———————— ʒOoO‿Æ̊̊ꝶ˙⸗˖Ʒ ¶˖ᷣ ̊ͤ̊ ͤ ů̊x··ͤðAxͥ̊ʒc˖c·cʒHRhßFKARð̊ÖRßÖ”RÖRFÖRFRÖRÖRNRÖRFRNRÖRgFERÖEß ᷓᷓœdᷓᷓ Gᷓ,âðᷓ”RNRdRRnᷓᷓAARAAᷓARARERERRAN”AREAAR 4 7 5 3 5 9 5 9 6 5 der Schafzucht in Rußland. in Chriſtian Friebe. Anleitung Herausgegeben Mie 7 Vilhel N V booͤͤööoͤͤͤͤͤͤͤͤͤſͤͤſͤͤhͤhͤͤhͤͤͤhͤͤͤ Verbeſſerung und Veredlung Kupfertafeln ‧3ͤſſſſſ—1 wA˖ͥᷓAᷓAR’ÖABʒðHRRRARᷓRERÖRARÖARER;REAAERENE ——= ———— — *— Nopoen 0lf Verlanan d 2— — em der DIÄT NL ER n= T% 5„ FN" /' / F' N, Anleitung zur Berbeſſerung und Veredlung der Schafzucht in Rußland. Herausgegeben, auf Verlangen Sr. Durchlaucht des Miniſters des Innern, von , 2%-,> 4 Wilhelm Chriſtian Friebe, Rigaäſchem Schul-Inſpektor, beſtändigem Sekretair und Mirgliede der Liefländiſchen ökonom. Societät, dex Kaiſerlichen freien dXon. Geſellſchaft in St. Petersburg, der Leipziger ökonomiſchen, der Kaiſerlichen naturforſchenden Geſellſchaft in Moskau, der natur? forſchenden Geſellſchaft in Jena und der oſtipreuſſiſchen phyſika: liſch: dFonomiſchen Gerellſchaſt zu Königsberg Mitglied, Abs IAK „ MD iy zug 4 DIE TOT SESIS x| it ?)'ZWTH WERE! * 3 SCH M 218.070: Auf Koſten des Verfaſſers gedruckt, bei Wi F; Häcker e Mit Vewilligung der kaiſerlichen akademiſchen Cenſut zn Dorpat. “„ -„an - Ihrer Kaiſerlichen Majeſtät Eliſabeth Alexriewna widmet allerunterthänigſt dieſe deutſche Ausgabe der Anleitung zur Veredlung der Schafzucht in IE Rußland 0 Riga, der Verfaſſer im Auguſt 1809,; W. Ch. Friebe. S8 nothin der "m DLA WO (un v (1y„anf / WI vall+ 16) ; a ſi“"'"/ WIND Woher(198 Ww[14] Sym ihm 4 Ny Nhe) 38 a67w& WUs Iofaps Ans GID, Imwn ml„ Einf+t ums Brod und Wolle ſind für Europa und für den größten Theil der nördlichen Hemiſphäre die bey- den nothwendigſten Bedürfniſſe zur Subſiſtenz der Menſchen. So lange das Klima eine warme Be- deckung fodert, ſo lange wird auch der Menſch ſolche von dem Schaafe ain leichteſten erhalten fönnen. Die Kunſt, die Wolle zu ſpinnen, zu weben und zu färben, um dadurch leichtere, aber doch warme Kleider zu erhalten, wurde von jeher von Nationen ausgeübk, die in ihrer Kultur grö- ßere Fortſchritte machten. Nur der rohe Menſch bleibt auf der erſten Stufe ſtehen. Ihm genügt es ſchon, wenn das Schaaf, oder ein anderes Thier, ihm einen Pelz zur Bedeckung liefert. Ketint er aber den Vortheil, den die verarbeitete Wolle liefert, ſo muß er, um ſich damit zu klei- den, Summen oder andere Produkte aufopfern, die erſpart werden könnten, wenn er die Kunſt verſtände, oder die Mühe anwendete, ſich ſeine wollene Kleidung ſelbſt zu verfertigen-. Je mehr I <= Tz SG LIE Ir 11 aber eine Nation ſich beſirebt, nicht nur die Schaafzucht zu veredlen, ſondern auch die erhal- tene Wolle größtentheils ſelbſt zu verarbeiten; um ſo mehr wird auch ihr innerer Wohlſtand und Reichthum ſteigen. Dies beweiſen alle Länder, wo die Schaafzucht ein Haupt- Nebenzweig der Landwirthſchaft iſt und wo die erzielte Wolle in eigenen Manufakturen auf die mannigfaltigſte Art verarbeitet wird. Nur Rußland ſteht hierinne den übrigen kulti- virten Ländern von Europa noch weit nach. Im Allgemeinen kann man behaupten, daß ſich die Schaafzucht hier noch faſt in einem rohen und wilden Zuſtande befindet. Daher iſt auch der Gewinn, den man von der hieſigen Schaafzucht erhält, äußerſt gering, wenn man ihn mit dem in England, Spanien, Deutſchland und einiger andern Ländern vergleicht. Spanien hat über 8 Millionen Schaafe von edler Race, deren feine Wolle jährlich einen Gewinn von mehr als 10 Millionen Rubel S. M. liefert. England ge- nießt von ſeinen Schäfereyen, welche über 12 Millionen Schaafe enthalten, von jeder Schur 2 Millionen Pfund Sterling und 2 Millionen Men- ſchen beſchäftigen ſich daſelbſt in Wollenmanufak- kuren, deren Ausfuhr jährlich allein 4 Millionen Pfund Sterling betrug. Dies Land hat daher ſeinen Schäfereyen und Wollenmanufakturen mehr wn€ w ver land? gefüht v (miſe fern 0) ME ine vera he und! uuf dies[90 NI3 reinen Gewinn, als ſeinen indiſchen Beſißungen, zu verdanken. Auch diejenigen Provinzen Deutſch- landg, in welchen eine veredelte Schaafzucht ein- geführt worden iſt, ſteigen in eben dieſem Ver- hältniſſe an innerm Flor, ſo wie ſie ſoiche erwei- fern und die feine Wolle ſelbſt verarbeiten, Auch Rußlar.d könnte ſich auf gleiche Art durch eine veredelte Schaafzucht Millionen ſelbſt erwer- ben und erſparen, die bisher den Ausländern für wollene Fabrifate zu Theil wurden. Und wenn auch nur die Hälfte dieſer Summen durch eigene Induſtrie im Lande ſelbſt gewonnen wird, ſo iſt dies ſchon ein großer Gewinn gegen den jeßigen immer fortdauernden Verluſt für dies ſo noth- wendige Bedürfniß. Das ſo ausgebreitete und mächtige Rußland hat in ſeinen Grenzen Provinzen, die ſich ganz für die Schaafzucht eignen, und wo 20 und mehr Millionen veredelter Schaafe den National-Reich- thum unendlich vermehren würden. Geſetßt auch, die gewonnene Wolle könnte aus Mangel an Ma- nufakturen jeßt im Lande nicht ſelbſt verarbeitet werden, ſo würde doch dies neue Produkt, ſeibſt roh ausgeführt, die ländlichen Einfänfte vermehs- ren. So verhält es ſich auch noch mit mehrern Produkten Rußlands, wovon der größte Theil unverarbeitet den Ausländern mitgetheilt wird, IV färderer?' weil ſolche aus Mangel an Menſchenhänden im REN Lande nicht ſelbſt verarbeitet werden können. ce M So lange indeß ein Staat im Verhältniß ſei- ner Arealgröße noch zu wenig bevölkert iſt, ſo 24 bud lange muß in demſelben mehr auf die Erzielung LE, roher Produkte, welche größtentheils der Acker- bau und die Viehzucht gewähren, das Augenmerk gerichtet werden, als auf die Errichtung von Fa- brifen und Manufakturen, Die Lettern gedeihen ||. Ebe: Daß ei nur in volkreichen Provinzen, wie dies auch in"e NT um Ne NN Rußland der Fall iſt; in andern Provinzen dage- wi M gen, wo dem Ackerbau keine Hände entzogen wer- 07 Herr Zarb den können, da muß nur auf die Gewinnung der rohen Produkte gedacht werden, Der Ueberfluß derſelben wird immer von andern Nationen enk-| gegen genommen, wenn die Ausfuhr nicht verbo- ten iſt. So auc) mit der Wolle. Bisher war die Ausfuhr derſelben, die ſchwarze 28 ausgenommen, welche aber in den Manufakturen WR AT keinen Werth hat, verboten, und zwor aus der EN y' Urſache, damit die eigen erzielte grobe weiße Wolle/ WE im Lande ſelbſt verarbeitet werden ſollte, Dieſer-"Sith Zwang hemmte den UnternehmungsSgeiſt, die Wolle, TmY ſo wie die Schaafzucht zu verbeſſern, weil in den mk Fabriken größtentrheils nur grobe Wolle verarbei- W tet und eine feinere entweder nicht geſucht, oder nicht nach ihrem Werthe bezahlt wurde- Ale- E SSG IGEN nitenagezineiden GEHE ÄN<= GENE I EIN b'4 rxander, unſer geliebter Mottarch und Be- förderer der ländlichen Induſtrie, zerbrach aber dieſe Feſſeln, indem die Ausfuhr der feinen Wolle laut Ukas vom 12ten May 1805 gegen eine ſehr mäßige Abgabe, nämlich vom Pud 50 Kopeken, mit Ausſchluß der groben weißen Wolle, jeßt er- laubt iſt, Dies wird auf die Vorbeſſerung der Schaafzucht mehr wirken, als jedes andere Auf- munterungsmittel, wobey aber keine Ausſicht ei- nes vortheilhaften Verkaufes der erzielten feinen Wolle war. "Daß ein freyer Verkauf der Wolle das einzige Mittel ſey, die Schaafzucht in Rußland zu vere- deli, will ich durch ein Beyſpiel beweiſen, Der Herr Landrath von Löwenſtern zu Wolmargshof, bey Wolmar in Liefland, bemühte ſich ſeit einigen Jahren( wie ich weiter unten anführen werde) die Schaafzucht durch ſpaniſche Schaafe zu vere- deln. Dies Unternehmen glückte. Allein es fand ſich keine Gelegenheit, die erzielte beſſere Wolle für den wahren Werth zu verkaufen, indem Lief- land feine- Wollenmanufakturen beſißt und die Wolle auch nicht in die Manufakturen des Jn- nern von Rußlands abgeſeßt werden konnte, Dieſe feinere Wolle hatte daher aus Mangel des Ab- ſatßes keinen Werth. Aus dieſer Urſache war auch der Herr Landrath von Löwenſtern im Be- griff, ſeine verbeſſerte Schaafzucht wieder aufzu- NE ai an-.".- VY WEI geben, oder doc ſehr einzuſchränfen, als der er- zue Ra ſchienene Kaiſerliche Befehl, wegen freyer Ausfuhr vite Dil der feinen Wolle, ſein Vorhaben änderte« Jeßt„yy 1 iſt er daher im Begriff, ſeine erzielte Wolle in ves Det das Ausland zu ſchicken; der Verkauf wird dann we die(0 beſtimmen, wie weit dieſe Schaafzucht noch ver--(ed größert werden kann, und wie viel dann Vor- 15 theil davon zu erwarten iſt,„em di verf für d' Da aber eine feine Wolle in mehrern Ländern ie nich von Europa, in welchen ſich Wollenmanufakturen in Kihn befinden, ein Artifel iſt, der geſucht und bezahlt Ti wird, ſo wird man auch nie in Verlegenheit ſeyn, ein ſolches Produkt mit Vortheil abſetzen zu kön- nen. Erheben ſich aber in Rußland die Wollen? manufakturen ſelbſt, und werden dieſe im Stande| < 2:. HDS UF ſeyn, eine feine Wolle zu verarbeiten und zu bes 443" zahlen; ſo werden ſie auch ohne Verbot der Aus- E und der E6 be Neher grö( fahr dies Produkt erhalten, wenn die nösthigen 0 Anſtalten zum Einkauf der Wolle getroffen wer- zib den. Dieſe beſtehen darinne: daß in denjenigen aue Provinzen, wo die Schaafzucht verbeſſert und fein vermehrt worden iſt, Beſtellungen auf die Wolle gemacht, oder aud Wollmärkte in beſtimmten Städten errichtet werden. Iſt der Landmann Gp! überzeugt, ſeine Wolle, oder auch ein anderes= Produkt, nicht ohne Schaden zu verkaufen, ſo iſt vw, -8 ihm viel lieber, ſolche an Ort und Stelle, hin( oder im Lande ſelbſt, verkaufen zu fönnen. Wür- an NEE de es aber in Rußland ſs weit kommen, daß ei- gene Manufakturen, die ſelbſt erzielte und vore- delte Wolle verarbeiten und auch bezahlen könn? tenz; ſo iſt es nicht mehr als billig, daß dieſe den Vorzug vor den Ausländern haben müſſen. Ohne jedoch die Ansfuhr zu verbieten, wodurch der ländlichen Induſtrie wieder Feſſeln angelegt würden, ſo wäre es viel zweckmäßiger, alsdann, wenn die Wollausfuhr ſich vermehrte, der Be- darf für die inländiſchen Manufakturen aber grö- ßer würde, auf die Ausfuhr der feinen Wolle einen höhern Zoll zu legen. Kann der Auslän- der dieſen noch bezahlen, fo gewinnt der Staat und der Landmann verliert dadurch nichts. Doch ehe dieſer Fall eintritt, ſo muß vorher mit dem größten Eifer darauf gedacht werden, die Wolle nicht nur in Rußland zu veredlen, ſondern ſolche auch in Maſſe zu vermehren. Iſt dies geſchehen, und finden die Landwirthe auf die eine oder die andere Ark einen Vortheil bey dem Verkauf der Wolle, ſo werden ſicher in'Rußland ſelbſt und zwar in den volkreichſten Provinzen deſſelben, beſ- ſere Wollenmanufakturen entſtehen, welche zugleich auch zur größern AuSbreitung einer veredelten Schaafzsucht vieles beytragen werden, Die hohe Krone ſucht daher au jeßt dieſen ſo wichtigen Gegenſtand der ländlichen Induſtrie, durch Zuſicherungen von Ländereyen in den ſüd- GEE I RRZE mme ZHI RIE VIIT lichen Provinzen des Reichs, vorzüglich zu erhe- ben. Zufolge eines Ukaſes, vom 12ten Januar 1804, iſt feſtgeſeßt worden: Daß zur Ausbreitung der Schaafzucht in den ſüdlichen Gouvernements, von der hohen Krone unter gewiſſen Bedingungen, Ländereyen vertheilt werden ſollen. Auf ein Schaaf wird nämlich in denjenigen Gegenden, und zwar in den aſtrachan- ſchen, Faukaſiſchen,= 158 Zhl,; TL SiB Leon, ſondern auch in Segovien, wo die eigent» liche edle Race dominirk. Dieſe 3 Klaſſen müſſen durchaus von einag- en, der unterſchieden werden, weil man ſonſt leicht ite beim Einkauf Amerinados ſiatt der Merinos er- en halfen fönnte, Die Churros ſind aber leicht zu 3 unterſcheiden. Die edlen ſpaniſchen Schafe theilt man wieder WW ein 1) in Wandernde, Merino-trashnumantes und un 2) in Stehende, Merino- pearas, den iſi, Beidz machen aber eine Race aus, ſo daß ves! man nicht wähnen muß, die wandernden Merinos wären allein die edlen Schafe, Ein Eigenthümer kann zum Beiſpiel das Recht verlieren ſeine Scha- Iv fe wandern zu laſſen, ſo wie ein Anderer, der es im-/ nicht beſaß, ſolches erhalten fann und nun ine ſeine ſtehenden edlen Schafe in Wandernde daß umformen. kann, Eigenthümer, oder auch ei- ung ne Gemeinſchaff, welche das Recht beſiten W7. 0 ihre Schafe wandern und in audern Gegen- den hüten zu laſſen, heißen eine Mesta- Ein ſol 7 Gün,„ami,+2. MG I LEREN ZITT TREE 31 177 gewähren? Yüein dieſer Vortheil fommt mehr den Eigenthümern-, als dem Staate zu gut, in- dem der Verkauf der rohen, oder gegerbten Felle und. des+ Talges eigentlich der Haupkgegenſtand der daſigen Schafzucht iſt, ohne eigentlich an eine Veredlung der Wolle zu denfen, um ſolche in ei- genen Manufakturen ſelbſt zu verarbeiten und den Ueberfinß nur an Fremde und Ausländer zu verkaufen. wohnern und Rationen feitten geringen Vortheil ene nE BE was, Db es aber niöglich iſt, die Schafzucht in Ruß- land. in fich ſelbſt durch eine beſſere Behandlung der Schafe zu veredeln, um dadurch eine feinere Wolle zu erhalten; oder, ob hierzu ausländiſche Schafe erforderlich ſind, dies wird ſich ſelbſt ent- ſcheiden, wenn wir einen Blick auf die in Ruß- land befindlichen einheimiſchen Schafracen werfen, uns ſolche näher anzeigen. | | | |/ k H| tach der Form des Schwanzes findet man demitach zwei Hauptgattungen Schafe in Rußs- land, nämlich 1) Schafe mit dünnen und kurzen Schwänzen und 2) Schafe mit breiten und fetten Schwänzen. Was dke erſte Gattung betrifft ſo iſt dies ei- Zenflich das gemeine, durch danz Europa verbrei- tete Hausſchaf, von welchem es in Rußland ei- nige Abarten giebt, die ſich mehr oder weniger durch Größe, oder Feinheit der Wolle auszeich- nen, Dieſe Abarten ſind: 32 1) Das gemeine ruſſiſche Schaf, wel- m erbau trei- NE ben, antrifft. Es hat einen kleinen kurzen vd Schwanz, eine grobe Wolle, die, da ſie gewöhn- R; 6 lich 3 bis 4 mal im Jahre geſchoren wird, auch kurz iſt, Doch befindet ſich zwiſchen der haarigen| mie Wolle eine Fehr weiche und feine ſeidenartige Wol-| le, welche wie bei manchen Vögeln als Dunen| unn die Haut gegen eine rauhe Witterung zu ſchüßen| AUG ſcheint. In Anſehung der Farbe findet man wei-| Il'( ße, graue und auch ſchwarze Schafe. Die lektern| 940 werden beſonders von den finniſchen Nationen| wen ais Ehſten, Finnen, Tſcheremiſſen u. d. gl.) ſo ve dieſ wie auch von mehrern ruſſiſchen Landleuten gern vorthäl gehalten, indem ſie aus dieſer Wolle ihre ſchwar-| ſe ;en und grauen Kleider verfertigen. Dieſe Scha:| Jl fe werden, je weiter man nach Norden kommt, in Wf immer kleiner und krauswolligter, dagegen ſind ſie| ſj Eu aber in den ſüdlichern Provinzen z. B.« in der| tfraine, wo eine beſſere Weide und Nahrung iſi,| Y/d'0 weit größer, auch liefern ſie da eine längere Wol- Abt wan le. Vorzüglich zeichnen ſich dieſe gemeinen ruſ-| Vefand, ſiſchen Schafe in den bergigen Gegenden und vſſ-pol Steppen am Sok und Kinel, öſilich von der Wol- vibw ind ga, durch eine feinere und beſſere Wollte aus, wel- Wim 41) ches den daſigen gufen Weiden zugeſchrieben wer-. Wt ſh | den muß. Dieſe ruſſiſchen Schafe bringen faſt Wit, id N| allgemein Zwillinge, auch Drillinge zur Welt, wo- Ni tee % von gewöhnlich von den leßtern ein Paar aus Mangel(8 vy | an Nahrung umkommen müſſen, Die Schafe ſind faſt niht, Dh | | | | | ! m- 33 alle ungehörnt, dagegen haben aber mehrentheils die Widder kleine krumme Hörner. Der Ertrag der Wolle von dieſen Schafen iſt äußerſt gering und iſt in manchen Gegenden, beſonders in den nördlichen Provinzen, kaum hinreichend die nöthi- gen Wohlſlenkleider daraus zu verfertigen. In den mittlern und ſüdlichern Provinzen wird dagegen aber auch etwas Wolle zu groben Tüchern und andern Zeugen für einige Wollen- Manufakturen geliefert,=- Würde man aber bei der Wahl der Wolle aufmerkſamer ſeyn'und beſonders die ſei- dendunartige Wolle, welche ſich zwiſchen der grs- bern haarigen Wolle befindet, abſondern, ſo wür- de dieſe zu mehrern Wollfabrikaten auf eine ſehr vortheilhafte Arf anzuwenden ſeyn. Uebrigens iſt es gewiß, daß auch dieſe Art Schafe ſich in ſich ſelbſt veredlen laſſen würde, wenn man für ihre Pflege und für ein beſſeres Winterfutter mehr Sorgfalt anwendete. 2) Das gemeine deutſche Schaf. Dies findet man beſonders auf den Gütern und Höfen in Liefland, Ehſtland, Kurland, Litthauen, in den ruſſiſch- polniſchen Provinzen und anch hin und wieder in der Ukraine. In der Ukraine, in Po- dolien und Voihynien hat man dieſe Art durch veredelte ſchleſiſche Schafe nom mehr zu veredlen geſucht, welches auch mit Vortheil gelungen iſt. Dieſes deutſche Schaf hat einen längern Schwanz als das Vorige, indem er dis über die Ferſen reicht. Die Wolle iſt auch feiner, und würde, || 34 5.5 | zf wenn 4 nicht zu ur 10: W Liegand und den mehreſien ander! ann|- Ww Pro vinzen 400% 2 big 4 771 ge a ht, O8 4| IM länger werden und daher auch| ür Wollenfabri-|(20m Fate neuwenden ſeyn 47 f den Inſeln! 7 4 Defel und Dagden, findet man dieſe Art noch ver?| NE edelter, indem ſolche eine ſo feine Wolle liefern,.„m welche mancher Engliſczes an die Seite geſeßt"65 werden kann.. Die daſigen trocknen Weiden, viel?“1 vis der Küſte das ſalzige Seewaſſer, haben auf dieſe Verbeſſerung wahrſcheinlich einen wichtigen Ein- fluß.« Dieſe Gattung verdiente daher nicht nur ve | Z.=-„ENE-. IE y leicht aber auch die feuchte Seeluft, ſo wie an| | WO | | - iteter, ſondern auch in ſich und durc ſpaniſche Schafe, wenn ſolche auch nur aus Sad-|. M0 WEN lefien erhalten würden, no 00 beweiſt der glückliche Vert uch, welchen der Herr Landrath von Löwenſtern zu Wolmars hof Wußland 4u6mh Noon) auer) in Liefland mit Vortheil unternommen hat. 08 19.0000 ZE 3 E;. Ze| Wi wn) Daſelbſt befinden ſich jeßt mehrere ſpauiſche B6ök?| 0 u on kas Dick (09 71906010, N ke, welche zur Veredlung dieſer deutſchen einhei- miſchen Schafe angewandt werden.*) Dadurch Drehs Jama WO A 1] hat ſich dieſe Race ſo verbeſſert, daß ſchon jeßt DD Gihyf M ganz und halb veredelte ſpaniſche Bocke und 1) unberm) Wee Daß FT SE *) Matt ſehe hierüber meine Preisſchrift? Ueber die R. Verbeſſerung der Viehzucht in Lieflſand, in den Ab- M Ei 5 EE AUSR R ONES handlungen der lieffändiſchen bfonomiſchen GSocietak EL BB. 2.+ Stü 3. S. 123- 2c. WO Van 2 Baez üg ze e-=
<< Edan Si A i8% Ä 35) Schafe daſelbſt verkauft werden. Da dieſe Ver- edlung nach vichtigen Grundſäßen unternommen wird, die auc weiterhin noch angezeigt werden ſollen, ſo wird auß dieſem Gute nach einigen Jah- ren ſich auch eine völlig verbeſſerte Schafzucht befinden.== Auch bei den Tſcherkeſſen trifft man in der Kabarday langſchwänzige Schafe an, die ganz den deutſchen Schafen ähnlich ſind.* Da dieſe Schafe auch eine gute Wolle haben, ſo ſind ſie ebenfalls einer Veredlung fähig, und ſind auch zu dieſer Abſicht an den Don, nach Tſcherkask und weiter nach Rußland, obgleich nur einzeln verpfianzt worden. 3) Veredelte Schafe, Dieſe mögen ſpa- niſchen oder engliſchen Urſprungs ſeyn, oder auch von einer beſſern Race aus Sachſen, Schleſien oder Ungarn abſtammen, findet man bis jeßt in Nußland äußerſt wenig, Die Schwierigkeit ſolche Schafe zu erhalten war ebenfal!8 Miturſache, daß fic) eine veredelte Schafzucht noch wenig ausge- breitet hat. JIndeß, ſo ſind. doch ſchon gläckliche Verſuche gemacht worden, welche beweiſen, daß dergleichen Schafe nicht nur gedeihen, ſondern ſich auch unvermiſcht fortpflanzen. Das vorher angeführte Beiſpiel zu Wolmarshof in LieFand, ivo jeßt ſpaniſche Böcke und Mutterſchafe befind- lich ſind, lehrt zugleich, daß dieſe auch in den nördlichen Provinzen des Reiches gedeihen können. Einen kleinen Verſuch machte im, Jahre 177775 der hebräiſche Kaufmann Jacob Hirſch auf dem Ce 36 Kronsgute Dolha 72 Werſi von Mohilew, in-| ſchwän dem er aus Pommern 10 Böcke, 20 Mutterſchafe, wil 20 Lämmer und 40 Hammel, ſämmtlich Abkömm-| gäh! linge von engliſchen Schafen, guf das genannte| fn Gut verpflanzte. Zur Fortpflanzung waren aber« wen wohl die 40 Hammel unnüß.=- Nach der Be-|. ſiedet ſchreibung*) ſcheinen dieſe Schafe mehr von ſchle-| wpohenet ſiſcher, als von engliſcher Abkunft geweſen zu| wi Gd ſeyn, denn ſie hatten zwar eine feine und dichke,| und Jette aber doch eine ziemlich kurze und krauſe Wolle.| Wit, d! Wenn ſich dieſe Schafe, laut ertheilter Nachricht,| Johin im Jahre 1784, ſchon bis auf 500 Stück ver-| 6hefin mehrt hatten, ſo müßten ſich ſolche bei dieſer Ver- pig I, mehrung in jenen Gegenden außerordenkflich ver- mſi, breitet haben. Allein ſo viel ich weiß, ſo iſt dies| fnnge! nicht geſchehen und dieſe ganze Anſtalt iſt leider| Za f wieder vernichtet worden, indem ber Unternehmer fer Di mehr ſeinen Vortheil dabei beabſichtigte, als auf iuuf M das allgemeine Beſte zu würken. Ueber die neu- 0. m ern Verſuche, die der Hr. Baron Müller bei|(weed Odeſſa ſeit 1804, und auch von Seiten der Re-.| gierung im ſüdlichen Rußland ſind unternommen| dim 66 worden und die auch das beſte Gedeihen erwar-| nährt ten laſſen, wird man am Schluſſe dieſes Werkes| BMS noch einige Nachricht finden.) hur 1 Das breitſchwänzige, oder fett-| Wepbimmt :| Wehen,| FERENC BEE| hard *) S. Auswahl der Abhandlung. der St. Petersburgi-|"hh ſchen freien ökonomiſchen Geſellſchaft Band 1, Seite" wech) 205.+ Cs ſchen "4; EAT TETENTTRGGETE TRE SE ÖGZ Ü 7 Eg* SEEN 37 W, It ue?; hefe ſchwänzige Schaf iſt dagegen am zahlreichſten - bey allen nKomadiſirenden Nationen im ruſſiſchen 30 Reiche und vorzüglich in den ſüdlichen Provinzen ; zu finden,=- Ohngeachtet dieſe Schafgattung 1 aber; j. E eine grobe, kurze und dickhaarige Wolle von ver- ſeles ſchiedener Farbe hat, und daher auch zu guten is wollenen Fabrikaten nicht anwendbar iſt, ſo iſt doch (16:59 dies Schaf, wegen ſeiner Größe, ſeines Fleiſches ichte, und Fettes, ein wichtiges Thier, ſowohl für noma- Dolle, diſche, als auch für anſäßige Nationen mehrerer richt, Provinzen des ruſſiſchen Reiches. Wenn dies 4 Schaf in Anſehung ſeiner Wolle keiner Veredlung t Ver? fähig iſt, ſo kann es doch toegen der zarten Läm- ) ver? merfelle, die ſowohl ſilbergrau, als auch ſchwarz if dies einen großen Werth haben, und auch wegen ſeines | ldi Talges für mehrere Nationen des Reichs von gro- nehmer ßem Nutzen ſeyn und bleiben. Ueberhaupt wird 18 auf es auch dadurch wichtig, da es auf den Salszſtep- ? DE pen und andern offenen trocknen Weiden beſſer, 18: als ein veredeltes Schaf gedeihet, r Re? minen Dieſe Schafe unterſcheiden ſich von den übri- erwar gen Schafarten Berfes 1) durch den furzbehaarten ſchönen Ramsfopf, pts ſtarkgekrümmte Hörner bey den Widdern, hän- gende Ohren, welche ſie aber auch mehr als andere Schafe aufrichten können. teröburg) 2) durch ihre Größe und hirſchähnliche Geſtalt, 1, Git! ſo wie auch durch ein munteres und wilderes An- ſehen. 4 << gnmmn SEE<< 38 3) durch den Fettſchwanz, welcher Off 20/30 bis 40 Pfund ſchwer wird und ganz aus einem ſchmalzartigem Talge beſteht, Die kirgiſiſchen und kalmückiſchen Schafe wägen oft 4 bis 6 Pud. Eine Abart von den großen fettſchwänzigen kalmückiſchen und firgiſiſchen Schafen findet man in der Krim. Sie ſind auch kleiner als die Leß- tern. Dieſe haben zwar auch einen Fettſchwanz, der aber nach unten zu dünn und ſchmal wird und nur oben an der Wurzel einen Fettflumpen hat. Auch iſt ihre Wolle weicher und länger. Gewöhnlich ſind ſie weiß, doch findet man auch in den gebirgigten Gegenden der Krim am Sal- gir und an der Alma ganz ſchwarze Schafe, wel- =<€ ei.--- ümtt | genfian | zm 3 | ſiam | vend | werden | fert | dime ) gufel Dacöth werden d | röte 1 Med fenen Y fein| wie wid 0.0100) | für dar Ed fen Dieſe |(al, wovon | ub Alli BER CCEE DÜRRE Ie ege a SEES ERS FEI 39 20, 30 blümte Lämmerfelle, welche einen wichtigen Ge- 3 einm genſtand des Hondels ausmachen. Die glänzen- yen und den Felle mit dicht anliegenden feinen Haaren, Jud. ſtammen von ungebornen Lämmern ab, die aus den gewöhnlich erfrornen Müttern ausgeſchnitten anjigen werden. Um aber geblümte Felle zu erhalten, ſo et man nähen die Kalmäcken, Kirgiſen und Tataren viele ie Leß- Lämmer gleich nach der Geburt in Filz ein; wel- hwanz, chen ſie ſo lange tragen, bis er beim zunehmenden | wird Wachsthume von einander geſprengt wird. Dann umpen werden die Lämmer geſchlachtet, wodurch man länger. größere und ſchön geblümte Felle erhält, n auch;;;&. Keil Alle dieſe Schafe ſind jedoch in Rückſicht einer ee, wb feinen Wolle feiner Veredlung fähig, zum wenig- Auf det ſten in ihrem jeßigen Zuſtande nicht, da ſie faſt wie wild in den Steppen leben. Aber auc dieſe )) bis 4. unbewirthbaren Steppen werden durch dieſe Schafe deren für den Gtaat auf die beſte Art benußt. Zugleich FEEN liefern dieſe Schafe jährlich bis 4 Milzonen Pud Talg, wovon der größte Theil ausgeführt wird 19,00. und folglich einen wichtigen Handelsartifel aus- |. macht. gebrei- Noch wollen wir einen Blick auf die benach- nerfelle barten türkiſchen Staaten werfen, um zu unterſu- afe die mit einem ähnlichen Mutter» ſchafe durch die Paarung ein, anderes Individuum von gleicher Beſchaffenheit hervorbringt. Wird dies junge Lamm, es ſey ein Bock- oder Mutter- lamm, von Jugend auf ſorgfältig gepflegt und genährt, ſo wird es in ſeinen Vollkommenheiten die Eltern noch übertreffen, Da aber die Vered- lung ſich vorzüglich durch den Schafboc> fort- pflanzt, ſo muß auch darauf geſehen werden, dies ſen durch Pflege und Nahrung einer größern Voll- kommenheit immer näher zu bringen. Je edler aber auch die Muttkerſchafe werden, um ſo viel mehr wird der ganze Stamm in ſich ſelbſt verbeſe 46 ſert. Es iſt daher nicht nur möglich, ſondern tom! auch leicht, eine Schafrace, deren Wolle man noch nur veredlen will, durch eine ſorgfältige Auswahl der 3 Böcke und Mutterſchafe, durch Befolgung dieſer|„te Regel immer mehr und mehr zu vervollkommnen. 3 jorde Daß aber auch dabey auf die Eur der Wolle em 1 mit Röckſicht genommen werden muß, dies wird weiter unten noch näher angezeigt werden. Aut von[u Schon die in Rußland befindlichen deutſchen vm! Schafe ſind einer ſolchen Veredlung fähig. Unter- um ſucht man zum Beiſpiel eine ſolche reine und un- ut ſe vermiſchte Heerde, ſo wird man immer kFämmer. M finden, die ſich durch eine feinere Wolle, durch terſhn eine größere Menge derſelben, wie auch durd) ei-' N neu beſſern Körperbau vor den andern auszeichnen."" Dieſe müſſen nun mit der größten Sorgfalt aus- 4" geroählt und beſonders zu einer eigenen Zucht abge- if; ſoadert werden, damit ſich dieſe Gattung nur in„“ ſich) ſelbſt vermehren kann, Won den Abkömm- M. lingen dieſer Art, werden auf gleiche Weiſe wie-" der die vollkommenſten Böcke und Schafmütter- iN 4 lämmer ausgewählt, welche in der dritten Gene-"' ration ſchon feinwolliger und auch größer als die nv: 4 erſten Stammeltern ſind. Um ferner dieſe Vered- 1507 > lung einer Schafrace in ſich ſelbſt zu befördern,/| ſo iſt es zugleich nsthig, eine zu frühzeitige Paa-, Ney rung, welche nicht vor 13 oder noch beſſer erſt im| Wiſe zten Jahre geſchehen darf, zu verhindern. Ge-.“ ſchieht dies früher, ehe der Körper ausgewachſen M. iſt, ſo wird die Nace in ſich ſelbſt weniger voll- en Iv WWW 4) ſondern an nech ahl der g dieſer mmnen, ' Polle 6 wird tſchen Unter- nd un- ammer durch ch eis Ihnen, ft aus? abge? ur in omm- ; wie ütter? Gene [8 die Bered- rdern, Paz erſt im , Ge wachſen er voll? 47 kommener und man muß zufrieden ſeyn, wenn ſie nur auf derſeiben Stufe ſtehen bleibt. Daher iſt es nothwendig, daß die jungen Böcke bis in das 3te Jahr ſorgfältig von den Schafmüttern abge- ſondert werden. Auch mit den jungen Schafmüt- fern muß man dies beobachten. Hat man auf dieſe Art einen beſſern Stamm von jungem Schafvieh erhalten, ſo wird unter dieſem wieder eine Auswahl getroffen und einem jungen Widder mik einem ſtarken geraden Kreuze, gut Fehenden Füßen und einem langen Schweife, die beſten feinwolligten und ſtärkſten jungen Mut- terſchafe beygelegt. Um aber auch ſtarke Lämmer zu erhalten, ſo kann dies auch beſonders dadurch geſchehen, daß man eine Schafmutter nur einmal im Jahre vom Boe beſpringen läßt. Da eine Schafmutter nur gegen 22 Wochen trägt, ſo kann ſie auch, wenn ſie ſich ſelbſt überlaſſen iſt, in ei- nem Jahre 2mal lammen. Allein dadurch wird ſie nicht nur verhindert, ſelbſt ſtärker zu werden, ſondern die. Lämner falen auch ſchwächer und fönnen ſich folglich weniger veredlen. Die beſte Paarungszeit iſt im October und November, wors« auf dann im März oder April die Lämmer fallen, welche bey der ſich nähernden warmen Witterung auch beſſer gedeihen.. Nächſt dieſer Aufmerkſamkeit, die mat auf die Auswahl der beſten Schafböc>ke und Schafmütter, ſo wie auch auf die gehörige Paarungszeit rich- mlich> FETE FEES.. SI Sinai t ann eiii > ue a gerät EZ zz Ämnepune., Zz. NEG. d Den, robin. 0 emm; AR EN I ' k| 2 . | 48 ten muß, iſt es auch nothwendig, die zu veredeln- hat) ſ den jungen Schafe nicht nur im Sommer, ſon- erhalt? dern vorzüglich auch) im Winter reichlich und gut geſeht zu füttern. Nichts ſett ein Schaf mehr zurück,; verbſ als eine ſchlechte und geringe Nahrung. Die 7" m Wolle wird dadurch nicht nur ſchlechter und grös- nigt| ber, ſondern die TOhiere ſelbſt verlieren an ihren wart Kräften. Trockne Weiden liefern daher im Som- fande! mer die beſte Nahrung, und zum Winterfutter iſt pie dies das Heu von trocknen Wieſen, ſo wie auch) Erb-; miſſt ſen 7, Wicken-, Linſen-, Bohnen- und ſchwach- perde, halmiges Roggenſiroh am beſten zu wählen. Die ve ſch Regeln, die bey der Weide und übrigen Futterung|(ſem! nod) zu beobachten ſind, werden weiterhin noch verde näher angezeigt und beſtimmt werden. Hier wur- de nur ſo viel erwähnt, als im Allgemeinen noth- N wendig iſt, um die Schafrace auch durc) ein beſ- fir ſeres Futter ihrer Veredlung näher zu bringen. ele m | uf ſede vy Jod hafen he DONG INAN Fünfter Abſchnitt. vn m g Schnellere Veredlung durch ausländiſche, beſon-' le. ders durch ächte ſpaniſche Schafe. 4 With ji, Wenn man auch nach der vorher angezeigten hal Behandlung ſein Schafvieh in ſich ſelbſt veredelt Wiſi und zu einer größern Vollkommenheit gebracht fer 1 ereln, (ſons ud aut zurüd, Die d grds Ihren Solz er iſi Erb- ach Die rung noch wur? noh» bel? ; vn aten delt act EN GITI 49 hat; ſo hat man dadurch doch noch keine Schafe erhalten, welche den ä von ſchlechterer Race | für LL gepaart, ſo iſt das davon abſtammende Lamm in Rückſicht ſeiner Wolle dem Vater ähnlicher als der Mutter, folglich iſt es unedler geworden. Iſt dies ein Mutterlamm und wird wieder mit einem „rwe "in "" ſolchen Schafbocke gepaart, ſo wird das folgende M Lamm noch ſchlechter werden, ſo daß in der vier- NE ten oder fünften Generation keine Spur mehr von v der edlen Stammmutter vorhanden iſt, 0 jW Man wird hieraus erſehen, wie nothwendig es an ſey, edle ſpaniſche Schafe in ſich ſelbſt unver- m ſo miſcht zu erhalten, um von ihnen immer Bö>e ind zur Veredlung der Landesſchafe zu bekommen. put) Wenn auch die Leßtern den Erſiern in Anſehung dn der Feinheit der Wolle ähnlich werden, ſo iſt es atrs doch der Sicherheit wegen immer beſſer, wenn die und veredelten Schafe durch ächte ſpaniſche Böcke be- 9e ſprungen werden, noch eie Nehmen wir nun an, daß auf Veranſtaltung tv der hohen Krone, oder au anderer reicher Guts- Be| beſißer, in einem Jahre 7000 Mutterſchafe und "| 100 Schafböc>e entweder direete aus Spanien, , Ww I> oder aus andern Ländern, welche edle ſpaniſche jm Schafe beſitzen, aufgekauft und in Rußland ange- etpflan ſiedelt würden; ſo iſt dieſer erſte Stamm ſchon „NM hinreichend, nicht nur in einer Zeit von 10 bis 15 Gh! Jahren ſich in ſick ſelbſt ſo zu vermehren, daß da- 56 durch in andern Gegenden auch anſehnliche Heer- 12,000 den edler Schafe angeſtellt werden können: ſon- erſten dern durch den Ueberſchuß der Böcke von dem Rolle erſien Stamme können zugleich auch die vorhan- Chaf denen Landevsſchafe größtentheils veredelt werden.= ned: Von den 100 erſien Schafböcken ſind nämlich nur ſe> 50 zur Fortpflanzung der 1000 Stück ächter Schafe erforderlich, Die übrigen 50 können demnach zur M Veredlung der Landesſchafe angewandt werden, Fc, Da die ächt ſpaniſchen Schafe ſich in ſich ſelbſt(zi(wol rein fortpflanzen und da wir im erſten Jahre von nie der ihnen nur 800 Lämmer und zwar 400 Mutter- werden, lämmer und eben ſo viel Bocklämmer zum wenig- him Re ſien erhalten können; ſo wird man hieraus die(ich bee Progreſſion wegen der Vermehrung leicht berech- je mb; nen können, wenn dieſe Bocklämmer ſich auch nur werden nach dem Verlaufe des 3ten Jahres fortpflanzen. ia ddd eit den Mutterlämmern kann dies aber ſchon ge- verh ſchehen, wenn ſie 2 Jahr alt ſind. Und würde man auch anfangs nur 200 Mutterſchafe und 40 vit Widder oder Böcke ſpaniſcher Gattung zum erſten di din Stamme zu erhalten ſuchen, ſs können 10 bis 12 Onhiſe Böke zur eigenen Fortpflanzung dieſer edlen Race Au ki angewandt werden, welche ſich in 6 Jahren bis 1 Chap über 2000 werden vermehrt haben. Die übrigen nin' Böcke werden aber nach der angezeigten Methode jniiß 16 zur Veredlung der inländiſchen beſſern Schafe iht vf angewandt. Rechnet man nun, daß dieſe 240 der Ta Stammſchafe im Durchſchnitt das Stück 59 Rbl, ber Zur B. A. für den Ankauf und den Transport zu ſte- Bert hen kommean ivürde, ſo beträgt die erſte Auslage Ütheilt «SEAR= EEN ZIEGEN 2, 97 12,000 Rbl. Dieſe Summe wird aber in den erſten 6 Jahren nicht nur durch die erhaltene Wolle, ſondern auch dur den Zuwachs von edlen Schafen reichlich bezahlt, ſondern es wird auch nach Abzug aller Koſten durch den Verkauf die- ſcr edlen Schafe ein großer Ueberſchuß entſtehen, Man muß freilich auch dabei auf Mikßfälle rechnen, deren Möglichkeit eintreten kann. Al- lein wollte man blos auf dieſe ſehen, ſo würde nie der Anfang mit einer guten Sache gemacht werden. Befolgt man aber auch die nächſtfolgen- den Regeln, welche bei der Schafzucht unumgäng- lich beobachtet werden müſſen, wenn dieſe Thiere, ſie mögen ſchon veredelt ſeyn, oder erſt veredelt werden, der Abſicht entſprechen ſollen; ſo wird man auch ein glückliches Gedeiben ſich von ihnen verſprechen können. Bei Anlegung einer Schäferei iſt aber auch zu- gleich ein Schäfer nöthig, der die erforderlichen Kenntniſſe beſitzt, wie Schafe gut geweidet, ge- pflegt, bei Krankheiten geheilt und wie überhaupt die Schafe geſund erhalten und veredelt werden müſſen. Da in Rußland dergleichen Schäfer ei- gentlich noch nicht vorhanden ſind, ſo müſſen ſolche erſt gebildet und ihnen das Wichtigſte aus der Naturgeſchichte des Schafes, die beſte Zeit der Fortpflanzung, ſo wie die übrige Pflege und Wartung erſt gelehrt werden. Die übrigen beiden Abtheilungen dieſes Werke8 ſind demnach für 58 Guksbeſizer und Diſponenken der Güter entwor- fen worden, um ihnen einen kleinen Leitfaden in die Hände zu geben, nach welchem ſie ſich richten können, wenn ſie die Abſicht haben, die Scaf- zucht zu veredeln und weiter auszubreiten. beid ee -2-=uV8 M R-<<<== 1 2.7 -. Ee<= mg entivote faden it h richten Caf| ">= z; WE awk. 1 LEGI EGGENNGEEN <== Z=<< Zweite Abtheilung. |! | eM| | 4 1) Allgemeine Regeln, welche bei der Schafzucht zu beobachten ſind, wenn ſolche einen guten Fortgang haben ſoll. z.. Wee ei» Sat | << ae EEE Ge<< amnenzähne und 8 Schneidezähne, welche letztern ſich nur allein im Unterkiefer befinden. Dieſe, ſo wie 12 Backenzähne bringt jedes Lamm mit auf die Welt. Während 5 Jahren werden dieſe Schnei- dezähne auch 5mal gewechſelt. Man kann dar- nach auch das Alter der Schafe genau beſtimmen, nämlich: im erſten Jahre ſind die Schneidezähne dicht und ſpißig, dabey nicht groß;z Im 2zten Jahre fallen davon die beiden mit- telſten Zähne aus, welche durch zwey breitere und ſtärkere wieder erſeßt werden z; dieſe heißen Schau- felzähne; Im z3ken Jahre fallen die an den vorigen an- ſitzenden 2 Zähne ebenfalls aus, an deren Stelle wieder 2 Schaufelzähne kommen, Ein zjähriges Schaf hat demnach in dem untern Kiefer 4 Schau- felzähne, in der Mitte und auf jeder Seite noch 2 Spißzähne; Im aten Jahre werden wieder 2 Spikßzähne mit Schaufelzähnen auf beiden Seiten verwechſelt; Im 5ten Jahre werden endlich die beiden leß- S0 Si7aen. EE zuneigt innen<< wma- a ARE E 64 ten äußern Spigzähne abgeworfen und durch die leßten Schaufelzähne erſeßt. Im 6tett Jahre fangen aber auch dieſe 8 Schau- felzähne wieder an ftumpf zu werden, werden morſch und fallen nach und nach aus, Dies wird aber auch früher oder ſpäter befördert, je nach- dem die Warkung und Weide gut oder ſchlecht iſt. So baid aber der Fall eintritt, daß die Schafe ihre vordere Schneidezähne verlieren, oder wenn ſie tumpf und morſc< werden; ſo iſt es auch Zeit ſolcze auszumärzen, zu mäſien und zu ſchlachten. Die Backenzähne können weniger bemerkt wer- den; ſie werden aber während 4 Jahren nicht nur verwechſelt, ſondern auch vollzählig. Auf die Zahl der vordern Sc HEEREN HIHIREIS FES IEINE NIN ene dmm gugg Immun in Ten und an den Seiten iſt ſie lang. Am Kopfe vor den Augen und Hörnern, an den Ohren, der Bruſt, dem Bauche und den Füßen ſtehen kurze über einander liegende gerade Haare.=- Doh zeigt ſich auch bey mehrern Arten, beſonders bey veredelten Schafen, die Wolle an der Bruſt, am Kopfe und am Bauche, ſtatt der Haare, wie dies we SL GZQ 7 JI [] 67 eden ſchon oben bey der Beſchreibung des ſpaniſchen Schafes bemerkt wurde. Da ſelbſt an den edel- ſien Schafen die Wolle nicht von gleicher Fein-| wpelt heit iſt, ſo muß ſie demnach ſorgfältig abgeſon- 4 ußer; Ds dert werden, Y pve 4 | Körperliche Beſchaffenheit eines Wid- 5 ders. und Mukterſchafes, die zur Fortpflanzung zu wählen ſind, + "4 ZM 1 | är Außer der feinen, langen und elaſtiſchen Wolle,| Ie, welche bei einer veredelten Schafzucht das Haupt- N di. erforderniß des Widders und der Schafmutter+ ſeyn muß 3; ſo muß außerdem auch 1 I " Der Widder noh folgende Eigenſchaf-| fen beſißen: 4 hl. 1 . Einen guten Körperbau mit ſtarken Knochen 1 f und Mußsfeln 3; einen dicken Kopf mit breiter: Stirne, einer Stumpfnaſe, und kurzen und engen Naſenhölen; große lebhafte Augen; große wolligte R Ohren; einen ſtarken breiten Hals; einen hohen, | ſtarken und länglichen Leib; ein breites Kreuz und fe breiten Nücken; kurze ſtarke Beine; einen großen x“ Hodenſack mit dicken Hoden und einen großen zt Bauch, Dabei muß er nicht nur am ganzen Leibe, 9 ſondern auch uam Kopfe und Bauche', wo dieſe ey Thiere ſonſt weniger Wolle haben, rauch und gut am bewachſen ſeyn. Außerdem muß er viele und ies SE ESSE NGE 2805 Giite EE enen Ennen A Eu 68 feine Wolle tragen. Wenn man ihn z. B.. mit der hohlen Hand auf den Rücken faßt, ſo muß die Hand überall mit Wolle angefüllt werden und wenn man mit beiden Händen die Wolle am Vor- derbuge, oder an dem Obertheile des Vorderbei- nes, von einander trennt; ſo muß ſie bey dem Loslaſſen der Hände, gleich elaſtiſc) und ſchnell wieder zuſamwenſpringen und keine Trennung mehr ſehen laſſen. Je dichter demnach und je feiner die Wolle bey einem Widder iſt, um ſo beſſer iſt er zur Zeugung dichtwolliger Lämmer geſchickt. Die Wolle ſelbſt muß feinhaarig ſeyn; wenn man daher ein Büſchelchen ausreißt, ſolche dünn von einander zupft, ſie gegen das Licht, oder die Sonne hält, ſo müſſen die Haare wie durch- ſichtig erſcheinen und man kann auch die Feinheit jedes einzelnen Haares erkennen, Dabvei muß der Bock nicht zu alt ſeyn, vielen Muth bezeugen und übrigens geſund ſeyn, Die Mutterſchafe müſſen mit dem Boke einer- lei Eigenſchaften in Anſehung der Feinheit der Wolle haben. Sie müſſen ein breites Krenz und breite Schultern haben. Große helle und lebhafte Augen, ein dicker und gerader Hals, eine breite Bruſt, ein großer Bauch, lange Zißen und reiche Milchgefäße over Euter, kurze dänne Beine und ein dicker Schwanz ſind ebenfalls nothwendige Eigenſchaften. Sieht das Mutterſchaf am Kopfe weiß wie Mehl aus, ſo iſt es zur Wollveredlung untauglich, denn es hat ſogenannte Stachelhaare, Watt NN , Dt EN den un) am Dow derb Mm Oe) Det (mel nag nd je m ſe mer ſeyn; ſah! (, ee dur» einheit 1ß der 8070 Wen der und jafte reite eh! und ndiyt Fopſt edlun [haar 69 welche mehr den harfen Haaren, als der Wolte gleichen und folglich zu feinen Wolifabrifaten nicht angewandt werden können. Eben ſo müſſen auc>* feine Böe mit Stachelhaaren zur Fortpflanzung gebraucht werden, Das beſte Alter zur Fortpflanzung. Wenn ein Thier noh Kräfte zum eigenen Wachsthum nöthig hat, 19 ſollte es auch nicht eher als völlig erwachſen, zur Fortpflanzung ge- braucht werden. Eben ſo ſollten auch die Schafe nicht eber zur Fortpflanzung angewandt werden, bevor ſie nicht ihren völligen Zahnwechſel über- ſtanden haben. Dies wäre demnach im 5Zten Jahre, folglich nach der gewöhnlichen Art der Fortpflanzung, ſehr ſpät. JIndeß ſo muß doch, uin eine gute Race zu erhalten, die Fortpflanzung bei beiden Geſchlechtern der Schafe nicht vor dem 2ten Jahre geſchehen, ob ſie gleich ſchon früher, und zwar in einem Alter von 6 Monaten, den Begattungstrieb zeigen. Um daher das zu frühe Begatten der Schafe zu verhindern, ſo müſſen die zur Zucht beſtimm- ten Bocklämmer bis in das 3te Jahr, oder doch bis zu Ende des 2ten Jahres, ſorgfältig von den Mutterſchafen und Mutterlämmern abgeſondert und auch beſonders geweidet werden. Eben ſo muß man ſie auch im Winter in einem En; aS RUES Ia E01 50 ASHI AUBE 4. SE, 08 7 2 GOBEBESEG- DRUG 4- 520015 01 AIRE Jail =< Iyf === 00 es 4« ) vont an: muſ- ſeyn Wf hutt; trod utter, j muß denen dern Ger ufge: eten, [le mer am vden, nen? Shaft Shaft h tein! weiden 759 vorhanden, oder wenn es ſich doch treffen könn- te, daß Schafe oder Lämmer außgetauſcht wer- den fönnten, oder man ſein Eigenthum nicht er- kennen würde; ſo können die Lämmer mittelſt Ein- ſchneiden in die Ohren, oder auch durch das Ein- brennen in dieſelben mit einem Eiſen, welches einen Buchſtaben oder eine Zahl enthält, zeichnen, Auch kann man ſie mit folgender Farbe, die ſich weder ausreiben läßt, noch vom Regen abgeſpült wird, dauerhaft zeichnen. Man nimmt nämlich zu einem Theil Theer acht Theiie Talg, ſchmilzt beides zuſammen und rührt unter das Geſchmol- zene fein pulveriſicke Kohlen. Mit dieſer Farbe fann ein Zeichen an einem Hinterſchenfel oder Fuß, wo keine lange Wolle iſt, gemacht werden. Wird aber auc) die Wolle damit gezeichnet, ſo fann die Farbe nach der Schur mit Seifwaſſer ausgewaſchen werden. Will man Bockliämmer verſchneiden, oder caſiriren, ſo geſchieht es am ſicherſten und leichteteſten, wenn die Läimmer 14 Tage, höchſtens 4 Wochen, alt ſind. Das Fleiſch wird von ihnen alsdann zarter und wohlſchmek- kender, als wenn dieſe Operation erſt nach einem halben Jahre, oder noch ſpäter unterkommen wird. Auch iſt ſie dann gefährlicher. Da aber bei einer veredelten Schafzucht darauf geſehen werden muß, alle Bocklämmer von einer edlern Race zum eigenen Gebrauche oder auch zum Ver- fauf zu erziehen, ſo fällt dieſe Operation weg. Solche Bocklämmer müſſen vielmehr ſorgfältig gefüttert und von den Mutterlämmern im 5ten ar 1 NopetrEnnemen EE nan vn WIE RERE: GR m DOIT I< L eie 7 SSSEae AE EEE de nenner ! ; 80 oder 6fen Monate vollig abgeſondert werden, weil ſonſt der Begaktungstrieb ſchon erwacht, wodurch natürlich die noch unavs8gewachſenen Bocklämmer zu früh geſchwächt würden. Es iſt ſehr vortheilhaft, wenn den langſchwaän- zigen Lämmern, ſie mögen von ſpaniſcher Race oder von einer andern veredelten Gattung ab- ſtammen, 4 bis 6 Wochen nach ihrer Geburt die Schwänze abgeſchnitten werden. Dadurch wird verhindert, daß fich kein Unrath und Koth an den Schwanz anſeßt, wodurch auch ſonſt die übrige Wolle durch das Anſchlagen deſſelben ver- unreinigt und verdorben wird. Die Operation ſelbſt wird mit einem ſcharfen Meſſer vorgenom- men, und im zten oder 4ten Wirbelknochen vom Kreuze durchſchnitken. Da in dem Schwanze we- nig Pulsadern ſind, ſo hat man auch keine VWer- blutung zu befürchten- Wird übrigens auf die Wunde etwas Aſche mt Talg gerieben, ſo wird nicht nur das Blut bald geſtillt, ſondern auch die Wunde geheilt. Doch iſt es gut, dieſe Opera- tion bei gelindem Wetter im Frühjahre vor- zunehmen. Von ( Zun( der Ge (es FU im gv eid im? iſt, 1 ". [0 nigfald Dur ein ſeim, 4 an Intel Mrobinjet Oud", und Zrof ung Der 81 Nied, Zenter Ab») auf ihren Winterweiden in den Provinzen Manc) III RI, 2, Ord. Dies Gras iſt zwar wegen ſeiner Härte, die es beim Reifen erhält, mehr für die Pferde geſchickt; allein, ſo lange es jang iſt, ſo geben die zartern Blätter auch den Schafen eine angenehme Nah- rung. Es wächſt ebenfalls überall in Rußland, ſelbſt bis Archangel auf Wieſen, trocknen Pläßen und in Gebüſchen. In Volhynien und Podolien erhält es eine vorzügliche Größe, Es macht ſich durch ſeine folbenartige Aehre leicht Fenntlich. Auf 1 Deſätine iſt xx Pfund Saamen zur Aus- ſaat hinreichend. Am beſten gedeiht es auf einem etwas feuchten Boden, wenn ſolcher auch mager iſt. 3) Wieſenfuchsſchwanz,(Alopecurus pratensis, ÄyroBau ancik xBocm>,) Ill. Rl, 2, Ord. Ue- berall in Rußland auf guten Wieſen und Weiden, auch in Gebüſchen häufig. Auf einem nicht zu trocknen und zu magern Boden gedeiht es vor- trefflich, Zur Ausſaat ſind auf 1 Deſätine 4 bis 5 Pfund Saamen erforderlich. Wählt man zu 7 86 ſeinem Anbau einen ſolchen Boden, der in der Folge wieder umgepflägt und in ein tragbares Feld auf einige Jayre verwandelt wird, ſo kann man auch einen reichlichen Ertrag von ihm erwar- ten. Auf fruchtbaren Wieſen gedeiht es vorzüg- lich, und giebt eine reichliche Heuerndte. Er hat zwar auch wie das Vorige eine kolbenartige oder cylinderförmige Aehre: dieſe iſt aber kürzer, di- >der und oben abgeſtumpfter, wodurch er leicht kenntlich wird. Er blüht vom Mai und Junius an und giebt im Auguſt reifen Saamen« 4) Wieſenviehgras, Moa pratensis, ÄAyroBon Mama») I. RL 2, Ord. Es wächſt auf gu- ten Wieſen vom nördlichen Rußland an bis in die Krim. Auch findet man es überall häufig auf Weiden und in Gebüſchen. Die Rispe iſt weitläuftig und zerſtreut. Ende Mai fängt es an zu blühen und liefert im Auguſt reifen Saamen, Auf künſilichen tronen Wieſen iſt es ein vortreff- liches Gras, indem es ſich ſehr beſtaudet, Da aber die Wurzeln ſehr rankend und wuchernd ſind, ſo würde es, wie die Quecken, Aecker verunreini- gen, wenn man es auf Weiden ſägen wollte, die wieder zu Ackerland angewandt werden ſollten. Dagegen empfiehlt es ſich auf fortdauernden Schaf- weiden und ſelbſt zu grünen Raſenpläßen, wozu man ſonſt das engliſche Raygras anwendete, wel- ) XVIL Rl, 3. Ord. Eo gern die Schafe auch die Wicken grün freſſen, ſo iſt es doch vor- cheilhafter, wenn ſolche zu Heu gemacht, zur Win- terfütterung angewandt werden. Auch kann man die Wicken ganz reif werden laſſen, um die Frucht auf eine andere Art zu nuten, ſo dient doch das Skroh davon zu einem ſehr nahrhaften Futter, Cben ſo iſt auch das Linſenſtroh, beſonders für die Lämmer, die zarteſte Winternahrung. 3) Esvarcekte Medygarum onobrychis, ITK- AIYILBE DPOAOBKAa) XVIL RL. 2, Ord, Dieſes vortreffliche Futtergewächs iſt vorzüglich für einen [)) EG- nnen Z en, ſind; a) Der weiße friechende Klee,(Trifolium re- Pens, Bbamni pägCIminrat0oninica I10 38Mib INPI- ancIIHIKS>) bedecff zum Theil ſchon überall nicht zu magere Weiden und Wieſen, er veredelt ſich aber und wird größer, wenn er auf Felder, die zur Weide beſtimmt ſind, beſonders ausgeſäet wird. Er iſt ein vortreffliches Schaffutter. Da er aber rankt, ſo verdrängt er gerne andere Gras- arten. Man muß ihn daher allein ausſäen« Er iſt perennirend, b) Weißer Bergklee(Trif, montanum, HBb- AH HaPOPHHN INPHAUCINHUKP), Er iſt-peren- nirend und liefert beſonders jung ein vortreffli- enen Weiden, indem es ſich ſehr beſtaudet und wegen ſeiner jungen zarten Blätter von den Schafen ſehr geliebt wird. Man kann es ſelbſt auf trocknen Bergen bis zum 60 Gr. der Breite anbauen und will man es allein aus- ſaen, ſo ſind 2 Pſund Saamen auf 1 Deſätine überfiüſſig« 19) Cichorie, Wegwart(Chichorium Intybus, CoaHypeBa cecIHpa HAY JAUK HUXopen) XIX. Kl. 1. Ord. Sie wächſt überall wild und liefert, wenn ſie noch jung iſt, für die Schafe ein vor- freffliches Futter. Zu dieſem Behufe verdient ſie daher auf den Schafweiden, wo ſie noch nicht vorhanden iſt, mehr angebaut und ausgeſäet zu werden. Y Dies wären demnach die wichtigſten Pflanzet, welche man theils zur Anlegung künſtlicher Wei- depläße anwenden kann, theils auch, um durch ihren beſondern Anbau das nöthige Winterfutter zu erhalten, wenn von Nafur das Heu mangeln ſolite, In Anſehung der erſtern Abſicht, ſo iſt kein Engin) Land hierzu geſchickter, als Rußland, indem die 4.08 Gutsbeſiker gewöhnlich mehr Ländereyen haben, | als ſie zum Ackerbau anwenden können. Werden =. Kleen ZI49 daher 300 bis 400 Schafe geweidet werden. Doch ſols muß dies dabei beobachtet werden, daß ra en 1) Dieſe Weiden nicht auf einmal und von den Schafen zugleich und überall beweidet werden dürfen, ſondern daß man ſie in 8 bis 10 Koppeln vere abtheilt, auf welchen ſie ſo lange bleiben, bis ſie enden faſt alles Gras abgefreſſen haben. eſorg“ thal: ag den müßt! Fann ey zur Einſammlung der Grasſaamen, nach vor- ete um hergegangener Belehrung, Kinder anwenden. Auf dieſe 1 Faud: Art kann man überzeugt ſeyn, von jeder Sorte den mt reinſten Saamen zu erhalten. EEE GGG ZER R arr= ZEFA JEH 99 2) Daß ſie nicht eher wieder beweidet werden därſen, bevor nicht das Gras wieder gewachſen iſt- Da aber dem Boden der ſo wichtige Schaf- dünger während der Verkoppelung zu Theil wird, ſo wird auc auf dieſe Art das Wachsthum der Gragarten ſchneller befördert und der Boden ſelbſt wird nicht entkräftet. Man muß aber nicht glaube, daß ſolche künfi- liche Weiden ein Haupterforderniß zur Veredlung der Schafzucht in Rußland wären. Vielmehr könnte dies vielleicht manchen Gatsbeſißer ab- ſchreen, an eine beſſere Schafzucht zu denken, ohngeachtfet das Lokale ſeiner Ländereien ihn be- ſonders zur Schafzucht aufmuntern ſollte. Da wenig oder gar keine Einſchränfungen der Weiden in Rußland ſiatt finden, und da es in allen Provinzen des Reichs Güter giebt, deren Grenzen von einem außerordentlichen Umfange ſind, und da die hohe Krone zu dieſer Abſicht ſelbſt Ländereien anweiſen läßt, wie man aus der Einleitung erſah; ſo zeigen ſich auch überall ſür den Sommer Weidepläße, wo die Schafe reich- liche Nahrung finden können. Doch müſſen, wie ſchon erwähnt wurde, die Weidepläße hoch, oder doch ſehr trocken liegetz Die ſumpfigen und niedrigen Gegenden ſind durene Weide haben, können daher auch an keine Schafzucht denken.=- vort N Nf Aly 97 ichen Die mehrſten trockenen Weiden ſind itt denje- n4 nigen Provinzen Rußlands, die zwiſchen den 52. > ef, und 6oſten Grad der Breite liegen, mit folgeuden pisd. zum Theil ſehr nahrhaften Pflanzen bedeckt, wel- EN EP 4% | (3 ) j t zf Än Mi - << EINES». EE = GERAET aap lg IUR RRIEHT DOE LEER BLE TD 7 wun. aer nennen a.- KEGINLGEEGECEERE egR 104 den. Man kann daher mit x Tſe werden im Winter, abgeſondert von den Mukterſchafen, in eigenen Horden, oder beſondern Stallabtheilungen, gefüttert. Wenn ein ſolcher täglich 3 Pfund Heu und etwa 1 Pfd, gutes Stroh erhält, ſo bleibt ex dabei bei guten Kräften. Doch kann mau auch den Schafbsc>en vöchentlich ein Paarmal einen ähnlichen Trank wie den Mutterſchafen geben. Zur Springezeit, joe wie auch 2 bis 3 Wochen vor und nad der- ſelben, müſſen aber die Böcke mit etwas Haber täglich untertüßt werden, um ihre Kräfte zu un- terhalten, Jährige Lämmer,„die noch im Wachsthume ſind, müſſen mit dem zarteſten Heue oder Grum- met, ſo wie auch) mit Erbſen- und Wickenſiroh täglich dreimal gefüttert werden, Hierzu ſind etwa 3 Pfund nöthig, Auch iſt es vortheilhaft, wean ſie täglich einen Schrot- oder Oelkuchen- frank erhalten, wozu auf 100 Stück 7 bis 8 Pfd. hinreichend ſind. Zweijährigen Mutkterlämmern muß matt da- || wii | hegen VV! | 68 u fett| Joch m ſw hei ih wer wid! (ige man| hm je fü Rahtungy 1 hen Ates mel, die ſolle, fü | hem Nimmt 1 fo muß d6 "M" bit; Bat(yl bj ad mph " gu Khten " WEN wenn m; Ind folg IT3 g 0, 2; 7 1% Gu gegen weniger gukfes Futter geben, weil ſie ſonſt eme! hp zu fett werden und daher auch güſte bleiben. tſchof! mi Doch müſſen ſie immer ſo viel bekommen, daß dee vm ſie bei ihren Kräften erhalten werden. amar bw reilichene Zweijährige Bocklämmer können dagegen im- mer reichliches und nahrhaftes Futter erhalten, Läßt man ſie im Winter frei herumlaufen, ſo ſu- eſondert- (-4 M| 114 m 8. W7 18; ADE s "| ſel zerſchneidet. Auf dieſe Art kann man bei we- m| nigerm Futtervorrathe eine größere Anzahl Scha- FE| fe den Winker reichlich füktern. Giebt man den M Schafen das Stroh allein, und wäre es auch 4 noch ſo zart, ſo freſſen ſie doch nur die Spißen || und das Zartere davon; das übrige bleibt unan- gerährt liegen, die Schafe müßten denn von dem größten Hunger getrieben ihre Zuflucht dazu neh- | men. Auf dieſe Art werden die Schafe des Gra- 4 fen von Magnis zu Eersdovf in der Grafſchaft | Glaß leichter gefüttert und unterhalten. Auf 600 | Stück Schafe werden daſelbſt täglich an Futter | beſtanden: | 1]| 6 Centner(3 132 Pfund) 108 Pfund Heu, N) 8 Centkner 48 Pfund Stof: welches Beides zu T TE geſchnitten wird und 4 Centtner 72 Pfund Wurzelgewächſe, als Kartoffeln und Rüben, Es |; kommt demnach auf ein Stück täglich » IZ Pfund ENG )| 15: oder beinah 2 Pfund Strohhäackſel und y I Pfund M Es 1 12268, M. 3 Wenn man im Durchſchnitt von allem vorrä- 4*) Man ſehe des Herzog Friedrichs zu Holſtein Beck Verſuch über die Schafzucht in Preußen S. 56. Tab. | Litt. C. wo jedoch in den angegebenen Zahlen ſich L| Druckfehler befinden, die hier verbeſſert worden ſind. dagen EN [ thigen netyſ Wink Es i weng fe ju' NENNEN ST SSS NNN SENNE untaug | iht WO, EN damit nur d ſie an die[7 mmT am RRETEITEIIIZIIIIIZ III I13 ATEN thigen Futter auf x Schaf täglich 4 Pfund rech- hl Eh: net, ſo läßt ſich auch leicht beſtimmen, wie viel den man den Winker über reichlich unterhalten werden können, es auh Es iſt daher immer beſſer, lieber etwas mehr, als Gpihen weniger Futter im Vorrath zum Behuf der Scha- F unane fe zu haben; denn ihr Gedeihen hängt allein von ont dem der guten Nahrung ab. Deshalb muß auch das neh, Winterfutter nicht nur reichlich, ſondern auch un- 8 Graz verdorben ſeyn. Es darf nie unmittelbar über oſſchaft den Schafen liegen, weil ihre Ausdünſtung fol- Inf Go bei der Grasweide den folgenden Tag vorüber- je left gehen laſſen, ohne die Schafe nach vert Salze 118 trinfen zu laſſen. Giebt man feines Salz, ſo kann man auf 2 Schafe 1 Loth rechnen. Damit ſie aber ſolches nicht zu begierig aufle>ken, ſo iſt es ſehr vortheilhaft, wenn man es mit andern Subſtanzen vermiſcht, die das Salz mehr binden. Macht man zum Beiſpiel aus Gerſten- und Ha- ber- Mehl, oder ſtatt des Leßtern auch aus Weizen- mehl, wenn ſolches nicht theuer iſt, Arten von Ku- enen Futter weniger zu trinken, als ein ande- res Hausthier- Doch darf ihm in dieſer Jahres- zeit das Waſſer nicht ganz entzogen werden, ſon- dern es iſt beſſer die Schafe täglich einmal und zwar des Morgens bei einer Tränke vorbei zu füh- ren, damit die Schafe, die Durſt haben, freiwillig ſo viel Waſſer trinken können, als ſie bedürfen. Man wird dann ſehen, daß nicht alle Schafe zum Saufen Appetit haben. Zum Tränken muß man aber durchaus reines unverdorbenes Waſſer, unt wenn es ſeyn kann, gutes Flußwaſſer wählen. Hat man dieſes nicht, ſo iſt es im Winker nod) zweckmäßiger, wenn man die Schafe Schnee lecken läßt. Kann man den Schafen in dieſer Zeit eini- ges Wurzelwerk geben; ſo brauchen ſie auch weni- ger zu ſaufen. Bei großer Kälte, wenn die Flüſſe zugefroren ſind und man die Schafe zum Tränken nicht ausführen kann, iſt es rathſam, wenn man das Waſſer in einem Küben in dem Stalle 8 bis 12 Stunden ſiehen läßt, damit es ſich in dem Stal- le etwas erwärme, ehe man es den Schafen zum Trinken in die Tröge gießt, Doch muß auch dafür geſorgt werden, daß das Waſſer in den Trögen nicht ſtehen bleibt, ſondern das Uebrige, was die Schafe nicht getrunken haben, mittelſt eines Za- pfens abzulaſſen. Würde man die Schafe im Win» ter mit Mehl- und Oelkuchentranf täglich, oder 121 die(et doch ei N n Paarmal in der W Z eben ſv e! r Woche fättern; M a 55 weniger nöthig, weil ſie WADEN beidm 7 erh. 508 A90n hinreichende Maſſe von W: „4 Ze fen, Bei ganz trockenem Heu und GIE 0.| 50 dagegen ein tägliches Tränken mehr z1< .. 4 als abzurathen. Im Sommer abe H 64 (30 en die Schafe, wen SIM [Amd- e, wenn ſie ſich auch auf d 1. Weide befinden, und wenn auch uin willig R Se EE PAREE Zeinfon fi : s piele lehren, daß Schafe di dürfen,+. jafe die man i .*€ R allem Trinken abhielt, am OEDIE, EV inis en.*) Vorzüglich muß man ſie vor dem ps K“ 0 es ſtillſtehenden und faulen Waſſers in acht ' men, weil fie ſo's' wählen. legen. fie ſonſt den Grund zur Faulſucht 7730 17 1000 » ledfen if eint went: Flüſſe ränfen Dr kite, n man vy Abſc>fme EE ERE un I4 SimaamI nn 1 124 gehalten wird, nicht nur einen gehörigen Raum in demſelben haben, ſondern es muß auch eine im- merwährende friſche Luft in demſelben genießen, Es würde aber für große Herden viele Koſten verurſachen, ſoly, Gene- heit ralpächter des vormaligen Königl. Preuſſiſchen "m Domainenamtes Lomna im Warſchauer Kreiſe, ) iſt, über die Durchwinterung der Scafe im Freien |" angeſtellt hat*) WENZ ) meh! Herr von Trembic>y kaufte nämlich im Jahr 1798 eine Herde Schafe, 250 Stü, aus der Herrſchaft Niebarow, dem Fürſten von Rad- afe zu ziwil gehörig, welche Schafe ſchon den Keim zur Vin- Lungenfäule bei ſich führten. Dieſe Herde wur- ſelb de zu Lomna aus Mangel guter Schaffſtälle, in; Scha- eine durchlöcherte alte Scheune, durch welche über- € ge all der Wind, Regen. und Schnee eindrang, auf: 1 dem geſtellt und daſelbſt überwintert. Die ebenfalls von der Lungenfäule angegriffene Herde zu Nie- barow wurde dagegen in ſchöngebaute und feſt dieſer verſchloſſene Stäile, deren Oberlage mit dicken daß er und 0 font! ; Flim*) S. DThaers Aunalen des Ackerbaues, 1. Jahrgangs geſtatit 1805, Monar Juny S. 721. 2c. Aus einem Berichte 4 ſe: an den Stagtsminiſter von Voß in Berlin, gezogen. NN FI EEE m I 2 123 Strohdecken verſehen und belegt waren, einge- ferfert, um'die ſchwachen Schafe dadurch gegen den Froſt zu ſichern. Der Erfolg war, daß zu Niebarow gegen 3000 Stück verloren gingen, in Lomna aber ſtarben von den 250 Schafen welche man aus dem erſtern Orte erhalten hatte und und welche ſich in einer durchlöcherten Scheune befanden, nur ſieben Schafe. Die übrigen wur- den geſünder, lieferten im Frühjahre geſunde Lämmer und bei der Schur eine gute Wolle. Dur dieſe Erfahrung aufmerkſam gemacht, ließ Hr. v. Trembicky einen Schafſtall bauen, der oben am Dache rund herum eine Oeffnung von 15 Zoll Höhe hatte. Auch wurden tiefer in der Entfernung von 12 zu 12 Fuß andere Oeff- nungen von 2 Fuß Länge und 4 Zoll Breite an- gebracht, durch welche die Luft ſtets einſtrömen konnte, Der Schäfer war mit der Einrichtung dieſes «Stalles äußerſt unzufrieden und prophezeißte da- durch den Untergang der Herde, Hr. v, Tr, blieb aber bei ſeinem Vorſaße, die Schafe nicht in feſte Ställe einzuſchließen, und veranſtaltete es auch, daß die angebrachten Oeffnungen im Win- ter 1799-=- 1800 ſiets offen bleiben mußten, Die Schafe blieben geſund und lammten gut. Im Herbſte vorher waren ſie aber nicht geſcho- ren worden. » Unte gege daß zu gen, ih Welche fe und deune wut ſynde ] 4 wat, bauen, effnung efer in : Deff He an Imen jeſes ? da SP: nicht te es Win- ußten, | aut geſe 129 Für den" Winker 1800= 1801 wurden die Oeffnungen im Stalle noch größer gemacht und im Winter 180ort=- 1802 wurden faſt alle Sei- tenwände ausgehauen, ſo daß der Stall jeßt ei- nem offenen Schuppen gli. Bei der Strenge dieſes Winters blieben demohngeachtet die Schafe geſund und- fein Lamm ging verloren. Dieſe glücklichen Verſuche veranlaßten den Hrn, von Trembi>ky, 80 Stück der ſchwäch- ſten Schafe, welche beim Eintritt des Winters 1803-- 1804 auf dem Punkte waren ihre Wolle zu verlieren, in eine feſtſtehende Horde im Schä- ferhofe, ohne alles Obdach einzuſchließen und da überwintern zu laſſen. Dieſe Schafe blieben da- ſelbſt vom xoten November bis zum 1ſten März jeder Witterung ausgeſeßt und kamen nie in den Stall. Die Reſultate dieſes Verſuchs waren: TI) Kein Einziges von dieſen Schafen ſtarb. 2) Die Schafmütter brachten geſunde Lämmer, und von 20 Lämmern ſtarb nur eins bei der Geburt wegen ſeiner fehlerhaften Lage. 3) Alle dieſe Schafe erhielten ſich nicht nur ge- ſund, ſondern wurden auc) fetter. Kein Einziges huſtete und dieſe Schafe waren im Frühjahre die Schönſten in der Herde. 4) Ihre Wolle war ungleich beſſer als die von v FERNE.- HERE inen 632=< m SIEREN„ 8- IE 4) DN 4 bewenden Äng ER 2 vlan< ZE TEE 130 den Schafen im, Stal!e, indem ſich ihr Vlies um Vieles verdichtet hatte. Der Unterſchied war überhaupt ſo, das man die im Freien durchwinterten Schafe für eine beſſere Race haiten konnte, Während dieſem Winter ſtieg zwar die Kälte nur bis auf 17 Grad, welche bis zum 25ſten De- zember dauerte, worauf anhaltender ſtarker Re- gen erfolgte, der bis zum gten Februar anhielt, worauf wieder Froſt, Schnee und Sturm erfolg- te; folglich war es eine höchſt ungünſtige Wierte- rung, welche, aller Vorausſesung nad), dem Schafvieh im Freien ungünſtig ſeyn mußte;=- und doch hatte dieſer mit ſeiner Witterung ſo veränderliche Winter auf dieſe Schafe keinen nach: theiligen, ſondern vielmehr einen glücklichen Ein- fluß. Dieſe wider alle Erwartung gelungenen Ver- ſuche veranlaßten, daß Herr v. Trembicky im im Winker 1804= 1865 ſol Zeiten 155 Meder Waſſer lößt einen großen Theil des an der Wolle befindlichen Fettes auf. Die auf dieſe Art ſorg- ey pet 21.2:.(t 3 weih fältig gewaſchene Wolle, wozu man beſondere Ge- | Caf.;? n Chef bäude errichtet haf, wird erſt auf geflochtene Hor- G den zum Ablaufen des Waſſers, und dann auf ) je ab einen Raſenplaß zum völligen Trocknen einige Tage ausgebreitet. Worauf ſie dann in die Säcke nach der gehörigen Austrockung gepa>t und verfauftk beſte, wird, | Wet? Ie trockener man aber die Wolle, beſonders ſe zu von den veredelten ſpaniſchen Schafen, abſcheeren his fit kann, um ſo beſſer iſt dies für die Wolle. Daher werden iſt die Methode die Schafe vor der Sur ge- Gaft waltſam in das Waſſer zu treiben und ſie da zu ſhwi- waſchen, nicht nur für die Geſundheit der Thiere achge höchſt nachtheilig, ſondern auch für die Wolle ſchäd- heer lich. Wird ſie von den Schafen naß abgeſchoren mehr und in Haufen geworfen, ſo erhißt ſie ſich ſehr hreiz hald und verdirbt. Wird ſie aber auf den Scha- „iſt fen wieder trocken, wozu nach Beſchaffenheit der etwas Witterung ein, oder auch mehrere Tage nöthig Es ſind, ſo iſt dies Trocknen auf der Haut den Scha- haf fen ſelbſt gefährlich und kann bei ihnen einen Stoff von Krankheiten erzeugen. Es iſt daher immer eit m| das zweckmäßigſte, die Wolle, ſie mag fein oder ortir! pn grob ſeyn, erſt nach der Schur zu waſchen und ſie chteten dann ſorgfältig zu tronen. Die Wolle ſelbſt von m mit allem Fette und jeder Unreinigkeit durch das Wa- , über! ſchen zu befreien und ſolche dadurch zur Verarbei- fedend! tung geſchickter zu machen, gehört mehr für den In AIETCH, UCHTE == il N FEE KY 155 künftigen Wollbearbeiter, als für denjenigen, der ſie nur roh liefert 5). Je reiner man ſie aber dem Käufer liefern kann, um ſo theurer muß ſie auch diefer bezahlen. Fünf Pfund ungewaſchene Wolle liefern etwa 3 Pfund reingewaſchene und ſelbſt die aus Spa- nien gelieferte Wolle, welche noch einmal gewaſchen werden muß, verliert von 5 Pfund x Pfund. 3 Notkhwendigkeit die Wolle zu ſortiren,. Auch bei den edlen ſpaniſchen Schafen iſt die Wolle nicht von gleicher Feinheit und Güte, Nach dieſer Verſchiedenheit muß ſie bei dem Scheeren *) Um die Wolle noch mehr vom Fette und der äbrigen Unreinigkeit zu befreien, ſo Fann dies am beſten geſche- Hen, wena ſie in einer Maſſe gewaſchen wird, die aus E altem Urin und 3 Waſſer beſteht. Statt des Urins kann man auch von der Wolke das beſte Waſchwaſſer ſelbſt erhalten. Man legt nämlich Wolle in ein Gefäß, preßt ſie aber nicht zu ſtark zuſammen", gießt darauf warmes Waſſer von 40 bis 50 Grad Wärme nach Reaumür, und läßt ſolches 10 bis 12 Stunden darauf ſtehen. Darauf wird es abgegoſſen, die Wolle in reinem Waſſer gewaſchen, das vorher abgegoſſen? Waſſer wie- der auf den vorigen Grad gewärmt und in ſolches die Wolle wieder eingetaucht, dann wieder in reinem Waſ- ſer abgewaſchen und hierauf getro>net. So erhält man auf die eine, oder die andere Art reinere Wolle, LLIRGIT ST SIEG TTENSEREREIE WEAR TNS EHEITSILR GEOGR SETE III INT ITÜRG NÄSSE TTI 1m eme HNSGHEREEITET EEN anm 137 gen, be ſchon ſorgfältig abgeſondert werden. Hieraus ent- ber den ſtehen 4 Sorten, nämlich 1) die feinſte Wolle No. ſie au r, befindet ſich am Räcken, auf dem Kreuze, an den Seiten des Leibes und an den Seiten des E Halſes. | efiwq' ; Gpa- 2) Die zate Sorte liefert der obere Hals, oder vaſchen das Genick, die untere Seite des Bauches und der d, dvbere Theil der hintern Lenden, iv 3) Die 3te Sorte wächſt an den Schenkeln der Vorder- und Hinter- Füße, bis an die Knie, und am Kopfe vom Auge bis unter die Kehle. niſt bie) , Nach 4) Die 4te und ſchlechteſte Sorte befindet ſich Scheren vorn am Kopfe, an den Füßen, unterhalb des j Knies und am Schwanze. übrigen Die erſte oder feinſte Sorke wird verkauft und geſch zu den feinſten Wollarbeiten angewandt. Dieſe Wt 1a wird auch am theuerſten bezahlt. Sie iſt außer- He ordentlic) feinhaarig, weich, elaſtiſch und gewöhn- Gefäß, lich auch am längſtieg«. darauf e na Die 2te gröbere Sorte wird auch zur Verferti- darauf gung gröberer wollenen Zeuge angewandt. Jndeß ten können von ihr doch noch ſehr gufe mittel Tücher ſer wi verfertigt werden. [ches dit el Die beiden letztern Sorten dienen zu Boyen, Zell, Strümpfen, Hüten und dergl., welche im Ver- Es 5. u.- EE Su<<=>>"Ba GEEENEN ei EI<==. I53 gleich noh immer beſſer ſind, als die gröbere Wolle von den gemeinen Landſchafen«. 4 Behandlung der Schafe nac der Schur und die beſte Zeit zur Schur. Schafe, die auf einmal ihre warme Wollbede- >ung verlieren, dürfen daher nach der Schur ſo viel als möglich, feiner falten und feuchten Wit- terung ausgeſeßt werden. Die beſte Zeit zur Schur iſt daher der Mai, oder Junius, went die warme Witteruug eingefreten iſt und man ver- muthen kann, daß ſolche einige Wochen anhalten werde, Wie viel aber die Schafe bei dem 2- oder mehrmaligen Scheeren leiden müſſen, da ſolche im rauhen Frühjahre, Herbſte oder gar mitten im Winter geſchoren werden, läßt ſich leicht voraus- ſeen, Geſchieht die Schur beſonders zu der Zeit, wenn die Schafe trächtig ſind und bald lammen wollen, ſo hat die Bexaubung der warmen Woll- bedeckung einen noch nachtheiligern Einfluß auf dieſe Thiere, Nur in warmen Ställen ſind ſie dann gegen den Froſt geſichert. Bei einer ſolchen Behandlung können daher die Schafe ſich nie ver- edeln und gut gedeihen. Wenn aber die Schafe nur einmal geſchoren werden, ſo fann man auch hierzu eine wärmere und günſtigere Jahreszeit, und zwar im Mai oder Junins, wählen, Die Wolle läßt ſich auch um dieſe Zeit beſſer waſchen und trocknen, N Sind Schafe bei dem Scheeren etwa verlezt || Wjy || lH | aw wih . II HITITHENTENS NNCH IN WENGEN: 1 TOSHI UTE HEISE SEIT TNIIRTE IIR R NÜT ÜITIT NNN ÄRGER GEE ZI» » R= Es SET EN EE A I das Än FEES wn METE<Ä| a BELT ENKE 3+. ENGE effi är< rde<5: un xy 159 die gh worden, ſo müſſen die verwundeten Stellen mit einer Salbe, die aus Staub von eichenen Kohlen und Oehl beſieht, beſtrichen werden. Auch iſt es F99 vortheilhaft, wenn die Schafe gleich nach der van Schur mit Salzwaſſer gewaſchen werden, dadurch 1 Gelfehe: wird die Hauf gehärtet und ſolche auch gegen den 7 hut Stich der Inſekten mehr geſichert. Chen ſo iſt es jem Dit nothwendig, die abgeſchornen Schafe gegen die Zeit zur brennende Mittagshiße, ſo wie auch gegen kalte Ken die Regen und Hagel zu ſchüßen. Daher muß man Zun; ſie bald nach der Schur nicht auf zu entfernte 27 Weiden treiben, wo ſie kcinen Schuß gegen der- N M 6 gleichen Zufälle finden können. Schafe hingegen, (lde in die beſtändig im Freien leben, bedürfen aber aud) 54 R dieſer Vorſicht weniger, als ſolc R u Gäu ZEE Sg 7en. Wie der Menſch, ſo ſind auch die Schafe den 168 Pocken oder Blattern unterworfen, und beide er- halten ſolcbe nur einmal, Sie werden bloß durch Anſteckung fortgepflanzt, daher können ſie auch von den Schafen abgewandt werden, Die Schafe in Spanien ſind den Pocken weniger, als in andern Ländern unterworfen, welches wahr- ſcheinlich daher kommt, weil ſie im Winter in feine Ställe zuſammengepreßt werden, ſondern ſtets die freie Luft genießen, Eben ſo verhält es ſich auch in Rußland mit den Steppen Schafen, welche gar nicht, oder doch ſelten, von den Blattern befallen werden. Hingegen die Schafe, welche in den Ställen ge- halten werden, ſind dieſer Krankheit mehr ausge- ſeßt. Doch finden ſie ſich auch in den nördlichern Provinzen, z+ B.+ in Liefland, weniger, und ich habe ſie daſelbſt faſt nie bemerkt. Häufiger aber werden ſie in den mittlern Provinzen des Reichs angetroffen, wo ſie nicht ſelten für ganze Her- den gefährlich werden, und Tauſende von- Scha- fen ein Opfer derſelben wurden, So wie aber die Menſchen- Pocken jeßt we- niger gefährlich ſind, indem man die Kranfen 'zweckmäßiger behandelt, oder auch die Geſunden durch das Impfen den Gefahren der Krankheit wenig oder gar nicht ausgeſeßt, ſo verhält es ſich jeßt auch mit den Schafs- Pocken, Ohn- geachtet beide verſchieden ſind, ſo haben ſie doch dies mit einander gemein, daß ſie durchaus bei KIT<<< RE 22.: SEIEN) FENEN 22 ZB EFFI GEE===> Z0d=. SS= SEI ZI6 169 eh dem Ausbruche des Fiebers kalt gehalten, und der finn; friſchen Luft ausgeſeßt werden müſſen. den, N Die wichtige Erfahrung, daß durch das Im- ger, as pfen das Blatterngift weniger gefährlich wird, ves wah beſtätigt ſich auch bei den Schafen. Zeigen ſich Dinter in daher in der Nachbarſchaft, oder ſelbſt in den ei- - londern genet Herden Spuren von ben Blattern, ſo muß man im erſten Falle alle Gemeinſchaft aufheben, im zweiten aber die Kranfen von den Geſunden and mit ſogleich abſondern. te Schafe immer ein heftigeres fällen a6 Fieber als die Geimpften bekommen, ſo kann hr aufge man auch die Kranfen, wenn ſie das Pockenfie- ordlicher ber erhalten haben, leicht erkennen und ſie früh- , und ich zeitig genug abſondern. Geſchieht dies, ſo ſitek- figer aber fen ſie auch die übrigen noh nicht an, welches 8 Neichs nur dann ſtatt finden kann, wenn die Pocken ihre nze Het» Reife erhalten haben. Beobachtet man dieſe Vor- 1- Scha ſicht, ſo können die Geſunden gleich geimpft und der Gefahr entzogen werden, Das Jmpfen ſelbſt geſchieht auf zweierlei Art: jeßf wo entweder mit dem Pockengifte ſelbſt, welches aus Kranken den reifen Blattern genommen und durch einen Geſunde! leichten Einſchnitt dem geſunden Schafe mitge- Kranfhe theilf wird, oder auch mittelſt dem Blute eines FN po>enkranken Schafes unter gleicher Behandlung. yn 2 en fie dd Wählt man das Blatterngift, ſo muß ſolches rhaus 0) aus reifen Pocken genommen werden, Dies wird 170 dem geſunden Schafe, mittelſt eines leichten Ein-| ſchnittes an einem Hinterſchenkel, an der innern ſolc Seite, etwa 2 Zoll über dem Kniegelenke, wo| Yo wenig Wolle iſt, beigebracht. Die äußere Haut| de wird hier mit einer ſcharfen Lanzetkte* Zoll lang| die bis auf die Fekthaut aufgereizt, und in die Oeff- de! nung die auf einer andern- Lanzette befindliche am. Pockenmaterie eingeſtrichen. Iſt die Oeffnung|| ſüß groß genug und ohne zu bluten, ſo wird das| ßer Gift von der Fekthaut gleich eingeſogen und dem| mit Körper mitgetheilt. Sollte der Einſchnitt zu|(am tief ſeyn und die Wunde bluten(welches aber| 6 verhütet werden muß), ſo kann man einen Pok-|| der kenſchorf auf die Wunde legen, und ſolchen mit| lan einem kleinen Heftpflaſter befeſtigen. Beſſer iſt es| tut aber, wenn in die Oeffnung die reife Materie| Jr eingeſtrichen wird, ohne daß ſolche von dem Y! Blute abgewiſcht wird. Yuf dieſe Art entſtehen er) auf der Impfſtelle feine tiefen Wunden. Die kran- Wa ken Schafe, von welchen das Gift genommen mi wird, müſſen von den Geſunden enkfernt ſtehen,|| fü und die Menſchen, welche das Gift von ihnen|| eint | nehmen, und es demjenigen reichen, welcher die Impfung macht, müſſen ſich dem zu impfenden| Ry Ehafe nur von hinten nähern, damit ſolches- das Gift nicht durch das Einathmen erhalte. Man muß deshalb mehrere Lancetten in Bereit- E HE ſchaft haben, mit welchem das Gift aus den| od Pocken genommen und dem Impfer zugebracht wird. Mit einem einzigen Pocken- Schafe kön-| nen 40 bis 50 Schafe geimpft werden.|| die em" KEENE SS ITTTS TST SSS SS ele m en 1 mmer mme DEREN EG a....-... a. I71 PEN NM Sollte man aber für eine große Herde, um 3 Me ſolche zu impfen, auf einmal nicht hinreichendes I Pockengift haben, ſo kann auch mit ſolchen, wel- 0 Zu Porſt(Ledum patastre), oder ſtinkender Kamillen (Anthemis cotula) gewaſchen wird, 2. Die kungenfäule oder Lungenſuht. Wenn ſehr naſſe Sommer und ſehr feuchte wm Herbſte eintreten, ſo leidet das Schafvieh auſ- m den ſerordentlich viel. Durch die immerwährende Geiſen Näſſe und auch bei vieler naſſer Nahrung werden zweiten die Verdauungsgeſchäfte geſchwächt. Mit der e dritten Schwächung derſelben wird zugleich auch die Lun- ge mit angegriffen. Vorzüglich ſind auch Wie- ſen, die im Sommer Ueberſchwemmungen ausge- on den ſetzt ſind, Urſache zur Lungenſucht bei den Scha- ſtehen, fen, wenn ſolche darauf geweidet werden. Bake- yer in well, der die bekannte ſchöne Schafrace in Eng- ntwik- land beſißt, ließ, um die ausgemärzten Schafe is zur und Böcke nicht zur fernern Zucht kauglich zu er- nn den halten, ſolche auf dergleichen Wieſen weiden, die e my| überſchwemmt worden waren. Davon wurden 0 fam ſie bald fett, die Lunge wurde aber angegriffen, und der Käufer konnte von ihnen keinen andern Heilung L | Gebrauch, als ſolche zu ſchlacten, machen. vin die| en wl| vie au Auch verdorbenes, dumpfiges und mit Schlamm jenlöht! vermiſchtes Heu bewürkft im Winter, wenn es vort! verfütterk wird, bei den Schafen die Lungen- ZZ 57 vat; ir mg SETE EP TIE 186 fäule. Dieſe Krankheit kann daher durch eine trocfene Weide und dur- TD==>-=> 2.0. er on jeßt die , befinden ngen, oder wöſchlicß: ; Nan Hen, wel , wn ſe im Galle te hat man ' gelernten 1 geſchicht) ber fommt went man 11 und ein efit, die ich erfor: yt werden wenn winzen aus züglich ei frie wer ht nach 11! . man ſeit ; Dielen N. 197 Kenntniſſe beſiven, die ein guker Schäfer wiſſen muß. Solche Schulen können ohne große Koſten in Nußland eingerichtet werden, wenn man dieſes auf folgende Art bewerkſielligte: Einige reiche Gutsbeſißer, ſo wie auch die hohe Krone, müßten ſich junge Schäfer verſchrei- ben, die in irgend einer Schäfer- Schule, es ſey in Deutſchland, oder in einem andern Lande, für dieſe Abſicht gebildet worden ſind. Dieſen muß auf eine beſtimmte Zeit ein verhältnißmäßiger gu: ker Gehalt ausgeſeßt werden, und zwar unter der Bedingung: daß ſie in dieſer Zeit, welche wir auf 3 Jahre anſeßen wollen, eine gewiſſe Anzahl jun- ger Leute, in allem was zur Schäferkunſt erfor- lich iſt, zu unterrichten. Da aber dieſe Schäfer anfattgs der Landes- ſprache unfundig ſind, ſo müſſen ſie ſich zugleich verpflichten, ſolche zu erlernen, um ſich ihren Zöglingen verſtändlich zu machen. Deshalb iſt es nöthig, junge unterrichtete Schäfer zu wählen, weil dieſe leichter die Landesſprache erlertten, als ſchon bejahrte Menſchen. In dem erſten Jahre kann aber von ihnen nicht viel erwartet werden. Doch werden ihnen in dieſer Zeit ſchon einige junge und fähige Menſchen als Zöglinge unter- geordnet, welche von ihrer Seite ſchon die prak- tiſchen Handgriffe erlernen und zugleich ihren Leh- 14 198 rern als Lehrer in der ruſſiſchen oder polniſchen Sprache dienen können. Jſt der Lehrer darinne ſo fertig, daß er ſich ſeinen Schülern gehörig 9a verſtändigen kann, ſo fann auch der eigentliche Unterriche anfangen« Während dieſer Zeit hat auch der Schäfer als Lehrer ſich mit dem Lokale und der ganzen Gegend, wo geweidet werden kann, 4 ſo wie mit dem Klima befannt gemacht, um 4 ſeine Maaßregeln zur Veredlung der Schafzucht| zu treffen und auch ſeinen Unterricht darnacd) ein-| qu zurichten.(en Der Unterricht ſelbſt muß folgende Gegenſtän- de umfaſſen:| an be 1) Belehrungen über die beſte Weide im Früh-| linge, Sommer und Herbſte.|, | wo 2) Anzeige der den Schafen ſchädlichen Pflan- zen, um die Herde nicht an ſolchen Dertern zu|(im weiden, wo dergleichen häufig wachſen. 3) Belehrungen über die den Schafen nüßgli-[hi mäßigſie Winterfutter, wie| folches zu erhalten und anzuwenden ſey:|[4 5) Unterricht in der allmähligen Veredlung der| | ſi Schafe in ſich ſelbſt und durch beſſere Widder. Polniſch rer darin! vn gehört (igentlict t Zeit hit dem Lofalt erden Fann, aht, um Schafzucht ena) ein» Gegenſiät e im Früh: jen Vflant“ extern zu fen nüt futter, W 1). erediung w „Bidder SEE EST E GE PO EEINGEN c' BEEN 16:38 EIE NE 199 6) Belehrungen über die Naturgeſchichte des Schafes, beſonders über die rechte Zeit der Be- gattung, Behandlung während des Tragens, beim kLammegy, der Lämmer u, dgl, >) Kenntniß von den verſchiedenen Gattungen der Wolle, und wie ſie beim Scheeren ſortirt werden muß. 8) Belehrung über den Geſundheits- oder Krankheits-Zuſtand der Schafe und welche Symp- fome dies anzeigen. 9) Welche Mittel bei Krankheiten vorzüglich anzuwenden ſind, und welche er deshalb immer bei ſich führen muß, 10) Wie die Schafpocken am beſten eingeimpft werden. 11) Wie Schäferhunde am zweckmäßigſten ab- zurichten ſind. 12) Wie ſich die Schäfer am Tage auf die beſte Art Nebenbeſchäftigungen machen können, wenn ihre Herden ſich auf ſichern und guten Wei- den befinden. 13) Wie Horden gebauet und die Pfere gegeben, auf welchen die Schafe ebenfalls einzeln nach Gattung, Geſchlecht und Alter bemerkt werden müſſen. Dieſe müſſen zugleich mit den geſchriebenen Verzeichniſſen vol- lig gleichlautend feyn. In jedem Monate wird dann eine Reviſion über die ganze Herde gehal- ten, wobei in die Verzeichniſſe der Zuwachs oder Abgang eingetragen wird, und dieſer wird dem Schäfer entweder ab- oder zugeſchrieben. Nach Verlauf eines halben„=. wird eine Haupt- veviſion gehalten. Am beſten iſt dies in Mai vor der Schur, und dann im October um die Schafe für den Winter einz Rab Solc(830.) und in das linke Ohr IV. (82), Fötgliih Ffamiten 838. Die Ohren werden bei dem Zeichnen auf ein glattes Brett gelegt, dann das ſcharfe Eiſen darauf geſeßt und ſolches durch den Ohrrand geſchlagen. Die gewählten Zeichen V. 1. I. erſcheinen in dem Rande der Ohren natürlich umgekehrt. Am beſten iſt es, wenn der untere Rand des-Ohres gewählt wird. Dergleichen gezeichnete Ohren findet man auf der VI1. Tafel abgebildet. Die Zeichen ſind 1. V- 2. I]. L. Ohr. R. Ohr. Hier würde No. 1. die Zahl x bedeuten 1. KENN ISI IN SEE ER SAFGS EEN I TOUT ENSES IV. = 4= 9= DV. -- 5, 28 10==D; Eb dd 20 280 0" 1700008 H pon€ heſſern Zeile dem obern die€ Gene ſchen tion ßer| Dir) fim a! bill i lich v6 ſhm. No, 4 Etrich fache Ohre! Ohr, brau ſchaf Gehe 211 0 I L. Ohr. R. Ohr. utet 60, No. 9. die Zahl 100 bedzutken-- 96 0; VOM 225 TE V. AMAT- - 8% 117"==""838-- IVZ IQIUIL- = 1600; 1251.12: 3X000 um 11. - 10, - 1000, Haben die Schafmütter erſter Generation(die von einem ſpaniſchen Bocke und von deutſchen Rummel 838 beſſern Mutterſchafen) ihre Zeichen am untern 8 rechte Ohr Theile des Ohres erhalten, ſo werden ſie außer- [inte Dhr 17 dem noch mit einem einfachen Einſchnitte in den "SIE obern Rand des linken Ohres gezeichnet, welches hren werde die erſte Generation bedeutet. In der zweiten Brett gelegt Generation, wenn nämlich die von einem ſpani- t und ſolche) ſchen Bocke velegten Mutterſchafe erſter Genera- ie gewählttn tion lammen, ſo erhalten die Mukterlämmer, au- m Rande dy ßer dem Zeichen der Mutter, noch in das obere beſten iſt 8 Ohr zwei Einſchnitte, welche die zweite Genera- wählt witd tion anzeigt, und ſolches wird in der dritten Ta: nan auf dit belle mit angemerkt. Ein Mutterlamm, das näm? .1,.V, 0.0 lich von einem deutſchen Schafe und einem ſpani- ſchen Boke abſtammr, und wo die Mutter die I 1.:' No. 4+ hat, wird daher EITE. gezeichnet, Die 4 ſl, Striche kommen in den- unfern Rand, der ein- fache Strich, aber in den obern Rand des linken - Ohres. Der Ouerſtrich ſelbſt bedeutet hier das K" 1 Ohr. Bocklämmer, die auch wieder zur Zucht ge- nt: 1 braucht werden, vorzüglich bei gemeinen Land- we. ſchafen, werden ebenfals mit dem Zeichen der vA|, Generation, aus welcher ſie abſtammen, bezeich- 212 net. So würde Tab. V11. No. 9. anzeigen, daß das Schaf, oder der Bo>, mik der Nro. 100,, aus der dritten Generation abſtammt. Statt dieſer Einſchnitke kann man ſich aber auch numerirter Bleche bedienen, welche mittelſt eines Drathes in den Ohren befeſtigt werden. Da aber dieſe leicht verlohren gehen, ſo iſt mat als- dann wegen der Abſtammung eines ſolchen Scha- fes in Ungewißheit, Die Einſchnitte ſind daher bleibender und ſicherer, als ſolche Bleche. Wählt man Farben zum Zeichnen, ſo muß der Schäfer die Beſtandtheile nicht kennen, damit er ſie nicht nachmachen kann. Eine unauslsſchliche Dinte iſt ebenfalls hier anwendbar, Solche Zeichen, welche den Schafen, beſott- ders denjenigen, welche veredelt werden ſollen, ſo wie auch den ſpaniſchen, gegeben werden müſſen, dienen auch dazu, um den Betrügereien der Schä- fer Schranken zu ſeßett, damit ſie nicht ver- edeltfte Schafe verkaufen, und dann vorgeben, ſie wären geſtorben. Bei dem Belege der Felle geſtorbener Schafe und Lämmer, muß daher ſorg- fältig auf das Zeichen geſehen werden, ob auch ſolches mit der Angabe übereinſtimmt, und ob ſolches ächt iſt, oder nicht, GwGemeine Landſchafe, welche abgeſondert weiden müſſen, brauchen da- gegen nicht aufgezeichnet zu werden. Das Fell eines ſolchen läßt ſich dann nicht unterſchieben, weil! deen 5 Augen hen, fungen ſchiede! ih eine ahre großen quf 3 alſo a ſchlag! Be qußerd fier 92 (mlich 1) y vlehes, y)| 213 egen, bj weil man durch die Wolle den Betrug leicht ent- UO, 100, decken würde, Die Wollſchur kann nie anders als unker den 1 ſich abt Augen des Herrn oder ſeines Diſponenten geſche- [che mittel] hen, wobei die Wolle nicht nur nach den Gat- erden, N fungen der Schafe, ſondern auch nach ihrer-ver- ? malt als: ſchiedenen Feinheit klaſſtficirk, aufgezeichnet und hem Schar in eine Tabelle gebracht wird. Jſt dies einige find daher Jahre geſchehen, ſo kann man, ſelbſt bei einer 6 Wahl großen Herde, den jährlichen Ertrag der Wolle ve Shife auf 3 bis 4 Pfund vorherbeſtimmen, Es kann er ſie nid! alſo auch hier kein großer Betrug durch Unter- he Dinte if ſchlagung der Wolle geſchehen. Bei einer wohleingerichteten Schäferei müſſen s außerdem noch über folgende Gegenſtände Regi- fen, beſo ſter geführt und Rechnungen gehalten werden, 1 ſole D nämlich zs ee» p ven mſſe Shy 0. 1) Ueber den Ertrag des verfauften Schaf- NAG, viehes, vorgeben 6 Tell! NM e 6' 2) Ueber den Ertrag der verkauften Wolle, daher jo!) 0 „Mb 4 3) Ueber den Vorrath und Verbrauch des tm GMWinterfutters, vauchen Das M0 mterſchie 4) Ueber die Felle, welche man von geſtorbe- nen oder geſchlachteten Schafen erhalten hat. I5 214 5) Ueber die Ausgaben oder Koſten, welche bei einer Schäferei erforderlich ſind, z. B.« der Gehalt der Schäfer, Salz für die Schafe, Ge- treide, Heu u. dgl. Dergleichen Tabellen und Regiſter kann ſich jeder Landwirkh* leicht entwerfen und einrichten. Zur allgemeinen Ueberſicht ſind ſie aber unum- gänglich nöthig, damit man nicht nur den ſteten Beſtand oer Herde und den Ertrag derſelben fennt, ſondern damit man ſich auch dadurc ge- gen grobe Betrügereien zu ſichern weiß. Eine General-Tabelle, weiche nicht nur den ganzen Be- ſtand und Ertrag der Herde, ſondern auch alle Koſten enthält, kann ein jeder Diſponent ſeinem Herrn leicht entwerfen. I. Bekatnnkmachung, wo, und, unter welchen Bedingungen edle ſpaniſche Schafe von der hohen Krone zu er-" halten ſind.(Sowohl in den Reichszei- tungen, als auch als Anhang in der ruſſi- ſchen Ueberſeßung dieſes Werkes, in ruſſi- ſcher Sprache, bekannt getnacht.) Denenjenigen, welche ſich gerne mit der Ver- beſſerung der Schafzucht beſchäftigen, wird hier» durch die Nachricht ertheilt, daß in den Neuruſ- ſiſchen Provinzen, durch die Hülfe der Krone, an zwei Orten, nämlich bei Odeſſa durch den Aus- länder Müller, und in der Krimm durch den Geld 9 u 2)“ eyhalte geliehe daß ex ſtellt, dern 1 bindlich Commercien- Rath Ru we, eine Schafzucht von ausländiſcher Race angelegt worden iſi, Wegen der Wichtigkeit und des guten Zu- ſtandes der erſtern, geruheten Se, Kaiſerl. Maje- ſtiäf am 12ten Juni des 18oßtet Jahres, den Vorſchlag des Miniſters der innern Angelegen- heiten zu beſtätigen: daß man, um den Liebha- ter Fann fh nd eintichten aber unum when fei ern dieſes Zweiges"ver Landwirthſchaft Mittel ] derſelben und Gelegenheit zu verſchaffen, die häusliche 0/R Schafzucht zu UH: bei dem Ausländer weiß, Au Müller, auf Rechnung der Krone, 1600 Widder 1 ganzen De(Stöhre) und 1600 Schafe von der beſten Art ern auch> Merinos kaufen, für jeden Widder 60, und für jonent ſein jedes Schaf 405 Rubel bezahlen kann, um mit dieſer Zahl eine Vertheilung an die Liebhaber derſelben unter folgenden Bedingungen zu veranſtalten: und unn ſvaniſch! ne zu eb n Reichöjs r) Derjenige, welcher ſolche Schafe für baa- e res Geld zu erhalten wünſcht, erhält ſogleich nach der Bezahlung einen Schein zur Ablieferung der- ſelben aus der Schafzucht des Ausländers Müller. nm der ruſſ: , in uff Jen: ' 2) Wer aber nict im Stande iſt, gleich das | Geld zu bezahlen, jedoch Widder und Schafe zu nit der VD! erhalten wünſcht, ſolchem werden ſelbige als aus- , wird hi geliehen überlaſſen, doch aber mit der Bedingung: den Neut) daß er vorher gehörige Sicherheit für die Summe ver Sto“ ſtellt, welche für die erhaltene Zahl von Wid- uch des 27 dern und Schafen erfolgen ſoll; mit der Ver- am dur4 bindlichfeit, daß er ſie einzig zur Verbeſſerung |. Eu EEN EF Zi l FES I ain-. Fräf ſchen rer einer und mit 3 Uel der ve Rülle die ic 1) Jahr furial 3) reine 9 217 md der Ty, Jahren diet [tung ſehn 0 zum fw Schafen(y Kräften verſehen und vorzüglich aus ſolchen Men- ſchen ausgeſucht werden müſſen, welche von ih- rer Kindheit an bei Schafſtällen, oder bei irgend einer andern Viehzucht ſind gebraucht worden» und daß fie mit Kleidern verſehen ſeyn müſſen; mit Nahrung wird er ſie unentgeldlich verſorgen. einents, in eſen Dedin- efinden wer: ang der Jan eben, damit 41, und jede Ueber den Urſprung und den jetzigen Beſtand der veredelten Schafzucht des Herrn Baron von Mülter theile ich noch folgende Nachrichten mit, die ich ſchriftlich von ihm erhalten habe: " ngelegenheitt er(AN!„Jan, über DI I) Im Jahre 1804 führte er 1265, und im 0. Jahre 1806 1226 Stück Merinos, aus der Es- tg augen|; 4|: p 3.' Gal kurialherde, in Rußland mit vielen Koſten ein. EE 2) Der jetzige Beſtand dieſer Schäferei iſt(im - Müller 2 Febr. 1809) folgender: Widder 1m |! v efelben ein Ausgewachſene Stöhre oder Widder 1030 Stück. € einzuhan! Lämmer Stöhre-.-'« 915=- altung, I Ausgewachſene Schafmütter 2926"-- + wie aus Schafmütter Lämmer-- 1174=- nden Jaht! » Schule 1! , Schüler& nd, wie Summe 6045 Stück, 3) In 4 Jahren ſind an ruſſiſche Gutsbeſißer reine Merinos verkauft worden: unent“ Rohl)<< fer der v7 1387 ausgewachſene Stöhre und 8 Sicht 4 fen förperm" 938--= Möütter. SIE =. ZIE M: GES SEI REER 218 4) In 4 Jahren ſind von ihm mehrere Ver- ſuche zur Veredlang(Croisement) mit innländi- ſchen gemeinen Schafmüttern, ſogenannten ſchle- ſiſchen, mit macedoniſchen Zigey- und ſelbſi mit gemeitten Skeppen- Schafmüttern, dur Begak- tung von Merinos- Stöhren, angeſtellt worden, wovon jekt 1492 Stü Metis von verſchiedenem Grade der Veredlung vorhanden ſind. =) Dur die von den Gutsbeſigern erkauften Stöhre ſind 58,138 innländiſche Schafmütter be- legt worden; davon ſind folgende Retis erhal- ten worden: von der erſten Generation 2,833/ Stück. === zweifen== 16,649= --=-- driften=- 22043 1.707 Summe 52,325 Stüc>. Die Wirkung des Croisements iſt ſehr er- wünſcht, ſo das die Metis an Feinheit der Wolle und Körperbax immer den ſpaniſchen Vätern nä- her fommen. Es läßt ſich daher erwarten, daß die von der hoßen Krone erfauſten 1600 Stöhre und 1600 Mätter edler Merinss, um ſolche, laut vorhergehender Anzeige, im Zunern des Reichs ed zu vertheilen, in kurzer Zeit die Schafzucht un- „wm endlich verbeſſern werden. Die Schafe des Herrn Baron v. Müller wer- <<=< m ZS 219 hrt Tem den im Winter durch offene Ställe, in welchen if iOnläcb, ſie gegen Schnee und rauhe Witterung ein Ob- aufen(Oly dach finden, geſichert. Die Schafe können aber ) ſelbſt mi nach Belieben ein- und ausgehen. Doch ſind wh Beats die verſchiedenen Gatfungen nach Alter, Geſchlecht (lt worden„und Güte von einander abgeſondert. eſchtedenm 7) Ihre Nahrung iſt im Sommer Steppen- weide; nur dann, wenn die Dürre ſolche raubt, x etfauften erhalten ſie, fo wie im Winter, weun die Ciß- Fekter be glätte verhindert, die Schafe auf die Steppe zu Netis erhab treiben, verſchiedenes Stroß und gutes Heu. 8) Von Krankheiten haben dieſe Schafe, ſo- vp 2,833 Gin, wohl die Merinos, als Metis, wenig gelitten. 049 EE 9) Die Schur geſchieht im Mai, Ein 3jähri- 325 Gk ger Stöhr liefer 10 Pfund, und eine Schafmut-* ter 6 Pfund ungewaſchene Wolle, Dieſe wird ſt ſehr et an die Krons- und Privat- Fabrifen geliefert, der Woll Auch iſt ein Theil nach Deutſchland verführt und Vätern 1 gut bezahlt worden, zarten, di a SE 10) Die Schäferſchüle hat ihren guten Fort- 10 gang unter drei deutſchen Schafmeiſtern.«. Die ves Rit Zahl der Lehrlinge welche von Gutsbeſißern und Koloniſten geliefert worden, war im Februar 1809 27. Auggelernte ſind entlaſſen worden drei und zwanzig. »[) 4" Gafrucmt w OMEN Ei, H! | übel WO ES - LH<= KER III Zeta-< R R M ENGE IV. Ueber die Vorſichtsmaßregeln, die beim Transport derſpaniſchen Scha: fe von einem Orte zum andern zu beobachten ſind.*) Die Regierung, welche ſich alle mögliche Mü- he giebt, die Schafzucht als den nöthigſten Zweig der Landwirthſchaft, durch Aufmunterung zu hes ben, hat zur Erweiterung und Vervollfommnung derſelben den Liebhabern Mittel eröffnet, Schafe ſpaniſcher Race von der nahe bei Odeſſa befind- lichen Schäferei des Ausländers Müller entwe- der direfte zu faufen, oder ſie auch von dort.in Art eines Darlehns von der Krone zu erhalten, welches den Publifo bereits zu ſeiner Zeit be- kannt gemacht worden iſt. Außer dem iſt fär die Liebhaber der Schafzucht, für Rechnung der Krone, ein Werk über die Schaf- zucht(v. Friebe) zu ihrer Anleitung gedruckt und in alle Gouvernements verſandt worden, um daſ- ſelbe unentgeidlich zu vertheilen, und durch die Zeitungen ſind zur Widerlegung der dagegen berr- ſchenden Vorurtheile die Grundſäße bekannt ge- macht worden, die zur Verbeſjerung der Schafe hieſiger Race angewandt werden müſſen. *) Aus der St. Petersburgiſchen Zeitung vom sten Fe- bruar 1809. "7 zl daß 1 jen ſchwie fier d twohl Eo befann! ahmt j diſer NR ſind| fände gendet 1) Dtte 4 Yagen, fe] nach und iv Wetter an Dit Hie hölzern hältniſſ vegeln, dy [chen hy andery 1 nferung zu hs vollfommung fnet, Gh Odeſſa befind Rüller ents h von dort:it e zu erhalt .. A..06 ks einer zeit üb :(Zhf € ENW: x Chafzuht er d! gedruckt un en, um daſ d durch die gegen hert/ bekannt zt der Schaf! ell: 221 Zufolge der jeßt eingegangenen Nachrichten, daß mehrere, welche Schafe aus Odeſſa zu erhal- ken wünſchen, den Transport derſelben von dort ſchwierig und unbequem finden, hält der Mini- fter des Innern es für nöthig, dem Publiko ſo- wohl die Art des Trangportes der ſpaniſchen Schafe, als auch diejenigen Vorſichtsmaßregeln befannt zu machen, welche auf dem Wege beob- achtet werden müſſen, um ſie ohne Schaden nach < entjernten Orten zu bringen. Die Grundſäße, die hierzu empfohlen werden, ſiwd auf Erfahrungen gegrändet, die in andern Ländern gemacht worden, und beſtehen in Fol- gendem: rT) Die ſpaniſchen Schafe können von einem Orte zum andern gebracht werden, entweder auf Wagen, oder durchs Treiben, 2), Der Trant&port derſelben auf Wagen muß dem Treiben vorgetogen werden, wenn die Scha- fe nach entfernten Orien gebracht werden ſollen, und wenn die Jahreszeit nicht ſo lange gutes Wetter verſpricht, als erforderlich wäre, bis ſie an Drt und Sitielle ankfominen können. Hierzu werden auf große Leiterwagen ſtarke hölzerne Gitterkaſten gemacht, welche in drei Be- hältniſſe abgetheilt werden, die ſo groß ſeyn müſ: 222 ſen, daß in jedem ein Schaf bequem liegen, ſie- hen und ſich wenden könne. Da es nsthig iſt, daß man die Schafe beim Verführen vor Feuchtigkeit ſichert, ſo, müſſen die Gitterkaſten mit Segeltuch, welches mit Theer überſtrichen iſt, bedeckt werden, und zwar ſo, daß ſelbiges beim Regen auf beiden Seiten herab- hängt. Den Schafen muß in den Gitterkaſien ein dickes Lager untergeſireut werden, und zum Futter für ſie muß man ſich an Orken, wo es am beſten zu haben iſt, mit gutem Heu oder Grafe verſehen- Dies Futter muß den Schafen auf beſondern Wagen nachgeführet werden, und es iſt um ſo nsthiger, einen Vorrath davon zu haben, weil man nicht immer auf guter Weide Halt machen kann, auch zuweilen gutes Futter ganz und gar nicht zu finden iſt. Die Schafe müſſen alle Tage wenigſiens einmal, wenn es nicht ösfterer geſchehen kann, ein wenig zum Her- umlaufen herausgelaſſen werden. Die übrigen Vorfichtsmaßregeln ſind dieſelben, welche beim Treiven der Schafe beobachtet wer- den müſſen, und werden daher weiter unten mit» getheilt. 3) Das Treiben der ſpaniſchen Schafe hat auer der langen Zeit, die dazu erfordert wird, noch den auſehnlichen Nachtheil, daß die Schafe auf dem Wege leicht die Kräße, dieſe für ſie ſo .gefah das Wag Unfo ſer würd daß! zum 6 einige! wie d Orte | der dern well effi beri der 5 die F währt! m Liegen, Ab ! Cafe bin ſo, müſſen) es mit hy ) zwar ſo, deß Zeiten herab: 1 Gitterfaſten 0, und zun tt, Wo ed tem Heu det den Shaft - werden, un rath davon zt if quter Weid ſ„40 ar,[2945 nn 4 nig zum Dw „* FIky find dieſelben f AU PT, oobachtei wer top unten m 223 gefährliche Krankheit bekommen können, Da aber das Verführen einer großen Herde Schafe auf Wagen mit großen Schwierigkeiten und großen Unfoſten verknüpft ſeyn könnte, ſo wäre in die- ſer Hinſicht das Treiben der Schafe nüßlich und würde auch noch beſonders den Vortheil haben, daß die Schafe, da ſie langſam von einem Orte zum ändern getrieben werden, Zeit haben, ſich einigermaßen an die Veränderung des Klima's, wie dieſe mehr oder weniger bei Veränderung der Orte ſtatt hat, und an das Futter zu gewöhnen, In beiden Fällen aber muß zum Transpork der ſpaniſchen Schafe von einem Orte zum an- dern eine ſolche Jahreszeit gewählt werden, in welcher“ den Schafen weder ſiarke Hiße, noch heftige Kälte ſchaden kann. Iſt es aber nicht zu verineiden, daß die Schafe des Sommers und in der Hiße getrieben werden, ſo wählt man dazu die Früh- und Abendſtunden. Um Mitkagszeit während der Sonnenhiße müſſen ſi? unter ein Schirmdach, wo die Luft ſich FP: bewegt, oder in den Schatten unter ſtarken Bäumen getrieben werden, damit die Sonne ſie nicht ſticht. Für Steppen- und waldleerxre Gegenden muß man Zelte bei ſich führen, die dann zur heißen Tages- zeit für die Schafe aufgeſchlagen werdet, Vorrath von gutem Futter zu haben, muß davbei die erſte und vor? 18<ſte Sorge ſeyn, wie dies ſchon oben erwähnt wo tr Be „R SEE==< ZZ= zm 2 In.> au Lier 224 4) Die Herde muß äußerſt langſam getrieben werden, und findet man auf dem Wege fette Weiden, ſo iſt es gut, die Schafe weiden und ſich ſatt eſſen zu laſſen, nur dürfen dieſe keine nie- drige Weidepläße ſeyn, auf welchen das Gras unter Waſſer geſtanden hat. Ueberhaupt dürfen die Schafe an den längſien Tagen nicht über 20, und an kurzen Tagen nicht über 12 Werſt weit getrieben werden,. Im ſpä- ten Herbſte und im Frühlinge, wenn ſiarker Thau fallt, muß man darauf ſehen, daß die Schafe nicht eher weiter getrieben werden, als bis das Gras vom Thaue trocken iſt. Der Hirt oder Treiber, iſt er nur einige Ta- ge bzi den Schafen geweſen, kann es leicht wiſ- ſen, ob die Schafe ſich ſatt gegeſſen haben oder nicht. Uebrigens aber iſt es auch nicht übel, ih- nen auf dem Wege ein wenig Haber, ſo auch fette und nährende Kräuter, jedoch aber mäßig, zu geben, Außer dem muß man auch, um den Schafen Luſt zum Eſſen zu machen und ſie vor verſchie- denen Zufällen zu verwahren, auch um das ſchlechte Gras oder Heu dadurch zu verbeſſern, Salz mit ſich führen, von welchem den Schafen alle Tage etwas zu lecken gegeben wird, Dieſes Mittel thut ſchr gute Wirkung auf fam gefrihe em Wege feh vetden und ſh eſe feine in hen das Gry 1 den längſten n Tagen nich! Ww. Tim ſpl; n ſiarfer Thay daß die Ghaf als bis das hur einige Zu es leicht wi! en haben odi! nicht übel, iy ber, ſo aus aber mäßiy, den Schaft! vor verſchit uch um di zu verbeſſet! 1 den Gal! wird. Wirkung 7 Mi 225 dem Wege und hilft den Schafen die Verände- rung des Klima's ertragen. 5) Die Schafe dürfen niemals zum Laufen oder Geſchwindegehen gezwungen werden, und deswegen muß man beim Treiben feinen Hund bei ſich haben. Die ſpaniſchen Schafe ſind über- haupt furchtſamer als alle andere Schafe; der Hund ſeßt ſie ſo in Schrecken, daß ſie ſich zu- weilen lange nicht wieder davon erholen können, und bloß die Gegenwart oder das Bellen eines Hundes macht ſie ſo bange, daß ſie ſich eins auf das andere werfen und nicht wiſſen, was ſite thun ſollen. 6) Die Schafe erhißen ſich vom Gehen, und deswegen muß man ſie oft augruhen, auch krin- fen laſſen, wo gutes und reines Waſſer iſt, Fin- det man auf dem Wege kein Waſſer, fo müſſen fie, ſobald man ins Nachtlager kommt, ſogleich in Krippen getränkt werden. Sind die Schafe langſam gegangen, ſv kann man ſie ohne Gefahr ſogleich tränken, ſind ſie aber müde, und dem Anſcheine nach erhißt, ſs iſt es beſſer, daß man ſie erſt ein wenig ausrus- hen läßt. 7) Iſt das Wekter gut und fann man die Schafe unter freiem Himmel laſſen, ſo müſſen ſie in eine Umzäunung getrieben werden. Eine 226 ſolche Umzäunung kann von mitzuführenden Git- fern gemacht werden, die in der, im verwichenen Jahre erſchienenen, Abhandlung über die Schaf- zucht umſtändlich beſchrieben ſind.*) DLHierdurdc werden die Schafe vor Anſieckungen geſichert, die auf dem Wege leicht in Schafſiällen oder auf Wiehhöfen, wo andere Schafe gehalten werden, ſtate finden kann. Ueberhaupt muß man fremde Schafſiaälie und Viehhöfe, welche ſelten von einer anſteFenden Viehkrankheit, noch weniger aber von Fäulniß frei ſind, ſoviel wie möglich zu vermeiden ſuchen. Können aber die Schafe aus etwanigen Urſachen nicht in ſolche Umzäunungen geſtellt werden, 9der wird man durchaus gens- thigt, ſie in den Schafſtall oder auf den Vieh- hof zu treiben, ſo muß in dieſem Falle den Scha- fen ein reines und ſehr dickes Lager unterge- ſtreuet werden. 8) Trift ſich auf dem Wege ein Fluß oder ein See, der reines und gutes Waſſer hat, ſo iſt es nicht übel die Schafe zu baden; denn das Baden erfriſcht ſie und macht ſie munter, und über dies iſt das Baden auch noch deswegen beil- ſam für ſie, weil die ſchädlichen und anſtecken- den Theilchen, die ſich an die Wolle angehängt haben könnten, durchs Baden abgewaſchen werden, *) Auch in dieſer deutſchen Auggabe. Weg Anſit eic dern zu im unt die | führenden Oh m verwicmn ber die Ch Hierduch 1 geſichert, d allen oder ay halten werden, ß man fremde [ten von einer weniger abet lt 040 and durchaus gend 4 Fluß odi ſer hat, fo ij denn das munter, un veöwegen hei: und anſtecker olle angehan) aſchen werd!" 73 <<< dr| Man muß aber die Schafe noch ſo früh am Tage baden, daß ſie bis zum Abend vollfommen troFen werden. Bei regnigem und kaltem Wet- ter muß man ſie nicht baden. Welche Vorſicht übrigens aber auch auf dem Wege beobachtet ſeyn mögte, um die Schafe vor Anſie>ung zu verwahren, ſo dürfen ſie doch nicht gleich nach ihrer Ankunft an Ort und Stelle, ſon- dern wenigſtens erſt nach zwei oder drei Wochen zu den übrigen Schafen gelaſſen werden, denn im Laufe dieſer Zeit wird es ſich erſt zeigen, ob unter den Schafen eine Krankheit, und beſonders die Kräße, exiſtirt, oder nicht. V. Ueber den jeßigen Zuſtand der Schaf» zucht des Herrn Landraths von Ls- wenſtern zu Wolmarshof in Lief- land(man ſehe die Einleitung S, V.) mel- defe mir Derſelbe im April 1809 folgendes: „Auf Ihre Anfragen, über den gegenwärtigen Zuſtand meiner Schafzucht, habe ich das Ver- gnügen Ihnen zu verſichern, daß das Klima mir feine Hinderniſſe in den Weg legt. Nach einem Zeitraume von 10 Jahren iſt- meine Herde voll- fommen veredelt, ſo, daß ich nur eine Gattung Wolle erndte, von der ich die Ehre habe, Ihnen die Probe zu überſenden. Allein der Abſatz der Wolle zu dem angemeſſenen Preiſe wie in Deutſch- land oder England, iſt hier je8t unmsglich, aber 228 doch in der Folge zu erwartken- Auf Ihre An- fragen berichte ich: 1) Merinos und Metis ſind jet nicht mehr in meiner Herde zu unterſcheiden; was ſchlechter fällt, wird ſogleich ausgeſchoſſen. Sie beſtand om 1ſten Novbr. 1808 aus 16 Stöhren, 60 Ham- meln, 275 Mutterſchafen, und an Lämmern 18 Stöhre, 72 Hammel und 117 Mutter- Lämmer, in Summe 558« 2) Neue Verſuche ſind nicht angeſtellt worden, weil alles ſich in der gehörigen Ordnung erhal- ten hat. 2) Obgleich bei den Bauern und auf den be- nachbarten Höfen öfters Schaf- Seuchen herr- ſchen, ſo habe ich nie mehrere an einer herrſchen- den Krankheit verlohren. Der naſſe Sommer von 1805, der ſich durch ſeinen Mißwachs unvergeßs- lich gemacht haf, koſtete meiner Schafherde kei- nen Abgang, dahingegen in ganz Liefland viele Schafe ſtarben. 4) Obgleich die Herde zweimal, im Mai und im Sepfember, geſchoren wird, ſo kann ich doch nur im Durchſchnitt 2 bis 2x Pfund Wolle neh- men. Alte Stöhre geben mehr, dagegen Lämmer weit weniger. 5) Merinos und Metis geben gleichviel Wolle, viell died 6 liche fen, bezah Mart es fet verſch denſel 262 zwei] den| auch nm dien* 9 mit geſchid Franth y? zu ſli; Wolle, bei mn Gobal daß 1 oder( wird v Q, 60 Ha mmert 18 A Lämmer, ES lt orden, Sung erh Ef den hi Shen her 8 hertſchen | omnimer von Hunvergeß: Feherde kei 9 and viel! ; Rai un Ini de? 51 Bolle nt) FE amm ; ſi,| u viel Woh| vielleicht etwas weniger als unſere Landſchäfe, die dreimal geſchoren werdet. 6) Es gelang mir vor 2 Jahren eine anſehn- liche Otantität Wolle nach England zu verſchif- fen, dort ward ſie mir zu meiner. Zufriedenheit bezahlt; nach Abzug aller Koſten das Pfund 30 Mark Alb. oder einen Silber- Rubel. Wo war es früher erhört, daß aus Riga ſpaniſche Wolle verſchifft ward? In Sachſen gilt dieſe Wolle denſelben Preis; der Stein von 22 Pfund 22 bis 26 Thlr. ſächſiſ. Courant. Jeßt habe ich einen zweijährigen Vorrath Wolle in Riga liegen. 7) Wenig Käufer zu veredelten Schafen fin- den fich, weil ſie zu theuer ſind. Darum exiſtirt auch fein beſtimmter Preis. Den ausgewachſe- nen Sköhr habe ich zu 20 Rubel und derglei: <;en Mutkterſchafe zu 15 Rubel verkauft. 8) Der Schafmeiſter, den ich aus der Lauſiß mitbrachte, iſt nox bei der Herde. Er iſt ſehr geſchift und treibt ſeine Geſchäfte mit Paſſion, Krankheiten curirt er meiſterhaft, 9) Aus oben angeführten Umſtänden iſt wohl zu ſchließen, daß bei dem Mangel an Abſaßz der Wolle, zu dem im Auslande angemeſſenen Preiſe, bei uns die Schafzucht wenig Vortheil bringt. Sobald aber dieſe Hinderniſſe gehoben ſind, ſo daß man die Wolle entweder in das Ausßland, oder an innre Fabrifen für angemeſſene Preiſe wird verkaufen können; ſo wird auch dieſer wich- 16 230 tige Zweig der Oekonomie bei uns bald größere Fortſchritte machen.,, VI. Schafzucht in Savepka (Ueber dieſen Gegenſtand meldete mir der I Apotheker Joh. Stehlin unterm J5ten April 1809 aus Sarepta folgendes:) „Ih mache es mir zur Pflicht, Zhnen die Fragen wegen der hieſigen Schafzucht, ſo Sie an mich gethan, zu beantworten: 1) Wie viele edle Schafe vertheilt worden? Vor 4 Jahren ſind der hieſigen Gemeine, zugleich auch dem Herrn Oberſten Perſidſfky, jedem 10 Merinos aus kaiſerlicher Gnade geſchenkt worden. Solche ſind im Jahre 1805 aus der Gegend von Odeſſa hieher getrieben worden, wozu 4 Monate Zeit erforderlich war. Wir hatten auf unſerm Theil 6 Böe und 4 Mutter- Schafe. Aber im erſten Vierteljahre ſtarben uns 4 Böcke und 2 Mutter- Schafe. 2) Die Paarung iſt mit innländiſchen, doni- ſchen, kalmükiſchen, breitſchwänzigen und mit tſcher: keſſiſchen Schafen vom Kaukaſus verſucht. Es fand ſich, daß das kleine langgeſchwänzte doniſche oder ruſſiſche Schaf zur Wollen- Veredlung das beſte ſey. Es hat ſich gezeigt, daß ſowohl das fal- mückiſche Schaf mit dem breiten Fettſchwanze, als auch das tſcherkeſſiſche mit dem breiten und am Ende dünnen Schwanze, die viel gröbere Wolle ſo iv edelt der! Mert ſchlac y. glid (tten, Januar ber den Dögleich ben, 1 tin Ho gem Ed v b pn de en, d / 4): DIE "Dald abi Eta, Smir der R 15ten Ap (& Zhnen di! Zt, ſo Git p gelt worden! EZ eine, zugl 5), jedem 1 Lenft word |' Gegend 0 4 Mont! 4: auf unſet +. Aber k d>e umd! nähen, dv 9gnd mit ſh ht. EN in doniſcht M zaung df x wohl des 5(ſchwanz!| veiten und id gd R gröbere? 231 haben, auch in ihren halbſchlächtigen Jungen eben- fals gröber liefern. Anmerkenswerth iſt es, daß Schafe dieſer Ark, die ſchon zweimal veredelt ſind, oft weniger veredelte Jungen bringen, als nationalruſſiſche. Da mir die ſpecielle Aufſicht über die Schafzucht übertragen iſt, ſo hatte ich Gelegenheit manche Bemerkung zu machen, die von der gewöhnlichen abweicht. I zu Lindenau in Preußen, Ais Nachtrag zu SG. 12.106010. Se, Durchlaucht meldeten mir unterm 22ſten März 1809 auf einige Anfragen folgendes: „ad. 1.. Zur Beantwortung dieſer Frage lege ich die Liſten meiner Schafrace bei, die ich bei meiner leßten Anweſenheit zu Hauſe erhalten ha- be, hieraus werden Sie erſchen, daß ich in al- lem beſitze: a) 220 Stück ganz rein ſpaniſches Vieh, von Stolpenſcher Nbkunft, worunter 2 Hammel, die caſtrirtk worden, weil ſie Fehler haben. b) 208 erſter veredelter Generation. c) 414 zweiter------ AYFNTSCHLITfeN 1-7---- e) 2 vierter, oder ganz veredelter Generation, Es wärden bereits mehrere leßter Generation ſeyn, wenn mir vor 2 Jahren durch das Ver- 234 ſteFen der Schafe in den Wäldern, nicht eine Menge 1- und 2jährige Mutterſchafe faul gewor- den und geſtorben wären. 2.) Die Veredlung in meiner Herde, geht ſehr glücklich fort. Zum Beweiſe lege ich hier Woll- Proben von jeder Gattung meiner Schafe excl. von den Lämmern bei,*) welche ich vor 4 Tagen ſelbſt genommen habe; doch muß ich be- merken, daß ſich bei der erſten und zweiten Ge- neration hie und da ein Schaf mit weniger fei- ner Wolle befindet. Ein Nückſchlag iſt jedoch weder bei mir, noch in den übriggebliebenen Her- den bemerkt worden, die bloß ächte Böcke ge: braucht haben, wohl aber da,-wo man Böcke ei- gener Zucht, 1iſter und 2ter Generation aus übel- angebrachter Sparſamkeit, zu den Schafen glei- k. Bei a. oder c. iſt eit Haken, mit welchem ein Schaf am Fuße leicht feſtaehalten werden kann. Mit der ſcharfen ausgehölten Schaufel werden die abgeſröchenen Raſenſrucfe weg- geſchleudert, um den Schafen oder Hunden dadurch ein Zeichen zu geben, wohin ſie laufen ſollen. PHa- Wi io Ein Stück von einer Raufe oder auch von eitter Horde, um im Innern eines Pferchplaßes oder auch im Stalle Abtheil ungen für die Lämmer, Mutterſchafe oder Böck? zu machen. S. 139. E03. Eiſi T tterkrippe, in welcher den Schafe das Getreide, Rüben, Kartoffeln u. dgl. ſo wie auch das Salz zum Lecken gegeben wird. 55 4. Eine gewöhnliche Schäfſcheere. VI. Fig. 1. Ein halb offener Schüppen. Die rt DIM a. Und b. zeigen an, wie bei zu ſtrenger Kältso gegen die rauhen Winde die O? nungen mit Flechtwerk zugemacht werden können. S. 137. Fig. 2. Zutammengefügte Stücke einer Horde. Sie werden durch die Gabeln a. unterſtüßt und durch die Ringe b., welche aus Weidenruthen zuſammengedreht ſind, verbunden. S. 141. Tab. VII. Fig. 1. Zeigt die Aufſtellung einer aanzen Horde auf dem Pferchplaße, oder auch um die Schofe in der Nacht auf der Weide emzuſchließen, Bei a., b kann hierzu der Eingang ſeyn. S. 142. Fig. 2. Sind Ohrett mik verſchiedenen Einſchnitten um' da- durch die Schafe zu bez eichnen. Im zweiten Nachtrage findet man eine nähere Zergli jeder ung. GS. 209, <<< IIDEEIE AER USZEI TINA OT> uu 5406.04. 436 Einleitung,; Seike. en einet verbeſſerten Schafzucht in ßland und die Mittel, welche die ho- Krone anwendet, um ſolche zu beför- Erſte Abtheilung. Peberſicht der vorzüglichſten Schafracet, die in andern Ländern und auch in Ruß- landtheils veredelt, theils auch einhei- miſch gefunden werden und auf welche Art edle Schafe in Rußland eingeführt werden können. Erſter Abſchnitt. Ueber die Möglichkeit einer Veredlung der Schafe in Rußland, AIS durch Beiſpiele aus andern Läan- ern: I. In Schweden.; 3 2: E. II. In Dännemark and Norwegen,- S< 7 III. In Deutſchland, und zwar: 1) In Sachſen. 2) In den brandenburgiſchen und preußiſchen Staaten.+3) In den öſterreichiſchen Staaten 4) In andern Deutſchen Provinzen..? IV, In Großbrittanien. Arten der daſigen Schafe. 14 V. In Frankreich. 3 3.; 5 Zweiter Abſchnitt. Beſchreibung des ed- len ſpaniſchen Schafes und kurze Anzeit- ge der Behandlung deſſelben in Spa- nien. 5 Z 4; 5. 7 N Dritter Abſchnitt. Anzeige der in Ruß- land und in denbenachbarten türkiſchen Staaten befindlichen Schafe und ob ſol- glidee! Allgemeine Beſchaffenheit einer guten Weide und An- 1 WERTE, zeige der beſten Gragarten.-. 3 ö 82 | Rbern Zun Wie die Winterfütterung beſchaffen ſeyn muß.. x400 Eine gute Eintheilung des Futters iſt im Winter ndö- thig für die verſchiedenen Arten der Schafe,, ux1x WIM: Das Salzlecken.. L16 "x N. eaGiſcen Das Tränken. 2 SEE eH 3 AERIE wd 8302 AULS Den Gtaaten Dritter Abſchnitt. Ueber die Beſchaffen- Mima heit und den Zuſtand der Schafſiälle und on Schafe. 14 MEET DEN MUR EEN EIE 245 220E0x 91 241- Vierter Abſchnitt. Regeln, die bei der , des ed Wollſchur, der Sortirung und Aufbewah- En Anzei rung der Wolle zu beobachten ſind, 145 M. in Gps"| Ob vom ein- oder mehrmaligen Scheeren mehrere 2 5.000 Wolle zu erhalten ſey?.;-; 4 7:2.6 Ruß| Ob die Wolle vor oder nach der Schur gewaſchen wer- „tin 14 VENN ND IMS See 0 2200 7 05060004 54 BW 00008 0 452 türtild„1 Nothwendigkeit die Wolle zu ſortiren. ZE GG vnd ob 14:| Behandlung der Schafe nach der Schur... 158 htinRup| Wie die Wolle aufzubewahren und am vortheilhafte- , Dm fien anzuwenden ſey?„.; N.- 1539 pitteh dt! ee===> Za | Dritte Abtheilung. Seite, 1( Anzeige der vorzüglichſien Krankheiten 4 der Schafe und"wieſie dabei behandelt werden müſſen, Erfſrier Abſchnitt, Von Ben: Hauttrant 1/ heiten.: 3 5.: k 4; 167 “" 1) Die Schafpo>Fen.": 2 N: 167 8. 2) Die Räude und Kräße.:; S 2 175 2) Mittel wider die Schafläuſe; Z 3 IST Zweiter Abſchnitt, GUUS Krank: hetten. | x) Die Drehkränkheit.. S8 27 1 2082 | 2)" Die Lungenfäute,.«: 5 185 . Die Egelkrankheit.-«<- R R ESIS .) Das Blutarnen.;.; 183 5) Das Aufblähen der SCG 2420 804 5 192 Dritter Abſchnitt. Einige außere Verlez UMGE und Beſchädigungen. 1) Der Zungenfrebs. S: 3 2; 192 2) Die Klauenkrankheit, 2.?; 192 3) Geſchwulſt der Euter, S| 8 Ä 194 4) Das weiße Fe. 2:;;: 195 Nachtrag . Veber einzurichtende Schäferſchulen.=;; 196 II. Ueber die Betrügereien der Schäfer... 202 III. Bekanntmachung, wo ſpaniſche Schafe von der hohen Krone zu erhalten ſind. 2 3 214 | IV. Jeber die Borſichtsmaßregeln 148 ENIE ver | ſpaniſchen Schafe-:: 4 4 220 V. Jeßiger Zuſtand der Schafiuht: in Wolwarshof. 227 VI. Schafzucht in Sarepta,;. N 230 VI. Jetiger Beſtand der Schafzucht Sr. Durchlaucht, des Herzogs Friedrich von DIER: DUE zu Lindenau in Preußen. Z N 232 YI. Anzeige der vorzüglichſten bei dieſem Werfe be- nutten Schriften.. 238 Exflarung: der KUPfel“ 5 PIER LHEN Es SEES BER uu IEH TIEEE CET ZIER GE Räd M4: 01 beant; > -- Dae -> 12 K- „AEN [" 19) j 4 007 pon der| I j ort der|| 220|| |;„(| hof. 277| pf | hlaucht;| ; Bes jf 41| erfe bu|! 2) AER | | p j | h ; | | Ee 521 al EE 0 Du M Vd XV W =F EE 2 „"' | | mN v IFD Kr en 7 dT F; x Wl AUER NUR (q N * 8 Tad Zz m (4 Ty N(|| Nn; 5,5 7775 =--epgwm SG LÖE TT =<= innen 7 2 /////(, NWZ WW/ K/ 6/ VL 7,1 we NZ W//5 wv/ "7 ND! W; t 7; VZ Ww Ne v/ | ,7 DD: y 7[; 1:7 <== S== omm SMUT S