet werden, er- halten» ſie einen beſſern' Geſchmack, den man, wenn man ſie roh verjucht hat, nicht bey ihnen: vermuthen ſollen.»' Man pflegt auch wohl die frühen kleinen Sommerbiv«- nen, als das Neue vom Jahre, zu kochen« Dieſe werden gemeiniglich nicht abgeſchä- let, und man muß ſie ebenfalls ganz lang- ſam gahr kochen, wenn ſie roch werden und beſſer“ ſchmecken: ſollen. Wer gute Backbirnen haben will, ſoll dieſe Früchte nicht zu früh verbacken, es iſt und bleibt ſonſt das Fleiſch zu roh, und gewinnet auch im Backeit keine Süßigkeit. Man darf auch niche zu lange warten„- weil die Früchte: zu weich werden, und ini Backen vielen Saft verlieren... Manche Hausmütk- ter laſſen die größern wohl erſt im Waſſer ungeſchält abfochen, vornehmlich wenn ſie nod) nicht mürbe ſind, ſchälen ſie, wenn ſolche erfaitet ſind, und ſeßen ſie auf eigne dazu: gemachte Breter, ſo, daß die daraw bleibenden Stiele in die Höhe ſtehen. Das Backen geſchiehet behutſam: und langſam, Auch: ſchneidet man. kein Kreuz in die Frucht, nimm? auch nicht das Kernhaus' heraus- um die Frucht ſaftiger zu erhal- ten- Schlechte Birnen werden: in der Schale getrocknet auch gemeiniglich in zwey oder vier Theile zerſchnitten. Der- gemeine Mann'in manchen Gegenden kocht. aud) die Birnen mir Senf, und hebt ſie darinnen! bis' 41: den Winter auf. Man focht auch die Birnen mürbe„ preßt ſie aus» drückt den Saft durch ein Tuch, und focht den klayen Saft ein, daß er dicke ge« nug wird. Dieſer Birnenſaft wird von vem gemeinen Manne, Statt der Butter, auf Brodt gegeſſen, V 3 Der & 158 Birn Der Hirnſaft, oder Birumeth, wird aus gemeinen, überreifen, ſaftigen Bir- nen, Rachdem ſie geſchälet, zerſchnitten und klein geſtampft worden, erſt durch ei- nen reinen Sa> gepreſſet; alsdann ſiedet man ihn, und wenn er ſich geſekßt hat, gießt man den klaren davon in einen Koſ- ſet, ſet dieſen über ein helles Feuer, ſchäu- Wef ihn einigemal ab, und läßt ihn unter fietem Umrühren recht dick einſieden. End- lich nimmt man denſelben vom Feuer, thut ihn zum Verkühlen in ein Geſchirr, und faßt ihn ſodann zum Aufbewahren in ſtej- nerne Büchſen, Mau kann ſolchen zu falien Schalen oder zum Süßmachen der leichten Getränfe, auch zu den Brühen bey den Speiſen, die mon ſüß haben will, ingleihen zur Fürterung der Bienen ge- brauchen, In England und Frankreich wird auc Birnwein bey Birncyder ge- macht.(S, Obſtwein.) - Für den Magen ſind die Birnen über- Haupt geſünder, als die Aepfel, wenn may den einzigen Borsdorfer Apfel ausnehmen will, Weil aber die Birnen ewas Zuſam» menziehendes bey ſich führen, und den übrigen Nahrungsmitteln den Durchgang verzögern, ſo ſind ſie nach Tiſche geſünder, als vor Tiſche, Diejenigen, welche zur Kolik geneigt ſind, müſſen ſich der Birnen yur mäßig, oder gar nicht, bedienen; am wenigſten, auf deren unmittelbaren Ge- nuß, Bier oder Wein, lieber aber Waſ- ſer, trinken, Gekocht oder eingemachtf ſind ſie auf alle Fälle geſünder, und leich: ter zu verdauen, Eine gebratene Birn äußerlich über den Nabel gebunden, ſo warm, als man ſie leiden mag, ſtärket den Biagen, und benimmt das Würgen und"Brechen, Faule Birnen, pflaſter» weiſe, auf verhärtete und fnotige Brüſte Diſamb wärmlich. geſchlagen, ſtillen die Schmer-, zen, und zercheilen die geronnene Milch. Dtſamblume, Centaurea mo- ſchata 1. Dieſe Pflanze iſt mit der Kornblume, den Geſchlechtskennzeichen nach, genau verwandt, und beyve können als Arten der Flo&enblume betrachtet wer- den, Da aber ſolche unter obigem Namen allenthalben befannt iſt, wird ſie hier be- ſonders angeführet. Es iſt ſolche auch un- ter dem Namen DHiſamkopf, wohlrie- < klei, zeif im May» v Bifamft.WBda59 Die Blätter unv Blumen dieſer Pflan- ze haben einen feinen, efwas biſamartigen Geruch, und ſie kömmt am beſten unt&r Bäumen und im Schatten fert, Site fann aiſov zur Wermehrung der Mannich» faltigfeit in Wildniſſe gepflanzte werdens verdienet jedoch auch, weil ſte vom miedri- gen Wuchſe iſt, wenig Wartung erfordert, und einen ſchönen Geruch hat, in jede Sammlung perennirender Blumen aufge» nommen zu werden. Sie läge ſieh) um die Zeit im Soner, da ihre Blätter abſter- ben, am beſien vermehren- Will man ſie aus Saamen ziehen, lege man die Beeren, ſobald ſolche reif ſind, in die Wildniſſe, oder unter die Bäume, krippelweiſe, in fein gemachte, und von Baum- und Un- Frautwurzeln gereinigte, nicht gedüngte, ſondern natürliche Erde, 1 Zoll tiefz be- zeichne jede Stelke mit einem Steen z reinige die Pflanzen auf einigen Trippel von Unfrautfz auf andern überlaſſe man ſie der Natur, um zu ſehen, auf welche Ark ſie am. beſten gerathen; und laſſe ſie hier unverpflanzt ſtehen, Weil ſich aber ihre Blätter und Stengel im Anfange des Jun, verlieren, und erfk im folgenden Frühjahre wieder hervor kommen, ſo be=' zetc< ſind; daher ſie weder bey den Pferden noch bey den Schaafen, bey wel- en ſo viel Häckſel oder Häerling mif auf den Kornboden bringen, als zur Vermiſchung mit ſplchen Körnern erforder :| | P Blähen lich iſt, wodurch verhindert wird, daß die Knechte das bloſſe Korn den Pferden wee der vorſchütten, no< auch wegſtehlen, oder als reines Korn an diebiſche Abnehmer ver» faufen können. Das Rindvieh kann auf der Weide und bey der Stallfütterung ſchädliche Aufbläs hungen vom Garten- und Waſſerſchier- ling, von Berſtekraut oder Berſtgras, vom Kraute der weißen Rüben, wenn dies ſes vom Froſte berühret; oder, in Haufen liegend, erhißet 3 oder in Uebermaaße ge füttert“ wird, befommen., Ein gleiches geſchiehet von der Waizenſchröpfe( Wai- zen, der im Frühjahre abgeſchröpfet oder abgemähet wird, um damit das lagern deſſelben zu verhüten), wenn ſolcher be- thauet; oder, auf Haufen liegend, erbhi- Bet; oder im Uebermaaße gefüttert wird, auf welche Weiſe auch die Pferde davon leiden können. Auf ähnliche Weiſe wird dem Hornviehe am meiſten mit dem grünen Klee geſchadet. 1% Die Kennzeichen der Krankheit ſind: 3) dem Biehe vergeht ſchnell der Appetit „zum Freſſen; 2) der Leib ſchwillt ihm auf, und es fängt an zu keichen, als wenn es erſticfen wollte; 3) es geht viel heißer Dunſt aus dem Rachen des Viehes, wenn man ſolchen offen hält; 4) die Haut wird am ganzen keibe wie eine Trommel angeſpannt z 5) das Vieh kann und will nicht mehr ſte- ben 3 es legt fich nieder, wofern es nicht durch Hülfe ſtehend erhalten wird'; und als- dann iſt es die löchſte Zeit, daß man den Stich vornimmt, Kömmt man noch im Anfange der Krankheit, da die Geſchwulſt noc) nicht aufs höchſte geſtiegen iſt, dazu, ſo muß Jemond, weil durch dieſen Zufall? auch das Maſten ins Stecken geräth, mit einer mit Del over zerlaſſenex Butter oder Schmalz | | oß die 11 Vee , oder | veps e und Wfl: ſchiets ftgras, mn die aufen ße ges leiches (Wale t oder jagen her b&» „(hh | wird, ? davon iſe wird 4 grünen (t find: Appetit hm auf, venn | heißer 6, wenn virdam pannt; nehr fies* es nicht und als mon 9 ang? der nict „ſe m fol aus | mit ein? 10 ew Sql Schmalz beſchmierten Hand(je kleiner und geſchickter dieſe iſt, deſto beſſer gelingt es) in den Maſtdarm hinein greifen, und den darinn vorliegenden, gemeiniglich ganz verhärteten Miſt heraus ſchoffen. Zuwei- len kömmt man ſchon damit zum Zweck, wenn ein ſtarkes Talglicht, deſſen Oberflä- t, und damit hin und her ge« fahren wird. Zugleich läßt man eine Per- ſon mit einem in warmes Waſſer einge- tauchten Strohwiſch auf dem Rücken und an dem Bauche auf allen Seiten gelinde reiben, und dieſen Wiſch öfters in warmes Waſſer eintauchen, bis die Blähungen nachlaſſen; auch hält man zu Zeiten den Mund mit einem Strohſeile offen, damit auch dadurch vieler Dunſt ausziehen könne. Mit dieſer Operation kann man auch ein Clyſtier verbinden: Nimm acht Hände voll Camillenblumen oder Pappeln, oder eben ſo viel Leinſaamen'ein wenig zer- quetſcht, koche es in 12-Maaß Waſſer, ſei- ge es durch, nimm die Hälfte davon, und thue, ehe es zum Clyſtier verbraucht wird, ein Maaß Lein- oder anderes Oel, oder ſo viel zerlaſſene Butter, hinzu. Die andre Hälfte giebt man eine halbe Stunde nach- her im Clyſtier, wenn das erſte keine Wir- Fung thun wollen« Dünkte es Jemanden mit dieſem Avſude zu.weitläuftig, ſo kann man ein halbes Maaß Seifenwaſſer(in warmem Waſſer zerlaſſene Seife) mit der Clyſtierſprike in den After einſprißen, Mit dieſen Clyſtieren hilft man dem träch- tigen Viehe am ſicherſten. Man kann auch von ſehr alten ſchmierigen Käſen das Schmierige abſchaben, und ſolches mit lauem Waſſer vermiſcht eingeben. Hat man aber keinen Vorrath von ſchmierigen Käſen, ſo wird von einem alten Käſe, der Blähen 163 reif und ſpeckicht iſt, das Aeußere ſo weit abgeſchälet, bis man auf das Weiße oder das Herz des Käſes kömmt. Von dieſem Abgeſchälten, welches ſehr fein zerſchnik- ten, oder in einer Reibeſatte mit Waſſer klein zerrieben worden, nimmt man 8 Loth mit einem Quart lauen Waſſers, ſchüttet ſolches dem aufgeblähetem Wiehe ein, und reibet es auf oben erwähnte Art mit dem Strohwiſche. Die Mittel für geltes oder nicht trächti- ges Vieh können ſtärker ſeyn, oder die vor- her gehenden um die Hälfte verſtärkt wer- denz oder, man gebraucht bey jedem Stü ein Viertelpfund Theer mit Waſſer ver- mengtz oder, man nehme friſches Lein- Rübſen- oder Baumöl ein ſtarkes Maaß z3 geläuterten Salpeter ein Loth; Teufelsdre> ein Quintlein, welches zuſammen wohlge- miſchet und eingegeben wird; man kann auch ein gutes Trinkglas voll Kornbrandt- wein, mit eines Hühnereyes groß Butter oder Schmalz auf einmal 3; oder ein Maaß fühwarmer Mil<, worein 1 bis 2 koth Schnupftabak eingerührt ſind, eingeben, Jüngerm Vieh und Kälbern giebt män nur halb oder ein Viertel ſo viel, als dem erwachſenen. - Wenn dieſe Mittel gleich im Anfange, ſo lange das Uebel noch ſeinen Siß im Darmkanal hat, gebraucht werden, ſo helfen ſie gewiß, und der Stic) würde hier zu früh oder unnüß ſeyn. Hat es aber überhand genommen, und die Haut iſt ſchon wie ein Trommelfell ausgeſpannut, oder das Thier will nicht mehr ſtehen, ſ9 iſt kein weiteres Mittel, als der Stich mit dem Trokar(ſ. dieſen) übrig. Es geſchiehet zuweilen, daß eine ganze Heerde Vieh auf der Weide von oben an- geführten Gräſern und Kräutern aufſchwel- let. Jn dieſem Falle muß man den Hir- 2? ten 4 ? WE ITX+ BI RE ACS LIEDER TSE 164 Blähung een mit ſeinem, Hunde die Thiere ſo ſtark und ſchnell treiben läſſen, daß ſie ganz heiß, und in Schweiß verſeßet, und hie- mit die Blähungen ab- und ausgetrieben werden. Auf dieſe Weiſe ſind boy mir ſchon mehrmals Heerden, ſowohl vom großen als fleinen Viehe, gerettet worden; nachdem ſie bey Regenwette? auf Pläßen, die mit Berſtgras bewachſen ſind, ihre Weide gehabt hatten,] -.. Wenn nach einer überſtändenen Seuche dem Viehe der Leib aufſchwetlet, ſo heißt man es Irommelſucht,: Trommelſeuche, Windbauch, Rücenüberblut, und man hat daran das Zeichen des bald eintreten- den Todes, Btähungen, Winde im Leibe. Die zuft, welche beſtändig theils für ſich, theils auc) mit Speife und Trank ver- miſcht, in den Magen und in die Gedär- me könimt, ſpannt dieſelben, indem ſie durch die Verdauung aus den Nahrungs- micteln entwickelt, und durch die Wärme noc meßr dusgedehnt wird, ungemein aus, fammlet ſich, und wird alsdenn, vermöge einer ftärkern Zuſammenziehung der Fleiſchfaſern, entweder naß oben, mit einem 2aute, oder auf ähnliche Weiſe nach Anten, ausgetrieben- Bey Pferden und Hunden bemerkt man den Ab- oder Aus- gang der Blähungen ofe nur gar zu deut- lich, ohne die geringen Kennzeichen der Krankheit 3 bisweilen ſind ſie aber bey der Darmgicht der Pferde ſehr häufig, und als ein gutes Mittel anzuſehen, Wenn bey dent Rindviehe die Blähungen bey dem Tauulfieber ſtark auszugeßen anfangen, ſo iſt dieſe Krankheit meiſtens auf den höch ſien Grad geſtiegen. Bläſſe, Blaſſe, Stern, iſt das weiße; Fegelmößige oder unregelmäßige Bläſſe Zeichen an der Stirn eines ſchwarzen, braunen oder dunkelfarbigen Pferdes, Die gewöhnlichſten dieſer Zeichen ſind die Sterne, welche nach ihrer Richtung, Ges ſtalt, Abänderung u,.ſ.f. verſchieden ſind, und daher verſchiedene Namen führen, Iſt das Zeichen ein weißer, runder Fleck, wel, - ore, » Die 1) die ), es "ſind, "WM ä 1 wil: ht, Iten: t mehr Lnge, ſv wird enannt 3 cnetes | es(Ant fige, X, wenn us layer t, und, gezeichnet ſich mehr Zelt! zit: Prauet), 4 wenn zen oder Scheibe, Ringe arfen ſo av nds ber die vie Rä Swif: „ſo wer« [verſteht „ die ſch ſe erſtres „Sternt, erſtere (ny we abwärts) Gerkppes [70 Blärſt- feßtere ſind oben ſchmal und unten breit, oder nur auf einer Seite der Naſe, die man alsdenn Halbbläſſen nennt. Brei- ten ſich die Bläſſen zu beyden Seiten weit aus, ſo heißen ſie Laternen. Pfer- de mit Laternen verlieren gegen Pferde mit Bläſſen viel an ihrem Werthe, weil ſie ge- meiniglich Glagaugen haben, und dieſe Zeichen ſich auf die Nachkömmlinge fort- pflanzen, wenn man die Thiere zur Zucht erwählet. Wenn die Bläſſen bis in das Maul gehen, und die vordern Lippen ganz bema- len, ſo ſagen die Pferdekenner: das Pferd trinkt im Weißen, oder in der Milch. Ein einziger Streifen über die Lippen wird ein Schnäuzel; ein etwa nagel- großer ganz weißer Fle> an der Stirne eine Slocke: wo der Fle> etwas mehr ausgebreitet iſt, und gleichſam einen Stiel bat, ein Blümel, u.ſ.w. genannt. Weil Pferde mit Sternen oder Bläſſen für ſchön geachter, oder zu Kutſchpferden einförmig zuſammen geſucht werden, ſo le gen ſich die Pferdehändler darauf, unge- zeichneten Pferden weiße Sterne und Bläſ- ſen zu machen. Sie ſchlißen nämlich dem Pferde an der Stirne die Haut, wo dieſes Zeichen werden ſoll, nach betiebiger Größe und Geſtalt, aufz3 heven die Haut durch ein feines Jnſttument indie Höhe/ und le- gen darunter eine dünn geſchlagene Bley- platte, zwey bis drey Tage, ein, Derglei- et werden, Bey den geöffneten laſſen ſich die Blätterc üb» IE. 4 z= Weiße d, el: ie zur förmig Imad: 19 eins gepfl: 1 laſſen Fleiſhe ſie zu: je man bzieht, geſſen, Wenn , wird ley; die r; und bes en ange zum Oe verſchie: tronen, mn Zn ) beriche + Man in ſind; beſten; alzigem t, het- nd ges (eſſig, jet dies weißen gefocht tronen gethan) ſchüttl) Blätterſ Miſtbeeke dazu anzulegen. Man&wäh- ket recht ausgewachſene reife Schwämme, zerſchneidet ihren Hiſt„in Stücken, und ſtreuet ſie Abends wf 0698 Miſtbeet. Weil dieſe, wie andere Schwwyine,„Saamen haben, ſo ſich unter ind zwiſchen den Blättchen befinden, und mit gewaffnetem Auge als kleine Kügelchen erſcheinen, darf - man ſich über dieſe Fortpflanzung nicht wundern. Wie die Beete zu den Cham- pignons anzulegen, lehret Tournefort in den Abhandl. der Pariſer Akad. S. die Anatomiſch- Botaniſchen, 3ter Theil, S,. 234. 2) Der weiße Blätterſchwamm, WMayſchwamm, insgemein Mouce- ron, auc< Dornſchwamm genannt, Agaricus mammolſus Lian. Dieſer fömmt in Geſtalt kleiner runder, gelbbrauner Erbſen, mit ziemlich langen dünnen Stie- len aus der Erde 3; ſie nehmen gemeiniglich einen Fle> ein, in dem Umfange, als wenn ein Stück Vieh ſeinen Urin dahin gelaſſen hätte, wornach ſie vielleicht am liebſten wachſen. Man pflückt auf einem ſolchen Fleck oft eine ganze Menge, und dieſes viele Tage nach einander, ſonderlich wenn man die Stiele in der Erde läßt, Beym Pflücken iſt ein eigener Handgriff, daß man den Hut erſt nach einer Seite, Yind darauf zurück nach der andern biegt, ſo löſer fich ſoicher von dem an ſich magern Stiele ab 3 zieht man ſi? mit dem Stiele heraus, ſo bleivt eine Menge Sand und Erde daran, welche fich in den Blärter- ten Hütchen, unkerwärts weiß, auf einen? dünnen, gelben und nach unten zu ganz braunen Stiele, welcher vorzüglich ange- nehm riecht und ſchnief, wie auch einen fteinen grauen Mouceron mit einem run- den Hütchen, unterwärts zuſammt dem Stiele weiß, 5) Der 168 3) Der weiße Blätterſchwamm, Wayſchwamm, St, Geortgen- ſchwamm, Agaricus Georgii Lian. hat mit dem Champignon viel Aehnlich- feit, daher auch Gleditſch beyde vereini» get, und dieſen als eine Abänderung des gemeinen Champignons betrachtet. Der gewölbte Hut iſt ober- und unterwärts weiß, und der Rand deſſelben rauch, ge» ſtreift und gelblicht, und der Stiel ſtark, furz und haaricht. Der Hut wird ober- wärts gelblicht oder bräunlicht, die Blätt- te und ganz weiße, mit Milchtle>en beſprengte dergleichen Schwämme, Man pfleger dieſe Axt Schwämme mit Mild) zu begießen, wovon die Fliegen, wenn ſie davon ſaufen, augenblicklich ver- giftet werden, Sie ſind auch ein ſicheres Mittel wider die Wanzen, daßer man der- gleichen zur Herbſtzeit friſch ſammler, ſol- jevoch verſchwindet der Geruch bald, gnd das Ungeziefer ſtirbt davon, 11) Pfeijerblätgerſchwamm, der rechte wahre Raiſerſchwamm, Aga- rieus piperatus Linn, Man findef ihn auf Triſten und in den Wäldern, im September und October. Er„hat einen gleich dicken Stiel, und völlig ganzen, plat» ßen„ doch iw der Mitte merklich vertieften, milchigen odev weißen Hutz die ſchmalen, dicht an einander gefeßren Blättchen ſind" meer einander vereinigt, öfters aud) in Aeſte getheilt, und gleichfalls weiß oder blaßxöchlich. Der Schwanm iſt voli von einem milchichten Safte, welcher ſo ſcharf als Pfeſſer ouf der Zunge beißt: oder, wie Gledirſch ſäyreibt, iſt das Fleiſch, fonder- lich der äußerliche Theit des Schwammes überaus jharf, die Mitch ſelbſt aber nur von einem anziehenden! Geſchmacke, wie denn auch das ingerliche fleiſchige Weſen viel gelinder iſt. Der Stiel enthält nur einen wäßſerigen Saft. Es giebt aber auch ähnliche Pfefferſchwämme, welche gar Feine Milch enthalten, und deswegen doch giſtig ſind,; 73) Uliſtblätterſchwamm, Rr6- tenfch)wamm, Paddenſinbl, har ei- nen: walzenförmigen höhien Stiel, welcher entweder keinen Ring: has, oder', wenn auch dergleichen da iſt. doch bald vergeht; der Hut iſt glö>enförmig, geſtreift oder zerriſſen, und wollicht anzufühlen 5 die Blättchen ſind ganz zart und ſchwarz. LBenn er alt wird, fließt er in einen ſchwar» zen flevrichten. Brey zuſammen, aus wel- Blank ol davouf wird ein Dlaſcnbut genannt.-- Dergleichen Blaſen werden gebraucht, Brandtewein oder andre Waſſer abzuziehen, und als- dann heißen ſie Drandtwein- oder Nb- ziebblaſen; oder nur Waſſer darin warn oder ſiedend zu machen. Jene pflegen ein- gemauert zu werden; dieſe aver ſind wie- derum entweder Gfenblaſen, welche an den Kachelöfen an» oder eingeſeßet+ vder Y 2 1DVajch: u 172 Blaſen Waſch blaſen, die beweglich ud, und auf einen Dreyfuß geſtellet werden. Man Hat auch eiſerne gegoſſene Ofenblaſen, Cin- gemouerte Brandewein- und HODfenblaten bleiben in Werlaſſjenſchaften beym Hauſs oder Guche, und ſind keinesweges Ge- rade, Blaſen an den Knöcheln der Pferde, entſtehen auf der Sehne, häu» figer aber noch zwiſchen der Sehne und dem Schienbeine, und bilden eine kleine, weiche, unempfindliche Geſchwulſt, welche ſich nach innen und außen verbreitet. Man nennt ſie Gallen, Sie beſtehen in einex Anhäufung und Verdickung der Feuchtig- Foit, welche ſich in den Sehnenſcheiben befindet, und daher von den ſo. genannten Slußgallen(ſ, dieſe) nicht unterſchieden find, und eben ſo geheilet werden, Blaſen, Brandblafen, Blar- r6 Bladder, Zungenkrebs, Brand der Zunge, iſt eine Krankheit der Gras freſſenden Thiere 3 des Hornvießes aber mehr, als dey Pferde, Bey erſtcxm, dem Hornviehe, iſt der Zufall öfters als eine Seuche wahrgenommen worden. Es zeigt fich eine Art Blaſe, oder ein weißer, ſchwammichter Fle>, oben auf der Zunge, vder an den Seiten, oder ünter derſelben, Dieſer verwandelt ſich bald in ein offenes, fehwammichtes, dunfelfarbiges um ſich freſſendes Geſchwür, fo daß die Zunge beynahe durchfrefſen wird und ausfällt; dieſes 4eßte kann ſich beſonders alsdann er- eignen, wenn man, um Heilmittel anzu- wenden, zu ſtark bey derſelben zieht, um ſie aus dem Maule hervor zu ziehen. Oft iſt dieſes Geſchwür nicht gefährlich, pnd heilet von ſelbſt; zuweilen aber ſo brandicht, daß es ſein Gift in kurzer Zeit Blaſe ausbreitet, die Zunge verloren geh?, uns das Thier umkömmr, Die Heilung bes ſtehe darinn, daß man das Geſchwür mit einem Meſſer odev dem ſcharfen Ran 2 ei- nes Stück Geldes ſo lange kraßt, bis Blut fömmt, und es nachher mit einer Mi- ſchung von Eſſig und Salz, oder bloſſex Salziake, täglich einigemal reiniger und beſtreicht, Iſt der Zungenfrebs ſeuchenartig,(die- ſes iſt gemeiniglich in beißen Sommern bey dem Hornvieh auf der ZLeide,) ſo ſe hen die Peſeblaſen im Anfange röcblicht, weißgelb und durchſichtig ats, und fodantt iſt das Uebei noch ſeye beilbar; weshalb man, wenn dieſe Seuche irgendswo graſs» ſiret, täglich die Zungen beſehen muß. Hat man. ſich aber damit verſäaumet, ſo iſt es gefährlich, wenn die Blaſe braun, gelb» ſchwarz, grau oder ganz ſchwarz oeworden, und von der Größe einer Erbſe odex Bohne zur Größe einer Muſcatennuß heran gez wachſen iſt, und man hot daran das Zei- Man nimmt ein halbes Maaß Eſſig, Campher und Theriat, von jedem zwey Quentlein z gießt den vievten Theil Y 3 von 174 Blaſenb von einem Maaß Waſſer dazu, und giebt es auf einmal des Morgens, Blaſenbandwurm, wird vorzüg- lich der Bandwurm genannt, welcher ſich häufig in den Gehirnhöhlen der Schaafe befindef, und ſolche zu Drehern macht, Siehe Drepkrankdeit. Blaſeerde, Brauſeerde, eine ſchwammichte, lettenartige Erde, welche von Töpfern zu irdenen Gefäßen gebraucht wird. Da ſie das Waſſer ſehr geſchwind verſchluckt, ſo bläher ſie ſich hiedurch auf, ſekt ſich aber wieder, Dieſerhalb muß ſie Halb twoc>en bearbeitet werden. Sie läßt ſich nicht gut auf der Scheibe drehen, und erfordert einen tüchtigen Arbeiter. Blaſenbaum, Linſenbaum, Schaafiinfen. Da die Blumenblät- ter in verſchiedenen Arten verſchiedene Grs- Be haben, kann man dieſes Geſchlecht al- lein aus der Frucht beſtimmen, obgleich dieſe bey der jährigen Art nich? aufgebla- ſen, ſondern zujammen gedrückt iſt. Die Arten ſind: 1) Holzieter Blaſenbaum, undch- te Sennablätter, BSlägleinsſenna, SaſaneiFraut, Colutea arboreſcens L, Vaterland: England, Jtralien, Es iſt mehr ein Strauch, als ein Baum,- „welcher ſelten über Mannshöhe wächſt, und viele Aeſte treibe. Blumen: ent- ſpringen aus dem Blattwinkel an langen Stielen, gelb und ährenweiſe hängend. Das obere Blumenblatt, die Sahne, iſt rundlich, groß und etwas zurück geſchla- gen, an dem untern Theile mit einem herz- förmigen, mehr dunfelgelben und röchlich eingefaßten Flecke bezeichnet. Die Scho» ten ſind durch Luft aufgeblaſen, ſo, daß ſie beym Zerdrücken einen Schall von fich Blaſenb geben. Daß die gefiederten Blätter, wie bey vielen andern Pflanzen geſchieht, zur Abendzeit eine andere Lage annehmen, und alsdann gleichſam ſchlafen, kann man hier vorzüglich bemerken 3 ſie ſind den Tag Über ausgeſpannt, richten ſich aber gegen den Abend in die Höhe, ſolcet ſie leicht und verdrri“t, Im Soni- mer ſoll man ſie lieber in ein oßenes Beet ſeßen, als in einem Scherbel halten, in dem ſie alsdenn viel ſtärfer blühet, und ein ſchönes Anſehen machet. Sie wird älleim aa18 dem Saamen auf dem Miſtbeete erz0* gen, und dauert zuweilen drey bis vier Jahre; der Saame wird auch vey uns reif, ſonderlich. an den Stöcken, ſo in Scher- bein gehalten werden, 4) Jährige YZilaſenſtaude, Colutea herdacea L. Iſt wie die vorher gehende in Aethiopien zu Hauſe, dauert gemeinig- lich nur ein Jahr. Plätter? gefiedert und trägt Blumenähren, Schoten: ſind nicht aufgeblaſen, ſondern piatt gedrücket. Der Strauch wächſt ohnagefähr 13 Fuß hoch; der Saame wird ins Miſtbeet ge- ſäetz wird aber bey uns nicht alle Jahre reif, Blashuhn„ än Geſchlecht verjeni- gen Vögel, deren drey Vorderzehen ſo- wohl, als auch gemeiniglich die Hinterze- hen an beyden Seiten mit einer Haut, wel- <t und geſchoſſen wird, da man denn ſagt: das Reh wird auf das Blatt Heſchoſſey.- Blatt, iſt auch ein bey den Fiſchern gewöhnlicher Ausdrud, wodurch ſie die Fleinen Fiſche, ſonderlich Karpfen, wenn ſolche in Brutteichen, nach Verlauf eines Sommers, die Größe eines mittelmäßigen Weidenblattes erreicht haben, andeuten, Nah und nach werden ſie größer; und nach zween Sommern haben ſie, wenn der Bo» den qut H, 4 Zoll in der dänge, Dies Heißt das große Blatt, Blakt, wird bey den Weingärtnern gebraucht, um dag Alter der Weinſtö>e zu unterſcheiden und zu bezeichnen, ſo daß jegliches Blatt ein Jahr andeutet, Alſo ſagt man: Wein von 2, 3, und mehrern -« 4 Blattſ Blättern, anſtatt: Wein von 2, 3, Sber mehr Jahren. Blatt, Blätter, Niedblatt, ein von dünnem Rohr oder geglättetem Ciſendraht zwiſchen zween horizontalen Stäben zuſammen geſeßtes Werkzeug, weldyes von Leinewand» und andern We- bera gebraucht wird, um nicht allein die Kette des zu webenden Zeuges nach der Breite auszubreiten, indem es allemal die Breite des Zeuges beſtimmt, ſondern aud), vermittelſt deſſelben, den Einſchlag» faden feſt einzuſchlagen, und ſolchen mir der Kekte zu vereinigen: Daher iſt es ſtets in der beweglichen Lade des Weber- ftußls befeſtiget. Blatt, ein Zimmermannswort, be- deutet das einpaſſende Ende eines Holzes, welches in den Cinſchnitt eines andern auf die halbe Holzdicke eingreifet daher ſagt man: ein Holz auf das andere anblatten. Die beſt? Art eines Blattes iſt, wenn es einem Schwalbenſchwanze gleichet. Blatt. an der Ecke, Kanten- Hlatt, iſt in der Baukunſt eine Verziee rung von Blättern an den Ecken oder Kan» fen der Glieder des Gebätks der Kapitäler einer Säulenordnung von Bildhauer» oder Stukaruraxbeit, um das Geſimſe zu be: ſchließen. Blattſtück, Wandrähm, Riech- holz, Hauptbalken, iſt bey hölzer- nen Gebäuden, oder andern hölzernen Verbindungen, ein horizontal liegendes Holz, weiches auf die Ständer oder Säu- len aufgezapfet iſt, Blattlaus, Aphis, iſt ein kleines Inſest, welches Linnäus zu den halbgefli- gelten rechnet, und welches, wegen ſeiner Größe = kart fn FREE Än SE a SR inn Mous) , Ser (att, tefem ntolen zeug, 1 We on die ch der nal die ndern ſchlag» n mif iſt es Webep- vt, Des Holzes, dern auf her ſagt aten, wenn es Inten: Verzive er Kate pitäler '- oder zu de- ieh“ hölzet« (zernen gendes r Säu | feines ogefti nn ſeinet (Größe Blättl Größe und Geſtalt, den Namen der Laus, der es ziemlich gleich kömmt, erhalten hat. Der Franzöſiſche Name Puceroun möchte es lieber zu den Flöhen zählen. Eigentlich bat das Inſect die meiſte Aehnlichkeit mit den Wanzen.. Weil es ſich abet ſtets auf, den Blättern der Bäume aufhält, ſo hat es davon den Namen dev. Blattlaus be- kommen. Der Kopf dieſes Inſects iſt klein, mit nach der Bruſt zu gebogenem Saugſtachel verſehen 3 an der runden Stirne hat es zwey Augen, dazwiſchen zwey Fühlbhörner, die bey einigen geglie» "dert, bey andern ungegliedert ſind; einen Furzen Halsz eine kurze, zum Theil nicht einmal ſichtbare Bruſt; ſechs Beine, ei- nen dien„auf der Oberſeite aufgeſchwolle- nen Leib, der bey etlichen Arten am Ende in zwey trichterförmige Röhrchen ausgeht, bey andern aber feine derſelben hat. An Farbe ſind die Blattläuſe vielleicht nach Beſchaffenheit der Bäume, worauf ſie le- ben, ſchwarz, grün, gelb, roth, braun, weiß, glänzend, gleichſam wie gefirniſſet, mattfärbig, ſchmuzig, u. ſw. Sie le- ben alle geſellſchaftlich, außer die Blatt- lausmutter des Ulmenbaumes, und ſißen oft in großer Menge zwey- bis dreyfach über einander. Einige ſind geflügelt, an- dere ungeflügelt3 beyde Arten träge, und auf einer Stelie ſißend, Doch giebt es eine Art geflügelter, die ſehr lebhaft ſind, und, gleich den Schnafen, um ihren Ge- burtsort herum ſchwärmen. Die meiſten Häuten ſich viermal, wenige dreymal, und das geſchieht alles in Zeit von zwölf Tagen, Mit dem Stachel können die Blattläuſe tief in die Blätter und in die Rinde boh- ren, und ſich ſehr feſt daran machen. Die- ſer Stachel iſt ſo lang, daß er ihnen im Gehen hinderlich ſeyn würde, wenn ſie ihn nicht an den Bauch umlegen könnten. Jhr Vek, Kegllexicon 1, Theil,: Blattl 177 vieles Ausſaugen entziehe den Pflanzen eine. ſolche Menge Saft, und verdirbt die Blätter ſo allgemein, vaß ſie oftmals da- von eingehen. Dä ſich dieſe Thierchen ſd entſeßlich häufig an allen Arten von Ge« wächſen finden, ſo iſt leicht zu ſchließen, daß ihre Vermehrung auch ungemein häu- fig, ſchnell und zahlreich ſey, Und eben dieſe ihre Vermehrung und Fortpflanzung iſt das Dunkle, welches noch jekt die Na- turgeſchichtskenner beſchäfftigt. Man ſicht es wohl, daß eine junge Blattlaus nach wenig Tagen zu gebähren anfängt, und eine große Menge anderer zur Welt bringt. Aber die Art der Begattung iſt zur Zeit noch nicht ſo völlig entſchieden, daß man darüber genugſames Licht hätte, Bonnet findet, daß die Blattläuſe zweyerley Ge- ſchlechts, nämlich Männc>- SERIE ET 1 DORE PEE ISIN, SII za “DAR IZ

- net und zum Theil ſchwärzlich, und die Pflaumen bleiben ganz klein und ſo, wie ſie zuvor bemerket worden, Chben ſo iſt es in den hieſigen Bauergärten, und der gan- zen umliegenden Gegend. Sind dieſe Gärten etwas hochliegend, und die Pflaum- bäume einzeln geſtellt, und hiemit der Sonne ausgeſekßt, ſo geht ihr Wachsthum ungemein ſchlecht von ſtatten, und die Blattl 179 Früchte werden außerordentlich ſchlecht. faßt: man aber dieſe Bäume von ſelbſt recht di auſſchlagen, und gleichſam zu ei- nem Wald werden, wo ſich Baum für Baum einer den andern beſchattet, ſo blei- ben die Blattläuſe weg, und die Früchte werden gut, ſaft- und fleiſchreich. Vor drey Jahren legte ich im rojolten und der Sonne ausgeſeßtem Lande eine Baumſchule an, in welcher Pflaumbäume, Aepfel--. Kirſchen- Aprikoſen- und Aka«- zienbäume reihenweiſe mit einander ab* wechſeln. Die aus der Saatſchule dahin gekommenen Pflaumbäume hatten ſchon in den beyden folgenden Jahren im May gel- be Blätter, daß es Fremven immer gar ſehr auffiel, nur allein die Pflaumbäume, und nicht die darunter gemiſchten andern Arten von-Bäumen eben ſo zu ſehen. Zu Anfange des Junius waren die Blätter der Pflaumbäume ſo voller Blattläuſe, daß die Blätter krumm zuſammnien gezogen, und inwendig ganz voller Häute und weiſ- ßen Staub von ſolchen JInſecten waren, daß ich daher genöthiget ward, von Zeit zu Zeit die jungen Aeſte bis auf die leßten Au» gen abzuſchneiden, und ſolche zu verbren- nen« Dieſe eigenen Erfahrungen ſcheinen nun obſtehende Theorie ſehr zu beſtätigen,- nämlich daß manche Bäume und Gewäch- ſe ihre eigene Art von Blattläuſen ha- ben. Jn der Krünikiſchen Encyclopädie wer- den folgende Mittel zur Vertilgung der Blattläuſe angegeben 1) Man muß ſi? hindern, ihre Eyer zu legen. Dieſes geſchieht, wenn man ge gen Ende des Auguſts alle Blätter, unter welchen Läuſe ſind, abpflüket, in einen Korb legt, und aus dem Garten tragen (oder lieber verbrennen) läßt. Die Bäu- me nehmen dadurch, daß-die Blätter zu Z 2 der EE 6 R AR IIENREHAE Food L89 Blattl der Zeit abgepflückt werden, keinen Scha- den, weil ſie ſ am VWor- derrande unweit der Flügelſpiße, Die Un- terflügel ſind grau mit einem hellern Sau- me, Die haarſörmigen Fühlhörner und der ganze Körper ſind braungrau, Dieſer Nachtvogel legt ſeine Eyer zer- ſtreut und einzeln auf die Blätter der Obſt- bäume umher; nach 14 Tagen iſt die Rau- pe ſchon da; im Junius hat ſie ihr völli- ges Wachsthum erreicht, und iſt dann drey Viertelzoll lang 3 der Kopf iſt ſchwarz, der Hals braun, der ganze übrige Körper ſchwarz mit weißen Puncten beſtreut; die Bruſt und Hinterfüße ſind gleichfalls ſchwarz, die Bauchfüße aber braun, Die Raupe hält ſich beſtändig in einem, mehr in die Länge, als in die Queere zuſammen gerollten Blatte auf, und verwandelt ſich auch darinn in eine ſchwarze Puppe, Die- ſe fälle im Herbſt mit dem Blatt auf die Erde, da der Schmetterling erſt im fol- genden Frühjahr ausfömmt; die Raupe macht viel heftige Bewegungen, wenn man ſie berührt, und wird von einigen Spine nenarten ſehr nachgeſtellt, 2) Der grasgrüneſchädliche Blatt- wickler, mit braunem Kopf und ſchwar- zen Puncten, nebſt ſeinem Schmetterling. Der Schmetterling iſt gleichfalls wie der. vorige geſtaltet, und nur in der Zeichnung verſchieden; der ganze Leib und die Ober- fiügel haben eine hellgelbbraune Farbe. Leß- tere ſind an ihrem untern Rande braun angeſprengt 3 eine braune Binde läuft ſchrä- ge durch die Mitte der Flügel, und vor und “ SE Ela SEH WERDE obern (inien rmig urzel eine iſt in lügel; Vor: le Un: Sau- und ' zer ODbſts Rute : dann war), Körper it; die hfalls Die mehr mmen t ſich Die- uf die | fol: aupe man pine att vat'- (ing- der ung Yber- Leß* raun < ſteyenz auf dem leßten ſiehen mehrere queer über in einer Reihe, und hat 6 ſchwarze und 10 ſtumpfe grüne Füße. Jm May und Junius findet ſie ſich ein, und ihre Ver- Blauef 183 „wandlung geſchiehet noch in dem lekten Monate. Die Raupe ſpinnet ein Blatt von oben zuſammen, von welchem ſie zehret, bis es vertrocknet iſt, und ſuchet ſich alsdenn ein anderes. Wird ſie in dieſem Gehäuſe ge- ſtört, ſo fähret ſie ſchnell aus einer Deff» nung ihres Geſpinnſtes vorne oder hinten heraus, läßt ſich an ihrem Faden herun- ter, und ſucht ihren etwanigen Nachſtellern oder Feinden zu entwiſchen 3; iſt die Ge- fahr vorüber, ſo nimmt ſie die verlaſſene Wohnung wieder ein. Rührt man ſie an, ſo macht ſie poſſierliche Sprünge mit ih- rem, auf vielfältige Art gekrümmten, Lei- be, Jn dieſem Blättergeſpinnſt wird ſie. zu einer dünnen braunen Puppe mit grü» nen Flügelſcheiden. ſinv kleine Widerhäkchen3 vermittelſt die- ſer hängen ſie ſich an alles, was faden* artig iſt, an. Man muß übrigens dies ſen und den vorher gehenden Blattwickler nicht mit dem Blüthenwickler verwechſeln, als welcher unter dem gemeinen Namens: Wickler oder Widelraupe vorfommen ſoll. Blau angelaufen, iſt ein Zier- rath, welcher von den Schlöſſern, Schwerdkt- fegern, Schnallenmachern, wie auch an- dern Eiſen- und Stahlarbeitern, denen aus Stahl oder Eiſen verfertigten Din- gen über einer mäßigen Glut oder einem glühenden Bleche gegeben wird. Blaue Farbe, blaue Stärke, (Smaltum,) iſt ein aus geröſtetem Ko»= bolt, Sand oder Kieſel und Pottaſche be» reitetes und zu Pulver geriebenes blaues Glas, welches, wenn es gehörig ge» ſchlämmt, getro>net und geſiebt worden, in Fäſſer verpat und verkauft wird, ves eie An der Stielſpiße, 1 34. Blauh beſte Art iſt ſchön blau, zart und fro>en, In unſerm Lande bedienen ſich derſelben die Töpfer und Maler, wie auch die Frauens- perſonen, welche ſie mit der weißen Stäv- ke vermiſchen, und das gewaſchene Zeu damit anſteifen, Blauholz, JIndianiſchholz, Kampechenholz, iſt der Kern eines Amerikaniſchen Baums, der zum Ge- ſchlechte der: Dornen gehört. Cs wird zum ſchlechten Blaufärbea gebraucht. Blaukehlchen, oder Blauvo gel,(Rubicilla maior ſaxatilis) iſt ein fleiner Vogel, wie das Rothkehlc, gleich ei- ner iſchen es der eines d mit an der ſt der jehen Stre: viel Irſa« denn Zyt 1 es 8m ſohle | Rae blos nannt Thie jede, Aus» ve bis t ſel: achen ar oft hieht . Er niſtet in den Löchern der großen Bäume, meiſtens ſehr hoch, und brütet frühe. Ex verſte>et auch ſein Neſt und verkleibet das Loch dazu, bis auf eine kleine Deffnung, wodurch er hinein kannz des- Aa wegen 186. Blech wegen heißt er auch der Kleiber, Er bringt fünf bis acht Junge aus, nähret ſich von fleinen Holzwürmern an den Bäumen, frißt aber auch, zumal wenn er eingeſper- ret iſt, Hanf- und andern Saamen. Man fängt ihn leicht auf dem Heerde, durch aufgeſireuetes Geſame, Auch dieſer Vo» gel verdienet alle Schonung, weil er nicht nur die Würmer an der Rinde der Obſt- bäume, ſondern auch die Raupeneyer her- vor ſucht und ſich damit äſet. Blech, davon giebt es verſchiedene Arten, und von verſchiedenen Metallen. Z. B. Meſſingblech; Rupferblech in Scheiben oder Schalen; Zinnblech oder Tafeln, welches zwiſchen zween Stei- nen gegoſſen wird; Silberblech, da das Silber durch das Schmelzen und Gieſen in einen Zain, und nachher durchs Glühen und Schmieden in dünnes Blech verwan- delt wird, und endlich Ziſenblech, wo» von hier eigentlich die Rede ſeyn ſoll, weil es ſchlechtweg Blech heißt. Man hat zwo Arten Eiſenblech, ſchwarzes und wei» ßes, und lekßteres iſt verzinnt. Das Weißblech theilet man in drey Haupt- gattungen, die ſich wieder in verſchiedene Arten abſondern, Die Fäſſer, worinn die Bleche eingepackt werden, führen da» her nicht allein ein Zeichen, das die Blech- art, welche darinn vorhanden iſt, anzeigt, ſondern auch das Zeichen ihres'Blechham- mers. Die drey Hauptzattungen ſind: KRreuz- oder Srorblech, welches das ſtärkſte; Sederblech, das das mittelſte, und Senkelblech, das das dünnſte iſt. „In einem Faſſe ſind gemeiniglich 450 Kreuz» oder Federbleche, und von jeder Art die Hälfte, oder auch von einer Art ein Drittel und von der andern zwey Drit- tel, und ſo auch umgekehrt, Senfbleche Bleih ſind in einem Faſſe 600 Stück, aber un- vermiſcht, eingepackt. Bleichen, einer gewiſſen Sache eine weiße oder bläſſere Farbe, als ſie von Na- tur zu haben pflegt, verſchaffen, So bleicht man 3, B. Eiſen mit Scheidewaſ« ſer und Zinn; wollene Tücher und Zeuge mit Seife, oder Kreide und Indig, oder Schwefel; das Wachs, wie auch die Haa- re, an der Sonne und durch öfteres Be- ſprengen mit Waſſer, u, f:.w. Im beſon- dern Verſtande heißt bleichen,vogel mit einem glühenden Eiſen blind macht, z, B. einen Singſinken. Blenden, ſind zwey Stücke Leder, ſo den Pferden vor die Augen gebunden werden, wenn ſie nicht wollen auf- oder abſiken, oder ſich nicht beſchlagen laſſen. Denn dieſes Blenden machet ſie verzagt und furchtſam, daß ſie mit ſich alles ma- , Es beſteht aus lauter kleinen Cryſtallen, die wie Stacheln ausſehen; wird in der Wundarzneykunſt äußerlich, als ein austrocnendes Mittel, und auch in der Färbekunſt mit Nußen gebraucht, Blinde, haben, wenn ihnen Vor- münder beſtellt worden, die Rechte der Blödſinnigen, und müſſen ihre Verträge gerichtlich verrichten. A, 4, R, Z6,-I: ZV. 6.324. 255 271 Blinde Mauer, iſt eine Mauer ohne Fenſter oder andere Oeffnung. Blindſchleiche, Blindwurm, Bruchſchlange,(Anguis fragilis) ſie heißt Bruchſchlange, weil man fie mit einer kleinen Ruthe gleich mitten von ein- ander hauen kann, und gehöret unter das- jenige Geſchlecht, welches gar keine Schil- de, ſondern ſowohl am Bauche, als auch unter dem Schwanze Schuppen hat. Man findet bey 135 Schuppen am Bauche, und eben ſo viel unter dem Schwanze; doch giebt es auch Schlangen dieſer Art, bey denen die Anzahl der Schuppen nicht ſo viel beträgt, Ihr Zähne ſind groß und ſehr ſpißig; ihr Biß iſt aber gar nicht ge- fährlich. Die Augen ſind überaus klein, daher dieſe Schlangen von unachtſamen Beobachtern für blind gehalten worden ſind. Der Körper, welcher rund iſt, wird nach dem After zu immer dicfer. Ihre eänge beträgt in unſern Gegenden kaum ei- Blißa nen Fußz in Jtalien aber giebt es" auch ſolche, die zwo bis drey Ellen lang ſind. Blindſchlüſſel, blinder Schlüſſel, am Deutſchen Schloſſe, derjenige Haken und Zugehör, womit inwendig im Zimmer ein Riegel des Schloſſes aufgeſchoben wird, ſo daß er ſtehen bleibt, und die Thüre als- denn unverſchloſſen iſt, Zuweilen iſt er unmittelbar an dem Riegel befeſtiget, zu- weilen bewegt er ſich auch abgeſondert auf einem Stift, und faßt alsdenn in einen Griff des Riegels,.. Blindwerden des Hornviehes, Sobald das Vieh zu thränen anfängt, müſſen ihm täglich mit reinem Brunnen- waſſer die Augen ausgewaſchen werden, Hilft dieſes nicht gleich binnen drey Tagen, ſo nimmt man, Statt des Waſſers, ſaure Wadie von Molken, und wäſcht die Au- gen alle drey Stunden rein damit aus, Hat ſich das Auze ſchon zugeſeßt, ſo öffnet man es mit läauer Mil<. Wenn dieſe Mittel zeitig gebraucht werden, helfen ſie gewiß; geſchiehet es aber zu ſpät, ſo wird das Bieh blind. Hat ſich über das Auge eine blaſſe Haut gezogen, ſo bläſet man durch eine Federſpuhle pulveriſirten Vitriol auf die Haut; hat ſich aber eine Blat- fer aufs Auge geſeßt, ſo iſt ſolche un- heilbar, Bliß, ſ. Gewitter. Blißableiter, iſt eine Erfindung des berühmten Franklins, wovon er die erſte Nachricht 1752 alſo bekannt machte: Man nimmt eine zugeſpitte eiſerne Stan» ge, die oben an der Spike etwa drey Fin- ger breit, und, um den Roſt zu verhüten, vergoldet ſeyn muß, Dieſe ſekt man etwa 6 Fuß über den Schornſtein, als den höch- ſten Theil des Gebäudes, hefret eine zweyte Stange es" duch 3 ſind, lüſſel, e Hafen Rmmer en wird, hüre al« n iſt er get, zue dert auf in einen viehes, anfängt, Zrunnene werden, ey Tagen, ers, ſaure ht die Au- mit aus, „ ſo öffnet nn dieſe elfen ſie ſo wird 158 Auge ſet man Vitriol Blat? he un- ndung er die nahte: Stam ey Fin- rhüten an etws en hoch“ ] zwey Stange Blißa Stange daran, und führet ſolche entweder in geraden oder krummen Linien, etwa wie die Figur des Hauſes, jedoch einen Fuß breit vom Dache bis vier Fuß tief in einen feuchten Boden herunter. Dieſe Stange iſt der Conduktor des Blißes, faßt ſolchen auf der äußerſten Spitze, und leitet ihn an der mit der Stange verbundenen zwey- ten Stange in die Erde, dergeſtalt, daß weder das Gebäude, und nocm 19t Gebäudes Schaden zugefügt werden kann. Die Errichtung der Blißableiter ſoll mit Zuziehung der Polizeyobrigkeit geſchehen, „A. H&R, Th. 1. Tit, VIU, G. 80, Block, bedeutet ein unförmiges, und insgemein wenig bearbeitetes Stück, es ſey Holz, Stein oder Metall, Es kömmt mehrentheils nur in der Zuſammenſeßung vor, und ſtehet alsdann bald hinten, bald vorne, Z. B. Blockzinn, Blocwagen, Marmorblock, Sägeblock, u. ſ, w. Blockbgum, ein Baum, woraus man Blöcke, Breter daraus zu ſchneiden, hauen konn, Blocken, ſagt man von dem Falken, wenn er von ſeinem Raube vertrieben iſt, und ſich auf einen Baum ſeßt, um einen andern aufzuſuchen, Blocken, wenn ein fertiger Stiefel, deſſen Schäfte zu enge ſind, auf dem Sctie- felbloc ausgedehnt wird, damit er weiter werde. Da der Stiefelblo> aus zween Theilen beſteht, ſo kann der Schuſter zwi- ſchen dieſen Theilen einen Keil hinein trei- ben, und dadurch die Stiefelblöcke ſo weit aus einander treiben, als er will; allein wird der Schaft zu ſtark ausgedehnt, ſo leidet er in Abſicht der Haltbarkeit und Dauer ſehr viel, Blockholz, ein kurzes dickes Stück Holz vom untern Stamme eines Baums, das noch nicht gewaldrechtet oder behauen, ſondern noch mit ſeiner ganzen Rinde um» geben iſt, jedoch diejenige Länge hat, die zu des Stellinachers beſtimmten Arbeit ero fordert wird, als zu Felgen, Naben, und dergleichen, Blockmeißel, ein großer Meißel, der mit ſeiner Angel, anſtatt in einem Heft, IDE 5 EE HE 6 Z8 E92. Blo>w Heft, in dem Amboßkloß ſenkrecht ſteht, und worauf große Stücken Ciſen abgeſchro- def werden. Blockwagen, Puchwagen, ein aus bloſſem Holz verfertigter Wagen, wor an fein Eiſen befindlich iſt, Ein Rad, das ſtarke Felgen und keinen Beſchlag hat, heißt ein Ditff- oder Duchrad. Der- gleichen Räder werden in großen Städten an denjenigen Wagen gebraucht, die große kaſten fahren, uud beſtändig auf den Straſ: ſen ſind, damit fie nicht das Steinpflaſier beſchädigen, wie die Mühlenwagen, wel- je das Mehl und Schrot für die Bäcker und Brauer aus den Mühlen fahren, und Getreide in die Mühle bringen. In wal- dichten Gegenden heißt aber ein Blockwa- gen ein ſtarker gut beſchlagener Wagen, mit niedrigen beſchlagenen Rädern, womit man Blö&e, Balfen und andere ſtarke „Hölzer zum Schiffsbau nach den Nieder- landen fähret, Blohm, Blohmplat, Prunft- plaß, ein Plaß, worauf der Hirſch zur Brunſtzeit das Laub und Gras mit den Läuften weggeſchlagen hat, und worauf er ſich insbeſondere des Morgens und Abends abfühlet, wenn er durch die Brunſt und durch das Schreyen erhikßt iſt, Blühen, wird von dem Waſſer ge- ſagt, wenn ſich im Sommer, vorzüglich im Auguſt, ein grünlicher Schlamm auf deſſen Oberfläche ſeßet, ſo ſich zwar bey ſtill ſtehenden Waſſern vorzüglich ereignet, aber auch zuweilen bey fließenden, zumal wenn in großen Städten viele Unreinig- feiten hinein geworfen oder gegoſſen wer- den. Das Waſſex iſt alsdann in manchen Fällen unbrauchbar, z. B. zum Waſchen der Wolle, in den Wollfabriken, „ Biutga Blumenbeet, eine Abtheilung des kandes in einem Garten, ſo mit Blumen beſekt iſt. - Blumenfohl, f Rohl. Wlumiſt, eine Perſon, die ein gro- ßer Liebhaber von Blumen iſt, darauf ihr vorzügliches Augenmerk richtet, davon eine ſtarke Sammlung anzuſchaffen ſuchet, und ſie zum Wergnügen bauet. und wartet, Ueverhaupt ein jeder, der viel vom Blu- menbau hält, ungeachtet er kein Gärt-« ner iſt, 25 Blutadergeſchwulſt, iſt eine über- mäßige Erweiterung der Blutadern, die einer Sackgeſchwulſt ähnlich ſieht, und- von dem gehinderten Durchlaufe des Bluts ihren Urſprung hat; weshalb ſich daſſelbe oft vor den Blutaderklappen dergeſtalt an» häuft, daß man faſt eine Zerreißung der Adern befürchten ſollte. Dieſe Geſchwulſt wird allmählig vergrößert, giebt dem Drucke nach, kömmt aber gleich wieder zu- rü, und iſt entweder einfach, wo ſie nicht ſelten die Größe einer ſtarken welſchen Nuß hat; oder knotig, wo ſie an den grö- ßern Blutadern, und zugleich an den Aeſten derſelben, zum Vorſchein kömmt. Sie können übrigens an allen Theilen des Körpers entſtehen; zeigen ſich aber meh- rentheils bey Pferden auf der innern Fläche des Sprunggelenks, wo ſie den Namen ZBlutſpat bekommen, Blutauge, wenn durch eine äußere Gewalt die kieinen Blutgefäſſe im Auge, als: durch einen Schlag, Stoß, u.ſ,w. zerquetſcht und zerriſſen werden, ſo, daß das Blut aus denſelben frey heraus fließt, und in die Augenkammern, beſonders in die vordere, trittz das ganze Auge blau und ſcnetes Erdbeerfrauf, und eben ſo viel ſo genann- tes Wurmmehl( die zu Mehl oder Staub gewordenen Holztheile), aus einem faulen Birnbaume, jedes zu einigen Händen voll, mit einem Quart Waſſer gekocht, abge- kühlt, durchgeſeigt, und davon täglich nößelweiſe eingeſchüttet; nach dem Cinge- ben giebt man von jenem Kraute und Wurmmehle noch ein Paar Hände voll zu freſſen. Geht mit dem Blute auch Ei- ter ab, ſo iſt von dex Kur nichts zu hoffen, und das Hornvieh ohne Anſtand abzu- ſchlachten. PBlutharnen bey Viehſeuchen läßt auch keine Kur zuz es iſt ein Zeichen des nahen Todes, Die Viehärzte wollen dieſe Krankheit des Weideviehes von den gefreſſenen Zwei“ *Blutk E95 gen over Blättern der, Eichen ableiten; es kann ſeyn, es kann auch nicht ſeyn. In einem hier zunächſt benachbarten Orte kömmt dieſex Vorfall im ſpäten Herbſte Huf der Weide, auch im Winter bey den eingeſtallten Pferden häufig vor, da doch auf den dortigen Wiehtriſten keine Ci- s Schlangenwurzel, 7 Stück; Odermennig und Baldrianfraut, eine gute Hand voll; Salz, anderthalb Hände voll, ſtößt alles Flein, gießer guten ſcharfen Eſſig dazu, rühre es allemal um, und giebt es ſo lan- ge, bis das Thier wieder hergeſtellt iſt. - Blutſpat, iſt eine Geſchwulſt, wel» nenden Kraft die Oeffnungen der Gefäße verſchlie« ßen, oder die heftige Bewegung des Bluts vermindern oder anhalten. Man bedienet ſic) hiezu der austrocnenden, zuſammen ziehenden, äzenden oder gerinnen machen- den Mittel, Unter den austrocknenden iſt die Karpie, oder das Werg, das gemein ſte, ſicherſte und bequemſte, einen gerine gen Blutfluß zu ſtillen, Von mehrerer Wirkung ſind die gerinnen machenden Mittel, als: der Vitriol, Aiaun, Wein- geiſt, und die ſauern Mineralgeiſter, Eine gleiche Kraft haben die zuſammen ziehen- den Mittel, die ſich aber nicht weiter, als nur auf die Hemmung einer Blutung aus mittelmäßigen Pulsadern, erſtreckt; denn "bey größern Gefahren ſind ſie nicht hinrei- 197 denen Gebrauche auch verſchiedene Namen annehmen, als: Rüſtboc>, Brandbo, Feuerbock, u. ſ,f. Bock, 1) der Rehbo&, Gems» und ' Steinbo>, das männliche Geſchlecht die- ſer Thiere. Zuweilen ſagt man auch Dambock, ſs das männliche Geſchlecht der Dambhirſche bedeutet; 2) eine gewiſſe Stel- lung von Haarſchlingen auf den Horſten, um hiemit die Raubvögel zu fangen, Bock, Bockzeug, Hakenzeug, das hölzerne Geſtelle zu einer Kornſenſe. Der Hauprttheil iſt der Senſenbaum, dex in dex Mitte einen ſchräge gerichteten An» griff hat, und woran die Senſe ſelbſt mit eiſernen Ringen und bölzernen Keiten befe- ſtiget iſt. Neben der Senſenklinge fetbſt ſtehen auf dem Senfenbaume drey Haken, inzgemein von hartem Eſchenholze verfer- tiget» Die Haken ſind mit einem gefrümm- ten Arme an dem Senjenbaume, und un» ter einander durch Scheiden und Draht be- feſtiget. Sie ſind übrigens gekrümmt, wie die Senſe, und haben mit ihr einerley Richtung, dom in einiger Entfernung, und ſind erwas weniger lang- Dieſe Ha« ken müſſen beym Mähen die Getreide» halmen fammlen, und zu ſo genannten Schwaden(ſ. dieſe) hinwerfen. Bock, der mittelſte erhabene Theil der Nabe eines Rades, worein die Speichen eingeſeßt werden. Bock des Rades wird auc) die Nabe genannt, wenn ſie blos mit den Speichen vereiniget itt, ehe die Felgen aufgefüget ſind. Nabe und Speiche führen aber auch öfters dieſen Nao men bey einein fertigen Rade.. Bock, der Sit vor dem Kurſchkaſten, auf welchem der Kutſcher ſikt, und die Pferde regieret- Ex beſtehet aus zwo Stüßen, Bb 3 die < m SM Damannnden emu. 2uf u Kid 3 um man er M fem Bockd die mit den Wagenbäumen verbunden ſind, dem Schemei und dem Siß, welcher mit einem Kiſſen belegt iſt,. Je nachdem die Kutſche künſtlich gemacht iſt, nachdem iſt dieſer Bo auc mehr oder weniger zier- lich und bequem eingerichtet, und hat ent- 108 weder eine Lehne oder nicht. Im erſien Falle iſt die Lehne gepolſtert, oder es ſind, an Statt der Rücklehne, nur ein oder zween Riemen ausgeſpannt, welche zur dehne dienen. Auf ven jeßigen Modekut«- ſchen iſt feine Rülehne, ſondern der Bock beſtehet blos aus einem Kiſſen, welches auf Riemen ruhet, die auf den Bockſtüßen angeſchnallt ſind, Bockdecke, eine Decke, die gemei- niglich von eben dem Zeuge iſt, womit die Kutſche inwendig ausgeſchlagen, und mit Schnüren oder Franzen beſekt iſt, Sie wird über den Bock geſchnallt, und bedeckt das Polſter deſſelben. Bocksbart, ſ. Saberwurzel. Boc> ſchießen, einen, iſt bey der Jägerey: 1) einen Fehle“ in der Jägerey be ehen 3 2) off wird es auch an Statt des ZSiatiſchießen(ſ. dieſes) genommen, wenn der:Bo>k aufs Blatt läuft. Bockſtüßen, ſind die beyden ſenk- rechten hölzernen Stüßen, in welchen nicht allein die Wagenbäume vorne eingelaſſen ſind, ſondern die auch die Gabeln des Si- ßes, und folglich den Siß des Bocks, tra- gen, Sie ſind rund mit dem Schneide» meſſer beſchnitten, und werden in dem Schemel auf der Vorderachſe eingezapft, An dem gewöhnlichen Laſt: und Ackerwa- gen wird auch) wohl die Runte, d. ji. die- jenige Stüße, welche unten in dex Achſe eingezapft iſt, und oben bis an die Trag- und Schwungbäume reichet, alſo genannt, Bodenm Auch werden von dem Grobſchmiede dieſes nigen eiſernen Stangen, ſo die Geſtalt ei- nes lateiniſchen S haben, und den Bock vorne nach der Deichſel zu befeſtigen, Bo>« ſiüßen genannt, Boden eines Faſſes. Dieſer be- ſteht aus 5 Stücken, nämlich: dem brei« ten Ülittelſtück, den beyden Seiten» ſtücken, und den beyden äußerſten, oder Schartjtücken; oder er beſteht auch nur aus 4 Stücken, nämlich: aus 2 Mittel- und 23 Schartſtüfen. Manchmal beſteht der Boden auch wohl aus 6 Stücken, näm- lich aus zwey Stücken von jeder Gat« fung. Boden am Rade, Beym Müh. lenbau werden an einem oberſchlächtigen Waſſerrade die zwiſchen den Kränzen deſ- ſelben eingeſekten ſenfrechten Schaufeln inwendig am Rade durch Breter oder ei- nen Boden vereiniget, und hierdurch wer- den alſo die Schaufeln in den Kränzen mit den'Bodenkäſten völlig gebildet, worinn das Waſſer aufgefangen wird, wenn ſol- i- ger, oder mit vier gleichen Flächen verſe- hener Nagel, mit einem etwas zngeſpiß- ten, aber flachen Kopfe. Sie werden bey dem Fußboden gebraucht. Bodenſtein, der unterſte Stein in einer Mühle, der feſt und unbeweglich liegt, im Gegenſaß des Läufers. Er iſt der dunnſte, und man nimmt insgemein hiezu einen abgenüßten Läufer, Bodmieret), iſt ein Darlehnscontrack, bey welchem der Gläubiger wegen Ver- pfändung eines Schiffes, oder der Ladung deſſelben, oder beyder zuſammen, die See» gefahr übernimmt. Der ſchriftliche Ver- gleich darüber heißt Bodmereybriefz der Gläubiger ein Bodmeriſt, oder Dod- mereytgeber; der Schiffer ein Dodme- reynehmer, Böcker, werden in den Ziegelfcheu- nien die Haufen der geſtrichenen und auf der Tenne geſeßten Ziegel genannt, wel- en, und mehr einfallendes Licht zu verſchaffen, Bogenrolle, ſind die Schlußſteine, welche unfen eingebogen, oben aber aus- wärts gebogen ſind, und auf den Seiten Schnecen oder Rollen haben. Bogen ſchlagen, einen, ſage man, wenn der Jäger oder deſſen Hund im Kreiſe aus ſeinem Strich ausweichet, um etwas von weiten zu ſuchen. So ſchlägt ein gut abgerichteter Hund einen Bogen, wenn er die Fährte verloren hat, und ſie wieder ſucht. Bogen und Pfeiler, wenn ſelbi- ge zu beyden Seiten befindlich ſind, ſv zei- gen ſie an, daß die Mauer gemeinſchafte lich ſey; wenn ſie ſich aber nur auf einer Seite befinden, ſo zeiget es an, daß die Mauer demjenigen eigen ſey, welcher Bo- gen und Pfeiler hat, Bohlen, Bolen, ſind ſtarke und getrennte Stämme Holz, oder 3, 4 bis 6 Zoll die, und 13 bis 14 Zoll breite, Stücken Holz, Die geſägten Boblen oder Drecbohlen ſind nur 1, 2 bis 3 Zoll dick, Die blos geſpaltenen halbges wachſenen Bäume, worauf man das Klaf- ter- oder Brennholz in den Flüſſen zufühe ret, heißen Carinbohlen; wenn dieſel- ben in drey oder vier Stücken zerhauen, und zu Zäunen gebraucht werden, bekom« men ſte den Namen Zaunbohlen, oder Plan- jelegt wel: der (cher , die | trac mehr eine, JUS: iten ſagt nd jet, So inen hat, ſelbi« ſo zei“ hafte einer ß die r Bo- € und 4 bis breite, oblen 3 bis 3 halbge- g Klaſ: 1 zufühe n dieſel erhaue", , beton» len, oder Plan? Bohnen Planken. Jn Gebäuden werden die Bohlen gemeiniglich zu Lreppen gebraucht, ud bey ſolchen hat man drey verſchiedene- Arten nöthig, als: 1) ganz ſtaxke, von 5, 4 bis 5 Zoll, zu den ſo genannten Quar- rierbäumen, in weiche die Stufen einer Treppe zu beyden Seiten eingefüget wer- den; 2) zu den Auftritten, welche ſchmä- fer ſeyn können; und 3) ganz ſcerbohne, häufig aud Türkiſche Crbſe genannt; 5) die frühe Zucker- oder Sallatbohne. Die erſte Art, welche Vert, Negllexicon 11, Theil, Bohnet 201 ſich am längſten brauchbar erhält, und, wegen ihrer langen und breiten, ſehr zar- Fen und duyianen Schoten, ſeit verſchiede- nen Jahren allgemein eingeführt worden iſt, verdient, wegen ihrer vorzüglichen Nußbarkeit zum Cinmachen und ſonſtigem Küchengebrauche, die Achtung, in der ſie überall ſteht; wiewohl auch die zwot? und dritte, wegen ihrer vielen und ſchönen Früchte, vorzüglich ſind. Die vierte und fünfte Sorte unterſcheiden ſich von den übrigen durch ihre runden und fürzern Schoten, und verdienen ebenfalls häußig angezogen zu werden. Sie kragen ſeb reichlich, und ihre Früchte bleiben mit ſammt den Schoten, wenn dieſe auch ſchen etwas gelb geworden ſind, ſo lange zart, bis ſie völlig reif geworden, und können bis dahin noch immer mit der Schale ge- geſſen werden. Die rechte und beſte Arx derſelben erfennt man an dem ſtarken Cin- ſchrumpfen ihrer zarten Hülſen, Es iſt ſehr bemerfungswerth, ſchreibt Hr. Bechſtedt, und gegen die Natur der meiſten, wo nicht aller andern, Gewächſe, daß die Bohnen deſto ſchöner und ſtärker wachſen, und deſto mehrere Früchte brin- gen, je öfter man ſie, ohne abzuwechſelt, nach einander auf einem Felde ziehet. Sie verlangen einen mürben, lockern und war- men Boden. In einem feuchten, ſtarren und ſchweren Lande pflegen ſie, zumal wenn ſie einige Tage zu früh gelegt werden, und wenn nach dem Legen derſelben, ehe ſie aufgehen, regnichtes Wetter einfällt, gern zu verfaulen, oder, wenn ſie auc) zum Veor- ſchein fommen, doch nur ein gelbes krauri- ges Anſehen zu haben, das wenig von ih- nen hoffen läßt. Man kann daher das für ſie beſtimmte Land, wenn es abgeräumt iſt, bedüngen, und wohl umrühren, und ſodann im Sms gehörig zu recht machen. c n 202. Bohnen In unſerm Clima können alle dieſe Ar- ken, die einerley Wartung erfordern, ſelten früher, als zu Ende des Aprils, oder mit dem Anfange des Maymonats, oft auch erſt ſpäter, je nachdem man mehr oder we- „niger von Nachtfröſten zu beſorgen har, ge- pflanzt werden, Will man recht ſicher ge- hen, ſv fann man gegen die Pflanzzeit auf einem Miſtbeet von mäßiger Wärme, oder, in deſſen Ermangelung, in Töpfen oder in „einem gegen dem Ofen geſtellten Kaſten, „die exſte Ausfaat vornehmen, Unter ei- nem einzigen Miſibeetfenſter laſſen ſich ſo viele Pflanzen ziehen, daß man verſchie- dene Beete damit beſeßen kann. Wenn die Pflanzen, die um dieſe Jahreszeit in wenigen Tagen aufgehen, bald zum Vex- ſeßen tauglich ſind, ſo fange man an, die dazu beſtimmten Felder gehörig zu zuberei- ten, und vertheile ſie in 4 Schuh breite Beete, die gegen die Sonne liegen müſ- fen. Auf dieſen ziehe man nach der Schnur, der Länge nach, zwo Reihen, ſeße ſodann auf allen Seiten, in gleicher Entfernung, zween Schuh weit aus einander die Pflan- zen in einem Dreyec>, und verſehe ſie ſo- gleich mit Stangen, ſo daß um jede Scan- ge vier oder fünf Pflanzen kommen, Zu gleicher Zeit fann man auch in der nämli- ehen Ordnung in andere Beete Bohnen le- gen. Damit aber die Stangen weder vom Winde umgeworfen, noch auch die ſehr hoch wachſenden Pflanzen aus einander ge» riſſen werden, ſo ſeße man ſie von beyden Sei- ten einwärts ſchräg über?8 Beet, und 62- gen die Mitte zu gelehnt, damit ſie ſich in einer Reihe fort oben gegen die Spike zu, freuzweiſe, einander durchſchneiden, fo, daß man unter dieſem Dureh ſchnitt entweder ſchwache Latten oder Queerſtan- gen, auf welchen alle Bohnenſtangen ru- ben können, hie und da befeſtigt, Bohnen Dieſe Bohnen wollen aber nicht allein gegen ſtrenge Winde geſichert, ſondern ſie wollen auch beſtändig von der Sonne be» ſchienen ſeyn. Zu dem Ende, und damit die freye Luft immer zwiſchen ihnen durch« ſtreichen könne, beſeße man wechfelsweife, allemal ein Beet ums andere, mit niedrig wachſenden Pflanzen, dergleichen z, B. die Zwergvitsbohne oder Krupbohne u, ſ, f. ſeyn kann, als welches zum guten NWachs2 thume und zur Fruchtbarkeit der Bohnen unumgänglich nöthig iſt, Wenn man alles dieſes gehsrig in Acht nimmt, ſo werden innerhalb 14 Tagen, falls die Witterung nur einigermaaßen gün» ſtig iſt, die verſeßten Pflanzen ſchon au- fangen, ſich um ihre Stangen herum zu winden, und die zu gleicher Zeit geſäeten werden dann ſchon aufgegangen ſeyn, Das mit man immer einen Vorrath von Boh- nen habe, Fann das Ausſäen noch ein» oder zweymal, etwa jedesmal nach Verlauf von 14 Tagen, wiederholt werden, Sollte zur Pflanzzeit viel Regen fallen, wodurch der Boden gewöhnlich hart und ſeſt gemacht wird, befonvers wenn bald VQrauf warmes Wetter folgt, ſo muß man, u;n dem Sag- men und den Pflanzen zu Hülfe zu kom- men, damit ertierer Turchoreche, und leß= tere in ihrem Wachsthum gehörig fortge hen, die durch den Regen gebildete feſte Erdkruſte entweder mit den Händen oder mit einem tleinen Handſpaden auflockern, weil ſonſt ſehr häufig die Keime, da ihnen bas Bermögen, ſich durchzuarbeiten, fehle, in der Erde erſticken und vertrocknen, zuh in der Folge, wenn die Pflanzen droy bis vier Blätter getrieben haben, izt es nöchig, die Beete zuweilen aufzuiockern, und die Erde, ſo viel als möglich, bis unter die Blätter bey einem jeden Dreye> in einem leinen Haufen anzuziehen, und wenn die Ranken € ollein dern ſe nne be: damit « Sweiſe, niedrig ZB, die wh Bachs» ohnen Acht agen, güns | alf: 1 zu eten Das Boh? » vder vf von Sollte odurch macht armes 1 Sqqs 1 fom- 1d leß- fortge e feſte 1 vder dern, 1 nen " fehlt, . 2ut, Damit ſie nieder- gedrückt, und zuſammen gehalten werden, kann man den DeFel des Gefäßes, worinun ſie gepackt ſind, mit einem Gewichte be- ſchweren, und ſie im Winter vor dem Froſte an einem ſichern Ort bewahren. Die Sallat- oder Zuckerbohnen werden im Ganzen auf dieſelbe Weiſe eingemacht, nur läßt man die Schoten derſelben erſt völlig auswachſen und den Saamen voll- fommen gebildet und meiſt reif werden, Des größern Wohlgeſchmac>s wegen kann man ſie auch ſchichtweiſe mit etwas grob geſtoßenem Pfeffer, Lorbeerblättern, tro>- nem Bohnenkfraute(Saturey) einpacken, und aufgefochten, abgeſchäumten, falt ges wordenen Weineſſig darauf gießen, Die Fäßchen müſſen zuleßt, ſo feſt als möglich, mit Rindsblaſe zugebunden, und in einem guten Keller zum Gebrauche verwahrt wer- den. Die Iwergbohnen(ſ, dieſe), in- gleichen die Saubohnen(ſ. dieſe) ſind von den vorher gehenden, die man im Ges genſaß auch Steigebohnen nennt, der Cul- tur nach wenig unterſchieden, außer daß die Saubohnen gegen den Froſt weniger empfindlich) ſind, Bohne, ein ſchwarzer Fleck oder Punck in einer Höhlung der vordern Zähne eines Pferdes, woraus das Alter deſſelben bis ins achte Jahr erkannt wird, da ſelbiger nach dieſer Zeit, auch noh wohl früher, mit ſeiner Höhlung verſchwindet, Er Cc 2 heißt 204. Bohnen heißt auch Kern, Bohnenkern- Bohnen- feim. Bohnen, Bonen, mit Wachs und einer ſcharfen Bürſte und Lappen ei- wem eichenen, nußbaumenen oder von än- derm ſchönen Holze bereiterem Hausgerä- te einen ſchönen Glanz geben, indem mda das Holz mir Wache beſtreicht, und mit der Bohnbürſte( einer Bürſte mit furzen ſtrauben Borſien) aus einander reibt, und ſodann mit einent leinenen oder, wollenen Lappen vollig glatt und glänzend reibt, Bohrahl, ein ſpißiger Pfriemen oder eine Ahle in einem Hefte, womit der Tiſch- ler die köcher und Zapfen, auch das Maaß einer Sache votreißt. Bohrbank, iſt bey den Stellma- er und gleichſam ſchwammiche iſt, weshalb das Getreide nicht gut gerathen kann. Dieſe üble Beſchaffenheit des Ackers finder meiſtens nur auf einem niedrigen Boden Statt, der zwar ſchwarz ausſieher, und vem Nichttenner viel verſpricht, aber ſchr .-MAX3= WI<< SDA LIEN I UGTE CIE DEI <== zr --r R«BIEGE OG ESS TUNESIEN LUA III I= IN DSS wird 't el: Das die vige ol» on in Ne: | der ende abe eiten und einer ber; ve d 90 pund: en ſich (ter? der löſe vorne n vor bob, d eine einige : wers 1, als iz am Täfel« eines , wenn icht iſt, jerathen g Ackers jedrigen usfiehe bt, aber "jr Boll ſehr crüglich iſt. Denn im Winter ziehet der Froſt die junge Saat ſo leicht aus, daß man ſie im Frühjahre mit der ganzen Wur- zel auf der Oberfläche entblößt liegen fiehr, und ſelbige bey bald wieder niederſinkendem Acker, welcher vom Froſte in die Höhe ge" trieben geweſen, nicht wieder einwurzeln kann. Es geſchieher aber aud, daß die nach dem Froſte noch beſtandene Saat gar fümmerlich fortwächſt, weil die Wurzein in dem hohlen Boden zur heißen Sommers- zeit nicht genug Erde um.ſich her haben, um daraus volle Nahrung an ſich zu ziehen, weshalb die Halme dünn und mager, die Aehren klein, und die Körner ſehr verfüm- mert ſind; dagegen die Graswurzeln, weit ſie hier zu Hauſe gehören, und länger und tiefer gehen, zum Nachtheil des Getreides beſtehen, und der Windhalm beſonders die Oberhand erhält. Huülfsmittel wider die- ſe üble Beſchaffenheit eines Bodens ſind folgende:' Iſt der Aer zu niedrig, ſo muß die Näſſe durch hinlängliche Grabenziehungen abgeleitet werden- Fände ſich kein Abzug nach Beſchaffenheit des Feldes, ſo müſſen dergleichen Acker mit ſo breiten oder tiefen Gräben doch durchſchnitten werden, in wel- ge- worden und nicht mehr fcX+S.. eln SERIE NSEN zr neun 206- Boltet Boltende, ein plattdeutſches Wort, ſv das Wurzel- oder Sturz- Ende eines abgeſchnittenen Getreidehaims bedeutet z im Gegenſaß des Aehrenendes,. Bolzen, Döbel, ein großer eiſer- ner Nagel mit einem runden oder vier- ecfichten Kopfe, welcher am Ende ein läng- lichtes Loch, ein Splint oder Schlicße vor- zufteen, oder auch wohl ein Schrauben- gewinde hat, auf welches man eine Flügel- ſchraube ſchrauben kann. Die Bolzen werden bey verſchiedenen Werkzeugen und Sachen zur Befeſtigung gebraucht, Bolzen, nennen Einige auch die Stücken Eiſen, welche glühend in die Platteiſen geſteckt werden, Bon1s cediren, eine Rechtswohlthat, mittelt welcher einem unverſchuldet in Aryiuch gerathenen Schuldner geſtattet wird, ſich durch Abtretung aller ſeiner Gü- ter an ſeine Gläubiger von fernerm VWer- fahren wider ihn, und beſonders von der perſönlichen Arretirung, oder von vem Ein- ſchließen in den Schuldthurm, zu befreyen, Ein austretender Schuldner macht ſich ſowohl dieſer, als anderer ihm ſonſt zuſte- henden Rechtswohlthaten verluſtig, Borax, Borras, Tinkal, eine beſondere. Art eines erdigen Laugenſalzes, ſo aus'dem aus Oſtindien erhaltenen Tin- Tal in Venedig, Holland, England, auch hie und da in Deutſchland, raffiniret wird, Er wird in der Glasmacherkunſt und von Emailmalern, und in der Schmelzkunſt überhaupt, mit vielem Nußen gebraucht, Desgleichen bedienen ſich deſſelben viele Künſtler beym Löchen, Er muß nicht mit dem eigentlichen Berggrün- verwechſelt werden. Man hat auch den Borax in die Heilkunſt als ein auſlöſendes und reizendes Borgſf Mittel einführen wollen; da er aber eine alfaliſche Beſchaffenheit hat, ſo iſt er, wie andere alkaliſche Salze, mit Behutſamkeit zu gebrauchen, Bordiren, heißt ſo viel, als einfaſe ſen, der Länge nach beſeßen 3 daher bor- dirre Kleider, welche mit goldnen, ſilber- nen oder ſeidnen Treſſen. oder andern koſt« baren Agremens beſeßt, und nach der Mode ſauber eingefaßt ſind, Ein anderes iſt Broderie, ein Sti>en mit Garn, Sei- de, Gold oder Silber. Bey den Bild- hauern iſt Bordirung die koſtbare Ein» faſſung oder der Rahm eines Spiegels oder Gemäldes mit mancherley Verzierun- gen von Jaub- und Schnißwerk. In der Baukunſt aber iſt Bordirung das Laub- Schniß- und Gypswerk an einem Gebäu- de, und beſonders an den Säulen. Im Gartenbau beſteht die Bordirunt(Ein- faſſung) der Aleen oder Hauptgänge darinn, daß man ſie auf den Seiten mit kleinen, wohlgeſchnittenen Bäumchen oder grünen HeFen, am ſchönſten aber mit Orangerie, Cypreſſen, oder kleinen künſtlichen Spring- brunnen beſeßet und auszieret3; wiewohl auc hierin die Moden veränderlich ſind, und nach dem neueſten Geſchmack zum Theil ganz anders ausfallen. , heißt dasjenige, nach mancherley Art und Figur, ausgeſchnittene Bret, welches über Fenſter und Thüren gemacht wird, die Vorhänge daran zierlich aufzumachen, Borgſchwein, ein verſchnittenes Schwein männlichen Geſchlechts, Ein verſchnittenes Schwein weiblichen Ge« ſHlechts nennet man dagegen eine'Gelte,: aud) Sauſchwein, ſs wie man die unver- ſchnittenen Zuchtſchweine dieſes leßtern Geſchlechts reine |, wie melt einfaſe “ bot ſilber« 1 foſt h dar deres Sei- Zild- Ein- egels run: der aue aw Im (Eine arinn, leinen, jrünen ngerle, pringe- jiewohl ) ſind, zum , nach nittene Thüren | zierlich hnittenes 3, Ein ven Ot ne Oelty ie unver 5 eter Zeſch -Borr Geſchlechts auch gemeinhin Sauſchweine nennt. Borretſch, Borragen, Wohl- gemuth, Herzblümlein, Borago officinalis L. Yiſt eine in allen Küchen« und Blumengärten gemeine Pflanze, die aus Syrien herſtammet. Sie wird aus dem Saamen gezogen. Da ſie ſehr ge- ſchwinde wächſt, fo ſäet man, um beſtän- dig Pflanzen zu haben, alle Monathe et- was nach, da ſie ſonſt, wo fie einmal ſieht, fich in folte im Topfe hält, und den Winter über im Gla3hauſe aufbewadret, Borſte, Schweinsborſte, dle ftrauben, ſtarken Haare auf vem Rücken der zahmen und wilden Schweine, Doch nennen die Jäger die Borſiey der wil« dern Mode. v. 2“ WERLTE REN 203 Borſtenf den Schweine auch Federn oder Kran- nen. Borſtenfäule, beſteht in einer faul» artigen Auflöſung des Schweineſpeces, wodurc) die in ihm ſteckende Borſten blu- tige Wurzeln befomnien, lo>er werden, und endlic) ausfällen. Da dieſe Krank- Heit die allerfetteſten Maſtſchweine in den BBaſe niche betrifft, ſondern nur die in der Hausmaſt fert gewordenen Schwei- ne, ſs iſt daraus offenbar, daß das Uebel aus dem Mangel der Bewegung und von fauier Luft, zumal wenn zu viele Schweine auf dem Koben beyſammen gehalten wer- den, ingleichen, wenn ſie Tag vor Tag einerley Futter erhalten/ entſtehen müſſe. Gemeiniglich iſt eine andre Krankheit, der Hiänterbrand, mit zugegen. Bey die- ſem Zufalle ſind die Hintertheile des Schweins wie gelähmet, die Füße werden von ſelbigem mit Mühe nachgeſchleppt, oft Wird das Thier auch ohnmächtig; im Mamnde und än der Zunge ſchießen Bläs- einen ziemlich großen Raum ein, und bedecfet große Flecke Landes mit dichtem und feſten Raſen, kann aber do) nicht füglich zu den nüßlichen Gragarten gerechnet werden, weil es zähe, hart und unſchmackhafe iſt; es weichet auc mit ſeinen kurzen und 3ä- hen Blättern dec Senſe aus, und machet ſie ſtumpf; es dienet zwar, den trocknen und todten Sand zu bedecken, ihn ſiehend zu machen, und zum Ertrage beſſerer Ce- wächſe allmählich vorzubereiten, oder auch vie Grundquellen mit einer Narbe zu bes deFen, und den Boden nach und nach zu erhöhen 3 es vertreibt aber mit ſeinem diche ten Raſen faſt alles übrige Gras; daher zu wünſchen iſt, daß man es, ſonderlich von den ſo genannten Naßgallen, oder feuch- ten, faſt niemals austro>nenden Flecken, gänzlich vertilgen fönne. Die unterſten Cnden der Blätter, beſonders der innerſten, haben e ed 1, daß 19 dar e fö: viehet, 18 aber tömmt Artikel gras, nd ele Fann- die in 'Wie- e Art ſten: ainteun Dur Zurzeln t einen bedeFet 7d feſten h zu den werden, po ſt iſt; und zu: tro>nen | ſtehend erer Ge: der auc ve zu bes naß zu nem di ; daher zu erlich v21 oder feuß" en Fleden ie unterſte er innerſie haben / Borten haben einen ſüßen Geſchma&, und ſind weniger Zühe» dienen aber nur blos einem Ungeziefer zur Nahrung z es läßt ſich leicht» lich von andern Gräſern untericheiden; ſeine Blätter ſind kurz, borſtenförmig, eFicht, an ii E>e mit kurzen Härchen boſeßet, und endigen ſich mit einer ſcharfen Spi ße; die Blüchen der Achren ſind auf eine Seite gebogen; die Blume beſteh ht nur aus zwo Spelzen, davon die äußere rothbräunlich iſt, und ſich in eine gleichfär- bige. Granne endigetz die innerliche iſt weiß,- ſtumpf und fürzer; ſie hat drey EStaubfäden, aber nur einen Griffel, deſſen Spiße, während der Blüche, heraus ragefk. Borten,(Bords) ſo heißen die aus Goid, Silber, Seide, Wolle, Zwirn u. fw. in die Breite gewürkten(feineswe- ges aber etwa gedreheten oder geflochtenen) SSOiEE von mancherley Arten, als: Treſſen, Galonen, Bänder, u, ſ. w. mit welchen man Hüche und Kleidungen zu be» ſeßen und einzufaſſen pflegt. Sie werden von den Bortenwirkern, Poſament irern und Schmürmachern verfertiget. Cs giebt deren breite, ſchmale, glatte, ge 000: ſammntne, mit FP und Silber durhwirk- te, von allerhand Farben, Jn der Bau- funſt verſteht man unter Dorten oder Srieß bey den Säulenordnungen den mitt- lern Theil des Gebalfs, welcher den Un- terbalfen und den Kranz von einander ſon: dert. Boſquet, heißt in der Gartenbau- kunſt ein kleines Wäldchen oder Büſchchen, in deſſen Miete ein freyer Plaß mit Jones tainen, zierlich abgetheilten Raſenſtücken und Ruhebänk: en befindlich iſt. Man pfiegt ſie in kuſtgärten gemein iglich zu Ver- defung cines üblen Proſpects anzulegen, Vet, Regllexicon 11, Theil. tich. 205 und giebt ihnen wilſführliche Formen von Sternen, Galerien,(ühnänthein: Anz dreasfrouzen u. ſw. >+ Hf d,fen- den Säften herrühren z ſie kann auch wi- der die Blähungen und Winmer nüßlid) ſeyn. Da tie ſich leichtlich erziehen läßt, und den ganzen Sommer über friſch zu ha- ben iſt, ſollte man ſie billig öfterer, als biöher geſchehen iſt, in Gebrauch ziehen, Wenn das Kraut dieſer Pflanze zwiſchen den Kleidern gelegt wird, ſoll es Schaben und Motten abhalten, auch, mit andern Gartenfruchten geſaet, die Erde von den Erdflöhen reinigen, 3) Das ÜUiexikaniſche Botryskraut, (Botrys Mexicana,) Dieſe jährige Pflan- ze iſt gänzlich von der vorigen unteiſchie- ven, vbgleich beyde, dem Geruche und den Kräfren nach, mit einander überein kommen, Sie wächſt in Mexiko und Por- tugall, Man hat dieſe Art als ein be- währtes Mittel wider den Stein, und bey der Liebesſeuche angerathen. Gewiſſer iſt die ſchweiß und urintreibende Kraft; wie ſie denn auch zu Stärkung der Nerven, und zu Boſänftigung derſelben unordentli- den Bewegungen dienlich ſeyn kann. Ei- nige empfehlen das Kraut, Statt des Chi- neſiſchen Thee's, zum ordentlichen Ge- brauche, und iſt daher auch unter dem Namen tMexikaniſcher Thee bekannt. DBou- chen haben indern nn den vaut, Pflan- üſchie- e und herein ) Por- n be- 10 bey ſer iſt > wie (erven, „dentli? n, El- es Chl- m Oe ter dem efannt« Bow Boulin Boulimgrin, dieſes, aus dem En- gliſchen: bowling- green, franzöſirts"Wort bedeutet eine Art von Zuſiſtücken in großen Gärten, welche etwas vertieft, und deren Rand mit Raſen beſeßt iſt. Junwendig aber werden verſchiedene Verzierungen mit Raſen gemacht, von außen herum werden ſie mit Bäumen beſekt, Bourdeauxp, eine bekannte große Handelsſtadt in Frankreich, Sie iſt die Hauptniederlage aller Franzöſiſchen Weine, welche da herum wachſen 3; außerdem han- delt ſie auc) mit Portugieſiſchen und an» dern ausländiſchen Weinen. In Deutſch- land bekommen wir über Stettin, Ham- burg und Bremen eine Menge rother und weißer ſo genannter“ Bourdeauer Weine in Fäſſern von x bis 4 Orhöftenz zu den rothen Sorten gehören: Margeaux oder Vin d'Haubrion, Pontac, Vin de Me- doc, de Cahors, de Roquemor etc, zu den weißen: Vin de Bergerac, et Sainte« Foix, Langoirant, Vin de graves etc, Die Bourdeauer Weine ſind übrigens, wenn ſie erliche Jahre alt geworden, jeder- zeit, wenigſtens ein Dritrheil theurer, als die neuen, Von den intanguedoc und Lyon wachſenden Weinen findet man in Bour- deaur vornehmlich guren Muscat de Fron- tignac, Vin de Bezieres, Vin de Con- drieu, Saint» Perez, Picardon, Clairet etc, Bouſſole, iſt ein Kompaß auf einer meſſingenen Platte, die auf einem Stativ befeſtigt iſt, und Dioptern hat. Es beſte- bec ſolche aus einer Büchſe von Meſſing oder Holz, worinn ſich eine Magnetnadel befindet, die oben mit einer Glasſcheibe bede>t wird. Man bedienet ſich dieſes Inſtruments beym Feldmeſſen, invem man ſolches auf ein Stativ ſeßt, und mit dem- Bouteil 21x ſelben auf eine ſehr bequeme Art auf dem Papier die Figur entwirft, die einer an- dern im Felde ganz ähnlich iſt. Vor- nehmlich) hnf ſolches in Holzungen gute Dienſte, weil man da nicht weitFehen fann, und alſo immer kurze Linien machen muß, die gar leicht einen merflichen Feh- ler verurſachen können, wenn man ſich an- derer gewöhnlicher Jnſtrumente bedienet«, Es laſſen ſich auch durch dies Inſtrument die Winkel, ohne Beſorgung eines Fehlers, ſehr leicht aufs Papier bringen. Der eins zige Fehler, den es hat, iſt dieſer, daß, wenn der Wind nur ein wenig wehet, die Nadel ſolchen gleich empfindet, und alſo ſchwerlich) oder gar nicht zum Einſpielen gebracht, auch folglich langſam damit ge- arbeitet werden kann. Bouteille, eine gläſerne Flaſche mit einem langen und engen Halſe, worinn flüßige Körper von allerley Art aufbewah»- ret werden. Man hat auch dergleichen mit Baſt überzogen, die Korbbouteil- len genannt werden, welche ſonderlich zu Burgunder und Franzöſiſchen Weinen ge- bräuchlich ſind, Bouteiſlenbier, nennt man Bier, das friſch auf Bouteillen abgezogen und ſogleich zugepfropft wird. Das Bier er- halt durch dieſe Verbeſſerung nicht nur ei« nen ſcharfen Geſchmack, ſondern es wird auch insgemein klärer und ſchäumet veymn Einſchenfen, wenn es einige Tage in Bou- teillen geſtanden Hat, Man kann Braun- und Weißbier auf Bouteillen abziehen, und das leßtere wird ins8gemein eher trinkbar, als das erſtere. Verſchiedene Bierarten verlangen vor dem Abziehen einige Zuſäße von Waſſer, wenn ſie klar werden ſollen, Daher erlaubt die Policey in Berlin den Bierſchenfern auf jede Tonne 6=-7 ſo ge- Dd 2- nann- en Ee Saane ee NE 212 Boviſi nannte Füllquark Waſſer. Denn manche Bierarten verſtatten einen ſtarken Zuſaß von Waſſer, und man kann ſicher ein Drit- eheil ungefochtes Waſſer hinzu ſeen, wenn nur das Bier ganz friſch iſt, die Miſchung von Waſſer und Bier wieder zuſaminen aufſtiößt, und das Bier hierauf auf Bou- teilen abgezogen wird. Es wird dieſes Zalbbier dem ungeachtet ſcharf und ſchäu- met, Dod) Fann mancher Magen vieſen ſtarken Zuſaß von Waſſer nicht vertra- gen, indem das ungefochte Waſſer küh- jet. Doviſt, Bubenfiſt, iſt ein rund- licher Schwamm, der im Auguſt und September auf Wieſen und bey niedrigem Gras wächtt. Jnwendig hat er, wenn er jung und ſriſch iſt, eine feuchte ſchwam- michte Materie, die zuſammen ziehend ſchmeckt, dur das Trocknen aber oder im Alter zu Staub wird. Man bewahretr nur das lockere, weiße und ſtaubichte We- ſen, das unter der äußern Haut dieſes Schwammes befindlich iſt, auf, und be- dienet ſich deſſelben zur Stillung des Bluts, Mit dem feinen Staube kann man die ey- tkernden Wunden ausfüllen, und ſelbige geſchwind heilen, Jn Finnland pflegt man dieſen Staub mit Milch zu yermi- ſchen, und den Kälbern einzugeben, wenn ſie den Durchfall haben, Nicht allein in Schweden, ſondern auch an andern Orten Halt man dieſen Staub den Augen für ßöchſt ſchädlich, indem er Blindheit ver- yrſachen ſoll. Boyſalz, Weer- oder Seeſalz, ein grobes Salz, welches durch die ver- anſtaltete Werdünſtung des Seewaſſers er- halten, und beſonders zum Cinpsfeln der Heringe gebraucht wird, - Braße Brache, Brachacker, Brach- feld, ſv nennt man den AFer oder das Feld, welches einige Zeit unbeſäct gelaſ« ſen, und zur Viehweide gebraucht wird. Gomeiniglich ſind die Akerfelder von. Al- fers her in drey Theile abgetheilet, da wechſel8weiſe auf dem einen Felde jährlich Wintergetreide, auf dem andern Sommer- getreide gebauet, und das dritte unbeſtelle g'laſſen wird, und alſo das Brachliegen in jedem der drey Jahre an jedes der drey Fels der herum fömme, welches auch die Drey- felderwirthſchaft genannt wird. Hin und wieder hat man vier Felder, ws das vier» te Feld nach ordentlicher Umwechſelung im- mer Brachfeld wird. In unſern Zeiten iſt über vie gänzliche Abſchaffung der Bra- er abermals ſv behan- delt, können den völligen Ausſchlag geben, Denn das iſt ja wohl einem jeden Wirth- ſchaftsverſtändigen bekannt, daß ein Stück Acker eine ſolche Veränderung ſich zwar einmal gefallen läßt, und eine vorher 110) nicht getragene Frucht das erſtemal unge- mein darauf geräthz; wenn man aber nun "Brache 213 nach drey Jahren damit zum zweytenma- le kömmt, iſt der Ertrag deſto ſchlech“ ter. Man will aber durch Aufhebung der- Brache das Gleichgewicht zwiſchen Frucht- is äckern und Wieſen, und dem ſo nöchigen Anbau der Futterkräuter wieder hergeſteilet wiſſen. Sollte aber eben hiedarch) nicht das Uebergewicht bald auf die andere Sei- te fommen, und der Mangel an guten Fruchtk- äcern in wenigen Jahren eben ſo groß werden, als man jeßt glaubet, daß daran ein Ueberfluß ſey? Man mag aber davon ſo viel ſchreiben, als man will, daß auch, ohne Brache zu halten, eben das Getreide, ja noch ein mehreres, auf den Feldern er- bauet werden könne, ſo ſtimmt doch die vorangehende Berechnung auf dem Papiere mit dem Erfolg nicht zuſammen. Die Er- fahrung lehrer es durchgehends, daß die geruheren Brachäcer das beſte Getreide an Stroh und Körnern liefern, und in den meiſten Jahren die Stoppeläcker(die Nichtbrachfelder), wenn es auch nicht an Geſtrößde darauf fehlet, doch 1 Scheffel und oft mehr vom Scho>e Ausdruſch ge» ben; daß in allgemeinen Mißjahren es le- diglich noch die Brachäcker ſind, die ihre Früchte wenigſtens zum Theil bringen, und den größten Mangel verhüten, wenn die Stoppel- oder nicht ruhenden Aec>er grö» ſtentheils nichts als Unkraut tragen. Wenn nun alles in Stoppeläc>er ſollte verwandelt werden, ſo würde in Mißjahren der Frucht» mangel gewiß weit größer und allgemeiner ausfallen, als jekt geſchieht.(Meine ol- gene Erfahrungen ſtimmen mit denen des Hrn. S. völlig überein, daß namlich ge wiſſe Jahrfelder, die nicht ruhen, und auf welchen Roggen als Winterkorn, und darauf Haber als Sommergetreide in be- ſtändigem Wechſel weit wenigern Ertrag, Dd 3 als 214 Brache als die Brachäcfer, liefern. Bey mir und in der umliegenden Gegend ſind einige Ackerſchläge außerhalb der Brache liegend Jahrfelder, die nie ruhen, Die Zehend- berechtigten werden ſich ſehr hüten, ihren ganzen Kornzehend von dergleichen Jahr- feldern, wenn ſie gleich die näheſten am Dorfe ſind, zu nehmen oder ſich geben zu laſſen. Nur Weizenäcker, oder Aecker von der beſten Güte, und auf welchen eine mehrere Abwechſelung mit allerlei) Gewäch- ſen, und die beſte Bearbeitung derſelben mit dem Spaden oder der Hacke Statt fin- det, fönnen eine Ausnahme machen, wie bald mit mehrern geſagt werden ſoll, Sind aber Aecer dieſer Art in einem ganzen Lan- de wohl die mehreſten? Wenn aber das Brachhalten nicht aus Unwiſſenheit oder aus Faulheit, ohne Rück- ſicht auf das Ganze der Wirrhſchaft, einge- führer worden, und wenn dieſe Felder nicht „zum Fruchttragen genußet werden, ſind ſie dann dem ungeachtet denen Bauern nicht zu ihrer übrigen Wirthſchafe von unentbehr- lichem Nußen? Wie viele Mäuler von großem und klei- nem Vieh müſſen ſich nicht im Frühjahre und Herbſte, an vielen Orten aber auch den ganzen Sommer hindurch, mehren- theils auf der Brache nähren? Wenn man die Heerden von Pferden, Rindern, Schaar fen, Schweinen und Gänſen aus einem Dorfe hinaus treiben ſiehet, ſo möchte man oft fragen, wo dieſe alle Sättigung finden ſollten? Geſeßt auch, daß viele Derter feinen Mangel an Biehtriften für das große Vieh haben, wo ſollen aber Schaafe, Schweine und Gänſe, welchen die"Brache mit ihrem ungleich mehr fräſti- gen Graje, als ander8wo, immer noth- durfeigen Unterhalt verſchaffet, bleiben? und ift die Schaaf- Schweine» und Gän- 4 Brache zucht wohl für ganze Länder eine entbehrli- „AX : Dub-Zzeammein nN ehrt: ver ND einge: * mehr ay aber wweine | Unter« rf, als lle gu Jen wer: Rinder ie Ver- nv müſſe, vohl gar mit Klee Volg die Wg» , und.alle ſchöfften; er übrigen "hmen, ſ 1 ſchoffen, 5 nothig are Kuh ne Magd hrer übri r dieſelbe uf einem erden ger ver nicht gſie Oe« ſo mehr en, die erſorder- ommen! Benigſit, die gan der ver 13e Johr , wenn ven ſollt r Aerndte auf Brache auf dem dritten oder vierten Theil ſeines Ackers nicht mehr zu thun hat, ſondern al- len Fleiß auf die Winterſaat. verwenden kann, und ihm doch wohl am Ende kaum ſo viel Zeit übrig bleibt, daß er die zur Sommerſaat liegenden Felder noch vor den Winter gedörig ſtoppeln und wenden kann; ſo müßte er nun auch noch den ſonſt liegen bleibenden Aer wenigſtens größten- theils umpflügen, wenn er mit Nußen zu Futterfräutern im Frühjahre gebraucht werden ſollte, Ja, es würde ſogar nothig ſeyn, daß der größte Theil vor dem Win- cer gedüngt würde, wo ſoll da die Zeit her- kommen? Jm Winter Dünger auf ſol- che Felder zu bringen, ift in ſchlaggichten Wintern niht einmal möglich, und wer ſoll denn dreſchen, wenn Dünger gefah- ren wird? Solches bis auf das Frühjahr zu verſparen, iſt wegen des weichen Ackers nicht thunlich, und da hat der Bauer auch alle Hände voll zu thun, wenn er nur diz Sommerſzat zur rechten Zeit bey un» beſtändiger Wirterung indie Erde bringen will. Doch wir wollen annehmen, es ließe ſich endlic) dieſes, ſo wie man vor- ausſeßer, erzwingen. Wenn nun die Sommerſaat vollbracht, auch alles mit Futterkräutern beſäet wäre, weiches zu Ende des Mayes ſeyn könnte: was ſol nun der Bauer mit ſeinem Geſpann vor- nehmen? Alles iſt beſäetz Dünger kanu er nun nicht fahren; pflügen kann er auch“ nicht» Jh weiß nicht, wo ich ihn damit hinweiſen ſoll, daß er ekwas Nubliches in ſeiner Wirthſchaft unternehme. Die Dün- gerfuhren, die er mit Recht als das Schwerſte bey ſeiner jährlichen Arbeit an- ſieht, weil dazu, wenn es fördern ſoll, gu- ter Weg und Witterung gehösret, ſind zu der Zeit, in welcher ſie bisher geſchehen, nicht mehr möglich; ſie ſollen im Winter, Brache 215 Frühjahre oder Herbſte gerhan werden, wo ſie, wenn es auch nicht an Leuten und Ge- ſpann fehlet, doch oft, wegen weichen Ackers, gar nicht geſchehen können. Der Bauer würde alſo nicht nur müßig ſeyn, ſondern aud) der Dünger oftmals, Statt der Vermehrung, auf dem Hofe verbren- nen, weil zur Abfuhre deſſelben nicht eher, als nach der Aerndte, geſchritten werden könnte. Man findet im ganzen Jahre keine bequemere Zeit und feine beſſere Wit- terung zur Hinausſch afjung des Düngers, als den Brach- und Heumonath. Jc< denfe, das haben die Alten wohl erwogen;z und wer erfährt es nicht bey ſeiner Wirth- ſchaft, wenn zuweilen, wegen beſtändiger Näſſe, die Düngerfuhren in dieſen Mona- then nicht vollbracht werden können, daß der Dünger alsdann oft gar auf dem Hofe liegen bleiben, und manches ungedüngt befäct werden muß, Der 2 rachacker ijk um deswillen nöchig, weil es das Ganze der Wirchichaft erfordert, daß der Bauer in dieſen Monathen, wo er die Brache be« arbeitet, ein gutes Stück Arbeit für ſich habe; er iſt aber auch) um deswillen. höchſt nöthig, weil damit ein Theil des Akers gut gedünget, mit öfierem Pflügen recht durchgearbeitet, und vom Unkraute gerei- niget werden kann. Cine ſolche Bearbvei- tung iſt, außer dem Brachhalten, gar nicht möglich. Was im Kleinen an Kraut- feldern geſchieht, das muß man ja nicht anwendbar fürs Große anſehen. Denn zu dieſen Aeckern hat man Zeit, ſie gehörig zu bearbeiten. Erſiehet man nun aus dem jekt Ange- führten, was der berühmte Hr, Spikßner, vem man Siß- und Stimmrecht unter den ökonomiſchen Schriftſtellern nicht abſpre- - nete Körner auf dem Felde oder in der Scheune, und dieſe ſind meiſtens die flei- nern oder nicht recht ausgewachſenen Kör- ner, Brand erzeugen. Hiewider iſt nun das allerbewährteſte Mittel und darauf ei- nige andere folgende: x) Die Schoke oder Mandeln, von welchen der Saamen zur Saat genommen werden ſoll, müſſen ſofort nach dem Ein- fahren in der Scheune ausgedroſchen wer- den, ehe ſie zum Schwißen kommen, Noch ſichrer aber gehr man, wenn die zur Saat beſtimmten Garben bis ganz zuleßt im Fel- de ſiehen bleiben, nachdem alle andere vom Felde eingefahren worden ſind. Sodann hat man die Garben nicht in der Scheune zum Anſchwißen, dagegen aber durch das längere Stehenlaſſen in der freyen Luft zum beſten Austrocknen und Geſundbleiben in der freyen Luft kommen laſſen, und man muß ſie nun ungeſäumt, wie man die Saatmandeln oder Saatſcho>e vom Felde einfähret, ausdreſchen laſſen. Der Vor- ſprung oder die beym Werfen auf der Tenne am weiteſten geflogenen Körner, als die ſchwereſten, werden, abgeſondert vom Hin“ CE e tere 218. Brand terwurfe, allein genommen, auf dem Bo- den ganz dünne aufgeſchüttet, und alle Woche einmal mit der Harke umgekeh- ret,- 2) Hat man keinen Weizen, der aus der freyen Luft ausgedroſchen, ſo warte man mit dem Ausdreſchen, bis er in der Scheune nach dem Schwißen wider tro- &>en geworden iſt. Man dreſche dieſen zur Saat beſtimmten Weizen nicht völlig aus, ſondern laſſedie Garben nur blos vorſchla- gen, und hebe die vorgeſchlagenen Garben zum völligen Ausdruſch bis zu einer andern Zeit auf, Uebrigens wird beym Reine- machen des ausgedroſchenen Weizens und deſſen Behandlung auf dem Boden, wie vorhin geſagt worden, verfahren, 3) Nimmt man den ſpät in der Scheune ausgedroſchenen Saatweizen, nach alter hergebrachter Weiſe, ſo nehme man zum Saamen den Vorſprung, und behandte ihn auch, wie ſo eben geſagt worden, Wenn dieſer Weizen geſäet werden ſoll, ſo wird er mit einer ſtarfen Lauge aus Kalf, Aſche und Salz ſo eingebeizet, daß er darinn na- He zum Ausfeinien kommen kann. Er kann aber auch, wenn er bereits gekeimt iſt, immer ohne Schaden noch eingeſäet werden. Hat der Weizen nicht Zeit genug gehabt, daß ſeine zuns Brandtragen ge- neigten Körner-ganz todt gebeizet werden, ſo verfehlt man den Zweck, wie von ſo vie- len geſchiehet, wenn fie den eingefälften Weizen gleich den andern oder dritten Tag Hernach einſäen, 4) Alter, einjähriger Weizen, bringt feinen Brand, weil die brandfähigen Kör- ner durch die Länge der Zeit zum Aufgehen unfüchtig geworden ſind. Auf vielen gr: ßen Fandgürern in der Mark hat man ſeit langer Zeit ſich an dieſe Methode gehalten, - und damits immer den Brand vermieden, „Brand Es muß aber der alte Weizen dicker aks der neuere geſäet werden, weil ſo viele Kör» ner zurück bleiben und nicht aufgehen. Wo man aber reinen, und nicht einen zum Un- fraut geneigten Acker hat, da darf man es hiemit eben ſo genau nicht nehmen, indem er ſich gut zu beſtauden, keine Hinderniß findet, da man hingegen auf krautartigen Aeckern ſchon dier ſäen muß ,, um durch eine nicht dünne aufgehende Saat dem Un- fraute zuvor zu fommen, ſelbigem feinen Raum zu laſſen, und alſo das Böſe mit Gutem zu überwinden, Hirſe wird nur da in Menge und mit größtem Vortheil gebauet, wo ein ſandi- ger, warmer, aber nicht allzu leichter Bos den ſich befindet. Zum Saamen gehen wir vor dem Abſchneiden die Hirſeäcker durch, ſuchen die größten und reifſten Ria ſpen aus, und zwar ſo, daß ſie mit etwas lang gelaſſenen Stengeln daran mit Fäden zuſammen gebunden, und unter Obdach bis ins künftige Frühjahr an eine Wand, wo die Mäuſe nicht hinzu fommey können, aufgehängt und verwahret werden, Zur Saatzeit werden dieſe Saatriſpen mit der Hand ausgerieben, und die ſo ausgeriebene und eingeſäete Hirſe wird niemals die ges ringſte Spur von Brand, wenn die Ri- ſpen aus ihrer Scheide hervor kommen, an ſich haben, Dagegen habe ich es mehr« mals geſehen, und es iſt mir gleichſalls ſo begegnet, daß die auf andere Art erhaltene Saathirſe über die Hälfte beynahe Brand - geworden iſt, Es. wird nämlich in hieſt» gen Gegenden die weiße Hirſe, zum Ver« kauf auf die Schiffe, ſtark gebauer, Wenn ſie reif, abgeſchnitten und. auf dem Schwad, wo ſie ein- oder mehrmal umgewendet, und alſo getrocknet, hierauf aber in der Scheune abgedroſchen und rein gemacht worden, wird ſie auf dem Boden dünne aufe fer al [e Köt« - Wo m Une nan es indem nderniß färtigen n durch em Une feinen oſe mit nd mit 1 ſandi« ter Boo 1 gehen (rſeacfer ten Rihs it etwas it Fäden Obdach Wand, fönnen, Zur nit der riebene die ges ie Ri- en, an mehr« alls ſo altene Brand hieſy n Vers Wenn k, Brandeiſen, Brandruthe, ein eiſerner Rahm, wel- Ee 3 und 222„Brauntw und dieſer wird mie dem Rübreiſen gut um- gerührt, Der Blaſenkopf wird alsdann auf die Blaſe geſest, ſo daß die Röhre des Kopfs ſich auf die Mündung der Schlange im Kühlfaſſe paßt. Man verſchmiert bey» des, den Kopf auf der Falze der Blaſe und die Röhre an der Schlange, mit kehm, und zündet ſogleich das Feuer, mit ſeiner ganzen Lebhaftigkeit, unter der Bla- ſe an. Nach einer Stunde etwa wird der Blaſenkopf durch das Kochen des Meeſches ſtark heiß, welches das Zeichen iſt, daß ſich der Lutter bald zeigen werde, Deswe- gen wird das Schierlo<) mit vem Schie- ver der Sehornſteinröhre verſchloſſen, und Hierdurch die Lebhaftigkeit des Feuers in ſo weit gemäßigt, daß der Meeſch in der Blaſe nur beym Kochen erhalten wird, Der kochende Meeſch dampft nunmehr gei- ſtige Dünſte aus, die aber noc) mit Waſ- ſer- Ueberreſten verbunden ſind; ſie ſam- meln ſic) inwendig an dem Blaſen- kopf, und kreten durch das Rohr in die Schlange über, Hier werden ſie von dem kalten Waſſer im Kühlfaſſe abgekühlt, flie- ßen durch die Schlange durch, und tröpfeln in die Vorlage- Würde der Spiritus durch den Brenner nicht in der Schlange abgekühlet, ſo würde der Meeſch in den Blaſenfopf, und aus dieſem in die Schlan- ge übertreten, Dieſes geſchiehet auch, wenn das Feuer zu ſtark brennt, während daß der Lutter abträufelt, Deswegen wird beſtändig durch eine Rinne, die nach dem Kühlfaß gehet, kaltes Waſſer aus der Pumpe des Hofes in das Kühlfaß gepum- pet, um die Schlange abzufühlen. Die- ſer erſter Abzug, oder Lutter, hat noch viel Wäſſerichtes bey ſich, und er muß al- ſo noch einmal gebrennet werden. Des» wegen ſammlet der Branntweinbrenner „Branntiv von vier Blaſen den Lutter, reinigt die Blaſe, bringt gedachten Lutter wieder in die Blaſe, und verfährt, wie das erſtemal, blos daß er den Blaſenfopf zuweilen mit naſſen Tüchern abkühlec, wenn er zu heiß iſt. JIſt der erſte Branntwein bey dieſem zweyten Abtreiben noc) niht klar, ſo ſchüktet er etwas Salz oder Aſche in die Dlaſe, welches ihn klar macht. Won ei- nem Sheffel Malz bekömmt man funfzig Quart Lutter 3 und 50 Quart Lutter aus "Weizen geben 18; aus Roggen 15 bis 16, und aus Gerſte x 2 Quart Kornbrannte- wein, Branntweinbrennerey, ein Ge- bäude, welches zum Branntweinbrennen eingerichtet, und mit allen dazu nöthigen Gefäßen verſehen iſt. Wo nicht beſonders dazu gewidmete Brennereyen ſind, da iſt die Brennerey gewöhnlich im Hintergebäu- de des Wohnhauſes angebracht. Wor» nehmlich muß ein Brunnen auf dem Hofe ſeyn, und überdem iſt es am beſten, wenn alles maſſiv gebauet iſt, weil alsdann ein in der Brennerey entſtandenes Feuer niche ſo lei--.- „2--* gt die der in temal, n mit 1 heiß dieſem tr, ſd in die on ei: unfzig rt aus 1816, rannte» in Or enen im ſonders „ da iſt ergebäue Vor- en Hofe , wenn ann ein zer nicht jn einer er oder (fäſſern, ein gr0- em An- aſſer ge- | ſind ſo, wert von Außet- nem oder ſeyn. Fät- Zetreideb? tweinfan ben. Dt? Rinnen in dv" Branntw die Brennerey,; ſondern auch von da wie- der durch Rinnen heraus geleitet werden können, Branntweineſſig, ein Eſſig, der, wenn der gute Branntwein abgeläutert iſt, von vem ſchlechten oder L7achgantte, den man noch nachher laufen läßt, gemacht wird, Dieſer ſchlechte Nachlauf wird nämlich in ein Faß gebracht, und in eine warme Stube geleget; zugleich wird aber auch Sauerteig, nebſt geröſteten Erbſen hinein gethan, wodurch, der Nachgang zu Eſſig wird. Will man ihn aber geſchwin- de ſauer haben, ſo wixd ein Nößel Wein- eſſig, mit Erbſen geſotten, hinein gegoſſen. Branntweinprobe, dieſe geſchie- het mit einem Jnſtrument, womit das Bier probiert wird. Der Branntwein- brenner probirt den zum zweytenmal abge- triebenen Branntwein mit dieſer Probe, wenn er zu ſeinem Vorſprung noch von dem folgenden ſchlechtern Spiritus ſo viel hinzu laufen laſſen will, daß der ſo genann- te Kornbranntwein ſeine erforderliche Stär- ke erhält. Er ſtellet ſie in den Brannt- wein, und wenn ſolche 4 oder 5 Grad über dem Branntwein zeigt, dann iſt ſolcher qut, und hat die gehörige Stärke. Un- terdeſſen kann man auch den Branntwein probieren, ob ſein Spiritus noch wäſſerich- te Theile bey ſich hat, indem man etwas auf einen Teller oder Tiſch gießt, und ſol- , weil ſie nur zu Tiſchlerar- beiten gebraucht werden. Sollen dieſe nicht anlaufen oder blau werden, ſo muß man ſte nach dem Schneiden ſo legen, daß zwiſchen zwey und zwey benachbarten Bre- tern an beyden Enden und in der Mitte ein Stück Holz, oder eine Leiſte, zum Durchſtreichen der Luft gelaſſen werde, als wodurch die Breter auch trocken wer- den, da ſte ſich ſonſt, im nicht trocknen Zu- ſtande gebraucht, verwerfen würden, Bretnagel, 3 Zoll lange Nägel zum Annageln der Breter, mit einer flachen Spikße und einem platten zugeſpißten Ko- pie. Der Landwirth muß ſolche Nägel in Borrath haben, da es, zumal in gro- ßen Wirchſchaften, immer was zu bauen und zu repariren giebt, Beym Cinkauf. muß man ſehen, ob die Nägel unter dem Kopfe nicht dünner oder ſchwächer ſind, als ſie es mehr unterwärts ſind 3 venn der- gleichen falſch gemachte Nägel legen ſich beym Einſchlagen, wo es nur ein wenig hart geht, gleich um, Cin gleiches ge- fchiehet, wenn der ganze Körper des Na- gels zu dünne oder das Eiſen zu ſpröde iſt, da ſich dergleichen Nägel, wenn ſie wo hin- durch gehen, und an der hervorſtehenden Spiße umgenietet werden ſollen, in ſelbi- ger brechen, und hiemit der angenagelten Sache weniger Feſtigkeit geben, Sonſt theilet man eben dieſe Nägel in ganze und Lalbe, weiche leßtere etwas fürzer, als jena ſind, Bretſchneider,|. Zolzſchneider, Bretſpieker, eine Art Nägel, wel- en- oder Familienbrodt eintheilen, Drey verſchiedene Profeſſionen beſchäftigen ſich in Deutſchland mit dem Backen des Bä- >erbrodts: der Weiß- und Losbäcker; der Faſt- oder Feſtbäcer,"und der Franzöſiſche Bäcker. Den leßten triſft man nur in ſol- erbrodt? lo>eres Weißbäc>erbrodt, der» bes und feſtes Faſtbägerbrodt und ſranzs» fiſches Brodt, Beyde erſte Arten werden ganz von Roggenmehl, die lette aber aus Weizen- und Roggenmehl zur Hälfte ge- backen... Von dem Bäccerbrode wird man ſogleich das obengedachte Familienbrodt an der Farbe und 6länzenden Rinde, das je- nes hat, unterſcheiden, In Städten be- reiten zwar ſolche Familien, die felbſt ba- >en, den Teig ſelbſt, laſſen ihn aber bey einem Bäcker backen. Der Landmann ſie» Het ſich dagegen genöthiget, wenigſtens in den mehreſten Gegenden, den Teig tfeloft, ſo gut, wie möglich, zu knäten, und in eie nem ſo genannten Bauerbackofen zu backen, Doch hat man auch in manchen Ländern, zur Erſparung des Holzes, in jedem Dor- fe einen Gemeindebackofen, wobey ein kandbäcker angeſeßt iſt, An der Oſiſee pflegt der Landmann fein Brodt, wie er zu ſagen pflegt, zu geſſeln,(ſf. geſſeln.) Bey dem Backen des gewöhnlichen Losbä- >erbrodts von Roggenmehl fallen folgende Hauptverrichfungen vor: 1) vorläufig muß der Bäcker das eingefaufte Getreide mit einer Fege fegen, und hierdurch nicht nur vom Staube, ſondern auch von allen Sä- mereyen des Unfrauts reinigen; denn dieſe beygemiſchten Körper machen das Mehl Brodt ſe die Kohlen nach der Micte des Ofens, wirft Backſprießen auf, und wenn die Flam- me dieſes verzehrt hat.'und der Ofen groß iſt, ſo zieht man die Kohlen auch nach der Mündung des Ofens, und läßt auch hier einige Backſprießen ausbrennen, bis Heerd und Wölbung hinreichend erhißte ſind. Als- dann hat die Wölbung ein weißliches Anſe- hen. Der geheizte Dſen wird nun mit der Brodt 229 Krüe von den Kohlen und mit der Löſche von der Aſche gereinigt, und nun bringt man die zuerſt aufgewirkten Brodte auf den Bacbretern herbey, Der Werkmeiſter ſchiebt oder ſchießt zuerſt die kleinen Brodte in den Ofen, z. B. Dreyer- und Sechs» pfennigbrodte, da er mehrere auf einem Schlagſchieber einſeßt, und hiernächſt die großen auf einem Brodtſchieber, Alle aber kommen reihenweiſe und in gehöriger Ordnung in dem Backofen zu ſtehen, Vor dem Einſchieben aber beſtreicht er jedes Brodt, vermittelſt eines Streichers, mit Waſſer. Beym Einſchieben ſucht der Bä- >er das Mundloch des Ofens, fo viel als möglich, verſperrt zu halten; ſo wie auch alle Zuglöcher verſchloſſen ſind; denn die Ausdünſtungen in dem Ofen ſind ihm an» fangs nüßlim, Sie müſſen über das Brodt überſtoßen, d,i. ſich über dem Brodte ſammeln. Dieſer Umſtand bringt den Glanz und die Farbe auf der Oberrinde des Brodtes hervor. Nach einigen Minu- ten öffnet er ein Zugloch bes Ofens nach dem andern; denn jene Abſicht iſt nun er- reicht. Kleine Brodte ſind in einer hals ben Stunde gahr, und wenn dieſe ausge- zogen ſind, ſo werden die großen Brodte mit dem Vorrückſchieber verrückt, damit ſie der Hike deſto beſſer ausgeſeßt ſind. Gro» ſchenbrodte backen eine Stunde und Zwey- Groſchenbrodte anderthalb Scunden. Doch- muß das grobe Brodc von eben der Größe etwas länger in dem Ofen ſieben. Das Brodt wird ausgebacken, und dann aber- mals, vermittelſt einer Streiche, mit Waſ- ſer beſtrichen, Cs iſt gahr, wenn die Un- terrinde klinget, und die Waage anzeigt, daß es erforderlich im Ofen am Gewicht verlohren hat, Ein ganzer Schuß Brodt heißt ein Ofen voll Brodt, Ff 3 Man 232 Man kann nun aus dieſer Beſchreibung des Bäckerbrodes erſehen, wie weit die Be- reitung des Hausbackenbrodts mit ſelbigem überein kömmt oder nicht, und was etwa von jener Bereitungsart bey leßterm bey- behalten oder nachgemacht werden könne. So viel iſt gewiß, daß das Hausbacken- brodt(|. dieſes) als ein recht geſundes und wohlſchmeckendes Brodt gebacken weyden könne, Bey dem Bäcerbrodte iſt nur noch zu gedenken, daß ſolches meiſtens im» mer beſſer bey uns in großen, als in flei- zen Städten, und in lektern da am beſten, nach dem Zeugniſſe der Reiſenden, gefun- den werde, wo das Bäcerbrodt von ſol- e, mittelſt einer Winde, bequem von der Erde in die Schneidemüh» le hinein zu zieben. Die Brückungshölzer dürfen zu ſolchem Behuf nur etwa 4 bis 5zollig ſeyn, Brücfung, ein von ſtarken Bohlen ausgedielter Zußboden, worauf die Pferde in ihren Ständen, und zwar ſo ſtehen, daß dieſer Boden etwas höher an der Krippe als hinten anliege, damit der Urin gut ab- fließen fönne. Die Bohlen müſſen gut zuſanzmen gefügt und feſt auf ihren 2agen angenagelt werden, damit ſie nicht beym Aufſtehen der Pferde oder durch ihr Tram- peln und Kraßen mit den Füßen aus ein- ander gehen. Man iſt nicht einig darüber, ob Brückungen von Bohlen oder Steinen, oder Bejchüttung mit geobem Kieß, vor- zuziehen ſeyn. Sieht man auf Reinlich- keit, ſo iſt es wohl gewiß, daß Bohlen, die abſchüßig liegen, ſehr gut und auch ge- ſchwinder, als von einem Steinpflaſter, mit dem Stallbeſen abgefehrt werden können, Es fann aber ein Pferd auf den von Urin, immer glatten Bohlen beym Aufſtehen gar leicht ausglitſchen, und davon freuzlahm werden, wie mir ſolches mehr- als einmal - begegnet iſt. Auf einem Pflaſter von klei- nen Kieſeln, welche überall kleine Ungleich» heiten darbieten, kann ſolches weniger ge- ſchehen, und die Bohlen werden, wenn man fein hartes Cichenholz haben Fann, gar bald von den Füßen der muthigen Pferde abgenußt, und neuer Belag mit Bohlen gar öfters erfordert; dagegen ein gepflaſterter Pferdeſtäand von Dauer iſt, und ungleich weniger foſtet, Da, wo die Vet. Regllexicon 11. Theil, (Brunn 233 Pferde beym Freſſen aus der Krippe mit den Vorderfüßen ſtehen, wird eine Vorla- Ze von ſtarken Bohlen auf jeden Fußboden, er ſey von welcher Art er wolle, erfordert, da ſonſt der Boden, der hier am meiſten, zumal von beſchlagenen Pferden, auszuſte- Hen haf/ bald vertreten oder ungleich ge- macht werden würde. Brüſtung, Bruſtmauer, Bruſt- lehne, die dünne Mauer unter dem Fene ſter eines jeden StoFwerks bis an den Juße boden« Brüſtung, innere und äußere, iſt bey den Zimmerleuten der Raum,.der zu beyden Seiten eines Zapfens abgeſchnit- ten wird. Brudel, Broden, iſt in der Mühe le der von dem Mühlſteine aufſteigende Dampf beym Mahlen. Je geſchwinder die Mähle geht, deſto mehr Brudel und Mehlſtaub wird zum Beſten des Müllers, den er ſich zuſammen fegt und zueignetk. In der Jägerey heißt Brudel oder Suloch ein Sumpf, worinn ſich DE'und Schweine abkühlen. Bpunnen, eine Deffnung von 3 bis 4 Schuhen im Durchmeſſer, wodon aber die Tiefe nicht überall gleich ſeyn kann, in- dem das Brunnenloch ſo tief gegraben wer- den muß, bis die Grundfläche deſſelben mit der Waſſerfiäche des nächſten Strohms in eine Horizontallinie fällt. Jſt aber der Boden Lehm oder Felſen, ſo muß noch tie- fer gegraben werden.«An den Seiten wird der Brunnen von unten bis oben trocken ausgemauertz3 oder wenn er: viereckig iſt, mit verſchränktem Holze gefüttert. Das Gemäuer ſteht auf einer vier» oder achk- eckichten Radſchwelle, ſo man einen Drun- Gg nen- 234 Brunn nenPaſten oder eine Brunnenſtube nennt, Brunneynſchwengel, ein langer Baum, welcher, gleich einem Waagebal- ken in der Scheere, auf einem in der Er- de eingegrabenen Stiele, mittelſt eines ei- ſernen Bolzens, befeſtigt, aber darauf de- weglich it, An dem ſchwachen Ende deſ- ſelben hängen eine oder mehrere zuſammen gefügte Stangen, die ſo lang ſind, daß ſie der daran befindliche Brunneneymer zum Einſchöpfen des Waſſers erreichen kann. Der Schwengel muß ſo eingerich- tet ſeyn, daß man beym Hinunterſtoßen . mehr Kraft anwenden muß, als beym Herausziehen, weil die Laſt des hintern Theils des Schwengels bey dem Heraus- ziehen, als welches am beſchwerlichſten iſt, zu Hülfe kommen muß, Bey Feuersge- fahren ſind diejenigen Orte, die fein ande- ves Waſſer, als aus Schwengelbrunnen oder tiefen Ziehbrunnen zum FeuverisSſchen nehmen können, weit übler daran, als ſol- c der Leib ſcheint in der Dicke viereckicht zu ſeyn 3 auf vier Gelenken har ſie vier niedrige platt abe geſtumpfte gelbe Haarbürſten 3 zur Seite unter den zwo erſten Rükenbürſien ſtehen wieder zwey Paar lange Haarbürſten, als Ruder, feitwärts heraus, das erſte gelh- lic, das andere ſchwarz;=- iim Kriechen iſt ſie langfam, und. pflegt bey ihrer Bes rührung ſich zuſammen zu rollen; vor ih- rer Verwandelung macht ſie ein bräunlich graues Geſpinnſt um ſich, mit ihren Leib- haaren vermengt, und wird nach drey Ta- gen zu einer ziemlich dicken, hellgelben, Gg 3 und 238 Zucht und dunfelbraunen überqueer gefle>ten Puppe, ohne Flügelſcheide und kleine Stiel ſpiße: nach drey Wochen kömmt der Nacht- vogel hervor, und das Weibchen hat keine ausgewachſene Flügel, ſondern Statt der- ſelben an jeder Seite des Rückens zwey ganz furze zum Fliegen untaugliche Stümpfſc<, welches ſie das Bundzeichen nennen, Bunge, eine Fiſchreuſe, die auf bey- den Seiten wie ein Trichter geſtaltet iſt. Die Spiken dieſes trichterartigen Theils ſind inwendig im ausgeſpannten Sac> der Fiſchreuſe gegen einander gekehrt, ſo daß nur eine ſchmale Oeffnung zwiſchen beyden iſt. Wenn alſo die Fiſche durch die vor- dere breite Oeffnung bis zur Spiße in den Sa> gegangen ſind, ſo können ſie den Ausgang nicht wieder heraus finden. Bunzlauer Gefäße haben ihren Namen von der Stadt Bunzlau in Schie- ſien, deren Einwohner aus dem Mineral, das aus ven alten Halden eingegangener Bergwerke hervor geſucht wird, die präch» tige Glätte ihrer irdenen braunen Geſchirre verfertigen, welche weit und breit verfah- ren werden. Burgſtall, Bürgel, Bügel, Krümmen, Grimmen, Pürzel, ein Hügel in des Hirſches Fährte. Wenn der Hüſch nämlich aufrecht geht, und ſcharf und gerade auftritt, ſo ſtößt er aue mi aft be hſen, ſiehe: m Uſer m den |, der pleh. mimet« Zinder e ſclbi- reuzes, yes ſie wf bey (tet ift, 1 Theils Zad der , ſo deß n beyden die vor» 6 in den 1 ſie den en, en ihren nSchle- Nineral, gangener ie prach“ Geſchirre zt verfah“ Bügel Purzi 8, m geht, und Bt er ju BEC niit Buſch mit ſeinen Ballen das Erdreich nach der Schale zu, im Fortſchreiten zwingt er es wieder mit der Schale zurück, Hiedurch entſteht ein Hügel oder Burgſtall, ſo kein anderes Thier völlig nachmachen kann, Daher iſt es ein Hauptzeichen in des Hir- ſches Fährte, Buſch, Gebüſch, ein Wald, in welchem allerley Bäume unter einander ſte- hen. Stehet in demſelben blos eine ge- wiſſe Art von Bäumen, oder ſiehen nur wenige von einer andern Art darunter, ſo bekömmt er den Namen davon, z. B. El- lern» Birken- Weidenbuſch u, f. f, Jns- gemein alſo ein Wald, der zu Schlagholz genußet wird. Daher ſagt man nicht: ein Fichten- Kiefern- oder Cichenbuſch; ſondern: ein Fichten- Kiefern- Eichen- wald, Buſchweide iſt die Weide oder Gra- ſung in den Büſchen; ſie kann, wenn es an andern Triſten fehlet, für ziemlich gut geachtet werden, beſonders wenn das Vieh wider die Sonnenhiße oder rauhen Winde im Frühjahre und ſpäten Herbſte darinn Schuß finden kann,( Siehe Weide.) Ein Zuſchwerk, Luſtgebüſch, Luſt- wald, Bosquet, nennt man die in gro0- ßen Gärten eingeſchloſſenen Wäldchen, die aus verſchiedenen Abtheilungen beſtehen, und die wieder aus Bäumen, Sträuchern und hod) blühenden Pflanzen, welche ins Gevierte, entweder regelmäßig in Reihen, oder auf eine mehr unregelmäßige Weiſe vertheilt geſeßt ſind, beſtehen. Cs wird viel Erfindungsfraft erfordert, um derglei- ge- langet. Die nach) Anderſons Worſchrift gebeſſerte Butter bekömmt erſt nach eini- gen Wochen den verlangten guten Ge- ſchmack, worinn ſie ſich) lange erhalten foll, EE Gute Tiſchbutter ſoll auch ein tzutes Anſeben haben, mehr gelblicht, als weiß, ausſehen. Dieſes fehlt nun beſonders der Winterbutter, wenn die Kühe nicht bloſ- ſes Heu bekommen, ſondern zu einem oder gar dem größten Theile Stroh freſſen nuiſ- ſen, da ne im leßtern Falle bald mehr, bald weniger weiß ausſiehet. Unſre Haus- mütter helfen ſich aber damit am beſten, wenn ſie Mohrrüben auf dem Reibeiſen klein reiben, und den durch ein leinwand- nes Tuch durchgepreßten Saft ins Butter- faß thun, wovon denn die Butter ſowohl ein , die """ eßun: uf ein 1 den- min dg n hat, Theile [ Sal: er ges u je: men, rauch Rittel feiner went t ger , Qt friſcher t', und ßen der genom: ved ge ſchrift ach eint en Of: erhalten gutes (5 weib, ders der ht blofs em oder ſen mf: (d mehr) re Haus“ m beſte!) Reibeiſen (einwand 18 Duttel“ er few) ein Butter ein gutes Anſehen, als einen gufen Ge- ſchma> erhält. Da die Wintertälte das Buttern erſchweret, ſo muß den Mägden, welche die Butter bereiten, nichr verſtat- tet werden, warmes Waſſer hinzu zu gie- - ßen, um deſto eher Butter zu gewinnen, Je mehr das Waſſer heiß iſt, deſto mehr wird die Butker davon ausgebleicht und weniger wohlſchme&end. Aud) kann die Butker in der heißen Jahreszeit weniger gelb ausfallen, wenn die Milchtöpfe nicht füdl genug zum Ausſahnen gehalten wer- den können. Endlich muß auch die But- ter, wenn ſie aus dem Butterfäſſe kömmt, mit Waſſer recht oft durchgewaſchen, und das Waſſer ſo oft ab-'und neues aufgego> ſen werden, bis das leßte Waſſcr ganz klar von der damit durchgearbeiteten Butter ab- gegoſſen werden kann. Dadurch kommen alle Theile der Buttermilch aus der Butter hinweg, da ſie im entgegen ſiehenden Falle gar leicht ohne ſüſſen Geſchmack ſeyn kann, oder doch ſehr bald da hinein verfallen muß, Manche nehmen auch hiebey den Gerach zu Hülfe, und riechen es der Butter, be» vor ſie gekoſtet wird, bereits ab, von wel- <en, und an den Seiten verkleiven, daß ſich der Kellergeſchmac> der Butter nicht mittheilen könne. Sie muß auf die Dauer ſtärfer, als die Tiſchbutter, geſalzen wer- den. Man kann ohngefähr bey der leßtern auf eine Kanne oder 2 Pfund Butter drey koth, bey der Dauerbutter aber zu 3 Kan- nen 14 koth Salz nehmen. Man pflegt auch wohl die Dauerbutter in hölzerne Fäſe ſer oder ſo genannte Hoſen einzuſchlogen; die Butter kann aber, wenn ſie lange dar* Vet, Negllexicon 11. Theil. Butterf 241 inn gelaſſen wird, gar leicht einen Kien- geſchma> annehmen, da die Hoſen nur von Kien- oder Kiefernholze verfertigt wer- den, So pflegt auch das Holz gar bald die Saizlake einzuziehen, deren Abgang den Abſchmac> der Butter gar bald zuwe- ge bringen kann. Wie viel Butter aber von einer gewiſſen Quantität Milch zu er- langen ſey, davon läßt ſich der Calcul ſy genau nicht angeben, weil die Milch von altmelkenen Kühen mehr Sahne und Bute ter, als die von friſchmelkfenen, giebt. Dod) kann man im Allgemeinen, beyder= ley Art Milch zuſammen genommen, ſich an dieſem Saße halten: Sechs Maaß Milch geben ein Maaß Sahne oder Rahm, und ſechs Maaß Sahne, wenn*ſie dünne iſt, zwey Pfund oder eine Kanne Butter; iſt die Sahne aber mehr dicke, etwa ein Viertelpfund mehr. Sonſt pflegt man auch wohl die Dauerbutter ſo zu bereiten, daß man die Butter an einem gelinden Feuer zergehen läßt, die man Schmalz oder Schmelzburrer(ſ. dieſe) zu nennen pflegt. Butterfaß, das bekannte cylinder- förmige hölzerne Gefäß, worinn die Sahne zu Butter geſtoßen wird, Man muß; der- gleichen von verſchiedener Größe haben, da Milc< und Sahne, nach Beſchaffenheit der Jahreszeit und der Nahrung der Kü- ße, bald mehr bald weniger ſeyn tann, und in einem zu kleinen Gefäße mehr- als einmal. gebuttert werden müßte. Denn weny das Butterfaß zu voll iſt, ſo läßt ſich die Sahne nicht hoh genug herab ſioßen, und ſie zieht ſic) mit dem ſo ge- nannten Sterl, Stämper oder Scößer, zu ſehr über den Deckel des Butterfaſſes her- vor, daß man zu viel Zeit und Mühe an- wenden muß, die Sahne wieder ins Faß Hh here „FEO"Z 10 4 S3 Die FB GÜ S1 22-2202 2200-200" GD 242 Buktterſi herunfer zu ſtoßen,- Bey der Arbeit ſelbſt kömmt es darauf an, daß die ſtoßende Per- ſon immer einerley Stöße, nicht bald lang- ſame, bald geſchwinde, zuleßt aber, wenn an einem gewiſſen Tone aus dem Innern des Gefäßes die Annäherung der Butter vermerft wird, recht ſtarke und geſchwinde vollführe, In größern Haushaltungen bedienes man ſich noch andrer Maſchinen zum Butter, z. E. einer ſo genannten , welche aus einer hölzernen viereckigen Welle beſteht, die an beyden Enden mit Ranken oder Zapfen verſehen iſt, und von einer Perſon gar leicht bewe- get werden kann.: Butterſtecher, beiſit ein hölzernes, oder gewöhnlich eijternes oder kupfernes, langes und hohles, unten aber mit einem gefrümmten Stachel verſehenes Werkzeug, Cacao womit man die Butter von unten herauf und von dem Boden eines Gefäßes heraus holen kann, um ſelbige zu koſten, ob ſig durchgängig einerley Guüfe und Geſchmack habe, Cs fann aber eben dieſes Werk« zeug eine metallene Röhre an einem Stiele ſeyn. Cben ſo heißt auch ein dunner, vorn mit Zähnen verſehener hölzerner Spadel, womit man die Butter zum Gebrauch dünne und zierlich ausſtechen kann, Auch nennt man ein Werkzeug ſo, womit die Butter bey Tiſche aus ver Butterbüchſe genommen oder vorgelegt wird, Man bat dergleichen von Silber, Porzellan2c. Butterweck, Butterſtück, ein längliches Stück Butter, welches, zum Aufſeßen bey der Maßizeit, mit einer Kel» le aus freyer Hand, und öfters ſehr zier- lich, gebildet wird. EILIG En Tue Zeeitetetikelicllk nenen. wederrten warmen en vm KC. C', dieſer Buſtabe wird öfters Statt einer Zahl gebraucht, und bedeutet al3dann 5 z in Römiſchen Zahlen aber 100. Cabriolet, ein leichtes, vierrädri: e)es, bedecktes, auch wohl in Riemen hän» gendes Salbchaishen, welches von einem Pferde, das im eine Gabel vorgeſpannt ift, gezogen, und meiſtens nur zu kurzen oder zu Plaiſirreiſen gebraucht wird, Cacao, Cacau, Cacaunuß, Cacaobohne, eine befannte Amevikani« ſche Frucht, die hauptſächlich zur Berei- tung der Chocolade gebraucht wird. Die fräftigſten und theuerſten fommen aus der Amerikaniſchen Landſchaft Caraques 3 die auf den Amerikaniſchen Inſeln ſind weni- ger gut, und werden höchſtens unter jene gemiſchet, wenn die Chocolade recht gut werden ſoll, Es mag aber bey dieſer mehr oder wenziger anderes Gewürze dazu kom» men, ſo ſind doch die Cacaobohnen als der einzige Hauptbeſtandeheil anzuſehen, als wovon die ſtärkende und exnährende Krafe der Chocolade allein herfömmt, da der vorige Zuſaß nur den Geſchmack und Ge- ruch verändert, auch verurſachet, daß ſol- ungen und falten Ge- ſchwülſten mit Nußen gebrauchet. Der Campferſpiritus(in ſtarken Branntwein oder Vorſprung zergangener Campfer) wird gemeiniglich von den Thierärzten bey Ver- renfungen und Beinbrüchen dex Thiere gebraucht, Man muß aber die mit dem Campfergeiſt angefeuchtete und aufzulegen- de keinwand, oder Compreſſe, nicht erſt abrauchen oder verdunſten laſſen, ſondern ſolche ungeſaäumt an- oder auflegen. Da der Campfer allerley Inſecten zuwider iſt, ſo wird auch angerathen, kleine Stückchen Campfer anzuzünden, und damit die Kä- ſten und Kleiderſchränke zu durcner Wirterung gehörig.. Sie fangen dann im Jul. an, zu blühen, ſtehen im Aug. in der größten Pracht ihrer Flor, und erhaiten ſich am längſten in derſelben, wenn ſie auf einen ſolchen Plaß geſtellet ſind, wo ſie den ganzen Tag Schatten haben, Die- jenigen Pflanzen aber, von denen man Saamen aufzunehmen gedenfet, müſſen im Anfange der Flor blos an die Moxgen- ſonne, nachher aber den ganzen Tag über an die Sonne geſtellet, und, um noch ge- wiſſer guten Saamen zur Fortpflanzung ſolcher ſchönen Pflanzen zu gewinnen, ge- gen Plakregen bedeckt werden, Hr. Bech» ſtedt ſchreibt, daß dieſe Pflanzen bey uns die ſtrengſte Kälte ertragen, wenn nur die Oberfläche des Bodens um ihre Wurzeln etwas bedeckt iſt, H Cardobenedicten, Carduus be- nedictus ofic. Srengel: ſehr äſtig, haarig, röthlich, beynahe 2 Fuß hoc). Zlätrer: lang, haarig, halb herablau- fend, gezähnelt-ſtachlicht. MZlumen: bloßgeib, im Jun, BRelche: doppelt- ſtachlicht, wollig, mit einer beſondern Hülle verſehen, WTWWaamen: reif im Herbſte, Dieſe Pflanze wird bey uns nur für die Officin gezogen. Man ſäe den Saamen im Frühjahre, oder, damit die Pflanzen, welche unſre Winter ganz gut ausdauern, ein ſtärkeres Wachsthum ans nehmen, und früher brauchbar werden, ſchon im Herbſte, ſobald er reif iſt, in flä- ner und geläu- terfer Koch- oder Speiſezucker, der aus Mascovade, vermittelſt Cyweiß und Waſ:- ſer, bereitet wird, Er wird häufig zu Confitu- ren und Conditoreyſachen gebrauchet. Er iſt nicht in Hüten, ſondern in Kiſten und Fäſſer gepacket, Der beſte kömmt aus Braſilien; wenn er gut iſt, ſo muß er recht körnicht ſeyn, und wie Violen riechen und ſchme- >on, Caviar, Kaviar, iſt der von den Ruſſen eingemachte Fiſchrogen, der von denen Stören und andern in der Wolga befind- hefind pur! Zy! perfäht gen, vm Dey 1 ten€ Rüdi gin, uſe wird, vie ſy und wegen Ott, CC wn den; ſi geh Cau oder( die da gen| man tions Befon bort,( mobile eten( vn der wh Wd fin | den au eſ heiß ſant eFannteg, fer, und Tiegels, treinem Ian hat IOliffene einzufühe (ch ganz Roſten genann venheer« äuchet- aucher- Yt man Deſtalt haben, a ſe 9- compen- ( ſchmeFende Schärfe hat, aber oft unter dem Namen de Beaune, als unter ſeinem eigenen, vertauſcht wird, Chaſſis, ein Rahmen, eine Ein- faſſung, ein Gitter, ein Papierfenſter, Blendrahmen. Wenn dergleichen bey ſtrengem Froſte vor die Fenſter innerhalb des Zimmers geſeßt werden, ſo muß man das Papier mit Del eintränken, wovon es mehr durchſcheinend, und alſo mehr Licht zum Cifall ins Zimmer gebracht wird. Chateau Margaux(Fin de) auh Vin d'Haubrion genannt, iſt eine Gattung der beſten Pontacweine, dies in Guienne wächſet, und über Bourdeaux nach auswärtigen Ländern verführet wird, Chatonlle, alſo nennet man den Privatſchaß eines regierenden Herrn, oder deſſen Handgeldervorrach zu ſeinen Privat- ausgaben. Diejenigen Güter heißen Cha» coullentgelder, die der kandesherr, oder Perſonen aus deſſen Familie, durch Er- Ji 3 ſparniß "S4 “ S7 “ V»> SEKTEN ND ie Winni NÄT.6 254| Chauſf ſparniß oder ſonſt gültig erworben haben; ſo wie dagegen diejenigen, aus welcher die Bedürfniſſe des Regenten und des Staats zugleich beſtritten werden, Domainen- oder Cammergüter, auß Aronguüter heißen, Chauſ/ve, bedeutet überhaupt einen Damm, Fahrdamm, erhabenen Weg, von welchem zu beyden Seiten das Waſ- ſer in Gräben ablaufen kann. Beſonders nennt man Chauſſce den etwas erhabenern und gleichſam gewölbten Raum in der Mitte eines Steinpflaſters zwiſchen den beyden abſchüßigen Seiten deſſelben, Auch führt heut zu Tage jeder mehr oder weniger, nach Art der alten Heerſtraſſen der Römer, angelegte, mit kleinen Steinen und Stein- grus gepflaſterte, in der Mitte etwas er- habene, und an beyden Seiten unmerklich abſchüßige Weg dieſen Namen, Durch dergleichen Wege, die man hin und wie- der nun auch in Deutſchland angelegt bat, und nod) anlegt, wird dem Haudel und überhaupt den Reiſenden eine ſehr wohlthä- tige Bequemlichkeit verſchafft; ja, ein Staat kann nicht beſſer ſein Aufnehmen befördern, als wenn auf allen Haupt- und Heerſtraſſen der Chauſſeenbau eifrigſt be- trieben und fortgeſeßet, und durch die ge- radere Führung der Dammſitraſſe der bis- herige Weg verkürzet wird. Chingrinde, Quinquina, Fie- berrinde, Cortex Peruvianus, eine Rinde, faſt der Rinde unſrer jungen Ci- elt jede fehlerfreye Citrone in ein Papier, packet ſie alsdann in ein Käſtchen in trock- nes Salz, ſo daß jede Citrone mit Salz bedect wird, und verwahret ſie an einem nicht feuchten, auch nicht zu warmen Or- te. Oder: man legt ſie in einen neuen ungebrauchten Topf von Stein oder Stein- gut, decket ſolc(auch durch Löſchpapier) klar gemacht, die feinen Weine mit Hau- ſenblaſe, die andern mit geſchlagenen Eyern, zuweilen auch mit Milch oder mit Spänen, Das Clariticiren des Zuers geſchiehet gemeiniglich mit Eyweiß, wor= unter man geſtoßene Eyerſchalen oder et- was Kalkwaſſer thut. Claufel, in Schriften, iſt eine vor» ſichtige Wortfaſſung, wodurch der eine und andere Punct eines ſchriftlichen Aufſa- ßes eingeſchränft, erläutert, oder deutlicher und genauer beſtimmt wird. In Anſe- hung der vielen juriſtiſchen Claufeln, und deren Wirkungen, hat man beſonders auf ſeiner Hut zu feyn, Clyoſtier. Es dienen die Clyſtiere nicht nur bey Verſtopfungen der Thiere, ſondern auch zur Linderung der innern Hi- ße und zur Dämpfung der Schärfe im Magen und in den Gedärmen, welche, vers M| u I / dis Zz N, 3 * + „"; GE. / 1 Y " 8 01 1,5 3 Il | „a „| M 9 0) T[1] j 1004 [4 8 9; Ds 1 n js 3| | jn | y EN SBMD: kt V' ge, 7. „/(UN || V NR 1/11 | 3 E R„| 256 vermöge ihres Reizes auf die Därme, Hi- ße und Fieber vermehret, Auch dienen ſie zum Verdünnen des Geblüts, weil ſie eben ſowohl, als das getrunfene Waſſer, eingeſogen werden, und wenn kranke Thiere nicht trinken wollen, ſo ſind Clyſtiere um ſo nothwendiger,. Zu Clyſtieren nimmt man gemeinig lich Waſſer mit einer Hand voll Leinſaamen gefocht, und durchgeſeigt; oder bloſſes "Waſſer, worinn man eine Hand voll Salz auflöſt, Auch miſcht man gerne ein hal- bes Pfund Baum?» oder Leinöl zum Cly- ſtier, Wird das Clyſtier geſeßt, um bey keivesverſiopfungen Deffnung zu ſchaffen, ſo muß man mehr Salz hinzu thun: ein hal9e8 Pfund Salz zu zwey Pfunden warmen Waſſers und ein halbes Pfund Oel. Clyſtiere zu einem vollgewachſenen Pfer- de müſſen 4 Pfund halten; zu großem Hornvieh eben ſo viel; und man kann über- haupt die Clyſtiere nicht gerne zu guoß ma- er, Honig/ u. ſw. zubereitete, troene oder feuchte Maſſen, die theils ſtärfend, (corroborirend) theils abführend(purgirend) ſind, als? Täfelchen, Kügelchen, Mox- ſchellen, eingemachte Sachen, Conſerven, FLatwergen ,. dergleichen z. B. Confedion Alkermes, Copfedionu anacardine, Con- fedion d'Hyacintbe unter den ſtärfen- den ſind, und die manche Perſonen, als auf verſchiedene Fälle dienliche Hülfsmit- tel, bey ſich tragen. Man erwählet aber ſolche, welche von einer guten Conſiſtenz, neu, und von ziunoberhafter Farbe ſind. Conferiren, eigentlich zuſammen tragen, zuſammen legen. In Erbſchafts- ſachen verſteht man darunter, wenn eine Frau, nach ihres Mannes Tode, an Statt, daß ſie nach ihrem Cingebrachten greifen fönnte, wenn es ihr vortheilhafter iſt, al les Ihrige mit in die Erbſchaftsmaſſe ein wirft, und dadurch die ſtatutenmäßige Por- tion oder den Pflichttheil von der Erbſchaft erlanget.| Confeſſus et convitlus, beißt det. jenige, welcher nicht allein eine geſeßwi- drige That vor Gerichte eingeſtanden hat, ſondern auch derſelben überwieſen iſt, Wenn Jemand oft citiret worden iſt, und ex erſchei- net nicht, um Red und Antwort zu geben, ſo wird er zuleßt, wegen ungehorſamlichen Außenbleibens, dafür erkläret, als ob ex die That wirklich geſtanden, und man ibn verſelben überführet habe, Kk Con- wal | TIGE 207 RE RZTENRE TL / 258 Conſens Conſens, Einwilligung, Bey- ſtimmung, Bewilligung. Zu rechtmäßiger Vollziehung einer Heyrath iſt der Conſens der Aeltern von beyden Sei- ten: ſo viel deren noch leben, nöthig. Wenn Aeltern aus Eigenſiun over andern nichts bedeutenden Urſacyen den Conſens verſagen, ſo geben die Chegerichte oder das Conſiſtorium die Einwilligung. Nach vein. 2“ R.»Z0. 11. Tit-l. 6. 100684 fann eine Che, bey welcher es von der ei- nen oder der andern Seite an der Einwilli- gung des leiblichen Waters ermangelt, un- gültig werden, und der Vater muß, inner- halb 6 Monathe nach: erhaltner Nah» richt von der Wollziehung ver Ehe, ſolche gerichtlich rugin. Iſt dieſes nicht geſche- hen, ſo behält die Ehe ihre volle Wirkung. Doch iſt der Vater alsdann, das ungehoyr- ſame Kind bis auf die Hälfte des Pflicht- theils zu enterben, berechtigt. Hat aber ein Sohn„ der ſich nicht mehr unter väter- licher Gewalt befindet, oder eine Tochter nach- zurück gekegtem vier und zwanzigiten Jahre, ohne väterliche Einwilligung ge2- heyrathet, ſo bewirkt diefer Mangel: keine Ungültigfeit der Che, Dem Vater bleibt aber, auch in. dieſem Falls, das. Recht zur Enterbung bis auf. die Hälfte des Pflicht» theils vorbehalten. Die Mutter kann ein,, nach des Vaters Tode, ohne ihre Einwil» tigung. heyrathendes Kind, auf die Hälkf- te des Pflichttheils, gleichwie es der Wa= ver in gedachten Fällen. kann, enterben. Contraſt, eigentlich Zank„ Wider» ſpruch. Die Bildhauer und Maler hin- gegen verſtehen darunter die Abwechslung: der Farben, auch der“ Anordnung. und Stellung. dex Figuren und deren Glieder;; jedoch auf eine allezeit ſchöne und" natürli-- He Art.. Wenn bey drey zuſammen geſtell-- Contveb ten Figuren die eine von vörne, die andre von hinten, und die dritte von der Seite“ ſich zeigen, ſo wird ein Contraſt daraus. Eine jede Figur muß mit den andern Fi- guren, und eine jede Gruppe mit ven übri- gen Gruppen des Gemäldes contraftiren z man fagt auch„- daß eine Figur wohl con- traſtirt ſey, wenn man in ihrer Stellung eine Entgegenſteliung der Glieder bemerkt, welche ſich) treuzen, und von verſchiedenen Seiten zeigen. Sonſt heißt auch con- traſtiren: in Gemälden die Wiederholun- gen vermeiden, Contrebande, iſt die verbotene Ein- und Ausfuhre von Waaren oder an- dern Sachen. Cin jeder ohne Unterſchied, er ſey. Einheimiſcher oder Fremder, welcher bey Verübung. einer Eontrebande oder De- fraudation, geladenes Gewehr, öder an- dere gleich ſchädliche Werkzeug?, zum Wi- derſtande gegen die Beamten. des Staats bey ſich führer, ſolkb, außer der verwirkten ordentlichen Strafe, mit dreyjährigem Fe- jzutngsarreſte belegt. werden. Kaufleute, Juden, Schiffer und Frachtfuhrleute, die Contrebande treiben, ſollen allemat härter, als andre Privatperſonen, beſtraft werden, Unter leßtern richtet ſich das Verhältniß der Strafe nach der mehrern oder min- dern bey ihnen voraus zu ſeßenden Kennt- niß der 2andesverfaſſung. Wey feine be» ſtimmte Nahrung oder Handthierung nache weiſen kann, und wenigſtens- ſchon zwey» mal. auf Contrebande betroffen worden iſt, wird für einen: ſolchen, der aus Contrevan- de ſein Gewerbe macht, angeſehen... Der- gleichen: deute werden, wenn ſie Contre- bande bey ſich- haben, und ſich den: Offi» cianten- des Staats widerſeßen', eben. ſo, wie ſchon geſagt: worden, beſtraft, wenn auch: der Umſtand, daß. ſie ſich, des Ge- wehrs weh (ant N,% zo1 ( Ete [erg reiße (ih Ü Weld felbig techn durd age mit s wid geb Eil Flein andre Seitt raus, 1 Fie übri: uren; | Cotes elung mertt, denen CON» jolun votene nr ane died, elher vr Des er ain: mWi- Staats virkten em Fe- fleute, te, die härter, erden, altniß min ennt- 1e be nach» zwey» en Mt revant- Der- Sontre- m Offi ben ſv, „ wenn es Of wehrs Contreg wehrs zum Widerſtande gegen die Offi- cianten bedienen wollen, nicht erwieſen iſt. M0. 120.16- 216-XX7--0.200 M: 30o1ff, Contregardes, beißen die großen Steine, welche unten cn die Brückenpfei- ler gelegt ſind, damit dieſe nicht durch den reißenden Waſſerſtrohm, oder durch den Cisgang beſchädiget werden mögen, Contremur, iſt eine leichte Mauer, welche gegen einen ſtarken Druck und mir ſelbiger verbunden iſt. Hieher ſind zu rechnen alle Zwiſchen» und Scheidemauern, Durch welche die Zimmer eines Gebäudes abgerheilet werden, Convention, Vergleich, Vertrag. Conventionstgeld, darunter gehören al- le, nach Vorſchrift der zwiſchen Oeſterreich, Bayern und andern hinzu getretenen Ländern 1753 geſchloſſenen Convention, ausgepräg- te Münzjorten, vermöge deren die Mark Silbers zu 20 Gulden ausgemünzer wird. Es machen alſo 83 ganze Thaler eine Cöll- niſche Mark aus.:% Corinthiſche Säule, Fr. Or- dre Corinthien, iſt die vierte und reich: ſte Säulenordnung, welche ein Athenien- ſiſcher Bildhauer, Callimachus, erfunden, Das Capitäl- oder der Knauf, iſt mit drey Reihen Blättern, und aM Schnecken verzieret, welche die Platte unterſtüßen. Die Säule hat 10 Durchmeſſer der untern Säulendie zur Höhe, und der Kranz iſt mit Sparrenköpfen verſehen.: Corps de Logis, der mittlere und wichtigſte Theil eines Pallaſts oder Pracht» gebäudesz3 er enthält die beträchtlichſten Säle und Zimmer. Die niedrigern und Fleinern Gebäude daneben heißen Flügel. Courant 253 Corridor, Coridor, ein Gang in einem Gebäude, der vor xine Reihe von Zimmern dergeſtalt hingehet, daß'man daraus ſogleich in jedes Zimmer beſonders kommen Fann, oßne dur andere daneben liegende gehen zu dürfen. Eben ein ſol- t angebracht werden, damit ſie nicht ſogleich jedermann ins Gg» ſicht fallen, Coſtume, ein Kunftwort in der Bildhauer- und Malerkunſt, welches an- zeiget, was der Zeit, dem Genie, dem Character, ven Geſeßen und Gebräuchen eines Volks gemäß iſt, aus welchen der Künſtler ſich einen Gegenſtand wählet. Es würde alfo dem Coſtüme nicht gemäß ſeyn, wenn ein Bildhauer den Julius Cä- ſar mit Perucke, Hut und Manſchetten darſtellen wollte. Couliſſe, alſo heißen die gemalten Seitenwände eines Theaters, welche man wegſchieben ,. und nach Belieben, wie es die Beſchaffenheit der Stücke erfordert, verändern oder wieder hervor bringen kann. Coupon, ein Reſt von einem nach und nach zum Verkauf ausgeſchnittenen Zeuge, z- B. ein Stückchen Batiſt von etwa 4 Ellenz ingleichen auch die an ei- nem landſchaftlichen oder landesherrlichen Verſicherungsſcheine befindlichen Intereſſes quittungen, welche man von Zeit zu Zeit, wie die Intereſſen verfallen und bezahlt werden, abſchneidet, und gegen Ausliefe- rungen derſelben von dem Caſſirer das Geld in Empfang nimm?, Courant, Curant, gangbar, ge- wöhnlich, das täglich vorgehet, weshalb Kk-2a man ERTE WE l = m EESTI bs NIE 2 582 € wer 260 Courb man auch zuweilen die Zeitungen Couran- ten nennt. Eben daher werden auch die gangbarſten Geldſorten, Preiſe und Waa- ren Courantgeld, Courantmänzen, Courantpreis, Courantwaaren ge- nanu, Courbette, in der Reitkunſt ein nicht hoher Sprung eines Pferdes, wobey es die Vorderfüße zuerſt hebt, Cours, der Hkuf oder Gang eines Dinges, auch ein Spaßiergang, Spa- Bierplaß: In der Wechſelhandlung ver- feht man darunter, was und wie viel es Foſtet, Geld aus einer Etadt oder einem Handelsplaße zu einenr andern zu remitti» renz daher kommen die Courszettel in den Handelsſtädten, worinn verzeichnet iſt, was dieſelbe Woche die Münzſorten ge- gen einander an: Agio gewinnen oder ver» lieren. Courteaud, Courteau, ein an Ohren und Schwanz verſchnittones Pferd, Courtifan, ein Hofmann, inglel- t, In manchen Häu- ſern, zu welchen der Zutritt nicht ſchwer iſt, und wo Vormittags noch ein und der andre Gaſt erſcheinen kann, pflegt man gern ein Paar oder mehrere Couverts unbe- ſeßt von den bekannten Tiſchgäſten zu laſ- ſen, damit die unverhofft Ankommenden oder noch ſpät gebetenen Fremde oder Freun» de ſofort ohne Verrückung der gewöhnli- teneel: äſtig, 1x F. hoch. Zilärter; ſirichförmig, glatträndig. 2Bliy- Creuzk zuen? auf den Enden in etwas ſchuppigen Sträußen, geſtrahlt, gelb, Dieſe Pflanze blühet zu einer Zeit, da die meiſten andern geblühet haben, näm- lich am Ende des Oct. oder im November, und kann vom Herbſte bis zum Frühjahr durd) Zertheilung vermehrt werden. 5) Stabwurzblättritze 2c. S. abro- tanifolius L.. Vaterland: die Alpen in Steyermark, auf den Pyrenäiſchen Gebir- gen, und in Kärnthen. Stengel: 32 F. hoh. Blätter: gefiedert, vielſpaltig, ſtrichförmig, nackt, ſpißk. Blumen: auf “den Enden in Büſcheln, geſtrahlt, gelb, im Jul, Saamen: reif im Herbſt. Den Saamen dieſer Pflanze ſjäe man im April in leichte ſandige Erde, verdunne die Pflanzen, begieße ſie fietßig, und pflan- ze ſie im Herbſte auf die Rabatten, woſelbſt ſie im folgenden Sommer blühen. 6) Goldgelbe 2c. S. aureus L. V&- teriand: Virginien, Canada, auf feuch- ten ſchattigen Pläßen. EStrengel: 2 F. hoh. MPFSlätter: geferbt, die untern herzförmig und geſtrahlt, die obern ge- ſchlißt und leyerförmig, Blumen: an den obern. Theilen der Stengel, einzeln, auf langen dünnen Stielen, geſtrahlt, gelb, im Jun. und Jul. 7) Heidniſch XWVundkraut, UIacht- heil, Goldruchbe tc. S. aureus L, Vg» terland: die Schweiz, Montpellier c. in bergichten waldigen Gegenden. Wur- zel: frießend. Stengel: mehrere, 4 Fuß lang« HDlätrter: lanzet«= und ſäge» förmig, ziemlich glatt, abwechſelnd. Blu- men: auf den Enden in Sträußen, ge- ſtrahlt, gelb, im Jul. S8) Sumpf-:c. 8. paludoſus L. Va- trerland: Europa in Sümpfen an der Seeküſte. Strentel: ſchnurgerade, meh- rere dicht beyſammen.“3 F. hoch. Blät- ter: ter; gufdt 6 ul* (ey| ihrem dem macht 9) tera Deſten gen u 130 en über men 10007 Ju um digt ſehn eine ! mon Eibe wm, Blät auf de auf den (Of Im 1 Cro ronila, web frautay geſide igen hinta ige 1) Scot Juppigen 1) Zeit, da 1, Nam: dyemher, Frähjcht en 8. abro- Alpen in en Oebir- Ut aF, Aeſpaltig, nens auf hit, gelb, derbſt, ? ſds man , verdümne und yflan- m, woſelbſt M 38 1. Vr „auf feuche el: 25. je untern obern ge“ men: an , einzel, hlt, gelb, Macht- 1, Va pellier 2C. Wur- hrere, 4 und tage" d. Dly- wßen, 90 L. Vö "an der rade, meh h. Blat? ter: Cronenw ter: ſchwerdtförmig, ſpi, ſägefsrmig, auf der Unterfläche faſt zottig, in langen dün- nen Stielen, geſtrahlt, gelb, im Jun, und“ Jul.= Abart: mit ſehr langen, filzi? gen, ſägeformigen Blättern, welche mit ihrem weißgrauen Anſehen zwiſchen an- dern Pflanzen einen ſehr artigen Effekt macht. 9) Weißgraue ic. S. incanus L. Va- rerland: die Alpen in der Schweiz, in Oeſterreich, auf den Pyrenäiſchen Gebür- gen und bey Montpellier. EStxentgel: 1 Fuß hoh. MPlärrer: auf beyden Flä- chen mit einem vortrefflichen weißen Filze überzogen, faſt gefiedert, ſtumpf. Blu- men: auf"den Cnden der Stengel, in rundlichen Sträußen, geſtrahlt, gelb, im Junius 3 hinterlaſſen bey uns nicht allezeit guten Saamen.'=- Wegen ihres nie- drigen Wuchſes. und filzig- weißen An- ſehens unter allen Arten diefer Gattung eine der artigſten. 10) Hain- Crenzpflanzes S. ne- morenſis LL. Vaterland: Deutſchland, Siberien, in Hainen. Strentzel: meh» rere, äſtig, 3 Fuß hoch, und darüber» Blätter: lanzet- und doppeltſägeförmig, auf der Unterfläche zottig. Blumen: auf den Enden, in einer Art von Dolde je acht und acht, geſtrahlt, gelb, im Ju- lius, Cronenwicke, Peltſchen, Co- romlla. Die zu dieſer Gattung geord» nete Arten ſind theils ſtrauchig, theils frautartigz; ihre Blätter ſind vornehmlich gefiedert, und ihre gelben ſchmetterlingsför- migen Blumen erſcheinen in Trauben, und hinterlaſſen gegliederte Hülſen, Dieſirau- kt, als ob al- le nur Eine große, in viele ko>ere Aehren getheilte Blume wäre, und hat alsdann ein weit auffallenderes und angenehmeres Anſehen, als irgends ein andrer Strauch. Er blichet oft im Herbſt noch einmal. Die Eleineve Scorpionenſenne iſt eine Ab- art von niedrigem Wuchſe, nur halb ſo hoc, und läßt ſich unverändert durch den Saamen fortpflanzen.. Dieſer Strau) und ſeine Abare ſind dauerhafte, und für die vornehmſten Ab= cheilungen ver Luſtgebuſche ſchickliche, vor» treffliche Blumenſtkräucher, die nur wenig andern Blumenſträuchern an Vortrefflich»- feit des Anſehens nachſtehen. Sie wer- den durc) Saamen, Abſenfer, und im Herbſte durch Scnittlinge von den ſtärk- ſten einjährigen Zweigen, welche auf einex ſchattigen Rabatte eingelegt werden, fork- gepflanzer 7 ſind auch dauerhaft für Deutſch- land, wie ſolches DucX, Walter und Dechſtedr bezeugen. Zu den PFrantarrigen Arten werden gezählet 2) Rleinſte CronenwiTe oder Pelt- ſchen, C. minima 1. Die gelben Blu» men entſpringen paarweiſe an den Enden ver Etengel, auf welche winfliche, knotige Hülſer mit Svamen, die im Auguſt oder Sept.. reif ſind, folgen. Man ſäet ſelbi- gen int Frübjahre, und verpflanzet die jungen Pflanzen zeitig im Herbſte, mit 6i- nem Ballen Erde, 3) Dun 4 F=." M, Sing as IE: “ vB: GOR» ST«Bieter“ a 264 Cronenw 3) Zunte ce. C. varia L, Sie wird in der dauſiß, Böhmen u. ſw. auf Anhs- hen und Hügeln wildwachſend gefunden, Srentel:; krautartig, dünn, kann ſich faum aufrecht erhalten, 3== 4 Fuß lang. Dlumein: in Büſchein in den Winkeln der Blätter und an den Enden der Sten- gel, Sorten: a) Anfangs vortrefflich hoch purpurroth, daun hell purpurroth, und zulelt weiß; b) ſtark karmoiſinroth 3 c) mit karmoiſinrother Fahne, und weißen Flü- geln. Dieſe beyden lezten Sorten nehmen nachher eine blaſſe oder weiße Farbe an, Hehalten aber auch wohl eine ſchwache Spur oder einige wenige Streifen von ihrer er- ſten Farbe. Dieſe dauerhafte Werzierungs- pflanze wird, wie die vorher gehende, aus Saamen gezogen, kann auch im Herbſte durch Zertheilung vermehret werden, und iſt ſo dauerhaft, daß ſie in keinem Boden und in keiner Lage, beſonders wenn ſolche ſchattig iſt, fehl ſchlägt. Hr. Bechſtedt aber ſagt, daß ſie an einem ſonnenreichen Orte die mehreſten und ſchönſten Blumen bringe, und in jedem Jahre eingeſchränkt werden müſſe. ÜViller ſagt, vaß dieſe Pflanze in England geſäet und zu den künſt- lichen Wieſen gebraucht werde. Bey uns hat ſie aber als ein Futterfraut kein Glück gemacht. 4) Cretiſche 1c, C; Cretica L.. Die Zlumen ſind an den Seiten der Stengel etwas furz geſtielt, klein, purpurröthlich, im Jul. HZülſein: zu fünf beyſaminen ſtehend, aufrecht, laag, rund, geglie- dert.“- 5) Beilkrautartige Peltſchte leßtjährige Zweige vermehret wer- den, die man im Frühjahre, oder Anfan- ge des Sommers abveißt oder abſchneidet, ihnen die untern Blätter abftreift, und ſie im Schatten einlegt, und ſogleich angieße, da ſie denn im Herbſt mit einem Ballen Erde auf die ihnen beſtimmte Stellen ge- pflanze werden. Site ſchicken ſich ſehr gut zur Verzierung der Fronte kleiner Zuſige- buſchabtheilungen, woſetbſt fie mit ihren weißgrauen, und nach dem Unterſchiede der Sorten entweder heller oder„dunfler grünen geit digt eing! Pu ſellen| ſtin (hn! denen einen Weber Da( heft in egal ven gehen einen he ſir Jau m BU ein hei 19 Ded ſicha! ? lingf eſc nihty) bm, 19901] (fgege flveig Nite hunden ſucht ſe u rere 7 die&y Regt men| mier| mittel Ortreſf« enen; S. Ros panl(en, ahlreich exten 1, lätter; r ſtehen- n entwe: 0, oder jep ein: Unter: dy: Eag- durch € wer: Anfan: meidet, und ſie ngleßt, Ballen (len 9e- ſehr gut r Zuſiäl nt ihren verſchiede dunfler grün Cypreſßſe geunen Blättern eine artige Mannichfal- cigfeit maden. Man pflanzt auch wohl einige Stücke in Töpfe, um ſolche zur Verzierung irgend eines Plaßes mit auf- ſtellen zu können. Auch pflanzt man ſie oft in immer grüne Wildnißquartiere zwi» ſchen ganz niedrigen Sträuchern, zwiſchen denen ſie mit ihren weißgrauen Blättern einen artigen Effect machen, wenn ſie mit Ueberlezung geordnet, und auf eine ſolche Weiſe geſchnitten werden, daß ſie vortheil- haft in die Augen fallen. Sie ertragen die Kälte in einem magern, ſandigen, fro>- nen Boden, und dauern verſchiedene Jahre, gehen aber„nach Bechſtedts Berichte, in einem fetten, feuchten und ſchweren Boden bey ſtrenger Kälte gemeiniglich verloren, Im Winter 1754 bis 1795 giengen bey mir in einem mehr feuchten als trocknen Boden die dreyjährigen Pflanzen einz die einjährigen aber blieben unbede&t größten“ theils in gutem Stande; die wenigen vom Froſt beſchädigten aber wurden dicht am Boden abgeſchnitten, worauf ſie ſammt- lich aus der Wurzel wieder hervor ſproßten« Die erſte. Art, 8. chamaecypariſſus, iſt längſt als ein Hausmittel von dem andern Geſchlechte wider Mutterbeſchwerungen nicht ohne Nußen vielfältig gebraucht wor» den, da entweder auf die grünen oder trock- nen jungen Zweige und Blätter Weingeiſt aufgegoſſen, und ſodann der Extract löf: felweiſe yon Zeit zu Zeif genommen wird, Blätter und Zweige haben einen durchdrin- genden Geruch und Geſchmack, Wenn ſolche getrocknet in Bündlein wo hängen, ſo äußert ſich der Geruch einen oder meh- rexe Tage zuvor ausnehmend ſtark, wenn die tro>ne Luft zur Feuchtigkeit oder zum Regenwetter übergehen will, Der Saa- men wird ſonſt auch zur Tödtung der Wür»- mer angeprieſen 3 die Blätter, im Waſſer „davon abhalten. Cypreſſenb 267 abgefocht, haben gleiche Würfung. Auch werden die getrockneten und gepülverten Blätter wider den weißen Fluß gerühme, ſo wie die Blätter, zwiſchen den wollenen Kleidern gelegt, durch ihren anhaltenden ſtarken Geruch, der in einigen Jahren nicht abnimmt oder vergeht, die Motten Cypreſſenbaunn, Cypreſſe, Cu- preſus, Dieſe Gattung beſtehet aus dauerhaften Bäumen von ſchönem pyra- midenförmigen Wuchſe, deren drey immer grün ſind, einer aber im Winter unbelaubt iſt, alle aber zu Verzierungspflanzen ſich ſchicken, ein ſehr maiteriſches Anſehen ha- ben, ihre Aeſte von unten an bis oben hinauf vings umher regelmäßig ausſtrecen, mit fleinen, ſchmalen, diefen Blättern dicht belaubt ſind, und ihre Blumen, die jedoch kein Anſehen machen, vornebnlich an den Seiten der Zweige erſcheinen laſſen, die männlichen in Käßchen, die weiblichen aber in kleinen, dichten, runden, ſchuppigen Zapfen. 1) Immertirüne oder gemeine Cy» preſſe, Cupreſlus ſempervirens. Pas- terland: Creta, Kärntchben. Stamm: gerade, faſt ganz von unten auf vings ums- her mit dichten Aeſien beſeßt, die Zweige viere>ig und zahlreich, nach dem Unfer- ſchiede der Unterarten von 15= 29, zu 40=- 59F. hoch, ſehr dicht mit Blättern befleidet, Blätter: ſehr klein, ſchmal, aufrecht, etwas dunfelgrün, immergrün, dachförmig geordnet. Hievon hat man folgende Unterarten: 2) gemeine im- mergrüne aufrechte, oder weibliche Cypreſſe, C. ſempervirens, ramis ere- dioribus Mill. wird 15--20 Fuß hod), : und hat unter allen Sorten den ſchönſten und einen vorzüglich maleriſchen Wuchs 41 2 b) 1111- RENIN IOS2 7 ERT 0 268 Cypreſſenb b) immergrüne waagrechte, oder männliche. Cypreſſe, C. horizontalis Mill. hat unter allen Arten den höchſten Wuchs, breitet aber alle ihre Zweige waagerecht unregelmäßig rings umher weit aus, und hat aljo keinen ſo ſchönen maleriſchen Wuchs, als die gemeine Sor- te; c) immergrüne Fleinfruchtige Portutieſiſche Cypreſſe, C. Luſita- 1Dica, Jhre Blätter endigen ſich in Sta» et wird. Es wird vor dem Eindringen des Regens und Schnees durch die ſo genannte Dach- deckung mit Kupfer, Bley, Ziegeln, Schie- fern, Schindeln, Strol) und Rohr ver- wahret. Alrdeutſche Dächer ſind ſo hoch als breit, Altfranzoſiſche/ wel- en, als daß ein baldiges Durchdringen des Waſſers irgendwo könn- ce vermieden werden; dem zufolge ziehe man allezeit 2) die gewöhnlichen Pult- oder Taſchen- dächer vor, und damit dieſer Sparren ge- gen das übrige Dach nicht zu flach ausfal- ie, ſo gebe man 3) dergleichen Lufen nur wenige Hohe, des Luftzuges wegen aber deſto mehr Brei- fe, und richte ſolche dergeſtalt ein, daß eine ſolche 2ufe allemal ein ganzes Spar» renfach einniminf, und nicht die eine Wange auf einem Sparren, die andere aber auf einem untergenagelten Bohlenſin- fe, Brete oder Latte ruhet. Die über- criebene Syminetrie, ſogar bey den ſchlech» teſten Landgebäuden, bat verurſacher, daß man oft ganze Sparren ausgeſchnitten, vertrumpfet, und die beyden Wangen der Luken auf ſ, unten am Ende ſpißig mit einem eiſernen Ringe verſehen, und von feſtem ſtarken Bindfaden geſtrickt. Die Maſchen ſind wie an einem Haſenneße, Vet, Negllexicon 11, Theil, Dachsh- 873 woran die Zugleine wie an einem Geldbeu- tel iſt. Wenn man die gangbare Röhre eines Baues ausgeſpühret hat, ſo werden die übrigen Röhren zugeſtopft, und man ſtellet im Herbſtie, wenn die Dachſe am feiſteſten ſind, die Haube in dem Loche auf, ſperret ſie mit ein Paar Ruthen in der Röhre aus einander, und bindet die Zugleine au einem Strauch nebenbey feſte an, Wenn alsdann der Dachs in ſeinem Bau zurück geht, ſo fängt er ſich in der Haube ſelbſt, indem dieſelbe ſich hinter dem Dachs zue zieht, Die Schnauze ſißt alsdann in dem Rings des Neßes feſt, daher er ſich nicht durchbeißen fann, Dachs hetzen, geſchiehet zur Mit- ternacht, wenn der Dachs aus ſeinem Bau gehet, vermittelſt der Dachsfinder und Dachsfänger, aber oft mit vieler Gefahr, da man zuweilen in Sümpfe geräth. Zum Vergnügen heßt man auch zuweilen gefan- gene Dachſe, z. B. in Gärten, Dachshund, Dächſel, canis cunicularius; canis vertagus LL. fleine Hunde mit kurzen Füßen, die den Dachs in ſeinem Bau aufſuchen. Da es eine größere und kleinere Art dieſer Hunde iebt, ſo werden die kleinſten zum Kriechen in den Fuchsbou nur allein gebraucht, weil vie größern in ſolchen Röhren nicht fork- kommen, und.wenn ſie ſtecken bleiben, ſtet- ben müſſen, falls ſie nicht wieder heraus gegraben werden. Sonſt hält man auch dieſe Art Hunde gern in den Stuben und Schlafzimmern auf dem Lande, weil ſie ſich nicht nur unter allen Hundearten am reinlichſten halten, ſondern auch überaus munter und wachſam ſind, und durch ihr ſtarkes Bellen ihre Herrſchaft aufwecken, wenn ſich das Geringſte in- oder außer- Mm halb 4% SZ>K- Wi FE 7 274 Dachſp halb des Hauſes reget, oder ein fremder Menſch ſich demſelben nähert, Dachſpäne, Dachſplitt, ſind ſehr dünne geſpaltene Breterchen, welche ſo lang als ein Dachziegel ſind; ihre Brei- te fann 2 bis 2x Zoll ſeyn, die Dicke aber iſt einem ſtarkem Strohhalme gleich, Sie werden bey einfachen mit Dachſteinen oder Platten gedeckten Dächern unter die Rißen, weiche zween neben einander" aufgehängte Dachſteine gelaſſen haben, untergeleget, damit Schnee und Regen nicht unten durchdringen könne, Dacſparren, wird diejenige Schif- tung genannt, welche oben bey dem Grad- ſparren an das Bundgeſpärr anläuft, und ihre ſchräge Abſchnitte nach ver Lage des Daches bekömmt, EEE Dachſpite, Giebelſpiße, iſt ein aufrecht ſtehendes Stück Holz, Strüße eder Ständer an einem Gebäude, oder die Spike eines Dachſtuhls, Dachſtuhl, iſt eine hölzerne Ver- bindung unter dem Sparrenwerke eines - Daches, worauf das Kehlgebälk nebſt dem Sparrenwerke gleichſam auf einenr Stuhle ſißet. Es ſind zweyerley Arten; nämlich der liegende und der ſtehende Dachſtuhl, Der liegende beſtehet aus den Dachſtuhl- ſchwellen, Dachſtuhiſäulen, Spannriegel, Tragbändern, Dachſtuhlfetten, und den Kreuzbändern 3 der ſtehende aber iſt darinn unterſchieden, daß die Dachſtuhlſäulen ſenk- recht ſtehen, Dachſtuhifette, Stuhlfette, Dachrähme ,„ werden die Hölzer ge- nannt, welche auf den Dachſtuhlſäulen ho- rizontal liegen, und dieſelben mit einander verbinden, um dadurch dem ganzen Dach- Dachte ſtuhle einen Zuſammenhang zu geben, utid dem Kehlbalken eine Unterlage zu ver«- ſchaffen, Dachſtuhlſäule, iſt ein großes und ſtarkes Stück Holz eines Dochſtußls, wels t und äſtig iſt. Wegen dieſes ſchaufelichten Ge- weihes, welches er jährlich im April und May abwirft, hat er auch den Namen Schaufelhirſch erhalten, Die Farbe iſt mancherley, weiß, grau, ſchwarz, braun und röchlich, Doh iſt es merkwürdig, daß die Damhirſche und die gemeinen Hir- ſche, die einander in ſo vielen Stücken gleichen, ſich nicht nur niemals mit ein? ander vermiſchen, ſondern auch einander - Dath 275 beſtändig fliehen, daher“ man ſelten Dame hirſche in denjenigen Gegenden bemerkt, wo es viele Hirſche giebt» Ueberhaupt findet man ſie nicht ſo häufig, wie die ge- meinen Hirſche, es ſey denn, daß ſie ſtark geſchonet uud wenig geſchoſſen würden. Man trifft ſie auch ſelten in den allzu nörd- lichen und allzu ſüdlichen Gegenden, ſon- dern meiſtentheils in dem gemäßigten Him- melsſtriche an. England beſißt unter die Europäiſchen Länder die meiſten, und Spq- nien die größten. Denn die Spaniſchen Damhirſche ſind völlig ſo groß, wie unſere gemeinen Hirſche, mit denen auch diejeni- gen in der Größe überein kommen, welche in Virginien gefunden werden, Sie wählen allemal die Wälder zu ih- rem Aufenthalte, und vornehmlich ſolche, die ein erhabenes Erdreich haben, und mit kleinen Hügeln durchſchnitten ſind. Jhre Nahrung beſteht in Gras, Moos, Heu, Baumrinden, Blättern und Eicheln. Sie ſind nicht ſo wild als die Hirſche, und laſ- ſen ſich leicht zahm machen. Sie kämpfen zwar ebenfalls mit einander, wie die Hir- ſche; ihre Kämpfe ſind aber nicht ſv blu- tig, auch nicht von ſo langer Dauer« Ihre Brunſtzeit fängt ſich gegen den Octo- ber an, und dauert ohngefähr vier Wo- , Gi as 276 Damme fer, und von augenehmern Geſchmacke als das Hirſchfleiſch. Auch ihre Häute ſind ſehr dauerhaft, dabey weich und daher ſehr beliebt zu Handſchuhen und Beinklei- dern, Dammerde, gemeine Erde, humus, terra ruralis, heißt diejenige Erde, welche auf der Fläche des Erdballes ausgevreitet iſt, worauf die Kräuter oder Pflanzen wachſen, und alſa diejenige Erde iſt, welche eigentlich die fruchtbare Erde genannt werden muß. Sine iſt eine zuſam- men gejeßte Erde, welche aus verfaulten ehieriſchen und vegetabiliſchen Theilen be- ſteht, die mit lehmichten, thonichten, kal figen, mergelartigen, ſandigen und an- dern Erden vermiſcht ſind. Die eigentli- der Horde, und man muß daher die Hiße durch Darren, 277 die ganze Breite der Fläche zu verbreiten ſuchen, weil die Horden nach der ganzen Länge und Breite der Darre mit Malz be- deckt werden. Dieſe Abſicht erreicht man durch ein anderes Mauerwerk innerhalb der gedachten beyden langen Wände, das der Wolf genannt wird, Dieſer Wolf iſt mit einem ſchrägen Dache verſehen, woran dis Hiße der Schornſteinröhre ſchlägt, und da dieſer Wolf ferner inwendig recht in der Mitte der Darre angebracht iſt, aber von dem Mauerwerke der Darre allenthalben einen Fuß abſieht, ſo verbreitet ſich die an das Dach des Wolfs anſchlagende Hiße in dem ganzen Wolf, und dringet durc die an den Seitenwänden deſjelben ange» brachten Defſnungen zu den Horden der Darre, Cs giebt auch Darren, die feine Schornſteinröhren haben, und wo das Feuer unmittelbar unter den Horden ange- zündet wird, allein ſie taugen nichts, weil das Malz leicht auf ſolcher Darre ver- brennt. Vorn in der Mauer der Darre iſt eine Thüre angebracht, durch welche man beym Darren das Innere der Darre von den durchgefallenen Keimen des Mal- zes reinigen kann, So ijt die Darre in hieſiger Gegend beſchajſfen, Cs giebt aber auch Darren, die, Statt der trähternen, hölzerne Horden haben, ſo aver leicht Feuersgefahr verurſachen können; ferner andere, die Statt diejer Horden, eine Be- de>ung von Kacheln haben. In Frank- reich lätt man das Malz durch ſchiefe er- wärinte Röhren laufen. Darren verur»- ſacht oft eFeuersſchaden, daher man fie rühmlich in manchen Städten vor dem Thore angebracht hat, Darren, die Beſchäftigung des Brauers, vas Maiz zu dörren. Er ſchüt» tet zu dem Cnve das Yialz auf die Horden, Mm 3 eiwa VES DETE Sin meln; 3766 6a 273 Darrh eiwa eine Spanne hoch, auf, und zündet auf dein Heerde unter der Röhre des Darr- dfens ein Feuer an, etwa wie in einem Stubenofen.- Bey dem Darren ſchüppet der Brauer das Malz jederzeit nach einer Vierteiſtpunde um, damit es durchgän- gig gleichförmig darre, Es muß ſo lange dörren, bis es völlig tro>en und braungelb wird. Denn von deim ſtarken Dörren des Malzes entſteht die braune Farbe des brau- nen Biers. Die Keimen des Malzes fallen durch die Horden durch,'und wer- den nachher durch die Thüre aus dem Innern der Darre weggeſchafft. So darret der Braunbierbräuer. Der Weiß» bierbrauer zündet dagegen unter ſeiner Darre ein mäßigeres Feuer an, etwa ein Feuer wie zum Fiſchfochen, und läßt ſein Malz nur mäßig darren. Die Urſache iſt leicht zu errathen. Ein Malz, das auf der Darre gedörret wird, nennt man Darrmalz, im Gegenſaß des Luft- malzes, das man nur in der Luft krock- netz dieſes kann zwar ein geiſtiges Bier geben, weii die Kräfte nicht in der Hiße des Malzes verfliegen; allein es iſt dem Geſchma>e eines Jeden nicht angemeſſen, und dauert nicht länge im Sommer. Es iſt von einer nur blaſſen oder gelblichen Farbe, wie leicht zu erachten. Darrhorden, ſind von eiſernen Stangen zuſammen geſeßte Rahmen mit Queerbalken- Auf den leßtern iſt nach der Länge des Rahmens ſtarker Eiſendraht mit dünnerem Drahte dergeſtalt befeſtigt, daß ein Draht etwa nur eine Linie von dem andern abſteht. Cinige ſind auch gefloch- ten, welche beſſer als die erſten ſind, und überhaupt von den Nadlern verfertiget werden, Man muß aber bey dieſen Hors Daytviw ben, eben ſo wie.bey den Darrblechen, ſehr behutſam verfahren. Man hat auch Hor- den von haſelnen Ruthen geflochten, wel- ches eine Arbeit der Korbmacher iſt, die aber ſehr dicht geflochten ſeyn müſſen, da- mit das Malz nicht durchfalle. Man pflegt auch hölzerne Rahmen, durch deren Mitte ein ſtarker Queerriegel geht, mit dergleichen Ruthen auszuflechten, Da aber dieſe Horden gefährlich ſind, weil ſie ſich leicht entzünden, ſo bedient man ſich lieber der eiſernen 3 es ſey denn, daß man die Koſten nicht daran wenden könnte oder wollte, Darrſtube, in Oeſterreichiſchen Ge- genden ein Zimmer, welches insgemein von zween Stubenöfen ſtark geheizet wird, An den Wänden ſind Gerüſte, auf welchen hölzerne Horden in einiger Entfernung über einander liegen. Das Obſt, das man darren will, wird zuerſt auf die Hor- den der oberſten Fächer der Gerüſte, weil hier die ſtärkſte Hiße iſt, nach und nach aber auf die unterſten Fächer geſeßt, und auf das oberſte Fach wird ſtets grünes Obſt geſtellt, Das Obſt bäckt oder dörret in ſolchen Stuben allmählich, und erhält dadurch ein gutes Anſehen. Man hat auch zu dieſem Behufe kleine vierkantige Darr- oder Hordenöfen, in welchen ver- ſchiedene Horden über einander liegen, und unter dieſen wird ein ſehr mäßiges Feuer angezündet, Darrwand, eine große Thüre von ſtarkem Eiſenbleche und Schienen, welche den ganzen Darrofen deckt.“ Wenn die Darrſtücken eingeſeßt werden ſollen, oder der Oſen-ausgeht, wird ſie aufgezogen und während der Arbeit niedergelaſſen. Sie wird inwendig gegen den Ofen zu mit tem (, undd hann tant?! Zul ' if/ dy! (hm gu Rur) € ait muß vn 6X (epn ſie! ur we ſchr ſolle! gebe! da L to, jd dat (m ſe "Ww, 3 1, ſeht O Hor: , wel: ſt, die 1, dar Ran ) deren t, mit Da vell ſie 1 ſich 5 man te oder n(es emen wind, vem ernung |, das je Hot- e, weil d nad t, und es Obſt rret in erhält n hat ntige 1 ver- , und Feuer ve vonn welch! nn die 1, oder 03091) laſſet? | zu mit k vem Datteln Lehm beſchlagen, zu welchem Ende hin und wieder eiſerne Haken angebracht find, Datteln, ſind längliche runde Früch- te, faſt wie unſre Eicheln, aber größer und dicker, Sie wachſen auf den ſo ge- nannten Palmbäumen im Orient, Mauri- tanien u. ſw. Die beſten kommen von Tunisz3 die Spaniſchen ſind niemals recht reif, und die von Sale verderben leicht. Bey uns handeln die Jtaliener haupttäch- lich mit Datteln. Sie müſſen, wenn ſie gut feyn ſollen, groß und vollkommen, ohne Runzeln, außen gelb, inwendig aber voll Safe und Fleiſch ſeyn, und dieſes leßtere muß unter der äußern Haut röthlich, bey dem Kern aver weißlich) ausſehen, Der Geſchmack muß weinreich und erquickend ſeyn, und wenn man ſie ſchittelt, müſſen fie nicht klappern, Jn Atrika bereitet man aus ihnen das ſchmiericht die Datrelol, welches wie Butter gegeſſen wird, Für ſchwindſüchtige und ſchwangere Perſonen ſollen die Datteln eine ſtärkende Speiſe ab» geben, zumal wenn ein gutes Glas Wein darauf getrunfen wird, Datum, Lat. Datum, Ital, Da- to, Fr. Date, im gemeinen Leben die Zeit und der Ort, wann und wo ein Brief oder eine ſchriftliche Urkunde, als: Obligatio- nen, Dingungscontracte und Wechſelbrie- fe, geſchrieben und ausgeſtellet worden ſind. Das Datum in einem Briefe oder in einer anderen Schrift ſchreiben, heißt: datiren, Fr. daterz gleichwie, wenn man in eine Schrift ein früheres oder ſpä- teres Datum ſekt, als da ſie wirklich aus- geſtellt worden iſt, ſolches antidatiren, und ein dergleichen Datum ſelbſt Antida- rum beißt. Man ſagt auc), daß eine Obligation, Fracht« und anderer Brief, Dauttien 279 u, dergl. in Berlin, Hamburg, u.ſ, w. dariret ſey, wenn ſie in einer der benann- ten Städte geſchrieben und unterzeichnet worden ſind.. Man pflegt den Tag und das Jahr geE- meiniglich nur mit Ziffern auszudrüen. In Briefſchaften und Urkunden von Wich- tigfeit aber, und wo ſehr vieles auf das Datum ankömmt, iſt es nöthig, Jahr und Tag mit ordentlichen Buchſtaben ganz auszuſchreiben, weil die Ziſfern leicht durch Hinzuſeßung einer Ziffer vermehret, oder durch Radiren vermindert, und überhaupt verfälſchet werden können. Dieſe Verän- derung und Verfälſchung des Datums in Urkunden, welche der eine Theil dabey vornimmt, gehört, weil dem andern Thei- le ein großer Schaden dadurch geſchehen kann, untex die Arten eines ſtrafbaren Falſi. Dauben, Faßdauben, Stäbe, bey den Böttchern und im gemeinen Leben die ſchmalen Stäbe von Eichen- oder Kie» nenholz, woraus die Fäſſer, Tonnen und allerley hölzerne Gefäße zuſammen geſeßt werden, Daumen, der vornehmſte und ftärk« ſte Finger der menſchlichen Hand. Auch nennt man den zwölften Theil eines Werk- ſchuhes oder Fußes, den man einen Zoll nennt, einen Daumenz die Breite eines Daumens» Sechs Daumen, d. i- 6 Zoll, Daher brauchen auch Handwerks- leute den Daumen zum meſſen, oder etwas ungefähr zu überſchlagen, wenn ſie eben keinen Maaßſtab zur Hand haben.. Daumen, die Lattenwerke, welche durch, oder in eine Welle, oder Grindel“ hindurch gehen, oder darinn befeſtiget ſind und feſt vernietet werden, um durch deren Hülfe || 1193 vl 280- Daumiwv Hülfe die Stampfen einer Mühle in die Höhe zu heben, Daumwelle, diejenige Welle, wel- Holz, wel- net ſeyn, ehe der obere Fußboden und der untere Verpuß darauf und daran kömmt. Leßte- rer wird am beſten mit Lehm geſpriegelt und abgeweißet. Es iſt aber weit leichter und wohlfeiler mit dem Ausſtaken der Bal- kentächer, und es geht nicht ſo viel Holz dabey auf. Nur iſt hiebey zu bemerken, daß die Balken vorher troen ſeyn müſſen, und daß das Winden ihrer Fächer wo möglich im Jun, oder Jul, geſchehe, da- mit der Lehm erſt völlig austrocknen könne, ehe der Fußboden oben, und unten Rohr- oder andrer Puß daran lömmt, Decharge, iſt eine Art eines Bogens, welchen man in einer Mauer in derſelben „Dicke macht, um eine große Laſt, welche falſch trägt, zu unterſtüßen. Jn Rech- nungsſachen und Rechtshändeln iſt De- charge eine Quittung, Entbindungs- ſchrift, Decher, Dechend, eine Anzahl von 10 Stück Fellen, wonac>: Jef, beym Lerchenfangen ein Augruf vesjenigen, der etwas unter dem Neße ver- muthet, Decke, in der Jägerey, x) die Hirſche Bären- und Wolfshaut z 2) die mittelſte Feder i in des Falfen Sturz oder Schwanz, womit er die übrigen Federn bedectec, Decke, im Bauweſen dasjenige, was in einem Gemache den obern Theil zuſchlie- ßer. Eine gute Decke giebt es, wenn die Fächer der Balken, wie bey Debelboden geſagt worden(ſ. dieſen), mit trockenen Staken dichte ausgeſchlagen, und auf ſel- bige ebenfalls tro&ner Lehm gebracht, ſo- dann aber der untere Theil der Balken mit Bretern geſchalet, und ſolche berohret werden. Cs kommen aber dergleichen Deen für gemeine Landgebqude zu hoch zu ſiehen. Decke, Deckung, Deckel, iſt in den Weinbergen die andere Arbeit nach der Weinleſe, welche der Winzer nach dem Pfahlziehen, an einigen Orten vor, an andern nach der Düngung, aber noch vor Winters, und ehe die dem Weinſtoke ſchädlich ſeyn fönnende Fröſte einfallen, vornimmt. Der Winzer macht nämlich) mit der breiten Haue oder Hacke gleichſam eine Furche zum Sto> hin, und hat dabey Acht, wie und wohin der Sto> zum Er- - ſtrecken und Deen ſich am beſten hinge- richtet habe, damit der Winzer ſolchen recht niederbiegen, ein wenig mit den Fü- ßen betreten, und hernach, mittelſt der Haue, mit Erde wohl zudecken könne; doch alſs, daß in der Mitte und oben am "Wipfel ein Paar Augen ein wenig hervor razen, welches Bieckdecke genannt wird, Das oberſie Holz wird weggeſchnitten. Es muß aber das Decken an einem ſchönen Vek. Regllexicon 1, Theil, De>neß 231 Tage geſchehen, damit das Holz trocken unter die Erde komme, weil ſonſt die Au- gen im Naſſen unter der Erde leicht anlaus- fen und verfaulen,. Auch muß dahin ge ſehen werden, daß weder zu tief noch zu ſeicht gede> t werde, damit im erſten Falle das Holz nicht erſtike, im andern aber nicht erfriere. Dieſes Decken der Wein» ſtöke, ſo nüßlich es in harten Wintern ſeyn kann, wird nicht überall beobach- tet, Deckel am Säulenſtuhl, Franz, Corniche, iſt das obere Geſims deſſele ben, Deckel, Schild, iſt die- Bebeckitig) welche auf der Zarge des Mühlſteines eben auflieget, und noch eine Queerhand über die Zarge hinaus gehet, damit nichts ab- röhren oder heraus ſtäuben möge,. Deckenriß, ein Plan oder Entwurf eines Baumeiſters von der Eintheilung und. Verzierung einer Dee in einem Zim- mer. Decdenſtück, Fr. Platfond, das mittlere Feld an einer De>e, ſo mit aller- ley Malexeyen al treſco verſehen iſt. Deckleyne, Lönen, Lünzen, Linſen, Deckel, ſind aus Ciſen ge- machte und mit Federn verſehene Stifte, welche oben ſtarke blecherne oder hölzerne mit Niedten befeſtigte Decken haben, und vor den Rädern in die Achſe eines Rüſt- Laſt- oder Miſtwagens, daran man keine, Stemmleiſten führer, geſteckt werden, da- mit weder die Räder ablaufen, noc auch Sand und Koth auf die Achſen kommen mögen, Decknetz, De>garn, S Streich- RE Nachtgarn, ein. Nes, welches zum SER ZE IETI | 282 Dep zum Fang der Rebhühner, Wachteln u. y, f. gebraucht, und entweder mit länglich gevierten und raufenförmigen, oder vier- ecfichten Maſchen, aus ziemlich zarten und doppelt gezwirnten Faden geſtrict wird, Decplatten, Deckſteine, ſind 3 bis 3 Zoll dicke, und nach dex nöthigen fänge und Breite zugehauene Steine, w9- mit man die Garteamauern und Thorpfei- ker vor dem Wetter zu bedecken pflegt. Man läßt fie zu ſelbſt eigener Dauer ent- weder in dex Mitte etwas erhaben und auf beyden Seiten abſchüßig zuhauen, oder mar legt fie auch ſchräge, damit ſie einen Abhang von etlichen Zollen außerhalb des Gartens bekommen. Deckſotten, Plattſotten, Deck- raſen, einen Fuß lange, einen halben Fuß breite, und drey Zoll ſtarke, von gu- fen Graspiägen ausgeſtocßene Raſenſtücke. Sie dienen zur Bekleidung der äußern und zmnern Böſchung eines Grabens, der Luſk- berge undandrer Werke. Man legt auch wohl Terraffen und ganze Gartenwände damit aus- Deckwerk, iſt eine Art von Buh nenbau., womit abhängige Ufer gegen das Abſpülen geſichert werden, und iſt als eine Schale zu betrachten„ unter welcher marz das Ufer gegen die Angrifſe des Strohms- zu beſchirmen ſuche, Sie unterſcheiden ſich von den Packwerken(Ff. dieſe) nur in ſofern, daß die Faſchinenſchichten dün- ner aufgetragen werden 3 ſte erfordern aber mehr Würſte, mehr Pfähle und mehr Reiſer zur Bepflanzung, weil das Teck- werk fehr flach angeleget wird. Die ſtarke Bepflanzung von Reiſern iſt nothwendig, and ihr Ausſchlag wird yon Zeit zu Zeit Defere gegen den Strohm zu niedergebunden, w9- durch eine Beſeſtigung entſtehet, die we- der durch die Fluth noc< Eisfahrt, oder ſonſt, verwüſtet werden kann. Man be- dient(ich dieſer Dekwerke ſowohl bey aus- wärts, als auch einwärts gehenden Ufern. Bey jenen, weil ein dergleichen Ufer Buh- nen haben kann, ohne zugleich das gegen über liegende Ufer zu beſchädigen, und man dazu feine Erlaubniß hat. Auch pflegt man dergleichen Deckwerk deswegen anzulegen, um die Koſten eines würklichen Buhnenbaues zu erſparen, Deduttis deducendis, beißt in Rechnungsfaächen ſo viel, als? nach Ab- zug desjenigen, was zuvor abgezogen wer» den ſoll und muß. De fatto etwas thun, heißt eis genmächtig ſich etwas unterfangen, wozu man fein Recht hac. Sefect, beißt überhaupt ein Mangel, Abgang, oder dasjenige, was an einem Dinge fehlet;. daher ſagt man; ein defe- et:s Buch, ein defectes Service 21c. Eine Rechnunt&g defectiren bedeutet: den darinn etwa untergelaufenen Mängeln oder Fehlern mit Fleiß nachforſchen, ſolche ents» deen und bemerken, auch deren Beant- wortung von denz Rechnungsführer ex» fordern, Deferrad, ein Waſſerrad, da die Zwiſchenräume von den Schaufeln, ſowohl von dew zwo Seiten, als auch auf die Rade felge mit dünnen Bretern verwahret oder gedefert ſind. Ein ſolches Rad iſt nüklich zu gebrauchen, wenn man wenig Waoſſex hat, Cs werden auch die oberſchlächtigen Räder mit dieſem Namen beleget, bey welchem die Kaſtlein in Getäfel eingethei- let(ind, Dich, A Ss Sn ) wt: € Ver oder 1 bes ) QU Ss Wen, Vühe Qegen . ind Anch wegen lichen ißt in d) Ab: (1 Wer eißt Oje 1, wozu Mangel, einem in defe- Cine ' dy In eder he eite eant- rx ey da die ſowehl e Rade et oder nüklic) Woſſt achtigen ze, v'y ingethey Qi Deich Deich, Damm, Teich, Franz, Digue, eine von Erde, gleich einem Wal» le, aufgeführte Höhe, Fluchen und Ucber- ſchwemmung abzuhalien, daß alfo das Waſſer nicht weiter austreten könne. Die Holländer heißen ihn' DyF, und Teich (mit einem T geſcheieben) follte nur allein von Fiſchteichen geſagt und geſchrieben werden, Deichband, iſt die Geſellſchaft, die einen Deich zu unterhalten hat, Deichbedeckung, die ganze Bede- Fung der Oberfläche des Deichs, um die- ſen haltbar zu machen. Ein unbedeckter Deich verſchlimmert ſich durch Fluch und Wellenſchlag und dur die Witterung von Jahr zu Jahr. Naſſe Jahre ſpülen von der Kappe und Abdachung Erde weg, und trockne Jahre verwandeln die Erde in Krü- meln und Staub, weshalb eine Bede>ung nothwendig iſt. Strohmdeiche werden gemeiniglich mit Raſen oder Soden bedeckt, weil ſich dieſe im ſüſſen Waſſer begruſen und bewuchern, Der Beſaß mit Korb- oder Uferweiden iſt aber beſſer, weil man dadurch einen unüberwindlichen Panzer an- legt, nachdem dieſe erſte Bepflanzung in den erſten Jahren niedergedrückt werden können. Seedeiche von Holz dauern kaum 20 Jahre; daher Steine, womit der Deichfuß bepflaſtert wird, vorzuziehen ſind. Fehlt es an Steinen, ſo bedeckt man den Deichfuß mit einem Strohdach, welches von einem ländlichen Strohdache wenig unterſchieden iſt. Die Wellen brechen ſich noch leichter auf dem Stroh, als auf den Steinen, und es iſt gut, wenn man die ſo ge- nannten Strohſchefeln verkehrt auflegt, ſo daß die Sturzenden aufwärts ſtehen. Als» denn fangen ſie Schlick, und der Deich wird gar bald mit Stroh und Schlif über- Deichſ 283 zogen. Stroh, welches von der Sonne nicht beſchienen wird, vermodert nicht leicht; Schilf und getrocknete Seefkräuter, - deren man ſich an einigen Orten gleichfalls bedienet, dauern länger, aber doh) keines ſo lange als Steine,- Deichbeſtick, der Durchſchnitt oder Profil eines Deiches. Deichel, ein durchbohrter Baum nach verſchiedener Zirkelweite, ſo zu Waſſerlei« tungsröhren gebraucht wird. Deichpfand, der Antheil einzelnex Intereſſenten zur Erhaltung oder Auffüh- rung eines Deichs. Deichſchaart ,/ ein Einſchnitt auf- einem Deich zur Viehtrift. Deichſchloß, iſt die Einfaſſung eines Kolks, welche hinterwärts mit dem Haupk- deiche verbunden iſt, damit ſich das aus dem Grunde heraus quellende Waſſer nicht in die Ländereyen ergießen könne. Deichſel, Deichſelſtange, die an dem Vordertheil des Wagens befeſtigte Stange, woran auf jeder Seite ein Pferd mit den Bruſt» und Haltketten angeſpan- net wird, um den Wagen zu regieren, aufzuhalten, und zu lenken. Dieſe Stan-« ge muß von biegſamen Holze, z. B. jun- gen Eichen oder Birken, ſeyn, weil ſprö- des Holz leicht ab- und wegbricht, wenn zumal aus einem tiefen oder harten Gelei- ſe mit den Pferden kurz heraus gebogen wird. Deichſelaxme, zween hölzerne Are me oder halbrunde kurze Stangen, welche mit einem Ende in die Vorverachſe des Wagens, von einander gebreitet, einge- laſſen ſind, vorne aber, wo der Deichſel zwiſchen denſelven eingeſchoben wird, enger Nn 2 zuſame- *-= M Sg us BE 284 Deichſ zuſammen"laufen, wo ſie denn durch die eiſernen Deichſelringe mit dem Deichſel vereiniget, und beyde zuſammen befeſtiget werden. Denn die Ringe gehen ſowohl um die beyden vordern Enden der Arme, als auch um den, zwiſchen den Armen eingeſchobenen, Deichſel, und vereinigen beyde. Statt der beyden Ringe, ſind bey Kutſchen und Chaiſen zween Bolzen vor handen, daher man bey ſelbigen die Deich- ſel bequem abnehmen kann, Deichſeleiſen, ein faſt über das Knie gehender Steigbügel, oder eine vom Knie bis untex den Fuß gehende, oben über dem Knie etwas gebogene, unten aber wie ein Steigbügel gebildete, breite, und ſtarke eiſerne Schiene, welche oben mit einem Riemen an der rechten Seite des Sattels beyeſtiget iſt, damir der Deichſel das Bein des auf dem Sattelpferde ſikenden Fuhr- manns nicht beſchädige oder gar zer- breche. Deichſelring, der eiſerne Ring, der bey Führwagen die Deichſelarme mit dem Deichſel vereiniget und befeſtiget. Zween „ſolche Ringe befeſtigen den Deichſel 3 dage- gen bey Kutſchen zween Deichſelnägel an- gebracht ſind. Ein ſolcher Deichſelnagel iſt nicht eFicht, ſondern vund, mit einem ſtarken runden Kopf, und am Ende mit einer Spalte verſehen, wodurch ein Splint geſteckt wird, damit dex Nagel nicht her- aus gehen fönne, 4 Deichſeiſteg, Fußbret, Fuß- tritt, das ſchräge gerichtete-Bret über den Deichfelarmen, worauf der Kutſcher ſeine Füße ſekt. Deliberandi /patium,Ueberlegungs- friſt, da derjenige, welchem eine Erbſchaft anfällt, binnen ſechs Wochen ſich erklären Depot muß, ob er die Erbſchaft mit allen Rech» ten und Verbindlichkeiten übernehmen, oder ihr entſagen wolle, Iſt der Aufenthalt der Crben über 49 Meilen von dem lekten Wohnorte des Erblaſſers entfernt, ſo kömmt den erſteren eine drey monathliche Friſt zu gute. Während dieſer Friſt iſt der Erbe, auf Forderungen der Erbſchafts gläubiger ſich einzulaſſen, und Prozeſſe, die von dem Erblaſſer oder gegen ihn ange» ſtellt worden ſind, fortzuſeßen, nicht ſchul- dig. Doch können die Gläubiger in allen Fällen, wo ein Arreſtſchlag nach den Ge- ſeen zuläßig iſt, auf die Verſiegelung des Nachlaſſes antragen. kann, während der Ueberlegungsfriſt, zum Beſten des Nachlaſſes jolc)e Handlungen, die feinen Aufi<:b ieiden, vornehmen, A, & R. Th. l. Tit, IX, 5. 384 ff. Dendriten, ſind Steine, welch? mit Abdrücken von Kräutern gezieret ſind, Man findet dergleichen hin und wieder in Deutſchland, und ſie ſind vermuchlichy von einer metalliſchen Feuchtigkeit, welche in die Steine dringet, und darinn allerley Figuren bildet, erzeuget 3 man kann aber auch durch die Kunſt Dendriten machen, Deponiren, heißt überhaupt Geld und Geid:5werth an einem dritten Orte zur Sicherheit und Verwahrung niederle- gen. Der ſolches niederlegte wird Depo- nent oder Depojitor, und der es in "Verwahrung nimmt, Depoſiratrius ge» nannt. Das Niedergelegre ſelbſt heiße Depoſitum, Ddpöt, und der darüber ausſtellte Schein, Depojitionsſchein, Außergerichtliche Depoſitarit werden wegen ihrer Untreue und widerrechtlichen Benu- ßunz der anvertraueten Sachen geſtrafer z gerichtliche Depoſitarit aber, wenn ſie die ihnen anvertrauten Sachen und Gelder an- greifen, Der Erbe ſelbſt- .« a 223 Daa ug da IE DF ZEITS EE <->.„>> Se 2 EI= Rech , der lt der eten eG Miche ſt iſt haſtss jeſſe, ange ſchul: ollen 1 Os 19 des ſebſt |, zum ingen, "A, welch t ſind, der in q) von he in jerley ! aber hen, Held rie erles p0- ; in ) Q2- heißt rüber yein, vegen Zen rafet; (8 die er an elne Deſcend greifen, ſind gleich untreuen Caſſenbedien- ten zu beſtrafen. A.2, R. Th-1U, Tit. XX, G.1353ff. Deſcendenten, Leibeserben, Nach- kommen, in herab ſteigender Linie, als: Kinder, Kindeskinder. Sie dürfen ihre Aſcendenten nicht heyrathen- A, 2. R Th. 1, 3.3. Defertio malitioſa, bösliche Ver- laſſung des Chegatten- Iſt der Aufent- halt des Ehegatten unbekannt, oder derge- ſtalt außerhalb Landes entiegen, daß feine richterliche Verfügung zur Wiedervereini- gung der getrennten Ehe Statt findet, ſo iſt der zurüf gebliebene Theil auf öſfentli- t man zu- gleich, welche die wenigſten Ungleichheiten haben."In Anſehung des Preiſes wird unter den DiE- und Tafelſteinen, und unter den viereckigen und Roſenſteinen eix Unterſchied gemacht, und zwar nachdem jede Art im Gewichte ſteigt; ſo macht es auc) bey den Brillanten einen Unterſchied des Preifes, ob ſie in Holland over iu Antwerpen brillantirt worden ſind. Von jenen koſtet ein Gran 3 rt, tief, eindringend, weiß, viele ſtaxb;: oben mit einander verbunden, Stengel: aufrecht, rund, flebrig anzufühlen, einfach, 2-3 Fuß hoch, einjährig. MBlätter: gefie- dert, groß, wechſel3weiſe ſtehend aus 3, 4=- 5 Paar, und einem einzelnen, läng- lichen, ſteifen, glatten, geſpißten, auf der Oberfläche mit einer entlängs laufen- den Furche gezeichneten, ungeſtielten Blätto SERS ENE 290 Diſtel dienen alſo in eine jede Sammlung peren- nirender Blumenpflanzen aufgenommen zu werden, und weil ihre Cultur zugleich qu- leicht iſt, ſo werden fie mit Recht unter die Zahl unferer beſten peren- nirenden Blumenpſlanzen gerechnet. Man Fann zur Vermehrung den Saamen zwar im Frühjahr ſäen 3; aus dem Herbſtſaamen aber entſpringen im Frühjahr ſtärkere Pflan- zen. IDalrex räch an, den Saamen im Sept. 1 Zoll tief in Töpfe zu legen, und dieſe im Winter unter ein Obdach zu brin» gen, da denn die jungen Pflanzen im An- fange des Herbſtes, wenn die Blätter ab- ſterben, auf ein PRanzſchulenbeet ausge- feßet, und 3== 2 Jahr nachher auf die "Rabatten verpflanzet werden, auf denen fie, wenn ſie 3---4 Jahr alt ſind, zur Bluüche kommen, viele Jahre fortdauern, ſich außerordentlich vergrößern und ven Jahr zu Jahr ſtärker blühen, Die abge- ftorbenen Stengel werden jährlich im Hexb- ſte abgeſchnitten, Man hat die Wurzel neuerlich als ein kräftiges Mitrel ſowohl bey der fallenden Sucht, als auch bey verhaltener Reinigung anpreiſen wollen, ingleichen zur Beförde« rung des Urinabgangs und zum Austrei-- ven der Wärmey, In den Apotheken wird? eben diefe Wurzel zu verſchiedenen zuſam-. mein geſeßten Mitteln gebraucht. Die grüne Farf riechende Pflanze enthält ein ölichtes Weſen, daher auch, went man ein angezündetes Licht unter die Pflanze dalt, plößlich eine Flamme entſteht, we» dye ſich über die ganze Pflanze verbreitet, Diſtel, earduus, dieſe Gattung enthält dauerhafte, frautartige, ein- und zweyjährige und perenntrende Pfanzen, mit 1=-= 6 Fuß hohen Stengeln, und zU- ſammen geſeßten, theils im Jun. theils im Diſtel Jul. und Aug. blühenden, und theils im Aug. theils im Sept, reifen Saamen ge» benden, Blumen, in bauchigen, ſchuppi- gen, ſehr ſtachlichten Kelchen, welche zwar meiſtens fehr läſtige Unfräuter ſind, von denen gleichwohl manche wegen ihres ſehr ſchönen und ſonderbaren Anſehens in die Gärten, andere aber wenigſtens als aus- ländiſche Pflanzen in Kräuterſammlungen aufgenommen zu werden pflegen. Die vorzüglichſten derſelben ſind folgende 7 1) Die SpeerVviſtel, C. lanceolatus L. Vaterland: Europa, im gebaue- tem Lande und im Steingrunde, Sten- gel: haarig. Blätter: herunter latt- fend, geſchlißt, mit ſteifen Borſten beſekt, mit aus einander geſperrten““ppen. 25lu- men: mit eyrunden, ſtachlichten, zotti- gen Kelchen, purpurrech, Abarten: 3-4, in Anſehung der Größe, Sta- en. und ermüden darf, dichte am Boden abgeſtoßen. Winnen einigen Wochen wird dieſes Geſchäfte, und nach einigen Wochen. abermals wiederholet. Auf dieſe Weiſe verbluten ſich die jungen Pflanzen, ſterben ab, und ſo fährt man Jahr für Jahr fort, ein Ackerſtück nach dem andern. zu reinigen. Die im Frühjahre abgeſto- hene, grüne D'ſielpyflanzen werden ſofort ge- jammlet, klein geſtoßen, und Rinder, Schweine und Gänſe damit gemäſtet. Die Stacheln ſind an den jungen Pflan- zen zart, und. durch das Kleinſtampfen verlieren ſie ihre Steifigkeit zum Stechen. Auch die jungen Pferde werden nach glei- » zzz zz ez 19m, * der | Des ) et: urch ater, *(ts pflt | hur leich (ten alti» ſen: ndet tärft pltle n, ſ0 ieſem ſtark | aus faſſes 1 der venn nur mit ritus ßen, bald Chels ) zur Zpirl plritys in die ( aber, 1 Epb ſt) ſe nim Diſtill nimmt er die Vorlage weg- Wählt der Deſtillateur einen ſtarken Korubranntwein, ſo gewinnt er etivas über die Hälfte Spi- ritus, z. B. ven 24 Quart Kornbrannt- wein 14 Quart Spiritus, Ein ſchlechter Branntwein giebt ofe unter der Hälfte. Allein auch dieter rectificirte Spiritus führt noch wäſſerichte Thei:e bey ſich, und muß alſo von neuem diſtillirt werden. Bey die- ſem leßtern Diſtilliren gewinat der Diſtil- lateur über drey Viertel von der Maſſe des Spiritu2, den er in die Blaſe gebracht hat, Alles dies ſind befannte Sachen. Allein geheimnißvoll werden die Beymi- ſchungen der Gewürze verſchwiegen, ſowohl was die Art anbetrifft, als aul) die Pro- portion, wie ſie zu jeder Aquavitgattung beygemiſcht werden; zumal da beynahe je- der Diſtillateur die Kunſt verſieht, einige Arten von Aquavit mit vorzüglichem Er- folge, und in vorzüglicher Gute, beſſer als ein anderer, zu diſiilliren, Danzig hat den Vorzug, daß daſelbſt ein ganzes Jahrhundert hindurc), wo nicht länger, die beſten und feinſten Liqueurs gemacht worden-ſind, und der ſo genannte Lach3- branntwein wird faſt in alle Theile der Welt verfahren. Die Beſißer dieſer Brennerey vererben die Kunſt, die beſten fiqueurs zu machen, nur von Kind zu Kind, Unterdeſſen iſt die Verfertigung der mehreſten Arten bekannt, nur daß es nicht jedem leicht gelingt, ſolche in vorzüg- „licher Güte nachzuahmen 3 folglich muß es doch noch an etwas weſentlichem febien. Man ziehet aber die feinen Aquavite nicht blos mit Gewürze, ſondern auch mit dem Saamen einiger Staudengewächſe, oder mit den Kernen einer gewiſſen Frucht ad, Blos das ätheriſch Oelichte dieſer Beymi- ſchung geht in den Spiritus über, und ver» beſjert ſeinen Geſchma&, ohne die Farbe Diſtill 293 zu ändern, welches leßtere nur bey den ſo genannten Cptrracken geſchiehet. Der Saamen oder die Kerne, womit der Spi» ritus abgezogen wird, giebt dem Aquavit feinen Namen, und man nennt ihn daber Anisaquavit, Citronenaquavit, Pome- ranzenaquavit u. ſ. w. weil er über ſolchen Körpern abgezogen iſt. Es iſt nicht noth- wendig, daß, außer dem gedachten Saa- men oder ven Kernen, noc Gewnrze mik in die Blaſe geſchüttet werden, ſondern man fann den Spiritus z. B. blos mit Kümmel abziehen. Der Apotheker unter- ſcheidet daher einen Aquavit, der, außer der Hauptveymiſchung, noch mit Gewuür- zen abzezogen iſt, durch einen beſondern Namen, und nennt ihn Rarminariv« Die gewohnlichen Aquavite werden blos mit Kümmel, Anies, Wacholderbeeren, Pomeranzenſchalen u. ſ, w. abgezogen, und von einem oder dem andern rechnet man auf jedes Quart Spiritus ein Viertelpfund«, Dieſe Körper werden in dem Mörſer zer- ſtoßen, einige Tage in Waſſer eingeweicht, und bey dem zweyten Diſtilliren in die Blaſe geſchüttet. Will man den Geſchmack eines jolchen Aquavits noch erhöhen, ſo kann man ihn, wie geſagt, in Karminativ ver- wandeln, und Zimmt, Gewürznelfen und Citronenſchalen geſtoßen hinzu feßken. Es giebt aber noch einige edlere Liqueurs, bey welchen eine zuſammen geſeßtere und mans» nichfaltigere Beymiſchung erfordert wird. Zu dieſen Liqueurs gehören z.B. folzende Arten: Ratafia, Perſiko, u, a. m. Alle Aquavite und Liqueurs, ſowohl die ge- wöhnlichen, als auch die feinen, werden - fämmtlich mir Zuckerwaſſer verſest, weil. ſie ohne einen ſolchen Zuſaß zu ſtark ſind, Man Alöſet nämlich jedes Pfund Zucker in ein halbes Pfund Waſſer auf, kocht ihn blos im Waſſer mit etwas Cyweiß, und Ho 3" ſc<äumet G KER STEHEN ük! ui Wan Hehn 294 Diſtill ſchäumet ihn beſtändig ab. Der Zuer wird in erforderlicher Proportion zu dem Spiritus gegoſſen, und wenn dieſer noch zu ſcharf iſt, ſo wird ex mit Waſſer ver- dünne, Außer dieſen diſtillirten Aquavi- ten pflegt man den Geſchmack des einmal abgezogenen Spiritus auch dadurch zu ver- beſſern, vaß man ihn blos auf Kirſchen, Pomeranzenſchalen 2c. gießt, ihn in die Sonne oder in eine künſiliche Wärme ſekt, und hierdurch einen ſo genannten Extrock gewinnt. Nicht nur der Geſchma>, ſon- dern auch die Farbe derjenigen Dinge; worauf man den Branntwein gießet, geht zu dieſem über. Außerdem pflegen auch wohl ſo genannte Liqueuxrs aus der Mi- ſchung verſchiedener ſtarker Getränfe, mit Gewürz verſehen, zu entſtehen, z. B. der Chriſtopbhier, Die Diſiillateurblaſe gleicht vollkommen der Blaſe des Brannt» weinbrenners, nur daß ſie. etwas fleiner iſt. Die Diſtillateur find nicht wie andere gewöhnliche Handwerker zünſtig, ſondern an manchen Orten mäſſen ſie ſich durch Geld die Freyheit over das Privilegium, Branntwein zu diſtilliren, erkaufen. An vielen Orten iſt die Anzahl der Diſtilla- feurs durch Verträge, die ſie durch obrig- feitliche Begünſtigung oder Beſtätigung unfer ſic) erhalten haben, beſtimmt oder geſperre?, ſo, daß feiner weiter und ehex angenommen wird, als bis einer an der Zahl fehlet. Sie erlernen ihre Kunſt nicht handwerkfsmäßig, ſondern von ihren An- verwandten oder andern Bekannten aus der Erfahrung, oder auch wohl von ge- ſchiten Scheidekünſtlern. Denn ein je- der Apotheker verſteht die Kunſt, den Branntwein' zu Spiritus zu diſtilliren, Daß jie aber mit dem Diſtilliren geheim- nißvoll find, fann ihnen nicht verdacht werden, weil jonſt ein jeder ſich denſelben Docht zum eignet Gebrauch zubereiten würde, und ſie alſo Abbruch an ihrer Nahrung lei- den würden, Diſtilliren, Deſtiiliren, beißt, wie aus vorher gehendem Ürtifel zu erſe- hen: den gebrannten Kornbranntwein noch zweymal in der Blaſe abziehen, um ihn von allen wäſſerichten Theilen zu befreyen, und ihn in einen ſcharfen Spiritus zu ver- wandeln, welchem durch Beymiſchung mancher Gewürze ein feinerer Geſchmack mitgetheilet wird. Docht, Dacht, Tocht, iſt ein locer zuſammen gedreheter, vielfacher, bald dicker, bald dünner Faden zu Wachs- und Talglichtern, auch Oellampen. Der Dacht von baumwoltkenen Garn iſt beſſer, als der von leinenen Garn, weil dieſer langſamer, als der Talg von der Flamnie, verzehret wird, weshalb der leinene Dacht öfter mit der Lichtpuße abgenommen oder verfürzet werden muß, Cs wird daher zu allen guten Lichtern, insbeſondere zu den gegoſſenen, baumwollenes Garn, oder ale lenfalls vermiſchte Waumwolle und Leinen unter einander genommen. Will man aber leinenes Garn allein nehnten, ſo muß es gebleicht und mürbe gefiopft ſeyn; noch beſſer aber iſt es, wenn der Flachs( ſiehe. dieſen) auf*Baumwollenart vor dem Spin- nen zugerichtet, und ſodann nur loſe, und nicht dicht, geſponnen worden. Die Doch- te zu den weißen Wachslichtern und Wachs- ſio en werden durchgängig von baummwolle- nem, gleichem und nicht Fnotigem Garn ze- ſponnen. Sind in dem Dochte Knoten, ſo geht das Wachslicht aus, oder brennt wenigſiens an knotigen Stellen nicht recht helle. Die Stärke des Dacht8 zu einein fichte muß immer der Stärfe des Talgs oder des Wachſes angemeſſen ſeyn. Iſt : der 2 2 SUE IM urde, g lei: beißt, | eſ 1 noh n ihn Teen, 10NE chung mad ſt ein bald 3: und Der veſſet, dieſer amn, Dacht on oder her zu u den et ale (einen | man muß no< ſiehe. pin: und Io<- ac<8- volle: n ge noten, wenn recht einein Tals 3 der Docke der Docht zu ſtarf, ſo verzehret er, der Sparſamkeit zuwider, zu viel Talg oder Wachs: iſt er hingegen zu dünne, ſo ver- zehret er zu wenig Talg oder Wochs, und das Licht brennt dunfel. Zu den ODellam- pen fann auch das Mark der kleinern Bin- ſenart gebraucht werden. Docke, Geländerfäule, Franz, Baluſtre, Fleine unb furze gedredhfeite Säulchen, welche zur Verwahrung bey Geländern von allerley Art dienenz3 ſie werden unten auf ein Fußgeſims geſteller, oben aber mit einem Decfel bede>et. Docken, Griesſäulen, ſin5 auf- recht ſtehende vierkantige Hölzer mit Fal- zen, darinn die Schußbreter auf und nie- dergehen. Oben werden ſie mit einem Kronholze zuſammen gehalten. Docken, Bolzen, Geländer- ſchalen, nennt man auch die kleinen Säulen, welehe man zu äußerſt bey einer Brücke in die Jochſtü>e, und dazwiſchen in andere dazu gemachte Hölzer ſenkrecht aufſtellet, und mit dem Bruſt- und Bund- riegel, auch mit den Streben verbindet, woraus die Lehne oder das Geländer einer Brücke entſtehek. Dodane, die Gothiſchen Gewölibe- bogen, ſo aus zween Zirkelbogen beſtehen, die in dem Gipfel in eine Spike zufammen laufen» Weil dieſe Wölbung beynahe die Geſtalt eines Eſelsrückens bildet, ſo wird ſolche von den Franzoſen dos dane ge- nannt, Dieſe Bauart findet mat nux noch in den alten Gothiſchen Gebäuden, Dogge, eine Art großer Engliſcher Hunde, die ſowoht zur Jagd als zur Prache* gehalten werden, Man nennet ſie auch Engliſche Dogge Dohle 295 Dohle, monedula, ift die kleinſte Arpt Raben, kaum halb ſo groß, wie der wahre Rabe, Sie ift auch ſchwarz, nur oben an der Kehle und Bruſt etwas grau geſtreifet. Männchen und Weibchen kom- men dem äußern Anſehen nach überein, Es ſind verſchiedene Arten, unter welchen die vornehmſten dieſe ſind: 1) Gemeine Doble, die jest beſchriebene, wonedula, garrula, graculus. Sie wird leicht zahm gemacht, lernt, wenn ihr die Zunge gelö- ſet worden, beſſer reden, als Raben und Aeliſtern, und wird oft in Zimmern gehal- ten, wo ſie ein- und /ausfliegt; 2) ganz ſchwarze Dohle; m. tota nigra, iſtſchr tief ſt aufzunrachen uns das Fleiſch heraus zu frefſen wiſſen. Wo man in den Städten Wallnußbäume auf Höfen und in Gärten, Dohlen aber in den Stadtthürmen hat da kana man in we- gig Tagen um alle ſeine Nüſſe durch ſie „kommen. I< habe es einſt mit eigenen Augen geſehen, daß einer meiner Bekann- ten ſeine Nüſſe nicht eher abnehmen wollte, als EIN WE 235 Dolde als bis ſie aus der grünen Schale meiſt ausfallen wollten, und hiemit den höchſten Grad ihrer Reife andeuteken, Die Doh- len famen ihm zuvor, und trugen, dem WBeſißer unbemerkt, alle Nüßje in den Thurm hinein, von welchen er nur den geringſten Theil, kaum zween Scheffel, wieder heraus finden konnte, da die mei- ſten in die nicht zu erſteigenden Mauerls- en, und eine Art von Rauſch verurſachet. IJnſonder= heit ſind ſchon viele, zumal Kinder, durch n das ſchöne Anſehen und den ſüßen Geſchma der Beeren angelocet worden, ſelbige, aber allemal mit großem Schaden, und gemei« niglich mit Verluſt ihres Lebens, zu eſſen, und die Schriftſteller führen aus des. Bu- e in Büſchen und Wäldern, wo Donen geſtel- let ſind. Man muß, ſo viel möglich, die- ſe Strecke in gerader Linie fortgehen laſſen, und ſo, daß eine Done von der andern an den Bäumen nur ſo weit abſtehe, daß der Vogel von einer zur andern ſehen kann, vamit er gut anfalle. Donnerfeile, Ceraunii lapides, ſind feine natürlichen, ſondern dur< die“ Kunſt gemachten Steine, welche wahr- ſcheinlicher Weiſe in vorigen Zeiten als Werkzeuge oder Kriegsgewehr gebraucht worden ſind. Man findet ſie meiſtentheils ix Grabhügeln. Waller. Mineral, S. 559 rechnet ſie zu den gemachten Bildſtei- nen, wohin er"auch die bisweilen ausge- grabenen ſteinernen Meſſer, Aexte, Ham- mer, Pfeile und Zungen zähler. Juſti Mineralog. S, 1832 hält es für wahrſchein- lich, daß dergleichen Steine durch die, Mit dem Erdförper vorgegangenen, Ver- T Doppelf wüftungen und Veränderungen unter die Erde gekommen ſind, Doppelband, ein eiſerner Thüren- band oder Beſchlag mit zween Flügeln, im Gegenſaß des einfachen Bandes, das nur einen Flügel hat, und auf einem ein- geſchlagenen oder eingegoſſenen Haken ruhet, Doppelbänder, ſind zwey dicke Bänder oder Reifen, die, nachdem ſie ge» hörig eingerichtet und geſchloſſen ſind, in einander geſchoben und. befeſtiger, alsdenn aber auf einige große Fäſſer um das Ende der Dauben auf die Kröſe geſchlagen wer» den, damit, wenn das Faß gerollet wird, ſolche abhalten, daß ſich daſſelbe in der Ge» gend der Kröſe nicht ſo ſtark ſcheure. Ooppelbier, ein Bier, das aus mehrerm Malz zweymal gekocht wird, auch mehr Hopfen, als das gewöhnliche Bier, erhält, z. B. das Danziger Doppelbier, die Braunſchweigiſche Mumme, auch auf gewiſſe Weiſe das Berliniſche Kufen- bier, Doppeldach, ein Ziegeldach, wenn der oberſte Ziegel jederzeit über der Fuge zweyer darunter beſindlichen Ziegeln liegt, und ſolche über die Hälſte bede>et. Ein ſolches Dau iſt noch einmal js ſchwer und theuer, als das einfache iſt,(S, Beda- zac>i- ge, nach verſchiedenen Wendungen und Schlingungen von Bildhauer- oder Stu- >aturarbeit gemachte Verzierung, die am Kapital oder dem Gebälfe der Säulenord- nungen angebracht wird, Doppelter Leineweberknsten, Netzknoten, ein Knoten, womit ein Seil oder eine Leine zuſammen gebunden wird, wenn man ſtark an dem Seile zie- het. Er heißt ſo, weil die Leineweber ihre Fäden, welche reißen, anf eben ſolche Art zuſammen knüpfen 3; den andern Namen hat er aber, weil ſeine Verſchlingungen, ehe ſie zuſammen gezogen werden, einer doppelten Nekßmaſche ſehr ähnlich ſind. - Doppelter Stich, Dopyvelſtich, Iſt bey Riemer- und Sattlerarbeiten, wenn eine Narh mit zwey Drährern zugleich ge- nähet wird, wie der Schuhmacher eine Sohle annähet, oder andere Stücke wie« der zuſammen nähet. Der Riemer ſticht mit einer Able vor, und mit der Nadel dys “ Dorantr einen Drahts rechts durchs Lochz mit der Nadel an dem andern Draht aber ſticht ex linfs, ſo daß beyde Drährer gegen einander durchgezogen werden. Natürlicher Weiſe liegt der Draht von beyden Seiten, und folglich doppelt, an der zuſammen genähe- ten Sache. Da auf großen Höfen die Hofmeiſter, Meyer oder Großfknechte das Pferdegeſchire zu flicken haben, ſo müſen ſie, wenn es halten ſoll, ebenfalls mit Doppelſtichen flicken, Doppeltes Pumpenwerk, ein Brunnen mit einem Pumpenwerk, das zwo Kolbenſiangen har, und folglich doppelt ſo viek Waſſer in die Höhe bringet, Dopvelte Berſazung, iſt eine Zuſammenfügung zweyer Hölzer, welche ſenkrecht oder horizontal mit einander ver- bunden werden ſollen; deswegen erhält das eine Holz an dem einen Ende einen gedop- pelten Zahnſchnitt,- ſo daß daraus zwey ſchräge Zähne oder Zinken entſtehen. Nach- her werden, nach dem Maaße der beyden Zähne, in das andere Stück, das ange- ſeßet werden ſoll, gleichfalls zween ſolche Einſchnitte gemacht, daß ſich die Zähne darinn paſſen. Folglich werden beyde Stuü- de in dieſen Ausſchnitten vereiniget, und durd) einen hölzernen Nagel, oder auch dur) mehrere, die durch ein gebohrtes 2o<) beyder Stücke durchgehen, befeſti- gef, Dorant, Deutſcher, weißer oder wilder Bertram, weißer Rheinfarrn, wilder Dragun, Beruf- oder Nieſekraut, Achillea Ptarmica L. Vaterland: Deutſch- land, auf Hügeln und Wieſen. PBlät- ter: lanzettförmig, ſcharfgeſpitt,. ſcharf- ſägeförmig, Stenzel; 2--3 NG In- it Des chte Qndey Weiſe , und nähe: en die te das nüſſen 5 mit ein 5 zwo pelt ſe eine vehe ce ves (t.das gedope 3 zwey Nache beyden ange ſolche Zähne Sts - und auch hrtes feſtie ißer abe Win billea Yeutſch- Blät- ſchörf- (| hod): Bly! Dorfs Zlmmnen: in Dolden, im Jul, und Aug, In den Gärten wird von dieſer officinellen PAanze nur die Sorte mit außerordentlich ſtark gefüllten, rein weißen, und un- ausſprechlich zahlreich b!ühßenden Blumen zur Verzierung unterhalten, und ſie breitet ſich durch ihre Graswurzeln, welche wie ein Gragquecken aus jedem Gelenke eine Pflanze hervor reiben, ungemein ſtark aus, Sollen aber die Blumen von ihrem Anſehen nicht verlieren, muß man die Pflanzen lieber in Töpfen unterhalten, die- ſe aber jährlich umſeßTit, VU, 6,79|f 6,233. 484f, Dorfordnung, eine geſeßliche Vor- ſchrift, wie ſich die Dorfeinwohner zur Er- haltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit. und Ordnung, und zur Abwendung der; dir Gemeine oder einzelnen Mitgliedern derfelben bevorſtehenden, Gefahren zu ver- halten haben. Es kommt aber hiebey alle- mal hauptſächlich auf gute Schulzen oder Dorfrichter an, wenn Dorfordnungen be- obachtet werden folien. Wo die Krüge oder Schenken mit dem Schülzenamte ver- bunden ſtud, da wird am allerwenigſten auf Dorfordnung gehalten,- Doriſche Ordnung, Ordre Do= rique, die zwote von den Säulenordnunz gen, und nach der Natur ſehr gut propor- tioniret, Sie ſoll wedeyx an dem Fuße noc< Kapitäl einige Verzierungen haben. Die Höhe der Säule iſt achte ſeiner Durchmeſs ſer. Der Borten iſt von den andern Ord«- nungen durch Dreyſchliten und Zwiſchen-“ tiefen unterſchieden, Dormant, iſt bey hohen Thorwegen das ſtarke Holz, welches von einem Käms- pfer zum andern reichet, und wider welches die Thorflügel ihren Anſchlag haben. Ober- halb dieſes Balkens wird ein Fenſter, oder eine Füllung angebracht. Dormant heißt auch noch ein Aufſaß oder Surtout, wele- ten Ort aus,'wo ſie ſich. mit dem Hintertheil des Körpers an einem Faden aufhängen, Nachdem Dornr die Raupenhaut zerplaßt iſt, und ſie ſich von derſelben durch viele Krümmungen des Sorpers befreyet haben, erſcheinen ſie in der Geſtalt einer mit vielen Ecken und Spißen verſehenen Puppe, welche von brauner Farbe, und mit verſchiedenen Gold- puncten gezieret iſt. Bey warmen Wet- ter entwickelt ſich der Schmetterling öfters ſchon in 14 Tagen; die meiſten Puppen von der zwoten*Erut hingegen bleiben den ganzen Winter über hangen, und kommen erſt im folgenden Frühjahre aus. Dornreich, der Name gewiſſer klei- ner Bögel, die darum ſo heißen, weil ſie ſich gern in Dornhecken und andern Gebü- ſchen aufhalten, Cs ſind dreyerley Arten bey uns bekannt. Der größere Dorn- reich) hat etwa die Größe einer Nachti- gall; Schnabel und Füße bläulicht; Kopf hellbraun mit etwas Grau vermiſchet; Kinn. und Ohren aſchfarbig; die Backen weiß mit gelblich verſeßet 3 Hals und Rü- &en hellbräunlicht. Der mitrlere Dorn- reich) iſt etwas kleiner; am Kopfe bräun- lich mit Aſchfarbe untermiſchet; ſo auch auf dem Rücken, und die kürzern Flugfe- dern haben röthlichbraune Einfaſſungen. Der dritte Dornreich iſt noch kleiner z am Kopf und Backen dunkelgrau; Rücken, Schwanz und Flügel aſchfarbiz 3 vie Flug- federn bräunlich eingefaßt. Alle dieſe Vögel he>en bey uns in di>en Holzſchlä- gen; erſterer in den Büſchen der Weißbu- dien, macht ſein Neſt aus dürrem Gras und Moosz der zweyte in di>ken Dornhe- &en: gern auf dem Felde, auf Bergen, in Wacholderbüſchen, auch in den Gärten,| wo dicke Heen und Stachelbeerſträucher- ſind; der dritte am liebſten im Garten in Stachelbeerhecen, wo er ſein Neſt von dürrem Graſe, inwendig mit Haaren, an- „z4eget: SUE EETNHE E20 17 12 1 7“ zz e ſh n des ſie in | und von Oold« Wet: öfters uppen 'n den nmen oy Fleis eil ſie Vebite Arten Zdun: Radchtie , Kopf ſchet; Backen 1d Nü- orn jraun: )- auch luügfe: ngen, iner; iden, Flug: dieſe ſchlä- eißbu- Gras jernhe- Zergen, Härten, räucher eten(1 eſi von „eu a ) Dorn legerz liebt auch die Roſenſträucher, von welchen er die Blactläuſe begierig wegfrißt, Die zween erſten kommen ſpät bey uns an, brüten nur einmal, und geben mit der Nachtigall wieder fort. Leßterer kömmt früher an, brücet zweymal, und bleibt länger bey uns, bis im September. Alle Dornveiche nähren ſich von Inſecten, Rau- pen, Fliegen und allerley Gewürme, wo- mit ſie auch ihre Jungen aufziehen. Doch liebt die fleinere Art auch die Wacholder- beeren, deswegen ſie ſich auch ſpäter bey uns verweilet. Dornſchwamm, ſiebe ZBlätter- ſchwamm. ODorntreter, Dorntraber, Dorndrechsler, iſt der kleine bunte Neuntödter, oder Würger, der beym Rlein unter den Falken, Lanius minor, ſtehet, Beym Titartimni B.11l. S. 192. heißt er der fleinſte bunte Würger. Er iſt alſo an ſich ein Raubvogel, und hat den Namen Neuntödter, weil er, wie die an- dern dieſer Art, eine Porthie kleiner Thiere, Mäuſe, Vögel u. ſ. f. fängt, ſelbige an die Zweige der Dornhecken hängt, und als- denn auf einmal verzehret. Er frißt alſo ſeine Beute nicht einzeln, daher hat man vielleicht die neunte Zahl angenommen, und ihn Neuntödter geheißen. Er iſt bey uns ein wenig größer, als der Aemmerling. Das Männchen hat einen hochſchwarzen Kopf, den Schnavel, in Proportion mit andern größern Raubvögeln, etwas lang, vorn am Odvertheile mit einem ſpikigen Haken verſehen, an welchem auf beyven Seiten zwo jcharfe Erhöhungen, zum Hal» ten und Zerfleiſchen, befinvlich ſind, Die- ſer Dorntreter fömmt im Frübjahre bey uns an, horſiet in Büſchen und Hecken, Vet. Regllexicon 11, Theil, Dofſten 305 auf freyem Felde, nicht im Walde, zieht im September wieder weg ,- und nährer ſich zum Theil von Inſecten, ſtößt aber auch ſehr auf junge Vögel und andre kleine Thiere. Uebrigens brütet der Vogel nur einmal 4=-6 Cyer aus, füttert ſeine Jungen mit Jnſecten, kleinen Käfern und allerley Würmern, und nimmt ſchon im Aug. ſeinen Rückſtrich, Alsdenn läßt er ſeine Jungen noch meiſt ungemauſtert, die ſic) aber bis zum künftigen Frühjahre ſo ausnehmen, daß ſie alle ausgewachſen und mit ſchönen Farben wieder kommen, Er ahmet den Geſang anderer kleinen Vögel etwas nach, und die der mittlern Art ſin- gen ganz ſchön. Dorſch, einer ver zarteſten Meer» fiſche, den man in der Oſtſee fängt, und der geſalzen verfahren. wird, Doſis, heißt das Maaß oder Gewicht einer Arzney, wie viel nämlich auf einmal davon eingenommen werden ſoll, Doſien, Origanum. Dieſe Pflan- zengattung enthält folgende Arten: 1) Gemeine Doſten, Walddoſten, Wohlgemuth, Orant. Vaterland: Europa, in Heiden und wüſten hüglichtetn Gegenden. Stendel: viele, viereckig, holzig, 1x bis 2 Fuß hoh. MPBlätters eyrund, faſt ungeſtielt, gegen über ſtehend: Zlumen: in rundlichen riſpen- und fugelförmigen Aehren, blaßroth, die Deck- blätt 1) Derennirende, oder Deutſche Leindorrer, M. perenne, Vaterland: Deutſch- DSE Si Zune Ze uz nis n Pläae 1 Glane Jun, ein hey . Nur ren des 3 wenn grünen ſel ver: efreſſen, WgSMDs jeber als 1 Thieren hren aus " Daß 1 Copen, nf Ca: men, bis eine große, unter den amenpfane wabatten eb em Anfane auf falten nen Ju t an beſten im Herbſie 'ertheilung StüFer- Strentel: riſpenförmig, IL F, lang,- Blätcter: beynahe 6 Zoll „lang, geſpißt, ſaftig; an der Baſis geoöhrt. Dirnen. wäßobi btufßgelb,"ScbÖt- chen: linſenförmig, freigrund, punctivt runzlich. 3 Die Fortpflanzung der drey leßten, auch der 3 erſten Arten, geſchiehet durch den Saamen, mit deſſen Einſammlung nicht . zu lange zu verweilen. iſt, indem ſich die Schötchen von ſelbſt öffnen, und den Saas men fallen laſſen. Wo die dritte Art, we- gen des Oels, gebauet wird,'muß man ſolche im Frühjahrs auf einem gedüngten oder nocern, und wo man den Saamen ohne Vermiſchung mit andern zum Speiſege- brauch haben will, wird der Aker, wenn die jungen Pflanzen kaum eines Fingers lang ſind, gejätet. Das Oel hat von Na- tur einen reinen Geſchmack, und iſt dem Zein- und Rübſenöle deshalb weit vorzu- ziehen. Drache, Draco. Unter dieſem Na- men verſtand man ehemals gewiſſe große, abſcheuliche Thiere, mit 2 Füßen, einen großen Kopf und einem weiten Rachen, in Anſehung des Körpers mit den Eidechs ſen, in Anſehung des Schwanzes mit den Schlangen überein kommend, und am Körper geflügelt. Von ältern deutſchen Schriftſtellern ward dieſes eingebildete Thier auch Lindwurm genannt. Ohn- geachtet man nun heutiges Tages völlig überzeuget iſt, daß es nirgends eigentliche Drachen gebe, ſo hat man doch den Na- „men beybehaltsn/ und damit kleine geflü- 29 2 gelte " +) | [| || N' y 4) 308 Drachenb gelte Eidechſen beleget, die einige Aehnlich- feit mit den eingebildeten Drachen haben, Dieſe kleinen Thiere pflegen ſich meiſten- theils auf den Bäumen aufzuhalten, und von einem Baume zum andern zu fliegen, Thre meiſte Nahrung beſteht in Fliegen %*%..25-4902: 57 Imforbonme INan fenver fic ver- züglich in Afrika und Oſtindien, auch eine zwote Art in Amerika, Der fo genannte fliezende Drache iſt nichts anders, als eine feurige Luftex- ſcheinung, welche gemeiniglich eine kugel- förmige Geſtalt hat, und wenn ſie ſich fort beweget, einen leichten Streif. hinter fich zeiger, aus welchem die Einbildungs- Fraft einen Schwanz gemacht hat. Wenn fich eine folche Feurige Kugel nach und nach fenfer, und hinter einem Gebäude herab» fälle, fo hat es in der Ferne oft das Anſe» hen, als wenn ſie in einen Schornſtein ge- fahren wäre, wodurch einfältige und aber- gläubiſche Leute auf die Gedanken gekom» men ſind, daß dieſe fliegende Drachen dienſtbave Geiſter der Hexen und Zauberer wären, und ihnen Schäße und andere brauchbare Sachen zuführeten. Drachenblut, SanguisDraconis, ein Gummi oder hochrother Saft, deſſen fich die Maler zum Lackiren bedienen. Aus Holland bringt man ein nachgemachtes Drachenblut, in kleinen Täfelchen, dunkel» roth und glänzend, Drachma, ein mediciniſches oder Apothekergewicht, welches ein Quentchen, oder den vierten Theil von einem Lohe, oder den achten Theil von einer Unze be- trägt. 3) bedeutet ein Drachma; Zſt ein halbes Drachma oder halbes Quentchen, Oragetorf, Dragtorf, Darge- forf, die beſte und ſchwärzeſte Torfart, die am wenigſten riecht, Draht Dragon, Dragun, Dragun- fel, Artemilia Dracunculus L. ein in unſern Gärten ſehr bekanntes Stauden» und Küchengewächſe, welches am beſten in einem leichten und fetten Boden geräth, und ſich durch die Wurzeltheilung, durch vm G'ummmoen, Duvch 4 insgemein von dem Garn von allerley Art gebraucht, wenn dieſes beym Spinnen nicht locker oder loſe, ſondern feſt und dicht gedrehet iſt. Daher ſagt der Weber auch wohl dralliren, d. i, zween oder mehrere Fäden vereinigt feſt und ſtark zwirnen. Drappiren, den gemalten und aus- gehauenen Figuren eine anſtändige Beklei« dung oder Gewänder geben. Man ſagt daher: dieſer Maler oder Bildhauer drap» piret ſeine Figuren gutz er drappirt ſie nach der antiken oder nach der heutigen Art, um dadurch anzuzeigen, daß er die Gewänder gut anzubringen verſteht, und daß er die Figuren nach Beſcyaffenbeit ih- res Standes und der Handlung, welche er ihnen beylegt, bekleidet, und das,was nothwendig und üblich iſt, beobachtet, Drauchen, ſo nennt man von einer Handmühle den Schwengel, der ſonſt auch Kurbel heißt, woran man das Schwung» rad mit ſeiner Welle und Getrieben umz» dreher, und dadurch die ganze Mühle inh Bewegung ſeßt. Draufbohrer, Trauchbohrer, ein nicht gar zu großer Bohrer., der zum Dq 3 Geſchlecht 7. eH Cn 310 Drechſ Geſchlecht der Löfſelbohrer gehört. Er ſtet in einem hölzernen Geſtelle, das nad) zween rechten Winkeln, oder nach ei- tiem halben Viere>, gebildet iſt, welches auf jedem Ende einen rechtwinfelichen ſenkrechten Abſaß oder Zapfen hat; der eine dient. dem. Bohrer zum Heft, als worinn folcher ſtef 3; der andere aber bildet einen rund gedrechſelten Knopf, der auf einer eiſernen Spiße des Geſtelles beweglich ſtet, womit das Geſtelle zugleich mit dem Bohrer, indem man den Kopf des - Geſtelles gegen die Bruſt ſtüßet, umge- Drehet und zugleich das Loch gebohret wird, Es können Bohrer von verſchiedener Größe in dem unterſten Ende oder Heſt befeſtiget werden. Bey den Holzarbeitern iſt das Geſtelle von Holz, bey den Metallarbeitern aber von Eiſen, Drechſeln, Dreſſeln, Drehen, iſt die Kunſt, verſchiedenen Körpern, von verſchiedener Materie, als von Holz, Kno- Flappfen. Cben daher komme es, daß, in Ermangelung. dieſes Handgriſjs, die Dreſcher oft den ganzen Tag über ein . Dreſchen 315 Schoc> Garben zubringen, ſich müde ſchla- gen, und denno< mehr als den Sag- men im Strohe laſſen. Wenn die Mitte der Tenne von Körnern geſäubert worden, ſo ſollen erſt die Strohbänder gelöſer, die Garben ausgebreitet, und, vermittelſt zweymaligen Umwendens, dergeſtalt durch» gedroſchen werden, daß kein Zoll lang ann einem Halme ungeſchlagen, und alſo kein Korn in den Aehren bleibe. Nach dem Aufvinden des abgedroſchenen Geſtröhdes ſolle, ſagt er weiter, das ausgedroſchene Korn zum vorigen Haufen am Ent? der Tenne ganz rein hingeſchippet, und wieder eben ſo viele friſche Garben angeleget, und mit Dreſchen fortgefahren werden, bis der- am Ende befindliche Haufen von einer ſola kenz anderes legt er in gedoppelten Reihen, als die Gerſte, und der Kamm iſt auch in der Mitte. Bey dem" exſtern liegen die Aehren am Kamme, beym. andern die Sturzen der Halme, und der Dreſcher ſindet zween Kämme bey demt Ry 2 Abräu? 14,42] N 38(00000 216 Dreſchen "Abräumen, die er in der Mitte zum Hauptkamme zießt. Aus dieſem erfennet man bereits den guten Dreſcher, aus dem folgenden aber noch mehr. Denn der ein- "fältige richtet hier alles über einen Leiſten, “Die Garbven ſind zwar angelegt, aber das “Getreide iſt nicht gleich ergiebig oder kör» 'nerreich, Dieſemnach bindet ver Dreſcher die leichten Schütten ſogleich auf, die ſchweren aber klopfet er vorher durch. Und “auch hier ſind Vortheile, die man öfters "vermiſſet. Der gute-Dreſcher ſchlägt auf “die zuſammen: gebundene Garbe nicht zu- erſt bey den Aelzren 3; denn dadurch würden viele Körner zerſchlag?n. Vielmehr iſt “der erſte Zuſchlag auf das Band z das Mit- “fel der Garbe wird dadurch niedergedrückt, “und die beyden Enden des Halmes müſſen ſic) nothwendig in die Höhe begeben, und "viele Körner ſpringen dadurch ſanfte her- aus, Der zweyte Zuſchlag geſchiehet an den Sturzenz nun werden alle lockere Kör- ner an den Aehren ausſpringen, und gleich "gegen das Mittel hinfallen, Der leßte Zuſchlag iſt endlich auf die Aehren ſeldſt, die meiſten Körner ſind bereits heraus, und die zurück gebliebenen folgen deſto leichter, weil ſie nicht mehr ſo dicht in der Aehre fißen, Hat der Dreſcher ſole geſchlagen hat. Hat er aber das Schickſal der meiſten Herren unſerer Zeit, nämtich keine fromme Knechte zu haben, ſo bleibt ium kein anderer Rach "übrig; als daß er ein- für allemal das Gee ſes MERL TEE"& "SEES SIS-= RODL 320 Dreſcher ſeß einführe, daß ſeine Knechte ſich fein Kurzbund aus der Scheune ſelbſt abholen, oder ſich ſolches von den Dreſchern nicht in den Stall, oder auf den Häckſelboden zutragew laſſen, Er muß ſodann ein ei- genes, feſtes und verſchloſſenes Behältniß haben, in welchen das ſämmtliche ſo ge- nannte Sceunfutter, als Kurzbunde, Af- ferkorn und Aehren, vom Werfen und Reinmachen des Korns hingelegt und auf- bewahret wird. Und hieſelbſt macht der Herr beliebige Einrichtungen, wenn, was, und wie viel? er ſelbſt von ſolchem Scheu- nefurter heraus geben will. Auf manchen großen Höfen wird es damit ſo gehalten, daß dieſes Scheunefutter größtentheils erſt zu Ausgange des Winters angegriffen, und falls ſehr ſtarke Pferde gehalten werden, die täglich ſchwere Arbeit ck- ten aber hilft die Leibesſtärke gar nichts zum ;guten Dreſchen- Man findet vielmals, daß dergleichen Leute ſich es blutſauer wer- “den"laſſen, da andere mit ihrer Geſchi>- lichfeit mehr ausrichten 3; bis auf den Abend, ohne Eramdung und Nachlaſſen, in ikrer Arbeit aushalten, und ſich in ih- ver Arbeit immer gleich bleiben können. Es iſt alſo bey Annehmung eines Dre- ſcher8 nöthig, daß er zuvor wegen ſeiner Geſchicklichkeit geprüfet werde, wenn er nicht ſonſt ſchon im Rufe eines geſchickten Dreſchers ſich befindet, Die beſte Probe, „die man ihm kann ablegen laſſen, be- ſteht darin, daß er mit dem beſten Dre- ſcher, den man hat, einige Wochen dre- ſchen müſſe, und jenem geſagt werde, die- ſer ſolle ſein Kammerad werden. Der alte Dreſcher wird dem neuen bald gleichſam auf vie Zähne fühlen, und wider ihn pro- teſtiren, falls er es ihm in der Arbeit nicht gleich thun fönnte. Denn ein tüchtiger Mitdreſcher kömmt ſehr zu kurz, wenn ſein Geſellſchafter es ihm im Schlage nicht gleich hun fann, oder zu früß darinn des Tages ermüdet wird. Nächſt der Tüchtigkeit der Dreſcher ' kömmt es auch noch gar ſehr auf Trete und "Rechtſchaffenheit an, daß ſie 1) keine Die» *be ſeyn; 2) das Getreide rein ausdre» „ſchen, In manchen Gegenden verſichert man ſich der Treue ſeiner Dreſcher mittelſt des ſo genannten Dreſchereydes, wovon Ha- gedorn in ſeinem landwirthſchaftlichen Haushalter eine Formel beygebracht, wel- dhe alſo lautet: J34 N. NN. N,. ſchwöre zu Gott, dem Allmächtigen, einen wahren körper- lichen Eyd, daß, nachdem ich von der hieſigen Herrſchaft N. N. zum Dreſcher Dreſcher angenommen worden, ich, ſo viel mir möglich, das mir anver»- trauete Gekreide, der Gebühr nach, rein dreſchen, davon weder ſelbſt et- was veruntreuen, roch mit meinen Wiſſen und Willen durch andere ver- untreuen laſſen, auch Kaff(Spreu) und Stroh gebührend verwahren, und, ohne herrſchaftlichen Vorbewuſt und Willen, weder den Knechten noch) andern Perſonen Getreide oder Garben verabfolgen laſſen, ſondern ſobaid ich eine oder die andere Un- treue oder Dieberey verſpüre, ſol- Garben nur 2 Dreſcher erforderlich ſeyn; zu 300 Schoc> aber werden erfor- dert 3 Dreſcher 3 zu: 400 43 zu 650 6z zu 800 Schoc> 8 bis 9 Dreſcher; und ſo iminer auf jedes 100 Scho> mehr auch 1 Dreſcher mehr; jedoch zu ordentlichen Kammeradſchaften eingetheilk, Um einen ungefähren Ueberſchlag zu machen, wie viel etwa in einem Tage, nachdem ſolche lang oder kurz ſind, an Mandeln oder Schoen abgedroſchen wer- den könne, nimmt man befanntermaaßen an, daß auf eine Anlage von 8 Garben 1 Stunde; von 12 Garben 15 Stunde z von 20 Garben 2 Stunden gedroſchen wer- de. Für 3 Dreſcher re4 Pfund wiegen, Damit er tb: acht nur rde, er eil eher ffelg a ih- gts 11, 100. Ran fie deſs chers wenn 1 das r für- ſrbeit, jen ſo er die ndl» gan: altniß jehen» muß ß er Y zu htige emel- Dre: yſelbe vtfach? yy, daß vem es leichter gehöri- daher, jen ſelb Damit " Dreſchfl or auf einer Seite das gehörige Gewicht haben, und auf der andern nicht gar zu ungeſchit werden möge, ſo muß er aus einem ſolchen Holze gefertiget werden, wel- des, um ihm dieſe Eigenichaften zu ge ben, am bequemſten iſt. Und hiezu ſchi- et ſich feines beſſer, als das weißbuü- entſtehen, wenn das Leder, wäh rend der Schwingung und Niederſchlagung des Flegels, zerreißt, und dieſer einem „der Dreſchenden auf oder gegen den Kopf prellet, Man kauft die fertigen Kappen und Mittelbänder in den Städten von den Riemern und Sattlern-. Wirthliche Bauern aber verfertigen ſich ſolche ſelbſt und viel dauerhafter, Sie nehmen das Leder hierzu aus ihrer eigenen Wirchſchaft, nämlich von ihren geräucherten Speckſei- ten, die von aiten ausgewachſenen Schwei- nen ſind. Ihre Hausfrauen müſſen an ſolchen geräucherten Speckſeiten den Ort ausſuchen, wo die Haut am allerdickſten iſt, Hier wird der Speck mit einem ſchar- fen Meſſer von ver Hauf gefrennet, von dieſer die Riemen geſchnitten, und von der inwendigen Seite alles Fett ſorgfältig ab- geſchabt, und die Riemen werden ſodann aufs nete in den Rauch gehänget, daß ſie an der inwendigen Seite nachtro&nen, wor» auf ſie in der Haltbarkeit das beſte Leder der L2ohgerber übertreffen 3 ſo wie eben die- ſe Bauern dergleichen, in ihren Häuſern im Rauche gahr gemachtes, Schweinsle- der au) zu ihren Pferdeſielen und Pantoſ- feln zu gebrauchen pflegen- Sie ſparen alſo hiemit ſehr vernünftig eine baare Gelds ausgabe, da ſie, in&njehung des zu den Flegeln erforderten Leders, weiter nichts, als die Nähriemen ankaufen dürfen, wo» mit die Kappen befeſtiget werden,« Noch iſt in Anſehung der leichtern Klöp- pel zu gedenfen, daß die Dreſcher, die dergleichen haben, mit der Geſchwindigkeit zu erſeßen pflegen, was ihnen an Schwere Ss 3- Abge MERLENE: 325 Dreye> äbgehet. Es wird nämlich von ihnen da- mit nech einmal ſo hurtig geſchlagen, ais wenn ſie ſchwere Flegel führen, daß man alſo durc) das Gehör ſchon von ferne die Beſchaffenheit derſelben in Anſehung ihrer Schwere entſcheiden kann, Allein es ge- hören hiezu junge Leute, welchen, ſobald ſie ins Alter kommen, ſowohl das geſchwin- de Dreſchen, als auch es mit Nachdruck auszuführen, wohl unmöglich iſt. Da- gegen fann ein vom Alter ſteif gewordener Dreſcher mit einem ſchweren Klöppel, w0- mit nicht ſo geſchwinde geſchlagen werden fann, immer aushalten, und ich habe de- ren bis zu 70 Jahren gekannt, welche mit ihren ſchweren Fiegeln immer noch tüchti- -ge Dreſcher waren, mit den leichten aber bey der Geſchwindigkeit des Schlagens ſchon im 5oſten Jahre hätten aufhören müſſen, zu dreſchen; daß alſv auch in diefer Abſicht die ſchweren Flegel vorzuzie- hen ſind, als bey welchen auch das Getrei- de weniger dünne, als bey den leichten, an- geleget werden kann, ODreyeck, Triangel, eine in drey Linien eingeſchloſſene Figur, die alſo drey Seiten und drey Ecken hat, Die Seiten fönnen gleich oder ungleich, gerade oder frumm ſeyn, daher ſich die Winkel ſehr verändern; jo daß das Dreye> dadurch mancherley Geſtalt erhält, daß es ein ſpiß- gleich- oder ungleich- oder ſtumpfwinflich- tes, gleich- oder ungleichſeitiges, gerade- oder frummlinichtes heißt. Dreyer, eine in Oberſachſen gewöhn- liche Schejdemünze, drey Pfennige am Werth 3; auf einen Gulden gehen 64, und auf einen Thaler 96 Stück, Dreyfuß, ein bekanntes eiſernes Kü- hengerärhe, um einen Keſſel ader ein an- Dreyl deres Gefäß darauf über das Feuer zu ſtels len. Jnsgemein beſteht ein Dreyfuß aus einem runden und platten eiſernen Reife mit 3 Beinen, an deſſen inweadiger Kan- te nach dem Mittelpuncte zu3 abgeſtumpfte Spikßen von beliebiger Länge angeſchweifet ſind. Es bringe jedoch noch größern Nu- ßen, wenn auß dem Reifen drey eiſeine Halbkugeln, erwa einen Zoll hoch, ange- bracht ſind, weil alsdann die Hiße beſſer durchbrechen, und ſowohl geſchwindere Exr- wärmung, als auch Holzerſparung erlangt werden kann. Nach Sachſenrecht erhält in Erbſchaften der nächſte Schwerdtmagen den Dreyſuß als ein Heergeräthsſiuü, Sonſt hat mon auch, an Statt des Drey- fußes, ſo genannte Criangel, die di-yfan- tig ſind, und drey niedrige Füße haben, worauf Caſſerole und Schmortöpfe über glüvende Kohlen geſeßt werden, Dreyfiöber, ein rundes Stückchen Holz mit drey Fugen, oder aufrecht ſtehen- den und oberwärts ausgebreicteten Zapfen und Keilen, welche an ihrer Wurzel, oder da, wo ſie zuſammen ſtoßen, ein Dreye> bilden. Cs werden damit die Bandſtöcke der Böttcher in drey gleiche Theiie nach der Länge geſpalten, daß man alſo aus je- dem Bandſtocke drey rohe Bänder oder Spliſſen erhalten kann. Das Beil ſpal: tet jederzeit den Dreyklöber vor, und be- ſtimmet dadurch das rechte Maaß der Bände, Dreyling, der dritfe Theil eines Ganzen, S3 iſt in Oberſachſen der Drey- ling ein Biergemäße, welches der dritte. Theil eines Wiertels iſt, und 60 Kannen hält. In einigen Niederfäch ſiſchen Gegens- den iſt der Dreyling eine Scheidemünze von 3 Pfennigen. Ein kleines Brodt für 3 Pfennige heißt im gemeinen. Leben ofe auch ZL WP ZI. 57 ID AO SSCIEES ſtel: aus (eiſe (än ſte eiſe Nu: iſetys ang: veſſet ; Ex- (angt hält jagen ſüd, reps (an: QU über üdchen ſtehen- Zapfen , Qt dreye> dſto>e 'e nc< us je ( oder | ſpal: nd be- aß der ( eines yDrey* x dritt Kannen n Gegen zdemuny Brodt füt heben ay Dreym auch nur ein Dreyling, Zuweilen führet dieſen Namen im gemeinen Leben auch ein Kind von dreyen, welche zugleich auf die Welt kommen. Dreymähdig, dreyßhauig, in der Landwirthſchaft, was dreymal gemä- het werden kann. Dreymaähige oder drey- mähdige Wieſen ſind ſolche, die wegen ih- rer Fruchtbarfeit dreymal gemähet werden können. Dergleichen Wieſen pflegt man das erſtemal gleich nach Pfingſten oder im 7ay, das anderemal nach Johannis, und zum drittenmal um Michaelis zu mähen. Gemeiniglich werden dergleichen Wieſen den Flüſſen oder Ströhmen entlängs ge- fünden, und wenn ſie gewäſſert werden können, ſo wird ihr Ertrag deſto ſtärker. Dreyſchlag, in der Reitkunſt ein ſanfter und ſchneller Gang, der auch Paß oder Antritt heißt. Dreyſchlag, Triglyph, eine Rinne, Riefe oder Einſchnitt, iſt an dem Frieſe oder Borten der Dorijchen Ordnung eine Art von Balkenköpfen, oder vortre- tenden Tafeln, welche in der Mitte zween herab gehende Schlißen oder zwo Vertie- fungen haben, an den Een aber abge- fantet ſind, welche Abkantung als zween halbe, oder zuſammen geſchlagen, als ein ganzer Schliß angenommen, und mit den 2 mittelſten Vertiefungen zuſammen als 3'Schliße angeſehen werden, woher denn auch der Name Dreyſchlis entſtanden iſt. :„ wenn man mit drey Pferden fährt, ſo, daß entweder 3 Pferde neben einander,“ nämlich 2 an der Deichſel, und das dritte auf der Wildbahn, neben dem Handpferde, oder aber das dritte Pferd vor den beyden Deichſelpferden, an Drilling 327 einem einzelnen Ortſcheide angeſpannt iſt, welches auch ſpißig gefahren heißt.| Oreyzack, Krähenfuß, iſt eine Gattung Anker, welcher aus drey Aermen von Eiſen beſtehet, und ſo lang gemacht werden, als es die Grundfläche der zu ver- klammernden Steine erfordert. Dieſe drey Aerme werden an den Enden an ei- nen Anker von 5=- 6 Ehuhen lang, 15 Zoll ins Gevierte dick, befeſtiget: hinten iſt ein Oehr, wodurch ein Riegel geſteckt wird. Drillbohrer, Kräuſelbohrer, Dreil, Trill, eine dünne eiſerne runde Stange oder Spille, oder ſtarker Draht, ohngefähr einen Fuß lang. An dem einen Ende des Drahtes iſt eine viereckige Hülſe angebracht, worinn man ſpißige Bohrer- von verſchiedener Art einſeßen kann. Wer mittelſt einer Schnur, die entweder an ei- nem Bogen, oder an einem an der Spin- del beweglichen Läufer befeſtigt iſt, und hiemit in eine ſchnelle Bewegung verſeßet wird, werden damit Löcher in hartes Holz, Steine und Metall gebohret, Dritllich, Orell, eine Gattung lei- nenes Gewebes, welches mit dreyfachen Fäden gewebet wird, und Bild und Moe- dell auf beyden Seiten, und zuweilen auch wohl gezogene Arbeit haf, Drilling, iſt 3) in dem Mühlenbaue ein Getriebe oder Triebrad, welches aus zwo runden Scheiben beſiehet, ſo mit Scheiben verbunden werden z in den ge- meinen Mundarten ein Drehling, Drie- ling, Dreyling, im Oberd. Trilling, ſonſt auch, wegen der Aehnlichkeit, La- terne. Sind die Triebſtecken nur in eine Welle' eingeſchnitten, oder eingelegt, ſs heißt ein ſolches Getriebe ein Rumpf, 2) j: Im KAM ks 3238 Drittel Im gemeinen Leben an verſchiedenen Werk- zeugen, beſonders Rädern, der krumme Theil, vermittelſt deſſen ſie herum gedre- het werden; der Drehling oder Trie- bel, z. B. an den Spulrädern, Schleif- ſeinen u.ſ.f,; Drittel, im Münzweſen, acht gute Groſchen, ein Drittelſtück, der dritte Theil eines Thalers. Im gemeinen Leben hat man noch mit dieſem Worte verſchiedene Zuſammenſeßungen. Ein Dritteigutr, ſo nur den dritten Theil eines Bauerguts ausmächt, Ein Dritteibauer oder Drittler, der ein ſolches Gut beſiket, Die Drittelmerze, im Hanndöverſdhjen eine Meße, deren drey auf einen Himten gehen, zum Unterſchiede von den Pierrel- merzen, deren vier einen Himten machen. Dromt, ein in Miederſachſen und Pommern übliches Maaß, in weiches in Fübe und Roſto> 3 Tonnen, 12 Schef- fel, oder 48 Fäſſer gehen, und deren 8 eine daſige Laſt machen. Jn Stettin und dem Preußiſchen Worpommern hat ein Drömt 12 Scheffel oder 192 Meßenz 2 Drömt aber machen 1 Wiſpel, und 3 eine Laſt. In Stiralſund“hat ein Drömt 4 Tonnen, 12 Scheffel oder 48 Fehrd, ſo, daß 8 Drömt eine Laſt machen, Droguereyen, Droguiſtereyen, Franz, Drogues, darunter begrei't man alle Specereyen, Materialien und Gewür- ze, die zur Arzney, in der Küche, zur Speiſe, zum Färben u,|, w, dienlich ſind. Cin damit handelnder Kaufmann beißt ein Wuürzkrämer, Specereybändler, Materig- ,„-» liſt, Droguiſt. Drohm, Droom, Drahm, Drum, Drömling, Trum, iſt bey den teinwebern der Beſchluß desjenigen Druck Stückes Leinwand, ſo der Weber mit bem ſv genannten Rieth» oder Reedekamme zuleßt gewebet hat, ſo wie ſolches bey den Seidenwirkern der zurück gebliebene Ueber- veſt der Kette iſt, Droſch, iſt in einigen Gegenden eine Art Flachs, welcher ſeinen Saamen nicht wie der gewöhnliche, nach dem er reif geworden, in den Knoten ausfallen läßt, ſondern durch das Dreſchen heraus gebracht werden muß. Druck, beißt in der Baukunſt die Kraft, welche ein Gewölbe oder ein Vo- gen gegen ſeine Widerlage anwendet, um ſelbige aus dem ſenfrechten Stande zu brin- gen, wogegen man hernach Strebpfeiler, um ſie zurü& zu halten, anlegen muß, Man gebraucht auch dieſes Wort bey Erd- wällen, Dämmen oder einer Terraſſe ge- gen die Futtermauern, welche ſie unter- ſiüßen. DruicE, wird im Reiche auch von ges feltertem Weine, gepreßtem Oele u,|. f gebraucht. Der erſte Druck, Moſt, der durch die erſte Arbeit des Kelterns erhal- ten wird, Druckwaſſer, nennen die Müllee das Gefälle bey unterſchlägigen Waſſer- rädern, Druckwerk, eine Maſchine, ver« mittelſt welcher man aus einem tiefen Orte das Waſſer in die Höhe treibt, Sie be- ſiehet aus dem Stiefel oder der Kolben- pöhre, in welcher ein Kolben, der an der- Zug- oder Druckſtange befeſtiget iſt, auf- und niedergeht. In dem untern"Theile des Stiefels, in den ſo genannten Hoſen, iſt ein Ventil, welches ſich bey dem Auf- heben des Kolbens öffnet, und Waſſer in den Stiefel ziehetz ſobald aber das Waſſer zu en me den bete eine nicht teſ läßt, racht | die Vt: 1 um brin: feiler, muß, Erd- ege unter» " ges „Sf |, der erhal: Qullen " vers Orte je be plben: an br, , auf: "Theile Hoſe) m Auf aſſet jn Poſt rt WU Orudenß zu ſteigen aufhöre, ſchließt fich das Ven- eil wieder, und läßt kein Waſſer zurück fallen. Geht hernach der Kolben wieder nieder, oder drücfet, ſo drückt er vos Waſ- ſer durch eine kleinere Röhre, welche an der Seite des Stiefels angebracht iſt, und der Kropf heißt,(zwiſchen welchem Kropf und der Gabelröhre ein Ventil iſt). in die Steig» oder Aufſaßröhre, in welcher das Waſſer durch das wechſelſeitige Drücken und Aufziehen des Kolbens bis zu der Hs- he ſteiget, wo es ſich in den Waſſerhälter ergießen ſoll. Dieſe Druckwerke werden auch bey den Feuerſprißen mit Nußen ge- brauchet, Orudenſtück, iſt bey den Schläch« tern ein Stück Fleiſch an dem untern Bug eines Rindes. Drüſe, eine Pferdekrankheit, ſiehe: Rropf. ' Oruſen, Drüſen, ſind figurirte Brrgarten, welche aus Steinmaterien und Salztheilchen entſtanden ſind, und theils als zuſammen gewachſene Cryſtallen, theils aber in andern Figuren zum Worſchein kommen. Druſenaſche, der Saß, oder die Hefen des Weins, die getrocknet oder cal- ciniret werden. Das hievon erhaltene Salz iſt viel ſchärfer, als. das gemeine Weinſalz, und daher iſt ſelbiges weit wirk- ſamer bey dem Bleichen und der Beize fet- tiger, harziger und ſalziger Körper. Die beſte Druſenaſche kam ſonſt aus Bourgogne Und Lion, Druſenmarmor, ein Marmor, der viele verſteinert?'Schalenthiere enthält, und daher oberhalb. druſicht ausſiehet. Man findet ihn nur in fleinen Stücken» Vet, Aegllexicon IL, Theil, -Druſſel 529 Oruſſel, Droſſel, eine befannte Art Vögel, welche zu den Krammetsvö- geln gerechnet werden, und wovon man folgende Gattungen hat:! Die XWeiß- oder Sippdruſſel, welche - man auch ſchlechthin die Sippe, auch SinC- oder Sommerdruſſel zu nenu- nen pflegt. Sie iſt am Rücken, am Ko- pfe, an den Flügeln und am Schwanze aſchbraunz; untenher aber, ſogleich von der Kehle an, dunkelweiß;- mit ſchwarzen Tüpfelchen beſprengt, die ſich hernach un- ten am Bauche wieder in etwas verlieren, und den weißen Federn allein Plaß laſſen, Unter den Flügeln, wie auc unten her am Ende des Leibes, oder vielmehr am Anfange des Schwanzes, iſt ſie etwas hell- bräunlich, Sie iſt hochbeinig, und der Größe nach wie eine Amſel, ausgenom- men, daß ſie an der Bruſt di> ausſieht, wie ein Miſtler. Sie ſeßt ihr Neſt an die Bäume, auf oder zwiſchen den Aeſten, und bringt nach vierzehntägiger Brut 4 eder 5 Junge aus, Jhr Strich geht an, noch ehe die Weindruſſeln ziehenz ſie pflegt aber nicht haufenweiſe, wie dieſe, zu ſtrei- hen, ſondern man wird bey ihrem Fluge ſelten mehr, als 4 oder 5, höchſtens 6, beyſammen antreffen. Zuweilen ſieht man zwar 40=-50 mit einander fliegen, wel- ches zu geſchehen pfkegt, wenn ſie einzeln und von ungefähr zuſammen ſtoßen; ſie bleiben aber nicht lange bey einander. Wie nun dieſer Vogel ſeinen Strich bey Zeiten anfängt, ſo endet er au) ſolchen ſehr früh, nämlich) vor Michaelis, da er von dex Wein- druſſel, welche die Kälte beſſer vertragen kann, abgelöſet wird; ſeine Nahrung ſu- ern zuträglich wird, Der Schweinemiſt enthält mehr öli- ge als ſalzige Theile, und iſt daher kalter Natur. Wo den Schweinen das von dem Reinmachen des Korns übrig bleibende ſo genannte Afterkorn, welches voll kleiner Unfrautsgejäme iſt, roh oder ungekocht verfüttert, und der Miſt friſch auf den Acker gefahren wird, da wird ſolcher da- von ſehr verunreiniget- indem die kieinen Sämereyen unverdaut von den Schweinen abgehen, und, mit dem Miſte auf dem Acker kommend, deſto eher aufgehen, in- dem ſie zum Theil bereits ſchon in dem Miſte haben ausfeimen können. Uebri- gens thur der Schweinemiſt gute Wir- fung auf Aeckern, die ein Jahr oder ein Paar Jahre zuvor alcaliſch gedüngt gewe- fen ſind, Manche Landwirthe haben in ihren Viehſtällen die Einrichtung gemacht,.daß der Urin der Thiere, welcher aus ſalzigen, mit Oel angeſchwängerten, Theilen beſte- Het, beybehalten werden und nicht verloren gehen kann. Die abhängigen Viehſtän- der haben der Länge nach eine Rinne, wor- inn ſich der Urin ſammler, aus welcher er durch verſchiedene Queergraben auf die Mitßtſtäte geleitet, und hieſelbſt entweder als ein flüßiger Dünger auf eker und Wieſen hingefahren oder auf den Hofmiſt ausgeſprenget und damit vermiſchet wird, (S. Miſtjanche und Miſtſtäte,) Die vetgerabiliſche Düngung beſte- Het darinn, daß man ſich der Pflanzen, worunter die öltragenden die dienlichſten ſind, für ſich allein, oder in Werbindung: mit dem thieriſchen Miſte, zum Beduün- gen der Kornfelder bedienet. Jnsbeſon- dere nennet man grüne Düngunt die Düngen Ausſaak verſchiedener Pflanzen, als: Erb« ſer, Wicken, Buchweizen, Mohn und dergleichen, welche in der Hälfte ihres Wachschums untergeaFert werden, wor» auf man gleich in die Furchen ſäet und den entlegenen Sandfeldern, da man mit wei= ten Fuhren ſich nicht aufhalten, oder ver- ſäumen will, hiemit Nußen ſchafft. Bey- läufig iſt hiebey zu gedenken, daß manche hoc) gelegene Gegenden, denen es an hin- länglicher Weide und Wieſenwachs fehiet, ſich mit der grünen Düngung zugleich gu- tes Grünfutter, und, wenn es getrocknet wird, ſic) auch ſehr gutes Winterfutter verſchaffen können, als wozu Erbſen, Wi- &en und der rothe Klee beſtens anzurathen ſind. Werden ſie, wenn ſie blühen wol- len oder bereits blühen, abgemähet, ge- tro>net, und als Wintkerfutter aufgeſam= melt, ſo fann dadurch der Heumangel je- ner Gegenden vortrefflich erſeßet werden. Der Nachwuchs dieſer Futterkräuter wird zu ſeiner Zeit, und wenn es leichte Sand felder ſind, einige Wochen vor Michaelis um- und untergepflüget, welches in derglei« in die Gerſte geſäet, und nach der Gerſtenärndte ein Jahr als ein herrliches Viehfuttex benußet. Im Erb 1 und ihres Wor» dden it Wels ey vers Bey» nance n hin« fehiet, (h que trofnet erfutter n, Wie jrathen 1 wol et, R? ufgeſam- angel je t werden uter wird te Sand- Richaelis 1 derglele rung am aber ſd- oder ein» zur gtür 19 eines en Aer jem Mi- oppelten x erlan- pratenle "4 dient Felder mit Wurzeln je Gerſte ende en ex benußel- Ki Düngen Im Herbſte wird er, nachdem er etwa wieder eine Hand hoch gewachſen iſt, in ſchmalen und nicht allzu tiefen Furchen un- tergeackert, und das Korn darauf einge- ſäct, da man ſich dann einen ſehr guten Kornertrag hiemit zuwege bringen kann. In manchen Gegenden werden um Ja- cobi in den um Michaelis mit Winterkorn zu beſtellenden Feldern viele große weiße- Rüben( Waſſerrüben, Turniple der En- gländer) geſaet, unter welchen Rüben vieler Hederich. mit aufwächſt, welcher, wenn die Roggenſaatzeit einige Wochen vor Michaelis angeht, aufgezogen, auf leichte Sandäder hingefahren, ausgeſtreuet, un- tergea>ert und das Korn in die Furchen ausgeſäet und zugeegzet wird. Jh habe beſtändig geſehen, daß der Roggen in die- ſer grünen' Düngung allen andern in.dem beſten und gut gedüngten Boden bey weis tem übertroffen. Aud) habe ich geſehen, daß, wenn bey herrſchender Dürre auf den Sandfeldern die Saat nicht. aufgehen kön» nen, der Hederich ſein? Saat zu. rechter Zeit recht dicke, und gleichſam brauſend,( wie der gemeine Mann zu ſagen pflegt, wenn die Saat recht geil hervor geht,) auſgehen laſſen. Dagegen habe ich auch immer ge- ſehen, vaß der Hederich, wenn er lange Zeit auf dem Aer ausgeſtreuet geirgen, und trocken oder welf geworden, bevor er untergeacfert worden, kaum die halbe Wir- kung gegen den friſch und grün untergepflüg» ten gehabt habe. Auf gleiche Weiſe, und faſt noch mehr, wirket das von den einge» brachten großen weißen Rüben abgeſchnit- tene Kraut, öder die mit einer abgeſchnit- tenen Scheibe verſehenen Biätter der Rü- ben, wenn ſolche in den Kellern oder Sand- gruben zum allmäligen Verbrauch aufbe» wahret werden ſollen. Dieſes Rübenkraut kömmt, da die Rüben erſt um Marini, Düngen 333 im November, aus der Erde aufgenoms men werden, am ſpäteſten zur grünen Dün- gung, als wozu man einige leichtes Ae>er liegen läßt; allein die damit gedüngte Rog- genſaat thut ſich, wenn es nicht ſehr frühe frieret, meiſtens aber im folgenden Früh» jähre, ſo ſehr hervor, daß man ſich dar- über verwundern, und gar ſehr merken muß, was die vielen mit Fettigkeit ver- bundenen Salztheile für einen großen Ein« fluß auf die Fruchtbarkeit des Erdbodens haben, als welches hauptſächlich auch an dem jungen untergepflügten Mohn verſpüret wird. Da zu Ende des Auguſis oder zu Anfange des Septembers der Taba ab- geblattet wird, ſo dienen die noch grünen Tabacksſtengel, nebſt denen an der Spiße gelaſſenen unausgewachſenen Blättern, gleichfalls zu einer vortrefflichen grünen Düngung in leichten Feldernz nur iſt hie» bey zu beobachten, daß, da das Zerha>Fen der langen Tabacksſtengel zu viele Weit- läuftigkeit macht, ſolche nur auf den da- mit zu bedüngenden Acker ausgeſtreuet wer« den, Beym Unterakern derſelben aber gehen Mägde oder Kinder mit Harken hin= ter bie Pflüge, und harken die Tabacksſten- el ſo in die aufgepflügten Furchen hinein, [de, daß ſie in ſelbigen ganz gerade zu liegen fommen, und alſo von der folgenden Fur dhe völlig mit Erde bedec>t werden kön- nen. An vielen Orten fängt man an, auc<ß das grüne Kraut der Kartoffeln zur grünen Düngung anzuwenden. Man kann aber, allen meinen bisherizen Beobachtungen ge- mäß, von dieſem Kraute armehmen, daß es beſſer als Nichts ſey, indem es in Veps gleichung mit Hederich, Rüben, Mohn und Tabacl vier Fünftcheile weniger zur Fruchtbarmachung der Aecter beyträgt, Am allerwenigſten wirkes das Kartoffel Tt 3 Frauf, I wig ae 334 Düngen frauf, wenn es im tronen Zuſtände zur Düngung gebraucht wird. Es wird hie- ßey nod) überdem an vielen Orten gar ſehr gefehlet, wenn dieſes Kraut nicht, wie zuvor angerathen worden, mit der Harke in die aufgepflügten Furchen hinein gebracht wird, Denn nächſidem, daß das zu Ta- ge liegende Kraut dem Acker nichts nüßet, ſo ſchavet es in leichten Sandfeldern gar ſehr. Wenn die Sturmwinde den Sand aufnehmen, ſo legt ſich ſelbiger an die her- vor ſtehenden Sturzeln, daß kleine Hügel daraus werden, von welchen, ſo weit ſie reichen, die Saat bedec>t und zum Unter- gang gebracht wird, daß in der Folge über und über ganz fahle Flecken im Sommer Hievon geſehen werden. Auch ſchadet man ſolern immer zu Hülfe kom- men fönnen, wenn man ihre Fruchtbarkeit gufs Höchſte treiben will. Langer, und Dünger noert, und nicht der freyen kuft zum Verwittern ausgeſekt werde, muß jemand hinter dem Pjiug mit einer Harke oder Rechen hergehen, der den Miſt in die Furchen lege, damit in der Folge die Egge das Stroh nicht heraus ziehe, zu welchem Ende ſie ohnehin fleißig aufgeho- ben werden muß, daß ſie keine Wellen von Stroh zuſammen ſchleppe. 2) Leichten und warmen Aeckern eignet man gern den Rindsmiſt zu, weil er fett und kühlend iſt, ſo wie Pferde- und 'Schaafmiſt dem kalten und naſſen Boden wohl bekömmt, Der Schweinemiſt iſt ſehr kühlend, weshalb er einem warmen trocknen Sandboden ſehr dienlich iſt, 3) Hatman Aecker von einerley Boden, ſo thut man am beſten, wenn man entwe- der auf dem Hofe die verſchiedenen Arten des Miſtes gleich vermiſchet, oder mit dem Miſte abwechſelt, daß z. B. einmat hißi- ger Dünger und darauf kühlender Miſt aufgelegt werde, Hat man daher z. B. lauter trod nes warmes Feld, ſo kann man Pferde- oder Schaafmiſt ohne Sdheu dar- auf bringen, wenn ſelbiger mit den kühlen- den Duüngern, mit Rinds- und Schweine- miſte, abgewechſelt wird. 5) Iſt man nicht im Stande, alle ſeine Aecker Zu bedüngen, ſo muß man ſich hü- ten, eine ſolche Einrichtung zu machen, allen und jeden Aeckern nur etwas Weniges zUzU= ndl: Wit« , die 1, ſe lang dem fann, Miſt jeldern e Miſt freyen ', muß Harke Niſt in ge die ve, zu fgeho- m vn | eignet | er fett e: und Boden miſt iſt varmen |, Boden, entwe | Arten je dem | hißi- e Miſt hB. an man jeu dat“ fühlen? hweint alle ſeine n ſich hi!“ 1 machen) ; Wenige uy - Dünger zuzubeilen, Solches würde im Grunde mehr Zeit- uud Arbeitverluſt, als Vortheil ſeyn Man treffe dagegen eine ſchickliche Wahl, und ſuche die beſten einträglichſten Aecker heraus, um ſie mit dem meiſten und beſten“ Dünger zu unkerſtüßen, und laſſe dagegen die ſchlechteſten Aecker, die mit wenigem Miſte gar nicht gebeſſert werden können, ungemiſtet. In Anſe- hung dieſer iſt die Wechſelcultur ſchlechter- dings anzurathen. 5) Die-Art, Weiſe und Zeit, den Miſt der Ede einzuverleiben, machen ein gro- ßes Hauptſtück beym AFerbau aus- Der auf den Acer hingefahrne Miſt muß über- all recht genau und gleich verbreitet, und ſo untergepflüget werden, daß er weder zu ſchr in die Tiefe hinab'komme, noch zu ſehr oben bleibez vielmehr eine ſolche Lage erhalte, die der Länge und Richtung der Wurzeln gemäß iſt, die davon genährt werden ſollen. Schönfeld gab einſt die Regel: den Miſt zu der Zeit durch Unter- pflügen in den Boden zu bringen, daß er beym Ackern zur Saat wieder an die Dber- fläche des Bodens herauf gebracht werde, und der geſäeten Frucht zu gute komme. Wenn man z, B. ein Feld vor dem Säen viermal pflüget, ſo muß der Miſt beym erſten oder dritten Pflügen in den Boden hinab kommen, Soll der Miſt nicht nur der jeßt zu ſäenden, ſondern auch der nach- folgenden Frucht im zweyten Jahre zu ſtat- ten kommen, ſo bringe man ihn bey dem dritten Pfügen im Brachſommer in die Erde. Iſt der Boden ſehr kalt und feucht, oder beſorglichen Ueberſchwemmungen un- terworſein, ſo iſt bey der Herbſtſaat wohl am rathſamſten, den Dünger erſt beym Pflügen zur Saat in den Acker zu bringen, Die kalten“ Ae>er werden deſto mehr im Winter davon warm gehalten, ſo wie die ; Gek, Regllexicon 11, Theil. - Dünger:337 näſſen loFer erhalten werden, daß das Waſſer beſſer einziehen kann. Mehr als einmal habe ich auf dieſe Weiſe ein Stück Acker, welches in dem einen der hieſigen Felder den Ueberſchwemmungen vom zer- gehenden Schnee des nahen Fläminggebür- -ges ausgeſeßt iſt, gerettet. Das einenial ſtand dieſes mit Weizen beſaete Stück an die vier Wochen nicht nur unker Waſſer, ſondern es ward auch den ganzen Winter hindurch von öfterem Thauwaſſer bedeckt, und wurde daher nicht recht trro&en. Al- lein es brachte dennoch den beſten Weizen im ganzen Felde, worunter kein Wind= halm zu ſehen war, der ſich ſonſt hieſiger Orten gar bald in naſſen Wintern einfin- det. Jäd) hatte aber ganz friſchen Pferde- miſt, und ein Drictheil mehr, als gewöhn lich, erſt beym Säen, auffahren, ihn un- terpflügen, den Weizen oben aufſäen, und ſodann eineggen laſſen, und es mit allem Fleiße darauf angelegt, dem Waſſer gleich» ſam zu troßen, da dieſes Akerſtück in man- Land, der mit Hülſenfrüchten beſäet wird) ungleich mehr thue, wenn er einige Wo- en, als oven, finden. Anders aber verhält es ſich mit dem im Hornung und März auf dem „Acker ausgebreiteten Miſte. Hat es gleich In ſoler gefahren worden, ſo wird an ihrer Stelle, zur Wiedereinſchließung des Plaßes, eine neue aufgeführet, die nach ei- nigen Jahren wieder als Dünger verbraucht wird... Sprenter hat, in ſeinen ökono- miſchen Beyträgen und Bemerkungen zur Sandwirthſchaft, hierzu eine- Anweiſung folgen- p- aua NENEIEI EE 7:47 SN hend. aus: Mie: nget, beitet Rate 1 und eit die müßte e Zeit es am damit egen, eil ſich jezogen würde, rt auf uft Riftfuhs te Plas os erfots inauf zy jedünget e Miſt: g haben n, nach 0, aus müſſen e einen | ſollen, aß einz Jahren und auf wird an ßung des 8 190) el erbraucht ve Ofond* ungen ja (uwe folgen „Düngerw folgenden Inhalts bekannt gemacht: Man nimmt 5 Theile von einer guten Erde, z, B. ſchwarze, die unter dem Raſen liegt, oder Moorerde, oder Erde von Kellern, Scheu- nen, Viehſtällen, die nicht ſteinicht oder ſandicht ſeyn müſſen, oder Erde unter Miſt- ſtäten, Kloaken, aus den Viehſtällen 2c, oder den Grund und Echutt von alten ver- fallenen Gebäuden. Man nimmt ferner x Theil Aſche, und ein mittelmäßig gro- ßes Bund weiches Stroh, z. B. Gerſten- ſtroh, welches man allenfalls zerſchneiden kann. Hieraus macht man einen Teig oder Mörtel, ſo wie der Maurer die Mauerſpeiſe macht, mit Urin, Miſtlake oder Regen- waſſer. Hievon richtet man Wände auf, unten 3, oben 2 Fuß did. Von Abſaß zu Abſaß, in einer Weite von ungefähr 1 Fuß, legt man 2 Zoll dicke Steen über den Koth hinüber, und ziehet fie heraus, wenn die Wand fertio, und ein wenig getrocknet iſt. Die Luſt ſtreicht durch dieſe runde 20- her, und in ſelbigen legt ſich bald viel Salpeter an. Oben ſpikt man die Mauer ſchräge, wie ein Dach, zu- und es wird, wenn man will, mit Stroß bede>t; wel- ches Strohdach ein wenig auf beyden Sei- ten, auf der Wetterſeite am längſten, her- ab gehet, und Regen und Schnee abhält. Tauben- und Hühnermiſt, unten an die Wände herum gelegt. macht, daß ſie düng- reicher werden. Macht man dieſe Wände im Herbſte, ſo kann man ſie nach einen? Jahr ſchon brauchen- Miſcht man Miſt, beſonders Schaafmiſt, allerhand bittere, ſcharfriechende, und ſchmeckende Kräuter, die einen milchichten Saft haben, unter jene Erde, macht ſie mit Blut, Seifen- waſſer, Salz- oder Pokelbrüßen, an; ſo iſt es ebenfalls gut. Sonnenſchein, Re- gen uud Schnee können aber das Kräfti- ge dieſer Wände ſehv ausziegen. Iſt es Düngeriw 341 daher dem Landmann um eine fräftige Dün- gererde zu thun, ſo kann er an einem erha- benen Orte, wohin ſich kein Waſſer zieht, etliche Pfoſten eingraben, oben ein Stroh» oder Breterdach darauf ſfeßen, und die Seitenwände aus ſchlechten ſchmalen Bre- tern machen, die man ſo, wie an Jalou- ſiegittern, über einander hinmacht, daß Sonne und Regen abgehalten werden, und doch die Luft frey durchſtreichen kann. Man legt ſo viel dergleichen Wände, cder Hau- fen, oder Beete an, als der Plaß faſſen kann, und“läßt ſE über- ſchreiben, daß hierauf bey einer jedev be- ſondern Tabelle nur gedachte Buchſtaben allein hingeſeßet, und die Leſer hiemit zu» rück gewieſen werden, was jeder dieſer Buchſtaben befagen fol!, Hier iſt allſo ihre Bedeutung:; A. In Gegenden, ws gewöhnlich Stroß in Ueberfluß gewonnen wird, dergefialt, daß von der ganzen Ausſaat im Durch- ſchnitt per Wiſpel 100-=- 125 Mandeln und darüber gerechret werden, B. In Gegenden, wo im Durchſchnitt von der ganzen Ausſaat 90-100 Mandeln Einſchnitt per Wiſpel gerechnet werden. C. In Gegenden, wo im Durchſchnitt weniger als 90 Mandeln per Wiſpel von der ganzen Ausſaat berechnet werden, und es alſo am Stroh zum Cinftreuen fehlet. D. In Gegenven, wo dieſer Stroh»- mangel durch Kiennadeln, Segge, Luch» gras und Streuling erſeße werden kann, E. TJn Gegenden, wo der Strohman» gel durch wohlfeilen Strohankauf erſeßt werden kann, und, nach Anweifung der Rechnungen, anch wirklich- erſeßt wird, als in welchem Fall das gekaufte Stroh bey Taxirung dex Güter zur Ausgabe ge- ſteliet wird. Noch iſt zu: bemerken, daß die unmit» telbar über die Ziſſern kehenden Buchſfia- ben S, und M. Scheffek und Meßen ( Berlin, Maaßes) bedeuten, Wenn da- her z. B. in der erſten Colomne der erfien Tabell2 M Saas M4. 344 Düngungst Tabelle ſteht: in kaltgründigem Boden 1 S. 2M, ſo heißt dieſes ſo viel: von einem Stü Vieh erhält man ſo viel Miſt, daß man damit 1 Scheſfel und 2 Meßzen Ausſaatland, oder Land, auf wel- " Z ue Ed Ci-1S-| 10-| 9-“ 4:11 3.=> 7 24.52 D.|-| 1155|- 13 EE 147 1 RE zz XII iE.- E 1= 1004 NE Baa SE WE BEE 1 4:4 2.4. 42 1:35 ; Za b, IL Voit jedem Stück Pferd, Rindvieh, als Ochſen, Zuchtrindern,(Bullen, Reitochſen,) Kühen promiscue, zwey Stück junges Vieh gegen ein altes, und 0 junge Vieh gegen das melkende Vieh in Proportion gerechnet, wie ztel zu tel, fann Dünger erhalten werden. e- Wo die Stallfütterung eingeführt iſt. Bey zureichendem Heu-| Bey Veberfluß Bey Mangel, gewinnſt, daß jede Kuh am am wenigſtens 8 Centner Heugewinnſt, Heugewinnſt. Heu bekömmt.|<< I GTTTCHGREE in faltgründi-] in warmem| in kaltgründi-| in warmem| in kaltgründt-| 1 gem Boden. Boden. gem Boden. Boden. gem Boden.|<<<= | S, j-M- 4 S. N. S.| M. S. M. S. M. L...| G A+ 1.1 55 Ir 8| 1| 8 ä 12[| 4 E) 3 Bj 1|3: 1.1 5 1( 4 ERNTEN Zz 7 5.15 A i2 C.h- 22F*=""14--| 1 I EIER NEE 7 8 D. 142 a: 6 I-. I 1 2|=| 12| j 4 E11. 1.15 N 4 I 4 x 1 06340 2 . Sab, IV. Get. Regllexicon 11, Theil, Xx Tab 346 Düngungstabellen, Tab: Von hundert“ Schaofen, als wobey. inclulive des Schäfers Antheil und des Knechts Vieh gerechnet wird. 1%. Wenn gar nicht gehordet wird, | Dey zureichendem Heu-| Bey Ucberfluß Bey Mangel gewinnſt, wenigſtens a| am am (yy 30 Centner per 100 eugewianſt, eugewinnſt. 04 Schaafe.| Ng| Dang SU 1608 1004 in kaitgründi-| in warmem| m kaltgründi-| in warmem| in kaltgründi-| in warmem j gem Boden,|! Boden,| gem Boden. Boden. gem Hoden. Boden. S. IN.- S.|%. ES. M. Sz NN. S.“ 8 S. MN. EE EE EIR IE SEIT EM 20: 37 ba Se dE 17 imer 13 10058+ B- 154: bp 121 1.0 1,-= 5 ESE 1 M 0 em 1 4 Zb= |„G1-53. 159 4 8 4 2. dg 4-13 4---1:3 12 » D.| 3'|1 133| 4 14| 4 12 5 11 3 8 4[| hy WET S7 321.18. 61 j= 5 I MIE DU 7 7:4 25 IT |, 41 9) Von hundert Schaafen, als we incluſive des Schäfers und Knechts 000 Vieh gerechnet wird, 7 Wenn mit dem Güſten- und Hammelhaufen gehordet wird. 114) Werhältniß ". 35 im Statt 392 Horden, 0 Bey zureichender Heu-| RE Bey Mangel | werbung, wenigſtens a| Bey berflüßiger da. (M) 30 Centnexr per 100 Heuwerbung. WI Schaafe. j| 8| 108) in kaltgründi-| in warmem| in kaltgründi-| in warmem| in MIEREN in warmem gem ee Boden. gem Boden, Boden. gem Boden. Boden. SG:%| M.| ET. BEM GTE MT TR HB. 4 42 67 5"Ms 5x 7 6 6.4. 2 | B.| 3 1 68 3| 5t 4 Pen fuug 5 3 2-| 3 97 j CG,| 2 1 07 3 41.13 1- 3 125 2 3; 8647 tr 1m y| DEE ME PI| 83 3 6 Pa! 1221 0211.81 142.| 1477 | FZ1 8 ET 4 50.1" 4 4 E.5186.8 3 2 153 93 : Db. vL 20 NN>>- nd des Dünneiſen . Dunk 347 j 7 T a b. VI. Von hundert Schaafen, als wobey incluſive des Schäfers Antheil und Knechts Vieh gerechnet wird. Wenn mit der ganzen Schaäferey gehordet wird, Berhä ltniß 15+ ZT oder 55 gegen ZF oder F+ Bed;-zureichender Heü- . deus 7 Bey Mangel werbung, wenigſtens a| Bey uüberflüßiger| an 3 30 Centner Heu per 100 Heuwerbung. Heuwerbung, ,| in faltgründi-| in warmem| in kaltgründi-| in warmem| in kaltgründi-| in warmem gem Boden. Boden. gem Boden. Boden. gem Boden. Boden. S. M". S. M. S. M.:S. MR. S. M. S,. M A=1..8 31 4 6 4 372|.5 12.4. 2 323-603 ICS B.].' 2.1325 1 3 8 3 7:2| 4 13| 3 977| 2| 142 GC. 7 EI 2 IO 2 ZOE 2 1 I 14x 2 3 D. 2 5 2 13 2 1.25 3 572 2 Z 2 55-5 E,:4 zi 828 ies 3 3 75 1-4 131 2 921 2( 145 2-E DV: MII. Hordenſchlag für das Hundert, ſo würklich in der Horde liegt. Man nimmet hiefür durch die Bank fünf Scheffel an 3 wobey anzumerken, daß bey ſechsjähriger Düngung der Hordenſchlag nur halb ſo hoch, bey neunjähriger Dün- gung nur«tel, und bey zwölfjähriger Düngung zu Xtel, und nur allein bey drey- jähriger Düngung für voll zu rechnen ſey, Dünneiſen, ein dünnes, längliches, viereckiges Blech, nicht ganz ſo groß als ein Bogen Papier, und dünner, als die übrigen Bleche, ſo in der Blechhuütte ge- ſchlagen werden. Site ſind verzinnt, und werden in drey Arten eingetheilet, als: Rreuzblech, welches das ſtärkſte und dickſte iſt 3; Suder» oder Söderblech, iſt etwas dünner«oder ſchwächer; Senker- blech, iſt das allerdünnſte. Dünnſtein, Tafelſtein, ein Cdelgstein, der unten flach, oben aber I mit einer Tafel und vier Flächen oder Fa- cetten verſehen iſt, indem die Dünnigkeit eines ſolhen Steins nicht erlaubet, viele Flächen darauf zu ſchleifen, Dünnwildpret, Wamme, Flämmen, Flanfen, das dünnſte Stück eines geſchoſſenen Wildprets, im Bauch bis zum Schlegel. Dunk, ſo nennen die Schäfer und Fabricanten in einigen Ländern, z. E, im Brandenburgiſchen, den von den Schaafen Xr 2 ganz EI Ses M 5-2) 348 Dunk ganz abgeſchornen Pelz, oder die ſammtli- e, Aerme u, dergl. darinn zu ſeßen, Durchſchlag, iſt ein Damm, wel« . 138 35.9:"Durch Wiber, dem Neße entgehen; 3) bey oi«, nem Beſuch, Jagen u. dergl. den Bogen enger machen, als welche Verfürzung ein Durchſchnitt genannt wird. Durchſchnitt, ijtbey einem Stroh- me. oder Fluſſe nichts anders, als diejenige Fläche, welche den laufenden Fluß auf ſei- ' nem Boden von einem Ufer zum andern lochrecht durchſchneidet. Dieſer Durch- ſchnitt wird zu Papier gebracht, wenn eine Schnur von einem Ufer bis an das andere geſpannet wird. Dieſe Schnur aber muß durch Knoten in. Schuhe abgetheilet wer- den, und von dieſen Knoten wird mit ei- nem Maaßſtabe oder Senkel die Tiefe ge- meſſen. In der Deicherſprache wird ein dergleichen Durchſchnitt die PöIelung geheißen. 9774 Durchſchnitt, Franz. profil; cou- pe de bätiment, iſt eine Art eines Bau- riſſes, durch welchen eine Sache ſo vorge- ſtellet wird, als wenn der vorderſte Theil hinweg genommen. wäre, daß man gerade das Juwendige im Bau ſehen, und die Höhe, Breite und Tiefe beobachten kann, und alle Theile in die Augen fallen. Durchſintern, wird im Bergbau beſonders von flüßigen Körpern geſagt, wenn-ſie mäßig, z. B. durchs Geſtein wo hindurc) dringen, Im gemeinen Zeben durchſinkern. Durchſtehen, in einem Damm oder am Ufer eines Deiches oder Fluſſes eine Defſnung machen, damit das Waſſer durch ſelbige ablaufen Fann. Durchſtecher, der kleinſte von den drey 2öffelbohrern des Stellmachers, wo- Dunc angenehm, den Artiſchocken ähnlich, und kann auc daher auf gleiche Weiſe zuberei- tet und gegeſſen werden. Schon die Al- fen haben angemerfef, daß die Wurzel unter die fräftigſten Arzneymittel gehöre. Sie enthält ein gar ſonderliches harziges, oder gummöſes Weſen, dergleichen ſich bey andern Wurzeln wenig oder gar nicht äußert. Sie iſt ein vortreffliches, ſchweiß- freibendes, blutreinigendes und die ver- ſtopffen Gefäße eröffnendes Mittel, ſchi- fet ſich auc) zu den Vieh- und Pferde- pulvern, welche wider anſteckende Seuchen gebraucht werden, Sie ſoll den Schlaf vertreiben, daher die Landleute-in Schwa- ben folHe in der Abſicht den Hunden ein- geben, um ſie wachſam und zornig zu ma- '„hen, und, wie Helmont ſaget, deswe- gen daſelbſt Sundsz3or1ny genannt worden iſt. Da die Wurzel von hißiger Beſchaf- fenheit iſt, ſo ſoll ſie nur bey kalten Natuxen ' E>xfsc und ſchleimichten Körpern, gebraucht wer- den, und wird ſonderlich als ein Trank ab- gefocht verordnet. 2) Gemeine Eberwurz, oder Drey- diſtel, C, vulgaris. Vaterland: Eu- ropa, auf-bergichten, dürren, ſandigen Plä- ßen, Stendel: vielblumig. Blätter: groß, fein getheilt, ſchön ſtachlicht, Bly- men: in Sträußen mit Kelchen, deren Strahl. weiß iſt. Cin Unfraut, aber doch eine ſonderbar ſchöne Pflanze. Dieſe und andere Pflanzen eben dieſer Art werden blos zur Werändexrung unter- halten, ſelten aber zum Zierrath auf die Rabatten geſeßt. Der Saame muß zei- tig im Frühjahre an Ort und Stelle ge- ſäet werden, weil ſich die Pflanzen gar nicht gut verpflanzen laſſen. Ebnen Fußes, Franz. Plein pied, wird geſagt, wenn die Rede von Zimmern eities Sto>werkes iſt, deren Fußböden von gleicher Höhe ſind, daß man von ei» nem Zimmer in das andere ebnen Fußes gehen fann, ohne daß man nöthig hätte, eine Stufe oder ſonſt einen Abſaß zu über- ſteigen. Eckbänder, ſind die ſchmalen Blee en dex Kuffer angee ſchlagen werden, Ec>commode, eine Commode, die in dex Ee eines Zimmers angebracht wird, und alſo vorne rund, hinten winflich ſeyn maß, um die Ecke zu ſchließen oder aus- zufüllen, Eckfacetten, die Facetten, welche die Fläche des an ſich vierkantigen Bril- lanes theilen und brechen, und ihn Hhie- durch zu einem zugerundeten Vieref bil- den. E> - „zue 20 2 1eG, mern joden n ele ußes tte, über-. Ble nge y die wird, ( ſeyn x(US welche 4 Beil ihn hiv ves bil: Es E&forſt Eckforſt, die an den Holländiſchen Dächern von dem Hauptforſt nach den Vierecken des Hauſes herunter hangende Kanten des Sparrwerks,| Eckiger Lanf, wenn bey einem Jagen die Jagd oyne Rundung und.Bo»- gen geſtellet ijt. Dergleichen Jagen iſt gut, weil unten am Dete eine Schnappe' und Falle gar füglich kann angebracht werden. Eckiger Lauf, ein Büchſen- oder Flintenlauf, welcher oben nicht rund ge- feilet iſt, ſondern kantige Seiten hat. Ekkachel, eine Kachel, deren meh» rere die Een eines Ofens ausfüllen. Eckpfeiler, ein Pfeiler, welcher an der Eke einer Mauer, und etwa um den vierten Theil in der Mauer ſteht. Eckſäulen, Eckſtänder, ſo nennt man die ſtarken Säulen bey hölzernen Gebäuden. Auch nennt man ſo eine Säu- le, die an der Ee einer Mauer|fteht, und in ſelbige eingreift, oder die Mauer iſt hinter ihr, wenn es auch die Ee iſt, ausgehöhlet. Eckſchaft, iſt das StüäX Mauer, ſo. von dem äußerſten Feuſter bis an die E>e des Hauſes geht, Eckſchuh, eiſerne Beſchläge, mit welchen die unterſten Ecken der Kaſten be- ſchlagen werden. Eckſparren, Lehrſparren, Grad- ſparren, die ſchrägen Hölzer, oder Spar- ren eines Holländiſchen Daches, an den Een deſſelben, Eckſtein, Unter“as, eine Stuſe, worauf die Säulen, Pfeiler und andere Sachen ruhen und erhöhet werden, Sols Vet, Negilexicon I, Theil, Edels 353 nen heraus zu ziehen, und die zu feſten Erdſchollen zu trennen und flein zu machen. Die ſo genannten Eggebalken, in wel- hen die Zinfen oder Zähne beſeſtiget ſind, müſſen, wenn dieſe eiſern ſind, von recht Feſtem und zähen Holze ſeyn, damit ſie nicht aufſpringen, die Zähne verlieren, und hiedurch vor der Zeit unbrauchbar wer- den, Um das Aufſpringen dieſer Balken Yy 2 zu «7,5 BIET 356 Egge zu verhindern, iſt es wohlgethan, die En- den derſelben mit eiſernen Ringen beſchla- gen zu laſſen. Auch müſſen die Schmiede beym Einſchlagen der Zähne oberwärts bey einem jeden derſelben einen Theil her- vorragen laſſen, damit ſie, wenn fie un- ferwärts abgenuket oder zu kurz geworden ſind, nachgeſchlagen oder wieder auſgeſchär- fet, und aufs neue wieder eingeſchlagen werden fönnen« Man muß es den Knechten nicht ver- ſtatten, wenn ſie mit einem Acerſruck fer- tig geworden, daß ſie mit den Eggen fort- ziehen, ohne ſolche auf den Eggeſchlicten mit ſich weiter zu führen. Schleppen fie .die Eggen ohne Schlitten fort, ſo laſſen ſie gemeiniglic) die Eggen mit oberwärts in die Höhe ſtehenden Zinken forcziehen, Hier geſchiehet es nun leicht, daß ein Pferd ſcheu werden, auf die Seite oder rü>wärts ſpringen, und ſich den Huf durchtreten kann, wovon eine der allergefährlichſten Wunden entſtehet, die, wenn ſie auch ge- Heilet werden kann, doch das Pferd lange Zeit bindurch hinkend und unbrauchbar bleiben läßt, Ziehen aber die Knechte mit 'unterwärts ſtehenden Zinfen weiter, ſo werden dieſe Zinken auf harten Wegen und Steinen ohne Noth angegriffen, ſtumpf gemacht, oder wohl gar ab« und ausge- brochen.. Hat man junge, mutchige oder wilde und ſcheue Pferde, ſo wird dazu ein ver- ſtändiger und erfahrner Knecht erfordert, der ſich wohl darauf verftehet, vergleichen Pferde zu regieren und zu bändigen, indem die Pferde, wenn ſie mit den Eggen durch geben, ſich tödeliche Verwundungen zu- ziehen können» Unvorfichtigkeit, Leichtſinn und Zorn eines Knechts können die Pferde zum Durchgehen bringen, wenn er beym Umwenden am Ende eines AFerſtücks die / Egsge hinterſten Pferde ſchnell mit der Peitſche antreibet, daß, da ſie nun in die Runde gefehret ſind, in einander und in die Eg2 gen oder Strenge der Vorderpferde ſprin- gen, ſich verwirren, ſchlagen, losreißen, die Eggen umwerfen, ſich verwunden, und ſovann durchgehen, wodurch ſo man= ches ſchönes Pferd entweder ums Leben kömmt, oder zeitiebens einen Schaden be- hält, und an ſeinem Werthe verlieret, Hät- te man aber ein ſo ſcheues Pſerd, welches bey den geringſten Gelegenheiten anſpringt, und die andern Pferde zum Aufruhr bringt, ſo müſſen ihm die Augen entweder verbun» ' den, oder es muß daſſelbe wo nicht abges ſchafft, doch gänzlich aus der Egge wegge- laſſen werden. Wo man an einem Orte ſchweren und leichten Boden hat, da pflegt man wohl zweyerley Eggen, die leichten für den Sandboden, auch zum Läften der Saat, die ſchweren aber für den ſtarfen Acer zu halten, Der gewendete und gerührte Acker wird nicht gleich unmittelbar nac) dem Pflügen geegget. Man wartet gern ſo lange, bis das Gras darauf onfäugt hervor zu grü- nen, Graßichter Aer. muß nie zu einer ändern Zeit, als bey trocknem Wetter, ges egget werden, wenn man anders die Grag= wurzeln und allerley Unfrant hervor brin= gen, und die etwa nod) zuſammen küngen= den Raſen oder Törfe zerſtören will,. Bey dem zähen, chon- oder letiichten Boden muß man ſich ſo in die Zeit m1it dem Tg: gen zu ſchien wiſſen, daß der Ackor we: ver zu naß, noch zu troFen jey, Der ges meine Mann auf dem 2ande bemerfet dis rechte Zeit zum Beeggen der Aocker dieſer Art damit, daß er ſie nach einem Regen abgeweifer nennt, ſv etwa 3 oder 3 Tage nach denz Regen ſeyn kann 8 iſche vunde ? Eq: ſprine ehen, inden, Mans Leben en be- Hät- elches ringt, ringt, bun abges 99€ |. Wd wohl yx den Saat, der zu x wird Yfügen je, bis zu grü- | einer x, 98 Gra8s x brin: zängene Bey Boten dem Cg: (er wt Der gt nerfet di for dieſet m Regen er 3 Vr N Eoge Zſt bequemes Wetter zum Eggen, ſo muß man ſo viel Eggen und Pferde zu? ſammen bringen, als nur immer möglich iſt. Man kann einem Knechte an die 4 bis 5 Pferde untergeben; aber es muß „ihm einer folgen, der die Eggen von Zeit zu Zeit aufhebet, und ſie, wenn ſich Graswurzeln oder Klößer vorgeſeßt has ben, wieder frey machet, Cs kann dieſes die Verrichtung eines ſo genannten Pflug- jungens ſeyn, der ſowohl die hintern Pfer- de gemächlich antreibet, als auch, mittelſt eines ſo-genannten Pflughafens, die Cg- gen aufhebet oder lüſtet, Dieſer Hafen iſt von Holz ſo gewachſen und in der tänge eines Peitſchenſtiels, an deſſen anderm En- de eine Peitſche angebunden werden fann, Man nennt dieſe Vorrichtung das Cgge: laufen, und man. fann jelbige allenfalts auch den Mägden übertragen, Das Eggen an ſich ſelbſt kann verſchie dentlich geſchehen, 2äat der Knecht ein Paarmal die Länge hinauf geegget, fo muß er eben ſo oft in die Queere eggen. Zſt aber das Acterſtü nicht hierzu breit ge- nug,» ſo muß man ſeden, ob es nicht ſchlangenweiſe, oder in Zickzack, oder in der Rundung, fönne geegget werden, Man bringt auf ſolche Weiſe die. Gras» wurzeln beſſer heraus, und trennet auch leichtet die IUdßer, daß aiſo der Ader mehr klar und fein werden kann, Im leichten Boden, w9 es des Eggens weniger bedarf, kann man bey der Saat woht mit einem einzigen, zwey: oder drey- maligen Ueberziehen des Acers mit der Egge davon kommen. Man ſagt daher, ven Acer ein- zwey= dreyzähnig u.|, ive eggen, wenn er ein= zwey= oder vreymal y, bw, mit der Egge überzogen. wird. Wird in groögartigen Gegenden geegget, ſo müſſen die AueGen. ober Päden. in Hes Egge 357 wiſſe Walzen oder Lagen mit den Eggen; bey weichen dieſe allemal aufgehoben und ihrer Fracht entlediget werden müſſen, von Diſtanz zu Diſtanz zuſammen gebracht werden,- Sollte am erſten Tage des Eg» gens das Hervorziehen der Quecken noch nicht wollen von ſtatten gehen, ſo muß man allenfalls des andern Tages noch eins mal den Aer überziehen, und hiezu die " heißen Tagesſtunden erwählen, Wenn der Thau noch nicht abgetrocknet iſt, muß mit vem Egzen noch nicht angefangen wer« den, weil ſiv) dann die Queen von der Erde noch nicht gut trennen laſſen. Kömimt man aber zum erſtenmal mit der Egge auf ein Acerſtt:?, und findet es noch nicht gleich ſo tro&en, daß die Quecken gut her- vor gehen wollen, ſo begnüget man ſich vorerſt ein= eer ein Paarmal mit der Eg« "ge über her zu fahren, und geht damit im» mer weiter, da man denn zulekßt wieder auf den erſten Fle>, wo man angeſangen hatte, zurück kehret, und das Eggen voll- endef, und aun findet, daß Luſt, Wind „oder Sonne die gelüfteten. Quecken mehr und ſo gut abgetrocknet haben, daß enda lich der Zwes& des Eggens auf ſolche Weiſe beſſer erreichet wird, Die wenigſten Landwirthe achten dar- auf,"die ausgeeggeten und gefrocneten Queen oder Graswurzeln zur Wiehſfütte- rung anzuwenden, wozu fie aber vortreff- lich, und fo gut, wo nicht beſſer, als vas beſte Heu ſind, Man lößt ſie auf dem Acker einigemal umwenden, und nachdem ſie recht tro&-n geworden, und mit der Harke gut aufgeſchüttelr worden, ſs wird vie meiſte Erde over Sand davon heraus gefommen feyn. Machdem dieſe aufs be ge trocken gewordene Duecken nac Haufe und uüters Dach. gebracht worden ſind, läßt man ſie. über furz. oder lang no ein- Yy 3 mal MERTEN LL! 358 Eggeb enal auf der Tenne leicht überdreſchen und ausſchütteln, daß aller noch darinu zurück gebliebener Sand oder Erde gänzlich davon geſchieden werde, worauf ſelbige mit Stroh zu Hiffelklein geſchnitten, entweder trocken verfüttert, oder angebrühet,- den Kühen und Kälbern gegeben werden. "Sleibt es aber eine Haupfregel, bey tiaſſem. Wetter nicht zu eggen, ſo kann man doch zur Saatzeit in die Nothwendig- Feit' gerachen, bey eingefallenem Regen- wetter eggen zu müſſen. Iſt das Saatk- korn alsdann untergepflüget worden, ſs kann man noch wohl einige Tage nach dem Säen das Eggen verſchieben, wenn ſol« ches nur nod) vor dem Aufgehen der Saat 'geſchiehet. Iſt der Aker aber ſcet wird. Bey ug» gewiſſer Witterung iſt es am beſten, au eben dem Tage ſofort dasjenige, was aus- geſäet worden, einzueggen. Bey der Ger- ſte und dem Habver, die meiſtens unferge- pflüget werden, kann das Eggen an die "5== 6 Tage, und ſo lange anſtehen/ bis ſie feimen und aufgegangen find. Es-ſcha- det dieſes nicht, und diener zur beſſeru Zerſiörung des Hederichs, beſonders wenn er- dieſen Getreidearten im Aufgehen zuvor -gefommen, oder mit ihnen zugleich aufge gangen iſt, Eggebalfen, find die ſtarken hölzer- nen Latten, in welchen die Zinken der Zähne ſenkrecht ſte>en. Für den leichten Boden haben ſie gewöhnlich eine Länge von 25 Ellen, und die Breite von 3-== 4 Zoll. Sür den ſchweren Boden hat man ſie dicker Eggenp und länger, auch größtentheils rund. Zu einer Egge hat man 3, 4, auch wohl 5 Bals fen, welche durch: eingefügte hölzerne Schie- nen-oder Scheiden zuſammen gehalten wer- den. JIneinem unebenen oder ſolchen Bo- den, worinn der Pflug ſtarke, zuſammen bleibende feſte Klößer aufwirft, ſind dieje- nigen Eggen am beſten, welche gegliedert ſind, d.i. in welchen 2 oder 3 Eggebalfen durch Ketten zufammen verbunden ſind, welche Ketten es zulaſſen, daß die Glieder der Eggen ſich nach Bedürfniß des Erd»- reichs heben und ſenken, und alſo. überall eingreifen, da eine von lauter hölzernen Scheiden zuſammen gefügte Egge immer gerade bleibt, und wenn ſie auf einen ho- hen Punce kömmt, ſolchen allein ergreift, und die niedrigern unberührt läßt. Auch Fann man mit dergleichen gegliederten Eg- gen die ſehr gruſichten oder verqueckten Aecer beſſer, als mit den nicht geglieder- ten, reinigen, Eggenblöcke, ſind Klöße, womit die Eggen, wenn fie nicht genug eingreifen fönnen, nach Nothdurft beſchweret wer= den. Eggenpflug, ein Erſindung des Engländers Joh. Wood, um bey dem Rübenbau die zu dick aufſchießenden Pflan- zen: dünner zu machen. Bey dieſen; Pflu- ge ſind, an Statt der Zinken, Pflugſchaare angebracht,' Er iſt wie eine gemeine Egge geſtaltet, 7 Fuß lang und 4 Fuß breit, Die Pflugſchaare ſind von Eiſen mit ei- nem Schenkel, wie eine Eggenzinfe, ghn- gefähr 8 Zoll lang,. An dem Ende iſt ein breites Stück Eiſen oder Fuß in Geſtalt eines Herzens, welches cine gerundete Spiße hat, unterwärts ausgehöhlet, und an der Qverfläche gerundet iſt. Dieſer Guß iſt gleichfalls 8 Zoll lang und ebe ſo alfen ſind, jeder Erd» wall ernen mmer (| ho- reift, Auß nC: eten (jeder nit die reifen € wels q des ) dem Mflan- »Pfiu*- (haare Egge ß breit, mit>: 6, oh e iſtein Geſtalt gyndelt et, und Dieſer nd eb ſ Eggenp ſo breit. Die beyden Seiten, nebſt der gerundeten Spike, ſind an der Kante ge- ſchärft, wie eine gemeine Ha>e, Es ſind 14 dergleichen Schaare vorhanden, und ſie ſind in dem Geſtelle folgendergeſtalt ge- ordnet. Erſtlich kommen 3 Schaare in dem vorderſten Balken, an jeder Ecke eine, und in der Mitte eine; denn folgen an den folgenden beyden Balken allemal zwey und zwey Schaare in einem Balken, viere, doch ſo, daß allemal zwey zwiſchen zwey des er- ſten Balkens zu ſtehen kommen z endlich in dem leßten Balken kommen die drey übrigen ſo zu ſtehen, daß ſie mit denen im erſten Balken parallel ſte>en. Da die Schaare des erſten und leßten Balkens, ſo wie auch die Schaare des zweyten und dritten Balkens in ihrer Lage parallel ſte- >en, ſo vollführen die Schaare des dritten und vierten Balfens nur das, was die Schaare des erſten und zweyten Balkens angefangen häben. Die Schaare ſte>en ohngefähr 14 Zoll von einander, und jeves Schaar jätet 8 Zoll Land aus, und läßt 6 Zoll liegen: Man kann bey wiederhol- tem Eggen die hintern Reihen der Scaare verſchieben ,/ daß ſie in die Zwiſchenräume eingreifen, wo noch nicht geegget iſt, ſo vaß der Aer in einen ſo guten Stand ge- bracht wird, als die Beete eines wohlbe- fiellten Küchengarkens,- Man kann aus der bloſſen Beſchreibung dieſes Eggenpfluges bereits ſehen, daß er. aus Mangel der Einfachheit, da die vielen Pflugſchaare zu viel Zeit und Mühe erfor- dern würden, wenn ſie bald länger, bald kürzer, nach Beſchaffenheit des AFers, ge ſiellet werden ſollten, bey uns zum Acer- bau feine Anwendung gefunden habe. Beym Flachsbau könnte er allenfalls gut ſeyn, da der Leinſaamen einen mehr leich- ten, ſchwarzen, als ſchweren oder feſten "Ehe 359 Boden erfordert. Es müßte aber der Lein«' aer zuvor mit dem ordentlichen Pfluge durch die Brach- Stürz- oder Wendfahre u. ſw. gut vorbereitet ſeyn, damit der Eggenpflug. nur die Saatfahre zu vollfüh« ren hätte. Es verſteht ſich aber hiebey von ſetbſt, daß keine Steine in dergleichen Lein- äckern gefunden werden müſſen, Auch zum Hirfen= Mohn» und Rübſenbau, oder zum Bau verſchiedener Handelsfräu- ter könnte er dienen, wenn es darauf an- kömmt, die hiezu beſtimmten Ae>er gar tenmäßig zu heben, und der ſonſt ges meiniglich erforderten vielen Handarbeiter zum Umgraben des Landes entrathen zu fönnen. Ehe, Eheſtand, fann ſowohl zur wechſelſeitigen Unterſtüßung der Cheleute, als zur Erzeugung und Erziehung der Kin» der, geſchloſſen werden; wenn aber nicht erhellet, daß die Eheleute bey Schließung der Ehe auf Erreichung des erſten Zweckes ſich eingeſchränfet haben; ſv kann dieſelbe wegen Unvermögens zu Leiſtung der eheli- ct und zuweilen faltichtz; die obern Blätter ſind ſpigiger. Dlumenbilatr: groß und blau, der oberſte Einſchnitt iſt gar merk- lic, der unterſte aber faſt unmerklich mit finien durchzogen, Srucht: herzförmig eingeferbet. Mian hat dieſe Ürt unter dem Namen Dathentgel, Teucrium, und be- ſonders den Thee davon, als ein fräſftiges Auflöfungsmittel bey Werſtopfungen der Cingeweide und verderbter Miſchung der Säfte gelobet, und ſie mag wohl dem zu- erſt angeführten Chrenpreis in Anſehung der Heilkräfte nicht ungleich ſeyn, 38) Gr „4“== x *-.- == Ä'> lan Zea ü. 4 Ex„zn Dar 350. ws zz" H Co+ e hep 8 Bly: Pflanze hren: rand: vel; wp dem uns aus den d richtet aarweiſe Vinkel x" Blu inxnblats mif 10 'r unfere (att und 16, G1'0s Irium eden und einen Os Beinbergt, rde ge- tt, 13 els padre , und mit 1, eyföl: usgezadt | Blatter groß und ze merk« rtiich mit eſam unterden m, und he a fräſtiges fungen di ſchung de opt dem zu in Anſchi) "< 5 r= aun FS ae=. IRE wag edu RERENLCE">>== eu a"as Ehrenp - rr) Geſtreckter Ehrenpreis, 'Schmalbiätrerichter Batbengel, V, 'profirata. Vaterland: Curopa, auf - den Sandbergen, Feldhöhen, und andern „warmen Pläten in den Heiden, auch auf “einigen Triften ſehr früh und häufig; viel- „leicht nur eine Abänderung der vorigen. -Scentzel: geſtreckt, haaricht. Blätter: -eyförmig, länglicht, ausgeza>t, die ober- ſten ſißen platt auf, aus deren Winkel "die blauen Blunmenähren hervor kommen. 223) Gamanderleinehrenpreis, klet- “ner weißer Bathentel, Schaafkraut, biauer Wieſenehrenpreis, V. cha- maedrys L. Vaterland: Deutſchland, überall genzein, außer in ganz riefen Brü- -*ern,.wo'ſolcher- ſelten, aber auch ſehr verändert, vorfömmt, Strentel; ſchwach, 'xaÜchlicht, oberwärts in Aeſte verbreitet. - Blätter: die untern eyförmig., rauh, ein- - geferbt, unterwärts mit Adern durchzogen, „die obern größer, herzförmig und ſpißiger, 5aus deren Winkel die Blumenähbren trei- „ben.“ Die Einſchnitte des Kelchs ſind -merflich ungleich, das Blumenblatt dun- Felblau, die Frucht herzförmig. Auch von dieſer-Art werden-die Blätter zum Thee zempfohlen, u es Die folgenden Arten tragen in den Win- „eln der Blätter einzelne Blümchen. 13) Dlauer, wiider Ehrenpreis, „blauer Vileyer, V. agreſtis L. Vater- land: Deutſchland, iſt auf den Frucht- feldern nach einer feuchten Witterung im -Frühlinge und Herbſte nicht ſelten. Sten- gel: geſtreft, äſtig, eine Epanne langz „Dlätter: geſtielt, eyſormig, ſtumpf oder herzförmig, am Rande ausgezackt, kürzer als der daraus entſpringende Blumenſtiel. Ziumen: einzeln ſtehend; das Blumen» blatt iſt faſt radförmig, dunkelblau geſtreift, "zuweilen auch ganz weiß. Die Frucht be- .. Vet, Negllexicon Ul, Theil, ' Ehrenp"369 "ſteht gleichſam aus zwey beſondern Behält« niſſen. 14) Kleiner Seldehrenpreis, V. ar- venſis 1. Vaterland; Deutſchland, vorzüglich auf den Saatfeldern. Blätter: herzförmig, ausgezat, länger als der Blumenſtiel, xvuhen ſelbſt auf langen Stie- len, ſaftreich, kühlend und zart, wie bey der vorigen Art, Stencel: ganz niedrig und treiben viele Aeſtchen, Das Blumen- blatt iſt blau,!' 15) Gundermannehrenpreis, r0- tber NIeyer, V. hederifolia L. Vater- land: Deutſchland, iſt auf den Fruchkt- feldern und andern gebaueten Oertern, um die Dörfer und Vorſtädte häufig anzutref- fen.. Blätter; herzförmig, gemeiniglich in 5 Lappen zerſchnitten. Die einzelnen Blumenſtiele lang, Die-ſpißig zulaufen- ven Kelcheinſchnitte ſtellen gleichſam, eine Pyramide vor, wenn ſie ſic) ſchließen. Das Biumenblatt iſt blaßblau, und mit dunkeln Adern durchzogen. 1-54 16) Händlein-Lhrenpreis, Sänd- lkeinfraur, früber Fleiner Ehren- preis, V. triphylla L. Vaterland: Europa,«uf den Frucht- und Saatkfel- dern, erſcheint gleich nach Abgange des Scnees in den erſten Frühlingstagen. “Strentzel: äſtig, aufrecht ſtehend, ſelten eine Spanne lang. Blätter: platt auf- ſißend, paarweiſe geſtellt, dreye>icht, in 3 oder 4 Lappen zerſchnitten, und gleichſam fingerartigz die oberſten ſind gemeiniglich völlig ganz- Blumen: einzeln, groß -und dunkelblau, Die Frucht iſt gleichſam aus zwey Behältniſſen zuſammen geſes ßet.| Es ſind noch mehrere Arten dieſer Pflan» zengattung, die hier übergangen werden« Sie ſind insgeſammt ſo dauerhaft, daß ſie überall in den Gärten Fortkommen, Sie Aqa befom: „WER IEH. eee EEE nen 5 m wi Sie a em '" 1105 370. Ehrenſ bekommen alsdann nicht nur größere Blu- menähren, und ihre Blumen eine ſchönere Farbe, ſondern die Flor ſelbſt dauert dann auch länger,- 3 Als Blumenpflanzen betrachtet, dienen „die meiſten Ehrenpreisarten hauptſächlich zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit, und zur Verzierung der gemeinen Rabat- ten u. dergl. und nehmen ſich, wenn ſie zwiſchen. anderen, dauerhaften perenniren- den Blumenpflanzen ſchicklich vertheilet „Werden, zur Zeit ihrer: Flor ſehr hübſch aus,„Nr. 13. 14,15, 16, gehören zu den einjährigen Pflanzen, deren Saamen, ſo- „bald er reif iſt, geſäet werden muß. Nach- her pflanzen ſie ſich durc< den ausfallenden Saamen ſo ſtark fort, daß ſie, gleich dem Unfraute, ſchwerlich wieder ganz vertilget werden fönnen, 'Ehrenſäule, eine hohe Säule auf “einem niedrigen Säulenſtuhl, welche bey den Griechen zuerſt denjenigen geſeßt wur- de, die ſich um das Vaterland verdient ge- macht hatten, und worauf gemeiniglich „ihr Bildniß, aus Marmor gehauen, ge- ſtellt wurde, - Eibiſch, Hemſt, Althaea. Die Arten dieſer Gattung ſind dauerhafte, kraut- artige, perennirende, zaſerwurzliche Pflan- zen, mit fünfolättrigen Blumen, die.de- nen: der Malva ähnlich, jedoch kleiner, ſind, 1) Officineller oder Apotheker-FEi- biſch, Jbiſch, Heilkraur, Sammet. Pappel, weiße Pappel, Althaea offic. L. Vaterland: Holland, England, Frankreich, Sibirien, auc< zuweilen Deutſchland, auf etwas feuchten Pläßen. Srengel: aufrecht, äſtig, ſtark, rund, „Frautartig, einjährig, filzig, 4-5 Fuß hoh, Platter: einfach, groß, ſcharf Ei biſch . gezähnt, winklich, geſpißt, filzig, fammet« artig. weich anzufühlen, abwechſelnd, ſtark geſtielt.. Blumen: in den Winkeln der - Zweige und der-Blätter an den obern Thei» „len der Etengel, röthlich. oder blaßroth, im Jul. und Aug,&GSagamen: reif im Sept, oder Oct. Man hat zwo Abarten, „die eine mit rundlich- winklichten, die an« dere mit zerriſſenen Blättern. Dieſe zwo „Abarten, unterſcheiden ſich von der gemei- nen Art, jene durch ihre kürzern und run- den, dieſe aber durch ihre,.die Mannich» faltigkeit vermehrende, zertiſſene Blätter. Sie ſind eigentlich Arzneypflanzen, und müſſen zu dieſem Zweck auf beſondere Bee- te 15-=-18 Zoll weit gepflanzt werden; man nimmt ſie aber jedoch zur Maanich- „faltigfeit auch in die Luſtgärten aufz kom» „men in jeder Lage fort; müſſen, damit ſie im folgenden Frühjahre deſto lebhafter trei» ben, im October, wenn ihre Stengel abe fierben,- über der Erde abgeſchnitten, und mit Erde angehäuft werdenz man kann ſie im Frühjahre, am beſten aber im Herbſte, wenn ihre Stengel abſterben, durch Zer- theilung vermehren, und auch,„wie die folgende Art, aus Saamen ziehen.+. Wurzel, Blätter, Blumen und Saa- men ſind. im Gebrauch;.die Wurzel aber am meiſten. Die ganze Pflanze. iſt voll von einem zähen und ſüßlichten Schleime, von welchem auch die Kräfte abhängen, Sie erweichet, befördert die"Eiterung, verſüßet das Geblüte und alle ſcharfe Säf- te, und lindert die Schmerzen 3 daher ſcl- „bige in vieleriey Krankheiten erſpricßliche Dienſte leiſtet, als:„in Nieren= und Bla- ſenbeſchwerden, welche von der Schärfe des Urins fommen, in Lungenbeſchwerun- gen, die dünnen Feuchtigkeiten zu verdi- >en, die ſalzigen zu mildern, die rauhen .odex roh gewordenen zu überziehen, die aus- getrod- Mh ſtark | der hel m fim wen, e(le ) 100 emeis ruüns nie ätter, , und Bebe den; nh: fom» it fie ox rele el he 1, und nn ſie erbſte, ) Zer- je die Sur aber - voll eime, ngen, rung, Säf- ver ſcl- flie d Bla- Scharff verun 1 verdi rauhen die auß! getoß Eibiſch gefro>neten zu erweichen; und den Aus- wurf zu befördern; überhaupt auch, wo der natürliche Schleim fehlet, als in der rothen Ruhr, und endlich äußerlich, wo verhärtete Geſchwülſte zu erweichen und zur Eiterung zu bringen ſind, Bey allen dieſen Umſtänden machet man verſchiedene Zubereitungen. Die Blätter, und ſon- derlich die Wurzel, werden vor fich allein, oder mit andern, verſeßet, in Waſſer ge- kocht, und dieſer Trank getrunken z; oder,“ man gebraucht den in den Apotheken be- findlichen Syrvp, oder, ſonderlich bey Bruſckranfheiten, die aus der Wurzel vepfertigten Täfelchen, Palla de Althaea, weiche ſich in dieſen Krankheiten vorzüglich beweiſen. Aeußerlich bedienet man ſich der Althäeſalbe, oder machet, mit Zuſaß anderer erweichender Mittel, Umſchläge, Wenn man die Wurzel brauchet, und be- ſonders ſie zu Tränfen kohet, muß man nicht viel davon nehmen, ſie auch nicht lange kochen laſſen, indem ſonſt der Trank zu die, leimicht, und dem Magen be- ſchwerlich wird. Aus den Wurzeln wer- den auch Zahnbürſten gemacht, und in Frankreich häufig gebrauche,' 2) Hanfblätrrichter Eibiſch, A. cannabina LL, Waterland: Ungarn, Jtalien, Languedoc, am Rande der Wäl- der: Wurzel: groß, holzig. Sten- gel: 6 bis 8 F. hoch, etwas holzig, 2 bis 3 Jahre dauernd, mit vielen Seitenzwei- gen. Blätter: die untern hand- die obern aber tief fingerformig, einige derſel ben, gleich denen des Hanfes, tief einge- ſchnitten, ſehr haarig und rauh, abwech- ſelnd. Biumen:- in den Winkeln der. Zweige und der Blätter, klein, roth oder röthlich. Saamen: reif im Herbſte, in Menge, Jn England pflegt dieſe Pflan- ze ſtrauchiger Eibiſch genannt zu wer- Eiche 371 den, weil ſie einen holzigen Stamm hat. Eigentlich iſt ſie jedoch weder ein Strauch, nech eine zwojährige, noch eine perenni- rende Pflanze, ob ſie gleich alles dieſes wirklich iſt. Alſo iſt man in Verlegenheit, zu was für Pflanzen man ſie ordnen ſoll» Als Strauch ſcheint ſie in die Luſtgebüſche zu gehören, die ſie in der That auch ſehr verzieret 3 ſie dauert aber ſeiten länger als 2 Jahre, und ſchickt ſich alſo dazu nicht,, weil durch das Abſterben der einen oder der andern Pflanze eine unangenehme Lücke ent- ſteher, Man ſollte ſie alſo vielleicht zu den zwojährigen Pflanzen ordnen, und in der That iſt ſie in gewiſſen Lagen wirklich nur eine zwojährige Pflanze. Jn an- dern Lagen hingegen dauert ſie viele Jahre, und nun wird man ſie alſo perennirend nennen. EIE Eiche, Quercus, dieſe berühmte. Baumgattung begreift eine Sammlung. von ſehr vortrefflichen, theils im Winter, unbelaubten, theils immer grünen Forſt-.. und Verzierungsbäumen von 20 bis 100. Fuß Höhe, mit länglichen und-meiſt buch- tigen Blättern, und mit jährlich im April“ und May in halb getrennten Geſchlechtern blühenden, gelblichen, kein verzierendes Anſehen habenden, männlichen und weib-“ lichen Blumenz die männlichen in lockern Käßkchen, und die weiblichen ohne Striel auf den Knoſpen in diFen, lederartigen, halbfugelichen Kelchen, welche lekßtern eine mit ihrer Baſis in einem rauhen bleiben- den Kelche befeſtigte, im Herbſte reifende, eyrunde Nuß hinterlaſſen.+ Zip A. Im Winter unbelaubte Kichen. 1) Gemeine Eiche, Quercus Robur. Vaterland: Europa. Stamm: 69 -- 70=- 100 Fuß hoch und darüber, er- Aaa 2 langt 372: Eiche langt eine erſtaunliche Stärke und Größe, und macht eine bewundernswürdig weit umher ausgebreitete Krone. Blätter; känglich, oben breiter, mit ſpißigern Buch- ten und ſtumpfen E>en. Man nennet ſie gewöhnlich Wintereiche, weil die Blät- fer ſpäter, als bey der Sommereiche, aus- brechen, welches auch) von den Blumen gilt, und die Früchte werden erft im No- vember reif; vielleicht aber auch veswegen, weil die zuſammen geſchrumpften und ver- trockneten Blätter gemeiniglich den Win- ber hindurch an den Bäumen hängen blei- ben, wiewohl es auch Sommereichen giebt, die ihre trocknen Blätter den Winter über nicht abfallen laſſen; wie ich denn ſelbſt dergleichen von mir angepflanzte Sommer- eichen vorzeigen kann. Man nennt ſie auch Traubeneiche, weil die auf ganz furzen Stielen ſißenden, und faſt mehr platt aufliegenden Eicheln zu vieren, ſech- ſen, auch neunen, und mehrern, trauben weiſe bey einander ſtehen. Yußerdem wird ſie auch Viereiche und Steineiche genannt. Die Sommereiche, Auttſt- oder Auſteiche, Haſel- Stiel- Loh- Waldeiche unterſcheidet ſich von der er- ſtern durch längliche, ſtumpfe, gefiedert buchtige, kurz geſtielte, früher ausſchla-- gende Blätter, und hauptſächlich längere Fruchtſtiele, da die Wintereiche nur ſehr furze Fruchtſtiele hat, und ihr Laub viel ſpäter ausbricht. Die ſcheckitte Eiche iſt eine Abart; fie hat vortrefflich weiß geſtreifte Blätter, and wird von Liebhabern ſcheckiger Pflan- zen ſehr. geſchäßt.| 2) Weidenblättrieze Eiche, Q. Phel. Jos. Vaterl. Nordamerica, Stamm: 40== 50 Fuß hoh. MPlärter: lanzett-- förmig, und alſo lang und ſchmal, glatt rändig, auf der Oberſläche glatt, denen- "der gemeinen Weide ähnliche, ZKicheln: von ihren großen Kelihen meiſt bedeckt. Unter den mehrern Abarten iſt die vornehm» ſte die niedrige weidenbläctrige Eiche mit fürzern Blättern, 3) Caljtanienblätrrige Eiche, Weißeiche, Q. Priaus, Vaterland: Nordamerica, Stamm: 50--60 F, ho<. MPlätter: denen der zahmen Ca« ſtanie ſehr ähnlich, und etwa von eben derſelben Größe, vortrefflich grün, läng= lich-eyrund,( umgefehrt eyrund Linn.) glatt, an beyden Enden ſcharf geſpißt, buche tig- ſägeförmig, die Zähnchen gerundet und einförmig. Abarten: 2-3, eini- ge mit größern Blättern, einige mit klei nern Eicheln, die wie die gemeine Eiche entweder lange oder kurze Stiele haben, 4) Weiße Eiche, Q. alba. Vater» land: Virginien. Stamm: 30--40 Fuß hoch, die Rinde weißlich. PBlär« ter: lichtgrün, etwa 6 Zoll lang, und 4 Zoll breit, kurz geſtielt, ſchief geſchlißt, die Buchten und Een ſtumpf, Sie giebt zwar weniger großes Zimmerholz, es iſt aber zu Gebäuden von größerm Werthe, weil es dauerhafter iſt, Abarten: 2 bis 3, die Eicheln wie die der gemeinen Eiche, n 5) Schwarze Eiche, Q* nigra, Vaterland: Nordamerica, Stamm: 30== 40 Fuß hoch, die Rinde ſehr dun- kel. Blätter: ſehr groß, keilförmig, ſeicht dreylappig, glatt, glänzendgrün, furz geſtielt, Abart; Maryländiſche Ei- ten Adern, ſterben im Herbſte mit einer röthlichen oder hoch- rothen Farbe ab, und zwar ſehr ſpät. Un- tor den mehrern Abarten iſt die ſchar- lachrothe Virginiſche Kiche die be- ſte Sorte, deren Rinde die Lohgerber jener aller andern Eichen vorziehen. 7) Speigeiche, Fleine Eiche, 0. Eſculus. Vaterland: das ſüdliche Cu- ropa. Stamm: 30 Fuß hoch, die Rin- de dunkel-purpurröchlih, Blätter: ſehr furz geſtielt, geſchlißt, die kappen lanzett- förmig, entfernt ſtehend, ſpiß, hinten wink- lich, eben. ZSrüchte: eßbar, lang, dünn, ungeſtielt, in ſehr großen, gewiſſermaaßen ſtachlichten und rauhen Kelchen, ' 8) Zieggenbarteiche, auch, wie die folgende, Cerreiche genaunt, Q. Aegi- ops. Varerland: Spanien. Stamm: 70=- 80 Fuß hoh, und daneben ſehr ſtark, die Krone weit umher ausgebreitet, die Rinde weißlich, bräunlich gefle>t, die Zweige überall. ſehr reichlich belaubt. Blätrer: ſchön, eyrund- länglich, jedoch nicht ſehr lang, ſelten länger als 3 Z. lang, und 2 Zoll breit, glatt, tief ſägefs- mig, die Sägeeinſchnitte ausgeſchweift oder rückf- wärts gebogen, die Oberfläche vortrefflich lichtgrün, die Unterfläche weißgräu, Srüch- te: aroß, in ſehr ſonderbaren, ſehr großen, ftachlichten, aus vielen rauhen, ſchwarzen, wie Fiſchſchuppen über einander liegenden, die Eichel meiſt bede&enden, unten ſchma- len, höher hinauf aber breitern, und oben flachen Schuppen. Cin edler Baum, der unſrer gemeinen Eiche an Größe des Wuch- ſes faſt gleich kömmt. 9) Cerreiche, Burgundiſche Ei- he, Q.Cerris. Vaterland: Spanien, Oeſterreich, TSramm: 30-49 Fuß hoch, und ſelten höher, Blätter: läng- lich, leyerförmig-geſchlißt, auf dunnen Eiche 373 Stieſen, die Queerſtücke ſpiß, die Ober- fläche vortrefflich grün, die Unterfläche fil- zig. Srüchte; kleiner als die der vorher gehenden Art, in kleinern ſtachlichten Kolchen. B. Immertzrüne LZichen. 10) Gemeine immergrüne Kiche, Sreineiche, Q. lex. Darerland: das ſüdliche Europa. Stamm: 40== 59 F« hoch, die Rinde ohne Riſſe, und die der jüngern Schüſſe glatt. Blätter; eyrund- länglich, ungetheilt, fägeförmig, geſtielt, auf der Unterfläche filzig und weißlich. Sorten: deren ſind ſehr viele, die in An« ſehung ihrer entweder breiten oder ſchmä- lern Blätter unterſchieden ſind, 11) Aorteiche, Rort- oder Pan- toffelholzbaum, Q Suber. Vater: land; das ſüdlichere Europa, Stamm: 30--40F. hoch, Die Rinde des Stam- mes und der Hauptäſte dick, rauh, ſc-3 272Z- . Eiche ſie alle an Größe und Stärke"übertrifft, auf 1000 Jahre ſtehet, ehe ſie ſo ganz ab- ſtirbt, und ihr Holz den größten Werth zu ſtarken und dauerhaften Arbeiten hat, ihre Eicheln eine gute Maſt für Schweine, Hirſche und Rehe abgeben, und ihre Rin- de zur Ledergerberey ſo nothwendig iſt, Es können aber die übrigen hochwachſenden Arten auch zu Forſtbäumen angepflanzet werden, weil ihr Holz ebenfalls ſehr gutes Zimmerholz i(t, und von dem Gartenkünſt- lex zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit in großen Verzierungspflanzungen, und zu Gruppen auf geräumigen Raſenpläßen, in Parks und in andern weit ausgedehnten Oeffnungen, genußt werden. Site kom- men alle in jedem guten Mittelboden fort, haben jedoch in einem leimigen. Boden, au) in ſchwarzer Moorerde, den beſten Wuchs, ob es gleich übrigens wenig Erd arten giebt, in denen ſie nicht fortkommen ſollten, wie ſie denn ſogar in kieſigen, ſan- digem, thonichten, auch tiefen naſſen'Bo- den wachſen. Man klagt, wenn auf Anpflanzung der Eichen gedrungen wird, daß ſie zu lang- ſam wachſen, und zu lanze darauf gewar- tek werden müſſe, bevor die Eiche zu Nuß- und Zimmerholz gebraucht werden könne. Dieſe Klage aber findet nur da Statt, wo zu Eichenpfloanzungen ein zu ſchlechter Bo- ven gewählet, und. das Abraupen der jun- gen Bäumeunterlaſſen wird, Von mir ſind Eichen in ſchwarzer Moorerde angepflanzet, und dadurch ſo ſehr. zum Wachsthum ge- bracht worden, daß ſie die zu gleicher Zeit gepflanzten Obſtbäume aller Art ungleich ſehr hinter ſich zurück gelaſſen haben, und einige derſelben im 16ten Jahre ihres Al: ters ſchon im Durchſchnitt über 18 Zoll dik :geworden ſind. J< habe aber auch nicht verabſaumet, die Raupenneſter fleißig ab- ."Eiche 375 nehmen zu laſſe /“ weil eine von Raupen Fahlgeſreſſene junge Eiche in gutem Boden zwar nicht abſtirbt, aber doch immer einen ganzen. Jahrwuchs von jedesmaligem Rau- penfraße verlieret, oder an ſolchem gehin- dert wird. Ein gleiches geſchiehet von den Mayfäfern, Dieſe müſſen aber auch bey hoher Tageszeit abgeſchüttelt, von der Erde aufgeleſen, getödtet oder den Enten zur Fütterung vorgeworfen werden. Die Hühner ſind zwar auch keine Koſtveräche ter, beſonders die Truthühner.; nur muß man ihnen die Käfer. nicht in zu großer „Menge auf einmal vorwerfen, weil ſie, wegen Unverdaulichkeit, einen zu dien Kropf davon bekommen, und daran ſterben können. Den Enten, wenn ſie dabey ge- nugſames Waſſer vor ſich haben, ſchaden ſie dagegen auf feinerley Weiſe, Unſere-gemeinen Eichen unterſcheiden ſic), wie oben geſagt werden, in Win- ter- und Sommereichen, weshalb die Frage entſteht, welce Art zur Vermeh- rung vorzuziehen ſey. Siehet. man nun auf die Güte des Holzes und auf die Ei- genſchaft der Frucht zur Maſtung, ſo muß man in beyderley Rückſicht der Sommexr- eiche den Vorzug einräumen, Die Früch- te der Sommereiche, welche einzeln, oder doch nur zwo bis drey bey einander wach- ſen, ſind größer, ſüßer und den Thieren ſchmackhafter 3 da hingegen die Winterei- e, theils, zu ſeinem großen Scha- den, vor Dieben nicht ſicher werde. Man höret aber ein Schallen, welches gleichſam von Zerſprengen eines Holzes herzurühren ſcheiner, nicht-eher, als weyn ſich das * Eiche Wetter ändern will, und glaube gemei- “niglich, daß es nur allein bey windbrüchi- gem Holze, d. i, ſolchem Eichenholze ver- jpüret werde, welches von Eichen, die der Wind umgeworfen oder abgebrochen har, genommen worden iſt. Uebrigens, ſoſtark "anch das Knallen der eichenen Geräthe ſeyn mag, wird man doch nie finden, daß ſolches von einem entſtandenen Riſſe oder Zerſprengen des Holzes irgendswo herrühre; dergleichen wird nie geſehen oder gefunven, Eichene Tiſche und Commoden, bey wel- chen die Zuſammenfügungen geleimt ſind, und in nicht geheizten Zimmern ſtehen, ſcheinen mehr als anderswo die bevorſtehen- de Veränderung des Wetters durch ein Schallen anzukündigen,. Die Früchte der Sommereichen haben nicht einerley Geſtalt und Größe, und da- her auch verjchiedene Namen, Die läng- lichen werden'Dachseichelin genannt, und für ſüßer und zur Maſtung dienlicher gehalten; die furzen, runden ſchmecken mehr herbe und bitter, als ſüß; ſie ſind da- her den Schweinen nicht ſs angenehm, und heißen Harzeicheln. Man wähle daher zur Saak allein die größten und längſten Eicheln, die man in der Nähe oder Ferne irgends auffinden fannz; es wäre in dieſer Abſicht gut, wenn man ſich eigene Saae- menbäume hielte, von welchen die beſten Früchte zur Saat geſammlet werden könn- ten, Jh) würde aber hiebey anracthen, die Saamenbäume auf einem ſo guten Grund “und Boden aus der Baumſchule anzupflan- zen, daß die dabey zum Grunde Uegende Abſicht erreicht werden kann. Jh habe bereits vor einigen 30 Jahren dieſem Um- ſtande meine Beobachtungen gewidmet, und gefunden, daß die großen Früchte noch grö» ßer gerathen, als ſie der Mutterſtamm hatte, wenn die Eicheln zu Saatbäumen zn "Eiche im einer guten Saatſchule Jelegk, und aus ſelbiger hernach auf einen guten Boden Hin verpflanzt werden. I< habe Haſel- ſträucher im/Garten, welche von jeher als Unterholz yon Zeit zu Zeit abgehauen und genußet werden. In der Mitte ſolcher Srräucher iſt viel mulmichte Holzerde, aus welcher 3 Eichen hervor gewachſen ſind, de- ren Früchte an Größe alles übertreffen, was ich je in dieſer Art nur ſehen können, Die Holzſchreyer tragen gern die Eicheln umher, laſſen ſie öfters beym Davonflie- gen irgend8wo falien, weshalb man junge Eichen öfters auf Wieſen und Hüthungs- pläßen aufgehen ſieher, von welchen die Ci» end ausfielen, daß ſie gleich denen von der Q. Eſculus, zur Menſchenſpeiſe dienen könnten. Es iſt viele Wahrſcheinlichfeit hiezu vorhanden, und ich will jungen Forſt- männern und Gartenfünſtlern den Wink zu dieſer Unternehmung gegeben haben. Sollte es aber nicht möglich ſeyn, durch ſolche Veredlung unſrer Cicheln ſie zur Menſchenſpeiſe anwenden zu können, ſo'-ge- winnet man doch durch die Vergrößerung der Früchte nicht nur bey der Maſt, wie oben geſagt worden, ſondern auch damit, wenn man Eicheln zur Hausmaſt oder Fük- terung des Rind* und Federviebes leſen laſſen und aufſammlen will, daß man in fürzerer Zeit damit ſertig werden kann, in- dem von großen Früchten gar bald ein grs- ßer Haufen zuſammen zu bringen iſt. Da der Eichbaum in unſern Ländern ein höchſt nüßlicher Baum iſt, ſo müſſen wir von deſſen Anbau und Wartung noc kann man 4= 5 Eicheln rechnen, und was etwa über dieſe Anzahl ausgewor- ſen wird, dienet zur Ergänzung derer, die Eiche etwa verderben oder ausgehen können. Man muß ſie nicht über einen Zoll tief in die Erde legen, Es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß das mit Eicheln zu beſäende 2and vorher durch Pflügen gehörig zUger richtet werden müſſe. Eine andere Frage iſt: ſoll man die Ei- cheln gleich an den Ort ſäen, wo die dar« aus erwachſenen Stämme beſtändig blei ben, und einen Eichwald abgeben ſollen, oder ſoll man ſolche ausheben, und an die beſtimmten Pläße verpflanzen? Warum wollte man, ſagt Gleditſch, von der na- türlichen Vermehrung der Wälder abge- pen, und erſt ſäen, hernach die jungen Pflanzen wieder heraus nehmen, an ihren Wurzein verleßen, und endlich hernach wieder zum Wachsthum nach beſondern Ein- und Abſichten verpflanzen? Man würde aber durch doppelte Koſien und Ar- beit die jungen, zum Anpflanzen am ge- ſchiteſten, Cichen von 2, 3, 4 Jahren in ihrem Wachsthume zurück ſeen. Die Länge der Pfahlwurzel iſt an ſolchen jungen Pflanzen wohl nicht umſonſt ſo anſehniich, ſie zeiget eine gewiſſe Vorbereitung zu eis« ner fünſtigen Höhe und zu einem nachfole genden ſtkarfen Triebe, den man bey dem wilden Holze nicht ſtören ſoll, wenn man anſehnliche gerade Stämme daraus zu er- halten wünſcher, Die Pfahlwurzel iſt bey den Eichen, die ohngefähr 5---- 6 Zoll dicke ſind, auf 32 Fuß lang 3 an jungen 6-8 Zoll hohen Saateichen aber wird man im locern Grunde ſelbige ſchon 1= 14 Fuß lang finden; ſie muß daher, wenn auch das Aufyeben noch ſo behutſam geſchieht, nothwendig beſchädigt werden. Cs fommen aber doch Fälle vor, wo das WVerpflanzen der jungen Stämme dur Fee>)>.==> Eiche Hirſche und Rehe die aufäeheibelt Eichen- pflanzen abbeißen und gar nicht in die Hö- he kommen laſſen 3 die Sauen aber werden die Saateicheln aus der Erde heraus wühr len und verzehren. Auf Triften und Hu- thungspläßen aber werden Schaafe und Rinder ebenfalls alle junge Pflanzen abbei- ßen; man muß daher in ſolchen und andern Fällen, z. E, wenn Heerſtraßen, Acker- raine und Feldgränzen mit Eichen beſcket werden ſollen, ſich ſchlechterdings allein an der Beorpflanzung der Eichen aus der Saak- 'und Baumſchule ins freye Land halten. Man erwäbhlet hierzu aus den EichenFämpen, -- mit dieſem Namen belegt man diejeni- gen Derter, wo man Eicheln zur Zucht ſäet oder ſtecker,== drey- oder vierjähri- ge, gerade gewachſene Stämmchen, ſchnei- det im Frühjahre mit einem ſcharfen LNeſ- ſer die Pfahlwurzel, wenn ſie doh durch behutſames Ausheben nicht geſchonet wer- den kann, und die Spißen der Haarwur- zeln ab, und verſeßet ſie in gezogene Gra- ben anderthalb Fuß von einander; ſie wer- den hierauf vom Unfraute rein gehalten, und nach 6 Jahren an die gehörigen Stel- len gebra<,. Gleditſch empfiehlt, die Herzwurzel am Ende nur etwas abzufür- zen, damit ſie von neuen Hafen in die Tie- fe ſchlagen, und ihre Zweige deſto früher und zahlreicher treiben könne, weil aus die- ſer alle übrigen entſtehen.. Dü Hamel und von Zrocken geben den Rach, die jun- gen Stämmen, im zweyten Jahre nach der Verpflanzung, dicht an der Erde im Frühjahre abzuſchneiden, und Lohden krei- ven zu laſſen;; noch vor Johannis aber al- le, bis auf eine einzige, wieder wegzuneh- men. Du Roi erinnert hiebey, daß ein jeder abgeſchnittener und wieder ausgetrie- bener Stamm niemals die Höhe erreiche, zu welcher ein aus dem Saamen erzogener Eiche 379. und unverſehrt gebliebener Baum gelan- get. Dieſes kann jedoch nur in gewiſſer Abſicht geſchehen, wenn man nämlich die jungen Eichen nach dem Verpflanzen fort- wachſen läßt, ohne ihnen die Seitenzweige abzunehmen, da ſie denn freylich nicht ſo hoch wachſen können, als es in kurzer Zeit von ſolchen geſchehen wird, die man im Herbſt(im Frühjahre iſt es weniger anzu» rathen, weil davon der Saft ausrinnetk, und dieſes die jungen Bäume ſchwächt,) ausſchneitelt, wie ſolches von mir bey ein- zelnen im Freyen ſtehenden und dahin ver- ſeßten Eichen längſt beobachtet worden. Auch hat mir der königliche Planteur, HC. Sello zu Potsdam, vor einigen Jahren die Verſicherung gegeben, daß die auf vor- beſagte Art abgeſchnittenen jungen Eichen niche nur beſſer wüchſen, ſondern auch größere Früchte brächten 3; welches denn freylich nicht geſchehen fann, wenn man ſie ſtrauchich in der Golge wollte fortwach- ſen:laſſen,€; Auf tronen, mit Moos und Heide überzogenen Höhen kann man, wenn der Boden mehr kalt als warm iſt, die Eicheln mit Birkenſaamen ausſäen 3 dieſer gebt eicht auf, die jungen Stämme wachſen ſchnell heran, geben den Eichen Schatten, und vertilgen Moos und Gras; und da die Birken mit ihren Wurzeln auf der Ober- fläche der Erde hinfoufen, werden ſie den tiof gehenden Wurzeia der Cichen, dieohne- hin unter andern Bäumen und Geſträu« kne, mehr warme als kalte, Höhen, die gemeiniglich ſandicht zu ſeyn pflegen, ſo muß man daſelbſt die Eicheln mit Kie- fern- over Fichtenſaamen ausſäen. Hie- ſelbſt gehen die Kiefern oder Fichten in die Höhe, laſſen die Eichen hinter oder unter Bbb 2 ſich 380 Eiche fich zurück, geben dieſen leßtern Schatten, ohne welchen die jungen Eichen entweder gar nicht aufwachſen, oder nur fümmerlid) würden beſtehen können. Sind nun die Fichten zu Stangenholz, die Cichen aber zu einer mäßigen Stärke heran gewachſen, ſo werden Kiefern und Fichten abgehauen, vaß alſo ſodann ein wohlbeſtandner Eichen- wald hiemit auf einmal erſcheinet, Und da die unter den Kiefern im Schatten ſte- henden Cichen nicht von Raupen beſucht und entblättert, folglich nicht durch den leidigen Raupenfraß im Wachsthum auf gehalten oder zurus geſeßet werden, ſo weiß ich keine beſſere Methode, die Cichen auf dergleichen Mittelboden fortzubringen, als dieſe, Ju naſſen Gegenden kann man die Eichen mit Erbſen ausſäen, Iſt der Boden zu thonicht, zu ſtrenge, zu kro- den, auch unterwärts mit Steinea ver« „Miſcher, ſo erhält man lauter geringes Buſchholz, das man Eichenquaſt oder Horſeleichen zu nennen pflegt, Auf einem ſehr guten Boden allein kann man die Cichen als Schlagholz behandeln, da der Nachwuchs auf einem geringen Boden ſehr zurück bleiben muß. Werden die jungen Eichen aber zu Sclagholz, als welches wegen der Rinde zur Gerberlohe in manchen Gegenden viel einbringen fann, beſtimmt, ſo laſſe man ſie nicht über 20 Jahre alt werden, weil fie, wenn ſie auch auf dem beſten Boden länger ſtehend ge- laſſen werden, gar leicht ausbleiben, und nicht wieder ausſchlagen werden. Nächſt der Rinde werden auch die jungen Reiſer zur Lohe, die Stangen aber zu Böttcher- reifen, Wagenachſen und allerley Geſchirr holz dienlich ſeyn. Wermeynt man aber, aus jüngen Stangen Pfähle oder Stafen zu Zäunen und Wänden in der Erde zu ge- brauchen, ſo wird man ſeine Rechnung vabey Eiche nicht finden. So ſehr altes Eichenholz in der Erde dauerhaft iſt, ſo wenig iſt es doch das junge; es faulet ſehr leicht, ſo, daß man nach einigen Jahren nur noch den Kern oder Peddig, der noch ſehr ſchwach und zart iſt, unverweſet, den Splint abex ganz vergangen finden wird. Das junge Acacienholz iſt zu Zaunpfählen ungleich dauerhafter, wie ich ſolches in dem Haus- haltungscalender auf das Jahr 1796 für die Churmark und benachbarte Länder, bey der Anweiſung des zu cultivirenden Acas cienbaums, beſonders angeprieſen habe. Die KEicheiFappen können zur Ger- berlohe,== wie die ökonomiſche Geſell- ſchaft zu Potsdam damit eigene Verſuche anſtellen laſſen,== ſehr gut gebraucht wer- den. Da ſie nun, wenn viele Maſt ge- wejen, unter den Eichen ſehr dick liegend gefunden, und von Kindern und alten Leu= fen gar leicht zuſammen gefehret werden tönnen, ſo ſollte man ein ſolches, bishex nicht genußtes, Gerberlohmaterial in der Zukunft doch nicht mehr liegen und vermo»- dern laſſen. Muß man nun aber den Eichbaum gleichſam als den König aller Waldbäume ſchäßen, fo ſollte jedem Staate daran gele- gen ſeyn, die Vermehrung der Eichen auf alle Weiſe zu befördern, In den Anna- len der fönigl. Societät der ökonomiſchen Wiſſenſchaften zu Potsdam iſt von mir eine Anweiſung zu finden, wie die Unterthanen in den AFerſtädren und auf dem platten 2ande ohne Zang dahin zu bringen wären, ſich mit allem Eifer auf die Anpflanzung und Vermehrung der Eichen zu legen, und hiemit in furzer Zeir, dem Korn- und Wie» fenbaue unbeſchadet, den Nationalreich- thum von Jahr zu Jahr immer ſteigender zu machen. Manche Staaten ſind in die- ſem Jahrhunderte ganz von Eichen deshalb entf | | | | | &zr F,m- B&='./>d> -„.“ aaegtt: 055, WW=> GM Ei um lin doch deß den vach hex junge gleich aus: 6 für ', bey Aces We, ' ete Geſell:- wüche wer: af gt kiegend ten feh: werden biehet in der Vern ern, Wieſen, und ſogar in den Gärten der Unterthanen/ als ein An- nexum des Forſt- und Jagdrechts zuge- eigitet haben, Zn den Waldungen hat man die Eichen, weil daraus das meiſte Geld zu löſen war, umgehauen und der Forſtbediente hatte ſeinen Antheil daran, ſorgte aber nicht dafür, daß eine abge» hauene Eiche durch eine aufs neue nachzu ſeßende erſeßt werden möchte. Hätte man leßteres vom Anfange dieſes Jahrhunderts an beobachtet, ſo wären unſre Wälder nicht ſo arm an Eichen geworden. Der Unterthan würde aber ſelbſt auf ſeinem eignen Grund und Boden Hand zur Ei- bett auf zwo Perſonen davon zurichten kann. „zn Mauer, iſt diejenige, wor» der Nochvar feinen Theil hat, Das Ei genthum wird daran erfannt, wenn nur auf einer Seite Bögen und Pfeiler, Saß- jöcher oder Jüllunzen ſind. Wer dieſe hat, dem gehört die Mauer zu. Auch wenn jemand ſein Dachwaſſer durch eine Rinne, oder Nueſt, welcher auf der Mauer aufliegt, ausführet, ſo iſt's eine Anzeige, vaß die Mauer dem eigen ſey, welcher den Nueſt unterhält Eigene Reihe, wird der Zwiſchen- raum zweyer Häuſer, oder: zwiſchen zwo Gartenmauern geheißen. Daß ſie eine ei- gene Reihe jey, wird daran erkannt, wenn nur ein Thei: ſein Trauf- und Himmelwaſ- ſer darein fann fallen laſſen, oder ſeine Eimer 383 Dachrinne, oder Nueſt in Stüßen liegen- hat, und darneben Licht und Fenſter hin= ein gehen; hat aber der Nachbar gegen über nichts dergleichen, ſondern ſein Nueſt liegt auf ſeiner Mauer; ſo gehöret die Reihe dem erſiern eigenthümlich zu. Cigener oder trockner Wechſel, iſt ein ſolcher, in welchem der Ausſteller die Zahlung ſelbſt zu leiſten verſprochen hat; ſo wie ein gezogener Wechſel ein ſolcher iſt, darinn die Zahlung einem Dritten aufgetragen worden iſt; ſ, Wech- fel, Cigenthum, iſt die Befugniß über die Subſtanz einer Sache oder eines Rechts, mit Ausfhließung anderer,«aus eizener Macht zu verfügen. a egg Cigenthum iſt, wenn dem Cigenthümer nur gewiſſe Arten der Ausübung der unfer dem Cigenthum begriffenen Rechte verſagt ſind. Ein nutzbares Tigenthum beißt das Miteigenthum der Proprietät, ver- vunden mie dem Nußungsrechte, Dolles Eigenthum, das Recht, die Sache zu be- ſiken, zu gebrauchen, ſich derſelben zu bee geben, und über deren Subſtanz zu ver- fügen. Gerbeilres Eigenthum aber iſt, wenn die im vollen Eigenthum begriffenen Hauptrechte verſchiedenen Subjecten zy» fommen, Eiten, wird von geſchwind gehenden Hirſchen gefagt, Eimer, ein bekanntes hötzernes Gefäß, gemeiniglic) zum* Wafſſ? rſchöpfen und Tra- genz es foll billig in hieſigen Gegenden 10 bis 12 Quart over Maaß fafſen, Einier, heißt auch ein Maaß flüßi- ger Körper, beſonders des ZIG: weiches nicht überall einerley iſt. Z+ B- in Leip- 813 * Eimerk 384 zig haf der Eimer nach dem Viſiermaaß 54 Kannen, und nach dem Schenkmaaß 63. Jn Dresden hingegen 72 Kannen Stadtmaaß und 74 Kannen Schloß- oder Hofmaaß«» In Rürnberg hält er 68 Kan- nen nach dem Schenkmaaß und 64 Kan- nen nach dem Viſiermaaß. Jm Hann0- verſchen hat ein Eimer 33 Kannen, und ein Fuder 15 Cimer, In Hamburg häit ein Fuder 6 Ahmen, eine Ahm 5 Cimer, und ein Eimer 16 Kannen. Im DOeſter- reichiſchen machen 40 Maaß einen Cimer, und 32 Eimer ein Fuder. In der Mark Brandenburg iſt ein Eimer Wein 63 Quart nach) dem Viſtermaaß u,ſ, w« Eimerfunſt, iſt eine hydrauliſche Maſchine, welche aus einem Seile ohne Ende, woran Eimer feſt gemacht ſind, beſtehet. Dieſe Cimer ſchöpfen in der Tie- fe Waſſer, und werden durch horizontale Winden, dayon eine oben, die andere un» ten im Brunnen iſt, und mit einer Kur- bel, welche an. dem obern Haſpel oder der Winde iſt, ſo in die Höhe gewunden, daß das hervor gebrachte Waſſer in einen Trog ausgegoſjen wird.; Ein Baiid treiben, geſchiehet von Bötte, welches von vem andern geſtüßt oder gehalten wird, und den ſchrä- gen Zahn erhalten haf, wird ein eben ſo ſchräges und tiefes Loch, als der Zahn ſtark iſt, gemacht, damit der ſchräge Zahn des erſten in das Loch des andern Stückes ſich einfügen laſſe, Manchmal wird, mehres rer Haltbarkeit wegen, ein fo) durch bey- de Zuſammenfügungen gebohret, und dies mit einem hölzernen Nagel befeſtiget. Einfahrt, ein jeder Thorweg, wo- durc) man in einen Hof am Hauſe mit Pferden und Wagen fahren kann, Einfall, die Röhre, durch welche der- Dachs in ſeinen Bau geht, ingleichen der Anflug des Wildgeflügels zur Abendzeit ; auf einen Baum zur Ruhe. , heißt bey der Jägerey 3) wenn der Auerhahn, oder ſonft gleich- mäßiges Federwildpret des Abends auf ei- nen Baum, und die wilden Enten und Gänſe auf das Waſſer oder an den Ort, wo. ſie des Nachts bleiben wollen, hinflie- gen, wie auch die Feldhühner in der Däm merung thun 3; 2) wenn ein Hirſch, Reh oder eine Sau in den Zeug ſpringen oder 3) ein Dachs, Fuchs, Iltis, in ihren Bau zurück gehen, oder 4) eine Falle zu- fällt.- Einfallendes Licht, ein Fenſter in dem Keller- oder Erdgeſchoß, Auch wird Ge=; zu wei? 25% 386 Einf zuweilen darunter verſtanden, wenn mitten in einem Hauſe von den Seiten her kein Tageslicht zu haben iſt, und man ſolches von dem Dache her herein fallen läßt, wo» ſelbſt alsdann große Kapp- oder. Dachfen« ſter befindlich ſind, die das Licht durch-die geöffneten Deen, welche um die Oefſ- nungen Geländer haben, herein brin- gen Einfaſſen, Einfaſſung, iſt in der Baukunſt die Verzierung, welche aus- wärts um die Thüren, Fenſter oder an- dere Oeſſnungen angebracht wird, und entweder glatt iſt, over aus verſchievenen Theilen der Ordnungen von Karnießen, Geſimſen u, dergl, beſteht, Die Breite ſo!cnet werden könnens Zu große Cilfertigkeit mit den Aerndtegeſchäften kann leicht den Korn» früchten ſchädlich werden, im Fall das Korn auf dem Schwad noch nicht recht ausgetro>net iſt, oder in den Früh- und Abendſtunden vom Thau Feuchtigkeiten enthält. Dergleichen eingefahrnes Korn geht beym Dreſchen, daferne dieſes nicht zur Froſtzeit geſchiehet, nicht gut aus dem Strohez die Körner bekommen einen mul- trichten Geruch und Geſchmack 3; und das Stroh wird von dem Viehe nur bey höch» ſtem Hunger angenommen, und iſt und bleibt daher für daſſelbe eine ungedeihliche Nahrung. Hak man dagegen die Garben, wenn es anders die Witterung verſtattet, '3=-4Tage, oder länger noch, im Felde können ſtehen laſſen, ſo trodnen Körner und Stroh allmählig beſſer aus, und das Stroh wird von dem Viehe weit lieber an- genommen, weil es einen reinen Geruch und Geſchmack von dem längern Aufenk- halte in der freyen Luft bekommen hat; ſo wie man aus Erfahrung. weiß, daß im: Freyen aufbewahrtes Stroh und Heu noch einmal ſo gern von unſern Hausthieren ge- freſſen werden, als dasjenige, was in Scheuren und auf den Heuböden, ohne Zu- fritt der freyen Luft, aufbewahret wird. Nur dänn findet freylich.die Noth des Ci- lens Statt, wenn eine unbeſtändige Witte» rung die herrſchende.iſt, Endlich iſt hiebey die Hauptfrage noch übrig, ob die ganze Aerndtearbeit durch ein übereiltes Einführen verfürzet oder ver»- rz Z== von „Halben: Maſchen, welches in das Treib- zeug, ungefähr nach dem dritten Biegel eingebunden wird, und zwar ſo, daß die Feidhühner darüber zwar hinab in den Zeug eilen, aber hernach, weil es ihnen zu hoch und genau! vor die Bruſt föllt, nicht wiedey zurücr kommen können, Man nennt auch dies eine 25rücke, Einfehlen, verfehlen, eine Säu- le mit einer Kehle oder Rinne verſehen. Einfehlſtein, ein Dachſtein, der in der Kehle eines Daches zu liegen kommt, Einfreiſen, einzirken, um ein Geſträuche oder Gebüſche zur Winterszeit herum gehen, damit man ein Wild, oder Einl Raubthier, das etwa in dieſen Wald hinein gegangen iſt, auf dem Schnee ausſpüre, Auf dem Schnee läßt ſich die Fährte am leichteſten bemerken. Einlage, beißt, wenn, des vermehr- ten Abbruches wegen, die Deichlinie zu- rück gezogen, und mehr landwärts ein neuer Deich angelegt wird, Jm Gegen- theil nenaf man eine Auslage, wenn die Deichslage gegen das Waſſer gezogen wird. Einlaß, ein kleines Nebenthor in den Städten, eine Pforte, Fußgänger einzu- laſſen, damit man nicht genöthigt ſey, je- derzeit das große Thor aufzumachen. Man verſteht alſo auch darunter die kleine Thür, welche in dem Flügel des großen Thores eingeſchnitten iſt, auch die Thorklappe. Einlauf, ſagt man, wenn ein Be- ſchäler frey unter ven Stuten herum gehef, und ſolche beſpringen kann, wenn er will; denn ſagt man auch; der Hengſt läuft ein, Einlaufen, wenn Wildpret, es ſey groß oder klein, in die aufgeſtellte Garne geht, Einlegen, ſagt man, wenn die Leit« hunde hißig und ſcharf beym Worſuch fort- ſuchen, daß ſie die Jäger mit Gewalt auf- und anhalten müſſen. FAinlegen wird auch beym Weinbau gebraucht, wenn, nach .dem Beſchneiden im Frühjahr, von dem beſten reifen Holze der beſten Arten Reben abgeſchnitten, und an einem Ort im Wein» berge beſonders eingelegt werden, Hiezu macht man tiefe Graben, und leget alſo die Reben dichte neben einander ein, ſo tief, daß nvr 3 Augen zu ſehen ſind, Wenn dieſe hernach 2 Jahre alſo S0 en zs"NE SS ZIE ine -."<--> <=-=zu“..>. emal a.= -“ EE "Ine ht: du: ein gen: die gen den ZU „je Natt ür, es G, Be: gehet, will; läuft (es ſey Zarne delfs forte aufe wird „noch 1 dem Reben Wein» Hiezu et oW" in,| n ſind gpg“ ſe) Einl ſet, ſo ſind ſie die ſchönſten StöFe zum Ausbeſſern, wo alte ausgegangen oder wo neue Stellen belegt werden ſollen, Einliegen, zur Miethe wohnen; da- her ZEinlietger oder Häunsler derjenige iſt, der kein eigenes Haus hat, ſondern bey andern zur Miethe wohne, Einlochen, Einzapfen, iſt das gewöhnliche Vereinigungsmittel bey Ver- bindung des Holzes, wodurch zwey ver- ſchiedene Bauholzſtücken zuſammen geſeßt werden, welches alsdann Statt findet, wenn ein ſenfrechter Stiel, oder ein ſchief jte- hendes Stück Bauholz, z. B. ein Band zwi- ſchen zwey wagrecht liegenden Hölzern be- Feſtiget wird, z. B. zwiſchen einer Schwel- le und einem Rahmſtüke. In dieſem Fall erhält das ſenkrechte oder ſchief ſtehen- de Holz einen Zapfen, und das horizontal liegende ein Zapfenloch, Einmeeſchen, einmeiſchen, mei- ſchen, welches eigentlich wohl miſchen heißen ſoll, das geſchrotene Malz in dem Meeſchbottich mit gekochtem Waſſer ein- weichen. Man verfährt hiemit nicht über- all auf einerley Weiſe, wie ſchon unter dem Artikel vom Biere beygebracht wor- den iſt. Eine für uns am beſten zu beob- achtende Methode, nebſt dem darauf fol- geuüden weitern Verfahren, wird in dem Wirtenberg. Wochenbl. Nr. 5 t. vom J. 1795. mit folgenden Worten geleſen:„Um die zuckericht- ſchleimichken Beſtandtheile des ſo vorbereiteten Malzes mit Waſſer auszuzießen, wird es in den Meiſchbottich geſchüttet, worinn ſchon eine Pfanne ge- fochtes im Sommer bis zum 99 Gr. im Winter bis zum 100 Gr, vorher wieder verkühltes Waſſer befindlich iſt, und, ver- mittelſt Rührhölzern und Krücken, die in der Queere durchgreifen, damit zu einem Ver, Regllexicon 11, Theil. en, und ſo geſchwinder ins Kochen bringen zu können, che, nachdem ſie 10 Mi- nuten gefochet hat, und der De&el ab- genommen worden, ſtatt der anfänglich weißen, eine braungelbe Farbe an, verüert ſich auf einer ausgeſchöpften Probe der Schaum geſchwind, und ſeken ſich dabey die gröbern Theile bald ab, daß man das Obenſtehende klar abgießen kann: ſo wird ſie wieder auf den Bottich zurück geſchla- gen, und, nad) tüchtiger Durcharbeitung, die Pfanne mit einer neuen Portion ange- füllt, und ins Kochen gebracht, und dieſe Arbeit, nach Maaßgabe der Stärke des Ddd Gebräöue 394 Einn. Gebräues, zum dritten» und viertenmale wiederholt, und nun erſt auf die Vorrich- kung zum Seihen gebracht, Mehrere be- rühmte Männer glauben zwar, daß, durch das Kochen der Meiſche, das Bier ſeiner beſten Kraft und geiſtigen Theile beraubes werde, und nichts, als ein unfräftiger, mit irrdiſchen Theilen angefüllter Saft übrig bleibe. Allein dieſer Meynung, wel- t, die Hiße in der Miſchung bis zum 145 bis 150 Gr. ſteiger, ſo wird auch das Malz vollkommener ausgezogen, das ſpecifiſche Gewicht des rüſtändigen getro&neten Seyh's geringer gefunden, und, wie die Erfahrung lehret, ſelbſt von geringerer Schüttung ein ſtärkeres und dauerhafreres Bier, als durch das bloſſe Digeriren der Miſchung, erlangt, Nach der Schwäbiſchen Verfahrung8art wird der im Zapfgefäß abgelaufene erſte Malz» 8ytract zum Hauprbiere, mit oder ohne Hopfenauszug, gleich zum Abkühlen im Gährbottich befördert; nach der Böhmi- ſchen, Engliſchen und Franzöſiſchen Me- thode aber zuvor mit dem zugeſekßten Ho- pfen in einer bedeckten Pfanne 2 bis 2 Stunden gefocht. Obgleich durch die leß- tere Behandlung die Klarheic der Biere, ohne alle fremde Zuſäße, am zwecdmäßtg- ſten erlangt wird, indem durch das Kochen die, vermittelſt des zuckerhaltigen Schleims, mit dem Waſſer in Verbindung getretnen, eyweißartigen. Theile abgeſchieden werden, ſo ſiehot ſie doch gewiſſermaaßen mit der Grundmiſchung des Hopfens in Wider- ſpruch, Der Hopfen beſteht aus bittern, harzicht- gummichten, ätheriſd)- ölichten Theilen, nebſt einer geringen Menge des zuſammen ziehenden Stoffes, Was kann es nun nüßen, wenn der Hopfen noch ſo gut und kräftig iſt aufbewahrt worden, und denn durch das anhaltende Kochen ſeine aromatiſchen Theile in die Lufc gejagt wer- den? Man üÜbergieße lieber einen Theil Hopfen mit 12 bis 16 Theilen ſchwachen, warmen Malzauszuge,( doch ohne ihn, wie Viele empfehien, zuvor mit Waſſer und einem Zuſaß von Küchenſalz oder Pottaſche, welche beyde gar nicht ins Bier gehören, und wovon erſteres feinesweges die Ausziehung des Hopfens befördert, zu weichen) laſſe ihn in einem wohl verdeck- ten Gefäße einige Stunden an einem war- men Orte ſtehen, ſeihe dann die Flüßigkeit ab, und foche den Rückſtand mit einer andern Portion ſchwachen Malzauszug aus. Das von den Hopfenblättern befreyete, mit dem Aufguſſe vermiſchte Dekokt enthält ſo- wohl die flüchtigen als fixen Beſtandiheile des Hopfens vereinigt in ſich, und ver» dient eigentlich den Namen Bierwäürze, welchen man ſonſt unrichtig dem durchge- ſeiheten Malzauszuge beylegt, Wenn man dieſe Würze dem Maizextracte, erſt nach vem Kochen, welches für jede Pfanne auf eine Viertelſtunde ohne Naochtheil ab- gefürzt werden könnte, nachdem ſie in den Kühlbottich gebracht worden, zuſeßte: ſo würde nicht nur weniger Hopfen nöthig feyn, ſondern das Bier an) einen ange» nehmern Geſchmack bekommen, Das Ver- hältniß des Hopfens zur Schüttung wird durch die Zeit, wie lange ſic) das Bier halten ſoll, durch die Zuftwärme, in wel«- bekommen, mithin deſto länger dauern, der ſtarke aber ſeine Farbe behalten und nicht umſchlagen möge. Das vornehmſte Stück zu allen Einſchlägen iſt der Schwefel, welcher aber vorher folgen dergeſtalt geläutert werden muß: Man läßt den Schwefel über das Feuer in eis nem Tiegel zergehen, und gießet ihn als» dann, wenn er zergangen iſt, in Waſſer, nimmt ihn wieder heraus, läßt ihn wie- ver zergehen, welches zum drittenmal ge- ſchehen muß. Oder man ſiößt den Schwe» fel in einem Mörſer ganz klein,e, welche 2 Juß tief winkelrecht hin- ein geht, und ſo viel Naum giebt, daß eine Bank für 6 bis 8 Perſonen darinn ſtehen kann. Sie iſt zum Unterſchied von den Blenden oben offen« Einſchnittholz, iſt, zum Scharf- machen der Sägen, ein Stück Holz, ſo einen Fuß lang, 5 bis 6 Zoll breit, und 3 bis 4 Zoll dicke iſt, welches an dem ei- nen Ende einen 2 Zoll tieſen, und beynahe Einf 397 ſv breiten Einſchnitt hat, der aber an dem vordern Ende um 6 Zoll breiter iſt, als an dem andern Ende. In dieſen Cin» ſchaitt ſeßet man das Sägendlatt, deſſen Zähne man ſchärfen will, befeſtigt das Blatt mit einem Keile in vem Cinſchnitt, und das Holz ſelb? wird mit einem Knecht auf der Hobelbank befeſtigt, Einſchrecken, nennt man diejenige. Handlung der Vogelſteller, wenn ſie auf einem Vogelheerde, der mit vier Seiten- wänden und einer Decke verſehen iſt, ei- nen oder zween lebendige Raubvögel im Kaſten auf hohen Stangen hinfteälen Wenn nun Zugvögel antreten, ſo wird der Kaſten, welcher von einander fällt, aufgeſchoven, ſos daß der Raubvogel blos ſißet, wovon die angetretenen Vögel er» ſchrecken, daß ſie in den Heerd hinein ge» ſchre>t werden oder hinein fallen, und fie werden alsdann mit dem Garn, welches, wie ein Vorhang, an eiſernen Stäben in Ringen geht, überzogen und gefan- gen, Einſchuß, ſo wird der Gang oder Sturz des Waſſers genannt, das auf die Räder fallen ſoil. Der Einſchuß wird in die Schlunglöcher geleitet, und dieſe wer- den gyemeiniglich eine Clle hinter dem Kreuz eines Waſſerrades eingeſchnitten, damit das Waſer gut zwiſchen der zwey ten und dritten Schaufel einſchießen könne. Denn wenn es auf das Kreuz odey den Scheitelpunect bey der erſten Schaufel eine falle, verurſacht es Hemmung, Haben die oberſchlächtigen Waſſerräder, wie hier der Falt iſt, mehr oder weniger als 6 Ellen Höhe, ſo mus, nach Verhältniß der Hö- ße, der Einfchuß des Waſſers in den Fall, wenn es höher iſt, näher am Kreuze oder Scheiteipuncte dex Räder, und wenn es Ddd 3 niedrie 398 Einſ niedriger, weifor von demſelben eingeſchnit- ten werden, Die Weite dieſer Schlung- löcher muß nach dem hier angegebenen Maaß der Räder 22 Zoll betragen, und die Räder müſſen 8 oder 10 Zoll breiter, als die Löcher ſeyn, damit ſie alles Waſſer faſſen können, Oben auf dem Waſſerbet- te fömmt vor jedes Loch ein Kaſten zu ſte- hen, vor welchem die Schußbreter zum Schüßen der Mühlen geſtellet werden, Einſiedeley, iſt ein Gebäude für Gärten oder Luſtwälder, welches nicht nur zu deren Auszierung, ſondern auch in hei- ßen Tagen zu einer Erfriſchung dienen fann, indem in ſelbigen gemeiniglich eini- ges Kunſtwaſſer angebracht iſt. Von außen haben die Cinſiedeleyen mehrentheils eine ganz einfache Bauordnung, und wer den wohl gar in Form einer Höhle in die Erde eingegraben; inwendig ſind ſie an den Wänden, wie die Grotten, mit ver- ſchiedenem Muſchelwerke, Steinen, Spie- geln, Tannenreis, Moos u. ſf. verflei- det, jedoch muß aller Zierratß und Schön- heit der Einſiedeleyen ſich mit dem Zuſtan- de eines der Reinlichkeit befliſſenen Einſied- lers zuſammen reimen, und mehr natür» lich als gefünſtelt in die Augen fallen. Einſpännig, ein Wagen, der nur mit einem Pferde beſpannt iſt, da er denn, Statt der Deichſel, eine Gabel oder zween Bäume har, zwiſchen welchen nur ein Pferd geſpannet wird, Cinſprengen, den Roggen mit Waſſer beneßen, damit bey dem Mahlen nicht ſo viel verfliege, vorzüglich aber, da- mit die Hülſen, die an ſich trocken ſind, nicht in Kieyen zu dem Mehl übergehen. Dieſes geſchiehet 3 oder 3 Tage vor dem Mahlen, wobey das Getreide wohl unter Einſ einander gerührt wird. Doch muß man nur ganz mäßig beneßen, damit nicht der Kern, ſondern nur die Hülſe des Getrei- des naß werde. Auf eben die Art wird aucy das Malz vor dem Schroten bene- get, weil das Malz niche mehlig, ſoidern gröblich) geſchrotet werden muß, Einſprung, wenn ein mit einem Zane verſehener Thiergarten angelegt iſt, und man vermuchet von außen noch Hir ſce tritt und durchfällt, ſv hut es noch ei» nen ſtarken Sprung in den Garten hinein, und begehret nicht wieder heraus, Das Wild im Garten verſucht zwar bier gleich» falls zu entwiſchen, ſobald es aber durch ven ZIETHEN um, Yet Hſt al nen ( Eu ſeh te Et ſi des des Vn gel N fen ſen arten (| es | qut hin ſchen (auſt wird zernen weine vin zu (e Bld» no eb Hive) De v gleich er duch den Einſt den Raſen durchtritt, und Unrath ver- merkt, ſo fährt es zurück und verſucht es nicht weiter, Es verſteht ſich ſchon von ſelbſt, daß vergleichen Einſprünge beſtän- dig in gutem Stande unterhalten werden müſſen, und eine fieißige Auſſicht darauf nöthig iſt, um das Beſchädigte zu er- gänzen. Einſtämmen, eine eingeſtämmte Verniedtung, da in einem Eiſen ein nicht tiefes Loch gebohret, dieſes unten weiter als oben gemacht, und ein Niedt mit ei» nem Kopf darein verniedtet wird, Einſtämmen, in ein Holz mit dem Srämmeiſen ein Loh einhauen, oder aus ſtechen. Das koch wird erſt mit dem Win- kelmaaß abgemeſſen, alsdann mit dem Stämmeiſen der Umriß allmählich vorge- ſtämme, und hernach das Ho'z, innerhalb des Umriſſes, mit dem Eiſen, vermittelſt des Schlägels, ausgeſtocen, wobey Ter Arbeiter das Stämmeiſen mik dem Schlä- gel nach verſchiedenen Richtungen in das Holz eintreibt, um nicht das Holz zu ſpal- ten. Er ebnet nachher mit einem Ballei- ſen das ausgeſtämmte Loch) von allen Sei» ten, und ſtößt blos mit freyer Hand alle Ungleichheiten weg« Einſtreuen, heißt nicht nur den Pferden, dem Rind- und andern Viehe in ihren Ställen, mit Stroh, eaub, Na- dein, Moos u. dergl. ihre Streu oder ihr tager machen, ſondern auch jeßt genannte, zu Bereitung des Düngers taugliche, Ma» terien in die Miſtſräte, Abtritte und an- dere zum Miſtmachen gelegene Derter wer» fen, damit ſie mit anderm Zeuge unter- mengt werden, über einander verfaulen und guten Dünger geben mögen. In manchen Gegenden pfiegt man den Vied- Eiſen 399 hof von Zeit zu Zeit mit Stroh über und über di> zu beſtreuen, um davon Miſt zu gewinnen, Dieſes Verfahren iſt fehr ta- deihaft, weil Stroh allein keinen kräfti» gen Dünger erzeugen kann, Richtiger wird verfahren, wenn dergleichen Stroh nach und nach dem Viehe in den Ställen untergeſtreuet, und auf ſolche Weiſe mit ihren Cxcrementen vermiſcht wird. Wenn im Winter ſtarke Fröſte einfallen, ſo, daß der Koth) der Thiere in den Ställen davon endlich hart gefrieret, ſo muß man durch ein reichlicheres Cinſtreuen den Thieren wi- der die Kälte zu Hülfe kommen, Au) im Sommer, wenn das Vieh zu Grafe ge- het, oder bey grünem Futter im Stalle ge- halten wird, muß faſt rägiich eingeſtreuet werden, weit das Vieh ſodann von ſeinem' dünnern Auswurfe leiven würde, wenn es nicht durch mihreres Einſtreuen tro>en ge- halten werden könnte, Man gewinnet auf dieſe Woiſe mehr Miſt, und dergleichen Sommermiſt it immer kräftiger, als der Wintermiſt. Wenn gefragt wird: wel- en der Grobſchmiede, welche auc< Schmiedeſchlacken genannt werden, läſſen ſich ſehr gut zu Chauſſeen und Ausfüllung moraſtiger Wege gebrau- hen, nachdem ſie klein zerſtoſſen, und ſo- dann auf Chauſſeen und Wegen feſt ange- ſchlagen worden ſind. Auch erlangt man eine ungemeine feſte Tenne oder Flur in der Scheune, wenn der dazu zu gebrau- en bleiven. Auch müſſen in den Bodenbretern hin und wieder mittel- mäßige Deſſnungen gemacht werden, damit das vom Ciſe ſchmelzende Waſſer ablaufen fönne. Wenn der Keller nun ſolchergeſtalt fer- tig iſt, und auch an bequemen Orten Ge- legenheiten gemacht ſind, wo man ein Faß, einen Krug u. derzl, hinſcken kann, ſv muß man. ſich zur rechten Zeit mit Eiſe verſe- hen, Mittlerweile muß man auf den "Schnee Acht haben, wenn ſelbiger anfängt ſich von der Sonnenwärme zu körnen, und wie Hagel zu werden, Dieſen Schnee ſammlet.man des Morgens in Haufen, ehe er naß wird, und verwahret ihn, wie das eingeſahrne Eis, im Schatten an einem trocknen Orte, Wenn nun das Sommer- bier gebrauet worden, ausgegohren hat, in die Tonnen gebracht und wohl verſpündet iſt, bringt man das Eis in den Keller, eine Schicht völlig über den Fußboden, wie die Muſſet.es machen, füllet die Riſſe mit Eis8gr flein geſchlagenem Eiſe, und dem geſam- meiten Schnee, und ſtampfet alles wohl zuſammen. Man kann aud) eher, und ſo» bald das Eis nach Hauſe gebracht worden iſt, dieſe Unteriagen machen, wenn man nur Piaß zu den Tonnen läßt. Nachher machen fie noch) eine Schicht oder mehrere, auf eben die Art, ſo hoch, ais es der Plaß zuläßt, und legen alsdann die gefüllten Tonnen darein, welche ſie mit Schnee und Cis überall umgeben, auf dieſeiben andere Tonnen ſeßen, und ſo fortfahren, bis der ganze Keller ans Dach gefüllet iſt. Wenn nun die Zeit kömmt, daß ſie die Tonnen anzap,en wollen, müſſen ſie das Eis da- von hauen, und ſich jv tief hinein graben, dajz fie zum Zapfen fommen, und ſolcher» geſtalt nad) einander ſo lange zapfen, als die Tonne währet, worauf ſie zu einer an- dern gehen. Doch ſindet ſich dabey die Unbequemlichkeit, daß es ſich ſehr übel auszapfen läßt, wenn die Tonnen ſolcher- geſtalt auf dem bloſſen Eiſe liegen, denn es ſchmilzt nach und nach, und giebt ſich nie- der, worauf die Tonnen nachfolgen. Auch ſammlet ſich das Waſſer von dem geſchmol- zenen Ciſe in die ausgehauenen Gruben, und kann nicht ablaufen, bis man 2öcher dazu unten im Boden machet; indeſſen muß es mif Gefaßen ausgeſchöpfet werden, welches viele Mühe verurſacht, Dieſen Jehler zu verbeſſern, hat Lauräus eine or- dentliche Bank unter die Tonnen gemacht, ſv hoch, als der Gebrauch erfordert, daß- man mit Bequemlichfeit auszapfen kann, wie in einem andern Keller, Dieſe Bän- fe, auf welche er die Tonnen legte, waren von 2 dien Balken gemacht, in die er Aushöhlungen für die Tonnen machte, daß ſie fett lagen, weder zu dicht beyſammen, noch zu nahe an der Mauer und oben hin- anz kurz, alle ledige Pläße, auch unter der Treppe, 5 a Naa FIPS=< SEI III IEEE COR Sex S. "2 da. geſam es wohl UR) ſds worden in man Nachher nehrere, der Plaß gefüllten nee und | ändere bis der Wenn Tonnen Eis da- graben, /olcher- 0, als wer an bey die ehr übel ſolcher: denn es ſich nie- 1, Auch eſchmel: Hruben, 1 dödher indeſſen verden, Dieſen ine ot emacht, rt, daß n fann, ſe Dän: 1 waren n diem hte, def ſammt) ben hin unter der Crepp -Eisn Treppe, den Gang ausgenommen, ſo daß er ungeßinderf zu den Tonnen kommen fFonnte« Wenn nun das Eis ſolcnem Schnee gefüllt ſind, ſo kann es bis Bartholomäi, ja wohl bis Michaelis, und noch länger, Dauert, Hierbey muß man genau bemerken, daß man die obcre Kellerthüre drey- oder meh- veremal die Woche öffne und dem Keller Luf: laſſe, nachdem er feucht iſt, und zwar des Morgens ſo lange es kühl iſt, bis 9 oder 10 Uhr. Nachdem nun alles Eis geſchmolzen iſt, nimmt man die Tonnen und andere Gefaße heraus, reinigt den Keller wohl, trocknet 'den ganzen Platz mit Lappen aus, und läßt die Kellerthüren einige Tage offen ſtehen, Nachher kann man in demſelben gar füg- lich Kohl, Rüben, Aepfel, allerley Wur- zeln 20. den ganzen Winter durch verwah- ren. Man könnte eben ſo das Bier den ganzen Winter darinn beha!ten, wenn man Feinen ſo warmen Winterfeller hätte, daß das Bier in dieſem nicht fröre, Doch iſt es beſſer, den Winter über kein Bier dar- inn zu haben, damit die Wurzeln dadurch nicht Schaden leidenz denn man müßte alsdenn die Thüre im Winter öfterer auf- machen, wodurch aber mehr Kälte hinein dringen würde, Eisneß, großes Garn, ein gro ßes, 50 Klafter langes und gegen? Klaf- ter hohes Neß. Man bedient ſich deſſel- ben bey der Eisfiſcherey, da man es mit Steinen beſchwert, die an dem Fuße des Nekßes mit ſtarken weißen Baſtſeilen an- gebunden werden, Die Floſſen werden, Vek, Regllexicon Il, Theil, Eisth 409 ' anſtaect des Korkes, von Holz anderthalb Fuß lang gemacht, welche nur einen Zoll breit, und gegen das Ende ein wenig ſchwächer ſind. Eispfähle ,- ſtarke eichene, und mit einer Schärfe wider den Strohm verſehene, Pfähle, die vor einem Mahlgerinne, wie ein Rechen, dicht neben einander geſchla- gen ſind, damit nicht Eisſtüen und dergl, auf die Waſſerräder kommen, Eisſcholte, Eiszapfen, ſind aus- gehauene Verzierungen an den Springe, brunnen, Grotten und andern Waſſerkün- ſten, in Geſtalt der natürlichen Cisſchollen und Eiszapfen. Eisſporn, Eisnägel, eiſerne Sta kenden Säfte ausgeleert, mit den zerriſſenen Gefäßen vermiſcht, und alle. mälig in Eiter verwandelt werden. Alles, was die Ergießung der Säfte, und dann die Werwandlung des Ergoſſenen beſchleu» niget, befördert die Eitererzeugung, daher gehören bieher: 1) Alle erweichende, wäſ- ſerichte, ölichte, fette Arzneyen, weil ſie die Theile erſchlaffen. Cben dieſes thut die naſſe Wärme. 2) Alle reizende und ſcharfe Arzneyen, weil ſolche den Zufluß, die Ergießung und Enkzündung vermeh- ren. 3) Einige eigene wirkſame Mittel, als Hönig, der gährende Teig, welche die Verwandlung der ergoßnen Säfte durch die vermehrte Gährung beſchleunigen, Man theilet daher die eitermachende Arzneyen in erweichende und reizende, weil ſie entweder durch Erſchlaffung, oder durch einen Reiz würken; mehrentheils pflege man beyde zuſammen zu miſchen. Iſt die Entzündung ohnehin ſtark, ſo pflegt man blos erweichende Mittel zu gebrau- en wil. Man erzieht ihn am beſten aus dem Saawen; der in Zeiten abgehauene Stamn ſchlägt auch aus dem Stocke wieder aus, Er ſteht am liebſten im Scharten und in tiefem Erd reiche, woſelbſt man auch die diſten und höchſten Bäume antriffe, Im ſchlechtern Boden bleibt er niedrig, daher auch ſeine Höhe von Schrifeſtellern verſchiedenclich angegeben wird, Ein andrer Baum wird auch nog) von einigen mit dem Namen El- ſebeer beleger, welcher unter dem Worte* Craubentirſche, beſchrieben werden ſoll. Email, Schmelz, Schmelzglas, dieſes kommt befanntermaaßen aus Vene- dig, und iſt ein gefärbtes Glas, oder ſo genannter Fluß, womir Gold oder Kupfer mir einer Glasrinde überzogen oder email- liret wird. Gimbolus, derjenige Stößel oder Stämpel, der in der Röhre oder dem Stie- fel einer Handſprike einer Pump- und Lufe- pumpe hinauf und hinab gehet, und das Waſſer oder die Luft an ſich ziehe, Er muß der Luft ſchlechterdings feinen Durch- gang geſtatten, und daher wird er am un- terſten Ende mit Flachs umwunden, oder es werden auch runde lederne Scheiben auf einander zwiſchen 2 Blechen gelegt, ſo wie an einer Luftpumpe, Man kann auch, an Statt des' Holzes, eine eiſerne Stange zum Embvolus gebrauchen, deren eigenkli- wm n- an zZ Empork Eimvorkirchen, Porfirc>en, Chöre, ſind in den Kirchen erhabene, mit Bruſtlehnen und Sißen verſehene Bühnen oder Gänge, deren bisweilen 2 oder auch mehrere über einander geſtellt find, Emporſcheune, Porſcheune, auf den Stangen, der obere Theil einer Scheune, oder der Raum im Da- sgehörne- Wenn der Hirſch an jeder Stange 6 Enden hat, ſo wird er ein Hirſch von 12 Enden genannt, iſt aber das Gehörne ungleich gezeichnet, ſs daß an der einen Stange z, DB. 7, an der ant- dern nur 6 Enden ſind, ſo ſagt man, der Hirſch trage 14 falſche Enden, weil die mehrere Zahl vorget. Den Hirſch nach ſeinen Enden aniprechen, heißt, ſeine Grö- ße und ſein Alrex nac) den Enden beſtim- nen. Ende, Sturz, heißt auch bey manchen Jägern der Schwanz des Hir- ſches. 38 Endebret, Schwarte, Schale, iſt bey der Zerſchneidung eines(Staeh os, der zu BDretern geſchnitten wird, das äu- Endiv 415 ßerſte Bret an jeder Seite, ſo auf der gan- zen äußern Seite mit Baumrinde be- dect iſt. Enden, geendet, die Dauben der Fäſſer an beyden Enden, d, i. oben und unten ſtämmen, wodurch ſie, vereint, eine ſchräge, einwärts gehende Kante er- halten, Enden, verenden, geendet, „wenn ein Wildpret an einem Schuß oder Gange ſiirbt, Endivien, Andiven, Winter- endivien, Cichorium, endivia L. Diejenigen Sorten, welche die ſchönſten Stauden bilden, muß ein jeder anzuziehen ſuchen, und ſoiche ſind: der grüne Fra ſe, und der weiße Fraufe Severendi- vien, Vom May bis in den Jun, oder Jul. fänn man den Saamen zu verſchie- deneninalen, je nachdem man den Endi- vien früher DeR ſpäter zu haben wünſcht, ausfäen. Weit er, und beſonders der früh geſäete, gern in die Höhe ſchießt, ſo ſäe man niemals mehr, als man von einer Zeit zur andern verbrauchen kann. Man ſireue den Saamen an einem offenen Orte in einen guten Boden, oder auf ein altes Miſtbeet ganz dünn und eben aus. Die jungen Pflanzen müſſen öſters gereinigt, und wenn ſie zu di> ſiehen, damit- ſie de- ſto ſtärker wachſen, verd ant, und dann und wann begoſſen werden. Jn einer Zeit von 3 oder 4 Wochen werden ſie denn ſo heran gewachſen ſeyn, daß man ſie dahin, wo ſie bleiben ſollen, verſeßen kann. So» baid ſie dazu groß genug ſind, ziehe man ſie heraus, ſchneide ihnen die Hälfte ihrer Blätiker, und einen Theil der Wurzeln, weg, und verſeße ſie reihenweiſe auf allen Sei- ten 1 Schuh weit aus einander in einen gu- ten 416 Endiv tein Boden an einem offenen Orfe, und zwar ſo vorſichtig, daß das Herz der Pflanzen nicht mit Erde bedeckt wird, Bis ſie ſich hier völlig bewurzelt haben und wieder an- fangen zu wachſen, begießt man ſte jeden andern Abend, und hält den Boden zwi- ſchen ihnen, ſo lange bis ſie dieſen mit ih- ren Blättern bede>en, lo>er und rein. Wenn die Stauden ihre vollkommene Stär- fe evreicht haben, ſo muß man, um ſie zu bleichen und weiß werden zu laſſen, ſich mit gutem Baſte oder mit Weiden verſehen, womit ſie zuſammen gebunden werden kön- nen. Dies Zuſammenbinden nehme man ön einem ſchönen troffenen Tage, am be- ſten des Nachmittags, vor, wenn gar kein Thau oder ſonſt keine Feuchtigkeit in der Mitte der Pflanzen mehr zu ſpüren iſt, Dies iſt um ſo nöchiger, weil die geringſte Näſſe leicht verurſachen kann, daß die gan- ze Staude verfault. Man faßt mit der ei- nen Hand alle Herzblätter ordentlich zuſam- men, legt mit der andern, nach Hinwez« ſchafſung aller angeſteckten und verwelften Blätter, die äußern, ſo wie ſie gewach- ſen ſind, um dieſelben herum, und bindet mit einem ſtarken Bande efkwa 3 oder 4 Zoll unter dem oberſten Theil der Pflanze die ganze Staude zuſammen. Nach acht Tagen ſicht man die zuſammen gebunde- nen Pflanzen durch, und bindet diejeni- gen, welche in der Mitte bauchig zu wer- den ſcheinen, um zu verhindern, daß das Herz der Blätter an keiner Seite durch- breche, noch einmal zuſammen. Nad) 3 Wochen werden die Stauden ſo brauch» bar geworden ſeyn, als man ſie verlangt, Wenn die Pflanzen aber einmal gebraucht ſind, dauern ſie in dieſer Jahrszeit ſelten länger, als 14 Tags. Um dahex beſtän- dig Vorrath zu haben, nehme man von vierzehn zu vierzehn Jagen mit den ſtärk- Endiv ſten Stauden dies Geſchäſſt des Zuſammen- bindens vor. Was die Aufbewahrung des Endivien den Winter über betrifft, ſo läßt er ſich, ehe nod) die Kälte einbricht, leicht erhal- fenz beym CEintriete des Froſtes abet hat ſeine Erhaltung einige Schwierigkeiten, und bedarf einer nicht geringen Behutſam- feit. Die Pflanzen von der leßtern Aus- ſaat verſeße man deshalb auf einen im Schuß gelegenen Ort, in einem trocknen und warmen Boden entweder zwi chen He- &>en oder Gebäuden, ſo daß man ſie gegen die erſte Kälte in der Geſchwindigkeit durch eine Bedeckung von trockener Spreu oder von andern leichten Sachen beſchüßen kann, Dadurch wird man ſie etwas län- ger im Lande ſtehen laſſen können, und je länger ſie der freyen Luft ausgeſeßt gewe- ſen ſind, veſto dauerhafter werden ſie den Winter über ſeyn. Können ſie unter freyom Himmel durch- aus nicht länger gelaſſen werden, ſo grabe man ſie an einem recht trockenen Tage mit einem guten Erdklumpen aus, und ver- wahre die zum Wintergebrauch beſtimmten, bis man ſie nöthig hat, in einem Gewächs- hauſe, oder in einem tro>kenen und lüfti- gen Keller. Die übrigen, die man vor der Hand zu gebrauchen gedentt, kann man ungebunden in einem trocknen und warmen, von dex Sonne beſchienenen Boden, am ſicherſten hinter einer Wand oder Mauer, aufrecht, reihenweiſe, in Furchen eingra- benz mit dex Hand, damit ſie ſich ſchli?- ßen, als wenn ſie gebunden wären, andri- >en, und dergeſtalt bedecen, daß von ih- nein nichts weiter, als die oberſte Blätter- ſpike, hervor ragt. Daturen erhalten und der Gefahr, zu verfqulen, enf- riſſen, FUE 5177 u WIE Win.. SI 4 ZE Mette Iich ſich, hals |: het eie, tam: Auge on" im vnn nH: gegen (gteit Zprei JÜßen län nd je gewe: ie den durch grabe emit ) yet: mt, as: lufti- vor man men, am Ut ng: chli: nd n ihe ätter- n ſit Y uber roden | ent? iſſe) Endiv riſſen, ſondern auch gegen die Kalte und den Froſt verwahrt. Woenn die leßtern meiſtens verbraucht ſind, muß man von den erſten, im Gewächshauſe oder im Keiler verwahrten von 14 Tagen zu 14 Tagen, auf die nämliche Weiſe, einen Theil reihenweiſe in Furchen, bis an die oberſten Blätterſpißen, eingraben. Man erſpart ſich dadurch nicht allein die viele Mubhe mit dem Zuſammenbinden, ſon» dern wird auch die Pflanzen bis zum Früh- linge leichter und beſſer erhalten können, Will man Endivienſaamen ziehen, ſo ſehe man alle Pflanzen von der ſpäteſten Ausſaat, ehe ſie noch ausgegraben werden, durch), ziehe ſich von ihnen die größeſten und geſundeſien aus, grabe ſie ſo, daß ſie an der Wurzel einen guten Erdklumpen be- Halten, aus, und verſeße ſie auf eine tro- &ene, warme und im Schuß, längs der Sonne gelegene, Rabatte, hinter einer Wand oder Mauer, in einer Reihe zwey Fuß weit aus einander, damit ſie gegen den Froſt durchs Bedeken beſſer. können geſchüßt werden; oder man ver- wahre ſie bis zum Frühlinge, da die Wit- terung gelinder wird, in einem guten Ge- wächshauſe- Denn früh muß man die Pflanzen zu treiben ſuchen, weil ſonſt bey gewöhnlichen Sommern der Saame in un: ſern Ländern nicht reif wird. So wie im Frühjahre die Stauden zunehmen, muß. man den Boden zwiſchen ihnen beſtändig vom Unfraut rein und lo>er halten, bey tronem Wetter ſie öfters begießen, und hernach, wenn ſie höher werden, an ſtar- ken Stäben feſt binden. Im Jul. fängt insgemein der Saame an reif zu werden, Weil er aber nicht zu gleicher Zeit reif und von den Vögeln begierig geſucht wird, ſo muß man, um nicht den beſten Theil deſ- ſelben zu verlieren, je eher je lieber die Vet, Regllexicon Ul. Theil. <Fen geworden iſt, ſich abſondern laſſen.“ Wollte man, um ſich dieſe Mühe zu erſparen, den erſten Saamen ſo lange ſtehen laſſen, bis der leßte zu reifen an- fängt, ſo würde der beſte Saame, ehe man ſich's verſieht, verloren gegangen ſeyn. Engelſüß, Polypodium. Ob ſchon Finnäus und Haller mehrere Arten, beſon- ders die Farnfräuter, unfer dieſem Na- men begriffen, ſo haben doch andre Schrift- ſteller, als Tournefort nnd Gleditſch, nur eine und die in Apotheken gebräuchliche Art darunter verſtanden- Der Nome En- gelſüß iſt jedoch nicht allenthalben gebräuch- lich, und unſre Pflanze heißt auch Süß farn, Baumfarn, Steinfarn, ZKi- chenfarn, Süßwurzel, Cropfwur- zel, Rropfwurzel, Corallenwurzel, Polypodium vulgare L. Es wächſt gern an Eichen- Ellern- und andern alten Stämmen. Die lange, queer hinlaufen- de, etwa einen Federkiel die, auf allen Seiten knotige, gleichſam knollige, äußer lich braune, innerlich grünliche Wurzel iſt mit vielen ſc 3; und da man.gemeiniglich ſols che alte verdorbene Waare.in den Apothe- Fen findet, wird ſolche nur ſelten ver- grdnet,| Engliſche Fenſter, nannte man ehedem diejenigen Fenſter, welche nur durch eine ſchmale Zwiſchenwand unterſchie- den waren, Jeßt nennt man die Sproſ- ſenfenſter Engliſche Fenſter, auch ſagt man Engliſche Aufſchiebefenſter, von den Engliſ Fenſtern, die mit Gewicht verſehen, und zur Hälfte aufgeſchoben werden, Engliſche Kalblederfabrik, eine große Anſtalt, worinn die Engliſchen Kalb- leder im Großen verfertiget werden, die auch in Deutſchland ſchon hin und wieder errichtet ſind, So iſt z. B. dergleichen Fabrik in Berlin und in Potsdam vorlängſt errichtet, und in beyden Fabriken werden überhaupt alle Engliſchen Leder nachge- macht, Engliſche Klappen, Fiſchbänder, die zierlichſten Thürangeln, welche zum Beſchlag. einer Thür in zierlichen Zimmern gebraucht werden, weil blos ihr Gewinde in dem Zimmer an der Thür bemerkt wird. Ein ſolches Fiſchband iſt aus zwey Lappen von Eiſen geſchmiedet und zujammen ge- ſeßt, die vereinigt ein Gewinde bilden, Die eine Hälfte, oder der eine Lappen, welcher an der Thür beſeſtiget, und der oberſte iſt, wird in der Mitte, der Länge nad), rechtwinflicht umgebogen, und der vorderſte umgebogene Theil auswendig in die Thür eingelaſſen, Die andere Hälfte dieſes Lappens iſt ſo breit, als die Thür dict iſt, und daher komme dieſer Theil auf der Dicke der Thür zu liegen, den andern oder unterſten Lappen läßt man in den Thürpfoſten ein. Engliſche Kutſche: dieſe unterſchei« det ſich blos in Anjehung ihres Kaſtens von den übrigen dadurch, daß die Decke deſſelben nicht gewölbet, ſondern ganz platt iſt, ſo wie auch die Seiten des Kaſtens feine Schweifungen haben, ſondern ganz gleich und grade ſind, und ein ſolcher Ka- ſten-iſt unten ziemlich ſo breit und lang als oben. Das Geſtelle dieſer Kutſche iſt übri- : gens jen, und IE, eine en Kalhe Nn, die 1d wieder ergleichen vorlängſt 1 werden nachge: ander, (dhe zum Zimmern Gewinde rft wird, y Lappen men ge e bilden, Lappen, und der der Länge und der ondig in e Hälfte je Thür heil auf andern in den terſcheis Kaſtens ie Dee nz platt Kaſtens ern gan icher Ko- ) lang als eiſt übrl- gens Engliſ gens mit den Franzöſiſchen und Deutſchen Kutſchen einerley, Engliſche Pferde, ſind ziemlich den Arabiſchen gleich, weil die Engländer feinen Koſtenaufwand ſcheuen, Arabiſche, Moriſche, Türkiſche, Däniſche und Spa- niſche Hengſte zu erhalten. Man eignet billig den Engliſce dünn ausgeſchmiedet, überdem derge- ſtalt vierkantig gebogen und zuſammen geſchweißt, daß ſie einen vierkfantigen Ring bilden,| Engliſche Wichſe, eine Wichſe, die auf verſchiedene Art verfertigt werden kann. Sie wird aus Wachs, gebranntem Elfen- bein, und Spicköl verfertiget. Andere neh- men auch no< wohl Gummi, Zutfer und andere dergleichen Dinge, darunter, die aber zum Theil unnöthig ſind. Das Spicksl und Wachs ſind hinlänglich, die- ſer Wichſe Glanz zu geben, und das ge- brannte Elfenbein ertheilt derſelben ein ſehr ſchönes Schwarz. Ein namhafter Vor- zug dieſer Wichſe iſt, daß ſie auf den „Stiefeln nicht zu leicht abgeht und an- ſchwärzet, wenn ſie beym Pußen gut ein- gerieben iſt, Engliſche Zugſtiefeln, ſind Stiee feln von Engliſchem Kalbleder, welche ſchon zugeſchnitten aus England nach Deutſch- land kommen. Sie werden von unten bis an die Wade gewalkt, damit ſie uno ter der Wade gut an dem Fuß anſchließen. Engliſcher Froſchſattel, hat Vor- derpauſchen und einen ganz niedrigen Efter. Er wird auf einer doppelten Art überzo- gen, Der Sik iſt entweder ganz ſchmal, und wird mit der Taſche durch eine verfehre genähete Naht vereinigt; wenn nämlich Siß und Taſche vereinigt ſind, ſo ſtreift man ihn über den Baum über, ſo daß die. Naht inwendig fällt; oder er wird Deutſch Ggg 2 gemacht, 420 Engliſ gemacht, da der Sikß breit iſt, und durch „eine auswendig ſichtbare Naht mit der Ta- ſche zuſammen genähet wird. Man über- zieht ihn mit feder, auch zuweilen mit Saffian, Plüſch und Sammer, Engliſcher Jagdſattel, hat Vor- derpauſchen, aber keine Eſter. Die Ta- ſchen ſind von gelven lohgahren, der Siß aber von ſämiſch gahren Leder. Engliſcher Sattel, ein leichter und jekt faſt überall eingeführter Sattel, deſſen Sattelbaum gemeiniglich keine Vorderpau- ſchen noch Efter hat, und daher weit ein- facher, als ein Deutſcher Sattel, aber länger, iſt. Cs giebt verſchiedene Arten des Engliſchen Sattels, als: Jatgdſat- rel, Wurſtſattel, Sroſchſattel, En- gliſche Pritſche. Der Sik. dieſes Sat- tels iſt entweder von wildem Schweinsle- der, eder auch von einem andern ſämiſch- gahren Leder, oder auch von Saſſian, Sammet und Plüſch, und die Taſchen ſind von gelbem oder gepreßten lohgahren Seber, Der Ueberzug eines Engliſchen Sattels wird folgzendermaäßen verfertigt: Der Sattler ſchlägt nämlich auf dem Siß des Saktelbaunis zwey Grundgurte mit Nägeln, und über-dieſe leimt er Leinwand auf den Sattelbaunr an,. Auf dieſe legt er gefraßte Wolle, über welche er. aber- mals Zeinwand ausſpannet, und auf dem Sattelbaum änleimt. Alsdenn nagelt er auf jeden Sreg ein Stück Leder-an, ſtreift nunmehr den Siß nebſt der Taſche, die vorher ſchon mit einer verkehrten Naht zu- ſammen genäht ſind, über den gepolſterten Sattelbaum, ſo daß die Naht inwendig fällt, und nicht ſichtbar iſt, und nähet beyde vereinigt an dem nur gedachten an- genagelten 8eder unter der Taſche unſicht- Engliſf bar an. Zuweilen wird auch die große Taſche außerhalb, gleich dem Siß, aus- gepolſtert. Engliſcher Stahl, eine vorzügliche gute Art Stahl, weld geſchlagen, und mit der falten blanken Engliſchen Wichſe beſtrichen, die mit reinen ſcharfen Bürſten aus einander gerieben, zuleßt aber mit der Glättſcheide blanf gemacht oder ge» rieben wird, daß der Schaft und der gan- ze Stiefel, gleich einem Spiegel, glän- zem: 5 Engliſiren, engländern. Siehe: Schweiſſchnitt nach Engliſcher Ärt. En Gros, bedeutet, wenn ein Kauf- mann im Großen oder im Ganzen handelt, ſo daß er die Waaren nicht einzeln, d. i. pſund- ellen- oder ſtückweiſe, ſondern al- les nur in ganzen großen Stücken, Ballen oder Kiſten, verkauft, Enke, beißt an einigen Orten die Zwieſelruthe oder Gabel, welche vorne am Pflugſtos in eiſerne Häſpen geſteckt wird, damit die deine darinn liegen und darzwi» ſchen ſpielen kann. In der Mark Bran- Ente denburg heißen dieſe beyden Hölzer-Pflug- ohren, Pfiugrungen, Enfe, Aenfke, heißt in einigen Ge« genden Ober- und Niederſachſens ein jun- ger Knecht, der nur als ein halber Knecht dienet, und den Großfnecht über ſich hat; ein Pferdeknecht, A>kerknecht, Auf grs- ßen Höfen oder Gütern hat man bey ſechs Ackerpferden, wo der Hof- oder Schirr- meitter mit 2 Pferden arbeitet, dergleichen zween, den Ober- od. Großenken, od. den Unter- od. Kleinenken, wozu noch der Mit» telente tommt, wenn man 8 Pferde hat, Enfelbleche, feine oder dunne Ble» de, zum Unterſchied von den doppelten oder dickern Blechen. Man hat ſowohl weiße als auch ſchwarze Enkelbleche, und man fann ſie gleich an den Zeichen auf dem Faße, worinn ſie gepackt werden, unter» ſcheiden, indem dieſe mit einem X auf dem Faße bezeichnet ſind, Gnte, ein Geſchlecht Waſſervögel von ſehr vielen verſchiedenen Arten, von wel« den wir die bekannteſten anführen: 1) Die zahme Ente, Hausente, von mancherley Farben. Die Männchen oder Erpel, haben alle 2-- 3 geringelt rückwärts gebogene Federn überm Bürzel, Die Enten ſind überhaupt ein hartes Ge- flügel, das man einigermaaßen ſich ſelbſt überlaſſen kann, nicht ſo leicht krank wird, alles Wetter verträgt, und ſich ſein Fut- ter ziemlich ſelbſt auf großen Höfen, in Pfüßen und Sümpfen ſuchet. Der Erpel brütet nicht, nur vas Weibchen, dent man 12--13 Eyer zum Ausbrüten un- terlegen kann. Man kann aud) die Enten von Hühnern, noch lieber aber von Cale- cuten ausbrüten laſſen, indem man lektern über 20 Eyer unterlegen kann, Die jun- gen flug; Ou Jun: echt het; gr0: ſechs irt: chen den Nit» at, Yes ten hl md dem nter: dem von wels nte, chen gelt rzel, Ge- bſt vird, Fut- | Erpel dent 1 un Enten Calte eten 6 Jun gm eer en Gm EE LIEU 'Sonnenſcheins. Ente gen ausgefrochenen Enten ſind in den er- ſten 8 Tagen ſo weichlich, daß ſie bey kal- ter, rauher Luft oder Regenwetter auf dem Waſſer oder im Freyen gar bald erſtarren und ſterben, Man muß ſie da- her nicht ſehr frühe ausfommen laſſen, und die erſten Eyer, die überhaupt weniger gut dauern, als die Hühnereyer, verbraus- en, ſtumpfen Kopf; der Schnabel iſt ſchwarz, etwas breit, ſtumpf, 2 Queerfin- ger lang, mit Za&en an den Seiten ver- ſehen. Der dicke Kopf faſt kaſtanienbraun, um dew Hals ein ſ auf den Flügeln zwiſchen zwo weißen Queer- linienz ſie iſt ein Zugvogel, ſo groß, mie die wan: Ent: te mit n, ud Augen, x allen [; der nittele ſtaltet, >(nel: n beſt: tte des ien ena Manna D um u9- m mmm m IRRT 2meanmn dE=mmnmmm n= Entend S SEEN R 2.008 vie gewöhnliche Märzente, Es giebt ih- rer mehrere Arten,- 8) Schwarze Ente, mit ſchwarzem, cvothen und gelven Schnabel, welcher bher breit, als erhaben ilt. Der ganze teib iſt ſammetſchwarz mit ſeidenweichen Fe- dern» Die kurzen Flugfedern haben in der Mitte einen weißen zollbreiten Strei- fen, der nur im Fluge zu bemerken iſt. Man hat von ihnen auch Abgänderun- gen,- 44.; 9) Sranzente, Kopf und Hals eiſen- farbig Jie Augen ſtehen in einem ſchwar-| zeit“ Zleen 3 vom obern Schnabel läufe ein weißgelber ſchmaler Strich über die Augen und den Na>en bis auf die Bruſt herab, Auf den Flügeln iſt ein grüner Fleck. 10) Spießente, Spitzente, Lantz- ſchwanz, hat einen langen, ſpißigen Schwanz, der unten ſchwarz iſt, am Ge- nie beyde, das Männchen und Weib- , als wornach ſich ihre Kräfte beurtheilen laſſen. Sie hat eine zertheilende und ſtärkende Wir- kung, und wird mit Nußen in der Ver- ſtopfung der Eingeweide, vorzüglich. der deber, wie auch bey-mancenförmig, fünfſpaltig, von hochblauer Farbe, blühen in gewiſſen Logen im Auguſt, in andern aber erſt im Sept. oder Oct. Dieſer hat vielleicht mit dem vorigen gleiche Kräfte, und S., Pauli vergleicht ihn dem Tauſend- güldenfraute, 3) Großblumiter oder ſtentgello- ſer Enzian, G. acaulis L. Vater» land: die Aſpen in der Schweiz, in Oe- ſterreich, und die Pyrenäiſchen Gebürge, Wurzein: dick, zoſerig. VOurzelblätter: länglich. Stentel: viele, dünn, ſelten höher als 2= 3 Zoll. Stiengelblätter: länzettförmig, geſpißt, ungeſtielt, einander gegen über ſtehend. Dlumen: außeror- dentlich groß, größer als der Stengel, glo» >enförmig, ſünftheilig, aufrecht auf den Stengeln ſtehend, von hoher himmelblauer Farbe, ſehr ſchön, im May, und in naſſen Jahrgängen wohl abermals im Herbſte. 4) Strüblingsgenzian, Hünimel- ſtengel, Roßnägel, Hrendelbiün- lein, blaue jnnkerblüme, G. vernaL. Vaterland? die Alpen der Schweiz, Oe- ſterreichs, des Bündtenerlandes, und die der Pyrenäiſchen Gevürge, Eine ſehr nie- drige Pflanze, die fäſt gar. nicht Stengel macht. Wurzelblätier: zahlreich, bü- ſch- iweiſe, breit, ſpiß, größer als die übrigen Blätter, Hlumen: einzeln auf dem Gi- pfel der kurzen Stengel, gewöhnlich auf» recht, trichterförmig, fünfſpaltig, groß, größer als der Stengel, von zierlicher hochblauer Farbe, blühen im Früßjahre, und oft abermals im Herbſte, Dieſe Pflan- ze iſt gar nicht bitter, die Blume aber eine vortreffliche Zierde der Gärten, zumal, da ſie ohne alle Wartung im freyen Land häu» Enzian fig zum Vorſchein kömmt, Aus den Blu- men hat Herr von Haller eine ſchöne blaue Farbe bereitet. Hievon hat man auch eine Abart mit kleinern Blättern und kleinern Blumen, jedoch gewöhnlich höhern Blus- menſtengeln. 5) Gefranzter oder Herbſtzenzian, G. ciliata, Vaterland: die Schweiz, Deutſchland, Deſterreich, Crain,; Canada, auf Bergen. Gleichfalls eine niedrige Pflanze. Stentel: dünn, ſelten über 3-=- 4Z. hoh. Blärter: klein, ſchwach, geſpikt, an den Stengeln einander gegen über ſtehend. Ditinen: ſehr groß, von zierlicher hochbiauer Farbe, präſentierteller- förmig, vierſpaltig, auf der innern Seite haarig, blüßen zuweiten zu verſchiedenen Zeiten im Jahte; am gewöhnlichſten aber im Jul. und Aug. 6) Puncrirter oder getüpfelter Genzian, G. pundata. Vateriand: die Alpen in der Schweiz, Sibirien, Oe- ſterreich, Steyermark, Schleſien, Stren- Tel: aufrecht, ſteif, gegliedert, ekwa 2== 3 Fuß hom, Biärrer: ſchmal, lanzett- förmig, an den Gelenken paarweiſe gegen über ſtehend, Diumen: auf den Enden der, Stengel, zu drey Stück, jede auf ei- nem beſondern Stiele, gio>enförmig, fünf- ſpaltig, mit fünfzähnigen Kelchen, die Grundfarbe gelb, mit purpurrochen Pun- cten ſchön geflec>t, blühen zu Ende des Jul, oder im Auguſt. b) Zinjäbrige Arten; 7) Seldgenzian, Fleiner Bart: oder SrühlingsFJenzian. Varerland: Eurova, auf tro>knen Wieſen, Eine nie« drige Pflanze, EStei'gelt ſelten höher als etwa 3 Zoll. Biätter: länglich, ges ſpißt, dunkelgrün, an den Stengeln ein- ander gegen über ſtehend. Blumen: auf den. emen amen mun in ÜAANNG MEN Sant ig amn 0 Cr zen An ein 1: aw di "Bierbrauen zu gebrauchen. Enzian den Enden der Stengel, vierſpaltig, am Schtunde bärtig, purpurroth. Wenn man ſie ſich ſelbſt beſaamen läßt, ſo ent- ſpringen von ſelbſt Pflanzen, von denen faſt zu jeder Zeit im Jahre einige in der Flor ſtehen. g) Bitterer Genzian, von einigen Rälberſchiß genannt, G. Amarella L. Vaterland: Europa, auf Wieſen. Srentgel: theilet ſich nahe über der Er- de in einize wenige Ziveige, und erreicht eine Länge von etwa 3=-4 Zoll hoch. ZBiättrer: länglich, geſpißt, ungeſtielt, an den Gelenken poarweiſe einander gegen über ſtehend. FPinmen: auf den Enden der Stengel, präſentirtellerförmig, mit ei- ner ziemlich langen Röhre, fünfſpaltig. am Scdhlunde bärtig, dunfelpurpurroch 3 liefern eine immer auf einander folgende Fler, wenn man ſie ſich ſeloſt beſaamen läßt. Dieſe Art hat Linnäus unter den ärzney- mitteln angefähret, und ſelbige, in Wein gekocht, wider das Seitenſtechen angerüh« met In Schweden pflegen die armen beute ſolche, Sratt des Hopfens, zum Die vorher gehende Art wird ſich ſonder Zweifel eben ſo gut dazu ſchicken, y) Goldaeeiver Genzian, G. aurea. Vareriand: die Alpen von Bourdeaux, und die des Norwegiſchen Lapplandes, Srenzel: theilet ſich nahe über der Erde in manche dunne Zweige, welche aufrecht ſtehen, und einander gegen Uver ſtehende Seitenzweige treiben, etwa 8-9 Zoll hoch. Blätter: eyrund, Kumpf, glekt, ungeſtielt, Zlumen: trichterförmig, die Röhre etwa ſo lang als der Kelch, mit ei- nem unbärtigen, unbewaſſneten Schlun- de, fünfſpaltig, die Abſchnitte ſehr ſcharf geſpißt, gologelb, im Julius und Au-" gutt, Enzian 429 10) Tauſendtggüldenkraut, Sieber«- Fraut, Erdgalle, G. Centaurium, (S. Tauſendgüldenkrautr.) Es ſind noch mehrere Arten dieſes Pflanzengeſchlechts, die hier übergangen werden, nachdem die bekannteſten ange führet worden, Man hat aber in den Apotheken zwo andere zu dieſem Geſchlecht nicht gehörende Arten auch mit dem Na- men Enzian beleget. Dieſe ſind: 2) Schwarzer Enzian, ſchwarze Hirſchwurzet, DerJpeterlein, Diel» gut, Gentiana nigra ofic, Waterland: die Schweiz, Oeſterreich, auf Bergen. Wizei: lang; die, in Aeſte getheilet, mit einer ſchwarzen Schale bedec>et, und am obern Theile mit einem Buüjchei Bor- jen beſeßer. Srenzel: 2== 3 F. hoh, har vieie Nebenzweige, und. iſt bey jedem Gelenke init einem Blatte beſezet. Dläte Ler; groß, faſt dreyeckicht, gefiedert. Die Doide hat eine gemeinſwärts gebogenen» Blättchen, dieſe aus vielen, jene aus wenigen,. Die Pflanze erhält ſich in der Wurzel, Dieſe hat im friſchen Zuſtande viel hHarzichtes Weſen, und wird gemeiniglic) von den BViehärzten gebrauchet, verdienet aber al- le Aujmerkſamkeit und weitere Unterſü- en Doldenges- wächſen„- welches ſowohi mit den anſehn- lichſten Blättern verjehen iſi, als auch, wenn es einige. Jahre erreichet, und in ei» nem guten iofexn/ feuchten Boden ſieht, Hdh 3 Armes 430"Epheu Armes dice, weiße Wurzeln, über 3 Fuß tief treibt, und auf ſechs« bis acen überall zu ſehen. Man Fann aber davon in Gärten einen guten Gebrauch machen... Denn man kanu ihn Epheu ant unanſehnliche Mauern, an alte Palli- ſadenzaune 2c. pflanzen, um ſolche in kur- zer Zeit und ohne viele Mühe zu bekleiden z man fann Grotten, Höhlen, Hutten, Ein- ſiedelezen, Borkhäuter, künſtliche Ruimen u. dergl, von ihm überlaufen laſſen, um ſol» hen ein mehr tändliches Anſehen zu geben z, man fann ihn bie und da in Wildniſſe, in dichte Haine, an ſchattige We;ze, und auf andere der Cinfamkeic geweitßete Pläke pflanzen, und ihn daſeloſt an groen Bäau- men hinauf kietrern laſen; zur Wermeh- rung der Mannichfaltigkeit kann man ihn auch in leichte Luſtgebuſche hie und dahin pflanzen, und ihn an einer neben ihm ge- ſkectren ſtarfen Stange binauf kiettern laſ- ſen, welche er baid zu überziehen und zu bedecken, und über ihre Spiße hervor zu ragen, au über derſelben einen ſtarken Buſch zu bilden pflegt 3; oder man kann ibn ſo ziehen, daß er einen geraden Buſch, und oben eine buſch)ige Krone macht. Wäre er nicht eine ſo genieine Pflanze, ſo dürfte er andern immer grünen Pflanzen den Rang woh! ſtreitig machen, denn ſeine ale ten grauen Stämme fallen gut ins Auge, und ſeine jungen Sweige, welche cine glatte Rinde und eine feine grüne Fcrbe haben, ſind ſehr ſchön. Die Blätter ha- ben aud) eine feine, ſtarke, grüne Farbe, ſind in gutem Grunde groß und von küh- nem Anjehen, und machen an ſich ſeibſt ſchon eine Mannichfaltigkeit, weil einige derſelben aus mehrern Lappen beſtehen, an- dere aber groß und eyrund ſind. Ceine im September hervor treivenden Blumen haben nichts beſonders, außer der Figur des Straußes, in welchem ſie veyſammen ſtehen z denn ſie bilden in eigentlichem Ver- ſtande einen flachen Strauß, Die Früche te hingegen, die im April des folgenden Jahres reif und ſchwarz werden„ſind ſehr ſchön; ZZ“--X JOS MIER G NDL 4„iD Y Epheu ſchön 3 und weil ſie in einer runden regel mäßigen Ordnung wachſen, ſo geden ſie der Pflanze im Winter ein ſonderbares Anſehen. Man hat Epheu mit tzelben Bee- ren, welcher aus den Inſeln des Archipe?- lagus nach Curopa gefommen iſt, und ſich von dem vorigen durch nichts, als durch ſeine gelbe Beeren, unterſcheidet. Auch hat man Jelbtreſtreifcen Epbeu, welcher nur wenig Neigung hat, auf dem Boden fort zu kriechen, oder in die Höhe zu klettern. Er erhebet ſic) mit holzigen Zweigen, und bildet von ſelbſt eine buſchi- ge Krone, daher er, als Strauch behandelt, zwiſchen Bäumen und immer grünen Sträuchern gepflanzt werden kann, und hat überall, wohin man ihn auch pflanzen -mag, ein ſehr ſchönes Anſehen. Denn, weil ſeine Blätter eine Miſchung von Gelb und Grün haben, und bisweilen ganz gelb ausſehen, ſo machen ſie in einiger Entfer- nung einen ſehr ſrappanten Eindruck, Noch haben wir eine dritte Abänderung der gemeinen ſchwarzbeerigen Sorte, den weißteſtreiftein Lpdeu. Dieſer ſchickt ſich vorzüglich zu einer verzierenven Befklei- dung der Mauern, weil ſeine Blätter mit filberweißen Streifen ſehr fein gezeichnet find, und weil ſolcher, wenn er in gerin- ger Entfernung von einander gepflanzt wird, die Mauer bald ganz zu bekleiden pflegt. Zueb ſchreibt aber, vaß er im Winter eine Bedeckung, und zugleich ei- nen beſchüßten. Standort verlange, um nicht vom Froſte Schaden zu nehmen, 2) Sänfbiärterigeroder Ainerikani- ſcher Epdeu, Jungferwein, Wim- merſch. Vaterl. Canada. Stam- we: ſtrauchig, ſehr lang, dünn, wurzelnd 7 heften ſich mit gabelichten Wurzeln, wel- che ſie, ſobald ſie höher ſteigen, austreiben, Epheu 431 an die Mauern 2c. an, und klettern als- dann 190 Fuß hoch und darüber; er ſchickt ſic) ſehr gut zur Bekleidung mwnanſehnlicher Mauern, wozu man ihn auch in der Stadt dondon ſehr gebraucht, indem er zwiſchen den ſo ſehr dicht an einander ſtehenden Häu- ſern gut fort kömmt, und in kurzer Zeit bis zu ihrem Gipfel hinauf tlettert, und ſie im Sommer mit ſeinem ſchönen fünfblät terigem kaube bekleide. Beyde Arten des Epheu, nebſt den Ab- arten, können durch abgeſchnittene Zweitge überaus leicht in Menge vermeh- ret werden. Man ſee nämlid) junge jektjährige Schüſſe im Herbſte, Winter oder Frühjahre auf eine ſchattige Rabattez ſie ſcylagen faſt in jedem Boden ſehr leicht Wurzein, werden binnen Jahresfriſt gute Ptianzen, und können dann entweder ſchon auf die ihnen veſtimmten Stellen gepflanzt, oder auch noch länger in der Pflanzſchule gelaſſen werden, Ja, man kann auch ab- geſchnittene Zweige mit gutem Erfolge ſo- gleich auf die ihnen beſtimmte Stellen ſte» >en. Wenn der Ephen jeder Art oder Sorte gegen Mauern 2c. gepfianzt roird, muß er anfangs ein wenig geleitet, jedom nur ſeine erſten Schüſſe mit Nägeln befeſtigt werden.“Nachher treibt er ſeine Wurzeln in die Unterſtüßung, an welcher er wächſt) und heftet ſich an ſolche in der Folge, ohne' weitere Hülfe, von ſelbſt an.|: Das weiche, weißliche Holz des ſchwarz» beerigen Epheu iſt oft mit grauen, maſe- richten Stellen bezeichnet; es werden dar» aus kleine Kügelchen gedrehet, und ſelbige in die Wunden gelegt, die offen gehalten werden ſollen. Wegen dieſer leichten und ſchwammichten Beſchaffenheit des Holzes werden auc) Becher daraus gedrechſelt, und Wein, nebſt andern Flüßigkeiten, da- durch filtrirt. Die Blätter könney, beſon- deys 432 Eppich ders im Winter, den Schaafen: und Kü- hen, die ſie ungemein gern freſſen, zur Erfriſchung ihrer Säfte gegeben werden. Auch ſind dieſe Blätter gedachten Thieren ſehr gut, um die Nachgevurt uad Hamen, wenn ſie nicht von ſelbſt ſich löſen wollen, abgehend zu machen- Die Blätter in Weineſſig geweichet, und auf die Hühner» augen gelegt, ſollen ſelbige verzehren, Zur Blüthzeit ſt werden. Epvich), mit dem Geſchlechtsnamen WNerE- oder Waßermert, Sium L., iſt aus der Familie der Doldengewächſe. 1) Hreirblöärreriger Ulere, Waſ: ſermerk, Waſſereppich, LVatſterpe- Terlein, S8. latifolium. DPPaterland: Europa, in kleinen Bächen und an ſum- pfigen Ufern. GStürentgel: geſtreift, hohl, aufrecht, di>, äſtig, ſteif, 5= 6 Fuß hoch mit Knoten abgetheile, MPBlätter: groß, gefiedert, aus länglichen, breiten, ſägeför- migen Blättchen, welche ſich mit einem einzigen endigen, zuſammen geſeßt, Sly- men: auf den Enden der Zweige, in gro- ßen Dolden, blaßgelb, im Jun. und Jul. „Man hätt: dieſe Pflanze eher für ſchädlich, als nüßlih. In Schweden hat man die Flein gehackte„„und mit Kleye vermiſchte Wurzel, als ein Vorbauungsmittel wider die Seuche, dem Rindviele gegeben, auch nicht bemerket, daß dieſe Wurzel geſcha- det, ſo lange die zärtern, vor Johannis aus: gegrabenen,„Wurzeln gebraucht worden, Doch iſt auch der Gebrauch davon hie und da ſchädlich und rödtlich geweſen. - 2) Seitwätts an den Knoten blü- hender Eppich, Fnotenblübender Werk,. kleiner weißer Eppich, Seheibring, 8. nodifloruml.. Va- - Erbſe cerland: Europa, an den Ufern ver Flüſe ſe, in kleinen Dächen und an ſumpfichten Ufern. Strentgel: auf dem Boden lie- gend, an den Gelenken wurzelnd, Blät- ter: die untern, aus tein Waſſer hervor ragenden, gleichen denen der vorigen. Ürt, die Blättchen aber am Anfange mit einigen ohrförmigen Lappen beſektz; die an dem Eren- gel und an den Feſten befeſtigten- Blätter hingegen haben allemal bey jedem Blätt- en zwey 2uäppchen, und dieſe ſcheinen da- her aus drey zart eingezacten Lappen von ungleicher Größe zu beſtehen, ZDiumen: an den Gelenken, in ungeſtielten Dolden, weiß, im Jun,, Jul. und Aug. In Anſe- hung der Kräfte kömmt dieſe Art mit der erſten überein. 5 Erbſe, Erbiß, Pilum. Dieſes ſo betannte Pflanzengeſchlecht wird auch öfters mit dem gemeinſchafttichen Namen: Schoten, belegt, und man thetiet ſie ein in Zeid- und Gartenerbiei. 2) Die gemeine Seiderbſe wird faſt nirgends[0 ſtark, als in der Mark Bran- denburg gedauert, weil ſelbige, nachdem ſie im Felde reif und tro>en geworden, bey dem Kochen ſo zart wird, daß ſie nach dem Brechen, ohne ſie durchül- ſit, und die Hülſen der Zung? und vem Goumen ſehr fühlbar, daher auch ſchwer ver- daulich, oder falls ſienicht dihülſig ſind, ſo fehlet ihnen dod) der eigene feine und gute Geſchmack, welchen dieſe Frucht in den Märkiſchen guten ſo genannten Erbslän- Dieſerhalb pflegt man auch hieſelbſt die in guten Erbsländern er- haueten Früchte Kocherbſen zu nennen, indem es auch in der Mark Gegenden giebt, wo die Erbſen nicht als gute Kocherbſen zu achten ſind. Das eigentlich gute Erbsland in der Mark iſt ein ſolches, welches einen mehr leichten als ſchweren Boden hat, z. B. kehm mit Sand vermengt, oder oben Sand und im Grunde Lehm. Auf einem allzu leichten Boden wird nichts daraus, und wenn die Erbſen in einem allzu ſchwe- ren oder ſchwarzen tiefen Boden geſäet werden, wachſen ſie zu ſtark ins Stroh, welches leßtere in naſſen Jahren unten faul, und daher kein geſundes Schaaffutter wird, und die Erbſen werden nie gute Kocherbſen, weißlicht eder ſchmußig weiß, weniger gut ſhmeckend, und gemeiniglich dickhuülſig, weshalb ſie eine ſehr blähende Speiſe abgeben. Die Felderbſen werden in der Mark ge- meiniglich in dem Brachfelde geſäetz in den Gegenden, wo die beſten Kocherbſen, die dieſerhalb in ziemlicher Menge erbauet werden, gerathen, nennt man die in der Brache dazu gewidmeten Länder den'Erbs- ſchlag, weil man ſonſt keine andre Früch- te in dem Brachfelde, als Erbſen, er- bauet,' Man kann keine allgemeine Regel, wie doch von manchen Schriftſtellern geſchiee Vet, Regallexicon 11, Theil. eren= 2.ide- errunmneeZeeker beſtändig abgewechſelt, und immer neues Land da- zu genommen wird, Jn meiner Gegend findet gerade das Gegentheil Statt, wo man faum alle 9 Jahre einmal wieder mit der Erbſenausſaat auf die ehmaligen Ae>er hin kömmt, Wenn wir ein Stück Acker haben, worauf der Weizen nicht wohl mehr einſchlagen will, ſo begatten wir ſolches mit Erbſen, wovon der Acker mürbe und rein wird. Deun die Erbſen, wenn ſie gut fortwachſen, erdrücken oder verblüſchen wegen ihres breit blättrichten Laubes alles Sobald aber die Erb- ſen eingeärndtet ſind, wird der Aker um- gepflüget und geegget. Wird dieſes aber unterlaſſen, und der Aker begrünet ſich, ehe er geſtürzet wird, ſo haben wir fceylich verlornes Spiel; der Acker verwildert, nachdem man den Queen Zeit gelaſſen hatte, aufs neue auszuſchlagen, ſich zu verſtärken und auszubreifen« un Eben ſo irrig iſt es, wenn ſo gemeinhin geſagt wird, die Erbſen ſollen nicht in ein friſch gedüngtes Land geſäet werden. Von jeher habe ich in den Gegenden, wo die beſten Kocherbſen in der Mittelmark erzie» Jet werden, friſch gediüngte Erbsäcker ge- Jii:; ſehen« 434„Erbſe Fehen, Freylich dunget nian nicht ſv über- mäßig, daß ſich die Frucht in Stroh über- wachſen kann. Man tindet auch daſelbſt Kecker, welche zur Erbſenſaat nicht friſch gedünget werden, es ſind aber ſo!ern kann man ſchon ſpäter ſäen, weil ſolche weniger von der Dürre des Sommers leiden, und wenn ſie zu frühe geſäet wer- den, ſich gar leicht in nicht dürren Som- mern überwachſen, es wäre denn, daß man ſie zur Viebfütterung, gleich dem Weizen, ſchröpfen wollte, als welches da eben nicht übel ausſchlägt, wo man tief gelegene Erb- ſenäcer nicht nur friſch, ſondern auch ſtark gedünget haf, Denn id) habe es einige- mal geſehen, daß CErbſenſaaten, welche von dem Rochwildpret ganz kurz abgefreſſen waren, ſo gut ſchefFelten, daß ſie in Rück- ſicht deſſen noch einmal ſo gut in Körnern lohneten, als die andern des nämlichen Fel» des, welche vom Wildfraße frey geblieben waren, Die Urſache, warum in manchen Jahren auch in guten Erbsländern die Erbſen nicht weich kochen wollen, wird verſchiedentlich angegeben. Bey mir habe es in trocknen Sommern, ohngeachtee der Aer ſchwarz, tief liegend, und mehr feucht als trocken iſt, immer erfahren, daß ſelbige, wenn ſie in friſch aufgelegtem Pferdemiſt geſäet worden, nicht weich werden wollen, und nachdem Andere in der Nachbarſchaft hier- auf aufmerkſam gemacht, ſo iſt ſolches gleichfalls durch ihre Erfahrungen beſtäti- get worden. In einem mehr kalten als' warmen Boden mag vielleicht das Gegen- theil Statt finden. Auch habe dieſes aus eigener Erfahrung wahr befunden, daß die Erbſen nicht weich kochen wollen, wenn ſie auf dem Halme zu ſpät gemähet, und be- edrehienmtAiNd dÜlbnnndumen--m0mteenn nE EIE Tenn EE mmm nenn- 5 Erbſe 435 reits vor dem Abmähen in den Hülſen zu hart geworden, nachdem ich in frühern Jahren bereits bierinn Eckharten zum Lehr- meiſter angenommen, weicher in ſeiner Erperimental- OeFfonomie davon alſo ſchreiber? In Betracht man auf großen Gütern wegen andrer Getreidebeſaamutt- gen, welche ebenfalls in der Zeit verrich- cet werden müſſen, unter 3 Wochen, ws nicht länger, nicht geendet werden fann, und die er/re Saak von der ſpäteſten um 14 bis 21 Tage unterſchieden ſeyn kann; ſo. müſſen gewiß 2 Sorten davon gut gera- then, auch zweifelsohne einige eher reif werden, als-die andern. Sobald nun die Ranken am Boden, wie auch die Schoten gelb und weiß zu werden anfangen, dabey aber dice, voll von großen Erbſen ſind, und ſic) zuſammen ſchrumpfen wollen z dann iſt es Zeit, daß ſolche Stücke oder Beete abgemähet werden, wenn gleich die Ranken und Blätter noch nicht insgefammt völlig weiß und gelb, fondern annoch eini- ge darunter grün ſind; denn auf dieſe kann man nicht warten. Nimmt man das Ab- mähen bey gutem, tronen und warmen Wetter vor, ſo kann man ſic) auch darauf verlaſſen, daß die Erbſen binnen 2 Tagen völlig tro>en ſeyn werden«(Wenn die Erbſen in ſehr dicken Schwaden liegen, ſo gehören wohl mehrere Tage dazu, beſonders wenn allerley Gräſer oder Unkräuter dar- unter ſind.) Zu dieſem Ende muß man des Morgens frühe, ehe die Sonne zu heiß ſcheinet, ſolche Beete mit genugſamen Menſchen belegen, welche die Erbſen ſo eilends, als möglich iſt, zuſammen harfen, in lockere Bunde binden, ohne Anſtand aufladen, heimführen, und in die oberſten Banſen, wo die Luft noch ſtreichen lann, ſhafſen,(Das Zuſammenharken und Einbinden dex Erbſen, bey nicht zu heißem Sia Son“ 436 Erbſe Sonnenſcheine iſt de8halb gut, daß die Schoten bey oder unt-r der Arbeit nicht aufſpringen, und die Körner davon verlo» ven gehen,) Wer aver die Erbſen auf dem Stiele läßt, bis alles Kraut gelb und ' weiß iſt, der wird erleben, daß die meiſten Schoten, den andern Tag nach dem Abmä- Hen, von der Hike auſplaßen und auslaufen, und daß nachdem Dreſchen die Erbſen ganz röthlich, oder hochfleiſchfarben ausſe- ben, auch nicht gut fochen.( Das Aus- laufen. der Erbſen har man- hauptſächlich zu befürchten, wenn ſelbige beregnet, und ſodann von der Sonne wieder trocken wer- den.) Werden. nun dieſe Erbfen nach vorbeſchriebener Weiſe eingeärndtet, allein gebanſet, allein gedroſchen, und davon eine Probe gekocht, ſo werden ſie wie ein Milchmus weich fochen, und ſo gelb wie ein Wachs ausſehen, Main laſſe aber den andexn Theil 8 Tage länger auf dem Hal- mz, bis alles Stroh gelb iſt, und die Schoten ſämmtlich weiß und hart gewor- den, ſtehen, dann 6 oder 8 Tage, wie es ſonſt Modo iſt, auß dem Schwad liegen, und darauf eine Probe kochen, ſie werden Hart bleiben,-und wie viele werden auf dem Zelde ausgelaufen ſeyn? Um aber der Sache noch nher zu treten, ſo ſammle man noch grüne Crbſen aus ihren noh weichen Cen, Man ſammle hinge» gen auf den Ranfen weißlicht oder nur gelblicht gewordene Erbſen, und koche die- fe, ſo wird jedermann wahrnehmen, daß dieſe hart bleiben, und lange ſo gut nicht ſc ſchöner ſteht, als das andere, auch oft die Tritte oder lekte Saar(näm- lich auf großen Gütern) am beſten geräth, ſo muß man eine Partbie von den beſten und größten Erbſen, welche die längſten, mit vielen Körnern beſekten, Schoten ha- ben, allein in ihre Saainenbanjen legen, um davon den künſtigen Saamen auszu« ſondern, als wsrauf eines vorſichtigen und wahren Haushalters Wohl beruhet,= Ehe wir noch die Materie vom Weiche- fFochen der Crbſen, a!s worinn ihr Haupt- werth beſtehet, verlaſſen, iſt noch zu ge- denten, daß weiches Fluß- oder Bachwaſ- ſer zum Weichfochen als ein Haupterfor= derniß gehöre, indem ſie vom harten Brun- nenwaſſer weniger weich und ſchmackhaft werden; ingleichen daß die Töpre oder Ge- fäße, worinn die Erbſen kochen, immer damit bis oben an den Rand müſſen voll gehalten, werden, da denn beym Hinweg- neßmen der Gefäße vom Feuer zum Bre= hen oder Kleinmachen der Erbſen die ober- ſien, die etwa von der Flamme des Feuers ſchwarz oder gebrannt oder nicht weich ge- nug gekocht ſeyn fönnen, hinweg genom- men, und zur Viehfütterung angewendet werden, Iſt es aber rathſam, um des Weich- kochens willen, die Erbſen bey noch nicht gelb, weiß oder gar dürr gewordenen Ran- fen abzumähen, und man wollte hierauf nicht achten, weil man damit nicht auf den Speiſegebrauch ſein Abſehen haben könn- fe; ſo muß doch das frühere Abmähen vor- genommen werden, weil das Erbſenſiroh ein ſo vorzügliches Viehfutter, und an vie» ien: Orten ſogar ein: Surrogat des man- gelnden nicht Kan ier uf den | fon“ en vor ſenſo) an vie g man geld Erbſe gelnden Heugewinnſtes für Rind- und Schaafvieh ſeyn muß. Die auf dem Halm trocken gewordenen Erbſen verlieren ihre Blätter, als welche, wie bey demi Klee, das Hauptſächlichſte des guten Futters da- bey ausmachen. Man hat aber auch da- hin zu ſehen, daß die Erbſen recht gut ge- trocknet eingefahren werden, weil ſie ſonſt, eben wie der Klee, anlaufen, ſchimmeln, oder imultricht werden, und ſodann beſon- ders dem Schaafviehe ein ſowohl unan- nehmliches, als undienliches Futter wer- den. Aus gleicher Urſach werden auch vie Erbſen lieber in der Höhe auf den Stangen, als unten von der Erde auf in den Scheu- nen aufgebanſet,; In vielen Gegenden hat mangdie Ge wohnheit, die Erbſen nicht in Bunde zu- ſammen zu bindenz man bringt ſie nur in Haufen uneingebunden zuſammen, ladet ſie wie Heu auf, und ſticht ſie ſv in den Scheunen ab. Man ſucher dabey Zeiter- ſparung, die aber nur eingebildet iſt- I< habe einigemal beydes zugleich verſuchet, und gefunden, daß das Auf- und Abladen bey eingebundenen Erbſen um die Hälfte weniger Zeit hinweg nehme, indem die uneingebundenen Erbſen unter einander verwirrt ſind, und nicht fo viel auf einmal mit der Heugabel gefaßt werden könne, als ſolches in Bunden geſchehen fkann« Man fürchter ſich vielleicht für das Zer- ſprengen der Schoten beym Einbinden in Bunde. Da ſie aber nur ganz loſe dür- fen eingebunden werden, und dabey kein Einknebeln, wie bey Korngarben, nöthig iſt, indein die unter einander verworrenen Ranken ſich unter einander von ſelbſt ziemlich zuſammen halten, ſo können hie» bey- keine Schoten: zum Aufſpringen kom- Men; x eee=< menen mur u. irie "Wm== Erbſe 437 Zuleßt iſt noch die Gewohnheit mancher Gegenden anzumerken, da man beym Ab- mähen der Erbſen, welches nicht mit Korn- ſondern mit Grasſenſen geſchiehet, jeden Hieb ſo führer/ daß bey ſelbigem noch eini- ge Ranken unabgeſchnitten bleiben müſſen; Dieſe dienen zum Feſthalten der übrigen, da ſie ſonſt bey entſtehenden ſiürmenden Gewittern vom Winde gar leicht fortgefüh- ret werden, daß zuweilen die ganze Erb- ſenärndte verloren gehet, zumal wenn die Felder freyiiegend oder bergicht find. Und da zur Acrndtezeit die meiſten Gewitter ge- meiniglich Nachmittags entſtehen, fo muß man, wenn es möglich zu machen, andre Aerndtearbeiten aufſchieben, und fich be- ſtreben, die Erbſen Bormittags zufanmien zu bringen, Könncre man ſchon, um alle ſeine Leute zum Einbinden zuſammen zu halten, mic dem Einfahren an einem ſol- ejen Tuäge nicht fertig werten, fo iſt es do“) ſchon mehr gewonnen, wenn die ein» gebundenen Erbſen in Mandeln oder Scho- &>en beyſammen liegen. Ein mit oder ohne Regen kommender Sturmwind kann zwar die Bunde umher werfen, aber doch ſolche nicht aufheben, und in die Luft fortführen, wie ſolches mit unaufgebundenen Erbſen nicht ſelten geſchiebet, Auch hat man bie- ſes zum Vortheil, daß die beregneten Crb» fen in Bunden weit weniger auslaufen, und die Erbſenbunde tro>nen weit eher wieder aus, als Korngarben, weii üe nuk loſe zuſammen gebunden ſind, Zuleßt iſt noch zu gedenken, daß beym Säen der Erbſen die Hand nur halb voll genommen werden müſſe, weil: auf einen Fleck, der einen ganzen Schefſel Korn zur Ausſaat erfordert, nur ein halber Scheffel Erbſen„ alſo überall nur die Hälfte derſel- ben gebraucht werden. Wollte man ſie di- Jtiti 5 der 433 Erbſe &er ſaen, ſo würden die Pflanzen ſich ein- ander im Wachſen hindern, und deſto we- niger in der Scheffelzahl heraus fom- men. Die Gartenerbſen werden wegen ih»- ves Gebrauchs in den Küchen der Vorneh- men und bereits auch vieler Geringen überall gebauer, und wir haben davon ungemein viele Spielarten. Einige blü- ben rofhbunt, andere blaubunt, die mei- ſten weiß. TCinige wachſen ſehr hoch, an- dere niedrigz einige baben ganz dünne, an- dere ziemlich dicfe und harte Schoten; ei- nige werden früh, andere ſpät reif, Es würde theils ſchwer, theils wenig erheb- lim ſeyn, alte dieſe Veränderungen na- mentlich anzuführen, da einige ſich nur Furze Zeit an einem Orte halten, und ſehr Häufig, wenn ſie 3 bis 4 Jahre in einer Gegend gebäuer worden ſind, ſich verän- dern und ausarten, Hr, Bechſtedt ſagt daher, daß mau, um ſolcher Ausgartung vorzubeugen, und beſonders gute Sorten zu erhalten, die zur Saat beſtimmten al- lein pſianzen, oder doch ſo weit von andern KErvjenarten entfernen ſolle, daß der Blü- khenſtaub ſich unmöglich vermiſchen fanns ſonſt iſt man genöchigt, nach wenig Jah- xen mit Saamen von andern Orten Umzue wechſeln, oder ſich ganz neuen aus der Fremde fommen zu faſſen,| Die bekannteſten und beliebteſten Erb- ſenarten ſind nach nur gedachtem Scehrift- ſteller folgende: 3) frühe UMaperbſe; 2) extra frühe Engliſche Erbſe; 3) Warrowfaterbſe; 4) Ldonpareilerd- ſe; 5) Spaniſche 1liiorotroerbſe; 6) Swergerbſes 7) Kronerbſe; 8) Zu- &ererbje, Jede Art hat wiederun niche wenige Abänderungen. Nur von der leß- fern, von der Zu&ererbſe, die wegen ih- rer zarten, eßbaren Schale den Vorzug Erbſe verdienet, werden einige angeführet: z.B, a) die frübe Zuckererbſe, eine ſehr ſchöne, fruchtbare, 5==6 Fuß boch wachſende Sorte; b) die große Entliſche Zucker? erbſe, die 6 Fuß hoch wächſt, und wegen ihrer ungemein großen, oft 7-8 und mehrere Zolle langen, und 2 Zoll breiten, und gleichwohl zarten Schoten ein vortreff- liches Anjeben giebt; dabey aber, wie die meiſten Pflanzen mit großen Früchten, nur wenig krögt, uud no“ dazu-von den Wogein begierig geſucht wird 3 c) die U70- deneſiſche, oder ggraune Suckererbſe, die auch ziemlich hoch wächſt, ſehr fruchtbor iſt, fich merklich durch ihre rothen ſchönen Blumen unterſcheidet,( daher ihr einige aud) einen Ploaß in dem Blumengarten gönnen nicht ſo leicht von den Vögeln an» gefallen wird, dabey aber einen etwas rau- ben und herben Gejehmac> haf, der jedoch, wenn ur das Waſſer beym Kochen eini- gemal umgewechſelt wird, ſehr gemildert werden kann; d) die große aufgeblaſene Suckererbſe, die wegen ihrer Fruchtbarfeit und ihrer großen und zarten Schoten von jederman geſchäßt wird; e) die extra frü- be3wergzuctererbſe, die gegen 2 F, hoch wächſet, früh treibt, ſchr ſruchtbar iſt, und zu jeder Jahrszeit gezogen zu werden verdienet;€) die Erbſe ae Grace, die nur 8-- 10 Zoli hoß wächſt, und ſo viel Rüb- imens auch davon gemacht wird, doch faum den Anbau, es wäre denn der Seltenheit wegen, verdient, weit ſie nur wenig trägt, ſpät reif wird, und ihre wenigen Früchte gewöhnlid) auf der Erde ausbreitet. Won allen dieſen Arten wähle man ſich immer die fruchtbarſten, nicht zu koch wachtenden und ſolche aus, deren Früchte den ſüßeſten Geſchma> haben, und dies ſind gemeiaig- lich die frühen Sorten.. Auch muß jeder darauf ſchen, welche Sorten ſich am in en Ede, Lans qe on R» We ) inte dert ne feit von pie eh iſt, “ ww (h: un heit at Me Von „mer enden ßeſtet eig! ; jeder g be ſien » Erbſe 3 CH/ ſten für ſeinen jedeemaligen Grund und Boden ſchien, da ſie nicht alle in jedem Erdreiche gleich gut gedeihen. Beym Anban der Erbſen giebt Hr. Bech- ſtedt die Regel, daß fie durch Düngung, nicht wie andre Gewächſe, fruchtbar zu machen ſeyn, und dieß ſonder Zweifel des» halb, weil ſie von dem Dünger im Gax- tenlande, welches doch immer in guter Beſſerung gehalten wird, allzu hoch und mehr ins Stroh, als in vie Früchte wach- ſen. Sie tragen auch in einem nie ge- nußten und friſch gebrochenen Lande die „reichlichſten Früchte, und ſollten, wie die- ſer Gärtnereylehrex ferner ſchreibt, eigent- lich auf einen ZSelde, wo ſie einmal geſtanden haben, wenn man fich von ihnen beſondern TLiurzen vetr- ſprechen will, in langer Zeit nicht wieder gepflanzt werden. Er fagt auch zugleich eben dieſes von den Felderb- ſen, daß nämlich jedes Jahr das Land für ſeibige abgewechſelt werden ſolle. Gemeiniglich verrichtet man die erſte Ausſaat(wozu man frühe, ergiebige und nicht zu hoch wachſende Sorten wählt) im Febr,, oder ſobald man nur in die Er- ds fommen fann. Einige nehmen ſie ſchon zm December vor 3 aber gemeiniglich ver- gebens, weil die meiſte Zeit der Froſt, ehe die Erdſen noc anfangen zu keimen, ſie ſchon verdorben hat. Alle Erbſen, zumal die erſten, wollen einen gegen Mittag, oder gegen Morgen gelegenen Ort, und einen furz vor Einbruch des Winters um- gegrabenen, gut zubereiteten tronen und warmen Boden haben, wo ſie vor ſiren- gen Winden geſchüßt ſiehen, und von der Sonne genugſam veſchienen werden kön- nein Man vertheile das für ſie beſtimm- te Land in 3 Schuh breite Beete, und le- ge ſie in Furchen, deren auf jedem Beete : Erbſe 439 drey, 2 bis 3 Zoll tief, nach der Schnyr gezogen werden, müſſen. Wechſel5weite, ein Beer um das andere, beſeße man mit niedrig wachſenden Pflanzen, bedecke die gelegten. Erbſen, der Wögel und Mäuſe wegen, binlänglich mit Erde, Manlaſſe ſich aber nie die eingeführte Gewohnheit verleiten, ganze Felder in lauter neben ein- ander liegende Erbſenbeete zu verheilen, Die Luft muß immer frey und ungehindert zw.fchen ihnen durchſireichen können, Alg- dann werden die erſten Blüthen erhalten, die ſonſt gemeiniglich, wenn ſie einander zu dicht ſtehen, gern abfallen 3 die Fruch- te werden vollkfommner, wachſen fehneller und friſcher, man hat Raum, zwiſchen iß- nen hindurch zu gehen, und kann die brauch» bar gewordenen Schoten, ohne Schaden zu kyun, bequemer und beſfer pflücken. Daß das Unkraut unter den Erbſen, nachdem ſie zuzunehmen anfangen, heraus geſchafft werden müſſe, darf wohl kaum erinnert werden, Hat man einen feſten Boden, ſo wird das Unkraut mit der Jät« hace zerjivret, und das Erdreich zugleich damit aufgelockert, auch die Erde zu bey»- den Seiten angezogen, und die Erbſen dae mit behäufet, damit ſie der ſtrengen Luft weniger blos geſteliet feen. Sobald die Pflanzen 3==- 4 Zoll hoch ſind, müſſen, je nachdem tie Crbſen hoch»der niedrig wach» ſen, längere, oder fürzere buſchige Reiſer, an welchen fie ſich anheften können, neben ih nen geſteckt werden, Man richtet dieſe zwi- ſchen den Reihen fo viel als möalich mit der flachen Seite nach der Länge ves Bee» te8z und in den beyden äußerſten Reihen um das Beet herum! ſteckt man ſie voa beyden Seiten ſchief in die Erde, ſo daß fie ſich gegen die Mitte zu lehnen, Auf die Art bleiben die Steige zwiſchen den Beeten völlig frey, und man kaun, wenn einige 440 Erbſe einig8 Ranken ſich los reißen ſollten, dieſe ganz bequem hie und da mit dünnem Ba- ſte anheften. Um niemals Mangel an Erbſen zu haben, fahre man beſtändig von 24 zu 14 Tagen bis gegen Johannis mit dem Ausſäen fort... Da aber die ſpäteſten Ausſaaten in heißen und trocknen Sommern gern mit Mülben befallen, und hiemit ſehr unfruchtbar und übel ſchmeckend werden, ſo kann man die Beete hiezu da anlegen, wo ſie wider die Mitcagsſonne im Schat- fen ſtehen, auch die Erbſen des Abends, wenn die Regen zu lange ausbleiben, mit Waſſer überſprengen,.; Die zur Saat beſtimmten, von den an- dern weit genug entfernten, Erbſen laſſe man, ohne davon zu pflü>en, unberührt ſtehen 3 ſehe ſie während der Blüchzeit öf«- fers aufmertſam durch, ob auch einige „qQusgeartete darunter anzutreffen ſind, und räume, wenn man dergleichen einige fin- det, ſie ſogleich) weg. Wenn ſie anfan- gen reif zu werden, laſſe man ſie nicht zu lange draußen, damit ſie nicht ausfallen, ( welches bey naſſer und darauf folgender warmer Witterung ſehr leicht möglich iſt,) auswachſen und faulen, oder von Vögeln und Mäuſen verzehret werden, Die Gärtner in oder bey großen Städ- ten legen ſich gern darauf, dieſe Hülſen- frucht aufs zeitigſte hervor zu bringen, und freiben ſolche in. Glashäuſern, wodurc aber nicht viel Früchte erlanget werden. Beſſer ſäet man, uin frühzeitig Erbſen zu haben, eine gatiz frühe und fruchtbare Sorte im October auf zubereitete Beete. Wenn die Pflanzen auſgegangen und etwas beran gewachſen ſind, ſo ziehe man bey trocknem Wetter zu beyden Seiten die Er- de bis an die Blärter an, und wiederhole dieſes Anhäufen vor dem Winter noch ein- oder zweymal, weil die Pflanzen dadurch - Erbſe nicht nur geſtärkt, ſondern auch vor dem Froſte verwahrt werden. Bey ſtrengem anhaltenden Froſte kann man ſie mit leich» ten Sachen, mit tro&ener Streu, mit Erb» jen- oder Buchweizenſtroß) bedecken, und, damit ſie ja nicht verzärtelt werden, bey einigermaajzen gelindem Wetter die Bede- dung wieder abnehmen. Sobald im Früh- linge die Witterung warm wird, lockere man den Boden zwiſchen den Reihen auf, reinige die Pflanzen von allem Unrathez ſtängele und bebandele ſie iaz Uebrigen wie andere Erbjen. Wenn nur gar zu ſtrenge Winde ihnen nicht ververblich wer- den, ſo hat man, wenn man dieſer Vor- ſchrijt folgt, von der Kälte gar nichts für fie zu beſorgen, und kann jſce ſind, auftro>nen. Sie werden auf einem leinenen Tuche, oder auf reinen Bretern an der Sonne mit den Schoten ausgebreitet, und zuweilen umgerührfk. „Sind ſie ganz troen und dürre geworden, ſo nehme man die Erbſen aus den Scho- ten 3 fülle ſie in leinene Beutel, und hebe ſie zum fünftigen Gebrauche ineiner tro>- nen Kammer auf. Will man aber die Vet, Regllexicon 1, Theil, Eb ANE= Der bnd une mp nm nee 9000 fn Erbſe 441 Erbſen einmachen, ſo ſchüttet man ſie, nachdem ſie ausgemacht ſind, in einen Keſſel mit kochendem Waſſer, läßt ſie ein paarmal auffochen, gießt ſie zum Abetrie« fen in einen Durchſchlag, läßt ſie kalt wer» den,>en ſie mit friſchen Weinblättern, oder füllen ſie in Bouteil» ßen, und es ſey, in was es wolle, ſo über» gießen ſie ſolricht gemacht wer» den, i Werden im Herbſte die Stengel endlich gelb und welf, ſo gräbt man ſo viele Knol- len auf, als zum Wintergebranche erfor- dert werden, Man kann ſie im Sande in einem trocknen Keller aufbewahren, Am beſten halten ſie ſich auf ihrem Standorte bis ins Frühjahr hinein, weil ihnen ſogar der allergrößte Froſt nich“ ſchadet, Und dieſe Eigenſchaft der Wurzeln macht ſie uns zu... Vage amm Bren Zurzeln er im t dazu edüngt aden, ty. auf er und himmt | groß tüfe, pflegt * Jät: , und 'e be: dug: muß 2 hen) e ſh binnen erden; en fol: | abge» 0nzye (te am ohl zy Vieh- ht vor nelde, 108 wer: nd(i< ; Knol: e exfor- ande in , An andorte 1 ſogar , Un acht ft un Erdb uns Landwirthen doch ſchäßbar, da wir, wenn es uns an guter Gelegenheit, das Würzelwerk aufzubewahren, fehlet, die Erdäpfel können ſtehen laſſen, wo ſie ſind, und bey aufgehendem Erdreiche ſäbige bis zu Ende des: Märzes und noch ſpäterhin, mit Bequemlichkeit hervor ſuchen können. Wo die Fruchtfelder von wilden Schwei- nen beſucht werdeii, da iſt es nicht rath- ſam, die Aecker mit dieſer Frucht zu be» gatten, Man kann die ganz kleinen Knol- ten nicht hervor finden, ſie wuchern fort, und geben hiemit Anlaß, daß der Acer von den Säuen mit der darauf gebrachten neuen Kornſaat umgewühlet und verdorben wird, Erdbeere, Fragaria veſca, eine überall befannte Pflanze, deren Beeren ſehr angenehm ſchmecken, und zugleich ſehr geſund ſind. Es giebt ſehr viele Spiel- arten dieſer Pflanze. Die bekannteſten ſind: 1) die gemeine rorhe Selderdbee- re, 2) die gemeine weiße Selderdbeere, die beyde hauptſächlich in unfruchtbaren Gegenden, beſonders in unſern Heiden; wild wachſen; 3) die gewöhnliche Gar- tenerdbeere; 4) die Ufonatserdbeere; 5) die ſcharlachrorbe Virginiſche Erdbeere; 6) die Pflaumenerdbeerez; 7) die grüne oder die Ananasoerdbee- rez; 8) die Erdbeere aus Chili, oder die Rieſenerdbeere; 9) die Erdbeere mit der allergrößten plattrunden Srucht. Die beyden erſten kann man als Haupt- ſorten annehmen, und vermuthlich iſt von dieſen, nachdem ſie ſorgfältig in die Gär- ten gepflanzt worden, die dritte entſtan- den. Die vierte Art, die ſich durch nichts von der gewöhnlichen Erdbeere, als blos durch die lebhaft grüne Farbe ihrer Blät- EEE LINE“ Ier at«AE eee eee gem Erbb6 förmige Frucht, unterſcheidet, iſt erſt ſeit kurzen aus der Schweiz und von den Apetito- niniſchen Gebürgen zu uns gebracht wor den, und hat, wenn ſie gleich nur einzelne. Früchte trägt, doch vor allen andern das. 'voraus, daß ſie ſo lange, als es die Wik- terung nur irgend erlaubt, noch im ſpäte- ſten Herbſte, zuweilen gar unter dem Schnee, ſtets blüht und Früchte trägt. Die fünfte, von jedermann geacenden Früch« te kenntlich, die, wenn ſie recht Art ha- ben, die Größe einer mittelmäßigen Pflau- me erreichen, weiß, und an der andern braunroth ſind, ſo wie durch ihre langen ſtarken Stiele, und durch ihre großen, runden, tief gefalz». ten und haarigen Blätter, hat, gleich einer Ananas, erhabene Früch« te, die auf langen Stielen in großen Bü- ſcheln wachſen, und von Farbe meiſtens weißlichgrün, und auf der einen Seite nur etwas röthlich ſind, Sie iſt unter allen Arten die ſpäteſte, und bringt, falls ſie- nicht in einem ſchweren und fetten Boden ſteht, nur ſelten Früchte. Die achte, nur ſehr ſparſam tragende Sorte macht die außerordentliche Größe ihrer Frucht merk- würdig, die nicht ſelten ſo groß wie ein fleiner Apfel, aber dabey mehlig, trocken und von feinem vorzüglichen Geſchmacke iſt. Sie treibt beſonders weit herum lau-.- fende Ranken. Die neunte wird faſt von Kkf 2 allen 433 fer, und durch ihre längliche, pyramiden- und an der einen Seite. Die ſiebente- 444 Er db allen Kennern für die beſte und wohlſchme- Fendſte Art gehalten und häufig angezogen. Sie bringt ſehr große, meiſtens plattrun- de, Früchte, Sie trägt ſehr gern, zumal in einem ſchweren, Fetten, etwas leimigen Boden, und giebt zur Zeit ihrer Reife ein prächtiges Anſehen, Alle Erdbeerſorten treiben aus ihren Wurzeln eine Menge Soſſen, durch wel- cender werden, nschig, daß beym jedesmaligen Umlegen die alten Pflanzen bey Seite geſchafft, und wieder» um neue vom Felde geholt werden, Alle Erdbeeren müſſen beſtändig, damit ſie ihre Kräfte nicht unnüß verſchwenden, von den wilden auslaufenden Ranken und von allem Unrathe gereinigt werden. Nur wenn ſie Blüthen und Früchte haben, laſe ſe-man ſie lieber fortwachſen, weil man ſie alsdann kaum ſorgfältig genug würde in :Acht nehmen können, daß man dieſe nicht "beſchädigte. Zur Stärkung der Pflanzen, damit ſie deſto größere und vollkommenere Früchte liefern, bedee man jährlich im Herbſte die Erde zwiſchen ihnen 2=- 3 Zoll hoch, mit furzem und verfaulten Miſte, und breite dieſen gehörig nach allen Seiten ganz eben aus. Dies hat auch no< den Nußen, daß im Sommer die Sonnen«- ſirahlen, welche die jungen Pflanzen jehr leicht verſengen, nicht ſo ſtark auf ſie wür- fen, und daß im Winter die ſtärkſten Frö- ſte ihnen nicht ſceres und unſchmack- haftes Mineral, deſſen Theile wenig oder- gar. nicht zuſammen hängen. Obgleich die Erden in dem Begriff, den man ſich von der Erde machen muß, alle mit einander überein fommen,-ſo zeigt ſich doch ein viels fältiger Unterſchied, nach welchem die Er- . Den 0 Uh: d mit wel: Etd« | Ober deſſen ) ſollte "ne |(Oe: it des , und Oyps Orun: 1 Feld hründe Id) im Letten, 8" dent 1e Erd- Acfet- den iſt Unter ohauet bt ſich aſſer ve gut ich von jnander ein vieh die Er di Erde den in verſchiedene Claſſen eingetheilet wer» den. Anders pfleget der Dekonom, anders der Phyſiker die Erdarten einzutheilen 3 er- ſterer geht aber in mannichfaltiger Rück- - ficht immer ſicherer,-wenn er mit den Theos rien der Mineralogen nicht unbekannt iſt, Man findet in meinem Hausvarer, B.[. Kap. 5. S. 534= 585- alles veyſammen, was dem gelehrten und ungelehrten Deko- nomen hievon zu wiſſen nüßlich und nöchig iſt. Da es aber jedem Landwirthe immer um fruchtbares Erdreich zu thun iſt, ſs will ich die Eigenſchaften deſſelben hier an- führen. 1) Die fruchtbare Erde muß in hinreichender Ülenge vorhanden ſeyn, d. i, der Boden muß ſo viel Erde der Tiefe nach haben, als nöthig. iſt, ſo viel Nah» rung zu faſſen, als die darauf zu erbauen- den Pflanzen bedürfen, um darinn einzu- wurzeln: Getreide 3= 4 Zoll tief, Wur- zeiwerk tiefer. 3) Sie muß eine gemäa- ßigre Conjiſtenz haben, nicht zu dicht, nicht: zu hart und zähe, aber auch nicht zu lo>er ſeyn. Ein zu dichter und harter Bo- den hält zwar die Pflanze feſt, er verhin- dert aber das Eindringen der Luſt, der Wärme und des Regens, daß ſie keine nährende Theile einführen, noch die darinn befindlichen gehörig zubereiten, und als Dünſte in die Wurzeln einführen können ofe kann der Saame darinn nicht zum Kei- men kommen, die Wurzeln können ſich nicht ausbreiten und ihre Nahrung aufſu- crheit nach der Natur der auf dem Boden zu bauenden Pflanze beurtheilet werden, be- ſonders wenn von der nöthigen Ausbrei- tung der Warzeln im Boden die Rede iſt. Einige Pflanzen haben Wurzeln, welche im fetteſten'Doden, ſogar durch die Rißen der Steine, ſich erweitern und hindurch dringen; z B. die Wurzeln einiger Bsu- me, des Weinſtocks, der Luzerne, der Eſparcette u. dergl, dringen durc) harte Erdbänke, ja gar durc< Mauern nac) und nach hindurch z andere wachſen ſehr lang ſam, und verderben endlieh) gar, wenn ſie auf eine zu harte Erde fommen. Weizen, Dinkel, Gerſte, Erbſen, Linſen können auf feſtern; Roggen, Haber, Wicken und Hirſe auf mehr.lo>ern Feldern gebauet werden,„alle zuſammen aber auf einem Fel de, daß die mittlere Conſiſtenz hat, weder zu ſandicht noch zu hart, ſondern bröcflicht iſt, mithin weder in Staub zerfällt, noch große Schollen giebt, ſondern EE e 448 Erde Je thonichter ein Boden iſt, deſto ſeſter und zäher iſt er. Man ſiehet alſo leicht, wie man den allzu feſten und den allzu leichten verbeſſern müſſe, Die zwey We- ge hiezu ſind: Vermiſchung mit andern, nämlich mit den entgegen geſeßten Erdar» ten, und die Bearbeitung. 3) Muß auch eine fruchtbare Erde gute Säfte, d. i, genug nährende Theile der Pflanzen, die zuſammen ein ſeifenartiges Gemenge aus Waſſer, Erde, Salz und- Oel aus- machen, in fich halten; hat ſie dieſe nicht, ſo müſſen ihr ſole entweder 1) durch die T7atur erſeßt werden, oder ſie werden ihr 2) durc) Runſt und Sleiß zugeſeßet, d. i. die Erde wird gedünget. A) Das exr- ſtere geſchiehet, wenn die Erde eine Zeit lang ruhet, oder nichts träget, und man ſie in dex Zeit öfters umarbeitet und zer- trennet, daß Luft, Thau, Regen und Schnee in alle ihre Theile recht.eindringen fönnen, Hierbey wird das Feld in erha- bene Furchen gelegt, zwiſchen welchen die Luft hindurch ſtreichen, und ſie auf allen Seiten berühren kann. Die Einmiſchung aller kalfartigen Erden und anderer alfali- ſcher oder abſorbirender Dinge befördert den Eingang der Luft gar merklich. B) Durc< Kunſt dünget mon, wenn man dem Boden ſolche Erden, welche vie- le gute Pflanzennahrung in ſich haben, mithin an ſich fruchtbar ſind, z, E, die rei- lich auflöſen, mit Waſe- ſer vereinigen, ein ſeifenhaftes Gemenge, und folglich die Nahrung der Pflanzen und Quelle der Fruchtbarfeit machen. 2) Ju ihr müſſen alte dieſe Dinge in ihrer rechten Proportion unter einander ſtehen. Dieß finde: man auch alſo bey allen guten Ges wäcdverden, oder fruchtbaren Erden, Sie haven aber nicht ſo viel Thon und Sand, vaß ſie im Feuer hart und zu Glas brennen ſollten, ſondern werden mehr zu einer Schla>e; ihr größter Theil iſt eine ſalzige Fettigkeit und alfaliniſche oder kalkich- 'te Erdez ſie entſteht aus verfaulten Theilen der Pflanzen und Thiere, deren Grundſtoff ſalzig ölig- ſchleimichte Theile ſind, die ſich mit allen Haupterdarten, vornehmlich aber mit Kalk und Moder, vermiſchen laſ- ſen, und ſich durch Flamme und Geſtank beym Verbrennen, beym Faulen der Kno- en« Die Pflanzen, die im folgen- 'den Frühlinge bald zum Vorſchein kom- men, werden fleißig vom Unfraut gerei- nigt, und da, wo ſie zu dick ſtehen, dünne gemacht. Sie laſſen ſich nicht, wie an- dere Pflanzen, verſeßen.-. Wenn man den Boden dann und wann zwiſchen den Reihen, beſonders im Vorſommer, auf- lo>ert, ſo werden die Wurzeln, ohne wei- tere Wartung, wohl wachſen. Im fol- genden Herbſte pflegt man ſie aufzugraben und an einem ſichern Orte zu verwahren, Zwar ſchadet ihnen die Kälte, ſo lange man in die Erde fkonimen kann, nichts; allein ſobald ſie im Fröhlinge. wie- der anfangen, neue Schoſſeüi zu treiven, ſo werden die Wurzeln zäte und zum Cſſen untauglich. Im Jultus, wenn die SBlät- ter abfallen woilen, iſt gewöhnlid) der Saamen reif, und alsdann kann man auch ſchon anfangen, die Wurzeln zum Ge- brauche aufzugraben und einzuſammeln. Erdkatſianie, Amerikaniſche, Chocoviadenwurzel, unterirrdiſche Ame- rikaniſde Nuß, Arachis hypogaea L, Die Stengel dieſer Pflanze kriechen auf der Erde umher, und die ſchmetterlings- förmigen Blumen wachſen auf einzelnen langen Stielen. Sobald die Blumen ver- welken, geht der Keim unter die Erde, wo ſich ihre rauhe walzenförmige Schote voller Saamenkörner bildet, die hier reif werden, und, wenn man den Boden nicht aufgräbt, niemals zum Vorſchein fommen, Die Wurzeln dauern nicht länger als ein Jahr. Man kann ſie, wenn der Saame reif iſt, aufgraben, trocknen, röſten und zur Verfertigung einer Chocolade gebrau- t, aber, um ſie ruhig für Erd 431 ſich genießen zu können, lange Zeit die Entdeckung verheimlicht hätten,: Obgleich dieſe Pflanze urſprünglich nur in warmen Ländern, hauptſächlich. im mit= tägigen Amerifa, wächſt; anfangs etwas zart iſt; und keine Kälte verträgt, ſo läßt ſie„ſich: deſſen ungeachtet doch leicht beh) uns ziehen, Man muß nämlich die Saa- menförner im Frühlinge in ein mäßig war- mes Miſtbeet ſtecken, und die Pflanzen, wenn ſie dazu tauglich ſind, etwa in der Mitre, oder gegen das Ende des May- monats an einem im Schuß gelegenen, ſounigen Orte in einen mäßig fetten und warmen Boden reihenweiſe auf allen Sei- ten x Schuh weit aus einander verſeßen, ihnen, bis ſie hier angewachſen ſind, Scharten geben, ſie öfters gelinde begie- ßen, und ſie immer vom Unfraute rein halten. Sie werden auch in unſerm Lan- de reifen Saamen liefern und gute Wur- zeln bilden, Erdmandel, Cyperus elculentus L. iſt eine ſchilfähnliche Pflanze, welche im Orient in Jtalien und bey Montpellier wächſt, Sie trreibt jährlich aus ihren Knollen einen Buſch grasähnlicher Blät- ter, aber nur ſelten Blüthen hervor. Knollen, welche die Alten gewöhnlich zu ihren Speiſen ſollen gegeſſen haben, ſind, ſo ſehr ſie es auch zu verdienen ſcheinen, bey uns wohl nirgends im Gebrauche, Man kann ihre ſcern Boden reihenweiſe 16 bis 18 Zoll aus einander pflanzen, Hält man- ſie alsdann beſtändig vom Unkraute rein, und lockert zuweilen den Boden zwiſchen den Reihen etwas auf, ſo werden ſie ohne weitere Mühe ſehr leicht wachſen. Im SIL 2 Herbſte 452 Erdm - Herbſtes werden ſie ausgehoben, und im * Winter vor der Kälte in einem Keller zum Gebrauche verwahret, “' Erdmaſtk, nennt man in dem Forſt« weſen alles Gewürme in der Erde, wel- hes die in die Maſt getriebenen Schweine gern und mit Nußen freſſen, S, Brut- maſt, - Erdn0ö88, Moos, welches auf der Erde wächſt, zum Unterſchiede von dem Baum und Steinmooſe, beſonders der Bärlapp.- 6 - Erdnuß, Erdmqaus, Lat yrus tuüberolus L. Dieſe im füdlichen Curv- pa und in der Tartarey wildwachſende Pflanze hat 2 bis 3 Schuhe hohe, mit flei- nen zweyblättugen Gaveln verſehene ſchwa- he Stengel, mit welchen ſie fich an alles, was ihr nahe ſteht, anklammert; ihre Blättchen ſind eyrund, ihre Blumenſtiele vielblümig, und die Farbe ihter wohlrie- „henden Blumen iſt ſchön purpurrothz ihre Wurzel friecht weit in der Erde umher, und reibe hin und wieder ſchwärzlich- graue, lang und ſpiß ſich endigende Knol» Jen, die eine entfernte Aehnlichfeit mit ei» ner Maus haben, als worinn der Grund ihrer Benennung zu. ſuchen iſt. Wegen dieſer eßboren Knollen wird ſie häufig in Holland, auch im Reiche, beſonders in den Rheingegenden, gebauet, und wie Kaſtanien gegeſſen. Man muß aber ſc mähſam einſammeln muß; bedarf auch mehr Zeit zu ihrer Reife, als die andern Arten, ſv daß unſere gewöhnlichen Sommer zu ihrer völligen Zeitigung zu kurz ſind. Fedlr einem daher der dazu gehörige Bo- deit, jo thuf man flüger, auf.den Bau diejer Sorte, ob ſie gleich am theuerſten bezahit und am meiſten geſchäßt wird, nicht viel Zeit und Mühe zu wenden, Die 5 erſten Arten verlangen ſonſt alle“ einerley Wartung, wachſen faſt in jedem Grund ud Boden, doch wollen ſie am tiebſten ein locferes, das Jahr zuvor gedüngtes, Land. haben 3; denn wenn ſie auch gleich in einem ſchweren und feſten kande'gut wach- ſen, ſo fehlt ihnen doch der zarte und an- genehme Geſchmack, 6 gä Die Zeit, da man ihrs Wurzeln in die Erde legt, iſt gewöhnlich der April. Nach- dem das Gartenland gehörig umgegraben, oder die Felder, wo ſie ſtehen ſollen, ver- ſchiedene Male.gepflügt, und mit der Ege ge eben gemächt ſind, ſo pflegt man gemeisz niglich die kleinſten Knollen auszuſammeln und hinein zu legen,“ Aber die Erfahrung lehrt, daß aus mittelmäßigen, oder, wenn ſie gar zu groß ſind ,- in mehrere Stücke zerſchnittenen Wurzeln, viel mehrere und beſſere Früchte hervor kommen, als aus Fleinen, zumal wenn der. Boden tief ge- nug gegraben, oder gut umgeacert iſt, Dieſe knollenartigen Wurzeln pflegt man nun zur beſtimmten Zeir reihenweiſe nach allen Seiten zwey Fuß weit aus einan- der in die Erde zu legen. Auch bedbach- ten dabey einige Landleute noch ein beſonde- res Verfahren, das hier angemerkt zu wer- Den verdient. Sie legen nämlich die Wur-- zeln reihenweiſe in kleine Gruben, Nach- Dem ſie mit dem Spaden in der Reihe, wo die Wurzeln liegen ſollen, die Erde heraus genommen haben, ſs werfen ſie, ehe ſie 'Erdt die Wurzeln legen, in jedes Loch eine Schau- fel voll gute Erde, oder meiſt zu Erde ge wordenen kurzen Miſt, Es werden daher zu dieſer Arbeit gewöhnlich 2 Perſone er- fordere. Eine geht mit dem Spaden vor- an, hebt inder Reihe, wo die Wurzeln ſtehen ſollen, die Erde aus der folgenden Grude ſeitwärts auf, und bedeckt ſogleich, indem die andere Perjon den Miſt einſchüt- fet und die Wurzeln legt, durchs- Umdre-' hen des Spadens mit der Erde die eiſte5 und ſo fahren ſie wechſelsweiſe, einmal ums andere, ſo lange fort, bis alle Keihen an- gefüllt ſind, ſo- daß die Feider nach ihrer; auf dieſe Art geſchehenen, Bep/anzung ei- nem neuen Hopfengarten ähnlich: ſehen. Die ſo gelegten Wurzeln pflegen eine Nen- ge ſchöner-und großer Knollen.zu tragen, und die dabey gehabre Mühe durch eine er- giebige Aerndte zu erſeßen. So wie im Frühlinge die Pflanzen her- vor kommen und Schoſſen treiben, muß man, damit ihre Stengel ſtark und kräf- tig werden; zwiſchen den Reiben mic der Jäthacke den Boden auflockern, und die Erde rund um die Pflanzen, oder in den Reihen zu beyden Seiten anhäufen, und dieſes, um ihr friſches Wachsthum zu be- fördern, gegen den Sommer noch einmal wiederholen.. Im Jul. werden die Wur- zeln, wenigſtens die von den frühen Sor- ten, ſchon anfangen reif und brauchbar zu werden. Haben die Pflanzen mit ihren Zweigen den Boden bedeckt, ſo iſt es nicht nöchig, ihrer ferner zu pflegen: Man darf ihnen niemals vor der Zeit ihrer Rei« fe etwas von ihren Schoſſen nehmen. Denn je größere und ſtärkere Zweige die Stau- den treiben, deſto beſſer und vollkommener werden auch die Wurzeln. Wollte man ihnen nämlich, wie. es oft geſchiehet, um ihnen 2uft-zu-machen, die Zweige nehmen, ſo DEE äber 7 rr E Z--- RET RR R TT EEE WR ANR eee emer In “Erdt fo würden alle Kräfte, ſtatt Früchte her- vor zu bringen, nur zum neuen Wachs- thume der. Staude verſchwendet werden. Im Herbſte endlich, wenn die Stengel gelb und. welf zu werden anfangen, kann man alle Büſche, ehe ſich der Froſt ein- ſtellt, aufgraben, die Wurzeln einſam“ meln und zum Gebrauche verwahren. Ge- -meiniglich werden ſie in einen feuchten Kel- ler oder troXnen Boden geſchüttet, Sie nehmen aber alsdann in der Geſchwindig- Feit einen widrigen herben Geſchma& an, und verlieren bald ihren Werch. Um dies zu verhindern, muß man die eben aus der Erde genommenen Wurzeln, ohne ſie zu tronen, oder von der annocen. Site werden ſich ſo, wena ſie nur vor dem Froſte verwahrt bleiben, beſſer halten, als wenn ſie ausgebreitet liegen, und den freyen Zugang der Luft haben, Weil man aber insgemein, wo die Frucht 'ſtarf gebauet wird, im Hauſe nicht Raum genug hat, um ſie aufzuvewahren, ſ9 muß man entweder in einem trocknen Bo- den, wo man hinlän:;lich ſicher vor dem Waſſer iſt, um die Wurzeln hinein zu fül- len, große Gruben maden, oder wenn das nicht angeht, an einem trocknen Ort ſie haufenweiſe zuſammen ſchütten, und hin- känglich vor dem Froſt mit Erde und Ra- ſen bedecken. Man wird alsdann finden, wenn man fie nach und na), je nachdem man ſie nöcvig hat, heraus nimmt, das ſie 'ſich weit ſchöner, als in dem beſten Keller, gehalten haben. Um neue Arten von Karfofſeln zu ex- halten, und dieſe Irucht zu veredeln, kann ſie auch aus dem Soamen gezögen werden, Zu dem Ende ſchneidet man die ſchönſten und größien Fruchtbüſchel im Herbſite, IEEE INTEN WORTE CREE Erdt 458 wenn ſie reif ſind, mit langen Stielen ab, bindet ſie zuſammen und hängt ſie an ei- nem trocknen Ort auf. Im Frühlinge reinigt man den Saamen, ſtreuet ihn in ein Beet. mit friſcher und leichter Erde ganz dünne aus, bedeckt ihn auf einen Zoll mit derſelben Erde, und hält das Beet beſtändig von allem Unrathe rein. JIn- nerhalb 4 oder 5 Wochen werden die Pflan» zen aufgehen, und im Herbſte beym Aufs graben Früchte von der Größe einer Erbſe, höchſtens einer Nuß, tragen, die man, wie die andern, zur Fortpflanzung bis zum fünftigen Frühjahre aufgebt-. Auf dieſe Weiſe bekommt man mehrere ganz verſchie- dene Arten. So iſt z. B. durch die Ver- miſchung der blauen,.der frühen gelblich- grauen und der Kaſtanienkartoffeln- eine ganz beſondere Sorte früher weißer Schweinsmägen, und eine weißliche, frü» he runde Art entſtanden. FREE Es laſſen ſich im Frühlinge dieſe Früch- te auch durch Zweige ziehen, indem jeder Sproſſen, der aus den verwahrten Knol- len hervor treibt, wenn man ihn abbricht und gehörig einſeßt, Wurzeln ſchlägt, die eben ſolche Arten, als die waren, wovon ſie genommen ſind, liefern. 7 Seit etwa 29 Jahren hat man bey uns angefangen, die größte unter allen Sor- ten ſtark anzubauen. Man pflegt ſie die Povyinijche auc) Atiberdroffel zu nen- nen, weil ſeloige zur Fütcerung der Kühe hauptſächiich gebrauche wird, Wie keine Art dieſer Sorte in der Größe beykömmt, ſo fömme iur auch keine im Ertrage, oder dem Maaße, oder in der Scheſfeizahl gleich, Aucty darinn hat ſe den Worzug, daß ſie "mit ſchlechterm Lande vorlieb nimmt, und in gutem Lände weniger einbringt» Man muß aber dieſe Sorce nicht in der Nähe der andern Gattungen anpflanzen, damit 4- dieſe 456 Erdw dieſe dur< ihren Blüchenſtaub jene nicht befruchten, und ſie auf dieſe Weiſe augar- fend machen, als weides bereits in vielen Gegenden geſchehen iſt, daß man daher von andern Gegenden ſich neue Saamen- wurzeln haf müſſen fommen laſſen. Arme Leute pflegen diefe Erdtoffel, wenn ſie noh in Zande ſteht, oder bald nachher, zu eſſen. Je länger ſie aber aus der Erde iſt, deſto mehr wird ſie abſchmecend, und nur noch dem Viehe genießbar. Wenn dieſe Sor- fe ja in der Nähe der öbrigen gebauet were den müßte, ſo ſollte man ihr die Blüch» Enoſpen, bevor ſie aufbrechen, mit der Si- i m tin enb ege Enn maten 22 Erh38h ſtellex, nicht mehr recht umſehen können, ſo bauen ſie einen Heerd auf Säulenwerk, und, an Statt der hölzernen Larven und dergleichen hölzerner Stücke, werden eiſerne gemacht. Der Heerd wird mit Bohlen over ſtarfen Bretern belegt, mit Raſen be- dect, und Strauchwerk darauf angebracht, Wo die Schwertſtangen und Straffheftel angeleßt werden, da werden Löcher in die Baiken und Schwellen gebohret, damit al- les recht feſt werde, Auch cin Heerd auf einem Hügel führet gedachten Na- men, Erhöhet, iſt in der Baukunſt, wenn ein Gewölte höher, als nach dem halben Zirkel iſt, wie das Gothiſche und das Ket- tengewölbe, welches denn ein erböbetes Gewölbe genannt wird. Hingegen ſagt „man von den Gewölben, welche niedriger als der halbe Zirkel, wie die elliptiſchen, oder die nach einem Bogenſtüe gemacht ſind: das Gewölbe iſt verdruckt. Erkältung des Meilers, geſchie- Het bey den Köhlern, wenn es Zeit iſt, das alle Deſſuungen eines Kohlenmeilers zu- gemacht werden müſſen, d,. i. wenn die Feuerung deſſelben aufhören ſoll, da ſich denn natürlicher Weiſe die Wirkſamkeit des Feuers gar beträchtlich vermindert. Erkranken, wird von einem Wild- pret geſagt, went es nach dem Schuß er- matktet, Erle, Eller, Elſe, Elder, Al- nus glutinoſa Ll. Dieſer bey uns ſehr gemeine Baum wächſt am liebſten auf naſ- ſen und ſumpfichten Boden und in naſſen Brüchern, und kömmt auch wohl im troc>k- nen Grunde, wenn das Erdreich nicht zu ſandicht iſt, fort, gedeißer aber daſelbſt niemals ſo gut, als auf naſſen Stellen, Vek. Regllexicon 11], Theil, Erle 45? Es wird angerathen, die Erle durch Steck- linge oder junge Reiſer auf einem feuchten Boden forezupflanzen; ſie pflegen aber nicht alle fortzukfommen, und die Pflan- zung hat feinen ſo ſchwelgeriſchen und ſchö- nen Wuchs, als die mit jungen Stämmen angelegt wird. Man ziehet daher die Vermehrung durc den Saamen vor, wel- t. Die trächtige Eſelinn hat, wenn ſie 10 Monath tragend iſt, Milch in den Zißen, und im zwölſten foh- let ſie. Nach 5 oder 6 Monathen kann man das Eſelsfohlen abfeßen, und mit Heu guffüttern. Die gewöhnlichſte Zeit der Hike iſt bey den Eſelinnen im May und un. . Die Unterhaltung der Eſel iſt gar nicht koſtbar. Des Sommers treibt man ſie unter das andere Vieh( die Pferde ſcheuen ſich anfangs ſehr vor ihnen) mit auf die Weide, und im Winter nehmen ſie mit Stroh und Spreu vorlieb. Bey ſchwerer Arbeit verlangen fie aber doch grobes Mehl, Haber oder Brodt. Weil die Eſel über Berge und Hügel ſehr ſicher gehen, fo bedienet man ſich ihrer gern in bergich- ton Gegenden zum Laſttragen- Jn der Mitte des Rückens haf das Thier zwar keine ſonderliche Stärke, deſto mehr aber auf den Hüften. Den Erfahrungen zu Folge kann der Eſel in einem Tage 3 Nord- een iu fn women 2=... ur - SAE uo aimtnitiebiiättnn nenne gn gn nmmaemmn 2 RN aD 7 5. Eſſe hauſer Malter, oder 4 Scheffel ſchweres Korn, als Roggen und Weizen, 4 Mei- len weit tragen. Uebrigens hat der Eſel eine weit dauerhaftere Geſundheit, ais ein Pferd. Die Alten wußten von ihm ſogar 4ör Feine weitere Krankheit, als ven Roß, an- zugeben, wovon er doch viel ſeltener, als ein Pferd, beſjallen wird. Die Eſelsmilch wird inſonderheit folchen Perſonen, welcze die Auszehrung haben, als ein Mittel angerathen. Man nimmt die Milc< von einer Eſelinn, die vor kur- zem geworfen hat, und nachher nicht wie- der velegt worden iſt; ihr Junges aber, welches ſie ſäuget, muß man von ihr weg- nehmen, ſie reinlich halten, gut mit Heu, Haber, Gerſte und ſolchen Kräutern füt» tern, deren heilſame Eigenſchaften einen fräftigen EinAuß auf die Krankheit, wider welche man ſie brauchet, haben können, und die Milch nicht erkalten, auch nicht einmal an der Luft ſtehen laſſen, weil ſie ſonſt in kurzer Zeit verderben würde. Der Miſt iſt ein vortrefflicher Dünger für ſchweres und feuchtes Erdreich. Aus dem Eſelsleder, welches ſehr hart und elaſtiſch iſt, verfertiget man den Chagrin, inglei- en, wie mit Tropfen oder Perlen, beſäet iſt, untertt und gefangen werden, gebraucht, Sie wer- den gemeiniglich hierzu aus den Neſtexn gehoben und jung auferzogen, weil FE alten 464 Euphor alten Eulen ſcden befommen, Der friſche Safe wird den Kälbern auf die Teigmäler, nachdem ſelbige etwas rund gerißct worden, mit guy» tem Erfolg aufgeſtrichen. 3) Sumpfeupbhorbie, E paluſtris, Thytimalus paluſtris, wächſt an ſumpfich- ken Dertern, Stengel; 5 F. hoch, die Zweige unfruchtbar. Blärrer: lanzett« förmig, weißlimgrün, Biumen: grün: lichgelb, im Jun. Saamen;: reif im Aug. Hüllen: eyrund. Auf fnappen Weiden wird dieſe Pflanze im Herbſte öf: ters y ye vol: els» Tel: 16; ſig, grün, jiveve 1 oft len; ) von niht ) voll fom- Noge diee men m r neh loſſen, rfrüche an es Aer zet in t, als wſtris, mpfiche vh, de (anzett- 1; grün reif im fnappen erbſi if: ts EU hoch, Euter cers von Ochſen und Kühen gefreſſen, wo- von jie vas Blutpiſſen bekommen, wes- Halb die Hirten anzuweiſen ſind, dieſe ſchädiiche Pflanze auszurokten,-- 4) Viandelenvborbie, E. Amyg- daloides L. Strentel; ſtrauchig, 3 Fuß hoch. Blätter: etwas di>, ſtumpf, blei» ben das ganze Jahr. Dlumen: die Kel: de grün, die Blumenblätter- ſchwarz, Saamen: reif im Jul, Hüllen: durch- ſtochen und kreisförmig. Dieſe Art wird zuweilen um der Mannichfaltigkeit willen auf einer ſchattigen Rabatte, wo wenig andre Pflanzen wachſen wollen, in die Blu- mengärcen aufgenommen. 5) Spriigkraur, Springkörner, Eleine Catapurie, E. LathyrisL; Sren- Tei: aufrecht, ſaftig, zweytheilig, 3 Fuß Zlärter: lanzettſörmig, glatt» rändig, glatt, unzeſtielt, gegen über ſte- ſtend. Biunmen: ausden Theilungswin- feln der Stengel, in anfangs vierſpalti- gen, hernach aber zweytheiligen Dolden, grünlichgelb, im Jun. und Jul,. Saa- men: reif im Aug. und Sept. Won dem im Frühjahre ausgeſäeten Saamen erhält man Pflanzen, die im folgenden Sommer blühen, und ſic) hernach durch den ausfal- lenden Saamen mehr als zu viel fortpflan- zen. Hie und da pflegt der gemeine Mann den Saamen, als ein Purgiermittel, zu gebrauchen, ſo ihm ſehr abzurathen iſt, weil er zu heftig würket. Euter, die Milchgefäße, worinn bey den Thieren die Milch aufbewahret wird. Bey den Kühen findet man an einem Orte des Euters öfters eine mehr oder we- niger große und knotenartige Geſchwulſt, welche beym Anfühlen zugleich ſchmerzet, und von dem gemeinen Landvolke für einen Biß von einem giftigen Thiere vielmals Vet, Regllexicon 11, Theil, andert gun Mure MMR Milk. Re08|]r ÖKWRPpgdgapwweEeeeggBnÖreGeVG>wewyegweerwone.*.-:-* EIT; Euter 465 gehalten wird, da es doch eine bloſſe Enk- zündung iſt, Hält ſie lange an, oder wird ſie in der Heilung unrecht behandelt, ſo dringt das dort ſtokende Blut ſelbſt bis in die Milchgefäße, ſo, daß Blut heraus ge« molfen wird; oft kann cuch dieſes durch einen Stoß am Euter veranlaßt werden, Man gebraucht, wenn das Uebel nicht weichen will, Auſter- oder Muſchelſchalen 8 Loth; gereinigten Salpeter 3 Loth, und Campher ein halves Quentchen. Nach- dem. der Campher vorher mit ein Paar Nuß- oder Mandelkernen abgerieben, macht man aus allen vermiſcht ein feines Pulver, und giebt davon dreymal täglich einen Eßlöffel voll mit Waſſer, nachdem man zuvor dem leidenden Thiere zur Ader gelaſſen hat. Zur Bähung bereitet man Umſchläge aus Eibiſch- und Pappelkrauf 4 Hände voll; Fliederblüthen, eine Hand voll; Leinſaamen, 4 Loth 3 Venediſche Sei- fe 1 2othz Salmiak ein halbes Loth. Findet ſich das obbeſagte Uebel bey den Schaafen, ſo nehmen die Schäfer gewöhne lich eine Miſchung aus gleichen Theilen Theer und Gänſeſchmalz, welches ſo lange aufgeſtrichen wird, bis die Heilung erfob- get. Iſt das Euter von harter Geſchwulſt ganz ſchwarzroth geworden, ſo geben ſie ihnen einige 2öſfel voll Baumöl ein, ma- nen, Kühlen und das Widerſtehen der Fäalniß ankommt. Riſſe und Spalten an den Warzen, die den Kühen bey dem Melken Schmerzen verurſachen, ſo daß ſie daher ſchlagen und fich nicht wollen melken laſſen, vertreibt man durch Bähen mit folgendem Waſſer: Ein halbes 2och weißen Vitriol in 2 Pfun- den reines Waſſer aufgelöſet« -«<“Sz=- mmm Fachr Zuweilen wird das'Kuheuter mit einer Kräße befallen. PHiewider dienet eine Salbe von 4 Loch fein zerſtoßenem Schwe» fel und einem halben Pfunde Honig, wo- mit das Euter beſchmieret wird, Wenn aber das Euter oder andre Theile nur haut- los und wund, ohne wirklichen Schorf oder Ausſchlag ſind, ſo ſchmieret nian ſie mit der ſo genannten und in manchen Apotheken ſchon fertigen Kühbſalbe. Man bereitet ſie aus Bleyeſſig und Baumöl, die man ſolange zuſammen ſchüttelt, bis es eine Salbe wird, V= F+ Fach, iſt bey hölzernen Gebäuden derje- nige Baum, welcher von den Ständern oder Stühlen und Riegeln gemacht, und ausgemauert oder mit Lehmz ausgefüllet wird. Fach, Füllung, eine Tafel von dünnen zuſammen geleimten Bretern, wo» mit die Zwiſchenfelder der Rahmen bey dem Täfelwerke und Thüren vollgefüllet werden, Fachbanm, Grundbaum, Mahlbaum, Spundbaum, Wuhrbaum,:c, iſt bey denWaſſermüh: len derjenige Baum oder Queerbalken, welcher vor dem Gerinne einer Mühle, wo ſich das Waſſer ſammelt, unten auf den Boden geleget wird. Aufdieſen Fach- baum werden die Griesſäulen mit Falzen aufgerichtet, worinn die Schukßbreter ihre Spielung haben, Der Fachbaum wird im Beyſeyn der Grundobrigkeit und Ge» ſchwornen geleget, und darf ohne ihr Vor- piſſen nicht verrückt werden, Der Mül- ler ſieht es gern, wenn dieſer Baum bey Freyarchen, oft aber zum Nachtheil der Nachbaren, hoch lieget. Man ſchadet ihm aber nicht, wenn Fachbaum, Frey» arwetfswände ei- nes Gebäudes, ſo nicht maſſiv von Stei- nen, ſondern nur von Holz aufgeführet ſind, Es iſt daher in der Bauſprache ſehr üblich zu ſagen: Dies Gebäude iſt von Fachwert, jenes maſſiv. Fächſer, die in die Erde gelegten Weinreben oder Knothö!zer des Weinſto>s, wenn ſie 2 Jahr alt ſind, weil ſie alsdann zu bekfleiven und Wurzel zu faſſen anfan- gen. Fädelein, wenn ein Hirſch beſchloſ-. ſen oder gezwungen gehet, wo kein Laub oder Gras, und der Boden rein iſt, ſo giebt ſich zwiſchen den Schalen ein kleiner ſchmaler Streif Erde in die Höhe, wel- her ſo fein, wie ein Faden Zwirn iſt, wo- von auch die Benennung Fädlein herrüh- ret Es iſt ein gutes Zeichen, wodurc man den Hirſch von dem Thiere unter- ſcheiden kann, indem fein Thier ein Fäd- lein zurück läßt. Fäahe, bey den Jägern, das Weib- ein ins Garn getrieben werden, Man EG eine dn bum IE nn nme meet enen En 1mmammmn re 25 05 FÄ;- I< Fahre 467 Kellt das Garn vor einem Gebüſche auf, treibt die Haſen alsdenn mit den Fackeln ins Gebüſche, daß ſie ins Garn gera- then, Faden, iſt bey den Webern ein Ende Garn, das ſo lang iſt, als der Umfang der Weife oder des Haſpels, ſo mehren- theils 4 Ellen beträgt, jedoch nicht immer und überall, An einigen Orten hakt ein Gebind oder eine Fiße, wie z. B. in Ber- lin, 40 Fäden, und 18-- 20 Gebind machen ein Stü, oder eine Strehne. In andern Gegenden ſind wieder meh- rere oder wenigere Fäden und au) andere Benennungen gebräuchlich. Z. B. in Schleſien hat ein Gebind 20 Fäden; ein Zaſpel 22 Gebind 3; eine Strehne 3 Za« ſpeln; ein Stück aber 4 Strehnen u. ſ. w. Faden, Fäm, in Niederſachſen ſeßt. man das Brennholz nach Fäden auf. Ein Faden iſt einer Klafter im Brandenburgi- ſchen gleich, nämlich 6 Fuß in der Länge und Höhe, Faden, bedeutet bey den Holzarbeitern die Lage, Jahre oder Faſern des Holzes, die mit der Länge. eines Baums fortlatt- fen. Trennet, ſpaltet oder behauet daher der Holzarbeiter das Holz genau nach der Richtung dieſer Fäden, ſo heißt dieſes: nach dem Faden trennen, hauen u, ſf. Fahre, iſt in Brandenburg, Pom- mern, Meklenburg u, ſ,f. ſo viel, als eine Furche, der Strich Erde im Ader, die. mit dem Pfluze aufgeworfen wird. Man benennt hiernach auch die verſchiedenen Zei« ten. des zuwiederholenden Pflügens, als: Zrach- Wend- und Saatrfahre, von weichen die Scheidfahre aber zu unter- ſcheiden iſt, weil damit allein die Gränze zwiſchen den AFerſtücen bedeutet wird,. Nunn 2 und KP ZSE PEE+ m. KT R LBE eee GLI zn Ee RR<< <<= Ee eme ZER LZ GEG Jil= Ge << een eee Ra IRREL EE ----=========- 468 Fahre und welche billig mit dem Pfluge verſcho- net, und ganz gelaſſen werden muß, damit durchs Abpflügen dem A>ernachbar nicht geſchadet, und jein AFerſtück nicht ge- ſchmälert werde. Die Brachfabre iſt im Jahre die erſte Pflugzeit, da das brach gelegene A&erfeld umgepflüget wird. Die- fe Fahre darf nicht überall in Anſehung der Tiefe und Breite ſich gleichen. Wenn 3. E, irgendswo ein gruſichter Boden, der wegen der vielen Graswurzeln in der Ober- fläche gleichſam ein Filz iſt, in der Brache zu tief gepflüget oder gebruchet wird, als welches gemeiniglich erſt um die Hälfte des Brachmonaths geſchieher, ſo kömmt der Filz nicht zum Stocken, indem der Luft, dieſer zwar allgemeinen Erhalterinn, aber auch in gewiſſer Abſicht Zerſtörerinn der Dinge, der Zugang verſchloſſen wird, Kömmt man daher am Ende des Aug, und Anfange des Sept. zur Wendfahre, ſo bringe man ſtatt einer Krume die noch ganz unverſtoc>te, verfilzte erſte Fahre wieder zu Tage, und erſchweret dem Geſpanne das Ziehen des Pfluges, wenn man mit ſelbi- gem ja tiefer eingreifen wollte, Eben die- fer Boden erfordert bey der Brachfahre keine ſchmale, ſondern breite Fahren oder Furchen. Sind ſie ſchmal, ſo kann ſich die Fahre nicht umlegen, ſie bleibt gerade ſtehen, und das Gras der geweſenen Ober- fläche wächſt fort, ſtatt daß es verrotten ſollte, Bey ſeichten und breiten Fahren findet es ſich nun, daß bey der zweyten Pflugzeit, der Wendfahre, alles kurz und klein geſtocft, und' zu einer Krume, wie man ſagt, geworden iſt, Nun muß der Pflug ſchon etwas tiefer eingreifen, uud der Pflug geht dabey. doch leiche, Iſt wo eine abermalige Wendfahre, wie bey den Weizenäckern beſonders erfordert, und hie ynd da das Führen genannt wird, ſo Fahre greift man noch etwas mit dem Pfluge tie fer, wie zuvor, und wenn man hievey ſchmale Fahren oder Furchen macht, ſo iſt es deſto beſſer, als woraus der alte Reim der Bauern entſtanden iſt; So viel Fah- ren, ſo viel Abren(Aehren), d. i. der auf ſoiche Art bearbeitete Acker giebt einen meh- rern Ertrag. Die Saatfahre kann noch tiefer gepflüget werden, wenn feine wilde Erde dadurch empor kömmt, und das Saatkorn nicht unterzupflügen iſt, indem es ſonſt zu ſehr in die Tiefe herab gebracht und am Aufgehen gehindert werden wür- dez; in ſolchem Falle muß das Saatkorn nur flach untergepflüget, und wenn der Boden ſchwer iſt,(dieſes muß auch bey weniger ſchwerem Boden geſchehen, wenn viele Regen voran gegangen ſind, oder an» zuhalten ſcheinen,) nur ſchmal gepflüget wer- den, da durc ſchmale Furchen die Erde mehr aufgelo>ert oder mehr Krume gewon»- nen, und den ausfeinenden Wurzeln das Umbhergreifen und Anſchmiegen an die fruchtbarſten Theile des Erdreichs verſchafft wird, Noch hat man die in obgedachten Län» dern ſo genannte Streichfahre, Streek- fahre, Stürzfahre, oder das Stürzen zu bemerken. Man verſteht darunter das erſte Umpflügen des geweſenen Winter- und nächſt folgenden Sommerfeldes. Jn einem Boden obgevachter Art verfährer man mit dem nach und nach nur immer tiefer gehenden Pfiuge eben ſo, als bey der Brache und dem Wenden derſelben. Das Streichen oder die Streichfahre nimmt in eben dieſem Boden, wo nicht eher, doch im September, den Anfang, das Wenden oder die Wendfahre aber zu Anfange des Octobers 3; da denn dieſer gewendete Aer in der erſten Frühlingszeit mit Gerſte be- ſäct wird, Wo aber jn einem leichten Bo» den ww. je ties iebey ſo iſt Reim Fehe rauf meh: noh wilde ) das ndem acht wür atforn Nn der ) bey venn van: WU: Erde jedne In das n die ſchofft 1(äns reel jrzen x. das inter Jn fähret mmer bey der Das mmt in x, de Wenden ange des ete ade erſie bt“ hten M vin Fahre ven die kleine Gerſte gebauet, und erſt zu Anfange des Jun. eingeſäet wird, da pflegt man gemeiniglich erſt im Frühjahre zu ſtreichen, ob es ſchon hie und da beſter ſeyn könnte, dieſe Gerſtenäcker bereits im ſpäten Herbſte zu ſtreichen, Endlich muß man auch wiſſen, was ein- zwey- drey- und vierfährig ſäen bedeutet, da es hiemit nach Werſchieden- Heit des Bodens nicht überall gleich gebal- ten wird, und auch nicht gehalten werden kann, Man frägt daher gemeiniglich; Wird hie oder da Haber, Roggen u. ſ. f- ein- zwey- oder dreyfährig gefäet oder ge- bauet? Einfährig wird der Roggen in dem allerleichteſten Boden geſäet, nachdem der Acker 6=-9 Jahre unbeſäet gelaſſen worden. Wollte man dergleichen Acker erſt nach zuvor geſchehenem Wenden be- - ſäen, ſo würde derſelbige noch leichter, ais zuvor, und der Ertrag gar ſchlecht werden. Durch die einzige Fahre nach dem langen Brachliegen erhält: man die ſehr mäßige Feſtigkeit des A>ers, und hiemit auch, daß die zum Kornerkrage unentbehrliche Feuchrigkeiten nicht allzu geſchwinde ihm entnommen werden. Der ſo genannte Stoppelroggen im leichten Boden, inglei- jen der Sommerrogen eben allda wird auch nur einfährig geſact, öfters auch die Ervſen im Mittelboden, wenn leßtere zu- mal im Sommerfelde, und nicht in der Brache geſäet werden. An manchen Or- ten wird der Winterroggen zweyſährig, mehr aber doch dreyfährig, nach Beſchaf fenheit des Bodens wohl gar vierſährig, ſo wie der Weizen, beſtelle. Man muß ſich als ökonomiſcher Schriftſteller enthal- ten, für alle Derter überhaupt eine durch“ gängige Vorſchrift geben zu wollen, und das 2ofal immer mit in Anſchlag brin- gen, Än iger mtr E Zil Z L. H kw erte ume m amn nere rern ggg en mmm emm 25 004 Üb gee ENIE iu IE Falke 469 - Fahren, rutſchen, rücken, wenn der Haſe ſchnell läuft, ſo fagt man: er fährt; läuft er langſam, ſo rutſcht erz ſteßt er aber aus dem Lager auf, ſo ſteht oder rückt er auf. Fahrtrenſe, eine Trenſe am Zaume eines Engliſchen Pferdegeſchirrs, die von einer andern nur darinn abweicht, daß ſie feinen Zügel erhält. Falkade, eine Bewegung der Hinter« füße und Schenkel eines Reitpferdes, die ſich ſehr tief biegen, wenn man das Pferd verhält, daß es gerade oder Seitenſprün- ge macht, oder auch, wenn es ſtehen ſoll. Falke, ein bekannter Raub- oder Stoßvogel, der von vielen mit den klei» nern Geyern verwechſelt, und von andern gar Habicht.genannt wird; ein Name, der eigentlich fein beſonderes Vögelgeſchlecht, oder Bögelart anzeiget, ſondern ein oberer Geſchlecht5name für alle Raub» und Fange- vögel iſt. Die Falken kann man von Ad- lern, Geyern und Eulen alſo unterſchei» den: Ihr Hals iſt viel kürzer, als der ge- dachten Vögel ihrer; ihr Schnabel iſt ebenfalls ganz kurz, von der Wurzel an ſofort gefrümmet, und hat einen ſpibigen Haken; ihre Schenkel ſind zwar befiedert, aber mit ſehr furzen Federn, daß ſie daher faſt glatt und dünne ſcheinen, und unter den Knieen haben ſie gemeiniglich feine Fe- dern weiter; ihre Füße und Schenkel ſind, in Vergleichung ihres Körpers, höher, als an andern Raubvözelnz unter den Ze- hen haben ſie Knötchen. In der Größe find. dieſe Vögel überhaupt ſehr unterſchie- den, auch haben einige längere über den Schwanz wegragende Flügel, als andre, Der größte iſt der Geyer- oder Gyrfalks; Nnn 3 if 114,54 "0 ppl DN Sidiun md nen em 4.70 Falken iſt in Jsland und andern kalten nördlichen Gegenden Curopens ſehr gemein. Auf ibn folgt der Sackerfalk, beiliger Falk. Dieſe zwo Arten werden ſonderlich zur Beize, jener auf den Storch, Reiger, Kranich und auf Haſenz dieſer auf Trap- pen, Faſanen, Rebhühner, Haſen und allerley Wildpret gebrauchet, HLerchen- falf, Daumfalt, Schwimmer, iſt unter allen am ſchönſten gezeichnet, inſon- derheit am Kopfe und Halſe, mit ſchwar- zen, gelben, rörhlichen, weißen und grauen Farben; der Schnabel blau, die Füße gelb; die Flügel kürzer als der Schwanzz er fliegt in der Luft, als wenn er ſchwäm- me, ſo ſtill und unbeweglich erhält er ſich. Taubenfalk, iſt lang und geſtreckt, ſein Schnabel dunkelgelb, die Füße gelb, die Bruſt und Baud) weiß, mit ſchwarzen wellenförmigen Queerſtreifen, die Flügel fürzer als der Schwanz. Die Engländer nennen ihn Gänſehabicht. ZZußhart, Mautefalk, ſv groß als ein Faſan, hat lange Schenfel, fürzere, doch ſtarke Beine, unter den Knieen etwas befie- dert, Zähen gelb; der hintere Fänger iſt der größte; er tauget nicht zur Jagd. Scheerſchwänzel ,/ iſt ein Waſſerfalk, und hat einen gabeltörmigen Schwanz, woran er unter andern Falken zu erkennen iſt. Es ſind noch viel mehrere Arten, die man, wenn man will, beym Büffon auf- ſuchen fann, Falfenier, ein Jäger, ſo die Falken zur Beize geſchickt abzurichten weiß. Die Runſt dieſes Jägers heißt die Falfkenicr- kunſt. Falknerey, die zur Falkenjagd gehs- rige Perſonen, und der Ort, wo ſie mit den Falken wohnen; auch die Kunſt der Falkenjagd und Falkenabrichtung, Fallf Fall, Abhang, Abfall, Ab- ſchüßigkeit, die Abweichung des Waſ: ſers von der wahren Horizontallinie, Fallbaum, ein mit Fleiß auſgerich feter Baum auf einem Vogelheerd, wor- auf die Vögel fallen, d. i, ſich ſeßen kön- nen. Fallgänge, gewiſſe Ableitungen oder Abtheilungen der Fiſchwäſſer. Es iſt nicht erlaubt, ſich nach eigenem Gefallen dergleichen Fallgänge und neue Striche zu machen, und dadurch eines andern Ge- rechtigfeit zu ſc<;mälern. Failfraut, Wolverley, Arnica. Von den Arten dieſer Gattung finden hier nur folgende perennirende Pflanzen eine Stelle, deren Stengel eine einzelne, gro- ße, gelbe, geſtrahlte Blume tragen. 1)(Wegerichrblättriger) Wol- verliey, Zallkraut, Lucianskraut, A. montana, oder ofic. LL Vaterland: die Alpen, auc) bey uns hin und wieder auf hohen Wieſen. Wurzel: groß, dik, ſaftig, breitet ſich rings umher aus, ZDlätrer: eyrund, glatträndig, denen des Plantago etwas ähnlim. GSeendgel: 1 Fuß hoch, mit einigen wenigen Paaren gegen über ſtehender Blätt'r beſeßt. 2lU1- men: denen des Taraxacum nicht unähn- lich, im April und May... Der ſchmal: blättrige Alpenwolverley iſt eine Abart, mir lanzettförmigen Blättern, 2) Scorpionartiter?c. A ſcorpioi- des. Daterland: die Schweiz, Oejier- reich, Böhmen, auf feuchten Pläßen, auf niedrigen Alpen. Wurzel: dick, geglie- dort, fleiſchig, mit vielen auf mannichfa.- tige Art gewundenen Nebenſchößlingen, Stengel; mehrere, höchſtens 1 F, boch, mit en oder Ez if efallen "Weir n Of: al, 1 hier ein , R6: v Wl 11100:5 land; wieder ß, dit, r aus, jen des 1; 1? Jaoren Bly wahn: (mal art, mit vori Zeſier? ken, a s geglie? mnie oflingen F hoc) mit ENFERNT FESTEN 2 ami Z weten denten ZI mn umme nte meer emen gn nme 24 000 MÄ IRE In IT Ig Fallk mit abwechſelnden, ſcharf ſägeſörmigen Blättern. Man kann dieſe Pflanzen durch ihre Wur- zelabſeßer oder Nebenſchößlinge und durch Saamen, welcher überdem vom Winde umher geführet wird, und daher neue Pflanzen hervor gebracht werden, gar leicht fortpflanzen. Site lieben einen feuchten Boden und eine ſchattige Lage. Die erſte Art iſt eine ſehr beliebte offici- nelle Pflanze, deren Wurzel, Blume und Blätter von einerley Würkung ſind, doch werden gemeiniglich nur die beyden leßten gebrauchet. Man will zwar das Erbre- 'd> kh.) Ee ene IEE Faſan Faſan, Phaſan, eine Gattung von Waldhühnern, mit nackten Füßen, einem langen Schwanze, und einer Art von Federbüſchen an den Ohren, die in ei- nigen Deutſchen Wäldern, inſonderheit in Böhinen, wild angetroffen, und beſon- ders in Faſangärten, Faſanerien oder Fa- ſanengehägen als ein ſehr ſchönes und föſt-- liches Vogelwildpret unterhalten wird. Sie ſind, in Anſehung der Farben, ſehr von ein- ander verſchieden. Die Faſanen pflegen ſich gern auf. Wie- ſen, Brüchern, Auen,„Feldſträuchern von Weiden und im altew GuzH zum. darinn zu verbergen, aufzuhalten, wo ſie., die Waizenfelder, Anger, Kohigärten und Weinberge, ingleichen Wacholderſträucher,.. Broinveeren und Miſpeln, welche ſie ſonz.. derlich gern zu ſich nehmen, wie auch Amei-: ſenhaufen, Kröten, Schneen und Wür- mer zu ihrer Nahrung haben. Da dieſe Bögel die jungen Kröten mit ſv vieler- Begierde verzehren, ſo iſt es merkwürdig,. daß die jungen Eidechſen und Fröſche von. ihnen nicht berühret werden. Site laufen. viel ſchneller, als die gemeinen Hühner, und fliegen auch nicht leicht auf, als wenn ſie jähling und mit Gewalt aufgetrieben werden, oder das Gras feucht iſt, und ſie. ſich aus ihrem Lager gern weiter begeben. wollen. Unter die Feinde der Faſanen gehören allerley Raubvögel, Füchſe, Marder, Ka- ken, Jltiſſe und Wieſel, weshalb ſie die Nächte gern auf? Bäumen zubringen. Ih- ren Eyern und Jungen ſiellen die Aelſtern und Krähen ſiark nach. Ihre Balzzeit- fängt ſich im März an, und währet wohl 2 Monatbe, da denn die Henne ein Neſt von Baumblättern auf die Erde macht, und ihre Eyer, deren ſie 10-=- 20 in einem Vet. Regllexicon Il, Theil, Gi mmm me ee nn gon 3er DIEN. STIEGEN um-ſich-|: Faß Jahre legen, in 24 oder längſtens 39 Tagen, „ohne Beyhülfe des Hahns, ausbringer. Faſchine, heißt in der Waſſerbau- auch Kriegsbaufunſt ein Bündel Reiſer, ein Reisbündel. Im Waſſerbau ſind es doppelt gebundene Reisbündel von einem Holze, das in der Luft und im Waſſer zu- "gleich dauerhaft iſt, und wozu ſich die Wei- den am beſten ſchien. Man bedienet ſich ihrer an den Ufern der Flüße zu Packwer- ken(ſ. dieſe) und„befeſtige ſie mit Würſten und Pfählen. Faß, ein jedes Werkzeug, worinn mat "etwas aufvehalten kann. Jn engerer und gewöhnlicher Bedeutung aber ein hölzer- nes, in der Mitte bauchiges Gefäß, z. B+ "ein Bier- Wein- ODelfaß u, ſ.f. Hiernächſt verſteht man auch darunter ein beſtimmtes - Maaß ſowohl flüßiger als tro>ener Dinge: 1) Flüßiger, beſonders des Bieres. In Berlin hält ein Faß Bier 2 Tonnen, 8 'Aehmchen oder 192 Maaß; in Danzig 2 Tonnen, 3 80 Stoff, oder 720 Quartier; 'in Sachſen 2 Viertel, 4 Tonnen, 6 Drey- ling, oder 360 Meßkannenz in Danzig und Hamburg, wo ein Faß Wein eben ſo viel iſt, als ein Fuder, 4 Oxrhoft, 6 Ahm, 24 Anker, 120 Viertel, oder 660 Stoff. 2) Trockner Dinge, beſonders des Getrei- des. In Luveck iſt ein Faß der vierte Theil eines Scheſfels, und 36 Faß machen da- "ſelbſt eine Tonnez 48 ein Drömt; 384 aber eine Laſt. In Cöln gehen 24 Faß auf ein Malter, und 480 auf eine Laſt. In Hamburg hat ein Faß 2 Himten, 8 -Spint, 32 große oder 64 kleine Maaßz 3 Faß aber machen daſelbſt einen Schef« fel, zwanzig einen Wiſpel, und 60 eine Laſt, Hoo Faſe, 473. 474 Faſe Fate, Faſte, Einkämme, iſt bey den Zimmerleuten das Zapfenloch, worinn ſich der Kamm paßt, und eingelegt wird, Bey einem maſſiven Gebäude z. E, iſt die Faſe in ver Mauerlatte, der Kamm aber an ven Balken, Faſebret, der Zimmerleute und Tiſch- ſer, ein dreyecfichtes Stück Holz oder Lei- ſte zu Gittern, Faße, Franz. Face, Fagcade, 3) Die vordere Wand eines Gebäudes, die Stirnwand z; 2)'bey den Holzarbeitern eine Efe oder Leiſte au einer Sache,( S. auch Faſe.) 1304 I Faſſen, 1) einen Leichund an dem Hängeſeil, oder aber einen andern Hund an dem Pürſch- oder Heßriemen. feſſeln z; 2) wenn die Hunde eine Sau oder ein an- deres Thier anpacken, niederziehen und würgen wollen. Faßette, Franz. Facette, eigent- lich jede kleine äußere Seite oder Seiten- fläche eines Körpers, der dergleichen kleine Seiten mehrere hat; inſonderheit ſagt man es von geſchlifſenen oder geſchnittenen Glä- ſern und Edelſteinen. Der(vollſtändige) Brillant erhält 32 dreyeckige Faßetten, oder Flächen. Daher faßetiren, auf ei- nem Diamante oder Cryſtalle kleine Rat» ten oder Seitenflächen ausſchneiden oder ſchleifen. Faulbagum, Alnus nigra, oder Rhamnus Frangula, hat im Deutſchen viele andere Namen, als: Hyndsbaum, Zauſebaum, Lauſebolz, Pulver- bolz, Pinnholz, Zapfenbolz, Wie- debanm, u.ſ;w. Ein bey uns auf wal- digen, etwas feuchten Pläßen ſehr gemei- ner Daum, ohne Stacheln, die Rinde Faulb glatt, bläulich, überall mit weißen Pun- cten beſäet, daher ſie faſt bläulichzrau iſt, Die Blätter ſind auf der Oberfläche glatt und glänzend- grün, auf der Unterfläche mit vielen ſtarken Adern bezeichnet,-Die Blumen klein, grünlich, kommen auf den Enden der Schüſſe in Trauben zum Vor» ſchein, auf beſondern Stielen, haben kein Anſehen, hinterlaſſen aber runde Beeren, velche anfangs grün, und hernach roth ſind, zur Zeit der Reife aber, im Herbſte, eine ſchwarze Farbe annehmen, und ge- wöhnlich 2 herzförmige, auf einer Seite platte, und auf der andern erhabene, durch einen Srrich getheilte Saamenkörner, Dieſer Baum wird von manchen E hrift- ſtellern mit andern ähnlichen, beſonders mit dem Kreuzderne, öfters verwechſelt, Bey. dem erſten, dem Faulbaume, ent- hält jede Beere 2; bey dem letztern, dem Kreuzdorne aber, 4 Saamenkörner. Auch) iſt der Faulbaum daran zu erkennen, daß er im Winter keine Knoſpen zeiget, ob er ſchon ſeine Blätter im Herbſte fallen läßtz ingleichen, daß er vom. Maymonathe an lange blüher, zuweilen auch noch im Herb- ſte, und dabey reife und unreife Beeren zugleich zeiget. Obgleich dieſer Baum in England wildwachſend vielfältig angetrof- fen wird, ſo iſt ex doch zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit der dauerhaften 2aub- bäume ſchon lange in den Luſtgebüſchen üb2 lich. Bey uns verdienet der Faulbaum, 3) weil die von ſeinem Holze gebrannten Kohlen, zur Verfertigung des Schießpul- vers, ihrer Leichtigfeit wegen, allen andern Kohlen vorzuziehen ſind; 2) weil feine Baumblüthe den Bienen ſo viele und ſo lange Zeit dauernde Honigtracht giebet, als die ſeinige, überall auf dienlichen Plä- Gen eine häufige Vermehrung, und zwar durch den Saamen, Wird dieſer, ſobald er Faulb er veif iſt, ausgeſäet, ſo werden die Pflan- zen im folgenden Frühjahr: zum Vorſchein fommen; läßt man l;ingegen den Saamen bis aufs Frühjahr liegen, ſo werden die Pflanzen erſt im folgenden Jahre aufge- hen. Wenn das Holz jung iſt, kann es gut. zu Wieden gebraucht werden, daher auch der Name Wiedebanm entſtanden iſt. Sonſt wird das Holz auch zu Reif- ſtäven von den Faßbindern, und von den Schuſtern zu Schuhzwecken(Pinnen) ge- Ea daher die Benennung Pinn» 0 Z. i Die Rinde, wenn ſie mit Waſſer, ohne Salz und Lauge gefocht wird, färbet gel9z mit Satzlauge aber, oder troc>en, giebt ſie eine vraune Farbe, In Süd-Halland färbet man mit eben dieſer Rinde die Wol- le frapproth,"Um Johannis ſchälet man die Rinde ab, laßt ſie ein Jahr lang tro>- nen, macht alsdann eine Lauge von Bü- en, ſo- dann in kalte Lange zu tunfen, nachher wieder in die Aſche oder Sand- zu ſtecken, imd ferner, wie gemeldet, zu. verfähren. 3) Stahlfedern, die ſich nach geſchehe nem ſtarken Druck zurück biegen, und ſo- vald die Gewglt.nachläßt, zurück ſpringen. Federb Dergleichen findet man in Schlöſſern, Uhr- werfen, in gepolſterten Stühlen mſ!f. 4) Reißfedern, von Meſſing oder Stahl ges machte Griffel, darinn man auf beyden Seiten Bleyweiß, Nöchel und andere „zum Zeichnen und Schreiben dienliche Dinge ſtecken kann, Ju Verlaſſenſchaften „gehören geſchloſſene und ungeſchloſſene Fe» vein zur Gerade. I Jederbette, enthält, zu 50 Pfund Jedern, den Ertrag von wenigſtens 200 Gänſen, Wenn das ganze Bette nicht aus- Daunen oder Flau:menfedern beſtehen ſoll, fo werden doch, um nichts ſchweres über dem 2eibe und unter dem Kopfe zu haben, wenigſtens das Oberbette und die Kopffiſ- fen mit“ Daunen gefüllet. Das Pfund Daunen gilt hier zu Lande gemeiniglich 18 Gr.„ Federn aber das Pfund 9 Gr, Will man Eiderdaunen in Kiſſen haben, ſo iſt es gut, wenn eine Hand voll geriſſener gus- ter Gänſefedern hinzu gethan wird, ſonſt fallen die Kiſſen ſo um den Kopf, daß ſie gleichſam brenner. Wenn man die Dau- nen von ſeinen eigenen Gänſen ſammelt, und ſeibige entweder grau oder weiß ſind, ſo chue man gleich jede Sorte beſonders in einen leinenen Beutel, und hänge ſie an einen trocknen Ort hin. Jn Fäſſern kön- nen die Motten fich gar bald einfinden, Beym: Einfauf.der Daunen hat man ſich vorzuſehen, daß ſelbige nicht von betrüge- riſchen Leuten mit Bleyweiß zur Vermeh- rung. des Gewichts vermiſchet ſeyn. Die unverfälſchten Daunen ſind ſo leicht, daß ſie gleich von der Hand wegfliegen, wenn man hinein bläſet; da hingegen diejenigen, welche erſt an“einen. feuchten Ort geſeßt, und alsdann mit fein geſtoßenem Bley- weiß durchrühret worden, ſchwer ſind, und auf dex Hand liegen bleiben: Noch I R=== EIEIENEN Ee ER IIR RIGE SI BISS WESTEN ſich ſchwerer reißen. Federn iſt der Betrug, wenn ſich in denen zum Verkauf kommenden.Daunenbenteln ums ken Sand befindet, weshalb die zufaufenden Daunen zuvor ausgeſchütket und beſehen werden müſſen. Feuchte Daunen ſind - auch zu verwerfen, weil ſie ſchwer wie- gen. Federn, die lange gehangen, ſind unſicher, weil ſie, wie oben' geſagt wor- den, wenn man ſie lange in Fäſſern auf- behalten hat, leicht Motten oder ihre Eyer in ſich haben können; alsdann ſtieben aber - die Betten beſtändig. Gute Federn müſ- ſen nicht über ein Jahr alt ſeyn, welches daran zu erfennen iſt, wenn ſie oben nicht eingetrocknet ſind. Federn, die, wenn ein Gänſeſterben fömmt, von crepirten Gänſen genommen worden ſind, und ſo-- dann verfauft werden, taugen weniger als andere, indem ſie nicht elaſtiſch genug ſind, und immer im Klumpen ſich zuſam- men gedrücft halten; dergleichen Federn' erfennet man daran, daß ſie viel ſchwerer, als von geſchlachteten Gänſen zu reißen ſind. Zu unſern Federbetten nimmt man nicht gern Entenfedern; man nimmt ſie gemei= niglich nur zu Geſindebetten. Sie ſind kleiner, als die Gänſefedern, und loſſen Sie ſind, ihrer meh- rern Fettigkeit wegen, weniger elaſtiſch, und fallen daher mehr in Klumpen zuſam men, daß es ſich alſo auf ſelbigen weniger ſanft oder leicht ruhen läßt. Um ihnen den beſagten Fehler zu benehmen, thut man in einen eingemauerten Keſſel ſo viel Waſſer, daß die Federn davon gehörig. naß werden können, und in das Waſſer ſo vielen Kalk, daß es eine ſtarke Lauge wird. in dieſer Lauge läßt man die Federn etliche- mal auffochen 3 hierauf thut man ſie in ein Sieb, ſekt ſie hinter dem Ofen oder an die zu heßen finde. Federv 477 Sonne, und rühret ſie zuweiten um, Dann werden ſis mit dünnen Stecken auf einem 2afen in der Luft durchgebklopft, und ſodann in die Unterdetten geſtet. Federlappen, Federſpiel, zu- ſammen gebundene Büſchel Federn, welche an keinen gebunden, und des Nachts, ge- gen den Tag hin, vor das Holz gezogen werden, das Wild bey einer Jagd dadurch zu ſchrecken und zurück zu halten, damit z. B. Haſen uud Füchſe, welche ſich des Nachts aus dem Holze heraus und zu Feive begeben, bey anbrechendem Morgen nicht wieder zu Holze gehe, und man des folgenden Morgens etivas auf dem. Felde Nan pflegt auch großes- Wild, als: Wölfe, Sauen und Hirſche damit einzuſtellen und zu verlappen, daß ſie in der Stille, und ohne von Menſchen oder Hunden verſtöret zu werden, in ihren Behältniſſen ſo lange warten müſſen, bis. man den Zeug an Neßen und Tüchern her= bey bringen kann. Nach dem Gebrauch windet man die Federlappen auf den Ze» derbaſpel, und beſtimmt auf Befragen die Anzahl der Federtappen baſpelweiſe. Federſchüße, 1) ein Jäger, wel- e, unten ſehr zart, dunfelpurpurroch oder beynahe ſchwarz, mit einem purpure rochen Mehle beſiäubet, inwendig hellroch Feigenb und das Fleiſch hochgelb, von einem her- ben Geſt. Sie hat ihren Siß in den großen Speichel- drüſen unter den Ohren, die man dieſer Krankheit wegen Feiveldrüſen zu nennen pflegt» Das Pferd leidet in dieſem Zuſtan- de viele Schmerzen, kann nicht gut kanen oder den Kiefer bewegen, geht daher oft vom Futter, und wird auch Hungers wes gen noch gefährlicher krank. Man muß ſofort ſuchen, dieſe Geſchwulſt zu verthei- len, und ſie deswogen mir Aitheeſalbe oder frifchem teinsi, 4 koch, mit einem halben 2oth geftoßenen Camphers8 vermiſcht, zwey2 mal des Tages ſchmieren, und, um den Theil warm zu halten, ſolchen(ms einem wollenen oder ledexnen Lappen bedecken, Hat das Pferd heſtige Schmerzen, und leidet zu fehr, fs muß man es zur Ader laſen. Man giebt ihm dabey 3 2oth Spießglaslever mit ein wenig Kleyen oder Haber vermiſcht. Wermindert ſich die EEN und Hiße nicht innerhalb vier gen,„ſe läßt ſie ſich nicht mehr zerthei» lenz 2 NE R R R ver EINEN ks-> 2 IR-; WEHE eren SSEN SEHR HSZ IN RANE R NEDO RIND. ES zzz == en Gee RASEN< 27 Feld 430 len; man muß daher ſuchen, ſ-lbige in Eyterung zu bringen, um ſie Sven zu können. Dieß geſchieht dur einen Brey- umſchlag von Gerſtenmehl mit Waſfer und Milch, und vier klein gehackten Zwiebeln, warm aufzelegt und damit ſortgefahren, bis es ein Loch giebt, oder bis man eine Weichheit in der Mitte des Knotens, und unter der Haut daſelbſt eine Materie ſchwappend merken fann. Dieſe Stelle öffnet man mit einem ſcharfen Meſſer, um der Materie Ausgang zu verſchaffen, fährt fort mit dem Breyumſchlag mit Zwieveln, bis die Geſchwulſt vertyeilt iſt, Das Ge- ſchwur wird endlich mit folgender Salbe geheilet: Spangrün, fein geſtoßen 4 2otkh) 3 Lſig, SEE SRNWSE Honig, 12 Lothz man focht es in einem ſo großen irdenen Topfe, daß es beym Schäumen nicht überlaufen kann. Bey Deſfnung eines ſolchen Geſchwüres muß man ſich vorſe- Hen, daß nicht zu tief geſchnitten werde« Das Meſſer muß nur durch die Haut bis an den Siß der Materie dringen z; gienge man tiefer mit dem Meſſer, ſo könnte man leicht den Speichelgang, der längs dem Rande des Kieferfnochens läuft, um ſid) in den Mund zu öffnen, durchſchneiden. Dieſes aber würde ſich nie heilen laſſenz und wenn auch das übrige Geſchwür ſich ſchlöſſe, würde eine Fiſtelöffnung zurück bleiben, und beſtändig Speichel ergießen. Zeld, ſo wird in der Baukunſt der Raum genannt, wel einer Verzierung von geſchmie- detem der gegoſſenem Eiſen, welches zwi- ſchen Rahmen eingeſchloſſen, und zu Trep- pen, Balcons, Geländern, oder bey Thü- ren gebraucht wird. - aind gemeſſen werden kann. Felge Feldmark. 1) Die Mark, das iſt, Granze eines Feldes, die Feldmarkung, Mark= oder. Feldſcheidung. 3) Ein gan- zes, zu einem Orte gehöriges, mit ſeinen Marken oder Gränzen verwahrtes Feld, die Siur.: Feldmaaß, Ac>ermaaß, das Maaß, wodurch der liegenden Gründe, als: Aecker, Gärten,“ Wieſen, Hölzer, Seen 2c. Juhalt und Größe erkuündiget Cs iſt daſſel- be jo vielerley, als Länder und Provinzen ſind; ja manche Stadt hat ihr beſonderes Maaß, Feldor dnung, eine obrigfeitliche, oder von der Gemeine ſelbſt, verabredete Ordnung in Sachen, welche den Feldbau und vie Feldgränzen betreffen. Feidrecht. 3) Das Recht, welches. Kek>erfelder genießen, zum Unterſchiede von dem Garten- Wald- und Wieſenrechte« Z. B. Feldwieſen haben kein Wieſenrecht, ſondern nur Feldrechtz ſie können alſonicht anders, als andere Getreidefelder, gehäget und geſchloſſen werden, 2) Geſeße, wels zu erhöhen, gemiſcht. Man kann dieſerhalb den Saamen vom Frühlinge an, von 14 zu 14 Tagen, bis in den Jul. hinein, in lockere Erde rei- henweiſe in kleine Furchen ſtreuen, die ix gendswo zu di> ſtehenden Pflanzen ver- dünnen, von Unkraut rein halten, und bey trocknem Wetter begießen. Die hier- auf heran gewachſenen Pflanzen werden auf allen Seiten x Fuß weit aus einander in Furchen verſeßt, und wenn ſie zum Ge- brauche Knollen, gleich der Sellerie, bil- den ſollen, die Erde herum angezogen und öfters aufgeloFert. Die Knollen werden dann ganz weiß, zart und nicht ſelten noch größer, wie die der Sellerie. Will man von dieſem ſüßen Fenchel Saamen z3ie- hen, ſo muß man die Stauden, welche des Winters im Lande bleiben ſollen, wi- der.das Erfrieren mit trockner Streu, oder andern leichten Dingen bedecken, oder auch olle in Gruben, oder in einem Keller, ver- wahren, die beſten von ihnen ausleſen, und dieſe dahin, wo ſie ihren Saamen tragen ſollen, verpflanzen. Mit dem An- bau des gemeinen Fenchels kann eben ſo verfahren werden. Der Saame wird in den Apotheken auf mancherley Weiſe zu Arzneymitteln genüßet. Cs kann davon der Magen ſonderlich geſtärket, die Blä- hungen abgeführet, die Schärfe der Säf- te verbeſſert, und der Auswurf der ſchlei- michten Feuchtigkeiten durch) die Bruſt be- fördert werden. Fenchgras, Fennich, eine Gras- ort, wovon wir nur die mehr bekannten anführen: 1) das blutige fingerartitge Senchgras, BDlutgras, Zluthirſe, Ppp wilder 4832 Fenchg wilder Hirſe, wildes Schwaden- gras, Singergras, Rräbenfaß, Pa- nicum fanguinale L., Gramen dactylon. Wurzel: viele, lange, dünne, tief in dei Boden dringende Faſern, Zlätter: breit, zugeſvißt, oft am Rande und beyden Seiten glatt, mehrentheils aber mit lan- gen Haaren beſeßt, und die Biattſcheide mit erhabenen Puncten, deren jeder ein Haar träge, gezieret. Halme: rauh, Haarig; jeder derſelben trägt 5--- 7 Aeh= ren, anfangs dicht an einander liegend, und ſich nach und nach von einander ent- fernend, davon jede auf einem Knorpel oder Knoten ſißt, mit zwiefachen ſtumpfen Blümchen, leuchtend purpurroth, nach Beſchaffenheit des Bodens aber auch ver- anderlich. Bey einer vortheilhaften Wic- terung kann man eine wenigſtens fünfhun- dertfältige Aerndte erwarten, wenn man dieſes Gras gleich der Hirſe anbauen will, Man findet es in Gärten und Weinbergen hie und da häufig; in einem ſchwarzen, guten und nicht zu trofnem Boden gedei- her es am beſten, Der in den Spelzen eingeſchloſſene Saame muß, wie das Schwadenmanna, geſtampfet werden, wo- dur) man eine ſehr kleinförnichte, gelblich te, angenehm ſchmeckende Grüße erbält, die dem Schwadenmanna daher an die Seite zu ſeen iſt. Das mit dem unaus- gemachten Saamen gefütterte Hausgefiu- gel allerley Art wird davon bald fert und wohlſchmec>end, Wenn die meiſten Aeh- ren reif ſind, werden die Stöcke ausgerau- fet, in Tüchern eingetragen, getrocknet, und ſodann ausgeflopfet, Die Kühe frel- ſen: das jung abgeſchnittene Gras ſehr gern, und geben mehr Milch. Die Ausfaat muß zeitig vorgenomnzen werden, damit die Aehren der ſpäten Nebenäſte zeitig, und der Saame geſchwind genug reif werde, Feuero Man ſollte verſuchen, 06 der im Herbſte. ausgeſäete und aufgoganzene Saame«ls eine Winkerfrucht nicht durchzubringen wäre. Es iſt ſchr wahrſcheinlich, und man würde hiemit den Sgaamen bereits im Brachmonathe reif haben, und-ſodann das tand in dem nämlichen Jahre noch zu andern Gewächſen nüken können. 32) Grannichres, mir nefbeilren Kehren verſehenes Senchgras, Zahnenfuß, grannichres Zirteyras, P. Crus galli L., wächſt auf Kainen und fetten Aectern, Die wechſelsweiſe ſtehenden und gepaarten Aehren ſind aus kleinen abgetheilten Aehr- chen zuſammen geſeßt, die Spelzen mit langen rauchen Grannen beſeßt, die Spin- del fünfecficht, und daher von den andern Arten leiche zu unterſcheiden, 3) Grü- nes, mir einfachen Achren beſerztes Sencharas, grünes Hirſegras, P. viride L. Es unterſcheidet ſich ebenfalls durch ſeine rauche Aehren, welche verurſa«» t worden, ſo muß jede Hausmutter ſchon bey Tage den nöthigen Bedarf an einen ſichern Ort und Stelle hingelegt haben.) enfzündende oder leicht feuerfangende Waa- ren, Materialien und andere Vorräthe, müſſen an Oertern und in Behältniſſen, wo ihre Entzündung nicht gefährlich) wer- den kann, vorſichtig aufbewahret werden, 4) Gewerbe und Verrichtungen, deren Betrieb mit beſondrer Feuers8gefahr ver- bunden iſt, ſollen in ESeädten, Fle>ken und Dörfern, und überhaupt in der Nähe von andern, einer leichten Entzündung ausge- ſeßten Gebäuden, nicht geduldet werden, (Auf den Dörfern muß keine Schmiede ſeyn, die mit Stroh, Rohr oder Schin- deln gedecft iſt, indem aufs Dach fliegen- de, und daſelbſt liegen bleibende Funken leicht zünden können. 5) Jeder Haus- wirth iſt ſchuldig, dafür zu ſorgen, daß die Feuerſtellen in ſeinem Hauſe beſtändig in baulichem brandſicherem Stande unter- Ppp 2 halten, 3) Alle ſich von ſelbſt- 484- Feuero halten, und beſoaders die Schornſteine (Feuermauern) zur geſeßten Zeit ordent» lich gefeget werden, Eben diefe müſſen, deſonders auf Dörfern, durch die ganze Höhe ſteinern aufgeſühret; drey Ellen über dem Heerde oder Ofenloche muß die Mauer, woran das Feuer ſchlägt, eine halbe Elle ſtark feyn. Ueberdies find die Feyermauern oder Schornſteine eine Elle über den Forſt des Gebändes hinaus zu führen.(Wenn man manche änder durchreifet, nimmt man nicht ohne Schrecken gewahr, daß auf den Dörſjern die Schorntkeine kaum eine halve Elle über den Forſt hervor rä- gen, ingleichen, daß hie und da Schorn- - fteine nicht gerade über den Forſt, ſondern weiter hexundzer auf der Seite eines Stroh- Bachs angelegt ſind, Geringe Dorfein- wohner können ſich ſelbſt zur Sommers- zeit Ziegeln oder Mauerſteine zur Auffüh- rung. eines maſſiven Schornſteins von Lehm - dder Ziegeleide verfertigen, weit ſelbige Innerhalb des Gebäudes, nachdem ſie in der Sonne getrockner worden, immer fe- fier werden, wie ſolches ſchon hie und da erprobet worden, QOberwärts aber, ſo weit der Schornſtein übers Dach hervor gebt, müſen gebrannte Steins genommen werde, weiß die erſtern in der freyen Fuft nicht dauern. 6) Die Schornſtein- feger(Feuermauerkehrer) ſowohl auf dem Sande, als in den Städten, müſſen beſon- ders dafür haften, daß die Reinigung der Scehornſkeine gehörig erfolge. Sollte der Eigenthümer oder Einwohner auf die Er- innerung des Schornſieinfegers nicht ach- te; ſo iſt dieſer zur Anzeige bey der Po- Hizeyobrigfeit gehalten. 7) In Scheuern und Ställen, Böden und andern Behält- Kiſſen, wo feuerfangende Sachen zu ſeyn pflegen, ſoll ſich niemand mit bloſſem Feuer vder Lichte, brennenden Kienſpäneu, oder Feuero Fackeln betreten laſſen; vielmehr ſoll ſich ein jeder dazu der Deilampen in gehörig verwahrten blechernen Laternen bedienen, 8) Niemand ſoll an einem ſolchen Orte, oder auch in oder bey den Berten und Lka- gerſtellen, in Wäldern, in den Dörfern bey Häuſern, in den Ställen, auf den H6- fen, oder in den Dorfſtraßen und ſolchen Gegenden, wo leicht Feuer entſtehen könn- te, Taba rauchen. 9) Jn Wäldern und Heiden ſoll Niemand bey trockner Jahres- zeit, oder an gofäahrlichen Stellen, Feuer anmachen. Auch auf freyen Pläßen darf, in einer gefährlichen Nähe von Gebäuden, oder andern feuerfanzenden Sachen, kein Teuer angemacht werden, 30) Niemand ſoll Kohlenbecken oder andere Feuerbehält- niſſe, aw Orten, wo dadurch Brand ver- aniaßt, oder Menſchen durch den Dampf erſtickt werden könnten, über Nacht ſtehen laſſen. 11) Des Schießens mit- Feuer- gewehr, des Rafetenwerfens und andrer Feuerwerke in Städten und Dörfern, oder in der Nähe von Häuſern und Gebäuden, oder anderer leicht entzündbarer Sachen, ſolt ſic) ein jeder enthalten. 1312) Jeder, in deſſen Wohnung oder Behauſung Feuer ausbricht, welches leicht gefährlich werden könnte, iſt, den Vorfall ſofort kund zu machen, und die öffentliche Hülfe ohne Zeitverluſt herbey. zu rufen, ſchuldig. Wer das ausgebrochene Feuer zu verheim- lichen, und mit den Seinigen in der Stik« 'le dämpfen zu wollen unternimmt, ſoll, wenn es wirklich ohne weitern Schaden gelöſcht worden, dennoch mit 5=“ 20 Tha- lern Geld, oder verhältnißmäßiger Leibeg- ſtrafe belegt werden. 13) Das Bläuen, (Baken,) Brechen und Hecheln des Flach» ſes, ingleichen das Häckſelmachen bey Licht iſt gänzlich unterſagt; das Dreſchen, Auf- beben( Aufmeſſen) des Getreides und Brodt» näm nge nen dem| vy und den ein hatt Des Uhr uſt iw, nit. verfäl de H Yee ſatern Chet fe ſpioz md, eth bran les hid han ved | ſh hörig enen, Orte, d dq: tern (Hs Nen fönnz | und eg: euer darf, uden, fein "and alf vet mf tehen euer: ndrer oder Iden, den, eder, euer rden zu hne diy. imo til: ſoll) den hae (begs ven, [ach (icht Aufe und vodt Feuero Brodtbacken des Nachts anders nicht, als nur im Nothfalle, und bey einer tüchtigen Laterne erlaubt.(In dem Brandenbur- giſchen wird kein Licht auch in der Laterne bey Arbeiten in der Scheune erlaubet, ob- ſchon in vielen Dörfern von den Bauern früh von 53 oder 4 Uhr an gedroſchen wird. Scherzendes oder Ueppigkeit treibendes Geſinde kann leicht eine Laterne zerſchlagen, oder nieder- und lostreten, daß augen- blicklich, wenn zumal, wie es gemeinig* lich iſt, Luft und Wind durchſtreichend oder ſtark gehend ſind, in dem Strohe eine Feuersbrunſt entſtehen kann- Hier hätten es die Polizeyobrigkeiten zu überlegen, ob nicht ein vor der Scheune ſtehender Later- nenpfahl gerathner ſeyn könnte. Eine in dem Hauſe bereits angeſtecte Laterne wür- de in ein Gehäuſe, welches oben, hinten, und an der Seite von Blech, und äuf dem Pfahle feſte angeheftet ſeyn muß, hin» ein geſtellet, daß der vordere Schein der Laterne alſo die Scheune erleuchten könnte. - Des Abends pflegen die Mägde um 19 Uhr die Kuhſtälle noch durchzuleuchten, um zu ſehen, ob-alles richtig iſt. Es iſt ſiche- rer, hierzu 23 Perſonen zu gebrauchen, da- mit, wenn noch was bey den Kühen zuthun vorfällt, die andre Perſon die Laterne in der Hand halten, und leuchten fönne« Vor einigen Jahren ſeßte eine Magd die * Saterne auf den Melkſchemmel,(d. i. der Schemmel, deſſen ſich die Mägde beym Melken bedienen) ein ſäugendes, umher ſpringendes Kalb ſprang über den Schem- mel, die Laterne gieng auf, der Stali ge tieth in Brand, und das gänze große Dorf brannte ab. Wird in der Mitte des Stal- les ein Pfahl eingegraben, an welchem die nicht zu öffnende Laterne hoch genug ange Hänzet iſt, ſo iſt Sicherheit vorhanden 3 „noch mehr aber, wenn über und unter der Feuero 485 Laterne eine Dee und Unkergeſtell von Blech iſt. Gemeiniglic) liegt über ven Kubſtällen der Bauern Heu oder Stroh auf Stangen. Kaßen, Ratten und Mäus ſe können gar leicht Halme los8machen, daß ſie gerade über das obere Laternenloch zu hängen kommen, und fich ſofort entzünden können.) 14) Das Auswärmen der Bet= ten mit warmen Ziegel- und andern Stei- nen oder mit Kohlen gefüllten Gefäßen iſt ausdrüf lich verboten; und wenn in Stäte- len und Kellern mit Kohltöpfen geräuchert wird, ſo ſollen ſie in angefeuchtete Eymer oder Gelten geſtellet werden.(Viel- mals müſſen gewiſſe Salben durch ange- brachte Kohlenwärme eingebähet werden. Da aber, wenn es zumal unter dem Bäau- he iſt, die unruhigen ſchlagenden Thiere den Kohlentopf.umwerfen können, ſo muß man in ſolchem Falle die Thiere ins Haus führen, und ia der Küche oder auf dem Flure die Operation. unternehmen.) 135) Flachs und Hanf müſſen nicht bey dem - Stubenofen oder neben und auf den Feuer- heerden getrocknet werden.-Wird aber Flachs- im Backofen geröſtet, ſo müſſen die Kohlen erſt rein aus demſelben gekehrt, und dieſer genugſam verkühlet ſeyn, ſodann - aber mit einer blechernen Thüre, oder ge- nau eingepaßtem Steine wohl verſchloſſen, und unter 3 Tagen nicht wieder geöffnet werden,(Sollte ja Flachs umd Hanf, welches aber ſelten geſchiehet„ da ſich richt gern Jemand darum bringet, in Brand gerathen, ſs müſſen Ofenthüre und Oſen- löcher durchaus nicht geöffnet, viekmehr ſel bige mit Erde tüchtig beworſen und be- deckt, und hiemic alier Zugang der Luft verhindert werden.) Die aus den Stäl- len, Schuppen und andern Gebäuden ge- henden Fenſter ſollen nicht mit Stroh aus- geſtopft, auch dis aus den Scällen gehen- Ppp 3 den ai ün SIS NE NS EIE= =<<- | | 4 Ea 4 AE AI Ziliemmpunetihin 4 u nomen 4836 Fettero den Thüren den Winter hindurch nicht mit Siroh umflochten und vermacht, ſondern die Fenſter mit Glasſcheiben oder Laden, die Kellerlöcher, wo möglich, mit blecher- nen Thüren, oder doch mit Seeinen, ol: lenfalls mit Raſen( auch mit Eisſcheiben, welche-gleichfalls den Froſt aus den Kel- lern abhalten,) wohl verwahrt werden,== Das Aufbewahren des Schießpulvers iſt den Bauern gänzlich unterſagt, 1 6) Koh- lenbrennen, Pech- und Wagenſchmierſie» den, u, dergl, Arbeiten müſſen, außer den Häuſern und vor den Dörfern verrichtet werden. 17) Gaſtwirthe, Wein- und Bierſchenken müſſen auf die Fremden Acht haben, und den Fuhrlenten nicht er- lauben, brennende Lichter an die Wände, Tiſche, Raufen u. f. w. zu fieben, und an gefährlichen Orten Taback zu rauchen, Wenn ſie aber Pulver oder andere feuer: fangende Waaren geladen haben, ſo müſ- ſen ſie ſolches dem Wirthe bey 5 Rtblr. Strafe anzeigen, und die Wagen an ei» nen gelegenen Ort ſtellen und bewachen laſſen, 18) Diejenigen, welche mit Spek, Schmeer, Unſchliet, Firniß umge- hen oder handeln, müſſen ſich damit nicht Überlegen, und dieſe Waaren an Orten, wo niemand mit Licht oder Feuer hin- fommt, aufbewahret werden. Wenn Spe> zum Sallat und andern Speiſen zubereitet wird, ſo muß er, ehe Eſſig hin- ein gegoſſen wird, vom Feuer abgerüct, und mit Mehl beſtreuet werden, auch darf dieſe Verrichrung keinem Kinde oder nach- läßigen und knerfahrnen feuten anvortrauet werden,(Es iſt nicht zu leugnen, daß die meiſten Feuersbrünſte auf dem fande durch das Ausbraten des Specks zu Sale lat, Eyerkuchen u.ſ.f. veranlaßt werden, Das Landyolk wäre vievyon leicht abzubrin« Feuers gen, wenn ihm befohlen würde, jedesmal beym Brodebacken zu wiederholtenmalen flein geſchnittenen Speck in dem Bactofen auszubraten, nach dem Ausbraten telbi- gen in einen Topf zu gießen, und darinn aufgeſammelt in Kellern oder kühlen Kam- mern aufzubewahren, ſodaun«ver zum Speiſegebrauch allemal ſo viel auszuſte« dien, und bey gelinder Wärme, im Som- mer allenfalls an der Sonne, zerjiießen zu laſſen, und hierauf damic den Eſſig zum Saltat anzufetten, Jſt der Eſſig aber übers Feuer heiß gemacht worden, ſo dür«- fen nur fleine Stückchen dieſes Speck« ſchmalzes hinein gelegt werden, und ſie werden ohne Feuer in dem heißen Eſſig zet= gehen. Wird Cyerfuchen gevacken, ſo dürfen nur gleich beym Einrühren der Hauptmaſſe Scheiblein dieſes Speckſchmals- zes untergemenget, und alles zugleich in die Pfanne eingegoſſen werden, nachdem ſolche mit Schmalz beſtrichen, oder hie- und da zur Werhürung. des Anbackeng dunne Schnitetlein Schmalz untergelegt worden. Auf dieſe Weije können Kohlen und Zeit erſparet, und das ſo gefährliche Ausbraten des Specks auf dem Küchen- heerde, im Kachelofen, oder im Kamine, vermieden werden. Wenn aber bey wirke lich entſtandenen Feuersbrünſten die Spee ſeiten ſehr weit un;der fliegen, und das Feuer in der Ferne verdreiten, ſo müſſen die Bauern angewieſen werden, ihr Erſtes dieß ſeyn zu laſſen, vaß ſie ihre Epeckſei« ten in alte Säcke ſtecken, und jolche in eine in der Nähe immer offen zu haltende Grube werfen, und ſofort mit der aufge- worfenen Erde zudecken, da ſie denn ihren Speck für's Verbrennen od. Hinwegſtehlen, wenn ex bey dem Ausräumen irgendswo ofs fen hingeworfen wird, zugleich mit retten.) Ver- Ve ! hau eilen das ten ders ed ſer al der Ett ſnd, reich nad, um da und 6 twZ jm, Ee! tung nur Flam Die, Ehn niht: (ufd mit y mer dl; 0 dn gedehnt bin m wa Gitt; Wir tmn Veſt Wy Weih beem Oeiz Wnjch SE bi x anne gen meme in nI gg Feuero Verhalten bey entſtehender Seners- brunſt: 1) Die zunächſt an dem brennenden Ge- bäude Wohnenden ſollen ſogleich zum Feuer eilen, und das Feuer zu dämpfen ſuchen, das Ausräumen ißrer eignen Habſeligkei- ten aber ihren Leuten überlaſſen. DBeſon- ders ſollen die ſechs nachſren Nachbarn zur Rechten und zur Linken genugſames Waſ- fer auf ihre Häuſer ſchaffen, und tie Dä- her damit begießen laſſen.(Da in den Strohdächern der Bauern keine Dachluken ſind, aus welchen das Waſſer hervor ge- reicht werden könnte, ſo müſſen an den nächſten Gebäuden Leitern angelegt werden, um damit bis an den Forſt herauf kommen, und ſodann das zugelangte Waſſer über die dem Feuer nächſte Seite herunter auszugie- ßen, und ſolche beſtändig naß zu halten, So habe ich durch eine ſolche Veranſtal» tung einſtens eine Scheune gerettet, die nur 8-=- 10 Schritt von einem in voller Flamme ſtehenden Gebäude entfernt war, Die Hike war ſo groß, daß die auf der Scheune angeſtellten Waſſergießer ſich nicht mehr davor bergen, ſondern nur noch auf der andern Seite ſich herunter beugend mit den Armen geſchwind ihre Waſſerey- mer ausgießen konnten, welches aber nicht auf einen engen Fleck, ſondern etwas aus» gedehnt aus den Eymern ausgeſtürzt wer- den mußte, um damit mehr Dachbreite anzunäſſen. Die dem Feuer zugekehrte Seite rouchte nicht nur ſehr ſtart, ſondern war auch ſo heiß, daß ich bey dem Anrüh»- ren mit der Hand gleichſam in kochendes Waſſer griſf. Auf den Leitern mußten von- Stufen zu 2 Stufen handlangende Weiber und Mägde,( Knechte und Män- ner mußten, weil dazu mehr Kräfte und Geſchiclichfeit erfordert wurden, Waſſer gnfahren und zutragen, und am Fuße je- Feuero 487 der Leiter waren große Wannen oder Kü- bel hingeftellet, die immer mit Waſſer voll gedaifen wurden, daß es alſo an genugſa- men Waſſer nicht fehlen konnte. Dieſe Anſtalt rettete vas hießge ganze Dorf, da es Mitternacht war, und die benachbarten Derter nicht zeitig genug herbey kommen konnten. Da ich aber alle hieſigen Dörf«- leute nach ihrer Willigkeit, Stärke und Geſchicklichkeit kannte, ſo rief ich gleich je- den mit Namen auf, was er chun oder laſ- ſen ſollte, und ſie hielten auch ſo treulich aus, daß einige, da ich ihnen immer in der Nähe blieb, und zur Arbeit zurief, von der angeſtrengten Emſigkeit in Ohn- macht verfielen, welchen aber durch in Maaße dargereichtes ſtarkes Getränke bald wicder auf die Beine geholfen ward, ſo daß ſie gleich wieder zum Löſchen zurück fehren fennten. Bey. dem onbefohlnen Ausräumen dex ſechs nächſten Nachbarn zur Rechten und dinken muß man auch die Häuſer auf der gegen über ſtehenden Seite bedecken, im Fall der Wind oder Luſtzug auf ſie zugeht, in- dem ſie wenigſtens durch Flugfeuer am er- ſten in Brand gerathen können, Und da nad) dem Ausräumen ſo viele Zeute von dem Sdſchen wegvieiven, um ihre Sachen vor Diebereyen ſicher zu ſtellen, ſo ſollte jedes Dorf bey Zeiten einen, oder allenfalls zween Rettungsplärze beſtimmt haben, um dos ausgeränmte Geräthe hier beyſam» men zu haben, da denn nur die alten keu- te dabey Wacht halten, zur Nachtzeit aber an verſchiedenen Orten helles Licht oder Feuer unterhalten müſſen, indem die Die= be doch das Licht ſcheuen. 2) Bey ent- ſtandenem Feuer müſſen die Vieh- und Schaafhirten das Rind- Schaaf- und Schweinevieh ſogleich aus den Ställen an einen entfernren Ort hintreiben,(Dieſes ſollte Cet mmh mti üb I III IEE mI. kn eER A Cenenen em nm 0<< nn Creg mmum 488 Feuero ſollte den Hirten bey ihrer Anſtellung gleich zur Bedingung gemacht werden, da ſie zwar ihr weniges Hausgeräthe durch ihre Weiber und Kinder gemächlich können ber- geri laſſen 3 ſie laufen aber gern ihren Be» kannten und Freunden zu, und verſäumen dadurch die Heerden, deren Verluſt doch gar füglich vermieden werden kann, Sind in der Nähe der Oerter eingehägte ſo ge- nannte Nachtheinungen oder Buchte vor- handen, ſo können ſie ſofort hier Pjerde- und»Rindvieh eintreiben, den Eingang verſchließen, ins Dorf zurü> kommen, und entweder löſchen oder ausräumen hel- fen, oder ſich als Zeugwärter auf den Rettungspläßen gebrauchen laſſen. In hellen Somnmernächten geht das Rindvieh ſeinen gewöhnten Weg zum Dorfe hinaus, der zur Weide hinführerz iſt es aber ſehr finſter,|& müſſen dem Hirten etwas ver- ſtändige Dorfkinder zur Hülfe zugegeben werden, beſonders aber zur Winterszeit, wo es des Weidegangs noch nicht wieder gewohnt iſt. Noch mehr iſt dieſes nöthig beym Austreiben der Schweine und Schaa- fe. LKeßktere muß jeder Bauer von ſeinem Hofe mit ſeinem Hunde herunter heken, weil fie ſonſt ſchwerlich fort wollen, und der Schäfer doch nicht vor jedem Hofe im- mer Zeit zum Warten haben kann.) 3) Allerley Handwerksleute müſſen mit ihren, zum Löſchen, Einreiſßen und Reparirung des Feuergeräths bröuchbaren, Werkzeu- gen herbey eilen.=- DODhne Noth ſoll nichts eingeriſſen, wo es aber nöthig iſt, es auch nicht unterlaſſen werden.( Noch wäre es ſehr gut, wenn verordnet würde, daß die allernächſten Oerter eines brennen- den Dorfs, außer ihren Dorfſprüßen, auch auf einem Wagen ihre Feuerleitern und Feuerhafen mit herbey führen möchten, Man kann deren doch nie zum Ueberfluß Feuers haben, und man hat es mehrmalen geſe- hen, daß theils der dieſe Feuerinſtrumente enthaltende Schuppen zu ſchnell vom Feuer ergriffen, oder, da dieſer von beyden Sei- ten brennet, der Zugang verſchloſſen wird z theils aber bey ſchnell umher greifender Flamme, wenn ſtarker Wind gehet, oder er bey Gewittern ſich bald links bald rechts drehet, oder das Flugfeuer mehrere Gebäu- de anſteckt, alle obgedachte, ſchon ange= legt geweſene, Leitern und Haken mit ver- brennen oder in Stich gelaſſen werden 1aüß- ſen, da man denn, aus Ermangelung der- ſeiben/ gezwungen iſt, viele Gebäude, die zu retten geweſen wären, der wüthenden Flamme Preis zu geben. Eine Hauptre- gel bey dem Einreißen der Gebäude abex iſt dieſe, daß man brennende Dächer, wenn ſie nicht ins Gebäude hinein geſto- ßen werden können, nicht auf die Seite hin reiße, wo noch nicht brennende Gebäue de ſtehen, weil ſolche davon gleich ange» ſiet werden, oder ein. Flugfeuer davon ſie anſte>t., Denn die brennenden und da- von füegenden Strobſchäfe ſind überall zu fürchten. Iſt ein Dach in ſich ſelbſt her- ein gefallen, ſo müſſen die in oder noch nicht in Brand ſiehende Wände durchaus nicht nach auswär.s zu herum gezogen wer- den, weil ſodann ein ſic) ous5breiteindes und weiter fliegendes Feuer entſtebt; man muß vielmehr mit genugſamen Hafen und daran anfaſſenden Leuten, die alle, auf ein Commandowort, zugleich mit einem An- ſaß, zuftoßen„,- und dieſen Stoß nicht un- ten, ſondern ganz oben anbringen, die Wand hineinwärts in das brennende Ge- bäude hinein ſtoßen, Auf ſolche Weiſe verdeckt man das innere Feuer, und man betömmt es durch dieſes Verfahren ſo in ſeiner Gewalt, daß das Ausgießen deſſel- ben, wenn Menſchen genug vorhanden ſind, find, y)* Jau wm ſer au (ſhe muß mögl dur dur) naht ſuchen, wanlg ſloſ Ga! (5 md ſiſte geſch Wt tae! Elle! Nei der a! muß, (äng! (Ch! hunde mit el (hafen Menden [ichen h mit| Yeſr Qty die nta dra Zeiten womit Zed Kuche Deſt bely [] 0 SEM"25 SEES) 1 GEE""a: Fr.>.Sru u ſuchen, Fettero ſind, nun nicht mehr ſchwer halten fann, 4) Wenn nahe an einem Dorfe, wo ein „Feuer entſteht, Mühlen liegen, ſo muß die Mühle gleich ſtille gehalten, das Waſ- ſer aufgehalten, und die Mühlburſche zum Löſchen geſchit werden, 5) Dem Feuer muß man, ſo lange es nur zu vermeiden möglich iſt, keine Luft machen, ſondern es durch Hülfe der kleinen Hausſprüßen, und durch Beſprüßung und Begießung der nächſten Wände und Dächer, zu dämpfen (If bey vorher gegangener et- waniger naſſer Witterung Koch entſtanden, ſo laſſe man ſolchen mit Wurfſchüppen oder Schaufeln gegen die Wände werfen. Wäre . es möglicy, ihn bis aufs Dach zu ſchaffen, ſo iſt es am beſten wider das Anbrennen geſichert, 6) Jeder Hausbeſißer iſt ſchul- dig, eine hölzerne Handſprüße, eine tüch- tige Laterne, verſchiedene 2, 3, 4 bis 12 Ellen lange Stangen, an welchen das Reiſig oben von ungleicher Größe, entwe- der angewachſen, oder ſonſt befeſtiget ſeyn muß, und einige glatte Stangen nach der Fänge und Beſchaffenheit der Feuereſſen, (Schornſteine) au welchen oben ein großer runder Ballen von Wirrſtroh oder Miſte, mit einem Lappen umwickelt, ſich anzu- ſchaffen, auch bey Aufnahme in die Ge- meinden(jährlich aber auch bey mehrma- lichen Hausviſitationen) zu erweiſen, daß er mit ſolchem Feuergeräthe verſehen ſey. Dieſe mit Reiſig verſehene Stangen ſind bey einem in einer Stube, Scheune 2c. entſiandenen1 Feuer auf dieſe Art zu ge- brauchen: Man feuchtet ſie von Zeit zu Zeit an, und ſchlägt mitihnen in das Feuer, womit es bald erſtit wird. Zu dieſem Zweck dienen auch Stücken Holz, die wie Kuchenſthieber gemacht ſind, ingleichen Dreſchflegel, Heu- Miſt- und Ofenga- beln, wenn ſie umwunden ſind, und naß - Web. Negilexicon 11, Theil, EE BIS LAIEN NNNNNRRRRRRRRRBEeeeBfPppeBkBBeebwwwenn EEE<< zn Feuers 489 gemacht worden, um damit in dem Schorn- ſteine(Eſſe) hin und her zu fahren, und das Feuer dadurch zu löſchen» 7) Wenn eine Feuereſſe in Brand geräth, ſo muß das unten liegende Feuer ſogleich aus ein- ander genommen, aber durchaus kein Waſ- ſer darauf gegoſſen werden, auch muß man die Brände damit nicht auslöſchen, VWiel- mehr müſſen glühende Kohlen in ein irdes nes Gefäß, Scherbel, oder alten Hohblzie- gel gechan, unter den brennenden Schorn»-. ſtein( Feuereſſe) geſeßt, eine gute Hand voll Schwefel auf die Kohlen geworfen, und wenn der Schornſtein ſehr hoch und -weit iſt, muß mie dem Aufwerfen des Schwefels bis zur völligen Löſchung des Feuers fortgefahren werden; weil dex Schwefeldampf das Feuer erſti>t, wenn auc) die Flamme ſchon oben heraus gefah» ren wäre, So kann auch eine brennende Eſſe dadurch gelöſcht werden, daß ein Schornſteinfeger(Feuereſſenkehrer) auf eie nem mit Wolle, naſſem Werge, oder auch mit Heu angefülltem und ſtark ange- feuchtetem Sa>e von oben herab durd) die Eſſe herunter fährt 3 oder, wenn man ein großes, mit kaltem oder warmen Waſſer angefülltes irdenes Gefäß unter die bren»- nende Cſſe ſeßt, und darein eine gute Menge Küchenſalz ſchüttet, ſolches fleißig umrühret, und damit ſo lange fortfähret, bis der brennende Rus klumpenweiſe her- unter fällt, Uebrigens muß man vorſich tig ſeyn, daß man nicht durch unnöthiges Aufreißen der Dächer einen innerlichen Brand verurſache.( Aſchenlauge löſcht auch ſehr gut, und da ſolche von der Wä- ſche oder Bäuche des leinenen Zeuges hin- weg gegoſſen wird, ſo ſollte man ſolche von Zeit zu Zeit in einem Küchen- oder Kammerwinkel aufbewahret ſtehen laſſen, um fich und Andere damit zur Zeit der Qqq Noth 4958 Feuero Noth aälsbald zu helfen. Alaunwaſſer, oder in Waſſer aufgelöſete Alaune unter die Aſchenlauge gegoſſen, macht lektere noch wirkſamer, 8) Bey dem 2öſchen muß man hauptſächlich auf die Gegend Bedacht nehmen, wohin der Wind ſtreicht.( S9 habe ich einſteus auch das hieſige Dorf bey einem zur Nachtzeit ausgebrochenem Feuer gerettet, Die Einwohner waren im erſien Schrecken aufs Ausräumen al- lein bedacht. Jc< gieng Haus für Haus, um die Leute heraus zu rufen, ſagte ihnen, der Wind habe ſeinen Strich von Abend gegen Morgen, und die ganze eine Seite .des Dorſs habe dieſerhalb vom Feuer nichts zu beſorgen. Site kamen auf ſolches Be- deuten eilend zuſammen, und die Flamme ward bald ſo gedämpfet, daß nur ein ein- ziges Gebäude niederbrannte.) 9) Bey einem mit Heu oder Getreide angefülltem Gebäude darf man bey überhand genom- Mmener Gluth das Waſſer nicht verſchwen- den, ſondern das Behältniß liever gleich niederreißen. Dabey müſſen alle Boden- löcher und Fenſter zugemacht, die Kelter- thüren oder Löcher mit Steinen, Raſen, Miſt oder Schutt zugeworfen, alle feuer- fangende Sachen aus den Häuſern fortge- ſchafft, und Leute auf den Thurm beſtellt werden, die das irgendswo niederfallende Flugfeuer ſogleic) anmelden,(Auf den Dörfern iſt es ſehr nochwendig, daß, wenn ein, eine Viertelmeile etwa nur entlegener, Ort brennet, einige zu Hauſe bleiben, weil, wenn der Wind darnach geht, das Flugfeuer, z. E, brennende Strohſchöſe, „nod) wohl weiter fliegen, und den ſo nahe benachbarten Ort anzünden können, An dem Orte der Feuersbrunſt müſſen Leute, auf den Höfen umher zu gehen, beſtellet werden, um zu beobachten, ob wo ein Fluge- feuer eingefallen iſt- Je< habe es bey Ge- Feuero legenheit in der Nachbarſchaft, aus Mane- gel ſicherer Leute, ſelibit gethan, und eini- gemal das niedergefallene Flugfeuer auf den Höfen mit Füßen geſchwind austreten fönnen.); Sonſt iſt bekannt, daß die Dorfſprü- ßen alle Vierteljahre proviret, und die übrigen Feuergeräche, gemeine und beſon« dere, nachgeſehen werden müſſen, um das Fehlende ſchleunigſt wieder herzuſtellen. Die Strafen, weiche den Ueberiretern der Feuerordnuug verſchiedener Länder verſchie» dentlich angedrohet werden, übergehe ich; es wird überall dech beſſer ſeyn, ſolchen Strafen durch gute Unterweiſungen, und nicht zu unteriaſjendes öfteres Wiſitiren der Häuſer und der Feuergeräthe zuvor zu kom- men. Hiernächſt dürfie cs auch, ſo wie der Soldat nicht unexercirr in den Krieg geben darf, ganz zwecmäßig ſeyn, wenn Ovrigkeiten dann und wann die Sturm»- gioce anziehen ließen, um zu erfohren, ob jeder jofort ſeiner beſondern Pfiicht, ohne Zeirverluſt, nachzukommen verſtehe oder nicht. So fönnte auch ein verabredetes Zeichen gegeben werden. um die Gegend, wo zuin Feuerlöſchen hingeeilet werden ſoll, aisbaid zu wiſſen, daß aljo keine Zeit mit unnöthigem Nachfragen und Herumlaufen verſchwendet werden bürfie, Z, B, wür= de beym Stürmen vom Thirme eine Stans ge mit einem weißen oder rochen Tuche nach der Gegend hin heraus geſteft, wg das Feuer iſt, Die weiße Farve würde einen benachbarten, die roche aber den ſelbſteigenen Ort anzeigen, Da auch endlich Hausmütter, zur Ab- wendung der Feuersgefahren ſowohl, als auch beh wirklicher Eviſtehung derſelben, gewiſſe Regeln zu beobachten haben, ſo übergebe ich zwar ſolche, verweiſe aber den teſer ein den fun dn ders, Find nn gag nur hier namen wb, Gut Jig 5 gel, hellen ly fl me, viele oder| Früh NUpoH Ko Wbt| niſten NH Fe ( Ww Qefal in| M Ba, Werd ffn GÜ Ei nnter fl ene 202 Fichte Leſer auf meine H. M, B, V. Kap. VU, S.:717fſ, Fichte, ſ. 1tadelbol, Finder, Spurer, Spurhund, „eine Art Hunde zum Ausſpüren der wil- den Schweine. Man nennt ſie cuch Sau- finder, Saubeiler, weil ſie eigends darzu abgerichtet werden, ſonſt nichts an- ders, als Sauen, zu ſucgen. Doch heißt Finder auch jeder Hund, der zum Ausſpuü- ren eines Wildes abgerichtet iſt. Die Jä- ger gewöhnen dieſe Hunde gerne ſo, daß ſie * nur einer einzigen Wildart nachſeßen, und hiernach erhält auch der Hund ſeinen Bey- namen, als Saäau- Dachs- Wolfsfinder u.ſ. f. Hat der Hund ein Wild auf der Spur ,' vad giebt einen Laut, ſo ſagt der Jäger: der Hund har gefunden. Fink, ein unter uns ſehr bekannter Vo« gel, der einen kurzen, do) ſtarken und hellen Geſang hat; er nähret ſich von aller- ley kleinem Geſäme, Fliegen und Gewür- me, und man muß es gern ſehen, wenn, viele Finken in den Baumgärten hecken oder in der Nähe ſind, indem ſie ſich im Frühjahre und Sommer von jungen Baum-. raupen nähren, auch im Herbſte die grü- nen Kohlraupen aufſuchen. Jm Winter bleibt ein Theil von ihnen bey uns, die meiſten aber gehen im Herbſte nach und nach fort, und erſcheinen im März zur Brutzeit wieder. Sie werden im Anfan- ge der Strichzeit auf den Heerden häufig gefangen. Fiſch, Fiſche, Waſſerthiere; ſind in Anſehung ihres Aufenthaltes entweder leer- oder Seefiſche, oder Zluß- 2ach- und Teichfiſche. Dieſe lektern werden in ſchuppitze und glatte, die feine Schuppen haben, eingetheilet, Die Sant damm IHE ma nam ntun nner mer nnn gn mmer ut Mb gee nA Eu SIE Flanken 491 Schalenfiſche„ſind“ entweder dünnſchä- lig, wie die Krebſe, oder dickſchälig, wie die Auſtern, Fiſch, Fiſche, Franz. Fiche, der .in das Holz eingelaſſene oder verſenkte Theil des Thürbandes, der Siſchband genannt wird, LE Fiſchereygerechtigkeit, dieſe ent« hält Waſſerthiere und Amphibien, welche mit Fiſcherneßen, Angeln, oder mit der Hand im Waſſer gefangen werden, dages- gen Waſſervögel, Fiſchotter und Biber al- lemal zur Jagd“: gehören. Doch können jagdbare Zugvögel außer der Hägezeit mit Fiſcherneßen unter dem Waſſer von dem Fiſchereyberechtigten gefangen werden. Der Fang der Amphibien gehört nicht zur Fiſcherey, wenn er mit Schießgewehr, Fallen oder Schlageiſen geſchieht. A, 2, R, Th. 1. Tit, IX, Gi72ſf. Fiſchotter, ſ. Orcer. Flache Hand, wenn ſich am obern. Theile der Stange eines Hirſchgeweihes fünf in Geſtalt einer Hand ausgebreitete Enden befinden, ſo bekommt dieß obigen Namen, I Flächenmaaß, ein jedes Maaß, Flächen damit auszumeſſen; ein ſolches iſt die Quadrat- oder Slächenmeile, die Quadrat: oder Slächenruthe, der CQuadrat- oder Slächenfuß, und der Cuuadrat- oder Slächenzoll, zum Un- terſchiede des Längen» oder Cuybik- maaßes. Flachs, f Lein. Flanken, Wawmen,. Fläm- men, Dünnwildpret, das dünne und zarte Wildpret unten an dem Bauch Qq9q 2 her, (4 492 Flankenſ her, von den Ribben bis an die Keulen, Bey dem Schwarzwildpret gehören die Wammen durchgängig mit zu dem Auf- bruch, und an einigen Orten auc) von den Feiſt- und Brunfethieren. Der Aufbruch gehöret aber dem Jäger, Flanfen ſchlagen, wenn ein Pferd beym Laufen oder ſtarkem Ziehen den Unter- leib ſehr zum Schnauben beweger, die Naſenlöcher dabey weit aufthut, und wohl gar damit röchelt und keichet.“ Man hat daran die Anzeige, daß das Pferd ſchwach und nicht richtig im zeibe ſey. Flaſchenzug, Kioben, Zug- winde, Krug, Hiſſeblock, iſt in der Mechanik ein Hebezeug, das aus Schei- ben oder Kloben, um welche ein Seil geht, und aus einem Gehäuſe, das die Flaſche genannt wird, beſtehet. Cs wer- den hiemit ſchwere Laſten mit geringerer Kraft in die Höhe gehoben. Fledermaus, ein ſehr befanntes Thier, welches von den neuern Schrift- ſtellern mit Recht als ein vierfüßiges Thier betrachtet wird, weil es, außer dem Flu- ge, mit den Bögeln nichts gemein hat, Sie begattet ſich im Sommer, und wirft gemeiniglich zwey Junge auf einmal, wel- en und breiten Sehne bedeckt, ſo daß die Arzneymittel niche durchdringen, und darauf wirken können, Die Spaniſche Sliegenſalbe wird alſo bereitet: 4 Loh Spaniſches Fliegens Forelle . pulver werden in 10 2oth Schweinsſchmalz, oder. 8 Loch Leinöl, und 1 Loth oder 2 Speie ſelöffel voll. Terpenthinöl umgerührt. Die- ſe ſcharfe Salbe dient ebenfalls in der Re- he,(beym Verfangen,) den Bug und an- dere ſieife Theile zu ſchmieren, wenn an- dere mildere Mittel nicht helfen wollen, Fluthbett, Waſſerbett, iſt ein aus Bohlen, oder, beſſer, aus beſchlage- nem Zimmerholze zuſammen geſeßtes Ge- rinne, dadurch das Waſſer auf das Mühl- rad läuft. Fluthheerd, Fluther, der Boden des Gerinnes z;|. Sreyarche, Folge, wenn ſich Wölſe, Luchſe und andere ſchädliche Raudthiere wo ſpüren laſ« ſen, und deshalb ein allgemeines Landes- aufgeboth ergeht, ſo müſſen alle Landleu- te, wie auch diejenigen,.ſo ſonſt keine Jagdfrohnen haben, mitgehen, aufſuchen, und fangen helfen. Auch dieſes heißt Fol- ge, wenn die Bauern zur Löſchung eines brennenden Waldes ſich einfinden müſſen. Jm Brandenburgiſchen ſind die Bauern ſchuldig, auf zwo-Meilen weit ſich hierzu einzufinden, Von der Folge eines ange- jagten oder angeſchoſſenen Wildes ſiehe den Art: Jagdgerechtigkeit. Forelle, Fore, ein mit Flecken gezierter ,“ äußerlich dem Hechre faſt glei- er- Gras= und Wieſenfie- >e, welche von den Förſtern zum Ausräu- men bewilliget worden, und bey dem Forſt- dienſte als ein Beſoldungsſtüc verblei- ben. Forſtgerecht, holzgerecht, wenn ein Jäger das Forſtvejen vollkominen inne hat, und die Waltung zu pflegen, genau anzuſchlagen, zu verfaufen, und endlich wieder zu hägen und anzuziehen weiß, Forſtweſen, alles dasjenige, was mit der Waldung einen Zuſammenhang Har, als Hölzer zu ſäen, zu pflanzen, zu erziehen, zu hägen, nußbar abzutreiben Franzw 495 und zu verkaufen; und überhaupt alles, was zur Forſtwiſſenſchaft gehöret. Forſtziegel, Hohlziegel, diejeni- gen Ziegelſteine, womit der Forſt eines Ziegeldaches bedeckt wird. Sie müſſen aus ſehr feſt geknäteter Ziegelerde bereitet, und tüchtig gebrannt ſeyn, Fortbaumen, fortholzen, wenn ein Marder des Nachts die Wälder durch ſucht, und Morgens früh ſeinen Aufent- halt auf den Bäumen nimmt, ſo bleibt er nicht immer auf dem erſten Baume, ſondern er baumet oder ſpringt von einem Baume zum andern, bis er ein Eichhorn- neſt oder einen hohlen"Baum angetroffen hat, wo er des Tages über ſicher bleiben kann, Ein gleiches geſchiehet von wilden Kaßen und Eichhörnern, Forciren, einen Haſen, mit Pfer- den, ohne Hunde, im freyen Felde todt jagen, Foſſilien, überhaupt alle Producte der Matur, welche aus der Erde gegraben werden,«l8; Erden, Steine, Salze, Berg: harze, Mineralien und Metalle. Frankenwein, Wein aus dem Frän« fiſchen Kreiſe, worunter die um den Mayn herum wachſenden Wertbeitner und KüngenbergIer die vorzüglichſien ſind. Der veſte iſt der Sreinwein, der auf ei- nem Gebir;e bey Würzburg wächſet, Franzobſt, ſo nennt man alle ur- ſprünglich aus Frankreich herſtammende Baumtrüchte, auch felbjt nach ihrer häue figen Fertpflanzung in unſern Gärten. Franzweine, hierunter verſteht man all: zu uns aus Frankreich kommende wei- ße und rothe Weine, Frauen- I= 7... I. Eilan 50 Emi mun nm eri O vitif. EG ES Miweken gn 2 LEST NENE WE FS emen augnn woe wrd 0004 ddd frre nern IT gf H ar At dmankmk mehr br Ie mr BIE 7 MIRI. Ana dR Rk Ci ienen mien numm=; ammer amn ders 496 Frauenm Frauenmünze, Marienmün- ze, Rötnuſcye Salbey, Cotte- fraut, Munzbalſam, Tanacetum Balfamita. Varerland: vas mittägige Europa, wird aber auch in hieſigen Gär- ten ohne alle Wartung im ſreyen Lande er- zogen, Ziätter: eyrund, ungetkheilft, ſägeförmig, MPlumen: gelb in einem halbfugelförmigen, ſchuppigen Kelche. Sie wächſt in einem jeden, am liebſten in ei- nem leichten und fetten Boden- Wenn man im Frühjahre in ein ſolc iet, , wel: nern dere ; ve UE In db: n, die ſhes aufg NI 9 des Ds unit Juch und uh : vw feſten erſten tb (Att, Uſt „ie Weſen 150 hlen wbl, unde .„ uſen das ut dieſet ſaß want (udey (97h , u vs Freyl das Waſſer gehindert werde, ſeitwärts um das Gerinne herum zu laufen. Die Höhe dieſer Wände richtet ſich nach der größten Höhe des Waſſerſtandes. Die Seiten- wände erweitern ſich gegen den Einfluß, um das eintretende Fluthwaſſer deſto beſſer aufzunehmen, Freylaut, vorlaut, frey, ſagt man, wenn ein Jäger ſo vorwißig, und ſogleich auf die erſte ihm von dem Leithun- de gezeigte Spur die Fährte anſpricht, und genau wiſſen will, was der Hund ſucher. Dies beißt nun bey dein hirſchgerechten Jäger vorlaut, oder allzu frey im Anſpre- hen. Ein Hund iſt frey oder vorlaut, wenn er Wild, ohne es zu ſehen, anbellet, und nur allein noch auf deſſen Spur iſt. Frey heißt auch, wenn ein eingeſtelltes Thier dem Zeuge wieder entkömmt. Man ſagt dann auch: ins Sreye kommen. Freyſprechen,wehrhaft machen, wird von Lehrlingen der hirſchgerechten Jäs ger geſagt, wenn erſtere ihre beſtimmte 2ehrjahre ausgeſtanden haben, und der Fehrherr oder Lehrprinz ihnen den Lehrab- fchied ausſiellet..-. Freytreppe, eine Treppe, welche vor einer Thür, nach allerley Geſtalt, un- ter freyem Himmel, z. B. vor der Haus- thür, angebracht iſt, Friction, Scheurung, Reibung, iſt der Widerſtand, welcher von der Flä- de, woran ſich ein Körper bewegt, ge- macht wird, Fries, in der Baukunſt der mittlere Theil des Hauptgeſimſes einer Säulenord- nung.» Er ſtellt die Balken über dem Ar- , wie Mott, jk. Man hat avch rothen, der aber weniger beliebt iſt, weil er etwas herbe ſchraeckt, Zroſch, ein befanntes Thier, das in and außer denz Waſſer lebet. Wir haben in Europa dreyerley Arten, LandFröſche, Waßerfröſche und Laubfröſche. Der Landfroſch hat einen braunen eder grauen Rücken, der ziemlich flach und einigermaaßen ecficht iſt; der Unterleib iſt bey dem Männcet, Dieſe Fröſche nähren ſich von Mücken und andern Znſecten, und bringen Froſch den Sommer meiſtens auf dem Lande zu; bey herannahendem Winter aber zehen ſie ins Waſſer. Im Frühjahre läßt das Weiochen ihre nacfende Eyer, welche un» ter dem Namen Zroſchlaich bekannt find, und woraus das bekannte Pflaſter gemach? wird, ven ſich, die eine lange Schnur oder dicke Klumpen bilven, und die das Männchen herausziehen hilft, und zugleich mit ſeinem Saamen befruchtet, Ohngefähr in 3 Tagen werden die Ehexr- chen länglicht u1d ſondern fich von einander ab; nach 14 Tagen haben ſie die Geſtalt Fleiner dickleibichter, ſchwärzlicher Fiſch- dien, welche nach drey Monathen Hinter- füße, bald darauf auch Vorderfüße bekom- men, und ihren Schwanz verlieren. Nach dieſer Verwandlung ſuchen die jungen Frös ſche aus dem Waßer auf das tro*ne Land zu fommen, Jn der Nähe der Bienen- hütrten wird dieſer Froſch- ungern geſehen, weil er die Bienen, im Grafe und an den StöFen, wegfrißt. Der Waſßerfrojcl heißt f9, weit ex ſich mehr, als der vorige, im Waſſer auſhält. Er hat einen grünen Rücken mit gelven Strichen und einen wei- ßen Unterleib, Er iſt größer als dertand- fryoſc), und ſeine Schenkel werden zur Speife gebrauehet, Der Laubfroſch pfleget ſich auf den Bäumen unter dem kau- be aufzuhalten, und iſt unter uns ſehr be- fannt. Er iſt kleiner als die beyden vor- hergehenden Arten, und man kann ihn Statt eines Wetterglaſes gebrauchen, weit es mit ſeiner Stimme einige Erunden zu- vor den Regen veekundiget, Wenn.man ihn in ein Glas mit feuchtem Graſe ſekt, und ihn mic Fliegen bisweiten verſorget, als worint vorzüglich ſeine Nohrung be» ſteht, ſo fann man ihn lange Zeit loben- dig erhalten. Den Winter über wohnen ſie unter der Erde, Zu Anfange des Früh« lings zT 77 Gre zm eu; en ſig das Uw nn oſier ange und und hte, Ne nder ſalt jh ntete OM ach Frs tand ene: chen, nden oj) rige, nen wel- ond zur ſch (au be- vor? ihn weil 1 zus mint ſehh ach g hv ben: hen Früh Froſtb lings kommen ſie wieder hervor, begatten ſich und legen ihre Eyer, wie die andern Fröſche, ins Waſſer, worauf ſie an den friſch ausgeſchlagenen Bäumen hinauf- Flettern. Frofibohrer, ſind ſcharfe eiſerne Bouzrer, deren ſich die Jäger bedienen, wenn zur Winterszett mit Garnen geſtellet wird, da man, wegen des Jroſtes, nicht gut in den Erdboden dringen, und ohne Foxkeln ſtellen kann; ſie gebrauchen ſie auch im Sommer bey dürrem Wetter, und "überall, wo harter Boden iſt, da ſie dann damit geſchwinde 2öcher Für die Stellſtan- gen in die Erde bohren. Sie ſind auch nüblich, wenn es ſtill zugehen ſoll, und man alſo nicht hafen fann. Frucht, Früchte, darunter werden bey der Landwirthſchaft überhaupt alle Er- zeugniſſe aus der Erde zur Speiſe für Thie- re und Menſchen verſtanden. So ſind Seldfrüchte, was von tieſer Art auf dem Felde wächſet 3; BDaumfrüchte, was auf Bäumen wächſt; Gartenfrüchte, was in Gärten gebauet wird. HSrüchte auf dem Halme, ſind diejenigen, die noch nicht abgemähßet und eingearndtet ſind. Dieſe,(Frudus in herbis) dürfen im Preußiſchen von den Bauern nicht verkauft werden, Fruchthorn, Füllhorn, ein ge» wundenes Horn mit Früchten und Blumen angefüllet von Schnißwerk, deſſea man ſich beſonders bey der Korinthiſchen Säu- lenordnung bedienet, insbeſondere aber aud) über den Bogen und Fenſtern eines Gebäudesz ingleichen die Arcaden, Eh- renpforten u.|. w. damit auszuzieren. Man findet es auch ſehr häufig in den al Fresco gemalten Häuſern oder Zimmexn Fuchs 4.99 derſelben, und es iſt ein Zeichen des Frie- dens und des Uebverfluſſes. Fruchtkaſten, ein viere>iger oder runder Kaſten von Holz, entweder mit hölzernen oder eiſernen Reifen verſehen, und auc wohl mit Farben angeſtrichen. Darein wird Orangerie, nebſt andern weichlichen Bäumen und Sträuchern, ge- ſeßt, die im Winter nicht im Freyen aus- dauern, und daher in die Gewächshäuſer gebracht werden müſſen. Fruchtſchnur, Fr. Feltons, Guir- landes, werden aus mancherley Blumen, Früchten und Blättern, gleich einer Schnur, zuſammengebundene und aufge- hängte Verzierungen genannt, die ſowohl von den Bildhauern als auch Stufaturar- beitern und Malern bey Auszierung der Gebäude und in ausgemalten Zimmern angebracht find. Fuchs, ein ſehr bekanntes und dem kandvolfe ſehr ſchädliches Raubthier, went ſolches zu dem Hausgeflügel gelangen kant, In Deutſchland haf man zwo Gattungen, nämlich: 2rand- odex Zraunfüchſe, und Dirk- oder Rothfüchſe; jene ſind auf dem Rücken mehr grau als roth, haben ſchwarze Bäuche, eine ſchwarze Spiße an der Ruche,(Standarte oder Stange, vd. i. dem Schwanze) und ſchwarze käufe (Füße) und Ohren als ob ſie verſengt ws» renz dieſe ſind kleiner, als die Brandb- füchſe- und haben röthere Haare, beſon» - ders auf dem Rücken, und eine weiße Blu- me, d. i, einen weißen Fle unten an der Ruthe. Zu ſeiner ſichern Wohnung macht ſich der Fuchs unter der Erde Höhlen, welche bey den Jägern Such sbau genannt werden; oder er treibt den Dachs aus fei- nem Baue, wenn dergleichen in ſeiner Gegend anzutreffen iſtz in Ermangelung Rrx 2 veſe GELN tima ahmen s verur üben DiE IEEE Wär d r Man Dm Anre Afee--i-- - dengel 4-0 Maenner EEN drm m bimei An au amn 5m LIT IEE ZER wow m m DE m mamma FCO Fuchs deſſelben macht er ſeinen Bau unter einem wurzelreichen Baume, oder unter einem Steine, welches doch nur mit einer Röhre geſchiehet. In freyen ebenen Kornfeldern findet man auch öfters Fuchs3ruben, wel- die aber auch bey den Jägern Sluchtbaue oder T7othbaue beißen, dergleichen aber nur von jungen Füchſen auf kurze Zeit ge- mac und bewohnt werden, - Das Klaffen,(Bellen) des Fuchſes iſt eine Art von Gebelle, welches mit glei- chen und ſehr geſchwind auf einander fol- genden Tönen geſchieht, Wenn er zu klaffen aufhört, pflegt er ſtärker und höher anzuſchlagen, und alsdann komme es mit dent Geſchrey des Pfaues überein. Im Winter, beſonders wenn Schnee und Reif gefallen iſt, giedt er einen anhaltenden Laut von ſich, im Sommer hingegen ſcheinet er faſt gänzlich ſtumm zu ſeyn. Er hat einen ſehr feſten Schlaf, daher man ſich ihm leicht nähern kann, ohne daß er aufwachen - Follte, Er leget ſich krumm, wie die Hun« de, wenn er ſchlafen will; aber wenn er bloß ausruhet, ſo ſtrect er die Hinterfüße von ſic), und bleibt ausgedehnt auf dem Bauche liegen. Jn ſolcher Stellung be- lauert er auch längs den Hecken die Vögel, welche ihn dermaaßen anfeinden, daß ſie einander, mittelſt eines beſondern Ge- ſchreyes, zu warnen pflegen, ſo bald ſie ihn gewahr werden. Die Krähen, in- ſonderheit die Amſeln, begleiten ihn oben von den Bäumen, unter beſtändiger Wie- derholung eines warnenden Geſchreyes, und folgen ihm zuweilen auf 200 bis 3002 Schritte nach. Erſt ein ſehr gefährlicher Feind der jungen Haſen, der Gänſe; Hühner, Tauben und Vögel, Fehlt es ihm an dergleichen Raube, ſo begnüget er ſich mit Fiſchen, Fröſchen, Maulwürfen, Seldmäuſen, Käfern, Heuſchrecken u, ſ, f, Fuchs Im Herbſte beſucht er auch die Gärten und Weinberge, weil er ein großer Lieb- haber von Obſt, Weintrauben nud- Ho» mig. iſt:>, Die Zeit, wenn ſich die Füchſe begat» ten,(ranzen oder rollen) iſt der Februar, da ihrer etliche hinter einander, wie die Hunde, einer Füchsinn nachtraben, Die Füchsinn gehr ſodann 10 Wochen dic, und wirft(wölft) mehrenthei!s 4=- 6 blin- de Junge. Sie bringt ſelbige, die An» fangs weißgelblich ſind, nachgehends aber immer dunkler werden, in den Bauen oder Fluchtröhren auf; ſobald ſie aber 9 Tage alt und ſehend werden, fich auch Menſchen um den Ort ihres Aufenthalts wittern laſſen, nimmt ſie ihr Gehecke, und trägt es in das Korn, und zwar gern nahe an die Dörfer, weil ſie, nebſt anderm Geäſe, dort am erſten etwas von jungem Federvieh, zur Auferziehung ihrer Jun- gen, auffinden kann. Um Jacobi laufen dieſe ſchon mit den Alten aus, und lernen ihre Nahrung ſelbſt ſuchen, Im Soin= mer fälle den Füchſen das Haar aus(dies ſes geht an, fobald ſie lebendige Fröſche zum Geäſe ſinden,) und ihr Balg erneuert ſich alsdann wieder; daher werden auch Bälge von jungen, oder im Sominer es fangenen Füchſen wenig oder gar nicht ge achtet. Die Füchſe werden in Gruben, wie die Wölfe, auch mit Neßen und beſondern Ciſen, welche man Suchseiſen nenne, gefangen, oder mit Hunden aus ihren Bauen geheßt und erſchlagen, oder gely- dert und erſchoſſen, oder auf eben die Art, wie die Hafen, gejagt. Das Graben der Füchſe geht nur alsdann gur von ftat- ten, wenn die Baue nicht in Felſen, oder allzu groß und tief ſind; man läßt einen oder zween gute Hunde hinein; wenn dieſe laut EE IEP Fuchsſch laut werden, ſchlägt man oben mit einer Hae derb auf den Boden. Denn, wenn ſich der Fuchs etwa in einen Keſſel geſeßt hätte, und nicht in eine Röhre zum Ende weichen wollte, wird er ſich durch das Er- ſchüuttern ſo weit machen, als er kann, und die Hunde bekommen auch mehr Eipker. Man muß ſich aber mit den Ohren auf die Erde legen, damit man den Laut der Hunde recht hören könne, und alsdann nicht zu weit vor den Hunden niedergraben, Wie man den Eingang der Röhre von auſ- ſen beurtbeilen kann, fo ſchlägt man als- dann auch ſv ein, daß es queer über die Röhre komme, und der Cinſchlag oder das foch wird lieber etwas länger, als fürzer, gemacht. Auf ſolche Art behält man Plat, die Erde heraus zu bringen, und daß man ſich auch frey bewegen kann. Man kann auf dieſe Weiſe den Fuchs lebendig haben, und ihn noch zu Hauſe in einem Garten eder Hofe heßen. Das Suchsprellen nenntman, wenn die eingefangenen Füchſe mit einem ſtarken Tuche, welches man die Prelle nennt, oder mit langen, von zwo oder mehrern Perſonen gehaltenen Neßen,(welche daher Prellnerze heißen) darüber ſie wegpaſſi- ren müſſen, in die Höhe geſchnellt(ge- ſchupft) und einige Ellen hoch in die Luft geſchleudert werden, dergleichen Art von kuſtbarkeit an großer Herren Höfen üb- tich iſt. Fuchsſchwanz, Fr. Queue de Renard, alſo nennen die Röhr- oder Kunſtmeiſter die ſehr feinen Würzelchen, welche ſich in den Waſßferleitungsröhren erzeugen, und, dem Anſcheine nach, durch einen Saamen von Pflanzen, der mittelſt des Waſſers, in die Röhre kommt, hervorge- bracht werden, Sie vermehren ſich ſehr Fuchsſ< Ktarf„- und oft wird die ganze Höhlung der Köoren damit ſo ſehr angeſüllet, daß ſel- bige davon berſien, Fuchsſchwanz, Alopecurus. Man findet von diefem Graſe bey uns fol- gende Arten: 1) Wieſenfuchsſchwans, A. pra- tenſs L., iſt auf unſern Wieſen und Wei- den häufig anzutreffen. Wurzel: un- zählige dicht zuſammenliegende weiße Fa- ſern. Wurzelbiätter: lang, ſchmal, glatt, geſpißt. Salme: aufrecht, dünn, glatt, purpurröchlich oder blaßgrün, etwa 2 F. hoch, mit 3-- 4 Knoten,.an deren jedem ein einzelnes Blatt ſtehet, das den Knoten mit ſeiner Grundfläche ziemlich weit hinauf umgiebt. MBlumen: auf den Enden der Halme, in langen Aehren, faſt wie Fuchsſchwanz geſtaltet, purputre röthlich, mit zottigen Bälglein, und ſtumpfen Blumenkronen. Taamen: reif im Jun. Jn Gegenden, die vorzüge- lich guten Wieſenwachs bey uns haben, macht dieſes Gras einen fehr beträchtlichen Antheil des Heues, unter welchem die ſchönen, breiten Blätter deſſelben leicht zu erkennen ſind, Es kömmt ſehr zeitig im Frühjahre zum Vorſchein, blühet auch wohl in einem Jahre zweymal 3 die ſchönen ſilberweißen, mit dunklern Strichen ge- zierte, und ohngefähr im Anfange des Mayes fich zeigende Kolben machen es ebenfalls ſehr kenntlich. Cs hat einen ſtar- ken Trieb mit anſehnlichen Stöken, ſv daß es füglich in einem Jahre dreymat ge hauen werden kann, weshalb es vorzüglich den Anbau verdienet. Die Schaafe be- finden ſich auf ſolchen Weiden, auf denen Wieſenfuchsſchwanz wächſt, recht gutz ſie Freſſen dieſes Gras nicht nur friſch, ſon- dern auch'mit vorzüglicher Begierde unter Ner 3 dem gor AI= Near, 3.=. enk ueman 20 nd nnen mt mne denen] am Bake dn ÄN winn gäben Py MARE a 2 zEERERRER KEENE em fend& vr ebi Fn 1er PIERER Ur BRI 5. AoE ND EN ="Day Ii rs be" T| ene BE ÜS enen vc». 225 mmm. Ek SEE Zn wir Ädu, 1 nami In hun wm Abw ADEN PELE BÄÜÄEN, porous 9 DELN, ADE wir nde we ;| 9 " || j t 1 p, (IN ? 502 Fuchsſch vem Heue, Uoberhaupt muß man bekenz- nen, daß das Heu um ſo viel beſſer ſey, je ſtärker der Antheil von Wieſenfuchs- ſchwanz iſt, der ſich darunter befindet; wobey aber zu merkeiw, daß dieſes Gras, wie alle andere Gragarten das kraftigſte Futter giebt, wenn es zur Blüthzeit ge» hauen wird.€Es8 verdient aber auch noch dieſerhalb angeprieſen zu werden, weil man etwas feuchte Wieſen, und ausgetrock- nete, ſumpfichte, torfichte Stücke durch deſſen Beſäung verbeſſeru kann. Die Raupen, welche anderes Sras verzehren, laſſen dieſes unberührt, daher es auch auf ſolche Weiſe, wo viel Gragraupen fich ein- geniſtet gaben, nüßklich ſeyn kann. 2) Ackerfnchsſchwanzgras, A. agreſtis L., 4ſt mit dem vorherſiehenden ſehr genau verwandt;. es unterſcheiden ſich gber beyde zur Gnüge, indem das Wie- ſenfuchsſceten Stengel, die bey jedem Knoten einen Winkel machen, da bey den erſtern der Halm gerade in die Höhe geht. Es iſt ſüße, aber, wegen des Waßſerſchlamms und der daran han» genden Würmer, den Schaafen weniger dienlich, als den andern Thieren, deuen es eben feinen Schaden bringet, Füllhals Fügen, geſchiehet 1) von den Bött« en, damit alle Feuchtigkeit vom Aufſtei« gen aus der Erde zurückgehalten werde. Jedoch kälten dergleichen Böden im Win- ter fehr, wenn auch gleich ſtarke Breter genommen und aufs beſte geſpundef wer- den, da denn auch überhaupt hiebey die Koſten nicht geringe ſind. Es iſt daher am rathſamſten, da ein Landwirth ohnehin ſo leicht nicht zu viele Keller haben kann, daß er, außer den gewölbten Kellern, noc< beſonders unter allen Gemächern, die von Menſcwerken, ausſtaken, aber nicht mit 2Lehmſtroh auswinden, ſon- dern gedachte Stafen nur mit trocknem Lehm derb überde>en, und die Fußboden- breter darauf bringen läßt, Geſekt, er brauchte dieſe unterirdiſche Behältniſſe nicht alle, ſo hat er doch darüber warme, troccne Wohngemächer, und erſpart ſich die vielfältigen Ausbeſſerungen der ſo oft verſtockten und vermoderten Fußböden, in welchem Zuſtande ſie ſich auch den Thür- zargen und allem Holzwerke über und ne- ben ſich gar bald mitcheilen. Man will zwar ſonſt wider den Schwamm rühmen, die Unterlagen, Fuß- böden und das anſtoßende Holzwerk mit ſtark geſättigtem Vitriolwaſſer einigemal zu beſtreichen 3; man wird aber doch mit Balkenkellern am ſicherſten gehen, da bey ſelbigen die Breter nur bloß gefuget, und dey ſchlechten Wohnungen auch rauh, oder ungehobelt, verlegt werden. Je mehr man aber Keller hat, deſto mehr Gelaß hat man ſich für Gartengewächſe und al- lerley Wurzelwerk, zum Nußen der Men- ſchen uzd des Viehes, den Winter über verſchafft. Bey Schürtböden, die kein Pflaſter oder Eſtrich erhalten, iſt das Spunden der Bretex nothwendig, damit keine Körner zwiſchen den Fugen durchfallen. Hierzu werden trockne Breker erfordert, und wenn ſie gehobelt werden, ift es um ſo viel beſſer, weil doch ſonſt immer in den vom Schnitte rauh gebliebenen Holzfaſern Staub» und Inſecteneyer zurückbleiben, wenn auch noch ſo fleißig gefegt wird. Friſche, nicht trockne Dreter trocknen im Sommer ſo ſehr ein, daß nach etlichen Jahren der Spugd die Nutche nicht mehr berühret. Fußſchad In vornehmen Häuſern" yAegt man in Sälen die Fußböden mit fänen Qua- dern zu belegen, oder beſſer mit Ülar- mor, undzwar von verſchiedenen Farben, wodurch zuweilen. allerley artige Deſſeins entſtehen. Jn Ermangelung der feinen Quadern, oder der Marmorplatten, gießt man wohl in den Sälen Eſtriche, oder belegt ſie mit Bohlen nach einem feinen Deſſein. Jn Sommerzimmern nimmt nian aber gern zu den Fußböden Marmor- platten, auch wohl geſchliffene Ziegeln oder Eſtriche; in Winterzimmern aber, oder auch in beſtändigen Wohnzimmern macht man bretterne Fußböden, welche mit al- lerley abwechfelndem Holze und nach ver- ſchiedenen Arten in einander geſchlungen, und oftmals ſo ſchön gemacht, gefertigt werden, daß ſie allerley Deſſeins vorſtellen können, Fußgeſtell, Säulenſtuhl, Pie- deſtal, iſt der unterſte Theil einer Säus lenordnung, worauf die Säule zu ſtehen fömmt; er beſteht aus 3 Theilen: dem Fuße, dem Würfel und dem Deckel. Es trägt aber ein Fußgeſtell nicht allezeit eine Säute, ſondern man ſtellt auch Statuen, Gefäße und andere Sachen darauf, welche zur Pracht und zur Zierde dienen. Es giebt aber noh mehrere Arten von Fußge- ſtellen, welche entweder ausgeichweift, oder oben weniger Breite als unten haben z wie auch nach einem Bogenjiücke geſchweift, oder mit geraden Linien gemacht ſind. Fußreiſer, dürre Stangen um den Vogelheerd, damit die Vögel darauf fu- ßen, d. i. ſich darauf ſeßen können. Fußſchaden, von eingetretenen L74- gein oder von Dernageliing. Wenn Pferde auf dieſe Art leiden, ſo muß ſo weit die ve Ed) "is hen| den dara ſveye der| diz derde fonnt, (inem aeg daG hinda terte förder jf Felder - ber| brauch Kreuz en 9 derjenig figung wad Wande wh; zu fehr eina Fuſte Eina abredy ſolcher ſehen Breit Wenn f man Qua: (Nat: arben, iſſeing ſeinen ! gießt 1. Oder feinen nimmt amo (0 der t, Wet 1 weht mit 1) vet: (ungen, vefertigt erſtehen 3:00» t Edw ſichen ; im , Es eit eine tue, velche (fs ußge- weift, aben; weiſt . m den auf fü 70907 Wenn pott vw Zleanaeten adun M AM met Freyer Abfluß verſchafft werde, Fußſch „die Sohle beſchnitten werden, bis der Schaden ſo weit oſfen iſt, daß eingelaſſe- nes Terpenthinsöl die ganze Größe deſſel- ben erreichen, und damit verbunden wer- den fann, indem die. Hauptſache hiebey darauf anfömmt, daß der Materie ein Hat aber der Nagel die Sehne berühret, ſo- wird die Heilung für denjenigen beſchwerlich, der den innern Bau des Fußes nicht recht fennt, und nicht weiß, wie und wie tief man ſchneiden kann, um das dienliche Mit- tel an den verleßten Ort zu bringen, Fußſcheit, Fußkluft, Fußrüſte, Scheite, welche an der untern Schicht in einem Meiler. in die Queere auf einander gelegt werden,„um ſowohl das Abſchurren der Erde an dem Fuß des Meilers zu ver- hindern, als auch das Abbrennen der un- 'terſten Theile des Holzes deſto beſſer zu be- fördern. EIE: Fußſteig, eines gebahnten auf offenen Feldern kann ein jeder ſich bedienen. Hat .aber der Eigenthümer den gemeinen Ge- «brauch ſolcher- Fußſteige durch Gräben, „Kreuze, Schlagbäume oder andere derglei- den Merkmale unterſagt, ſo kann nur derjenige, welchem eine beſondere Vergün- ſtigzung eingeräumt worden, davon Ge- brauch) machen. Wer das Recht hat, über des andern Grundſtück zu gehen, iſt:nicht berechtiget, auch darüber zu reuten, oder zu fahren, weßn es auch gleich nur ein. einräderiger Karren wäre, Die Breite der Fußſieige wird hauptſächlich durch die bey Cinräumung des Rechts getroffenen Ver- abredungen beſtimmt. In Ermangelung ſolcher verabredeten oder in Provinzialge- ſeßen enthaltenen Beſtimmungen iſt die „Breite eines Fußſteigs auf 3 Fußz und wenn darauf geritten, oder mit Karren Futter 507 gefahren werden ſoll, auf 4 Fuß zu be-- ſtimmen, A. L, R, Th, 1. Cir, XX1U, 9. 03. ff, FUßſtock, gewöhnlich ein Maaßſtab der Zimmerleute, welcher einen Rhein- ländiſchen Fuß lang, in 12 Zolle, und jeder Zoll wieder in 4 Striche abgetheilt iſt. Jnsgemein macht man ihn von einer guten Holzart, und nennt ihn auch wohl Solljtab, Sußſtab. DOfe iſt es auch ein hölzerner vierfantiger Maaßſtab, der 10 Rhyeinländiſche Fuß lang iſt. Am Ende pflegt der eine Fuß gewöhnlich in x 3 Zolle abgetheilt zu ſeyn. Mit dieſem Fußjtioke überſchlägt der Zimmermann beym Be- ſchlagen und in jedem andern Fall das Bau- holz, Fußwinde, eine Art Winden, um kaſten damit aufzuheben, Sie unterſchei» det ſich von einer gewöhnlichen Wagenwin- de weiter durch nichts, als daß nur die Stange an dem untern Ende einen Fuß oder ſtarken Widerhaken hat. ſer Fuß nicht von dem Stock oder Gehäuſe der Winde in der Bewegung gehindert werde, ſo iſt auf einer Seite des Stocks eine Rinne ausgehöhlet, worinn fich der Fuß frey bewegen kann, Uebrigens ſind alle Theile ſo, wie bey einer Wägenwinde, Der Zimmermann, wie auch der Stein- meß, beben mit dieſer Winde ſchwere 2a ſten auf, Futter, Fenſterfutter, Thür- futter, ſo nennt man den aus Bretern gemachten Vierpaß, womit die innere Seite der Fenſter und Thüren bekleidet wird, Fukter, alles, was den Thieren zur Nahrung dienet. Man theilet es in Hart- futrer und Weichfutter; zum erſtern S8s 2 gehö- S- SIE R IT SOLI DNG ii Er PTH EN: mE SRE SEIN SI R TIER debe ger 25 wn nme mn een erer INN m wren wu Sd FE mI Eu EE nen Sli dE R EIE enn nn En. cn Damit die-. <<

  • nichts als Klee hat, und alſo immer, da feine andern Gewächſe damit vermengt ſind, zu rechter Zeit abgehauen werden kann. Wollte man es nun mit einer ein- zigen Art unſrer beſten Gräſer eben ſv ma- chen, ſo würde man den Unterſchied bald finden, und merken, daß, da ſolche Gras- arten nicht ſo bläßend ſind, als- der Klee, ſelvige auch in dieſer Rückſicht dem Viebe - behaglicher, geſünder und alſo auch mehr kraftgebend ſeyn müſſen. Die Sutrter- ordnung, oder wie und was gefüttert werden ſoll, davon f H. DI. B.1V. S,. 535. ff Futterklinge, Futtermeſſer, eine ziemlich einen halben Fuß breite Klin- ge, unten mit einem Ring, womit ſie an vem Kreuzholze der Futter- oder Häcſel- lade bcfeſtiget wird, oben aber mit einem hölzernen Griff. Sie iſt nach der Scnei- de zu in einen flacen Dogen gefrümimnt, weil man mit ſelbiger mit einem Zuge ſchneiden muß- Man hat aber, nach ei- ner anders eingerichteten Häſellade, auch ſolche Klingen, die mit einem Dru ſchnei- FE IRENE IERT mmweÄeweenreerpgg-unmormennez 4 bär ugrtter gerne geg PERG 206 ee DENNE 2 1052, E44 DELtalan dmek egi übe ium ED kur Sma re De- EIL mn De 1 ei en en m IIIA 2 Futtrig 509 den. Dieſe Klinge iſt im Rücken ausgeo höhlt, und in der Schneide iſt ſie nach einem flachen Bogen gerundet, Siehe Häckſeliade, Futtermaner, eine Mauer, womit eine ſcywächere Wand bekleidet oder ges futtert wird; insbefondere aber eine Wand, die von Holzwerk in der Nähe einer Feuer- ſtäte, z- B. eines Kamins, errich« tet iſt. Futtern, wenn der Zimmermann oder Tiſchler einen Fußboden legt, ſo nennt er dieſes; futtern, zumal wenn er dop» pelte Breter oder Unterlagen legt."Bey den Jätzern aber heißt es: eine Büchſen» kugel in ein Pflaſter einwieln, und als- dann laden, und auf eine Flintenkugel Papier ſeßen, Futtris, ſo heißt man Wolle, welche von dem Stäallfutter unrein iſt, und Heu- oder Strohhalme, Hä&ſel oder Spreu (Kaff) in ſich hat, welches doch verhindett werden kann, wenn Kaufen und Krippen ihre richtige Stellung in den Schaafſtäl- len haben, Futtrige Wolle ift ſehr zu kadeln, weil ſie den Wollarbeitern viel Mühe macht, um die darinn be» findlichen freimdartigen Theile abzuton- dern» Ss88 3 G, der e--en, und neben dieſem Getriebe ſteht eine ſenfrechte Sichtwelle. Dieſe Welle trägt zween horizontale Arme, die beyde in geräder Linie fortlauſen. Der eine Arm, welcher Anſchlat heißt, greift zwiſchen den Stöcken des Trillings, und wenn die- ſer umläuft, ſo bewegt er zugleich durch den Anſchlag die Sichtwelle., Der zweyte Arm greift in die hintere Wand des Mehl- Faſtens ein, und trägt eine Gabel, welche den Beutel, wie in der Waſſermühle, vermittelſt zwey lederner ODehre, feſthält. Ein dritter Arm der Sichtwelle, der mit dem vorigen einen rechten Winkel macht, legt ſich gegen eine ſenkrecht ſtehende SE ENESUG: einen ſtarken biegſamen Stock. An dem unterſten Ende' dieſer Schlagruthe ſißt eine hölzerne Leiſte, die auf vem Fußboden der Windmühle liegt, und bis zur vorderſten Wand des Mebhlka- ſtens reicht. Eine Schnur vereiniget die» ſe Feiſte mit einem Wirbel, oder einer klei- nen Welle; vor dem Mehlkaſten zieht der Müller, wenn er vor dem Mehltkatten ſte- het, vermittelſt des Wirbels,. oben ge= dachte Leiſte an ſich, und ſo biegt er den ys Y Gänſeb ZIT obern Theil der Schlagruche gegen das oben gedachte Getriebe von 3 Stöcken, und das Gavelwerk wirkt ſtätker, und um- gefehrt, Der Windmüller läßt aber den Deutel ſchneller und ſtärker ſchütteln, went der Wind anfängt ſchneller zu gehen, und alſo mehr Getraide mit einmal gemahlen werden kann. Gahren y wird von Flüßigkeicen ge« ſagt, beſonders vom Biere, wetin es, mittelſt hinzugegoſſener Hefen, bey gehbri- ger Wärme in eine aufbrauſende Wallung geräch, und wieder Hefen abſondert und auswirft, Hier zu Lande nehmen die Brauer in den Städten an, daß die hinzu gegoſſenen Hefen den funſzig- bis ſechzig- ſten Theil des Gebräudes augsmachen müſ= ſen 3; wobey ſich aber doch nichts recht ge» wiſſes beſtimmen läßt. Zu wenig Hefen geben eine unvellfommene Gährung und ein ſcales Bier; zu viel Hefen machen das Bier insgemein trübe, oder treibend und blähend. Gänſebiümc- den, Maßiicven, Marien- oder Margarethenbiumlein, Anger- blümtein, Zeitloſe u. ſf. w., Bellis minor offic., Bellis perennis Lin., eine bey uns überall jehr gemeine Pflanze auf Feldern und Weidepläßen, In den Blumengärten findet man verſchiedene Spielarten, bey welchen die Dlümcert und hebt; theils die Auflockerung und Hebung ſeibſt. Im erſten Verſtande ſagen die Bäcker: der Teig ſteht in der Gabrez; er gahrt: in der andern Bedeutung aber: der Teig, oder das Brodt hat zu viel oder zu wenig Gah- re;|, Gahren. Gahnren, im gemeinen Leben, gehen, aufgehen; wird in der Bäckerey vom Tei- ge überhaupt geſagt, wenn ſich ſelbiger nach dem Knaten und Aufwirken, verms- ge eines beygemiſchten Gähriungsmittels, hebt und zugleich auſlo>ert, als wodurch ſich Mehl und Waſſer erſt gebörig vermiſcht, und das zu backende Brodt locker und ge- nießbar wird, Der Teig vom Roggen: mehle wird insgemein durch Sauerteig;z der Waizenteig aber durch Hefen oder Bärme zum Gahren gebracyt. Dech hat man auch geſäauertes Waizenbrodt, wie z. B. in Berlin das Franzöſiſche Brodt. Je nachdem das Waſſer mehr oder weniger heiß iſt, das der Wäcker beym Teigma- dien gebraucht; ferner je fälter oder wär- mer die Backſtube iſt, worinn der Teig gahret, deſto eher oder ſpäter iſt die Gahre geen» eſche oliren land Rott: edene nutht: wärt otti, 8 iſt h, theils , vit: ungs: eis Jm dzQ jn der , oder Och: ehen, Zel: (biger (emös tels, ud) ht, ) ge: Gahrſt* geendiget. Doch gahret, überhaupt ge- nommen, der Roggenteig ſchwerer, als der Waizenteig, Das Gahren des Brodt- feigs faänn, wenn alles gehörig getioffen iſt, höchſtens in einer“ Stunde geendiget feyn 3 dagegen der Semmelteig unter der angenommenen Bedingung in einer halben Stunde Gahre genug erhält. Gahrt der Teig zu ſtark, ſo trägt man ihn in die Kälte. Brodt oder Semmel, ſo zu viel Gahre hat, fällt plott nieder, und erhält Gruben auf der Oberrinde; hat beydes aber zu wenig Gahre, ſo läuft es zu ſtark im Dfen auf, läuft ſeitwärts in krauſen Knollen aus;(ſ. pudeln) die Krume reißt auch wohl auf, und man findet hin und wieder, ſonderlich über der Unterrinde, Waſſerſtriemen, Uebergahrten Brodtteig ſeßt mon daher an den am wenigſtenz zu wenig gegahrten aber an den heißeſten Ort des Ofens; der letztere hebt ſich zuweilen- no< in der Hike. Das geübte Auge des Bäckers bemerkt am beſten, wenn der Teig Gahre genug hat. Gahrſtangen, einige Stängen kurz unter der Decke der Backſtube, doch in ei- niger Entfernung, auf welche der Bäer die Backbreter mit dem Teig ſchiebt, wenn dieſer unten nicht gahren will, damit ihn. die ſtärkere obere Hike in der Backſtube hie- zu nöthigen möge. - Galgen, ein gefrümmtes Eiſen zwio ſchen beyden Schenkeln des Mundſtücks einer Pohlniſchen Reitſtange,(ſf. dieſe) welches mit Niedten daran befeſtiger iſt. Ueberhaupt heißt Galgen oft ein Theil ei- nes Geräths, welches das Anſehen eines Galgens im erſten und eigentlichen Ver- ſtande hat. So iſt Galgen bey einem Brunnenmacher eine kleine Rüuſtung von Holz, neben dem Brunnenloch, worauf Gek, Negllexicon II, Theil, Gallapf 513 der Sandbohrer und die Brechſtange beynmz Gebrauche ruhen, Galipot, Garipot, Dorf- oder Bauernweihrauch, ein flößiges, dichtes und weißes Harz, ſo aus ven Fich« ten quillt, und zu weißem Pech und Ter- penthin, auch zu Delen, herausgenommen wird. Galißenſtein, weißer Bitriol, Zinfvirriol, Vitriolum album, ein weißes metalliſches Salz, welches aus Vitriolſäaure und größtentheils aus Zink beſteht, daher es auch Zinfvitriol genannt wird. Jn der Heilkunſt hat man ihn ehe- dem als ein Brechmittel gebraucht, wel- ches aber wegen der bey ſich führenden Ku- pfertheile verdächtig und zu unterlaſſen iſt. Er kann mit mehrerem Nußen in der Thier» arzneykunſt bey äußerlichen Wunden, wo es aufs Reinigen, Austrocknen und Zus- ſammenziehen ankommt, gebraucht wer- den, Gallapfel, Gaflus, gemeiniglich das befannte Nebengewächs der Eichen- blätter, auf welchen es gleichſam als War- zen derſelben erſcheinet. Ju Handel füh- ret man immer nur zwo Arten, nämlich die Türkiſchen, worunter faſt alle Arten begriffen ſind, und die ſo genannten Puiſchgalläpfel, Die beſten Türki- ſchen Galläpfel ſind ungleich, und gleich» ſam ſtachelich, ſchwärzlich oder bläulich 3 flein, aber ſehr iMwer. Die Miateria- liſten aber miſchen gern die drey aus der kevante kommende Arten unter einander, Wenn die kleinſten und ſchwerſten heraus- geleſen ſind, iv hat man an den leichten und löcherichen eine ſchlechte Waare, Auſ- ſer dem Nußen der Galläpfel in den Fär- bereyen bedienen wir uns derſelben zur Ttt ſchwar- Win. EEN NE nn LIE ain iii enb eren NE munen 7 20 DIRE fd RI NEE RÜHN II 5 ddr gtr übt Dua SEEG Wadern IDI 20er Dk Eneg eu andern tii enen DEIN 2 ZT GELEGE IEEE ER PEE merge adi 514 Galle ſchwarzen Dinte, Unſre einheimiſchen Galläpfel tönnen, wenn ſie recht reif ge- worden ſind, zu gleichem Gebrauche die- nenz denn ſie fommen nicht alle Jahre zu ihrer gehörigen Reife, Hat der Herbſt viele feuchte Witterung, ſo bleiben ſie weich, daß man ſie zerdrücken kann, und fallen, wenn das Laub abzufallen anfängt, mit ab; dieſe ſind nichts nüße, Sind aber renen, und die dar» auf verwendeten Koſien reichlich erſeßen wird, Es giebt aber auch Aecker, welchen, theils weil ſie zu tief liegen, und mithin dem Abzuge der Ablauf oder Zug nicht ver- ſchafft werden kann, und theiis, der Nach- barn wegen, welche ihre daran liegende geſunde und feiner Abzüge benöttigte Fel= der nicht durcer oder in die Wieſe wühlen, und den Abzug en dürfe. Auch werden da, wo der Abzug ausgießt, zu deſto mehrerer Dauer, große Steine gele3t. Wenn ſich ein Ab- zug vorſchlämmet, geſchieht es allemal da, wo derſelbe au3gießt; dvd) fann er mit ei- nem Sivc>e, over einer hölzernen Krücke, leicht ausgeräaumf werden. Galle, die bekannte bittere, ſeifenartie ge, gelblich grüne 5 Seuchtigfeit i in den thie- riſchen Körpern. Dey den Rindviehſeu- end zu halten ey. “CB Gallinſ(AT Man will die geſunde Galle von ver- ſchiedenen Thieren wider mancherley'Zu- fälle des menſchlichen Leibes empfehlen. Hier will ich aber nur der Schweins- galle gedenfen, welcher man ſich, nach einer oft gemachten Erfahrung, bey erfror« nen Gliedern der Menſchen und Thiere mit beſtem Nuken bedient hat, Man haf dieſe Galle ſchon öſters ſolchen Menſchen, die wegen mehrjähriger Froſtſchäden den Georauch der Hände nicht mehr in ihrer Gewalt gehabt, angerathen, um ſich des Abends beym Schl! afengehen damit zu be- ſtreichen, worauf ſie denn, nach einigen Wiederholungen; glüiich wieder herge? ſteller'wörden find. Man muß daher beym Hausſchlachten die Schweinsgalle in wohl verſtopften Gl äſern oder Flaſchen aufbewah« ren, um ein ſo wohlfeiles und bewährtes - Hausmittel alsbald bey der Hand zu haben, Gallerie, Fr. Galerie, ein langer Gang oder ein Gemach in anſehnlichen Ge- bäuden, oder ein Behältniß, welches ei- nigemal länger, als breit iſt. Mag pflegt dariun allerley Kunſtſtücke, beſon- ders Malereyen, wie z, B. in Sansfouci, Dresden, u. ſ. f. aufzubewahrenz in wels t, Zlät« ter; glatt, homgrün, gegenüber ſtehend, vielſpaitig bis faſt an die Bittelribbe, Diumen: an den Seiten des Stengels, einzeln, weiß, im Jun, und Jul, 11) Unichres Schlagtraut, T. Pieudo- Chamaepitys., Datrcriand; Spanien, Marjeille, Strengei: fraut- artig, zart, ſehr haarig, theilet ſic) von unten auf in viele dünne abſtehende Zwei- ge.. Blätter: haarig, in 3 Stücke zet- theilt, deren jedes in 3 oder mehrere ſtrich- förmige Abſchnitte geſpalten iſt, BBly- men; an den Seiten der Stengel, ein- zeln, auf gegenüber ſtehenden Stielen, (in Trauben, Linn,) Dieſe ſehr dauerhaften Pflanzen kom- men überall in Gärten fort, am beſten aber in einem feuchten ferten Boden, und in einer ſchaftigen Lage; laſſen ſich auch in Menge vermehren, durch Sercheilung im Herbſte, Winter und Frühiahre; durch abgeriſſene oderabugcſchnitrene junge Schüſſe, welche im Frühjahre, oder im Anfange des Sommers auf eine feuchte ſchattige Stelle geſteckt werden müſſenz und durc) Saamen, welcher im Herbſt in Menge reif, und im Frühjahre ins freye Land in gemeine Erde geſaet wird. Nur TT. Hyrcanicum verlangt einen beſchügten Ort, SAEED EN It 2 A EL Gamand Ort, und im Winter eine Bedeckung, Zu den einjährigen Arten gehören: 1) Schlagtraur, Seldcypreſſe, Je länter je lieber,'l. Chamaepitys. Vaterland: Jralien, Frankreich, Eng- land, Deutſchitand, im Acerlande. Wur- zel: holzig. Strengel: weitſchweiſig, geſtreckt. MBlärter: in 3 ſtrichförmige und glatträndige Abſchnitte zerſpalten. Ziumen: an den Seiten, ungeſtielt, einzeln, zlänzendgelb., Hievon hat man 2 Abarten, mit blaßgelben und mit weißen Blumen. 2) Traubengamander, T. Bo- ys. Vaterland: Deutſchland, Frank- reich, Jtalien, in ſonnigem gebaueten fande, Stengel: viere>ig, etwa 1 F«. go<. Blätter: vielſpaltig, Biumen: an ven Seiten, je drey und drey, geſtielt, w«“ EE L7iſſoliſcher oder Portugieſi- ſcher Gamander, T. Niſſolinum. Ziärter: theils in drey, theils in fünf fadenjörmige Abſchnitte zertheilt. Zi men: an den Seiten, geſtieit, einzeln, gegenüber ſtehend, blau, 4) Stachlichrer Gamatnder, T. ſpinoſum. Vaterland: Portugal auf Hügeln, und im A&erlande, Stenttei: 12 F, lang, mit Stacheln bewehrt, Dist- fer: vielipaltig, von ſehr angenehmem Gerüche. ZBiumen; röcblich gelb, oder weißlich. Dieſe Arten blühen meiſiens im Jun, und Jul. und geben im Sept, reifen Soa- men. Man ſäe denſelben, ſcbald er reif iſt, uo verdünne nachher nur die Pflan- zen. Sie pflanzen ſich nachher durch den ausfallenden Saamen ſelbſt fort. Die leßte Art verlangt eine gegen Nord- und Oſtwinde geſicherte Rabatte, und im Gamand 519 Winter eine leichte Bedeckung gegen ſtren« ge Kälte, Unter allen dieſen beſchriebenen Arten iſt der Lachenknoblauch, wegen ſeiner Heil- fräfte, vorzüglich zu ſchäßen. Man dat davon in den Apotheken ein abgezoc genes Waſjer, ein Extract und eine Cſſenz. Der Theriaf, worunter viel Lachenknob- lauch kömmt, erhält grüößtentheils ſeinen beſondern Geruch von demſelben 3 außer dieſem ſind das Eleduarium Diaſcordii und die Stahliſche Eilentia alexipharmaca die vornehmſten Mittel, an deren nüklichen Würkung unſre Pflanze einigen Antheil hat. Die ältern Aerzte haven ihren Ge- brauch vornehmlich bey allen Krankheiten angerühmet, welche mit einer Fäulniß der Särte begleiter ſind. Weii ſie aber eine erhißende Eigenſchaft beſikßt, leicht vielen Schweiß treibt, und Frieſel verurſacht, foll man ihren Gebrauch bey bözartigen und faulenden Fiebern gehörig einſchränken, und nur alsdann verſtatten, wenn hißige und Schweiß befördernde Mittel nöthig ſind. Indeſſen bleibt die Pflanze wider die angehende Fäuiung und den Brand der äußerlichen Theile des Körpers ein kräfti» ges Mittel, wenn man ſolche auf den be- ſchädigten Theil unmittelvar legen kann, In tungenkranfheiten, ſonderlich) ws Ges ſchwuüre zugegen, wird ſie auch angerathen, und Haller bezeuger, daß ſie deswegen in der Schweiz in großem Anfehen ſtehe, Sie ſoll die Geſchwüre reinigen und den Auswurf des Eyters befördern. QCben dieſer Schriftſteller erinnert aber billig, wie die 8ungengeſchwüre eine ganz andere Heilart erforderten, Lange, in der Ab» handlung von den Hausmitteln, lehret, wie man in dein Braunſchweigiſchen bey dem Blutſpeyen und der rothen Ruhr einer 3ab- - <= emen EN nnen<< RI AE EN ERG ISENSE DI 8 2m gt a DISE RÜ RI» wietätenee< 77 S 1! 4 et erinner nam wre R NR R 4 rT- I T= ZI Els wn dr EE IEE BEEREN wün en Se Irr nm u ex Ed “ eina > X 520 Gang Latwerge, die man aus Lachenfnoblauch und Saunifel bereitet, ſich zu bedienen pflege, Man empfiehlt ſolche auch bey der Waſſer- und Bleichſucht/ und zur Vertilgung al- lerley Würmer bey den Kindern 3 Broſſa- vola hat ein gleiches bey den Pferden an- gemertt, und eine, aus dieſer Urſache entſtandene, Seuche bey ihnen damit gehei- let; Zorn aber behauptet, wie man die Motten von den Kleidern abhaiten könne, wenn man ein Büſchlein von dieſem Krau- te dazu leget. Zum innerlichen Gebrauche iſt, außer der Cſſenz und dem Ertracte, vorzüglich der ausgepreßte Saft, wenn man die Pflanze friſ) haben kann, zu em- pfehlen, oder man vermiſchet das zu Pul- ver geſtoßene Kraut mit Honig, auch Fkeiſchbrühe, oder gebrauchet die Pflanze als Thee. Zum äußerlichen Gebrauche fann man das Pulver mit etwas Myrrhen und Salz vermiſchen, mit warmem Wei- ne einen Brey daraus verfertigen, und dieſen, ſo warm es zu leiden, über den entzündeten und zum Brande geneigten Theil legen, und öfters wieder erneuern. Gang, entſteht auf dem Scheerrahm oder der Scheermühle beym Scheeren, wenn der Weber 20=- 40 Fäden Harn in verſchiedenen Umgängen von oben hinab, und hiernächſt wieder von unten hinauf leitet. Die Umwicklung der Fäden um den Scheerrahm von oben hinab heißt ein balber Gang, ſo wie auch von unten hinauf, und beyde halbe Gänge den ganz- zen Gang machen, Die Anzahl der Fäden in einem Gange bleibt ſich bey den ver- ſchiedenen Webern nicht gleih. Der deinweber nimmt insgemein 20 Fäden, die er hinauf und hinab leitet, ſo daß alſo der Gang 49 Fäden enthält. Gans Gang, Wand, 1) das Hin- und Hergehen eines Wildes oder Raubtzieres aus und in den Wald-, oder aus und in den Bau; 2) eine Reihe aufgeſtellter Klebgarne zum Lerchenfang,. Gang, beym Mühlweſen. 1) Man ſagt: die Mühle hat nur einen Gang, wenn nur ein Stein umgetrieben wirdz ſie gat 2, 3, 4, und mehrere Gänge, wenn ſie jo viel Steine zum Mahlen in Bewe- gung ſeßet 3 2) das jedesmalige Aufſchüt- ten ves Gekraides durch den Rumpf auf den Müylenſtein, Die Spikßkleye kommt, ſagt mani vom erſiern; das Griesmehl vom zweyten; und das Mittelmehl vom dritten Gange. Hier ſagt man dagegen das Auf- ſchürcten. Gang, das Gefecht zwoer Perſonen, bis zum Ruhepunct, die ſich entweder im Ernſt mic dem Degen ſchlagen, oder auch nur zum Bergnügen und zur Uebung mit den Rappieren gegen einander fechten. Gang, alle Schüſſeln oder Speiſen, die zugleich und mit einmal, nach den Ge- ſeßen der Symmetrie, auf eine Tafel ge jet werden, Gang, in der Waſſerbaukunſt, ein ſchraubenartiges um die Spindel herum von Holz geführtes Fach, womit vas Waſ- ſer in die Höhe gezogen. und ausgeſchöpft wird, Gans, ein ſehr nügßliches Hausge« flügel, und zwar faſt mehr um ſeiner Fe- dern, als um des Fleiſches willen, da wir in unſern kältern Ländern der Federn zu den Betten nicht'wohl entrathen können. Wir pflegen dieſes Geflügel in Waſſer- und Erduyänſe einzucheiten. Erſtere ſind ſolche, welche täglich, auch wohl die meiſte Zeit 'Gans Zeit im Winker, no ihre Nahrung auf vem Waſſer finden, und alſo weniger zu halten foſten; ſte ſind meiſtens größer, als die Erdgänſe, und die» Jungen ſind un- „gleic) wenigern Krankheiten und dem To- de unterworfen, als die Jungen der Erd- gänſe. Man nenne dieſe desyalb Erdgän- ſe, weil ſie faſt immer nur allein ohne Waſſer auf den Feldern leben müſſen. Man fönnte noch eine Mittelgattung zwi- ſchen beyden annehmen, nämlich ſolche, die zum Theil auf dem Lande, zum Theil auf dem Waſſer, als z. B. in der Nähe der Flüſſe, Teiche oder Lachen, ihren Auf- „enthalt; haben können; und ſie ſind auch größer und geſünder, als die im vollem Berſtande ſo zu nennende Erdgänſe, die kleinſten unter den übrigen. ſergänſe ſind an Fleiſch und Federn ſo gut als drey Erdgänſe. „Zuchrtgsnſe heißen diejenigen Gänſe, welche zur Zuzucht auf einem Hofe gehal- ten, und denen Schlachttänſen,(die zum Abſchlachten beſtimmt find,) entge- gengeſeßt werden. Man hält gemeiniglich "auf 6= 8 Zuchtgänſe einen Ganſert oder - Gaänſerich, die bis Weyhnachten mit Ha- fer oder andern Körnern gut gefüttert wer- den, damit ſie ſich im Januädr oder bereits im December züchten(begatten) und im Februar oder noch früher, legen mögen. Gegen die Legezeit wird etwas Hafer oder - anderes Futter abgebrochen, damit die Eyer nicht zu fetk und zur Brut untüchtig werden. Man kann die Zuchtgänſe wohl ohne Hafer mit Trebern(Sey) Afterkorne, Spreu mit Schrot angemengt, Mohrru- ben, Ertüffeln u. ſ, f. durch den Winter bringen; allein das frühe und viele Eyer- legen haf ſeinen einzigen Grund in dem beſſern Futter. Je früher man die jungen Gänſe im Jahre haben kann, deſto weni- Vet, Regilexicon 11, Theil, Zwo Waſ- Gans Ser ger ſterben fie im Sommer, und deſto früher, bereits zur Aerndtezeit, werden ſie ſchlachtbar, und man kann auch die im Herbſte erſt zu ſchlachtenden Gänſe zwey- mal ſchon zuvor gerupfer haben, Man muß die alten Zuchtgänſe nie auf einmal, ſondern nur nach und nach, ab- ſchaffen, um ſolche mit Jungen zu erſeßen. Die einjährigen Gänſe legen bey gleich gu- tem Futter nicht nur ſpäter und weniger, auch kleinere Eyer, ſondern brüten auch " ſchlechter als die ältern Gänſe, Man rich- te ſich alſo dergeſtalt ein, daß wenigſtens nur der dritte oder vicrfe Theil aus jungen Zuchtgänſen beſtehe. Man muß die Eyer von einer jeden Zuchtgans mit Dinte oder Rothſtein zeichnen, um zu wiſſen, welche Eyer gut ausfommen, oder von welcher Gans die frübeſien, ſpäteſten oder wenig» ſten gelegt werden, um ſie hiernach zum Abſchaffen beſtimmen zu können; inglei»- en geworden ſind, bin- wegnehmen, und ſelbige in einen mit Fer dern angefüllten Topf in einer warmen Stube hinſeßen, bis die Gans alle Eyer ausgebrütet, und ihr ihre Zungen nun«alle zugegeden werden können, Manche brütende Gänſe(wenn man ſolche ein- oder das anderemal auf dem Falle betroffen, müſſen fie ausgemerzet werden) verlaſſen die Eyer, wenn ſie eine Zeit lang gebrütet haben, da denn nichts anders zu thun iſt, als die bebrüteten Eyer unter die übrigen Brutgänſe zu verheilen, beſonders wenn man ſich ſo einrichten fön= nen, den Gänſen nur 11 oder 13 Cyer unterzulogen, um im Nothfalle die ver- laſſenen Eyer bey ihnen noch unterbringen zu können, Zuweilen findet man Küchlein, wels t werden. Hat man aber in der Nähe of- fenes Waſſer im Freyen, ſo werden die Gänſe auf einige Minuten dahin gelaſſen, um ſich auszubaden, als welches ihnen währender Brutzeit ſehr gedeihlich iſt. Gehlt es ihnen hieran, ſo kann man ihnen eine geräumige Wanne mit Waſſer in den Seall ſeßen, und ſie darinn nach Gefallen baden laſſen. Am 28ſten Tage des Brü- tens kann man die Eyer in laulichtes Waſ- ſer legen; die ſich nicht auf der Oberfläche des Waſſers bewegenden ſind faul; ſie werden vergraben, weil ihr Entzweywer- fen viele Tage hindurch einen unerträgli- ner Jahreszeit aus Pfüßen und Gräben Blutigel mit einſaufen, ſo kann man ihnen wöchentlich zweymal Tabacksaſche reichlich aufs Futter ſireuenz; auch kann man ihnen Knoblauch Flein geſchnitten unter ihr Futter mengen, als wovon ihnen die Würmer nicht nur bald abgehen, ſondern auch ſie dadurch wider den Anfall verſchiedener Krankheiten gar ſehr geſtärket werden, Die ausgefſie- Unu 2 der. ZEURE ERG eä IEE A 6. Zehe dawn mmm eenma EEN mn nam End RÄ MEERENGE SIZE a GE nat ene Edge. 0m ie dpn mrt m mRNA ANS RZ << leme den om mn bt ÄH FERN wren EIENR zu = 5254: Gans derten Gänſe, die als das Neue vom Jah- re in der Aerndtezeit zum Verſpeiſen kom» men ſollen, werden am beſien zu Hauſe mit Hafer und grünem Kohle etwas ange- mäſtet 3; man muß ſie aber nicht vorher pflücken oder rupfen, als wovon ſie nur ſchwach werden, und die Haut voller Stop- peln bekommen, . Die alten Gänſe pflückt man gewöhn- lich nur dreymal im Jahre. Im Früh- linge zu Ende des Aprils, oder im Anfan- ge des Maymonats; in der Mitte des Ju- lius oder um Jacobiz und zulekßt gegen Michael. Man muß ſich mit dem erſten und leßtern Berupfen der Gänſe ſo einrich- ten, daß die entfiederte Gans nicht in die falte Wirterung verſeßt, und, zum Nach- theil des Federnnachwuchſes und des Eyer- legens, fürs nächſte Jahr geſchwächt wer- de, Die jungen Gänſe, wenn ſie unter die frühzeitigen gehören, werden vor dem Herbſimäſten zweymal gerupfet. Das erſtemal als völlig ausgefiederte im Jul,, und das lebtkemal einige Wochen vor Mi- kicht gehen jollen, ſo wer- den ſie wieder vorher in Ordnung und in eine gleiche Reihe gebracht, Das lektere heißt: ganz machen; und iſt die Ordnung getroffen, ſo ſagt man; das Jagen ſey ganz.: Garbe, ſo nennt man das aus den Schwaden zuſammengelegte Getraide, ; wel- >. GEP LET DEG-+4 22 N EEE NONE EISE I Ede ERR NR Wei -== - Dach en oder |, und: Ne dds n, Ue Bauch | Oan« 1, ein nme, ächten Unter Ingen nm und Hanſett einig: velgt, einer 1, das Kap, Hay auf eis j nch je bes 1. ſind, er vol vohl che: nom b22 dem ur wet: dim ktere nung "ſy 5 din ald, wl Garbenl welches eingebunden, und ſodann, einer gewiſſen Zahl nach, in-SchoFen, Man- deln, oder Stiegen, auf oder neven einan- der zum Einfahren in die Scheuern zu- ſammenzelegt oder geſtellet werden. Die- fe Getraidegacben ſind nach tandes8gebrauh bald größer, bald kleiner, daher man ſagt? hier iſt ſtark, dort klein Gebinde, d. i. hier ſind kleinere, dort ſtärkere Garben. Zu kleine Garben bringen Zeitverluſt, zu ſtarke aber eben ſo, wenn der aufladende Knecht doch damit nicht ſo geſchwind fertig werden kann. Mit dem Abladen in der. Scheuer iſt es eben ſo, und öfters für den Ablader, wenn er zumal die Garben hod) hinauf ſtecken muß, gefährlich, indem er ſich dadurch an ſeinem Körper leicht Scha- den, und wenn es ja noch damit ſo hingehen kann, doch Untüchtigfeit zum Abſtecken, und alſo ſeinem Herrn zugleich Verluſt oder Verſäumniß in der nöthigſten Aernd- tezeit zuziehen kann. Man muß daher nur auf mittelmäßige Garben oder Gebin- de halten, und nicht verſtatten, daß darinn zu viel oder zu wenig geſchehe. Wielmals will einer oder. der andere mit zu ſtarkem Gebinde an einem Knechte Rache aus- üben, welches. denn vielmals zu Zänte- reyen, wo nicht gar zu etwas Schlimme» ren, ausſchlägt. Garbenloch, ein Fenſter im Giebel eines Bauernhauſ-8, welches oven ange- bracht wird, damit man nicht nöthig hat, im Dache Kapplöcher zu machen, Garleder, Leder, welches von den Weißgerbern weißgar gemacht oder geger- bet iſt, und auch ſonſt weißgares Leder genannt wird. Gar machen, iſt ſoviel als gerben, daher man ſage; ſich ein Fell oder eine BEE+<> AZ BREE eä en 5 NENE 278 Bini eim mme Fig mmm wem 44 GEWER TI 0 D gi u. aui SEEHEEETEEHEETERETEEN NEE. AEI ADER uu SEE:- GA DEADÜÜÜR nE. man em EERENEEE R».> ded ung, bi Garnä 525 Hant zum Verbrauch in der Wirthſchaft“ gar machen laſſen. Garn, Fäden, die aus verſchiedenen Materien geſponnen werden. Das Garn von Flachs oder Leinen heißt leinenes oder flächſenes Garnz das aus Wolle, wolle» nes Garn, u. ſ, w. Ein vorzüglich gutes Garn von aller Art muß ſo fein, wie mög- lic), durchgängig gleich und eben, und übrigens feſt oder lo>er geſponnen ſeyn, je nachdem es der Gebrauch deſſeiben erfor» dert. Das Trittrad giebt, im Ganzen genommen, ein feſieres Garn, als die Spille oder das große Schweizerrad. Garn, ſo heißen alle geſtrickte Neße, große und kleine, die man nur bey der Jäe gerey gebrauchet.. Doch werden insboſon- dere nur die leicht geſtrickten Neße Garn genennek, und die zur hohen Jagd gehös- rigen heißen Neße oder iic/te Zeuge- Cs gehören alſo hieher: Haſen- derc- und Streich- garne, desgleichen Hahm, Tyras, Treib- zeug, Schneeglocke u. ſ, w. Bir Garn, der Fiſcher, ein jedes großes Netz, ſo nicht ſacartig iſt- Doch theilen die Fiſcher das Garn wieder ins große und fleine ab. Das große Garn wird insbe- ſondere nur bey der Eisfiſcherey auf 2and= ſeen und Flüſſen gebraut. Garn äſchern, eine Verrichtung der Haushaltung ſowohl als der teinweber, da das leinene Garn durch ein Aſchyenbad milder und weicher zum Verweben gemacht wird. Das Trocknen nach dem Aeſchern in der Froſtkäite ijt eben nicht anzurathen, weil es das Garn zwar weißer, aber auch mürber macht, ſo daß es beym Weben leicht zerreißt. Das Aeſchern benimmt auch dem Garne den Schmuß, der von Uuu 3 dem ER zr dn, lj deinen de ZE ÄR BER 25 2 u Tr KO IEE T Sue Keie IN TY D4.0 DT 526 Garnb dem Speichel beym Spinnen ent: ſtehet, Garnbaum, Kettenbaum, Hinterbaum„» ein Baum, der hinter- wärts im Weberſtuhl zwiſchen zwey Säu- len oder dabey lieget, worauf die Kette oder der Aufzug eines zu webenden Zeuges aufgebäumt wird, Garngabel, Garnſtange, eine Gabel mit zween Zacken, die Garne da- mit aufzuſtellen;(ſ. Gabel.) Garnitur, Ausſtaffirung, Fr. Garniture, alles überhaupt, was zu einer und eben derſelben Sache an einzel- nen Stücken gehöre. So heißen z. B. Schuh- und Gürtelſchnallen zuſammei1 eine Garnitur Schnallen, und alle Stücken von Meſſing und Eiſen an einer Flinte oder Büchſe, Schloß und tauf ausgenom- men, nennt man die Garnitur oder Garni- rung des Gewehrs u, ſ, w. Garnleute, bey der Fiſcherey dieje« nigen, welche das Garn ziehen, Garnmeiſier, ein Fiſcher, der mit Garnen oder großen Neßen fiſcher. Garnreuſe, eine Fiſchreuſe, die aus Garn, wie ein Neg, geſtrickte iſt, zum Unterſchiede der Binſenreuſen. Garnſ3cb, bey der Jägerey ein Garn, welches wie ein Sock geſtrickt iſt, derglei» den man zu dem Dachs» und Staarfang “ gebrauchet, Garnſchlauch, Garnſac>k, leich- te Wathe, ein Ieß, welches die Ge- ſtalt eines Schlauches hat. Es iſt an feiner Mündung weit, wird immer enger bis ans Ende, und iſt auf verſchiedene Ar- fen geſperret, Da dieſe Schläuche ZUWeis Garten len 6--7 Klafter lang ſind, ſo würde man ſie, um die Fiſche heraus zu nehmen, nicht gut umfehren können, woferne nicht das Ende des Schlauches oſſen gelaſſen, und mit cinem Srricke zugebunden wäre, Wenn ſich nun Fiſche gefangen haben, ſo wird das Nek aufgeknüpfe, und die Fiſche werden auf dem Sande oder auf der Erde ausgeſchüttet. Oder man befeſtiget auch an dem Ende des Schlauchs einen weide« nen Korb, in welchen die Fiſche zuſam- menfommen, von da man ſie leicht verauss bringen kann, indem man eine Thüre, die am Ende des Korbs angebracht iſt, öffnet, Die Garnſchläuche werden jederzeit ſo auf- geſtellte, daß ihre Mündung dem Stroh- me entgegen ſtehet, und die Queer über die ganze Länge des Nees gehet. Die Fiſche aber, die durch die vordere Oeff- nung ins Neß kommen, gehen bis ans andere Ende, wo ſie angehalten werden, weil der Sak verſperrt iſt,: Garten, ſo nennen wir einen ange bauecen und einzefriedeten Plaß, worinn wir Küchengewächſe, Obſt, oder Blumen und Kräuter erziehen. JIſ der Garten hauptſächlich zur Erbauung der Gemüſe oder Küchengewächſe beſtimmt, ſo nennen wir ſolchen einen Küchen- eder Gemus- oder auch wohl Krautgarten; iſt er zum Obſtgewinnſt beſtimmt, ſo heißt er ein Obſtgarken, zu Blumen ein Blumengar- ten, zu officinellen Pflanzen ein botani- ſcher Garten, und zuweilen ſind olle dieſe Arten ſo beyſammen, daß man von allem oder dem meiſten etwas darinn findet, ti aber der Plaß hauptſächlich zum Crgößen und zur Aufmunterung des Gemüths, oder zur Pracht beſtimmt, ſo nennen wir ihn einen Luſtgarten, In dieſem Werke wol= len wir nur pon den einem tandwirche we ehr- Gartenf Gatterv 527 bebrlichen Gärten, dem Küchen- und Obſtgarten in der Folge das Hauptfächlich- ſie beybringen, und ObſtGarren. Siehe KR zcentarten Gartenfeid, Gartenland, Jahr- feld, ein Stück Feld, welches Gartenrecht hat, und daher jährlich) nach des Cigen- thümers Beiieben genußt werden kann. Gartenhaus, oſt nur ein kleines Gebäude in einem Garten, um darinn Schatten zu haben, und vor Sturm und Regen ſicher zu. ſeyn. Zuweilen iſt es zur Bewohnung ſo groß und geräumig, daß es von andern Wohngebäuden nur da- durch unterſhieden iſt, daß es in oder an einem Garten ſtehet, Garfenleiter, eine Leiter hinten mit einer Stüße oder einem Fuße, zum Ge- brauch in den Gärten, Gartenſaal, iſtin einem Luſtgarten ein geräumiger, gezierter und oben offener . Plaß, der mit grünen Wänden eingefaßt iſt, und auf welchen viele Alleen, als auf ihren Mittelpunkt, zuſammen laufen müſ- fen. Nächſt dieſem muß der Boden feſt, ſauber und ganz glatt ſeyn« Nahe dabey aber müſſen ſich bedeckte Lauben befinden, die zu einem Zufluchtsorte dienen. Ju dergleichen Sälen kann bey ſchönem Wek- ter Tafel gehalten, getanzt und darinn 6llerlep Zuſtbarkeiten angeſtellt werden, ſo wie ſich auch Jlluminationen darinn gut anbringen laſſen, Umbher können auch an- dere lebendige Baumgebäude angelegt werden. Gartenſchnecke,|. Schnecke, Gartrenſchnur, Gartenleine, eine Leine von dem allerſtärkſten Bindfa- den oder ſo genanntenz Sackband, an ds 2057 Ab. ESN ee an ee en EEE SIE / ren jedem Ende zugeſpißte Stäbe ſind, um Gartenbeete, und dergleichen, nach einer geraden Linie abzuſtecken, Gartentheater, ein in einem Gar- ten befindlicher etwas erhabener und mit Raſen ausgeſeßter Ort, auf welchem von Buſchwerk oder Spalieren hinter einander geſtellte, fich nach und nach verengende Scenen ſind, worauf eine kleine Comodie unter freyem Himmel aufgeführt werden fann. Wor den Theater iſt ein niedriger Plaß zum Parterre, der aber von etlichen aus Rajen gemachten und ſiufenweiſe in die Höhe gehenden Sißen umgeben wird, Gartenwalze, eine ſtarke Watze, die Gänge in den Gärten damit eben und gleic) zu machen. Man hat ſie theils von ſtarkem, ſchwerem und feſtem Holze, theils von Stein, Gatterſäulen, Gatterſcheiden, heißt man bey Säge- oder Schneidemüh- len diejenigen Säulen mit Falzen, welche unten und oben an dietagerbalken der Müh» le mit eiſernen Eolzen befeſtiget ſind, und darinnen der Sugcgatter auf- und nieder- gezogen wird, Gafkterthüre, iſt aus leichtem Holze (Latten) zuſammengeſeßt, daß man hin« durch ſehen kann, Die Oefſſnungen find entweder lang, oder als rechtwinflichte Viere>e, oder als geſchobene Viere>e, oder Rauten gemacht. Gatterverſchlag, ein aus Latten verſertigtex Verſchlag, welcher zwiſchen ſich Licht einfallen läßt, und gebraucht wird, etwas von einander abzuſondern, z. B, einen Keller in zween oder mehrere Theile zu vertheilen. 2: Gauch- 528 Gauch Gäauchblume, Cardamine, Schaumfraut, Wieſen- oder Berg“ oder braune, oder wide Kreſſe, Die Arten dieſer Gattung ſind niedrige, frautartige, theils perennixende Blumen- pflanzen zur Verzierung der Luſtgärten, unter denen die erſte eine vorzügliche Ach- tung verdienet, theils einjährige, nur zu großen Pflanzenſammlungen ſchickliche Pflanzen, mit vierblättrigen kreuzförmi- - gen Blumen. Zu den perennirenden Arten gehören: Ja 24 1) Wieſengauchblume, Wie- ſenſchaummk?Prant, insgemein: Wieſen- . Ereßſe genannt, auch Guckguks- oder Gauchblume, C. pratenſis L.. Va. terland: Europa auf wäſſerigen Triften. “ Wurzel:z,friechend,, zaſerig. Blätrer: viele auf' dem Böden umher ausgebreitet, geſtederf, die Blättchen, der auf der Wur- zel, rundlich, und der, an den Stengeln, lanzettförmig. Stengel: mehrere, klein, 3 F. hom. MPDlumen: viele, weiß, im - May und Jun. Man hat hievon Abar- ten mit einfachen purpyrrothen; mit gefüllten weißen; mit großen gefüll- ten purpurrorhen Blumen; und gro- ße rundbläccerige Wiieſenkreſſe. Die einfoc gerühmer, und der Brunnen- freſſe gleich ſchäßen wollen, Doch iſt die- ſe weit kräftiger. 3) Way- oder Reſedeblättrittes u. ſw., C. Reſedifolia. PVaierlgid: die Alpen, Deutſchland. Sitter: die untern ungetheilt, eyrund, die obern Trey- lappig und«efiedert. Srencgei: 1 Fuß bo<. MAlumen: wenige. 3) Hitrere Gauchbluime, bitte- re Rreſje, bitreres Schaumkraur, C. amaral. Waterland: das nördliche Euvopa in den Wäldern. Biätcter: ge» fiedert, die Blätcchen rundlich, winklich. Stengel: zwar aufrechtſtehend, aus dem Winkel der Blätter Ausläufer treibend, als:qpodurch ſic) dieſe Art von allen übri- „genaunterſcheidet, Wenn aber dieſe nicht ' zugegen ſind, kann man ſelbige von der Wieſengauchblume durch die breitern, rundlichten, eckichten und dreyzackichten Blättchen, und von der Brunnenkreſſe, mit welcher ſie, den Blättern und dem Ge- *ſchmace nach, übereinfömmt, doch die größere"Blume unterſcheiden. Blumen: auf den Stengeln, wenige, mäßig groß. Schoten: lang. Man hat hievon eine Abart mit gefüllten Blumen, welche ſehr geſucht wird,- Unter die einjährigen Arten wer- den gerechnet: 4) Springganchblume, Sprinc- ſchaumkrant, Sprinzgkreſſe, oft Noli me tangere genannt, C. impatiensL, in den Wäldern am Fuße der Berge. Stengel: 1 F. hom. Blärter:. gefiee dert, die Blättchen 3-=-4mal eingeſchnit- ten, mit Blattanſäßen verſehen. Bly- men: entweder ganz ohiie, oder doch mit ſehr kleinen Blumenblättern, weiß. Scho- gepfa in vid Fürze mang mig ſ die w| Fürer! fehend: 6) Gant land: in' 08 fiel, mg,| 0,6, als Wuter nw) fraue Draecg wie B Etelle dieſer auslan Zunge 0. 11e, C. parviflgra, Gäaunet und als Dauerſpeiſe aufbewahret wird, Das Obſt, wenn es zum Verfahren zu weit, und in der Nähe nicht gut zu Gelde zu machen iſt, wird gemeiniglich entweder zur häuslichen Conſumtion, oder zum Verkauf in theuern Jahren gebacken. Un- ter allem gebackenen Obſte iſt das geſchälte am geachteteſten, beſonders geſchälte Bors- dorfer Aepfel, als welche, mit oder ohne Wein gekocht, das Beygericht, beſon- ders zu falten geräucherten Sachen, als: Schinken, SchlaFwürſten, Spickgänſen, auch zu kaltem Pöfelfleiſche, ausmachen, und auf vornehmen Tafeln vom Nachwin- ter an bis in den Sommer hinein zum 6f- terſten verſpeiſet werden, Wie aber ſämmtliche Obſtarten zu backen, und als Dauerſpeiſe in Vorrath zu halten ſeyn, davon iſt in der H, M. B.1l. S.722 ff, ausführlicher Unterricht zu finden, Gebä>, darunter verſteht man in den Haushaltungen gemeiniglich die An- zahl der Brodke, die an einem Tage, um damit bis auf eine gewiſſe Zeit auszukom- men, gebacken werden. Ein volles oder ganzes Gebäck iſt ein ſolches, wovon ; Gebö> 53k der ganze Backofen voll, oder das Backen an einem und eben demſelben Tage, nach- „Bedürfniß der größern Haushaltungen- mehrmalen unternommen wird; ein hal- bes Gebäck aber iſt dasjenige, davon .der Ofen nicht ganz voll, oder wenn mit Machbaren oder Freunden ſo zuſammen gebacken wird, daß jeder Theil ſeine Hälfe te yon Brodten in einem Ofen abbacen kann, Volle Gebäcke finden von Martini bis Oſtern, oder etwas länger, Statt, die halben aber bis vor Martini, von oder nach Oſtern, indem das Brodt, je wär- mer das Wetter und die Jahrszeit iſt, de- ſto mehr vom Schimmel angezrifſen, und hiemit den Haushaltungen Nachtheil zu» gezogen: wird. Man muß wiſſen, wie weit nach der Anzahl der zu ſpeiſenden Perſonen ein jedes Gebäck reichen könne, und das altbackene Brodt nicht ſo weit auſzebren laſſen, daß ſogleich von dem neuen friſchen Gebäcke gegeſſen werden. müſſe, indem das Geſinde von dieſem. noch einmal ſo viel, als vom alten Gebä- &>e, verzehret, und ſich darinn ſo ſehr über- nimmt, daß es ſich dadurch, zum Scha« den der Herrſchaft, Unverdaulichkeiten und langwierige Fieber gar leicht zuziehen kann. Dieſerhalb muß das alte Gebäcke in wohl beſtellten Landwirthſchaften einige Tage hindurch noch zureichen, wenn das neue Gebäcke ſich bereits im Hauſe befin-. deft; Mit den vollen Gebäcken wird es. in den kalten Monaten wohl überall leicht. zu kreffen ſeyn; in den warmen Monaten aber, die man in dieſer Hinſicht: auch Schimmelmonate zu nennen pflegt, hat es ſchon mehr zu ſagen, beſonders im- Jul, und. Auguſt, da öfters ein halbes Gebäck,“wenn es noch nicht zur Hälfte - verzehretiſt, beteits?7zü ſchimmeln anfängr, welches entweder ſeinen Grund in dem Xxy 2 übel ....“..- F.| KHALLARGEI KATT, 1-44: ae Ä>«<< ane. u=%pWV2 I AENA mE: 25 zen TS. ET GOTEN SSS NS GERE IEA INGEN dude ei EIS I MEM 2 wnwunn 2 Ge ZERI EG I< 40 . FEE NE Ne 6 Weng Di I IE ÜNRRINCRE Si 0 ki AIN 3 mne Een„SERENGETI- De.| A„rnin. 532 Gebälk übel gewartetem Brodtforne hat, wenn es nämlich im April nicht fleißig auf dem Kornboden umgeſchüppet, und daher mul- fricht riechend geworden iſt, oder in dem auf dem Felde ausgewachſenen oder nicht trocken genug eingefahrnen? Getreide; itt- gleichen, wenn der Teig nicht genugſam aufgegangen, oder der Ofen zu wetit beiß geweſen iſt, Die meiſte Zeit äber iſt der. Sauerteig ſelbſt auf dem Lande Sculd daran, wenn das halbe Gebä> vor der Zeit vom Schimmel ängegriffen wird 3; wobey, wenn ein Verſehen mit dem Sauerteige vorgefallen, nichts an- ders zu thun iſt, als daß die am meiſten angeſchimmelten WBrodte klein gebrockt, die Brocken zum Trocknen in die Sonne geſtellte, und zum Gebrauch) für die Sup- ven aufbewahret werden. Wie aber das zu frühe Schimmeln(vielmals ſchimmelt, ſchon zur Aerndtezeit vas Gebä>, wenn es 3== 4 Tage alt iſt) zu verhüten, davon iſt der an ſeinem Orke ſicehende Artikel: Schimmel, nachzuleſen. Gebälk, Hauptgeſims, Franz. Entablement, iſt der oberſte Theil in den Säulenordnungenz; er beſieht aus dem Unterbalken, Borten und Kranze, Gebannter Hau, gebanntes Gehäue, iſt beym Forſtweſen ein wohl- beſteckter Schlag, d, i, ein Schlag oder Gehäge, ſo auf eine oder die andre Art ausgezeichnet iſt, daß es auf ally? Art ge- ſchonet werden ſoll, damit das junge Holz auſwachſe. Jn hieſiger Gegend beißt es; Schonuntt, Gebieth, Steig, Mühlengerüſt, iſt in den Windmühlen das Gerüſt, unter welchem das Kammrad, Trilling, Steig 1. dergl, ſich befindet 3; oberhalb demſelben Gebinde aber haben die Mühlſteine mit den Steins riegeln, Stelzen und der Goſſe ihren Plaß. Es beſtehet dieſes Gerüſt aus den ſo genannten Docken, welche unten in den Hausbaum, und oben in das Queer» holz(2aune) eingezapft ſind, und noch aus andern Stücken mehr. Gebinde, Gebünde, Gebund, Fiße, iſt 1) bey der Spinnerey, wenn das geſponnene Garn abgehaſzelt oder abs geweifet wird, diejenige Anzahl Fäden, welche um die Weife oder den Haſpel her- um gewickelt, und durch das Binden mit einem beſondern Faden von den übrigen Gebinden abgeſondert werden, Wie vie- le ſolder Fäden in einem Gebinde find, darinne ſtimmen nicht alle Länder und Or- te überein, An einigen Orten machen 20 Fäden, an andern wieder 40 Fäden, wie in hieſiger Gegend, ein Gebind, Verſchiedene ſolcher Gebinde machen als- dann eine Strehne oder ein Stück aus, manchmal z0, zuweilen auch 18=-20 Gedind, wie es jeden Orts gebräuchlich oder geſeklich iſt, Jede eirßelne Umwi- deiung des Garns einmal ganz um den Haſpel heißt aber in dieſem Fall ein Fas den; 2) bey dem Böttcher heißt alles Faß- wert ein Gebinde, Gebinde, Gebind, 1) alles verei«- nigte Holzwerk zwiſchen zween Stühlen oder Säulen in jedem Stockwerk nach der ganzen Liefe des Gebäudes genommen z aber nur bey hölzernen Gebäuden. Ge- meiniglich wird mit dem Zimmermanne das Gebäude nach ſo und ſo viel Gebinden verdungen, ſo wie man lagt: es iſt ein Haus von 10, 12 Gebind u. ſf. w. 2) Bey einem liegenden Dachſtuhle alle Spar- ren, die bios durch den Kehlbalfen und Dach- „ ni nenn (8 ab wi, bin Art mar ſüd hmm M a), ten Stim Irm Us den hien ih Diets d ih un, Weng NUE Fey, pel het: den mit Worigen je ve: e ſind, " VE machen Fie), Oebind, en(8 d(ys, j=-20 wl Umwi m den in Fü: Fahr perels tühlen ah der munen , Or: „mant binden iſt ein vy, 0) » Opt en un Dif ! ] f ai LSD 2 STIER mE ee u Är Sab 220000 Gebirge Dachrahm Haltbarkeit bekommen, und nicht ſo mannichfaltig,„wie die Binder (Ff dieſe) urtevſtüßt werden.“ Man nennt ſie auch leere Sperren. Gebirge, Gebürge, eine Kette von Bergen, oder eine aus Bergen beſte» hende, auf einige Meilen ſich erſtre>ende Gegend. Wenn Gänge darinn ſtreichen, und Erz darinn gegraben wird, ſo nennt man ſie Erzgebirge, In Abſicht ihrer Ausdehnung nach der Breite theilt man ſie ab 1) in Vorgebirge, die gleich von der Ebne zu ſteigen anfangen; das zwi- ſchen dieſem und dem höchſten Gebirge heißt das Mirrelgebirge, und das höch- ſie das hohe Gebirge, Wo es auf der andern Seite wieder niedriger wird, heißt es bey einigen Hintergebirtte. Ju Ab- ſicht ihres Streichens nach derkänge theilt » man ſie ab in Ganptgebirge over Ruü- >den des Gebirges, und in L?7eben- oder Seitengebirge. Jene geben in ei» tier Reihe fort, dieſe aber liegen ſeitwärts, Betrachtet man ſie nach der Höhe, tv wer- den ſie iPniedere, hohe und in die höch- ſten Gebirge abgetheilet. Sie ſteigen aber mannichfaltig in die Höhe, und der Gipfeli heißt die Kuppe oder Kuppel. Wenn es ſachte und langſam anſteigt, nennt man es ſanfriges Gebirte z; wenn es aber jähling, Lachter vor Lachter, höher wird, oder gar ſteil iſt, ſkücklich Ge- birge. Beſtehet es aus verſchiedenen Arten, welche auf einander liegen, nennt man es aufgeſerztes Gebirge; iſt es ſmcklich und hat abwechſelnde ſteile Anhös- hen, nennt man es prailendes Gebir- te, und wechſeln vie Bergarten ſeichter ab, heißtes abgeſerztes Gebirge. Vieh- rentheils beſtehen die Gebirge aus Qktein» '32 Viertel Bier, u SE heiden FEINERE Gs zum is Smut 5 m IISINEN(EIG ÄINRE IEEE EE. meg Gebräude 533 ärfen, die entweder taub ſind, oder Erze enthalten: Die leßfern werden von den Bergleuten hötliche oder freundſchaft liche Gebirtze genennet. In Anſchung des eicerbaues vemerfet man einen großen Unterſchied zwiſchen denen, nach Zeit und Beſgaſſenheit der anzubauenden, Gekrei- dearten, da ſeivige im Herbſt, zum Theil früher, im Frühjahre aber ſpäter ausge- ſäet werden; manche aber, die in Cbenen gut gedeihen, auf den Gebirgen kein Fort- fommen haben; ſo wie es mit mancher- ley Küchengewächſen aleiche Bewandniß bat 3 gleich wie die Vorgebirge vor den Mittelgebirgen, und leßtere vor deu höch- ſten Gebirgen zum Gedeihen der Gewäch- ſe vieles voraus haben, wobey denn die Lkagen oder Seiten derſelben nach den ver- ſchiedenen Weltgegenden hin gleichfalls, in Anſehung des theils beſſern, theils weni- gern Gerothens der Früchte, der zahmen und wilden Bäume, gar ſehr von einander abgehen. Gebirgetorf, eine Art Torf im JIn- nern der trocken ſcheinenden Sandberge. Er liegt flößweiſe, hat ſein Hangendes und Ziegendes, und wird mit Keilhauen gewonnen, Man findet dergleichen im Ixlich- und Bergiſchen. Er iſt braun, und zerfällt an ver Luft zu Staub, wird - aber mit Waſſer in Formen gebracht und gefrocnet. Gebräude, Gebräi Gebratie, ſo viel auf einmal gebrauet wird. Die Gebräude Bier ſind nicht aller Orten glei, Jun Berlin hält ein Gebräude Bier 9 Kufen, odey 18 Faß, oder 36 Tonnen; in Leipzig hält es 16 Faß oder und in Dresden 24 Faß. Fre 3 Gebrech, SEEN Enn 4 E.'| nE= ML 534 Gebrech Gebrech, Gebräch, x) der Hr, wo die Sauen gebrochen oder gewühlet haben; 3) der Rüſſel au den wilden Schwei- nen, der auch der Wurf von den Jägern genannt wird«.. Gebreite, in Meißen und Thürin- gen, ein breites Stück Feldes von unbe- ſtimmter Größe, ſo aber breiter iſt, als ein Geiänge, d.i. über 4 Ruthen breit. (S. Gelänge.) Man ſagt daher: ein Ge- breite von 7 Adern; ein Stück von den herrſchaftlichen Gebreiten. Ein Gebreit- chen iſt nur in der. Länge von einer Ge- breite unterſchieden, hat aber übrigens eben dieſelbe länge. Gebrochener Lauf. Wenn man bey einem Jagen, des Holzes, Getreides, Gebirges und andrer wichtiger Urſachen wegen, den Lauf nicht gerade richten, oder denſelben den Fiügeln nach vor das Jagen bringen kann; ſo werden die Flügel gebro- hen, und der 2auf wird queer vor der Kammer gemacht, welches dann ein ge- brochener Lauf heißt. Gebrochenes Dach, ſ. Beda- chung.- Gebrochene Treppe, iſt eine ſol- nend, kühlend und der Fäulniß widerſtehend. Merkt man Materie oder Eiterung in- nerhalb des Schadens, ſo öffnet man die Geſchwulſt mit einem ſcharfen ſpißen Meſ- ſer von der Mitte niederwärts, ſo daß der Eiter leicht ausfließen kann. Man ver- bindet nun den Schaden, indem man. zu- ſammen gewickelten Flachs oder Werrig mit Terpenthinöl getränkt hinein, und ein Pechpflaſter darüber legt. Alle fettige - Sachen men mit T Dr" und Ra der; poſſ mon mad) mD Ran wn wen! taud) dem 6 Oed nicht! Zirfel Hall und) fg gef i Ot ſmsgli in O1, Oy lend: wehly her ſeg Fuß ſandy Obe, Bae AEASHENNGGE IN DEI EÜ ET 24.0 0 LIAN<k, bey den Jägern,| ein Neſt voll junger Bögel, ſo viel Vögel auf ein- mal gehet oder ausgebrütet werden, einne Hecke, ein Slut; beſonders die Jungen einer wilden Gans, oder wilden Ente, ein 310g.| Gehen. x) Wenn Wildpret von al- ler Gattung Abends aus ſeinem Lager odex Stande nach dem Geäße ziehet, und früh Morgens, jedes nad) ſeiner Art, wieder zu Holze nach einem ſichern Ort eilet; 2) insbeſondere ſagt man überhaupt von dem Hirſch: er gebet, wenn er langſam die- het. Er gehet hoch, wenn er vs llig 'vere>ket und feiſt iſt. Gehoben, wenn ein Wolf oder Fuchs den Vorwurf oder die Biſſen, die der Jä- ger zur Ankörnung auf den Piaß gewog- fen, weggefreſſen hat, Gehöft, in MNibetſachſen, in ber Mark, in Pommern, u,|. f. alle zu ei- nem Ackerhof gehörige Wohnungs- und Wirthſchaftsgebäude, Daher ſagt man; ein Bauern- oder Coſſäthenzehöft oder Hof. „Gehör, die Ohren(Luſer).der wilden Schweine, weil dieſe, nach der uralten Meynung, das ſchärfſte Gehör unter allen Thieren haben ſollen. Gehörn, Gewicht, Geweihe, Geſtänge, die Stangen, das Geweihe mit den Enden, das der Hirſch oder Reh- boc> auf-ſeinem Kopfe rägt.““ Bey den Hirſchen ſagt man zwar Geweihe, aber Yyy nicht 538 Gehörn nicht bey den Rehböen; ſondern nur Gehören, s 'Gehörn, Gehörne y darunter verſteht man auc) bey der zahmen Vieh- zucht die beyden Hörner des Rindviehes, Wenn die Hörner eines Rindes ſchön heißen ſollen/ ſo müſſen ſelbige beynahe die Form eines halben Zirkels haben, und der Bauer pflegt ein ſolches Gehörn Rneif- börner zu nennen, indem die damir ver- ſehenen Thiere beym Stoßen oder Kämpfen mit andern, gleichſam wie mit einer Zan- ge., fneijen oder fneipen, und ihren Geg- ner entweder überwinden, oder, im Falle deſſen Gehörn von gleicher Geſtalt iſt, ihm doch auch die Spike bieren können, Man ſagt daher: ein ſchön gehörnter Ochſe; eine ſchön gehörnte Kuh 3 beyde ſind eine Zier- de des Gehöftes, finden auch beym Ver- kauf vorzüglich ihre Liebhaber. Schlecht gehörnte Ochſen und Kühe ſind alſo ſolche, denen es an der obbeſchriebenen Form des Gehörnes mangelt, z. E, wenn die Hör- ner, eines, oder alle beyde, von der Seite gerade weg, eines frumm, das andere Hintenweg, oder alle beyde wie Ziegewhör- ner gebildet ſind, Es kömmt eben ſv ſehr auf einen ſchön gehörnten Stamm- Heerd- oder Reito<ſen oder Bullen, als auf eine eben ſo gehörnte Kuh an, um eine gutge- hörnte Nachzucht zu haben, Es können aber die Kälber, bald nach dem Abſcken, fich das mit einer guten Anlage angebohrne Gehörn, durch das Reiben oder Stoßen an den Wänden und Raufen, da es noch zart und biegſam iſt, verbeugen, daß es in der Folge doch ein ganz unanſehnliches Ge- hörn befömmt. Man muß daher von Zeit zu Zeit das Gehörn der Kälber beſe- ben, und wenn man findet, daß es eine « Gehösrn mißfätlige Geſtalt gewinnen will, ſo ſchnei- det man nach und nach mit einem ſcharfen Meſſer an der entgegen geſeßten Seite der Gehörnſpißen, um hiemit die Hörner da2 hin zu weiſen, wo man ſie hin haben will, Sähe man z. E, an der Gehsrnſpiße, daß das Gehörne ſich nach hinten zu neigen will, ſo ſchneidet man etwa alle Monathe hinterwärts etwas hinweg, bis man eine Spigße nach vorne zu durch das Schneiden zuwege bringen können, Ein Ochſenge- ſpann, das ſchön gehörnte iſt, wie ſchr ges fällt dieſes niche, und wie ſehr iſt es ver- unzieret,'wenn ſeitwärts oder hintenweg ſiehendes Gehörn den Augen Mißfallen erregt! Wollte man aber hiebey gleich» gültig feyn, ſo muß man bedenken, daß ſchlecht gehörntes Vieh am meiſten zu Schanden geſtoßen wird; es iſt, da es fich auf ſich ſelbſt nicht verlaſſen fann, im» mer ſcheu und flüchtig; hatgleichſam feine Achtung bey andern Ihieren, und wird daher immer gefährdet; dagegen die gut gehörnten Ochſen oder Kühe auf den Hö«- fen und Bichtriften ganz dreiſt und furcht- los einher gehen, und eben deshalb un- geſtoßen bleiben, Man ſehe einmal eine Heerde Rindvieh durch, in welcher viele Thiere mit Beulen ſich befiiden; man wird dergleichen neiſtens nur an ſchlecht gehörnten Ochſen oder Kühen erbtien. Endlich ſind niarche ſchlecht gehörnte Thiere ihren Wärtern. oder Wärterinnen ſogar ſelbſt gefährlich. Ein Ochſe oder eine Kuß mit ſeicwärts gerade ſiehendem Ges hörne wendet ſich ſchnell um, ſich erwa Fliegen oder anderes ſtechendes Ungeziefer abzukehren; wie leicht kann nicht hieboy der in der Nähe ſich„befindende Menſch einen geiährlichen Stoß befommen! Ich habe es auch ſelbſt einigemal erlebet, daß- ;:: ein GE IN CIE PL PRSEL NES..*<. Ä rr" KSE SEE“-- Sud<-550 SIA SSEN SERN GS PE uu GETREUE>-" "M<<«alb? Ww= Z een IAS RT R WE REGIE men NOI fi 4 ii- pr N a| en BAH TREE weden x 2 es Werre EIEND it Gehre ein ſo ſchlecht gehörnter O<ſe im Wagen oder Pätuge dem neben ihm gehenden ein Auge ausgeſtoßen hat, Gehre, Gehren, Göhre, Ge- rung, Gorung, iſt bey den Zimmer- leufen und Tiſchlern eine'nacy der Diago- nallinis eines'rechtwinflichten gehende Fläche oder Fuge; eine Fläche, welche mit der horizontalen Fläche einen Winkel von 45 Grad macht, z. B. das Zeiſtenwerf um eine Füllung, desgleichen zwey Strücen eines Geſimſes, die nad) einem Winkel, wie etwa auf einem Schran-* Ee, vereinigt ſind, werden nach einer Gere; oder, wie die hieſigen Tiſchler ſogen, nach einer Göre zuſammen gefügt. Daher das Gehrmaaß, Gehbrbo!z, Schräg- maaß, deſſen eigentlicher Anſchlag nach einem Winkei von 45 Grad abgeſchräget iſt. Hiemit wird die Gehrung oder Gehre vorgezeichnet, Gehre, beißt in der Landwirchſchaft ein Stück Landes, welches an einem oder beyden Enden ſpiß zuläuft, ' Gejackte Hunde, die ſo genannten Panzer- oder Bärenbeißer, welche bey der Schweinsjagd mit einer Jacke oder Panzer verſehen ſind. Die Jace wird von Barchent 90er Leinwand gemacht, mit Baumwolle oder Haaren gefüttert, und mit Bindfaden durchnähet. Geil, wird von vem Erdboden eſas wenn er überflüßigen Dünger hat; inglei- dien von Gewächſen, wenn ſie zu vielen Nahrungsſaft haben, und daher zu ſchnell wachſen, oder überflüßige Blatter* und Zweige treiben. Geiie Siecke im Ge- ereide, welche ſich durch ihren ſtarken und dien Wuchs von der andern Sagt untexr- -Geißh 339 ſcheiden 7 und gemeiniglich da zu ſehen ſind, wo die Miſthaufen gelegen haben, Man nennt ſie in Meißen Maſtflede und anderswo Geilhorſte, Geißſbart, f Spierſtaude, "Geißblatt, ſ Je länger je lie« ber und Rlee,=- Geißfuß, iſt bey den Stellmachern und andern Holzarbeitern ein Kehleiſen mit einem Stiel und Heft, das zwar über- haupt einem Stämmeiſen gleichet, außer daß die Scheide des Geißfußes im Grun- de betrachtet auſgeſpalten zweyfach iſt, oder daß es, eigentlich zu reden, zwo Schnei- den hat, die ſpißwinklich gegen einander gerichtet ſind. Mit dem Geißfuß deutet der Hoſzarbeiter die Breite eines Stabes bey einer Kehle an, und ſchneidet biemit ſo tief ein, als er das Holz zwiſchen den Stäben vertiefen will, Auch ein befann-“ tes Brecheiſen vieler Werkſtäte führet von der Geſtalt ſeiner kurzen Echenfkel dieſen Namen. Denn der gedachte Schenkel oder Fuß iſt in der Mitte, der Länge nach, gleich der Klatie einer Geiße oder Ziege, aufgeſpalten. Zwiſchen beyden Klauen fann man füglich die Köpfe der Nägel er- greifen, und ſie mit dem ZU eien qu23s ziehen. Geißhaare, diejenigen ſpizigen, har- fen und rauhen Haare, welche ſich unfer. der abgeſchornen Wolle einiger Länder oder Gegenden befinden, und ſonſt auch Flocken genannt werden. Man fann daraus nichts anders als Frobe Decken machen. Dieſe Haare fallen zum Theil beym Schlagen auf der Horde mit aus, und "der große Mebereeſt geht mit in den Kamm- ling- Yyy 2 Geiße- 549 7? Geißk -- Geißflee;. Geißſtaude, Boh: enbaum, Cytilus. Dieſe Gattung liefert; außer einigen zur Verzierung: der Bluinengärten. ſchiklichen Pflanzen, be« ſonders auch einige herrliche, dauerhafte, theils im Winter unbelaubte, cheils im- inergrüne Blumenſträucher für die Luſt- gärten, mit dreyfächen, eyrunden Blät« - fern, und mit langen Aehren von gelben, ſthmetterlings/örmigen Blumen, welche längliche Schoten hinterlaſſen, und im ven. A. Sür die Luſtig&rten ſind . zu empfehlen: „ 1) Breitblärcrichter Geißklee, Bohnenbaum, Linſenbaum, Alpen« cyriſus, faiſches oder Alpenebenholz,. C. Laburnum L. Vaterland: die Schweiz, Savoyen. Stamm: groß, qufrecht, baumig, bilder mit. ſeinen Zwei- gen eine vortreffiiche volle Krone, 20-- 39 3. hoh. Bluimen: an den Seiten aller Zweige, zahlreich, ziemlich groß, in langen, hängenden, einfachen, Trauben, Sorten: a) ſchmalbiättriger; b) Furztraubiger; c) ſcheckigbiärrri- ger. Die beyden lekten Sorten können. nicht, wie die vorher gehenden, durch den Saamen, ſondern durch abgeſchnittene Zweige, fortgepflanzet werden, Sie ſind alle im Winter unbelaube, ſchlagen äber- im Sommer frühe aus, und fallen mit ih- cen Blättern, und mit ihren zahlreichen, langen, rings um den Baum her herab hängenden, vortrefflich gelben Blumen» trauben, welche vft t Zoll, und noch wohl darüber, lang, ſo ſehr verzierend ins Auge, daß man ſie zu den allerbeſten Gar- tenbäumen rechnen muß. Sie ſchicken ſich ſehr gut an den Rand der Zuſiwälder, Herbſte eine. Menge reifen Saamen ge Geißk der Wildniſſe'und großer Luſtgebüſche; zup Umfkränzung der Raſenſtücke, der Parks2e«s Will man ſie zu mäßig ſtarfen Zimmer» holzbäumen ziehen, ſo har man davon ein ſehr hartes und ſchweres Holz von vor» trefflicher auf Gelb ziehender Farbe, wels nen Bo» den, und eine gut geſchüßte Lage haben. 5) Oeſterreichiſcher oder Tatari- ſcher immergrüner Cyriſus, C. Au- ſtriacus, hat an den Enden der Zweige die<ig. Dieſe 3 Pflanzen, welche in einem tronen und warmen'Bo- den, und in einer ſüdlichen, gut geſchükten Lage ſteben müſſen, geben größtentheils im Herbſie. reiſen Sgaamen, nur aber nicht Geißk 547 iit' einem ſehr naſſen Sommer, weshalb“ einige zum Saamengewinnſte beſtimmte“ Pflänzen unter gläſerne Glocken gehalten werden mſſen, weil der Saame dann, wofern nicht der Sommer äußerſt falt und ungünſtig iſt, zur Reife zu kommen" pfiegt. Der Saame wird im Frühjahre' gleich an Ort und Strelle geſäet. - Geißraute, Fleckenkraut, Zie- genraute, Petechienkraut, Gän-: ſexraut 1c, Galega officinalis L; Vaterland: Spanien, Jtalien, Afrika, Wurzel: dic, weiß, viele ſtarke Faſern; Blätter: gefiedert, aus 6= 7 Paar und* einemeinzeinen lanzettförmigen, ſchnurge-“ raden nackten Blättchen zuſammen geſeßt; Ziumen: aus den Winkeln der Blätter,- in Aehren, ſchmetterlingsförmig, blaßblau,- im Jun, Hülſen: lang, rund, ſchnur gerade, aufrecht; ESaamenz reif im! Auguſt, SE Abarten: a) mit.weißen, b) mit-ges' ſtreiften,€) mit größern und längern Blu»? menähren, und dicfern Hülſen, Dieſe Verzierungspflanzen ſind dauerhaft, und" madyen mit ihren Blumen ein vortreffli=" des Anſehen. Der Saame fällt aus, und» pflanzt ſich in Menge fort, Wenn man ſie aber für die Officinen zieher, ſo müſſen" die Pflanzen in einem 2 Spadenſtiche tief? gegrabenen guten Boden, 12 Fuß weit,- verpflanzt werden, Die Blätter und? Wurzeln haben einen ſchleimichten, bitter“ lichen Geſchmack 3; jeßt machen aber die Aerzte ſelten einigen. Gebraych von dieſer' Pflanze, da ſie ehemals als ein Gegengift wider die Fleck- und andern anhaltenden Fieber, die fallende Sucht und Wür»- mer angerühmet ward. Neuerlich iſt die-' ſe Pflanze auch als ein Futterfraut von" einigen vorgeſchlagen worden 3; wenn nur" Yyy 3 die EEE EEE„AUEDERENEEEIEEENIENENINETE TT Ze RR TIO 2 EE EEE SCAAR RUN AUER L || 54. die Stengel und Aeſte nicht zu holzig wären.. Gelbſuchk, eine Kranfheit, die mehr bey den Schaafen,, als bey andern Thieren, vorfömmt. Sie wird an den gelben Au- gen erfanut 3; wenn ſie zu ſehr überhand nimmt, kömmt auch wohl an den Lippen die gelbe Farbe zum Vorſchein. In naſ- ſen Jahren und niedrigen feuchten Feldern und Wieſen erzeuget ſich gern dieſer Zufall, beſonders bey ſolchen Schaafen, die im Winter nick mit Heu hinreichend ausge- füttert werden können, und nach geendig- tem Winter ganz magex auf die Weide kommen, Man rühmt dawider eine Mi- ſchung aus zwey Pfunden Salz und einem halben Pfunde getrockneten und pulveriſir- ten Wermuth, oder Salbey und Thymian zu einex Anzahl von 64 Schaafen, wovon bey ausbrechender Krankheit den geſunden Scaafen dreymal die Woche, den kran- ken abex täglich ein 2oth mit der Hand ein- gegeben wird, Die nächſte Urſache der Kranfheit iſt aber- in den: ſo genannten Schaafegeln oder Würmern zu finden, die bald in größerer/ hald in'geringerer Men- ge in der Leber vorhanden ſind, die Gallen- gänge mehr oder-weniger verſtopfen, und darnach die Krankheit mehr oder weniger gefährlich machen.- Mit der Gelbſucht vereiniger ſich vielmals eine Diarrhöe, nod) öfrer aber eine rödtliche Waſſerſucht, Mir hat es ſeit mehr als 39 Jahren nie gefehlet 7 mit Knoblauch, welcher den Schaafen im erſten Frühlinge häufig in die Krippen gegeben wierd, oder wenn man Knoblauchſaamen auf einen ſchlechten Fleck im Felde ausſäet, und dieſen Knoblauch von den Schaafen abweiden läßt, der Krank- heit vorzubeugen, oder» wenn ſie ſchon gegenwärtig war, ſie aus dem Grunde zu Gemeinſ heilen: Wenn bey mir naſſe Jahre ſind, und von den tiefen Wieſen das Schaafheu nicht recht trsFen eingebracht werden fann, iſt dieſe Gelbſucht mehrmal bey einigen Schaafen zum Vorſchein gekommen, Gemauerte Säitie, iſt eine ſolche, die von allerley Steinen und Kalf zuſams men geſeßt und übertünchet wird. Gemeinſchaftliche Mauer, iſt die Mauer zwiſchen zween Nachbaren, welche beyden zuſtändig iſt, Sie wird aus verſchiedenen Kennzeichen erfanntz z, B. wenn in der Mauer zu beyden Seiten ordentliche Saßlöcher, Füllungen, Pfeie lex, Bögen, Wölbungen, Wandſchränus- ke und Verbindungen ſich zeigen, ſo iſt ſol» ) des Pferdes Kinn geſteckt wird, Genicken, ſögt man, wenn man ei- nem Hafen, der noch nicht gänzlich todt iſt, mit der Hand hinter die köffel( Oh» ren) ſchlägt 3 da er denn bald den Geiſt auf- giebt, , ein flächrundes, aber ſiartes, und zu beyden Seiten ſcharfes Geng 543 nnd ſpißiges Eiſen an einem Hefe, wie ein Meſſer oder Dolch geſtaltet. Dieſes führer der Jäger, nebſt einem Meſſer, in ver Scheide des Hirſchfängers bey ſich, und ſtöße mit ſolchem einem geſchoſſenen, aber noch nicht völlig todten, Thiere ins Ge- nid, um es völlig zu rödten. Dieſes heißt; den Genickfantz oder Sang ge» en.- Genoſſen machen, Genuß ge- ben, Paſſen, Pfnaiſchen, den Leit« und Schweißhunden des Jahrs ein- auch zweymal von einem geſchoſſenen Wilde Schweiß und Wildpret zu ſreſſen geben, damit ſelbige feuriger werden, und ihre Dienjie hernach deſio lieber verrichten, Cs wird nämlich ein Hirſch in der Frühe geſchoſſen, daß er entweder gleich bleibt, oder nict mehr weit ziehet, und ſodann verendet. Dieſer Hirſch wird nun ver- brochen, alsdann auf der Fährte mit dem Seithunde„nachgeſucht, und: wenn man vald zum Hirſch hinkömmt, ſo wird ſol« Ger aufgedeckt, und man läßt den Hund hinan, Dieſer wird gehalten, und ein tauf aufgehoben, damit der Hund daran rieche, Hiernächſt ſchärft mar; den Hirſch an dem Halſe auf, löſet tin Stück Wild» pret heraus, und ſteckt es zwiſchen den Schalen, wo es dex Hund mit Gewakt heraus nehmen muß, Auch beſtreiche man die Schale mit Schweiß, d,i. Blut, ſo der Hund ausleckt 26. Andere aber mas dien es furz, bringen den Hund zum Hirſch, ſprechen dom Hunde zu, brechen den Hirſch auf, und geben dem Hunde Fleiſch und Geſcheide. Genjſt, Genſter, Ginſt, Genilſta, Dieſe Gattung liefert für die Luſtgärten folgende niedrige, ſtrauchige, im Winter Unbelaubte, 2, 6=-7 Fuß hohe Blumen» pfianzen, EEE I ee SEE SR SE ai 4 HOEND p= zumn. Das Wild, die Schaa- fe und die Bienen wiſſen ſolche gut zu 'nußen. 3) Engliſcher Genſter, G. Anglica. Vaterland: England, auf etwas feuch- ten Heiden, Stämme: ſtrauchig, äſtig, 2 Fuß hoch, mit einigen einfachen, langen Stacheln bewehrt, von denen aber die Blumenzweige gänzlich frey ſind, als wo» durch der Strauch ſich genugſam von an- dern Arten unterſcheidet, Dieſer Straich wächſt in England zwar wild, wird jedcch oft in die Gärten aufgenommen, wozu er ſich durch viele ihm eigenthümliche Schön- heiten empfiehlt;- gleich wie er ſich auch, weil er nur niedrig iſt, ſogar für kleine Gärten ſchickt. 4) Saaritzer, oder äſtitzer Ginſter, Fleine Erd- oder Zeidepftienien, G. -pilola. Vaterland: Deutſchland, Pan- nonien.: Stamm: darnieder liegend, überall mit Knötchen beſese, mit dünnen, weitſchweifigen Zweigen. KAlätter;: lan- zettförmig, ſtumpf, Blumen: an den Enden der Zweige, in Aehren, ſo zahlreich, daß ſie ein ganz vortreffliches Anſehen ma- enſten Heiden zu ſtatten kommen, ohne daß man darauf Acht hat, iſt dieſe Genſterart die beträcht- lichſte. In Gehägen und Wildbahnen, davon die Schäfer einige Zeit abgehalten werden, alice on, com zz MAMRwSII ZT€- ere r=<-> „23<-*=- mf EE<<< EEE EISEN ESEL NGEEINET PR EEE.---«Sz 0 ; NEIN EN 2 SAE 2 2 SSE Sedi FÄ Genſt werden, erreichen die Stengel eine Höhe von 1--XF, und geben dem Heidekraute durch ihre gelben Blumen im Jun. ein ſchönes Anſehen, unter welchem ſie ſonſt außer dieſer Zeit nicht leicht jemand ſuchen würde, In den geraumen Kienheiden und geräumten Heidelande, wo die Schaa- fe frey dazu kommen, halten ſie die Pflan- zen beſtändig ſo kurz, daß ſie unter dem Heidefraute und dem Quendel kaum zu erfennen ſind, Diejenigen Derter, ſo man für die allerelendeſten anſieht, zeigen dieſe Pflanze am häufigſten und ſchönſten in der Mark Brandenburg, der Nieder- "lauſik, Großpohlen u,.ſ,w. Ihre Wur- zeln kriechen ſehr weit, und ihre höFerich- ten Stengel ſtrecken ſich auf der Erde zwi- ſchen dem Heidekraute, und ſchlagen, wo ſie etwas Schuß haben, immer neue Wur- zeln. Der Saame verdienet geſammlet, und zwiſchen dem Heidefraute, in Gegen- den, wo dieſe Pflanze fehlet, geſäet zu werden; denn ſie iſt, nach Art eines fei- nen Klees„- ein ſehr gutes Futter für die „Schaafe, und verurſachet wegen des An- baues weiter keine Koſten und Mühe. 5) Deurſcher ſtachlichter Gen- ſter, Pleines ſtachlichtes Pfriemen- Erant, Scorpionenpfrieme, Ginſt- pfrieme, G. Germanica. Vaterland: Deutſchland, hin und wieder auf magern Triften, Wieſen und in den Heiden, 'Sramm: 3 Fuß hoch, mit vielen zuſam- men geſeßten Stacheln bewehrt, die Zwei- ge zahlreich, dünn, und die Blumen tfra- genden ganz unbewehrt. Blätter: klein, lanzettförmig, abwechſelnd. MPHlumen: an den Enden der Zweige, ſehr zahlreich, im Jun. Die Pflanze iſt, wenigſtens bey uns, zu niedrig, als daß ſich ſelbige zu Hecken ſchicken ſollte, obgleich einige ſol- hes angerathen haben. Da ſie aber doch Vet, Regllexicon 11, Theil. - Gent-/ 545 “an die 3 Fuß hoch wächſet, ſo kann ann davon Einfaſſungen machen, und dieſe un- ter die Scheere halten. Sie wird von Schaafen, Bienen und dem Wilde auch genußet, 6) Dreyblättrichter Canariſcher Genſter, Cytiſus, oder Geniſta Cana- rienlis L. Vaterland: die Canarienin« ſeln. Stamm: holzicht, 2--3 Ellen hoch, hat viele geſtreifte oder ecichte, raue F- nen Boden, wenn ſie verdeckt werden« Es machen aber die jeßt beſchriebenen ſehr blumenreichen Sträucher vor der Fronte ſolcher Strauchgruppen, die an die vor- nehmſten Raſenſtüe und Wege ſtoßen, Z zz; zwiſchen awer„= « 946 Genuüßj „zwiſchen andern ſehr niedrigen Sträuchern eine auserleſene Verzierung; ſie haben je» doch auch auf die Aufnahme in große Blu- mengärten einen nicht minder gegründeten Anſpruch, Genußjagen, Genießjagen, iſ das erſtere Feiſtjagen, welches gehalten „wird, Einige nennen auch das: Genußja- gen, wenn man die Hunde genoſſen macht. Gepfneiſch, Pfneiſchen, der An- theil, welcher den Jagdhunden von dem gefällten Wilde gegeben wird. Gepreßtes Leder, dieſes wird von dem Sattler zu den feinſten Engliſchen Satteln gebraucht, und das feinnarbigſte Fahlleder hiezu genommen. Es wird mit Waſſer und Roſinſtroh nach dem Kris- peln gewaſchen, aber nicht platt und blank geſtoßen, Gerade FenſFer, Fenſter mit geradem Sturz, alle große Fenſter, «deren oberer Sturz oder Schluß mit keinem Bogen geſchloſſen, ſondern gerade iſt. Sie geben das meiſte Licht, und werden daher auch am gewöhnlichſten angebracht, Gerade Kappfenſter, Dachfen- ſter, deren Schuß gerade, und folglich das ganze Fenſter gleichſeitig iſt. Gerade Nuth, iſt bey den Tiſch- lern diejenige Verbindung zweyer Bretter, die durch gevierte Einſchnitte bis auf die halbe Holzdicke, oder mit Zapfen und Za- pfenlöchern, gemacht wird. Gerader Bohrer, Löffelbohrer, ein Bohrer, deſſen Schneiden nach einer geraden Linie fortgehen, und deren Spike “die Geſtalt eines ſtark ausgehöhlten Löffels hät, im Gegenſaß des Schneenbohrers, Gerberſt Dieſes Bohrers bedienet ſich beſonders dex Pumpenmacher und auch der Zimmermann, damit tief ins Holz einzubohren. Die Bohrer dieſer Art, womit der Pumpen- macher die Pumpen zum zweytenmal aus» geboyret hat, haben auf der Spikße einen Haken, der die Späne heraus ziehet, Man theilet dieſe"Bohrer wieder in Xins= und Zweypſchneider ab, Geräumte, bey der Forſt» und 2andwirthſchaft, ein durch Wegräumung des Holzes zu Aer gemachtes Stück Wal- dung. Bey der Jägerey iſt ein TeiGunte ter Stellweg, Lauf, Äbjagungs» flügel, Durchbieb, Richtwetu. fw. ein zum Behuf der Jagd im Walde ge> hauener Weg, Geräuſche, Beuſchel, Aufbruch, Lunze, beſteht, überhaupt genommen, in Panzer und Wanſt eines Wildes, welches beym zahmen Vieh das Geſchlinte oder Gebänte iſt, Sever, Herz und Lunge gehöret eigentlich aber nur zum Geräuſche, das übrige zum Aufbruch. Nach altem Herkommen gehöret das Geräuſche dem Jäger,. WII: Gerben, Gärben, die Haut oder das Fell eines Thieres ſo zurichten. daß ſie nicht mehr in die Fautnit übergeben, ſon= dern ungehindert zu Kleidungsſtücken und andern nöchigen und bequemen Dingen ges braucht werden kann. Gerberbaum, ſj, Sumach. Gerberſt: auch, myrthenblät- friger Gerverbanmm, kleine MNichtl- baum, auch uner dem Namen: Re- doul, Redou, Rondou befannt, der aber mit dem Gerverbaum, oder Suinach niche zu verwechſeln iſt, Coriaria myrtifolia k,. Diebe 3 des an, Die IpDeNs (uU: nen ehe, Lit und nung Pal: LESE EIES FTE GSE ZETER Gerberſt Vaterland: Montpellier. Stamm: ſtrauchig, braun, treibt von unten. an bis oben hinauf eine Menge dicht bey einander ſtehende viereckige Zweige, deren an einer Seite je 3-4 beyſammen, und an der andern Seite oft eben ſo viele hervor trei- ben, und eine 3-- 4, höchſtens 5 F,. hohe, dicht belaubte, buſchige Krone bilden; das Holz ſehr voll von leichtem Marke, und ſehr zerbrehlim, Blätter: einigen Myrchenſorten ähnlich, länglich, geſpist, glänzendgrün, gegen über ſtehend. Man darf nur 1-2 Pflanzen anſchaffen, wel- de, wenn ſie in einem ieichten Boden ſie- ben, aus ihren kriechenden Wurzeln auf 9 Fuß weit umher eine große Menge Ne- benſchüſſe treiben, die man im Winter und Herbſte ausgraben, die ſtärkſten ſo- gleich an Ort und Stelle, die ſc 6 Pfund und darüber wieget, Es findet ſich aber nicht überall, daß die Brauer die große Gerſte vorziehen. Z, B, die Stadt Treuen- briezen brauet ein Bier, welches in Anſes hung der Stärke und Klarheit wenig ſei- nes gleichen hat. An dieſem Orte wollen die Brauer keine große Gerſte kaufen, wes halb wir die unſrige in Pot8dam verfaufen müſſen, Die Brauer des erſten Orts be- harren bey der uralten Gewohnheit, fein anderes, als zwar ſehr ſtarkes, aber doch vollfommen flares und durchſichtiges Bier zu brauen, welches ihnen mit Malz von großer Gerſte nicht gelinget. Und dieſes kömmet vaher, daß ſelbige zu dünne Hüle ſen hat, wogegen die kleine Gerſte, ihrer diern Hülſen wegen, die Würze weit flärer ablaufen läßt. Eben dieſe Brauer, die-in ihrer Gegend ſo viel kleine Gerſte haben können, als ſie nur immer verlan« gen, würden, wenn dieſe Gerſte weniger zu haben wäre, mit der großen doch zue frieden ſeyn müſſen; ſie dürften nur zu Malz von kleinerer Gerſte den vierten Theil Malz von der großen Gerſte, oder, unter alleinigem Malz von dieſer Häckſel nehe men, ſo würde ihre Würze davon ſchon flar ablaufen, Berlin und Potsdam aber haf Brquer, davon feiner derſel ben, wenigſtens dem größten Theile nach, unter 100 Wispel jährlich verbrauet, daß alſo dieſe ſich in der verhältnißmäßigen Bermiſchung beyderley Arten von Malz ſchon eher und mehr zu helfen wiſſen.) 4) Endlich läufe man bey großen Sturmwin- den, welche oft die reichſten Gerſtenärnd- ten verwüſten, mit der zweyzeiligen Gerſte weniger Gefahr; ſie iſt nicht allein an und für ſich weit zäher, als die kleine Gerſte, und der Wind kann ſie daher nicht ſo leicht abbrechen, ſondern die Körner ſiken auch in. Gerſte im der Aehre weit feſter. Ueberdieß haben die Aehren der vierzeiligen Gerſte weit mehrere Berührungspuncte, als die der zweyzeiligen, und können daher auch eher, als bey dieſer, durch das Schwanken und Aneinanderſtoßen der Halme bey großen - Sturmwinden abgerieben werden,( Hier- Wider iſt nun eben nichts zu ſagen; die große Gerſte leidet doch) aber auch nicht wenig, wenn ſtarke Sturmwinde einige Tage hindurch anhalten, eben ſo wie die- ſes auch dem Weizen widerfährt. es aber der fleinen Gerſte mehrmals be- gegnet, voin Sturmwinde abgebrochen zu werden, kömmt daher, weil die meiſten anhaltenden Sturmwinde nach der Mitte des Auguſts, da dieſe Gerſte noch auf dem Halme iſt, einzufallen pflegen.) Die große Gerſte verlangt einen beſſern Boden, als die kleine, und dieſe wenig- ſtens einen guten Mittelboden, auf wel- ehem, wo nicht Weizen, doch wenigſtens guter Roggen, erbauet wird. Jſt daher der Boden zu ſchlecht, ſo iſt es ſicherer, Haber darauf zu bringen, weil die Gerſte zwar aufgehet, aber keine Kraft zum Fort- wachſen hat; ja, ſie kömmt gar nicht von der Erde in vie Höhe, wenn. der Regen ausbleibt.“ Ueberhaupt liebet die Gerſte faſt in jedem Boden mehr Näſſe als Döärrez allein den Ueberſluß kann fie dech aud) nicht vertragen, ſie wird, wenn zus- mal feine warme Wirterung dabey itt, bald gelb, und dadurch in ihrem Gedeihen an Stroh und Körnern gehindert. Ein fetter ſchwarzer Boden iſt der Frühgerſte am zuträglichſten 3 iſt er aber zu tief lie- gend, und in der Saak- und folgenden Fruüblingszeit zu naß, fo muß man die Ausfaat entweder erſt im May unterneh- men, oder lieber kleine Gerſte im Jun. darauj gusſaen. Zn einem thonigen 4er, Daß Gerſte 551 der ſonſt noc) wohl zum Weizen gut iſt, will ſie auch nicht wohl einſchlagen, Ein mit Sand vermiſchter lehmiger Boden iſt für beyde Sorten Gerſte, ſowohl für die große, als auch kleine, der beſte, indem dieſe Art des Bodens die Feuchtigkeiten weder zu geſchwind, noch zu langſam durchläßt, indem die Gerſte weder zu viel noch zu wenig Näſſe haben will. Ob die Gerſte in ſriſchem Miſte zu bauen ſey, ſolches muß lediglich das Lokal ent- ſcheiden. Acer, der'zuvor zum Winter- getreide gut gedünget worden, und noch von daher in guter Beſſerung iſt, kann wohl des Düngers entbehren, und man muß es auf die Erfahrung jeden Orts be- ruhen laſſen, was in dieſer Hinſicht zu thun oder zu unterlaſſen iſt, Jn den mei«- ſten Gegenden, wo kleine Gerſte die einzi- ge Sorte iſt, pflegt man größtentheils nicht zu düngen, und doch gute Gerſte zu erbauen, als welches wohl hauptſächlich der dieſer Frucht zukommenden eignen DBaucrt zuzuſchreiben iſt, Denn da zur kleinen Gerſte entweder im ſpäten Herbſte, oder in der erſten Frühlingszeit erſt geſtür» zet, im May gewendet, und anfangs Ju» nii zur Saat gepflüget wird, ſo genießet dieje Gerſtenerde des beſten Einfluſſes der tuftſalze, mittelſt der Sonnenwärme, des wärmern Regens, und beſonders des fruchtbaren Maythaues, denen ſie ganz geöffnet darkiegt, Dieſerhalb behaupten diejenigen 2andwirthe, welche beyderley Gerſte an einem und eben demſelben Orte bauen oder gebauet haben, daß die große Gerſte den A>er mehr ausfauge, als die „Fietne, d,i. der Accer der großen Gerſte veriangt mehr Unterftüßung von Dünger, als dex zu der kieinen Gerſte gebrauchte (>er, Bey Ae DÄ. GEEIG NSE ER II R II TIES TE II SR EIE SS SS TRENNT TEE GG GRRR RES GETR EINER ARN KER REP SSREIITS WEN SISI EAI R WIE SGR ZI«7<„al 4 I SN ASE SSI SERER SSI GEE IIS DRESSEN SEG GIESE 5 jp a...- Dr Z ß WIRE; S I| a X ER SGIPE ZF bun ÄR 7 NSA| 552 Gerſte Bey mir, wo meiſtens große Gerſte gebauet wird, und der Acker wegen ſeiner tiefern Lage mehr feucht als tro>en iſt, wird immer zu ſelbiger friſch gemiſtet. Denn obgleich die Weizenäcker, auf wel- che im nächſten Frühjahre die Gerſte ein- geſact wird, ebenfalls friſch gedünget wor- den, ſo richtet man ſich do) mit dem Dün- gen ſo ein, daß zum Weizenacker nur mä- ßig, und zu der dorauf folgenden Gerſte eben ſo gedünget werde, Die benachbar- ten Oerter bauen mehr kleine als große Gerſte, und ſie verfahren ebenfalls" mit ihren ſämmtlichen Gerſtenäern nicht an- ders. Daß aber bey mir herum die Dorf- ſchaften zur Bedüngung der Winter» und Sommeräer binreichenden Miſt haben fönnen, kömmt von dem ſtarken Wiebſtan- de her, deſſen ſie ſich vorzüglich zu erfreuen haben, Der hieſige Weizen- und Ger- ſtenaer hat- aber ſMwarze Erde, worun- ker eines Spadens tief ganz weißer Sand, nirgends aber Thon oder Lehm, gefunden wird. Die Aderbeſtellung zu beyderley Ger- ſtenarten iſt nicht überall einerley, In-+ einigen Gegenden wird zur Frühgerſte vier- mal gepflüget, beſonders wo der Acer ſehr ſtrenge oder feſt iſt, Bey mir iſt kein ſchwerer Boden, weshalb nur dreymal ge- pflüget wird. Nach der Mitte des Se- ptembers, ſobald wir die Roggenſaat nur vollenden können, wenden wir unſre im ſpätern Herbſte zu beſäenden Weizenäcer, und gleich hierauf ſtreichen wir die Ger- Fenäaer. Um die Mitte des Octobers ſäen wir Weizen, und am Ende dieſes Monaths werden unſre Gerſtenäcker ge- wendet und geegget, und ſodann bleiben ſie den Winter hindurch ſtille liegen. Im Februar oder etwas ſpäter wird der Duün- ger aufgefahren, und, wie oben erwäh- -„ “Gerſte nef woven, zur Saar gepflüget“ ſobald es die Wirterung verſtattet. Wenn der "aufgepflügte Aer zum Abtrocknen einige Tage hindurch gelegen hat, ſo wird der Saame, auf den Morgen faſt 2. Schef- fel, ausgeſaet, und mit der Egge einge- egget. Zu der kleinen Gerſte wird an manchen Orten im Ockober, auch noch ſpäter, ge: pflüget, und im April gewendet. An nianchen Orten aber wird im Herbſte ge- ſtrichen, und etwa 4 Wochen darauf ge- wendet, im April noch einmal gewendet, und in den erſten Tagen des Jun. zur Saat gepflüget, daß alſo theils dreymal, theils viermal gepflüget wird. Einige Ge- genden zeichnen ſich mit der Beſtellung ſs aus, daß erſt zu Anfange des Frühlings, 'oder noch früher, geſtrichen, 4=- 6 Wo» e, und daß der Hederichſaame, wenn er aufgelo» >ertes Erdräch findet, feucht oben auf zu liegen fommt, und an einem trocknen Ta- ge von der heißen Sonne beſchienen wird, aufplaßet, uhd hiemit zum Auf- und Fort- gehen untüchtig gemacht wird, welches zur Zeit von den wenigſten Wirthen beobach» tet, und davon der ſchickliche Gebrauch ge- macht werden können, als wovon unter dem Artikel: Hederich, mehr geſagt werden ſoll. In der Mark Brandenburg bindet man ſic) to genau nicht mit der Einſaat der klei- nen Gerſte an dea erſten Tagen des Brach- monaths 3 man wartet damit gern auf troXene Witterung, und ſieht es gern, wenn nach) der Einſaat noch etwa drey trockne oder heiße Tage folgen, weil ſo- dann nur wenig Hederich mit qufgehet. Wet, Regllexicon 11, Theil, SC NESSE SSI AEI EISI iE. MEIDEN, Gerſte 553. In kleinen Wirchſchaften läßt ſich dieſes auch gut ausführen 3; wo aber auf großen Gürern damit Wochen lang zugebracht werden muß, da kann die einmal ange- fangene Einſäung der Gerſte bey hinzu kommendem Regen nicht wohl unterbro« -:wer, als im Frühjahre iſt, meiſtens überall bey uns untergepflüget werde, In einem ſchweren Boden, oder in naſſen Jahren, kann ſie das Nichtunterpflügen eher vertragen. Endlich iſt noch zu bemerken, daß an Einigen Orten noh eine Mittelzeit zwiſchen der Einſaat der großen und kleinen Gerſte gehalten werde, die im Maymonath ein- fällt. Man nennt daher dieſe in ſolcher Zeit ausgeſäete Gerſte, LTäavygerſte, und man nimmt nach Belieben zur Saat bald von der Früh« oder großen Gerſte, baid von der kleinen, und in änſchung der Aecker ſolche, die etwas zu niedrig liegen, und in der frühern Jahreszeit noch nicht trocken genug werden können. Man fin» det aber gemeiniglich dieſe Maygerſte da, wo auf den übrigen Aeckern die große Ger- ſte gebauet wird. Und da, wie oben ae» ſagt worden, bey mir und in der Nachbar- ſchaft öfters eine Umwechſelung mit der großen und kleinen Gerſte gemacht wird, ſo iſt in Anſehung der lekßtern dieſes das Beſontere, daß ſie, wenn man ſie, Statt der erſtern, im März ſäet, faſt 14 Tage Gerſte eher reif wird, als die mit ihr-zu gleicher Zeit ausgeſäete große Gerſte; dieſe aber, die mit der kleinen zugleich im Brachmo- nache ausgeſäet wird, der lektern im Reif» werden nicht zuvor kommt, und daß in beyderley Fällen die in der Saatzeit umge» wechſelten Ausſaaten mehr ſcheffeln oder ſchütten, als die bey uns nicht umgewech- ſelten. Cben ſo beſonders ij? es bey uns, daß die zweyzeilige oder große Gerſte, wenn wir ſie zu Zeiten von entfernten Gegenden hernehmen, in der 2ten Gereration ſchon den 6ren Theil wenigſtens vierzeilige Gerſte, in der vierten die Hälfte, und in der ſechſten faum noch den zwanzigſten Theil zweyzei- liger Gerſte hervor bringet. Fänve ſich ſolches in andern Gegenden ,: als worüber es mir an ſichern Nachrichten fehit, eben ſo, ſo würde man, die vierzeilige Gerſte als die Stammmutter anzuſehen haben. Außer dieſen beyden unter uns gemei- nen Gerſtenarten hat man noch andere zu bemerken, die.nur hie und da theils allein, oder neben einer der vorgedachten gemeinen Arten gebauet werden, Wi 1) Die Herbſt- oder Winrerterſte. Sie wird im Herbſte ſehr zeitig, um Bar- tholomäi odex Aegidi, geſäet, und zwar auf einen trocknen und warmen, zugleich aver auch fetten'Boden, Wenn ſie ſich, wie gewöhnlich, ſtark beſtauder, und ſehr geil wächſet, pflegt man ſie im Frühjahre, wie den Weizen, zu beſchneiden. Ein naſſer oder kalter Wintex bringt ihren gänzlichen Untergang zuwege. In den bey mir befindlichen alten Haus- und Ze- hendbüchern finde ich, daß ſie vom vorher gehenden Jahrhunderte an, bis gegen das Jahr 1709 bieſelbſt auch gebauet worden, welches nachher nur noch ſclten geſchehen iſt, weil ſie in den wenigjien Jahren, wie ich es ſelbji mit Schaden erprobet habe, den gleiche ſe über, tochme: im Refe dein t UM: ln ede gewech: ey. uns, e, went genden Yonden erſte, in ſechſten weyjel ve ſich ober t, Wen haben, 8 gee: ndere zu (5 ollen), meinen vyerſte, um Bar 1d-zwor zugl R ſi, und ſehr Whjahre, Ein ihren yn den ind Ze Horhet jen das vorden, ſchehen Ny wie f habt, dyn „+ FEE E42 EI UE UAE SEREN I BÖEN 35 SET Gerſte ven Winter glücklich überſteht. I< ſoll- te daher faſt der Aeußerung des Verf, der Berl. Beyträge beyſtimmen, daß wir, dem größten Theile nach, in den meiſten Jahren ſtärkere und längere Winter haven, als ſolcer, geſchloſſen. Die Saamenkörner ſind un Aqaa 2 gleich. gran,= 35 SCHRIE SEI CEE AGL WECH AIRS MEER PIII: SSER aan WES EE EE I ABE nv ANISE ÄS 555 122.435 4 SRE TRE==- 225 CIIELAER SINE 3 GDE DIR BREE=" 4 AUEH! 556 Gerſie glei, Die unten in der Aehre ſtehenden ſind die größtenz weiter hinauf werden ſie immer kleiner. Dieſe Gerſie iſt ihrer ' längern Orannen wegen vor den Vögeln ſichrer, als die andern Arten. Gutes ge- düngtes Mittelland ſcheint ihr am zuträg- lichſten zu ſeyn,: Ihre Vorzüge ſind fol» gende: 1) bey großer Näſſe oder Regen ſenkt ſie ſich nicht ſo, wie die gemeine Gerſte, zur Erde, als welches bey ihr als ein Hauptvorzug gehalten wird; 2) in England wird. ſie deshalb vorgezogen, weil fie auch im ferten. Boden nicht zu lang ins Stroh wächſt, und doch viele, obſchon kleinere, Körner trägt.(Allein die kür" zern und größern Halme machen es auch, daß das Stroh von unſern gemeinen Ar- ten von dem Viehe lieber gefreſſen wird, welches auch wohl eine Urſach ſeyn mag, daß dieje Gerſte in England bisher mehr, als in Deutſchland, gemein geworden iſt.) 3) Die Graupen von. dieſer Gerſte neh- men ſich vor andern Graupen ſehr heraus, indem ſie einen ſüßern, angenehmern Ge- ſchmac> hoben, welches mit der davon ge- machten Grüße und Gries eben ſo iſt. Man hat ihr dieſerhalb, beſonders um der Graupen willen, den Namen: dent. ſcher Reiß oder Reißtgerſte beygelegt. Uebrigens wird dieſe Gerſte nicht anders, als unſre gemeine geſäet und gewartet, Sie beſiaudet ſich gut, wenn ſie nach Be- ſchaffenheit des Bodens nur dünne geſäet werden kann. Jn Schleſien ſoll man es nach mehrmaligen Verſuchen gefunden ha ben, daß ſie ſich gut über Winter bauen laſſe,(Wohl eben ſo, wie zuvor von unſrer Wintergerſte geſagt worden.) 4) Die vierzeilitze nackte Gerſte, Davidsgerſte, Davidskorn, Din- Telyerſte, Simmelsgerſte, Himmels- Forn, Aegypriſcher Roggen, Jern- Gerſte ſalemskorn, Wallachiſches Korn, von einigen auch Reißgerſte genannt, hordeum coeleſte L. wird inſonderheit in Nerwegen ſtark gebauet, wo ſie den Na- 'men:; Thoregerſte, führet.. Sie hat lange ſecyszeitlige Kehren, die ſich aber, obenhin betrachtet, vierzeilig darſtellen, und unterſcheidet ſich von der gemeinen Gerſte durch ihren Saamen, welcher nas ker, d. i. ohne harte Schale oder Rinde iſt. Sie iſt zwar eine Sommerfruchr, verträgt aber doch Kälte, weshalb ſie früh- zeitig beſiellet werden kann, Site erfor- dert ein ſtarkes fettes Land, und die Aus- ſaat geſchiehet nach Endigung des Froſtes, alſo nach Werſchiedenheit der Gegenden vom Anfang Aprils bis Anfang Mays; ſie wächſt ſehr ſchnell, und ſelbſt in kalten Klimaten ſehr frech.“Die Sperlinge aber ſind auf die Körner ſo erpicht, daß man ſelten die Ausſaat wieder bekommen kann. Da aber der Sperling ſeine Wohnung in Städten und Dörfern hat, von wo er nicht ſehr weit ins Feld fliegt, ſo muß man dieſe Gerſte auf die entfernteſten Aec>er ausſaen, Bey der Aerndte muß mon“ ſich mit dieſer Frucht in die Zeit und Gelegenheit ſchicken, und ſelbige in den beißen Mittagsſtunden unangerühre 1äſs ſen, weil ſie, der ziemlich großen Körner wegen, beym Harken,%ufbinden und Ein- fahren ſtark ausfälle, ob ſie ſich gleich) ber». nach doch erwas ſchwer ausdreichen läßt, Zum Malzmachen wird fie der gemeinen Gerſte, weil ſie nicht gut wächſt, nicht gleich geſchäßet,. Dagegen lobt man(ie vor andern Getreidearten, 1) wegen ihres ſehr reichen Ertrags, da ſie ſich in auten Miteteljahren 18=- 24 fältig, in den betten Jahren aber 49-- 50 fältig vermehret; 2) wegen des dabey zu er/parenden Sag- mens; auf ein Stück Land, wo ſonſt 1 Schef« NE ENBEN . NE ESRI 8 dy, ? genannt Werheit h ie den Na: : Eie ha ſich ober, darſtellen, velcher Ny der Rinde errut, 10 ſie früße Sie erfor: ) die Nuß: '5 Froſtes, Vegenden 3 Mays) An falten linge abet daß man nen fann, ohnung. in on wo er 70 muß tfernteſten ndte muß e Zeit und e In den ihre(aß 1 Kötner und Ein- leid her hen läßt, gemeinen ſt, nicht mon(1? gen ihres in autel en beſte yemehret; 1 Eds ſonſt 1 Ef Gerſie Scheffel Gerſte geſaet wird, ſaet man nur einen halben Scheffel, beſſer aber nur 4 Meßen.(Hier iſt abermols auf die Be- ſchaffenheit des Bodens Rücſicht zu neh- men. Unſre gemeine Gerſte laßt ſich eben- falls in ſolcher Maaße vermehren, wenn ſie ſehr dünne ausgeſaet, und. von keinem Unfraute beläſtiget wird.) 3) Wegen ih- ver ausnehmend mehlreichen Körner. Cin Dreoßd. Scheſſel wiegt 156-165 Pfund, (In dieſem Umſtande berußet der wahre Vorzug, daß ſie nämlich 32=- 40 Pfund mehr wiegt, als unſre gemeine Gerſte.) 4) Wegen des mehrern Mehls(eine Folge des vorher gehenden). Der Gebranch des Le'Iehls iſt: a) zum Backen; man muß aber etwa zwey Dritcheile Roggen- mehl dazu nehmen, da das Brodt dann ſchmackhafter und mehr ſättigend wird; b) zu Klößen und Suppen, wobey es dem Weizenmehl faſt gleich kömmt, Die Kl9- ße müſſen warm gegeſſen werden, ſie haben mehr kockerheit als von anderm Mehle, und um locker zu ſeyn, werden doch weni- ger mit eingerührte Eyer erfordert; c) zu Graupen: dieſe ſättigen mehr als Reiß, und halten länger gegen. Cin Schleſiſches Viertel giebt 13 Mäßel, da man ſonſt "von. der beſten Gerſie, nur 10 erhält; d) Zu Weißbier und Breohahn, der ohne«l- len Weizen ſehr gut wird; e) zu Braun- bier, da 3 Scheſſel eben ſo ſtarkes Bier geben, als 4 Eheffel Gerſie; f) zu Branntwein? dieſer iſt reichlicher und ſchmackhafter als der von Regen. 5) Die zweizeilige nackte Gerſte, hordeum nudum,[ gymwnocriton L. hat eine lange zweyzeilige Aehre und größre Körner, als die vorher gehende vierzeilige, Sie liebet einen'ehmigen, auch fandigen, vder mit beyden Erdarten vermiſchten, Bo- den. Sig wird eben, wie unjre gemeine ISET EXE 10 ATB(GARE ZE nme TI ERIE: 20 200000 Wee erge ze 207: KT ECT EN NERI EIE RR I 8 TIR IE Gerſte 557 Gerſte, angebauet, und nach Beſchaſfen- heit des Bodens nur dünne ausgeſäet, wird auch 2--3 Wochen eher reif, als jene, Auch iſt das Verhältniß und der Gebrauch der Körner von gleicher Beſchaf- fenheit. Dieſe Art wächſt in-der Tarta- rey, am Fluſſe Samaro, wild. 6) Die wilde Gerſte, Taubterſte, Taubkorn, Mäuſegerſte, Qiguſe- Forn, Ragzenkorn, Jungfernhaar, Lötrhe, LHLörhegras,(wird auch von einigen Rie- oder Raygras genannt, iſt aber mit den andern Rayzräſern nicht zu verwechſeln,) hordeum murioum L. wächſt in ganz'Curopa, um die Dörfer, Land- ſtraßen, und an andern ungebaueten Oer- tern, vorzüglich) an Mauern, wild, und iſt von den übrigen Arten leicht zu unter- ſcheiden. Die mittelſte Zwitterblume um- geben auc) zwo männliche, wie bey der Bartgerſte; dieſe aber ſind mit Grannen beſeßt, Der Halm iſt höchſtens 2 F. hoch, die Blätter weich, die äußern Grannen ſehr lang. Sie blühr im May und Jun. 7) Subſtiturionsgerſte, iſt keine beſondere Gerſtenart, ſondern nur ſo von mir allererſt genannt, und'bereits im W, W. v. JI. 1775. St. 37. rege gemacht worden, um mittelſt der allerſpäteſten Aus- ſäung eines gewiſſen Maaßes von der kleinetw Gerſte, in entſtehenden Mißwachsjahren, einem zu befürchtenden Korn- und Futkter- mangel abzuhelfen. Aber auch außer Mißwachsjahren kann es einem ganzen Z2ande zuträglich ſeyn, zu einer Subſtitu- tionsSfaat zu ſchreiten, Z, B. es wäre in fernen Landen ein Krieg entſtanden, und durd) Kornhandel was zu gewinnen z ſo könnte, um mehr Geld ins Land zu ziehen, ſvfort auf eine Wermehrung des Korns im 2ande Bedacht genommen, und unge- ſäumt von einey guten Gelegenheit Ge- A999 I brauch Gerſte 558 brauch gemacht werden, Ein militairi- ſcher Staat, der angreifen will, oder an- gegriffen werden ſoll, fann durch eine Sub- ſtitutionsſaat bald zu einem großen Korn- vorrathe gelangen, ohne durch ſchleunigen Einfauf das Korn im Lande zu vertheuern, Cin Ort wollte, zur Erhaltung eines meh» rern Heugewinnſtes im nächſten Frühjahre, gern die Wieſen mit der Huthung verſcho- nett, kann aber wegen des bisherigen Mangels an Winterfutter nicht ſo weit fommenz was. würde ihn eher als eine Subſtitutionsſaat zum Ziele führen? Der- gleichen Fälle fönnen nun mehrere ſeyn, um den Korn- und Fuktergewinnſt zu vermehren. Seit der Zeit, da ich eine Sudſtitutionsſaat in Worſchlag gebracht, iſt ſolche hie und da von manchen Guths- beſigern und andern, welche ſeporirte Ae» >er oder Felder haben, mit erwünſchtem Erfolg verſucht worde, Erfahrnen Wirthen iſt es ſehr leicht, im April und May bereits den bevorſte» henden Mißwachs am Wintkergetreite zu beurcheilen. Cin ungewöhnlich trockner, und dabey entweder zu kalter oder zu war- mer May iſt beſonders als ein Vorbote ei- ner nicht einträglichen Aerndte anzuſehen, indem das Wintergetreide bey ſolcher May- witterung ſich nicht beſtauden kann, alſo dünne bleibt, dieſerhalb wenig Mandeln oder Schocke giebt, auch keine ſonderliche Nehren austreibt, Cbven ſo ſieht es mit der Früh- oder großen Gerſte nicht zum beſten aus, wenn April und May zu trocken ſind, Nicht weniger werden auch die Wieſen bey ſolcher Wickcrung, wenn ſie nicht etwa ge wäſſert werden können, oder an Strömen und Flüſſen belegen ſind, einen großen Ausfall an Gras oder Heu haben. Fällt aber in den folgenden Monathen erſt eine Dürre ein, ſo wird ſie in Anſehung des Gerſte Wintergetreides meiſtens nur ällein leich» ten Feldern ſchädlich werden. Die guten Aecker nehmen ſodann nicht ſo leicht Scha- den, daß alſo in ſolchem Falle eben keine Theurung entſtehen känn. Umgekehrt aber erfolgt ſie eher, nach dem bekannten Reime unſrer Vorfahren: Geräth das" Getreide auf dem Sande, entſteht Theu- rung im Lande, Der Grund hievon iſt dieſer, daß viele anhaltende Regen in den Frühlings- und Sommermonathen das Getreide der guten und ſtarken Aecker ver- derben, dagegen das Korn auf hohen leichten Sandfeldern, weil ſich die Feuch- tigfeiten darinn eher und mehr einziehen, und nicht um die Wurzeln der Getreide- pflanzen ſtehen bleiben, deſto beſſer gera- chen fann. Iſt nun keine gute Ausſicht auf eine gute Aerndte vorhanden, ſo iſt alsbald auf eine Subſtiturionsjaat Bedacht zu neh- men; und dieſe beſteht darinn, daß ein. Theil des Braochfeldes ausgemittelt, in der Mitte des Mays, und, nach Beſchaf- fenheit des Bodens, nicht viel ſpäter ge- ſtürzet oder geſtoppelt, 2=- 3 Wochen hierauf gewendet, und 14 Tage hernach, zu Anfange des Jul,, kleine Gerſte dar- auf eingeſäet werde. Ein ſolcher Thazl der" Brache könnte aber mehrerer Sicherheie wegen, Jahr für Jahr, um obgedachte Zeit bereits geſtürzet werden, und wenn in der Folge noch fruchtbare Wirterung einfiele, dieſer geſtürzte Brachacker für das nächſte Winterfeld bereit gehalten, und mit den gewöhnlichen Pflugarten nach und nach beſtellet werden, Cs müßte aber diefer Theil des Brachfeides nicht der ſchlechteſte, ſondern, ſo viel möglich, der beſte jedes Orts ſeyn, um damit das Beabſichtigte tüchtig ausführen zu fönnen, Es 1 eich: Quten Scha 1 feine gefeht anneh h des“ Thel on iſt n den 1 das oy vers hohen Fee ehen, elde gite: fein [bald 1 neh: ß ein t, in ſchöfe vr ge, ohen nah, dars [ der“ heit achte vent rung - für und ) und aber F der amt q zu E Gerſte Es dürften aber die Zwiſchenzeiten zur allmäligen Bepflüzunz des Ackers gegen die gewöhnlichen Manchen zu kurz dün- ken, da man ſonſt 4=- 6 Wechen dazu anzuwenden pflegt. Man muß aver nur die angegebene Jahreszeit bedenken, da „in den ſo langen und warmen Tagen die nicht geſtürzten Stoppeln oder Raſen un- ter der Hälfte der Zeit geſchwinder ſtocken und faulen, als in jeder andern Jahres- zeit, Wird die Egge tüchtig zu Hülfe genommen, ſo kann, mittelſt derſelben, vollends beym Wenden aller noch ganz ge- bliebener Rafen wohl zerriſſen, und kurz und klein gemacht werden. Da.die zur Subſtitutionsſaat beſtimmten Aecker im Jahre zuvor noch unter dem Pfluge gewe- ſen, und ſelbige im nächſten„Frühjahre ihm abermals unterworſen ſeyn ſollen, ſo iſt der Raſen ungleich) leichter zu bezwin- gen, als wenn, wie es wirklich auf vie- len ſehr gruſichten Feldern geſchichet, um der dem Viehe zu laſſenden Weide willen, erſt im Auguſt im Brachfelde geſtürzet over geſtoppelt wird. So ſieht man fer- ner in manchen ſehr gruſichten Feldern, daß, um die großen weißen ZRuüben(Tur- nipſe) auf Jacobi in die Brache zu ſäenp erſt ua die Mitte des Jun. dazu geſtürzet; binnen 14 Tagen gewendet, 8 Tage där- auf gerühret, beydemal tüchtig geegger, und 8 Tage hernach mit Einſäung des Rübenſaamens verfahren wird. Man findet ſodann die Rübenäcker ſo klar und wohl, als Gartenland, zugerichtet. Man kann aber auf alle Fälle doch im- mer in der Vorbereitung des Ackers zur Subſtitationsgerſte nocrh ſichrer Sehen wenn man bereits int ſpätern Herbſte da- zu hat ſtürzen wollen. Die ſo behandeiten Aecker werden ſehr gebeſſert, und erfordern „weniger Dünger, als diejenigen, welche UE AEN de SHEARER Si iE SE EDIERT nr NENN HS< 1 VERROTTET CI 7 HPs SEE Er Ez< GEEIG+ A mnie EE Eg Szm Mein MI Aaa EIEE GE SIR TEE ITTER Gerſte SSI man, nach der gemeinen Art, nicht gee ſtürze, den Winter hindurch bis. in den Sommer hinein liegen läßt. Wollte:man aber, nur bios in Hinſicht auf Ackerverbeſ- ſerung allein, die beſten Aecker, beſonders diejenigen, welche der Verfilzung vonHras- wurzeln oder Begruſung ſehr unterworſen ſind, damit ſie in der darauf folgenden Brache deſto eher und beſſer gewonnen, und gleichſam bezähmet werden können, vor Winters ſtürzen, ſo hätte man ſich für einen Nothfall, nämlich den einer Subſtitutionsſaat, zugleich zum voraus mit geholfen, und die ſicherſte Cultur das zu tchon im Voraus gegründet. Denn es tfann der Fall feyn, daß, wenn es im Herbſt oder Winter zu viel regnet oder ſchlackiges"Werter iſt, dig Aecker- in den nächſten Frühlinc gsmonathen allzu feſt und gruſicht geworden teyn können. Um aver die Ausführbarkeit der ganzen Sache nicht zu bezweifeln, darf man nur die kurze Zeit erwäc gen, wie lange die Ger- ſte bis zu ihrer Reife.im Felde ſtehen darf. Man ſagt von ihr: Dehen Wochen aus uad in den Sa>. JIſt die Witterung mehr warm als falt, ſo kann ſie ſchon in 9- Wochen reif werden. Bey ungünſtiger Witterung aber würde ſie doch wohl an die eilf Wochen zum Reifſwerden gebrau- jen: Man nehme an, daß die Subſti- turionsgerſte allererſt ven 6ten Jul. einge» ſäes werden können, und gebe ihr ſodann zum Reiſwerden 11 Wochen, ſo wird die Aerndte doch 8 Tage vor Michaelis ein= fallen, und Zeit genug bleiben, diefe Sub- fticutionsäFer nach Michaelis zu ſtürzen, 3 Wochen hernach zu wenden, und eint ge Wochen darauf mit Wintergetreide noch zu veſaäen- Dieſes würde alſo bald nach Martini geſchehen können, um welche Zeit, wo zumal ein weitläuftiger- auf i = ; R R ES SI IE R 206 „ewe=== Wag g 560 Gerſte auf großen Gütern iſt, immer noch Kort genug geſäet werden muß, Kann aber die Gerſte bereits am 1ſten Jul. oder noch früher geſäet werden, ſo kömmt man mit dieſer ganzen Anſtalt noch geſchwinder zum Ziel, Noc<4 könnte man hiebey einwenden, baß es in manchen Jahren mit einer zu ſpäten Ausſaat ſehr mißlich ſeyn konn, wenn etwa um Michaelis ſchon Reif, oder wohl gar Froſt, einfallen ſollte. Dieſes iſt aber etwas höchſt ſeltenes, und wenn dergleichen Witterung ja einfällt, iſt ſol- en, und rheils gar ohne Aehren bleiben, oder nur halbe Aehren bekommen. Auch kann es hier noch ge- ſchehen, daß die Gerſte zweywüchſig wird, wenn nachfommende zu ſpäte Regen die ſigen geblievenen Aehren noch hervor trei- ben, da unterdeſſen die früher ans Licht gefommenen bereits abgeblühet haben können. Hie und da werden auch wohl andre Saamenarten, am meiſten aber Linſen, unter die Gerſte geſaäet, wovon der Arti- kel: Linſengerſte, nachzuſehen iſt, S6L s Ende des zweyten Theils. SEEN I NEI RIE IRREN NRO SR EST SEE EREEEIHG GN tizma aug bn ME Naa NN GG R AR EE mat IS I ÜBER - EE<< TIE EEE= NIE M ; |. | [j | ſ 8 3 1 — ——— —,—— i— 8 7 4 4 —-— Soiour& Grey Gortroi Chart Blue Cyan Green Vellow Heod Magenta White(8„)= Gley Groy Grey 4 Black