Univ.-Bibi. Gie en ——“.,§ꝗ— —— —*-* 4 5 ———————— 4—————— 8 M. V 3 . öf.–* v „4» 6 Eu „1. Orfonomiſches Reallerxicon Di xn worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährteſten Oekonomen unſrer Zeit zu wiſſen nöthig iſt in alphabetiſcher Ordnung zuſammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zuſägen begleitet wird an Chriſtian Friedrich Germershauſen Paſtior zu Shlalach uiad Mitglied verſchiedener gelehrten Geſellſchaften, 48. Erſter Band. F* AKK PD Auntkeiken >»> IE DD ation-- R<<<==< R | Leipzig, bey Johann Gottlob Feind. 17955. [5:| j 5" GEE 3 a iE<% € 7?* N iv. 5 4 . 2 '| N| :] 2:; N 4 7 s Gs t e| x) ] » 2 4 || N | | |/ |; pA 4| | 1/ ; p=»/ |;; ; J 1] pu| || |; 8 |/ 5 Z Denen Würdigen Mitgliedern ſämmtlicher ökonomiſcher Geſellſchaften Deutſc IZ"hn Hil DR R TES EE EREIE Au Ä ZEE IETER ZEE aT ZIERER REIEN IE. 0008 NERI TEN MENINET TEESE<< ABZIEHT WER Meier SSE ESZIS BEESE EIE= IEEE SENG GE] DEICH EINNE T Get NÄ an Bari* SN INC ZEE SE EESTI ENE 02 ISIN EIRARI EE NZA amm<<<<<<< nemen emi Ier aug .*“- A, bezeichnet manche in der fandwirth- ſchaft vorkommende Abtheilungen oder Ord- nungen in Uebereinſtimmung mit den QLirth Stroh a 5 Rchlr, find ein» gefommen 50 Rehlr."Von 400 Rehlrn, ausſtehendem Capital 3 4 p. CO. iſt einge? kommen 36 Rthlr. Jn der Angabe ſummirt man alſo? dem Taglöhner NN, für 12 Tage Handarbeit 3 2 Gr., laut Quittung, 1 Rehlr. 41,4 f. A a, oder ein gedoppeltes äa3 mit einem darüber gezoge- nem Striche wird ia Vorſchriften,-oder' A Rece- 2 Aal Recepten zu Arzneyen für Menſchen und Thiere, oft gebraucht, und bedeutet von jedem gleich viel, oder, daß die vorherge- henden Species, die man zu dieſem oder jenem brauchen will, bey welchem aber das Gewicht nicht benennt iſt, mit denen darauf folgenden mehrern oder wenigern, bis ſol» el der vier Kiemen, nebſt den ſelbige un- terſtüßenden zehn krummen Gräten oder Strahlen, ſind mie der dicken undurchſich- tigen Hauk bedeckt, durch welche ſich auf jeder Seite vor den Bruſt- oder Seiten- floſſen ein drey bis vier Linien breiter Queer- gang öffner, um das eingeſaugte, und von der Zuft entledigte, Waſſer wieder auszu- athmen; daher der Fiſch in trüben und ſchiammigen Waſſer, auch in großer Kälte und unterm Eiſe, leicht erſticket. und durch Züſammendrücung dieſer Oeffnungen ſo feſt gehalten werden kann, daß er ſeine Be- wegung und gewaltſamen Widerſtand ver- liert. Den Donner, oder die bey Gewit- tern zuſammengepreßte Luft kann er gleich falls nicht vertragen, und ſteht bey ſelbiger leicht ab. Sonſt kann er in der ſreyen 2uft und genugſamen reinem Waſſer wohl zu ſechs bis acht Tagen, oder wohl: noch länger, leben 3 wenn man in ein Gefäß etwas Erde thut, Waſſer darauf gießet, über dieſes breitblätteriges Gras, oder Schilf, leger, und den lebendigen Aal pineinſeßt, ſo laſſen ſich ihrer mehr bey- ſammen weit und breit verſchiken. In Behältern vder Fiſchkaſten ſtehen ſie auch wohl eine Zeit lang, nehmen aber aus Man- gei der Nahrung ſehr ab. Daß ſie ihre Jungen lebendig von ſich laſſen, daran wird nicht mehr gezweifelt. Die Farbe des Fiſches im geſunden Zuſtande iſt auf dem Rücken und den Seiten ſchwärzlich, oder fällt auch etwas ins Graue, bisweilen auch) bey denen, die ſehr fert jind, ins Grünliche; der Bauch aber iſt weißgeib. Vom April bis Jul, iſt er am beſten, Mäſ- ſig genoſſen, iſt er ſo geſund als wohl: ſchmeckend, und unter unſre beſten Speiſe fiſche zu rechnen, und ward bereits bey den Alteiz Aal Alten als eine dep niedlich ten Speiſen ſehr hoch gehalten. Jnsgemein wird ex den Kranken verboten; den Schwindſüchtigen aber, und denen, die mit einer ouszehren- den Krankheit, oder auch mit der Milz- ſucht und Säure des Magens, behaftet ſind, wird er als nahrhaft zugelaſſen, oder an- gerathen. In manchen Häuſern wird er, wenn er friſch, zumal wenn ex aroß iſt, ab- geſtreift; in andern aber wird ihm, beſon- ders wenn er mit Salz abgekocht wird, die Haut gelaſſen, und ſodann wohlſchmecen- der gehalten. Beym Abziehen der Hout wird. der Aal mit einem ſtarfen eiſernen Jiagel durch den Kopf feſt angenageltz hierauf macht man mit dem Meſſex xings um den Hals einen Schnitt durch die Hauf, nimmt Salz in die Hände, und„ſtpeift ſo- dann die Haut mit leichter Müße hexunter,. Die Haut wird gern getrocknet, und, weil ſie ſehr zähe iſt, zu Geld- Schrot- und Tabacksbeuteln gebraucht. Läßt man ſie zuſammengeſirumpftf und zuſammengedreht eintro>nen, ſo wird ſie ſatt eines ſo ge- nannten Peſericks, oder Ohſenziemers, ge- braucht, Auf verrenfte Glieder wird Dieſe Haut, nachdem ſie in Bier oder Kofent aufgekocht worden, warm gezogen oder um- hergeſhlagen, und ſolches mehrmals wie- derholt. Uebrigens iſt der Aal in der Arz» neykunſt von ſehr eingeſchränftem Gebrau- ige Miſt- gabel gemacht, und hat drey Aerme oder Haken, deren jeder ungefähr neun Dau- men oder Zoll layq, und die zwey zwar nur an der inwendigen, der mittlere aber auf beyden Seiten, mit guten Zähnen oder Widerhaken verſehen ſind. Der mitelere aber geht gerade zu, und iſt, gleich einer Schlangenzunge« jedoch etwas rund, zu- geſpißt, Alle drey Haken aber müſſen durch zwey kleine, auf beyden Seiten mit Nageln zuſammen geheftete und vernietete eiſerne Bänder dergeſtalt befeſtigt und zu- fammengehälten werden, daß weder Aerme oder Haken ſelbſt ſich weiter aus einander geben, nod) ſich enger zuſammenſchließen können, als ſie wirklich ſind, damit kein A 2 Aal, Fe 8 -*« Yl Kk| ZI ZS WW ET IT KNIE Ue; ZIN. +--W s>t haben, ſs können ſie zwar fortleben, allein ſie nehmen dabey ſo ab, daß ſie zule8t faſt nichts, als Gräten und Haut ſind, Der Verf, hat dergleichen Aale in die nahrhafteſten Deiche eingeſeßt, und nach etwa ſechs Jahren wieder heraus fangen gefehen 3 ſie hatten die Angelhaken im teive, waren aber ganz mager, einge- ſchrumpft, und faſt ganz ohne Fleiſch. Aaglqutaſt, ein Bündel grüner Reiſer, vornehmlich von Weiden, welches faſt wie ein Quaſt ausſiehet, und än einer langen Stange efkwa einen Fuß tief unter Waſſer geſteckt wird, Durch das Laichen der Weißfiſche, welche häufig darnach gehen, werden auch die Aale herbeygelo>t. Dies fe ſchlüpfen auf die Quäſte hinauf, und wenn man dieſelben des Morgens aus dem Waſſer zieht, und«ausflopft, ſo pflegen viele Aale, aber nur kleine, heraus zu fal: len 3; denn die großen gehen ſelten hinauf. Da aber die kleinen Aale ſchlecht ſchmeen, ſv jollte man den Aalfang in Quäſten billig unterlaſſen, und der jungen Aale ſo lange , vis ſie älter und größer geworden inv; Aglſchnur, iſt eine lange Schnur, woran viele Angeln geheftet ſind, Aale zu fangen. Man nimmt eine gute Anzahl ſtählerne Angeln, ohngefähr eines Zolles lang, mit einem Ringez an jedem Ring vefeſtiget man eine Schnur von einer Elle, und ſteckt entweder kleine Fiſche, als ſo ges nannte Weißſiſche, oder große Regenwür» mer, an die Angel, wenn die Schnur ge» legt werden ſoll, Oder, welches noch beſs ſex reed green arri Krb A aue e] EE ar a di - ei en wii emm 2572 Bg FRE 5 a Pigs MUR hah LHAIENN -< 2 ia Et Aal fet iſt, man fann auch ſo geniatinfe Schlammbeißer(Peirzker, Ditſchen) von der Dicke einer Federſpule, daran ſte- eien, Von dieſen dreyerley Dingen nimmt man eins, und ſtet es an jede Angel; nimmt alsdenn einen langen Strick, und begiebt ſich an den zum Fiſchfang bettimm- ten Ort. Daſelbſt breitet man den Strick längs dem Ufer aus, und bindet alle Schnüre, woran ſich die Angeln befinden, vo) zwey zu zwey Fuß an,|? daß die Schnur einer jeden Angel, vom Köder an bis zur Hauptſchnur ,/ von anderthalb oder zwey Fuß ſey- Wenn ſolehergeſtalt alle Angeln daran angemacht ſind, wird die Hauptſchnur, oder der Strick, mit dem En- de an einen Pfahl oder an irgend einen Aſt oder großen Stein am Ufer befeſtiget. An das andere Ende wird ein großer Stein, von etwa drey oder vier Pfund, gebunden, und dieſes Ends mit der rechten Hand, ſo weit als möglich, ins Waſſer geſchleudert, und alſo alle Angeln untergetaucht, Die Nacht über bleibt die Schnur kiegen, und . des Morgens wird die Schnur voll Fiſche hängen 3 wenn nur einige im Waſſer vor- handen find, weil, wegen der vielen An- geln, fein Fiſch vorbey kommen kann, ohne die angemachte öckſpeiſe zu merken. Man muß dieſe Leine an einem Orte auswerfen, wo fein Gras no< Strauch iſt, damit man nichts einbüße, weil die Aale, wenn ſie merken, daß ſie gefangen ſind, fich um al- les, was fie finden, herumſchlinget, und ſich dadurch los machen wollen, Einigs gebrauchen, anſtatt der Angethaken, lange Nähnadeln, oder Dornen, woran ſie den Bindfaden in der Mitte binden, und die Nadel oder den Dorn durch den Regen- wurm oder Fiſch ſtecken 3 ſie nennen es mit dem Dorne fiſchen. Andere aber halten die Angelhafen für geſchwindex und beſſer, Aas 5 Eg verſteht fich von ſelbſt, daß ma“ der- gleichen Angelſchnüre nicht an ſolchen Or- ten, beſonders an der Nähe der Brücken in Flüſſen, auswerfen könne, wo auch zur Nachtzeit Kähne und Schiffe hin- und hev- fahren, und daher die Schnüre gar leicht, mit und ohne Vorſaß, zerreißen, oder in Unordnung bringen können. Aaliwehr, Aalkfaſten, Aallege; „eine von Bauholz und Reiſern queer" über einen Strohm verfertigte Verzaunung, aber nicht nach der ganzen Breite des Strohms, In ihren ſtumpfen Winkeln ſind Deſſnun» gen, und hinter dieſen Körbe mit Waſſer angebracht, worinn ſich der Aal fängt, Dieſer Aalfang it der ergiebigſte, Dieſe und dergleichen andere Fiſchywehre dürfen in den meiſten Ländern ohne Bewilligung der Luandegobrigfeit nicht neuerlic) angelegt werden, ſind aber überall unftatthaft, wenn der Waſſerlauf irgendwo geſtauet, oder die Waſſerfahrt dadurch gehindert werden ſollte, Aatbeeren, Aalbeſinge,|, J9- Hannisbeeren. Aalraupe, f. Duappe, Mas, Luder, der Körper eines ge ſtorbenen Pferdes, Rindes, Schafes u,|| Die großen verreckten Thiere werden von dem Abdeckex oder Caviller auf einem eignet dazu ausgeſonderten Orte, ſo gemeiniglich Schindanger, Luderplaß, genannt wird, abgeludert und ihm die Häute überlaſſen, wofür in den meiſten deutſchen 8ändern der Landegobrigfeir Zeit s oder Erbpacht enk richtet wird. Scehindanger ſollten in der Nähe der Städte und Dörfer ſv wenig, als neben den Wegen und Heerſträßen, ges duldet werden, Es iſt durchaus den1 Wohls ſtande zuwider, Reiſenden den Anblick des A3 Aaſes wd= mee. 16 on aun+ Pe See En= gn 2 Üb Lie IRIS 6 Aas. Aaſes nicht zu enkziehen, und ihnen das Schauerliche des Aasgeruchs zuzuführen, Man kennt zärtliche Perſonen, welchen der Aaasgeſtank Uebelkeiten und Erbrechen, auch wohl Ekel für Fleiſchſpeiſen auf lange Zeit verurſacht, und ihnen das Andenken des Oxts oder des Landes, wo ihnen dexp- gleichen begegnet, ſehr unwillfonimen ge- worden. Das retſende Publikum macht gerechten Anſpruch auf mehr Schonung des Sehens und des Riechensz es erwün- ſchet ſich von den Landespolizeyen eine durch- gängige Vertilgung dieſes Reſtes der öſſent- tichen Unſittſamfeit, Unſre Wiehheerden werden aber auch durch das uneingegrabene Aas nicht wenig gefährdet. Der Vf. hat ſich immer den Ueberſprung der ehemaligen Viehſeuchen von einem entfernten Orte zu dem andern nicht anders erklären können, als daß derſelbe von einem an der Seuche geſtorbenen und nichteingegraben geweſenem Stück Viehe herrühren müſſe. Cin Ort dieſer oder jener Landesgegend iſt gemeinig- lich der erſte, wo die Wiehſeuche anfängt. Das erſte ſterbende Vieh wird nicht für ein an der Seuche geſtorbenes anerkannt, und ohne Verdacht von dem Abdecker-abgeledert und das Aas uneingegraben Raubthieren und Vögeln überlaſſen. Dieſe fallen über das Aas her, und einige davon bleiben nicht auf der Feldmark, laufen oder fliegen einige Meilen weiter, und ſo iſt durch ſie das Anſte>ende der Seuche auf die Vieh- triften entfernter Derter überbracht worden. Am meiſten kann und muß ſolches durch fleiſchfreſſende Vögel geſchehen. Z. EE, Raben, Krähen, Stäre, ſißen aufs Aas, ſtreiten ſich darum, beſchmieren ſich damit Füße, Federn und Schnäbel. Einige fliegen, nachdem ſie ſich recht ſatt gefreſſen haben, an die vier, ſechs bis acen anfangen, auch in vier und zwäne zig Stunden ſehr merklich wachſen, und innerhalb neun Tagen ihre voilkommene Große erlangen, Die ausgewachſene Ma- de hat eine kegelförmige Geſtalt, und ob gleich der ſpikige Theil feinem Kopfe ähne lich zu ſeyn ſcheint, ſo iſt er doch das Werk- zeug, wodurch ſie ihre Nahrung in ſich zieht. Der Körper ſelbſt beſteht aus zwölf Abſäßen, von welchen der hinterſte und größte am Rande herum mit zwölf kleinett warzenförmigen Spißen beſekt iſt. So- bald die Made zu wachſen aufgehört hat, nimmt ſie keine Nahrung mehr zu ſich, ſon- dern leeref ſich von dem geſammelten Unra- the vollig aus, ziehet ſich hernach kürzer zuſammen, kriecht von dem Fleiſche weg, und ſucht ſich zu verbergen, worauf ſie ſich, ohne ihre vorige Haut abzulegen, in eine Puppe verwandelt, welche eine eyförmige Figur hat, und wie ein Tönnchen oder Fäßchen ausſieht. Die Hülſe dieſer Pup? pe iſt Anfangs noch weiß und weich, zuleßt aber wird ſie ganz dunkelroch und hart, Nach neun oder zehn Tagen öffnet dieſes Inſekt, durch verſchiedene Bewegungen ſeines Kopfes, die harte Puppenhaut, und kömmt in der vollkommenen Geſtalt einer Scern, abpflügen- geſchieht, wenn ein Nachbar dem andern von ſeinen Acferſtücken was abpfiügt, welches, wenn es oft und an vielen Orten geſchieht, viel Einbuße am Acker zuwege bringen kann, und öfters beſchwerliche Proceſſe und Ber drüßlichkeiten verurſacht, die nicht anders, als durch ein Vermeſſen der Meder des Beklagten und des Klägers, nach einem bey den Zandesfollegien oder Gurshertin be- findlichen, Ve: meſſungsregiſter, geſchlich- tet werden können. Um ſfoichen Unvequem- lichfeiten zuvor zu kommen, muß man die Raine und Scheidtabren der Mecker mit Gränzſteinen verwohren, und darnach fleißig ſehen, daß fie nicht verrücfer wer- den, Abarbeiten, heißt überhaupt eine Schuldpoſt nach der andery dur Arbeit berichtigen. Abarbeiten das Land, Heißt in manchen Gegenden, wo Budnern, Einliegern, Gärtnern u. dgl. Leuten, die feinen Aer im Felde haben, ein gewiſſes Maaß vom Aer, um darauf für ſich Flachs, Hirſe, Lzemüſe u.|. w. zu erbau- en, nach einer gewiſſen Uebereinkunft, Jetd- oder Hausarbeit ſtatt eines Pachts zu verriegten, gegeben wird. Hat daher ein Akerbeſiker auf ſolche Weiſe Land aus- gegeben, ſo wird ihm dafür in einer gewiſ- ſen Anzahl von Lagen, Korn oder Gras in der Aerndte abgemähet oder abgeſchnif- ten, oder beym Einſammlen des Getraides in der Aerndte gewiſſe Tage von dem. ſo genannten Ausſäer gearbeitet. Da ſagt man denn, mein Ausfäer hat ſein Land bey mir hälb oder bereits ganz abgearbei- tet. Dieſe Wirthſchaftsweiſe yt beſonders in der Mittelmark, auc)en und lichten Detrter durch einen alten Weg oder Durchhau ab» zuſchneiden, und das Jagen oder die Stel- lung enger oder fleiner zu machen, als wd- durch Zeüg, 2eute und Koſten erſpart wer- den; 3) heißt es, einen Jagdbogen enger machen; 4) den geſtellten Zeug abnehmen; 5) im erforderlichen Fälle weniger-Schieß- pulver nehmen. Jn det Falknerey) iſt die- ſes Wort auch gebräuchlich, und beißt, dem Falken, wenn er zu fett werden will, etwas vv ſeitier gewöhnlichen Speiſe ab- brechen, damit er veſto behender und gie- riger auf ſeinen Raub werde, Abbrechen, kömmt bey der Obfſt- baumzucht vor, wenn zeitig gewordenes Obſt, das nicht abgeſchürtelt werden ſoll, mit der Hand, oder den ſo genannten Apfel- brechetn abgenominen'wird, damit es beſe- ſex dauern möge, Abbrennen; wenn bas Schießpul: ver auf der Pfanne abplaßt, ohne daß das Gewehr 198 geht. Dies geſchieht gern, 150 Regenwetter iſt, und auch, wenn das Zündloch verſtopft iſt, Abbrennen, beym Feldbati; s- ſchieht ,. wenn auf dürren Feldern oder Hei- den allerley unnüßes Kraut vnd Geſtrippe, oder wohl auch? Kornjkoppeln atigeſtet werden: Nach Beſchafſenheit der kage ei- nes Feldes öder einer Heide muß man zt- vor Gräben äufwerſen, damit das Feuer nicht überlaufe, und der Nachbarſchaft, die davon zu benachrichtigen iſt, kein Schade zugefügt werde. Man muß ſülie Tage dg- Abs zu erwählen, damit Sturtmwinde nicht brennende Materien aufnehmen, und fort- führen; Lieſer man aber in ökonomiſchen Büchern von abzubtennenden Heiden, ſo wird dieſes Wort in zwiefacheim Verſtande genommen; Cinige Länder benennen da* mit Pläße, welche mit nichts als Heide- fraut, ſo auch ſchlechthin Heide heißt, obl- ne Bäume, bewachſen ſind; Andersws9 ſind Heiden mit Nadeiholz bewachſene Plä- ke, auf welchen unter den Bäumen eben- ſalis Heidekräut ſich befindet, Heiden die- ſer leßkten Art müſſen niemals abgebrannt werden, weil, wenn ſchon Bäume daſelbſt nur dünne ſtehen, ſolche mit dem Heide- kraut zugleich in Bränd gerathen. Sv vergieng ſie) in der Nachbarſchaft des Vf. vor einige Jahren ein adlicher Pachter, der eine Heide dieſer Ark abbrennen wollte. Seine Unerfahrenheit brachte der Guths- herrſchaft großen Schaden. Das änge- zündete Heidekraut ergriff alle darunter ſte- hende Kiefern, und verwandelte ſie in Koh- len. Ein Wind kam dazu; das Feuer lief in den benachbarten Wald einer Stadt, und die Bürger derſelben hatten alle Mü- he, durch ſchleunigſte Aufwerfung eines Grabens längs der Gränze, die Fortſchritte des Feuers abzuwenden: Abbrennen, Ausbrennein, heiße bey den Ziegel- und Kalkbrennereyen, wein dem DOfeti mit leichtem Holze die leßte Hi- ke, und dieſer hierdurch ihre Vollkommen- heit gegeben wird; Abbrennen, geſchieht bey Eiſenax- beiten, wenn dem Ciſen auf zwiefache Art . Stahlhärte gegeben wird, Die eine Art iſt, daß das im Feuer rothglühend ge wordene Eiſen in Salz und Hotnſpänen, mit Heringslake vermengt, abgefühlet, und bierauf wieder rothwarm gemacht, und in Waſſey Mine gr A BN EZ R mmm inn bga FE 5 +r €" Kur Gr DÜR. uuf Ke R I 0 dae BÜREN I 5 Bld nd 96b Waſſer abgekühlt wird, Die ovdere und beſſere Art iſt, wenn man das Eiſen wit gebrannten und pulveriſirten De-nklauen beſireuet, es in einen ceinen Topf oder bleherne Büchſe legt, mit Urin beneßt, und ſo lange ins Feuer bringt, bis man glaubt, daß es rothwarm ſey, Alsdenn wird es in Waſſer abgekühlet, Abbreviatur, beißt, wenn in RKech- nungen und andern Sachen ein Wort nicht ganz aus, ſondern mit verkürzten Buchſta» ben, Zifſern und Zeichen, geſchrieben wird, z. C. Kthzir. für Reichsthalerz Diſl. für Meißniſche Gulden; Mgr für Maxien- groichen; No, für Numero; EV für Pfund, u. f. w, Deym Geſchwindſchreiben für ſich oder in Schreiben an Bekannte bedient man ſich auch dex Abbreviatuxen, da man einige Buchſtaben ausläßt, Wean aber Goringere an Vornehmere ſchreiben, ſo müſſen ſie ſich der Abbreyiaturen lekterer Art nicht bedienen, da es wider den ſchul- digen Reſpekt ſeyn, und auf Familiarität Hinauslaufen würde, In Teſtamenten, Contraften und allen weſentlichen gerichtli- dien Handlungen müſſen Abbreviafuren gänzlich vermieden werden, - Abbringen, wird von reif geworde- nen Feldfrüchten geſagt, welche abgemä- het oder abgeſchnitten, geſammelt und in die. Scheuern gefahren werden. Man ſagt auch von Fruchtfeldern überhaupt, das WWaizen- oder Somtnerfeld wird jest ab- gebracht.' Abbruch, entſteht an den Ufern der Seen und Flüſſe, vom Winde und Stro- me zugleich, oder auch von jedem beſonders, ESiſt derſelbe entweder allein ohne Grund- "bruch, oder es iſt ein Grundbruch al- lein oßne Abbruch, oder aber es iſt ein Abbruch und Grundbruch zugleich. Abb Abbruch allein nennt man, ws die Ufer an den Watten höher ſind, als die Watten felbſt 3 dieſer wird allein vom Winde, durch Huife von Fluch- und Cbbeſttohm, verur- ſacht. Grundbruch aber zeiger an, wo der Strohm allein würket, und in den Grund mahler, eine Tiefe, nach Be“haf- fenßeit ves Grundes, von 20, 30 bis 69, und mehr Fuß verurſacht, und dabey den obern Horizont unterſpühlet, ſo daß das Vorland über den Kopf nachfehießet, Grund und Abbrych zugleieh iſt, da der Grundbruch vorangebe, und der Ab- bruch baid folget, daß alſo die Tiefe niche auf einmal, ſondern nach und nac, jes do) mit ſtaxfen Schritten, ſich finden laßt, Abdachung, Abhang, iſt über. Haupt eine jede ſtehende Fläche, die ſchräge hinabläuft, oder mit den Horizont einen ſpißigen Winfel macht, wie die Dächer, ais von weichen das Wort Abdachung her» tömmt. Man giebt Dämmen und Mait- ern Abdachung, um den Stoß des Waſ- fers zu verringern, welcher um ſo viel ſchwächer wird, um ſo viel die Abdachung zuzimmt, Mauern bedürfen zwar einiger Abdachung, damit es dem Strehme un- möglich falle, den Fuß der Mauer durch Druck und Ausſpühlung zurück zu treiben, und das Werk überhängig zu machen; weil aber die Steine feſter zuſammenhalten, als Erde und Sand, zumal wenn die obern Stücke die untern mit beläſtigen könnens ſo würde eine gar zu große Abdachung mehr ſchädlich als nüßlich ſeya, Pfahlwerke vebürfen einer Abdachung: 1) wenn ſie ſic) bem Stroßme gerade widerſeßen müſ- ſen; 3. CE. bey Brückjochen; 2) wenn ſie das Ufer befeſtigen, damit das ſeitwärts drückende Credreich nicht die Pfähle Fort» BD 2 ſchiebe, EX Abd ſchiebe, oder überhängig treibe, Die Ab- dachung der Pfähle und Mauern kömmt mit einander ziemlich überein; ja wenn ein Pfahl mit der Horizontällinie einen Win- kel von 45 Graden ausmacht, ſo hat er zar nichts von dem Seitendrucke der Erde quszuſtehenz nur daß er älsdenn ſehr tief ecken muß, um Erde und Grund genug über ſeinen Fuß zu haben. Däs Maaß der Abdathung könnte zwar nach Graden beſtimmt werden; es geſchieht aber ſolches viel bequemer und richtiger, wenn man die Abdachung nach der Größe der Grundlinie und deren Verhältniß gegen die Höhe pro- portionirtk; - Abdampfen; wird bey Siedereyen geſagt, da ſich Flüßigkeiten übers Feuer oder in der Sonnenhiße in Dämpfen aufls- ſen. Beſoriders wird dieſes geſagt, wenn vonFeuchtigkeiten die feſten Körper in Däm pfen äbgeſondert werdet, Abdecken; wird vön Dächern geſagt, ſowohl wenn, mit Fleiß und Ordnung, Ziegel, Rohr oder Stroh zur Ausbeſſerung oder Umdecung des Daches auf- und ab- genommen, oder zum Schaden des Cigen- thümers von Sturnwinden öder Vögeln zerſtöret werden: Wenn die Hoblziegel nicht gut mit dem Einlegen in Kalt ver- wahrt worden, und ſelbige däher vom Witi- de abgewörſen und Löcher gemacht werxven, fo geht das Abde>en leicht fort auf die dar- unter gelegenen Ziegel, Jſtaver eine Deſſ- nung irgendswo in) Dache ſo entſtanden, daß der Wind hineingehen, und alſo von innen hinein wider die gegenüber ſtehende innere Seite des Dachs anſtößt, ſo werden die Ziegel von innen heraus äusgehoben, und: hiemit große Abde>ungen gemacht. Man muß daher dieſem ällen damit zuvor kommen, daß die Hohlziegel gleich anfäng: TZ > ILE 1. IS; FE.= Saen Ge 4. Ma Ka mene SE ni mmi anten imi ere EN Bae ze Än ne 5 Abd lich wohl in Kalk gelegt, und, wo irgends welche in der Folge herunter gefallen ſind, alsvald neue aufgelegt werden. Ferner iſt es am dienlichlten; wenn die Latten, dar- auf die Ziegel eingehängt werden, ſo nahe zuſainmengenagelt werden; daß die über der untern Reihe liegenden Ziegel dieſe nur gedachten untern, ihrer 2änge nach, über die Hälfte deen, oder ein Ddppeldach (f: dieſes) ängelegt werde, Hak aber der Wind an der einen Dachſeite ein Loch ge- inacht, ſo muß es eiligſt von innen mit Matten, Säcken u, ſs f. zugeſtopft werden, Die Rohrdächer werden, wenn ſie nicht beym Decken gut an den Forſten und Gies beln verwahrt, oder bereits von Alter dün- ne und ſchadhaft geworden, von Sturm- winden eben ſo ſehr, äls die Strohdächer, übgede>t, wie ſolches vor zwey Jahren ge- ſchahe, da die Sturmwinde in ällen Dör« fern an Wohn- mid Wirthſchaftsgebäu- den ihre Spur zurückließen, und überall entblößte Dächer geſehen wurden, In ſolMmen Fällen hilfe man ſich.wie bey den. Ziegeldächern, wobey aber dieſes noch hauptſächlich beobachtet werden muß, daß von außen auf das Dach, wo der Wind ein 2oc< zu machen beginüt, Leitern an- und aufgewörfen werden: nimmt man Egen und gitterweiſe weitläuf- tig zuſaminengedundene Stangen mit zu Hülfe, um den Ränd einer vom Winde gemächten Lücke damit ſo zu befeſtigen, daß ſolche nicht weiter eingeriſſen werden könne. Wird dieſes nicht alsbald bewerkſtelliget, ſo kann das halbe Dach gar leicht, wenn der Sturmwind anhält oder zunimmt, dar- auf gehen, und nichts iſt gefährlicher, als wenn zu ſolcher Zeit Feuer äusbricht, und ängeriſſene Rohr- oder Strohdächer ergreift, da ganze unbeſchädigte Dächer dieſer Art, wenn ſie beſtändig dur< Feuerſprißen, oder Dea neige zan ner Zr IZ EE Zi R RE at minne 52 gu FÜGE GES ESSE er» WER a dae BIRNE I= ed A Abd Bogießung mie Waſſer oben voin dein Fot: ſton berunter, eher bey Feuersbrünſten ge- wettet werden können. Unter den, die Strohdächer abde>en- den, Vögeln, ſind die Krähen zur Win- terszeit bey tiefem Schnee am meiſien zu fürchten, weil ſie alsdenn nicht die bloße Erde zum Aufſuchen ihrer Nahrung vor ſich finden. Hauptſächlich greifen ſie die Mittagsſeite eines Dachs zuerſt an, wo vie gegenſcheinende Sonne den Schnee et- was äbgeſchmölzen hat. Auch da greifen ſie gar bald ein mit Schnee bedecktes Dach än, ws es rauh iſt, und Strohſturzeln hervorragen, dder wv bereits auc nur die kleinſte Oeffnung iſt, Sie können in kur- „zer Zeit ein ganzes Gebäude abdecken, da ſie das Stroh herausziehen, um iy den Aehren die beym Ausdreſchen ſißen geblie- bene Körner auszuklauben und zu freſſen, Hat erſt eine Krähe wo den Anfang ge- macht, ſo ſammlen ſie ſich bald zu hundexr- ten bey einander, und hören nicht eher auf mit Abde&en, als bis die Erde wieder von Edhnee entblößt worden. Das Schießen unter die Krähen möchte das dienlichſte Hülfsmittel dawider ſeyn z in zuk polizirten Fändern aber iſt es der Gefahr halber ver- boten, in den Dörfern zu ſchießen. Scheuſ- ſel von Lappen helfen ſo viel wie nichts, Aber todtgeſchoſſene, aufgehängte Krähen ſcheuen ſie mehr, Zu dem Ende muß man ſchon im Herbſte ſich auf dem Felde Krä- hen ſchießen laſſen, ſolche zum Dyrren in den Rauch hängen, damit ſie ganz bleiben und ihre Federn behalten, Eine, dem Ge- bäude halb oder ganz gleich lange Schnur wird über das Dach von einem Giebel zum andern etwas erhöhet gezogen; nachdem an ſelbiger von geraumer Diſtanz zur än- dern geräucherte, oder, wenns nicht anders ſeyn kann, auch friſche Krähen mit den Abd 13 Ton daran angebunden werden. Sind die Flügel ſolcher Krähen mittelſt eines klei- nen Holzes von einander geſperrt, ſv iſt es deſto beſſer. Won der Mitte der Krähen- ſchnur gebt eine daran angebundene leere Schnur bis auf die Erde herunter, welche angezogen wird, wenn Krähen das Dach angreifen wollen. Hierdurch werden nun älle aufgehängte Krähen in Bewegung ge- ſeßt, und verſcheuchen die lebenden. Auch muß die Schnur angezogen werden, wenn Schnee gefallen, um ſolchen von den hän? genden tkodken Krähen abzuſchütteln. Man pflegt zwar auch an Stangen todte Krähen aufzuhängen, um ein Dach damit zu bes ſcheuſſeln 3 allein die hungrigen Krähen werden derſelben ſo gewohnt, daß ſie, weil ſie nicht bewegt werden, auch nicht über das ganze Dach hervorragen, wenig over nichts ausrichten, Die kleinern Wöogel, als Spörlinge, Grünßlinge, Finken u. ſſc ſind nur Begleiter der Krähen, und können für ſich allein nicht abdecken, zupfen auch nur einzelne Aehren oder Strohhalme her» vor, Abdecker, Seldmeiſter, Schin« der, Caviller, Henker, iſt zum Abs ziehen der Haur und Begraben des umges- fallenen Viehes beſtellt, Der Feldmeiſter hat Halb» oder Miechmeiſter unter ſich, welche ſich mit ver Kavillerey, den Seu- t, und es ſchadet doch dieſem oder ver Schrift nichts. Der Ab- druck der Schrift ſowohl als auch des Ku- pferſtichs iſt aber links, und muß durch ei- nen Spiegel geleſen oder angeſehen wer- den. Abdunkeln, eine helle Farbe beym Färben in eine dunkele verwandeln, z. B, wenn ein rothgefärbter Zeug in Moredere- farbe verwandelt werden ſoll, ſo zieht man Abend den mit Braſilienholz gefärbten Zeug durc< eine Auflöſung von Kupferwaſſer zwey- bis dreymal durch,: Abebnen, ein Stück land's oder ei- nen ganzen Garten eben machen, Abenddämmerung, f, Dämme- Lung, Abendjagd,[, Fackeljagd. Abendröthe, dieſer rothe oder viel» farbige Glanz, welchen man bisweilen nach dem Untergange der Sonne an dem w-ſili- igen oder prismati- ſchen Fühlhörner, welche in der Mitte am dickſten ſind, an beyden Enden aber dünner werden, und dur< niederhängende Flügel von den ſo genannfen Tagvögeln und Jacht- vögeln ſich unterſcheiden, Cie werden auch Pfeilſchwänze genannt, weil die Raupen, aus denen die Schmetterlinge dieſer Art entſtehen, einen langen ſpikigen Gortſaß, welcher wie ein Pfeil oder Horn geſtaltet iſt, auf dem After haben. Siehe Pfeilſchwanz, 2654 Abereſche,(|, Ebereſchenbaum, Aberglaube, nimmt man in wirth» ſchaftlichen Dingen für ſolche Meynungen und Handlungen, welche allerhand falſche Säge von dex Natur der Dinge, dex Kör» per und Geiſter zum Grunde haben, denen man Wirkungen beylegt, die durch ihre bekannte Kräfte und nach ihrem Weſen nicht möglich ſind. Ja, man verdec>t oft aller- Hand Laſter mit ſolchen abergläubigen Mey- zungen. Der Urſprung dieſer abergläubi» gen Dinge iſt in der Unwiſſenheit der Na- fur- und Geiſterſehre der Alten zu ſuchen, Die Gelehrten ſind es, ſagt der berühmte Hr. D. Krünitz bey dieſem Artikel, wel- auf dem Boden“ zu liegen kommen, und von Zeit zu Zeit abgekehrt werden, damit theils darunter ſich nicht Maden oder Gewürme einniſten, tkeils„die Biene durch das Austragen dieſes 4 000U in ih- ver Hauptarbeit nicht verſaumet oder aufs gehalten werden. Abfallen, heißt 0 der Jägerey 1) magerer werden. Man ſagt es auch von Thieren, zB. das Pferd fallt'ab; 2) wentz der Hirſeh) in der Brunſtzeit das Thier wie- der verläßt) 3) ſo vick als abbaumen, aber nur vom. Raubgefieder, Abfallsröhre, bey Waſſerkünſten dies jenige Röhre, wodurch das überflüßige Waßer wieder abläuft. Abfailtraunfe, ver Sturz des Da- hes am einem Gebäude, damit der Regen gut ablaufen kann, is- Abfav MEEK RR IEDT-* SEE? 2 EIIIE UE SZ SPAN GD GSE SPELLE T-"ET<= 2, Abfans Abfangen, wenn bey einem Luſtjagen ein Hirſch angeſchoſſen iſt, daß er zwar ſiürzer, aber nicht verendet, d. i, todt iſt, ſo werden die guten und jagbbaren Hirſche, mit dem Hirſchfänger auf der Bruſt hinein, nam der Herzkammer zu, die geringern ober mit dem Meſſer oder Genzckfäntter, Hinter dem Gehörne, wo Kopf und Hals zuſammen gewachſen ſind, von oben Hinein in den Kopf geſtochen, wodurch ſie getödter werden. Auf die erſte Art werden auch wilde Schweine abgefangen, wenn ſte von den Hunden feſt gehalten werden.(Fang gehen.) Abfangen, beißt auch noh, wenn die Jäger ihren Kameraden und Gränz- nachbaren mancherley Wildpret, welches ſich auf des Nachbars Grund und Boden, und beſonders au ven Gränzen befindet, wegfangen oder wegſchießen. Wey der Taubenzucht heißt dieſes, wenn einer des andern Tauben anlockt, daß ſie wo einflie- gen, und ſ eingeſperrt und behalten wer- Den. Abfaſſen, wenn die Schmiede das- jenige Ende einer eiſernen Stange, wel- erwirthen, und doch nicht als vecht wirthlich, anzuratben. Denn was für Zeit gehört dazu, die eine Art von Gerraide abzudreſchen, aufzubin= den und wieder wegzubanſen, ſodann aber, um die andre Art wieder eben ſo zu behan- dein. WGeſekt, die Linſen wären in dem zuvor angegebenen Falle kurz, ſo werden doch auc< durch das Hinwerfen auf der Tenne, durch das Auseinanderbinden, Um- fehren und wieder Aufbinden, allemal eini- ge Schoten aufſpringen und ſich ausfrü» meln, daß man do) feinen reinen Waizen im Ausdruſch erhält, Jm Waizenaer blezben auch die Linſen eben ſv furz nicht, und gehen ziemlich hoh bis an die Aehren heran, daß ſie von dem Dreichflegel doch berührt werden. Kommen die Linſen zu“ leßt zum Ausdrefehen, und man will doch älle Körnex aus denſelben Heraus haben, ſo wird es ja nicht beym Abwmäben und Cine ſammeln der gemiſchten Früchte fehlen kön- nen, daß nicht kürzere Waizenhalme in der Mixte oder in dem Untertheile der Gar- ben anzutreffen ſeyn ſollten. Eo erlangt man-alſo Feinen reinen: Ausdruſch. In € 3 eitah« 2 Abfluß einigen oberdeutichen fänden werden die (inſen unter die Gerſte gejaet, welche Miſchung Lnſengerſte genannt wird. Bey- de Früchte werden zuſammen gedroſchen, und zuſammen gemahlen, oder fürs Vieh geſchrotet. Erbſen unter Sommerroggen, auf Sandboden geſaet, geben eine gute Rerndte, und erſtere, da alles zugleich ge- droſchen wird, fliegen beym Wurjen des ſo genannten Miſchlings oder Mangtorns weiter, als der Roggen, weil ſie ſchwerer und rund ſind. Man fann ſodani die vor- wärts geſiogenen Erbſen vorwegnehmen, und ſolche vor ſic) allein unvermengt be- fommen, achtet es aus) nicht, wenn die weniger reif gewordenen, und daher fleiner gebliebenen, oder von Maden angefreſſenen Erbſen unter dem Roagen bleiben ſollten, weil ſie, unter dem Roggen vermahlen, gutes Hausbackenbrodt abgeben. Da mas aber die Körner beyim Reinemachen durch die Kornfegen gehen oder ausſieven läßt, ſo wird man hiebey alle großtsrnigte Erb- ſen vollends vom Roggen gut trennen fön- nen, wenn nämlich die Fegen oder Siebe darnach eingerichtet ſind, und es einem Wirthe varum ZU thun ſeyn ſollte, fein einziges Korn Roggen unter den Erbſen zu haben, welche Mühe aber ſchwerlich Jemand ſic) wird machen wollen. einſen unter dem Roggen bleiben, weil ſie nicht eund genug find, unter leßterm beym Wur- fen oder Werfen ſehr zurü&, und trennen ſich weniger bequem vom Roggen, AbKuß. Dieſer erfolgt, ſobald die Oberfläche des Waſſers von der Horizon- tallinie abweicht 3 es erfordert alſo allemal einen niedrigeru Ort, wohin das Waſſer abfließen kann. Es Fann der Abſluß auf eine dreyfache Art vermehrt werden? 1) durch Erweiterung des Tanals 3 und als» 28 Sbgaung dann nimmt die, Stärke deſſelben in eben dem Verhältniſſe zu, in welchem der Ca- nal weiter wird; 2) dur<& Wertiefung deſ- ſelben 3 aber dann nimmt der Abfluß in ei- nem viel größern Werhältniſſe zu, als die Vertiefung, Die Urſache iſt der vermehr- te Druck des Waſſer8, wodtr) eine grö- ßere Geſchwindigkeit deſſelben in der Tiefe hervorgebracht wird; 3) durch beydes zu- gleich, Soll nun aber der Abfluß verrin- gert werden, ſv verfahre man umgefehrk, Abformen, Abgießen, bedeutet, eiwas in eine Form oder in ein Modell gie- ßen, und was zur Abbildung verſchiedener Figuven dienet, welches entweder"durch den Weg des Schmelzeuns, oder durch Zu- ſammenſeßung Flein geriebener und wieder zuſammengeknäteterSteine geſchieht 3;(ſiehe &orm, HDrTodell.) Abſuttern, dem Vieße gegen die Nacht das leßte Futter geben. Auch ſagt man ſolches von Pferden und Ochſen in den Frühſtunden, wenn ſie das leßte Futter be- kommen, und darauf zur Arbeit gebraucht werden ſollen, Abgaben, öffentliche, ſiehe Ju- poſt, Abgang: Abgänge, ſind bey Hand- werkern allerley Stückchen und Ueberbleib- ſel von ihrer Hauptmaterie, Zuthat und ihren Ingredienzien, wovon einige zur AFerdungung Febr dienlich(ind, als: die Abgänge von dem Horne bey den Kammmaxr chern, die Abgänge von Tüchern und Flicke- reyen bey den Scneivern, auch bey den Papiermachern die ausfortirten Lumpen von Tuch und leinenen Lappen, Vbgang, Heißt auch dasjenige, was von dem Maaß, Ziel und Gewichte einex unter der Arbeit gehabten Sache, zübrig bleibt, 2-24. En AE RID 5 daar ERLERNT 5 elde AE € Rbganos? bleibe, und von ſorgfältigen Hausvätern geſammlet und zum anderweitigem Ge- brauch aufvewahrt wird, Abgangsloch, Unterioch, iſt ein bey mehrern Bienenvätern unten am Rande des Bienenſtocks over Bienenkorbs angebrachtes Loch, wodurch die Bienen iß- re Todten und andern Unrath abführen kön- nen. Wenn Raubbienen zu befürchten ſind, oder das Volk im Sto>e zu ſchwach iſt, und nicht genug innere Wärme haben kann, wird dieſes Unterloch nicht geöfſnet. Es iſt aber beſſer, daß, ſtatt des im Sto- efe oder Korbe in der Mitte befindlichen Ausflugelochs, nur allein das Unterloch ſo gehalten werde, daß leßteres zugleich auch das Ausfliegeloch fey, und es alſo zum Ausräumen, Aus- und Einfliegen der Bienen zugleich diene. Nur iſt hiebey voraus zu ſeßen, daß der Sto> vollreich genug ſey, um dieſes Unterloch gut zu bes ſeßen, und vor den Raubbienen zu bewahß- ren. Sind nun die Bienenbehältniſſe zu wenig volkreich, ſo muß man zufrieden ſeyn, wenn ſie nur das in der Mitte der Stöcke befindliche Flugloch beſeßen können. Gu- te Bienenväter halten aber gern auf volk- reiche Stöe oder Körbe, weil ſie mehr eintragen, auch früher ſchwärmen, als jene.:. Abgefochte Speiſen, heißen ſol- he, die gehörig abgewürzet und gahr ge- kocht ſind, und bis zum wirklichen Anrich- ten ſo lange bey Seite geſeßt werden, bis man ſie entweder aufwärmer, oder mit ei- ner Sauce vollends zubereitet. Man hat auch halb abgeFochte Speiſen, die nur halb gahr gekocht ſnd. Wenn HKausmüt: ter over Köche auf ungewiſe Gäſte warten, oder nicht wiſſen, ob gewiſſe Gäſte zum Mittags- odey Abendeſſen ſich einſtellen Nbgraben 23 können, ſo hält man halb gahr gefcchte Speiſen in Bereitſchaft, um ſolche in kur« zer Zeit gahr zu kochen, oder, falls die Geſte ausbleiben, für den folgenden Tag ſtehen zu kaßen, In der heißen Jahreszeit will ſich diefes mit ſolchen Speiſen nicht thun laſſen, die bald aulaufen, oder in ei- nen älferichten Geſchmac> übergehen, Man muß ſich daher damit nach ſeinen Ge- wölben oder Kellern richten, ob ſie kalt und friſch genug ſind, halb abgefochtre Speiſen nicht umſchlagen zu laſſen. Mit Mileh, Honig und Zuefer, Roſinen und derglet- er, für die Canga- le oder Waſſerleitungen utzd Rinnen, und für die Röhren und Traufen des Dachwer- fes wird der Abhang nach der Klafcer oder Meßruthe mit vielen Linien gemacht, Die Gärten ZW Wa PE nE IS 5 ae ELIANE 2 rede A. ER APE BEER FEN SE

mit- ſeinen meiſten Wurzeln ausreißen und zu Tage bringen muß, wov» quf denn der.umgefallene Waum ganz dicht Get. Encytlopädie, 1. Theil. Abheben 25 über den Wurzeln abrzriger und alſo Holz geſpart wird, da ie!biges beym Ab- und Umbauen ſehr in die Späne gehauen wird, I aber der Baum zu Bau- oder Nußholz veſtimmt, ſo gewinnt man-beym AusſtöFen deſſelven mehr Holz unten am Stamme, da ſeibiges ganz gerade abgeſäger wird, Wird aber der Baum abgehauen oder ab- geſtänmt, ſo muß der Theil, wo der Hieb- geführt worden, und Ungeradheiten ge- macht hat, zu Kloß- oder Brennholz weg= geſchnitten oder abgeſägt werden;(ſ. Aus- ſtöcken.). MoBanen, wird auch vom Abſchnei- den des Graſes mit der Senſe, und des Korns mit der. Sichel oder Senſe geſagt, Abhauen, abſchneiden, ſind auch. Worte, die yom Bieber gebraucht werden;. was dieſer vom Holz abbeißr, wird abge- bauen oder abgeſchnitten genannt, Abheben der Wieſen, Woenndie zu wäſſernden Wieſen ungleich ſind, und“ etwa ein Fleck höher als der andere iſt, kann ſich das Waſſer nicht egal ausbreiten; es bleiben alſo die erböheten Stellen trocken, und tragen olſo niht. ſo viel Gras oder Grummet, als die andern. Man ſticht daher oderi'hebt. im ſpäten Herbſte, oder Anfange Des Winters, wenn eben keine andere Feldarbeit mehr zu verrichten iſt, auf den erhabenen Stellen die Grastörfe gus, und legt ſie indeſſen bey Seite: als» denn wird der ganze Hügel eben gemacht, und die Erde an andere ODerter geführt, die tiefer liegen, wenn mit eben dergleichen Vorſicht die Raſen vorher abgenommen worden, oder man füllt. auch mit denſelben Gräben und tiefe Wege aus. Jſt alles eben gemacht. worden, werden die Gras- töpfe wieder egal darauf geſeßt. Findet man aber auf.den abzuhebenden Wieſen im D Grun- 2. ATIDDIKSEET SIZES I BES DOSIS NENDEN 5752.00 ET CR ISE RIESA ST RARR 26 Rbheßen Grunde gute tragbar" Erde, ſo kann main ſie, wenn fie tiefer als ein Spaden geht, blos umgraben oder umpflügen, und ſie mit Klee und untermengtem guten Gras- faamen boſtreuen, oder im erſten Jahre darauf kein, Haber oder Küchengewächſe erbauen, und hiemit den Boden zum künf tigen Grazerrrage deſto mehr beſſern. Sind die abzuhebenden Flecke nur klein und ihrer zu viel, ſo hut man am beſten, ſelbige den Büdnern oder Einliegern der Dörfer zur Nußung auf eine gewiſſe Zeit zu über- laſſen, wofür ſie das Abheben und Plani- ren mit Schubkarren verrichten, und die abgehobenen Flecke durch Düngen, Gra- ben und Anbau mancherley Früchte zum gedeihlichen Grasbau gut vorbereiten. Hat man dergleichen Heute un? ſich her, die gern arbeiten, wenn ſie nuy Gelegenheit dazu finden, fo iſt es eine der beſten Wirth» fchafesarten, feine eigene Vortheile mit ven Vortheilen Anderer zu verbinden 3 Ver- dienſt äver um Menſchenwohlt, wenn im angegebenen Falle der Vortheil mehr auf Seiren ehrlicher Arbeitsleure hinneigen, und dabey die Hauptabſicht dahin gehen ſollte, ſelbige nicht dur Untbätigkeit oder Müſſiggehen in Verfall der Nohrung und ves ſittlichen Charakters gerachen zu laſſet, N Abheßen, einen Hund auf der Jagb matt machen, ingleichen auch ein Wild- pret, ſd daß das Fleiſch des ichtern zum Eſſen untauglich iſt, Sibhyolzen, Abtreiben, beißtbeym Förſtweſen, das auf etnem Gehau befind- ſiche Holz abhauen, Wenn ein Wald odex Buſch in gewiſſe Schläge eingetheilt iſt, ſo wird dex Jahresordnung nach ein Schlag aach dem andern abgeholzek, Bo die Schläge dex Nadelhölzer nicht aujs-Meis nam FERIEN DER I DT EIE EEG p> SN SI NESSE HIRTE SITET FREE WERIEIESESSENNNNNSSSGSNNESNSS SII SRO EGSP SNN SGE EEE EEE BEINES Zuk a ede Re RE Minn ene ne alg IE Ziemen 4 ME ENE ds NEALE wi FIIEEIN Ke Abhub näch) vorhergegangenem Umreißen der När- be beſäet werden können, da pflegt man ſo genannte Läßreiſer, Vorſtänder, angehen» de Bäume und Hauptbäume in gewiſſer Anzahl hie und da ſtehen zu laſſen, damit die mit Flügeln verſehen? Saamen von3 Winde umher getrieben, und die abgetrie- benen Schläge wieder zum Anflug gebracht werden. Bey den dzaubhölzern iſt dieſes nicht ſs nothwendig, weil ihre Saamen ohne Flügel ſind, und zu wenig weit von ihren Standbäumen durch den Wind fort- getrieben werden, wenn die Saamen, wie? bey den Birken und einigen wenigen andern Arten, nicht flein und leicht genug find, Bey dem Nadetholzſaamen kann ein mäßi- ger Wind hinreichend ſeyn, um ſolchen weit umherzutragen und fallen zu laſſen« Werden die Lkaubhölzer aber als Schlag» oder Unterholz forſamäßig behandelt, ſo entſteht ihr Nachwuchs aus den abgehaue- nen Seämmen, und man hat dabey darauf zu ſehen, daß die Holzhauer kurze Stöcke machen, und ſolche fein glatt und ſchräg hauen, damit das Waſſer nicht darauf fte- hen und den Sto> zur Anfaulung bringen könne, Man hat auch neuerlich die Cr? fahrung gemacht, daß die mit Torf, Crde oder Moder nach dem Abhauen bedeckten Siv>e am beſten beſtanden geweſen, da fie durc) ſolche Bedeckung wider Sonne, Luff und Froſt gut geſchüßt worden, Abhöolzig, abſchüßig, iſt ein ſols er Baum, der über dem Stamm gleich zu d?inn und ſpißig zugeht, und daher ſich nicht ſ)nüten und ins Gevierte hauen läßt, dieſerhalb aber kein Baußolz abgeben kann, , die von einer nicht kärglich beſeßten Tafel übrig gebliebenen Speiſen z wobey es auf die feſtgeſeßte Einrichtung ei- nes Hauſes ankommt, ob ſolcher Abhub ganz; " EME>; SE ad Gt 2 2 ar EINES 2 edu AI Abhütet ganz, oder nur zum Theil, die Speiſung der Bedienten ausmachen ſoll, iadem man- Gras oder Saat vom Vieh? abweiden laſſen. Man ſagt daher, dieſer oder jener Fleck iſt abgehütet oder ſoll noch erſt abgehütet wer- den. Un den meiſten Oerrern iſt man in Anſehung der Weide- oder Graspiäße noh zu altväteriſch, da man nämlich) große und weitläuftige Weiden nicht abtheilet und in Echläge legt, um, wenn ein Plaß abge- hütet iſt, einen neuen oder folgenden den Hirten wieder anzuweiſen, indem auf ſol- e, 5) die alten Rehe, 6) die Schmal- vehe, und 7) die Raubthiere hingelegt. Es werden aber die Hirſche und alles Wild- pret mit den Köpfen nac) dem Schirm, und mit vem Rücken nach dem Jagen zu, gelegt, und ſogleich ein jedes Stü> mit den vorher angeſchafften eichenen und büche- nen Brüchen(Zweigen) verbrochen, Wenn nun alles vorgejagk worden, und man in der Rundung nichts mehr ſpürt, ſo ver« ſammelt ſich die Jägerey auf dem andern Flügel wieder in ihrer Ordnung, ſo daß ſie der Herrſchaft zur linken Seite wieder herausfommt, Nach dieſem zieht ſie mit ihrem Waldſchrey den Flügel herunter bis wieder an den Schirm, da denn, ſobald ſie daſelbſt angelangt, mit Wald- und Hifthörnern das Jagen abgeblaſen, und mit einein nochmaligen Juchſchrey der Be- fehl gegeben wird, die Jagdhunde anzu- Fuppeln, den Zeug abzuwerfen, und das gefällte Wildpret aufzuladen und abzu. führen. , ein durch ein Ge« holz gehauener Weg, welcher nach dem Zauf zugeht, und der alſo nach dem Ver- hältniß gehauen wird, wie das Jagen an2 geſtellt werden ſoll.; Abjochen, den Zug- oder Schieb» ocMſen nach verrichteter Arbeit ihr Joch ab- nehmen, wobey die daran befeſtigten Strän- ge in einer gewiſſen Ordnung, nebſt den Zugleinen, Zäumen und Gehörnſtricken, daran umgeſchlungen werden, um beym Wiedergebrauch alles Zubehör gleich bey ſammen zu haben, daß nichts verlegt, ver- lohren oder erſt weit umher zuſammen ge- ſucht werden, und hiemit Verſäumniß oder Zeitverluſt vermieden werden könne, ILo die Ochſen in Jochen am Halſe ziehen, da muß beym Abjochen öfters"nachgeſehen werden, SZ WINE. A Zn SSS NENNEN 2-4 um 4 00 MEIR apm dart ERLERNEN 5 Edu“ Abkämpf; werden, ob die Hälſe auch nicht durchgerie- ben und verwundert worden, um in Zeiten das Joch zu ändern oder auszupelſtern, Die Jochwunden heilen ſehr ſchwer; es entſtehen daraus um ſich her freſſende und eiternde Schäden, welche verurſachen, daß endlich gar die auf ſolche Art verwundeten Ochſen auf lange Zeit zum Ziehen unbrauch- bar gemacht werden. Denn wenn auch endlich die Jochwunden zuheilen, ſo muß man doch no<, um ſolche nicht wieder auf- zureißen, lange warten, ehe die Haut wie» der hart und dick genug worden, um das Joch wieder ertragen zu können z( ſiehe Joch.), Abkfämwpfen, heißt, wenn die Brunft- oder Plaßhirſche, oder auch die alten Auer- hähne in der Falz die andern anfommen- den bey ihrem einmal gewöhnten Stande, abtreiben, wegſtoßen und wegbeißen, daß dieſe ſodann weichen und fortziehen müſſen, , Entkappen, Ab- hauben, iſt ein Kunſtwort bey der Falk- nerey, und heißt, dem, mit einer ledernen Haube befappten, Falken dieſe Haube ab- nehmen, wenn derſeibe entweder ſtreichen oder freſſen ſoll;(ſ. SalkenLappe,.) ' Abkappen, heißt auch ſo viel, als die Stangen von Weiden, Rü- ſtern, Eſchen und andern Laubholzbäumen abhauen. Dieſes geſchieht zu Ende ,des Winters, wenn es damit zum Gebrauch als Nuß- oder Brennholz abgeſehen iſt, Wo man aber aus Heu- oder Futterman- gel, um des Laubes willen zur Viehfütte- rung, Rüſtern, Eſchen und andre Laub- bäume kappen muß, da geſchieht ſolches gemeiniglich erſt im September, doch fo, daß man lieber vorerſt die kleinern Aeſte und Zweige von den Hauptäſten abnimmt, auch wohl die abgehauenen, in Bündlein Abklären 29 eingebundenen, Zweige zum Trocknen dar- an aufhängt, und endlich nach Ende des darauf folgenden Winters die Stangen, wenn ſte zu hoch oder zu dicf gewachſen ſind, als Brenn- oder Nußholz abkappet. Abkauf, Abkaufcontrafkt, nennt man beym Pacht und Werpacht der Güter, wenn der Pachter entweder die auf einem Gute ſchon ſtehenden Gebäude dem Herrn für ein Billiges abfauft, oder mit deſſen Conſens ſich ſelbſt aufbauet 3 das Gut aber gegen einen gewiſſen Meyerzins auf eine lange Zeit pachtet, nach deren Verlauf ihm venn ſvl>fe Gebäude von dem Gutsherrn nach dermaligem Werthe bezahlt werden müſſen. Denn, obgleich dieſer Vertrag ſelbſt ein Abkauf genannt wird; ſo iſt doch ſolches nur von den Gebäuden, oder der Freyheit ſich anzubauen, zu verſtehen, und blos als ein Iiebenumſtand. anzuſehen, in- dem alles übrige mit den Bewandniſſen der Meyergüter faſt eine völlige Gleichheit hat, Abfimmen, heißt bey den Böttchern ein Gefäß, das unten an den Dauben oder an der Kimme ſelbſt ſchadhaft gewor» den, ſo weit abſchneiden, und in den DaU» ben eine neue Kimme machen, wodurch der Boden des Gefäßes etwas höber ge- rückt, das Gefäß ſelbſt aber um ſo viel kleiner wird, Bibklären, heißt in den Haushaltun» gen ſo viel, als gewiſſe Flüßigkeiten durc) allmäliches Abgießen, oder Ablaufenlaſſen, oder Durchſeihen, vom Bodenſaße oder den darunter befindlichen gröbern Theilen, abſondern. So haben wir z. B. abgekiär- ten Kaffee, abgeklarte Butter, abgeklär- tes Bier u, f w. Wenn-wir Bouteillen» bier auf Reiſen mitnehmen wollen, ſo wuür- de es durch das Fahren aufgerührt, getrübt, weniger gutſchmectend und gedeihlich wer- DO 3' den, 3» Abflärw den, wenn ſolches nicht zuvor in andre Bouteillen ſo abgegoſſen wird, daß die Hefen oder Bärme ganz zurück bleiben müſſen. Abklärwaſſer, iſt beym Lichtziehen dasjenige Waſſer, weiches bey dem Schmels- zen des Talgs in den Keſſel Zegoſſen wird, vamit der geſchmolzene Talg bey dem Schmelzen nicht den Boden des Keſſels berühre, anbrenne und braun werde;(4. Kläre.) Abkuneifen, Abfniſpen, Ab- Enoſpen, Abzwicken, mit den Nä- geln, geſchieht von Gärtnern, wenn ſie Knoſpen oder junge Zweige an den Bqau- znen wegnehmen, Ilbknicken, heiße bey der Jägerey 1) ein Rothwild mit dem Genickfang, und ein Gefiügel mit einer Jeder tödten. 2) Ja eingeſtellte Jagen veſchädiget ſich öf- fers ein Stück Wild, daß es einen Lauf abbricht 3 dieſes heißt: das Wild hax ſich geknickt; fliehet es aver an, daß es todt niederfällt, ſo ſagt man 3 es haf ſich ab- geknic>t, Abfotamen, ein beym Schießen ge- bräuchliches Wort, da nämlich der Jäger, wenn er ſeinen Schuß angiebt, zu ſagen pflegt: ſo und ſo bin ich abgekommen, Dd. i. im Feuer habe ich gemerkt, da ſtece der Schuß. Hoch, kurz, links oder rechts. Ein jeder Schüße vermeynt al: ſo im Feuer zu liegen, daß der Schuß da ſte>en müſſe, wo nämlich von ihm hinge- zielet worden, - Abkrautei?, die Weinberge von dem ſchädlichen Unkraute reinigen, damit es den Weinſtöen nicht die Nahrung raube. Dieſes geſchieht zu drey verſchiedenenmalen vurch Beha>en, wobey das Unfraut hey» Abkühlen ausgeha>t und herausgezogen, das Erb« reich aber aufgelo>ert wird, daß Thau, Regen und Sonnenwärme deſto-beſſer zu den Wurzeln gelangen können, AÄbkröſchen, ein Küchenwort, wird gebraucht, wenn etwas in Fett oder Buk- ter ſo ſtarf geſotten, oder gebraten wird, daß es hart und fnuſpericht werden muß, wie es z. B. mit Semmel- oder Brodtkru- men und Semmelſchnitten geſchieht, die zu manchen Suppen kommen ſollen, An- Fröſchen aber heißt, vergleichen Sachen in geringerm Grade hart werden laſſen, Abkühlen, Anfriſchen, Einfris ſchen, Erfriſchen, als Waſſer oder Getränf, wenn es auf Cis geſeßt wird, Wo man aber kein Eis im Sommer haben fan, da kühler man Waſſer in einem Ges fäße ab, wo man leßteres mit einem naſz ſen Lappen oder wollenen Zeuge umwicelk, und an eine Zugluft ſtellt. Das in einem ſolchen Gefäße befindliche Getränk wird dq- vurch ſo kalt, als wenn man es auf Cis geſeßt hätte, Auf vergleichen Art pflegt man das Getränf im ganzen Orient ſeit undenflichen Zeiten abzufühlen. Jn Un- garn pflegt man etwa zwey Fuß oder weni» ger tief in der Erde ein Loc) zu machen, das Gefäß hinein zu ſeßen, wieder zuzu» ſcharren, und ein jählinges, von Stroh, Heu odex Schilf angemachtes, Feuer dax- über zu machen, wodurch) das Getränk abgekühlt gefunden wird, nachdem die war- me Erde, ſobald die Flamme ausgelöſcht iſt, abgeräumt worden, daß es ſolchen Ge- xränfen ganz gleich femme, die auf Eis erfriſcht worden, Eine andere Arf der Abkühlung iſt, wenn man ein warmes Getränk von einer etliche Schuhe langen Höhe in dünnen F= den aus dem Gefäße ablaufen läßt, indem, Wegen 9 4 E18,99 2 wegen der großen Oberfläche ſolcher kangen und dünnen Fäden, die Wärme aus allen einzelnen Theilen, und alſo ſehr viel Wär- me in die angränzende kühlere Luft, über- gehen kann, Abfühlfaß, Kühlfaß, ein beym Abziehen und Brennen der Waſſer unent behrliches Gefäß, wodurch eine kupferne inwendig wohl verzinnte Röhre gehet, an deren beyden Enden das Faß wohl vermacht iſt, damit das Waſſer, welches zum Ad- fühlen hineingegoſſen wird, nicht wieder herauslaufe, ſondern das Gefäß bis über die Röhre ſtets angefüllt bleibe, Dieſes dient, die Röhre allezeit kalt zu erhalten, damit ſich der Spiritus eher in Tropfen auf- löſe, und deſto mehr herouslaufe- Kann in dergleichen Faß ein Röhrwaſſer geleitet, und es alſo geſtellt werden, daß ſolches immer wieder abfließe, jedoch die Röhre von dem friſchen Waſſer beſtändig bedeckt? bleibe, ſo iſt dieſes kein geringer Vortheil, Und erſpart nicht nur viel Mühe, ſondern verſchaffe auch gewiß meh Bränndtwein oder ubgezogenes Waſſer, Aßtnrzen, Abbrechen, Abſchnei- Deni, beißt bey den Jögern, einen Jagd- bogen enger faſſen, Ablactiren, Abſäugeln, Abſäue gen, iſt eine Pfropfarf dur Annäherung zweyer Bäume, Gewöhnlich wird der Gipfel eines Baumes weggeſchnitten, oben ön der Seite ein dreye>iger Cinſchnitt ge- macht, und nächher der Stamm oder ein Aſt desjenigen Baumes, welchen man zu vermehren wünſcht, wie ein Keil(ein Zünglein) zugeſchnittens Dieſer feilförmi- ge Theil muß nicht die Hälfte des Umfkrei- fes von dem Stämme überſteigen, damit Rinde genug zur Vereinigung mit dem Ablact Zt Baume übrig bleibe, und dieſer Aſt bis zu ihrer völligen Bereinigung beſtehen könne. Man muß auch den Keil dergeſtalt zu- ſchneiden, daß er den am Baume gemach» ten Einſchnitt vollkommen fülle, und daß die Rinde von beyden genau an einander paſſe. In dieſer Stellung nun bindet man ſie mit Baſt oder einem andern weichen Bande zuſammen, beſtreicht den Ort mit Baumwachs, und legt einen Lappen darum, Wenn die beyden Bäume ſich genugſam mit einander vereinigt haben, ſchneidet man den Aſt, welcher das Pſropfreis ab- giebt, unter ſeiner Vereinigung ab, Auch ſtußet mait' den Baum einen oder zwey Zoll vom Pfropfreiſe, und bedeckt die Stellen auf die Art, wie es bey dem Pfropfen in den Spalt zu geſchehen pflegt, Eine noch einfachere Art des Ablacti- vens iſt, daß man den Stamm des einen Baums kegelfsrmig ſchneide, und den Stamm des benachbarten, welchen man vermehren will, ſpalte, ſo daß die beyden Seiten des Spaltes den ganzen Kegel ge- nau umſchließen, und die Rinden dicht auf einander paſſen. Man kann dieſes die Zingabeinng oder den Sattel nennen, Du Hamel meidet, daß, wenn der Boum, welden man auf dergleichen Art vermehren will, wieder einen Schößling zu kreiben geſchift ſey, man einen Zweig abſchneiden fönne, den man init ſeinem unterſten Thei- le in die Crde ſteckt, und oben durch Annä- herung pfropfrz öfters fommen der Schöße- ling und das Pfropfreis fort, und wenn aud) jener nicht fortkömmt, hat er doch we- nigſtens viel Kraft gezogen, daß das Pfropfe reis gedeihen kann, Wiki man ſich eines alten Baumes bedienen, kahn nian das Pfropfreis zwiſchen dem Holze und dem Reiſe bringen, wie bey denz Pfropfen in der Krone, Die EIN y "ze ,*“ BN (H “R F' -=W =. Üblact Die Vortheile des Ablaetirens ſind: rt) daß man dadurch einen ſeltnen Baum vermehren kann, ohne ihm Sdcaden zu thun, indem man ihm nur einen einzigen Zweig abſchneiden darf, 2) Das Fort- Fommen iſt ſichrer„%ls auf irgend eine an- dore Art, weil der an ſeinem eignen Sto>ke ſikende Zweig beſtändig ſo lange Nohrung davon zieht, bis die Vereinigung vollendet iſt. 3) Man bedient ſich dieſer Pfropfarx gemeiniglich vey Bäumen, welche in Ts9- pfen oder Kübeln ſiehen, die man nach Ges fallen heranrücken kann, Der Zweig kann abgeſchnitten werden, wenn ex 1 lang iſt, daß er füglich in die Erde hineingeht, und zieht ſodann, wenn er gleich feine Wurzeln at, dennoch etwas Nahrung an ſich, und er bleibt faſt eben ſv gut, als wenn er an ſeinem Baume ſäße. 4) Da ſich auf ſol- , davon zwey gleichlauſende(paratleie) Sei» . ten länger, als die zwey andern ſind AMolaß, bey dieſem Worte will mari hier nicht der koslaſſung von Süundenſtras fen gedenfen, die in der Römiſchen Kirche ertheilf wird, nach deren Grundſäßen die Strafe der Sünden, wenn ſolche auch be- reits vergeben iſt, doch) noch nicht gänzlich erlaſſen ſeyn ſoll, Man will hier nur eine Dorfluſtbarkeit, die ſo genannte Kletrer- ſtante, die in einigen Gegenden mit dem Namen des Ablaſjes belegt wird, anftüh- ren, Dieſe beſteht varinn, daß die jutigen Manttsverſonen auf den Dörfern an einer geraden, von ihrer Schaale oder Rinde entblößten, und mit einer fetfen Materie überſtrichenen Stange, nach einem äufge- ſteckten Gewinn hinaufklettern, und ſich hernach in den Wirthshäuſern mit Trinken und Tanzen erluſtigen. Dieſe Uebung iſt gar nicht zu mißbilligen, weil ſie bey FeU:- ersbrünſten, beym Bauen und Niedervei- Ablaß ßen der Gebäude, bey Anlegung eines Seils an den Gipfeln der Bäume zum bequemen AusſiösFen derſelben, beſonders-aber in Kriegsdienſten, als worinn die Neufranken ißre jutige Mannſchaft eben ſo ſehr, als im Rennen oder Laufen, üben, gar ſehr nüße lich ſeyn Fann,: Ablaß, Wüſigerinne, Feilfiu- der, Freyarche, iſt bey den Waſſer- mullern die Schleuſe, durch welche das überfiüßige Waſſer vor dem Studer(ſ. die- ſes) auf die Seite geſchafft wird. Dieſes geſchieht durch das Aufziehen eines großen - Schußkbrettes, welches mittelſt einer Kette, die ſich um eine Welle windet, bewerkſtel- liget wird» Braucht der Müller mehr Waſſer, ſv wird das Schußbrett um ſo viel hinabgelaſſen, damit es ihm das bensthigte Waſſer wieder verſchafſe, Das Herablaſe ſen des Schußbrettes wird das Stiſchü- zen, und das Aufziehen das Aufſchützen genannt. Es giebt öfters zwiſchen den Müllern und Anwohnern an den Uſern der kieinen Flüſſe, Bäche und Seen große Streitigkeiten über das Zuſchüßen, wenn ſolches von jenen zur unrechten Zeit ge22 ſchießt, und dadurch die Wieſen und Vieh- triſten überſchwemmt oder außer Stand ge- ſelt werden, daß ſie abtro>nen und hiemitk ven Graswuchs und Heugewinnſt beför- dern. Es ſind zwar wohl überall kandes- gefeße vorhanden, welche den Müllern das Zuſchüßen von Walpurgis bis Bartholo- mai, 9der noc< länger, unterſagenz es wird aber doch zu Zeiten das Geſeß über» ſchritten, wenn die Müller theils zu ſpät zuſchüßen, theils aber zu früh, vor dem ihnen geſeßten Termin, aufſchüßen, da denn im lektern Falle, wenn beſonders naſſe Wirterung geweſen, und dadurch die Heuärndte verzögert werden müſſen, den - Wie- de MEZ NE EE ag EE een MÜ 20&< 1(ama. R "2 M “HK x. Me" KTI< S nE eS I NCE IIR INES* NIO RT GEREESESENSE ERES GENEN ARE ARAS WE DE SCHENSESEEN 5 SEO REINEN Ablaß Wieſenbeſißern großer Nachtheil zugezogen wird, Sehen dieſe, wenn ſie beſonders in der Nähe dex Mühle wohnen, den Müllern zwar wohl auf die Finger, ſp hintergehen die Mühlenknappen doch zuweilen die Wach- (amteit der Dorfbewohner, wenn ſie zur Nachtzeit des Sommers zuſchüßen, am Tage. aber wieder aufſchüßen, Kömmt nun unverſehens ein Gewitterregen in dex Nähe oder Ferne, daß das Oberwaſſer da- von bald aufſchwellen muß, ſo tritt das Waſſer auf die Wieſzu 3 und falls ſelbige Feinen Abhang Haben, ſv bleibt das Waſſer darauf ſtehen, und macht in heißen Tagen das ODbergras an den Untertheilen ſchwarz, modericht, faul und ungeſund, das Unter- gras abex, oder das kleinero, unter den langern Gräſern ſtehende, Gras, welches auf vielen Wieſen das feinere und beſi? Fut ter ausmacht, muß von ſolchem Waſſer in kurzer Zeit ganz und gar abſterben, SHIblaß, nennt man auch den niedrige ſen Ort in einem Deiche oder Fluſſe, wo- hin das Waſſer aus allen anliegenden Dex» tern zuſammenfließt, und wo jolches als- denn, vermittelſt einer durch den Damm gelegten eichenen Rinne, und eines darauf geſeßien Schlägels, Zapfens odex andern Ständers, nach Gefallen abgelaſſen wer- den kann, In großen Deichen, welche von Regen oder hohen Bergen ſtarf zulau- fendes Waſſer haben, haf man entweder mehrere oder außerordentlich große Abläſſe mit gemauerfen Durcen aufſtellen, damit die Sonne die Schnittlinge nicht treffe und austrone; es iſt niemals gut, wenn die Eonne die Schnittlinge beſcheint. Man begießt ſie oft, aber nur wenitzg auf einmal, und zwar allemal mit der Sprengkanne, damit ſv- wohl die Erde, als auc) das Mooß feuchte bleibe, Hat man nur wenige Schnittlinge, ſd pflanze man dieſe in einen Korb, und ſtelle ſolchen mitten in ein Miſtvbeet. Bey den koſtbaren Pflanzen wird es noch beſſer ſeyn, die Schnixtlinge in einem Treibhauſe auf Lohveeten zum Wurzeln zu bringen, Man darf nicht glauben, daß der Schnitt- ling ſchon bekleibet ſey, wenn er einige Triebe macht, hingegen aber auch denſel- ben nicht für verlohren achten, obgleich die erſten Triebe verderben, Einige Bäume wollen ſich auf feine Weiſe durch Schnittlinge vermehren laſſen, ſiad aber doch geneigt zum Wurzelſchlagen, Auch Ableger 353 wenn man nut einen Zweig davon durch einen mit Erde angefüllten Kaſten oder Zopf ſtet, oder ſolchen in die Erde nie- derlegt, da dieſelbigen at dem Orte, wo ſonſt die Knoſpen hervortreiben, zum Wor ſchein kommen werden, Wenn man viele Ableger von einem Baume haben will, macht man ſo genannte Viutter, wie ſol» en, daß ſie über der Erde nach der känge des Grabens liegen bieiven, Wo der Schnitt geſchehen, wird eine umgekehr- te Erdſcholle übergede>t, damit die Sonne nicht auf die Wunde ſcheine. Alle an dem niedergebogenen Stamme befindliche und neu austreibende Reiſer treiben alsdenn über ſich, und der ganze Wall wird mit ei- ner grünen Hee bede>t, Viele Bäume und'ihre Zweige werden lange Zeit mit der Erde bedeckt bleiben, und kaum Wurzel ſchlagen, daher muß man auch hier der Natur helfen, und dasjenige, was bey den Schnittlingen erinnert worden, zu Hülfe nehmen. Durch Einſchneiden und Binden ſoll man auch bier Wülſte zuwege bringen, die Bänder aber und die Schnit- te müſſen an einem ſchi&lichen Orte ange- bracht werden, nämlich ganz unten, ſo nabe man kann am Stocke, weil die Wur- * Ableger zeln am unfern Theile am liebſten austrei- ben. Die Erde, welche dergleichen Stamm und Zweige bedeKt, ſoll man ebenfalls hin- länglich feucht erhalten. Faſt auf gleiche Weiſe wird auch) das Lin- oder Abſen- Pen veranſtaltet, indem man die Aeſte, ſe unten herum aus dem Stoe getrieben, etwas, und zwar aufwärts nach einem Knoten zu, aufſc- cet ſich bald wie ein Steinz jedoch fonn die Rinde darunter verwölben und- zubeilen, Ableiteit. 43 baß alſo feine beſſere Baumſalbe zu finden iſt. 2) Alle Pfropfſtellen junger Bäume, die man ſonſt nacdy gemeiner Weiſe mit Mühe und langſam verbindet, werden da- mit verſker wider die ſo ſchädlichen Uebev- wäſſerungenz(ſ„Ackergräben.) -Ableſe, hierunter verſtehen die Win- zer in Meißen die andere ſs genannte Krau- te, dabey man nachſicht, ob etwa hie und da unnüße Sprößlinge am Stoke ſtehen geblieben oder auſs neue ausgewachſen ſind, welche nun weggenommen werden müſſen, Ablieben, Abdanfen, heißt el- gentlic) dem Hunde ſchön thun, liebfoſen oder loben, wenn er gut gearbeitet hat, da- mit er deſts ſreudiger und begieriger beym Fortſuchen werden möge, Auch ſagt man ſo, wenn abzurichtende Hunde durch Liebfo- ſungen von der Fährte abgerufen werden, damit ſie lernen, ſolche wieder zu finden, Ablocken, Abrufen, Abſchreyen, iſt ſo viel, als angeheßte Hunde zurückru- fen. Sind die Hunde an das Wald- oder Hieſhorn gewöhnt, giebt man durch dieſes ihnen gewiſſe Stöße, Wo aber nicht, braucht man gewiſſe Silben oder Worte dazu. eßteres geſchieht auch bey den Hir- kenhiynden. Ablöſchen, geſchieht von den Ciſen- arbeitern, wenn die Kohlen, vermittelſt der Höſchwiſche, zuſammengetebhet, und mit dem Löſchwaſſer aus dem köſchtroge be- goſſen werden, um daduri) dem Eiſen meh- rere Hike zu geben, Cs wird auch das glühende oder geſchmiedete Eiſen in 9Waſ- ſer abgelöſcht, wenn es geſchwinde erfalten ſoll; da es ſonſt zur allmälichen Abfüblung nur hingeworfen wird, wodurch es eine größere Hammermäßigkeit oder Geſchmei- digkeit bekömmt, Auch werden zuweilen andere Metalle auf vem Hüttenwerke Abmähen abgelöſcht, auf daß ſie geſchmeidiger werden.) Ablöſchung, iſt, wonn man glühen? den oder heißen Dingen, vermittelſt einer wäſſerigen Feuchtigkeit, ihr Feuer oder Hiße zu dem Ende nimmt, daß dasjenige, was abgelöſcht wird, ſeine Kraſt in die Feuchtigkeit niederlege, als wie das Eiſen in Peterſilienwaſſer ausgefühlt wird, oder die Feuchtigkeit eben die Kraft bekommen möge, die der Körper hat, welcher darinn ausgelöſcht worden; oder, damit auch die Medicamente dadurch gereinigt werden. Ablöſen, hat bey den Jägern ver- ſchledene Bedeutungen: 1) die angekoppel- ten Hunde loslaſſenz; 2, für ermüdete Treiber und Jäger, auch Pferde und Hun- de, friſche ſchien; heißt auch abtzelöſet oder abgewechſelt; 3) eine angebundene Arche oder Leine, beißt bey einigen auch ablöſen. Einige ſagen auc) abbinden;z 4) was an einem verendeten Wildpret ab- geſchnitten werden ſoll, nennt man ablH- ſen. In einigen Ländern ſagt man bey vem Zerwirken nicht ablöſen, ſondern ab«- ſchneiden. Jedoch pflegen vicle bey dem Zerwirken das Wort Hieb, Schnitt und Stich) nicht auszudrücken, ſondern ſagen anſtatt ſchneiden, ablöſen; oder ab- ſchärfen für hauen 3 für hauen, ſchlagen z und für ſtechen, durchfangen, Ablöſen, wird ouch von Pflaumen, Aprikoſen„- Pfirſichen u, dgl, Früchten ge- ſagt, wenn die Steine vom Fleiſche gut oder glatt abgehen, wenn die Frucht von einander gebrochen wird.- Abludern, ſ. Aas und Abdecken, - Abmähßen, Getraide oder Gras mit der Senſe abhauen, Abmaß» Abmahl Abmablen, in der Kornmühle einen oder mehrere Scheffel Getraide fertig mahlen, Abmarfen, beladen, verrainen, verſteinen, beißt ein Jagd- oder Holz- revier mit gewiſſen Zeichen gegen die an- gränzenden unterſcheiden, Bey einer Hauptvermaztung müſſen die Anſtoßer oder Angränzenden und Zeugen zugegen ſeyn, und alles genau zum Protocoll genommen werden, wie die Markung läuft, was ſür und wie viel Steine und Hügel geſeßt, Gzräben gemacht, oder. Bäume gelochet worden. Die beſte Abmeſſung aber iſt die geometriſche, Abmeſſen, die Ausdehnung einer Sache nach einem Längenmaaße beſtimmen, auc) Körner oder Flüßigkeiten dur ein Maaß ſchäßen. Abnehmen, die Sahne oder den Rahm von der Milch in den Milchgefäßen mit der- Sahnfelle oder dem Rahmlöſſel abſchöpfen, und folchs in dem Sahn- oder -Rahmtopfe aufſammeln, bis ſelbige ausge»- buttert werden kann, Abnehmen, beym Stri>en und Würken der Strümpfe, an ſolchen Stel- len, wo der Strumpf enger und ſchmäler werden ſoll, die Maſchen vermindern, in- dem man eine Maſche in die andere ſtet, ſo viel als nöthig iſt, Abdden, einen Wald durch Abhau- ung der Bäume öde ober leer machen, Abpfählung, iſt beym Chauſſeebau, wenn längs den Banketts der Chaußeedam- me kurze Pfähle, welche einein halben St ab- oder einſchneiden. Abraft, ein Mühlenwort, welches vasjenige bezeichne?, was die Müller an Schrot, Mehl und Kleyen oben aus dem -Fauf over Rumpf ihren Mahlgäſten abſteh- len, und ſolches für einen rechtmäßigen Gewinn Halten. Sie nennen es aud) ſchlechthin Raps oder Röps, weil ſie durch eiliges Rapſen die Dieberey vor den Mahl- „gäſten zu verbergen ſuchen, Abrahmen, ſ. Abnehmen der Sahne oder des Rahms von der Milch. Abraſein, wird von dem graſenden "Wilde geſagt. MHPAaU, iſt die obere Erde, welche hey-Sand- Lehn- oder Thongruben, Stein- XW“ LEITET wart v 6 7 7' 8 Fh Eine 2 4 MÄR nin I Sn re 4 Wem 900er ee MIE doen ire ür AÜ Enn Irr Id IPI ue wma wo mm HÄ Abräupen brüchen, Gängen u. ſf. w. abgetragen oder weggeſchafft werden. muß, um zu dem Ge- fuchten zu gelangen. Liegt leßteres„ſehr tief, ſv wird das Abräumen oder Abtra- gen dex Dammerde ſehr koſtbar, als wel- ches öfters bey Ziegeleyen geſchieht, wenn die tief liegende Ziegelerde oder der Thon hervorgeſucht, und die Dammerde durch Scubfarren weit weggefahren werden inuß. Daher muß man durch erfahrne deute, mittelſt eines Erdbohrers, den Grund wohl unterſuchen laſſen, wie tief und wie weit die Ziegelerde ſteht und geht, und die Koſten zuvor überſchlagen. Man- “<t und aufs Reue mit Holzſaamen begattet oder in Aker verwandelt wird; oder die kleinen Zweige und Aeſte der gefällten Bäume, welche nicht unter das Lagerholz oder unter die Klafterſcheite taugen, ſondern woraus man nur kleines Holz, als Knippelholz und Reisbündel zu machen pflegt. Man pflegt auch wohl den Abraum oder Afterſchlag denjenigen zu Überläſſen, die zum Rafſſ- oder deieholz berechtigt ſind, oder damit begünſtigt werden, Zuweilen wird auch der ganze Abraum den Kaufleuten des an- gewiefenen Holzes-mit verkauft, überall .aber dahin geſehen, daß der Abraum zur geſeßten Zeit aus den Waldungen abgeführt oder fortgeſchafft werde,' Abraupen, eines der nüßlichſten Ge- ſchäffte bey der Hoſibaumzrcht, da die Raupenneſter von den. Bäumen abgenom- men Snip zee H MN GE ZA RIEN einander 5 2 gg FE 7 4 brian] KEREN Zeail GIR anda EINEN 2 ede Abräaupet men werden, es geſchehe mit der Hattd, oder mit einer ſo genannten Raupenſcheere, Man kann damit im Herbſte anfangen,. und bis zum Ausſchlagen der Bäume im Frühjahre fortfahren. Auch im Winter, wenn Schnee unter den Bäumen liegt, die Kälte nicht groß iſt, und die Sonne in den Mixrtagsſtunden ſcheint, geht das Ab- raupen guk von ſtatten, weil die abgeſchnik- tonen oder abgebrochenen Raupennetter auf dem Schnee ſich ſehr gut ſehen und zuſam- menleſen loſſen- Denn es hat keinen Nu- ßen, wenn die unfor den Bäumen liegen gelaſſene Noſter nicht geſammelt und ver- brannt werden, weil die Raupen bey der Rückkehr der wärmern Jahreszeit aus ih- ren Neſtern hervorgehen, an ven Stäm- men der Bäume hinauffriechen und ſich aufs neue wieder an den Zweigen und Ae- ſten anlegen, um fich von Blättern und Blüthen der Obſtbäume zu nähren. Da es aber wenig hilfe, wenn die benachbarten Gärten unabgeraupt gelaſſen werden, fo verordnen die Polizeygeſeße bey einer nahm- haften Strafe, daß an einem Orte überall in jedem Garten abgeraupt werde, und die Polizeybediente müſſen zu ſeiner Zeit die Obſigärten durchſehen, und die Strä- fen von denjenigen Gärtenbeſißern eintrei- ben, welche das Abraupen unterlaſſen ba- ben. Hiebey würde aber die Frage entſte- hen, ob es nicht am zwedienlichſien ſey wärde, das Abraupen eines Orts oder mehrerer zuſammen einem Sachverſtändi- gen verdingweiſe zu über'aſſen, da es nicht blos die ſo ſehr in die Augen fallenden Rou» penneſter allein, ſondern auc<) Ringel- und Stammraupen, beſonders aber die grünen Wickler over Blattwickter ſind,"von wel- hen wir am meiſten die Cinbuße unſrer Obſtärndten zu befürchten haben, Die alerwenigften gemeinen Gartenbeſiker ver» Abrechl 47 ſtehen ſich darauf, die Raupeneyer leßterer Art aufzutinden. Und wenn man auch einzig und allein nur das Abnehmen der an den Enden der Zweige befindlichen Raupenneſter zur Abſicht haben könnte, wie viel Zeit, Mühe und Verſäumniß macht es nicht Bürgern und Bauern, wenn ſie das Abranpen wohl verrichten ſollen.. Sind die Bäume alt und hoch, ſo fehlt es ihnen an der Geſchicklichkeit zu ſteigen oder zu klettern, oder an niedrigen, mittlern und hohen ſo genannten Standleitern, um zu den Raupenneſtern ohne Leib- und Les bensgefahr zu gelangen, Die ſo zu nen» nenden Stadt- oder Kreisabrauper wären nach dex Zahl und Größe oder Höhe der Bäume in einen beſtändigen Werding zu fegen, und müßten überdem noh die auf den Feldern, oder an den Seiten der Wege und Heerſiraßen ausgepflanzten Doſtbäume, beſonders aber die in den Plankagen Der Communen befindlichen jungen Eichen ab», raupen, da es die Erfohrung lehrt, daß das Wachsthum junger Eichen auf einige Jahre zurükgeſeßt wird, wenn ſie nur ein einzigegmal den Raupzenfraß erleiden müſs ſen. Stehen aber die jungen Cichen erſt ein oder zwey bis drey Jahre in einem bürf» tigen Boden, ſo gehen ſie vom MRoupen- fraße gern aus.. Auch müßten dieſe Abraus ver die Pflicht übernehmen, die jungen Obſt- und Cichbäume von den eben[9 ſchädlichen Maykäfern zu bofreyen, da-ſie ſelbige bey Tage abſchütteln, in einen Sad oder anderes Behältniß ſammeln, tödten, over an Schweine, Enten, Trithühner u, ſw. verſüktern tönnten. Abrechting, Adkebritg, die beym Dreihen und RKeinmathen des Korns in der Scheine abgegangenen ehren und Stürzel, welche zutammengerechet oder 96 Hartge EE MN IN DIRIE: HEESE ANN FINE | hbz: er di 48 Abreißen harfe werden, um ſolche hauptſächlich für die Pferde, ſeltener fürs Horn- und Schaaf: vieh, zur Fütterung aufzuſammeln« Abreißen, ſ. Abriß, Abreißer- iſt eine Art Pfriemen, w6- mit ber Böttcher die Kimmſchläge abreißt. Auch bedient ſich deſſen der Tiſchler zum Ab- oder Vorreißen, wenn er ſich einige Stellen zum Abſägen oder Ausſtämmen bemerken will, Abreißer, Abſteckſtock, Abſte- Eeſtab, iſt in ver Gärtnerey ein großer, fünf Fuß langer, an einem Ende mit ECi- ſen beſchlagener Stab, deſſen Spitze drey- ecfigt oder platt iſt, mit welchem alle Fi- guren in den Luſtgärten abgeriſſen werden, Abrichten, heißt bey den Bereutern ſo viel, als ein Pferd auf der Reitſchule biegſam machen, daß Hals, Schultern und Seiten durch langes Abrichten, nebſt den andern Theilen des Leibes, geſchmei- dig werden, und es krahen und galoppiren leent. Einen Hund abrichten, heißt bey den Jägern, ihn zur Jagd ablernen, Abrichten, auf den Eiſenhämmern die Schienen oder Schieneiſen auf einer von Eiſen gegoſſenen Schiene nach der ex- forderlichen Krümmung richten, damit der Grobſchmidt dieſelben deſto eher auf die Wagenräder einbrennen und aufſchlagen könne. Ferner heißt es auch, das Stab- eiſen auſ dem Abrichtſtabe völlig gleich und gerade richten, Abrichten, eine Mauer oder Lag? der Mauer mit der Seßwaage abwiegen, daß ſolche na hinaus fällen will, er die daneben ſtehenden Bäume nicht be- ſchädige, vder viel Laßreiſer umſchiage, Alſo kerbt man den Baum, wo er hinfals len ſoll, etwas ein, und ſchneidet mit der Säge von der andern Seite hinein, Wenn nun die Säge hineingeſchnitton hat, treibt man die Keile hinter der Säge her. Db die Keile gleieh klein ſind, ſo fällt der Baum doch nicht über den Schnitt, und die Keile, ſondern dahin, wo er eingekerbt worden. Jſt aver ein ſiarker Sturmwind „vorhanden, jo kann ſelbiger dem"Baume, wenn er blvys ſteht und viele Aeſie und Zweige hat, doc< wohl eine andere Rich- tung geben, es wäre denn, daß man mit- telſt Anziehung eines am Gipfel angebun- denen Str/>s den umſallenden Baum an- weijen wollte, he "'Abſchreit Abſchneiden, ſ Abblatten, Abtchnitt, heißt derjenige Theil, det man bey einem Jagen abgebrehen hat, b Abtritt.“ Abſchnitzel, Abſchnivpperiing; Abſchnitte, find in den Werkſtätten und Hüttenwerken alle Abgänge beym Zu? ſchneiden oder Beſchneiden einer Sache. Abſchnüren, die Geſtalt oder Rich- kund einer Sache mit einer Schnur ab zeichnet, Abſchoß, f. Abziugsteld. Abſchrauben, heißt bey den Jä- gern, eine Schraube an einem Gewehre odey Eiſen losmachen, oder den Stein vom Hahne herunter nehmen, und einen neuen affſchrauben, 53 Fevrier beißt 307 ſchrauben oder Abſtehlen, wenn eit! Fuchs in dem Treiben den Hunden, und Treibern entgeht, und fich gar aus deim Treiben hinweg begiebt, Man ſägt denn: dor Suchs hat ſich abgeſchraubt. Abſchrecfen, das Wild dir) Schrey? en und därmen von den Fruchkſeidern ver? jagen, oder ſolches abhalten, viß es nicht des Nachts aus dem Gehege gehe. Auch gebraucht man dieſes Wört, wenn eit Wild beym Jagen vor dem Zeug und 2ap* pen ſich ſcheut und zurü& weicht; man ſagt alsdenn! es bat ſich abgeſchreckt. Abſchreiben, in Wechſelſcchen,| Contramandicens Abſhreiten» nennen die Jäßet/ wenn ſie durch Schritie, nacy det dange der Tücher, die Entlegtaheit ter Orte und Stallungen abmeſſen, wern fi? eben 19 affutat die fängenarsße zu wiſſen nöthig haben. Eben ſo heifit. es auc) bey den Feldmeſſern, eine dänge oder Linie durch G 3 Schritte, - j | ) | ) 7 54 Abſchrey Schriete, und alſo nur ungefähr, aus» meſſen, welches verſchiedentiieh geſcheben fann, entweder durch einfache, oder durch doppelte, oder durch geometriſche Echricte, deren leßterer einer 4 Schuh im Geraden hält. Wer in der Stille eine Länge over binie abſchreiten will, ohne die Schritte beſonders zu zählen, der kann ſolches durch ein gewiſſes Inſtrument, welches ein Schrittzähler(th; dieſen Artikel) heißt, verrichten 3 vermittelſt deſſen kann er im Fortſchreiten die Länge der Linie auf dem- ſelben erſehen, weiches die gcometriſchen Schritte, von x vis auf 10600 Scritt, zählet. Abſchreyen, bey den Jägern,| Ablocken. Abſchrift, ſ Copie. Abſchröpfen, Abſchrüpfen, Ab- ſhrippen, Schrüpfen, Dnen, Man hat daran eine dex fräjrigſten Heufürterungen. In heißen, anbaitend dürren Frühiingen wird man ſich mit dem Schröpfen nicht ſonderlich abzu- geben haven, indem vie Hiße Stoc und Wurzeln ſo ausdörren tann, daß ertierer mit ſeinen Blättern bleich) und fahl, auch wohl gelblicy), wird, öfters gar in den Kielen ſteFen bleibt, und kurz von Aebren und Halmen, auch dünne ſtehend wird, Cinige Wirche wollen ſogar den Urſprung So iſt es Falle man auf mittelmäßigem DBeoden gleichfalls das Schröpfen einſtellen muß, Iſt der AFer-aber ſtark und von bekannten meh- «= Y 3 4 „ZZ e.= EE IE Sl SCZEHE IR IER* KP HOT SOERNGEI REEG SID STRESS IEE SCHEPNSETN"FP ZSEHOHOREHREIHN SHE ESSHNNE NN SETE ERIN IE ERROR E| KIRI<< 2 SEE WUERESEER SES REGIE EIIIE zullen TINE c EEE IP 40 * Mbſchröpf mehrern Kräften, ſv wird mä'n zu ſolcher Zeit mit nur einmaligem Schröpfen ab- fommen fönnen, Der Roggen und die Gerſte werden auch in mänchen Gegenden Geſchröpft; man muß ſich aber bey dem Roggen beſonders vorſehen, daß nicht zu tief gehauen werde; Gerjte wird, wenn fie auf ſolchen Ae>ern ſteht, von welchen man erwarten muß, daß ſie ſolche werden zu Lager gehen laſſen, ani beſten abge- ſchröpft, wenn ſie noch unter einer Hand läng erſt gewächſen iſt; Man kann es auch mit Vortheil thun, wenn der Hederich darunter zu häufig und bereits in die Blü- the gegängen iſt, da mani denn den Hedes rich, der die Gerſte überzogen haf, weg- haut und die Spißen der Gerſte mit hin- wegnimmt. Auf dieſe Weiſe wird der He- derich größtentheils vertilge; die Gerſie kommt empor uns gewinnt die Oberhand, Man känn auch die mit Hederich angefüllte Gerſte, wenn beyde no< Fanz kurz und etwa nur noch eine halbe Spanne lang ſind, abſchröpfen, da öfters bald nach der Einſaat der Gerſte laufer Hederich mit ſei- nen breiten Blättern, aber gar keine Ger- ſtenſaat, die davuntei verdeckt ſieht, zu ſehen iſt. Bey ſoler, wenn zumal trock- ne heiße Wirterung erfolgt, oder bereits hertſchend iſt, treiben zu wenig diegeſchröpf* te Gerſte, und bringen kurzes Stroh mit kurzen Aehren, Der Hederich aber, wenn Abſchröpf SS er einmal ſemen Kopf verlohren hat, bes fommt feinen wieder, fann nicht blühen, alſo auch) niche Sauameti tragen, und ſol- chen ausfallen laſſen, als wovon unſre Ae- >er mit diefem allerſchädlichſten Unfraute immer unaufhörlich verunreinigt werden und bleiben. Dieſes Hederichſchröpfſel blähet aber als grüne Fütterung weit mehr, als der grüne Klee, weshalb es nur in klei- nen Portionen dein Rindviehe, in noch fleinern aber, oder lieber gar IE den Schaafen gegeben werden muß. Dagegen iſt es eine der beſien Winterfütterungen, und ſogar noch dem Kleeheu vorzuziehen, wenn es getro>net, und entweder gebrühet dem großen und fleinen Hornvieh und Schweinen, odet erſterem ungebrühet und wöcen* gegeben wird, Anch) haben die jungen Länimer nebſt ihren Müttern, wentt es ihnen tro>en und ungebrühet gegeben wird, ein eben ſo fräftiges Futter daran, als an ven gefrvefkneren Blättern des Wein ſtocks und andrer Laubbäume. Mit dem Abſchröpfen des Habers kann wan unter obbeſagten Umſtänden auf gleiche Weiſe verfahren; Wo man aber die Erbſen in friſch oder neugedüngter Brache auf guten ziedrigen Aecern ſaet, und wo die Erbſen gemeiniglich nie aufßören zu blühen, ſich) ſtark lagern, und an den untern Theilen ih- res Etrohes gelb, faul und bey anhalten- der Näſſe ſchimmelnd und mödericht wer- den, dathut man wohl, wenn män dieErodſen, ſie mögen Hederic< oder nicht haben, erſt einen Schuh be erwachſen und ſie fodann dichte über der Erde abhauen läßt« Auf dieſe Weiſe werden die Erbſen nicht zu lang iim Sttoh, 7. g ewinnen melt Scho» ten und Körner, Ich erlernte ne voin den Hitſen vor Gi Jahren, da ſelbige einem Bauer hixſiger Trachbarſchaft ſeine über eine halbe Cile hoch gewachſene Erb- ſen En ASTE ZITTERTE HSTTE SCHEDEL Tn "AW 5 Abſchrdpf ſen ganz fahl abgefreſſen hatten. Er war roſtlos, und fragte bey mir an, ob es noh wohl rachſom ſeyn könnte, ſeinen Erh- ſenac>er umzupflügen, und eine neue Crb- ſenſaat vorzunehmen. Jh ſagte ihm, es ſey damit mißlich, indem dieſe Erbſenſaak zu ſpät ſey, und das Feld, nachdem die übrigen Dorfwirthe ihre Hälſenfrüchte ein» geärndtet hätten, mit dem Viehtriebe nicht ſs lange würde verſchen? bleiven fönnen, - bis die zu ſpät gefäeten Erbſen zur Reife fämen. Er wandte ein, da ich ihm rieth, den Erbgsacker nicht umzupflügen, und auf ſelbigen es auf eine vielleicht nur zur Hälfte verminderte Erbſenäcndke ankommen zu leſſen, daß die neu einzuſäenden Erbſen even ſo geſchwind, als die abgefreſſenen in die Höhe kommen würden. Da ich ihm aber endlich ſagte, daß leßtere ja ihre voll- fommenen Wurzeln in der Erde hätten, und die aufs neue einzuſäenden Cebſen jenen in länger als vier Wochen Zeit in der Bewur- zelung nicht gleich kommen fönnten; ſo nahm er meinen Rath anz die abgefreſſe- non Erbſen machten neue und ſtarke Triebe, bekamen nicht zu langes Stroh, und beym Husdruſch bekannte dieſer Wauer, der nicht mehr jung war, daß bey ihm und ſeinem Vater die Ecbſen nod) nie ſo ſebr, als die gegenwärtigen, gelohnt, und mehr els die Hälfte des Crtrags gegen die vori gen Zeiten und gegen den damaligen Ex- wag bey ſeinen Mitwirthen gegeben Batten. In Anſehung der Togeszeit, zu wel- Her das Abſchröpfen geſchehen foll, muß man den Wiätterungslauf zu Rache ziehen, beſonders wenn man es nit AeFern zu thun hat, denen es an innexrm Wermoögen oder an Beſſerung mehr oder weniger abgeht. Dzieſe werden aus beſien gegen die Abend- zeit geſchröpft, wenn mehr troäne als naſſe Wd |- Z mm 59). SERER 2--“.-- BEE PEI ename Der Ee 2 ue ne 4 Zain FIDE Sai itte enen mme meant Üde nmnn 2ntdar I II vam E nie- SE SEREN EE SS En SGT iet mem mum ÄN as M rigen A M EE IRRE 252 n 3 xn wö FE, * Abſchüßig Witterung vorhanden iſt, Wollte man Vor- oder Nachmittags ſchröpfen, ſo wür- de die Sonnenhiße die Extremitäten des wund gewordenen Getraides zu ſehr zuſam- menziehen, auch die Stöcke der Pflanzen ſetbſt antro&nend und welfend machen. Nimmt man aber hiezu die mehr ſpäte als frühe Abendzeit, ſo wird der folgende Thau nebſt der Kühle der Nacht die vorbemeldten Zufälle abwenden, wie man ſolches mehr denn oft geſehen hat, daß das zur Abend- zeit abgeſchröpfte Getraide munter, grün und ſriſch geblieben, da hingegkn das des Morgens oder in den heißen Nachmittags- ſtunden abgeſchröpfte Getraide blaß, wels kend und traurig ausgeſehen, kränflich ge? blieben, und weniger ergiebig in der Aernd= te, und im Scheſſeln oder Schütten ge- worden iſt, AeFer dagegen, welche ſs ſtaxk ſind, daß ſie allen Unfällen der Wit=- terung gleichſam Troß biefen, und gewöhn» lich zwey= bis dreymal geſchröpft oder abg? hüter werden, bedürfen jener Rückſicht auf die Tageszeit wenig oder gar, niche, wie dergleichen Aecker in den Aufeldern und Marſchländern gemeiniglicg zu ſeyw päegen.: Abſchroten, ein StüE Holz oder Eiſen mit einem Meißel oder Hammer ab- ſchlagen oder abſchmieden, oder auch ein Stück Holz mit der Schrorſäge abſägen, oder auch ein Stü Stein mir dem Mei- Gel abhauen, Auch wird dieſes Wort von einigen Watjerarchiteften gebraucht, wenn ſie Quellen verſeßen, oder ſolche in fernerm taufe, den ſie ihrer Lage nach eigentlich ge- nommen hätten, verhindern, Abſchrüpfen, f, Abſchröpfen. Abſchüßig- ſ Abholzitg, Es 4 Bibſchü- . SWE uu, GER Ba, 22 war BERNT 5 Deka Abſchuüs AbſchüBen, heißt bey den Müllern bie Schüße eines Gerinnes ſinken laſſen, und hierdurch den Lauf des Waſſers auf die Räder hemmen, Abſchuß, wird von dem Waſſer ge- ſagt, wenn es ſchnell über eine ſehr ſchief liegende oder hängende Fläche hinunter in eine Tiefe failt, z. C. von einem Berge in das daran liegende Thal, So wird auch ciejenige Fläche abſchüßig genannt, welche mit dem einen Ende viel tiefer liegt, als mit dem andern, fo.daß dasjenige, wel- es auf ſie gebracht wird, ob es gleich feine flüßige Materie oder runder Körper iſt, bennoch vor ſich und ohne Zuthuung einer andern Hülfe, darüber berablaufen oder herunter rutſchen muß, Abſchwarten, heißt bey den Schläch- fern die Schwarte oder Haut abziehen. So ſoliten, wenn man recht wirthſchaft- lid) verfahren will, alle Schwarten der Schweine von den geräucherten Speckſei- ken abgezogen, und als das brauchbarſie feder genußt werden,(S, den Artifel Schweinsbhaut,) In der Küche be- dient man ſich ebenfalls dieſes Worts bey geräucherten und gefochten Schinken, wel- che, wenn ſie zu Liſche kommen ſollen, zu- vor abgeſchwartet werden, Abſchweifen, f. Abſeifen, Abſchwißen, heißt in dex Küche et- was in Butter gelinde braten, Abſegeln, iſt in der Schifffahr? gleich bedeuted mit abfahren, ablanden, gusfahren, Abſegeln, geſchiebe von den Wind» müllern, wenn ſie bey einem Sturmwetter an den Holländiſchen Windmühien die Se- gel an den Flügeln zum Theil oder ganz zu- Bek, Encytlopädie 1, Theil. Rbſeis 6 7 ſammentwoifeln, je nachdem der Wind ſtark oder ſcywachy iſt, Alsdenn ſagen ſie: die Ruthen abſetzeln. Abſehen, beißt das Korn oder die Fliege auf der Flinte oder einem Rohre, Vlofeide, iſt eigentlich diejenige Art Seide, welche der Haſpeler von den Sei- denbälglein oder Cocons mit der Ruthe ab- ziehet, wenn er den reinen Faden ſucht, welchen er an den Haſpel anlegen will; doc) werden auch vielfältig alle Arten der Florekſeide alſo genannf, Abſeifen, Abſchweifen, Abſie« den, iſt, wenn man die noch rohe und ungefärbte Seide in Seifenwaſſer gut abh« Foy, alsdenn in kaltem fließenden Waſſer gut ausſpult, und zuleßt in einem falten Alaunbade einweicht, Hierdurch wird die Seide zur Annehmung der Farben vorbe- reitet, weil ſie durc) das Kochen mit Seis fe ihre natürliche harzige oder gumms/? Beymiſchung verliert, Abſeigen, Abſeigern, Abſeihen, Abſcyen 7 beißt, wenn man das über Aſche, wie bey der Seifenſiederey, oder über eine andere Materie, die ebenfalls lo- &er, ſtaubig, und leicht durchdringlich iſt, als: Sand, gegoſſene Waſſer gemächlich ablaufen läßt, ſo daß ſolches einige Zeit darüber geſtandene Waſſer immer klar und hell bleibe, und nicht durch Anſtoßen und Rütteln des Gefäßes etwa trübe gemacht werde, Anch pflegt man die, bey der geronne- nen Mild) oder dem Quark annoch ſich be- findende, waſſerige Materiz, oder die ſs genannten Molten, davon abzuſeißen, in- dem man den Quark in einen ſpißig zuge- ſchnittenen aufgehangenen leinewandenen Sa ſchüttet, und das wäſſerige Weſen 33 ſich KESTER EE wS amn demn teneam enen merge mann mere =rwnpmeerrnnnn nme 770 WIDE IDN DIENE 58 Abſeit fich durchziehen, und it ein darunker ab- ſchüßig geſeßtes Gefaß äbtröpfeln läßt. Seatt ſolcher leinewandenen Beutel hat man auch, beſonders in großen Wirthſchaf- ien, eigends ſo genannte Käſerinnen von Holz, von einer oder mehe Abeheitungen der Lätige naen und Winkel. die gerade utid völlige Ueberſicht ei- nes Gehöſtes verhindern; Abſenfer, ber Bäutiie, ſ Abletzer: Anſenfung, Abſenket öder Sen? Fetinamen; beym. Woeinbati, hat die Verjüngung der Weinſröeke zum Zwee, Abſenk wenn leßtete zu alt ſind, und froftlos zu werden beginnen; iſt der juxge Abfenker angewächſen, ſo nimmt män den alten weg, und zieht den jungen fort. Man hat aber auch beym Abſenken den Zweck, von alten E rö>en junge zu erziehen, um ſolc weit unten ſtehende Ruthe von zulänglicher tänge; man macht ganz nahe am Stocke, doch ohne ihn zu beſchädigen, einen 13= 7 Schuh tiefen Graben, der bis zut ieeren Stelle, die man ergänzen ſoll, in gleicher Tiefe fortgeführt wird, Nun biegt man jene Ruche am Stocke ſenkrecht hinab, bis auf den Grund des Grabens, und führr ſie ünten im Graben auf dem Grunde bis da- hin fort, wo die Stelte iſt, Hier biegt inan ſie wieder än die Wand des Grabens ſo ſenkrecht, als möglich, hinauf, läßt zwey Augen aus dem Boden hervorſiehen, füllt den Graben zu, und läßc den Senterx fiuni fottwachſen.. Im Würtembergiſchen macht man äuch im Sommer folcs wird 1) tief in die Erde hineingezogen, und 2) gleich unten am Stamme des Weinſtoks eingeo- ſenkt, Der Abſenfer foll 5=-6 eingewur- zelte Knoten befommen ,- weswegen man im Frühlinge die ſtärkſten Ruthen einen guten Schuh tief mit ſo vielem Holz, als möglich iſt, in die Erde legt, da ſie an je- dem in die Erde goſeßten Auge, oder Kno- ten, Wurzeln faſſen, Währendem Soms- mer beniniunt man dem Avbſenfer alle Gä: belein und Oberzähne, welche ihm nur die Nehrung nehmen, und hefter das getriebe- ne Schoß an einen Pfahl auf, Zur Zeit, wenn die Blärter abfallen, nimmt man ihn aus, und verſeßt ihn. Zum Heraus- nehmen dienf eine dreyzinfigte Gabel, wie eine Miſtgahbel, nur daß ihre Zacken ſtär- Fer ſind, eine ſtumpfe Spiße haben, und die Gabel pben, ws der Stiel hinein geht, viereckigt iſt, wie die Spade, daß man mit dem Fuße darayf treten kann, um ſte in die Erde zu ſteken. Mit dieſer Gabel wühlt man Die Erde am Abſenkexr auf, und macht die Wurzeln des Abſenkers los, ohne ſie zu beſchädigen, ſchneidet ihn ganz nahe an ſeinem Mutterjtamme ab, nimmt ihy ſo mir ſeinen Wurzeln Heraus, und ſeßk ihn, wie gleich geſagt werden ſoll. Ein ſv in den Weinberg verſekter Abſenker treibt ſchon im erſten Jahr heftig, fängt im zweyken an, Frucht zu fragen, iſt im dritf- ten ſchon ein ausgebildeter Rebſtocf, der nach vier bis ſechs Jahren zwey- bis drey- mal ſo viel als ein anderer Stock xrägt. Das Loch, wohinein man den Abſenker oder Würzling ſeßt, ſell vier Schuß ins Gevierte und drey Schuh tief ſeyn, und ſo mit Erde, Waſen(d, i, verrottete, oder Abfen? 59 geſto>te Raſen) und vergleichen gefüllt werden. Unten auf den Grund des Lochs legt man den Würzling oder Abſenker hin, breitet ihn im ganzen Umfange dieſes Bo- Dengrundes aus, und erhebt ihn endlich ſenkrecht durd) die Mitte des Lochs, ſo daß er fünf bis ſechs Zoll weit herausfömmt, und außer der Erde zwey bis drey gute Aus gen hat, Man pflanzt dieſe Abſenfer mit allen ibren Wurzeln, ohne eine einzige zu ſchneiden oder abzuſtnußen, Das tiefe “Seßen auf dieſe Art iſt von wichtigem Nu- ßen. Cs iſt ſehr dienlich, wenn viele Ab- ſenfer aus der Erde zum Wiedereinſeßen genommen worden, daß man ſelbige ins Woſſer lege, damit die Wurzeln nicht welk vder trocfen werden.: In Oberdeutſchland hat die von dem Königl. Engl, Hauptmann Hrn. von Gaup- pen hefannt gemachte Methode vielen Bey- fall gefunden, wovey es auf folgende wes ſentliche Punkte ankommt: Ein alter Wein- berg ſoll verjüngt werden, entweder wenn 1)- viele WeinſtöFe fehlen, oder 32) die Stöcke Alters halber picht mehr tüchtig ſind. Dieſe Verjüngung geſchieht in bey- den Fällen durch das Einlegen der alten Stöcke, entweder gleich nach dem Herbſte, wenn das Holz zeitig, oder das"Wetter günſtig und trocken iſt,„oder noch beſſer und ſicherer im März oder April, x) Im erſten Salle merkt ſich der Weingärtner: vb auf einem Fleck nur einer oder mehrere Stöcke fehlen, um ſich beym Schneiden darnach zu richten, indem es faſt einerley Mühe und Arbeit erfordert, von einem Stoke.nur einen oder mehrere neue zu pflanzen. Fehlt nur ein Stoc, ſo wähle er hierzu einen zunächſt an dem leeren Plaße ſtehenden alten, laſſe daran zwey der ſchönſten, ſtärkſten und längſten Rus then ſtehen, puße ſolche wohl aus, ſchneide HI aber Ge RSS SNN 6s Abſenk aber alle übrige Ruthen und Schößlinge vom Stocke ab, Hierauf mache er vom alten Stoke bis an den Plaß, wo der neue Stock hinkommen ſvll, einen Graben, der ſenkrecht, zwey Schuh tief, und ungefähr auch zwey Schuh breit iſt, Bey eben die- ſem alten Stoke räumt man behutſam, daß der Stoc und die Hauptwurzel nicht verleßt werden, die Erde, bis an die Hauptwurzel hinunter, hinweg, ſchneidet alle Thau- und Waſſerwurzeln weg, und legt den ganzen Stock mit ſeinen Ruthen, ohne ihn von der Haupwurzel abzureißen, volilfommen in den Graben nieder, und zwar der Länge nach ganz auf den Boden des Grabens hinunter, Sodann tritt der Weingärtner mit einem Fuß auf den Stoc, um ihn in ſoicher Lage zu erhalten, richtet inzwiſchen die eine Ruthe an denjenigen Ort, wohin der neue Stock kommen ſoll, biegt ihn daſelbſt in die Hohe, indem er ſolche mit ein Paar Schaufeln voll guter Erde unterlegt und bedeckt, bis ſie von ſich ſelbſt hält, und nicht mehr von ihrem Plas weicht, Die andere Ruthe biegt er hierauf behutſam im Bogen herum, daß ſie nicht abbricht, zieht ſie an, und richtet ſie nach den Plaß bin, wo der alte Sto>k geſtanden hat, und düſelbſt in die Höbe, Unterlegt und bedeckt ſie unten im Graben auf die namliche Ark, wie die exſt beſagte, mit der beſten Exde, die ex hat. Aisdenn hedectt ex vollends dieſe Stöcke mit der be- Fen Erde, und füllt den Graben aus, Ja- dem dies geſchieht, kann ex vollends dieſe eingelegten Kuchen nach einer dinie mit den rigen alten StöFen, oder nach einer be- liebigen Richtung. und Diſtanz, richten. Darauf wird der Boden um dieſe neuen Stöcke mit dem Fuß etwas feſt zuſammen- Zetröten, um ihnen einen beſſern Halt zu geben, und das Eindringen überfinßiger RENTE=- n en aa m FN SSS SIOS EFS SRI: 7 SRY PSE SERS SEESEN SRE BS STOSSEN PRESS SENS ENNS SEHLEGTTNNE UNN% e v> Enke deze R a erg gab u rr M ae hl LE mt minim men 2 ger gi FÜ, + Abſen? Feuchtigkeit zu verhinvern. Endlich wer« den nur drey bis vier Augen, nachdem das Holz ſchön und ſtark iſt, an ſolchen einge legten Stöcken außerhalb der Erde gelaſ- ſen, das übrige aber oven weggeſchnitten, Es iſt nöchig, daß, wenn man den Gras ben macht, die obere Erde heſonders ge? legt werde, um ſolche nach dem Einlegen des Stocks unten an den Sto>, oder die Ruthe zu bringen, und hernach mit der übrigen geringern Erde den Graben vol- lends auszufüllen. Weſſer aber wird es ſeyn, wenn man zuſammen geicharrte Gal ſen» oder Hoferde, oder auch zerfallene Waſenerde, in Bereitſchaft halten, und in jeden Graben einen Korb voll unmittels bar an die Stöcke und Wurzeln bringen kann. Nur hüte man ſich, nicht ganz fri- ſchen Miſt jiatt der Erde dahin zu bringen, 2) Im zweyten Saile, da es nicht ſv- wohl um Ergänzung leerer Stellen, als vielmehr um die Erneuerung der alten Stö» >e ſelbſt zu thun iſt, wird auf die nämliche Art verfahren 3 nur beſteht der Unterſchied in folgenden Stückenz Ein verſtändiger Winzer kann nämlich das Jahr vorher durch) Beſchneiden und Erbrechen die zum Einlegen dienlichjten Stöcke zurichten, und ihnen das erforderliche nöchige Holz ziehen, und ſomit fünfrig von einem ein» zigen Skocke drey bis vier Ruthen in ei» nem Geſchäffte einlegen, d, i, von einem einzigen alten Stc>e drey bis vier neue Stöce pflanzen, indem ex die Gräben vom alten Stocke vis an die Pläße, wo die neuen hinkommen ſollen, ricoter, CErtkann ſo die ſchlechten Arten von Weinſiocten nac) und nach gänzlich ausrotten, und da» für die beſen Sorten vcn al en, zunächſt daran gelegenen, Stöc'n einlegen. Er fann den Stöcten bey vieſer Antage die ers ſorderliche Diſtanz von einander geben, und vile GREEN:<<> wu Gian SSE" IRIS“"NE OO TE€". SOO: ERD"52 WS EE 1- X Abſenk, alle Jahre ſo viele einlegen, als Zeit und Gelegenheit geſtatten wollen, ohne daß dem Ertrage des Weinvergs ein Aufſchub oder Abbruch geſchicht, weil ein auf ſolche Art vingelegter Sto> im erſten Jahr ſchon Frucht trägt, und übers Jahr von einem alten Sto>e nicht mehr zu unterſcheiden iſt. Dieſe Arbeit iſt gar nicht foſibar, Ein geübter Mann kann täglich zwanzig bis dreyßig ſolcher Stöcke einlegen, und alſo, wenn man einen in den andern nur zu drey Ruthen rechnet, in einemz Tage ſechzig bis neunzig StöFe pflanzen. 3) Ein ſolcher Stock iſt im zweyten Jahre manchem alten Stocke im Ertrage ſchon vollkommen gleich, Er fann vierzig und mehrere Jahre ſtehen bleiben und tragen, Will man ihn alsdenn verjüngen, ſo ge- ſchieht es auf die eben jekt beſchriebene Wei- ſe, wenn er nur im Schnirt und übrigen Bau recht unterhalten wird. Aber Köpfe muß man ihm ja nicht ziehen. Das er- ſte Jahr läßt man die friſchen Schößlinge alle wachſen, und hilfe ihnen nur mit Er» brechen, indem man einen vder zwey der kleinſten Schößlinge oben am Gipfel ab- Fneipt, und die zwey beſten und ſtärkſten unberührt läßt, fie mögen Trauben tragen oder nicht. Das zweypyte jahr kann man ſchon, nachdem das Holz ſtark und zeitig iſt, einen Bogen nebſt zwey Zapfen, je- den von drey Augen, ſchneidenz bey ſchwä- aufs künftige ſtärker- werde. Gn den folgenden Jahren richtet man ſich allemal! beym Beſchneiden nach der Stärke des Stocks, da man auf der ſchönſten Rt- the einen Bogen, übrigens ober drey Za“ pfen, jedan zu vier Augen, läßt. Beym Erbrechen aber muß man wohl Sorge tcq- Abſeker 6x gen, daß die ſchönſten Schößlinge an den Augen der unterſten Zapfen verſchont wer- den, weil allemal von dieſen das Holz auf die künftigen Jahre gepflanzt, und ſomit die Verſtärkung des Stocks in das Niede- re gehalten wird, ohne daß man nöschig hat, ihm einen hößlicyen Kopf zu. ziehen. Man muß nicht glauben, daß man mit vielem Holze vielen Wein erzwingen könne z vielmehr darf man ſicher darauf rechnen, daß dadurch die Stöcke oft auf viele Jahre verderbt werden, Abſetzen y iſt bey den Ciſenſchmieden, wenn ſie das Ciſen bey dem Schmieden dergeſtalt an die Kante oder Schärfe des Amboßes halten, daß ſolcues an dem Orte, wo es-ſtark bleiben oder den Abfaß erhalten ſoll, vorſtehet, und durch die darauf zu füh- renden Schläge nicht berührt wird. Abſeken, bey der Jägerey, heißtt 1) das angeſchlagene Gewehr von dem Bas >en wieder abnehmen; 3) wenn aufgehört wird mit dem Blaſen der Wald- oder Hief- hörner; 3) kurze Hieſfe ſtoßen, jagt iman s die Sicfen abjegen. Abſetzen. Dieſes Wort bedeute? in der Landwirthſchaft ein zur Zuzucht beſtimm» tes Kalb von der Kuh wegnehmen und ab» gewöhnen, nachdem es durth das Savgen oder durc< den Genuß der Milch ſtart ge» nug geworden, ſelbige zu entbehren, und andre Nahrung anzunehmen, Man nennk ſviches au? abbinden, abſpänen, ſpä» nen, abnehmen: Abſetekalb, Svpänekalb, der Name eines Kalbes, das zur Zuzucht bes ſtine iſt, und beſonders gepflegt werde muß. Es behält dieſen Namen ſo lange, bis es ein Jahr alt geworden iſt, worauf "es ein Jährlingskalb genannt wird, H 3 Ha? NZ 62 Abſeßer - Hat man auch in der Gegewd, 09 man ſich aufhält, Gelegenheit, Kühe und Ochſen zu kaufen, und alſo ihrer eigenen Erziehung entübrigt zu ſeyn 3 ſo wird man doch beym Ankauf ſolcher Thiere, ihrer ve- ſonderen Art halber, nie ſicher ſeyn kön- nen, Und wem muß es nicht bey ſeinem Viehſtande um gufer Art zu thun ſeyn? Man weiß es aber bey der Viehzucht, daß das junge Hornvieh ſeinen Müttern meiſt völlig nachartet, Man Fann an die 30 und mehrere Kube beyſammen haben, die alle gute Milchfühe ſind, Untex den zwan* zigen wird aber doch immer eine die aller- beſte ſeyn. Won dieſer einzig beſten findet ſich, daß das weibliche Kalb unter den übrigen, zu gleicher Zeit aus ehen dem Stalle erzogenen, Kälbern gleiches Ge- ſchlechts wieder die beſte Milc 7 Gn eL HSS CINELFS SfFINIESEEENI+ NICE NE SERSESSENSEENNE NESSE SSI BN SSE PTS TRENN R RE a N annere un ES Abſeßek werden des Kalbes auch größer: Dieſer? halv muß man dergleichen Kälber, die übrigens ganz geſund ſind, und bey der Muttermilch ſehr gut zunehmen und fett werden, nicht zum Abſeßen, ſondern zum Verkauf an die Schlächter oder zum Haus- ſchlachten beſtimmen, 26 Auch die Kälber, welche Zähne haben, die mehr ſchwarz oder roth, als weiß ſind, werden nicht für gut gehalten, In Anſe- hung der Farbe wird man eben nichts aus» zuſeßen haben, es wäre denn, daß man ein beſonderes Gefallen an dieſer oder jener FJarbe hätte, oder daß man auf ſeinem Ho- fe, zum Unterſci)iede von andern, durchaus einerley Farbe beyſammen haben wollte, So viel iſt aber gewiß, daß es beym Wei- deviehe in Waldungen, wo bekanntermaqa= ßen ſich das meiſte ſtechende Ungeziefer aujhalt, diejenigen Kühe und Ochſen am meiſten davon angegriffen und geplagt wer» den, die eine von der übrigen Heerde zu ſehr abſtechende Farbe haben. So habe ich z. B. bey mir, wo faſt alles Hornvieh eoth iſt, immer geſehen, daß ein darunter befindliches ſchwarzes oder weißes Stück Bieh noch einmal ſo viel, als die andern, von Crechfliegen, Bremſen und“ Daſen hat ausſtehen müſſen. Jcs Wochen ſangen läßt, worauf ſie ben abgewöhnt oder abgeſeßt werden. Es iſt hHiernä=-......""> H IE a äber. 5€ EIRP: der D u;| zen IW. FERIEN 5 ESSL REINERT= EREN FEINEN SIT NO SEREN NEN GE SOSE NS RNENENESEN= ieee enge ÄN ME rige grr me ar HÄ MAD ie Zi= as Sit% d En s n AIUIC. 1- üg FÄG + vw.„EE SEID 2. LIMO"u Mm>. Dil: x BW WW 2-0„md 3.=== Abſeßek ber Weide gehaltenen, zu gleicher und 56- wuünſchter Zeit rindern und kalben ſollten, Dieſerhalb muß man die Kalbezeit viel- mals nehmen, wie ſie triſſtz; und es wer- den ſich in aller Jahreszeit die Kälber guk abſekßen laſſen, wenn iman nur die Fürte- rungsart darnach einrichtet, wie bald ge» ſagt werden ſoll. Hier ſoll nur in Anſe- hung der Ställe das Erforderliche zuerſt berührt werden, Im Winxrer muß der Kälberſtall der wärmſte unter allen ſeyn, wenn anders die Kälber gedeihen ſollen. Ts träfe ſich alſo; daß: zu Anfange, oder in der Mitte des Jänners, folglich bey der größten Winket- kälte, Kälber müßten abgeſeßt werden; was fann aus den jungen Thieren Großes werden, wenn ihnen das Mark aus den Knochen, ſo zu reden, herausfrieren ſollte? Muß es uns in der Landwirthſchaft eine ſo unbvefannte Sache ſeyn, daß auch bey ex- wachſenen Thieren die Froſtkälte das beſte Futter weniger wirkſam mache? Wirds nicht eine Verſchwendung des auserleſenſten Futters ſeyn, wenn wir unſere noch ſeh» zärtlichen Thiere dabey frieren laſſen? Und da dieſes ſo oft geſchieht, wird man es nicht als einen Grund des geringern Wachsthums anſehen müſſen? Haben nicht dieſerwegen ſo viele Bauersleute hin und wieder ſo manches verbuttetes Vieh? Mehr Wär- me und nur mitfelmäßig gutes Futter rich- tet weit mehr bey der Viehzucht aus, als das beſte Futter und zu wenig Wärme, Aus dieſem Grunde müſſen nun auh diejenigen Kälber durch kalte Ställe nicht verwahrloſet werden, welche bereits im Herbſte, oder noh früher, abgeſeßt wor- den. Sie werden alſo, wenn ſie bereits ein Alter von einem Vierteljahr und dav» über erreicht haben, in falten Ställen ſehr herunter fommen, oder wenigſtens einen Vet. Encyklopädie LThei Abſeßek 65 Stillſtand im Wachſen und Zunehmen machen, welches denn ein offenbarer Ver- luſt bey der Viehzucht wird, Es iſt aber zur Froſtzeit derjenige StaX für junge Thiere zu kalt zu achten, in wel- diem ſie des Froſtes halber zittern; in wel- end TI x 3 FEIN 7 m=- Tete Ene 4 Ma ZI mn ee 2 2m Sr Ae ee re m gn Ren 1 Se nemen wr Är A RA R ZIER ede dr gag FÄ 4 Waan -- ELZ EE Ar EEN=< 200 eren Abſeßer Fend iſt, auf einmal allzu gut ſchme&ea, Sie ſaufen zu einer Portion zu viel, Hie- von wird dex Magen ſchwach, die ſchlech- tere Verdauung bringt ſchlechtere Säfte, und hievon eben kommen die ſo gefährlichen Teigmäler- In Eymern aber muß den Kälbern gar nicht das Waſſer hingeſeßt werden, indem ſie ſelbige leicht umſtoßen, oder vollmiſten 3; weshalb einige Kälver denn hierauf nicht ſaufen können oder wol- len. Ein Trog, welcher feſt und auch ſo hoch ſteht, daß ihn die Kälber weder um» ſkoßen, noch ihre Exkremente hineinfallen laſſen können, iſt das beſte Gefäß, worinn ihnen das Waſſer gereicht werden muß, Grünes Sytter den Kälbern im er» ſten Jahre zu reichen, iſt nicht allzu rath- ſam. Es verurſacht den Durchlauf, wel: en in die Häuſer, Ver- bergen in den Ställen; Veränderung des Maales oder der Zeichnung, durch Körnen und Wegfängen u. dgl. zu entwenden und ſich zuzueignen trachtet, Dergleichen wird am meiſten mit dem Federvieh, und unter dieſen zuvörderſt mit den Tauben, vorge- nommen, als welche fich am leichteſten, wenn ſie nicht recht ſatt zu Hauſe gefüttert werden, weggewöhnen und abſpannen laſſen. Abſprung, nennen die Jäger, wenn ver Häſe auf feiner ordentlichen Fährte wieder ein StuF Weges zurücf gegangen, (welches einen Wiedergang gethan Heißt,) und alsdenn' davon auf die Seite abgeſprungen iſt, folglich dadurch einen Anfang zu einer neuen Fährte gemacht hat. Die Haſen thun dergleichen Abſprünge zwey, drey und mehrere, wenn ſie vom Felde wieder nach dem Holze zugehen, oder weni fie ſich in die Saß begeben, um dadureh den Hunden und Füchſen den Geruch zu verlegen, und die Spuhr zu benehmen, damit ſie von denſelben nicht ſo leicht ge- funden und aufgejagt werden fönnen, ſon: dern deſto geſicherter in ihren) 2ager verblei ben mögen. Abſpühlen die rohe Seide, ſiehe Abſeifen« Aoſpühlen, in der Kühe, heißt die Ziſch- itnd Krchengefäße nach dem Abwa- ſchen oder Scheuern noch zuleßt ins Waſ- Abſpuhl 697 ſer täuchen, oder mit reinem Wäſſer be- gießen, Dieſe Gefäße müſſen. ſodann enk- weder ſo geſtellt werden, daß fie das Spuühls- waßſes gut ablaufen kaſſen, und von ſich felbjt trocken werden; oder man muß fie mit reinen leinewandenen Tiichern abtrock- nen, weldjes teßtere, befonders in reinli» hen Häuſern, in Anſehung der Tellox nicht unferlaſten werden muß, wenn fie bey Gaſtirungen, wobey die Teller öfters ab- gewechſelt und wieder neue, odor reine, herumgegeben werden, gleich wieder zum Gebrauch kommen müſſen. Denn es iſt fehr ekelhaft, wenn die Teller nicht trocken vorgeſeßt werden, und ſolche die Spuhren des Spuühlfaſſes veroffenbaren, Werden kupferne Gefäße abgeſpühlt, als Keſſel, Kaſirollen, Toxtenpfannen u. dgl., ſy muß die Hausmukter, oderihre Stellvertreterinn, mit aller Sorgfalt darauf halten, daß fein Spuühlwaſſer darin ſiehen bleibe, und von dem Metalle, es ſey Zinn oder Kupfer, auf dem Boden ſich etwas- anlege, weil ſoldjes, wenn es beym Wiedergebrauche nicht ſorgfättig herausgeſchafft wird,(wels net werde, Sollte dieſe Vorſicyt ed, bey Braupfannen nicht wohl am meiſten nöthbig ſeyn? Abſyuhlen,'vder Abwinden, bräucht man in Gold- und Silbermanu- fatturen oder Spinneyxeyen ſowohl, als vey TN I3 dem 709 Abſpuhl vem Klöppeln, der Lein- und Wollenwe- berey u. dgl. Es bedeutet die Art, da ein aufgewundener Faden von ſeinem Knaul, Rolle oder Spuhle auf einen Klöppel, oder ein anderes kleines Röllchen u. dgl., ſo viel deſſen nöthig, mit einer Behendiglteit abgewundeu wird. Es geſchieht dieſes gemeiniglich mittelſt einer ſo genannten Abwinde, Lat. Filatorium, oder kleinen hölzernen Maſchine, die aus einem an ei- ner etwas langen Welle geſte>ten Schwung: rxävt, und daran die Geſtalt mit der Spade oder Spißhaue gefiehlſpikt« Abſtecken, Abzeichnen, iſt bey den Gärtnern gebräuchlich, wenn ſie mit dem Abſtechſtoc oder Abreißer die Linien eines Gartens, es ſey zu Blumenſtücken oder Einfaſſung mit Buchsbaum, abzeich- nen. Dieſes geſchieht, wenn man von Weite zu Weite Stäbe einſteckt, und alle andere Stäbe nach dem erſten Stabe rich- tet, indem man ſolche nach dieſem mit deni Auge viſirt, d. i- bezielet.. Man legt nam SSE RSS SSS IH INIS dB€ nN 52 3 4 IK Wen “u F «-Y « a" |: A SS = I. EEC a MEIN ZIE mil x S0 INT= SENE EREN REESE ge< E Wutrede vue Ek 1 SII Nr emen erm EN ge ege ara Ai di 3 35 Aa EE md init me 32= ZE EIER€ EIENR RE: 7-2 RE ib 'Abſtec>ken nämlich ein Auge, indem man das andere zuthuk, auf das oberſte Ende des erſten Stabs, und richtet alle die andern nach dieſem. Man thut wohl, wenn man ſich von dem erſten Stabe ein wenig zurückzieht. Nach vieſem zieht man eine Schnur von einem Stabe zum andern, und folgt die- ſer Schnur mit dem Abſieckſtabe, doch oh- ne daß man ihr einigen Zwang anthut. Beym Abſtecken oder Abzeichnen macht man mit dem Abſteckſtofe ein wenig, ziemlich ſtarke oder tiefe Stiche, damit ſie von Wind und Regen nicht ausgefüllt werden mogen, Auf dieſe Weiſe wird die Abzeichnung der Alleen, Steige, Gartenbeete, Feldquar- tiere u, ſ, f. genau und ordentlich vollführt. Abſtecken, Abſiechen, iſt eine bey dem Frauenzimmer gebräuchliche Redens- ärt, wenn ſelbiges entweder das mit Stec>- nadeln Angeheftete vurch Ausziehen frey macht, oder, ein beliebiges Muſter, um darnach zu klöppeln, oder zu nähen, nach allem Umriß und Zügen, mit einer ſubtilen Nadel in zwey- oder mehrfach untertegtes Papier, auf einem Sand- oder anderen dergleichen Kiſſen durchſticht, und ſolcher- geſtalt mit einmal das vorgelegte Muſter etlichemma! abzeichnet oder abſteckt, welche Abſtiche hernach mit Dinte nachgezeichnet werben... 42. Abſtecken, deym Jagdweſen, iſt ſo viel, als bey einer Hauptjagd die Ruslauft mit einem Inſtrumente abviſiren, dieLinien «bmeſjen, und wo die Krummruthen und die Rundung hinkommen ſollen, mit Pfäh- len bezeichnen, wornach' die Jagdrücher auſgeſtellt werden,| Abſteckenab, Stock, Abreißer, iſt entweder ein ſpibiger Stab, oder ein ſpikiges Inſirument von Eiſen, welches mit einem vier bis fünf Fuß langen: Stiele Abſtehen 71 verſehen iſt, deſſen man ſich zurn Abſtecken oder Abzeichnen bedient, Abſtehen, wenn von Holz die Rede iſt, bedeutet es das Ausgehen oder Ausdor- ren, Iſt aber von dem großen Gefingel die Reve, welches ſich auf Bäumen nie- derſeßt, beißt abſtehen ſo viel, als ab» fiiegen oder abſtoßen. Desgleichen, wenn ein Jäget des Abends oder in der Frühe nichts erpaſſen kann, ſagt man: der J- ger ſteher ab. Abſtehen; wird von Fiſchen geſogt, . wenn ſie aus natürlichen Urſachen im Waſ- ſer, im Fiſchkaſien, auch beym Transport abſterben, In den Deichen kann das Abo ſtehen entſtehen, wenn ſie 3, B, verödet ſind, da man ſie alle acht Jahr. nur einmal -beſeßt, und niemals rußen läßt; wenn das Waſſer darinn faul und nicht abgelaſ- jen oder mit friſchem verſehen wird; wenn ſie hart zugefroren ſind, und man ihnen durch Aufeiſen keine oder zu wenig Luſt ver» ſchafft, oder wenn. den Fiſchen das Waſſer ganz entzogen wird, als welches die Forels- lem am wenigſten“ vertragen können; ſo pflegen die Fiſche, und vornehmlich) die Karpfen, auf- und abzuſtehen. Die Vop- boten davon. find eine Menge.. Maden; Wurmer und Fliegen"Alsdenn fommt die ſv genannte Fiſchmutter odet ein Wurity wie ein Roßkäfer an Farbe und Bildung, nur ekwas länger, breiter und. ſtärker ge» ſtaltet. Dieſex Wurm wird auch in man= den Gegenden. den Siſchwurm genannt, weil er die matt gewordenen Fiſche angreift und davon. zehret,. Zuert erſcheinen an ver Oberfläche des Waſſers Weißfiſche, Bärſche und Hechte, ganz matt und kau» melnd, welten bald die Karpfen folgen. Hier iſt nun kein anderes Mittel, als daß man ſie auffängt, und ſogleich in friſches Wa» 72 Abſtehlet Waſſer bringt. Kann man das Waſſer in dem alſo verdorbenen Deiche in eine ſtarke Bewegung bringen, und ihm ge- nugſame Luft verſchaffen, oder einen Theil deſſelben ablaſſen, und anderes hineinlaſſen; ſo wird es ſche dienlich ſeyn, das gänzliche Abſtehen der Fiſche zu verhüten. Einige Fiſche können auch das Schießen im Waſ- ſer nicht verfragen, ſondern pflegen davon abzuſtehen» Zuweilen können auch Fiſch- diebe an dem Abſtehen Schuld haben, wenn ſie einen Köder in die Deiche werjen, wovon die Fiſche taumelnd. werden, und ſich mit Händen greifen“ laſſen, auch, wennſie zu viel davon bekommen, gar ſter ben. So iſt z- B. voa dean ſo genannten - Kuckelsförnern bekannt, daß die Fiſche da- von kaumelnd werden. Muß man derglei- c<; AbſKehlen, f Abſchrauben. Abſterben der Bäume und Fi- ſche,& Abſtehen, Abſtich. Dieſes Worts bedienen ſich die Zimmerleute, wenn ſie von dex rechten kage und Größe des Stuhlrähmen reden, and ſelbiger auf der Stuhlſäule richtig ver- zeichnet iſt, Man nennt es auch das Hs- Hemaaß, Abſtichzeichen, iſt basjenige Zeichen, welches die Zimmerleute, die Abſtiche zu bemerfen, gebrauchen, und Hat folgende Figur X.- - Abſfioßen, Einftoßenn, iſt das Tödten der Bienen, und zwar bauptſäch- ji bey der Korbbienenzucht, entweder 5 PEINE:| „ON SEE EININE Z EN H CNE GIS"ISSSEERET SIS OST SEHEIESESES BEE SWE RZ NIED SEIEN GE R EGEENNGDES< energe ES EE mae de 1 EE rewe di wre EE Hire ge maa u AH IR; - Kr u EE US IEEEIEREEEEEE- HS ARETE ene EREN + Abſtoßen wenn die Bienen zu wenig Honig haben, um, ohne gefüttert zu werden, beym 2eben ſich zu erhalten 3; oder wenn ſie in guten Jahren ſehr honigreich ſind, um vielen Ho- nig und vieles Wachs zu bekommen, da man denn im leßtern Falle nur die mittel- mäßigen Körbe ſtehen läßt, ſo daß-die ſchlechteſten und beſten aſlein ausgeſtoßen werden, Man gräbt ein gerades Loh, meiſt eine halbe Cle tief, und ſo weit im Umfang in die Erde, und legt das Ausge- grabene in einem Rand um daſſelbe her/ daß der Korb innerhalb dieſes Randes auf das Zoch zu ſtehen komme. Man ſchnei- det ferner von einem Baumaſte eine Gabel und ſteckt ſolche unten in das Loch auf den Boden 3 darauf werden 6 bis 7 Schwefel- faden, zween Finger lang, gehangen, und ſo'che von unfen angezündet, Wenn ſie in vollem Fouer ſind, ſeßt man den Korb mit feſt zugeſtopftem Flugloche darauf, und wirft geſchwinde rund herum die herausge- grabene Erde ſo feſt an, daß nirgends Schweofelrauch hervordringen kann. Hier- auf thut man etliche derbe Schläge mit den Händen auf die Krone des Korbes, da denn die meiſten aus dem Raaß herunter ins Loch fallen, und in zwey Minuten iſt alles todt, Man muß aber nun den Korb nicht ſogleich wieder aufheben 3 die Bienen. ſind zuerſt nur blos betäubt, und leben wieder auf, wenn fie an die friſche Luſt kommen. Nach einer Viertelſtunde abex werden fie auf immer todt ſeyn, Ganz voll gebauete Körbe ſind leichter zu tödten als diejenigen, die noch vielen leeren Rauma haben, weshalb man bey ihnen mehr Schwe- fel nehmen muß. In den neuern Zeiten iſt dies Verfah- ren ſehy beſtritfen worden, und zwar als ein ſolches, das der Natar und der guten Delonomie zuwider iſt. Die Bienenwir- ehe | zzg--= Yzer--=2 M=o, gm ge Sb EEE BIZZ a IE ZIEREN . 4-1 IIIA Za EE IENREERE+- E ana vv ubi TERER: Abſtoßett ehe aber in Niederſachſen und in einem großen Theiie von Overſacu/en beharren bey der Behauptung, daß die Biene, wie viele andre Thiere, zum Nußen des Mens ſchen geiddtet werden müſſe, und daß man ſelbige nicht zu ſeinem Schaden fönne leben laſſen. Cs ſind Jahre, in welchen die Bienen gar wenig einzragen können, Woll- te man nun dieje olle veha! cen und ausfütz fern, ſo würde man ohne hinreichenden Ho- nig damit nicht weit tonunen. Es wird daher immer ein Theit der Körbe eingeſto- ßen, um jo viel„pnig in Borraty zu be- kommen, daß die Körbe,(od viel man Te- ren erhalten will, in magern Jahren durch- gebracht werden können. Jn ſo zu nen:- nenden Nothjahren alſo wird ſich jedey er- (arp Bienenwirth hüten, jen, ad- getafelt, Abtäuſchen, nennt man in Händel und Wandel Waare gegen Waäre verwech: ſeln, oder eine gewiſſe Summe Geld auf die Waavre zugeben. Der gemeine Land- mann enthält ſich zern eines ſolchen Vep? kehrs, beſonders beym Vieh; 7 und ſatt, daß heym Tauſche allemal einer betrdgen werde, oder zu furz fomme, wie ihm auch ſolches öfters mit RKoßtäuſchern begegnet, Wer alſo hiebey ohne Schaden wegfömmen Äbtreiben will, niuß nicht nur.den Werth der Waa- ven fennen, ſöndern auch, wenn es Haus- thiere find. ausforſchen, ob ſie nicht mit Mängeln behaftet ſind z ſich alſo ſo wenig betrügen laſſen, als ſelbſt betrügen, Abtragen. Dieſes Wort wird'in zweyerley Werſtande gebraucht; einmal, wenn man von dem Moaßſtabe mit dem Zirkel gewiſſe Maaße faßt, und äufs Pa» pier trägt; oder es wird gebraucht, wenn vort Gebäuden die Rede iſt, Z. B, eine quer, ein Haus, dine Brücke, oder einen Berg abtragen, wenn eines oder das ändere niedergeriſſen und dem Erdboden gleich gemacht wird; Abträgen; von der Tenne, geſchieht von den Dreſchern, wenn ſie das veingemächte und aufgemeſſene Korn in Säcken äuf den Boden tragen. Kennk iman ſeine Leute nicht, oder hat man Ur- ſach, Werdacht auf die Dreſcher zu haben, ſo muß ſowohl in der Scheune als auf dem Boden Achtung gegeben werden, daß nichts entwendet werde, Abtragen, bey der Jägerey, iſt: 1) den Falken durch Trägen auf der Hand ge- wöhßnen, heimlich zu werden; 3) den Leit- hund von der Fährte wegnehmen. Ybtreiben, Abziehen, ein Ge- ſchäfſte der Böttcher, wenn von ihnen die Böden und Stäbe mit dem Schrot- oder Schlichthobel behöbelt und glatt gemacht werden, Abtreiben., Dieſes Worte iſt bey den Jägern gebräuchlich, wenn ſie 1) bey einem Jagen das Wildpret hervor jagen 3 3) heißt es ſo viel, als wehren, daß das eingeſtellte Wild nicht in den Zeuz falle 3 3) Abtreiben; Abhödlzen oder 2"R en Fine ne a MÄN Mb EIER EN iwann im gag FÄ<> 5 En --7 15% SEEENAEREE:= gr nen FE““Kwai dn„dd. ala Abtreibei fen iſt ſo viel, als: das Holz abhauen;| Abholzen: Abtreiben; iſt bey der Schifffahrt, wenn ein Schiff von Stürmen, Schlag- wellen; Fluch, oder ſonſten von ſeiner Fahrt äbgebracht wird; Abtreiben, Abtrommeln, Aus: trommeln) iſt bey der Bienenzucht ein ſolches Verfahren, da man die"Bienen nv thigt, ihr bisheriges Behältniß zu verla: ſen, und ſich in ein neues zy begeben. Dieſes iſt keine neue Erfindung, da Grü- wel, einer unſrer älteſten Schriftſteller über die Bienenzucht, ihrer bereits gedenkt, Hr. M. Spigzner, ein Ländprediger im Sächſ. Churkreiſe, hat das Verdienſt, die Regeln des rechten Verfahrens uns bekannt gemacht zu häben, bey deren Bejoigung man ſich zu ſeiner Zeit große Wortheile verſchaffen kannz Man muß dieſe Art der Bienenvermiehrung, oder Ableger zu ma- hen, für die beſie bey der Korbbienenzucht anſehen. Nachdem id) dieſe Verfahrungs- weiſe auch bey mir eingeführt hatte, ſo brachten wir im Sommer 1794. unſre Bienennußung aufs höchſte, Wir halten namlich bieſelbſt Wanderbienen, die wir im gedachten Jahre einige Wochen vor Jo- hannis abtrieben, und mit den alten und neuen Körben bald hernach auf den weißen Klee und das Heidekorn hinwanderren. Hieſelbſt wurden die Körbe ſo ſchwer, daß zween Männer Mühe hatten, einen dieſer Körbe auf= und von dem Wägen zu heben, Es ließ ſich der Nachſommer zu einer guten Honigtracht von dem Heidekraute an 3 wir faumten nicht, älte und junge Körbe noch einmal abzukreiben, wanderten mit den abgetriebenen Körben zur Heide hin, und nahmen ſelbige ſammtlich theils als Aus- ſtänder, theils als ſolche zurück, die beym Abtreiben„, Ausſtoßen die reichlichſte Ausbeute gaben, daß wir alſy in dieſem einzigen Jahre ſv viel Henig und Wachs erhielten, als wir bey unterlaſſenem Abtreiben kaum in zwey andern recht guten Bienenjahren gehabt haben würden, Die alten Körbe wurden im Herbſte ausgeſioßen und todt gemacht, die jungſten aber ließen wir als Ausſtänder am teben, und werden ihnen im nächſien Fruübhjahre durch das Beſchneiden noch vie- len Honig abgewinnen können,"Bey dem zweyten Abtreiben, zu Anfange des Auguſts, iſt noch zu gedenken, daß wir, um nichts zu wagen, etwas anders verfahren muß ten, da es in Anſehung der Hvnigtracht auf der Heide mißlich iſt, ob ſolche von langer oder furzer Dauer ſeyn kann, Bie«- nen ohne eine ſo zu nennende Mitgabe dahin gehen zu laſſen. Cinen Theil Bienen lie- ben wir, als ſchon in Hänven habende Ausftänder, wie ſie waren, Die übrigen wurden ſo abgetrieben, daß keine Bienen in ihren Körben zurücblieben. Sie wup- den in neue ganz leere Körbe gejagt». Mani nahm aber, wie ein Korb leer war, einen andern leexen Korb zur Hand, in deſſen Kopfe ein Theil des unterſten Roaßes mit Honig und aller jungen Brut mit Speitern beſeſtigt ward, Gegen die ſpäte Abendzeit ward entweder der ausgetriebene Korb über ein 20h in die Crde geſekt, die Bienen mit ein Paar ſrarken Handſchlägen zu Bo» den gefiürzt, dex mit einer Ausſtattung verjehene Korb darüber geſeßt, und hiemit die ausgeſchlagenen Bienen genöthigt, in die Höhe zu gehen, ibre"Brut zu bedecken, und ven Dau fortzuſeßenz Oder aber man fehrte gleich den abgetriebenen Kopf in der Huette um, fekte den andern, mit der Aus- ſtattung wohl vereinigt und verbunden, darüber, und ließ ſo die Bienen währender Jocht die ihnen zubereitete Wohnung ein- |, neh FE N| | | | NE u DEU ue. SODRRREE EIL ERE IE KIT DIINNEN UG 5 78 Abtreibei nehmen, So kamen dieſe ausgefrlebenen DIZienen alſo weder leer an Honig und Brut, noch ſchwach am Volke zur zweyten Wan- derſchaft, und wenn main nicht genug paſ: ſende, ich will ſagen/ allzu große Körbe hatte, ſo wurden zwey ausgetriebene Bie- nenförbe in ſelbige zuſammengeſchlagen, Kaum hatten wir die ſo behandelten Bie- nen, da warme und gedeihliche Witterung einfiel, 14 Tage auf ver Heide, ſo mußten ge ſchon mit Unterſaßen verſehen werden, Nun zur Beſchreibung des Abereibens, Die eigentliche Zeit darzu iſt ia jeder Ge- gend. die gewöhnliche Zeit: des Schwär- mens, die bey uns in Oberſachſen 14 Ta- ge vor Johannis iſt, Eher iſt es ſeiten ai: zurathen, weil da immer noch falte Nächte einfallen, unv dadurch das Cintragen der Bienen auf viele Nächte verhindert oder zu- rüfgeſeßt werden kann. Ss» wenig man aber zu früh ſich mit dem Abtreiben zu be- ſchäfftigen hat, ſo mus es eben 1» wenig zu ſpät geſchehe, weil es den Späutabge- triebenen gar leicht wie den ſpäten Schwär- men die nicht genugſames Wiaterfutter eintragen können, ergehen kann. Die Art des Abtreibens müſſen ſich alle diejenigen wohl bemerkten, welche die erſten Verſuche machen wollen. Man ev» wählt dazu ſchöne warme Tage, an welchen die Bienen ſtark ausfliegen, und gewohn: lich auch gern zu ſchwärmen pflegen. an „yimmt dazu die Nachmittagsſtunden von fünf bis ſieben Uhr, wo ſich die meißien Bienen im Felde befinden, und die andern mit Bauen im Korbe beſchäFtigt ſind. Finden ſich noch Bienen am Flugloche, ſo weßet man ihnen von allen Seiten ſtarfen Rauch mit einem Flederwiſche zu, geht glsdenn mit dem Rauchtopfe bey Seite, da ſich denn in wenig Minuten alles zum Jlugloche hineinbegeben wird."Der Ta- I M“ T+z“ ST Gi M Drina Me 4 Ma 2 nie wern SE me el. SEESEN SIERRE, en SEEN rng Dane H MN EE R RL R Rimini nen 22 Mgr FEE, + Abtreiben bacsraucher wird mit ſeiner'rauchenden Pfeife durch Anblaſung des Tavba&«sraut, Hat ſtehen laſſen, Iſt.dagegen. der Schwarm ſtarf genug, ſv fommt der alte, nad weggeräucherten Bienen von dem Standbrette, ſv ſort wie- der an ſeinen Ort in die Hütte, Het ex Anfangs Unrube wegen ſeines verlohrnen IBeiſels, ſo wird ſolche nicht länger, als bis denſelben Abend dawern, weil ex in der folgenden Nactyt ſchon wieder Anſtalt zu jungen Weiſeln macht; und früh Morgens fliegen und fragen ſeine Bienen gleich an- vern Körben, die einen natürlichen Schwarm abgelaſſen haben, Den dritten Tag kann man die meiſt Fertigen Weiſel« häuſer bereits im Raaße ſiehen ſehen, wenn ſie zuvor noch keine gehabt haben. An dem jungen Schwarm bemerke man die Gegenwart des Weiſeis, wenn erſterer ſtille iſt. Denn ſobald er ruhig auf deim Tuche Fteht, hört nach und nach das ſtarfe Brauſen deſjelben auf, wie ſich die Bienen zu dem Weiſel in die Krone ver- ſammeln. Iſt aber kein Weiſel dabey, ſs ſahren ſie fort zu brauſen und zu toben. Nur ſelten wird der Weiſel zurüugeblieben ſeyn. Er iſt insgemein unter den erſt her- ausgehenden Bienen. Sollte aber der Weiſel nicht zugegen ſeyn, ſovFann man die Bienen entweder zu dem alten Korb hin- gehen laßen, 3nden1 man den neuen Korb verfehret an.den alten in der Hütre auf eine Bank ſtelle, und einen Theil des Tuches Öffnet 3; oder man Fann ſie auch zu einem andern abzetriebenen bringen, Der nicht zu viel Volk hat, und ihm Lamit helfen. Man darf nur des Abends beyde Körbe Hart an einander ſoßen, und ſie durch ein untergelegtes Holz lüften, ſo gehen alle von ſelbſt hinein, wo ein Weiſel iſt, Noch Abtreibent Noch denſelben Abend, wenn der Schwarm abgetrieben worden iſt, oder doch des andern Tages ſehr frühe, läßt man denſelben an einen ändern Ort tragen, der ſo weit entfernt iſt, daß die ihres Flugs gewöhnten Bienen nicht auf ihren vorigen Korb zurückgehen. Cs wird aber doch ge- rathener feyn, wenn man ſie noch am ſpä- ten Abend fortbringt, als erſtlich an dem andern Morgen, weil ſie gleich in der Nacht etliche Tafeln anbauen, und dieſe gar leicht beym Fortbringen wieder abfallen. Nutr müſſen ſie wenigſtens eine Stunde ruhig geſtanden haben, ehe ſie fortgetragen wer- den, damit fie ſich unterdeſſen genugſam mögen abgefühlt haben, und bey vielem Volke nicht erſtiken; ſv wie die Tücher von ſeht dünner grober Leinewand ſeyn müſ- ſen, daß die Luft genugſam durchdringen fönn?e. Sollte des folgenden Tages ein eingefallener Regen ſie am Ausfiiegen und Cintragen verhindern, ſo Hat ſolches nichts auf ſich, weil ſie aus dem alten Korbe ſich Honig mitgenommen odex davon ſich voll Jeſaugt haben. Wenn aber das üble Wet» ter Wochen lanz aushalten ſollte, fo iſt es ſchlechcerdings nöchig, ihnen alsbald Ho» nig unterzuſcken, ehe ſie matt werden, und wohl gar ſterben Haben aber manche Bienenwirthe die- ſe Spißnerſche Theorie vom Abtreiben der Bienen nicht wohl inne gehabt; oder ſind ihr, wenn ſie ſolche ganz wußten, nicht ganz nachgegangen, ſo iſt es ihre Schuld ollein zeweſen, wenn ſie, ſtatt vorwärts mit ihrer ERIN zu kommen, ſolche frebsgängig gemacht haben. Sie haben es gethan, da der Korb etwa kaum halb vdUl gevauet, oder da die Jahreszeit ſchon zu ſpät darzu geweſen. Wenn die alten an 82 Honig und Volk reich genug ſind, ſo wird nichts gewagt, wenn ihnen gegen Johan- abtritt. Abtreten nis die Schwärme abgenommen, und ih- nen das Nachſchwärmen, wie oben gezeigt worden, verwehrt wird. Hak man Körbe, von denen man weiß, daß ſie die Weiſel zeitig abgeſtoßen haben, und nun, ohne fortzuarbeiken, immer müßig vorliegen fönnten, ſo wird man mit dem Abtreiben ſich) IN belfen können. Wollte man auch die Schwarmzeit nicht abwarten, oder wäre verhindert, darauf zu warten, ſo kann man diejenigen abnehmen, von denen das baldige Schwärmen zu vermuthen iſt. Hr. Spitzner meidet in ſeiner im Jahr 4 788. herausgegebenen Bienenzucht in Körben, daß einer ſeiner Nachbaren ſich ſchon ſeit ſieben Jahren dies zur Regel ge» macht habe, allemal acht Tage vor Jo- Hannis von zwey vollgebaueten Körben nur einen Schwarm durchs Abtreiben zu ma- wen, und vieſe allemal Ausſtänder gewor= den. Er habe aber auch nicht unterlaſſen, das Miertel zu gebrauchen, die Nachſchwär- ime zu verhindern AÄbtreten, hat bey der Jägerey eine vierfache Bedeutung: 1) muß der Schüke abtreten bey dem Scheibenſchießen, wenn ihm das Gewehr zum drittenmal verſagt z 5) wenn das Auergeflügel ſich mit einander begeilet, wird geſprochen 8 der Hahn be- ſteigt die Henne, und rritt ſie ab; 3) da eine Bache nicht ſchlogen kanns ſo braucht ſie ihre Läufe 3 und wenn ſie einen Menſchen umſrößt, und unter ſich bringt, fo ſagt mäne ſie tritt ibn ab; 4) Ab- treten, AÄbdringen, Abgräſeln, Zb» ſchneiden oder Abzwinten, iſt dasjes nige, was der Hirſch mit ſeiner Schale Dieſes hirſchgerechte Zeichen fann das Thier nicht Fanz nachmachenz der Hirſch aber ſchneidet alles durch, als wenn es abgeſchnitten wäre; das Thier - über Abtretung aber zerquetſcht nur, oder macht den Ab- tritt ſaſſicht. Abtretung der Güter,|f. Bonis cediren,. - Abtretung eines Rechts, einer Schuidorderung, ſ. Ceſſion, Libtreufeln,| Abrriefen. Abtrieb, iſt bey der Förſterey die Ab« Holzung einer gewiſſen Gegend. Den Ab- trieb wegſchafſen heißt, das angeſchlagene oder verhandelte Holz abhauen, und ſelbi- ges hiernac<ſt mit dem Abraume abfahren, und den Plaß auf ſolhnem Wetter, wenn man eine Fährte ſieht, und nicht weiß, ob ſie friſch ſey, nur das abgetretene Gras gegen die Son- ne halten 3 ſo wird man hald gewahr wer- den,„vb es dürre geworden, oder noch grün ſey. Jſt es dürre, ſo iſt der Abtrict des Tages nicht geſchehen; iſt es aber grün, ſo iſt es gewiß friſch.- Abtrocknen, den naß gewordenen Jagdzeug an der Sonne oder. Luft wieder« um froken werden laſſen. Wenn ſtarke Regen geweſen ſind, begiebt ſich das Wild aus den Dickichten auf die Schläge, oder an Hängen, und ſömmert ſich; dieſes nennt man auch das Abtrocknen, Abtröpfen, f. Abtriefen, Abtropftrog, Schüſſelbret, nennt man ein, fünf oder ſechs Fuß ians ges, Stü Holz, mit zwey oder drey Ar- men, um das abgewaſchene und abgoſpulte Küchengeſchirr daran abtropfen zu laſſen, Bey den Lichtziehern iſt es ein hölzerner Trog, der unter das Gerüſte der gezogenen Fichte bey dem Ziehen geſeßt wird, und worinn dex Talg nach dem Ziehen ab- troöpfelt, 4 2 Abvi- | | ' Er ] : ; H WE(€ 84 Abviſiren Abpyiſiren, beißt, beym Forſtweſen, die känge eines Baumes, ehe er gefällt wird, abmeſſen. Cs kann dieſes unter an- dern Arten auch durch den Schatten eines Baums geſchehen, wenn die Sonne ſcheink, Man nimmt einen Sto, ſteckt denſelben etwas vom Baume ab, daß er im Son: nenſchein ſtehe, bemerkt aber, daß er ent- weder zwey oder drey Ellen lang ſey. Ge- ſekt nun, der Stoc> iſt drey Ellen hoch, ſo meſſe ich den Schatten des Stocks, der z. E, ſechs Ellen wäre. Nachher meſſe ich) auch den Scharten des Baums, Befinde ich, daß er ſechszig Ellen iſt, ſo rechne ich nach der Regel de Tri aus, da dreyßig El- len zum Facit herausfommen wird, wie aus folgendem zu ſehen iſt: Schatten Sto>: 6 Ellen giebt 3Ellen, was giebt 60 Ellen Schatten? 3 80 . 3; Elie Fac, Hder: zEll.Schatt.giebt 2Cll, Stab,was 45 Ell. Schatt.? 1; 9O - 30 Ellen Fac, Abwägen, Abwiegen, beißt ins- gemein, Waare gegen ein angenommenes Gewicht halten, wie ſchwer es fey, wobey eine gute und richtige Waage, abgerichtete (juſtirke) Gewichte und redliche Waageve- dienten erfordert werden. Boy dieſem Ab- wögen kommen im Handel und Wandel mancherley Wörter vor, als: das Tara auf, und in den Centner, das Fulli, Spor- c9 eder Brutta, Netto. Das Gewicht der Waare mit dem Gefäße, worinn ſie iſt, wird Sporco oder Brutto genannt. Das Gewicht des Gefäßes, als; Fäſſer, Ki- Abwechſel ſten, Sä>e, Körbe v. ſ. f. nennt man das Tara; das Gewicht der bloßen Waav? aber, ohne Gefäß, das Netto. Weil aber die Waaren nicht immer aus den Ki- ſten genommen werden können, ſo giebt man«liche Pfund auf oder in den Centner, da das Lara auf dem Centner dem Wexr- Fäufer, das Tara in den Cenkner dem Kauz fer nüßlicher iſt, Wenn in den Waaren vieles Unreine, als: Staub, verdorbenes Gur, oder anderer Mangel ſich befindet, ſo wird nach einem gewiſſen Werhaältniß ei- ne Zahl der Pfunde angeſeßt, und ſolcen, Der Dammſeßer findet den Abfall der Strece alsdann, wenn er nicht nur die Höhe des erſtern Stabes zu Anfang der' +. SE-“ Z R T ü anemkeem mmer ÄL 2er- nnen EINSER SINN IE EEE VSRRDESESENGGEINNENN ip Ey ' Abwürz Strecke, ſondern auch des leßten Stabes der Strecke bis zum weißen Fleck der Vi- ſirſcheibe mißt, wodurch der Adfall bes ſtimme wird;(ſ. Abſall.) Abwinden, geſchieht, wenn Haus- mütter einen Knäuel Garn, Zwirn, Wol- le u. dgl. zum bequemern Gebrauch in klei- -nere Theile oder Knäuel vertheilen. Auch fommt dieſes Wort bey Zwixnmühlen, be- ſonders bey Ceidenmanufokturen, vor, wo die Seidenwinder die Seide auf Röllchen abwinden, damit dieſelbe hernach weiter mannichfaltig duplirt und gezwirnt werden fönne, wozu man hernach Zwirnmühlen und dergleichen hat, S, Äbſpunhlen, Abwipfeln, Abkolben, ein Gäre- nerwort, und heißt, einem"Baume den ganzen Wipfel abſchneiden, um entweder darauf zu pfropfen, oder ihn zu zwingen, daß er neue(eſte austreibe. Auch 922 ſchieht das Abkoiven bey angelegten Hecken, wenn man die jungen Stämme abſchneidet, damit ſie durch das Austreiben vieler Sproſe« ſen und Zweige deſto dichter und verflochte- ner werden, S,. auch Köpfen, Abwürgen, heißt: 1) einen Vogel fodt machen, da man ihm den Kopf ein- drückt. Großem Wildgeflügel nimmt man eine Fedex aus dem Flügel, und ſteckt die- ſe ſelbigem ins Genie, 2) Wenn die Hunde einen Dachs oder Fuchs gefangen und ſolchen todt beißen, heißt es auch: die Hunde würgen ab. Ein gewürgter Dachs oder Fuchs liegt öfters, als wenn er ganz todt wäre; wenn man aber einen Eimer kaltes Waſſer nach und nach über ihn berſchüttet, ſo erholt er ſich wieder, daß er von neuem geheßt werden kann, Äbwürzen, Würzen, die nöthi« gen Gewürze an die Speiſen in gehöriger Quantität chun, um ſolche ſchmackhaft zu ma- Senregn wnäe MN RI ER Rtmaninmt nen 2 Bö ngun FÜ; ne AIS LSEISGER GEN ARIE Abzapfet machen. Man muß hierinn die Mittels ſtraße halten, und weder zu viel noch zu wenig thun, welches ſowohl zur Geſund- heit dient, als auch den Regeln einer wohl verſtandenen Sparſamkeit gemäß iſt, Abzapfen, abgraben, ableiten; abſtechen, wird von einem Sumpfe, Graben und Fluſſe geſagt, wenn man Ca- näle zieht, um dieſelben zu entleeren, aus* zutrocknen, oder wenigſiens zu ſchwächen, damit das Waſſer davon an einen niedrigern Ort abfließe- Siehe Austrocknen ver Söumpfe« Abzapfen, wenn Wein, Bier und dergl. aus einem großen Gefäße in kleinere abgezogen werden, Abzehenden, geſchieht, wenn der Zehendnehmer den ihm zukommenden Theil der Feldfrüchte abzählt und auszeich- net. Ein gleiches geſchieht bey dem fo ge? nannten Fleiſch- oder Blutzehend, da die Hausthiere abgezählt, ausgezeichnet odet gewählt werden. Man ſagt daher, das Ackerſtü, der Bauerhof iſt abgezehendet. Abzeichnen,|f. Abſtecken, Abzeichnung,| Abriß. - Abziehen, vedeutet bey den Jägern: 7) ein geſpanntes oder aufgezogenes Ge wehr 1osloſſen, auch abdrücken, abſchie: Benz 2) wenn derteithund eine falſche Fähr- te angefallen hat, und von ſolcher hinweg: gezogen wird, ſo ſagt man: von der Sabrte äbzieben; 3) wenn nach geendig» ter Jagd die Jäger noc< Hauſe geben dür» fen, ſpricht man? die Jäger ziehen abs 4) wird Abziehen von einigen anſtatt Aus ziehen oder Streifen gebraucht, Wird die Haut von allerley Gefiügel abgezogen, ſo nennt man ſolches 6b29je1n, da denn die Abziehen 87 Haut, woran die Federn gelaſſen worden, behutſam wieder zuſammengenäht, und mit Rehhaaren ausgeſtopft wird; Abziehen, der Scheermeſſer, ges ſchieht, wenn die Barbier ihre Scheermeſs ſer auf einem gelben Steine mit Baumöol ſchärfen: Aud) wird dieſes Wort von Jnz ſtrumentenmachern, Meſſerſchmieden und andern Eiſenarbeitern gebraucht, wenn ſie eine Klinge von ihren? Grade befreyen, den ſie beym Schleifen bekommen, Dieſes ge- ſchieht auf einem feinen Schieferſtein, der deswegen der Abziehſtein genennt wird, mit Batmöl aus freyer Hand, Bey andern Eiſenarbeitern heißt es, eine ſertige Arbeit glatt abfeilen oder ſchlichten: Abziehen den Branndtweinz wenn man ven ſo genannten Kornbranndtwein diſtillirt oder nochmals brennt, daß er ſtär- fer werde; auch durch verſchiedene Gerür» ze ihm einen angenehmen Geſchma> giebts Abziehen, vos Bier; wenn ſolches auf Bouteillen oder Flaſchen von.dem Faſs ſe, oder Tonne gefüllt wirdy damit es theils beſſer ſchmecke, theils längere Dauer haben möge. Abziehen, den Wein, Nachdem der Moſt voellig ausgetobt, undſeinen Schaum verworfen hat, wird er von einem Faß auf. das andere gezogen, damit Er ſiär-, fer und geiſiiger werde, Auch wenn alte Weine entweder ſchwach werden wollen, oder ſchon etwas aus dem Faß zezapft. iſt, ſo zieht man ſie gleichfalls auf andere Fäſier ab, damit ſie nicht ſchaal werden,“ Die ſchwochen Weine müſſen im Winter, die Jtarten aber im Frühlinge abgezogen were ven« Man nimmt aber zu ſäzlechten Wei: nen zern ſolche Fäſſer, worauf gute Wei» ne gelegen haben. Alter Wein wird ader äuch 88 Dibzieheit auch zum Vertrinken auf Bouttkeillen 630“ gen, und, heutigem Georauc“e gemäß, darinn den Gäſten oder'Speijendea vor- gejeßt. - Abziehen, iſt auch ein Zimmer- nannswort. Man ſagt Zz. B. die Faſen en einem Gradſparren abziehen, oder ab- Fanten. Abziehſtein, der Schleifer; iſt ein Feiner Schieferſtein, der nicht zu hort iſe, worauf ſie ihre ſchneidende Inſtrumente nit Baumöl nayfchleifen„over obziehen, wodurch ſie"das'bey"vem gewöhnlichen Schleifen behaltene Raube,„oder den Srad verlieren, auch eine größere Schärfe erhal- ten. Die von verſteinextem Holz„werden Für die heften gehalten. S. ADziehen, Abziehzeug, beißt alles vasjenige HGzeräthe, was zum Abziehen des Branndk- weins gebraucht wird, als? eine fleine für pferne, inwendig wohl verzinnte,"Blaſe mit dergleichen Hute.oder Helme„dE mit einer kupfernen Röhre verſehen if? 3„eine nod) längere, ebenfals Fuprerne Röhre, die.man queer durch ein Faß und an die obere Röhre des Blaſenhutes ſiößt, ſo daß ſie genau in einander. paſſen Ferner ein Re- Tipient oder Vorſeßeglos, mit einem[0 gen Halſe und weiten Bauche, welches ;die:durch das Faß gehende Röhre Felt, damit. der abgezogen?„Branndtwein eder Spiritus darein, trieſen könne« «. Abzug,"YMHzÜgL, ſind in ver Bau- Funſt.diejenigen FiefenOerter, die man aud) Dollen.nennt, dar)„man das zuſam meiilauſende-Waſſer von Höfen,„S/ICRn und-Gaſſen ableitet, welche man“im 3 au erhalten, und zu gewiſſen Zeiten ausführen und reinigen laſſen muß. K-4«[> 7: V SS"= en IEEHISEETET= FNGGET ze 4 2a Ali Ze nne er nie. ami ic db a Meen iſt, daß ſelvige theils ſelbſt von Rau- pen fahl gefreſſen, oder leßtere von den Heen weiter gehend und ſich auf die zu- nächſt ſtehenden Bäume ausbreitend gefun- den werden, Man kann zu Anlegung einer Acacienhee den Saamen am Orte ſelbſt nach der Richtung, wo ſolche ſeyn ſoll, einfireuen, von Unkraut rein halten, wo ſie allzu dick ſtehen, im erſten Herbſte aus- ziehen, wo ſie zu dünne ſind, damit ver- ſtärken, oder anderweit verpflanzen, oder aber ſtußen, und ſie zwingen, deſio mehr Nebenäſte auszubreiten, und ſolche unter einander. zu biegen oder zu verflechten. Cben eine ſolche Acacienhecke, wenn ſie mehrere Jahre geſtanden hat, kann dicht an der Erde weggeſchnitten, und deſto ſtär» ferer Wiederwuchs erwartet werden, Die Stämme der Acacien ungeköpft zu Bau- oder Nußholz ſtehen zu laſſen, iſt gar nicht anzurathen. Der Baum bleibt auf dieſe Weiſe hinter unſren gemeinen Höl» zern weit zurück, obſchon nach längern Jah- ren Dielen und Bretter daraus geſchnitten, hievon aber Tiſche, Schränfe, Stühle und dergleichen verfertigt werden können, welche ihre Farbe unverändert behalten, ja immerfort ſchöner werden. Das Holz reißt gern, wenn es nicht ganz trocken iſt, weshalb es nicht friſch verarbeitet werden darf,. Noch iſt zu gedenken, daß, wenn man, wie oben geſagt worden, Hopfen- ſtangen erziehen will, man hiezu Bäume, die an die 12 bis 15 Jahre alt ſind, und bereits mehrmal geföpft worden, auswäh- fen müſſe, Dieſe können, nach ſolchem Alter, ſchon Stangen treiben, die binnen einenz ng jn a S5 Hir III NEE zei Kaf Died inem mn 22 2855 eme=D H nn a >-+=< dN UU eF fan. müll lug. IP zb t Acacienb einem Jahre vier bis fünf Fuß Länge, und Unten über einen Zoll Dicke im Durchmeſ- ſer, nebſt völlig reifem Holze, haben, Un ſie aber im erſten und zweyten Jahre noch weit höher zu treiben, und ihr zu ſtar- fes Zunehmen in der Die zu verhindern, muß man ſie ausſchneiteln, d, i, alle auf den Seiten herausfommende Sproſſen und Zweige, bis faſt an die Spike, abſchnei- den, Wird auf dieſe Weiſe zwey Jahte hindurch verfahren, ſo wird man Hinnen drey oder vier Jahren recht lange Stangen zugezögen haben, die an die zwanzig bis dreyßig Jahre, und noch länger, aushal- ten können, Man muß dieſe Stangen, ſobald ſie abgenommen und noch grün ſind, zuſpißen und abſchälen, und ſie hierauf im Schatten trocken werden laſſen, damit ſie von der duft und Sonne nicht zu ſehr auf- geriſſen werden, Wollte man die Vermehrung des Acacienbaums dieſerhalb vernachläßigen, daß er leit erfrieren könne, ſo iſt zu wiſ: ſen, daß er dur die Kälte nicht eher Schä- den leide, als bis unſere einheimiſchen Bäume ebenfalls davon hingerichtet wer- den. 53 dieſem Falle darf er aber nür tief über der Wurzel abgeſägt werden, da er denn aus ſelbiger wieder neue Schößlin- ge hervorbringen, und ſich wieder auflebend gleichſam zeigen wird, als welches nicht iminer bey unſern einheimiſchen alten Bäu- Men zu geſchehen pflegt. Phyſikaliſche Gründe, aus welchen ſich das ſo überaus ſchnelle Wachsthum der jungen Bäume, und der jungen Stan- gen nach geſchehenem Abföpfen ver alten, erfiären ließe, möchten wohi folgende ſyn 3) der Baum kreibt ſeine Wurzeln in ver Oberfläche des Erdreichs faſt mehr, als die meiſten unſrer einheimiſchen Bäunie, ymher, weshalb-ex ſo viel Nahrung aus Accent 95 der obern ſruchtbaren Erde an ſich ziehen fannz 2) wir haben keine Bäume, deren Blätter ſo fein und zart ſind, als die des Acacienbaums. Dieſerwegen zieht unſer Baum, mittelſt ſeiner ſo zarten Blätrer, aus der duft mehr Nahrungstheile an ſich, ais die mehr groben und dien Blätter andrer Bätime; 3) die jungen Bäume und jungen Reiſer oder Zweige haben ein ſtär» teres Mark, als unſre harten einheimiſchen Hölzer, weßhalb der Baumſaft ſtärker zir- fuliren, und ſeine Theile zur Zunahme des Holzes geſchwinder abſeßen kann; 4) feine Raupe oder anderes Inſekt berührt das aub, es kömmt daher an keinem einzigen Orte des Baums ein Stocken des eirkuli- renden Saftes yor, als woran unſre ein» heimiſchen Bäume zu ſehr leiden, und da- her einen weniger lebhaften und überall fich nicht gleichbieibenven Creislauf des Saftes haben lönnen, Licademie, Univerſität, hierun- tex verjieht„man vorzüglich die hoben Schuien in Europa; ſie heißen Univerſi- täten, weit ſie das tehren und Lernen aller Wiſſenſchaften und jreyen Künſte zum End- zwe haben, Außer dieſen hat man Ma- ler= und Zeichenacademien, Kunſtacade- mten, Acteracademien, auch muſtkaliſche Academien. Die Arademie der Arcadex zu Rom hat ihre Coionien durch faſt-ganz „Staiien und zugleich ihren Ruhm ſehr aus» gebreitet, Liccent, der ſtärkere Laut oder Ton, weichen man im Ausſprechen der Wörter mehr auf eine, als die andere Eylbe oder Wörter ſekt, ſo daß. ſie jtärfer, als die übrigen gehört werden. In der Tanzkunſt ſagt man, daß der Accent wohl beovachtet werde, wenn die Pas oder Schritte gut nach: dem Tacte der Muſik abgenzeſſen wer- wels Meceptant den. Ju der Vocal- und Inſtrumentals muſif muß der Accent ebenfalls wohl beob» achtet werden. IAMeceptant, Fr. Accepteur, iſt Serjenige, welcher zufolge des, in dem auf ihn gezogenen Wechſel enthaltenen Verlan- gens des Traſjirers,(ſ. dieſen) oder auch -aus bloßer Freundſchaft den Wechſel zu be- .96 zahlen ſchriftlich verſpricht, und daher zur Zahlung verbunden iſt, Es giebt alſo ei- gentlich zweyerley Gattungen von Acceptan- fen: nämlich ſolche, die den Wechſel in Abſicht der von dem Traſſirer ertheilten Vollmacht acceptiren, und welche alsdenn ;m Wechſelbriefe ausdrülich genannt ſind. Andere acceptiren den"Wechſelbrief aus Freundſchaft gegen den Traſſirex oder In- doſſanten, damit ves Freundes Reputation geſchont werde; daher ſoiche auc) Acce* pranten per Honor genannt werden, Die erſte Art aber heißt Traſſaren, ZBe« zogene, Bevollmächtigte, des Traſ- ſanten Bezahler, u,|, w. Es giebt auch noch eine dritte Gattung Aeceptanten, aber nur ſelten, nämlich wenn ein dritter Mann von dem Traſſirer oder einem JIn- doſſanken erſucht worden, im Fall dex Traſ- ſate nicht acceptire, die Tratte oder das Giro zu honoriren und zu bezahlen, Acceptation, eine ſchriftliche, und mit Benennung der Zeit ſowohl als mit der Unterſchrift verſehene, Erklärung eines „Traſſaten, oder eines andern Freundes des Traſſirers oder eines Jndoſſanten, den Wechſelbrief zu gehöriger Zeit zu bezahlen. Sie wird gleichfalls gedoppelt eingetbeilt, nämlich in viejenige, ſo auf Verlangen des Traſſirers, und welche phne deſſen Ver- fangen, blos aus Freundſchaft gegen- ihn oder einen Indoſſanten, geſchieht, Dieſe Acceptirte leßtere wird gemeiniglich Acceptation pet Honor di Lertera genannt, Acceptationsbuch, Trattenbuch, dasjenige Buch, worinn alle Wechſel ver- zeichnet ſind, von welchen die Correſpon- denten ihren Freunden in den Avisbriefen Anzeige thun, daß ſie ſolche auf ſie gez9- gen baben, Acceptationszeit, diejenige Zeit, wenn und vor deren Ablauf ein craſſirter Wechſelbrief zur Acceptation präſentirs werten muß, Es iſt aber in Anſehung derſclben ein Unterſchied unter Repulix- oder Meßwechſeln, und Jrregulier- oder Nichtmeßwechſeln zu machen, Es ſind darüber, nach den verſchiedenen Handels« pläßen, auch verſchiedene Werordnungen gemacht, Z. B- bey den Meßwechſeln iſt ein Termin a Juo und ad quem zu bemer- fen. Dex Termin a quo oder Anfangster« min iſt in Leipzig und Frankfurt der erſt2 Tag nach eingeläuteter Meſſe. Dex Ter« min ad quem oder Endigungstermin, da die Acceptationszeit ſich endigt, iſt in Leips zig, in der Oſter- und Michaelismeſſe, der Freytag in der erſten Marktwoche bis 10 Uhr des Vormittags, in der Neujahr» meſſe aber der Tag vor der Ausläutung des Markts bis 10 Uhr Wormitktags. Zu Frankfurt iſt es der Dienſtag um 9 Uhr 'Bormittags in der Zahlwoche u,|. w. Acceptirte Wechſeibriefe, ſolche Wechſelbriefe, die gehörig vorgezeigt(präu- ſentirt) und von dem Acceptanten acceptirk ſind, dieſer auch zur gehörigen Zeit zu be« zahlen verſprochen hat. Man muß ſich bey dieſem und den vorhergehenden Artikeln mit dem befannt machen, was gebräuch- lich und Rechtens in denjenigen Ländern und Handlungspläßen iſt, wo man mit Wechſeln zu thun haben kann und u: ür d=><-a(<< Ue I WA [8 M5 N PN . Yi -. 3 WET. GEE en ZE ann« Mam IE Sn EÜ 4 Bowen Erin Hb a M1 Bene geg waeiee nge rä 5 Ddr Zi. HRE= rna A Zü Wwnben alen 202 Wrme ZÜRN, Acceſſionew Zur die Preuß, Staaten findet man völlige - Ausfuaft im Allet, Landrecht, Th, Il, * Cir. VIII 4. 583. ſ9q, Acceſſionen, An-und Zuwüchſe, ſind Wermehrungen und Verveſſerungen, vie dur) Natur oder Kunſt yon außenher vewirft werden, Acceſſoriſch, Zugehörig, Bey- fällig, Lat, Acceſlorium, ein Wort, welches überbaupk alle burgerliche und na- fürliche, oder auch durch Kunſt und Fleiß verurſachte Nugungen in ſich begreift, die von bürgerlichen, natürlichen, oder in Fleiß und Kunſt beſtehenden Dingen hex- fommen, welche ſie verſchafſen können. Zürterliche"Luwunten ſind" Rechte, welche von irgend einer Sache entſpringen, L7atürliche LTngunten ſind z. B. Früchte, welche von Bäumen, angebaue- ten Feldern u, ſ. w; entſtehen, TTuzun- gen, welche aus dem Sleiße oder von der Runſt herrühren, ſind dasje- nige, was wir zu genießen haben, wenn wir irgend jemanden mit unſerer Perſon, oder mit unſrer Wiſſenſchaft dienen, als z. BD. Bediente, Handwerksleute, Künſt- ler, u, dgl. Liccordiren, heißt bey Kaufleuten, wenn ſie ihre Rechnuagen gegen einander halten, um zu ſehen, ob ſolche, wie ſie ſagen, d&*Accordo mit einander gehen, oder noh in einigen Poſten unterſchieden ſind, Auch heißt Accordiren, wenn ein Schuld ner oder Bankerottier ſich mit ſeinen Gläu- bigern ſekt. Bey der Hamburger Bank aber inſonderheit, wenn diejenigen, welche Rechnang und Folium darinn haben, ia eigener Perfon daſelbſt vor den Verordne- ten der Bank erſcheinen, und, wie esheiße, Foliuim begehren, auch alle neue Jahre fich wiederum ein neues Folium Sicht auf Get, Encptlopgdie 1, Theil, Ab ſelh 97 bas Jahr müſſen geben, und, wen ie wol- len, neue Procuration auf jemand anders beſtellen laſſen, Achſe, Are, heißt überhaupt eine j&« de Sinie, welceley 94 Vollkommenheit.. Weil ſie aber, wenn ſie alt werden, oft ſchon nach 2-- 3 Jah- ven auszuarten beginnen, und ſich ihre ge- füllten und ſchön gezeichneten Blumen oft in einfache und einfarbige Blumen zu ver- wandeln pflegen, fo muß man, um allezeit eine ſhöne Flor zu hahen, um jedes ande» re oder dritte Jahr neue Pflanzen aus Saamen ziehen. 2) Durch Zerthei- lung: dies fann im Herbſte und im Früh- jahre geſchehen; nur müſſen dazu nie ande» re als jolche Pflanzen genommen werden die noch nicht ausgeartet ſind, und folglich nur zwey- oder dreyjährige Pflanzen,< 3) Alpen- oder ZDergackeley, Va- terland, die Schweiz, auch. England in Gehölzen und auf hügelichten Pläßen, Sxengel, dünn, aufrecht, 2 Fuß hoch fheilen ſich in viele dünne aufrechte Zweige; Dlätrer, aus vielen, wiederum aus ſehr vielen Theilen beſtehenden, Blättchen zu- ſammengeſeßt. Blumen, auf den En- den der Zweige groß, einfach, blau, grö Ber als die der Gartenacfeley, mir geraden HDonigbehältniſſen, welche fürzer ſind, als die lanzefförmigen Blumenblätter. Die Blumen haben zwar feine auffallende Schönheit, pflegen jedoch, weil ſie groß ſind, während ihres Flors im May und Jun. auf den gemeinen Rabatten eine Mannichfaltigkeit zu machen, 3) Canadiſche Ackelep. Pater» land, BWirginien, Canada, Dauria. Stengel, aufrecht, dünn, rt Fuß hoch theilen ſich in dünne aufrechte Zweige. Ziumen, auf den Enden der Zweige, auf jedem Cine, einfach, roth, in der Mitte gelb,„mit geraden Honigbehaleniſſen, und Staubfäden, welche länger ſind, als die Blumentrone. Saamen, reif im Au- guſt. Dieſe Pflanze blühr gewöhrlid) int April, und. verdient vorzüglich wegen ihres 3 frü frü 2 | ] ! | pF. | ] T 4x RE, - PR 20.9..075 EERARIR IT». BETTER IEE AuReten frühen Flors unterhalten zu werden. Man hat von ihr eine Abart, welche beynahe ver Gartenackley an Größe gleichfönmt, und im May btüht, Alle Arten und Sorten der Afeley machen nicht nur in den Blumengärten, ſondern auch) in Wildniſſen zwiſchen Sträu- en, weil dieſe ein minder eultivirtes An- ſehen haben, und ſich in ihrem natürlichen und'ungefünftelten Schmucke darſtellen, Sie bedürfen insgeſammt keiner weitern Wartung, als daß ſie nur rein gehalten, und ihre vertroc>neten Stengel im Herbſte über der Erde abgeſchnitten werden, In dey Arzneykunſt bedient man ſich von der Gartena>ley der Wurzeln, des Krauts, der Blumen und Saamens, Alle dieſe Theile eröffnen: die Gefäße, und be- fördern ſonderlich den Schweiß, Urin, und die monatliche Reinigung, Die in Wein genommene pulveriſirte Wurzel wird wider die Colif gerühmt. Die blauen Blumen geben eino ſchöne Tinftur, wenn jolche im warmen Waſſer eingeweicht, und mit ek- was VWitpivlöl vermitcht werden 3 diete wird von manchen Aerzten ſonderlich in Maſern gelobt, und da ſie vornehmlich we- gen der Virriolſäure wirkt, kann ſie in al- len hißigen Krankheiten von großem Nußen ſeyn. Auch wird ſie zur Befeſtigung des Zahnfleiſches gelobt.. Der Sgamen ſoll in der gelven Sucht dienlich ſeyn. Unter den neuern Aerzten hat Werlhof den geſto- ßenen Saamen, alle zwo odey drey Stun- dei zu einem halben Duent" Kae a n 3 N Domemeidterläinmtiie 4 dd 6 mer eng en nam un müden mare HEN Ben re ew al“ 2 x än tn I Fü ee m dr II nene di hmmm ÄR rere mä m ar M R NE He Bü numen mne 202 Bengl ZIE, + Ac>erh , Ackerbreime, ſiche ZBrombeerſtrauch, Sickereichein, f Erdnuäſſe, Liefer, iſt, im Gegenſoß der Wieſen, Huthungspläße oder Biehweiden und Wals» dungen, derjenige Theil eines Feldes, wel her zur Hervorbringung der Korn= aul) mancherley andrer Erdſrüchte beſtimmt und Fultivirt wird, 5 Ackerbau, begreift alle die verſchiede» nen. Bearbeitungsarten des Aeers unter ſich, welche erfordert werden, um die Korn- und andre Erdfrüchte mit Wortheil zu gewinnen. Dieſe verſchiedene Bearbei- kungsarten werden unter jedem beſondern Artikel, als Pflägen, Eggen, Düngen u.|. w. abgehandelt, IAleferboete, ſind ſolche Abtheilungen des Acerfeldes, welche durch jd genannte Furchen oder Fahren von einander unter ſchieden, und eutweder ſchmal oder breit ſind, Dieſe lektern ſind den erſtern vorzu- ziehen, weil die ſchmalen Beete die Aer- arbeiten,«ls Pflugäsn, Eggen und Abbrin- gen der Feldſrüchte, unnüßer Weiſe erſchwe- ren und verlängern,“ Man hat ſie einge- führt, und ihnen hohe Rücken gegeben, um das zuſammenſließende Waſſer in die Furchen oder Fahren hinabzuzießen. Al- lein in naſſen Wintern und Sommern fin- det man doh, daß ſie kaum auf den Mik- telrücfen noch reines und wohlgewachſenes Gorraide bringen, wie ſolches Reiſenden, welche die Fluren verſchiedener Länder und Gegenden mit-vergleichenden Augen an» ſchauen, nicht unbemerft“bleiben kann, Man findet nämlich z. B. wie unter dem Artikel: AbzuFgscträben geſagt worden, in einem Mittelmärk. Kreiſe, ie Zauche genannt, in ſehr niedrigen Feldern ſehr breite KEITEN: Ze NE anal ' >erb Preite Ackerbeete und zwar ohne Mittelrü- &en, ganz fluch, welche auf jeder Seite einen Graben haben, in welchen die Näſſe ich einzieht und ſammlet, Hier ſieht man ziel jieß in naſſen Jähren überall gleiches und von B) GE g der Näſſe nicht ausgeſäuertes Korn, Es iſt wahr, dergleichen Gräben können nicht, ohne etwas von dem Raume des Beets Hinwegzunehmen, ſeyn 3 allein ſie btingen es doch damit wieder ein, daß die Näſſe nirgends dem Kornertrage Abbruch but, wie man es ſv oft an den ſchmalen und hoch- rückigten AFerbeeten ſehen niuß, daß wohl die Hälfte der Ausſaat und der Ackerarbeit davon verlohren gehen muß. J< reiſete einſt in einem nicht allzu naſſen Jahre im Iunius eine Strecke Landes von einigen 20 Meilen durch, wo ich ziemlich breite und ſehr bochrüeige Acferbeete fand, Auf bey- den derſelben fand ſich nichts als Wind- halm, Riedgras und allerley Unkraut, ſo daß auf jeder Seite ein Paar Schwad am Getraide Ausfall waren. Wie weit ſtand nun dieſe Einrichtung der Beeke hinker je- nen zurück, welche auf beyden Seiten Grä- ben haben, die von Zeit zu Zeit ſo gehoben werden„- daß die gehobene Erde als ein Dünger dem AFerbeete, wenn er darüber ausgebreitet wird, zu Gute kommt, ſo wie aud) das Gras in und an den Rändern der Gräben vor oder gleich nach der Aecndte abgemähet, und grün oder getröc>net zur Fukterung verwendet wird, Acerbeete mit bßohen MittelſtüFen, wenn ſie gleich breit genug ſind, können, nach Beſchaſſenheit ihrer Lage gegen die Sonne, minder guten Ertrag geben, wie ſich ſolches aus VWer- gleichung mit Beeten andrer Lage abneh- men läßt. Th ſelbſt habe ein dergleichen Ackerbeet von meinen Vorfahren her vor- gefunden, auf welchem der Cinſall im Winterfelde 4 Schfl, Waizen beträgt, Die Ac>ere LOT Seite gegen Mittag hak Jahr für Jahr beſſern Waizen, als die Mitternachtſeite. Dies muß daher kommen, daß die Sonne in den erſten Frühjahrstagen ,/ wenn die Begetation beginnt zuzunehmen, die Saat früher und mehr erwärmt, und die in dem Beet befindliche Näſſe eher auszieht, oder zum Forfwuchs der Saat mehr anwendbar macht, Mach Beſchaffenheit der Jahres» wikterung findet ſich auch auf der Mitter- nachtsſeite des gedachten Beet3 immer mehr Unfraut, als auf der entgegengeſeße ten, Und eben dieſen Fehler habe ich auch andersivo bey A>erbeeten gleicher Beſchafa fenheit und Lage zu bemerken Gelegenheit gehabt, Acfoverde, hierunter verſteht man die Erde, welche zum Wachsthum aller Ve- getabilien überhaupt erfordert wird, Die eigentliche Acererde hat ihren Urſprung von verfaulfen Pflanzen und Thieren, wird aber niemals ohne andere beygemiſchte Erd» arten gefunden, und meittentheils wird mit der fruchtbringenden Erde Thon, Lehm und Sand vermiſcht gefunden, Je mehr von der, aus verfaulten Pflanzen und Thie« ren entſtandenen, und eigentlich fruchebrin= genden Erde in einer Ackererde befindlich iſt, deſto fruchtbärer iſt dieſelbe 3; je weni« ger aber ein Boden von ſeibiger enthalt, deſto geringer iſt auch feine jruchrbringende Cigenſchaft, Eine recht gute A&ererde iſt ſchwärz- lich von Farbe, hängt loſe zuſammen, läßt ſich daher leicht mit den Fingern zerreiben, und mit Waſſer vermiſcht erhebt ſich dieſel be, fällt von einander und breitet ſich a18« Außer dem Ihon, Lehm und Sand findeß man auh bisweilen Kalf, Mergel und Ocherorde mit der Ackererde vermiſcht, und ſind dergleichen eingemiſchte Crdarten, od N 3 ſie 102 R>ererds ſie ſchon für ſich nichts zum Wachsthume der Pflanzen beytragen, dem ohngeachtet in vielen Fällen von ſehr gutem Nußen, Ackererdarten. Die ältern und neuern Schriftſteller gehen in den Cinthei- lungen derſelben ſehr von einander ab; es wird daher genug feyn, diejenigen anzU- führen, die der Ritter Finnäus angegeben hat, Die erſte ijt die furz zuvor beſchrie bene ſchwarze Erde, welche aus verwe- ſeten 5>nanzen und Thieren entſieht. Sie hält viel Salz und verbrennliches Weſen, Der Miſt iſt im Grunde nichts anders, als eine ſolche Erde. Die zweyte Art iſt Seim- oder Lehmerde 3 dieſe bindet ſtärker, als die vorhergehende, und behält das Waſ: ſer länger auf ihrer Overfläche, Von dex Sonnenhiße bekommt ſie eine harte Rinde, Drittens, die ſandiute Erde, iſt hart, locker und tro>en. Sie hält fein Waſſer, löſt ſic) auch darinn nicht auf, Nichts deſto weniger können einige Pflanzen darinn wachſen, 9b ſie gleich als die ſchlechteſte Erdart bekannt iſt, je nachdem ſie mehr oder weniger von der erſten Erdart bey ſich hat. Viertens, die Ütergelerde; dieſe fommt der vorhergehenden am nächſten, doch iſt ſie mehlichter, und alſo nicht ſo hart; auch geſchickter, Waſſer an ſich zu ziehen. Dieſe Erde dient einem leichten, ſandigten Lande wohl zu einem guten Duün- ger, wenn er mehr Thon als Sand zum Binden jener Erde enthält; einem feſten kehmichten Boden aber in ſo fern, wenn er ein Sandwergel iſt, um die feſten Thei- le des Zehms zu+rennen. Fünftens, die moraſtige Erde, oder das Dchererdreich, hat ein(aber doh nicht Üüberail) für die Pflan- ze viel zu ſcharfes vitrisliſches Salz bey ſi<.(Man findet bey uns in Deutſchland Moraſterde, die wir gemeiniglich Moorer- / Mebererda de nennen, und ſehr fruchtbar iſt. Siek finder ſich, wenn Moore, Sumpfmoore, Brücher oder naſſe Laubhölzer urbar ge- macht werden. Gemeiniglich findet ſich weißer feſter Sand darunter, und ſie hat ih- re ſc)warze oder dunfelbraune Farbe durch die Länge der Zeit von dem abgefallenen und verweſeten Laube der Bäume und Sträucher erhalten, Hat dieſe fruchtbare Moorerde, nachdem ſie urbar geworden, zuvor ihr Waſſer, wovon ſie Moraſt ſeyn müſſen, von ſüßen Quellen oder ausgetre- tenen Fiüſſen und Seen gehabt, welches die meijte Jahreszeit hindurch, wenn keine dürre Frühjahre oder Sommer eingefallen ſind, aus Mangel des Abzugs hat müſſen ſtehen bleiben; ſo trägt dergleichen urbar gewordene WMoorerde den beſten Waizen.) Sechſtens, die Rreidenerde, Dieſe iſt ſehr tro>en, hart und ſpröde; doch wach- ſen einige Pflanzen dariun. Siebendens, auch in der jteinigren Erde wachſen Pfianzen, und dieſe kommen nirgends beſ- ſer als in den Felſenlöhern und Steinrißen fort. Der kahlſte Stein, an welchem nicht das mindeſte von loerer Erde iſt, oder haftet, iſt wenigſtens mit einem Mooſe überzogen, welches ja doch auch zum Ge- wächsreiche gehört. Und wer hat es nicht geſehen, daß aus Steinklüften und hohen Mauern Birken, Kiefern, Cbereſchenbäu- me u. dgl. hervorgrünen und ziemlich groß werden? Unſre neuern Scyriftſteller faſſen die Sache kürzer, wenn ſie für Deutſchland nur vier Haupterdarten annehmen, wie ſolches z. B. von dem berühmten Vf. des Fehrbegriffs ſammel, öfon, und Cameral- wiſſenſchaften geſchieht. Dieſe ſind: Schwarze, auch graue fette Erde; Verſchiedene Arten von Lehimerde; Wer- Es adh S/w SED.„ED“"W- 0 ßer Klee wachſen.(Dieſes iſt zu verſtehen ſer ererda Veiſchiedene Arten von Le:ten, oder Thonerde z "Verſchiedene Arten von Sand- boden. Dieſe vier Hauptarten des Erdreichs machen nun unter ſich viele Unterabtheilun- gen aus, die wir ani gehörigen Orte an- führen wollen, Die Rennzeichen einer guten Erde für allerhand Gewächſe werden alſo ange- geben? 1) Sie muß ſchwarz ſeyn; 2) ſie muß von der Sontenhike eben ſo wenig, als nach dem Regen ihre ſchwarze Farbe ver- lieren; 3) ſie muß nicht leicht aufreißen oder zerſpringen 3 4) nac) dem Regen muß ſie nicht ſehr kothig werden, ſondern viel- mehr die Näſſe bey ſich behaltenz 5) ſie muß hohe Bäume und ſchönes grünes, mehr feines als grobes Gras tragen, welches das ſicherſte Kennzeichen iſt, Cine Erde, die von ſich ſelbſt reichlich giebt, und worinn die Pflanzen geſchwind und ſtark wachſen, iſt allemal gur, und dient zugleich, eine andere ſchlechtere Erdart zu verbeſſernz 6) auf den Lehden und Brachen muß viel wei- von Klee, der uncultivirt von ſich ſelbſt wächſt. Aber warum eben weißer Klee? Der rothe-giebt eben ſo viel und noch wohl ſtärkere Anzeige von einer guten Acererde, wenn er nach dem erſien Schnitt bald und recht hoch nachwächſt 3 7) wenn nach vem Regen warmer Sonnenſchein folgt, muß die Erde einen angenehmen Gerud) von ſich geben. CDieſes findet ſich auch ohne 'Sonnenſchein zur Abendzeit, wenn ein warmer Sonnentag vorhergegängenz) 8) das Waſſer, ſo ſie in ſich hält, muß ſüß vom Geichma> ſeyn.(In den Sommex- monaten läßt ſich dieſes am ſicherſten ver- ſuchen;) 9) wenn man einen Klumpen Ra- fen wöſcht, ſv muß die Erde klebricht ſeyn, BA ckererds 103 und nicht gleich aus einander fallen, wenn er auf die Erde geworfen wird,(Genauer geſagt: eine Erdſcholle u. ſs. f.) Raten, d. i. auf der Oberfläche mit Gras bewach- ſene Erde känn durch die Graswurzeln ſo verflochten feyn, daß ſie die Erde zuſam menhält, und ſich ſolche nicht ſo leicht tren» nen kann 3 10) ein Stück Raſen(eine Erd- ſcholle) in gutem ſüßen Waſſer zerrieben, muß den Geſchmack deſſelben nicht verder- ben, und es weder bitter noch Yalzig machen 53 11) wenn einte Erve in Waſſer zergängen oder zerrieben worden, und ſie giebt vielen Schaum, ſv iſt es ein Zeichen ihrer Fet- tigkeit 3 32) eine gute Erde muß endlich überhaupt locker, fettig und ſchwarze ſandig ſeyn. 1) Eine gute Erde ſoll alſo erſtlich locker ſeyn, d, h. ſie ſoll fich leicht bear- beiten laſen, und mittlerex Conſihenz ſeyn. Ihre kleinſten Theilceres Erdreich die Feuchtigkeiten nicht ſs lange, haf auch nicht ſo viele Seuch- tigfeiten, als ein ſtarker Boden; allein, da es von Natur meiſtentheils kühl, friſch und ſchwarzſandig iſt, ſo trocknet es viel langſamer aus, als man wohl Anfangs glauben ſollte, und man hat angemerkt, daß beſonders-das Getraide auf dergleichen Boden in tronen Jahren eben ſo ſchön und friſch, als in naſſen Jahren, wächſt. Unſre Auen oder ſo genannte Aufeider n8- ben den Flüſſen und Ströhmen, ingleichen die Marſchfelber haben meiſtens viel Erde dieſer Art. D: 3) Eine gute Erde ſoli fett ſeyn, d.1. ſie ſoll Salz, Schwefel und Del genug ha- ben. Je mehr ſie hievon beſigt, deſto mehr Kraft kann ſie an die Gewächſe über- laſſen, ehe ſie erſchöpft wird, Will man dieſe Eigenſchaft erforſchen, ſo feuchte man etwas Exde an, und drücke ſie mit der Hand. Wenn ſie hernach nicht aus einan- der fällt, ſondern durch ihre eigene Zähig- keit ſich in eins zuſammendrücken läßt,|9 Hat ſie das Kennzeichen dieſer Güte, Die- ſe Eigenſchaft iſt bey einer Erde ſo noth- wendig, daß der gänzliche Mangel derſel- ven ſie zur Fruchtbarkeit ganz untauglich macht, Nicht als wenn ohne ſichtbare Salz- und Schwefeltheilchen keine Erde gut ſeyn könnte. Nein, mau kann die Theilc>ererda von den Salzen des Erdreichs derrährt, Die eine Pflanze liebt ein ſcharfes, die an- dere ein viel gelinderes; dieſe nimmt mit groben, wenn ſie nur nahrhaft ſind, für lieb; jene bingegen verträgt nur feine And)- tige Salze, Z. B,. Roſea.und Mohn un- tericheiden ſic) ſehr durch ihren Geruch 3 müſßjen dieſe wohl ihren Unterhalt von ei- nerley Materialien hernehmen? Auf die- ſem Grunde beruht nun wohl hauptſächlich die Abwechſelung oder Folge der Saater auf einander, die überall bey uns eingeführt iſt, wenn man auf gute Rech» nung madyen wiil, Es wird 3, CE, fein Bauer zweymal hinter einander Wintex-- korn ſäen, weil in der zweyten unmittelba- ren Folge kein gutes Korn erfolgen würde, Hat er ein Jahrfeld, d, i. ein ſolc GE Diet Mä de MIER I zd winn NR Rn ee 2m een edman BE 410 Me EEE 5 dare BUEINNNET Wd AFfererda terra fertilis, beſchriebenen Erde, viel ober weniger Theile beygemiſcht haben kann, Es bleibt aber dieſe AFfererde, die von Farbe ſchwärzlich iſt, die Hauptfarbey“ welche man ſchon in den älkeſten Zeiten für die fruchtbarſte gehalten hat. Doch muß man nicht jede ſchwarze Erde für gut hal- ten. Es giebt eine gewiſſe ſchwarze, ſehr ſaſpetrichte und pitrioliſche Erde, welche jedem Graswuchſe ſo gar ſchädlich iſt. Sie iſt aber nicht länger ſchwarz, als ſie naß iſt. Sobald ſie von Sonne und Luft aus- getrocknet wird, ſieht ſie kaſfeebraun. aus, und wird zu einem Staube, den der Wind mit ſich fortführen kaun. In einigen Ge- genden der Niederlauſiß findet man große Screen, welche dieſe Erdart enthalten. Will man ſich alſo in der ſchwarzen Farbe der Erde nicht irren, ſo darf man ſolche nur im Feuer und Waſſer verſuchen, Bleibt ſie ſchwarz, wenn ſie eingewäſſert und darauf an's Feuer getrocknet worden, ſo hat man davon die Probe einer vörzüge- lid) guten Acfererdart, Hiebey hat man nun noch in Anſehung aller guten Erdarten dieſe zwey Beobach- tungen wohl zu merken: 1) Man muß, wie der Engländer Blackwell ſagt,(ſ. deſſen Nevv Method of improving Cold, wet, and barren Lands etc, Cap. 7.) nicht nur auf die Natur, ſondern auch auf die Tiefe des Erdreichs, und was für Grund darunter ſey, ſehen. Z.€. der beſie Bo- den, der nicht über einen Fuß tief iſt, und Feſten Lehm oder Thon unter ſich hat, iſt lange nicht ſo fruchtbar, als ein magerer aber tieferer Boden, der auf einem war- men Kalkſteine, Gries oder Sand liegt, vurch welche das überflüßige Waſſer ſich hinunfer ziehen kann, da es Hingegen in tehm oder Thon ſtehen bleibt, und die zar- ten Wurzeln der Pflanzen tödtetz;. 2): eine Vet. Encyflopädie 1. Theil. Arterfeld- 105 güte AFererdart ſey neu, d. i. ſie ſoll ent- weder noch gar feine, oder do) in langer „Zeit feine Pflanzen, beſonders aber feine von eben der Art, als man hinein ſäen oder pflanzen will, ernährt haben, Der, Grund hievon iſt furz zuvor bey dem Bey- ſpiele von der Saatfolge oder Abwechſe- lung der Saaten angegeben worden, Es iſt vorhin geſagt worden, daß, außer der obgedachten Eintheilung der AFererden, noch viele Unferabtheilungen Katt finden, welche cheils im gemeinen Le- ben, theils bey Schriftſtellern, verſchie- dentlich angegeben werden. In dem Münchhauſenſchen Hausvater werden fol- gende Arten aufgeführes 1) Gartener« dez 2) ſchwarze Seiderde; 3) Marſch- erde; 4) Schlamm- oderDeicherdes 5) gelber Lehm; 6) Sandbodenz 7) Rileyerde; 8) rothe Kleperde; 9) ge- meiner Thon; 19) Töpfertbhon; 11) Utertgelerde; 132) Ralkerde; 13)Torf- erde; 14) Sumpferde; 15) ſchwar- ze ſoore T70orerde; 16) Slugſand; 17) Ochererde; 18) ſteinigte Erde 19) Sreinfelſen,; Alle dieſe beym Ackerbau vporfommen» de Erdarten erfordern jede eine beſondere Cultur, und fönnen, wenn der Erfolg nicht mißrathen ſoll, nicht auf einerley Weiſe behandelt werden, Siehe hievon unten den Namen dieſer beſondern Aex- erden, Ackerfeld, Ackerland. Man giebe den Aecern, nachdem ein ganzes Aerfeld eingefheilt wird, verſchiedene Namen, Diejenigen Länder, welche in 3, 4 und„mehrere Theile ſo abgeſondert ſind, daß beſondere Beſtellungsarten nebſt ihren beſondern Feldfrüchten, ſodann aber eine gänzliche Ruhe oder Nichtbeſtellung mit Oo Felde 42 j ; Ex EU 8 y ; 3 INE 1/5 8 | + f |/ 3 Kekepfeld --;; TE Zs Feldſrüchten, oder Braach?, im einer ſiu- cen Ordnung auf einander folgen, nennt 2306 man Artfelders diejenigen aber, welche ohne Ruhe ode“ Braache gebaut und mit Winter- und Sommerfrüchten wechſel8wei- fe beſtellt werden, Jahrfelder, auch YOechſelfelder, Es ſind jedoch Gegen- den, in welchen man unker Wechſelfeldern nur allein die Artfelder verſteht, weil das Tragen der Feldfrüchte, und ihr Nichtträ- gen oder Braacheliegen in beſtändiger ge» wiſſer Ordnung auf einander folgen. Hier beißen ſodann die anderswo ſo genannten Wechſelfelder nur allein Jahrfelder, ' In den Jahrfeidern, welche mit Win- ker- und Sommergetraide abwechſeln, nennt man das Land, welches Winterfrüchte trägt, das Winterfeld, das Land oder Feld aber, welches mit Sommerſrtichten beſtellt iſt, das Sommerfeld. Sind die Aecker in 3 Theile abgefon- dert, ſo hat man hieſelbſt neben dem Win- tor- und Sommerfelde vie Draache, wel- ers mit Winterfrucht beſiellt. Weiß man aber nicht genug Ge- genden, welche warmes, nicht eben mage- res 2and haben, und fol PE AILHE EEE WET [Warzen| Gerſte| ZAraache| mmmerer denten. Ackerfelb wird, ſo wenig kann man ſie ſs ſc- bartſchen Ackerſpſtem, welches hier zum Ueberblick der Artfelder in Tabellen dargeſtellt wird, zu erſehen iſt, Dreyartiges Acderfeld, 3795. 2 b Ee & Söinmerung| Waizen| WGexſte | 4 Braache| Roggen| Haber| 17956, b FE: 16 a S2 | Roggen| Haber| Sömmerung 1 1797. ec 2 b „Gerſte| Braache J Waizen| - Haber| Sösmmerung| Roggen 1 1798. | ZAraache| Waizen| Gerſte/ | Sömmerung| Roggen| Haber| Ackexfelb€97 405 WES a | Waizen| Gerſte| Sömmerung| | Roggen| Heber| Braache[ 1800, EN | Gerſte| Sömmerung] Waizen| | Haber| Braache| Roggen| Dieſe Tabeilen ſtellen nun die Folge dreyer Arten oder Acerfeldeintheilungen vor. Und da bey dieſer dreyartigen Feld- eintheilung Winterfeld, Sommerfeld und Braache nebſt Sömmerung obwech- ſein, ſo ſiehe man, daß das Winterfeld b Z- E, des Jahres 1795., im Jahre 1796. da ſeyn werde, wo daſelbſt im erſten Fache b ſteht. Das Sommerfeld c von 1795, 7 im Jahre darauf, nämlich 1796., va wo c Yber dem mittelſten Fache ſieht. Und ſo geht es immer weiter, daß man alſo die Tolge auf viele fünftige Jahre überſehen und ſeine Maaßregeln darnach nehmen tann. Selten ſind die AFerfelder immer von gleicher Größe und Güte, daher ſie theils mehr Ausſaat, Dünger und Arbeit als ein anderes nämlichen Orts erfordern, worauf man lange zuvor Spekulation mas den fann und muß, Weiß ich z. B. daß das Feld c wegen ſeiner mindern Güte theils wenigern Ertrag giebr, fbeils eher dem Mißwachſe von Näſſe und Dürre un- ferworfen iſt, ſo muß ich mich darauf ge faßt halten, und mich mie Korn und Fuk« fervorrärhen ſo einrichten, daß id) aus den vorhergehenden Jahren was in Reſerve be« halte, und hiemit den efwanigen Ausfall erſeßen könne,| Es ſind abee bey vorſtehenben Tabellen nur die gewöhnlichſten Feldfrüchte angeſekt worben, weshalb der Leſer ſich die andern, die ſeines Orts in den dreyen Feldern er- 9 3 baut 1& Dain a mami Mell een üm de 508| S( DPerfeld Haut verden oder erbaut werden können, Hinzudenfen muß« Das Fach der Braache iſt bald an und für ſich ſelbſt ZBraache, bald Sömiwe- rung, d.i. es wird ein Theil, oder die Hälfte, oder wohl nokerfeld 1799. | Sömmerung|Waizen Roggen|Gerſte | Hraache|Koggen| Gerſte Haber| 1800, | Waizen| Roggen Gerſte] Zrxaache| epi lgenäe, Mhtnenn | Roggen|Gerſte[Haber| Sömmerung| 1801. ik | Roggen lS, Zraache Waizen) | Gerſte|Haber, Sömmerung, Roggen == ] 1'802:| | Gerſtel Zraache|Waizen Roggen] | Haber| Sömmerung|Roggen| Gerſte| Jn dieſen Tabellen ſind gleichfalls nur die gewöhnlichſten Getraidearten angeführt worden, da man z. B. unter dem Winter- getraide noch Dinkel, Raps und Winter- rübſen, auch wohl Wintergerſte mit ver? ſtehen muß, wo ſolche gebaut werden. Mit den Sommerfrüchten iſt es eben ſo. Man verfährt aber in vierartigen Fel- dern mit Abwechſelung der Früchte unter einander nicht überall nach einem und eben demſelben Fuße 3 nur vermeidet man gern, niche unmittelbar die nämlichen Winter- und Sommerfrüchte, als? Roggen auf Roggen, Gerſte auf Gerſte, u, f. f. auf einander folgen zu laſſen, indem hiervon meiſtentheils geringere Aerndten, beſage unläugbarer Erfahrungen, zu entſiehen pflegen. Wenigſtens geſchehe dieſes nur im Nothſalle, höchſt ſelten. Jh will da- her nun die Tabellen aus dem Eckhart hinzu fügen, welche noch jeßt vieler Orten ein Muſter ſind, wie die Früchte auf ein- ander ſich abwechſeln können, Star. EI- Mu ERR dama LAIINZT> Dido Ac>erfeldb „SVE TAFPEr 250.0eH, Art.| 2te Art,| 3te Art.] 4te Ark, Waizen| Roggen| Gerſte jin Miſt, Rübſaat| Roggen| Gerſte| Erbſen- Raps| Roggen| Gerſte| Linſen Waizen| Gerſte| Erbſen| Wicten Roggen| Gerſte| Haber| Kraut Taba|Sommer-| Wicken|9der Weiß- Dinkel.| waizen.| Linſen fohl Bohnen, Rüben Hanf Hirſe |[Ertüffeln,| Um dieſe Tabelle deſto beſſer zu verſte- ben, muß man zuvor wiſſen, was das heißt, in die erſte, zweyte Art u. ſ, f. ſäen, als weiches ven den wenigſten Landleuten in ſolchen Gegenden verſtanden wird ,/+wo keine vierartige Felder ſind, und wo man gemeiniglich nur ſagt, dieſe oder jene Frucht ſey im friſchen Miſte, oder nach der ge- dungten Sömmerung geſäet worden. In der erſten Art wird der Aker, der zuvor Braache ges. ſen, ſd bearbeitet und gedüngt, daß er drey Jahr hinter ein- ander mic abgewechſelten Früchten beſtellt werden kann. Die andere Art iſt, da der Acker einmal getragen, und nun zum zweytenmal beſaet wird. Dieſes heißt in die zweyte Art ſäen,: Die dritte Art iſt ein Aer, der ſchon zwey Jahre Früchte getragen, und nun die dritte Frucht bringen ſoll, Hier "ſüet man alſo in die driete Art. Tie vierte Art iſt das Bräachfeldb, wovon, wie bereits oben geſagt worden, ein Theil, oder die Hafte, gemiſtet und mit allerley Früchten, nach vorhergehen- der Tavelle, beſtellt wird» In ſo weit Ac>erfeld 109 nun dieſes mit der Braache geſchieht, heiße es, wie zuvor bereits gemeldet worden, die Ssö6minerunty, Was aber von der Braaa erfelß der Achnlichkeit von einanber einko fernt ſind, deſts gedeihlicherwerden ſie in der unmittelbaren Zolge af einander abgeſondert, Cin nie zu vergeſſendes Aerprincipumt Die vierte Columne zeigt die Sömme- rung, bey welcher diejenigen unter den benannten und wicht benannten Gewächſen zu erwählen ſind, welche nach der Erfah- rung für jede Gegend am beſten ſortfommen, oder am meiſten einbringen, Es kayn in ſtarken? Boden geſchehen, daß, da der Aer, beſage der Tavelle, nur alle vier Jahre einmal ſo tüchtig g8- düngt werden foll, es bey den, auf die erſie Art folgenden, Trachten gar nicht znehr nöthig iſt, indem die Erbſen, Wj-' «fen und Zinſen davon gar leicht zu ſehr ins Stroh wachſen, umfallen und ſaulen 3; da man denn, ſtatt ihrer, liebex ſolche Ge- wächſe wählen mus, die nicht umfallen Eönnen, als Kraut oder weißer Kohl, Ru- - ben, Hanf, Pfexrdebohuen, Ertüſſein u. ſw. Hirſe wird niemals in ftarkem"Bo- den gerathen, Fieber Mohn, welcher nebſt dem Zeine und monchen Haudelsfrautern in der Tabelie ausgelaſſen iſt. „Viirtelboden. 4 iſte Art. Jate Art. 43te Art. late Art. Rüblaat|Winter-| Haber ſia Mit. 1 Winter-| roggen] Gerfte j1Erbſen. 1 roggen|] Gerſte jBuchwai] Linſen Sommer-1 Erbſen|] zen 1JDWicken 4 roggen| Wicken| Erbſen| Füben Sommer-| Linſen|] Wicken| Kraut. waizen] Taback| Hanf, Tabak 1Leinſaat Gerſte 4 Bohnen, Zim 5 Sommir- rübſaat.|! NE de enz Miner de SiS A IP wma ddt 1m ÄN Deed mene. tr EA rb mz erm a bir + AFexfeld Far einen Mittelboden iſt dieſe Ech Hartſche vierartige Einrichtung der Felder nicht ganz die beſte, und ihr die dreyartige vorzuziehen, bey der man im Winterfelde gar feine Sommerfrücgte hat. Wo aber jene vorhanden, und davon nicht abzufom- men iſtz; da muß man obſtehende Tabelle, wie ſchon bey der vorhergehenden erinnert worden, in der Maaße befolgen, daß feine Feſdſrucht einer und derſelben Art zweymal hinter einander auf dem Acer geſäaet werde. Da nun, beſage digſer Tabelle, in dex zweyten Art Winterroggen ſtebt, ſo müßte ſelbiger nicht auf den Roggen in der erſten Art folgen; auch nicht auf Sommerroggen und Sommerwaizen, außer im Nothfalle, Es würden alſo auf folgende Früchte des erſten Columne mit Vorcheil folgen 3 Lein, Tabak, Hirſe, Sommetrübſaat, + Wo Soinmexwaizen wachſen ſoll, da fönnte wohl beſſer Winterwaizen ſtehen, wenn beſonders Tabac, ingleichen Lein, vorhergegangen, wenn ſelbiger in friſchen Miſt gekommen, und der Acker dazu ge- graben worden, weil ſolches in vielen Ges genden mit dem beſten Erfolg ſv gehalten wird, Auch Ertütjeln, falls ſie in der 4ten Art und in Miſt, alfo in der Sömmerung geweſen, fönnen vortheilhaft mit Winter» waizen abgewechſelt werden. Ein gleiches hat man yom Kraute, oder weißem Kopfe fobhie, der in der gren Art geſtanden, zu- erwarten, In vielen Gegenden, die man im Mittelboden frautartig nennt, weil das Urfraut yon vielerley Art darina gleichſam zu Hauſe gehört, und ſehr wuchert, ſäet man ungern Sommerroagen und Sontmer- waizen, indem ſie, wie doy gemeine Mann ſagt, das Land zu ſehr auszehren. Dies kömmt aber daher; daß dieſe Getraidearten unter imd neben ſich mancherley Gattungen von SER ier LUNE BÄRE ebninienatnmtine 2572 mul DENEN 47.0. MEADE GESAN* aur DAI D IRE>> hda dm A>erfeld von Unfräaut, als: Kamillen, Röthſchei, Wucherblumen, Windhalm u, f. w. nicht verbläſchen, als welches eher und mehr von Hülſenfrüchten geſchieht. Es ſind auch Gegenden im Mittelbo- den, welche den Ueberſchwemmungen vom Winterwaſſer ſchr ausgeſeßt ſind, und wo daher deren Bewohner lieber Sommerwai- zen und Sömmerroggen als Wintergetraide ſaen. Da ſie aber it der Sömmerung entweder Hülſenfrüchte oder Lein, bey deſ- ſen Jäten das Unfraut aus dem Acker her- ausgeſchafft wird, vorhergehen laſſen, ſo ſt der Anbau nur gedachter Sommergetrai- dearten daſelbſt weit woniger unvorkheilhaft, Mit mehrerm Nußen wird der Sommer- roggen im Sande, der nicht zum Unfraute geneigt iſt, im friſchen Miſte geſäct, wels dier deſto[ beſſer gsrath, je früher vie Als- ſaat im März, oder bey offenem Wetter bereits im Hornung, unternommen wird, Dieſe Saat gelingt ſogar alsdann, wenn Winterroggen vorhergegangen, aber der Acer vazu, der zuvor nicht geſioppelt oder geſtürzt worden, ſtiſch gemiſtet, und alſo dieſer Sommerroggen nur einfährig beſtellt wird. Die Leinſaat in der zweyren Art ſcheint für die wenigſten känder zu paſſen, in wel- kerfeid IIT tand behandelt wird, Hierauf erwächſt nun in der Folge der allerbeſte und reinſte Waizen, im folgenden Jahre aber die bes ſte große Gerſte, beydes dann ohne Miſt, Ja inz vierten und En Jahre darauf iſt dieſer ſy behande elte Neee: noh in der Beſſerung, ſv, daß man dergleichen Acker- ſtücke vor andern immer noch voraus ken» ten oder unterſcheiden fann, Man hat auch den gerühmten Nußen noh dann zu hofſen, wenn ſchon der Lein im Sommer» feide geweſen, und hierauf der Aer in dex Braache zur Viehweide hat ruhen müſſen. Mit der Hirſe hat es in nur beſagten Gegenden gleiche Bewandniß, Sie wird in der Sömmerung, auch im Sommer „ſelde im guten Roggenlande geſäet/ dazu gemiſtet, und das ekand gegraben, worauf der beſte Roggen, und ſodann im Som« nerfelde Haber, in eben der Maaße, a!3 zuvor von Waizen und Gerſte geſagt. wor- den, erfolgen. Daß abet in der vorſie? henden Tabelle ſich Hirſe in der zweyten Art befindet, iſt nicht bey vierartigen Fel» dern ohne höchtte Moth anzunehmen, iu- dein dieſe Feldſrucht, wenn ſchon der Acker nicht dazu gegraben, ſondern nur gepflügt wird, viel Arbeit erfordert, Sie muß nämlich, wenn was daraus werden ſoll, doch zweymal gejätet werden, als wozu an vielen Orten die Zeit fehlen würde da die Tabelle dahin zu zielen ſcheint, daß recht viel geſäct werden ſolle, weil ſie in zwey Arten angeſeßt worden. Es würde daher, wie bey der Dreyſeiderwirthſchaft, am ge» rathenſten ſeyn, die Hirſe im Sommerfels de, oder auch in der Sömmerung, aiſo, nach dieſer Tabello, in ver dritten und vier» ten Art anzubringen, um hierauf recht gu» ten Roggen zu erzielen, Die Ertüfſeln fehlen in det ganzets Tabelle, und gerathen doch im Mittellande, w9 112 ros nicht beſſer, doch eben f9 gut als im ſtarken Boden, Wenigſtens haben ſie im Mittelboden, beſonders wenn es Sandbo- den iſt, den allerbeſten Geſchma>. Sie wären alſo hier in der aten Art einzuſchal- ten, weil nach ihnen ſehr guter Roggen oder wohl gar Waizen erfolgt, indem be- Fanntermaaßen das Extüſfelland, wo es nicht gegraben wird, do) wenigſtens durch das nothwendige Behacken gut vurchgeat- Heiter, und hiemit zugleich vom Unfraute befreyt wird.| Er Wenn Bohnen, die man gemeinig- lich Pferdebohnen nennt, weil man ſie bey uns nicht eben zur Menſchenſpeiſe, ſondern zum Viehſutter, beſonders für die Pferde, gebraucht, in frautartige Aec>er gebracht zwverden, ſo können dieſe dadurch) auf viele Jahre verderben; es wäre denn, daß man ſelbige jäten oder behacfen, und hiemit vom Unkraute befreyen wollte, Werden Wicken oder Erbſen darunter geſäet, ſo wird das Unfraut mehr zurüfgehalten, oder unterdrückt. Es iſt aber ſodann das Txroc>- nen dieſer Mengefrucht ſehr mißlich, in- vem die Bohnen, wegen ihrer dien Sten- gel, ungleich länger auf dem Schwad zum Trocknen liegen müſſen, wovon die unter- mengten Wicken in noſſer Wieterung ihre Blätter, als den beſten Theil des Futters nach den Körnern, verlieren oder gar ver“ faulen, oder die Körner aus den von der Näſſe aufſpringenden Schoten auslaufen laſſen. Der Hanf, der in der dritten Art der Tabelle ſteht, würde beſſer zur vierten Art AcFerfeld georbnet ſeyn müſſen, weil auf. dem Hanf« acer, welcher gemeiniglich fünf- bis acht- mal gepflügt wird, der beſte Waizen et- wachſen fann, So gehört der Hanf auch unter die Feldfrüchte, der auf dem, durch das ſo viele Pflügen ſo mürbe gemachten, Ader ſich lagern kann, wenn ihm vieler Dünger zugeſeßt wird, als welches Lagern ſchon, bevor er die Hälfte ſeines Wachs- thums erreicht bat, wenn die Stengel noch zart und weich, und noch nicht hart geniutg ſind, erfolgen kann. Er kann daher bey der Einrichtung, wohin die Tabelle zielt, in der Sömmerung gar wohl den Hülſen- früchten da vorgezogen werden, wo fie ge- meiniglich nur ins Stroh, aber nicht in die Körner, zu wachſen pflegen, als wel- Tes gern in einem friſchen, feuchten Boden zu geſchehen pflegt, wenn näm- lich das Land nur alle vier Jahr ge- düngt werden ſoll, und ſelbige, nach der Tabelle, im friſchen Miſte doh ſieben ſollen, Der Mohn hätte in dieſer Tabetkle in der vierten Art doh) auch einen Plaß ver» dient, weil er in einem Mittelboden ſehr gut geräth; in einem ſtarken Boden aber bleibt er ſehr zurü&. Man kann auch un- ter den Mohn mit vielem Wortheil Linſen ſäen, auch gelbe Rüben oder Mohrrüben, wenn nämlich das Mohnland gegraben wird. Der Mohn wird im Auguſt reif aufgezogen, worauf die Rüben Raum ge- winnen, bis in den Herbſt hinein ſtark fortzuwachſen,: Beichter tel es wl ve R>etfelb . * R=- Leichter Boden, ſte Art,| 2te Art.| 3te Art,| 4te Art, RKoggen jHDi:ſe Haber Taba&> jHaber| Heidekorn 4 Hirſe 1Heidekorn 4 Sommer-|Lein 1 rübſoat|Ertüffeln Gerſte 1 Erbſen Kraut]|[ pU;| Kann man die vierartige AFereinthei- lung im Mittelboden allenfalls noch gelten laſſen, ſo iſt doch die im leichten Boven auf keinerley Weiſe zu rechtfertigen, und ſie müßte, wenn ſie irgend8wo Stakt ſine det, auf eine dreyartige zurückgeführt wer- den. Wenn man aber, weil auch lofoli- ſche Umſtände ſolches erſchweren fönnen, dabey bleiben will, ſo müßten doch die zu erbauenden Fruchtarten anders und beſſer geerdnef werden. IBenn, wie es auch dieſe ZEckhart- ſche Tabelie mit ſich bringt, der Jer nicht ſv ſchlecht iſt, daß ex einer ſechs- bis achtjährigen Ruhe bedarf, um darauf wie- der Roggen anbauen zu köunen, ſo könnte den, an dieſe vierartige Ordnung gebun- benen, Oertern oder Gegendein in Abſicht ver Braache ſo geholfen werden, daß ſte - ſolche nicht in einem einzigen Felde/ ſou- dern in zwey Feldern anlegten, und biemit eine Sömmerung erhielten, ohne im Grun- ve von der Quantität der Huthweide auf - dex Braache eine einzige Quadeatruche zu verlieren, Denn was ſie zur Sömmerung aus dem vierten Felde nach der Tavelle abgeben, das bekominen ſie aus bem dritten Felde, oder. der dritten Abtheilung, wie» Verk, Encytlopsdie 1. Theil, ATFerfelb 11-3 ber. Ja, va die Felder ſelten von einerley Gütke ſind, ſo könnten ſie zur Braache und Huthweide auf derſetben, aus der zweyten Art oder zwoyten Abheilung, noch in der Maaße[6 viel bazu nehmen, daß ſie, wenn die Morgenzahl aus den drey Abeheilungen zuſammengenommen wird, immer ſo viel Braache zu behüten hätten, als ſie bisher nur allein in der vierten Abtheilung gehabt haben können. Wir wollen aber nuhmehr bey Der exſten Verbeſſerung dieſer vierarti- gen AcFfereintheilung ſrehen bleiben, und hievon folgende Tabelle aufſtellen, worinun die Abwechſelung der Kornfrüchte aufs ſciflichſte georbnet iſt, 1795:- 1705, 17607 1708. |Sömmerung.|Sömmer.|Rogaen.|Gerſte.| | Draache.|Sraache|Roggen| Haber,| €790,. 1806, T801,.. 1802, | Draache.|Sraache[Roggen[Gerſte] |Sömmerung.| Sömmer,|Roggen.]Haber.] 1803, 1804. 18095, 1806, Sswmerung,| Sömmer.|Roggen.|Gerſte,| | Braache,|Sraache|Roggen.| daber] EZ Z0- Aus dieſer Tabelle ſieht man nun, wie bie Sömmerungen in der Braache 0 fol- gen, daß die Theile, oder die Hälften der Braache, die in den Jahren 1795, und 1796, geſömmert worden, in den Jahren x 893. und 1804, von den andern Theilen oder Hälften der Braache zur SEmmerung abgelsſet werben 3 ix den Jahren 1803, und 1824, abex ihre erſte Beſtimmung wieder erlangen. Zur Sömmerung würde nun, aus be- veitsoben angeführten Gründen, Lein, Hirſe, Ertüfe 5| IK „AJ a W' ZI 314 -Aberfeld "Winter-|Soimnmer-| Haber ſtein „ete roggen:|Heidekorn|Hirſe JWinter-|Gerſte|Sommer-|Taback jrübſen,|Sommer-[roggen-[Kraut rübſen,| Hülſen |;"rüchte |;[Hanf» : ghinel ox dieſer oder jener Ertüffeln, Kraue, Erbſen, Wien, tin- ſen, Sommerrübſen, Tabak, Hanf, zu: nehmen feyn. Jn einein Boden aber, auf welchem Tabac wächſt, da kann'auch Win» terrübſen in der erſten Avt exbaut werden, Hieraus entſtände nun folgende Tabelle, Kefer 23 0den.| ME[3 te Art.(3 Art,| 4te Art, Ja allen dieſen Tabellen iſt dem Klee, oder andern fünſtlichen Gräſern, kein Plas angewieſen worden', weit von ſolchen unker thren Namen das merfwürdigſte aageführs werden“ wird, da hier nur die bisher ge- wöhnlichſten Feldeintheilungen, nebſt den davor entſtehenden. Wenennungen, ange* geben und beur theilt werden ſollten» Cs wird aber jedem Leſer. der auf EIE Fel- dern Klee, nebſt andern künſfilichen Grä- fern, erbauet oder noch erbauen will, leicht ſeyn, felvigen ibr Fac) in einor oder der . andern der vorſtehenden Tab-llen anzuwei- fen. Cs Fönnen aber angehende odet unet- | fahrne Landwirthe ihre vor ſich habenden Behandlungsarten' des A>ers- Siernad) prü- fen oder abändern; oder, wenn ſie Nach- A>evare, wenn ſie davon hören, oder ſelerwirthſchoft gebrauche wirs, als“ Wager, Pflug, Egge, Heu- und Miſkgabel, Pferdege- ſchirr u, ſ, w. Cin ordentlicher Landwirtß muß dahin: jehen, daß nicht nur alles Ges räche da ſey, ſondern auch die erforderliche Tauglichkeit habe, Was an dieſem Ge- räthe von Holz iſt, ſolches muß in der Mark und in Sachſen, wenn man die Räder aus- nimmt, auf großen Höfen, der Meyer, Hofmeiſter, cder wie der erſte des Hofges- ſindes ſonſt heißen und ſeyn kann, ſelbſt anfertigen und wieder ausbeſſern, als wo- durc) die Herrſchaft nicht nur vieles erſpark, EE: auch gewiß iſt, daß tüchtigeres Holz. dazu genommen werde, als ſolches von be trügeriſchen Handwerksleuren gee ſchießt. Im dieſer Abſicht muß immer ein Vorrath von gutem Nuß- oder Geſchirr- holz gehalten! werden',. welches entwedey aus eigenen Waldungen ausgeſucht, oder da angekauft wird, wo es am beſten zu haben iſt. Cs wird daher zur Aufvewah> rung Tes-Geſchivrholzes und Werarbeicung deſſelben ein eigenes Behälniß beſtimmt, odex es wird', wenn es der Raum verſtaks tet, an eben dens Orte, an weichem es ver» arbeitet wird, aufgeſtellt oder hingelegt. Ein ſolersmann die Pferde vor dem Pfluge regiert, und ſolche mit dem 2 einen eeennmeneugeegneenzeun-; AER„. Jm---„=“ 2% 4...04 877. rz 8 PIII Sab Eur GIT ZIN IN BR“2402 2 20068 4 N axis df Bd“ 8-5:-7> L-“ 4%-? kam EÜ nue, wk, 4 ere Fele NEN 2„7 ZD an ENE Si, UN 007 De,».-- 25 R>.- Dy er 6 4 M 4| & 7 " FEN 9.41% ZERRT EL.„SECT ERN NORIS z16: MA>emaſ einen Ende vorn an dem Zügel des Saktek- pſerdes anſchleiſt, die während der Arbeit aber auf dem Haken an. der vorn an tem Pſlugſiskerwerb Nefexſchwertel, ſ. Altermannso barniſch, Rekerfternfraut, wächſt in Deutſche land, England und andern Ländern auf den Folpyern, ſonderlich auf venen, die braae liegen 3 blübt im Frühjahre 3 dauert nur wenige Monate, wird bey uns kaum einer Spannen hoch, verbreitet ſich in viele viere eckichte Aeſte, an deren Gelenken jederzeit vier, ſelten ſechs, rauche, kurze, zuge ſpißte Blättchen ſiven. Die kleinen, mehr purpurfarbenen a!s blauen, Blumen ſißen an den Enden der Aeſte dicht bey einander, ſtellen einen kleinen Schirm oder ein Köpf? yen vor, und ſind um und um mit kleinen Blättern eingewi>elt. Die Pflanze iſt weder in der Arzeney noch in der Haushal» tung bekannt.: Acferſyfiem, iſt eine von berühm- ten Zandwirthen oder Schriftſtellern be- ſuimmte Eintheilung des Acerſeldes, zur Abwechſelung der verſchiedenen Feldſrüchte, in Verbindung mit ihren eigenen Beſiel- lunggarten. In meinem Hatisvater 23. 1 SS. 337. ff. findet rn eine beur- theilte Anzeige der bekannteſien AFerſyſte- me, die auch unter ihren Namen in dieſen? Lexicon nachzuſehen ſind, Aebertrappe, Trappus, anter trappa, iſt die große und bekannte Spiels art ver Trappen, die ſich gemeiniglich auf unſern Feldern auſhält; ſ. Trappe, Rekerumſas, Wechſelwirth? ſchaft, ſ Koppelwirtbſchaft. Acke: Wagen) ſ Dauerwatzen: Ackerwalze, ſ, Walze. Acferwerbel, Ackerwirbel; WMauliwurſögrie, ſ DIE WG Komnauf I Dier WÜ 4 SUNRISE ARR nin wut ni.r SN eng EÜNG 242 Zeta ie SSEN ES 4414 PSGINNGRER IGER 454 ha EIA E INNEN. 5 Peda Pa % -A M>erwuht „Acferwühlen, ein in Oſtfriesland. und der benachbarten Gegend gebräuchli« angetroffen wird, und zur Verbeſſerung des obern Erdreichs ge- braucht. werden kann, ab. Das XWüh- Ten ſelbſt geſchieht auf folgende Weiſe: Es wird ein Stück kandes, nach Beſchaf fenheit der Overfläche, und des Thons oder Knicks im Aker, jegliches entweder von 54 oder 20 Schuß breit, eingetheilt, Man nehme einen. Fall, da, nach eben angeführter Beſchoſfenheit des Landes, „2oſhuhige Ze>er zu- beſchreiben nöthig ſind, wie derſeibe im Jeverlande wirklich A ederwühl K17 ausgenbe worden, Von eitiettt ſolchen 2cſchubigen Ater wird an jeglichet“Seite 5 Schuh, und alſo ein Rqum von zehrz Schuh zwiſchen zwey Ae&ern, zum Wühe“ len vorgenominen. Dieſer Raum wird zuvörderſt von der obern guten Erde ent- blö8t, und ſolche gute Erde halbſcheidig. auf jede Seite geworfen, ſolehergeſtalt, daß damit die Halbſcheid'beyder Ae«>ker ber deckt wird« Hiernachſt wird in der Mitte“ ver äbgedeten 16 Schuh eine Grube, oder ein daſelbſt ſo genannter XWöühlſchlot, von 4 Schuh breit, gegraben, und der ausgegrabene Knick oder zähe Thon auf beyden Seiten dicht an die Grübe geſeßt« Die untere gute Erde, welche Wühblers erde heißt; dus dem Wühlſchlote oder“ Gräben heraus, und über ven am Rande des Grabens geſeßten Knick hinüber gewor- fen. Alsdenn kürzt man den Kut venz- Rande des Grabens in denſelben hinein, und ebnet die Aecter über und über, jedocdy- alſo, daß die Wühlſchlote etwas niedtiger, als die Acer, bleiben, und ſolchergeſtalt zut Abwäſſerung der Aecker dienen, Da nun dieſe Arbeit itz Strühlinge eines Lheils um der Wobhlſfeilheit des Lohnes willen, ändern Theils dem Gebrauche des 2andes gemäß geſchieht; ſo foigt im Sömmexr die daſeluſt ſo genannte Wüſtfalge der aus .dem Graben über den Acccx gewerfenen Erbe, durch ei:i ſechs- oder ſiebenmaliges Pflügen. Jm Derbſte wird das ſowohl zubereitete Land mit Rapfaat und Winter» gerſte beſaet, und. darauf in einigen nac einander folgenden Jahren eine geſegnete Aerndte, zur Etſekung des Aufwands, ges noſſen. Wenn die Wühlerde nur- vier Schuh breit heraus, und an die Luſt ges bracht wird, ſo iſt begreiflich, daß ſo!5wes Wühlen, wenn tie Koſten nur nicht zu groß jind, mehy- als einmal wiederholt P 3 wer» 118 Acferwu es werden Finne, Einige Wirehe, welche“ auf ihre Arbeit ſelbſt Achtung geben fön- nen, machen wohl mit den Arbeirern einen “Verding, daß ſie an beyden Seiten der ühlichlöte die Ufer unten aushöhlen laſ“ ſen, um alſo etwas mehr Wühlerde auf Den Aer zu bekommen, Acferwurzel,(. Calmus, Jris- Glume, Liießwurzel. Acerzwiebel, Milc<ſiern, Bo- gelmitl, Hüthnermilch, Bögel: Fraut, Oraithogalum. Man hat verſchiedene Arten dieſer Gattung, deren erſte drey zur Verzierung der Wuſtgärten die gewöhnlichſten ſind, die übrigen aber in manchen Gärten nur um der Mannichfal- figkeit willen unferhalten werden, x) Orgithogalum pyramidale, py- ramidenförmiges Ornirbogalum. Vaterland: Portugal, auf Hügeln. zz Wurzel: eine ſehr große, ovale Zwiebel, Plärrer: lang, nachenförmig, dunfel- grün, Dlumenſchaft: erhebt ſich aus der Mitte der Blätter, aufrecht, ſteif, nackt, heynahe 3 Fuß boh- Blumen: in einer ſehr großen, langen, pyramidenförmigen Aehre,(in einer kegelförmigen Traube, kinn.) zahlreich, aufſteigend- auf ziemlich langen Stielen, weiß, ſternförmig, im Junius- Saamen: in rundlichen Ka- pſeln, reif im Auguſt.. ' 23) Ornithogalum Pyrenaicum, Dy- renäiſches Ornithogalum, Pyrenäi- ſche Seldzwiebel, Vaterland: die Schweizeriſchen, Genfer, Pyrenäiſchen und Crainiſchen Alpen, Wird ja England oft Onion Aſphodel, d, i, Sipollen- Afodill, genaynt. Wurzel; eine gro- ße, den Zipollen ähnliche Zwiebel.„Blät- ter: lang, ſchmal, nachenförmig, auf dem Boden ausgebreitet, Bluymenſchaft: EL?. M- 2<|- Gee Ene nne 2 Za 2 me NE ebe 4 2m Sin ee Bande we MÄ Mr Nerd Hä ID nr vn ÄN Reb erhtwieß aufreert' Aehre,(ſehr langen Traube; Linn.) gelb- lichgrun, von angenehmen Wohlgeruche,- auf langen, dünnen, gleichförmigen, abs ſtehenden Stielen, welche nach dem Flox, fo wie die Kapſeln zur Reife kommen, nach und nad) eine auſrechte Stellung an- nehmen,und ſich dem Blumenſchafte nähern; im May 3 die Staubfäden lanzettförmig. 3) Ornithogalum latifolium, breit- blättertges Ornichogalum, gewöhn: lich Alexandriniſche Lilie, und in Eng- land Alexandrian L1y, genannt, Va ferland: Aegypten, Arabien. XDur-' zel: eine ſehr große rundliche Zwiebel. Zlätter: ſehr breit, lang, lanzet-ſchwerdt- förnfig, auf dem Boden ausgebreitet. ZDlumenſchaft: aufrecht, di>, ſteif, 2 bis 3 Fuß hoh. Blumen: in einer ſehr langen, lockern Aehre,( Traube, Zinn,) groß, außerordentlich zahlreich, ſchön weiß, ſternförmig, auf langen Stielen, im Jue nius, geben keinen reiſen Saamen, Eine dauerhafte exotiſche Pflanze. 4) Ocnithogalum umbellatum, Dol- den eragendes Ornithogalum, wei- ße Ackerzwiebel, Darerland: Deutſch» länd, Frankreich, der Oriente, Wurzel: eine große, rundliche, welße Zwiebel, Blätter: lang, ſchmal, nachenförmig, längs der ganzen Mitte mit einem weißen Striche gezeichnet, auf dem Boden aug- gebreitet, Blumenſchaft: aufrecht, 5 bis 6 Zoll hoh. Blumen: in einer ſtrausartigen Dolde, auf dünnen Stielen, welche höher ſind, als der Schaft, inwen- dig milchweiß, auswärts mit einem brei- fen grünen Striche gezeichnet, die Staub- fäden an der Grundfläche breit, im April und May. DSagamen: inrundlichen drey- eF&igen Kapſeln, reif im Julius, 5) Or- Smeg eäm e R MÄN EE I EBER Rimini mun 202 Wig HIE 7 EIE 45. vader HEINES 1x ede Ackerzwieb 5) Ornithogalum luteum;«gelbes „Ornitbogalum, gelbe Ackerzwiebel, „Paterland: Europa, bey uns überalf auf ſandigen Aeckern und an den Wäldern, Wurzel: eine Fleine, klebrige, rundliche "Zwiebel, Blärter: nur 2=- 3, ſchmal, „nachenfsrmig,€ Fuß lang; dunkelgrün, „Bilumenſchaft: aufrecht, winklich, et- wa 4 Zoll hoh." ZBiumen: in Dolden,- welche mit zwey kleinern Blättern beſckt find, 6=-8 Blumen, auf langen dünnen Stielen, gelb, oder auf der innern Seite glänzend- ſafrangelb, auf der äußern Sei- ke aber gewöhnlich grän geſtreiſt, zeitig im Aprit. Saamen: in kleinen dreyecfigen Kopſeln, reif im Julius. 5) Ornithogalam nutans, Acber- zwiebel mir. hbaunngenden Blumen, überhbängendes oder Lreapolitani- ſches Ornirhogalum, Vaterland: Jealien, woſelb& es um das Jahr 1570», zu Neopolis bekannt geworden, die Schweiz, Deutſchland, umd hart ſich bey uns in den Gärten ſo häufig vermehrte, daß es beyna- "Be ein Unfraut geworden iſt, Wurzel: eine große, längliche, zuſammengedrücfte Zwiebel, Biärrer s 3--4, lang, ſchmal, “-nachenförmig, dunkelgrün. PBiumen- ſchaft: aufrecht, di, faftitt, etwa x Faß hoh. Binmensz in einer loern Aehre, ſeitwärts gerichtet, hängend, in- wendig weiß, auswärts graulichgrün, mit einem glodenförmigen Honigbehältniſſe, welches die Staubfäden ausmachen, im Apritk und May. GESaamens in ſche ' großen, rundlichen, dreyeckigen Kapſeln, welde den Schaft vor ihrer Reife mit ihrer Schwere nieder zu beugen pfiegen, reif im . Auguſt, 7) Ornithogalum Arabicum, Arabi: ſches Ornitbögalum, Arabiſche A&er- oder Seidzwicbel, gnch Stery Ackerzwieb 119 von Alexandrien, ſo wie das vorherge» hende au< Stern aus Lieapolis ges nannt wird» Vaterland: Nlexandrien, der Cap, Wurzel* eine ſehr große, rundlicde, unfen flache Zwiebel, Zlätter 7 lang, breit, nachenſörmig, hohgrün, ums- faſſen ſicy einander an der Grundfläche, Ziumenſchaft> auſrecht, ſteif, 31 F, hoh. Dlumens; in einer Art von Dol» ven;(in Sträußen, Linn.) groß, weiß, die Stiele niedriger als der Schaft, die Staubfäden faſt ausgerander, blühen bey uns nur felten, dann äber gewöhnlich ins May. 8) Ornithogalum Narbonenſe, FStar- bonniſches Ornichogalum, WVatrer«- land: das ſüdliche Frankreic, Italien, Sidvirien, Deutſchland, auf den Feldern, Wurzel: eine mäßig große, rundliche Zwiebel. Blätter; ſchmal, ausgebrei- ter; lumen: in einer länglichen Aeh- te(Traube, Lnn,) weiß, auf abſtehenden Stielen 3 die Staubfäden lanzettförmig, 1% und häutig, im May und Junius, Sag- men: wird disweilen reif, im Auguſt. Die crſten ſechs Arten ſind außeror» dentlich dauerhaft, aber auch die übrigen, die etwas zärtlicher ſeyn möchten, kommen dennoch in jedem nur nicht zu feuchten Bo» ven, und in jeder Lage, fort, Sie liedes alle vorzüglich einen leichten friſchen Boden, und ſind wegen ihrer ſiernförmigen Blus men ſcyitliche Gegenſtände für die 2uſtgärs« ten, in welchen den hoch wachſenden Arten die anſehnlichſten Pläße, 1>. en andern Zwiebelblumen/ allen aber Pläße neben BSlumen von gle'cher Höße, angewieſen wers den müſſen. Wom Ornmikogalo pyranmi- Cali mag man auch einige Etü> in große Töpfe pflanzen, in jeden Topf eine Zwiebel, um ſolc- ter Hufſchmidt ohne Gefahr verrichten kann, Es findet ſich dieſer Zufall mehren- theils bey Wagenpferden, welche ſtaxk vom Leibe ſind, ein. Erſt gar nicht ſcmerz- haft, verurſacht auch fein Hinken, aber doch mit der Zeit ein Sfeifgehen des Fu- ßes. Einige halten den Aderkropf mit der ſo genannten Kniegeſchwulſt(Courbe) für einerley 3 allein, es iſt zwiſchen beyden ein großer Unterſchied z denn dieſe iſt hart, und liegt eigentlich nicht an demſelben Orte z jener hingegen iſt, wie gedacht, weich. Man fann auch den Aderkropf von Zeit zu Zeit mit Lorbeeröl einreiben, wor- nach ſich eine Kruſte über der Geſchwulſt anzuſeßen pflegt, welche dadurch binweg» gebracht wird, wenn man den Theil mit Branndtweinſpülich wäſcht, und nach dem Abfallen der Kruſte den Theil abermals mit gedachtem Dele einreibt, und ſolher- geſtalt die Ader über und unter der Knie- fehle eine Zeit lang ſchmiert, wornach ſich der Aderkropf zwar zu zertheilen, aber auch, Aber 1.23 bey der erſten Anſtrengung, gern wieder einzuſtellen pflegt, daher es anzuraten iſt, das Pferd auf gewiſſ? Zeit mit ſtarker oder ſchneller Arbeit zu vecſchonen. Einige belegen dieſen Zufall mit dem Nainen des Blurſpaihes, da er doch mit ſelbigem gar nichts ähnliches, als die Stel- le, wo er ſich erzeugt, hat. Hr, v. Sind hat folgendes Mittel mit gytem Erfolg gebraucht. Man nimmes Geisbarfwvurzel, wiide Schwerdelilienwur- zel, und gerrö&netes Täſchelfraut, von je- dem 8 2otßhz; Keuſchlammſaamen 2 Loth. Maciydem ein jedes fein gepülvert worden, läßt man 12 2oth weißes Pech mit 2 Loth Terpenthinöl über ginem gelinden Feurx zuſammen ſchmelzen, und ehut alsdenn die vorigen Pulver, die man wohl damit ver. miſt, darunter, Hierauf nimmt man das Gemiſche vom Feuer, und ſekt noch 7 korb) zuſammenziehenden Eiſenſaffran und[5 Quenti, rohen Alaun hinzu, und rührt es, bis es falt wird. 75 Man ſcheeret nämlich von dem Ader- fropfe die Haare herunter, beſtreicht den Ort mit etwas Nußsl, und legt alsdenn dieſes Pflaſter, auf dünnes Leder geſtrichen, darauf; darüber aber eine plattgeſchlagene Bleykugel von der Größe der Geſchwulſt, die man dann, permittelſt eines darum geſchlagenen Tuches, und der Anlegung einer guten Binde, ſo ſtark darauf befe- ſtigt, daß ſie nicht.davon abweichen kann, Dabey läßt man dem Pferde zur Ader, und läßt das Pflaſter allemal 48 Stunden dar- Quf liegen, da man deun wieder ein neues auf eben die Ark auflegt. Die erſten 8 Tage wird das Pferd ſo hoch mit dem Ko- pfe angebunden, daß es ſich gar nicht legen fann, damit es beym Aufſtehen feine Ge- walt anwende; nachher kann man es nur ganz gelinde ſpaßieren führen und im Stalle I 3 wohl = zan 0 | ! | : [3 HK EL 7 NE 31.27 5 xda DIE 2 li Tr EE Zi TRIE"amen FETE wag rammen mem wren nnen mmrnnnnumungnn mmm RR TEENIE 124 Äder wohl vahßen kaſſen, VWielmais haf rna" dem Uebel abgeholfen, daß man däklein ein bloßes Terpenthinpflaſter, ohne alle andere Zuthaten, außer der Bleyfugel, nach vor- beſchriebener Weiſe, aufgelegt hat, Ader, Erdader, ſagt man von ge» wiſſen Orten oder Gegenden, welche beſ- ſer oder ſchlechter, als die übrigen, tragen, Alſo fagt man? Cine gute, eine ſchlech- fe Erdader u,4,F, Ader im Holze, it ein Work? der Baukunſt, und bedeutet eine Mannidfal- igkeit der Farben, welche die Schönheit des harten Solzes zur eingelegten Arbeit augmacht. In den bey der Zuſammen- ſeßung der Tiſchlerarbeit dienlichen Arten des-Holzes aver iſt ſolches ein Fehler, weil es ein Merkmal allzu zarten Holzes oder des Splinres iſt, ian nennt daher ein Holz&deritt, fladderia eier freit 1; Sd: iſt-3 EG; das Nuß- und Oelbaumholz ſehr' oderig; jedoch die Bunz mehr, als d ex Stamm. 'Yder iim Marinor, bedeutetin der Baukunſt eine Monnichfa! iat der Far- ven, welche die Schönheit des vermiſch- fen Maorinors ausmacht. Jedoch ſind die grauen Adern in dem weißen Ee zum Bildhouen„ein Fehler, ob fie gs leich) die Schönheit der weißen Adern ausnmfächen, Dider in Enteinen, zeigt in der Bau fünft einen Fehler an, der zum sftern von einer Ungleichheit in der Conſiſtenz der har- ten und weichen Materie herfömmt, wel- << madt, daß ſich der Stein an dieſem rie fate; jind manchmal macht ein Zle- >en an der äußerſienOberfläche des Stei- 17:8, das man in prächtigen Bebäuden, und bey beträchelielt einige Haare aus dem Schweife oder der Mähne darum, die man zuleßt zuſam- menfnüpft. Die Spor- oder Zerzader(vena thoracica externa) iſt am Bauche hinter dem Gurte befindlich; ihre Oeffnung ſoll in den Bauchkrankheiten und der Kolik gut ſeyn, Die Schrankader(vena ſaphena) befindet ſich inwendig an den Schenkeln, Ein Aderlaß aus derſelben wird in den Ver- renfungen der Hüften, Ellenbogen und Zenden gut gehalten; fo wie die Oeffnung der Dutader an dem Innern des Arms, Xvena cephalica) bey Verrenfungen der Schulter und des Knies dienlich ſeyn ſoll. Beyde Adern kann man finden, ohne daß. man eine Schnur anlegt; ſie ſind aber, weil ſie leicht ausweichen, nicht gut zu freßien. Wenn ſie genug geblutet Haben, "An Aderlaß * Anden Zehen läßt man bey Verren- kung der Schulter, und anderm Schaden der Füße, zur Ader(venz2 coronaria,) Der Fuß wird erſt ganz dünn ausgewirkt, und alsdenn am Zehe mit der E>e des Wirkmeſſers eine Oeffnung gemacht, aus welcher das Blut gleich hervorkfommt. Wenn der Aderlaß geſchehen iſt, wird et- was Salz, oder auch Eſſig und Branndt- wein auf Flachs darauf gelegt, und das Eiſen leicht aufgeheftet. RKernlaſſen, oder den Rachen ſtechen, heißt eine Ader aufſte- M DERI PU EE ainaninme emen 2 Mn FIRE + Adler vögeln. Er haf, wie ae Raubvögel, eis nen frummen Schnabel, der ſich gleich von der Wurzel an merklich frümmt, vier loſe Zehen, davon drey vorwärts, und eine binterwärts ſteht, und ſämmtlich mit ſtar- Fen frumm gewölbten Krallen und Hafen, voc) bey den Hinterzehen am längſien, be- waßnet ſind, Die ganz nahe zuſammengränzenden zwey Klaſſez der Raubvsgel, der Adlex und Geyer, baben verurſacht, daß bald ein Idler zu den Geyern, oder eine Geyer- art unter die Adler iſt gerechnet worden z Klein, der Methodiſt, hat hierinn Hrn, v. Zufſon übertroffen, und ſchon weiter gejehen. Der Fdler unterſcheidet. ſich, außer feiner Größe und Stärke, von an» dern Habichtarten, und vornehmlich von den, ähm ganz nahe fommenden, Geyern dadurch: 1) ſein Schnabel iſt gleich von der Wurzel an, bis ans Ende hinaus, ges frummt; beym Geyer geht er von der Wure zel erſt auf zwey Zoll gerade aus, und trümmst ſich alsdenn erſt, gegen das Ende in einen Haken. 2) Die Fänge des Ada lers ſind biel mehr gewölbt und frumms; des Geyers ſeine ſind es viel weniger, ver? muthlich weil er mehr auf der Erde geht, Denn wo man einige von dieſen großen Bögeln beyſammen ſieht, das ſind ſicher« lich Geyer, und feine Adler, Dieſe hals ten ſich allema! einzeln, und nicht lange auf der Erde auf. 3) Der Adler ſliegt viel leichter und ſchneller, und Debt ſich mit großer Behendigkeit von dex Erde, Dex Geyer fliegt ſchwerer und langſam auf, wie die Trappen. 4) Hals, Kopf und Leib ſind bey dem Adler voller Federn, ſtark und di> beſeßt, Der Geyer hat am Kopf und Halſe, ſtatt der Federn, vielmals nur einzelne kurze Haare, am Leibe aber meiſt Flanmfedern, die unter etlichen ober ren Adler een größer: Federn ſiven. 8) Der Adler Hat meißentbeils raue und längere Bei- ne, as der Geyer; daber ſteht or viel aufgerichfeter mit* mit“ weit auebfn Sceanfeln Ueber. Haupt rahe: ves Adiors Körper mehre ſenk» FeMf, ves Geyers ſeiner mehr waageree, Er horſtet meiſtentheils in den gxoßen Curopäi- ſchen Gebirgen 3 doh ſcheint ex mehr die mittägigen, als die gemäßigten und falten Himmelsſtriche zu lieben. Jn Amerika hat man ihn gar nicht. Sein Flug iſt der höchſte unter allen Vögeln, und noch über- dieß hat ex das ſchärfſte Geſicht. Kleinen Raub, als Gänſe, Kaninichen, Haaſen, tämmer, Ziegen, führt er mit ſich in die kuft, aber größere, ais junge Hirſche und Vet. Encytlopädie I, Theil, ruff uad Salis, und Adler"129 Kälber, tödtet ex auf der Stelle, ſättiget fich an ihrem Blute und Fieiſche, nimmt einige Stücen mit, und das Uebrige läßt er liegen, Sein Neſt bauet er in der äuſs jerſten unzugänglichen Höhe zwiſchen zween Felſen, an einem tronen Orte, ſo feſt und dauerhajſt, daß er's, wie man ſagt, feine ganze Zebenszeit gebrauchen kann, Denn es iſt gleichſam geflochten, und aus Zweigen, Schilf und allerley Moos ge: baut, und ſteht gemeiniglich unter einem überhängendem Felſen, durch welchen es 'Bede&ung von oben hat. Das Weibchen, weiches, wie bey allen Adlern, größer als vas Männchen iſt, legt gemeiniglich 2, ſelten 3 Eyer, und auch aus dieſen kommen ſelten 3 Junge; denn gewöhnlich werden nur i oder 3 Junge ausgebracht, die im Anfange viel hellere Farbe haben, als wenn ſie älter werden, Die Jungen wer- den aus dem Meſte gejagt, ſobald ſie nur vie Fiügel gebrauchen können; da hingegen die andern Adlerarten längere Sorgfalx für die Auferziehung ihrer Jungen anwen= den. Man meynt, dieſe Adler würden über hundert Jahre alt, Die übrigen Adlergattungen ſind nun nach dieſer bald zu erkennen. Der gemeine Adler, oder mixelere, iſt ziemlich kleiner als der vorhergehende Steinadler, etwa zweymal ſo groß als eig Rabe, oder faſt wie ein kalekutiſcher Hahn, und wiegt etwa 9 Pfund. Er iſt im Grun- de vochbraun, oder roſifarben, und liebe die kalten Länder mehr, als die warmen, daher er auch faſt ia allen Europäiſchen dän» dern, ſelbſt in Amerika, gefunden wird, Er niſtet auf hohen Bäumen und Bergen, Der tiene Adier iſt nicht größer, als ein gutcr ſtarfer Hahn, Ausgejtret, vom äußerſten Schnabel bis zu den Zeben, ijt er wenig über 3 Fuß laag, und in der R Breite NE SE UZI RENNEN Adler Breite der ausgeſpannten Flügel nicht über 4 Juß. Die unächten Gattungen unterſcheiden ſich nur durch mancherley äußerliche Kenn- zeichen von den wahren Adlern; und es ſcheint, daß ſie im eigentlichen Verſtande, und genau genommen, mehr zu den Wei- hen, als zu den Adlern gehören, Der Fiſchadler hat faſt die Größe des Goldadlers 3 aber ſeine Füße ſind nicht, wie bey dieſem und andern, bis zu den Krallen mit Federn bedeckt, ſondern nackt und ſchuppicht. Der Schnabel iſt auch nicht blau, ſondern gelb oder weiß; der Schwanz aber weiß, daher er auch den Namen weißſchwänzichterAdler führt. Hauptſächlich abet fällt in die Augen, daß die Hinterkrallen kürzer, als die vordern, ſind; ganz anders, wie bey den ächten Adlern. Ex ſacht weder Klippen noch ho- he Bäume, ſondern liebt die an Waſſern gelegenen Gegenden, um daſelbſt auf Fi- ſche zu lauern. Er iſt bey uns und in an- dern Welttheilen häufig. Der ZBeinbrecher kömmt an Größe dem Goldadler nahe, Er iſt 2> Schuh lang, wenn er ausgeſtreckt iſt.. Er hatein kleines Wölkchen auf den Augen, wodurd) er etwas ſchlechter als die ächten Adler ſiebt, 1:30 Der Pleine ÜTeeradler, oder Bal- buſard der Engländer, gehört auf alle Wei- ſe nicht zu den Adlergattungen, ob er gleich mit ihnen mancherley Aehnlichfeit har. Sein Anſehen, Flug und Aufenthalt, ſeine Sitten und Lebenzart, alles iſt dem Ver- halten der wahren Adler entgegen; anderer abweichenden Charaktere zu geſchweigen, als: kahle, gemeiniglich blaue, Echenfel, die hintere Kralle viel kürzer. Er lebt blos von Fiſchen- daher ſein Fleiſch auch .Adlerg ganz fiſchicht riecht, und er in vielen Län- dern nur der Waſſerrabe heißt. Der wahre Adler hat verſchiedene vor- treffliche Eigenſchaften, und dieſe mit dem eöwen ziemlich gemeint Großmuth, Mäſ- ſigkeit, Einſamkeit, Stärfe. Kleine Thiere verachtet er, und wird ſich ſelten an ſie machen. Von der Beute läßt er immer einen Theil für andere liegen, und frißt nur dasjenige, was er ſelbſt lebendig gefangen hat3 niemals aber todtes Vieh, oder Aas. Wenn Vögel dabey ſißen, ſo ſind es Geyer, oder andere größere Raub- vögel, und feine Adler, und man verſteht nun, was es ſagen will, wenn ſich die Ad- ler beym Aaſe ſammeln ſollen. Kein Ad- ler bedient ſich des Waſſers zum Getränke. Er ſtillt ſeinen Durſt an dem Biute der er- würgten Thiere. Daher iſt ſeine Zunge, nebſt dem untern Theile des Schnabels, wie eine Rinne ausgehöhlt, um das Blut der Thiere bequem einzunehmen,/ Zwey Adler ſind ſelten auf eineriey Gebirge, oder in einerley Gegend. CSelbſt 26wen und Adler ſind nicht leicht in Geſellſchaft oder in der Nahe beyſammen z und der wahre Adler läßt ſich überaus ſchwer, vielleicht niemals, zähmen, noch zum Raube, wie andere Vögel, abrichten, Adierbinuime, ſ, Ackelep, Balſa- Bilie, Adlergeyer, Aquila vulturing, den andere, und vielleicht beſſer, Geyer» adler nennen, iſt in der That ein Geyer, welches aus den an ihm befindlichen Cha- rakteren? des anfänglich geraden, und erſt am Ende ſic) frümmenden Schnabels, des faſt kahlen, oder mit weichen Flaum- federn bedeckten Halſes, der halb unbewach- ſenen Schenfel, der kurzen und gar nicht frummgewölbten Krallen, zu erkennen iſt.. ; Er a 222 Bwin lin ii<= en eee egen Di Mieke Zefa ER trenne nen 2-2 Wel, EDEN IT„daar AL HAMET n Adlerholz Er fällt auf Aas; wie kein Adler,-wohl aber der Geyer, tehutz er hat einen etwas vorhängenden Krovf, welches den andern “ Ceyern auch eigen iſt,-Und ob er gleich an Größe dem Steinadler ſo ziemlich dey- kömmt, ſo hat er doch nicht die freye Stel- lung, nicht den ſchnellen Flug, nicht die Herzhaftigkeit des Adlers, an ſich, ſondern iſt überhaupt von ungeſtaltem Anſehen, Er wird auf den Europäiſchen Gebirgen gefunden. Adlerholz, ein Indianiſches, pur- purfarbenes, wohlriehendes und fammich- tes Holz, welches zur Färverey, beſonders aber von den Tiſchlern zum Furniren, ge- braucht wird. Adierfraut„& Sarnkraut, Hidierttein, Klapperſtiein, iſtein Stein, der inwendig eine- Höhle hat, in welcher ſich gemeiniglich eiy Tropfen 2Waſ: ſer, oder Erde, oder ein andrer Stein be- findet, Lektere Art iſteigentlich der Adler- ſtein. Gemeiniglich ſind dieje Steine rund oder oval, und wenn man dieſelben ſchüttelt, ſo klappern ſie, daher ſie auch Klapperſiei- ne heißen; Der eingeſchloßne Stein wird Callimus genannt» Man findet derglei- t, Sie legen meiſtens ſechs Eyer, zuweilen mehrere. Site ſind än ſich ſehr vorſichtig und ſchwer zu betrü- gen."Beym XAnblicke eines Fuchſes, einer Eule, Kaße, auc) eines todten Wildes machen ſie ein heftiges, ſchnartendes Ge- ſchrey, um den vermeynten Feind, dur? Herveylo>ung andrer ihrer Art, weg zu ſcheuchen, oder auch das Aas, in ihrer Geineinſchaft, änzufallen. Sieen es, weshalv ſie man- hen Verdruß anrichten können, wenn man ge um ſich her in Studen und Kammern gehen läßt. Man muß daher Geld, Rin- ge, Theelöſſel u. dgl, Kleinigkeiten von Werch, nicht vor ihnen frey umbherliegen laſſen, damit ſie die Gelegenheit nicht zu Dieben mache- Man gewöhnt ſie auch leicht, daß ſie im Hauſe aus- und einflie- gen, wenn man ihnen gleich im Anfange die Hauptfedern der Flügel ausgezogen hat, daß ſie vom Hofe ins Haus gehen, und hieſelbſt ihr Futter finden können, worauf ſie denn zuleßt, wenn ſie neue Flügelfedern vefommen, beym Fliegen, ihres Erziehungs- hauſes im Wiederkommen nicht vergeſſen, Aerarium Auch pflegen die auf ſolche Weiſe zahm ges wordenen Aelſtern ſic) an das junge Feder- vieh nicht zu vergreifen, da ſie im Hauſe immer zur gebörigen Zeit ihr Futter vor» finden. Werden ihnen vom Tiſche Kno» - lichkeit find ſie ſehr ſchwer zu fangen. Da- her bedienen ſich die Indianer hierzu ihrer Gewohnheit, alles nachzuahmen, mit großem Vortheile. Nämlich fie beſtrei- en entweder ihr Geſichte, vor den Augen der Affen, mit Honig, und laſſen beym Weggehen unten am Baume einen Topf mit Leim zurüc, worauf die Affen herun- ter ſteigen, ihr Geſicht mit dieſem Leime beſchmieren, und dadurch geblendet wer- denz oder ſie ziehen unter den Bäumen ihre Stiefeln einigemal aus und au, laſſen Heine, dazu beſonders gemachte zund mit beim inwendig beſtrichene, Stiefeln unter den Bäumen ſtehen und gehen fort. Weil ihnen nun die Aſſen dieſes nachthun, die Stiefeln aber nicht von ihren Füßen brin- gen, auch darinnen nicht gut fortgehen können, ſv fallen ſie ihren Aufpaſſern leicht Affe x39 in die Hände« Bisweilen brauchen auch die Indianer ſtarke Getränke, welches ſis in die Gegend ſeßex, wo ſie Aſſen merken, Indem ſie ſich vorher ſtellen, als wenn ſie Felbft davon tränken, Denn ſobald die Af fen davon trinfen, und berauſcht werden, ſchlafen Jie ein, und Fönnen leicht gefangen werden. Ihre gewöhnliche Nahrung beſteht ix Obſt und andern Früchten; daher ſie den Gärten und Weinbergen ſehr gefährlich find. Dean ſobald ſie vorhaben ſolche zu plündern, ſteigt zuerſt einer von ähnen auf einen Baum, und ſieht ſic) um, ob ein Feind in der Nähe zu merken ſey. JF Feine Gefahr zu beſorgen, ſo giebt er ſeinen Kamexaden.ein Zeichen miteinem Geſchrey, worauf ſie alle eilends hHerbeyfommen, Einige davon beſteigen die Bäume, dis Übrigen machen eine lange Reihe, die ſie, wenn es möglich iſt, bis an einen ihrer Schlupfwinkel ausdehnen, Diejenigen, welche auf den Bäumen ſißen, werfen die Früchte den darunter ſtehenden, und dieſe wieder den folgenden in der Reihe zu, bis ſie an den Jeßten fommen, der alles auf einen Haufen wirft. Iſt es ihnen nicht möglich, die Reihe bis an einen ihrer Schlupfwinkel auszudehnen, ſs machen ſie, ſobald ſie wit der Plünderung eines Gar- tens fertig ſind, eine neue Reihe, und ſe- ßen die Beſchäfſtiguag, das Geſtohlne einander zuzuwerfen, ſo lange fort, bis ſie es dahin gebracht haben, wo ſie es ſicher verwahren und verzehren können. Allein 9b ſie ſchon viel natürliche Geſchiflichfeit beſiven, und leicht abgerichtet werden köne nen, auf dem Seile zu kanzen, das Gefäß zu ſcheuern, den Bratſpieß umzudrehen, und andere Verrichtungen vorzunehmen, auch die menſchliche Sprache ziemlich und bald verſtehen lernen, ſo ſind ſie doch nicht S 2 im Affe Im Stände,«ut ſo viel reden zu lernen, als ein Papagey oder Staar lernen kann, „jvelches un1 deſto mehr zu verwundern iſt, da ſie ſo gut, wie die Menſchen, alle Wetk- 'jeugs haben, welche die Sprache be- Die Weibchen bringen gemeiniglich iiur ein Junges zur Welt, welches ſie eben ſo, ivie die Indianetinnen ihre Kinder, 'auf dem Rücen trägen, und wenn ſie es ſaugen wollen, in die Arme nehmen, um es an ihre Bruſt zu legen. Sie habenihre Jungen ſo lieb, daß ſie ſolche ſtark an ſich) 'drücfen, und manchmal gar tode drüen, daher das Sprichwort von einer übertrie- benen Liebe der Aeltern gegen ihre Kinder entſtanden, die mati Affenliebe nent. Was endlich den Nußen dieſet Thiere änbetrifft, ſs iſt derſelbe ziemlich geringe, indem der Schade, den ſie ſtiften, beynahe eben ſö groß, wos nicht größer iſt, äls die Worcheile, welche die Menſchen von ihnen erhalten. Ihr Fleiſch iſt ein ſchlechtes Cfſ- Fen, db es ſchon die gewöhnlichſte Speiſe, und an vielen Örten faſt das eitizige Wild- Pret der Indianer iſt, die ſich auch det Nächahmungsſucht dieſer Thiere bey vet“ ſchiedenen Gelegenheiten zu Nuße zu mä- «Hen ſuchen; Denn wenn die JIndiariet z« 'E, Pfeſfer öder Cokusnüſſe äbpfiücken wol Jen, ſv ſteigen ſie auf die unterſten Aeſte Hes Baüms, pflücken nüt einige von dies Fen Bäumen äb, und gehen fort, worauf vie Aſſen ein Gleiches thun, und den höch- "ſten Batim bis an den Gipfel leer machen; Bisweilen pflegen ſie auth auf die Bäume, gon denen ſie Nüſſe häben wollen, einen Aſſen zu jagen, und ihn hernach mit Stei- tien zu weifert, worauf dieſer, um ſich zu wehren, alle Nüſſe nach und nach ab- bricht, utid ſie herunter gegen ſeinen Geg- ner wirft; 140 um eider imme 8 Elbenwald enen wnn dre - Dee===<==<=.n Affodill Aſfnet'/ dieſes Wort hat unterſchiede- ne Bedeutungen- Bey den Webern heißt es, wenn die Werft auf den Baum gewunden wird, da jeder Gang in den Affner, oder Nädekfamm gelegt wird, da- mit alle Fäden fein ordentlich in gleiche Län- ge fommen, und nicht verwitret werden, Bey den Möllern heiße es dasjenige, iwas vom andern Aufſchutt herkömmt, Bey den Satrlern, welchen unter ihrer Arbeit vorgeſchrieben wird: den Affner mit einem ganzen Stü beſchlägen, oben mit einem Wulſt, ingleichen den Fuorſattel, den Affner mit einer geſenkten Rhiene. Affodill, Alphodill, Äsphodill, Aſphodelus: Die drey Arten dieſer Gattung ſiad frautattige, petennitende Blumenpflänzen, von verzierendem Anſe- heit; aus deren fleiſchigen Zaſerwurzeltn ſich in jem Frühjahre neue, nach dem Flor und Reife des Saamens im Herbſte wiederum abſterbende Blätter, und 2=-3 Fuß hohe Stengel erheben, mit langen Aehren von unzahlich vielen hlienähnlichen, den Skengei von ſeiner Mitte an aufwärts umgebenden, eine nach der ändern ſtich öffnenden Blumen, welche zwar nur aus Cinern BDlakte beſtehen, jedoch ſo tief in ſechs Abſchnitte getheilt ſind, als ob ſie eben ſo viele beſondere Blumenblätter hät- ten, im Junius zu blühen anfangen, 4 bis 6 Wochen lang in ununterbrochener Blüthe fortfahren, und im Herbſte eine Menge reifen Saamens geben; 1) Gelbe Affodill, insgemein Gölvwurz genannt, Vaterland: Si- cilien. Blätter; zahlreich, läng, ſchmal, dreyſeitig, geſtteift, ſchyarfgeſpißt, graus jim. Siüengel: aufrecht, ſteif, ohne Seitenzweige, groß, rund, von unten äuf bis zur Hälſte ſeiner 2änge mit zahlreichet let“ Zetti attr I< dN et Zefa net mne mn 2-5 Wia fenl IEE SiI hams KAREN 5 FEDar 7“ Affodill Fleiner Blättern beſeßt, 3% Fuß bis bey- nahe 3 Fuß hoh. Zlümen: zahlreich, rein gelb, ſternſörmig, bilden von der Mit- te des Stengels ati eine länge aufrechte Aeh- ce, zwar nur. von furzer Dauer, blühen -aber an einer und eben detſelben Aehre 4 bis -6 Wochen in ununterbrochener Folge; das «Her man an Einem Stengel zu gleichet Zeit "Bluinetiknoſpen, welche ſich erſt öffnen, blühende Blumen, verwelkte Blümeni, und große beerenähnliche Saämenfapſeln, mit beynähe reifen Saamen ſehen kann; blühen im Junius, wie wohl oft ein an einer Pflänze befindlicher Ableger auch im 'September Blumen treibt, welc Aus Saamen gezogene Pflan» zen blühen ungleich prächtiger, machen größere Blumen,-und haben höher purpux- xokhe und ſchönere Striche auf der Auſſen- ſeite, al3 die durch Zertheilung gezogenen Sflanzen, ER .. Die einjähritze röhritge Affodill muß ſogleich.an Ort und Stelle, und zwar, Hamit ſie im ſolgenden Sommer deſto frü- Her blühe, ſcener Witterung Aeißig, und verſeße ſie im Somnier odex Herbſte auf, Pflanzenſchulenbeere x Fiiß weit: vonein- aiider, läſſe ſie hier ein Jaht, und pflanze ſie danti auf die ihnen beſtimmten: Stellen, woſelbſt die ſtärkſten Pflanzen ſchon) iin folgenden Sommer zur Blüthe zu feinen PRiE= i ß : 3 iE et 4 4 | RK jf 67 yd L K + j 144 After pflegen,== Weil ſie ſich für fleine Gär- ten zu ſtarf beſtauden, zumal die zweyte Art, welche ſic) ſehr ausbreitet, und alles umher unterdrückt, ſo müſſen ſie, um ſie in ihre Schranfen zurückzubringen, alle drey Jahre umgelegt werden,| Üfter, bedeutet in den Wörtern, wo- bey es vorfömmt, 1) etwas, das hinter- her kömmt, z- E, Afterbürde, d, i. Nach- geburtz 2) etwas, das nicht ſo gut, als das vorhergehende iſt, z, E, Afterbier, d, i. das leichte Getränfe, welches nach dem ſtarken Biere von den Trebern oder der Seihe abgelaſſen wird; 3) etwas, das als unächt oder falſch gehalten werden ſoll, als Aſterprophet u, ſ.|f. „Afterbürde, heißt bey der Jägerey das junge Kalb im Mutterleibe, welches in einem Stück Wild gefunden wird, Afterdarm, iſt am Wildpret der große Darm, wodurch die Weid ausgeht, Bey zahmen Thieren iſt es der Maſidarm, - Aftergeſchirr, ſf Hintergeſchirr. Afterholz, iſt in einigen Gegenden die ſo genannte Ortſcheide, desgleichen Holz von Windbrüchen, auch Za>en und Ab- gang von behauenen Bäumen. Akfterholzkäfer, ſiehe Holzbock, weicher. Afterhummeln, bey der Bienen- zucht gleich bedeutend.den Drohnen. Afterflauen, kleine Klauen oder Hornſpißen hinten über dem Ballen der Läufe(d.4. der Füße) ſowohl des Roth- als Schwarzwildprets. Man nimmt ſte mit zu Zeichen bey der Fährte,(d.4..der Spur.) 'Afterforn, die Fleinen Körner alles - Getraides, welche beym Werfen oder Wur- Aftern feln deſſelben in der Scheune, weil ſie zy leicht ſind, hinten bleiben und beſonders abgenommen und geſammlet werden, Be- trügeriſche Bauern vermengen entweder bey der Theurung oder bey abzugevenden Kornpächten in natura digſes Atterforn un- ker den Vorſprung oder die ſchweren Kör- ner, weßhalb ihnen ein Abzug an Geld oder ein mehrerer Schutt von Rechts wegen zuzumuthen iſt,| Afterleder, das dünne Stück Sohl- leder oder Kuhleder, welches inwendig un- ferwärts in dem Stiefelſchaftf mit weißen oder gelben Pechdrat)y angenähert wird, und woran öfters von außen das Svornleder, oder der Sporncträger aufgenäht wird, Das Aſterleder iſt ſo hoch, als dex Kamm des Leiſten hinten iſt, und dieſer wird von jenem, wenn der Leiſten eingezwickt iſt, faſt ganz umgeben, 5 Aftermehl, das Mehl, welches zum drittenmal aufgeſchüttet, und das gering- ſte iſt. Aftern, heißt von dem Wildpret, v laufen, daß die Afterklouen zu ſehen ſind. Aftermo08, ſo nennt man die Algas "auch Zaſergewächje. Die Aftermooſe machen eine beſondere Drdnung der unvoll- Fommenen, oder derjenigen Pflanzen aus, bey weldyen man die Befruchtungswerkzeu- ge nicht deutlich erfennen und angeben kann, und begreifen verſchiedene Geſchlechter un« ter ſich, als die Jungermannie, das Lebere moos, die Flechte, das Meergras, der -Waſſerfaden, Gallerte, Staubaftermoos,. Aftermotte. Reaumür theilt, in feinen Memoires pour ſervir 3 1* hiſtoire des Infedes, das Geſchlecht der Motten, wodurch er überhaupt alle diejenigen Ino ſecten verſteht, welche wegen ihrer zarten Haut ie bed dementen 2> Bdorelgne, BRE dat GAERNE 5 PF EDo ol: Une ißen „und der, vir), mn von iſt, After Hauf genöthige ſind, ſich eine Art von Fuk- Feral oder Scheide zu ihrer BedeFung zu machen, in ä«chte und unächtre Motten ein. Aechte oder wahre Motten nennt er „Diejenigen, welche ſich ſolche Futterale oder : Wohnungen machen, die ſie überall mit ſich herumtragen können; unächte Mot- fen aber. heißen bey ihm diejenigen, welche ſich: ſolche Futterale oder Höhlen zu ihrer Bedecung bilden, die ſie nicht mit ſich fortk- fragen: können. Dieſe leßtern nun, näm- lich die unächten Motten, pflegen die neu- ern Naturforſcher auch Aftermotten zu nennen, Die Kenntniß folgender Arten iſt uns mehr nöchig als aller andern, weil fie uns vielen Schaden verurſachen. 1) Die ſo genannte Bienenmotte, „DBienenſchabe oder ZBienenfalter, der auch hie und da der Wolf, weil er, wenn er überhand nimmt, die Bienenſtö>e ganz verderben fann, genannt wird. Dieſe Aftermotte, welche eigentlich ein Schmet- terling aus der Klaſſe der Nachtvogel iſt, und vom Linnäus Phalaena Mellonella ge» nannt wird, hat graue Flügel, welche hin- ten purpurfarbig ſind, und einen weißen Strich haben, Sie pflegt gemeiniglich ih- re CEyer unter die Bienenförbe, oder auch, wenn es ihr möglich iſt, inwendig in der „Höhe ſelbſt zu legen, Aus dieſen Eyern „Ffommen'nach 10 oder 12 Tagen kleine ſechszehnfüßige, blaßgelbe, mit einer hell- grauen Linie bezeichnete Raupen, welche ſich durch ihr Geſpinnſte eine Art von be- decftem Gange machen, damit ſie nicht von den Bienen verleßt werden, Finden ſie unten im Stoe nicht mehr Nahrung „genug, ſo begeben ſie ſich in das Innerſte deſſelben, und greifen den Bau daſelbſt an. Das Wunderbarſte aber hiebey iſt dieſes, .daß ſie nicht den Honig, ſondern das ſchwer zu verdauende Wachs zu ihrer Nahrung Vet, Encytlopädie 1, Theil, After 145 erwählen, Sie verlängern beſtändig ihex Geſjpinnſte, welches ſie mit Wachs odex mit ihren Excrementen zu bekleiden pflegen, um in lauter verborgenen oder verdeckten Gängen ſicher fortgehen zu könnenz doher, "wean“ſie ſich vermehren, oft der ganze Bienenſtock mit dieſem Geſpinnſte angt- fülle wird, daß zuleßt. die Stöcke, weil ihnen die Zellen zerſtört oder von den Mox- ten verzehrt werden, und keine junge Brus aus= und fortfommen fann, darüber eine- gehen müſſen, Eine ſolche Raupe exlangs gemeiniglich binnen drey Wochen ihre völ lige Größe. Wenn ſich nun die Zeit ihrex Verwandlung nähert, ſo bleibe ſie ſelten in ihrer vorigen Höhle, ſondern begiebt ſich an. einen abgelegenern Ort, wo.ſie fich noch ein feſteres Behältniß zu bauen pflegt. In dieſer leßtern Wohnung häle fie ſich oft 3= 4 Wochen auf, ehe ſie ſich in eine Puppe verwandelt. Aus dieſer Puppe fömmt im Sommer ſchon nach 14 Tagen der Schmetterling zum Vorſchein. It die Berwandlung in eine Puppe aber erſt ſpät im Herbſte geſchehen, ſo bleibt ſie als Puppe den ganzen Winter hindurch liegen, Dieſer neue Schmetterling nun pflegt nicht lange mehr in dem Bienenſtoe zu verweilen, weil er ſonſt von den Bienen beunruhigt wird. Nach der Paarung ſucht das Weibchen gemeiniglich wieder bey Nacht in den Bienenſtoc> zu kommen, (man ſieht ſie ſchon öfters um die Abend« zeit, wenn es noch belle iſt, mitten durch die vorliegenden Bienen bindurch gehen, welches ihnen auch, da ſie auf der Oberflä» dye ſo glatt ſind, und den Bienen entſchlüa pfen, gar wohl gelinge,) um ihre Eyer an einem ſolc noch nicht bis ea aufs Bret mit Bienen belegt iſt, oder noch 472 PEET DER Anne er EEE UNE: a“ IEE= 37 PED ee IEEE nen - namen rtvenmntetne SSEN r46 After noch nicht vollgebauer hat, ſo legen ſie im Frühlinge oder Sommer ihre Cyer entwe- der blos aufs Standbrett oder zwiſchen dem Rande des Korbes und der Stelle, wo dieſer Rand des Korbes aufs Bret ſteht, und die ausfriechenden Raupen finden ihre erſte Nahrung gleich an den Krümeln oder Wachsblätterchen, welche die Bienen von ihrem Baue herunterfallen laſſen. Der Bienenwirth nwuß zu ſolcher Zeit mehr- mals die Körbe aufheben, und das Ge- ſpinnſte der Raupen, wo er es findet, mit einem ſpißigen, oder vorne geſchärften Hol- ze abſtoßen, und aus dem Korbe damit herausſchaffen. Findet er aber unten auf dem Standbrete mehr oder weniger ſchwar- ze, glänzende, fleine Körnlein umher zer- ſtreut liegen, ſo hat er ſolche ſofort als Ex- eremente der Raupen und ihre Wohnung oben im Korbe anzuſehen und zu ſuchen, mit dieſem Nachſuchen aber nicht zu ſäu- men, damit ſich die Raupen nich? ſo ſehr verſtärken, daß der Korb entweder dadurch an ſeiner Auſnahme gehindert, oder gar zum Untergang gebracht werde. Der be- ſte Rath wider dieſes ſo ſchädliche Inſekt iſt dieſer, daß man keine am Volke ſchwa- en, als die wahren Motten, weil ſie ſich nicht, wie dieſe, äußerlich auf dem Tuche, ſon- dern inwendig in ausgehöhlten Kanälen aufhalten, Reaumür hat bemerkt, daß dieſe Aftermotten die freye Luft den einge- ſchloſſenen Pläßen vorziehen 3; denn in eis nem mit Tuch beſchlagenen Wagen hat ex deren ſehr viele, aber in den Stuben nur ſelten einige, angetroffen. Die Raupen von dieſen Inſecten, welche gegen den An- fang WI ERASE ER nin rn ZID SIDE Fiir Re>> dame GIES x FWDar Slfterm fang des Julius gebohren werden, ver- wandeln ſich nicht eher in Schmetterlinge, als das folgende Jahr gegen das Ende des Mays, oder des Junius. Was. Reaumür, von«dieſen. Motten bemerkt, hat ſeine völlige Richtigkeit. Wer daher mit Tuch ausgeſchlagene Wagen haf, muß ſie, wenn ſelbige in vorgedachten Mo» naten nicht um den zweyten oder dritten Tag gebraucht werden, wöcdentlich ein paarmal: mit Fleinen Stöcken-ausklopfen, und hierauf das Tuch mit einem mäßig feuchten Schwamme überſtreichen laſſen, weil alle Motten ohne Unterſchied die Feuch- tigkeiten fliehen, 3) Die Ledermotten.-- Die. Rau-. pen, welche ebenfalls. ſechszehnfüßig, und; größer als die Naupen der vorhergehenden Aftermotten ſind, haben einea dutkelſchie«- fecfarbigen, und bisweilen ganz ſchwarzen, glänzenden Körper, auf dem ſich hier und da einige weiße Härchen befinden, Sie bilden ſich, wie die vorhergehenden Arten, lange, hohle Röhren; welche ſie an ſolche Körper, an denen ſich Leder befindet, wor- an ſie beſtändig nagen ,: zu befeſtigen pfle- gen, daher ſie unter die Feinde unſrer'Bü- e ſind. Der Schmetterling, welcher aus ſolt; wenn die wat- men Tage ſich bey uns einfinden, und das Korn einen wärmlich faulen oder dumpfich- ten Gerud) von ſich giebt. Um ſolches zu verhindern, muß in Zeiten beſtändig fri- ſche Luft unter die Körner gebracht werden, damit ſie ſich nicht erhißen, und durch ih- ren Geruch das Jnſect an ſich ziehen. Es imuß daher das. aufgeſchüttete Korn: im April um jeden dritten Tag umgeſtochen; auch, mittelſt geöffneter Thüren- und Fen-' ſter, ein Durchzug der friſchen Luft veran- ſtaltet werden. Beym Umſtechen ver Kornhaufen muß ja dahin geſehen werden, daß nirgends Klumpen von Körnern zu- ſammen bleiben, Und wenn der Hausva* ter, oder ſein Stellvertreter, beym Um- ſtechen nicht immer ſeyn kann, und die Arbeitsleute nicht zuverläßig ſind/ ſo muß der Kornboden ſo geräumig ſeyn, oder Fe- macht werden, daß der umgeſtochene Korn- haufen jedesmal einen neuen Raum ein- nimmt, und alſo den vorigen gänzlich ver* läßt, als woraus immer erfannt werden kann, daß die Körner durchgängig aus ih» rer vorherigen Lage gekommen, und alſo feine vor ſich beſtehende Klümper zur Er- hißung derſelben irgendswo verblieben ſind, Zit der April anfänglich noh ſehr kalt, ſo unternimmt man dieſes öftere Umſtechen der Kornhauſen von der Mitte des Monats bis nach der Mitte des Mays hin, worauf es denn genug ſeyn fann, wenn das Korn in der Folge wöchentlich einmal urmgeſto- ,'wenn die Zweige alle 4=-=6 Tage mit friſchen- änfänglich abge« vechſelt, auc) in der erſten Zeit mit Füßen getreten und gequetſcht werden, um deſto ſtärkore"Wirk&rung"zu" machen; Das Nämliche kann beym Taba>sbau geſche- Hen; wenn der ſo genannte Geiz, auch zue les Aftere ſeßt die Tabacksſtengel, wie die Flieder- zweige, gebraucht werden« Man kann auch die Tabacksblätter und Stengel auf- . bewahren, ſolche im Frühjahre auskochen, und mit dem Decoct die Wande und alles Holz der Kornböden von Zeit zu Zeit überpinſeln laſſen, Das Decock von Hol- lunderblättern und jungen Zweigen iſt auch dienlich, ſo wie von allen Vegekabilien, welche einen ſtarken ſtinkenden Geruch von ſich geben,; 5) Chokoladenmotte, wird ſo vom Reaumür genannt, weil man ſie in der Chofolade antrifft. Die Raupe hat eben- falls ſechszehn Füße, und einen kaſtanien- braunen Kopf. Sie gräbt ſich regelmäßi- ge Höhlen in die Chokolade, und macht ſich, wie die übrigen Jnſecten von dieſer Gattung, Röhren von ihrem Geſpinnſte, welche ſie, nac) Beſchaffenheit der Um- ſtände, verlängert: Der aus ihr entſtehen: de Nachtvogel hat grüne und blaßgelbe, mit ſchwärzlichen Flecken bezeichnete, Flü- gel, die er in Geſtält eines runden gebro- Henen Dachs zu tkrogen pflegt. Man ſchreibt ſolcher von dieſer Mottenärt ange- Freſſenen Chofolade einen guten Geſchmack zuz daher auch die Spanier, wie Reau- mür ſchreibt, diejenige Chokolade, welche von dieſen Motten angeſreſſen worden, der übrigen vorziehen, weil man gefunden hot, daß ſie unter einem großen Worrathe alle- mal die beſte ausſüchen. Bey uns Deutſchen wird wohl feiner ſeine Delikateſſe ſo weit treiben, ſondern lie- ber friſche, von Aftermotten unangetaſiete, Chofolade genießen wollen, Afterrammnie. Man bedient ſich derſelben bey dem Bauweſen, wenn die Pfähle ſehr tief eingeſchlagen werden mitſ- fen, und der Schlägel oder Bär nicht mehr Agat 149 zureichte, Alsvdenn ſeßt man" eine After» ramme auf die Pfähle, um ſelbige bis zur gehörigen Tiefe einzutreiben. Man kann Afterrammen von verſchiedener Länge haben; Afterraupen. So überſeßen die neuern Naturforſcher die kauſls chenille, wodurch Reaumür diejenigen Inſecten ver- ſteht, welche zwar den Raupen ganz ähns« lich ſehen, aber mehr als ſechszehn Füße haben, und ſich hernach nicht in Schmet- terlinge, ſondern in Weſpen oder Fliegen," verwandeln; . Afterraupentödter, ſ, Ranpen- todter; Afterrüſſelkäfer,|. Baſtardrüfe ſeltäfer.. Aſterſpinne,| Weberknecht. Afterzegel, eben ſo viel als After- ſchlag. Algaf, Achat, ein halbdur<ſichtiger Edelgeſtein, der, ſeiner Natur nach, zu den Kieſelorten gehört, und nach der ver* ſchiedenen Vollkommenheit der Miſchung ſeiner Farben die Beſtimmung feines IMWerths erhält. Gemeiniglich iſt Jaſpis, Chalcedon, auch Quarz, mit demſelben verwachſen z daher koinmen die verſchiede» nen Farben und Namen deſſelben, 3. CE, Ychartonix, wenn er grau und perlenfar- ven iſt, und bläulichte oder röthlimie Zit fel hat 3 Auezernachat, wenn in der Mit- te ein dunkler Flec?, und um denſelben ein weißlichter Rand iſt; Daymachat, wenn vie ſchwarzen oder rothen Fleen eine Aehns lichkeit von Pflanzen vorſtellen» Der Chalcedonierachat iſt halbdurchſichtig, rofenfarbig und mit Wolken durchzogen 3 es giebt deren auch weiße z die aber ſelten ſind. Man findet aiſv, außer obgenann- T3 ten, <> STIESSEN I WEI“ KE./ Z8 mW 4 En SST FTR ERSTE 150 Agathb ten, ſehr viele Arten, und die Striche und Farben ſind ſo beſonders durch einan- der gezogen, daß ſie mandcherley Bildun- gen von Wolfen, Thieren, Früchten u,ſ.f, vorſtellen, wozu die Einbildung eine noch weit mehrere Menge von Figuren und Mas- lereyen hinzudichtet, daß daher die Abän- derungen am beſten nach den Farben, und nicht nach den Figuren, angegeben werden ſollten. Der ſchönſte Achat kömmt aus Judien und Sicilien; man findet ihn je- doch auch in Meißen, Böhmen, Heſſen u. ff. Die Adchatſchieifer und Stein- ſchneider bereiten daraus Uhrgehäuſe, Etuis, Ohrringe, Camiſolknöpfe, Roc>- knöpfe, Tabatieren, Garnirungsſtüke an den Uhrketten, und andere Galanteriewaa- renz desgleichen Salzfäſſer, Coralleunſchnu- ren, Meſſerhefte, Pirſchiere u. ſw. Aus den großen StüFen des Achats werden auch wohl Schaalen, Geſchixre und Jn- ſtrumente verfertigt. Der Falſche Achat aus Glas, mit unterſchiedlichen Farben vermiſcht, iſt leicht an Jeiner Weiche zu erfennen; denn der rechte Achat läßt ſich wegen ſeiner Härte nicht feilen; es bleibe auch fein Schmuß oder Unreinigkeit an -demſelben hängen. Der Achat iſt endlich mit dem Agt=oder Bernſtein nicht zu ver- wvetſeln. Agathbaum.; fiche Ebereſchen bann. Hlgeley, ſ. AXeley. AI Agen, ſ. Granne. Auch das ſpikige unreine Zeug, welches von Flachs und Hanf beym Brechen, Schwin- gen und Hecheln„abgeht, nennt man -Arteln, Acheln, Zacheln, aud even, Slachsſcheven. Dieſe leß- GE Weld mancherley wirthſchaftlichem Gebrauch. Die Flachsſcheven vom Bre- Agel hen des Flachſes können zur Feuerung-und Einſtreuen in den Viehſtällen gebraucht werden«- Die Flachsſcheven aber vom Schwingen behalten viele Härlein an ſich, und ſind daher ſehr gut zu 2ehm- oder Wels lerwänden, nebſt Stroh und Queen oder Päden(Graswurzeln) zu gebrauchen. Ein noch nicht genug bekannter Haupt« nußen der Schwingelſcheven in der-Baum- gärtnerey aber beſteht darinn, daß man die Obſtbäume, die in Grasboden ſtehen, die jungen vornehmlich, ſo weit etwa die-Wur- zeln gehen, damit belegt. Hievon evſtict' Gras-und'Unfraut,-welche dem-Baume die Nahrung entziehen, und die Erde un-- ter den Scheven wird ſo rein und locker, daß man daraus die beſte Blumenerde. ma- t halten, weil ſodann die Sonne nicht ſogleich in den Grund und Boden hineinwirken, noch den Baumſaft in Bewegung bringen kann. Zu ſolchem Zweck könnte dienen, wenn wir erſt zu Anfange des Winters einen, die obere Er- de feſt oder hart machenden, Froſt abwar- ten, und hierauf aufs gefrorne Erdreich Scheven um einen Theil obgedachter Bäu- me legen, dieſe BedeFung aber nicht eher wegnehmen, als bis die Spätfröſte vorüber ſeyn Fönnen. Es iſt ja doch beſſer, ein Paar Wochen dieſe Früchte allenfalls ſpä» ter, als gar feine zu haben, da ich es doch öfters erlebt, daß meine ſo lange um die Wurzeln verdeckt geweſenen Bäume in ſonnenreichen Sommern wenig oder gar nicht in der Reife zurückgeblieben ſind, In manchen Jahren erfrieren uns die mei- ſten Obſtblüthen, und wir haben alsdenn wenig oder gar kein Obſt, da hingegen uns aus andern Gegenden, die einen kalten Lehmboden haben, mehrmals die Obſtfrüche te in Menge zugefahren worden. In leß- kern Gegenden waren die Spätfröſte eben ſo gemein und ſtarf als bey uns; allein die Bäume waren daſelbſt noch ſehr zurück mit dem Aufbrechen ihrer Knoſpen, und litten daher keinen Schaden, Daß dieſe Bäau- me aber noch ſo weit zurück waren, kam allein von dem kalten Lehm- oder gebirgi- ſchen Boden her, in welchem der Baum- ſaft ſpäter verdünnt und zum Umlauf ge- bracht wird. Auf dieſe Weiſe glückt es yns auch, wenn wir den Boden an den Agnaten 151 Bäumen herum, durch eine zur ſchilichen Zeit angebrachte Bedeckung, wider das Einwürken der Sonnenſtrahlen und der wärmern Luft einige Wochen lang verwah- ren können. Man will indeß hier nicht rathen, daß ſolches mit allen, ſondern nux mit einem Theile der Fruchtbäume, ge- ſchehen ſolle, da man die Witterung doch nicht vorher ſehen kann, und es uns öfters glückt, daß alle unſre Bäume, vom Fro- ſte unberührt, wohl abblühen, und nach der Blüche noch eintretende Fröſte, wenn ſie nicht zu ſtark ſind, den jungen angeſeß- ten Früchten mehr unſchädlich, dagegen ven zu ſolcher Zeit bey uns noch ſpät blü- henden Bäumen ſehr verderblich ſeyn kön- nen. Daß aber ein gefrornes Erdreich ſpäter auſgehe, ſehen wir immer nach ver- gangenen Wintern, da das im Schatten ſtehende Erdreich, wo die Sonne wenig hintfömmt, ſpäter lo8geht, als welches mit dem, nach angerathener Weiſe bedeckten, Erdreiche gleichfalls nicht anders ſeyn kann, Agio, Aufgeld, iſt derjenige Nach- ſchuß, den man- geben muß, um das Sil- bergeld einem beſſern Gehalte, oder dem Golde gleich zu machen, oder umzuſeßen, Dieſes Agio kann fallen und ſteigen, nach- dem es Zeit und Umſtände mit ſich bringen, Hievon kömmt das Wort Attiortiren her, d. i. Auſgeld geben und nehmen, oder da- mit ein Gewerbe treiben. Vagnaten, Lehnsagnaten, ſind Seitenverwandten männlichen Ge“chlechts, welche durch eine ununterbrochene Reihe männlicher ehelicher Nachfommen von eben dem erjten Erwerver des 2ehns; wie der nußbare Eigenthümer ſebſt, abſtaiumen. Sie nehmen an dem nußbaren Cigenthu« me des 2ehns Theil; doch ruht ihr Nuz- zungsrecht, bis ſie zur&ehnsfolge gelangen, Agraffe, 152 Ägraffe Agraffe, iſt bey den Bildhauern ein Zierrath an dem Schluß eines Bogens, an Thüren, Fenſtern, Spiegel- oder Bil- derrahmen. Sonſt heißt es auch ein ein- facher oder doppelter Haken, Haften oder Spangen von Gold, Silver oder andexn Materien, die mit mancherley Zierrathen verſehen, auch wohl mit Juwelen be- ſett ſind. Agreſt, Franz. Verjus,5 nennt man ſpwohl unreife Weintrauben, als auch den daraus gepreßten Saft, welcher durch Tuch oder Papier geſcibet, und in zugeſpündete Fäßchen oder Bouteillen gethan wird, nachdem, wenn er dauern ſol, Baum- oder Mandelöl darüber gegoſſen worden, Man bedient ſich deſſen in der Küche und zur Arzney, da er im leßtern Falle mif Waſſer verſeßt, und zur Kühlung in man- cenkirſchen, Ahm, ſ Ohm.; Ahnen, alſo nennt man die Vorfoh- ven oder aufſteigenden Stammältern der Edelleute und hohen Standesperſonen, In Deutſchland wird Niemand vom alten Adel gehalten, der nicht acht Ahnen ſowohl von väterlicher als mütterlieyer Linie bey der Ahnenprobe erweiſen kann,-Jn Eng- ſand iſt jeder, der geadelt wird, wenn er auch aus dem niedrigſten Stande herkömm, gleich ein ſo guter Cdelmann und Ritter, als die alten Edelleute, Das Allg. L, Ri, für die Preuß. Staaten befaget von altem und neuem Adel dieſes: In Anſehung der weſentlichen Rechte und. Eigenſchaften des Adelſtandes iſt zwiſchen älterem und neue- rem Adel kein Unterſchied, Wo aber Statuten, Privilegien, oder das ununker- brochene Herfommen eines Ordens, Ca- pituls, oder einer andern Corporation, ei-' nen ſtiſts- oder turniermäßigen Adel exfor- dern, hat es dabey ferner ſein Bewenden. Die im Ahnenbriefe jemanden extheilte Ah- nen werden in einem ſolchen Falle, dex Regel nach, nicht mitgezählt,== Der zuerſt geadelfe Vorfahr, ſo wie etwa feine mit ihm zugleich in den Adelſtand erhobene Deſcendenten, werden bey der Nachwei- fung - SSS EEIGEEEE ihre 'Öpte ' ha: inen rh. det: men. man hlags en und aufgerichteten Büſcheln, ſehr ſchön, vortrefflich gelb, fallen vortheilhaft ins Auge, weil ſie blühen, ehe die Blät- ter ausſchlagen, Saamen: fällt gewöhn lich ab, und in manchen Jahren, ehe er reif wird. Rinde des Stammes: weiß und glatt, und unterſcheidet ſich leichtlich von den andern Arten, Ausländiſche Arten: 2) Rorbblühender Ahorn,|ſil- berblättriger Ahorn. Vaterland: Virginien, Penſylvanienn EStramin: 20-= 30 Fuß hoh.* Blätrer: groß, fünflappig, faſt gezähnt, ſcharf geſpißt, glatt, die Oberfläche blaßgrün, die Unter- fläcye meergrünweiß, die Stiele lang, ein- fac), rund, röthlih, HSiumen: in Trauben auf haufenweiſe zuſammenſtehen- den ſehr einfachen Stielen, ſehr ſc<ön, ſcharlachroth, blühen zeitig im Frübjahre. b) S&uceeraborn, A. laccharinum X. Vaterland: Penſylvanien. Stamm: 30== 40.Fuß hom. FStärtert breit, fünfcheilig- handſörmig, ſchorſgeſpißt- qe- zähnt, dünn, die Oberfläche glatt und. lichtgrün, die Unterfiäche aber etivas bag? horn rig und geſtiebt, Aus dem abgezepſten Safte dieſes Baumes machen die Ameri? kaner ihren Zucker, wovon das Verfahren Hernach vorkommen wird. c) Penſylvaniſcher Ahorn, A. Penſylvanicum. Vaterland: Penſyle- vanien, Stamm: dünn, mit vielen ro- then Zweigen, ewa 15 F. hom. Rin» de: weißlich. Blätter: mäßig groß, dünn, dreylappich, ſcharf geſpißt, ungleich und ſcharf- ſägejörmig. Zluymen: in Trauben, grünlichgelb. Saamen: fällt öfters ab, ehe er reif wird, d) Sſchenblätrtriger Aborn, A. Negundoo DWDaterland: BVWirginien, Scramm: 30-40 F, hoch, ſchnellwüch- ſig. SDlätter: mäßig groß, blaßgrün, glatt, dünn, aus unterſchiedenen Lappen zuſammengeſeßt, falen ziemlich früh im Herbſte ab, Blumen: in Trauben. Saamen: wird bey uns reif. e)&ranzöſiſcher Aborn, Aborn von t3Iontpellier, A Mouspeilulanum, Darertand: Montpellier. EStiamm 20 F. hoch, HPigster: mittelmäßig groß, dic, dreylappich, glattrandig, glatt, die Oberfläche glänzendgrün, fallen ſpäter ab, als die der glänzenven Arten, welches den Baum für Verzierungspflanzungen ſchä» bar macht, WSaaimen: zuweilen bey uns reif.= Ein ſehr ſchöner Baum! i) Opalus oder Jralieniſcher Ahorn, A.Opalus, Vateiland; Ita- lien, Stramin: 30-- 40 F, hoch, ere langt eine beträchtliche Stätke, macht eine ausgebreitete Krone, Släiter: groß, ſchön, mit großen rundlichen Lappen, ſeicht eingeſchnitten. Stumen: in Trauben, gs) Creriſcher oder Canadiſcher Aborn, A. Creticum:. Vaterland: ver Orient. Sramm?: etwa 20F, hoch. ZDl8rter: vreylappich, glatträndig, etwas paarig, Ahorn haarig; auf langen filzigen Stielen, Saamen: bey uns ſelten recht gut. bh) Tatariſcher Ahorn, A. Tata- ricum. Vaterland: die Tatfarey, Sramm: 20 Fuß hoch und darüber, Blätter: länglich, herzförmig, unge- theilt, ungleich- ſägeförmig, die Lappeit unmerklich, Blumen: in Trauben, Saamen: zuweilen bey uns reif, Noch haben wir einige Abarten zu merfen, 1) Von A. campeſtre die mit geſtreifren Blättern. 2) Von A. Pleu- doplatanus die mit ſcheckigen Dlätrtern, auch eine mit großen breiten Blättern und ſehr großen Saamenkapſeln, 3) Von A. platanoides die Lenne mit ſche>igen Slättern. 4) Von A. ry» brum Carl Wagers Ahorn, mit zahl- reichen, außerordentlich anſehnlichen und verzierenden, ſehr großen Blumenträuben, um derentwillen dieſe Abart vorzüglich ge- ſchäßt wird, Alle dieſe Ahorne können in der Luſt- gärtnerey auf mancherley Art genußt wer- den, und ſchien ſich meiſtens ſehr gut in Verzierungspflanzungen, Parks und aas dere große Quartiere, in welche ſie zwi- ſchen andern dauerhaften Laubbäumen von gleichem Wuchſe umher vertheilt werden müſſen, Sie laſſen ſich zu einzelnen Grup- pen, Hainen, Dicigten, Alleen, und zur Beſchattung breiter Wege und ländli- t ſich al- ſo, wiewohl nicht ſo gut, als Cſchenholz, zu Wagen, Karren, Pflügen u, ſ, w, deſto ZW beſſer m SIE IEIIE 156 Ahorn beſſer aber zu Schüſſeln, Kugä&n,(öſfeln u. ſ. w. und andern Drechslerarbeiten, A. rubrum und ſeine Abart ſind wegen ih- rer ſcharlachrothen Blumen außerordentlich anſehnlich und verzierend. A. lacchari- num, platanoides und Negundo ſchiden ſich wegen ihres hohen Wuchſes gut in Außenpflanzungen. Ihre an Größe und Form, wie auch in der hellern und dunk- lern Farbe unterſchiedenen Blätter machen eine liebliche Mannichfaltigkeit, gleichwie einige in Parks und auf andere weit ausge- dehnte Pläße hie und da umbergeſteßtete Bäume derſelben die ganze Scene verman- nichfaltigen. Acer platanoides hat eine ſonderbare Schönheit, und ſeine ſcheckige Abart macht eine artige Verſchiedenheit, weswegen er zu Verzierungspflanzungen ſtark geſucht wird. Zum Schuße der'Woh- nungen und Wirthſchaftsgebäude, wider vie Sturmwinde, auch Feuersbrünſte iſt er einer der beſten, In Anſehung der leß- tern hat er mehrmalen, ſeiner breiten Blät- ter halber, das Weitergehen der Flamme von den in der Nachbarſchaft brennenden Gebäuden abgehalten. Bisher hat man ihn in England ſelten anders, als zur Ver- zierung, gepflanzt. Bey uns in Deutſch- land hingegen iſt er bie und da zu Zimmexr- holze angepflanzt worden, weil er ſchnell wächſt, und ſein Holz eben ſo, wie das des A. pfeudoplatanus genußt werden Fann, Er verdient äber in aller Abſicht, vaß ſeine Vermehrung bey uns allgeineiner werden möge. A. Negundo iſt auch ſchnellwüchſig, und wird ein großer Zimmerholzbaum, auch kann man ſein Holz eben fo zu Drechs- lerarbeiten u. ff, nüßen, Ex darf aber in feine ganz oſjene 2age gepflanzt werden, weil ſeine Aeſte dem Windbruche unterwor- Fen ſind. Auch leidet er in heftigen Win- rertpbisweilen bey uns an den, nicht gebs- Ahorn rig reif werdenden, obern Spitzen feiner, in einem.feuchten*Boden oft 7--8 F. lan- gen jungen, Schüſſe. A. Pentylvanicum und Monspeſſulanum können mit Recht die Aufnahme in Verzierungspflanzungen erwäarfen; A. Creticum und ſchicken ſich ſehr gut in innere Pflanzune gen:==.| Alle dieſe ausländiſche Ahorne beſtehen bey uns ſv gut, als die einheimiſchen. Sie laſſen ſich alle leicht aus Saamen ziehen, welcher zu den Arten, deren Saamen nicht bey uns allezeit reif wird, aus ihrem Wa- terlande verſchtieben werden muß, kön- nen aber auch, wenn man nur erſt einige wenige Bäume hat, oder von Andern ha- ben kann, durch Abſenker und Stecklinge fortgepflanzt werden, Die aus Saamen gezogenen Bäume haben einen ſchnellern Wuchs, und werden höhere Bäume, als die aus Abſenkern'gezogenen Pflanzen, blü- hen aber dagegen nicht ſo reichlich, und man giebt daher, für niedrige 2Luſtgebüſche, dioſen leßtern den Vorzug.= Aus Dag- men: Der Herbſt verdient hierzu den Vorzug vor dem Fruühblinge, weil der in dem Frühlinge geſäete Saamen gewöhnlich zu ungleich aufgeht. Wer alſo nicht im Herbſte zur Saar kommen kann, muß ſol- che im eYFrübjahre ſo zeitig als möglich unz= ternehmen. Zur Saamenſchule laſſe man in einem tühlen ſchattigten Quartiere ein leichtes und mürbes Stück Land gut um- graben, theile ſolches in 3=-4 F,. breite Beete, überſichte den Saamen ein wenig“ Über 1 Z. hoch mit ganz feiner Erde, haite die im April und May aufgehenden Pfian= zen ten Sommer über rein, begieße ſie Reißig, und pflanze entweder ſchon um Michaelis, da ſie 8=10 Z, hoch zu ſeyn pflegen, oder auch erſt im folgenden Früh» jahre, die ſtärkſten derſelben, und endlich zin nige | has inge men lern als bly- und ſchö, 08: den in (iq im ſel: ) un: man ein um reite venig holte Ähortt fn dem abermals folgenden Herbſte oder Frühjahre auch die übrigen, in die Pflanz- ſchule in 2 F. weit von einänder entferne Reihen, und in den Reihen ſelbſt 1 Fuß weit, halte ſie in derſeiben rein, grabe in jedem Winter den Zwiſchenraum um, ineh- me ihnen alle ſtarke und unregelmäßige Seitenſchüſſe, und laſſe ſie hier wenigſtens 4--5 Jahr alt werden, bis ſie endlich 5== 6 Fuß hoch ſind, und ausgepflanzt wer- den können.== Zur Erziehung des A: rubrum, wenn man von demſelben einhei- miſchen Saamen bekommen kann, giebt der Engländer Sanbury folgende Wor- ſchrift: der Saamen wird bey uns im An- fange des Jun. reif, Dann alſs ſammle mati denſelben, laſſe ihn einige Tage, da- mit er zuvor har? werde, aäbtroF nen, ſöe ihn alsdenn in recht feine Erde, bedecce iht nur% Z, hoch mit Crde, überſpreite das Beet mit Tonnenreifen, bede&>e es gegen brennende Sonnenhiße mit Matten, laſſe es äber bey trüber vder regnichter Wirte- rung unbedect, ſchüße die Pflänzchen, die etwa nach 4== b Wochen zum Beorſchein kommen,(der größte Theil aber geht ecſt im ſoigenden Frühjahre auf,) aufs forgfäl- tigſte gegen heißen Sonnenſchein, halte fie zu dieſem Zwecke, wenn keine trübe oder regnichte Witterung iſt, den Tag über ſtets mit Matten bede>t, und begieße ſie geh0- rig; im folgenden Sommer aber überlaſſe man ſie allet Witterung, und wartegſie nur mit Jäten ud Begießen, und pflanze endlich in dem nachfölgenden Frühjahre ſchon vie ſtärkſten Pflanzen in die Pflanz- ſchule, ü. fw.= Durch Abjenker: Ran lege iim Herbſtie, Winter, oder zei- tig im Frühjahre Schüſſe junger Zweige ein, welche im folgenden Herbſtie bewurzelt zu ſeyn pflegen, und von denen die ſiäriſten dann ſogleich an Ort und Stelle, die ſchwu» AÄhort 157 habe, Dieſes abgezapſte Waſſer wird in gros ßen eiſernen oder kupfernen Keſſeln gekocht, bis es ſo di> wird, daß ſich das zähe We» ſen nicht mehr will herumtreiben laſſen, wobey der€crſyrup ſich in einen braus nen, mehlichten Zucker verwandele, Will man ſvichen in Hüten vder in andeyer Ges ſtalt haven, ſo rührt man nicht V lange, ſondern indein er noch Küßig iſt, gießt man ihn in die Gefäße, und laßt ihn falt wer» den. TO KEN; wn Ie 80 an I) EI MIS wi. SEE: UIT TESTET 7 FOTO TEEN as bf ie Drait Ge Ee DE 4 Mai<< 2 m Si NIE Bane EÜR+... 52 Zement 160- Aßort ven, Einige miſchen Mehl unter den Sy- rup, wodurch der Zucker weißer wird; aber der mnverfälſchte hat einen angenei)* mern und ſüßern Geſchmac>. Der, aus vom im ſpäten Frählinge von ausgezoges nem Ahornwaſſer, gefertigte Zucker zep> fließt, ſobald die Luft feucht wird, daher die Einwohner Frauenhaarſyrup daraus zu machen pflegen. Man hielt,« nod) vor den Zeiten der Republik, dafür, daß jähr- lich in Canada 120-=-150 Centner dieſes Zuckers verfertigt würden, Gemeiniglich rechnet man, daß ein guter Baum 4=- 8 Kannen Saft in einem Tage gebe, und wenn der Frühling etwas. lang iſt, kann man von einem Baume 30-99 Kannen Saft befommen. Aus 16 Kannen Saft erhält man ohngefähr Ein Pfund Zueker, ja man ſoll Cin Pfund Zucker aus 5 Kan- nen Waſſer erhalten haben; abex diefer war von Bäumen, die auf hoyem und bergichtem Zande gewachſen waren. Der Baum nimmt nach dem Abzapfen feinen Schaden. Der gute Zucker ſoll hart, von ßrauner Farbe, etwas durchſichtig, von angenehmen Geruche, und ſehr füße auf der Zunge ſeyn. Zuweilen iſt er locfer, wie Mehl oder Muscovadenzucker; mei- ſtens aber ſißt er in kleinern oder größern Klumpen bey Linander. Gemeiniglich wird er in kleinen, eine Queerhand breiten, Kuchen nach Curopa gebracht. Dieſer Ahornzucker zergeht nicht ſo geſchwind, als ver gemeine Zucker, er verſüßet auch nach vem Ebenmaaße ſeiner Größe nicht ſo ſtark, als dex ordentliche, Aber man befindet ihn geſünder als den gewöhnlichen j und bey Bruſtkrankheiten ſter beſonders nüßlich, Der Zuckerahornbaum, A. lacchari- num, iſt zur Zeit bey uns noch nicht häu- fig anzutreſſen, aber leicht dur< Pfropfen und Oculixen auf unſre einheimiſche Abhor- Ahortt ne zu: vermehren. Da indeſſen leßtere, wie oben bemerkt worden, auch ſchon zum Zucergewinnſt dienlich ſind, ſo könnten manche Landwirthe ſchon aus dieſen unſern Ahbornen ihr ganzes Zucerbedürfniß für ſich ziehen, oder wohl gar ſchon an Andere davon etwas ablaſſen. Erhellet aber aus der beſchriebenen Verfahrungsweiſe der Amerikaner, daß ſie nach harten Wintern den beſten Saft aus ihren Abornen ziehen, ſo ilt ſehr wahr» ſcheinlich, daß die mehrere Süßigkeit deſs ſelben eben ſo, wie z, B. die unſers Grün- Hder Blaukfohls und anderer Wegetabilien bey uns, entſtehe, deren Saft deſto ſüßer wird, je mehr ſie Froſt ausgehalten, von der mehrern Kälte herrühre, Dieſerhalb müßten wir den erſten abgezapften Saft der Ahornen, welcher in ihnen den Win» terfroſt ausgehalten, als den an Süße reich- haltigſten, voraus und allein ſammeln. Hiernächſt würde auch dieſer Saft dem Winterſafte am nächſten kommen, wenn nach dem erſtern Abzapfen, wie es oft bey uns geſchieht, Spätfröſte den neu einge- tfretenen Saft wieder ſüß gemacht haben können. Je jpäter alſo im Frübjahre der Saft nach vorhergegangener Wärme abge- zapft wird, deſto weniger dient er zum Zu >erfochen, ſo wie auch Kalms Bericht da- mit überein kömmt, da in ſelbigem geſagt wird, daß das im May abgezapfte Waſſer öfters einen unangenehmen Grasgeſchmac habe, - Noch iſt die Frage übrig, ob das Ein« hauen in die Stämme der Ahornen nicht durch das An- odey Cinbohren, wie bey den Birken bey uns, entbehrlich gemacht werden könne, da wir zuleßt das Bohrloch durch einen eingeſchlagenen Pfropfen ver- ſtopfen, und damit die Wunde gleichſam unſichtbar machen, Es iſt ſehr wahrſchein« | lich, fert, zum fen ſern für dere enen ß ſie t aus vaht. | doſ; jrün: oilien ſüßer , von rhalb Saft Wins velch- meln, : dem wenn fr bey inge aben e der age? yn Zu ht da- Baſſer hmad 8 Cine 1 nicht je bey macht hrlocers eben ſo, wie es mit dem Safte des Zucerrohrs geſchießt, in die weiße ver- wandeln könnten, Dieſes iſt gar nicht unwahrſcheinlich, da wir wiſſen, von wel- t," Die Wur- zelblätter fangen ſchmal an, die am Sten- gel aber ſißen platt auf, umgeben ſolchen einigermaaßen, ſtehen einander wechſels» weiſe gegen über, und werden nach und nach fleiner, Dlumen: einzeln an, den Enden der Aeſte, anſehnlich groß, gelb, ohne Geruch, - 2) Kraysblättriter Alant, Sl6h- alant, Chriſtinenkraut, SiöbFrarx, Fleine Dürrwurzel, oder Ruhbrkraut, Pulicaria. Warteriand: Deutſchland, überall an feuchten Orten. Wurzel: Fa- ſericht. GStentgel: purpurfarbig, von weichen, ſpißigen, am Rande krauſen Blättern umgeben, in viele Aeſte ſich ver- breitend, ZBlumen; gelb an den Aeſten und höher ſteigend als der mittelſte Sten- gel; daher die ſpätern Blumen über dieje- nigen hervorragen, welche zuerſt hervorge- brochen.: 3) Rubralant, große Dürrwurzel, Dummrian, loula dyſentetica LL. Dag- terland: Europa,.an den Gräben im gu- ten Acker, um die Dörf2r und Wieſen in einem feuchten Grunde ſehr gemein. Srentggel: zottig, ri3penförmig getheilt, 2--3-Fuß hoh. Blätter: umfaſſend, herzförmig- länglich, am Rande einiger- maaßen fraus, oberwärts rauchlicht, un- terwärts wollicht. Blumen: gelb, auf den vielen Blüchſtielen der Aeſte nur eine, die Kelchſchuppen ſchmal, mit Wolle über- zogen, rüwärts gebogen, und am Ran- -de gefurcht; die Randblümchen lang, drey- zähnig, die innerlich geſtellten röhrenför» mig, zuweilen nur mit 4 Spißen geen- diger,' 4) Glatter weidenblättericher Alant, unächtes, weidenblätteri- ches, tlattes Wolferley, glattes Sternkraut, Inula fälicinaL, Virer- Alant 163 land?" das nördliche Europa, auf bly« michten Trifren und Hügeln häufig, Stey- gel: glatt, nach obenzu geſtreift oder ecf- icht nebſt den Aeſten. Blätrer: lanzen=- förmig, plattanſißend, rückwärts gebogen, nur am Rande etwas rauch,' eingeferbt, Diumen: einzeln, die. untern höher als die andern, mäßig groß, im Jun,, Jul. und Auguſt.. Ee 5) Rauber, weidenbläctricher Alanc, ſebr haariger oder ſtachlicht bläctricher 11,|. w., rauches Stern. Traut. Vaterland; Deutſchland, Si- berien, Frankreich, Genf. Srengel: ziemlich rund, etwas haarig, raub, 1 F, hoh. Hlärrer: ungeſtielt, lanzettför» mig, ſtumpf, ſtachlichr, zurükgefrümmt, ſeicht- ſägeförmig= rauh, halbumfaſſend, Dlumen: einzeln, die untern höher als die andern, im Jul, und Aug. | Wir übergehen die vielen andern ausz= ländiſchen auch für Deutſchland dauerhaf- ten Arten, die gleich den einheimiſchen in einem jeden Garten zur Zierde der Rabat- ten unterhalten zu werden verdienen, im Sommex aber an Stäben befeſtigt werden, Die Cultur iſt leiche, weil ſie ſich, wie der Aſter, einige wenige ausgenommen, durch ihre Wurzeln ſehr ark vermehren, und, wenn ſie im Herbſte zertheilt werden, faſt in jedem Boden und in jeder Lage ſchon im folgenden Sommex blühen, je früher fie im Herbſte gepflanzt ſind; auch feiner wei- fern Wartung bedürfen, als daß nur ihre Stengel nach dem Flor über der Erde abge- ſchnitten, und diejenigen Arten, die ſich am ſtärkſten vermehren, um jedes andere Jahr, die andepn aber nur um jedes deirte Hder vierte Jahr aufgenommen, und durch' Sertheilung verjüngt, und nachher älle- zeit rein gehalten werden. Wenn man Heleniumiotf, den großen Alant; um der X 2 offici» WILEN 8 (02 dah 1 mumevrI gn= nRE KT ks « ; [ZJ 164 Alan officinellen Wurzeln willen, in Menge zie- hen will, ſo müſſen die Saamenpflanzen, ſo wie ſie im May nach und nach die nC- Khige Stärke bekommen, auf ein feuchtes, fettes, ſchattiges, zwey Spadenſtiche tief gegrabenes Beet 2 Fuß weit von einander gepflanzt werden, Sobald dann im fol» genden Jahre ihre Stengel nac dem Flor abſterven, können ihre Wurzeln ausgegra- hen werden, und ſind. dann weit ſattiger und kräftiger, als wenn ſie erſt mehrere Jahre geſtanden haben. Even dieſer Alant, Helenium. offic., iſt ſchon von alten Zeiten her in vielen Krankheiten angeprieſen und auch von den neuern Aerzten nicht verachtet worden, Sondertich lobt man ihn bey Bruſtkranfk- heiten, furzem Athem von zähem Schleim, frocnen Huſten, Engbrüſtigkeit, Heiſer- keit. Man hat öfters mit Alantwurzel, in Wein und Honig gekocht, und dieſen trinken laſſen, den ſchlimmſien epidemiſchen Huſten kurirt. Und da dieſe Wurzel zu- gleich eine ſtärkende Kraft hat, ſo kann der anhaltende Gebrauch den Lungen nicht ſchädlich, und ſie: auc) in andern Krank- beiten, als: bey Magenſchwäche, ſchlech- ter Verdauung, Milz- und Bleichſucht und bey andern verhinderten Abſonderun- gen der Feuchtigkeiten nüßlich ſeyn, Aeuſ- ſerlich wird ſolche wider die Kraße gelobt, und man pflegt ſowohl mit Schmeer eine Salbe daraus, zu verfertigen, als auch die Wurzel in Waſſer zu kochen, und ſich da- mit zu waſchen... In den Apotheken hat man die getrocdnete, wie auch die mit Zus fer eingemachte Wurzel; l-8tere kauet man, und erſtere wird mit Waſſer und Bier ab- gefocht und getrunfen., Wenn man die Wurzel. mit Wein göhren läßt, erhält man den befannten Alantwein, weicher oftmals, da ex das Blut ſehr erhißt, zum Schaden Alateenus der Kranken, als bey Blattern: und der» gleichen, gebraucht wird, Wie denn übey- haupt der Alant, wo die Hiße verdächtig iſt, mehr ſchaden als nüßen kann, In Preußen und an andern Orten bereitet man aud) einen Alantmeth, indem die Wurzel mie dent ſiedenden Meth vermiſcht wird, Die Wurzel wird auch von den Färbern vey dem Blaufärben gebraucht; und das Pulver, auf glühende Kohlen geſtreuk, ſoll Mücken und Flöhe verjagen, Nr. 2. Pulicaria, iſt nicht. mit der großen Dürrwurzel zu verwechſeln. Die alten lateiniſchen Schriftſteller. haben dieſe Artz: 316hLraut genannt, und der ſtinfende Geruch ſoll Flöhe und Wanzen verjagen. Cinige rühmen die Salbe, ſo aus dieſer Pflanze gemacht wird, wider die Kräße« Nr. 2. lnula dylentericaz3 wird in manchen Apotheken, ſtate des wahren Fallfrauts, Arnicas"gebraucht„/ und-da- her auch Waſſerfalifcaur, Falſche XVoljcrley, genannt. Die ganze Pflans ze ſchmect ſcharf, und riecht wie Seife, Linnäus melder„daß die Rußiſchen Sol» daten in Perſien einſt von der rothen Ruhr angegriffen, und mittelſt dieſer Pflanze glüclich geheilt worden wären, Nr. 4- hat keine bekannte arzneyiſche Kräfte, und Nr. 5. desgleichen, Alaternuys, Rhamuus alaternus, ein Baum, der,: ſo wie ſeine Abarten, die Wintexluſtwälder, wegen ſeiner immer» grünen Blätter, bey uns zieren yollte, wenn nur unſre Winter weniger ſtrenge wären. Man kann es verſuchen, ob matz dieſs Sorten, wenn ſie zuvor einige Jahre ju Töpfen gehalten worden, nachher ans unſye Winter noc< und nac gewöhnen tsnne, Sie müſſen einen ſtarten und aw e eting dr vm ede leb Gr=<== nien 0 id nen , ſo - die dia hren dq ſche Tan: fe, Zol. uhr a iſcht nus, h die met» ollty ng man ahre - an nen ) da hey Alaun bey froF nen Boden haben, Bigher hat man ſie meiſtentheils in Gewächshäuſern durch den Winter gebracht. Die Blätter haben einen bitterlichen, anziehenden Ge- ſchmack, und ſollen zum Gurgelwaſſer bey böſen Hälſen dienen, Alaun, ein von den meiſten Natur- fundigern ſv genanntes Mittelſalz, welches einen ſüßlichten, ſtark zuſammenztehenden Geſchma> hat, Cs beſteht dieſes Salz aus dem Wieriolfauern, und aus einer Kie- ſelerde. Man ſindet den Alaun entweder natürlich, welther ein gediegener heißt, und in feſter Geſtalt und cryſtolltiſirt, oder wie Wolle gewachſen, welche Art Zeder- alaun genannt wird, oder wie ein weißes Mehl, das Alaunmebl heißt, zum Vor- ſchein kömmt; oder es wird der Alaun durch die Kunſt aus Erden, Kieſen, Steinen und Schiefern gezogen. Der Römiſche Alaun iſt unter allen Arien der reinſte, und ſieht röchlich aus, Der Alaun iſt ein ſehr nüßliches Salz, das in vielen Künſten unentbehrlich iſt, In der Heilkunſt iſt es ein zuſammenzie- hendes Mittel, Wey den Wundärzten iſt der gebrannte Alaun ein beizendes Mit- tel, vorzüglich aber dient er in der Färber- funſt zur Feſtſeßung einiger Farben und zur Erhöhung derſelben, Außerdem be- dienen ſich auch deſjelben die Papiermacher, Wuürtler, Gerber, Buchbinder und andere Profeſſioniſten. Alannerde, iſteine harte Erde, wel- haft, Sie iſt von ſchwärzlicher, bräunli- net, und zum Verſen- den in„zäſſer eingepackt wird, wie derglei- een zu Jreyenwalde in der Mark Bran- denburg zu ſehen iſt,- ziivantjſcher Weitt, wächſt bey Als Vans im Kirchenſtaate, iſt weiß und rotßz der weiße wird in Rom am liebſten getrun» X%.3 fen, EIRICH 16.000008 AUSTRITTE pv| K 22. BEINEN v y A y R| 87 X y? hk.“ V Dora Fiamma a a SURI ZER mae 166 Albe fen, auch von Ausländern geliebt, weil er mäßig bißig und nicht ſtark iſt. Albe, Atberbaum, ſ Pappel- baun. Aibeln, Ablen, Stinte, Weiß- fiſche, f Trutren., Albertusthater, Albertiner oder Burgundiſche Thaier, ſind eine nie- derländiſche Münze, nach dem vormaligen Statthalter, Erzherzog Albert, u5d nach dem darauf geprägten Burgundiſchen Kreu- ze alſo benannt, Sie gelten ohngefähr x Thlr. 4 Gr. Churſächſ, Conventions» gelt. 12, Ahle, Engl. Aehl, eine Gat- tung Bier, welches in England, vornehm- lich zu Burton in der Provinz Mercia ge- hrauet, und in wohlverſtopften Bouteillen nach vielen auswärtigen Zändern verführt wird. Es iſt hell und klar, durchſichtig, gelblich, und ſcharf vom Geſchmacke, Oft fallt es dergeſtalt auf die Zunge, daß es his in die Naſe, wie der Senf, kriebelt, Es kömmt gar Fein Hopfen, oder nur ſehr wenig, zu dieſem Biere; daß es aber ſo ſtark und flüchtig iſt, joll davon herrühren, weil man es, mittelſt ſcharfer Gewürze und Birfkenreiſer, zum heftigen Gähren bringt. Bey Deffnung der Bouteillen muß man vorſichtig ſeyn, ſonſt wird das Bier von der Luft, die zu behende hineinfömmt, auf- getrieben, und ſpringt mit ſolcher Gewalt heraus, daß oft wenig in der Flaſche bleibt, Seit einiger Zeit wird dieſes Bier in Ber- kin, Potsdam 1. ſ..w. gleichfalls gebrauek, Alfreſco, eine Malerey auf noch fri- we ar noch„naſſem Kalke. Hierzu ſchicken ſich nur Erdfarben, welche ſich in den naſſen Kalk hineinziehen, wenn man fie aufträgt, und nicht eher wieder geſehen „Alkali werden, als his der Kalk trocken iſt,» Die Malerey dauert ſo lange, bis der Kalk ab- fällt. Miſcht man die Farben mit Oeifir- niſſen, ſo heißt ſolches ali Gulio; nimmt man aber nur Brannd?wein oder Leimwaſſer dazu, ſo nennt man es alla Tempera. Alifantenwein, hat den Namen von Alifante, einer Spaniſchen Seeſtadt, ob er ſchon nicht in ihrem Gebiete allein eingeſammelt wird, Er iſt cheils ſchwärz- lich, theils roth. Der erſte wird auch Tintoweiwn,(vigo tinto, gefärbter Wein) benennt. Iſt dieſex Wein ächt, ſo Hat man daran einen ſehr guten Magenwein, Er wird aber ſtark aus Roſinen und andern ſüßen Sachen nachgemacht. Sonſt exr- hält man auch aus Alifante viele trockne eingelegte Früchte, als Feigen, Oliven, Capern, Weinbeeren. Alfali, Alcali. Hierunter verſteht man in der Chymie überhaupt diejenigen Salze, welche auf der Zunge eine ſcharfe brennende Empfindung erregen, mit den Säuren oder ſauren Salzen aufbrauſen, und mit ſelbigen Mittelſalze geben. Ban hat zwo Hauptäarten von alkaliſchen Salzen, wovon die eine fenerbeſtänditge, die an- dere flücht:ge aifaliſche Salze enthält. Jene ſind ſcharfe im Feuer beſtändig biei- bende Salze; dieſe aber geten bey einem geringen Grade des Feuers in offenen Ge- fäßen in vie Luft, oder ſüblimiren ſich in verſchloſſenen Gefäßen. Die feuerbeſiändigen Salze kann man in zwo.Gaktungen eintheilen, in vegeta- biliſche und mineraliſche. Jene ſind bloße Produfte der Kunſt, und werden durch das:Verbrennen, Auslaugen, Cin- ſieden und Calciniren erhalten, Die vor= züglichſten Arten ſind: 1) die Pottaſche, Cineres clavellatiz; welcXerſchwertel, runde Siete wurz, Gladiolus communis L, Vidloria- lis rotunda. Vaterland: das mittägige, Europa» Wurzel: groß, rund, zuſam» men , Weih aft ais welche ' ſo qut) Anblick Bilder von der zu fön« | und ſs aliſchen toriſche eimälde lich es ſchichte Jalante, 1 gan Jetinh Ne. ſilten um, jolus, Gärten er meh: 18 dauer» Je, pet* hte, 2 „ liliet tgärten, 1d ſechs" großen - lers t, Stren- gel: zwiſmnen Hrts 3= 3 Tage liegen, damit ſie, ehe man lie ein» pflanze, an dem untern Orte krocken wer- den, ſonſt ſind ſie der Faulniß fehr unter- worfen, Diejenigen, welche keine oder doch ſelfen Nebenſchöſie treiben, ſell man, nach Ciniger Anrathen, durch die Blätter zu vermehren ſachen, Man nimmt die untern Blätter ab, und läßt ſte einige Ta- ge liegen, damit ſie trocken werden, hier« auf pflanzt man ſi? in lockere mit Sand vermiſchte Erde, alſo, daß der Theit des Blattes, mit dem es an der alten Pflanze gehangen, ohngefähr einen halben oder ei- . (Beits Alot& Cat» vollen pig wern Innen ſt blei» Zinden indem , um | OCE biüht, oßlinge Nutter- 4 man (11 TH» a, 100 „jeht außer? te 3- ſie ein? 11 wer unter“ e oder x man, Bla mt die ge To“ , hier“ Sand eis des fan der eb pon Aloe nen Zoll in die Erde ſtecke, und dieſe, dä- mit ſie. Kch ſeße, etwas begieße, Darauf muß man den Topf in ein temperirtes Miſi- beer eingraben, vor ſtarker Sonnenhike bewahren, und mit Waſſer mäßig exr- friſchen, Man Fann nicht eigentlich ſage, von welcher odex welchen Aloearten der in den - Apotheken gebräuchliche Aloeſaft herfomme, Wir haben aber in der Apotheke die ſo ge- nannte Roßalogeg, welche man den Roß- und Viehärzten überläßt, und die Suc- cotriniſche und Leberaloe, welt werden, damit das Regenwaſſer nicht eindtinge, Nach dem Allg, Preuß. Landrechte iſt der Nachbar, die Anlegung neuer Al- täne, Erker, Wetterdächer und anderer über die Gränze ragender Bauwerke zu duß- den, nicht verpflichtet, Piltandach, ein oben ganz plattes Dach mit einem Geländer. In kalten Fändern findet maxnſie ſelten, In Italien aber und im Orient ſind ſie gebräuchlich. Altbinder, ein Böttcher oder Faß- binder, der alte hölzerne Gefäße bindec.und ausbeſſert, Altdeutſches Dam, ein Dach, deſſen Höhe mit der Breite übereinſtimm?, Alt Eiſen, alles abgenustes, abge- brauchtes und verroſtetes Eifen, welches in den Preußiſchen Staaten um einen gewiſ- ſen Preis eingekauft und den Eiſenhäm- mern zur Umarbeitung zugeſchickt wird. Alte Gewerke, ſind diejenigen Hand- werke, welche nach verſchiedenen Nach- vichten und Urkunden in Deutſchland dafix gehalten werden, daß fie am erſten in die Städte gezogen/ daſelbſt Jnnungsrechte erhalten, und geſchenkte Handwerke ge worden ſind. Gemeiniglich recqnet man darunter die Berieler, Böttcher„ Brauer, Bäcker, Gerber, Töpler, Kupferſchmiede, Grob- und Kleinſchmiede„ Schloſſer, Maurer, Zimmerleute, Wagner, Schu- ſter, Kürſchner, Leineweber, Tuchmacher uw. dal, Altentheil, Auszug der Altfiger oder Yuszügler, ſs heißen diejenigen „VWortheile, welche dex Uebernehmer einer Ruſtikalſtelle dein vorigen Beſißer zu feiner Verſorgung auf Febenszeit anweiſet, In “ Prew 5 Fel wr TH i56 Altess Preußen und Sachſen lind bieſe Altenchei- le. nach den verſchiedenen Provinzen auch verſchieden, und beſtehen theils in Geld, theils in Kor- und Gartenfrüchfen, theils im lebenslänglichen Nießbrouche eines 8e- wiſſen Grundſtücks, auch wohl in einer g2- wiſſen Anzahl von Gänſen, Scchaafen, Schweinen, Eyern, Butter und Käſe u. fw. Der Richter iſt aber ſchuldig, darauf zu halten, daß der neue Beſißer vem Abgehenden nicht übermäßige Vor- theile einräume, wodurch er ſelbſt, der Stelle gehörig vorzuſtehen, und die taſten derſelben zu übertragen, unvermögend wer“ den kann, Altes Geld. So nennt mandie auf ven alten Fuß geprägten Münzſorten in Rechnungsfſachen und Wechſeln. Altfiſch, Alecfiſch, Elſe, May- ; ein Seefiſch, etwas größer als ein I Er E20 im May und Jun, häufig aus der See ins ſüße Waſſer in den Flüſſen, in welchen er nach einiger Zeit heſſerſchmeckend und ſaſtiger wird, Altflicker, Altreiß, Altpußer, Altlapper, Altmacher, Scs zugegen, uind redet vox der Obrigkeit ſeibſt das Beſte der Geſellſchaft. Jnsgemein haf ein Gewerk zwey Altmel- ſter, die alſo vie Vorſiehor der Meiſter und Geſellen ſind. Jn einigen Gegenden nennt man ſie Altermann, Aldexmann, Dldex- mant, Altmelf, oder Altmülk, wird von Kühen geſagt, die ſchon vor langer Zeit gefalber haben, und wenig Milch mehr geben. In großen Wirthſchaften muß wohl Acht gegeben werden/ daß un- freue Viehmägde die altmülken Kühe, um der Mühe weniger zu haben, nicht vor der Zeit tro&en ſtehen, oder auftro>nen tloſſen, Es fann dieſes auch von ihnen in der Mey- nung geſchehen, daß die Kühe bereits in der Trächtigkeit ſchon ſehr weit wären, und um des bevorſtehenden Kalbens wilien ih- nen nicht mehr die Milch abzunehmen ſey, I(ber vielmals irrt man ſich bierinn, da eine Kuh für trächtig angeſprochen wird, und es doch nicht iſt, wobey denn die Milch- nußung auf ein ganzes Jahr verlohren geht. Wenn daher keine ſichere Kennzei- chen der Trächtigkeit vorhauden ſind, muß Wet, Encytlopädie 1. Theil. Amaranth I77 mit bem Melken nicht aufgehört werden, Denn man muß wiſſen, daß, je wenigee eine altmelte Kuh Mi.< giebe, deſto mehr Sahne oder Rahm von ſolcher Veiich ers haiten werde, daß demnach ein Maaß Milch ver oitmelken Kühe wohl eben ſo viel Sah- ne als drey Maag Milch von Friſcchmülken ühen geben tfönne, Es wird dean abex freytich biebey vxausgeſeßt, daß die alte Rieifenen Kühe in even ſo gutem Futter, als die andern, gehalten werden, in wel- =- 5 Z. weit von einandox; und gebe ihnen, damit ſich die Erde gehörig anſchließe, ſo- gleic) Waſſer, jevoch nicht mit der Girß- kanne, weil vaste Zweige treibend. ZDlätter? groß, blaß- grün. FSlumentranben: doppelt zu- ſammengeſeßt, walzenförmig, ſehr lang, hHerabhängend, glänzendpurpurroth, ent ſpringen an den Gelenken und Enden aller Zweige und Schüſſe, einige traubenförmig hbeyſammen ſtehend, andere aber einzeln bis zu einer Länge von 3 F. fortwachſend, und dann gleich einem Schwanze nieder- hängend, und oft ſogar auf dem Boden ſchleppend, die Blumen mit 5 Staub- fäden. 3) Blutrother, oder Bahami- ſcher Amaranth, Vaterland: die Bahamainſeln, Eine überall purpurroche Pflänze- In ihrem Vaterlande iſt ſie eine Gemüſepflanze, giebt aber bey uns feinen guten Saammen, wenn ſie nicht auf einem Miſtbeete dazu gebracht wird, 4) Gelber Oftindiſcher Amo- ' eänth, A. flavus, Vaterland; Oſtin- dien, Wird wegen der gelben, die Man- nichfaltigkeir vermehrenden Trauben von vielen ſehr geſchaßt. Amaranth - 5) Stachlichrer Amaranth, A ſpinolus. Vateriend: beyde Indien« iätter: länglich, röthlich, Blumen; traurig roth), und eben nicht ſchön, Die erſten drey Pflanzen dienen beſon- ders zu einer auserletenen Werzierung gr9- ßer freyer Rabatten, und anderer an Hauptwege, Ratenſtücke u. f w. ſtoßenden Abtheilungen, Sie müſſen aber alle durch fünſtliche Wärme zu einem gedeihlichen Wachsthum gebracht werden. Man ſäe alſo den Saamen am Ende des März over im Anfange des Apr, auf ein mäßiges Vuſt- beer, gebe den Pflänzchen, ſo viel möglich, friſche duft, verjeße ſie, wenn ſich) die Warme des Beetes verlohren hat, und ſie 2--3 Z. hoch ſind, ſorgfältig auf ein fri: ſches Mittbeet, gieße ſie an, begieße ſie bey troctenet Witterung fleißig, gewöhne ſie nac) und nach an die freye Luft, und pflanze fie endlich) im Anfange des Jun, mit einem Ballen Erde, und bey feuchter Witterung, weil ſie dann den Kopf nur wenig hängen laſſen, auf die Kabatten, und auc) einige in Töpfe, gieße ſte ſogleich) an, und wiederhole diejes auh nachher vey tro- >ener Witterung fleißig. Der Saamen wird gegen Ende des Sept, reif, und dann muß man einige der größten"Blumenahren abſchneiden, und ſolche etwa 14 Tage lang auf eine tro&ene luſrige Stelle ausgebreitet an die Sonne legen, c) Dauerhäftere Arten, 8) Hypochondriſcher Amaranth, A.hypochondriacus. Vaterland; Vir- ginien, Stengel; groß, grün, auf: vecht, 3 Fuß hoch, theilt ſich in viele auf- rechte Zweige. HPlätter; eyrund, ſteif geſpißt, dunfelleberbraun. MBlumen;: auf den Enden der Zweige, in großen, zu» ſammengeſeßten, dicht bey einander ſtehen- den, ), Ä, ndien. men; deſon: g t9: ee an ßenden educch hlichen an ſoe 3 over Miſt- dgl, (d) die und ſie in fri: ße ſie vöhne , und Jun euchter pf nur n, und id an, ey tr0- aamen d dann nähren ge lang ebrettet vanth, ; Vir , aufe ke aufe / feiſ mens: 0, zu? ſiehen- Deny SimarantB ben, aufrechten, vörtreſſlich purpurrothen Träuben, mit 5 gelben Staubfäden. Eine in den Gärten längſt bekannte Pflanze, die zur Mannichfaltigkeit unterhalten, und zur Verzierung großer freyer Rabatten, und anderer an Hauptwege und Raſenſtücke ſto- ßenden Abtheilungen gepflanzt, und wie Nr. 3==7 erzogen wird, ob ſie gleich ſo dauerhaft iſt, daß aus ihrem ausfallenden Saamen in manchen Frühjahren viele neue PPM entſpringen, 9) Trauriger oder Chineſiſcher AGFA A. triftis. Vaterland: China. Stentel: aufrecht, äſtig, etwa 3 F. hoh. Plärter: eyrund, herzför- mig, ausgerandet, flein, grün, fürzer als die Blattſtiele, ſehr lang geſtielt. Jn ihrem Vaterlande iſt ſie eine Gemüſe- pflanze. 10) Zurückttebogener Amaranth, A. retroßexus. Varerland: Penſylva- nien. Scenttel: ſteif, von Blatt zu Blatt gebogen, zottig, mit vielen biegſa- men, zurückgefrümmten Zweigen. Er pflanzt fich durch ſeinen aus fallenden Saq- men wie Unkraut in den Gärten fork, 11) Mpleyfärbiger Amaranth, A. lividus- Stengel: aufrecht. äſtig, rothgeſtreiſt, etwa 3 F. hoh. FPaätrer;: breit und rauh, die an den. untern Theilen der Pflanze gerundet- eyrund, und abge- ſtoßen, die aber gegen den Gipfel zu ſpiß. Bluwen: auf den Enden der Zweige. in faſt ährenförmigen, aufrechten, gerunde- ten Knöpfchen, hochpurpurroch, mit 3 Staubfäden, Iſt eine HE ENERG 13) Griechiſcher Amaranrb, A graecizans. Sat feine beſondere ſich em- pſehlende Cigenſchaften, 13) Rieiner weißer Wager, A, Blitum. Vaterland: das gemäßigte Europa, Dlumen: in ven Winkeln der 4.% ZE Amaryllis rg Stengel, in kleinen Köpfchen, mit 3 Staubfäden. Man hat davon mehrere Abarten, die jedoch leicht ein läſtiges Uin- fraut werden, 14) Grüner Amaranth, Fleiner grüner ÜUlayer, A. viridis. Vater- land: Curopa, Sientel: aufrecht, äſtig, etwa 2 F. hoch, mic rochen der 8un»« ge nach laufenden Streifen,"Biätter: eyrund, ausgerandet, mit einem röthli- net ſind, kann man ſie wieder einſeßey, und alſo nach Ge- Fallen zu verſchiedener Zeit Blumen haben, Wonn man die Zwiebel einſeßt, ſoll ſelbige nicht zu tief in die Erde gebracht werdenz der Hals der Zwiebel muß ohngefähr 2 Finger breit aus der Erde hervorſtehen. 2) Rieine weiße Amaryllis, Amwa- ryllis Atamalco.L. Vaterland: Vir-- Amaryllis? ginien, Carolina, Swiebel: treibt wes! nige lauge, ganz ſchmale Blätter» Dren- ge: gleiwjam gewunden, taum 1 zzuß hoch, endigt ſich mit einer Blame. Zie menblärter: glänzendweiß, äußerlich blaßroth, am untern Theiie grünlich und geſtreift, einander faſi völlig gleich und ähnlich, allerſeits auſwärts gerichtet. am Ende ein wenig zurückgebogen, in 2 Rei- hen geſtellt, unterwärcs gleichſam mit ein- ander in eine Röhre verwachſen. Cie blüht jährlich und häufig im Jul.,„und vermehrt ſich ſtarf durch die junge Bruth, zumal wenn ſelbige nicht öfterer als nur alle 3 Jahre einmal verſeßt wird, Sie iſt zwar ſehr dauerhaft im freyen Lande in Engiand, muß aber bey uns den Winter über in einem temperirten Zimmer ver» wahrt werden. 3) Rothe Gernſeyamaryllis, Amaryllis Sarnienis L. Waterlands:. Japan, Intel Gernſey. Swicb«i: treibt, wenn der Stengel verwelket. Srengel: nactend, grünroth- geſprengt, endigt ſich mit einem zweyblättrigen, pißigen, gez, meinſchaftlichen Kelche und vielen"Blumen. Ziume: jede ſißt auf ihrem beſondern Stiele, bey deren Urſprunge ſich kleine röchliche Blättchen zeigen, Sie hat ein ſchönes Anſehen. 4) Diorgenländiſche Amaryllis, WTericolilie, Amaryllis orientalis, Va- terland: Mexico. Swiebel: anſehn=. lich und faſt in der Größe eines Kinder- kopfs. Färrer: zungenſörmig, ohnge= fähr 1 Fuß lang, 2=3 Daumen breite; nach beyden Seiten gerichtet, ADlumen- ſtentggel: erſcheint eher als die Blätter, hat am obern Theile eine zweyblättrige, rundliche, grünröthliche Scheide oder Kelch, aus welchem, wenn ſie ſich„geöff“ net, und ausgebreitet, viele lange Blu- men: N(Vb! 4 IFein: | zuß Dis kerlich 1) und ih und et. an 12 Reh meine Fe. Y., un als nut Clif Lande in Winter ner ven Jary, terland; 14 treibt, Zrengel: endigt ſich Len, 4 Volumen beſondern ſich Fleine le pat ein arp, (is, Vd anſehn?, Kinder? en pretty ume Blätter, lättrige, 'e ober h geöff?| 3 Blue mel? Amaryllis menſtiele aufwärts ſteigen, deren einige ſich mehr auswärts ſchlagen und krümmen, ſo daß ſelbige, zuſammen genommen, die Geſtalt eines Kronenleuchters abbilden, Eine ungemein prächtige Pflanze. 5) Sleiſchfarbige Belladonnä- gmaryllis, Beliadonnalilie, ſchöne Srau, Amaryllis Belladonna L. Va- tTerland: Surinam, Barbados. Sren- gel: 1 Fuß hoch, kömmt ſeitwärts aus der Zwiebel, treibt am Ende eine zwey- blättrige Scheide, und 4, auch mehrere fieiſchyjarbige, am Boden weißliche, glo- F>enförmige Blumen, deren Einſch:itte einander ähnlich, auswärts gebogen, Sie muß bey uns in leichte gute Erde und in Töpfe gepflanzt, auch im Winter wohl ver- wahrt werden, damit die Blätter nicht vom Froſte verderben. Denn wenn auch die Wurzeln gut bleiben, ſo ſind ſie doch dadurch geſchwächt, und werden in etlichen Jahren ſich nicht-wieder erholen und bin- ben. Sie blüht gemeiniglich im Sept. und die grünen Blätter folgen bald darauf, oder wenn auch ſolche mit dem Etengel zum Vorſchein kommen, werden ſie doch nachber länger, und dauern den ganzen Winter und Frühling hindurch, da ſie denn verwelken, worauf man die Wurzel verſehen muß, 6) Gelbe Herbſtamaryllis, Ama- ryllis lutea L. Waterland: ESpanien, Italien, ZBlumenſtenttel: 3-=- 4 Zoll Hod), treibt zwar nur eine Blume, es treiben aber aus der Wurzel immer neue Heroor, ſonderlich wenn ſie einige Jahre nicht verſeßt worden. Blume: gelb, die Einſchnitte einander ähnlich, die Staub- fäden unterwärts gefrummt, Sie dauert in England im freyen Lande, braucht we- nig Wartung, nur müſſen die Zwiebeln eingeſeßt werden, ehe ſie neue Faſern trei- Amboß 183 ben, welches vom May bis Jul, geſchehen kann, Sie iſt im Herbſte eine Zierde der Gärten. 7) Seyloniſche Amarpllis, Ama- ryllis Zeylonica L. Zwiebel: treibt viele lange, breite, zart eingeferbte, ſpißi- ge Biätter, und ſeitwärts den röthlichten Stengel, welcher ſich mit vielen weißen, glofenförmigen Blumen endigt,- deren Einſchnitte äußerlich mit einer purpurfars bigen Linie durchzogen, einander gleich und rückwärts gebogen ſind. Sie iſt vielleicht die einzige Art von dieſem Geſchlechte, de- ren Blumen einen angenehmen Geruch von ſich geben, der dem Maybi/ümchengeruche gleich fömmt. Die Pflanze iſt ſehr zart, und verlangt eine mühſame Wartung. Ambe, heißt in der Zahlenlotterie (Lotto di Genova) diejenige Weiſe, da man aus den Nummern von 1-- go ſich zwo auslieſet, und auf ſelbige zuſammen nach Gefallen eine Einlage macht,. Wenn nun dieſe zwo Zahlen unter denen bey der Ziehung herausfommenden 5 Zahien mit befindlich ſind, ſv gewinnt man jeinen Ein- ſaß 240mal, z. C, für 1 Groſchen vefömmt man 240 Groſchen, für x Gulden 240 Gulden, u, ſ, w. Man kann aber auch mit 3, 4 und mehrern Zahien ambenweiſe ſpiclen,< . e»», Ambigü, heißt eine Collation oder Gaſtmahl, bey welchem die warmen Spei» ſen und der Nachtiſch unter einander auf einmal aufgeſeßt werden, Die Benennung rührt davon her, weil wavme und kalte Speiſen dabey untermengt ſind, 3. E. Wor- gerichte, Braten, Beygerichte, Nach» tiſchſchüſſeln u. ſ, w.' YmboB, das große Stü Eiſen, worauf die Ciſenſchmiede und Metallärbei- ter die Metalle ſchmieden, ſchlagen und freis 184 Amboßſ treiben. Alle Amboße der verſchiedenen Metallarbeiter kommen meiſt darinn über- ein, daß ſie auf ihrer obern, insgemein völlig horizontalen Fläche, worauf gehäm- mert und geſchmiedet wird, ſehr glatt und eben, alle gut verſtählt, und einige auch polixt ſind. Der Amboß der Grobſchmie- de iſt der größte in ſeiner Art, und wiegt 10-12 Zentner. Er ſtet blos um eini» ge Zolle in dem Amboßſio>, weil ihn ſei- ne eigene Schwere unbeweglich macht. Er bildet gemeiniglich ein länglichtes Vier- es, und hat auf ſeiner horizontalen Dder- Aäche, over auf ſeiner verſtählren"Bahn, an einem Ende ein vierkantiges Leh), wel» ches dazu dient, daß man kleine Echrot- meißel mitährer Angel hineinſtecken kann, auf welchen das Eiſen zerhauen odex ge- ſchroter wird, Imboßſtock, der eichene Kloß, wel- Her mit einem ſtarken eiſernen Ring um- legt iſt, damit er ſich nicht ſpalte, und worinn die Amboße mit dem Fuß oder der Angel verſenkt werden, damit ſie darian unbeweglich ſtehen. Ambra, iſt ein Erdharz, zähe wie Wachs, aber voch zerbrechlich, Die Far- be iſt verſchieden, weißlich, aſchgrau, ſchwärzlich u.|. f- Er gehört ohne Zwei- Fel zum Mineralreiche. Er iſt ſehr heuer; daher er oft verfälſe nach deim Honig z ſie ſuchen ſelbigen, nebjt dem Zucker und manchen andern ſüßen Sachen, auf; ſie beſuchen die Speiſekammern und Gewölbe, um von Fleiſchſpeiſen zu zehrenz in den Gärten freſſen ſie ſaße Kirſchen, Aprikoſen, Pfirſichen, und ſüße oder reife Birnen, ſeßen ſich auc) an den Enden der Zweige junger ſüßer Kirſchbäume ſo ſtark in die Blätter an, daß ſich ſelbige zuſam- menfrümmen, und das Fortwachſen der Krone oder jungen Aeſte dadurch gehemmt wird. Das Ameiſengeſchlecht begreift viele Arten unter ſich, von welchen folgende, die in allen Europäiſchen Ländern gefunden werden, zu merken ſind, 1) Roßameiſe, Pferdeameiſe, HZerculeovameiſ?, formica Herculeana, vom tinnäus, ſonſt Hippowyrmex genannt, Dieſe iſt unter allen Europäiſchen Arten die größte. Ihr Körper iſt größtentheils ſchwörziich, die Füße aber eiſenfarbig. Die Fühikörner beſtehen aus 13 Gläedern, Si: ſncht nicht und pflegt ſich gern unter hohe: Bäumen aufzuhalten. Man fin- det jeiten, daß ſie einen gewiſſen Staqt Ameiſe unter ſich aufgerichtet haben, aber wohl, daß ſie zu Zeiten hier und da allein laufen z doch müſſen ſie eben ſowohl als die andert? ihr Gebäude haben, da man gefunden, daß ſie ſich) einſt in einem Hauſe unter den Die- len einen"Beg zu einem Gefäße hinaut ge- macht hatten, aus welchem ſie den darinn verwahrten Zucter täglich wegſchleppten. 2) Seichameije, Pißmiere, Zü- gelameiſe, Waidameiſe, formica ru- tal. Dieſe iſt es, welche in den Wal- dern aus den Kiennadeln und andern der» gleicgen Materien ſo große Haufen erbauetk, und vie unter dem Jiamen des Watdrauchs betannten Klümpchen Harz von den Na-- velhölzern zuſammenträgt, Der Körper iſt braunroch, die übrigen Theile aver größtenteils eifſenfarbig- Sie pfiegen leicht zu ſtechen, wobey ſie allemal eine Feuchtigkeit aus ihrem Stachel Kießen iaſ- ſe 3 daher der gemeine Mann irrig ſagt, daß ſie ven Menſchen bepiſſen, als woher auc) der Flame Pißmiere entſtanden iſt, Ats in den Jahren 1762. und 1793. die Kienraupen unſere Wälder ſv verwüſteten, nahm man wahr, daß die Kiefern, unter welchen ſich Ameiſenhaufen befanden, von gedachten Raupen ſrey blieben; ſogar die nächſten Bäumc blieben verſchont. Warkf man eine der größten Raupen in den Ameli- ſenhaufen, ſo machten ſich die Ameiſen alsbald über die Raupe her, tödteten und entfleiſchten ſie in kurzer Zeit, Cs iſt zu glauben/ daß even dieſe Ameiſen die ar den Stämmen und am Fuße der Kicfern angelegren Raupeneyer oder Puppen ſehr müſſen aufgeſucht und verzehrt haven, wes» halb es denn gar nicht vachſam iſt, dieſe Anmeiſengattung durch das Autſuchen ihrer fälſchlich ſo genannten Eyer, eigentlich ihrer Puppen, zu vermindern oder in den Waldungen gar auszurotten, da man die Nach- er wohl, | laufen; - ändern den, das den Die- inauf ge: n darinn ppten, ve, Zs mMiCa rU- nt Wals ern der: erbauet, aldrauchs den Na- r Korper le aber pflegen nal eine eben laſ: wig ſagt, [8 voher nden iſt, 793. die wüſieten, n, uner den, von ſogar die t, Warf den Amel Ameiſen eten und Es iſt zu 1 die an Y Kiefern 1ppen ſeht ben, we? iſt, dieſe hen ihrer eigentlich er in den ] man die Nao) Ameiſe Nachtigallen auch ohne dieſe Puppen ſehr gut im Hauſe erhalten kann,(S, Nach» tigall,) 3) Schwärzliche oder ſchwarz- braune Ameiſe, formica fuſca 6. Jh- re Farbe fällt eigentlich aus dem Aſchgrauen ins Schwarzbraune z; die Füße aber haben eine bläſſere Farbe, Sie iſt etwas kleiner, als die vorhergehende Gattung, und ſticht nicht, wenn ſie beunruhigr wird» Jhre Wohnung beſteht unter der Erde aus Sand, und iſt mit Gras bede&t, Man ſindet ſie ſehr häufig auf den Bäumen, und ſie iſt es, von welcher zuvor geſagt worden, daß ſie den Spißen der jungen ſüßen Kirſch- bäume vornehmlich) ſchädlich iſt, Auch wird ſie deshalb in den Gärten ungern ge- ſehen, weil ſie die Erde, um ſich Gänge zu machen, aufzugraben pflegt, 4) Kleine rorhe Ameiſe, kleine Feld- oder Wieſenameite, formica rubra, teltacea, oculis punctisque ſub abdomine nigris L. Dieſe Ameiſen ſind noch kleiner, als die vorhergehenden, und haben ihren Aufenthalt in den Grasgärten und Wieſen. Ihre Wohnungen ſind auch denen der vorigen Gattung gleich, und beſtehen in der Erde aus bloßem harten Sande, Sie ſtechen unter allen unſern Ameisarten am heftigſten, und ihr Etich kömmt der Empfindung von Brennneſſeln ſehr nahe. 5) Kleine ſchwarze Ameiſe,<,u- gelameiſe, formica nigra L. Dieſe Umeiſen ſind unter allen bekannten Euro- päiſchen die kleinſten. Jhr Körper iſt ſchwarz, die Beine aſichgrau, und wohnen auf den Feldern in mit Gras bewachſenen Sandhügeln. Sie gleichen den ſchwarz braunen Ameiſen ſowohl in Anſehung der Geſtait, als auch ihrer zebensart, ſind aber Ameiſe 189 faum halb ſo groß. Sie ſtechen auch, doch ohne ſonderlichen Schmerz. In den übrigen Welttheilen giebt es nod) viel mehrere Arten von Ameijen, die zum Theil viel größer, auch) zum Tizeil viel ſchädlicher als die Europäiſchen ſind, Wir wollen aber nur der Umerikaniſchen geden= ken ,. die oft ganze Gegenden verheeren, indem ſie nicht nur den geſäeten Saamen aus dem Felde, und den reifen aus den Kornähren holen, ſondern auc) faſt alle Arten von Gewächſen und Früchten auf» freſſen. Es giebt aber in Amerika ſehr viele verſchiedene Arten, wovon die mei» ſten ſchädlich ſind. Der Stich von einigen ſoll eben ſo ſchmerzhaft ſeyn, als der Stich eines Scorpions. Die großen ſchwarzen Ameiſen mit langen Beinen ſind vorzüglich merkwürdig, Sie können in einex Nacht einen Baum aller ſeiner Blätter berauben, und ſolche ihren Jungen zur Speiſe in ihre unterirrdiſche Wohnungen zutragen, Sie haben auch die ſonderbare Gewohnheit, daß ſie faſt alle Jahre einmal aus ihren Höhten ſchäarenweiſe heraus in die Häuſer gehen, wo ſie alle Zimmer durhſireichen, um Ratten, Mäuſe, Spinnen, Katkexr» lafen u. dgl. aufzuſuchen. Die Cinwohnex der Häuſer mochen ihnen daher gleich Plaß, nachdem ſie ihnen zuvor alle Thy“ ren geöffnet haben. Dieſe Ameiſen vev- weilen aber nur jo lange in einem Houjs, bis ſie alle Inſecten, mit welchen ſie in wenigen Stunden jertig ſind, aufgeſucht haben, worauf ſie auf eben dieſe Art die übrigen Häuſer beſuchen. Die in denſel- ben Gegenden wohnenden Europäer pflegen daher dieſe Ameiſen irvendo, oder"Beſuche ameiſen zu nennen, dergleichen es auch) in Ajrifa und Oſtindien geben ſoll. Der Cy- ropäer möchce ſic) auch wohl ſole wohl» Aa 3 tbätige 1908 Ameiſen! hätige Beſuchameiſen unter den ſeinigen wunſchen. . Ameiſenlöwe, Formica- Leo, Myrmeleon formicarium L. Ein merkwürdiges ſechsfüßiges Intect, ſo auch IAmeisranber, Ameifentödrer, exayb- gmeiſe genannt wird, und aus Cyern enk- ſteht, welche die Alten in tronen und fei- nen Sand zu legen. pflegen, weil dieſe Thierchen ſich während ähres Larvenſtandes beſtändig im Sande aufhalten, und dur Hülfe künſtlicher:Gruben, weiche ſte davin- nen machen, ihren Raub erhaſchen. Der Körper äiſt-größtentheils aſchgrau, mit dun- Felbraunen, in ordentlichen Reihen ſtehen- den, Flecken upd mit kurzen Härchen, die zum Theil kleine Büſchel ausmachen, be ſeßt. Der breite Kopf yt miteinem lan- gen, gelbbraunen Zangengeviſſe verſehen, nit weichem er ſeinen Raub nicht nur an- Fällt, ſondern auch, weil er feinen Mund Hat, vermittelſt deſſelben ſeine Nahrung inſich zieht. Er macht künſiliche Gruben in den Sand, um dadurch die Ameiten und andere Fleine Inſccten zu Fangen, Hat er ſie in ſeine Wewalt bekommen, ſo faßt er ſie mit ſeinen beyden Zangen, und Faugt ihnen allen Saft und Feuchtigkeit aus. Das Gerippe aber leidet er-nicht in Feiner Grube, ſondern(ladet.es auf ſeine Hörner, und wirt? es, ſobald er findet, vaß es keinen Saft mehr enthält, weit von derſelben hinweg. An dieſen vielen aus- geworfenen Gerippen kann man die Höhle Hes Ameiſenlöwens bald.in der Nähe.enk- Hecken. Den Winter bringt er.ganz.ohne Speiſe zu. Es giebt mehrere Arten die- ſer Thierchen, die ſowohl in Anſehung der Leſtalt„ als der Levensart yon einander Kabweiden. Amweiſenv Ameiſen vertreiben. Da uns vie Ameiſen auf mancherley Art Schaden zu- fügen, ſo hac man auch mancherley Mittel erfunden, um ſie zu vertreiben, abzuhalten oder zu ſangen, Da ſie ſüßen Sachen nachgehen, ſs finden ſie ſich zur Sommerzeit gern in den Bienenhütten ein, um durch Riben cder Deſſnungen in die Bienenſtöcke einzus- gehen. Sie fallen aber nur kleine ſchwache Stücke an, und beißen ſich mit.den Bienen, an deren Füßen man ſie oft feſt angehängt ſehen kann. Cie machen ſich auch, wenn ſie Die Oberhand bekommen, als fleiſchfreſ- ſende Thierchen an die zarten Bienenpups p:n, und verzehren ſie ſo, daß man die leeren Hülſen davon findet. Bey volkrei« hen Siöcen können ſie nicht anfommen, bey den ſchwachen. aber gehen ſie zuleßt zum Slugloche aus und ein, Man muß nicht nur vom Anfange an alle-Rißen wohl ver» ſchmieren, ſondern auc) trockne Aſche um die Stöcke umher ſtreuen; auch ihre Woh- nungen,„von welchen ſie zu der Hütte kom men, aufſuchen, und fleißig zerſtören, Siad.die Zuckergläſer, die Honig- oder andere Gefäße mit ſüßen eingemachten Sachen der Gefahr ihres Veſuchs ausge- fekt, ſo- muß man gleichfalls trockne Aſche um ſolche Gefäße überall umherſireuen. Will man ihren Beſuch der Häuſer überall zurückhalten, ſo muß maa ihren Weg zum Eingange aufſuchen. Inwene dig im Hauſe wird Aſche davor hingeſireut, Man kann. auc) groben, trocknen Flußſand am Juß.der- Wand, wo ſie durchkommen, in-.und.auswendig, ein Daar Finger boch, Hinſtreuen, da die ein- und ausgehenden Ameiſen denn nun alle Mühe haben, ſich Zur< den Sand hindurch zu arbeiten, dar Über SIDE ZI FERRE EA LS RER ee FE EN DERE NIEIS m 85 SPEISE | Uns bie aden zy: ) Mittel zuhalten ehen, ſy gern in ) Niheyn fe einzu wa he O ie net, gehängt ), Wenn eiſchfreſ nenpup« nan die volfreis inmen, et zum uß nicht vohl vet» [ſche um re Woh- tte fome erſtören, 19- oder emachten )8 ausge fine vie euen, - Häuſer 11 ihren Jnwene geſtreut, Flußſand fomimen; ger. h hoh, jehenden en, ſich en,„date über Ameiſens über ermüden, und ſich in ein Paar Wo- chen gänzlich verlieren Kann man Schränke und Käſten nicht genau genug verſtopfen oder verſchließen, fo darf man nur auf graues Bp etwas Favendel- oder Spieköl gießen, und ſolich- te kieine Pyramiden, welche meittens nut an einem Eheile gefärbt ſind; das übrige ift weiß, und nicht anders als"Dergery- ſtall. Der Amethyſt aus Carchagena iſt ver allerravyſte, ex hat ein etwas purpur» ſarviges Violet. Die obererzgebirgiſchen Mieißniſchen haben eine jehr duntelrothe Farbe, und werden daher auchy von einigen vito! farbene ezubinetn genannt. Je beller und reiner die Amethyſten ſind, je ſchöney find ſie- Da ſie im Feuer ihre Farve verlieren, ſo werden ſte von Weys- fälfchern wie der Sapphir weiß gemacht, und für Diamanten, von welchen ſich) der Amethyſt, wegen ſeiner Härte, ſchwer un- terfeyeiden läßt, verkauft, Man macht ihn auch mik einer violbraunen Farbe, oder mit einer dergieichen Folie, zwiſchen zween Cryſtallen, odex mit andern durchſichtigen und "dir FRZ SSE WUM 192 Amianth und dur<ſcheinenden Steinen verſeßt, nal: Es laſſen ſic) aber die nachgemachten Ame- hyſten im Schleifen gar leicht erkennen. Ot ſieht man Tabatieren und andere Ge«- faße, welche, ov fie ſchon aus einem Stü- ce gearbeitet worden, doch nur zum Theile Amethyſten ſind; das übrige nicht Gefärb» te itt bloßer Cryſtall. Ein Amethyſt von einem Gran gilt 3 Thaler, einer von el- nem Karath 4 Thaler, und einer von: 6 Karath 16 Thaler u,|, w. Amianth, Asbeſt, Stein- oder Erdflacen, di- den"Büjwen der Vorhslzer und Schlägen; und vielmals auf der Crde bey überfiehen= dein Graſe over Geräuſche, Ex haut ſein Neſi aus Moos mit düxrem Graſe, inwen- dig mit weichem Nooſe und Haaren belegt; brüfet in einem Jahre zweymal, 5, 4, auc) wohl nur 3 Junge aus, und äget ſie, mittelſt des Cern auf, um daſelbſt al- erley Körner, auch die von Unfkräutern, aufzuleſen 3; iſt aber das Land mit Schnee bede&t, ſo kömmt er, in Geſellſchaft dex Sperlinge, auf die Höfe, um ſich Körner aus dem Strohe und Miſte heraus zu ſus end, und zu den vier kleinen ſo genannten hißigen Saamen in die Apotheken gehörend, Dieſe Pflanze wird bey uns in den Gärten leicht erzogen, und durch ihren Saamen fortgepflanzt.. Man empfiehlt den Saa- men zum Auflöſen ſto>endor Feuchtigkeiten und zur Stärkung der feſten Theile; ſon- "derlich rühmt man. ihn bey Biähungen, Verhaltung des Urins und dex monaklichen Reinigung. Cs ſind aber dieſe Tugenden mehr der folgenden Pflanze zuzuſchreiben -. 2) Rieiner jchmaiblättericher Amwmey, Siſon Ammil. Vaterland: Portugall, Apulien, Aegypten, Seen- uci: nicht viel über 1 F. hech, 25: 6l- ter: dem Fenchel gleich, in 3 oder 4 ſchmale dünne Blättchen abgeheilt, Zumenſchirme: klein, Die Blätter weiß, von ungleicher Größe, herzförmig eingeſchnitten, ESsgimen: klein, eyfor- Amomum mig, auf einer Seite glatt, auf der andern vierfach) erhaben geſtreift. Dieſer iſt viel ſchärfer und kräftiger, als der von der er- ſten Art, daher ſolcher auch billig in den Apetheken ſollte erwählt werden. Doch werden beyde ſelten mehr gebraucht, Amomutm, ein Name, welcher ver- ſchiedenen Saamen beygelegt wird, Hie- bey ijt zu merten: 1) Traubenförmitgze Amomley, eine Frucht, welche einen eckfichten, unglei- ;„=P 0207 EEN SSE ES ESER SG der andety ſer iſt viel von der er: (lig in den en, Doch ht, welcher vite rd, Hie: Imomley, en, unglei- then Saq»- eißend und ieſe Frucht ngegen aber en „ye Wür- matkant- ſer. Die- a, und'iſt ahrhunderts n geworden, erfelben bes „unter ollen jeruc) und „anbringen, & gleichſam ten, Zimmt er erhißend, anchen Kür , "ie Tugen- Heitfunde ärtend, die Blähungen endlern fin Wichs, Un tepfeſſet) icht, ober? und den 0 Amorphe Geſchmace nach den Gewürznelken gleich- kommend, daher ſie auch von einigen die Ficinen runden Gewäörzneiken genannt werden. Noch iſt zu merten: 4) Gemeines Fleines Aamomum, Sium aromaticum, Sſou Amomum L. Der Saamen,, der auf der einen Seite platt, auf der andern aber erhaben und ge- ſtreife iſt, haf einen ſcharfen, gewürzbhaften Geſä)mac, und gehört zu den vier kleinen hißigen Saamen der Apotheker. In feuchten und cel haben ſie einen hochgelben Ringz der Schnabel iſt ganz gelb- Das Weibchen iſt weniger ſchwarz, mit vunfelbraun un- termiſcht, hat auch nichts Gelbes an den Augendeeln, Dieſe Amſel iſt einer der erſten Vö- gel, dex mit ſeine. Geſange ſchon im Mäyz, wenn die Laubbäume noch ganz kahl in den Büchen und Wäldern ſind, den Frühling anfündiget, und damit bis um Johannis fortfährt. Sie bautihr Neſt kaum manns- hoch über der Erde in Geſträuchen und auf allerley Bäumen, beſonder5 gern auf den zungen Cllern, brütet mit am früheſten un- ter den kleinen Waldvögeln, das Jahr über zweymal, und hat das erſtemal, ſchon im Apri!, 5-6 Junge. Sie iſt gern in naſ- ſen Ellerngebüſchen und ſonſt auch am Wai? fer und bey Quellen, Sie geht nicht gern auf den Vogelheerd, um ſich fangen zu laſſen; mehr aber wird ſie in Donen, in Geſellſchaft der Krammetsvögel, gefangen; ihr Wildpree iſt aber weniger delifat, und wenn ihrer zu viele unter jenen zum Ber- fauf kommen, ſo werden ſie gemeiniglich um einen geringern Kaufpreis genommen, Sie ſtreicht auch nicht baufenweiſe zufam- men, ſondern einzeln nach einander. Wer Junge aufziehen will, muß fie aus dem Neoſte nehmen, wenn ſie noch nicht voll- kommen befiedert ſind, weil ſie in dieſem Zuſtande den Schnabel noch am liebſten zur Fütterung auſiperren, die ihnen, mit- te!ſt eines ſo kleinen hölzernen Spadels ge» geben wird, daß er von den jungen Vös- geln bis an den Schlund eingenommen werden könne- Mian fürtert ſie gemeinig: lich mit friſchem Quarikäſe, worunter Brodtfrumea gemiſcht ſind, welche Amſel Miſchung aber friſch und nicht alt oder ſauer ſeyn muß, auf 3 auch kann man ih- nen mit unter in Stücken zerriſſene und überall leicht zu findende Regenwürmer ge- ben, indem ſie allerley Fleiſch ſehr gern freſſen. Werden ſie in Käfichen gehalten, ſo giebt man ihnen gemeiniglich friſche Semmellrumen, auch zu Zeiten klein gez ſchnittenes Fleiſch 3 aber nichts davon in ihr Trinkgefäß, weil ſie ſonſt den Fraß um ſich werfen, und den Käfich ſowohl ais die Wand, woran er hängt, zu ſehr damit beſudeln. Zuweilen giebt man auch dem eingeſperrten Vogel zum Laxiren eine große Spinne, wie er denn von allen klei- nen Inſfecten und Gewürmen ein großer fiebhaber iſt, Er wird daher von Manz chen nicht im Käfich, ſondern frey in der Stube oder in andern Gemächern umher- gehend, gehalten, weil er ſelbige von Spinnen, Hausgrillen, Kornwurmern, Wanzen, Flöhen u, dgl. rein hält. Nur muß man freylid) Feine Stuben- oder Haus- faßen haben, weide ſich ſeiner a!sbald be- mächtigen und ihn umbringen. Wer aber vor ſeinen Katzen bicerinn nicht ſicher iſt, muß ihnen auf folgende Weiſe gegen dieſen Bogel Achtung beybringen. Cs wird der Vogel, in einem geräumigen wohl ver- wahrten Käfich, indie Stuve auf die Er- de geſeßt, und die Kaße fo verein gelaſſen, daß ſie von der Stubenthüre an noch) eis- nige Sprünge bis zum Käfich hin zu thun hat. Man ſieht oder ſikt mit einer tüch- tigen Heßpeitſche in der Hand ſo, daß man der Kaßze, ſobald ſie zuſptingt, einen ſtar- ken Hieb, und wenn's angeht, mehrmals giebt, Die ſo bewillkommte mag nun ihre Wege gehen, und kann des an- dern„Tages abermals berein gelaſſen wer» den. Springt ſie abermals zu, ſo begeg» net man ihr wie zuvor, Kömmt ſie an den : fol EE EE SAS AE LN ut EASE FUDGE rA alf oder man Ihe ne und viner ge- 'hr gern gehalten, h friſche flein ges davon in en Fraß ) ſowohl zu ſehr jan auch en eine ollen flel: n großer n Mane? in der umhet« (98 vn YUM, t, Nur et Daus- bald be- Ber aber en, vornehmlich) aber das Dintenfaß nicht offen laſſen, weil er mit dem S e 0.- Verſtanve Dörfer, Städte und"Borwerke der Zandesvorigteit,.welcen oder hingewöhnen. Man kann, z. C. den Fuchs ſehr bald da- bin locken, wo man ihn hin haven will, wenn man mit einer abgezogenen YUnoIs- haut, mit der blutigen Aasjeite auswendig gefebrt, mit einein todten abgezogenen Sch aaſe, mit den blutigen Cingeweiden, U, ſ- f. in den Wald tiey hineingeht, jolche Stäcken auf der Erde hinter ſich her ſchleppt, und hiemit den Fuchs auf die Spur bringt, dem Geſchleppe nachzugezen, um ſich daran zu äßen 3; da ſiu denn der Jäger an den Ort hinſtellt, wo er das Thier zum Schuß hin haben will. Anacardien. Es ſind zween Bäu- me dieſes Hiamens, die aber, zumal in der'Diume, jo von einander unterſchieden ſind, daß man ſolche nichr füglich) unter ein Geſchlecht bringen kunn, 1) Weſtnundijcher, Abendländi- ſcher Änacardienbaum, LTriercne baum, SZlephantenlaus, Acajou, Anacardium occidentale L. Waterlaid: Ceylon, Jamaita 3; wächſt daſelbſt als ein ſtarter, En ee Ny. FREE NEIN 8- 300 Anacard ſtarker, bobexr Baum, Blätter: glatt, auf beyden Seiten grün, eyjörmig, vvil- kommen ganz, mit vielen adern durchzo- gen, auf Stielen ruhend, Ditimei büſchelweiſe, mit fünf veſondern, theils röthlichen, theils grünen zurückgebogenen Blumenbiättern. Sticht: fleiſchicht, eyförmig, gleichſam gewunden, groß; als ein Gänſeey, äußerlich glatt, glänzend, purpurfarbig, innerlich ein weißes Fletch, auf der Spike eine nierenförmige Biuß von der Größe einer Caſtanie, aus einer dop» pelten Haut inwendig beſiehend, zwiſchen welchen beyden Hauten ein ky wammichter, ſch arfor, beißender Saft enthalten iſtz in- nperlich liegt der Kern oder Saame, in Geſtalt einer Jitere.== Die verſchiede- nen Theile diefer Frucht haben auch ver- ſchiedene Cigenſchaften, Der untere fleiſchichte Körper iſt im unreifen Zuſtande ſcharf und verdächtig, und ob gleich) jol- her hernach ſehr ſaftig und vom Geſchma- >e ſäuerlich ſüße wird, ſo bleibt er doch dabey herbe, und zieht den Schlund zu- ſammen. Die Indianer trinken dennoch den ausgepreßten Saft, vermiſchen ihn mit Zucker und machen davon eine Art des Weins, womit ſie ſich berauſchen. Die- ſer Saft foll auch in Amerifa unter den Punſch, als eine Magenſtärkung, genom- men werden. Man vennt ihn Quickou, Der friſche Saft zwiſchen der doppelten Haut der Nuß iſt ein hitiges und ſchwar- zes Del und Gift, welches alle Theile des menſchlichen Körpers, die davon berührt werden, verleßt und entzündet. Mit die- ſem Softe kann man auf Leinewand und baummwollene Tücher zeichnen, und Buch- ſtaben fchreiben, welche Fchwarz werden, uad wenn inan die naſſen Buchſtaben mit Kalk beſtreut, laſſen ſich ſolche gar nicht auswaſchenz wie denn auch aus der grünen Anacard geſtoßenen Schale, mit Eſſig und Fange veriniſcht, eine vortreffliche Dinte gemacht werden kann, Der weiße Kern iſt wohle ſchmecend, und fann ohne Nachtheil der Geſundheit gegeſſen werden, zumal wenn ſolcher zuvor in heißer Aſche gebraten wird, Die Jiuſſe läßt man zur Sicherheit etliche Wochen hindurch&ocken werden, damit der Saft mehr ausiroFne, und den Kern bey dem äugmachen nicht verunreinigen fönne. Dieſer ijt nahrhaft, und ſoll zur Wolluſt reizen, Die ältern Jerzte haben dergleichen Nüſſe zu den Arzneyen wider das Gift geſekt 3 ſind aber jekt nicht mehr im Gebrauche. So gemein dieſer Baum in ſeinent Vaterlande iſt, ſv ſelten iſt er:bis5 jest noch unter uns anzutreſſen. Er ſoll das Werx- ſeen nicht vertragen können, weil er weni- g2, aber lange"Wurzeln hat, die leicht Schaden leiden. Cs iſt am beſten, eine gute Nuß in einen kleinen Topf zu ſeßen; damit die junge Pflanze ein Jahr, und länger, ohne des Verſeßens zu bedürfen, darinn bleiben könne, 2) Oſtindiſcher, Mortgenländi« ſcher Anacardienbauym, Anacardium orientale, von welchem dasjenige, was bey vem vorhergehenden angeſührt worden, gleichfalls gelten ſoll, zumal was die ſchäd- liche und nüßliche Cigenſchaft der Frucht betriffe. Daß aber dieſe orientaliſche Ana» cardie von der occidentaliſchen ganz untere ſchieden ſey ,* ſolches iſt am deutlichſten daran zu erkennen, daß die Nuß nicht auf einem ſaftigen Körper ſißt, ſondern ſie iſt vielmehr von einem folchen, aber mehr trocfnen Weſen eingewickelt, und liegt darinn verborgen. WVatrerla1nmd: Mala- bar, die Philippiniſc, ſtark, glänzend, oberwärts grün, unferwärts weißlich, eyförmig, völlig ganz. MFHlumen: traubenweiſe hervorfommend, fiein, wohlriehend, gelb- lich,"Rern: ſchwarz, bitter, wird, im Waſſer eingeweicht, ſüß, und iſt bey den Speiſen der Wilden ein Gewürz, Die Schale hingegen haf eine brennende Ei- genſchaft, und kömmt mit der occidentall ſchen Anocardie-völlig überein. Binanas, ein bey uns nicht mehr ſeltnes Pflanzengeſchlecht, wovon folzeu- des zu bemerken iſt: 1) Siratnßananas, Bromeia Ana- nas 1. Vaterland: Braſilien,- Peru, Bengolien, und andere Orte Jndiens wild= wachſend, nach und nach in die warmen Gegenden von Afrika und Aſien verſeßt, und nun in den Gärten Europens ſorgfäl- tig und häufig gebaut. APurzel: faſe- richte, Biätter: bellgrün, öfters 3 Fuß lang, ſteif, am Rande mit kleinen, ſtar- ken, an der Spike aber mit kleinen, ſtar- ken, gefrümmten Stacheln beſeßt, und mit einem ſtachlichten Fortſaße ſich endi- gend. Strentel: zwiſchen den Blättern aufſteigend, rund, einfach, ohngefähr x Fuß lang, von ähnlichen Blättern umge- ben, gegen dos obere Ende mit vielen klei- nen, dicht an einander geſeßten, dreyeck- ichten, am Rande zart eingekerbten, grün- röthlichen Blättchen bedeckt, zwiſchen wel- reizend, die Schärfe aber ſtärker, als in der zwo- ten, welche zwar füßer iſt, aber in dem robnen Zleiſche nicht das Angenehme “ beſißt; c) Rleine Straußananas, R6- niüegsapfel genannt. Hiätter: ſchmä- "fer, am Ronde faſt gar keine Stacheln, am Ende mit. einex ſpikigen Stochel be- ſeßt. Zrücht:- der erſten gleich, aber Fleiner, von feinem Werte, ſelten tra- gend, Hr, Müller erwähnt-noch zwoer Abänderungen, als; einer grünen AÄng- nas, welche auch, wenn ſie reif iſt, aus wendig grünlich bleibt, und: der oliven- frog Ananas, welche auswendig eine Olivenfarbe, inwendig aber ein gelbes Fleiſch hat, und von gutem Geſchma- &s iſt. Ananas Von der Cultur der Straußananas hat man folgendes zu bemerken: Die Ver- mehrung geſchieht auf vielerley Art, als erſilich durc) den Saamen. Da aber bey uns die Früchte feinen vollkommenen Sag men tragen,' ſo erwählt man nothwendig die zwote Art, nämlich durch ven auf der Frucht wachſenden Strauß von Blättern, welchen man abdreht, aber nicht abſchnei- det, und in ſchi>liches Erdreich ſeßtz da denn ſelbiger leicht Wurzeln ſchlägt und fortwächſt. Auf dieſe Weiſe erhält man die ſchönſten Pflanzen und beſten Früchte, Doch) har dieſe Fortpflanzung mit der Ver- mehrung, weldye drittens durch die alten Scöce und aus der Wurzel geſchieht, nichts voraus. Wenn die Frucht abgeſchnitten worden, ſtußt man die alten Wurzelblätter ab, und ſekt den Stock in den] Treibhauſe in mäßige Wärme, da denn jedey alter Sto> verſchiedene Schößlinge austreibt z endlic) viertens treibt-auch der Stengel un- ter ver Frucht zuweilen Aette oder Schöß- linge, welche man gleichergeſtalt abnehmen und einſeßen fann. Cs iſt aber e:n ſchiech- tes Zeichen eines ſolchen Eo.(es, we un er dergleichen austreidt, indem Tie„Fl alsdenn wenig Saft und Geſchmack erhält, Da die Ananaſſen urſprünglich in warmen kändern wachſen, und bey uns die freye Zuft nicht vertragen, müſſen ſoicenen Ort dünne aus einander, damit er trockne und ſich nict erhike, Das 2oh- beet ſelbſt ſoll mit Backſteinen ausgemauect, zm Grunde feſt gepflaſtert, auc) genugſam- Attatnnas 203 über der Erde erhaben ſeyn, damit ſich fein Waſſer hinein ziehe, und der 2oh- erkältet werde, Dey dem Einſchütten ſoll ſolcher locker bleiben, und niche eingetreten, oder eingedrückt werden, Ein neu angelegtes erfordert zwo bis drey Wochen Zeir, ehe es in"Warme geratp; Anfangs iſt der Grad der Hike zu jiarf, und die Pflanzen wür- den verderben, wenn man ſie gleich bins einjeßte. Man ſteckt alſo in das Loibeet tleine Stöcke bis auf den Grund,„und wenn man dieſe herauszieht und anfühlt, erfennt man den rechten Grad der ZWGärme wenn die Töpfe hineingeſeßt werden ſollen. Cin ſoiches Beer kann drey Monate die 'Wäume erhalten und ungerührt liegen blei ben; wenn es aber erfaltet, nimmt man die Töpfe, heraus, lockert den Loh auf, nuf etwas friſchen darunter, ſo erhält das Beet auf vier bis ſechs Wochen neue hinlängliche Wärme. Dergleichen Treib= faſten braucht man auch zu andern auslän- diſchen zarten Pflanzen, und wenn der 2oh aus dem Treibkaſten genommen wor- den, giebt ſolcher einen vorrwehlichen Düng« ger in deim Garten;' vertreibt auch das Unkraut, wonn dteſesg mit dergleichen be- de&t wird. Jn Ermangelung des kobes muß man die Beete mit Pferdemiſt aus.. füllen, dieſer aber bißt kurze Zeit, und“ muß öfters verneuert werden, giebt in den naſſen Tagen. einen ſtarken ſchädlichen Dampf und zu viele Hiße, wodurch die Wurzeln leicht verbrennen. Muß man ſolchen gebrauchen, ſell er ganz friſch), oder wenigſtens nicht beregnet ſeyn, im Kaſten" nicht zu feſt eingetreten, auch nicht, wie eia'ge rafhen, mit Waſſer begoſſen, und, weit er ſich ſtark ſeßt, etwas höber aufges f5, ia 2 4. ÄT iegt, die Töpfe, wenn die erſie ZIiße vore )' 3 4'?(“ zv' j bey, gehörig in den Miſ? eingegraben, und dieſer, wegn die Hike zu ſcen aufgehängt werden, Cs iſt am be- ſien, die Sträußer von den, im Winter reifenden„ Früchten bis in den März auf- zuheben, weil ſie bey feuchtem"Wetter leicht faulen. Che man ſie einſeßt, muſ- ſen die unt'rſten trocknen Blätter abgevro- Hen, und die daher entjiehenden Wunden Ananas wieder trocken werden, Die im vorigen Sommer oder Herbſie eingepflanzten Sträußer und Schößlinge bleiben bis in den April ungerührt; die vom Frühjahre aber bis in den Herbſt. Wenn ſie alsdenn umgepflanzt, und in größere Töpfe geſeßt worden, dürfen ſie nicht weiter gerührt. werden, wenn ſie ſchon Früchte zeigen. Findet man bey dem Werpflanzen, daß die Wurzeln ſchadhaft oder vertrocknet ſeyn, nimmt man ſie alle weg, ſäubert auch die Pflanze von allen trockenen und ſchadhaften Blättern, und legt ſie einige Tage hin, bis ſie abtrocknet. Man ſoll auch die Scöcke gegen überflüßige Näſje ſorgfältig verwah- renz daher man die Fenſter am Treibta- ſten ſo dicht als möglich machen laſſen muß, damit nicht viel Regen durchdringen könne, Denn wenn RKegentropfen, auch die Tro- pfen von dem unter den Fenſtern ſich an- feßenden Dampfe herunter auf die Pflanze, vornehmlich in das Herz derſjelven, fallen; und darinnen, als in einem Trichter, ſte hen bleiben, geſchieht den Pflanzen ein großer Schaden. Das Oeffnen der eFen- ger iſt aljo öfters nöthig, fonderliuy um dek Quaim heraus, und ſriſche Luſt hinein zu laſſen. Mit dem Begießen muß man ſic) nad) dem"Wetter richteit, und nach- dem das Lohbeer friſc) und ſtart treidk. Man ſoll ſolche öjters., aber wenig auf einmal, und zwar mit taulicgtem Watſer, begießen- Bey ſtarker Wärme ſoll man die Pflanzen mit einer feinen Gießkanne über und uder beſprengen, dadurch werden die Blätter erfriſcht, und der Staub abge- ſpuitz man hält auch dafür, daß die Früchte davon größer werden- Cs iſt auch zu merken, daß eine Art kleiner Jn» ſecten, welche Müller ausführlich beſcen. Saamen: ſchwärzlich und foſt dreyeFiig, weißgrau, 1 Fuß hoh, PBl&t- ter: rundiich, etwas wenig zugeſpißt, aus2 gezat, gleichjam zuſammen geſchrumpelt, weißgrau, wollicht, unterhaib gleichſam eingepuvert, ſtark und angenehra riechend. Dlumen: klein, matt- purpurrotß oder weiß, die Zähne der Kelche borſtig oder bafenförmig, im Jun, und Jul. BWBiät- ter und Bliimen werden, jonderlic) bey falten Naturen, der Bruſt zutragiich, und zur&äuflöfung des dicken Schleims beförderlich gehalten, zumal wenn ſolche, mit Zucker oder Honig zu einem Eyrup gefocht, eingenommen werden: dazu dient der Syrup de Prafio, welcher in den Apo»- thefen auſvewahrt, und aus dieſer Pflanze gemacht wird, Wan rühmt ſolche auch bey Verſtopfung der Leber und des Milzes, in der Waſſer- und Gelbſucht, vorzüglich in den Krankheiten des weiolichen Ge- ſchlechts, MAeußerlich fann der davon be- reitete Trank zur Reinigung der Geſchwüre dienen. Cs hat aber die Pflanze einen fehr bittern Geſchmack, und ſollte mehr geachtet werden, da'Boerhaave und 26ſec>e ſelbige zu Ablöſung des zähen Schleims von der Bruſt beſtens empfohlen haben, Cin junger Menſch, wie kinnäus berichtet, hatte wegen der Liebesſenche viel Queckſil- ber gebraucht, und fich dadurch einen, über Jahresfriſt dauernden Speichelfiuß zugezo gen, und viele Mittel, dieſen los zu wer- den, vergebens angewandt. Er ward durch den abgekochten Trank von dieſer Pflanze in kurzem glücklich hergeſtellt, Man darf alſo an ihren zertheilenden und auflöſenden Kräften nicht zweifeln. Nach Gleditſchens Worſchlage kann die Pflanze auch ohne Wurzel zum Lohgerben gebraucht werden. Die andern, zu dieſem Geſchlechte gehörigen, Arten haben keinen bekannten Nußen, X X ri" 208- Andorn Nußen, dienen auch nicht ſonderlich zur Zierde der Gärten, weshalb nur noch eini- ngeführt werden,; it 257 Rransblätteritger, Spani- ſcher Andorn, Mariubium AlyumL, Vaterland? Spanien. Wurzel: pol- zig. Stengel: vierec>tig, nebſt den Ae- ſien ganz mit weißer Wolle bede>t, 1 I. hoch. ZSlätter: keilförmig, fünfzähnig, gefalten, weißgrau, Ziumen: in flei- nen lodern Quirien ohne Hulle, bläulich purpurrot9y, im May und Jun Saq» men: wud um Herbſte reif, und muß im Frühjahre auf ein leichtes trockenes Beet an Ort und Stelle geſaetz die Pflanzen müßen verdünnf werden, Lektere find in einem ſchattigen, magern, hungrigen und ero>nen Boden von langer Dauer, weiches auch von«allen übrigen Arten, die hier übergangen werden, zu bemerken iſt. Zn Ermangelung eines ſolchen Bodens muß man von ihnen einige Ctue in Töpfen unterhalten, und ſolche im Winter beyſe- ßen, um nicht etwa bey zu ſtrengen Win- tern die ganzen Arten zu verlieren, Sie laſſen ſich im Sommer auch durch abge- ſchnittene Zweig? vermehren,; 3) Dipramförmiger, weißer Andorn, gemeiner falicder Diptam, Wirbeldiptam, Marrubium Pfeudo- Didtamnus L., mit einem dichten feſten Filze überzogen. Vaterland: Creta. Srentgel: haarig, ſirauchig, holzig, mit zahlreichen wolligen Zweigen, 23. hoch. Hläctrer: herzförmig,.ausgehöhlt, weiß- grau. Plumen: weiß- oder purpurroth, die Mündung der Kelche flach und zottig, Nocnen, warmen, gut ge- ſchüßten Boden, weil ſie im Winter gera erfrieren, und verdecte ſolche bey ſtarken Fröſtien. Man unterhalte vaßer auch ei- nige Pflanzen in Töpjen, um ſolche im Winter beyzuſeßen, und nicht die ganzen Arten zu verlieren, wenn die im Freyen ſtehenden etwa eririeren jollten. Jn einem fetten und feuchten"Boden eines nicht gut geſchüßten Gartens gehen ſie im Wivcer ohne Bedeckung allezeit zu Grunde, In den Gewächshäufern müſſen ſie wie ſehr dauerhafte GewächShauspflanzen behandelt werden. Andrehen, iſt bey den Webern, wenn ſie die Fäden einer neuen Kette oder des Aufzugs an die Fäden des Ueberbleib- ſels von dem vorigen Zeuge befeſtigen, oder mit ſelbigen vereinigen. Andromanta, ein aus dem rothen Meere gezogener ſilberfarbener Stein, wie ein Wärfel geſtaltet, und ſo hart als ein Diamant. Er wird wider die Raſerey gelobt, aber wo ſind die Beweisthümer davon? Aneinander fügen, Anpfropfen, ſ. Auf einander fätzen. Anemometer, Windmehſſer, Windwaage, ein Inſirument, wo- durch ſich die Gewalt der Winde genau be- ſtimmen läßt, Anemone, nA AI EEA A KN WM--- Maa= Kl--„8 Ww blaßpur: he länger n größere Wöſehende Uſigärten, ne? Zweige e im Some 1, gut Ofr Zinter gerz ve) ſtarfen er auch el: | folche im die ganzen im Freyen Ju einem '5 niht gut jm Winter unde, Ju je wie ſehr m behandelt n Webern, Kette oder Ueberbleib- fügen, oder dem rothen Etein, wie Jart als ein je Roſerey weisthümer vfropfen ndmeſſet, nent, v0- € genou be Anemos „ener Dre SEEN ZEE u daI 81 DR Si nug Anemone Anemone, Windbſume; dieſe Pflanzengattung, zu welcher der RNitter Zinne“ auch die Pullatil]la und die Hepatica der ältern Kräuterlehrer geordnet hat, enk- hält aus mehrern andern Arten eine ziemli- en,. Von den gemeinen: Sorten hingegen mag.man viele trippelweiſe auf. die Rabatten gegen: die Fronte pflanzen, auf welche Weiſe ihre Blumen ſehr anſehnlich in die Augen fallen, und Es iſten den m, um: n. Mitte fleinerer | Reihen, | erheben, “ hopf,(in 1, | Sorten 1. Und größere hen, ſo d) auser- Fung der ngen der nen Na- 1 ſie un: Übende, Vuchſe etreſile vb gelnel ren, und vermäßte- nn auch r gefühle ſehr ſel Ray ein- Beil man ten, die „ Stide zeſunden pete zu ; ſie mit ) ſte um igen be» de und Ron den a! viele gen die iſe ihre 4 fallen) vd Anenntone und 6-- 8 Wochen lang eine vortreffliche Mannichfaltigkeit machen, Die gefüllten Sorten, unter denen die große Chalcedoniſche Anemone eine der ſonderbarſten iſt, blühen vorzüg» lich im Aprät und May, Pflanze man ſie aber zu uncerſchiedenen Zeiten im Hecbſie und im Frühjahre, fo kann man ſie vom März bis zur Mitte des Jun. ununterbro- 5 SG, 2--=3 Z. tief, jeden Trippel 5== 10---15 F, von dem andern, einige Trip- pel nahe an die Einfaſſung, andere aber weiter rückwärts gegen die Mitte der Ra- batte, auf welche Weiſe ſie ein artiges Anſehen machen. Will man ſie aber nach Art der Blumiſten behandeln, ſv prianze man ſie reibenweiſe, ver Länge nad), auf beſondere Beete. Man theile zu dieſem Zwecte 33 F+ breite Beete von beliebiger tänge ' Sepflanzt tagsfonne on Batte onders in ten zu bes iner jeden erde ziem zum Flor; “wen Erde im Wit mon zur ete oder ) iſt dazu oder jede nreichend, es Plaßes et werden doch für (omimnen aus ver „vftenige , worune wird, die t und aus zuvercitet flanzens Lorſchrift! 4 Blumen , und die ippelweiſt, ( Berman ippel 57 nige Trip- nvere aber te der Na- ein ardges ; aber 18 ſv pfanze nad) N auf u dieſem beliebig! täng! Anemote Fänge ab, mit 12 F, breiten Zwiſchenwe- gen; laſſe ſolche einen vollen Spadenſtich, oder 15=18 Z, tief, umarbeiten, und die Erde recht fein harken, jedoch nicht ſichten z und erhöhe ſie, damit die Näſſe abziehen Fönne, und nicht nur die Beete ein gutes Anſeßen bekommen, ſondern ſich die"Siu- men in dem Flor auch vortheillaſter zeigen, 3 Z. hoc) über der Oberfiuäche des Gartensz oder wenn ſie dem ohngeachtet im Winter- waſſer ſtehen bleiben könnten, erhöhe man ſie 2--3mal ſo hoch, gebe ihnen entweder eine kleine Rundung, oder umfaſſe ſie mit einem. gegen die Sonne ſchräg herunter laufenden hölzernen Rahmen, mache ihre Oberfläche mit dex Harfe fein eben, und ſchreite dann zum Pflanzen der Wurzeln. „Kuf jedes Beet pflanze man der Länge nach) 6 Reihen, und in den Reiten ſelbſt lege man die Wurzeln, mit aufwärts gekebrtem Auge oder Keime, 6 Z. weit von einander, 4m Herbſie 3 Z., im Frühjahre aber nur 2 Z. tief, und harfe zulekt jedes bepflanzte Bect ganz ſeicht über, um die Oberfläche vöilig eben zu machen.= Die ſchon im Herbſte gepflanzten Anemonen pflegen, weinn das Wetter darnach iſt, wohl gar ſchon im Yiovember, wenigſtens im De- cemoer, Blätter zu treivenz; bedürfen je- doch, weil jie dauerhaft genug ſind, feiner weitern Wartung, außer daß man, wenn ſich ihre Blumen zu zeigen beginnen, die mit den edeiſien Sorten bepflanzten Beete mit Tonnenreifen über'pannen mag, um thre Biumen gegen die ſchon öfters bey uns einfallenden Nachtfröſte mit Matten bede ken zu können. Um aber doch recht früh An: monen zum öFlor zu bringen, tann man im Oct, einige in Töpfe pflanzen, und Dieſe gegen Weyhnachten entweiver in ein G a5haus, oder in ein mit Köſten und Feattern bedesftes Miſtbeet, ſtellen, Anemone 213 „Die Vermehrung der Gartenane» monen geſchieht ſowohl durc) ihre Wurzel- brut als aus ihrem Saamen.=- Durch die Wurzelbrut: Sie vermehren ſich durch dieje jährlich ungemein ſtark. Das her muſſen wenigſtens die edelſten Sorten, um dieſe theils zu vermehren, theils auch um ihnen neue Erde zu geben, jährlicſ aufgenommen, und in ſo viele einzelne Stücke, als deren mit einem Auge oder Keime verſehen ſind, getheilt oder zerbro- jen werden, Jedes ſolche einzelne Stück wächſt, wenn es wieder gepfianzt wird; und die Dluinen, die es ſchon im folgen- gen Frühjahre bringt, ſind denn der Mut- terpfianze völlig ähnlich. Weil ſie aber, wenn ſie in gar zu tleine Stücke zertheilt werden, im erſten Jahre gar zu ſchwach blühen, ſo muß man, wenn ſie ſtark bliü- hen ſollen, von der Hauptwurzel nur die kleinen leicht zu trennenden Nebenwurzeln abbrechen, und ſie nur alsdenn in möglichſt viele Stücke zerbrechen, wenn man die Abſicht hat, ſie, ſo viel möglich, zu ver- vieljäitigen. Doch) muß die Zertheilung nie eher geſchehen, als im Herbſte, oder gegen die Zeit, da ſie wieder eingepflanzt werden ſolien, jedoch) etwa 14 Tage vorher, damit die verwundeten Stellen erſt wieder überheilen, weil ſich ſonſt ein Schimmel an denjelben erzeugen möchte, welcher nachtheilige Folgen haben würde, Die Zeit, wenn ſie auſgenominen werden müſ- ſen, iſt diejenige im May und Jun,, da ihre Biumenſiengel und Blätter ſo eben völlig abgeſtorben ſind, weil die Wurzeln dann 4--6 Wochen lang aufhören zu wech» ſen. Wenn joiches aber ſo lange verſäumt wird, bis ſie ſchon wieter neue Wurzeln getrieven haven, welches fie ſchon nah dem erſten einjällenten Regen zu thun pflegen, ſo düren ſie für ſolches Jahr nicht aufge- Dd 3 10m: 214 ÄnUemone qtommen werden. Und wenn dann ein of- Fener Winter Folgt, ſo pflegen viele von Ihnen ſchon zu Ausgange veſſeiven zu blü- Jen, gleichwie fie ſich alsdenn auch dur) junge Wurzelbrut au zerordentlich ſtark ver: „mehren. Müſſen ſie nun bey trockner Wit- erung aufgenommen-werden, ſo.muß man ſe alsdenn etwa 8 Tage lang auf einem -rockenen luftigen Plaße, wo ſie die.Son- ne. nicht treffen: Fann, auebreiten, nachher aber von Erde-und Unfrauf reinigen, und his gezen die avermalige Cinpflanzung in eizem warmen zimmer auf trocne Dretcter, „oder-in-oſßne Käſichen legen, oder auc) in Ppapiernen Beutein aufhängen,.in weichen ſich aver um ikren Keim ofc-ein ihnen t9dt- Jicher Schimmel erzeugt, wenn ſie nicht an einem warnien und trocknen Orte han- gen.=== Zus Scamen: Aus diejem Find alie ſchon vorhandene ſchöne Sorten ent/iprungen, und man Fann noc) immer jährlich aus demjelben neue erwarten.„ID exe Erziehung aus Saamen iſt auch nicht Jangweilig, weil die Saamenpflanzen ſchon im andern oder dritten Jahre zur Blürhe zu kommen pflegen. Will mag den Sag: men, ſelbſt aufnehmen, fo nehme man ihn „von den beſten.einfad)en oder halb gefüllten Sorten auf, welche die größten und meh- weſten"Dlumenblätter und die beſten Farben Haben, bejonders aber von bochviolet- Ten, pyrpurrothcn und rein glän- zenden Sortenz pflanze dieſe zu ſolchem Zwecke ſchon im Sopt. oder Oct,, und Damit der Saame deſto beſſer reif werde, begieße man ſie bey troner Witterung währond.des Fiors fleißig, und lockere die Overfläche des Beeres, ab und an, aufz und weil der Saamen.ekwa 3 Wochen nachher, nachdem die Blume verblüht iſt, reif zu ſeyn pflegt, jo achte man auf den» ſelben alsdeun ſorgfältig, und nehme ihn, Anemone ſo wie-ex nach und nach xeif wird, ſogleich av, weil ihn ſonſt der Wind, wegen ver feinen Wolle, mit welcher er umgeben iſt, verwehen würde, Man kann ähn dann entweder ſfogliich,.nachdem man ihn abe trocknen laſſen, oder auch erſt im Anfange des März ſäen, Die beſte Erde dazu fol! Aurtkelerde jeyn, Das Sqaamenbeet muß eine gurgede«te, und nac) Süden oder Suvojt ojſene 2age haben. Der Saamen muß, damit er ſid) nicht zuſammenhänge, mic trockner Gartenerde vermengt, mit .derjelven wohl abgerieben, und gleichför- mig veriniſcht; alsdann ſammt dieſer Erde, und zwar, je nadvem man ihn entweder mit mehr oder weniger Erde vermiſcht hat, „entwever dicker oder dünner, berhaupt aber ſo, daß er niche zu dicht, ſondern nux mäßig dicht zu liezen komme, ausgeſäet, und eva 3 Z. hoch mit geſicherter Erde bedecdt; das Saamenbeet dann ſogleich mic LTonnenreifen überſpannt, und bey heißer"Witrerung regelmäßig an jedem WViorgen bis eine Stunde vor-dem Unter- „Zange ver Sonne gegen.die brennende Sons nenhiße, niemals ader bey trüber oder reg» nichter Witterung, mit Matten bedeckt; auc<4 bey tro>ner Wirterung an jedem Abende mit einem ſehr jeinen Gießer ſo ges Linde, als ob er von einein feinen. Staubre- gen beneßt würde, begojſen werden, wei, wenn.iman das Begießen mit einer gemei- nen Gießfanne verrichtete, der Saamen „aus der Erde geſpült, die Crde verſchlämmet, und die Ausſaar zu Grunde gerichter wer» den würde. Wenn die Vorſchriften genau befolge werden, ſo pflegen die jungen Pflänzchen in.6-- 8 Wochen zum Vor» ſchein zu kommen 3 daher.denn-die Ausfaat nach der Einſammlung des Saamens je eher je lieber gemacht werden muß, damie die jungen Pflanzen noc) vos dem-Winter eine / ſogleiß 'egen der jeden if, m dann ihn ab« Anfange dazu ſoll! beet muß den oder Saamexn enhänge, jf, mit (eichför- ſer Crde, entweder iIcht hat, verhaupt ern Sgeſaet, x Erde ſogleich und beh n jedem 1 Unter- de Gon der vega bedeftz n jedem per ſo ge Staubre- n, weil, r gemei- Saamen hlämmt, fer were en genad » jungen m Vor- Nusfaat mens je | vamit „Winter ein Anemone eine gehörige Stärke erlangen, undnachher deſio beſſer ausdauern mögen: Gegen den Eintritt des- Winters muß das Beet mit Nadelholzbüſchen umſtect werden, welches die jungen Pflanzen: vor dem gewöhnlichen Froſt hinlänglich ſchüßen wird, indem ſie nur bey ſehr ſcharfen kalten Winden über der Erde abzuſrieren pflegenz wenn aber ſehr ſtarker Froſt. eintrite, müſſen Ke mit Matten: bedeckt werden,= IK nun zwar die jekt vorgeſchriebene Zoit der Aus- faat die beſte,. weil die jungen Pflanzen dann um ſo viel früher gedeihen, ſo macht ſie dom, wegen der den Winter hindurch über ſie zu führenden Aufſicht,. beſtändige Mühe z- nicht. zu gedenken, daß viele jungs Pflanzen: ,. wenn man ſie vor dem Froſt nicht hinlänglich. geſchüßt hat, durch den- ſelben aus der Crde gehoben, und in ſol en ſich ſehr ſchön an Gehölzwege, vor die Fronte der Strauchgruppen, in Wilde nißanlagen, und überhaupt in alle Abthei- lungen, zu deren Verzierung man einer Mannichfaltigkeit frühblühender Blumen bedarf. Sind ſie gleich nicht ſo prangend wie die Gartenanemone, ſo machen ſie doch auf ihrer Natur gemäßen Plägen ein ſehr ſchönes Anſehen, und blähen ſogar unter Hecken und Bäumen, und auf fol- hen Pläßen, wo wenig andere Pflanzen torte a SE SSS LIL EREN 2 22 SELEN Dpale- aB we m 2 2 "===" emoroſ, nonoides pd, auf Hainen, / Zetheilt, Sten- pig Ie weiße ip ge en eil hen ge: VPULLO« je, blaye Pater 192, bey haotiy, ättchen en Stit- Intten; ſdemigen laue 2; cc) mit . violet: nd groß 1 aus une „ dieeine ſehr artie rten ſchie ege, vor in Wild- € Abthei- nan einer Blumen prangend achen ſie jäßen ein jen ſogar ) auf fol: Pflanzen jort: Anemone fortfommen; daher ſie denn zu Wildniſſen vorzüglich ſchicklich) ſind, indem man ihnen ſolche Pläße einräumen kann, die man ſonſt mit nichts zu boſeßen weiß. Wenn man ſie aus den Gehölzen in die Aniagen pflanzen wil, muß ſoiches zur Zeit ihrer Blüthe geſchehen, weil ihre Wurzeln, nachdem ihre Blätter und Blunien abge- ſtorben, ſchwer zu finden find, ob es gleich beſſer iſt, wenn ſolches erſt unmittelbar nach dem Abſterben der Blätter und Sten- gel geſchießt. Die Sorten mit gefüllten Blumen werden zwar höher als die einfa- ern, welche den vom vorigen Backen aufbebaltenen ſauren Teig oder Sauerteig, womit ſie den nächſten Tag ſäuern wollen, folgendergeſtalt erfriſchen? Des Morgens gießt der Bäcker zu dem aufbehaltenen Sauerteig, der etwa ſo groß als ein Gro- ſchen- oder Zweygroſchenbrodet iſt, laulicht- warmes Waſſer ohngefähr 12 Quart, macht ihn wieder mit Mehl zu einem Teig, und beſtreuet ihn mit Mehl, Eben ſo verfährt er bey dem zweyten Anfriſchen, 6 Stunden nach dem erſten, ohngefähr um Mittag, außer daß er 3 Quart laulichtes Waſſer zugießt, Sechs Stunden nach dieſem Zugießen erfolgt das eigentliche Säuern,(ſ. Säuern, Sauerteitz.) Dieſes Anfriſchen giebt dem Sauerteig nach und nach neue Nahrung und neue Kraft, ſo daß er nicht in die Fäulniß über- gehen kann, Aerzte verſichern, daß dieſes Anfriſchen dem Bäckerbrodte eine mäßige und geſunde Säure ertheilt; und das Fa- milien- oder' Hausbakenbrodt bat vielmals eine faule Säure, weil dieſes Anfriſchen ünterbleibt. Anfurth, iſt ein mit Land umgebe- nes Waßier, in welchem die Schiſſe vor Sturmwinden ſicher liegen. Tine von der Natur gemachte Anfurl) iſt der gemachten, als der weniger dauerhaften, vorzuziehen, Anfußen, wird bey der Jägerey ge- ſagt, wenn ein Vogel ſich irgendwo ſekt, (: Angehende Bäume, ſ Vittel GiZ+ Angelauf Angehendes Schwein, ein drey- jähriges wildes männlichen Geſchlechts. Dieſe thun durch das Wühlen oder Bre- kt. Bey den Meſſern giebt es ſpiße und flache An-. geln. Die ſpißen werden in das Heft hineingeſtect, an die flachen aber wird die Schaale oder das Heft von beyden Seiten, aus zwo Hälften angenietet, Angel, Thürangel, Angelha- fen, Haſpe, Heſpez ſo heißt jeder von den zween eiſernen Haken, woran eine Thüre oder ein Fenſter eingehangen iſt, und worauf ſich ſole befeſtigt. Die Angeiſchnur wird beym Gebrauch ins Waſſer gepeitſcht, und die Federſpule ſchwimmt auf'demjelben. Je tiefer das Waſſer iſt, deſto länger muß der- jenige Theil ſeyn, der von der Federſpule bis zum Angelhafen reicht, und umge- kehrt. Daher läßt ſich die Federſpule ver rücken« Auf dem Angelhaken iſt ein K0- der, z. B. ein Wurm, und mit dieſem ſinkt der Angelhafen, nebſt einem Theil der Schnur von der Federſpule an, ins Waſſer. Beißt ein Fiſch an, ſo ſinkt die Federſpule nach dem Angelhaken zu ins Waſſer. Der Fiſcher zieht alsdann die Angel etwas an ſich, damit der Üngelha- ken haften kann, und furz hernach zieht er Angelika 215 den gefangenen Fiſch heraus. Das Angeln geborf zur Sommerhiſcherey,; [9 514,4 9: 4 UngelſOnur, eine vier- auch ſechs- fache pferdehaarne Schnur, welche an vet Angelhaken gebunden wird, Vingelikfa, Die zu dieſer Gattung gehörigen Arten ſind trautartige, perennis« pende Pflanzen, von großem und lebhaften Wuchſe, mit äſtigen und zaſerichten Wupt- zeln, mit 4-=5 F. hohen, ſtark in Zweige freivenden Stengeln, mit zahlreichen Blu» men, welche auf den Enden der Stengel und der Zweige in beträchtlich großen, zu: ſammengeſeßten Dolden beyſammen ſtehen deren Stengel und Blätter in jedem Herb« ſie aoſterben, und im Frühjahre darauf wieder neu hervortreiven, die insgeſammt im äugujt und Sept, vielen reifen Sag- men geven, 1) dahme oder Gartenangelif, Engelwurz, beilige Geiſtwürzel Zruytronrzel, Vaterland: Lappland, öſterreichiſche u,|, w. Alpen, an Grübel und Bächen, Dilätter: aus Lappen zus fammengeſeßt, Dieſe berühmte Arzneypflanze wird bisweilen, zur Vermehrung der Manniche- faltigfeit, in große Luſtgärten aufgenom men, und macht daſelbſt mit ihrem großen äftigen Haupte, mit ihren beträchtlichen Blattern und großen Blumendolden ein ziemliches Anſehen. 2) Wilde AngeliF, wilde Waſ. ſerangelif, Angelica ſylveſtris. Vas terland: das kältere Europa, in etwas feuchten Waldgegenden, Blätter: aus gleichförmigen, eyrund- lanzettförmigen ſägeförmigen Blättchen zuſammengeſeßt, Zlumen; im Jul, 3) Schwarzrothe Antzelit, A. atropurpures« DJDagrerland; Canada. Ce 2 Digrter: 22.0 Angelika Blätter 7 ſchwärzlichgrün, gefiebert, das äußerſte Paar der Blättchey an der Grund» fläche vereint, und das äußerſte Blättchen geſtielt. Biumen: im Jun. und Jul. 4) Helle Antzelik, A.lucida. PDa- rerland: Canada, Blätter: helle oder leuchtendgrün, aus gleichſörmigen, ey- runden, eingeſchnitten- ſageſörmigen Blätt- habe, In England überzieht man die abgeſchälten Stengel mit Zuebcxr. Die Wurzel erwärmt, ſtärke, löſt die ſtockenden ſchleimichten Säf- fe vortreFlich auf, befördert den Ehweiß, und treibt den Urin, daher ſolche in vielen Kranfheiten, als in Bruſtbeſchwerungen, dem Bauchgrimmen, bey Blähungen und verderbten Säften, nüßlich iſt, Die Wup- Angelifa zel von der wilden Angelif gebraucher? dle Bauerweiber in Schweden häufig bey Mutterbeſchwerungen, Als ein Verwah» rungsmittel wider die Peſt und andere ans ſteFende Seuchen iſt ſie ſchon bey den Al- ten im vorzüglichen Anſehen geweſen, und Cranz erinnert, daß in dem Falle, wo das böſe anſteckende Weſen ſich noc) nicht inz Körper feſtgeſekßt, ſondern in den Gefäßen noch herumirrt, Angelifthee, mit Cſſig vermiſcht, wirkfame Dienſte leiſten werde. Auch bey anhaltenden hißigen Fiebern, wenn man bey dem Ende derſelben die Kräfte der Natur verſtärken, und die Aus- führung der zubereiteten bösartigen Mate- rie durc) die Haut befördern will, kann dieſe Wurzel nüßlich ſeyn, Man kann ſol- werden laſſen, Auch in den Häuten des Rindviehes werden dieſe Aengerlinge öfters gefunden, aus welchen ſie ſich im Frühjah- re herausbohren, Man entdeckt fie an den großen Beulen, worunter dieſe Thierchen erwachſen, und man darf dieſe Beulen nur ſtark drücken, ſo treibt man die Puppe des Aengerlings, wenn ex ſich nämlich ſchon eine Oeſſnung in der Haut zu machen an- gefangen hat, heraus. OIingeſchäftet, wenn vie Halbſparren eines Holländiſchen oder Walmdachs an vie Eck- Grab- odertehrſparren angenageit werden, Angewäge, Angeweyhe, f An- wellbloG- Angez9gen, ein Zimmermannswort, Man ſagt z- B.- der Gradſparren iſtrecht aniezogen, wenn er ſeine rechte 8änge erhalten hat> Angriffe 421 Angoriſche Ziegenlhgare, ein ſchönes, 19 Zoll langes, feines und glän» zendes Haar, wie Seide, von einer ſtrah- lenden Weiße, oder auch mit einigen Stri- en, die ins Rothliche fallen, untermiſcht. Man macht von dieſen Haaren, die ohne Zweifel in unſern Gegenden Kameetbaare genannt werden, die ſchönſten Kamlotte, und es wird damit über Smyrna ein ſtar- foy Handel getrieven, GSi2 werden von den Ziegen aus Angora, in der Levante, hergebracht, Die Ziegen ſelbſt lind von den gemeinen wenig unferichieden, und man war vor einigen Jahren in Schweden 40 bedacht, dieje Ziegenzucht einzu- ühren- Angreifiſche Waarein, ſo nennt man in den Haushaltungen insgemein alle SeFereyen, Zuckerwerkt, Geba&Fenes, Wein u. dg Kinder müſſen ſo gezogen werden, daß ſie dicfes Alles, ohne es anzurühren und zu benaſchen, anſehen können, weil ſie ſich ſonft Hausdiebereyen, Schwelge- reyen und Durchſtechereyen mit dem Ge- ſinde leicht angewöhnen, und ihr ganzes zeben hindurch, als Duechbringer und Wex- ſchwender, unglücklich werden können. Hak man nicht Geſinde von ſattſam erprob- ter Treue, ſo mußman es nicht inVerſuchung bringen, dergleichen Waaren anzugreifen, ſie ſelbſt zu verzehren, oder Andern zuzu- fte>xen. Man handelt daher gerecht gegen fich und Andere, wenn man dem Geſinde nicht freyen Zutritt zu dergleichen Waaren verfiatfet, Gelegenheit macht ja Diebe. Angriffe am Riegel eines Fran- zöſtſchen Sthloſſes- die unterwärt3 am Riegel angebrachte Cinſchnitte, zwie ſchen welchen. zahnförmige. Theil? ſieher bleiben., wenn der Bart des Schluiteis, welcher darinn genau paßt, greiſen muß, Ce 3 wenn S- 3 J « 3 6 KS “ * 222 Angurien wenn man das Schloß aufſchließt, Da der Riegel zwey foicher Einſchnitte hat, ſo muß auch der Schlüſſel zweymal herumge- dreht werden, wenn er den Riegel gänzlich wegſchieben, und das Schloß vſſuen ſoll, Angurien, 6 Meionen. Anhägerung, Anwachs, An: zpur?, iſt die Eroverung, weiche, außer der Strohmbahun, von Sand, Grieß, oder Schlamm entſicht, und nach und nach als feſtes Land an das Uſer angeſchlo]- ſen wird, Die Ströhme pflegen langs den Uſern, die außer der Strohmbahn liegen, Sandbänke aufzuwerfen, welche man H&- ter oder Heeger nennt, Veranſtaltete Anhägerungen aber fönnen zum allgemei» nen und zum Privatnußen gereichen. Jm leßtern Falle wird das Eigenthum eines Privatbeſikers vergrößert, im erſtern Falle aber fann die Schiſſfahrt zum gemeinen Beſten gefördert werden, da ein einziger zu gewiſſen Zeiten nicht fahrbarer Ort die Schifffahrt auf dem ganzen Strohme, wenn ſie gleich in allen übrigen Gegenden noch ſo tiefe Fahrten antrifft, wie mit ei- nem Schlagbaume ſperren kann, da denn Anhägerungen ſehr nüßlich, ja nothwendig werden, vem Strohme überflüßige Ge- biete abzugewinnen, und ſelbigen damit zugleich zu vertiefen und fahrbar zu machen oder zu erhalten,- Hat man aber mit Genehmhaitung der kandesobrigkeit ſich vorgenommen, eine Anhägerung zu veranſtalten, ſo hat man vorerſt folgende Grundregel zu merken: Alles, was nicht zur Strohmbahn gehört, wird ſo angehägert, daß ſelbige einen mög» lichſt geraden Lauf erlange. Die Strohms« bahn muß unangetaſtet bleiben. Die Nor- molbreite iſt das Maaß, welches entſchei- det, wie weit man in den Canal hineinrüe Anhäger >en dürfe, Wenn nun die Mittellinie ſs gerade, als es die 2age bes Fluſſes leiden will, gezeichnet, und nach der Normal- breite die Gränzlinien Zezogen worden; ſs kann alles übrig: Strohmfeid, was außer halb den Gränzen liegt, angehägert wer- den, es ſey übrigens daſelbſt Juſel oder Häger, oder gar nichts von Anwuchs vor- handen,“ Beſonders verpflichten uns die eingefrümmten Ufer zu dieſer Vorſorge. Hingegen hervorſpringende Ufer zu behs- gern, hieße den Scxyohm zum Serpentiren zwingen; nicht zu gedenken, daß daſelbſt dieſes Unternehmen lange nicht die erfor derlichen Unfoſten pergüren würde. Man hüte ſich die Strohmbahn zu ſchmälern. Geichähe dieſes, ſo ſchwillt der Strohm leicht auf und wird gezwungen, ohne Unterlaß über die Ufer zu tretenz überdem wirft er dergloichen Einbaue bald über den Haufen, und ſtürmt das wenig eroberte Land wieder weg. So vergeblich aber dieſe Art iſt, ſo ſchädlich iſt ſie auch, Denn, ſobald die nächſten Strohmengen ihre Herrſchaft verlieren, 75 geräth der Hauptſtrohm nicht nur daſelbſt in Unord- nung, ſondern es werden auch die ober- wärts eintretenden Nebenflüſſe aufge- ſchwellt, Man hägere ſo an, daß die Bahn, ſv viel als möglich, einen geraden Lauf be- fomme, Hägert man alles jo an, daß ein hervor ſpringendes Ufer daraus erwächſt, ſo treibt man durch ſolche Unveſonnenheix den Strohm in das gegen über liegende Fkand, und befördert ſeine Ausſchweifung, Hägert man aber am eingebogenen Ufer, ſo wird der Strohm geradeläufiger ,. er er- langt einen geſchwindern Lauf, und man ' verhütet eben dadurch häufige Ueberſchwem- mungen,; Nache- ES EIL aaa muh zu SN SEEM EIZE al...-"Sidel IS 7 GENEN aue a I OV==> C> DZ Nlinie ſg 5 leiden Rormal- den; ſz 8 außer: ert wet: ſel oder hs vor« uns die orſorge, 1 behär entiten daſelbſt & erfyte abn zu chwillt ungen, treten; ve bald 5 wenig rgeblich e aud), mengen th der Unord- je ober» aufge- Bohn, auf ber 1, daß wächſt, nenheif ſiegende peſfung, n Mer, „erer d man e, und einem ſiarten Zinge, woran may die Kabeltaue oder Anterſeiie anpindet, Anker, iſt ein Stü Eiſen, welches ſowohl Balken mit dem Mauerwerie, als auch jonſt allerley andere Geſimſe u, dergl, zurüE zu halfen oder zu vereinigen dient, Die Anker ſind verſchiedener Art, indent ſie bald als ein 8, X, Y over 1 und noch nach mehrern Geſtalten gebildet ſind, wo- von ſie auch mancherley Diamen, die nach ihrer Ordnung vorfommen werden, bekoms men, Die gewöhnlichen Arten der Anfer beym Bauen ſind ſo eingerichtet: Wenn ein Balken mit ſeinen beyden Köpfen oder Enden in zwey gegen über ſtehende Maue ern eingreift, ſo können durch die Köpfe Queeranfer gefrieben, und ſolche mit ein» gemauert und verdeckt werden. DOder es werden auch an beyden Köpfen des"Bals kens eiſerne Schienen in eine Falze einge- ſeßt, worinn ſie mif queer durchgehenden Nägeln befeſtigt werden. Anu deu Enden Der 1 gömel: ey dem en als Qlichten eſer und. 4) deſſen [ MaGen daraus, neanen, vez die ſieument + um ſie iehend zu es, der ner hat, (uferſies Yan man indet, - welches erle, als uy, dergl, en dient, |, indent und no< ſind, 10“ die nach 1, befoms er Anfer ; Wenn pfen oder we Maue die Köpfy » mit ein Ober es des Bab [ze einge gehenden u Enden Ds : Anker der Schienen, welche aus den Balfen her- vorragen, und in die Mauer eintreten, ſind ſolche umgebogen, und bilden einen Ring, in welchem ſich Queerbolzen befin- den, welche mit eingemauert werden, Oder die Ankerſchienen beſtehen aus ganzen eiſer- nen Stangen, die, anſtatt des Balkens, mit Queerbolzen an den Enden der Schie- nen eingemauert werden, Zwey Steine werden manchmal durch einen oder'mehrere eiſerne Antey zuſammengefügt, die oft die Geſtalt eines"Andreasfreuzes haben, wo- von die eine Hälfte in den einen Stein, die andre Häifte des Kreuzes aber in den an- dern Stein eingeſenkt ,. und mit Bley ver- goſſen wird. Folglich werden die beyden Steine auf ſolche Art zuſammengehalten, zumal da die Fugenoc< mit Kütt oder Bley vergoſſen wird. Anker, heiße auch ein Weinmaaß, welches in Berlin, Etettin u. ſ. w, 32 Berliner Quart hält. In Amſierdam iſt der Anker der vierte Theil eines Ohms, oder 64 Pariſer Pinten, Anferbuhne, eine ſolche Art der Buhnen, die man auch Abweiſer nennt, welche, in der Geſtalt eines Ankers, an dem Ufer eines feſten Landes oder einer Jn» ſei im Waſſer angebracht werden, um das Ufer zu erweitern, und Anbäger, oder Voriai1d, durd) die Sammlung des, durch die Fluth oder Ueberſs eingerich- fet, ſo nennt man ſolche gut oder ſchön, - Anlage iſt auch bey den Gebäuden, Wällen: und Deichen die unrerſie Dice des Mauerwerks im. Fundamente, auch die untere Breite des Walles oder Deiches. Dinlage, in der Scheune, iſt eine.ge- wiſſe Anzaht von Garben,„welche. auf der Tenney oder dem Scheuneflur, auf einmal zum Ausdreſchen hingelegt werden,„Man muß den Dreichern dieſs Zahl der Garben ven jeder Getraideart feſtgeſeßt haben, auch öfters beyin Anlegen der Garben ſelbſt nach- ſehen, ob ſie nicht zu viel Garben nehmen, Ankuppeln„ wenn die Hunde von' Anlaſſen weil in dieſem Falle nicht vein gedroſchen werden kann, und viele Körner zum Scha- den des Eigenthümers im Stroh zurück- bleiben, Anlage, beißt diejenige Geldſumme, welche man anfänglich zum Betrieb eines gewiſſen Nahrungsgeſchäffts'ausſeßt, be« ſonders wenn man'die Gewißheit des Er- trags nicht zum voraus“ haben kann, da denn die Vermögensumſtände billig ent- ſcheiden müſſen, was oder wie viel man daran wenden könne und ſolle, Geſchieht dieſes nicht, und man geht zu weit oder blindlings ia ein Unternehmen hinein, ſo fann man, wie man. alle Tage dergleichen Geſchichten hören und ſehen kann, unnüßer Weiſe Geld verſchwenden, oder ſich und andere in Armuth'ſiürzen, vinlavpen, heißt bey der Jägerey die abgehaſpelten und auf dem Boden lie- genden Tuch- und Federlappen aufrichten, "Bey Hirſchen und Sauen iſt es gut,„die kappen dreyfacy. über einander, und faſt: Mannes hoch, auf Füchſe und.Haajen abr nur einfach, und höchſtens 3&, hoch von der Erde, laufen zu lajfen, Lintaſchen, ſ. Anſchaimen. Anlaſſen/ heißt, eine Mühle, wenn ſie eine Zeit lang ſtille geſtanden, wiever in Gang kommen laſſen, Bey den F'<- deichen aber verſteht man darunter, ſeivige mit"Waſſer aus andern höher gelegenen Deichen, Seen und Flüſſen dur eine Woſſerleitung anjüllen, Hat man neu angelegte Deiche, ſo muß das Waſſer An» fangs nur nach und nach zugelaſſen werden, Hamit dev noch zu locfere oder dünne Damm nicht durchgeriſſen werde- Cs wird daher nach und nach immer nur etwas Waſſer zugelaſſen, daß ſich der Damn durch Ade „wech: edroſchen m Scha: ) zurück, ſumme, ieh eines ſekt, be: des Eye ann, da Illig ents iel man jeſchieht eit oder nein, ſo vgleichen unnüber ſi) und | a gee) den 11e- üfridyten, gut, die und faſt! Haaſen 0. hech 1, le, wenn 1, wiecer 1 Fh N ſelbige gelegenen rd) elne man ney aſſer Ans a werden, eDamm ird doher Waſſer urvögel, oder mit einer Lockpfeife, die Strichvögel auf den Heerd zu bringen ſuchen. Bey Meiſen- hütten und Leimbäuzien wird wie ein Stein- Fauz mit einer Pfeife gerufen, und ein le- bendiger Kauz oder ausgeſtopfter Haaſen- kopf aufgeſtellt, wornach die kleinen Vs- gel, auch Nußbeher, gar bald herane fliegen. Aniudern, gleichbedeutend mit anaaſen. fx.% Ff 2 Anmalen, 228 Anmalen Anmalen, ſ. Anſtreichen. Anmaſchen, wird von Jägern ge- ſagt, wenn ſie geſtrickte Reße an eine deine anfaſſen. YAnnadeln, wenn der Schuhmacher - das Seitenfutter eines Stiefels oder Schu- Hes, vermittelſt einer zweyſchneidigen Na- del und weißen Pechdrahts, mit einer über- wendlichen Naht an beyden Seiten des Oberleders annähet. Annone, Flaſchenbaum. Un- ker den zu dieſer Gattung gehörigen Arten iſt nur eine für Luſtgärten mäßig dauerhaft, welche ein Anfangs zärtlicher, und an un- ſere Winter ſtufenweiſe zu gewöhnender, im Winter unbelaubter, mit einfachen Blättern verſehener Strauch iſt. 1) Pepawbaum, Annona tr'Joba, Vaterland: Carolina.«Stamm: 12 -=-15=-18F. hoh, Blätter: ſehr groß, lanzettförmig, abwechſelnd, fallen im Herbſte ziemlic) feüh ab. Blumen: cnen, Ganz ges löſſenes trocnes Obſt ſchmücr hauptſäch» lich vornehme Tajeln. Hat man aber z.B, große Winkerbirnen, ſo muß man ſie wohl in 4 Theile, nachdem ſie geſchält worden, ganz zerirennen und anreihen, welcdes aber doch die Speiſe, weil es große Sicken ſind, nicht verunzierr, Das auf dieſe Weiſe in Anreihungen getrocknete Obſt wird in leinene Beutel geſammel«, und in folchen en Sti: eich dufe e Kante dern ZUUr ng heißt 1 dreyef: zen Hehr | ziehen, wamme, Trocfnen am bes warmen auf els warmen oß man en elit: rd) das ter eine werden 8 Deſt foſen ges un oder ie runde n daher en, und ſct ) ſchälen mäßiger [ u, dal, ] größer, geſchnit: Janz 97 zuptſach» ber z.B, ſie wohl f worden, Ies aber Studen uf dieſe te bſi ; und ſolchen Anrichter ſolchen noch eine Weile in Stuben aufbe- wahrt, damit es nicht anlaufe, ſondern immer noch nachtro>nen fönne. Angerei- hetes Obſt wird auch wohl an der Luft in der Sonne getrocknet; allein es geht da- mit langſam zu z die Fliegen ſißen beſtän- diz darauf und beſchmußen es 3 und wenn nicht anhaltend warmes troc>knes Wetter iſt, ſo fängt dergleichen Hoſt, dafern es nicht ſehr klein geſchnitten worden, an, zu faulen. Anrichter, ein flaches blechernes, oder meſſingenes, durchlöchertes Küchen- geſchirr mic einem Stiel, womit Fiſche u, dgl. aus dem Keſſel heraus genommen und in die Schüſſel bequem gelegt werden, Anvrichttiſch, ein Tiſch in der Küche zum Anrichten der Speiſen. Er muß ſo angebracht werden, daß das Tageslicht gut darauf fallen könne, und nicht in Win- feln, damit man nicht, bey dem Anrich- ten der Speiſen ein Licht anzuzünden, ge- nöthiget ſey. Iſt nicht viel Raum in der Küche, ſe wird dieſer Tiſch ſo eingerichtet, daß er auf= und niedergeklappt werden kann. Anrichtung, Anſchicfung, Ab- ſehlung, Franz. Ajuſtement, iſt bey den Zimmerleuten, wenn ſie Zimmer- ſtücke, nach Beſchaffenheit ihres künſtigen Gebrauchs, entweder verlängern oder für- zer machen, Anrollen, wenn ein Hund ein Wild zwar anbellt, aber nicht verfolgt, Anrüchen, nenn: man bey einem Pferde, wenn ſelbiges, während dem Ge- hen, öfters mit den Berderrheilen der Hin» terfüße die Hintercheile der Worderfüße berübrt, und dieſe daher, dur 231 auch der Anſchlag der Thüre oder des Fen- ſterflügeis darnäch eingerichtet werden, daß ſoicher genau darein paßt, Anſchlag heißt auch, wenn die Thüre ſich in die Fal- ze gut einſchließt oder: paßt. Anſchlag, f. Kolbe und Backe, Anſchlag, ſ. Anſchlagen, Anſchlagen, beißt bey der Jägerey und dem Forſtweſen: 1) Wenn der Jagd- oder Spürhund durch'Bellen ein Zeichen giebt, daß er ein Wild oder Wildgeflügel verſpüre; oder wenn jenes auſſpringt und dieſes auſffiiegtz; 2) mit'der Axt einen Baum anſchlagen, um zu erfahren, ob er hohl oier faul fey,welches der helle Kiang beym Anſchlagen anzeigt 3 3) die Flinte oder Büchſe zum Schießen an den Backen legen. Anſchiagerad, iſt in einer Schlag- » uhr dasjenige Rad, welches das ununter- brochene. Schlagen verhindert, indem ein Stift das Schlagen ſo lange aufhält und verhindert, bis der Wechſel des SE, wo das Thier unter dem Schuß geſtanden hat; oder, wenn es flüchtig wäre, wo man meynt, daß es den Schuß bekommen habe, Wenn ein Hirſch oder Thier auf den Schuß zwar gleich zuſammenſtürzt, jedoc) herum gratſcheit, und ſich gern wieder erheben will, ſo iſt es ein ſichres Zeichen eines Hochſchußes, und daß der Rücken geprellt worden. Hier muß der Jäger gleich wie- der laden, und dem Thiere noch einen Schuß geben, oder ſolches ſogleich abfan- gen, indem ein auf ſolche Art verwundetes Thier ſich wieder aufmachen und davon ge- hen fann. Wenn ein Jäger ein Wild angeſchweißt hat, geht er auf den Anſchuß, und betrach- tet den SchreEſprung, ſieht auch nach, vb er nicht angeſchoſſene Haare und einigen Schweiß finde. Es eräugnet ſich zwar, daß auf den Anſchuß nichts zu erſehen iſt, mithin muß man etliche Schritte auf der Fährte behutſam nachſuchen; krifft man nun auf 100-150 Schritt kein Gemerk an, ſo muß man glauben, daß gefehlt ſey. Man kann aus dem Schweiße bey- läufig muthmaßen, wie der Schuß ſtecke, Sichtheller und einzelner dünner Schweiß, iſt weidewundz ſchaumiger dunfler., ein Anſchwänger Seber- und etwas hoher Schuß; weiß- ſchaumiger, ein Lungenſchuß 3 einzelner, ein Streif- oder ſehr hoher Schuß; viel Schweiß, und der größere Theil ziemlich aus einander geſpreitet, ein Halsſchußz Schweiß auf beyden Seiten, ein Durch- ſchuß u.|. w. Anſchüßen, wenn man in Mühlen bas Waſſer wieder auf die Räder anſchla- gen läßt, daß ſie wieder umgehen. Anſchwängerung der Mutter- blumen, ein Verfahren der Blumiſten, um eine fünſtliche Farvenveränderung und Miſchung in den Blumen hervorzubringen. Eine Nelke ſoll zum Beyſpiel dienen, Man muß hiebey annehmen, daß die lane gen Hörnchen in der Mitte einer Melke die weiblichen Werkzeuge ſind, welche von den zwiſchen den Blumenblätrern befindlichen Staubfäden geſchwängert werden, wenn die vom Winde bewegte Nelke den Saqae menſtaub abwirft. Man muß alſo dahin trachten, daß der Saamenſtaub von mehr als einer ſchönen Nelke auf diejenigen falle, von welchen man Saamen nehmen will. Die beſten Sortenveränderungen entſtehen, wenn eine einfarbige, entweder weiße oder gelbe Nelke, die vorzüglich lange Hörn- en. Dieſes geſchieht, um nicht viel aus dem Faſſe vorbey laufen zu Gg laſſen, 234 Anſteckk laſſen, wenn es zuvor ganz vollgefülkt, und hernach das Spundloch oben zugeſchla- gen wird. Antteckkiehl, f Santgröhre, Anfellen, ſich oder andere anſtellen) wo man Wild zu ſchießen hofft, Anſtichroht, dasjenige, welches in einer Zeitungsröhre- eingeſte>t itt, um durch ſelbiges ein Waſſer in ein Haus zu führen, Anſtoßen, geſchieht von Shhneidern, wenn ſie ein Stüc Tuch an das andere, entweder mit der Stoßnaht(f, Stoßnaht) wenn die Nahe ſichtbar iſt z oder wenn ſie nicht zu ſehen iſt, mit einer überwendlichen Nahr anſticken oder annähen. Anftoßer, der nächſte Nachbar, der mit ſeinen Gütern, Feldern oder Aeckern, Wieſen, Gehölzen an die des andern gränzt, und iſt alſo anſtoßen ſo viel als angränzen, Anſträngen, mit anſpannen gleich- bedeutend, Anßfireichen,&änmaten, beiße mit Farben, ſie mögen nun mit Leim, Del oder Waßer gerieben ſeyn, mittelſt eines Pinſels, etwas anmalen, überſtreichen. So werden 3. B. Thüren, Fenſterrahmen, hölzerne auch eiſerne Geländer, Treppen 3. dgl. mit einer beliebigen Farbe angeſtri- hen. Es gehört dieſes zur Staffirma- kerey, Anſtricken, anfnütten, den al- een beſchädigten Theil eines Strumpfes, z. B. den Fuß, wegſchneiden, und dieſen Theil neu daran ſirien, Anthal, Wtrdal, ein Ungariſches SNaaß oder Weingebinde, das ohngefähr 525 Dreßdner oder 455 Leipziger Kannen Anthol enthält. Es iſt die Hälfte eines Ungari- ſchen Weinfaſſes, daher leßteres auch wohl ein doppelter Anthal genannt wird, Man hat mehrern Vortheil bey den dop- pelten Anthaten als bey den einfachen, weil das Gebinde von jenen insgemein ſtärker, (zuweilen auf 13 Kannen mehr) ausfällt, auch mit den Hefen oder der fo genannten Mutter weniger verlohren geht. Antholyze, Antholyza L. Von dieſem Pflanzengeſchlechte ſind vier Arten befannt: 1) Weithälſige oder rachenför- mitge Antholyze, A. ringens. PDater- land: Aethiopien, Wurzel: zwiebel» artig. HPlättesr: ſc> TG PAGES 2 ; Ungett: uch wohl nt wird, den dope hen, weil n ſtärker, ausfällt, zenangten ir Non er Arten bhenfot« Pater: zwiebel» ig, ge: haoricht, vfam el- gelegten en Veſt: em Anſe- der geleg- men, und + Blume ohre des ud ader, ter, bleibt ſammen“ daß man ven fan) blaßrot), [v3e, A, 0) A,Cy [ye] A wenn ve (ch ged)“ N ſays Antichambre falls leicht befannt machen fann, Sie ha- ben alle ein ſchönes Anſehen, und dienen zur Zierde der Gärfenz man findet abcr die drey leßten Arten weit ſeltner, a!s die erſte Art. Dieſe wird, wie die andern, aus der jungen Brut vermehrt, die Zwie- bein in Töpfe geſeßt, und dieſe den Som- mer über in freyer 2uft, im Winter aber in ein warmes Gewächshaus, eſtellt, Die Blätter fangen im Herbſte an zu trei- ben, die Blumen im März, Wenu Blät- ter und Stengel welt geworden ſind, kön- nen die Wurzeln ausgeboben, und 6- 8 Wochen außerhalb der Erde aufbehalten werden, Antichambre, Deutſ&: Borge- mach, Borſaal, Böorzumimer, Der verſchloſjene Raum vor den von einer Herrſchaft bewohnten Zimmern; iſt insge-- mein der Aufenthalt der"Bedienten, damit ſie nicht nur gleich) bey der Hand ſeyn, ſon- dern auch) verhindern mögen, daß Niemand unangemeldet zur Herrſchaft hineingehe, An hohen Höfen findet man zuweilen etli» en, kann dennoch der Beſißer tes gegen über liegenden Ufers darauf keinen Anſpruch machen. Wohl aber iſt er berecßtigt, an ſeinem Ufer ſol- ]) ver Ge ven aus aoniß des Staus, Anwuchs Staats, niemand anlegen. Dieſe Erlaub- niß foll nur alsdann ertheilt werden, wenn durch die entſtändene Anſprlung oder Erd- zunge eine dem Nachbor nachtheilige Ber- änderung, welche er dur< die gewöhnli- , und roh nicht zu genießen. Cie werden ſpäter reif, als alle Arten der Gartenäpfel, und werden, wenn ſie ja zur Speiſe dienen ſol- len, gebacken oder gedörrt, und als eine Dauerſpeiſe unter ſüßen Obſtarten verkocht, da ſie denn etwas von ihrem naturlich ſauren Geſchmac> verlieren, und dagegen die Sußigkeit der andern Obſiſorten min- dern, beyde zuſammen aiſo einen mehr pi- quanten Geſchmad> bervorbriagen, wes- halb man zuweiten hie und da einen, oder mehrere wilde Obſibäume in großen Gär- ten findet, um die vorgedachte angenehme Miichung des getrockneten Obſtes inachen zu können. Jn den Gehö.zen und Wals- dungen hat das Wildpret, nebſt den zah- men Maſiſchweinen, eine gute Nahrung an den Hoizäpfeln, wo ſie in Menge zu finden ſind. Jhr Anbau iſt beſonders da anzurathen, wo in Wäldern, zur Schwei- nemaſt, nur allein Cichen vorhanden ſind, indem es in tronen Herdſten an der küh« lenden, und den Schweinen ſo gedeihlichen, Erdmaſt fehlt, und alsdann aus ſolchen Schweinen nicht viel wird. Sind aber Holzäpfel oder Holzbirnen in den Eichwäl- dern, ſo vertreten ſelbige die Erdmaſt, und erfri- ELER S immeth 0zu die werden, e wird lafagen y' (ahmit- Zeit der ucht von Größe, Mepfel epfel, RIE &F, und n ſpater |, und jen ſol: 5 eint feht, aturiß dagegen en mit nehr pi- |, Wes“ n, oder ;n Gär- zenehme machen nd Wal- den zah- jahrung enge zu nders da Schwä- den find) der führ Whlichen, ; ſolchen nd aber Fichwäl oſt, und erfep Apfel erfriſchen die Schweine, da ſie ſonſt, we- gen der zu hißigen Cctern, nicht recht zu- nehmen können, auch in ſolchem Falle die E>ern nur ſehr mäßig berühren, Die Gartenäpfel pflegen wir in Anſe- ßung der Zeit, nicht fowobl, wenn ſie zur Reife gelangen, und ſodann abzupflücten ſind, als vielmehr überhaupt, wenn ſie zum Eſſen taugen, in drey Klaſſen, als in Sommer- Herbſt= und Winteräpfel einzutheilen, Won dieſen Kiaſſen ſind mehr als zwey hundert Arten, die man am leich- teſten nach ihrer Form, Größe, Farbe und Geſ unterſcheiden kann, da in der Pomologie noch nicht ſo viel geſchehen können, als in der Botanik geſchehen iſt z und bey der noch fortdauernden Unbeſtimink-» heit der ſo vielen Namen woh! zu wunſchen wäre, daß ein Pomolog von ſolchem An- ſehen, wie Linnäus, als Botanikus, ſeyn möchte, auf deſſen Autorität und Ausſpruch wir es alle könnten anfommen laſſen, Bis hieher iſt unter uns das Meiſie in der Pomologie von dem vor wenig Jahren zu Potsdam verſtorbenen Oberhoy baurach, Hrn, Dtanger geleiſtet worden. Und da unſre meiſten Obſteſſer ſich faſt nie eher und mehr um die Namen des Obſtes be- kümmern, als wenn ſie es vor ſich) auf der Tafel haben, ſo will ich das Aepfelverzeich- niß nach Anleitung der Mangerſchen Po- mologie, in Anſehung der äußern Geſtalt und einiger andrer Cigenſchaften, her- ſeßen, Zuförderſt muß man hiebey in Anſe- hung der Form der Aepfel eine Abtheilung zum Grunde legen, nach welcher die Aepfel zu kloſſiſiciren ſind. Dieſe Abtheilungen ſind folgende: - 1) Aepfel, die einerley Dicke und Höhe haben, und die, ohne die Wertiefun- gen des Auges und der Stielhöhle, eine Wet, Encytlopsdie 1. Theil, Oipfel 241 Kugel bildenz dieſe nennen wir, mik vorgedachtem Pomologen, ryide, 2) ändere, deren Höhe mehr als die Dicke beträgt, heißen eiitpriſch. 3) Eyjör« mige, ſind diejenigen, die wie ein Ey ge- ſtaltet, folglich ebenfalls höher, als dice, ſind. 4) Andere haben bey ihrem zirkel- runden Durchſchnitte parallele Seiten, und verjüngen fich weder oben noch unten mertlich, vlos daß ſte daſelbſt flach abge- rundet ſind, und mehr Höhe als Dicke ha- ben, und alſo waizenförmitg zu nennen wären. 5) Eben dergleichen walzenför- mige, wie die vorhergehenden, die aber niehr die als hoch ſind, und der Figur eines Holländiſchen Käſes gleich kommen, ſind platte Aepfel, 6) Viele, und faſt die meiſten, ſind unten am Stiele di, und werden gegen das Auge zu immer dün- ner, jedoch) ſo, daß die untere Dicke mehr beträgt, als die Höhe, und ihr Durch» ſchnitt mit der, den Mathematikern ſehr betfannten, hyperboliſchen Linie viel Aehns lichfeit hat3 dieſe ſind hypperboliſch zu nennen. 7) Einige haben faſt eben die- ſelbe Figur, als die vorigen, ſind aber mehr hod) als dick; ſie können alfo im Ges genjaße mit jenen pargboiiſche genannt werden. Endlich) ſind auch Aepjel, die feine der vorhergehenden Figuren haben, ſondern bald bauchig, bald eingezogen, krumm, ſchief, verdreht u. ſ. f. ſind; die- ſe wird man irregulaireg Aepfel nennen müſſen. Um aber das Aepfelverzeichniß ſo furz als möglich, darzuſtellen, muß ich die Obſtliebhaber zuförderſt mit den Abfürzun- gen bekannt machen, womit die verſchiede- nen Cigenſchaften der Aepfel bezeichnet werden, Die Grundfarben und Schatti- rungen werden mit allen Buchſiaben, ſy wie die Namen der Aepfel, angegeven, Hh Die ji. | | 1 1] | MATIK 242 Apfel Die Sormi wird mit folgenden Anfangs- buchſtaben angegeben; pl. heißt platz hyperb, byperboliſch, parab. parabO- tiych; parab, rib. oder e>. heißt para- bolijch, ribbig oder eckig. Hyperb, rib. oder ef, heißt Hyperboliſch, rivvig oder eckig, In Anſehung der Gröze heißt gr. Jroßz kl. Klein; mitim, mit- trelmäßig.« Die verſchiedenen Farben des Fleiſches werden ſo angedeutet: w. ijk weiß; g. gelb, gelbl, gelbiich 3 weißl. weißlich; weißgelbl, weißgelbiich; gr. grün; grgelbl, grüngelbiich, grünlichw. grüniichrveißz weißgrünl, weißgrüiie lich 3; röthl. röchiichz; ſchneew, ſchnee weiß; g. w- ganz weiß- Die Güte des Sieiſches wird mir Römiſchen Zif- fern bezeichnet. 1, bedeuter den erſten; 11. den zweyten 3 II. den dritten Rang ſolcher Güte u. ſ. w., nach welchen Ziſſern man auch das Taſelooſt veurcheilen kann, wels , gr. grünl, IV. TJiovember, 23) Petit- Bott, parab. kl, grünl, 1. No- venzver, Zlaßs vo. ar, > em ame mittm, uid, gell, erb, gt, eißgelbl j6gelbl. (bl, IV vu) 1: nl, 1V- „LN Bloß! Apfel Alaßroth, dunklerrorb, ringeum punkrirt und geſtreift, 24) Bretagner Renett, pl, e>, gr. weiß- gelbl. 1. Dec. Glatte Haut, mit Abzeichen, Goldgelb, 35) Engliſcher Pepping, pl. rothpunctirt, etwas roſtig, mittm. gelbl. 1. Jan,, Februar, Hellgelb, 36) Gelber früher Renett, pl. mit brau- nen Punkten und Warzen, mittm, gelbl.. 1. Oct... New“ 5 37) Renett von Aizema, hyperb. mit brau- nen Flecken, gr. gelbl. 1. Jan,, Febr. 28) Roſenapfel, gelber, parab, eck. braug- gefiect und Warzen, gr. gelbl, I. Oot, November, Gelb und roth. 29) Borſtorfer, pl. einige mit Flecken und Warzen, mittm, weißgelbl, X. Dec., Januar. 30) Zwiebelborſiorfer, Scheibapfel, pl, mit Fle&en und Warzen, gr, weiße gelbl. 11. Dec.-- Febr. 31) Süßer Scheiben- oder Skantjes- Apfel, pl. und wie voriger, gr, weißlichgelb, II. Dee,, Jan, 33) Drapd'or, pl. mit Gewebe od, Zeich«- nung, gr. weißlzelb Il. Jan,, Febr. 33) Weißer Kurzſtiel, pl. mit Fahlgrau überſtrickt, gr. w. 1. Dect,, Nov. 34) Grauer Birnſüßer, pl. ec, mit brat» nen Punkten und Flecken, gr. w. XU, Sept,, Det. 35) Renett von Sorgvliet, pl. e>. wie voriger, gr. gelbl, 1, Jan., Febr, 36) Siecilianiſcher Renett, pl.“ mit bräü»- nen Punkten und Warzen, mittm; gelbl. 1. Febr,= April, Apfel 243 37) Frauenapfel, pl. mit braunen TleFen, gr. weißgeldl, Il. Feb., März, Glatte Haut, mit Abzeichen, Geiblich grün. 38) Nonpareil, hyperbol. mit braunen Punkten und Flecken, gr. gelbl, I, Jan,=> März u, ſ. w. 39) Haufe Bonte', hyperb, eib. wie porl« ger, gr. gelb!l, IL. Dec,--- Febr, Grüngelblich und rorh. 40) Renett von Orleans, pl, mit rothen Punkten und Strichen, gr, gelbl. I. Jan,= März,= 41) Holländiſcher Pepping, parab, ef. mit braunen Flecken, gr. gelbl, I. Jan,== März,| 42) Brandapfel, ſüß und ſauer, parabol, mit Brandflecken, gr. weißt. XV. Dex, Januar.; Grünlich und braunrotb. 43) Winterparadiesapfel, hyperb, ef, mif rauhen Flecken, gr. weißgrünl, I. Dec,= April, 44) Braunrother Herrenapfel, hyperb, rib, mit braunen Flecken, ſehr gr, weiße: grünl, IL Dec.“ April, 45) Rother Stettiner, hyperb, ec>, mite , gr. weißgrünl, 11. Dec. bis April, Blaß und dunkelroth. 46) Copendu, hyperb, ect, mit vertieften * Fahlen Punkten, kl, gelbl. unter der Haut röchlich, 11. Zan.=- März. Mit glatter Haut, weiß: S c. gr. gelbl, 111. Nov,, Dec. 53) Weißer Pepping, parab, rib. gr. w. IV. Nov., Dec. 54)* Weißer Schlotterapfel, parab, rib, gr. w. 1V. Det,=- Dec, Weißtgelblich, zuweilen an einer Seite roth, oder geſtreiſt, punktirt 11.|. w+ 55) Weißer Sommercalville, hyperb. rib. gr. w. II1. Aug,=- Sept, 56) Herbſtcalville, wie voriger. 57) Weißer Wintercalvilte, hyperb, rib. gr. w. l. Jan,=> März. 58) Oſterapfel, hyperb, rib. gr. gelbl, 1. Jan=- März. 549) Weißer Gewürzapfel, hyperb. rib. gr, w. 1. Aug,, Sept. 60) Eyeropfel, parab, gr. w. I% Oct. November. 61) Weißer Herrenapſel, hyperb, rib. ſehr groß, w. 111. Nov,, Dec. 62) Weißer Englijcher Gülderling, pl. ect, gr. w. 111. Jan,, Febr. 63) Engliſcher Carolin, hyperb, rib. gr. w.- 1V. Sept., Det, 64) Weißer platter Apfel, pl. rib. gr. w- 1V. Sept, 7 Ock. 65) Rambour, pl, ef. gr. w, 111. Sept., October. 66) Eigapfel, hyperb.e>. gr. w. 111. Jan, Februar, 67) Zimmtapfel und ſüßer Holaart, pl. erf, gr, w+ Il, Febr., März, Apfel 68) Grauer Hohlſüßer, parab, ef, gr. w« 11. Jan., Febr. . 69) Weißer Weinapfel, pl.rib. gr. grünlw» 1V.-Octa,Nov. 70) Saurer Ribbert, patabol, rib. gr. grünlw. V. Jan,, Febr. 71) Renett- Weer, pl. kl. weißl. V. Dec, Januar, Weißtrönlich, etwas roth, 72) Rother Weinapfel, pl. rib, gr. w. IV. Oet,, Nov. 73) Winterrambour, pl, gr. weißgrünl, IL Jan., Febr. Mit glatter Haut, Gelb. 74) Sommer- und, parab, rib. gr, weißt, V- Kiurgs, Sept: 75) Winter- Zitronenapſel, parab, rib,. gr, gelbl. I1. Febr,, März, 76) Gelb und grauer Gülderling, parab, gr. gelbl, IL Dee., Jan. 77) Quittenapfel, pl. e>. kl, g. 1. Sepf, 78) Gelber Schlotterapfel, parab,. e&. gr, ſchneew. 11. Oct:, Nov. Schwächer gelb. 79). Martinsapfel, pl. rib, gr. weißl, IV, Sept., Oct. 896) Süßer Bobbert, par, e>. mittm, grünl, V1. Jul., Aug. Gelblich. 81) Sommerparadiesapfel, hyperb. eck. mitein, grünl. VL Jul,, Aug. 62) Weißer ſüßer Hiefenapfel, parab, e>k, mittm. weißl. VI. Oct., Nov. 83) Wildjesopfel, parab, mittm, weißt, V1, Febr., März. Dünkelggelb mit grauen Punkten. 84) Später, gelber Renett, pl. mittn, w, 1. Jam, Febr, 85) Nel- dE, gt, « geünſw, . tib. 9, |, V. De, oth, tr, wv, TV, eißgrünl, re, weißl, 0, vi, 9 9, poreb, [, Cept, b, es, gt, weiß, 17, fd, mitt" perb, e> 19. parab, ed, Ww 1m, weißh unten IN. mitt g5) Ne Apfel 85) Nelguin, pl. gr. gelbl, 1. Februar, März. 5:00| 86) Süßer Ribbert, par, rib, gr. weißl, VL. Dec. Jan 87) Wahrer Drapd'or, pl. gr. gelbl, 1. December. Dunkelgelb, braunpunktirt und r6thlich. 88) Franzöſiſcher Güldering, parab, gr, gelbl. 11. Nov... Dec. 89) Francatü, pl. gr. weißgelbl, 111. Ja- nuar u, ſ, w. 90) Palöhrapfel, pl. e>. gr. w. IV. Febr, März. Gelb und ſchön roth. 91) Sommerborſiorfer oder Goldapfel, pl. ar: WIE Det,„NV: 92) Jungfernapfel, pl, kl. g. 11. Nov., December, 93) Rother Sommerparmain, par. mitem. a. Ur Dr Nov: Gelb und roth, dunklerroth ge- ſtreift u.|; w. 94) Ehwanenopfel, hyperb, rib. gr. w, V- Det.„Nov. 95) Weißer Carvinalsapfel, pl, e>, gr, w, DL San: Jeor. 96) Roſenapfel, pl. gr. w. 111, Februar, März. 97) Violetter, parab. gr. grünlw,, etwas röthl. 1.:Nov,=- Jan,- 98) Caſtieletapfel, hyperb, e>, gr. grünlw. V, Oct.= Dec. Gelb mit rotb geſtreift. 99) Die Streiflinge, Sonimer- pl. ec. gr. w, unfer der Haut röchlich, V. Sept,, Oct, 100) Herbſt- pl. e>. gr.== V. Nov, December, 101) Winter- und pl. e>, noch größer, weißg. V. Jan,, Febr, 102) ſüße, pl. es. gr.= wie der vorige, Apfel' 245 153) Orangenapfel, pl, kl, g. Il. Dec, Januar, 104) Melkenapfel, byperb. ef, gr. w, IV. Dee., Jan, 105) Derliner Apfel, hyperb, e>. gr. wv. 11. Jan, 106) Weißer Kaiſer, hyperb. rib. gr. w. IE Det,, Nov, 107) Sommercouſinette, hyperb, eck, fl, gelbl, IE. Aug., Sept, 108) Wintercouſinette, hyperb, e>, kl. gelbl, IL. Jan., Febr, 109) Paremens, hyperb, ef, gr. w, 11 Oct,,-Nov. Gelblich und roth mit Streifen, 110) Zanger Bellefleur, hyperb, ef, gr, weißg.-11. Dec,, Jan. 111) Hardi, hyperb. ec, ſehr greß, weißl, 1V. Sant... Seve: 112) Hartung, hyperb, ef. gr. weißl. IV. März, April, W. Oct:> Nov- Gelblich, blaßrotb, ffletſchfarben, poimeraänzenfarben oder blucroth. 114) Zucerapfel, par. es..gr. w, 1U1. Oct,, Nov. 115) Süßer und par, gr. w,. 1V. Januar, Februar, 116) Gelbſüßer Gülderling, par, gr, w, IV. Nov., Dec, 117) Seiden Hemd, gr w. Ul. Sept,, Oct, 1109) Süßer Erveling, pl. rib, gr. w. IV, Nov., Dee. 320) Cdler Prinzeßapfel, parab, ef, gr, gelb!l; 11:"Nov,, Der. 121) Tellerapfel, pl, es, gr. weißl, IV, Dec., Jan, DH 3 322) Stevie -113) Rother Carlin, byperb, rib, gr. tw. 246 Apfel 7.23) Sternapfel, pl. rib. mittm. gelöl, unter der Haut röthl. 1V. Februar, März. x 23) Whyelers Ruſſet, hyperb. mittm, weißl. 1X. Febr., März. a. 5 34) Weißer Paſſepomme, hyperb. eck. kl. gw. 111. Aug., Sept. 125) Schmeerapfel, hyperb. e>. gr. w. 1V. Oct., Nov. 126) Tiefbuß, parab. e>,. gr. w. U1, Nov, December. 137) Weißer ſüßer Silberling, byperb. e>, gr. w. 1V. Dec., Jan. 128) Kriegerapfel, hyperb. gr. w. 11. Febr., März. 1.29) Gelber Herrenapfel, hyperb, rib, gr. gelbl. V. Sept,, Octk- Gelb auf einer, rorl) auf der andern Seite, ringsum roth geſtreift. 330) Blumenſüßer, hyperb. gr. w. 11. Sept., Oct. 131) Blumenſaurer, hyperb. gr. w. 111. Sept., Oct. 132) Winterblumenſüßer, byperb. gr. w. Ul. Sepkf«, Oct. 133) Sommerroſette, pl. gr. w. unter der Haut röchl. Ill. Sept. 1 34) Herbſt- und marmorirte Roſette, pl. gr. w. Il. Oct,, Sept, x 35) Roſenapfel, pl. gr. w- IV. October, November. Gelb und braunrotb.| x 36) Rother Kurzſtiel, pl. gt gelbl. 1. Jan., Febr.; 137) Roſenhäger, pl, rib. gr. wg. III. Nov.=- März.< 138) Die einfache- hyperb. e. weißl. V. Oct., Nov. 139) Die doppelte, und== wie der vo- rige.| 140) Die römiſche Grethe, eben wie der vorige. Apfel rx 41) Engliſcher gelber Gülderling, pb. ec, ſchneew.[i. Dec,, Jan, 142) Gelber Pauliner, pl. e, g, IV. Febr., März. 143) Weißer Herrenapfel, hyperb. rib. ſebr groß, weißl. Nov,, Dec. 144) Gewuürzpepping, parab. gr. feingelbl, 11: Nov.„Dec.: 145) Klöpperapfel, parab. gr. g. I11. Nov. December, Sellgeib mit weißlichen Punkten auf einer, röchlich mit braunen Duntten auf der andern Seite. 146) Weißer Renett, pl, mittm, weiß- gelbl. 1. Jan., Febr, 147) Franzöſiſcher Renett, pl. eck. gt« weißgelbl. 1. Febr,-- May. 148) Großer Engliſcher Renetc, hyperb, ef, gr. weißgelbl. 1. Jan,, Febr. 149) Zwergrenett, byperb. rib, mehr als mittm. groß, w. 11. Jan., Febr. Grüngelb und roch, 150) Api, pl. ef. fl, w. 1. März, Apr. 151) Großer Api, pl. ec, mittm, w, 11, März, April. 1x 532) Enkhuyſer Aagt, parab. gr. weiße gelbl. 11. Febr., März. 153) Dolphyn, hyperb. gr. w. Il. Dec,, Jan, Gelblichgrün, blaßrotbh, tteſtreift, 354) Prinzeßapfel, parab, gr. grünlw, V. Hot., Nov. 155) Sonnenopfel, ſauer und ſüße, pl, gr. weißl. 1V. Dec,, Jan. x 56) Spaniſcher Gülderling, parab, ſehr groß, weißt. I. Febr., März. 357) Arzneyapfel, pl. e&. mittm. w, Ill, Jan., Febr. Grünlichgeib, braun>xtefleckt, zum Theil rörblich geſtreift. I 58) Süßer Kurzſtiel, pl. kl. w, Ul. Febr, Mäarz- j 759) Dop» 19, pl, 9, IV, rb, rih, ' eingelh(, [[, Nov, nftren nen ie, » weiß: ſtreift, nl, V, 'e, pl ab, ſehr K Ill zum „Febr, ) Dop? Apfel 159) Doppelter grauer Gülderling, parab, ek, ar. gelbl, IV. Dec., Jan. 160) Winterparmain, parab. gr. gelbl. IE Der.“ Jän:: 261) Rojalparmain, parab, gr, gelbl, 11. Dec., Jan 162) Wintererveling, pl. rib, gr. w. IV. Febr., März. 163) Grauer Pepping, parab, mittm, w 131. Dec., Jan, Grün, Hellgrün 1. ſ. w. 164) Atlasapfel, hyperb,. eck. gr. ſchneew, FED er.„Nov. 165) Kranichapfel, hyperb, rib. gr. weiß» grünf. 111. Det.=- Dec, 166) Tortenapfel, pl. gr. gelbl, IV. Nov. December. 167) Kenter Pepping, parab, gr. gelbl. 11. Jan., Febr. 168) Grune>e, parab, gr. grünl. IV, Rov., Dec, Zellgrün, mit ſchön- oder braunrothb. 169) Wintergrüner Pauliner, pl, eck, gr. weißl. 1V. Febr., März. 170) Grüner Pigeon, byperb. e>. gr, weiß!l. 11, Febr., März. 171) Engl. Margorethapfel, hyperbol. mittm, gelbt. 111 Jul, 172) Apfel von Bond y, Dyperb. gr. gelbl. 1. Febr., März. 173) Gelber Stettiner, hyperb. ef, gr, w. IL. Febr., März. 174)„Hechte pfel, hyperb. gr. grünlm, IV. “LUNZ SEDE. 375) ESchlotterapfel, parab. e>, gr. w.1V. Nov,, Dec, 376) Grüner und grauer Rambour, pt, eff. gr. grün!. 11. Jan, 26 Apfel 247 x 77) Pile's AUE hyperb, fl. gelbl. IL. Febr., März. 178) Süßapfel, hyperb, eck. mittm. grünl. II. Jan,=- März, 179) Feigenapfel, parab, rib, kl, grünl, IV. Jan.-- März. 180) Monſtröſer Renettapfel, parab, vib. gr. gelbl. 111, Jan, 2c, R 0 th; Zlaß- oder gnelblichroth: blaß- und dunnkelrorbh, ohne Streifen. 181) Sommerpoſtophe, byp,. rib. mitem. w, und röch!l, II1L Aug,, Sept, 182) Winterpoſtophe, hyp. rib. gr. gelbl, II. Aug., Sept, 183) Rother Pauliner, pl, e>. gr. w. 1V. SN OV, DCC» 18 Rother Cardinal, pl, eck. gr. w. 1V. Oct., Nov. 185) Rother Paſſepomme, byp. eck. kl. w. und roöthl. UI. Aug. 186) Ruſſet, hyperb. gr. gelbl. Il. Jan., Marz. 187) Rother Sommercalville, hyp. rib. gr. w. und röchl. I1. Aug. Blaßroth und dunkler, mit noch dunklern Streifen oder Siecken. 188) Rother Kronapfel, hyperb, ec, gr. ſehr gelb!. 1, Jan. ,. Febr. 189) Kreuzapfel, hyperb, e>, gr. gelbl. VT Febr. . gr, weißgrünl. 1V. Jan., Febr. 213) Glacce noire, byperb. ec. gr. weiß grün. 1V. März, April, Bielfarbig geſtreift, nämlich gelb, grün und roth geſtreift. 214) Papageyenapfel, byp. rib. gr. grünl, III. Dec,, Jau. 215) Weißer Schweizerapfel, hyperbol, rib, ſehr groß, grünlich, 111, Dec, Januar, 316) Pomme Panacher, hyp, rib. mittm, weißl. 111, Dec., Jan, Dieſes Verzeichniß wird nun den Obſtliebhabern dazu dienen, daß ſie dis von unſern Pomologen angenommenen Na- men der Aepfel ausfinden können. Sie fänden nun auf der Tafel z.B. einen Apfel, der etwa der graue Renett ſeyn könnte, und ſehen zuerſt die rauhe Haut, und finden ihre in dem Verzeichniſſe angedeutete oli» vengrüne Grundfarbe mit grauem Gewebe, eine platte Form, ziemliche Größe und gelbliches Fleiſch, welches vom Januar an eßbar wird, und damit bis zum März und wohl länger aushält, ſo weiſet das Verzeichniß dieſen Apfel, der einer vom erſten Range iſt, unter Nr, x. an. Hätte man einen platten, roth punktirten, etwas roſtigen, mittelmäßig großen Apfel mit gelblichem Fleiſche vor ſich, und ſuchte ihn wegen ſeiner glatten Haus unter dieter Hauptrubrique mit goldgelben Abzeichen, ſo würde man ſich vergewiſſern, daß es ver Engl, Pepping Nr. 25. und ein Apfel vom L R. d. i. exſtem Range ſey, Noch mE es, gt, ißgrün, &, gt gt, Weiß: roth v- grünl, 1, Dec, . mitt, un den 6 ſie Us enen Nas N, Eie en Apfel, fe, und 1d finden utete olis Gewebe, röße und 1 Januar im März eiſet das iner vom Hätte n, etwas Wpfel mit ſuchte p1 fer biejer (0zeiden, oßes ver (pfel vow Not) Apfel-/ Noch hat man bey dieſem Aepfelver- zeichniſſe zu merken, daß die Größe der Aepfel nach der Mehrheit der einzelnen Früchte angenommen worden, da wenigere derſelben thoils kleiner, theils größer, aus- fallen können, So kann z, B. der Bor- ſtorferapfeivaum in einem Jahre ſehr voll, in einem andern Jahre weniger voll tragen; im erſtern Falle wird man kleinere, im an- dern aber größere Früchte erlangen. Auch in Anſehung der Form können Ausnahmen ESxatte finden, Eben benannter Aptel wird in dem Verzeichniſſe als ein platter Apfel angegeben. Er iſt es aber nicht überall, In meiner Gegend, wo der Boden mehr friſch als trocken iſt, findet man den Apfel faſt durcnen Stroh zugedeckt werden, um die feuchte Luft, ſo viel möglich, von ihnen abzuhalten. Auf dieſe Art pflegen ſie ſich ungleich länger zu halten, Auch müſſen Thüren und Fenſter feſt zugehalten werden, weil ſie um ſo viel beſſer dauern, je weniger die äußere Luft Zugang zu ihnen har. Siehe Objikammer. Apfelpflücker, Apfelbrecher, eine leichte aber lange Stange, die auf ih- rer Spike eine kleine vertiefte Scheibe trägt, worauf verſchiedene ſenfrechte PAs« >e im Umtreije ſiehen, um damit das Obſt von auswärts hängenden Zweigen der Bäume abzupflüken. Man fann auch von der gedachten hölzernen Scheibe nux den Rand behalten, und unterwäres derz= jelben ein Leder oder Tuch, in der Geſtalt eines Klingelbeutels, befeſtigen, damit Aepfel und Birnen ohne allen Anſtoß hin= einfallen, auch mehrere zugleich damit ein= gefaßt werden mögen. Apfelblüthfarbe, iſt eine Are der Mittelfarbe von Carmeſinroth, Upfelgrün, eine Farbe, welche das Mittel zwiſchen Nelkengrün und Seladon hält, Apfelſchimmel, ein Schimmel, deſ« ſen Haare geapfelt, d. i. worauf runde vor- ſtechende Flecke ſind, Vipfelwein, f. Cyder, Lipfeiwurm, ſ. Obſtmotte, Apoſtemkraut,[. Scavioſe. Vipofiemrohrlein, 1 2öwenzahn, Ni. Apo- KASSE E15 kap&>&r pd; 252 Apothekers Apothekergewicht, unterſcheidet fich von den übrigen Gewichten dadurch, daß es nur 12 Unzen oder 24 2cth hat, und wird bezeichnet 3 Vj). Cine Unze hat 2 foth, und wird bezeichnet mit Zj. Ein halbes Pfund, welches mit GÜ bezeichnet wird, hat 6 Unzen, oder 12 Loth, Cine Halbe Unze wird bezeichnet mit Zſt. Eine Drachma oder ein Quentchen, welches das Zeichen 3). führt, hält 3 Scrupel. Cine halbe Drachma iſt gezeichnet Zſ,. Ein Ecrupel, mit Sj bezeichnet, hält 26 Gran, Ein halber Scrupel führt das Zeichen 53ſt. Ein Gran iſt eines Gerſtenkorns ſchwer, und wird mit gr. bezeichnet. S oder[* be- deutet halb ſo viel, als des Gewichts, wel: ches dabey ſteht. P. pugillus, iſt ſo viel, als man mit 3 Fingern ſaſſen kann» M. manipulus aber ift eine kleine Hand voll. 7 plomb, ein Maurer- und Zimmer- moannswort, und bedeuret fo viel als ſenf- recht. Man ſagt, eine Mauer iſt ſenk- recht, wenn ſie keine Böſchung hatz3 und dagegen ſagt man? ſie hängt über, für plomb, wenn ſie ſich ihrem Einſturze nä- hoert.“Dey den Zimmerleuten heißt es: die Säule, der Ständer iſt a plomb, wenn ſelbige nach dem Loth geſtellt iſi. IApparellen, nennt man, in der Baukunſt, die gelind abſchüſſigen, oder nac) und noch ſch erhöhenden Wege zu einem Gebäuve oder Walle, um, obne Treppen und. Leitern, bequem Sachen drauf hin und her zu ſchaffen. Bey neu änzuleqgenden Gebäuden müßte die Polizey ohne höcſte Noth in den Städien keine Apporellen, oder ſie vielmehr niemals, verſtotten, weil ſolche den bequemen, ſy genonnten Bürgerſicig unterbrechen, auch verur'ochen können, daß die darauf im Finſtern einhergehenden Menſchen darüber Apricoſenb fallen oder die Füße beſchädigen, Denn wer fann, beſonders in großen Etädten, es wiſſen oder ſtets d«ran denken, wo zur Jiachtzeit eine Apparelle vorhanden iſt, und wo man ſich davor zu hüten hat? Yippel, wird vom Hühnerhunde ge- ſagt, wenn er auf jedes gegebene Zeichen des Jägers zurückicmmt, Bippretut- ijt.bey den Webern die- jenige Zurichtung der Zeuge, tur welche ſie ein beſſeres Unſepen vekommen. Wenn ſolche in gehöriger Ordnung und Maaße geſchieht, ſo nunmt fich der Zeug ſreylich beſſer aus. Iſt aber die Zurichtung übers trieben, ſo iſt ſie den Zeugen ſehr ſchädlich, und die Käufer werden hintergangen, zu- mal wenn man hierdurch den leichten ZeU- gen das Anjehen ſchwerer und ſiarker zzeu» ge giebt. Schwere Zeuge ſollen billig gar keine Appretur erhaltenz die man ihnen aber doch) giebt, um ſowohi vie Fehler des Webenus als aud) den Mangel der erforder» lichen Seide zu erſeßen. Apricoſendbaunin, Motrellen- Hatt, einer der vortrefftichſten Cem- merobſtiiruchtbäume, und eine Art(Species) des Prunus, daber er beym dnnaus Pruünus Armepiaca genannt wird, Cs find jolgen» de Sorten von äpricojen zu merten? 1) Wiiße&prifoye, frühe, männ» liche. Reif gegen die- Mitte des Jul. Sie iſt klein, rund, weißtichgeisv, und hat nod) fieineres Doiz und kleinere Blatz ter, als die folgende Sorte? 2) Srüve zimmetriechende A, Abricot mulque. TJſt flein, rund,“an der Sonnenſeite röchlic), ſaftig, angenehm ſcend; reif am Ende des Auguſis«- Der Baum wird unter allen Apricoſenbäumen am gr opties; 6)" Türkiſche Apricoſe, iſt ſehr groß, oval zuſammengedrückt, duntel- gelb, und verdient ſehr wohl, für die Ta- fel anigepfianzt zu werden. Die Frucht reift in der Mitte des Aug, Der Baum wacht dicke und ſtarfe Zweige, und hat breite und giän:ende Biätter. 7) Temvelsapricoſe, Engl. Tem- ple Apricot. Reif in der? Mitte ves Aug, Sie iſt mittelmäßig groß, runlich, zu- ſammengebrückt, dunte lge1b b:1yy velliger Reife, Der Bainn trägt ſehr voll, hat einen ſtarken Wuchs, doch nicht ſv ſtark, wie Jir, 3. und 6, 8) Hredaijche A. Reifin der Mitte und am Ende ves Aug. Iſt groß, rund- lich, dunfelgelb in= und auswendig, hat einen größern und rundern Ste in, als olle andere Sorten,.s iſt, wie Miller ſagt, unter allen unſern 2 A(pricoſe n die beſte, weil fie auch auf hochſtammigen Daumen wh, Apricoſenb 253 9) ZBrüßler A. Reif in der Mitte und am Ende des Aug, Wird om ſpäte- ſten reif, es wäre denn, daß fie eine volli- ge ſüdliche 2age härte, in welcher ſie aber nie wohlſcend wird; an der von der Sonne abgekehrten Seite grünlichgelb, rundlich oval, an der Sonnenſeite röchlich getüpfelt 3 berſtet oft, ehe ſie reif wird: wird der vorhergehenden gemeiniglich vor: gezogen, welche voch, hochſtämmig gezo- gen, ſaftreicher und von erbabnern Gxe- ſchmack itt. Die beyden erſten Sorten tragen nur fleine Früchte, und werden blos deswegen geachter, weil ſie ſrüh reif werden. Die foigenden tragen viel größere, ſchönere, und beſſer ſchme&ende Früchte, und ſind daher zur Hauytpflanzung vorzuziehen. Man zieht ſie an Manern oder Wändenz die beyden leßtern aver Nr. 8, 9. ſind vie beſten Se rien, ob fie gleic) am ſpäteſien reif werden; ſie haben ein feties und ſehr ſchmacthafres Flei iſch, und können als Spa- lier- und als EH LEE Bäume gez0* gen werden, Die verſchiedenen Apricoſenſorten ſind Anfangs zufälliger Weiſe aus den Steinen ihrer Früchte entſtanden, und nachher durch das Ocäliren auf junge Pflaumen- ſtämme forcgopflanzt worven. Im Herojtie werten Pflaumenfieine, beſonders von den runden Priaumenſercen, 2 Zoli tief g'? iegt, und wenn die davon er- haltenen Bäume ein Jahr ait ſind, wev- den ſie auſgenommen, an der Pfablwurzel vertürzt, und in die Baum ſchule, nach der Schnur, in 3;F. von einander JE te Rethen, und in den Reihen teibſt bey» nabe balb ſo weit, gepfianzt, Sind fie binnen 2 Jahren 2-- 3 F. hoch gewachſen, ſo iönnen fie ſchon zu Zwergbä wumen für Wände und Spaljere oculirt werden, 31.3 Wenn 4%) H NAN ES».5 234 Apricoſenb Wenn man ſie aber zu voll- oder hallhoch- ſtämmigen Bäumen ziehen. will, kann man ſie entweder erſt 4 oder 5, bis 6 oder 7 F. hoch in die Höhe gehen laſſen, und ie dann ſo hoch uber der Erde ocutiren, oder man kann ſie auch ſchon, ſobaid ſie nur ſo hoch ſind, als Stämme zu Zwerg- bäumen ſeyn müſſen, uten oculiren, und dann ihren erſten Schuß, bis zu der vor- gemeldeten Schajtshöhe, in die Höhe ge- hen laſſen. Die von mir nach der erſten Art hoch orulirten Bäume haven bey mir die längſte Dauer, da vie unten tief an der Erde oculirten immer in kaiten Wintern erfrieren. Das Oculiren geſchieht im Jul. oder Aug. Man nimmt dazu junge, in dieſem Jahre erſt gewachſene Oculirreijer von den tragbarſten Apricoſenbäumen, loöfet von dieſen die Augen ab, und ſekt ſie nach be- kannter Weiſe ein, zu Zwergväumen 3 F. hoch, zu halbhochſtämmigen 3-4 F. hoch, und zu vollhochſtämmigen Bäumen 6 F. hoch über der Erde, oder wenn man zu dieſen beyden lektern das erjie aus dem Au- ge hervorgehende ächte Reiß zum Schaft in die Höhe gehen laſſen will, eben ſo nie drig über der Erde, als zu Zwergbäumen, Nun ſchlafen die Augen bis ins folgende Frühjahr. Dann aber wird der wilde Stammiin einer geringen Entfernung über der Stelle, wo er oculirt iſt, abgeſchnit- ten. Das eingeſeßte Auge wird nn am Ende des Sommers einen Schuß von 3 F. und noch wohl mehr gerhan haben, und in der Folge die zu einer gut ausgebreiteten Krone oder zu dem Fächer nöthigen Zwei- ge treiben. Alsdann können ſolche junge Bäume entweder ſchon im folgenden Herb- ſte, Winter oder Frühlinge, wenn es n06- thig iſt, förmlich verpflanzt werden, oder man kann ſie auch noch in dex Baumichule Apricoſenb laſſen, und ihnen hier erſt die ihnen be- ftimmte Form geben. In beyden Fällen muß man im folgenden März, wenn ſie ſo eben zu treiben anfangen wollen, den, im vorigen Jahre aus dem eingeſeßten Aus ge, in die Höhe gegangenen Schuß mit einem Meſſer, bis auf 6 oder 8 Z., ver- fürzen, um ihn zu zwingen, daß er in dem nun folgenden Sommer, um von unten auf einen regelmäßigen Fächer zu machen, mehrere Seitenzweige treibe, welche bis an den Winter, ohne ſie zu verfürzen, waa- gerecht fortgeleitet werden müſſen. Cben ſo muß auch der erfie Schuß eines oben am Schaſte oculirten hochſtämmigen Apri- coſenbaums verfürzt, und gezwungen wer- den, nahe über der Stelle, wo er oculirt iſt, Zweige zu treiben, damit er eine rech» te regelmäßige Krone bekomme. Auf ſol- d<)2n hoc ftammigen Apricoſenbäumen aber, wetche nahe über der Erde oculirt ſind, muß man den erſten Schuß, ehe man ihn verkürzt, ſo lange noch in die Höhe gehen laſſen, bis der Schaft erſt ſeine beſtimmte Höhe erlangt hat 3 und erſt dann muß man iha in der beſtimmten Schaftshöhe ab- ſchneiden, damit er oben Zweige treibe, und eine Krone bekomme. So lange die jungen Apricoſenbäume noch in der Baumſchule ſind, müſſen die Zweige derer, welche demnächſt an Mau- ern oder Wänden gepflanzt werden ſollen, es mögen zwerg- oder halbhochſtämmige ſeyn, zu dieſer Abſicht gezogen, und wenn ſie in den Reihen ſtehen bleiben, ihre Zwei- ge an beygeſeßten Pfählen waagerecht ge- leitet 3 wenn ſie aber vorläufig an Rohr- wände, Mauern, oder eine andere ſolche dichte Befriedigung gepflanzt ſind, die Zweige an ſolden hingeleitet werden, In dieter Abſicht müſſen ihnen alle ſowohl vorn heraustreibende Schüſſe, als auch die Waſ- ſerreiſex SEES RAINE: ZEE AISI EIR IF KHE FE GBI A [j be: allen 1 fie den, Au? mit ver: dem nten hen, bis aq: ben ben [pri: ver: dirf dy: ſols er, nd, Apricoſenb ſerreiſer genommen, zeitig im Sommer, ſobald ſie hervorfommen, abgerieben, und die regelmäßigen Schüſſe in ihrer völligen Länge fortgeleitet, und erſt bey dem folgen- den Winterſchnitt, nach der dazu in der Folge gegebenen Anleitung, einige mehr, andere weniger, verkürzt werden. Denn da dieſe Bäume an jungem Holze haupt- ſächlich tragen, ſo müſſen auch nothwendig ihre in jedem Jahre getriebene Schüſſe in jedem folgenden Winter verfürzt werden, um dadurch mit Gewißheit an ſchicklichen Stellen einen regelmäßigen Vorrath von neuen Schüſſen, zu Fruchtreiſern für“ das folgende Jahr, zu erzwingen, indem ein und eben derſelbe Schuß, welcher verkürzt wird, nicht nur Früchte trägt, ſondern auch neue Fruchtreiſer treibt, Die Verpflanzung junger Apri- coſenbäume in den Gärten geſchieht mit Nußen, wenn ſie ein bis drey oder vier Jahr alt ſind. Es iſt zwar am beſten, ſie ſchon ein Jahr nach dem Oculiren, ehe ihr erſter Schuß verfürzt iſt, zu verſeßen, Man kann ſie aber dom auch ohne Nach» theil noch dann verſeßen, wenn ſie bereits einige Jahr alt ſind. Wer eine Mauer oder Wand, ſo geſchwind als möglich iſt, mit tragbaren:Bäumen zu bekleiden wünſcht, muß ſolche tragbare Bäume dazu nehmen, weil ſie ſchon im folgenden Sommer nach der Verſozung Früchte tragen, Man konn ſie, wie alle andere dauerhafte Bäume vom Ende des Octobers bis zum Frühjahr, ſo oft die Erde oſſen iſt, verpflanzen. Wenn man die Stellen beſtimmt hat, auf welche man ſie an eine Wand, einige in eine ſüdliche, und andere in eine weſtli- muß man immerfort alle, ſowohl vorn heraustreiben« de, als auch ohnedem überflüßige Triebe, ingleichen alle Woſſerreiſer, ben Gelegen- Heit ſowohl des Sommer- als Winterbe- ſchneidens, recht Glatt am Holze wegſchnei- denz in jedem Sommer eine hinreichende Anzahl rezelmäßiger junger Schüſſe, al- lſenthalven am Boume, zu Fruchtreiſern für das fünftige Jahr beybehalten, und ſolche den ganzen Sommer durch nac ihrer natürlichen 2änge fortleitenz tieſe beym Beſchneiden im Winter, wenn ibrer zu viel ſind, verbünnen, und die, welcy)e am wenigſten regelmäßig ſtehen, wegſchneiden; die beyzubehaltenden regelmäßigen aber, bis auf&, 10, 12 Zoll, oder bis auf 1x oder 2 F. lang, oder noch länger, vertüt- zen, ſo daß man die ſiärtſten Echuſſe ver- hältnißmäßig am längſten laſſe, und zuleßt alle Zweige in der zuvor gemeldeten Weite mit Nägeln dicht an der Mauer, und re- gelmäßig befeſtigen. Es iſt vorhin angerathen worden, man ſolle die zu Fruchtreiſern für das künf» tige Jahr beſtimmten Schüſſe, den ganzen Sommer über, nach ihrer natürlichen känge fortleiten, und ſie nachher im Win- ter verkürzen, Dieſes Verkürzen iſt an ihnen, und an den mehreſten andern, hauptſächlich an junges Holz tragenden, Bäumen, aus der Urſach nöthig, damit ſie im folgenden Sommer aus ihren untern Augen Seitenzweige zu Fruchtreiſern für vas künftige Jahr treiben, welche ſie ſonſt nur, wenn man ihnen- ihre völlige Länge laſſen wollte, blos an ihrem obern Theile treiben würden, ihr unterer Theil hinge- gen von Fruchtreiſern entblößt bleiben wür» de, Die beſten Fruchtreiſer treiben haupt- ſächlich aus einjährigem Holze, welches Vet, Encyklopädie 1, Theil, Apricoſenb 257 bey dem Beſchneiden im vorhergehenden Winter beybehalten worden iſt, hervor; und an demſjeiben erzeugen ſich nicht nur Früchte, ſondern zugleich au) neue Früchte reiſer(ür das abermais folgende Jahr. Die Wartung und Behandlung der zu ibrer Doilrommenbeitr geFome menei: Apricoſenbäume an Tiiauern und Spalieren muß aljo geſchehen? Dieſe Bäume treiben jährlich viele, theils überflüßige und unregelmäßige, tbeils gute und nußbare neue Schüſſe, und bedürfen aljo des förmlichen Gommix- und Wintex= bejuneidens, um ſowohl die unbrauchba- ren neuen Schüſſe wegzunehnien, als auch jährlic) eine biniängliche Anzahl neuer re- geimäßiger Schüſſe zu tünfrigjährigen Fruchireiſern aufzunehmen. Die Abſicht des Beſchneidens im Sommer iſt nur, die in dieſem Sommer neu getriebenen Schüſſe in Ordnung zu bringen, und theils die unbrauchbaren Triebe wegzunehmen, theils die brauchba- ren beyzubehalten, Der Anfang dazu muß, wo möglich, ſchon im May, oder doch ſo zeitig gemacht werden, als die über» flüßigen und unregelmäßigen Triebe noch ſo jung und zart ſind, daß man ſie ohne Uiuübe mr dem Daumen abreiben Fann; wenigſtens aber ſo früh, ehe alle neue Schüſſe ſo lang werden, daß ſie den ganzen Baum in Unordnung und Verwir« rung bringen, Nie aber muß man dabey vergeſſen, überall an dem Baume allezeit eine genugſame Anzahl junger regelmäßig ſtehender Seitenſchüſſe, und zwar dreymal ſo viel, als nöthig ſeyn möchten, und alſo an jedem, im vorigen Winter beybehalte- nen, und nun Früchte tragenden, Frucht«- reiſe, aufs allerwenigſte 2 oder 3 neue Schüſſe beyzubehalten, damit bey dem Beſchneiden im folgenden Winter eine ge« Kk Ug SEELE ZZ ANG SITES E IS 258 Apricoſenb nugſame Menge neuer Zweige vorhanden ſey, aus welchen man Fruchtreiſer für das- folgende Jahr wählen könne. Wo aber aus einem Auge mehr als ein Schuß her- vorgeſproſſen und alſo eine Gabel ift, muß man nie mehr„ als- einen ſtehen laſſen. Ueberhaupt muß im Sommer kein anderes;, als nur offenbar überflüßiges, oder unre- gelmäßig ſtehendes, odey: zu frech wachſen» des junges Holz, jedoch immer. möglichſt früh, und recht glatt am alten Holze weg- genommen, und nur bew vorhandenen: 2U- Fen. irgend ein junger Trieb bis auf wenig Augen verkürzt, und die überall am Bau- me mit Fleiß in guter Anzahl gelaſſenen beſten und regelmäßigſten Seitenſchüſſe;- vornehmlich) einige aus dem untern Theile des Baumes hervorgetriebene gute Schüſſe, bis zu dem künftigen Winterbeſchneiden,. in ihrer natürlichen Länge fortgeleitet wer- den. Auch) muß man die Bäume nachher im Sommer, ſo lange ſie noc< zu wachſen fortfahren, zu wiederholtenmalen durchge- ben, um alle aufs neue hervorgeſprofſene Triebe ſogleich wegzunehmen, zufälligen Unregelmäßigkeiten abzuhelfen, und den ganzen Baum den ganzen Sommer über dicht und regelmäßig. an der Mauer zu er- halten. Das Beſchneiden im Winter, welches den Zwe hat, daß das alte und junge Holz in ein allgemeines regelmäßiges Verhältniß gebracht werde, kann vom En- de des Oct, oder Nov, an, bis in den Febr, over März, ehe die Blumenkfnoſpen zu ſtark anſchwellen, zu jeder beliebigen Zeit verrichtet werden. Damit man aber alles deſto genauer unterſuchen x das Meſſer un- gehindert brauchen, und alle Zweige ſo leiten könne, wie es die allgemeine Ueber- einſtimmung des Ganzen erfordert, muß man, ehe man zum Werke ſelbſt ſchreitet, Apricoſenb an den mehreſten'und vornehmſten Zweigen und jungen Schüſſen die Nägel ausziehen. Wenn nun; die Arbeit ſelbſt vorgenommen werden ſoll, muß'man vorerſt den vorhan- venen Vovrath der vorjährigen neuen. Schuſs fe unterſuchen, von dieſen allenthalben an dem. Baume eine hinreichende Anzahl der hoffnungsvolleſten und am regelmäßigſten ſtehänden zu. Fruchtreiſern für das nächſt- folgende Jahr auswählen, und an jedem im vorigen Winter beybehaltenen waage- vechten Zweige eins, oder zwey- wenig- ſtens aber ein. Fruchtreis- beybehalten z die übrigen überffüßigen aber, und alle gar zu ſchwachen Schüſſe, desgleichen auch einen Theil der vorjährigen Fruchtreiſer,. und die erwanigen nackenden, und nicht mit jun- gem Holze verſehenen Zweige, über einem ſchilichern Seitenzweige oder jungen Schuſſe abnehmen, und jene, nach der theils ſchon vorhergegebenen, theils noch zu gebenden Anleitung,: um ein gutes Theil, den einen mehr, den andern weniger, ver- kürzen. Z. EC, die ſhwächern Schüſſe müſſen zu 6 oder 8 bis 10 Z. lang, die von mittlerer Stärke zu 1* bis 1 F. lang, verfürzt werden, weil ſtarke Schüſſe, wenn man ſie ſehr verkürzt, frech wachjendes un- fruchtbares Holz treiben. Au) muß das Verkürzen durchaus nicht unterhalb aller Fruchtknoſpen, oder Blüchaugen, welche ſich von den länglichen und dünnen Holz“ knoſpen ſehr leicht an ihrer aufgeſchwolienen und ſtumpfen Geſtalt unterſcheiden laſſen, geſchehen; ſondern eigentlich, entweder dicht über einem Holzknoſpen, oder auch über einem doppelt kommenden Fricht» knoſpen, um aus demſelben an der. Spiße des Zweiges im nächſten Sommer ein Feitreis zu erhalten, und durch Hülfe deſ- ſelben der Frucht deſto zuverläßiger Nah- rung zu verſchaffen. Auch müſſen bey die“ eEr7r ee 7m1T7 F> T"> 27-TPVP ooo SE SSE ZSS TS SS EINE SE STEN wWeigen ziehen, 'mmen orhan:- Schüfe ben an ahl der figſten nächſt: | jedem waage: wenige nz die gar zu h einen "„ und It jun: einem ungen ) der 5 no< ; Teil, '„ ver: Schüſſe 7, die „lang, „wenn es un uß das b aller welche Holy (lenen laſſen, weder - au< rut Spike x ein e deſ: Noh- n bey die . Apricoſenb dieſer Arbeit alle die kleinen, an zwoy- oder dreyjährigem Hoize ſißenden guten Augenträger ſorgfältig geſchont, und nur die alten zu lang hervorſtehenden Augen- träger, wie auch alles todte Holz und.alte Stümmel, weggeſchnitten werden,-So- bald das Beſchneiden eines Baums vollen- det iſt, muß er ſo fort wiederum ganz re- gelmäßig an die Mauer.angenagelt, und- alle ſeine Zweige wiederum waagerecht, 4=-5 Z. von einander, gerade, dicht und zierlich befeſtigt werden, Was die Dedeckuntg der Aprico- ſenbäüume an tiauern zur Zeit der 5lürbe und Derdünnung ihrer Siüchre anbelangt, ſo hat man dabey fol- gendes zu beobachten: dieſe Bäume biü- hen ſehr frühzeitig, und wenn dann ſchnei- dende Fröſte oder kalte Winde einfallen, und ſie nicht bedeekt ſind, ſo leidet ihr Frucht- anſaß oft großen Schaden. Um dieſes zu verhüten, muß man den beſten unter den an Wänden ſtehenden Sorten zur Zeit der. Blüthe einigen Schuß geben, und entwe- der Matten vor ihnen hernageln, oder, zwiſchen ihren Zweigen herum, Zweige von immergrünen"Bäumen nageln, bis ſich die jungen Früchte erſt völlig angeſeßt haben, und feine Gefahr mehr für ſie zu befürchten iſt, Die Apricoſenbäume ſeken-oft-mehr Früchte an, als ſie nähren fönnen. In dieſem Fakle müſſen dieſe, ſobald ſie Die Größe einer kleinen Kirſche oder Stachel- beere erlangt haben, ordentlich verdünnt, und an den kleinern Zweigen nicht mehr als 2--3, und an größern Zweigen nicht mehr, als 3-4 Früchte gelaſſen-werden, u. ſ. w. nach dem Verhältniß der Stärke- der Zweige. Die zur Verdünnung abge- brochenen jungen Früchte werden, als die erſte im Sommer vorkommende friſche Apricoſenb 259 Jrucht, in der Haushaltung zu Torten und zum Cinmachen u, dgl, ſehr gut gee braucht, „„. Die bochſtämmitgen Apricoſen. Datime bedürfen eben jo wenig, als die mehreſten.andern hochſtämmigen Obſtbäu- me, eines mühſamen Schnittes, over ei- ner mühſamen Wartung.“Wenn ihr er- ſter Schuß im erſten Jahre nac dem Ocu- diren vertürzt iſt, und ſie alſo an dem Gi- pfel des Schaftes regelmäßige Zweige, zur Bildung der Krone getrieven haben; ſo daſſe man dieſe nächher Frey fortwachſen, and. fic) vingsumher in die Länge ſo a::8- breiten, wie es ihre Natur mit ſich bringt; aind ſchneide an ihnen weiter nichts, als daß man nur einzeine zu lanz zur Seite herausgehende Zweige„verfürze, und ganz unregelmäßige oder die andern drängenden Zweige, und das kotte Holz wegnehme, „velches jedoch im Winter geſchehen muß, Zhre„übrigen regelmäßigen Zweige und jungen Schüſſe aber muß man Zanz unger Fürzt laſſen. Und dann.treiben ſie,:ohne Hinzufommende„künſtliche nicht nur.„genugſames junges„fragbares Bemühung, Holz, Jondern auch genug„Augenträger, und pflegen in einem ihnen günſtigen Som- „mer jehr reichlich, und zugleid) ſehr feine - Apricoſen zu tragen, die, je älter die»Bau- me werden,.av< deſto„wohlſchmeckender zu werden pflegen, Da die Apricoſenbäume, und,.mei- nen vieljährigen Erfahrungen gemäß, die mniederſtämmigen weit eher und mehr als die hochſtämmigen, in harten Wintern "gleich den Pärſichbäumen und mehr andert zarten Bäumen, mehrmals zu Grunde gerichtet werven, ſo hat man Vorbauungs- mittel-dawider, und zwar ſchon vor Ans fange jeden Winters, im Herbſte nämlich, Kk 2 nicht -eweg zum 260 Apriesſenb nicht aus der Acht zu laſſen- Siehe hie- von den Artikel: Froſtſchaden. Endlich muß ich denjenigen, welche Apricoſen für den Marktverkauf erziehen, noch den Rath nicht vorenthalten,„ſolehe Früchte allemal vor ihrer völligen Reife an den Bäumen abzunehmen, damit ſie nicht meßlicht, und zum Verkauf tadelhaft werden mögen. Muß man dieſe Früchte auf der Achſe zum Verkauf nach großen Städten hin weit fahren, ſo würden die reif und weich gewordenen Apricoſen ange- ſtoßen, übelausſehend oder gar anfaulend gemacht werden, Werden ſie aber noch hart zum Verfahren eingepackt, ſo bringt man ſie geſund an den Ort ihrer Beſtim- mung hin, und falls ſie an ſolchem Orte noch nicht weich und eßbar ſeyn ſollten, ſv werden ſie auf ein Strohlager dünne aus einander geſchüttet, und die reif und weich werdenden Früchte nach und nach ausgele- fen, da man ihre Reife eben nicht durch den Druck, ſondern aus der veränderten Farbe und dem angenehmen Geruche beur- theiten fann. Man muß aver auch die Apricoſen nicht allzu früh abnehmen, weit fie ſonſt zuſammenſchrumpfen und auf dem kager nicht wohl nachreiſen würden. Hak man hochſtämmige Bäume, ſo wird man die Früchte an der Sommerſeite an die 8 Tage früher und noc) wohl eher abnehmen können, da die übrigen erſt, und auch nicht alle zugleich, in dem Reifwerden nachfommen, Ein geubtes Auge wird es mit der rechten Zeſt des Abnehmens leicht finden und die Einrichtung ſo treſſen fön» nen, daß von dieſer ſo angenehmen, nicht ungeſunden, und uns allen ſo behaglichen Frucht von niederſtämmigen und hochſtäm- migen in mancheriey tagen unterhaltenen Bäumen der Vorrath auf 3= 4 Wochen zu finden ſeyn könne, Cs muß aber über- Apricoſenb haupt die Regel wohl beobachtet werden, daß Apricoſen, wenn ſie aufs beſte ſchme- >en ſollen, nie ganz am Baume weich oder reif werden, ſondern einige Tage zu- vor, und am beſten in den Vormittags» ſtunden, abgepflückt, aufs Lager gelegt, und ſodann von ſelbigem die ausgeleſenen Früchte zum Verſpeiſen oder Marktver- kauf genommen werden müſſen. Werden dieſe Früchte in ihrer Reife erſt vom Bau- me genommen, und nicht alsbaldv verſpeiſet, ſo können ſie ſchon des andern Tages ab» ſchmec>end und mehlicht geworden ſeyn, dagegen ſie, wenn ſie auf dem Lager erſt reif geworden, noch 3-5 Tage in ihrenz beſten und ſaftigem Zuſtande verbleiben. 'Am meiſten aber hat man ſich nach dieſer Regel da zu richten, wo die Zwergbäume an den Wänden vollkommenen Mittag ha- ben, weil die große Hiße die Früchte vald mehlicht macht, wenn man dietem Zufälle nicht durch das frühere Abnehmen der Früchte zuvor kommen kann oder will, es wäre denn, daß man Bäume in ſolcher kage in den Mirtagsſiunden oder die ganzs Tageszeit hindurc) verdeckt halten, und ſie nur in den Frütj- Abend- und Jiacht- ſtunden der freyen duft ausſeßen wollte, Aud) kann man den Früchten in jo.cher Las ge damit helfen, wenn man die Bäume zur Abendzeit, beſonders wenn trockne und heiße Witterung anhält, mit einer Gar- tenſpriße von oven herab ſtark vegießen laßt, Hätte man aber ſo viele Früchte, daß ſie nicht zu rechter Zeit ver/peiſet oder verfauft werden könnten, fo. kann man ſie trocknen, oder, welches noch beſſer iſt, mit Zucker einmachen, da der Zucker die Beſtandtheile mehr auflöſt, und ihnen eis nen ſehr bohen und angenehmen Geſchma> verſchaßt, wovon in meiner Hausmutrter der nöthige Unterricht geſunden wird, April, EIE E68 2524 GEES EE ASIEN ENE; verden, « weich age zUte "Ittagss gelegt, eleſenen arftver- Werden 1n Baye ſpeiſet, jes ab» 1 ſeyn, zer erf 1 Ihrem bleiben, dieſer haume ag ha- 2 bald Zufalle en der JU, es ſolcher ' ganzs „ und Racht- wollte, cher 28» Hume ne und rx Gar- Gießen vüchte, et oder nan ſie April Alpril, iſt der vierte Monat im Jahre und der zweyte im Frühling. Kaifer Kart der Große hatte dieſen Monat den Oſter- monat genannt, weil dieſes Feſt mehren- theils in demſelben zu fallen pflegt. Die merkwürdigſten Tage dieſes Monats ſowohl bey unſern Vorfahren, als auch noch jekt bey unſerm Landvolke, an welche es gewiſſe Geſchäffte bindet, oder manche Begeben- heiten in der Natur an ſelbigen erwartet, find: der 4, Ambroßiusz; 14, Tiburtius; 23, Georgius; und 25, Marcus Evange- liſta. So iſt z. B. als eine Tradition auf uns gefommen: So lange die Fröſche vor St. Marci quaken und ſchreyen, ſo lange ſchweigen ſie hernach ſtill; Am Tage Ti- burtii ſollen alle Felder grünen; So viele Reiſe vor Michaeiis vorigen Jahres gews- ſen, ſo viele ſollen in dieſem Monat nach des Georgii Tag kommen u. ſ. w. Das weit Gewiſſere aber iſt dieſes, daß viele und ſtarke Winde, bald Schnee, bald Regen, bald Hagel, bald Sonnenſchein, und alſo überhaupt ein unbeſiändiges Wetter gemeinigli) in dieſem Monate weit mehr, als in andern Monaten, herrſchen. Zur Fruchtbarfeit der Erde aber iſt es beſ- ſer, wenn vie Witterung mehr feucht, als trocken iſt. Daher iſt der wohlthätige Cin- fluß der Witterung auf das Frühjchr von unſern Vorfahren durch nachſtehenden Neim ausgedrückt worden? Trockner März, naß ſer April, kühlex May, Brachnonat naß, füllen den Bauern Scheun" und Faß, Aquamarin, ſ. Berill, Aquavit, Lebenswaſſer, iſt ge- meiniglich ein, durch mancherley Kräuter, Blumen und Gewürze, verbeſſerter oder dem Geſchmac> mehr annehmlich gemachter Branndtwein. Es werden nur gedachte Ingredienzien klein gemacht, in einem mis Arabesq 26x Branndewein gefüllten und wohl verbun denem Glaſe einige Zeit aufbehalten, bis endlich ſolcher angefüllte Bvanadtwein nach Proportion der Jngredienzien mit anderm angefüllt, und nebſt den Speciebus in das Brennzeug geſchüttet wird, um ihn gehö- rig und behutſam davon abzuziehen. Dder man gießt auf die Species guten, bereits abgezogenen Branndtwein, und läßt die- ſes 14 Tage und noch darüber, in warmer Aſche, oder im Sande auf dem Ofen, oder an der Sonne ſtehen, und rührt es täglich um. TJſt nun die beſte Kraft heraus gezo» gen, wird der Spiritus abgegoſſen, die Ingredienzien ausgedrückt, der Aquavit durchgeſeihet, und zum Gebrauch aufbe halten. Auf ſolche Art kann man aus Anis, Fenchel, Kümmel, Angelif, Sel- lerie, Wacholder, Pomeranzen, Zimmt, Cardamomen u. f w, von jedem insbefon- dere einen Aquavit verfertigen ,. oder dazu mancherley Species hinzuthun, wie fol« vit färben wilt, ver nehme Coc- cionell oder Sandelholz zum rothen; Sal- bey, Rosmarin u, dgl. zum grünen; Saff- ran zum gelben, und mitche das gefärbre durchgegoſſene zum ganzen Vorrath, Arabesquen, Arabiſche Figu- ren, heißen in der"Dau- und Malerkunſt allerley durch die Cinbildungskraft erdich= tete Blätter und Zweige, auch andere ſ-lbſt erſonnene Zierrathen, die in der Jiotur fein Urbild haben, deren man ſich zuwei- len zur Auszierung der Zimmer, Grotten Uf. w. bedient, und die aus den Moſcheen oder Arabiſchen Tempeln, indem die Mus hammedaner weder von: Menſchen noch Kk 3 Thie- 262. Arabiſche? s Thieren Abbildungen„duiden,“hergenom- men iind, „Araviſches:Gummi,'Gummi "Arabicuwm., ein Harz,„welches gewöhn lich aus:dem„Aegyptiſchen„Acacienvaume von ſich ſelbſt ausſchwikt,„oder:nachdem ;der Baum gerißt worden,.Cs iſt aber „wahrſcheinlich, vaß es auch aus vert ,. und der: von den Jndianern daraus verfertigte' Trank wird: wider die. Waſſerſucht und. flüßige Schmerzen“ in' den! Gliedern gebraucht,- Er'treibt'den Schweiß ſehr. ſtark,.. 3) Die' zwoblätteriche Aralie,- Aralia'nuditaulis-L.. Vaterland:: Wir-- ginien;- Wuürrzei:: friechend,, treibt' ganz furze: Stengel ,- und 2: zuſammengeſeßte, aufi langen“ Stielen. ruhende: Blätter,.- ZPlart:: jedes beſteht aus'drey-andern, und' jedes. Blättchen wiederum aus 5 kleinern" eingezackten Lappen;- Zwiſchen dieſen" 2' Blättern ſteigt: der nafende: Blumenſten- gel indie Höhe, Dieſe Art wird von eini- gen' wegen der: langen kriechenden: Wurzel für eine Art“ Saſſaparille gehalten... Die undianer"brauchen ſie ſtatt: derx:Saſſaparille und'in allen' Krankheiten!,, wo dieſe ſonſt angerühmt: wird ,„, und die geſtoßene Rinde' legen die' Wilden auf die Wunden: Der davon verfertigte' Tranf wird in Canada zur Verbeſſerung des-Blut8 und wider“die' Waſſerſucht3 äußerlich aber wider die Roſe“ und Geſchwuüte gebraucht:- 03 3) Die' traubenförmitte Aralie, Aralia racemolſal. Vaterland: Cana: da: Wurzel: perennirend" und fingers- dick in die Erde gehend, Blätter: wie bey voriger Art zuſammenzeſeßt, ly: 4 Arbeit“ 263 men? ihre Trauben fommehn'aus den Win- feln" der“ Blätter ,, und" die: Blumen ſind mehr-grün'als weiß.- Beeren:: röthlich, und ,. wenn ſie' reif“, wohlſchmeckend und gut zu eſſen... Die Warzel hat balſamiſche Kräfte", und. die Canadenſer- kochen daraus mit. Waſſer: ein: ſch!eimichtes Extract zur Heilung. offener- Schäden... Site- kauen auch die. Wurzel ,. ſchlucken den Saft hinso ter. und vertreiben damit:die Lendenſchmer- zen, Der. milchichte Soft der friſchen Wurzel wird von den Amerikanern ſonder- lich in Bruſt= und Magenkrankheiten ge- braucht:- Da dieſe: Arten allerſeits ein fräftiges Arzneymittel abgeben, bey uns im freyen'Lande ausdauern, auch keine ſon» derliche' Wartung erfordern, und die bey» den' leßtern durch die Wurzel leicht vermeh» ret: werden können, ſo verdienen ſie den Anbau vor'vielen andern,, obgleich das An- ſehen-nicht'beſonders. ſchön iſt.-| Arazſtücke„ eine Gattung: wollener Tapeten, Teppiche oder. Schildereyen, auf deren Hauptſeite, vermittelſt bunter Wolle, eine Begebenheit vorgeſtellt.iſt z- ſo-wie- auf der Rückſeite bloße Tuchfeßen ,. jeder: von einer. andern: Farbe, nebſt: dem: Namen oder Zeichen des-Fabrifanten, zu ſehen ſind. Arbeit, iſt überhaupt" ſo viel, als“ durch- Anwendung ſeiner: Seelen- oder Lei» besfräfte ,, oder beyder zugleich, eine Sa dhe verrichten'oder: ins. Werk ſeßen.. Bey“ der: Landwirthſchaft kömmt: es zuförderſt- darauf: an, daß jede Arbeit zu. rechter Zeit: geſchehe und am. rechten Orte angegriffen: werde: Unordnung und Unfleiß bey den: ſo mannichfaltigen Wirthſchaftesarbeiten' können den'Landwirth, ſo'wie jeden andern, in furzer Zeit ruiniren: Auf gleiche Weia: ſe:muüß man es wiſſen, oder verſtehen ler=- nen; wenn, und wie Vielen eine RE yves 264 Aebeit äbertragen ſey- Ungeſchi>te Arbeiter, oder zwar geſchifte, aber zu wenig oder zu viel angeſtellte, bringen gleichfalls feinen Vortheil, und ſchwächen das Anſehen oder die Autorität des Hausvaters, Arbeit bekommen, ſagen Taglöh- ner oder Arbeitsleute, wenn ihnen was zu yerdienen gegeben wird. Bey Hondwerks- geſellen heißt es: Von einem Meiſter in ohn und Brodt genommen werden. Arbeit veſprechen, die Verferti- gung einer Arbeit vey den Handwerkern be- dingen, und ſo beſtellen, vaß ſolche gewiß fertig werde. Zuweilen wird eine beſiellte Arbeit über die Zeit, zum Schaden des Beſtellers, nachdem ſie bereits angefangen worden, aufgehalten, Hodex bey der Aus- führung nicht recht behandelt, oder es wird mehr dafür geford:rt, als bedungen war, daß daher der Beſteller ſich genöthigt fin- det, ſie wegzunehmen, und andern Mei- ſtern zu übergeben. Die Vollendung der- ſelben daxf den andern Mittelsgenoſſen von der Zunft nicht unterſagt werden. Alg. Preuß Landr, Th. 11. Tit, VI 9. 202- IAlrbheit im Taglohne, iſt beym Bauweſen, wenn einem Zimmermanne, Maurer u. dgl. für jeden Tag ein gewiſſes Geld zum Taglohn ausgeſeßt wird. Die Polizey beſtimmt in manchen Reichslanden, wie viel zu jeder Jahreszeit gegeben und zu welcher Tageszeit die Arbeit angefangen und damit.aufgehört werden ſolle, Arbeit nach Stücken, Kückwei- ſe arbeiten; heißt gleiche Stücke um einerley Preis verfertigen; z. B- Kapitä- lex, Geländer, DoFEen, Schafftgeſimſe, u. dgl. Arbeit nach dem Verdinge, wenn ein Werk oder eine Arbeis um eiven Axbeitshß gewiſſen Preiß verdungen wird, als: das Belhauen eines Steins, oder die Bild- hauer- und StuFaturarbeit bey einem Gee- baude, Arbeiten, wird auch von Bauſachen geſagt, wenn Holz oder Mauern ſich bie- gen oder werfen, ſeßen oder ſinken, Dieß kann geſchehen, wenn das Gebäude nicht gut gegründet und nicht tüchtig dabey gear- beitet worden 3; die Mauern werden puck- licht, und biegen ſich über ihren ſenfrechten Stand; die Gewölber weichen, die Fuß- böden und Decken werfen ſic), welces leßtere daher rührt, wenn das Helz grün oder Feucht verarbeitet worden. Man ge- braucht das Wort arbeiten av< dann, wenn Getäfel in den Fugen aus einander zu gehen anfängt, und ſich Frünme 3; die Federn oder Spünde aus ihren Nuthen und die Zapfen aus ihren Zapfibchern geben.. Arbeiten, wird yom Weine oder von andern ſtarken Getränken gejagt, wenn ſie in ihren Gefäßen gähren. Der Wein iſt in der Arbeit, d. i. ex gährt. Siehe: ZArauſen, Ilrbeiten, den Leitrhund, d.i. den- ſelben auf die Fährte eines Wildes derges ſtalt abrichten, daß er keine Fährte über- geht, und wenn er auf ſie gekommen iſt, ſie nicht verdroſſen, ſondern munter fort- ſucht, und den Lauf des Thieres zeigt, Dieſe Arbeit mußim Frühjahre in der Bes hängezeit geſchehen, wenn Wieſen und Gründe von jungem Graſe grün geworden ſind.| Arbeitshäuſer, Zuchthäuſer, werden bey uns entweder für große Städte beſonders, oder für ein ganzes Land, una terhalten, um muthwillige Bettler oder Zücht: | || ; [8: das Bild: em Oe ſachen (dh bie- Dieß de nicht ey geat: n pu: techten e Fuß: veldes 3 grün ian ge: ) dant, nander ; die uthen dern der von enn ſie jein ſE Ziehe: „|. dette 3 verges to iber: ien iſt, x forte zeigt, ex Des en und worden Acxbeitsb Züchtklinge durch Zwang und Strafen, un- fer gehöriger Aufſicht, zu nübßlichen Ar- beiten anzuhalten,“Sie find für jeden Staat ſo nöthig, als nüßlich, ſowohl die ruhigen und arbeitſamen Einwohner von einer drücenden Landplage zu befreyen, als auch die Summe des Erwerbs im Lande zu vermehren. Auch muß es darum gro- ßen Städten und ganzen Ländern an ſolchen Häuſern nicht fehlen, um öffentliche War» nungsmäler aufzuſtellen, durch welche Vie- le, die einen Hang zur Lüderlichfeit und zu Ausſchweifungen haben, davon abgehalten und ſie zur zeitigen Ausſöhnung mit Le- bensordnung und guten Sitten gebracht werden können, Darinn ſind aufgegriffe- ne Huren nach aueggeſtandener Strafe ſo lange zu verwahren, bis ſie zu einem or- dentliczyen Gewerbe Luſt und Gelegenheit vekommen. A. Pr. LR, Th. 11. Tit, XX. 9. 1024.-S. auch Armenanſtalten. „Arbeitsbienen, ſind diejenigen-Bie- nen, weiche von den Drohnen eigentlich unterſchieden werden. Auf die Menge ſol- ſals 1) vers ſo wehl "gehäuſe nd Gee r öffente Haller ne, Pas 1, jedoch ſonderes Die emone ; Va Wur- ; 3 Fuß gen Std Stengel d gegen . läng“ inſchnit- zeln auf nd aus 3 nde Arkirſche rundſpißigen, vertieften, zeitig abfallenden K l SRE DIENST BORLIEG EE EIE ES TSE OY"- AM-----0 WA==) ferthaneh ) mit der ſv haben den Titte und Ine Sdrüclich 10 ganz | hegende en jeder» 1 befannt 'M zu ete idenhaus Inder ges 8 leßtere verdienter 1 zu der Bettler Kreiſen Tage der yer näche ol, alle ißt, fe um mile anten 5 geliefert . diejent- ; K; M, und Do- Mario- (en, ins Thiere echnet, nen I werden, age der hauſes, Bettler her ſo“ ts, als - Armenanſt in: den Städten den Magiſträten, und auf dem platten Lande den Dorfgerichten, ange- zeigt werden. Wer daher von der benannten Zeit an einen Bettler duldet, verfällt in 3 Rthlr. Geld- oder eine verhältnißmäßige Leibes- ſtrafe; Krüger, Schenk- und Gaſtwirthe, oder andere zur Beobachtung guter Poli- zey beſonders verpflichtete Perſonen, wel- die einen Bettler verheimlichen oder ver» bergen, auc< wohl gar beherbergen, müſ- ſen gedachte Strafe doppelt erlegen, Die aufgegriffenen und in das Arbeits- Haus abgelieferten Bettler werden in dem- ſelben zu einem arbeitſamen Leben arge- führe, vorzüglich mit Garn- und Woll- ſpinnen beſchäfftigt, und keiner derſelben eher wieder entlaſſen, als bis man ſichere Beweiſe ihrer Beſſerung hat, und ſolche hinreichend nachgewieſen haben, wie ſie ſich in Zukunft auf eine erlaubte Weiſe ih- ren Unterhalt verſchaffen können. Jedermann iſt berechtigt, den Bett- ler, wo er ihn findet, anzuhaltenz in den Städten wird derſelbe an den Magiſtrat, und in den Dörfern an den Schulzen abge- liefert. Wenn auf einzeln liegenden Höfen, BVorwerken, Kolonien oder in ſolchen klei- nen Dörfern, wo keine Schulzen ſind, ein Bettler aufgegriffen wird, ſo muß ſolcher an den Schulzen desjenigen Dorfs, wozu ein ſolches Etabliſſement von dem Land- rath des Kreiſes gelegt iſt, abgeliefert werden. Die Verſendung der Bettler nach. Strausberg geſchieht nach vorgeſchripk“7 6. und den Gerichts» Obrigkeite»"=, Ma- ,"(M5 W EE giſträee, Grap igkeiten oFStWÜzen hes Or, wo der Bettler ergriffen worden, vejtimmen, wie derſelbe transportirt werden Armenanſt 271 ſoll. Dieſe Beſtimmung muß von Ort zu Ort befolgt, und bey der ſchwerſten Ver- antwortung an jedem Ort unverweigerlich nach derſelben, Führer oder Fuhre ohne den mindeſten Verzug geſtellt werden, wo- gegen jede Meile mit 4 Gr. pro Pferd, mn 3 Or, für den Führer bezahlt werden oll,=> Zu den Unterhaltungsfoſten des Strausbergiſchen Landarmenhauſes tragen zwar die in daſſelbe abgelieferten Bettler, durch den Verdienſt von der Arbeit, womit ſie beſchäfftigt werden ſollen, bey; bey der Gebrechlichkeit und Ungeſchicklichfeit vieler derſelben iſt es aber nicht möglich, daß ſie ſo viel erwerben ſollten, als der Unterhalt des Hauſes bedarf, Es ſind daher Fonds nöthig, aus wels bis 3 Ribu“+ 3) Von den Juhabern Königlicher over “* Prinzlicher Aemter, auch anderg.Ge- neralpächtern, 6 Rthlv.| 3) Von Padhtinhabern, nach der Größe “ ver Pachtſtücke, von x6.Gr,„bis zu 3 Rehtr. ) Von adlichen und bürgerlichen auf den? Fande iebenden Perſonen, 1„Rehlr, bis 3-Rehlr. 5) Bon den Domſtiſtern 3 von jever-Kurie, * 6 Rehtr. 3 von Fräuleinſtiſtern über- baupt; 6 Rehlr. 45 "von-Aau. Forftbedienkern, und zwar „jägern, 4-Rthlr.;-HoviEQd* Uma. Ober- kenſpiele, erfundenes Juſtrument, welches gleich Anfangs in England großen 'Beyfall fand. Der berühmte Franklin verbeſſerte dieſe Erfindung dadurch, daß er allen Gläſern eine gleiche Bewegung gab, und ſie alle än einer gerade aufſtehen- den Spindel befeſtigte, auch den gehöri- gen Ton, nach Maaßgabe der Glocken- ſpiele, durch ihre verſchiedene Größe und durch das Schleifen, zuwege brachte, In Deutſchland iſt mit Glocken von Porzellain ein ähnlicher Werſuch gemacht worden, Aemſchiene, das Brett oder die Lei» ſte der Drechslerbanf, worauf der Drechs- ler ſeinen Arm legt, und worauf er bey dem Drehen zugleich das obere Ende ſeines Dreheiſens unterſtüßet. Sie liegt vor der Dockte« Armſchlag, iſt beym Waſſerbau eine kinie, welche in Marſchländern von einem neuen Deich(Wall) zu einem alten gezo- gen wird. Arniſeſſel, f. Lchnſtuhl, Kröpel- ſiubl, Sautenil. Armſtange, iſt eine eiſerne Etaänge, welche an einer Bewegungswelle befeſtigt iſt. An dieſer wird bey den Brunnenfkün- ſten die Dru- oder Kolbenſtange ange» hängt, Aron Armſtuhl, f. Saurenil, Aromatiſch, wird von allen Dingen geſagt, welche die Natur und den Gerudc) der Gewürze an ſic) haben, Aromatiſc) machen, Aromatiſatio, beißt in den Apo thefen ſo viel, als die Arzneyen wohlrie» hend machen, Aron, Arum L. Blumenſchei- de: einblättrig, fappenförmig. Kolbe: öben nacfend, in der Mitte mit den Staub» fäden, und unten mit den Fruchtknoten be- ſeßt, Zinn, Die dauerhaften Arten dieſer Gattung, unter denen die drey erſten die gewöhnlich» ſten ſind, ſind krautartige, perennirende, meiſtens mit dien, fleiſchigen und ſich beträchtlich vermehrenden Wurzeln verſehe- ne, ohnſtenglichte, in jedem Fruühjzahre neue, große breite, und bey einigen Ar- ten ſehr ſchöne, im Herbſte wiederum ab- ſterbende Blätter treibende Pflanzen, zwi= ſchen denen ſich Blumenſtiele erheben, die eine einzelne Blumenjcheide tragen, aus weicher eine große, im April, Viay und Jun. blühende Blume von ſonderbarem aue hervorbricht, die keine Kronblätter hat, ſondern aus einem großen, teutenſör- migen, rothen dder purpurfarbenen Kolben beſteht, welcher ſich, gleich einer Säule, erhebt, und einen Büſchel von Beeren hinterläßt, deren Saamen bey uns nur bey wenig Arten reif wird, 1) Gemeiner fleckichter, 0der officineller Aron, Aronwurzel, Deut- ſcher Ingwer, Sehr« iagen- KRuh- oder Zieberwurz uU. ſ. w, A. vulgare, maculatum L. Vaterland: Europa, Zlätter: ſpießfoörmig, glatträndig, glatt, einfärbig glänzendgrüunn Blumen: ein feulenförmiger Kolben, im Apr. Beeren: viele, roth, reif im Jul, Dieſe Pflanze mit n Dingen n" Geruch (romatiſch . den Apo: 1 wohlrie menſchei- Kolbe: 1 Staub» (noten be- Gattung, ewöhnlich» ennirende, 1 und ſich n verſehe- Frühjahre gen Ar: verum ab- jen, zwir eben, die Jett, aus Jiay und derbarem 'onbläter teuienſör* en Kolben er Sault, 4 Beeren uns nur Beeren: Pfanj mit Aron mit ihren Abarten, und wovon der Jta- lieniſce Kron mit weißadrigen Blättern in den Gärten vorzüglich unterholten wird, macht mit ihren ſchönen grünen Blättern im Frühjahre einen artigen Effect, und wird in England, ohngeachtet ſie daſelbſt auch einheimiſci) iſt, zur Wermehrung dex Mannichfaltigkeit in die Luſtgärten aufge: nommen. Die mit gefleckten Blättern werden am meiſten geſchäßt, Jn ſchatftich- ten Wäldern Deutſchlands wächſt der g2- meine Aron wild, und kann ſowohl durch den Saamen, als durch die, an dex Wux- zel ſeitwärts anſißenden, kleinen Knollen vermehrt werden. Die Aronwurzel iſt zu allen Zeiten als ein gutes Arzneymittel angerühmt worden. Sie iſt innerlich weiß, und wenn man ſie friſch aufſchnet- dec, quillt ein milchichter, Ddermaaßen ſcharf ſchmed&ender Saft, beſonders im Frühjahre, heraus, daß man den ganzen Tag, wenn man ihn gekoſtet, das Bxen- nen auf der Zunge und einen unauslöſchli- ner wohl eben dergleichen Wirkungen haben kann. Chedem warde ſie wider allerley Arten, der Gifte, beſon» ders wider das. Schlangengift, angeprie- ſen, wird aber anjeßt ſelten gebraymn 4) Kleiner vielblätiriger Aron, A. Dracontium L. Tft viel niedriger, als die vörige Art, wächſt in Amerifo, und iſt nur ſelten in hiefigen Gärten anzu- treffen. 5) Virginiſcher Aron, 4. Virgi- nianum L. hat mit der erſten Art viel Aehnlichfeit, wächſt in ſumpfichten Gegen den Virginiens, und iſt bey uns noch ganz felten- Die friſche Wurzel beißt auf der Zunge 3 die Wilden aber in Nordamerika Aron eſſen ſie nach folgender Zubereitung: ſie ſamineln einen Haufen von dieſer Wurzel, legen ſie in eine dazu gemachte Grube, be- vecken ſie mit Erde, zünden oben darauf Feuer an, und wenn ſolches eine Weile ge brannt, nehmen ſie die Wurzeln heraus, und eſſen ſie begierig, da ſelbige den Ges ſchmac> der Kartoſfeln haben ſollen, Die Wilden in Carolina tro>nen die Wurzel an der Conne, mahlen ſie, und bacen Brodt davon, 6) Großblättericher Aetgypti- ſcher Aron, A. Colocalia Ll. PDarer- 1410: Aegypten, Syrien, Creta, Cy- pern, in ſumpfichten Gegenden, PVU zel: ein großer ſtarker Knollen, MPlät- ter: ſchildförmig, denjenigen von unſrer Seeblume fatt ähnlim. AMHSiummen: ge- meiniglich drey, dem gemeinen fieckichten| Aron ähnlich, aber der Kelchſcheide nach, wie auch wegen der mictiern Dlumenkfeule, dünner, ſpißiger, und langer. Der Ge- rxuch iſt ſc)wach, aber angenehm. Die Bötker der zuvor angeführten Länder bauen dieſe Pflanze forgfälrig, kochen und eſen die Wurzel, wie Rüben und Paſtinakwur» zeln, häufig. Bey uns muß die Pflanze das ganze Jahr über im Glashauje ver- wahrt ſieden. kinnäus hct noch mehrere Arten ange» geben und beſiimmt, die aber bey uns ſel- ten vorfommen, und daher hier übergan- gen werden. Im Deutſchen pflegt man aud) noch einige Pflanzen mit dem Jiamen Aron zu belegen, die zwar, nach den neuern Schriftſtellern, zu andern Geſchlech tern gehören, jedo<, dem äußerlichen Anſehen nach, vieke Achnlichfeit unter ein- ander haben. Daher.wir auch zwo dey- ſelben anführen wollen. Dieſe gehören zu vem Geſchlecht der Calla, von Plänern Drachenwurzel genannt, unterſcheiden ſich 9: fie Öurzel, 'e, be- darauf eile ge heraus, en Oes 1, Die Wurzel baden Qypti Parer- 0 1 Ch- Wur: Blüte unſrer 1: ges tichten e nach, nfeule, Ier Wer Die bauen ) eſſen wut Pflanze je ver: nange ims fel: ergan t man Jiamen dy des ſchlec)e rlichen er ein 9 Dey ven zu (anern yelden ſic) Aron ſich aber von) dem Aron ſowohl wegen der mehr geöffneten, ausgebreiteten“ und gez färbten Kelchſcheide, als auch in Anſehung der Lage und Beſchaffenheit der innerlichen Theile. Won den Arten der Calla erwäh- nen wir 1) die Aethiopiſche, wohlrie- Hende Calla, Calla Aethiopica L. YWurzel: knoßlicht. Stiele: einige, kange, dide. Platt: aus jedem Stiele ein dreyeckichtes, herzſörmiges, oder einem Wurſſpieße ähnlich, glatt, glänzend, deſ- ſen ſchmales Ende ſic) zuweilen in eine be- ſondere gefrümmte Spiße verlängert. Blume: zwiſchen den Blättern auf einem hohen dicken Stengel; die Keule iſt ober- wärts allein mit Staubfäden, und unter- wärts mit ſelbigen und den Fruchtkeimen zugleich, bedeckt. Sie blühr leichelich alle Jahre in unſern Gärten, wenn ſie gehörig im warmen Gewächshauſe, auch wohl den Sommer über, aufbehalten worden. Die Vermehrung geſchieht durch die Wurzel, die aber leicht fault, wenn ſie zur Winters- zeit zu viel begoſſen wird. Die zwote Art ift 2) Die Friecbende Sumpfcalla, Calla palultris L. und iſt in der Mark, wie auch im Churfreiſe, untex dem Namen Klappe oder RKiappenkraut befannf. YrOyurzel: nicht knollicht, ſondern gras- artig, kriechend, faſericht, weit umher fich ausbreitend, überaus ſcharf ſchmeend, Srengel: überall aus der Wurzol her- vorkommend, und an jedem ſeitwärts ein herzförmiges Blatt, welches ſich mit einer Blume endiget, deren weiße Kelchſcheide weit geöFnet, ausgebreitet, und mehr platt als aufgerichtet ſteht. Die Keulen: ſind überall mit vermiſchten Stauvtiäden und Fruchtkeimen betet. Deeren: roth). In hieſigen Gegenden: wird die Pflanze Arquebuf 377 aus den Ellernlachen, gegen die Kerndtex zeit, von den Dorfleuten hHervorgeſucht, und zur Maſiung der Schweine geſtampft, gebrühet, anfänglich mit Kleye und zuleßt mit Schrot vermiſcht, ſehr näßlich ange- wendet. In einigen Gegenden von D trocknet, klein geſtoßen, odevx gemahleit wird. Das Mehl wird mir heißen1 Waſ- ſer oder Branndtweinhefen, um es ſchmack- hafter zu machen, begoſſen, der Teig mit vieler Beſchwerde, bis er ganz zähe wird, gefnätet, zum drieten Theil mit Kornmehl vermiſcht, und dann Brodt daraus gebaz >en. Es erhellet aus dem Allen, daß falt alle Arten des Aron und der ihm. ver- wandten Geſchlechter ſcharfe und beißende Wurzeln„ aber auch einerley Nußen, ſo- wohl in der Haushaltung, als Arzneytunft, haben; wie denn auc zu. merken, daß man in Frankreich) aus der Wurzel des ge- meinen Avons eine Art Puder zu verferti- gen angefangen hat, dergleichen. wahr- ſcheinlicher Weiſe in größerer Menge auc) aus unſrer Sumpfcalla erhalten. werden fönnte. Arquebuſade, Wundwaſſer/ ein aus verſchiedenen Wundkräutern diſtil- livter Spiritus, welcher mehr äußerlich als innerlich bey Wunden als ein Heilmit- tel gebraucht wird, Man nimmt dozu' allerley Heitfräuter, als Salbey, Oſterluü- cey, Goldengünſel u, dergl. übern welche ein weißer Wein gegoſſen, iund ſodann, mittelſt eines ſo genannten Maxrienbades eder eines andern Inſtruments, zum Ab» ziehen vollendet wird. Auf dem Lande wird in manchen Häuſern gern davon ein Wov- rach auf den North falt aufbewahrt. Mw 3... Arſenſk, | 3 5 Er We EE 278 Arſenik Arenif, arlenicum, das im ge- meinen Zeben bekannte weißgraue, meh- lichte Product, weiches ſich im Feuer durch einen ſtarken Knovlaucsgeruc) zu erfennen giebt, und für Menſchen und Thiere das ſtärkſie Gift iſt. Der Arſenik wird bey vielen Sachen Der Künſtler und Handwer- fer gebraucht, beſonders bedienen ſich deſ- ſen die Gold- Silber- und andere Met-ll- arbeiter- Durch Miſchung von Silber und Arſenik, Schwefel und Arſenik, ent- ſteht eine gelbliche oder vothe Farbe, wie z. B. dos Auripigment oder auch das Rauſchgeib, Auch wird er in der Haus- haltung zum Fliegengifte, Mauje» und Rattenpulver gebraucht, womit man aber ſehr behutſam umgehen muß, daß es nicht Menſchen und Thieren, wie ſchon öfters geſcheben iſt, nachtheilig werde. Ciner meiner Nachbarn hatte einſt in der Nähe des Pſerdeſialles Arſenik in einer Miſchung wider die Ratten gelegt 3 dieſe hatten davon gefreſſen, ihn aber in der Pferdekrippe wie- der ausgeſpieenz wovburch alle im Stalle ſtehende junge und ſchöne Pferde krepiren mußten. Arſenikerze, minera arſenici, ſind diejenigen Erd- und Steinarten, wel- ce Artiſchocke, cynara, eine in den Härten des Mitrelmannes gar nicht ſeltne Küchenpflanze, weshalb wir einer nähern Beſchreibung derſelben überhoben ſeyn kön- nen, Die vekanntetten Arten davon ſind 1) Die gemeine Gartenarriſch9- >e, Erdſcho.ke, Strobildorn, cy- nara ſativa L. Die Gärtner unterſcheiden noch verſchiedene Spielarten: a) Die Enzlijche Gartenarti- ſchocee, cynara maxima Anglica, hat die größten Köpfe und den beſten Ge- ſchmac, b) Gemeine nzlatte, C. hortenſis, non aculeata, freibt Blätter ohne, und Kelchſchuppen mic Stacheln. c) Gemeine ſtachlichte, C. hor- tenfis aculeata, iſt die ſchlechteſte, bat bräunliche, ſtachlichte Blätter und Kelch- ſchuppen, und harte und hero ſchmectende Schalen. x 2) Die Cardonenartiſchocke, Carden, Cardouen, C.Cardunculus 1. iſt vielleicht aus der gemeinen entſtanden, wie ſchon Bauhin erinnert, Der Blu- menfopf iſt viel fleiner, die Dlumen ſind dunkelblau. Beſonders«unterjcheiden ſich beyde in Anſehung des Gebrauchs, indem von der gemeinen Artiſc)vXe der untere Theil der Keichſchüppen und das Blumen: bette ſaftig, fleiſchicht und eßvar; bey der Cardone aber niche die Frucht, ſondern nur die miktellſte Karfe Ribbe der Blätter, zu genießen iſt, Ju Jealien werden die Blumentöpfe roh mit Baumol, Eiſig, Salz und Pfeſſer gegeſſey, wenn ſie ver- her rein gewaſchen, der Stiel und die Spi- ßen von den Kelchſchuppen ab- ſie ſelbſt aber in einige Stücken zerſchnitten worden, Bey uns aber werden ſolche gemeiniglich im Waſter abgeſotten, und mit mancherley Brühen gekocht, oder mit grünen Erbſen, Mohr- 2 ZS Sum Sud=== SD LISS: oA PZ CI a=<< SOLE in den ht ſeltne ' nähern ſeyn föne on ſind rtſch0- ch, CY« erſcheiden fengrtis ca, haf ten Oe- ortenlis, ne, und C. hor- ie, hat ) Kelche netende ſcho>e, culus 1, ſtanden, rt. Bly: en ſind iden ſich „ indem xy untere Blymen: bey der dern nir ter, zu den die - Eiſg, ſie vet“ die Spi- je ſelbſt worden, „jntglich neheriey Erbſen, Mohr? Artiſcho>e Yeohrrüben u.|. f. gefüllt, Von der ge- meinen ſtachlichten Spielark werden die Wlumenbette oder Böden eingemachr, oder gedörret, und zur Winterſpeiſe aufbewahrt, Wenn die Köpfe groß genug, aber nicht zu alt ſind, werden ſie abgenommen, und in Waſſer in einem Keſſel, doch nicht über- fiüßig gahr, gefocht- Wenn ſie kalt ge- worden, nimmt man alle Blätter und das mehlichte Weſen vom Boden ab, legt die Böden allein auf ein reines Brett, wendet ſolche fleißig um, und läßt ſie recht tro>en und dürre werden, da man ſie denn in ei- ner Schachtel verwahrt, und zu beliebiger Zeit, wie grüne Artiſcho>en, zurichtet. Man hält dieſes für eine ſehr nahrhafte „Speiſe, welche ſonderlich zur Wolluſt reiz zen ſoll. Der Urin erhält davon einen Violengeruch, Die Cardonen ſollen, nach dem Berichte des Linnäus, dem Urin einen ſuinfenden Geruch geben, hingegen ſowohl den übeln Geruch des Mundes, als aud) den, welcher unter den Üchſeln zuweilen ſeinen Siß bat, und der die Menſchen den Böcken ähnlich macht, vertreiben, Die Blüthen, ſvnderl:ch von der leßten Art, in der Sonne getroFnet, gebrauchen die Bauern in Ftatnkreich und Spanien, die Mil< damit zu laben. Auch iſt der Arti- ſcho>enwein äls ein kräftiges Mittel wider die Waſſerſucht neueriich empfohlen wor- den. Es werden hiezu die am Stengel figenden n Blätter, ohne ſvole 279 fettem, furzen Kuhmiſt gedüngtes, beſon- ders tief gegrabenes und guten tiefen Bo» den habendes, Beet erwählen, weil die Artiſchocken tief die Wurzeln treiben, Die Bermehrung kann durch den Saamen ge- fyehen, welchen man, weil er hier ſelten reif wird, aus London oder Jralien ver- ſchreibt. Man erwählt am liebſten die leinen, furzen, dien Saamenkörner, indem die ſpißigen und dünnen nichts tau- gen« Mian kann aber auch füglich die, an den alten Stöcen hervortreibenden, jun- gen Pflanzen abnehmen und ſolche ver» pflanzen- Will may aber Pflanzen aus dem Saamen ziehen, ſoli man die Kerne, ohne ſie einzuweichen, zuerſt im März in ein Miſibeer ſäen, und zwar zwiſchen an- dern Pflanzen einen Zoll tief, und 13 F«. weit von einander, das ſpißige Ende aber oben ſtecken, Weil man aber auf dieſe Art gute und ſchlechte Pflanzen erhält, iſt die Wermehrung von den alten Stö>en doch vorzuziehen, indem man von einem guten Stoke allemal wieder gute Pflanzen erhält. Dieſe Wermehrung geſchieht um deſto leichter, da man ſowohl im Frühjah- re, wenn die Crxde von den alten Stöcken rings herum etwas abgeräumt wird, die junge Nebenbrur bis auf drey der beſten und größten Pflanzen abnehmen, und dies ſes den Sommer über wiederholen muß, damit der Stoc> ſeinen Saft nicht den Nebenſproſſen mittheilen und ſelbſt Man- gel leiden dürfe, Doc) fann man, wenn der Sto> groß iſt, einige junge Pflanzen darneben aufſchießen laſſen, indem, wenn die erſten Blüchen im Jul, und Aug. ab- geſchnitfen worden, die jungen Pflanzen noch treiben, und um den Herbſt Blüchen trägen werden. Die jungen Pflanzen löſt man mit einem Meſſer behutſam ab, damit einige Wurzelfäſerchen daran bleiben; AU ann 285 Artiſcho>e fann ſolche den ganzen Sommer über ver- pflanzen. Hat man noch mnie Artiſeyoc>en ſelbſt gehabt, 10 ſchaffe man ſich von Gärtnern oder guten Freunden Nebenſchsßlinge an, die von den alten Stöken abgenommen qverden, und zwar gegen Ende des Aprils, und pflanze ſelbige,(nachdem man zuvor den Holzigen Theil, wo ſie von dein alten Sto>e abgebrochen worden, ab- und gera- de geſchnitten, aud) die an ihnen befindli» «hen Krautblätter, bis auf 4-6 der leßten zuwendigen Herzblätter, am Schoſſe abge- brochen hat,) 3 F- weit ins Kreuz ſo tief in die Erde, daß das Herz nur ſo eben aus der Erde hervorragt, und keine Erde In daſſelbe hineinfallen könne 3; hierauf be- gießt man ſie und ſchüßt ſie durch überge- ſekte Töpfe ſo lange, bis ſie angewachſen ſind, gegen die Sonne. Sie ſind gar nicht weichlich 3 das unterlaſſene Begießen allein kann einigen tödlich ſeyn. Auch Haben die Schößlinge, wenn man ſie von weiten Orten her befömmt, gemeiniglich 4venig Wurzeln, oft kaum eine einzige flei» ne Faſer, weßhalb ſie denn auch nicht gern anwachſen. Ju dieſem Falle ſese man ihren untern Theil einige Stunden vor dem Einweihen in Waſſer, damit die wenigen Wurzeln davon etwas aufquellen, und ſchneide ſodann jeder auch noch ſo fleinen Wurzel vox dem Einlegen ihre Spike ab. Sind ſie angewachſen, ſo bedürfen ſie kei: ner. andern Wartung, als der Reinigung von Unkraut und einiger Auflo>erung der Erde- Im Aug. werden die im May ge- Jegten Schößlinge ſchon eßbar? Früchte darreichen können. Hat man, wenn man Artiſchofen aus dem Saamey ziehen will, keine Miſiveete zum Cinlegen der Krone, ſo wahlt man ein im Freyen gegen die Sonne gelegenes Artiſcho>e Beet, und erhält die Erde nach der Aus- ſaat ſtets mittelmäßig feucht, bis die Ker» ne in einigen Wochen aufgeizen, da man denn von den aufgegangenen Pflanzen nur eine ſiehen läßt, und die übrigen entweder wegwirft, oder ſie pflanzbar werden läßt, und dann auf ein anderes Beet ſeßt. Wenn man dieſe Pflanzen bey tro&ner Witterung ſleißig begießt,(jedoch ſo lange noch Nacht- ſröſte erfolgen, nie am ſpäten Abend)[9 werden bald große Stöcke daraus, welch2 uoch in demſelben Jahre Früchte bringeit, beſonders wenn ſie nicht verpflanzt ſind- Bemerkt man alsdann einen Stock ,. wel- cher kleine, ſchlechte, ſtoen als Feucht iſt, und wenn der Garten eine ſolche Lage hat, daß ſich) den Winter über kein Waſſer in demſelben ſammeln kann. In dieſem Fall ſchneidet man gegen den November die Stöcke Über der Erde ganz ab, und ſcharret bey guter trockner Witte- xung die Erde aus deu Zwiſchenräymen ſo der Aus: die Ker: da man jzen nur entweder den läßt, t, Wenn Vitterung < Nacht« Abend) ſy , welche bringen, nzt ſind, of ,. wel: , und mit den verſe: an denſel» em Kinde en, Auf denjenigen etwa unter nden; wie tpflanzung ſind, wel» m mit der bringende n auc) die 18 Früchte, als 3 Juß jele Schof: „Jahre auf (etiſchofen t dieſe ſch! wehr troden Garten eln? Sinter über meln fanttv 1 gegen den - Exde 3a) fner Witte? yräumen hes LV. 0 Artiſcho> e hoch darüber her 7 daß ſie x Fuß und dar» über damit bedeckt ſind. Dieſe an ſich an- gehäufte Erde ſchüßt ſie nicht allein vor dem Froſt, der ſie leicht tödtet, ſondern auch vor übermäßiger Näſſe, welche ſie leicht in Fäulniß bringt, weil das Schnee- und Regenwaſſer von dieſen über ſie ge- machten Haufen leichter ablaufen kann. Auf dieſe Art kann man ſie in gemeinen Wintern, in welchen die Kälte nicht einen zu hohen Grad erreicht, ohne weitere Be- deckung erhalten. Wird aber der Froſt zu ſtarf, ſo überlegt man ſie noch mit etwas langem ſtrohigten Miſt, der aber ſelbſt nicht ſehr feucht iſt, folglich nicht ſelbſt friert. Sobald die Heftigkeit des Froſtes vorbey iſt, und Thauwetter erfolgt, nimmt man dieſen Miſt wieder ab, theils weil ſich ſonſt die Mäuſe darinn einniſten möch- ten, theils weil die Pflanzen unter ihm zu weichlich werden und hernach von dem ge- ringſten Machtfroſt verderben würden, Man kann ihn aber in der Nähe liegen laſſen, um ihn bey wiederkehrender Kälte gleich in Bereitſchaft zu haben. Gegen geringe Fröſte, die nicht über einen halben Fuß eindringen, giebt ihnen die darüber geſcharrte Erde hinlänglichen Schus, Ctwas mühſamer iſt die Verwahrung der Artiſchocken gegen die Kälte, wenn das Erdreich des Gartens mehr feucht als tro- >en iſt, oder wenn ſich Regen-und Schnee- waſſer auf demſelben ſammeln kaun. Sie tragen zwar in einem Erdreich, welches mehr feucht als krocen iſt, und im Winter eine Zeit lang unter Waſſer geſtanden hat, allezeit größere Früchte, und beſtauden ſich beſſer, als in einem Erdreich, welches mehr troen als feucht iſt; dagegen gera- then ſie aber in einem, ihnen im Eommex ſo zufräglichen, feuchten Boden im Win- ter in Fäulniß, In dieſem Fall müſſen Vet. Encytlopsdie 1, Theil. Artiſcho>e 281 die alten Stöe am Ende des Octobers oder gleich im Anfang Novembers ausge« graben, und nachdem man ihnen das Kraut, bis auf eine Hand hoch, abgeſchnitten hat, in einem luftigen Keller dicht an einander in trocknen Sand geſeßt, und daſelbſt bis zum May verwahrt werden. Kann man zu dieſem Ausgraben eine Zeit treſſen, ws eine recht heitere und troFne Witterung iſt, ſo iſt man deſto geſicherter, das man im Keller nicht zu viele durch die Fäulniß ver- liere. Die großen Wurzeln, die oft eine Elle und darüber lang ſind, känn man be- ſchneiden, weil ſie ſoaſt das Einlegen in den Sand erſchweren würden. Hat man im Keller zu ihrer Durchwinterung keinen Raum, ſo kann man ſie in einem etwas erhaben liegenden Theile des Gartens durch= wintern, wenn man in demſelben ein Beet, ſo groß es dazu nöthig, einen Fuß tief aus- gräbt, die StöFe neben einander einſekt, und einen Fuß hoch mit Erde bedet, Bey gar zu heſtiger Kälte kann man die- ſen Fleck mit Baumblättern, Stroh oder trownem Miſte bedeckea- Sollte auch hiezu die Gelegenheit fehlen, ſo kann man die ausgegrabenen Pflanzen in einer Kam- mer neben einander in Sand ſeßen, und bey eintretender Kälte mit Stroh bedecken welche Bedeckung aber bey gelindex Witte« rung weggenommen werden muß, Im May pflanzt man die im Kelley, in einer Grube oder Kanmzer durchgewin- terten Artiſchockenpflanzen wieder in den Garten. In manchen Jahren iſt zwar ſchon im April ſchöne Witterung, man laſſe ſich aber dadurch nicht reizen, ſie vor dem May zu pflanzen,-=== Alſo erſt im Anfange des May nehme man ſie aus dem Keller herau3, und- löſe von den alten Stöcken jeden Schsößling ab, doch ſo, daß jeder wenigſtens einige Föſerehen behalte, Nn Hat 282 Artiſchocke Hat man aber die alten Stö>e in Garten- auf ihrer Stelle, durchwintern können, ſv iſt die erſte Frühlingsveſchäffti- gung dieſe: daß man im März und April, wenn die ſtärkſten Fröße ein Ende haben, die im Herbſte über ſie angehäuſte Crde allmählich erniedrigt, damit ſie ſic) nach und nach wieder an die Luft gewöhnen, bis man endlich unt die Mitte des Aprils das Beer wieder völlig eben machen kann, da ſie denn bald hervorzuwachſen anfangen» Gemeiniglich hat jeder Sto> mehr als zwey Schößlinge, aber man darf ihm nie mehr als zwey, höchſtens drey, laſſen« Denn wollte man ihm alle laſſen, ſs wür- de man: zwar viele, aber lauter kleine, Früchte vefommen;' es könnte aber auch kommen, vaß man von einigen Stöcken gar keine Früchte erhielte, Um alſo große Früchte zu erlangen, muß man etwa im Anſong des May, da die mehrſien Schsß- linge hervorgewachſen ſeyn werden, jeden? Stoc> alle, bis auf die zwey beſten, neh- men. In dieſer Abſicht ſcharrf man, wie bereits oben geſagt worden, die Erde um denſelben ſo weit weg, bis man die Steb- ken ſehen kann, wo die Schößlinge aus dem, in der Erde ſtehenden Theile des Stocks hevausgewachjen ſinv. VWerlangt mon die abzunehmenden Schößlinge nicht zu Anlegung neuer Pflanzungen, ſs hat man ſich eben nicht viel Mühe mit ihrer Ablöſung zu geben; will man ſie aver pflanzen, ſs muß man es behutſamer mä- bewogen, ſich mit den lüſternen Mäuſen in Güte abzufinden, und dics iſt recht gut- gegangen. Man grabe nämtich gelbe Mohren auf dem Beet allenthalben, und inſonderheit einen Schuß weit um-die Ar- tiſchodfenpflanzen herum, in die Erde, Da die gelben Möhren noch ſüßer ſchme- den, als die Artiſchofenwurzeln, ſo hal- ten ſich die Mäuſe an jene 3 dieſe aber laſ- ſen ſie verſchont. Wer aber glaubte, durch die eingegrabenen Möhren die Mäuſe erſt recht herbeyzufoden, der laſſe es unver- ſucht; man fann aber verſichern, daß vie- ſes Mittel gute Würkung gethan- Um ſich von den rechten Zeichen der Zeitigung der Früchte zu überzeugen, wird man ſich am ſicherſten helſen fönnen, wenn man die ziemlich groß geworvenen Früchte einen Tag um den andern genau überſieht, und Achtung giebt, ob die Fruchtolätter, : vdey er EIGERGEEENINEEININENIIN E34 ma Täg=e oder vielmehr die Schuppen der Frucht, welche den eßbaren Stuhl umgeben, noch durchgehends die ihnen gewöhnliche braune oder grüne Farbe haben. Sobald man findet daß die Schuppen in der Mitte des obern Randes, wo gemeiniglich x oder 3 kleine Stacheln ſind, eine andere Farbe, die gemeiniglich ins Gelbe fällt, anzuneh- men anfangen, ſo iſt es Zeit, ſie abzu- ſchneiden.=- Die:auf der Mitte des Hauptſtengels eines Stocks ſtehende Frucht iſt jedesmal die beſte und größte; ſie erlangt aber ihre eigentlic)e Größe nicht, wenn man nicht die an den Seiten der Stengel ausfreibeuden kleinen Früchte wegbricht, Dieſe werden nie ſo groß, daß ſie eßbar würden, und da ſie überdies der Haupkt- frücht die Nahrung nehmen, ſo müſſen ſie, ſobald ſie ſich zeigen, weggeſchnitten wer- Ven== Die Cardonenartiſchocke wird gleichfalls aus dem Saamen, doch auch beſſer aus den Nebenſchoſſen erzogen, und auf die vorher gemeldete Art gewartet. Zum Gebrauche aber werden die Blätter beſonders zugerichtet, und, wie man zu reden pflegt, abgeweißet, d. 1, man bindet die Blätter oder den ganzen Stock mit Stroh, jedoch nicht gar zu feſte, zu- ſammen, und häufet ſo viel Erde, als möglich ſeyn will, an den Sto> an. Darüber lege man warmen Pferdemiſt, und läßt nur die oberſten Spißen hervor- ragen. Auf ſolche Art werden binnen 3== 4 Wochen die Ribben dev Blätter ganz weiß geworden ſeyn. Wenn man hierauf Miſt und Erde wegſchafft, nimmt man die Blätter ab, und ſie werden meiſtens auf folgende Art zum Eſſen bereitet: Die äu ſere Haut wird rein abgezogen, und die nackenden Ribben eine Stunde lang in fri- ſches Brunnenwaſſer gerhan, und hernach Aſche 283 mit einer Spargel- oder Artiſchoenbrühe zurechte gemacht. Zur Wintkerszeit ſeßt man die Stöc>e in den Keller, bedeckt ſols he bis an die Blätter mit Sande, ſo wer- den ſich ſolche ebenfalls, und noch ſchöner, abweißen, Man fann auch die Stengel, wie die Blätterribben, zurichten, das in« wendige Mark abſchaben und ſpeiſen, Artiſt, ein Künſtler, heißt nur der«- jenige, welcher ſich in einer mechaniſchen und viele Einſichten vorausſeßenden Kunſt Hervorthut, z. E. Maler, Bildhauer u, ff. Arxiſans nennt man gemeine Hand- werfer. Arzneylöffel, iſtein nöchiges Stu zu einem jeden Service, es ſey von Sil- "ber oder anderer Materie, 218, bedeutet ein Apotheferpfund, oder 24 Loth, Jm Ducatengewicht macht ein A8, Z8 oder Eschen, den 17ten Theil eines Pfennigs Cöllniſch Gold- und Sil- bergewicht, oder den 64ſten Theil eines Ducatens, aus. Auf Würfeln und in den Franzöſiſchen Charten nennt- man die mit einem einzigen Punkt oder Figur be- 478 Seiten und Blärter- ebenfalls S. Asbeſt, 6. Amianth. Aſcendenten, die Aeltern, Großäl- fern und andere Freunde in aufſteigender Linie, ED Aſch, ein rundes, tiefes oder weites und unten ſpiß zulaufendes von Töpferar- beit gebranntes Gefäß, welches nach ſei- nem verſchiedenen„Gebrauche Zlumen- aſch, iilchaſch, Reibaſch, Sräris KgſcH, u.ſ, w. genannt wird. Aſche, ein Fiſch,€. Trutte, Liſche,< Eſche. Nn 23 Aſche, Je + 74 0 5, „| € *« Ds 3% 7 “ GEIE 0 m R autwun das 284 Aſche Aſche, der erdartige Theil des Hoſzes oder andrer Dinge, weicher übrig bleibt, wenn ſie vom Feuer verzehrt worden ſind, Die Aſche wird viel;äl:ig gebraucht, als? zur Lauge zum Bleichen, Waſchen und Seifeſieden, in den Schmelzöfen, fonder- lich aber Glas daraus zu machen, Pott- aſche zu ſieden u, ſ- f- Die ausgelaugte Aſche iſt ein guter Dünger, ſonderlich auf Wieſen, auf welche ſie am beſten im ſpä- ken Herbſte aufgeſireut wird, Man muß aber ſoiche Wieſen wählen, von welchen die Aſche durc) das Winterwaſer nicht fortgeſch)wemmt werden fann, wer aber dergleichen Wieſen nicht hat, muß das Aeſchern oder Düngen der. Wieſen mit Aſche erſt im Frühjahre vornehmen, und zwor auf ſolchen, auf weichen die Früh- jahrsbehüthung nicht Statt findet, Aſchenbaum, ff Eſche. Aſchenfall, Achloch, YAſchen- gruve, iſt unter einem Seymelz- oder auch anderm Ofen derjenige Ort, wo ſich die Aſche ſammelt und hereinfällt, Die beyden leßiern Namen werden auch in ge- meitten H«ushealtungen von den in der Er- de aus- und aufzemauerten Bebättniſſen, in welchen die von den Feuerheorden und Kacheiöfen geſammelte Äſche aufvewahrt wird, gebraucht. Sie müſſen nit einer hohen Brüſtung umgeben ſey:1, damit die Aſche, ohne Schaden zu thun, abkühlen fönne, auch niemand aus Derſchen etwa hineinfallen möge. Dergleichen Kſchisher ſollten von der Polizey überall eingeführt werven, weil die meiſien Feuersbrünſte, wenn ſolche nicht aus andern bekannt wer- denden Urſachen herrühren, aus nachläßig oder ſc)iecht verwahrter Aſche ihren Ur- ſprung zu haben pfiegen« Aeſcher Aſchenfarbe, aſhfarbig, aſch- GLaU, eine graue mit der Farbe der Aſche übereinjiimmende Farbe, Aſcheagrube, f. Aſchenfall.- Aſchenheerd, Treibheerd, der- jenige Heerd von Aſche, worauf das Sils ber abgetrieben wird. Unter allen Soxr- ten von Alche iſt die büchene Seifenſieder- aſche, ſv bereit3 vom Seifenſieder ſchon ausgelaugt worden, die beſte, Jin Zioth- fall iſt aber doch auch jede andere Aſche gut. Aſchenloch,[| Aſchenfall. Viſcyenſchweier,|. Aeſcherer. Yeſcher, iſt bey den Seifenſiedereyen, Bleichereyen, u[-f- ein großer höizerner Bottich over eine Wanne, die oven weiter als unten iſt. Unter diejem Bottich. ficht ein zweytes Faß in der Erde verſenit, und an den Bottich macht der Seifenſieder ſeine Aſchlauge, die aus Holzaſche und Kaik beſteht. Auf zwey Winſpel geſiebte Kſche nimint er 30 bis 36 Wiäßen Kalk, Die Utche wird zuvor erwas benekt, als- denn der Kaik hinzugerhan, und wenn diea ſer ſich in etwas geivicht hat, wird beydes in den Aeſcher gethan, worinn es 24 Stun» den ſieht, eze Waſjer darauf gegoſſen wird» Auf deim Boden des Bottichs ſind einige taiten gelegt, auf diefen durchlöcerte Dret» ter, und über dieſe wird Stroh ansgebreis ter; Wenn min auf das Diäengſel von Aſche und Kalk Waßer auſgegoſſen wird, und dieſes 3 oder 4 Stunden darauf gee fanden hat, jo wird der Hahn geoſjnef, und die klare Kſcvenlauge läuft langianr in vas unter dem Bottich in die Erde einge- grabene Faß. Dieſe Lauge mit Salz und Talg zujammengefocht, bringt die Seife hervor. aſch: Ache ders 5 Ell: Ex ieder» ſchon Noth- Ache et, reyen, zerner weiter ) ſicht t, un nfieder e und eſiebte Kalt. Ube yn dia bepbes Stun? q wird» „einige bret gebreis ſeh von n wird, auf gee eon, am 1] ; einger alz und » Seife hervoi« Reſcherer hervor. Bey dem Bleichen, Bäuchen und: Waſchen des leinenen Zeuges wird auch dergleichen Aeſcher gebraucht, Aeſcherer,. Aſchenbrenner, Aſchenſchweler, find feute, die ſich von Aſchebrennen in den Wäldern ernäh- ren, beſonders zum Behuf der Glashüt- ten, Bey dieſen muß die Kenntniß ſich. beſonders darauf erſtreFen, daß ſie wiſſen, was für Holz zu nehmen iſt, indem das ausgewachſene beſſer iſt, als ein noch nicht reifer Baum. Denn von lekßterm bricht das Holz in vielen Raul) aus/ und giebt wenig Aſche, da hingegen das ausgewach- ſene ſtärker glimmet und mehr A EE giebt. Das Tanneu.-"und„Büchenholz.it iſt Für die Giasmacher das beſte, indem es T s weiße ſte und llarejie Glas giebt, Die Atche von Kiefern und EIE giebt wegen tibrer harzigen Theile das ſchlechtejie Glas. Auch wird viel Aſche: zum, Pottaſchſieden, geſchwelet, Aeſchern des-Garns, Bäuchen des Garns, geſchieht, um das Garn zum Werweben, over Zwirnen geiinder und brauchbarer zu machen... Zuerſt wird das Garn 24 Stunden in kaltes Waſſer eingeweicht; cl8vann abgezäpft, aber auch vreymal damit förtgefahren, und» SE alle 3.2 Stunden abgez"pft, bis das Waß- ſer ganz klar abläuft; worauf das Gan gewatchen, getroccnet und auf den Stan- gen vorſichtig geſchüttelt wird, Dieſe erſie Worbereitung iſt däzu. nötig ," damit Schmuß und Speiäzel, der in-dem Faden eingevreht iſt, nebſt allen inner- und äuf- ſerlic en Unveinigteiten gänzlich fortgeſchafft werden, Nun nimmt man äuf jedes Pfund Garn 1 Pfunv Büchenäſche, 5 20th.Kaif, und 5 Zoch Portatche,“ Die Aſche wird Aejſcherit 585 fein geſiebt, um die Kohlen und roſtigen Nägel, die etwa darunter ſeyn könnten, heraus zu bringen, Man thut alsdenn alte'3 Theile in ein hölzernes Gefäß, gießt kaltes. Waſjer darauf, rührt es durch ein» ander, läßt es ſinfen, und thut die klare kauge in den Keſſel, worinn vas Garn ge» focht werden oll. „Man gießt zum 2tenmal Waſſer auf die Aſche, und: verfähret wie vorhin 3. fäh- ret; mit dend Aufgießen des Waſſers noch ein: paarmal fort, um alles auszuziehen, und ſo viel 8auge zu haben, daß das Garn, welches man zuvor troFen in den Keſſel gelegt. hat, unter'der Lauge ſtehe.:«Unten im Keſſel legt man: etwas reines Roggen- ſtroh: und;dann läßt-man das Garn zwo. Stunden-fochen, wobey/.der Schaum ab= genommen wird,„und läßt! es in dieſer ganz- fiaren Lauge auch über. Nacht rul zig ſtehen, ivorauf es ausgewäichen und; auf Stangen, gefroF net und:gerade, geſchüttelt wIpD> 5 45 - Oder man: Fann;auch folgende. Lauge moge Zu jedem“ Pfunde Gan nimmt ntan 8 2oth Pottaſche; und 8 2oth unge- löſchten Kaif 3 die Pottaſcha wird in Waſ- ſer aufgelöſt, umd kiar'abgegolſſen.;,, Den Kalif vehandelt man durch5:Bexfertigung einer Kalklauge, welche alſo gemacht wer» den muß:: INan“ Totrtt vem: ungelöſchten Kalt in ein Gefätz, gießt; faltes. Waſſer varüber, läßt es ſenten;'nachden. man es zuvor. wohl umgerührty,»Kehabt.... Hat- das KaikwaHer„einen halbe- Stunde geſtanden, ſ9 wird. die-overe. Hauf, die ſich auf der. Overfiäche des Waſſers ſett, rein abge» nommen, und das flare Kaifwaſiex abge- goſſen: Die Kraft des Kaltfs kann abeyx auf einmal: nicht ausziehen, daber man wohl: viermal mitdem- Uebergießen des Woßjers und dem Abnehmen der Haut. ver- fahren muß,+ Wenn ſich Feine Haut mehr In 3 auf w 4.%"KE +„34 BISBIY DE (311) 286 Aef Gers auf vem Waſſer ſehen läßt, ſo iſt endlich alle Kraft aus dem Kaile ausgezogen wor» vem Endlich wird zu dem abgeflärten Kalkwoſſer: die aufgelöſete| Pottaſche hinzu gegoſſen,“das Garn, Dariun gefecht,"Der Schaum aber allemal fleißigabgeuommen; Das grobe Garn kann, wie: vorhin geſagt worden, drey, das feine aber zwo Stunüden kochen, Die Aſche von Eichen iſt; weil ſich darunter: oft rothes Eichen- holz'befindet,imgleichenwonallerleyReisholz und Tannenholz weit ſchlechter als die"Bus dhenaſche- Auf dieſe folgt die von Birken, und hierauf die pon Cllern, Man muß fich vor der nur, beſchriebenen Zauge„die Kalk zum Gründe hat, nicht fürchtenz ſie iſt allen Producten des Pflanzenreichs(zu- träglich und unſchädlich"und das beſie Reinigungsmittel, Nur ungelöſchrer Kalt) wenn man ihn trö>en auf Garn und Zein- wand ſtreut;-ihn' darauf liegen läßt; Waſ- ſer aufgießt, und- damit“ bäucher„ zerſrißt mit ſeinen erdichten und brennbaren Thei- len Garn und Leinwaſid 35" daher man ſogar: die auf dem Kaälkwaſſer ſich ſeßende blaue Haut abnehmen muß. Für thieriſche Pro- dücte aber, als-Wolle!,“Cameelhaar und Seide;“ift“die/Kalklauge zu ſcharf und ſchädlich: 17 Wollte-man das Garn nur bäuchen: und nicht kochen, ſo kann ſolches mit der obbeſchriebenen erſten oder zweyten abge- klärten Lauge auch? geſchehen.' Die Lauge wird"kochendheiß"'aufgegoſſen,' und. ein Paar Säinden auß dem Garne gelaſſen, Wenn die Bauchzuber oben breit“ und un- cen enge ſind, ſo hat die Lauge weit beſſere Würkung, und das Garn kann egaler durch» drungen- werden. Dieſes Verfahren iſt weit beſſer;"als wenniman, nach der.ge- meitten Weiſe; die Aſche zwiſchen dein Garit zum. Kochen damit, oder zum Bäu- t, 3 F+ lang, die jungen€<öſſe mit einem AHERN weißgrauen, ſiiber- weißen Filze überzogen, Blätter 1. groß, geſchligkt, mit buchtigen Lappen, 6-+S 3.(ang, ziemlich diet, glatt, weich, bläu- lichgrun, mit einem vorfrefflichen ſfilber- weißen Filze bekleidet, Zlumens auf den Enden, und an den Seiten der Zweige, in vundlichen Büſcheln, gelb, mie zurück: gerolltem Strahle, im Jun., Jul. und Ang. und den ganzen Sommer hindurch. Saamen: reif im Herbſte. Von dieſer Pflanze mag man einige EStrücke in die verſchiedenen Wildnißquar- tiere umher vertheilen, wofeibſt ſie mit il: ren ſilberweißen, filzigen, ie ſch: nen Blättern, zwiſchen andern mannich- faltigen grünen Sträuchern, einen artigen Effect machen; beſonders im Winter, wie in England geſchieht, wo ilre Dlätter und jungen Schüſſe alsdenn ungleich ſchs- ner ſind, und ein viel herrlicheres Anſchen geben, als ihre Blumen km Sommer, in- Aſhenpf 287 dem dieſe nur eine geringe Schönßeit, die Blätter auch im Sommer ein gröberes Anſehen haben, oder wenigſtens alsdann ihrer vortrefflichen und angenehmen Schön- beit beraubt ſind. Bey uns hält ſie im Freyen immer aus, ſiirbt aber öfters bis auf vie Wurzel ab, und die Blätter und E rengel verlieren die wollichte Decke, und werden vaher ganz grun. Dieſerhalb muß man, da man die Pflanze ihres weißen Ueberzugs wegen bauer, einen Theil der- ſetben ini Scherbel, im Winter ins Glas: haus zu ſeßen, unterhalten, und ſolche im Frühjähre ins Freye verpflanzen, 6) Canadiſche u. ſ- w. C. Cana- denfis L. Srengel: frautartig, theilen ſich in verſchiedene Zweige, 2--3 F. lang, ſterben in jedem Herbſte über der Erde ab, Zlätrer: groß, geſchlißt, die Lappen buchtig„auf der Unterfläche etwas zottig, aber nicht weiß, noch filzig.> Diumen: in Riſpen, die Strahlen abſtehend, aber niche zurückgerollt, im Jul,, Aug: und Sept. Saamen: reif im Derbſie, Der Saamen dieſer Pflanzen wird, ſo- bald er reif iſt, Heläet 3- die aufgehenden Pflanzen, welche zum Theil im 3erdfie, zun? Theil aber erft im folgenden; Fru pjahre aufgehen, muß man, fovald ſie alle aufge gangen ſind, verdüntien,:den ganzen Som- mer über bey trockner Witterung gehörig begießen, und ſie endlich im Herbſte auf die ihnen beſtimmten Stellen pflonzen« Sie laſſen ſich nacher, und zwar am be- ßen im Herbſte, durch Sertheilnng ver» mebren, und bedürfen feiner weitern War» ung.'C. maritima fann.aber-nur durch abgertſſene Zweitge vermehrt werden, welche in den Sommermonaten auf eine feuchte, ſchattige Stelle geſte ft, gehörig begoſſen, und'im Herbſte mit einem Bal- len Crde auf die ihnen beſtinyiten Stellen gepflanzt EI ABERT ILN No. vw DI 4 Wa. 288 Aſcherw- gepflanzt werden müſſen,(In einem tronen ſchattigen Boden dauert ſein Eng» land viele Jahre; in einem fetten Feuchten Boden aber wächſt ſie zu ſtarf, und ex- friert bey vielem Froſte. Mill.) Hiſcherwurz, Aſchwurz, ſiche Dippram, weißer, Aſchhühnchen 1 iſt einer der flein- gen unter den ſo genannten Strandläufern (glareolis) und hat ſeinen. Namen meiſten- theils von der Farbe bekommen, Aſchlauch; f. Launch, Aſchmeiſe, Parus atricapillus, ſonſt auch Graumeiſe, iſt eine Unterart von Meiſen, mit ſchwarzem Scheitel und dergleichen Kehle, an den Backen weiß, der Rücken aſchgrau, und der Bauch weiß. - Sie iſt in Canada am häufigſten, iſt aber auch in etlichen Europäiſä)en Gegenden zu fimden, Aſchnitz,|f. Löwenfuß. Aſpen, ſ. Pappelbaum. Aſper, Fr. Alpro, eine Türkiſche Silbermünze, welche zweyerley iſt: 1) große, die unweit Monte ſanto in Mace- Zonien bey der Stadt Siderocapla geſchla- gen werden, daher ſie auch Siderocapſen heißen, deren 69 einen Neichsthaler oder 14 Rheiniſchen Gulden machen 3; mit die- ſen beſoldet der Sultan ſeine Bedienten und Soldaten 3 2) Pleine, deren ſonſt 82 auf einen Thaler gegangen; jekt aber rech net man 129 auf einen Holländiſchen 28- wenthaler 3; dieſe werden bey der Handlung gebrau Aſfignak, iſt derjenige, welcher, ver- möge Anweiſung, Zahlung leiſten ſoll, Aſfignatarius, iſt derjenige, der ängewieſen iſt, ſich Zahlung leiſten zu laſſen. Aſfſignation, wenn jemanb einen Andern den Auftrag macht, etwas, wel- net, aus- fallen, und ein ungebohrtes doch geben, ſ9 daß die Bretter'bielmal abgeändert, oder mit anderm Holz verzapft werben müſſen, wenn man nicht unzierliches Tafel» odey Tiſchlerwerf haben will. Anlocher, nennt man diejenigen klei- nen köcher in Schleyer, Leinwand, Cat- eun, Neſſeltuch, Mouſſelin u. f, w. die beym Weben wegen zerriſſener oder fnofich- fer Fäden entſtanden find. Aſtrolabiunt, Winfelimehſer, ſonſt auch planilſphaerium genannt, iſt ei- gentlich) ein Inſtrument, welches die vor- nehmſten Zirkel der Himmelskugel auf der Fläche eines ihrer größten Zirkel, als auf dem Horizont over auf dem Iiitkagszirfel, darſtellt, und in der Aſironomie zum Meſs fon der Höhen der Sterne gebraucht wird, Anroltabium, iſt auch ein bekann- tes Werkzeug in der Meßkunſt, womit die Größe ver Winkel vorzüglich gemeſſen wird, und beſteht aus einem halben Zir- Felvogen, welcher in Grade und Minuten abgetheilt, am Diameter mit zwey Viſie- ven,(Abſichten oder Abſehen) verſehen iſt, und ein bewegliches Lineal, gleichfalls mit Atlaß Abſichten, haf, und auf den begehrten Punct, mittelſt der Abſichten, gerichtet wird, da es dann mit dem eine Ende auf dem abgetheilten Zirfel die Grade, und mithin die Weite des Winkels, anzeigt. Aſtrologie, die Sterndeuterkurſt, oder die Anfündigung zukünftiger Glücks- und Unglücksfälle aus dem Geſtirne. Sie gehört zum Gebiete des Aberglaubens, und muß nicht mif der Aſtronomie verwech- ſelt werden. Denn dieſe iſt die Wiſfen- ſchaft von dem Laufe oder der Bewegung der Sterne und überhaupt von dem ganzen Weltgebäude. Aſurblatt, eine aus dem Armeniſchen Steine durch das Reiben gemachte blaue Farbe, die nicht ſo beſtändig ift, als die aus dem Zafurſteine bereitete Ultramarine- farbe, indem ſie mit der Zeit grün wird, In Frankreich heißt Azur oder Zjurblau die aus der klar gerichenen Schmalkte er« haltene blaue Farbe, die bey uns insveſon- dere bliaine SträrFe oder blaue&Sarbe genannt wird. Atlanten, ſind in der Baukunſt gro- ße männliche Figuren, die, anſtatt der Säulen, ein Geſunſe, Gewölve, eincu Balken, oder ſonſt eine ſchwer» Laſt tragen. Cine dergleichen einzeine Figur nennt man einen Atlas,(Laſtträger) mehrere aber At» kanten 3 diejen Namen fükren ſie von einem gewiſſen Mauritaniſchen König Atlas, oder, nas) der Lateiniſchen Endung, vom Atlante, weicher, nach der heydniſchen Fa- bellehre, den Himmel mit ſeinen Schultern trägt. Atrlaß, Fr. ſatin, iſt eigentlich ein einfarbiger, glatter ſeidener Zeug, deſſen rechte Seite einen vortrefflichen Glanz und Spiegel, die umgekehrte oder linke aver eing vegehrten gerichtet Ende auf ve, und neigt, erfurt, ' Olüfg- "e Cie ens, und verwech: Wiſſen: wegung 1 ganzen neniſchen te blaue als die 'amatine 1m wird, (yrblay malte els n5beſon- „Farbe nſt gee ſtatt der €, inch ſi tragen, nnt mon aber Ats m einen Alles, 19, vom ſchen Fa- Schultern fich ein „ deſſen lanz und nfe«oft eint Atlaßart kine taſſentartige Geſtalt hat. Mon fer- tiget ihn aber auc) nunmehr mit Zitt- men. Die ächten Farben, ves glatten Ak- laſſes, als Ponceau, Carmoijin und Gris de lin, pflegen die theuerſten zu feyn, Bey den geblümten Arlaſſen ſind die Blu- men entweder von Gold, Silber oder blos von Seide, und zwar von eben derſelben oder von einer andern Farbe. Der ge- blümte Atlaß iſt theurer, als der glatte, Man hat auch Halbarlaſſe, d. i, ſolche ſehr glänzende Zeuge, deren Eintrag aus feinem, leinenen Garne beſteht, und vie nicht wenig prahlen. Hiernächſt werden auch wollene Z2irlaſſe von alleriey Sorten und Farben, ja auch Ztlaßleinewand oder leinene Zeuge auf Urlaßart verfertigt. Der ſchlechteſte Atlaß ift der Oſtindiſche, weicher insgemein Dailchen«atiaß genannt wird, Arlaßart, atlaßartig, Fr.tkagon de ſatin oder latine, wird von einem Gewebe geſagt, welchem die FaCgon, das Anſehen und der Glanz des Atlaſſes gege- ben iſt- Bey den Cdetgeſteinen iſt die atlaßartige Sarbe(couleur. ſatinge) eine helle und ſc)immernde; die ſammet»- farbige aver(couleur veloutee) eine dunf- ke und düſter ſci)einende, YAilaßband, Fr. ruban de latina, ein nach Ztlaßart fabricirtes*Band, Atlaßboden, iſtbey den Zwillichma- Hern das, was die übrigen Weber Grund nennen. Der Zwillich iſt durch den gan- zen Grund geköpert, und dieſen atiaßmäſ» fig geköperten Grund nennt der Zwillich- macher Attaßboden. Die Figuren oder Steine haben aber einen Leinwanisvoden, oder Leinwandsgrund« Atiaßgrund, iſt bey geblümten ſei- denen Zeugen, wenn der Grund einen At- Äßen 293 laßförper“ hat, um ſich von den Blumen zu unterſcheiden, Z.B. bey dem Damaſt iſt der Grund ſeldſt ein Arlaßgrund, und die'Biumen haben dagegen einen Taſſente grund. virmoſphäre,( Dunſtkreis. Bttentat, widerrechtliches Vorneh»- men, Eingriffe in eines andern Recht. Yittich, ſ. Hollunder. Arique, Attika, Attiſches TBerk, ein niedriges Stockwerk über ei» nem hohen mit furzen Pfetiern, die Halb» pfeiler genannt werven. Man gebraucht ſie gemeiniglich bey Ehrenpforten, auf welcyen eine Attique, oder ein dergleichen nieovriges Sto>werk angebracht wird, und man gtebt ihnen mancherley Werzierungen durch Wappen, Juſchriſten, Feſtons u- dal. Dieſe Bauart war bey den Aebenien- ſern, von welchen ſie den Namen hat, üblich, Ateiſch,( Athenienſiſch) nennt man alles, was ſcharffinnig und wohlgeordnet iſt. Atticiſme beißt bey den Franzoſen ei- ne höfliche Rede, ein ſcharfſinniges und angenehmes GSprichwort; Sel atque, (Artiſches Salz) das Scharſſinnige in einer Rede. Mule attique, ein vortreſſlicher Dichter, In der Dankunſt heißt Aitique de cheminge der Zierrath um einen Camin- ſpiegel. Attraction, ſ-Anzicehnngskraft, Attribute, Eigenſchaften, in beſon- derm Verſtande bey den Malern und Bild- hauern, Zeichen, Sinnbilder, wodurch eine Sache oder Porfon beſsnders fenntlich gemacht wird, 3. E. die Keule des Hexkuy- les, dex Palmzweig, Uu.|, w- Auen, ſ. Aerzen, Oo 3 Abung, j Dd 8-4. mr m Ne Sd ANS SRI EN :94 Runs Akung, Agungsgerechtigfeit, Muswpann, Ablager, beißtdie Schul» diakeit mancher Unterthanen, tehnleute, Stifter oder Anderer, die in gewiſſen Fals ſen ihrem Herrn und ſeinem Geſolge, oder andern Perſonen, die Herberge und De- wirthung, Futter und Mabl leiſien oder frey verſchaffen müſſen, Es gründet ſich dieſes Recht entweder auf Beriräge, oder altes Herkommen, oder auf Verjährung, wenn jemand an einem Orte von geraumer Zeit her als ain Freund auſgenommen und frey bewirthet werden. Heut zu Toge ba- ben es zuweilen auc) andere WBertente, oDer „ nud) die Zägerey, zu genießen, Auction, Licitation, Vergan- tung, Subhaſtation, öffentliche Steigerung, Berfteigerung, be- ſieht tarinn, daß Guter, Waaren, No bilien, Vieh, nachdem Zeit unv Ork vor- her bekannt gemacht worden, an den Meiſt- bietenden überlaſſen werden.&treyWwiilt- tze Auctionen geſchehen aus eigener Bewe- gung der Verkäufer, und mon hat vielen Bortheil dabey, weil man auf einmal Ale les los werden, und zugleich vie ganze Verkaufsſunmme beyſammen haben kann, Gezrountgene Auctionen, oder ſolche, welche auf richterliche oder geſeßliche Wer- fügung geſchehen, finden Statt dey allen Schuldnern, die zur Bezahlung verurtheilt ſind, auch bey allen Mobilien und Geräth- ſchaften der Pupillen, die, chne Verrin- gerung ihres Werth8, und ohne Gefahr und Koſten, nicht aufvewahrt werden kön- nen. Auch iſt es in vielen Staaten ge- ſeßtich, daß alle Mobilien und Gleräth- ſchaften einer Erbſchaft verauecionitt wer- den müſſen, ſo valid mehr als ein Erbe vor- handen iſt, wedurh) daun alle Streitigkei- cen bey Erbſchaften vermieden werden, Aue Cin Auctionscommiſſarius und die Ausru- ſer können in den Auctionen weder ſelbſt, nod) durch oder für andere etwas erſiehen, A: 5 RI T0-1- iE XU 6/21 Yue, Aufeld, ein Stück Land, wel- des in einem Grunde oder Thale, over an einem Strohme, Fluſie oder Bache ge!e- gen, und mit Höhen umgeben iſt. Die Auen werden theils als R>er, theils als ILieſeowachs und Wiehweide benu8t. Die- jentzen Auen, welche als bloße Gründe E95 153% und Thuler etwas entfernt von Flüſſen Uie- gen,!o.ben gemeiniglich einen fetten ud ſparten, warmen und mürben Beden, wels er und deſſen Früchten eine fühlende Erfriichun ij geben; und wenn ſie auch end lich nech urch die Fertdauer bis auf die Wurze!n drinaen ſollten, ſo ſind ſie doch nicht vern:6gend, der unterſten Lage ves Bodens die erforder- liche fruchttreibende 7 Teuchtigfeit z zufließen zu laſſen. So viel ave: iſt gewiß, daß, wenn ſolcher Reer Anfangs die gehörtge Winterſeachtigkeit gehabt, und behalten hat, die Früchte davon ſchon zu folcher zöhe gelangen können, um ihren Schat- ken ſelbſt unter|'e ſich zu werfen; ſo widerſteht nicht allein derfetbe der Hiße auf eine ſeht (ange Zeit, for weruy es Chai: af auch, ais v9 er| ich ſel biger zu deſto ſe arierm Triebe und de Sibi cherim EIE ſeiner Frtchte bedient. Cben die Auen dieſer Art, wenn fie befonders mit der Frühjahr5dvegntung verichont werden, bringen das herriichtie Gras, wenn ſchon die Grüdlingsregen aus- bleiben, weil das nicht abgeweidete Gras bald in die Höhe gelt, und den Boden beſchattet, PWieivt aber der Regen im Sommer ats, und der Boden iſt bievon voller Borſten oder Riſſe ge werden, ſo Gieibt die Nachmähte oder Grummetämdte foſt gänzlich ans, und mie der Weire iſt es ſcdann eben ſo.-Cs wäre daher ür dergleichen Auwioſen upd Zuinvetid; beitſameres, als ihre Fr"übe aufzuheben, und ſich ſs einzuric) Cavocln oder Eintheitungen verſelbeu ge- macht würden, deren eine nach der andern und zwar j bebüter werden, daß vas Gras auf keine Cavel ganz kahl abgeweidet wer- de, damit noch immer etwas langes Gras dem Beden Schatten geben; und er nicht ven der Sonne ganz ausgetrocknes werden t »,7 43% LOO Auerhuhn 295 föinnes zumal, da man weiß, daß das lan- ge Gras dem Thaue zur Förderung des Wachsthums mehr geöffnet iſt; auf kurzem Graſe aber der Tho Uy aicht lange dauert, weil er von Lufe und Sonne jehr geſchwind verzeurt wird; 6 er ſich hingegen im län« givit- 10h einmal fo lange erhält, im Gege!- der Auen werden die auß: halb derſ'(ben liegenden Aecker gemei- nigiich Set vefelde r genannf, iuerhahb) ROCHE, ſind kleine braune, 5 au übner gd abgerichtete, Hunde; ded) fann man: ZUDdie gewöhnlichen Spür- bunde dezu abrichten, Man ſucht mit enſelven behutſam und fiille die Stände diejer Bögel aufz3 und wenn nun der Hund ein euerb uhn findet, und aufjagt, ſo ſteigt zu aus nes worauf es ver Hund. 7 aret und verbellet, bis ſic) der Jäge: bvengeſchiichen und es geſcheſſen hat. Ir: der Degel muß man vorzüglich die alien Hahn; abſäffeßen, weil alsdenn die Jun- genf: ch beſſer vertragen und auffommen, Siverbubn, 13gopus maximus, urogolius DaJor, if die greßte Artur: ter ben ſo genannten Zuud)= over Daaſens füßen; gehsct zu den eigentlichen Walde« hühnern, und bär 2- vie Charatie» ve des Zuühnergelt, und die 35 Zoil hohen Füße ſind bis auf vie mit grau- braunen Nägeln verſehenen oben geſchupp- 47 an den Seiten mii häutigen kamm migen Fäferchen gefranzten und unten mit ſtarken Warzen beſekten Zäheit beſie- verf; wg 3- 256 Auerhuhn dert, deren Mittelzähe mit dem Nagel 4 Zoll, die hintere x Zol lang iſt.. Ueber- haupt iſt dieſer Wogel von ſchön glänzender Farbe, überall mit Braun vermiſcht, Der Kopf und Hals iſt ſcywarz, und flar weiß geſprenkelt, die Bruſt ſchwarzgrün, ver Rüden braun geſprengt, mit Weiß an den Achſeln, der Schwanz auc) ſchwarz, doch mit weißen Flecken an den kleinen Fe- dern, die beym Ausvreiten einen weißen Kreis vorſtellen- Die Auerhenne iſt viel kleiner, ganz grau geſprengt, faſt wie die Faſanhennez unterm Halſe bis zur Bruſt xörhligd) und am Bauche weißlich. Der Auerhahn iſt, nach dem Trappen, der größte zagdbare Vogel, und ſeine 2än- ge beträgt 3 F. 911 Z., die Breite aber 31 F. Pariſer Maaß, oder die erſtere 3 F. 4 Z., und die leßtere 4 F- Der zugerun- dete Schwanz hält 3 F. 13 Z- Länge, und die zuſammengelegten Schwingen reichen his an ſeine Wurzel. Das Gewicht be- trägt bisweilen 14 Pfund. Eben dieſer Auerhahn iſt ftolz und keck in ſeinem Gange und Betragen, die Hen- ne hingegen demüthig und gebeugt; allein beyde, der Hahn und tie Henne, haben ein ſo ſcharfes Geſicht und Gehör, oder ei. tie ſo vortreffliche Witterung, daß ſie den Jäger in einer Entfernung von mehr als 1.00 Schritten bereits gewahr werden oder entdefen. Sie haben, wegen ihrer lur- zen Flügel, ihres breiten Schwanzes und ihrer Körperſchwere, einen niedrigen und ſchwerfälligen Flug 3 daher können ſie auch niemals in einem Zuge weit fliegen, und machen no überdieß ein außerordentliches Geräuſche dabey. Der Auerhahn nebſt der Henne laſſen ſich leicht zahm machen, man mag ſie nun durch zahmes Geſiügel ausbrüten, oder als jung weggefangene wilde Küchlein ex» Auerhuhn ziehen laſſen, und können ſowohl wie die Talane, als auch wie die Haushühner, gehal- ten werden, wo ſie denn auc) ihre ange- bohrne Wildheit, wie dieſe, verlieren, und ſogar ihre Begattungstriebe und Be- gierden eben ſo unregelmäßig zeigen, wie das andere zahme Geflügel, Will man aber Auerhähne und Hens- nen zahm machen, fo muß man ſich auf eine erlaubte Art Eyer zu verſchaffen ſu- chen, und ſelbige von Truthühnern aus- brüten laſſen. je Jungen füttert man erſt mit Ameiſeneyern, dann mit Erd- Hei- del- Wacholder- Johannisbeeren und eks- was grobem Sande u. ſ, w. und endlich' giebt man ihnen, wie den Haushuühnern, allerley Futter, das bigweilen mit Tannen- und Fichtennadeln,' Erlen- Birken-ZDafel- Buchenknoſpen u, ſ. w. vermitcht oder ab» gewechſelt wird. Die zahmen äuerhähne und Hennen balzen oder falzen, d. h. be- gatten ſich zu allen Jahreszeiten und allen Stunden des Tages; allein im Frühjahre tritt hey den Zuerhähnen ihre angevorne Wildheit und Schüchrernheit wieder ein, daher man ihnen immer einen Flügel ver- ſchnitten halten mußz3 dagegen. die Henne im Frühjahre weit geduldiger iſt als ſonſt, und ſich ſogar von Haus- und Truthähnen treten läßt. Das Auerhuhn wählt ſich zu ſeinem Stande vorzüglich Fichtenwälder, die mit Saubholzbäumen untermiſcht ſind, und wal- dige Gegenden lieber, als die großen Ge- birgsforſten.- Des Abends treten oder ſteigen ſie zu Baume, um daſelbſt zu ſchla- fen; gegen Morgen aber treten ſie vom Baume, und fiehen den Tag über meiſten- theils auf der Erde. Ihre Sommeräſung oder Rahrungsmittel deſiehen in Gras, kaub, allerhand Waldbeeren, JInſecten, Kmeiſeneyern und Getraidez3 im Frühjahre aber | wie dis t, gehal: re ange: erlieren, und Be: Zen, wie nd Het ſich auf offen ſus ern QuSe ert man "rd Hels | und ef- 1 endlich" hühner, Tannen: n- Daſel- oder ad» yerhähne d, h. be- und olle jrübjahre ngevornte oder ein, agel ver? 2 Henne als ſonſt, uthähnen u ſeinen , die mit und wal- ßen Ges ten oder zu ſchla- q fie vom » meiſten meröfung in(Oras, unſet) Frühjahr aber Auerhuhn aber leben ſie von Tannen- und Fichten- zapfen, Buche>ern, Wacholderbeeren, Knoſpen der Buchen, Fichten, Weiden, Pappeln, Fichtennadeln, Heidel- und Preußelbeeren, nebſt. Heidefrautäſtchen, u. f. w. Ueberhaupt aber findet man zu jeder Jahreszeit eine Menge weißen Kieſel in ihrem Magen, Vom Getraide lieben ſie den Waizen und das Heidekorn am meiſten, Der Auerhahn lebt außer der Falz- oder Balzzeit einſam, und ſucht ſich bey der im März eintretenden und bis im äÜpril, zum Ausbruche der Maſt» oder Rothbu- den eines Heidekrautſtengels entſtünde, höret, und ohne Werzug aufſteigt, und viSweiien weit von ſeinem Stande weg- fliegt.; Dur) die geräuſchvollen Töne ſucht der Hahn die Hennen, deren er bisweilen 10=-12 annimmt, herbey zu loenz und dieſe verfündigen ihm ihre Ankunft unter dem Baume hinwiederum m/t dem Tone: Rack, Rack. Sobald er dieſen Ton hört, ſteigt er mit Tages Anfange vom Baume, und critt die Hühner mit einer außerordentlichen Hiße und vielen ſonder- baren Geberden. Hierauf begiebt er ſich mit ſeinen Hennen den Tag über an einen Ort, wo er viele und gute Nahrung findetz hingegen des Abends fliegt er wieder an ſeinen Stand und ſteizt zu Baume, w9 er des Morgens ſein Falzen von neuem wieder anfängt. Die Hennen ſind eben ſo hißig wie der Hahn, und man hat fie oft im Walde in der Stellung zur Paarung angetroffen; und ſie auf dieſe Weiſe wegnehmen können, Nach vollendeter Balzzeit begeben ſich die Hennen von einander in die Gehaue oder C hläge, wo ſie bohes Gras, Moos oder Py taud ESR FR 293 Auerhuhn Laub finden, und legen, ſobalv in Deutſch- land die Knoſpen der Maſtbuche ſich öffnen, unter einem Strauche oder im Geniſte, in ein ſehr einfaches Neſt, 6--36 ſchmußig- weiße und gelbgeflec>kte Eyer, die größer ſind, als die von unſern Haushühnern, So oft nun die Auerhenne zur Stillung ihres Hungers auſſteigen muß, ſo bedeckt ſie ihre Eyer mit den neben dem Neſte lie- genden Blättern, oder mit Mooſe und an- derm Geniſte, um ſie wider Erkältung und RKaubthiere zu ſichern. Während der, 30 Tage dauernden, Brutzeit ſißt ſie ſo emſig und feſt auf dem Neſte, daß man ſie leicht einfangen kann. Eben ſo große Sorgfalt zeigen auch die Auerhühner nach dem Aus- friechen der Jungen bey ihrer Auferziehung. Sobald die Jungen aus den Eyern hervor- gefommen ſind, ſo laufen ſie mit der Mut- ter davon, welche ſie zu ihren künftigen Nahrungsmitteln, den Ameiſeneyern, Bee- ren und Jnſecten führt, ſie unter ihren Fittichen haudert oder erwärmt, und vor jeder Gefahr der Raubthiere und Raubvs- gel warnt, damit ſie ſich unter das Gebüſch oder Moos verſte>en können, Den jun- gen Auerhühnern wachſen, ſo wie allen Waldhühnern, die Schwungfedern viel eher, als dem zahmen Hausgefiügel. Denn wenn man auf eine Brut trifft, die kaum 8 Tage mit der Mutter ausgezogen iſt, ſo können ſie ſchon eine ziemliche Stre- &>e und über einen Bach Aiegen. Mutter und Kinder bleiben endlich faſt immer, bis zum nächſten Frühjahre, in einer Geſell- ſchaft beyſammen, wenn ſie nicht durch Jäger und Hunde aus einander geſprengt werden. Außer den Füchſen, Mardern, wil- den Kaßen, Wieſeln, welche viele Eyer und Junge vertilgen, ſtellen den Auerhüh- nern die großen Raubvögeſ ſehr nach. Der Auerock nicht ausziehen,- auc) nicht die Weſtenärmel und das Hemde auſſtreichen, und nicht, gleich einem Schlächter, mit bloßen Aer- "men zum Werk ſchreiten: ſondern er muß mit aller Reinlichkeit und Anbehalten der 'völligen Kleidung hinzutreten. Auch muß er das Hornfeſſel an ſich, und einen Bruch auf dem Hute haben. Iſt es nun ein Hirſch, ſo legt man denſelben auf den Rü- >den, und mit dem Gehörne unter den Hals; löſet von der Droſſel, von vorn an, bis an den Bruſtkfern, die Haut auf, und ſodann auch den Schlund nahe an der Droſſel ab, ſticht ein längliches 2och hinein, ſchlingt das Ende des Schlundes etliche- mat durch, und ſolchen in die Bruſt hin- einwärts. Ferner löſet man auch die Gur- gel mit der Droſſel ab, und drückt ſolche auch etwas hineinwärts nach der Bruſt, Wo es nun gebräuchlich iſt, daß dem Jä- ger die Zunge und Kehlbraten gelaſſen wer- den, da wird veydes auh zugleich ausge- löſet, ſonſt aber nicht, Ferner tritt man zwiſchen den Hinterläufen, ſchärft die Haut zwiſchen dem Kurzwildprete, und bis an den Bruſifern auf, macht eine kleine Oeff- nung zwiſchen den Keulen in das Wildpret, aber nur ſo groß, daß man mit zwey Fin- g:xn hineinfommen fann, ſteckt von der linfen Hand zwey Finger hinein, faßt das Meſſer mit der rechten Hand, und hält es mit der Spike zwiſchen den 2 Fingern hinein, und ſchärft alſo bis an den Bruſt: Aufdingen fern 3 greift über dem Wanſte hinein, und zieht den Schlund mit dem Wanſte fein behutſam heraus, wie auch das ganze Ge- ſcheide; ſchlägt entweder das Schloß mit dem Weidmeſſer auf, oder löſet es durch den Knorpel, wo es zuſammengewachſen iſt, mit dem Weidmeſſer äuf, drückt die Keulen aus einander, löſet den: Maſidarm mit dem Weideloche heraus, zieht die Gur» gel heraus, und reißt das ganze Geſcheide heraus. Ferner werden die: Meer-(2en-, den) Braten und das Kurzwildprer auch ausgelöſet, Hier muß man ſich aber in Acht nehmen, daß man das Geſcheide nicht zerreiße, ſondern fein ſubtil und. reinlich damit umgehe, auch nicht die Queere über den ganzen Leib trete. Auf dieſe Art nun wird alles Rothwildpret aufgebrochen. Die Sauen aber werden vorn am Halſe nicht* aufgeſchärft, ſondern man muß den Schlund und die Gurgel inwendig mit dem Meijer ablöſen. An einigen Orten werden die Wammen von den Sauen den Jägern überlaſſen, Dieſe werden von den Keuien an und zu beyven Seiten abgelöſet, bis in die*Sruſt, da ſie denn vollends mit den? Blarte herausgeſchlagen werden, Aufbrechen, iſt auch an einigen Or- ten ein Bauerterminus, und wird geſagt, wenn das Bier von dem Möſd) abgelaſſen wird. d Aufbrechen, wird von Jägern ge» ſagt, wenn ſie ein Stüc Wiid erlegt ba- ben, und ihm das Eingeweide ausnehmen, Aufbruch, bedeutet das Cingeweide eines Stück Wildes, nämlich das des Un- terleibes, wovon alſo das Geräuſch(Ges ſchlinge) unterſchieden wird, Aufdingen, bey den Handwerkern einen zehrjungen in die 8ehre auf- und an- nehmen laſſen. Auf- ein,"und nſte fein anze Ge hioß mit es durch zewachſen rut die Naſtdarm die Our Seſcheide ers(Zens, ver auch aber in eide nicht d- reinlich jeere über Art nun jen, Die ſe nicht' nuß den g mit dem on werden n Jägern n Keuien t, bis in- mit dem nigen Ör- rd gejagt, abgelaſſen gern 8? rlegt 1b9- Snehmen, ingewelde 3 des Uns iſch(Ös vwerfenm ; und an* Auf: Aufdo>en Aufdocken, heißt bey den Jägern ſo viel als aufwickeln ,/ z. B. eine Leine. - Auf einander fügen, aufpfro- pfen, ein Zimmermannswort, deſſen man ſich bedient, wenn das Aeußerſte eines Stück Holzes zuſammengefügt oder ver- bunden wird. Z. B. man ſagt: einen Pfahl aufpfropfen, oder auf einander fü- 'gen, wenn man einen in den andern, durch Einſchnitte und Zapfen, der Länge nach, verbindet, , Aufwuhnen, in den zugefrornen Fiſchdeichen oder Weihern 20- en, ſo bekommen die Fiſche durch die Röhren des Strohes, wie wohl nicht auf lange Zeit, Luft, daher das Aufeiſen bey anhaltendem Froſte auch nicht zu unterlaſſen iſt, Auffahren, wird von dem Haaſen geſagt, wenn er aus ſeinem Zager auf!pringtz auch gebraucht man dieſes Wort, wenn mit einer Flinte oder Büchſe währendem Zielen in die Höhe gerückt, und von unten gegen oben zu der Schuß genommen wird. Auffahrt, Auffuhr, der Plak, wo man einen Wagen auf einen Hof oder in ein Haus aufführet. Mit diefem Wor- te benennt man auch die ſchief liegenden "Flächen, welche bey Grabung eines Ka- nals aus der natürlichen Erde herausgear» beitet werden. Oder ſie werden erſt von Erde, wie bey Wällen und Deichen ge- ſchieht, verfertiget. Die Deicharbeiter nennen ſie Triften, Auffriſchen,|f. Aufgefriſcht. Auffüllen» geſchiehet bey Wein und Bier, wenn ſie auf dem kager liegen» Rufgebotß 308, Der Wein verzehrt ſich im Faſſe, und das Bier verringert fich durch Aufſtoßen und Gähren, daß alſo der daher entſtehende leeve Raum ſolchen Getränken fchädlich werden würde. Dieſes' zu verhindern, müſſen die Fäſſer, die nicht zu Zapfen ge- hen, immer voll gefüllt, und um das Spundloch abgewiſcht, und rein gehalten werden. Beym Wein braucht man zur Fülle jedesmal wieder Wein, wenn er gleich nicht der allerbeſte iſt, als welches ordentlicher Weiſe alle 34 Lage dreymal geſchieht. Im Winter aber und bey feuch- ter Witterung darf es nur einmal in der Woche geſchehen 3; im Sommer hingegen wird es zweymal erfordert, nachdem etwa der Wein mehr oder weniger feurig und hißig iſt, und mehr ausdünſter, auch die Keller hoch und trocken liegen. Ueber- haupt wird, ein Jahr in das andere, 23 Maaß auf ein Faß erfordert... Das Bier hingegen und ſonderlich das Lagerbier, wird Anfangs, bis es feine Hefen mehr auswirft, immer mit friſchem Biere, her- nach aber mit friſchem wohlſchmec>endem Brunnenwaſſer, allezeit über den andern Tag, da es gefaſſet, aufgefüllt, und dabey genau darauf geſehen, daß es nicht über- laufe, weil es ein ſolches Faß in vielen Tagen nicht verwinden würde. Mit dem Auffüllen mit Waſſer muß aber Maaß ge- halten werden, damit das Bier nicht zu ſehr geſchwächt werde, Das Skhenfbier, wenn es nicht hurtig weggetrunken und da- „her übelſchmeckend wird, pflegt man bey ſolchen Umſtänden mit ein wenig junger Wurze aufzufüllen, daß es wieder aufſtoße-. Aufgeboth, von der Kanzel in.der Kirche, ward im neunten Jahrhundert in der Abſicht eingeführt, den heimlichen Ver- lobungen und Verfuppelungen zu wehren, Pp 3 die 3068 Aufgeboth die verbotenen Grade der Verwandtſchaft und andere geſeßliche Ehehinderniſſe zu entdecfen, und denjenigen, die ein wohlge- gründetes Recht an eine der verlobten Per- ſonen haben, Zeit zu verſchaffen, ſolches uführen. ee Aufgeboth muß in beyder Ver- ſobten Parochie geſchehen. Wer noch nicht ein Jahr au ſeinem gegenwärtigen Wohn- orte ſic) aufhält, muß auch in der Kirche ſeines vorigen Wohnorts aufgebothen wer- den. Geſinde, welches noch nirgends el- nen feſten Wohnplaß aufgeſchlagen hat, muß ſich, außer ſeiner gegenwärtigen Pa- rochie, auch an dem Orte ſeiner Geburt, ohne Unterſchied der Zeit ſeiner Entfernung von demſelben, aufbieten laſſen.=- Auch ein Fremder, der in den Königlichen Preuſ- ſiſchen Landen getraut ſeyn will, muß ſich in der Parochie ſeiner Heimath aufviethen laſſen. Kann er das nicht beweriſtelligen, ſo muß ex durch gerichtliche oder beglaubte Notariatszeugniſſe nachweiſen, daß an dem Orte ſeiner Heimath kein Chehinderniß wider ihn bekannt ſey. Hak ſich aber ein Fremder in Preußiſchen Landen niederge- laſſen, und länger als ein Jahr darinn auf: gehalten; ſo iſt das Aufgebsth in ſeinex hieſigen Parochie, ſo wie bey den Einge- bohrnen, hinreichend. Wird dem Phfar- rer, welcher das Aufgeboth verrichten ſoll, ein in beglaubter Form ausgeſertigtes Che- gelöbniß nicht vorgezeigt; ſo muß derſelbe Erkundigung einziehen, ob vielleicht Ehe- hinderniſſe vorhanden ſind. Findet der Pfarrer ein Bedenken, ſo muß er um nä- here Verhaltungsbefehle bey ſeinen Vorge- ſeßten anfragen. Das Aufgeboch behält inzwiſchen zwar ſeinen Fortgang; die Tranung aber muß bis zum Cingange der Vorbveſcheidung ausgeſe8t bleiben,=-- Das Aufgeboth muß 3 Sonntage hinter Aufgeboth einander von der Kanzel deutlich, mit Be- nennung des Standes, Vor- und Zuna- mens ſowohl beyder Theile, als auch' der Aeltern der Braut, verleſen werden, Wer nur zweymal für dreymal aufgebothen ſeyn will; dem kann, nach Bewandniß der Umſtände, die dem Pfarrer der Braukf vorgeſeßte Ovrigkeit Diſpenſation dazu er- theilen. Soll das Aufgeboth nur ein- für allemal geſchehen; ſo muß die Diſpen? ſation bey Hofe geſucht werden. Die un- . ferlaſſene Befolgung obiger Vorſchriften wegen des Aufgeboths macht zwar die Che nicht ungültig; die Partheyen aber und der Pfarrer, welcher die Trauung verrich- tet, haben, nach Maaßgabe der verſchul« deten Unterlaſſung, und des daraus für irgend jemanden entſtandenen Nachtheils, fisfaliſche Geld- oder Gefängnißſtrafe ver- wirkt. Dieſe Strafe fällt jedoch weg, wenn, wegen plößlicher Todesgefahr, die Trauung beſchleunigt werden mußte, und weder bedentliche Umſtände vorwalren, noch die Verfügung der Worgeſekten abge- wartet werden konnte, Cin Gleiches findet Statt, wenn der Bräutigam in Angelegene« heiten des Staats eine langwierige oder ge- fährliche Reiſe ſo ſchnell antreten muß, daß zum Aufgebothe oder zur Einholung der Diſpenſation keine Zeit übrig iſt. Allg. LR. Th-11.ZUEÜHSEI309.0 In Sachſen ſind Adliche und höhere Standesperſonen dem Geſeke des dreymali» gen Aufgeboths nicht unterworfen. Bey Bürgerlichen, die es bezahlen können und wollen, pflegt die Landesobrigkeit, wenn Fein öffentliches Bedenken vorhanden, we- gen des Aufgeboths Diſpenſation dahin zu ertheilen, daß ſolc mäßigen, und ſogleich wieder an- laufen laſſen, Aufhalter, iſt ein breiter, ſtarker Riemen an dem Vordertheil des Hinterge- ſchirres eines Pferdes, welcher dazu dient, den Wagen am Abſchuß der Berge auſzu- halten. Aufheben 263 Aufhaltring, ein eiſerner Ring an dem Hintergeſchirr eines Wagenpferdes, vorn am Bruſiblatt2, wodurch der Auf- halter am Geſchirr vorn befeſtiget wird, ſo wie auch ein ſolcher Ring unterwärts am Aufhalter iſt, womit er an der Deichſel be- feſtigt werden kann, um das Aufhalten ei- nes Wagens beym Bergabgehen zu be- wirken, Aufhauen, ſagen die Zimmerleute, wenn ſie ein Gebäude ſogleich in dem Wal- de, wo das Holz gehauen wird, ver« binden. Aufhauen, AÄushauen, geſchieht von den Schlächtern oder Fleiſchern 3 wenn ſie einem geſchlachteten und enthäuteten Stück Vieh den Leib eröffnen, und das Eingeweide heraus nehmen wollen, ſs brauchen ſie bey großen Thieren dazu ihr Schlachtbeilz und dieſes heißt aufbauen, Wenn ſie es aber hierauf ſtück- und pfund- weiſe verkaufen, und alſo einen ſtarken Knochen gleichfalls mit dem Beile zerhauen müſen, nennen ſie es gysHanecin« Aufheb241, heißt bey der Landwirch- ſchaft ſv viel, als das ausgedroſchene und rein gemachte Korn in der Scheune auf- meſſen, und auf den Korn- oder Schütt- boden hintragen laſſen. Die Summe von jedesmaligem Aufmeſſen heißt ein Aufhub, in manchen Gegenden, ein Ausdruſch, und wird in das Dreſchregiſter eingetragen. Es kommt auf die Größe der Tenne oder des Scheuneflurs an, wie viel Mandel» oder Schoc> Getraide zu einem Aufhub ge- nommen werden ſollen, Denn ſowohl hiernach, als hauptſächlich nach der ge- wöhnlichen Größe der einzelnen Bunde kann nur die Anzahl der Mandeln oder Schocfe zum jedesmaligem Auſhub be- ſimmt R | *< |. .N 5 € 204 Kufhelfe ſtimmt werden, und der Eigenthümer wür- de ſich Schaden«hun, wenn er zu einem Aufhub mehr Schoe over Mandeln anſe- ßen wollte, als die Menge derſelben das reine Ausdreſchen bewirken könnte, Aufhelfeiſen, ſf Hebſchiene, Aufholen, ein hydrotechniſches Wort, und heißt ſoviel, als auf ein verjunfenes Werk eine neue Faſchinenlage, oder, wenn der Bau von Holz iſt, eine neue Wand oder andere Hölzer aufſeßen, und daſſelbe vadurch erhöhen. 'Aufholer, ſv werden bey dem Leinen- damaſtweberſtuhl diejenigen Schnüre ge- nannt, weldhe beſtimmt ſind, die Ketten- fäden des Damaſtes durch den Zug des Zampels mit den Säcken, worinn ſolche eingezogen ſind, in die Höhe zu ziehen, um dadurch die Bildung des Muſters her- vor zu bringen« Aufkäuferey, Vorkäuferey, der Landwirthſchaftsproducte, geſchieht auf dem platten Lande, in kleinen Srädten, und vor den Thoren der Scädte', um ſie theurer in großen Städten zu verkaufen. Die Auf- und Vorkäufer werden nach Be- ſtimmung der Polizeygeſeße eines jeden Orts nachdrülich beſtraft. A. Pr. 2. R. Th. 11. Tit. XX. 5. 1292. Läßt ſich aber ein Mäkler zu unerlaubtem Auf- und Vor- kaufe, oder ſonſt zur Steigerung des Prei- ſes der gemeinen Lebensmittel gebrauchen, (o. wird er coſſirk und außerdem noc< ge- ſtraft. Cvend. Tit, VUULH, 1355. Aufkiaftern, gehauenes Brennholz in Klaſtern ſeßen. Auffraßen, wird geſagt, wennman mit dem Manerhammer und dem Kräßer die obere Fläche einer alten Mauer bepicr, KAuffünd und abfraßt, um einen neuen'Bewurf zu machen, Aufkündigung, Aufſagung, Loskunde, heißt die angezeigte Aufhe- bung eines geſchivſfenen Dandeis, Kauſeb, -Miethe, Darlehns u. dz! Jn den erſten Fällen hat dieſelbe nicht allezeit Statt; in dem leßten aber, wenn keine gewiſſe Zeit- verglichen worden, iſt bey Darlehnen von 50 Thalern und darunter die Friſt vier- wöchentlich, ſonſt aber dreymonatlich. In Anſehung der Pacht- oder Mieth-« zeit muß derjenige, welcher vom Conkracte wieder abgehen will, dem Andern davon zur gehörigen Zeit Anzeige machen. Wenn jedoch im Contracte zwar keine Dauer be- ſtimmt, aber doch der Betrag der Mierhe nach einem gewiſſen Zeitraume, z. E, mo- natlich, jährlich) u. f: w. abgemeſſen wor- denz ſo fann der Verpächter oder Wermie- cher, durd) eine frühere Aufkündigung, den Miether oder Pächter in dem Laufe eie nes ſolchen Zeitraums, z. E. in dem Laufe des Monats oder Jahrcs, ſeines Beſiktes nicht entſeßen. Jſt die Friſt zur Auffünse digung weder im Contracte ſelbſt, noch“ durch beſondere Provinzial- oder ſtatutari- ſche Geſeße beſtimmt, ſo muß dieſelbe, bey Pachtungen unbeweglicher Sachen und Gerechtigfeiten, 6 Monate vor der Räu- mung erfolgen. Bey Land- und AFergü- fern aber muß die Aufkündigung 6 Mona- te vor dem Ablaufe des Wirthſchaft3jahres geſchehen. Bey Miethung unbeweglicher, und bey Pachtung beweglicher Sachen muß die Aufkündigung in den erſten drey Tagen desjenigen Quartals erfolgen, mit deſſen Ablaufe dex Beſiß geräumt wer- den ſoll. Wenn aus den Umſtänden und der bes kannten Abſicht des Miechers deutlich er- bellet, Ene ze EN, SEES EIE SEELIG ewyrf.zu ung, ' Aufhe- Kaujes, en erſten tat; in iſſe Zeit hnen von eſt vier» ich, -Mieth« ontracte cn davon - Wenn Jauer bes 'Miethe E, mv- en wor- Vermiete digung, Laufe eis m Jaufe Beſites (uffüne , neh atutatie (be, bey en und er Räu- Vdergü- Mona- jahres glchet) Sachen en drey 1, mit “were ver bk- (ch er? hellt, „Auflage Gellet, daß der Miether den Gebrauch der gemietheten beweglichen oder unbeweg- lichen Sache nur auf ſo lange, bis dieſe Hinlänglich beſtimmte Abſicht erreicht ſeyn würde, habe übernehmen wollen; ſo kann "er ſofort, nach Erreichung dieſer Abſicht, die Sache ohne alle Aufkündigung zurück “geben, Zur Bezahlung des Zinſes iſt er alsdenn nur nach Verhältniß der Zeit, da er die Sache wirkiich gebraucht hat, ver- pflichtet. Es iſt nicht nochwendig, daß die Auffündigung ſchriftlich geſchehe, ſon» dern hinreichend, wenn dieſelbe, und daß ſie zur Wiſſenſchaft des Gegentheils wirk- lich gelangt ſey, auf andre Art erwieſen iſt. Widerſpricht der Andre einer gehörig geſchehenen Auffündigung nicht innerhalb acht Tatzein, nachdem ſie ihm befannt geworden iſt; ſo wird angenommen, daß er ſich dieſelbe habe gefallen laſſen, und es findet dagegen feine fernere Einwendung Statt. Es ſind aber auch Fälle, bey welchen der Pächter over Miekher auch innerhalb der contraftmäßigen Zeit ſich die Auffündi- gung muß gefallen laſſen. Dieſe Fälle ſind nun: 1) nochwendige Veräußerung; 2) nothwendige Reparaturen; 3; Tod des Pächters oder Miethers 3; 4) Veränderung in der Perſon oder in den Umſtänden des Miethers3 5) Veränderung in der Sachez 6) Mißbrauch der Sache; 7) Erlöſchung des Rechts des Vermiethers oder Verpäch= fersz3 8) verweigerte Erfüllung von dem andern Theile, A, 2. R, Th. 1. Tit, XX[, H. 240,4 Viufiage, ſo nennen die Gewerke ihre monatlichen oder vierteljährigen Zuſammen- Fünfte oder Quartale, welche bey den Mei- ſtern alle Quartale, bey den Geſellen aber monatlich geſchehen, und wo“ von einem Get, Encytlopädie 1, Theil Auflegen 305 jeden ein Beytrag am Gelde zur. Lade auf» gelegt oder entrichtet wird, welches aber ſeiten. höher, als auf jede Perſon einen Groſchen, höchſtens 2 Groſchen, zu ſtehen kömmt. Bey der Auflage oder dem Quar- tale der Meiſter werden auch gemeiniglich die neuen Lehrlinge ins Gewerk aufgenom« men und eingeſchrieben, die Ausgelernten aber auch lo8geſprochen und zu Geſellen ges macht. Das bey der Auflage zuſammen- gelegte Geld wird zu mancherley guten An- ſtalten gebraucht, indem davon kranke Mite brüder unterhalten und gepflegt, auch die Verſtorbenen ordentlich zur Erde beſtattet werden. Ueberhaupt werden hievon alle. vorfallende Ausgaben beym Gewerk bes ſtricten. Üuflanger, ſind diejenigen Hölzer beym Schiffbau, welche mit den Bauch- ſtücken auf halbe Holzdicke zuſammenges fügt ſind. Auflaufen, mit dem Kiel des Schif- fes aufs Trockne fahren, ſo daß das Schiff, aus Mangel des genugſamen Waſſers, ſtill liegen muß. Geſchieht dies mit Vorſaß, ſo beißt es ſtranden, welches vielmals das einzige Rettungsmittel gegen den Feind oder den Sturm iſt, Man ſtrandet auch wohl mit Willen, damit man mit der Fluch wieder flott werden könne, Ein Schiff mit plattem Boden kann an ſolchen Orten noch Waſſer haben, wo das tieſer gehende ſchon feſte ſikk. Auflaufen des Rindviehes, ſiehe Aufbläbung, Auflegen, die Schiffe zum Uebepe wintern in den Hafen bringen, und daſelbſt bis zum Frühjahre ſtehen laſſen. Anfiegen, heißt in der Forſtſprache, wenn ein Baum viel Aeſte mächtz man Qs ſage v zu Y . Ag NBI * 7 Bu . 2 306 Aufleget. ſagt alsdenn: der Baum hat viel Holz auf- gelegt. Auflegen, die Maſchen aufle- gen, eines Strumpfs u. dgl., wenn die erſte Reihe Maſchen mit den Fingern auf einer Nadel, ohne Mitwirkung einer an- dern Nadel„. aus freyer Hand gebildet wird, Aufliegen, wird von dem Geſinde geſagt, wenn es, aus Mangel der Gele- genheit zum Dienſte, oder aus Faulen- zerey, oder um ſich dereinſt in der ſpätern Jahreszeit von Herrſchaften, denen ein Dienſtbote abgegangen iſt, oder vom An- fange des Jahres an gefehlt hat, deſto mehr Geſindelohn zu erzwingen, einige Zeit vor ſich allein und außer Dienſten lebt, welches in einigen Gegenden auch heißt: auf ſeine eigene Hand ſich ſeßen, oder darauf ſißen, welcher Unfug aber nach den Geſindeordnungen unterſagt und be- ſtraft wird. Aufliegen, ſagt man von Patienten, wenn ſie durch ein langes Krankenlager ſich roh oder wund liegen. S- Durchlietgen der Rranken. - Auflöſung,,(ſ. Radeſtock) und hierinn kann er das Rad auf dem Baum umdrehen, und alle Felgen vergleichen. Aufräumer,|f. Aufreiber, Aufreiben, zerreiben, iſt diejeni- ge Handlung, da der ganze Teig zwiſchen den Händen von einem Ende des Backtrogs zum andern zerrieben wird, damit Mehl, Sauerteig und Waſſer recht unter einander Fommen. Jn manchen Gegenden nennt man ſolches Fneifen, Aufreiben, Aufrüſſeln, beißt, wenn man das auf der Tenne zum Rein- machen aus einander geworfene Getraide mit einem Strohſeile oder Strohwiſch zwi- ſchen den Harfenzähnen nach dem Fledern nochmals abkehrt. Aufreiber, Aufräumer, iſt ein zugeſpißtes, viere>ichtes, ſtählernes Werk- zeug befonders der Eiſenſchmiede, die ge- Aufrücken 307 bohrten oder gehauenen Scher zu er- weitern. Aufreißen y ein, in den Meißniſchen Weinbergen gebräuchliches, Wore, das eine Ardeit bezeichnet, welche zugleich mit dem Räumen verrichtet wird; wenn näm- lich der Winzer, bey dem Räumen um die Stöcke, ſonderlich in ungedecft geweſenen Bergen, zugleich auch den ledigen Plaß zwiſchen den Stöcken, und alſo den ganzen Weinberg über und über, mit dem Karſte etwas auflo>ert, mit einer Harfe auſreißt, oder mit der Hacke aufhauet, damit Regen und Sonne deſto beſſer in den Boden eine dringen mögen. Solches Aufreißen gilt für eine Hacke, und iſt die erſte Bearbeis tung des Weinberges. Aufriß, Franz, fagade, elevation, iſt derjenige Bauriß, welcher die vordere Anſicht eines Gebäudes vorſtellt. Aufrollen, iſt bey Zuſammenlegung ſolcher Zeuge nothig, welche leicht zerrei« ßen, und ſchlimme Brüche oder Falten machen, als: Atlaſſe, Papeline, Gazes, Krepine, alles Bänderwerk, Treſſen, u. dgl. m, Aufrücken, Aufbergen, Aufhs- hen der Ackerſtücke. Man ſieht in vielen Ländern, daß die Aerleute ihre Acerſtücke oder A&Ferbeete, durch beſtän- diges Zuſammenpflügen ſchon in den ältes ſien Zeiten gleichſam zu kleinen Bergen gemacht haben, weiches vermuthlich zur Ableitung des Waſſers geſchehen yollen, ob man ſchon die meiſten aufgerückten Acker- ſtücke nicht in ſolcher Lage und Richtung befindet, daß jeßt gedachter Zweck erreicht werden kann. Jſt ein naſſer Winter und Sommer, ſo wird an den Seiten ſolcher Aecker entweder gar kein, oder doc) ganz 10. I mit 398 Aufſaß mit Gras und Unfrauf vermengtes, Ge- traide geſehen 3 iſt aber eine herrſchende Dürre, ſo leidet das Getraide auf der Mit- ee des Aferſtü>ks. Man würde mehrern Vortheil finden, wenn dieſe Ackerberge wieder nach und nach niedergepflügt, und Heine Seitengräben an den Fahren der Aocker da angelegt würden, wo das Waſ« ſer nach der Lage des Feldes nicht von ſelbſt abſtießen kann, ſo wie man auch den Acker, wenn er ohne Rücken iſt, mit manchen Ackerinſtrumenten beſſer angreifen fann, da man z. B. mit der Egge in die Queere eggen, auch mit dem Acferhaken, welcher in manchem Boden dem Pfluge vorzuzie- hen iſt, nicht wohl arbeiten kann. Viel- leicht haben die Vorfahren die niedrigen Seiten der aufgerü>ten Stücke nie beſäet, und ſelbige nur zum Graswuchſe genubt, wobey denn auch ihre Nachkommen hätten verbleiben ſollen. Denn es wird nicht zu viel angenommen, wenn man ſagt, daß der zu Bergen gemachte Aer, ein Jahr ins andere gerechnet, nicht weit gegen die Hälfte des Zuwachſes verliere, den er in die Scheunen liefern würde, wenn er, ſei- 'ner Natur nach, in Begleitung mit klei- nen Seitengräben, wo es Noth thut, ge- blieben wäre, Auffaß, alle Verzierungen auf oder neben dem Dache eines Gebäudes, 3. B. Vaſen oder Bildſäulen auf der Baluſtrade oder dem Dachgeländer« Aufſaß, Fr. amortiſſement, coU- ronnement, ein artiger, vom Bild- hauer verfertigter, zugeſpißter, einiger- maaßen einer Krone gleichender, Zierrath, welcher über Spiegel, Betten u, ſ- w« angebracht wird, Aufſcheer Aufſaß, heißt auch bey den Tiſchler der obere Theil einer Kommode oder eines Schranks, welcher auf deſſen Pulte ſteht. Antfſa8, ein Röhrmeiſterswort iſt eine, von Eiſenblec), oder gedrehtem Kus- pfer verfertigte, Röhre mit oder ohne Scrauben. Dieſe Röhre wird auf die Oeſſnung eines Springbrunnens geſeßt, und kann ſo zugerichtet werden, daß man viele veränderliche Springwaſſer dadur erhalten fanm.> Aufſaß allerley Vaſen und Geſchirre von Porcellain,- Gyps, Marmor u.|. Z welche äls ein Zierrath auf die Simſe der Camine; Schränke, Oefen, oder ſonſt hin und wieder in den Sälen und Gemächern aufgeſtellt werden, Aufſaß, dasjenige Stück eines Tiſch- ſervice, auf welchem die Oel- und Eſſig? caraffes, Senf- und Zuckerbüchſen, Würz» ſchälchen, ein Citronenkorb u, f. w. be- findlich ſind, und wovon die unterſchiede» nen Arten unter den Artikeln: Caſlolette, Fpargne, Plat de menage, beſchrieben ſind. Die Aufſärze von Confect, deren man ſich bey feyerlichen Gaſtmahlen be- dient, werden mehrentheils von den Con- ditoren erborgt, welche dergleichen von allen Arten und von mancherley Vorſtellungen insgemein vorräthig haben. Aufs Blatt laufen, f. Blatt. Aufſchärfen, dem Wild die Hauk oder den Balg auſſchneiden. Siehe auch abſtreifen und aufbrechen. Die Schlächter aber nennen aufſchärfen, wenn ſie das Gekröſe reinigen. Aufſcheeren, heißt bey.der Weberey inmanchen Gegenden ſo viel, als gufbäumen, Auf- iſchlerß ' eines ſieht.- et; iſt em Kit: er ohne auf die geſeht, ß man dadurch eſchitrs UN imſe der vnſt hin nähern. "ſchlede- Tolette, hrieben deren len Dev en Con yon allen ellungen latt, ) Haut ehe auc) Die häufen Pebert) haum» Jup Aufſchieb! Aufſchiebling, Aufſchöbling, Traufhgaken, Leiſt, Knaggen, iſt ein kleines Stück Holz, welches an dem obern Ende ſcharf zugearveitet, und an die Sparren angenagelt wird; mit dem untern Theile aber auf dem Geſimſe auf- liegt; oder bey Riegelbänden über die Dach» balfen hervorragt. Die Aufſchieblinge werden, wie das andere Sparrenwerk, be- lattet. Ihr Nußen iſt, daß die Dachkrau-' fen weiter vom Gebäude abfailen. Denn befanntermaaßen kann kein. Sparren bis über das Ende der Balken verreichen, daß das berunterlaufende Waſſer obwärts ge- leitet werden möge, Durch dieſe Aufſchieb» linge aber entſteht an dem Orte, wo ſie o1 den Sparren trefſen, allezeit ein ſtumpfer Winkel, eine Einbiegung, ein ſo genann- ter Knick oder Waſſerſack, wo ſich das herabrollende"Waſſer bey aller und jeder Zedachung ſtoßen muß, und daher bey Windſiößen aufgehalten und eingetrieben wird. Dieſerhalb iſt es nothwendig, der- gleichen Cinbiegungen in einem Dache aufs ſorgſältigſte zu vermeiden, und alſo die gedachten Aufſchieblinge lieber ſo lang zu machen, daß fie ſelbſt, wie die Spar- ren, bis an die Forſten reichen. Wor 60 bis 70 Jahren ſuchte man, beſonders in Städten, noch einen Dachzierrath darinn, daß man zwar die Sparren nah ihrer na- türlichen Lage gerade ablaufen ließ, die ſehr kurzen Aufſchieblinge aber flac machte. Die Erfahrung aber bewies, daß in eben der mehr gedachten Einbiegung eine große Menge Waſſers eingedrungen war, wo- durch die Balken vergeſtalt abgefault wa- ren, daß die Veränderung vielmals die größten Koſten verurſachte. Bey Landgebäuden ſollte man ſich lie- ber der Aufſchieblinge gänzlich enthalten, Aufſchlag 309 und dagegen bey den ſo genannten Trauf- oder Tripphaken bleiben, als welche nicht blos bis an das Ende der Balken reichen, ſondern über denſelben eingeſchnitten ſind, und zwar ſo, daß ſie noch außer ſelbigen fortgehen, und das Waſſer noc) weiter ab- wärts leiten, Bey Ziegelbedachungen müſſen ſolche Triefdaken möglichſt lang ſeyn, damit ein wirklicher Knick im Dache vermieden werde, Bey Rohr- und Strohbedachun- gen aber föanen ſie nur in dem Falle etwas kürzer ſeyn, wenn man verſichert iſt, daß der Dachdecker den nur gedachten Kni> beym Deen ſanft ausrunden, und ſelbigen hiemit um ſo weniger ſchädlich für das Ge« baude machen könne und werde, Zufſchiebling, heißt bey dem Forſt- weſen in manchen Gegenden ein junger auf- geſchoſſener Baum, Aufſchiftſparren, iſt derjenige lan» ge, oder kurze Sparren oder Rafen, wel» cher den Forſt oder Fürſt herunter bey den Kreuzdächern, oder Kehlen an die Kehl» ſparren aufgeſchiftet wird. Hingegen nennt man Anſchiftſparren diejenigen, welche von unten dem Gebälfe hinaufwärts an die Kehlſparren angeſchiftet werden. Aufſchirren, den Pferden das Ge- ſchirr auflegen, und ſie'an den Wagen ſpannen. Aufſchlag, junger Aufſchlag, Anflug, iſt beym Forſtweſen das junge Holz, welches erſt jüngſt oder ſeit wenig Jahren, es mag geſäet oder von ſeloſt auf- gewachſen ſeyn, aufgeſchlagen iſt. Der» gleichen Aufſchläge müſſen ſo lange mit der Behüthung verſchont werden, bis die Bäume ſo hoch in die Krone gegangen ſind, daß dieſe Krone von dem Weidevie- Q4 3 he zr Aufſhlagen he nicht mehr erreicht und abgeſreſſen wer- den fann, Aufſchlagen, wird von Hirſchen ge- ſagt, wenn ſie in Sümpfen ſiarf umwen- den und auffraßen, Aufſchlagen, geſchieht von den Steinmeßen, wenn ſie mit dem Scharrier- eiſen die Flächen der DQuaderſteine, nach» dem ſie bearbeitet worden, mit Reifen ver- zieren, welche eine ganze Fläche bedecken, und parallel neben einander laufen. Aufſchlagfenſter, Fr. abattant, eine hohe Tafel, welche die Kaufleute in ihren Läden und Waarenlagern auf die Seite, wo das Licht herkömmt, ſeken, und in die Höhe gezogen und niedergelaſſen werden kann, nachdem ſie den Waaren, die ſie ſehen laſſen, Licht geben wollen, Es iſt dieſes ein Vortheil, den Waaren dadurch ein falſches Licht zu geben, und ihre Farbe und Waare beſſer vorzuſtellen, als ſie würflich ſind. Die Tuchläden und andere mit Zeugen angefüllte Läden haben - gemeiniglich ſolche Einrichtungen. Aufſchlickung, iſt beym Waſſerbau, wenn ein Ufer durch den Schlamm, den das Waſſer bey ſich führt, erhöhet wird, oder, beſſer zu ſagen, wenn der Boden durch) den Schlamm mit einer fruchtbaren Erde überzogen wird. Aufſchmieden, auf- oder an- ſchweißen, ein glähendes Eiſen durch das Echmieden, d. i. dur das Schlagen mit vem Hammer, auf einem andern Ei- ſen befeſtigen. Aufſchneiden, beym Weinbau, iſt ſo viel, als bey dem Schnitt das Holz ſo lang, als es am Sto> gewachjen, ſtehen laſſen, bis man es zur Senke braucht, Aufſchütten Dieſes geſchieht, wenn ledige Pläße neben den Stöcken zu beſe&en ſind. -Aufſchnüten, geſchieht von dem Zinzmermann, wenn von ibm der Raum, worinn die Treppe zu ſtehen ömmt, aus- gemeſſen wird, Aufſchroten, nachſchroten, iſt bey den Brunnenmachern, wenn der höl- zerne Zeug einer Plumpe erſt vorgevohrk wird, welches mit dem gewöhnlichen Bohs= rer geſchieht. Hierauf folgt der Kuſſchro- ter, womit das nun vorgebohrte Lonet ſind, einzufahren gedenkt, Mit den eingeregne- ten Waizenmandeln hat man die meiſte Mühe, indem ſie, wenn ſie nur drey Tage fang bey ſchwüler Witterung eingenäſſet und unaufgeſtaucht gelaſſen worden ſind, gar leicht auswachſen, wogegen die Rog- genmandeln ſchon länger aushalten. 2) Man nennt auch aufſtauchen, oder, in Niederſachſen, aufſtaken, eine Art, die Garben in Mandeln oder Stiegen auf» ſeen, wobey alſo verfahren wird: Die Aerndteleute ſeßen eine Garbe aufrecht mit den Aehren oben, und rund um dieſelbe ſtellen ſie einen Kreis von mehrern Garben, auch mit den Aehren oben, welche ſich an die erſte Garbe anlehnen 3 alsdenn legen ſie einen Horizontalkreis von Garben mit allen Aehren in dem Mittelpunkte, und bede>en dieſe Aehren in der Mitte mit einer oder einem Paar loſer Garben. Es iſt zwar dieſe Art, die Garben aufzuſeßen, müh- ſamer, als die andern Arten, da die Man- deln ins Kreuz oder in Klumpen eingelegt, und daher entweder Rrcu3- oder KiumpP- mandeln genannt werden, man ſichert uber nach der erſten Art die Garben mehr wider das Einregnen«, Aufſtehen Aufſtechen, Auſſtoßen, einen Haaſen mit dem Hunde in ſeinem Lager auftreiben. Aufſtechen, wird von Shuhmachern geſagt, wenn ſie die Laſchen, oder die Naht im Stiefelſchaft und über dem Abſaß aufs ſtechen, d. i. weiß durchnähen oder ſieppen, nachdem ſie die Löcher mit einer ſo genann? ten Ahle, oder einem Stechort, vorgeſto- cen. Der Gebrauch des Aufſte>ens iſt nicht überall, ſondern ſtatt deſſen wird ein verfehrter Bruch ges legt3z ſ. Verbrechen, Das gedachte Aufſtecken will aber dieſes anzeigen: Wenn ein Beſuch vorgenommen worden, wird die Fährte, worauf man ſuchen will, und was beſtätigt werden ſoll, verbrochen, auf die übrig vorfommenden aber ein Bruch (ein Zweig) geſte>t, zum Zeichen, daß feine Fährte, die von dem Hunde ange» fallen worden, übergangen worden ſey- Aufſtehen, Aufitieben, heißt bey den Jägern, wenn die Reb=- oder Feld»- hühner vor einem auffliegen. Auch wird dieſes Wort aufſrehen ſtatt auffahren gebraucht, wenn ein Haaſe aus dem Lager aufſpringt« Aufſiehen der Fiſche, geſchieht in einem mit Eis belegtem Deiche, worauf entweder viel Schnee gefallen, oder beym Thauwetter vieles Waſſer ſtehen bleibt, daß das Eis auf die Fiſche drücke, und ih- nen die Luft benimmt; daher ſie denn aus ihrem bisherigen Lager gehen, zu den Wuh- nen eineß 1 Zager nahern (eReht aß aufs ſteppen, genann: orgeſit: beſte: durch: ägern, „- einen jebrauch ſondern uc) qe edachte Wenn , wird il, und en, auf Bruch , daß ange ſey+ eißt bey x Feld- < wird fahren 1 Lager jeht in worauf '- beym bleibt, ind ih- zn aus Vuh nen Aufſtiket nen kreten, und friſche Luft ſuchen. Ein bey der Deichwirthſchaft ſehr ungünſtiger Umſtand! Aufſticken, wenn beſondere geſtickte Ecdhleifen, Blumen u, dgl. auf wollene oder ſeidene Kleider und Zeuge beſonders aufgelegt und aufgenähet werden, in Ge» genſaß des'Einſtickens« Aufſticben,|f. Aufſtechen. Aufſiößig werden, aufſtoßen, wird von manchen Sachen geſagt, wenn ſie umſchlagen, oder jich zum Verderben neigen wollen, z. E- vom Weine. Hie- wider wird angerathen, von den Stengeln abgeſtreifte Rosmarinblätter in das Faß zu werfen. Man nimmt auch Bergalaun, ſtößt ihn klein, thut ihn in das Faß, und rührt ihn wohl mit dem Weine unter ein- ander, Auffößig, aufſtüßig werden des Vieles, wird geſagt, wenn das Vieh den Anſchein einer Krankheit von ſich giebt, ohne daß man ſolche durch gewiſſe Kennzeichen angeben, oder unterſcheiden kann, und alſo darüber noch in Ungewiß- heit ſich befindet. Jun den Viehbarzneybü- werk kömmt, Aufwand, hierunter verſteht man alle diejenigen Ausgaben, welche unſerm Stande und Vermögen angemeſſen ſind. Man handelt unbillig gegen den Staat, wenn man den Geringern und Aermern zu ihrem Unterhalt nichts wollte zufließen laſ- ſen. Der hohe und niedere Adel muß mehr Aufwand machen, als der Bürger, und dieſer mehr als der Bauerz ſo wie unter dieſen Volksklaſſen die Reichen es den weniger Reichen noch zuvorthun müſ- ſen. Diejenigen nun, welche es an ſtan- desmäßigem Aufwand ermangeln laſſen, verlieren, als Karge und Knicker, die ih- nen ſonſt zukommende Achtung, werden ein Sprichwort ihrer Nation, und machen ſich auf mancherley Weiſe lächerlich. Man kann über dieſen Artifel nichts Beſſeres les Aufwurf ſen, als was ver berühmte Hr.'D. Rrü- nitz in ſeiner Encyklopädie, B. 1. S, 786 fſ. geſagt, und dieſe Materie den Leſern, die ſolches angeht, und angehen muß, mit dem wärmſten Herzen vorgeſtellt har. Aufwecker, Wecker, ein der Wachtelpfeife ähnliches Inſtrument, aber nach Verhältniß noch mehr als einmal ſo groß, zwar nicht nach) der Länge, ſondern in der Weite und Stärke, Wian nimmt hiezu einen Beinknochen von einer Reh- oder Hammelkeule, und macht hieraus eine ſolche Pfeife, womit man das Schlagen eines Wachtelhahns nachmachen'kann, Man bedient fich ſelbiger, wenn ſich die Wachteln, indem man durch das Feld geht, gar nicht hören laſſen. Man ſchlägt alsdenn mit dieſem Wecker, worauf die Wachteln gleich antworten, da man denn hinzugeht, und dieſelben mit dem Garn „verſticht, und alſo, mit dem Sickenrufen ins Garn lot, Aufwirken, geſchieht von Bäckern, wenn ſie das Brodt mit der Waage, und den Semmelteig nach dem Augenmaaße, der Größe nach ,/ beſtimmen, ſo wie es die jedesmalige Taxe feſtſeßt 3 hierauf beyden, dem Brodte und den Semmeln, blos mit der Hand, auf dem mit Mehl beſtreueten Beutendeckel ihre gewöhnliche Geſtalt ge- ben, und zuleßt beydes zum Gähren auf die Backbretter ſeßzen, Es heißt auch blos wirken. Aufwirfen, iſt gleichbedeutend mit Aufbrecien, wenn die Jäger ein erleg- tes Wild auſſchneiden und ausnehmeny oder ausweiden,| Aufwuhnen,|f. Aufeiſen, Aufwurf, iſt die aus einem Graben auf die Seite geworfene Erde. Dieſer Aufs- IS . Rth« S, 786 Leſern, ß, mit t, ein der 16, ber inmal ſo ſondern nimmt tr Reh- aus eine Schlagen n kann, „ſich die 05 Feld 1 ſchlägt auf die m denn ». Gam . enufen Bäckern, ge, und nmaaße, ie es die f beyden, blos mit eſireueten jeſtalt ge! hren auf auch blos atend mit ein erleg? 1610011 | 1 Graben Dieſer Auf Aufzäaum Aufwurf entſcheidet, wem der Graben g2- höre, nämlich dem, auf deſſen Seite der Aufwurf geſehen wird. Iſt aber der Gra- ben zween zuſammen gränzenden Nachbarn gemein, ſo wird er gemeinſchaftlich geho- ben, und der Auswurf halb auf dieſe, und halb auf jene Seite, geworfen, Aufzäumen, den Reit- und Zuge pferden den Zaum anlegen. Aufziehen, bey vem Weinbaue, den gedeckt geweſenen Weinſtock im Frühjahre aus der Erde hervorziehen, „STUFEN des Flachſes, ſiehe RCHS. Aufziehknöpfe, diejenigen Knopfe, die ſowohl zum Aufſchieben, als auch zum Aufziehen nach dem Zimmer zu eingerich- tet ſind, und in der Mitte des Fenſterflü- gels angebracht werden, Aufzug, iſt bey den Handwerksgeſel- len ein feyerlicher Umgang auf den Stra- ßen, vorzüglich wenn ſie ihre bisherige Herberge anderswohin verlegen, Aufzug, f Rette. Aufzugs- Aufziehbrücfe, ſiehe Zugbrücke, Aufzugsſiruppe, iſt ein ſtarker Riemen, der, mehrerer Bequemlichkeit wegen, über dem Strangring nach dem Hintergeſchirre zu auf dem Strange ſelbſt angeſtochen wird, ſo daß man ihn unter den Strangring ſtecken, und dieſen Ring mit der Struppe zurückziehen kann, um deſto beſſer und leichter die Stränge von der Ortſcheite abzunehmen. Denn es hält ſchwer, die ledernen Stränge, welche faſt fünffach ſind, aufzulöſen und abzunehmen, Auge, das Werkzeug des Sehens bey Menſchen und Thieren, an welchem man Zuge 3195 verſchiedene Theile unterſcheivet, deren Nußen und Abſicht ſehr verſchieden iſt, Die durchſichtige Hornhaut läßt die Strah- len des leuchtenden Gegenſtandes durch, ſo wie die übrigen dunkeln Häute dieſelben auffangen 3 da hingegen durch die verſchie dene Brechung der Strahlen, welche in den verſchiedenen Feuchtigkeiten des Auges geſchieht, und wodurch ſie ſich verſchiedent» lic) ſammten, das ganze Gemälde eines ſichtbaren Gegenſtandes ſich endlich hinten auf der neßförmigen Haut, wie in einem Spiegel, abbildet, Die Autggenbrau- nen, oder die Haare, welche ſich an bey- den Seiten über dem obern Rand der Au- genhöhle in Form eines Bogens verlaufen, halten den Schweiß, der von der Stirne abfließt, und andere Unreinigkeiten"ab, daß ſie nicht ins Auge dringen können 3; den Thieren insgeſammt fehlen dieſe Augen- braunen, Die Autzenlieder ſind die zwo beweglichen Decken oder Vorhänge, wo- mit die Augen unten und oben verſehen ſind, wodurch die Augen nicht nur vor al» lerhand Ungemächlichfeiten beſchüßt, ſon- dern auch im Schlafe vor dem ungefähren Einfall vieler ſchädlichen Körper vertheidi- get werden, Die meiſten vierfüßigen Thies re und die Vögel haben, außer dieſen ge- wöhnlichen beyden Augenliedern, noch ein drittes inwendiges Augenlied. Nur bey den Menſchen und Affen und wenigen an- dern Thieren trifft man es nicht an. Die Schalthiere und Inſecten haben gar feine Augenlieder, Eigentlich zu reden, fehlen die gewöhnlichen beyden Augenlieder auch) den Fiſchen, ohnerachtet man an den meh» reſten das oben genannte dritte Augenlied wahrnimmt. Die Autenwimpern ſind eine Reihe kleiner, ſteifer und gefrümmter Haare, die längs am Rande des obern und untern Augenliedes hervorſtehen, Sie Rr 3 mößie ZAWRez(ein Ab = XN 4 SuS KC EEKTRIEESG 318 Auge mäßigen den gewaltſamen Einbruch vieler. Lichtſtrahlen, und halten den Staub ab, Sie fehlen den Vögeln und vielen Thieren, und ſind nur ein Vorzug der haarichten Thiere, Der Menſc am Grunde des Auges nennt man den Drachen, Fr. dragon. Er breitet ſich mit der Zeit aus, und nimmt die Prunelle ein, ſo, daß das Pferd auf dem einen Auge biind wird, oh- ne daß man ihm helfen kann. Dieſer Fleck kann auch braunroth oder ſchwarz werden, und hat zuweilen die Geſtalt eines kleinen ſchlänglichten Wurms, oder einer kleinen gefrümmten Schlange, als woher er den Namen Drache beksemmen hat. Wenn die Prunelle weißgrünlich ausfieht, ſonennt man ein ſolches Auge oeil cul de verre. Dieſer Fehler macht das Pferd nicht immer einäugig; allein es iſt ſehr zu befürchten, daß es ſolches werden kann, Wenn man in der Prunelle mehr Weißes als Grünli- hes ſieht, ſo ſagt man alsdenn? das Pferd Hat ein Schmerlauge, oder iſt glas- aui, Fr. veil vairon oder veron. 8 hat aber das Pferd, außer den nurgedach- ten mancherley Augengebrechen, noch an- dere Fehler, die theils leicht, theils weniger leicht, theils gar nicht zu heilen ſind; ſiehe den Artikel: Augenkrankheiten der Pferde. Auge in den Gewächſen, ſiehe Runoſpe«. Auge im Ey, Habnentritt, iſt das fleine Bläschen oder Tüpfelchen im Weißen des Eyes, das ſür die Anlage oder Auge 3t9 den Anfang des daraus entſtehenden Geflie gels zu halten iſt, Auge, in der Baukunſt, ſ. Schne- denautge, AUge/ wird auch der höchſte Theil an den Stangen des Pferdezaums genannt, der auch wohl überhaupt das Hauptgeſtelle heißt, in welchem der Riemen des Haupt- geſtelles eingeſchnallt wird, Auge, bey den Edelſteinen, bedeutet ihren Glanz und Strahl, zuweilen auch ihre natürliche Beſchaffenheit, Güte oder ihren Werth. So ſagt man z. B, der Diamant hat ein unvergleichliches Auge, jener aber ſchielt ein wenig, oder hat ein etwas ſchwärzliches Auge. Von Perlen ſagt man auch wohl zuweilen, ſie haben ein ſchönes Auge, anſtatt: ſie haben ein ſchönes Waſſer. Slugenachat, Augenſtein, ein Achat mit einem weißen Grunde, aber mit einem ſchwarzen oder braunen Fleck, der mit einem Bogen umgeben iſt, und gleich» ſam dem Auge gleicht. Er wird auf der Inſel Malta gefunden, Auge und Schlag, bedeutet beym Fiſchhandel den Zwiſchenraum zwiſchen dem Auge und Schwanz, welcher leßtere auch der Schlag genennt wird, weil ſich der Fiſch deſſelben zum Schlogen im Waſ»- ſer bedient, wenn er ſchwimmt. Man ſagt z. E. dieſer Hecht hat zwiſchen dem Auge und Schlag 2 Fuß, d. i. er ſoll, nach einer bey einem gewiſſen Fiſchhandel ges bräuchlichen Art zu meſſen, nicht verkauft werden, wenn er nicht zwey Fuß lang iſt, ob er ſonſt wohl, wenn man den Kopf und Schwanz dazu nehmen wollte, weit lan» ger iſt Augen- | X*85*“ p" IS, 3:30 Augenſi Augenflüßſe,€ Avgenkrankbei- ten.' Augengias, ſ. Sernglas, Aceugeln, f. Oculiren. Aeugler, ſ. Zrunnenmeiſter. -Augengruben, bey einem Pferde, befinden ſich zwiſchen dem Auge und dem Ohre, über den Augenbraunen an jeder Seite. Die Augenbraunen ſtehen gerade unter den Augengruben, und üver den Au- gen. Sollen die Augengruben untadelhaft feyn, ſo müſſen ſie nicht hohl, ſondern voll, und etwas erhaben ſeyn. Bey ſehr alten Pferden ſind ſie gemeiniglich vertieft und hohl; bey jungen Pferden aber, doch nicht immer, ein Zeichen, daß ſie von einem alten Beſchäler abſtammen. Die grauen Haare der Augenbraunen verrathen insge» mein ſchon von ferne das Alter der Pferde, je mehr dergleichen Haare hieſelbſt geſehen werden. Aber auch nicht immer, So können 3. B. Rappen, die von Jugend auf mit etwas weißen Haaren vermiſchte Haare haben, und die man ſtichlicht zu nennen pflegt, ſehr frühzeitig in den Au- genbraunen mehr weiße Haare als-andre Pferde, die älter ſind, haben. Mit ſtich- lichtbraunen Pferden hat es gleiche Be- ſchaffenheit. Augenkrankheiten des Feder: vieles. Sind ſehr gemein, und zwar mehr im Sommer als im Winter, beſon- ders wenn ſie rauhen oder ſich mauſern und dabey Erkältungen erleidenz; da denn die Augen theils ſcen vergleichen läßt. Um und um iſt es mit einem zarten Häutchen umgeben. Bey einem ſtaarblinden Pferde iſt entweder nur dieſes zarte Häutchen dunkel und undurch- ſichtig, oder es ſind die, vermuthlich mit einer durchſichtigen Feuchtigkeit angefüllte, Faſern ves ganzen kryſtalliniſchen Körpers verſtopft und alſo undurchſichtig gemacht worden. Dieſes kann von einem ſchlei- michtdicken. Blute, welches von einem ſchleimichten Futter, oder durch einen übeln Magen erzeugt wird, herkommen. Es kann aber auch durch eine jede Vollblütig- keit geſchehen, wenn nämlich dadurch der Kopf und alſo auch die Augen eingenom- men, die Blutadern ausgedehnt, diejenis Augenk gen aber, welche die durchſichtige Feuchtig- feit in ſich halten, zuſammengedrückt und alſo verſtopft werden- Manche Pferde- ärzte machen ſich bey dem Anfange dieſer Blindheit keinen Zweifel, ſelbige heilen zu können, und es ſchlägt ihnen auch nicht immer fehl, wenn ſie derjenigen Methode folgen, welche bey dem ſchwarzen Staar vorgeſchrieben iſt, weil beyde Arten von Blindheit in einer Verſtopfung eines Theils des Auges beſtehen. Daß bey dem ſchwar- zen Staar das neßförmige Häutchen, bey dem grauen aber der kryſtalliniſche Körper,| oder ſein Häutchen, ſich verdunkeln, macht in der Cur feinen Unterſchied, indem man keine Arzneymittel hat, welche einzig und allein auf einen gewiſſen Ort ihre Wuürkung richten. Den angehenden weißen oder grauen Staar erfennt man: 1) wenn das Auge kleiner, als gewöhnlich, dabey die durch- ſichtige Hornhaut mehr oder weniger trübe, und der Stern ganz enge iſtz; 2) wenn die Traubenhaut, darunter der braune oder ſchwarze, und bey Glagaugen der weiße Umfang des Sterns verſtanden wird, ſich nicht erweitert, indem man das andere noch geſunde Auge mit der Hand zuhält, welches doch bey jedem geſunden Auge alle- mal ſehr merklich geſchehen muß; 3) findet ſich hinter dem zuſammengeſchnürten Stern etwas Grünliches, oder nimmt man einige graue oder weiße Punkte wahr, ſo kann man verſichert ſeyn, daß der graue oder weiße Staar im Anwuchs ſey; welcher ſich 4) in kurzer oder längerer Zeit deutlich zu Tage legt, indem entweder das hinter dem Sterne befindliche Häutchen, welches gleichſam eine Scheidewand zwiſchen der wäſſerigen und glagartigen Feuchtigkeit ausmacht, oder auch die Haut der Kryſtall- linſe ſelbſt undurchſichtig und weiß oder grau erſcheint. 1chtige tt und erde: dieſer llen zu ) nicht Rethode Etaar en von Theils chwar-- n, bey örper, macht m man zig und urfung grauen ; Auge - ce trübe, enn die 1e oder 4 weiße d, ſich andere zuhält, 19e alle ;) findet 1 Stern 1 einige 0 fann je oder welcher deutlich hinter pelches en der tigfeit eyſtall- x gran ſeint- Augenk erſcheint. Ja zuweilen wird der ganze Kryſtallförper dunkel und die andern Feuch- tigkeiten trübe befunden, welches, nach der verſchiedenen Farbe, der weiße oder graue Staar genannt wird. Wenn man den Anfang des Uebels entweder nicht wahrgenommen oder nicht geachtet hat, oder ſolches nicht heilen kön- nen, und der ganze Stern bereits weiß und undurchſichtig iſt, ſo rathen einige Pferdeärzte, den Staar eben ſo, wie bey Menſchen, zu operiren, Man giebt dem Pferde den Abend vorher nichts zu freſſen, den Morgen därauf macht man ihm, wenn es auf der Erde liegend iſt, den Kopf feſt, daß es ihn nicht rühren kann, läßt ihn das Auge offen halten, ſticht mit. einer gar fei- nen und ſpibigen Nadel durch das Weiße in dem äußern Augenwinkel, ſv, daß man das traubenförmige Häutchen nicht verleße, und ſucht entweder nur das dunfele Häut- ben, oder, wenn es nothig iſt, den gan- zen kryſtalliniſchen Körper abzulöſen, und auf den Grund des Auges zu drücken; kurz, man arbeitet ſo lange, bis das Auge wie- derum helle erſc DERT Augenk 222 Zeit, als man noch Unfall hiebey zu beſor- gen hat, muß man dem Pferde wenig oder gar nichts zu freſſen geben, weil die Be- wegung des Kiefers auch die wohlgerathens- ſte Operation verderben kann. Das Trins fen ſchadet“ nicht ſo viel, daher man das Waſſer durc Kleyen, oder, noch beſſer, durch vieles Mehl, nahrhaft machen kann, daß das Pferd eines Futters zum Käuen wenig oder gar nicht bedarf. Man kann aus dem, was geſagt iſt, ſchon ſehen, was für Schwierigkeiten mit dieſer Operation verknüpft ſind, und daß man lieber eher alle andre Mittel verſuchen wird, unter welchen folgendes als eines der beſten zu halten iſt: Nimm Baldrianwurzel, Aus gentroſtfrauf, von jedem anderthalb Loth z präparirte, d, i, fein zerriebene und durch» geſiebte Eyerſchaalen, zwey Loth; mit Schwefel abgeriebenes Queckſilber, präpas- rirte Kellereſel, von jedem ein Loch. Gieb dem Pferde täglich zweymal davon 1 Loth unter ſeinem Futter zu freſſen, und fahre damit ein ganzes Jahr fort, wenn das Pferd der Mühe und der Koſten werth iſt. In dem Auge geſammletes Eiter kann entweder von einem innerlichen Geſchwüre, oder von außen von einem Schlag oder Stoß herrüdren, Jn dem erſten Fall wird nicht viel zu chun ſeyn, wenn nicht etwa, neben wiederholtem Laxieren, mit den zuvor beſchriebenen Pillen und Aderlaſſen, fole gender zertheitender Ueberſchlag etwas aus- richtet: Imm Gartenrauke, Augentroſt, Wermuth, Beyſfuß, von jedem eine Hand voll; koche es in einem halben Maaß jun- gen Wein, und lege entweder ein hiermit geneßtes zarkes Tuch, oder die gekochten Krauter ſelbſt, in ein Tuch eingeſchlagen, warm, aber nicht heiß, auf, In dem andern Falle, wo die wäſſerige Feuchtige feit trübe geworden, und zu beſorgen iſt, Ss 23 daß -- . SCHREI Mam 3845. Augenf daß ſich das trübe Weſen zuſammenziehen und Wolken formiren möchte, welche das Pferd gar um die Augen bringen fönnten, muß man unverzüglich, gleich nach vor- hergegangenem Laxieren, ſtärkende und zu- fammenziehendve Ueberſchläge auf das Auge legen- Nimm rothe Roſenblätter, Roß- marinblüthe, Granatblumen, von jedem eine Hand voll; und Feilſpäne von Eiſen, zwey Loth. Gieße einen Schoppen ſiedend gemachten Lavendeleſſig und even ſo viel Augentroſtwaſſer darüber, laß es eine Stunde lang in heißer Aſche ſtehen, als- venn aber wieder erkalten, und mache dem Pferde des Tages dreymal einen Umſchlag davon, Entzündete Autten, oder das Ait- txenweb, iſt gar nicht ſelten bey den Pfer- den. Sie bekommen ſolche, wenn ſie bey rauher Witterung gegen den Wind laufen müſſen, wenn ihnen ein Halm Heu oder Stroh in die Augen fällt, wenn ſie mit der Ruthe oder Peitſche ins Auge gehauen oder von andern Pferden gebiſſen werden, Oft aber weiß man gar keine äußerliche Urſache anzugeben, und man muß eine Entzündung von einem Fluß, der ſich in das Auge geſeßt, vermuthen. Dſt kom- men beyderley Urſachen zuſammen, ſv, daß wenn das Auge durch eine äußerliche Urta- che verleßt worden, ſich ein Fluß darzu zieht, und die Inflammation vermehrt. Iſt dieſe geringe, ſo kann ſie leicht geheilt werven, wenn dem Pferde an jevem Mor- gen und Abend kaltes Waſſer ins Auge ge- ſprißt wird; iſt ſie aber ſtärker ,- ſo darf man ſie nicht verſaumen, weil ſonſt gar leicht Felle auf den Augen, Geſchwüre in der Hornhaut, hierdurch aber eine völlige Blindheit entſtehen kann, Man muß da- her in ſolchem Falle dem Pferde die HDals- ader öffnen, und eine Quantität Diut abs Augenk laſſenz hierauf aber folgende zertheilende und heilende Salbe bereiten: Honig, zwey Loth 3 weißer Jngwer, feiner Canarien- zucker, von jedem ein hatbes Loth, und Roſenwaſſer ein halbes Loth- Miſche es wohl unter einander, laß dem Pferde das Auge oſſen halten, und ſireiche dieje Salbe ihm zwey- bis dreymal nach einander mit einer ſanften Feder ins Auge, und halte daſſelbe eine Zeit lang zu- Man muß hiebey Achtung geben, und zu verhüten ſuchen, daß ſich das Pferd, der Schmer- zen wegen, nicht an etwas reiben könne. Nach einer Stunde wird das Auge mit kaltem Waſſer ausgewaſchen, und in den folgenden Tagen auf gleiche Weiſe ſo lange verfahren, bis die Inflammation vergan- gen iſt. Iſt dieſe aber hartnäckig und mit Schwulſt begleitet, ſo nimm ſüße Sahne (Milchrahm) einen halben Schoppen, und Hauswurzelkraut, zwey Hände voll. Sto» ße es zuſammen in einein Mörſer, thue ſo viel weißes Mehl, als nothig iſt, daß es dick werde, und drey Löffel Roſenwaſſer, dazu, ſtreiche es auf ein vierfaches Tuch oder Compreſje, und lege es kalt auf das Auge, ſo wird, wenn der Uever'chlag olle 24 Stunden erneuert wird, ſich die Hike völlig herausziehen und die Geſchwulſt legen. Verwundunten des Auges werden eben ſo, wie die Inflammation, behan- delt, weil die Heilung von ſelvſt erfolgt, wenn nur die zu befürchtende Jnflammas tion verhindert wird. Wenn nach der Jn» flammation ein Fell, over weißer dunkler Fleck zurückbleibt, ſo iſt folgendes Augen» waſſer ſehr dienlich; Weißer Bitriol, ges ſtoßene Lorbeeren, jedes 2 20h; Jngwer ein 2othz3; Salbey, Iſop, jedes eine Hand voll 3 dieſe Stücke laſſe in 2 Maaß Waſ- ſer bis zur Hälfte einkochen, und wenn es den Ilehde zwey arien» , und de es e das Salbe er mit ) halts | muß hüten hmer- fönne. 92 wit in den v lange ergans 1d mit Sahne ny, und Sto» thue ſo daß es poſſet, Luch yf das agolle e Pike hwulſt verden jehan- folgt, mms "M nfl (ugen* |, ee 1gwer Hand Woſ- enn es ven Augenk ven leßten Sud thut, ſo thue ein Quenk- netes Heu, vieles Trinken vom zu Waſſer geſchmolzenem Schnee u. dgl. Jſt vas Pferd vollblütig, und ſind deſſen Adern entzündet oder flüßig, ſo kann man Ader- laſſen, Purgieren und Haarſchnuren ver- ordnen; nur muß man allzu ſtarkes oder zu öfteres Purgieren, nicht nur in Anſehung der Augen, ſondern auch der Eingeweide, welche dadurch ſehr geſchwächt werden, vermeiden, und daher bey der Mittelſtraße „bleiben. Folgendes Lariermittel bey flüßi» gen Augen kann gute Dienſte chun: Alve, „Io Quentcen, und durch das Ausjchneiden der ſo genannten T]iäunje(d. i. Muſkeln oder Fleiſchiappen, welche zur Dewegung der vordern dippe ves Pferdes beſtimmt ſind, und der Zu > I 1 db ari RI IFG 13 qus , und Nößel ſpülen, n wird Augen« fönnen, Fällen )e nicht und die Iendep bit ſich en de (ter zere tiefer e fann en Zus n man the des auchen, ' einan- >, dem |, ver: Naſette n darf in oder wöhnli- te Naſe könnte, v fließt Augen werden elmals haven, der amt rzelſte- der|0 ng vder ng ver € ſind) und Augenl und gleich unter den Augenhöhlen anfan- gen,) richtet man nichts gegen die Flüſſe der Augen ausz mon macht vielmehr durch dieſe Operation das Pferd nux deſto früher blind,' Zuweilen erſcheint oben auf der Horn- haut eine dünne, undurchſichtige Haut, welche ein Sell auf dem Anugge, cin Drache oder ein T7atzel genannt wird. Dawider braucht man am beſten. etwas ganz fein gepülverten Salmiak oder Zucker, wovon käglich etwas in das Auge auf das Fell geblaſen„ oder lieber mit dem Finger hineingebracht wird. Auch kann das Fell behutſam weggeſchnitten werden, damit die Hornhaut wieder hell werde. Es giebt Hirten, welche dieſes öfters bey Kälbern, Schweinen und Schaafen mit gurem Erfolg verrichten. Noch muß man wiſſen, daß ein Pferd gemeiniglich bey der ſo genannten Kropf- krankheit(Drüſen) zugleich auch triefende Augen hat, dieſe aber keine beſondere Cur erfordern, da fie mit den geheilten Drüſen wieder vergehen. Endlich findet ſich noch ein Zufall an dem innern oder größern Augenwinkel, wel- cher der Haug, Hauf oder die Hauke ge- nannt wird. Er iſt auch dem Rind- Schaaf und Schweinevieh gemein; ſiehe hievon den beſondern Artikel: Haut. Augenleder, ſ. Scheuleder. Augenmaaß, wenn man nicht im- mer mit dem Maaßſtabe in der Hand ver- fahren kann oder will, ſo läßt man es auf die Augen ankommen, wobey die Uebung es zuwege bringt, daß man das Maaß endlich ziemlich genau anzugeben weiß. Augenmarmor, ein fieckiger Mar«- mor, deſſen Flecke den Augen ähnlich ſind, Augent 325 Augenſproſſen, Weidſproſſen, Angſprießel, Eisſprießel, ſind die unterſten Enden der Hirſchgeweihe, die kurz über den Augen ſißen. Ein Hirſch, der dieſe nebſt den Spießen ausgewachſen, und keine, Enden mehr hat, wird ein Ga- belbirſch genannt, Augenftein, ſ. Autzenachat. Augentroſt, Euphralia, und Zahntroſt, Odontides, ſind in Anſe- hung der Blume wenig von einander un- terſchieden, und werden daher von vielen in ein Geſchlecht vereinigt. Won den ſie» ben Arten, welche Linnäus anführt, be- merken wir: 1) den weißen Autgentroſt, Tatſ- teuchte, weiße Leuchte, Euphralia oflic. L. Vaterland: Europa, auf Wieſen und niedrigen Triften in Feldern und Wäldern gemein, und macht auf h0- hen, trockenen und ſandigen Orten einige Abänderungen, Wurzel: zart, faſericht, Srengel: eine Viertelelle hoch, in einan- der gegen über geſtellte Aeſte vertheilt, Zlärter: eyſörmig, gezackt, dunkelgrün, einander gegen über geſtellt, ſißen platt auf, in ihren Winkeln ruhen einzelne Blumen, welche an den oberſten Aeſten gleichſam eine Aehre vorſtellen, Blumen: im Jaul,, weißlich, die obere Lippe blaßpurpurfarbig und mit verſchiedenen ſchwachen Streifen, nach der Länge herunterlaufendz wo die un- tere Lippe anfängt, zeigt ſich ein gelber Fleck nebſt einigen Streifen. Der Geſchmack der Blätter iſt anhals tend, etwas bitter, auch, nach Gledit- ſchens Bemerkung, nicht ganz ohne ver- ſteckte Schärfe. Der ehemalige Gebrauch derſelben in Augenkrankheiten iſt in neuern Zeiten ganz abgefommen, da ſie nur bey ſchlei- E57 1: Fh FRIO 4 4:imw EE 328 AKugent ſchleimichten Feuchtigkeiten der Augen nüß- lich befunden worden; det Gebrauch kann auch wohl ſchädlich ſeyn, da der ausgepreß- te Saft von hißiger Beſchaſſenheit iſt. Das Kraut mit Wein abgekocht, und auf die Augen gelegt, hat dem berühmten 2obel bald das Geſicht völlig geraubt. 2) Den braunen Autgentroſt, Zahntroſt, Euphralla Odontides L. Vaterland: Europa, in feuchten Grün- den, auf Wieſen, Feldern und Heidenz vermehrt ſich häufig durch den Saomen, Durzel: faſericht. Srentel: einen Fuß hoch. Zweite und Dlätter: gegen einander über ſtehend 3 dieſe ſind weichltich oder haaricht anzufühlen, länglicht und ſparſam ausgezackt. XYZlumen: inlockern und einſeitigen Aehren, unterſcheiden ſich von vem weißen Augentroſt ſonderlich durch die obere Lippe, die zwar eingeferbet, aber ungetheilt iſt, und durch die mehr hervorragenden Staubfäden, wie auch durch die eyförmige platt gedrückte Frucht. Die ganze Pflanze iſt ſchwärzlich oder braun, nur die 3 einander völlig gleichen Cinſchnit- ts des Blumenblattes ſind blaßröthlich. Die obere Lippe iſt ein wenig haaricht, Schwenkfeld berichtet, wie das Frauen- zimmer in Schleſien dieſe Pflanze" zer- quetſcht in vie Schuhe zu legen pflege, um vie monatliche Reinigung zurückzutreiben, Plinius aber hat ſolche wider die Zahy- ſchmerzen angerühmt, 3) Den gelben Auttentroſt, Eu phraſia lutea L. YDaterland: das mit- cägige Curopa auf dürren Hügeln und bergichten Gegenden, fömmt in der Blu- me init vem vorigen überein, läßt ſich aber gar leicht durch die, zwiſchen den gelben Blumen befindlichen, Blätter unterſchei den, indem ſolche nicht, wie die übrigen, gusgezackt, ſondern völiig ſind, Auguſt Augentroftgras, ſiehe Meirich, Schmielen. Augenwurzel, ſ. Baldrian, Augenzier, f Ochſenzunge. ÜUngſteiche,| Ziche. Auguſt, Augſt- Auguſt- Obſt- nidnath, iſt der achte, nach den vier Jahreszeiten aber der dritte und leßte Som- mermonäth. Baiſer Karl der Große hat ihm den deutſchen Namen Aehren- oder Aerndtemonath gegeben, weil man in ſelbigem mit der Aerndte beſchäfſtiget iſt, Die merkwürdigſten Tage und unbewegli- ZES red.! eds HASE€) TESSA dR 330 Aurikel müſſen ſie gejätet werden, daß das Unkraut die zarte Pflanze nicht erftickk. Wenn ſie fünf Blätter haben, werden ſie weiter aus einander gepflanzt, und bey guter Pflege wird man im dritten oder vierten Jahr Blü- the haben. Sie verlangen feine, ſo große Scherben, als die Nelken, und es iſt nicht nöchig, ſie jährlich zu verpflanzen, doch müſſen ſie mit Erde auf der Oberfläche et- was:angefriſcht, und vie alte einen Zoll hoch abgenommen werden, Die Niederländer haben ſie zuerſt ge- baut, und die Kenntniß und der Beſiß der eigentlich ſchön zu nennenden iſt noch nicht ſo ſehr ausgebreiter, als der Tulpen und Nelken. Indeſſen iſt ihr Geruch ſehr lieblich, und ihre Schönheit und Mannich- faltigkeit der Farben und Malerey ſehr groß, und ſie ſind allerdings der Pflege eines fleißigen Blumiſten würdig. I< will zuerſt eine allgemeine Betrachtung derſel- ven anſtellen, und' hernach die beſten Ar- ven, die ich geſehen habe, beſchreiben. Wenn man die Aurikel überhaupt in Abſicht ihrer Schönheit betrachtet, ſo muß man Achtung geben, 1) auf die äußere Geſtalt der ganzen Pflanze, 2) auf die Blume ſelbſt; 3) auf die Eintheilung der» ſelben. Was die äußere Form der Pflanze be- friſſt, ſo haben die Blätter ein mannich- faltiges Grän, und ſind, wenn die Blu- me geſund iſt, ſtark, breit, ſoftig, und zum Theil mit einem leichten Puder be- ſtreut. Der Stengel muß hoch und ſtarf ſeyn, ſo, daß er eine große Menge Biu- men tragen fann. Er fann etwas gebo- gen ſeyn, ſo, daß die Blumen den Liebha- ber gerade anſehen, aber nicht krumm, damit ſie nicht herabhängen, und ihr An- geſicht auf eine blöde Art niederſchlagen und verbergen, Iſt die Blume aber doch Aurikel übrigens gut, und werth, geſehen zu wer- den, und hat den Fehler eines ſchwachen und frummen Stengels, ſo kann man ſie durch ein Stäbchen, daran man ſie bindet, aufrichten, und daſſelbe grün anſtreichen, ſo daß es von dem Stengel nicht ſehr zu unterſcheiden iſt. Die Blumen zuſammen müſſen ein ſtarkes Bouket formiren, wie eine halbe Kugel, welches eine der größ- ten Schönheiten iſt, Es kömmt davey mit auf die Geſundheit der Pflanzen an, daß alle Blumen gehörig ausblüßen und feine Knoſpe vertro>net, Die Blume ſeibſt muß, wenn ſie ſchön ſeyn ſoll, keine hohe und lange Piſtil- le haben, die in der Mitte derſelben als ein Spieß in der Höhe ſteht. Das macht ſie durchaus verwerflicen, oder mit den Autheris oder Staubfäden, die inwendig an dem Kelch an den Blättern umher ſtehen, und einen artigen kleinen Kranz formiren, parallel ſtehen, Die Blume muß ein weites und gro» ßes Auge haben, welches die runde Flache iſt, unmittelbar um die Vertiefung des Kelches. Cs iſt daſſelbe von unterſchiede» nen Farben, weiß, gelb, von unterſchies denen Graden, und Perlenfarbe, Je reis ner, feuriger und glänzender daſſelbe iſt, deſto vollfommener iſt die Blume, Die Cinfaſſung des Auges durch die eigentliche Farbe der Aurikel muß alſo ſchmal ſeyn, und .: AIAA ENES BEN ZE= 0 DN SRL ZDDRIES iI zu wet: wachen nan ſie bindet, rächen, ſehr zu ſammen en, wie er größ: f dabey zen an, en und enn ſe ePiſtil- (ben als 8 macht [e ebene on: dem ind une Misge- yn Cis ings ha» dadurch behält: t Saqe Aver en, der en, die Hlättern - fleinen nv grd » Flache ing des ſchiede“ terſchie/ Te rel: (be iſt, Die entlich? 4 feyn, und Aurikel“ unb dem Auge Raum laſſen, Daraus erhellet, daß die doppelten oder gefüllten Aurikeln von feiner Bedeutung ſind, weil ſie fein Auge haben, und ähnen alſo ein weſentlicher Theil der Schönheit fehlt, Das Auge ſelbſt iſt gemeiniglich zirfelrund, bisweilen regelmäßig mit kleinen Bogen ausgeſchweift, welches eine Mannichfal- tigfeit mehr iſt, und die Schönheit nicht verdirbt. “Der Bau der Blume muß platt und offen ſeyn. Die Tulpe ſoll einen Kegel; die Nelke einen ſphäriſchen Abſchnitt; die Aurikel aber eine Fläche vorſtellen, und dieſe Geſtalt müſſen ſie in ihrer Vollfom- Mmenheit haben, Die Blätter müſſen alſo nicht aufgerichtet ſtehen, dadurch die Blü- me hohl und futenförmig wird; auch nicht rückwärts gebogen ſeyn, und ſich zum Theil verbergen, auch nicht friſirk und gefräu- ſelt, welches zu dieſer"Blume nicht gehört. Man theilt die Aurikfeln in Abſicht der Farben ein: in einfarbige und vielfarbige. Von den einfarbigen hat man blau oder grisdelin, violet, roſenfarbig, karmoiſin, purpur, und braun oder kaffeefarbig. Sie müſſen nicht matt, ſchmußig und gemein, ſondern ſammtartig,(veloutier) und glän- zend ſeyn, und dies macht eine ihrer größ- ten Schönheiten aus. Man hat von die- ſer Art drey beſondere Gattungen? 1) ge- rade(pures) wenn die ganze JlUlumination gleich ſtarf iſt, z. B. roth oder blau, Man achtete dieſe Klaſſe ſonſt wenig, weil ſie zu einfach war. Man Hat aber einige Stücke von ſchönem Sammt, und glän- zender hochrother, auch blauer Farbe, wel- , und ſo die >e Hulten haben, daß ſie für den Tiſch des Micttelmannes durchgeſchlagen und eßbar gemacht werden müſſen. Gelbe Rüben, oder Mohrrüben, werden im Sandboden, wie z. B, bey Berlin und Potsdam, eine gelbe oder rothe Farbe,“ nebſt einem füßen Geſchmack haben, ſich auch im Kochen weich ergeben. VWon dieſemm Saamen wird man im Lehmboden weniger aut ſchme- dende, in niedrigen Moorländern noch ſchlechter ſchmeeende, und weniger gelbe Farbe habende Rüben erziehen, ſo, daß „von dem Saamen dieſer leßtern endlich ganz blaſſe, wenig ſüße Rüben erbauet werden. Sgen wir bey uns den Saamen von t Hat: „um vnd Hetraſs ſen ges hlechter n dem QuSgee , went usſaat 1 kann, Erbſen ſie zum o ſchöne nit on oder Durch: dürfen, f einen werden fallen, geartet 1 wor- - einen d ſo die iſch des d eßbar Rüben, dboder, 1, eine | füßen Kochen gamen E ſcmes n neh | gelbe , deß ondlich ybauet gamen vo Ausarten von den auch außerhalb Landes weit und breit bekannten Teltauer Rüben, ſo wer- den wir, wenn wir einen hohen, mehr dürren als naſſen, Sandboden erwählen, von der erſten Art ziemlich kleine und gut- ſchme>ende Rüben gewinnen, Fahren wir aber mit Saamen, der von unſern Rüben bey uns erzeugt worden, fort, Rü- ben zu ſäen, ſo werden ſie immer mehr augarten, und der Mutterart je länger je mehr ungleich werden. Nehmen wir aber“ von dem erſten Saamen aus Teltau, und ſäen ſolchen in einen ſchwarzen, feuchten Boden, ſo werden die Rüben alsbaid ſo ausgeartet ſeyn, d-ß ſie nicht nur 4--6mal größer, als die Mutterart ijt, werden, ſon- dern auch wäſſericht ſchme&>en. Säen wir von dem Saamen der leßtern Art, ſo haben wir in dieſer zweyten Generation bereits fo große, vollſaftrige und inwendig ganz und gar. nicht ſeſte Rüben, daß ſie nun ſchon faſt ganz in unſre bekannt: große ſo genannte Waſſerrüben, oder Tarnipſe ausgeartet ſind, dagegen die Teltauer Rüve die Dicke eines kleinen Fingers wenig über- ſchreitet, und ein ſehr troFnes und ſo har- tes Fleiſc) im rohen Zuſtande hat, daß ſich ſelbige unter den Zähnen, wenn ſie zer- biſſen wird, ganz brüchig erzeiget. Man kann auf gewiſſe Weiſe von falt allen Ge» traidearten ſagen, daß ſie ansarten. Rog- gen im Sandvoden iſt ſehr dünnhülſig, und wiegt mehr, als der dichulſige im fetten Boden, Wird von jenem auf einen Boden lekterer Art geſäet, ſo iſt er im er- ſten Jahre ziemlich ſeiner Mutterart gleich z je länger aber von der Abkömmlingeſchaft geſäet wird, deſto mehr artet er nach und nach in den vollkommen dickhuülſigen Rog- gen aus. Mit dem weißen Waizen iſt es nicht viel andersz er artet in gelben Wai- zen nach und nach aus, wenn rt auf einen . Ausbacen 333 ſchwarzen tiefen Moorboden ausgeſäet wird. Die große Gerſte iſt dünnhülſiger als die ſo genannte kleine Gerſte, Erhält man jene, und ſäet ſie in Ländern und zu der Zeit, wo dieſe gebauet wird; ſo wird ſelbige in den zwey erſten Jahren ihrer utterart gleich ſeyn; in den folgenden Jahren aber in die dihülſige und kleinkör- nige Art oder gemeine kleine Gerſte, völ- lig ausarten, Berſieht man aber unter dem Ausär- fen die Umänderung oder den Uebergang des VGetraides in eine andere Gattung, ſo widerſprechen ſelbiger unſre größten Na- turforſcher faſt einhellig, ob ſchon manche tandwirthe das Gegentheil behaupten, da fie z. B. von dem Roggen ſagen, vaß er ſich in Treſpe, der Roggen aber in Waizen verwandele, Dagegen behauptet der we- gen ſeiner fameraliſtiſchen und öfonomiſchen Schrüten ſo berühmt gewordene und vor wenig Jahren zu Mainz verſtorbene Geh, Rach Pfeifer das Gegentheil, ſtellt ſich beſonders als einen Augenzeugen der Wer- wandelung des Roggens in Waizen dar, und ſagt, es ſey jehr gemein iim Temeswa- rex Bannat, daß man Roggen ausſäe, und dafür Waizen, worinn ſich jener ver» wandelt, einärndtez daß es daher auf ei- nen vorzüglich beſſern Boden ankomme, wenn dergleichen Uebergang von einer ge2 ringern Gattung zu einer edlern Statt fin- den ſolle, Ausbacken, das Brodt im Ofen gahr backen laſſen. Jn den Haushaltungen, wo vieles Brodt gebacken wird, muß hauvk- ſächlich darauf geſehen werden, daß fein unausgebackenes Brodt aus dem Oſen ge- zögen werde/ weil ſolches, zumal in der warmen Jahreszeit, ſehr bald ſchimmelt, und alsdenn nicht einmal den Schweinen Tt3 zur 334 Ausbasos zur nahrhaften Speiſe dient, Wird aber viel unausgebackenes Brodt gegeſſen, ſo kann dadurch der Magen to verdorben oder verunreinigt werden, daß daraus Fieber entſtehen. Wo nun in manchen, beſon» ders großen, Haushaltungen dem Geſinde, Hofedienern oder Frohnleuten, nach dem Gewichte das tägliche Brodt gegeben wird, da begeht man öfters Sünde gegen die Menſchheit, wenn deshalb auf unausge- backenes Brodt gehalten wird, weil es boſ- ſer und mehr, als gut ausgeba&enes, ins Gewicht fällt. Bey den Bäckern heißt ausbacken, das gahr gebackene Brodt mic einem Schie- ber aus dem Ofen ziehen, weshalb ein ſol- ) und damit er bey jeder veränderter Lage des Baums die Achſe genau treffe, ſo ſind in dem Bock verſchiedene Löcher, worinn man* nach der 2age des Baums den Bohrer in eins oder das andere ſtecken kann. Erſt- lic) wird mic dem Cchne>enbohrer ein koch ausgebohrt, welches im Durchmeſſer 2 bis 2* Zoll hat, alsdenn mit dem Löjfelbohrer, wodurch das 2och erweitert wird, daß es 4 bis 4x Zoll im Durchmeſſer erhält, Mit dieſem zweyten Bohrer aber wird nicht die ganze Röhre erweitert oder aufge» ſchrotet, ſondern nur bis dahin, wo das Ven- m“ R KE fs EE ZR. 154- 338 Ausbohren Ventil ſteckt, welches ohngefähr 8 Fuß von der obern Mündunz abſteht. Nach- her muß dieſe obere Mündung noch mit einem größern Löffel erweitert werden, DA- mit die Ziebſtange einen ungehinderten Zug erhält. Der Bohrer wird an ſeiner Stan- ge burch eine Kurvel von zwey Perſonen herumgedreht, Ausbohren, wirb von Drechslern und Stellmachern geſagt, wenn ſie ein Stück Holz mit dem Bohrer auspöhlen. Z. B. die Nabe eines Rades, einer Pfei- fenxöhre u, dgl. Ausbrauen, vas Bier völlig gahr kochen. Man ſagt auch: das Malz braut ſich gut aus, wenn es von guter Gerſte oder ſo gut bereitet iſt, daß die ganze Kraft in die Flüſſigkeit herüber geht, und alſo gutes Bier daraus werden kann. Ausbrechen, Abkniſpen, Ab- Fnoſpen, ein Gärtnerwort, welches das Abnehmen ſolcher Aeſte und Reiſer, be- ſonders an Zwergbäumen, bedeutet, wel- che zu lang und feine rechte Truchtzweige ſind; denn wenn ſolche ein wenig abgenom- men werden, treiben ſie neue Reiſer, die ſich zum Fruchttragen. bequemen müſſen. Es geſchieht aber das Ausbrechen der Reit- ſer im May oder Junius, wenn ſie noch jung und zart ſind„„dergeſtalt, daß. nur noch 35 4 bis 5 Blätter enge beyſammen ſtehen bleiben, woraus nachmals fleine Aeſte entſtehen, welche Frucht bringen, auch dergleichen in dem alten. Holze, oder unter den Blättern noch vielmals in eben demſelven Jahre Fruchtfnöpfe hervorbrin- gen, Dieſes Ausbrechen geſchieht entwe- ver mit der Hand, zwiſchen zween Nägeln, und wird Abkneipen, Abfneiſen, genannt; gder es wird mit der Gartenhippe, welche Ausbrechen man an einer, und den Daumen an der andern Seite anlegt, verrichtet, Auf die? ſe Art bricht das Reis gleich ab, daß als- dann auf dieſe Weiſe davon nur ein Stück mit etlichen Blättern ſtehen bleibt. Die Fleinen oder zarten Reiſer werden damit verſchont, es wäre denn, daß ſie ſtärker frieven, und feine Früchte geben wollten, da ſie denn durch das Ausbrechen ebenfalls dazu gezwungen werden. Sind aber Früch- te bey einem ſolchen Zweige anzutreffen, ſo wird ſolcher nicht ausgebrochen, weil die Früchte gern davon abfallen; ſind ſie aber größer geworden, ſo hat es ſo leicht keine Gefahr mehr. Wenn 2, 3 oder mehrere Fruchtäſte an dem Orte, wo im vorigen Jahre Früchte geſtanden, dieſelben aber nachgehends in dicke Aeſte over Holzknoſpen ſich verwandelt, beyſammen ſtänden, ſo werden ſolche gleichfalls ausgebrochen und deshalb kurz gehalten, damit der Baum fünſftighin größere Früchte tragen möge, Es muß dieſes Ausbrechen alle Jahre, bes ſonders an den Birnbäumen, vorgenome men werden, An etlichen Bäumen findet man mehr oder weniger auszubrechende Zweige, je nachdem es die Gattung der Früchte mit ſich bringt. Die, ſo auf wil- den Stämmen ſtehen, haben es gemeinig- lich am meiſten nöchig; ingleichen wenn ein Fruchtaſt die Blüchen oder Früchte fallen läßt, und einen neuen Zweig treibt, da denn ſolcher zur rechten Zeit, ſpäteſtens im Julius, wenn ſolches in beyden vor- hergehenden Monaten verſäumt worden, geſchehen muß. Cin ſtarfes oder ſchwaches Fruchfreis, wenn es in dem neuen Triebe einen ſtarken Abſaß macht, bleibt ohne Ausvrechen ſtehen; hätte es aber ſchon eis» nen Abſaß zuvor, alsdenn wird es bey dem neuen ausgebrochen, da denn zwiſchen den zwey Abſäßen die Frucht nicht aushlei- bey aden als L an der (uf die: aß als: Gü . Die | damit wollten, venfalls tFrüch: itreffen, weil die ſie aber yt feine mehrere | vorigen jen aber Fnoſpen en, ſd hen und Baum 1 möge, hre, bes rgenöme n findet rechende ung der auf wil- emeinig: en wenn Früchte (9 treibt, äfeſtens en vors worden, en, heißt: von der Do&e ab- laufen laſſen;. ſ, Doe. Ausdrechſeln, auf der Drechſelbank etwas mit geſpißten ſchneidenden Eiſen und Bohrern ausdrehen oder ausbehren, es ſey Ho!z, Knochen over Metall. Ausdreſchem, beißt entweder das Getraide auf der Scheuntenne mit dem Dreſchflegel aus den Aehren bringen, oder das Dreſchen fürs gegenwärtige Jahr voll- enden. Man ſagt daher: Jed) denke um die und die Zeit auszudreſchen, d. i, mit der ganzen Arbeit des Dreſchens fertig zu werden« Ausdünſtung, transſpiratio, per- ſpiratio. Es gehen beſtändig im natür» lichen Zuſtande allerhand wäſſerige und ſubtile Feuchtigkeiten dur) die Schweißs- löcher der äußerlichen und innerlichen Ober» fläcge des Körpers unvgrmerkt ab, und verfliegen wie ein Rauch oder eine Dunſt, weswegen man dieſes die unvermerkte, unempfindliche Ausdünſtung, trans- ſpiratio infenfibilis, nennt; ſobald ſie aber ſich häufiger und gleichſam tropfenweiſe ergießt, heißt man fie Schweiß, ſüdor. Es fann auch die ſchleimichte und fettige Feuchtigkeit, welche man an verſchiedenen Thieren, ſonderlich an den Fiſchen und kriechenden Würmern, wahrnimmt, und womir ihr Körper äußerlich überzogen iſt, zur Ausdünſtung gerechnet werden, Auch andere Körper, vornehmlich die flüßigen, ſind der Ausdünſtung unterwor- fen. Die Eyer dünſien ſogar durch ihre harte Schagle aus, weshalb ſie, je älter ſie 10,0 Jägeren | Hänge Fe ab» hſelbank iſen und , ſeh er das it dem ", eder ahr volk enfe um ,|, mit ortig zu 10, per» n natür» ige und . Daher ſind, natür- licher Weiſe, die ſehr waldigen Gegenden ſtät3 mit Nebeln bedeckt, und die waldigen „Fänder deswegen ſo lange ungeſund, bis die Wälder ausgerottet werden. Deny ' außer den wäſſerigen Theilen dunſten auch zugleich viele Theilchen andrer Art aus, welches der in der Luft von den Pflanzen fich ausbreitende Geruch beweiſt, Sie ha- Blusfelß 339 ben oft einen ſchädlichen Einfluß auf die menſchliche Geſundheit. So findet man z. B. Ssfters, daß manche Menſchen in Büſchen oder Brüchern, welche mit Kiens» poſt bewachſen ſind, theils Kopfſchmerzen befommen, theils betäubt werden, wels hes auch einigen Perſonen zur Sommers- zeit begegnet, wenn ſie unter einem Wall- nußbaume ſchlafen, Es fann daher auch die Ausdünſtung eines Baums gewiſſen Pflanzen in der Nähe an ihrem Fortkom- men oder Beſtehen hinderlich, andern hin- gegen förderlich ſeyn, als woraus ſich die von den Gärtnern bemerfte Sympathie und Antipathie mancher Gewächſe zwi- ſchen und wider einander erklären läßt. Ausfaſen, ausfaſeln, auströſ ſein, auströtreln, wenn ein Zeug fa- denweiſe ausgezogen, oder ausgezupft wird, Man ſagt auch ausfaſeln, ausfaſern, wenn die Fäden eines Zeuges an den En- den ſich von ſelbſt ausziehen, daher geſagt wird, der Zeug faſelt, faſet, faſert ſich aus, Die Schneider wichſen die Ränder unterſchiedener Zeuge, um zu' verhindern daß ſie ſich an dem Orte, wo man ſie mit der Scheere abgeſchniften hat, nicht aus» faſeln. Man macht aber auc) Manſchet- fen, Halskrauſen, u. dgl., deren Vorder« enden mit Fleiß ausgefaſelt ſind, wenn may fich derſelben zur Trauer bedienen will,; Ausfehmen, Schweine aus der Fehm, d. i, aus der Maſt nehmen, ſo wie einfehmen ſo viel, als in die Maſk nehmen, bedeutet,. Auefeld, Ausland, plattdeutſch Zurenfeld, Hierunter verſteht man die von einem Orte entlegenſten Aecker, die wegen ihrer weiten Entfernung gemeinig- lich am wenigſten oder gar nicht mit Miſt belegt, öfters auch dieſerhalb nicht ſo oft, Uu 2 gls IETER 2 KA L LEL„= wd 44€. 340 Ausfiucht als die Vorderfelder, beſäet werden. Für ſolche Oerter, ſo wie für den ganzen Staat, wäre es beſſer, wenn dergleichen Ausfelder Coloniſten, Büdnern oder Gärtnern zum An- und Aufbau überlaſſen würden, wenn man dergleichen Felder nicht lieber zum Holzaufſchlag beſtimmen wollte, Ausflucht, wird von Feldtauben und Bienen gebraucht, und bedeutet die Ge- gend, wo ſie hin zu fiüegen pflegen. Auch verſteht man darunter die Gegend, wohin die Bienenhütte gerichtet ſteht, daher man ſagt: die Bienen haben die Ausflucht ge- gen Südoſt, Ausfuhre, Exportation, Ex- poriat, ſind die Producte eines Landes, welche in andere Länder verfahren werden, Wenn die Einfuhre ausländiſcher Waaren von der Ausfuhre übertroffen wird, ſvo be- findet ſich der Staat in immer ſteigendem Wohlſtande, - Ausführen, hat bey der Jägerey folgende Bedeutungen? 1) den Leithund ausführen; 2) wo Dachſe, Füchſe, Ka- ninichen u, ſ. w. unter der Erde einen Bau - machen, bringen ſie die Erde hinter ſich heraus, und dieſes wird ausführen ge- nannt; 3) wenn Dachſe und Füchſe ihre Jungen aus ihrem erſten Baue hinweg- tragen, oder, wenn ſie laufen können, fort- locken, ſo nennt man dieſes: Ausführen der Jungen, Ausfüllen, eine bey Bäckern und Müllern gebräuchliche Redengart, wenn leßtere den Bodenſtein in der Mühle allzu tief behauen, erſtere aber denſelben nicht völlig wieder beſchütten, weil es ohne Nach- theil derſelben nicht geſchehen kann, der Stein hingegen, wenn er nicht völlig aus» geſchüttet wird, großen Schaden leidet, Augsfüttern als worüber unter beyden vielmals Streit entſteht. Ausfüllung. Wenn Kölke in Dei- Winter ausfüllen, ſowohl weil man als- denn mit Wagen und Pferden beſſer an- kommen, als auch, weil man, wegen Cr- mangelung der Arbeit auf dem Felde, die Arbeiter wohlfeiler haben kann. Ausfüllung der Gewolbewinkel, wird dasjenige Mauerwerk von Bruche Kalk- oder gebrannten Steinen genannt, womit die Höhlung eines Gewölbes bis zu ſeinem obern Theile ausgefülut wird. - Ausfüilung des Giro, ſ, Indoſ: ſiren. Ausfüttern, ein Wort der Uhrma« djer, wenn ſie die Zapfenlöcher der Käder und Getriebwellen, wenn ſolche ausgelau- fen ſind, wieder gangbar machen. Die- ſes geſchieht, wenn in das ausgelaufene Zapfenioch bey großen Uhren ein Suck Meſſing, bey kleinern aber liever Gold ein» geſeßt wird, F Ausfüttern, beym Waſſerbau, wenn die Bettung eines Kanals mit fecter Thon- erde ausgeſtampft, und das Lager einige Fuß hoch mit Sand beſtreut wird, Ausfüttern, eine landwirthſchaftli- dieſer Metalle geſchmiedet, oder gehäm« mert, und durch die Hammerſchläge dicht, hart und ſpröde geworden iſt, Daher wird es wieder in ein brennendes Feuer gelegt und ausgeglühet, ohne daß man es in Waſſer ablöſcht. Hierdurch wird es zum Verarbeiten geſchmeidiger gemacht, Ausgüſſe y ſind die Gußſkeine, durch welche aus den Küchen das Ausſpühlwaſ« ſcr entweder in den Hof, oder auf die Stra- ße abgelaſſen wird. Die als Grundgerech- tigfeit jemandem, in Anſehung des Aus- guſſes, zufommende Befugniß auf das Grundſtück des Nachbars, muß allemal ſo eingerichtet werden, daß derſelbe ſo wes nig, als möglich, dadurch Nachtheil erlei- de. Alg. Preuß. 2, R. Th, 1. Tit, XX11. 5:50. Aunshacker, ſo nennt der Böttefor die Faßdauben, die bereits im Wa«T ſchwächer gehauen worden, Ausheben, mit einem ſo genannten Heber, der in das Spundloch des Faſſes hineingeſtecft wird, Wein oder Bier aus: ziehen,; Aushöhlen, ſagt man, wenn ges wiſſe Steinwerke durchgebrochen werden, wie bey den durern geſagt, wenn ſelbige, aus Mangel des Düngers und guter Cul- tur, ſo entfräſtet ſind, daß ſie nicht ſon- derlich mehr tragen können. Schlechte Wirthe, auch wohl Pächter, laſſen ſich dergleichen Fehler vielmals zu Schulden kommen- Ausfämmekamm, ein Hornkamm, deſſen Zähne, zum Auskämmen der langen und dicken Haare, weit von einander ab- ſtehen. Man braucht auch dergleichen von feſtem oder zähem Holze, die Mähnen und Schwänze der Pferde auszufämmen. Ausfämmen, ſagen die Dachde- >er, wenn ſie ein völlig fertig gedectes Strohdach mit den Zähnen eines eiſernen Kammes glatt und gleich fämmen, damit alle überflüßige und nicht gleichliegende Halme weggeſchafft werden, das Dach glatt werde, und ein gutes Anſehen erhal- te. Es giebt geſchickte Dachdeer, die ihre Dächer ſo wenig rauß beym Einde>en des Strohes oder Rohres werden laſſen, daß ſie des Auskämmens gar nicht be- durfen, Ausfalben, ausblaſen, wird von Kühen geſagt, wenn bey dem Kalben vas Eingeweide heraustritt, da man denn ſagt: die Kuh hat ſich auszefalbet oder ausgeblaſen, wodurch gar leicht das Thier ums Zeben kommen kann. Die Hirten over Schäfer, welche bey ſolt geweſene Sachen heraus- nehmen, Augpichen, auspechen, geſchieht gemeiniglic) bey Tonnen oder Kufen, da man in ſelbige geſchmolzenes Pech hinein- gießt, und das Inwendige derſelben damit überzieht, Dieſes dient theils dazu, daß Auntsraben 247 die Gefäße keinen unreinen Geſchmack dent Getränfe beybringen, theils daß ſelbige deſto beſſer dauern, weshalb die Lagerbiere an vielen Orten in gepichten Gefäßen aufe bewahrt werden,| Auspochen, ausfklopfen, nennen die Jäger, die Marder aus hohlen Bäu- men durch öfteres Anſchlagen heraustrei- ben. Dieſes geſchieht gleich nach einem friſch gefallenen Schnee, welcher die Spur anweiſet, wo ein Marder feinen Aufent- Da in einem hohlen Baume genommen have. Auspolſtern, geſchieht von Stuhl- machern, wenn ſie Kanapees, Sofas und Stühle mancherley Art mit Leinwand über« ziehen, und ſodann mit Kälber- oder Pfer- dehaaren ausſtopfen. Auspitgen, die Bäume, beiße, die unnüßen oder vertrockneten Zweige hin- wegnehmen, welches zur Wintkerszeit, ge- meiniglich am Ende derſelben, geſchehen nußB. Auspußen, heißt auch bey vielen Profeſſioniſten ſo viel, als eine Arbeit rei- nigen, und ihr Anſehen und Glanz geben, So geſchieht ſolches z. B. von Schuſtern, wenn ſie die Abſäße und Sohlenränderx ſchwärzen, mit Wachs einreiben, und end- lich mit weichem Zeder und einem wollenen Tuche glänzend(blank) reiben, Doch ift bey den Profeſſioniſten pußen üblicher, S,. pugzen, Ausraden, Ausroden, Aus- ſiocken, der Bäume, heißt ſo viel, als die Wurzeln der Bäume aus der Erde ßerausarbeiten, und dadurch die Bäume zum Umfallen bringen; ein Verfahren, welches auf alle Weiſe ökonomiſch genannt Xx, 2| zu ET LES SE 348 Ansraden zu werden verdient, ſo wenig es auch Vi2- her überall eingeführt iſt- Der berühmte Königl. Preuß. Miniſter, Hr. Graf v, Herzberg, hak ſeit 49 Jahren den bey ſeinem Guthe Briß, ehnweit Berlin, be- findlichen kleinen Kiefern- oder Kienhlz- wald ſo genußt, daß er keinen Baum um- hauen, ſondern ausraden laſſen, und ſich durch die dadurch zugleich herausgebrachten Stubben oder StöFe eine große Sparung oder vielmehr Vermehrung von Brennholz verſchafft, welches Er ſeine unterirrdi- ſche Heide zu nennen pflegt» Er hat nicht unterlaſſen, allen Wirthen und Forſt- männern gelegentlich zu rathen, ſeinem leichten Beyſpiele allgemein zu folgen, zu- leßt aber auch noch ſolches in öffentlichen Blättern zu thun, beſage welcher Er ſich alſo vernehmen läßt; 1) Giebt der Au- genſchein und die geſunde Vernunft, daß die Maſſe, zumal des Brennholzes, ſehr vermehrt werden muß, wenn die Bäume nicht, wie gewöhnlich, am Fuß abgehauen, ſondern vielmehr mit den Stöcken, welche man bier Stubben nennt, ausgeradet werden, und dieſe leßtern nicht im Lande ungebraucht ſtehen bleiben. 2) Giebt es gleichfalls die Vernunft und Erfahrung, daß die größten Bäume nicht ſo leicht durch koſtbare und zerbrechliche Maſchinen her- ausgezogen werden können, als durch 2 vder 3 Leute, die von dem Baume etwas abgegraben, und vornehmlich die Pfahl- wurzeln abhauen, alsdenn der Baum un- ten ſein Gehalt verliert, oben ſchwerer wird, und ſich durch ſein eigenes Gewicht von ſelbſt mit dem ganzen Stubben heraus- zieht, und dem Cigenthümer den Gebrauch des ſtarken Stubben mit dem Baum zu- gleich verſchafft, wobey keine Stricke noch andere Hülfsmittel gebraucht werden dür- fen, ſondern ein wenig Wind die meiſte IAusräaden Hulfe giebt, doch auch ohne dem geſchehen kann. 3) Habe ich blos die Erfahrung von dem ſtarken Kiefernholz, glaube aber, baßi es bey ſtarkem Eichen- und Büchen«- holz ebenfalls, nur vielleicht mit mehr Mühe, anzuwenden ſey, aber gar nicht bey ſcer, grau und etwas ſehmig und ſandig iſt, oder Erlen, Eſchen, Eichen u. dgl. oder Schilf und langes Rohr erzeugt, ſv kann man hoffen, dergleichen Pläße in Aer- oder Wieſenfeld mit Bor- theil umwandeln zu können, da denn Die Arbeit in tyo&nen Sommexn, wenn ſich alles oder das meiſte Waſſey verzogen hat, angefangen werden kann, Ausreißen, ein bey den Bötte des Waldes mit Dohnen beſtecfen, Ausröckelſe, Ausrauchloch, iſt bey dem Kohlenſchweien eine Iüuße in demjenigen Drecke oder Koth, mit weld)em der Meilex bedeckt ift, durch welche der Rauch dringt, daß daher daraus, wenu Kusſaaty es lange währt, ein Rießloch wird;(ſiehs dieſes.) AUSſaaf, bedeutet das Getraide; welches im Hexbſte und Frühjahre auf dem Acker ausgeſäet wird, 4e nachdem die Saata zeit dex Lofalitär angemeſſen iſt, indem eis nige Gegenden die frühere, andere die ſpäs« tere verlangen. Bey Veranſchlagung des Kornertrags legt man gemeiniglic) die Ausſaak zum Grunde, wenn man annimmt, daß der Scheffel ſo und ſo viel Sceffel, pder das 4te bj5 8ke Korn, mehr poder wes niger, wieder gebe. Dieſes Werhältniß auszufinden, muß man Saat- und Dreſche regiſter zur Hand nehmen, und die Summe nach einem ſechsjährigen Durchſchnitte zum Anſchlag bringen. Ausſaatregiſier, Sgaatregiſter, iſt dasjenige Buch, in welches jährlich das» jenige, was auf jedem Acferſtücke ausges- ſäet worden, eingetragen wird. Man ſieht aus der Gegeneinanderhaltung der Ausſaak und des Ausdruſches, wie weit der jährli« k erhält. Es iſt daher beſſer, ohne Feuer den Honig auszulaſſen. Man nimmt einen mit großen 2öchern verſehenen Durch- Ausſeimetn 355 ſchlag, und ſeßt ihn auf einen großen zu ſelbigem paſſenden Topf, in welchen der Honig ſo lange berabfließt, bis er voll iſte Die Honigtafeln werden mit einem ſchar- fen Meſſer aufgerißt, und in der Stube neben dem warmen Ofen, oder an die Sonne, wenn ſie wirkſam genug iſt, hins« geſtellt, daß ſie weich und auslauſend wer- den, Hak man mehr denn einen Durch« ſchlag, ſo geht es deſto geſchwinder damit. Will der Honig nicht mehr fließen, ſo wird der Durchſchlag auf einen andern Topf oder Napf geſebt, mit einer Kelle durchgerührt, und ſo lange gedrüct, bis nichts mehr heraus zu bringen iſt, Der Vorlaß oder erſte Honig, der von ſelbſt ausgefloſſen iſt, wird als der reinſte und am beſten ſchme- dende mit dem Nachlaß. nicht vermiſcht, ſondern für ſich allein gelaſſen und aufbe» wahrt. Kann man endlich zuleßt aus den Honigrafeln, nachdem ſie zuvor in kleine Stücke zertheils und in ein Mus gleichſam verwandelt worden,. nichts mehr heraus- bringen, ſo kann man wohl die noc) etwas mit Honig angefüllten Hülſen entweder durch. einen Durchſchlag mit kleinern L6- , wel- her ſo viel Honig eingetragen hat, daß er, ohne daß man ihn füttern darf, ſein gutes Ausfommen bis zur nächſten Frühlings- tracht haben kann. Wer ſeinen Bienen» ſtand mit Nußen erhalten oder damit vor» wärts kommen will, der muß dafür ſorgen, daß er feine andere Stöcke oder Körbe, als nur ſolche, aufſtelle, die als gute Aus= ſtänder beſtehen können, Wer mit ſchwa- den Stöen oder ſolchen, die er durch- zufüttern gedenkt, die Bienenwirthſchaft treiben will, wird nicht weit damit kommen können.| Ausſtattung. Haben einige Kin- der von dem Erblaſſer, bey deſſen debens- zeit, etwas zur Ausſtattung erhalten, ſo muß jedem der übrigen eben ſo viel aus der Erbſchaft, vor deren Theilung, zum Vor- aus verabfolgt werden. Unter Ausſtat- tung aber wird alles dasjenige begriffen, was Kinder bey ihrer Verheyrathung, bey Errichtung einer beſondern Wirthſchaft, bey Anſtellung eines eigenen Gewerbes, oder bey Uebernehmung eines Amts, von den AÄeltern erhalten haben. Die Mitga= be der Löchterz3 ein für ſie oder die Söhne aus dem Wermögen der Aeltern beſiellter Erbſchaß; Chevermächtniß; Gegenver- mächtniß oder Witthum; die Koſten einer dem Kinds zu ſeiner Verſorgung angekauf- ten Präbende, oder andere Rente; vie Brautgeſchenfe, und überhaupt alles, was von den Aeltern zu dem Ende gegeben wor- den, damit das Kind in den Stand geſekt werde, ſeine Heyrath zu vollziehen, odere die abgeſonderte Wirchſchaſt, das Gewer- be oder Amt anzutreten, gehören in dieſem Verſtande zur Ausſtattung. Ob derglei- Yy 3 EEE ZIE 0 Ausſtattung lebende Ehegatte den ausgeſtatteten Kin- dern niemals etwas anrechnen, noch von ihnen zurückfordern. Hat jedoch ein in der Gütergemeinſchaft lebender Chemann ſeine Kinder aus frühern Ehen, wöhrend einer folgenden, ohne Einwilligung der Ehefrau reichlich ausgeſtattet, und beträgt, nach ſeinem Abgange, das gemeinſchaftliche Vermögen nicht ſo viel, daß die Chefran wenigſtens das, was ſie in die Gemein» ſchaft gebracht hat, zurüc erhalten kann z ſo müſſen ihr die ausgeſtatteten Kinder das Fehlende ſo weit, und in dem Verhältniſſe erſeßen, wie ſie mehr, als die eigentiiche Nothdurft, zur Ausſtattung erhalten ha- ben. Alles, was von der Ausſtattung der Kinder, und der deshalb unter ihnen zu freſſenden Gleichheit anfänglich verordnet iſt, gilt auch in Anſehung der denſelben von dem Erblaſſer gemachten Geſchenke. Doch iſt dieſes nur auf ſolche Schenkungen zu deuten, die in Grundſtücken, Gerech- tigkeiten, oder ausſtehenden Capitalien be- ſtanden haben, Auf alles Uebrige, was außer der Ausſtattung, und den vorbeſchrie- benen Schenkungen, das eine oder andere Kind von den Aeltern, bey deren Lebenszeik erhalten hat, wird bey der Theilung des Nachiaſſes, nach den Regeln der geſekli- . Die Bewegung dieſes Fiſches iſt ſehr einfach; ſie beſteht blos in Oeffnung der beyden Schaalen, um ſeine Nahrung, das Meer- waſſer, in ſich zu ziehen, worauf er ſolche wieder verſchließt. Jm Junius, wo die Auſtern am ſeltenſten zu finden ſind, pflan- zen fie ſich, auf dem Grund der See, durch Auslaſjung ihrer Cyer, oder ihres Laichs, fort, der wie ein Tropfen Leim ausſieht, und fich ſogleich im Meere an alles, oft an Auſtern ſekbſt, anſeßt. Dieſe Eyer, vur< das Wergrößerungsglas betrachtet, ſind nichts anders, als vollfomyme, kleine Auſtern, die ſchon ix zweyſchaaligen Mu- Kuſter ſheln ſteffen, Eine große Menge kleiner, röchlicher Würmer füllen um dieſe Zeit die Auſtern, und ſind ihre Geburtshelfer, in- dem ſie die Theile, die zur Eyerlegung be- ſtimmt ſind, auf eine gewiſſe, uns unbeso kannie Art, reizen und in Bewegung ſe- ßen, Dieſe Würmer ſind nicht die einzi- gen, welche ſich in der Auſter aufhalten, ſondern es giebt deren noch eine große An- zahl anderer, die wir mik verzehren, und uns wohl ſchmecken laſſen. Einige, weiß- liche, von dex Dicke einer Nadelſpiße, ha- ben, durch ein Wergrößerunzsglas geſehen, 25 geſpaltene Füße; andre, röthliche, ha- ben eine Hundsichnauze, wieder andre ſind bunt, und ihr Kopf iſt wie der Kopf der Schollen. Jud) gentde>t man dicke graue Würmer, mit Hörnern, wie die Scne>en u. ſw. Dieſe leßtere Art giebt feinen Glanz von ſich, hingegen die erſtern leuchten mit einem phosvhoriſchen, vig» letten Lichte, Sie verfließen, bey der gs ringſten Berührung, in' eine ſtinkende, wäſſerige Materie, die, wenn man ſie an den Fingern bringt, wohl 25 Minuten ſchimmert. Schuttelr man die Schaale, daß die Thierchen auf den Boden fallen, ſv iſt es, als ob ein Stern in Funken zer plaßte, und dieſes Funkenſprühen dauert wohl 29 Sekunden, vermuchlich weil dieſe Thiere, wie die Karpfen, bald mit dem Kopf, bald mit dem Schwanz ſchlagen. Die Auſtern halten ſich vorzüglich auf den Sandbänken und Mieerfelſen, und an den Mündungen der Flüſſe auf, Die Ein- wohner der Landſchaft Scheſian in China ſollen, wie einige Reiſende erzählen, die Auſtern ſtoßen, und ſie, gepülvert, auf künſtlich gewäſſerte Wieſen, wie andern Saamen ſäen. Auf dieſen Wieſen wach- ſen dann, wenn ſie von den ſalzigen Ge- wäſſern überſchwemmt werden, gute Au- ſiern -. x“ Gad es. ten an. Tamer zens Em a Eze wegnten a imme(Se| maul ine, die fie ber 106. ) ſe he (ten, Ans und eiß: hae hen, - ha: ndre x 6 ende, e an uter aale, Kien, 1 zer? auerf | dieſe ' dem agen, f den n den Ein- Spina ; die (u nenn vach: 1 Oe edu ſiert! Auſter fiern für ihre Tafeln. Auf den Antilliſchen Inſeln geſchieht es ſehr oft, daß bey ſtür- miſchem Wetter das Meer weit. ins Land hineinſchlägt, und die Auſtern, Fie es mit ſich führe, an Bäume und Geſträuche- hängt, ſo, daß die Aeſte unter der Laſt brechen möchten. Jn Cayenne pflegt man ſolche, mit Auſtern behangene. Aeſte auf - die Tafeln zu ſeßen. Die Auſtern ſind eine Speiſe, die ſeit vielen Jahrhunderten üblich „iſt; die Römer-liebten ſie ſehr, fiengen ihre Gaſtereyen mit Auſtern an, und be- ſchloſſen ſie mit Auſtern. GSeneca war aber kein Liebhaber von ihnen, und Cicero rühmt ſich auch, daß er ohne Auſtern leben könne. Der leckere Römer, Apicius, bes ſaß eine“beſondere Kunſt, ſie friſch zu er- halten. Er mußte ſie“ aus Jtalien nach Porſien dem Kaiſer überſchien, und ſie kamen ſo ſriſch an, als ob ſie erſt gefangen worden wären. Keine Speiſe iſt einer ſchnellern Fäulniß unterworfen, als die Auſter, und keine Fäulnißiſt abſcheulicher, Da nun alle faulen Speiſen unſerer Ge- ſundheit nachtheilig ſind, ſo iſt'feine niit mehrerer Vorſicht, als die Auſter, zu ge- nießen. Man pfiegt ſie daher mit Säuren, die der Fäulniß widerſtehen, zu vermiſchen, und ſie entweder mit Citronenſaft, oder mit einem ſäuerlichen Wein zu ſpeiſen. Roh ſind ſie am geſündeſten, weil ſie dann ihr flüchtiges Salz nicht verlöhren haben. Auch hält man ſie gelbſüchtigen, blutrei- 61 de Aprils verkauft werden. Der Fünfſine gerſiſch, der wie ein Spinnad ausfieht, iſt der ärgſte Feind der Auſtern. Er bricht in ihre Schaale, wenn ſie ſolche eröffnen und jaugt ſie aus, Eine Krabbenart ſtellt ihnen ebenfalls nach; ſie paßt den Augen- bli ab, wo ſie ihre Schaalen aufthun z wirft ein kleines Steinchen hinein, damit ſie ſolche nicht wieder ſchließen fönnen, und verzehrt ſie als ihre Beute. Die Engli- ſchen Auſtern, ſonderlich die von Colcheſter, ſind die beſten, flein und fleiſchicht, Die größten werden zu Venedig, vorzüglich im Arſenal, gezogen. Die Hollſteiniſchen ſind groß und ſett; dieſe und die Jürländi» ſchen ſind in Deutſchland die befannteſten, In Holland ſchäßt man die Seeländiſchen welche bey Vließingen und Middelburg q3s fangen werden, Jn England hae die Ad- miralität die Gerichtsbarfeit über die Au- ſterfiſchereyen, Jm May dürfen die Fi- ſcher dort noch Auſtern herausbhblen. Al- lein ſie müſſen die jungen Auſtern von der alten Schaale ablöſen, und wieder ins Meer werfen. Nach dem Maymonat iſt das Wegſchaffen des Auſterſaamens und das - Auſterfiſchen bey harter Strafe verboten; es ſey denn, daß man einige nähme, um ſie in Auſterdeiche zu ſeßen, wo aber die Auſter ſo groß ſeyn muß, daß ein Schil- ling in ihrer Schaale klappern fönnte, wenn ſie leer wäre, Dergleichen Auſterdeiche giebt es in Menge, um die Stadt Colche- ſter. Man gewinnt von wenig Auſterſaa- men in Zeit von 3 bis 3 Jahren eine Men- ge fetter Auſiern in dieſen Deichen, Auch gräbt man Gruben oder Parks drey Fuß tief, in ſalzige Sümpfe, die mit Salz» waſſer bey der Fluch gefüllte werden, Man läßt dies Waſſer bis 12 Fuß hoch ablaufen, und dann gewinnt man Auſtern, die nach 4 bis 5 Tagen ganz grün werden, und ſich 3z 6 bis 362 Austheil 6 bis 8 Wochen halten. An der Franzö- ſiſchen Küſte triffe man Auſternparks zu Saint- Vaſt, la Hogue, Port en Beſſin, Courcelles, Dieppe le Treport und Etretat, Die leßteren ſind in Felſen gehauen, und wegen ihrer ſinnreichen Einrichtung ſehens- würdig. In Paris giebt es huitres de Chaſle, Kaſtenauſtern, welche die Fiſch- händler auf Pferden herbeyſchafen, Man zieht die leßtern als die friſcheſten und be- ſten vor. Die von Etretak ſind die vor- züglichſten, auch die von Bourdeaux, die einen ſ(drague) oder mit dem Rechen ohne Sa&, Man ſcharrt ſie mit Schaus feln aus dem Strandwaſſer, öder bedient ſich, bey klarem Wetter und ſtillem Waſſer, langer hölzerner Kneifzangen, womit man die größten wegzunehmen ſucht. Um Mis- norfa ſind die Fiſcher gezwungen, viele Klaftern tief unterzutauchen, und ſie mif Hämmern abzuſchlagen, Dft büßen ſie bey dieſem Geſchäffte, durch die Diſſe der Seehunde, ihre Gliedmaßen ein, Man verkauft die Auſtern entweder friſch in Schaalen, öder ausgeſtochen, in Fäſſern, mit ihrem eigenen Waſſer über- goſſen z oder eingemacht, in Fäßchen, mit Salz, Lorbeerblättern. Dieſe lekßte Art iſt die ſchlechteſte. Aus den Auſterſchaäa- let wird an den Küſten ein vortrefflicher Kalk gebrannt, und in den Apotheken eine Arzeney bereitet. Die Aſche von den Au- ſtern macht die Zähne weiß; iſt gut für al- te Geſchwüre, und wird bey gedrücften Pferden gebraucht, Austheilung des Waſrers, geſchieht in dem Waſſerbehälter durch eine, Austreiben oder mehrere Klappen in den abgetheilten Behältniſſen, um das Waſſer zu verſchie« denen Springbrunnen hinzuſchicken. Auf einer andern Weiſe geſchieht dieſe Austhei- lung, da man an den Hauptleitungsröhren verſchiedene Anſtiche macht, und das Waſ- ſer in die Höfe, Küchen, Gärten u. ſ, w. der bürgerlichen Häuſer leitet. Das Waſ« ſex dieſer Anſtiche kann 1x,€ oder 4 Waſſer- zoll ſeyn. Es erfordert die Austheilung des Waſſers einen geſchickten Röhbyv- oder Brunnenmeiſter, welcher die Lehrſäße, das Waſſer zu meſſen, wohl inne hat, Anetheilung eines Grundriſſes, Fr. diſtribution du plan, iſt die Ein- theilung eines Gebäudes, daß jedes Stück, oder Zimmer, ſo zu liegen komme, wie es Nußen und Proportion erfordern können,; Austbun, heißt bey Kaufleuten und Banquiers, oben über dem Journal oder einem andern gleichgültigen Regiſter, die Artikel dex auf Credit verfauften Waaren, ſo wie und nachdem man dieſelben bekommt, mit Strichlein bezeichnen, Es dient aber zu güter Otönung, wenn man nech außer- dem Anmerkungen hinzufügt, und darinn den Tag bezeicnet, da ſie bezahlt worden, indem Käuflente und Schuidner deshalb niche Dehbutſamkeit genug anwenden fönnen, „Austhüren, die Windmühlen- flügel, wenn die dünnen Bretter der Mäühblenflügel, die man Thüren nennt, zum Theil, nachdem der“Bind mehr oder weniger ſtart gebt, ausgenommen werden," Die Sacye behält dieſe Benennung, wenn matt gleich ſtatt der Bretter Segeltuch ausſpannk. Austreiben, wird von den Hirten geſagt, wenn ſie das Weidevich aus dem . Dorfe wßers darin orden, eshald vnde went (tu) ite Z den! Dorfs Ausfromim Dorfe zur Weide kreiben. Wenn dieſes zu Anfange des Frühjahrs geſchieht, muß man nicht gleich alles Hornvieh auf einmal austreiben laſſen, weil es dann noch zu wild, ſtößig, uad ſich unter einander fremd iſt. Je weniger Vieh dem Hirten in der erſten Zeit vorgetrieben wird, deſto eher Fann er es überſehen, in Ordnung halten, und Schaden verhüten, Nach und nach wird. das Wiehß einander gewohnt und we- niger fisßig, Auch bey dem erſten Aus- treiben der Pferde finder dieſe Regel ihre Anwendung, weil ſie, wenn ſie aus der Stallfütterung kommen, beſonders aber Johlen und junge nom nicht im Zuz ge- brauchte Pferde, ſehr unbändig umher- ſpringen, und ſich dabey leicht verfangen oder dem Hirten entlaufen können. Austrommeln der Bienen, das Austreiben derſelben aus einem vollge- bauetem Stock oder Korbe in einen leeren. Die beſte Zeit dazu iſt in der Mark und im Churfreiſe einige Wochen vor Johannis. Man erwählt dazu ſchöne warme Tage, an welchen die Bienen ſtark zu Felde gehen, auch gern zu ſchwärmen pflegen, und an ſolchen Tagen die.Nachmittagsſtunden von 5-7 Uhr, wo ſich noch die meiſten Bie- nen im Felde befinden. Die vorliegenden Bienen werden, doch ohne am Flugloche ſelbſt zu räuchern, von allen Seiten durch einen, mit dem Flederwiſche zugetriebenen Rauch, zum Hineingehen in den Korb gezwungen, hierauf aber wird auch am Flugloche geräuchert, und daſſelbe mit Gras feſt zugeſtopft. Alsdenn wird der Korb auf dem Standbrette vorne aufgeho- ben, etwas untergelegt, und die Bienen mit ſtarkem, mittelſt eines Flederwiſches hineingewedelten, Rauche hinweg und in die Höhe getrieben, der Korb aber vom "OluStromm 363 Breete genommen, und nach der gehörigen Seite umgewendet, daß er auf der Krone in den Armen des Wegtrragenden zu ſtehen fomme. Gtcehen die Tafeln ver Länge nach herunter, ſo wird der Korb gerade auf mich zugewendet, wie er in der Hütte ſteht; ſind aber die Tafeln queer durch gebauet, ſo muß die Wendung nach einex Seite ge- ſchehen, es ſey nach welcher es wolle, Auf dieſe Weiſe nun muß das Auslaufen des um ſolche Zeit in den Zellen noch un- verſpündeten Honigs verhütet werden. Sind zuweilen nur. die vordern Tafeln die fänge herunteex, die hintern aber in die Queere gebauet, ſo verfährt man mit ſelbi« gen eben ſo, als ob alles in die Queere ge- bauef wäre, indem die vordern Tafeln nur Brut, die hintern aber den Honig enk« halten, Da man hiebey einen Gehülfen haben muß, ſo muß derſelbe an die Stelle des weggenommenen Korbes einen ledigen ſo- fort hinſeßen, um die vom Felde kommens» den Bienen da hinein gehen zu laſſen, im Hintragen des vollen Korbes aber mit dem Räuchern fortfahren, damit nicht zu viel Bienen daraus abfliegen und fortgehen mögen«„Je mehr man aber ohne Anſtoß mit dem Korbe fortgeht, deſto weniger werden die Bienen in Unruhe und Auſſtand gerathen.- Hat man eine hölzerne Bank, die in der Mitte ein rundes Loch hat, ſo ſteht der Korb darinn am bequemſten, Man-fonn aber auch hierzu einen jeden al- ten feſten Korb, iym die Krone ausge« ſchnitten worden, gebrauchen, Fände man ein Paar an einander gelehnte Tafeln, ſo werden ſie wieder in Ordnung gebracht, vamit die Bienen überall einen freyen äus« gang haben, Der ledige, aufzuſeßende Korb darf nur mit einem engen durchlöcherten Vor- Zz 3 ſchiw« 364 Austromm ſchieber“ verwahrt ſeyn, weil das da hinein- fallende Licht die Bienen bewegt, deſto eher dahin in die Höhe zu gehen, und einen Ausgang zu ſuchen. Der volle Korb kömnit unten zu ſtehen, und wird mit ei- nigen kleinen elſernen Klammern an dem leeren Korbe ſo befeſtigt, daß ſich keiner während des Klopfens verſchieben kann, Um beyde Körbe wird eine lange Hand- queele da, wo ſie ſich berühren, geſchlagen, und mit Bindfaden oder Sackband gut verbunden, ſo, daß alle Ausgänge guk ver- wahrt werden, damit die Bienen, wenn ſie eine auch nur kleine Oeffnung finden, nicht daſelbſt ihren Aufenthalt finden und behalten können. Das Klopfen richtet ſich nach dem Stande der Tafeln. Stehen ſie in die Queere vor dem Flugloche, ſo wird nur von beyden Seiten, weder hinten noch vorne, geklopft. GEtehen ſie aber in die Fänge, ſo. richtet mat den Korb ſo, daß man zügleich hinten und vorne klopfen kann, Das Klopfen aber därf nicht ſo unmäßig geſchehen, daß davon der-ganze Korb mit den Tafeln erſchüttert werde; es kann mit den flachen Händen oder mit ein Paar mäßigen Stöckchen verrichtet werden. Es känn bey warmen Tagen in 5== 8 Minu- ten der Weiſel, längſtens abet in 1 5 Mi- nuten, ſchon in die Höhe gegangen ſeyn, Zuweilen hält man mit dem Klopfen ein wenig ſtille, um än dem Brauſen der Bienen zu vernehinen, ob ſie ſtark in die Höhe gehen, wobey ſich zuweilen der Wei- ſel, wenn er hinäuf geht, durch ein ſchwa- aal von nails vow zZ Ero.(5208 RE]; her en fen aj in 60 mon auf: Khte ſ elt jenen Es | viel: wird s nem 3anf, ) ein ) die leven 01m eben, wärn d hald od) an mp, lene Mat jn die it het“ einatt wart x am 4 der muſſ ; uch unte läßt »anf zur ft bee und wohl Austromm xvohl gar erſticken könnten, wenn-ſie gera- de aufſtünden, Nun har man Zeit, den alten Korb auch noch zu beſehen, wie er an Bienen, Brut und Honig beſchaffen ſey. Gind nod) Bienen darinn, ſo ſind es mehren- theils. Junge, die ſich ganz ſtille verhalten, Findet man hie und da bald fertige oder wohl gar ſchon zugeſpündete Weiſelzelley darinn, ſo würde er noch einen ſchädlichen Nachſchwarm, etwa den neunten Tag, bringen, oder wohl gar, wenn er erſt die Weiſel von neuem anſeßte, nach 3 Wochen noch damit ankommen. Man ſchneidet daher ſogleich nach dem Abtreiben mit ei» nem ſcharfen Meſſer die Deckel von der Drohuenbrut ab, als wodurd das Nach- ſchwärmen verhindert wird. Hätte aber der neue Korb zu wenig Volk, ſo darf man ihn nur an die Strelle des«lten in die Hütte bringen, das Flugloch öffnen, und die aus dem Felde zurükommenden einziehen laſ- ſen. Sind ſie nach einer Viertelſtunde alle ruhig beyſammen, nimmt man ihn wieder weg, und ſeßt den alten hin, den man indeſſen an einem ſchattichten Orte auf der Krone, mit einem Tuche zugedeckt, Hat ſtehen laſſen. Iſt aber der Schwarm ſtark genug, ſo kommt der alte, nach weg: geräucherten Bienen von dem Stanvbrette, ſogleich wieder an ſeinen Ort in die Hütte, Er kann zwar Anfangs unruhig ſeynz aber in der folgenden Nacht wird er ſchon An- ſtalt zu jungen Weiſeln machen, und früh Morgens ruhig aus- und einfliegen, An dem jungen Schwarm wird man es bald au der Stille in demſelben gewahr, daß der Weiſel dabey fey, Denn ſovald er ruhig auf dem Tuche ſtehet, hört das ſtarke Brauſen nach und nach auf, wie ſic) die Bienen zu dem Weiſel ſammeln, Tehlt ihnen aber derſelbe, ſo toben und Austromm 365 brauſen fie fort.- Sollte dieſes, welches aber nur ſelten geſchehen kann, ſo ſeyn, ſo kann man nun dieſe Bienen entweder auf den alten laufen laſſen, indem man den neuen Korb verkehrt. an den alten in der Hütte 65% eine Bank ſtellt, und einen Theil des Tuches öffnet; oder man kann ſie auch zu einein andern abgetriebenen brin- gen, der nicht viel Wolk hat, und dieſem damit helfen. Man darf nur des Abends beyde Körbe hart an einander. ſeßen, und ſie durch ein untergelegtes Holz lüften, ſo laufen alle da hinein, wo ſte einen Weiſel finden. Noc< denſelben Abend, wenn des Schwarm abgetrieben worden iſt, oder doch des andern Tages ſehr frühe, läßt man denſelben an einen andern entfernten Ort hintragen, da man mit einem bekann- ten Bienenfreunde, der wenigſtens eine haibe Stunde weit entfernt iſt, darüber einverſtanden iſt. In einem gewöhnlichen Grasfkorbe können allemal zwey fortgebracht werden. Den einen ſeßt man mit der Kro» ne unten hinein, legt oben auf das Tuch etliche Hölzer, oder ein dazu gemachtes Gieter, und oben darauf den andern in die Queere, mit dem Flugloche auf vie Seite, und bindet ibn mit einem Strick feſt an, Es iſt beſſer, wenn man ſie noch am ſpäten Abend forttragen läßt, als erſtlich den an» dern Morgen, weil ſie gleich in der Nacht etliche Tafeln anbauen, und dieſe alsdenn gemeiniglic) beym;Fortbringen wieder ab- fallen, Doch müſſen ſie wenigſtens eine Stunde zuvor ruhig geſianden, und ſich genug abgefühlt haven, damit ſie nicht unterwegs bey vielem Volke erſticken, Auch müſſen die Tücher von ſehr grober dünner Leinwand ſeyn, daß die Luft gut durchdringen kann. Iſt nun aber dieſes Austrommeln der Bienen eine leichte künſt- Zz 3 liche rrern beſonders dem Walzen dergeſtalt bis auf die Wurzel greifen, daß ſetbiger vertrocknet, und die dickſte Wai« zenſaat. gleichſam vor Augen verſchwindet und dünne wird, hiemit aber in niedrigen frautartigen Moorländern dem Windhalm und allerley Unkräutern Plaß und Raum zum Verdrängen oder Unterdrücken der we- niger gewordenen Saatpflanzen verſchafft wird; wenn auch endlich in den Winter» monaten auf hohen, därren Sandfeldern die Roggenſaat an der Wurzel ſo entblößt wird, daß ſelbige dem Eindruck der Fröſte und der ſcharfen Winterluft nicht mehr wi» derſtehen kann, und alſo vergehen muß, Hiewider ſind folgende Hülfsmittel anzura- then: x) Man ſäe lieber früh, als ſpät, damit die Saat ſtark und gut beſtockt wers de. Man hat es zwar oſt erlebt, daß eine ſpät geſäete Saat, die vor Winters blos wie Nadelſpißen auf dem Ader geſtanden, bey lange liegendem Märzſchnee beſſer durchgekommen, als die frühe und wohl beſtaudete Saat; allein wer wollte es wa» gen, ſo ſpät zu ſäen, und es darauf ankom« men laſſen, ob die Saat bey früh einfallen könnenden Fröſien in der Milch erfrieren werde oder nicht? Auf leichten Sandfeldern beſonders muß je früher je lieber geſäef, und der Saamen zugleich untergepflügt werden» Denn wenn hieſelbſt auch ſchon um Bartholomäi geſäet wird, ſo kann die Saat ſich doc) nicht überwachſen, wie es etwa auf beſſern Aeckern freylich geſchehen würde. Je früher aber die leichten Aec>ker eine lange und gut beſtockte Saat heben, deſto weniger können ſich die Sturmwinde des Sandes bemächtigen, und die Wurzel dev 368 Auswinkern der Scat lozreißen. 2). Ace", dieweil ſie niedrig ſind, und daher am meiſten un- ter das Winterwoſſer zu ſtehen kommen, müſſen, ſo viel möglich, im Herbſt, mit friſchem Pferdemiſt gedüngt werden, weil ſelbiger am meiſten wärmt, und den Acter weit medr als alle andere Düngungsmittel wider das Auskälten vom Waſſer in Schuß nimmt, Wo man aber einen feſten leh- michten Boden hat, da laſſe man nach der Einſaat den Acer nicht ſehr f(ar eggen, Die mäßigen Klümper halten die ſo ſehr eingreifenden Nordwinde von ver Caak- * pflanze ab, und machen, daß dieſe daran brechen oder über die Pflanze hinweg- ſtreifen, und ſolche weniger unmittelbar berühren können., Man unterlaſſe aber auch nicht da, wo es Neth iſt, die vekann- te Waſſerſurchen ein- und auszupfiügen, um mittelſt derſelben das Waſer abzulet- ten. Und wo ſolche Waſſerfuren verſchiedene Riemen aus; die Täſch» ner die Falbeln an den Kiſſen, die Tape- zierer, u. ſ,f, AusSzeichner, ein Eiſen der Riemer, Sattler und Täſchner in einem höizernen Hefte, welches eine breite, nach zwey Biertel eines Zirkelbogens gebildete, aber ſtumpfe Klinge iſt, womit diejenigen Leder- arbei: 2 DD 222 zeile dn am zd d laßt bartes hre, ', vad außern Größe, hr vers hwulſt ih nyr dieſen einen dgl), x bat: ergpol: In die 1, hl) ' ſiche viel als etwas fen, if alan: y, dgl, x Ver- ner 38 Töſch- » Topt- Kiene, (zetnen ) zw) t, ao PNS arb: Ausziehett arbeiten, welche man zuſchneiden will, nach hrem Umfange abgezeichnet werden. Auszichen, ein bey ven Panſter- mühlen übliches Wort, und heißt ſo viel, als die Räder aufwinden, daß ſie aus dem Waſſer kommen, und ſtill ſtehen, Ausziehen, bey den Böttchern, be- deuter das Aushöhlen der Faßvauben mit vem Krumtmeiſenz die Arbeit aber mit dem Geradeeiſen oder Schnittmeſſer wird ſtreichen genannt, Ausziehen, bey der Jägerey, in GSeſellſcjaft mehrerer auf die Jagd, oder auch mit dem Leithunde auf den Beſuch geben. Ausziehen, YAusſtrecken, das Tiſen, oder ausgezogenes Eiſen, iſt, wenn das Eiſen ſtark iſt, und kleiner geſchmiedet wird. Alſo auch, wenn an einem Eiſen was abbricht, ſo wird es ge- glüher, dünner geſchmiedet, und ausge- ſire>t, daß es ſeine gehörige Länge wieder Vefomite no: Ausziehen, extrahiren, heiße, in Handlungs- und Rechnungsſächen, aus einem Journal oder anderm Handlungsbu- . Man bauet auch um dieſe Stadt herum guten weißen Wein, welcher dem von Chablis wenig nachgiebt;(ſ, Dur- . gunderwein.) Auxiliarbücher, heißen bey der Handlung Hülf-oder Nebenbücher, worinn verſchiedene Dinge vorgetragen werden, und die in verſchiedenen Arten beſtehen, als in Raſſabuch, Austgabebuch, Verfallzeirbuch, Bilanz- oder Ba» lanzbuch, u, a. m.;| SHandlundgs- bücher. Aval, f. Kbbeſeite, Aventurine, eine Art Steingut, oder Geſchirr von Thon, welches das An- ſehen der Edelgeſteine hat, Es entſteht dadurch, daß mon unter den Thon bey dem Zurichten Goldglimmer ſtreuet 3(ſiehe Aventurinſtein.) Aventuringrund, Aventurin: malerey), ein Anſtrich oder Staffirma- lerey, die beſonders bey Kutſchen gebraucht wird. Sie beſteht darinn, daß der ange- ſerichene Grund einer Sache mit dem künſt- lich verfertigten und zerſtoßenen Aventy- rinſtein,(ſ. dieſen) oder Fluß, worinn fleine Flimmern von Metallgold gemiſcht ſind, beſtreuer, und nachher mit Lackfirniß überſtrichen wird. Aventurinſtein, Aventurino, iſt ein röchlichgelber Stein, der ſchön in Avisbrief die Augen fälle, und mit kleinen, dem Golde ähnlichen, Flimmern vermiſcht iſt. Es giebt zweyerley Arten, einen natuürli- chen und einen Fünſtlichen. Jener fin- det ſich an verſchiedenen Orten, und wird unter den Streuſand gemiſcht, um ihn glänzend zu machen. Der künſtliche iſt ein Glasfluß, worunter man kleine Flin- fern von Metallgold, während der Zeit, daß das Glas im Feuer fiüßig wird, miſcht. Die Franzöſiſche Benennung dieſer Com- poſition kommt daher, weil man ſolche von ohngefähr(par aventure) erfunden, da man kleine Abgänge von Meſſing in geſchmolze- nes Glas fallen ließ, und nach dem Erkal- ten die ſchöne Wirkung bemerkte. Dieſe Compoſition wird von den Staffirmalern zu dem ſo genannten Aventuringrund(ſiehe dieſen) gebraucht, Avis- Aviſo- Adviſo- Advis- brief, Berichts- Benachrichti- gungsbrief, unter Kauf- und Handels» leuten, überhaupt ein jedes Sendſchreiben von dem, was in Handelsſachen vorgeht, z. E. wenn ein Kaufmann oder Banquier ſeinem Correſpondenten meldet, daß ſeines Schuldners Sachen auf ſchlechtem Fuße ſtehen; daß dieſe oder jene Waare auf» öder abſchlagen werde, u. ſ, w. Jusbe- ſondere aber heißt ein Aviſobrief 1) der- jenige, darinn ein Kaufmann dem andern berichtet, daß bald ein Fuhrmann ankom- men, und benannte Waaren bringen wer? de; dergleichen Briefe ſind mit den Frachk- briefen, was die Waaren, Nummern und Zeichen betrifft, gleichlautend. 2) Jn Wechſelſachen, eine von dem Traſſanten an den Remittenten gegevene Nachricht, darinn ſowohl des Wechſels und der Sum me, als auch der Zahlung und der Mitcel, woher der Traſſat oder künftige Acceptant die SN SII SSI NS ZI SZ ZERS RRS ZI In I ZG )e von aman mole | Erkal- Dieſe malen nd(ſiehe Avis: hrt; Handels: ſchreiben vorgeht, Banquet aß feines em Yue are aufs ns ' 1) dets andert anfom* en wer? | Fracht zern und 2) Jt q ſa nte richt, Sum? Mittel, cceptant die F nlite... 7 be KLEIE&. HSiumen: in Str ußern, kommen nicht aus den Win- keln der Blätter, find tloiner, Aeiſchfar- bio, und die drey overn Einſchnitte mit ro- tho Adern durchzogen. Beyde Arten ha- be: feinen Geruch, aber einen etwas ſchar- fen Getichma& und einerley Kräfte; die erſte Art wird gemeiniglich nur in der Arz- neyfunſt gewählt, muß aber friſch gebraucht werden, weil ſie getrocknet kraftlos iſt, die friſche„Pflanze aber faſt das ganze Jahr <<<<<< 05-- Seitn...= id NEED Böche 275 über zu haben iſt, Der friſch ausgepreßte Saft wird als ein verdünnendes, auflöſen- des und urintreibendes Mittel in ſolchen Krankheiten gelobt, welche eine dicke und ſalzige Beſchaffenheit der Säfte und Ver- ſtopfung der Gefäße zum Grunde haben, wie denn dieſer Saft getrunken, oder mit Melken verſeßt, getrunken, auch unter die Sallate genommen, im Frühjahre und Sommer unter die Mittel wider den Schar« bo> zu rechnen iſt, Auch das Kraut in Waſſer gekocht, und davon Umſchläge oder Bähungen gemacht, lindert die Schmerzen der blinden güldnen Ader. Es kann auch äußerlich als ein Wundmittel gebraucht werden, Die Pferdeärzte beſonders ges brauchen es zu Zertheilung der Geſchwülſte und Hebung der Räude, Die zweyte Art der Bachbunge wird von denen, welche ſie in ihrer Nähe an den Ufern der Bäche ha- ben fönnen, bereits im März, als ein ſehr angenehmer Sallat, völlig im Geſchmacke- der befannten Lakcuke, mit Cſſig und Baumöl zugerichtet, kalt gegeſſen. Site hat aber nur, ſo lange ſie noch unter dem Waſſer ſteht, ihren guren Geſchmack, weil ſie nachher, über dem Waſſer hervorſtehend, ein zähes und herbe ſchmec>endes Blatt bes kömmt, Chben dieſes Blatt iſt unter dem Waſſer noch ſtehenv gelbgrün, und wird in der Folge über dem Waſſer immer mehr dunfelgrün, Bache, vas Mutterſchwein unter den wilden Schweinen, welchen Namen es nach 2 Jahren erhält, nachdem es bey den Jägern zuvor ein Sriſchlinte geheißen hatte. Die oidentliche Brunftzeit der Bachen iſt im December z ſie tragen 4 Monate, und friſchen im April oder May, Gemeiniglich tragen die Bachen des Jahrs nur einmal, welches ohne Zweiſei dayer Wm, 376 Bacher kömmt, weil ſie nicht ſo überflüßiges Fuk- ter finden/ und ihre Jungen viel länger, als es die zahmen Säue thun, an ſich müſſen ſaugen laſſen, Die Bachen wer- den nicht leicht zornig, außer wenn man ihre Jungen anſällt. Lektere, oder die ſo genannten Friſchlinge haben nach der Ge- burt gewiſſe Farben, die ſie mit der Zeit verlieren. Nämlich über den Rücken Läuft meiſtentheils ein ſchwärzlicher Streif, nes ben dieſem aber auf beyden Seiten weißli- Jn unſern Gegenden haben wir hauptſächlich nur al- lein die weißen, oder bläulichen, und die gelben Bachſtelzen. Jene, die weißen, haben einen grauen Rücken, ſchwarze Keh- le oder Bruſt und weißen Bauch z; die gele ben hingegen haben einen aſchfarbigen Kopf, braungelben oder grüngelben Rücken und gelben Unterleib, und ſind etwas kleiner als die bläulichen, Dieſe Vögel nähren ſich von allerley Gewürmen und fliegenden Jn ſecten an den Waſſern, auch wohl von Fiſchchen im Waſſer, die ſie herausiangen, ferner von Würmern in Brüchern oder Sümpfen, wo ſie ſich überhaupt gern aufe halten. Doch findet man ſie auch biswei-- len an Orten, wo kein Waſſer iſt. So ſieht man die bläulichen öfters auf den Dä- , fnöpfig, zaſerig, tief eindringend, lieblich vom Geruche, und angenehm vom Geſchma>e, Stengel: cund, di>, ſaftig, fleiſchig, äſtig, 2 F. hoh. Plärter: gefiedert, groß, fleiſchig, aus vielen kleinen, dien, länglichen, lan- zettſörmigen, fleiſchigen Blättchen zuſam- mengeſeßt, deren ſaftige Stiele den Sten» gel mit ihrer Grundfläche umfaſſen, Zlumen: auf den Enden des Stengels und der Zweige, in runden Dolden, gelb, im Jul. Saamen: reif im Herbſte. Dieſe Pflanze, deren Blätter zum Einmachen, und auch zum Sallate vor- trefflich ſind, wächſt auch in England wild, und zwar in fieſigtem und felſigen Boden. Man läßt dergleichen Boden umgraben, ſäet den xeif gewordenen Saa- men gleich im Herbſte, bedeckt ihn 8 bis< Zoll hoch mit Erde, verdünnt die„aufge- gangenen Pflanzen, und hält ſie von Un- kraut rein. Die Pflanze läßt ſich auch durch Zertheilung vermehren, und wird bey uns, damit ſie in harten Wintern nicht erfriere, im Scherbel erhalten, bleibt das ganze Jahr grün, blühet im Sommer, trägt aber ſelten reifen-Saamen. Jun ei- Vek, Encytlopädie 4..Theil. Backdöſe 357 - nigen Gärten, wo man ſie in Menge ha- ben will, pflegt man ſie auch auf die Miſt« beete zu pflanzen. In England ſowohl als bey uns wirb das Kraut mit Salz ſchichtweiſe Fitrgelegt, und Weineſſig darauf gegoſſen; es wird auch friſch mit Eſſig, Baumöl und ein wenig Salz als ein Sallat zugerichtet, und zu andern Speiſen gegeſſen. Wurzel, Kraut und Saamen im Wein oder Waſs ſer gekocht, und die Durchgeſeigte Brühe getrunfen, ſoll bey Beſchwerungen des Mierenſteins nüßlich ſeyn,- Ba>, heißt im Niederſächſiſchen das Vordertheil des Schiffs. Auch nennt man alſo die Schüſſeln, worinn den See» leuten Das Cſſen angerichtet wird; ferner die Schiffskawmeradſchaft von Matroſen zu einer Schüſſel;(ſ. Backspolk.) Back, fömmt auch Häufig bey Zu- Fammenſeßungen in der Niederſächſiſchen Sprache vor, und hat alsdenn verſchiedene Bedeutungen,“Es iſt Holländiſchen und Niederſächſiſhen Urſprungs, worunter man alle Gefäße, Verſchläge u. dgl. ver ſteht, und iſt in hieſiger Gegend.nur bey ſolchen Manufakturen gebräuchlich, die von Holländern errichtet ſind. Backäpfel/ heiße in manchen Ge« genden ſo viel, als gebacfene Aepfel. Bactbirn 5 ſind gebaene Birnen. Backbrerter, ſind 7 F. lange Bret fer, worauf Semmel und Brodt garen, und nach dem Dfen Hingetragen werden, Sie ſind von bequemer Breite, und ruhen beym Garen auf den-Garſtangen, vor dem is aber auf einem Bo>, der Zapper Heißt.| Backdöſe, iſt in Oberſachſen ein höl- zernes Gefäß, welches zum“Brodtbacken „Zebraucht wird. “ Bbb Backe, . egen una rear 2 re nenen oi oma emen= rv. 7 ZJ 1* 4" &, jh ..“ FN zel 7, |) 3 8 UT Ke 54 ef (x: 08 VT w [5% 2 378 Backe Backe, Backge, iſt bey einer Büch- ſe oder Vogelflinte, vorn an dem Kolben des Schafts an der linken Seite, das&a- ger oder die Vertiefung, ſo beym Schie- ßen an den Backen des Geſichts angelehnt wird, Sie muß nach dem Kinnbacken des Beſißers ausgemeißelt ſeyn, um gut z paſſen, Backen, werden. die Untertheile des Geſichts genannt. Bey Pferden, Eſeln und Maulthieren ſind ſchöne Backen, wenn ſie flach und unten zu etwas zugerundet ſind. Bey andern Thieren wird weniger darauf geachtet, doch werden die Batten des Rindviehes, welche eine ziemlich breite Fläche haben, mehr Schönheit und ein freyeres Geſicht machen, als die zugerun- deten. Backenbeinverrenkung, iſt eine widernatürliche Ausweichung des Bäcken- beinfopfes aus ſeiner Pfanne oder Höhle. Die Viehärzte wollen immer Verrenkungen, faſt bey jevem Lahmgehen der Thiere, an- nehmen, weil ſie keine Kenntniß von der Verbindung des Knochens in der Pfanne, den ſtarken Gelenfbändern, und dem Um- hüllen der BaFenmusfkelflechſen haben, welche diefe Ausweichung des Knochens bey Thieren faſt unmöglich machen. Jn den meiſten'Fäll 1 iſt nur eine, bloße Ausdeh- nung der Faſern gegenwärtig, welche durch einen Fehltritt, Fall, Schlag u. ſ, w. bald entſtehen fann, und öftors da entſteht, wenn beſonders Zugihiere auf ſchlüpfrigem Boden, oder Eiſe, oder felſichten Wegen, eine ſchwere Laſt zu ziehen haben. Hier geſchieht es oft, daß ſie, wenn ſie ſich mit den Hinterfüßen ſcharf einſtämmen wollen, abrutſchen, ausglitſcen, auch wenn ſie an ſteilen Bergen abwärts ſtavf wider- Backen halten müſſen, und mit den Hinfkerfüßen unter dem Bauche zu liegen fommen., Bey den andern Thieren kann es meiſtens durch) einen jählingen Fall auf die Seite geſche- hen, wo ſie auf einmal ſo niederfalien, als wenn ihre 4 Füße weggeriſſen worden wären. Hieraus folgt nun, daß die Behand»- lungsart mit den Haarſeilen und ſcharfen Salben und Schmieren ganz zwe&widrig iſt, die Theile dadurch geſchwächt, und zu andern Krankheiten geneigt gemacht wer- ven, Zertheilende und zugleich ſtärkende Bähungen heilen dieſes Uebel leicht und geſchwinde, beſonders, wenn man ſie mit Kampher, Wein, Weineſſig, Weinlager 1. ff. verſtärkt und recht oft lauwarm an- wendet, S, Verrenkung. Backen, der, oder die Backe, bea deutet in den Werkſtätten alles das, was auf einer oder auf beyden Seiten eines Kör» pers angebracht iſt, und öfters auch ſchwe- bend vorſpringt. Z. B. die Backen an einem Armſtuhl, Großvaterſtuhl u, ſ. w. Backen, Treppenwangen, Steizbaum, ſo nennt man bey bölzer» nen Treppen die zwey ſchräg auſſteigenden ſtarken Boblen, in welche die Treppenſty» fen, oder Staffeln eingelaſſen, eingepaßt, oder eingezapft ſind, Backen, ſind diejenigen Beſchläge von Meſſing oder anderm Metall auf der Meſſerſchaale, oben gleich unter der Klin» ge, oder am Anfange der Schaale, und werden an beyden Seiten der Meſſerſchaale auſgelöchet, Barken, beym Waſſerbau, ſind klei- ne, etliche Fuß lange. zwey Zoll dice und unten zugeſpißte Pfähle, welche man mit dem Hammer in die Erde treibt, wenn füßen B z ur ſche: , als eden Hande jarſen vidrig nd'zu wer fende t und ſie mit nlager m Alls " bes ; ws es Köt- ) ſchwe den an „ſ.1. ngen, ) hölzer: genden ppenſit gepoßt, ſchläge wf det e Klin- (e, und ſchale nd flel« (( bie he may treibt, wend Backen wenn man eine Kanal- oder Deichlinie abſtecken will. Backen, ein in der Stadt- und Land- wirthſchaft, auch in der Kochkunſt, un- entbehrliches Geſchäffte, einen Teig durch die Hike des Feuers in einem Ofen, oder in einer Pfanne, über Feuer von ſeinen überflüßigen wäſſerigen Theilen zu befreyen, und hiedurch wohlſchmeckend, nahrhaft und geſund zu machen, Die verſchiedenen Arten der durch das Backen eßbar zu ma- en, Faſt- oder vielmehr Feſt- bäder genannt werden, Es giebt auch Meblbäcer, die aber vielmehr Mehlhänd- ler heißen ſollten 3 ſie ſind zwar, ihrer Pro- Bbb 3 ſeſſion GERE TETE GIN 3809 Bäcker ſeſſion nach, Bäer, haben aber ſolche aufgegeben, und baen nicht mehr, nach- dem ſie ſich auf den Mehlhandel gelegt ha- den. In ganz Oberſachſen, dem angrän- zenden Theile von Niederſachſen, und dem Reiche ſind Lo8bäcker, in Niederſachſen aber, an den mehreſten Orten in Weſtphalen und den nordiſchen Reichen, ſind faſt überall feine ändere als Faſibäker 3 nur in einigen Reichs- und Seeſtädten, auch in Preußen, Pommern, u; ſ. f. ſind beyderley Jnnun- gen zugleich eingeführt, Ueberhaupt iſt in den Preußiſchen Landen dieſer Unter- ſchied der Bäckerinnung durch das Cdict vom 2ten Jul. 1752, gänzlich aufgehoben, und die Faſtbäcfer bacen nich? nur Brodt, ſowohl fein gebenteltes, als auch grobes vder ſchwarzes, ſondern auch Semmeln und Kuchen, Das Bäcerhändwerk iſt ein ſtädtiſches Gewerbe, daher auch in einigen Ländern das Backen zum Verkauf Niemändem auf dem Lände verſtatket wird. Doch kann ein Nachbar dem andern wohl Brodt leihen, oder einem Reiſenden verkaufen. Jedoch Giebt es auch verſchiedene Länder, wo die Bäcker in den Dörfern: geduldet werden z män hat aber auch) wegen deren Nahrung, z. E. in Schleſien, die gehörigen Polizey- anſtälten vorgefehrt. Daß aber hie und da den um die Städte herum wohnenden Dorfbäckern, auch Bauern, anno ver» ſtattet wird, ihr Brodt in die Stadt zum Verkauf zu bringen, rührt lediglich von dem Eigennuß, der Gewinnſucht und Nachläßigkeit der Stadtbäcker, gutes Brodt zu backen, her, da ſiv durch dergleichen Zwängemittel zu ihrer Schuldigkeit ange- halten werden ſollen. Die ganze Wiſſen- ſchaft eines Bäckers gründer ſich auf das Anfriſchen, Säuern, Teigmachen, auf Backhaus eine gufe Gare, und die Regierung des Feuers, Bäckerbeſcheider, ingroßen Müh» len 3 ſie beobachten die Müllerburſche oder Müllerfnappen, welche blos das Mühlen- werk treiben, ohne ſich an das eigentliche Mahlen zu kehren, indem die Bäckerbur- ſche das Mahlen ſelbſt übernehmen, welche von dem Bäckergewerk des Orts, das in einer folchen Mühle mahlt, angeſeßt und gelohnt werden. Solche BäFerburſche in den Mühlen heißen nun Bäcerbeſcheider, in Gegenſaß der Mühlenbeſcheider. Ein Bäcerbeſcheider, als ein SacHverſtändi- ger, muß alſs am beſten verſtehen, wie Roggen und Waizen zu mahlen ſind, da- mit der Bäcker das davon erhaltene Mehl zu ſeinem Zweck gebrauchen kann. Bäckerbrodt, iſt vasjenige Brodt, welches von den Bäckern gekauft wird, im Gegenſaß des hausba>enen Brodtes, wels ers, Die Bäcker haben gemeiniglich in ihren theils eigenen, theils gemietheten Häuſern ein Backhaus, Wenn es bequem ſeyn ſdll, muß es aus einer Bäckſtube, ei- nem geraumen Vorhauſe und einem tüch» tigen Backofen beſtehen. In der Back» ſtube muß ein Stubenofen, und hierinn eine eingemauerte Öfenblaſe ſeyn. Dex Ofen erhißt die Stube, damit der Teig gären Backholz garen kann, und in der Ofenblaſe wird das Waſſer zum Cinſäuren und Knäten des Teiges warm gemacht, Ueberdem ſtehen in der Backſtube die Beuten, auf deren Deckel zugleich gewirkt wird. Unter der Dece dieſer Stube ſind horizontale Gar- ſtangen, worauf Brodt und Semmel zum Garen geſchoben wird. Ueberhaupt muß das Backhaus ſolche Cinrichtung ha- ben, daß alle nöthige Geräthſchaſten bey der Hand ſeyn können, und der Backofen nicht weit iſt. Wenn es möglich iſt, muß das Bahaus an einem ſolchen Orte er- baut werden, wo es nicht kalt iſt, und man muß daher ein Fenſter gegen Mittag für den Winter, und eins gegen Norden für den Sommer darinn anzubringen ſuchen, Die Hiße des Backhauſes, wenn darinn der Teig gemacht wird, muß 10 bis 12 Grad nach dem Reaumuriſchen Thermo? meter ſeyn 3 und wenn der Sauerteig, der Teig und das Brodt aufgehen ſoll, muß die Hike auf 1x8 bis 20 Grad ſteigen, Cs iſt gut, noch vor dem Knäten friſche Luft in das Backhaus zu laſſen; nachher aber muß das Backhaus zugehalten werden, weil die freye Luft das Garen des Teigs hindert. Auf dem Lande, wo bey großen herrſchaftlichen Gütern zum öftern geba>en wird, finden fich auch ſolche Backhäuſer, welche ſehr zur Bequemlichkeit des ganzen Backgeſchäffts bienen. PDackhaus heißt außerdem auch oft in Städten ſo viel als ein Haus, worauf die Backgereenden Brodte haben ſollen, Ge- meiniglich erhält der Teig in Backſchüſſeln oder geflochtenen Backörben ſein leßtes Aufgehen, upd verändert die Größe 179 en? ;84 Backofen dem Einſchieben wenig. Oft werden aber auch längliche Brodte, Schrippen, Stol- len, oder wie man es ſonſt nennen mag, gebacken, und alles dieſes verurſacht einen großen Unterſchied in der Größe des Heer- Des. Beym Kuchenbacken iſt jo viel nicht daran gelegen, denn da können mehrere Einſchübe nach einander folgen, und die Jeßtern Kuchen auf das AusbaFen der er- ſtern warten; aber bey Brooxcen iſt die Grundfläche und die Höhe zu bemerken, wenn inan nach Scheffeln Mehl rechnen will 3; daher verlangt der Eine für einen zu verbackenden Berliner Scheffel Mehl nur 4, der Andere 8, und ein Dritter gar 15 Quadratfuß. Da nach meiner Erfahrung gute, ordinaire, runde Bauerbrodte ins- gemein 46 Zoll im Durchſchnitte bey einer Höhe von 8 Zoll haben, ſo giebt ein Schef- fel Mehl deren ſechſe, und ſie erfordern 1 2 Quadratjuß Plaß, weil doch zwiſchen ihnen noch einiger Raum bieiben muß, da- mit ſie nicht zuſammenbacken. Ein, wie vorher gedacht, eyförmiger Backofen von 8 Fuß lang und 5 Fuß breit im Lichten, wird 12 gewöhnliche große Brodte faſſen, welche aus 2 Berliner Scheffeln gebacken werden können.-Wo kleinere Brodte zu backen gewöhnlich ſind, muß an der Länge und Breite verhältniß- mäßig zugegeben werden. In Anſehung der Höhe, oder der Enkt- fernung des Wewödives von dem Heerde, hat man eine arichmetiſche:Progreſſion an- genommen, und z. B. einem Ofen zu 1 Scheffel Mehl, der 6 Lrodte giebt, 16 Zoll 3„einem aber zu 12 Scheffeln 32 Zoll Höhe zugerheilt. BWekauntermaaßen dient die vom Gewölbe zurückſchlagende Hike eben ſowohl zum guten Ausbacken.des Erodtes von oben, als man ſolche von der Hiße des Heerdes untenher“ erwartet, Backofen Warum ſoll aber ein Brodt von ein und ebend.rſelben G:0;e in einem kleinern Ofen nur die Hiße in einer Entfernung von 10 Zoll, in einem größern Ofen aber erſt von 236 Zoll empfinden? Mich dünkt, daß dieſes gar nicht der Natur der Sache ge- mäß iſt, Der Decel einer großen Tortenpfanne, der von obenher erhißt wird, muß eben ſo nahe an dem Tortenteig, als der Deel in einer kleinern Pfanne ſchließen, wenn bey- derley Teig genugſam ausbaccen ſoll; und je näher dieſe Deckel dem Teige kommen, ohne ihn jedoc) gar zu berühren, je beſſer wird das Gebackene, Freylich muß das Gewölbe eines ſehr großen Backofens et- was höher ſeyn, als das eines ſehr kleinen, weil ſonſt deſſen Anfänge an den Seiten zu niedrig würden, wohin alſo nichts ge- ſeßt werden könnte. Auch würde das Ge- wölbe ſelbſt zu flach, und alſo nicht feſte genug gewölbt werden können, Aber eine ſo ſehr zunehmende Höhe von 1 bis 12 Scheffel iſt doch in der That nicht nöchig, wenn anderergeſtalt auf genugſame Stär- fe und Feſtigkeit der Wiederlager gedacht wird. Die gemeinen Landbacköfen werden zwar nur mit einem einfachen ſimpeln Ge- wölbe auf den halben Stein gewölbt, und an einigen Orten nach hintenzu einige L6- ken, mit Lehm aufzu- mauern, oder untenher blos anzufällen, Die unten hohlgewölbten, welche man zu- weilen anrach, raugen niches, wenigſtens nicht zu ſolchen Oefen, bey denen man dur< die Erhaltung der Hiße im Heerde Holz ſparen will, wie ſolches jeder Bäcker in Städten bezeugen wird. Die obere Fläche deſſelben, worauf die Brodt2 zu ſieben kommen, pflegt man zwar oft mit Flieſen, jedoch) mit Nachtheil, auszuglei- k nennt, Aber es iſt zu bedenken, wie ſehr der Lehm die Näſſe anzuziehen geneigt iſt. Die auf ſolchen Ueberzug neben einander eingedrüc» ten Dachſteinſtücken verbeſſern nichts an demſelben, im Gegentheil ſeßt ſich zwiſchen deren Fugen noc verſehenen, Backöfen ein beſonderes Gebäude von Fach» werk mit Ziegeln gedeckt, das viel größer iſt, als der. Backofen ſelbſt. Ungeachtet auch die Fache mehrmals nicht ausgemau- ert oder ausgelehmt ſind, ſo dient es doch von obenher zu Beſchüßung des Backofens für die Witterung, und zur Zeit des Ba- fens können auch ſelbſt diejenigen, welche damit zu thun haben, einigermaaßen be- deckt ſeyn, Es find alſo ſolche Ueberbaue nicht gänzlich zu verwerfen,“ ſondern viel- mehr da, wo ſie einmal vorhanden ſind, zu unterhalten, Diejenigen Backöfen, wel abe Maes EE amelie. De dE eu ee<== een ene eum< 2„. emm. 0.en im Winter ge- braucht. Die weißen Bärenhäute kom- men über Rußlandz ihy- Haar iſt lang, weiß, weich wie Wolle; man macht davon Mannsmüffe und Wildſchuren. Die ſchwarzen Bärenhäute zu Pferdedecken, Grenadier»- und Hußorenmüßen, ſchwar- zen Mannsmüffen u. f. w. lieyert Pohlen, ſo wie auch die kleinen aus ſchwarzen und ſiberweißen Haaren gemiſchten grauen Bärenpelze, Es ſind aber die weißen Bä- re die allerkleinſten, werden in Liethauen, Rußland, in der großen Tartarey und in einigen andern Ländern gefunden, und ſind ſonſt unter dem Namen Silberbäre be- fannt. Wey einigen derſelben ſind die Haare ganz weiß, bey andern aber mit ſchwarzen Haaren vermiſcht. Der Seebär, welchen man in Grön- land und in Nova Zembla antrifft, wo er ſich gemeiniglich auf dem Eiſe aufzuhalten pflegt, daher er auch Eisbär genannt wird, hat ebenfalls eine weiße oder gelbli- , und ſtellen die Räder des Wagens vorz die übrigen drey ſtehen in einer Linie, die eine kleine Krümmung macht, und ſollen die Deichſel: des Wagens oder den„Schwanz des großen Bäres bedeuten. Untex den mittelſten von dieſen drey großen Sternen befindet ſich das ganz kleine Sternc dt, 3 90: dmek drd(j« voße, nannt play- nin lichen Ster«- veyfen mn der 4 von entele ' dem ann, e das achen, „, und ; die e eine n die wanz x den ternen "hen, denen, he mit 1, fe yeinen enthält worten; en, 3 1 Gr0- ſtehen Ster ſeiner un ge nan Bär ziänne wird, und der äußerſte im Schwan- ze des kleinen Bäres iſt, einen ſtumpfwink» lichten Triangel aus. Bär, wird auch der Kloß an Ramm- maſchinen genannt, ſ- Schlägel, Bärenbeißer, Bollen- oder Bullenbeißer, nennt man diejenigen Hunde, welche ziemlich groß ſind, gemei«- niglich furze, gelbliche Haare, einen dicken Kopf, eine breite ſ FÄ Zs EEE- uiemmwamezeene vem bekfömmt, oder Beeren von der Heckkir« ſchenſtaude, xyloſtzum, welche in Kant- ſchatfa ſehr milde und reif werden, dazu, oder ſäuert das Waſſer mit bloßem Sauer- feige, Doch iſt zu merken, daß obige Beeren den Branntwein beſonders ſtark und angenehm machen, und alſo den Vor zug verdienen, Nach Verlauf von 24 Stunden iſt der Trank ſchon zur Diſtilla- tion fertig, und man befömmt von obiger Mex1ge wenigſtens einen Cymer Bronnt- wein; doch giebt das Krauf, welches auf den öſilichen Küſten dieſer Halbinſel ge- ſammlet wird, mehr, als dasjenige, wel- - flüſſe befommen, und am ganzen Leibe blau unterlaufen. Ferner iſt zu merken, daß die. Kamtſchadalen, welche Luſt haben, viele Kinder zu erzeugen, weder das Kraut gefocht, noch die rohen Stengel eſſen, weil ſie dafür halten, daß ſie davon zur Erzeu- Mit dieſem ge- "meinen Bärenklau vereinigen wir den welſchen B&renklan, von deſ- ſen Geſchlechte Linnäus 5: Arten anführt, wovon wir bemerken?. 208 2 Oet. Encytlopädie 1. Theil, älte Seni u= Zzaiinrtarenn dnb--. T<- Bärentraube 393 x) den tilatten welſchen Bären- Flau, Branca urſina ofic. acanthus mol. lis L. Wurzel: verbreitet ſich und läuft in der Erde hin, treibt viele große, breite, auf beyden Seiten ausgehöhlte und mit. feinen Stacheln beſeßte Blärter. Strei gel? zwiſchen den Blättern 3 Fuß hoch, ſtark, nackend, einfach, mit einer anſehn- lichen Blumenähre ſich endigend. Bly- men: weißlich, im Jul, Bey uns muß dieſe in den warmen Europäiſchen Ländern allein einheimiſche Pflanze in Scherbeln ge- halten werden, und die Vermehrung wird auch bey uns durch die Zertheilung der Wurzeln bewürkt, weil wir ſelten Blu- menſtengel befommen können, und wenn auch dieſes geſchieht, der Saame doch nicht zur Reife gelangen kann, Jn neuern Zei«- ten wird dieſe Pflanze ſeiten gebraucht. Mit den Blättern kann man gelb färben. 2) Den ſtachlichten welſchen Bärenklau, acanthus ſpinoſus, ift in Jtalien zu Hauſe, und. öfters in unſern Gärten anzutrefſen, verhält. ſich in der Wartung wie der vorige, und läßt ſich an den tief eingeſchnittenen, gleichſam gefies derten und an den Ein. Nach den Zeugniſſen der größten Aerzte neuerer Zeiten kann ſie als ein bewährtes Hülfsmittel in Steinſchmer- zen angerühmt werden, Und geſeßt, daß ſie bey einem wahren Steine, wie einige behaupten wollen, die Zufälle nur linder- te, und auf einige Zeit ſtilltes ſo wird ſie doch dieſerhalb ſchon Achtung verdienen, und auch überdies, da ſie den Grieß ab» treibt, und den Schleim abführe, die Ers zeugung größerer Steine verhindern. Und zwar iſt dieſe Kraft vorzüglich in den Blät» tern zu ſuchen, welche man, zu Pulver ge- rieben, zu einem halben Quent, wodurch dieſer einen angenehmen Geruch erhalten ſoll, In te Schuppen. Die Kolben aber ſelbſt ſind wieder mit fleinen gelblichen, dicht über einander liegenden, an den Seiten ausge- zackten und an der Spiße mit einem Haa- xe beſeßten Blättchen oder Schuppen ganz bedeckt, zwiſchen welchen die zweyklappige Büchſe ſteht, ſo ein gelbliches Mehl, oder Saamen„enthält. Coven dieſes Mehles wegen iſt die Pflanze ſonderlich berühmt; es iſt ſolches das allerfeinſte Pulver, und voll ſchweflichten brennbaren Weſens. Wird ſolches in ein brennendes Licht ge- ſtreuet, ſo macht es eine helle Flamme, blißt und ziſcer über einander liegend, halten felten eine gewiſſe Ordnung, ſtehen zuweilen auf- wärts, zuweilen breiten ſie ſich mehr aus, ſind auch öfters rückwärts geſchlagen, ha- ben mit den Wacholderblättern viele Aehn- „Lichfeit, find am Rande zart eingekerbt, Bärlapp und ſpißig, aber nicht, wie bey der erſten Art, mit Haaren geendiget, und erhalten, wenn ſie getro>net, eine ſolche Steifigkeit, daß man damit die Haut leicht durchſtechen kann. Anfangs ſind ſie dunkelgrün, nach» her aber gelblich, Die einigermaaßen dicfern, und mit dicht an einander geſtell» ten Blättern umgebenen Enden der Aeſte treiben entweder zwey neue Reſte, oder Blumenähren, wie der gemeine Bärlapp; es ruhen aver dieſe bier nicht auf beſondern Stielen, ſondern ſien ganz glatt auf, und ſtehen auch nur einzeln, Es ſoll dieſes Moos zum Gelbfärben nüßlich zu gebrau- dien ſeyn.: 3) Den Alpen- oder kriechenden cypreſſenförmigen Bärlapp, Lyvco- podium Alpinum L,&€s wächſt dieſes Movos zwar nur auf den Alpen und in kappland u. ſ. w., iſt aber doch merkwür- dig. Eisholz meldet, daß ſelbiges zuwei- len nach Moſchus rieche, und Dillenius berichtet, daß er an der friſchen Pflanza feinen Geruch, an der zwiſchen Papier ge» trockneten- aber einen ähnlichen Geruch wahrgenommen habe, Cinige wollen die« ſes Moos für das Selago des Plinius hals ten, welches in den alten Zeiten wider al» lerley Krankheiten der Augen angerühmt worden. 4) Den geflochtenen, oder 30pf- förmigen Darlapp, Lycopodium phlegwaria L. Wächſt in Malabarien und Zeylon mit einem Stengel über der Erde ohngefähr einen halben Fuß, Diez ſe Pflanze ſoll nach der Indianer Vorgeben zum Beyſchlaf reizen, und das Erzeugungs= werk befördern.. 5) Den tannenförmicten Bar» [app, Lycopodium Scjago L. Dieſe Art trägt keine beſondern Kolben oder Aeh- ven, die Büchſe aber iſt, wie in den vori» gen; , erſten alten, geit, tecen ſolle, Die aiten Aerzte pflegten. ſich derſelben nicht allein in Pulver für ſich, oder in Wein. und an- derem Getränfe eingeweicht, öfters zu be= dienen, ſondern ſie auch bey vielen zufame- mengeſeßten Arzneyen, als den Iheriac und Theriaceſſenz zu gebrauczen. Weil jedoch die Wurzel hißig iſt; muß man be» hutſam in dem Gebrauche verfahren, Die Viehärzte bedienen ſich auch dieſer Wurzel. In Mähren wird der Trank davon den Kühen gegeben, um die Milch zu vermeh» ren, und ſolche überhaupt vor Krankheiten zu bewahren, MÜÖRE' Bäge, Hündinn, ein Hund weib- lichen Geſchlechts. Cs ſind ſelbige mej- ſtens die wohlgewachſenſten und gelehrig» ſten, daher ſie ſich zu allerley Künſten anz erſten abrichten laſſen, Bäuriſch Werf, bolage ruſtique, wird an Gebäuden diejenige Verzierung genannt, welche meiſtens an dem'Boden- geſchoſſe als Quaderſtücke vorgeſtellt iſt, Es giebt verſchiedene Arten, davon die'ge- meinſte iſt, welche lange Streifen mit da- Ddd 3 zwi - n.<< i-„ASE: Gem d Ds achat kamen 4 Sr wetten= eon ef eä Is 5 aaa Es ahnten 398„Baggerb zwiſchen gelaſſenen Fugen darſtellt, und deren man ſich heut zu Tage am meiſten bedient; doch macht man ſie auch mit ho» rizonkalen und ſenkrechten Fugen ſo, daß ſie Quaderſtücfe vorſtellen, wovon die ka- tholiſchhe Kirche. in. Berlin zum Muſter dienef.; - Baggerbiegel ,/ ein einfaches In- ſtrument, welches dem Sandbohrer der “Brunnenmacher gleicht, und dazu dient, den lockern Torf unterwärts aus der Erde, unter der Dammerde,- wenn der trockne Torf ausgeſtot unt gefangen wer- den. Der Baitahn wird auf einer Stan- ge an einem freyen Plaß aufgeſtellt) der Dirkhahn, wenn er gegen Morgen den Fatzplaß verläßt, und ſich auf die Bäume begiebt, ſioßt auf den Balbahn zu, und falle entweder in die Leimruthen, die um ſeibigen geſiellt ſind, over wird aus einem verdeckten Orte in der Ferne geſchoſſen. ; Baolche, Onlichen indem ct Com : Erfde Iche und geladen : haupf« brauche ein: und ty wel: un dieſe enfene fommen , ' Zane ind mit ung der , Feſt 5 Wort tÖfere der ſich en weir: x Etay- (t; der jen dei Baume „und Balche Balche, ein Fiſch, f. Bleich, Balcon, Balkon, Austritt, iſt ein vor dem mittlern Fenſter erbauter Austritt, entweder von Stein oder von Holz. Er ruht auf hervorſpringenden gro- ßen Kragſteinen, welche in der Mauer ein- gemauert ſind, und wird mit einem eiſer- nen oder ſteinernen Geländer umgeben, damit man vor dem Herabſtürzen geſichert ſeyn fönne, Balconfenſter, ein oder mehrere Fenſter neven einander, ſo an Höhe und Breite die übrigen in der Reihe übertref- fen, vor welchen gemeiniglich ein Balcon angebracdhe iſt. Baldachin, ein beweglicher Him- mel, oder eine zierlich ausgeſpannte Dee, ein Thronhimmel, Baidrian, Valeriana, ein weit« läuftiges Pflanzengeſchlecht, deſſen Haupt- Fennzeichen ſind: Relch: feiner. Z3lu- mentrone: einblättrig, an der einen Seite höFrig, und auf dem Fruchtknoten, Saamen: nur ein Kern.. Unter den zu dieſer Gattung gehören- den Arten ſind nur vier von vorzüglicher Widchtigkeit für die Luſtgärten. Dieſe ſind frautartige, dauerhafte, perennirende, za- ſerwurzliche Pflanzen, die in jedem Früh- jahre neue, 2 bis 3 Fuß hohe Stengel treiben, welche entwever mit einfachen, oder mit gefiederten Blättern beſeßt ſind, und ſich mit doldenförmigen Trauben von einvlättrigen fünftheiligen Blumen en- digen. 1) Rother Baldrian, Valeriana rubra. Vaterland: Franfreich, die Schweiz, Jtalien, der Ortent, auf ſtei» nigen, ungebaueten Pläßen, Wurzel: dict, holzig, breitet ſich weit umher aus, Get, Kncytlopädie A, Theil, urr terung zr Gezerre. alli. mmnmmezzzeu che mem nnn Baldrian KOT Die Stentzel: avfrecht, rund, glatt, äſtig, mit paarweiſe entſpringenden Zwei« gen, 2 bis 3 F. hoh, Blätter: glatt, lanzettförmig, geſpißt, glatträndig, meh- rentheils paarweiſe an den Gelenken ſte- hend, bisweilen aber auch ſelbdritte oder vierte, Blumen: auf den Enden des Hauptſtengels und der Zweige, in mäßig großen Trauben, gewöhnlich roth, ge- ſchwänzt, haben nur einen Staubfaden. Sorten: 1) mit hochrothen Blu- men, 2) mit blaßrothen, 3) mit weißen, Valeriana alba, 4) mit ſchmalen Blättern und glänzendrothen Blumen, Valeriana anguſtifolia. Alle dieſe Sorten blühen im May odex Jun., und fahren den größten Theil des Sommers mit der Flor fort, und zieren daher ziemlich gut, Sie geben im Herbſte eine Menge reifen Saamen, welchen der Wind, weil er mit einer Haarkrone verſe hen iſt, oft rings umher, und ſogar ia1 die Riten alter Gebäude v.ſ. f. führt, wo dann von ſelbſt viele junge Pflanzen aufgehen, die auch wirklich ihre Vollkommenheit er langen. 2) Gartenbaldrian, großer Bal« drian, Phu majus, Valeriana hortenſis, Valeriana Plu L. Vaterland: Elſaß und Schleſien, Wurzein: dickſleiſchig, gegliedert, von ſtarkem Geruche, zaſerig, friechend, perennirend. Wurzelblätrter: zahlreich, einige getheilt, meiſtens aber ungetheilt. Die Stentel: zwiſchen deu Blättern, aufrecht, rund, glatt, hohl, äſtig, etwa 2 bis 3 F. hod), unten mit zerſchnitfenen, höher hinauf aber mit ge- fiederten Blättern beſeßt, welche glatt und blaßgrün ſind, und an den Gelenken einans der gegen über ſteben. Dlumen: auf den Enden der Stengel und kleinen Zwei- ge, in doldenähnjichen Trauben, mir drey Cee Staub- 4.02: Baldriat Staubfäden, weiß, im May und Jun, Hinterlaſſen einen länglichen mit einer Haar» Frone verſehenen Saamen, welcher bald hernach reif wird, Dieſer Baldrian be- fißt mit dem officinellen, der gleich beſchrie- ben werden wird„ gleiche Kräfte, und ſoll. vorzüglich bey der fallenden. Sucht nüßlich zu gebrauchemwſeyn, wie man ihn denn mit. der Senecawurzel vermiſcht, und die dar- aus gezogene Cſſenz in allen ſchmerzhaften Krankheiten und ſelbſt in der Schwindſucht, empfiehlt, Er eröffnet, wie die Seneca, nicht nur die Gefäße, und befördert. die Abführungen des Körpers, ſondern er be- ſißt auch eine beſondere lindernd? Kraft, welche ſich ſchon aus dem Geruche abneh-- men läßs, Es iſt bey dieſer Art zu bemer- ken, daß die an. tronen Oertern gewach- ſene Wurzeln zum Arzneygebrauch kräfti» ger als diejenigen ſeyn, welche aus ſumpfich= ten. Gegenden: genommen: werden,. 3) Officineller oder: xtywöhnli-- cher Zaldrian,. wilder oder großer Sumpf- oder Ragzenbaldrian, Ra- en- oder Angenwurzel, Theriaks» Eraut, Valeriana. oflicinalis.. Water-- land: Europa,. in ſumpfigen Wäldern.. Wurzeln: lang, fleiſchig, zaſerig, bün- delförmig..- Blätter:: viels, insgeſammtk: gefiedert; beſtehen.aus 6 bis'7 Paar Blätt- hen, und endigen ſich mit einem einzelnen! Blättchen, ſind ſcharf geſpißt, haarig, und ſtehen an den: Gelenken einander gegen: über. Die Stentzel:: aufrecht, geſtreift,. hohl, haarig, etwa 2 Fuß hoch.. Dly- men: auf den Enden der Stengel und der: kleinen einander gegen über ſtehenden Seis tenzweige, in doldenähnlichen Trauben, an der Auſſenſeite etwas purpurröchlich,, mit 3: Staubfäden, im May und Junius3: geben. bald hernach, reifen. Saamen:. Baldrian Die Wurzel hat einen ſtarfen und ganz beſondern Geruch, von welchem auch ver- ſchiedene Thiere angelockt werden; ſonder- lich pflegen ſich die Kaken dabey einzufin- den, und entweder aus Wolluſt oder aus Verdruß die Pflanze öfters zu zerſtören. Ohngeachket aber die Wurzel ſtark riecht, ſo ſind doch die ſchönen, dunfeln, glänzen- den Blätter„ welche im Frühlinge anfäng- lich einen Knopf vorſtellen, und ſich her- nach wie eine Roſe auf der Erde ausbrei- ten, ohne allen Geruch, und in dem Zu« ſtande, ehe ſie ſtärker werden, nicht allein den Schaafen: ſehr zuträglich, ſondern auch“als eine Speiſe zu genießen, Die Wurzel, deren man ſich in den. Apotheken zu bedienen pflegt, hat eine nervenſtärfen- de und eröffnende, beſonders. urin- und ſchweißtreibende Kraft, und kann billig der berühmten Virginianiſchen Schlangen- wurzel',, Seypentaria: Virginiana, gleich geſchäßt,, ja wohl vorgezogen: werden, doch muß man die, welche im ſchlechten Grun» de, zwiſchen den Sträuchern'und auf Ber«- gen wächſt ,. nicht. aber die, welche in gu- tem: und naſſen: Boden ſteht, wählen. Auch. muß: man" ſie: ausgraben, ehe. der Stengel zu ſchießen anfängt, und ſie im Schatten; ſorgfältig: tro>nen.. Man ge- braucht die zu Pulver“ geſtoßene Wurzel vor ſich von x Quentchen bis x Loch, oder verfertigt daraus mit Wein einen Trank, und läßt ſolchen öfters nehmen. Man hat auch. in den: Apotheken das abgezogene. Waſſer und einen: Extrakt, welche aber nicht ſo kräftig. ſind als. die Wurzel ſelbſt.. Sie befördert die monatliche Reinigung, eröffnet. die Verſtopfung der Leber und des Mitzes,, und' dient: wider die Gelbſucht, furzen: Atchem,, Mutterbeſchwerungen und dergleichen... Wornehmlich ſoll ſelbige die' Augen ſtärken, und. das. Geſicht. erhalten, daher: M y -B ] 2 itt Sen ai öner WEI nannamnn Aumtertel ini unum af Baldriatt daher auch einige dieſe Wurzel öfters kauen, oder die Augen mit dem abgezogenen Waſ- ſer zu beſtreichen pflegen; ſoll ſich auch überdieß wider das böſe Weſen kräitig be- zeigen 3; wie denn unter andern Fabius Co- lumna ſich ſelbſt durch dieſes Mittel von dergleichen Krankheit-befreyk, und unter den neuern Aerzten viele dieſe Wirkung be- ſtätigt haben. Ob dieſe Wirkung aber je- derzeit, die fallende Sucht ſey aus Schre- &>en, Zorn oder andern Urſachen entſtan- den, mit Gewißheit zu hoffen, oder ob ſolche nur alsdann nüßlich ſeyn könne, wenn die Würmer dazu Gelegenheit gegeben, iſt nicht genau zu beſtimmen, ſo viel iſt aber gewiß, daß in dem leßten Falle die Hülfe vorzüglich zu hoffen ſey« - 4) Pyrenäiſcher Baldrian, Va- leriana Pyrenaica. Daterland: die Py- renäiſchen Gebirge. Wurzel: zaſerich, perennirend. Wurzelblätter: groß, herzförmig, gezähnt, glänzendgrün, auf der Oberfläche glatt, auf der Unterfläche aber blaßgrün und haarig, auf ſehr langen Stielen. Die Stengel: zwiſchen den Blättern, aufrecht, hohl, geſtreiſt, etwa 3 F. hoch, die obern Blätter kleiner, herz- förmig, geſpikßt, ſtehen bisweilen nahe unter dem Gipfel ſelbdritte, auf kurzen Stielen. Blume: auf den Enden des Hauprſtengels und. der Zweige, in dolden- ähnlichen Büſcheln, blaßroth oder fleiſch- farbig, mit 3 Staubfäden, blühen im Jun,, und geben im Auguſt reifen Saa- men. Obgleich der natürliche Standort vieſer Pflanze auf Bergen iſt, ſo kömmt ſie doch auch in Thälern und- auf feuchten Pläßen ſehr gut fort. Sie ſäer ſich durch ihren mit einer Haarkrone verſehenen Saa- men, den der Wind wegweht, beträcht- lich weit umher aus, wenn man ſie erſt einmal im Garten hat. Wenn man ſie Baldriatt 403 aber regelmäßig zu pflanzen verlangt, muß der Saame ordentlich geſäet werden. Dieſe vier Arten ſind ſehr dauerhafte Pflanzen, und kommen überall im freyen Garten in jeder gemeiner Gartenerde fort, treiben jährlich neue Stengel, blühen im May oder Jun., geben im Herbſte eine Menge reifen Saamen, und ſterben als- denn über der Erde ab, Sie floriren faſt in jedem Boden und in jeder Lage. Wenn aber die Wurzeln der drey erſten Arten zur Arzney beſtimmt ſeyn ſollen, ſo müſſen ſie einen tronen unzzedüngten Boden haben, Sie können in den Luſtgärten zur Wer«- zierung und zur Vermehrung der Manniche- faltigkeit zwiſchen andern großen, krautar- tigen, perennirenden Pflanzen in jede Lage gepflanzt werden, welches im Herbſte, im Winter oder im Frühjahre geſchehen kann, ' Sie dauern manche Jahre, blühen jähr- lich, und vermehren ſich nicht nur ſehr ſtark durch ihre Wurzeln, ſondern können auch aus Saamen gezogen werden. Durch Zerthbeiiung: dieſes geſchieht am beſten im Herbſte, zur Noth aber auch im Win- «ter und Frühjahre, Aus Saamen: die- ſer muß, ſobald er reif iſt, geſäet, mit etwa& Z. hoch ſehr feiner Erde bedeckt, und die jungen Pflanzen vorerſt in die Pflanzſchule erwa 9 Zoll weit verpflanzt, und im Herbſte nachher auf. die ihnen bes ſtimmten Stellen gepflanzt werden, Es giebt noch mehrere Arten des Bal- drians, die aber minder wichtig, oder viele mehr in den Gärten noch nicht allgemein üblich ſind, daßer wir nur diejenigen noch anführen wollen, welche hin und wieder in unſern Gärten zur Verzierung verſelben angetroffen werden, 5) Rieiner Sumpfbaldrian, Valeriana minor, Valeriana dioica Linn. Vaterland: Europa und der Orient, auf Eee 2 feuch« weht wetden enn nnd AMET EEE Temme. Fe ern 5 SZ ZS<===== emen. Sueden Gabr 4 SP> 404. Balbriat feuchten Wieſen und in fumpfigten Auen, Wurzeln: dünn, kriechend. Die Stren- eſel; aufrecht, 1 bis 12 F, hoh, PWur- zelblärter: ungetheile. Strentelblät- ter: gefiedert, glatträndig, ſind aus 6 bis 7 Paar Blättchen zuſammengeſeßt, und endigen fich mit einem einzigen Blättchen, ſieben an den Gelenken einander gegeit über. ZHlumen: auf dem Ende des Hauptſtengels und den Enden der wenigen Seitenzweige, die naße unter deſſen Gipfel entſpringen, in Trauben, mit drey Staub- fäden, und ganz gefrennten Geſchlechtern, weißlich- oder purpurroth, im May und Jun. GSaamen: wird bald nachher reif. Dieſe artige fieine Pflanze iſt eine Zierde aüſrer Sümpfe und feuchten Bläße, ver= dient aber, zumal in ſolchen Begenden., wo ſie nicht wildwachſend angetroffen wird, unter die perennirenden'Pflanzen aufge- nommen zu werden. Man muß ſie im Sommer, ſobald ſie abgeblüht hat, aus- heben, in ein ſehr feuchtes Thal des Gartens pflanzen, und ſie, bis ſie ange- fchlagen iſt, beſchatten und begießen, Nachher bedarf ſie keiner andern Wartung. Die jungen Blätter ſind weich, und habe einen: bitterlichen ſchleimigen Geſchmack. Die Wurzel ſchmeckt unangenehm und bit- ter, und kömmt den vorigen Arten gleich 3 daher auch ſc)on Matthiolus und unfer den Neuern: Scopoli behauptet, daß ſelbige eben die Kräfte beſike., Die Schaafe freſ- ſen dieſes zarte Gewächs nur im Frühlinge an den: Wieſenrändern, oder da, wo ſie ohne Gefahr hingetrieben werden können. 6) Portugieſiſcher Baldrian, Valeriana calcitrapa. PVaterland: Por: tugall, der Orient, Die Stentel: et- wa 1 F, ho, rund, glatt, hohl, treiben paarweiſe Zweige aus- den Gelenken, ZAlätter:. geſchlikt, die Abſchnitte ſchmal Baldrian und ſcharf geſpißt. Blumen: auf den Enden der Stengel und der Seitenzweige, in dichten Büſcheln, klein, nur mit einem einzigen Staubfaden, weißlich, auf roth ziehend, im Jun. oder Jul. Saamen: mit einer Haarkrone verſehen, wird bald nachher reil, Iſt ein Sommergewächs, verlangt keine beſondere Wartung; der Saamen ſäet ſich oft ſelbſt aus, oder man fiet ſolchen auf ein Miſebeet. 7) Der Füllhornbaldrian, Sici- liſcher Baldrian, Valeriana cornuco- piae L. Darerland: Amerifa, Mau- vitanien, Sicilien,“ Syanien, auf den Aecernz erhält ſich uur ein Jahr. Die Srengel: purpurröchlich, dick, geſtreift, äſtig, beynahße 1 F. hoh. Blätter:- glatt, eyrund, an den Gelenken paarweiſe einander gegen äber ſehend, ohne Stiele, Blumen: rachenförmig mit zween Staub- fäden, auf den Enden der Zweige, in Trauben, haben unter jeder Blunzientrau- be zwey, den Stengel mit ihrer Grundflä« , hol- zig und äſtig. Hlätter: auflangen Stie- len, herzförmig zugeſpißt, am Rande mit fcharfen Zähnen beſeßkt. Die Srenzgel: x bis 3 F. hoch, treiben viel Aeſte, An dem Stengel ſiken die Blätter einander gegen über, ſind gleichſam durch den lan gen. und breiten Stielmit einander verwach« jen; FE<-ÖÖÄT-<-QQQ--<--<-“-“-“----- <-> EEE u R I IT.- MOE= BEE Baldriän fen; an den unterſten ſind die Stiele bloß, an den obern aber mit zwey, zuweilen auch mit vier kleinen Blättchen ſeitwäres beſekt das große Blart ift nrehr eyförmig zuge- ſpike, und gleichſam ausgeza>t. Wey jedem Blumenſtiele ſiken zwey Blättchen oder Schuppen- PSiumen: im May und Jun,z ſind roſenfarbig, ftellen einen dichten Schirm vor, riechen angenehm, und die Einſchnitte derfelben ſind einander faſt ähnlich. Jede enthält drey Staubfä- den, und der Saamen iſt oben mit zwo vorragenden Spißen beſeßkt, Wey uns dauert die Pflanze im ſreyen Lande, erhält fich in der dauernden Wurzel, trägt ſelten reifen Saamenz mit Zertheilung der Wur- zel muß bebütſam verfahren werden, in- dem die Stöcke leichtlich dabey eingehen 9) Sibiriſcher Baldrian, Vale- riana Sibirica. Vaterland: Sibirien, auf den Feldern. Der Stengel: etwa 1 F. hoch), treibt ohngefähr zwey Paar Furze Seitenzweige, von denen die untern die längſten ſind. MPlärter: geſchlißt, paarweiſe einander gegen über ſtehend, un- geſtielt, die Blärten möge; 3) wird auch die Haut des Wurms und der JInſecten ein Balg ge- nannt, z. E. der jungen Bienen, als wel- her doppelt iſt, der Wurm- und der Nym- phenbalg. Beyde Bälge werden von ihnen nach vollendeter Verwandlung an den Wän- den der Wachszellen zurückgelaſſen. Batg, L. gluma, tkolliculus, wird das dünne Häutchen oder die dünne Hülſe an der Aehre genannt, darinn das Saamenkörnchen ſißt.; Baigen, Baljen, ſind vom Waſ- ſer ſeibſt gemachte große und kleine Ka- näle, Balggeſchwulſt, GSackge- ſchwuitt, Kapſelgejchwuiſt, ein- gehäutere Geſchwultt, iſt eine all- mählig entjiehende, unſchmerzhaſte, hart- näctige, gleiche, mehr oder minder harte, länglichte oder runde, Geſchwulſt, welche in einem widernatürlichen Sacke einge- ſchloſſen iſt, der eine Materie enthält, die, nach der Verſchiedenheit der Geſchwulſt, ihr einen beſondern Namen verſchafft, Der Balgs, Der Sißt dieſer Geſchwülſte iſt nicht gleich 3; denn ſie entſtehen bald in Drüſen, bald in einer Zelle des Zellengewebes, bald in einem Blutgefäße u. ſ. wv. Die darinn enthaltene Materie iſt von ſehr verſchiedener Beſchaffenheit, wäſſe- richt, blutig, breyartig, ſpeckicht, honig» artig, ſchwammicht, knöchern, u. ſ.f, Nach dieſen Materien und ihrer Geſtalt werden ſie unter zwo beſondere Hauprflaſ- ſen gebracht, und in wahre und falſche Sacgeſchwülſte eingetheilt, welche einen eignen geſchloſſenen Sa>k oder eine eigene Kapſel haben, werden wahre, und diejenigen, welche nicht von allen Sei-- ten mit dem Sack umgeben werden, fäl- ſche genannt. Zu den erſten gehört: der Sroſch oder die ſo genannte Galle; die Geſchwülſte auf'den Naſentrompeten, am Schlauche, die Waſſerſa>geſchwulſt, die Zu der zweyten Gattung Scollbeulen, oder falſchen 1 die Blutaderknoten„ Puls- adergeſchwulſt„ m a: m: Nach den. enk haltenden Materien aber werden ſie Honigs: geſchwülſte,. Breygeſchwülſte, Speckge- ſchwülſte u. f, w. genannt.- Der. Sac wird ohne Zweifel anfäng-" lich voneinem Schleimbalgegebilder 3 oder, wenn ſich Drüſenſaft oder Fett, u.-ſ. w. in; einer Zelle der Drüſen oder' Fetthaut: an- häuft, umändert oder ausartet, ſo wird die Höhle ausgedehnt, erweitert, an die benachbarten Theile angevrüct, und mit denſelben verdicktz: daher kommt es ,. daß er zuweilen ſehr. dünne,- zuweilen ſehr di>,- und zuweilen gar knorpelartig wird. Er- ſtreckt ſich. die Ergießung des Sattes nur' in eine Zelle, ſo beſteht auch die Geſchwulſt nur in einem Sacke ohne Unterſchied; ge* ſchieht:aber die Ergießung. in' mehrere Zel-' len, zugleich oder nach und nach ,- ſo findet“ man: Geſchwülſte ,, welc Quetſchungen„ Erb- fehler u. a. m. zuwegegebracht werden, woraus eine Zähigkeit und Sto>ung der Säfte entſteht. Nachdem nun dieſe' Ge- ſchwülſte klein oder groß ſind, und ihre Lage haben, können ſie die benachbarten: Theile drücken, Unbeweglichkeit der Glie- ver, erſchwertes Athemholen u, ſ..w. her? vorbringen. QUegt die Geſchwulſt frey,- und man kann ihren Umfang: und' die Be- ſchaſſenheit der enthaltenden: Materie füh len,. ſo iſt die Erkenntniß eben'nicht ſchwer.- Die kleinen haben:wenig zu bedeuten. Die Zertheilung gelingt ſelten, beſonders bey' denen, die einen: di>en' und feſten Sack haben', und härtere Materien enthalten. Die Zertheilung bey den weichen, die eine“ dünne Materie enchalten und. ver«“ ſchloſſen ſind, kann'man durch öfceres Einz reiben des Kampfergeiſtes 3 durch) eine Auf- löſung von gemeinem Küchenſalz und Mens" ſehenharn3 durch eine Salbe aus: Gummis ammoniak mit Eſſig; durch eine Miſchung; von gleichen Theilen: Steinsl, Terpenthin-' und Weingeiſt 3. durch gebratene Zwiebeln; vurch angebrachten! Druck 3: durch Seifen» ſalbe 3. Bähungen: von: Schierling z- Nins dereriſchen. Geiſt 3; Auflöſung von Küchen- ſalz, Salmiak, Weinſtein, Ochſengalle 3 Queckſilberſalbe 3: durch den Saft: von der Belladonna u.-ſ;-w;- bewirken. Wo aber feine Zertheilung mehr Statt findet, muß: man dis Ausrottung mitdem Meſſer; durch das: Einſtecken: des: Trokar8z durc) das' Haav-* . 6 Ca a SI I NS Een 408 Bals Haarſeil; oder durch die Unterbinvung oder durch glühende Eiſen bewerkſtelligen, Das Meſſer iſt allen«dern Mitteln vor- zuziehen 3 die andern-ſind nur da anwend- Har, wo may das Meſſer nicht brauchen fann. Bisweilen entzündet ſich ſolche Ge- ſchwulſt, da man denn ſolcher nicht wehren, ſondern freyen Lauf laſſen muß, beſonders bey ſolchen, welche von Abſeßung einer Kranfheitsmaterie entſtehen. Die Cite- rung muß durch eiterbefördernde Mittel Vefördert und ſs lange unterhalten werden, bis die Geſchwulſt mit dem Sa>e ganz. verzehrt iſt, Jie darf eine ſolche Geſchwulſt eher geöffnet werden, als bis man an allen Theilen gleiche Weiche, und eine gänzliche Zerſäymelzung fühlt. Wird dieſe geſpürt, ſo eröffnet man die Geſchwulſt lieber mit dem Meſſer als dur< Aetmittel; es muüß- te denn die Deffnung mit dem Meſſer, we- gen großer Blutgefäße oder anderer Um- ſtände, nicht rathſam ſeyn, Iſt die Oeff- nung geſchehen und der Eiter ausgelaufen, ſo unterſucht man die Höhlung, ob der Beutel ſelbſt mit verzehrt iſt, oder nicht. Im leßten Falle muß man mit der Lanzette oder Flitte behutſame Einſchnitte machen, dder, mittelſt eines Pinſels, Vitriolgeiſt, oder Spießglasburter, oder einer antern äßenden Auflöſung beſtreichen, um dadurch die Eiterung zu unterhalten. Wenn eine gänzliche Auflöſung und Abſonderung ge- ſchehen iſt, heile man das Geſchwür wie gewöhnlich, Soll die Ausroktung mit dem Meſſer unternommen werden, ſo ſpannt der Thier- arzt die Hauk über der Geſchwulſt entwe- der au, oder er zieht, um ſicherer zu ge- hen, und den Sack nicht durch den Schnitt zu verleßen, die Haut über der Geſchwulſt im eine Falte in die Höhe, und macht einen Balas länglichen Einſchnitt, welcher ſo groß ſey muß, daß die ganze Geſchwulſt dadurch frey zu liegen kömmt. Wo die Haut ſelbſt mit der Geſchwuljt verwachſen, hart, offen, oder ſonſt ſchadhaft iſt, muß ein Zirtel- ſchnitt rings um die Grundfläche der Ge- ſchwulſt gemacht, und ſolche gänzlich weg- genommen werden, Die von der Hauk entblößte Geſchwulſt wird nun mit der lin» fen Hand, oder mittelſt eines Häfchens, oder durchgezogenen Fadens, oder einer Zange angeſaßt, efwas abgezogen, und nach und nach, wo möglich, mit den Fin- gern ausgeſchält. Da dieſes Ausſchälen mit einem ſtumpfen oder ſcharfen Meſſer etwas unſicher iſt, weil das Zucken der Thiere nicht ganz verhindert werden kann, ſo verfährt man weit ſicherer, wenn man ſich, ſtart des ſcharfen Meſſers, eines aus Horn, over Knochen, wie man derglei= chen unter den Werkzeugen der menſchli- mit zu ſchmel- - zen ſuchen. Dieſes bewirkt man dur Er- öfſnung mit dem Meſſer, durch Aeszmixr- tel, den Trokar, glühendes Kiſen und durchs Haarſeil. Nach der Deſſ- nung mit dieſen Mitteln, das Haarſeil ausgenommen, ſprißt man durch die ge- machte Oeſſnung reizende Feuchtigfeiten, z. B. Branntwein, Tinktur von Spani- ſchen Fliegen, oder eine Auflöſung von Höllenſtein u. a, m, ein, und läßt dieſe Feuchtigkeit ſo lange darinnen, bis eine Geſchwulſt und Entzündung entſteht, wor- auf man alsdenn die Citerung beſerdert und unterhält. Das Haarſeil, welches ebenfalls zu „Eröffnung der Balggeſchwülſte nach) Wer- ſchiedenheit der Umſtände off angewendet werden muß, wird mit eben angezeigten reizenden Mitteln, beſonders mit Terpen- thingeiſt, angefeuchtet, und ſo lange, als nöchig iſt, darinnen gelaſſen. Die Unterbindung kann nur da angewendet werden, wo die Geſchwulſt an einem Stiele hängt. Bey breiten Ge- ſchwülſten twerken zum Fußboden, und zugleich zur Zuſammenhaltung der Wände des Gebäudes z ſ. Dalktenlage. Balkengeſimſe, ſo nennt man ein, 'ous vem Architrave einer Ordnung genom- menes, Geſimſe in- oder außerhalb eines Gebäudes, z. B. unter dem Dache.“ Bey ölzernen Gebäuden wird ſolches zur Ver- kleidung oder VerſteFung der Balkentköpfe Fff zwi 410 Balkenh zwiſchen zwey Stockwerken angebracht, auch öfters bey Fenſter- und Thüreinfaſſun- gen gebraucht. Man zeichnet oder theilet dieſes Geſimſe alſo ein: Die ganze Höhe wird in 12 Theile getheilt. Der oberſte Theil iſt der. Ueberſchlag, zwey Theile gehen auf die Kehlleiſten; fünf Theile für den Oberſtreifen, und vier Theile für den Unterſtreifen. Die Kehlleiſte ſpringt un- ten über ven Oberſtreifen um einen halben Theil vor, Der Unterſtreifen ſpringt gleich- falls um einen halden Theil vor, desglei- chen der Oberſtreifen vor dem Unterſtreifen U,|. Ww., wie es das Werhältniß der Bau- ordnung mit ſich bringt. Baifenhauer, Balkenſchläger, unzünſtige Perſonen in großen Waldungen, ſo Balken und anderes Kaufmannsholz zum Schiffsvau waldrechten und vorläufig fo einrichten, daß jeder Baum, oder doch jeder Theil deſſelben zu ei,em oder dem andern Behuf beym Schiffsbau gebraucht werden kann, Es ſcheint dieſe Verrichtung unbeträchtlich zu ſeyn, und gleichwohl wer- den verſtändige Leute hierzu erfordert, die mit dem Schiffsbau umzugehen wiſſen, damit ſie nicht beym Waldrechten ein Stück Ho!z verderben, Daher muß man oft in großen Waldungen einen ſo genannten Re» gimenter kommen laſſen, der von dieſer 'Sache Kenntniß hat, und die Balkfenhauer leitet- Das Waldrechten dieſes Holzes -aber iſi deshalb nörhig, damit das Holz zum Trangport nicht zu ſchwer ſey, und Unter der Rinde nicht ſtoke, Bey dieſem Schiffsbauholze ſind die Balken das Wich- tigſte, weil daraus ſtarke Bohlen zu ſo genannten Planken geſchnitten werden. Das ſo genannte Knieholz aber gehört nicht zu der Arbeit der Balkenhauer; es wird gemeiniglich von beſondern Knieholzhauern vorbereitet, Bälkenl Balfkenkanten, ſo nennt man die Seiten eines vierkantig beſchlagenen Bal- fen. Liegt ſelbiger auf ſeiner ſchmalſten Seite, ſo heißt es: er liegt auf ſeiner ſchmalen oder hohen Kante; und umge- fehrt auf der breiten Seite heißt es: er liegt auf der breiten Kante, Denn es iſt be- kannt, daß ein Balken zwo breite und zwo ſchmale Seiten hat, Balkenkeller, Blockfeller, iſg ein ungewölbter Keller, der ſtatt des Ge- wölbes oben mit Balken belegt iſt, - Baikenfklafter, ein Baumaaß, nach welchem in einigen Ländern beym Bauen das Quaderwerk, Grundgraben, Füllge- mäuer u, dgl. ausgemeſſen wird. Es iſt 6 Fuß lang und 1 Fuß breit und dick, und begreiſt eine Maſſe von 6 Cubikfuß in ſich. Balkenfopf, das Ende eines Bal- kens, der vor einer Wand, worauſ er liegt, vervorragt; ingleichen Zierrathen an den Borten der Bauordnungen, ſo einen Bal» Fenkopf vorſtellen, Balkenlage, Gebälfe, beſteht aus waagerecht liegenden Holzſtücken durch die ganze Tiefe des Gebäudes. Bey ſol- -Me Fis Mr Balkenl noch ein oder mehrere Stocwerke darauf, ſo kfämmt man auf dergleichen Balken erſt wieder beſondere ſo genannte Saumſchwel- len ein, welche die obern Wände tragen, Bey Gebäuden, die mit Mauerwerk umgeben ſind, werden die Balken auf ſct ſind, ſo dürfen nur die Balken in ihre Kämme ge- bracht werden. Das Beſte in Anſehung ſolcher Mauerlatten bey Landgebänden iſt, daß man ſie ganz auf die innere Kante der Mauer legt, ſo daß eine Seite frey bleibt, "die andern 3 Seiten aber mit. troenen Steinen vermauert werden, weil der Kalk theils Feuchtigkeit in das Holz bringt, theils ſolches durch ſeine äßende Cigenſchaft ver- <neten Mauern häufig befindliche Feuchtigkeit noch mehr vermehrt, bleibt im denſelben ſteFen, und bewirkt in kurzem gänzliches Verderben, weil die Luft nichts davon hin» wegführen kann. Bey den Dachwerken geht es zur Noth noch eher an, nicht ganz ausgetrocknetes Holz- zu nehmen, wenn man vorher auf deſſen Schwinden gerech- net hat. Denn da kann es in der Folge nod) nachtrofnen, welches bey den Balken» föpfen nicht möglich iſt. Aber nicht allein die bloßen Köpfe der Balken vou folchem- grünen und oft durchaus ſplintigen Holze, ſondern die Balken ſelbſt, ſind einem bal«, digen Verderben ausgeſeßt.. Man nehme Fſf 2 an, ww 1 rez 9 TEI 08 EI 2 ee GE EZ 412- Balkent an, daß die Fächer zwiſchen den Baiken ausgeſtakt und mit Lehmſtroh beflochten worden, daß ſolche oberhalb einen Fußbo- den von Drettern bekommen, untenher aher, wie es vielfältig geſchieht, gerohrt und gepußt worden, und alles dieſes in ei- nor Zeit von einem bis zwey Monaten, öf- ters in den ſpäten Herbſtmonäten 3 wie ſoll das Balkenholz austroknen? wie ſoll es ſeine gehörige Feſtigkeit und Zuſammen- ſeßung der Faſern erhalten, da Feuchtig- Feit auf Feuchtigkeit gehäuft, darinn con- centräirt, und alle Luft entſernt wird? Ge- wiß, man darf ſic) gar nicht wundern, wenn ſchon kurz nach der Vollendung über dergleichen Bauart bittere Klagen geführt und veswegen Bau- vder Werkmeiſter des Unverſtandes, des Tigennußes, und wohl gar der Bosheit beſchuldigt werden, Man hat geſucht, derzleichen üble Folgen auf verſchiedene Art zu hintertrei- ben, oder zu vermeiden. Z.B. man theer- fe die Balkenköpfe, ſo weit ſie in die Mauer zu liegen kommen, um eindringende Näſſe davon abzuhalten; aber eben dadurch ver- ſperrte man dieſchon darinn enthaltene Näſ- ſe deſto mehr, und bejörderte um ſo eber das Anſko>en. Man umzog die Köpfe mit trofenem Lehme, damit ſich die Feuch- tigfeit aus vem Holze darein ziehen ſollte3 aber wo follte fie denn endlich bleiben, da ſie keinen Ausgang'hatte? Auf eben die Weiſe umſeßte man ſie vergebens mit troß- Fenen Ziegeln. Endlich ließ man. gevierte Oeſſnungen bis nach außen zu,-an den Orten, wo die Balken lagen, anbringenz. und da dieſe kein ſonderliches Anſehen mach- fen, auch gar bald mit Vogelneſtern oder Inſecten verſtopft wurden 3 ſo ſch!oß man fie: vorneher mit fein durchlöcherten Ble- Hen. Und dieſes war in der That zur fucceſſiven AustroFnung der Balkenköpfe Balken! zufräglich, Aber die Balken ſelbſt konn- ten doch) durch dieſe einzige Oeffnung an ihrem Ende nicht durch und durch aus- trocknen, Unſere Vorfahren, ungeachtet ſie größ- tentheils mehr mit ausgetrocknetem Holze baueten, als wir gegenwärtig, hatten dennoch dabey die Vorſicht, die Balken frey zu legen, und oben auf ſelbige entwe» der einen doppelten Brettboden zu bringen, oder dieſelben in den Zwiſchenfachen mit teiſten zu verſehen, und auf ſolche ſtarke Bretctſtücken in erforderlicher 2änge einzus ſchieben. Sowohl die Leiſten, als die Cin= ſchiebe- oder Werdoppelungsbretter, wur» den in guten Häuſern mie mancherley Kehl- werk und andern Werzierungen verſehen, bey län. lichen Gebäuden aber blieb alles überflüßige weg. Sie erhielten dadurch zwar ihre"Balken mit ihren Köpſen trocken, und in ſo gutem Zuſtande als man ſie bis- weilen naM 100 bis 200 Jahren aiitrifftz allein. auf große Wärme ſolcher Decken durſcen ſie nicht ſonderlich rechnen, und die Verrichtungen,.welche man über denſel- ben vornahin, waren, wenn ſie auch nicht ſonderlich Geräuſch verurſachten, dennoch untenher fehr deucrlich wahrzunehmen. Bey dandgebäuden wäre dies das geringſte geweſen, ja mancher Landwirch, der über ſeinem Wohnhbauſe Schüttböden hat, wür» de es gern ſehen, wenn er allen unanbes fohlnen Beſuch derſe/ben ſogleich entdecken tönnte. Indeſſen: die moderne Baukunſt wollte alles glatt und gerade haben, bes ſonders in Wohnhäuſern„ von denen hier hauptſächlich die Kede iſt. Denn in Scheunen und Ställen ließ man alles, wie es aus der Axt des Zimmermanns, oder noch öfter des Knorrenhauers, kum, und: die Werzierungen der Spinnen fanden all- da Statt. Wigan brachte die in Städten VEL» H Fonm: 79 an QU8: größe Holze Jatten alten Ewe 7gen, mit arfe n zz Ein- wur» vehl et, leg ch ten, bige iſſt; Fen die ſel: ht 4 jen ſie ber ütz be: en ſi be er = NENE Se EEN SCENE IESE LERNT-== ü EE=< meme=nen muri Ern men 3 mm Balfkenl vorſuchten ſo genannten Dübel- oder Shrok- böden au bey ländlichen Wohnhäuſern an. Nämlich zwiſchen den Hauptbalken ward in eben derſelben Richtung naeh) der Tiefe ves Gebäudes ſo viel ſcywächeres Holz dichte zuſammengetrieben, bis alle Fächer erfüllt waren; auf dieſes etwas Wirrſtroh gebracht und dichte in die Fugen der Höl- zer eingedrücft, ſodann aber mit trockenem, jedoch feſtgeſchlagenem Lehm ausgegleichet, und der obere Fußboden darauf gebracht. Icene, und nicht zu erſchürternde De>e. Nur muß ſämmt- liches Holz derſeiben vorher recht ausge- tronet ſeyn, ehe-der obere Fußboden, und der untere VWerpuß darauf und daran kömmt. Leßterer wird am beſten mit Lehm zu ſpriegeln und abzuweißen ſeyn.“ Es iſt weit leichter und wohifeiler mit dem Aus- ſtaken der Balkenfächer, und geht nicht ſo viel Holz dabey auf, Nur merke man hauptſächlich, daß die Balken vorher tro- >en ſeyn müſſen, und daß das Winden ihrer Fächer, wo möglich, im Junius oder Julius geſchehe, damit der Lehm erſt völlig gustro&nen könne, ehe Fußboden oben, und unten Rohr- oder anderer Puß daran kömmt. Eine gute Decke giebt es auch, wenn die Fächer der Balken, wie vorher, mit eroFenen Stafken dichte ausgeſchlagen, und auf ſelbige ebenfalls trocfener ehm gebracht, ſodann aber der untere Theil der Balken mit Bretterw geſchalt und folcung er- „Halten follen, 8 Zoll hoch und 6 Zoll dicke ſind, ſo ſind ſie ſtark genug. Sollen ſie bey ſchlechten Gebäuden, die nicht allzu viele Tiefe haben, und keines Dachſtuhls bedürfen, angewendet werden 3 ſo kann auf jeder Seite ein Zoli weniger ſeyn. Sollen aber die Fache zwiſchen den Balken ge- ſteckt, gewunden, oben ausgegleicht, und mit Brettern belegt, oder ein Eſtrich dar- auf gebracht werden, und man will weder zu viel nor zu wenig thunz ſo nehme man 10 Zoll Höhe und 9 Zoll Breite. Auf ſolche Weiſe, wenn man auf jeder Seite IZ Zoll zum Falz, worinn die Staken zu liegen fommen, abrechnet, bleiben 6 Zoll Stärke und 10 Zoll Höhe zum Tragen;z «und dieſes wird allemal hinlänglich ſeyn. Es iſt aber nicht genug, von der Stär- fe der Balken etwas geſagt zu haben, es muß noch hinzu kommen, zu beſtimmen, wie weit dergleichen ohne Unterſtüßung frey liegen fönnen, ohne daß ſie ſich durch eige- ne, dazwiſchen oder auf dieſelben gebrachte Laſt biegen ſollten. Theoretiſche, obwohl auf Verſuche im Kleinen gegründete, und mit vielen eben ſo theoretiſchen Beweiſen verſehene, Säke würden den Leſern we- nig nüßen, Jh ſage alſo dieſerwegen aus der Erfahrung, daß ein Balken vorgedach- ter Art, und unter denſelben Bedingungen, 18 bis höchſtens 20 Fuß frey liegen kön- ne; iſt es weniger, deſto beſſer."Bey Ge- bäuden, die nur 24 Fuß rief, und die Balken entweder mit bloßen Brettern be= deckt werden, oder ganz frey liegen, kön- nen dieſelben einer mittlern Unterſtüßung, Balken 415 als der vorzüglichſten, entbehren, wenn ſie an den Seiten mit guten, ſehr ſteil geſtell- ten Stükbänden verſehen werden. Deng da dieſe auf jeder Seite wieder an 3 und mehr Fuß beſonders unterſtüßen, ſo bleibt der Balken immer nur auf 18 Fuß ſeiner eigenen Tragbarkeit überlaſſen, Balkfenmaaß, ein körperliches Maaß, deſſen Länge in der Venennung „ſelbſt angedeutet wird, zur Breite und Die aber-dasjenige Maaß hat, das zu- nächſt auf deſſen kängenmaaß hinabſteigend folgt. So iſt z. B. eine Batkenruche eine Ruthe lang, aber nur einen Schub breit und vic u. ſ. w, Balkenriß, ein Bauriß, welcher zeigt, wie die Balken ſollen zu liegen kommen,: or Balfenſchleuſe, eine Schleuſe, die aus an- und auseinander gelegten Balken beſteht, Balfenſtein, Kraftſtein, Noth- ſtein, ein Stein in der Mauer, worauf ein Balken ruhr. Balkenſtrekfen, mit einem Hafen- pflug oder AFerhaken nach der Breite des Acers pflügen. Balfenwaage, ſ. Watebalken. Balkenwaage, ein Werkzeug oder * Hebemaſchine, wodurch man ſehr große Laſten behutſam und ſanft in die Höhe he- ben kann, Site beſteht aus einem waage» rechten Balken, welcher gleichſam die Waa- ge iſt, und wovon ſie auch den Namen er- halten hat, und in der Mirte von einer ſtarken hölzernen Säule unterſtüßt wird, An das eine Ende des Balkens wird ent- weder die Laſt angehangen, oder ſonſt auf eine Art. befeſtigt 3 an dem andern Ende veſſel» aus Balkenz deſſelben iſt eine ſtehende Schraube an einer Spindel und Hülſe angebracht, weiche herumgedreht werden kann, Man kann ſie auch gebrauchen, Pfähle aus dem Grun- de zu ziehen,< Balken ziehen, einziehen, ge- ſchieht von dem Zimmermann, wenn er die Balken in einem Gebäude an Ort und Stelle einlegt und befeſtigt. Balkon, ſ. Balcon. Ball, eine von Garn, Zwirn, oder wollenem Zeuge mit Leder oder Tuch über- zogene, eder mit Zwirn oder Seide über- Nrickte kleine Kugel. Das Ballſpiel hat davon ſeine Benennung« Die dazu be- ſonders erbaueten Balihäuſer ſind lange ſchachtſeitige Gebäude, an 100 und mehr Schuhe lang, auch 40-5395 breit, An der einen langen Seite befindet ſich eine in Mannshöhe mit einem ſchrägen breternen Dache bedeckte Gallerie, welche an der obern Queerſeite offen, theils zu, theils weiter fortgeht. Die Mauern ſind 20 und mehr Schuß hoh, Das Ballſpiel, entweder mit Rakets zu ſchlagen, oder, nach gemeiner Art, den Ball, welcher auf- geworjen, mit freyer Hand fortgeſchlagen, darnach gelaufen, auſgefangen, und ge- worfen wird, iſt eine der beſten Leibesübun- gen, die leßtere Art aber die beſte, weil dadurch der Leib zur geſchickten Bewegung und Geſchwindigkeit, und zu mancherley Wendungen, ganz vorzüglich gewöhnt wird. In großen Städten ſollte man bil- lig zum Ballſchlagen eigends eingerichtete Ballhäuſer haben, um, wenn die Witte- rung zu rauh, windicht, regneriſch u. ſ, w. iſt, und alſo die Promenaden nicht wohl geſchehen können, ſich in ſelbigen, zur Er- haltung und Förderung der Geſundheit, . eine dienliche Leibesbewegung zu machen. Ball“ Vor den Fenſtern eines ſolchen Bollhauſes müßten, damit ſie nicht von den umher fliegenden Bällen eingeworfen würden, Neße in kleiner Entfernung angebracht werden, der Fußboden aber entweder ges- dielt, oder von einem feſten Eſtrich ſeyn, um nicht vom Staube der bloßen Erde, welcher durch das Hin- und Herlaufen er- regt wird, zu erſticken, Männer, welche wegen ihrer ſißenden Lebengart leiden, wür- den in einem ſolchen Ballhauſe ſich am er- ſten ihrer Hypochondrie entledigen, wenn ſie, beſonders in Wintertagen, ein Paar Stunden wöchentlich Ball ſchlagen, und' ſich zugleich., mittelſt einer Auswahl guter Cammeradſchaft zu Geſellſchaftsfreuden ſtimmen wollten. Sie kämen hiebey leich- ter und wohlfeiler weg, als wenn ſie ſich Reitpferde halten oder miethen wollten, und ſie dürften, aus Mangel eines Entre- preneurs, in einer großen Stadt nur unter ſich eins werden, die Koſten zur Erbau- „ung eines Ballhauſes, mittelſt Actien, aufzubringen, und hätten vielleicht bald großen Profit, wenn ſie ihr Ballhaus in der Folge ſtundenweiſe vermiethen wollten. Das Ballſchlagen iſt bisher in unſern Län- dern nur ein Zeitvertreib der Jugend ge- weſen; ſollte aber der Menſch in männli- den Jahren, beſonders der, welcher ſeine meiſte 2ebenszeit in der Collegien- Schrei- be- und Studierſtube zubringen muß, nicht ungleich mehr nöthig haben, ſeinem Blute einen freyern Umlauf zu verſchaffen, ſeine Zeibes- und Lebensfkräfte zu ſtärken, und ſich zu einer längern Ausdauer bey öfters mehr zu- als abnehmenden Berufsgeſchäff- ten geſchickt zu machen? Bey vielen Ge- lehrten und Geſchäfſtsmännern hat man bisher das Abnehmen der Seelenkräſte am erſten an dem Schwachwerden des Ge- vächtniſſes bemerkt, Würde ihnen das begeg» EE SRE PSE UOR III TRE?" M- 25 ir ix== 535 25-- WO IM (hauſes umher urden, bracht [5y ges ) ſeyn, Erde, Ifen er welche , Wilt« am ers wenn Paar „und“ | guter veuden ) leiche je ſich I[lten, nte ' Unter Frbau- ſctien, : hald us it (ten. Zn d ge: annli- ' ſeine hei nicht Blute ſeine und öfters höfe (Gee man räfte Os vas egg Ball begegnet ſeyn, wenn ſie das Stocken oder Dickwerden ihrer Säfte vor der Zeit, durch gute Leibesbewegungen, verhindert hätten? Und würde zu ſolchem Zweck das Ball- ſchlagen nicht vollkommen hinreichend ge- weſen ſeyn? Aber es iſt nicht Mode für alte Leute! Ey nun! man mache es zur Mode, wie vieles bey unſerer Lebzeit Mode geworden iſt, was es ehemals nicht war, und von uns ſonſt ſogar nur für Kinderey gehalten wurde. Ein kleiner Cirkel ange- ſehener Männer darf nur an einem großen Orte den Ton angeben, ſo iſt die Sache geſchehen. Ball, heißt auch nach dem Franzöſi- ſchen ein Tanz, oder noch mehr eine Tanz- geſellſchaft, da viele Perſonen beyderley Ge- ſchiechts zuſammenkommen, um ſich mit Tanzen zu vergnügen, Der Anpuß, die Erfriſchungen, Speiſen, Getränke und andere den Geſchmack betreffende Einrich- tungen gehören als ein Anhang dazu, in- dem ſie die Annehmlichfeiten des Tanzens, als das Weſentliche eines Balles, zwiefach erhöhen, Die verſchiedenen Benennungen der Bälle, als Ceremonien, KExerciere Hochzeit-masgquirte- und Revanche- bäile u. ſ. w. rühren von ven Veranlaſſun- gen dazu her. Die Ceremonienbälle findet man nur an großen Höfen, oder bey andern hohen Herrſchaften, ſonderlich bey Vermählungen. Andere ordinaire Bälle bey Hofe unterſcheiden ſich darnach, wie dazu angeſagt wird, und ſieht alsdenn ein Bal pare, zu welchem jedermann gepußt erſcheinen muß, denen Bals wasques und Bais en Domino(einer bekannten Art von Redoutenhabit) gerade entgegen- Won den Aſſembleen ſind die Bälle bey Hofe dadurch unterſchieden, daß 1) nicht allezeit alle, die den Zutritt bey Aſſembleen haben, Vet. Encytlopädie 1, Theil, Ball 417 ſich auch bey Bällen einfinden dürfen, wenn ſie nicht dazu eingeladen ſind, oder es ein offener und Freyball iſt; 2) daß gemeinige lich ein Soupee mit dergleichen Bällen ver- bunden iſt, Die Fxrercierbälle ſtellen entweder Privatperſonen unter ſich, oder die Tanzmeiſter auf ihren Tanzſälen, zur Uebung an. ÜUlaequirte Bälle ſind eie gentlich nur während dem Carneval ge« bräuchlich, da auf großen öffentlichen Re- doutenſälen entweder auf Koſten eines Ho» fes, oder aber gegen ein gewiſſes Geld für die Entree, jedermann in Domino, oder wie er ſonſt will, ſich masquirt mit Tanzen erluſtigen fann.- In manchen großen Seädten, 3. E, in Wien, ſind desfalls beſondere Ball- und Redoutenordnun- wein gedruckt vorhanden. Die an einigen Orten Mode gewordenen ſo genannten Re- vanchebälle werden auf Koſten der auf einem SHochzeitballe gegenwärtig gewe» ſenen Mannsperſonen dem neuverehelichten Paare und allen übrigen zu dem Hochzeit» balle mit erbeten geweſenen Frauenzimmern, einige Wochen nachher, gegeben, Won deux Tänzen, welche bey einem Balle vor- fallen, gehören die Menuets, womit it Deutichland mehßrentheils angefangen wird, und die Polonoiſen,- unter die ernſthaften, (danſes ſericuſfes) ſo wie die Enzliſchen Con» fretänze, die Cotiilons, das Deutſche, Schwäbiſche, Steyermärkiſche, Hanafki- ſche u. f. w., denen luſtigen(danles de rE- jouiſſance, ou de divertiſlement,) beyge- zähle werden. Die Dame, welcher zu Ehren ein Ball angeſtellt wird, und mit welcher alſo derſelbe eröFnet wird, nennt man die Zailkönimnn,(1a reine du bal) und vormals mußte ſie von dem Cha- peau, der ſie dazu erklären wollte, vorher ein ſchönes Bouquet, oder eine andere Koſt- barfeit zum Merkmal erhalten, um ſich Ggg damit 418 Balleiſen damit bey Eröffnung des Balls präſentiren zu können. Jn Genf waren ſonſt nur die Bälle bey Hochzeiten erlaubt; doch durfte ſich niemand dazu hintragen oder hinfahren laſſen, Baſlleiſen, Bälleneiſen, iſt bey den Holzarbeitern eine Art von Meißel mit einem hölzernen Heft, welcher nach Ver- ſchiedenheit der Holzarbeiter auch verſchie dene Größen hat. Die Klinge hat ſtets auf der rechten Seite der Schneide eine ſchräg zugeſchliſſene Bahn, over einen Ballen, wie ein Beil. Es dient dieſes Eiſen, wie ein Loch, welches ſchon ausge- ſtämme iſt, nachzuſtechen, zu ebnen, und zu vergleichen. Auch ſchneidet der Bild- hauer und der Stellmacher hiemit die Ver- tiefungen einer Kehle aus. Es wird die- ſes Eiſen nur vermittelſt des Ballens in der Hand geſtoßen, wovon es vielleicht ſei- ne Benennung erhalten haf, ws nicht von ſeinem zuvorgedachten Ballen. Die größ- ten Ciſen dieſer Art heißen Srechbeutel, und in einer etwas veränderten Geſtalt Stichaxr. Ihre gemeinſchafcliche Be- ſtimmung iſt, Löcher und Vertiefungen aus freyer Hand auszupußen, Kanten abzuſto- ßen u, dgl. m. Ballen, Fr. Balles, und in Schiff- ladungen Stückgüter genannt, ſind alle in Matten oder Leinwand eingeſchlagene und zum Verſenden eingepackte Kauf- mannsgüter. Sie werden, ehe man ſie dem Fuhrmanne oder Schiffer übergiebr, mit des Kaufmanns, von dem ſie fommen, oder zu welchem ſie gehen, Handelszeichen und einer gewiſſen Nummer gezeichnet, und ſolc lerhafte Bogen, befindlich,- Ballen, Ferſen, ſind diejenigen runden, erböhten, hornichten Maſſen, welche hinten am Ende der Trachten bey Pferden und andern Thieren befindlich ſind. Auch werden bey der Jägerey die Ferſen am Unterfuß alles geſpaltenen und getlaues= ten Wildprets alſo genannt, ; Ballen, heißt auch die Bahn oder die ſchräge Fläche an der linken Seite der Schneide einiger Meißel,: Ballenmeißel, iſt bey einigen Holz- arbeitern, z. B, Tiſchlern, Bücſenſchäf- tern u, f, w, ein ſtarker Flachmeißel, der, ſo wie alle Flachmeißel, eine gerade Schnei» de mit einer ſtarken ſchrägen Fläche oder einem Ballen hat, und womit große Vers tiefungen ausgemeißelt werden, Ballets w ZT GENET nährt...> Än Zain IEEE Ballenw Ballenwaaren, f kurze Waa- ren.;; Ballet, ein künſtlicher, aus mehrern Perſonen beſtehender, und gemeiniglich theatraliſcher, oder dramatiſcher, d, i, ek- was vorſtellender und bedeutender Tanz. Nach den verſchiedenen- Arten hat*man allexoriſche, pantomimiſche u, ſ. w, Wallets.- Ballmachen, iſt im Billardſpiel, wenn der Spieler den Ball ſeines Gegners in eins von den an der Bande des Billards ſich beindiichen Löchern hineinſivßt. Dall ſchneiden, beiße, wenn der Ball des Gegners von vem Ball des Spielers nur an einer Seite berührt wird, wodurch jener genöthigt iſt, nach einer ſchiefen Linie zu laufen, um ihn dadurch zu nöthigen, daß er doch) in das Loh hineinrollen muß, wor- auf er nicht in gerader Linie gerichtet war z Ball ſprentgen, wenn der Ball des Geg» ners von dem Ball des Spielers, durc) einen ſtarken Stoß mit der Maſſe oder dem Queue, aus dem Billard geſprengt wird, des Spielers Ball aber darinn bleibt, und der Spieler dafür 2 Points zählt. Ball verlaufen, 6der der Ball verläuftr ſich, ſagt man, wenn der Spieler ſeinen Ball in eins von den Löchern, ſtatt des Gegners Ball, ſtößt, wofür alsdenn der Gegner 2 Points zählt; Dall verſpren« gen, wenn der Spieler ſeinen Ball, ſtatt des Gegners ſeinen, aus dem Billard ſprengt, wofür der Gegner 2 Points zählt oder gewinnt; Ball voll nehmen, wenn der Ball des Gegners von des Spielers Ball in der Mitte getroffen wird, ſo daß jener in gerader Linie vorläuft, Ballon, Fr. ballon oder balon, ein runder Beutel von Leder, etwa eines Kopfes groß, welcher mit Wind aufgeblg- - uren mme er=-= Balſam 419 ſen, und unter freyem Himmel mehren- theils mit der Fauſt, oder einer Pritſche, wie ein Ball, geſchlagen wird. Ballot, Fr. ballot, ein kleinerPa- oder Ballen Waaren, Ballortte hingegen eine fleine Kugel oder Steinchen, welche bey einer Wahl zu einem Amte, um die Seimme zu geben, in einen Beutel u, dgl, m. geworfen wird, Ballotade oder Balotade, beiße ein Sprung, welchen ein Pferd zwiſchen 2 Säulen, oder auf freyer Erde, durch Hülfe der obern Schenkel, machen muß, wobey es von dem Bereuter durch die Fauſt unterhalten wird. Es beſteht aber dieſer Sprung darinn, daß, wenn das Pferd die 4 Beine in der Luft hat, es nicht mehr als die Eiſen von den Hinterfüßen weiſer, ohne auszuſchlagen; und hierinn iſt dieſer Sprung von den Capriolen unterſchieden. Denn wenn ein Pferd dieſe: macht, ſo ſc, und eines durchdringenden ans genehmen Geruchs, Er ſoll, wie Jacquitz berichtet, nicht aus Peru, ſondern von Tolu, woſelbſ? auch dieſe Balſambäume wachſen, nac Peru, und von da nach Europa gebracht werden. Der ſchwarze iſt ein flüßiger, harziger, zäher, Saft, bräunlichſchwarz, von Geruch ſehr durche dringend und angenehm, von Geſchmack etwas ſcharf und beißend- Der fchwarze iſt bey uns der gemeinſte, und der weiße ſelten zu haben. Beyde Arten ſollen aus einem und demſelben Baume kommen, und zwar, wenn zu gewiſſer Jahreszeit Rißen in die Rinde gemacht werden, fließt der weiße Saft von ſelbſt heraus, der ſchwarze aber wird durch das Abkochen des Holzes herausgezogen, vielleicht auch mit andert Delen verſeßt, und vielleicht iſt dieſer Bals ſam ganz und gar ein gefünſtelter Balſam, In Anſehung der Wirkung kömmt der Peruvianiſche, ſowohl der weiße als dex ſchwarze, mit den andern Balſamarten überein; man gebraucht ihn auch auf die nämliche Weiſe;. doch hat Ettmülley ange= merkt, daß dieſer, mit dem Gelben von einem Cy aufgelöſet, weit ſchärfer werde, und die Kehle mehr reize, als wenn mary ihn alſein und unvermiſchrgebraucht. Man bedient ſich deſſen häufig, ſowohl für ſich in Ggg 3 Sal MERE ESER dM 0 2 "Er:! 422 B al fam Salben und Pflaſtern, bey Verle&unz der Nerven, Sehnen, ſelbſt des Knochen- Häutchens. Sydenham hat ſolchen zu ei- nem halben Quentk ſüß und angenehm. Man bringt ihn in kleinen Kürbißflaſchen aus einer Provinz im mittägigen Amerika, die zwi- ſchen den Städten Carthagena und Nom- bre de Dios liegt, und von den Indianern die Provinz Tolu, von den Spaniern aber Honduras genannt wird. Dieſer Balſam wird mit der Zeit troFen und hart, daß man ihn zerbrechen kann. Zuweilen fin- det man einen zähen, braunrothen oder noch dunklern vortrefflichen Balſam, der dem Geruche nach dem Benzoe gleicht, und einen gemäßigtern gewürzhaften Geſchmack hat, als ver ſchwarze Peruvianiſche, Die- ſer wird in ſehr harten und ausgehöhlten Nüſſen zu uns gebracht, die ſehr rauh ſind, Balſatt Und die Größe unſrer größten Wallnüſſe haben,- Man kann dieſen mit dem Petu- vianiſchen und übrigen füglich vergleichen, doch wollen ihn einige für kräftiger als die andern Sorten. halten. Die Engländer gebrauchen ihn häufig bey der Lungenſucht und andern innerlichen Geſchwüren, bey Wunden der Gelenke, und in Schnitten und Stichen der Nerven, Da er keine merfliche Schärfe hat, nehmen ihn die Kranken gern, zumal aufgelöſt, in einem Träubchen. Man will glauben, daß der „Baum dieſes Balſams etwas mit dem Co»- paivabaum verwandt ſey, und mit dieſem ſowohl, als nach etlichen andern, uns gar no< nicht genug befannten, Balſambäu- men, in einer Gegend bey einander gefun den werde. Dieſe Gegend iſt nach der An- zeige des Hrn, Jacquins über Carthagena um die Stadt Tolu, woſelbſt die vortreff- lichſten Balfamarten geſammelt werden, die unter ganz verſchiedenen Namen nach Europa gehen, wie oben bereits bey dem Peruvianiſchen angemerkt worden, Der Rakaſirijche Zalſam, kömmt von einem, noch gänzlich unbekannten Amerikaniſchen Baume, und ſoll den Co= paivabalſam am Geſchmacke, gewürzhaf: fem Geruche und Tugenden übertreffen, Man finder auch zuweilen einen andern Balſam, unter dem Namen, neuer Bale ſam, angeführt, welcher aber in Europa ſelten und nur bey einigen curioſen Specoe reyhändlern anzutreffen iſt, Ueberhaupt iſt nochmals anzumerken, daß Balſamar- ten unter ganz verſchiedenen Namen nach Europa fommen, wie denn auch durch eine vielfache Vermiſchung derſelben die Anzahl dieſer fremden Gattungen ſehr vermehrt wird, ohne daß die Naturgeſchichte im Stande iſt, dabey vieles zu unterſchei- dem, Bal- oli 1 Vet leichen, als die Glander genſucht en, beh nitten er feine ihn die | einent daß der em Co: t dieſem uns gar ſambäu: r gefun: der Anz thagena vortreffs werden, en nach 'ey den fömmt fannten den Co- vürzhof: ffen, 1 adern 1 Dale Europa Specte erhäupt (ſamat“ on ne rh Ane Anzahl mehrt hte im terſchei- Buh SSSZTURLÄRTGAEIRET ENG mäliitibetne...> Äne Sales is - Balſam Balſam, krauſer, ſ. Mönze, , Lat. Momordica. Männliche und weibliche Blumen wachſen auf einer Pflanze, kommen aber in ver- ſchiedenen Oertern zum Vorſchein. In 'beyden beſteht der Ketch aus einem vertief- ten, in 5 ſpißige Einſchnitte getheilten Blatte, mit welchem die große gloFenför- mige und in 5 runzliche Cinſchnitte tief, eingeſchnittene Blumendecke verwachſen iſt. Die länglichte Frucht ſcheint äußerlich tro- >en, iſt jedoch innerlich weichlich, öffnet ſich mit einer beſondern Federkraft, iſt drey» fächericht, und enthält vielen breiten Saa- men. Linnäus hat den Balſamapfel, die Sprißgurke, und die Luſſa, mit dieſem Geſchlechte vereinigt. Hier bemerken wir den Balſamapfel allein, da die beyden an- dern unter ihrem Namen vorkommen ſollen; 1) Derkleine Zalſanmapfel, Heil- "eturfe, Charantia, Momordica Balſami- nal. Vaterland: Oſtindien. Wur- zel: iſt jähricht und faſericht. Stengel vder Ranken: äſtig, und bey jedem Blat- te, auch an den Enden der Aeſte, viele geſchlängelte Gäblein, womit ſie die nächſt- ſtehenden Dinge ergreifen, ſich daran be- feſtigen, und in die Höhe ſteigen... Dlät- ter: ſtehen allenthalben an den Ranken wechſelvweiſe einander gegen über, ſind glatt, weich, hellgrün, im Anfange rund- lich, und bis auf die Hälſte in 5 zugeſpiße te und am Rande überall tief und ungleich eingezackte Lappen geſpalten, daher man ſolche handfsörmige Blätter nennt. Zly- men: haben jedeihren eigenen Stiel, kom- men aus den Blätterwinkeln, ſind ganz flach geöffnet, bleichgelb und mit höher ge- färbten Adern neßkförmig durchzogen, Dalſama: 4232 Srucht: iſt länglichtrund,"äußerlich mit Fleinen warzenähnlichen Erhöhungen bes ſeßt, glatt, glänzend, gelbröthlich, zeigt innerlich nur ein Fach, welches mit einem hochgelben, ſaftigen Marke angefüllt iſt, Wenn ſie zur völligen Reife gelangt, öfſ- net fie ſich durch ihre Schnellfraft entweder felbſt, oder wenn man ſie mit den Fingern anrührt, und krümmt ſich dergeſtalt rück- wärts, daß das goldgelbe Mark auswärts zu ſiehen kömmt, und die Saamenkerne herausfallen, Die länglichten flachen Saamenkerne, 6---8 an der Zahl, ſind im friſchen Zuſtande mit einem hochrothen, dunnen, ſaftigen Häutchen überzogen, wenn ſie dürre geworden, braunſchwärz- lich, und auf der Oberfläche, beſonders am Rande, rauh anzufühlen. Der Saq- men iſt uns aus Oſtindien zugebracht wor- den; man muß ihn zeitig im Frühjahre in ein Miſtbeet ſäen, und die aufgegange* nen Pflänzchen entweder in ein änderes Miſtbeet, oder in geräumliche Scherbel verſeßen, ſie auch, wenn ſie angewurzelt, fleißig begießen, Site verlangen viel Son-, ne, ſonſt kommen die Früchte und der Saas men nicht zur Reife... Das Mark der Früchte wird für balſamiſch und heilend ge- halten; man pflegt es in Baumöl einzu- weichen, und mit dieſem Dele die beſchä- digten Derter zu beſtreichen- Inſonderbeit wird es bey friſchen Wunden für ein höchſt nüßliches Mittel gehalten, und dieſerhalb bisweilen die Salbe von Gilead genannt, Auch in Brandſchäden, der ſchmerzhaften güldnen Ader, Rißen an Lippen und War- zen der Brüſte, und bey verleßten Nerven ſoll voſſen heilende und lindernde Eigen- ſchaft bewährt und nügßlich ſeyn. Jn den Fränkiſchen Sammlungen empfiehlt man dieſes Oel bey den Bauchflüſſen ,- indem ſolches ſowohl äußerlich auf den Leib geſtri- dien, Ed» 424 Balſames te tappen tief eingeſchnitten, der Umſang aber der Blätter iſt mehr länglich als bey der vor- hergehenden Art, und mit kleinen Haaren beſeßt, auch haben ſolche einen unangeneh- men Geruch.&rüchte: ſind viel größer, ud mehr gelb als röchlich gefärbt. Und va vielleicht dieſer Unterſchied nicht hinläng- lich ſeyn möchte, beyde genugſam zu un- ter'cheiden, ſo kann man füglich noch die Einwielung, welche bey den Blumen angebracht iſt, zu Hülfe nehmen, welche in beyden zwar herzförmig iſt, und den Stiel umfaſſet, bey der erſten Art einge- zackt, bey der andernaber vollkommen ganz iſt. Ihre Wartung iſt wie bey der er- ſtern 3 und aus ihrer Frucht kann ebenfalls ein nüßliches Oel bereitet werden. Von der leßtern gebrauchen die Curopäer in Oſtindien die getrockneten Ranken und Blätter wegen ihrer Bitterkeit ſtatt des Hopfens zu ihrem Zuerbiere, und die vollkommne, aber noch- nicht völlig reife Frucht pflegen ſie in Stücken zu zerſchnei- den, in Waſſer abzufochen, und wenn dieſes abgegoſſen worden, mit einer Brühe zu zubereiten, und zu eſſen. Auch) wer- den die Blätter in Waſſer gekocht, und dieſes Waſſer von denjenigen getrunken, welche Würmer bey ſich haben. Balſames, ſv nennt man die wei- ßen Flecken, welche einige Pferde von dem Kegel bis an den Saum, und dieſes ſo- wohl an den Hinter- als Vorderfüßen haben, Balſamine, Iwpatiens Linn. Weil die reife Frucht ſich mit einer Feder» - Balſatmine kraft öffnet, und den Saamen weit um ſich wirft, ſo hat Linnaus dieſe Pflanze Impa- tiens, und die Deutſchen Springkraut undSprintggſaamen genannt. Relch: zweyblättrig, Arone: fünfblättrig, une regelmäßig, mit einem kappenförmigen Honigbehältniſſe. MBapſel: über der Krone, fünflappig. Dieſe Gattung begreift lauter einjäh- rige Pflanzen mit unregelmäßigen, fünf blättrigen, beynahe rachenſörmigen Blu- men, deren Honigbehältniß ſich in einem Sporn endiget, und deren Saamengehäu- ſe, wenn der Saamen reif iſt, bey der ge» ringſten Berührung mit einer Schnellfraft aufſpringt, und den Saamen wegſprengt, Die beyden in unſern Gärten bekannten Arten haben einen aufrechten Wuchs von 12--2 F. Höhe, und mäßig große Blu- men, geben im Herbſte vielen Saamen, und ſchien ſich ſehr gut zur Verzierung der Gärten, obgleich die erſte, Impatiens noli tangere, nicht ſowchl wegen ihrer Blumen, welche nur von geringer Schön- heit ſind, als vielmehr nur wegen des Son-. derbaren in der vorzüglichen Schnelikraft ihrer Saamenkapſeln geſchäßt wird, und nur die zweyte, nämlich die buntfarbige Gartenbalſamine, eine vorzüglich ſchöne Blumenpflanze iſt, deren große, vortreff= liche, zahlreiche, ſonderbar ſchöne Blu- men den mehreſten andern Sommerblus- menpflanzen den Nang ſtreitig machen, x) Die gemeine gelbe Balſamie ne, Springſaamenkraut, wildes RinttelFraut, Ungeduld, Wolfs- Fraut genannt, Impatiens, noli tangere L, Vaterland: Europa, Canada, in Hai- nen. Strentdel: aufrecht, gegliedert, mit aufgeſchwollenen Gelenken, ſaftig. Blätter: eyrund, abwechſelnd» Zlu- men; in den Winkeln der Stengel, auf lanz eit um je Impa nofraut ] Kelch: attrig, une nformigen über der fer einjähe jen, fünfe gen Blur in einent nengehäue 0ey der ges Onellfreft vegſprendgt, befannten ichs von ße Blu- Saamen, Zerzierung Impatiens egen ihrer er Schöne 1 des Cote ird, un untfarbige ich ſhon? , vportreſſ ve Dus nmerblus hen, alſamie wildes Wolfs- ugere[. in Dale gliedert, ſaftig» 2ly- ge], af [am Sax= SE eit uE fe Balſamiue langen, dünnen, einzelnen, äſtigen, viel- blumigen Stielen, gelb. Rapſeln; lange kExunD: Dieſe bey uns einheimiſche Pflanze iſt ſehr dauerhaft, wird aber dennoch, cheils wegen ver durc) ihre Blumen zu vermeh- renden Mannichfaltigkeit, theils wegen des Sonderbaren in der Schnellfraft ihrer ESaamenfapſeln auch in den Gärten unter- halten. Der Saamen muß im Septem- ber, October oder November, oder doch wenigſiens zeitig im Februar und März, auf den Rabatten, und zwar am beſten auf ſchattigen,+ Zoll tief trippelweiſe um- her gelegt, die Pflanzen, ſobald ſie 2--3 Zoll hoch ſind, verdünnet, und auf jeder Stelle nur 3 Stücke gelaſſen 3 oder auf ein beſonderes Beet geſäet, und die Pflanzen nachber auf die ihnen beſtimmte Seellen, je 3 Stück neben einander, verpflanzt wer- den. Aus ihrem ausſpringenden Saamen entſtehen in jedem Frühjahre neue Pflan- zen, welche nur verdünnt zu werden brauchen. Es ſoll dieſe Balſamine eine ſtarke urintreibende Kraft beſißen, und ſelbſt das davon abgezogene Waſſer, wenn es häu- fig gebraucht wird, Diabetem(vie Harn- ruhr). erregen. Andere wollen ſie wider den Harnzwang äußerlich auflegen, und nech) andere als ein Wundkrauf anrühmen. Da ſie aber, wie Boerhaave meldet, als ſie einmal ſtatt des Bingelkrauts gebraucht worden, Schaden verurſacht, ſo hält man ſie für giftig. 2) Die buntfarbize Gartenbal- ſamine, Sahnenſporn, von einigen, ſonderlich die große gefüllte, die unſterb- liche Adlerblume der Chineſer, ge- nannt, Balfamina foemina, Impatiens Balſamina L. Vaterland: Jndien. Srentgel: aufrecht, rund, di>, ſteif, Vet, Encyklopädie 1, Theil, Balſamitte 425 ſaftig, an allen Seiten äſtig. Zlätrer* lang, lanzett= und ſägefsrmig, blaßgruün, die obern abwechſelnd. Blumen: an den Gelenfen des Stengels und der Zweige, auf je 3=-4 beyjammenſtehenden, furzen, ſchwachen, dünnen, einblumigen Stielen, groß, mit Honigbehältniſſen, welche kür- zer ſind als die Blumen, nach dem Unter ſchiede der Sorten von mannichfaltigen Farben, vom Jun, und Jul. bis in den Sept. Saamen: reif im Sept,, in Menge. Abänderungen: x) gemeine, a) roth, b) weiß, c) purpurrorb, d) bunt, und alle dieſe Sorten niche nur einfach, ſondern auch gefüllt, 3) Gro- ße gefüllte bunte, beſonders unter dem Namen unſterbliche Adlersblume, oder Adlerbalſamine bekanne, Ihre entweder ſcharlachroth und weißen, oder purpurroch und weißen Blumen ſind ge- fülle, und größer, als die der gemeinen Balſamine, und oft ſo ſtark. gefüllt, daß ſie ſogar nicht einmal Saamen hinterlaſſen, aud) ſehr zahlreich, Site iſt abexy, wie Miller ſagr, zärelicher, und darf erſt im Jul, und doch nur auf eine warme Stelle hinausgeſtellt werden. Alle dieſe Sorten ſind Sommerblue- menpflanzen. vom erſten Range, welche, vorzüglich aber die Adlerbalſuminen, zu ihrer möglichſten Vollkommenheit zu brin« gen, die Gärtner eben ſo mit einander wetteifern, als ſie ſich in der Erziehung der Celoſia criffata,„und des Amaranthus tricolor und melancholicus einer den anz dern zu übertreffen ſuchen. Sie haben alle einen etwas ſchwelgeriſchen Wuchs, indem ihre Stämme oft dicker werden, als ein gutes Spaniſches Rohr, und mit ihren Zweigen eine große Krone bilden, an jes dem Zweige eine Menge Blumen treiben, Hh und, 426 Balſamine und, ſo wie die Zweige an Länge zuneh- men, immerfort neue Blumen geben, auch 2 bis 3 Monate in ununterbrochener Flor fortfahren. Die ſchäßbarſten Sorten ſind die Adlor- oder die großen bunten gefüllten Ballaminen, deren Blumen einer mittel- mäßigen Roſe oft an Größe gleichkommen, nd ihre Blumenblätter in vielen Reihen vervielfältigt ſind. Die feinſten Sorten pflanzt man gemeiniglich in Töpfe, um fie zur Verzierung auffiellen zu können, die geringern aber auf die gemeinen Rabatten. Sor dem May oder Junius können ſie un= ter unſerm Himmelsſtriche die freye Luft nicht vertragen, und müſſten alſo, wofern ſie nicht er& im Auguſt und September blühen ſollen,„auf 27 es gezogen, und bis in den Junius gegen die Kälte ge ſc<üßt werden, Wenn man alfo eine recht anfehnliche Balſfaminenflor, es ſey in Töpfen oder auf den vornesmſten Rabatten und Blu- menbeeten, verlangt, ſo ſäe man Saaqa- men von den feinſten bunten Soxten im An- fange des März oder im April x oder 3 3. tief, ganz dünn entweder in Töpfe, welche mit friſcher, leichter, fetter Erde gefüllt ſind, und ſenke ſolche in ein Miſtbeet ein, dder man ſäe denſelben unmittelbar auf das Mitſtbeet in flache Furchen z warte die jun- gen Pflanzen, welche bald zu erſcheinen pflegen, damit ſie weder zu ſchmächtig in die Höhe wachſen, noch ihre zarten Sten- gel abfaulen und umfallen, mit täglich ein- zulaſſender vieler friſcher Luſt, und öfternr mäßigen Begießen, eben ſo, wie andere Sommergewächſe von ähnlicher Naturz verſeße ſte, wenn ſie 2 bis 3 Zoll hoch ſind, (früher aber nicht, weil ihre Stengel vor- her noch zu zart ſind, als daß ſie ſich ſo- bald wieder erholen könnten, und ſie dann auch von der geringſien Ueberwäſſerung zu Balſamine Grunde gerichter werden würden,) vorläu- fig 5 bis 6 Z. weit von einander, entweder auf eben daſſelbe, oder auf ein friſches Miſtbeet, oder die beſten Sorten einzeln in kleine in ein Miſtbeet einzuſenfende Tö»- pfe(nach Hanbury mag man ſie ſchon, ſo- bald fie etwa 3 Z. hoch ſind, ſogleich ein- für allemal in die größern Töpfe pflanzen, in denen ſie blühen ſollen,) und zwar, um ihre Wurzeln dabey nicht zu beſchädigen,- mit einer kleinen ausgeböhlten Handkelile, mit einem kleinen Ballen Erde, und pflan- ze ſte ſo tief, daß ihre Saamenblätter nur ſo eben über der Erde bleiben 3 gieße ſie ſo- gleich gelinde an, und beſchatte ſie nicht nur ſo lange, bis ſie ſich aufs neue einge- wurzelt haben, gegen die Mittagsſonne, ſondern wiederhole auch ſo lange das Be- gießen fleißig 3 ſeße, etwa 4 Wochen nach jener vorläusgen Verſeßung,(binnen wel» nem großen Theil ſeiner Geſtalt verändere wird. Heutiges Tages iſt unter uns nur noch bey verſtorbenen Perſonen regierender Häuſer der Gebrauch, daß der Leichnam derſelben eröffnet, die Art des Todes unter2 ſucht, und über das Befinden ein pflichta mäßiges Zeugniß aufgeſeßt, alsdenn aber der Körper mit mehrerem oder wenigerm Aufwand einbalſamirt, oder doch mit ſtax« kem Spiritus in- und auswendig begoſſen wird, Balſampappel, 6 Pappelbaum, Balteus, Fr, ceinture, f, Sayn» Balüſtrade,|f. Geländer. Bgalüſtre, f. Geländerſäule, Balz, Pfalz, balzen, pfalzen, die Begattung des großen Federwildprets, beſonders der Auer- und Birkhühner. Im gemeinen Leben braucht man dieſes Wort auch von den.Kaßen, Balzan, bedeutet ein Pferd, welches an einem und dem andern, auch wohl an allen vier Füßen ein weißes Zeichen bat, Siehe den folgenden Artikel, Halzane, iſt ein weißer Flecken, den die ſchwarzen und ſchwarzbraunen, oder ans dere braune Pferde an den Füßen, und ge» meiniglich von den Kuorren bis an den Huf, zu haben pflegen.* Iſt dieſer Fle> oben gezähnt, wie'eine Säge, ſo heißt er Bal. zane dentel&; ſchwarz gefledt, Balzane herminge oder mouchetee. Le cheval eſt chauſfle trop haut, ſagen die Franzoſen von einem Pferde, bey dem der weiße Fleck an dem Schenkel über das Knie herauf geht, Die Bereiter und Pferdehändler glauben gemeiniglich, man könne aus dies ſen Flecken von den guten und ſchlechten Eigenſchaften der Pferde urtheilen. Die FleFen veränder; Uns nur Jerendep Lichnam es Uher: In vfichte denn aber Weniger ) mit ſtute 9 begoſſen baum, , Saum, y. ul, Vfl wildptets, hner, zm oſes Vert ), wels wohl an ichen 186 fen, din pder ans und gG nm Hub f oben ve Bal. kzane al en nzoſen Jes jerauf ndler ; die: hten Die (ofen Bambosx VSle>en- an drey Füßen ſind die beſtenz darauf kommen die am linken Fuße, nach- gehends die Flecken an zwey Füßen, und endlich die Flecken an vier Füßen, welche, vb ſie gleich gut ſind, dennoch nicht ſo ge- achtet werden, Wenn ein Pferd an den beyden Füßen der nämlichen Seite einen ſolchen Flecken hat, ſo nennet man es Tra- vatz ſieht aber der eine Flecken am rechten Vorderfuße, der andere am linken Hinter- fuße, oder auch umgekehrt, ſo heißt das Pferd bey den Franzoſen Traltravat, oder Tranſtravat. Haben alle vier Füße einen weißen Flecken, ſo heißt das Pferd, Balzan de quatre pieds. Ueberhaupt ſind die Fle- >en, welche niedrig ſtehen und tüpflicht ſind, vortrefflich. Im gemeinen Leben nennet man bey uns dergleichen Pferde weißfüßitg, oder Weißföße, und man hat ſie gern zu Reitpferden, Hat man aber dergleichen zu Kutkſchpferden, ſo nimmt man ſolche, die einander in den weißen Flecken öleich ſind, und zwar eigentlich nur dieje- nigen, die dergleichen Flecken an den Hin- terfüßen haben. . Bambosrohr, ſ Rohr. Banco, Bank, Franz, Banque. Dieſes Wort hat bey der Kaufmannſchafe verſchiedene Bedeutungen, Erſtiich wird darunter verſtanden der Händel oder das Verkehr und Gewerbe mit dem Gelde, wel- »„S4 rn FAT IE LE, LSE zx+ 430 Banco. beſtändige Ab- und Zuſchreiben.im Jtalie- niſchen Giro, ein Umlauf, heißt ,-vermöge deſſen einige 1900 Thlr, umgeſeßt, auf Rechnung eingenommen, und wieder aus- gezahlt werden, ohne daß dabey ein Pfen- nia baar durch die Hände geht, ſondern nur eine Anweiſung(Aſſignakion) in die Bank eingebracht wird, ſo wird dieſes Geſchäſſt auf der Bank eine Girobank genannt. Weil ferner baares Geld zur treuen Hin- terlegung daſelbſt hingegeben wird, fo heißt es auch Depoſitenbank( Banco di De- poſiti.) Ferner beſteht ſolche Bank auch öfters aus einer Leihbank,(ſ. dieſe) wor- inn man auf gewiſſe, keiner Vergänglich» Feit unterworfene, Güter, z. B, auf Jus» welen, für gewiſſe-Zinſen, Geld erhalten kann. Zu einer folchen Bank wird großer Credit und Sicherheit, folglich auch ein Fond, woran man ſich halten kann, auch große Treue, Redlichkeit, Ordnung und Genauigkeit erfordert. WGemeiniglich wird der Fond von der Landesregierung ſelbſt, und unter derſelben Gewährleiſtung errich= tet, wie man ſolches aus dex Bank in Bex- lin erſehen Fann, da König Friedrich 11. ſelbſt einige Millionen in der Bank nieder- gelegt hat. Es beſteht alſo eine Bank ges meiniglich aus verſchiedenen Banken, näm lich einer-Giro- Leih- und Wechſelbank Cſ. dieſe), und es werden dann dieſerhalb zu allen dieſen Geſchäfſten die erforderlichen Bedienten gehalten. In den Banken wird nur gültige har- te Silbermünze, an Speciesthalern, oder andern guten groben Münzſorten, ange- nommen. Das Geld wird dem Bankkaſ- ſirer in der Bank zugeſtellt, und man em- pfängt darüber den Credit in den Bankbü- chern, erhält auc) darüber eine Bankactie oder Banknote(ſ. beyde). Derjenige, der eine Rechnung in der Bank. hat, und“eine „Bateoga: Poſt will abſchreiben laſſen, muß ſeine AF ſignation oder Banknote ſelbſt bringen, auch wenn er den Soldo einer Rechnung wiſſen, will, muß er gleichfalls ſelbſt kommen. Wenn ſolches nicht geſchehen tann, jo muß er einen mit einer*?Bancoprocura(< dieſe) verſehenen Bevollmächtigten ſchien, Der- gleichen öffentliche Banken ſind eigentlich in Curopa nur zu Venedig, Amter- dam, T7ürnberg und«;ambur3. In Hondon,; Genua, Srockyolm und Berlin ſind zwar gleichfalls Banken, ſie ſid aber von den erſtgedachten vieren zu unterſcheiden, Denn die Amſterdamer, Hamburger und Venediger Bank bezahlen allein dur) Zuſchreiben, Banknoten und. mit baarem Geide, Ferner nehmen die Amſterdamer und Hamburger Banken kei- ne courrante Münzen an, ſondern ſolche, die in den gemeinen Ausgaben ein Aufgeld ge- nießen z die 2ondner Bank aber hält ihre Bücher, und leiſtet auch ihre Zahlung in der gangbaren Münze, Wenn aber ein Wechſeivprief, eine Anweiſung oder derglei- chen in Courrant ausgeſtellt, und in der Bank bezahlt wird, ſo thut der Bezahler wohl, ſich eine Quittung darüber geben zu laſſen, die auf ſo viel Mark Courant in Banco empfangen. lautet. Die: Urſach hievon iſt, doß man, obgleich die Bank- bücher immer beweiſen können, daß ein ſol» her Poſten bezahlt iſt, nach Verlauf von . einigen Jahren doch nicht weiß, in welchex Münze. Bancactie, ein Schein, den die er- ſien Eigenthümer befommen, welche eine Summe in die Bank gelegt, und den Fond derſelben errichtet haben. + Bancogagio, beißt das Aufgeld, wel- kel, das andere aber an dem Pfoſten, der Zarge, oder dem Ka- ſien Oft, fol ) nennt 1Sjenige (IMs "eS verz Halthate 8 über teſhnit 1 Balken pt beißen velche die (UMM: ver, web Iß gehay Zimmet: bringung ntergeh en, Ii 1, Dey geworfen (hher et | der nd: (and) ſo nennt 1d Fen: Band) m 11 fen zu e einer 8 fel x De- er zw ern zB (ie 1(Ie: ppelt zwey vem ober Ko ſien TEB de EU AÄNG HE E frre > Adee FH Wai Band ſten befeſtiget iſt. Ein Gewinde bricht beyde Hälften oder Flügel von einander, wodurch die Thür auf- und zugemacht. wer- den fann. Es heißt daher ein doppel- res Band, Beſteht das Band nur aus einem Flügel, der auf einem gegoſſenen vder eingeſchlagenen Hafen mit ſeinem Au- ge oder ODefſnung ruhet, ſo heißt es ein einfaches Dand. Dieſe Flügel neh- men mancherley Geſtalten an, indem die Bleche hierzu mit verſchiedenen figürlichen Geſenfen gebildet werden, und Heißen 230>shörnerbänder, Roſenbänder, Schaufelbänder:c, jenachdem ſie die Ge- ſtalt von einer oder der andern ähnlichen Sache erhalten. Band, bey dem Schlöſſer diejenigen lammern, womit derſelbe die verſchiede- nen Stangen eines Gitters oder Spreng- werks zuſammen vereiniget, Dieſes Band wird, des beſſern Anſehens wegen, in ei- nem Geſenk mit Stäben der Baukunſt ver- ziert. Auch bey den Grobſchmieden heißt überhaupt ein Band eine Klammer oder Ring, wodurch was befeſiiget wird. Band, eiſernes, iſtauch ein Stück plattes und gebogenes Eiſen, mit welchen man Holzſtücke bey einer Zimmermanns- oder Tiſchler5verbindung zurückhält, Sand, bey Siebmachern, iſt der ſtärk- ſte Meſſingdraht, ſo zu vem gröbſten Sieb- boden gebraucht wird. Eriſt von 6 Num- mern, und Nummer 1 iſt der dickſte, Num mer 6 aber der feinſte, Band, Reif, der Böttcher, wird gebraucht, die hölzernen Gefäße zu bindet. Die Bänder ſind theils eiſerne, eheils höl- zerne. Jene verdienen in aller Abſicht den Vorzug, weil ſie auch, wenn die hölzer- nen Stäbe zu nichts mehr taugen, immer zu neuen Gefäßen noch zu gebrauchen ſind, WTE RR vw ieee eme II Rez ee Re R enen ; 3 and 435 weshalb manche Brauherren den Aufwand nicht ſcheuen, auch ſogar die fleinſten Braugefäße, als ganze, halbe und Vier- telstonnen, mit eiſernen Reifen binden laſſen, da man dergleichen ſonſt nur um die größern, z. E. um Kupen oder Kuf- fen, Wannen und Botkttiche, fand. Die hölzernen Bänder ſind gemeiniglich nur von biegſamem jungen Holze, von Weiden, Eſchen, Rüſiern, Eichen und dgl. Man ſollte aber, beſonders bey ſtarken höl- zernen Reifen, den Böttchern nicht verſtat- ten, dieſe Bänder unabgeſchäler umzule«- gen, weil ſich unter der Borke der Wurm bald einfindet, und hicdurch die Bänder weniger haltbar werden, Sollte der An» bau des Acacienholzes, wie es zu wünſchen iſt, bey uns gemeiner werden, ſo hätten die hochbelegenen Oerter, denen es an Wei- den und anderm zu Bandſtöckern dienlichen Holze fehlt, von den alle 4=-6 Jahre zu fkappenden Acacien die dauerhafteſten höl« zernen Reifen, welchen doch aber auch die Borke, um der möglich längſten Dauer willen, abgenommen werden muß, Band, Strohband, wird zum Einbinden der Garben auf dem Felde, auch andrer Dinge in der Landwirthſchaft, ge- braucht. Man läßt gegen die Aerndtezeit ſo viele Bänder verfertigen, als man weis, daß ſie völlig zureichen, und aus Mangel derſelben keine Vorſäumniſſe zur Aerndte- zeit entſtehen, Es muß daher das reinſte und längſte Stroh von den Dreſchern aus- geſucht, und an einem eigenen Orte aufbe- wahrt werden. Kommen im May und Jul. nun Regentage, daß das weibliche Geſinde im freyen Felde und in den Gärten keine Verrichtungen haben kann, ſo wird ſelbiges zum Bändermachen oder Schürzen angeſtellt, Das Stroh dazu wird zuvor YES gusge dne de Sie„ier EP imenen Erd Ari zin Ku ehh SHEAR Maran 4 SP aon vnn er IRE den db neon fb: 436 Band ausgeſchutter, und 5iedurch alles kleine oder untaugliche Geſtröhde abgeſondert, das ſo ausgeſchüttete oder gereinigte Stroh aber beybehalten, zur Seite gelegt, und die Strohſeile nach bekannter Art recht Feſt ge- ſchürzt. Dies leßtere muß wohl in Acht genommen werden, damit die Bänder beym Einbinden, auch Auf- und Abladen des Getraides, nicht losgeßen, weil, wenn ſol- ches geſchieht, Verſäumniſſe in der ſo ſehr zu Rath zu haltenden Aerndtezeit daraus entſtehen. Daher muß jede Magd ihre verfertigten Strohſeile für ſich allein legen und in Gebünde vringen, um nachzuſehen und zu verſuchen, ob ſich keine derſelben der Faulheit oder Nachläßigkeit bey dieſer Arbeit ſchuldig gemacht habe. Um aber 'die ganze„Summe der zur Aerndte erfor- derlichen Strohſeile zu wiſſen und ſie leicht zu überzählen, werden 5 Mandeln ſolcher Seile recht feſt bald unter den Knoten und in der Micte zuſammengebunden; ſolches Gebünde von s Mandeln Bände nennt man ein Bund Bände. Dieſe Gebünve nun mußman nicht ſo wegpacken, wie man Garben oder Strohbunde einbanſet oder eintaſſet, ſondern Bund bey Bund auf- rechts ſo hinſtellen, daß die Köpfe oder Knoten oben, die Sturzenden aber unten, zu ſtehen kommen. Auf dieſe Weiſe ent- geht man dent Verdruß des Mäuſeſraßes, indem die Kaßen, beſonders wenn man Gänge zwiſchen den Bunden läßt, überall Zugang haben, und die Mäuſe wegfangen oder verſcheuchen können. Weil in den Aehren immer einige Körner“ zurückbleiben, und die Acehrenenden den Knoten ausma- hen, ſo zernagen die Mäuſe gern ſolche Knoten, daß die Bände ſodann unbrauch» bar werden. Stehen aber die Knoten, wie angerathen worden, oben und bloß, ſo kön- nen die Mäuſe den Kaßen nicht entgehen, Bandbh Hat man Stäue, die bloß Stangen und feine Dielen oder Bretter über ſich haben, ſo ſtehen die Strohſeile auf ſolchen Stan- gen wider die Mäuſe am atlerſicherſten, und " lektere können ſich nicht einniſten. Zum Aerndkegebrauch werden alle Morgen und Mirtage die bensthigten Bunde an die Plumpe oder den Brunnen hingeſeßt, und von oben hinein mit Waſſer begoſſen, daß ſich ſelbiges zu den einzelnen Strohſeilen hinabziehen und ſolche geſchmeidig machen fönne, damit ſie nicht, wenn ſie bey der Hiße ſpröde geworden, zerſpringen oder reißen mögen. Man nimmt aver zu Stroß- ſeilen lieber Roggen- als Waizenſtroh, weil erſteres wegen ſeiner Aehren einen fe- ſten. Kroken annimmt, und auch beſſer hält. Jn manchen Gegenden bedient man ſich auch. des getrockneten Schilfs oder Fieſches zum Einbinden der Garben, Jn manchen Ländern aber hält man auf gar feine fertige Strohſeile, ſondern die Mäg:- de oder Binderinnen ſchürzen ſich von den „zuſammengeharften Garben zur Stelle die Seile, welches aber ſehr unwirchſchaftlich zu nennen iſt. Denn es macht ſolches erſt- lich Verfaumniſſe bey der Cinfammlung „des Getraides, und zweytens werden auch ſo viele Körner durch das Schürzen des Knotens aus den vollen Kornähren heraus- gezwungen, die alſo unnüßer Weiſe ver- lohren gehen, Wie ſtark aber das Gar- bengebünd gemacht werden ſolle, ſolches wird unter dem Artikel: Garben, geſagt werden, Bandbandirte Fiſche, nennt man diejenigen, die verſchiedene, ſchwarze, braune, bunte Streifen und Bänder, queer über den Kopf, Rücken und Leib, auch in der2änge vom Kopfe bisin den Schwanz haben, wie z. B, unſre Stockbaarſe, die : ihren gen und haben,; 1 Etan- ſen, nd . Zun aen und eon die jeßt, und ſſen, deß tröhſeilen g mögen ie bey der gen oder ju Stroh; ijenſtteh, einen fe I) beſſet jenf min iſs ode en In | auf gar (e Mäge von den telle die haftlich es erſte mlung en auß zen des herau8e ſe vet« Gar? ſolches geſagt emo vate, queer auh) wan p, die (hven Bandb ihren dien Leib mit einem fünf- auch ſechsfachen Bande umwunden kragen. Bandbohrer, f. Rietzelbohrer, Bande, iſt bey den Tapezierern ein Stück Zeug, Papier u.|. w. womit ein Zimmer ausgeſchlagen werden ſoll, und welches ſo lang, als das Zimmer hod) iſt, zugeſchnitten werden muß. Cs gehören alſo zur Tapezierung eines Zimmers viele Banden.! Bandegau, ſ. Streifen, Bandeiſein, ein von Grobſchmieden bereits verarbeitetes Eiſen, welches dün- ner geſchlagen iſt, und zu Bändern um die Fäſſer gebraucht wird, Bandelette, ſ. Riemen. BandelieL, iſt bey dem Tabacksbau gebräuchlich.| Wenn der reife Tabac ge- blattet iſt, ſo zieht man mehrere Blätter, vermittelſt einer 6-8 Z. langen Madel von Eiſenblech, auf eine ſtarte Schnur. Eine Schnur voll Tabacsvblätter, die et- wa ein Klafter lang iſt, wird nun ein Ban- velier genannt. So auſgereihet wird nun das Bandelier ausgeſpannt aufgehangen, damit Luft und Wärme die Blärter überall berühren, und ſolche, ohne zu fanlen und u ſchimmeln, austro&nen können. Bandgeſiniſe, iſt bey der Maurerey das Geſimſe über dem erjien oder unterſien Stockwerk eines Gebäudes« Bandhafken, iſt bey den Bötcchern ein 9 Z. langes Holz, woran ein bewegli- e 2 GET. WES ABE EEA SPERRE) 03 LD S gegen das Faß ſüßen, und alsdenn den Bändig 437 Reif oder Band mit dem Haken nach ſich und auf das Faß zwingen, Ein anderes eben ſo genanntes Werkzeug der Böttcher iſt eine viereckigte Stange Eiſen, ſo an ei- nem Ende als ein Haken zurückgebogen iſt, Auf der Stange iſt ein anderer beweglicher Haken, der ſich auf derſelben verſchieben läßt, und mit ſeinem krummen Ende ge- gen das trumme Ende des Hafens an der Stange gerichtet iſt, Er wird der Läufer des DBandhatens genannt. Dieſes Jn- ſirument dient dazu, daß der Böttcher ne- ben einander gelegte Bretter feſthalte, in- dem ey die Bretter an den Hafen der Stan- ge legt, den Läufer an die Kante des leßs». ten"Brettes anſchiebt, und die Bretter hiedurch zuſammenhält.! »Bandhafen, der Brunnenmacher, iſt ein ſtarker eiſerner Bolzen, der an ei- nem Ende eine umgelegte Spiße hat, wo- init folcher in einem Röhrenbaum zu einem Brunnen eingeſchlagen wird 3 an dem an» dern Ende aber hat er einen Ring, durch welchen ein Hebebaum geſteckt wird, unz den Röhrenbaum umzuwälzen. Bandhaken, f Rlammerhaken. Bändig, ſo nennt man in einigen Gegenden ſehr feſten A>er, welcher ſich durch Pflügen und Eggen nicht will klar und mürbe macher laſten- Mancher A>er erfordert daher eine genaue Abwartung der Zeit, wenn er etwa von dem Regen etwas aufgelöſt und nachgebend gemacht worden z ſo wie einiger Acker, der an und vor ſich eben nicht bindend zu nennen iſt, nach ei- nem Regen gleichfalls ſo fieif und bändig werden kaun, daß es viele Mühe koſtet, ihn zur Einſaat geſchieft zu machen, Ei nige Aecker haben nur in der Oberfläche ein bändiges Erdreich, weshalb nian durch tieferes Pflügen ein mitdexes Erdreich her- +ik 3 vor= bl en ude üer ZES EERETEN TINE PEET Pogg zz PPR PP pPPuuge PR neee AE M ml aide Airline Jart rien Klee 2 SZR dier Dimm ien ZD ke R Neee NEE Na bi 4 SP winn 1 NENNE NENN 438 Bandm vorbringen, und ſolches mit dem obern ver- miſchen muß, Wiederum giebt es Aecker, vie in der Tiefe bändiges Erdreich haben, Hat man nun an der Oberfläche einen leich- ten Boden, ſo iſt man ſehr glücklich, wenn man das feſte Erdreich durch tieferes Pflü- gen hervorbringen und eine der beſten Erd- vermiſchungen veranſtalten kann, Ein zandwirth muß alſo eine genaue Kennkniß ſeines Grundes und Bodens haben, um bey dem Ackerbaue nicht nach dem alten, etwa in ſeiner Gegend noch herrſchenden, Schlendrian zu verfahren. Bandmeſſer, Bindemeſjer, Bindmeſſer, ein Meſſer in Geſtalt ei- nes Handbeils, weiches von dem Böttcher gebraucht wird, die vorſpringenden Enden oder Spißen der Bänder, wenn ſolche um vas Gefäß angelegt worden, abzu- ſchneiden. Bandnagel, ein hölzerger Nagel, welchen der Zimmermann in die gebohrten Föcher bey Zapfen u. dal. ſchlägt und feſte eintreibt. Band- niedt- und nagelfeſt, alles, was in einem Gebäude von Schlöſ- ſern und Schmieden befeſtigt worden. Die- ſes gehört dem Lehnsfolger, worunter aber dagsjenige nicht begriffen iſt, was etwa der Hauswirth ſelbſt mit kleinen Zwecken an- geſchlagen hat. Auch bedient man ſich dieſes Ausdrucks bey dem Kaufe eines Hau- ſes, wenn man ſagt: Jd) habe ailes ge- kauft, was band- niedt- und nagelfeſt iſt. Bandſtock, Bandholz, ſl Band der ZDStrcher. DBADDWULM, findet ſich, wie bey Menſchen, alſo auch bey Pferden, und zwar mehr bey Weide- als Stallpferden. Hievon hat uns der Oberthierarzt in PBandww Dresden, Hr, Reutter, ſeine Bemerkun- gen in den Anzeigen der Leipz. 61. Societät von der Michaelismeſſe 1794. alſo mitge- theile: Die Bandwürmer ſind immer bey ſehr magern abgezehrten Pferden anzutref- fen, und haben ihren Siß in dem Zwölſe ſinger- Leer-und Blinddgem, Man findet ſie bey Pferden niemals einzeln, und von der: Größe wie bey Menſchen, ſondern zu hunderten und kauſenden beyjammen, Ich fand in Sachſen bey einem ſehr magern follerichten Pferde, aucſel. Gegen- wärtig habe ich wieder ein Pferd, welches allemal von Waizenſiroßhäckſel einige Tage hindurch ängſtlich krank wird, daß ich hier- aus auf das Dajeyn der Band- oder ande- rer Würmer ſchließen muß.) Die Pferde können ohne Schmerzen und Nachtbeil eine gewiſſe Anzahl Wür- mer beherbergen; häuten ſie ſich aber zu ſehr an, ſo bringen ſie der Geſundheit Nach» Nad) ders übe: puts ſand; am ſi Sect darm die€ den) ne Ur andern mein Unt) der ſ habet men; zu ſey 3 hung wärt zuh ſehr ſts] Unter mußt Vir gen entl ihre Me me Hh» Ovcletat mitge:; mer bey nurſe Zwölf n findet und von dern zu 39 magern en an: ffinger- (|, und ner ver der Hr, 1 Hatt nlichen „öfters ſcheint veniger ) weit gente: den oder Brennholz durch ſolche abzu» Bars weiſen, damit fie nicht in einem Kanak, wo ſie nicht hingehen ſollen, hineinflößen, Barren, die großen und kleinen gee goſſenen Silberſtangen und Stücke, ſo wie ſie aus Amerika nach Spanien und von da über Holland zu uns kommen, Site haben die Geſtalt einer viereckichten abgefürzten Pyramide, Man hat Silberbarren, die ſechs- bis funfzehnlöthig ſind, und es rich- tet ſich jederzeit der Prei3 der in den Bar» ren befindlichen Marken nach dem Silber- preiſe, welcher bald ſteigend bald fallend iſt. Der Mittelpreis' einer Mark feinen Sitbers iſt ohngefähr 16 Thaler. Ge- meiniglich iſt eine Silberbarre 3 Zoll breit, 2 bis 3 di, und einen Rheinländiſchen Fuß lang. Man hat Barren von 50 bis 200 Marken ſchwer. Auf gleiche Weiſe hat man Baxren Gold, oder Gold» ſtangen, Barricade, Scußgatter an Thoren, Brücken oder Straßen zur Verſperrung, auch Verriegelung oder Verrammung dex Thüren und Fenſter.; Barriere, Schranken, Stacker, Schlagbaum an Acciſe- oder Zollhäuſern, kandwehr, Gränzverwahrung, Barril, Baril, ein Lägel, Föſſel, oder kleines tonnenartiges Gefäß zu Wein« eſſig, Agreſt, Oliven u, ſ. w, Barrique, ein großes Tonnengefäß, darinn Franzbranndtweine, Weine, Oel, Sardellen u.|. w, verſendet zu werden pflegen, Die ordinairen halten 210 Pas riſer oder 360 Holländiſche Pinten, in Hamburg und Lübe> 30 Ruthen, und in England 63 Gallons, Bars, Barſch, Perſch, ein be- kannter Fiſch bey uns, der eln mehr har- tes, Kare), föfen, nen Qee » wie d von da We haben gefürzten wen, die des ride en Yate « d ſelend rt feinen Y, Ole oll breit andiſhen n zo bi e Veſſ : Oilh Wort, rung; ng der (dt, aufe) Joſe Welte SER Ee TE ed Si ET nge nen mem nn m mn il „Batt tes, als weiches Fleiſch hat. Es ſind ver- ſchiedene Arten derſelben 3; die bey uns ge- meinen ſind: 1) der ſo genannte Stock- oder Rohrbars, er wird groß, und wiegt zuweilen einige Pfund, Schuppen, iſt ſchwarzbraun im Rücken, gelblich) unter dem Bauche, hat rothe Floß- Federn, und gehört zu den Raubfiſchen, Dieſer Bars iſt ein geſchwinder Fiſch, der Faſt ſo ſchnell als der Hecht fortſtreicht, aber wegen ſeiner ſcharfen ſtachlichten-Floßſin- nen vor dem Hechte ziemlich ſicher iſt, wie- wohl der Hecht die junge Bruth der Bärſe ſehr aufreibt; da hingegen der Bars ſich ſowohl an ſeine eigene Bruch, als auch an der der Weißfiſche und anderer Weichflöſſer macht, daher man auch: in den Barswei- hern wenig andere Fiſche, und noch weni- ger andere junge Bruth antrifft. Jn rei- nen, friſchen, fließenden Waſſern ſind diee ſe Fiſche wohlſchmeckend, in trüben und ſumpfichten Waſſern aber ſehr unſchmack- haft und gründig. Diejenigen, welche -von andern Orten allerley Fiſche zum Cin- ſeßen ſich holen, müſſen keine Barſe, nicht einen einzigen, darunter mitnehmen, weil die andern Fiſche ohne Unterſchied von den ſtachlichten Floßfinnen der Barſe durchge» rißet und hiemit abſtändig gemacht werden; 2) der Raulbars,: iſt ſilberfarben, ge» fleft, ſchuppig, und wird am höchſten ge- ſchäßt. In der Mark Brandenburg wird dieſer Bars in den Ströhmen und faſt in allen Seen ſehr häufig geſunden,„Je grö- “ßer der Kaulbars iſt,(man finvet ihn hie und da meiſt einer Spannen lang) deſto mehr iſt er im Preiſe, Dieſer Fiſch wird wegen ſeines geſunden Fleiſches allen Kran- ken von ihren Aerzten zum Verſpeiſen zu- -gelaſſen« Bart an einem Schlüſſel, iſt derjenige Theil eines Schlüſſels, welcher Er hat ſtarfe; : Barth 445 “in das Schlüſſelloch geſte>t, und damit der Riegel des Schloſſes geöffnet, oder „aufgeſchloſſen wird, Bartbalken, f. Spundpfähle. Bartgras, deutſches. Dieſes iſt die einzige Art vom Geſchlechte der im Orient befindlichen Bartgräſer, welchein- Deutſchland auf dürren Hügeln wächſt. Man erkennt ſolches an den drey, vier, "auch mehrern, wie die Finger ausgebreite- ten Aehren, und den zwey, auf jedem Zah» ne der Aehre bey einander und platt aufßfio ßenden, Blumen, davon die eine mit der Granne verſehen, die andere aber, näm- lich die männliche, unbewehrt iſt; wird von einigen zur Stillung des Bluts ange- prieſen. Von den Schaafen wird dieſes Gras lieber jung, als alt gefreſſen, Barthaber, Rauchhaber, Schwarzhaber, wird alſo genannt von den langen Grannen oder Bärten. Er findet ſich auf geringem, dürren, un- ſruchtbaren Boden, und hat wenig Mark, weshalb das Vieh betrogen wird, wenn man ſelbigen in nicht mehrerm Maaße als den glatten Haber giebt, Es kann dieſer Haber ſich auch unter dem glatten Haber in mittelmäßigen Ländern einfinden und ſtark vermehren. Dieſes zu verhindern, muß neue gute Saat angeſchafft und ſo oft damit fortgefahren werden, wenn ſich eine Augartung einfindet, Auf einem geringen, magern. oder dürren Boden muß man doch bey dem Barthaber verbleiben, weil der glatte Haber daſelbſt ſchlecht geraäth, und doch in wenig Generationen- Barthaber wird. Es iſt alſo immer beſſer, vielen Barthaber-als wenigen oder kümmerlichen Glatthaber zu gewinnen, Soll aber der Barthaber bey der Viehfütterung gut an- Kfkf 3 ſchla» u u- le enen gun aD EEE TT, wmemwms- anta 25a EEN EIE II SCHIED GIOSH Sil women er Bil nen mu mn 0; "ea Ä.- nennen ARE NESSE REDIS EE SI LIEH NE GEH 4 SP ien de EO r: L M- m> SEELIGER SEITIGE» I"aua: inde AER LEE ZIE 2 mp ät We wm EN wt ATS Du“PEG NS NN R WR Ne as RUE Sal MAUI Nd 9 RX S2s EE SID 446 Barti ſchlagen, ſo muß er in Menge gefüttert werden, weil man ihn nur für halb ſo kräf- tig, als den Glatthaber rechnen muß, Wo der Barthaber Reit- und Kutſchpfer- den gegeben wird, da pflegt man ihn wohl ohns Zuſaß von Häcſel oder Höcerling zu verfüttern, Bartmachen, bey der Jägerey ein Spaß der Jäger auf einer großen Jagd, da jedem Fehlſchießenden ein Bart von Schießpulver gemacht wird. Barutſche, Berutſche, eine Are Fleiner, leichter vierrädericher Poſtc um das neu aufgeſekte Gehörn oder Geweih wächſt, bis es völlig reif und vereckr iſt. Alsdann ſtreifen dieſe Thiere ſol, eines kleinen Fingers dick, ab, an Bataten wegen ihrer Wurzel hauptſächlich i GE.: welchem ein fleiner Aſt gerade aufgewach»- merkwürdig, welche aus beyden Jndien nJriſch- ſen ift; man bohrer ein Loch in den Baum nach Spanien und Portugal gebracht und W, fo von ober in die Stange, wo man die Dohnen. daſelbſt häufig gebauet worden. Cs wird mit einem aufſiellen will, ſteckt darein den zugeſpiß- mit ihrer Wartung eben ſo, wie mik une Wenn man ten Sko, und an deſſen Aſt hängt man ſern Erdäpfeln und Ertüffeln, oder Kar- eder Faſane die Dohne mit dem Auge. Man bindet toffeln verfahren. Sie haben einen ſüßen en läßt ſ 08 Öfters in ird, Die Wollen die Schleifen nicht derade nach der zen beynahe im Munde, und werden wie hähnen mit Dohne hinſtehen, ſo müſſen Windleinen unſre Erdäpfel und Kartoffeln zum Cſſen nennt man(ſ. dieſe) angebracht werden, welche die zubereitet. In Portugal pflegt man ſolche ; Schleifen vecht geradeausſtellen, und gegen auch mit Wein, Roſenwaſſer und Zucker, (fenſte vie Dohnen ausbreiten. Unten werden die als ein Gericht zur Beförderung des Triebs ' Beeren hinter den Schleifen angehangen, zum Liebeswerke, zu zubereiten, Die größte Ramen be ſf. Dohne.) Schwierigkeit iſt, ſie den Winter über gut. welche zv: zu erhalten, indem fie weder Kälte, noch en oder ihr nd ſind edin , er nhl von. Uhde geſchält und Art von Seilen ſind dem Schwerwerden Winter über im freyen Lande aushalten (8 wodurch von eingeſogenem Waſſer nicht ſo unterwor» fönnen, und es wäre immer gar ſehr der d ſich noch fen, als diejenigen, die aus Hanf gemacht Mühe werth, zu verſuchen, wie wir eine; läßt. Die werden. Auch die Fiſcher bedienen ſich ſo nahrhafte und ſo angenehm und ſüß ; Aneiwen derſelben vorzüglich, weil ſie wegen ihrer ſchmeckende Wurzel in einem tro>nen und ol lang 9 beichtigfeit über dem Waſſer ſchwimmen. 00 das IEEE 8 Froſtes PIs 4 + wird dit; X E edecftem Erdreiche im Freyen durchwin- m Fi Batatenwinde, od Aan, PO- kern könnten, da wir zu ſolchem Zweck eben achten, und faten, Peruvianijche Zucerwur: nicht gar vieler Wurzeln bedürfen, indem p, und läßt zel, iſt eine Art Winde; nämlich Con- ſie zur Saat in fleine Stücken zerſchnitten -Nnbinden volvulus Batatas L.„Die Wurzel iſt werden, dergeſtalt, daß man ein Auge oder or werden knollicht, wie unſre Erdäpfel, äußerlich ges etliche an jeder der Wurzeln, die mon ein- mit einge“ eſe werden drey lang? „not wie ein Wurfjpieß geſtaltet und mit fünf der ſich zwar nicht länger als 4 bis 5 Tage| EN erhabenen Nerven geziert. lumen: hält, aber dieſe vorzügliche Tugend beſit, nde uf Ä weiß mit violetnem Grunde, Cs ſind die daß er nicht in ven Kopf ſteigt, dieſe Get, Encytlopädie L Theil. cl Bathen- man| Stoß,| ſodann die Enden um den Baum oder die Stange, und zieht die drey Schleifen auf, Baſiſeil, ſv nennt man die aus dem Baſte von jungen Linden gemachte Bruns» nenſeile, derer ſich die Arbeitsleute bedie- nen, um die Entwürfe damit auszuſtecten, oder bey dem Einhängen der Bäume bey einem Waſſereinbruch ins Ufer. Dieſe meiniglich roth, inwendig gelb; der rauhe Stengel und deſſen Aeſte kriechen auf der Erde hin, oder winden ſich an Otruüßen 11 „die Höhe. Blätter: herzförmig, oder ſehr angenehmen Geſchmack, und übertref- fen dadurch alle andere Wurzein; ſie ſchmel- ſtarke Hiße, noc< Feuchtigkeit vertragen; daher müſſen ſie, in einem Kaſten mit Sand, in einem Gemache verwahrt wer- den, welches über Winker geheize? wird, Der berühmte Münchhauſen verſichert je- doch in ſeinem Hausvater, daß ſie den ſtrecken will; läßt. Nächſt dem Speiſege- brauch bereiten auch die Indianer auf eine ganz leichte Art, wie Kalm berichtet, aus den Wurzeln einen ſehr geiſtigen Trank, mus NN enb d in 4 wal little di 4 I SE ZERRn<<">Tacu LK Sleek R 2 2 weten enden eaten MEET BEN TDEmeenn. A m Weer 20 Är dÜE E adirä NT EEE NE PNS ENEIGT IE BR HECHTE ES SRT DG TS 0 ' vH| 45D Bathens Bathengel, gewöhnlicher oder edler Gamander, Gamanderlein, Leucrium chamaedris Lin. Dieſe officinelle Pflanze wird als eine Art dem Gamandergeſchle erſcheint. Am meiſten erzeugen ſich die Grasbäuche bey Pferden nach der Aerndte, wenn ſie auf Feldern und übrigen Weidepläten vollauf Gras finden. Man darf ſich beym Eins«- kauf dieſer Art Pferde ſo wenig, als bey den heubäuchigten, irren laſſen, indem ſie als Stallpferde, oder als Weidepferde, die eine ſüße und dabey eben nicht überflüßige Weide genießen, den Grasbauch verlieren, da ſonſt beyberley Bäuche, wo vieles und anhaltendes Laufen erfordert wird, den Pferden zu beſchwerlich und ihr Achemho- len verhindert wird. In dem fiebenjähri- gen Kriege habe ich einen Preußiſchen Huſ- ſaven: fartrit! gruSbius gwiſhe (e, ws Bauch) dieſs P ſonſt di en, i1 genugt pere erfahrn! bezeugt! bunt, geſchla alle A und de zum 3 ſegar 6 getragt halten gen 1 ens, genwä jh, 1 ver ein ritt, Ü yNG ener ting! auh ne T halte zucht halt En bey| tig en HZ bey nen rh fons Man de meh wattel- gleichen When, nN wie ſchon n Geſchis geſchicte, erziehen, auch, ſt m weit er als der ſt von dem dadurch zu , wenn ſie ) die Flan: d voll hs vuben yt wehenden [en Diets velde in 1d dabey evon der geſcheht) nt, An uche bey, m ſie uf on vollauf eym Ein „als bt) indem ſt erde, di! verfüßige verlieren, les und d, den hemho- enjahrt- en Huß: ſaren: -“ Air 2-7 Re< DEREN Et 5 EEE I EIGER Sa IN III DIELEN meren Bauch ſarenrittmeiſier gekannt, der füh- ßeit- und grasbäuchige fleine Pferde aus vem Tels towiſchen Kreiſe in der Mittelmark einkauf- te, welche einen ſo tief herabhängenden Bauch hatten, daß es Lachen verurſachte, dieſe Pferde unter Ukrainer, dergleichen. ſonſt die Preußiſchen Huſſaren haben muß- ten, in der damaligen Zeit aber nicht in genugſamer Anzahl zu bekommen waren, vermengt zu ſehen. Da ich diefem alten 'erfahrnen Officier. meine Verwunderung bezeugte, ſagte er mir, daß dieſe Häng» bäuche, ſobald ein halbes Jahr vorb2y ſey, geſchlanfer würden, und ſodann im Laufen alle Arten von Huſſarenpferden überträfen, und deshalb den ſo genannten Flanqueurs zum Reiten gegeben würden, Er hatte ſogar eine Stutte, die ſchon einige Füllen gefragen, und davon ven Hängebauch be- halten hatte, und faſt einem Bogen, we» gen ihres zugleich ſehr eingebogenen Rü- dens, glich, die von einem ſeiner mit ge- genwärtigen Flanqueurs geritten ward, bey ſich, und bot dem Schlalacher Amtmann, der ein fünfjähriges Siebenbürgiſches Pferd ritt, die Wette an, daß er ißm 100 Schritte voraus laſſen wollte, und in weniger als "einer Viertelßunde von den Flanqueurs eingeholet werden ſvilte, welches Leßtere auch richtig zutraf. Wäürden für dieſe klei: ne Teltauer Pferde Ukrainer Hengſte ge- halten, ſo würde eine vortreffliche Nach- zucht für die Huſſarencavallerie davon er- halten werven können, Zunde- Hecht- Schlantten- und Engbäunchig nennt man ſelche Pferde, bey welchen der Bauch nicht ſv weit herun- ter geht, als die Bruſt, ſendern ſich nach oben oder nach den Flanken zuzieht, in den Hüften ſogleich verlohren geht, und ſo, wie bey magern Hunden, geſtaltet ik... Man nennt ſie auch aufgezogene, lecre; Kitf- = 2edNEENED====2ugur nrg, Erg AIT= DEIm En eren 1m Ir err gene „ "Bauch 453 gefſchürzte Bäuche, Man triſſt ſolche am meiſten bey langleibigen, ſte>en- oder ziegenſüßigen Pferden an, und beſonders' bey denen, welche die Bruſt- oder Lun- genſnchr baben oder befommen werden, oder andere innerliche, langwierige Krank- heiten ausgeſtanden haben. Geſckt aber, daß ſie noch von erſtgedachten Zuſällen frey ſind, ſo muß man doch immer beſorgen, daß ſie davon angegriffen werden können, fo9aid man ſie mif kaufen oder Ziehen auch nur mäßig angreift. Ueberhaupt ſind ſie gar feine dauerhafte Pferde, und wenn es Strutten ſind, ſo wird man ſelten beſſer ge- ſtaitete Fohlen von ihnen zu erwarten ha- ben. Denn der Bauch des jungen Fül- lens gerath immer nach der Mutter, wenn fie engbäuchig oder aufgeſchürzt iſtz und nicht nach dem Hengſte-'Süllen, welche dereinſt nicht zur Zucht gebraucht werden ſollen, muß man nicht mit Grummet auf- füttern. Sie freſſen es zwar lieber ais Heu, ſie werden aber davon-weichlicher, und befommen davon einen zu ſehr ausgedehn- ten Bauch. Eben ſo iſt es auc< mit der zu frühzeitigen Grasfütterung der Füllen, wovon gern Kuhbänche und dergleichen ent- ſtehen, wie oben bey den Grasbäuchen er» innert worden, mehr in tiefen, ſauren Brti- omnenbib, m Waſſet, u went! mal fo vid) en Witte: ung der < Räſſe erdorben! Noh' FE ee R ee NSN>-=weeugmaennmmigen mmm 16m en 0 eme emen, mm era gr dmg erm m RI ICI Tn, IIC EGI RERE orm. Bäuch Nahrung; im Winter durch Kälte, Stall- dunſt, und verdorbenes Futter. Die heilſamen Bauchflüſſe geben ſich ferner durch ihre Dauer, ihre gute Natur und ihre gelinden Zufälle zu erkennen, da- ſie nicht von Fieber, Zwang oder:Schmerz begleitet werden, Die Thiere, die ſolche Auswürfe haben, ſind munter, friſch, be» halten ihre Kräfte und ihre Freßluſt, wie im geſunden Stande, Manche behalten ihn 6-- 14 Tage; einige behalten ihn noc< wohl. länger ohne Anzeichen von Schmerz und üblen Folgen. Der Koth, den ſie von ſich ſprißen, hat, ohngeachtet ſeiner wäſſerichten Eigenſchaft, ſeine na- fkürliche Farbe; er iſt nicht ſcharf, ſtinkt nicht; er iſt nur dünn, und hat ſeinen ſonſt natürlichen Zuſammenhang nur verlohren z iſt die grüne Nahrung daran Urſache, ſo behält er ſeine grüne Farbe 3; bey den Pfer- den fällt er mehr ins Gelbliche, bey dem Rindvieh und den Schaafen hingegen be- hält er die Farbe des Graſes, und. iſt über- haupt der Gattung des Futters ähnlich. - Da vorhin der Schärfe des Auswurfs ge- dacht worden, ſo kann man ſolche beſonders an Füllen und Kälbern bemerken, welchen, „wenn der Durchfall böSartig iſt, die Haare davon ohnweit des Atfters abgehen, und da herum ganz fahl werden, welches auch bey alten Thieren bemerkt wird, wenn ein „bögartiger Durchfall nämlich zu lange anhält. Zauchttrimmen, wenn Thiere leichte Kolikſchmerzen, Kneipen und Kol- lern im Leibe fühlen, unruhig ſind, aber „nicht ängſtlich thun, ſich nicht niederwer- fen, oder ſonſt großen Schmerz verrathen, ſo wird es ein Bauchgrimmen genannt, und dur leichte Hausmittel, beſonders „durch Klyſtiere aus einer Abkochung von getroneren Hollunder- und Kamillenbhü- : Vet. Encytlopädie 1, Theil, ine nee da 3 KE Na 2 AAR EIN 2 nate ib Übe ne nin nn 7 ai ERT. I m Bauchh 457 then, mit einer Hand voll Küchenſalz bald gehoben, Es entſteht meiſtens von Blä- hungen, wovon die Därme aufgeblaſen und ausgedehnt werden. Das Saufen muß dabey lauwarm ſeyn, und die Thiere müſſen vor der Kälte in Acht genommen werden; man thut wohl, wenn man ihren ganzen 2eib, unten und oben, mit Decken, dergleichen auch alte Säcke ſeyn können, bedect, und mit Gurten oder Stricken feſt bindet. Bey Pferden iſt es gut, daß ſie, wenn das Wetter nicht zu kalt iſt, ausge- ritten werden, um durch eine Bewegung im Traben den Blähungen Ausgang zu verſchaffen. Hiebey iſt aber zu merken, daß den Pferden, wenn ihnen bisher Klee oder abgeſchröpfter Waizen, von welchem ſehr ſtarke"Blähungen entſtehen, gefüttert worden, ſtatt ſolen kann, auch nicht zu weit vor, noch zu weit rückwärts angebracht werden; es entſtehen von ſchlechtem Sat- tein ſehr übel zu heilende Schäden. Bauchgurtriemen, Bauchgurt- ſteruppe, Bauchſiruppe, iſt derje- nige ſcymälere und vünnere Riemen, der an dem einen Ende des Bauchgurts ange- näht iſt, und einige Löcher hat, durch wel- aer Miri ee we SED 3 HA „zeh >09 EN ; (4/" 42 “e *, Zh Kn auge LAX AS ZSE vr a UPS LIT M„“Wz27 NT vi» 4 2 469. Bauchw. gleich di>, und alsdenn muß er ſich ver- jüngen« ſuch Bauchweh, rothes, ſ. Ruhr. Bauchwindſucht, Luftbauch, ſo nennt man die widernatürliche Auftrei- bung des Unterleibes, welche beym'Berüh- ren oft einen Schall von ſich giebt, und' jehr hart iſt, deswegen ſie auch meiſtens Trommeljucht genannt wird. Dieſer Zufall kann entſtehen von manchen blähen- den Pflanzen, als Berſikfraut, Klee, Kraut von weißen Rüben, von weißen oder Kopfe kohl u. vgl. Das Veberfreſſen der Thiere im Stalle, allzu kaltes und dabey zu vieles Saufen in einem Zuge, können gleichfalls das Uebel erzeugen. Das vorgedachte grüne Fukter, worunter auch hauptſächlich abgeſchröpfter Waizen mit gehört, wenn ſolcher entweder naß oder durch das Aufein- anderliegen in Haufen heiß geworden, auch andere ſehr gierig und ſchnell verſchluckte Fütterungen erhißen ſich im Magen, kom- men in Gährung, und von dieſer außeror- dentlich viele Winde. Dieſe dehnen an- fänglich“ blos den Darmkanal ſehr. ausz nachher dringen ſie durch die Häute deſſel- ben, und füllen die Bauchhöhle, Jſt nun aber der Wind einmal in die Höhle des Unterleibes ausgetreten, ſo iſt die Krank- Heit eine wirkliche Windſucht, und der Erfolg der erſten Krankheit wird die Urſach einer neuen, oder wenigſtens einer mehr verwickelten Krankheit. Dadurch wird der Raum der Lunge verkleinert/ ſelbige In der Augdehnung gehindert, und der Um- lauf des Bluts gehemmt, Es iſt aber die- ſes Uebel gleich Anfangs an der unterdrück- ten Freßluſt, an dem Keichen des Thieres, on der Aufſchwellung des Leibes, an dem. Bauchwaſſerſucht, ſiehe TWaſſer- Ll. Bauchw heißen Dunſte, der dem Thiere aus dem Rachen geht, an der Spannung der Haut über den ganzen Körper, und an der Un- ruhe des Thieres-, wobey es nicht mehr ſtehen, ſondern ſich gern legen will, zu erfennen, Zur Heilung muß man ſchnell ſchrei- ten, im Anfange gleich innerliche Mit- tel brauchen, und beym Fortgange ſogleich den Bauchſtich unterneßmen. Als inner» liches Mittel ſür tragende Kühe wird eine Miſchung aus geſtoßenem Rhabarber, ein halbes 2oth; aus geſtoßenen Sennesblät- tern, eben ſo viel, und aus Pottaſche, ein 2o<, angerühmt. Dieſe, mit 2 Sup- penlöffeln voll Honig vermengte Stücke wer» den in ein grünes Krautblatt gewickelt, und dem Vieh tief in den Rachen geſteckt, Iſt dieſes eingegeben, ſo ſchüttet man ihm ſogleich 2 Pfund warm gemachtes Bier darauf ein.. Man kann auch dabey mit einem in warmem Waſſer eingetauchtem Tuche den ganzen Körper des Viehes recht oft abwaſchen, den Mund zu Zeiten mit einem Strohſeile offen halten, damit viel Dunſt ausgehe, und, um den Ausgang des Miſtes zu befördern, oft ein ſtarkes Talglicht in den After ſteFen. Härte man aber dieſe erwähnten Mittel nicht gleich zur Hand, ſo kann man ein Viertelpfund kein= oder Buchol, oder ſo viel Butter oder Schweineſchmalz mit einem Schoppen lauer Milch vermengt, dem Viehe eingies-. ßen. Bey nicht tragendem Viehe. kann man ſtärkere Mittel anwenden, und zu den obbeſchriebenen Mitteln, welche man, nach der Größe des Thiers, auch wohl um ein Viertheil oder die Hälfte verſtärken fann, ein Viertelpfund gemeinen Branndt- wein, oder ein Loth ſchwarzes Steinöl; oder auch nur ein Viertelpfund Theer, mit Waſſer odex Miſtjauche vermengt, einge- ben, [3 | | ben, oders ber! nom yehm well des| dung lid 9 wege he drin dur ſam ſchie in ww gen heft ſam! dien falle ſam de | Qs dem der Haut | der Uh nh wehr | nil, u ned ſti: liche Nit ge ſogleid | W Inet e wird eine ehe, dn umöblit: toſt In if 2 Eup: Zu wen "(eſte, htes Bir dabey mit jetauen eps ve eiten mit mit viel Wuegong y fas tte man ht leid rfelpfund utter ober Sepe einges he fann und zu Ide 1 wot un ſachen ranndt- tein) er, mit „ ng: bill 228 Bauchv ben. Jüngerm Viehe giebt man nur halb oder ein Viertel ſo viel von allem ein, Hat aber das Uebel ſchon zu ſehr überhand ge- nommen, ſo muß man den Stich unter- nehmen. S, Bauchſtich, auch Trom- melſucht. Bauchwunden, ſind Verlegungen des Unterleibes, durc) welche die Verbin- dung der Theile des Körpers widernatür- lich getrennt wird, Man theilt ſie, theils wegen ihres Durchdringens in die Bauch» höhle ſelbſt, theils wegen ihres Nichtdurch- dringensin durchdringende und nicht- durchdringende, einfache oder 31» ſammentgeſerzte, und nach der Wex- ſchiedenheit der verurſachenden Werkzeuge in geſrochene, gehauene, gequerſch- re u, ſ. w. ein. Die einfachen Wunden werden wie gemeine Wunden behandelt; nämlich man heftet die lippen mittelſt der Bauchnath zu- ſammen, und überläßt der Natur völlig die weitere Heilung, wenn etwa nicht Zu- falle eine Ausnahme erfordern. Die 3U- ſammentgeſcezten und durchdringen- den Wunden machen mehrere Schwierig- keiten, und erſchweren, den verleßten Thei- len nach, gar ſehr die Heilung, Sind eßbare Thiere in dieſem Falle, ſo thut man am beſten, das Gewiſſe für das Ungewiſſe zu nehmen, und man läßt die ſo gefähr!lid) verwundeten Thiere gleich abſchlachten, ehe bey längerm Verweilen ein Ekel für der- gleichen Fleiſch entſtehen kann. In Bran- denburg und Sachſen iſt auf den Dörfern die löbliche Gewohnheit, daß, wenn ein gefährlich verwundetes Thier zur Som- merszeit geſchlachtet werden muß, alle Ein- wohner des Orts ſic) zuſammen vereinigen, und ſo viel Fleiſch dem Cigenthümer käuf- lich abnehmen, als er verlaſſen will» Die SEENSEEES TEES GREREREND EDT Bauen“ 461 Dorfleute bezahlen ſich unter einander ders gleichen Fleiſch 6---9 Pf, wohlfeiler, als es in den Städten gilt, daß alſo der Ei« genthümer bey ſolchem Verfahren mit ei- nem verunglückten Thiere noch ſo ziemlich ohne Schaden davon kömmt. Baueiſen, mancherley bearbeitetes Ciſen, als Klammern, Anker, Kram- pen, Bänder u. dgl. m,, ſo nach Pfun- den verkauft, und zum Bauweſen gebraucht wird,| Bauen, kann theils ſteinern(maſs ſif,) Bäume, Zehnmal ſo viel Länge wird auf nicht allzur großen Gehöften angetroffen, zumal wenn höhere Wände und mehr Stockwerk vor» kommen. Dies giebt nun auf ein Gehöfte zehn, und nur rauſend dergleichen Ges höſte angenommen, die ſic) in einen klei- Mm 3- nen 1 M 3 6 FN 240 - Es"!„"ei 77 2 FN wn Vir 1 ni linn 0 5 SI Ee NG 2 RBA 2 wii GE ee een 7 Mme men eb IE II RA LIN Fä SENS ESL EI UN NCRERER SEAT PATENTE PT EREDRRETE IERT INT GIEERT VIETE ROI|(GEIE EO 462 Bauen nen Bezirke denken laſſen, 3ehn tauſend Scho> Stämme Holz oder 600000 Stück. Was für Waldungen gehören nun allein in 200 Jahren dazu? Zumal da man auf die Gebälkfe und Dachwerke noch einmal ſo viel re" rt STEILE| 1ENFEREEG 3=... 74 da EEE fen mlt, 2 LI Mee NG ZN AAA EN nami Sh be nä nenen 7 Mae 3 men HA M man SIR AER R 23 MME II ERATCESEENGT IIEB R SHENESH SITE SE TREE NISSES EEE HI 464 Bauern angehalten werden. Veränderungen und Verbeſſerungen in der Cultur ſtehen einem jeden ſo weit frey, als dadurch das Recht eines Dritten nicht gefränft wird. So- bald es eine dringende Noth erfordert, kann auch der Landmann angehalten werden, den Veberſchuß ſeiner Erzeugniſſe zum Verkauf auszubieten. Keinem Baueriſt es erlaubt, ſeine Früchte auf dem Halm zu verkaufen, Es iſt aber der Bauerſtand dem Staate zu Hand- und Spanndienſten beſonders verpflichtet. Die Anzahl der bäuerlichen Beſißungen auf dem Lande ſoll weder durch Einziehung der Stellen und der dazu ge- hörigen Realitäten, noch durch das Zu» ſammenſchlagen derſelben, vermindert werden. Wielmehr ſind die Gutsherr- ſchaften für die gehörige Beſeßung der vor- handenen beackerten Stellen und Nahrun- 'gen in den Dörſern, bey eigener Vertre» fung zu ſorgen ſchuldig. Auch Verwand» lungen ſolcher Bauernahrungen, auf wel- hen Geſpann gehalten werden muß, in andre, wo dergleichen nicht gehalten wird, dürfen, ohne beſondere Genehmigung des Staats, nicht vorgenommen werden. In allen nicht beſonders ausgenommenen Fäl- len wird der Bauerſtand nach den im Staq- te geltenden gemeinen Rechten beurtheilt. A, 4, R. Th. 11. Tit. VI]. 6, 1, ff. Der Bauernſtand iſt in Deutſchland nicht einerley, Denn einige ſind keiner Herrſchaft, außer dem Kaiſer, unterwor- fen, und werden daher des H. Röm. Reichs vder nur ſchlechthin, Reichsbauern ge- nannt. Andere ſind Reichsfürſten, Gra- fen, Städten und Herrſchaften unterwor- fen, und treiben den Aerbau auf ihren eigenen Gütern, ſind aber nicht dienſtbar, ſondern freye Leute,!die nichts anders als die gemeinenLandesbeſchwerden tragen, zu- weilen auch vön ihren liegenden Gründen Bauerns Zins- oder Schußgeld entrichten, im übri- gen aber von aller Dienſtbarfeit befreyt ſind, dergleichen in Schwaben, Franken U. ſ. w,. zu finden, und Srepbauern ge- nannt werden, Noch andere werden zwar zu Frohnen und Dienſten nicht gebraucht, haben aber ihre liegenden Gründe von ihrer unmittelbaren Obrigkeit, und müſſen da- für jährlich einen gewiſſen Erbzins, Gül oder Pacht entrichten, und werden daher Pachrleute, Pachtbauern, anderswo auch Landsadler, genannt. Endlich müſſen andere, neben dem Zins, Gulet oder der Steuer, auch Pferde- oder Hand» frohnen( Spann- oder Handdienſte) ver- richten, können aber mit ihren Gütern frey« willig ſchalten und walten, ſelbige veräuſ- ſern, und ſic) an andere Oerter wenden, und werden den leibeigenen Bauern, der- gleichen in Meklenburg, Pommern u, ſ, f. ſind, entgegengeſeßt, "Bauerngüter, leiden, ihrer Ein- richtung und Beſchaffenheit nach, eine vere- ſchiedene Eintheilung. VWon einigen ge- hört das Eigenthum den landesherrlichen Domainen oder den Rirtergütern zu, und der Bauer hat nur die bloße Benußung. Bey einigen iſt dieſe Benußung erblich, bey andern geht ſie auf die Lebenszeit des Beſißers, und vey andern nur auf gewiſſe Jahre. Einige Bauerngüter ſind ganz erb- und eigenthümlich, obwohl mit ver- ſchiedener Einſchränkung. QCinige un- ſteuerbar, und liegen nicht unter der Con» fribution, den Steuern und Schocken, ob ſie ſchon nebſt andern Dorfeinwohnern ei- nige Reihelaſten und das Nachbarrecht mit tragen müſſen. Sie ſind auch entweder dienſt» zins- und ſrieuer- oder nur von Steuern und Dienſten frey. Andere find belaſtet und ſteuerbar, und müſſen ſowohl - ſowohi 2 Baubeſd einige ſit ihrer he (eiſen; und mit lichen 7 bunden ſchuf ein eſe! von der die ande den, v Gdrliß herſtad werden ganze Halb- u" K ſkanle digkei und Yring net, 6 Bauer | A hun [and trg Bal ben| recht ana gen Be De den Ba , I Uh: it bofront Wen ge en ar buht, ve von rep müſen ds ins, Oil! erden daher „ Anderöwg Endlich ins, Ot der Hande ente) vet: Zutern fret: bige very: fer wendet, auen, Det mn rer Eir- eine vet nigen 49€ herrlichen zu, und jenußung, nN erblich, nSzelt des uf gewiſe ſind 901) mit ver: ige 1? „ver Coy- ofen, y hnern M weht mt entweder ur von Ander? y müſſe ſowohl eiae EE ÜR Bauernz ſowohl alle Landesabgaben, als auch die Baubeſchwerden und Pflichten entrichten z einige ſind dienſtvar, und müſſen nach ihrer hergebrachten Schuldigkeit Dienſte leiſten; da hingegen andere dienſtfrey, und nur zu Entrichtung eines gewiſſen jähr» lichen Zinſes und andrer Kleinigkeiten ver- bunden ſind, Enblich giebt es auch ſchriftſäſſige Bauerntüter, die durc ein beſonderes Privilegium des Landesherrn von ver Amtsgerichtsbarkeit, welcher ſonſt die andern unterworfen ſind, eximiret wor- den, und deren Beſißer öfters, wie um Görlis herum, und in Grünnigen bey Hal- berſtadt, Landſaſſen heißen, Außerdem werden die Bauerngüter in Anſpann- ganze und halbe Ackerhöfe, Ganz- Halb- Spitz- Rarren» Spänder- und Sröbner- Coſſärben- und Hinter- ſätrler-Gürer eingetheilt, deren Schul- digfeiten jedes Orts Ordnungen„ Receſſe und Verträge ausweiſen. Die Häuſer der Bringſißer, Gärtner, Häusler oder Büd- ner, auch Beyſiker, ſind keine eigentliche Bauerngüter, Viele Bauernguker ſind kein Eigen- thum der Bauern, als welches entweder den landesherrlichen Domänen, oder den Rit» tergütern und Privatperſonen gehört; die Bauern hingegen ſind Leibeigene, und Ha- ben die bloße Nußung der Güter auf Meyer- recht, Lder andere, in verſchiedenen Ländern eingeführte Rechte 3 ſie müſſen alſo beſor- gen, daß ſie heute oder morgen aus dem Beſiße ihrer Güter herausgeſeßt werden. Der Staat zieht aus ſolchen Gütern nicht den ganzen Wortheil, Denn ſo lange die Bauern keine Cigenthümer ſind, fehlt die vornehmſte Triebfeder, ihre Grundſtücke aufs beſte zu cultiviren, Aller Fleiß enk» ſpringt aus der Quelle, daß man ſich ein be- quemes Leben verſchaffen, und ſeine Kinder Vet, Encytlopzdie 1, Theil, zu IKT ZU NEE ZN REAR 2 walten Ni Ze ki knnen - terlaſſen wolle, * 465 hach ſeinem Tode in guten Umſtänden hin- Niemand arbeitet gern zum Jiußen eines andern. Es iſt aiſo die Leibeigenſchaft dem Staate mehr ſchädlich, als nüblich. ' Bauetat, iſt ein Ueberſchlag derje- nigen Baukoſten, welcher für die in einem Jahre auszuführenben Bauten angeferti- gef wird, Auf großen Landgürhern pflegt man auch darunter die Feſtſebung derjenit- gen Summe Geldes zu verſiehen, welche theils zu ganz neuen Bauten, theils und meiſtens aber zu Reparaturen angewendet werden ſol, Es iſt gar ſehr anzurathen, daß Guthsbeſiger einen Bauetat dieſer Art ja nicht aus der Acht laſſen, weil ſie beden« fen müſſen, daß ſie entweder ohne einen ſolchen Bauetat aufs Gerathewohl wirth- ſchaften, oder wohl gar in Schulden gera» then, wenn ſie zu ihren jährlichen Ausga- ben die Rubrique für die Bauten ausgelaſ« ſen, oder für ihre nöthwendig gewordene Bauten zu lange gewartet haben, und ſo- vann ſich an. ihrem gewöhnten Aufwande fürs Leben zu viel mit einmal abbrechen müſſen, welches denn ſür vie meiſten Lande und Stadtwirthe eine ſehr hart angreifende Operation wird, Baugeräthe, Baurüſiung: dar- unter begreift man allerley Werkzeuge, die zur Auffährung der Gebäude erfordert wer- den. Ein Bauender in Städten kann ſich darauf verlaſſen, daß ſeine Werkmeiſter alle Rüſtung und Baugeräthe ſelbſt beſor- gen und anſchaffen werden, wenn er ſich darüber mit ihnen vergleicht, Allein bey vem Bauen auf dem Lande würde-es oft große Unbequemlichfeiten und Koſten ver- urſachen, wenn ein zuweilen von der Bau- ſtelle weit entfernter Werkmeiſter derglei«- IEE EEE MEIR 3 EE IEE SEEN EE IEGIEEINENN Bauholz hen, welches vom leßtern nur ſelten zu er- warten iſt. Daher kann man auch von ihnen nicht allein die längſien und gerade- ſten Bauſrämme, ſondern auch zur Schiſf- fahrt die ſchönſten und beſten Maſtbäume haben. Unter allen drey Arten wird zum eigentlichen Bauen an den Auſſenſeiten, oder an den der Witterung ausgeſeßten Or- ten, der Dauerhaftigkeit wegen, das leß- fere, nämlich das fienene Holz, immer den Borzug behaupten. Das tannene Solz iſt weich, ſ- werken ſehr wohl zu empfehlen. Endlich iſt die Eſche unter den Laub-; hölzern auch nicht blos' als Geſchirrholz al- lein, ſondern auch als Bauholz in gewiſſer Hinſicht zu betrachten. Wo ſie zu Hauſe gehört, oder den ihr angemeſſenen Boden zum Wachſen hat, da hat ſie einen unge» mein. ſchnellen Wuchs, bekömmt, wenn mani ſie beſonders von Jugend auf von-den Seirenäſten befreyet, einen ſchnurgeraden recht hohen Stamm, der in 30--40 Jah- ren ſeine vollkommene. Güte erreicht. Zu Schwellholz auf der Erde ſind die Eſchen gar nicht brauchbar, weil ſie von der Feuch» tigkeit bald angegriffen werden und, vermo- dern, Zu Stielen in den Gebäuden aber ſind. ſie ſehr gut, und ich habe alte Scheu-. nen und Ställe, die im dreyßigjährigen Kriege ganz von Cſchen erbauet worden, geſehen, an welchen kein Beil oder Art haften oder eingreifen wollte. Um Treuen- briezen herum iſt ehedem das Eſchenholz ſehr gemein geweſen, und ich finde in den alten Urfunden dieſer Stade, daß jährlich eine gewiſſe Anzahl ganz junger Eſchen zum Abhauen ausgeſeßt geweſen, um ſolche aufs zukläben, oder in der Mitte zu trennen, und ſelbige als Latten zu gebrauchen, Zuleßt ſollte noch des Acacienbaums gedacht werden, deſſet ſich die heutigen. Ameri« Am (en ne, hey! das bode! Vol ) gem Wall Wah nw zuſ pam zu d hat! dern fönn Re) tan nich ' daß. die wethaft, ude, Nye "tage, baude, die eines (eter noh ndie Ni: Init des M Heraus: € pentt m Elfe den Zaub- rrhol) dle 1 gewiſſer 11 Dauſe 1 Boden 1 Un ven: 4 aber Cdeu- ährigen vorden, er Art Treuen: jenholß in den jährli yen zum (de aufe ven, und »aunms veutigen, Amel Amerikaner, wegen ſeiner außerordentli- en müßte, und alſo zur Ausbrüfung und zur Nahrung der Würmer ſehr dienlich-wäre. Und ich muß befennen, daß dieſes nicht ganz ohne ' Grund ſeyn kann. Denn von dem Cllerns oder Elſenholze habe ich di- ſichere Erfah» rung, daß, wenn es in vollem Safte ge= hauen, und hernach verbraucht wird, in Jahr und Tag ſchon Wurmmehl davon zu erhalten iſt, Läßt man aber dergleichen Holz über einen Backofen, oder ſonſt in anderer Hiße trocknen, ſo kann man ſich in 50 und mehrern Jahren keine Hofinung machen, dergleichen als eine Hausarzney beliebtes Wurmmehl,-3, B. zum Ein- ſtreuen für kleine Kinder, oder zu anderm Gebrauche, habhaft zu werden. Die Iyſekten ſind alſo wohl freylich Schuld an dem Holze, welches bald S4 rößig L A 4.; Tr S 2 Dun 20517.“A I. 2 2 aer LI zB a Nb Nis 34« Sok nmmmerüer tt dü 4 nare tä ee za, Zu SRT ZRe Res 2 BEEN 2 ubi EE R M än 7 rene 3 ne III I NN RN AIR RIN Sag„ 395 Bauholzf fräßig wird, aber ihr Sit iſt doch auch nur in den äußern Theilen, nämlich der Borke und dem Splinte. Mein ohnmaßgeblicher Rath dieſerwe- gen iſt alſo dieſer: Ein Landwirth fälle dasjenige Holz, welches er in 6 oder 8 Monathen zu gebrauchen gedenkt, im De- cember,"Januar oder Februar, ſo wird es allemal am bequemſten für ihn ſeyn 3 denn ſeine Knechte und Geſpann haben alsdann die beſie Zeit, ſolches an den beſtimmten Ort anzufahren 3 dagegen im Sommer an- dere nöchige Arbeiten vorfallen. Er kann es in dieſer Jahreszeit etwas liegen laſſen, „und braucht es nicht ſogleich behauen oder beſchlagen zu laſſen, weil gefrornes Holz eben ſo, wie ſehr ausgedörrtes, ſchwerer zu bearbeiten iſt, als friſches. Mit ange- hendem Frühlinge laſſe er es zurichten, und nach Maoßgabe des Bedürfniſſes verbrat- - nen, ehe es durc< Ueberkleidungen-?c. von der äußern Luft ganz abgeſondert wird, und behält alſo nec< einige ihm nothwendige Zähigkeit durch Verbit 2%'ng des harzigen Saftes mit den Faſern deſſelben, weil doch immer noch einige Luft durch die Ueberde- >ungen deſſelben eindringt, und die wal ſerigen Feuchtigfeiten abführt.. Zu ge- ſchwinde Einſchließung oder Verkleidung des Holzes iſt ſchädlich, zumal wenn da- durc) noch mehrere Feuchtigkeit daran ge» bracht wird: denn es kann alsdann nicht nur die darinnen ſteckende Feuchtigkeit nicht allmählig ausdünſten, ſondern es dringt noch neue dazu, und verurſacht alſo. die ſo ſehr gefürchtete Gährung, von der zwar nicht Würmer entſtehen, die aber alle Fa» ſern aus einander treibt, und das Holz, wie wie IM weir word] folgets | hauden baß m Eigen das D deſſen ſtroh- Brettt unden tigfeit dem| folglic vorbri ſo viel hem! ron Deff des d befor baute! wehn ner zae y zeh ſelb) fer, ung ben, den ſed gu ſh Wet, why auf der(rh 1, Und ang von un) ſhy: anefnpn mohn de „ee denn, vutung, nid beſonders bey veln, Erfahrung Art es uh en, Ge Ofam nur ah m rechten Zus eer einandee 1 leßfern Zh: eindringende em aus, W0- et, als man 1 aufgefüht: befindliche, vf nod ims n zu tode nx, von wied, und (hwindigt 3 horzigen , weildech 0 Weberde- d die wiß Zu(8 erfedung „wenn de daran 48 van mE get nit „s dr'ngt ſodie ſo er zwar le Fu 8 Heh wie Ehe R HS GSG ESELN --%--- Bauinſy wie man zu ſagen pflegt, abſtokend macht, wodurch alle Kraft verlohren geht, und worauf der Brand, oder die Fäulniß bald folger.| Man hat ſehr viele Beyſpiele von Ge- bäuden, welche man ſo ſchnell aufgeführt, daß mit Ende ves Septembers ſchon viele Eigenthümer einziehen, Hier iſt kaum - das Dach werf gerichtet; ſo werden die in- deſſen ausgeſtatten Baltkenfache mit Lehm- ſtroh ausgewunden, über denſelben mit Brettern gediehlet, unterhalb aber berohrt und ausgegypſet. Es muß alſo alle Feuch- tigkeit zwiſchen den obern Brettern und dem untern Gypſe ſte>en bleiben, und folglich das vorhererwähnte Abſtocken her- vorbringen. Dieſes erfolgt noch dazu um ſo viel geſchwinder, wenn in den Gemä- en auch in der feuchten Mauer. Won gufer Verwahrung derſelben hängt daher ſehr viel ab. Bauinſpectot, iſt ein Baubedien- ter, welcher entweder bey dem Bauamte der hohen Landegsobrigfeit in den Reſidenz- fiädten und Luſtſchlöſſern das Bauweſen zu beſorgen hat, oder in einem gewiſſen Vet, Encytlopädie 1, Theil, Baumag 473 Fandesdiſtricke ſowohl die Bauten und Re- paraturen der Landesherrſchaft, als der Un- terthanen, wie ſolches in den Preußiſchen Fändern geſchieht, veranſchlägt, ordnet und revidirt, als wobey die Dauretzles- ments für jede Provinz, für Bürger-und Bauerhäuſer, nebſt den dazu gehörigen Hof- und Wirthſchaft8gebäuden, zum Grunde angenommen werden müſſen. In manchen Ländern gebraucht man das Wort ZDaumeiſter, Landbaumeiſter, Ober- landbaumeiſter, und in andern, wo fein Baudirektor als Oberbaudirektor be- ſtellt iſt, iſt-er der erſte und oberſte Bau- bediente, welcher über das Bauweſen die Direktion führt, und unter dem alle Bau- bediente ſtehen. Iſt aber ein beſonderer Baudirektor beſtellt, ſo ſtehe der Bauin« ſpefcor unter demſelben, Baukunſt, Franz. ArchiteQure. Dieſe theilt ſich in 4 Theile: 1) die bür- gerliche, welche man auch in die gemeis» ne und ſchöne Baukunſt wieder eintheilt, da jene mit gemeinen, dieſe aber mit Pracht» gebäuden ſich beſchäfftiget; 2) die Aries» baufunſt, welche die Befeſtigung der Kriegspläße in ſich begreift; 3) die Waſ- ſerbaufunſt, welche anweiſet, wie im wäſſerichten Erdreiche zu gründen, und im Waſſer zu bauen; 4) die Schiſfbau- Eunſt, welche die Erbauung der Schiffe lehret.| Bauleute, Fr. Ouvriers, ſind alle diejenigen, welche an einem Baue ar- beiten.| Baumagazin, iſt entweder mie vem Bauhofe(ſ. dieſen) verbunden, oder beſteht für ſich, und enthält ſowohl das Baugeräthe,(ſ. dieſes) als auch allerley Baumaterialien, von welchen auf allen großen Höfen ſo viel Vorrath ſeyn muß, Ooo daß " di 5 AS TESLCHRNNS 27006: UI R 11%7 |)+0 GEBFERENNGN ke EEE R BRE<< SIEHE EI 8 Ef CISE BAHT EN KEINES ls Bdn. 1 Kk IE FETT A< ZIE AIRES SR eee= allne... m; ewt Vide (M REER EE FI 474 Baumaſmäßiger ſeyn, wenn die Dauern ihr Holz in der Nähe aus ihren eigenen Wäldern nähmen, und es ihnen Stück vor Stück von der Landes» herrſchaft bezahlt würde?- Und ſollte dieſes nicht zugleich den von den landesherrſchaft- lichen weit entlegenen Dörfern ein Antrieb ſeyn, deſto eher und mehr auf die Holz- ſaat Bedacht zu nehmen, und ihre Hölzer forſtmäßig zu behandeln? Manche Dörfer haben keinen ſchlechten Sandboden, und einen ſolchen, wo die Eichen am beſten fortfommen, Sollte hieſelbſt nicht die Polizey darouf halten, daß jeder Bauer Jahr für Jahr eine gewiſſe Anzahl von Cichen anpfianzen müßte, wenn irgendswo nicht eine Gemeinheit für einen Eichwald zu finden wäre? Man muß ſich in dieſem für den Staat ſo ausnehmend wichtigen Stücke nicht auf die Dorfgemeinen verlaſz ſen, weil ſelbige ſelten mit ſy tüchtigen Schulzen oder Richtern verſorgt ſind, daß ſie die Holzeultur forſtmäßig unternehmen und fortſeßen, Wenn man ganze Provin= zen durchreiſet, ſo wird man unter hundert Bauerheiden kaum eine finden, wider wels die nichts zu ſägen wäre, Wo man aber gute Anlagen zu Hölzern und gute Untex- haltungen derjelben findet, und darüber Jachfrage hält, ſo hat man ſelbige einem vernünjiügen Schulzen zu verdanfen, der gelebt == Zürn . at 72.5 zz Sui. mr> 1 leicht, werden, e Wal: ahin ſe: (t wers 1901 zu jiebt der Jauhelz,; enn die ſich aus abholen er ſeyn, e Rähe n, und dandege te dieſes rrſchafte Antrieb e Holze Hölzer- Dörfer n, und beſten "t die Bauer ( von. ends 4t, ſo muß der Schornſtein von Mauerſteinen 33 Fuß über das Dach hinausgeführt3 Baypol 475 hölzerne Schornſteine aber durchaus nicht gelitten werden. Kann feine Mauer, worauf der Schornſtein ruht, aufgeführt werden, ſo muß alles Holz des Fachwerks IX Zoll ſtark mit Lehm überzogen oder be: gypjer werden. Hinter den Oefen muß kei- ne hölzerne Wand Statkt finden, ſondern eine Brandmauer von einem Stein ſtark, ſo hoch als die Stube iſt, gefertigt werden, Bey Anlegung der Kamine muß in den unterſten Etagen keine Schwelle unter dem Heerde gelitten, ſondern, wo die Kamin« mauer anfängt, ſolche ausgeſchnitten wer» den; wie denn die Unterlagen der Fußbret« ter ſelbſt nicht zum Kamin ſich erſtreen müſſen, ſondern es iſt vor denſelben wenig- ſtens 1 Elle breit zu pflaſtern. Bey den Kaminen in den obern Etagen, wenn darinn der Heerd ſo niedrig, als der Fußboden, oder auc) höher, als derſelbe angelegt wer» den ſoll, müſſen die Balken, bis ſo weit fich das Pflaſter erſtrecken ſoll, ausgeſchnit- ten und vertrumpfet, und der Heerd des Kamins, falls ſolcher nicht ſchon auf einer Mauer ruht, zwiſchen den Balken und in gleicher Höhe des Fußbodens gewölbt, und feine Schwelle oder Balken hinter dem Heerde beybehalten, ſondern ausgeſchnit- ten, und überall bey Fertigung der Kami- ne, Brandmauern und Feuerröhren, die Regel beobachtet werden, daß der Zim- mermann deni Maurer weichen müſ- ſe; 5) die Wohnhäuſer der Bauern müſſen weder allzu groß noch koſtbar, noch ihre Höfe mit allzu vielen Gebäuden ohne Noth beſchwert werden, Diejenigen Dörfer, in welchen die Bauernhöfe einzeln und von einander abgeſondert liegen, haben vor an- dern, wo die Häuſer nahe an einander ge- baut ſind, in Anſehung des Bäuweſens einen großen Vorzug, In erſtern hat ein Bauer mehr Freyheit Raum und Gele» O0o0 2. gen: . z A.. E n 7-? GATES. 55 Lc 7 tuin LE. Gerengn Z. 7„edin SEL Zul EEääeäikihäiihen 7 KE ut iel PREISES EEN SSC ASEN X CINE SSE BN SSEN ir FE=< WEINEN Far 6 SEIEN mem Nine AE EE. DESG NETSHTNETEEE SZS Fi a dan übri Md SID 476 Bäaupol - genheit, feine Wohn- und Wirthſchafts- gebäude, ſo wie es der Vorſchrift der Po« lizey und den Regeln der Landwirthſchaft gemäß iſt, zu bauen, da er hingegen in lekßtern von den Nachbaren öfters ſehr ein- geſchränft und gehindert wird; mithin wird auch die Polizey in dieſen Dörfern bey ih- - ren Maaßregeln allemal mehr Schwierig- keiten finden, als in jenen. Unterdeſſen muß die Polizey doch alles hun, was ſie thun fann, Geſtattet es die Lage in einen) ſolchen Dorfe, ſo muß ſie bey vorfallenden Bauten, es ſey, daß neue Gebäude ange- legt, oder, ſtatt der alten, neue gebauet werden, bey beyden darauf ſehen, daß die Hoflagen nicht allzu nahe an einander kom- men, ſondern allezeit zwiſchen 2 Höfen ein guter'Baumgarten angelegt werde, damit bey entſtehender Feuersgefahr die Flamme nicht gleich überhand nehmen, und von Hof zu Hof um ſich greifen könne, vielmehr durch die dazwiſchen befindlichzen Bäume abgehalten werde.(Dergleichen ſind unter den Obſtbäumen die Birnbäume, weil ſie höher wachſen, als Kirſch- Pflaumen- und Apfelbäume, die vorzuglichſten. Der Wollnußbaum iſt wegen ſeiner breiten Blätter auch ſehr gut, er pflegt aber leicht in harten Wintern bey uns zu erfrieren, Wollte man in den Zwiſchenräumen der Gebäude wilde Bäume anbringen, ſo wä- ren die Rüſter- oder Ulmenbäume, Ahor- ne, Platanusbäume, Linden, Eichen, und überhaupt ſolche Bäume, die hochwachſend und breitblättericht ſind, anzurathen.) Will es ſich thun laſſen, ſo müſſen, wenn die alten Hofgebäude zu nahe.an dem andern Bauernhofe ſtehen, bey deren Wiederer- bauung die neuen Gebäude nicht auf dex alten Stelle errichtet, ſondern vielmehr an einem andern ſchicklichen Orte, wenn auch glei) dem Garten dadurch etwas abgehen Batrep ſollte, angelegt werden; 6) endlich müßten auch Veranſtaltungen getroffen werden, daß den Polizeyvorſchriften genau nachge» lebt werde, Bey den landesherrlichen Amtsdörfern haben gemeiniglich die Beam- ten die Aufſicht darüber z. und die Departe- mentsräthe von der Kammer müſſen nebſt den'Bauinipectoren bey ihren Bereiſungen der Dörfer nachſehen und-unteriuchen, ob alles den Verordnungen gemäß befolget und veranſtaltet worden, Keinem Bauer muß erlaubt ſeyn, eher ein Gebäude aufzu- richten, bis-ihni von dem Beamten oder dem Aufſeher über das Landvauweſen die Bauſtelle vorher angewieſen worden. Wird dieſes unierlaſſen. ſo muß der Bauende ſowohl als der Zimmermann geſtraft werden, Baureparaturen. Darunterver- ſteht man die Wiederherſtellung alles desa jenigen, was an Geväuden ſchadhaft ge» worden iſt. In Anſehung derſeiven ſey man ja nicht nachläßig, oder laſte ſolche hinhängen und größer werden. Ein flei- ner Schaden am menſchlichen Körper iſt bald geheile, wenn man gleich Anfangs damit eilet 3; kömmt aber erſt der Brand dazu, ſo ſieht es ſchlimm vamit aus, und oft wird er unheilbar. So iſt es auch mit den Gebäuden, Manchem kleinen Scha- den am Dache z. B. kann mit etlichen Gro= ſchen abgebolfen werden; kömmt aber ein Windſiurm dazu, ſo vergrößert ex ſich oft tauſendfä!tig. Gute Wirche pflegen jähr» lich eine gewiſſe Summe zu den nochwen- digen Reparaturen auszuſeßen, und was daran in einem Jahre erſpart wird, a!s ei- nen eiſernen Beſtand aufs künfrige Jahr in Kaſſe zu loſſen, um, nach Vorfallen- heiten, damit ein mehreres beſtreiten zu fönnen, Für yorher zu ſehende, noth- Wela müßten werden, nachges telijen Bean: Depatte en nebß eiſungen ven, oh befolget Dauer : en Wer eſen die ,. Wird 3auende geſtraft ter bere es debe aft ge ei fe) ſolche | flel- er if Fang Brand ;, und uch mit Edo n Oro ver ein (eh| m jähte VONTU nd wos (0/8 els , Jehr fallen“ (on zu poth- M Sam de Enn mnie. > ne Bauzeit wendig neue Baue ſammeln ſie lange vor- aus noch überdem einen beſondern Fond, damit, wenn der Fall eintritt, das Ns- chige geſchehen könne. Iſt nun einmal ein Stuck des Gehöftes neu aufgeführt, ſo vermindern ſich die. Reparaturkoſten gegen das vorhergehende alte ungemsin, kommen alſo dieſer Kaſſe zu gute, und können in einiger Zeit den Beſtand ſo vermehren, daß bloß aus demſelben mehrere neue'Baue be- ſtritten und alſo die Reparaturkoſten auf das möglichſt Wenige zurück gebracht wer- den können, und in der Folge gar keine extraordinaire Anlage mehr nöthig iſt. Deraleichen Verfahren iſt jedem Landwirthe auf das dringendſte- zu empfehlen. Er und ſeine Nachkommen werden ſich bey der Bero!qung gewiß wohl befinden, und wenn er dieſe Bauklaſſe eben nicht einem Kaſien in ſeinem Hauſe anvertrauet, ſondern die- ſelbe in anderweite Sicherheit bringt, ſo kann ihm ſolche nicht allein Wucher brin- gen, ſondern auch zu Kriegs- und Unfalls- zeiten auf andere Weiſe, und nicht allein zum Bauen, ſehr zu Statten kommen. -Bauzeit, die ſchicklichſte Zeit zum Bauen. Es iſt ganz natürlich, daß ſich der Winter, auch vielmals ein Theil des Herbſtes, nicht dazu ſchi>en, ſondern daß die ſechs Monathe, April bis Mitte des Septembers, dazu am bequem- ſten ſind. Kleine Gebäude, ſonderlich von Fachwerke, können in dieſer Zeit vols lig zum Gebrauche fertig gemacht. werden, Bey größern aber von Mauerwerk, und noch mehr bey ſolchen mit kehmwänden, iſt anzurathen, daß man zu deren Aufführung zwey Jahre verwende, nämlich: daß man in den gedachten 6 Monathen des erſten Jahres blos den rohen Bau beſorge, und das Dach bedecfe, damis der innere Raum RNnet haben, ſo legt man die bretter» nen Fußböden, paßt Thüren und Fenſter ein, ſeßet die Deſen, und. beſchließt den innern Ausbau mit demi Abweißen der Wände z; läßt alles nunmehr, vermittelſt Oeffnung der Feuſter und Thüren, bey heitern Tagen noch völlig nachtrocknen, und gebraucht hernach dergleichen Gebäude ohne Nachtheil menſchlicher Geſundheit, und ohne Furcht, daß man bald wieder an neue Reparakuren gedenken dürfe.- Dem ungeachtet iſt es gut, im driks ten Jahre Dach, Fach, Mauern, und überhaupt den ganzen Bau nochmals durch« zuſehen, und auch das geringſte ſchadhaft gewordene zu rechter Jahreszeit nachzubeſs ſern, damit man ſich dadurch auf viele Jah» re vor dergleichen Arbeiten ſichere. Denn jn8gemein fällt der Fehler vor, daß man Ooo 3 glaubt, LE Samet an 2 R nu wowee Kelber enen= amm mene m eemeenmmmn 20 br AÜ M ama m SINS Rk RAA, SRE aa ae SI Rr R Ni 320 ki Pita wnmamein tt KR ) % N 8 1%| FEE "Dun 3 un in KAS Amade Ez=tDt: c> * SN. WL3G bd 5 x SU | pig Ar 7% 7 NORTE SIE“ PT. Nan 478"Bautn “ glaubt, ein neugebautes Haus müſſe von dem Tage an, da es vollendet iſt, lange Zeit nach einander, ohne nur darnach zu ſehen, dauern, und gut bleiben. Nein! die durchgängige Nachbeſſerung im 2ten oder 3ten Jahre gewährt erſt recht Sicher» heit zur langen Dauer, und diejenigen hauptſächlich haben großes Unrecht, die ſich ſchon im erſzien Jahre über das Ein- deen der Ziegeldächer beſchweren. Es gehören gewiſſermaaßen allſehende Augen dazu, alle ſeine Riſſe und andere Fehler ſogleich aufzufinden. Dies iſt unmöglich, ein oder zwey Winter aber lehren ſie uns Fennen, und nur alsdenn, wenn ſie ver- beſſert worden ſind, kann man ſicher ſeyn, Baum, iſt eine beſtändige Pflanze, deren Theile innerlich holzig ſind, und die gemeiniglich nur einen Stamm hat, der ſich oben in Aeſte und unten in Wurzeln verbreitet. Denn es giebt Bäume, wel- he aus einer Wurzel mehrere Stämme - treiben; mani hat dieſe zum Unterſchiede Srräucher genannt. Beyde laſſen ſich nicht füglich trennen, und was jeßo einen Strauch vorſtellt, kann ehedem ein Baum geweſen ſeyn, ſo wie hingegen Sträucher durch verſchiedene Umſtände in Bäume verwandelt werden, Einerley Art von Weide z. E, iſt bald ein Strauch, bald ein Baum, Die aus dem Saamen er- zeugte Birke treibt“ nur einen Stamm, wird dieſer aber abgeholzt, treibt die Wur- zel mehrere. Der Maſtipy- iſt in unſern Gärten ein Strauch, in Afrika ein Baum, und wenn wir manche unſrer Sträucher gehörig warten und beſchneiden, können wir Bäume daraus erziehen. Wag wir aber Sträucher nennen, pflegt man in der Forſtſprache gemeiniglich Zuſchhölzer zu nennen,: Baum.“ Alle Theile des Baums und Sträucht beſtehen aus verſchiedenen Lagen 3 die erſit macht die Rinde, die zweyte das Holz, und die dritte das QTark aus, Die jun- 'gen noch weichen Stämmchen dehnen ſich in ihrer“ganzen Länge aus, jedoch mehr gegen das obere Ende, wo der Stamm länger weich geblieben iſt, als unterwärtsz es nimmt alſo die Verlängerung in der Maaße ab, wie ſich die Verhärtung des Seämmchens vermehrt, und daher muß dieſe Ausdehnung endlich ganz aufhören, wenn der holzige Theil völlig verhärtet iſt. Man ſieht, daß ein Aſt, der in einer ge- wiſſen Höhe von der Erde wächſt, allezeit in dieſer Höhe bleibt, obſchon der Boum, an dem er ſteht, immer mehr in die Höhe geht. Eben ſo ſieht man, daß eine Narde und Verleßung an der Rinde des Baums allezeit in der nämlichen Höhe bleibt, es mag der Baum wachſen, wie er will. Und eben ſo verhält es ſich mit der Dicke, Das einmal gebildete und verhärtete Holz kann ſich nicht weiter ausdehnen, oder in- ſich ſelbſt dicker werden, ſondern dieſe Ver- mehrung geſchieht durch neue, zu den alten hinzufommende Holzlagen.-Wie aber dieſe entſtehen, und was ſelbige eigentlich ſind, darüber kommen die Naturforſcher nicht überein. Man glaubt insgemein, jede Lage wäre der Wuchs von einem Jah- re, und die Cirkel, welche ſich in den queer durce, welches von dem Alter des Baums herfömmt, Der Saft von einem großen Baume muß ſich in mehrere Theile ver- theilen, und macht daher dünnere Lagenz auch rührt es von der Geſundheit und Leb- haftigfeit eines Baums herz; ein Baum im fetten Erdreiche macht dickere Lagen, als der in magerer Erde; oft kömmt es auch von der Wirterung ber. Jn einem guten Wachsjahre ſind die Lagen noch ein- mal ſo dicke, als in einem ſehr trockenen oder kalten Jahre, Die Rinde der ſchmach- tenden Bäume in Vergleichung mit dem Holze iſt dier, als an den lebhaften Bäu- men;(ſ, Holz und Rinde.) Von dem Wachsthume der Bäume in der Länge iſt bereits angemerkt worden, daß die jungen Stämmchen ſich in allen Theilen ausdehnen, ſo lange ſie noch weich und grün ſind; dieſe Ausdehnung aber abnimmt, und endlich völlig aufhört, ſo- bald der holzige Theil in völlig hartes Holz verwandelt, oder, nach der Gärtnerſprache, EFnöchern worden iſt, Es währt alſo dieſe Verlängerung am Ende des jungen Triebes, und am Ende des jungen Stämm- chens noch fort, wenn ſie an dem Theile, der ſich zuerſt entwielt, ſchon aufgehört hat. Alſo alles, was die Verhärtung auf» hält, hilft zur Verlängerung der Triebe. Daher kömmt es, daß die Waſſerreiſer, welche vielen Saft in ſich ziehen, viel län- ger ſind ols andere; daß die im feuchten Erdreiche ſtehenden Bäume viel ſtärker << SI ZEE geen 2 BEL TEE uiii Cl Zlin eä kbnnen= aB Emme. Mon mtr A IE R NS RR dd SLANG aE is EI em EE NAA SIN 4 Dahon td Baum- 473 treiben, als die in trockner Erde, Die regneriſchen Jahre dienen gar ſehr zur Ver« längerung der Triebe, Eine im Schatten ſtehende Pflanze, die wenig ausdünſter, macht längere Triebe, als die, welche ſtark von der Sonne getroſſen, und von dem Winde ausgetrocknet wird. Es iſt alſo gewiß, daß der kleine holzige Kegel ſic) weder in die Dicke noch in die Höhe mehr ausdehne, ſondern ſein einmal er- langtes Maaß an dem Boden und in dem Mittelpunkte eines hundertjährigen Bous mes hundertjähriges Holz vorhanden ſey, da das außen herum und an den Enden der Zweige nur einjährig iſt. Da auch die Holzlagen gewiſſer Bäume, z. EC. der Roß caſtanie, ſich viel langſamer verhärten, als andere, z. E. des Buchsbaums, ſ9v folgt, daß dieſe, welche ſich langſamer ver- härten, ſich auch längere Zeit in die Länge ausdehnen können, und daher kömmt es vielleicht, daß gewiſſe Bäume ſchneller wachſen, als andere, Man nimmet gemeiniglich an, daß die großen Bäume, z. E. Kiefern, 80-- 109 Jahre zum Wachſen brauchen, eben ſo lan» ge im guten Scande bleiben, und noch ſo lange dauern, bis ſie völlig eingehen, Nachdem ſie ihre gehörige Höhe, weiche man die größte ihres Wachstyums nenne? fönnte, erlangt haben, ſterben nach und nach einige von ihren Aeſten ab, ein Theil ihrer Rinde vertrocknet, und löſet ſich vom Baume ab; die Blätter am Gipfel haben allezeit eine gelbe Farbe, fallen beyzeiten im Herbſte ab, und bisweiien haben nur die unterſten Aeſte noch Blätter 3 enviich, ſterben dieſe Bäume gänzlich ab, und jan» gen bald an zu verfaulen.- Es iſi aber die Frage, ob dieſer zweyfache Zuſtand, nämlich, daß ſie alspald anfangen einzu gehen, ſobald ſie aufhören zu wachſen, Statt fuge, N 1 LIM„1 It namen iht ndehenäittitiilitn edit 4, py 480 Baum finde, oder ob ſie eine gewiſſe Zeit in einem ſolchen Zuſtande bleiben, worinne ſie leben, und eine vollkommne Geſundheit erhalten, ohne weder zu wachſen, noch abzunehmen, Bey jährigen Pflanzen ſcheint es, daß kein mittlerer Zuſtand Statt finde, Sobald ſie in ihrer Vollkommenheit ſind, Blüche und Früchte tragen, ſo iſt die Zeit ihres Ver- derbens nahe. Mit den großen Bäumen iſt es nicht völlig eben ſo, weil ſie, mit Anſeßung einiger, zwar ganz dünnen, Holz- lagen, in die Die, und auch in die Hö- he, durch Austreibung einiger ſchwachen Iweiglein fortwachſen, wenn ſie ſchon den leßten Zeitpunft ihres Wachschums zurück- gelegt haben, und ſogar ſchon einzugehen anfangen. Man kann daher einen Zwi- ſchenraum annehmen, da die Bäume faſt nicht mehr wachſen; und dieſes iſt der mitt- lere Zuſtand zwiſchen dem Wachsthume und dem Abnehmen derſelben. Baum, heißt auch ein langes rundes Holz, einige Zoll im Durchmeſſer dic, welches zu mancherley jArbeiten und Ge- räthſchaften in der Land- und Hauswirth- ſchaft gebraucht wird, auch bey Bauleuten unentbehrlich iſt, Nach Verſchiedenheit ſeines Gebrauchs nimmt es auch mancher- ley Beynamen an, als: Hebebaum, Heu- baum, Karrenbaum, Leiterbaum, Schlag: baum, Schlittenbaum, Weberboaum, Spießbaum u, a, m; Den Hauptnamen Baum erhalten dergleichen Geräthſchaften daher, weil ſie gemeiniglich Bäume von zähem Holze und von der Rinde abgeſchä- let ſind. Baum, dieſen Namen fährt auch ein Baiken, der zur WBerſperrung eines Hafens und Fluſſes gebraucht wird, und der, ſo weit als die Einfahrt iſt, mit Ket- ten, welche an ſtarfen, an dem Ufer ein«- 8,0 Bautmnfl gerammten Pfählen oder auf eine andere Art befeſtiget werden; ſo daß kein Schiſſ durchkommen kann, vorgezogen wird, Baum des Lebens,|. Lebens- baum. Bäumchenſtein, ein ſolcher, wor- auf ſich baumartige Bilder zeigen, wie auf einigen Marmorarten, Bäumen, beißt in der Forſtſprache, wenn Thiere auf einen Baum ſteigen; in der Landwirthſchaft, ein Fuder Heu mit einem Bindebaum ll 443 undin der Reit- kunſt, wenn Pferde ich mit ven Border-“ füßen aufheben, 1'- auf den Hinterfüßen ſtehen, oder aufvanmen;(ſ. dieſes.) Baumfalle, eine hölzerne Falle mit einem Schlagbaum, welche auf der Erde, auch auf Bäumen, aufgeſtellt wird, um Marder, Jläiſſe und Raßen zu ſangen. Baumfarn, ſ. Engelſüß. Baumflöten, Bautnpfeifen, ſind in der Gärtnerey junge Zweige, be- ſonders von Pomeranzen und Citronen, um ſolche abzulegen. Man ſchneidet die Rinde eines ſolchen Zweiges rund umher, in Geſtalt einer Pfeife, behende ab, doch ſo, daß Stamm und- Aſt nicht berührt werden. Der Ort, wo die Rinde wegge- ſchnitten iſt, wird mit Spieköl beſtrichen, und mit friſchem Schweinsleder bewicelt, Alsdenn wird der Zweig durch einen mit guter, dazu kauglicher Erde angefüllten Spaltrtopf(ſ. dieſen) gezogen, fleißig be- goſſen, vor der Sonnenhiße mit Moos be- deckt, und an einen Ort geſtellt, der we- nig Sonne hat. Der Zweig ſchlägt in furzer Zeit Wurzel, da er denn abgeſchnit- ten und anders wohin geſtellt wird, Baum- 97 if ge wor: je auf ache, zin 1 mit Reit ordet-" füßen ) emit Erde, , mn en. fe) e, bi: ronen) etdie umhet, „ dech erüht wege ichen, (elt, a mit füllten jig.be os be- yx we gt in nit: aum unnein zliinme.> aai diſe Writing uu dete LL ZIA 20 0 niit Baumgarten, ein Garten, wel- her nur zu Bäumen beſtimmt, und dem Küchen»- Gemüß- Kraut- oder Kräßgarten entgegen geſtellt iſt, Man verſteht aber gemeiniglich darunter einen ſolchen Garten, der mit Obſtbäumen beſeßt iſt. Wie aber ein ſolcher Garten gut angelegt, geordnet und im Stande zu halten ſey, davon ſiehe Obſtgarten. - Baumholz, darunter verſteht man beym Forſtweſen ſtarke, gerade und lang aufgeſchoſſen? Bäume, die nicht viel Aeſte haben. Baumhötſchel, ſind Leute, welche ſich dazu dingen laſſen, auf der Elbe das Schiff mit Leinen zu ziehen. Bauinkantig, vollfantig, ein Stü> Bauholz, das noch nicht völlig vier- kantig beſchlagen, ſondern nur erſt gewald- rechtet iſt,- Baumpkfelter, Baumpreſſe, iſt, im Gegenſaß der Spindelpreſſe, eine große Weinpreſſe, vie, mittelſt des Druck- ' haums, bewegt und regiert wird, Baumkien, iſt Kien, welcher aus fetten Kiefern und Fichten gehauen, und 'zu Klaftern aufgeſekt iſt, im Gegenſaß des Stock» oder Stubbenkiens. - Baumflette, Falcineltus, iſt ei- ne eigene Art ganz kleiner Vögel, die ſich vornehmlich durch ihren Schnabel unter» ſcheiden„ welcher krumm, ſichelförmig und faſt dreyekicht iſt. Wir finden nur eine inländiſche Europäiſche Art; die übrigen ſind insgeſammt ausländiſ<, Unſre Art kömmt gemeiniglich unter dem Namen: Europäiſche Baumklette, oder Baun- läuferlein, Daumbacker, Baum- grille, Grauſpecht, vor, der bald gröe Get, Encyklopädie 1, Theil, 2] Baumk 431 ßer, bald kleiner fällt. Es iſt dieſes Baum«- läuferchen ein kleiner Vogel, wie eine Blaumeiſe, oder etwas größer als der Zaunkönig, nur wie die Spechte ein wenig geſtrecfter am Leibe, 4 Auf dem Kopfe und Rücken lichtgrau, oder hellbraun ganz mit Weißem vermiſcht. Chben ſo auch an den Flügeln, allwo die Schwingfedern ganz in der Mitte einen weißen Streifen, am Ende aber weiße Tüpfel haben. Unten vom Schnabel an, übern Bauch bis zum Schwanze, iſt er hellweißz; der Schwanz etvas- lang, ſpiß und ſtark, daß er im Klettern darauf ruhen kann; die Skuerfee dern daran zwölf nach außen immer ſtufen« weiſe kürzer 3 ſeine Füße weiß, dabey ſtark mit frummen, ſpißigen Klauen verſehen, Durch ſeine Füße unterſcheidet er ſich von den Spechten, da dieſe zwar auch 4 Zehen, äber 2 vorne und 2 hinten haben. Hier- nächſt haben auch die kleinern Spechte nur einen kurzen und weichen Schwanz; die Baumklette hingegen einen nach Propor- tion längern, wie die großen Spechte, und ſteifen oder harten Schwanz, mit 10 Steue erruderfedern, worauf fie ſich vielmols ſtü- ßet, wenn ſie länger, als die gewöhnlichen Blauſpechte, auf einer Stelle am Baume ſien bleibt, und daſelbſt ihre Nahrung| von Würmchen und Inſecten und deren an der Rinde angelegten Eyern ſucht. Der Vogel muß alſo nicht zu den Spechten ge- zählt werden. Er brütet in Löchern und Höhlen der Bäume, dahin er vieles weidyes Zeug, als: Moos, Haare, Federn und allerley Zäſerhen, zuſammenträgt, und "bey uns ſein Neſt daraus bereitet, Im Sommer hält er ſich meiſtens in Wäldern auf, niſtet und brütet daſelbſt; aber im Herbſt und Winter durchzieht er die Gäre ten, und ſucht auch hieſelbſt an den Obſt- bäumen die Raupenneſter und kleinen Ppp Würm Gellner enen dr 7 AEI EED. 8m erm 0 Üb dü M amm m 2afm 2 2 en bras 2 Siu ee Sl m A GE NA AAS NE 4 Peak nmmrertnrt ln, ai um wire Hhe adi dis ani edi 4 SIDO 432 Baumk Würmchen, nebſt den an den Baumtrin- den angelegten Eyern, auf, Man muß- alſo dieſen Vogel weder wegfangen noch ſchießen, noch weniger ſeine Eyer und Jungen, wo man ſie findet, ausnehmen, Denn wenn einer oder mehrere im Winter fich häufig in einem Garten aufhalten, wird man von den ſo ſchwer zu vertilgenden Wickelraupen, welche mit dem bloßen, un- bewaßſneten Auge faſt gar nicht zu entde» &en ſind, von dieſem Vogel aber gut be- merkt und verzehrt werden, wenig zu be- forgen haben. Wie Klein und Linne ange- geben„gjoll er auf 20 Eyer legen; die ihm aber bey uns nachgeſpürt haben, wollen über 6 Jungen im Neſte nicht gefunden haben. Seine Eyer ſind längliche und rundlicht, am Grunde weiß, durchaus mit röchlichen Pickeln beſprengt, die am ſtum- pfen Ende zuſammenlaufen, und einen Kranz ausmachen. Männchen und Weib- en, und über ſolchen Stroh oder Lum- pen zu binden. Auch iſt das Auslaufen des Saftes den Bäumen ſchädlich, bisweilen gar tödk- lic, indem derſelbe unten in den Rißen der zerſprungenen Rinde herausdringt. Er hat gemeiniglich einen Honiggeſchma>, und zieht Ameiſen und andere Inſecten an fich. Man kann bey dieſem Zufalle den Baum ſchröpfen, da man an einer Seite, gegen Abend oder Mitternacht, mit einer Meſſerſpiße von oben bis unten herab ſo einſchliker, daß der Schnitt ſo eben nur die Schale öffnet, das darunter liegende Holz aber unbeſchädizt läßt. Bey einigen Bäumen iſt.das Auslaufen des Sattes mehr nüßlich als ſchädlich. Dieſ's geſchieht beſonders an Bäumen, die einen harzigen oder gummöſen eignen Saft enthalten, wie ſolches vielmals an Kirſch- Pflaumen= und Pfirſichbäumen geſchieht, die den Saft in der Geſtalt eines Gummi auskreiben, ohne daß es dieſen Bäumen ſchädlich ſey. Wenn aber dieſer überflüßige eigene Saft keinen Ausgang nimmt, und in andere Gefäße eindringt, ſo entſtehen daraus Verſtopfun- gen, wodurch der ganze obere Theil der Bäume oder Zweige, der über dieſer Ver- ſiopfung und Anhäufung von Gummi oder Harz befindlich iſt, verdirbt. Das beſte Mittel iſt, alles von dieſer Krankheit An- gegriffene wegzunehmen, und die Wunde . zu verkütkten, worauf gemeiniglich der Fortgang der Krankheit nachläßt. Wenn man an der Rinde eines Baums einen ſchwarzen Sleck findet, aus wel- wun 0 Hruig 9m urn nm nm mmm Baumpf Baumöl,|'Oelbaum. Baumpfahl, ein der Länge und Stärke junger anzupflanzender Bäume ans 485 „gemeſſener Pfahl, welcher dieſen beygeſeßt wird, um ſie theils wider den Wind, theils wenn ſie ungerade gewachſen ſind, gerade ſtehend zu machen und zu erhalten, Die Pfähle, welche unten zugeſpißt ſind, wer- den beym Pflänzen der Bäume zugleich eingeſteckt, welches dazu dient, daß die Wurzeln nicht beſchätigt werden, indem- ſolches nicht zu vermeiden iſt, wenn der Pfahl ,. nachdem der Baum-ſchon einge- pflanzt worden, erſt noch eingetrieben wer- den ſoll, Die Pfähle müſſen mit der Kro- ne gleiche Höhe habenz denn, wenn ſie fürzer ſind, ſv treibt der Wind den Stamnt unter der Krone auf das obere Ende des Pfahls, daß der Stamm davon verwuns det, oder die Krone gar abgebrochen wird« Am bequemſten nimmt man zu Pfählen junge Kiefern oder Fichten, die abgeſchält und rund gelaſſen, auch wohl, der länger Dauer wegen, unten, ſo weit ſie in die Erde kommen, gebrannt werden. In Gärten, wo auf Zierlichkeit geſehen wird,- pflegt man wohl die Pfähle, wenn ſie oben von dem Tiſchler mit einem runden und zugeſpißten Knopf verſehen worden/ grün am Stamme und weißt am Kopfe anges- ſtrichen, zu nehmen. NAcacien, welche art der Erde von Zeit zu Zeit abgehauen wer- den, geben aufs geſchwindeſte die dauer- hafteſten"Baumpfähle, weshalb man von den Acacien in Frankreich die Weinpfähle nimmt, und ſolche, weil ſie aufs längſte dauern, ewige Pfähle nennt. Es iſt ſehr gut, wenn die jungen Bäume da, wo ſie angebunden werden, mit Stroh, Heu oder Bauſchen von Gras oder Graswurs zein umwundety werden, damit die"Bänder, Ppp 3 zu. . des? 4 zin 8 nan dän weg 1 EED SIEM Ea Ngaä 2 2 md TEL wiie WÄ gä können= EE ene Kon etnn bb Br EÜR R NS R RN SSC RN SE NANG GENS 4 Bien namik 486- Baufie zu welchen“gemeiniglich Baſt oder zähe Weiden genommen werden, nicht einfnei- pen. Auch da muß ſolches geſchehen, wo der junge Baum mit ſeiner äußerſten Krümme an den Pfahl herangezogen wird, um ihn gerade aufwachſend zu machen, Baumrutter, wird, der Kater von den wilden Kaßen genannt. Baumſäge, hat über dem Blatte einen eiſernen Biegel, womit Aeſte von den Bäumen abgeſägt werden. Je feiner und dünner das Blatt iſe, deſto weniger beſchädigte man den Baum. Beym An- kauf der Baumſägen muß man diejenigen nehmen, welche ſtahlblau ausſehen. Die weißen ſind von purem Eiſen, und taugen daher nichts, Baumſchnitt, das Beſchneiden der Obſtbäume, theils, um ihnen die rech- te Figur zu geben, theils, ſie zum Frucht- tragen zu bringen. Hochſtämmige Bäume, die ihre ver» langte Höhe haben, läßt man unbeſchnit- fen, außer daß ihre Waſſerreiſer, welche ſehr ſpät Fruchtholz machen, und den Baum unnöthiger Weiſe nur erſchöyfen, desglei- en, wird es hart an dieſem Aeſichen wege- geſchnitten; außerdem kann es ſiehen blei- ben, weil es oft noch gute Zweige bringtz 3) treibt es einen Aſt in der Mitte, ſo!cher. muß auf 3 Augen, und überhaupt je höher er ſteht, deſio kürzer geſiußt werden, um immer noch tiefer herab aus dem ältern Holze Zweige zu erzwingen; 4) treiben 2 Aeſte oben heraus; beyde werden ſo ge- ſtukßt, daß jeder höchſtens 3 Augen behält, wobey zu beobachten, daß das Auge, über welchen man ſchneidet,(an beyden Zwei- gen) nicht nach dem Himmel, ſondern nach der Erde ſiehe; dann wächſt der daraus treibende Zweig nothwendiger Weiſe auch nach der Erde zu 3; 5) kommen 2 Aeſte tief unten hervor, Dieſes iſt das allerbeſte, weil jeder gut gezogene Spalierbaum die Form eines lateiniſchen Ypſilons(aYb) haben muß. Alle Aeſte, weiche nachmals ein Spalierbaum treibt, müſſen aus dieſen 2 Grundäſten a und db, keinesweges aber zwiſchen denſelben, aus des Baumes Mit- te heraufwachſen. Denn ſolche gerade in die Höhe aufſchießende Aeſte ſind der Spa- lierpbäume Verderben, weil ſie, da ſie un- gehindert in die Höhe gehen, denen ſeit- wärts gehenden, folglich mehr eingeſchränk- ten, im Wachskhum bald ſo ſchr überlegen werden, daß dergleichen Bäume vieimehr ausſehen, als hätte man hochſtämmige daraus ziehen wollen; es wären aber auch unverhofft einige Seitenzweige ſeitwärts gewachſen. Bey dieſem 5ten Falle alſo muß des Stämmchens Gipfel zwiſchen den beyden Zweigen hart an dem einen von ihs« +... TEST. IEEE SCREEN„ mmer in 4 maren Mike ve. Gln eue rennen AEI MEET. hmm emma 20 M aan DN 3 2 bn 2 20R SE UR a Shi oe ae RN 23 SAL 4 Sin. Samm- ammer= Zz LIE Zee as 2 GELEN 2 uli emerge mw morrin Rg ern 3 mmm „- Baumſch 487 nen heräusgeſchnitten;>und“ jeder Zweig auf 4 Augen geſtüßt werden. 6) Schie- ßen oben 3 Aeſte heraus3 der ſchlechteſte von ihnen muß weg, diejenigen 2, welche am ſchilichſten ftehen, um ven Baum auf ein Y zu ſeßen, werden beybehalten, und auf 4 Augen geſtußt. 7) Kommen unten 4 Aeſte hervor;- dieſes iſt leicht auf ein X zu ſeßen, und ſodann jeder von den gts laßnen Hauptzweigen auf 4 Augen zu ſchneiden. 8) Treiben die Aeſte ſammte« lich nur aus einer Seite des Stämmchens, und die andere bleibt kahl, Dieſem über» haupt verdrießlichen Fehler hilft man mehs rentheils dadurch ab, daß man, ſobald man ihn beym Austreiben der Augen im Frühling als bevorſtehend merket, die über- flüßigen herausfommen wollenden Triebe dieſer Seite wegnimmt, und nur einen oder zween daran läßt; hierdurch nöchigt man insgemein den Baum, ſeinen Safe nach der kahlen Seite zu wenden, und de- ren ſonſt verſch!oſſen gebliebene Augen durch friſchen Austrieb zu eröffnen; unterließe man im Frühling dieſen Voreheil, ſo wäre es hernach ſehr die Frage, ob durch kurzes Schneiden der beſekten Seite auf die kahle Seite Zweige zu bringen wären. Har man durch kluge Anwendung der angegebenen Vortheile ſein Bäumchen auf ein Y geſeßt, ſo frägt ſichs, wie es im nachfolgenden Jahre zu beſchneiden? Ins Allgemeine läßt ſich hierauf nicht antwor» ten, man richte ſich nach der Natur des jedesmal vor ſich habenden Stämmchens, und der auf ihm befindlichen edlen Fruchts- ort, als deren Art zu wachſen ſehr ver» ſchieden iſt. Bey ſolchen Bäumchen, wels che matt wachſen, und ſich vielmehr zum * Fruchttragen,(wozu ſie doch noch zu jung ſind) anſchicfen wollen, ſtuße man in jedem Herbſte etwas, und zwar nicht an den Haupt 488 Baumſch Haupt- ſondern can den Nebenzweigen:' ' Denn läßt man ſie gänzlich, ohne ſie zu en, und das leidige Iq9q dürre 490 Baumſch dürre Holz erzeugt, wenn man gleich Baumwachs über die Wunde geklebt hat, Wie wenig braucht derjenige ſeine Bäume zu verwunden, der dieſen Sommerſchnitt gehörig ausübt! Zur geſchicften Auferziehung eines Zwergbaums gehört ferner, daß man allen Aeſien, welche gerade in die Höhe wach- ſen wollen, widerſteht. Dieſe befommen ſonſt bald über die ſchief gezogenen Zweige die Oberhand, und verderben das Anſehen des ganzen Baums, deſſen größte Schön- heit darinnen beſiebt, deß er in gehörigem Verhältniß ſeiner Zweige unter einanber verbleibt, Sobald man alſo nierkt, daß ein Aſt gerade aufwärt3 wachſen, und frech über ändere hintreiben will, fo binde man ihn gleich in eine ſchiefe(horizontale) Rich- tung. Denn in dieſer überwächtt ſich fein Zweig, vielmehr kann man ſelbſt eine: - ſehr frechen und ſchon großen gerade aufge- ſchoſjenen dadurch in ſeinem Wuchſe alsbald bändigen, wenn man ihn beugt und ſchief anbindet. Zudem befördert auch das ſchiefe Anbinden, indem es den wilden Wuchs aufhält, die mehrere Tragbarkeit, und man wird von einem ſo gebundenen Zweige alle zeit reichere Früchte ärndten, als von eis nem gerade aufgeſcheſſenen. Will man ei- nen Zweig ſtärker wachſen laſſen, ſo ſchnei- de man ihn, und binde. ihn los, ſo wird ers daran nicht ermangeln laſſen; will man aber dem frechen Wuchſe eines andern Ein- Halt chun, ſo laſſe man ihn ja unbeſchnitten, und binde ihn gebeugt an, Ferner, wenn man einen Zweig ab- zuſtußen hat, iſt es keinesweges gleichaunl- tig, über welchem von ſeinen Augen man es thut, Denn es darf blos über demje- nigen geſchehen, welches dahin weiſer, wo= Hin man den neuen( durch dieſen Schnitte erfolgenden vorderſten) Aſt haben will, Bäumſckſpeiſe auswirtern ſollten, Augen und Naſe voll ſtechender Schäfen bekom- men, und deswegen die Kerne ungeſtört- liegen laſſen müſſen. Die gelegten Kerne müſſen nicht ſtär- ker mit Erde bedet werden, als ſolches befanntlich bey den Gurken geſchieht. Bloß in ſehr leichtem Boden kann ein tie- feres Legen dienſam ſeyn, um den Kernen ſattſame Feuchtigkeit zu verſchaffen. Man habe nun aber im October oder im März die Kerne gelegt, ſo ſorge man für ihr ega- les Auſgehen, daß keine zurübleiben, Baumſchule welches auch, daferne man ſie nicht zu tief in die Erde gebracht hat, und die Reihen im Frühjahre, wenn das Erdreich zu troe >en iſt, begießt, nicht zu"geſchehen pflegt. Schwerer lehmichter Boden bekömmt im Frühlinge leicht eine ſo harte Kruſte, daß die Keime ſchwerlich durchbrechen können. In dieſem Falle iſt es gut, vor dem Legen der Kerne die Oberfläche des Bodens mit Sand gemengt zu haben, oder, wenn ſol- hes nicht geſchehen, und die harte Rinde ſchon vorhanden iſt, etwas leichte Erde über den harten Boden wegzuſieben, fo daß er gerade davon bede>t wird. Dieſe aufgeſiebte Erde zieht, wenn einige Feuche- tigfeit dazu fömmt, den Ruft lo>er 3; auch hat man ſich bey einer ſolchen Erdrinde vor- zuſehen, daß man den Boden, ſo lange ihn die Sonne beſcheinen kann, nicht begieße, weil dadurch die Kruſte immer feſter wird, Sind die Bäumc wird, abgeſtußt werdet, Denn dieſe iſt vieler Bäume Tod; ſie fin- der oft in der Tiefe einen naſſen oder ganz unfruchtbaren böſen Grund, den ſie nicht durchbrechen oder nußen fannz folglich fann dieſe Wurzel auch den Baum nicht mehr nähren; und ob ſie ſchon dem jungen Baume in ſeinen erſten Jahren, damit er feſt und ſtark werde, eben ſo nöthig iſt, als die kleinen Seitenäſtchen dem Stamme, ſo iſt es del) um die angegebene Zeit nöthig, erwähnte Pfablwurzel zu verſinßen, damit Seitenwurzeln aus ihr treiben mögen, wels er, als ein grober Bindfaden ſind. Hier- auf wird ſoſerk zum Einſeßen geſchritten. Sollte man durch unvermuthete Hinderniſſe davon“abgehalten werden, ſo lege man ſämmtliche Bäumchen an einen ſc ſeyn müſſen, in weitere Reihen, und beſſer aus einander, zu ſeßen, die kleinen dünnen aber gerade wieder ſo enge zu ſeßen, daß man zwiſchen zwey Stämmehen nur ſo eben mit dem Spadenſtiel durch kann, Dieſe leßten bleiben bis zum H rbſt 1802, ſte- hen, und werden erſt ſvdann weitläuftiger aus einander gepflanzt, va ſie alsdann un- gemein dazu dienlich ſind, nach vorgängi- ger Beimpfung, Zwergbäume ans Spa- lier daraus zu ziehen, Denn es iſt übel gethan, wenn man junge Stämmchen, die von Jugend auf friſch und frech wuch- ſen, zu Zwergbäumen beſtimmt. Ihr frecher Wuchs läßt ihnen keinen Plaß am Spalier. Hätte man im Jahr 1799. die Stämm- en Ter- penthin, ſtößt alles, mittelſt eines Stü Holzes, Fleich einem Stößel, mit aller Macht durch einander, daß es ſich wohl vereiniget, und hernach, um alles in glei- he Vermiſchung zu bringen, und den Kütt zähe und zum Schmieren glatt und bequem zu machen, ſchlägt man dieſen dicken Teig Öfters und ſo lange von einer Seite zur an- dern, bis er recht wie ein Pflaſter iſt, Nun macht man eine Kugel daraus, und legt ſie„in einen Lumpen oder in eine Schweins- oder Ochſenblaſe, und gräbt damit die ganze Maſſe, wenn ſolche nicht gebraucht wird, etwa 3 oder 1 Fuß tief in die Baumw die Erde. Denn in der Erde bleibe dieſer Kütt zum Schmieren weich und bequem, aber in der freyen Luft wird ſelbiger ſo hart als ein Stein, Der dicke Terpenthin aber, welcher ſo zähe wie Pech iſt, kann nicht behandelt werden, wenn er nicht zuvor warm und flüßig gemacht wird. Er muß daher in einem Töpfchen auf den heißen Ofen, oder in ſiedendes Waſſer geſtellt wer- den, doch ſo, daß kein Waſſer unter den Terpenthin komme. Jſt er nun recht fiü- ßig, ſo wird der zuvor bearbeitete Teig der Länge nach ausgebreitet, Gräbchen durch- hin gemacht, und der warme Terpenthin hineingeſchütter, worauf man alsbald den Teig ſo lange hin und her ſchlagen muß, bis er recht zart und alles wohl durch ein- ander gearbeitet iſt, Der Terpenthin klebt ſehr an den Händen, und läßt fich nicht mit Waſſer abwaſchen. Man muß daher die damit beſchmierten Hände mit Oel wa- ſchen, und ſie zuvor, ehe man ſich mit Waſ- for wäſcht, mit Maculoturpapier abtroc>- nen. Will man den Baumkutt nicht in die Erde graben, um ihn friſch zu erhalten, ſo drückt man ihn in einen Topf, bindet ihn wohl zu, und verſchmiert die Fuge an dem Deckel mit dieſem Kütt, und ſtellt ihn in in den Keller, ſo hält er ſich auch wei), weil auf dieſe Weiſe ebenfalls keine Luft da- zu kömmt. Auch hält er ſich gut, wenn man ihn in einer wohlzugebundenen Blaſe ins Waſſer legt. Mit dieſem Baumfkütt kann man 1) alle Wunden an Häumen und alle ſichtbare äußerliche Schäden heilen, die nur zu heilen ſind, ohne etwas daran zu verbinden.“ Man ſchmiert nur den Kutt darauf; fein Regen ſpühlt ihn ab, er ver- härtet ſich bald wie ein Stein, doch ſo, daß die Rinde ſich darunter verwölven und zuheilen kann. So heilſam der Terpenthin Baumiw 503 bey Wunden der Menſchen und Thiere iſt, ſo iſt er auch für die Bäume ein wahrer Balſam. Die Rinde wölbet darunter ſo gut und weit beſſer, als unter jeder andern Salbe. 3) Alle Pfropfſjrellen junger Bäume, die man nach ſonſt gewöhnlicher Weiſe mit Mühe und Aufhalten verbindet, verſchmieret man mit dieſem Kütt, ohne daran im geringſten etwas zu verbinden, Außer diejer erſparten Mühe und Zeit hat man dabey den Vortheil, daß dieſer Kütt die Piropfreiſer viel ſtärker beſchüßt, als der bejie Verband mit Tuchlappen über das Prropfwachs oder den Pfropflehm, Aud) kann 3) bey dem Ocyuliren vas Ver- binden erſparet werden, wenn die Fugen des Schildleins mit ein wenig Kürt ver- ſchmiert werden. Ueberhaupt dient, wie Hr. Chriſt weiter ſagt, dieſer Baumfütt in gar vielen Fällen bey der Baumzucht, und iſt beſonders bey dem Harzfluß des Steinobſtes nichts heilſameres als derſelbe, Baumwagen, Franz. camion, iſt eine Art von Karren mit drey Rädern 3 zwey ſind am hintern, und ein kleineres am vordern Theile, und wird gebraucht, die Materialien und Holzwerk auf einen Bau» hof oder Bauplaß zu führen, Baumwolle, ein Material, wel- ches in den warmen Ländern ſowehl von ei- nem Baume, als auch von einer. Staude gewonnen, und woraus bey uns vornehm» lich Kattun und Ziß verfertigt wird. Man bringt ſie theils geſponnen, theils. ungeſpons» nen zu uns. Das Baumwollengarn muß fein glatt und trocfen und ſo gleich als mög= lich geſponnen ſeyn; es erfordert feine Zube» reitung, weil die Baumwolle ganz weiß und nech weißer aus der Hülſe kömmt, worinn ſie gewachfen iſt, als ſie durch die Kunſt ges macht werden fönnte- Ss braughoar dieſe Wolle Te Ee€ rwe Fm WEDNE + 44 504 Baumiwv Wolle aber in den Manufakturen iſt, ſo hat ſie doch den Fehler, daß ſie ſich ſchwerer, als Leinen, Wolle und Seide, färben läßt» Baumwutzelſauger, falſche Sct. Blumen, oder vielmehr Bünichen: klein, weiß, büſchelweiſe bey einander ſißend; dieſe blühen nach und nach auf, und verlängern ſich in eine Aehre, woran die obern oft blüben, wenn ſich an den untern Theilen ſchon reife Sac:nen- ſchötchen zeigen.&Schortcheuy: ſehr vreit, doch beträgt die Einfaſſung faſt die Hälfte davon. Sgamen: in jedem Fas die 4--6 Kerne,. flein, ſchwarzbrauy, rauh geſtreift, rundlich, zeitig ausfallend, weshalb dieſe Pflanze in einem Jahre ö6f- ter5 zweymal blühen kann. Der Saamcn wird größtentheils ſchon bey der Aerndte ausgefallen ſeyn, doch kann noch viel mit dem Getraide in die Scheune kommen, Man har alſo da, wo dieſe Pflanze wächſt, die einen mittlern, leichten„Boden liebe, und ſich fcnell und häufig darinn vermehrt, an ihr ein teſchwerliches Unfrauf, welches durch veränderte Gefraidecultur ausgerot» fet werden fann. Wenn 3. B. ein damit angefülltes Feld ſpät mit Heidekorn beſäet wird, ſo känn der Saamen dieſes Unfrauts nicht reif werden und ausfallen. Dieſe Pflanze hat zwar keinen ſtar- fen, aber einen etwas widrigen Knoblauchs- geruch, wenn man ſie zerreibt; und der Saamen hat eine ſenfartige Schärfe, Er ſoll daher das ſtoc>ende Geblüte zertheilen, den Urin und die monathliche Reinigung treiben, und wider Hüftweh und Glieder- reißen als ein ſchweißtreibenbes und blut- reinigendes Mittel dienlich ſeyn. Man ſoll aber ſolchen, eben wie den Senf, mie Zuer und Wein abreiben, indem ſonſt die Fäulniß leicht dadurch befördert wird. Aus dem Saamen kann ein Oel gepreſſet werden. Won den Schaafen wird die Pflanze weniger, als yon den Kühen, be- rührt." Die Milch dieſer Thiere, inglei- en die Butter, ja ſelbſt das Fleiſch ed alt Wien... 2 ibn Baurenſf hält aber einen unangenehmen Geſchmack davon,- 2) Seldbaurenſenf, Baurenkreſ- ſe, Thlaſpi campeſtre L. Vaterland: Europa, auf Ae>ern, an thbonigen Wegen, und«uf Pläßen,'welche der Sonne ſtark ausgeſeßt ſind. Stentzel: 1--2 F, hoch, mit einer weichen Wolle überzogen, und am obern Theile in einige Aeſichen ver- theile, Mlätter: weich, jederzeit be- ſtäube, und gemeiniglich mit kleinen Haa- ren beſeßt 3 die unterſten ruhen auf beſon- vern Stielen, entweder eyförmig und ein- gezackt, oder bis auf die Mitte ſtumpf ein- geſchnitten, und vergehen zeitig 3 die obern ſind pfeilförmig, am Rande augsgezackt, und umgeben den Stengel genau, Ziluymen: weiß, und zeigen einen ſchwärzlichen Fleck im Kelchbiätthen. Schörtchen: platt, faſt rundlich, und in jedem Fache. nur ein Saamenkorn, wodurch alſo dieſe Frucht mit der Kreſſe übereinkömmt, 3) Selſenbaurenſenf, Thlaſpi ſa- xatileL. Vaterland: TJtalien, Nar- bonne, Deſierreich, auf ſteinigen Pläßen. Blätter: lanzett- ſtrichförmig., ſtumpf, fleiſung, eder noch ſichrer werden die StöFe den Wiater über ins Glashaus geſeßt. Get. Encyklopädie I. Theil, Beccaſf För Bauſch, oder Pauſch und Bg- gen, Franz. en täche et en bloc, heißt beym Ein- oder Verkauf vieler Sa- d? 7 PFAFF ESE deR ba; Lp Sai omen linn 1.5 mmer her demi ne gg 4 vilis4 Lemm gien. mmenmnmner eiten R Ir vn ward m 7> LE SERS vnn än ÄR amen Dati 2 ren 3 4002 S5,- Aben A Meia--! buen 8 FP ws. SEN än Nixen 2 wie k ar mitt Nn De- drm ME=« EI LITT EE= REED K--<„mil. eV FRZ IR SSE SR: 506 Becher Becher, eine bekannte Art von Trink- geſchirr, das aus Metall, Holz, Glas, U, f. w. verfertiget wird. Die Gold» und Sitlberarbeiter haben allerley Facons der- ſelben, mit unv ohne DeFel, von glatter oder getriebener Arbeit, mit matt ausfal- lenden Figuren, mit alten Münzen, ohne Füße und mit Füßen, inwendig vergol- det, u. dgl, m. Die kleinen runden Be- Ee 2wui> 223 E>. 2 «<. Zion"aur Fin Ön TDB| meu KE eiiiem... ee Bedach wenn es die einmal vorhandene Größe der- ſelben nicht verſtattet, mit der Mauer ganz gerade, 2) Ein gleiches geſchieht mit ei- nem ſogenannten Rollager, welches aus ſehr feſten Mauerſteinen, oder gewöhnlich aus Klinkern, beſteht, die zur Bedachung der Mauer auf die hohe Kante in guten Mörtel gelegt werden, und entweder auf der einen Seite vorſtehen, oder mit der übrigen Mauer bündig gemacht werden, 3) Zu ſolt wer»- den. Geſchieht dieſes von zwo Seiten, ſo find auf den Forſten Hohlſteine“nöthigz- Ss8s 2 geht STS TERRE ET TTEEI |"» „PR 1 a. N" aan HEER IT IASI 4.6 8- 43-22; k-- 7 0. yr R K E Y 2,22 kate Aar ADE aen Eid AI Zum R No wd Ihe R 45 emm rkr dbl 21.000 maik wert Ihe ndert 4 KIN IE IEE ag=„AEON rT NTT RN Ee<< STETEN NSN I R BEIT SERER Zert tin nel. 508 Bedach geht aber der Abhang nur nach einer Seite, ſo braucht man ſolche nichtz; 3) mit Rohr, Stroh, Schilf oder Binſen, auch wohl mit gutem von Queen durch- wachſenen Raſen. Bey allen dieſen Be- dachungen iſt insgemein einiges Sparrwerk erforderlich, auf welches geſpaltene Latten mit hölzernen Nägeln. genagelt werden. Da ein ſolen, und abermals derb zu ſchlagen. Ein ſolcher gut gemach» ker Ueberzug, wenn er auf gehörigen Ab» hang gebracht, und mehrmals bey noch feuchtem Zehm erneuert wird, hält faſt eben ſo lange, als ein Ziegeldach, nur daß er, wie bey andern, von Zeit zu Zeit nach- gebeſſert werden muß. Je weiter jede. Bedachung: über die Mauer oder Wand vorkritt, und je mehr alſo das Waſſer von derſelben hiemit abgeleitet wird, deſto dauer- hafter wird ſie ſyn. Bedach Hölzerne Wände, ſie mögen mit ausgeſtaften oder gemauerten Fachen, mit bloßen Brettern verſchlagen, oder zwiſchen den Stühlen mit Füllhölzern ausgeſest ſeyn, wenn ſie nur oben einen Rahm oder Holm haben, können vor dem von oben abflie- ßenden Regen ſehr geſichert, und das obere Holz beſonders lange gut erhalten werden, wenn man entweder ein ein- oder doppelſei- tiges bretternes Wetterdach darüber an- bringt, oder gedachten Holm mit greßen Hohl- oder Forſtziegeln bedeckt. Leßktere müſſen aber nicht in Kalk gelegt, ſondern aufgenagelt werden, Die Dedachung der Gebäude kann gleichfalls auf mehr denn eine Art ge- ſchehen, und wenn hiebey die Frage iſt, was für eine der Landbewohner zu wählen habe, ſo muß das Verhältniß der Güte der verſchiedenen Bedachungsarten den Ausſpruch thun, wenn zugleich die Koſten und Dauer derſelben mit in Anſchlag ze- bracht worden ſind. 1) Rupfer- Bley- und Eiſenbe- deckunt fallen gänzlich weg,"weil ihre Koſtbarkeit ſich mit Landgebäuden nicht vertragen kann. Schieferbedachung erfordert vorher entweder eine durchgängige Schalung von Brettern auf den Spaxren, oder, wenn man voraus die Größe der Schiefertafeln, und daß ſie alle einander gleich ſind, gewiß weiß, nur blos einen Beſchlag von breiten Latten. Doch ift er= ſteres allemal vorzuziehen, Bey geraden 2Lalmdächern ſind die Koſten der Zuberei« tung des Schiefers. noch mäßig, wo abex vier Walme oder Einkehlen vorkommen, da ſteigen ſolche wegen Zubereitung der Schie= fer in verſchiedener Form ſchon. viel höher. Ueberhaupt foſter eine ſolche Bedachung auch an den Orten, wo wegen der Nähe des Transports gar nichts zu rechnen iſt, wegen- . =-- u*.-*»ait>d 7.= «<-> eR ae=.- A 359 222% So ag ZD E33 > p--8 L2x Ge=---- 2575 en mit n, mit viſchen t ſeyn, t Helm abflie 8 obere verden, ppelſel er: an- greßen Lektere ſondern bäude Art ge- 19e iſb wählen - Gute en den Koſten lag 9e* ſenbe- it ihre 1 nicht chung pare, '0ße der ſnander ; einen h iſt er- geraden Zuberei wo aber 1111en, da r Schit- [ höher» achung x Rähe hnen i", wegen en Über en De Ihe 1* SDS DEA EE IEEE Sn II I SCSI EDI merten REN werd NNEN nnn 0 ng RE 7 mm men mn Immer n nume 'Bedach wegen der Brettſchalung und der dazu, wie zu den Schiefern ſelbſt, erforderlichen vie» len Nägel, verhältnißmäßig gegen Ziegel, immer ſehr viel; ſie giebt aber, wenn ſie gut gemacht wird, ein dichtes dauerhaftes Dach, welches das Eindringen der Näſſe- - ungemein ab- und zurückhalt. Nur hält es gegen das Feuer nicht ſonderliche Probe, weil die glühend gewordenen Schiefer ſprin- gen, umherfliegen und zünden, und leßte- res dann noc) mehr, wenn Waſſer darauf geſprenget wird. Man pflegt aber nicht allein die ſchrägen Seiten der Dächer, ſon- dern auch die geraden Giebel, mit Schie- fern zu beſchlagen, ſo, daß die Walme über die Giebelſeiten vorſtehen, und es leiſtet ſolches gegen Feuchtigfeiten großen Nußen. Sturmwinde, wenn ſie in Schieferbeda- hungen einmal ein Loc) gemacht haben, richten große Verwüſtungen an, wenn zu- mal die jährlich erforderlichen Reparaturen verabſaumt worden. Man Findet dieſes beſonders in Städten, wo Thurmhauben oder Einkehlen, höhere oder flächere Dä- cher, ſtatt Kupfer oder Blech, mit Schie- fern bedeckt werden. 2) Die Bedachungen von Gobl- oder Pfannenzietteln, auch ſo genannten Schluß- oder Paßzietteln, welche die Form eines niedergelegten lateiniſchen S ha- ben, waren nur bey unſern Vorfahren im Gebrauche, und ſind um mehr denn einer Urſach willen bey uns gänzlich abgekom= men, daher von ihnen hier nichts zu ge» denfen iſt 3) Die Bedachung mit unſern heuti- gen Bieberſchwänzen, Zungen oder Ochſenmäulern, auch) mit den völlig parallelepipediſchen Dachzietgeln iſt zweyerley, entweder mit weiter, oder en» ger dattung» Weit gis eing1ndar wird Bedacungen das beſte, Es ward dazu ehemals 6 Zoll weit gelattet, als man noch verſichert war, daß die 16 Zoll langen Dachziegel noch die Bedach Hälfte der dricten, mit der erſten gleich kommenden, Fuge bedecken würden. Al- lein ſeitdem nach und nach X, und hernach wieder 3 Zoll an der Länge gedachter Zie- gel, unter dem Vorwande des Schwin- dens, abgegangen iſt, ſo muß man nun- mehr mit 15. Zoll Länge zufrieden ſeyn, und dagegen die 2attung mehrentheils auf 5 Fuß einrichten, Es iſt aber hiebey ein großer Unterſchied unter ſteilern und flä« , den man Waſſerſack zu nennen pflegt, Hier ſtößt ſich das herunterflie- ßende win 1 Hüls n, und uf 53 ey ein d flä+ e fön el un: Zolls untern en Dä- ell dar« wm iſt eit wes tüden e Kraft hlen iſ doppele | Eels en ſe iſider Craufs elche ein t, Die 1d wenn iſt, ſd Haupts rh die zeſchnit: Bänden derglels get zu furz; 0 fie an fel oder nennen unterflit- fende "== oder guten Willen hat, ſo hat man nichts als Flick- werk auf den Hals bekommen. Zu allen Ziegelbedachungen, ſie mögen weit oder enge gelattet ſeyn, gehören Sobl- ziegel zur Verwahrung der Forſte und der Walme, Es haben aber die Walme oder halben Walme n'werke weit eher und leichter, als auf ſolchen zu bewerkſtelligen ſind, die mehr als ein Stock- werk hoch ſind. Strohdächer finden ſich da am mei- ſten, wo auf einem guten Getraideboden langes und gutes Stroh gewonnen wird. Die Eindeckung geſchieht mehrentheils auf geſpaltenen Latten, die 12-=-- 18 Zoll von einander entfernt ſind, nachdem es nämlich die Länge des Strohes mit ſich bringt. Auf dieſen wird das Stroh, welches zuvor von allen krummen oder ungeraden, Halmen durch das ſogenannte Ausſchütten wohl ge- reinigt, und an den Sturzelenden auf ei- nem hölzernen Blocke recht gerave gehauen worden, mit den Aehren nach unterwärts gefehrt, entweder mit zähen Weiden- oder Werftruthen, oder bloßen Strohbändern (iene ſind aber vorzuziehen) unmittelbar an die Latten befeſtigt; oder es werden auf be- ſondern Latten, oder ſo genannten Bandſts»- >en, ven Weiden, mehrere Schobe oder Schöfe in der Länge von 3== 4 Fuß zube- reiter, und ſolche hernach beſonders über einander an die Latten angebunden. Die Dicke eines guten Strohdachs muß wenig- ſtens 14 Zoll betragen, und gegen das Ende des Daches, wo das Waſſer abläuft, werden die ſo genannten Bordſchöfe mit den Rehren nach oben zu eingedeckt, ſo daß die Sturzelenden nach unten zu gekehre ſind, und allda ia gerader Fläche neben einander fortgehen. Die auf den Walm- ſeiten vorſtehende Deckung(wenn anders nicht Brandgiebel bis über das Dach rei- e, und dieſe wiederum zu locker an die Latten be- feſtigt werden, ſo daß ſich lebtere ziehen, und die Unterſpiken der Aehren vorragen; theils wenn ſie überhaupt dünne deen oder dünne Stellen im Dache laſſen; des« gleichen wenn ſie die Schöfe nicht feſt ge- nug auf einander ſchlagen, oder die Forſte und Bordſchichte nicht hinreichend verwah- ren. Je länger und dicker die Strohhalme ſind, deftd feſter und dauerhafter werden die Dächer, weshalb auch manche Bauern, wenn ſie neu oder umdecken ſollen, damit ſo lange warten, bis ſie, wie ſie ſagen, ein gutes Strohjahr bekommen. Ein Strohe- dach, wenn es gehörig unterhalten wird, dauert 20, ja wohl 30 Jahre, wenn es von einem tüchtigen Strohdecker verfertigt worden, Cine Hauptregel aber muß bie= bey wohl bemerkt werden, daß kein Stroh genommen werde, in deſſen Aehren ſich noch Körner befinden. Denn, wenn die- ſes iſt, zernagen die Mäuſe das Dach, und machen es bald wandelbar. Auch die Krähen kommen zur Wintergzeit, wenn die Felder mit Schnee bedeckt ſind, in die Strohdächer, und wenn ſie Körner darinn finden, ſo können ſie in wenig Tagen ein ganzes neues, oder noch nicht zu altes, Strohdach gänzlich zerſtören. Es iſt da- her ſehr wohl gerhan, daß man das zum Deen beſtimmte Stroh, da in den hei- ßen Sommertagen die Körner am beſten ausgebhen, no< einmal überdreſchen laſſe, damit in den Aehren, ſo viel möglich, feine Körner zurüFbleiben mögen, WGemeinigs! DIE 5; lich : PSF.-. m BERN IE CEE SO =„AME rem mmer 00 EÜ M namen dib 20 Än rr Cx SEHE Aen Limonen ZE Urte SDR KTCHWEEN ESSA TEEN ER RIENSSIST T , SE a AL EE ume maten Ee ne enn Minen 5 Zit Dien rai EEN SSEN ed EI SEELEEEENSE 09 EIR CT mE mene w 00m 7 eden m ain Aae innlile A SID 514 Bedach lich wird das Roggenſtroh zum Dachdecken genommen; man nimmt aber auch in Wei- zenländern Weizenſtroh„ welches, ſeiner harten und dien Halme wegen, auch ein dauerhaftes Strohdach abgiebt. Das Rohr iſt, wo man es haben fann, dem Strohe zum Decken vorzuzte-» hen, indem ſein ſiarker holzichter Halm der Fäulniß länger widerſteßt. Die Güte deſ- ſelben beſteht darinn, daß es völlig ausge- wachſen und reif ſey, welches man einiger- maaßen an den ſchon auf dem Standorte abgetrockneten obern Blättern und dem fe- ſten ganz hohlen, unterm Halme erkennen kann. Lange muß es nicht, außer dem Verbrauch, auf einander liegen bleiben, ſondern, wo möglich, ſchon im zweyten Jahre nach dem Abſchneiden verbraucht Werden...= Die Lattung bey recht langem Rohre, „wie es in Flüſſen und Seen in der Mark Brandenburg angetroffen wird, kann von 20=- 24 Zoll ſeyn, und das Cindecken damit geſchieht eben ſo, wie mit dem Stro- He, nur daß die Arbeit dabey etwas ſchwe- rer wird, weil es viel ſteifer und weniger nachgebend iſt, und daher zum: Binden und Befeſtigen mehr Kräfte erfordert, Die Dicke des Rohrdachs muß wenigſtens 15=-16 Zoll betragen, auch zu den obern Schichten gegen den Forſt, und zu den untern am Ende des Daches, zugleich Srrohſchöfe mitgenommen werden, damit hiefelbſt alles völlig dichte und feſt an ein- ander ſchließe: Cin Rohrdach dauert, je- doch unter Vorausſeßung des jährlichen Ausbeſſerns geringer Schäden, noch ein- mal ſo lange, als ein Strohdach, und wohl bis über 50 Jahre. Bedachungen von Schilf, Binſen, Cuecken oder Päden und Raſen, wer» den nur von den ärmſten Leuten im äußer- Bedach ſten Notbfalle gemacht, und ſind von kur- zer Dauer. Wie aber Scroly- Rohr- und Sehilfdächer gut verforſtet werden müſſen, darüber muß der Artikel Zorſt| nachgeleſen werden, Schindelbedachuntgen ſind noch in ſolchen Gegenden üblich, wo vieles Holz, und keine gute Ziegelerde zum Ziegelbren- nen, gefunden wird. Man hat tannene, fichtene, fieferne, roch- und weißbüchene, auch eichene Schindeln. Jn der Chur- mart: werben feine Schindeldächer mehr geſehen. Die Schindeln dauern höchſtens 15 Jahr, ſovann pflegt man das Schindels- dac) zu verdoppeln, oder neue Schindeln auf die alten zu nageln, wozu doppelte Schindelnägel erfordert werden. Eichene Schindeln ſind die dauerhafteſten, aber in Anſehung des Materials ſowohl als wegen des Arbeitslohns auch die theuerſten, Cs giebt eine Art SchindelbedacXung werden ſie noch be- ſonders mit DirFenrinde benagelt, und dieſe alsdann mit gehauenen Stein- oder Schieferplakten, oder auch mit gebrannten Flieſen, belegt, und die Fugen übertheert. Nußlich aber iſt es, hiebey zu bemerken, daß die Birkenrinden gleichſam lederartig ſind, und wenn ſie dichte an einander ge- nagelt ſind, bey der Näſſe aufquellen und ZTtt 2 nichts „1 997 EDR mI= 70m 7 jmdm än dite Mitri ne E | 8 „4 zy 816 Bedach-/ nichts durchlaſſen. Demjenigen, welcher dergleichen Rinden in geringen Preiſen Haben könnte, und Brücken unterhalten muß, würde es ſehr zu ſkatten kommen, fich ſolcher, gleich den Holländern, die ſol- -en haben kann, ſo ſtößt und ſiebet man ſie, und vermiſcht ſie zur Hälfte oder zum dritten Theile mit Ziegelmehle 3; und alsdann wird der Mör- tel deſto zuverläßiger- Es befördert aber die Dauerhaftigkeit gar ſehr, wenn dieſer Mörtel, nachdem er in und auf den Fugen wohl troen geworden, mit warmen Theer überſtrichen wird 3 und dieſes kann man auch mit dem ganzen Ziegeldache thun, zumal wenn die Steine nicht gut gebrannt ſind, und dazu eine Theerbürſte mit einem langen Stiele behutſam gebrauchen, damit die Dachziegel nicht aus ihrer Lage verrückt werden» Will man inwendig unter dem Dache die kleinen Oeffnungen zwiſchen den Steinen mit einem mit Heide(Werrig oder Werg) oder Hanf vermiſchten Mörtel ausſtreichen, ſo iſt das Dach, inſonderheit bey Sturmwetter, deſto geſicherter. - An ſolchen Orten, wo dazu dienliche Flieſen oder Schieferſteine gefunden wer- den, könnten jähe oder ſteile Dächer mit Zrettern und Birkenrinde gedeckt werden, nur daß man die leßtere mit kleinen Gips- nägeln feſte nagelt, die Steine aber nach einer gewiſſen Breite aushauet, domit ſie dichte neben einander auf der Birkenrinde liegen fönnen, Unten beym Fuße des Bedeckt 817 Daches ſchlägt man alsdann über eine je- de Sparre ſtarke eiſerne Haken vor die ſchmalen und getheerten Latten, gegen wel- che die Steine ruhen. Sobald man aber merkt, daß diefe Latten anfangen zu faulen, fo müſſen an ihrer Stelle neue getegt wer» den, Dergleichen Dächer ſind ebenfalls weder künſtlich, noch koſtbar; gleichwohl fann man ſich auf ihre Dauer ziemlich ver» laſſen. Da vorhin eines Mörtels von Kalk, Ziegelmehle und Hammerſchlag gedacht worden, und es ſich zutragen könnte, daß irgendswo leßtere Zuthaten nicht zu haben wären, ſo muß doch dafür geſorgt werden, daß die gemeine Art, den Mörtel zu be- reiten, gut geſchehe. Wenn der Kalk ſtark und fett iſt, ſo werden dazu zween Theile Sand erfordertz iſt er aber ſchwächer oder magerer, fo nimmt man dazu weniger Sand, Man probiert ihn mit der Mauer» kelle; bleibt nämlich der Mauerkalk daran feſt hängen, ſo ilt er zu fett, und kann folglich noey mehr Sand vertragenz fällt er hingegen von der Kelle ſogleich ab, alſo, daß nichts daran hängen bleibt, ſos muß mehr Kalk zugeſeßt werden; läßt die Kelle ihn aber eben oder mäßig fahren, ſo ilt ex recht und hält die Probe. Bedecken, heißt bey der Jägerey, wenn der Saufinder eine Sau findet, und die Hunde ſelbige anpacken. Einige Ju ger verſtehen and) durch dieſes Wort das Brunften der Hirſche mit den Thieren, Auch wird dieſes Wort hie und da von Hauschieren gebraucht; ſ. Deletzen, Bedeckt, wird von einem Kaußman» ne, der Bankerott gemacht, geſagt, wenn er, zum Nachtheil feiner Gläubiger, einen guten Theil ſeiner Waaren vorher in Si- cherheit gebracht hat, Ttt 3 Bedeckte >18 SELN ff VIT G T aur “ meh ed met Caen anm a RAA ln m wetten rami nnen= AMET ETD. ham erm ir m Er M ame m 2 5 xen dR SEHR eien Sei Rt Ne H SR a 4 Sd namen er Ru dr mater üb --. Widen. 5(5- ee FIDE ade dernmeiiitäg NE pM SPE I< 5 0129 FES...* ZIERLUIE Bedeckte Gänge, ſind in den Gär- ten entweder von der Natur oder von der Kunſt gemachte Spaßiergänge, um bey heißer Wirterung darinn ſpaßieren zu kön- nen. Won der erſtern Art ſind die nach ei- ner geraden Linie gepflanzten Bäume, die hernach durch Verſchränkung der Aeſte in einander an den Seiten dichte gemacht, oberwärts aber die Aeſte ſo gegen einander gebogen werden, daß ſie zuſammen einen Bogen bilden, Die fünſtlichen werden von dem ſo genannken Latten- oder L7a- gelwerbe zuſammengeſeßt, indem man von zuſammengenagelten dünnen eichenen Latten Wände bildet, die man kreuzweiſe dergeſtalt verbindet, daß ſie kleine VWier- ecke oder Rauten biiden. Man giebt ih- nen auch mancherley architektoniſche Zier- rathen, als Pfeiler, Bogen, u, ſ. f. Dieſe Gänge aber müſſen nicht zu hoch ſeyn, da- mit ſie deſto eher von den neben gepflanzten Gewächſen überde>t und grün werden. Cs iſt daher genug, wenn ſolche künſtliche Gänge den dritten Theil höher als breit ſind, und die Bogen ſelbſt werden ge- druckt gemacht. Zu Ende ſolcher Gän- ge werden Kabinette, Kuppellauben, und andere dergleichen Zierrathen von Nagel- werk geſeßt. Man zieret ſie nach der Bau- kunſt, und ſekt oben Zierrathen von zuſam- mengezogenen Gefäßen, Geländern u. ſ. f. darauf: Zum VBegrünen dieſer Gänge braucht man Geißblütße, wilden Jasmin, Weinſtöcke u. dgl.7 die, wenn ſte heran wachſen, um die Bogen geleitet, und ſlei- ßig unter der Scheere gehalten werden, Bedeichen, mit einem Deiche ver- ſehen, Bedielen, heißt beym Bauweſen, wenn der Fußboden der Zimmer und Ge«- mächer mit Brettern oder„Dielen belegt Bedientenp wird. Für die Bauerhäuſer in Schweden empfiehlt Hr. Wynblad ſtatt der Bedielun- gen des Bodens über den Stuben und Kammern folgendes Verfahren: Man kann auf dem Boden auf die Bretter als ein Eſtrich erſt Moos unterlegen, darüber eine Maſſe von durcheinander gearbeiteten tehm, Sand und Spreu, oder gehackten Pferdemiſt, auch Sägeſpäne; alles wird fet geſchlagen und dicht übergeſtrichen, da- mit es feine Riſſe bekömmt, Dieſes giebt einen dichten und feſten Boden, hält den untern Raum warm, und dient zu einem guten Fußboden des Bodens. Bediente, darunter verſteht man bey hohen Herrſchaften vornehmlich die Domeſtiquen, welche Livree' tragen; was aber ohne folche geht, und zu beſſern Ver- richtungen gebraucht wird, begreift man unter dem. Namen der Rammerleute, Officianten, Gausofficiers. Perſo- nen beyderley Geſchlechts, welche zur Er- ziehung der Kinder angenommen werden, ingleichen Privatſelretairs, Kapläne, und andre, die mit ißren erlernten Wiſſenſchaf- ten und ſchönen Künſten vem Hauſe Dien- ſte leiſten, ſind nicht für bloße Hausoffi- cianten zu achten, und alſo auch in keinem Falle zu häuslichen Dienſten verbunden. 258 20-10 DiE 55.6. 19775- Im kaufmänniſchen Verſtande heißen alle einem Handelsherrn in ſeinen Geſchäfſ«- ten zur Hand gehende Perſonen Bedien» te, z. CE, die Factors, Buchhalter, die insbeſondere ſo genannten Handels- oder Zadendiener, u, ſ, w. Bedientenvolſter, an einigen Kut- ſchen, ſonderlich an RNeiſekutſchen, das mit Käiberhaaren ausgeſtopfte, und mit ſchwarzem krauſen Leder überzogene Pol- ſter, welches hinten auf dem Wagenzeſtelle hinter Beerb hinter dem Kutſchenfaſten angebracht iſt, und worauf die Bedienten ſißen können. Beerbank, bey der Ziegelbrennerey eine hölzerne Bank, auf welcher der Thon mit eiſernen Meſſern zerhackt wird, damit alle kleine Steine herausgeſunden und weg- genommen werden können. Nachdem der Thon in den Löchern oder Kaſten der Zie- geley durch aufgegoſſenes Waſſer hinläng- lich erweichet worden, ſo wird er auf die Beerbank gelegt, mit den Meſſern zer- haft, und die Steinchen werden, ſo viel möglich, herausgeſucht. Beere, bacca. Eine jede ſaftige oder fleiſchichte Frucht könnte man eine Beere nennenz es wird aber zu einer je- den Beere erfordert, daß das ſaftige We- ſen den Saamen völlig umſchließe, und alſo einen nothwendigen Theil der Frucht ſelbſt umſchließe, nicht aber etwa ein an- derer Fruchttheil dicke und ſaftig erſcheine, und dem nacenden Saamen gleichſam zur Befeſtigung diene. Die Frucht an der Erdbeere iſt gar keine Beere, ſondern ver nacende Saamen ſißt nur auf dem wei- chen und ſaftigen Blumenbeete, und bey der Maulbeermelde wird der Kelch roth ge- färber und ſaftig, und dieſer umgiebt nur einigermaaßen den ſchwarzen Saamen, Cs müſſen alſo die Saamenkerne von einem ſaftigen und fleiſchigen Weſen um und um umgeben, und dieſes noch mit einer dün- nern Haut umwicelt ſeyn, wenn man die Frucht eine Beere nennen ſoll. Unter den Beeren ſelbſt iſt einiger Un- terſchied.- Wenn jede Beere vor ſich an einem beſondern Stiele ſikßt, heißt man ſok- ke um Ae- gidii, wenn die Beeren ſchon groß und auss gewachſen ſind, Beerheide, Rauſch, Rauſch- beere, Krähen- Trinkel: Moo8- ÄFen- Avenbeere, Steinraute, Felſenſtrauch, empetrum L. ri) Schwarze, geſtreckte oder ſchwarzbeerige Heide, E. procum- bens, nigrum. Waterland: das fältere Europa in bergichten ſumpfichten Gegen- den. Strentgel: holzig, zähe, röchlich, geſtrefe, MBlätrer: zahlreich, ſchmal, gewöhnlich je 3=-4 beyſammen, dunfel- grüne Dlumen, an den Seiten der Zwei- ge, in Menge, klein, grünlichweiß, im May, Jun. und Jul. und sft den ganzen Sommer-hindurc<ß. Meeren: ſchwarz,* etwa ſo groß wie Wacholderbeeren, der Saft purpurroth, Die Birkhühner gehen ven Beeren ſo ſehr nach, daß man ſte meis ſtens da, wo diefe Pflanze einheimiſch iſt, antrifft. Die Kamtſchadalen pflegen die Beeren in Menge zu fammeln, den ganzen Winter über aufzubewahren, und zu ver- ſchiedenen Speiſen zu gebrauchen. Man. färbt mit ihnen firſchfarbig, und die Be- trüger kochen ſolche mit Fiſchfett und Alaun, und geben durch dieſen Anſtrich den Fellen der Zobel und Seebiber einen ſchöneny ſchwarzen blendenden Glanzz In Jsland und YE Zieetigene 2, ald ID ade SE SEE eiiien> mne. mme LÄN EN R NIN R SN SRE R SNN SEEN ASRS NE 3 kt dele 1 enaamiig Kb Sb Sd NN 2 za Y 5 20 Beerh und Norwegen bereitet man aus den Bee» ren einen-Wein, 2) Weiße 2c. E. album oder ereQum, Vatertand: Portugal. Stenttel: auf- recht, holzig, zerbrechlich, äſtig, 12 Fuß hoch, dunfelfarbig. Blätter: zahlreich, furz, ſcen iſt. So werden bey dieſen Umſtän- den z, E,. Salat- Sellery- Kohlpflanzen u. ſ. w. angegoſſen, wenn ſie aus dem Saatbeete aufs Pflanzenbeet verſeßt wer» den, und man fährt mit dem Begießen von Tage zu Tage ſo lange fort, bis man merkt, daß ſie-gut eingewurzelt ſind, und fort- wachſen, und auf Regen warten können, Man pflegt auch die eingepflanzten jungen Bäume zu begießen, wenn das Erdreich tro>en iſt, als bey welcher Beſchaffenheit des> Erdbodens die Baumpflanzungen am ſchicflichſten unfernemmen werden. Hie- bey wird am beſten verfahren, wenn der junge Baum, ſobald die Wurzeln mit Er- de bedeckt ſind, und über ſolchen no? Raum bis zur Ausfüllung der ganzen Grube ge- laſſen worden iſt, mit Waſſer reichlich an- gegoſſen wird, damit ſich die Erdtheilchen an die Wurzeln überall anſchmiegen oder ſie ſolche umgeben können, Man nennt dieſes auch die Däume einſchlämmen, wodurch man ſie auch am gewiſſeſten fort - Bezzießen bringt. Dieſes Verfahren iſt beſonders bey den im frühern Herbſte oder im Früh- jahre einzupflanzenden Bäumen ſehr anzu- rathen, Kann aber in der Folge das Be- gießen der gepflanzten Bäume ihr Wachs- thum befördern, ſo wird eine Vertiefung, oder, in der Gärtnerſprache, ein kleiner Keſſel um den Stamm des jungen Baums gelaſſen, damit das beygegoſſene Waſſer ſich in dem Keſſel zuſammen halten und zu den Wurzeln gelangen könne. Die Tageszeit zum Begießen iſt im Sommer die Abendzeit, da die Sonne das Land theils nicht durchbrennen und ſpröde. oder hart machen, theils auch die zugeführ- te Feuchtigkeit vom Begießen oder Bes ſprengen nicht ſogleich wieder hinwegneh- men fann, GSo viel aber kann auch ſchon vor, in und nach den Mittagsſtunden ge- ſchehen, daß man gewiſſe, von der Son- nenhiße ganz erſchlafſce, Pflanzen mäßig beſprenge und gleichſam wieder erwece, Man hat ſolches z, B, in den leßten Som- mern beſoinvers an den Gurfen geſehen, de- ren Blätter, von der Sonnenhiße ganz welf auf die Erde hingeſtrect, danieder f'agen. Wurden ſie am Tage einigcmal beſprengt, ſo ſtanden ſie alsbald wieder. auf und wurden ſteif, Wo man dieſes that; zund das gewöhnliche Avendbegießen mit zur Hülfe nahm, erzeugte man auch einen Ueberfiuß von Gurken, da hingegen viele andere, die das Begießen unterlaſſen hatten, oder doch zu wenig darinn thaten, völlig leer ausgiengen, Zur Frühjahrs- und Herbſtzeit wird das Beſprengen in den Morgenſtunden und zwar deshalb angeratheny weil in ge- dachten Jahreszeiten die Nachtfröſie nicht außen bleiben, Doch ſind wir Defonemen in dieſem Punkte noch nicht ſo ganz aufs Reine, inden; manche unter uns, wenn ſie Nacht» man dieſe! perat nicht: denT hatte de ut Qetv derſel Die f Jahre Morg Eze Juſt den geget gehal durch Oe; pſt man terer gem| allger ſinke Rer Oy) mh ders rühe nzue Ber ah. ug, einer wms oſſer Id zu tim 2 das pröde führ: ' Bi neh ſchon ne- Son- mäßig wee, Som y der ganz nieder gam wieder dieſes gießen n auch 1gegen laſſen haten, it wird funden | in ges e nict nenen ; aufs enn ſie Nah Betzießen Nachefröſte beſorgen, ihre Pflanzen reiche lich begießen, und ſie dennoch gut durche bringen. So fand ich im Vorſommer 1795 einen Forſtbedienten, der des Abends, wenn Froſt zu beſorgen war, ſeine jungen Bäume in der Saatſchule tüchtig begießen ließ, und ſie davurch- rettete, da hingegen Andere während der nämlichen Zeit über großen Verluſt an ihren zarten jungen Bäumen durch die Maynachtfröſte klagten, Eben ſo war es in dem nämlichen Jahre mit den Feldfrüchten. Seit der Hälfte dieſes Jahrhunderts haben unſre Felder von Zeit zu Zeit von den Mayfröſten in manchen Jahren ſehr viel gelitten. Jn dieſem. Jahre haben wir bey gleicher Tem- peratur oder gleichem Froſigrade wenig oder nichts gelitten, weil es in den vorhergehen- den Tagen an häufigem Regen nicht gefehlt Hatte, ſo, daß von der dadurch in der Er- de und Luft befindlichen Feuchtigkeit das Getraide gegen die Abendzeit und noch nach derſeiben in ſtarte Nebel eingehüllt war. Die kälteſie Nacht war in dieſem 1795ſtien Jahre die Himmelfahrtsnacht, da wir des ' Morgens darauf unſre Getraidehalme in Eis eingehüllt und nach dem allmählichen Aufthauen doch nicht erfroren fanden. Bey den ehemaligen ſchädlichen Mayfröſten bin- gegen hatten wir vorher tro>ne Witterung gehabt; woraus denn erhellet, daß die durch Nebel, Luft und Begießen unſern Gewächſen verurſachte Näſſe nicht gerade» zu ſür ſchädlich zu erklären ſey, ſondern man durch fern:re Beobachtungen zu meh» rerer Gewißheit in dieſer Sache zu gelan- gen ſuchen müſſe. So viel aber iſt durch aligemeine Crfahrungen ausgemacht, daß ſtarker, anhaltender, und unmittelbar auf Nachtfröſte folgender Sonnenſchein den Gewächſen Verdkrben zuziehe. Das all- möhliche, und nicht jählinge, Wiederauf- -- w-.--|-> IEE nähe, ume Es I=- YA: Zandliatten= San rute anf<< SEEHOTEL geri SE eg in inn nin 7 AED ME nemen M€ uma SIN SRI RIN SER SN SEN BENS NC 4 8 diinn. venen ie ie dn il Mn<< zZ M0005 Begießen 525 thauen derſelben iſt ihnen heilſam, weil die außere von Nebel oder Reif entſtandene Eisrinde ſich in Waſſer auflöſet, und Waſſer, wenn es nicht warm, ſondern falt iſt, den Froſt wieder ausziehet 3; wie wir ſolches in unſern Haushaltungen mit Aepfeln und Eyern, die vom Frofte gelitten, zu machen pflegen, wenn wir aus ſolchen den Froſt durch kaltes Waſſer, worein ſie ges legt werden, wieder ausziehen laſſen, Die. Werkzeuge, derer wir uns zum Begießen oder Beſprengen bedienen, ſind die gewöhnlichen Gießfannen, die man auch in einigen Gegenden Sprikfäſſer nennt, gemeiniglic) ganz von Blech und roch angeſtrichen ſind, und das Waſſer als einen Regen von ſich ſprühen. Mit der Zeit werden ſie vom Roſte angegriffen und löchericht, weshalb die von Kupfer am längſten dauern,- dagegen aber auch ſchwerer in der Hand zu führen ſind,. Zum Begießen der Hecken gebraucht man eine große Waſſerkanne oder Kuffe auf einem niedrigen Wagen, mit Walzrädern, an deren Bodenſtücke das Waſſer durch einen- Hahn in eine blecherne Röhre gelaſſen wird, welche eine Menge kleiner Socher oder Schnäuzchen hat, durch welche das Waſſer, gleich einem Regen, an die He >en geſprikt, und im Fortfahren ganze Wände befeuchtet werden. Die großen Engliſchen Raoſenſtücke werden am beſten begoſſen, wenn man in dem dabey liegen- den Waſſerbehälter eine Handſpriße eine ſest, und. durch einen daran befeſtigten Schlauch mit gehörigem Mundſtücke das. Waſſer überall hinleitet und umherſprißtz ſo wie man auch Bäume, deren Laub und Früchte man erquicken will, auf ſolche Weiſe gleichſam beregnen läßt. "Das beſie Waſſer zum Begießen iſt freylich Flußwaſſer, und, in Ermangeiung Nun 3 deſſel- 2% ERAT ZU 525 Begräbniß deſſelben; geſammeltes Regenwäſſet, wenn: man dieſes leßtere nur immer in hinlängli= - neten Blumen bey der Roſe äußerlich auf» zulegen, und bereiten daraus einen Trank wider das Kopfweh. Das Rindvieh frißt die ganze Pflanze mit der Wurzel begierig; daher auc< D. Gunner die Anpflanzung dieſes Behen zum Futter für das Vieh empfohlen hat,| 4 2) Beeren tragendes weißes De- ben, Cucubalus bacciferus L. Vater- land: die Tatarey, Deutſchlaud, Frank- reich, die Schweiz, Italien, in Hainen und an Zäunen. ZAlätrer: gegen über ſteßend, denen der Alline ähnlich. Jwei- ge: gegen über ſtehend, ausgeſperrt, zah reich. FAlumen: weiß, die Blumen- blätter entfernt ſtehend, der Kelch glo>en- förmig, im Jun. Beeren: eyrund, ſafe tig, ſcnen Boden haben, weil ſie in kieſichtem Boden wächſt. In England hat man dieſe Pflanze in Wein gelegt, und dieſen, hernach mit Theriak vermiſcht, wi- der den tollen Hundsbiß empfohlen. Die übrigen ausländiſchen Arten werden hier übergangen, weil ſie weder einigen Nußen haben, noch ſonderlich einen Plaß im Gar- ten verdienen, Cin noc< Erwähnung verdienendes drittes anzuführendes Geſchlecht von Be hen, auch das rothe Beben genannt, ſoll „unter dem NamenDteſenFraut, Statice, beſchrieben werden. Behegen, die Jagdhunde auf zahme Thiere oder ſchwaches Wildpret heßen, da- mit ſie Herz bekommen. Beholzen, bedeutet bey der Bäce- rey das Cinſte>en des zum Cinheigen hin- länglichen Holzes in den Ofen. Bejagen, eine ſtreitige Jagd, um ſein Recht zu behaupten, mit Leuten und Hunden beſuchen. Beil, iſt ein bekanntes Werkzeug, welches ein breites eiſernes Blatt mit einer verſtählten Schneide, und ein Helmloch hat, worinn ein kurzer hölzerner Helm ge- Err ſiect 2 4; Z12-1 SEEN er 5 JA GEREUZ LEE<<< ina SI ne dichnene. ir Sade Die Wea nR Nen wu R una Ne Änneren. Am menen Ab Er M 2 ama 2 3 22 rk en RAN SE a wf ENI ENES SPEER SICHER SIS SEINEN PE REITET ET WIRO SROGEL IS GEWE NENN GEE“ A 536--'„Being ſtet wird. Man hat und braucht in der Haushaltung ſowohl größere als kleinere Beile, z. E, zum Anfertigen allerley Acker- geräthe, zum Spalten und Kürzerhauen des Küchenho!lzes, zum Abkappen der Wei- den, Rüſtern u. ſ: w. Es erhält aber die- ſes Werkzeug nach ſeiner verſchiedenen Ges ſtalt verſchiedene Namen, als Hand- Breit- Zangbeil;(f. dieſe.) Beinaſche, olla calcinata, pul- verilataz heißt das feine Pulver, welches aus ſehr flar geriebenen und durchgeſiebten, gebrannten oder calcinirten Knochen der ' Kälher, Rinder, Schöpſe u. dgl. gemacht wird. Man bedient ſich vornehmlich die- ſer Aſche in der Probierxkunſt zur Verferti- gung der Kapellen,. Beinblättern, Abblätterung der Knochen, beſtehtin kleinen Schup- pen oder Blättern, die entweder von ſelbſt, oder vermittelſt der Kunſt, merklich oder unmerklich, von den Knochen abgehen, wenn ſelbige durch irgend eine äußerliche Verlez- zung der freyen Lufr ausgeſeßt, oder durch einen ſcharfen Citer angefreſſen werden, Die Knochen der jungen Thiere blättern ſich leichter ab, als die der alten, und die ' der kleinen Thiere auch leichter als die der größern Thiere. Die flachen oder ſchwam- - michten Knochen blättern früher ab, als die feſten Röhrknochen 3 und dieſe wiederum früher, wenn die Verleßung an den Enden, und ſpäter, wenn ſiein der Mitte derſelben, allwo ſie am feſteſten find, geſchehen. Aekmittel ſchaden bey angeſreſſenen Kno- den, indem ſie unter ſich einen neuen Beinfraß erregen, und immer weiter äßen. Geiſtige Mittel wirken theils zu langſam, thetis fönnen einige eben ſo wie die Aeß- mittel ſchaden. Ihnen allen iſt daher das giühende Ciſen, der Meißel und der Per= BeinbZ/-/ forativtrepan vorzuziehen;(ſiehe Bein«- fraß.) Beinbrechfkraut, Beinbrech- gras, Beingras, Knochenbre- -"Ww 7 Ex NX 532 Zeinb Maſchine bringt, welche folgender Geſtalt verfertigt wird. Es müſſen im Stalle, und in demje- nigen Stande, wo das Pferd zur Cur ein- geſiallet werden ſoll, auf beyden Seiten vier viereckige, ſtarke, hölzerne Pfeiler eder Pfoſten, von 9 Zoll in der Dicke, in die Erde befeſtiget werden. Dieſe Pfoſten müſſen 3 Fuß tief in die Erde eingegraben werden, über der Erde aber 6 Fuß hoch jiehen, und ſo gerichtet ſeyn,-daß deren zwo vorne gegen des Pferdes vordere Schen- kel, und die andern zwo gegen deſſen Hüf- te, gerade gegen einander, zu beyden Sei« ven zu ſtehen kommen, Die vordern zween Pfeiler müſſen ohngefähr zween Fuß weit von der Bahre oder Krippe, und die hin« tern, fünf Fuß und zehen Zoll weit, eben-. falls von der Krippe abſtehen, dergeſtalt, daß die Pfeiler drey Fuß und 2-3 Zoll von einander, das iſt, die hintern von den vordern entfernt ſind, welches gemeiniglich die gehörige Länge des Leibes bey Pferden ausmacht. In dieſe Pfeiler werden auf beyden Seiten ſtarke Walzen von hinten nach vorne zu, und in der Höhe des hal- ben Zeibes des Pferdes, entweder mit ſtar- fen Zapfen, oder durch eiſerne Ringe ein- gemacht, welche herumgehen und mit ei ſernen Einſchnitten verſehen ſeyn müſſen, oder ein Sperrrad und Sperrkugel haben, damit ſie, wenn ſie aufgewunden werden, durch die Laſt des Pferdes nicht wieder zu- rücgehen und nachlaſſen können, Ferner muß eine jede dieſex Walzen 3= 4 ſtarke eiſerne Haken haben, welche in gleicher Ent- fernung von einander, und gerade gegen einander über ſtehen, auch mit Spißen, die über ſich gebogen ſind, verſehen ſeyn. Oben und unten müſſen die vier Pfeiler mit Queerhölzern gehörig befeſtigt werden, da- mit ſie weder ein- noch auswärts weichen Beinb können. In dieſen Strand führet man nun das Pferd, entweder ſchon verbunden, oder, welches ſichrer iſt, unverbunden; hängt eine ſtarke gahr gemachte, nach der Größe des Pferdes geſchnittene Kuh- oder Pferdehaut in die in den Walzen befeſtigte Haken einz ſpannt die Haut, mittelſt der Walzen, ſo an, daß das Pferd nicht darin- nen hängt, ſondern dergeſtalt ſteht, daß man zwiſchen dieſer Haut und des Pferdes zeib einen Finger gemächlich durchziehen kann; alſo, daß zwar das Pferd ſich nicht legen, aber, wenn es des Stehens müde iſt, in der Haut hängend ruhen kann, oh= ne daß der gebrochene Theil das geringſte leider,=. Muß man nun die jeßt beſchriebene Art des Hängens als die beſte anſehen, ſo iſt das Hängen der Thiere in Gurten ſehr zu mißdilligen, weil es den Thieren ſchmerz haft iſt, daß ſiv davon ſehr unruhig werden, ſich wund reiben, die Gurte aber gar zer plaßen, daß die Thiere mit einem Theile des Zeibes wohl gar hängen bleiben, und das Uebel noch ärger gemacht wird. Ueber»- dem wird durch die Gurte die Verdauung und der Kreislauf des Bluts gehindert, daß daraus eine Darmentzündung, der Drand/ und hjevon der Tod erfolgt. Mir Ochſen und Kühen geht man ge» meiniglich den allerfürzeſten Weg, daß man ſie nämlich gleich nach crfolgtem Beins bruche abſchlachtet- und fich ſelbige ſo fort dadurch zu Nuße machet. Will man aber doc) ein durc) einen Beinbruch verunglück» kes Stück Hornvieh aus Vorliebe erhalten, ſo iſt das Einhängen deſſelben, nach des Hrn. v. Sind Vorſchrift, ebenfalls anzu: rathen, Der Bruch des Darmbeins oder Huöftknochens entſteht von einem Fall auf das Eis oder glatte Steine, am meiſten aber, "Wed en nität... 7 ade Beitb aber, wenn die Thiere gegen die Pfoſten der Thüren und Thorwege ſtark anlaufen. Iſt der Bruch an dem obern Winkel des Darmbeins, 2 oder 3 Zoll von ſeinem Rande, ſo hat er wenig zu bedeuten, die Heilung erfolget von ſelbſt, ohne Hülfe des Thierarztes. Doch muß man der Erczün- dung und Geſchwulſt durch erforderliche Mittel Einhalt thun, ob ſchon die Thiere ſelten die rechte natürliche Geſtalt ihres Knochens wieder bekommen, und daher einbüfritg genannt werden, Sinb es ein- hüftige Pferde nun, ſo ſind fie nicht mehr als Reit- und Kutſchpferde verkäuflich z man giebt ſie unter dem haiben Preiſe zu gemeinen oder Karrenpferden weg. Sind aber ſchöne Beſchäler und Zuchtſtuten ein- huftig geworden, ſo kann man ſie zu ihrem Zwe gar wohl beybehalten, weil der Feh- ler nicht forterbt. Mit den Kühen iſt es eben ſo, und Ochſen, weil ſie nicht zum Geſchwindegehen gebraucht werden, ver- richten ihre Arbeit recht gut und lange, nachdem ſie einhuüftig geworden ſind, und man verliert in ihrem Alter nichts im Ver- kaufe an die Schlächter oder Viehmäſter. Geſchieht der Bruch des Hüftbeins aber in dem untern Winkel, ſo heilt dieſex äußerſt ſchwer, die meiſten Male gar nicht, weil die Entzündung und die Ge- ſchwulſt hefti3 ſteigt, und der Brand als- bald nachfolgt. PWBeſteht der Bruch des Darm- odey Huftbeins aber blos in einer Spalte, ſo iſt er nicht mit Gewißheit zu erfennen. Der Zruch) des FScſſelbeins iſt, ob ſich ſchon das Thier, wenn man es nicht in die Sindſche Maſchine bringen will, darauf anſtämmt, dennoch heilbar, und bey Füllen und andern jungen Thieren ſehr leicht, ſeibſt bey denen, die ſich felbſt über- laſſen ſind, Eine gute Einrichtung ves Beinb Knochens, gute Befeſtigung der Schienen und Binden, und erforderliche gute Be» handlung überhaupt, bewirkt bald wieder eine glüfliche Herſtellung des Thieres, Den Bruch der Rnochen der Hirnſch ale erkennt man an der Schläf- rigfeit der Thiere, an dem tauymelnden Gange, an der Abnahme der Musfkelkräſte, an ſchwerem Athemholen, an den Zuckun- gen, und wenn zu gleicher Zeit die zerbro- Zad Die WraikkneE Naen atkei dv naitäie ti bi net Beinb und Steine, imgleichen durch das muth- willige Schlagen der anderu Pferde; bey dem Hornviehe aber dur das Stoßen mit dem Gehörnein die Seiten. Dieſer Bruch, wenn er ſich nicht durch Zeichen einer Krank» heit zu erkennen giebt, oder die Spißen des Knochens nicht hervorſtechen, einen innern Theil oder die Hautbede>ungen verkeßen, wird ſelten einmal beobachtet; heilt mei- ſtens geſchwind, und läßt ſelten Spuren zurück. Bemerkt man aber zeitig einen ſolchen Bruch, und vermuthet Gefahr, ſo muß man bald mit Aderlaſſen und kühlen- den Mitteln eilen, um.nicht eine Entzün- dung des Rippenfells, der Muskeln und der innern Theile entſtehen zu laſſen. Nach- hero wird diefer Zufall entweder der Natur allein überlaſſen, oder man macht Bähun- gen, oder beſtreicht die Gegend oft mit Kamphergeiſt, Das Einrichten der Rip- pen aber iſt ſelten möglich, auch ſelten nö- chig, weil ſie bey dem Zerbrechen nur we- nig oder gar nicht aus ihrer Lage weichen. Es hat auch wenig, außer bey Scaatspfer- den, zu bedeuten, wenn ſie ſchon nicht ganz gerade auf einander ſtehen. Gehen die gebrochenen Spißen der Rippen aber einwärts, und verleßen ſie Pulsadern, oder andere edle Eingeweide, ſo iſt keine Rettung möglich. Der Bruch des Vorarims iſt am allerſchwerſten zu heilen, wie alle Knochen, auf welchen die g-nze Körper'aſt des Thie- res ruhen muß; worüber bey den Fußkno- enbeines wird bey- Pferden und Ochſen für unmöglich gehalten, weil dieſe Knochen ſo klein ſind, und durch ihre Lage, und die große Menge der Muskeln, die ſolche be- decken, die Einrichtung erſchweren; weil auch die unter dem Arm- und Backenbein liegenden Knochen gleichfalls der Einrich- tung und der Erhaltung der Knochenenden in der Lage bis zur Bildung einer Bein- ſchwiele hinderlich ſind. Beſſer iſt es da- Her, dergleichen Thiere, ſo bald als mög- lich, tödten zu laſſen, ehe die Zufälle und Entzündungen zunehmen, und das Fleiſch des Hornviehes unbrauchbar machen. Bey der Viehzucht iſt faſt kein Zufall, welcher, da er unter den ſehr gemeinen ge- Hört, den Landmann mehr in Verlegenheit ſeßt, als der Beinbruch, weshalb dieſer, zwar weitläuftige, aber ſehr inſtructive Ar- tikel aus dem Handbuche des Hrn. D. Frenzels hier eingerückt worden iſt, damit die Eigenthümer alsbald wiſſen mögen, was ſie bey ihren verunglückten Thieren zu chun und nicht zu chun haben, beſonders aber ihren zur Hand habenden Curſchmie- den oder Viehhirten, welche ſich vielmals mit Heilung der Beinbrüche abgeben, und dufs Gerathewohl die Sache unternehmen, nicht blindlings folgen, oder ihnen den Beinſch Willen loſſen, und ſich nicht Koſten, und oftmals größern Verluſt, als das Thier werth ſeyn kann, dadurch zuziehen. Beinfraß, Beinfäule, ſ Rno- chengeſchwuür, Beinſutter, die große Taſche am Engliſchen Sattel, welche, gleich dem Sißk, ausgepolſtert wird, damit die Füße daran bequem ruhen mögen, Beingallen, ſ. Slußgallen. Beinfrebs, iſt im Grunde nichts anders, als ein Knochengeſchwür, welches wenigcr bey alten als jungen Thieren an den Welenfen oder Enden der Knochen wahr- genommen wird; es entſteht gemeiniglich von ſchlechter Nahrung und Pflege der Thiere, wenn eine daraus entſtandene ſchar- fe, auflöſende und freſſende Kranfheitsma- terie das Knochenmark angreift, ſodann die Knochenenden anfrißt, die nahgelegenen weichen Theile zerftöret und bösartige Ges ſchwüre bildet, Die Cur iſt mit der der Knochengeſchwüre einerley, aber nur ſelten gelingend. Beinleder, ein zweyter Schaft an den ſo genannten Kourierſtiefeln, von ſtar- kem gebrannten Leder, welches über den rechten Stiefel gezogen wird, und von dem Sporen bis unter das Knie geht, welcher dazu dienet, das Bein bey einem Sturz wider das Zerbrechen zu ſichern. Beinſchwärze, Knochenſhwär- 32, eine aus gebrannten Ochſenknochen oder aus Elfenbein erhaltene ſchwarze Far- be, welche beſtändig iſt- Sie dienet alſo ſehr gut zum Anſtreichen oder Wiederauf= pußen allerley Lederarbeit, an Kutſchen, Geſchirr, Stiefeln u, ſ f. Es wird die ſehr wohlfeil zu habende Schwärze von Ohſen- en zz-P-=-=.-zvzJu-=. 2 z-2„-.. ,"nd Thite Kno: je an h dem e Füße nichts welches eren an n wahr iniglich ege der 1e ſchar: jim dann die elegenen tige Oes der der ur ſelten Qaft an von ſtar über den ) von dem -, welch m Stutz ſchwa" ſenfnoch warze Fot -djenet all Biederauf Kutſchen z iwd di! arzt von 0 Daf 01ER IDEN mmm=== 6 Vs EÜR nici einm... abtmanhr Mien is Beinſp Ochſenbeinen mit Thran over zerlaſſenem Schweinsfett vermiſcht und aufgeſtrichen, worauf dieſe Miſchung ſo beſtändig iſt, daß das Leder bey dem Gebrauch, oder, wenn man es in die Hände nimmt, nicht ſen. Der Vorlaß iſt ein Stück rothes Tuch, oder ein Holz, das einen Schnabel, Schwingen und Fänge hat, Auf dieſem werden ſie geäßet. Will man nun den Vogel rufen, ſo ſchwingt man den Vorlaß in. die Höhe, auf den er ſogleich fliege, wenn er ſein gewöhnliches Luder oder Freſſen erblickt, und ein gewiſſes Ge- ſchrey dabey machen hört. Mit ver Zeit iſt die Stimme allein hinlänglih. Die an dem Vorlaß befeſtigten Federn heißen eigentlich das Sederſpiel. Man verän- dert dieſe Federn, nachdem man den Fal- fen auf Milanen, Raiger oder Rebhühner armen amen TEILTEN== 0 Oug 9m m mme manner abrichten will, Nämlich auf Milanen be- ſtet man den Vorlaß mit Milanenfedern und Schnäbeln, und alſo wird es auch mit den andern gehalten. Wenn man nun den Vogel erſt 3 Wochen oder einen Mo- nach in einem Zimmer oder Garten geübt Hat, ſo kann man es auch auf dem freyen Felde mit ihm verſuchen. Man binder ihm das Geſchüß oder die Schelle an die Fänge, damit man ſeine Bewegungen de- ſto beſſer bemerken könne, Man trägt ihn auch immer zugehaubt, d. i. am Kopf mit einem Leder bede>t, welches über die Au- gen geht, und ihn hindert, etwas anders zu ſehen, als man ihm weiſen will. So- bald nun die Hunde das Wildpret auftrei- ben, haubet man den Falken ab, und wirft ihn darauf. Da iſt es denn ein. großes DE nnn nner. ie KE Beißvögel S41 Vergnügen, anzuſehen, wie er gleichſam ſtufenweiſe nach und nach in die Höhe ſteigt, bis manihn in der mittlern Luftgegend ganz und gar aus den Augen verliert. Von da aus giebt er auf ſeinen Raub Achtung, ſchießt auf einmal, wie der Bliß, auf ihn herab, und bringt ihn ſeinem Herrn, der ihn zurück ruft. Man giebt ihm allemal, ſonderlich im Anfange, um ihn hißig zu machen, fein Jagdrecht, wenn er wieder auf die Hand kömmt, d. i. man überläßt ihm Hirn, Herz und Eingeweide, und ei» nen Schenkel des gefangenen Raubes. Es giebt auch Bögel, welche auf Ha- ſen; Rehböcke, wilde Schweine und Wöl- fe abgetragen und abgerichtet ſind, welches gar oft nüßlich iſt, wenn ſich die Wölfe gar zu ſehr vermehren. Um Falken und andere Vögel, die hierzu nüklich ſind, zu diejem Behuf abzurichten, muß man ſie, ſo lange ſie noch jung ſind, angewöhnen, daß ſie ſich aus den Augen eines Wolfes, Schweines, Haſen oder ändern Wildprets, äßen. Hierzu braucht man den Kepf und Balg deſſelben, den man dergeſtalt ausſkos- pfet, daß er das Wild ſelbſt, als ob es am Leben wäre, ſo viel möglich vorſtellt. Die Falken bekommen nichts zu freſſen, als was ſie durch die Augenlöcher aus dem hohlen Kopf herausholen können 3 hernach bewegt man-den ausgeſtopften Balg all- mählich, wenn der Falt auf ſelbigem ſie» her, und ſich äßer, damit er ſich gewöhne, feſt ſißen zu bleiben, aus Furcht, er möche- te ſonſt eine. Maßlzeit verlieren, wenn er ihn losließe. Er ſucht alſo, feine Klauen auf das ſchärfſie in die Hirnſchale einzu« flammern, damit er, der ſchnelfen"Bewe gung ohngeachtet, mit vem Schnabel in das. Auge langen könne, Nach dieſen er- ſten Proben ſeßt man. den ausgeſtopften Balg auf einen Karren, und fährt im vol= Yyy 3 ien p TI. CNR FIN ESA, IP5 00, WHERE al 1 hn 1 NERRHEKMÄE Git.. eb zune IRREN EEE M EI HIHNSE aa m ie EISTEE ege nm EN Bekreiſen fialt aus, daß eine achtzehnfüßige Oude dratruthe durch 15-16 Bund Stroh, welche 2 Fuß im Durchmeſſer halten, be dect wird. Dieſe Arbeit nennt man das Vorſireuyen. Nun wird eine Hand voll Roggenſtroh mit der linken Hand zuſam- mengedrehet, und mit der rechten, der 2Län- ge des Ufers nach, queer über die Vorſtreu- ung 4=- 6 Zoll tief in die Erde oder in den von der ablaufenden Fluch genugſam- ge- näßten und feſt gewordenen Sand geſteckt. Dieſes geſchieht mit einer beſonders dazu gemachten Spicknadel,(ſ. dieſe, auch Kramp.) »Bekreiſen, geſchieht von dem, um einen Wald oder ein Revier deſſelben her- umgehenden, Jäger, um zu ſehen, ob das Wildpret, welches er irgendswo hin- eingeſpurer, nicht etwa anderswo wieder heraus gefommen ſey, Bokrippen, geſchieht inden Marſch- ländern, wenn das Ufer eines Deiches mit einer Krippe, d. i. mit einem geflochtenen Zaun, umgeben wird, Belatten,|f. Latten, Belaufen, wird von Hunden geſagt, wenn ſie ſich nach ihrem Triebe und eige- nem, Gefallen zuſammenfinden, und ſich begatten. Werden ſie aber dazu beſonders ausgeſueht, und zuſammengebracht, ſo heißt es Delegen, Bey der zahmen Schweinezucht, wenn das männliche Schwein, der Beyer, Kempe u,|. w. frey umher geht, oder unter den übrigen Schwei- nen mit geweider wird, ſagt man auch von der Begattung der Sau, ſie beläuft ſich, oder hat ſich mit dem Boyer belaufen, Beleg, Belegſchein, Belege- zettel, alſo nennt man bey einer Rech- nung die Quittungen und Beſcheinigungen, , OX TEESE CETGEINIEEEERNE ÜU anen.. 2 üble Dien Üb Belegen 543 wodurch ſowohl Einnahme als Ausgabe bewieſen und juſtificirt werden. 4 Beleg, nennt man auch die unter vem Markſteine in die Erde gelegten un- verweslichen Körper, z. B, Steine, Koh- len u. dgl,, um die Steine,-wenn ſie durch Zufälle oder durch die Länge der Zeit un» kenntlich werden, dadurch wieder zu erken- nen, daß es Markſteine, und ſie von andern nichts bedeutenden Steinen zu unterſchei- den find, um allem Streite vorzubeugen. „Man pfiegt dergleichen Belege auch wohl Zyer zu nennen. Belegen, ein bey dem Gartenbau ſehr gebräuchliches Wort, da man die Luſt- ſtücke, Luſtwieſen und Berge mit Raſen beleget, Die Springbe>en werden auch mit ſteinernen Platten oder mit Bley be» leget. Belegen, heißt Thiere, nach eige nem Gefallen, mit einander paaren, und wird ſowohl von Hunden als Pferden geſagt, Bey dem Belegen der Hunde hat man zu merken, daß man zu einer alten Hün« dinn einen jungen muntern Hund, hinge- gen zu einer jungen Hündinn einen alten guten Hund zu nehmen pflegt. Noch beſe ſer aber iſt es, wenn Hund und Hündinn jung, oder noch in ihren beſten Jahren ſind, Iſt die Huündinn belegt, und man bemerkt, daß ſie einpfangen oder ſich bezogen hat, muß man ihr mehr Freyheit, fie nicht mehr zu ſtark arbeiten, jedoch auch nicht ganz ſtill und müßig liegen laſten. Im zo0ten Monate werden die mehreſten Hunde für fahig zum Belaufen gehalten. Der- nd iſt allemal dazu bereit, nicht aber die Hun» dinn, deren Hike 10=- 14 Tage vdauerk. Zu ſolcher Zeit find ihre Geburtstheile be- ſftändis ? it Meme gap nme EGI EE LLE= Mg Seen En NA LTER ZUNE M IELP UO ES 3 iden SB INT NEE HENNER. SZK AED, SCERAZERUNE Za; 2 wie BE aneehaent ARR LG Zak mmm= 4. E +» weer 544 Belemnit Fändig feucht, aufgeſchwollen und hervor- ragend, auch laſſen ſie Spuren eines Blut- fluſſes an ſich bemerken, die einige Tage vor ihrer Paarung ihren ſichtbaren Anfang nehmen. Der Hund oder das Männchen wittert die Hündinn faſt auf allen Schrit- ten, doch währet es wohl 6=-7 Tage, ehe ſie ihn zuläßt, als welche Zeit von ei- nigen die Vorpräſche genannt wird, Sie beläuft fich ſodann auch mit mehrern Hunden, zieht aber gern die größten und längſten Hunde den übrigen vor, ohne dar- auf zu achten, ob ſie häßlich oder gut ge- wachſen ſind 3 daher es denn kömmt, daß manchmal eine kleine Hündinn einen grö- ßen Bullenbeißer wirft, Daher entſtehen die Augartungen, die manchen Hundelieb- habern ungelegen find. Es können die Hunde dur) das Belaufen, wenn ſie dariun zu viel oder zu wenig thun, an ihrer Ge- ſundheit großen Schaden leiden. Die Enk- haltſamkeit unterdrückt die Ausdünſtung, macht ſie niedergeſchlagen und gleichſam umnebeltz ſie verfallen oft in ein 2iebesſie- ber, zehren fich ab, und gehen ein. Die Unmäßigkleit aber bewürkt größeres Unheil, z. B. Blindheit, unausſtehlichen Geruch u. fw. Von Pferden ſ. ZBeſchälen. Belemnit, Alpſchoßſtein, Luchs- ſtein, Belemnites, lapis Lyncis, iſt ein länglichtrunder, kegel= oder walzen- förmiger Stein, mehrentheils bräunlich von Farbe, zuweilen auch ſchwärzlic), ſel- ten dur<ſichtig. An dem Boden oder un- terſten Ende, welches breiter als das obere ſte iſt, haben dieſe Steine eine fegelförmi- ce Höhle, oder ſind mit einer andern Stein- art oder Erde von kegelförmiger Figur aus- gefüllt; ſonſt ader beſtehen ſie aus Strei» fen, welche von dem Mittelpunite nach dem Rande zu laufen. Jhr Urſprung iſt Belons noch ungewiß, indem man ſie theils als geweſene Seegewürme, theils als aus dem Urine des Luchſes entſtandene Steine, wes- halb ſie auch Luchsſteine heißen, anſehen will. Thieriſchen Urſprungs müſſen ſie wohl ſeyn, und man findet ſie hin und wie- der in Deukſchland. Man hat ſie vormals ohne Grund in der Heiktfunſt zum Beſten der Mänſcermäulern, als eine aus der Ferne kommende, und daher theure, Koſt, ſo ſehr begehrt wird. Belvedere, Belvedere, Belvidere, ein Jtalieniſches Wort, welches überhaupt von ſolchen Oertern und von deren Luſt- und Gartenpalais gebraucht wird, von de- nen man eine weite und ſchöne Ausſicht haven kann, wie dergleichen Ort, außer andern großen Städten, au, za- ſerig, inwendig röchlich, von gewürzhaf- fem Geruhe, Wurzelblätrter: groß, leyerformig, dunfelgrüun, WScentel: aufrecht, rund, haarig, oben ein wenig äſtig, etwa 1 F. hoh, Blumen: auf- recht, mäßig groß, gelb. HSrüchte: fuglig, zottig, mit nackten haarförmigen Grannen, Wenn dieſe Art in bergichten oder tro>- nen Gegenden wächſt, und die Wurzel zu Anfange des Frühlings gegraben wird, hat dieſe einen angenehmen gewürzhoftein Ge» ru), welcher aber weit weniger verſpüret wird, wenn ſte auf niedrigen Gegenden wächſt. Man hält die zur rechten Zeit ge? grabene Wurzel für ſchweißtreibend, mas gen» und nervenſtärfend 3 gekauet, befeſtiz get ſie die Zähne, und das Zahnſleiſch z einige loben ſie auch wider die Gicht. Neu- erlich haben die Aerzte die pulveriſirte Wur- zel zur Vertreibung der kalten Fieber ſehr bewehrt finden wollen, Cben dieſe Wur- zel wird beſonders in der Churmark ſogar von den Bauern geliebt und ſehr geſucht, indem ſie ſelbige zur Aerndtezeit in ihre Bierfäſſer werfen, und H'emit ihrem Bie- re nicht nur einen nelfenartigen Geſchmack und Geruch verſchaffen, ſondern auch daſe ſelbe vor der Säure verwahren. Dieſe Und die folgende Art ſollen, nach Gledit« ſchens Vorſchlage, zum Lohgerben dienen. 333 2) Waſ: 1545 Es EEN M mug Air 5 Ve gn) wal Der IE ZIST 8.(Ant; j<, fleiſchig, mit zahlreichen Faſern. Blärter: groß, leyer- förmig, haarig, lang geſtielt, Dientel: aufrecht; mit einzelnen Blättern an den Gelentfen, welche aus etwa 3 Lappen beſte- hen, und ungeſtielt ſind. MSlumen: überhängend, purpurroth. Srüchte: länglich, mit fedrigen gedrehten Grannen, Abarten: a, mit rotben, b) mit großen gelben Simmen. Außer die- ſen giebt es noch andere in der Größe der Pflanze, und der Größe oder Rundung der Blätter u, ſ, w, unterſchiedene Ab-. arten, Die Wurzel har, wie die ganze Pflan- ze, feinen beſondern Geruch, doch ſchmeckt die erſtere etwas herbe und zuſammenzie- bend. Jn Neujork ſammeln, nach Kalms Berichte, die Wilden und Europäer dieſe Wurzel, und ſtoßen ſie zu Pulver. Die- ſes kochen einige in Waſſer, bis ein ziemli- ner Witterung, und „verpflanze ſie im Herbſte mit einem Bale- len Erde, Die Wermehrung durch Zer« theilung der Pflanzen mit ihren Wurzeln geſchieht am beſten im Herbſie. Bengein, denen Hunden einen Prü- gel oder Knittel um den Hals hängen, da- mit ſie nicht in die Felder und Wälder aus- ſireichen und jagen können. Benicario, ein Spaniſcher rother Wein; das Faß von 2 Bott hält 24 Steckans, und wurde zu Amſterdam öfters mit 140=- 200 Holländiſchen Gulden bezahlt, Benne, Bende, ſo heißt in man- den Gegenden ein Wagenkorb, auch eine Raufe, theils in den Viehſtällen, bekömmt, Haar und Hauk verliert, und dennoch nicht von der Krank- heit, die faſt allemal ihren Siß in den untern Theilen des Fußes hat, befreyet wird. 4 Seite 297: Spalte 2, Zeile 3. muß es Bahnhobel ſtatt Bohnhobel heißen. deg die die ſchen uchs 1 da ſoll nen ie es ande heit, ſ den⸗ war eſehr ppfla⸗ in ſie her⸗ aber Ver⸗ haͤnd⸗ Haut rank⸗ n den freyet nhobel — — 3—— — 3 S——ÿÿ—— ——, ———— ——— — — ede 7 † 7 —— — — 9.— A. — 8 S 7I SiS Oanes S 0 art e 8 — S 0) 0◻ 2 0 T 0 50 — — 9 O